# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d20da519-9367-5128-bb83-c20ee48e3e2d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.10.2023 IV 2023/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2023-10_2023-10-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2023

Entscheiddatum: 19.10.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2023
Art. 28 IVG: Würdigung zweier Gutachten. Kein verselbständigter 
invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen. Abweisung 
der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 19. Oktober 2023, IV 2023/10).

Entscheid vom 19. Oktober 2023

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2023/10

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 30. März 2017 bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen an (IV-act. 1). 

Er war zuletzt als Z.___ bei der B.___ GmbH in einem Pensum von 100 % angestellt 

gewesen (IV-act. 13). Vom __ bis __ 2016 hatte der Versicherte an einer multimodalen 

Schmerztherapie in der Klinik für Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) 

teilgenommen (IV-act. 17-3 ff.), in deren Rahmen eine entzündliche rheumatologische 

Systemerkrankung ausgeschlossen worden war. Gemäss Austrittsbericht vom ___ 

2016 hatte beim Versicherten ein chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom mit 

psychischen und somatischen Faktoren bestanden, dessen Verstärkung am ehesten im 

Rahmen der psychischen Belastungen zu erklären war (IV-act. 17-6, oben). Vom 16. 

Januar bis 17. Februar 2017 hatte der Versicherte an einer integrativen tagesklinischen 

psychosomatischen Behandlung in der Klinik C.___ teilgenommen (IV-act. 19-7 ff.).

A.a. 

Am 20. Juni 2018 berichtete Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

Klinik C.___, dass der Versicherte sich seit dem 3. Januar 2017 bei ihm in Behandlung 

befinde. Er klage über allgemeine Ängstlichkeit, Panikattacken, Müdigkeit und 

Schwindelgefühle. Als Diagnosen nannte Dr. D.___ eine Agoraphobie mit Panikstörung 

sowie eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Abgesehen von 

einer angstbedingten Vermeidungshaltung gäbe es keine objektiven 

psychopathologischen Defizite, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Die 

Prognose für die Eingliederung in eine angepasste Tätigkeit sollte günstig sein. Der 

Versicherte fühle sich subjektiv allerdings für jegliche Tätigkeiten zu 100 % 

arbeitsunfähig. Dr. D.___ bat um eine medizinische Begutachtung zur Festsetzung der 

Arbeitsfähigkeit im Längsschnitt (IV-act. 34; zu früheren Berichten von Dr. D.___ vgl. IV-

A.b. 

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act. 11, 19-7 ff. und 23-2 ff.). In einem weiteren Bericht an die IV-Stelle vom 14. 

September 2018 erklärte Dr. D.___, dass eine Überweisung in eine psychiatrische Klinik 

den Versicherten zusätzlich auf seine Symptome fixiert hätte. Die ganze Behandlung 

sei durch das laufende Versicherungsverfahren erschwert, weshalb darum gebeten 

werde, den Versicherten möglichst schnell fachärztlich begutachten zu lassen (IV-act. 

39).

Am 10. Januar 2019 erstatteten Prof. Dr. med. E.___, FMH Neurologie, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. F.___, FMH Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Auftrag der IV-Stelle ein 

bidisziplinäres Gutachten der IME, Interdisziplinäre Medizinische Experten, 

Neuroinstitut St. Gallen GmbH (IV-act. 44). In der interdisziplinären Konsensbeurteilung 

nannten die Sachverständigen als Diagnosen mit Auswirkung auf die mittel- und 

langfristige Arbeitsfähigkeit ein belastungsabhängig vermehrtes lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie bei Osteochondrose betont im Segment L5/S1 

mit begleitender Facettengelenksarthrose sowie eine Bewegungseinschränkung der 

HWS bei chronisch zervikozephalem Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie bei 

Atlantodentalarthrose, Spondylose der unteren HWS, neuroforaminaler Kompression 

der Radix C6 rechts sowie höhergradiger neuroforaminaler Einengung der Radices C5 

beidseits und C6 links mit potentieller neuronaler Affektion sowie 

Rotationseinschränkung der HWS nach links um 30 Grad mit weichem Anschlag (IV-

act. 44-6). Weiter hielten sie fest, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Z.___ aus orthopädischer Sicht seit dem 22. Juli 2016 aufgehoben sei. Es 

lägen jedoch keine gesicherten orthopädisch-chirurgischen Störungsbilder vor, welche 

die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit (zum 

Zumutbarkeitsprofil vgl. IV-act. 44-7 f.) einschränken würden (IV-act. 44-10). Aus 

psychiatrischer Sicht könne aufgrund von Inkonsistenzen und der noch offenen 

therapeutischen Verbesserungsmöglichkeiten keine mittel- und langfristige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Es liege ein instabiler Gesundheitszustand vor, 

wobei zu erwarten sei, dass durch eine kognitiv-verhaltenstherapeutisch zentrierte 

Behandlung bei adäquater medikamentöser Compliance unter Spiegelkontrollen der 

Medikamenteneinnahme eine Verbesserung des psychischen Störungsbildes mit 

positiven Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines halben Jahres zu 

A.c. 

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erreichen wäre. Die Behandlung sollte optimalerweise stationär oder zumindest 

teilstationär erfolgen. Aktuell liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten 

des ersten Arbeitsmarktes vor (IV-act. 44-9).

In seiner Aktenbeurteilung vom 1. Februar 2019 hielt der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) fest, dass eine Auflage zur intensivierten psychiatrischen Behandlung angezeigt 

sei (IV-act. 45-2).

A.d. 

Mit Mitteilung vom 5. Februar 2019 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen ab, da gemäss der gutachterlichen Beurteilung durch 

medizinische Behandlung eine Verbesserung erreicht werden könne und berufliche 

Massnahmen nicht angezeigt seien (IV-act. 48).

