# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b406064f-554a-53c6-aba8-576e503deaa9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2010 E-6177/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6177-2006_2010-10-05.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6177/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richter Hans Schürch, Richter Jean-Pierre Monnet, 
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
Sudan,
vertreten durch Rainer Weibel, Fürsprecher , 
Advokatur Weibel & Seydoux, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
20. Oktober 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6177/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer,  gemäss eigenen Angaben ein sudanesischer 
Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz vor der Ausreise in B._______ 
/Süd-Darfur,  verliess  sein  Heimatland  im Januar  2006 und  erreichte 
am 29. August 2006 die Schweiz via Ägypten, wo er sich etwa acht 
Monate lang aufgehalten habe. Am 4. September 2006 ersuchte er in 
der Schweiz um Asyl nach.

B.
Der Beschwerdeführer wurde am 6. September 2006 in der damaligen 
Empfangsstelle des BFM in C._______ zu seinen Asylgründen befragt, 
und  am  5. Oktober  2006  erfolgte  die  direkte  Anhörung  durch  das 
Bundesamt.

C.
Das BFM lehnte mit Verfügung vom 20. Oktober 2006 – eröffnet glei-
chentags – das Asylgesuch des Beschwerdeführers  ab und verfügte 
seine  Wegweisung  sowie  deren  Vollzug  aus  der  Schweiz.  Zur  Be-
gründung  führte  es  aus,  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
genügten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht.

D.
Der  Beschwerdeführer  reichte  am  20. November  2006  durch  seinen 
Rechtsvertreter  bei  der  damaligen  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission (ARK)  Beschwerde ein  gegen  die  Verfügung und  stellte 
folgende Rechtsbegehren:

1. Der  Asylentscheid  des  BFM  vom 20. Oktober  2006  sei  aufzu-
heben.
2. Dem Beschwerdeführer sei Asyl zu gewähren.
3./4. Subsidiär  sei  festzustellen,  dass  der  Wegweisungsvollzug  des 
Beschwerdeführers  in  sein  Heimatland  unzumutbar  sei,  und  er  sei 
vorläufig aufzunehmen.
5. Die  Streitsache  sei  zur  ergänzenden  Feststellung  des  rechts-
erheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6. Dem Migrationsdienst des Kantons Bern sei mitzuteilen, dass der 
Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme.
7. Dem Beschwerdeführer  sei  die gesetzliche Nachfrist  zur Nach-
reichung von Beweismitteln anzusetzen.

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8. Es seien die folgenden Beweismassnahmen zu treffen:
a) Ergänzende Einvernahme des Beschwerdeführers
b) Begutachtung und Echtheitsprüfung der vom Beschwerdeführer 
beigebrachten  Nationalitätenbescheinigung  durch  das  UNO-
Hochkommissariat für Flüchtlinge in Genf, subsidiär die Botschaft des 
Sudan in Bern.
c) Bestätigung der  Ehefrau betreffend Gefangenschaft  und Flucht 
(wird nachgereicht).
d) Bestätigung  von  Parteimitgliedern  (wird  nach  Möglichkeit 
nachgereicht).
e) Zeugeneinvernahme  dieser  Parteimitglieder  durch  ein 
anerkanntes Schweizer Hilfswerk in B._______.
9. Dem  Beschwerdeführer  sei  das  Recht  auf  unentgeltliche 
Prozessführung zuzuerkennen unter Beiordnung des bevollmächtigten 
Rechtsvertreters als amtlicher Vertreter.

Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  unter  anderem  eine 
Fürsorgebestätigung sowie Berichte zur Lage im Sudan zu den Akten. 
Auf die Begründung der gestellten Begehren wird, soweit für den Ent -
scheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

E.
Die  ARK  verfügte  mit  Zwischenverfügung  vom  29. November  2006, 
dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz abwarten könne, hiess das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen  Rechtspflege  gut,  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses und wies das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtsverbeiständung ab.

F.
In  seiner  Vernehmlassung  vom  15. März  2007,  welche  dem  Be-
schwerdeführer am 23. März 2007 zur Kenntnis gebracht wurde, hielt 
das BFM an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde.

G.
Der Beschwerdeführer reichte am 29. März 2007 weitere Beweismittel, 
darunter ein Staatsangehörigkeitszertifikat im Original sowie eine Be-
stätigung der Parteimitgliedschaft in Kopie, zu den Akten. Im Weiteren 
hielt er an seiner Beschwerde und den darin gestellten Anträgen fest.

