# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8d55050-809b-5f98-aa29-57fda0bc6086
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2015 100 2014 339
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-339_2015-03-23.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 12. Mai 2015 abgewiesen, soweit 
es darauf eingetreten ist (2C_338/2015); auf die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde ist das Bundesgericht am 12. Mai 2015 nicht 
eingetreten(2D_22/2015)

100.2014.339U   publiziert in BVR 2015 S. 487
HER/KUN/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2015

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiberin Kummler

A.________
zzt. Anstalten Thorberg, 3326 Krauchthal
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge 
Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
28. Oktober 2014; BD 116/14)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der türkische Staatsangehörige A.________, geboren am … 1982, reiste am 
16. August 1985 zusammen mit seiner Familie in die Schweiz ein. Das damalige 
Bundesamt für Flüchtlinge gewährte der gesamten Familie zunächst Asyl, widerrief 
dieses aber am 24. Mai 1991 unter Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft. Heute ist 
A.________ im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Nachdem er bereits früher 
mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten war, verurteilte ihn das Regionalgericht 
Emmental-Oberaargau am 24. Januar 2013 wegen versuchten qualifizierten Raubes, 
Geiselnahme, mehrfachen Diebstahls, Nötigung, Raubes, Lagern falschen Geldes 
sowie mehrfacher Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und das 
Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten. Mit 
Verfügung vom 7. Mai 2014 widerrief das Amt für Migration und Personenstand des 
Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), die Niederlassungsbewilligung von 
A.________, wies diesen aus der Schweiz weg und ordnete an, er habe die Schweiz 
mit der Haftentlassung zu verlassen. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 5. Juni 2014 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese wies das Rechtsmittel mit 
Entscheid vom 28. Oktober 2014 ab. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 28. November 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben mit dem Antrag, die Verfügung des MIDI vom 7. Mai 2014 sowie der 
Entscheid der POM vom 28. Oktober 2014 seien aufzuheben; eventualiter sei ihm ab 
Haftentlassung eine angemessene Frist zur Ausreise anzusetzen. Zudem ersucht er 
um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher 
Anwalt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 3

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 8. Dezember 2014 die Abweisung der 
Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden kann; zum Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist unter dem Vorbehalt von E. 1.2 hiernach 
einzutreten. 

1.2 Der Beschwerdeführer beantragt neben der Aufhebung des Entscheids der 
POM vom 28. Oktober 2014 auch diejenige der Verfügung des MIDI vom 7. Mai 2014. 
Da seiner Beschwerde an die POM voller Devolutiveffekt zugekommen und deren 
Entscheid an die Stelle der Verfügung getreten ist, ist Anfechtungsobjekt vor dem 
Verwaltungsgericht ausschliesslich der Entscheid der POM. Soweit die Aufhebung der 
ursprünglichen Verfügung beantragt wird, ist auf die Beschwerde deshalb nicht 
einzutreten (BVR 2010 S. 411 E. 1.4).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 
und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 4

2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt 
(Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG; SR 142.20]). Sie kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin 
oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von 
mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist, wobei mehrere unterjährige Strafen nicht 
kumuliert werden dürfen und es keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder 
unbedingt ausgesprochen wurde (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Bst. b AuG; 
BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft erwachsen 
ist (BVR 2013 S. 543 E. 3.1). Der Bewilligungswiderruf ist in diesem Fall auch möglich, 
wenn die ausländische Person sich länger als 15 Jahre in der Schweiz aufgehalten hat 
(Art. 63 Abs. 2 AuG).

2.2 Mit Urteil vom 24. Januar 2013 verurteilte das Regionalgericht Emmental-
Oberaargau den Beschwerdeführer rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von sechs 
Jahren und neun Monaten (vgl. hinten E. 3.2). Damit hat dieser den Widerrufsgrund 
der längerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt, wobei – wie bereits im vorinstanzlichen 
Verfahren (angefochtener Entscheid E. 2) – offenbleiben kann, ob zusätzlich auch der 
Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AuG erfüllt ist. Das Vorliegen eines 
Widerrufsgrunds anerkennt der Beschwerdeführer. Hingegen erachtet er die Entfer-
nungsmassnahme als unverhältnismässig. – Der Widerruf einer Niederlas-
sungsbewilligung ist nur zulässig, wenn er aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden 
Interessenabwägung als verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 AuG). Im Rahmen dieser Prüfung sind die 
öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung gegen die privaten Interessen der betroffenen Person am 
weiteren Verbleib in der Schweiz abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit 
der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, namentlich die Schwere des Ver-
schuldens, das Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im 
Allgemeinen, die Rückfallgefahr, die Dauer der bisherigen Anwesenheit bzw. die 
Integration sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie oder anderen 
Angehörigen drohenden Nachteile (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 und 4.5, 110 E. 2.1; 
BVR 2013 S. 543 E. 4.1, 2011 S. 289 E. 5.1, 2008 S. 193 E. 2.2 und 5.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 5

3. 

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
ergibt sich was folgt: 

3.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristigen 
Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung des öffentlichen 
Interesses. Seine Schwere bemisst sich regelmässig nach der Höhe der vom 
Strafgericht verhängten Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87], 129 II 215 
E. 3.1). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung sprechen Freiheitsstrafen ab 
24 Monaten für ein schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend 
eingestuft werden, dass der vollständige Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremden-
polizeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 
24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die 
schweizerische Rechtsordnung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, 
zur vorliegend infolge langer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. «Reneja-
Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Verschuldens sind die Erwägungen dennoch 
massgeblich). 

3.2 Der Beschwerdeführer wurde am 24. Januar 2013 wegen versuchten 
qualifizierten Raubes, Geiselnahme, Diebstahls und Nötigung (je begangen am 
7.9.2010), Raubes (begangen am 30.12.2008), Diebstahls (begangen am 6.8.2010), 
Lagerns falschen Geldes (begangen im April 2011), grober Verkehrsregelverletzung, 
Führens eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis, Fahrens eines 
Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (je begangen am 20.4.2011) sowie 
mehrfacher Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (begangen von Februar 2009 
bis 20.4.2010) zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt 
(vgl. Akten MIDI pag. 68 ff.). Wie die POM zutreffend erwogen hat (E. 4a), hat er 
hiermit ein sehr schweres Verschulden auf sich geladen, übersteigt doch das 
Strafmass die massgebliche Grenze für einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen 
die schweizerische Rechtsordnung um mehr als das Dreifache (vgl. E. 3.1 hiervor). Ins 
Gewicht fallen vor allem der am 7. September 2010 mit einer Schusswaffe begangene 
Raubüberfall auf ein Bistro sowie die am 6. August 2010 und 30. Dezember 2008 
verübten Einbruchsdiebstähle in privaten Wohnungen, von denen einer ebenfalls die 
qualifizierten Tatbestandsvoraussetzungen des Raubes erfüllt (vgl. Begründung des 
Strafgerichts vom 10.5.2013 [Akten MIDI pag. 75 ff., nachfolgend «Begründung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 6

