# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1c58a01-92c8-5bdf-90a2-f2966f65e314
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.05.2020 D-6501/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6501-2019_2020-05-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6501/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli; 

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geb. am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. Michael Adamczyk, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten von  

B._______ (geboren am […]) Eritrea (zurzeit im Sudan);  

Verfügung des SEM vom 7. November 2019. 

 

 

 

D-6501/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der eritreische Beschwerdeführer reiste gemäss eigenen Angaben im De-

zember 2008 aus seinem Heimatland in den Sudan und stellte mit Eingabe 

vom 3. März 2011 (Eingang Botschaft am 19. April 2011) bei der Schwei-

zerischen Vertretung in Khartum ein Asylgesuch. Nachdem ihn das dama-

lige Bundesamt für Migration (BFM) mit Schreiben vom 25. Juli 2013 zur 

Beantwortung eines Fragenkataloges aufgeforderte hatte, teilte er der Vor-

instanz im November 2013 schriftlich mit, er halte sich nunmehr in Israel 

auf. In der Folge wurde er am 4. Februar 2014 von einem Mitarbeiter der 

Schweizer Botschaft in Tel Aviv angehört. Mit Verfügung vom 29. Dezem-

ber 2014 verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Erteilung einer 

Einreisebewilligung und lehnte sein Asylgesuch ab. Die dagegen gerichtete 

Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes 

D-953/2015 vom 12. März 2015 gutgeheissen, worauf das SEM dem Be-

schwerdeführer am 20. März 2015 die Einreise zur Durchführung eines or-

dentlichen Asylverfahrens bewilligte. 

B.  

B.a. Am 28. April 2015 reiste der Beschwerdeführer auf dem Luftweg von 

Tel Aviv in die Schweiz, wo er sich gleichentags bei den Asylbehörden mel-

dete. Die Befragung zur Person erfolgte am 22. Mai 2015, die Anhörung 

am 14. Januar 2016. 

B.b. Mit Verfügung vom 18. August 2016 lehnte das SEM das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus 

der Schweiz, erachtete den Vollzug der Wegweisung nach Eritrea im ge-

genwärtigen Zeitpunkt aber als nicht zumutbar und ordnete die vorläufige 

Aufnahme des Beschwerdeführers an.  

B.c. Die gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde wurde vom Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil D-5632/2016 vom 17. Januar 2019 gutge-

heissen und das SEM wurde angewiesen, dem Beschwerdeführer in der 

Schweiz Asyl zu gewähren. Mit Verfügung vom 24. Januar 2019 hob das 

SEM seinen Entscheid vom 18. August 2016 auf und gewährte ihm Asyl in 

der Schweiz. 

C.   

C.a. Mit Eingabe vom 13. Februar 2019 ersuchte der Beschwerdeführer 

beim SEM um Familienzusammenführung mit seiner Ehefrau B._______. 

Hierbei reichte er eine Kopie der Eheurkunde («Marriage Certificate») ein, 

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Seite 3 

mit dem Hinweis, das Original der Eheurkunde befinde sich bereits in den 

Akten des SEM. 

C.b. Mit Schreiben vom 28. Februar 2019 forderte das SEM den Beschwer-

deführer auf, verschiedene Fragen zum Zusammenleben und zur Bezie-

hung zwischen ihm und B._______ zu beantworten und Beweismittel zum 

Identitätsnachweis und zum Familienleben in Eritrea einzureichen.  