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H.
Mit Eingabe vom 4. April 2007 reichte der Beschwerdeführer Telefax-
kopien der Geburtsscheine seiner (...) zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998 [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  die  Be-
urteilung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Rechts-
mittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 
53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 50 
und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.  

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Zu seiner Person führte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz 
aus, er stamme aus B._______ Süd-Darfur, wo er (...) geboren sei. Er 
habe während 12 Jahren die Schule besucht, sei zwei Jahre nach dem 
Ende  der  Schulzeit  als  Lehrer  tätig  geworden  und  habe  an 
verschiedenen  Schulen  in  der  Umgebung  von  B._______  Geografie 
unterrichtet,  bis ihm im Jahre 2003 die Stelle  gekündigt  worden sei. 
Danach  habe  er  Handel  betrieben.  Er  habe  in  B._______  Waren 
gekauft  und diese in  den umliegenden Dörfern  wieder  verkauft. Seit 
dem Jahre 2001 sei er verheiratet und Vater von zwei (...). Die Ehefrau 
mit  den  Kindern  und  seine  Mutter  lebten  – wie  ferner  seine 
Geschwister –  im  Heimatland.  Sein  Vater  sei  gestorben.  Er  gehöre 
dem Stamm der "Tunguer" beziehungsweise "Tundjur" und dem Clan 
der "Awlad Al-Amine" an. Sein Reisepass sei im Jahre 1999 konfisziert  
worden.

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen gel -
tend,  er  habe sein Heimatland einerseits aufgrund der Ereignisse in 

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Darfur  und  andererseits  aufgrund  seiner  politischen  Probleme  ver-
lassen. Seit 1987 sei er Mitglied der kommunistischen Partei gewesen, 
sei  deswegen im Jahre 1990 verhaftet  worden und zwei  Wochen in-
haftiert gewesen. Damals habe er sich verpflichten müssen, sich nicht 
mehr  für  die  Opposition  zu  engagieren.  Im  Jahre  1998  sei  er  (...) 
geworden. Er habe Versammlungen geleitet und die Jungen ermutigt, 
die Opposition zu unterstützen oder ihr beizutreten. Weil er seit  dem 
Jahre 1990 auf  einer Liste der Personen mit  Reiseverbot  gestanden 
habe, sei ihm 1999 die Passverlängerung verweigert worden. 2003 sei 
er seiner Stelle als Lehrer enthoben worden, da er sich dem Regime 
nicht untergeordnet und die Opposition unterstützt habe. Mitte (...) sei 
er  während  einer  Parteiversammlung  zusammen  mit  anderen 
Parteimitgliedern  verhaftet  und  inhaftiert  worden.  Zunächst  sei  er 
während  zehn  Tagen  in  B._______  festgehalten,  gefoltert  und  zu 
seinen  Unterstützungstätigkeiten  für  die  Opposition  befragt  worden. 
Danach sei er (...) in das Gefängnis von (...) versetzt worden. Im (...)  
sei ihm – nachdem er aus gesundheitlichen Gründen in ein Spital ge-
bracht  worden  sei –  die  Flucht  gelungen.  Als  sein  Bewacher  ein-
geschlafen sei, habe er das Spital verlassen und habe sich mit einem 
Eisen  der  Handschellen  entledigt.  Mit  dem Bus  sei  er  zunächst  bis 
nach Khartum gelangt, wo er drei Tage geblieben, wegen seiner Flucht 
aus dem Gefängnis aber gesucht worden sei, so dass er mit dem Zug 
nach Wadi Halfa weitergereist sei. Von dort aus sei er mit dem Schiff  
nach Ägypten gelangt, wo er eigentlich habe bleiben wol len. Bei einer 
Demonstration  sudanesischer  Staatsangehöriger  vor  dem  Sitz  der 
Vereinten Nationen habe indessen die Polizei auf die Demonstranten 
geschossen  und  dabei  20  Personen  getötet.  Danach  hätten  die 
ägyptischen Behörden begonnen,  sudanesische Staatsangehörige in 
ihr  Heimatland  zurückzuschicken,  worauf  er  (der  Beschwerdeführer) 
sich  zur  Weiterreise  entschlossen  habe.  Nach  seiner  Ausreise  aus 
dem Heimatland habe er durch seinen Freund aus Khartum erfahren, 
dass seine Familie von zu Hause vertrieben worden sei. Als Beweis-
mittel reichte der Beschwerdeführer  eine Kopie seiner Nationalitäten-
bescheinigung zu den Akten.

