# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 159a162d-47e9-52ac-a108-59fc62477701
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 29.03.2012 IV-2011/168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2011-168_2012-03-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2011/168

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 29.03.2012

Entscheiddatum: 29.03.2012

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 29.03.2012
Art. 14 Abs. 2 lit. c und Abs. 4, Art. 16 Abs. 1, Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (SR 
741.01), Art. 11b Abs. 1 lit. b und Abs. 4, Art. 29 VZV (SR 741.51), Art. 12 Abs. 
1 VRP (sGS 951.1). Der Rekurrent lenkte einen Personenwagen unter 
Cannabiseinfluss. Er verzichtete unterschriftlich auf eine umfassende 
Untersuchung. Aufgrund des Gutachtensauftrags und des Verlaufs der 
verkehrsmedizinischen Untersuchung musste er damit rechnen, dass der 
Gutachter zur Begründung seiner Schlussfolgerungen die persönlichen 
Angaben schriftlich festhalten und im Rahmen des Gutachtens an die 
Entzugsbehörde weiterleiten würde (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung IV, 29. März 2012, IV-2011/168).

Präsident Urs Gmünder, Mitglieder Urs Früh und Beat Fritsche; Gerichtsschreiber 

Thomas Scherrer

X, Rekurrent,

vertreten durch lic.iur. Karl Güntzel, Rechtsanwalt, Kugelgasse 3, Postfach,

9004 St. Gallen,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug (Sicherungsentzug)

Sachverhalt:

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A.- X besitzt den Führerausweis seit 30. Juni 2010. Am 1. März 2011 wurde er um 

15.55 Uhr als Lenker eines Personenwagens auf der A-Strasse in B polizeilich 

kontrolliert. Da ein Drogenschnelltest hinsichtlich Cannabis belastend verlief, wurde 

ihm der Führerausweis auf der Stelle abgenommen. X gab an, er konsumiere 

Marihuana seit er 13 Jahre alt sei. Er rauche jede Woche einmal einen Joint. Die 

Analyse der anschliessend abgenommenen Blutprobe ergab einen 

Tetrahydrocannabinol(THC)-Gehalt von 7,6 µg/l, einen THC-Carbonsäure-Gehalt von 

55 µg/l und einen Gehalt des Cocain-Abbauproduktes Benzoylecgonin von ca. 240 µg/

l.

B.- Am 10. Mai 2011 leitete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. 

Gallen gegenüber X ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung ein und entzog ihm 

den Führerausweis vorsorglich. Einen gegen den vorsorglichen Führerausweisentzug 

erhobenen Rekurs wies der zuständige Abteilungspräsident der 

Verwaltungsrekurskommission am 22. Juli 2011 ab. Der Rekursentscheid wurde 

unangefochten rechtskräftig. Daraufhin ordnete das Strassenverkehrs- und 

Schifffahrtsamt am 16. September 2011 eine verkehrsmedizinische Untersuchung an.

Am 7. November 2011 wurde X am Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. 

Gallen (nachfolgend: IRM) verkehrsmedizinisch untersucht. Er wurde vom Gutachter 

zur Krankenvorgeschichte und zur sozialen Situation, zum Alkohol- und Drogenkonsum 

sowie zur Fahrt vom 1. März 2011 befragt. Wegen sehr kurzer Kopfbehaarung konnte 

ihm keine Haarprobe abgenommen werden. X verzichtete unterschriftlich auf eine 

umfassende verkehrsmedizinische Untersuchung und Begutachtung. Auf dem 

Formular (FO V065) war festgehalten, dass aufgrund der Vorgeschichte und der 

aktuellen Angaben/Befunde von einem verkehrsrelevanten Missbrauch mit Gefährdung 

– handschriftlich ergänzt mit den Worten "fortgesetzter Cannabiskonsum" – 

auszugehen sei und die Durchführung einer mindestens sechsmonatigen 

Drogenabstinenz (gemäss Merkblatt) mit monatlichen Urinkontrollen auf Cannabis 

empfohlen werde. Handschriftlich wurde darauf hingewiesen, dass für die Haaranalyse 

unbehandelte Kopfhaare von mindestens fünf Zentimetern Länge erforderlich seien und 

die Untersuchung auch auf Alkohol erfolgen sollte ("Achtung auf Alkohol"). Am 

15. November 2011 erstattete die Abteilung Verkehrsmedizin des IRM dem 

Strassenverkehrsamt ein verkehrsmedizinisches Gutachten, in welchem der Gutachter 

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die am Tag der Untersuchung diktierten Angaben von X wiedergab und eine 

Beurteilung abgab, die jener auf dem von X anlässlich der Untersuchung vom 

7. November 2011 unterzeichneten Formular entsprach. Zudem wurde ausdrücklich 

eine Alkoholgefährdung diagnostiziert.