A.e. 

Vom 13. bis 20. Dezember 2019 hielt sich der Versicherte stationär in der 

Psychiatrie G.___ auf. Im Austrittsbericht vom 14. Februar 2020 wurden als Diagnosen 

eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome sowie eine 

Agoraphobie mit Panikstörung genannt. Weiter wurde ausgeführt, dass der Versicherte 

gegenüber einer angemessenen Teilnahme an den angebotenen Therapien eher 

ablehnend gewirkt habe, ohne dass er hierfür einen konkreten Grund hätte benennen 

können. Es seien vom Versicherten durchgängig Ängste und panikartige Zustände 

beschrieben worden, die im stationären Kontext jedoch nicht hätten eruiert werden 

können. Eine emotionale Belastung sei allerdings erkennbar gewesen. Bei Ausschluss 

von Gefährdungsaspekten habe der Versicherte unter Anmeldung einer ambulanten 

Versorgung austreten können (IV-act. 72-22 f.).

A.f. 

Vom 31. März bis 4. April 2020 hielt sich der Versicherte auf Zuweisung von 

Dr. D.___ erneut stationär in der Psychiatrie G.___ auf. Im Austrittsbericht vom 6. Mai 

2020 wurden als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

schwere Episode ohne psychotische Symptome, eine Panikstörung sowie 

Kontaktanlässe mit Bezug auf andere psychosoziale Umstände genannt. Der 

Versicherte habe bei Eintritt von panikartigen Ängsten, vor allem in Menschenmengen, 

und seit ca. vier Jahren bestehenden depressiven Symptomen berichtet. 

Belastungsfaktoren seien vor allem die Arbeitslosigkeit sowie die daraus resultierende 

finanzielle Not. Aufgrund des komplexen Bildes sei eine stationäre Aufnahme dringend 

A.g. 

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indiziert gewesen und vom Versicherten gewünscht worden. Da bei ihm ein 

Leistungsstopp bei seiner Krankenversicherung bestehe, habe vorerst nur eine 

Notfallbehandlung von fünf Tagen gewährleistet werden können. Der Versicherte habe 

sich während seines Aufenthaltes eher zurückgezogen, Kontakte vermieden und sich 

mit einer angemessenen Teilnahme am multimodalen Therapieprogramm eher 

überfordert gezeigt. Im weiteren Verlauf habe er einen starken Leidensdruck gezeigt, 

wobei er angegeben habe, seine Familie zu vermissen. Trotz Motivationsversuchen für 

die dringend indizierte Weiterführung der stationären Behandlung bei nur geringfügig 

verbessertem psychopathologischem Bild habe der Versicherte den Wunsch 

geäussert, sofort auszutreten. Der Austritt sei somit auf seinen Wunsch gegen 

ärztlichen Rat erfolgt (IV-act. 63).

Am 7. September 2020 berichtete Dr. D.___ von einem im Vergleich zum 

Arztbericht vom Juni 2018 unveränderten Verlauf, der durch eine vom Versicherten 

subjektiv geklagte Freud-, Lust- und Interessenlosigkeit geprägt sei. Der Versicherte 

präsentiere sich unverändert wortkarg und sei therapeutisch kaum zugänglich. Als 

Diagnosen bestünden eine Agoraphobie mit Panikstörung sowie eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Zur Arbeitsfähigkeit seien keine 

sicheren Angaben möglich (IV-act. 69-2 f.).

A.h. 

Am 5. Dezember 2020 berichtete der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. H.___, 

Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, dass für die psychiatrischen Diagnosen die 

Fachärzte zuständig seien. Aus somatischer Sicht sei der Versicherte zu 100 % 

arbeitsfähig (IV-act. 72-5).

A.i. 

Mit Schreiben vom 15. Januar 2021 forderte die IV-Stelle den Versicherten unter 

Hinweis auf dessen Schadenminderungspflicht dazu auf, sich einem stationären 

Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik zu unterziehen (IV-act. 77).

A.j. 

Vom 12. Mai bis 6. August 2021 nahm der Versicherte an einer stationären 

psychiatrischen Behandlung in der Psychiatrie G.___, Klinik I.___, teil (IV-act. 86). Im 

Austrittsbericht vom 14. September 2021 wurden als Diagnosen eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, ein 

Diabetes mellitus, Typ 2 (ohne Komplikationen und nicht als entgleist bezeichnet), und 

A.k. 

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soziale Phobien genannt (IV-act. 86-1). Weiter hielten die behandelnden Ärztinnen und 

Ärzte fest, dass der Versicherte zur diagnostischen Evaluation bei starkem sozialem 

Rückzug und depressiver Symptomatik auf der Psychotherapiestation eingetreten sei. 

Zu Beginn habe sich der Versicherte vermehrt zurückgezogen und Kontakte mit dem 

Behandlungsteam und den Mitpatientinnen und -patienten vermieden. Er habe 

Angstgefühle beschrieben, vor allem die Angst, gesehen zu werden, und dass man ihm 

seine Krankheit ansehen könnte. Mit der Zeit sei es dem Versicherten gelungen, 

zunehmend in Kontakt mit Mitpatientinnen und -patienten und Personal zu kommen. 

Auffallend sei gewesen, dass mit der Besserung der phobischen Thematik die 

depressive Verstimmung mehr in den Vordergrund gerückt sei. Der Versicherte habe 

von vermehrten Schuldgefühlen gegenüber seiner Familie berichtet. Am 6. August 2021 

sei es auf seinen Wunsch zum Austritt in eindeutig stabilisiertem Zustand gekommen. 

