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**Case Identifier:** 671702ef-83ec-5aa2-a17a-3771bdc78a21
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.04.2021 IV 2019/169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-169_2021-04-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/169

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.11.2021

Entscheiddatum: 26.04.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2021
Art. 28 IVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision. Bestimmung der 
Vergleichseinkommen. Aufgrund der langen Rentenbezugsdauer sowie des 
Alters der Beschwerdeführerin muss die IV-Stelle vor der Rentenreduktion 
Eingliederungsmassnahmen durchführen und bis dahin die bisherige ganze 
Rente weiter ausrichten. Erst danach ist eine Herabsetzung auf eine halbe 
Rente zulässig (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 26. April 2021, IV 2019/169).

Entscheid vom 26. April 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2019/169

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rentenrevision (Herabsetzung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (ehemals: B.___ [vgl. act. G8]; nachfolgend: Versicherte) meldete sich im 

August 2010 unter Hinweis auf eine bei einem "Schlittelunfall" vom 24. Januar 2010 

zugezogene Verletzung des linken Knies und eine seit diesem Unfall bestehende 

vollständige Arbeitsunfähigkeit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 3-6 f.). Sie erklärte, bis zum Unfall sei sie mit einer Praxis für 

Erfahrungsheilkunde und Massage selbständig erwerbstätig gewesen (IV-act. 3-5). Laut 

Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 19. Juli 2012 hat sie diese Praxis 

nach dem Unfall nicht weitergeführt (IV-act. 27-2). Einem von der zuständigen 

Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen orthopädischen Gutachten von Dr. 

med. C.___ vom 13. September 2010 sind als Diagnose schmerzhafte 

Funktionseinschränkungen des linken Kniegelenkes bei Kontusion/Distorsion bei 

vorbestehenden degenerativen Veränderungen, Zustand nach dreimaliger Operation im 

Jugendalter und komplexer Bänderverletzung zu entnehmen. Es bestehe keine 

Belastbarkeit für gehende/stehende, aber auch keine für sitzende Tätigkeiten 

(Fremdakten 3-8 f.). Der zuständige Arzt vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

Nordostschweiz kam am 5. Oktober 2012 unter Berücksichtigung diverser Berichte der 

behandelnden Ärzte (vgl. Aufstellung in IV-act. 36-6 f.) zum Schluss, mit der Diagnose 

einer schmerzhaften Funktionseinschränkung des linken Kniegelenks bei CRPS I 

(Komplexes Regionales Schmerzsyndrom, vgl. https://neurochirurgie.insel.ch/

funktionell-schmerz/schmerz/komplexes-regionales-schmerzsyndrom-crps, abgerufen 

am 28. April 2021) des linken Beins liege ein relevanter Gesundheitsschaden vor. Die 

Arbeitsfähigkeit sei seit Januar 2010 vollständig eingeschränkt. Angesichts des 

A.a. 

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besserungsfähigen Zustands sollte in einem Jahr eine vorzeitige medizinische 

Überprüfung vorgenommen werden (IV-act. 36-7). Mit Verfügung vom 17. Januar 2013 

sprach die damals zuständige IV-Stelle des Kantons Zürich der Versicherten mit 

Wirkung ab 1. Februar 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu 

(IV-act. 45 und 42). Da die Versicherte ihren Wohnsitz zwischenzeitlich in den Kanton 

St. Gallen verlegt hatte, überwies die IV-Stelle des Kantons Zürich das Dossier der 

Versicherten am 5. März 2013 an die IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-

Stelle; IV-act. 47).

Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision gab die Versicherte am 

11. November 2013 an, ihr Gesundheitszustand habe sich Ende August 2013 minimal 

verbessert (IV-act. 50). Der die Versicherte ab Januar 2011 als Hausarzt betreuende (IV-

act. 30-1) Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, berichtete am 24. November 2013, die bei der Versicherten 

am 9. Januar 2013 eingesetzte Knieprothese links sei bei auch nach der Arthrolyse vom 

8. Mai 2013 noch eingeschränkter Beweglichkeit objektiv nur mässig erfolgreich 

gewesen (IV-act. 54). Laut Bericht von Dr. med. E.___, Orthopädie F.___, vom 20. 

November 2013 zeigte sich die Versicherte anlässlich der Verlaufskontrolle zehn 

Monate nach der Operation von Seiten des Kniegelenks recht zufrieden. Es sei jedoch 

ein Knochenmarksödem der distalen Tibia, des Talus und des Calcaneus links 

festgestellt worden (IV-act. 55-6). Der die Versicherte seit November 2011 

psychiatrischerseits behandelnde (vgl. IV-act. 35-1) Dr. med. G.___ führte am 27. 

November 2013 aus, aus seiner Sicht habe sich der Gesundheitszustand der 

Versicherten verbessert. Sie zeige in der Bewältigung der chronischen körperlichen 

Einschränkungen einen zunehmend funktionalen Umgang durch richtiges Einschätzen 

und Unterschreiten der persönlichen Belastungsgrenze. Es entwickle sich eine positiv 

gefärbte Zukunftsvorstellung bei sich aufhellender Stimmung (IV-act. 56-1). Die 

Einschränkungen bei einer Arbeitstätigkeit beschrieb er mit einer raschen 

Erschöpfbarkeit, einer inkonstanten Tagesverfassung sowie der verminderten 

Fähigkeit, im Kontakt mit Patienten elastisch, fürsorglich und adäquat affektiv zu sein 

(IV-act. 56-3). Dr. E.___ berichtete am 13. Januar 2014 über die klinische und 

radiologische Jahreskontrolle der Versicherten vom 6. Januar 2014. Von Seiten des 

Kniegelenks sei sie weiterhin eigentlich zufrieden. Die vorbestehende, präoperative 

A.b. 

