# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9283f459-9d74-5ac2-8ff7-055bc68e7a81
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.04.2022 A-4744/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4744-2019_2022-04-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-4744/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), 

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  

Richter Alexander Misic,    

Gerichtsschreiber Marcel Zaugg. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch  

Martin Farner, Rechtsanwalt,  

Farner Wagner Eichin,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen 

ETH-Rat,  

Häldeliweg 15, 8092 Zürich ETH-Zentrum,   

vertreten durch  

Roberta Papa, Rechtsanwältin,  

Blesi & Papa,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Entlassung. 

 

A-4744/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ ist seit dem (…) Professorin für (…) an der Eidgenössischen 

Technischen Hochschule Zürich (ETHZ), wobei sie per (…) von einer 

ausserordentlichen zur ordentlichen Professorin befördert wurde. 

B.  

Am 5. Januar 2017 gelangte B._______, eine damalige Doktorierende 

von A._______, an die Ombudsstelle der ETHZ. Sie berichtete von 

Schwierigkeiten mit A._______ und bat um Hilfe. In gleicher Angelegen-

heit kontaktierte B._______ zudem den Prorektor Doktorat, den stellver-

tretenden Vorsteher des Departements für Physik, den Studiendirektor 

des Departements für Physik sowie die Personalabteilung der ETHZ. In 

der Folge erhielt die Ombudsstelle von B._______ neun schriftliche Stel-

lungnahmen (Testimonials) von damaligen und ehemaligen Mitarbeiten-

den des inzwischen aufgelösten Instituts für Astronomie, in denen 

A._______ sinngemäss Führungsschwäche sowie respektloses und un-

gebührliches Verhalten vorgeworfen wurden.  

C.  

Nach verschiedenen Gesprächen zwischen der ETHZ und A._______ er-

klärte sich Letztere am 24. März 2017 mit verschiedenen Massnahmen in 

der weiteren Zusammenarbeit einverstanden. Vereinbart wurden ein per-

sönliches Coaching zur Verbesserung des Verhaltens gegenüber Unter-

gebenen und anderen Mitarbeitenden sowie die Bestellung einer zweiten 

Betreuungsperson für neue Doktorierende. Zudem verpflichtete sich 

A._______, die geltenden Vorschriften zu beachten und die geforderten 

Dokumente jeweils fristgerecht einzureichen (z.B. Forschungspläne). Mit 

Schreiben vom 25. April 2017 bestätigte der damalige Präsident der 

ETHZ die Massnahmen. Sodann verständigten sich die ETHZ und 

A._______ im Juni 2017 auf den Bezug eines sechsmonatigen Sabbati-

cals mit anschliessender Wiederaufnahme der Tätigkeit im Frühlingsse-

mester 2018.  

D.  

Mit Schreiben vom 10. Juli 2017 informierte die Ombudsstelle der ETHZ 

unter Verweis auf inzwischen 13 erhaltene Testimonials und 16 mündliche 

Aussagen den Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-

Rat) über die Angelegenheit und kritisierte gleichzeitig deren Behandlung 

durch den Präsidenten der ETHZ. Die Ombudsstelle machte im Wesentli-

chen geltend, dass die getroffenen Massnahmen nicht ausreichen würden 

A-4744/2019 

Seite 3 

und A._______ ihrer Meinung nach sowohl der Charakter als auch die 

Führungsfähigkeiten fehlen würden, um die Funktion einer Professorin an 

der ETHZ auszuüben. Aufgrund der Ereignisse der vergangenen Jahre 

solle A._______ die Erlaubnis entzogen werden, weiterhin Doktorierende 

oder Postdoktorierende zu betreuen. Da die Bildung und technische Aus-

bildung von jungen Erwachsenen eine Kernaufgabe eines Professors an 

der ETHZ sei, könne A._______ nicht als Professorin an der ETHZ ver-

bleiben.  

E.  

Am 11. Juli 2017 ermahnte der damalige Präsident der ETHZ A._______ 

unter Androhung der Kündigung im Wiederholungsfall wegen zwei von ihr 

versandten E-Mails vom 27. Juni 2017. Darin hatte sie einen Doktorie-

renden gegenüber Dritten innerhalb und ausserhalb der ETHZ für die Ab-

lehnung eines Antrages verantwortlich gemacht und diesen beschuldigt, 

das Projekt boykottiert zu haben. 

F.  

Mit Beschluss vom 23. Oktober 2017 stellte der ETH-Rat u.a. fest, dass 

die im Raum stehenden Vorwürfe gegen A._______ schwer wögen und 

der Sachverhalt in weiten Teilen noch der näheren Abklärung bedürfe. Er 

beauftragte deshalb die ETHZ mit der Durchführung einer Administra-

tivuntersuchung. Am 24. Oktober 2017 beschloss die Schulleitung der 

ETHZ die Durchführung einer Administrativuntersuchung. Dabei sollten 

namentlich folgende Aspekte untersucht werden:  

 das Verhalten von A._______ unter Berücksichtigung der personellen 

Konstellationen in den Leitungsfunktionen des ehemaligen Instituts für 

Astronomie und des Departements für Physik (nachfolgend: D-PHYS); 

 Hinweise auf anderes Fehlverhalten oder Unregelmässigkeiten im ehe-

maligen Institut für Astronomie oder damit zusammenhängend im D-

PHYS; 

 die Rolle der Personalabteilung und gegebenenfalls weiterer Stellen 

und/oder Gremien hinsichtlich des Umstandes, dass mutmassliche frühe-

re Hinweise auf allfälliges unkorrektes Führungsverhalten von A._______ 

nicht über die Organisationseinheit D-PHYS hinaus eskalieren und – in 

gravierenden Fällen – bis zur Schulleitung vordringen konnten; 

 allfällige Hinweise auf Verstösse gegen Compliance-Vorschriften und die 

anwendbaren regulatorischen und gesetzlichen Bestimmungen;  

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Seite 4 

 gestützt auf allfällig festgestellte relevante Handlungen, Sachverhalte 

und Konstellationen: Verbesserungsmöglichkeiten in Bezug auf Organi-

sation, Prozesse und Regularien. 

Mit der Durchführung der Administrativuntersuchung wurde ein externer 

Rechtsanwalt beauftragt.  

G.  

Am 17. Januar 2018 wurde A._______ durch den damaligen Präsidenten 

der ETHZ mit Wirkung per 1. Februar 2018 bis zum Abschluss der Admi-

nistrativuntersuchung und der ebenfalls eingeleiteten Untersuchung be-

treffend wissenschaftliches Fehlverhalten freigestellt.  

H.  

Die Administrativuntersuchung, in deren Rahmen nebst A._______ 35 

weitere Personen einvernommen wurden, wurde mit Schlussbericht vom 

3. Oktober 2018 abgeschlossen, nachdem A._______ am 21. August 

2018 zum Entwurf des Berichts Stellung genommen hatte. Der Untersu-

chungsführer stellte darin zusammengefasst fest, dass der Führungsstil 

und das Verhalten von A._______ in klarem Widerspruch zu Art. 5 Abs. 3 

der Professorenverordnung ETH vom 18. September 2003 

(SR 172.220.113.40) und Art. 9 der Personalverordnung ETH-Bereich 

vom 15. März 2001 (PVO-ETH, SR 172.220.113) sowie zu den Führungs- 

und Verhaltensregeln des Compliance Guide stehen würden. Sie habe ih-

re Verantwortung nicht in dem Sinne wahrgenommen, wie dies von einer 

Professorin an der ETHZ zu erwarten gewesen wäre. Ihr Führungsverhal-

ten zeichne sich durch hohen Leistungsdruck, die Erwartung der ständi-

gen Erreichbarkeit, enge (und wohl übertriebene) Kontrollen, plötzliche 

Richtungswechsel, eine fehlende Diskussionskultur sowie das übermäs-

sige Befassen mit Einzelheiten aus. Im Umgang mit ihren Mitarbeitenden 

habe es ihr am notwendigen Respekt gefehlt. Aufgrund der Befragungen 

müsse davon ausgegangen werden, dass sie Mitarbeitende, mit deren 

Arbeit sie unzufrieden gewesen sei, herablassend behandelt und teilwei-

se hart kritisiert habe, so dass diese in Tränen ausgebrochen seien. An 

ihre weiblichen Mitarbeitenden habe sie – wohl basierend auf eigenen Er-

fahrungen – höhere Anforderungen gestellt, an denen einige gescheitert 

sein dürften. Durch das Hinausschieben der Verlängerung der Arbeitsver-

träge habe sie zusätzlichen Druck auf bereits verunsicherte Mitarbeitende 

ausgeübt.  

