# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d36cdb66-1897-54f7-b7a3-429e673d5ea0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.08.2019 720 18 116/185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-18-116-185_2019-08-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. August 2019 (720 18 116 / 185) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Anordnung eines Gerichtsgutachtens; gestützt darauf Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und Zusprache einer ganzen Invalidenrente 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. A.____ meldete sich mit Gesuch vom 11. März 2015 unter Hinweis auf eine Borderline-
Störung bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (IV act. 1). Seit 
März 2014 stand er aufgrund der Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung in psychi-
atrischer Behandlung in der Klinik B.____. In der Folge klärte die IV-Stelle die erwerblichen und 
gesundheitlichen Verhältnisse ab und beauftragte Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Psychiatrie 
und Psychotherapie, mit der psychiatrischen Begutachtung des Versicherten (Gutachten vom 19. 

 

 
 
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Januar 2016, IV act. 30). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle mit 
Verfügung vom 9. Juni 2016 das Gesuch ab (IV act. 38). Diese Verfügung erwuchs unangefoch-
ten in Rechtskraft. 
 
Mit Gesuch vom 10. April 2017 meldete sich A.____ erneut und unter Hinweis auf eine Ver-
schlechterung seines Gesundheitszustands zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (IV act. 42). 
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. 
März 2018 den Rentenanspruch erneut. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. med. D.____, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel RAD, vom 13. 
November 2017 (IV act. 63), gelangte die IV-Stelle zum Schluss, dass der Versicherte in allen 
beruflichen Tätigkeiten aus versicherungsmedizinischer Sicht vollständig arbeitsfähig sei. Die ge-
sundheitlichen Einschränkungen würden sich nicht auf die Erwerbsfähigkeit auswirken. Als 
Hauptdiagnosen würden akzentuierte paranoide, narzisstische und emotional instabile Persön-
lichkeitszüge genannt. Im Rahmen dieser Persönlichkeitszüge könnten depressive Verstimmun-
gen auftreten, es seien aber keine Hinweise vorhanden, dass diese den gesamtmedizinischen 
Gesundheitszustand dominieren würden, zudem seien die depressiven Verstimmungen wirksam 
und zweckmässig antidepressiv behandelbar. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Erich Züblin, am 10. April 2018 Be-
schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht), und liess unter o/e-Kostenfolge beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzu-
heben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss 
IVG zu erbringen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege mit 
seinem Rechtsvertreter als Rechtsbeistand zu bewilligen. Diese wurde ihm mit Verfügung vom 
12. April 2018 von der instruierenden Präsidentin bewilligt. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 24. Mai 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin unter Hin-
weis auf die Stellungnahme von Dr. D.____ vom 26. April 2018 die Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Nachdem die Angelegenheit mit Verfügung vom 29. Mai 2018 dem Kantonsgericht zur 
Beurteilung überwiesen worden war, gelangte dieses anlässlich der Urteilsberatung vom 9. Au-
gust 2018 zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf 
die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich und ein psychiatrisches Gerichtsgutachten 
anzuordnen sei (vgl. dazu den ausführlich begründeten Beschluss vom 9. August 2018). In der 
Folge wurde Frau Dr. med. E.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Ge-
richtsgutachterin bestimmt (vgl. auch Gutachtensauftrag vom 5. September 2018), die mit Ein-
gabe vom 19. Februar 2019 das Gutachten zu den Akten reichen liess. Mit Verfügung vom 1. 
März 2019 wurde den Parteien die Gelegenheit eingeräumt, dazu und zu den Auswirkungen auf 
den strittigen Anspruch Stellung zu nehmen. 
 
