# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f10a45a9-c6b1-51d7-b7be-cdb2dda99fbd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 17.02.2023 HG220157
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG220157_2023-02-17.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG220157-O U/mk 

 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Präsidentin, und Oberrichterin  

Judith Haus Stebler, die Handelsrichterinnen Ursula Mengelt,  

Dr. Eliane Ganz und Dr. Myriam Gehri sowie die Gerichtsschreiberin 

Nadja Maurer 

 

Urteil vom 17. Februar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____ Genossenschaft,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____ GmbH,  
Beklagte 

 

betreffend Forderung (URG) 
 
 
  

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Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 47.70 
gemäss den Forderungen aus dem Jahre 2021 zu bezahlen, zzgl. 
Zins zu 5% seit 09.08.2022. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu 
Lasten der beklagten Partei." 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin ist eine Genossenschaft mit Sitz in Zürich und bezweckt die Verwer-

tung der Rechte der Urheber, Urheberinnen, Verlage und anderer Rechtsinhaber 

bzw. Rechtsinhaberinnen von literarischen und dramatischen Werken sowie von 

Werken der bildenden Kunst und der Photographie, soweit ihr diese Rechte zur 

kollektiven Verwertung anvertraut wurden. Die Klägerin ist gemäss Bewilligung 

des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) berechtigt und ver-

pflichtet, die Vergütungsansprüche gemäss dem Urheberrechtsgesetz geltend zu 

machen (act. 1 Rz. 2; act. 3/2). Die Beklagte ist eine Gesellschaft mit beschränk-

ter Haftung (GmbH) mit Sitz in C._____ ZH. Sie bezweckt im Wesentlichen die 

Erbringung von Dienstleistungen im Immobilientreuhandbereich, insbesondere die 

Beratung, Vermietung, Verwaltung und den Verkauf sowie die Schätzung, den 

Erwerb und Verkauf von Liegenschaften und Grundstücken (act. 3/3). 

b. Prozessgegenstand 

Mit der vorliegenden Klage macht die Klägerin als Verwertungsgesellschaft im 

Sinne von Art. 40 ff. URG gestützt auf Art. 19 f. URG Vergütungsansprüche für 

die urheberrechtlichen Nutzungen im Rahmen des zulässigen Eigengebrauchs 

geltend. Die Klägerin fordert von der Beklagten konkret die Vergütung für das 

Jahr 2021, für welche sie gestützt auf Ziff. 6 ff. und insbesondere Ziff. 8.3 "Ge-

meinsamer Tarif 8 VII [Reprografie in der Industrie, im verarbeitenden Gewerbe 

und im Dienstleistungsbereich] 2017-2021 (verlängert bis 2022) [=GT 8 VII 2017-

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2021]" sowie "Gemeinsamer Tarif 9 VII [Nutzung von geschützten Werken und 

geschützten Leistungen in elektronischer Form zu betrieblichen Eigengebrauch in 

der Industrie, im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich] 2017-

2021 (verlängert bis 2022) [=GT VII 2017-2021]" eine Einschätzung vorgenom-

men hatte (act. 1 Rz. 6 ff; act. 3/5). 

B. Prozessverlauf  

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2022 (Abgabedatum gem. Abholquittung; act. 1) 

reichte die Klägerin hierorts die Klage mit obigen Rechtsbegehren ein. Mit Verfü-

gung vom 31. Oktober 2022 wurde ihr Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvor-

schusses und der Beklagten – unter Hinweis auf die Säumnisfolgen – Frist zur 

Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 5). Diese Verfügung wurde der Be-

klagten am 2. November 2022 zugestellt (act. 6/2). Der Gerichtskostenvorschuss 

wurde fristgerecht geleistet (act. 7). Nachdem die Beklagte die Klageantwort nicht 

innert Frist eingereicht hatte, wurde ihr mit Verfügung vom 20. Dezember 2022 

eine Nachfrist angesetzt, verbunden mit der Androhung, dass das Gericht bei 

Säumnis entweder einen Endentscheid treffe oder zur Hauptverhandlung vorlade 

(act. 8). Diese Verfügung wurde von der Beklagten nicht abgeholt (act. 9/2). Bis 

heute hat sich die Beklagte nicht vernehmen lassen. 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zustellungsfiktion 

