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**Case Identifier:** 6e40ce91-706a-589b-81df-2e27b5fbb681
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 03.10.2023 R 2023 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2023-18_2023-10-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 23 18

5. Kammer 

Vorsitz Brun

RichterIn Audétat und Pedretti

Aktuar Gross

URTEIL

vom 3. Oktober 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin,

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Gian Luca Peng,

Beschwerdegegnerin

und

Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden,

     Beschwerdegegner

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sowie

C._____ und D._____,

Zuschlagsempfänger

betreffend Landwirtschaft (Alpverpachtung, Nichteintreten)

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I. Sachverhalt:

1. Die Gemeinde B._____ schrieb am 9. Juni 2022 die (Neu-) Verpachtung 

der Alp E._____ in der Ortschaft F._____ im kommunalen Amtsblatt aus. 

In der Ausschreibung hielt sie fest, dass Interessenten mit Wohnsitz in der 

Ortschaft, in der sich die Alp befindet, bevorzugt würden. Innert Frist 

gingen mehrere Bewerbungen von Landwirten aus der Gemeinde B._____ 

ein, darunter auch diejenige von A._____ und ihres Lebenspartners. Am 

9. Januar 2023 entschied der Gemeindevorstand B._____, die Vergabe 

per Los zu entscheiden, nachdem der G._____ mitgeteilt hatte, dass alle 

Bewerber für die Verpachtung berücksichtigt werden könnten. Jener 

Entscheid wurde A._____ am 26. Januar 2023 per E-Mail mitgeteilt. Am 

30. Januar 2023 erfolgte die Losziehung, aus der die beiden 

Zuschlagsempfänger (C._____ und D._____) hervorgingen. 

2. Dagegen erhob A._____ am 15. Februar 2023 Verwaltungsbeschwerde 

ans Departement für Volkswirtschaft und Soziales des Kantons 

Graubünden (DVS), welches auf die Beschwerde mangels sachlicher 

Zuständigkeit (Zivilrecht) mit Entscheid vom 21. Februar 2023 nicht eintrat. 

3. Gegen diesen (Nichteintretens-) Entscheid erhob A._____ am 6. März 

2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Departementsverfügung des DVS (1/23) vom 21./22.02.2023 sei 

ebenso aufzuheben wie der Entscheid der Gemeinde B._____ vom 30.01.2023 

betreffend Verpachtung Alp E._____, F._____ und die Verpachtung ab Sommer 2024 

der Beschwerdeführerin A._____ zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die angefochtene Departementsverfügung vom 21./22.02.2023 

(1/23) des DVS aufzuheben und die Rechtssache zu neuer Entscheidung im Sinne 

der verwaltungsgerichtlichen Erwägungen an die Vorinstanzen (Gemeinde oder 

DVS) zurückzuweisen.

3. Vorliegender Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und 

entsprechend der Gemeinde B._____ umgehend zu untersagen, bevor der 

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Verpachtungsentscheid in Rechtskraft erwachsen sei, weitere Vorkehrungen, 

insbesondere Abschluss eines Pachtvertrages mit C._____/D._____, in Sachen 

Verpachtung Alp E._____, vorzunehmen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz.    

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, gemäss Art. 4 Abs. 

1 Ziff. 2 KLwG gelte ein Vorpachtrecht für Landwirte, welche die Alp zur 

Sömmerung ihres Viehs verwendeten. Dieses Vorpachtrecht 

(entsprechend LPG) sei ein solches Kraft öffentlichen Rechts und nicht 

Kraft privaten Rechts. Die Vorinstanz (DVS) habe dies übersehen. Die 

Kontrolle der Einhaltung von öffentlich-rechtlichen Normen sei Aufgabe 

der Verwaltungsinstanzen und der entsprechenden Gerichte und nicht 

eine solche des Zivilrichters. Das DVS verkenne, dass es grundsätzlich 

etwas anderes sei, wenn eine private Genossenschaft oder auch private 

Alpeigentümer (als Einzelpersonen) eine ihnen gehörende Alp an Dritte 

verpachte, oder wenn es sich um eine Gemeinde als Verpächterin handle. 

Während private Eigentümer im Rahmen der Vorgaben von Art. 4 KLwG 

frei seien, Verpachtungen nach beliebigem Ermessen vorzunehmen, 

seien die Gemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaften an die 

Vorgaben von Verfassungs- und Verwaltungsrecht gebunden. 