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Schmerzsituation sei behoben. Unverändert zeigten sich aber ein Flexionsdefizit sowie 

belastungsabhängige Beschwerden bzw. eine ungenügende Belastbarkeit. Die 

Beschwerden von Seiten der Ermüdungsfraktur bzw. des Knochenmarksödems im 

Fussbereich seien deutlich regredient (IV-act. 59-1).

Der RAD Ostschweiz (nachfolgend: RAD) sah gestützt auf diese Arztberichte am 

22. Januar 2014 Eingliederungspotential bei der Versicherten (IV-act. 58; vgl. auch 

Stellungnahme vom 8. Januar 2014 in IV-act. 57-2). Am 24. Januar 2014 informierte die 

IV-Stelle die Versicherte darüber, dass vor einer allfälligen Herabsetzung oder 

Einstellung der Rente berufliche Eingliederungsmassnahmen durchgeführt würden (IV-

act. 60). Anlässlich eines Gesprächs vom 3. März 2014 teilte die Versicherte der 

zuständigen IV-Eingliederungsberaterin mit, dass sie sich für maximal etwa eine Stunde 

pro Tag als arbeitsfähig erachte und dass sie über keine Zulassung als Heilpraktikerin 

mehr verfügen würde (IV-act. 65-2 und 67-3). Es wurde vereinbart, dass sich die 

Versicherte um diese Zulassung bemühen werde (IV-act. 67-3). Am 24. April 2014 teilte 

die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen habe (IV-act. 72). 

A.c. 

Der RAD notierte am 14. Juli 2014, aus den Berichten der behandelnden Ärzte 

würden keine Argumente gegen eine hohe Arbeitsfähigkeit im angestammten 

beraterischen Bereich als Naturheilpraktikerin sprechen. Er attestierte der Versicherten 

eine volle Arbeitsfähigkeit angestammt und leidensadaptiert für vorwiegend sitzende, 

körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten (IV-act. 75). Mit 

Vorbescheid vom 21. Juli 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem 

Invaliditätsgrad von 0 % die Einstellung ihrer Rente in Aussicht (IV-act. 79). Die 

Versicherte erhob am 22. August 2014 Einwand (IV-act. 82-1 f.). Mit gleichzeitig 

eingereichtem Bericht vom 13. August 2014 (IV-act. 82-3) attestierte ihr Dr. D.___ eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit. Nebst dem ausgeprägten CRPS des linken Beines, 

welches zum Glück nun nach Jahren ganz langsam am bessern sei, stehe eine 

erhebliche Kniearthrose links im Vordergrund. Es habe sich eine Bakerzyste 

ausgebildet, welche ziemlich sicher operiert werden müsse. Auch habe die Versicherte 

invalidisierende Schmerzen in den Iliosakralgelenken beidseits. Zudem habe sie im 

Sommer 2014 einen massiven Gallenstau bei Gallensteinen und beidseitigen 

Nierensteinen erlitten (vgl. dazu Berichte der Medizinischen Klinik Innere Medizin, 

A.d. 

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Kantonsspital H.___ vom 16. Mai und 12. Juni 2014 in IV-act. 83-2 bis 8). Laut 

Verlaufsbericht von Dr. E.___ vom 3. Dezember 2014 war am 29. Oktober 2014 die 

Ausräumung einer dorsomedialen Poplitealzyste Knie links vorgenommen worden (IV-

act. 86-2). Am 12. Dezember 2014 kam der RAD zum Schluss, dass die Versicherte bis 

voraussichtlich Ende Dezember 2014 vorübergehend arbeitsunfähig sei (IV-act. 87-2). 

Dem Verlaufsbericht von Dr. E.___ vom 25. Februar 2015 ist zu entnehmen, dass die 

Versicherte am 13. Februar 2015 über einen weiteren Beschwerderückgang nach dem 

Eingriff an der Poplitealzyste berichtete. Es würden noch gewisse Gefühlsstörungen 

und ausstrahlende Schmerzen bestehen. Im Vordergrund stehe eine Wirbelblockade im 

Bereich der oberen BWS (IV-act. 89-2).

Der RAD zog am 17. März 2015 wiederum den Schluss, dass nun keine 

Argumente mehr gegen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in leidensadaptierter Tätigkeit 

sprächen (IV-act. 90). Gleichentags gewährte die IV-Stelle der Versicherten erneut das 

rechtliche Gehör betreffend Einstellung der ganzen Rente gemäss Vorbescheid vom 

21. Juli 2014 (IV-act. 91). Dagegen wandte die Versicherte am 10. April 2015 ein, dass 

sie nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 94). Dr. D.___ berichtete am 6. 

Mai 2015, dass die Versicherte noch immer an den erheblichen Folgen des CRPS leide. 

Sie könne ihr linkes Bein weder voll belasten noch habe sie je den vollen 

Bewegungsumfang in Hüfte/Knie/Fuss erreicht. Auch leide sie unter einer erheblichen 

Berührungsempfindlichkeit. Dies allein schon verunmögliche es ihr, ihre angelernten 

Berufe in der Krankenpflege/als Naturheilpraktikerin auszuüben. In minimstem Mass 

versuche sie verzweifelt, in der Selbständigkeit zu arbeiten, wobei sie an ihre 

körperlichen Grenzen stosse, sobald sie mehr als ein bis zwei Patienten sehen müsste. 

