# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3c8665d-1120-585c-89be-48d8f05516fb
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 07.11.2022 VBE.2022.244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-244_2022-11-07.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2022.244 / np / fi  
Art. 123 

 

 

Urteil vom 7. November 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Schircks 

Gerichtsschreiber Berner  

Rechtspraktikantin Peter  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. Michèle Wehrli Roth, Rechtsanwältin,  

Kirchplatz 14, 4800 Zofingen  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 23. Mai 2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1989 geborene Beschwerdeführer verfügt über das Fähigkeitszeugnis 

"Kaufmann Erweiterte Grundbildung" und war bis im Februar 2015 als 

Kaufmann tätig. Am 30. Mai 2015 meldete er sich bei der Beschwerdegeg-

nerin wegen psychischen Beschwerden zum Bezug von Leistungen (beruf-

liche Integration, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 

an. Nachdem er ihr am 11. Mai 2015 mitgeteilt hatte, dass er wieder zu 

100 % arbeitsfähig sei, schloss sie das entsprechende Verfahren mit Ver-

fügung vom 8. September 2015 ab. 

 

Am 8. Januar 2020 meldete sich der – seit April 2019 erwerbslose – Be-

schwerdeführer aufgrund einer "psychische[n] Verschlechterung" erneut 

bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von IV-Leistungen (berufliche In-

tegration, Rente) an. Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin Abklärun-

gen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und liess den Beschwerde-

führer in deren Rahmen am 6. September 2021 durch Dr. med. C., 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Y., begutachten. Gestützt auf 

das am 9. September 2021 erstattete Gutachten und nach Einholung einer 

Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) sprach die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer – in Bestätigung ihres 

Vorbescheids vom 12. November 2021 – mit Verfügung vom 23. Mai 2022 

mit Wirkung ab 1. September 2020 eine halbe Invalidenrente zu.  

 

2. 

2.1. 

Am 23. Juni 2022 erhob der Beschwerdeführer dagegen fristgerecht Be-

schwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Die Verfügung vom 23. Mai 2022 sei aufzuheben. 
 
2. 
Dem Beschwerdeführer seien die ihm gesetzlich zustehenden Leistungen, 
insbesondere eine ganze Invalidenrente, zuzusprechen. 
 
3. 
Eventualiter: Die Angelegenheit sei zur rechtserheblichen Sachverhaltsab-
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, und in der Folge 
seien dem Beschwerdeführer die ihm gesetzlich zustehenden Leistungen, 
insbesondere eine ganze Invalidenrente, zuzusprechen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin." 
 

 - 3 - 

 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 12. Juli 2022 wurde die aus den 

Akten erkennbare berufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers 

zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme einge-

räumt. Diese verzichtete mit Eingabe vom 28. Juli 2022 auf die Einreichung 

einer Stellungnahme und wies daraufhin, dass der Beschwerdeführer zum 

Zeitpunkt der Eröffnung der Wartefrist nicht mehr bei ihr versichert gewe-

sen sei. 

 

2.4. 

Mit Replik vom 1. September 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest und ersuchte um Beiladung der Vorsorgeeinrichtung, bei der 

er im Rahmen seines letzten Arbeitsverhältnisses nach BVG versichert ge-

wesen sei, bzw. – eventualiter – um Ansetzung einer Frist zur Bekanntgabe 

der zuständigen Vorsorgeeinrichtung und um anschliessende Beiladung 

derselben. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Was das Gesuch des Beschwerdeführers, noch eine weitere Vorsorgeein-

richtung beizuladen, anbelangt, kann die instruierende Behörde nach 

Art. 61 ATSG i.V.m. § 12 Abs. 1 VRPG Dritte von Amtes wegen oder auf 

Antrag zum Verfahren beiladen, wenn sie durch den Ausgang des Verfah-

rens in eigenen Interessen berührt werden könnten. Nach geltender Recht-

sprechung liegt der allgemeine Zweck einer Beiladung darin, die Rechts-

kraft eines Entscheides auf die beigeladene Person auszudehnen, sodass 

diese in einem allfälligen später gegen sie gerichteten Prozess jenen gegen 

sich gelten lassen muss (vgl. BGE 130 V 501 E. 1.2 S. 502 mit Hinweisen). 

Nachdem die mit Verfügung vom 12. Juli 2022 beigeladene Vorsorgeein-

richtung die einzige Vorsorgeeinrichtung ist, der die angefochtene Verfü-

gung zugestellt wurde (vgl. Vernehmlassungsbeilage [VB] 92), und weil 

grundsätzlich nur rechtmässig eröffnete Entscheide über eine Invaliditäts-

bemessung der IV eine präsumtiv leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung 

binden können (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 89/06 

vom 27. Juni 2006 E. 2 mit Hinweisen; BGE 132 V 1), ist von der Beiladung 

weiterer Vorsorgeeinrichtungen abzusehen.  

 

 - 4 - 

 

 

 

2.  

