# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 790e61e7-1c91-5380-aaac-e4b1a04638d9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2010 C-3710/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3710-2010_2010-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3710/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

1. L._______,
2. B._______,
beide vertreten durch Dr. iur. René Bussien, 
Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3710/2010

Sachverhalt:

A.
Am  20.  Februar  2010  beantragte  der  aus  der  Dominikanischen 
Republik  stammende,  1974  geborene  B._______  (nachfolgend:  Ge-
suchsteller bzw. Beschwerdeführer) bei der Schweizerischen Botschaft 
in  Santo  Domingo  die  Erteilung  eines  Einreisevisums für  die  Dauer 
von 30 Tagen. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, die im 
Kanton  Zürich  niedergelassene  italienische  Staatsangehörige 
L._______  (nachfolgend:  Gastgeberin  bzw. Beschwerdeführerin)  be-
suchen zu wollen. 

Nach Verweigerung der Visumserteilung in  eigener Kompetenz über-
mittelte  die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur  Prüfung und 
zum Entscheid an die Vorinstanz. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass 
der  Gesuchsteller  eine  Freundin  besuchen  möchte.  Jener  sei  jung, 
ledig, verfüge über ein niedriges Monatseinkommen von umgerechnet 
rund Fr. 590.- und sei noch nie gereist. Bereits im Jahre 2008 sei ein 
Einreisebegehren  des  Gesuchstellers  –  zum  Besuch  einer  andern 
Person in der Schweiz – formlos abgewiesen worden.

B.
Nachdem  die  Migrationsbehörde  des  Kantons  Zürich  bei  der  Gast-
geberin  ergänzende  Auskünfte  eingeholt  und  an  das  BFM  weiter-
geleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit  Verfügung 
vom 12. Mai 2010 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchs-
aufenthalt  könne nicht als gesichert  betrachtet  werden. Der Gesuch-
steller lebe in einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden 
wirtschaftlichen  Verhältnisse  ein  anhaltend  starker  Zuwanderungs-
druck  festzustellen  sei.  Dem Gesuchsteller  (unverheiratet,  kinderlos, 
bescheidenes  Erwerbseinkommen)  oblägen  im  Heimatland  weder 
zwingende  berufliche  Verpflichtungen  noch  familiäre  Verantwortlich-
keiten,  die  gegebenenfalls  Gewähr  für  eine  fristgerechte  Rückkehr 
bieten könnten.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 25.  Mai  2010  lassen  die  Beschwerde-
führer  durch  ihren  gemeinsamen  Rechtsvertreter  sinngemäss  die 
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des ge-
wünschten  Besuchervisums  beantragen.  Zur  Begründung  wird  im 

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Wesentlichen  vorgebracht,  die  Beschwerdeführerin  habe  nicht  nur 
sämtliche,  vom  kantonalen  Migrationsamt  einverlangten  Unterlagen 
ordnungsgemäss  eingereicht,  sondern  auch  die  Verpflichtung  be-
treffend Lebensunterhalt und anstandsloser, fristgerechter Wiederaus-
reise  des  Beschwerdeführers  abgegeben.  Entgegen  der  Auffassung 
der  Vorinstanz  sei  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatland 
wunschlos glücklich und habe keinerlei Anlass, dieses zu verlassen.

D.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juni 2010 an der 
angefochtenen  Verfügung  fest  und  schliesst  auf  Abweisung  der  Be-
schwerde.

E.
In  ihrer  Replik  vom 24.  Juni  2010  halten  die  Beschwerdeführer  an 
ihren  Anträgen  und  deren  Begründung  vollumfänglich  fest  und  be-
zeichnen  es  als  willkürlich,  wenn  die  Vorinstanz  zuerst  ein  lange 
dauerndes  Einladungs-  und  Bewilligungsprozedere  durchführe,  um 
schliesslich  –  mit  nicht  belegter  Behauptung,  wonach  der  Gesuch-
steller nicht mehr rechtzeitig ausreisen werde – das Einreisebegehren 
dennoch abzuweisen. 

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Nebst dem Beschwerdeführer als Verfügungsbetroffenem ist auch 
die Beschwerdeführerin gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde 
berechtigt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E. 1.2  des  Urteils  2A.451/2002  vom  28.  März  2003, 
teilweise publiziert in BGE 129 II 215).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
4.1 Zur  Einreise  in  die  Schweiz  bzw. den  Schengenraum für  einen 
Aufenthalt  von  höchstens  drei  Monaten  benötigen  sogenannte 
Drittstaatsangehörige,  d.h.  Büger  eines  nicht  zu  diesem  Raum  ge-
hörigen Staates, gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20] sowie Art. 2 Abs. 1 

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der  Verordnung  vom  22. Oktober  2008  über  die  Einreise  und  die 
Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der 
Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des 
Rates  vom  15. März  2006  über  einen  Gemeinschaftskodex  für  das 
Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 
Grenzkodex bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32] und Art. 2 
der Verordnung [EU] Nr. 265/2010 des Europäischen Parlaments und 
des Rates vom 25. März 2010 zur Änderung des Übereinkommens zur 
Durchführung  des  Übereinkommens  von  Schengen  und  der  Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 in Bezug auf den Verkehr von Personen mit 
einem  Visum  für  einen  längerfristigen  Aufenthalt  [ABl.  L  85  vom 
31.03.2010, S. 1]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b AuG). Namentlich haben Drittstaatsangehörige zu belegen, dass 
sie das Land vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums 
wieder  verlassen,  bzw. Gewähr  für  ihre fristgerechte Wiederausreise 
zu bieten (vgl. Art. 14 Abs. 1 Bst. d der Verordnung [EG] 810/2009 des 
Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen 
Visakodex  der  Gemeinschaft  [EG-Visakodex;  ABl.  L  243  vom 
15.09.2009,  S.  1],  Art.  5  Abs.  2  AuG).  Hinsichtlich  der  in  Frage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Ausführliche Regelungen 
zum Einreiseerfordernis der ausreichenden fiananziellen Mittel finden 
sich in Art. 5 Abs. 3 SGK sowie in Art. 2 Abs. 2 und Art. 7 – 11 VEV. 
Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. c AuG).

5.
In  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7), abgeändert durch 
die  Verordnung  (EG)  Nr.  1244/2009  des  Rates  vom  30.  November 
2009  (Visumsbefreiung  von  Serbien,  Montenegro  und  Mazedonien; 
ABl.  L  336  vom  18.12.2009,  S.  1–3)  sind  diejenigen  Staaten  auf -
gelistet,  deren  Staatsangehörige  beim  Überschreiten  der  Aussen-

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grenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein 
müssen.  Die  Dominikanische  Republik  ist  in  diesem  Anhang  auf-
geführt, weshalb der Beschwerdeführer der Visumspflicht unterliegt.

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können  sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Herkunftsland  der  Be-
sucherin oder des Besuchers ergeben. 

Der Beschwerdeführer stammt aus der Dominikanischen Republik. Die 
Wirtschaft dieses Landes konnte sich zwar nach einer durch den Zu-
sammenbruch  dreier  grosser  Geschäftsbanken  im  Jahre  2003  ver-
ursachten  schweren  Krise  –  dank  der  Konsolidierungspolitik  des  im 
August  2004 gewählten  (und im Mai  2008 wiedergewählten)  Staats-
präsidenten und Regierungschefs Leonel Fernández Reyna – in beein-
druckender Kürze erholen.  Beleg dafür ist, anknüpfend an die hohen 
Wachstumsraten in den 90er Jahren, das seit 2005 anhaltende Wirt-
schaftswachstum, welches – bei einer verhältnismässig niedrigen Infla-
tionsrate von 5% – im Jahre 2006 10,7% betrug. Mit diesem Erfolg gilt  
die Dominikanische Republik  als  wirtschaftliches Mittellohnland,  was 
allerdings an der hohen Arbeitslosigkeit  von rund 16% (Stand 2008) 
nichts geändert hat. Zudem hat sich die dominikanische Wirtschaft seit 
2007, beeinflusst von der sich abschwächenden Weltwirtschaft, leicht 
abgekühlt. Festzustellen ist  auch, dass die Transferzahlungen von im 
Ausland lebenden Staatsbürgern mit einem beträchtlichen Anteil – im 
Jahr 2008 waren es 6,8% – zum Bruttoinlandprodukt beitragen (Quel-
len: Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes:  www.auswaertiges-
amt.de  ,  Länder, Reisen und Sicherheit  > Dominikanische Republik > 
Wirtschaft,  Stand:  Februar  2010;  Webseite  der  Weltbank: 
www.worldbank.org  ,  countries  >  Dominican  Republic  >  Data  & 
Statistics  >  Country  Data  Profile,  beide  Seiten  besucht  im  Oktober 
2010).

Die Tendenz zur Auswanderung aus der Dominikanischen Republik ist 
– wohl nicht zuletzt aufgrund der angespannten Verhältnisse auf dem 
Arbeitsmarkt  – insbesondere in  Kreisen der jüngeren,  arbeitsfähigen 

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http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.worldbank.org/

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Bevölkerung  ungebrochen. Dabei  gelten  vor  allem Nordamerika  und 
Europa  als  Wunschdestinationen.  Im  Falle  der  Schweiz  wird  dabei 
nicht  selten  versucht,  sich  ein  soziales  Beziehungsnetz  (Verwandte 
oder Freunde) zunutze zu machen, wo ein solches bereits besteht. 

6.3 Der Rechtsvertreter wirft der Vorinstanz in diesem Zusammenhang 
vor,  nicht  rechtskonform  gehandelt  zu  haben,  indem  sie  die  Be-
schwerdeführer  nicht  von Anfang an darauf  hingewiesen habe, dass 
Einreisegesuche  von  "gewöhnlichen"  Bürgern  aus  der 
Dominikanischen  Republik  oder  aus  Afrika  generell  nicht  bewilligt 
würden, und nur Professoren, Wissenschaftler, Führungspersonen aus 
der Wirtschaft- und Bankenwelt, Fussballer oder Künstler die Schweiz 
als  Gäste  vorübergehend  besuchen  dürften.  Dazu  ist  klarzustellen, 
dass es in der Tat zu schematisch und nicht haltbar wäre, generell und 
ohne  spezifische  Anhaltspunkte  ausschliesslich  aufgrund  der  all -
gemeinen Lage in der Herkunftsregion auf eine nicht hinreichend ge-
sicherte  Wiederausreise  zu  schliessen.  Im  Rahmen  einer  Gesamt-
würdigung können jedoch aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland 
und  der  Zuwanderungssituation  Anhaltspunkte  zur  Beurteilung  der 
fristgerechten  Wiederausreise  gewonnen  werden.  So  können  ins-
besondere Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten 
bzw.  Regionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  un-
günstigen  Verhältnissen  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche 
Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer  
zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

6.4 Bei der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen,  sondern auch,  wie  erwähnt,  sämtliche Ge-
sichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt ei -
nem  Gesuchsteller  oder  einer  Gesuchstellerin  im  Heimatstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose Wiederausreise begünstigen. So besteht denn auch für 
"gewöhnliche"  Bürgerinnen  und  Bürger,  die  aus  den  erwähnten 
Regionen  stammen,  durchaus  die  Möglichkeit,  eine  Einreise-
bewilligung zu erhalten, sofern die persönlichen Verhältnisse auf eine 
fristgerechte Rückkehr ins Heimatland schliessen lassen.

Andererseits  muss  bei  Gesuchstellern,  die  in  der  Heimat  keine  der 
erwähnten  Verpflichtungen  haben,  die  sie  von  einer  möglichen 
Emigration  abhalten  könnten,  aufgrund  entsprechender  Erfahrungen 

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das  Risiko  eines  fremdenpolizeilich  nicht  vorschriftsgemässen  Ver-
haltens (nach bewilligter  Einreise zu einem Besuchsaufenthalt)  hoch 
eingeschätzt werden.

7.
7.1 Der aus der Dominikanischen Republik stammende Beschwerde-
führer ist 36-jährig und unverheiratet. Zu den familiären Verhältnissen 
wurden von den Beteiligten weder im Gesuchsverfahren noch auf Be-
schwerdeebene  nähere  Angaben  gemacht,  sondern  lediglich  an-
geführt,  die (nicht näher bezeichneten) Familienangehörigen des Be-
schwerdeführers  lebten  in  der  Dominikanischen  Republik.  Es  kann 
demnach  nicht  davon  ausgegangen  werden,  im  persönlichen  oder 
familiären Umfeld des Beschwerdeführers seien Verpflichtungen oder 
gar Abhängigkeiten vorhanden, die besondere Gewähr für eine Rück-
kehr  ins  Heimatland  bieten  könnten. Tritt  hinzu,  dass  in  Situationen 
angespannter wirtschaftlicher und/oder politischer Verhältnisse selbst 
zurückbleibende nahe Angehörige regelmässig nicht verlässlich davon 
abhalten können, den Entscheid für eine Emigration zu fällen; sei dies 
etwa  in  der  Hoffnung,  die  Zurückgebliebenen  aus  dem  Ausland 
wirtschaftlich effizienter unterstützen zu können.

7.2 Auch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  bieten  keine  besondere 
Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise. Gemäss einer schon im 
Gesuchsverfahren  zu  den  Akten  gegebenen Arbeitsbestätigung  vom 
22. Februar 2010 soll  der Beschwerdeführer seit  dem 10. November 
2008 als Autoverkäufer und Geschäftsführer der Firma "X._______" in 
Y._______  tätig  sein  und  dabei  monatlich  20'000  dominikanische 
Pesos  verdienen  (umgerechnet  ca.  Fr.  530.-).  Die  mit  den  Verhält-
nissen vor Ort  bestens vertraute schweizerische Vertretung in Santo 
Domingo spricht denn auch von einem (auch für dominikanische Ver-
hältnisse)  höchst  bescheidenen  Einkommen. Dass  der  Beschwerde-
führer sich mit seiner Erwerbstätigkeit bereits eine gefestigte Existenz 
hat  aufbauen können, wird auf  Beschwerdeebene zwar (implizit)  be-
hauptet, jedoch in keiner Weise belegt, und erscheint angesichts der 
wirtschaftlichen  Verhältnisse  in  der  Dominikanischen  Republik  als 
wenig wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund müssen die Vorbringen 
auf  Beschwerdeebene,  wonach  genügend  Garantien  für  eine  frist-
gerechte Wiederausreise vorhanden seien, als nicht ausschlaggebend 
bezeichnet werden.

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7.3  Für  die  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts  gilt  im 
Verwaltungsverfahren  zwar  grundsätzlich  die  Untersuchungsmaxime. 
Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien 
(vgl. Art. 13 VwVG), welche namentlich insoweit greift, als eine Partei 
das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin eige-
ne Rechte geltend macht. Die Mitwirkungspflicht gilt vorab gerade für 
solche Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden 
und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht  oder nicht  mit  ver-
nünftigem Aufwand erheben können. Im vorliegenden Zusammenhang 
trifft  das  insbesondere  auf  die  von  den  Beschwerdeführern  an-
gerufenen Umstände –  namentlich  persönlicher  Art  –  in  der  Heimat 
des Beschwerdeführers zu; solche Tatsachen lassen sich erfahrungs-
gemäss von den schweizerischen Behörden, wenn überhaupt, nur mit 
erhöhtem Aufwand abklären (BGE 124 II 361 E. 2b S. 365, vgl. auch 
BGE 128 II 139 E. 2b S. 142 f.).

Vorliegend wurde das erstinstanzliche Verfahren auf  Antrag des Be-
schwerdeführers  eingeleitet.  Dass  der  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise grosse Bedeutung zukommt, liegt bei einem Einreise-
visum zu  Besuchszwecken  in  der  Natur  der  Sache  und  muss  nicht 
speziell hervorgehoben werden. Der Beschwerdeführer hatte allen An-
lass,  seine  beruflichen  und  familiären  Verhältnisse  möglichst  voll-
ständig  offenzulegen  und  nach  Möglichkeit  auszuweisen.  Das  BFM 
stützte  seinen  anschliessenden  negativen  Entscheid  denn  auch  auf 
die  von den Beschwerdeführern  eingereichten  Dokumente  und  Aus-
künfte ab, wobei jenem alle entscheidsrelevanten Unterlagen vorlagen.

8.
8.1 Aufgrund dieser Erwägungen durfte die Vorinstanz zu Recht davon 
ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht hinreichend ge-
währleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten 
Feststellung verdichten; sie genügt indessen,  um die Erteilung einer 
Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, 
abzulehnen.

An dieser  Risikoeinschätzung vermag auch der  Hinweis  auf  die  von 
der Beschwerdeführerin als Gastgeberin verlangten Erklärungen und 
Garantien nichts zu ändern. Diese stellen zwar eine wesentliche, aber 
nicht  die  einzige  Voraussetzung  für  die  Visumerteilung  dar.  Bei 
fehlenden finanziellen Garantien wäre allerdings das Einreisebegehren 
allein  schon  aus  diesem  Grunde  abzulehnen,  weshalb  sich  eine 

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Überprüfung  dieser  Garantien  im  Rahmen  des  formellen  Verfahrens 
weder als willkürlich noch als überflüssig erweist.  Zu betonen gilt  es 
jedoch, dass die Integrität der Beschwerdeführerin in ihrer Eigenschaft 
als Gastgeberin nicht in Zweifel gezogen wird. In diesem Sinne kann 
auch ihre Zusicherung betreffend fristgerechter Rückkehr des Gastes 
nicht  entscheidend  sein:  Bei  der  Abwägung  des  Risikos  einer  nicht 
fristgerechten  Wiederausreise  sind  nämlich  nicht  so  sehr  die  Ein-
stellung und die  Absichten der  Gastgeberin,  sondern  in  erster  Linie 
das  mögliche  Verhalten  des  Gastes  selbst  von  Bedeutung.  Nur 
Letzterer  ist  in  der  Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Die Gastgeberin kann – 
wie dies in casu mit der Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung 
geschehen  ist  –  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  (Lebensunter-
haltskosten  während  des  Besuchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für 
Unfall  und  Krankheit  sowie  Rückreisekosten)  Garantie  leisten,  nicht 
aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit  – für  ein 
bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Auch die 
weiteren Ausführungen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, zu 
einer von der Vorinstanz abweichenden, rechtlichen Würdigung zu ge-
langen. Den  Beteiligten  ist  zuzumuten,  ihre  freundschaftliche  Bezie-
hung vorderhand anderweitig zu pflegen.

9.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden, dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel -
tenden  Bestimmungen  entsprechend  gewichtete  und  dem  Be-
schwerdeführer die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung 
verletzt  kein  Bundesrecht.  Der  rechtserhebliche  Sachverhalt  wurde 
richtig und vollständig festgestellt,  und die Vorinstanz hat das ihr zu-
stehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 
VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  werden  die  unter-
liegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die 
Verfahrenskosten  sind  auf  Fr. 700.-  festzusetzen  (Art.  1,  Art.  2  und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [SR 
173.320.2]).

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem am 3. Juni  2010  geleisteten  Kosten-
vorschuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. ZEMIS [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH [...])

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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