Strafgericht»], S. 10 ff.). Gemäss den Ausführungen des Strafgerichts erlitten mehrere 
Opfer anlässlich des brutal und rücksichtslos, mit geladener Waffe durchgeführten 
Raubüberfalls auf das Bistro Todesangst; eines der Opfer ist deswegen bis heute 
arbeitsunfähig und bezieht eine volle Invalidenrente (Begründung Strafgericht S. 16 f.). 
Bei den bereits länger geplanten, teilweise ebenfalls gewaltsam und mit Sachschaden 
durchgeführten Einbruchsdiebstählen haben sich der Beschwerdeführer und sein 
Mittäter – was das Strafgericht als besonders verwerflich beurteilt hat – zudem bewusst 
«schwache» Opfer ausgesucht; ausserdem resultierten daraus relativ hohe 
Deliktsbeträge von Fr. 35'000.-- und Fr. 24'500.-- (vgl. Begründung Strafgericht S. 17). 
Der Beschwerdeführer hat nach den strafgerichtlichen Erkenntnissen einzig zur 
Geldbeschaffung und damit aus rein egoistischen Beweggründen gehandelt und 
insgesamt ein erhebliches Mass an krimineller Energie an den Tag gelegt; das 
Tatverschulden wiege – ausgehend von teilweise bereits sehr schweren Anlassdelikten 
wie qualifiziertem Raub – «mittelschwer bis schwer» (vgl. Begründung Strafgericht 
S. 17 f.). Schliesslich ist auch insbesondere die durch Überschreiten der signalisierten 
Höchstgeschwindigkeit sowie Nichtbeherrschens des Fahrzeugs begangene grobe 
Verkehrsregelverletzung (vgl. Begründung Strafgericht S. 14 f.) nicht zu bagatellisieren, 
bedeutet sie doch, dass der Beschwerdeführer eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit 
anderer Menschen hervorgerufen oder in Kauf genommen hat. Das Bundesgericht 
verfolgt bei schweren Straftaten, darunter Gewaltdelikte, ausländerrechtlich eine 
strenge Praxis. Demgemäss wird das Interesse an der Fernhaltung von ausländischen 
Personen, die sich wie der Beschwerdeführer schwerer Gewaltdelinquenz schuldig 
gemacht haben, als bedeutend eingestuft (vgl. BGE 125 II 521 E. 4a/aa; BGer 
2C_733/2012 vom 24.1.2013, E. 7.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3 a.E.). Dieses Interesse 
erhält vorliegend insbesondere mit Blick auf die erhebliche 
Strassenverkehrsdelinquenz zusätzliches Gewicht. Im Übrigen gehören Raub und 
Einbruchsdelikte, wie sie der Beschwerdeführer unter anderem begangen hat, zu den 
Anlasstaten, die gemäss Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV zum Verlust aller Rechtsansprüche 
auf Aufenthalt in der Schweiz führen. Auch wenn diese Bestimmung nicht unmittelbar 
anwendbar ist, ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen im 
Rahmen der Interessenabwägung insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem 
Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; jüngst statt vieler 
etwa BGer 2C_514/2014 vom 8.12.2014, E. 2.2). Der Beschwerdeführer wendet 
zudem selber gegen die vorinstanzliche Beurteilung des Verschuldens nichts ein. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 7

3.3 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffentlichen 
Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. 

3.3.1 Bei Personen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert haben, besteht 
aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse, sie 
aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar notorische Delinquenz zeigt in 
besonderer Weise, dass sich die betreffende Person von Strafurteilen nicht hat 
beeindrucken lassen, und führt zum Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich 
an die hiesige Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3.3; BVR 2013 S. 543 E. 
4.3 mit weiteren Hinweisen). – Der Beschwerdeführer hat bereits mit der der 
Verurteilung vom 24. Januar 2013 zugrunde liegenden Palette von Straftaten vielfach 
gegen die schweizerische Rechtsordnung verstossen (vgl. E. 3.2 hiervor). Aktenkundig 
sind sodann folgende weiteren Verurteilungen: 

– Strafbefehl vom 23. Januar 2002 wegen mehrfacher Entwendung eines 
Personenwagens zum Gebrauch (begangen letztmals am 7./8.9.2001), mehrfachen 
Führens eines Personenwagens mit Lernfahrausweis ohne Begleitperson, 
Nichtmitführens des Lernfahrausweises und Nichttragens der Sicherheitsgurte als 
Fahrzeuglenker (je begangen bzw. festgestellt am 9.8.2001): Busse von Fr. 1'000.-- 
bei einer Probezeit von zwei Jahren (Akten MIDI pag. 1); 

– Urteil vom 30. Januar 2004 wegen Entwendung zum Gebrauch (begangen am 
6.1.2004), Fahrens ohne Führerausweis (begangen am 6.1.2004) und Übertretung 
des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die 
psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz [BetmG; SR 812.121]; begangen am 
6.1.2004): bedingte Gefängnisstrafe von 10 Tagen bei einer Probezeit von drei 
Jahren und Busse von Fr. 1'000.-- (Akten MIDI pag. 123);

– Strafverfügung vom 13. August 2009 wegen Widerhandlung gegen das 
Transportgesetz durch Reisen ohne gültigen Fahrausweis: Busse von Fr. 100.--, 
Anordnung Ersatzfreiheitsstrafe 1 Tag (Akten MIDI pag.  54);

– Strafverfügung vom 26. Oktober 2009 wegen Widerhandlung gegen das BetmG 
durch Besitz von Kokaingemisch: Busse von Fr. 200.--, Anordnung 
Ersatzfreiheitsstrafe 2 Tage (Akten MIDI pag. 54);

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 8

– Strafverfügung vom 3. Februar 2010 wegen Nichtbeachtens des Vorschriftssignals 
«Einfahrt verboten»: Busse von Fr. 100.--, Anordnung Ersatzfreiheitsstrafe 1 Tag 
(Akten MIDI pag. 54). 

