# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 570b4e1e-804f-54be-9835-a72ae100bda4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 D-6507/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6507-2010_2011-12-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6507/2010

U r t e i l   v om   2 1 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi, Richter Yanick Felley,   
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

Parteien A._______, geboren am _______,
Sri Lanka,  
vertreten durch _______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 10. August 2010 / _______.

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Sachverhalt:

A. 
A.a.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am _______ 2009 auf dem Luftweg und gelangte _______ 
am  _______  2009  in  die  Schweiz,  wo  er  am  selben  Datum  ein 
Asylgesuch stellte. Dazu wurde er am 24. April 2009 summarisch befragt. 
Am 7. Mai 2009 führte das BFM eine Anhörung durch.

A.b.  Der  Beschwerdeführer  –  ein  Singhalese  –  machte  geltend,  aus 
_______  zu  stammen  und  in  _______  als  Reporter  für  eine 
Fernsehstation und eine Zeitung gearbeitet zu haben. Er habe über das 
korrupte  System  der  Regierung  betreffend  öffentliche  Ausschreibung 
geschrieben.  Seine  Informationen  habe  er  von  Armeeangehörigen  im 
Bürodienst  beschafft.  Seit  November  oder  Dezember  2008  habe  er 
Drohanrufe durch Unbekannte erhalten und sei beschattet worden. Man 
habe  ihn  aufgefordert,  keine  Berichte  mehr  gegen  die  Armee  und  die 
Regierung zu verfassen, ansonsten er getötet werde. Auch seine Ehefrau 
sei  telefonisch  eingeschüchtert  worden.  Am  _______  2009  sei  er  bei 
einer Bushaltestelle tätlich angegriffen und bedroht worden. Dabei hätten 
die  Angreifer  sein  Portemonnaie mit  dem  Berufsausweis  entwendet.  Er 
habe  den  Vorfall  der  Polizei  gemeldet.  Diese  habe  die  Anzeige  vorerst 
nicht  entgegennehmen  wollen.  Nach  dem  Vorfall  habe  er  weiter  als 
Reporter  gearbeitet.  Wegen  der  ergangenen  Drohungen  sei  er  in  der 
Folge ausgereist. 

A.c.  Am  7.  Mai  2009  führte  das  BFM  eine  Anhörung  durch.  Dabei 
schilderte  der  Beschwerdeführer  wiederum  sein  journalistisches 
Engagement.  Seit  2005  habe  er  für  den  TV­Sender  _______  und  die 
Zeitung B._______ als Reporter gearbeitet. Eigene Artikel habe er in der 
Zeitung  nicht  geschrieben.  Vielmehr  habe  er  mit  C._______ 
zusammengearbeitet.  Er  habe  ihm  einen  Bericht  betreffend  einen 
Korruptionsfall  abgeliefert.  Diesen  Bericht  habe  er  aufgrund  einer  Akte, 
welche  er  durch  seinen Bruder  –  einem Mitarbeiter  _______ –  erhalten 
habe, verfasst. Der Bruder habe ins Ausland fliehen müssen. Gestützt auf 
die  erwähnten  Recherchen  respektive  die  Akte  habe  C._______  einen 
Artikel  in der Zeitung publiziert. Mutmasslich wegen dieser Mitte Februar 
2007 erfolgten Publikation habe er von November 2008 an die erwähnten 
Probleme  bekommen.  Die  Drohanrufe  seien  von  seiner  Frau 
entgegengenommen  worden.  Die  Polizei  habe  seine  diesbezügliche 
Anzeige  nicht  entgegengenommen.  Beim  Angriff  vom  _______  2009 

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hätten die Unbekannten gewusst, wer er sei, und seinen Presseausweis 
entwendet. Auch C._______ habe Probleme bekommen und sei _______ 
umgebracht  worden.  In  einem  gegen  C._______  eingeleitetes 
Gerichtsverfahren sei er nicht vorgeladen worden. 

A.d.  Als  Beweismittel  gab  der  Beschwerdeführer  einen  Berufsausweis 
und  eine  Polizeianzeige  vom  _______  2009  zu  den  Akten  (vgl. 
vorinstanzliches Beweismittelverzeichnis A 17). 

