# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e280db5-e96d-5f68-aef6-c7b42d0990f4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 06.05.2016 U 2016 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2016-22_2016-05-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 16 22

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser 

Aktuarin ad hoc Dedual

URTEIL

vom 26. April 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel,

Beschwerdeführer
gegen 

Verein B._____,
Beschwerdegegner

und

C._____ AG,
Beigeladene

beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Flurin von Planta, 

betreffend Submission

- 2 -

1. Im Rahmen der Sanierung der B._____-Strasse erstellt das Tiefbauamt 

des Kantons Graubünden zwischen O.1._____ und O.2._____ auf einer 

Länge von ca. 741 Metern einen neuen Kordon. Diese Gelegenheit nutzt 

der Verein B._____ zur Planung eines Fusswegs. Dieser soll am Fusse 

der Stützmauern oder neben der Strasse verlaufen, was wesentlich zur 

Verkehrssicherheit der Fussgänger beitragen soll. Vor diesem Hinter-

grund schrieb der Verein verschiedene Arbeiten aus, unter anderem die 

Erstellung einer Stahlkonsole für den Wanderweg (BKP 133.100 Stahl-

bauarbeiten). Für die Ausschreibung wurde das Einladungsverfahren ge-

wählt. Als Zuschlagskriterien wurde der Preis mit 80 % gewichtet, die Re-

ferenzen/Erfahrung und der Kundendienst mit je 10 %. Verantwortlich für 

die Administration der Ausschreibung ist die D._____ AG in O.3._____. 

Als Eingabetermin wurde der 12. Februar 2016 und als Stichwort "Erwei-

terung Wanderweg Nr. X._____ O.1._____ – O.2._____, Stahlbau" fest-

gelegt; die öffentliche Offertöffnung wurde auf den 16. Februar 2016 um 

11:15 Uhr angesetzt. Einzureichen waren von den Anbietern unter ande-

rem das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Papierformular mit 

Beilagen des Anbieters sowie Referenzen. Die Ausschreibungsunterlagen 

umfassten mitunter ein Leistungsverzeichnis im Umfang von 27 Seiten, 

Pläne, Gutachten und Schemata.

2. Innert Frist gingen vier Angebote mit einer Preisspanne (netto) von Fr. 

245'833.90 bis Fr. 381'662.55 ein. Weil ausser einem Abzug bei der oh-

nehin teuersten Anbieterin die Zuschlagskriterien Referenzen/Erfahrung 

und Kundendienst bei den übrigen Anbieterinnen gleichermassen bewer-

tet wurden, war für den Zuschlagsentscheid der offerierte Preis entschei-

dend. 

3. Am 17. Februar 2016 vergab der Verein B._____ (Vergabebehörde) die 

Stahlbauarbeiten der C._____ AG (Zuschlagsempfängerin) in O.4._____ 

zum Preis von Fr. 245'833.90 netto inkl. Mehrwertsteuer. 

- 3 -

4. Gegen diesen Entscheid erhob die zweitplatzierte A._____ AG (Be-

schwerdeführerin) mit Eingabe vom 24. Februar 2016 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin verlangte sie in ih-

rem Hauptantrag die Aufhebung der strittigen Auftragsvergabe und Neu-

vergabe derselben an sie selber, eventualiter die Aufhebung der Auf-

tragsvergabe und Rückweisung der Sache an die Vergabebehörde zur 

Neuvergabe an die Beschwerdeführerin. Als Eventualantrag sollte der 

Vergabeentscheid aufgehoben und die Sache zur Neuausschreibung an 

die Vergabebehörde zurückgewiesen werden. Zudem wurde die Zuer-

kennung der aufschiebenden Wirkung mittels superprovisorischer Verfü-

gung beantragt, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Den 

Hauptantrag begründet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen damit, 