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Seite 5 

Gestützt darauf kam der Untersuchungsführer zum Schluss, dass von ei-

nem wiederholten, persönlichkeitsverletzenden Verhalten von A._______ 

gegenüber ihren Mitarbeitenden ausgegangen werden müsse. Ein sol-

ches Verhalten sei nicht akzeptabel und schliesse aus, dass sie ihre Pro-

fessur an der ETHZ weiterführen könne. Von einer vorgängigen Mahnung 

könne abgesehen werden, da nicht davon auszugehen sei, dass eine 

solche geeignet sei, eine Änderung des Verhaltens von A._______ zu 

bewirken und das in sie gesetzte, stark erschütterte Vertrauen wiederher-

zustellen. Der Untersuchungsführer empfahl deshalb u.a. die Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses und die Einleitung eines Kündigungsverfahrens.  

I.  

Am 29. Oktober 2018 verfügte der damalige Präsident der ETHZ gestützt 

auf die Ergebnisse der Administrativuntersuchung die Einsetzung einer 

Entlassungskommission im Sinne von Art. 13 Abs. 2 der Professorenver-

ordnung ETH zur Prüfung der Angemessenheit der Kündigung.  

J.  

Nach Anhörung von A._______ und der schriftlichen Befragung des Un-

tersuchungsführers hielt die Entlassungskommission in ihrer Empfehlung 

vom 12. Februar 2019 u.a. fest, dass der Untersuchungsbericht nach ih-

rer Ansicht kein in allen Punkten ausgewogenes Bild vermittle. Es entste-

he an einigen Stellen der Eindruck, dass negative und belastende Aussa-

gen über das Verhalten von A._______ übergewichtet worden seien. 

Aussagen von befragten Personen, die sich neutral oder positiv über 

A._______ geäussert hätten, hätten nicht oder nur vereinzelt Eingang in 

den Untersuchungsbericht gefunden. Auch erschienen gewisse Zitate aus 

dem Zusammenhang gerissen. Es sei daher nicht auszuschliessen, dass 

die Zustände im inzwischen geschlossenen Institut für Astronomie etwas 

verzerrt dargestellt worden seien. Auch würden die Akten den Schluss 

nahelegen, dass auch seitens der ETHZ gewisse Versäumnisse zu ver-

zeichnen sein könnten. Trotz der teils einseitigen Berichterstattung im Un-

tersuchungsbericht sei sie jedoch zum Schluss gelangt, dass die Vorwür-

fe im Kern weitgehend zutreffend seien. Die Kommission erachte das 

Verhalten als inakzeptabel und sehe dringenden Handlungsbedarf. Auf-

grund der hohen Anforderungen an eine Entlassung, die lange Untätigkeit 

trotz offenbar bei gewissen Stellen deponierten Beschwerden sowie der 

fehlenden Mahnung verbunden mit einer Bewährungsfrist erscheine es 

ihr als überwiegend wahrscheinlich, dass die allfällige Kündigung des Ar-

beitsverhältnisses von einem angerufenen Gericht als ungerechtfertigt 

oder allenfalls als rechtsmissbräuchlich eingestuft werde. Die Entlas-

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Seite 6 

sungskommission empfahl der ETHZ daher, auf eine Entlassung zu ver-

zichten. A._______ sei jedoch von der Aufgabe, Doktorierende zu be-

treuen, dauernd zu entbinden. Falls dies nicht möglich sei, sei die Entbin-

dung zwingend zumindest für zwei Jahre vorzusehen. Jedenfalls sei es 

ihr für die weitere Zukunft zu untersagen, allein Doktorierende zu be-

treuen, so dass ihre Tätigkeit im Zusammenhang mit der Doktorierenden-

betreuung zwingend auf die Mitwirkung in einem Team oder Komitee oder 

auf eine Tätigkeit als Co‐Referentin zu beschränken sei. Ebenfalls sei sie 

zu einem Coaching zu verpflichten und ihr eine Probezeit von zwei Jah-

ren aufzuerlegen. Schliesslich seien die Massnahmen durch halbjährliche 

Assessments zu kontrollieren und zu dokumentieren. Die Erfolge bzw. der 

Fortgang der Massnahmen seien, jedenfalls während der Probezeit, 

durch halbjährliche Assessments zu kontrollieren und zu dokumentieren. 

Falls die Ergebnisse dieser Massnahmen es nahelegen, seien auch nach 

Ablauf der Probezeit während einer gewissen Zeitspanne entsprechende 

Kontrollen und Dokumentationen vorzusehen.  

K.  

Am 12. März 2019 stellte die ETHZ dem ETH-Rat Antrag auf Entlassung 

von A._______. Dieser wurde im Wesentlichen damit begründet, dass 

A._______ über Jahre hinweg ihre Aufgaben als Professorin (Doktorie-

rendenbetreuung, Verantwortung als Vorgesetzte, Fürsorgepflicht) und 

damit wichtige vertragliche Verpflichtungen nicht wahrgenommen sowie 

die im Compliance Guide der ETHZ festgehaltenen Führungsgrundsätze 

lange und andauernd verletzt habe. Ihr fehle zudem jede Einsicht in ihr 

Fehlverhalten, weshalb eine Änderung ihres Führungs- und Betreuungs-

verhaltens nicht zu erwarten sei. Die Empfehlung der Entlassungskom-

mission sei nicht umsetzbar. Könne die Ausbildung bzw. Betreuung des 

wissenschaftlichen Nachwuchses nicht wahrgenommen werden, bestehe 

eine absolute objektive Untauglichkeit zur Ausübung der Funktion als Pro-

fessorin. Eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses sei für die ETHZ un-

zumutbar geworden. Ihr könnten keine Mitarbeitenden mehr zugeteilt 

werden, weshalb sie nicht mehr gemäss Sinn und Zweck der Professo-

renverordnung ETH Lehren und Forschen könne. Das Arbeitsverhältnis 

sei infolge der Auseinandersetzung zudem unheilbar zerrüttet und das 

Vertrauensverhältnis zu A._______ aufgrund ihrer absoluten Uneinsich-

tigkeit unwiderruflich zerstört. 

L.  

A._______ nahm am 7. Mai 2019 zum Antrag auf Entlassung Stellung. 

Darin beantragte sie die Abweisung des Entlassungsantrages, stellte ver-

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Seite 7 

schiedene Feststellungsbegehren (Rechtswidrigkeit der Verfügung des 

ETHZ-Präsidenten vom 29. Oktober 2018, Befangenheit des Sekretärs 

der Entlassungskommission, Rechtswidrigkeit der Veröffentlichung des 

Untersuchungsberichts und des Berichts der Entlassungskommission) 

und verlangte eine Genugtuung von Fr. 30'000.– sowie eine Entschädi-

gung für ihre Umtriebe im Zusammenhang mit den von der ETHZ veran-

lassten Verfahren von Fr. 182'970.25. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

machte sie die Befangenheit sämtlicher an der Verfügung vom 23. Okto-

ber 2017 mitwirkenden ETH-Räte geltend, verlangte Auskunft darüber, 

wie sich der ETH-Rat seit seiner Verfügung vom 23. Oktober 2017 erneut 

mit der Angelegenheit befasst habe, und ersuchte um Einsicht in ver-

schiedene Aktenstücke.  

Inhaltlich übte sie im Wesentlichen Kritik am Vorgehen der ETHZ und an 

der durchgeführten Administrativuntersuchung, rügte in verschiedener 

Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, wies den Sachverhalt 

gemäss Schlussbericht und Kündigungsantrag sowie die darin angege-

benen Kündigungsgründe zurück und machte geltend, es handle sich um 

eine missbräuchliche Kündigung.  

M.  

Der ETH-Rat teilte A._______ am 24. Mai 2019 mit, er erwäge, dem Ent-

lassungsantrag stattzugeben, und räumte ihr nochmals Gelegenheit zur 

Stellungnahme ein. Gleichzeitig wurden ihr die Sitzungsunterlagen zu den 

seit 23. Oktober 2017 abgehaltenen ETH-Ratssitzungen zugestellt und ih-

rem Akteneinsichtsgesuch teilweise entsprochen.  

In ihrer Stellungnahme vom 19. Juni 2019 hielt A._______ an ihren bishe-

rigen Anträgen fest und beantragte zusätzlich die Offenlegung des ent-

scheidrelevanten Sachverhaltes sowie der Möglichkeit hierzu Stellung 

nehmen zu können.  

N.  

Mit Verfügung vom 11. Juli 2019 beschloss der ETH-Rat Folgendes: 

1. Der Präsident der ETH Zürich befindet sich für dieses Geschäft im Aus-
stand. 

2. Auf den Verfahrensantrag Nr. 1 (Ablehnungsgesuch) gemäss Stellung-
nahme von A._______ vom 7. Mai 2019 wird nicht eingetreten.  

