# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5dbee3c-a12b-5fdd-80b6-5b183ead4048
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 11.01.2022 ZK2 2019 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2019-85_2022-01-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 11. Januar 2022

Referenz ZK2 19 85

Instanz II. Zivilkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Bergamin
Diggelmann, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Berufungskläger

B._____
Berufungskläger

C._____
Berufungsklägerin

alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf
Gäuggelistrasse 16, Postfach 580, 7001 Chur 

gegen

D._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Janett
Schulstrasse 1, Postfach 115, 7302 Landquart 

Gegenstand Forderung aus Arbeitsrecht

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Landquart vom 21.08.2019, mitgeteilt 
am 21.11.2019 (Proz. Nr. 115-2017-36)

Mitteilung 17. Januar 2022

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Sachverhalt

A. D._____ stammt aus E.________. Sie kam anfangs 2011 in die Schweiz 
und arbeitete in F.________ als Haushalthilfe zuerst für G.________, nach dessen 
Tod im Sommer 2012 ein Jahr lang für ein Ehepaar, um im August 2013 nach 
H.________ zu wechseln. 2015 kam sie nach einer Rückkehr nach E.________ 
wieder in die Schweiz, nach I.________, und betreute hier bis zu deren Tod am 
27. Mai 2016 die am 3. April 1937 geborene J.________, die Schwester ihres ers-
ten schweizerischen Arbeitgebers und Mutter von A.________, C.________ und 
B._____. Diese drei als Erben von J.________ und D._____ sind sich uneins über 
offene Ansprüche der letzteren aus ihrer Tätigkeit für J.________.

B. Unter Beilage der Klagebewilligung vom 26. Juli 2017 gelangte D._____ am 
14. September 2017 an das Regionalgericht Landquart. Sie stellte das folgende 
Rechtsbegehren:

1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, der 
Klägerin CHF 39'661.75 zuzüglich 5% Zins ab 16. Januar 2017 zu be-
zahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.

C. A.________, C.________ und B._____ beantragten Abweisung der Klage, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin.

D. Das Regionalgericht führte das ordentliche Verfahren im Sinne der Art. 220 
ff. ZPO durch, nahm Beweis ab und entschied am 21. August 2019, wie folgt:

1. Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, 
D._____ netto CHF 919.20 zuzüglich 5% Verzugszins ab dem 16. Ja-
nuar 2017 für ausstehende Lohnforderungen zu bezahlen.

2. Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, 
D._____ brutto CHF 16'393.65 zuzüglich 5% Verzugszins ab 16. Ja-
nuar 2017 als Entschädigung für nicht bezogene Ferien-, Frei- und 
Feiertage zu bezahlen. Die Sozialabzüge müssen vorgängig von den 
Beklagten vorgenommen werden.

3. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 10'000.00 werden hälftig auf die 
Parteien aufgeteilt. Sie werden mit den geleisteten Kostenvorschüssen 
verrechnet. Den Fehlbetrag in Höhe von CHF 3'500.00 haben die Par-
teien untern solidarischer Haftung zu bezahlen. Zudem werden die be-
klagten Parteien verpflichtet, der klägerischen Partei CHF 1'000.00 zu 
ersetzen.

4. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)

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Das Urteil wurde am 21. November 2019 versandt und dem damaligen Vertreter 
der Beklagten tags darauf zugestellt.

E. Am 23. Dezember 2019 erklärten A.________, C.________ und B._____ 
(nachstehend: Berufungskläger oder Beklagte) Berufung gegen das Urteil des Re-
gionalgerichts. Sie beantragen, was folgt:

1. Die Ziffern 2, 3 und 4 des Urteils des Regionalgerichts Landquart vom 
21. August 2019, mitgeteilt am 21. November 2019 seien aufzuheben.

2. Die Klage von D._____ vom 14. September 2017 sei, soweit sie den in 
Ziff. 1 des Urteilsdispositivs zugesprochenen Betrag von CHF 919.20 
zzgl. Zins von 5% seit 16. Januar 2017 übersteigt, abzuweisen.

3. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. MWSt 
für beide Instanzen zu Lasten der Berufungsbeklagten D._____.

F. Die Berufungsantwort von D._____ (nachstehend: Berufungsbeklagte oder 
Klägerin) datiert vom 3. Februar 2020; sie beantragt Abweisung der Berufung.

G. Dem damaligen Vertreter der Berufungskläger wurde die Berufungsantwort 
zugestellt; es ging keine weitere Eingabe zur Sache ein.

H. Am 19. August 2020 stellte die Berufungsbeklagte ein Ausstandsgesuch 
gegen die meisten Mitglieder des Kantonsgerichtes und gegen dessen Aktuarin-
nen/Aktuare. Dafür wurde das Verfahren ZK2 20 31 angelegt. Drei Mitglieder und 
eine Aktuarin des Verwaltungsgerichts entschieden am 6. Juli 2021 als eine stell-
vertretende Besetzung des Kantonsgerichts, das Ausstandsgesuch gegen den 
Kantonsgerichts-Präsidenten Cavegn sei gegenstandslos und werde im Übrigen 
abgewiesen (Dossier ZK2 20 31, act. F.1). Der Entscheid wurde nicht angefoch-
ten.

I. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen. Die Sache erweist sich als 
spruchreif.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Der Streitwert übersteigt die für die Berufungsfähigkeit der Sache massgeb-
lichen CHF 10'000.00 (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Berufung ist rechtzeitig und 
enthält sowohl Anträge als auch eine Begründung (Art. 311 ZPO).

1.2. Eine kostenpflichtige arbeitsrechtliche Streitigkeit (Art. 114 lit. c ZPO) wird 
nach der Praxis des Kantonsgerichts in der Berufung nicht deshalb kostenfrei, weil 
hier nur noch weniger als CHF 30'000.00 streitig sind. Denn der Streitwert bemisst 

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sich – in diesem Zusammenhang – nach der eingeklagten Forderung. Nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts ist unter der eingeklagten Forderung der vor 
erster Instanz gestellte Anspruch zu verstehen, das heisst, es ist auf den Streit-
wert im Zeitpunkt der Rechtshängigkeit abzustellen (BGE 115 II 30 E. 5.6). Ein 
nachträgliches Absinken des Streitwerts unter die in Art. 114 lit. c ZPO statuierte 
Grenze führt daher nicht zur Anwendung von Art. 114 lit. c ZPO (KGer GR ZK2 
2012 13 v. 23.9.2013 E. 7a m.w.H.; OGer AG ZVE 2015.54 v. 18.11.2015 E. 6.1 = 
CAN 2016 Nr. 30; AppGer BS ZB.2020.20 v. 29.1.2021 E. 6; vgl. auch Botschaft 
vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], BBl 2006 
7300, wo davon ausgegangen wird, dass Art. 114 ZPO vollumfänglich geltendem 
Recht entspricht und entsprechend auch die soeben zitierte bundesgerichtliche 
Rechtsprechung anwendbar ist; a.A. offenbar OGer ZG GVP 2013 S. 203 f. E. 6.1 
[allerdings mit unzutreffenden Literaturhinweisen – diese besagen lediglich, dass 
Art. 114 ZPO auch im Rechtsmittelverfahren gilt, äussern sich aber nicht zur Fra-
ge, auf welchen Streitwert im Rechtsmittelverfahren abzustellen ist]). Den Beru-
fungsklägern wurde daher ein Kostenvorschuss im Sinne von Art. 98 ZPO aufer-
legt.

1.3. Die Beklagten fechten Dispositiv Ziff. 1 des angefochtenen Urteils nicht an, 
mit welchem sie zur Zahlung von CHF 919.20 zuzüglich Zins verpflichtet worden 
sind. Die Klägerin ihrerseits lässt die teilweise Abweisung der Klage im Umfang 
von CHF 22'348.90 (eingeklagt CHF 39'661.75 minus zugesprochen CHF 
16'393.65 minus zugesprochen CHF 919.20) nebst Zins unangefochten. In diesen 
Punkten ist das Urteil der Vorinstanz mit Ablauf der Frist zur Berufungsantwort und 
Anschlussberufung rechtskräftig geworden. Zu entscheiden ist damit (einzig) über 
die der Klägerin unter dem Titel Entschädigung für nicht bezogene Ferien-, Frei- 
und Feiertage zugesprochenen CHF 16'393.65.