B. 
Mit Verfügung vom 10. August 2010 – am nächsten Tag eröffnet – stellte 
das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Die  Vorinstanz  begründete  ihren 
Entscheid  mit  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen.  Er  habe 
geltend gemacht, in Sri Lanka von Unbekannten bedroht worden zu sein, 
weil  er  regierungskritische  Informationen  weitergeleitet  habe.  Gewisse 
Aussagen  seien  indes  logisch  nicht  nachvollziehbar.  Es  müsse  als 
unrealistisch  erachtet  werden,  dass  er  den  Wohnsitz  lediglich  wegen 
eines  "schlechten  Gefühls"  vorsorglich  gewechselt  habe,  zumal  ihn 
allfällige Verfolger auch am neuen Wohnort hätten aufspüren können. Im 
Weiteren habe er den kritischen Artikel nicht selber verfasst. Vor diesem 
Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Unbekannten gewusst 
haben  sollten,  dass  er  die  Informationen  weitergeleitet  habe.  Nicht 
einzusehen sei ferner, weshalb die Bedrohungen erst beinahe zwei Jahre 
nach  Erscheinen  des  Artikels  ergangen  sein  sollten.  Es  müsse  auch 
bezweifelt  werden,  dass  die  Polizei  seine  Anzeige  in  der  geschilderten 
Form  zurückgewiesen  hätte.  Sein  Aussageverhalten  habe  –  so  auch 
mangels  hinreichend  konkreten Schilderungen –  sodann wiederholt  den 
Eindruck,  er  habe  das  geltend  Gemachte  gar  nicht  persönlich  erlebt, 
entstehen  lassen.  Eine  wirklich  betroffene  Person  würde  nicht  bloss 
pauschal  von  einer  Verfolgung  sprechen,  sondern  sie  differenziert 
darlegen.  Im  Weiteren  habe  er  im  Zusammenhang  mit  der  zeitlichen 
Einordnung  seiner  Wohnadressen  widersprüchliche  Angaben  gemacht. 
Ausserdem  habe  er  bei  der  Erstbefragung  dargelegt,  er  habe  kritische 
Zeitungs­  beziehungsweise  Fernsehberichte  selber  verfasst  und  die 
Informationen von  "Leuten niederen Ranges"  in den Behörden erhalten. 
Demgegenüber habe er bei der Anhörung vorgebracht, er habe lediglich 
einen von seinem Bruder erhaltenen Bericht an die Zeitung weitergeleitet. 
Diese  habe  dann  den  Artikel  verfasst.  Der  eingereichte  Polizeirapport 
enthalte offensichtlich nur die Aussagen des Beschwerdeführers, weshalb 

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er  die  angeblichen  Verfolgungsvorbringen  nicht  zu  belegen  vermöge. 
Ausserdem  könnten  solche  Berichte  problemlos  käuflich  erworben 
werden. Eine Übersetzung des Dokuments erübrige sich demnach. Dem 
ferner  eingereichten  Ausweis  _______  könnten  keine Hinweise,  die  die 
Vorbingen zu stützen vermöchten, entnommen werden. Den Vollzug der 
Wegweisung erachtete das BFM für zulässig, zumutbar und möglich. Der 
Krieg  sei  im  Mai  2009  beendet  worden.  Im  Süden  und  Westen  des 
Landes  herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt.  Der 
Beschwerdeführer  als Singhalese aus _______  sei  nicht  von gegen die 
tamilische  Minderheit  gerichteten  staatlichen  Massnahmen  betroffen. 
Zudem habe er eine gute Ausbildung und als Journalist gearbeitet. Seine 
Familie  lebe  ebenfalls  im  _______  Sri  Lankas.  Er  werde  nach  der 
Rückkehr nicht in eine existenzbedrohende Notlage geraten. 