E. Mit Eingabe vom 5. März 2019 äusserte sich der Beschwerdeführer. In Präzisierung sei-
ner Rechtsbegehren beantragte er, es sei die Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin dazu zu verurteilen, dem Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2015, eventualiter ab dem 1. 
September 2015 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Gestützt auf das Gerichtsgutachten 

 

 
 
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stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass er seit spätestens März 2014 weitgehend 
leistungsunfähig sei. Da er sich verspätet am 30. Januar 2015 angemeldet habe, bestehe der 
Rentenanspruch erst ab 1. Juli 2015, eventuell ab 1. September 2015. Die Restarbeitsfähigkeit 
von zwei Stunden pro Tag könne nur an einem geschützten Arbeitsplatz realisiert werden, wes-
halb ein Invaliditätsgrad von 100 % bestehe. Doch selbst wenn eine Verwertbarkeit der Restar-
beitsfähigkeit in der freien Wirtschaft anzunehmen wäre, betrüge der Invaliditätsgrad 75 %, wobei 
in dieser Konstellation noch ein leidensbedingter Abzug von 20 % vorzunehmen wäre. 
 
F. Mit Eingabe vom 1. April 2019 hielt die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine wei-
tere Stellungnahme von Dr. D.____ fest, dass die Erhebung von Dr. E.____ defizitorientiert aus-
gefallen sei und die erhaltenen Funktionen des Beschwerdeführers diagnostisch nicht hinlänglich 
bewertet worden seien. Zudem seien die wahnhaften Symptome vage und würden von der Gut-
achterin nicht als dauerhaft vorhanden beschrieben. Daher erscheine es nicht nachvollziehbar, 
weshalb der Beschwerdeführer vertraute Tätigkeiten wie beispielsweise Löten oder Schweissen 
bei klaren Vorgaben sowie ohne direkte Zusammenarbeit mit anderen nicht in einem höheren 
Pensum als bloss zwei Stunden pro Tag durchführen könne. Aufgrund dieser bestehenden Un-
klarheiten könne aus medizinischer Sicht nicht auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden. Der 
Beschwerdegegnerin sei bewusst, dass das Gericht bei einem Gerichtsgutachten nicht ohne 
zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen Experten abweiche. Sollte das Ge-
richt keinen zwingenden Grund für ein Abweichen oder weitere Abklärungen sehen, wäre bei 
einem Arbeitspensum von täglich zwei Stunden (und 10 Stunden pro Woche) von einer 25 %-
igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Vor dem Hintergrund, dass ein Ren-
tenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten (gemäss Art. 29 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959) nach Geltendmachung des Leis-
tungsanspruchs entstehen könne, wäre eine allfällige Rente im Hinblick auf die Anmeldung vom 
5. April 2017 frühestens ab Oktober 2017 auszurichten. 
 
G. Mit Stellungnahme vom 8. April 2019 hielt der Beschwerdeführer an den bereits gestell-
ten Anträgen fest und nahm abschliessend Stellung. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Eingabe 
vom 3. Mai 2019 ebenfalls an den bereits gestellten Anträgen fest. Mit Instruktionsverfügung vom 
23. Mai 2019 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol-
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu-
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).  

 

 
 
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1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die: 
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % in-
valid (Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditäts-
grad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).  
 
1.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). 
 
1.4 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch 
frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Die Rente wird 
vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). 
 
2. Zur Klärung des massgebenden Sachverhalts erachtete es das Gericht als erforderlich, 
bei Dr. E.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Im Beschluss vom 9. August 
2018 wurde bereits ausführlich dargelegt, weshalb die vorliegend umstrittene Frage des Renten-
anspruchs gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin getroffenen medizinischen Abklärungs-
massnahmen nicht entschieden werden kann. In Bezug auf die Beweiswürdigung dieser Berichte 
ist daher auf den vorerwähnten Beschluss zu verweisen. 
 