1.4. Der frühere Vertreter der Beklagten und heutige Präsident des Kantonsge-
richts wirkt in der ordentlichen Besetzung der zweiten Zivilkammer zwar nicht mit. 
Da er von der Klägerin mit abgelehnt worden war, erklärte er von sich aus den 
(nach Art. 47 Abs. 1 lit. b ZPO zwingenden) Ausstand. Der Ausstand der übrigen 
Mitglieder des Kantonsgerichts und der Aktuarinnen und Aktuare wurde abgelehnt 
(vorstehend, Sachverhalt lit. H). Da der heute mitwirkende Aktuar in jenes Verfah-
ren nicht einbezogen worden war, weil er erst ab Mitte August 2021 für das Kan-
tonsgericht tätig ist, stellte er der Klägerin ein gegen ihn zu stellendes weiteres 
Ausstandsgesuch anheim; darauf wurde aber verzichtet (act. D.11).

1.5. Wenn das Verfahren – wie hier – in erster Instanz der Partei- und der Dis-
positionsmaxime unterstand, stellt die Berufung keine Fortsetzung des erstinstanz-

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lichen Verfahrens dar. Sie dient vielmehr der Überprüfung des angefochtenen 
Entscheides und des Verfahrens der ersten Instanz (Art. 310 ZPO). Es obliegt den 
Parteien, geltend gemachte Mängel aufzuzeigen. Das hebt den Grundsatz nicht 
auf, dass die Gerichte und damit auch die Berufungsinstanz das Recht von Amtes 
wegen anzuwenden haben (Art. 57 ZPO). Einer Partei kann es daher nicht scha-
den, wenn sie sich auf unzutreffende Gesetzesbestimmungen beruft oder solche 
gar nicht nennt. Es obliegt ihr aber, den geltend gemachten Fehler aufzuzeigen, 
und zwar nicht nur allgemein, sondern so präzis, dass es die Berufungsinstanz 
ohne Mühe verstehen kann. Sie darf nicht einfach auf Vorbringen in erster Instanz 
verweisen, sondern muss sowohl die Passagen im angefochtenen Urteil als auch 
die angerufenen Aktenstücke genau bezeichnen (BGE 141 III 576 E. 2.3.3; 138 III 
374 E. 4.3.1). 

Diese Anforderungen sind immerhin mit Augenmass, nach Treu und Glauben (Art. 
52 ZPO) zu handhaben. Wenn der Berufung bei loyalem Bemühen zu entnehmen 
ist, was warum kritisiert werden soll, und wenn das angefochtene Urteil den Punkt 
nicht besonders eingehend abhandelt, sodass auch ohne das Bezeichnen einzel-
ner Seiten oder Absätze klar wird, was gemeint ist, lässt sich die Kritik häufig ohne 
Schwierigkeiten ("aisément", sagt das Bundesgericht) verstehen und beurteilen. 
Jedenfalls dürfen die formellen Anforderungen nicht überspannt oder überspitzt 
formalistisch angewendet werden. Im Einzelnen lässt sich das freilich nur bei der 
Diskussion konkreter Kritikpunkte beurteilen. 

1.6. In der Berufung sind neue Vorbringen mit wenigen Ausnahmen ausge-
schlossen (Art. 317 ZPO). Die Parteien müssen, um den vorstehend genannten 
Erfordernissen zu genügen, die Voraussetzungen einer der gesetzlichen Ausnah-
men begründen. Wenn sie in der Berufung tatsächliche Behauptungen vortragen, 
die nicht auf den ersten Blick etwas betreffen, wovon schon das erstinstanzliche 
Gericht ausging, werden sie als neu betrachtet, ohne dass die Berufungsinstanz 
die erstinstanzlichen Rechtsschriften und Akten darauf hin zu durchsuchen hätte, 
wo die Behauptung allenfalls schon aufgestellt worden sein könnte. 

2. Berufung in der Sache

2.1. Die Klägerin begründete und bezifferte ihre Klage mit einem Nettolohn für 
die Zeit vom 1. Januar 2015 bis zum 31. August 2016 und Kinderzulagen für die 
Monate April 2015 bis und mit August 2016 sowie mit einem Kostgeld für Juli und 
August 2016 von insgesamt CHF 56'427.00 und einer Entschädigung für nicht be-
zogene Ferien, Feier- und Freitage von CHF 27'175.75. Davon zog sie die erhal-

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tenen Zahlungen sowie Kost und Logis (zu CHF 900.00 resp. CHF 990.00) ab und 
kam so auf den eingeklagten Betrag von CHF 39'661.75 (RG act. I/2 S. 7 Rz. 9).

Die Vorinstanz geht im angefochtenen Urteil (entgegen der Bestreitung der Be-
klagten) von einer Anstellungsdauer vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2016 aus. 
Anders als die Klägerin stuft sie diese als ungelernte hauswirtschaftliche Arbeit-
nehmerin mit weniger als vier Jahren Praxis ein, was einen deutlich geringeren 
Stundenansatz zur Folge hat, als ihn die Klägerin ihrer Rechnung zugrunde legte. 
Für vier verschiedene Phasen des angenommenen Arbeitsverhältnisses errechnet 
die Vorinstanz einen offenen Anspruch der Klägerin von CHF 7'777.30. Davon 
zieht es Verrechnungspositionen der Beklagten ab, nämlich für Krankenkasse und 
eine Zahlung für den Sohn der Klägerin, zusammen CHF 6'858.10. Daraus ergibt 
sich der gutgeheissene Betrag von CHF 919.20. Vergessen ging dabei vermutlich 
eine weitere in den Erwägungen genannte Verrechnungsposition für Quellensteu-
ern von CHF 784.70 (angefochtenes Urteil S. 17, 24 und 26). Für nicht bezogene 
Ferien, Feier- und Freitage einschliesslich eines Zuschlages von 25% und unter 
nur teilweiser Anerkennung von Kompensationen errechnet die Vorinstanz zudem 
einen Anspruch der Klägerin von CHF 16'393.65 brutto (angefochtenes Urteil S. 
17 ff.). Im Mehrbetrag weist die Vorinstanz die Klage sinngemäss ab.

Die Beklagten anerkennen ihre Verpflichtung zum Zahlen von CHF 919.20 nebst 
Zins, welche das angefochtene Urteil aus Lohn und Kinderzulagen einerseits und 
verrechenbaren Gegenansprüchen der Beklagten anderseits errechnet. Hingegen 
bestreiten sie einen Anspruch der Beklagten für Ferien, Frei- und Feiertage. Vor-
weg rügen sie eine Verletzung der Dispositionsmaxime bei den abzugeltenden 
Tagen (act. A.1 S. 6) und beim Zuschlag von 25% auf dem Stundenlohn (act. A.1 
S. 7). Zu Unrecht gehe die Vorinstanz von einem maximalen Anspruch von 98 Ta-
gen aus, denn die Klägerin habe solche offenen Tage nicht ausreichend behauptet 
resp. an der entsprechenden Feststellung zu wenig mitgewirkt. Ein Zuschlag von 
25% sei von vorneherein nicht geschuldet. Die Klägerin habe während der Hospi-
talisationen von J.________ nicht arbeiten müssen, eine Reise nach E.________ 
sei ferienhalber unternommen worden, und nach dem Tod von J.________ habe 
die Klägerin allfällige offene Frei-Tage beziehen können; insbesondere stehe dem 
keine Bestimmung eines Normalarbeitsvertrages entgegen. Verkürzt zusammen-
gefasst kommen die Beklagten zum Schluss, die Klägerin habe neben 29 Tagen 
Ferien 95 freie Tage bezogen, und damit stehe ihr kein Anspruch mehr zu (act. 
A.1 passim, es ist im Einzelnen darauf zurückzukommen).

Die Klägerin trägt auf Abweisung der Berufung an. Sie rügt, die Berufung sei zu 
wenig konkret begründet, und es sei darum darauf von vorneherein nicht einzutre-

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ten. Im Übrigen bestreitet sie die Ausführungen der Beklagten sowohl in tatsächli-
cher als auch in rechtlicher Hinsicht (act. A.2).