C. 
Mit Eingabe vom 10. September 2010 beantragte der Beschwerdeführer 
beim  Bundesverwaltungsgericht  durch  seine  Vertretung  die  Aufhebung 
des  vorinstanzlichen  Entscheids,  die  Feststellung  seiner 
Flüchtlingseigenschaft  und  die  Asylgewährung,  eventualiter  die 
Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  zur  ergänzenden 
Sachverhaltserhebung  und  Neubeurteilung,  subeventualiter  die 
Feststellung  der Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und Unmöglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  verbunden  mit  der  vorläufigen  Aufnahme  in  der 
Schweiz  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  eine  erneute  Anhörung  (als 
Zeuge),  die  Einräumung  eines  Replikrechts  und  die  unentgeltliche 
Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  [VwVG,  SR  172.021])  samt  Entbindung  von  der 
Kostenvorschusspflicht.  Im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme 
ersuchte  er  ferner  um  Anweisung  der  Vollzugsbehörde,  die 
Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimatstaat  sowie  jegliche  Weitergabe  von 
Daten  an  denselben  zu  unterlassen;  eine  eventuell  bereits  erfolgte 
Datenweitergabe  sei  im  Rahmen  einer  separaten  Verfügung 
offenzulegen. Zur Begründung legte er vorab den Sachverhalt aus seiner 
Sicht erneut dar. Er habe von 2005 an als freier Journalist und Reporter 
gearbeitet. Er sei  insbesondere  für den Fernsehsender _______ und  für 
B._______  tätig  gewesen.  C._______  habe  er  im  Herbst  2005  kennen 
gelernt. C._______ sei ein _______ Journalist gewesen. Er sei von  ihm 
auf  informeller  Basis  als  Informant  engagiert  worden  und  habe  seither 
Recherchearbeiten  geleistet.  Aus  Sicherheitsgründen  sei  kein 
Arbeitsvertrag  abgeschlossen  worden.  Er  sei  fallbezogen  und  nach  der 
Wichtigkeit und Verwertbarkeit der gelieferten Rechercheergebnisse und 

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der  von  ihm  verfassten  Berichte  bezahlt  worden.  Anfang  2007  habe  er 
von  seinem  _______ Bruder  brisante  Informationen  im  Zusammenhang 
mit  einem  Korruptionsfall  _______  erhalten.  Diese  Dokumente  habe  er 
C._______  zusammen  mit  einem  von  ihm  in  singhalesischer  Sprache 
verfassten  Bericht  weitergeleitet.  Gestützt  auf  diese  Unterlagen  habe 
C._______  über  den  Korruptionsfall  _______  kritisch  (weiter­)berichtet. 
Wegen  der  Berichterstattung  sei  C._______  durch  _______  verklagt 
worden.  Er  selbst  habe  nach  Erscheinen  der  auf  seine 
Recherchearbeiten gestützten Artikel um seine Sicherheit gefürchtet und 
sei  2007  umgezogen.  Sein  Bruder  habe  aus  Angst  vor  repressiven 
Massnahmen  Sri  Lanka  verlassen.  Er  selber  sei  vorerst  im  Heimatland 
geblieben und habe von November 2008 an häufig Drohanrufe erhalten. 
Er sei als Journalist eingeschüchtert und mit dem Tode bedroht worden. 
Es  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Drohanrufe  im 
Zusammenhang  mit  seinen  Recherchearbeiten  im  erwähnten 
Korruptionsfall erfolgt seien. C._______ sei _______ umgebracht worden. 
Es werde vermutet, dass _______ hinter dem Mord stehe. Er selber sei 
am _______ 2009 durch zwei Personen tätlich angegriffen worden. Dabei 
hätten  die  Angreifer  aufgrund  des  Presseausweises  seine  Identität 
bestätigt  gefunden. Wegen der  geschilderten Situation  habe er  sich  zur 
Ausreise  entschlossen.  Die  Vorinstanz  gehe  zu  Unrecht  von  der 
Unglaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen  aus  und  beziehe  sich  in  ihren 
Erwägungen  auf  untergeordnete  Elemente  der  Sachverhaltsdarstellung; 
die  erforderliche  Gesamtwürdigung  der  Verfolgungsgeschichte  fehle. 
Zudem  seien  die  vom  BFM  festgehaltenen  Ungereimtheiten  erklärbar 
beziehungsweise  bestünden  bei  korrekter  Interpretation  der  Aussagen 
gar nicht. So sei nachvollziehbar, dass er als  regimekritischer Journalist 
Verfolgung  befürchtet  und  deshalb  den  Wohnsitz  gewechselt  habe.  Im 
Übrigen habe er bei wiederholten Besuchen im _______ seines Bruders 
Zugangskontrollen  über  sich  ergehen  lassen  müssen.  Vor  diesem 
Hintergrund  sei  durchaus  nachvollziehbar,  weshalb  die  unbekannten 
Angreifer gewusst hätten, dass er sich als Informant betätigt habe. Dass 
er  erst  fast  zwei  Jahre  nach  Erscheinen  der  Artikel  im  Korruptionsfall 
behelligt  worden  sei,  müsse  mutmasslich  mit  zeitraubenden 
Ermittlungstätigkeiten  der  Sicherheitskräfte  in  Verbindung  gebracht 
werden.  Im  Übrigen  seien  auch  die  Massnahmen  gegen  C._______ 
respektive  dessen  Ermordung  zeitlich  verzögert  erfolgt.  Des  Weiteren 
würden Verbrechen gegen Journalisten  in Sri Lanka kaum  je aufgeklärt; 
entgegen der Sichtweise des BFM sei so durchaus realistisch, dass sich 
die  Polizei  betreffend  den  Vorfall  vom  _______  2009  nicht  korrekt 
verhalten  und  schliesslich  lediglich  den  Diebstahl  des  Portemonnaies, 