Der Versicherte habe seiner Frau näher sein wollen, die allein zu Hause gewesen sei. 

Beim derzeitigen Zustandsbild sei eine tagesklinische Behandlung sinnvoll und dem 

Versicherten zumutbar, weshalb ein Vorgesprächstermin organisiert worden sei (IV-act. 

86-2 f.). Für die Dauer des stationären Aufenthaltes attestierten die behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 86-4).

In einer Aktenbeurteilung vom 10. Dezember 2021 hielt der RAD fest, dass sich die 

psychische Störung im Rahmen der dreimonatigen psychiatrischen Behandlung 

deutlich gebessert habe. Eine weitere tagesklinische Behandlung sei als sinnvoll 

erachtet und eingeleitet worden. Offenbar habe der Versicherte die Fortsetzung nicht 

wahrgenommen. Im Rahmen der in der Rheumatologie/Rehabilitation des Spitals J.___, 

K.___, am 24. September und 25. Oktober 2021 (vgl. IV-act. 89) durchgeführten 

Konsultationen sei anders als bei Eintritt in die Klinik I.___ keine depressive Störung 

mehr festgesellt worden. Von einer tagesklinischen Behandlung sei durchaus eine 

Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten, weshalb Dr. D.___ um Zuweisung 

des Versicherten in eine psychiatrische Tagesklinik zu bitten sei (IV-act. 93). Mit 

Schreiben vom 17. Dezember 2021 bat die IV-Stelle Dr. D.___, die notwendigen 

Schritte für eine tagesklinische Behandlung in die Wege zu leiten, sofern dies noch 

nicht geschehen sei (IV-act. 94).

A.l. 

Vom 21. Februar bis 21. April 2022 befand sich der Versicherte in tagesklinischer 

Behandlung im Psychiatrischen Zentrum L.___ (IV-act. 101). Im Austrittsbericht vom 16. 

A.m. 

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Mai 2022 wurden als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode, genannt (IV-act. 101-1). Weiter wurde festgehalten, dass der 

Versicherte während der teilstationären Behandlung affektiv instabil erschienen sei und 

insgesamt einen sehr undulierenden Verlauf gezeigt habe. Es werde die Optimierung 

der aktuellen Medikation unter den üblichen Labor- und EKG-Kontrollen sowie die 

Nachbehandlung durch den Hausarzt Dr. H.___ sowie den Psychiater Dr. D.___ 

empfohlen (IV-act. 101-3).

In einer Beurteilung vom 24. Juni 2022 hielt der RAD fest, dass die empfohlenen 

medizinischen Massnahmen umgesetzt worden seien und eine bildgebende 

Untersuchung vom 10. (gemeint wohl: 22.) September 2021 im Vergleich zur 

Begutachtung neu eine mögliche Wurzelreizung LWK 5/S1 gezeigt habe (vgl. dazu IV-

act. 83 ff.). Deswegen und weil Prof. E.___ im bidisziplinären Gutachten vom 10. Januar 

2019 infolge von Inkonsistenzen und der noch offenen therapeutischen 

Verbesserungsmöglichkeiten des psychischen Zustandes nicht in der Lage gewesen 

sei, die mittel- bis langfristige Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen, sei zur abschliessenden 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine bidisziplinäre psychiatrische und orthopädische 

Verlaufsbegutachtung angezeigt (IV-act. 106).

A.n. 

Am 23. September 2022 erstatteten Prof. E.___ und Dr. F.___ im Auftrag der IV-

Stelle ein bidisziplinäres Verlaufsgutachten (IV-act. 118). In ihrer Konsensbeurteilung 

kamen sie zum Schluss, dass in der angestammten Tätigkeit als Z.___ aus 

orthopädischer Sicht seit dem 22. Juli 2016 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. In 

einer optimal angepassten Tätigkeit sei aus orthopädischer Sicht eine quantitativ 

unlimitierte Arbeitsfähigkeit gegeben. Auch retrospektiv hätten zu keinem Zeitpunkt 

gesicherte orthopädisch-chirurgische Störungsbilder mit handicapierenden 

Auswirkungen vorgelegen, welche die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit um mehr als 20 % eingeschränkt hätten (IV-act. 118-12). 

Aus psychiatrischer Sicht stehe das Störungsbild eng im Zusammenhang mit 

soziokulturellen Wertigkeiten des Versicherten, die direkten Bezug auf die Unterhaltung 

der Störungsbilder hätten. Ein verselbständigtes Leiden könne aus gutachterlicher 

Sicht nicht begründet werden. Der Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht in der 

zuletzt ausgeübten und auch in leidensangepassten Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar 

A.o. 

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B.  

(IV-act. 118-13). Im psychiatrischen Teilgutachten führte Prof. E.___ erklärend aus, 

dass im Vergleich zur Vorbegutachtung im Dezember 2018 keine wesentlich veränderte 

Psychopathologie anzutreffen gewesen sei. Allerdings könne der psychodynamische 

Hintergrund des psychiatrischen Störungsbildes nun verstanden werden (vgl. IV-act. 

118-111).

In seiner Aktenbeurteilung vom 3. Oktober 2022 hielt der RAD fest, dass 

zusammenfassend auf das bidisziplinäre Gutachten mit der Einschätzung einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit abgestellt werden könne. Mit Ausnahme des Zeitraumes der 

stationären und tagesklinischen Behandlungen habe retrospektiv im Verlauf keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bestanden (IV-act. 120).

A.p. 

Mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2022 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (IV-

act. 122).

A.q. 

Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 

Dr. R. Pedergnana, St. Gallen, am 11. November 2022 einen Einwand, in welchem 

unter anderem ausgeführt wurde, dass zumindest eine vorübergehende Rente 

zuzusprechen sei (IV-act. 130).