dass beim Angebot der Zuschlagsempfängerin der verlangte Vermerk 

(Stichwort) fehlte bzw. im Sichtfenster des Couverts nicht sichtbar war, 

was den Ausschluss des Angebotes zur Folge hätte haben müssen. Mit 

dem Eventualantrag rügt die Beschwerdeführerin die falsch gewählte Ver-

fahrensart durch die Vergabebehörde; die zu offerierenden Stahlbauarbei-

ten stellten Arbeiten des Baunebengewerbes dar, für welche aber das 

Einladungsverfahren nur im Rahmen zu erwartender Angebote innerhalb 

der Preisspanne von Fr. 150'000.00 bis Fr. 250'000.00 Anwendung finden 

könne. Die Vergabebehörde hätte die strittigen Arbeiten daher im öffentli-

chen Verfahren ausschreiben müssen.

5. Der Instruktionsrichter ordnete mit Schreiben vom 25. Februar 2016 an, 

dass bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung jegliche Voll-

zugsmassnahmen zu unterbleiben haben.

6. In ihrer gemeinsamen Vernehmlassung vom 7. März 2016 beantragten 

der Verein B._____ als Vergabebehörde (Beschwerdegegner 1) und die 

C._____ AG als Zuschlagsempfängerin (Beschwerdegegnerin 2) die Ab-

- 4 -

weisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Las-

ten der Beschwerdeführerin. Entgegen der Behauptung der Beschwerde-

führerin sei das Stichwort nämlich sehr wohl im Fenster des Eingabecou-

verts sichtbar gewesen. Weiter widerspricht sie der Ansicht der Be-

schwerdeführerin, wonach es sich bei den auszuführenden Arbeiten nicht 

um solche des Bauhauptgewerbes handeln solle.

7. Im zweiten Schriftenwechsel (Replik vom 16. März 2016, Duplik vom 24. 

März 2016) vertieften die Parteien ihre Standpunkte. Die Beschwerde-

gegner äusserten zudem Zweifel an der Legitimation der Beschwerdefüh-

rerin, die Anwendung eines falschen Vergabeverfahrens zu rügen.

8. Am 31. März 2016 ging die Honorarnote des beschwerdeführerischen 

Rechtsvertreters ein; diese weist einen Aufwand von Fr. 15.33 Stunden à 

Fr. 270.-- aus zzgl. Barauslagen in Höhe von Fr. 338.-- und Mehrwert-

steuer in Höhe von 8 %, total ausmachend Fr. 4'835.25.

9. Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegner macht in seiner Honorarnote 

vom 1. April 2016 einen Aufwand von 14.17 Stunden à Fr. 270.-- geltend 

zzgl. Spesenpauschale von 3 % und Mehrwertsteuer in Höhe von 8 %, 

was zu einem Total von Fr. 4'255.95 führt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt ist der Vergabeentscheid vom 17. Februar 2016, worin 

der Beschwerdegegner 1 die im Einladungsverfahren ausgeschriebene 

Arbeit zur Erstellung einer Stahlkonsole für den Wanderweg an die Be-

- 5 -

schwerdegegnerin 2 und nicht an die Beschwerdeführerin erteilte. Streitig 

und zu prüfen ist, ob der Verein B._____ den Zuschlag für die Stahlbaua-

rbeiten zu Recht an die Beschwerdegegnerin 2 vergeben hat.