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nicht  aber  den  journalistischen  Hintergrund  der  Tat  zu  den  Akten 
genommen  habe.  Er  sei  ausserdem  in  der  Lage,  detailliert  über  das 
Vorgefallene zu erzählen; sein Aussageverhalten spreche jedenfalls nicht 
gegen  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen.  Den  vermeintlich 
unterschiedlichen  Angaben  zum  Zeitpunkt  des  Wohnadresswechsels 
liege  eine  irrtümliche  Interpretation  seiner  Aussagen  zugrunde.  Beim 
weiteren angeblichen Widerspruch (Autorschaft der Artikel in der Zeitung) 
sei  zwischen  Bericht  und  Artikel  zu  differenzieren;  er  habe  interne 
Unterlagen  zu  einem  Bericht  verarbeitet  und  diesen  dann  C._______ 
übergeben,  welcher  gestützt  darauf  den  respektive  die  Artikel 
geschrieben  habe.  In  der  Summarbefragung  sei  ausschliesslich  von 
Bericht  die  Rede,  weshalb  die  angebliche  Widersprüchlichkeit  der 
Aussagen wiederum  nicht  bestehe.  Er  sei  kein  schreibender  Journalist, 
sondern  recherchierender  Reporter  gewesen.  Er  habe  Unterlagen 
beschafft  und  C._______  mit  Berichten  versorgt.  Nach  dem  Gesagten 
erwiesen  sich  die  vorinstanzlichen  Argumente  zur  angeblichen 
Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  als  nicht  stichhaltig  beziehungsweise 
würden den herabgesetzten Beweismassanforderungen im Asylverfahren 
nicht  gerecht.  Im  Falle  seiner  Rückkehr  riskiere  er  wegen  seiner 
Reportertätigkeit eine asylrelevante Verfolgung. Sri Lanka gelte als eines 
der  gefährlichsten  Länder  für  Journalisten.  Nach  dem  Gesagten  würde 
ein allfälliger Vollzug der Wegweisung gegen die relevanten gesetzlichen 
Bestimmungen verstossen. 

C.a.  Als  neue  Beweismittel  gab  der  Beschwerdeführer  Unterlagen 
_______ sowie diverse Artikel zur Situation  (für Journalisten) vor Ort zu 
den Akten (vgl. die Auflistung auf S. 24 f. der Beschwerdeeingabe).

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  September  2010  verzichtete  das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
und  hiess  das  Gesuch  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  gut.  Das 
Gesuch  um  Anweisung  der  Vollzugsbehörden  (keine  Kontaktaufnahme 
mit  dem  Heimatstaat  während  des  Verfahrens)  wurde  gutgeheissen. 
Betreffend  Entscheid  über  weitere  Verfahrensanträge  wurde  auf  einen 
späteren Zeitpunkt verwiesen. 

E. 
Am 16. September 2010 gab der Beschwerdeführer weitere Beweismittel 
_______ zu den Akten. 

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F. 
Mit Vernehmlassung vom 27. September 2010 beantragte das BFM die 
Abweisung der Beschwerde. Die Argumente für die Unglaubhaftigkeit der 
Vorbringen würden durch die Beschwerdeargumente nicht entkräftet. Es 
sei  nach  wie  vor  unglaubhaft,  dass  er  wegen  journalistischer  Tätigkeit 
Drohungen  erlitten  habe.  Allein  die  Behauptung,  er  habe  im 
journalistischen Bereich gearbeitet, lasse nicht darauf schliessen, dass er 
als Verfasser regierungskritischer Artikel in Erscheinung getreten sei und 
deshalb  verfolgt  werde.  So  habe  er  keine  selber  verfasste  Berichte 
eingereicht.  Die  Aussage,  er  habe  nur  recherchiert  und  könne  deshalb 
nichts  vorlegen,  müsse  als  Schutzbehauptung  qualifiziert  werden.  Die 
_______  der  Ehefrau  bestätige  lediglich  bei  der  Polizei  erhobene 
Behauptungen.  Solche  Dokumente  könnten  überdies  leicht  käuflich 
erworben werden. 