A.r. 

Mit Verfügung vom 21. November 2022 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des 

Versicherten im Sinne des Vorbescheids ab und hielt bezugnehmend auf den Einwand 

vom 11. November 2022 explizit fest, dass auch keine befristete Rente geschuldet sei 

(IV-act. 132).

A.s. 

Gegen diese Verfügung erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Pedergnana 

vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 9. Januar 2023 

Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 21. November 2022 sei aufzuheben. Eventualiter sei ihm bis 

Ende 2023 eine volle IV-Rente zu gewähren. Der psychiatrische Krankheitsverlauf sei 

durch die Beschwerdegegnerin erneut abzuklären und danach sei neu zu verfügen. 

B.a. 

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Erwägungen

1.  

Subeventualiter sei ihm rückwirkend per 22. Juli 2017 eine vorübergehende ganze IV-

Rente bis Ende 2022 zuzusprechen. Ihm seien überdies Eingliederungsmassnahmen zu 

gewähren. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7 % MWST) 

zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2). Weiter stellte der Beschwerdeführer 

für das Verfahren vor Versicherungsgericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

(act. G 4, 4.1 und 1 S. 2).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. März 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

B.b. 

Am 7. März 2023 bewilligte die verfahrensleitende Richterin das Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 6).

B.c. 

In seiner Replik vom 30. Mai 2023 änderte der Beschwerdeführer die in der 

Beschwerde gestellten Anträge leicht ab. Konkret beantragte er, die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 21. November 2022 sei aufzuheben. Eventualiter sei ihm bis 

Ende 2023 eine volle IV-Rente zu gewähren. Der psychiatrische Krankheitsverlauf sei 

danach durch die Beschwerdegegnerin erneut abzuklären. Subeventualtier sei ihm 

rückwirkend ab Oktober 2017 eine vorübergehende ganze Rente bis Ende 2022 

zuzusprechen. Ihm seien Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. Alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7 % MWST) zulasten der Beschwerdegegnerin 

(act. G 12).

B.d. 

Mit Schreiben vom 12. Juni 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag auf Abweisung der Beschwerde vollumfänglich 

fest und verzichtete auf die Erstattung einer ausführlichen Duplik (act. G 14).

B.e. 

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente. Da im vorliegenden Fall der frühestmögliche Beginn des 

Rentenanspruchs auf den 1. September 2017 fällt (vgl. unten E. 4.2), kommen zur 

1.1. 

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2.  

Beurteilung des Rentenanspruchs die bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 

Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zur Anwendung 

(siehe das Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100 ff. und 

werden nachfolgend in dieser Fassung zitiert).

Soweit der Beschwerdeführer neben einer Rente auch Eingliederungsmassnahmen 

beantragt (vgl. act. G 1 S. 2 und 12 S. 2), ist darauf nicht einzutreten. Wie sich aus der 

angefochtenen Verfügung ergibt (IV-act. 132), erlässt die Beschwerdegegnerin 

bezüglich der beantragten beruflichen Massnahmen nämlich noch einen separaten 

Entscheid, sodass diese nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung und somit 

dieses Beschwerdeverfahrens bilden (vgl. dazu BGE 125 V 414 E. 1a). Da die 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung das Rentengesuch abgewiesen 

hat (IV-act. 132) und die Abweisung in diesem Beschwerdeverfahren bestätigt wird (vgl. 

nachfolgende E. 3 ff.), ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen auch mit Blick auf 

den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" nicht notwendigerweise Gegenstand des 

Entscheids über das Rentengesuch (vgl. dazu Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 24. November 2021, IV 2020/23, E. 1).

1.2. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

2.1. 

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3.  

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im 

Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 E. 2). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2.2. 

Zunächst ist zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 

6 und Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2).

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich zur Ablehnung des Rentenanspruchs in 

medizinischer Hinsicht in erster Linie auf das von Prof. E.___ und Dr. F.___ erstattete 

Verlaufsgutachten vom 23. September 2022 (IV-act. 118-1 ff.) gestützt (vgl. IV-act. 132; 

act. G 5), in welchem die Gutachter für die angestammte Tätigkeit aus orthopädischen 

Gründen seit dem 22. Juli 2016 zwar von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

ausgegangen sind, in leidensangepasster Tätigkeit jedoch eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bescheinigt und aus psychiatrischer Sicht weder in der angestammten 

3.2. 

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noch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

attestiert haben (vgl. IV-act. 118-12 f.).

Das orthopädische Teilgutachten des Verlaufsgutachtens entspricht aus rechtlicher 

Sicht den Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Die darin enthaltene 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht 

beanstandet (vgl. act. G 12 S. 8. unten). Auf das orthopädische Teilgutachten kann 

demnach abgestellt werden.

3.3. 

 3.4. 

Kritisiert wird vom Beschwerdeführer die psychiatrische Einschätzung von 

Prof. E.___. Zunächst wirft er diesem Voreingenommenheit infolge finanzieller 

Abhängigkeit von der Beschwerdegegnerin vor (vgl. act. G 1 S. 4 und 8).

3.4.1. 

Was den Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit anbelangt, ist auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach der regelmässige Beizug 

eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, 

die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie 

das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum 

Ausstand führen (BGE 137 V 227 f. E. 1.3.3). Im Übrigen ist aus den Zahlen des 

Suissemed@p-Reportings 2021 (vgl. https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/

sozialversicherungen/iv/

grundlagen-gesetze/gutachten-iv/gutachten-qualitaet.html; abgerufen am 19. 

