# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91df4719-54e9-528a-9661-aa5b900e409d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 28.06.2017 BRGE III Nr. 0101/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nr--0101-20_2017-06-28.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0101/2017 vom 28. Juni 2017 in BEZ 2018 Nr. 12 
 
(Bestätigt mit VB.2017.00491 vom 22. Februar 2018.) 

Zu beurteilen war der Umbau eines in der Wohnzone W2/45 stehenden 
Einfamilienhauses. Das Gebäude wies ein anrechenbares Untergeschoss, ein 
erstes Vollgeschoss (Erdgeschoss) sowie aufgrund der Kniestockhöhe von rund 
1,2 m (§ 275 Abs. 2 PBG) ein weiteres als Vollgeschoss geltendes Geschoss 
unter einem Giebeldach auf. Das Bauvorhaben umfasste den Ausbau dieses 
Geschosses zu einem vollwertigen Vollgeschoss und die Erstellung eines 
neuen Dachgeschosses unter Kreuzdach. In Kompensation wurde das 
Untergeschoss zu einem nicht anrechenbaren Untergeschoss umgestaltet.  

Aus den Erwägungen: 

7.1 Die Rekurrierenden rügen, das neue Dachgeschoss unter Kreuzdach 
sei kein Dachgeschoss, sondern ein Vollgeschoss. In den eingereichten 
Bauplänen werde in irreführender Weise ein Kniestock von 0,7 m angegeben. 
Ein solcher liege aber gar nicht vor, weil ein Kniestock nur dann entstehe, wenn 
zwischen einem Dachgeschossboden und einer Dachschräge eine senkrechte 
Wand geschaffen werde. Beim geplanten Kreuzdach existiere aber kein 
Kniestock im Sinne einer solchen Wand, sondern lediglich vier Eckpunkte, an 
welchen das Mass von 0,7 m eingehalten werde. Weil es keinen Kniestock 
gebe, könne auch kein Dachgeschoss im Sinne von § 275 Abs. 2 PBG 
vorliegen. Das oberste Geschoss gelte daher als Vollgeschoss; dies auch 
wegen seiner Raumhöhe von fast 5 m und der damit einhergehenden grossen 
nutzbaren Fläche. Damit werde die Anzahl zulässiger Vollgeschosse über-
schritten. Weil es sich um ein Vollgeschoss handle, sei auch die Gebäudehöhe 
vom darunterliegenden gewachsenen Boden bis zum Kreuzfirst zu messen. 

Sodann wolle § 292 PBG nicht nur für Dachaufbauten, sondern auch für 
Dächer sicherstellen, dass ein Dach in einem abgerundeten harmonischen Bild 
als ein aufeinander abgestimmtes Ganzes erscheine. Insbesondere sollen 
überdimensionierte, dem Dachbereich ein Übergewicht verleihende Aufbauten 
verhindert werden. Auch wenn es sich vorliegend nicht um eine Dachaufbaute 
«im engeren Sinn» handle, wirke das Dach kolossal und überdimensioniert. 
Auch hieraus erhelle, dass zur Begrenzung von kolossalen Dächern bei 
Kreuzfirsten die Gebäudehöhe bis zum First zu messen sei. So gemessen 
betrage die Gebäudehöhe unzulässige 12,1 m. 

7.2 Vorliegend sind sogenannte Kreuzfirste geplant.  

Wie beim Kreuzdach über quadratischem Grundriss (hierzu BRGE II Nr. 
0130/2013 in BEZ 2013 Nr. 44) liegen bei Kreuzfirsten über wie vorliegend 
längsrechteckigen Gebäudekörpern zwei mittig gekreuzte Firste und acht 
Dachflächen vor, nämlich ab jedem der vier Firstabschnitte deren zwei, die sich 
nach unten gegen Null verjüngen. Dergestalt entstehen vier Giebelseiten und 
keine Trauflängen, sondern – an den Gebäudeecken – gleichsam Traufpunkte 
(vgl. Hans Koepf/Günther Binding, Bildwörterbuch der Architektur, 4. A., 2005, 
S. 117, Stichwort «Dachformen», Abbildung Nr. 18). Weiteres Erkennungs-

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merkmal nebst der Gleichförmigkeit der Dachflächen ist, dass die Kreuzfirste 
auf gleicher Höhe ansetzen, die Dachflächen bis zur Fassade heruntergezogen 
werden und die Giebeldreiecke bündig mit der darunterliegenden Vollge-
schossfassade verlaufen (BRGE IV Nr. 0179/2013 = BEZ 2014 Nr. 9, E. 3.5). 

7.3 Die zulässige Gebäudehöhe wird von der jeweiligen Schnittlinie 
zwischen Fassade und Dachfläche auf den darunterliegenden gewachsenen 
Boden gemessen (§ 280 Abs. 1 PBG). Massgebend ist die traufseitige 
Fassade. Giebelseitig wird nur bei den Gebäudeecken eine Gebäudehöhe 
gemessen.  

