# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e184cb19-3b5f-5d62-8eff-cc357508fc0e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2008 E-6410/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6410-2006_2008-08-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6410/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richterin Emilia Antonioni, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

A._______, Syrien,
B._______, Libanon,
C._______, Syrien,
D._______, Syrien, 
E._______, Syrien, 
F._______, Syrien,
vertreten durch Dr. iur. Christoph Wildisen, Rechtsanwalt, 
[...], Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 3. April 
2003 / N._______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6410/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführer,  eine  sechsköpfige  Familie  arabischer  Ethnie 
und  christlichen  Glaubens  aus  Syrien,  verliessen  [...]  am  26.  April 
2000 auf  dem Landweg in Richtung Amman (Jordanien) und reisten 
von  dort  aus  auf  dem  Luftweg  nach  Casablanca  (Marokko).  Nach 
einem viertägigen Aufenthalt in Casablanca und Agadir gelangten sie 
wiederum  auf  dem Luftweg  am 29.  April  2000  nach  Zürich,  wo  sie 
wegen Verwendung gefälschter dänischer Reisepapiere am Weiterflug 
nach  Oslo  gehindert  wurden.  Am  1.  Mai  2000  reichten  sie  am 
Flughafen Zürich ein Asylgesuch ein. Ebenfalls am 1. Mai 2000 reichte 
auch der Bruder der Beschwerdeführerin,  G._______ ,  im Flughafen 
Zürich ein Asylgesuch ein. 

B.
B.a Am  5.  Mai  2000  wurden  die  Beschwerdeführer  zu  ihrem  Asyl-
gesuch am Flughafen einlässlich angehört. Dabei gab der Beschwer-
deführer zu Protokoll, er sei syrischer Staatsangehöriger, habe jedoch 
seit  [...]  bis [...]  in H.____ (Libanon) gelebt. Im Jahre [...]  habe er in 
I._______  seine  heutige  Ehefrau,  eine  Palästinenserin  aus  dem 
Libanon, geheiratet. Seit [...] hätten sie in I. gelebt, wobei er im März 
2000, nach Erhalt einer Vorladung, in ein anderes Quartier umgezogen 
sei. Seine Familie sei ihm kurz darauf auch dorthin gefolgt. Bis ins Jahr 
[....]  habe er in [...]  ein [...]  geführt  [...]. Fortan habe er auf dem [...] 
Land nahe der israelischen Grenze [...] gearbeitet. 

B.b Nach seinem politischen Hintergrund gefragt, gab der Beschwer-
deführer an, er sei 1979 bis 1985 im Libanon für die libanesische Par-
tei "Watnien El Ahrar" tätig gewesen. Der Vater seiner Ehefrau sei [...] 
für diese Partei gewesen und [...] vom syrischen Militär getötet worden. 
Er  selbst  sei  damals  als  Kämpfer  für  die  Partei  aktiv  gewesen.  Als 
Angehörige dieser Gruppierung dann zu derjenigen von Anton Lahd – 
eine Organisation, die gegen die Hizbollah und gegen Syrien kämpfe - 
gewechselt  hätten,  habe  er  fortan  diesen  abtrünnigen  libanesischen 
Parteiangehörigen geholfen, die Grenze nach Syrien zu passieren. Auf 
Vorhalt hin, sich somit als Schlepper betätigt zu haben, gab er an, er 
sehe sich selbst nicht als solcher, hätten die Leute die Grenze doch 
allein  passiert. Letztmals habe er  am 10. März 2000 in  dieser Form 
geholfen,  wobei  er  auch  noch  die  Gewehre  der  ausreisewilligen 
Parteifreunde versteckt habe. Er habe erfahren, dass die Gewehre, die 

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er auf dem Land versteckt habe, in der Folge konfisziert worden seien. 
Er schliesse daraus, dass diese Parteifreunde festgenommen worden 
seien und seinen Namen genannt hätten.

Der Beschwerdeführer gab weiter an, das "syrische System", Hafiz al-
Assad und die Baath-Partei  zu hassen. Deshalb und weil  er  im Ge-
fängnis viel gelitten habe, habe er die gegen Syrien kämpfende Grup-
pierung von Anton Lahd unterstützt. Im Juli  1993,  nachdem der Ge-
heimdienst von seinem Engagement für die "Watnien El Ahrar" erfah-
ren hatte, sei er von diesem erstmals vorgeladen worden. Er habe die-
ser Vorladung Folge geleistet und sei dann gleich für sechs Monate in-
haftiert worden. Während der ersten drei Monate sei er immer wieder 
misshandelt worden, bis er schliesslich sein Engagement zugegeben 
habe. Er sei dann nochmals drei Monate lang in Haft gehalten worden, 
damit  die  Wunden  der  Misshandlung  hätten  heilen  können. Am (...) 
1994  sei  es  vor  dem  Staatssicherheitsgericht  zu  einem  Ge-
richtsverfahren gekommen. Es sei ihm vorgeworfen worden, gegen die 
Sicherheit des Landes verstossen zu haben. Er sei zu insgesamt drei 
Jahren  Gefängnis  verurteilt  worden.  Am  (...)  1995  sei  er  entlassen 
worden. Er sei fortan nicht mehr für diese Gruppierung aktiv gewesen. 
Im Jahre 1998 sei  er  erneut  vom Geheimdienst  aufgesucht  worden, 
dies  im  Zusammenhang  mit  einer  Schiesserei  vom  (...)1998  in  der 
Nähe  des  elterlichen  Gutes,  bei  welcher  Leute  des  Geheimdienstes 
und ein Offizier getötet worden seien. Seine Ehefrau habe ihm erzählt, 
dass  sie  und  ihr  Bruder  G._______,  [...],  bei  der  Festnahme 
geschlagen worden seien. Auch das Haus sei beschädigt worden. Er 
selbst sei mit verbundenen Augen in eine Zelle gebracht und während 
zweier  Monate  vom  Geheimdienst  zum  Tode  des  Offiziers  befragt 
worden. Dabei sei er mittels Elektroden am Glied gefoltert worden. Am 
(...) 1998 sei er nach zweimonatiger Inhaftierung freigelassen worden, 
weil  zwischenzeitlich die Täter  gefunden worden seien. Zur Ausreise 
veranlasst  habe  ihn  nun  der  Umstand,  dass  er  am  (...)  2000  vom 
Geheimdienst  erneut  eine Einladung erhalten habe,  gemäss welcher 
er  sich  am  nächsten  Tag  hätte  melden  müssen.  Weil  er  nicht 
hingegangen  sei,  sondern  sich  in  einem  anderen  Quartier  von  I. 
versteckt habe, sei G._______ mitgenommen und während 20 Tagen 
festgehalten  worden.  Dieser  sei  während  der  Haft  danach  gefragt 
worden,  welche  Beziehung  der  Beschwerdeführer  zur  "Anton  Lahd-
Gruppierung" habe. Des Weiteren sei ihm bei der Freilassung gedroht 
worden,  dass  er  und  seine  Schwester  (die  Beschwerdeführerin) 
inhaftiert würden, sollte er den Beschwerdeführer nicht ausliefern. 

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B.c Die  Beschwerdeführerin  gab  ihrerseits  zu  Protokoll,  sie  wisse 
über die politische Tätigkeit ihres Mannes und ihres Vaters nur, dass 
diese in derselben Partei aktiv gewesen seien. Die beiden hätten aber 
nie über ihre Aktivitäten gesprochen. Im Jahre 1985 sei diese Partei 
wie alle weiteren Parteien aufgelöst worden. Ob ihr Mann nach 1985 
noch politisch tätig gewesen sei, wisse sie nicht. Nach den Ausreise-
gründen gefragt, gab die Beschwerdeführerin an, ihr Mann hätte sich 
am (...) 2000 stellen sollen. Er sei aber nicht hingegangen, da er ein 
ähnliches Schicksal wie im Jahre 1993 befürchtet habe. In der Folge 
sei  der  Geheimdienst  zu  Hause  vorbeigekommen,  habe  G._______ 
bei ihnen angetroffen und diesen an Stelle des Ehemannes mitgenom-
men. Die Leute des Geheimdienstes hätten sie angeschrieen, geschla-
gen und alles kaputt gemacht. Der eine Sohn habe dies alles miterlebt 
und habe seither Probleme. Nachdem die Leute des Geheimdienstes 
gegangen seien, hätten sie alle geweint. Der Geheimdienst sei später 
noch zweimal gekommen und habe nach dem Ehemann gefragt. Sie 
habe die Situation nicht mehr ertragen können und sei aus Furcht mit 
den Kindern ebenfalls ins zwischenzeitlich gemietete Haus geflüchtet. 
Auch G._______ sei ihnen nach der Entlassung aus der Haft dorthin 
gefolgt.  Diesem  sei  bei  der  Freilassung  befohlen  worden,  die 
Beschwerdeführer auszuliefern. Bereits im Jahr 1998 sei ihr Ehemann 
für  zwei  Monate  inhaftiert  worden,  dies  im  Zusammenhang  mit  der 
Ermordung  eines  Offiziers.  Immer,  wenn  etwas  gegen  den  Staat 
passiert sei, habe man jeweils ihren Mann festgenommen. Es entziehe 
sich  aber  ihrer  Kenntnis,  weshalb  der  Sicherheitsdienst  ihren  Mann 
diesmal vorgeladen habe. 