Insbesondere hätten die Gemeinden das Gleichbehandlungsprinzip 

ebenso zu beachten, wie das Ermessensüberschreitungsverbot. Art. 29 

KLwG normiere zu Recht, das gemeindliche Entscheidungen über die 

Auswahl eines Pächters/einer Pächterin mit Beschwerde an das 

zuständige Departement (DVS) angefochten werden könnten. Sein 

Entscheid sei daher wegen rechtswidrigem Nichteintreten aufzuheben. 

Auch die Eventualbegründung des DVS sei falsch, da einerseits nicht auf 

die öffentlich bekannt gemachten Kriterien bei der Zuteilung der Pacht 

abgestellt worden sei ('Landwirte mit Wohnsitz in der Ortschaft') und 

andererseits die Vorgaben des Fusionsvertrags missachtet worden seien, 

was unter Aspekten des Vertrauensschutzes nicht anginge.     

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4. Mit Vernehmlassung vom 17. März 2023 beantragte das DVS kostenfällig 

die Abweisung der Beschwerde. Der Kanton habe von der in Art. 6 LPG 

zugewiesenen Kompetenz abschliessend Gebrauch gemacht. Dass die 

Gemeinden befugt wären, kommunale Vorpachtrechte zu erlassen, sei 

gesetzlich nicht vorgesehen. Wollte man also die im Lokalamtsblatt 

enthaltene Bevorzugung der in der Ortschaft wohnenden Bauern als 

Vorpachtrecht betrachten, wäre sie rechtswidrig. Die 

Bevorzugungsklausel sollte bereits bei der Auswahl des Pächters greifen 

und somit als Auswahlkriterium dienen. Selbst wenn die Gemeinde mit der 

Bevorzugung gleich noch das Vorpachtrecht hätte umsetzen wollen, wäre 

dies aus rein rechtlicher Sicht nicht gegangen. Das Vorpachtrecht sei 

nämlich kein Zugrecht, sondern ein Eintrittsrecht, wonach die 

Vorpachtberechtigten Kenntnis vom abgeschlossenen Pachtvertrag 

erhalten müssten. Selbst das Bundesgesetz über die landwirtschaftliche 

Pacht (LPG) unterscheide zwischen zivil- und verwaltungsrechtlichen 

Verfahren. Das KLwG enthalte keine spezifischen 

Verfahrensbestimmungen für die Vorpachtrechte. Hingegen enthalte die 

Landwirtschaftsverordnung des Grossen Rates (KLwV) in Art. 5-7 

Verfahrensbestimmungen zur landwirtschaftlichen Pacht. Die 

verwaltungsrechtlichen Streitigkeiten seien explizit in den Art. 5-6 

aufgelistet. Die zivilrechtlichen Pachtstreitigkeiten seien auf den Zivilweg 

verwiesen (Art. 7 KLwV). Das kantonale Recht übernehme also für das 

Pachtrecht, wozu auch das Vorpachtrecht gehöre, die Konzeption der 

Aufteilung in zivilrechtliche und verwaltungsrechtliche Ansprüche. Für 

Streitigkeiten betreffend Vorpachtrecht gelte die zivilrechtliche 

Zuständigkeit. Es erschiene eigenartig, wenn Streitigkeiten zwischen 

Verpächter und Pächter grundsätzlich vor einem Zivilrichter auszutragen 

wären, bezüglich Vorpacht jedoch Verwaltungsbehörden in das 

zivilrechtliche Pachtverhältnis eingreifen würden. Die Anknüpfung an die 

Tatsache, dass eine Vertragspartei ein Gemeinwesen sei, stelle kein 

taugliches Kriterium zur Unterscheidung von öffentlich-rechtlichen und 

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privatrechtlichen Streitigkeiten und dem jeweiligen Rechtsmittelweg dar. 