Aufgrund der schwankenden Zustände des CRPS könne sie auch kaum verlässliche 

Termine vereinbaren. Erschwerend kämen die Kniearthrose, neue zervikobrachiale 

Beschwerden links bei Blockwirbel mit Verdacht auf zervikoradikuläre Symptomatik 

sowie die gastroenterologischen und urologischen sowie psychiatrischen Beschwerden 

hinzu. Für ihn sei und bleibe die Versicherte in ihren erlernten Berufen 100 % 

arbeitsunfähig. Allenfalls käme ein Bürojob in Frage, mit deutlich vermehrten Pausen 

und Zeit für Therapie, also wohl maximal zu 30 - 50 % (dazu sowie zur attestierten 

Notwendigkeit einer sitzenden Tätigkeit mit Positionswechseln "zwischendurch" und 

Pausenmöglichkeit vgl. IV-act. 99-1). Dr. G.___ berichtete am 8. Mai 2015, 

A.e. 

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psychiatrischerseits bestimme hauptsächlich eine rasche Erschöpfbarkeit sowie eine in 

der Belastbarkeit nicht konstante Tagesverfassung das Bild. Er bezweifle, dass die 

Versicherte als Naturheilärztin (vgl. dazu IV-act. 27-2) bereits vollumfänglich belastbar 

sei. Er erachte eine stufenweise Integration als dem Gesundheitszustand angemessen 

(IV-act. 100-1). Am 5. Juni 2015 ersuchte Rechtsanwältin lic. iur. B. Surber, St. Gallen, 

als Vertreterin der Versicherten um Durchführung einer umfassenden Begutachtung (IV-

act. 106).

Am 26. Juni 2016 hielt der RAD fest, dem Wunsch nach einer gutachterlichen 

Abklärung könne nachgekommen werden (IV-act. 107). Das in der Folge von der IV-

Stelle in Auftrag gegebene (vgl. IV-act. 109) orthopädisch-psychiatrische Gutachten 

des MGSG Medizinisches Gutachtenszentrum Region St. Gallen (nachfolgend: MGSG) 

vom 13. November 2015 postulierte in der angestammten Tätigkeit als selbständige 

Betreiberin einer Massagepraxis eine Arbeitsunfähigkeit von 65 %. Tätigkeiten ohne 

erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige 

Flexibilität, ohne erhöhte Anforderungen an die Konzentration und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung könnten seit Januar 2013 zu 80 % zugemutet 

werden. Ab dem Zeitpunkt der Begutachtung sollte es sich zusätzlich um körperlich 

leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen handeln, abwechslungsweise sitzend und 

stehend, ohne häufiges Laufen, insbesondere auf Treppen, Leitern und schrägen 

Ebenen, ohne häufiges Knien und ohne Arbeiten über der Horizontalen (IV-act. 115-41; 

siehe auch Stellungnahme des RAD vom 12. Februar 2016 in IV-act. 116).

A.f. 

Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 

17. Februar 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 44 % die Reduktion der ganzen Rente 

auf eine Viertelsrente in Aussicht (IV-act. 119). Mit Stellungnahme zum Vorbescheid 

vom 26. Mai 2016 erklärte Rechtsanwältin Surber, vor kurzem sei der Versicherten 

durch Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie am Gelenkzentrum J.___, 

ein neues Knieimplantat eingesetzt worden (vgl. Operationsbericht vom 23. Mai 2016 

betreffend das linke Knie in IV-act. 131 sowie Austrittsbericht vom 30. Mai 2016 in IV-

act. 134-8 f.). Nun müsse die Versicherte mit der Rehabilitation beginnen. Es werde 

deshalb darum ersucht, mit dem Entscheid zuzuwarten, bis die Ergebnisse der 

Operation und der Rehabilitation vorlägen (IV-act. 124; zur Rehabilitation vgl. Bericht 

der Klinik K.___ vom 21. Juni 2016 in IV-act. 143-13 ff.). Dem Ersuchen der 

A.g. 

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Rechtsvertreterin kam die IV-Stelle nach und wartete die Entwicklung ab (vgl. ELAR-

Notiz vom 9. August 2016 in IV-act. 128). Dr. I.___ berichtete am 3. November 2016 

über die gleichentags erfolgte Konsultation der Versicherten. Seit zwei Wochen könne 

sie stockfrei gehen, vom Kniegelenk her seien konstante Fortschritte zu verzeichnen. 

Das Problem sei die ganze Weichteilsituation inklusive Hüfte und Fussbereich (IV-act. 

134-6 f.). Am 23. November 2016 wurde die Versicherte durch Dr. med. L.___, Facharzt 

für Chirurgie, Klinik M.___, am rechten Vorfuss operiert (IV-act. 142-1). Am 2. Dezember 

2016 informierte die Versicherte Dr. L.___ über Entzugserscheinungen nach dem 

Absetzen von Opiaten, woraufhin sie unter Begleitung von Dr. med. N.___, 

Schmerzklinik O.___, einen Opiate-Entzug begann (IV-act. 142-2 i.V.m. 151-1). Am 13. 

Januar 2017 berichtete Dr. I.___ nach einer Konsultation der Versicherten vom 11. 