Oktober 2023) nicht ersichtlich, dass beim Neuroinstitut St. Gallen im Verhältnis zu 

anderen Gutachterstellen übermässig viele Gutachten in Auftrag gegeben werden. Ein 

Ausstandsgrund ist gemäss Bundesgericht grundsätzlich nicht schon deswegen 

gegeben, weil eine Person Aufgaben für die Verwaltung erfüllt, sondern erst bei 

persönlicher Befangenheit (BGE 137 V 227 f. E. 1.3.3). Inwiefern Prof. E.___ persönlich 

befangen sein sollte, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht 

dargelegt.

3.4.2. 

 3.5. 

Weiter kritisiert der Beschwerdeführer die Feststellung von Prof. E.___, wonach 

kein psychisches Störungsbild vorliege, das nicht durch Willensanstrengung 

überwunden werden könnte. Die Überwindbarkeitspraxis entspreche nicht mehr der 

aktuellen Rechtsprechung. Vielmehr sei an deren Stelle ein strukturiertes 

Beweisverfahren durchzuführen (act. G 1 S. 5). Der Zusammenhang zwischen 

3.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/21

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Wertschätzung durch Arbeit, Wegfall derselben durch Arbeitslosigkeit und psychischen 

Auswirkungen dieser Lebensveränderungen sei im Gutachten nicht ausreichend 

beleuchtet worden. Auch wehrt sich der Beschwerdeführer gegen den von Prof. E.___ 

geäusserten Vorwurf einer fehlenden Behandlungscompliance. Er habe sich in der 

Vergangenheit mehrfach in stationäre Behandlung begeben. Die Behandlung des 

psychischen Beschwerdebildes sei vor allem deswegen erschwert worden, weil seitens 

der Krankenkasse ein Leistungsstopp verfügt worden sei (act. G 1 S. 6).

Zwar ist es richtig, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen 

einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind und die 

Überwindbarkeitspraxis aufgegeben worden ist (BGE 143 V 428 f. E. 7.1 f.). Obwohl der 

Beschwerdeführer den von Prof. E.___ benutzten, veralteten Ausdruck der 

Willensanstrengung somit grundsätzlich zu Recht kritisiert hat, ist dennoch zu 

beachten, dass eine Erwerbsunfähigkeit nach Art. 7 Abs. 2 ATSG nur dann vorliegt, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (vgl. dazu auch oben E. 2.1). 

Demzufolge kann aus der von Prof. E.___ verwendeten Terminologie nicht geschlossen 

werden, dass er das strukturierte Beweisverfahren unberücksichtigt gelassen hat. 

Vielmehr geht aus dem Verlaufsgutachten hervor, dass er sich bei seiner Beurteilung 

der vom Bundesgericht definierten Standardindikatoren durchaus bewusst gewesen 

ist. Er hat im Rahmen seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung ausdrücklich von 

den Standardindikatoren gesprochen (vgl. IV-act. 118-109). Angesichts dessen, dass 

Prof. E.___ aus psychiatrischer Sicht beim Beschwerdeführer jedoch kein psychisches 

Leiden von Krankheitswert bzw. keinen verselbständigten Gesundheitsschaden 

festgestellt hat (IV-act. 118-13), hat sich eine umfassende Indikatorenprüfung 

grundsätzlich erübrigt. Deren Ziel ist es nämlich, bei einem psychischen 

Gesundheitsschaden anhand von systematisierten Indikatoren das tatsächlich 

erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 und 143 V 418; 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2018, 9C_680/2017, E. 5.1).

3.5.2. 

Dass sich Prof. E.___ in seinem Teilgutachten mit der Behandlungscompliance 

des Beschwerdeführers auseinandergesetzt hat, ist nicht zu beanstanden. Zwar ist es 

richtig, dass sich der Beschwerdeführer in stationäre und teilstationäre Behandlung 

begeben hat. Allerdings ist er dazu unter Hinweis auf seine Schadenminderungspflicht 

von der Beschwerdegegnerin auch angehalten worden (vgl. IV-act. 77 und 94). Vor 

allem aber erschöpft sich die Behandlungscompliance nicht im Antritt einer 

Behandlung, sondern sie zeichnet sich auch durch die Mitwirkung im Rahmen 

derselben aus. Folglich ist nichts dagegen einzuwenden, dass Prof. E.___ im Rahmen 

seiner Beurteilung berücksichtigt hat, dass sich der Beschwerdeführer gemäss den 

3.5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/21

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Austrittsberichten gegenüber einer angemessenen Therapieteilnahme teilweise 

ablehnend verhalten und hierfür keine nachvollziehbaren Gründe angegeben hat (vgl. 

IV-act. 118-108; vgl. dazu auch unten E. 3.6), zumal der Beschwerdeführer teilweise 

entgegen ärztlichen Rat auf eigenen Wunsch aus der Klinik ausgetreten ist (IV-act. 63-4 

und 86-3; vgl. dazu auch unten E. 3.6).

 Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers hat Prof. E.___ gerade auch 

den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und deren psychischen Auswirkungen 

beleuchtet. So hat er beispielsweise beschrieben, der Beschwerdeführer habe 

angegeben, dass ihm seine Krankheit peinlich sei und dies mit seiner verlorenen Rolle 

als Ernährer der Familie begründet, was als narzisstisches Kränkungserleben 

psychodynamisch verstanden werden könne. Das verminderte Selbstwerterleben habe 

der Beschwerdeführer auf seine Wertlosigkeit als Mensch ohne Arbeit zurückgeführt. 