G. 
Am  28.  September  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  _______ 
nochmals ein. 

H. 
Mit Replik  datiert  vom 11. Oktober  2010  hielt  der Beschwerdeführer  an 
seinen bisherigen Darlegungen fest. Entgegen den Erwägungen des BFM 
habe er kohärente und detailreiche Angaben – so auch zu Belangen der 
von  ihm  mit  Material  belieferten  Zeitung  –  gemacht.  Im  Weiteren 
verkenne die Vorinstanz nach wie  vor die Umstände und Arbeitsweisen 
im  Recherchierjournalismus  vor  Ort  und  gelange  zu  Unrecht  zum 
Schluss, er weise kein asylrelevantes Gefährdungspotential auf. Er habe 
als Informant und nicht als Redaktor gearbeitet. Der Eingabe lagen zwei 
Internet­Ausdrucke im Zusammenhang mit den Vorbringen bei.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 

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eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Aus den Akten geht keine Datenweitergabe des BFM an die heimatlichen 
Behörden des Beschwerdeführers  im Sinne von Art. 97 Abs. 3 Bstn. a­g 
AsylG hervor, weshalb sich der Antrag auf Offenlegung in einer separaten 
Verfügung als gegenstandslos erweist.

4. 
4.1. 
Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen  (Art.  7  Abs.  1  AsylG). 

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Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich 
schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen 
erschöpfen  oder  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung 
widersprechen und sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren 
Logik  entbehren.  Darüber  hinaus  muss  die  asylsuchende  Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall 
ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel 
abstützt  (Art. 7  Abs. 3  AsylG),  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder 
bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen 
auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am 
Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung 
bedeutet  –  im  Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes 
Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel 
an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits 
als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von  ihrer Wahrheit nicht völlig 
überzeugt  ist,  sie  aber  überwiegend  für  wahr  hält,  obwohl  nicht  alle 
Zweifel  beseitigt  sind.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es 
demgegenüber  nicht  aus, wenn  der  Inhalt  der Vorbringen  zwar möglich 
ist,  aber  in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  und 
überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen.  Entscheidend  ist  im  Sinne  einer 
Gesamtwürdigung,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf 
eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 

4.3. Der  Sachverhalt  ist  vorliegend  hinreichend  erstellt.  Die  beantragte 
erneute Anhörung des Beschwerdeführers (als Zeuge  in eigener Sache) 
erübrigt  sich  demnach.  Entgegen  den  Beschwerdevorbringen  ging  die 
Vorinstanz  bei  der  Prüfung  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  sodann 
nicht  von  zu  strengen  Anforderungen  aus;  vielmehr  legte  sie  in 
detaillierten  Erwägungen  dar,  weshalb  die  Kernvorbringen  als  nicht 
glaubhaft erscheinen, und hielt  fest, es entstehe der Eindruck, dass der 
Beschwerdeführer  das  geltend  Gemachte  gar  nicht  persönlich  erlebt 
habe.  Diese  Einschätzung  ist  gemäss  nachfolgenden  Erwägungen  zu 
bestätigen. Das BFM hat unter Hinweis auf Seitenzahlen des Befragungs­ 
und  des  Anhörungsprotokolls  die  aus  seiner  Sicht  bestehende 
Unglaubhaftigkeit  des  Vorgebrachten  festgehalten  und  ist  so  auch  der 
Begründungspflicht  hinreichend  nachgekommen.  Die  beantragte 
Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  kommt  mithin  nicht  in 
Betracht.