Januar 2017, das Kniegelenk funktioniere sehr gut. Die Umgebung Hüfte/

Wirbelsäulenbereich sei noch nicht ganz im Lot. Die Patientin fühle sich seit dem 

Wechsel der Knie-Arthroplastik links allgemein kräftiger, vorher habe sie unter Grippen, 

Magen-Darm-Problemen und anderen Nebenwirkungen bei bekannter Nickelallergie 

gelitten (IV-act. 136-14 f.). Am 26. Januar 2017 konsultierte die Versicherte Dr. L.___, 

woraufhin dieser berichtete, nun zeige sich ein sehr schöner Verlauf (IV-act. 142-2). 

Einem Verlaufsbericht von Dr. D.___ vom 20. März 2017 ist zu entnehmen, dass der 

Schmerzmittelentzug grosse Probleme mache (IV-act. 143-2). Die Versicherte könne 

aufgrund der sehr kurzen Belastbarkeit des Beins (max. eine Stunde) weder in der 

Pflege noch als medizinische Masseurin arbeiten. Nach dem Entzug seien rein sitzende 

Tätigkeiten in reduziertem Umfang denkbar (IV-act. 143-3). Gemäss Auskunft von Dr. 

N.___ vom 23. August 2017 war die Versicherte ab März 2017 Opioid-frei (IV-act. 151).

Mit Stellungnahme vom 28. August 2017 hielt der RAD fest, der Opiate-Entzug sei 

erfolgreich durchgeführt worden. Von Seiten des Fusses und des Knies links seien die 

Verhältnisse stabil, so dass nun wieder auf die Einschätzung gemäss Gutachten des 

MGSG abgestützt werden könne (IV-act. 152; vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 2. 

August 2017 in IV-act. 148). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle Rechtsanwältin Surber 

mit Vorbescheid vom 12. September 2017 mit, dass bei einem Invaliditätsgrad von 

42 % die Reduktion der ganzen Rente auf eine Viertelsrente vorgesehen sei (IV-

act. 155).

A.h. 

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Am 17. November 2017 wandte sich Rechtsanwältin Surber gegen den 

Vorbescheid und beantragte die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 

157). Der RAD empfahl daraufhin die Einholung der Resultate allfälliger neurologischer/

neuropsychologischer Abklärungen über den Hausarzt Dr. D.___ (IV-act. 158). Dr. D.___ 

erklärte am 29. Dezember 2017, bis anhin seien keine solchen Abklärungen erfolgt (vgl. 

IV-act. 159-8 f.). Gleichentags beschrieb er die wichtigsten neurologischen und 

orthopädischen Befunde (IV-act. 159-10 f.; vgl. auch IV-act. 165-1). Am 14. Februar 

2018 teilte die IV-Stelle Rechtsanwältin Surber mit, dass die Kosten für eine 

polydisziplinäre medizinische Untersuchung übernommen würden (IV-act. 160; vgl. 

diesbezügliche RAD-Stellungnahme vom 18. Januar 2018 in IV-act. 167). Am 16. März 

2018 beauftragte die IV-Stelle die ABI Begutachtungsinstitut GmbH, Basel 

(nachfolgend: ABI), mit der Durchführung einer internistischen, neurologischen, 

neuropsychologischen, orthopädischen und psychiatrischen Begutachtung (IV-act. 

169). Am 13. August 2018 erstattete das ABI dieses Gutachten (IV-act. 173), worin 

folgenden Diagnosen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugestanden wurde: Chronische 

Kniebeschwerden links, chronische Schulterbeschwerden der dominanten linken Seite 

und chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom (detailliert in IV-act. 173-8 f.; für 

die Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit siehe dasselbe Actorum). In einer 

Konsensbeurteilung kamen die Gutachter hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zum Schluss, 

dass spätestens nach dem am 23. Mai 2016 erfolgten Revisionseingriff am Kniegelenk 

von einer vollständigen und bleibenden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als medizinische Masseurin auszugehen sei. Für körperlich sehr leichte, 

überwiegend sitzende Verrichtungen unter Wechselbelastung und weitgehender 

Schonung der dominanten linken oberen Extremität bestehe ab Mai 2017 eine 

Arbeitsfähigkeit von 60 % bei ganztägigem Pensum mit um 40 % reduzierter Leistung 

aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfes. Das Heben und Tragen von Lasten über 5 

kg, der Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Brustniveaus, die Einnahme 

kauernder und kniender Positionen sowie das Überwinden von Treppen und unebenem 

Grund sollten dabei vermieden werden (IV-act. 173-10 und 175; vgl. auch RAD-

Stellungnahmen dazu vom 27. August und 25. September 2018 in IV-act. 176).

A.i. 

Mit Vorbescheid vom 25. September 2018 stellte die IV-Stelle Rechtsanwältin 

Surber in Aussicht, bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 57 % die bisherige 

ganze Rente der Versicherten auf eine halbe Rente herabzusetzen (IV-act. 179).

A.j. 

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B.  

C.  

Am 2. Januar 2019 ersuchte Rechtsanwältin Surber die IV-Stelle darum, mit dem 

Entscheid noch zuzuwarten; die Versicherte müsse sich bereits wieder einer Operation 

unterziehen (IV-act. 185).

B.a. 