2.1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 23. Mai 2022 ge-

stützt auf das von ihr eingeholte psychiatrische Gutachten von Dr. med. C. 

vom 9. September 2021 (VB 73.1) und die Stellungnahme des RAD vom 

17. Dezember 2021 (VB 83) im Wesentlichen davon aus, der Be-

schwerdeführer sei seit 17. September 2019 in seiner angestammten Tä-

tigkeit als Kaufmann nur noch eingeschränkt arbeitsfähig. In seiner ange-

stammten Tätigkeit sowie in jeder anderen angepassten Tätigkeit bestehe 

bei einer zumutbaren 100%igen Präsenzzeit eine 50%ige Leistungsein-

schränkung. Der Beschwerdeführer habe daher bei einem mit der Methode 

des Prozentvergleichs errechneten Invaliditätsgrad von 50 % einen An-

spruch auf eine halbe Invalidenrente ab 1. September 2020 (VB 92 S. 4). 

 

2.2. 

Demgegenüber macht der Beschwerdeführer zusammengefasst sinnge-

mäss geltend, die Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters 

seien nicht schlüssig. Es sei gestützt auf die Einschätzung der behandeln-

den Ärzteschaft von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wes-

halb er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Sollte dennoch dem 

Gutachten gefolgt werden, sei die ihm attestierte Restarbeitsfähigkeit je-

denfalls nicht "auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt" verwert-

bar. Werde auch dies nicht anerkannt, so sei in Bezug auf die Berechnung 

des Invaliditätsgrades die Methode des Einkommensvergleichs anzuwen-

den. Bei der Festsetzung des Valideneinkommens sei dabei vom Lohn für 

eine Tätigkeit als Kaufmann auszugehen, mit einem Zuschlag von mindes-

tens 30 %, da er im Gesundheitsfall zusätzlich die Ausbildung als Rechts-

fachmann HF abgeschlossen hätte. Beim Invalideneinkommen sei ein lei-

densbedingter Abzug von mindestens 20 % zu berücksichtigen.  

  

2.3. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin dem Be-

schwerdeführer mit Verfügung vom 23. Mai 2022 zu Recht ab dem 1. Sep-

tember 2020 (nur) eine halbe Rente zugesprochen hat.  

 

3. 

Vorgängig ist auf Folgendes hinzuweisen: Der Beschwerdeführer hatte sich 

bereits am 30. Mai 2015 (VB 11) erstmals zum Leistungsbezug angemel-

det. Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 8. September 

2015 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, weil der Beschwerde-

führer ihr mitgeteilt habe, dass er wieder voll arbeitsfähig sei (VB 19). Bei 

dieser Ausgangslage war es korrekt, dass die Beschwerdegegnerin die 

Wiederanmeldung vom 8. Januar 2021 nicht als Neuanmeldung im Sinne 

von Art. 87 Abs. 3 IVV, sondern gleich wie eine erstmalige Anmeldung be-

handelte (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_801/2018 vom 13. Feb-

ruar 2019 E. 4.1 mit Hinweisen). 

 - 5 - 

 

 

 

 

4.  

4.1. 

Am 1. Januar 2022 trat das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenver-

sicherung in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Ju-

ni 2020, AS 2021 705, BBl 2017 2535). Die angefochtene Verfügung erging 

nach dem 1. Januar 2022, stützt sich jedoch auf einen zeitlich offenen 

Dauersachverhalt, der vor dem Inkrafttreten der WEIV begonnen hat. 

Nachdem sowohl den Änderungen des IVG wie auch der IVV keine beson-

deren Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit der per 

1. Januar 2022 in Kraft getretenen Regelungen der WEIV im Hinblick auf 

vor dem 1. Januar 2022 entstandene Rentenansprüche zu entnehmen 

sind, gelangen die allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätze zur An-

wendung. Demnach ist auch im öffentlichen Recht jenes Recht anwendbar, 

welches bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhaltes 

in Kraft stand. Auf in der Vergangenheit abgeschlossene Sachverhalte ist 

daher ein später in Kraft getretenes neues Recht vorbehältlich – vorliegend 

nicht vorhandener – besonderer Übergangsbestimmungen nicht anwend-

bar. Auf zeitlich offene Dauersachverhalte ist hingegen grundsätzlich bis 

zum Inkrafttreten der Rechtsänderung das alte Recht, nachher das neue 

Recht anwendbar (BGE 147 V 308 E. 5.1 S. 311 f. mit Hinweisen). Dem 

folgend und aufgrund der aufgrund der durchschnittlichen Verfahrensdauer 

eines IV-Rentenverfahrens unter Umständen erheblichen Auswirkungen 

des anwendbaren Rechts auf den Rentenanspruch rechtfertigt es sich, im 

Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der Versicher-

ten analog zur Praxis der auf den 1. Januar 2018 in Kraft getrete-

nen Art. 27bis Abs. 2–4 IVV (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 

E. 5.3 mit Hinweis) die Änderungen betreffend Rentenanspruch (vgl. bspw. 

Art. 28b Abs. 1 IVG) erst ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Be-

stimmung per 1. Januar 2022 anzuwenden. Zeitlich davorliegende aber 

erst nach Inkrafttreten der jeweiligen Bestimmungen beurteilte Rentenan-

sprüche sind nach dem bisherigen Recht zu bestimmen. 

 

4.2. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

4.3. 