B.d Die Tochter C._______ [...] führte aus, sie sei bis zirka vier Tage 
vor der Ausreise zur Schule gegangen. Zirka am 27. März 2000 seien 
sie  an  einen  neuen  Wohnort  gezogen. Zuvor  hätten  sie  wegen  des 
Vaters Besuch vom Geheimdienst erhalten. Dieser habe einem Brief 
des Geheimdienstes keine Folge geleistet. Einen Tag danach hätten 
die  Leute  die  Türe  kaputt  gemacht,  die  Mutter  geschlagen  und  den 
Onkel  ganz  brutal  mit  dem  Hinterteil  eines  Gewehres  zusam-
mengeschlagen. Dann  hätten  sie  den  Onkel  mitgenommen. Sie  und 
die Mutter hätten dann versucht, das Haus wieder in Ordnung zu brin-
gen. Die Leute seien danach noch zweimal wiedergekommen. 

B.e Zum Beweis der Vorbringen reichten die Beschwerdeführer je in 
Kopie syrische Dokumente betreffend die Haft des Beschwerdeführers 
in  den Jahren 1993 bis  1995 sowie eine Vorladung des Sicherheits-

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dienstes  für  den  (...)  2000  zu  den  Akten,  auf  deren  Inhalt  in  den 
Erwägungen Bezug genommen wird.

C.  
C.a Am 11. Mai 2000 bewilligte das BFF die Einreise der Beschwerde-
führer in die Schweiz zwecks Durchführung eines ordentlichen Asyl-
verfahrens. Es wies  die Beschwerdeführer  für  das weitere  Verfahren 
der Empfangsstelle Kreuzlingen zu. Ebenfalls am 11. Mai 2000 wurden 
die Beschwerdeführer, die bisher eine syrische Identitätskarte,  einen 
libanesischen  Flüchtlingsausweis,  einen  Führerschein,  ein  Familien-
büchlein und vier Taufscheine (der Kinder) zu den Akten gereicht hat-
ten, aufgefordert, gültige Identitätspapiere beizubringen. 

C.b Mit Verfügung vom 5. Mai 2000 verweigerte das BFF G._______ 
die  Einreise  in  die  Schweiz  und  wies  ihn  vorsorglich  nach  Marokko 
weg. Auf eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 7. 
Mai  2000  trat  die  Asylrekurskommission  infolge  Nichtbezahlung  des 
Kostenvorschusses nicht ein. Am 11. Mai 2000 wurde die Wegweisung 
nach Marokko vollzogen. 

D.
Am 15. Mai  2000 fand in  Kreuzlingen die Empfangsstellenbefragung 
der Beschwerdeführer statt. Dabei  wurden insbesondere die Person-
endaten sowie die Daten zur Ausreise der Beschwerdeführer aus Sy-
rien erhoben. Ebenfalls mit  Verfügung vom 15. Mai  2000 wurden die 
Beschwerdeführer für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton [...] 
zugewiesen.

E.  
E.a Am 20. und 21. Juni 2000 wurden die Beschwerdeführer von der 
zuständigen kantonalen Behörde angehört. Dabei gab der Beschwer-
deführer ergänzend an, zwei Tage nach seiner Ausreise sei sein Bru-
der J._______ festgenommen worden und vor etwa fünfzehn Tagen sei 
ein  weiterer  Bruder  vorgeladen worden. Dieser  habe  dem Komman-
danten erzählt,  dass der Familie  die Flucht  in die Schweiz gelungen 
sei,  woraufhin  der  Kommandant  erwidert  habe,  er  werde  den 
Beschwerdeführer nach Syrien zurückholen. Seither lebe er auch hier 
in  Angst.  Nach  den  Haftbedingungen  gefragt,  führte  der 
Beschwerdeführer  aus,  die  ersten  Monate  der  Haft  von  1993  seien 
sehr  schlimm  gewesen.  Er  sei  in  Einzelhaft  gehalten  und  stark 
gefoltert  worden. Er  sei  mit  verbundenen Augen in  einen Autoreifen 
gesteckt  und  an  einem  Seil  aufgehängt  sowie  mit  der  Peitsche 

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geschlagen  worden. Er  habe  damals  in  Selbstmordabsicht  versucht, 
sich  mit  den  Scherben  einer  Glühbirne  die  Adern  aufzuschneiden. 
Auch bei der zweiten Haft sei er in Einzelhaft gehalten worden; zudem 
sei er damals vor allem mit Elektroschocks gefoltert worden. Von den 
Misshandlungen mittels  Fusstritten seien heute noch Narben/Spuren 
am Kinn, am Hinterkopf und an den Zähnen zu sehen. 

E.b Die Beschwerdeführerin führte, nach persönlichen Problemen ge-
fragt, aus, sie habe anlässlich der Suche der Sicherheitsleute nach ih-
rem Mann zwei Ohrfeigen erhalten. Die Sicherheitsleute hätten etwa 
am 24. oder 25. März 2000 abends um 22.00 Uhr auf der Suche nach 
ihrem  Mann  schimpfend  das  Haus  durchsucht  und  schliesslich  den 
Bruder G._______ mitgenommen, wobei sie diesen mit Gewehrkolben 
und  Fusstritten  geschlagen  hätten.  Dieser,  damals  selbst  erst  [...] 
Jahre alt, habe die Familie beschützen wollen. Die Kinder hätten Angst 
gehabt  und  geweint.  G._______  sei  am (...)  2000  wieder  entlassen 
worden.  Er  habe  zu  diesem  Zeitpunkt  niemanden  mehr  im  Haus 
vorgefunden und sich an den Bruder ihres Mannes gewandt. Dieser 
habe  ihn  dann  in  das  neu  gemietete  Haus  gebracht.  Sie  habe 
befürchtet,  ebenfalls  mitgenommen  zu  werden.  Ihr  Mann  sei  zuvor 
bereits  zweimal  in  Haft  gewesen,  das  eine  Mal  von  1993  bis  im 
Oktober 1995 und das zweite Mal von April bis Juni 1998, wobei sie 
das zweite Mal nicht gewusst habe, wo er sich befinde. Auf die Frage 
nach den Haftbedingungen ihres Mannes gab die Beschwerdeführerin 
zur  Antwort,  dieser  sei  während  der  ersten  Haft,  noch  bevor  er  ins 
Gefängnis  überführt  worden  sei,  im  Hauptquartier  des 
Sicherheitsdienstes,  gefoltert  worden.  Anlässlich  ihres  Besuches  im 
Gefängnis  habe  er  ihr  die  blutigen  Kleider,  die  er  damals  getragen 
habe, mitgegeben. Die Folterspuren könne man heute noch am Kinn 
und am Hinterkopf erkennen. 

Ihren  Bruder  G._______  betreffend  gab  die  Beschwerdeführerin  an, 
dieser  sei  nach  der  Rückweisung  nach  Marokko  von  den 
marokkanischen  Behörden  den  jordanischen  und  von  diesen  den 
libanesischen Behörden übergeben worden. Im Libanon sei er sofort 
inhaftiert  worden.  Laut  den  Angaben  ihrer  Schwester  sei  er 
gegenwärtig immer noch in Haft. 

E.c Die Tochter C._______ führte gegenüber der kantonalen Behörde 
aus, sie wisse, dass der Vater früher im Gefängnis gewesen sei. Sie 
vermöge sich daran jedoch nicht mehr zu erinnern. Dafür erinnere sie 

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sich an eine Festnahme vor zwei Jahren. Ihr Vater sei damals wegen 
Problemen im Dorf seiner Eltern festgenommen worden. Sie hätten da-
mals erst nach seiner Rückkehr nach zirka zwei Monaten gewusst, wo-
hin er  gebracht  worden sei. Seither  sei  er  nicht  mehr mitgenommen 
worden. Er habe aber wieder Probleme bekommen. Deshalb seien sie 
nun ausgereist.

F.
Am 26. Juli  2001 ersuchte  G._______ in  der  Empfangsstelle  Kreuz-
lingen ein zweites Mal  um Asyl. Anlässlich der Empfangstellenbefra-
gung vom 30. Juli 2001 und der kantonalen Anhörung vom 10. Oktober 
2001 schilderte G._______ die Ereignisse nach seiner Rückweisung 
nach Marokko sowie seine Ausreisegründe. Darauf wird, soweit für das 
vorliegende  Verfahren  von  Relevanz,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen  eingegangen.  Mit  Entscheid  vom  7.  November  2002 
lehnte das BFF das Asylgesuch von G._______ ab und ordente die 
Wegweisung samt Vollzug in den Libanon an. Eine dagegen erhobene 
Beschwerde wies die ARK mit Urteil vom 10. Juni 2003 ab. Am 7. Juni 
2004 heiratete G._______ [...]. Der Wohnsitzkanton erteilte ihm in der 
Folge eine Aufenthaltsbewilligung. 