2.2. Vorweg ist der Rahmen für die folgende Prüfung einzelner Punkte abzuste-
cken:

Die Klägerin zitiert zutreffend die Anforderungen an die Begründung einer Beru-
fung, wie sie vorstehend dargestellt worden sind (E. 1.4). Sie lässt aber bei ihrer 
Kritik an der Berufung der Beklagten ihrerseits die nötige Konkretisierung vermis-
sen: dass die Beklagten "in weiten Teilen nicht nachgewiesen haben" sollen, wo 
im angefochtenen Urteil welcher Fehler enthalten sei, lässt sich so nicht überprü-
fen. Abgesehen davon ist zu wiederholen, dass die formellen Anforderungen an 
die Berufung nicht Selbstzweck sind: wo klar wird, was die Berufung meint, und 
wenn Gegenpartei und das Berufungsgericht das ohne Mühe erkennen können, 
muss die Rüge geprüft werden und wäre ein Nichteintreten überspitzter Formalis-
mus. Ein Nichteintreten auf die ganze Berufung ist daher nicht angezeigt; im 
Rahmen der einzelnen gerügten Punkte ist freilich (auf beiden Seiten) die ausrei-
chende Konkretisierung zu prüfen.

Die Beklagten werfen der Vorinstanz eine Verletzung der Dispositions- und der 
Verhandlungsmaxime vor. Diese beiden Grundsätze sind zu unterscheiden: das 
Gericht darf einer Partei nach der so genannten Dispositionsmaxime nicht mehr 
zusprechen, als eingeklagt ist (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Das scheidet hier allerdings 
aus: die Klägerin hat rund CHF 39'600.00 eingeklagt, und zugesprochen wurde ihr 
etwas weniger als die Hälfte. Die Dispositionsmaxime ist daher nicht verletzt. Die 
Verhandlungsmaxime besagt, dass nicht das Gericht die tatsächlichen Verhältnis-
se abklärt oder erforscht, sondern dass die Parteien ihre Behauptungen zu den 
Tatsachen, auf welche sie ihre Standpunkte stützen, aufstellen und wenn nötig 
(falls bestritten) zu beweisen haben – und dafür müssen sie selber die Beweismit-
tel nennen (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Dazu kommt aber der Grundsatz der richterlichen 
Rechtsanwendung: das Gericht wendet das Recht von Amtes wegen auf die be-
haupteten/allenfalls bewiesenen tatsächlichen Verhältnisse an, und es zieht von 
Amtes wegen weitere rechtliche Schlüsse. Wenn also das Gesetz aus den dem 
Urteil zugrundeliegenden Tatsachen schliesst, damit sei zwischen den Parteien 
ein bestimmter Vertrag zustande gekommen, hat das Gericht nicht nur diesen 
Schluss nachzuvollziehen, sondern auch die im Gesetz vorgesehenen Folgerun-
gen und Konsequenzen zu ziehen. Das ist namentlich im Arbeitsrecht aktuell, wel-
ches zahlreiche Bestimmungen enthält, welche der Einflussnahme der Parteien 
entzogen sind. Es ist darauf zurück zu kommen. 

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Zutreffend weisen die Beklagten darauf hin, dass die Klägerin behaupten und falls 
erforderlich beweisen musste, in welchem Zeitraum was für ein Arbeitspensum sie 
zu leisten hatte (oder tatsächlich leistete, vgl. Art. 320 Abs. 2 OR). Daraus erge-
ben sich in Anwendung des zwingenden Rechts die gesetzlichen Ansprüche auf 
Ferien, Feier- und Freitage – so weit nicht die Arbeitnehmerin geltend macht, man 
habe sich auf weitergehende Ansprüche geeinigt, was wiederum sie zu beweisen 
hätte. Der Arbeitgeberin, hier den Beklagten, obliegt der Nachweis, es seien mehr 
freie Tage bezogen worden als von der Arbeitnehmerin anerkannt.

Nur der Vollständigkeit halber sei hier angefügt, dass Bund und Kanton im Rah-
men der ihnen von Art. 359a Abs. 1 OR eingeräumten Befugnisse und in Respek-
tierung des zwingenden Rechts gemäss Art. 361/362 OR zwei Normalarbeitsver-
träge erlassen haben, welche auf das heute streitige Arbeitsverhältnis Anwendung 
finden: der Bundesrat den NAV Hauswirtschaft, SR 221.215.329.4, der Kanton 
Graubünden den NAV für das hauswirtschaftliche Arbeitsverhältnis, BR 535.200, 
im Folgenden zitiert als NAV/GR.

2.3. Unstreitig ist, dass die Klägerin im Dienste der Mutter der Beklagten Arbeit 
leistete, und dass das ein Arbeitsverhältnis im Sinne von Art. 319 ff. OR begründe-
te. Da diese Arbeit im Wesentlichen aus hauswirtschaftlichen Leistungen bestand, 
sind die beiden soeben genannten NAV anwendbar.

2.4. Die Beklagten erachten ihre von der Vorinstanz erkannte Zahlungspflicht 
vorweg in den Beträgen von CHF 486.95 und CHF 3'668.30 als unberechtigt. Die 
Klägerin habe selber nur 98 (statt der dem angefochtenen Urteil zugrunde geleg-
ten 101) Ferien- und andere Frei-Tage geltend gemacht, und sie habe an keiner 
Stelle einen Lohn-Zuschlag für solche Tage verlangt (act. A.1 Rz. 19 ff. und 20 f.). 
Die Rüge ist nicht begründet. An dieser Stelle hat die Vorinstanz aus dem Um-
stand, dass die Klägerin in einem Arbeitsverhältnis stand, in Anwendung der
massgeblichen Vorschriften rechtliche Schlüsse gezogen. Das durfte und musste 
sie von Amtes wegen tun (Art. 57 ZPO).

2.5. Zum Ermitteln der einer Arbeitnehmerin zustehenden Ferien- und Frei-Tage 
ist vorab wesentlich, für welche konkrete Dauer der Vertrag galt. Die Vorinstanz 
nimmt als Anfang den 1. Januar 2015, wogegen die Beklagten einen Anspruch für 
Ferien- und Frei-Tage erst ab dem 1. April 2015 anerkennen (act. A.1 Rz. 32 ff.). 
Soweit ersichtlich, findet sich der 1. April 2015 nicht im Vertrag vom 6. März 2015 
– offenbar gelang es der Arbeitgeberin oder ihren Kindern erst auf dieses Datum, 
die notwendige Arbeitsbewilligung erhältlich zu machen, welche nach dem Vertrag 
den Beginn des Vertragsverhältnisses auslösen sollte (RG act. II/1).

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Die Beklagten führen an anderer Stelle aus, die Klägerin sei am 4. (und nicht wie 
die Vorinstanz annimmt am 1.) Januar 2015 zu J.________ gekommen (act. A.1 
S. 3), allerdings ohne zu erläutern, wann sie das im erstinstanzlichen Verfahren 
vortrugen. Das hätte sich auf die Berechnung des ausstehenden Grundlohnes 
auswirken können (angefochtenes Urteil S. 13 ff.), welcher allerdings nicht ange-
fochten ist. Konkrete Konsequenzen für die hier zu untersuchenden Ansprüche für 
Ferien- und Frei-Tage ziehen die Beklagten nicht. Auf diesen Punkt ist daher hier 
nicht weiter einzugehen. 

Die Beklagten stellen vorweg in den Raum, ohne es freilich konkret zu bestreiten, 
dass vor dem 1. April 2015 gar kein Arbeitsverhältnis bestanden habe (act. A.1 
Rz. 32). Das wäre nicht richtig. Nach der eigenen Darstellung der Beklagten kam 
die Klägerin anfangs Januar 2015 nach I.________, um die betagte J.________ 
zu unterstützen. Die Beklagten trugen vor, die erste Zeit habe dem "Kennenler-
nen" gedient. Sie bestreiten aber nicht die Feststellung im angefochtenen Urteil, 
dass die Klägerin Lohn erhielt, wofür J.________ einmal einen sonst unüblich ho-
hen Betrag von ihrem Konto abhob, und sie räumen ein, die Klägerin habe "im 
Haushalt mitgeholfen" (angefochtenes Urteil S. 13 f.). Die Klägerin leistete also 
Arbeit gegen Lohn, und damit entstand ein Arbeitsverhältnis (Art. 320 Abs. 2 OR) 
– auch wenn die Arbeitgeberin oder ihre Kinder es pflichtwidrig versäumten, sich 
um eine Arbeitsbewilligung für die Klägerin zu bemühen (diese Bewilligung wurde 
dann mit der falschen Angabe erhältlich gemacht, die Arbeitnehmerin sei am 12. 
März 2015 in die Schweiz eingereist: RG act. III/4, von den Beklagten selber ein-
gereicht). Die erste Zeit mag durchaus dem "Kennenlernen" gedient haben, wie 
sich die Beklagten ausdrücken; das wäre der typische Zweck einer Probezeit ge-
wesen, während welcher das Arbeitsverhältnis aber bereits besteht (Art. 335b 
OR). Die Beklagten berufen sich darauf, die Klägerin habe schon in den Monaten 
Januar bis und mit März 2015 freie Tage bezogen (act. A.1 Rz. 33 f.); das wäre als 
Argument nicht verständlich, wenn nicht bereits ein Arbeitsverhältnis bestand. 
Endlich tragen sie vor, der Arbeitsvertrag vom 6. März 2015 (mit der Angabe 
"Tätigkeit: Haushaltshilfe" und einem Pensum von 35 Stunden pro Woche) habe 
"letztlich die Verhältnisse wiedergegeben […], welche damals in den Wochen nach 
der Bekanntschaft herrschten" (act. A.1 Rz. 34). In der Einleitung zur Berufung 
behaupten sie zwar, die Klägerin habe zuerst lediglich "drei bis vier Stunden täg-
lich" gearbeitet (act. A.1 Rz. 5); wann sie das der Vorinstanz vortrugen, erläutern 
sie aber nicht, und daher ist darauf nicht einzugehen (Art. 317 Abs. 1 ZPO; vgl. 
vorstehend E. 1.6). Der Bestand des Arbeitsverhältnisses schon vor der formellen 
Geltung des Vertrages vom 6. März 2015 ist erstellt.