b) Obwohl die Vergabebehörde ein privatrechtlicher Verein im Sinne von 

Art. 60 ff. ZGB ist (s. beschwerdeführerische Beilagen [Bf-act.] 6), finden 

auf den konkreten Fall unbestrittenermassen das kantonale Submissions-

gesetz (SubG; BR 803.300) samt zugehöriger Submissionsverordnung 

(SubV; BR 803.310) sowie ergänzend die Bestimmungen der Interkanto-

nalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SR 

172.056.5 [BR 803.510]) Anwendung. Auch privatrechtlich organisierte 

Institutionen kommen als Träger kantonaler oder kommunaler Aufgaben 

und damit als Auftraggeber im Binnenmarktbereich in Frage (vgl. Art. 8 

Abs. 2 lit. a IVöB sowie Art. 4 Abs. 2 SubG und Art. 1 lit. a SubV). Ebenso 

unterstehen Leistungen und Objekte, die zu mehr als 50 % der Gesamt-

kosten mit öffentlichen Geldern subventioniert werden, den Regeln der öf-

fentlichen Beschaffungen im Binnenmarktbereich (vgl. Art. 8 Abs. 2 lit. b 

IVöB sowie Art. 6 SubG i. V. m. Art. 2 SubV). Der Verein B._____ verfolgt 

gemäss Handelsregisterauszug des Kantons Graubünden folgenden 

Zweck:

"Unterstützung und Förderung des Bewusstseins in der Bevölkerung für den Wert und 

die Erhaltenswürdigkeit der um 1900 gebauten B._____-Strasse und insbesondere der 

damals erstellten Kunstbauten. Organisation des Unterhalts, der Wiederherstellung und 

Sicherung der diversen Kunstbauten, wie Brücken, Natursteinmauern, Durchlässe, 

Strassensäulen etc. an der alten B._____-Strasse. Der Verein setzt sich für die Rück-

führung von Strassenbauteilen (Geländersäulen, Kilometersteinen, Steinplatten etc.) an 

ihren ursprünglichen Ort ein, er kann eine Dokumentationsstelle betreiben und fördert 

die Verwendung der historischen Weganlage als attraktive Wanderroute und sucht nach 

Finanzierungsmöglichkeiten."

Indem der Verein also den Unterhalt der alten B._____-Strasse und die 

Förderung der historischen Weganlage zur Verwendung als "attraktive 

- 6 -

Wanderroute" bezweckt, dient er einem öffentlichen Interesse und ist als 

Träger kantonaler Aufgaben zu qualifizieren (vgl. Art. 6 des Fuss- und 

Wanderweggesetzes [FWG; SR 704]). Damit ist er den Regeln über die 

Beschaffungen im Binnenmarktbereich unterstellt. Die Anwendbarkeit der 

Regeln zu öffentlichen Beschaffungen im Binnenmarktbereich könnte sich 

zudem aus der Finanzierung des Vereins ergeben. Gemäss Handelsre-

gisterauszug wird er unter anderem durch Beiträge und Subventionen der 

öffentlichen Hand getragen (vgl. Bf-act. 7).

c) Gemäss Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen Verfügungen (Vergabeent-

scheide) des Auftraggebers (Vergabebehörde) beim Verwaltungsgericht 

Beschwerde erhoben werden. Als durch Beschwerde selbständig an-

fechtbare Verfügungen gelten sowohl die Ausschreibung des Auftrags 

(Art. 25 Abs. 2 lit. a SubG) als auch der Zuschlag und der Ausschluss 

vom Verfahren (Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG). Anfechtungsobjekt ist vorlie-

gend wie in E.1a dargelegt, der Zuschlagsentscheid vom 17. Februar 

2016. Gemäss Art. 26 Abs. 1 SubG sind Beschwerden schriftlich und be-

gründet innert zehn Tagen seit Eröffnung der Verfügung einzureichen. 

Diesbezüglich ist erstellt, dass der angefochtene Vergabeentscheid vom 

17. Februar 2016 datiert und die Beschwerdeschrift vom 24. Februar 

2016 daher korrekt innert der 10-tätigen Anfechtungsfrist beim dafür ört-

lich, sachlich sowie auch funktionell zuständigen Verwaltungsgericht er-

hoben wurde. Bezüglich der Legitimation zur Erhebung der Beschwerde 

vor Verwaltungsgericht heisst es in Art. 50 des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), dass zur Beschwerde legitimiert 