Die Verfügung vom 20. Dezember 2022 wurde von der Beklagten nicht abgeholt 

(act. 9/2). Nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gilt eine Zustellung bei Nichtabholung 

der eingeschriebenen Sendung dennoch als erfolgt, sofern die Person mit einer 

Zustellung rechnen musste. Dies setzt voraus, dass das Prozessrechtsverhältnis 

bereits entstanden ist, dass mithin der Empfänger bereits Kenntnis davon hat, 

dass er am konkreten Verfahren beteiligt ist (BGE 138 III 225 E. 3). Die Verfügung 

vom 31. Oktober 2022 wurde der Beklagten am 2. November 2022 zugestellt. De-

ren Gesellschafter und Geschäftsführer, D._____, hat den Empfang unterschrift-

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lich bestätigt (act. 6/2). Damit hatte die Beklagte Kenntnis vom vorliegenden Ver-

fahren (Art. 55 Abs. 2 ZGB). Die Verfügung vom 20. Dezember 2022 hat die Be-

klagte innert der bis 29. Dezember 2022 laufenden Abholfrist dennoch nicht ab-

geholt (act. 9/2). Sie gilt daher als am 29. Dezember 2022 zugestellt.  

1.2. Versäumte Klageantwort 

Gemäss Art. 223 Abs. 2 ZPO trifft das Gericht bei definitiv versäumter Klageant-

wort einen Endentscheid, sofern die Angelegenheit spruchreif ist. Hierzu muss die 

Klage soweit geklärt sein, dass darauf entweder mangels Prozessvoraussetzun-

gen nicht eingetreten oder sie durch Sachurteil erledigt werden kann. Steht dem 

Eintreten auf die Klage nichts entgegen, bedeutet Spruchreife, dass der Klage-

grund im Hinblick auf die anwendbaren Rechtsnormen hinreichend substantiiert 

ist und – darüber hinaus – dass das Gericht an der Richtigkeit der klägerischen 

Tatsachenbehauptungen keine erheblichen Zweifel hat (Art. 153 Abs. 2 ZPO). Un-

ter den gegebenen Umständen ist, wenn es die klägerische Sachdarstellung er-

laubt, nach dem Klagebegehren zu erkennen, andernfalls ist die Klage abzuwei-

sen. Dabei hat das Gericht auch rechtshemmende, rechtshindernde und rechts-

aufhebende Tatsachen zu berücksichtigen, soweit sie in der Klage selbst ange-

führt sind. Andere Tatsachen, die aus den Akten ersichtlich sind, dürfen nur inso-

weit berücksichtigt werden, als sie für das Vorhandensein der von Amtes wegen 

zu prüfenden Prozessvoraussetzungen von Bedeutung sind (Art. 60 ZPO). An der 

erforderlichen Spruchreife fehlt es – zur Hauptsache –, wenn das Klagebegehren 

oder die Begründung der Klage (noch) unklar, unbestimmt oder offensichtlich un-

vollständig ist (Art. 56 ZPO) oder dem Gericht die Klagebegründung in erhebli-

chem Mass als unglaubhaft erscheint und es darüber Beweis erheben will 

(BGE 144 III 394 E. 4.3.2.2.; Art. 153 Abs. 2 ZPO; BSK ZPO-WILLISEGGER, 3. Aufl. 

2017, Art. 223 N. 17 ff.; ERIC PAHUD, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 223 N. 

3 ff.). Diese Säumnisfolge wurde der Beklagten mit Verfügung vom 20. Dezember 

2022 angedroht (act. 8; Art. 147 Abs. 3 ZPO).  

Da die Beklagte innert (Nach-)Frist keine Klageantwort eingereicht hat, ist andro-

hungsgemäss zu verfahren. Entsprechend haben die klägerischen Behauptungen 

grundsätzlich als unbestritten zu gelten. 

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1.3. Prozessvoraussetzungen 

Die örtliche Zuständigkeit des hiesigen Handelsgerichts stützt sich auf Art. 10 

Abs. 1 lit. b ZPO und ist gegeben, da die Beklagte ihren Sitz in C._____ ZH hat. 

Die sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 44 lit. a 

GOG und ist ebenfalls gegeben. Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu 

keinen Bemerkungen Anlass; auf die Klage ist mithin einzutreten. Wie sogleich zu 

zeigen ist, erweist sich die Sache als spruchreif. 