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Dass das Arbeitsverhältnis bis Ende August 2016 dauerte, ist zwischen den Par-
teien nicht streitig.

2.6. Damit ist in einem ersten Schritt der Anspruch der Klägerin auf wöchentlich 
freie Tage, auf Ferien und auf Festtage zu ermitteln. 

Die Vorinstanz ermittelt einen Ferienanspruch der Klägerin von 33 1/3 Tagen (an-
gefochtenes Urteil S. 17 f.). Dagegen wenden die Beklagten ein, das Arbeitsver-
hältnis habe erst am 1. April 2015 begonnen. Nach dem soeben Ausgeführten ist 
das nicht richtig. Die Beklagten machen ferner wie bereits erwähnt geltend, die 
Klägerin sei erst am 4. Januar 2015 in die Schweiz gekommen, und vom 5. bis 
zum 10. Januar 2015 sei J.________ wegen eines Schwächeanfalles hospitalisiert 
gewesen. Wie sich die Differenz von drei Kalendertagen anfangs Januar auf die 
Berechnung des Ferienanspruches auswirke, erläutern die Beklagten nicht, und 
sie kommen insoweit ihrer Obliegenheit zum Spezifizieren der Berufung nicht 
nach. Die Auswirkungen der genannten ersten und allenfalls weiterer Hospitalisa-
tionen sind nachfolgend zu erörtern (E. 2.7).

Bei den Feiertagen rechnet die Vorinstanz den 1. Januar 2015 nicht an, da die 
Klägerin damals noch gar nicht in der Schweiz war, ebenso die Ostermontage 
2015 und 2016, welche J.________ unstreitig bei einem Sohn verbracht habe. Sie 
kommt auf einen Anspruch für 5 nicht bezogene Feiertage (angefochtenes Urteil 
S. 18 f.; dabei werden der ganze Anspruch und die nicht bezogenen Tage in ei-
nem Schritt ermittelt). Die Beklagten wenden soweit ersichtlich gegen diese Be-
rechnung nichts ein (act. A.1 Rz. 28, mit Auflistung der konkreten Daten, und Rz. 
30). Ob die Klägerin diese Tage bezogen hat, ist gesondert zu prüfen.

Zum Anspruch auf freie Tage argumentierte die Klägerin laut dem angefochtenen 
Urteil zum Teil widersprüchlich und unrichtig. So habe sie anfänglich geltend ge-
macht, es stehe ihr ein freier Tag pro Woche zu (in der Regel der Sonntag), zu-
sätzlich ein halber Tag pro Woche und wegen des Pensums von nur 80% ein wei-
terer Tag. Das war offenkundig irrtümlich: laut Vertrag schuldete die Klägerin ihre 
Leistung an den Wochentagen (RG act. II/1: Pensum 35 pro Woche, "jeweils Mon-
tag bis Freitag") und hatte sie somit samstags und sonntags frei: zwei Tage, und 
nicht zweieinhalb. Die Vorinstanz rechnet für 2015 mit 52, für 2016 mit 16 Wo-
chen, wovon die Klägerin im Jahr 2015 vier Wochen Ferien hatte. Daraus ermittelt 
sie einen Anspruch auf insgesamt 128 freie Tage. Auch hier zieht sie ab, was die 
Klägerin als bezogen anerkannte: einen halben Tag pro Woche. Damit bleibt in 
dieser Rechnung ein Anspruch auf 128 x 3/4 = 96 Tage. – Die Beklagten verwei-
sen bei diesem Punkt darauf, dass die Klägerin zunächst einen Anspruch von 

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zweieinhalb Tagen pro Woche geltend machte, und "offensichtlich die Beweislast-
regel ausnützen" wollte. Ein Zeugnis von Dr. K.________ stelle einen "nicht strikt 
geregelten, aber einigermassen genügenden Freizeitausgleich" der Klägerin fest, 
und eine Dauerbetreuung, wie sie die Klägerin behaupte, sei nicht erfolgt. 
J.________ sei in der Lage gewesen, ihr Leben zu meistern, und sie habe ja auch 
mit der Klägerin eine Reise nach E.________ unternommen. Während des Ar-
beitsverhältnisses habe sich die Klägerin nie über ungenügende Freizeit beklagt. 
Im Oktober 2015 habe sie ihren kleinen Sohn zu sich nachkommen lassen, und 
eine Zeugin habe zum Ausdruck gebracht, dass die Klägerin sich von da an weni-
ger um ihre Arbeitgeberin gekümmert habe (act. A.1 Rz. 37 ff.). – Auch das gehört 
in den nächsten Abschnitt: ob die Klägerin die ihr zustehenden freien Tage bezo-
gen hat. 

2.7. Nach den soeben angestellten Erwägungen hatte die Klägerin einen An-
spruch auf freie Tage wie folgt: für Ferien 33 1/3 Tage abzüglich den anerkannten 
Bezug von 29 Tagen (angefochtenes Urteil S. 17), also 4 1/3 Tage. Unter dem 
Titel Feiertage 5 Tage (bezogene Tage bereits abgezogen), und unter dem Titel 
wöchentliche Frei-Tage 96 Tage (auch hier der anerkannte halbe Tag pro Woche 
bereits abgezogen). Zusammen sind das 105 1/3 Tage. Die Beklagten machen 
geltend, die Klägerin habe davon 95 Tage bezogen (act. A.1 Rz. 58 in Zusammen-
fassung der Rz. 46 ff.).

Vorweg ist zu klären, wer die Beweislast für den Bezug von freien Tagen trägt. 
Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 ZGB ist es die Arbeitgeberin, da sie einen 
rechtsaufhebenden Umstand wie etwa die Tilgung einer Geldschuld behauptet 
(BGE 128 III 271). Das anerkennen die Beklagten auch (act. A.1 Rz. 24). Aller-
dings machen sie geltend, die Klägerin habe wider besseres Wissen behauptet, 
die entsprechenden Tage nicht bezogen zu haben, und treuwidrig an der Feststel-
lung des Sachverhaltes nicht mitgewirkt. Es gebe "keine einzige Urkunde, welche 
die klägerische Sachverhaltsbehauptung stützt". Und die Vorinstanz habe willkür-
lich die Unterlagen zu den Hospitalisationen der Arbeitgeberin und zu den Ferien-
reisen nach E.________ nicht beachtet.