Im Rechtsmittelverfahren nach Art. 29 KLwG sei das DVS weder 

zuständig, über Streitigkeiten bezüglich Vorpachtrecht zu befinden, noch 

sei es zuständig, die Willensbildung der Gemeinde zu überprüfen. Zudem 

sei die Behauptung falsch, dass der Fusionsvertrag dem KLwG vorgehe, 

da kantonales Recht kommunales Recht breche und nicht umgekehrt. Im 

Fusionsvertrag sei überhaupt kein Vorpachtrecht enthalten, sondern eine 

Bevorzugung im Sinne eines Auswahlkriteriums. Es werde daher auch an 

der Eventualbegründung (E. 3) der angefochtenen Verfügung festgehalten.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 29. März 2023 beantragte die Gemeinde, 

auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (Ziff. 1); evtl. sei sie abzuweisen 

(Ziff. 2); unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdeführerin (Ziff. 3); prozessual sei der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung nicht zu gewähren (Ziff. 4). Das DVS habe das 

Pachtverhältnis zu Recht als zivilrechtliches Verhältnis qualifiziert, für 

dessen Beurteilung der Zivilrichter zuständig sei. Es habe korrekt 

ausgeführt, dass eine Bejahung seiner Zuständigkeit und damit die 

Bejahung der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts als 

Beschwerdeinstanz zu einer Spaltung des Rechtsmittelwegs führen 

würde, je nachdem, ob die Alp durch ein privates oder öffentliches 

Rechtssubjekt verpachtet werde. Dies könne aus Praktikabilitätsgründen 

nicht angehen. Möchte jemand ein besseres Recht an einer Vorpacht 

geltend machen, habe er das auf dem Zivilweg geltend zu machen. 

Fraglich sei auch, ob die Beschwerdeführerin überhaupt ein 

Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung habe, nachdem ihr am 26. 

Januar 2023 per E-Mail mitgeteilt worden sei, dass ein Losverfahren 

stattfinde und sie sich dagegen nicht gewehrt habe. Sollte auf die 

Beschwerde eingegangen werden, wäre sie inhaltlich unbegründet und 

folglich abzuweisen. Sämtliche Bewerber hatten ihren Wohnsitz in der 

Gemeinde B._____ und hatten unbestritten gleichwertige 

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Bewirtschaftungskonzepte eingereicht, sodass das DVS zu Recht ein 

Losverfahren durchgeführt habe, aus dem die Zuschlagsempfänger als 

Sieger hervorgegangen seien. Der Fusionsvertrag müsse im Lichte des 

übergeordneten kantonalen Landwirtschaftsgesetzes ausgelegt werden, 

womit das Vorpachtrecht für alle Landwirtsbetriebe der bisherigen 

Gemeinden (= Wohnort der fusionierten Gemeinde) bestanden habe. 

Unabhängig davon, ob die Beschwerdeführerin ihren Lebensmittelpunkt 

tatsächlich in F._____ (nach kurzfristiger Wohnsitzverlegung) gehabt 

hätte, habe die Ausschreibung der Gemeinde offensichtlich nicht zum Ziel 

gehabt, Personen zu privilegieren, die lange nach der Ausschreibung für 

die Verpachtung der Alp ihren Wohnsitz zur Erlangung eines Vorteils noch 

schnell nach F._____ verlegten. Ziel sei fusionsrechtlich die Bewahrung 

des status quo, um aus damaliger Sicht vor über sieben Jahren im 

Rahmen der Fusion die "eigenen" Einwohner gegenüber Einwohnern von 

anderen Fraktionen weiterhin zu bevorzugen. Solche Bewerberinnen und 

Bewerber seien indessen im vorliegenden Fall nicht vorhanden. Eine 

rechtsungleiche Privilegierung der Beschwerdeführerin vor den anderen 

drei Bewerbern mit Wohnsitz in der Gemeinde B._____ rechtfertige sich 

bei der Verpachtung der Alp aufgrund dieser Umstände nicht. Die 

Gemeinde sei auch nicht von ihrer Ausschreibung abgewichen, als sie sich 

aufgrund dieser Umstände dazu entschied, ein Losverfahren 

durchzuführen.          

6. Mit Verfügung (R 23 18 a) vom 6. April, mitgeteilt am 13. April 2023, 

erkannte der zuständige Instruktionsrichter der Beschwerde einstweilen 

befristet bis 30. September 2023 die aufschiebende Wirkung zu. 