G.
Am  4.  Juli  2002  erliess  das  (...)  den  Beschwerdeführer  betreffend 
einen  Strafbefehl  wegen  Widerhandlung  gegen  das 
Strassenverkehrsgesetz (Ausfahren auf Autobahneinfahrt,  Rückwärts-
fahren auf Pannenstreifen, Nichtbeachten der Sperrfläche). Es verfügte 
eine Busse von Fr. 600.--.

H.
Mit Entscheid vom 3. April 2003, eröffnet am 4. April  2003, wies das 
BFF  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführer  ab  und  ordnete  deren 
Wegweisung samt Vollzug an. Zur Begründung führte es aus, die Vor-
bringen  vermöchten  teils  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen und seien teils infolge unzurei-
chenden Kausalzusammenhanges zur Ausreise nicht asylrelevant. Die 
Wegweisung nach Syrien qualifizierte die Vorinstanz als zulässig, zu-
mutbar und möglich. Auf die detaillierte Begründung wird in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

I.
Mit Eingabe vom 5. Mai 2003 an die Asylrekurskommission (ARK) er-
hoben die Beschwerdeführer durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde 

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gegen den ablehnenden Entscheid des BFF. Sie beantragten die Auf-
hebung  des  vorinstanzlichen  Entscheides  und  die  Gewährung  von 
Asyl.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchten  sie  um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG. 
Der  Eingabe lagen  diverse Referenzschreiben sowie  Übersetzungen 
ins Deutsche der eingereichten Dokumente bei.

J.
Mit Instruktionsverfügung vom 12. Mai 2003 teilte der damals zuständi-
ge Instruktionsrichter  der ARK den Beschwerdeführern mit,  dass sie 
den Ausgang des Asylverfahrens in  der  Schweiz  abwarten  könnten. 
Aufgrund des Saldos des Sicherheitskontos der Beschwerdeführer sei 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und das Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzulehnen. 
Das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Anwaltes wurde hin-
gegen gutgeheissen und Rechtsanwalt Dr. iur. Christoph Wildisen wur-
de als  amtlicher Anwalt  beigeordnet. Die Akten wurden in  der Folge 
dem BFF zur Vernehmlassung überwiesen.

K.
Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2003 schloss das BFF unter Hinweis 
auf den unzureichenden Beweiswert von Kopien und auf das Vorliegen 
von zentralen Widersprüchen auf Abweisung der Beschwerde. Als kla-
res Indiz  für  die Unglaubhaftigkeit  führte  das BFF den Umstand an, 
dass die Beschwerdeführerin mit der Behauptung, der Bruder sei nach 
der Rückweisung festgenommen worden, offensichtlich nicht den Tat-
sachen entsprechende Angaben gemacht habe. Auf die weitere Argu-
mentation  wird,  soweit  relevant,  in  den  nachstehenden  Erwägungen 
eingegangen. Zur  geltend gemachten  Integration  der  Familie,  insbe-
sondere  der  Kinder,  führte  das BFF aus,  diese könne aufgrund des 
noch nicht vierjährigen Aufenthaltes der Familie in der Schweiz nicht 
berücksichtigt werden. 

L.
Mit Eingabe vom 25. Juli 2003 nahmen die Beschwerdeführer zur Ver-
nehmlassung der Vorinstanz Stellung. Sie machten geltend, ihnen sei-
en die eingereichten Beweismittel bloss in Kopie abgegeben worden. 
Diese Praxis sei mittels Botschaftsabklärung zu verifizieren. Überdies 
sei es an der Beschwerdegegnerin, schlüssig und nachvollziehbar dar-
zutun,  weshalb  die  eingereichten Kopien keine echten Dokumenten-
kopien seien. Dies sei vorliegend nicht erfolgt, nachdem der vermeintli-

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che Manipulationsverdacht hinsichtlich der Datierung eines Dokumen-
tes in der Beschwerdeschrift klar und schlüssig widerlegt worden sei. 
Weiter bestritten die Beschwerdeführer, zum Schicksal von G._______ 
unrichtige Angaben gemacht zu haben. Dieser Vorhalt  zeuge von ei-
nem oberflächlichen Aktenstudium. 

M.
Am 18. August 2003 liess sich die Vorinstanz zur Replik der Beschwer-
deführer erneut vernehmen. Dabei räumte das BFF ein, dass ihm bei 
der  Würdigung  des  Sachverhaltes  die  Verhaftung  von  G._______ 
betreffend  ein  Fehler  unterlaufen  sei.  Aufgrund  der  Aussagen  der 
Beschwerdeführer stehe somit fest, dass G._______ im Libanon nach 
der  Einreise  während  eines  Monates  festgehalten  worden  sei.  Die 
unrichtige,  zu bedauernde Darstellung des BFF vermöge jedoch auf 
die Gesamtwürdigung des vorliegenden Sachverhaltes keinen Einfluss 
auszuüben.  G._______  sei  nämlich  wegen  eines  gemeinrechtlichen 
Vergehens, der Verwendung eines gefälschten Reisepapiers, inhaftiert 
worden. Angesichts der syrischen Präsenz im Libanon könne mit  an 
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, 
dass  die  Festnahme  für  den  Bruder  weitere  Folgen  gezeitigt  hätte, 
wenn die syrischen Behörden tatsächlich an ihm interessiert gewesen 
wären. Weiter  wies  die  Vorinstanz  darauf  hin,  dass  das  Asylgesuch 
des  Bruders  rechskräftig  abgelehnt  worden  sei,  was  angesichts  der 
teilweise  engen  inhaltlichen  Verknüpfung  Rückschlüsse  auf  die 
Begründetheit des vorliegenden Asylgesuches zulasse. 

N.
Zu dieser Vernehmlassung nahmen die Beschwerdeführer mit Eingabe 
vom  5.  September  2003  Stellung.  Darin  begrüssten  sie  die  Einräu-
mung der Fehlerhaftigkeit der vorinstanzlichen Argumentation und wi-
dersprachen  der  Behauptung,  die  Inhaftierung  von  G._______  sei 
nicht  politisch  motiviert  gewesen. Schliesslich  bestritten  sie  die  vom 
BFF  behauptete  enge  Verknüpfung  ihres  Asylgesuches  mit 
demjenigen von G._______. 

O.
Am 14. Juli 2004 ersuchte die ARK die Vorinstanz erneut um Vernehm-
lassung im Hinblick auf die Frage des Vorliegens einer schwerwiegen-
den persönlichen Notlage im Sinne von Art. 44 Abs. 3-5 altAsylG)

P.
Mit Schreiben vom 22. Juli 2004 ersuchte das BFF die zuständige kan-

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tonale Behörde um Stellungnahme zu dieser Frage und übersandte ihr 
ein Antragsformular. 

Q.
Mit  an  diverse  Behörden  gerichtetem Schreiben  (darunter  die  ARK) 
vom 29. Juli 2004 beantragte die Wohnsitzgemeinde der Beschwerde-
führer die Erteilung einer Bewilligung infolge Vorliegens einer schwer-
wiegenden persönlichen Notlage. 

R.
Mit Schreiben vom 21. September 2004 beantragte auch die kantonale 
Behörde  in  Bejahung  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage 
dem BFF die Gewährung der vorläufigen Aufnahme der Beschwerde-
führer.

S.
Mit Entscheid vom 6. Januar 2005 zog die Vorinstanz ihre Verfügung 
vom 3. April 2003 infolge Vorliegens einer schwerwiegenden persönli-
chen Notlage teilweise in Wiedererwägung und ordnete die vorläufige 
Aufnahme der Beschwerdeführer und ihrer Kinder an.

T.
Mit  Instruktionsverfügung  vom  12.  Januar  2005  teilte  der  damalige 
Instruktionsrichter  den  Beschwerdeführern  mit,  ihre  Beschwerde  sei 
betreffend die Frage des Wegweisungsvollzugs durch die wiedererwä-
gungsweise erfolgte  vorläufige  Aufnahme gegenstandslos  geworden. 
Den Beschwerdeführern wurde die Möglichkeit eingeräumt, den noch 
hängigen Teil ihrer Beschwerde zurückzuziehen.

U.
Mit  Antwortschreiben  vom 25.  Januar  2005  teilten  die  Beschwerde-
führer  mit,  an  ihrer  Beschwerde  festhalten  zu  wollen.  Gleichzeitig 
reichten sie eine Kostennote zu den Akten.

V.
Das BFM stellte in einem Schreiben an K._______ vom 14. Mai 2007 
fest,  dass  es  die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art.  13  Bst.  f  der  Verordnung  vom 
6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (aBVO, 
AS 1986 1791)  betreffend das Ehepaar [...]  und Sohn F._______ als 
erfüllt erachte und deshalb am 11. Mai 2007 seine Zustimmung für die 
Erteilung einer Härtefallbewilligung (B) gegeben habe. Dadurch sei die 

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vorläufige  Aufnahme  der  Beschwerdeführer  erloschen  und  auch  die 
angeordnete Wegweisung sei damit dahingefallen. 

