# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 621d419b-73ea-5070-adcd-d6f906976ebd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.07.2017 U 2016 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_U-2016-52_2017-07-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 16 52

2. Kammer 

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 13. Juli 2017

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Domenico Acocella,

Beschwerdeführerin

gegen 

Opferhilfe Graubünden,

(vormals: Opferhilfe-Beratungsstelle)

Beschwerdegegnerin

betreffend Opferhilfe

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1. A._____ war am _____ in ihrem Personenwagen unterwegs, als sie von 

einem ins Schleudern geratenen Fahrzeug erfasst wurde. Durch diese 

Kollision erlitt A._____ Verletzungen am rechten Fuss. 

2. a) Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) anerkannte für die 

Folgen dieses Verkehrsunfalls als zuständige obligatorische 

Unfallversicherungsgesellschaft leistungspflichtig zu sein und erbrachte 

zunächst kurzfristige Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung sowie Taggeldern. Mit Verfügung vom 3. Dezember 1993 

sprach sie A._____ bei einer Integritätseinbusse von 5 % eine 

Integritätsentschädigung zu. In der Folge stellte die SUVA die 

kurzfristigen Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 3. August 1995 

rückwirkend ab dem 1. November 1994 ein. Die dagegen erhobene 

Einsprache wies sie mit Entscheid vom 24. Februar 1997 ab, was 

zunächst das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (VGE 346/97 

vom 21. August 1997) und danach das Eidgenössische 

Versicherungsgericht (U 265/97 vom 17. April 1998) auf Beschwerde hin 

bestätigten. 

b) Mitte 1999 reichte A._____ eine Rückfallmeldung bei der SUVA ein. 

Daraufhin erbrachte die SUVA ab dem 29. November 1999 abermals 

kurzfristige Versicherungsleistungen. Mit Verfügung vom 18. April 2001 

gewährte sie A._____ sodann ab dem 1. April 2001 eine Invalidenrente 

bei einem Invaliditätsgrad von 33.33 % und eine Integritätsentschädigung 

von Fr. 9'720.--, ausmachend eine Erhöhung der gewährten 

Integritätsentschädigung um 10 %. Die gegen diesen Entscheid erhobene 

Einsprache wies die SUVA mit unangefochten in Rechtskraft 

erwachsenem Entscheid vom 22. November 2001 ab. Am 15. Mai 2002 

wandte sich A._____ neuerlich an die SUVA und machte eine 

Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Verfassung geltend. Mit 

Verfügung vom 11. September 2002, bestätigt mit Einspracheentscheid 

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vom 17. Juli 2003, verneinte die SUVA in der Folge sowohl eine 

wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse als auch die 

Voraussetzungen für ein Rückkommen auf die zugesprochenen 

Versicherungsleistungen. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 03 137 vom 

26. März 2004 ab, was vom Eidgenössischen Versicherungsgericht mit 

Urteil U 198/04 vom 29. März 2005 bestätigt wurde. Schliesslich verneinte 

die SUVA mit Verfügung vom 6. Januar 2006 aufgrund des Unfalls in 

einem über die zuerkannten Versicherungsleistungen hinausgehenden 

Ausmass leistungspflichtig zu sein. Die dagegen erhobene Einsprache 

blieb erfolglos (Einspracheentscheid der SUVA vom 25. Juni 2007) wie 

auch die anschliessend erhobene Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden (Urteil S 07 155 vom 26. Oktober 2007). 

3. a) Um ihre Ansprüche gegenüber der Invalidenversicherung geltend zu 

machen, hatte sich A._____ bereits am 28. Juli 1999 bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug 

angemeldet. Die IV-Stelle klärte daraufhin die berufliche und 

gesundheitliche Situation von A._____ ab. Mit Verfügung vom 5. Oktober 

2001 sprach sie ihr alsdann bei einem Invaliditätsgrad von 100 % 

rückwirkend per 1. November 2000 eine ganze Invalidenrente zu, die sie 

im Jahr 2006 amtlich revidierte, ohne jedoch eine Veränderung 

festzustellen. Am 19. September 2003 gewährte die IV-Stelle A._____ 

ferner ab dem 1. September 2002 eine Hilflosenentschädigung mittleren 

Grades, die sie mit Verfügung vom 7. November 2008 per 1. Dezember 

2008 auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades reduzierte und mit 

Verfügung vom 29. März 2012 per 1. Mai 2012 aufhob. 

b) Schon am 1. Mai 2011 hatte die IV-Stelle zum zweiten Mal von Amtes 

wegen ein Revisionsverfahren betreffend die A._____ zuerkannte 

Invalidenrente eingeleitet. In diesem Verfahren beauftragte sie am 25. Mai 

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2011 Dr. med. B._____ ein Verlaufsgutachten zu erstellen und liess 

A._____ am 22. Mai 2012 durch den Regionalen Ärztlichen Dienst 

Ostschweiz (RAD) untersuchen. Am 14. Februar 2014 ordnete sie 

zusätzlich eine polydisziplinäre Begutachtung durch die Begaz GmbH, 

Begutachtungszentrum Basel-Land, an. Auf der Grundlage dieser 

medizinischen Abklärungen teilte die IV-Stelle A._____ am 23. Juni 2014 

mit, der rechtserhebliche Sachverhalt hätte sich nicht verändert, womit ihr 

weiterhin eine ganze Invalidenrente zustünde. Das in diesem Verfahren 

gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege lehnte 

die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. April 2015 ab, was vom 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil U 15 43 vom 

8. Oktober 2015 bestätigt wurde.

4. Der Verursacher des Verkehrsunfalls war im Unfallzeitpunkt bei der 

C._____ haftpflichtversichert. Ohne Anerkennung einer Leistungspflicht 

bezahlte die C._____ A._____ im Jahr 1995 eine Pauschale von 

Fr. 10'000.--. Am 12. Mai 1997 schlossen A._____ und die C._____ 

ausserdem eine Vereinbarung. Darin verpflichtete sich die C._____, 

A._____ für den erlittenen Haushaltsschaden, die immaterielle Unbill 

sowie die Anwaltskosten mit Fr. 80'000.-- zu entschädigen. Dieser Betrag 

wurde A._____ daraufhin überwiesen. Am 29. Oktober 2001 bezahlte die 

C._____ A._____ überdies ohne Anerkennung einer Leistungspflicht 

Fr. 20'000.--. Weitere Zahlungen lehnte die C._____ in der Folge ab, 

verzichtete jedoch am 5. Dezember 2002, 8. Dezember 2003, 

31. Dezember 2006, 14. Dezember 2007, 8. Dezember 2008, 

9. Dezember 2010, 9. Dezember 2011 sowie am 21. Juni 2012 auf die 

Einrede der Verjährung und schloss dadurch die Berufung auf die 

Verjährung bis zum 31. Dezember 2012 aus. Am 27. Dezember 2012 

leitete A._____ ein Betreibungsverfahren gegen die C._____ ein für den 

Betrag von Fr. 3'000'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem _____. Gegen den 

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ihr am 14. Januar 2013 zugestellten Zahlungsbefehl erhob die C._____ 

am 15. Januar 2013 Rechtsvorschlag.

5. Am 20. November 2013 beantragte A._____ beim kantonalen Sozialamt 

Graubünden in seiner Eigenschaft als Opferhilfe-Beratungsstelle 

(nachfolgend: Opferhilfe-Beratungsstelle), die Kosten für das gegen die 

C._____ eingeleitete Betreibungsverfahren zu übernehmen. Mit 

Verfügung vom 18. Dezember 2013 gab die Opferhilfe-Beratungsstelle 

diesem Gesuch statt und gewährte A._____ Fr. 500.-- als Soforthilfe. 

6. Mit E-Mail vom 6. Januar 2014 sowie 15. Januar 2014 erkundigte sich die 

Opferhilfe-Beratungsstelle in der Folge beim Rechtsvertreter von A._____ 

nach dem Stand des haftpflichtrechtlichen Verfahrens. Mit E-Mail vom 

23. Januar 2014 stellte der Rechtsvertreter von A._____ der Opferhilfe-

Beratungsstelle daraufhin die in den vergangenen Monaten mit der 

C._____ geführte Korrespondenz zu und teilte mit, Einigungsversuche mit 

der C._____ seien leider gescheitert. Es bestünden indessen gewichtige 

Anhaltspunkte für einen natürlichen (und adäquaten) 

Kausalzusammenhang zwischen dem invalidisierenden 

Gesundheitsschaden und dem Verkehrsunfall. Der natürliche 

Kausalzusammenhang müsste allerdings letztlich durch ein 

Gerichtsgutachten nachgewiesen werden. Ein Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege dürfte in diesem Verfahren wohl gutgeheissen werden, da 

A._____ bedürftig und die eingereichte Schadenersatzklage nicht 

aussichtslos wäre. Da aber der Fall sehr komplex und die 

Rechtsprechung streng sei, könne dies nicht mit Gewissheit vorausgesagt 

werden. Deshalb werde die Opferhilfe-Beratungsstelle ersucht, eine 

Kostengutsprache für die im Zivilverfahren gegen die C._____ 

entstehenden Anwaltskosten zu erteilen. Parallel zur Auseinandersetzung 

mit der Haftpflichtversicherung vertrete er A._____ auch im von der IV-

Stelle eingeleiteten Revisionsverfahren. Für die bisherige und zukünftige 

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Vertretung in diesem Verfahren sowie im Unfallversicherungsverfahren 

werde er ein Gesuch um Übernahme der Anwaltskosten stellen müssen. 

Daraufhin beantragte der Rechtsvertreter von A._____ mit Gesuch vom 

14./23. April 2015 bei der Opferhilfe-Beratungsstelle, die Anwaltskosten 

für das IV- und SUVA-Verfahren zu übernehmen und eine subsidiäre 

Kostengutsprache für das gegen die C._____ einzuleitende Zivilverfahren 

zu erteilen. Dieses Gesuch lehnte die Opferhilfe-Beratungsstelle mit 

Verfügung vom 17. Mai 2016 unter gleichzeitiger Verneinung des 

Anspruchs von A._____ auf unentgeltliche Rechtspflege mit 

Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Dr. iur. Domenico Acocella ab. 

7. Gegen diesen abschlägigen Entscheid gelangte A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 24. Juni 2016 mit Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr Gesuch um Übernahme 

der Anwaltskosten für das IV- und SUVA-Verfahren sowie die 

Kostengutsprache für das Verfahren gegen die Haftpflichtversicherung 

seien gutzuheissen. Ebenso sei ihrem Gesuch um Übernahme der 

Anwaltskosten für das Opferhilfeverfahren vor der Vorinstanz und für 

weitere Anwaltsbemühungen gemäss eingereichten Leistungsblättern 

stattzugeben. Der unterzeichnende Rechtsvertreter sei entsprechend zu 

entschädigen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte die 

Beschwerdeführerin zudem um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Dr. iur. Acocella. 

8. In der Vernehmlassung vom 16. August 2016 beantragte die Opferhilfe-

Beratungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

9. Dazu nahm die Beschwerdeführerin in der Replik vom 23. September 

2016 unter Erneuerung ihrer Anträge Stellung. In der Duplik vom 

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6. Oktober 2016 setzte sich die Beschwerdegegnerin mit dieser 

Argumentation auseinander, ohne ihre Anträge abzuändern. 

10. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. März 2017 forderte die Instruk-

tionsrichterin die Beschwerdegegnerin auf, das vollständige Aktendossier 

samt Aktenverzeichnis einzureichen. Mit Verfügung vom 27. März 2017 

ersuchte die Instruktionsrichterin überdies die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden, die die Beschwerdeführerin betreffenden IV-Akten in 

Papierform einzureichen. Am 29. März 2017 reichte die 

Beschwerdegegnerin das vollständige Aktendossier ein. Die 

Beschwerdeführerin nahm in die fraglichen Akten Einsicht und teilte mit 

Schreiben vom 28. April 2017 mit, an der Rüge der Verletzung der 

Aktenführungspflicht festzuhalten. Der Beschwerdeführerin sei es nicht 

möglich bzw. unzumutbar, die Übereinstimmung der Akten im damaligen 

und jetzigen Zeitpunkt in Bezug auf die zahlreichen Unterlagen zu prüfen. 

Unvollständigkeit und Inkohärenz aus der ungenügenden Aktenführung 

dürften auf jeden Fall nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin gehen. Am 

11. Mai 2017 stellte die IV-Stelle dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden auf entsprechende Aufforderung hin ferner die IV-Akten 

betreffend den Zeitraum von 1999 bis 2003, einschliesslich der 

eingeholten SUVA-Akten, zu. Die Parteien nahmen darin Einsicht, ohne 

eine Stellungnahme einzureichen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Im angefochtenen Entscheid hat es die Beschwerdegegnerin abgelehnt, 

die begehrten Anwaltskosten für das IV- und SUVA-Verfahren zu 

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übernehmen und eine Kostengutsprache für das gegen die C._____ 

einzuleitende Zivilverfahren zu erteilen. Ausserdem hat sie es abgelehnt, 

die Kosten für die anwaltliche Vertretung der Beschwerdeführerin im 

vorinstanzlichen Verfahren zu übernehmen. Solche Entscheide, die 

finanzielle Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer 

von Straftaten (OHG; SR 312.5) betreffen, können innert 30 Tagen seit 

Mitteilung mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden angefochten werden (Art. 29 Abs. 3 OHG i.V.m. Art. 6 der 

Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von 

Straftaten [VVzOHG; BR 549.100]). Folglich fällt die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. 