3. Der Arbeitsvertrag mit A._______ wird unter Einhaltung der gesetzlichen 
Kündigungsfrist von sechs Monaten mit Wirkung auf den 31. Januar 
2020 gekündigt.  

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Seite 8 

4. Die Weiterführung des Titels als Professorin der ETH Zürich ist 
A._______ nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist nicht gestattet.  

5. a) Die Anträge Nr. 1–3 (Abweisung Entlassungsantrag, Feststellung 
rechtswidriger Verfügung des ETH-Präsidenten vom 29. Oktober 2018 
und Feststellung Befangenheit des Sekretärs der Entlassungs-
Kommission) gemäss Stellungnahme von A._______ vom 7. Mai 2019 
werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.  

 b) Ebenso wird der Antrag (Offenlegung des entscheidrelevanten Sach-
verhaltes zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs) gemäss Stellung-
nahme von A._______ vom 19. Mai 2019 abgewiesen, soweit darauf 
einzutreten ist.  

6. Die Anträge Nr. 4–6 (Feststellung der Rechtswidrigkeit der Veröffentli-
chung des Administrativuntersuchungsberichts, Genugtuungsforderung 
von CHF 30'000 und Antrag auf Übernahme der Rechtsvertretungskos-
ten für die von der ETH Zürich veranlassten Verfahren) gemäss Stel-
lungnahme von A._______ vom 7. Mai 2019 werden mangels Zuständig-
keit des ETH-Rates an die ETH Zürich überwiesen.  

7. Dem Verfahrensantrag Nr. 2 (schriftliche Auskunft, wie sich der ETH-Rat 
seit 23. Oktober 2017 mit der Angelegenheit befasst hat) gemäss Stel-
lungnahme von A._______ vom 7. Mai 2019 wurde am 24. Mai 2019 
entsprochen.  

8. Dem Verfahrensantrag Nr. 3 (Akteneinsicht) gemäss Stellungnahme von 
A._______ vom 7. Mai 2019 wurde am 24. Mai 2019 teilweise entspro-
chen, im Übrigen ist er abzuweisen.  

9. Das Verfahren ist kostenlos.  

10. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

11. Schriftliche Mitteilung an (…). 

Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses begründete der ETH-Rat gestützt 

auf die Sachverhaltsfeststellungen im Schlussbericht der Administrativun-

tersuchung zusammengefasst damit, dass A._______ durch ihren Füh-

rungsstil und ihren Umgang mit den Mitarbeitenden wichtige gesetzliche 

und vertragliche Pflichten verletzt und sich inakzeptabel verhalten habe. 

Damit würden sachlich hinreichende Gründe für eine Kündigung im Sinne 

von Art. 10 Abs. 3 Bst. a und b des Bundespersonalgesetzes vom 

24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) vorliegen. Auf eine (erneute) Mah-

nung bzw. das Abwarten einer Bewährungsfrist gestützt auf die Ermah-

nung vom 11. Juli 2017 könne verzichtet werden, weil ein solches Vorge-

hen in Anbetracht der Umstände nicht geeignet erscheine, eine nachhal-

tige Verhaltensverbesserung herbeizuführen. Aufgrund der fehlenden 

Einsicht und Selbstreflexion erscheine die Kündigung vielmehr als einzige 

geeignete Massnahme. Das Arbeitsverhältnis könne sodann auch ge-

stützt auf Art. 10 Abs. 3 Bst. c BPG ohne vorgängige Mahnung ausge-

sprochen werden, da A._______ die Eignung bzw. Tauglichkeit zur Aus-

übung des Professorenberufes fehle. Schliesslich sei das Vertrauensver-

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Seite 9 

hältnis zwischen der ETHZ und A._______ unwiderruflich zerstört, was 

ebenfalls eine Kündigung ohne vorgängige Mahnung rechtfertige. 

O.  

Gegen diese Verfügung des ETH-Rates (nachfolgend: Vorinstanz) vom 

11. Juli 2019 erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit 

Eingabe vom 16. September 2019 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht mit folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Ziffern 2, 3, 4, 5, 8, 10 der Verfügung des ETH-Rates vom 11. Juli 
2019 seien aufzuheben. 

2. Der ETH-Rat sei zu verpflichten, das Arbeitsverhältnis mit der Be-
schwerdeführerin fortzusetzen. 

3. Eventuell: In Gutheissung der Beschwerde sei die ETH Zürich zu ver-
pflichten, der Beschwerdeführerin eine Entschädigung von 12 Monats-
löhnen (Fr. 278'673.00) wegen fehlerhafter Kündigung zuzusprechen. 

4. Eventuell: In Gutheissung der Beschwerde sei die ETH Zürich zu ver-
pflichten, der Beschwerdeführerin eine Entschädigung von einem Jah-
reslohn (Fr. 278'673.00) wegen unverschuldeter Kündigung zuzuspre-
chen. 

5. Der ETH-Rat sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für das Verfah-
ren vor dem ETH-Rat eine Prozessentschädigung von Fr. 21'070.60 zu 
bezahlen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt sie, es sei der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und die ETHZ zu verpflichten, ihr den 

Lohn bis zur rechtskräftigen Erledigung der vorliegenden Beschwerde 

weiter zu bezahlen. Sodann verlangt sie den Beizug verschiedener Akten 

(vollständige und ungeschwärzte Akten der Administrativuntersuchung, 

der Untersuchung betreffend wissenschaftliches Fehlverhalten und des 

Verfahrens der Entlassungskommission) sowie die Einsicht in von ihr nä-

her bezeichnete Akten der Administrativuntersuchung. Schliesslich bean-

tragt sie, es sei festzustellen, dass folgende Mitglieder der Vorinstanz, die 

an der angefochtenen Verfügung mitgewirkt hätten, in den Ausstand zu 

treten hätten: XA._______, XB._______, XC._______, XD._______, 

XE._______, XF._______ und XG._______.  

In ihrer Begründung rügt sie in verschiedener Hinsicht eine Verletzung 

von Bundesrecht sowie eine unrichtige und unvollständige Feststellung 

des Sachverhalts. Im Wesentlichen macht sie geltend, Opfer eines Kom-

plotts geworden zu sein. Die Administrativuntersuchung sei zudem unge-

nügend und bewusst einseitig zu ihrem Nachteil geführt worden. Es seien 

keine Pflichtverletzungen ihrerseits nachgewiesen und es würden keine 

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Seite 10 

Kündigungsgründe vorliegen. Es handle sich vielmehr um eine miss-

bräuchliche Kündigung.  

P.  

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2019 nimmt die Vorinstanz zum Antrag auf 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung Stellung. Am 17. Oktober 2019 

reicht sie sodann diverse Akten – darunter die Akten der Administrativun-

tersuchung und des Verfahrens der Entlassungskommission – ein. Die 

Beschwerdeführerin ihrerseits reicht am 23. Oktober 2017 die Akten zur 

Untersuchung über wissenschaftliches Fehlverhalten ein, soweit sie dar-

über verfügt.  

Q.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. Oktober 2019 weist das Bundesverwal-

tungsgericht die Anträge der Beschwerdeführerin auf Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung und Weiterzahlung des Lohnes bis zur rechtskräfti-

gen Erledigung der vorliegenden Beschwerde ab.  

R.  

In ihrer Vernehmlassung vom 19. November 2019 schliesst die 

Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde. Ebenfalls beantragt sie die 

Abweisung der prozessualen Anträge, soweit darauf einzutreten sei.  

S.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Dezember 2019 weist das Bundesver-

waltungsgericht den Antrag der Beschwerdeführerin um Aktenbeizug ab, 

soweit er nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist, heisst 

deren Akteneinsichtsgesuch im Sinne der Erwägungen teilweise gut und 

fordert die Vorinstanz auf, eine schriftliche Zusammenfassung des we-

sentlichen Inhalts der nicht offengelegten Testimonials einzureichen. 