W.
Am  [...]  wurden  die  Kinder  C._______,  D._______  und  E._______ 
unter gleichzeitiger Zuerkennung des [...] Kantonsbürgerrechtes in der 
Schweiz eingebürgert. In einem Schreiben vom 22. November 2007 an 
die zuständige kantonale Behörde stellte das BFM betreffend die Kin-
der  C._______,  D._______  und  E._______  fest,  dass  durch  die 
Einbürgerung  auch  ihre  vorläufige  Aufnahme  erloschen  und  die 
angeordnete Wegweisung dahingefallen sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorin-
stanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. Dazu 
gehören  Verfügungen  des  BFM  gestützt  auf  das  Asylgesetz  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); das Bundesverwaltungsgericht ent-
scheidet  in diesem Bereich endgültig  (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ARK hängig gewe-
senen Rechtsmittel. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 
53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

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2. Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführer sind legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 50 
und 52  VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

3. Die zuständige kantonale Behörde hat dem Ehepaar [...] und ihrem 
jüngsten Sohn F._______ am 11. Mai  2007 eine Härtefallbewilligung 
gemäss Art. 13 Bst. f  aBVO erteilt. Zuvor hatte bereits das BFM mit 
Wiedererwägungsentscheid  vom 6. Januar  2005  die  Ziffern  4  und  5 
der  Verfügung  vom  3.  April  2003  aufgehoben  und  die  vorläufige 
Aufnahme der Gesamtfamilie verfügt. Mit diesen Anordnungen ist die 
Beschwerde hinsichtlich der Fragen der Wegweisung sowie des Weg-
weisungsvollzugs gegenstandslos geworden. 

Die  Kinder  C._______,  D._______  und  E._______  besitzen  seit  [...] 
das  Schweizer  Bürgerrecht.  Da  gemäss  Art.  64  Abs.  3  AsylG  der 
Flüchtlingsstatus und das Asyl erlöschen, wenn die ausländische Per-
son nach Artikel 1 Abschnitt C Ziffer 3 des Abkommens vom 28. Juli 
1951  über  die  Rechtstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  die 
Schweizer Staatsangehörigkeit erwirbt,  ist  im heutigen Zeitpunkt hin-
sichtlich  ihres  Beschwerdeverfahrens  vom  Fehlen  des  Rechtsschut-
zinteresses  an  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  auszuge-
hen  und  die  Beschwerde  als  gegenstandslos  geworden  abzuschrei-
ben. 

Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet  somit  nur noch die 
Frage, ob das Ehepaar [...]  und ihr  Sohn F._______ die Flüchtlings-
eigenschaft erfüllen und ihnen Asyl zu gewähren ist. 

4.
4.1 Gemäss Art. 2  Abs. 1 AsylG gewährt  die Schweiz grundsätzlich 
Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt,  wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tra-

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gen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.
5.1 Die Vorinstanz erachtete die Vorbringen der Beschwerdeführer als 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  genügend.  Konkret 
führte  sie  aus,  die  geltend gemachte  Vorgehensweise der  syrischen 
Behörden,  nämlich  das  Ausstellen  von  Vorladungen  durch  den  Ge-
heimdienst,  widerspreche  den Erkenntnissen  der  Vorinstanz  und  sei 
somit  realitätsfremd. Personen,  welche  vom syrischen  Geheimdienst 
als Risiko eingestuft würden, würden nicht vorgeladen, sondern direkt 
aufgesucht.  Das  Vorbringen,  wegen  Fluchthilfe  an  Angehörige  der 
Südlibanesischen Armee (SLA) und des Versteckens von Waffen auf 
dem elterlichen Gut gesucht  worden zu sein, sei auch deshalb nicht 
glaubhaft,  weil  der  Beschwerdeführer  mittels  Observation,  beispiels-
weise der Kinder,  leicht hätte ausfindig gemacht werden können. An 
dieser Betrachtungsweise vermöge auch die eingereichte Vorladungs-
kopie des Sicherheitsdienstes nichts zu ändern, weil Kopien aufgrund 
deren Manipulierbarkeit grundsätzlich keine genügende Beweiskraft zu 
entfalten vermöchten, und an der eingereichten Kopie gerade eine sol-
che Manipulation erkennbar sei. Die Vorinstanz bezeichnete das Vor-
bringen, wegen früherer Mitgliedschaft bei der Al Ahrar-Partei festge-
nommen worden zu sein, sodann als nicht mit den Umständen der da-
maligen Festnahme vereinbar. Als weitere Unglaubhaftigkeitselemente 
führte die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer habe unterschiedliche 
Angaben darüber gemacht, ob er jemals von einem Anwalt vertreten 
worden sei, und die Angaben zur Dauer der ersten Inhaftierung seien 
widersprüchlich  ausgefallen,  weshalb  nicht  geglaubt  werden  könne, 
dass der Beschwerdeführer zwischen 1993 und 1995 aus den geltend 
gemachten Gründen in Haft gewesen sei. Diese Einschätzung werde 
auch dadurch bestätigt,  dass der Beschwerdeführer keine tauglichen 
Gerichtsdokumente,  insbesondere  kein  Urteil,  eingereicht  habe.  Die 
eingereichten  Kopien  einer  Gerichtsvorladung  und  einer 

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Haftbestätigung  vermöchten  keine  genügende  Beweiskraft  zu 
entfalten.  Infolge  Unglaubhaftigkeit  der  eigenen  Verfolgung  müssten 
auch  die  Behauptungen  betreffend  Verfolgungsmassnahmen 
gegenüber  Familienangehörigen  als  unglaubhaft  gewertet  werden. 
Bezeichnenderweise sei  mit  Verfügung vom 7. November 2002 auch 
das Asylgesuch von G._______, dem Bruder der Beschwerdeführerin, 
abgelehnt  worden. Schliesslich sah sich das BFF in seinen Zweifeln 
darin bestätigt, dass der Beschwerdeführer unterschiedliche Aussagen 
darüber  gemacht  habe,  ob  er  mit  oder  ohne  Pass  nach  Jordanien 
ausgereist  sei.  Hinsichtlich  der  Inhaftierung  von  April  bis  Juni  1998 
führte das BFF sodann aus, dieser Haft vermöge, sofern sie aufgrund 
der  angeschlagenen  Glaubwürdigkeit  überhaupt  geglaubt  werden 
könne, infolge fehlenden Kausalzusammenhanges zur Ausreise keine 
Asylrelevanz zuzukommen. 

In ihrer ersten Vernehmlassung führte die Vorinstanz als weiteres Indiz 
für  die  Unglaubhaftigkeit  an,  die  Beschwerdeführerin  habe  mit  der 
Behauptung, ihr Bruder sei nach seiner Rückweisung festgenommen 
worden,  nicht  den  Tatsachen  entsprechende  Angaben  gemacht.  In 
einer  zweiten  Vernehmlassung  entschuldigte  sich  die  Vorinstanz  für 
diesen  unrichtigen  Vorhalt,  ergänzte  ihre  Argumentation  aber 
dahingehend,  dass  der  Bruder  im  Libanon  einerseits  wegen  eines 
asylrechtlich  irrelevanten  Vorfalls  (Verwendung  eines  gefälschten 
Passes)  inhaftiert  worden sei,  und dass andererseits  angesichts  der 
syrischen Präsenz im Libanon aus der  Nicht-Überstellung an Syrien 
auf  das  Desinteresse  der  syrischen  Behörden  am  Bruder  zu 
schliessen  sei.  Wegen  der  teilweise  engen  inhaltlichen  Verknüpfung 
dessen Asylgesuches mit demjenigen der Beschwerdeführer müssten 
aus  diesem  Umstand  Rückschlüsse  auf  deren  Asylgesuch  gezogen 
werden.

5.2 In der Beschwerdeschrift und den beiden Stellungnahmen vom 25. 
Juli und 5. September 2003 wird die unrichtige und unvollständige Er-
hebung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes,  die  Verletzung  des 
Untersuchungsgrundsatzes sowie eine unhaltbare Würdigung der Be-
weismittel und des Sachverhaltes gerügt. Die Aufstellung der Beweis-
mittel  sei  unrichtig  und  unvollständig  ausgefallen.  Der  Beschwerde-
führer habe einen Haftbefehl, ein Gerichtsurteil,  eine Haftbestätigung 
und eine Vorladung (Auftrag zur Herbeischaffung) eingereicht. Ein Teil 
dieser Beweismittel sei von der Vorinstanz offensichtlich falsch erfasst 
worden, was unter anderem zum Vorhalt geführt habe, der Beschwer-

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deführer habe kein Urteil eingereicht. Die unrichtige und unvollständi-
ge Erhebung der Beweismittel durch die Vorinstanz sei darauf zurück-
zuführen, dass diese es unterlassen habe, die Beweismittel zu prüfen 
und übersetzen zu lassen. Damit habe sie gegen den Untersuchungs-
grundsatz verstossen. Die Beschwerdeführer reichten zur erstmaligen 
sorgfältigen Würdigung  der  Beweismittel  entsprechende Übersetzun-
gen, erstellt von einer unabhängigen Dolmetscherin, ein. Sie machen 
erneut  geltend,  nie  im Besitz  von  Originalen  gewesen  zu  sein,  und 
weisen gleichzeitig darauf hin, dass sämtliche von ihnen abgegebenen 
syrischen Ausweise und Dokumente von der Kantonspolizei Zürich auf 
Fälschung hin geprüft worden seien, wobei keine entsprechenden Hin-
weise  gefunden  worden  seien.  Weiter  machen  sie  geltend,  die  den 
Übersetzungen  zu  entnehmenden  Daten  über  Verhaftungszeitpunkt, 
Urteilsspruch und Haftentlassung würden sich im Detail mit den proto-
kollierten  Aussagen decken. Dass der  Beschwerdeführer  hinsichtlich 
der  Inhaftierung  vom  6.  April  1998  keine  Dokumente  habe  bringen 
können, liege darin begründet, dass es zu keinem ordentlichen Unter-
suchungs-  und  Anklageverfahren  gekommen sei,  weshalb  keine Be-
weismittel existieren würden. Im Zusammenhang mit der Fluchthilfe für 
zwei Angehörige der SLA-Miliz sei der Beschwerdeführer vom militäri-
schen  Geheimdienst  am  (...)  2000  erneut  vorgeladen  worden. 
Aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen habe er befürchten müssen, 
erneut ungerechtfertigt inhaftiert und misshandelt zu werden. Zusam-
menfassend bringen die Beschwerdeführer vor, sie hätten die Verfol-
gung nicht nur mittels kohärenten und schlüssigen Aussagen glaubhaft 
gemacht, sondern gar mit den eingereichten Urkunden stichhaltig do-
kumentiert. 

