# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d7a01c6-9dc1-5b2a-8eb3-0e8cb817f270
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.04.2014 A-5907/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5907-2013_2014-04-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-5907/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  4 .  A p r i l  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Markus Metz (Vorsitz), 

Richter Daniel Riedo, Richterin Marie-Chantal May Canellas,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 

 

 
 

Parteien 

 
X._______ AG, …,   

vertreten durch Rechtsanwalt Jörg Zumstein, …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Zolltarif und Aus-

senhandelsstatistik, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Zolltarif (Veranlagung von Hosen). 

 

 

A-5907/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die von der X._______ AG (nachfolgend X._______) beauftragte Spediti-

onsfirma Z._______ AG meldete am 11. Mai 2012 gestützt auf die Verzol-

lungsinstruktion der X._______ vom 25. April 2012 der Zollstelle Embrach 

im Verfahren e-dec unter der Einfuhrzollanmeldung ***1 Beach Shorts, 

Eigenmasse 1'000 kg, Rohmasse 1'008 kg, statistischer Wert Fr. 20'104.-

-, Tarifnummer 6112.3100, Ansatz Fr. 426.--/q an. Das Selektionsergebnis 

durch das EDV-System lautete auf «gesperrt». Nach der Beschau bean-

standete die Zollstelle Embrach die Tarifnummer und nahm die Einfuhr-

veranlagung (provisorisch) nach dem statistischen Wert Fr. 20'517.--, Ta-

rifnummer 6204.6300, Ansatz Fr. 597.--/q vor. Die Zollkreisdirektion 

Schaffhausen bestätigte nach Überprüfung die Einreihung der Zollstelle 

Embrach durch Veranlagungsverfügung vom 11. Juni 2012. Die 

X._______ reichte dagegen am 9. Juli 2012 Beschwerde bei der Ober-

zolldirektion (OZD) ein, die sie am 23. August 2012 jedoch wieder zu-

rückzog. Am 29. Januar 2013 eröffnete die Zollkreisdirektion Basel in der 

gleichen Sache eine Zollstrafuntersuchung gegen A._______, den einzi-

gen und einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsrat der X._______. 

B.  

Eine nachträgliche Überprüfung von Einfuhrveranlagungen solcher Hosen 

ergab, dass diese Artikel auch mit der Veranlagung ***3 vom 16. März 

2011 mit der Tarifnummer 6211.1190 veranlagt worden waren. Am 

14. Februar 2013 teilte die Zollkreisdirektion Basel der X._______ mit, sie 

gedenke die Abgaben betreffend die Einfuhrveranlagung ***3 vom 

16. März 2011, Badehosen, Eigenmasse 680 kg, Rohmasse 850 kg, sta-

tistischer Wert Fr. 16'170.--, Tarifnummer 6211.1190, Ansatz Fr. 440.--/q 

im Umfang von Fr. 1'334.50 (zuzüglich Mehrwertsteuernachforderung und 

Verzugszins) nachzufordern. Nachdem die X._______ mit diesem Vorge-

hen nicht einig war, verfügte die Zollkreisdirektion Basel am 19. März 

2013 entsprechend. Die X._______ erhob am 22. April 2013 gegen die 

Nachforderungsverfügung bei der OZD Beschwerde. Die OZD wies die 

Beschwerde am 13. September 2013 ab, da die in Rede stehenden Ho-

sen in der Tarifnummer 6204.6300 einzureihen seien, und auferlegte der 

X._______ Verfahrenskosten von Fr. 600.--. 

A-5907/2013 

Seite 3 

C.  

Die X._______ (nachfolgend Beschwerdeführerin) reichte gegen den Be-

schwerdeentscheid der OZD vom 13. September 2013 am 17. Oktober 

2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein mit dem Begeh-

ren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die streit-

betroffenen Badehosen in der Tarifnummer 6211.1190 einzureihen, alles 

unter Kosten und Entschädigungsfolge. 

D.  

Die OZD nahm am 2. Dezember 2013 zu einzelnen Punkten in der Be-

schwerde Stellung und verwies im Übrigen auf den angefochtenen Be-

schwerdeentscheid vom 13. September 2013. 

E.  

Nachdem die Beschwerdeführerin am 9. Dezember 2013 um Aktenein-

sicht ersucht hatte, welche mit Verfügungen vom 11. Dezember 2013 und 

13. Januar 2014 gewährt wurde, nahm sie am 29. Januar 2014 Stellung. 

Die OZD reichte ihrerseits am 28. Februar 2014 eine Stellungnahme ein. 

F.  

Soweit entscheidrelevant wird das Gericht in den Erwägungen auf die 

Eingaben der Parteien zurückkommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-

verwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) gege-

ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor und der an-

gefochtene Entscheid stellt eine Verfügung im Sinn von Art. 5 VwVG dar. 

Die OZD ist zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts 

(Art. 33 VGG; vgl. auch Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 

2005 [ZG, SR 631.0]). Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht 

richtet sich dabei nach dem VwVG soweit das VGG nichts anderes be-

stimmt (Art. 37 VGG, Art. 2 Abs. 4 VwVG). Auf die mit der nötigen Be-

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schwerdeberechtigung (Art. 48 VwVG) sowie frist- und formgerecht 

(Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Beschwer-

deentscheid in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-

heben (Art. 49 Bst. c VwVG). 

1.3  

1.3.1 Die Vorschriften des VwVG finden gemäss dessen Art. 3 Bst. e auf 

das Verfahren der Zollveranlagung keine Anwendung. Dieser Dispens 

wird damit begründet, dass das Verfahren der Zollveranlagung im Inte-

resse eines flüssigen Personen- und Warenverkehrs möglichst zügig und 

einfach abgewickelt werden soll, was nach dem ordentlichen Prozedere 

nach VwVG nicht gewährleistet ist (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts A-2708/2013 vom 28. August 2013 E. 1.3; PIERRE 

TSCHANNEN, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-

gesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008 

[nachfolgend: Kommentar VwVG], Art. 3 N. 13; NADINE MAYHALL, in: 

Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2009 [nachfolgend: Praxiskom-

mentar], Art. 3 N. 38).  

1.3.2 Geht es dagegen nicht um die eigentliche Zollveranlagung, so findet 

das VwVG auch auf erstinstanzliche Verfahren vor den Zollbehörden er-

gänzend Anwendung, sofern das ZG keine entsprechenden Spezialbe-

stimmungen enthält (vgl. MARTIN KOCHER, in: Kocher/Clavadetscher, Zoll-

gesetz [ZG], Bern 2009 [nachfolgend: Kommentar ZG], Art. 116 N. 12). 

Was sodann das streitige Zollverfahren betrifft, so wird dieses im Zollge-

setz lediglich in den Grundzügen geregelt, nämlich bezüglich Anfech-

tungsobjekt, Zuständigkeit und Beschwerdefrist (Art. 116 Abs. 1 bis 3 ZG). 