7. Mit Replik der Beschwerdeführerin vom 25. April 2023, mit Duplik des DVS 

vom 2. Mai 2023 (nachfolgend Beschwerdegegner) sowie Duplik der 

Gemeinde B._____ vom 17. Mai 2023 (nachfolgend Beschwerdegegnerin) 

vertieften, ergänzten und vervollständigten die Parteien nochmals ihre 

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gegensätzlichen Standpunkte, insbesondere auch betreffs 

Zuständigkeitsfrage.

 8. Die Zuschlagsempfänger beteiligten sich nicht am Beschwerdeverfahren. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide der kantonalen Departemente, soweit diese nicht nach 

kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind oder bei einer 

anderen Instanz angefochten werden können. Der Entscheid des DVS 

vom 21. Februar 2023, worin es auf die Beschwerde von A._____ vom 15. 

Februar 2023 i.S. 'Alpverpachtung' mangels Zuständigkeit (Zivilrecht, nicht 

öffentliches Recht anwendbar) nicht eintrat, ist weder endgültig noch kann 

er bei anderen Instanz angefochten werden. Er stellt somit ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für eine Beschwerde vor Verwaltungsgericht dar. 

2. Nach Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den 

angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

seiner Aufhebung oder Änderung hat. Als Adressatin des (Nicht-) 

Eintretensentscheids des DVS (Beschwerdegegner) – wie auch des 

diesem vorangegangenen Vergabeentscheids der Gemeinde 

(Beschwerdegegnerin) vom 30. Januar 2023 – ist A._____ 

(Beschwerdeführerin) nachteilig berührt, weil auf ihr Anliegen, an sie die 

Alpverpachtung zu vergeben, seitens des Beschwerdegegners gar nicht 

eingetreten wurde bzw. die Beschwerdegegnerin nach dem Losverfahren 

die Pacht anderweitig vergab. Die Beschwerdeführerin ist demnach zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert.  

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3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner zu Recht mit 

dem Argument der Unzuständigkeit nicht auf die Beschwerde eingetreten 

ist bzw. wenn er darauf eingetreten wäre, die Beschwerde zu Recht mittels 

Eventualbegründung (E.3 [S. 4] im strittigen Entscheid) abgewiesen hätte. 

4. Das anwendbare Recht ist im Bundesgesetz über die landwirtschaftliche 

Pacht (LPG; SR 221.213.2), im Gesetz über die Erhaltung und Förderung 

der Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz; KLwG; BR 910.000) und in der 

Landwirtschaftsverordnung (KLwV; BR 910.050) enthalten. Das Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist im Gesetz über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) geregelt. 

5. Zur sachlichen Zuständigkeit des Beschwerdegegners (DVS) für die 

vorliegende Streitigkeit bezüglich Alpverpachtung gilt es zunächst auf die 

einschlägigen Gesetzesbestimmungen hinzuweisen. Das LPG (Art. 5 f. 

LPG) enthält einen Vorbehalt zugunsten der Kantone, die ein Vorrecht auf 

Pacht gegenüber den Pacht- und Alpinhabern vorsehen können. In 

diesem Fall ist es Sache der Kantone, die von diesem Vorbehalt Gebrauch 

machen, das entsprechende Verfahren zu regeln. Der Kanton 

Graubünden hat von dieser Möglichkeit in Art. 4 und 5 KLwG Gebrauch 

gemacht und das Vorzugspachtrecht sowie das Genussrecht geregelt. 

Letzteres bezieht sich auf die Verpflichtung der Alppächter, das Vieh von 

im Kanton ansässigen Eigentümern für die Sömmerung zu übernehmen 

(Art. 5). Andererseits legt das Pachtvorrecht nach Art. 4 KLwG die 

Vorzugsreihenfolge fest, welche die Körperschaften und Konsortien und 

später die Landwirte bei der Pacht von neuen Alpweiden geniessen. Das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist auch für diese Art von 

Streitigkeiten zuständig, nachdem der Verwaltungsrechtsweg bei der 

zuständigen Dienststelle ausgeschöpft wurde. In Art. 29 KLwG wird zum 

Rechtsmittelweg ausdrücklich bestimmt: Ist eine nachgeordnete 

Amtsstelle, eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine 

private, mit hoheitlichen Befugnissen ausgestattete Organisation 

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zuständig, ist eine Verwaltungsbeschwerde an das zuständige 