Der  weiteren  Argumentation  des  BFF  halten  sie  entgegen,  dieses 
habe versucht,  die  Glaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  in  klein-
licher  Art  anhand  von  meist  unwesentlichen  Widersprüchen  in  den 
Aussageprotokollen sowie falschen Annahmen und Vermutungen, die 
von  Realitätsfremdheit  und  Voreingenommenheit  zeugten, 
anzuzweifeln. Im Einzelnen bringen sie vor, es sei unzutreffend, dass 
der  militärische  Geheimdienst  in  Syrien  nicht  auch  mit  Vorladungen 
operiere, wie dies der eingereichte "Auftrag zur Herbeischaffung" vom 
(...) 2000 belege. Da der Beschwerdeführer gemäss Gerichtsurteil vom 
(...)  1993  mit  einer  Ausreisesperre  belegt  gewesen  sei,  sei  die 
Fluchtmöglichkeit  ohnehin  eingeschränkt  gewesen.  Hinsichtlich  der 
von der Vorinstanz als  realitätsfremd bezeichneten Zufluchtnahme in 
einem  anderen  Quartier  von  [...]  wird  in  der  Beschwerde  auf  die 

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Einwohnerzahl  [...]  hingewiesen.  Es  sei  angesichts  dieser 
Einwohnerzahl durchaus möglich, dass sich jemand mit dem Profil des 
Beschwerdeführers  dem  Zugriff  des  Geheimdienstes  vorübergehend 
entziehen  könne.  Der  Manipulationsvorwurf  der  Vorladung  vom  (...) 
2000 wird mit  dem Hinweis auf die Verwendung eines Formulars mit 
dem  Vordruck  199.,  welches  auch  im  Folgejahr  noch  verwendet 
worden sei  und logischerweise habe überschrieben werden müssen, 
bestritten. Zum vorgehaltenen Widerspruch hinsichtlich der Vertretung 
durch  einen  Anwalt  wird  auf  Beschwerdeebene  angeführt,  der 
Beschwerdeführer  habe auf  eine Vertretung verzichtet,  weil  er  keine 
Chance gesehen habe, eine Verurteilung abzuwenden. Nachdem die 
Bestätigung des Gerichtsurteils und eine Haftbestätigung vorlägen, sei 
es  jedoch  ohnehin  müssig,  in  den  Protokollen  nach  angeblichen 
Widersprüchen  im  Zusammenhang  mit  dem  Verfahren  zu  suchen, 
gerade  im  Wissen  um  die  Formulierungsunschärfen  bei 
Übersetzungen.  Gleiches  gelte  für  die  angeblichen  zeitlichen 
Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der ersten Haft. Zwar sei der 
Beschwerderführer  nachweislich  zu  drei  Jahren  verureilt  worden; 
ebenso  nachweislich  sei  er  aber  nach  zirka  zwei  Dritteln  der  Haft 
entlassen  worden.  Das  Vorgehen  der  Vorinstanz,  bei  solch  klar 
dokumentierter  Sachlage  einen  Widerspruch  zu  konstruieren,  sei 
unstatthaft. In der Beschwerdeschrift wird weiter gerügt, die Vorinstanz 
habe  wegen  der  Überschreibung  der  Jahreszahl  auf  dem  einen 
Dokument,  welche  eben  erklärbar  sei,  in  pauschaler  Weise  auf  die 
Unrichtigkeit  der  übrigen  Dokumente  geschlossen.  Diese 
Vorgehensweise  sei  krass  willkürlich  und müsse zur  Aufhebung des 
angefochtenen  Entscheides  führen.  Auch  die  angebliche 
Unstimmigkeit hinsichtlich der Ausreise aus Syrien löse sich auf, wenn 
man  die  Aussagen  zu  den  Pässen  im  Kontext  stehen  lasse  und 
sämtliche diesbezüglichen Aussagen berücksichtige. 

Weiter wird in der Beschwerdeschrift darauf hingewiesen, bei der Be-
urteilung der Glaubwürdigkeit sei jeweils eine Gesamtschau vorzuneh-
men, weshalb auch die eingereichten Referenzschreiben, welche nur 
beste  und  positivste  Beurteilungen  seitens  der  Nachbarn,  Lehrer, 
Ärzte, Gemeindebehörden und Kirchenvertreter zum Inhalt hätten, zu 
berücksichtigen seien. 

In ihren weiteren Eingaben machen die Beschwerdeführer wiederholt 
geltend, die in Kopie eingereichten Beweismittel seien zu Unrecht als 
nicht beweiskräftig qualifiziert worden. Das BFF sei bis anhin den kon-

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kreten Nachweis schuldig geblieben, weshalb die zahlreich eingereich-
ten Dokumentkopien im vorliegenden Fall nicht als Beweismittel zuge-
lassen  würden.  Gerügt  wird  auch,  dass  das  BFF  mit  keinem  Wort 
darauf eingegangen sei, dass die Beweismittel unrichtig erfasst, nicht 
übersetzt  und  entsprechend  falsch  gewürdigt  worden  seien.  Weiter 
wird aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin zu Unrecht der Falsch-
aussage hinsichtlich des Verbleibs ihrer Bruders bezichtigt worden sei. 
In der Stellungnahme vom 5. September 2003 widersprechen die Be-
schwerdeführer  schliesslich  der  Erwägung,  dass  die  Verhaftung  des 
Bruders der Beschwerdeführerin nicht politisch motiviert gewesen sei. 
Zudem gehe es nicht an, infolge inhaltlicher Verknüpfung der beiden 
Verfahren  beziehungsweise  der  Abweisung  des  Asylgesuches  des 
Bruders beziehungsweise Schwagers Rückschlüsse für das Verfahren 
der Beschwerdeführer zu ziehen. 

Zusammenfassend wird auf  Beschwerdeebene geltend gemacht,  der 
Beschwerdeführer  habe aufgrund der  erlittenen,  als  glaubhaft  zu er-
achtenden  Verfolgung  nach  Erhalt  der  Vorladung  vom  (...)  2000 
begründete Furcht vor weiterer gezielter Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG gehabt,  weshalb  ihm und seiner  Familie  die  Flüchtlingseigen-
schaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren sei. 

5.3 Nach eingehender Auseinandersetzung mit  den Verhältnissen im 
Herkunftsland  der  Beschwerdeführer,  den  vorliegenden  Protokollen 
und den eingereichten Beweismitteln kommt das Bundesverwaltungs-
gericht zum Ergebnis, dass die für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen 
sprechenden Elemente überwiegen. 

5.3.1 Nachdem die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheides wie-
derholt  die Unvereinbarkeit  der behaupteten Vorgehensweise mit  der 
Praxis  der syrischen Behörden anführt,  erscheint  es sinnvoll,   vorab 
die Verhältnisse vor Ort auszuleuchten, wie sie sich gestützt auf ver-
schiedene  Lageberichte  (namentlich  von  Nichtregierungsorganisatio-
nen im Bereich menschenrechtlicher Themen, aber auch von Stellen 
wie beispielsweise des UK Home Office oder des US Department of 
State) ergeben: 

Seit  der  Machtübernahme  durch  die  Baath-Partei  im  März  1963 
herrscht in Syrien Notstandsrecht. Die in der Verfassung garantierten 
Freiheitsrechte sind weitgehend ausser Kraft gesetzt. Dies betrifft nicht 
nur  Festnahmen,  Beschlagnahmungen  und  Überwachungsmassnah-

