# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33d3affe-c819-5ce5-b500-8190b03d7731
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2009 D-6543/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6543-2007_2009-06-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6543/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Denise Graf,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Familienasyl; Verfügung des 
BFM vom 28. August 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6543/2007

Sachverhalt:

A.
Mit  Urteil  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  vom 
15. August 2006 wurde die Verfügung des BFF (Bundesamt für Flücht-
linge;  heute  BFM)  vom  V._______  betreffend  den  Bruder  der  Be-
schwerdeführerin  (B._______;  N_______;  nachfolgend  B._______ 
genannt) aufgehoben und das Bundesamt angewiesen, B._______ in 
der  Schweiz  Asyl  zu  gewähren.  Mit  Entscheid  des  BFM  vom 
W._______  wurde  B._______  gestützt  auf  Art.  3  des  Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in der Schweiz Asyl gewährt.

Mit  Verfügung  vom  T._______  bewilligte  das  BFM  die  Einreise  der 
Ehefrau  und  der  Kinder  (ebenfalls  N_______)  von  B._______  und 
gewährte diesen mit Entscheid vom U._______ im Rahmen von Art. 51 
Abs. 1 AsylG ebenfalls Asyl.

B.
Am  3.  November  2006  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  durch  ihre 
Rechtsvertreterin beim BFM um Einreisebewilligung und Familienasyl. 
Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass sie nach der 
Scheidung  ihrer  Eltern  mit  der  Familie  ihres  Bruders  B._______ 
zusammengelebt habe. Sie sei somit durch die Flucht von B._______ 
von  ihm  getrennt  worden.  Bei  einer  Ausreise  der  Kernfamilie  von 
B._______  würde  sie  alleine  im  Dorf  zurückbleiben,  wobei  es  ihre 
gesundheitliche Situation jedoch nicht erlaube, allein zu leben. Daher 
würden  besondere  Gründe  für  ihre  Einschliessung  ins  Familienasyl 
gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG vorliegen.

C.
Mit Verfügung des BFM vom 28. August 2007 wurde die Einreise der 
Beschwerdeführerin in die Schweiz nicht bewilligt und das Gesuch um 
Gewährung von Familienasyl abgewiesen. Die Vorinstanz begründete 
ihre Verfügung im Wesentlichen damit,  dass  die  Beschwerdeführerin 
ohne Vereinigung mit ihrem in der Schweiz lebenden Bruder und ihrer 
Schwägerin nicht in eine existenzbedrohende Notlage, wie sie für die 
Bewilligung eines Familiennachzugs vorausgesetzt werde, gerate.

D.
Mit  Eingabe vom 28. September 2007 erhob die Beschwerdeführerin 
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

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und beantragte, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und 
ihr sei die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, sie sei in die Flücht-
lingseigenschaft  ihres  Bruders  B._______ einzubeziehen und es  sei 
ihr  Asyl  zu  gewähren.  Ferner  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

E.
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 11. Oktober 2007 
wurde die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin aufgefordert,  in-
nert 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung eine schriftliche Vollmacht ihrer 
Mandantin einzureichen, unter Androhung des Nichteintretens im Un-
terlassungsfall  und  der  Auferlegung  der  das  Verfahren  veranlassen-
den, vollmachtlosen Rechtsvertreterin. Ferner wurde der Rechtsvertre-
terin mitgeteilt,  dass über das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses nach fristgemässem Eingang der Vollmacht 
befunden werde.

F.
Mit Eingabe vom 11. November 2007 reichte die Rechtsvertreterin eine 
von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Vollmacht sowie zwei Be-
weismittel (Aufzählung der Beweismittel) zu den Akten.