Departement zulässig (Abs. 1). Gegen Entscheide und Verfügungen des 

Departements ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulässig 

(Abs. 2). Bei der Beschwerdegegnerin (Gemeinde) handelt es sich um 

eine juristische Person des öffentlichen Rechts, weswegen ihr Vergabe-

/Zuschlagsentscheid vom 30. Januar 2023 zuerst verwaltungsintern an die 

zuständige Dienststelle (hier DVS; Beschwerdegegner) gemäss Art. 29 

Abs. 1 KLwG und danach verwaltungsextern ans Verwaltungsgericht 

weitergezogen werden kann (Art. 29 Abs. 2 KLwG). In diesem Sinne hat 

das Verwaltungsgericht bereits mit Urteil U 10 112 vom 30. November 

2010 wie auch mit Urteil U 07 5 vom 19. März 2007 entschieden, dass für 

Streitigkeiten bezüglich der Art. 4 und 5 KLwG der Instanzenzug und 

Rechtsmittelweg nach Art. 29 KLwG offenstehe. Was der 

Beschwerdegegner dagegen im angefochtenen Entscheid (E.2 S. 9 f.) als 

auch in seiner Vernehmlassung vom 17. März 2023 (E.3a S. 4-5) vorbringt, 

vermag nicht zu überzeugen. Gründe für eine Praxisänderung des 

Gerichts sind ebenfalls nicht ersichtlich. Das Argument des 

Beschwerdegegners in Bezug auf die unerwünschte Spaltung des 

Rechtsmittelwegs verfängt schon deshalb nicht, weil die 

Beschwerdegegnerin (Gemeinde) als Bewilligungsbehörde auftritt und ihr 

Vergabeentscheid somit auch aufsichtsrechtlich durch den 

Beschwerdegegner (DVS) überprüfbar sein muss. Im Übrigen ist es nichts 

Ausserordentliches oder Ungewöhnliches, dass die Pachtvergabe durch 

die Beschwerdegegnerin andern Regeln und somit auch einem anderen 

Rechtsmittelweg unterliegt, als wenn die Pacht zwischen zwei Privaten – 

mit Eintritt eines Dritten – streitig ist (Zivilrecht). Als sachliche 

Rechtfertigung für das öffentlich-rechtliche Vertragsverhältnis hat die 

Beschwerdegegnerin ein submissionsähnliches Verfahren für die 

Pachtvergabe gewählt, wobei der Zuschlag dessen Abschluss bildet. Aus 

dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner zu Unrecht nicht 

auf die Beschwerde eingetreten ist. Dies gilt es bei der Kosten- und 

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Entschädigungsfolge (vgl. E.10.1 und 10.2) entsprechend zu 

berücksichtigen. Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt sich 

keine Rückweisung ans DVS zur erneuten Prüfung. Die 

Eventualbegründung im angefochtenen Entscheid (E.3 S. 4 f.) und in der 

Vernehmlassung (E.6 S. 8 f.) des Beschwerdegegners wird nachfolgend 

geprüft. 

6. Das vorangegangene Verfahren betrifft die Entscheidung der 

Beschwerdegegnerin, mit der Beschwerdeführerin kein Pachtverhältnis 

eingehen zu wollen. Selbst wenn die Pachtverträge privatrechtliche 

Verträge nach Art. 275 ff. des Obligationenrechts (OR; SR 220) und des 

LPG darstellen, so ist der Entscheid, mit dem ein Gemeinwesen über die 

Benützung von öffentlichen Sachen (Verpachtung 'Alpwirtschaft') befindet, 

öffentlich-rechtlicher Natur (Urteil des Bundesgerichts 2C_889/2016 vom 

12. Juni 2017 E.1.1. mit Verweis auf Urteil 2C_314/2013 vom 19. März 

2014 E.1.1.1). 

7. Ausgangspunkt bildet die Frage, ob die Vorgehensweise der 

Beschwerdegegnerin korrekt war, als sie gemäss kommunalem Amtsblatt 

die Rahmenbedingungen und Auswahlkriterien für den Zuschlag der 

(neuen) Alpverpachtung bekannt gab und diese darauf umsetzte. Die 

Beschwerdeführerin ist diesbezüglich der Meinung, dass die 

Beschwerdegegnerin dabei gegen geltendes Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht verstossen habe und der Beschwerdegegner daher den 

strittigen Zuschlag hätte aufheben müssen. Gestützt auf Art. 4 Abs. 1 Ziff. 