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men durch normale Polizeiorgane, sondern auch Sondervollmachten, 
mit denen Armee und Geheimdienste ausgestattet sind. Auf diese Wei-
se wird eine durchgängige Kontrolle aller Lebensbereiche erreicht und 
offene politische Opposition unmöglich gemacht. Mehrere untereinan-
der rivalisierende und weitgehend unabhängige Geheimdienste unter-
stehen direkt dem Präsidenten Bashar al-Assad, dem Sohn des frühe-
ren Machthabers  Hafiz  al-Assad. Die  Kontrolle  durch die  staatlichen 
Sicherheitskräfte  erstreckt  sich  über  das  gesamte  Staatsgebiet.  Wo 
nicht-syrische Organisationen wie  etwa kurdische  Gruppierungen im 
nördlichen Grenzgebiet zur Türkei und zum Irak einen gewissen eige-
nen Spielraum entfalten können, bleiben sie jedenfalls unter der Über-
wachung und Kontrolle durch die syrischen Geheimdienste. Eine Kon-
trolle durch Gerichte, Parlament oder andere Staatsorgane findet nicht 
statt. Die Befugnisse der Geheimdienste sind praktisch unbeschränkt. 
Vor diesem Hintergrund sind Berichte über Menschenrechtsverletzun-
gen,  insbesondere über Fälle  willkürlicher  Verhaftung und Haft  ohne 
Anklageerhebung, sowie über Folter plausibel und glaubwürdig. Hinzu 
kommt ein sehr weit gesteckter Zuständigkeitsbereich von Militär- und 
Staatssicherheitsgerichten,  deren Organisation und Hierarchie unklar 
ist, und deren Verfahren rechtsstaatlichen Anforderungen in der Regel 
nicht genügen. Anlass zu Kritik geben insbesondere die Verfahren vor 
dem  Staatssicherheitsgerichtshof.  Nichteinhaltung  rechtsstaatlicher 
Verfahrensregeln sowie häufige Verweigerung einer ordentlichen Ver-
teidigung verringern die Möglichkeit eines fairen Verfahrens bei politi-
schen und die staatliche Sicherheit  betreffenden Straftaten. Im Übri-
gen  verurteilt  das  Staatssicherheitsgericht  Personen  nicht  auf  der 
Grundlage des Strafgesetzbuches, sondern aufgrund von Notdekreten, 
die im Rahmen des Belagerungszustandes erlassen wurden.

Jeder, der die sozialistische Staatsordnung und die Ziele der Baath-
Revolution  durch  Tat,  Wort  oder  Schrift  unterminiert,  kann  aufgrund 
dieser  Dekrete  zu  mehrjährigen  Gefängnisstrafen  verurteilt  und  als 
seiner  Bürgerrechte  enthoben  erklärt  werden.  Zur  Verfolgung  politi-
scher Gegner  bedienen sich die Geheimdienste vor allem der  Mittel 
der Inhaftierung,  der lang andauernden Untersuchungshaft ohne An-
klage, der Folter und der Erzwingung von Spitzeltätigkeiten. Eine Straf-
verfolgungs-  und  Strafzumessungspraxis,  die  nach  Merkmalen  wie 
Rasse, Religion oder Nationalität diskriminiert,  ist  in Syrien indessen 
nicht  festzustellen. Die Haftbedingungen für politische Straftäter  sind 
jedoch im allgemeinen viel härter als für Kriminelle. Misshandlungen in 
Polizeigewahrsam und eigentliche Folter,  insbesondere  von den Ge-

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heimdiensten in ihren Verhörzentren, sind alltäglich. Folter findet aus-
nahmslos Anwendung im Bereich der politischen Strafverfolgung und 
Repression. Sämtliche physischen und psychischen Erscheinungsfor-
men werden angewandt. Die Sicherheits- bzw. Geheimdienste und die 
Militärhierarchie ab einer bestimmten Stufe agieren jenseits  von Ge-
setz und Recht. Hier kann es ohne Verfahren zu extralegalen Tötungen 
kommen, die in der Öffentlichkeit nicht bekannt werden. 

Eine rassisch diskriminierende Gesetzgebung besteht nicht. Willkürli-
che Festnahmen sind dagegen jederzeit möglich. Dies gilt vor allem für 
den politisch-oppositionellen Bereich; hierzu kann es jedoch auch im 
normalen Polizeialltag kommen. Offiziell gibt es keine unmenschlichen 
oder  erniedrigenden  Strafen.  Dies  gilt  jedoch  nur  für  den  normalen 
Strafvollzug aufgrund krimineller Taten. Generell  ist  zwischen diesem 
Bereich  und  dem Herrschaftsbereich  der  Geheim-  bzw. Sicherheits-
dienste zu unterscheiden. Während im normalen Polizei- und Strafvoll-
zugsbereich langandauernde Haft ohne Anklage oder Urteil bzw. Ver-
urteilungen  wegen  konstruierter  oder  vorgeschobener  Straftaten  die 
Ausnahme bilden,  ist  dies im politischen Herrschaftsbereich der Ge-
heimdienste häufig der Fall. Ähnliches gilt für die Verhältnisse im Straf-
vollzug. Insgesamt  entspricht  dieser  in  keiner  Weise westlichen Vor-
stellungen. Allerdings  ist,  abgesehen von alltäglicher  Korruption  und 
unzureichender Versorgung, das Bemühen unverkennbar, bei der Ahn-
dung krimineller Taten einen geordneteren "Strafvollzug" mit halbwegs 
erträglichen Haftbedingungen durchzuführen. Wiederum gilt dies nicht 
für  den  politischen  Bereich,  in  dem  absichtlich  Strafverschärfungen 
und unmenschliche Haftbedingungen aller Art eingesetzt werden. 

Die genannten Massnahmen werden landesweit unterschiedslos prak-
tiziert.  Regionale  Unterschiede  oder  solche  bezüglich  bestimmter 
Gruppen gibt  es nicht. Die syrische Staatsgewalt  erstreckt  sich über 
das gesamte Territorium. Daher ist es nicht möglich, Verfolgungsmass-
nahmen dadurch zu entgehen,  dass man sich in  einen anderen Teil 
des  Staatsgebietes  begibt.  Eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  be-
steht also nicht. 

5.3.2  Vor dem Hintergrund dieser allgemeinen Feststellungen zu Sy-
rien  gilt  es  nun nachfolgend den Sachvortrag der  Beschwerdeführer 
einzuordnen  und  hinsichtlich  der  Glaubhaftigkeit  die  einzelnen  Ele-
mente abzuwägen. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Beschwerde-
führer in der Hauptsache wegen realitätsfremder Darstellung der Ver-

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folgungssituation, dem Beibringen gefälschter Beweismittel, dem Aus-
bleiben wesentlicher Beweismittel und dem Vorliegen von Unstimmig-
keiten als unglaubhaft bezeichnet. 

Angesichts  der  dargestellten  willkürlichen  Vorgehensweise  der  sy-
rischen Behörden sowie in Würdigung der nachstehenden Quelle kann 
die  wiederholt  verwendete  Argumentationsweise  der  Vorinstanz,  wo-
nach die Behörden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit jeweils ohne 
Vorladungen  agiert  hätten,  nicht  gestützt  werden. Gemäss  öffentlich 
zugänglichen Berichterstatttungen zu Syrien  (vgl. beispielsweise den 
Lagebericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] zu Syrien vom 
September 2001) stellt die Inhaftierung anlässlich eines Termines bei 
einer  Amtsstelle  – wie dies vom Beschwerdeführer  geltend gemacht 
wurde  -  nebst  anderen  Inhaftierungspraktiken  eine  gängige  Vor-
gehensweise der syrischen Behörden dar. 

Dem erwähnten  SFH-Papier  sind  sodann  weitere,  die  Darstellungen 
der Beschwerdeführer stützende Erhebungen zu entnehmen. So wüss-
ten die Angehörigen der Festgenommenen oft nicht, wohin diese ge-
bracht würden. Zudem seien Folter und Misshandlungen in der ersten 
Zeit nach der Verhaftung an der Tagesordnung, danach entspanne sich 
die Situation häufig wieder. 

Der  Beschwerdeführer,  seine  Ehefrau  und  die  Tochter  C._______ 
haben  übereinstimmend  angegeben,  den  Inhaftierungsort  des 
Beschwerdeführers  im  Jahre  1998  erst  durch  die  Freilassung  des 
Beschwerdeführers nach zwei Monaten erfahren zu haben. Ebenfalls 
übereinstimmend mit den oben erwähnten Inhaftierungsmuster hat der 
Beschwerdeführer  sodann  auch  geltend  gemacht,  nur  in  der  ersten 
Zeit  der  Haft,  mithin  vor  der  Überführung  in  ein  ordentliches 
Gefängnis, gefoltert worden zu sein. 

Als  weiteren  realitätsfremden  Punkt  hat  die  Vorinstanz  die 
vorübergehende  Zufluchtnahme  in  einem  anderen  Quartier  [...]  ins 
Feld  geführt.  Auch  diese  Argumentation  vermag  angesichts  dessen, 
dass die Agglomeration [...] Millionen Einwohner zählt, das Haus durch 
den  Bruder  des  Beschwerdeführers  gemietet  wurde  und  die 
Beschwerdeführer  sich  nur  während  eines  Monats  (der  Rest  der 
Familie noch kürzer) dort aufgehalten haben, nicht zu überzeugen. 