Im Übrigen verweist Art. 116 Abs. 4 ZG ausdrücklich auf die allgemeinen 

Bestimmungen der Bundesrechtspflege. Auch auf das Beschwerdever-

fahren (inklusive das verwaltungsinterne vor der OZD) findet somit grund-

sätzlich die allgemeine Verfahrensordnung für die Verwaltungsrechtspfle-

ge des Bundes (VwVG) Anwendung (vgl. Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts A-770/2013 vom 8. Januar 2014 E. 2.1, A-4739/2012 vom 

9. Juli 2013 E. 1.4.2, A-53/2013 vom 3. Mai 2013 E. 1.3.2 und 

A-2890/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 1.3.2; REMO ARPAGAUS, Zoll-

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recht, in: Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches Bun-

desverwaltungsrecht, Band XII, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 447 ff.). 

1.4 Im Beschwerdeverfahren gelten grundsätzlich die Untersuchungsma-

xime, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist (vgl. 

zum Ganzen: ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/ 

Basel/Genf 2013, Rz. 144 und 1133 f.; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/ 

FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 

2010, Rz. 1623 ff.; ALFRED KÖLZ, Prozessmaximen im schweizerischen 

Verwaltungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff.), und der Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG; statt vieler: 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-817/2013 vom 7. Oktober 2013 

E. 2.2, A-469/2013 vom 27. September 2013 E. 2, A-956/2013 vom 

17. Juli 2013 E. 1.3; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 154 ff. und 1136; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1632 ff.). Allerdings ist es grund-

sätzlich nicht Sache der Rechtsmittelbehörden, den für den Entscheid er-

heblichen Sachverhalt von Grund auf zu ermitteln und über die tatsächli-

chen Vorbringen der Parteien hinaus den Sachverhalt vollkommen neu zu 

erforschen (BVGE 2007/27 E. 3.3; statt vieler: Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 1.3 mit weiteren Hin-

weisen). 

1.5  

1.5.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Anspruchs auf ein 

unabhängiges und unparteiisches Gericht. Eine Tarifauskunft vom 

27. April 2010, welche der Beschwerdeführerin erteilt worden sei, sei 

durch die Sachbearbeiterin B._______ unterzeichnet worden. Auch der 

vorliegende Beschwerdeentscheid sei durch B._______ erarbeitet wor-

den. Es sei offensichtlich, dass eine Sachbearbeiterin bei der Instruktion 

eines Beschwerdeverfahrens, in welchem die angefochtene Verfügung 

auf eine von der betreffenden Sachbearbeiterin selber verfasste Tarifaus-

kunft Bezug nehme, ihre eigene Auskunft kaum kritisch hinterfragen wer-

de. Daran ändere sich auch nichts, wenn sich die fragliche Tarifauskunft 

gar nicht auf die hier in Frage stehenden Badehosen beziehe. 

Zwar stellt die Beschwerdeführerin betreffend die geltend gemachte Ver-

letzung des Anspruchs auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht 

keinen Antrag, insbesondere beantragt sie keine Rückweisung an die 

OZD, doch setzt sie sich mit dieser vorgebrachten Verletzung in der Be-

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Seite 6 

schwerdeschrift ausführlich auseinander. Darauf ist im Folgenden einzu-

gehen. 

1.5.2 Gemäss Art. 10 VwVG muss eine Person, die eine Verfügung zu 

treffen oder diese vorzubereiten hat, in den Ausstand treten, wenn sie in 

der Sache befangen sein könnte. Neben verschiedenen speziellen Aus-

standsgründen (Art. 10 Abs. 1 Bst. a - c VwVG) hält Art. 10 Abs. 1 Bst. d 

einen Auffangtatbestand bereit, wonach eine Person in den Ausstand zu 

treten hat, wenn sie aus anderen Gründen in der Sache befangen sein 

könnte. Um welche Gründe es dabei handelt, ist jeweils unter den konkre-

ten Umständen des Einzelfalls zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_732/2008 vom 24. März 2009 E. 2.2.1, mit Hinweisen). Mit den 

Ausstandsregeln soll die objektive Beurteilung durch eine unparteiische 

und unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Ausstands-

vorschriften sind sowohl auf Personen anwendbar, welche einen Ent-

scheid alleine oder zusammen mit anderen zu fällen haben, als auch auf 

Personen, welche an einem Entscheid in irgendeiner Form mitwirken und 

auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können, sei es bera-

tend oder instruierend. Denn auch Personen, welche nicht über Ent-

scheidkompetenz im eigentlichen Sinn verfügen, können unter Umstän-

den auf die Entscheidfindung in erheblichem Umfang einwirken (vgl. [statt 

vieler] BGE 137 II 431 E. 5.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

B-253/2012 vom 8. März 2012 E. 3.1; BENJAMIN SCHINDLER, Die Befan-

genheit der Verwaltung, Zürich/Basel/Genf 2002, S. 74; RETO FELLER, in: 

Kommentar VwVG, Art. 10 N. 5 und 22 ff.). Für die Annahme von Zweifeln 

an der Unparteilichkeit genügen nach konstanter bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung Umstände, welche objektiv geeignet sind, den Anschein 

einer Voreingenommenheit oder einer Gefährdung der Unparteilichkeit 

aufkommen zu lassen. Das Misstrauen in die Unparteilichkeit muss objek-

tiv und durch vernünftige Gründe gerechtfertigt sein (vgl. BGE 127 I 196 

E. 2.b, 119 V 456 E. 5.b), wobei eine tatsächliche Befangenheit für den 

Ausstand nicht verlangt wird. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die 

bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit zu begründen 

vermögen (Urteile des Bundesgerichts 2C_583/2011 vom 25. Oktober 

2011 E. 4.1, B-234/2007 vom 31. Januar 2008 E. 4.3; zum Ganzen auch 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6143/2013 und A-6144/2013 

vom 3. Februar 2014 E. 2.2.1, B-7483/2010 vom 9. Juni 2011 E. 2; KÖLZ/ 

HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., N. 423 ff.). Für verwaltungsinterne Verfahren gilt 

nicht der gleich strenge Massstab wie gemäss Art. 30 der Bundesverfas-

sung vom 18. April 1999 der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, 

SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum 

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Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) für 

unabhängige richterliche Behörden (BGE 125 I 209 E. 8, 112 Ia 142 

E. 2.d, Urteil des Bundesgerichts 2C_732/2008 vom 24. März 2009 

E. 2.2.1). Ablehnungs- und Ausstandsbegehren gegen nichtrichterliche 

Justizpersonen bzw. gegen Personen, die an einem Verwaltungsent-

scheid in irgendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, sind 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Interesse einer beför-

derlichen Rechtspflege nicht leichthin gutzuheissen (Urteil des Bundesge-

richts 2C_732/2008 vom 24. März 2009 E. 2.2.1 mit Hinweisen; vgl. zum 

Ganzen: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-615/2012 vom 

14. Januar 2014 E. 3.1.1, B-4632/2010 vom 21. April 2011 E. 3.2 f. mit 

Hinweisen). 

