# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1a953a1-153b-5ee5-8b60-c9c7303e3f3f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.06.2019 725 16 288/166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-16-288-166_2019-06-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. Juni 2019 (725 16 288 / 166) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallkausalität, Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund 

eines Gerichtsgutachtens 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantonsrichter 

Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Sympany Versicherungen AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1957 geborene A.____ ist seit 1999 bei der B.____AG in Y.____ als kaufmännische 
Mitarbeiterin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Sympany Versicherungen AG (Sym-
pany) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 6. Dezember 2014 stand sie 
in ein Schlagloch und stürzte auf die linke Körperseite. Dabei zog sie sich gemäss Bericht des 
erstbehandelnden Arztes Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, eine Glenoidfrak-
tur und eine Suprasspinatussehnenruptur links zu. Die Sympany erbrachte in der Folge Versi-

 

 
 
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cherungsleistungen. Nach weiteren Abklärungen und Einholung eines Gutachtens bei Dr. med. 
D.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, teilte die Sympany der Versicherten mit 
Verfügung vom 1. Juni 2015 mit, dass die am 16. März 2015 durchgeführte arthroskopische 
Refixierung der Supraspinatussehne überwiegend wahrscheinlich nicht in einem kausalen Zu-
sammenhang mit dem Unfallereignis vom 6. Dezember 2014 stehe, weshalb die Leistungen per 
16. März 2015 eingestellt würden. Daran hielt sie auf Einsprache der Versicherten hin fest (Ein-
spracheentscheid vom 18. August 2016). 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 11. September 
2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid vom 18. August 
2016 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentli-
chen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen be-
ruhe. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2016 auf 
Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Anlässlich einer ersten Urteilsberatung vom 16. März 2017 gelangte das Kantonsgericht 
zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vor-
handenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Folge stellte es das Verfahren aus und 
ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 31. Mai 2017 beauftragte es die Academy of Swiss Insu-
rance medicine (asim) mit einer orthopädisch-traumatologischen Begutachtung der Versicher-
ten. Diese wurde von Prof. Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, durchgeführt. Zum Gutachten vom 31. Dezember 2017 und den 
Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch nahmen die Be-
schwerdeführerin am 21. Januar 2018 und die Beschwerdegegnerin am 7. Februar 2018 Stel-
lung. 
 
E. Im Rahmen einer weiteren Urteilsberatung vom 16. August 2018 kam das Kantonsge-
richt zum Schluss, dass das Gerichtgutachten vom 31. Dezember 2017 Fragen aufwerfe, wes-
halb zur abschliessenden Klärung der medizinischen Sachlage bei Prof. Dr. E.____ eine ergän-
zende Abklärung erforderlich sei. Zu seinen Ausführungen vom 24. Oktober 2018 äusserten 
sich die Beschwerdeführerin am 6. November 2018 und die Beschwerdegegnerin am 27. De-
zember 2018. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-

 

 
 
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scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene Beschwerde vom 11. September 2016 ist demnach einzutreten. 
 
2. Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1984 
sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft ge-
treten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten 
Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro-
chen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (vgl. Übergangsbestimmung in Art. 118 
Abs. 1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bishe-
rige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 
 
3. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Refixation der Sup-
raspinatussehne an der linken Schulter zu Recht verneint und diesbezüglich die Versicherungs-
leistungen per 16. März 2015 eingestellt hat.  
 
4. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). 
 
5.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt – unter anderem – vo-
raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, 
Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen-
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli-
cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedin-
gungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das 
Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

 

 
 
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gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen 
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde im Rahmen der ihr 
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen-
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 
Hinweisen). 
 
5.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 
hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 
(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz-
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im 
Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass 
gebend (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinwei-
sen). 
 
6.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie insbesondere der Feststellung natürli-
cher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde re-
gelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu 
stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-

 

 
 
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rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
6.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der 
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, 
deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um 
einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Auch der Europäische Gerichtshof für 
Menschenrechte (EGMR) hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht 
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu 
(BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in 
überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung 
kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachex-
perten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in 
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
7. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
8. Die Vorinstanz stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. August 
2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das Aktengut-
achten von Dr. D.____ vom 9. April 2015 sowie auf deren Stellungnahme vom 29. Mai 2016. 
Anlässlich der ersten in vorliegender Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 16. März 
2017 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass dem Gutachten von Dr. D.____ keine 
ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. So bestünden im Vergleich zur Beurteilung des be-
handelnden Arztes Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates, vom 6. September 2016 unüberwindbare Diskrepanzen hinsichtlich der 
streitigen Frage, ob die Ruptur der Supraspinatussehne überwiegend wahrscheinlich auf das 
Unfallereignis vom 6. Dezember 2014 zurückzuführen sei. Da auch die übrigen bei den Akten 
liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidgrundlage bildeten, beschloss 
das Kantonsgericht, den Fall auszustellen und zur Klärung des Sachverhalts ein orthopädisch-
traumatologisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 
 

 

 
 
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9.1 Am 31. Dezember 2017 diagnostizierte Prof. Dr. E.____ eine freie linke Schulter bei/mit 
einem Status nach einer Glenoidfraktur (ICD-10 S42.14), nach einer Supraspinatussehnen-
ruptur, nach einem Sturz am 6. Dezember 2014, nach einer arthroskopischen Gelenkevaluati-
on, einem Débridement, einer Akrominoplastik und einer Refixation der Supraspinatussehne am 
16. März 2015. Der Unfallmechanismus sei überwiegend wahrscheinlich nicht geeignet, eine 
Läsion im Bereich der Rotatorenmanschette auszulösen. Eine wie von Dr. F.____ im Operati-
onsbericht vom 16. März 2015 dokumentierte (komplette) kaudale Schulterluxation erscheine 
nicht überwiegend wahrscheinlich, da die Explorandin eine Schulterluxation während der 
Anamneseerhebung verneine. Überwiegend wahrscheinlich sei es aber zu einer Subluxation 
des Humeruskopfs gekommen. Im vorliegenden Fall spreche das am dorsalen Humeruskopf 
gelegene bone bruise, welches MR-tomographisch beschrieben worden sei, für ein solches 
Subluxationsereignis. Weiter werde im Primärbefund von Dr. C.____ vom 11. Dezember 2014 
eine Druckdolenz der Schulter ventral und eine schmerzbedingt eingeschränkte Abduktion be-
schrieben. Ein Funktionsverlust des Arms, wie er überwiegend wahrscheinlich nach einer post-
traumatischen Rotatorenmanschettenläsion zu erwarten wäre, sei nicht dokumentiert. Der klini-
sche Primärbefund spreche daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen eine traumati-
sche Rotatorenmanschettenläsion. Die kleine transmurale Ruptur am Vorderrand des Ansatzes 
der Supraspinatussehne, die Tendinopathie der restlichen Supraspinatussehne bei mässiger 
Verfettung der Supraspinatusmuskel und die leichte bis mässige AC-Gelenksarthrose mit nur 
kleinen inferioren Osteophyten bei eher engem Subakrominalraum und Akromion Typ 1-2 seien 
bei der im Zeitpunkt des Unfalls 57-järigen Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
degenerativer Natur und stünden nicht in einem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 
6. Dezember 2014. Die im Operationsbericht vom 16. März 2015 dokumentierten Veränderun-
gen im Bereich der Supraspinatussehne liessen keine Beurteilung der Unfallkausalität zu. Wei-
ter hielt Prof. Dr. E.____ fest, es sei aufgrund der aktuellen Datenlage sehr gut möglich, dass 
die traumatische Schulterluxation vom 6. Dezember 2015 eine vorbestehende Rotatorenman-
schettenläsion richtungsgebend verschlechtert und einen weiteren strukturellen Schaden verur-
sacht hätten. 
 
9.2 Am 24. Oktober 2018 hielt Prof Dr. E.____ präzisierend fest, sei nicht überwiegend 
wahrscheinlich, dass das Unfallereignis Ursache oder Teilursache für den Eingriff vom 16. März 
2015 gewesen sei. 
 
9.3 Am 6. November 2018 reichte die Beschwerdeführerin zwei Stellungnahmen des operie-
renden Arztes Dr. F.____ ein. Am 26. Oktober 2018 hielt er fest, es belege keine Studie, dass 
eine beschwerdefreie Frau unter 60 Jahren mit höherer Wahrscheinlichkeit eine degenerative 
Supraspinatusläsion habe. Die Wahrscheinlichkeit, dass keine degenerative Läsion der Sehne 
vorgelegen habe, sei somit und aufgrund der Beschwerdefreiheit vor dem Unfall sehr wahr-
scheinlich. Zudem habe er intraoperativ keine degenerativen Sehnenveränderungen festge-
stellt. Bei Menschen über 40 Jahren würde bei einer Luxation der Schulter häufig die Supraspi-
natussehne reissen. Am 29. Oktober 2018 hielt Dr. F.____ ergänzend fest, dass die beschwer-
defreie und voll funktionsfähige Patientin wahrscheinlich keine vorbestehende degenerative 
Ruptur der Rotatorenmanschette gehabt habe. Ein Luxationsmechanismus führe häufig zu ei-
ner Ruptur der Rotatorenmanschette, grade wenn er – wie hier – heftig sei. Der Primärbefund 

 

 
 
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bestätige die Diagnose einer transmuralen Rotatorenmanschettenruptur und auch der ansatz-
nahe Riss spreche für diese Annahme. Demgegenüber würden degenerative Rupturen eher 
innerhalb und im mittleren Bereich einer Sehne auftreten. Solche Veränderungen hätten sich 
bei der Versicherten intraoperativ nicht gezeigt. 
 
10.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten oder Expertinnen 
ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um 
einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine Gründe ersicht-
lich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gerichtsgutachten von Prof. Dr. E.____ vom 
31. Oktober 2017 und im ergänzenden Bericht vom 24. Oktober 2018 in Frage zu stellen oder 
gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtspre-
chungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hin-
sicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesge-
richt verlangt wird (vgl. E. 6.1 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allsei-
tigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten 
abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der 
Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprü-
che auf und setzt sich auch mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen 
Einschätzungen auseinander. Das Gerichtsgutachten hat insofern Klärung gebracht, als aus 
medizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die 
traumatische Schulterluxation resp. Subluxation vom 6. Dezember 2014 nicht ursächlich war für 
die Refixation der Supraspinatussehne. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 9.1 und E. 9.2 
hiervor) wiedergegebenen Darlegungen des Gerichtsgutachters vermögen zu überzeugen, so-
dass darauf verwiesen werden kann. 
 
10.2 Daran ändern auch die Rügen der Beschwerdeführerin nichts. Sie wendet ein, 
Prof. Dr. E.____ benenne in seinem Gutachten vom 31. Dezember 2017 und im Ergänzungsbe-
richt vom 24. Oktober 2018 zahlreiche Aspekte, die für eine Unfallkausalität sprechen würden. 
Zudem bestünde anerkanntermassen keine Vorerkrankung. Daher sei nicht ersichtlich, weshalb 
eine Teilkausalität des Unfallereignisses nicht nachgewiesen sein soll. Diese Einwände er-
scheinen nicht triftig genug, um die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens des Prof. Dr. E.____ 
vom 31. Oktober 2017 und dessen ergänzenden Berichts vom 24. Oktober 2018 in Frage zu 
stellen. Zunächst ergibt sich daraus nichts, was auf eine widersprüchliche Feststellung von Prof. 
Dr. E.____ schliessen lassen würde. Vielmehr legte der Gerichtsgutachter in Kenntnis der me-
dizinischen Akten und unter Einbezug aller relevanten Aspekte überzeugend dar, weshalb das 
Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht Ursache oder Teilursache der Supra-
spinatussehnenruptur und damit auch nicht mindestens Teilursache für den Eingriff vom 
16. März 2015 war. Zwar kann die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen Ereignis 
und Schaden von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Dem oder der medizi-
nischen Sachverständigen eröffnet sich deshalb praktisch immer ein gewisser Spielraum, in-
nerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer Explo-
ration lege artis zu respektieren sind. Genau darin kann der Grund für den Beizug eines Ge-
richtsgutachtens liegen, welches gewährleistet, dass das medizinische Ermessen mit optimaler 

 

 
 
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Sachkenntnis und vor allem optimaler Unabhängigkeit ausgeübt wird. Darin liegt auch die inne-
re Berechtigung dafür, dass den Gerichtsgutachten rechtsprechungsgemäss hohes Gewicht 
zukommt und das Gericht nicht ohne zwingende Gründe davon abweicht. Soweit sich die Be-
schwerdeführerin auf die abweichende Beurteilungen von Dr. F.____ vom 26. und 29. Oktober 
2018 (vgl. E. 9.3) beruft und geltend macht, dass ihr Alter nicht per se gegen, der Unfallmecha-
nismus resp. die Glenoidfraktur aber für eine unfallbedingte Teilursächlichkeit der Beschwerden 
an der Supraspinatussehne sprechen würden, kann ihr nicht gefolgt werden. Dr. F.____ zeigt 
nämlich keine neuen von Prof. Dr. E.____ unberücksichtigt gebliebenen Aspekte auf, die eine 
Neueinschätzung Unfallkausalität notwendig machen würden. Zudem ist zu beachten, dass 
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb ihre Berichte mit Vorbehalt zu 
würdigen sind (BGE 135 V 465 E. 4.5). Bei dieser Sachlage und der Tatsache, dass es dem 
Gerichtsgutachter möglich war, die streitige Frage, ob es sich bei der Verletzung im Bereich der 
Rotatorenmanschette um eine Unfallfolge handelt, zuverlässig zu beantworten, kann in antizi-
pierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Ab-
klärungen verzichtet werden. 
 
11. Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht für die Refixation der Supraspinatussehne an der linken Schulter verneint und die 
Versicherungsleistungen per 16. März 2015 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Ein-
spracheentscheid vom 18. August 2016 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, 
weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
12.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG 
hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. 
Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
12.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurtei-
lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistun-
gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, 
in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an 
sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver-
fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung 
den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestim-
mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In 
BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung 
der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu 
berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter-
suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzu-
ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Wider-
spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, 
ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn 

 

 
 
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die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet 
gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine 
medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal-
tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon-
vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, 
sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerecht-
fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung 
neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin-
weisen). 
 
12.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 16. März 2017 
zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 8 ausgeführt, kam der Beurteilung im Akten-
gutachten von Dr. D.____ vom 9. April 2015 sowie deren Stellungnahme vom 29. Mai 2016 mit 
Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten keine aus-
schlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen 
Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse 
aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwal-
tungsverfahren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die 
Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss den eingereichten Honorarnoten vom 
31. Dezember 2017 und 31. Oktober 2018 auf insgesamt Fr. 5‘885.-- belaufen, sind unter die-
sen Umständen der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
12.3 Nachdem sich die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin mit dem Ausgang des Ver-
fahrens gegenüber jener nach Abschluss des Administrativverfahrens nicht verbessert hat, und 
die Verwaltung vorliegend nicht bloss rudimentäre Abklärungen vorgenommen hatte, wird bei 
diesem Prozessausgang keine Parteientschädigung zugesprochen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 6. Juli 2018, 8C_304/2018). 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 5‘885.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 4. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 

 

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