Einem Bericht von Dr. med. P.___, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie, 

Zentrum J.___, vom 24. Januar 2019 ist zu entnehmen, dass am 28. August 2018 eine 

Revision des linken Kniegelenks und ein Wechsel Polyethylen stattgefunden habe und 

dass sich die Versicherte postoperativ eine Innenbandverletzung am linken Kniegelenk 

und eine Zerrung der Wadenmuskulatur zugezogen habe (IV-act. 191). Der RAD kam 

am 14. Mai 2019 gestützt auf die Akten zum Schluss, dass die 

Kniegelenksbeweglichkeit zum Gutachtenszeitpunkt praktisch identisch sei mit der 

aktuellen Kniegelenksbeweglichkeit. Es könne weiterhin an der Arbeitsfähigkeit von 60 

% in leidensadaptierter Tätigkeit ausgegangen werden. Für die Zeit nach dem 

operativen Eingriff vom 28. August 2018 bis zur letzten Kontrolle am 24. Januar 2019 

könne für die postoperative Heilphase eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestätigt 

werden (IV-act. 193).

B.b. 

Am 23. Mai 2019 wurde per 1. Juli 2019 die Reduktion der ganzen auf eine halbe 

Invalidenrente verfügt (IV-act. 196).

B.c. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 26. Juni 

2019. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) lässt darin durch 

Rechtsanwältin Surber unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragen, es sei ihr 

auch für die Zukunft eine ganze, evtl. eine Dreiviertelsrente zu gewähren. Zur 

Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, das berücksichtigte 

Valideneinkommen sei zu tief und es sei ein Leidensabzug zu gewähren (act. G1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. August 2019 beantragt die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G4).

C.b. 

Am 22. Oktober 2019 informierte die Beschwerdegegnerin das Gericht darüber, 

dass das kantonale Einwohneramt eine Namensänderung der Beschwerdeführerin 

gemeldet habe (act. G8; vgl. Sachverhalt A.a).

C.c. 

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Erwägungen

1.

Gemäss Art. 69 Abs. lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Das hiesige Gericht ist also 

zuständig für die Prüfung von Verfügungen der IV-Stelle St. Gallen. Nach Auskunft der 

Beschwerdegegnerin vom 15. März 2021 handelt es sich bei der angefochtenen 

Verfügung um eine Verfügung dieser IV-Stelle (act. G22). Zwar erstaunt es, dass als 

Absender die SVA Zürich, IV-Stelle, erscheint, jedoch ist gestützt auf die Auskunft der 

Mit Replik vom 20. Januar 2020 macht Rechtsanwältin Surber unter Einreichung 

von je zwei Arztberichten von Dr. I.___ und von Dr. med. Q.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie, Fusschirurgie, Gelenkzentrum J.___, von November und 

Dezember 2019 (act. G18.1-4) geltend, aufgrund der neuen Situation sei wiederum 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, eine auf dem 

freien Arbeitsmarkt verwertbare Leistung zu erbringen (act. G18).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G19 

und 20).

C.e. 

Mit Schreiben vom 3. März 2021 ersuchte die Verfahrensleitung die 

Beschwerdegegnerin um Stellungnahme zur Zuständigkeit des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallens, da die angefochtene Verfügung von der IV-Stelle des Kantons 

Zürich erlassen worden sei (act. G21). Die Beschwerdegegnerin antwortete am 15. 

März 2021, dass die zuständige Ausgleichskasse nach wie vor jene der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA) sei. Die amtliche Revision habe 

die IV-Stelle St. Gallen vorgenommen und mit der angefochtenen Verfügung 

entschieden. Beim Umstand, dass auf dem Briefkopf die Ausgleichskasse SVA Zürich, 

IV-Stelle, und nicht die "eidgenössische Invalidenversicherung" erscheine, handle es 

sich wohl um einen administrativen Fehler. Die IV-Stelle St. Gallen habe den neuen 

Rentenanspruch verfügt, begründet und mit der Rechtsmittelbelehrung versehen (act. 

G22). Am 17. März 2021 wurde der Beschwerdeführerin die Möglichkeit zur 

Stellungnahme eingeräumt (act. G23), welche am 26. März 2021 in dem Sinne erstattet 

wurde, dass die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts anerkannt werde (act. G24).

C.f. 

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Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass dies einzig auf ein Versehen 

zurückzuführen ist. Nachdem die Beschwerdeführerin die Zuständigkeit des hiesigen 

Gerichts explizit anerkennt (act. G24), ist von dieser Zuständigkeit auszugehen.

2.

Die Beschwerdeführerin lässt in der Beschwerde vom 26. Juni 2019 vorbringen, die 

Beschwerdegegnerin habe ihr rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihr nach der RAD-

Stellungnahme vom 14. Mai 2019 nicht nochmals das rechtliche Gehör gewährt, 

sondern direkt verfügt habe, zumal sie unbestrittenermassen nochmals eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgewiesen habe (act. G1 Ziff. IV/1). Nachdem die 

angefochtene Verfügung ohnehin verfrüht erfolgt ist (vgl. nachstehend E. 6), erübrigen 

sich Ausführungen hierzu.

3.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die per 1. Juli 2019 

verfügte Herabsetzung der bisherigen ganzen auf eine halbe Rente.

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.1. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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4.