Nachdem der Beschwerdeführerin die entsprechende Zusammenfassung 

sowie die weiteren, teilweise geschwärzten Akten gemäss Zwischenver-

fügung vom 11. Dezember 2019 zugestellt wurden, beantragt die Be-

schwerdeführerin mit Eingabe vom 13. März 2020, es sei die Zwischen-

verfügung vom 11. Dezember 2019 in Wiedererwägung zu ziehen und die 

Vorinstanz zu verpflichten, ihr die zehn bisher nicht offen gelegten Testi-

monials herauszugeben. Eventualiter sei die Vorinstanz aufzufordern, die 

einzelnen Testimonials separat zusammenzufassen, so dass erkennbar 

werde, welche Behauptungen zusammengehörten, wobei konkrete Vor-

gänge nicht zu verfremden, sondern mit ihren Einzelheiten offenzulegen 

A-4744/2019 

Seite 11 

seien unter Angabe von Ort und Zeit des Eintreffens sowie des Umstan-

des, ob die Testimonialverfasser die Testimonials selbst eingereicht hät-

ten. Das Bundesverwaltungsgericht weist das Wiedererwägungsgesuch 

nach Einholung einer Stellungnahme der Vorinstanz mit Zwischenverfü-

gung vom 20. Mai 2020 ab, soweit darauf eingetreten wird.  

T.  

Die Beschwerdeführerin hält in ihren Schlussbemerkungen vom 20. Juli 

2020 an ihren bisherigen Anträgen und Standpunkten fest. Zusätzlich ver-

langt sie die Abnahme sämtlicher von ihr angebotenen Beweise, insbe-

sondere die Wiederholung der in der Administrativuntersuchung durchge-

führten Befragungen. 

U.  

Am 7. September 2020 reicht die Vorinstanz eine Stellungnahme zu den 

Schlussbemerkungen der Beschwerdeführerin ein und bekräftigt ihre 

Standpunkte.  

V.  

Mit Eingabe vom 14. Oktober 2020 nimmt die Beschwerdeführerin noch-

mals Stellung zu den Vorbringen der Vorinstanz vom 7. September 2020. 

Schliesslich reicht die Beschwerdeführerin am 2. Dezember 2020 und 

10. Februar 2021 zwei weitere Stellungnahmen ein. 

W.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

A-4744/2019 

Seite 12 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32) 

beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügun-

gen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, 

SR 172.021), sofern eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG entschie-

den hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 

Die angefochtene Verfügung vom 11. Juli 2019 ist ein zulässiges Anfech-

tungsobjekt und stammt von einer Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. e 

VGG (vgl. Urteil des BVGer A-2764/2020 vom 29. September 2020 

E. 1.3). Eine Ausnahme im genannten Sinn liegt nicht vor. Das Bundes-

verwaltungsgericht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (vgl. auch Art. 35 Abs. 2 Professorenverordnung 

ETH, wonach gegen Verfügungen der Vorinstanz Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht geführt werden kann). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das Bundesge-

setz vom 4. Oktober 1991 über die Eidgenössischen Technischen Hoch-

schulen (ETH-Gesetz, SR 414.110), das VGG sowie das Bundesgesetz 

vom 24. März 1995 über die Gleichstellung von Mann und Frau (Gleich-

stellungsgesetz, GlG, SR 151.1) nichts anderes bestimmen (Art. 37 

Abs. 1 ETH-Gesetz, Art. 37 VGG und Art. 13 GlG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-

ligt und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowohl formell als 

auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. 

Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Streitgegenstand im Verfahren der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das durch die Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, soweit 

dieses angefochten wird. Er wird einerseits bestimmt durch den Gegen-

stand der angefochtenen Verfügung (Anfechtungsgegenstand), anderer-

seits durch die Parteibegehren. Die beschwerdeführende Partei legt mit 

ihrem Begehren fest, in welche Richtung und inwieweit sie das streitige 

Rechtsverhältnis überprüfen lassen will. Sofern das Beschwerdebegeh-

ren lediglich auf Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung 

lautet, muss auf die Beschwerdebegründung zurückgegriffen werden 

(BGE 137 II 313 E. 1.3 und 136 II 457 E. 4.2; Urteil des BGer 

1C_330/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 2.1; BVGE 2011/61 E. 3.1). Nach 

A-4744/2019 

Seite 13 

Art. 52 Abs. 1 VwVG ist eine Beschwerde zu begründen. Mit anderen 

Worten hat die beschwerdeführende Partei darzulegen, weshalb sie die 

angefochtene Verfügung beanstandet. Minimal wird gefordert, dass die 

Begründung sachbezogen ist und sich mit den Erwägungen der 

Vorinstanz auseinandersetzt. Daran fehlt es regelmässig, wenn bloss der 

Inhalt von Rechtsschriften wiederholt wird, die bei den vorherigen Instan-

zen eingereicht wurden. Sodann muss die Begründung auf einen zulässi-

gen Beschwerdegrund nach Art. 49 VwVG schliessen lassen (BGE 140 V 

22 E. 7.1 und 135 II 172 E. 2.2.2; Urteile des BVGer A-4929/2017 vom 

31. Januar 2018 E. 1.3.3 und A-1351/2017 vom 25. Juli 2017 E. 1.3.3; 

SEETHALER/PORTMANN, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxis-

kommentar VwVG, 2. Aufl. 2016 [nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], 

Art. 52 N 62 und 71 f.).  

Die Beschwerdeführerin beantragt u.a. die Aufhebung von Dispositiv-

Ziffer 5 der angefochtenen Verfügung, mit welcher die Vorinstanz die An-

träge der Beschwerdeführerin auf Abweisung des Entlassungsantrages, 

Feststellung der Rechtswidrigkeit der Verfügung des ETH-Präsidenten 

vom 29. Oktober 2018, Feststellung der Befangenheit des Sekretärs der 

Entlassungskommission sowie Offenlegung des entscheidrelevanten 

Sachverhalts zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs abwies, soweit 

darauf einzutreten war (vgl. vorstehend Sachverhalt Bst. N). Zum Antrag 

auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der Verfügung des ETH-

Präsidenten vom 29. Oktober 2018 macht die Beschwerdeführerin im vor-

liegenden Beschwerdeverfahren keine Ausführungen. Es fehlt insofern 

bei diesem Punkt an einer Begründung, weshalb er nicht zum Streitge-

genstand gehört und nachfolgend nicht weiter darauf einzugehen ist. Was 

die Offenlegung des entscheidrelevanten Sachverhalts anbelangt, so bil-

det dieser Aspekt Bestandteil der von der Beschwerdeführerin erhobenen 

Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Es wird nachfolgend ent-

sprechend in diesem Zusammenhang darauf eingegangen.  

1.5 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um eine Feststel-

lungsverfügung zu entsprechen, wenn der Gesuchsteller ein schutzwür-

diges Interesse nachweist. Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist 

der Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung subsidiär gegen-

über rechtsgestaltenden Verfügungen (BGE 137 II 199 E. 6.5 und 132 V 

257 E. 1; WEBER-DÜRLER/KUNZ-NOTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019 [nachfolgend: Kommentar VwVG], 

Art. 25 Rz. 20).  

A-4744/2019 

Seite 14 

Die Beschwerdeführerin hat im vorinstanzlichen Verfahren diverse Mit-

glieder der Vorinstanz als befangen abgelehnt. Die Vorinstanz hat diesen 

Antrag als offensichtlich unbegründet beurteilt und ist darauf nicht einge-

treten (Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung). Im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren beantragt die Beschwerdeführerin nun die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung in diesem Punkt und zusätzlich mit 

separatem prozessualen Antrag, es sei festzustellen, dass die von ihr ab-

gelehnten Personen, die an der angefochtenen Verfügung mitgewirkt hät-

ten, in den Ausstand zu treten hätten. Der prozessuale Antrag ist somit 

bereits in ihrem Begehren um Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 der ange-

fochtenen Verfügung mitenthalten. Der Beschwerdeführerin fehlt bei ih-

rem Feststellungsbegehren folglich ein schutzwürdiges Interesse an des-

sen Behandlung, weil sie bereits das Leistungsbegehren auf Aufhebung 

der Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung stellt. Auf ihren pro-

zessualen Antrag um Feststellung ist daher nicht einzutreten. 

1.6 Über die in der Beschwerde gestellten prozessualen Anträge der Be-

schwerdeführerin auf Aktenbeizug und -einsicht hat das Bundesverwal-

tungsgericht bereits mit Zwischenverfügung vom 11. Dezember 2019 ent-

schieden, weshalb darauf nachfolgend nicht mehr einzugehen ist.  