1.5.3 Das Ausstandsbegehren ist zu stellen, sobald der Antragsteller von 

einem Ausstandsgrund Kenntnis erhält, wobei das verspätete Geltend-

machen gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstösst. Wer den 

Mangel nicht unverzüglich bei Kenntnisnahme bzw. bei erster Gelegen-

heit vorbringt, sondern sich stillschweigend auf ein Verfahren einlässt, 

verwirkt den Anspruch auf eine spätere Anrufung der vermeintlich verletz-

ten Ausstandsbestimmung (vgl. zum Ganzen BGE 132 II 485, E. 4.3; 

STEPHAN BREITENMOSER/MARION SPORI FEDAIL, in: Praxiskommentar, 

Art. 10 N. 98 mit weiteren Verweisen; FELLER, Kommentar VwVG, Art. 10 

N. 35). Demnach können Ausstandsgründe im Beschwerdeverfahren ge-

gen den Entscheid in der Hauptsache nur noch vorgebracht werden, 

wenn die Beschwerdeführerin vorher keine Kenntnis von ihnen hatte oder 

deren Geltendmachung aus anderen Gründen nicht möglich war (BREI-

TENMOSER/SPORI FEDAIL, Praxiskommentar, Art. 10 N. 112; Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-615/2012 vom 14. Januar 2014 E. 3.1.2). 

1.5.4 In den vorinstanzlichen Akten (act. 1/5 Paginiernummer 0 000004) 

liegt ein E-Mail der Beschwerdeführerin vom 23. Juli 2012 an Frau 

B._______. In diesem mit dem Logo und der Adresse der Beschwerde-

führerin versehenen E-Mail teilt A._______, der gemäss Handelsregister 

als Einziger für die Beschwerdeführerin zeichnungsberechtigt ist, 

B._______ mit, die Zollkreisdirektion Schaffhausen habe ihm mitgeteilt, er 

solle die Beschwerde direkt an B._______ richten («Die Zollkreisdirektion 

Schaffhausen hat mir mitgeteilt, die Beschwerde direkt an Sie zu richten 

Oberzolldirektion, daher habe ich das nach Bern gesandt.»). Da das E-

Mail mit Logo und Adresse der Beschwerdeführerin versehen war, ist da-

von auszugehen, dass A._______ hier für die Beschwerdeführerin han-

delte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste die Beschwerdeführerin 

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Seite 8 

damit davon ausgehen, dass B._______, die schon die Tarifauskunft vom 

27. April 2010 (act. 1/21/4) erteilt hatte, auch mit der Behandlung allfälli-

ger Beschwerden zu tun haben würde. Auch die verbindliche Zolltarifaus-

kunft vom 22. August 2012 (act. 1/5 Paginiernummer 0 000017), welche 

die Oberzolldirektion aufgrund der Beschwerde der Beschwerdeführerin 

vom 9. Juli 2012 (Sachverhalt Bst. A) hin erlassen hatte, war von 

B._______ unterschrieben. Die Beschwerdeführerin hätte demnach be-

reits zu einem früheren Zeitpunkt und nicht erst mit der Beschwerde ans 

Bundesverwaltungsgericht einen Ausstandsgrund geltend machen kön-

nen. Dass die rechtzeitige Geltendmachung der Befangenheit aus ande-

ren Gründen nicht möglich war, ist weder ersichtlich noch wurde dies gel-

tend gemacht. Somit ist die Berufung auf einen Ausstandsgrund verwirkt 

und zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zulässig (BGE 118 Ia 282 E. 3.a). 

Damit ist nicht darauf einzugehen, ob überhaupt ein Ausstandsgrund vor-

gelegen hätte. 

1.6  

1.6.1 In ihrer Stellungnahme zur Vernehmlassung rügt die Beschwerde-

führerin zudem eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, weil ins-

besondere eine Aktennotiz erst im Nachhinein erstellt worden sei (konkret 

handelt es sich um Bilder der angeblich eingeführten Hosen) und sie sich 

dazu im vorinstanzlichen Verfahren nicht habe äussern können. 

Der OZD dürfte recht zu geben sein, wenn sie vorbringt, die Beschwerde-

führerin sei darüber informiert gewesen, dass die Hosen fotografiert wor-

den waren. Da sich diese Aktennotiz – wie zu zeigen sein wird – jedoch 

weder zu Gunsten noch zu Ungunsten der Beschwerdeführerin auswirkt 

(E. 4.2.4), muss hierauf nicht eingegangen werden. 

1.6.2 Eine weitere Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes rügt die 

Beschwerdeführerin, indem sie geltend macht, es sei nicht klar, welche 

Hosen überhaupt wann eingeführt worden seien. 

Im Parallelverfahren (A-5558/2013) zum vorliegenden Fall, in dem der 

Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin ins Recht gefasst wird, wurde ein 

Exemplar einer solchen Hose eingereicht. Die Zollverwaltung bestätigte 

dort implizit, dass es sich um ein Exemplar einer solchen Hose handle 

(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5558/2013 vom 4. April 

2014 E. 4.1). Da es in beiden Verfahren (A-5558/2013 und dem vorlie-

genden) um dieselben Importe geht, kann darauf abgestellt werden. Da 

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Seite 9 

somit klar ist, um welche Hosen es sich handelt, ist auf die Rüge der Be-

schwerdeführerin nicht weiter einzugehen. 

2.  

2.1  

2.1.1 Die Gesetzgebung über Zölle und andere Abgaben auf dem grenz-

überschreitenden Warenverkehr ist Sache des Bundes (Art. 133 BV). Wa-

ren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, sind 

zollpflichtig und müssen nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz 

vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden (Art. 7 ZG). Die 

Ein- und Ausfuhrzölle werden durch den Zolltarif festgesetzt. Dieser ist in 

einem separaten Erlass, dem ZTG, enthalten. Art. 1 ZTG schreibt vor, 

dass alle Waren, die über die schweizerische Zollgrenze ein- und ausge-

führt werden, nach dem Generaltarif zu verzollen sind, welcher in den 

Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten ist. 

2.1.2 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. Art. 3 ZTG) ist ein unter Beach-

tung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung der na-

tionalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält die 

Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvorschrif-

ten, die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie sie 

grösstenteils im GATT/WTO-Abkommen (Abkommen vom 15. April 1994 

zur Errichtung der Welthandelsorganisation, SR 0.632.20, für die Schweiz 

in Kraft seit 1. Juli 1995; mit Anhängen) konsolidiert wurden. Die Struktur 

des Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen Über-

einkommens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur Be-

zeichnung und Codierung der Waren (nachfolgend: HS-Übereinkommen, 

SR 0.632.11; zu diesem Übereinkommen auch unten E. 2.2). Der 

Gebrauchstarif (vgl. Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Generaltarif 

und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen und von auto-

nomen Massnahmen ermässigten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Er-

lassen festgelegten gültigen Zollansätze (vgl. zum Ganzen auch Bot-

schaft vom 19. September 1994 zu den für die Ratifizierung der 

GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-Runde] notwendigen Rechtsan-

passungen, BBl 1994 IV 950, S. 1004 f.; vgl. auch Botschaft vom 

22. Oktober 1985 betreffend das Internationale Übereinkommen über das 

Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren [HS] 

sowie über die Anpassung des schweizerischen Zolltarifs, BBl 1985 III 

357, S. 377 f.; vgl. auch Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.1.2, A-662/2013 vom 