ist, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutz-

würdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat […]. Da die 

Beschwerdeführerin ein Angebot eingegeben hat, das keine Berücksichti-

gung gefunden hat, ist sie grundsätzlich beschwert. Duplicando ziehen 

die Beschwerdegegner die Legitimation der Beschwerdeführerin bezüg-

lich der in ihrem Eventualantrag erhobenen Rüge zur Wahl der richtigen 

- 7 -

Verfahrensart in Zweifel. Sie bringen vor, dass angesichts des enormen 

Preisunterschieds von über 22 % die Beschwerdeführerin bei seriöser 

Kalkulation auch im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung keine Mög-

lichkeit hätte, diesen Rückstand aufzuholen. Ausserdem wäre die Verga-

bebehörde weder gewillt noch in der Lage, für die projektierte Stahlkonso-

le, wie von der Beschwerdeführerin veranschlagt, Fr. 300'000.-- zu bezah-

len. Der hierzu von den Beschwerdegegnern erwähnte BGE 141 II 307 ist 

allerdings entgegen ihrer Ansicht auch für den vorliegenden Fall einschlä-

gig. Das Bundesgericht hält darin fest, dass der Beschwerdeführerin ein 

praktischer Nutzen entsteht, wenn das gesamte Verfahren wiederholt 

werden muss; die im Einladungsverfahren unterlegene Anbieterin könnte 

dann nämlich ein neues Angebot einreichen, was ihre Chancen auf den 

Zuschlag erhöhen würde (vgl. E.6 ebendort). Die Beschwerdeführerin ist 

vor diesem Hintergrund auch dazu legitimiert, die Durchführung eines of-

fenen Verfahrens zu beantragen. Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten. Da von einer Verpflichtung, die 

in der ersten Offerte angewandten Preiskalkulationen wiederum anzu-

wenden, nirgends die Rede ist, wird dem Grundsatz nach ebenso auf den 

Eventualantrag eingetreten. 

2. Was die Kognition (Überprüfungsbefugnis) des streitberufenen Gerichts 

betrifft, so ist dazu auf die ständige Rechtsprechung des Verwaltungsge-

richts zu verweisen, wonach die Überprüfung von Verfügungen im Sub-

missionsverfahren nach Art. 27 SubG derjenigen nach Art. 51 VRG ent-

spricht und somit auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung 

oder Missbrauch des Ermessens sowie auf unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts beschränkt ist. Das 

Verwaltungsgericht kann sein Ermessen dagegen nicht an die Stelle je-

nes der Vorinstanz setzen, sondern hat Lösungen der Verwaltung zu ak-

zeptieren, die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, selbst wenn eine 

andere Lösung zweckmässiger erschiene. Im Besonderen bei Fragen 

- 8 -

technischer, technologischer, (bau)physikalischer und methodologischer 

Art oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen ist die Kognition – wie 

bei Examina – praktisch auf Willkür begrenzt (vgl. statt vieler: Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 12 29 vom 12. 

Juli 2012 E.2a mit Hinweis auf VGU U 07 25 vom 1. Juni 2007 E.3). Mit 

Blick auf ein verwendetes Bewertungs- und Benotungssystem wird ent-

sprechend verlangt, dass es sachlich haltbar ist und auf alle Anbietenden 

in gleicher Weise und nach gleichen Massstäben angewendet wird (VGU 

U 04 134 vom 11. Januar 2005 E.2).

3. In materieller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob die Form zur Einreichung 

des Angebots von Seiten der Beschwerdegegnerin 2 eingehalten wurde. 

Die Einladung zur Angebotsabgabe enthielt den klaren Hinweis, dass die 

Angebote unter dem Stichwort "Erweiterung Wanderweg Nr. X._____ 

O.1._____ – O.2._____, Stahlbau" einzureichen seien (s. Einladung zur 

Angebotsabgabe, Bf-act. 4).

a) Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, dass das Eingabecou-

vert, in welchem sich das Angebot der Beschwerdegegnerin befand, nicht 

mit dem verlangten Stichwort versehen gewesen sei. Das Stichwort sei 

lediglich dem den Offertunterlagen beigeschlossenen Begleitschreiben 

der Beschwerdegegnerin 2 zu entnehmen gewesen, welches sich eben-

falls im Eingabecouvert befunden habe. Obwohl das Eingabecouvert mit 

einem Sichtfenster versehen gewesen sei, sei aber auch das auf dem 

Begleitschreiben vom 12. Februar 2016 vermerkte Stichwort im Sichtfens-

ter nicht erkennbar gewesen. Dies habe der für die Beschwerdeführerin 

an der Offertöffnung vom 16. Februar 2016 anwesende E._____ feststel-

len können (vgl. Bf-act. 9-11). Gemäss Art. 22 lit. c SubG sei ein Angebot 

dann von der Berücksichtigung auszuschliessen, wenn der Anbieter es 

unvollständig sei oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht ent-

spreche. Ein Ausschluss müsse nach lit. a derselben Bestimmung auch 

- 9 -

dann erfolgen, wenn der Vermerk (Stichwort) auf dem Eingabecouvert 

nicht oder nicht angebracht worden sei. Diesbezüglich sehe Art. 17 Abs. 2 

SubG vor, dass die Angebote äusserlich sichtbar mit dem verlangten 

Vermerk (Stichwort) versehen sein müssten. Da das Stichwort vorliegend 

weder auf dem Eingabecouvert noch im Sichtfenster des Eingabecouverts 

sichtbar gewesen sei, verlange das Gesetz den Ausschluss der Be-

schwerdegegnerin 2 vom Wettbewerb.

b) Von den Beschwerdegegnern werden diese Behauptungen bestritten. Als 

Beweismittel legten sie die schriftlichen Bestätigungen von F._____, Se-

kretärin bei der Beschwerdegegnerin 2, von G._____ sowie von Herrn 

H._____, beide von der D._____ AG, ins Recht (beschwerdegegnerische 

Beilagen [Bg-act.] 7-9). Darin bestätigt F._____, Sekretärin der Be-

schwerdegegnerin 2, dass sie die Offerte sorgfältig in das Couvert ver-

packt und sich ein letztes Mal bei der Aufgabe des Angebots auf der 

Poststelle in O.5._____ vergewissert habe, dass das Stichwort im Fenster 

des Couverts gut ersichtlich sei. G._____, Sekretärin bei der Firma 

D._____ AG, bestätigt sodann, dass sie am 13. Februar 2016 insgesamt 

vier Grossbriefe aus dem Briefkasten entnommen habe; drei Couverts 

hätten das verlangte Stichwort auf dem Briefumschlag getragen; als ein-

zige Anbieterin habe die Zuschlagsempfängerin ihr Stichwort unterhalb 

der Postadresse angebracht, doch sei dieses gleichwohl innerhalb des 

Sichtfensters klar identifizierbar gewesen. Gleiches bestätigt auch 

H._____, Sach- und Projektbearbeiter der Firma D._____ AG, welcher am 

15. Februar 2016 die Couverts hinsichtlich der Offertöffnung am Folgetag 

bezüglich Eingangsstempel und Stichwort kontrolliert hat. Des Weiteren 

bringen die Beschwerdegegner vor, dass die konkreten Umstände für die 

Richtigkeit ihrer Ausführungen sprächen: Wäre nämlich das Stichwort 

nicht erkennbar gewesen, hätte die Sekretärin der D._____ AG das Cou-

vert der Beschwerdegegnerin 2 nicht als Offerte im laufenden Submissi-

onsverfahren erkennen können und hätte es wie die übrige eingehende 

- 10 -

Post geöffnet. Das Couvert sei stattdessen aber erst im Rahmen der Of-

fertöffnung geöffnet worden.

c) Es ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten (Bg-act. 10), dass die 

Beschwerdegegnerin 2 das vorgeschriebene Stichwort auf dem Begleit-

brief zur Offerte unterhalb der Eingabeadresse auf zwei Zeilen folgen-

dermassen angebracht hat:

"Erweiterung Wanderweg Nr. X._____

O.1._____ – O.2._____, Stahlbau"

Den Ausschreibungsunterlagen ist keine Vorschrift zu entnehmen, wo und 

wie das Stichwort anzubringen ist. Die von der Beschwerdegegnerin 2 

gewählte Form erweist sich somit als grundsätzlich zulässig. Es bestehen 

auch keinerlei Zweifel daran, dass das Stichwort bei Eingang der Offerte 

und bei der Offertöffnung im Fenster des Couverts sichtbar war. Neben 

den Bestätigungen der Sekretärinnen der D._____ AG und der Be-

schwerdegegnerin 2 sowie dem Sach- und Projektbearbeiter der D._____ 

AG spricht einerseits die Überprüfung des mit der Offerte gefüllten Fens-

tercouverts (vgl. Bg-act. 10) durch das Gericht eindeutig für diesen Um-

stand, andererseits aber auch der Umstand, dass der von der Beschwer-

deführerin berufene Zeuge E._____ das angeblich fehlende bzw. nicht 

sichtbare Stichwort anlässlich der Offertöffnung nicht gerügt hatte. 

Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass im Couvert der Be-

schwerdegegnerin 2 die obere Zeile des Stichwortes selbst dann noch 

sichtbar ist, wenn darin das Leistungsverzeichnis und die Beilagen fehlen 

und der Begleitbrief sich ganz tief im Couvert befindet. Die Ausschlussbe-

stimmungen des Art. 22 SubG sind somit im vorliegenden Fall nicht erfüllt 

und der Hauptantrag der Beschwerdeführerin somit abzuweisen.

- 11 -

4. Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vergabearbeit zu Recht dem Bauhaupt-

gewerbe zugeordnet und gestützt auf die dort massgebenden Schwellen-

werte die korrekte Vergabeverfahrensart gewählt wurde.

a) Die Beschwerdeführerin macht in ihrem Eventualantrag geltend, dass es 

sich bei den ausgeschriebenen Arbeiten um solche des Baunebengewer-

bes handle. In Anbetracht der für diese Position erwarteten Kosten in 

Höhe von Fr. 460'000 hätte daher das offene Verfahren anstelle des Ein-

ladungsverfahrens gewählt werden müssen. Die Zuordnung der ausge-

schriebenen Arbeiten zum Baunebengewerbe komme deshalb nicht in 

Frage, weil der Stahlkonstruktion keine tragende Funktion zukäme. Zu er-

stellen sei, wie dem Leistungsverzeichnis in Pos. 131.100 entnommen 

werden könne, ein Wanderweg in Form einer Stegkonstruktion mit Gitter-

rosten. Dabei sollten die Stahlkonsolen mit Klebeankern an den bereits 

vom Tiefbauamt GR erstellten Strassenkordon befestigt bzw. geklebt (an-

gehängt) werden (Leistungsverzeichnis Pos. 132.100, Kostenschätzung 

D._____ AG, Bg-act. 3). Somit bilde der Strassenkordon die bauliche 

Tragekonstruktion; die Stahlkonstruktion sei dort lediglich noch aufzuhän-

gen, vergleichbar mit dem Anhängen eines Balkons an ein bestehendes 

Haus.

