# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e101b72-607f-5491-a555-6c4e22e5f360
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 D-8/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8-2012_2012-01-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­8/2012

U r t e i l   v om   2 7 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
c/o schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 28. November 2011 / N .

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein aus M._______ (Ampara Distrikt) stammender 
sri­lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie, ersuchte erstmals mit 
Schreiben vom 7. April 2008 an die Schweizerische Botschaft in Colombo 
um Asyl in der Schweiz.

B. 
Mit  Schreiben  vom  6.  Mai  2008  gab  das  BFM  dem  Beschwerdeführer 
Gelegenheit,  seine  persönliche  Situation  dazulegen  und  allfällige  neue 
Gesuchsgründe  sowie  Beweismittel  einzubringen.  Mit  Eingabe  vom  6. 
Juni 2008 beantwortete der Beschwerdeführer die  ihm gestellten Fragen 
und reichte verschiedene Dokumente in Kopie nach.

C. 
Der  Beschwerdeführer  machte  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend,  seine  Ehefrau  und  sein  vierjähriger  Sohn  seien 
beim Tsunami  im Dezember  2004  zu Tode  gekommen. Demgegenüber 
habe seine Tochter die Flut knapp überlebt. Auch sein Haus sei durch die 
Wassermassen  zerstört worden.  Ein Bruder  des Beschwerdeführers  sei 
Mitglied  der  PLOTE  gewesen  und  von  unbekannten  Personen 
erschossen  worden.  In  der  Folge  sei  er  (der  Beschwerdeführer)  von 
unbekannten Personen bedroht worden. In diesem Zusammenhang habe 
er  Anzeige  bei  der  Polizei  erstattet.  Im  Juni  2008  sei  er  von  Personen 
einer  unbekannten  bewaffneten  Gruppierung  gesucht  worden.  Er  hätte 
befragt  werden  sollen,  doch  sei  er  zu  jenem  Zeitpunkt  nicht  zu  Hause 
gewesen.  Im Oktober 2008 habe es einen weiteren Entführungsversuch 
gegeben, doch sei ihm die Flucht gelungen. Daraufhin hätten Unbekannte 
sein Auto in Brand gesetzt. Deshalb sei er von der Polizei befragt worden. 
Er und seine Kinder würden unter dieser Situation leiden. Er sei sich nicht 
sicher,  ob  er  seine  Kinder  noch  zur  Schule  schicken  solle.  Aus  diesen 
Gründen  beabsichtige  er,  Sri  Lanka  zu  verlassen  und  zu  seiner 
Schwester  in die Schweiz zu ziehen. Daher ersuche er die Schweiz um 
Schutz.

D. 
Am 20. April 2009 erfolgte eine weitere Eingabe des Beschwerdeführers.

E. 
Mit Schreiben vom 15.  Juni  2010 gab das BFM dem Beschwerdeführer 
Gelegenheit,  seine  persönliche  Situation  dazulegen  und  allfällige  neue 

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Gesuchsgründe  einzubringen.  Gleichzeitig  wurde  ihm  eröffnet,  dass  es 
die  Aktenlage  erlaube,  ohne  Durchführung  einer  Befragung  über  sein 
Gesuch  zu  entscheiden.  Der  Beschwerdeführer  unterliess  es,  das 
Schreiben des BFM zu beantworten.

F. 
Mit  Verfügung  vom  28.  November  2011  –  dem  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben  vom  7.  Dezember  2011  zugestellt  –  wies  das  BFM  das 
Einreise­ und Asylgesuch ab. Zur Begründung machte die Vorinstanz im 
Wesentlichen  geltend,  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte 
Suche nach seiner Person und die anonymen Bedrohungen fielen in die 
Zeit  des  Krieges  zwischen  der  Regierung  und  der  LTTE  und  müssten 
heute mit anderen Augen betrachtet werden, da sich die Sicherheits­ und 
Menschenrechtslage im Land seit dem Kriegsende (Mai 2009) verbessert 
habe.  Seither  befinde  sich  das  gesamte  Land  wieder  unter 
Regierungskontrolle, und es sei  zu keinen  terroristischen Aktivitäten der 
LTTE  mehr  gekommen.  Gewalttätige  Übergriffe  wie  Entführungen  und 
Tötungen  fänden  kaum  noch  statt.  Zudem  bestünden  heute  keinerlei 
Hinweise mehr auf eine Zusammenarbeit der Regierung mit bewaffneten 
Organisationen  oder  Gruppierungen.  Hinzu  komme,  dass  aufgrund  der 
vorliegenden Akten  davon  auszugehen  sei,  dass  der  Beschwerdeführer 
über kein ausreichendes politisches Profil verfüge, welches zum jetzigen 
Zeitpunkt  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  zu  einreiserelevanten 
Schwierigkeiten führen könnte. Das BFM komme demnach zum Schluss, 
dass zwischen den Vorbringen des Beschwerdeführers und der von  ihm 
gewünschten  Einreise  in  die  Schweiz  zum  jetzigen  Zeitpunkt  kein 
genügend  enger  zeitlicher  und  inhaltlicher  Kausalzusammenhang 
bestehe. Schliesslich komme hinzu, dass der Beschwerdeführer auf das 
Schreiben des BFM vom 15. Juni 2010 nicht geantwortet habe. In diesem 
Schreiben  sei  er  eingeladen  worden,  seine  aktuellen  Probleme 
darzustellen. Dass er sich daraufhin nicht mehr bei der Schweizerischen 
Botschaft  gemeldet  habe,  sei  ein  weiteres  Indiz  dafür,  dass  er  zum 
heutigen  Zeitpunkt  nicht  gefährdet  sei.  An  diesen  Erwägungen 
vermöchten auch die von ihm eingereichten Dokumente nichts zu ändern, 
stützten sie doch lediglich seine (irrelevanten) Vorbringen. Angesichts der 
offensichtlich  fehlenden  Schutzbedürftigkeit  könne  darauf  zu  verzichtet 
werden,  auf  allfällig  vorhandene  Unglaubhaftigkeitselemente  in  seinen 
Asylvorbringen  einzugehen.  In  Anbetracht  dieser  Ausführungen  sowie 
aufgrund des Umstands, dass er kein Gefährdungsprofil aufweise, das im 
heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung 

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seitens  des  sri­lankischen  Staates  schliessen  lassen  würde,  seien  die 
geltend gemachten Vorbringen nicht einreiserelevant.

G. 
In  seiner  Beschwerde  vom  29.  Dezember  2011  (Poststempel  vom 
30. Dezember  2011)  beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken.

4.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 
AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 
Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land 
auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 
Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen 
ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft 
machen, dass eine unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Hinsichtlich 
des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 

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10  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person  in 
der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art.  10  Abs.  1  AsylV  1).  Ist  dies 
nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1;  vgl.  hierzu 
auch  BVGE  2007/30).  Vorliegend  sah  die  Schweizer  Botschaft  in 
Colombo davon ab, eine persönliche Befragung des Beschwerdeführers 
gemäss  Art.  10  Abs.  1  AsylV  1  durchzuführen  und  forderte  ihn 
stattdessen mit Verfügung vom 15. Juni 2010 auf,  innert dreissig Tagen 
ab  Erhalt  des  Schreibens  seine  Asylvorbringen  zu  ergänzen.  Wie  sich 
aus  den  Akten  ergibt,  wurde  die  Verfügung  des  BFM  dem 
Beschwerdeführer  zwar  eröffnet,  doch  sah  dieser  davon  ab,  seine 
Vorbringen zu ergänzen.

4.3.  Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 
der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe 
zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 
und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.­g. S. 131 ff., welcher 
angesichts bloss  redaktioneller Änderungen bei der  letzten Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).

5. 

5.1.  In  seiner  Beschwerdebegründung  macht  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  geltend,  die  Situation  im  Norden  und  Nordosten  sei 
weiterhin  geprägt  von  bürgerkriegsähnlichen  Auseinandersetzungen. 
Auch  das  UNHCR  erachte  eine  Rückschaffung  in  den  Norden 
beziehungsweise  Nordosten  für  ausgeschlossen.  Er  habe  seinen 
Lebensmittelpunkt  im Osten Sri Lankas. Seit den Fahndungsaktionen im 
Juni  und Oktober  2008 müsse  er  den  Aufenthaltsort  täglich  ändern.  Er 
werde  auch  weiterhin  von  staatlichen  Sicherheitskräften,  die  mit 
paramilitärischen  Gruppen  zusammenarbeiteten,  bedroht.  Auch  Anfang 
Februar 2011, im Juni und Oktober 2011 hätten die Sicherheitskräfte und 
unbekannte  Personen  versucht,  ihn  und  seine  Kinder  aufzuspüren.  Die 
entsprechenden  Beweismittel  werde  er  nachreichen,  weshalb  er  um 

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Gewährung  einer  dreimonatigen  Frist  zur  Beschaffung  der  Beweismittel 
ersuche. Zudem sei sein Haus in M._______ von der Armee bombardiert 
worden.