1.7 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit – mit Verweis auf die vorste-

henden Präzisierungen und Einschränkungen – einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit unein-

geschränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen, einschliesslich der unrichtigen und unvollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und von Rechtsfehlern 

bei der Ausübung des Ermessens, sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 

VwVG). Es hat sich dabei jedoch nicht mit jeder tatbeständlichen Behaup-

tung und jedem rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen. Vielmehr 

kann sich das Bundesverwaltungsgericht auf die für den Entscheid we-

sentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. statt vieler: BGE 133 I 270 

E. 3.1).  

2.2 Eine rechtserhebliche Tatsache, für die grundsätzlich der volle Beweis 

zu erbringen ist (Regelbeweismass), gilt als bewiesen, wenn das Gericht 

gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, sie ha-

A-4744/2019 

Seite 15 

be sich verwirklicht. Absolute Gewissheit ist nicht erforderlich; es genügt, 

wenn es an der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat 

oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (BGE 130 III 321 

E. 3.2; Urteil des BGer 4A_226/2019 vom 18. November 2019 E. 6; Urtei-

le des BVGer A-4779/2019 vom 16. März 2020 E. 2.2 und A-5927/2019 

vom 12. März 2020 E. 3). Bleibt eine entscheidrelevante Tatsache unbe-

wiesen, gilt im Bereich des öffentlichen Rechts grundsätzlich die Beweis-

lastregel von Art. 8 des Zivilgesetzbuchs (ZGB, SR 210) als allgemeiner 

Rechtsgrundsatz. Demnach hat jene Partei die Folgen der Beweislosig-

keit zu tragen, die aus der unbewiesen gebliebenen Tatsache Rechte ab-

leitet (Urteile des BVGer A-6209/2019 vom 18. Juni 2020 E. 3 und 

A-1314/2020 vom 8. Juni 2020 E. 2.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Pro-

zessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage 2013, 

Rz. 3.150). Im Beschwerdeverfahren betreffend eine Kündigung trägt die 

kündigende Behörde daher die (objektive) Beweislast für das Vorliegen 

eines rechtsgenüglichen Kündigungsgrundes, die von der Kündigung be-

troffene Person dagegen jene für die allenfalls behauptete Missbräuch-

lichkeit der Kündigung (Urteile des BVGer A-2372/2019 vom 31. Januar 

2020 E. 2.2 und A-6660/2018 vom 9. Dezember 2019 E. 4).  

3.  

Die Arbeitsverhältnisse von Professorinnen und Professoren der ETH 

richten sich nach dem BPG (vgl. Art. 17 Abs. 2 ETH-Gesetz), der Profes-

sorenverordnung ETH (vgl. Art. 1 Abs. 1 Professorenverordnung ETH) 

und – soweit in der Professorenverordnung ETH darauf verwiesen wird – 

der PVO ETH (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. abis PVO ETH e contrario). 

4.  

Zunächst ist auf die geltend gemachte Befangenheit diverser Mitglieder 

der Vorinstanz einzugehen.  

4.1 Die Beschwerdeführerin begründete die Befangenheit in ihrer Stel-

lungnahme an die Vorinstanz vom 7. Mai 2019 im Wesentlichen damit, 

dass sich die Vorinstanz bereits 2017 mit der Angelegenheit befasst habe 

und sich in ihrem Beschluss vom 23. Oktober 2017 dahingehend festge-

legt habe, dass die Vorwürfe gegen die Beschwerdeführerin schwer wie-

gen würden, ohne sie angehört zu haben. Auch habe sie sich mit der 

Empfehlung an die ETHZ gemäss Beschluss vom 23. Oktober 2017, wo-

nach die Beschwerdeführerin keine neuen Doktorierenden betreuen solle, 

bis die Ergebnisse der Administrativuntersuchung vorliegen würden, fest-

gelegt. Die Vorinstanz habe zudem in die Kompetenz des Präsidenten 

A-4744/2019 

Seite 16 

der ETHZ eingegriffen und das rechtswidrige Vorgehen der Ombudsper-

sonen geschützt. Die Mitglieder der Vorinstanz, die an diesem Verfahren 

mitgewirkt hätten, seien daher vorbefasst und nicht mehr in der Lage, ihr 

eigenes Verhalten kritisch zu prüfen. In ihrer Beschwerde führt die Be-

schwerdeführerin ergänzend aus, dass die Befangenheit nicht nur wegen 

der Teilnahme am Verfahren 2017 bestehe, sondern auch wegen der Art 

und Weise, wie das Verfahren geführt worden sei. Sie sei über das Ver-

fahren damals nicht unterrichtet worden und es sei ihr keine Gelegenheit 

gegeben worden, sich zu den Vorwürfen zu äussern. Eine solche Verfah-

rensführung verletze das Recht auf Anhörung schwerwiegend.  

4.2 Die Vorinstanz erachtet das Ausstandsbegehren als offensichtlich un-

begründet. Sie habe im Sommer 2017 die Meldung der Ombudspersonen 

entgegengenommen, wozu sie nach Art. 25 Abs. 1 Bst. f ETH-Gesetz 

verpflichtet sei. Sie habe weitere Abklärungen des Sachverhalts angeord-

net. Diese Anordnung sei ergebnisoffen erfolgt und unter Berücksichti-

gung, dass der wissenschaftliche Nachwuchs bzw. die in einem Abhän-

gigkeitsverhältnis stehenden Mitarbeitenden einstweilen geschützt wer-

den müssten. Sie habe die Vorwürfe zum damaligen Zeitpunkt gerade 

nicht als erstellt angesehen und deshalb die ETHZ beauftragt, die Ange-

legenheit zu untersuchen. Eine Festlegung hinsichtlich des Verfahrens-

ausgangs sei in der Anordnung von Abklärungen offensichtlich nicht zu 

sehen. Mobbingvorwürfe würden sodann nach allgemeiner Anschauung 

als schwerwiegend gelten, weshalb auch in der angeordneten Abklärung 

dieser Vorwürfe keine besondere Würdigung zu sehen sei. Die Empfeh-

lung, die Beschwerdeführerin solle bis zum Abschluss der Untersuchung 

keine neuen Doktorierenden betreuen, sei als einstweilige Massnahme 

nach der einschlägigen Rechtsprechung zulässig und stelle keinen Aus-

standsgrund dar. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern sich ihre Mitglieder 

festgelegt haben sollen, indem sie die in Aufsichtssachen üblichen und in 

dieser Sache angezeigten Handlungen vorgenommen hätten (vgl. ange-

fochtene Verfügung E. I.2.3.f.).  

4.3  

4.3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Rates der Eidge-

nössischen Technischen Hochschulen vom 17. Dezember 2003 (GO 

ETH-Rat, SR 414.110.2) tritt ein Mitglied des ETH-Rates in den Ausstand, 

wenn es in der Sache befangen sein könnte, namentlich wegen Beste-

hens eines Arbeitsverhältnisses, einer direkten Unterstellung oder in einer 

Aufsichtsangelegenheit. Diese Bestimmung ist Ausfluss des in Art. 29 

A-4744/2019 

Seite 17 

Abs. 1 der Bundesverfassung (BV, SR 101) verankerten Anspruchs auf 

unbefangene Entscheidträger der Verwaltung (BREITENMOSER/SPORI 

FEDAIL, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 10 N 17; FELLER/KUNZ-NOTTER, 

in: Kommentar VwVG, Art. 10 N 1) und entspricht inhaltlich im Wesentli-

chen Art. 10 VwVG, welcher diese allgemeinen Verfahrensvoraussetzun-

gen von Art. 29 Abs. 1 BV konkretisiert, indem er den Ausstand in Verwal-

tungsverfahren des Bundes regelt (BGE 132 II 485 E. 4.2). Nach Art. 10 

Abs. 1 VwVG müssen Personen bei der Vorbereitung und dem Erlass ei-

ner Verfügung in den Ausstand treten, die an der Sache ein persönliches 

Interesse haben (Bst. a), mit einer Partei durch Ehe, Partnerschaft, Le-

bensgemeinschaft oder verwandtschaftlich besonders verbunden sind 

(Bst. b und bbis), sich mit der Sache als Parteivertreter bereits beschäftigt 

haben (Bst. c) oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein 

könnten (Bst. d). Die Generalklausel von Art. 10 Abs. 1 Bst. d VwVG, wel-

che sinngemäss Art. 8 Abs. 1 GO ETH-Rat entspricht, gilt als erfüllt, wenn 

Tatsachen vorliegen, die das Misstrauen in die Unbefangenheit und damit 

in die Unparteilichkeit des Amtswalters objektiv rechtfertigen. Auf das sub-

jektive Empfinden der Partei, welche die Befangenheit behauptet, kommt 

es dabei ebenso wenig an wie darauf, ob tatsächlich eine Befangenheit 

besteht. Es genügt, dass der Anschein einer solchen durch objektive Um-

stände und vernünftige Gründe glaubhaft dargetan erscheint. Die Aus-

standsregeln sollen die objektive Prüfung einer Sach- oder Rechtslage 

durch eine unparteiische und unvoreingenommene Behörde gewährleis-

ten (BGE 140 I 326 E. 5.2 und 137 II 431 E. 5.2). 

