# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1219255e-75c9-56bc-aae6-7dc5ad408c2e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.10.2014 200 2014 671
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-671_2014-10-01.pdf

## Full Text

200 14 671 IV
KNB/IMD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Juni 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Januar 2002 unter Hinweis auf verschie-
dene somatische und psychische Beschwerden bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug in Form einer Rente an 
(Akten der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle 
Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in 
erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor; namentlich liess sie den Ver-
sicherten in der MEDAS polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 1. Mai 
2006; AB 37) und einen Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende 
vom 29. September 2004 bzw. 4. September 2006 (AB 29, 39) erstellen. 
Mit Vorbescheid vom 20. September 2006 (AB 40) stellte die IVB dem Ver-
sicherten die Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. Oktober 2001 bei 
einem Invaliditätsgrad von 100 % in Aussicht. Mit Schreiben gleichen Da-
tums (AB 41) forderte sie ihn unter Hinweis auf seine Schadenminderungs-
pflicht sowie die Rechtsfolgen bei Widersetzlichkeit auf, sich einer psychia-
trischen Behandlung zu unterziehen. Am 6. März 2007 verfügte die IVB wie 
im Vorbescheid vorgesehen (AB 48). Mit Mitteilungen vom 6. Juni 2008 (AB 
54) und 13. Dezember 2010 (AB 61) bestätigte sie den bisherigen Renten-
anspruch. 

B.

Im Rahmen einer im Februar 2013 von Amtes wegen eingeleiteten Revisi-
on (AB 70) liess die IVB den Versicherten in der MEDAS polydisziplinär 
begutachten (Gutachten vom 27. Dezember 2013; AB 89.1 - 89.4). Mit 
Vorbescheid vom 19. März 2014 (AB 90) kündigte sie die Aufhebung der 
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20 % an, wogegen der Versi-
cherte durch seinen Rechtsvertreter Einwand erheben liess (AB 98). Mit 
Verfügung vom 10. Juni 2014 hob die IVB die Invalidenrente auf Ende des 
nachfolgenden Monats auf (AB 99).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 10. Juli 2014 erhebt der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er weiterhin An-
spruch auf die bisherige ganze Rente habe. Er macht im Wesentlichen gel-
tend, einerseits sei die damalige Rentenzusprache unter Berücksichtigung 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Überwindbarkeit von somato-
formen Schmerzstörungen und ähnlichen Beschwerdebildern erfolgt. Damit 
bestehe kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbe-
stimmungen der 6. IV-Revision. Andererseits handle es sich beim Gutach-
ten der MEDAS vom 27. Dezember 2013 lediglich um eine Neubeurteilung 
des gleichen Sachverhalts, womit eine ordentliche Revision nach Art. 17 
ATSG nicht zulässig sei.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. August 2014 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, gemäss dem be-
weiskräftigen interdisziplinären Gutachten der MEDAS vom 27. Dezember 
2013 liege eine Verbesserung des psychiatrischen Gesundheitszustandes 
und damit ein Revisionsgrund vor. Die revisionsweise Aufhebung der gan-
zen Rente sei zu Recht erfolgt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 4

Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 10. Juni 2014 (AB 99). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der 
Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang die Rechtmässigkeit 
der verfügten Rentenaufhebung per Ende Juli 2014.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 5

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 6

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die 
Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 
des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b). Unerheblich unter 
revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unter-
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach-
verhaltes (BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; SVR 2009 IV Nr. 57 S. 178 
E. 3.2.1). Auch eine neue Verwaltungs- oder Gerichtspraxis rechtfertigt 
grundsätzlich keine Revision des laufenden Rentenanspruchs zum Nachteil 
des Versicherten (BGE 135 V 201 E. 6.4 S. 210, 115 V 308 E. 4a bb 
S. 313).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 7

2.6.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 
IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.6.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

3.