Invalidität gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 7 f. ATSG be-

deutet im Allgemeinen den durch die Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer 

 - 6 - 

 

 

 

Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Ver-

lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli-

chenen Arbeitsmarkt (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesge-

richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenver-

sicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, N. 102 zu Art. 4 IVG mit Hinweis auf 

BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

 

4.4. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-

ten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte darf Beweiswert zuerkannt werden, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 

E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

 

5.  

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 23. Mai 2022 

in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutach-

ten vom 9. September 2021. Darin stellte Dr. med. C. folgende Diagnosen 

(VB 73.1 S. 17): 

 

"Psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Soziale Phobien (ICD-10 F 40.1), bestehend seit 2011 
 

Psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Akzentuierung der Persönlichkeit mit selbstunsicheren und narzissti-
schen Anteilen (ICD-10 Z 73.1), bestehend seit der Adoleszenz 

- Schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10 F 12.1), bestehend 
seit Jahren 

 - 7 - 

 

 

 

- Schädlicher Gebrauch von Tabak (ICD-10 F 17.1), bestehend seit Jah-
ren" 

 

Aus psychischer Sicht bestehe "eine Einschränkung der sozialen Kompe-

tenzen". Der Beschwerdeführer weise "in Bezug auf den Umgang mit sich 

selbst Defizite in den Bereichen Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbst-

wirksamkeit und Selbstbeobachtung auf" (VB 73.1 Ziff. 7.4 S. 25). Bei einer 

Gesamtwürdigung der Diagnosen, Defizite und Ressourcen sei davon aus-

zugehen, dass der Beschwerdeführer trotz der sozialen Phobien eine be-

rufliche Tätigkeit in einem reduzierten Pensum ausüben könne (VB 73.1 

Ziff. 7.4 S. 21 und Ziff. 8.1 S. 25). In der angestammten wie auch in einer 

angepassten Tätigkeit bestehe seit 2019 im Rahmen eines zumutbaren 

Vollzeitpensums eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 50 % 

(VB 73.1 Ziff. 7.4 S. 21 und Ziff. 8.1 S. 25). In Bezug auf die Reintegration 

in den Arbeitsprozess erschienen folgende "Aspekte eines Arbeitsplatzes" 

als sinnvoll (VB 73.1 Ziff. 8.2.1 S. 26): 

 

" -  Die VP sollte am Arbeitsplatz nicht zu sehr mit sozialen Kontakten 
 überfordert werden.  
- Ein zu grosser Interaktionsstress am Arbeitsplatz sollte vermieden 

werden. 
- Der Arbeitsplatz der VP sollte ruhig und wenig hektisch sein. 
- Eine vollständige Tagesstruktur am Arbeitsplatz wäre bei der VP von 

Vorteil. 
- Auf eine klare Aufgabenübertragung unter Vermeidung widersprüch-

licher Anweisungen ist zu achten. 
- Eine Konfrontation am Arbeitsplatz mit Problemen anderer Personen 

oder dem Leid anderer Personen ist zu vermeiden. 
- Das selbständige Festlegen und Bestimmen schwieriger Arbeitsent-

scheidungen wäre für die VP aktuell eine Überforderung. 
- Die selbständige Entwicklung neuer Ideen wäre für die VP aktuell eine 

Überforderung." 

 

5.2. 

RAD-Ärztin F., Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, befand in 

ihrer Aktennotiz vom 17. Dezember 2021, dass auf das psychiatrische 

Gutachten abgestellt werden könne. Es sei "davon auszugehen, dass seit 

2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %" bestehe, welche auch "prognostisch 

vorerst zu erwarten" sei (VB 83). 

 

6.  

6.1. 

Das Gutachten vom 9. September 2021 beruht auf einer am 6. September 

2021 durchgeführten, – testpsychologische Untersuchungen und ein Mini-

ICF-APP (VB 73.3) einschliessenden – fundierten fachärztlich-psychiatri-

schen Untersuchung (VB 73.1 S. 15 f.) sowie dem Ergebnis einer vom Gut-

achter veranlassten Laboruntersuchung des Bluts (VB 73.2). Es erging un-

ter Würdigung der Vorakten (vgl. VB 73.1 Ziff. 1.3 und 2 S. 3 ff., Ziff. 3.2.7 

S. 15, Ziff. 6.4 S. 18 f., Ziff. 7.2 S. 20 etc.) und unter Berücksichtigung der 

 - 8 - 

 

 

 

geklagten Beschwerden (VB 73.1 Ziff. 3 und 4 S. 11 ff.). Dabei beurteilte 

der Gutachter die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische 

Situation nachvollziehbar und machte – in Orientierung an den normativen 

Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 – Ausführungen zu Konsistenz und 

Plausibilität, Ressourcen und Belastungen sowie zur Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers (VB 73.1 S. 20 Ziff. 7.2 ff.). Dem Gutachten kommt da-

mit grundsätzlich Beweiswert (vgl. E. 4.4) zu. 

 

6.2. 

6.2.1. 