G.
Mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2007 - eröffnet am 10. De-
zember 2007 - wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert,  innert  30 
Tagen ab Erhalt dieser Verfügung ein aktuelles und detailliertes ärztli-
ches Zeugnis zu Art und Schwere ihrer Erkrankung sowie zu allfälligen 
Therapiemassnahmen einzureichen,  wobei  bei  ungenutzter  Frist  auf-
grund der übrigen Akten entschieden werde. Ferner wurde auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses antragsgemäss verzichtet.

Die Beschwerdeführerin liess die ihr eingeräumte Frist ungenutzt ver-
streichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung. Die Beschwerdeführerin ist daher zur Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.4 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsge-
richt kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriften-
wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2.  

2.1
Im Folgenden ist  zu prüfen,  ob die Voraussetzungen für die Gewäh-
rung von Familienasyl im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG zugunsten 
der Beschwerdeführerin erfüllt sind. 

2.2 Ehegatten von Flüchtlingen und deren minderjährige Kinder wer-
den als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, sofern keine beson-
deren Umstände dagegen sprechen. Andere nahe Angehörige von in 

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der Schweiz lebenden Flüchtlingen können in das Familienasyl einge-
schlossen  werden,  wenn  besondere  Gründe  für  die  Familienvereini-
gung sprechen (Art. 51 Abs. 1 und 2 AsylG). Andere nahe Angehörige 
sind insbesondere dann zu berücksichtigen, wenn sie behindert  sind 
oder aus einem anderen Grund auf die Hilfe einer Person, die in der 
Schweiz lebt, angewiesen sind (Art. 38 der Asylverordnung 1 über Ver-
fahrensfragen vom 11. August  1999 [AsylV 1,  SR 142.311]). Wurden 
die anspruchsberechtigten Personen im Sinne von Art. 51 Abs. 1 und 2 
AsylG durch die Flucht getrennt und befinden sie sich im Ausland, so 
ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 Abs. 4 AsylG).

2.3 In allgemeiner Hinsicht wird bei der Gewährung von Familienasyl 
im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG vorausgesetzt, dass die betreffende 
Person mit dem in der Schweiz anerkannten Flüchtling im Moment der 
Flucht  in  einem gemeinsamen Haushalt  gelebt  hat,  eine  Wiederher-
stellung  dieser  Gemeinschaft  unentbehrlich  ist  und  in  der  Schweiz 
auch tatsächlich angestrebt wird (vgl. die zutreffenden und nach wie 
vor  gültigen  Ausführungen  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2000  Nr.  11, 
EMARK 2001 Nr. 24 E. 3 S. 191).

2.4 Besondere Gründe, welche für die Familienvereinigung im Sinne 
von Art. 51 Abs. 2 AsylG sprechen, liegen nach der Praxis dann vor, 
wenn die einzubeziehenden nahen Angehörigen einer besonderen Un-
terstützung im Sinne einer persönlichen Fürsorge - nicht lediglich einer 
finanziellen Unterstützung - bedürfen, welche nur die in der Schweiz 
lebenden,  asylberechtigten  Familienangehörigen  zu  erbringen  in  der 
Lage sind (vgl. dazu EMARK 2001 Nr. 24 E. 3, EMARK 2000 Nr. 27 
E. 5. f.,  EMARK 2000 Nr. 21 E. 6.c). Besondere Gründe können - in 
atypischen  Einzelfällen  -  auch  dann  vorliegen,  wenn  die  in  der 
Schweiz lebenden, asylberechtigten Familienangehörigen selbst einer 
solchen  persönlichen  Fürsorge  durch  die  einzubeziehende  Person 
bedürfen (vgl. EMARK 2000 Nr. 4 S. 42).

3.  

3.1 In der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz aus, die Be-
schwerdeführerin sei nach der Trennung ihrer Eltern von ihrem Bruder 
B._______  aufgenommen  und  finanziell  unterstützt  worden.  Zur 
Untermauerung  dieser  Vorbringen  seien  ein  Arztbericht  des 
C._______  vom  Y._______  und  die  Kopie  eines  undatierten 
Schreibens  des  (...)  des  Dorfes  D._______  beziehungsweise  der 

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E._______ eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin leide gemäss 
dem eingereichten  Arztzeugnis  und  den  ergänzenden  Kommentaren 
im Bestätigungsschreiben des (...) an (...) und sei auf die Pflege und 
Unterstützung ihres Bruders und ihrer Schwägerin angewiesen. Hierzu 
sei  festzuhalten,  dass  die  medizinische  Versorgung  in  der  Türkei 
insgesamt  ausreichend  und  gesichert  sei.  Im  Fall  der  Beschwerde-
führerin zeige der eingereichte Arztbericht des C._______, dass ihre 
Erkrankung in der dortigen Spezialklinik (...) diagnostiziert worden sei 
und,  so  weit  möglich,  auch  behandelt  werden  könne. Zudem könne 
aufgrund  der  Aktenlage  davon  ausgegangen  werden,  dass  die 
Beschwerdeführerin  über  ein  zusätzliches  Beziehungsnetz  verfüge 
und entgegen dem eingereichten Bestätigungsschreiben des (...) von 
D._______  nicht  ausschliesslich  auf  die  Unterstützung  durch  ihren 
Bruder  B._______  angewiesen  sei.  So  lebe  die  Mutter  der 
Beschwerdeführerin  mit  ihrem  zweiten  Ehemann  und  wohl  auch 
weiteren Kindern in der Nähe der Beschwerdeführerin. Ebenso nenne 
B._______  eine  Schwester,  welche  noch  in  seinem  Herkunftsdorf 
D._______  lebe.  Daneben  sei  anzunehmen,  dass  die  Beschwer-
deführerin über die eigentliche Kernfamilie hinaus noch zahlreiche an-
dere Verwandte habe, die sie im Alltag unterstützen könnten. Ferner 
verweise B._______ auch auf zwei Cousins, die sich in der Schweiz 
aufhielten.  Diesen  in  der  Schweiz  lebenden  Personen  sei  es  im 
Rahmen der  Verwandtenunterstützungspflicht  möglich  und zumutbar, 
die Beschwerdeführerin  bereits  mit  relativ  geringen Devisenbeträgen 
wirkungsvoll finanziell  vom Ausland aus zu unterstützen. Somit seien 
keine  besonderen  Gründe  vorhanden,  welche  für  die 
Familienvereinigung in der Schweiz sprechen könnten.

3.2 In  der  Beschwerdeschrift  und  der  Eingabe  vom  11.  November 
2007  wird  demgegenüber  im  Wesentlichen  angeführt,  dass  die  Be-
schwerdeführerin weder bei ihrer Mutter noch bei ihrer Schwester le-
ben könne. So habe die Mutter ihren zweiten Ehemann verloren und 
sei ihrerseits mit ihren drei Kindern durch den Sohn des Ehemannes 
aus erster Ehe aufgenommen worden. Die Beschwerdeführerin könne 
in diesem Haushalt aus sittlichen Gründen wie auch aus Gründen des 
Platzes keine Aufnahme finden. Bezüglich der Schwester sei anzufüh-
ren, dass sich deren Ehemann in der Schweiz befinde und sie diesem 
im Rahmen der Familienzusammenführung ebenfalls nachreisen wer-
de. Zudem lebe diese in ihrer eigenen Familie, da sie aus finanziellen 
Gründen  keinen  eigenen  Haushalt  unterhalten  könne.  Es  sei  daher 
auch in diesem Fall für die Beschwerdeführerin unmöglich, Aufnahme 