3.1 Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der umstrittenen Rentenaufhe-
bung. Hierzu ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenzusprechenden 
Verfügung vom 6. März 2007 (AB 48) mit demjenigen im Zeitpunkt der ren-
tenaufhebenden Verfügung vom 10. Juni 2014 (AB 99) zu vergleichen und 
zu prüfen, ob in dieser Zeit eine Änderung in den medizinischen oder er-
werblichen Verhältnissen eingetreten ist, welche geeignet ist, den bisheri-
gen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.6.1 hiervor). Die Bestäti-
gung der laufenden Rente mittels Mitteilungen vom 6. Juni 2008 (AB 54) 
und 13. Dezember 2010 (AB 61) ist vorliegend unbeachtlich, da diesen 
keine hinreichende materielle Prüfung der anspruchserheblichen Tatsa-
chen zugrunde gelegen hat (vgl. E. 2.6.3 hiervor). Sollte im massgebenden 
Vergleichszeitraum eine relevante Änderung eingetreten sein, wäre in ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 8

nem weiteren Schritt zu prüfen, ob sich diese auf den bisherigen Renten-
anspruch auswirkt (vgl. E. 2.6.2 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 6. März 2007 (AB 48) basierte in medizinischer 
Hinsicht im Wesentlichen auf dem Gutachten der MEDAS vom 1. Mai 2006 
(AB 37), worin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende so-
matoforme Schmerzstörung sowie eine depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige Episode, diagnostiziert wurden (AB 37 S. 9). Der psychiatri-
sche Gutachter hielt fest, anlässlich der Untersuchung werde deutlich, dass 
die vorgetragenen Schmerzen nicht bzw. nur unzureichend erklärt werden 
könnten. Gleichwohl beklage der Versicherte seit Jahren einen andauern-
den schweren und offenbar quälend erlebten Schmerz. Dieser sei offen-
kundig in Verknüpfung mit den emotionalen Konflikten und Belastungen 
anlässlich eines fehlverarbeiteten Unfallgeschehens Mitte der 90-er Jahre 
mit nachfolgendem Arbeitsplatzverlust sowie weiteren psychosozialen Be-
lastungen im Rahmen des gescheiterten Versuches, sich selbstständig zu 
machen, aufgetreten und verstärkt worden. Die Verbindung von anhalten-
der somatoformer Schmerzstörung und depressiver Symptomatik führe 
beim Versicherten inzwischen zu einer nachhaltigen Veränderung der Ein- 
und Umstellfähigkeit seiner Beeinträchtigung der Interaktionsfähigkeit und 
damit letztlich zu einer willentlich nicht mehr überwindbaren psychischen 
Einengung mit Gefangenheit im Schmerzerleben. Da der Versicherte nicht 
mehr in der Lage sei, die Folgen der anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung willentlich zu überwinden und die psychischen Ressourcen, trotz 
der Schmerzen eine Arbeitsleistung zu erbringen, erschöpft seien, werde 
aus psychiatrischer Sicht derzeit weder die letzte Tätigkeit als … noch eine 
einfache, leichte Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich sein. 
Hinsichtlich der medizinischen Massnahmen, welche die Leistungsfähigkeit 
des Versicherten wesentlich verbessern könnten sei eine kontinuierliche 
fachpsychiatrische Behandlung einschliesslich Psychopharmakotherapie 
der depressiven Symptomatik vorzuschlagen. Darüber hinaus könnten kon-
tinuierlich verordnete und eingenommene Antidepressiva auch eine Distan-
zierung vom Schmerzerleben bewirken (AB 37 S. 18 f.). 

In orthopädischer Hinsicht wurde zusammenfassend festgestellt, dass für 
das sehr auffällige "Ganzkörper-Leidenssyndrom" keine verwertbaren Kor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 9

relate auszumachen seien. Die allseits kräftig entwickelte Extremitäten- 
sowie auch Rumpfmuskulatur sprächen für eine eigentlich suffiziente Funk-
tion und Belastbarkeit des Bewegungsapparates. Allfällige Einschränkun-
gen seien dem orthopädischen Fachgebiet nicht zugänglich. Insofern wür-
den keine begründeten qualitativen und/oder quantitativen Einschränkun-
gen der Leistungsfähigkeit resultieren (AB 37 S. 23).

Der Neurologe führte aus, im Vordergrund der Beschwerden ständen aus-
geprägte Schmerzen im Nacken- und Lendenwirbelbereich, die aber keine 
neurologische Ursache hätten, da sie weder radikulär, noch sonst dem 
Versorgungsgebiet eines Nervs entsprechend verteilt seien und keine dazu 
korrespondierenden Paresen oder Reflexauffälligkeiten vorlägen. Diese 
Beschwerden hätten auch nicht zu neurologischen Ausfällen geführt. Eine 
Minderung der Arbeits- oder Leistungsfähigkeit sei deshalb aus neurologi-
scher Sicht nicht zu begründen (AB 37 S. 27).