Der Beschwerdeführer macht mit Verweis auf die Berichte der Behandler 

der Psychiatrischen Dienste D. vom 14. April und 23. September 2020 

(VB 37, 59) und die mit Beschwerde und Replik eingereichten 

Arbeitsunfähigkeitsatteste der Hausärztin, Dr. med. G., Fachärztin für 

Allgemeine Innere Medizin sowie für Physikalische Medizin und 

Rehabilitation, Z., vom 9. Dezember 2020, 19. Mai 2022 und 15. August 

2022 (BB 3 f., Replikbeilage [RB] 2 f.) geltend, das Gutachten von 

Dr. med. C. vom 9. September 2021 sei sowohl in diagnostischer Hinsicht 

als auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit betreffend nicht schlüssig 

(Beschwerde S. 5 ff., Replik 3 f.).  

 

6.2.2. 

6.2.2.1. 

Bezüglich der Berichte behandelnder Ärzte trifft es zwar grundsätzlich zu, 

dass die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung 

durch einen behandelnden Arzt oft wertvolle Erkenntnisse zu erbringen ver-

mag. Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-

tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-

lich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 170 

E. 4 S. 175) lässt es indes nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach-

ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh-

men, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen 

gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be-

urteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benen-

nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie-

ben sind (vgl. statt vieler: SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.1; Urteil 

des Bundesgerichts 9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4 mit Hin-

weisen).   

 - 9 - 

 

 

 

6.2.2.2. 

Dr. med. C. verfügte – neben einem weiteren Bericht der Psychiatrischen 

Dienste D. vom 1. November 2019 – über die beiden Berichte der 

Psychiatrischen Dienste D. (vgl. VB 73.1 Ziff. 1.3 S. 3 f.), auf die sich der 

Beschwerdeführer beruft, und war damit über die Einschätzung der 

Behandler der Psychiatrischen Dienste D. im Bilde (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_616/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 6.2.2 und 

8C_209/2017 vom 14. Juli 2017 E. 4.2.2). Er setzte sich mit deren Beurtei-

lung denn auch einlässlich auseinander und legte unter anderem nachvoll-

ziehbar begründet dar, dass die von diesen gestellte Differenzialdiagnose 

einer Persönlichkeitsstörung mit vor allem ängstlich-vermeidenden Antei-

len (ICD-10 F 60.6; siehe dazu VB 37, 59) mit Blick auf die massgebenden 

Befunde und unter Berücksichtigung des sozialen und beruflichen "Funk-

tionsniveaus" nicht nachvollziehbar sei, zumal der Beschwerdeführer in der 

Lage gewesen sei "Ausbildungen zu absolvieren und über Jahre hinweg 

beruflich tätig zu sein." Auch die aktenkundigen Arbeitszeugnisse des Be-

schwerdeführers (siehe dazu VB 7) würden gegen eine Persönlichkeitsstö-

rung sprechen. Es sei beim Beschwerdeführer daher von einer Akzentuie-

rung der Persönlichkeit mit selbstunsicheren und narzisstischen Zügen 

(ICD-10 Z 73.1) auszugehen, die seit der Adoleszenz bestehen würde und 

sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (vgl. VB 73.1 Ziff. 6.4 S. 19). Die 

diesbezüglichen gutachterlichen Ausführungen sind in sich schlüssig und 

in ihrer Gesamtheit ohne Weiteres einleuchtend. Auch zum Gebrauch von 

Cannabinoiden und deren Auswirkungen äusserte sich der Gutachter: Der 

Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben ein- bis zweimal pro Woche 

Cannabis konsumiere und in der Vergangenheit auch immer wieder "Pau-

sen im Konsum" eingelegt habe, zeige klinisch "praktisch keine kognitiven 

Defizite und auch keine Minderung des Antriebs […]." Dass der Gutachter 

die von den Behandlern der Psychiatrischen Dienste D. diagnostizierte 

Abhängigkeit nicht bestätigte (VB 73.1 S. 18), leuchtet vor diesem 

Hintergrund ohne Weiteres ein. Den Berichten der Psychiatrischen Dienste 

D. vom 14. April und 23. September 2020 (VB 37, 59) sind damit keine im 

Rahmen der Begutachtung ungewürdigten oder unerkannten Aspekte zu 

entnehmen (vgl. E. 6.2.2.1).  

 

6.2.2.3. 

Dass der Beschwerdeführer die im August 2015 begonnene Zweitausbil-

dung zum Fachmann Betriebsunterhalt EFZ – entgegen der Annahme des 

Gutachters (vgl. VB 73.1 Ziff. 6.4 und 7.4 S. 19 und 21) – nicht abschloss, 

weil er, wie er geltend macht (Beschwerde S. 7), aufgrund seiner gesund-

heitlichen Beschwerden ausserstande gewesen sei, die Abschlussprüfung 

anzutreten, vermag die gutachterliche Einschätzung, dass keine Persön-

lichkeitsstörung, sondern lediglich eine Akzentuierung der Persönlichkeit 

mit selbstunsicheren und narzisstischen Zügen vorliege (VB 73.1 S. 19), 

nicht in Zweifel zu ziehen. Massgebend ist in diesem Zusammenhang pri-

mär, dass der Beschwerdeführer in der Lage war, vom 1. August 2015 bis 

 - 10 - 

 

 

 