Dass eine nicht beweisbelastete Partei "keine einzige Urkunde" anruft, um einen 
allfälligen Beweis des Beweisbelasteten zu erschüttern, ist fürs Erste vielleicht an-
gesichts der geltenden Eventualmaxime (wonach man die Beweise nicht nur für 
das eigene Klagefundament, sondern auch für eventuelle andere Behauptungen 
und allfällige Gegenbeweise im Schriftenwechsel abschliessend nennen muss) 
nicht besonders vorsichtig, aber weder auffällig und schon gar nicht treuwidrig. 
Das Bundesgericht hat im bereits zitierten Urteil ausgeführt: "Bundesrecht steht 

12 / 22

[…] der analogen Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR grundsätzlich nicht entgegen. 
Eine Herabsetzung des Beweismasses setzt indessen – entsprechend der Lehre 
und Rechtsprechung zu dieser Bestimmung – voraus, dass ein strikter Beweis 
nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Die Herabsetzung 
des Beweismasses darf im Ergebnis nicht zu einer Umkehr der Beweislast führen. 
Die beweispflichtige Partei hat alle Umstände, die für die Verwirklichung des be-
haupteten Sachverhalts sprechen, soweit möglich und zumutbar zu behaupten 
und zu beweisen" (dazu ergänzend auch BGer 4C.307/2006 v. 26.3.2007). Die 
Beklagten können im vorliegenden Fall nicht erstellen, der strikte Beweis sei nach 
der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar. Richtig ist, dass die ver-
storbene Arbeitgeberin nicht mehr befragt werden kann. Vom Zeugnis der alten 
Dame wären freilich überzeugende Beweise zur Arbeit der Klägerin an ganz be-
stimmten Tagen kaum zu erwarten gewesen. Die Arbeitgeberin hätte vielmehr 
während des Arbeitsverhältnisses wenn auch rudimentäre Aufzeichnungen zu den 
freien Tagen der Klägerin führen können, und das wäre möglich und zumutbar 
gewesen. Sollte sie dazu nicht mehr in der Lage gewesen sein (wofür der nach-
stehend zu diskutierende Bericht ihres Hausarztes an sich ein Indiz gibt, die Be-
klagten allerdings bestreiten mit der Behauptung, ihre Mutter sei keineswegs de-
ment gewesen), wäre es die Aufgabe der Familie, konkret der heutigen Beklagten, 
gewesen, dafür zu sorgen, und könnte das nicht zu Lasten der Klägerin gehen. 
Die Beklagten scheinen anzunehmen, es sei die Klägerin, welche detaillierte An-
gaben zu bezogenen freien Tagen hätte machen müssen, und wenn sie das nicht 
getan habe, müsse das zu ihrem Nachteil gewürdigt werden. Diese analoge An-
wendung von Art. 164 ZPO ist aber nicht statthaft, umso weniger, als die Beklag-
ten nicht konkret ausführen, wo und wie die Klägerin ihre Mitwirkung im Verfahren 
unberechtigt verweigert haben soll. Dass die Klägerin bei der Frage des Bezugs 
von freien Tagen im Vertrauen auf die Beweislast der Beklagten offenbar passiv 
blieb, war nicht treuwidrig, schon gar nicht "offenbar", wie es Art. 2 Abs. 2 ZGB 
voraussetzt. Vielmehr liefe die Auffassung der Beklagten auf die Umkehrung der 
Beweislast hinaus, welche das Bundesgericht ausdrücklich ablehnt.

Unter diesen Voraussetzungen vermögen die Vorbringen der Beklagten in der Be-
rufung nicht zu überzeugen, und schon gar nicht erbringen sie den nötigen Be-
weis: Der von den Beklagten zitierte Dr. K.________, langjähriger Hausarzt von 
J.________, sprach wohl von einem "nicht strikt geregelten, aber soweit ich erse-
hen kann, einigermassen genügenden Freizeitausgleich" der Klägerin. Auf konkre-
te freie Tage lässt sich das allerdings nicht beziehen, und einen näheren Einblick 
in den Alltag der beiden Frauen hatte der Arzt kaum – jedenfalls ergibt sich das 
nicht aus seinem Bericht. Und Dr. K.________ beschrieb die Betreuung seiner 

13 / 22

Patientin wegen deren "unberechenbaren und unkontrollierten Verhaltens" mit "ru-
heloser Nachtaktivität" als ausserordentlich aufwendig, kräftezehrend und nerven-
aufreibend. Die Klägerin sei wohl ab Februar 2016 dadurch etwas entlastet wor-
den, dass J.________ jeweils mittwochs in einer Tagesklinik betreut worden sei; 
das habe als Frei-Tag gegolten, sei aber nach dem Eindruck des Arztes "oft die 
einzige Möglichkeit gewesen, in der Wohnung Ordnung zu schaffen" (RG act. 
VI/2). Diese Auskunft spricht keinesfalls dafür, dass die Klägerin treuwidrig und 
wider besseres Wissen fehlende freie Tage geltend macht, wie die Beklagten ihr 
vorwerfen. Richtig ist, dass sich die Zeugin L.________, auf welche sich die Be-
klagten berufen, daran erinnerte, die Klägerin habe sich nach dem Nachzug ihres 
kleinen Sohnes intensiv um diesen gekümmert. Dass J.________ deswegen zu 
wenig Aufmerksamkeit erhielt, oder jedenfalls weniger, als ihr die Klägerin in den 
wöchentlich vereinbarten 35 Stunden schuldete, ist daraus nicht abzuleiten. Be-
sonders weil die Zeugin auch sagte, dass J.________ eigentlich von einer ge-
schulten Pflegekraft hätte betreut werden sollen und ihr Verhalten mitunter zu 
Problemen führte: "Vielleicht wäre die Situation auch weniger angespannt gewe-
sen, wenn D._____ ein bis eineinhalb Tage pro Woche frei gehabt hätte" (RG act. 
V/4). Auch das spricht keinesfalls für die Behauptungen der Beklagten, sondern 
würde, käme es darauf an, den Standpunkt der Klägerin stützen. Diese in der Be-
rufung nicht erwähnte Aussage der von den Beklagten zitierten Zeugin ist wohl für 
konkrete einzelne Tage nicht aussagekräftig. Indirekt enthält sie aber den Ein-
druck der Zeugin, die Klägerin habe nicht einmal einen ganzen Tag pro Woche frei 
gehabt. Das ist übrigens aus einem anderen Grund plausibel: nach dem Arbeits-
zeugnis des Beklagten A._____ hatte die Klägerin J.________ für "alle alltäglichen 
Dinge" zu betreuen, namentlich zu kochen, die Körperpflege der alten Dame und 
die korrekte und pünktliche Einnahme der Medikamente sicherzustellen (RG act. 
II/12). Das sind Aufgaben, welche sich offenkundig nicht auf die Werktage von 
Montag bis Freitag beschränken lassen – und die Beklagten behaupten nicht, an 
den Wochenenden habe eine andere Person die Pflichten der Klägerin übernom-
men. Auch die Bemerkung des Hausarztes, seine Patientin habe sich durch eine 
"ruhelose Nachtaktivität" ausgezeichnet, spricht dafür, dass die Klägerin ihrer 
Schutzbefohlenen (wesentlich) mehr als an den vertraglichen und bezahlten Zei-
ten "Montag bis Freitag von 10.00 bis 14.00 und von 17.00 bis 20.00" zur Verfü-
gung zu stehen hatte. Für einen Beweis der Beklagten zu (nicht konkret aufgestell-
ten) Behauptungen, die Klägerin habe mehr freie Tage bezogen als anerkannt, 
geben diese von den Beklagten angerufenen Personen nichts her.

14 / 22

Eine andere Frage ist es, ob die Klägerin immer dann freie Tage bezog, wenn 
J.________ hospitalisiert war, und während gemeinsamer Ferien von Arbeitgebe-
rin und Arbeitnehmerin in E.________. 

Für die gemeinsamen Ferien trifft es nicht zu. In dem soeben zitierten, vom Be-
klagten A._____ verfassten Arbeitszeugnis wird der Klägerin bescheinigt, sie habe 
J.________ "in allen alltäglichen Dingen" betreut, gekocht, gewaschen und alle 
sonstigen Aufgaben im Haushalt erledigt, die Körperpflege ihrer Arbeitgeberin si-
chergestellt, ebenso das korrekte und pünktliche Einnehmen von Medikamenten 
(RG act. II/12). Die Klägerin leistete also eine sehr weit gehende Betreuung im 
Alltag, und das ist während einer Ferienreise im Wesentlichen nicht weniger nötig 
als zu Hause – im Gegenteil sind die Umstände für solche Dienste ausserhalb der 
gewohnten Umgebung bekanntermassen eher erschwerend. Dass die Klägerin 
Freude daran gehabt haben mag, in ihre Heimat reisen zu können, und dass sich 
auch J.________ gemäss den von den Beklagten eingelegten Fotos offenbar wohl 
fühlte (RG act. III/16-19), ändert nichts daran, dass die Klägerin ihre Pflichten wei-
terhin erfüllen musste. Das hat die Vorinstanz knapp, aber ausreichend erwogen 
(angefochtenes Urteil S. 18, vor Ziff. 5). Jedenfalls ist es nicht gerechtfertigt, sol-
che gemeinsamen Reisen von Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin der letzteren als 
freie Tage anzurechnen. 