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zu finden. Als Frau mit massgeblichen gesundheitlichen Problemen ha-
be sie keinerlei Möglichkeiten, alleine zu leben. Sie lebe derzeit bei ei-
nem  Kollegen  ihres  Bruders  B._______,  wo  sie  allerdings  nur 
begrenzte Zeit  bleiben könne respektive die Familie dieses Kollegen 
wolle sich nicht mehr länger um sie kümmern, da die Familie aufgrund 
der sich zuspitzenden Situation befürchte, mit der Familie A._______ 
und  damit  mit  der  kurdischen  Arbeiterpartei  (PKK)  in  Verbindung 
gebracht  zu  werden.  Aus  den  beigelegten  Schreiben  (...)  sei 
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin immer bei ihrem Bruder und 
dessen Frau gelebt habe und ihre Schwester aufgrund ihrer eigenen 
Situation  nicht  in  der  Lage  sei,  die  Beschwerdeführerin  bei  sich 
aufzunehmen.

3.3 Aufgrund der geschilderten Lebenssituation der Beschwerdeführe-
rin in deren Heimatstaat ergeben sich, wie nachfolgend erörtert, keine 
besonderen Gründe, welche für die Familienvereinigung im Sinne von 
Art. Art. 51 Abs. 2 AsylG sprechen würden.

Hinsichtlich der angeführten Beeinträchtigung des Gesundheitszustan-
des der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass bei dieser gemäss 
dem in den Akten liegenden und von der Vorinstanz im angefochtenen 
Entscheid  erwähnten  Arztbericht  des  C._______  vom  Y._______ 
(Diagnose) festgestellt  worden sei. In diesem Zusammenhang wurde 
die  Beschwerdeführerin  mit  Zwischenverfügung  vom  7.  Dezember 
2007 aufgefordert, innert 30 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung ein ak-
tuelles und detailliertes ärztliches Zeugnis zu Art  und Schwere ihrer 
Erkrankung  sowie  zu  allfälligen  Therapiemassnahmen  einzureichen, 
weil der Arztbericht des C._______ vom Y._______ für die Beurteilung 
des  Gesundheitszustandes  respektive  einer  allfälligen 
Pflegebedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  als  zu  wenig 
aussagekräftig erscheine. Diesbezüglich stellt das Bundesverwaltungs-
gericht fest, dass die Beschwerdeführerin die ihr eingeräumte Frist un-
genutzt verstreichen liess und auch bis dato, mithin über ein Jahr nach 
Ablauf der gesetzten Frist, keinerlei relevanten medizinischen Unterla-
gen nachreichte, welche näheren Aufschluss über ihren aktuell beste-
henden  Gesundheitszustand  liefern  könnten.  Diese  Unterlassung 
muss sich die Beschwerdeführerin in dem Sinne zu ihren Ungunsten 
anrechnen lassen, als dass vorliegend lediglich von der im Arztbericht 
des C._______ vom Y._______ festgehaltenen Diagnose auszugehen 
ist  und  eine  Pflegebedürftigkeit,  welche  nur  durch  Verwandte  in  der 
Schweiz wahrgenommen werden könnte,  angesichts des Krankheits-

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bildes, wie es sich derzeit für das Bundesverwaltungsgericht darstellt, 
nicht zwingend besteht. So handelt es sich bei (Namen der Krankheit) 
um (Darlegung der Krankheit und deren Symptome). Aufgrund der vor-
liegenden Diagnose und der Akten ist in casu somit von (Folgen der 
Krankheit)  der  Beschwerdeführerin  auszugehen.  Auch  wenn  diese 
gesundheitliche  Beeinträchtigung  für  die  Beschwerdeführerin  bei 
alltäglichen  Verrichtungen  ein  Erschwernis  darstellt,  ist  sie  nach 
Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  jedoch  nicht  dergestalt,  als 
dass  eine  dauernde  Pflegebedürftigkeit  bejaht  werden  müsste 
respektive  eine  besonders  intensive  Betreuung  erforderte.  Weiter 
besteht  nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  in 
der  Heimat  der  Beschwerdeführerin  -  wie  aus  dem  Arztbericht  des 
C._______  vom  Y._______  denn  auch  ersichtlich  wird  -  ein 
ausreichendes  medizinisches  Versorgungsnetz,  um  allfällig 
notwendige  Kontrollen  oder  auch  Behandlungen  in  ihrem  Fall 
durchführen zu können.

In der Beschwerdeschrift wurde überdies nicht überzeugend dargelegt, 
warum insbesondere die in der Türkei lebende Mutter allein deshalb, 
weil  sie in den Familienverband ihres zweiten Ehemannes eingegan-
gen sei, nicht in der Lage sein sollte, ihrer Tochter die notwendige Un-
terstützung  zu  gewähren.  Weiter  wurde  in  der  Rechtsmitteleingabe 
vom 28. September 2007 darauf hingewiesen, dass sich der Ehemann 
der Schwester der Beschwerdeführerin in der Schweiz befinde und die 
Schwester  im Rahmen der  Familienzusammenführung diesem in die 
Schweiz nachreisen werde. Bei der auf Beschwerdeebene genannten 
Schwester der Beschwerdeführerin handelt es sich gemäss dem ein-
gereichten Familienregisterauszug um F._______, geboren Z._______. 
Nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichtes  befindet 
sich  jedoch nach wie  vor  lediglich  der  Ehemann der  Schwester  der 
Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz,  weshalb  davon auszugehen ist, 
dass sich die erwähnte Schwester mit ihrer Familie noch immer in der 
Türkei befindet. Der in der Beschwerdeschrift genannte Umstand, dass 
diese  aus  eigenen  Gründen  keinen  eigenen  Haushalt  unterhalten 
könne und in der eigenen Familie lebe, kann nicht als überzeugender 
Hinderungsgrund  gelten,  um ihrer  Schwester  eine  im  Rahmen ihrer 
Möglichkeiten vorhandene Unterstützung zu gewähren. Im Weiteren ist 
festzuhalten, dass - wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu 
Recht ausführte - die Beschwerdeführerin über ihre Kernfamilie hinaus 
noch  zahlreiche  weitere  Verwandte  verfügt,  die  ihr  bei  alltäglichen 
Verrichtungen Hilfestellungen geben können. So seien an dieser Stelle 

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lediglich  die  diversen  Familienangehörigen  ihrer  Schwägerin 
beziehungsweise  der  Ehefrau  ihres  Bruders  B._______  erwähnt, 
welche  im  Herkunftsort  der  Beschwerdeführerin  Wohnsitz  haben. 
Sodann ist es B._______ und weiteren in der Schweiz lebenden Ver-
wandten überdies möglich, die Beschwerdeführerin bereits durch ge-
ringe Geldleistungen zumindest in finanzieller Hinsicht effektiv zu un-
terstützen.

Somit ist diese nicht auf die Hilfe ihres in der Schweiz lebenden Bru-
ders und seiner Familie  angewiesen und ein bestehendes erforderli-
ches Abhängigkeitsverhältnis ist zu verneinen. Es bestehen keine be-
sonderen Gründe für  die Gewährung von Familienasyl  im Sinne von 
Art. 51 Abs. 2 AsylG.

3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für 
die Gewährung von Familienasyl gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG respek-
tive  für  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  (Art.  51  Abs. 4 
AsylG) vorliegend nicht erfüllt  sind. Die Vorinstanz hat  demnach das 
Gesuch um Familienzusammenführung zu Recht abgelehnt.

3.5 Aus diesen Erwägungen folgt,  dass die  angefochtene Verfügung 
weder Bundesrecht verletzt noch unangemessen ist und der rechtser-
hebliche Sachverhalt  von der  Vorinstanz  richtig  und vollständig  fest-
stellt wurde (vgl. Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzu-
weisen.

4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich  der  Beschwerdeführerin  als  unterliegende  Partei  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Jedoch  rechtfertigt es sich vorliegend, auf eine 
Kostenauflage zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 16 Abs. 1 
Bst. a VGG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 

(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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