3.3.2 Auch wenn diese Delikte teilweise bereits längere Zeit zurückliegen (vgl. 
Beschwerde S. 4), ist damit zusätzlich eine Mehrfachdelinquenz gegeben, welche die 
POM richtigerweise zu Ungunsten des Beschwerdeführers gewürdigt hat (vgl. E. 4b). 
Seine sich über einen Zeitraum von rund zehn Jahren erstreckende deliktische Aktivität 
zeigt, dass er nicht gewillt oder fähig war, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren, 
und lässt auf ausgeprägte Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit schliessen. Dem Be-
schwerdeführer ist mit der Vorinstanz (vgl. auch deren E. 4c) besonders anzulasten, 
dass er sich von den in den Jahren 2002, 2004, 2009 und 2010 ergangenen 
Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen; er hat im Gegenteil die Missachtung der 
Rechtsordnung durch Begehen der schweren Gewalt- und Vermögensdelikte noch 
erheblich gesteigert. Ebenfalls fällt negativ ins Gewicht, dass er auch während 
laufenden Probezeiten delinquiert hat und ihn selbst der Entzug der Freiheit während 
mehrerer Monate sowie ein laufendes Strafverfahren nicht von weiteren Straftaten 
haben abhalten können: So hat er während der mit Urteil vom 23. Januar 2002 
angesetzten 2-jährigen Probezeit, für deren erfolgreiches Bestehen die Löschung des 
Strafregistereintrags in Aussicht gestellt worden war, weitere Straftaten begangen (vgl. 
Akten MIDI pag. 1; Verurteilung vom 30.1.2004 [vorne E. 3.3.1]; Strafvollzugsakten 
pag. 128); nur anderthalb Wochen nach der Entlassung aus der mehrmonatigen 
Untersuchungshaft wegen der jüngsten Vermögens- und Gewaltdelikte hat er während 
laufendem Strafverfahren eine verbotene Waffe (Elektroschockgerät) gekauft und 
erneut mehrere weitere Straftaten begangen (vgl. Begründung Strafgericht S. 10 und 
19). Schliesslich mussten nach den Akten auch mehrere gegen den Beschwerdeführer 
verhängte Bussen wegen Nichtbezahlens in Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt 
werden (vgl. vorne E. 3.3.1). Im Regionalgefängnis Burgdorf hat er zusammen mit 
seinem Mitinsassen die Zelle verwüstet und in den Strafanstalten Thorberg mussten 
wegen unanständigem Benehmen gegenüber dem Personal und Fundes eines 
verbotenen USB-Sticks gegen ihn Disziplinarmassnahmen angeordnet werden (vgl. 
Begründung Strafgericht S. 19; Akten POM pag. 34). Auch diese Umstände zeugen 
von einer erheblichen Gleichgültigkeit des Beschwerdeführers der öffentlichen 
Ordnung gegenüber und lassen auf seine Unfähigkeit schliessen, sich an die hiesigen 
Regeln und Vorgaben zu halten. Bei dieser Sachlage ist der Schluss der Vorinstanz 
nicht zu beanstanden, das Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 9

öffentlichen Ordnung und Sicherheit erhöhe das sicherheitspolizeiliche Interesse am 
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung. 

3.4 Mit Blick auf die Zukunft ist des Weiteren die Rückfallgefahr zu beurteilen: 

3.4.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger 
hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. 
Bei schweren Straftaten, wozu unter anderem Gewaltdelikte zählen, muss, angesichts 
der von diesen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, aus-
länderrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden 
(BGE 139 I 16 E. 2.2.1 und 31 E. 2.3.2, 137 II 233 E. 5.2.2). Da Art. 5 Anhang I des 
Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits 
über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) hier nicht Anwendung findet, bildet 
zudem das Vorliegen einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung einer Wegwei-
sungsmassnahme. Vielmehr dürfen auch generalpräventive Überlegungen mitberück-
sichtigt werden (vgl. zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1, 2011 S. 289 E. 5.3.1 mit 
Hinweisen; aus der jüngsten Rechtsprechung etwa BGer 2C_1195/2013 vom 4.7.2014, 
E. 4.4). Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten (und somit der 
Rückfallgefahr) sowie dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im 
Rahmen der umfassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls 
Rechnung zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht den Ausschlag 
(BGE 136 II 5 E. 4.2, 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87], 130 II 176 E. 4.2, 129 II 215 
E. 3.2, 125 II 105 E. 2c mit Hinweisen). 

3.4.2 Der Beschwerdeführer hat sich in den Jahren 2008 und 2010 insbesondere 
schwerer Gewalt- und Vermögensdelikte schuldig gemacht (vgl. vorne E. 3.2); hinzu 
kommen mehrere weitere Straftaten (vgl. vorne E. 3.3.1). Die Mehrfachdelinquenz über 
einen langen Zeitraum lässt auf Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit schliessen (vgl. 
vorne E. 3.3.2). Entgegen seiner Auffassung hat die POM vor diesem Hintergrund zu 
Recht auch heute auf eine erhebliche Rückfallgefahr geschlossen (E. 4c). Dass er aus 
der letzten Verurteilung bzw. dem laufenden Strafvollzug seine Lehren gezogen habe, 
die Taten bereue und sich künftig wohlverhalten wolle (vgl. Beschwerde S. 4), vermag 
ihm bei dieser Ausgangslage nicht zu helfen. Der Beschwerdeführer hat, wie gesehen, 
bereits früher ungeachtet von Verurteilungen, selbst nach mehrmonatiger 
Untersuchungshaft und während laufendem Strafverfahren, unbeirrt weiter delinquiert; 
zudem haben sich die Umstände nicht in einer Weise verändert, welche für ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 10

Ausbleiben weiterer Straftaten sprechen würde. Zwar hat der Beschwerdeführer 
offenbar an Tatbearbeitungsgesprächen teilgenommen (vgl. Akten POM pag. 34). 
Gemäss dem Amt für Freiheitsentzug und Betreuung, Abteilung Straf- und 
Massnahmenvollzug (Verfügung vom 22.4.2014, Akten MIDI pag. 144 ff.), hat sich der 
Beschwerdeführer aber auf das Angebot einer vollzugsbegleitenden und 
deliktsorientierten Therapie nicht eingelassen. Dass er ein solches Angebot, welches 
er sofort annehmen würde, nie erhalten habe (vgl. Beschwerde S. 5), ist aktenwidrig 
(vgl. Schreiben des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes [FPD] der Universität Bern 
vom 26.3.2012, Strafvollzugsakten pag. 105 f.). Seit Kenntnis der angeführten, vor 
rund einem Jahr ergangenen Verfügung, hätte er es erneut in der Hand gehabt, sich 
nach einer entsprechenden Behandlung zu erkundigen; dies hat er indes – anderes ist 
weder geltend gemacht noch ersichtlich – nicht getan. Seine nicht näher dargelegte 
Besserungsabsicht erscheint unter diesen Umständen wenig glaubhaft. Seine 
Beteuerungen sind zudem vor dem Hintergrund der theoretisch am 23. Mai 2015 in 
Frage kommenden bedingten Entlassung (vgl. hinten E. 6.2) sowie des drohenden 
ausländerrechtlichen Bewilligungswiderrufs zu relativieren. Gutes Verhalten wird in 
solchen Situationen allgemein erwartet und erlaubt wenig Rückschlüsse auf die 
Bewährungsaussichten nach Ablauf der entsprechenden Zeitspannen (vgl. 
BGE 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BGer 2C_768/2011 vom 4.5.2012, E. 4.3; 
vgl. auch BGE 137 II 233 E. 5.2.2; BGer 2C_466/2009 vom 13.1.2010, E. 5.2 mit 
Hinweis auf BGE 114 Ib 1 E. 3b, 2A.605/2005 vom 28.2.2006, E. 2.5.2; BVR 2013 
S. 543 E. 4.4.3). Im Übrigen kann auch für die Zeit im Strafvollzug namentlich mit Blick 
auf die gegen den Beschwerdeführer verhängten Disziplinierungsmassnahmen (vgl. 
E. 3.3.2 hiervor) von einem Wohlverhalten keine Rede sein. Bereits im Strafverfahren 
war er keineswegs kooperativ und einsichtig, hat er doch nach den Ausführungen des 
Strafgerichts ausdrücklich nur zugegeben, was ihm ohnehin hat nachgewiesen werden 
können, keine Namen von Mittätern genannt und «nicht wirklich» Reue und Einsicht 
gezeigt; bis zur Hauptverhandlung habe er sich nie bei den Geschädigten entschuldigt 
(Urteilsbegründung Strafgericht S. 4 und 19). 