16. Oktober 2013 E. 2.2.1, A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 2.2.1, 

A-5907/2013 

Seite 10 

A-829/2011 vom 30. Dezember 2011 E. 2.4.1, A-3197/2009 vom 10. Mai 

2011 E. 2.1.1, A-8527/2007 vom 12. Oktober 2010 E. 2.5.1.1). 

2.1.3 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts 

(AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die Sammlungen 

des Bundesrechts und das Bundesblatt [Publikationsgesetz, PublG, SR 

170.512]). Der Generaltarif kann jedoch mitsamt seinen Änderungen bei 

der OZD eingesehen oder im Internet (unter www.ezv.admin.ch bzw. 

www.tares.ch) konsultiert werden. Dasselbe gilt für den Gebrauchstarif 

(Art. 15 Abs. 2 und Anhänge 1 und 2 ZTG; Fn. 30 zum ZTG). Trotz feh-

lender Veröffentlichung in der AS kommt dem Generaltarif Gesetzesrang 

zu (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-525/2013 vom 

25. November 2013 E. 2.1.3, A-662/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 2.2.2, 

A-606/2012 vom 24. Januar 2013 E. 4.2, A-5151/2011 vom 2. Oktober 

2012 E. 2.2.2, A-1217/2011 vom 29. Februar 2012 E. 2.1; zum Ganzen: 

THOMAS COTTIER/DAVID HERREN, in: Kommentar ZG, Einleitung Rz. 96 

ff.). 

2.2  

2.2.1 Die Schweiz ist Vertragsstaat des HS-Übereinkommens. Das HS-

Übereinkommen ist für die Schweiz am 1. Januar 1988 in Kraft getreten. 

Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen mit dem 

Harmonisierten System (HS) in Übereinstimmung zu bringen und beim 

Erstellen der nationalen Tarifnomenklatur alle Nummern und Unternum-

mern des HS sowie die dazugehörenden Codenummern zu verwenden, 

ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu ändern. Sie sind verpflichtet, die 

allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des HS sowie alle Abschnitt-, 

Kapitel- und Unternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den 

Geltungsbereich der Abschnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern 

des HS nicht verändern und haben die Nummernfolge des HS einzuhal-

ten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens). 

2.2.2 Die Nomenklatur des HS bildet somit die systematische Grundlage 

des Schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 

achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit ge-

genüber der sechsstelligen Nomenklatur des HS um zwei Stellen verfei-

nert ist. Daraus folgt, dass die schweizerische Nomenklatur bis zur sechs-

ten Ziffer völkerrechtlich bestimmt ist. Die siebte und achte Position bilden 

schweizerische Unternummern, denen grundsätzlich ebenso Gesetzes-

rang zukommt, soweit sie mit Erlass des ZTG geschaffen worden sind. 

A-5907/2013 

Seite 11 

Da sowohl Bundesgesetze als auch Völkerrecht für die Zollverwaltung 

und alle anderen Rechtsanwender massgebendes Recht darstellen, ist 

diesfalls das Bundesverwaltungsgericht an die gesamte achtstellige No-

menklatur gebunden (Art. 190 BV; vgl. statt vieler: Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.2.2, 

A-1217/2011 vom 29. Februar 2012 E. 2.2.2, A-1942/2011 vom 18. No-

vember 2011 E. 2.2.2, A-8527/2007 vom 12. Oktober 2010 E. 2.6.1, 

A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.4; vgl. auch ARPAGAUS, a.a.O., 

Rz. 578). 

2.2.3 Die Vertragsstaaten des genannten Übereinkommens beabsichti-

gen eine einheitliche Auslegung und Anwendung des HS (vgl. Art. 7 Ziff. 1 

Bst. b und c und Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkommens). Hierzu dienen 

u.a. die «Avis de classement» (nachfolgend: Einreihungsavisen) und die 

«Notes explicatives du Système Harmonisé» (nachfolgend: Erläuterun-

gen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Zoll-

wesens (Weltzollrat) auf Vorschlag des Ausschusses des Harmonisierten 

Systems genehmigt worden sind (Art. 1 Bst. e und f in Verbindung mit 

Art. 7 Ziff. 1 Bst. a - c in Verbindung mit Art. 8 Ziff. 2 und 3 des Überein-

kommens). Diese Vorschriften sind als materiell internationales (Staats-

vertrags-)Recht für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Die Ver-

tragsstaaten haben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des 

Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung der Er-

läuterungen und Einreihungsavisen zu veranlassen (vgl. statt vieler: Urtei-

le des Bundesverwaltungsgerichts A-525/2013 vom 25. November 2013 

E. 2.2.3, A-662/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 2.3.2, A-5151/2011 vom 

2. Oktober 2012 E. 2.3.2, A-1217/2011 vom 29. Februar 2012 E. 2.2.3 je 

mit Hinweisen). 

2.3  

2.3.1 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art, Menge und Beschaf-

fenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt 

worden ist. Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann ab-

zustellen, wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskrite-

rium ausdrücklich festgehalten ist (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.3 auch zum Folgenden, 

A-662/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 2.4.1, A-5151/2011 vom 2. Oktober 

2012 E. 2.4.1, A-1217/2011 vom 29. Februar 2012 E. 2.3.1, A-642/2008 

vom 3. März 2010 E. 2.3.1, A-1734/2006 vom 10. Juli 2009 E. 2.3.1). 

A-5907/2013 

Seite 12 

2.3.2 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen 

Zollbehörden angewendeten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung 

des Harmonisierten Systems» (AV) übereinstimmend mit den «Allgemei-

nen Vorschriften für die Auslegung des HS» des offiziellen Textes des 

Übereinkommens in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung einer Ware der 

Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen so-

wie die weiteren Allgemeinen Vorschriften, soweit diese dem Wortlaut der 

Nummern und der Anmerkungen nicht widersprechen, massgebend sind. 

Bei der Bestimmung der zutreffenden Tarifnummer ist somit stufenweise 

in der gesetzlich festgelegten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – All-

gemeine Vorschriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist im-

mer erst dann heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht 

zum Ziel geführt, das heisst keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat 

(vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-662/2013 vom 16. Oktober 

2013 E. 2.4.2, A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 2.4.2, A-1217/2011 

vom 29. Februar 2012 E. 2.3.2 je mit zahlreichen Hinweisen). 

2.4 Die Tarifeinreihungen ausländischer Zollbehörden sind für die schwei-

zerische Zollverwaltung formell nicht verbindlich. Allerdings müssen sach-

lich überzeugende Gründe vorliegen, damit die Schweizerische Zollver-

waltung ein identisches Produkt anders qualifiziert, als dies Zollverwal-

tungen der EU-Staaten – gestützt auf Verordnungen der EU-Kommis-

sion – tun (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-662/2013 vom 

16. Oktober 2013 E. 2.5, A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 2.5, 

A-1217/2011 vom 29. Februar 2012 E. 2.4 je mit Hinweisen; MICHAEL 

BEUSCH, Der Einfluss «fremder» Richter – Schweizer Verwaltungsrechts-

pflege im internationalen Kontext, in: Schweizerische Juristenzeitung 

[SJZ] Nr. 109/2013 S. 349 ff., S. 356). Gleiches muss auch für die Einrei-

hung durch die zuständigen US-Behörden gelten, sind die Vereinigten 

Staaten von Amerika (USA) doch ebenfalls Vertragsstaat des HS-Über-

einkommens (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-525/2013 vom 

25. November 2013 E. 2.4). 

3.  