b) Die Beschwerdegegner halten dem entgegen, dass der Betonkordon im 

fraglichen Strassenabschnitt unabhängig vom strittigen Auftrag projektiert 

und ausgeführt würde. Schon deshalb könne die Stahlkonsole nicht als 

Nebenbau der Kantonsstrasse qualifiziert werden. Auch der Vergleich mit 

dem Balkon halte einer näheren Betrachtung nicht stand, weil ein solcher 

zwingend am Haus befestigt werden müsse und deshalb von dessen 

Existenz abhängig sei, was bei einem Wanderweg aber gerade nicht zu-

treffe; ein Wanderweg könne grundsätzlich auch völlig anders und ohne 

Berührungspunkte zur Strasse projektiert werden. So wie eine Stahlbau-

halle als eigenes Bauwerk auf dem Betonfundament gelte oder eine 

- 12 -

Stahlbaubrücke kein Nebenbau der Widerlager, auf welchen sie ruhe, 

darstelle, führe eben auch die blosse bauliche Verbindung von Kantons-

strasse und Wanderweg noch nicht dazu, dass der Wanderweg zum sta-

tisch abhängigen Nebenbau der Strasse werde. Für die Qualifikation des 

ausgeschriebenen Projekts als tragendes Bauwerk spreche zudem auch 

der Umstand, dass die entsprechenden Berechnungen und Dimensionie-

rungen aufgrund der SIA-Normen 260 (Grundlagen der Projektierung von 

Tragwerken), 261 (Einwirkungen auf Tragwerken) und 263 (Stahlbau) 

ausgeführt wurden (vgl. Bg-act. 16). Alle drei Normen seien Teile der 

Tragwerksnormen und zeigten auf, wie Tragwerke zu planen, zu dimen-

sionieren und auszuführen seien.

c) Gemäss Art. 5 Abs. 1 SubV wird bei der Vergabe von Bauaufträgen im 

von Staatsverträgen nicht erfassten Bereich zwischen Bauhaupt- und 

Baunebengewerbe unterschieden. Als Arbeiten, welche unter die Katego-

rie Bauhauptgewerbe fallen, gelten alle Arbeiten für die tragenden Ele-

mente eines Bauwerkes. Die übrigen Arbeiten gehören zum Bauneben-

gewerbe (Art. 5 Abs. 2 SubV). Gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. a SubG kommt 

für Vergaben von Aufträgen im Bauhauptgewerbe zwischen Fr. 300'000.-- 

und Fr. 500'000.-- das Einladungsverfahren zur Anwendung. Die Schwel-

lenwerte für das Einladungsverfahren im Bereich des Baunebengewerbes 

liegen gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. b SubG dagegen bei Auftragssummen ab 

Fr. 150'000.-- bis unter Fr. 250'000.--.

aa) Gemäss Handbuch öffentliches Beschaffungswesen im Kanton Graubün-

den (abrufbar unter:  htt-

ps://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/bvfd/ds/dienstleistungen/subm

ission/handbuch/Seiten/default.aspx [zuletzt besucht am 3. Mai 2016]) fal-

len unter das Bauhauptgewerbe namentlich folgende Aufträge: Hoch- und 

Tiefbau; Strassenbau (inkl. Belagseinbau); Aushub-, Bagger- und Traxar-

beiten; Abbrucharbeiten; Spezialtiefbau (Pfählungen, Baugrubensiche-

https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/bvfd/ds/dienstleistungen/submission/handbuch/Seiten/default.aspx
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/bvfd/ds/dienstleistungen/submission/handbuch/Seiten/default.aspx
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/bvfd/ds/dienstleistungen/submission/handbuch/Seiten/default.aspx

- 13 -

rungen, Ankerarbeiten usw.); Zimmerei- oder Metallbauarbeiten, die im 

Zusammenhang mit der Tragkonstruktion stehen (Handbuch, Ziff. 

4.2.2.A., S. 22). Zur Kategorie Baunebengewerbe gehören hingegen alle 

Bauarbeiten, die nicht unter das Bauhauptgewerbe fallen, wie zum Be-

spiel: Maler-, Gipser-, Dachdecker-, Plattenleger-, Gärtner-, Schreiner-, 

Heizungs-, Klima-, Lüftungs-, Spenglerei-, Sanitär- und Elektroinstallati-

onsarbeiten sowie Metallbauarbeiten, welche nicht der Tragkonstruktion 

eines Gebäudes dienen (Handbuch, Ziff. 4.2.2.B, S. 22).