4.3.2 Eine gewisse Besorgnis der Voreingenommenheit kann bei den 

Parteien u.a. dann entstehen, wenn einzelne Gerichtspersonen mit der 

konkreten Streitsache schon einmal befasst waren. In einem solchen Fall 

der Vorbefassung stellt sich grundsätzlich die Frage, ob sich eine Ge-

richtsperson durch ihre Mitwirkung an früheren Entscheidungen in einzel-

nen Punkten bereits in einem Mass festgelegt hat, das sie nicht mehr als 

unvoreingenommen und dementsprechend das Verfahren nicht mehr als 

offen erscheinen lässt. Ob eine unzulässige, den Verfahrensausgang 

vorwegnehmende Vorbefassung vorliegt, kann nicht generell gesagt wer-

den; es ist vielmehr in jedem Einzelfall – anhand aller tatsächlichen und 

verfahrensrechtlichen Umstände – zu untersuchen, ob die konkret zu ent-

scheidende Rechtsfrage trotz Vorbefassung als noch offen erscheint 

(BGE 131 I 113 E. 3.4). Die Mitwirkung an einem früheren Verfahren für 

sich allein stellt noch keinen Ausstandsgrund dar. Hierfür müssten weitere 

konkrete für die Befangenheit sprechende Gesichtspunkte hinzutreten. 

Gemäss der Rechtsprechung vermögen die Vornahme üblicher Prozess-

A-4744/2019 

Seite 18 

handlungen, die Anordnung vorsorglicher Massnahmen oder die Ableh-

nung eines Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichts-

losigkeit den Anschein der Befangenheit wegen Vorbefassung aber nicht 

zu begründen (vgl. BGE 142 III 732 E. 4.2.2 und 131 I 113 E. 3.6 und 3.7; 

Urteil des BGer 2C_1124/2013 vom 1. Mai 2014 E. 2.3; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.63 ff.; FELLER/KUNZ-NOTTER, 

a.a.O., Art. 10 N 32; Art. 34 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 

2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]. 

Auch Fehlentscheide in der Sache oder prozessuale Fehler begründen 

(nur) dann einen Ausstandsgrund, wenn sie als schwere Pflichtverletzung 

betrachtet werden müssen und von der Absicht des Amtsträgers zeugen, 

der Partei zu schaden (BGE 125 I 119 E. 3e; Urteil des BGer 

4A_539/2008 vom 19. Februar 2009 E. 3.3.2; FELLER/KUNZ-NOTTER, 

a.a.O., Art. 10 N 30).  

4.3.3 Über den Ausstand entscheidet der ETH-Rat unter Ausschluss des 

betroffenen Mitglieds (Art. 8 Abs. 2 GO ETH-Rat). Richtet sich ein Aus-

standsbegehren gegen eine Vielzahl der Behördenmitglieder, so dass die 

Kollegialbehörde nicht mehr beschlussfähig ist, so ist grundsätzlich deren 

Aufsichtsbehörde für den Entscheid über den Ausstand zuständig (BGE 

122 II 471 E. 3a; FELLER/KUNZ-NOTTER, a.a.O., Art. 10 N 39; BREITENMO-

SER/SPORI FEDAIL, a.a.O., Art. 10 N 113). Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts kann jedoch vom Grundsatz, dass niemand über ein ge-

gen ihn gerichtetes Ausstandsbegehren selber entscheiden soll, dann 

abgewichen werden, wenn dieses offensichtlich unbegründet ist und kei-

ne Ermessensausübung durch den Entscheidträger erforderlich ist. Dies-

falls ist kein Ausstandsverfahren durchzuführen und auf das Ausstands-

begehren nicht einzutreten (BGE 129 III 445 E. 4.2.2, 114 Ia 278 E. 1 und 

105 Ib 301 E. 1c; BREITENMOSER/SPORI FEDAIL, a.a.O., Art. 10 N 116).  

4.4  

4.4.1 Mit Schreiben vom 10. Juli 2017 informierte die Ombudsstelle der 

ETHZ die Vorinstanz u.a. unter Verweis auf die erhaltenen Testimonials 

über die gegen die Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfe und kritisier-

te gleichzeitig die Behandlung der Angelegenheit durch den Präsidenten 

der ETHZ. Nach Einholung einer Stellungnahme beim Präsidenten der 

ETHZ stellte die Vorinstanz in ihrem Beschluss vom 23. Oktober 2017 

u.a. fest, dass die im Raum stehenden Vorwürfe gegen die Beschwerde-

führerin schwer wögen und der Sachverhalt in weiten Teilen noch der nä-

heren Abklärung bedürfe. Sie beauftragte deshalb die ETHZ mit der 

A-4744/2019 

Seite 19 

Durchführung einer Administrativuntersuchung und empfahl ihr, dass die 

Beschwerdeführerin keine neuen Doktorierenden oder Postdoktorieren-

den betreuen solle, bis die Ergebnisse der Administrativuntersuchung und 

der ebenfalls angeordneten Untersuchung betreffend wissenschaftliches 

Fehlverhalten vorliegen würden.  

4.4.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermag im Lichte der 

dargelegten Rechtsprechung eine solche Vorbefassung keinen Aus-

standsgrund darzustellen. In ihrem Beschluss hat die Vorinstanz lediglich 

festgehalten, dass die gegen die Beschwerdeführerin erhobenen Vorwür-

fe schwer wiegen würden. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, hat 

sie diese jedoch gerade nicht als erwiesen angesehen und deshalb auch 

deren Untersuchung angeordnet. Die Empfehlung, die Beschwerdeführe-

rin solle bis zum Abschluss der angeordneten Untersuchungen keine 

neuen Doktorierenden oder Postdoktorierenden betreuen, ist sodann kei-

ne direkte Anordnung, sondern lediglich eine an die ETHZ gerichtete 

Empfehlung. Zudem wäre eine solche Anordnung als vorsorgliche Mass-

nahme zu qualifizieren, welche gemäss der dargelegten Rechtsprechung 

keinen Ausstandsgrund zu begründen vermag. Die Vorinstanz, welche die 

Aufsicht über den ETH-Bereich ausübt (Art. 25 Abs. 1 Bst. f ETH-Gesetz), 

hat die Meldung der Ombudsstelle als Aufsichtsbeschwerde – gerichtet 

gegen die ETHZ und deren Präsidenten – entgegengenommen und mit 

ihrem Beschluss vom 23. Oktober 2017 aufsichtsrechtliche Massnahmen 

angeordnet. Die Beschwerdeführerin war in diesem Verfahren nicht Par-

tei. Es ist deshalb nicht ersichtlich, weshalb sie durch die Vorinstanz hätte 

angehört werden müssen. Der Vorinstanz lag sodann zumindest eine 

Stellungnahme der Beschwerdeführerin an die Ombudsstelle vor. Diese 

hatte der Beschwerdeführerin am 6. März 2017 eine kurze Zusammen-

fassung der Vorwürfe aus den Testimonials zur Stellungnahme unterbrei-

tet. Der Vorinstanz waren deshalb die grundsätzlichen Standpunkte der 

Beschwerdeführerin bekannt und sie hatte Kenntnis davon, dass die Vor-

würfe durch die Beschwerdeführerin bestritten sind. Aber selbst wenn da-

von auszugehen wäre, dass der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

rechtliches Gehör verletzt worden wäre, so würde ein solcher prozessua-

ler Fehler nach der dargelegten Rechtsprechung noch keinen Ausstands-

grund darstellen, zumal darin nach dem zuvor Ausgeführten jedenfalls 

keine schwere Pflichtverletzung gesehen werden könnte. Die Art und 

Weise, wie die Vorinstanz das aufsichtsrechtliche Verfahren führte, stellt 

somit ebenfalls keinen Ausstandsgrund dar. Nichts anderes gilt in Bezug 

auf den Vorwurf, die Vorinstanz habe in die Kompetenz des Präsidenten 

der ETHZ eingegriffen und das rechtswidrige Vorgehen der Ombudsper-

A-4744/2019 

Seite 20 

sonen geschützt. Entscheidend bleibt, dass keine konkreten Anhaltspunk-

te ersichtlich sind, die darauf schliessen lassen, dass sich die Mitglieder 

der Vorinstanz bereits in einem Mass festgelegt hätten, das den Ausgang 

des Kündigungsverfahrens nicht mehr als offen erscheinen liess. Indem 

die Vorinstanz in ihrem Beschluss die Untersuchung der Vorwürfe anord-

nete, hat sie sich in Bezug auf die Richtigkeit der Vorwürfe gerade nicht 

festgelegt, sondern blieb vielmehr ergebnisoffen.  