2.8. J.________ starb am 27. Mai 2016, und das Arbeitsverhältnis wurde von 
den Erben auf Ende August 2016 gekündigt. Der Lohn für diese Zeit ist nicht mehr 
Gegenstand des Verfahrens, und es ist auch unbestritten, dass die Klägerin ihre 
arbeitsvertraglichen Aufgaben nicht mehr zu erfüllen hatte. Die Konsequenzen 
daraus sind zu diskutieren.

Vorweg ist allerdings zu klären, wann im Laufe des Arbeitsverhältnisses 
J.________ hospitalisiert war. In der Berufung sprechen die Beklagten von fünf 
Hospitalisationen: "nebst den Tagen im Januar 2015 […] 28.06.2015-30.06.2015, 
05.04.2016-12.04.2016, 05.05.2016-11.05.2016, und 13.05.2016-24.05.2016", 
und sie berufen sich auf eine Zusammenstellung "beklagtische Beilage 2", eine 
Bestätigung von Dr. K.________ (act. A.1 Rz. 48). Die Klägerin bestreitet diese 
Daten nicht, und damit stimmt überein, dass das angefochtene Urteil ausführt, die 
Beklagten beriefen sich in diesem Zusammenhang auf dreissig Spital-Tage – ohne 
die Tage im Januar, da sie bekanntlich auf dem Standpunkt stehen, damals habe 
noch gar kein Vertrag bestanden. Dazu kommen drei Tage Aufenthalt im Pflege-
heim in Landquart (von den Beklagten in der erwähnten Liste nicht aufgeführt, act. 
A.1 Rz. 50, aber unter Verweis auf RG act. III/7 und damit zulässig geltend ge-
macht). Mit dem Spitalaufenthalt vom 5. bis und mit 9. Januar 2015 (von den Be-

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klagten in der Berufung nur beiläufig erwähnt, aber im angefochtenen Urteil fest-
gestellt) war J.________ also an insgesamt 38 Tagen hospitalisiert resp. (am En-
de) offenbar in palliativer Pflege. – Die Klägerin lässt in der Berufung geltend ma-
chen, sie habe J.________ jeden Tag im Spital besucht und sie unterstützt, indem 
sie ihr etwa das Essen eingegeben habe (act. A.1 Rz. 11.1 am Ende). Sie führt 
indessen nicht aus, wo sie das schon in erster Instanz behauptete, das ist auch 
nicht ohne Weiteres ersichtlich, und die Behauptung muss daher als neu gelten 
und unbeachtet bleiben (vorstehend E. 1.6).

In erster Linie stellt sich die Frage, ob die Klägerin während der Abwesenheiten 
von J.________ Ferien bezog. Der Arbeitgeber bestimmt den Zeitpunkt des Feri-
enbezuges (Art. 329c Abs. 2 OR). Die Beklagten behaupten aber nicht, 
J.________ (welche nach Darstellung der Beklagten dazu hätte in der Lage sein 
müssen) oder sie selbst hätten das getan. Sie machen auch keine näheren Aus-
führungen über den Grund der Hospitalisationen. Damit kann nicht angenommen 
werden, die Abwesenheit der zu Betreuenden habe jeweils für eine gewisse Dauer 
festgestanden – was der Klägerin erlaubt hätte, über diese Tage zu disponieren, 
was wiederum nach Treu und Glauben (Art. 2 Abs. 2 ZGB) dazu führen könnte, 
jedenfalls einen Teil der Zeit als Ferien zu werten. Nach dem bereits mehrfach 
zitierten Bericht von Dr. K.________ war mindestens die erste Zeit der Abwesen-
heit der Betreuten ohnehin nötig, damit die Klägerin in der Wohnung einmal etwas 
gründlicher aufräumen konnte. Und wenn sie nicht wusste, wie lange J.________ 
weg sein würde, konnte sie nicht frei disponieren und hatte sie sich jederzeit zur 
Verfügung zu halten, um ihre Arbeit wiederaufzunehmen. Die Zeiten der Hospitali-
sationen sind daher nicht an die Ferien und andere freie Tage anzurechnen.

Eine andere Frage ist es, ob sich die Klägerin die Zeit vom Tod J.________ bis 
Ende August zur Kompensation nicht bezogener Ferien und freier Tage anrech-
nen lassen muss. Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Klägerin in dieser Zeit 
die Möglichkeit zum Kompensieren "gewisser Ausstände" hatte und rechnet ihr die 
offenen 4 1/3 Ferientage an. Hingegen könne Überzeit nur mit Einverständnis der 
Arbeitnehmerin durch freie Zeit kompensiert werden, und ein solches Einver-
ständnis liege nicht vor. Die Vorinstanz spricht der Klägerin daher den Lohn für 
101 Tage zu (angefochtenes Urteil S. 22). Die Beklagten wenden dagegen ein, die 
Klägerin habe nach dem Tod von J.________ und bis zur Beendigung des Ar-
beitsverhältnisses nach Abzug vertraglich freier Tage während insgesamt 49 Ta-
gen nicht arbeiten müssen (act. A.1 Rz. 55 ff.). Der Normalarbeitsvertrag sei nicht 
einschlägig, da es keine Überstunden zu kompensieren gebe, und eine Entschä-
digung für Überzeit sei nie Gegenstand der Klage gewesen. Aus dem Umstand, 

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dass freie Tage nicht eingehalten wurden, folge durchaus nicht, dass die Arbeit-
nehmerin insgesamt mehr gearbeitet habe als vertraglich geschuldet. Die Abgel-
tung von freier Zeit in Geld sei ohnehin nur möglich, wenn ein realer Bezug nicht 
möglich sei – und dieser reale Bezug sei der Klägerin eben im Sommer 2016 mög-
lich gewesen. Einer Zustimmung habe es dafür nicht bedurft. Endlich habe das 
Arbeitsverhältnis mit dem Tod der zu betreuenden Person geendet, und die Kläge-
rin habe höchstens noch Anspruch auf Ersatz für einen allfälligen Schaden aus 
der sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses gehabt. Wenn sie die Kom-
pensation ausstehender freier Tage verweigere, sei das rechtsmissbräuchlich (act. 
A.1 Rz. 60 ff.). – Die Klägerin lässt das nicht gelten. Sie habe auch nach dem Tod 
von J.________ gearbeitet, so etwa die Wäsche des Beklagten A._____ gewa-
schen und gebügelt. Die Beklagten hätten keine Ferien angeordnet, und darum 
seien solche auch nicht zu berücksichtigen (act. A.2 Rz. 11.2).

Vorweg ist klarzustellen, welche Periode für das Kompensieren in Frage kommt. 
Mit dem Tod von J.________ endete entgegen der Auffassung im angefochtenen 
Urteil das Arbeitsverhältnis (Wolfgang Portmann/Roger Rudolph, in Lüchin-
ger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar zum OR, Band I, 7. Aufl., Basel 2019, N 2 zu 
Art. 338a OR). Die Klägerin hatte aber Anspruch auf Ersatz der aus der sofortigen 
Beendigung des Vertrages entstehenden Nachteile, insbesondere dem Wegfall 
der Kündigungsfrist (Art. 338a Abs. 2 OR). Dem entspricht, dass die Beklagten 
den Vertrag "im Juni" (ohne Angabe eines Datums, offenbar mündlich) unter Ein-
haltung der Kündigungsfrist von zwei Monaten auf "August" – offenbar gemeint 
nach Auffassung beider Parteien: Ende August – kündigten (RG act. II/3). Die Klä-
gerin erhielt in dieser Zeit unstreitig den vereinbarten Lohn. Auch wenn formell 
kein Vertrag mehr bestand, muss die Kompensation von nicht gewährten freien 
Tagen in dieser Periode möglich sein, falls die übrigen Voraussetzungen dafür 
erfüllt sind.