4.2 Das BFM machte zur Begründung seiner Verfügung geltend,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  genügten  aufgrund  widersprüch-
licher,  unsubstanziierter,  tatsachenwidriger  und  nicht  nachvollzieh-
barer Angaben den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht. 

Im Einzelnen führte das BFM aus, dass es im Sudan kein offizielles 

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Dokument mit der Bezeichnung "Nationalitätenbescheinigung und Ge-
burtsurkunde" gebe, wie es vom Beschwerdeführer bezeichnet worden 
sei. Vielmehr handle es sich bei der Nationalitätenbescheinigung und 
der Geburtsurkunde um zwei unterschiedliche Dokumente. Das einge-
reichte  Dokument  sei  daher  nicht  geeignet,  seine geltend gemachte 
Herkunft zu belegen. Der Beschwerdeführer habe sich sodann in Be-
zug auf  die Ausstellung einer Identitätskarte widersprochen. Vor die-
sem  Hintergrund  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  er  den 
Asylbehörden  seine  Identitätspapiere  vorenthalten  und  damit  seinen 
tatsächlichen Herkunftsort im Sudan verheimlichen wolle. Es sei des-
halb zu bezweifeln, dass er aus B._______ stamme und dort gewohnt 
habe.

Weiter führte das BFM aus, dass die vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten  Angaben  zur  kommunistischen  Partei  nicht  zutreffend 
seien. Angesichts der von ihm vorgebrachten Kaderfunktion erstaune 
es, dass er mit  dem Werdegang der Partei  nicht besser vertraut sei, 
wodurch  seine  Parteizugehörigkeit  in  Frage  gestellt  werde.  Sodann 
seien  seine  Ausführungen  zu  der  Mitte  (...)  durchgeführten  Partei-
versammlung mit  dem Umstand,  dass  die  kommunistische Partei  im 
Sudan verboten sei und nur im Untergrund aktiv sein könne, nicht in 
Einklang  zu  bringen. Es  müsse  bezweifelt  werden,  dass  er  an  Ver-
sammlungen der kommunistischen Partei teilgenommen habe und bei 
einer solchen Gelegenheit festgenommen worden sei. Die Zweifel an 
einer  Festnahme  würden  durch  realitätsfremde  Angaben  zu  seiner 
Flucht aus dem Spital noch erhärtet.

Schliesslich könnten auch die Schilderungen des Beschwerdeführers 
zur Reise in  die Schweiz nicht  nachvollzogen werden, zumal  es un-
wahrscheinlich sei, dass er sich nicht daran erinnern könne, mit wel-
cher  Fluggesellschaft  er  von  Kairo  noch  Genf  geflogen  sei.  Zudem 
könne ausgeschlossen werden, dass er bei der Einreise in Genf nicht  
kontrolliert  worden  sei.  Angesichts  dieser  Schilderungen  müsse  der 
Schluss gezogen werden, dass der Beschwerdeführer die wahren Um-
stände  seiner  Reise  in  die  Schweiz  verheimlichen  wolle,  was  die 
Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen angesichts der bereits bestehenden 
Zweifel grundsätzlich in Frage stelle.

4.3 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde, die Feststellung 
der Vorinstanz, wonach es im Sudan kein offizielles, als Nationalitäten-
bescheinigung und Geburtsurkunde bezeichnetes Dokument gebe und 

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dieses daher nicht geeignet sei, seine Herkunft zu belegen, sei willkür-
lich. Das von ihm eingereichte Dokument  entspreche dem alten,  bis 
zum Systemwechsel  im  Jahr  1999  verwendeten  Nationalitätendoku-
ment, wie es von zahlreichen weiteren Asylsuchenden aus dem Sudan 
zum Nachweis ihrer Herkunft eingereicht worden sei. Namentlich habe 
es für die Beschaffung eines Passes oder einer Identitätskarte verwen-
det  werden können. Es stelle ein reines Nationalitätendokument und 
nicht gleichzeitig ein Geburtsdokument dar. Das Dokument sei zur Be-
gutachtung dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge oder allenfalls 
der Botschaft Sudans in Bern vorzulegen. Mangels einer sprachlichen 
Untersuchung des Beschwerdeführers, welche ihn einem anderen "Teil 
Afrikas" zuordnen würde, würden Zweifel an seiner geltend gemachten 
Herkunft aus Darfur als willkürlich erscheinen.