Im vorliegenden Verfahren ist strittig, ob die eingeführten Hosen unter die 

Tarifnummer 6204.6300 (so die OZD) oder unter die Tarifnummer 

6211.1190 (so die Beschwerdeführerin) einzureihen sind. 

Nicht mehr zur Diskussion steht die Tarifnummer 6112.3100, welche von 

der Beschwerdeführerin ebenfalls verwendet wurde (Sachverhalt Bst. A).  

A-5907/2013 

Seite 13 

Die Parteien sind sich einig, dass die Hosen in den Abschnitt XI «Spinn-

stoffe und Waren daraus» und hier unter das Kapitel 62 «Bekleidung und 

Bekleidungszubehör, weder gewirkt noch gestrickt» fallen. Das Bundes-

verwaltungsgericht hat keine Veranlassung, an der Rechtmässigkeit die-

ser Auffassung zu zweifeln. 

3.1 Dem schweizerischen Gebrauchstarif war im Zeitpunkt der Einfuhr 

der strittigen Produkte Folgendes zu entnehmen: 

6204 Kostüme (Tailleurs), Ensembles, Jacken, Kleider (Rö-

cke), Jupes, Hosenjupes, lange Hosen, Latzhosen, 

Kniebundhosen und kurze Hosen (andere als Badeho-

sen), für Frauen oder Mädchen: 

- lange Hosen, Latzhosen, Kniebundhosen und kurze 

Hosen 

6204.6300 -- aus synthetischen Fasern 

  

6211 Trainingsanzüge, Skianzüge und Skiensembles, Bade-

anzüge und -hosen; andere Bekleidung: 

- Badeanzüge und -hosen 

6211.11 -- für Männer oder Knaben: 

6211.1190 --- aus anderen Spinnstoffen 

 

Bereits hier kann festgehalten werden, dass aus diesen Tarifnummern 

(wie auch den Eingaben der Parteien) hervorgeht, dass es insbesondere 

um zwei Fragestellungen geht, nämlich einerseits um die Frage, ob es 

sich bei den importierten Hosen im Sinn des Zolltarifs um Herren- (so die 

Beschwerdeführerin) oder Damenbekleidung (so die OZD) handelt, und 

andererseits um die Frage, ob es sich um Badehosen (so die Beschwer-

deführerin) oder um kurze Freizeithosen (so die OZD) handelt. Im Fol-

genden werden daher nur die für diese Fragen relevanten Bestimmungen 

aufgeführt. 

3.2 Die Erläuterungen (D.6) zu Kapitel 62 verweisen unter dem Titel «Un-

terscheidung Männer-/Knabenbekleidung / Frauen-/Mädchenbekleidung» 

auf die Anmerkung 8 zu Kapitel 62 (dazu E. 3.3). Zudem wird festgehal-

ten, dass die dementsprechenden Schweizerischen Erläuterungen zum 

Kapitel 61 mutatis mutandis für das Kapitel 62 gelten. 

A-5907/2013 

Seite 14 

Dort (in den Erläuterungen zu Kapitel 61) steht unter dem Titel «Allge-

meines»: 

«In Anwendung der Bestimmungen der Anmerkung 9 zu diesem Kapitel gel-

ten Bekleidungen, die auf der Vorderseite eine Öffnung aufweisen, deren 

zwei Teile sich links über rechts schliessen oder übereinanderlegen, als Be-

kleidung für Männer oder Knaben. Wenn sich die besagte Öffnung rechts 

über links schliesst oder übereinanderlegt, gelten diese Kleidungsstücke als 

Bekleidung für Frauen oder Mädchen. 

Diese Bestimmungen gelten nicht in dem Fall, wo der Schnitt eines Klei-

dungsstückes eindeutig anzeigt, dass es für das eine oder das andere Ge-

schlecht bestimmt ist. Bekleidung, die nicht als Männer- oder Knabenklei-

dung oder als Frauen- oder Mädchenkleidung erkennbar ist, wird als Beklei-

dung für Frauen oder Mädchen eingereiht.» 

Unter der Überschrift «Unterscheidung Männer-/Knabenbekleidung / 

Frauen-/Mädchenbekleidung» steht: 

«Die Unterscheidung zwischen Männer- und Knabenbekleidung einerseits 

und Frauen- oder Mädchenbekleidung andererseits ist in Anmerkung 9 zu 

diesem Kapitel und in den vorstehenden Erläuterungen geregelt. 

Bei der Beurteilung aufgrund des Verschlusses ist zu beachten, dass Besät-

ze, wie Kragenverschlusslaschen und dgl. keine charakterbestimmenden 

Merkmale darstellen. Bei mehreren übereinanderliegenden Verschlussvor-

richtungen ist auf den äussersten Verschluss abzustellen. 

Schnittmerkmale, welche eine Einreihung entgegen der Verschlussart bedin-

gen oder die eindeutig anzeigen, dass ein Kleidungsstück für das eine oder 

andere Geschlecht bestimmt ist (gemäss Anm. 9/61 und 8/62, 1. Abs., letzter 

Satz), können z.B. sein: 

- Brusteinnäher: 

Bekleidung mit speziell an den weiblichen Körperbau angepassten Brust-

einnähern gilt als Frauen- oder Mädchenkleidung. 

- Oberweite/Brustumfang: 

Frauenkleidung kann im Rücken schmäler und über der Brust breiter 

sein als gleichartige Bekleidung für Männer mit demselben Brustumfang. 

Kleidung, die weder aufgrund des Verschlusses noch aufgrund anderer 

Schnittmerkmale als Männer- oder Knabenkleidung bzw. als Frauen- oder 

Mädchenkleidung erkennbar ist, wird als Bekleidung für Frauen oder Mäd-

chen eingereiht.» 

Die Erläuterungen zur Tarifnummer 6204 verweisen auf die Erläuterungen 

zu Tarifnummer 6104. Dort wird neben anderen (für den vorliegenden Fall 

nicht relevanten) Erläuterungen auf die Tarifnummer 6103 verwiesen, 

A-5907/2013 

Seite 15 

welche sich für die vorliegenden Fragen allerdings ebenfalls nicht als re-

levant erweisen. 

Die Erläuterungen zur Tarifnummer 6211 verweisen für Badeanzüge und 

-hosen (und nur um die geht es vorliegend in Bezug auf diese Tarifnum-

mer) auf die Erläuterungen zu Tarifnummer 6112. Allerdings wird dort un-

ter Bst. C) einzig festgehalten, dass Badeanzüge auch gummielastisch 

sein können. 

3.3 Die Anmerkung 8 zu Kapitel 62 lautet: 

«Bekleidung dieses Kapitels, die auf der Vorderseite einen links über rechts 

schliessenden Verschluss aufweist, gilt als Bekleidung für Männer oder Kna-

ben; solche, die auf der Vorderseite einen rechts über links schliessenden 

Verschluss aufweist, wird als Bekleidung für Frauen oder Mädchen einge-

reiht. Diese Bestimmungen gelten nicht in dem Fall, wo der Schnitt eines 

Kleidungsstückes eindeutig anzeigt, dass es für das eine oder das andere 

Geschlecht bestimmt ist. 

Bekleidung, die nicht als Männer- oder Knabenkleidung oder als Frauen- 

oder Mädchenkleidung erkennbar ist, wird als Bekleidung für Frauen oder 

Mädchen eingereiht.» 

Die Anmerkung 9 zu Kapitel 61, auf die in den Erläuterungen (E. 3.2) hin-

gewiesen wurde, hat denselben Wortlaut. 

3.4 Den Einreihungsavisen lässt sich für den vorliegenden Fall nichts 

entnehmen. 

3.5 Die OZD verweist schliesslich auf das Amtsblatt der Europäischen 

Union (EU) vom 6. Mai 2011 (C 137). Soweit ersichtlich erweisen sich hier 

einzig die Erläuterungen zu den Tarifnummern 6112 31 10 bis 6112 39 90 

als möglicherweise relevant. Dort heisst es unter dem Titel «Badeanzüge 

und Badehosen, für Männer oder Knaben» unter anderem (S. 238): 

«Badeshorts sind Kleidungsstücke, deren allgemeines Aussehen, Schnitt 

und Stoffbeschaffenheit erkennen lassen, dass sie dazu bestimmt sind, aus-

schließlich oder im Wesentlichen als Badehosen und nicht als ‹kurze Hosen› 

der Position 6103 oder 6104 getragen zu werden. Im Allgemeinen bestehen 

sie ganz oder überwiegend aus Chemiefasern. 

Badeshorts müssen alle folgenden Merkmale aufweisen: 

- mit doppelter Verarbeitung oder mit Innenfutter im Vorderteil oder Schritt; 

- Eng im Taillenbereich (z. B. mit Kordelzug oder einem durchgehend 

elastischen Taillenbund). 

A-5907/2013 

Seite 16 

Badeshorts können Taschen haben, vorausgesetzt, dass 

- die Außentaschen ein festes Verschlusssystem haben (sie müssen bei-

spielsweise einen Reiß- oder Klettverschluss haben, der die Tasche voll-

ständig verschließt, d. h. sie dürfen nicht nur punktuelle Verschlüsse 

aufweisen); 

- die Innentaschen mit demselben festen Verschlusssystem versehen sind 

wie die oben genannten Außentaschen. Innentaschen können jedoch, 

wenn sie am Bund befestigt sind, nur mit einem Überlapp-

Verschlusssystem versehen sein, wenn dieses den vollständigen Ver-

schluss der Taschenöffnung gewährleistet. 

Badeshorts dürfen keines der folgenden Merkmale aufweisen: 

- eine Öffnung im vorderen Bereich, selbst wenn sie durch ein Verschluss-

system verschlossen werden kann; 

- eine Öffnung an der Taille, selbst wenn sie durch ein Verschlusssystem 

verschlossen werden kann.» 

Die Auffassung der Europäischen Union ist für die Schweiz nicht bindend, 

doch sollte, um dem Gedanken der Vereinheitlichung des Harmonisierten 

Systems Nachachtung zu verschaffen, nicht ohne Not davon abgewichen 

werden (E. 2.4). 

3.6 Gemäss der US-Zollbehörde (U.S. customs and border protection), 

die sich ihrerseits auf den United States Court of International Trade 

stützt (Hampco Apparel, Inc. v. United States, 12 CIT 92 [1988]), müssen 

Kleider, um als Schwimmkleider und nicht als kurze Hosen zu gelten, fol-

gende Eigenschaften aufweisen (hier zitiert aus HQ 955009 vom 

29. November 1993; auch zu finden in NY M87238 vom 14. November 

2006; beide zu finden unter http://rulings.cbp.gov/index.asp, letztmals be-

sucht am 14. März 2014): 

1. Die Kleidung verfügt über einen elastischen Bund, durch den eine Kordel 

gezogen ist («has an elasticized waistband through which a drawstring is 

threaded»). 

2. Die Kleidung hat ein Innenfutter aus leichtem Material, namentlich Nylon 

Trikot («has an inner lining of lightweight material, namely, nylon tricot»). 

3. Die Kleidung muss zum Schwimmen konzipiert und hergestellt sein 

(«designed and constructed for swimming»). 

4.  

4.1 Was die Beschaffenheit der Hosen anbelangt, deren Tarifierung vor-

liegend im Streit liegt, hält die OZD im Beschwerdeentscheid vom 

13. September 2013 dazu gestützt auf den Zollbefund zur Einfuhrzollan-

meldung ***1 vom 11. Mai 2012 fest, es handle sich um «Beach Shorts, 

A-5907/2013 

Seite 17 

gewoben, aus 100% Polyester (gem. Etikette) mit Netz-Innenslip, breitem 

Bund mit Gummizug, Bindekordel, ohne Öffnung auf der Vorderseite, je-

doch Männer-Öffnung mittels Absteppung angedeutet, zwei seitliche Ein-

griffstaschen, eine an der rechten Seite angenähte Tasche mit zwei Klett-

verschlüssen und drei kleinen Ablauflöchern (Metallösen, weiss); diverse 

Grössen, Farbe: weiss/ schwarz/blau und weiss/grün; Marke […]; Artikel 

[…], jede Hose einzeln verpackt in durchsichtigem Plastiksack.» Gemäss 

der ebenfalls im Beschwerdeentscheid vom 13. September 2013 genann-

ten Aktennotiz vom 30. April 2013 zum Untersuchungsbericht der Zoll-

kreisdirektion Basel handelt es sich um «Hosen gewoben, aus syntheti-

schen Filamentgarnen, mit breitem Bund und eingezogener Bindekordel, 

auf der Vorderseite ohne Öffnung, mit zwei eingeschnittenen Lendenta-

schen ohne Verschluss und einer aufgesetzten Gesässtasche, mit Innen-

slip; grün kariert». 

Zwar mögen diese beiden Beschreibungen, wie die Beschwerdeführerin 

geltend macht, nicht gleich lauten. Letztere bringt insbesondere vor, sie 

fielen durch völlig unterschiedliche Detaillierung auf. Die beiden Be-

schreibungen lassen sich aber durchaus in Einklang bringen. Für die 

nachfolgenden Erwägungen erweisen sich die Unterschiede in den Be-

schreibungen ohnehin nicht als ausschlaggebend, weshalb hier nicht wei-

ter darauf eingegangen werden muss. Beide Beschreibungen stimmen 

zudem mit dem zusammen mit der Beschwerde im Parallelverfahren 

A-5558/2013 eingereichten Exemplar einer solchen Hose überein (wobei 

es sich dabei um ein grünes Modell handelt; vgl. hierzu auch E. 1.6.2). 

4.2 Wie bereits zuvor erwähnt (E. 3.1) geht es vorliegend um die zwei 

Fragen, ob es sich bei den Hosen um solche für Herren oder solche für 

Damen handelt und ob es sich um eigentliche Badehosen handelt oder 

um kurze Hosen. Dabei ist die Bezeichnung der Hosen ebenso wenig 

ausschlaggebend wie deren Verwendung in einem Einzelfall. Die Fest-

stellung, dass Badehosen auch ausserhalb des Wassers getragen wer-

den können und mit allen möglichen Kleidern gebadet werden kann, ist 

nicht zielführend. 

4.2.1 Die OZD stützt ihre Annahme, dass es sich um Damenhosen han-

delt, auf Anmerkung 8 zu Kapitel 62 (siehe dazu E. 3.3). Sie hält fest, 

dass die in Frage stehenden Shorts weder einen Verschluss noch andere 

Schnittmerkmale aufwiesen, welche die Geschlechtsbestimmung eindeu-

tig anzeigen würden. Daraus schliesst sie, dass gemäss der genannten 

Anmerkung 8 die Hosen, die demnach weder als Bekleidung für Männer 

A-5907/2013 

Seite 18 

noch als solche für Frauen erkennbar seien, als Bekleidung für Frauen 

einzureihen seien. In der Vernehmlassung fügt sie hinzu, ein vorhande-

nes Innennetz sei kein ausschlaggebendes (Schnitt-)Merkmal für Hosen 

der Nummer 6203/04. 

4.2.2 Die Beschwerdeführerin erklärt demgegenüber, sogar die OZD ge-

he mit ihrem Hinweis, dass eine «Männer-Öffnung» mittels Absteppung 

angedeutet worden sei, davon aus, dass es sich um ein Bekleidungsstück 

für Männer oder Knaben handle. 

4.2.3 Der Tariftext als solcher hilft für die Frage, ob es sich um Damen- 

oder Herrenhosen handelt, nicht weiter. Dieser setzt die entsprechende 

Zuteilung voraus. 

Den Erläuterungen (E. 3.2) ist zu entnehmen, dass als Herrenkleidung 

solche gilt, deren Verschluss links über rechts schliesst. Weiter geht aus 

ihnen hervor, dass dem Schnitt eines Kleidungsstücks grosse Bedeutung 

beigemessen wird, denn nur, wenn aufgrund dessen nicht erkennbar ist, 

ob es als Männer- oder Frauenkleidung konzipiert ist, wird es als Frauen-

bekleidung eingestuft. Wenn der Schnitt zu einem eindeutigen Ergebnis 

führt, kommt auch die Regel betreffend den Verschluss nicht zur Anwen-

dung. Einzig für Oberteile, nicht jedoch für Hosen, halten die Erläuterun-

gen einige Hinweise betreffend Schnitt bereit. Die Anmerkungen (E. 3.3) 

gehen nicht über die Erläuterungen hinaus. 

4.2.4 Die im Parallelverfahren als Anschauungsobjekt eingereichte Hose 

erscheint auf den ersten Blick ohne Weiteres, insbesondere aufgrund der 

Form, als Herrenhose. 

Zudem haben die fraglichen Hosen zwar keine Öffnung, es ist aber ein 

Herrenverschluss mittels Absteppung angedeutet, was zumindest ein 

Hinweis darauf ist, dass die Hosen für Männer konzipiert sind. Diese Ab-

steppung macht bei Frauenhosen schlicht keinen Sinn. Zudem sind die 

Hosen weiter geschnitten, als dies bei Frauenhosen in der Regel der Fall 

ist. Die Farbgebung allein kann zwar kein entscheidendes Kriterium sein, 

doch lässt das grüne karoähnliche Muster eher auf Herrenkleidung 

schliessen. Gleiches gilt im Übrigen für die blaue Hose, die in der Akten-

notiz vom 30. April 2014 auf einem Foto zu finden ist. Auch das ebenfalls 

als Foto in der genannten Aktennotiz festgehaltene Blumenmuster auf der 

Hose spricht nicht per se für eine Frauenhose. Zudem ist nicht klar, ob ein 

Teil der konkret zu beurteilenden Hosen überhaupt dieses letztgenannte 

A-5907/2013 

Seite 19 

Muster aufwies. Jedenfalls wird diese Farbgebung im Beschwerdeent-

scheid vom 13. September 2013 nicht erwähnt. Auch das Innennetz weist 

– zwar nicht zwingend, aber doch eher – auf eine Herrenhose hin. Dem-

gegenüber finden sich keine Merkmale, die auf eine Damenhose schlies-

sen liessen. Solche werden auch von der OZD nicht genannt. 

Da insbesondere das Schnittmuster und die Ausstattung klar auf eine 

Herrenhose hinweisen, muss auf die von der Zollverwaltung angerufene – 

subsidiäre – Bestimmung, dass Kleidung, die weder eindeutig als Män-

ner- noch als Frauenkleidung erkenntlich ist, als Frauenkleidung einge-

stuft wird, gar nicht zurückgegriffen werden. Bei den fraglichen Hosen 

handelt es sich um Herrenhosen. 

4.3  

4.3.1 Nach konstanter Praxis der OZD qualifizierten sich nur diejenigen 

kurzen Hosen als Badehosen, welche aufgrund ihrer Eigenschaften aus-

schliesslich oder vorherrschend als Badehosen verwendet würden. Dies 

sei – so die OZD – z.B. bei Hosen, die eine vom Bund ausgehende Öff-

nung und/oder nicht verschliessbare (Lenden-)taschen aufwiesen, nicht 

der Fall. Diese Praxis decke sich mit derjenigen der EU (zu den Erläute-

rungen der EU E. 3.5). Könnten solche Hosen unterschiedslos als Frei-

zeit- oder Badehose getragen werden, schliesse dies eine Tarifierung in 

die Nummer 6211 aus. In der Vernehmlassung erklärt die OZD zudem, 

das Vorhandensein von Ablauflöchern bei einer Tasche könne nicht rele-

vant sein. Zudem trügen auch gewisse Freizeit- und insbesondere Sport-

hosen Innennetze. 

4.3.2 Hierzu ist die Beschwerdeführerin der Auffassung, dass die Hose, 

unvoreingenommen betrachtet, als Badehose wahrgenommen werde. Die 

Hose weise eine seitlich aufgesetzte, mit einem Klettverschluss fest ver-

schliessbare Tasche auf, welche drei metallene Ablaufösen enthalte. Die-

se dienten dem Ablaufen des Wassers, das sich beim Baden in der Ta-

sche ansammle. Die Lendentaschen bedürften keiner solchen Ausstat-

tung, da sie in den Netz-Innenslip eingearbeitet seien und sich aufgrund 

der (groben) Netzstruktur gar kein Wasser sammle. Alle Bermuda-

Badehosen seien mit einem Innenslip ausgestattet, der die Funktion ha-

be, den männlichen Intimbereich auch dann der öffentlichen Einsicht zu 

entziehen, wenn das Hosenbein hochrutsche, was bei der Ausübung von 

Wassersportarten wie Schwimmen, Turmspringen, Surfen und derglei-

chen mehr zwangsläufig recht häufig auftrete.  

A-5907/2013 

Seite 20 

4.3.3 Der Tariftext setzt – ähnlich wie bei der Frage, ob es sich um Da-

men- oder Herrenkleider handel (E. 4.2.3) – voraus, dass es sich um Ba-

dehosen oder andere Hosen handelt, ohne diese Begriffe zu definieren. 

Weder den Erläuterungen noch den Anmerkungen ist diesbezüglich et-

was zu entnehmen. Es wird demnach davon ausgegangen, dass sich von 

selbst ergibt, ob ein bestimmtes Kleidungsstück als Bade- oder andere 

Bekleidung anzusehen ist, und deshalb keine Definition notwendig ist. 