3.4.3 Abgesehen davon geht das Amt für Freiheitsentzug und Betreuung von einer 
hohen Rückfallgefahr und von Fluchtgefahr aus und hat deshalb mit erwähnter 
Verfügung vom 22. April 2014 das Gesuch des Beschwerdeführers um Verlegung in 
den offenen Vollzug der Anstalten Witzwil abgelehnt. Nach der Risikobeurteilung, auf 
welche sich diese Verfügung stützt, liegt beim Beschwerdeführer ein «deutliches 
strukturelles Rückfallrisiko» für erneute Raubdelikte, aber auch für «allgemeine 

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delinquente Handlungen» vor; er weise eine ungünstige spezifische Legalprognose auf 
und verfüge über eine «delinquenznahe Persönlichkeitsdisposition» (vgl. auch 
Strafvollzugsakten pag. 230 ff.). Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde S. 4 f.) ist nicht ersichtlich, weshalb diese Beurteilung vorliegend nicht 
berücksichtigt werden darf, selbst wenn gemäss Schreiben des FPD vom 26. März 
2012 keine «schwere, behandlungs-bedürftige psychische Störung» vorliegt (vgl. 
Strafvollzugsakten pag. 105 f.). Aus dieser Einschätzung lässt sich im Übrigen 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht auf das Fehlen einer 
Rückfallgefahr schliessen. Abgesehen davon ist ausländerrechtlich ein strengerer 
Beurteilungsmassstab anzulegen als im Strafverfahren (vgl. vorne E. 3.4.1). Soweit der 
Beschwerdeführer den Beweisantrag auf Einholung eines neuen wissenschaftlichen 
Gutachtens stellt (vgl. Beschwerde S. 5), wird dieser damit abgewiesen, zumal nicht 
ersichtlich ist, inwiefern ein solches zu einem anderen Ergebnis führen könnte. Der 
Beschwerdeführer kann seine Deliktskarriere auch nicht (allein) mit dem Fussbruch 
erklären, den er 20-jährig erlitten und welcher seine Fussballkarriere beendet hat (vgl. 
Beschwerde S. 6). Die POM führt insoweit durchaus zutreffend an (E. 5b), dass er 
bereits mit 19 Jahren und damit vor dem fraglichen Ereignis erstmals straffällig 
geworden ist (vgl. vorne E. 3.3.1; s. auch hinten E. 4.3.1). Abgesehen davon ist nach 
dem in E. 3.4.2 hiervor Gesagten nicht ersichtlich, weshalb er heute mit schwierigen 
Lebenssituationen besser soll umgehen können als früher. Schliesslich kann 
angesichts seines deliktischen Verhaltens über rund zehn Jahre als 19- bis 29-Jähriger 
auch von einer «spätpubertären Phase» (Beschwerde S. 6) keine Rede sein, welche 
ausländerrechtlich zu einer positiven Prognose führen könnte. Mit der Vorinstanz ist 
damit von einem erheblichen, nicht hinzunehmenden Rückfallrisiko auszugehen. Im 
Übrigen dürfen, wie erwähnt, auch generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt 
werden (vgl. vorne E. 3.4.1). 

3.5 Die Vorinstanz ist damit zu Recht aufgrund des sehr schweren Verschuldens, 
der vielfachen Delinquenz sowie der erheblichen Rückfallgefahr von einem sehr 
gewichtigen öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der 
damit verbundenen Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz 
ausgegangen (E. 4d).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 12

4. 

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration in der 
Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seiner Familie drohenden Nachteile zu 
berücksichtigen. 

4.1 Je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war, desto 
strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung eines Widerrufs der 
Niederlassungsbewilligung zu stellen. Die Aufenthaltsdauer ist insofern zu relativieren, 
als die Jahre, welche die ausländische Person in der Illegalität, im Strafvollzug oder 
aufgrund einer vorläufigen Duldung verbracht hat, für die Interessenabwägung nicht 
ausschlaggebend sein können (BGE 137 II 1 E. 4.3, 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 
Nr. 87]; BVR 2011 S. 193 E. 6.2.2). Zu berücksichtigen ist auch, in welchem Alter die 
ausländische Person in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einer ausländischen 
Person, die bereits hier geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben in der 
Schweiz verbracht hat (Ausländerin oder Ausländer der «zweiten Generation»), ist der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung nach der Rechtsprechung nicht ausge-
schlossen. So ist bei schweren Straftaten, darunter Gewaltdelikte, und umso mehr bei 
Rückfall bzw. wiederholter Delinquenz ein wesentliches öffentliches Interesse am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung gegeben (BGE 135 II 110 E. 2.1, 125 II 521 
E. 2b; BGer 2C_1257/2012 vom 18.4.2013, E. 4.2, 2C_267/2013 vom 6.5.2013, E. 2.1; 
VGE 2011/170 vom 3.1.2012, E. 5.1 [bestätigt durch BGer 2C_135/2012 vom 
29.10.2012], auch zum Folgenden). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist 
auch nach längerem Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die ausländische 
Person in der Schweiz nicht integriert ist (BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001, E. 2b; 
zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 5.1; VGE 2013/214 vom 14.3.2014 [bestätigt durch 
BGer 2C_540/2014 vom 10.6.2014], E. 4.1, 2012/68 vom 5.10.2012, E. 5.1). 

4.2 Der heute 33-jährige Beschwerdeführer ist im Alter von drei Jahren in die 
Schweiz gekommen und gilt daher – was die Vorinstanz entgegen seinem Vorbringen 
nicht verkannt hat (E. 5a) – als Ausländer «zweiter Generation» (vgl. BGE 130 II 176 
E. 4.4.2; BGer 2A.274/2005 vom 17.10.2005, E. 3.3.1; VGE 2013/101 vom 2012/68 
vom 5.10.2012, E. 5.1 [bestätigt durch BGer 2C_1115/2012 vom 11.6.2013]). Es ist 
unbestritten, dass er in der Schweiz die prägenden Abschnitte seiner Kindheit und 
Jugend verbrachte, hier sieben Jahre obligatorische Schulzeit durchlief und in den 
hiesigen Verhältnissen aufwuchs (vgl. Urteilsbegründung Strafgericht S. 18). Die lange 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 13

Aufenthaltsdauer von 30 Jahren ist zwar namentlich mit Blick auf seine langjährige 
Delinquenz, welche bereits im jungen Erwachsenenalter begonnen hat, sowie der in 
Unfreiheit verbrachten Zeit zu relativieren (Untersuchungshaft von 415 Tagen; Beginn 
vorzeitiger Strafvollzug am 11.1.2012 [Akten MIDI pag. 70]; vgl. auch vorne E. 3.3.1). 
Ungeachtet dessen hat er als Ausländer der «zweiten Generation» aber ein 
gewichtiges Interesse am Verbleib in der Schweiz. 