31. Juli 2017 die gesamte dreijährige Berufsausbildung zu absolvieren und 

dabei in der Berufsschule durchwegs in sämtlichen Fächern gute bis (zum 

überwiegenden Teil) sehr gute Noten zu erzielen (siehe Zeugnis der 

Berufsschule E. vom 17. Mai 2017 [VB 22 S. 2], Lebenslauf [BB 9]). Ferner 

ist in Bezug auf die Rüge, der Gutachter habe sich bei der Diagnosestellung 

zu Unrecht auf in der Vergangenheit erbrachte Leistungen gestützt, obwohl 

"die Zeit ab Januar 2020 relevant" sei (Beschwerde S. 7), festzuhalten, 

dass der Gutachter sich in erster Linie auf die Ergebnisse seiner 

eingehenden Untersuchung des Beschwerdeführers und die dabei ge-

machten Beobachtungen stützte. Dass er bei seiner Beurteilung auch des-

sen funktionelle Leistungsfähigkeit im Verlauf berücksichtigte, ist nicht zu 

beanstanden, sondern war sogar geboten. Zudem gingen die behandeln-

den Fachpersonen der Psychiatrischen Dienste D. (im Jahr 2020) lediglich 

differentialdiagnostisch – was dem im Sozialversicherungsrecht 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. 

dazu etwa BGE 144 V 427 E. 3.2 mit Hinweis) nicht genügt – von einer 

Persönlichkeitsstörung aus (vgl. VB 59 S. 2, 37 S. 4). 

 

6.2.2.4. 

Im Weiteren vermögen auch die mit der Beschwerde und der Replik einge-

reichten hausärztlichen Atteste vom 9. Dezember 2020, 19. Mai 2022 und 

15. August 2022 die Einschätzung des Gutachters nicht in Frage zu stellen. 

So geht daraus lediglich hervor, dass der Beschwerdeführer "wegen Krank-

heit" bei Dr. med. G. in Behandlung stehe und "[d]ie AUF […] von der 

Psychiatrischen Dienste D. und betreuenden Psychiater ausgestellt" 

worden sei. Aufgrund welcher Befunde bzw. daraus resultierender Defizite 

des funktionellen Leistungsvermögens die gänzliche Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt wurde, ist den Arztzeugnissen nicht zu entnehmen (vgl. BB 3 f., 

RB 2 f.).  

 

6.2.3. 

6.2.3.1. 

Dr. med. C. gelangte im Gutachten vom 9. September 2021 – unter 

Berücksichtigung der Vorgaben von BGE 141 V 281 und unter Einbezug 

auch der Ergebnisse des Mini-ICF-Ratings für Aktivitäts- und Partizipa-

tionsstörungen bei psychischen Erkrankungen (Mini-ICF-APP; vgl. VB 73.1 

Ziff. 7.4 S. 21 ff.) – in Gesamtwürdigung sämtlicher festgestellter Defizite 

und der persönlichen, sozialen sowie strukturellen Ressourcen des Be-

schwerdeführers (vgl. VB 73.1 Ziff. 6.4 und 7.4 S. 18 ff.) zum überzeugen-

den Schluss, dass der Beschwerdeführer sowohl in einer kaufmännischen 

als auch in einer angepassten Tätigkeit im Rahmen eines zumutbaren Ar-

beitspensums von 100 % eine Leistung von 50 % zu erbringen vermöge 

(VB 73.1 S. 25 f.).  

 

 - 11 - 

 

 

 

6.2.3.2. 

Zwar sah sich der Gutachter ausserstande, den Beginn der Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit exakt festzulegen (VB 73.1 S. 25 f.; Beschwerde S. 4). 

Dies ist indes vorliegend insofern unerheblich, als Dr. med. C. jedenfalls 

seit 2019 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie 

auch in einer angepassten Tätigkeit ausging und angesichts der am 

8. Januar 2020 erfolgten Anmeldung eine vor 2019 bestandene Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit ohnehin nicht von Anspruchsrelevanz wäre (vgl. 

Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). 

 

6.2.3.3. 

Was das Vorbringen des Beschwerdeführers anbelangt, es müssten ihm 

eine "Übergangsfrist zwecks Stabilisierung des Gesundheitszustandes so-

wie berufliche Eingliederungsmassnahmen gewährt werden" (Beschwerde 

S. 9), zeigte der Gutachter überzeugend auf, dass es dem Beschwerdefüh-

rer aufgrund der vorhandenen Ressourcen möglich sei, die dysfunktionalen 

Überzeugungs- und Verhaltensmuster zu durchbrechen und dass die Wie-

deraufnahme einer Arbeitstätigkeit gar "therapeutische Effekte" haben 

werde. "Bei Durchführung der zumutbaren therapeutischen Massnahmen" 

sei sogar mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einer Steigerung der Leis-

tungsfähigkeit zu rechnen (vgl. VB 73.1 Ziff. 7.4 S. 20 f., Ziff. 8.2.6.2 

S. 27 f.).  

 

6.3. 