Demgegenüber zählen die – für das Bundesverwaltungsgericht nicht ver-

bindlichen (E. 2.4) – Erläuterungen der EU Merkmale auf, die auf Bade-

kleidung hinweisen. Auch hier scheint aber das wichtigste Merkmal zu 

sein, dass die Hosen nach allgemeinem Aussehen, Schnitt und Stoffbe-

schaffenheit als Badehosen erscheinen (E. 3.5). Auch das Kriterium, dass 

sie im Allgemeinen ganz oder überwiegend aus Chemiefasern bestehen, 

hilft nur bedingt weiter, bestehen doch auch viele andere Kleidungsstücke 

ganz oder überwiegend aus Chemiefasern. Allerdings lassen sich so im-

merhin Stoffe aus pflanzlichen oder tierischen Fasern in der Regel aus-

schliessen. Weiter müssen die Hosen eine doppelte Verarbeitung oder 

ein Innenfutter aufweisen und im Taillenbereich eng sein, z.B. einen Kor-

delzug oder einen durchgehend elastischen Bund aufweisen. Taschen 

müssen ein festes Verschlusssystem haben. Sie dürfen weder im vorde-

ren Bereich noch an der Taille eine Öffnung aufweisen. 

Die US-Zollbehörde – auch deren Auffassung ist für das Bundesverwal-

tungsgericht nicht verbindlich (E. 2.4) – geht von Badekleidung aus, wenn 

diese über einen elastischen Bund mit Kordelzug verfügt, ein Innenfutter 

aus leichtem Material besteht und die Kleidung zum Schwimmen konzi-

piert und hergestellt wurde. Wiederum scheint das letzte Merkmal darauf 

hinzudeuten, dass eigentlich selbsterklärend ist, was als Badehose zu 

gelten hat. 

Die Auffassungen der EU und der US-Zollbehörde werden der nachfol-

genden Erwägung zugrunde gelegt. 

4.3.4 Die fragliche Hose erscheint auf den ersten Blick ohne Weiteres als 

Badehose. Dies bestätigt sich, wenn die oben genannten Kriterien heran-

gezogen werden. Sie hat einen durchgehend elastischen Bund mit Kor-

delzug, erfüllt also sowohl das entsprechende Kriterium der EU-Erläute-

rungen als auch der US-Zollbehörde. Sie weist ein Netz-Innenfutter aus 

leichtem Material auf, womit ein weiteres, von beiden Behörden aufge-

A-5907/2013 

Seite 21 

stelltes Kriterium erfüllt ist. Sie hat weder an der Vorderseite noch an der 

Taille Öffnungen und besteht ausschliesslich aus Chemiefasern, wie dies 

in den EU-Erläuterungen verlangt ist. 

Einzig das Kriterium der EU, dass Taschen ein festes Verschlusssystem 

aufweisen müssen, ist nur teilweise erfüllt, da die Seitentaschen nicht 

vollständig verschliessbar sind. 

Abgesehen davon lassen aber Schnittmuster und Verarbeitung zweifels-

frei auf Badehosen schliessen. Selbst wenn die Abflusslöcher bei der hin-

teren Tasche auch für Freizeithosen eine gewisse Berechtigung haben 

könnten, ist der Stoff für andere kurze Freizeithosen, die belastbar sein 

müssen, zu dünn. Für Badehosen eignet er sich hingegen in idealer Wei-

se. Es ist zudem nicht ersichtlich, wozu die Hosen sonst zweckmässig 

verwendet werden könnten. 

Bei den Hosen handelt es sich demnach um Badehosen. Einzig das – für 

das Bundesverwaltungsgericht nicht verbindliche – Kriterium, dass Ta-

schen ein festes Verschlusssystem aufweisen müssen, ist nur teilweise 

erfüllt. Dies allein führt aber nicht dazu, dass die fraglichen Hosen nicht 

als Badehosen zu qualifizieren sind. 

Damit handelt es sich bei den in Frage stehenden Hosen um Herrenba-

dehosen, welche in die Tarifnummer 6211.1190 einzureihen sind. 

4.4 Auf die Tarifauskünfte der Zollverwaltung ist hier nicht mehr näher 

einzugehen. Es ist nämlich bereits fraglich, ob überhaupt die gleichen 

Hosen sowohl Gegenstand der Tarifauskunft als auch der vorliegenden 

Beschwerde waren. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies explizit. 

5.  

Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde in dem Sinn gutzuheissen, 

dass die im Streit liegenden Hosen in die Tarifnummer 6211.1190 einzu-

reihen sind. Weil sie (zumindest teilweise) in die Tarifnummer 6112.3100 

eingereiht wurden, ist die Sache zum allfälligen Erlass einer neuen Verfü-

gung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Für die Auferlegung der Verfah-

renskosten bzw. die Zusprechung einer Parteientschädigung gilt die 

Rückweisung nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich als 

vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (BGE 132 V 215 

E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 2D_49/2011 vom 25. September 2012 

E. 11.3, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1C_697/2013 vom 13. Ja-

nuar 2014 E. 3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2632/2013 vom 

A-5907/2013 

Seite 22 

26. Februar 2014 E. 4.1, A-2572/2010 und A-2574/2010 vom 26. August 

2011 E. 11.2.1, A 6830/2010 vom 23. Februar 2011 E. 5.2; MARCEL MAIL-

LARD, in: Praxiskommentar, Art. 63 N. 14). Der obsiegenden Beschwerde-

führerin sowie der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 63 Abs. 2 VwVG). Demnach 

sind keine Verfahrenskosten zu erheben. Der von der Beschwerdeführe-

rin einbezahlte Kostenvorschuss ist ihr zurückzuerstatten. Zudem hat die 

Vorinstanz der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Parteientschädi-

gung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). War 

die obsiegende Beschwerdeführerin bereits in einem kostenpflichtigen vo-

rinstanzlichen Beschwerdeverfahren vertreten, so sind im Gesamtbetrag, 

den das Bundesverwaltungsgericht zu sprechen hat, auch diese Aufwen-

dungen (anteilsmässig) zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesver-

waltungsgerichts A-662/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 4.2, A-2677/2007 

vom 16. Januar 2009 E. 5; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 

2013, Rz. 4.87, mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerdeführerin reichte 

keine Kostennote ein. Daher ist die Parteientschädigung von Amtes we-

gen festzusetzen, wobei unter Berücksichtigung der Rechtsschriften pra-

xisgemäss ein Betrag von Fr. 2'500.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Ausla-

gen) angemessen erscheint (Art. 8 ff. VGKE). 

6.  

Der vorliegende Entscheid über die Tarifierung kann nicht mit Beschwer-

de in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht wei-

tergezogen werden (Art. 83 Bst. l des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 

über das Bundesgericht [BGG, SR 173.110]). 

 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

A-5907/2013 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, als die im Streit lie-

genden Hosen in die Tarifnummer 6211.1190 einzureihen sind. Die Sache 

wird zum allfälligen Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin einbezahlte Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 1'500.-- wird ihr zu-

rückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 2'500.-- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus Metz Susanne Raas 

 

 

 

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