Die Beklagten stellen in Frage, dass die Klägerin tatsächlich mehr (gemeint offen-
bar: in Stunden) gearbeitet habe als geschuldet. Dazu hat sich die Vorinstanz 
nicht ausdrücklich ausgesprochen, und es ist grundsätzlich nicht ohne Weiteres 
klar: Wenn die Klägerin etwa statt (werk-)täglich je sieben Stunden am einen Tag 
beispielsweise sechs und an einem anderen acht gearbeitet hätte, gäbe es nach 
Treu und Glauben nichts zu kompensieren, auch wenn sie theoretisch am ersten 
Tag den ganzen Lohn zugut hätte (Art. 324 OR) und am zweiten im Sinne von Art. 
321c OR eine Mehrleistung erbrachte. Hier geht es allerdings nicht darum, son-
dern um zusätzliche Arbeit am Wochenende. Auch dafür könnte man argumentie-
ren (auch wenn es die Beklagten konkret nicht so behaupten), ob die vertraglich 

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geschuldete Zeit von 35 Stunden von Montag bis Freitag zu je sieben Stunden 
oder von Montag bis Sonntag zu je fünf Stunden geleistet werde, sei unerheblich. 
Es verletzte allerdings zunächst den privatrechtlichen Vertrag, nach welchem die 
Klägerin am Wochenende gänzlich frei war. Es verletzte den Normalarbeitsver-
trag, nach welchem pro Woche ein (ganzer) freier Tag zu gewähren ist, und es 
verletzte die Fürsorgepflicht der Arbeitgeberin (Art. 328 OR), weil regelmässige 
freie Tage für die körperliche und seelische Gesundheit der Arbeitnehmerin wich-
tig sind. Zudem haben die Beklagten nicht bestritten, dass die Klägerin ihre Pflicht, 
von Montag bis Freitag sieben Stunden zu arbeiten, auch erfüllte. Arbeit am Wo-
chenende war also Überstunden-Arbeit im Sinne von Art. 321c OR.

Wie viele Stunden die Klägerin an den Wochenenden für J.________ arbeitete, 
steht damit noch nicht fest. Auszugehen ist davon, dass die Pflichten der Klägerin 
als "Haushalthilfe" (so im schriftlichen Vertrag), und wie sie im Arbeitszeugnis (RG 
act. II/12) konkretisiert wurden, täglich sieben Stunden in Anspruch nahmen. Die 
Klägerin behauptet, sie habe darüber hinaus "7 x 24 Stunden" gearbeitet. Weil es 
darauf nicht ankommt, muss das nicht näher abgeklärt werden. Immerhin rechtfer-
tigt sich der Hinweis, dass die Betreuung von J.________ in allen alltäglichen Din-
gen (so der erste Absatz der erbrachten Leistungen gemäss dem Arbeitszeugnis) 
nicht nur konkrete Handreichungen und Unterstützungen, sondern auch das Zur-
Verfügung-Stehen bedeutet. Kochen, waschen und alle sonstigen Haushaltaufga-
ben fallen am Wochenende ebenso an wie unter der Woche, ebenso die vertrag-
lich geschuldete Körperpflege und das Sicherstellen der korrekten und pünktlichen 
Einnahme von Medikamenten. Einkaufen wird nur am Samstag möglich gewesen 
sein, das Begleiten bei Arztbesuchen weder am Samstag noch am Sonntag. Hin-
gegen pflegen soziale Kontakte auch von älteren Menschen, die nicht mehr in ei-
nem Arbeitsprozess stehen, am Wochenende vermehrt wahrgenommen zu wer-
den, was unter diesem Titel eher eine Mehrbelastung der Klägerin bedeutete. Re-
gelmässige Spaziergänge und Ausflüge mit Zug und Bus sind nicht auf die Zeit 
von Montag bis Freitag beschränkt. Es ist also anzunehmen, dass die Klägerin am 
Wochenende nicht weniger leistete als unter der Woche. Es kommt hinzu, dass 
die Zeugin L.________ aussagte, die Klägerin sei "praktisch immer" bei 
J.________ gewesen und nur "ab und zu" weggegangen, um ein bisschen Ab-
stand zu haben. Während dieser Zeiten hätten sie (die Zeugin) und ihr Mann nach 
der alten Frau gesehen, welche "nichts" mehr selbständig habe machen können, 
weder den Haushalt führen noch auch nur auf die Toilette gehen (RG act. V/3). 
Stellt man noch die Angabe des Hausarztes in Rechnung, wonach J.________ ab 
Januar 2015 dringend einer "Dauerbetreuung über 24h" bedurfte, keinen geregel-
ten Schlaf mehr kannte und gegenteils sogar des nachts "ruhelos aktiv" war (RG 

18 / 22

act. VI/6), steht fest, dass die Klägerin an Samstagen und Sonntagen jedenfalls 
nicht weniger als die für einen "normalen" Arbeitstag vereinbarten sieben Stunden 
arbeitete. Ob die Arbeitgeberin und/oder ihre Familie diese Mehrarbeit ausdrück-
lich verlangten oder ob sie schlicht notwendig war, ist unerheblich (Port-
mann/Rudolph, a.a.O., N 7 ff zu Art. N 321c OR).

Überzeit kann nur im Einverständnis mit der Arbeitgeberin und muss nach Gesetz 
und Normalarbeitsvertrag durch Freizeit von "mindestens gleicher Dauer" ausge-
glichen werden. Zum zweiten Punkt drängt sich die Überlegung auf, dass ange-
sichts der offenkundigen Überbeanspruchung der Klägerin gegenüber dem Ver-
trag und dem im Verhältnis dazu bescheidenen Lohn aus rechtlichen Gründen ein 
Ausgleich von mehr als 1:1 sehr wohl denkbar und vertretbar wäre (so lange der 
Klägerin nicht mehr zugesprochen wird als sie verlangt: Art. 58 Abs. 1 ZPO). Das 
kann hier noch offenbleiben. Nach Art. 321c OR ist die Kompensation möglich "in-
nert eines angemessenen Zeitraumes". Der Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft 
für Graubünden verkürzt diese Frist allerdings auf höchstens drei Monate (Art. 4 
Abs. 3 in der zum hier massgeblichen Zeitpunkt geltenden Fassung, heute ist es 
Art. 5 Abs. 3), was den Beklagten entgangen zu sein scheint. Das bedeutet, dass 
sich die Beklagten auf eine Kompensation vor vornherein nur berufen können, als 
sie Überzeit in den Monaten März bis Mai 2016 betrifft. Aus den Akten ergeben 
sich keine Angaben dazu, wann die Klägerin ihren durchschnittlich halben freien 
Tag pro Woche oder Wochenende bezog, und die Beklagten stellen dazu jeden-
falls in der Berufung keine Behauptungen auf. Nimmt man an, dass sich die bezo-
genen halben resp. die mehr geleisteten eineinhalb Tage pro Woche gleichmässig 
auf das Arbeitsverhältnis verteilten, entfallen von den offenen 101 Tagen deren 
knapp 18 auf die kritischen drei Monate. Darauf kommt es allerdings nicht an. 
Während Ferien grundsätzlich in Natura zu gewähren sind, ist Grundsatz des 
Ausgleichs von Überzeit im Sinne von Art. 321c OR die Zahlung in Geld (so ins-
besondere Art. 4 Abs. 3 NAV/GR). Für die Kompensation mit freien Tagen bedarf 
es der Zustimmung der Arbeitnehmerin zu einem entsprechenden Angebot der 
Arbeitgeber-Seite (BGE 123 III 84 mit Verweisungen; Ullin Streiff/Adrian von Kae-
nel/Roger Rudolph, Arbeitsvertrag, 7. Aufl., Zürich 2012, N 11 zu Art. 321c OR – 
beides allerdings zum Bundesrecht und nicht zum hier anwendbaren kantonalen 
NAV). Die Beklagten machen nicht geltend, dass sie der Klägerin die Kompensati-
on der Überzeit vorschlugen. – Wie erwähnt sind Ferien anders als Mehr-Zeit 
grundsätzlich in Natura zu beziehen, und hier bestimmt der Arbeitgeber unter Vor-
behalt der geschuldeten Rücksichtnahme auf die Arbeitnehmerin den Zeitpunkt 
(Art. 12 Abs. 1 NAV/GR). Die Beklagten tragen nicht vor, wann und für welche Zeit 

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sie der Klägerin den Nachbezug der offenen Ferientage vorschlugen oder das an-
ordneten.