Als materielle und formelle Verfügungsadressatin ist die 

Beschwerdeführerin vom angefochtenen Entscheid überdies unmittelbar 

betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher 

Überprüfung (Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

[VRG; BR 370.100]). Auf die von der Beschwerdeführerin im Übrigen frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 52 VRG und Art. 6 

VVzOHG) ist demnach einzutreten. 

2. Es ist unbestritten und zudem ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin 

am _____ durch eine Straftat unmittelbar in ihrer körperlichen Integrität 

verletzt wurde (SUVA-act. 172 S. 121). Sie ist folglich ein Opfer im Sinne 

von Art. 1 Abs. 1 OHG, womit sie in den Geltungsbereich des 

Opferhilfegesetzes fällt. Das Opferhilfegesetz, welches in seiner 

ursprünglichen Fassung am 1. Januar 1993 und damit nach dem infrage 

stehenden Unfallereignis in Kraft trat, wurde seit seiner Einführung bereits 

mehrfach revidiert (AS 2010 3267, 2009 1263, 2008 1607, 2006 3459, 

2005 5685, 2002 2997, 1997 2952, 1992 2465). Es stellt sich daher die 

Frage, welche Fassung des Opferhilfegesetzes für die Beurteilung der 

vorliegenden Streitigkeit massgebend ist. Das in Kraft stehende 

Opferhilfegesetz enthält hierzu in Art. 48 OHG eine übergangsrechtliche 

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Regelung. Danach gilt das bisherige Recht für Ansprüche auf 

Entschädigung und Genugtuung für Straftaten, die vor Inkrafttreten dieses 

Gesetzes verübt worden sind. Für Ansprüche aus Straftaten, die weniger 

als zwei Jahre vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes verübt wurden, 

gelten die Fristen nach Art. 25 OHG (lit. a). Das vormalige Recht gilt 

überdies für Gesuche um Kostenbeiträge, die vor dem Inkrafttreten des 

neuen Rechts eingereicht wurden (lit. b). Für den vorliegenden Fall 

bedeutet dies, dass die streitigen Ansprüche nach dem neuen Recht zu 

beurteilen sind, da die Beschwerdeführerin von der Opferhilfe weder eine 

Entschädigung noch eine Genugtuung fordert und ihr Gesuch um 

Übernahme der Kosten für die beanspruchte bzw. in Anspruch zu 

nehmende anwaltliche Vertretung am 14./23. April 2015, mithin nach der 

letzten Revision des Opferhilfegesetzes (AS 2010 3267), eingereicht hat 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_338/2014 vom 10. Dezember 2014 

E.2). Nachfolgend ist demnach unter Zugrundelegung des in Kraft 

stehenden Opferhilfegesetzes zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das 

Gesuch vom 14./23. April 2015 in der angefochtenen Verfügung zu Recht 

abgelehnt und sich geweigert hat, die begehrten Anwaltskosten für das 

IV- sowie SUVA-Verfahren zu übernehmen und eine Kostengutsprache 

für das Haftpflichtverfahren gegen die C._____ zu erteilen.

3. a) In formeller Hinsicht erachtet die Beschwerdeführerin den diesbezüglich 

gefassten Entscheid insofern als mangelhaft, als die Beschwerdegegnerin 

ihre Aktenführungspflicht missachtet und dadurch ihren Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt habe. So habe die Beschwerdegegnerin das 

eingereichte Aktenverzeichnis erst nachträglich im Hinblick auf das 

vorliegende Beschwerdeverfahren erstellt. Im Übrigen sei es der 

Beschwerdeführerin nicht möglich bzw. unzumutbar, die 

Übereinstimmung der im vorinstanzlichen Verfahren eingesehenen und 

der jetzt eingereichten Akten zu überprüfen. Als die Beschwerdeführerin 

die Akten im vorinstanzlichen Verfahren eingesehen habe, seien diverse 

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Aktenstücke nicht greifbar gewesen. Auch die IV-Akten seien nicht 

vollständig vorhanden gewesen. Nach wie vor fehle jedenfalls das 

Gutachten von Dr. med. B._____. Die Beschwerdegegnerin habe folglich 

ihre Aktenführungspflicht verletzt, was sich nicht zum Nachteil der 

Beschwerdeführerin auswirken dürfe. Ausserdem habe sie sich mit den 

Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht hinreichend 

auseinandergesetzt. Bei ihrer Beurteilung habe sie willkürlich auf isolierte 

und aus dem Zusammenhang gerissene sowie irrelevante ärztliche 

Berichte abgestellt. Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin 

entgegen, die Akten korrekt geführt zu haben. Die Beschwerdeführerin 

verkenne ferner die Tragweite der behördlichen Untersuchungspflicht. 

Diese werde im Opferhilfeverfahren durch die Mitwirkungspflicht der 

Gesuchstellerin begrenzt. Die Mitwirkungspflicht sei gerade im 

vorliegenden Fall von erheblicher Bedeutung, werde doch die 

Beschwerdeführerin seit 1994 von demselben Anwalt vertreten, der ihre 

Interessen auch im vorliegenden Verfahren wahre. Bei dieser 

Ausgangslage wäre es der Beschwerdeführerin zuzumuten gewesen, die 

rechtserheblichen Akten einzureichen. Ausserdem sei die 

Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet, Vorkehrungen zu treffen, die sie 

als unverhältnismässig betrachte. Die Beschwerdegegnerin habe den 

massgeblichen Sachverhalt folglich ausreichend ermittelt und den 

gefällten Entscheid hinreichend begründet. 

b) Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verankerte Anspruch auf rechtliches 

Gehör gewährt der Betroffenen insbesondere das Recht, sich vor Erlass 

eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu 

äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu 

nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 

Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich 

zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 

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den Entscheid zu beeinflussen (BGE 140 I 99 E.3.4, 135 II 286 E.5.1, 134 

I 140 E.5.3). Das Gegenstück zu diesem verfassungsrechtlichen 

Akteneinsichts- und Beweisführungsrechts bildet die Aktenführungspflicht 

von Verwaltung und Behörden. Diesem Grundsatz zufolge hat eine 

Behörde alles in den Akten festzuhalten, was von ihr erhoben wurde und 

Grundlage des zu fällenden Entscheides bilden könnte (vgl. BGE 130 II 

473 E.4.1, 129 I 85 E.4.1; Urteil des Bundesgerichts vom 9. August 2010 

E.3; WALDMANN/OESCHGER, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], 

Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 26 N. 37). Diese zur Sache gehörenden 

Aktenstücke hat sie alsdann zu ordnen und in übersichtlicher Weise 

abzulegen. Die Anforderungen an die Verwaltung der Dossiers dürfen 

allerdings nicht überspannt werden. Kleinere Unzulänglichkeiten in der 

Aktenablage oder der Dossiersanschrift begründen noch keine Verletzung 

des verfassungsmässigen Anspruchs auf eine geordnete und 

übersichtliche Aktenführung (BGE 138 V 218 E.8.2 f.; 

WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 26 N. 38). Dieses Individualrecht ist 

jedoch jedenfalls verletzt, wenn die Vollständigkeit der im Verfahren 

eingebrachten und erstellten Akten nicht (mehr) sichergestellt ist (Urteil 

des Bundesgerichts 5A_341/2009 vom 30. Juni 2009 E. 5.2).

c) Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin die von ihr betreffend 

das Gesuch vom 14./23. April 2015 zusammengetragenen Akten in vier 

Aktendossiers mit der Bezeichnung "1. Verfahren OHB", "2. IV 

Verfahren", "3. SUVA Verfahren" und "4. Haftpflichtversicherung 

(C._____-Versicherungen)" abgelegt. Das erste Aktendossier (Verfahren 

OHB) enthält, chronologisch geordnet und nummeriert, das Gesuch vom 

14./23. April 2015, weitere Schreiben der Beschwerdeführerin sowie von 

ihr eingereichte Unterlagen, die von der Beschwerdegegnerin in diesem 

Verfahren erteilten Auskünfte und die von ihr getroffenen Anordnungen 

(Akten der Vorinstanz [VI-act.] 1-47). In den drei übrigen Aktendossiers 

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finden sich die Akten der IV-Stelle, der SUVA sowie der C._____ 

betreffend den Verkehrsunfall, welche der Beschwerdegegnerin auf 

entsprechende Editionsgesuche hin (VI-act. 40, 41, 43) zugestellt wurden. 

Dabei reichte nur die C._____ die Akten in Papierform ein, während die 

IV-Stelle und die SUVA der Beschwerdegegnerin die Akten in Form einer 

auf einer CD-Rom gespeicherten PDF-Datei zukommen liessen. Um die 

Handhabung dieser Akten zu erleichtern, erstellte die 

Beschwerdegegnerin ein Aktenverzeichnis, in dem sie die von ihr 

gewählte Form der Aktenablage in vier separaten Aktendossiers kenntlich 

machte und die im ersten sowie vierten Aktendossier enthaltenen Akten 

einzeln aufführte. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die 

Beschwerdegegnerin durch dieses Vorgehen den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine geordnete sowie übersichtliche 

Aktenführung verletzt haben sollte, zumal die IV- und SUVA-Akten bereits 

mit einem Aktenverzeichnis eingereicht wurden. 

d) Die gegenteilige Auffassung der Beschwerdeführerin vermag nicht zu 

überzeugen. 

aa) Deren Einwand, es fehle das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 

B._____ erweist sich insofern als aktenwidrig, als er sich auf das 

Verlaufsgutachten von Dr. med. B._____ vom 5. Oktober 2010 beziehen 

sollte. Dieses ist auf der im Aktendossier "2. IV Verfahren" abgelegten 

CD-Rom als IV-act. 104 abgespeichert und kann mithilfe eines CD-

Laufwerks auf einem Computer problemlos eingesehen werden. In dieser 

Form finden sich auch die restlichen, von der IV-Stelle im vorinstanzlichen 

Verfahren edierten Akten, samt zugehörigem Aktenverzeichnis 

(nachfolgend als IV-act. bezeichnet), wie auch die eingeholten Akten der 

SUVA, einschliesslich des zugehörigen Aktenverzeichnisses (nachfolgend 

als SUVA-act. bezeichnet). Soweit die Beschwerdeführerin diese Art der 

Aktenablage als mangelhaft rügen sollte, ist darauf hinzuweisen, dass der 

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Kanton Graubünden die Art und Weise, wie die Akten in 

opferhilferechtlichen Verfahren zu führen sind, nicht geregelt hat. Das 

Spektrum der zulässigen Aktenführung reicht unter diesen Umständen 

von der physischen Erfassung der schriftlichen Akten in einem 

Aktendossier bis hin zu IT-gestützten Aktenregistrierungssystemen. Diese 

Formen der Aktenführung sind solange zulässig, als sie sachgerecht 

erscheinen und die Wirksamkeit des Akteneinsichtsrechts gewährleisten. 

Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, ausser Stande gewesen zu sein, 

die elektronischen Akten der IV und der SUVA einzusehen und sich 

hierdurch einen Überblick über den erhobenen Sachverhalt zu 

verschaffen. Ein solches Parteivorbringen wäre denn auch höchst 

erstaunlich, hat doch die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren 

denselben Rechtsvertreter mit ihrer Interessenwahrung beauftragt, der sie 

seit 1994 in sämtlichen Verfahren vertritt, welche sie zur Durchsetzung 

der sich aus dem Verkehrsunfall ergebenden Ansprüche geführt hat. 

Sofern dieser nicht ohnehin im Besitze der betreffenden IV- und SUVA-

Akten ist, findet er sich als langjähriger Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin mühelos in den fraglichen Aktendossiers zurecht. Es 

deutet daher nichts darauf hin, dass die von der Beschwerdegegnerin 

gewählte Form der Aktenführung das Akteneinsichtsrecht der 

Beschwerdeführerin beeinträchtigt hat. Wenn die Beschwerdegegnerin 

vor diesem Hintergrund darauf verzichtet hat, die von der IV-Stelle und 

der SUVA edierten Akten, die knapp 400 Aktoren umfassen (IV-act. 1-193 

und SUVA-act. 1-192), auszudrucken und in Papierform abzulegen, 

erscheint dies durchaus sachgerecht und ist nicht zu beanstanden. 

bb) Demgegenüber mag es zutreffen (vgl. das von der Beschwerdeführerin 

eingereichte Beweismittelverzeichnis [Beilage der Beschwerdeführerin 

{Bf-act.} 30], eingereicht mit dem Schreiben vom 28. April 2017), dass die 

Beschwerdegegnerin das Aktenverzeichnis im Hinblick auf das 

vorliegende Beschwerdeverfahren insofern ergänzte, als sie die Akten der 

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C._____ nachträglich nummeriert ins Aktenverzeichnis aufnahm. Die 

Beschwerdeführerin bringt indessen nicht vor, ohne diese Vorkehr nicht in 

der Lage gewesen zu sein, sich einen Überblick über die entsprechenden 

Akten zu verschaffen, welche die Beschwerdegegnerin unstreitig bereits 

vorgängig chronologisch abgelegt und nummeriert hatte. Auch insoweit 

erweist sich demnach die Rüge der Verletzung der Aktenführungspflicht 

als unbegründet. 

cc) Der Beschwerdeführerin ist jedoch darin zuzustimmen, dass die im 

vorinstanzlichen Verfahren edierten IV-Akten nicht vollständig gewesen 

sind (IV-act. 1-193). Dies ist auf einen Fehler der IV-Stelle 

zurückzuführen, die der Beschwerdegegnerin lediglich die in 

elektronischer Form vorhandenen Akten zustellte. Dadurch erhielt die 

Beschwerdegegnerin die damals nur in Papierform existierenden Akten 

der IV-Stelle betreffend den Zeitraum von 1999 bis anfangs 2003 

(nachfolgend als IV-alt-act. bezeichnet), einschliesslich der eingeholten 

SUVA-Akten, nicht. Dieses Versäumnis betrifft jedoch nicht die 

Aktenführungspflicht, sondern die Ermittlung des rechtserheblichen 

Sachverhalts. Daraus kann die Beschwerdeführerin betreffend die 

behauptete Verletzung der Aktenführungspflicht deshalb nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Dass die Aktenführung anderweitig mangelhaft wäre, 

behauptet die Beschwerdeführerin nicht und ist nicht erkennbar. Die Rüge 

der Verletzung der Aktenführungspflicht ist demnach unbegründet.

e) Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf rechtliches Gehör der 

Beschwerdeführerin allerdings insofern verletzt, als sie versehentlich nur 

einen Teil der IV-Akten einholte (vgl. Sachverhalt Ziff. 10). Die 

Instruktionsrichterin hat die fehlenden IV-Akten in Papierform bei der IV-

Stelle (IV-alt-act. 1-34) einverlangt und am 23. Mai 2017 

(Beschwerdegegnerin) bzw. am 1. Juni 2017 (Beschwerdeführerin) den 

Parteien zur Einsichtnahme zugestellt. Die im vorinstanzlichen Verfahren 

- 15 -

unterlassene Beweiserhebung wurde somit im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren nachgeholt, was eine Prüfung der massgeblichen 

Sach- und Rechtsfrage grundsätzlich im gleichen Umfang wie durch die 

Vorinstanz erlaubt. Dadurch wurde diese leichte Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör geheilt. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung erweist es sich unter diesen Umständen als zulässig, 

ausnahmsweise auf die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu 

verzichten (BGE 137 I 195 E.2.3.1, 136 V 117 E.4.2.2.2, 133 I 201 E.2.2; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2016, N. 1175). Ob der festgestellten leichten 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bei der Verlegung der 

Verfahrenskosten Rechnung zu tragen ist, wird im Falle des Unterliegens 

der Beschwerdeführerin im Kostenpunkt zu entscheiden sein (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 6B_192/2015 vom 9. September 2015 E.2.3, 

6B_1/2010 vom 25. März 2015 E.4).

f) Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren geltend macht, die 

angefochtene Verfügung sei unzureichend begründet, ist festzuhalten, 

dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auf 19 

Seiten dargelegt hat, weshalb sie das Gesuch der Beschwerdeführerin 

vom 14./23. April 2015 abgelehnt hat. Den fraglichen Ausführungen 

können die Überlegungen, von denen sie sich hat leiten lassen und 

welche zu ihrem abschlägigen Entscheid geführt haben, entnommen 

werden. Dass sie sich dabei nicht mit sämtlichen Vorbringen der 

Beschwerdeführerin einlässlich auseinandergesetzt und jeden einzelnen 

Einwand ausdrücklich abgehandelt hat, schadet nicht, darf die 

Beschwerdegegnerin ihre Begründung doch auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 III 28 E.3.2.4, 133 III 

439 E.3.3, 130 II 530 E.4.3). Nicht die Begründung, sondern die 

inhaltliche Richtigkeit des angefochtenen Entscheids betrifft schliesslich 

die Frage, ob die Begründung korrekt ist und auf einer zutreffenden 

- 16 -

Beweiswürdigung beruht. Selbst wenn die diesbezüglichen Einwände der 

Beschwerdeführerin zutreffen und sich die Überlegungen der 

Beschwerdegegnerin als falsch erweisen sollten, ändert dies nichts daran, 

dass die angefochtene Verfügung hinreichend begründet wurde. Die 

Beschwerdegegnerin ist der ihr gemäss Art. 22 Abs. 1 VRG i.V.m. Art. 29 

Abs. 2 BV obliegende Begründungspflicht folglich nachgekommen. 

Offenkundig wurde die Beschwerdeführerin durch die fragliche 

Begründung denn auch in die Lage versetzt, Inhalt sowie Tragweite des 

angefochtenen Entscheides zu erkennen und diesen sachgerecht 

anzufechten. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist demnach zu 

verneinen. Weitere Verfahrensfehler hat die Beschwerdeführerin nicht 

geltend gemacht und sind nicht ersichtlich. Der angefochtene Entscheid 

leidet somit an keinem Verfahrensfehler, der durch das vorliegende 

Beschwerdeverfahren nicht geheilt worden wäre. 

4. Hinsichtlich des gerichtlichen Beweisverfahrens bleibt anzumerken, dass 

die im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingeholten IV-Akten (IV-alt-

act.) wie auch die von den Verfahrensparteien mit den Rechtsschriften 

eingereichten Unterlagen (Bf-act. 1-30, Beilagen der Beschwerdegegnerin 

[Bg-act.] 1-12) als Beweismittel zugelassen werden. Mit diesen und den 

im vorinstanzlichen Verfahren erhobenen Beweisen ist der 

rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt. Von weiteren 

Beweisvorkehren sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der Antrag 

der Beschwerdeführerin, die Akten zu ergänzen bzw. weitere Beweise zu 

erheben, ist daher in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen 

(BGE 136 I 229 E.5.4.3, 134 I 140 E.5.3, 131 I 153 E.3), soweit ihm durch 

die erfolgte Vervollständigung der IV-Akten nicht entsprochen wurde. 

5. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die 

Kosten für die begehrte juristische Unterstützung zu übernehmen hat. 

Nach Art. 13 OHG leisten die Beratungsstellen dem Opfer und seinen 

- 17 -

Angehörigen sofort Hilfe für die dringenden Bedürfnisse, die als Folge der 

Straftat entstehen (Soforthilfe; Abs. 1). Sie leisten dem Opfer und dessen 

Angehörigen soweit nötig zusätzliche Hilfe, bis sich der gesundheitliche 

Zustand der betroffenen Person stabilisiert hat und bis die übrigen Folgen 

der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen worden sind 

(längerfristige Hilfe; Abs. 2). Die Beratungsstellen können die Soforthilfe 

und die längerfristige Hilfe durch Dritte erbringen lassen (Abs. 3). Gemäss 

Art. 14 Abs. 1 OHG umfassen die Leistungen unter anderem die 

angemessene juristische Hilfe in der Schweiz, die als Folge der Straftat 

notwendig geworden ist. Leistungen der Opferhilfe werden nur endgültig 

gewährt, wenn der Täter oder eine andere verpflichtete Person oder 

Institution keine oder keine genügende Leistung erbringt (Art. 4 Abs. 1 

OHG). Wer Kostenbeiträge für die längerfristige Hilfe Dritter beansprucht, 

muss glaubhaft machen, dass die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt 

sind, es sei denn, es sei ihm oder ihr angesichts der besonderen 

Umstände nicht zumutbar, sich um Leistungen Dritter zu bemühen (Art. 4 

Abs. 2 OHG). Die längerfristige Hilfe und die Soforthilfe unterliegen nicht 

der Verwirkung von Art. 25 OHG und können auch Jahre nach der Straftat 

beansprucht werden (WYSSMANN/RUTSCHI, in: STEIGER-SACKMANN/ 

MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 38.61 

und 38.87; STEIN, in: GOMM/STEIN/ZEHNTER [Hrsg.], Kommentar zum 

Opferhilfegesetz, Bern 1995, Art. 3 N. 30). 

b) Die Beschwerdeführerin erlitt am _____ bei einem Verkehrsunfall 

Verletzungen am rechten Fuss, die ihre Arbeitsfähigkeit dauerhaft 

beeinträchtigten. Um die sich hieraus ergebenden Ansprüche gegenüber 

den zuständigen (Sozial)Versicherungen zu wahren, zog die 

Beschwerdeführerin im Jahr 1994 Rechtsanwalt Dr. iur. Acocella bei, der 

sie fortan in diesen Verfahren vertrat. Mit Gesuch vom 14./23. April 2015 

ersuchte sie die Beschwerdegegnerin erstmals, Anwaltskosten für das IV- 

und SUVA-Verfahren zu übernehmen und ihr eine Kostengutsprache für 

- 18 -

das gegen die C._____ einzuleitende Klageverfahren zu erteilen (VI-

act. 1). Dieses Gesuch präzisierte und bekräftigte die Beschwerdeführerin 

in den Schreiben vom 23. April 2015 (VI-act. 2) und 18. Dezember 2015 

(VI-act. 31), wobei sie den bereits entstandenen Aufwand mit 

Leistungsblättern konkretisierte (VI-act. 3, 4, 36 und 39). Den fraglichen 

Unterlagen kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin 

beantragt, die Opferhilfe habe die Kosten für die anwaltliche Vertretung 

ab dem 18. September 2012 im IV- sowie SUVA-Verfahren zu 

übernehmen und für die bereits entstandenen sowie zukünftig zu 

erwartenden Anwaltskosten im gegen die C._____ einzuleitenden 

Klageverfahren aufzukommen.

c) Die Übernahme von Kosten für die anwaltliche Vertretung gilt nach der 

Konzeption des derzeitigen Opferhilfegesetzes als Kostenbeitrag für 

längerfristige Hilfe Dritter (Art. 5 der Verordnung über die Hilfe an Opfer 

von Straftaten [Opferhilfeverordnung; OHV; SR 312.51]; Empfehlungen 

der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und 

Sozialdirektoren zur Anwendung des Opferhilfegesetzes [SVK-OHG] 

S. 21), der als solcher nicht unter Art. 25 OHG fällt und auch viele Jahre 

nach der Straftat beansprucht werden kann, falls die hierfür erforderlichen 

Voraussetzungen erfüllt sind. Darin sind sich die Verfahrensparteien einig 

Ebenso ist unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen, dass die 

von Unfall-, Invaliden- und Ergänzungsleistungen lebende 

Beschwerdeführerin Kostenbeiträge gemäss Art. 16 lit. a OHG 

beanspruchen kann (vgl. dazu WYSSMANN/RUTSCHI, a.a.O., Rz. 38.59 f.; 

vgl. Bf-act. 13-25). Demzufolge stehen der Beschwerdeführerin die 

begehrten Leistungen zu, wenn die Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 1 

OHG erfüllt sind.

d) Dieser Bestimmung zufolge umfassen die Leistungen der Opferhilfe 

insbesondere die angemessene juristische Hilfe in der Schweiz, die als 

- 19 -

Folge einer Straftat notwendig geworden ist. Um die Leistungen der 

Opferhilfe beanspruchen zu können, bedarf es folglich zunächst eines 

kausalen Zusammenhangs zwischen der Straftat und der beantragten 

Unterstützung. Anwaltskosten, wie die im Streit liegenden, hat die 

Opferhilfe daher nur zu vergüten, wenn sie entstanden sind durch die 

Beratung und Vertretung im Zusammenhang mit Ansprüchen, die sich 

aus der opferhilferechtlich relevanten Straftat ergeben. Zu denken ist 

dabei primär an Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche gegenüber 

dem Täter sowie an (sozial-)versicherungsrechtliche Ansprüche, die 

aufgrund des durch die Straftat erlittenen Gesundheitsschadens 

geschuldet sind (ZEHNTNER, in: GOMM/ZEHNTER [Hrsg.], Opferhilfegesetz, 

Bern 2005, Art. 3 N. 31; STEIN, a.a.O., Art. 3 N. 22). Anwaltskosten zur 

Durchsetzung solcher Ansprüche übernimmt die Opferhilfe allerdings nur, 

wenn eine anwaltliche Unterstützung in diesen Verfahren geeignet, 

notwendig und angemessen ist. Die vom Bundesgericht unter dem alten 

Opferhilfegesetz diesbezüglich entwickelte Praxis gilt auch unter der 

Herrschaft des neuen Opferhilfegesetzes weiterhin (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 1C_612/2015 vom 17. Mai 2016 E.2.3, 1C_32/2014 vom 

6.Oktober 2014 E.2.3 f., 1B_114/2010 vom 28. Juni 2010 E.3.1; 

AEMISEGGER/SCHRODER, Opferhilfe in der Gerichtspraxis, insbesondere in 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts, in: EHRENZELLER/GUY-

ECABERT/KUHN [Hrsg.], Das revidierte Opferhilfegesetz, 2009, S. 25). 

Danach ist die Notwendigkeit der anwaltlichen Hilfe im Einzelfall unter 

Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse zu beurteilen. Dabei sind 

etwa der Grad der Beeinträchtigung oder die Sprachkenntnisse des 

Opfers, die Möglichkeit des Opfers, die Folgen der Straftat selbst oder 

mithilfe der Opferberatungsstelle zu bewältigen, sowie die tatsächlichen 

und rechtlichen Schwierigkeiten des Falls einzubeziehen (ZEHNTNER, 

a.a.O., Art. 3 N. 61). Massgebend sind auch die Erfolgsaussichten des 

geplanten Vorgehens. Die Opferhilfe ist mit anderen Worten nicht 

gehalten, aussichtlose Verfahren zu finanzieren. Ob die Opferhilfe bei 

- 20 -

Bedürftigen im Bereich der juristischen Unterstützung weitergeht als die 

unentgeltliche Rechtspflege, hat das Bundesgericht, soweit ersichtlich, bis 

anhin nicht entschieden. Die Lehre scheint diese Frage zu bejahen 

(ZEHNTNER, a.a.O., Art. 3 N. 38 mit Hinweisen), während die Praxis zur 

Zurückhaltung mahnt und sich bei der Beurteilung der zu finanzierenden 

juristischen Hilfe an die Praxis zur unentgeltlichen Rechtspflege anlehnt 

(vgl. etwa Richtlinien zur Übernahme von Anwalts- und Verfahrenskosten 

durch die Opferhilfe des Kantons Luzern, August 2013, S. 3 [Bg-act. 2]; 

Merkblatt zur Übernahme von Anwaltskosten, Kanton Zürich, S. 2 [Bg-

act. 1]). 

e) Im vorliegenden Fall steht die begehrte Kostenübernahme (grundsätzlich) 

im Zusammenhang mit Ansprüchen, die sich aus dem Verkehrsunfall als 

opferhilferechtlich massgebliche Straftat ergeben. Fraglich ist dagegen, 

ob anwaltliche Hilfe zur Durchsetzung der von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachten Ansprüche geeignet, notwendig und angemessen war 

bzw. ist. Dieser Frage wird nachfolgend zunächst für das IV-Verfahren 

(nachfolgende Erwägungen 6-7), alsdann für das SUVA-Verfahren 

nachgegangen (nachfolgende Erwägung 8). Schliesslich wird zu prüfen 

sein, ob die Beschwerdeführerin im gegen die C._____ einzuleitenden 

Klageverfahren der juristischen Hilfe im Sinne von Art. 14 Abs. 1 OHG 

bedarf (nachfolgende Erwägungen 9-12) und Anspruch auf die 

Übernahme der Kosten für die anwaltliche Vertretung im vorinstanzlichen 

Verfahren hat (nachfolgende Erwägung 13).