C.c. Der Beschwerdeführer antwortete mit Schreiben vom 21. März 2019, 

er habe kein Foto von der Hochzeit und auch kaum Fotos von ihnen ge-

meinsam. Die wenigen, die er gehabt habe, seien durch die Flucht abhand-

engekommen. Er reiche aber zwei aktuelle Passfotos von B._______ so-

wie einen Identitätsnachweis ein. Er habe mit seiner Frau, die er im Jahr 

2000 in der "Secondary School" kennengelernt habe, im Zeitraum Januar 

2008 bis September 2008 zusammen mit seinen Eltern in deren Wohnung 

gelebt. Heute lebe sie in Khartoum und er stehe über einen Internet-

Sprachdienst mit ihr in Kontakt. Sie hätten am (…) in Anwesenheit sämtli-

cher Familienmitglieder kirchlich geheiratet, wobei sein Vater die Hochzeit 

vorgeschlagen habe, sie aber bereits vorher zusammen gewesen seien. Er 

habe seine Frau im September 2008 zuletzt in der gemeinsamen Wohnung 

in C._______ gesehen. 

C.d. Mit Schreiben vom 26. Juli 2019 erbat das SEM die Beantwortung 

weiterer Fragen zu der geltend gemachten Ehe. Dabei wies es insbeson-

dere darauf hin, dass er seine Ehefrau sowohl in seinem Asylgesuch aus 

dem Ausland im Jahr 2011 als auch anlässlich der Anhörung im Februar 

2014 gänzlich unerwähnt gelassen habe.  

C.e. Der Beschwerdeführer antwortete mit Schreiben vom 20. August 2019 

und hielt dabei unter anderem fest, er sei er davon ausgegangen, dass es 

zu einem schnelleren Entscheid komme, wenn er angebe, ledig zu sein.  

C.f. Mit Verfügung vom 7. November 2019 – eröffnet am 9. November 2019 

– verweigerte das SEM die Erteilung einer Einreisebewilligung für 

B._______ und lehnte das Gesuch um Familienasyl ab.  

D.  

Mit Beschwerde seines Rechtsvertreters vom 9. Dezember 2019 an das 

Bundesverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer, die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und das Gesuch um Familiennachzug gut-

zuheissen. Eventualiter sei das Verfahren zur weiteren Sachverhaltsabklä-

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Seite 4 

rung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchte er um die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und die Beiordnung des Rechtsvertreters als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand.  

Der Beschwerde lagen unter anderem Kopien der kirchlichen Heiratsur-

kunde ("Marriage Certificate") sowie des Studentenausweises von 

B._______ für das Jahr 2011 bei. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2019 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung wegen aussichtslos erscheinender Be-

schwerdebegehren ab. Dabei wurde unter anderem erwogen, beim einge-

reichten Heiratszertifikat handle es sich lediglich um eine Kopie. Gleichzei-

tig wurde der Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses 

aufgefordert. Dieser wurde am 23. Januar 2020 geleistet.  

F.  

Mit Schreiben vom 29. Januar 2020 wandte sich der Beschwerdeführer an 

das Gericht und informierte mit beigelegtem Zahlungsbeleg über die er-

folgte Kostenvorschusszahlung. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass er 

seine Original-Heiratsurkunde bereits bei der Vorinstanz eingereicht habe, 

was auch dem Anhörungsprotokoll entnommen werden könne. Ausserdem 

ersuchte er um umfassende Einsicht in die Akten des Verfahrens um Fa-

miliennachzug. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung vom 10. Februar 2020 wurde das SEM aufgefor-

dert, zum Verbleib der Heiratsurkunde und anderer im vorinstanzlichen 

Asylverfahren vom Beschwerdeführer abgegebener Dokumente Stellung 

zu nehmen. Gleichzeitig wurde das Akteneinsichtsgesuch zur Behandlung 

an das SEM weitergeleitet. 

H.  

In seiner Vernehmlassung vom 25. Februar 2020 erklärte das SEM, es 

könne leider nicht mit weiteren Angaben zum Verbleib der vermissten Do-

kumente dienen, namentlich der Identitätskarte des Beschwerdeführers, 

dessen Studentenausweis in Kopie und des israelischen Laissez-Passer. 