2 KLwG hat die Beschwerdegegnerin dabei für die Ausübung des 

Vorpachtrechts festgelegt, dass Bewerber mit Wohnsitz am Ort der 

gelegenen Sache (lit. a) bzw. mit Wohnsitz in der Ortschaft, in der sich die 

Alp befindet, bevorzugt behandelt würden (vgl. Akten der 

Beschwerdeführerin [Bf-act.] 2 [Auszug Fusionsvertrag Ziff. 7], S. 19). Wie 

aus dem Protokollauszug der Gemeindevorstandssitzung vom 9. Januar 

2023 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1) hervorgeht, haben sich 

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insgesamt vier verschiedene Parteien für die Alpverpachtung beworben. 

Die Bewerber stammten dabei allesamt aus der auf den 1. Januar 2016 

"fusionierten Gemeinde B._____" im H._____, nämlich aus I._____ 

(spätere Zuschlagsempfänger), J._____, K._____ und L._____. Bei der 

Beschwerdeführerin wurde vermerkt, dass sie ab dem 1. September 2022 

ihren Wohnsitz in F._____ (nicht mehr L._____) habe. Die 

Beschwerdeführerin hat daraus abgeleitet, dass sie demnach als einzige 

den Wohnort in der Ortschaft, in der die Alp liege, gehabt habe und 

deshalb bevorzugt zu behandeln gewesen wäre. Sie hätte folgerichtig 

auch den Zuschlag für die Alpsömmerung 2024 erhalten müssen. Sie 

verkennt dabei aber, dass die übrigen drei Bewerber ihren Wohnort 

ebenso in der fusionierten Gemeinde B._____ haben und somit die 

vorrangige kantonale Bestimmung nach Art. 4 Abs. 1 Ziff. 2 lit. a KLwG zur 

Anwendung kommt, wonach auf den "Wohnsitz am Ort der gelegenen 

Sache" abzustellen ist. 

8. Diese Konstellation bedeutet, dass alle vier Bewerber für die Verpachtung 

der Alp, die sich auf dem Territorium der fusionierten Gemeinde befindet, 

gleichberechtigt zu behandeln waren und die gegenteilige Ansicht 

rechtsmissbräuchlich wäre. Von einer Verfassungswidrigkeit – wie dem 

Verstoss gegen Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101), wonach staatliches Handeln im 

öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein muss, oder gegen 

Art. 9 BV, wonach staatliches Handeln das Prinzip von Treu und Glauben 

zu wahren hat – kann denn auch keine Rede sein. Was den stets zu 

beachtenden Grundsatz der Verhältnismässigkeit betrifft, so kann das 

Vorgehen der Beschwerdegegnerin ausserdem als geeignet, erforderlich 

und zumutbar bezeichnet werden, zumal sie zunächst bei allen Bewerbern 

ein Betriebskonzept einforderte und sich danach bei der 

landwirtschaftlichen Fachstelle (G._____) beraten liess. Die Erkenntnis 

daraus lautete: 'Alle Kandidaten verfügen über Alperfahrung. Nach 

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Rücksprache mit dem G._____ können alle Kandidaten mit ihren 

verschiedenen Tierarten die Alp bewirtschaften'; worauf die 

Beschwerdegegnerin entschied: Da gemäss G._____ alle Bewerber für 

die Alpbewirtschaftung berücksichtigt werden könnten, entscheidet der 

Gemeindevorstand einstimmig, die Vergabe per Los entscheiden zu 

lassen. Dazu sind die Bewerber einzuladen und der Ablauf zu 

organisieren. Die Ziehung soll nach Datum der eingegangenen 

Bewerbungen erfolgen. Bei gleichem Einreichdatum soll der Geburtstag 

berücksichtigt werden [der Jüngste zuerst] (Bg-act. 1 S. 2). Nach 

Auffassung des Gerichts kann ein solches Vorgehen keineswegs als 

willkürlich, rechtsungleich oder sonst wie intransparent bezeichnet 

werden, da alle Bewerber – auch die Beschwerdeführerin (Bg-act. 2) – 

egalitär und zeitnah darüber informiert wurden, dass die Ziehung am 30. 

Januar 2023, 14:30 Uhr auf dem Bauamt der Gemeinde stattfinden werde. 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte sich die Beschwerdeführerin 

dagegen zur Wehr setzen müssen, was sie jedoch versäumt hat. Sich erst 

nach der Bekanntgabe des Resultats der Losziehung zu wehren, lässt den 

Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin auf eigenes Losglück hoffte. 

Rechtlich ist dies allerdings ohne Belang, weil das durchgeführte 

Losverfahren in vergleichbaren Fällen durchaus üblich und praktikabel ist 

(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts R 19 5 vom 3. Dezember 2019 E.3.5). 

Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin gibt demnach zu keinen 

Beanstandungen oder Korrekturen Anlass. 

9. Wäre der Beschwerdegegner also verwaltungsintern auf die Beschwerde 

der Beschwerdeführerin eingetreten, hätte diese – da unbegründet – 

abgewiesen werden müssen. Die Eventualbegründung des 

Beschwerdegegners erweist sich materiell als zutreffend, weshalb auch 

die jetzige Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht abzuweisen ist. 

10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte (zu 50 %) dem Beschwerdegegner (DVS) 

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und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Das streitberufene Gericht 

erachtet dabei vorliegend eine Staatsgebühr von insgesamt CHF 2'000.-- 

(zzgl. Kanzleiauslagen) für angemessen und gerechtfertigt.

10.2. Aussergerichtlich hat der Beschwerdegegner (DVS) der 

Beschwerdeführerin anteilsmässig (zu 50 %) die durch den Rechtsstreit 

verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). 

Ausgangspunkt bildet dabei die Kostennote des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin (RA Augustin) vom 23. Mai 2023 (Poststempel) in der 

Höhe von CHF 3'327.95 (bestehend aus: Zeit-/Arbeitsaufwand 12 Std. à 

CHF 250.--/Std. [3'000.--] zzgl. 3 % Barauslagen [CHF 90.--] plus 7.7 % 

MWST [CHF 237.95]). Diese Kostennote ist noch zu kürzen, weil 4 Std. 

nicht dem verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren zuzuschreiben 

sind (Instruktion, Prüfung Sach- und Rechtslage [- 2 Std.] und Beschwerde 

an DVS [- 2 Std.]) und der gewählte Stundenansatz reduziert werden 

muss. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des 

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung 

[HV]; BR 310.250) beträgt der übliche Stundenansatz im Durchschnitt 

CHF 240.--. Liegt eine Honorarvereinbarung nach Art. 4 HV vor, ist ein 

Stundenansatz von maximal CHF 270.-- zulässig. Eine solche 

Honorarvereinbarung liegt hier nicht bei den Akten, weshalb der 

Stundenansatz von CHF 240.-- zur Anwendung kommt. Die so bereinigte 

Honorarnote beläuft sich damit auf CHF 2'129.90 [bestehend aus: Zeit-

/Arbeitsaufwand 8 Std. à CHF 240.-- [CHF 1'920.--] zzgl. 3 % Barauslagen 

[CHF 57.60] plus 7.7. % MWST [152.30]). Davon hat der 

Beschwerdegegner die Hälfte selbst zu tragen (CHF 1'064.95) und im 

selben Umfang hat er die Beschwerdeführerin (CHF 1'064.95) zu 

entschädigen.

10.3. Der Beschwerdegegnerin (Gemeinde) wird im Umfang ihres Obsiegens 

keine Parteientschädigung zugesprochen, da sie im Rahmen ihres 

amtlichen Wirkungskreises gehandelt hat (Art. 78 Abs. 2 VRG).  

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10.4. Den Zuschlagsempfängern steht keine Parteientschädigung zu, da sie 

sich nicht am Verfahren beteiligt haben (Art. 78 Abs. 1 VRG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Es wird festgestellt, dass das Departement für Volkswirtschaft und 

Soziales Graubünden zu Unrecht nicht auf die Beschwerde eingetreten ist.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF            416.--

zusammen CHF 2'416.--

gehen je zur Hälfte zulasten des Departements für Volkswirtschaft und 

Soziales und zulasten von A._____. 

4. Das Departement für Volkswirtschaft und Soziales hat A._____ 

aussergerichtlich mit CHF 1'064.95 (inkl. MWST) zu entschädigen. 

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilung]