# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5754ab69-c01e-5d75-ba20-a207f7b0b47d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-14
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 14.02.2022 V 2021 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2021-66_2022-02-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub, Dr. iur. Matthias Suter
lic. iur. Ivo Klingler und lic. iur. Adrian Willimann
Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann

U R T E I L  vom 14. Februar 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch B.________, diese handelnd durch C.________

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Zug als Opferhilfestelle
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Opferhilfe

V 2021 66

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Urteil V 2021 66

A. Mit Gesuchen vom 23. Juli 2021 und 13. August 2021 beantragte A.________ bei 
der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug, Opferhilfestelle (OHS), die Kostengutsprache 
für den Aufenthalt in der B.________ im Rahmen der längerfristigen Hilfe für sich und ihre 
zwei Kinder während maximal 42 Tagen in der Höhe von total maximal Fr. 25'200.– (2 x 
21 Tage, im Anschluss an die für 35 Tage Notunterkunft im Betrag von total Fr. 30'450.– 
bereits bewilligte Soforthilfe). In den Gesuchen machte die Gesuchstellerin im 
Wesentlichen geltend, es bestehe der Verdacht, dass ihre Tochter D.________ (geb. 
2016) von deren Vater und ihrem Ehemann, E.________, sexuell missbraucht worden 
sein könnte. Seit drei Monaten stelle sie verschiedene Auffälligkeiten fest. Eine 
Strafanzeige sei bei der Zuger Polizei erstattet worden. Es sei noch alles in Abklärung, 
und man könne nicht sagen, wie sich die Situation weiterentwickeln werde. Zusammen mit 
dem Gesuch vom 23. Juli 2021 reichte die Gesuchstellerin insbesondere den Entscheid 
des Kantonsgerichts vom 2. Juli 2021 betreffend Massnahmen gemäss Art. 172 ff. ZGB 
ein.

Ergänzend zur bisherigen Begründung erklärte A.________ in ihrem Gesuch vom 
13. August 2021, aufgrund von drei neuen Vorfällen bestehe eine zunehmende 
Gefährdung. Gleichzeitig reichte A.________ einen von ihr verfassten Bericht mit dem 
Titel "Mein Bericht (verfasst ab dem 28. Juni 2021)" ein.

Mit Verfügung vom 24. August 2021 lehnte die OHS die Gesuche von A.________ ab. Zur 
Begründung wurde ausgeführt, dass einerseits das Vorliegen einer opferhilferechtlich 
relevanten Straftat im zu beurteilenden Fall nicht als wahrscheinlicher zu qualifizieren sei 
als das Nichtvorliegen einer solchen. Andererseits und ergänzend könne keine 
anhaltende, akute Gefährdungssituation, welche den Aufenthalt der Gesuchstellerin und 
ihrer Kinder in der B.________ notwendig erscheinen lasse, erkannt werden. Dabei sei zu 
berücksichtigen, dass die nun im Gesuch vom 13. August 2021 neu geltend gemachten 
allfälligen sexuellen Übergriffe auf die Gesuchstellerin weder strafrechtlich noch 
opferhilferechtlich beurteilt werden könnten. Diese seien zu vage und würden an der 
vorliegenden Beurteilung der Gesuche jedenfalls nichts ändern.

Am 15. September 2021 liess A.________ ein weiteres Gesuch um Kostengutsprache für 
den Aufenthalt in der B.________ im Rahmen der längerfristigen Hilfe für sich und ihre 
zwei Kinder während maximal 21 Tagen (anschliessend an die vorangehenden Gesuche 
um längerfristige Hilfe) in der Höhe von total maximal Fr. 12'600.– stellen.

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Urteil V 2021 66

B. Gegen den Entscheid der OHS vom 24. August 2021 liess A.________ (fortan: 
Beschwerdeführerin) am 16. September 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben 
und folgende Rechtsbegehren stellen:

"1. Ziffer 1 der Verfügung der Sicherheitsdirektion (Opferhilfestelle) vom 24. August 
2021 sei aufzuheben. Die beiden Gesuche vom 23. Juli 2021 und 13. August 2021 
betreffend längerfristige Hilfe seien zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen und gutzuheissen. Dabei seien auch die übrigen, noch nicht 
geprüften Voraussetzungen der längerfristigen Hilfe (insbesondere die finanzielle 
Situation der Beschwerdeführerin) gutzuheissen.
2. Es sei auf Kosten für dieses Verfahren zu verzichten (Art. 30 Abs. 1 OHG)."

Zudem liess die Beschwerdeführerin den Antrag stellen, sie sei durch das Gericht zu 
befragen. 

Im Wesentlichen liess die Beschwerdeführerin geltend machen, dass durch die 
ungenügenden Abklärungen des Sachverhaltes § 12 und 13 VRG verletzt worden seien, 
der Bericht der Mutter ("Mein Bericht [verfasst ab dem 28. Juni 2021]") von der Vorinstanz 
willkürlich gewürdigt und Art. 13 Abs. 2 OHG betreffend längerfristige Hilfe ("soweit nötig") 
verletzt worden sei, weil die Notwendigkeit der längerfristigen Hilfe mit Wahrscheinlichkeit 
dargelegt sei.

C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Oktober 2021 stellte die OHS den Antrag, die 
Beschwerde sei abzuweisen.

D. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2021 lehnte die OHS das Gesuch der 
Beschwerdeführerin vom 15. September 2021 ab.

E. Am 11. Oktober 2021 trat die Beschwerdeführerin aus der B.________ aus.

F. In ihrer Replik vom 21. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin unverändert an 
ihren Rechtsbegehren vom 24. August 2021 festhalten.

G. Mit Eingabe vom 22. Oktober 2021 mit dem Titel "Zweite 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Opferhilfegesetz), ergänzende Beschwerde zur ersten 

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Beschwerde zu V 2021 66" liess die Beschwerdeführerin folgende Rechtsbegehren 
stellen:

"1. Ziffer 1 der Verfügung der Sicherheitsdirektion (Opferhilfestelle) vom 1. Oktober 
2021 sei aufzuheben. Das Gesuch vom 15. September 2021 betreffend dritte 
längerfristige Hilfe sei zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen und gutzuheissen. Dabei seien auch die übrigen, noch nicht 
geprüften Voraussetzungen der längerfristigen Hilfe (insbesondere die finanzielle 
Situation der Beschwerdeführerin) gutzuheissen.
2. Dieses Verfahren (drittes Gesuch) sei mit dem Verfahren betreffend Beschwerde 
vom 16. September 2021 (V 2021 66) zu vereinigen (erstes und zweites Gesuch).
3. Es sei auf Kosten für dieses Verfahren zu verzichten (Art. 30 Abs. 1 OHG)."

H. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2021 informierte das Gericht die Parteien, dass 
das Verfahren betreffend die zweite Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 22. Oktober 
2021 mit dem Verfahren V 2021 66 vereinigt und der Sicherheitsdirektion Gelegenheit 
gegeben werde, eine Vernehmlassung zur zweiten Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
einzureichen.

I. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin eine 
ergänzende Begründung/Aktualisierung zur zweiten Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 
22. Oktober 2021 einreichen.

J. Die OHS duplizierte resp. liess sich am 12. November 2021 vernehmen. Auf die 
Ausführungen und Begründungen in den Rechtsschriften ist – soweit erforderlich – in den 
Erwägungen einzugehen. Es erfolgten keine weiteren Eingaben.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 29 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten 
(Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) bestimmen die Kantone eine einzige, von der 
Verwaltung unabhängige Beschwerdeinstanz; diese hat freie Überprüfungsbefugnis. 
Gemäss § 2 Abs. 1 der Kantonalen Verordnung zur Bundesgesetzgebung über die Hilfe 

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an Opfer von Straftaten (VOHG; BGS 315.1) vollzieht die Sicherheitsdirektion als OHS die 
Opferhilfegesetzgebung. Gemäss § 8 Abs. 1 dieser Verordnung ist das Verwaltungsgericht 
Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 29 Abs. 3 OHG gegen Entscheide der OHS. Das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht richtet sich nach den Bestimmungen des Gesetzes 
über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen (VRG; BGS 162.1), soweit das 
Opferhilferecht des Bundes nichts anderes bestimmt (§ 8 Abs. 2 VOHG). Die Beschwerde 
ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Als Gesuchstellerin und Adressatin der 
angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zur 
Beschwerdeführung berechtigt. Die Beschwerde ist somit zu prüfen.

Die Beurteilung der Beschwerde erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann jede Rechtsverletzung sowie jede 
für den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenügende Feststellung des Sachverhalts 
gerügt werden (§ 63 Abs. 1 und 2 VRG). In besonderen Fällen, namentlich bei 
Beschwerden im Sinne von § 61 Abs. 1 Ziff. 1 VRG, kann vor Verwaltungsgericht auch die 
unrichtige Handhabung des Ermessens gerügt werden (§ 63 Abs. 3 VRG). Im 
vorliegenden Fall ficht die Beschwerdeführerin sich auf Bundesrecht stützende, direkt vor 
Verwaltungsgericht anfechtbare Verfügungen der OHS an. Dementsprechend steht dem 
Verwaltungsgericht eine umfassende Kognition im Sinne einer Rechts-, Sachverhalts- und 
Ermessensüberprüfung zu.

3. Die Beschwerdeführerin lässt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör rügen, indem ihr die Aktennotizen über die Telefongespräche der OHS mit der 
Zuger Polizei und der Staatsanwaltschaft nie zur Stellungnahme unterbreitet worden 
seien. Von den vielen Telefonnotizen habe die Beschwerdeführerin erst im Rahmen 
dieses Beschwerdeverfahrens erfahren. Dieser formellrechtliche Einwand ist vorweg zu 
prüfen.

3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 
Die betroffene Person hat das Recht, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung 
eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern. Dazu gehört insbesondere das Recht, 
Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und 
an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 
Beweisergebnis zu äussern, wenn es geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 

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127 I 54 E. 2b). Namentlich Dringlichkeit kann es ausnahmsweise gebieten, das rechtliche 
Gehör erst nach dem Entscheid zu gewähren (BGer 2C_603/2011 vom 16. Januar 2012 
E. 2.2; 5P.322/2004 vom 6. April 2005 E. 3.1). Das Recht, angehört zu werden, ist 
formeller Natur. Dessen Verletzung führt ungeachtet der materiellen Begründetheit des 
Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 
kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, 
sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die 
Rechtslage frei überprüfen kann.

Bei schweren oder regelmässigen Gehörsverletzungen ist die Heilung grundsätzlich 
ausgeschlossen (Kiener/Rütsche/Kuhn, Öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, 
Rz. 273). Auch soll die Heilung des Mangels die Ausnahme bleiben. Allerdings ist von 
einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung selbst bei einer schwerwiegenden 
Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung 
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 
die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 
133 I 201 E. 2.2 m.w.H.; VGer ZG V 2020 19 vom 31. August 2020 E. 3.1.3).

3.2 Vorliegend verhält es sich so, dass die OHS am 3. und 4. August 2021 
Telefongespräche mit der Zuger Polizei und der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug wie 
auch der B.________ führte. Mit letzterer führte die OHS gemäss Aktennotizen am 9. und 
12. August 2021 zwei weitere Telefongespräche. Wiederum am 17. und 18. August 2021 
telefonierte die OHS mit der Zuger Polizei, der Staatsanwaltschaft und der B.________ 
und verfasste darüber Aktennotizen.

Entgegen der Auffassung der OHS in ihrer Duplik vom 12. November 2021 reichte es nicht 
aus, wenn sie die B.________ mündlich über die wesentlichen am 3. und 4. August 2021 
telefonisch eingeholten Auskünfte informierte. Richtigerweise hätte der 
Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör gewährt werden müssen, indem ihr vor Erlass 
der ersten Verfügung die Aktennotizen zu den Telefonaten zur Einsicht zugestellt worden 
wären. Eine allfällige fundierte Stellungnahme war der Beschwerdeführerin somit nicht 
möglich. Ebenso wenig lagen Gründe absoluter Dringlichkeit vor, die einen Erlass der 
Verfügung ohne vorherige Zustellung der Aktennotizen gerechtfertigt hätten, erging die 
erste ablehnende Verfügung der OHS doch erst am 24. August 2021. Damit ist an sich der 

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Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt. Die im vorliegenden Fall nicht besonders 
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs wird in diesem Verfahren jedoch 
geheilt, denn dem Gericht steht die volle Überprüfungsbefugnis zu. Die 
Beschwerdeführerin hat sich in ihrer Beschwerdeschrift ausführlich äussern können. 
Trotzdem ist festzustellen, dass die fehlende Zustellung der Aktennotizen über die 
Telefongespräche als Verfahrensfehler zu qualifizieren ist.

4.
4.1 Jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder 
sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer), hat gemäss Art. 1 Abs. 1 
OHG Anspruch auf Unterstützung nach dem OHG (Opferhilfe). Anspruch auf Opferhilfe 
haben auch der Ehegatte oder die Ehegattin des Opfers, seine Kinder und Eltern sowie 
andere Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahestehen (Angehörige; Art. 1 Abs. 2 
OHG). Gemäss Art. 2 OHG umfasst die Opferhilfe: a. Beratung und Soforthilfe; b. 
längerfristige Hilfe der Beratungsstellen; c. Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter; d. 
Entschädigung; e. Genugtuung; f. Befreiung von Verfahrenskosten. Gemäss Art. 13 OHG 
leisten die Beratungsstellen dem Opfer und seinen Angehörigen sofort Hilfe für die 
dringendsten Bedürfnisse, die als Folge der Straftat entstanden sind (Soforthilfe; Abs. 1). 
Sie leisten dem Opfer und dessen Angehörigen soweit nötig zusätzliche Hilfe, bis sich der 
gesundheitliche Zustand der betroffenen Person stabilisiert hat und bis die übrigen Folgen 
der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind (längerfristige Hilfe; Abs. 2). Die 
Beratungsstellen besorgen dem Opfer oder seinen Angehörigen bei Bedarf eine 
Notunterkunft (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 OHG; vgl. VGer ZG V 2019 100 vom 1. Dezember 
2020 E. 2). Im zu beurteilenden Fall geht es unter dem Titel "längerfristige Hilfe" um die 
Übernahme von Kosten für den Aufenthalt in der B.________ für A.________ und ihre 
zwei Kinder während maximal 42 Tagen (2 x 21 Tage) in der Höhe von total maximal 
Fr. 25'200.– und daran anschliessend während maximal 21 Tagen in der Höhe von 
maximal Fr. 12'600.–.

4.2 Längerfristige Hilfe wird geleistet, bis sich der Gesundheitszustand stabilisiert hat 
und die Folgen der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind, wenn und soweit 
die Kosten nicht von Dritten (z.B. der Unfall- oder der Krankenversicherung) bezahlt 
werden, abhängig von den finanziellen Verhältnissen des Opfers oder der Angehörigen. 
Gemäss Art. 14 Abs. 1 OHG umfassen die Leistungen ausschliesslich die angemessene 
Hilfe, die als Folge der Straftat notwendig geworden ist. Insoweit befand das 
Bundesgericht, dass das Opfer keiner staatlichen Hilfe bedarf, wenn es sich in zumutbarer 

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Weise selber helfen kann (vgl. BGer 1C_32/2014 vom 6. Oktober 2014 E. 2.3 mit 
Hinweisen). Damit wird ein kausaler Zusammenhang zwischen der Straftat und der 
beantragten Leistung gefordert. Des Weiteren muss die Hilfe angemessen sein. 

4.3 Das Opferhilfegesetz geht gegenüber dem StGB von einem erweiterten Begriff der 
Straftat aus. Ersteres kommt nämlich auch dann zur Anwendung, wenn sich der Täter 
nicht schuldhaft verhalten hat, mithin keine Straftat im Sinne des StGB gegeben ist. Für 
das Vorliegen einer Straftat i.S. des Opferhilfegesetzes genügt ein tatbestandsmässiges 
und rechtswidriges Verhalten. Das Opfer hat daher Anspruch auf die durch das 
Opferhilfegesetz gewährleistete Hilfe, auch wenn Zurechnungsunfähigkeit oder 
Rechtsirrtum des Täters zur Verneinung der Schuld und damit zu einer Einstellung des 
Strafverfahrens bzw. zu seinem Freispruch führt. Die Anwendung des Opferhilfegesetzes 
setzt also weder 
voraus, dass der Täter verurteilt wird, noch dass es überhaupt zu einem Strafverfahren 
kommt (vgl. Eva Weishaupt, Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des 
Opferhilfegesetzes [OHG], unter besonderer Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf das 
Zürcher Verfahrensrecht, 1998, S. 24). Wird kein Strafverfahren durchgeführt, so stellt sich 
die Frage nach den Anforderungen an den Nachweis der Opfereigenschaft. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind daran je nach Art der Hilfe unterschiedliche 
Anforderungen zu stellen. Für die Inanspruchnahme der unentgeltlichen Beratungshilfe 
genügt es grundsätzlich, wenn die Opfereigenschaft glaubhaft erscheint. Bei den 
finanziellen Leistungen muss dagegen in Anlehnung an das Sozialversicherungsrecht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Straftat vorliegen. Weniger strenge Anforderungen 
gelten, wenn das Opfer dringend auf finanzielle Hilfe bzw. auf die Zusicherung von Hilfe 
angewiesen ist (Eva Weishaupt, Finanzielle Leistungen gemäss Opferhilfegesetz, in: Das 
revidierte Opferhilfegesetz, 2008, S. 55 mit weiteren Hinweisen). Soll längerfristige Hilfe 
gewährt werden, kann die Behörde, wenn dies unter dem Aspekt der Wirksamkeit der Hilfe 
möglich ist, das Resultat der ersten Ermittlungen abwarten, wenn Zweifel am Vorliegen 
einer entsprechenden Straftat bestehen. Es ist hier ein Beweisgrad der 
"Wahrscheinlichkeit" anzuwenden. Es sollen mehr Gründe für die Annahme des 
Vorliegens einer Straftat gegeben sein als solche, die dagegensprechen. Hat sich ein 
positiver Entscheid nachträglich als falsch erwiesen, werden die Leistungen eingestellt 
(vgl. Dominik Zehntner, Opferhilferecht, 4. Aufl. 2020, Art. 1 N 43).

5.

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5.1 Die OHS hielt in der Verfügung vom 24. August 2021 fest, dass vorliegend keine 
konkreten Anhaltspunkte vorhanden seien, welche das Vorliegen einer strafbaren 
Handlung (insbesondere hinsichtlich eines sexuellen Missbrauchs) durch E.________, 
Vater von D.________ und Ehemann der Beschwerdeführerin, wahrscheinlicher als das 
Nichtvorliegen einer solchen machen würden. Weder D.________ noch die 
Beschwerdeführerin würden explizite Aussagen zu einer strafbaren Handlung machen. Die 
Beschwerdeführerin habe zwar offenbar Auffälligkeiten bei ihrer Tochter festgestellt, aber 
keine strafbaren Handlungen beobachtet. Die Beschwerdeführerin selbst spreche von 
einem "Verdacht". Die geschilderten Auffälligkeiten (insb. Einnässen, Einkoten, Rötungen 
am Po und Intimbereich sowie Aussagen zu einem Monster) könnten sodann zwar auf 
einen allfälligen sexuellen Missbrauch (durch eine Person) hinweisen, allerdings 
mindestens genauso gut auf sonstige Probleme der Tochter, so bspw. insbesondere auf 
Schwierigkeiten, mit der aktuellen (Trennungs-)Situation der Eltern umzugehen. Auch das 
Massieren, Küssen und Gemeinsam-im-Bett-Liegen begründe für sich allein keinen 
(hinreichenden) Verdacht auf einen sexuellen Missbrauch durch E.________. Vielmehr sei 
ein solches Verhalten im Alter der Tochter zumindest nicht unüblich. Dem eingereichten 
Bericht der Beschwerdeführerin könne dazu entnommen werden, dass die Oberärztin, 
welche D.________ am 28. Juni 2021 untersucht habe, der Beschwerdeführerin mitgeteilt 
habe, dass die Laborergebnisse von D.________ unauffällig seien. Folglich seien auch 
aufgrund des ärztlichen Untersuchs keine konkreten Anhaltspunkte für einen 
entsprechenden Verdacht vorhanden. Die Beschwerdeführerin begründe die 
Gefährdungssituation damit, dass die Abklärungen noch am Laufen seien, D.________ 
noch keine Aussagen gemacht habe und im Hinblick auf die Befragungen durch ihren 
Vater beeinflusst werden könnte. Die OHS hält dazu fest, dass damit weder 
opferhilferechtlich relevante Straftaten noch eine Gefährdungssituation geltend gemacht 
würden. Gemäss den vorliegenden Akten sei jedenfalls nicht ersichtlich, dass die 
Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungen plane. Die im Gesuch vom 13. August 2021 neu 
geltend gemachten allfälligen sexuellen Übergriffe auf die Beschwerdeführerin könnten 
weder strafrechtlich noch opferhilferechtlich beurteilt werden. Diese seien zu vage und 
würden an der vorliegenden Beurteilung der Gesuche jedenfalls nichts zu ändern 
vermögen. Bei dieser Aktenlage habe auch der Gewaltschutz der Zuger Polizei erklärt, 
dass keine Bedrohungslage bzw. Gefährdungssituation vorhanden sei und die 
Unterbringung in einem Frauenhaus als nicht notwendig erachtet werde. In Anbetracht 
dieser Umstände könne darauf verzichtet werden, die übrigen Voraussetzungen der 
längerfristigen Hilfe (insbesondere die finanzielle Situation der Gesuchstellerin) zu prüfen.

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5.2 Die Beschwerdeführerin äussert im Wesentlichen den Verdacht, dass ihre Tochter 
D.________ vom Vater E.________ wahrscheinlich sexuell missbraucht worden sei. Seit 
drei Monaten stelle sie bei D.________ Auffälligkeiten fest, wie unter anderem, dass sie 
sich häufig eingenässt und eingekotet habe. D.________ habe ihr erzählt, dass der Vater 
sie abends im Bett massiere. Nicht nur oben am Rücken, sondern auch weiter hinunter bis 
zum Po. Nach einem Ausflug mit ihrem Vater sei D.________ breitbeinig gelaufen und 
habe Kotflecken auf der Unterhose gehabt. Sie weise Rötungen am Po und Intimbereich 
auf. D.________ habe bei hohen Temperaturen keine kurze Kleidung tragen wollen. Ihr 
Charakter habe sich verändert, und D.________ wirke nicht mehr fröhlich, sondern müde 
und habe täglich Wutanfälle gehabt. Die Beschwerdeführerin legt den ärztlichen Bericht 
des Kinderzentrums bei, welches ebenfalls auf das sehr befremdende Verhalten des 
Kindes beim Untersuch hinweise. Seit der Eheschliessung würde E.________ sie, die 
Beschwerdeführerin, zudem übermässig kontrollieren. Als sie ihm im Mai 2021 mitgeteilt 
habe, dass sie sich trennen wolle, habe diese Kontrolle massiv zugenommen. Ihr 
Ehemann setze alles in Bewegung, die Kinder zu sehen (auch auf dem rechtlichen Weg). 
Die Kita habe aus Sicherheitsgründen gewechselt werden müssen, da ihr Ehemann dort 
aufgetaucht sei und nach den Kindern gefragt habe. Falls er den aktuellen Aufenthaltsort 
der Tochter in Erfahrung bringen würde, könnte er sie abpassen und verbal beeinflussen. 
Sie gehe davon aus, dass eine Begegnung zwischen D.________ und ihrem Vater dazu 
führe, dass er D.________ im Hinblick auf die anstehenden polizeilichen Befragungen 
beeinflussen bzw. manipulieren und zu seinen Gunsten nutzen würde. Sie mache sich 
grosse Sorgen um ihre Tochter, habe schlaflose Nächte und 
Konzentrationsschwierigkeiten. Sie sei in einer psychisch schlechten Verfassung und habe 
jedes Mal Angst, wenn sie die Kinder in die Kita begleite. Aufgrund ihrer Angst sei ihr 
Bewegungsradius massiv eingeschränkt, und sie müsse überallhin begleitet werden.

6. Die Beschwerdeführerin wirft der OHS vor, den Sachverhalt nicht genügend 
abgeklärt zu haben. Aus dem Sachverhalt A bis N der angefochtenen Verfügung vom 
24. Au-gust 2021 gehe hervor, dass die OHS sich bei ihrem ablehnenden Entscheid 
betreffend längerfristige Hilfe gemäss OHG vor allem einseitig auf die mündlichen 
Aussagen der Zuger Polizei gestützt habe. Diese seien opferhilferechtlich nicht relevant. 
Sie würden zudem bestritten. Es würden zudem widersprechende Aussagen der Zuger 
Polizei vorliegen. Zwischen dem 23. Juli 2021 (Einreichung des ersten Gesuches um 
längerfristige Opferhilfe) und dem angefochtenen Entscheid vom 24. August 2021 habe 
die Vorinstanz keine Schritte zur Abklärung des Sachverhaltes von Amtes wegen 
unternommen. Sofern in einem Strafverfahren eine Nichtanhandnahme, eine Einstellung 

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oder ein Freispruch erfolge, heisse dies noch nicht, dass die Voraussetzungen für eine 
längerfristige Hilfe opferhilferechtlich nicht gegeben seien. Die Vorinstanz hätte aufgrund 
von § 13 Abs. 1 VRG die Beschwerdeführerin bei der Abklärung des Sachverhaltes von 
Amtes wegen als Partei befragen können. Schliesslich lässt die Beschwerdeführerin in 
ihrer Replik vom 21. Oktober 2021 verschiedene Möglichkeiten aufführen, die bestanden 
hätten, um den Sachverhalt vertieft abzuklären, nämlich die persönliche Befragung der 
Mutter und/oder des Kindes (mit fachlicher Begleitung); eine Zeugeneinvernahme der 
Sozialarbeiterin der B.________; die Einholung eines Gutachtens bei H.________ oder 
einer anderen fachlich versierten Organisation über die Glaubwürdigkeit und den 
Stellenwert der Aussagen des Kindes; eine Zeugeneinvernahme der behandelnden 
Arztpersonen. Die Beschwerdeführerin unterstellt der OHS sodann, dass diese nur die 
Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft habe abwarten wollen, um dann auf 
dieser Basis die beiden Gesuche der B.________ betreffend längerfristige Hilfe 
abzulehnen. In Anbetracht der fehlenden, nicht eingeleiteten Strafuntersuchung hätte sich 
die Beschwerdegegnerin nicht auf knappe polizeiliche Ermittlungen abstützen dürfen. Sie 
hätte von sich aus Abklärungen treffen müssen.

6.1 Gemäss § 12 VRG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest 
(Untersuchungsprinzip). Paragraf 13 VRG beschreibt die Mittel, die der Behörde dazu zur 
Verfügung stehen. Sie kann zur Feststellung des Sachverhaltes Parteien und 
Drittpersonen befragen, Urkunden beiziehen, Augenscheine vornehmen und Gutachten 
einholen. Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die OHS aber nur, den Sachverhalt im 
Rahmen der vom Opfer gestellten Begehren von Amtes wegen abzuklären. Eine 
Verpflichtung, nach weiteren Schäden zu suchen, die vom Opfer weder geltend gemacht 
werden noch sich aus seiner Sachverhaltsdarstellung ergeben, trifft die Opferhilfebehörde 
nicht (Empfehlungen der Schweizerischen Verbindungsstellen-Konferenz Opferhilfegesetz 
[SVK-OHG], Zur Anwendung des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten 
[OHG], 2010, S. 30). Die Untersuchungspflicht der Behörden wird ergänzt durch die 
Mitwirkungspflicht der gesuchstellenden Person.

6.2 Strittig ist, ob die OHS sich vorliegend an das Untersuchungsprinzip gehalten hat 
oder nicht. Aus den Akten ist ersichtlich, dass die OHS bereits im Zusammenhang mit der 
Verfügung vom 29. Juni 2021 im Rahmen der Soforthilfe Telefongespräche mit der 
B.________, dem F.________, der Zuger Polizei und der Opferberatung des G.________ 
führte (Bg-Beil. 3). Dem Gesuch vom 23. Juli 2021 um finanzielle Leistungen nach 
Opferhilfegesetz lag der Entscheid des Kantonsgerichts vom 2. Juli 2021 betreffend 

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Massnahmen gemäss Art. 172 ff. ZGB bei. Im Anschluss führte die OHS am 3. und 
4. August 2021 Telefongespräche mit der Zuger Polizei, der Zuger Staatsanwaltschaft und 
mit der B.________. Aus den entsprechenden Aktennotizen geht hervor, dass die OHS 
sich nach dem Strafverfahren erkundigte und ihr am 3. August 2021 von der Zuger 
Staatsanwaltschaft mitgeteilt wurde, dass an diesem Tag die Einvernahme mit dem Kind 
stattgefunden habe. Dabei seien keinerlei Aussagen gefallen, welche einen Tatverdacht 
von sexuellen Handlungen mit Kindern zur Folge hätten. Es sei keine Eröffnung eines 
Strafverfahrens vorgesehen. Es bestünden keine Zweifel an der Aussagefähigkeit des 
Kindes. Demnach erfolge voraussichtlich eine Nichtanhandnahmeverfügung. Auch die 
Zuger Polizei äusserte sich dahingehend, dass sich aus der Einvernahme der 
Beschwerdeführerin keine Bedrohungslage ergeben habe. Die Aussagen betreffend 
sexuelle Handlungen mit Kindern seien im Moment nicht abschätzbar. Am 5. August 2021 
stellte die OHS bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug ein Gesuch um Akteneinsicht 
in das Strafverfahren gegen den Vater von D.________. Am 9. und 12. August 2021 führte 
die OHS wiederum Telefongespräche mit der B.________. Schliesslich lagen dem Gesuch 
vom 13. August 2021 um finanzielle Leistungen nach Opferhilfegesetz die Aufzeichnungen 
der Beschwerdeführerin mit dem Titel "Mein Bericht (verfasst ab dem 28.06.2021)" bei. 
Am 18. August 2021 hatte die OHS noch einmal telefonisch Kontakt mit der Zuger Polizei, 
und am 24. August 2021 erging schliesslich die ablehnende Verfügung betreffend die 
Gesuche vom 23. Juli und 13. August 2021 um Kostengutsprache. Aus dieser Aktenlage 
geht hervor, dass die OHS eigene Abklärungen tätigte und ihr Vorgehen dem vom 
Untersuchungsprinzip Geforderten entspricht. Insbesondere konnte die OHS, da es um die 
Gewährung längerfristiger Hilfe geht, das Resultat der ersten strafrechtlichen Ermittlungen 
abwarten, im Speziellen, da Zweifel am Vorliegen einer entsprechenden Straftat 
bestanden. Informationen diesbezüglich erhielt sie von der Staatsanwaltschaft und der 
Zuger Polizei, aufgrund dessen der vermehrte Kontakt mit diesen Stellen verständlich ist. 
Wie die Beschwerdeführerin geltend macht, können aus der Einstellung eines 
Strafverfahrens oder eines Freispruchs aufgrund fehlender Zurechnungsfähigkeit oder 
Rechtsirrtum des Täters noch keine Rückschlüsse betreffend die Voraussetzungen der 
längerfristigen Hilfe gemäss Opferhilfe getroffen werden. Für eine Straftat i.S. des 
Opferhilfegesetzes hat ein tatbestandsmässiges, rechtswidriges Verhalten vorzuliegen, 
wobei Schuldaufhebungsgründe auf der Seite des Täters nicht relevant sind (vgl. 
Zehntner, a.a.O., Art. 1 N 4). Eine Nichtanhandnahmeverfügung ergeht hingegen, wenn 
feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 Abs. 1 
lit. a der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) und demzufolge ein 
Tatverdacht nicht konkretisiert werden konnte. Nachdem der OHS von der 

13

Urteil V 2021 66

Staatsanwaltschaft bereits am 3. August 2021 der Erlass einer 
Nichtanhandnahmeverfügung in Aussicht gestellt wurde und eine ebensolche am 
24. September 2021 erging, war die OHS nicht verpflichtet, weitere dahingehende 
Abklärungen zu tätigen. Ein solches Vorgehen würde die Arbeit der Staatsanwaltschaft 
und der Polizei unterlaufen. Zudem konnte die OHS im Hinblick auf den ihr zum 
Verfügungszeitpunkt am 24. August 2021 vorliegenden Bericht der Beschwerdeführerin 
auf eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin verzichten. Die OHS hat in 
diesem Zusammenhang ebenfalls nachvollziehbar ausgeführt, dass sie auf eine 
Zeugeneinvernahme der Frauenhaus-Mitarbeiterinnen sowie der behandelnden Ärzte 
verzichten konnte, da deren Feststellungen bereits in den Berichten enthalten waren 
respektive diese ihre Einschätzung der OHS am Telefon unterbreiten konnten. Schliesslich 
zweifelte die OHS auch nicht an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von D.________, 
weshalb sie auch nicht angehalten war, ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit und den 
Stellenwert der Aussagen einzuholen. Zusammenfassend hat die OHS vorliegend den 
Sachverhalt im Rahmen der von der Beschwerdeführerin gestellten Begehren von Amtes 
wegen genügend abgeklärt.

6.3 In beweisrechtlicher Hinsicht bietet die Beschwerdeführerin eine Befragung von 
sich durch das Gericht an.

Erscheint dem Gericht die Beweislage aufgrund der Akten als ausreichend, kann es auf 
die Abnahme weiterer Beweise verzichten. Beweisanträge, die nach Erachten des 
Gerichts hinsichtlich der für den Entscheid relevanten Sachfragen ohne Belang sind, 
müssen ebenfalls nicht beachtet werden (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 
E. 1d). Die Durchführung von weiteren Beweiserhebungen bzw. Befragungen würde 
vorliegend nicht zu einer anderen Einschätzung des Sachverhaltes führen, konnte sich die 
Beschwerdeführerin doch bereits schriftlich zum Sachverhalt äussern und sind die 
konkreten Nachweise im Zusammenhang einer Anhörung nicht erbringbar bzw. müssten 
ebenfalls schriftlich vorliegen. Eine Befragung hätte keine Auswirkung auf die Beurteilung 
der im vorliegenden Fall zu beurteilenden Rechtsfragen. Somit ist dem genannten 
Beweisantrag in zulässiger Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung nicht 
stattzugeben (vgl. VGer ZG V 2021 38 vom 22. Juni 2021 E. 4).

7. Im Weiteren lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, dass Beweismittel 
gemäss § 13 VRG nicht richtig gewürdigt würden. Das Kind sei wahrscheinlich vom Vater 
sexuell missbraucht worden. Als Beweis diene insbesondere der sehr ausführliche, 

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Urteil V 2021 66

glaubwürdige Bericht der Mutter mit dem Titel "Mein Bericht/verfasst ab dem 28. Juni 
2021". Gemäss diesem Bericht nässe sich das Kind seit drei Monaten in die Kleider und 
kote sich im Kindergarten ein. Besonders stark uriniere sich das Kind nach Begegnungen 
mit dem Vater ein. Sie habe Wundstellen und deutliche Rötungen an Scheide und Po 
gehabt und sich zudem häufig im Intimbereich oder Po gekratzt. Ihre Tochter sitze 
dauernd auf dem Schoss des Vaters. Dieser sitze breitbeinig und sie zwischen seinen 
Beinen. Die Tochter habe mit dem Vater unter einer Bettdecke gelegen, und er habe sich 
unter der Decke bewegt. Seine Füsse hätten sich wiederholt hin- und zurückgeschoben. 
Die Augen des Vaters seien geöffnet gewesen, und er habe ertappt geschaut, als die 
Beschwerdeführerin die Decke zurückgeschlagen habe. Der Vater massiere das Kind 
ständig, wobei es sage: "Papa nicht so tief". Nach einem Vormittagsausflug mit dem Vater 
habe das Kind geweint, und ihr Gesicht sei schmerzverzerrt gewesen. Sie habe kaum 
gerade laufen können und sei ziemlich breitbeinig gewesen. Sie habe gesagt, dass sie 
"Aua" habe am Po. Das Kind habe erzählt, dass es von einem Mann träume, der in sein 
Zimmer komme und ihm Angst mache. Auch mache der Vater dem Kind übermässige 
Geschenke, wie z.B. einen Lippenstift. Der Charakter des Kindes habe sich verändert, es 
sei nicht mehr fröhlich und wirke müde, habe tägliche Wutanfälle und greife die Mutter 
aggressiv an.

In Ziff. 1.1 der Erwägungen des angefochtenen Entscheides werde, so die 
Beschwerdeführerin, dieser erschütternde Bericht mit nur fünf Sätzen abgehandelt. Er 
werde einseitig und nur sehr summarisch gewürdigt. Entgegen der Auffassung der 
Vorinstanz biete dieser Bericht Dutzende von konkreten Anhaltspunkten für einen 
sexuellen Missbrauch. Der sexuelle Missbrauch sei wahrscheinlicher als der 
Nichtmissbrauch. Der gesamte Bericht der Mutter zeige klar, dass die Mutter einen 
dringenden Verdacht habe, nicht nur einen "Verdacht". Dieser Bericht sei ein Tagebuch 
der Mutter, somit verfahrensrechtlich zulässig. Dieser in jeder Hinsicht überzeugende, 
erschütternde Bericht werde jedoch willkürlich gewürdigt. In der Replik vom 21. Oktober 
2021 lässt die Beschwerdeführerin weiter ausführen, dass es realitätsfremd sei, von einem 
kleinen Kind zu erwarten, explizit Aussagen zu einer Straftat zu machen. Ein Kind sei 
überfordert, habe Loyalitätskonflikte und sei verängstigt. Es könne diese Vorgänge gar 
nicht in Worte fassen. Der Bericht biete Dutzende von konkreten Anhaltspunkten für einen 
sexuellen Missbrauch. Es sei das Gesamtbild zu würdigen. Die OHS hätte über die 
Glaubwürdigkeit des Kindes ein Gutachten einholen müssen. Bereits unter Ziff. 1.1 der 
angefochtenen Verfügung der OHS würden alle Sachverhaltselemente im 12-seitigen 
Bericht zulasten der Mutter und des Kindes und zugunsten des Vaters herausfiltriert. Die 

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Urteil V 2021 66

OHS setze sich mit diesem Bericht in der Vernehmlassung nicht mehr auseinander. Die 
OHS disqualifiziere den komplexen Bericht der Mutter. Die Ausführungen der Mutter seien 
nicht vage. Es wäre die Aufgabe der OHS gewesen, sich nicht mit Mutmassungen zu 
begnügen, sondern fachlich komplexe Fragen durch Fachpersonen fundiert zu klären.

7.1 Eine unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache ist dann gegeben, wenn 
Beweise, die über rechtserhebliche Umstände erhoben wurden, unzutreffend gewürdigt 
werden (vgl. Marco Donatsch, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 
Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 2014, § 20 N 39). Im öffentlichen Verfahrensrecht gilt als 
Grundsatz, dass eine zuständige Behörde im Rahmen der von ihr jeweils 
durchzuführenden Untersuchung das Ergebnis frei würdigen kann. Dies bedeutet, dass 
allein die Überzeugung der entscheidenden Behörden massgebend dafür ist, welcher 
Sachverhalt als entscheiderheblich erachtet wird. Dies bedeutet aber nicht, dass eine 
willkürliche Beweiswürdigung zulässig wäre. Freie Beweiswürdigung ist auch nicht mit 
freiem Ermessen zu verwechseln. Trotz erheblichen Ermessenspielraums der 
Entscheidinstanz muss sie ihre Meinung sorgfältig, gewissenhaft und unvoreingenommen 
bilden und auf nachvollziehbare Weise begründen, wie sie zu ihrer Überzeugung gelangt 
ist (Kaspar Plüss, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich 
[VRG], 3. Aufl. 2014, § 7 N 136 ff.; vgl. auch BGer 2C_58/2012 vom 1. Oktober 2012 
E. 1.4). Dazu gehört auch, dass die Behörde das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung 
nach Massgabe der gesamten Umstände entsprechend dem Gewicht der erhobenen 
Beweise zu werten hat (Plüss, a.a.O., § 7 N 139; VGer ZG V 2014 57 vom 30. September 
2014 E. 4a).

7.2 Vorliegend lag der OHS der Bericht der Beschwerdeführerin vor, und sie nahm in 
der Verfügung vom 24. August 2021 in Ziff. 1.1 darauf Bezug. Dabei stellte die OHS fest, 
dass weder D.________ noch die Beschwerdeführerin explizite Aussagen zu einer 
strafbaren Handlung machen würden. Die Gesuchstellerin selbst habe zwar offenbar 
Auffälligkeiten bei ihrer Tochter festgestellt, aber keine strafbaren Handlungen beobachtet. 
Sie selbst spreche von einem "Verdacht". In ihrer Duplik vom 12. November 2021 
ergänzte die OHS zudem, dass der Bericht der Mutter ein Beweismittel unter anderen 
bilde. Dieser würde allerdings – auch nach seiner Ergänzung bzw. Aktualisierung – keine 
konkreten Anhaltspunkte für einen sexuellen Missbrauch durch den Vater enthalten.

Es trifft zu, dass der Bericht der Beschwerdeführerin die Geschehnisse und Eindrücke von 
ihr über einen längeren Zeitraum hinweg festhält. Gleichzeitig ist der OHS zuzustimmen, 

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Urteil V 2021 66

dass keine expliziten Aussagen zu einer strafbaren Handlung gemacht werden. So wird 
nicht ein konkreter Tatvorgang beschrieben, sondern aus der Sicht der 
Beschwerdeführerin sie irritierende Situationen und Verhaltensweisen. Die OHS nimmt 
dabei keine willkürliche Würdigung vor, wenn sie abgesehen von dem aus subjektiver 
Sicht geschriebenen Bericht die eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen, das Vorgehen der 
Staatsanwaltschaft und die Dokumente, wie z.B. Arztberichte, berücksichtigt. Im Gegenteil 
würdigt die OHS gerade damit umfassend die rechtserheblichen Umstände. Die weiteren 
von der OHS getätigten Abklärungen zeigen auf, dass auch im Rahmen der polizeilichen 
Einvernahmen weder das betroffene Kind noch die Beschwerdeführerin explizite 
Aussagen zu einer Straftat machten. Davon abgesehen lagen sonst keine Dokumente vor, 
die eine Straftat konkretisiert und deren Wahrscheinlichkeit nahegelegt hätten. Das gilt 
auch für den Bericht von H.________, in dem lediglich ausgesagt wird, dass ein Übergriff 
durchaus "wahrscheinlich" sein könnte. H.________ führte weiter aus, ihrer Ansicht nach 
sei die Opfereigenschaft des Mädchens aufgrund der gezeigten Symptomatik als 
"wahrscheinlich" gegeben, wenn auch abgeklärt werden müsse, ob dem tatsächlich so sei. 
Angesichts dieser vagen Äusserungen durfte die OHS ohne Willkür feststellen, dass dies 
für die Gutheissung der Gesuche um längerfristige Hilfe nicht genügt. Dies im Speziellen, 
da es auch der Einschätzung der Staatsanwaltschaft entspricht, die am 24. September 
2021 aufgrund der getätigten polizeilichen Ermittlungen eine Nichtanhandnahmeverfügung 
erliess. Zusammengefasst hat die OHS ohne Willkür nach Massgabe der gesamten 
Umstände die getätigten Ermittlungen und die ihr vorliegenden Dokumente gewürdigt.

8. Schliesslich lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, dass die erste 
Voraussetzung für die längerfristige Hilfe, das wahrscheinliche Vorliegen einer 
opferhilferechtlich relevanten Straftat (wiederholter sexueller Missbrauch des Kindes durch 
den Vater), gegeben sei. Es würden mehr Gründe für das Vorliegen einer Straftat 
sprechen als dagegen. Die Bedrohungssituation sei akut und gefährlich. Der andauernde, 
wahrscheinliche sexuelle Missbrauch des Kindes bedürfe eines wesentlich längeren 
Heilungsprozesses als die im Rahmen der Soforthilfe finanzierten 35 Tage Aufenthalt in 
einem Frauenhaus. Der wahrscheinliche Missbrauch werde bagatellisiert. Die Regelung 
der familiären Verhältnisse sei noch nicht abgeschlossen. Das Kind habe bis anhin noch 
keine psychologische Hilfe in Anspruch nehmen können. Der Zweck des längerfristigen 
Aufenthaltes sei jedoch gemäss Art. 13 Abs. 2 OHG, die Folgen der Straftat für das Opfer 
zu mindern und das Kind soweit möglich in diejenige Ausgangslage zurückzuführen, die 
vor der mutmasslichen Straftat bestanden habe. Die psychologische Begleitung sei dazu 
unbedingt erforderlich. Der noch andauernde Erholungsprozess des Kindes gehe aus dem 

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Urteil V 2021 66

Bericht der Mutter klar hervor. Für das Fehlen einer Bedrohungssituation werde im 
angefochtenen Entscheid dargelegt, dass das Mädchen keine Angaben zu einem 
sexuellen Missbrauch gemacht habe. Dies sei für ein Kind in diesem Alter unrealistisch 
und nicht altersgerecht. Es könne diesen mutmasslich sexuellen Missbrauch nicht richtig 
einordnen. Der seelische und körperliche Heilungsprozess des Kindes sei noch im Gange. 
Das Verfahren vor Kantonsgericht Zug betreffend Massnahmen gemäss Art. 172 ff. ZGB 
sei am 14. September 2021 mit einer gütlichen Einigung abgeschlossen worden. 
Bezüglich Besuchsrecht sei Folgendes unter Mithilfe des Gerichts vereinbart worden: 
"Während der Dauer des laufenden Strafverfahrens einigen sich die Parteien auf ein 
Besuchsrecht des Vaters im Rahmen der begleiteten Besuchstage …zweimal im Monat, 
jeweils am Sonntag von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr …". Auch dieser gerichtliche Vergleich 
basiere auf der Bedrohungssituation. Die Notwendigkeit der längerfristigen Hilfe sei mit 
Wahrscheinlichkeit dargelegt.

In der Replik vom 21. Oktober 2021 lässt die Beschwerdeführerin sodann ausführen, dass 
die Bedrohungslage weiterhin akut sei. Die Beschwerdeführerin sei sehr gestresst und 
verängstigt gewesen. Sie habe sich grosse Sorgen um ihre Tochter gemacht, habe 
schlaflose Nächte und schwere Konzentrationsschwierigkeiten gehabt. Dazu sei auch ihr 
psychischer Zustand instabil gewesen. Aufgrund dessen sei die Beschwerdeführerin nicht 
fähig gewesen, selbständig ohne professionelle Beratung und Begleitung mit den Kindern 
zu wohnen. Kinder mit traumatischen Erfahrungen könnten heftige und schwer 
nachvollziehbare Verhalten zeigen. Dies würde auch beim hier involvierten Kind zutreffen. 
Die Sozialpädagoginnen und Mitarbeiterinnen der B.________ würden über das 
notwendige Wissen verfügen, um Merkmale und Folgen solcher Erfahrungen zu erkennen 
und gezielt einzugreifen. Zudem seien die polizeilichen Ermittlungen (Befragungen der 
Tochter) und das Eheschutzverfahren für die ganze Familie mit viel Unsicherheit und 
emotionalem Stress verbunden gewesen. Die Familie brauche dringend einen sicheren 
Rahmen und Schutz vor weiteren Traumatisierungen, was ihr die B.________ habe bieten 
können.

Am 29. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin eine ergänzende Begründung 
einreichen, im Speziellen betreffend die Bedrohungssituation. Wie aus dem aktualisierten 
Bericht der Mutter hervorgehe, sei am 23. Juni 2021 und an den Vortagen eine massive 
Eskalation der wahrscheinlichen Übergriffe des Vaters auf seine Tochter erfolgt. Es sei 
damals unklar gewesen, wie lange die Mutter und das Kind vor dem Vater zu schützen 
seien. Dabei sei nicht nur das traumatisierte Verhalten des Kindes zu berücksichtigen, 

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Urteil V 2021 66

sondern ebenfalls der verzweifelte Zustand der Mutter. Es sei unbekannt, ob der Vater 
diese Übergriffe zugeben, das Unrecht seiner Handlungen einsehen, ob er sich in eine 
Therapie begeben würde. Es sei während einer damals noch unbekannten Zeit notwendig 
gewesen, dass Mutter und Kinder bis zur Stabilisierung an einen geheimen, gesicherten 
Ort mit Fachkompetenzen gebracht würden. Die Trennung vom Vater während mehrerer 
Wochen sei aufgrund der massiven, langen Kindeswohlgefährdung notwendig gewesen. 
Die grösste Gefahr habe darin bestanden, dass der Vater die Kinder ausfindig mache und 
an den alten Wohnsitz zurückbringe. Dies verbunden mit der Gefahr, dass der Vater die 
Tochter wahrscheinlich weiterhin missbrauche. In der hoch spezialisierten B.________ sei 
eine umfassende Betreuung und Begleitung für solche Ausnahmesituationen 
gewährleistet. Die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder seien bis zum Austritt am 
11. Oktober 2021 von drei verschiedenen Fachpersonen laufend betreut worden. Die 
Mutter sei psychisch ausserstande gewesen, selbst zu den beiden Kindern zu schauen. 
Sie hätten Sicherheit und Stabilität benötigt. Die OHS empfehle anstelle der B.________ 
ein billigeres Hotel. Dort wäre die Familie überfordert und sich selbst überlassen 
geblieben. Die Situation für die Familie habe sich erst ab 20. September 2021 allmählich 
zu entspannen begonnen. Das richterlich festgelegte begleitete Besuchsrecht des Vaters 
habe der Beschwerdeführerin allmählich Sicherheit gegeben, dass der Vater sich nicht 
unangemessen dem Kind nähere. Wie aus dem Bericht der Mutter hervorgehe, habe das 
Kind noch bis ca. Ende September 2021 die nötige Ruhe und Stabilität benötigt (Ende der 
dritten längerfristigen Hilfe OHG). Es seien bis Ende der Dauer für die dritte längerfristige 
Hilfe noch erschütternde Aussagen des Kindes gefolgt, die zeigten, dass das Kind noch 
nicht stabilisiert sei. Von Anfang Oktober bis zum Austritt aus der B.________ habe das 
auffällige Verhalten des Kindes abgenommen. Die Mutter habe sich erholt und sei selber 
in der Lage gewesen, eine Wohnung zu suchen und allmählich fachlich begleitet für die 
Kinder zu sorgen.