4.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die POM jedoch zu Recht 
auf eine gescheiterte Integration geschlossen (E. 5b): 

4.3.1 Wie die Vorinstanz zutreffend anführt, kann von einer gelungen Eingliederung in 
die hiesigen Verhältnisse angesichts der erheblichen Vielfachdelinquenz des 
Beschwerdeführers in teilweise äusserst sensiblem Bereich (Delikte gegen Leib und 
Leben) von vornherein keine Rede sein, stellt doch die Respektierung der 
rechtsstaatlichen Ordnung ein wichtiger Aspekt jeglicher Integration dar (Art. 4 Bst. a 
der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Ausländerinnen und 
Ausländern [VIntA; SR 142.205]). Abgesehen davon hat der Beschwerdeführer hier 
sieben obligatorische Schuljahre absolviert, anschliessend vollumfänglich auf eine 
Fussballkarriere gesetzt und bei verschiedenen renommierten Fussballvereinen 
gespielt (vgl. die unbestrittenen Ausführungen in Begründung Strafgericht S. 18, auch 
zum Folgenden). Nachdem er 20-jährig einen komplizierten Fussbruch erlitten hatte 
und deshalb nicht mehr Fussball spielen konnte, arbeitete er während ca. drei Jahren 
bei seiner Tante in einer türkischen Livebar; daneben habe er einige Schulen besucht, 
ohne diese aber abzuschliessen. Im März 2010 erhielt er wegen seines Sportunfalls 
eine Entschädigung von Fr. 200'000.--, welche er innert zweieinhalb Monaten 
vollständig für Casinobesuche, Frauen, Kleider, Kokain usw. ausgab. Zum Zeitpunkt 
des Raubüberfalls im September 2010 war er arbeitslos und wurde mit ca. Fr. 100.-- 
pro Monat von seinen Eltern unterstützt; vom Februar 2011 bis Dezember 2013 bezog 
er im Umfang von insgesamt Fr. 14'665.85 Sozialhilfe (Akten MIDI pag. 119). Per 
13. Dezember 2012 ist er im damaligen Betreibungsamt Emmental-Oberaargau mit 
drei Betreibungen von insgesamt Fr. 645.-- und 47 offenen Verlustscheinen im Ge-
samtbetrag von Fr. 63'543.05 registriert (Strafvollzugsakten pag. 132; vgl. auch 
Begründung Strafgericht S. 18 f.); heute dürfte seine Verschuldung infolge der ihm im 
Strafverfahren auferlegten Kosten von insgesamt knapp Fr. 100'000.-- (vgl. Akten MIDI 
pag. 70) noch wesentlich gravierender sein. Entgegen seiner Auffassung ist der POM 
beizupflichten, dass unter diesen Umständen von einer gelungenen wirtschaftlich-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 14

beruflichen Integration keine Rede sein kann. Dem Beschwerdeführer vermag auch in 
dieser Beziehung nicht zu helfen, dass er nach seiner Darstellung einzig wegen des 
erlittenen Fussbruchs, welcher ihn vollumfänglich aus dem Gleichgewicht geworfen 
habe, auf die schiefe Bahn geraten sei (vgl. vorne E. 3.4.3). Entgegen seinem Einwand 
(vgl. Beschwerde S. 7) ist seine Schuldensituation zudem zu einem beträchtlichen Teil 
unabhängig von seiner letzten strafrechtlichen Verurteilung entstanden; es ist auch 
nicht von wesentlicher Bedeutung, dass er seine Schulden im Rahmen des 
Strafvollzugs nicht zurückbezahlen kann. 

4.3.2 Die Vorinstanz hat zu Recht den Umstand, dass der Beschwerdeführer offenbar 
fliessend Deutsch und Schweizerdeutsch spricht (vgl. Beschwerde S. 6), nicht 
ausschlaggebend berücksichtigt; solche guten Sprachkenntnisse dürfen angesichts der 
langen Aufenthaltsdauer nach Einreise im Kleinkindalter ohne weiteres erwartet 
werden. Was seine soziale Integration angeht, bestreitet der Beschwerdeführer zwar 
die Feststellungen der POM, wonach konkrete Beziehungen zu Schweizer Bürgerinnen 
und Bürgern weder geltend gemacht noch ersichtlich seien, und weist darauf hin, dass 
es nicht angehe, insoweit nur auf Kontakte zu Personen mit Schweizer Bürgerrecht 
abzustellen (vgl. Beschwerde S. 6 f.). Er äussert sich aber auch vor Verwaltungsgericht 
nicht näher zu seiner gesellschaftlich-sozialen Situation; der pauschale Hinweis auf 
«zahlreiche Beziehungen zu Schweizer Bürgern», welche seiner Auffassung nach auf-
grund der langen Anwesenheitsdauer «gerichtsnotorisch» sein müssten, hilft ihm nicht. 
Es wäre im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG; vgl. auch Art. 20 VRPG) an 
ihm, den in dieser Hinsicht relevanten Sachverhalt konkret darzulegen (vgl. BVR 2010 
S. 541 E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen). Unter diesen Umständen ist nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz auf keine nennenswerte Verbundenheit mit der 
hiesigen Gesellschaft geschlossen hat. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer im Alter 
von 23 Jahren begonnen, Drogen zu konsumieren – zunächst Cannabis und später 
Kokain; anfangs 2010 hat er mit der Einnahme von Dormicum angefangen (vgl. 
Begründung Strafgericht S. 18). Der Drogenkonsum lässt sich jedenfalls nicht 
zugunsten einer gelungenen Integration anführen. 

4.4 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen 
durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile: 

4.4.1 Was die Rückkehr in die Türkei anbelangt, hat die POM zunächst zutreffend 
erwogen (E. 5c), dass der Beschwerdeführer zwar nur die drei ersten Lebensjahre im 
Heimatland verbracht hat, er aber anerkanntermassen zwei- oder dreimal dort Ferien 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 15

gemacht hat und insbesondere hier in der Schweiz in einer türkischen Familie 
aufgewachsen ist (vgl. Beschwerde S. 7). Es ist unter diesen Umständen davon 
auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die Kultur seiner Heimat nicht gänzlich 
fremd ist; ausserdem ist er unbestrittenermassen türkischer Muttersprache (vgl. etwa 
Akten MIDI pag. 27) und kann sich damit dort verständigen. Auch wenn er offenbar 
selber in der Türkei keine Kontakte hat, stehen nach eigenen Angaben doch immerhin 
die Eltern mit verschiedenen dort lebenden Verwandten in Kontakt (vgl. Akten MIDI 
pag. 138). Es besteht damit eine gewisse familiäre Verbundenheit, an die der 
Beschwerdeführer anknüpfen kann. Abgesehen davon hat der Vater des 
Beschwerdeführers, zu welchem er (wie zur Mutter) nach eigenen Angaben eine sehr 
gute Beziehung pflegt (Strafvollzugsakten pag. 193 Rückseite), unbestrittenermassen 
per 31. Juli 2014 die Rückkehr ins Heimatland geplant und deshalb am 23. Juni 2014 
beim MIDI um Aufrechterhaltung seiner Niederlassungsbewilligung ersucht (vgl. Akten 
MIDI pag. 180; Akten POM pag. 39). In der Beschwerde wird insoweit zwar ausgeführt, 
es sei nicht erwiesen, dass der Vater tatsächlich (definitiv) in die Türkei ausgereist sei; 
der Beschwerdeführer bestreitet dessen Rückkehr ins Heimatland aber auch mit 
keinem Wort (vgl. Beschwerde S. 7). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, 
dass der Vater mittlerweile tatsächlich ins Heimatland zurückgekehrt ist, womit der Be-
schwerdeführer dort eine nahe Bezugsperson hätte. Auch ohne dies wäre für ihn die 
Rückkehr allerdings zumutbar. Der unverheiratete und kinderlose Beschwerdeführer im 
besten Alter kann in seiner Heimat, deren Sprache und Kultur er von seinem familiären 
Hintergrund her kennt, auch neue Beziehungen aufbauen. Schliesslich liegen, wie er 
selber nicht in Frage stellt, auch in beruflicher Hinsicht keine wesentlichen Hindernisse 
für eine Wiedereingliederung im Heimatland vor: Als arbeitsfähiger gesunder Mann in 
den Dreissigern (vgl. hierzu auch Akten POM pag. 34) ist der Beschwerdeführer 
grundsätzlich in der Lage, in der Türkei einer Arbeit nachzugehen. Wohl trifft zu, dass 
die dortigen Lebensumstände und die wirtschaftliche Situation schwieriger sind als in 
der Schweiz. Darin liegen freilich keine spezifischen persönlichen Umstände, welche 
eine Ausreise als unzumutbar erscheinen liessen, zumal hiervon nicht allein der 
Beschwerdeführer, sondern vielmehr die gesamte dort lebende Bevölkerung betroffen 
ist (BGer 2C_374/2013 vom 8.1.2014, E. 2.6; VGE 2013/309 vom 19.12.2013, 
E. 4.3.1). Im Übrigen besteht in wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht auch die 
Möglichkeit, dass ihn Angehörige von der Schweiz aus finanziell oder moralisch unter-
stützen. Es stehen damit seiner beruflichen und sozialen Integration im Heimatland 
keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 16

4.4.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, eine Rückkehr in die Türkei sei 
ihm unzumutbar, weil er sogleich nach einer Einreise ins Heimatland in den 
Militärdienst eingezogen würde; ausserdem drohe ihm ein Gerichtsverfahren wegen 
Entzugs von der Dienstpflicht und damit eine Gefängnisstrafe (vgl. Beschwerde S. 8). 
Der Vorinstanz (E. 5c) ist beizupflichten, dass sich hieraus nicht auf Unzumutbarkeit 
der Rückkehr schliessen lässt. Gemäss ständiger Rechtsprechung stehen mit Blick auf 
die Türkei grundsätzlich weder dort zu leistender Militärdienst noch allfällige drohende 
strafrechtliche Konsequenzen wegen Dienstpflichtverweigerung einer Rückkehr von 
Staatsangehörigen entgegen; bei der Militärdienstpflicht handelt es sich um eine 
Bürgerpflicht nach dem Recht des Heimatstaats, wie sie für alle Türken und in 
ähnlicher Form auch in der Schweiz besteht (vgl. BGer 2C_359/2014 vom 1.12.2014, 
E. 5.3, 2C_389/2011 vom 22.12.2011, E. 3.2.5; BVGer D-1045/2014 vom 9.4.2014, D-
3857/2014 vom 16.9.2014, E. 5.4.1). Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, dass er 
mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an die «gefährliche syrische Grenze» gestellt und 
somit direkt in einen Krieg entsandt bzw. unmittelbar einer «grossen Lebensgefahr» 
ausgesetzt würde. Diese Befürchtung ist aber rein hypothetisch und wird nicht in einer 
Weise substantiiert, wie es die ihm obliegende Mitwirkungspflicht verlangen würde (vgl. 
vorne E. 4.3.2). Es ist auch nicht erkennbar, dass der Beschwerdeführer insoweit im 
Vergleich mit allen anderen im Heimatland lebenden Militärdienstpflichtigen wesentlich 
schlechter gestellt wäre, zumal nicht vorgebracht und auch nicht wahrscheinlich ist, 
dass ein solcher Grenzeinsatz spezifisch gegenüber militärisch unerfahrenen 
Rückkehrern angeordnet würde. Vor diesem Hintergrund erscheint massgebend, dass 
in der Türkei derzeit weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, 
weshalb im Licht der Praxis der Bundesbehörden von der Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs auszugehen ist (vgl. BGE 139 II 65 E. 6.4 [Pra 102/2013 Nr. 43]; 
BGer 2C_403/2014 vom 17.11.2014, E. 6; BVGer D-7155/2014 vom 15.1.2015). 
Insgesamt ist vor diesem Hintergrund nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer 
bei einer Rückkehr in die Türkei konkret gefährdet wäre. Unbestrittenermassen besteht 
im Übrigen auch die Möglichkeit, sich von der Militärdienstpflicht freizukaufen, wobei 
die Zahlung des hierfür zu entrichtenden Betrags von rund 6'000.-- Euro in Raten 
erfolgen kann (vgl. <http://www.connection-ev.de/article-1609>; Akten MIDI pag. 138). 
Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, es könnten sich nur türkische Staatsangehörige 
mit gültigem und dauerhaftem Aufenthaltstitel im Ausland von der Dienstpflicht 
freikaufen, weshalb ihm diese Möglichkeit versagt sei (Beschwerde S. 8). Dem 
Einwand der Vorinstanz, wonach ein Freikauf von der Schweiz aus organisiert werden 
könnte, da seine Niederlassungsbewilligung nach wie vor Gültigkeit habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 17

(Vernehmlassung S. 2), hat er allerdings nicht widersprochen. Von dieser Möglichkeit 
ist daher auszugehen; die bisherige Bewilligung bleibt bis zur Entlassung aus dem 
Strafvollzug gültig (Art. 70 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Dass er die für einen 
Freikauf erforderlichen finanziellen Mittel (z.B. mit Hilfe von Angehörigen) nicht 
verfügbar machen kann (vgl. Akten POM pag. 39), steht vor Verwaltungsgericht nicht 
mehr zur Diskussion.

4.4.3 Andere Gründe, welche eine Rückkehr in die Türkei als unzumutbar erscheinen 
liessen, sind weder geltend gemacht noch ersichtlich. Es steht vor Verwaltungsgericht 
insbesondere und zu Recht nicht mehr in Frage, dass dem Beschwerdeführer im 
Heimatland wegen der politischen Vergangenheit seiner Eltern keine erhebliche 
Nachteile drohen würden (vgl. noch Akten POM pag. 14). Allen Familienmitgliedern ist 
im Jahr 1991 das Asyl unter Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft widerrufen 
worden (Akten MIDI pag. 5). Der Beschwerdeführer hat sich selber wiederholt ferien-
halber im Heimatland aufgehalten. Sein Vater hat die Rückkehr ins Heimatland 
geplant, wobei nicht vorgebracht ist, dass er zwischenzeitlich (wegen seiner 
Vergangenheit) nicht tatsächlich zurückgekehrt ist (vgl. vorne E. 4.4.1). Auch wenn 
nicht von der Hand zu weisen ist, dass für den Beschwerdeführer angesichts seines 
bisherigen Lebens in der Schweiz eine Eingliederung im Heimatland schwierig sein 
dürfte, ist damit mit der Vorinstanz von intakten Rückkehr- und 
Integrationsmöglichkeiten auszugehen. Mit der Heimat verbindet ihn mehr als die 
blosse Staatsangehörigkeit (vgl. BGer 2C_387/2014 vom 3.3.2015, E. 4.3.1). 

4.4.4 Der Beschwerdeführer ist weder verheiratet noch hat er Kinder. Er macht denn 
auch zu Recht keine familiären Beziehungen geltend, die verfassungs- oder 
konventionsrechtlich geschützt sind. Zwar würden durch die Wegweisung allenfalls die 
persönlichen Kontakte zu seiner hier wohnhaften Mutter – sie scheint offenbar nicht 
zusammen mit ihrem Ehemann zurückzukehren (vgl. vorne 4.4.1) – erschwert. Die 
Eltern zählen jedoch nicht zur Kernfamilie des Beschwerdeführers und sind von Art. 8 
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 
BV nicht erfasst (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2, 129 II 11 E. 2; BGer 2C_864/2011 vom 
11.4.2012, E. 4, 2C_839/2011 vom 28.2.2012, E. 3.3; BVR 2003 S. 193 E. 1d; VGE 
2013/107 vom 26.9.2013, E. 4.3.2, 2012/93 vom 11.1.2013, E. 5.3.4). Andere familiäre 
Beziehungen stehen nicht zur Diskussion; insbesondere ist auch vor 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 18

Verwaltungsgericht – wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren – von einer Freundin 
des Beschwerdeführers keine Rede mehr. 

4.5 Mit Blick auf die privaten Interessen ist festzuhalten, dass die Anwe-
senheitsdauer des hier aufgewachsenen Beschwerdeführers ins Gewicht fällt; dieser 
hat sich hier aber nicht integrieren können. In familiärer Hinsicht drohen ihm im Fall des 
Widerrufs der Niederlassungsbewilligung keine wesentlichen Nachteile und es stehen 
auch der Rückkehr in die Türkei keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen. Der 
Beweisantrag auf ein Parteiverhör (vgl. Beschwerde S. 8) wird abgewiesen. Diese 
Beweismassnahme fällt namentlich hinsichtlich der unbelegt gebliebenen Tatsachen in 
Zusammenhang mit der Zumutbarkeit der Rückkehr ausser Betracht; ansonsten ergibt 
sich der Sachverhalt hinreichend aus den Akten und die rechtliche Beurteilung hängt 
nicht entscheidend vom persönlichen Eindruck ab (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 6). 

5. 

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen ergibt 
Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde unter anderem wegen versuchten 
qualifizierten Raubes, Raubes, Geiselnahme, (Einbruchs-)Diebstahls und Nötigung zu 
einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt, was ein sehr 
schweres Verschulden zum Ausdruck bringt. Diese und die weiteren Straftaten, welche 
der Beschwerdeführer über rund ein Jahrzehnt begangen hat, zeugen von einer 
erheblichen kriminellen Energie und Uneinsichtigkeit. Weder von Verurteilungen noch 
Probezeiten oder laufendem Strafverfahren liess er sich beeindrucken. Es besteht eine 
hohe und konkrete Rückfallgefahr. Die öffentlichen Interessen an der Beendigung 
seines Aufenthalts in der Schweiz überwiegen jene des Beschwerdeführers an einem 
Verbleib. Zwar gilt er als Ausländer «zweiter Generation». Er hat sich aber in der 
Schweiz nicht integrieren können. Der Entfernungsmassnahme stehen auch keine 
bedeutenden familiären Beziehungen entgegen und die Rückkehr in die Türkei, mit der 
ihn weiterhin einiges verbindet, ist ihm zumutbar. Namentlich ist er türkischer Mutter-
sprache, sind ihm die kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten seiner 
Heimat, wo er sich auch ferienhalber aufgehalten hat, nicht völlig fremd und kann er 
dort auf familiäre Verbindungen zurückgreifen. Nichts spricht dagegen, dass er im 
Heimatland auch beruflich Fuss fassen kann. Mit einer konkreten Gefährdung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 19

Beschwerdeführers wegen allfälligen Aufgebots zum Militärdienst ist nicht zu rechnen. 
Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz erweisen sich somit als verhältnismässig. Der 
angefochtene Entscheid hält demnach der Rechtskontrolle stand und die Beschwerde 
ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.

6. 

6.1 Unter den gegebenen Umständen bestehen schliesslich auch keine 
Vollzugshindernisse. Wie dargelegt, stehen nach ständiger Rechtsprechung allein die 
allfällige Militärdienstpflicht sowie allfällige strafrechtliche Konsequenzen wegen 
Dienstpflichtverweigerung einer Rückkehr in den Heimatstaat nicht entgegen und ist 
eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers bei seiner Rückkehr in die Türkei 
auch nicht anderweitig dargetan (vgl. vorne E. 4.4.2). Entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 8) ist damit der Vollzug der Wegweisung nicht 
unzumutbar im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AuG; eine vorläufige Aufnahme gestützt auf 
diese Bestimmung fällt abgesehen davon wegen seiner Verurteilung zu einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe von vornherein ausser Betracht (vgl. Art. 83 Abs. 7 Bst. a 
AuG; dazu BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Dass der Vollzug darüber hinaus unzulässig im 
Sinn von Art. 83 Abs. 3 AuG sein könnte, weil völkerrechtliche Verpflichtungen der 
Schweiz der Wegweisung in den Heimatstaat entgegenstehen (vgl. BVR 2013 S. 543 
E. 7), ist mit Blick auf das bereits Erwogene nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer 
selber bringt nicht vor, dass ihm in der Türkei Folter oder unmenschliche bzw. 
erniedrigende Strafe oder Behandlung drohen oder das Recht auf Leben verletzt würde 
(vgl. Art. 2 und 3 EMRK). Andere Vollzugshindernisse sind nicht erkennbar. Es besteht 
demnach für das Verwaltungsgericht kein Anlass, den MIP anzuweisen, beim 
Staatssekretariat für Migration die vorläufige Aufnahme zu beantragen. 

6.2 Der Beschwerdeführer befindet sich derzeit im Strafvollzug. Nach der 
Verfügung des Amtes für Freiheitsentzug und Betreuung vom 22. April 2014 (Akten 
MIDI pag. 145) fällt das Strafende auf den 25. August 2017; frühestmöglicher Zeitpunkt 
für eine bedingte Entlassung ist der 23. Mai 2015. Die vom MIDI (bestätigt durch den 
angefochtenen Entscheid) auf den Zeitpunkt der Haftentlassung angesetzte 
Ausreisefrist ist demnach noch nicht abgelaufen (vgl. vorne Bst. A). Für das 
Verwaltungsgericht besteht daher grundsätzlich kein Grund, eine neue Ausreisefrist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 20

anzusetzen. Der Beschwerdeführer beantragt allerdings, ihm sei eine über den 
Zeitpunkt der Haftentlassung hinausgehende Frist zur Ausreise einzuräumen (Rechts-
begehren 2, Beschwerde S. 9). Dem kann aus den folgenden Gründen nicht 
stattgegeben werden: Zunächst ist nicht aktenkundig, ob eine Entlassung nach 
Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe im Fall des Beschwerdeführers überhaupt in 
Frage steht. Sodann wäre es unter den besonderen Umständen des vorliegenden Falls 
– Rückfall- und Fluchtgefahr (Akten MIDI pag. 145) – fragwürdig, den 
Beschwerdeführer bei Entlassung aus dem Vollzug in Freiheit zu setzen, damit er 
seine Ausreise vorbereiten kann. Weshalb Art. 64d Abs. 2 Bst. a AuG nicht anwendbar 
sein soll, ist nicht ersichtlich. Danach kann eine von der betroffenen Person 
ausgehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder die innere oder 
äussere Sicherheit zum sofortigen Vollzug einer Wegweisungsverfügung bzw. zur 
Festlegung einer Ausreisefrist von weniger als sieben Tagen führen. Jedenfalls muss 
der Beschwerdeführer seit Anordnung der aufenthaltsbeendenden Massnahme durch 
den MIDI am 7. Mai 2014 mit einer gelegentlichen Ausreise rechnen. Administrative 
Angelegenheiten kann er auch im Strafvollzug regeln. Besondere berufliche, familiäre 
oder sonstige Engagements (z.B. Wohnung) hat er nicht oder bringt er nicht vor. Bis zu 
einer allfälligen bedingten Entlassung in der zweiten Hälfte Mai 2015 verbleibt ihm 
ungefähr die Zeit, welche der vom Verwaltungsgericht im Regelfall angesetzten 
Ausreisefrist entspricht (sechs Wochen; vgl. etwa VGE 2014/301 vom 18.2.2015, 
E. 5.2 [nicht rechtskräftig]). Sollte er sich bislang nicht um seine Rückkehr in die Türkei 
gekümmert haben, kann er dies noch tun; die lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz 
rechtfertigt unter den gegebenen Umständen keine grosszügigere Frist. Auch von Be-
kannten verabschieden kann er sich im Strafvollzug. Eine Parteibefragung erübrigt sich 
auch in dieser Hinsicht (Beschwerde S. 9). Der dahingehende Antrag wird abgewiesen. 
– Mit der Abweisung der Beschwerde ist (auch) die auf den Zeitpunkt der 
Haftentlassung angesetzte Ausreisefrist bestätigt.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer an sich 
verfahrenskostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat er nicht (Art. 108 Abs. 1 
und 3 VRPG). Er hat aber ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt gestellt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 21

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Verfahrenskosten, wenn sie ihre Prozessbedürftigkeit nachweist und das Verfahren 
nicht von vornherein aussichtslos ist (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, 
ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, 
ihn zu gewinnen, das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich 
ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als 
aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber 
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 
sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen 
würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 
führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2008 
S. 97 E. 5.2; BGE 139 III 475 E. 2.2).

7.2 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von vornherein 
aussichtslos bezeichnet werden. Zwar geht das Verwaltungsgericht in Anbetracht der 
differenzierten Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Bezug auf Ausländerinnen und Ausländer 
der zweiten Generation im Regelfall nicht von der Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels 
aus (vgl. auch BGer 2C_63/2013 vom 28.5.2013, E. 2.5, 2C_28/2012 vom 18.7.2012, 
E. 5, 2C_318/2010 vom 16.9.2010, E. 4.2). Vorliegend besteht aber auf Seiten des 
öffentlichen Interesses an der Entfernungsmassnahme eine Vielzahl ausgesprochen 
negativer Indikatoren (insb. über viele Jahre ausgeübte, teilweise schwere Delinquenz 
in äusserst sensiblen Bereichen, sehr hohes Strafmass sowie hohe Rückfallgefahr und 
Fluchtgefahr). Dem stehen auf privater Seite abgesehen von der langen 
Aufenthaltsdauer keine gewichtigen Interessen gegenüber: Der Beschwerdeführer ist 
weder verheiratet noch liiert und hat keine Kinder, die Rückkehr- und Wiederein-
gliederungsaussichten im Heimatland sind durchaus intakt und von einer der 
Aufenthaltsdauer entsprechenden Integration in die hiesigen Verhältnisse kann unter 
verschiedenen Gesichtspunkten keine Rede sein. Die Vorinstanz – sie hat dem 
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahren gewährt – 
hat zudem im angefochtenen Entscheid die hier massgebliche Praxis richtig 
wiedergegeben sowie umfassend und sorgfältig begründet, weshalb die 
aufenthaltsbeendende Massnahme verhältnismässig ist. Dies darf bei der Beurteilung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 22

der unentgeltlichen Rechtspflege im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren be-
rücksichtigt werden (vgl. BGer 2C_872/2011 vom 19.1.2012, E. 4; VGE 2012/334 vom 
20.11.2013, E. 9.2 [bestätigt durch BGer 2C_8/2014 vom 8.1.2015]). Gegen die 
vorinstanzlichen Erwägungen bringt der Beschwerdeführer nichts wesentlich Neues 
vor; seine Argumente erschöpfen sich vielmehr – ähnlich wie bereits im 
vorinstanzlichen Verfahren – im Hinweis auf seine Aufenthaltsdauer, seine angeblich 
gute Integration sowie nicht näher substanziierte Schwierigkeiten bei der 
Wiedereingliederung im Heimatland, welche – sollten sie tatsächlich gegeben sein – 
nach der Rechtsprechung keine Unzumutbarkeit der Rückkehr begründen können. Bei 
dieser Sachlage kann nicht gesagt werden, dass sich zum Zeitpunkt der 
Gesuchseinreichung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren die Gewinn- und 
Verlustaussichten ungefähr die Waage hielten bzw. jene nur geringfügig kleiner waren 
als diese. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit abzuweisen, ohne 
dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

7.3 Da über das Gesuch erst im Rahmen des Sachentscheids befunden wird und 
der Beschwerdeführer keine Gelegenheit hatte, die Beschwerde nach Abweisung des 
Gesuchs zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss 
in der Höhe der üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2015, Nr. 100.2014.339U, Seite 23

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion 
- dem Staatssekretariat für Migration 

und mitzuteilen:
- dem Amt für Freiheitsentzug und Betreuung des Kantons Bern, Abteilung Straf- 

und Massnahmenvollzug (ad E. 6.2)

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.