# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ccc0af78-bec8-5d66-8d47-26e5dade3636
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 29.08.2006 A 2006 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2006-30_2006-08-29.pdf

## Full Text

A 06 30
3. Kammer 

URTEIL
vom 29. August 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantons- und direkte Bundessteuer

1. Mit Einspracheentscheid vom 12.04.2006 betreffend Kantons- und Direkte 

Bundessteuer 2003 wurde die Einsprache vom 21.01.2006 der …, vertreten 

durch …, gegen die Veranlagungsverfügungen vom 16.01.2006 

(Bund/Kanton) von der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden teilweise 

gutgeheissen und der Steuerbetrag auf Fr. 8'330.-- (Steuerbarer Reingewinn 

Fr. 98'000.--; Gesamtkapital Fr. 128'200.--) festgesetzt. Zur Begründung der 

Korrekturen gegenüber der Steuererklärung wurde vorgebracht, dass beim 

Konto 1050 [Differenz OP-Liste Debitoren] der Ertrag um Fr. 24'383.-- zu tief 

ausgefallen sei und die Bruttogewinnkorrektur [Marge 25% laut Bestätigung 

Treuhänder] zudem eine Aufrechnung von Fr. 55'000.-- erforderlich gemacht 

habe; ferner bestünde ein Missverhältnis zwischen den über die Firma 

geschäftlich gelösten Fahrzeugen (12 Fz-Nr.) und den Angestellten (2 Mann), 

was beim Privatanteil der Autokosten zu berücksichtigen gewesen sei. Alle 

anderen Punkte der Einsprache würden indes gutgeheissen. 

2. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 08.05.2006 beantragte die Steuerpflichtige 

vorab die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids; ferner sei die 

vereinbarte branchenübliche Bruttomarge von 25% anzuwenden und die 

Autokosten so zu belassen, wie sie in der Bilanz aufgeführt wurden. 

Begründet wurden diese Anträge damit, dass die Vorinstanz von einer 

falschen Berechnungsweise bei der Ermittlung des steuerbaren Reingewinns 

ausgegangen sei. Statt auf die Bruttomarge (25-38%) sei fälschlicherweise 

und vereinbarungswidrig auf eine Nettomarge abgestellt worden. Dabei sei 

speziell der Ertragsbeleg 0300619 [Sanierungsaufwand Liegenschaft in …; 

Fr. 118'495.95] zu Unrecht nicht akzeptiert worden. Der privat aufgerechnete 

Fahrzeugkostenanteil (Fr. 11'000.--) sei zu hoch ausgefallen, da die 

Bezinkosten bereits Fr. 7'127.85 betragen hätten und von der Anzahl der 

Kontrollschilder nicht direkt auf die geschäftlichen Fahrkosten geschlossen 

werden könne.

 

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die kantonale Steuerverwaltung 

(Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung des Rekurses und der Beschwerde. 

Den Einwänden der Steuerpflichtigen hielt sie im Wesentlichen entgegen, 

dass über das Konto Warenverkauf (Konto 6000) eindeutig ein 

betriebsfremder Ertrag aus der Sanierung einer Privatliegenschaft (Alte …; Fr. 

118'429.95) verbucht worden sei; abzüglich dieser Korrektur hätte die 

deklarierte Bruttogewinnmarge aus dem Pneuhandel indes nur noch 0.9% 

betragen. Die Steuerpflichtige sei deshalb - ohne Erfolg - zur Nachreichung 

entsprechender Steuerbelege aufgefordert worden; worauf sie dann selbst 

gestützt auf ihr pflichtgemässes Ermessen einen Bruttogewinn von 24.48% 

ermittelt habe. An der Aufrechnung von Fr. 55'000.-- gebe es daher 

betragsmässig nichts auszusetzen. Die deklarierten Fahrzeugkosten hätten 

sich total auf Fr. 33'278.45 belaufen, weshalb der aufgerechnete Privatanteil 

von Fr. 11'000.-- (statt Fr. 4'000.--) auch nicht unrealistisch hoch oder 

willkürlich ausgefallen sei; zumal der Hauptaktionär der Steuerpflichtigen 

nachweislich ein Fahrzeug, einen Wohnwagen und ein Motorrad für 

Privatzwecke genutzt habe.

4. Ein zweiter Schriftenwechsel brachte keine neuen Erkenntnisse hervor.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 127 Abs. 2 des Steuergesetztes für den Kanton Graubünden 

(StG; BR 720.000) bzw. des fast identischen Art. 124 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) ist die 

Steuererklärung vom Steuerpflichtigen wahrheitsgemäss und vollständig 

auszufüllen, rechtsgültig zu unterzeichnen und mit den verlangten Unterlagen 

fristgerecht einzureichen. Abweichungen und Korrekturen von der 

Selbstdeklaration werden dem Steuerpflichtigen spätestens bei der Eröffnung 

der (definitiven) Veranlagungsverfügung bekannt gegeben (Art. 132 Abs. 2 

StG; Art. 131 Abs. 2 DGB). Die Veranlagung wird aber namentlich dann direkt 

nach pflichtgemässem Ermessen durch die Steuerbehörden selbst 

vorgenommen, falls die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen 

nicht einwandfrei ermittelt werden können oder falls die ausgewiesenen 

Ergebnisse von den üblichen Erfahrungszahlen erheblich abweichen und der 

Steuerpflichtige hiefür keine hinlänglichen Gründe anzugeben vermag (Art. 

131 Abs. 1 lit. b und c StG; Art. 130 Abs. 2 DGB). Dagegen kann der Pflichtige 

Einsprache erheben (Art. 137 Abs. 1 StG; Art. 132 Abs. 1 DGB). Gegen den 

Einspracheentscheid kann er sich mittels Rekurses betreffend Kantonssteuer 

(Art. 139 Abs. 1 StG) bzw. mittels Beschwerde betreffend direkte 

Bundessteuer (Art. 140 Abs. 1 DGB) beim Verwaltungsgericht zur Wehr 

setzen. Rekurs- und Beschwerdegegenstand bildet hier einzig die Frage, ob 

die von der Steuerverwaltung im Einspracheentscheid vorgenommenen 

Korrekturen betreffend Bruttogewinnmarge (25%; steuerliche Aufrechnung Fr. 

55'000.--) sowie geschäftlich bedingtem Betriebsaufwand (Privatanteil Fz-

Kosten Fr. 11'000.--; zzgl. vorenthaltener Ertrag Debitoren Fr. 24'000.--) zu 

Recht erfolgten oder sonst – wie von der Rekurrentin bzw. 

Beschwerdeführerin bis zuletzt behauptet – ungerechtfertigt und sogar 

willkürlich waren.

2. Gestützt auf die dem Gericht zur Verfügung gestellten Akten und 

Berechnungen ist zuerst einmal offensichtlich, dass die Steuerpflichtige über 

das Konto „Warenverkauf“ (Konto 6000) mit der Aufführung der klar 

betriebsfremden Ertragsposition „Sanierung Liegenschaft Alte Strasse“ eine 

Verfälschung des Betriebsergebnisses zumindest in Kauf nahm, was die 

Vorinstanz darum als unzulässige Falschbuchung eindeutig in Abzug bringen 

durfte. Abzüglich jener berechtigten Korrektur über Fr. 118'429.-- hätte die 

Bruttogewinnmarge 2003 aus dem hier zur Diskussion stehenden 

Pneuhandel (bereinigter Warenverkauf Fr. 286'627.-- in Relation zum 

bereinigten Wareneinkauf Fr. 257'997.--) aber höchstens noch knapp 10% 

betragen, was sowohl eine erhebliche Abweichung gegenüber der zuvor 

erreichten Marge im betreffenden Einzelbetrieb (30%) als auch der generell 

beim Autozubehör branchenüblichen Marge (25-40%) bedeutet hätte. In 

Anbetracht dieser Feststellungen und Erkenntnisse durfte die Vorinstanz im 

Rahmen ihres pflichtgemässen Ermessens gestützt auf Art. 131 Abs. 1 lit. c 

StG bzw. Art. 130 Abs. 2 DGB aber auch eine erneute und vertiefte 

Überprüfung der übrigen von der Steuerpflichtigen in der Steuererklärung 

angeführten Aufwandpositionen samt massgeblicher Buchhaltungsbelege 

vornehmen. Wie in der Vernehmlassung (S. 9) einleuchtend und überzeugend 

dargetan, gelangte die Vorinstanz schliesslich doch noch zu einem 

Bruttogewinn von gerundet 25% (ermittelt wie folgt: Bereinigter 

Wahrenverkauf Fr. 286'627.-- zzgl. Bruttogewinnkorrektur Fr. 55'000.-- [aus 

Wegfall „Position Sanierung Privatliegenschaft“] ergibt: Korrigierten 

Warenverkauf Fr. 341'627.-- abzgl. Wahreneinkauf Fr. 257'997.--; somit 

Marge nach Korrektur Fr. 83'630.-- bzw. 25 Prozent). Ferner stellte sich dabei 

eine weitere Fehlbuchung heraus, weil die „Debitoren“ fälschlicherweise nicht 

korrekt unter der Rubrik „Warenverkäufe“, sondern beim „Warneinkauf“ 

verbucht wurden, womit sich in dieser Hinsicht ebenfalls noch eine 

entsprechende Korrektur der ursprünglichen Selbstdeklaration in der Höhe 

von Fr. 24'000.-- aufdrängte. Mangels gegenteiliger Beweise oder zumindest 

plausibler Begründung erkannte die Vorinstanz sodann auch zu Recht auf 

einen Privatanteil an Fahrzeugkosten von Fr. 11'000.-- (statt Fr. 4'000.--), 

betrugen die Gesamtkosten auf diesem Sektor doch unbestritten über Fr. 

33'000.--. Angesichts der zahlreich gelösten Motorfahrzeugschilder (laut MFK: 

12 Stück) bei lediglich zwei Angestellten erscheint es zudem weder 

unrealistisch noch gar willkürlich, wenn die Behörde bloss 2/3 (Fr. 22'000.--) 

der geschäftlich bedingt angeführten Fz-Kosten akzeptierte, während sie im 

Gegenzug die restlichen 1/3 (Fr. 11'000.--) dem Hauptaktionär und Inhaber 

des Pneubetriebs infolge klaren Eigengebrauchs (ein Auto, ein Wohnwagen 

samt eines Motorrads) persönlich anlastete. Auch an dieser Aufrechnung gibt 

es somit sachlich nichts auszusetzen, zumal die Steuerpflichtige für das 

angeblich „nebenbei“ betriebene Autovermietungsgeschäft - trotz 

entsprechender Aufforderung seitens der Steuerbehörden - ebenfalls keine 

Abrechnungsbelege nachreichte und daher auch diesbezüglich ihren 

Mitwirkungspflichten bei der Erhebung der geschuldeten Steuerbeträge nicht 

nachkam.

3. a) Der angefochtene Entscheid der Steuerbehörde ist damit in jeder Beziehung 

rechtens und verhältnismässig, was zur Bestätigung desselben und folglich 

zur Abweisung des Rekurses und der Beschwerde führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

75 VGG vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzulegen. Auf die 

Zusprechung einer aussergerichtlichen Entschädigung an die obsiegende 

Vorinstanz wird indessen praxisgemäss verzichtet. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 126.--

zusammen Fr. 2'126.--

gehen zulasten der … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.