Zusammenfassend sind weder den Ausführungen des Beschwerdeführers 

(vgl. BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweis auf BGE 110 V 48 E. 4a 

S. 53) noch den Akten konkrete Hinweise zu entnehmen, welche am Gut-

achten von Dr. med. C. vom 9. September 2021 konkrete Zweifel zu 

begründen vermöchten (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit; BGE 134 V 109 E. 9.5, mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1). Der 

rechtserhebliche Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als voll-

ständig abgeklärt. Auf weitere Abklärungen (vgl. Beschwerdeanträge 

Ziff. 3; Beschwerde S. 10) ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzich-

ten, da von diesen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 127 

V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Gestützt auf das beweiskräftige psy-

chiatrische Gutachten von Dr. med. C. vom 9. September 2021 ist 

demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit 2019 in sei-

ner angestammten Tätigkeit als Kaufmann sowie in jeder anderen ange-

passten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist (50%ige Einschränkung der Leis-

tungsfähigkeit im Rahmen eines zumutbaren Pensums von 100 %). 

 

7.  

7.1.  

Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, dass die gutachterlich attestierte 

50%ige Restarbeitsfähigkeit auf dem massgebenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt nicht verwertbar sei (vgl. Beschwerde S. 11 ff.). 

 - 12 - 

 

 

 

 

7.2. 

Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Begriff des ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ein theoretischer und abstrakter Be-

griff ist, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt 

(BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.; vgl. auch Urteil des Bundesge-

richts 9C_302/2017 vom 6. Juli 2017 E. 3.3). Der Begriff des ausgegliche-

nen Arbeitsmarktes umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht 

zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen. Anderseits 

bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offenhält. Er umfasst auch sogenannte Nischen-

arbeitsplätze, das heisst Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behin-

derte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 

rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 29. August 

2007 E. 4.3). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

eine versicherte Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit 

zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzie-

len vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276). Für die Invaliditäts-

bemessung ist somit nicht massgeblich, ob eine Person unter den konkre-

ten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob 

sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn 

– auf dem für sie nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten in Betracht fal-

lenden Teil des Arbeitsmarktes (BGE 130 V 343 E. 3.3 S. 347) – die ver-

fügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür-

den (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 131 ff. zu Art. 28a IVG).  

 

7.3. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist davon auszugehen, dass 

ihm unter Berücksichtigung der gutachterlich definierten Anforderungen an 

eine angepasste Tätigkeit bzw. eine konkrete Tätigkeit als Kaufmann (vgl. 

E. 5.1) ein weites Betätigungsfeld auf dem in Frage kommenden Arbeits-

markt offensteht, welches unter Berücksichtigung der objektiven und sub-

jektiven Gegebenheiten zumutbar erscheint. Davon, dass jegliche Konfron-

tationen mit anderen Personen zu vermeiden sei (Beschwerde S. 12), ging 

weder der Gutachter noch der behandelnde Psychologe der PDAG, auf den 

sich der Beschwerdeführer diesbezüglich beruft, aus (vgl. VB 59 S. 3). Der 

Beschwerdeführer sollte am Arbeitsplatz lediglich nicht zu sehr mit sozialen 

Kontakten überfordert und möglichst nicht mit Problemen bzw. Leiden an-

derer Personen konfrontiert werden (VB 73.1 S. 26). Stellen, die diese An-

forderung erfüllen, existieren auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ebenso 

genügend wie solche, bei denen eine enge Führung mit klarer Aufgaben-

übertragung besteht (VB 73.1 S. 26; Beschwerde S. 12). Dass der Be-

schwerdeführer "körperliche Tätigkeiten" ausüben solle (Beschwerde 

S. 12), ergibt sich sodann aus dem Gutachten nicht; Nämliches gilt für das 

Vorbringen des Beschwerdeführers, eine angepasste Tätigkeit dürfe kei-

nen Zeitdruck mit sich bringen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang 

 - 13 - 

 

 

 

indes darauf, dass die attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines 

100%-Pensums umzusetzen ist, dem Beschwerdeführer mithin für die Er-

bringung der Leistung doppelt so viel Zeit, wie eine gesunde Person dafür 

benötigen würde, zugestanden wird. Vor diesem Hintergrund sind die gut-

achterlich definierten Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit nicht so 

hoch, dass der allgemeine Arbeitsmarkt eine solche praktisch nicht kennte 

oder sie nur aufgrund nicht realistischen Entgegenkommens eines durch-

schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 8C_762/2013 vom 30. April 2014 E. 5.3, 8C_1050/2009 vom 28. Ap-

ril 2010 E. 3.3; FREY/LANG, in: Basler Kommentar zum Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 72 zu Art. 16). Zu beachten ist auch, 

dass der Beschwerdeführer auf eine mehrjährige Berufserfahrung im kauf-

männischen Bereich und auf Erfahrungen im Bereich Betriebsunterhalt zu-

rückgreifen kann (vgl. VB 7, BB 9). Diese Umstände deuten auf einen mi-

nimalen Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand sowie auf eine nicht 

massgeblich beeinträchtigte Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit und 

damit intakte Anstellungschancen hin (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_30/2020 vom 6. Mai 2020 E. 5.3; 9C_294/2017 vom 4. Mai 2018 

E. 5.4.2; 9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E. 5.5).   

 

7.4. 

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die dem Beschwerdeführer 

verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 50 % auf dem ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt realistischerweise verwertbar ist. 

 

8.  