3.1 Dr. E.____ diagnostiziert in ihrem Gutachten vom 19. Februar 2019 eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, paranoiden, schizotypen und emotional-instabilen 
Anteilen (ICD-10 F61), eine wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0), differenzialdiagnostisch eine 
Schizophrenie mit paranoiden und hebephrenen Anteilen (ICD-10 F20.0 und F20.1) sowie den 
schädlichen Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1). Was die Symptome einer depressiven Stö-
rung angehe, so seien die Grundsymptome einer leicht gedrückten Stimmung und eines gewis-
sen Interessenverlustes sowie sicher zwei der weiteren Symptome erfüllt. Da die Symptomatik 
aber auch im Kontext der anderen psychischen Störungen des Exploranden auftreten könne, 
werde sie lediglich als differenzialdiagnostisch zusätzliche Störung im Sinne einer anhaltenden 
depressiven Episode, gegenwärtig leicht gemäss ICD-10 F32.0, aufgeführt. 
 

 

 
 
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Was die Kriterien der Persönlichkeitsstörung angehe, so finde sich in ausgeprägter Weise eine 
deutliche Unausgeglichenheit sowohl in der Affektivität und der Impulskontrolle als auch im Wahr-
nehmen und Denken sowie in der Beziehung zu anderen. Das auffällige Verhaltensmuster be-
schränke sich nicht auf Episoden und sei ganz offensichtlich in vielen persönlichen und sozialen 
Situationen eindeutig unpassend. Die Störung habe bereits im Kindergartenalter in ausgeprägter 
Weise begonnen und sich ins Erwachsenenleben gezogen. Zunächst seien die Einschränkungen 
noch irgendwie überspielbar gewesen, ab ca. 2007/2008 hätten sich erste Brüche gezeigt, indem 
nur noch Temporäranstellungen möglich gewesen seien. Ab ca. 2011 sei ein weiterer Knick er-
folgt mit nur noch rudimentären Einkünften und der Anmeldung beim Sozialamt. Zu deutlich sub-
jektivem Leiden habe die Störung erst ab ca. 2014 geführt, zuvor habe der Versicherte die Prob-
leme als ausschliesslich von anderen verursacht angesehen. Die Auswertung des SKID-
Screeningbogens habe ergeben, dass der Explorand eindeutig die Kriterien einer selbstunsiche-
ren, paranoiden, schizotypen und emotional-instabilen bzw. Borderline-Persönlichkeitsstörung im 
Sinne einer kombinierten Persönlichkeitsstörung erfülle. 
 
Da eine Reihe dieser Symptome auch im schizophrenen Formenkreis auftreten könnten und her-
editäre Vorbelastung bestehe, seien auch Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis 
zu prüfen. Aus den eindeutigen Symptomen der Gruppe, von denen mindestens eines verlangt 
werde, finde sich eine Wahnwahrnehmung. Aus der zweiten Gruppe fänden sich punktuelle Zer-
fahrenheit, zum Teil Danebenreden und inadäquate Affekte sowie sozialer Rückzug und vermin-
derte soziale Leistungsfähigkeit. Unter den hebephrenen Symptomen fänden sich nochmals die 
unpassende Stimmung, das begleitende Kichern und formale Denkstörungen. Der Antrieb 
scheine gemindert zu sein, die Zielstrebigkeit sei nicht verloren, aber offensichtlich seit langer 
Zeit deutlich reduziert. Das Eppendorfer Schizophrenie-Inventar weise hoch auffällige Werte im 
Bereich der Beziehungsideen auf. Die Werte für die anderen Bereiche seien gegenüber Gesun-
den erhöht, gegenüber nicht schizophren erkrankten Personen mit Ausnahme der Beziehungs-
ideen durchschnittlich. Nachdem das verlangte eindeutige Symptom nicht ausgeprägt sei und die 
Beziehungsideen bzw. die Wahnsymptomatik im Vordergrund stehe, könne die Schizophrenie 
mit paranoiden und hebephrenen Anteilen nicht eindeutig gestellt werden, so dass sie als Diffe-
renzialdiagnose zu nennen sei. 
 