Die Praxis zum Bundesrecht (Art. 321c und 329c OR) hat erkannt, dass der Wi-
derstand einer freigestellten Arbeitnehmerin gegen den Wunsch oder die Anord-
nung einer Kompensation während der Dauer der Freistellung rechtsmissbräuch-
lich sein kann (grundlegend dazu BGE 128 III 271, vgl. auch Streiff/von Kae-
nel/Rudolph, a.a.O.). Insbesondere bei einer langen Freistellung kann es stossend 
sein, wenn die Arbeitnehmerin sich gegen die Kompensation von verhältnismässig 
wenigen Tagen (als Faustregel der Praxis gilt ein Drittel der Freistellungszeit) 
wehrt, weil sie das mit legitimen Interessen etwa der Stellensuche nicht ausrei-
chend begründen kann. Diese Rechtsprechung ist allerdings auf die heute zu be-
urteilenden Verhältnisse nicht übertragbar. In erster Linie fehlt es an der Voraus-
setzung der Freistellung. Wohl war die Situation nach dem Tod von J.________ 
einer Freistellung der Klägerin ähnlich. Die Beklagten vermögen aber nicht anzu-
geben, wann und wie sie der Klägerin ausdrücklich oder ausreichend klar konklu-
dent mitteilten, sie sei jetzt von jeder Arbeitsleistung befreit: gegenteils besteht ihr 
einziger Beleg für die Kündigung per Ende August aus den vagen Angaben im 
Formular für die Arbeitslosen-Versicherung: "Auflösung des Arbeitsverhältnisses: 
Wer hat gekündigt? Arbeitgeber. Wann? Juni 16. Auf welchen Zeitpunkt? Aug. 16" 
(RG act. II/3). Auch wenn die Behauptung der Klägerin in der Berufungsantwort 
verspätet und darum unbeachtlich ist, sie habe dem in I.________ im selben Haus 
wohnenden Beklagten A._____ noch die Wäsche besorgen müssen, wäre eine 
Anordnung dafür oder für andere hauswirtschaftliche Leistungen jederzeit denk-
bar, naheliegend und für die Klägerin als nach wie vor entlöhnte Arbeitskraft ver-
bindlich gewesen. Es kommt dazu, dass das gegen den Willen der Betroffenen 
angeordnete Anrechnen von Kompensations-Tagen am Ende des Arbeitsverhält-
nisses eine Anwendung von Art. 2 Abs. 2 ZGB darstellt: dass also der Widerstand 
der Arbeitnehmerin "offenbar rechtsmissbräuchlich" sein muss. Dafür bedarf es 
einer Betrachtung des ganzen Vertragsverhältnisses. Im vorliegenden Fall kann 
nicht übersehen werden, dass der Beginn und die Ausgestaltung des Arbeitsver-
hältnisses von Arbeitgeber-Seite her problematisch waren. Die Klägerin wurde 
während dreier Monate beschäftigt, ohne dass eine Arbeitsbewilligung vorlag. Der 
"Beginn" des Arbeitsverhältnisses wurde dann in Verletzung von Art. 320 Abs. 2 
OR nach bereits mehrmonatiger Arbeit auf den Zeitpunkt der Erteilung der Bewilli-
gung hinausgeschoben (RG act. II/1), was nur bedeuten kann, dass die Klägerin 
während der ersten Phase ihrer Tätigkeit weder bei der AHV noch für Krankheit 
und Unfall versichert war (in der Tat weist der von den Beklagten vorgelegte Beleg 
für die erste Zahlung von Prämien der Krankenkasse den 1. März 2015 als Beginn 

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der Versicherung aus: RG act. 3/10 zweites Blatt; gegenüber dem Amt für Migrati-
on wurde als Einreisedatum falsch der 12. März 2015 angegeben: RG act. III/4). 
Wie nun feststeht, war die entlöhnte Zeit von 35 Stunden pro Woche nicht 
annähernd ausreichend für das Pensum, welches die Klägerin zu leisten hatte. 
Von Arbeitgeber-Seite musste das spätestens beim Formulieren des ersten 
schriftlichen Vertrages am 6. März 2015 erkannt worden sein, es wurde diesem 
Umstand aber nicht durch eine Erhöhung des Pensums Rechnung getragen. Die 
Zeugin L.________ gab zu Protokoll, dass die Klägerin mitunter überfordert war, 
weil sie im Grunde (auch) Aufgaben einer ausgebildeten Pflegekraft erfüllte – eine 
solche wäre aber wesentlich teurer gewesen. Bei der Verlängerung des Arbeits-
verhältnisses über die zunächst feste Dauer bis Ende Februar 2016 hinaus stellt 
sich die Frage nach einer treuwidrigen Umgehung der Kündigungsbestimmungen 
durch eine im so genannten Kettenarbeitsverhältnis sachlich nicht zu rechtferti-
gende und damit unzulässige neue "Probezeit" (RG act. II/2 Ziff. 3). Endlich war 
die formelle Weisung zu den Arbeitszeiten (10.00 bis 14.00 und 17.00 bis 20.00 
Uhr) rechtswidrig, weil die Arbeit der Hauswirtschafterin nach Art. 3 Abs. 2 
NAV/GR "in der Regel um 19.30 beendet" sein sollte. In dieser Situation ist es 
nicht stossend und schon gar nicht "offenbar rechtsmissbräuchlich", wenn sich die 
Klägerin der nie angeordneten oder ihr vorgeschlagenen Kompensation der restli-
chen Ferientage resp. der höchstens 18 überhaupt für eine Kompensation in Fra-
ge kommenden Arbeitstage widersetzt.

2.9. Den gesetzlichen Lohnzuschlag nach Art. 4 Abs. 3 NAV/GR, welche der 
Regelung von Art. 321c OR entspricht, bestreiten die Beklagten zwar, aber mit 
keinen anderen Argumenten, als sie vorstehend bereits erörtert und als unberech-
tigt befunden worden sind (act. A.1 Rz. 67). Der Zuschlag ist ausgewiesen.

2.10. Rechnerisch erheben die Beklagten keine Einwendungen. Damit ist die Be-
rufung abzuweisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen, wenn auch teils mit 
einer etwas anderen rechtlichen Begründung. Ob Anlass bestünde, die von der 
Klägerin über das vertraglich Geschuldete hinaus Erbrachte mit mehr als der ge-
leisteten Zeit (Art. 4 Abs. 3 NAV/GR: "mindestens" gleiche Dauer) und/oder mit 
einem Zuschlag von mehr als einem Viertel (NAV/GR a.a.O.) abzugelten, muss 
offen bleiben, da der Klägerin sonst mehr zugesprochen würde als in der Berufung 
noch streitig ist (Art. 315 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 ZPO).

3. Kostenfolgen

3.1. Die Kostenfolgen der Berufung treffen bei diesem Ausgang die Beklagten. 
Für die Festsetzung der Entscheidgebühr – Art. 114 lit. c ZPO ist nicht anwendbar 

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(vgl. vorstehend E. 1.2) – ist der Bruttobetrag des noch streitigen Lohnes, also 
rund CHF 16'400.00, massgebend (Peter Diggelmann, in: Brunner/Gasser/
Schwander [Hrsg.], Dike-Kommentar zur Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 
2016, N 48 f. zu Art. 91 ZPO). Sie ist angesichts des nicht unerheblichen Aufwan-
des für die Kollegial-Besetzung des Kantonsgerichts im Rahmen von Art. 9 VGZ 
auf CHF 5'000.00 festzusetzen und den Beklagten solidarisch aufzuerlegen. Die 
Gerichtskosten werden mit dem von den Beklagten geleisteten Kostenvorschuss 
in derselben Höhe verrechnet.

3.2. Der Rechtsvertreter der Klägerin hat im Berufungsverfahren keine Honorar-
note eingereicht, weshalb die beantragte Parteientschädigung nach Ermessen 
festzusetzen ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Rechtsvertreter der Kläge-
rin den Stoff aus dem Verfahren der ersten Instanz kannte, und dass die Berufung 
im Wesentlichen Bekanntes wiederholte. Die Entschädigung ist auf CHF 3'500.00 
(inkl. Spesen und MWSt.) festzusetzen und den Beklagten in solidarischer Haftung 
aufzuerlegen.

22 / 22

Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen, und das angefochtene Urteil wird bestätigt.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 5'000.00 werden 
A.________, C.________ und B._____ unter solidarischer Haftbarkeit auf-
erlegt. Sie werden mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss in der-
selben Höhe verrechnet.

3. A.________, C.________ und B._____ werden unter solidarischer Haftbar-
keit verpflichtet, D._____ für das Berufungsverfahren eine Parteientschädi-
gung von CHF 3'500.00 (inkl. Spesen und MWSt.) zu bezahlen.

4. Gegen diese einen Streitwert von über CHF 15'000.00 betreffende Ent-
scheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde 
in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: