# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df60b04b-1c72-5b2b-bbfa-0612360084f0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-01-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 31.01.2025 WPR.2025.11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-11_2025-01-31.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.11 / th 
ZEMIS [***]; N [***] 

 

Urteil vom 31. Januar 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Clavadetscher, Vorsitz  

Gerichtsschreiber i.V. Hufschmid   

Rechtspraktikantin Unger  

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Hatice Karadere, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von der Türkei 

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich   

amtlich vertreten durch lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Zwischen den Toren 4, 5000 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner ist am 30. Oktober 2023 illegal in die Schweiz 

eingereist und reichte gleichentags ein Asylgesuch ein (Akten des Amts für 

Migration und Integration [MI-act.] 2 ff.). 

 

Mit Entscheid vom 18. April 2024 wies das Staatssekretariat für Migration 

(SEM) das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung des 

Gesuchsgegners aus der Schweiz und aus dem Schengen-Raum (MI-

act. 12 ff.). 

 

Mit Urteil vom 11. Juli 2024 wies das Bundesverwaltungsgericht die 

Beschwerde des Gesuchsgegners hinsichtlich des Asylentscheides ab (MI-

act. 26 ff.). Das SEM setzte dem Gesuchsgegner daraufhin eine neue 

Ausreisefrist bis am 30. Juli 2024 an (MI-act. 44 f.).  

 

Das Amt für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) führte mit 

dem Gesuchsgegner am 6. August 2024 ein Ausreisegespräch durch. Der 

Gesuchsgegner gab dabei an, nicht bereit zu sein, in die Türkei 

zurückzukehren (MI-act. 64 ff.). Gleichentags gewährte das MIKA dem 

Gesuchsgegner das rechtliche Gehör hinsichtlich der Anordnung einer 

Eingrenzung auf das Staatsgebiet des Kantons Aargau und verfügte diese 

sogleich (MI-act. 54 ff.). 

 

Das MIKA gab am 9. Oktober 2024 eine Flugbuchung für den 

Gesuchsgegner in Auftrag. Es wurde in der Folge ein Flug am 

28. November 2024 nach Istanbul (Türkei) gebucht (MI-act. 87 ff.). 

 

Am 18. Oktober 2024 führte das MIKA erneut ein Ausreisegespräch mit 

dem Gesuchsgegner durch, wobei dieser erneut angab, nicht bereit zu 

sein, in die Türkei zurückzukehren (MI-act. 93 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 14. November 2024 dem türkischen 

Konsulat in Zürich zugeführt. Er äusserte gegenüber dem Konsul ebenfalls 

dass er nicht bereit sei in die Türkei auszureisen und dass er ein neues 

Asylgesuch stellen wolle. Das Konsulat stellte dem Gesuchsgegner 

daraufhin kein Ersatzreisedokument aus (MI-act. 115, 136).  

 

Der gebuchte Flug des Gesuchsgegners am 28. November 2024 wurde in 

der Folge vom MIKA annulliert (MI-act. 117). 

 

Das MIKA setzte dem Gesuchsgegner mit Mitteilung vom 20. November 

2024 eine Frist bis zum 27. November 2024 an, um ein weiteres 

Asylgesuch einzureichen (MI-act. 121). Ein solches Asylgesuch des 

 - 3 - 

 

 

Gesuchsgegners ist bis zum heutigen Zeitpunkt der Haftüberprüfung nicht 

eingegangen. 

 

Am 26. November 2024 teilte der Kantonale Sozialdienst Aargau dem 

MIKA mit, dass der Gesuchsgegner der Nothilfeauszahlung ferngeblieben 

sei. Er habe sich verabschiedet und geäussert, dass er ins Ausland 

ausreisen werde (MI-act. 123). 

 

Das MIKA wurde schliesslich am 3. Dezember 2024 darüber informiert, 

dass sich der Gesuchsgegner wieder in der ihm zugewiesenen Unterkunft 

aufhalte (MI-act. 124), woraufhin das MIKA den Gesuchsgegner mit 

Schreiben vom 5. Dezember 2024 für ein weiteres Ausreisegespräch am 

11. Dezember 2024 vorlud (MI-act. 125). Der Gesuchsgegner blieb diesem 

Gespräch unentschuldigt fern (MI-act. 127). 

 

Am 28. Januar 2025 wurde der Gesuchsgegner von der Kantonspolizei 

Aargau in seiner Unterkunft angehalten und dem MIKA zugeführt (MI-

act. 132).  

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

28. Januar 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 134 ff.). Im Anschluss an die 

Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der 

Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 28. Januar 2025, 07.00 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 27. April 2025, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut Basel vollzogen. Soweit für die 
Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt 
die Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 3, act. 35). 

 

 - 4 - 

 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 3, act. 35): 

 

1. 
Die Haftanordnung der Gesuchstellerin vom 28. Januar 2025 sei 

aufzuheben und der Gesuchgegner sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft 

zu entlassen. 

 

2. 

Eventuell sei die Haftentlassung mit Auflagen zu verbinden. 

 

3. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und 

Angemessenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- 

und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes 

zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die 

Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten 

Anhaltung der betroffenen Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. 

b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 28. Januar 2025, 

07.00 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 31. Januar 

2025, 11.45 Uhr; das Urteil wurde um 12.20 Uhr eröffnet. Die richterliche 

Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen 

Landesverweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die 

betroffene Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 

AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

 - 5 - 

 

 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Mit Entscheid vom 18. April 2024 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der Schweiz und dem Schengen-

Raum weg (MI-act. 12 ff.). Damit liegt ein rechtsgenüglicher 

Wegweisungsentscheid vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Der Gesuchsgegner hat anlässlich der heutigen Verhandlung vorgebracht, 

es bestehe im Falle seiner Rückkehr in die Türkei eine Gefahr an Leib und 

Leben (Protokoll S. 3, act. 35). Sowohl das SEM mit Entscheid vom 

14. April 2024 als auch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 

11. Juli 2024 qualifizierten die vom Gesuchsgegner vorgebrachten 

Asylgründe als nicht asylrelevant oder unglaubhaft (MI-act. 12 ff., 26 ff.). 

Die vom Gesuchsgegner an der heutigen mündlichen Verhandlung vor dem 

Verwaltungsgericht geltend gemachten Vorbringen sind dieselben wie im 

Asylantrag und wurden vom SEM und vom Bundesverwaltungsgericht 

bereits abschliessend beurteilt. Der Gesuchsgegner vermochte auch 

keinerlei neue Nachweise zu erbringen, die zu einer anderen Einschätzung 

führen würden. Zudem haben sich die Verhältnisse seit der Eröffnung des 

Urteils des Bundesverwaltungsgerichts am 11. Juli 2024 auch nicht 

grundlegend geändert. Eine offensichtliche Unzulässigkeit des 

Wegweisungsentscheides ist demnach vorliegend zu verneinen (vgl. 

BGE 125 II 217, Erw. 2). 

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher 

oder tatsächlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind 

ebenfalls keine ersichtlich.  

 

 - 6 - 

 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE SERT, in: 

MARTINA CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar 

zum Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu 

Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund der Wegweisungsverfügung des MIKA 

vom 18. April 2024 verpflichtet, die Schweiz zu verlassen (MI-act. 12 ff.). Er 

äusserte sich wiederholt dahingehend, er sei nicht bereit, die Schweiz in 

Richtung der Türkei zu verlassen (MI-act. 65, 94, 115, 135.). In der stetigen 

Weigerung, der Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein klares Anzeichen 

dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung 

entziehen will. Des Weiteren hielt sich der Gesuchsgegner vom 

26. November 2024 bis am 3. Dezember 2024 nicht mehr in der ihm zuge-

wiesenen Unterkunft auf und galt als unbekannten Aufenthalts (MI-

act. 123). Bei einem bereits zuvor erfolgten Untertauchen ist nach 

 - 7 - 

 

 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung regelmässig von einer weiter beste-

henden Untertauchensgefahr auszugehen (BGE 140 II 1, Erw. 5.3).  

 

Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. b AIG kann 

eine Person zur Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs in Haft 

genommen werden, wenn sie ein ihr nach Art. 74 AIG zugewiesenes 

Gebiet verlässt oder ein ihr verbotenes Gebiet betritt. 

 

Gegen den Gesuchsgegner wurde mit Verfügung vom 6. August 2024 eine 

Eingrenzung auf das Staatsgebiet des Kantons Aargau erwirkt (MI-

act. 54 ff.). Gemäss eigenen Aussagen des Gesuchsgegners ist dieser in 

der Zeit zwischen dem 26. November 2024 und dem 3. Dezember 2024 

zweimal nach Basel gereist (MI-act. 135). Mit seinem Aufenthalt in Basel 

hat der Gesuchsgegner gegen die gegen ihn verfügte Rayonauflage 

verstossen.  

 

Damit ist auch der Haftgrund gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 3, act. 35). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist aufgrund der bestehenden 

 - 8 - 

 

 

Untertauchensgefahr nicht ersichtlich. Bezüglich der familiären 

Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen eine 

Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht auch nicht 

geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. 

 

7.1. 

Der Gesuchsgegner bringt jedoch vor, er befände sich derzeit dabei, eine 

mit ihm weit verwandte Frau kennenzulernen und eine Heirat sei nicht 

auszuschliessen (MI-act. 135). Er sei daher aus der Haft zu entlassen, 

damit er die ehelichen Vorbereitungsmassnahmen treffen könne (act. 4). 

 

Die Ausschaffungshaft kann sich gemäss geltender Rechtsprechung bei 

einer bevorstehenden Heirat als unverhältnismässig erweisen, wenn 

sämtliche notwendigen Papiere vorliegen, ein Heiratstermin feststeht und 

innert kurzer Frist mit der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu rechnen 

ist (vgl. Urteile 2C_218/2013 vom 26. März 2013, E. 5.2; 2C_150/2012 vom 

14. Februar 2012, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend 

nicht der Fall. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs gab der Gesuchsgegner 

am 28. Januar 2025 zu Protokoll, dass hinsichtlich der Heirat noch keine 

konkreten Schritte unternommen worden seien, um das 

Ehevorbereitungsverfahren einzuleiten (MI-act. 135). Die Haft erweist sich 

demnach in Hinblick auf eine allfällige Heirat nicht als unverhältnismässig. 

 

7.2. 

Der Gesuchsgegner macht zudem geltend, er sei aus der Haft zu 

entlassen, damit er in einen Drittstaat ausreisen könne (act. 3). 

 

Sofern Ausländer und Ausländerinnen rechtmässig in mehrere Staaten 

ausreisen können, hat das MIKA gemäss Art. 69 Abs. 2 AIG die 

Möglichkeit, Ausländer und Ausländerinnen auch in diese Staaten 

auszuschaffen. Der Gesuchsgegner hat vorliegend jedoch weder ein 

Reisedokument vorgelegt, noch hat er belegt, dass er in einem anderen 

Staat als seinem Heimatland einen gültigen Aufenthaltstitel besitzt. 

Demnach ist vorliegend kein rechtmässiger Vollzug der Wegweisung in ein 

anderes Land als in die Türkei möglich.  

 

Insgesamt sind demnach keinerlei Gründe ersichtlich, welche die 

angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

 - 9 - 

 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung per 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen 

Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage 

vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 28. Januar 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

27. April 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die 

Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau 

erfolgen. 

 - 10 - 

 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach 

Haftentlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote 

einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 31. Januar 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

i.V. 

 

Clavadetscher Hufschmid