Es würden sich aus den Akten auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür 

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ergeben, wie es zum Verlust der Dokumente habe kommen können. Es sei 

aber darauf hinzuweisen, dass dem Beschwerdeführer beziehungsweise 

seiner Ehefrau aus dem Verlust der Dokumente kein Nachteil entstanden 

sei. Die Verfügung des SEM vom 7. November 2019 beziehe sich auf die 

vom Beschwerdeführer gemachten Angaben und stelle somit nicht auf die 

fehlenden Dokumente ab. Ausserdem seien in den Akten Kopien der Hei-

ratsurkunde, der Identitätskarte und des Studentenausweises der Ehefrau. 

Der bedauerliche Verlust der genannten Dokumente vermöge die ange-

fochtene Verfügung nicht umzustossen. Im Übrigen werde auf die Erwä-

gungen verwiesen, an denen vollumfänglich festgehalten werde. 

I.  

Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 5. März 2020 die bean-

tragte Akteneinsicht. 

J.  

Mit Instruktionsverfügung vom 9. März 2020 wurde dem Beschwerdeführer 

Frist zur Einreichung einer Replik eingeräumt. Davon machte er innert er-

streckter Frist mit Eingabe vom 24. April 2020 Gebrauch, wobei dieser Ein-

gabe als neue Beweismittel drei Fotos vom Besuch des Beschwerdefüh-

rers bei seiner Ehefrau im Jahr 2019 in Khartoum beilagen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige 

Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG 

vom 25. September 2015). 

 

1.2. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer-

deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

Vorab ist festzuhalten, dass trotz des bedauerlichen Umstandes, dass der-

zeit die Original-Identitätskarte, die Original-Heiratsurkunde, das Laisser-

Passer sowie die Kopie des Studentenausweises des Beschwerdeführers 

unauffindbar sind, keine Kassation des vorinstanzlichen Entscheides an-

gezeigt ist, da die Untersuchungspflicht durch die Vorinstanz vorliegend 

nicht verletzt wurde und der Sachverhalt umfassend abgeklärt ist. Insbe-

sondere sind keine entscheidwesentlichen Beweismittel abhandengekom-

men, da weder die Identität des Beschwerdeführers fraglich ist, noch sein 

Aufenthalt in Israel oder der Studienaufenthalt von B._______. Zudem 

kommt auch der Heiratsurkunde, obschon deren Vorliegen nur in Kopie in 

der Zwischenverfügung vom 9. Januar 2020 irrtümlich erwähnt wurde, 

keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. nachfolgende Erwägungen). 

5.  

5.1. Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten und minderjährige 

Kinder eines Flüchtlings in die Flüchtlingseigenschaft ihres Ehepartners 

respektive Elternteils einbezogen und erhalten Asyl, wenn keine besonde-

ren Umstände dagegen sprechen. Dem Einbezug in die Flüchtlingseigen-

schaft und der Asylgewährung entgegenstehende besondere Umstände 

sind gemäss Rechtsprechung beispielsweise anzunehmen, wenn das Fa-

milienmitglied Bürger eines anderen Staates als der Flüchtling ist und die 

Familie in diesem Staat nicht gefährdet ist, wenn der Flüchtling seinen Sta-

tus derivativ erworben hat oder wenn das Familienleben während einer 

längeren Zeit nicht gelebt wurde und erkennbar ist, dass die Familienmit-

glieder nicht den Willen haben, als Familie zusammenzuleben. In jedem 

Fall bedingt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, dass die an-

spruchsberechtigte Person ihren Heimat- oder Herkunftsstaat verlassen 

hat. Im Hinblick hierauf haben Personen, welche nach Art. 51 Abs. 1 AsylG 

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als Flüchtlinge anzuerkennen sind, aus Art. 51 Abs. 4 AsylG einen An-

spruch auf Erteilung einer Einreisebewilligung, sofern sie sich im Ausland 

aufhalten und durch die Flucht des anerkannten Flüchtlings von diesem 

getrennt wurden.  

5.2. Wer um Erteilung einer Einreisebewilligung zum Zweck des Familien-

asyls ersucht, hat die Zugehörigkeit des nachzuziehenden Angehörigen 

zur Familiengemeinschaft, die im Zeitpunkt der Flucht vorbestandene Fa-

miliengemeinschaft, die Familientrennung durch Flucht sowie die fest be-

absichtigte Familienvereinigung beider Anspruchsberechtigten nachzuwei-

sen oder zumindest glaubhaft zu machen (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1. Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, es bestün-

den vorliegend Zweifel an einer vorbestandenen Ehegemeinschaft, da der 

Beschwerdeführer im vorangegangenen Auslandverfahren angegeben 

habe, er sei ledig, und er auch, nach seinen Familienangehörigen befragt, 

keine Ehefrau erwähnt habe. Er habe nicht überzeugend begründen kön-

nen, warum er sie unerwähnt gelassen habe. Erstmalig habe er seine Ehe-

frau nach der Einreise in die Schweiz bei der Befragung zur Person und 

der darauffolgenden Anhörung genannt. Auch habe der Beschwerdeführer 

nicht überzeugend darlegen können, warum er die Ausreise ohne seine 

Ehefrau vorgenommen habe. Angesichts der wenig schlüssigen und un-

vereinbaren Aussagen sei auch nicht glaubhaft, dass die Ehefrau nach der 

im Jahr 2008 geschlossenen Hochzeit und der einen Monat später erfolg-

ten Rückkehr in den Militärdienst regelmässig jeden Abend mit dem Bus 

eine Stunde nach Hause gefahren sei. Zudem seien die Angaben zum Mi-

litärdienst der Ehefrau überraschend, da verheiratete Frau in Eritrea nor-

malerweise vom Dienst freigestellt würden. 

 

Auch habe er Eritrea ohne vorgängige Benachrichtigung und ohne Angabe 

eines Reiseziels verlassen und danach über längere Zeit keinen Kontakt 

zu seiner Ehefrau gehabt, obwohl es angesichts der geltend gemachten 

Ehegemeinschaft zu erwarten gewesen wäre, dass er seine Ehefrau mög-

lichst rasch über seinen Verbleib informiere. Die angebliche Kontaktauf-

nahme in Israel sei angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer seine 

Ehefrau im Verfahren nicht genannt habe, fraglich. 

Die Abreise ohne vorherige Benachrichtigung und die fehlende Kontaktauf-

nahme über einen längeren Zeitraum stellten zumindest einen konkluden-

ten Abbruch der ehelichen Beziehung dar. Es müsse davon ausgegangen 

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werden, dass zu dem Zeitpunkt keine tatsächlich gelebte und allein durch 

die Flucht getrennte Beziehung mehr bestanden habe, unabhängig davon, 

wie eng die Beziehung gegenwärtig sei. Angesichts der unstimmigen Da-

ten zur tatsächlich gelebten Ehegemeinschaft sei diese zweifelhaft. Davon 

unabhängig habe die Ehegemeinschaft im Zeitpunkt der Ausreise höchs-

tens acht Monate bestanden, weshalb es sehr unwahrscheinlich sei, dass 

der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in dieser kurzen Zeit eine Bezie-

hung hätten aufbauen können. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass 

er seine Ehefrau kaum kenne. Demnach sei nicht anzunehmen, dass zwi-

schen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau eine tatsächlich gelebte 

Beziehung vorliege. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass diverse 

zwingende Voraussetzungen aus Art. 51 AsylG, namentlich die Trennung 

durch Flucht und die tatsächlich ununterbrochen gelebte Beziehung, nicht 

erfüllt seien. 

6.2. In der Beschwerde wurde dagegen vorgebracht, es sei durchaus plau-

sibel, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seines Auslandsgesuches in 

Israel seine Ehefrau nicht genannt habe, weil er nicht gewollte habe, dass 

sich sein Verfahren in die Länge ziehe. Hinsichtlich der von der Vorinstanz 

kritisierten Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Ausreise im Sep-

tember 2008 ohne seine Ehefrau sei zu konkretisieren, dass er seine Ehe-

frau noch im September 2008 in der gemeinsamen Wohnung beziehungs-

weise in der Wohnung seiner Eltern in C._______, in der sie ein Zimmer 

für sich gehabt hätten, gesehen habe, da er erst im Verlauf der ersten Sep-

temberwoche beim Militärdienst habe eintreffen müssen. Zum Militärdienst 

der Ehefrau nach der Eheschliessung sei zu ergänzen, dass seine Ehefrau 

vor dem Eintritt in den Nationaldienst die Abschlussprüfungen im Fach (…) 

absolviert habe, weshalb sie verpflichtet gewesen sei, anschliessend in 

den National Service zu gehen. Nach dem Monat, den sie aufgrund ihrer 

Heirat freibekommen habe, habe sie ihre Arbeit im National Service in 

D._______ fortgesetzt. Sie habe nach der Heirat auch unbedingt weiterar-

beiten wollen, um anschliessend eine Weiterbildung in E._______ zu ab-

solvieren. Dorthin sei sie 2009 tatsächlich für die Weiterbildung zurückge-

kehrt und bis 2012 geblieben, bis sie die Weiterbildung 2012 mit einer Prü-

fung abgeschlossen habe. Nach der Heirat sei die Ehefrau mit dem Bus 

von C._______ nach D._______ gependelt. Somit habe das Paar nach der 

Heirat bis zum Einzug in den Nationaldienst eine Ehegemeinschaft leben 

können. Hinsichtlich des Vorwurfs der Vorinstanz, der Beschwerdeführer 

habe den Kontakt zur Ehefrau abgebrochen, sei einzuwenden, dass er 

während seines Aufenthaltes in F._______ keine Möglichkeit gehabt habe 

zu telefonieren, da er selber über kein Mobiltelefon verfügt habe und auch 

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seine Familie weder ein Festnetztelefon noch ein Mobiltelefon besessen 

habe. Seine Ehefrau habe ebenfalls über kein Telefon verfügt. Er habe 

seine Ehefrau bis zu seiner Ankunft in Israel nicht kontaktieren können, da 

sie weder über einen Telefonanschluss noch eine Emailadresse verfügt 

habe. Es habe keine freiwillige Beendigung der zuvor gelebten ehelichen 

Gemeinschaft vorgelegen, da er erst von Israel aus Kontakt zu seiner Ehe-

frau habe aufnehmen können. 

7.  

7.1. Das Gericht schliesst sich nach Durchsicht der Akten den vorinstanz-

lichen Erwägungen an und gelangt mit dem SEM zur Auffassung, dass es 

dem Beschwerdeführer insbesondere nicht gelungen ist, eine ununterbro-

chen gelebte Beziehung mit B._______ glaubhaft zu machen. 

7.2.  

7.2.1. Der Vollständigkeit halber ist im Hinblick auf die vorgebrachte Ehe-

schliessung festzuhalten, dass es insgesamt gestützt auf die Akten als 

durchaus möglich erscheint, dass der Beschwerdeführer und B._______ 

am (…) die Ehe geschlossen haben. Der Beschwerdeführer reichte im 

Asylverfahren mit dem "Marriage Certificate" eine Bestätigung der religiö-

sen Eheschliessung im Original bei der Vorinstanz ein (vgl. act. B11, S. 2). 

Dass das Original gemäss den Ausführungen des SEM in der Vernehmlas-

sung vom 25. Februar 2020 nicht mehr in den Akten enthalten ist, ist uner-

heblich, da die Echtheit des Dokumentes vorliegend dahinstehen kann. Al-

lein der Umstand, dass ein Paar geheiratet hat, genügt – wie vorstehend 

bereits erwähnt – nicht, um ein Familienzusammenführungsgesuch gutzu-

heissen. 

7.2.2. Offenbleiben kann im Weiteren, ob zwischen dem Beschwerdeführer 

und B._______ – bei Wahrunterstellung der diesbezüglichen Angaben des 

Beschwerdeführers – eine tatsächlich gelebte Ehegemeinschaft bestanden 

hat. Es trifft zwar zu, dass im eritreischen Kontext die Umstände der Flucht 

und der Militärdienst adäquat zu berücksichtigen sind. Ein Zusammenle-

ben von lediglich acht Monaten (Januar bis September 2008) hielte den 

Anforderungen an eine tatsächlich gelebte Familiengemeinschaft vor der 

Flucht indessen kaum stand (vgl. etwa BVGE 2018 VI/6 E. 5.3.2).  

7.2.3. Als entscheidend erweist sich vorliegend, dass der Anspruch auf Fa-

milienzusammenführung (auch) voraussetzt, dass die eheliche Beziehung 

seit der Trennung durch Flucht ununterbrochen Bestand hatte und noch 

hat. Dabei ist nicht der formelle Fortbestand der Ehe massgeblich, sondern 

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es muss vielmehr eine echte, willentliche Bindung glaubhaft gemacht wer-

den. Dies gelang dem Beschwerdeführer nicht. Zunächst wäre vor dem 

geltend gemachten Hintergrund einer ehelichen Gemeinschaft zu erwarten 

gewesen, dass der Beschwerdeführer seine Ehefrau über seine Ausreise 

informiert hätte oder informieren liess (etwa durch seine Schwester, von 

wo aus der geflüchtet sei [vgl. act. B11 F118 f. S. 12]) oder zumindest bald-

möglichst versucht hätte, zu ihr Kontakt aufzunehmen. Die Erklärungen, 

wonach er drei Jahre lang ab Dezember 2008 keinen Kontakt zu 

B._______ gehabt habe, da weder er noch sie ein Mobiltelefon gehabt hät-

ten, auch seine Familie keinen Telefonanschluss gehabt habe und keine 

Kontaktmöglichkeiten via Facebook oder E-Mail vorhanden gewesen seien 

und auch der briefliche Kontakt nicht in Frage gekommen sei, sind als 

Schutzbehauptungen zu werten. Dies umso mehr, als als notorisch be-

zeichnet werden kann, dass Kontaktaufnahmen sehr häufig über Freunde 

und Bekannte in der Diaspora beziehungsweise im Heimatland erfolgen. 

Gegen das Bestehen einer ununterbrochenen Beziehung zwischen dem 

Beschwerdeführer und B._______ spricht sodann vor allem, dass er sie 

beziehungsweise den Umstand, mit ihr verheiratet zu sein, weder in sei-

nem schriftlichen Asylgesuch aus dem Ausland noch im Rahmen der per-

sönlichen Anhörung in Israel erwähnte. Der Erklärungsversuch des Be-

schwerdeführers, er habe als Single auf einen schnelleres Verfahren ge-

hofft, überzeugt das Gericht nicht. Vielmehr spricht alles dafür, durch die 

Ausreise und den darauffolgenden Abbruch des Kontaktes habe der Be-

schwerdeführer die eheliche Beziehung – sofern eine solche tatsächlich 

bestanden hat – als beendet betrachtet.  

7.3. Bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände ist demnach mit der Vor-

instanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer keine bis heute 

ununterbrochen fortdauernde Familiengemeinschaft mit B._______ hat 

glaubhaft machen können.  

7.4. Die Voraussetzungen für den Einbezug von B._______ in die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers und für die Gewährung des Fa-

milienasyls (Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG) sind damit nicht erfüllt. Die Vor-

instanz hat das Gesuch um Familiennachzug beziehungsweise um Ertei-

lung einer Einreisebewilligung für B._______ zu Recht abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

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Seite 11 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750. – fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der am 23. Januar 2020 geleistete Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe wird zur Bezahlung verwendet. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750. – werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der am 23. Januar 2020 geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

wird zur Bezahlung verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Mareile Lettau 

 

 

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