Der ihm in Bezug auf seine Identitätskarte vorgehaltene Widerspruch 
basiere auf einem sprachlichen Missverständnis. Er habe in keiner Art 
und Weise eine falsche Tatsache vortäuschen wollen,  was ihm denn 
auch gar  nicht  möglich gewesen wäre,  zumal  aus der  eingereichten 
Nationalitätenbescheinigung  ersichtlich  sei,  dass  und  wann  er  eine 
Identitätskarte  beantragt  beziehungsweise  erhalten  habe. Auf  einem 
Stempelaufdruck  seien  das  Datum  vom  (...)  und  die  ID-Nummer 
ersichtlich. Aus dem Nationalitätenpapier werde auch ersichtlich, dass 
er  im  Jahre  1987  einen  Pass  beantragt  und  erhalten  habe.  Das 
eingereichte  Dokument  erlaube  mithin,  ihn  zu  identifizieren  und 
festzustellen, dass er aus der Stadt B._______ komme.

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz seien sodann auch seine Antwor-
ten zur kommunistischen Partei im Wesentlichen richtig und glaubhaft.  
Gerade die Ungenauigkeit der Aussage zum Gründungsjahr lasse die-
se  als  glaubhaft  erscheinen,  zumal  er  die  Gründung  in  die  richtige 
Epoche habe einordnen können. Soweit das Verbot der Partei betref-
fend, deren Bezeichnung sich aus dem Internet  nicht  anders ergebe 
als von ihm geltend gemacht, stellten seine Angaben eine Verkürzung 
oder Vereinfachung des zutreffenden Sachverhalts dar, welche seine 
Glaubwürdigkeit nicht in Frage zu stellen vermöchten. Er erinnere sich 
nicht an genaue Daten, sondern denke in Zusammenhängen, was sei-
ne  Glaubwürdigkeit  erhöhe.  Vor  dem  Hintergrund  der  tatsächlichen 
Verhältnisse in B._______, welches als politisch relativ unbedeutend 
und uninteressant erachtet werde, dem für die Versammlung vom (...) 
gewählten Ort (in sehr grosser Distanz zur Polizeistation und für eine 
Flucht  in  der  Nacht  relativ  einfach  und  sicher)  und  die  dafür 

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angesetzte Zeit (mitten in der Nacht), seien die Zweifel der Vorinstanz, 
dass er  tatsächlich an solchen Versammlungen teilgenommen habe, 
nicht  adäquat  und  unberechtigt.  Diese  würden  vielmehr  die  örtliche 
und politische Unkenntnis des BFM in Bezug auf die Verhältnisse in 
B._______ zeigen.

Nicht  nachvollziehbar  sei  sodann,  weshalb  seine  Darstellung  der 
Flucht aus dem Spital nicht glaubhaft sei. Diesbezüglich könne er nur 
seine Aussagen bestätigen.

Dass er  den  Namen der  Fluggesellschaft,  mit  welcher  er  aus  Kairo 
nach  Genf  geflogen  sei,  nicht  habe  angeben  können,  mache  seine 
Reiseschilderungen nicht unglaubhaft. Zudem habe er eine Fangfrage 
befürchtet und habe sich nicht auf einen Namen berufen wollen, ob-
wohl ihm klar gewesen sei,  dass es die Egypt Air gewesen sei. Der 
Vorhalt, es könne ausgeschlossen werden, dass er ohne Kontrolle am 
Flughafen Genf in die Schweiz eingereist sei, sei zu Unrecht erhoben 
worden. Sein Rechtsvertreter habe kürzlich selber gesehen, wie eine 
ihm bekannte Person bei einem Rückflug aus den Ferien ohne jedes 
Identitätspapier  und  ohne  Kontrolle  die  Personen-  und  Ausweis-
kontrolle des Flughafens Zürich-Kloten habe passieren können.

Als Beweismittel reichte er Berichte zur schwierigen Situation im Su-
dan und insbesondere in Darfur zu den Akten. Weiter stellte er die Ein -
reichung zusätzlicher Beweismittel in Aussicht, welche seine Parteimit-
gliedschaft und die Verhaftung belegen würden.

4.4 Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung vom 15. März 2007 
unter Bezugnahme auf die vom Beschwerdeführer eingereichten Be-
richte aus, in der angefochtenen Verfügung sei nicht bestritten worden, 
dass in Darfur Gewalt herrsche. Die Berichte wiesen jedoch keinen Be-
zug zur Person des Beschwerdeführers auf und seien daher nicht ge-
eignet, zu einer anderen Beurteilung seiner Vorbringen zu führen.