2. Materielles 

2.1. Unbestrittener Sachverhalt 

2.1.1. Gemäss den von Seiten der Beklagten unbestritten gebliebenen klägeri-

schen Behauptungen ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Aufgrund des 

fehlenden Eingangs des Erhebungsformulars hat die Klägerin die Beklagte ge-

stützt auf Ziff. 6 ff. und insbesondere Ziff. 8.3 GT 8 VII 2017-2021 bzw. GT 9 VII 

2017-2021 einmalig eingeschätzt. Die Beklagte monierte weder die Einschätzung 

noch gab sie eine formgerechte Erklärung "kein Kopierer" bzw. "kein Netzwerk" 

ab (act. 1 Rz. 8; act. 3/5). Trotz mehrmaligen Aufforderungen und Mahnung be-

glich die Beklagte den Rechnungsbetrag nicht (act. 1 Rz. 9; act. 3/4). Mit Mahn-

schreiben vom 29. Juli 2022 forderte die Klägerin die Beklagte noch einmal auf, 

den ausstehenden Betrag innert zehn Tagen zu bezahlen. Die Beklagte ist ihrer 

Zahlungspflicht bis heute nicht nachgekommen (act. 1 Rz. 9; act. 3/6).  

2.1.2. Die Klägerin macht gestützt auf GT 8 VII 2017-2021 die Rechnung 

Nr. 19366353 über CHF 26.15 sowie gestützt auf GT 9 VII 2017-2012 die Rech-

nung Nr. 21177955 über CHF 21.55, beide vom 2. Juni 2021, geltend (act. 1 S. 5; 

act. 3/4). Deren Summe ergibt den eingeklagten Betrag von CHF 47.70.  

2.2. Rechtliches 

2.2.1. Aktiv- und Passivlegitimation 

2.2.1.1. Für die Verwendung von veröffentlichten Werken zum Eigengebrauch in 

Betrieben ist eine Vergütung geschuldet (Art. 19 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 20 Abs. 2 

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URG). Den Vergütungsanspruch nach Art. 20 Abs. 2 URG können nur zugelasse-

ne Verwertungsgesellschaften geltend machen (Art. 20 Abs. 4 URG). Gestützt auf 

die Bewilligung des Instituts für Geistiges Eigentum vom 27. September 2017 

(act. 3/2) verfügt die Klägerin über eine solche Zulassung (vgl. Art. 41 ff. URG). 

Die Vergütungsansprüche werden aufgrund von Tarifen geltend gemacht, welche 

nach rechtskräftiger Genehmigung für die Gerichte verbindlich sind (Art. 44 ff. 

URG; Art. 59 Abs. 3 URG; BGE 125 III 141 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 

4A_203/2015 vom 30. Juni 2015 E. 3.3.). Für die hier massgebenden Tarife GT 8 

VII 2017-2021 sowie GT 9 VII 2017-2021 gilt die Klägerin als Vertreterin und ge-

meinsame Zahlstelle (act. 3/2; Ziff. 4 GT 8 VII 2017-2021 und Ziff. 3 GT 9 VII 

2017-2021). Die Klägerin ist deshalb zur Geltendmachung der Vergütungen aktiv-

legitimiert. 

2.2.1.2. Es ist nachvollziehbar und unbestritten, dass die Beklagte – in Überein-

stimmung mit der Zweckumschreibung "Erbringung von Dienstleistungen im Im-

mobilientreuhandbereich" gemäss Handelsregisterauszug (vgl. act. 3/3) – unter 

den Branchenbegriff "Dienstleistungsbereich" [Immobilienverwaltung, Treuhand 

etc.] im Sinne von Ziff. 6.4.3 GT 8 VII bzw. Ziff. 6.4.3 GT 9 VII fällt (act. 3/4). Sie 

ist daher Nutzerin nach Ziff. 2.1 GT 8 VII bzw. Ziff. 1.1 f. GT 9 VII und damit pas-

sivlegitimiert. 

2.2.2. Vergütungsansprüche 

Gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c URG dürfen urheberrechtlich geschützte und veröf-

fentlichte Werke zum Eigengebrauch verwendet werden, wobei als Eigenge-

brauch insbesondere das Vervielfältigen von Werkexemplaren in Betrieben, öf-

fentlichen Verwaltungen, Instituten, Kommissionen und ähnlichen Einrichtungen 

für die interne Information oder Dokumentation gilt. Wer zum Eigengebrauch ge-

mäss Art. 19 Abs. 1 lit. c URG befugt ist, schuldet dem Urheber oder der Urhebe-

rin dafür eine Vergütung (Art. 20 Abs. 2 URG). Art. 46 Abs. 1 URG bestimmt so-

dann, dass die Verwertungsgesellschaften für die von ihnen geforderten Vergü-

tungen Tarife aufstellen. Gemäss Art. 51 URG besteht grundsätzlich eine Aus-

kunftspflicht gegenüber den Verwertungsgesellschaften. Zur Erlangung der mas-

sgeblichen Angaben für die Rechnungsstellung erhalten Nutzer u.U. ein Erhe-

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bungsformular, mit welchem sie innert 30 Tagen die notwendigen Angaben zu 

melden haben. Falls die erbetenen Angaben auch nach einer schriftlichen Mah-

nung nicht innert Nachfrist eingereicht werden, kann die Klägerin die Angaben 

schätzen und gestützt darauf Rechnung stellen. Diese Schätzung gilt als aner-

kannt, wenn der betroffene Nutzer die für die Berechnung notwendigen Angaben 

nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung der Schätzung schriftlich bekannt 

gibt (vgl. Ziff. 8.3 ff. GT 8 VII 2017-2021 bzw. Ziff. 8.3 ff. GT 9 VII 2017-2021; zum 

Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_382/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 3).  

2.3. Würdigung und Fazit 

2.3.1. Nach den schlüssigen und unbestrittenen klägerischen Darstellungen hat 

die Klägerin die Beklagte, nachdem diese bei der Erhebung der notwendigen An-

gaben nicht mitgewirkt hatte, zutreffend eingeschätzt und dementsprechend 

Rechnung gestellt. Diese wurde bis anhin nicht beglichen. Die Beklagte ist daher 

zu verpflichten, der Klägerin den für das Jahr 2021 für die Fotokopier- und be-

triebsinterne Netzwerkvergütung ausstehenden Betrag von CHF 47.70 (inkl. 

2.5 % MwSt.) zu bezahlen.  

2.3.2. Die Klägerin fordert aus der eingeklagten Forderung zusätzlich Verzugszins 

in der Höhe von 5 % seit dem 9. August 2022 (act. 1 S. 2). Für die Forderung von 

CHF 47.70 wurde die Beklagte mit Schreiben vom 29. Juli 2022 zur Zahlung in-

nert zehn Tagen aufgefordert (act. 3/6), womit sie sich ab dem 9. August 2022 in 

Verzug befand. Die Beklagte ist damit weiter zu verpflichten, der Klägerin einen 

Zins von 5 % seit 9. August 2022 zu bezahlen (Art. 104 OR). 

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

3.1. Gerichtskosten 

Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des 

Obergerichts (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Li-

nie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 

lit. a GebV OG). Vorliegend beträgt der Streitwert CHF 47.70. In Anwendung von 

§ 4 Abs. 1 und 2 GebV OG sowie angesichts des im Verhältnis zum Streitwert 

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hohen Zeitaufwandes ist die Mindestgebühr von CHF 150.– auf CHF 400.– zu er-

höhen. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss der Beklagten aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO) und vorab aus dem von der Klägerin geleisteten Kosten-

vorschuss zu decken. 

3.2. Parteientschädigungen 

Ausgangsgemäss ist der Klägerin zudem eine Parteientschädigung zuzuspre-

chen. Deren Höhe richtet sich nach der Anwaltsgebührenverordnung vom 

8. September 2010 (AnwGebV; Art. 105 Abs. 2 und Art. 96 ZPO). Die Grundge-

bühr ist dabei mit der Begründung oder Beantwortung der Klage verdient (§ 11 

Abs. 1 AnwGebV). Nach § 4 Abs. 1 AnwGebV beträgt die einfache Grundgebühr 

vorliegend CHF 100.– (Minimalgebühr). Diese kann bei besonders hohem Zeit-

aufwand um bis zu einem Drittel erhöht werden (§ 4 Abs. 2 AnwGebV). Die Kläge-

rin verfasste eine Klageschrift (abzüglich Parteibezeichnungen, Rechtsbegehren 

und Verzeichnisse) von rund fünf Seiten (act. 1) und reichte (neben der Voll-

macht) fünf Beilagen ein. Aufgrund dieser ausgewiesenen Arbeiten besteht selbst 

bei der maximalen Gebühr nach § 4 Abs. 1 und 2 AnwGebV (CHF 133.–) ein of-

fensichtliches Missverhältnis zum Zeitaufwand der Klägerin. Die Gebühr ist damit 

in Anwendung von § 2 Abs. 2 AnwGebV auf CHF 650.– angemessen zu erhöhen. 

Mangels Darlegung der fehlenden Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist ihr die 

Parteientschädigung praxisgemäss ohne Mehrwertsteuerzuschlag zuzusprechen 

(ZR 104 [2005] Nr. 76; Urteil des Bundesgerichts 4A_552/2015 vom 25. Mai 2016 

E. 4.5). 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 47.70 zuzüglich Zins zu 5 % 

seit 9. August 2022 zu bezahlen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 400.00. 