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Als gegen die Glaubhaftigkeit  der Vorbringen sprechend hat  die Vor-
instanz  weiter  die  unterschiedlichen  Angaben  zur  Haftdauer  in  den 
Jahren  1993  bis  1995  sowie  Unstimmigkeiten  einerseits  hinsichtlich 
der  für  die  Ausreise  nach  Jordanien  verwendeten  Papiere  und  an-
dererseits hinsichtlich der anwaltlichen Vertretung im Heimatland an-
geführt. 

Die Beschwerdeschrift hat zu den Divergenzen zwischen der eigentli-
chen Haftstrafe von drei  Jahren und der effektiven Haftzeit  von zirka 
27 Monaten überzeugend Stellung genommen. Die Protokolle lassen 
keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschwerdeführer vorzeitig 
aus der Haft entlassen worden ist. Die Befrager haben es jeweils un-
terlassen, klärend nachzufragen. Umso unverständlicher erscheint nun 
die Argumentationsweise der Vorinstanz, welche aus der zeitlichen Ab-
weichung  auf  Unglaubhaftigkeit  schliesst.  Schliesslich  ist  auch  den 
weiteren Einwänden auf Beschwerdeebene zuzustimmen, welche die 
Unstimmigkeiten  in  Nebenpunkten  wie  der  anwaltlichen  Vertretung 
oder des Grenzübertrittes nach Jordanien lokalisieren.  Diese mögli-
cherweise in der Tat durch Übersetzungsfehler verursachten Divergen-
zen  vermögen  in  Anbetracht  der  nachfolgend  angeführten,  für  die 
Glaubhaftigkeit der Ausführungen der Beschwerdeführer sprechenden 
Faktoren  nicht  ins  Gewicht  zu  fallen,  zumal  der  Beschwerdeführer 
schon anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs auf eine Über-
setzungsunschärfe und die ausgebliebene Rückübersetzung hingewie-
sen hatte (vgl. A15/24, S. 3 und 20). 

Zu erwähnen sind beispielsweise die von der Vorinstanz völlig ausser 
Acht  gelassenen  Schilderungen der  Tochter  C._______,  welche  den 
fluchtauslösenden  Vorfall  [...]  in  emotionaler  Weise  und  in 
Übereinstimmung  mit  den  sich  im  Übrigen  ebenfalls  deckenden 
Aussagen der Eltern dargestellt hat (vgl. A3/95, insb. S. 91). 

Anzuführen  ist  weiter,  dass  die  Beschwerdeführer  und  ihre  Tochter 
C._______ in  den Befragungen auch persönlich glaubwürdig wirken. 
Die  Protokolle  weisen  diverse,  für  die  Glaubhaftigkeit  des 
Sachvortrages  sprechende  Realkennzeichen  auf,  so  beispielsweise 
die  Wiedergabe  von  Gesprächen  (A3/95  S.  72),  die  Schilderung 
ausgefallener  und  nebensächlicher  Einzelheiten  (A16/22  S.  14), 
Eingeständnisse von Erinnerungslücken (A15/24 S. 13, A17/14 S. 7), 
raum-zeitliche  Verknüpfungen  (A15/24  S.  14),  Schilderungen  des 
eigenen Befindens (A3/95 S. 72, 74 und 75, A15/24 S. 13, 14 und 19, 

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A16/22 S. 9) sowie spontane Verbesserungen von Aussagen (A3/95 S. 
73).  Auch  wenn  solche  Realkennzeichen  nur  einen  indiziellen  Wert 
haben,  ist  ein  hoher  qualitativer  und  quantitativer  Ausprägungsgrad 
der Realkennzeichen doch typisch für eine Richtigaussage und lässt 
immerhin eine Charakterisierung der zu beurteilenden Aussagen zu. 
Insgesamt vermitteln die Beschwerdeführer trotz gewisser irritierender 
Protokollstellen,  wo  sie  wiederholt  mit  Lächeln  und  Verunsicherung 
reagierten, den Eindruck, wahrheitsgetreu ihre Situation darzustellen. 
Dieser Gesamteindruck deckt sich denn auch mit den zahlreichen, auf 
Beschwerdeebene  eingereichten  Referenzschreiben  zum  auch 
anderweitig glaubwürdigen Auftreten der Beschwerdeführer.

Schliesslich sei  in der Reihe der Glaubhaftigkeitsfaktoren auch noch 
auf die Aussagen des Bruders/Schwagers G._______ in seinen beiden 
Asylverfahren hingewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht  stellt  fest, 
dass dessen Vorbringen die Vorfälle in Syrien betreffend in keinen ma-
teriellen Entscheid Eingang gefunden haben. Im ersten Asylverfahren 
wurde der Beschwerdeführer ohne Prüfung seiner Vorbringen vorsorg-
lich nach Marokko weggewiesen, welches als sicheres Drittland qualifi-
ziert wurde; in der Folge wurde er ohne weitere Prüfung nach Jordani-
en und schliesslich in den Libanon abgeschoben. Auf eine gegen die-
sen Entscheid erhobene Beschwerde wurde infolge Nichtleistens eines 
Kostenvorschusses nicht eingetreten. Auch in seinem zweiten Asylver-
fahren fand keine Prüfung der Vorfälle in Syrien statt. Vielmehr wurde 
die  Gefährdungslage  hinsichtlich  des  Heimatstaats  Libanon  geprüft 
und eine diesbezügliche Gefährdung, da nur ein legales Verfahren im 
Zusammenhang  mit  der  Ausreise  mit  gefälschten Papieren  anstand, 
verneint. Somit  kann aus dem negativen Ausgang der  Asylverfahren 
nicht  -  wie  von der  Vorinstanz  behauptet  -  geschlossen werden,  die 
Vorbringen  des  Bruders/Schwagers  hinsichtlich  seiner  Verfolgung  in 
Syrien seien nicht glaubhaft gewesen und würden somit Rückschlüsse 
auf  das  Verfahren  der  Beschwerdeführer  zulassen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  stellt  vielmehr  fest,  dass  sich  dessen 
Aussagen  zu  den  im  Zusammenhang  mit  der  Suche  nach  dem 
Beschwerdeführer  erlittenen  Nachteilen  mit  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführer  und  ihrer  Tochter  decken  (vgl.  die  Akten  in  N  ..., 
insb.  A4/28  S.  6  und  B12/23,  S.  11),  was  die  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen  der  Familie  weiter  erhöht.  Nachdem  die  Akten  von 
G._______  nicht  gegen  die  Beschwerdeführer  verwendet  werden, 
konnte  im  Übrigen  auf  die  vorgängige  Einräumung  des  rechtlichen 
Gehörs verzichtet werden.

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5.3.3 Zusammenfassend ist im Sinne eines Zwischenergebnisses fest-
zuhalten,  dass  die  für  die  Glaubhaftigkeit  der  Verfolgungsvorbringen 
sprechenden Faktoren (Kohärenz und  Kongruenz der Vorbringen so-
wie zahlreiche Realkennzeichen) die Zweifel, hervorgerufen durch Un-
stimmigkeiten in nebensächlichen Punkten, überwiegen, weshalb von 
der Glaubhaftigkeit der Schilderungen im Sinne von Art. 7 AsylG aus-
zugehen  ist.  Ob  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  zu  den  auf  Be-
schwerdeebene  eingereichten  Beweismitteln  und  deren  Beweiswert 
näher Stellung zu beziehen. Die glaubhaften Vorbringen sind nachfol-
gend auf ihre asylrechtliche Relevanz hin zu prüfen.

5.3.4 Zentraler  Aspekt  des  Flüchtlingsbegriffes  ist  die  begründete 
Furcht vor Verfolgung. Eine solche liegt dann vor, wenn sie im Licht der 
speziellen Situation des Asylwerbers unter Berücksichtigung der Ver-
hältnisse im Verfolgerstaat objektiv nachvollziehbar ist. Es kommt nicht 
darauf an, ob sich eine bestimmte Person in einer konkreten Situation 
tatsächlich fürchtet, sondern ob sich eine mit Vernunft begabte Person 
in dieser Situation fürchten würde. Eine Verfolgungsgefahr ist dann an-
zunehmen, wenn eine Verfolgung mit  überwiegender Wahrscheinlich-
keit droht, die entfernte Möglichkeit einer Verfolgung genügt nicht.

5.3.5 Der  Beschwerdeführer  ist  im  Jahre  1993  einer  Vorladung  des 
Geheimdienstes gefolgt und von diesem Termin vorerst nicht mehr zu-
rückgekehrt. Er wurde über Monate unter Anwendung von Folter ein-
vernommen. Anfang 1994 wurde er zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. 
Er verbüsste insgesamt von Juli 1993 bis Oktober 1995 wegen Gefähr-
dung der Staatsicherheit eine Gefängnisstrafe. Im April 1998 wurde er 
vom Geheimdienst unter dem Verdacht, in die Ermordung eines Offi-
ziers verwickelt zu sein, von der Strasse weg verhaftet und während 
zweier  Monate ohne Möglichkeit  der Information seiner  Angehörigen 
festgehalten. Nach  zwei  Monaten  wurde  er  auf  freien  Fuss  gesetzt, 
nachdem die Verantwortlichen gefunden worden waren. Während der 
Haft  wurde  der  Beschwerdeführer  mittels  Aufhängen  in  Reifen, 
Peitschenschlägen, Fusstritten und Elektroden gefoltert. Im März 2000 
erhielt er erneut eine Vorladung, gemäss welcher er sich am folgenden 
Tag hätte  beim Geheimdienst  melden  müssen.  Aus Angst  vor  einer 
weiteren ad-hoc-Verhaftung leistete  er  dieser  Vorladung keine Folge 
und  zog  –  unter  einstweiligem  Zurücklassen  seiner  Familie  -  in  ein 
anderes Quartier um. Die zurückgelassene Ehefrau und deren Bruder 
wurden in der Folge vom Geheimdienst  aufgesucht,  geschlagen und 
gedemütigt. Der Bruder der Beschwerdeführerin wurde massiv mittels 

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Gewehrkolben  zusammengeschlagen  und  anstelle  des 
Beschwerdeführers  mitgenommen.  Er  wurde  bis  am  (...)  2000 
festgehalten  und  mit  der  Bedingung,  den  Beschwerdeführer 
auszuliefern, freigelassen. Am 26. April 2000 hat die Familie Syrien auf 
dem Landweg verlassen. Der Bruder/Schwager ist kurz darauf auf dem 
Luftweg aus Syrien ausgereist. 

5.3.6 Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  angesichts  der  erlitte-
nen Vorverfolgung des Beschwerdeführers die Voraussetzungen für die 
Zuerkennung begründeter Furcht vor künftiger Verfolgung als gegeben. 
Zwar hegt  der Beschwerdeführer nur eine Vermutung über das dies-
malige  Verfolgungsinteresse  der  heimatlichen  Behörden.  So  geht  er 
davon aus, dass dieses mit dem Verstecken von Waffen von SLA-An-
gehörigen auf dem elterlichen Grundstück zusammenhängen könnte. 
Nachdem der Grund des geheimdienstlichen Interesses am Beschwer-
deführer  nicht  klar  auf  der  Hand  liegt  und  dieser  aufgrund  der  ein-
gangs  dargestellten  unzimperlichen  Vorgehensweise  des  Geheim-
dienstes mit grosser Wahrscheinlichkeit die erneute Inhaftierung unter 
Anwendung von Folter zu gewärtigen hat, kann letztlich offenbleiben, 
ob eine Strafverfolgung des Beschwerdeführers nicht mindestens teil-
weise legalen Charakter (evt. Schleppertum, Landesverrat) aufweisen 
würde. Dem Beschwerdeführer ist aufgrund der Aktenlage damals wie 
heute  begründete  Furcht  vor  erneuten  Verfolgungsmassnahmen und 
Folter im Sinne von Art. 3 AsylG zu attestieren, hat doch der Macht-
wechsel nach der Ausreise im Sommer 2000 an der Verfolgungssitua-
tion nichts verändert. 

5.3.7 Von einer  Fluchtalternative  innerhalb  der  Landesgrenzen kann 
sodann nicht ausgegangen werden. Nach Praxis sind die Anforderun-
gen an die Effektivität des am Zufluchtsort gewährten Schutzes hoch 
anzusetzen.  Eine  wirksame  Schutzgewährung  erscheint  vorliegend 
ausgeschlossen,  ist  der  Beschwerdeführer  seitens  des 
Geheimdienstes  bedroht  und  nach  der  Ausreise  noch  wiederholt 
gesucht worden. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass 
für ihn längerfristig in keinem anderen Landesteil  effektive Sicherheit 
vor  weiterer  Verfolgung  besteht.  Dem  Beschwerdeführer  kann  somit 
keine innerstaatliche Fluchtalternative entgegengehalten werden. 

5.3.8 Schliesslich bleibt festzustellen, dass es an konkreten Hinweisen 
auf ein Fehlverhalten, welches unter einen oder mehrere der von Art. 1 
F  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 

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Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30) umfassten Fälle 
zu  subsumieren wäre,  fehlt. Eine  tatbeständliche Grundlage,  welche 
den Ausschluss des Beschwerdeführers vom Flüchtlingsbegriff zur Fol-
ge hätte (vgl. EMARK 1996 Nr. 18 E. 5-7), liegt demnach nicht vor.

5.4 Damit sind sämtliche Kriterien der in Art. 3 AsylG enthaltenen De-
finition als erfüllt zu betrachten und es kann festgehalten werden, dass 
der Beschwerdeführer entgegen der Beurteilung durch das Bundesamt 
die Voraussetzungen für  die  Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
erfüllt. Dementsprechend ist ihm mangels Anzeichen für das Vorliegen 
eines  Ausschlussgrundes  (vgl.  Art.  53  AsylG;  der  Beschwerdeführer 
wurde einzig wegen eines  Verkehrsdeliktes  gebüsst)  in  der  Schweiz 
Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 AsylG).

5.5 Zu erörtern bleibt, ob gleichzeitig auch die Beschwerdeführerin mit 
ihren eigenen Asylvorbringen die Bedingungen der  Flüchtlingseigen-
schaft zu erfüllen vermag (vgl. Art. 5 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Nach ihren 
Angaben in den Befragungen war sie bis auf  die Schläge anlässlich 
des  ersten  Auftrittes  des  Geheimdienstes  keiner  physischen  Gewalt 
oder einer Gefangennahme durch die heimatlichen Behörden ausge-
setzt. Ohne die psychologische Tragweite der Schläge,  Beschimpfun-
gen und Demütigungen zu verharmlosen, sind darin keine genügend 
ernsthaften Nachteile im Sinne des Art. 3 Abs. 2 AsylG zu erkennen. 
Auch liegen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass sie im 
heutigen Zeitpunkt bei einer Rückkehr nach Syrien mit asylrelevanten 
Nachteilen rechnen müsste. Die Beschwerdeführerin vermag demnach 
mit  ihren  eigenen  Asylvorbringen  die  Kriterien  der  Flüchtlingseigen-
schaft nach der Definition von Art. 3 AsylG nicht zu erfüllen. Auch der 
Sohn  F._______,  welcher  den  gewaltvollen  Auftritt  des 
Geheimdienstes im März 2000 [...] miterlebt, ansonsten offensichtlich 
keine einschneidenden Nachteile erlitten hat, vermag die Kriterien der 
Flüchtlingseigenschaft nicht zu erfüllen. 

5.6 Mangels  dagegen  sprechender  Umstände  ist  der  Ehegattin  des 
Beschwerdeführers sowie dem minderjährigen, als einzigen noch nicht 
eingebürgerten Sohn F._______ auf der Grundlage von Art. 51 Abs. 1 
AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  und  das  Asyl  zu 
gewähren.

In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung aufzu-

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heben.  Die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  die  Beschwerdeführer  als 
Flüchtlinge anzuerkennen und ihnen in der Schweiz Asyl zu gewähren. 
Hinsichtlich  der  übrigen  Kinder  der  Beschwerdeführer  ist  die  Be-
schwerde  infolge  Einbürgerung  als  gegenstandslos  geworden  abzu-
schreiben.

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

Den im Beschwerdeverfahren obsiegenden Beschwerdeführern ist zu 
Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung für die ihnen erwach-
senen notwendigen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG); die 
Entrichtung des Honorars zu Lasten des  Bundesverwaltungsgerichts 
für den eingesetzten unentgeltlichen Rechtsbeistand im Sinne von Art. 
65 Abs. 2 VwVG wird damit gegenstandslos.

In seiner Kostennote vom  25. Januar 2005 weist der Rechtsvertreter 
angemessen erscheinende Auslagen von Fr. 57.50 sowie einen zeitli-
chen Aufwand von insgesamt 25 Std. 55 Minuten aus. Der für die Ab-
fassung der insgesamt 11-seitigen Beschwerdeschrift vom 5. Mai 2003 
ausgewiesene zeitliche Aufwand erscheint nicht vollumfänglich ange-
messen und ist auf 11 Stunden zu kürzen; im Übrigen kann der ausge-
wiesene zeitliche Aufwand als dem relativ komplexen und insbesonde-
re  lange andauernden Verfahren als  angemessen gelten,  und es  ist 
demnach für die Bemessung der Parteientschädigung von einem Auf-
wand  von  22  ½  Std,  zum  ausgewiesenen  Stundenansatz  von  Fr. 
200.--,  auszugehen. Die  vom BFM  zu  entrichtende  Parteientschädi-
gung ist demnach auf Fr. 4'904.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 
festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit  sie nicht gegenstandslos 
geworden ist.

2.
Die angefochtene Verfügung vom 3. April 2003 wird aufgehoben. Das 
BFM wird angewiesen, A._______ gestützt auf Art. 3 AsylG Asyl  zu 
gewähren. Das BFM wird weiter angewiesen, die Ehefrau B._______ 
und  den  Sohn  F._______  gestützt  auf  Art.  51  in  die  Flücht-
lingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  1  einzubeziehen und ihnen 
Asyl zu gewähren. 

3.
Hinsichtlich der Kinder C._______, D._______ und E._______ ist die 
Beschwerde  infolge  Gegenstandslosigkeit  nach  Einbürgerung 
abzuschreiben. 

4.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5.
Das  BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführern  eine  Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4'904.-- (inklusive Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten. 

6.

Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N._______ (per Kurier; in Kopie)
- [Kanton]

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

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