8.1 Das Vorliegen einer Straftat ist unabdingbare Voraussetzung für die Anerkennung 
der Opferqualität einer durch ein Ereignis geschädigten Person. Unter einer Straftat ist ein 
tatbestandsmässiges, rechtswidriges Verhalten im Sinne des Strafgesetzbuches zu 
verstehen. Eine schuldhafte Tatbegehung wird indessen nur vom Strafrecht verlangt und 
spielt im Opferhilferecht als täterbezogenes Kriterium bei der Bestimmung der 
Opferqualität keine Rolle. Nach dem aktuellen Stand von Rechtsprechung und Lehre 
werden Vorsatz und Fahrlässigkeit im Strafrecht nicht mehr als Schuldformen betrachtet, 
sondern zum typischerweise rechtswidrigen Verhalten, d.h. zum subjektiven Tatbestand 
gezählt (BGE 134 II 308 E. 5.5). Die Beschwerdeführerin beansprucht längerfristige Hilfe 

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Urteil V 2021 66

in Form von Kostengutsprachen für den Aufenthalt in der B.________ (vgl. Art. 13 Abs. 2 
und 3 i.V.m. Art. 14 Abs. 1 OHG). Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung offen 
gelassen, ob für die Gewährung längerfristiger Hilfe eine opferhilferechtlich relevante 
Straftat und damit die Opferstellung wahrscheinlicher sein muss als ihr Nichtvorliegen (so 
ausdrücklich die Empfehlungen der Schweizerischen Verbindungsstellen-Konferenz 
Opferhilfegesetz [SVK-OHG] zur Anwendung des OHG vom 21. Januar 2010, Ziffer 2.8.1), 
oder ob es bereits genügt, dass eine opferhilferechtlich relevante Straftat lediglich in 
Betracht fällt (BGer 1C_9/2017 vom 4. April 2017 E. 2 mit Hinweis auf BGer 1C_32/2014 
vom 6. Oktober 2014 E. 2.2 und 2.3). Ein kausaler Zusammenhang zwischen der Straftat 
und dem Bedarf an der beanspruchten Leistung hat vorzuliegen. Die zu erbringende 
Leistung muss im Weiteren einer Notwendigkeit entsprechen. Diese Voraussetzung ist 
nicht erfüllt, wenn das Opfer eine den gleichen Zweck erfüllende Leistung von einem 
Dritten beanspruchen kann, was dem Subsidiaritätsprinzip gemäss Art. 4 OHG entspricht. 
Steht eine Leistung im Bereich der längerfristigen Hilfe zur Diskussion, rechtfertigt sich 
eine intensivere Abklärung des natürlichen Kausalzusammenhangs (vgl. Zehntner, a.a.O., 
Art. 14 N 4 ff.).

8.2 Vorliegend erging am 6. Juli 2021 eine Anzeige an die Zuger Polizei wegen 
Verdachts von sexuellen Handlungen an Kindern. Am 8. Juli 2021 wurde die 
Beschwerdeführerin und am 3. August 2021 – nach einem Versuch bereits am 14. Juli 
2021 – die Tochter D.________ einvernommen. Durch D.________ wurden die Übergriffe 
oder Handlungen nicht bestätigt und solche nicht geäussert. Bereits am 3. August 2021 
wurde der OHS telefonisch von der Staatsanwaltschaft der Erlass einer 
Nichtanhandnahmeverfügung in Aussicht gestellt. Am 24. September 2021 verfügte die 
Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sind 
demnach eindeutig keine Straftatbestände erfüllt. Abgesehen von den Behauptungen der 
Gesuchstellerin würden keinerlei Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten vorliegen. Die 
OHS weist ihrerseits im "Merkblatt Notunterkunft gemäss Art. 5 und 13 ff. OHG" darauf 
hin, dass im Rahmen der längerfristigen Hilfe erhöhte Anforderungen an den Nachweis 
der Straftat sowie das Vorliegen einer Bedrohungssituation gestellt würden. Die alleinige 
Schilderung durch die gesuchstellende Person sei dafür nicht ausreichend. Zudem sei für 
eine über eine Krisenintervention hinausgehende längerfristige Unterbringung, welche 
durch die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft bedingt ist, die Sozialhilfe zuständig. In 
casu ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass aus opferhilferechtlicher Sicht das 
Vorliegen einer opferhilferechtlich relevanten Straftat im zu beurteilenden Fall nicht als 
"wahrscheinlicher" zu qualifizieren ist als das Nichtvorliegen einer solchen (vgl. E. 6.2 und 

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Urteil V 2021 66

7.2), insbesondere nach dem Erlass der Nichtanhandnahmeverfügung am 24. September 
2021. Im Weiteren legt die OHS dar, dass die von der Beschwerdeführerin geltend 
gemachte Notwendigkeit einer psychologischen Betreuung keine Notwendigkeit einer 
geschützten Notunterkunft begründe. Für den Fall, dass das Kind aufgrund eines 
sexuellen Missbrauchs traumatisiert wäre, würde sich wohl eher eine spezifische, 
kinderpsychologische Therapie eignen. Auch die Tatsache, dass der Vater seine Kinder 
aktiv suche – was vorliegend nicht belegt sei – begründe für sich per se keine 
Bedrohungssituation. Ausser dem subjektiven Gefühl der Beschwerdeführerin seien keine 
objektiven Anzeichen einer konkreten und akuten Bedrohungssituation vorhanden, welche 
eine Unterkunft der Beschwerdeführerin in einer Notunterkunft aus opferhilferechtlicher 
Sicht dringend notwendig erscheinen liessen. Dieser Einschätzung der OHS ist 
zuzustimmen. Grundsätzlich fehlt es vorliegend jedoch bereits an der Wahrscheinlichkeit 
des Vorliegens einer opferhilferechtlich relevanten Straftat und damit an der 
Voraussetzung der Opfereigenschaft für die Inanspruchnahme der am 23. Juli, 13. August 
und 15. Oktober 2021 von der Beschwerdeführerin ersuchten längerfristigen Hilfe in Form 
einer Kostengutsprache für eine Notunterkunft für sich und ihre Kinder.

9. Zusammenfassend ist festzustellen, dass das rechtliche Gehör der 
Beschwerdeführerin verletzt wurde, weil ihr die Aktennotizen über mehrere 
Telefongespräche der OHS nicht vor dem Erlass einer Verfügung zur Einsicht und 
Stellungnahme zugestellt wurden. Dieser Mangel konnte im vorliegenden Verfahren 
jedoch geheilt werden. Im Übrigen sind die Verfügungen der Sicherheitsdirektion als OHS 
vom 24. August 2021 und vom 1. Okto-ber 2021 nicht zu beanstanden. Die dagegen 
eingereichten Beschwerden erweisen sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen sind.

10. Das Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 30 OHG i.V.m. § 8 Abs. 2 VOHG 
kostenlos, wenn die Beschwerde nicht mutwillig erfolgte. Letzteres ist nicht erkennbar, 
weshalb keine Kosten auferlegt werden.

21

Urteil V 2021 66

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel) und an die 
Sicherheitsdirektion des Kantons Zug.

Zug, 14. Februar 2022

Im Namen der
VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am