3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt. Sie werden vorab aus dem von 

der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Im in Anspruch genom-

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menen Umfang wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagte einge-

räumt. 

4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von 

CHF 650.00 zu bezahlen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert 

beträgt CHF 47.70. 

 

Zürich, 17. Februar 2023 
 

Handelsgericht des Kantons Zürich 
 

Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. Claudia Bühler 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Nadja Maurer 
 

	Urteil vom 17. Februar 2023
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	b. Prozessgegenstand

	B. Prozessverlauf
	Mit Eingabe vom 28. Oktober 2022 (Abgabedatum gem. Abholquittung; act. 1) reichte die Klägerin hierorts die Klage mit obigen Rechtsbegehren ein. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2022 wurde ihr Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses und der Be...

	Erwägungen
	1. Formelles
	1.1. Zustellungsfiktion
	Die Verfügung vom 20. Dezember 2022 wurde von der Beklagten nicht abgeholt (act. 9/2). Nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gilt eine Zustellung bei Nichtabholung der eingeschriebenen Sendung dennoch als erfolgt, sofern die Person mit einer Zustellung rech...
	1.2. Versäumte Klageantwort
	1.3. Prozessvoraussetzungen

	2. Materielles
	2.1. Unbestrittener Sachverhalt
	2.1.1. Gemäss den von Seiten der Beklagten unbestritten gebliebenen klägerischen Behauptungen ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Aufgrund des fehlenden Eingangs des Erhebungsformulars hat die Klägerin die Beklagte gestützt auf Ziff. 6 ff. und i...
	2.1.2. Die Klägerin macht gestützt auf GT 8 VII 2017-2021 die Rechnung Nr. 19366353 über CHF 26.15 sowie gestützt auf GT 9 VII 2017-2012 die Rechnung Nr. 21177955 über CHF 21.55, beide vom 2. Juni 2021, geltend (act. 1 S. 5; act. 3/4). Deren Summe erg...
	2.2. Rechtliches
	2.2.1. Aktiv- und Passivlegitimation
	2.2.1.1. Für die Verwendung von veröffentlichten Werken zum Eigengebrauch in Betrieben ist eine Vergütung geschuldet (Art. 19 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 20 Abs. 2 URG). Den Vergütungsanspruch nach Art. 20 Abs. 2 URG können nur zugelassene Verwertungsgese...
	2.2.1.2. Es ist nachvollziehbar und unbestritten, dass die Beklagte – in Übereinstimmung mit der Zweckumschreibung "Erbringung von Dienstleistungen im Immobilientreuhandbereich" gemäss Handelsregisterauszug (vgl. act. 3/3) – unter den Branchenbegriff ...
	2.2.2. Vergütungsansprüche
	Gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c URG dürfen urheberrechtlich geschützte und veröffentlichte Werke zum Eigengebrauch verwendet werden, wobei als Eigengebrauch insbesondere das Vervielfältigen von Werkexemplaren in Betrieben, öffentlichen Verwaltungen, Inst...
	2.3. Würdigung und Fazit
	2.3.1. Nach den schlüssigen und unbestrittenen klägerischen Darstellungen hat die Klägerin die Beklagte, nachdem diese bei der Erhebung der notwendigen Angaben nicht mitgewirkt hatte, zutreffend eingeschätzt und dementsprechend Rechnung gestellt. Dies...
	2.3.2. Die Klägerin fordert aus der eingeklagten Forderung zusätzlich Verzugszins in der Höhe von 5 % seit dem 9. August 2022 (act. 1 S. 2). Für die Forderung von CHF 47.70 wurde die Beklagte mit Schreiben vom 29. Juli 2022 zur Zahlung innert zehn Tag...

	3. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	3.1. Gerichtskosten
	Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des Obergerichts (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). ...
	3.2. Parteientschädigungen
	Ausgangsgemäss ist der Klägerin zudem eine Parteientschädigung zuzusprechen. Deren Höhe richtet sich nach der Anwaltsgebührenverordnung vom 8. September 2010 (AnwGebV; Art. 105 Abs. 2 und Art. 96 ZPO). Die Grundgebühr ist dabei mit der Begründung oder...

	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 47.70 zuzüglich Zins zu 5 % seit 9. August 2022 zu bezahlen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 400.00.
	3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt. Sie werden vorab aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Im in Anspruch genommenen Umfang wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt.
	4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 650.00 zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...