Bei Kreuzdächern respektive Kreuzfirsten entstehen wie erwähnt keine 
Trauflängen, sondern an den Gebäudeecken «nur» Traufpunkte. Die Gebäude-
höhe ist bei Kreuzfirsten entgegen rekurrentischer Ansicht nicht bis zu den 
Firsten zu messen, sondern an den besagten Traufpunkten. Dass mit Kreuz-

dächern maximal grosse Fassadenflächen mit einem entsprechenden 
Maximum an Fensterflächen erzielt werden können, indem die Gebäudehöhe 
nur noch an vier Punkten eingehalten werden muss, führt unter dem Aspekt der 
Baubegrenzungsnormen nicht zur Unzulässigkeit dieser Dachform (BRGE II Nr. 
0130/2013 = BEZ 2013 Nr. 44, E. 4.2 am Ende). 

Die auch im Falle von Kreuzgiebeln korrekt von der Schnittlinie (genauer: 
Schnittpunkt) zwischen Fassaden und Dachfläche gemessene Gebäudehöhe 
beträgt vorliegend 7,8 m. Dies entspricht exakt dem in der Wohnzone W2/45 
höchstzulässigen Mass (Art. 18 Abs. 1 BZO). Die Rüge der Verletzung der 
Gebäudehöhe ist unbegründet. 

7.4 Unzutreffend ist auch die Auffassung, dass gar kein Dachgeschoss 
vorliegen könne, weil bei Kreuzfirsten ein Kniestock in Form einer senkrechten 
Wand gar nie existiere. 

Gleich wie die Gebäudehöhe ist bei Kreuzfirsten auch der Kniestock nur an 
vier Punkten zu messen. Der Umstand, dass bei Kreuzfirsten zwischen dem 
Dachgeschossboden und der Dachschräge konstruktionsbedingt nicht eine 
eigentliche Wand (so Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, Zürcher 
Planungs- und Baurecht, 5. A., 2011, Bd. 2, S. 895 f.), sondern nur vier 
«Kniestockpunkte» (bzw. eben Traufpunkte, siehe oben) existieren, ändert 
nichts an der Funktion des Kniestocks. Denn bei den vier Punkten in den 
Gebäudeecken handelt es sich nicht anders als bei einer Wand zwischen 
Dachgeschossboden und Dachschräge im Falle eines Schrägdaches um 
Bauteile mit der (vornehmlich statischen) Funktion, die Dachkonstruktion zu 
tragen, so dass diese nicht direkt auf die Dachgeschossdecke aufgesetzt wird. 

Auch mit Kreuzgiebeln oder Kreuzdächern abgeschlossene Gebäudeabschnitte 
können daher Dachgeschosse im Sinne von § 275 Abs. 2 PBG sein, wenn – 
wie vorliegend – die Kniestockhöhe an den Kniestockpunkten, gemessen 0,4 m 
hinter der Fassade, höchstens 0,9 m beträgt. Dies ist vorliegend mit 0,7 m der 
Fall. 

Hingegen würde die rekurrentische Rechtsauffassung faktisch zur 
vollständigen Unzulässigkeit von Kreuzdächern bzw. Kreuzfirsten als Dachform 

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über Dachgeschossen führen, weil Dachgeschosse dannzumal mangels 
«Kniestockwänden» gar nie vorliegen könnten. Dies ist abzulehnen, da es den 
Gemeinden freisteht, die Erstellung von Kreuzdächern und Kreuzfirsten in der 
BZO an Voraussetzungen zu knüpfen, um dergestalt Dachlandschaften, die als 
allzu opulent empfunden werden könnten, entgegenzuwirken; dies in Wohn-
zonen gestützt auf § 49 Abs. 2 lit. d PBG (BRGE IV Nr. 0179/2013 = BEZ 2014 
Nr. 9, E. 3.8). Eine solche Vorschrift existiert in der Gemeinde X jedoch nicht, 
wie die privaten Rekursgegner mit Recht einwerfen. 

Weil vorliegend ein Dachgeschoss – und nicht etwa ein (drittes) Vollge-
schoss – vorliegt, ist keine Verletzung von Art. 18 Abs. 1 BZO auszumachen. 
Die Rüge ist unbegründet. 

7.5 Schliesslich sind auf Kreuzfirste die Vorschriften über die Dach-
aufbauten (namentlich § 292 PBG) nicht anwendbar (BRKE I Nr. 616/1992 = 

BEZ 1933 Nr. 9; Fritzsche/Bösch/Wipf, S. 948 f.). Statt der Spezialästhetiknorm 
kommt die generelle Ästhetiknorm von § 238 PBG zur Anwendung (BRGE IV 
Nr. 0179/2013 = BEZ 2014 Nr. 9, E. 3.7). Diesbezüglich beschränken sich die 
Rekurrierenden in der Rekursschrift darauf, das Dach als kolossal und 
überdimensioniert zu bezeichnen. Wie die Vorinstanz und die privaten Rekurs-
gegner mit Recht bemerken, liegt hierhin nicht ansatzweise eine hinreichend 
substantiierte Einordnungskritik, auf welche näher einzugehen wäre (weshalb 
im Übrigen auch kein Augenschein durchzuführen war; vgl. VGr, 25. Januar 
2012, VB.2011.00548, E. 7.2, welche Voraussetzungen ungeachtet der 
unterschiedlichen Kognition von Rekurs- und Beschwerdeinstanz auch im 
Rekursverfahren gelten).