Hingegen seien die Kriterien für eine wahnhafte Störung erfüllt. Die Kriterien seien seit mindes-
tens 2014 kontinuierlich vorhanden und würden aufgrund der mitgebrachten Unterlagen wahr-
scheinlich bis 2008 oder noch weiter zurückreichen. Möglicherweise hätten die Ideen nicht immer 
dem Vollbild des Wahns entsprochen, sondern zeitweise noch als überwertige Ideen imponiert. 
Die Frage von Geruchshalluzinationen habe sich nicht klären lassen. Sie stelle sich aber aufgrund 
der Tatsache, dass der Explorand an seinem früheren Wohnort die Fenster wegen Gerüchen aus 
einer unteren Wohnung zugeklebt und an seinem aktuellen Wohnort die Eingangstür wegen zu 
hoher Luftfeuchtigkeit aus der Waschküche ebenfalls zugeklebt habe. Einschränkend auffallen 
würden die Aufmerksamkeits- und Sprachbeeinträchtigungen, die Zerfahrenheit und auch das 
parathyme Kichern. Selbst wenn das Kichern mit dem Cannabis-Konsum zu tun hätte, würde die 
Frage der differenzialdiagnostischen Einordnung in eine paranoide und hebephrene Schizophre-
nie bleiben. Auch wenn über den Wahn hinaus einige Symptome vorlägen, welche die Zuordnung 

 

 
 
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zu einer Schizophrenie mit paranoiden und hebephrenen Anteilen diskussionswürdig erscheinen 
liessen, sei aktuell als Erstdiagnose von einer wahnhaften Störung auszugehen. 
 
Was den Cannabis-Konsum angehe, so habe der Explorand gemäss eigenen Angaben zwei 
Tage vor der Exploration letztmals Cannabis konsumiert, die Kriterien für eine Abhängigkeit von 
Cannabis erfülle er aber nicht. Der Konsum sei vielmehr als untauglicher Behandlungsversuch 
zu verstehen. Am ehesten sei von einem schädlichen Gebrauch von Cannabis auszugehen. Nicht 
ganz einfach einzuordnen sei schliesslich das klinische Ausmass der Verbitterung. Der auffällig 
hohe Wert im Bereich Menschenverachtung spreche aber dafür, die Verbitterung des Exploran-
den gegenüber anderen Menschen als Teil der wahnhaften Störung zu interpretieren. 
 