8.1. 

Die Beschwerdegegnerin ermittelte in ihrer Verfügung vom 23. Mai 2022 

entsprechend der 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

einen Invaliditätsgrad von 50 %, ohne die Vergleichseinkommen ziffern-

mässig festzulegen (VB 92 S. 4). Der Beschwerdeführer vertritt demgegen-

über die Ansicht, dass es sich dabei um einen unzulässigen Prozentver-

gleich handle, da das Validen- und das Invalideneinkommen nicht auf 

Grundlage des gleichen Tabellenlohns zu ermitteln seien. Ausserdem sei 

ihm zu Unrecht kein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen ge-

währt worden.  

 

8.2.  

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG; vgl. auch Art. 25 und 

26 IVV). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-

kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-

 - 14 - 

 

 

 

setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-

valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG; sogenannte all-

gemeine Methode des Einkommensvergleichs). Der Einkommensvergleich 

hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348 f.; 128 V 29 

E. 1 S. 30; 104 V 135 E. 2a und b S. 136 f.). Sind Validen- und Invaliden-

einkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt 

sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad näm-

lich dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälli-

gen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen "Prozentvergleich" im 

Sinne von BGE 104 V 135 E. 2b S. 137 dar, sondern eine rein rechnerische 

Vereinfachung (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 

19. Juni 2017 E. 4 mit Hinweisen). Für den Einkommensvergleich sind die 

Verhältnisse im Zeitpunkt des (potentiellen) Beginns des Rentenanspruchs 

massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer 

Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Ver-

gleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind 

(BGE 129 V 222; 128 V 174). 

 

8.3.  

8.3.1. 

Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, ohne seine gesundheit-

lichen Beschwerden hätte er die im Jahr 2013 angestrebte Weiterbildung 

zum diplomierten Rechtsassistenten HF absolviert, weshalb für das Vali-

deneinkommen auf den Verdienst eines Hochschulabsolventen abzustel-

len sei. Mit dem Hochschulabschluss hätte sich sein Einkommen (vergli-

chen mit jenem eines Kaufmanns) um mindestens 30 % erhöht. Für das 

Invalideneinkommen sei sodann der Verdienst massgebend, den er als 

Fachmann Betriebsunterhalt erzielen könnte, da er diese Ausbildung nur 

begonnen habe, um eine Tätigkeit ausüben zu können, die seinem Ge-

sundheitszustand angepasst sei (vgl. Beschwerde S. 14 ff.).  

 

8.3.2. 

Nach der Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens 

entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Da 

die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit 

dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 

ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die 

eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings 

erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne ge-

sundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entspre-

chend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Eine 

 - 15 - 

 

 

 

blosse Absichtserklärung, wie sie der Beschwerdeführer geltend macht und 

mit den eingereichten Unterlagen auch belegt hat (Beschwerde S. 14, 

BB 5 ff.), genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr muss die Ab-

sicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kurs-

besuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein (vgl. 

BGE 145 V 141 E. 5.2.1 S. 144 f. mit Hinweisen, insbesondere auf 

BGE 96 V 29). Dass er schon derartige Schritte unternommen hätte, wurde 

vom Beschwerdeführer indes weder geltend gemacht noch ergibt es sich 

aus den Akten. Folglich ging die Beschwerdegegnerin betreffend das Vali-

deneinkommen zu Recht vom Lohn für eine kaufmännische Tätigkeit aus. 

 

8.3.3. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Erzielt die versicherte Person – wie der Beschwerdeführer 

(vgl. VB 20 Ziff. 4.3 S. 4) – nach Eintritt der Invalidität kein anrechenbares 

Erwerbseinkommen, namentlich weil sie keine oder jedenfalls keine ihr an 

sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach 

der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden 

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 

V 472 E. 4.2.1 S. 475). Nachdem dem Beschwerdeführer die angestammte 

Tätigkeit als Kaufmann weiterhin (im Pensum von 100 % mit einer 50%igen 

Leistungseinbusse) zumutbar ist, ist nicht zu beanstanden, dass die Be-

schwerdegegnerin auch bezüglich des Invalideneinkommens den Ver-

dienst eines kaufmännischen Angestellten für massgebend erachtete 

(vgl. VB 92). Dass der Beschwerdeführer in einer anderen leidensange-

passten Tätigkeit – beispielsweise als Fachmann Betriebsunterhalt – einen 

geringeren Verdienst erzielen würde, bleibt dabei unbeachtlich, da der Be-

schwerdeführer, der, wie bereits dargelegt (E. 6.2.2.3.), die entsprechende 

Ausbildung nicht abgeschlossen hat, aufgrund seiner Schadenminderungs-

pflicht alles Zumutbare zu unternehmen hat, um die Folgen seiner Invalidi-

tät bestmöglich zu mildern (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_441/2021 vom 

24. Januar 2022 E. 2.2.2 mit Hinweisen). 

 

8.3.4. 