6. a) Hinsichtlich des IV-Verfahrens bringt die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen vor, die IV-Stelle habe am 1. Mai 2011 ein 

Revisionsverfahren eingeleitet, ein Verlaufsgutachten eingeholt und sie 

für eine Abklärung beim RAD aufgeboten. Der beauftragte RAD-Arzt sei 

zum Schluss gekommen, dass sich die psychische Verfassung der 

Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache wesentlich verbessert 

- 21 -

habe und diese aus psychischer Sicht mittelfristig voll arbeitsfähig sei. 

Durch entsprechende Bemühungen des unterzeichnenden 

Rechtsvertreters habe die IV-Stelle dazu bewegt werden können, ein 

polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Diesem zufolge sei die 

Beschwerdeführerin weiterhin voll arbeits- und erwerbsunfähig. 

Folgerichtig habe die IV-Stelle in der Mitteilung vom 23. Juni 2014 

festgestellt, die massgeblichen Verhältnisse hätten sich seit der 

Rentenzusprache nicht verändert, weshalb der Beschwerdeführerin 

weiterhin eine ganze IV-Rente zustünde. Die im Rahmen dieses 

Verfahrens angefallenen Anwaltskosten habe die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin zu erstatten. Es könne kein Zweifel bestehen, 

dass die IV-Stelle die Einstellung der IV-Renten damals ernsthaft in 

Betracht gezogen und diese Folge nur durch die Intervention des 

unterzeichnenden Rechtsvertreters habe abgewendet werden können. 

b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache 

entgegen, Leistungen im Rahmen einer sozialen Begleitung durch den 

Anwalt würden durch die Opferhilfe nicht übernommen. In IV-Verfahren 

sei die Notwendigkeit für das Einschreiten eines Anwalts erst bei einem 

negativen Vorbescheid zu bejahen. Vorher lägen keine juristischen 

Schwierigkeiten vor, welche den Beizug eines Anwalts rechtfertigen 

würden. Im vorliegenden Fall habe die Beschwerdeführerin im IV-

Verfahren daher keiner juristischen Hilfe bedurft, weshalb die Opferhilfe 

für die in diesem Verfahren entstandenen Anwaltskosten nicht 

aufzukommen habe. Im Beschwerdeverfahren gegen die IV-Verfügung 

sei sodann lediglich die nicht gewährte unentgeltliche Rechtspflege 

angefochten worden. Dieses Beschwerdeverfahren stünde in keinem 

direkten Zusammenhang zu den Folgen des Unfalls, weshalb die 

Opferhilfe für die hierdurch verursachten Anwaltskosten nicht 

aufzukommen habe. 

- 22 -

7. a) Eine Invalidenrente ist von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die 

Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn 

sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich ändert (Art. 1 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20] i.V.m. Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], 

Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Invalidenversicherung 

[IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche Anpassung gibt jede Änderung 

in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad 

und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 

daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich 

die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art 

der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 

E.3.5; Urteile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 

E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen bildet die 

unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich allein genommen 

keinen Revisionsgrund (Urteil des Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 

17. Januar 2008 E.3.1.2). Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der 

Frage, ob bis zum Abschluss des eingeleiteten Revisionsverfahrens eine 

anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 

Abs. 1 ATSG eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, 

welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 

Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine 

Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) 

beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

- 23 -

9C_646/2014 vom 17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 

2013 E.3.1.2).

b) Um beurteilen zu können, ob der massgebliche Sachverhalt im Falle der 

Beschwerdeführerin seit der letzten rechtskräftigen Rentenprüfung mit 

Verfügung vom 5. Oktober 2001 eine rechtserhebliche Änderung erfahren 

hat, beauftragte die IV-Stelle im interessierenden Revisionsverfahren 

zunächst Dr. med. B._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

mit der Ausarbeitung eines Verlaufsgutachtens (IV-act. 102). Dieser kam 

im Verlaufsgutachten vom 5. Oktober 2011 (IV-act. 104) zum Schluss, die 

Versicherte wirke heute psychisch stabiler, weniger frustriert-kämpferisch 

als vor zehn Jahren und weniger betreuungsbedürftig. Allerdings habe sie 

sich weitgehend mit ihrem Frührentnerdasein abgefunden und zeige kein 

Interesse an rehabilitativen Massnahmen. Ihre Restarbeitsfähigkeit könne 

daher erst eingeschätzt werden, wenn die Versicherte dazu bewegt 

werden könne, sich im Rahmen einer (stationären) Psychotherapie auf 

eine neue Lebensperspektive einzulassen, welche auch eine Partizipation 

am Arbeitsleben beinhalte (IV-act. 104 S. 4 f.). 

c) Diese Beurteilung erachtete die IV-Stelle als unzureichend, um eine 

wesentliche Veränderung der psychischen Verfassung seit dem 

5. Oktober 2001 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen oder 

ausschliessen zu können. Deshalb beauftragte sie den RAD-Arzt, med. 

pract. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit der 

psychiatrischen Begutachtung der Beschwerdeführerin. Dieser stellte bei 

der Beschwerdeführerin im RAD-Bericht vom 18. Februar 2013 (IV-

act. 119) folgende Diagnosen: 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
keine 

Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- 24 -

- die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen 
(ICD-10: F 68.0), 

- eine Agoraphobie (ICD-10: F 40.0),
- Störungen durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, 

ständiger Substanzgebrauch (ICD-10: F 13.25), 
- den Missbrauch von nicht abhängigkeitserzeugenden Substanzen 

(nicht psychotroper Analgetika, ICD-10: F 55.2), 
- Status nach einzelnen epileptischen Ereignissen, 
- Verdacht auf Analgetika-induzierte Cephalgien, 
- Status nach Verkehrsunfall mit vor allem OSG-Trümmerfraktur 

rechtsseitig mit Flake-Fraktur der rechten Trochlea Tali lateralis, 
fragliche Fraktur des Ligamentum fibulotalare anterius rechts, Status 
nach Flake-Entfernung und Pridie Bohrungen rechts Trochlea Tali, 
Status nach arthroskopischer Osteophytenabtragung (11/1999),

- Status nach prolongierter depressiver Symptomatik im Rahmen einer 
Anpassungsstörung ohne Residuum (IV-act. 119 S. 20). 

Grundsätzlich begründe eine "Entwicklung körperlicher Symptome aus 

psychischen Gründen" keine anhaltende Minderung der Arbeitsfähigkeit, 

da sich diese psychiatrische Störung unter zumutbarer, adäquater 

Behandlung ausreichend zurückbilde. Im Umkehrschluss hiesse dies 

aber, dass vorerst eine (grundsätzlich unter Behandlung 

rückbildungsfähige) Minderung der Arbeitsfähigkeit vorläge (IV-act. 119 

S. 25). Der Umfang dieser Arbeitsunfähigkeit sei sehr schwer zu 

quantifizieren und werde vorderhand als 80%ige Arbeitsunfähigkeit 

eingeschätzt, d.h. Tätigkeiten von wirtschaftlich relevanter Wertschöpfung 

seien gegenwärtig nicht möglich, sehr wohl aber die Voraussetzung für 

den Beginn von beruflichen Massnahmen. Im weiteren Verlauf sei eine 

schrittweise Steigerung anfangs der Präsenzzeit zumutbar, dann mit 

zunehmenden Leistungsanforderungen. Insgesamt sei eine über 50%ige 

Arbeitsfähigkeit innert eines halben Jahres zu erwarten. Danach sei eine 

weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis hin zu einer vollen 

Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Zumindest aber sei mit einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit zu rechnen. In den letzten Jahren habe sich die 

psychische Verfassung der Versicherten folglich wesentlich verbessert 

(IV-act. 119 S. 28). 

- 25 -

d) In der Folge holte die IV-Stelle Verlaufsberichte bei den behandelnden 

Ärzten ein (IV-act. 166 S. 9) und ordnete am 14. Februar 2014 eine 

polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie 

und Psychotherapie, Rheumatologie, Neurologie) der Beschwerdeführerin 

durch die BEGAZ GmbH an (IV-act. 150, 151, 152). Die BEGAZ-

Gutachter diagnostizierten im Gutachten vom 4. Juni 2014 (IV-act. 163) 

folgendes:

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- eine Panikstörung, 
- eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung, 
- eine abhängige Persönlichkeitsstörung, 
- einen Status nach Tranquilizer-Abhängigkeit (gegenwärtig weitgehend 

abstinent, noch regelmässiger Zolpidemgebrauch), 
- einen Status nach Flakefraktur trochlea tali OSG rechts am 

27. September 1992 mit Status nach mehreren offenen und 
arthroskopischen Operationen bis 2001 mit Flake-Entfernung und 
Pridie-Bohrungen (1993) und 

- Osteophytenabtragung (1999) bei sekundärer Arthrose, begleitet von 
einem chronifizierten lokalen Schmerzsyndrom im Sinne einer 
Schmerzfehlverarbeitung, chronische Kopfschmerzen (IV-act. 163 
S. 71). 

Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:  
- Spreizfüsse, 
- einen Status nach Agoraphobie, 
- ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz, 
- einen Staus nach medikamentös induzierten epileptischen Anfällen 

(2001) und
- links betonten Handbeschwerden seit Ende 2013 mit leichten 

sensomotorischen Defiziten unklarer Ursache fest (IV-act. 163 S. 71 
f.). 

Der psychische Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der 

Erstbegutachtung durch Dr. med. B._____ im Jahr 2001 nur unwesentlich 

verbessert (IV-act. 163 S. 73). Eine gewisse Besserung sei bezüglich der 

Agoraphobie eingetreten. Indessen führten die Panikstörung, begleitet 

von unspezifischen Ängsten im Sinne einer "sonstigen Angststörung", 

- 26 -

zusammen mit der schweren abhängigen Persönlichkeitsstörung, und 

auch einem Intelligenzniveau im knapp durchschnittlichen Bereich bzw. 

die leichte neurokognitiven Defizite nach wie vor zu einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit. Die Verhaltensstörung der Versicherten sei seit ihrem 

21. Lebensjahr schon so fixiert und habe sämtliche 

Persönlichkeitsstrukturen durchdrungen, dass sie letztlich unverändert wie 

früher wirksam sei und den gesamten Lebensvollzug bestimme. 

Berufliche Massnahmen seien in dieser Situation illusorisch, da eine 

Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht erreicht werden könne. Die 

Folgen der Fussverletzung rechts begründeten die Unzumutbarkeit einer 

stehenden Tätigkeit. Allerdings wäre die Versicherte allein aufgrund der 

Fussverletzung in einer leidensangepasster Tätigkeit vollpensig 

arbeitsfähig mit einer Leistungseinschränkung von 10 % wegen erhöhten 

Pausenbedarfs. Dasselbe gelte für die chronischen Kopfschmerzen, die in 

angepasster Tätigkeit bei grundsätzlich vollpensiger Zumutbarkeit eine 

Leistungseinschränkung von 20 % erwarten liessen. Gesamtmedizinisch 

bestehe, hauptsächlich aus psychiatrischer Sicht, eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 163 S. 73 ff.). Diese Beurteilung der BEGAZ-

Gutachter erachtete der fallführende RAD-Arzt, Dr. med. E._____, auch 

nach Rücksprache mit med. pract. D._____, als schlüssig, gut begründet 

und nachvollziehbar. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass sich 

die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin seit der 

Rentenzusprache nicht wesentlich verbessert habe und auch in 

überblickbarer Zeit sei keine wesentliche Veränderung zu erwarten (IV-

act. 166 S. 22).

e) Diese Auszüge aus den von der IV-Stelle im Rahmen des letzten Revi-

sionsverfahrens eingeholten medizinischen Gutachten und den getätigten 

medizinischen Abklärungen lassen unschwer erkennen, dass die IV-Stelle 

in diesem Verfahren eine Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin 

unter Aufhebung der ihr mit Verfügung vom 5. Oktober 2001 

- 27 -

zugesprochenen Invalidenrente ernsthaft ins Auge fasste. Dabei klärte sie 

den rechtserheblichen Sachverhalt aus eigener Initiative ab (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) und stellte ihre Untersuchungen erst ein, als die Akten 

vollständig waren und sie in der Lage war, mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu entscheiden, ob die 

gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin seit dem 5. Oktober 

2001 eine rechtserhebliche Veränderung erfahren hat. Hierbei ging sie 

korrekt vor und informierte die Beschwerdeführerin jeweils frühzeitig über 

die weiteren Verfahrensschritte. Aus rechtlicher Sicht bot der Fall im 

Übrigen keine besonderen Schwierigkeiten. Dagegen war der 

medizinische Sachverhalt komplex. In diesem Zusammenhang ist 

allerdings zu beachten, dass die IV-Stelle die der Beschwerdeführerin 

zugesprochene IV-Rente bereits im 2006 erstmals amtlich revidierte und 

die Beschwerdeführerin die SUVA im 1995, 1999, 2002 und 2005 

ersuchte, die zugesprochenen Versicherungsleistungen, insbesondere die 

UV-Rente, einer Überprüfung zu unterziehen und zu erhöhen (vgl. 

Sachverhalt Ziff. 2b). Im Rahmen dieser Revisionsverfahren und den 

ihnen vorangegangenen Rentenzusprachen war die Beschwerdeführerin 

orthopädisch durch Dr. med. F._____ (Gutachten vom 16. Mai 1994 

[SUVA-act. 172 S. 47 f.]) sowie die Universitätsklinik Balgrist (Gutachten 

vom 30. Juli 1996) und psychiatrisch durch Dr. med. B._____ begutachtet 

(Gutachten vom 5. Juli 2001) und zumindest fünf Mal ausführlich 

kreisärztlich untersucht worden (vgl. BEGAZ-Gutachten vom 4. Juni 2014 

[IV-act. 163 S. 7 ff.]). Dr. med. B._____ hielt denn auch im 

Verlaufsgutachten vom 5. Oktober 2011 fest, die Beschwerdeführerin 

wirke routiniert im Umgang mit dem ärztlichen Untersucher (IV-act. 104 

S. 2). Die Beschwerdeführerin wusste folglich wie ein Revisionsverfahren, 

insbesondere die medizinische Begutachtung, abläuft und war in der 

Lage, korrekt und adäquat zu handeln. Sie hätte ausserdem die 

Möglichkeit gehabt, auf die unentgeltliche Hilfe von Verbandsvertretern, 

Fürsorgern oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen, 

- 28 -

insbesondere die Beratung der Beschwerdegegnerin, zurückzugreifen, 

um sich beraten und im IV-Verfahren vertreten zu lassen. Unter den 

gegebenen Umständen bestand daher keine Notwendigkeit einer 

anwaltlichen Vertretung, zumal die IV-Stelle keinen negativen 

Vorbescheid erliess. 

f) Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn berücksichtigt wird, was der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im interessierenden IV-Verfahren 

unternahm und bewirkte. So reichte dieser zunächst mit Schreiben vom 

18. September 2012 ein Gesuch um Akteneinsicht ein. Dieses wurde von 

der IV-Stelle am 18. Februar 2013 bearbeitet, worauf die IV-Stelle dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Akten zur Einsichtnahme 

zustellte (IV-act. 123). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

studierte die IV-Akten daraufhin und sandte sie der IV-Stelle zurück, ohne 

Anträge zu stellen. Am 11. März 2013 teilte er der IV-Stelle auf 

entsprechende Nachfrage hin alsdann die Handynummer der 

Beschwerdeführerin (IV-act. 129), am 23. April 2013 ferner den Namen 

des damaligen Psychiaters der Beschwerdeführerin mit (IV-act. 134). Mit 

der Absicht, das Beweisverfahren zu beeinflussen, intervenierte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erst mit Schreiben vom 

25. Februar 2015 und damit nachdem die IV-Stelle nach der RAD-

Abklärung eine zweite versicherungsexterne Begutachtung bei der 

BEGAZ angeordnet hatte. Damals ersuchte er die IV-Stelle zusätzlich zu 

der angeordneten internistischen, psychiatrisch, rheumatologischen sowie 

neurologischen Begutachtung eine neuropsychologische Begutachtung 

der Beschwerdeführerin anzuordnen (IV-act. 159 S. 1). Ausserdem sei bei 

den Zusatzfragen zu berücksichtigen, dass die Krankengeschichte der 

Versicherten mit dem Verkehrsunfall begonnen habe, weshalb die 

Auswirkungen dieses Unfalls bei den Fragestellungen als Ausgangspunkt 

zu nehmen seien, um die relevante Arbeitsunfähigkeit und deren Verlauf 

feststellen zu können. Die Differenzierung durch die Unfallfolgen sei auch 

- 29 -

zur Plausibilisierung und Begründung der gutachterlichen Feststellungen 

notwendig, da zwischen Unfallfolgen und unfallfremden Beschwerden 

bereits aufgrund der Aktenlage enge Zusammenhänge bestünden. In der 

Folge formulierte er 13 Zusatzfragen, welche von den Gutachtern einzeln 

und im polydisziplinären Konsens zu beantworten seien. Schliesslich 

beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit 

Rechtsvertretung durch den unterzeichnenden Rechtsvertreter (IV-

act. 159 S. 1-3). Diesen Anträgen gab die IV-Stelle insofern statt, als sie 

die Zusatzfragen an die BEGAZ-Gutachter weiterleitete. Dagegen lehnte 

sie eine neuropsychologische Begutachtung der Beschwerdeführerin ab, 

weil die in der Memory Clinic festgestellten, neurokognitiven Defizite und 

Befunde im Rahmen der neurologischen sowie psychiatrischen 

Teilbegutachtung eingehend gewürdigt werden könnten (IV-act. 166 

S. 10). Die BEGAZ-Gutachter erachteten eine neuropsychologische 

Abklärung der Beschwerdeführerin für die Beurteilung der ihnen gestellten 

Fragen ebenfalls nicht als erforderlich. Im Übrigen beantworteten sie 

ausschliesslich die Fragen der IV-Stelle. Zu den Zusatzfragen des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin äusserten sie sich nicht. Die 

vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragten 

Beweisvorkehren wurden somit im Ergebnis allesamt abgelehnt. Bereits 

mit Schreiben vom 7. März 2014 hatte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin sodann auf die Erhebung von Einwänden gegenüber 

den BEGAZ-Gutachtern verzichtet (IV-act. 162). Entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin hat deren Rechtsvertreter das 

Beweisverfahren folglich in keiner Weise beeinflusst. Alle 

Beweisvorkehren hat die IV-Stelle ohne dessen Intervention von Amtes 

wegen vorgenommen. Wenngleich einzuräumen ist, dass die 

Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht ex post, sondern im 

Zeitpunkt der vorgenommenen Handlungen, allenfalls bei der 

Mandatsübernahme zu beurteilen ist, bildet dies doch ein gewichtiges 

Indiz dafür, dass eine anwaltliche Vertretung der Beschwerdeführerin im 

- 30 -

interessierenden IV-Revisionsverfahren nicht notwendig war. Ob dies – 

wie die Beschwerdeführerin in Anlehnung an die entsprechende Praxis im 

Bereich der unentgeltlichen Rechtspflege annimmt – für alle Verfahren 

gilt, in denen die IV-Stelle die Ablehnung der begehrten Leistungen in 

einem negativen Vorbescheid in Aussicht stellt, braucht vorliegend nicht 

entschieden zu werden. Jedenfalls im vorliegenden Fall ist die 

Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung zu verneinen. Die 

Beschwerdegegnerin hat es folglich zu Recht abgelehnt, die im fraglichen 

IV-Revisionsverfahren entstandenen Anwaltskosten zu übernehmen.

g) Dies gilt selbstredend auch für den Aufwand der durch die Einreichung 

eines Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im IV-

Revisionsverfahren und die Anfechtung der diesbezüglich ergangenen 

Verfügung entstanden ist. Diesen Aufwand zu entschädigen wäre nur in 

Betracht zu ziehen, wenn die anwaltliche Vertretung im interessierenden 

IV-Revisionsverfahren notwendig gewesen wäre. Trifft dies – wie 

vorliegend – nicht zu, so hat die Opferhilfe selbstverständlich auch nicht 

für die Anwaltskosten eines hiermit verbundenen Nebenverfahrens 

aufzukommen. Die vorliegende Beschwerde ist demnach insoweit als 

unbegründet abzuweisen, als sie sich gegen die verweigerte 

Kostenübernahme für die anwaltliche Vertretung im IV-

Revisionsverfahren richtet, das in der Hauptsache mit Mitteilung vom 

23. Juni 2014 und betreffend die unentgeltliche Rechtspflege mit Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 15 43 vom 

8. Oktober 2015 seinen Abschluss fand.

8. a) Die SUVA hat der Beschwerdeführerin aufgrund organischer Unfallfolgen 

eine Integritätsentschädigung und mit Wirkung ab dem 1. April 2001 bei 

einem Invaliditätsgrad von 33.33 % eine UV-Rente zugesprochen. In 

Bezug auf die dieser Leistungszusprache zugrunde liegende Beurteilung 

besteht zwischen den Verfahrensparteien Einigkeit, dass im BEGAZ-

- 31 -

Gutachten vom 4. Juni 2014 zu den organischen Unfallfolgen 

offensichtlich nichts ausgeführt wird, was eine Neubeurteilung der 

zugesprochenen Unfallversicherungsleistungen bedingen würde. Streitig 

ist einzig, ob der Beizug eines Anwalts notwendig gewesen ist, um zu 

prüfen, ob die neue diagnostische Einordnung der psychischen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin durch die BEGAZ-Gutachter zu 

einer neuen Beurteilung des Kausalzusammenhangs führt, die es 

ermöglicht, auf die ergangenen Entscheide zurückzukommen und der 

Beschwerdeführerin höhere Versicherungsleistungen zuzusprechen. 

b) Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich im Wesentlichen vor, die 

Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin werde durch nicht unfallbedingte Gründe 

beeinträchtigt, stünde in klarem Widerspruch zum umfassenden und 

schlüssigen BEGAZ-Gutachten. Die Beschwerdegegnerin gehe zu 

Unrecht davon aus, dass im BEGAZ-Gutachten die Unfallkausalität nicht 

thematisiert werde. Es sei die Pflicht und Aufgabe eines Rechtsanwalts zu 

prüfen, ob materiell die Unfallkausalität angesprochen worden sei. Diese 

Frage sei umso mehr zu prüfen gewesen, als ein eventuelles 

prozessuales Revisionsgesuch ab Kenntniszeitpunkt fristgebunden sei, 

weshalb das Unterlassen einer solchen Prüfung nicht zu verantworten 

gewesen wäre. Im Einzelnen sei notwendig gewesen abzuklären, ob 

aufgrund des erstmals gutachterlich fundiert festgestellten medizinischen 

Sachverhalts bezüglich der diversen Diagnosen und des 

Kausalzusammenhangs die Voraussetzungen einer prozessualen 

Revision der im SUVA-Verfahren ergangenen Gerichtsentscheide (und 

betreffend des Rückfalls auch Verwaltungsentscheide) gegeben seien. 

Insbesondere sei zu prüfen gewesen, ob die Befunde und 

Schlussfolgerungen der BEGAZ-Gutachter wirklich neue Tatsachen 

enthielten, die einen prozessualen Revisionsgrund begründeten oder der 

SUVA als Rückfall zu melden seien. Nach dem Studium der 

- 32 -

entsprechenden Unterlagen habe sich eine Eingabe an die SUVA als 

nicht erforderlich erwiesen, weil aufgrund der Abklärungen sowie 

Besprechungen des Unterzeichnenden mit der Beschwerdeführerin die 

Voraussetzungen für eine Revision oder Rückfallmeldung als nicht im 

erforderlichen Mass gegeben erachtet worden seien. 

c) Gegen diese Argumentation wendet die Beschwerdegegnerin ein, die 

Beschwerdeführerin sei in diesem Verfahren nicht auf anwaltliche Hilfe 

angewiesen gewesen. Die SUVA habe es in der Vergangenheit mehrfach 

abgelehnt, auf die ergangenen Verfügungen zurückzukommen. Die 

diesbezügliche Begründung der SUVA (psychiatrische Beurteilung vom 

16. September 2014) sei nachvollziehbar und erweise sich ohne weiteres 

als zutreffend. Unter diesen Umständen sei es aus opferrechtlicher Sicht 

nicht erforderlich gewesen, das BEGAZ-Gutachten durch einen Anwalt 

prüfen zu lassen. In der angefochtenen Verfügung hielt die 

Beschwerdegegnerin ferner fest, im IV-Verfahren sei die Kausalität 

irrelevant. Deshalb hätte das BEGAZ-Gutachten vom 4. Juni 2014 auch 

nicht im Hinblick auf das SUVA-Verfahren überprüft werden müssen. 

Zudem gelte es noch zu erwähnen, dass der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin das polydisziplinäre Gutachten bereits im IV-

Verfahren gründlich studiert habe. Es sei deshalb nicht ersichtlich, 

weshalb das BEGAZ-Gutachten explizit nochmals für das SUVA-

Verfahren habe geprüft werden müssen. Auch im Hinblick auf die 

Behandlungskosten und den Spesenersatz rechtfertigten die persönlichen 

Verhältnisse des Opfers keine Inanspruchnahme der juristischen Hilfe. 

d) Ob die psychischen Beschwerden, welche die Beschwerdeführerin durch 

den Verkehrsunfall verursacht wurden, prüfte die SUVA erstmals in der 

Verfügung vom 3. August 1995 (SUVA-act. 172 S. 121). Damals gelangte 

sie zur Überzeugung, es bestünde kein adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen den von der Beschwerdeführerin beklagten psychischen 

- 33 -

Beschwerden und dem Unfallereignis. Deshalb habe die SUVA für die 

hierauf fussende Erwerbsunfähigkeit nicht aufzukommen. Die dagegen 

erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 24. Februar 1994 ab 

(SUVA-act. 173 S. 36 ff.), was vom Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit Urteil VGE 346/97 vom 21. August 1997 (SUVA-act. 173 

S. 16 ff.) und vom Bundesgericht mit Urteil U 265/97 vom 17. April 1998 

(SUVA-act. 173 S. 11 ff.) bestätigt wurde. Diese rechtskräftige 

Verneinung der adäquaten Kausalität führt rechtsprechungsgemäss zur 

Ablehnung sämtlicher aktueller und zukünftiger Leistungsbegehren auf 

der Grundlage der beurteilten psychischen Beschwerden. Ein 

Rückkommen auf die – wie hier – höchstrichterlich verneinte 

Adäquanzfrage ist lediglich unter dem Titel der materiellen Revision im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG oder mittels prozessualer Revision 

gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG möglich (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts U 198/04 vom 29. März 2005 E.2 und 3). 

e) Dabei ist zu beachten, dass die Frage des adäquaten 

Kausalzusammenhangs eine Rechtsfrage darstellt, die von den 

rechtsanwendenden Behörden ohne Beizug medizinischer 

Sachverständiger zu beantworten ist. Die Prüfung der Adäquanz bedingt 

aber jedenfalls bei mittelschweren Unfällen, wie dem vorliegend infrage 

stehenden, bei denen sich die Frage der Adäquanz nicht allein aufgrund 

des Unfallereignisses schlüssig beantworten lässt, gewisse tatsächliche 

Grundlagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2008 vom 3. Dezember 

2008 E.4.9; RUMO-JUNGO/HOLZER, in: MURER/STAUFFER, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 

S. 58). Deshalb kann nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass 

ein medizinisches Gutachten neue Tatsachen enthält, die für die 

Beurteilung der in der Unfallversicherung massgeblichen besonderen 

Adäquanzkriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art 

- 34 -

der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsmässige Eignung, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen, die ungewöhnlich lange 

Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, Grad und 

Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit [BGE 115 V 133 E.6c; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 69]) von Bedeutung sein können. 

In der Praxis sind solche Fälle indessen selten. Bereits aus diesem Grund 

erscheint es unwahrscheinlich, dass die Ausführungen der Fachärzte im 

BEGAZ-Gutachten vom 4. Juni 2014 (SUVA-act. 133, IV-act. 163) es 

erlauben, hinsichtlich des adäquaten Kausalzusammenhangs auf die 

ergangenen Entscheide mittels prozessualer oder materieller Revision 

zurückzukommen und der Beschwerdeführerin höhere 

Versicherungsleistungen zuzusprechen.

f) Die hierfür gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG erforderlichen Voraussetzungen 

sind vorliegend offenkundig nicht gegeben. Zum einen hätte sich die 

Beschwerdeführerin schon früher einer polydisziplinären Begutachtung – 

wie jener bei der BEGAZ – unterziehen können, womit sie in der Lage 

gewesen wäre, die hiermit unter Beweis gestellten Tatsachen bereits im 

zur Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs führenden 

Verfahren einzubringen. Zum anderen enthält das BEGAZ-Gutachten 

vom 4. Juni 2014 offenkundig keine neuen Elemente tatsächlicher Natur, 

welche für die Beurteilung der Adäquanz massgeblich wären und den der 

bisherigen Adäquanzbeurteilung zugrunde gelegten Sachverhalt als 

objektiv falsch ausweisen würde. Dies gilt umso mehr, als bei der infrage 

stehenden Adäquanzbeurteilung die Folgen der organisch nicht 

ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen 

sind (BGE 143 V 109 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_903/2009 

vom 28. April 2010 E.4.6, 8C_533/2008 vom 26. November 2008 E.5.1). 

Die Beschwerdeführerin hat denn auch keine einzige Stelle im BEGAZ-

- 35 -

Gutachten vom 4. Juni 2014 benannt, die auch nur eine Neubeurteilung 

des für die Adäquanzbeurteilung massgeblichen Sachverhalts beinhalten 

würde. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen geltend macht, gehalten 

gewesen zu sein, auf der Grundlage des BEGAZ-Gutachtens vom 4. Juni 

2014 den natürlichen Kausalzusammenhang neu zu prüfen, kann ihr nicht 

gefolgt werden. In sämtlichen Unfallversicherungsverfahren betreffend 

den Verkehrsunfall blieb stets dahingestellt, ob die psychischen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin in natürlichem 

Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. Selbst wenn ein 

solcher natürlicher Kausalzusammenhang aufgrund des BEGAZ-

Gutachtens vom 4. Juni 2014 nunmehr erstellt wäre, würde dies nichts 

daran ändern, dass die psychischen Beschwerden mangels adäquaten 

Kausalzusammenhangs nicht als Unfallfolgen anzusehen wären, womit 

die SUVA hierfür nicht leistungspflichtig ist (vgl. BGE 135 V 465 E.5.1). 

Unter dem Blickwinkel des natürlichen Kausalzusammenhangs bestand 

folglich von vornherein keine Notwendigkeit, das BEGAZ-Gutachten vom 

4. Juni 2014 im Hinblick auf die Leistungspflicht der SUVA zu studieren. 

Das BEGAZ-Gutachten vom 4. Juni 2014 bietet demnach offenkundig 

keine Grundlage für eine prozessuale Revision im Sinne von Art. 53 

Abs. 1 ATSG, was ohne weiteres erkennbar gewesen ist. 

g) Gleich verhält es sich für die materielle Revision gemäss Art. 17 Abs. 1 

ATSG (vgl. vorstehende Erwägung 6a). Gestützt auf diese Regelung wäre 

aufgrund des BEGAZ-Gutachtens vom 4. Juni 2014 auf den zuletzt 

ergangenen Rentenentscheid zurückzukommen, wenn sich seit dem in 

diesem Verfahren gefassten Einspracheentscheid (25. Juni 2007; SUVA-

act. 75) der der Adäquanzbeurteilung zugrunde liegende Sachverhalt 

derart verändert hätte, dass der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden zu 

- 36 -

bejahen wäre. Mit dieser Frage haben sich die BEGAZ-Gutachter nicht 

befasst. Ohnehin ist fraglich, ob Veränderungen, die mehr als 20 Jahre 

nach dem Unfallereignis auftreten, überhaupt in die Adäquanzbeurteilung 

einfliessen können. Denkbar wäre dies angesichts der infrage stehenden 

Adäquanzkriterien einzig in Bezug auf eine Veränderung der 

gesundheitlichen Verfassung. Ob eine diesbezügliche Veränderung des 

Sachverhalts eine Neubewertung der Adäquanz bedingen könnte, kann 

im vorliegenden Fall indessen dahingestellt bleiben, da die BEGAZ-

Gutachter eine Verschlechterung der gesundheitlichen Verfassung der 

Beschwerdeführerin jedenfalls seit dem Jahr 2000 verneint und den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zu diesem 

Zeitpunkt als im Wesentlichen unverändert qualifiziert haben. Selbst die 

Beschwerdeführerin macht für den interessierenden Zeitraum keine 

Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Verfassung geltend. So 

bezeichnete sie selbst im IV-Fragebogen vom 18. Mai 2011 ihren 

Gesundheitszustand im Vergleich zum letzten Revisionsverfahren im Jahr 

2006 als unverändert und wies lediglich auf die Mithilfe ihrer Freundin hin 

(IV-act. 98). Bei dieser Sachlage kann das Vorliegen eines materiellen 

Revisionsgrundes ohne weiteres verneint werden, ohne abklären zu 

müssen, ob und inwiefern eine Verschlechterung der gesundheitlichen 

Verfassung eine Neubewertung des der Adäquanzbeurteilung zugrunde 

liegenden Sachverhalts überhaupt erlaubt hätte. 

h) Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin war somit offenkundig, 

dass die Ausführungen der BEGAZ-Gutachter weder eine Grundlage für 

eine formelle noch materielle Revision der ergangenen SUVA-

Rentenentscheide boten. Um zu diesem Schluss zu kommen, war der 

Beizug eines Anwalts nicht erforderlich. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung für das SUVA-Verfahren 

demnach zu Recht verneint und das Gesuch um Entschädigung der 

hierdurch verursachten Anwaltskosten folgerichtig abgelehnt. In dieser 

- 37 -

Beziehung erweist sich die vorliegende Beschwerde folglich als 

unbegründet und ist abzuweisen.

9. a) Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für die 

anwaltliche Beratung und Vertretung der Beschwerdeführerin im 

Zusammenhang mit der Durchsetzung der Ansprüche gegenüber der 

C._____ zu übernehmen hat. Die Beschwerdeführerin bringt 

diesbezüglich primär vor, die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht 

davon aus, dass die Beschwerdeführerin infolge des Verkehrsunfalls 

keinen Erwerbsschaden erlitten habe. Zwar treffe es zu, dass sie im 

Unfallzeitpunkt arbeitslos gewesen sei. Sie habe sich aber sowohl vor als 

auch nach dem fraglichen Unfallereignis um eine neue Arbeitsstelle 

bemüht, wobei die nach dem Verkehrsunfall unternommenen 

Arbeitsversuche wegen der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 

gescheitert seien. Es erscheine jedoch überwiegend wahrscheinlich, dass 

die Beschwerdeführerin ohne das haftungsbegründende Unfallereignis 

vollzeitlich erwerbstätig gewesen wäre. Unter den gegebenen Umständen 

sei es geradezu haltlos zu behaupten, die mit 21 Jahren verunfallte 

Beschwerdeführerin hätte ohne das haftpflichtbegründende Ereignis für 

die nächsten 40 Jahre kein Erwerbseinkommen erzielt. Schliesslich biete 

das polydisziplinäre Gutachten ausreichend Anhaltspunkte, um den 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den psychischen 

Beschwerden und dem Unfallereignis zumindest insoweit zu belegen, als 

dies erforderlich sei, um die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens zu 

erwirken. Die Bezugnahme auf den Entscheid des Handelsgerichts Zürich 

vom 4. September 2014 sei unbehelflich. Die Richtigkeit der darin 

offenbar erhobenen Behauptung, dass sich eine acht Jahre nach einem 

Unfall durchgeführte polydisziplinäre Begutachtung von vornherein nicht 

eigne, um den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen einem 

Unfallereignis und gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit hinreichender 

Sicherheit zu belegen, werde bestritten. Dieser Grundsatz sei in Lehre 

- 38 -

und Rechtsprechung nicht anerkannt und weder medizinisch noch 

rechtlich haltbar. Die Beschwerdegegnerin habe sich in der 

angefochtenen Verfügung mit dem BEGAZ-Gutachten, welches einen 

Zusammenhang zwischen dem Verkehrsunfall und den psychischen 

Beschwerden herstelle, nicht auseinandergesetzt. Stattdessen habe sie 

willkürlich auf einzelne medizinische Aussagen abgestellt, die im 

vorliegenden Zusammenhang nicht von Bedeutung seien und die 

Beurteilung im BEGAZ-Gutachten in keiner Weise erschüttern würden. 

Die Beschwerdegegnerin gehe diesbezüglich von einem überspannten 

Begriff der Aussichtslosigkeit aus. Zum adäquaten Kausalzusammenhang 

habe sie sich nicht geäussert. Jedoch sei klar, dass ein solcher bestünde 

und auch nicht durch allfällige Prädispositionen unterbrochen werde. Eine 

Klage gegen die C._____ als zuständige Haftpflichtversicherung erwiese 

sich somit als erfolgsversprechend. Schliesslich habe die 

Beschwerdegegnerin ebenfalls die anwaltlichen Bemühungen im Hinblick 

auf die Erzielung einer Einigung mit der C._____ zu entschädigen sowie 

jene im Zusammenhang mit der Einleitung des Betreibungsverfahrens 

gegen die C._____. 

b) Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, ihre Entscheidung nicht 

ausschliesslich auf einzelne ärztliche Beurteilungen abgestützt zu haben. 

Die Prozesschancen seien gestützt auf die gesamten Akten beurteilt und 

als verschwindend gering eingestuft worden. Im Übrigen gelte es als 

allgemein bekannt, dass infolge Zeitablaufs Tatsachen immer schwieriger 

zu beurteilen seien. 24 Jahre nach dem Unfall ohne eindeutige Beweise 

eine Klage einzureichen, dadurch auch die bereits erhaltenen Leistungen 

im Betrag von Fr. 110'000.-- infrage zu stellen und eine Rückzahlung zu 

riskieren, könne nicht als angemessene und geeignete Hilfe für das Opfer 

betrachtet werden. In der Opferhilfe müsse das angestrebte Ziel durch die 

Massnahmen erreichbar sein, ansonsten diese nutzlos und 

unangemessen wären, womit kein Anspruch auf Erbringung der 

- 39 -

begehrten Leistung bestünde. Werde eine Klage als aussichtslos 

erachtet, könne dadurch auch kein Ziel erreicht werden. Nach 

Überprüfung der gesamten Akten sei die Beschwerdegegnerin zur 

Überzeugung gelangt, dass eine Kostengutsprache für das 

Haftpflichtverfahren gemäss Art. 13 und 14 OHG nicht erteilt werden 

könne, weil sowohl der Schaden als auch die Kausalität nicht erwiesen 

seien. 