Daraus habe sich eine Phobie entwickelt, die von der Angst gespiesen worden sei, 

dass er von Bekannten gesehen und abgewertet werden könnte. Er habe nicht als 

Mann wahrgenommen werden wollen, welcher seine Familie nicht ernähren könne (IV-

act. 118-106). Die diagnostischen Kriterien einer sozialen Phobie seien beim 

Beschwerdeführer aktuell jedoch nicht erfüllt (IV-act. 118-107).

3.5.4. 

 3.6. 

Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, dass Prof. E.___ soziokulturelle 

Gründe als unterhaltende Faktoren des Störungsbildes anführe und ihm implizit 

vorwerfe, auf eine IV-Rente zu spekulieren. Dies greife aber zu kurz (act. G 12 S. 8). Es 

sei fraglich, inwiefern ein über mehrere Jahre anhaltendes orthopädisch-

psychiatrisches Beschwerdebild, welches von Fachärzten einstimmig als pathologisch 

beurteilt worden sei, nun aus psychiatrischer Sicht massgeblich auf soziokulturelle 

Gründe zurückgeführt werden könne. Im Gutachten sei eine Bagatellisierung der 

Beschwerden erfolgt, die sich aufgrund der Aktenlage nicht rechtfertigen lasse und für 

eine Rentenbeurteilung nicht beweistauglich sei (act. G 12 S. 9). Im Übrigen habe 

selbst Prof. E.___ in seinem ersten Gutachten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (act. G 1 S. 3).

3.6.1. 

Nach Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit, wie bereits erwähnt, ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (vgl. auch Art. 6 ATSG, Art. 4 

Abs. 1 IVG). Für die Annahme einer Invalidität braucht es somit ein medizinisches 

Substrat, das ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit beeinträchtigt. Das bedeutet gemäss der 

3.6.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/21

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bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig 

in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren 

herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu 

umfassen hat, zum Beispiel eine von Verstimmungszuständen klar unterscheidbare 

andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren 

psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu 

unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit 

Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit 

überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo der Gutachter oder die 

Gutachterin dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den 

psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, 

gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer 

Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 299 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts vom 

13. Dezember 2021, 9C_468/2021, E. 2.2.2; vgl. dazu auch die Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort; act. G 5 S. 5).

Prof. E.___ hat in seinem Gutachten erläutert, dass das Störungsbild des 

Beschwerdeführers einem maladaptiven Coping bei Verlust des Arbeitsplatzes und 

beruflicher Perspektivlosigkeit und der damit einhergehenden Veränderung des 

psychosozialen Status in der Familie und Peergroup entspreche. Soziokulturell 

begründet sehe der Beschwerdeführer keine Daseinsberechtigung mehr, empfinde 

Scham- und Insuffizienzgefühle. Ein solch maladaptives Verhaltensmuster sei sehr 

häufig im Kulturkreis des Beschwerdeführers anzutreffen und werde durch 

verinnerlichte soziokulturelle Wertevorstellungen ausgelöst (IV-act. 118-106 f.). Auch 

hat sich Prof. E.___, wie bereits erwähnt (vgl. oben E. 3.5.3), mit der eingeschränkten 

Therapiemotivation des Beschwerdeführers auseinandergesetzt, wobei er zu den sich 

nicht im therapeutischen Bereich befindenden Blutserumspiegel der Medikamente 

angeführt hat, dass der Psychopathologie psychopharmakologisch kaum 

beizukommen gewesen sei, da die Störung mehr einem neurotischen Muster folge 

denn einer endogenen Depression (IV-act. 118-108). Schliesslich hat sich Prof. E.___ 

auch mit den Austrittsberichten der Klinik I.___ und des Psychiatriezentrums L.___ 

befasst und erklärt, weshalb die darin gestellten Diagnosen nicht alle nachvollziehbar 

seien (vgl. IV-act. 118-105 f.). Der im Austrittsbericht der Klinik I.___ vom 14. 

September 2021 erwähnte psychopathologische Befund bei Austritt, wonach der 

Beschwerdeführer im Affekt noch leicht deprimiert und im Antrieb leicht vermindert 

gewesen sei (IV-act. 86-3, unten), spricht in der Tat nicht für das Vorliegen der in 

diesem Bericht diagnostizierten schweren depressiven Episode (IV-act. 86-1). Im 

3.6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/21

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Übrigen ist der Beschwerdeführer auf eigenen Wunsch aus dem stationären Setting 

ausgetreten (IV-act. 86-3). Zwischen der bei Austritt aus der Klinik I.___ am 6. August 

2021 empfohlenen tagesklinischen Behandlung (IV-act. 86-1 und 86-3) und dem Antritt 

einer solchen am 21. Februar 2022 im Psychiatrischen Zentrum L.___ (IV-act. 99-3) 

liegen sodann rund sechs Monate, was ebenfalls eher nicht für einen schwer 

depressiven Zustand spricht. Im Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums L.___ 

vom 16. Mai 2022 wird – entgegen den von der Klinik I.___ bei Austritt als nur noch 

leicht beschriebenen depressiven Befunden – eine mittelgradige depressive Episode 

als Diagnose festgehalten (IV-act. 99-3) und es wird von einem undulierenden Verlauf 

gesprochen (IV-act. 99-5). Bei Austritt ist aber – anders als in der Klinik I.___ – keine 

weitere stationäre oder tagesklinische Behandlung, sondern lediglich eine 

medikamentöse Optimierung sowie eine ambulante Nachbehandlung bei Dr. D.___ 

empfohlen worden (IV-act. 99-5), was nicht ohne Weiteres einleuchtet. Auffallend ist 

sodann auch der Wechsel der im Vordergrund stehenden Diagnosen bzw. die 

Divergenzen zwischen diesen. Im Austrittsbericht der Klinik I.___ werden bei den 

Diagnosen – neben der depressiven Problematik – soziale Phobien, jedoch keine 

Panikstörung genannt (IV-act. 86-1). Ausserdem heisst es im Bericht, dass der 

Beschwerdeführer vor allem durch das zufällige Treffen eines Bekannten in der Klinik 

von der phobischen Problematik entlastet worden zu sein scheine, mit der Besserung 

der phobischen Thematik die depressive Verstimmung dann allerdings auffallend in den 