C.- Gestützt auf das Gutachten vom 15. November 2011 entzog das 

Strassenverkehrsamt X am 9. Dezember 2011 den Führerausweis wegen eines 

verkehrsrelevanten Drogenmissbrauchs und einer Alkoholgefährdung auf unbestimmte 

Zeit bei einer Sperrfrist von drei Monaten. Als Bedingung für die Aufhebung des 

Entzugs wurden eine kontrollierte und fachlich betreute Drogenabstinenz (Arzt und 

Beratungsstelle) von mindestens sechs Monaten (gemäss Info-Blatt), eine Haaranalyse 

auf Drogen und Alkohol und eine verkehrsmedizinische Besprechung (inkl. Labor) 

genannt. Zur Haaranalyse wurde angemerkt, mit einer Drogenabstinenz seien 

ausschliesslich negative Resultate vereinbar, weshalb eine Distanzierung vom 

drogenaffinen Umfeld notwendig und ein Passivkonsum zu unterlassen sei.

D.- Gegen die am 12. Dezember 2011 in Empfang genommene Verfügung des 

Strassenverkehrsamtes vom 9. Dezember 2011 erhob X durch seinen Rechtsvertreter 

mit Eingabe vom 27. Dezember 2011 und Ergänzung vom 24. Januar 2012 Rekurs bei 

der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragt, es sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge – auch was die verkehrsmedizinische Begutachtung betreffe – die 

angefochtene Verfügung aufzuheben sowie das Gutachten vom 15. November 2011 

aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu entfernen. Auf die Ausführungen zur 

Begründung des Begehrens wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Die Vorinstanz verzichtete am 8. Februar 2012 auf eine Vernehmlassung.

E.- Am 2. März 2012 teilte der Rechtsvertreter mit, dass der Rekurrent im 

Zusammenhang mit der Übermittlung des Gutachtens vom 15. November 2011 an die 

Vorinstanz Strafantrag gegen die verantwortlichen Personen des IRM erstattet habe. 

Der Rekurrent stellte den Rückzug des Strafantrags in Aussicht für den Fall, dass das 

IRM das Gutachten vorbehaltlos zurückziehe.

Erwägungen:

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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. Dezember 2011 ist unter 

Berücksichtigung der vom 18. Dezember 2011 bis und mit 2. Januar 2012 still 

stehenden Rekursfrist rechtzeitig eingereicht worden (Art. 47, Art. 58 Abs. 1 und Art. 30 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP, in 

Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 

272). Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 24. Januar 2012 in formeller und 

inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, und 48 VRP). 

Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Die Zwischenverfügung vom 16. September 2011, mit welcher die Vorinstanz die 

verkehrsmedizinische Untersuchung des Rekurrenten anordnete, wurde unangefochten 

rechtskräftig. Die Anordnung einer solchen Untersuchung erwiese sich im Übrigen aus 

folgenden Gründen grundsätzlich als rechtmässig.

Führerausweise dürfen nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer die 

Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet (Art. 14 Abs. 2 lit. c des 

Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, abgekürzt: SVG). Sie sind umgekehrt zu 

entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung 

nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Wegen fehlender Fahreignung 

wird einer Person der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer 

Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie 

beispielsweise Alkohol-, Betäubungsmittel- und Arzneimittelabhängigkeit. Eine solche 

wird angenommen, wenn die Abhängigkeit von Drogen derart ist, dass der Betroffene 

mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans 

Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. 