3.2 In Bezug auf die aktenkundigen medizinischen Berichte führt Dr. E.____ aus, dass ihre 
Einschätzung und ihre Beschreibungen – mit Ausnahme des Befundes im Gutachten von Dr. 
C.____ – mit allen anderen ärztlichen Beurteilungen übereinstimmen würden. Im Gutachten von 
Dr. C.____ finde sich keine spezifische Persönlichkeitsdiagnostik. Die Erfassung formaler Denk-
störungen, insbesondere das Nachlassen von Konzentration, Vorbeireden etc. setze eine ausrei-
chend lange Untersuchung voraus. Die Äusserungen des Versicherten scheine Dr. C.____ nicht 
auf ihren Bezug zur realen Alltagsbewältigung, zu Beschäftigungen und zur beruflichen Tätigkeit, 
auch nicht zur Biographie, insbesondere der Beziehung zu den Eltern und der Atmosphäre im 
Elternhaus, gesetzt zu haben. Drittaussagen würden sich in dessen Gutachten nicht finden las-
sen, auch keine kritische Auseinandersetzung mit den Aussagen des Exploranden (S. 49). Dr. 
C.____ habe zum Beispiel die Äusserungen des Versicherten, er habe keine Lust, sich von Ar-
beitgebern, die nur seine Arbeitskraft ausnutzen würden, knechten zu lassen, als bare Münze 
genommen (S. 44). Im Lichte der weiteren Äusserungen und der Symptomatik würden diese Er-
klärungen einerseits als Selbstüberschätzung, andererseits aber auch als Überspielen der realen 
Einschränkungen imponieren. Sodann führt Dr. E.____ aus, dass seit 2014 ein konstant gleiches 
Verhalten des Versicherten im Umgang, von Seiten der überwertigen Ideen oder auch des Wahns 
beschrieben werde. Es gehe um dieselben Inhalte und Bezüge und um dieselben Verhaltenswei-
sen von aggressiv-gereizt, von dysphorischem Auftreten, bedrohlich wirkend, auf den Tisch 
schlagen etc. (S. 43). Dr. C.____ beschreibe das Verhalten des Versicherten in der Untersuchung 
durchaus ähnlich, einschliesslich des Wutausbruchs und der Inhalte. Davon divergiere der psy-
chopathologische Befund jedoch deutlich, indem er notiere, dass der Versicherte im Denken nicht 
eingeengt sei, keine überwertigen Ideen, kein wahnhaftes Denken und auch keine Auffassungs- 
und Konzentrationsstörungen zeige. Auf S. 49 des Gutachtens führt Dr. E.____ aus, dass die 
aktuelle Untersuchung die Persönlichkeitsstörung, die sich seit den ersten Berichten finden lasse, 
klar bestätigt habe. Die spezifischen Anteile hätten auf der Basis des SKID-Screeningbogens und 
des strukturierten Interviews differenziert werden können. Auch die Frage des Wahns bzw. einer 
Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis hätten die behandelnden Ärzte erwogen. Der 
Befund von Dr. C.____ hingegen beschränke sich auf die Psychopathologie nach AMDP. Seinem 
Gutachten lasse sich nicht entnehmen, ob er Wahnsymptome gezielt exploriert habe. Für die 
Frage einer Persönlichkeitsstörung sei das AMDP-System unzureichend. Darauf weise die Auto-
rengruppe der AMDP ausdrücklich hin. Dies sei auch der Grund, warum die ausschliessliche 
Erhebung des psychopathologischen Befundes mit Hilfe des AMPD-Systems für Persönlichkeits-
störungen nicht genüge. 

 

 
 
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3.3 Zur Arbeitsfähigkeit bzw. zur qualitativen und quantitativen Beeinträchtigung des Be-
schwerdeführers durch die Störungen hält Dr. E.____ fest, dass im Zentrum der Einschränkungen 
die Zusammenarbeit mit anderen Personen stehe. An zweiter Stelle stehe die schwer einge-
schränkte Selbststrukturierung, die mit hoher Ablenkbarkeit, den kreisenden, teils wahnhaften, 
teils überwertigen Ideen und mit einer relevanten Störung des Antriebs und begrenzter Konzent-
rationsfähigkeit zu tun habe. Die Einschränkungen seien überwiegend mittelschwer bis schwer 
ausgeprägt. In seinem angestammten Beruf als Kunststofftechnologe sei der Explorand nicht 
mehr in der Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden, einzelne praktische Tätigkeiten wie 
Schweissen oder Löten könne er zwar noch ausüben, jedoch nur zeitlich begrenzt und ohne Not-
wendigkeit einer Zusammenarbeit mit anderen Angestellten. Die schweren Einschränkungen der 
Planung und Strukturierung auf der einen und die grossen Probleme im Umgang mit Vorgesetz-
ten und Mitarbeitenden auf der anderen Seite liessen Zweifel an einer Arbeitsfähigkeit auf dem 
freien Arbeitsmarkt aufkommen. Auf jeden Fall benötige der Explorand klare Vorgaben, engma-
schige Betreuung und zugleich möglichst grosse Freiräume in der Umsetzung. Unter diesen Um-
ständen bestehe eine Leistungsfähigkeit von ca. zwei Stunden pro Tag. Diese Einschränkungen 
bestünden seit spätestens März 2014. Eine relevante Besserung sei auch bei optimaler Therapie 
kaum zu erwarten. In Bezug auf die Konsistenz der Befunde führt Dr. E.____ sodann aus, dass 
weder aus der Befragung des Exploranden selbst noch aus den durchgeführten Tests Hinweise 
auf Antworttendenzen oder Verdeutlichung ersichtlich seien. 
 