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5. 
5.1.  Die  Vorinstanz  hat  die  Glaubhaftigkeit  der  Kernvorbringen  des 
Beschwerdeführers  verneint.  Diese  Sichtweise  vermag  im  Ergebnis  zu 
überzeugen.  Eine  Durchsicht  der  Aussagen  des  Beschwerdeführers 
ergibt  das  Bild  einer  in  wesentlichen  Punkten  konstruiert  wirkenden 
Schilderung.  Einzelne  etwas  substanziiertere  Passagen  vermögen 
entgegen  der  Argumentationsweise  der  Rechtsvertretung  darüber  nicht 
hinwegzutäuschen.  So  sind  gewisse  Informationen  im  Zusammenhang 
mit  B._______  auch  im  Internet  abrufbar,  weshalb  allein  aufgrund  der 
Nennung solcher Belange anlässlich der Anhörung nicht bereits das Bild 
einer  wegen  journalistischer  Tätigkeit  verfolgten  Person  entsteht.  Im 
Weiteren  mag  zutreffen,  dass  der  Beschwerdeführer  –  obwohl  gemäss 
eigenen  Angaben  nicht  dazu  ausgebildet  (A  1/9  S.  2)  –  in  einem 
gewissen Ausmass  im Medienbereich aktiv war.  Im Zusammenhang mit 
seinem geltend gemachten Engagement für einen Fernsehsender machte 
er indes keine damit verbundene Gefährdung geltend, weshalb auf diese 
allfälligen  Aktivitäten  nicht  näher  einzugehen  ist  (A  11/18  Antwort  166). 
Seine  gemäss  Beschwerdevorbringen  regelmässig  stattfindende 
Zusammenarbeit  mit  C._______  respektive  B._______  und  die 
angeblichen  Konsequenzen  sind  in  der  geltend  gemachten  Form  indes 
mit  erheblichen  Zweifeln  belastet.  Vorab  fällt  auf,  dass  er  bei  der 
Anhörung vom 7. Mai 2009 angab, "bis jetzt" für die Zeitung gearbeitet zu 
haben. Zu einem späteren Zeitpunkt  legte er aber dar, seit Januar 2007 
nicht mehr für dieses Blatt  tätig gewesen zu sein (A 11/18 Antworten 27 
und 167). Überdies gab er an, insgesamt lediglich dreimal für die Zeitung 
aktiv  gewesen  zu  sein  (A  11/18  Antwort  172).  Die  angeblichen 
Drohungen am Telefon seit November 2008 wegen der  im Januar 2007 
übergebenen  Akte  schilderte  er  weitgehend  substanzlos  und  ohne 
Realkennzeichen;  auch  die  Aussagen  zum Überfall  vom  _______  2009 
wirken  stereotyp  (A  11/18  Antworten  92  ff.  und  152  ff.).  Im 
Zusammenhang  mit  den  angeblichen  telefonischen  Drohungen  fällt 
überdies  auf,  dass  er  bei  der  Summarbefragung  erwähnte,  manchmal 
habe  diese  auch  seine Ehefrau  entgegengenommen. Bei  der Anhörung 
wiederholte  er  diese  Aussagen  zuerst,  vermittelte  aber  auf  Nachfragen 
den Eindruck, selber nie mit einem Anrufer in Kontakt gestanden zu sein 
(A 1/9 S. 4; A 11/18 Antworten 93 ff., 103, 107 und 110). Entgegen den 
sehr  spekulativen  Beschwerdevorbringen  ist  sodann  nicht 
nachvollziehbar, wie  die Unbekannten  ausgerechnet  den  in  der  Zeitung 
nicht  publizistisch  in  Erscheinung  tretenden  Beschwerdeführer  als 
Informanten  hätten  ausfindig  machen  können.  Die  Erklärung  in  der 
Rechtsschrift,  aufgrund  der  Eingangskontrollen  im  _______  seines 