4.4.3 Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die von der Be-

schwerdeführerin vorgebrachten Gründe – auch in ihrer Gesamtheit – 

den Anschein der Befangenheit nicht zu erwecken vermögen. Die ange-

fochtene Verfügung wurde somit nicht unter Verletzung der Ausstands-

pflicht erlassen.  

4.4.4 Das Ausstandsbegehren richtete sich gegen mehr als die Hälfte der 

Mitglieder der Vorinstanz, weshalb sie ohne Mitwirkung der betroffenen 

Mitglieder nicht mehr beschlussfähig gewesen wäre (vgl. Art. 5 GO ETH-

Rat). In einer solchen Konstellation hätte grundsätzlich die Aufsichtsbe-

hörde über das Ausstandsbegehren zu befinden, es sei denn, das Begeh-

ren erweise sich als offensichtlich unbegründet und erfordere keine Er-

messensausübung durch die Entscheidträger (vgl. vorstehend E. 4.3.3). 

Ob hier ein solcher Fall vorliegt, muss jedoch nicht entschieden werden. 

Letztlich ist nämlich der Beschwerdeführerin, wie die eben erfolgte mate-

rielle Beurteilung des Ausstandsbegehrens zeigt, durch das Vorgehen der 

Vorinstanz kein Nachteil entstanden. Eine Rückweisung zur Verbesse-

rung wäre daher ein formalistischer Leerlauf und rechtfertigt sich alleine 

schon aus Gründen der Prozessökonomie nicht (BGE 112 V 206 E. 2b; 

BVGE 2017 I/2 E. 2.4.1; Urteil des BVGer A-7956/2016 vom 8. November 

2017 E. 2.2.9).  

4.5 Die Beschwerde ist nach dem Ausgeführten in diesem Punkt abzu-

weisen.  

5.  

Zu prüfen gilt es sodann die von der Beschwerdeführerin gerügte Befan-

genheit des Sekretärs der Entlassungskommission.  

5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die ETHZ habe ihren eigenen 

Anwalt mit dem Sekretariat der Entlassungskommission betraut. Die Aus-

standsregeln von Art. 10 VwVG seien in Bezug auf diesen analog anzu-

wenden, auch wenn die Entlassungskommission keine Verfügung erlas-

A-4744/2019 

Seite 21 

se. Die Entlassungskommission habe die Funktion, die fehlende zweite 

Instanz bei der Überprüfung einer Entlassung einer Professorin zu erset-

zen. Während Mitarbeitende der ETHZ zuerst an die Beschwerdekom-

mission und anschliessend an das Bundesverwaltungsgericht gelangen 

könnten, müsse eine entlassene Professorin ihre Kündigung direkt beim 

Bundesverwaltungsgericht anfechten. Es verstehe sich von selbst, dass 

die Kommission diesen Anspruch nur erfüllen könne, wenn nicht nur alle 

Mitglieder, sondern auch der Sekretär ihre Funktion unvoreingenommen 

wahrnehmen würden. Das sei nicht der Fall gewesen. Der Sekretär habe 

sich inhaltlich mit der Arbeit der Kommission auseinandergesetzt und die-

se nicht nur logistisch und administrativ unterstützt. So habe er Recht-

sprechung zur Kündigung zusammengestellt. Auch habe er im Verfahren, 

in welchem sie die Einsetzung der Entlassungskommission bei der ETH-

Beschwerdekommission angefochten habe, eine Eingabe verfasst. Dies 

zeige, dass er die Interessen der ETHZ tatsächlich wahrgenommen habe. 

Als Konsequenz müsse die Empfehlung der Entlassungskommission in-

soweit als unbeachtlich angesehen werden, als sie zu ihrem Nachteil 

ausgefallen sei.  

5.2 Die Vorinstanz führt hierzu in der angefochtenen Verfügung aus 

(vgl. E. I.2.4), weder der Entscheid zur Einsetzung der Entlassungskom-

mission noch deren Empfehlung würden eine Verfügung im Sinne von 

Art. 5 VwVG darstellen. Art. 10 VwVG sei daher nicht anwendbar. Befan-

genheitsgründe würden zudem nicht vorliegen. Der Sekretär habe in der 

Sache weder ein Mitentscheidungsrecht noch eine beratende Stimme. 

Dass der Sekretär die ETHZ früher in anderen Belangen anwaltlich ver-

treten habe, bewirke keine Befangenheit.  

5.3 Die Ausstandsregeln von Art. 10 VwVG sind anwendbar in Verwal-

tungsverfahren, die durch Verfügungen von Bundesbehörden in erster In-

stanz oder auf Beschwerde zu erledigen sind (BREITENMOSER/SPORI 

FEDAIL, a.a.O., Art. 10 N 6; FELLER/KUNZ-NOTTER, a.a.O., Art. 10 N 7). Die 

Entlassungskommission hat keine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG 

erlassen, sondern lediglich eine Empfehlung ausgesprochen. Die 

Vorinstanz hat insofern zutreffend ausgeführt, dass die Ausstandsregeln 

von Art. 10 VwVG in Bezug auf die Entlassungskommission nicht an-

wendbar sind. Auch eine analoge Anwendung der Ausstandsregeln recht-

fertigt sich nicht. Die Empfehlung hat weder für die ETHZ noch die Vo-

rinstanz oder das Bundesverwaltungsgericht eine Verbindlichkeit und kei-

ne unmittelbare Auswirkung auf die Rechte und Pflichten der Beschwer-

deführerin. Vorliegend wurde dieser Empfehlung denn auch nicht gefolgt. 

A-4744/2019 

Seite 22 

Es kann insofern auch nicht gesagt werden, die Entlassungskommission 

habe die Funktion, die fehlende zweite Instanz bei der Überprüfung einer 

Entlassung einer Professorin zu ersetzen. Die Beschwerde ist folglich 

auch in diesem Punkt abzuweisen.  

6.  

Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren in zweierlei Hinsicht eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz geltend (vgl. zur 

Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs in der Administrativuntersu-

chung nachfolgend E. 7.6).  

6.1  

6.1.1 In erster Linie moniert die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe 

ihr den für die Kündigung relevanten Sachverhalt vor Erlass der ange-

fochtenen Verfügung nicht offengelegt. Eine Kündigung müsse auf Sach-

verhalte gestützt werden können, die nach Ort, Zeit und handelnden Per-

sonen bestimmt seien. Die Vorinstanz habe in ihrem Schreiben vom 

24. Mai 2019 lediglich auf die Feststellungen im Bericht der Entlassungs-

kommission und im Administrativuntersuchungsbericht verwiesen und 

mitgeteilt, dass sie die Vorwürfe im Kern als zutreffend erachte. Damit 

gebe sie zu, dass es auch unberechtigte Vorwürfe gebe. Die Vorinstanz 

wäre verpflichtet gewesen, anzugeben, welche Sachverhalte sie als er-

wiesen betrachte, denn nur auf solche könne sie eine Entlassung stützen. 

Der pauschale Hinweis auf die Administrativuntersuchung genüge nicht, 

weil es im Bericht an brauchbaren Sachverhaltsfeststellungen fehle. Auch 

der Bericht der Entlassungskommission enthalte keine brauchbaren Fest-

stellungen konkreter Tatsachen. Die Entlassungskommission führe ledig-

lich aus, es spreche vieles dafür, dass die Vorwürfe im Kern weitgehend 

zutreffend seien. Damit gebe die Kommission zu, dass nicht feststehe, 

welche Vorwürfe zutreffend seien und welche nicht.  