Vordergrund gerückt sei (IV-act. 86-3). Im Austrittsbericht des Psychiatrischen 

Zentrums I.___ sind zwar wieder eine depressive Problematik und mit der 

vorgenannten Feststellung übereinstimmend keine Panikstörung und keine Phobie 

diagnostiziert worden, dafür aber neu eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (IV-act. 99-3). Anlässlich der Begutachtung hat 

der Beschwerdeführer demgegenüber angegeben, dass für ihn die Angststörung ganz 

im Vordergrund stehe, während er sich an die Schmerzen teilweise adaptiert habe (IV-

act. 118-96). Auf die in den Austrittsberichten angegebenen Diagnosen kann somit 

nicht ohne Weiteres abgestellt werden (vgl. dazu auch unten E. 3.6.4). Die vom 

Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung angegebene tiefe ambulante 

monatliche Behandlungsfrequenz bei Dr. D.___ (IV-act. 118-97) spricht ebenfalls nicht 

für ein schweres psychisches Leiden. Vor dem dargelegten Hintergrund ist es 

überzeugend, wenn Prof. E.___ in seinem Verlaufsgutachten zum Schluss gekommen 

ist, dass kein selbständiges psychisches Leiden von Krankheitswert vorliege. Aus 

psychiatrischer Sicht könne kein verselbständigter Gesundheitsschaden mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden, weshalb der Beschwerdeführer 

in der zuletzt ausgeübten und in einer adaptierten Tätigkeit vollschichtig einsetzbar sei 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/21

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(vgl. IV-act. 118-13). Der RAD hat diese gutachterliche Einschätzung geteilt (vgl. IV-act. 

120-4).

Zum gesundheitlichen Verlauf hat Prof. E.___ dahingehend Stellung genommen, 

dass im Rahmen der zweiten gutachterlichen Untersuchung im Vergleich zur 

Vorbegutachtung im Dezember 2018 keine wesentlich veränderte Psychopathologie 

anzutreffen gewesen sei, nun aber der psychodynamische Hintergrund des 

psychiatrischen Störungsbildes verstanden werde (IV-act. 118-111). Demzufolge ist es 

nachvollziehbar, wenn der RAD eine Arbeitsunfähigkeit im retrospektiven Verlauf einzig 

während den stationären und teilstationären Behandlungen annimmt (IV-act. 120-5). 

Zwar hat Prof. E.___ im ersten Gutachten vom 10. Januar 2019 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt attestiert. Allerdings ist er 

lediglich von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, die sich bei 

optimaler Compliance durch eine Behandlung relativ rasch verbessern lassen sollte; 

eine mittel- und langfristige Arbeitsunfähigkeit hat er wegen Inkonsistenzen und 

therapeutischem Verbesserungspotential nicht attestieren können (IV-act. 44-65). Es ist 

anzunehmen, dass er die Attestierung einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit 

zugunsten der Behandlungen, von denen er sich eine Verbesserung des 

Zustandsbildes erhofft hat, als gerechtfertigt erachtet hat, ohne dass er beim 

psychopathologischen Zustandsbild jedoch von einem verselbständigten 

Gesundheitsschaden ausgegangen ist. Prof. E.___ hat nämlich auch im ersten 

Gutachten lediglich die Diagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung sowie einen 

chronischen Schmerz bei Störungen des Sitz- und Bewegungsapparates ohne 

Schmerzverarbeitungsstörung genannt, ohne diesen Diagnosen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beizumessen (IV-act. 44-60). Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 

5 S. 6) ist gestützt auf das Gutachten von Prof. E.___ somit anzunehmen, dass das 

psychische Beschwerdebild bereits im Zeitpunkt der ersten Begutachtung im 

Wesentlichen in invaliditätsfremden Gründen (v.a. psychosoziale und soziokulturelle 

Faktoren) eine hinreichende Erklärung gefunden hatte, ohne dass ein verselbständigter 

Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorgelegen hatte (IV-act. 

44-65). Ein psychischer invalidisierender Gesundheitsschaden war somit gemäss Prof. 

E.___ weder im Zeitpunkt der ersten noch der zweiten Begutachtung ausgewiesen. 

Auch die übrige medizinische Aktenlage lässt nicht auf einen solchen schliessen. Der 

behandelnde Psychiater Dr. D.___ hatte in seinem Bericht vom 20. Juni 2018 – 

abgesehen von einer angstbedingten Vermeidungshaltung – keine objektiven 

psychopathologischen Defizite gesehen, die sich auf die angestammte Tätigkeit 

auswirken könnten, und hatte zudem festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer 

3.6.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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subjektiv für sämtliche Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig fühle (IV-act. 34-4 f.). In 

einem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 14. September 2018 hat Dr. D.___ 

überdies erklärt, dass seiner Ansicht nach eine Überweisung an eine psychiatrische 

Klinik nicht angezeigt gewesen sei, da eine solche den Beschwerdeführer zusätzlich 

auf seine Symptome fixiert hätte (IV-act. 39). Vom 13. bis 20. Dezember 2019 hat dann, 

nachdem Prof. E.___ im ersten Gutachten dazu geraten hatte (IV-act. 44-65), 

gleichwohl ein erster stationärer Aufenthalt in der Klinik I.___ stattgefunden, in deren 