In medizinischer Hinsicht ist zu prüfen, ob sich der Sachverhalt insbesondere mit dem 

polydisziplinären ABI-Gutachten vom 13. August 2018 (IV-act. 173) als spruchreif 

abgeklärt erweist. Bei der Würdigung der Beweiskraft (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen) des ABI-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf eigenständigen 

Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen 

Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Die von der Beschwerdeführerin geklagten 

Leiden wurden umfassend sowie interdisziplinär berücksichtigt und namentlich im 

Rahmen einer Konsistenzprüfung gewürdigt. Die sowohl für die angestammte als auch 

für eine leidensangepasste Tätigkeit bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten leuchten in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv 

wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Solche oder eine bis zum 

für das Gericht massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 23. Mai 2019 

(vgl. BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis) nachträgliche dauerhafte 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt 

jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 

somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern 

auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich 

gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. 

E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung 

bildet die letzte rechtskräftige Verfügung - vorliegend die Rentenverfügung vom 17. 

Januar 2013 (IV-act. 45 i.V.m. 42) -, die auf einer materiellen Prüfung des 

Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 

Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die 

Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 

E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines 

im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die 

Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 

Abs. 1 ATSG dar (BGE 144 I 105 E. 2.1).

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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Verschlechterung des Gesundheitszustands ergeben sich insbesondere auch nicht aus 

den von der Beschwerdeführerin am 20. Januar 2020 eingereichten medizinischen 

Berichten vom Oktober und November 2019 (act. G18.1 bis 18.4). Gestützt auf das 

überzeugende Verlaufsgutachten des ABI ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit im 

Vergleich zur ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügung vom 17. Januar 2013, der 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zugrunde liegt; IV-act. 45 und 42) insgesamt erheblich 

verbessert haben und die Beschwerdeführerin ab Mai 2017 bis August 2018 über eine 

60%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten verfügt hat und dies auch 

wiederum ab 24. Januar 2019 der Fall ist (vgl. IV-act. 173-10 und 175). Der 

medizinische Sachverhalt, der in zeitlicher Hinsicht wie gesagt bis zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung massgeblich ist (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b m.H.), erscheint 

damit hinreichend abgeklärt. Die von der Beschwerdeführerin im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens geltend gemachte Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustandes müsste sie im Rahmen eines neuerlichen Revisionsverfahrens 

bei der Beschwerdegegnerin (respektive bei der neu zuständigen IV-Stelle [vgl. 

Wohnadresse in act. G18.1-4]) geltend machen; im vorliegenden Verfahren ist sie nicht 

relevant. Zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung am 23. Mai 2019 

lag jedenfalls ein Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor.

5.  

Zu bestimmen bleibt damit der Invaliditätsgrad anhand eines 

Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG). Für den Einkommensvergleich sind 

grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs 

entscheidend (vgl. BGE 129 V 222), vorliegend das Jahr 2019 (Beginn der revidierten 

Rente am 1. Juli 2019; act. G1.1). Wieso die Beschwerdegegnerin die 

Vergleichseinkommen bezogen auf das Jahr 2015 festlegte (vgl. IV-act. 178, 196 und 

act. G4 Ziff. III/2), ist nicht ersichtlich.

5.1. 

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Höhe des Valideneinkommens 

zu ermitteln. Die Beschwerdeführerin schloss je eine Ausbildung zur Krankenpflegerin, 

zur medizinischen Masseurin (IV-act. 3-5) und zur Naturheilärztin (IV-act. 27-2) ab. Ab 

dem Jahr 2007 war sie mit einer Praxis für Erfahrungsheilkunde und Massage in R.___ 

(IV-act. 3-5), davor ab 1999 in S.___ (IV-act. 27-3 oben) selbständig erwerbstätig. 

Während der in R.___ ausgeübten selbstständigen Erwerbstätigkeit ab 2007 bis zum 

Unfall im Januar 2010 rechnete die Beschwerdeführerin sehr unterschiedlich hohe 

Jahreseinkommen ab (vgl. Darstellung in IV-act. 27-4: im 2007 Fr. 17'800.--, im Jahr 

2008 Fr. 33'500.-- und im Jahr 2009 Fr. 52'597.--). Darüber hinaus hatte sie bereits vor 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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ihrem Unfall die Verlegung ihres Wohnsitzes und damit ihrer Praxis in den Kanton St. 

Gallen geplant und hätte folglich erneut einen neuen Kundenstamm aufbauen müssen 

(IV-act. 27-2). Die tatsächlich abgerechneten Einkommen bilden daher - in 

Übereinstimmung mit beiden Parteien - alleine kein aussagekräftiges Indiz für ihre 

Erwerbsfähigkeit im Gesundheitsfall bzw. für das Valideneinkommen. Die 

Beschwerdegegnerin legte das Valideneinkommen in der Rentenverfügung vom 

17. Januar 2013 gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008, TA1 Position 85 (Gesundheits- und Sozialwesen) 

Niveau 3 Frauen, bei Fr. 72'313.-- fest (vgl. IV-act. 27-5). Für die angefochtene 

Verfügung passte sie dieses Einkommen der Nominallohnentwicklung bis 2015 an und 

berücksichtigte nunmehr ein Valideneinkommen von Fr. 75'027.--. In der 

Beschwerdeantwort ging sie gestützt auf die LSE 2014 und darin - wie von der 

Beschwerdeführerin beantragt (act. G1 Ziff. IV/2) - vom Kompetenzniveau 3 (bis 2010: 

Anforderungsniveau 2; vgl. IV-Rundschreiben Nr. 328 des Bundesamtes für 

Sozialversicherung vom 22. Oktober 2014, abrufbar unter: https://sozialversicherungen. 