5.2.  Diese  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  29.  Dezember 
2011  sind  indessen  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung  zu  bewirken.  Der  Argumentation  des  BFM  werden  keine 
stichhaltigen  und  überzeugenden  Gründe  entgegengesetzt;  vielmehr 
beschränkt sich der Beschwerdeführer darauf, in seiner Beschwerde den 
Sachverhalt  zu wiederholen  und  durch weitere Tatsachenbehauptungen 
zu  ergänzen.  So  macht  er  beispielsweise  erstmals  geltend,  seine 
Behausung sei von der Armee bombardiert worden, währenddem seinem 
Schreiben  vom  7.  April  2008  zu  entnehmen  ist,  es  sei  der  Tsunami 
gewesen,  der  sein  Haus  vollständig  zerstört  habe.  Da  indessen  nicht 
anzunehmen ist, die sri­lankische Luftwaffe habe auf das bereits von der 
Flut  zerstörte  Haus  des  Beschwerdeführers  zusätzlich  einen  Luftangriff 
lanciert,  sind  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  im  Lichte  der 
tatsächlichen  Verhältnisse  zu  interpretieren.  In  diesem  Zusammenhang 
ist  zur  Vermeidung  langer  Ausführungen  auf  den  jüngst  ergangenen 
Grundsatzentscheid  BVGE  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  des 
Bundesverwaltungsgerichts zu verweisen,  in dem sich das Gericht auch 
zur  allgemeinen  Lage  in  der  Ostprovinz  geäussert  hat  (vgl.  a.a.O. 
E. 13.1). Demnach trifft es zwar zu, dass es dort mit Rückendeckung der 
sri­lankischen  Sicherheitskräfte  beispielsweise  zu  Entführungen  von 
(wohlhabenden) Privatpersonen durch kriminelle Banden gekommen  ist. 
Da indessen gemäss Schreiben vom 7. April 2008 die gesamte Habe des 
Beschwerdeführers von der Flut weggeschwemmt wurde, handelt es sich 
beim Beschwerdeführer, der vordem als Ambulanzfahrer gearbeitet habe, 
nicht um eine der gefährdeten, weil wohlhabenden und somit exponierten 
Personen, weshalb die von ihm geltend gemachte Furcht unbegründet ist. 
Gleiches  gilt  bezüglich  einer  allfälligen  Verfolgung  durch  die  sri­
lankischen  Sicherheitskräfte,  fehlt  dem  Beschwerdeführer  doch  ein 
politisches  Profil,  welches  ihn  gefährden  könnte.  Für  das 
Bundesverwaltungsgericht  besteht  somit  nach  Überprüfung  der  Akten 
keine Veranlassung, die Erwägungen des Bundesamtes zu beanstanden. 
Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher  auf  die  zutreffenden 
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

5.3.  Angesichts  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren 
Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu 
ändern  vermögen.  Ausserdem  kann  in  casu  ohne  Willkür  vorweg  die 

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Annahme  getroffen  werden,  weitere  Beweiserhebungen  vermöchten 
keine  wesentlichen  Erkenntnisse  zu  vermitteln  und  mithin  zu  keinem 
anderen Prüfungsergebnis zu führen (sog. antizipierte Beweiswürdigung; 
vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, EMARK 2003 Nr. 13 E. 4a S. 84), weshalb es 
sich  erübrigt,  dem  Beschwerdeführer  eine  dreimonatige  Frist  zur 
Beschaffung  irgendwelcher  Beweismittel  einzuräumen  oder  deren 
Eingang abzuwarten. Es  ist dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 
Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest 
glaubhaft zu machen. Die Schutzbedürftigkeit des Beschwerdeführers im 
Sinne  von  Art. 20  i.V.m  Art.  3  AsylG  ist  mithin  als  nicht  gegeben  zu 
qualifizieren, und es  liegen auch keine anderen Gründe vor, welche die 
Erteilung einer Einreisebewilligung indizieren würden.

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1).  Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in fine VwVG sowie Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  ist  vorliegend  jedoch 
auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten gesprochen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  die  Schweizerische 
Vertretung in Colombo und das BFM.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

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