Somit sind Validen- und Invalideneinkommen des Beschwerdeführers aus-

gehend vom Verdienst eines Kaufmannes zu berechnen. Die Beschwerde-

gegnerin hat daher von deren genauen Ermittlung absehen dürfen. Entge-

gen der Annahme der Parteien stellt dies keinen "Prozentvergleich" dar, 

sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (vgl. E. 8.2). Der Invaliditäts-

grad entspricht somit dem Grad der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers unter Berücksichtigung eines allfälligen Leidensabzuges. 

 

 - 16 - 

 

 

 

8.4. 

8.4.1. 

Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache 

Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, 

wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationa-

lität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf 

die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Per-

son deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegli-

chenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg 

verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Die Recht-

sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein-

kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich-

ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Zu be-

achten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizini-

schen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 

zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 

so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür-

fen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 19 f. mit Hinweisen). 

 

8.4.2. 

Hinsichtlich des vom Beschwerdeführer sinngemäss geltend gemachten 

Abzugs wegen Teilzeittätigkeit (Beschwerde S. 16) wird nach geltender 

Rechtsprechung zwar unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" bei Männern, 

welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig 

sein können, grundsätzlich ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt, sofern 

sich aus den entsprechenden statistischen Angaben eine aus dem konkre-

ten Beschäftigungsgrad resultierende Erwerbseinbusse ergibt (vgl. statt 

vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_610/2019 vom 20. November 2019 

E. 4.2.2). Allerdings fällt die Gewährung eines sogenannten "Teilzeitab-

zugs" bei Zumutbarkeit einer Vollzeittätigkeit mit eingeschränktem Rende-

ment (vgl. E. 6.3) rechtsprechungsgemäss ausser Betracht (vgl. etwa Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_627/2021 vom 25. November 2021 E. 5.2; 

8C_211/2018 vom 8. Mai 2018 E. 4.4, je mit Hinweisen). Die weiter als 

Grund für einen Abzug vom Tabellenlohn geltend gemachten leidensbe-

dingten Einschränkungen des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 17) sind 

im Anforderungsprofil der ihm noch zumutbaren Tätigkeiten enthalten (vgl. 

dazu E. 5.1), womit es nicht zulässig wäre, diese Einschränkungen erneut 

zu berücksichtigen (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 19 f. mit Hinweisen). An-

dere Gründe, die einen Abzug rechtfertigten, sind nicht ersichtlich und wur-

den vom Beschwerdeführer auch nicht konkret benannt (vgl. Beschwerde 

S. 16 f.). Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht auf die Vornahme 

eines Abzugs vom Tabellenlohn verzichtet.   

 - 17 - 

 

 

 

8.5. 

Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg-

nerin von der genauen Ermittlung der Vergleichseinkommen absah, den 

Invaliditätsgrad entsprechend dem Grad der Arbeitsfähigkeit und ohne Be-

rücksichtigung eines Leidensabzuges auf 50 % festsetzte und dem Be-

schwerdeführer eine halbe Rente zusprach (vgl. 28 Abs. 2 IVG). 

 

9. 

Die Beschwerdegegnerin legt in ihrer Verfügung vom 23. Mai 2022 den Be-

ginn des Rentenanspruchs auf den 1. September 2020 fest, da beim Be-

schwerdeführer aufgrund der medizinischen Unterlagen seit dem 17. Sep-

tember 2020 eine Leistungseinschränkung in der bisherigen sowie in jeder 

anderen angepassten Tätigkeit bestehe (VB 92 S. 4). Gemäss dem Gut-

achten von Dr. med. C. vom 9. September 2021 besteht die 50%ige 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit indes seit (spätestens) 2019 (vgl. 

VB 73.1 Ziff. 8.1.4 und 8.2.5 S. 25 f.). Davon ging denn in der Folge auch 

die RAD-Psychiaterin med. pract. F. aus (vgl. VB 83 S. 1). Das Erfordernis 

einer durchschnittlich mindestens 40%igen Arbeitsunfähigkeit während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) war 

demnach (spätestens) per Januar 2020 erfüllt. Nachdem ein Renten-

anspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-

chung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht (Art. 29 

Abs. 1 IVG) und die Anmeldung des Beschwerdeführers im Januar 2020 

(und damit verspätet) erfolgte (VB 20), ist der Rentenbeginn auf den 1. Juli 

2020 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG) festzusetzen. 

 

10. 

10.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Verfügung vom 23. Mai 2022 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuändern, dass der Be-

schwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2020 Anspruch auf eine halbe Inva-

lidenrente hat.  

 

10.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Angesichts der Tatsache, dass der 

Beginn der halben Rente des Beschwerdeführers, der die Zusprache einer 

ganzen Rente beantragte, (lediglich) auf einen zwei Monate früheren Zeit-

punkt festzusetzen ist, obsiegt der Beschwerdeführer nur in geringem Um-

fang. Es rechtfertigt sich daher, die Verfahrenskosten vollumfänglich ihm 

aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_419/2018 vom 6. Sep-

tember 2018 E. 6.2). 

 

 - 18 - 

 

 

 

10.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens mit ledig-

lich geringfügigem Obsiegen (Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerde-

gegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 

V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 23. Mai 

2022 dahingehend abgeändert, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 

1. Juli 2020 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreterin; 2-fach)  

die Beschwerdegegnerin  

die Beigeladene 

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

  

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 - 19 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 7. November 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Berner