4.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Bei Gerichtsgutachten weicht das 
Gericht nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachperson ab, 
deren Aufgabe es ist, dem Gericht ihre Fachkenntnisse zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 
die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten 
in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung 
kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexper-
ten als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei 
es, dass die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt gehalten wird, sei es, dass 
ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen ge-
zogen werden (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
4.2 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass Dr. E.____ den versicherungspsychiatrischen Dienst 
der X.____ aufbaute und diesen leitete. Des Weiteren publiziert sie seit Jahren im Themenkreis 
der psychiatrisch-psychologischen Begutachtung und der Evaluation von psychisch bedingter Ar-
beitsunfähigkeit. Seit 2014 ist sie ausserdem als selbständig praktizierende Psychiaterin in eige-
ner Praxis und seit Juni 2017 als Fachrichterin am Kantonsgericht Y.____ tätig. Sie ist damit 

 

 
 
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zweifellos eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Begutachtung von psychiatrischen 
Krankheiten und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. 
 
4.3 Die Würdigung des Gerichtsgutachtens zeigt nun, dass dieses von Dr. E.____ äusserst 
sorgfältig erstellt wurde. Es beruht auf einer sehr ausführlichen persönlichen Exploration des Be-
schwerdeführers über eine Gesamtdauer von drei Stunden und 40 Minuten. Das Untersuchungs-
gespräch wurde von Dr. E.____ über weite Teile wörtlich wiedergegeben und verschafft dem 
Leser ein sehr plastisches Bild der Persönlichkeit und vor allem der Einschränkungen des Be-
schwerdeführers (so z.B. die Aussagen des Beschwerdeführers betreffend den Verlauf der bis-
herigen Therapiemassnahmen, S. 42). Aufgrund der ausführlichen Befragung des Versicherten 
wird zudem ersichtlich, dass die Konzentrationsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verlauf des 
Gesprächs deutlich abnahm. Sehr anschaulich führt Dr. E.____ in diesem Zusammenhang auf 
S. 25 aus, dass der Gedankengang des Versicherten während der ersten Untersuchungssequenz 
(Dauer 30 Minuten) noch einigermassen geordnet geblieben sei. In den beiden folgenden länge-
ren Untersuchungssequenzen (50 Minuten bzw. eine Stunde und 20 Minuten) seien seine Sätze 
aber zunehmend unvollständig, episodisch inkohärent bis punktuell zerfahren ausgefallen. Das 
Gutachten berücksichtigt weiter die ganze Krankengeschichte und setzt sich mit den anderen 
ärztlichen Beurteilungen, namentlich mit der abweichenden Beurteilung von Dr. C.____, auf die 
sich Dr. D.____ bei seiner Akteneinschätzung letztlich abstützt, substantiiert auseinander. Anders 
als Dr. C.____ verwendet Dr. E.____ zur Erhebung des Befundes und zur Diagnosestellung ne-
ben einem äusserst fundierten Interview des Beschwerdeführers (S. 14-24) und der Einholung 
von fremdanamnestischen Angaben sowohl Selbst- und Fremdbeurteilungsinstrumente wie die 
Brief Symptom Checklist (BSCL), mit deren Hilfe das Ausmass subjektiver Beeinträchtigung 
durch körperliche und psychische Symptome in den vergangenen sieben Tagen vor dem Ausfül-
len erfasst werden können (vgl. S. 28ff.), die Hamilton Depressionsskala (HAMD), das Eppendor-
fer Schizophrenie Inventar (ESI), das der quantitativen Erfassung subjektiver Phänomene, die 
charakteristisch für die Schizophrenie sind, dient (S. 29), das Berner Verbitterungsinventar (BVI, 
S. 29f.) sowie den Patientenfragebogen zur Erfassung der Reha-Motivation (PAREMO, S. 30). 
Anschliessend nahm sie eine Beurteilung der Fähigkeitsstörung nach dem Mini-ICF-APP vor 
(Kurzinstrument zur Fremdbeurteilung von Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei psychi-
schen Erkrankungen in Anlehnung an die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Be-
hinderung und Gesundheit [ICF] der Weltgesundheitsorganisation, Michael Linden, Stefanie Ba-
ron, Beate Muschalla, Huber Verlag, Bern 2009). Diese Vorgehensweise zeugt von einer ausge-
prägten Sorgfältigkeit der Gutachtenserstellung und ermöglicht auch medizinischen Laien, die 
Schlussfolgerungen und insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit inhaltlich nachvoll-
ziehen zu können. Damit genügt das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ sowohl formal wie inhalt-
lich vollumfänglich den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten.  
 