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Bruders  seien  diese  fündig  geworden,  erscheint  schon  insofern  sehr 
fraglich, als er kaum als einziger Besucher kontrolliert worden sein dürfte. 
Selbst  in  der  Annahme,  der  Beschwerdeführer  sei  als  angeblicher 
Informant  tatsächlich  aufgeflogen,  wäre  im  Sinne  der  vorinstanzlichen 
Erwägungen  und  entgegen  den  wenig  stichhaltigen 
Beschwerdevorbringen  in keiner Weise ersichtlich, weshalb erst beinahe 
zwei Jahre nach Erscheinen des Artikels gegen ihn vorgegangen worden 
sein  sollte.  Auffallend  ist  ferner,  dass  er  im  Rahmen  der 
Summarbefragung  den  Bruder  bei  der  angeblichen 
Informationsbeschaffung  noch  nicht  erwähnt  hatte.  In  der  Beschwerde 
wird zwar mit einer gewissen Berechtigung darauf hingewiesen, dass der 
Beschwerdeführer  gemäss  Übersetzung  bereits  anlässlich  der 
Summarbefragung nie explizit aussagte, selber Artikel, sondern  lediglich 
Berichte verfasst zu haben. Allerdings könnte es sich dabei auch um eine 
sprachliche  Nuancierung  ohne  realen  Hintergrund  handeln.  Unerklärbar 
bleibt  aber  jedenfalls,  weshalb  er  nicht  bereits  bei  der  Erstbefragung 
darauf hinwies, seine Berichte seien nur Grundlagen für Artikel gewesen, 
und  durch  diese  Auslassung  den  Eindruck  erweckte,  als  Autor 
aufgetreten  zu  sein  (A  1/9  S.  4  f.).  Insbesondere  ist  auch  nicht 
nachvollziehbar, weshalb er C._______ bei der Erstbefragung noch nicht 
als  Verfasser  von  Artikeln  erwähnte,  obwohl  diese  Artikel  ja  (auch) 
gestützt  auf  seine  angeblichen  Recherchen  zustande  gekommen  sein 
sollen.  Im  Rahmen  der  Anhörung  bezog  er  sich  zwar  wiederholt  auf 
C._______, wies aber erst  am Schluss der Befragung auf die Tatsache 
hin,  dass  dieser  _______ worden  ist  (A  11/19  Antworten  130,  187  und 
200).  Dies  ist  umso  befremdlicher,  als  er  für  sich  eine  ähnliche 
Gefährdung  geltend  machte  und  ein  Hinweis  auf  das  Schicksal  von 
C._______  bereits  im  Zusammenhang  mit  den  angeblichen 
Verfolgungsvorbringen  nahe  gelegen  hätte.  Schliesslich  geht  aus  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  hervor,  dass  gegen  C._______  ein 
Verfahren  im  Zusammenhang  mit  der  von  ihm  beschafften  Akte 
respektive dem Artikel eingeleitet und ein Verhandlungstermin angesetzt 
worden  sei.  Er  selber  sei  indes  nicht  vorgeladen  worden.  Da  die  ihn 
angeblich bedrohenden Unbekannten, welche um seine  Identität wissen 
sollen, mutmasslich der "Regierungsseite" zuzuordnen seien (A 1/9 S. 4), 
ist  demnach  umso  weniger  nachvollziehbar,  weshalb  nicht  auch  er  im 
entsprechenden Verfahren belangt worden wäre, falls er tatsächlich in der 
geltend gemachten Form mit C._______ zusammengearbeitet hätte. 

5.2. 

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5.2.1.  Die  eingereichten  Beweismittel  rechtfertigen  keine  andere 
Einschätzung.  Die  Polizeidokumente  belegen  –  wie  das  BFM  im 
Entscheid  und  in  der  Vernehmlassung  zurecht  festhält  –  lediglich 
ergangene  Anzeigen,  ohne  Hinweise  auf  deren  Berechtigung  zu 
enthalten.  Hinsichtlich  des  Vorfalls  vom  _______  2009  ist  im  Übrigen 
festzuhalten,  dass  ein  Angriff  auf  den  Beschwerdeführer  zwar 
stattgefunden haben könnte, aber nicht im Zusammenhang mit seinen für 
unglaubhaft  erachteten  Vorbringen.  Bezüglich  der  ihn  nicht  persönlich 
betreffenden  Beweismittel  ist  auf  Folgendes  hinzuweisen:  Das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  im  zur  Publikation  vorgesehenen 
BVGE E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 eingehend mit der Situation in 
Sri  Lanka  befasst  und  seine  Praxis  aktualisiert.  Es  kam  zum  Schluss, 
dass sich die Situation vor Ort insgesamt verbessert habe, wobei es aber 
zahlreiche  Einschränkungen  formulierte.  Oppositionelle  müssten  nach 
wie  vor  mit  Verfolgung  rechnen.  Es  gebe  verschiedene  Risikogruppen. 
Darunter  fielen  Personen,  welche  auch  nach  Beendigung  des  Krieges 
verdächtigt  würden,  mit  den  LTTE  in  Verbindung  zu  stehen 
beziehungsweise  gestanden  zu  sein.  Auch  unabhängige  Journalisten 
beziehungsweise  regierungskritische  Medienschaffende  hätten  ein 
erhöhtes  Risikoprofil.  Im  Weiteren  sei  bei  Opfern  und  Zeugen  von 
Menschenrechtsverletzungen  und  Personen,  die  entsprechende 
Übergriffe behördlich angezeigt hätten, mit erhöhter Verfolgungsgefahr zu 
rechnen.  Ausserdem  liefen  abgewiesene  tamilische  Asylsuchende  aus 
der  Schweiz  unter  Umständen  Gefahr,  bei  der  Rückkehr  behördlich 
belangt zu werden, weil ihnen Kontakte zu führenden LTTE­Kadern in der 
Schweiz  unterstellt  würden.  Wegen  drohender  Erpressung,  Kidnapping 
und  anderen  Verfolgungshandlungen  bildeten  schliesslich  Personen, 
welche  über  beträchtliche  finanzielle  Mittel  verfügten,  eine  weitere 
Risikogruppe (a.a.O. insb. E. 8.).

