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**Case Identifier:** 01150e6c-59d7-5357-899e-8f0f63674439
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 09.04.2025 VBE.2024.392
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-392_2025-04-09.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.392 / db / ss  
Art. 41 

 

Urteil vom 9. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Hausherr  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch Dominique Flach, Advokatin, Rain 63, 5000 Aarau    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion 

Bern, Bundesgasse 35, 3001 Bern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 26. Juni 2024) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1992 geborene Beschwerdeführerin war als Projektleiterin bei der 

B._____ AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegeg-

nerin obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 

versichert, als sie sich am 28. März 2021 bei einem Sturz beim Langlaufen 

einen Bruch des Fussgelenks zuzog. Die Beschwerdegegnerin erbrachte 

im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis in der Folge Heilbehand-

lungs- und Taggeldleistungen. Nach verschiedenen Abklärungen und Ein-

holung mehrerer Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. med. 

C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates sowie Facharzt für Chirurgie, wies die Beschwerdegeg-

nerin das am 20. Mai 2022 von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch 

um Kostengutsprache für die Weiterführung der Physiotherapie mit Verfü-

gung vom 10. November 2022 ab und verneinte generell einen Anspruch 

auf weitere Leistungen, da die noch geklagten Beschwerden in keinem Zu-

sammenhang zum Ereignis vom 28. März 2021 stünden. Auf die Einspra-

che der Beschwerdeführerin vom 5. Dezember 2022 hin liess die Be-

schwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bei der D._____ GmbH 

(D._____; Gutachten vom 8. Juni 2023) bidisziplinär begutachten. Gestützt 

auf das Gutachten sowie die ergänzende Stellungnahme der Gutachter-

stelle vom 22. August 2023 und eine erneute Stellungnahme des beraten-

den Arztes Dr. med. C._____ vom 19. Dezember 2023 wies die Beschwer-

degegnerin die gegen die Verfügung erhobene Einsprache mit Einsprache-

entscheid vom 26. Juni 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 26. Juni 2024 erhob die Beschwer-

deführerin am 25. Juli 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei der Einsprache-Entscheid vom 26. Juni 2024 aufzuheben und 
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 

 
 2. Unter o/e-Kostenfolge." 
 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 28. August 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit Replik vom 2. Oktober 2024 hielt die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen fest. 

 

 - 3 - 

 

 

2.4. 

Mit Duplik vom 5. November 2024 hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls 

an ihrem Antrag fest. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Vorab ist auf die Rüge der Beschwerdeführerin einzugehen, die Beschwer-

degegnerin habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem 

diese die Leistungsverweigerung mangels natürlicher Kausalität des Un-

falls für die noch geklagten Beschwerden gemäss der Verfügung vom 10. 

November 2022 mit dem Einspracheentscheid vom 26. Juni 2024 in eine 

Leistungseinstellung durch Fallabschluss zum Verfügungszeitpunkt abge-

ändert habe (Beschwerde S. 8). 

 

1.2. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt von der 

Behörde, dass sie die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hört, ernsthaft 

prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Nicht erfor-

derlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einläss-

lich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt (BGE 142 II 49 S. 65 E. 9.2 mit Hinweisen; vgl. auch ARTHUR BRUN-

NER, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 5. Aufl. 2024, 

N. 60 zu Art. 52 ATSG). Ein Anspruch auf Anhörung vor Erlass eines Ent-

scheides besteht dann, wenn die Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde die-

sen mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beab-

sichtigt, mit deren Erheblichkeit die Partei im konkreten Fall nicht rechnen 

konnte (BGE 145 I 167 E. 4.1)  

 

1.3. 

Ein Abweichen der Begründung eines Einspracheentscheides von derjeni-

gen der diesem zu Grunde liegenden Verfügung kann keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs darstellen, dies gilt insbesondere, wenn – wie vorlie-

gend – im Einspracheverfahren noch weitere medizinische Abklärungen 

vorgenommen wurden. Zudem konnte sich die bereits im Einsprachever-

fahren rechtskundig vertretene Beschwerdeführerin zu allen Abklärungen 

der Beschwerdegegnerin – insbesondere auch dem im Einspracheverfah-

ren eingeholten Gutachten – äussern (vgl. Vernehmlassungsbeilage [VB] 

184; 190). Der Beschwerdeführerin war es aufgrund der Ausführungen im 

angefochtenen Einspracheentscheid ohne weiteres möglich, sich über die 

Gründe der Beschwerdegegnerin, welche zum Entscheid geführt haben, 

ein Bild zu machen und ihre Beschwerde entsprechend zu begründen. Eine 

 - 4 - 

 

 

allfällige, nach dem Gesagten nicht besonders schwerwiegende Verletzung 

des rechtlichen Gehörs müsste daher als geheilt gelten. 