4.4 In der Stellungnahme vom 1. April 2019 vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, 
dass das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ nicht beweistauglich sei, weshalb nicht darauf abge-
stellt werden könne. Es bestünden medizinische Unklarheiten. Dr. D.____ führt in seiner Stel-
lungnahme vom 7. März 2019 aus, dass Dr. E.____ anstelle von akzentuierten Persönlichkeits-
zügen von einer Persönlichkeitsstörung ausgehe, die Verhaltenszüge würden die gleichen blei-

 

 
 
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ben (paranoid, narzisstisch, emotional instabil). Es falle auf, dass die Erhebung der Gerichtsgut-
achterin defizitorientiert sei, indem die Funktionsfähigkeit im Alltag nur als wörtlicher Dialog und 
nicht als Erhebung wiedergegeben sei und die erhaltenen Funktionen nicht hinlänglich diagnos-
tisch bewertet würden. Diesem Einwand ist entgegenzuhalten, dass die Dialogform der Anam-
nese die Fähigkeiten und Einschränkungen des Beschwerdeführers viel anschaulicher zu verge-
genwärtigen vermag als eine abstrahierte Erhebung. Ausserdem scheint Dr. D.____ zu überse-
hen, dass Dr. E.____ die erhaltenen Funktionen des Beschwerdeführers auf S. 45 bis 48 des 
Gutachtens anhand der Mini-ICF-APP sehr ausführlich diagnostisch bewertete.  
 
Dr. D.____ rügt weiter, dass Dr. E.____ die wahnhaften Symptome nur vage und als nicht dau-
erhaft beschreibe, so dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb der Beschwerdeführer vertraute 
Tätigkeiten wie beispielsweise Löten oder Schweissen bei klaren Vorgaben und ohne direkte Zu-
sammenarbeit mit anderen nicht in einem höheren Pensum als zwei Stunden täglich durchführen 
könne. Auch dieser Einwand vermag den Beweiswert des Gerichtsgutachtens nicht in Zweifel zu 
ziehen. Die wahnhafte Symptomatik ist im Gutachten nicht nur vage, sondern sehr konkret und 
anschaulich beschrieben; so etwa das Abdichten von Tür und Fenster, ferner die Überzeugung, 
dass alle Medikamente opiathaltig sind, im Weiteren die vom Beschwerdeführer schriftlich doku-
mentierte Geschichte mit der Mitmieterin, die derart eskalierte, dass er seine Wohnung verlor und 
schliesslich die fixe Überzeugung, dass andere über ihn reden würden. Angesichts der beschrie-
benen Symptomatik erscheint auch die Zumutbarkeitsbeurteilung mit dem beschriebenen Anfor-
derungsprofil nachvollziehbar. Im Weiteren ist für die Gesamteinschätzung der Restarbeitsfähig-
keit nicht nur die zusätzlich diagnostizierte wahnhafte Störung relevant, sondern es sind insbe-
sondere die Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung auf die Zusammenarbeit mit anderen Per-
sonen, auf die Selbststrukturierung, die Ablenkbarkeit sowie auf den Antrieb und die Konzentra-
tionsfähigkeit ausschlaggebend. Insgesamt sind damit keine triftigen Gründe ersichtlich, welche 
den Beweiswert des Gerichtsgutachtens in Frage stellen könnten, so dass vollumfänglich darauf 
abzustellen ist. 
 