Allgemein darf auf fehlende Fahreignung geschlossen werden, wenn die Person nicht 

(mehr) in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend 

auseinanderzuhalten (BGE 127 II 122 E. 3c; 129 II 82 E. 4.1). Der Sicherungsentzug 

greift tief in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen ein. Nach der Rechtsprechung 

ist daher in jedem Fall und von Amtes wegen eine genaue Abklärung der persönlichen 

Verhältnisse des Betroffenen, insbesondere der Konsumgewohnheiten von Drogen 

vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen, 

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namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten eingeholt werden soll, richtet 

sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der 

Entzugsbehörde (BGE 133 II 384 E. 3.1, 129 II 82 E. 2.2, Urteil des Bundesgerichts 

1C_248/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.1 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).

Bei den erforderlichen Abklärungen handelt es sich um Sachverhaltsabklärungen, wie 

sie im Verwaltungsverfahren üblich sind. Die Behörden stützen sich in erster Linie auf 

das kantonale Verfahrensrecht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_248/2011 vom 

30. Januar 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von 

ihr beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes 

wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug 

von Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf 

andere geeignete Weise. Für den Beweis durch Parteiaussagen, Zeugen und 

Sachverständige gelten gemäss Art. 13 VRP sachgemäss die Vorschriften der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008. Über das kantonale 

Recht hinaus enthält das Bundesrecht Hinweise zur Sachverhaltsabklärung. Es zählt 

dazu die Durchführung einer Kontrollfahrt (Art. 29 der Verordnung über die Zulassung 

von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr; SR 741.51, abgekürzt: VZV). 

Ferner fallen die Abklärungen, die das Bundesrecht für die Erteilung von (bestimmten) 

Ausweisen vorsieht, namentlich die verkehrspsychologische oder psychiatrische 

Untersuchung in Betracht (Art. 11b Abs. 1 lit. b VZV, vgl. auch Art. 11 Abs. 4 VZV).

3.- Im Rekurs wird zum vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, der in den Akten 

liegende Strafregisterauszug des Rekurrenten sei für die Begutachtung des 

Rekurrenten nicht nötig gewesen und hätte deshalb auch nicht dem mit dem 

Gutachten beauftragten Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen 

ausgehändigt werden dürfen.

Der Sachverständige kann seinen Gutachtensauftrag nur erfüllen, wenn er instruiert 

worden ist. Das bedeutet, dass ihm die zu beantwortenden Gutachterfragen präzis und 

möglichst schriftlich gestellt worden sind und er, soweit nötig, die Akten zur Einsicht 

erhalten hat (vgl. Art. 185 ZPO; A. Dolge, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 15 zu Art. 184 ZPO). In der Zwischenverfügung 

vom 16. September 2011 wurden die durch den Verkehrsmediziner zu beantwortenden 

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Gutachterfragen festgelegt. Vorab war zu klären, ob beim Rekurrenten eine 

Drogenabhängigkeit oder ein verkehrsrelevanter Drogenmissbrauch besteht und zu 

erwarten ist, dass er mehr als jede andere Person gefährdet ist, ein Motorfahrzeug 

unter Drogeneinfluss zu lenken. Ferner wurde nach anderen verkehrsmedizinischen 

Befunden und nach der Notwendigkeit weiterer Abklärungen gefragt. Für die 

verkehrsmedizinische Beurteilung dieser Fragen, insbesondere auch der Gefahr, dass 

der Rekurrent Drogenkonsum und Fahren nicht trennen werde, waren nicht nur die 

persönlichen Auskünfte des Rekurrenten in der Exploration von Bedeutung, sondern 

auch seine Vorgeschichte, aus der sein früheres Verhalten im Umgang mit 

Betäubungsmitteln und anderen die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Substanzen 

ersichtlich wird. Die Kenntnis der Vorgeschichte ist nicht nur für die Beurteilung der 

Glaubwürdigkeit der persönlichen Auskünfte erforderlich, sondern gibt auch Aufschluss 

über weitere verkehrsmedizinisch relevante Aspekte im Zusammenhang mit der 

Beurteilung der Frage, ob der Betroffene in der Lage ist, den Konsum die Fahreignung 

beeinträchtigender Substanzen und das Lenken von Motorfahrzeugen zu trennen. 