Rahmen eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome diagnostiziert 

worden ist. Überdies ist als Diagnose eine Agoraphobie mit Panikstörung genannt 

worden (IV-act. 72-22). Gleichzeitig ist im Austrittsbericht aber festgehalten worden, 

dass vom Beschwerdeführer durchgängig Ängste und panikartige Zustände 

beschrieben worden seien, die im stationären Kontext nicht hätten eruiert werden 

können (IV-act. 72-23). Aus einem weiteren stationären Aufenthalt in der Klinik I.___ 

vom 31. März bis 4. April 2020 ist der Beschwerdeführer gegen ärztlichen Rat 

ausgetreten (IV-act. 72-12 ff.). Trotz der zwischenzeitlich stattgehabten stationären 

Behandlungen in der psychiatrischen Klinik I.___, in deren Rahmen, wie soeben 

erwähnt, unter anderem die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, gestellt worden war (IV-

act. 63-2 und 72-12), hat Dr. D.___ am 7. September 2020 im Vergleich zu seinem 

Bericht vom 20. Juni 2018 einen unveränderten Gesundheitszustand mit vom 

Beschwerdeführer subjektiv geklagter Freud-, Lust- und Interessenlosigkeit 

beschrieben und ist lediglich von einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver 

Reaktion ausgegangen (IV-act. 69-2). Auch dies stützt die Beurteilung von Prof. E.___, 

wonach beim Beschwerdeführer kein verselbständigter invalidisierender psychischer 

Gesundheitsschaden vorliegt, sondern im Wesentlichen invaliditätsfremde Gründe für 

die Psychopathologie des Beschwerdeführers verantwortlich sind.

Zusammenfassend ist gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen davon 

auszugehen, dass aus psychiatrischer Sicht kein verselbständigter 

Gesundheitsschaden überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen ist, der im 

Gutachtenzeitpunkt oder im retrospektiven Verlauf eine länger andauernde 

Arbeitsunfähigkeit und damit eine Invalidität begründet hat (IV-act. 118-13). Dies 

schliesst die Notwendigkeit vorübergehender Behandlungen des 

psychopathologischen Zustandsbildes und damit einhergehende vorübergehende 

Arbeitsunfähigkeiten nicht aus. Während den stationären und teilstationären 

Behandlungen dürfte definitionsgemäss jeweils eine Arbeitsunfähigkeit bestanden 

haben, die auch vom RAD zugestanden wird, jedoch jeweils nur kurze Zeit angedauert 

hat (vgl. IV-act. 120-5). Aus orthopädischer Sicht liegen Diagnosen mit Auswirkung auf 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

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4.  

die Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 118-8 f.), die es dem Beschwerdeführer seit dem 22. 

Juli 2016 verunmöglichen, in seiner angestammten Arbeit tätig zu sein. In einer 

leidensangepassten Tätigkeit ist jedoch auch aus orthopädischer Sicht im 

Verfügungszeitpunkt von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Auch retrospektiv 

sind zu keinem Zeitpunkt gesicherte orthopädisch-chirurgische Störungsbilder 

ausgewiesen, welche die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit um mehr als 20 % eingeschränkt haben (IV-act. 118-12).

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der orthopädischen 

gesundheitlichen Einschränkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers.

4.1. 

Für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

Beginns des Rentenanspruchs entscheidend (vgl. BGE 129 V 222). Die vorliegend zu 

beurteilende IV-Anmeldung des Beschwerdeführers ist bei der Beschwerdegegnerin 

am 30. März 2017 eingegangen (IV-act. 1-1). Der früheste Beginn eines allfälligen 

Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG wäre somit der 1. September 

2017. Das Wartejahr i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist in diesem Zeitpunkt auch bereits 

verstrichen gewesen, da die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gemäss 

gutachterlicher Beurteilung aus orthopädischer Sicht bereits seit dem 22. Juli 2016 zu 

100 % eingeschränkt ist (IV-act. 118-12). Für den Einkommensvergleich massgebend 

ist somit das Jahr 2017.

4.2. 

 Ausgehend vom letzten vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2017 erzielten 

Einkommen von monatlich Fr. 4'800.-- (IV-act. 13-4; 12 x Fr. 4'800.-- = jährliches 

Einkommen von Fr. 57'600.--) ist unter Berücksichtigung des statistischen Jahreslohns 

gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik der im Jahr 2017 

mit einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im 

Kompetenzniveau 1 tätigen männlichen Arbeitnehmenden von Fr. 67'102.-- (vgl. 

Anhang 2 der Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022) mit der 

Beschwerdegegnerin anzunehmen, dass der Beschwerdeführer auf dem 

ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt als ungelernter Hilfsarbeiter in einer 

leidensangepassten Tätigkeit ein gleich hohes Einkommen erzielen kann als in seiner 

letzten Tätigkeit als Z.___. Folglich resultiert im Rahmen des Einkommensvergleichs ein 

Invaliditätsgrad von 0 %. Bei einer in der Vergangenheit aus orthopädischen Gründen 

vorübergehend allfällig vorhandenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepasster Tätigkeit von maximal 20 % (vgl. oben E. 3.7) würde ebenfalls ein 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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5.  

Entscheid

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20 % resultieren. Die Beschwerdegegnerin 

hat damit einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die 

angefochtene Verfügung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. dazu oben E. 

1.2). Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden 

Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er jedoch von der Bezahlung zu befreien.

5.1. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. 

Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu 

kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat 

den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.2. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2023
	Art. 28 IVG: Würdigung zweier Gutachten. Kein verselbständigter invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2023, IV 2023/10).

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		2024-05-27T02:14:39+0200
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