10. a) Der Verursacher des Verkehrsunfalls war im Unfallzeitpunkt bei der 

C._____ haftpflichtversichert. Folglich hat die C._____ gegenüber der 

Beschwerdeführerin für den Schaden einzustehen, den der Halter nach 

Art.  58 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) zu tragen hat 

(BGE 97 II 161 E.1). Gemäss Abs. 1 der fraglichen Bestimmung haftet der 

Halter für den Schaden, der entsteht, wenn durch den Betrieb eines 

Motorfahrzeugs ein Mensch getötet oder verletzt wird. Voraussetzung für 

die Haftung des Motorfahrzeughalters sind zufolge dieser Regelung 

kumulativ ein Schaden, der Betrieb eines Motorfahrzeugs und ein 

natürlicher sowie adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Betrieb 

des Fahrzeugs und dem Schaden (Urteil des Bundesgerichts 

4A_607/2014 vom 9. Februar 2015 E.3). Der Halter wird von der 

Haftpflicht befreit, wenn er beweist, dass der Unfall durch höhere Gewalt 

oder grobes Verschulden des Geschädigten oder Dritten verursacht 

wurde, ohne dass ihn selbst oder Personen für die er verantwortlich ist, 

ein Verschulden trifft oder dass fehlerhafte Beschaffenheit mitgewirkt hat 

(Art. 59 Abs. 1 SVG). Das Verschulden des Halters bildet hingegen keine 

Haftungsvoraussetzung, da Art. 58 SVG als Gefährdungshaftung 

ausgestaltet ist. Der Halter eines Motorfahrzeugs haftet nur für Personen- 

und Sachschaden. Im Übrigen richten sich Art und Umfang des 

Schadenersatzes sowie die Zusprechung einer Genugtuung nach den 

Grundsätzen des Obligationenrechts über die unerlaubte Handlung 

(Art. 62 Abs. 1 SVG). Gemäss der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 

- 40 -

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 220) hat die 

Geschädigte das Vorliegen der rechtsbegründenden Tatsachen 

(Schaden, Betrieb des Motorfahrzeugs und natürlicher sowie adäquater 

Kausalzusammenhang) zu beweisen, während der Halter die Beweislast 

für rechtsaufhebende und rechtsvernichtende Tatsachen trägt (BGE 141 

III 241 E.3.1, 139 III 13 E.3.1.3.1).

b) Die Beschwerdeführerin erlitt am _____ einen Verkehrsunfall, bei dem sie 

sich eine axiale Stauchung zuzog und ihr rechtes obere Sprunggelenkes 

(OSG) eingeklemmt wurde (SUVA-act. 172 S. 48). Diese 

Beeinträchtigung der körperlichen Integrität ist auf den Betrieb des die 

Kollision verursachenden Fahrzeugs zurückzuführen, wobei keine 

Haftungsausschlussgründe im Sinne von Art. 59 Abs. 1 OR vorliegen. 

Demzufolge haben der Halter des den Unfall verursachenden Fahrzeugs 

und damit auch die C._____ für den Personenschaden aufzukommen, 

welche die Beschwerdeführerin durch den Unfall erlitten hat. Dies hat die 

C._____ anerkannt und der Beschwerdeführerin im Jahr 1995 zur 

Abgeltung des durch den Verkehrsunfall verursachten Personenschadens 

zunächst Fr. 10'000.-- bezahlt. Auf der Grundlage der Vereinbarung vom 

12. Mai 1997 hat sie ihr alsdann weitere Fr. 80'000.-- überwiesen und ihr 

schliesslich am 29. Oktober 2001 Fr. 20'000.-- zukommen lassen. 

c) Die C._____ geht davon aus, mit diesen Zahlungen den gesamten 

Personenschaden gedeckt zu haben. Die Beschwerdeführerin stellt sich 

demgegenüber auf den Standpunkt, mit den fraglichen Zahlungen sei die 

C._____ für den Haushaltsschaden, die Genugtuung und die in diesem 

Zusammenhang angefallenen Anwaltskosten aufgekommen. Nicht 

abgegolten sei hierdurch dagegen der Erwerbsausfallschaden der 

Beschwerdeführerin und die hiermit in Zusammenhang stehenden 

Anwaltskosten (vgl. Gesuch vom 14./23. April 2015 [VI-act. 2], Schreiben 

vom 18. Dezember 2015 [VI-act. 31], Beschwerde vom 24. Juni 2016). 

- 41 -

Diesen Schaden bezifferte die Beschwerdeführerin in dem am 

27. Dezember 2012 gegen die C._____ eingeleiteten 

Betreibungsverfahren mit Fr. 3'000'000.-- zuzüglich Schadenszins von 

5 % seit dem _____. Zwischen der C._____ und der Beschwerdeführerin 

ist demnach streitig und wäre in einem allfälligen Zivilprozess zu klären, 

ob die C._____ aufgrund des Verkehrsunfalls für den 

Erwerbsausfallschaden der Beschwerdeführerin in einem über die 

erbrachten Leistungen hinausgehenden Umfang aufzukommen hat. 

d) Es ist klar, dass der Beschwerdeführerin die erforderlichen 

Rechtskenntnisse fehlen, um diesen Anspruch gegenüber der C._____ 

(gerichtlich) durchsetzen zu können. Die von ihr hierfür in Anspruch 

genommene, anwaltliche Unterstützung erweist sich demnach als 

geeignet und grundsätzlich ebenfalls als erforderlich. Fraglich ist 

hingegen, ob eine solche Schadenersatzklage und die zu deren 

Vorbereitung bis anhin vorgenommenen Vorkehren angemessen sind. 

Dies ist zu verneinen, wenn entsprechende Handlungen von vornherein 

nutzlos erscheinen, da die erfolgreiche Geltendmachung des begehrten 

Erwerbsschadens aussichtslos erscheint. Als aussichtslos sind Begehren 

anzusehen, bei denen die Aussicht auf ein Obsiegen derart viel geringer 

erscheinen als jene auf ein Unterliegen, dass sie kaum als ernsthaft 

bezeichnet werden können. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die 

nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu 

einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den 

sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb 

anstrengen können, weil er sie nichts kostet (Richtlinien zur Übernahme 

von Anwalts- und Verfahrenskosten durch die Opferhilfe des Kantons 

Luzern, August 2013, S. 4 [Bg-act. 2]; Merkblatt zur Übernahme von 

Anwaltskosten, Kanton Zürich, S. 4 [Bg-act. 1]). Im Sinne dieser 

Ausführungen ist nachfolgend unter summarischer Prüfung der 

massgeblichen Sach- und Rechtslage zu prüfen, ob einer Klage der 

- 42 -

Beschwerdeführerin gegen die C._____ auf Ersatz des durch den 

Verkehrsunfall erlittenen Erwerbsschadens offensichtlich kein Erfolg 

beschieden wäre, mithin ist zu untersuchen, ob es unter den gegebenen 

Umständen höchst unwahrscheinlich ist, dass der Beschwerdeführerin in 

einem allfälligen Zivilverfahren der Beweis gelingen würde, durch den 

Verkehrsunfall einen über die bereits erhaltenen Leistungen 

hinausgehenden Erwerbsschaden erlitten zu haben.

11. a) Der Erwerbsschaden im Sinne von Art. 62 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 46 

Abs. 1 OR ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Einkommen, das 

die Geschädigte ohne Eintritt des haftungsbegründenden Ereignisses 

erzielt hätte (sog. Valideneinkommen), und dem Invalideneinkommen, 

das sie nach Eintritt des haftungsbegründenden Ereignisses in 

Ausschöpfung der ihr verbliebenen Arbeitsfähigkeit zumutbarer Weise 

noch realisieren könnte (BGE 129 III 135 E.2.2). Der entsprechende 

Erwerbsausfall ist für die Zeit seit dem Schadenseintritt bis zum Urteilstag 

konkret zu berechnen (BGE 117 II 609 E.9, 113 II 345 E.1a). Den 

zukünftigen Erwerbsausfall hat der Richter aufgrund statistischer Werte 

zu schätzen, wobei er den konkreten Umständen des Einzelfalls, soweit 

möglich, Rechnung zu tragen hat (BGE 116 II 295 E.3a). Die Berechnung 

des Erwerbsausfalls erfolgt rechtsprechungsgemäss auf der Grundlage 

des Nettolohns (BGE 129 III 135 E.2.2). Um den Nettolohn zu bestimmen, 

sind vom Bruttolohn die AHV-/IV-/EO-Beiträge sowie der ALV-Beitrag und 

die Beiträge an die berufliche Vorsorge in Abzug zu bringen. Der 

Haftpflichtige hat ausserdem für die Beeinträchtigung zukünftiger 

Sozialversicherungsleistungen einzustehen (HEIERLI/SCHNYDER, in: 

HONSELL/VOGT/WIEGAND [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 

Art. 1 - 529 OR, 5. Aufl., Basel 2011, Art. 46 N. 9a; LANDOLT, in: 

GAUCH/SCHMID [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Zivilrecht, Die 

Entstehung durch unerlaubte Handlung, Art. 45-49 OR, Band V/1c/2, 

Zürich 2007, Art. 46 N. 763 ff.). Zudem schuldet er einen Schadenszins 

- 43 -

von 5 %. Dieser ist von jenem Zeitpunkt an zu bezahlen, in welchem sich 

das schädigende Ereignis ausgewirkt hat, bis zum Tag der Zahlung des 

Schadenersatzes (BGE 131 III 12 E.9). Wird ein kapitalisierten 

Schadenersatz für zukünftigen Erwerbsausfall zugesprochen, so beginnt 

der Schadenszins im Zeitpunkt der Kapitalisierung zu laufen (BGE 131 III 

12 E.9.5; HEIERLI/SCHNYDER, Basler Kommentar, Art. 42 N. 5). Für den 

Nachweis des Erwerbsschadens gilt das herabgesetzte Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 141 III 241 E.3.1, 130 III 321 

E.3.3).

b) Im vorliegenden Fall ist hinsichtlich der Ausbildung und beruflichen 

Tätigkeit der Beschwerdeführerin bekannt, dass diese in der Schweiz die 

Primarschule sowie zwei Realschulklassen besuchte und anschliessend 

eine Anlehre bei der G._____ AG absolvierte. Daraufhin fand sie keine 

Beschäftigung im erlernten Beruf, weshalb sie zunächst in einer Fabrik 

(Gutachten von Dr. med. B._____ vom 5. Juli 2007 S. 2) und alsdann vom 

12. November 1990 bis zum 29. Oktober 1991 bei der H._____ als 

Kassiererin (SUVA-act. 19) arbeitete. Mit der letztgenannten Tätigkeit 

erzielte sie ein Bruttoeinkommen, einschliesslich 13. Monatslohn, von 

Fr. 2'492.-- (13 x Fr. 2'300.-- : 12 [SUVA-act. 172 S. 121]). Im 

Unfallzeitpunkt war die Beschwerdeführerin seit knapp einem Jahr 

arbeitslos und von der zuständigen Arbeitslosenkasse mehrfach wegen 

übermässigen Bezugs von Ferientagen in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt worden (SUVA-act. 172 S. 110 und 121). Daraus sowie aus 

der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis nur 

einige wenige Arbeitsversuche unternahm, um sich wieder in den 

Arbeitsmarkt zu integrieren, folgert die Beschwerdegegnerin, dass es der 

Beschwerdeführerin in einem allfälligen Haftpflichtprozess gegen die 

C._____ kaum gelingen dürfte, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen, dass sie ohne das haftungsbegründende Ereignis wieder 

eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. Diese Beurteilung überzeugt 

- 44 -

nicht. Zwar kann nicht ausgeschlossen werden, dass der zuständige 

Zivilrichter in Würdigung der massgeblichen Sachumstände zu diesem 

Ergebnis gelangt. Es ist jedoch zu beachten, dass die 

Beschwerdeführerin noch nie über einen klagbaren Unterhaltsanspruch 

und (nennenswertes) Vermögen verfügt hat. Als Gesunde wäre sie für die 

Bestreitung ihres Lebensunterhalts demnach auf ein Erwerbseinkommen 

angewiesen gewesen. Sie wäre folglich nicht nur von der zuständigen 

Arbeitslosenkasse, sondern auch der verantwortlichen Sozialhilfebehörde 

dazu angehalten worden, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Im 

Widerhandlungsfall hätte sie empfindliche Kürzungen in Kauf nehmen 

müssen, zumal sie sich als junge Erwachsene ohne Betreuungspflichten 

intensiv um eine neue Arbeitsstelle hätte bemühen müssen. In der Praxis 

wird in solchen Konstellationen daher in der Regel von einer 

Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit ausgegangen (vgl. dazu BGE 141 

III 241 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 4A_138/2013 vom 27. Juni 2013 

E.4.1, 9C_311/2010 vom 2. August 2010 E.1.3; LANDOLT, a.a.O., Art. 46 

N. 600). Folglich dürfte die Beschwerdeführerin in einem allfälligen 

Haftpflichtprozess gegen die C._____ wohl mit hinreichender Gewissheit 

nachweisen können, dass sie ohne das haftungsbegründende Ereignis 

wieder eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte und bis zum 

Erreichen des ordentlichen Pensionsalters (mutmasslich 20. August 2036) 

einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. Dass die 

Beschwerdeführerin nach dem Verkehrsunfall nur wenige 

Arbeitsversuche unternahm, ändert daran nichts, da sie damals bereits 

davon überzeugt war, aufgrund der erlittenen Unfallfolgen vollständig 

arbeitsunfähig zu sein. Es erscheint daher durchaus wahrscheinlich, dass 

der Beschwerdeführerin der Beweis gelingt, im Gesundheitsfall von 1993 

bis voraussichtlich August 2036 vollzeitlich erwerbstätig gewesen zu sein. 

Jedenfalls erscheint die gegenteilige Annahme nicht wahrscheinlicher. Mit 

der Begründung, der Beweis der Wiederaufnahme und Fortführung einer 

vollzeitlichen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall erscheine unter den 

- 45 -

gegebenen Umständen nahezu ausgeschlossen, kann die begehrte 

Kostengutsprache demnach nicht verweigert werden. 

c) Welche Einkünfte die Beschwerdeführerin als vollzeitlich Erwerbstätige im 

Gesundheitsfall erzielt hätte, ist nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung aufgrund des zuletzt erzielten Lohnes zu bestimmen, 

wobei zukünftige Lohnerhöhungen oder –reduktionen zu berücksichtigen 

sind. Dabei obliegt es der Beschwerdeführerin, die tatsächlichen 

Umstände glaubhaft zu machen, aus denen der Richter auf eine 

Lohnerhöhung schliessen kann. Rechtsprechungsgemäss ist bei der 

Annahme einer solchen Entwicklung Zurückhaltung geboten (BGE 129 III 

135 E.3.2; BREHM, Berner Kommentar, Allgemeine Bestimmungen: Die 

Entstehung durch unerlaubte Handlungen, Art. 41-61 OR, Band VI, 1. Abt. 

3. Teilband, 1. Unterteilband, 3. Aufl., Bern 2006, Art. 45 und 46 N. 12a). 

Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin, soweit ersichtlich, nie 

behauptet, sie hätte sich ohne das haftungsbegründende Ereignis 

beruflich umorientiert und/oder eine Weiterbildung absolviert. In den 

Akten finden sich auch keine entsprechenden Anhaltspunkte. Im 

Gegenteil erscheint es unwahrscheinlich, dass die knapp durchschnittlich 

intelligente Beschwerdeführerin (BEGAZ-Gutachten vom 4. Juni 2014 [IV-

act. 163 S. 49]), die nur eine Anlehre als Verkäuferin absolvierte und nie 

in ihrem erlernten Beruf tätig war, sich ohne das haftungsbegründende 

Ereignis beruflich weiterentwickelt hätte. In einem allfälligen 

Haftpflichtprozess wäre daher wohl davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde von 1993 bis mutmasslich August 2036 

vollzeitlich als Kassiererin tätig gewesen wäre. Mit einer solchen Tätigkeit 

hätte sie in Anlehnung an den Landes-Gesamtarbeitsvertrag der H._____ 

in den ersten fünf Jahren mutmasslich ein Bruttoeinkommen von 

Fr. 2'492.-- erzielt, das sich nach 20. Dienstjahren etappenweise auf 

Fr. 3'800.-- brutto erhöht hätte und zukünftig im Umfang der realen 

Lohnentwicklung angestiegen wäre (vgl. Landes-Gesamtarbeitsvertrag für 

- 46 -

die H._____ Gruppe, abrufbar unter www.H._____.ch > Stellen > die 

Arbeitgeberin H._____ > Gesamtarbeitsvertrag > H._____ Landes-

Gesamtarbeitsvertrag, besucht am 1. Juni 2017). Diese Annahme wäre 

freilich anzupassen, wenn längere Auslandaufenthalte der 

Beschwerdeführerin, wie der derzeit offenbar seit Mitte 2016 in Italien, 

nachgewiesen sind. Für die im Rahmen dieses Verfahrens 

vorzunehmende approximative Erwerbsausfallberechnung ist der 

einfachheithalber indessen von monatlichen Nettoeinkünften von 

mindestens Fr. 2'240.-- (90 % von Fr. 2'492.--) bis ungefähr Fr. 3'500.-- 

(90 % von Fr. 3'800.--) auszugehen, welche die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall von 1993 bis mutmasslich August 2036 voraussichtlich 

als vollzeitliche Kassiererin erzielt hätte. 

d) Dieses Valideneinkommen entspricht jedoch nur dem von der C._____ zu 

ersetzenden Erwerbsausfallsschaden, wenn die Beschwerdeführerin 

aufgrund der durch das haftungsbegründende Ereignis erlittenen 

Verletzungen bei Ausschöpfung der ihr verbliebenen Arbeitsfähigkeit kein 

Erwerbseinkommen mehr erzielen kann (LANDOLT, a.a.O., Art. 46 N. 573). 

Um beurteilen zu können, wie es sich diesbezüglich verhält, ist zunächst 

der medizinisch-theoretische Grad der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin festzustellen. Dabei sind nur jene gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen zu berücksichtigen, die auf das haftungsbegründende 

Ereignis zurückzuführen sind, d.h. in natürlichem und adäquatem 

Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall stehen (BGE 132 III 715 

E.2.2; 129 V 177 E.3.1; HEIERLI/SCHNYDER, a.a.O., Art. 41 N. 15 f.). Auf 

der Grundlage des auf diese Weise ermittelten Gesundheitsschadens ist 

alsdann die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu bestimmen, die 

es erlaubt, zu beurteilen, welches Invalideneinkommen die 

Beschwerdeführerin bei Ausschöpfung der ihr verbliebenen 

Restarbeitsfähigkeit noch erzielen könnte. Eine verbleibende 

Arbeitsfähigkeit ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung freilich 

- 47 -

nur zu berücksichtigen, wenn sie mindestens 30 % beträgt (Urteil des 

Bundesgerichts 4C.324/2005 vom 5. Januar 2006 E.3.2; 4A_99/2008 vom 

1. April 2008 E.4.3.1; HEIERLI/SCHNYDER, a.a.O., Art. 46 N. 6).

e) Die Beschwerdeführerin erlitt durch den Verkehrsunfall – wie bereits 

erwähnt – eine axiale Stauchung und klemmte sich das rechte OSG ein 

(SUVA-act. 172 S. 48). In der Folge litt sie an persistierenden, 

bewegungs- und belastungsabhängigen Schmerzen am rechten OSG, 

verbunden mit einem Instabilitätsgefühl sowie gelegentlichem Knacken. 

Dennoch erachtete die Universitätsklinik Balgrist die Beschwerdeführerin 

im Gutachten vom 30. Juli 1996 in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit 

für 100 % arbeitsfähig (SUVA-act. 173 S. 53). Im Bericht vom 1. März 

2000 stellte der Kreisarzt alsdann eine posttraumatische 

Arthroseentwicklung im Bereich des OSG fest (SUVA-act. 9) und 

bestätigte diesen Befund im Bericht vom 20. Juni 2000 (SUVA-act. 12). 

Der Versicherten sei eine Tätigkeit als Verkäuferin nicht mehr zumutbar. 

Hingegen könne sie eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit 

Wechselbelastung ausüben, wobei eine Arbeitszeit von 08.00-11.00 Uhr 

sowie von 14.00-17.00 Uhr sinnvoll sei (SUVA-act. 12 S. 3). Mit 

Gutachten vom 5. Juli 2001 diagnostizierte Dr. med. B._____ bei der 

Beschwerdeführerin ferner eine Persönlichkeitsstörung vom Borderline-

Typ (ICD-10: F 60.31), weshalb er die Beschwerdeführerin als voll 

arbeitsunfähig einstufte. Diese Beurteilung relativierte er im 

Verlaufsgutachten vom 5. Oktober 2011 (IV-act. 104) dahingehend, als er 

zum Schluss kam, die Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ sei 

derzeit kompensiert, die Beschwerdeführerin leide indessen an sozialen 

Phobien sowie möglicherweise an einer somatoformen Schmerzstörung 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der RAD-Psychiater, med. pract. 

D._____, stellte in seinem RAD-Bericht vom 18. Februar 2013 hingegen 

keine psychische Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest 

(vgl. vorstehende Erwägung 6c). Diese Auffassung erachteten die 

- 48 -

BEGAZ-Gutachter als unzutreffend, welche die Beschwerdeführerin im 

Gutachten vom 4. Juni 2014 (IV-act. 163) aufgrund einer Panikstörung, 

einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung, einer abhängigen 

Persönlichkeitsstörung, einem Status nach Tranquilizer-Abhängigkeit, 

einem Status nach Flakefraktur trochlea tali OSG rechts sowie einer 

Osteophytenabtragung bei sekundärer Arthrose als vollständig 

arbeitsunfähig einstuften (vgl. vorstehende Erwägung 6d). Die fraglichen 

Gutachten sind in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren nach den dort 

geltenden Standards eingeholt werden. Ihnen wird in einem allfälligen 

gegen die C._____ geführten Haftpflichtprozess voller Beweiswert 

zugemessen werden, wenn die Gutachter darin zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, gegen deren Zuverlässigkeit keine konkreten 

Indizien sprechen (BGE 140 III 24 E.3.3.1.3). Dies dürfte im vorliegenden 

Fall jedenfalls hinsichtlich des BEGAZ-Gutachtens vom 4. Juni 2014 

zutreffen, womit reelle Chancen bestehen, dass der Beschwerdeführerin 

der Beweis gelingt, zumindest seit der Exploration durch Dr. med. 

B._____ im 2001 (Gutachten vom 5. Juli 2001) vollständig arbeitsunfähig 

zu sein. Fraglich ist, ob und inwiefern der dieser Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit zugrunde liegende psychische Gesundheitsschaden und 

die darüber hinausgehend bestehenden körperlichen Beschwerden in 

natürlichem und adäquatem Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall 

als haftungsbegründendes Ereignis stehen.

f) Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn der 

Verkehrsunfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der 

eingetretene Erfolg entfiele, er mithin eine unabdingbare Voraussetzung 

(conditio sine qua non) für den Gesundheitsschaden darstellt. Ursachen 

im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 

oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann (BGE 132 III 715 ff., 128 III 180 E.2d, 

- 49 -

125 IV 195 E.2b). Für den Begriff des natürlichen 

Kausalzusammenhanges genügt es, dass das schädigende Ereignis 

zusammen mit anderen Bedingungen zu den eingetretenen Folgen 

geführt hat; es muss nicht deren alleinige oder unmittelbare Ursache sein 

(BGE 125 IV 195 E.2.b, 96 II 392 E.1). Die Beweislast für den natürlichen 

Kausalzusammenhang trägt die klägerische Partei. Es gilt das 

herabgesetzte Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

(BGE 141 III 241 E.3.1, 130 III 321 E.3.3, 128 III 271 E.2b/aa). 

aa) Der Beweis der natürlichen Kausalität dürfte der Beschwerdeführerin 

aufgrund der in den sozialversicherungsrechtlichen Verfahren getätigten 

medizinischen Abklärungen hinsichtlich ihrer Fussbeschwerden gelingen 

(vgl. Gutachten von Dr. med. F._____ vom 16. Mai 1994 [SUVA-act. 173 

S. 48 ff.], orthopädisches Gutachten der Universitätsklinik Balgrist vom 

30. Juli 1996 [SUVA-act. 173 S. 54 ff.], kreisärztlicher Bericht vom 1. Mai 

2000 [SUVA-act. 9], kreisärztlicher Bericht vom 20. Juni 2000 [SUVA-

act. 12]). Den fraglichen medizinischen Abklärungen zufolge ist eine 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund dieser organischen 

Unfallfolgen seit April 2000 ausgewiesen. Zum Umfang der 

unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit liegen unterschiedliche 

Einschätzungen vor. Im kreisärztliche Bericht vom 20. Juni 2000 (SUVA-

act. 12) wird in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ausgeführt, der 

Versicherten sei eine weitere Beschäftigung als Verkäuferin nicht mehr 

zumutbar. Hingegen sei eine vorwiegend sitzende Beschäftigung mit 

Wechselbelastung zumutbar, wobei eine Arbeitszeit von 08.00-11.00 Uhr 

und am Nachmittag von 14.00-17.00 Uhr sinnvoll sei unter Einhaltung 

einer längeren Mittagspause. Deutlich weniger gravierend schätzen die 

BEGAZ-Gutachter die Folgen der durch den Verkehrsunfall erlittenen 

Verletzungen ein, indem sie von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer fussschonenden Tätigkeit ausgehen (IV-

act. 163). Aufgrund der organischen Unfallfolgen steht folglich ab April 

- 50 -

2000 eine unfallbedingte Beeinträchtigung in der Arbeitsfähigkeit von 

10 % bis 30 % (6 Stunden : 8.5 Stunden) im Raum, die sich in Würdigung 

der vorhandenen medizinischen Akten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit belegen lässt. Davon gehen denn auch die Verfah-

rensparteien aus.

bb) Unterschiedlich beurteilen sie demgegenüber die Frage, ob die 

psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin in natürlichem 

Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall stehen. Die SUVA konnte 

diese Frage offenlassen, da sie ihre Leistungspflicht infolge Fehlens des 

adäquaten Kausalzusammenhangs verneinen konnte (vgl. vorstehende 

Erwägung 8). Die Invalidenversicherung ist im Hinblick auf die Ursachen, 

welche zu einem Gesundheitsschaden geführt haben, als finale 

Versicherung ausgestaltet. Sie hat für die Folgen gesundheitlicher 

Beeinträchtigungen daher ungeachtet ihrer Ursache aufzukommen 

(SCARTAZZINI/HÜRZELER, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl., Basel 

2012, § 13 N. 13). Deshalb befassen sich die von der IV-Stelle betreffend 

die Beschwerdeführerin eingeholten medizinischen Gutachten und die 

sonstigen von ihr veranlassten medizinischen Abklärungen nicht mit der 

Unfallkausalität. Die hinzugezogenen Mediziner beschreiben jedoch den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Entwicklung im 

Laufe der Zeit, d.h. erheben mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 

Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die 

gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin und stellen gestützt 

darauf eine Diagnose. Auf dieser Grundlage schätzen sie daraufhin den 

Grad der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab. In diesen 

Ausführungen äussern sie sich auch zur Ursache des von ihnen 

festgestellten psychischen Gesundheitsschadens, was Rückschlüsse auf 

die Kausalität zwischen dem Verkehrsunfall und dem psychischen 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zulässt. Die aus 

haftpflichtrechtlicher Sicht interessierende Arbeits(un)fähigkeit der 

- 51 -

Beschwerdeführerin kann auf dieser Grundlage indessen nicht mit 

überwiegender Wahrsc