4.5 Der Beschwerdeführer  machte in  seinen weiteren Eingaben gel-
tend,  durch die Nachreichung des Originals seines Staatsangehörig-
keitszertifikats  seien  seine  Identität  und  Herkunft  belegt.  Die  nach-
gereichte  Parteimitgliedschaftsbestätigung  sei  vom  Präsidenten  des 
Parteiausschusses in B._______ unterzeichnet. Dieser kenne den Be-
schwerdeführer  persönlich  und  sei  als  Zeuge  einzuvernehmen.  Aus 
den nachgereichten Berichten ergebe sich sodann, dass er auch auf-

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grund seiner  Ethnie verfolgt  werde. Die Geburtsurkunden seiner  (...) 
schliesslich seien betreffend seiner Identität und seines Herkunftsortes 
beweiskräftig.

4.6 Das BFM hat in seiner Verfügung vom 20. Oktober 2006 zutreffend 
dargelegt,  weshalb  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Asyl-
gründe nicht glaubhaft erscheinen. Diese Einschätzung wird vom Bun-
desverwaltungsgericht nach eingehender Prüfung der Akten geteilt. In 
der  Beschwerde  vom  20. November  2006 sowie  den  weiteren  Ein-
gaben  wird  nichts  Substanziiertes  vorgebracht,  was  insgesamt  zu 
einer anderen Beurteilung der Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Aus-
reisegründe führen könnte, zumal es dem Beschwerdeführer nicht ge-
lingt, die vom BFM grösstenteils zu Recht hervorgehobenen Unglaub-
haftigkeitsmerkmale plausibel zu erklären.

4.6.1 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Schilderungen des 
Beschwerdeführers  zu  seiner  Verhaftung im (...),  der  Flucht  aus der 
Gefangenschaft  sowie  der  Umstände  seiner  Reise  aus  dem 
Heimatland  in  die  Schweiz  aufgrund  mehrfach  realitätsfremder  und 
unsubstanziierter  Angaben  als  unglaubhaft  zu  erachten  sind. Weiter 
fällt auf,  dass er insbesondere in seinen freien Schilderungen nicht in 
der  Lage  gewesen  ist,  hinreichend  substanziiert  und  detailliert  Aus-
kunft über seine politischen Aktivitäten für die kommunistische Partei  
zu  geben,  was  vor  dem  Hintergrund  seiner  offenbar  besonderen 
Funktion als (...) erstaunt. Gerade in Berücksichtigung des Umstands, 
dass er gemäss eigenen Angaben über eine zwölfjährige Schulbildung 
verfügt  und  während  13  Jahren  als  Lehrer  tätig  gewesen  sein  will, 
wäre  doch  zu  erwarten  gewesen,  dass  seine  entsprechenden 
Aussagen differenzierter und substanziierter ausgefallen wären, zumal 
sie sich – selbst auf konkrete Nachfrage – darin erschöpften, dass er 
Sitzungen geleitet  und die Jungen zur  Unterstützung der Opposition 
oder  zum Beitritt  aufgefordert  habe  (vgl.  vorinstanzliche  Akten,  A 8 
S. 5 und 7). Das zum Beleg seiner Parteizugehörigkeit nachgereichte 
Bestätigungsschreiben vermag an dieser Erkenntnis nichts zu ändern. 
So  ist  vorab  festzustellen,  dass  es  lediglich  in  der  Form  einer 
Telefaxkopie  vorliegt.  Zudem  bestätigt  dieses  eine  angebliche 
Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  beim  Ausschuss  der  suda-
nesischen kommunistischen Partei seit 1987, wogegen der Beschwer-
deführer selber bei den Anhörungen keine solche Ausschussmitglied-
schaft  seit  1987  geltend  gemacht  hat.  Vielmehr  hat  er  zu  Protokoll 
gegeben, dass er im Jahre 1987 Mitglied der Partei geworden, in den 

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ersten  Jahren  einfaches  Mitglied  und  danach,  beziehungsweise  seit 
1998 (...) seiner Region gewesen sei (A 8 S. 6, A 1 S. 6). Aus diesen 
Gründen  kann  dem  eingereichten  Bestätigungsschreiben  kein 
Beweiswert  beigemessen  werden,  und  es  erübrigt  sich,  den  angeb-
lichen Aussteller desselben, den Präsidenten des Parteiausschusses, 
als  Zeugen  einzuvernehmen.  Lediglich  ergänzend  kann  dazu  fest-
gehalten werden,  dass  vom Beschwerdeführer  anlässlich  der  durch-
geführten  Anhörungen  keine  entsprechenden  persönlichen  Kontakte 
zum  Präsidenten  des  Parteiausschusses  geltend  gemacht  worden 
sind,  was  zu  erwarten  gewesen  wäre,  hätten  sie  tatsächlich  be-
standen.

In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz ist ferner als 
nicht  nachvollziehbar  zu  bezeichnen,  dass  die  Sitzungen  der  ver-
botenen  kommunistischen  Partei  jeweils  ohne  besondere  Vorsichts-
massnahmen  abgehalten  worden  seien,  was  die  Zweifel  an  den 
politischen  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  und  einer  darin  be-
gründeten  Festnahme  bestätigt.  Die  Erklärung  des  Beschwerde-
führers,  wonach  Ort  und  Zeit  der  Versammlungen  aus  Sicherheits-
überlegungen bewusst  so  gewählt  worden seien,  kann nicht  als  ge-
nügende Vorsichtsmassnahmen bezeichnet werden,  sondern ist  viel-
mehr  als  Anpassung  an  den  entsprechenden  Vorhalt  des  BFM  zu 
qualifizieren.  Als  realitätsfremd  sind  sodann  die  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers zu bezeichnen, wie es ihm gelungen sei, aus dem 
Spital  zu  flüchten,  kann  doch  ohne  weiteres  davon  ausgegangen 
werden,  dass  ihm unter  den  gegeben  Umständen  eine  Flucht  nicht 
derart leicht gelungen wäre. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, 
genauer  auf  die  Vorhalte  der  Vorinstanz und die  Entgegnungen des 
Beschwerdeführers in Bezug auf die Geschichte der kommunistischen 
Partei  sowie die verhängten Parteiverbote einzugehen, vermag doch 
der Beschwerdeführer einzig daraus nichts zu seinen Gunsten abzu-
leiten.

4.6.2 Soweit  die  Bezeichnung  der  vom Beschwerdeführer  (zuerst  in 
Kopie und auf Beschwerdeebene im Original) eingereichten Nationali -
tätenbescheinigung betreffend kann festgehalten werden, dass diese 
gemäss  den  vorliegenden  Akten  – entgegen  den  Ausführungen  der 
Vorinstanz – vom Beschwerdeführer selber offenbar nicht ausdrücklich 
als  "Nationalitäten-  und Geburtsurkunde" bezeichnet  wurde. Die  ge-
nannte  Bezeichnung  befindet  sich  zwar  als  Inhaltsangabe  auf  der 
Beweismittelmappe (A9), woraus aber nicht geschlossen werden kann, 

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dass sie  vom Beschwerdeführer  selber  stammt. Vielmehr  ergibt  sich 
einerseits aus der Erstanhörung, dass dieses Dokument dort –  fälsch-
licherweise –  als  "Identitätskarte"  aufgeführt  wurde  (A 1  S. 4 f.). 
Andererseits bezeichnete der Beschwerdeführer dieses in der direkten 
Bundesanhörung – korrekt –  als  "certificat  de nationalité"  (A 8  S. 2). 
Soweit  die  Glaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen  beziehungsweise  die 
Asylgewährung  betreffend,  vermag  der  Beschwerdeführer  indessen 
daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. So enthält dieses Doku-
ment weder Angaben zum Geburts- noch zum Herkunfts- oder Wohn-
ort  des  Beschwerdeführers,  sondern  enthält  als  einzige  Ortsangabe 
den Ausstellungsort  des Dokuments,  was denn auch durch die  vom 
Beschwerdeführer  eingereichte Übersetzung bestätigt  wird. Die Aus-
stellung dieses Dokuments kann zudem offenbar bei jeder beliebigen 
Dienststelle  der Generaldirektion  für  Pässe,  Nationalität,  Immigration 
und Identitätskarten beantragt werden, so dass der Beschwerdeführer 
aus dem Ausstellungsort nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. 
Aufgrund der bestehenden Akten ist weiter zu schliessen, dass er sich 
in Bezug auf die Existenz einer Identitätskarte widersprochen hat und 
dass die Erklärung auf  Beschwerdeebene, es handle  sich dabei  um 
ein sprachliches Missverständnis angesichts der Klarheit, mit welcher 
ihm die entsprechende Frage von der Vorinstanz gestellt  worden ist,  
als  unbehelflich beurteilt  werden muss. Während er  bei  der  direkten 
Bundesanhörung verneint hat, jemals eine Identitätskarte beantragt zu 
haben, ergibt sich aus dem "certificat de nationalité", dass ihm am (...) 
eine Identitätskarte mit der Nummer (...) ausgestellt worden ist, was er  
auf  Beschwerdeebene  nicht  in  Abrede  stellt.  Ergänzend  kann 
festgehalten  werden,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  jeglicher 
Ausführungen  enthält,  wie  er  in  den  Besitz  des  Originals  der 
Nationalitätenbescheinigung  (wie  auch  der  weiteren  nachgereichten 
Beweismittel) gelangt sein will, oder weshalb es ihm nicht möglich sei, 
weitere Beweismittel,  beispielsweise seine Identitätskarte im Original 
beizubringen.

4.7 In  Würdigung  der  gesamten  Umstände  und  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers  sowie  der  durch  ihn  eingereichten  Beweismittel  ist 
zusammenfassend  festzustellen,  dass  dieser  keine  Gründe  nach 
Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft  machen kann und damit die 
Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfüllt  sind. Es erübrigt sich, auf  die weiteren Ausführungen und An-
träge  in  der  Beschwerde  sowie  die  eingereichten  Beweismittel  im 
Einzelnen einzugehen, da diese am Ausgang des Verfahrens nichts zu 

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ändern vermögen. Die Vorinstanz hat  demnach das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  zu  Recht  abgelehnt.  In  Bestätigung  der 
Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 29. März 
2007  kann  schliesslich  festgehalten  werden,  dass  seitens  des 
Bundesverwaltungsgerichts bisher zwar nicht konkret zum Antrag um 
Gewährung  einer  Nachfrist  zur  Nachreichung  von  Beweismitteln 
Stellung  genommen  wurde,  dass  es  sich  indessen  aufgrund  der 
bisherigen  Verfahrensdauer  erübrigt,  nachträglich  noch  darüber  zu 
befinden,  stand  doch  dem  Beschwerdeführer  zur  Beschaffung  von 
Beweismitteln genügend Zeit zur Verfügung.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheide  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Be-
schwerdeführer  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art.  5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements 
im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr 
des Beschwerdeführers in den Sudan ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Sudan  dort  mit  beachtlicher  Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde  (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 bis 127, mit wei-
teren Hinweisen). Auch die allgemeine, wenn auch in vielen Bereichen 
unbefriedigende,  Menschenrechtssituation  im  Sudan  lässt  den  Weg-
weisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  vorliegend  nicht  als  un-
zulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Weg-
weisung mithin  sowohl  im Sinne der  asyl-  als  auch der  völkerrecht-
lichen Bestimmungen zulässig.

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6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  – unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. 
März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  er  sei  sudanesischer 
Staatsangehöriger  aus  B._______/Süd-Darfur,  wo  er  seit  seiner 
Geburt gelebt habe, was von der Vorinstanz bestritten wird.

6.5.1 Darfur,  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Heimat-
region,  ist  seit  mehreren  Jahren  Schauplatz  eines  blutigen  Bürger-
krieges. Es herrscht eine Situation allgemeiner Gewalt, und der Vollzug 
der Wegweisung dorthin ist nicht zumutbar (EMARK 2006 Nr. 25).

6.5.2 Der Beschwerdeführer stützt sich in Bezug auf den geltend ge-
machten Herkunftsort insbesondere auf die von ihm eingereichte Na-
tionalitätenbescheinigung  sowie  die  eingereichten  Geburtsurkunden 
seiner Töchter. 

Gestützt  auf  die  Akten ist  es  nach Ansicht  des  Bundesverwaltungs-
gerichts zumindest als fraglich zu erachten, ob der Beschwerdeführer 
tatsächlich  aus  der  Darfur-Region  beziehungsweise  aus  B._______ 
stammt. So vermag er dies – entgegen seinen Vorbringen – durch die 
eingereichte  Nationalitätenbescheinigung  nicht  zu  belegen,  zumal 
diese  keine Angaben zu seinem Geburts-,  Herkunfts-  oder  Wohnort 
enthält (vgl. dazu oben E. 4.6.2). Zwar ergibt sich aus dem Dokument, 
dass  dieses  im  Jahre  1986  –  also  vor  24  Jahren  in  B._______ 
ausgestellt  wurde,  was  aber  die  einzige  Verbindung  zum  geltend 
gemachten  Herkunftsort  darstellt  und  somit  unter  Berücksichtigung 
obiger  Erwägungen  (vgl.  E.4.6.2  S.12)  keinen  Beweis  für  eine 
tatsächliche  Herkunft  des  Beschwerdeführers  aus  B._______  zu 
erbringen  vermag.  Soweit  er  sich  auf  die  eingereichten 
Geburtsurkunden  seiner  Töchter  beruft,  welche  seine  Herkunft 
ebenfalls  belegen  würden,  ist  festzustellen,  dass  sich  den  vom 
Beschwerdeführer  eingereichten  Übersetzungen  keine  Hinweise  auf 
seine  Herkunft  aus  B._______  entnehmen  lassen.  Der  Be-
schwerdeführer  begnügt  sich  diesbezüglich  mit  der  pauschalen  Be-

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gründung,  diese  Geburtsurkunden  seien  beweiskräftig,  ohne  anzu-
geben,  worauf  er  sich  dabei  genau stützt. Schliesslich  ergeben sich 
auch aufgrund der vagen und teilweise unzutreffenden Angaben des 
Beschwerdeführers zu seiner angeblichen Herkunftsregion Zweifel an 
der  geltend  gemachten  Herkunft.  Letztlich  braucht  die  Frage  des 
genauen Herkunftsortes des Beschwerdeführers indessen gestützt auf 
die  nachfolgenden  Erwägungen  nicht  restlos  geklärt  zu  werden. 
Entsprechend  erübrigt  es  sich,  die  vom  Beschwerdeführer  ein-
gereichte  Nationalitätenbescheinigung  zur  Begutachtung  dem  UNO-
Hochkommissariat für Flüchtlinge oder der Schweizer Botschaft vorzu-
legen oder betreffend den Beschwerdeführer eine sprachliche Unter-
suchung anzuordnen.

6.5.3 Unbesehen der genauen Herkunft des Beschwerdeführers kann 
festgehalten  werden,  dass  ihm  aufgrund  der  bestehenden  Nieder-
lassungsfreiheit im Sudan die Möglichkeit offensteht und auch zumut-
bar  ist,  sich  im  Sinne  einer  innerstaatlichen  Wohnsitzalternative  in 
einem  anderen  Teil  des  Staatsgebietes,  beispielsweise  in  Khartum, 
niederzulassen.  Den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
zufolge  besteht  ausserhalb  der  Region  Darfur  keine  Situation  all-
gemeiner  Gewalt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E-
6163/2006 vom 5. März 2010 E. 6.4.2), und es sind keine konkreten 
Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei einer 
Rückkehr in einen ausserhalb der Region Darfur gelegenen Gliedstaat 
einer  konkreten  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 4  AuG aus-
gesetzt  wäre.  Der  Wegweisungsvollzug  in  den  Sudan  erweist  sich 
damit als generell zumutbar.

6.5.4 Weiter sind sodann auch keine individuellen Gründe in der Per-
son des Beschwerdeführers ersichtlich,  die den Wegweisungsvollzug 
als unzumutbar erscheinen lassen würden. Es handelt sich bei ihm um 
einen laut Akten gesunden Mann arabischer Muttersprache, der über 
eine  abgeschlossene  12-jährige  Schulbildung  und  mehrjährige 
Erfahrung als Lehrer und Händler verfügt, was ihm bei einer Rückkehr 
in den Sudan von Nutzen sein kann. Weiter ist festzustellen, dass er 
– zumindest  vor  seiner  Ausreise –  in  Khartum  über  einen  guten 
Bekannten  verfügte,  welcher  ihm  denn  auch  das  für  die  Ausreise 
notwendige Geld zur Verfügung stellte (A 8 S. 12). Zudem konnte der 
Beschwerdeführer  während  des  Rekursverfahrens  Dokumente  aus 
dem  Heimatland  beschaffen  (unter  anderem  die  Nationalitätenbe-
scheinigung im Original, welche sich gemäss eigenen Aussagen des 

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Beschwerdeführers bei seiner Ehefrau im Heimatland befunden habe 
[vgl. A 8 S. 2],  und die  Geburtsurkunden  seiner  Kinder),  was darauf 
schliessen  lässt,  dass  er  über  bestehende  Kontakte  im  Heimatland 
verfügt,  welche  ihm  – sofern  erforderlich –  bei  einer  Rückkehr  zur 
Seite stehen können. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der 
Wegweisung auch als zumutbar.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser  Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Mit 
Zwischenverfügung  vom 29. November  2006  wurde  jedoch  das  Ge-
such des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen, so dass 
ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Migrationsbehörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand:

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