5. Der Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen 
Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit eine Restarbeitsarbeitsfähigkeit von zwei Stunden 
täglich aufweist. Damit ist er zu 75 % eingeschränkt. Da der Beschwerdeführer bei Eintritt der 
Arbeitsunfähigkeit im März 2014 bereits nicht mehr arbeitstätig war, werden das Validen- als auch 
das Invalideneinkommen nach demselben Tabellenlohn bestimmt. Dies führt im Ergebnis zu ei-
nem Prozentvergleich und damit zu einem Invaliditätsgrad von 75 %. Damit hat der Beschwerde-
führer Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Bei dieser Sachlage kann offenbleiben, ob die 
Restarbeitsfähigkeit von zwei Stunden täglich überhaupt noch verwertbar ist oder nicht. Ebenfalls 
offen bleiben kann die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf einen leidensbedingten 
Abzug hat. 
 
6. Unter den Parteien strittig ist schliesslich noch der Zeitpunkt des Rentenbeginns. Der 
Beschwerdeführer erachtet den 1. Juli, eventuell den 1. September 2015 als massgebenden Zeit-
punkt. Dabei beruft er sich auf die Erstanmeldung vom 30. Januar 2015. Nachdem dieses Ver-
fahren mit Verfügung vom 9. Juni 2016 rechtskräftig abgeschlossen worden war, ist für das aktu-

 

 
 
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elle Verfahren der Zeitpunkt der Neuanmeldung massgebend, also der 5. April 2017. Die gesetz-
liche (Warte-)Frist von sechs Monaten endete am 4. Oktober 2017. Wie die Beschwerdegegnerin 
somit zutreffend feststellt, besteht damit ein Rentenanspruch erst ab 1. Oktober 2017. 
 
7. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist und die angefoch-
tene Verfügung vom 1. März 2018 aufzuheben ist. Der Beschwerdeführer hat seit dem 1. Oktober 
2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 75 %. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts-
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 
Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind sie von 
der Beschwerdegegnerin zu tragen. 
 
8.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 9. August 2018 ausführlich dargelegt, lag 
der angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1. März 2018 ein in medizinischer 
Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zugrunde. Das Gutachten von Dr. C.____, auf das 
sich die Beschwerdegegnerin letztendlich beruft, erscheint im Lichte der Darlegungen von Dr. 
E.____ als untauglich. Trotz Kenntnis der Persönlichkeitsproblematik des Beschwerdeführers 
und der durch die Klinik B.____ gestellten Diagnose einer Persönlichkeitsstörung verzichtete Dr. 
C.____ auf eine eingehende Befragung des Beschwerdeführers. Hinzu kommt, dass das von ihm 
verwendete AMDP-System bei Persönlichkeitsstörungen ungenügend ist. Aufgrund des mangel-
haft abgeklärten Sachverhalts und der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 
ATSG rechtfertigt es sich, die Kosten für das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ in der Höhe von 
insgesamt Fr. 8‘043.70 der Beschwerdegegnerin zu auferlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 
502 E. 4.4). 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer deshalb 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertre-
ter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 8. April 2019 für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 25 Minuten geltend gemacht, was 
sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des Aktenumfangs als 
angemessen erweist. Dasselbe gilt für die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von insge-
samt Fr. 103.50. Damit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren dem 
Antrag entsprechend eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘454.50 (12 Std. und 25 Min. 
à Fr. 250.-- und plus Auslagen von Fr. 103.50 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7 %) zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 1. März 2018 aufgehoben und festgestellt wird, dass der 
Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2017 Anspruch auf eine ganze 
Invalidenrente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 800.-- sowie die Kosten für das 
Gutachten von Dr. E.____ vom 19. Februar 2019 in der Höhe von ins-
gesamt Fr. 8‘043.70 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.  

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 3‘454.50 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

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