 

2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einspracheent-

scheid vom 26. Juni 2024 (VB 213) zu Recht den Anspruch auf Kosten-

übernahme von Schuheinlagen sowie Physiotherapie verneint und ihre 

Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 28. März 2021 einge-

stellt hat. 

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 UVG hat die versicherte 

Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Ge-

mäss Art. 16 Abs. 1 UVG hat sie zudem Anspruch auf ein Taggeld, wenn 

sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig ist. 

 

3.2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

3.3. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen). 

 

 - 5 - 

 

 

3.4. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesge-

richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-

der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur-

sächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Be-

weislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürli-

cher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern 

beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).  

 

3.5. 

Der Unfallversicherer hat Heilbehandlung und Taggeldleistungen nur so 

lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. 

Eine unbedeutend mögliche Verbesserung genügt dabei nicht. Trifft dies 

nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistun-

gen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und 

auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. BGE 134 V 109 E. 

3 ff. S. 112 ff.; 133 V 64 E. 6.6.2; RKUV 2006 U 571 S. 82; vgl. Art. 19 

Abs. 1 UVG). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 

26. Juni 2024 (VB 213) im Wesentlichen auf das bidisziplinäre neurolo-

gisch-orthopädische Gutachten der D._____ vom 8. Juni 2023. Darin wer-

den folgende überwiegend wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang 

zum Ereignis vom 28. März 2021 stehende Diagnosen gestellt (VB 177 S. 

22): 

 

"S82.6 Leichtgradiges Malleolarsyndrom rechts mit freier Beweglichkeit 
des OSG und USG, Bandstabilität, belastungsabhängiger un-
spezifischer lateraler perimalleolärer Schmerz-/dynästhesiean-
gabe, […] 

 - 6 - 

 

 

 
 M79.27 Neuropathisches Schmerzsyndrom im Innervationsgebiet des 

distalen Nervus peroneus superficialis, Ramus cutaneus dorsa-
lis" 

 

Betreffend die noch geklagten Beschwerden führten die Gutachter aus, die 

Beschwerdeführerin verspüre nach längerer Belastung Schmerzen. Das 

Tanzen habe sie aufgrund von einschiessenden Schmerzen bei unwillkür-

lichen Bewegungen, welche beim Tanzen unvermeidbar seien, aufgeben 

müssen. Sie könne etwa zwei bis drei Stunden wandern, dann würden 

Schmerzen einsetzen. Bei längeren Wanderungen könne sie durch ein 

Analgesiepflaster oder schmerzlindernde Creme die Beschwerden lindern 

(VB 177 S. 23). Spätestens zum Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung 

(16. Mai 2023) könne vom Abschluss der medizinischen Behandlung aus-

gegangen werden. Der Unfall habe zu keiner erheblichen Schädigung der 

körperlichen Integrität geführt (VB 177 S. 25). 

 

4.2. 

Aus orthopädischer Sicht führte Dr. med. E._____, Facharzt für Orthopädi-

sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, es be-

stehe ein Zustand nach operativer Versorgung am rechten Aussenknöchel. 

Die Beweglichkeit in den Sprunggelenken sei vollkommen seitengleich, un-

eingeschränkt und schmerzfrei. Es lasse sich kein Schmerz bei der Bän-

derdehnung an den Knöcheln und an der Syndesmose auslösen. Bei der 

Schmerzpalpation ergebe sich lediglich eine unspezifische punktuelle 

Schmerzhaftigkeit, etwa im ehemaligen Frakturbereich an der Fibula, late-

ralseitig des Achillessehnenansatzes und distal des Fibulaköpfchens. Es 

liege beidseits eine mässiggradige Fussinsuffizienz vor mit einem Rück-

fussvalgus von ca. 10-15°, einer Abflachung des Fussgelenkgewölbes um 

etwa die Hälfte sowie einer Verbreiterung des Mittel- und Vorfusses mit 

auffallend prominenter Metatarsale-Basis und einem angedeuteten Hallux 

valgus (VB 177 S. 21). Es lägen jedoch auf orthopädischem Fachgebiet 

keine objektivierbaren Unfallfolgen vor. Die geltend gemachten Beschwer-

den seien zum Teil als geringe residuale funktionelle Unfallfolgen, zum Teil 

als Ausdruck der konstitutionellen Fussschwäche bei konstitutioneller Laxi-

tät zu definieren. Der status quo sine könne auf orthopädischem Fachge-

biet zum Zeitpunkt der Begutachtung als erreicht betrachtet werden. Die 

verordneten Schuheinlagen seien aus orthopädischer Sicht eindeutig sinn-

voll, jedoch aufgrund der konstitutionellen Fussinsuffizienz und nicht auf-

grund der Verletzung indiziert (VB 177 S. 23 ff.).  

 

4.3. 

Aus neurologischer Sicht führte Dr. med. F._____, Facharzt für Neurologie 

sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die subjektiven 

Beschwerden liessen sich sowohl auf eine anlagebedingte Fussfehlstatik 

als auch auf die im Ultraschall dokumentierte Neurombildung zurückführen. 

Die Neurombildung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

 - 7 - 

 

 

unfallbedingt. Wegweisende pathologische elektrophysiologische Befunde 

würden nicht beschrieben und das neuropathische Schmerzsyndrom gehe 

nicht mit weiteren neurologischen Defiziten einher. Die Langzeit-Physiothe-

rapie mit Nerven-Slider-Übungen sei nicht notwendig, zweckmässig und 

geeignet, den Gesundheitsschaden namhaft zu verbessern. Es gebe keine 

evidenzbasierten Erfolgsnachweise für Nerven-Slider-Übungen bei Neu-

romentwicklung in einem Endast des Nervus peroneus superficialis. Die 

betreffend Karpaltunnelsyndrom vorliegenden Erfahrungen seien nicht auf 

das anders gelagerte Beschwerdebild der Versicherten zu übertragen (VB 

177 S. 23 ff.). 

 

4.4. 

Auf Rückfrage führte Dr. med. F._____ am 22. August 2023 aus, orthopä-

disch sei von weiterer Therapie kein Benefit zu erwarten. Auf neurologi-

schem Gebiet könne eine weitere Heilbehandlung als Folge des Unfalles 

noch notwendig sein etwa durch die fortgesetzte Verordnung von Lokalan-

ästhetika sowie die Anwendung von antineuralgisch wirkenden Medika-

menten. Wegen des moderaten Beschwerdebildes werde aus neurologi-

scher Sicht jedoch nicht zu einer invasiven Therapie geraten (VB 188 S. 3). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

5.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

 - 8 - 

 

 

5.3. 

Das Gutachten der D._____ vom 8. Juni 2023 sowie deren Stellungnahme 

vom 22. August 2023 werden den von der Rechtsprechung formulierten 

Ansprüchen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (vgl. 

E. 4.1.1 hiervor) gerecht. Die Gutachter beurteilten die medizinischen Zu-

sammenhänge sowie die medizinische Situation in Kenntnis der Vorakten 

(vgl. VB 177 S. 3 ff.), gaben die subjektiven Angaben der Beschwerdefüh-

rerin ausführlich wieder (vgl. VB 177 S. 9 ff.), haben die Beschwerdegeg-

nerin in den beteiligten Fachdisziplinen untersucht (vgl. VB 177 S. 14 ff; S. 

16 f.) und setzten sich im Anschluss an die Herleitung der Diagnosen ein-

gehend mit den subjektiven Beschwerdeangaben und den medizinischen 

Akten auseinander (vgl. VB 177 S. 19 ff.). Das Gutachten ist in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

nachvollziehbar und damit grundsätzlich geeignet, den Beweis für den an-

spruchserheblichen medizinischen Sachverhalt zu erbringen. 

 

6. 

6.1. 

Massgebend für die Beurteilung eines weiteren Anspruchs auf die Über-

nahme von Heilbehandlungskosten ist, ob von der Fortführung der Behand-

lung noch eine namhafte Besserung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG zu 

erwarten war, als die Beschwerdeführerin am 20. Mai 2022 das Gesuch um 

Übernahme der Kosten einer „Langzeit“-Physiotherapie stellte (vgl. 

VB 104). Aus den Akten geht diesbezüglich hervor, dass die Beschwerde-

führerin lediglich nach den beiden operativen Eingriffen vom 28. März 

(VB 11 S. 3) und vom 6. September 2021 (VB 75 S. 1) vorübergehend (vom 

29. März bis 6. Juni 2021 bzw. vom 6. September bis 5. Oktober 2021) (teil-

)arbeitsunfähig war (vgl. VB 5, 17, 61, 64). Im Zeitpunkt des fraglichen Kos-

tengutsprachegesuchs war sie schon seit Monaten uneingeschränkt ar-

beitsfähig und zudem etwa in der Lage, zu klettern oder drei bis fünf Stun-

den zu wandern (vgl. VB 122 S. 1).  

 

6.2. 

Unter namhafter Besserung ist rechtsprechungsgemäss die zu erwartende 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbe-

dingt beeinträchtigt, zu verstehen. Dabei muss die zu erwartende Besse-

rung ins Gewicht fallen; unbedeutende Verbesserungen genügen ebenso 

wenig wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (vgl. etwa Urteil des Bun-

desgerichts 8C_478/2024 vom 5. Februar 2025 E. 6.1 mit Hinweisen; NA-

BOLD, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 5. Aufl. 2024, S. 142 mit Hin-

weisen auf die Rechtsprechung). Dass eine versicherte Person von der 

Weiterführung der Heilbehandlung profitieren würde, genügt praxisgemäss 

nicht, um den Fallabschluss hinauszuzögern (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E. 6.1.4 mit Hinweisen). Auch 

weiterhin indizierte physiotherapeutische Massnahmen stehen einem 

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Fallabschluss nicht entgegen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 

8C_478/2024 vom 5. Februar 2025 E. 6.4). Dass von der Weiterführung 

der ärztlichen Behandlung im Zeitpunkt des Kostengutsprachegesuchs 

noch eine namhafte Besserung zu erwarten gewesen wäre, geht weder aus 

den medizinischen Akten noch aus den Ausführungen der Beschwerdefüh-

rerin hervor. Damit erweist sich die Einstellung der vorübergehenden Leis-

tungen - unabhängig davon, ob es sich bei der vorgesehenen Physiothera-

pie um eine wirtschaftliche, zweckmässige und wissenschaftlich aner-

kannte Behandlung handelte - als rechtens. Dass die Beschwerdeführerin 

Anspruch auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung 

hätte, macht sie - nach Lage der Akten zu Recht - nicht geltend.  

 

6.3. 

In Bezug auf die Schuheinlagen bringt die Beschwerdeführerin vor, diese 

seien gemäss der Einschätzung des Neurologen zur Stabilisierung des an-

lagebedingt insuffizienten Fussgewölbes sinnvoll, was zumindest für den 

massgebenden Zeitpunkt ihrer Verordnung vor der Diagnose des Neuroms 

gelte, weshalb die WZW-Kriterien erfüllt und die Kosten von der Beschwer-

degegnerin zu tragen seien (Beschwerde S. 10 f.).  

 

Die Beschwerdeführerin verkennt dabei, dass der orthopädische Gutachter 

Dr. med. E._____ die verordneten Schuheinlagen aufgrund der deutlichen 

beidseitigen Fussinsuffizienz, die jedoch nicht unfallbedingt sei, als sinnvoll 

erachtete (VB 177 S. 25). Aufgrund der von der Beschwerdeführerin nicht 

bestrittenen, nach Lage der Akten zu Recht festgestellten fehlenden Kau-

salität zwischen dem Unfall vom 28. März 2021 und der Fussinsuffizienz 

(vgl. E. 3.3 hiervor) hatte die Beschwerdegegnerin die WZW-Kriterien gar 

nicht zu prüfen und hat folglich den Anspruch auf Kostenübernahme der 

Schuheinlagen zu Recht verneint. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

7.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

7.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

 - 10 - 

 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 
   

Aarau, 9. April 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Peterhans    Bächli