5.2.2. Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten nicht gelungen, 
ein  regimekritisches  und  öffentlich  bekanntes  journalistisches  Profil 
glaubhaft  zu machen.  Im Weiteren machte er nicht geltend, Bezüge zur 
LTTE gehabt zu haben. Eine besonders günstige finanzielle Situation  ist 
ebenfalls  nicht  ersichtlich.  Vor  diesem  Hintergrund  weist  er  kein 
Persönlichkeitsprofil,  welches  aktuell  im  Heimatland  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  zu  einer  relevanten  Gefährdung  führen  könnte,  auf. 
Auch  aufgrund  seiner  langen  Landesabwesenheit  respektive  des 
Aufenthalts  in  der Schweiz  ist  in Anbetracht  der  Fallumstände  nicht  auf 
eine entsprechende Gefährdung bei der Rückkehr zu schliessen.

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5.3.  Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt,  dass  der 
Beschwerdeführer  keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder 
glaubhaft machen  konnte. Die Vorinstanz  hat  die Flüchtlingseigenschaft 
demnach  zu  Recht  verneint  und  das  Asylgesuch  abgelehnt.  An  dieser 
Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen in der Eingabe 
noch  die  beigelegten  Beweismittel  etwas  zu  ändern.  Es  erübrigt  sich 
demnach,  auf  weitere,  vom  BFM  festgehaltene  und  vom 
Beschwerdeführer  bestrittene Ungereimtheiten  –  so  namentlich  auch  im 
Zusammenhang  mit  seinen  Aufenthaltsorten  in  _______,  allfälligen 
weiteren  Unstimmigkeiten  im  Aussageverhalten  beziehungsweise  der 
angeblichen  Vorgehensweise  der  srilankischen  Polizei  –  näher 
einzugehen.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

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7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 

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28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Dies  ist  ihm  gemäss  vorstehenden  Erwägungen  nicht 
gelungen.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als generell 
unzulässig  erscheinen. Dies  ergibt  sich  unter  anderem aus dem bereits 
zitierten  BVGE  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  (vgl.  E.  10.4.  am 
Ende). Nach dem Gesagten  ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.4.1.  Im  obenstehend  erwähnten  Urteil  kommt  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Einschränkungen  zum  Schluss,  die 
Menschenrechts­  und  Sicherheitslage  habe  sich  seit  dem  Ende  des 
bewaffneten  Konflikts  erheblich  verbessert.  Die  Lage  präsentiere  sich 
indes nicht  in allen Landesteilen gleich. Ein Vollzug der Wegweisung  in 
die  Ostprovinz  sei  grundsätzlich  zumutbar.  Auch  der  Vollzug  in  die 
Nordprovinz  sei  unter  gewissen  Voraussetzungen  zumutbar.  Eine 
Ausnahme  bilde  das  Vanni­Gebiet.  Ein  Vollzug  dorthin  sei  weiterhin 
unzumutbar. Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet Sri Lankas 
_______  stammten,  sei  der Vollzug  grundsätzlich  zumutbar  (E.  12.  und 
13).

7.4.2.  Der  Beschwerdeführer  lebte  vor  der  Ausreise  während  längerer 
Zeit  in  _______.  Er  verfügt  über  eine  gute  Schulbildung  und 
Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen. Seine Familie hält sich vor 
Ort auf.   Entgegen den Beschwerdevorbringen  ist demnach nicht davon 
auszugehen,  dass  er  nach  der  Rückkehr  nach  _______  in  eine 
existenzgefährdende Situation geraten wird.

7.4.3.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auch als zumutbar.

7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 

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und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
9.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Da  das 
Gesuch  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 
17.  September  2010  gutgeheissen  wurde,  ist  von  der  Kostenauflage 
abzusehen.

9.2.  Die  Entrichtung  einer  Parteientschädigung  kommt  bei  dieser 
Sachlage nicht in Betracht.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

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