bb) Bezüglich der Zuordnung der vorliegend zu beurteilenden Vergabearbeit 

ist zunächst anzumerken, dass die Aufzählung der Bauarbeiten, die zum 

Baunebengewerbe zählen, in Bezug auf die Metallbauarbeiten insofern 

etwas unklar ausgefallen ist, als dort der Begriff "Gebäude" verwendet 

wird. Dieser Begriff kann sich aber seinem Sinn und Zweck nach und 

auch in Verbindung mit der Aufzählung der Arbeiten des Bauhauptgewe-

bes nur als "Bauwerk" verstanden werden. Mit dem Begriff "Gebäude" wie 

er etwa im Baurecht vorkommt, hat diese Aufzählung nichts zu tun. Im 

Weiteren überzeugt die Argumentation der Beschwerdegegner, wonach 

der Wanderweg als separates Bauwerk und nicht als Nebenkonstruktion 

des Strassenkordons anzusehen ist. Ob die Stahlkonsole nun wie im vor-

liegenden Fall am Strassenkordon oder aber andernorts direkt am Fels 

ausgeführt wird, kann für die Qualifikation als tragendes oder nicht tra-

gendes Bauwerk nicht entscheidend sein. Die hier strittige Stahlkonstruk-

tion ist mit Sicherheit ein tragendes Bauwerk. Auch die Art der Befesti-

gung spielt vorliegend keine Rolle: ob geschraubt, fixiert oder dergleichen 

kommt im Ergebnis auf dasselbe hinaus. Im vorliegenden Fall werden – 

wie der Beilage 15 der Beschwerdeführerin zu entnehmen ist – Bohr-

löcher mit einem Durchmesser von 22mm und einer Tiefe von 205mm er-

stellt, Mörtel injiziert und Ankerstangen fixiert. Somit ging die Vergabe-

behörde zu Recht von einer Arbeit des Bauhauptgewerbes, weshalb der 

höhere Schwellenwert zur Anwendung gelangt. Auch aufgrund der vor-

- 14 -

gängigen Kostenschätzung in Höhe von 460'130.-- (Bg-act. 6) ist der Be-

schwerdegegner 2 zu Recht davon ausgegangen, dass vorliegend das 

Einladungsverfahren zur Anwendung kommt. Der Eventualantrag ist somit 

ebenfalls abzuweisen.

5. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

weder mit dem Haupt- noch mit dem Eventualantrag durchdringt. Der An-

trag auf Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung wird mit dem Ent-

scheid in der Hauptsache gegenstandslos. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kos-

tenpflichtig. Als Staatsgebühr kommt angesichts der Offertsumme der Be-

schwerdeführerin von rund Fr. 300'000.-- eine Staatsgebühr im Bereich 

von Fr. 2'000.-- bis Fr. 3'500.-- in Frage. Aufgrund des überschaubaren 

Prozessthemas mit eher geringer Schwierigkeitsstufe wird die Staatsge-

bühr auf Fr. 2'500.-- festgesetzt. Der Beschwerdegegner 1 obsiegt sinn-

gemäss in seinem amtlichen Wirkungskreis, nicht so aber die Beschwer-

degegnerin 2. Sie ist durch die Beschwerdeführerin zu entschädigen, und 

zwar mit der Hälfte des notwendigen Aufwandes des gemeinsamen 

Rechtsvertreters. Der von diesem geltend gemachte Aufwand von 14.17 

Stunden erscheint gerechtfertigt, zumal der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin einen Aufwand in ähnlicher Höhe geltend macht. Der 

Stundenansatz von Fr. 270.-- ist ebenso wie die Spesenpauschale in der 

Honorarvereinbarung ausgewiesen. Somit hat die Beschwerdeführerin die 

Zuschlagsempfängerin mit 50 % der Fr. 4'255.95, das heisst mit 

Fr. 2'128.-- zu entschädigen.

- 15 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 320.--

zusammen Fr. 2'820.--

gehen zulasten der A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. Die A._____ AG hat die C._____ AG mit Fr. 2'128.-- ausseramtlich zu 

entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]