Dabei können strafrechtliche Verurteilungen als Anhaltspunkte für das fehlende 

Bestreben, Regeln – zu denen auch das Trennen von Fahren und 

Betäubungsmittelkonsum gehört – einzuhalten, gewertet werden. Dies gilt 

insbesondere dann, wenn es sich um Straftaten handelt, welche sich gegen die 

Rechtsgüter von Leib und Leben richten. Deshalb ist es nicht zu beanstanden, dass die 

Vorinstanz dem Gutachter auch den Strafregisterauszug des Rekurrenten zur Kenntnis 

gebracht hat.

4.- Im Rekurs wird zur Hauptsache geltend gemacht, das von der 

verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. 

Gallen gestützt auf die Untersuchung vom 7. November 2011 verfasste Gutachten vom 

15. November 2011 sei aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu entfernen. Zur 

Begründung wird vorgebracht, der Rekurrent habe nach einer kurzen Besprechung mit 

dem Gutachter vereinbart, auf eine umfassende verkehrsmedizinische Untersuchung/

Begutachtung zu verzichten. Dies sei auf dem vom Rekurrenten unterzeichneten 

Formular FO V065 festgehalten worden. Auf diesem Formular hätten keine weiteren 

Hinweise dafür bestanden, dass weitere Unterlagen, insbesondere ein "Gutachten" an 

die Vorinstanz weitergeleitet würden. Da keine Zustimmung des Rekurrenten für die 

Aushändigung des Gutachtens vorgelegen habe, hätten das Institut für Rechtsmedizin 

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respektive die handelnden Ärzte ihr Berufsgeheimnis verletzt. Beim Sicherungsentzug 

des Führerausweises gehe es um eine Administrativmassnahme und nicht um eine 

strafrechtliche Sanktion, so dass eine Zeugnispflicht oder ein Auskunftspflicht 

gegenüber einer anderen Amtsstelle von vornherein ausser Betracht falle. Die 

Weiterleitung des Gutachtens an die Vorinstanz beruhe deshalb auf einer strafbaren 

Handlung. Zudem wird eine strafrechtlich relevante Verletzung des ärztlichen 

Berufsgeheimnisses durch den Gutachter geltend gemacht.

Das Gutachten dient dazu, dem Gericht das für die Entscheidung über bestimmte 

Tatsachen erforderliche Fachwissen zu vermitteln. Diesem Anspruch muss das 

Gutachten in formeller wie materieller Hinsicht gerecht werden (vgl. Dolge, a.a.O., N 7 

zu Art. 183 ZPO). In materieller Hinsicht muss das Gutachten vollständig, klar und 

schlüssig sein. Vollständigkeit bedeutet, dass nicht nur die gestellten Fragen 

vollständig zu beantworten sind. Die verwendeten Akten und übrigen Quellen müssen 

angegeben und die durchgeführten Beweiserhebungen sowie beigezogenen 

Hilfspersonen vollständig offengelegt werden. Die Darlegung der Grundlagen und 

Befunde sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen müssen vollständig sein 

(vgl. Dolge, a.a.O., N 11 zu Art. 183 ZPO). Die Schlüssigkeit ist für den Beweiswert 

eines Gutachtens ausschlaggebend. Die Schlussfolgerungen des Sachverständigen 

müssen nach den Gesetzen der Logik anhand der Begründung überzeugend und 

widerspruchsfrei nachvollzogen werden können (vgl. Dolge, a.a.O., N 14 zu Art. 183 

ZPO).

Hätte die Vorinstanz allein aufgrund des Formulars "Verzicht auf umfassende 

Begutachtung" einen Sicherungsentzug angeordnet, könnten die Schlussfolgerungen 

des Gutachters – Verneinung der Fahreignung wegen eines verkehrsrelevanten 

Missbrauchs mit Gefährdung ("fortgesetzter Cannabiskonsum"), Durchführung einer 

mindestens sechsmonatigen Drogenabstinenz, "Achtung auf Alkohol" – nicht in 

ausreichendem Mass nachvollzogen werden. Insbesondere wäre nicht erkennbar, aus 

welchen Gründen auch die Kontrolle des Alkoholkonsums als erforderlich angesehen 

wurde. Die Nachvollziehbarkeit der Schlussfolgerungen des Gutachters setzt deshalb 

insbesondere die Wiedergabe der persönlichen Auskünfte des Rekurrenten anlässlich 

der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 7. November 2011 voraus.

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Im Übrigen hat der Rekurrent mit der Unterzeichnung des Formulars lediglich auf eine 

umfassende Untersuchung – d.h. insbesondere auf eine körperliche Untersuchung und 

auf die Analyse von Urin-, Blut- und Haarproben – und Begutachtung, nicht aber auf 

eine Begutachtung an sich verzichtet. Unter Berücksichtigung des dem Rekurrenten 

bekannten Gutachtensauftrags und des Verlaufs der verkehrsmedizinischen 

Untersuchung musste er davon ausgehen, dass der Gutachter zur Begründung seiner 

Schlussfolgerungen die persönlichen Angaben schriftlich festhalten würde. Schliesslich 

kann gemäss Art. 14 Abs. 4 SVG jeder Arzt Personen, die wegen körperlicher oder 

geistiger Krankheiten oder Gebrechen oder wegen Süchten zur sicheren Führung von 

Motorfahrzeugen nicht fähig sind, der für Erteilung und Entzug des Führerausweises 

zuständigen Behörde melden. Soweit das Gesetz den Berufsgeheimnisträger zur 

Meldung seiner in Ausübung des Berufs gemachten Feststellungen verpflichtet oder 

zumindest berechtigt, ist er von der Pflicht zur Wahrung des Berufsgeheimnisses 

entbunden und zur Offenbarung befugt. Es liegt ein Rechtfertigungsgrund nach Art. 14 

StGB vor, da die Handlung, welche das Gesetz gebietet oder erlaubt, nicht strafbar 

sein kann (vgl. N. Oberholzer, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 2. Aufl. 2007, N 24 zu 

Art. 321 StGB). Damit ist auch nicht davon auszugehen, dass der Gutachter, der im 

Übrigen in seiner Funktion dem Amtsgeheimnis unterworfen war (vgl. Art. 307 in 

Verbindung mit Art. 309 lit. a des Schweizerischen Strafgesetzbuches; SR 311.0, 

abgekürzt: StGB), ein allenfalls bestehendes ärztliches Berufsgeheimnis verletzt hat. 

Eine Amtsgeheimnisverletzung durch die gutachtende Stelle wird auch im 

Rekursverfahren nicht geltend gemacht. Deshalb sind die Ausfertigung des 

verkehrsmedizinischen Gutachtens vom 15. November 2011 und dessen Weiterleitung 

an die Vorinstanz aus der Sicht der Administrativbehörde nicht zu beanstanden. 

Letztlich wird indessen der Strafrichter das Verhalten der mit der Begutachtung 

befassten Personen zu beurteilen haben.

Aus der Sicht der für das Massnahmeverfahren zuständigen Behörden besteht kein 

Anlass, das Gutachten vom 15. November 2011 aus dem Recht zu weisen und aus den 

Akten zu entfernen. Die entsprechenden Rekursanträge erweisen sich deshalb als 

unbegründet.

5.- Im Rekurs wird schliesslich zu Recht nicht gerügt, die Beurteilung des 

Verkehrsmediziners sei – im Ergebnis – falsch. Die gutachterliche Schlussfolgerung 

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erscheint unter Berücksichtigung der persönlichen Auskünfte des Rekurrenten in der 

verkehrsmedizinischen Untersuchung und der Vorgeschichte nachvollziehbar, 

widerspruchsfrei und schlüssig. In welchen Punkten die Ausführungen des Rekurrenten 

im Gutachten vom 15. November 2011, welche der Gutachter noch am Tag der 

Untersuchung diktiert hat, nicht zutreffend wiedergegeben sein sollen, wird im Rekurs 

nicht konkretisiert. Deshalb ist eine Beurteilung, inwieweit die Schlussfolgerungen des 

Gutachters fehlerhaft sein sollten, von vornherein nicht möglich. Zudem ist auch nicht 

ersichtlich, weshalb der Gutachter, gegen den insbesondere auch keine 

Ausstandsgründe geltend gemacht wurden, Angaben des Rekurrenten unrichtig 

dargestellt haben sollte.

6.- Zusammenfassend erweist sich der Rekurs als unbegründet. Er ist abzuweisen. 

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erscheint 

angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen.

2.    Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 1'500.-- unter

       Verrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 1'500.--.

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