3.3 Für die Zeit nach Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 
6. März 2007 (AB 48) ergibt sich aus den medizinischen Unterlagen das 
Folgende:

3.3.1 Im Bericht vom 21. April 2013 (AB 78) verwies Dr. med. 
C.________, Praktische Ärztin FMH, auf eine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes hin. Sie diagnostizierte eine Streckhaltung der Wir-
belsäule, teilweise deutliche ventrale Spondylosen auf der Höhe 
HWK2/3/4/5, eine Chondrose der Bandscheibe LWK4/5, eine flache Her-
niation der Bandscheibe entlang der gesamten Hinterkante, rechts akzentu-
iert mit Kontakt und leichter Verlagerung der beiden Nervenwurzeln L5 in-
traspinal, eine AC Gelenksarthrose und ein verdicktes Ligamentum cora-
coacromiale sowie einen transmuralen Partialriss der Supraspinatussehne. 
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit äusserte sich die Ärztin nicht.

3.3.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hielt im Bericht vom 29. April 2013 (AB 81) fest, obwohl sich der Versicher-
te seit dem 2. Dezember 2004 in der ambulanten Behandlung (eine Sitzung 
alle ein bis zwei Monate) befinde und eine tragfähige therapeutische Be-
ziehung habe aufgebaut werden können, sei es bis zum jetzigen Zeitpunkt 
zu keinen Änderungen in seinem psychischen Zustand gekommen. In psy-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 10

chisch-geistiger Hinsicht bestehe aufgrund der deutlich gedrückt depressi-
ven, wenig modulationsfähigen, freud- und ratlosen Stimmungslage, der 
Störung der Vitalgefühle (Antriebsminderung, Lustlosigkeit), der formalge-
danklichen Beeinträchtigung in Form von Gedankenkreisen/Einengung, 
zahlreichen diffusen Ängsten und Befürchtungen sowie einer Agitiertheit 
eine deutliche Beeinträchtigung der psychophysischen und psychosozialen 
Leistungsfähigkeit. In psychiatrisch-körperlicher Hinsicht bestehe eine 
Störung der Vitalgefühle, wobei sich vor allem die Antriebsminderung leis-
tungsmindernd auswirke. Es liege ein ausgeprägter sozialer Rückzug vor. 
Der Versicherte sei sowohl in angestammter als auch angepasster Tätigkeit 
nicht arbeitsfähig. Er sei durch seine anhaltende Depressivität und die 
Schmerzstörung absorbiert, in der Aufmerksamkeit und in der Konzentrati-
on beeinträchtigt, vermindert belastbar, kaum leistungsfähig, blockiert und 
auf der Beziehungsebene kaum erreichbar.

3.3.3 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, führte im Bericht vom 7. Mai 2013 (AB 82) aus, der 
medizinische Sachverhalt erscheine unklar. Der Umstand, dass innerhalb 
einer neunjährigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung kei-
nerlei Erfolge im Sinne der Symptomlinderung hätten erzielt werden kön-
nen, dennoch die Therapie unverändert fortgesetzt werden solle, könne 
nicht ohne weiteres nachvollzogen werden. Es erscheine zudem weder 
ausgeschlossen, dass sich zwischenzeitlich neu aufgetretene, organisch 
nachweisbare Befunde im Sinne einer erheblichen somatischen Komorbi-
dität auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könnten, noch sei dem vorliegenden 
psychiatrischen Bericht von Dr. med. D.________ schlüssig zu entnehmen, 
ob die Überwindbarkeit der chronifizierten und verfestigten Schmerzsym-
ptomatik aufgrund des Vorliegens anderer beeinträchtigender Gegebenhei-
ten weiter beeinflusst werde. Zur Klärung des medizinischen Sachverhalts 
schlage er eine erneute polydisziplinäre Begutachtung vor.

3.3.4 Im Gutachten der MEDAS vom 27. Dezember 2013 (AB 89.1 - 89.4) 
wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt: 

- Panvertebrales Schmerzsyndrom der Wirbelsäule mit/bei
- verminderter Belastbarkeit der Wirbelsäule

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 11

- Fehlstatik (Brustkyphose), Haltungsinsuffizienz, muskulärem 
Hartspann und verschmächtigter Rumpfmuskulatur

- beidseits erheblich verkürzter Ischiokruralmuskulatur ohne Deh-
nungsschmerzen

- kein sicheres nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
- Radiologisch degenerative Veränderungen in allen drei Wir-

belsäulenabschnitten
- Im MRI HWS (02.09.2013): mässig ausgeprägte degenerative 

Veränderungen C2-C7 mit flacher Diskushernie C3/C4 links ohne 
Neurokompression und Foramenstenose C5 und C6 rechts betont

- BWS ap/profil (02.09.2013): verstärkte Brustkyphose, deutliche 
Osteochondrose und Spondylose betont Th5-Th11

- Im MRI LWS (02.09.2013): mässige degenerative Veränderungen 
L4/5 und L5/S1 mit flacher Diskushernie L4/5 ohne Neurokom-
pression, Iliosakralgelenksarthrose rechts betont mit teilweisem 
Durchbau

- Schmerzhafte Funktionseinschränkungen der rechten Schulter bei 
radiologischem Anhalt auf eine Verkalkung der Supraspinatus-
sehne. Es liegt ein Krankheitsbild vor, welches binnen eines Jah-
res abgeheilt sein sollte (AB 89.1 S. 25).

In psychiatrischer Hinsicht wurde ausgeführt, anlässlich der durchgeführten 
Untersuchung hätten sich Auffälligkeiten im Verhalten des Versicherten 
ergeben, die einer Verdeutlichung bzw. einer Aggravation entsprächen. 
Dabei seien zwar narzisstische Persönlichkeitszüge offensichtlich gewor-
den, ohne dass diese für das Zustandsbild und die lange Arbeitsunfähigkeit 
ursächlich verantwortlich gemacht werden könnten. Gegenwärtig hätten 
weder versicherungsmedizinisch relevante psychopathologische Befunde 
noch eine psychiatrische Komorbidität erhoben werden können, die eine 
berufliche Tätigkeit verunmöglichten. Die Feststellungen würden auf fol-
genden Beobachtungen basieren: Die subjektiven massiven Beschwerde-
schilderungen des Versicherten seien nicht nur verbal sondern auch mi-
misch und mit der gesamten Körpersprache in voller Vehemenz erfolgt, wie 
diese bei tatsächlich bestehenden chronischen Schmerzzuständen, zusätz-
lich noch ohne erhebliche psychisch-emotionale Beeinträchtigung, kaum 
vorkämen. Die stete Bemühung des Versicherten, seine Beschwerden 
während der Exploration in intensivster Form darzustellen, habe nicht über-
zeugen und in der geschilderten Intensität nicht glaubhaft dargelegt werden 
können. Sein Verhalten habe aufgesetzt und theatralisch gewirkt, die An-
gaben des Versicherten würden auch teilweise, kritisch hinterfragt, von 
manchen objektiven Informationen in der Akte abweichen. Die aktuell 
geäusserten Angaben des Versicherten zur Symptomatik klängen vage, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 12

unsicher, während bei einem tatsächlich bestehenden somatoformen 
Schmerzzustand störungstypische Beeinträchtigungen zu erwarten wären. 
Eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende schwere und chronifizierte 
Schmerzsymptomatik gehe fast immer mit ausgeprägten psychopathologi-
schen Symptomen einher, beispielsweise mit kognitiven Defiziten, einem 
depressiv-ängstlichen Affekt, psychomotorischen Auffälligkeiten oder Ver-
ringerung des Durchhaltevermögens in der Untersuchungssituation. Solche 
objektivierbaren Merkmale hätten beim Versicherten jedoch nicht beobach-
tet werden können. Auch habe er sich zu keinem Zeitpunkt kritisch über die 
bisherigen therapeutischen Ergebnisse geäussert und sich mit diesen eher 
zufrieden gezeigt. Im Missverhältnis zu den Angaben des Versicherten ste-
he auch die verhältnismässig sehr geringe Inanspruchnahme ärztlicher 
Massnahmen. Das in der psychiatrischen Untersuchung besonders auffälli-
ge Verhalten habe teilweise, allerdings in weniger ausgeprägter Form, auch 
anlässlich der somatischen Untersuchungen beobachtet werden können. 
Zusammenfassend sei psychiatrisch festzustellen, dass beim Versicherten 
im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Untersuchung Verdeutlichungs-
tendenzen beziehungsweise aggravatorische, bewusstseinsnahe Phäno-
mene beobachtet worden seien. Diese seien von einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung abzugrenzen. Vom Bestehen einer entspre-
chenden Störung habe sich der Untersucher nicht überzeugen können 
(AB 89.1 S. 19 f.).

Der orthopädische Gutachter hielt fest, bezüglich der degenerativen Verän-
derungen der unteren Halswirbelsäule und der unteren Lendenwirbelsäule 
fände sich klinisch kein Korrelat. Bei den Beschwerden der rechten Schul-
ter ergäbe sich der Anhalt auf eine Bursitis. Die konservativen Therapie-
massnahmen seien ausreichend. Gespräch und Untersuchung würden auf 
eine Überlagerung der somatischen Beschwerden durch das psychische 
Befinden hinweisen. Entgegen der Angaben des Versicherten liege keine 
körperliche Inaktivität vor. Insgesamt zeigten sich ein muskelkräftiger Habi-
tus an den oberen und unteren Extremitäten sowie eine kräftige Beschwie-
lung der Fusssohlen. Aufgrund der degenerativen Veränderungen der Wir-
belsäule bestehe eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule. Das Be-
schwerdebild der rechten Schulter sollte binnen eines Jahres zur Heilung 
gebracht werden können (AB 89.1 S. 33).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 13

Aus dem internistischen Teilgutachten geht hervor, dass die dieses Fach-
gebiet betreffenden objektivierbaren medizinischen Sachverhalte in der 
Diagnose einer Adipositas, einem laborchemisch nachweisbaren metaboli-
schen Syndrom, einem Zustand nach arterieller Hypertonie und einer be-
nignen Prostatahypertrophie bestünden. Diese hätten keine versiche-
rungsmedizinische Relevanz für die Arbeitsfähigkeit, weder in der ange-
stammten, noch in einer angepassten Tätigkeit (AB 89.1 S. 38). 

Die Neurochirurgin führte aus, für die vom Versicherten seit Jahren vorge-
brachten invalidisierenden Schmerzen finde sich radiologisch/neuroradio-
logisch ein degeneratives Geschehen, welches jedoch nicht als schwergra-
dig bezeichnet werden könne und das Ausmass der Beschwerden nicht 
erkläre. Eine Neurokompression liege nirgends vor. Die neurologische Un-
tersuchung werde durch das Verhalten des Versicherten mit zum Teil nicht 
durchgeführten Bewegungen und Verweigerungen gewisser Tests im Sinne 
einer Aggravation erschwert. Ein radikuläres oder peripher-neurologisches 
sensomotorisches Defizit liege mit Sicherheit nicht vor (AB 89.3 S. 8). Infol-
ge der verminderten Belastbarkeit aller drei Wirbelsäulenabschnitte mit 
Fehlhaltung und degenerativen Veränderungen sei die bisherige Tätigkeit 
als … wegen der hierbei anfallenden schweren Gewichtsbelastungen nicht 
mehr zumutbar. Auch in der Tätigkeit als … mit Heben von Gewichten 
(Gepäck) und langem Fahren in sitzender Position bestehe eine weitge-
hende Arbeitsunfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit mit regelmässigem 
Positionswechsel und Gewichtslimite von 15 kg wäre ganztags ohne Leis-
tungseinbusse zumutbar (AB 89.3 S. 10). 

Interdisziplinär hielten die Gutachter bezüglich der Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit fest, die angestammte Tätigkeit als … sei nicht mehr möglich. 
Theoretisch-medizinisch bestünden keine Gründe für eine Arbeitsunfähig-
keit oder Teilarbeitsunfähigkeit in einer ideal angepassten Tätigkeit. Es 
lägen auch keine psychiatrischen Störungen vor, welche in medizinisch 
unzumutbarer Weise nicht überwindbar wären. Somit gelte eine Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 100 % bei einer Präsenzzeit von 8.5 Stunden. 
Aufgrund der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule und der Fehl-
haltung bestehe eine verminderte Belastbarkeit der gesamten Wirbelsäule 
und der rechten Schulter. Als Verweistätigkeit wäre eine Aufgabe mit ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 14

passten leichten und gelegentlich mittelschweren Arbeiten bei regelmässi-
gem Positionswechsel weiterhin möglich. Zumutbar seien Arbeiten mit Ge-
wichtheben und -tragen bis 15 kg. Stehen, Sitzen Gehen sollten stündlich 
unterbrochen werden können. Nicht geeignet seien Tätigkeiten in anhal-
tend gebückter Haltung oder Überkopftätigkeiten mit häufigem Bücken, 
ständiger Zwangshaltung wie auch der Einfluss von Kälte und Nässe. Der 
Versicherte sollte in seiner beruflichen Tätigkeit weder unter Zeitdruck ste-
hen noch unter erhöhten Stressbedingungen arbeiten, konflikthafte Situati-
onen sollten vermieden werden und das Arbeitsumfeld ihm wohlwollend 
gegenüber stehen. Im Vordergrund stünden persönliche Faktoren und psy-
chosoziale Belastungen, die sich auf die Entscheidungsfindung und die 
Umstellungsfähigkeit des Versicherten sowie auf dessen Bewältigung sei-
ner gegenwärtigen Situation auswirken könnten. Objektive Beeinträchti-
gungen von Aktivitäten und Teilhabe würden daraus jedoch nur in qualitati-
ver Hinsicht in Bezug auf eine Verweistätigkeit resultieren. Es lasse sich 
rückblickend keine valide Aussage über den Zeitpunkt machen, welcher der 
gegenwärtigen Situation entspreche. Spätestens jedoch seit der aktuellen 
Untersuchung sei von einer Arbeitsfähigkeit im dargestellten Ausmass aus-
zugehen (AB 89.1 S. 26). 

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 10. Juni 2014 (AB 99) massgeblich auf das Gutachten der MEDAS 
vom 27. Dezember 2013 (AB 89.1 - 89.4) gestützt. Bei diesem handelt es 
sich um ein polydisziplinäres Gutachten, basierend auf einer psychiatri-
schen, einer orthopädischen, einer internistischen sowie einer neurochirur-
gischen Untersuchung, das die von der Rechtsprechung aufgestellten An-
forderungen an den Beweiswert von ärztlichen Berichten und Gutachten 
erfüllt (vgl. E. 2.4 hiervor): Die gestellten Diagnosen und deren Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit sind nachvollziehbar begründet und leuchten 
ein. Das MEDAS-Gutachten wurde in Kenntnis der Vorakten erstellt, beruht 
auf allseitigen interdisziplinären Untersuchungen und ist für die streitigen 
Belange umfassend. Die geklagten Beschwerden wurden wiedergegeben 
und es fand eine Auseinandersetzung damit statt. Dem Gutachten kommt 
somit voller Beweiswert zu.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 15

Daran ändern die vom Beschwerdeführer allein gegen das psychiatrische 
Teilgutachten vorgebrachten Einwände nichts: 

3.4.1 Es ist nicht zu beanstanden, dass sich der begutachtende Psychia-
ter ausführlich zum Verhalten des Beschwerdeführers während der Unter-
suchung geäussert hat und dieses als Verdeutlichung bzw. Aggravation 
gewertet hat (AB 89.1 S. 20). Auch wenn der Beschwerdeführer diese Aus-
führungen als "penetrant" empfindet (Beschwerde S. 5 Ziff. 3.2.1.2.), lässt 
sich daraus keine Voreingenommenheit oder Antipathie ableiten, aufgrund 
welcher der Gutachter die Diagnose einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung und/oder einer depressiven Episode gleichsam verweigert 
hätte, wie dies sinngemäss geltend gemacht wird (Beschwerde S. 8 2. Ab-
satz). Für die Annahme einer Voreingenommenheit genügt nicht, dass der 
Gutachter auf – seiner Ansicht nach – widersprüchliches bzw. verdeutli-
chendes Verhalten des Beschwerdeführers hingewiesen hat. Vielmehr 
zählt das Feststellen von allfälligen Diskrepanzen, Dissimulation, Aggrava-
tion oder Simulation zur Aufgabe eines Gutachters (GABRIELA RIEMER-
KAFKA [Hrsg.], Versicherungsmedizinische Gutachten, Ein interdisziplinärer 
Leitfaden, 2. Aufl. Bern 2012, S. 57). Hinzu kommt, dass nicht einzig der 
begutachtende Psychiater aggravatorisches bzw. widersprüchliches Ver-
halten festgehalten hat, sondern ebenso der Internist (AB 89.1 S. 36) und 
die Neurochirurgin (AB 89.3 S. 8). 

3.4.2 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers handelt es sich 
bei der Einschätzung der Gutachter der MEDAS im Allgemeinen und des 
psychiatrischen Experten im Besonderen nicht um eine simple Neubeurtei-
lung/Interpretation des gleichen Sachverhalts, auch wenn in den früheren 
Gutachten bereits eine leidende Ausdrucksweise des Beschwerdeführers 
aufgefallen war (Beschwerde S. 8 f.). Der psychiatrische Gutachter hat 
nachvollziehbar ausgeführt, dass die Diagnosekriterien für eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung nicht erfüllt sind bzw. die bei einem beste-
henden somatoformen Schmerzzustand zu erwartenden störungstypischen 
Beeinträchtigungen im Rahmen der Untersuchung nicht beobachtet werden 
konnten (AB 89.1 S. 19). Damit ist im Vergleich zur Beurteilung im Gutach-
ten der MEDAS vom 1. Mai 2006 (AB 37) eine Verbesserung des psychi-
schen Gesundheitszustandes und damit ein Revisionsgrund erstellt. Ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 16

solcher ist im Übrigen auch in der eingetretenen Verschlechterung des so-
matischen Gesundheitszustandes zu erblicken. Während im Gutachten der 
MEDAS vom 1. Mai 2006 (AB 37) aus somatischer Sicht noch keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, ist dies hingegen im Gut-
achten der MEDAS vom 27. Dezember 2013 (AB 89.1 - 89.4) der Fall: Auf-
grund der degenerativen Veränderungen in allen drei Wirbelsäulenab-
schnitten wurde auf eine verminderte Belastbarkeit der gesamten Wir-
belsäule hingewiesen und ein eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil definiert 
(AB 89.1 S. 24). Dies deckt sich mit der Aussage der behandelnden Ärztin 
Dr. med. C.________ im Bericht vom 21. April 2013 (AB 78), wonach sich 
der Gesundheitszustand seit März 2007 verschlechtert habe und seither 
auch neue medizinische Befunde hinzugetreten seien (vgl. E. 3.3.1 hier-
vor).

3.4.3 Schliesslich vermögen auch die beschwerdeweise eingereichten 
Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. D.________ vom 2. Mai und 3. 
Juli 2014 (in den Gerichtsakten) das MEDAS-Gutachten nicht in Zweifel zu 
ziehen. Die darin enthaltenen Ausführungen entsprechen im Wesentlichen 
denjenigen des Berichts vom 29. April 2013 (AB 81), welcher den Gutach-
tern vorgelegen hat und im Gutachten berücksichtigt worden ist (AB 89.1 
S. 11). Bezüglich der Stellungnahme von Dr. med. D.________ zum ME-
DAS-Gutachten im Bericht vom 2. Mai 2014, wonach die Feststellung einer 
psychiatrischen Diagnose nicht immer einfach und neben der beschriebe-
nen Psychopathologie schlussendlich die Gesamteinschätzung des Patien-
ten durch den Psychiater wichtiger als das Vorliegen oder Fehlen einzelner 
psychopathologischer Befunde sei, ist darauf hinzuweisen, dass der psych-
iatrische Gutachter sehr wohl eine Gesamteinschätzung vorgenommen und 
nicht lediglich auf das Fehlen von psychopathologischen Befunden verwie-
sen hat (AB 89.1 S. 19 f.). Korrekterweise hat er jedoch im Gegensatz zu 
Dr. med. D.________ psychosoziale und soziokulturelle Faktoren in seiner 
Beurteilung ausser Acht gelassen (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 
IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Schliesslich ist mit der Beschwerdegegnerin (Be-
schwerdeantwort, S. 2 Ziff. 3.4) auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein prak-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 17

tizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt 
und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem be-
sonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.5 Nach dem Gesagten ging die Beschwerdegegnerin zu Recht vom 
Vorliegen eines Revisionsgrundes aus. Dementsprechend ist der Renten-
anspruch des Beschwerdeführers frei zu prüfen (vgl. E. 2.6.2 hiervor). Ge-
stützt auf das vorstehend wiedergegebene Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
E. 3.3.4) ist im Anschluss die Invaliditätsbemessung vorzunehmen. Bei 
diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob der Rentenanspruch in Anwen-
dung von lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 
des IVG (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; in Kraft seit 1. Januar 
2012) hätte überprüft werden dürfen. Anders als der Beschwerdeführer 
vorbringt, hat die Beschwerdegegnerin die Rentenaufhebung explizit ge-
stützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG vorgenommen (AB 99 S. 2). Daran ändert 
nichts, dass in der schriftlichen Anfrage des zuständigen Sachbearbeiters 
an den RAD vom 2. Mai 2013 zunächst eine Prüfung "insbesondere unter 
dem Aspekt der Schlussbestimmungen" in Erwägung gezogen wurde 
(AB 82 S. 1). 

4.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 18

S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Ermittlung des Validenein-
kommens auf das im IK-Auszug für das Jahr 1995 eingetragene Erwerbs-
einkommen in der Höhe von Fr. 54'223.-- (AB 4 S. 2; AB 29 S. 5). Dieses 
bezieht sich auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers als … bei der 
F.________; eine Tätigkeit, welche er in Folge eines im Juni 1995 erlitte-
nen Unfalls nicht mehr ausüben konnte, worauf ihm gekündigt wurde 
(bspw. AB 23 S. 3). In Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerdefüh-
rer im Anschluss als selbstständigerwerbender … geringere Einkommen 
erzielte (AB 4) und eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Be-
ginn der einjährigen Wartezeit) erst ab Oktober 2000 anerkannt wurde (AB 
48 S. 8), fiel die Bestimmung des Valideneinkommens sowohl in der Verfü-
gung vom 6. März 2007 (AB 48) als auch in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung vom 10. Juni 2014 (AB 99) sicherlich nicht zum Nachteil des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 19

Beschwerdeführers aus. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin lässt sich 
damit nicht beanstanden. Auszugehen ist somit von einem Validenein-
kommen von Fr. 66'801.-- (Fr. 54'223.-- / 1789 x 2204 [BFS, Tabelle T 39, 
Nominallohnindex Männer 1995 bzw. 2013]).

4.4 Da der Beschwerdeführer seine zumutbare medizinisch-theore-
tische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, hat die Beschwerdegegnerin für das 
Invalideneinkommen richtigerweise auf einen hypothetischen Tabellenlohn 
der LSE abgestellt (vgl. E. 4.2 hiervor). Unter Berücksichtigung der Tabelle 
TA1, "Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftsabteilungen, 
Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor", 
Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten), Männer, Total, ergibt sich 
ein Jahreseinkommen von Fr. 62'844.-- (Fr. 4'901.-- x 12 Monate / 40 Wo-
chenstunden x 41.7 Wochenstunden [BUA, Total, 2013] / 100 x 102.5 [Ta-
belle T1.1.10, Total, Männer, 2013]).

Vom errechneten Invalideneinkommen gewährte die Beschwerdegegnerin 
einen leidensbedingten Abzug von 15 % (vgl. E. 4.2 hiervor), was als an-
gemessen erscheint und vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstan-
det wird. Entsprechend ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 53'417.-
- (Fr. 62'844.-- x 0.85). 

4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 66'801.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 53'417.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 13'384.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 20% ([Fr. 66'801.-- - Fr. 53'417.--] 
/ Fr. 66'801.-- x 100), womit kein Rentenanspruch mehr besteht (vgl. E. 2.2 
hiervor) und die Beschwerdegegnerin die laufende Rente korrekterweise 
aufgehoben hat. Der Zeitpunkt der Rentenaufhebung ist unter Berücksich-
tigung von Art. 88a Abs. 1 und Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV ebenfalls nicht zu 
beanstanden. Die angefochtene Verfügung vom 10. Juni 2014 (AB 99) er-
weist sich damit als korrekt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbe-
gründet und somit abzuweisen.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 20

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2014, IV/14/671, Seite 21

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.