admin.ch/de/d/5903/download, abgerufen am 29. März 2021) des privaten Sektors des 

Gesundheits- und Sozialwesens (bis 2008: Sektor 85, seit 2010: Sektor 86-88) und 

damit von einem Valideneinkommen von Fr. 79'413.-- aus (act. G4 Ziff. III/1). Zwar wird 

das Kompetenzniveau 2 von den Parteien als zu tief erachtet. Doch erfasst es 

praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und u.a. Administration 

(vgl. LSE 2016, TA1, privater Sektor), welche dem Profil der von der 

Beschwerdeführerin ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit entsprechen (vgl. Profil 

in IV-act. 27-3: 90 % diverse Massagen, 10 % Allg. Administration, Gespräche, 

Rechnungen etc.). Angesichts der weiteren Umstände (die Beschwerdeführerin hätte 

im Jahr 2010 ihre selbständige Erwerbstätigkeit im Kanton St. Gallen aus nicht 

gesundheitlichen Gründen ganz neu aufbauen müssen [IV-act. 27-2]; seit dem Wegzug 

aus R.___ ist sie diverse Male umgezogen - aktenkundig sind Adressen in T.___/SG [IV-

act. 19], U.___/SG [IV-act. 46], V.___/SG [IV-act. 49], W.___/AG [act. G18.3] -, was 

immer wieder mit einem Neustart der selbständigen Erwerbstätigkeit verbunden 

gewesen wäre; sie hat ihre Zulassung als Naturheilärztin aus ebenfalls 

invaliditätsfremden Gründen verloren [vgl. IV-act. 67-3 oben] und das mit ihrer 

selbständigen Erwerbstätigkeit höchste effektiv erzielte Einkommen hat Fr. 52'597.-- 

betragen [IV-act. 27-4]), entspricht der Bruttolohn des Kompetenzniveau 2 auch viel 

eher der Realität (vgl. dazu auch IV-act. 10). Dieser betrug gemäss LSE 2016 für Frauen 

Fr. 5'156.-- bei 40 Arbeitsstunden, was angepasst an die in der Branche 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden (www.bfs.admin.ch > 

Statistiken finden > Kataloge und Datenbanken > Betriebsübliche Arbeitszeit nach 

Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01, Abteilungen 86-88 Gesundheits- und 

https://sozialversicherungen

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Sozialwesen, Jahre 2016 bis 2019) und die branchenspezifische 

Nominallohnentwicklung (www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > 03 Arbeit und 

Erwerb > Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten > Lohnentwicklung > T1.2.10, 

Nominallohnindex Frauen, 2011 - 2019) zu einem Valideneinkommen von Fr. 65’121.70 

(5'156.-- x 12 Monate / 40 Std. pro Woche x 41.6 Std. pro Woche x 1.002 [2017] x 

1.003 [2018] x 1.007 [2019]) führt.

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass sich das Einkommen für die derzeitig 

verbliebene Erwerbsfähigkeit (Invalideneinkommen) anhand der statistischen 

Hilfsarbeiterinnenlöhne bestimmt. Im Jahr 2016 betrug dieser Fr. 54'581.-- (vgl. Anhang 

2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 

2019). Nominallohnindexiert bis ins Jahr 2019 ist - vorbehältlich von anderen 

Abklärungsresultaten im Rahmen der von der Beschwerdegegnerin durchzuführenden 

Integrationsmassnahmen (vgl. nachstehend E. 6) - von einem Invalideneinkommen von 

Fr. 55’624.05 (54'581.-- x 1.004 [2017] x 1.005 [2018] x 1.010 [2019]; T1.2.10, a.a.O.) 

auszugehen.

5.3. 

Die IV-Stelle gewährte der Beschwerdeführerin keinen Abzug vom Tabellenlohn 

(vgl. IV-act. 196 und act. G4 Ziff. III/2). Die Beschwerdeführerin möchte einen Abzug 

von 20 % angewendet sehen (act. G7 Ziff. III/25). Mit einem solchen Abzug soll der 

Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie 

Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann. Der Abzug ist unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen). Nach 

ständiger Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die bereits in der 

Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht zusätzlich in 

die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten 

Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (Urteile des Bundesgerichts vom 

22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.1, und vom 20. Januar 2015, 8C_536/2014, E. 4.3, je 

mit Hinweisen). Ein Abzug wird demgegenüber insbesondere dann gewährt, wenn eine 

versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1). Dies ist bei der 

Beschwerdeführerin der Fall, da ihr körperlich sehr leichte Verrichtungen nur 

überwiegend sitzend, unter Wechselbelastung und unter weitgehender Schonung der 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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6.

Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Verwertbarkeit 

der Resterwerbsfähigkeit auf die Selbsteingliederungspflicht verwiesen werden kann.

dominanten linken Extremität zumutbar sind (IV-act. 173-10). Die Beschwerdeführerin 

war sodann zum Zeitpunkt, als sie den Unfall erlitt, seit rund 10 Jahren selbständig 

erwerbstätig (vgl. IV-act. 10) und bezog von 2011 bis 2019 eine ganze Rente der IV. 

Darüber hinaus wird sie sich in einen anderen Arbeitsbereich begeben müssen. Die 

hierfür notwendige Anpassungsfähigkeit ist von der Beschwerdeführerin bei den 

erforderlichen medizinisch umschriebenen Voraussetzungen in ihrem Alter - sie war bei 

der polydisziplinären Begutachtung 59-jährig - nicht mehr ohne Erschwernis zu 

erbringen. Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (zur Relevanz dieses 

Gesichtspunkts siehe etwa die Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai 2012, 

9C_22/2012, E. 3.2, 10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3, und vom 15. Juli 2009, 

9C_524/2008, E. 4 und E. 4.2; zur Bedeutung der arbeitsmarktlichen Desintegration im 

Rahmen der Bestimmung der Resterwerbsfähigkeit bzw. deren Verwertbarkeit siehe 

auch das Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020, 9C_644/2019, E. 4.3.2) und 

das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin (vgl. hierzu BGE 146 V 16 E. 7.2.1) 

sind folglich ebenfalls zu berücksichtigen. Insgesamt rechtfertigt sich jedenfalls ein 

Abzug vom Tabellenlohn von 10 %.

Bei einem 10%igen Tabellenlohnabzug resultieren ein Invalideneinkommen von 

Fr. 30'037.-- (Fr. 55’624.05 x 0.6 x 0.9) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 54 % 

([Fr. 65’121.70 - Fr. 30'037.--] / Fr. 65'121.70). Würde der beantragte, in der 

vorliegenden Konstellation sicher das Maximum bildende 20%ige Tabellenlohnabzug 

gewährt, so würden das Invalideneinkommen Fr. 26’699.55 (Fr. 55’624.05 x 0.6 x 0.80) 

und der Invaliditätsgrad 59 % ([Fr. 65’121.70 - Fr. 26’699.55] / Fr. 65’121.70) betragen. 

Beide Invaliditätsgrade führen zu einem Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

5.5. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts müssen bei Personen, die im 

Zeitpunkt der Rentenherabsetzung mindestens während 15 Jahren eine Rente bezogen 

haben oder das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig 

Massnahmen zur Eingliederung durchgeführt werden, bis die Versicherten in der Lage 

sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels 

Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von dieser 

grundsätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer 

Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom 

Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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7.  

Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder 

wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt 

sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person 

könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer 

mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das 

Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der 

Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) 

ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu 

verwerten. Die Aufhebung oder Reduktion der bisherigen Rente im Rahmen einer 

Revision oder Wiedererwägung kann in Fällen der nicht zumutbaren 

Selbsteingliederung erst nach der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen 

erfolgen. Mithin ist in solchen Fällen die Prüfung und allfällige Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen Voraussetzung der Rentenaufhebung. Die 

Rentenaufhebung ohne vorherige Abklärungen bzw. ohne eine den Verhältnissen 

angepasste Durchführung befähigender Massnahmen ist daher bundesrechtswidrig 

(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 6.1 mit zahlreichen 

Hinweisen).

Die 19__ geborene Beschwerdeführerin hat das 55. Altersjahr im Zeitpunkt der 

Rentenherabsetzung per 1. Juli 2019 längst zurückgelegt gehabt. Sie bezog seit 

1. Februar 2011 eine ganze Rente (IV-act. 45) und stand seither nicht mehr im 

Erwerbsleben. Die Beschwerdeführerin kann folglich nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts nicht ohne Weiteres auf ihre Pflicht zur Selbsteingliederung verwiesen 

werden. Dies gilt vorliegend umso mehr, als der neurologische Teilgutachter des ABI 

darauf hinwies, dass die Beschwerdeführerin Hilfestellung beim Finden einer 

geeigneten Arbeitstätigkeit und in der Einarbeitungsphase benötige (IV-act. 173-40). 

Vor diesem Hintergrund erweist sich die Rentenreduktion ohne die Prüfung und 

allfällige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen als mit der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts nicht vereinbar. Die von der Beschwerdeführerin in der Replik 

bestrittene Verwertbarkeit der ihr attestierten Resterwerbsfähigkeit (vgl. act. G18) wird 

die Beschwerdegegnerin erst im Anschluss zu prüfen haben.

6.2. 

Die angefochtene Verfügung ist nach dem Gesagten aufzuheben und die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie vor der allfälligen Herabsetzung 

der ganzen auf eine halbe Rente zunächst die notwendigen Abklärungen zur 

Wiedereingliederung ins Erwerbsleben bzw. den Verhältnissen angepasste befähigende 

Massnahmen durchführe. Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Nachzahlung und 

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 23. Mai 2019 

aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie, 

nach erfolgter Abklärung und allenfalls Durchführung von 

Wiedereingliederungsmassnahmen, im Sinn der Erwägungen neu verfüge.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

einstweilige Weiterausrichtung der ganzen Rente (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 6.3).

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin 

zur Abklärung bzw. Durchführung von Eingliederungsmassnahmen gilt für die 

Auferlegung der Gerichtskosten als vollständiges Obsiegen der Beschwerdeführerin 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 8). Die 

Beschwerdegegnerin hat folglich die gesamte Gerichtsgebühr zu bezahlen. Der 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

7.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Entschädigung von 

Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

7.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2021
	Art. 28 IVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision. Bestimmung der Vergleichseinkommen. Aufgrund der langen Rentenbezugsdauer sowie des Alters der Beschwerdeführerin muss die IV-Stelle vor der Rentenreduktion Eingliederungsmassnahmen durchführen und bis dahin die bisherige ganze Rente weiter ausrichten. Erst danach ist eine Herabsetzung auf eine halbe Rente zulässig (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. April 2021, IV 2019/169).

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		2025-07-19T02:53:21+0200
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