6.1.2 Die Vorinstanz verneinte in der angefochtenen Verfügung 

(E. II.2.2.4) eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Im Schreiben vom 

24. Mai 2019 werde der Sachverhalt, der dem Kündigungsentscheid zu 

Grunde liege, zwar nicht im Einzelnen aufgeführt. Allerdings werde expli-

zit erwähnt, dass sie gestützt auf den Administrativuntersuchungsbericht 

und den Bericht der Entlassungskommission die Vorwürfe gegenüber der 

Beschwerdeführerin als erstellt erachte und die Beschwerdeführerin ge-

mäss diesen beiden Berichten sowie der Befragungsprotokolle und dem 

Kündigungsantrag der ETHZ wichtige gesetzliche und vertragliche Pflich-

A-4744/2019 

Seite 23 

ten verletzt habe. Weiter sei im Schreiben vom 24. Mai 2019 festgehalten, 

dass die Feststellungen in den genannten Berichten fehlendes Problem-

bewusstsein und fehlende Selbstreflexion zeigen würden. Durch diese 

Hinweise sei der für die Kündigung relevante Sachverhalt hinreichend 

klar bezeichnet worden. Es sei der Beschwerdeführerin zuzumuten, die 

Untersuchungsergebnisse selber dahingehend zu analysieren, welche 

Vorwürfe durch die Administrativuntersuchung belegt worden seien. Zur 

Gewährung des rechtlichen Gehörs genüge es, den massgebenden 

Sachverhalt zu bezeichnen, ohne dabei darzutun, welche Tatsachen als 

hinreichend erstellt betrachtet und welche Rechtsfolgen daraus abgeleitet 

würden. Dieser Vorgang sei der Entscheidfindung vorbehalten, der nicht 

Gegenstand des rechtlichen Gehörs sei. Ein Anspruch auf Anhörung zur 

Beweiswürdigung bestehe nicht. Die Beschwerdeführerin sei im Vorfeld 

der Kündigung wiederholt mit dem ihr vorgeworfenen Verhalten konfron-

tiert worden. Sie habe mehrmals Gelegenheit erhalten, sich zum Sach-

verhalt, den Befragungsergebnissen und zu den Ergebnissen der Admi-

nistrativuntersuchung zu äussern. Auch sei sie bereits am 9. Februar 

2017 und 1. März 2017 von der ETHZ mit dem ihr vorgehaltenen Verhal-

ten mündlich konfrontiert worden. Auch im Rahmen der Administrativun-

tersuchung und vor der Entlassungskommission habe sie Gelegenheit 

erhalten, sich mündlich zur Sache zu äussern und Ergänzungsfragen zu 

stellen.  

6.1.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist als selbständiges Grund-

recht in Art. 29 Abs. 2 BV verankert und wird für das Verwaltungsverfah-

ren in den Art. 29 ff. VwVG konkretisiert. Der Gehörsanspruch umfasst 

verschiedene Teilgehalte, so namentlich das Recht der Parteien auf An-

hörung bzw. Äusserung vor Erlass der Verfügung, auf Orientierung sowie 

auf Akteneinsicht (BGE 144 I 11 E. 5.3 und 135 II 286 E. 5.1). Nach Art. 

30 Abs. 1 VwVG hört die Behörde die Parteien an, bevor sie verfügt. Der 

Anspruch auf vorgängige Anhörung beinhaltet insbesondere, dass die 

Behörde sich beim Erlass ihrer Verfügung nicht auf Tatsachen abstützen 

darf, zu denen sich die von der Verfügung betroffene Person nicht vor-

gängig äussern und diesbezüglich Beweis führen konnte (BVGE 2014/22 

E. 5.1 und 2013/23 E. 6.1). Die Modalitäten der Anhörung müssen so 

ausgestaltet werden, dass die Parteien ihren Standpunkt wirksam zur 

Geltung bringen können (BGE 144 I 11 E. 5.3 und 135 II 286 E. 5.1). 

Notwendige Voraussetzung zur Wahrnehmung des Anhörungsrechts ist 

der Anspruch auf vorgängige Orientierung. Dieser gewährleistet genü-

gende Kenntnisse über den Verfahrensverlauf, indem die Parteien in ge-

eigneter Weise über die entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundla-

A-4744/2019 

Seite 24 

gen vorweg zu orientieren sind (BGE 140 I 99 E. 3.4; WALDMANN/BICKEL, 

in: Praxiskommentar VwVG, Art. 29 N 45 und 71 ff.). Die Behörde hat den 

Parteien aber weder den Entwurf der Verfügung noch deren Begründung 

vorgängig zur Stellungnahme zu unterbreiten (BGE 132 II 485 E. 3.4 und 

129 II 497 E. 2.2; Urteil des BGer 2C_695/2014 vom 16. Januar 2015 E. 

4.3). Der Anspruch auf vorgängige Anhörung und Äusserung besteht pri-

mär in Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

und das Beweisergebnis; vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich der 

rechtserhebliche Sachverhalt bereits hinreichend aus dem Gesuch ergibt. 

Hingegen erwächst den Parteien kein allgemeiner Anspruch auf vorgän-

gige Anhörung zu Fragen der Rechtsanwendung. Vom Anhörungsrecht 

nicht erfasst ist ferner auch die Beweiswürdigung. Diese wird regelmässig 

erst im Entscheid selbst begründet. In diesem Sinn ist die Behörde nicht 

verpflichtet, der betroffenen Person mitzuteilen, wie sie den Sachverhalt 

zu würdigen gedenkt, oder ihr gar die Gelegenheit einzuräumen, sich zu 

ihrer rechtlichen Würdigung zu äussern. Zum Vorgang der Beweiswürdi-

gung gehört beispielsweise auch die rechtliche Beurteilung von divergie-

renden Aussagen zwischen Personen (Urteile des BGer 2C_823/2011, 

2C_824/2011 vom 28. Juni 2012 E. 4.2.2 und 1C_258/2007 vom 26. Feb-

ruar 2008 E. 2.3.1; Urteile des BVGer A-3542/2018 vom 28. August 2019 

E. 4.3.2 und D-6374/2006 E. 3.3). 

6.1.4 Es kann hierzu grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (E. II.2.2.4) verwiesen wer-

den. Die Beschwerdeführerin setzt sich damit nicht näher auseinander, 

sondern wiederholt im Wesentlichen bloss ihre bereits vor der Vorinstanz 

angeführten Argumente. Es erscheint daher fraglich, ob in diesem Punkt 

überhaupt eine genügende Begründung vorliegt (vgl. vorstehend E. 1.4). 

Ergänzend ist alsdann festzuhalten, dass das vorinstanzliche Verfahren 

auf Antrag des Präsidenten der ETHZ vom 12. März 2019 eingeleitet 

wurde. Darin wird das der Beschwerdeführerin zur Last gelegte Fehlver-

halten – kritisiert wird ihr Führungsstil und ihr Verhalten gegenüber Mitar-

beitenden – unter Verweis auf die Ergebnisse der Administrativuntersu-

chung und die Empfehlung der Entlassungskommission dargelegt und 

ausgeführt, aus welchen Gründen die Beschwerdeführerin zu entlassen 

sei. Der Beschwerdeführerin wurde daraufhin durch die Vorinstanz Gele-

genheit eingeräumt, um zum Entlassungsantrag Stellung zu nehmen. Die 

entsprechende Stellungnahme erstattete die Beschwerdeführerin am 

7. Mai 2019. Alsdann teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit 

Schreiben vom 24. Mai 2019 mit, sie erwäge, dem Entlassungsantrag 

stattzugeben und räumte der Beschwerdeführerin nochmals Gelegenheit 

A-4744/2019 

Seite 25 

zur Stellungnahme ein. In ihrem Schreiben führte die Vorinstanz zur be-

absichtigten Kündigung zudem aus, gestützt auf die im Ergebnis überein-

stimmenden Feststellungen in der Empfehlung der Entlassungskommis-

sion sowie im Administrativuntersuchungsbericht und nach Würdigung 

der von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwendungen zu den Unter-

suchungsergebnissen erachte sie es als erstellt, dass die Vorwürfe zum 

Führungsverhalten im Kern zutreffen würden. Die Beschwerdeführerin 

habe gemäss der Empfehlung der Entlassungskommission, dem Admi-

nistrativuntersuchungsbericht, den Befragungsprotokollen sowie dem Ent-

lassungsantrag wichtige gesetzliche und vertragliche Pflichten verletzt. 

Schliesslich legte die Vorinstanz dar, weshalb aus ihrer Sicht die Kündi-

gung trotz fehlender Mahnung auszusprechen sei. Die Beschwerdeführe-

rin nahm hierzu mit Eingabe vom 19. Juni 2019 Stellung (vgl. auch vor-

stehend Sachverhalt Bst. K–M).  

Sowohl aus dem Entlassungsantrag als auch aus dem Schreiben vom 

24. Mai 2019 der Vorinstanz ergibt sich hinreichend klar, weshalb gegen-

über der Beschwerdeführerin die Kündigung ausgesprochen werden soll-

te und auf welche rechtlichen sowie tatsächlichen Grundlagen sich diese 

Massnahme stützen würde. Dass die Vorinstanz in ihrem Schreiben vom 

24. Mai 2019 den Sachverhalt nicht im Einzelnen aufführte, sondern auf 

den Administrativuntersuchungsbericht, die Befragungsprotokolle, die 

Empfehlung der Entlassungskommission sowie den Entlassungsantrag 

verwies, ist nicht zu beanstanden. Der für die Kündigung relevante Sach-

verhalt ergibt sich ohne Weiteres daraus. So wird im Administrativunter-

suchungsbericht auf die gegenüber der Beschwerdeführerin erhobenen 

Vorwürfe eingegangen und schliesslich festgehalten, welche Verhaltens-

mängel aufgrund der durchgeführten Befragungen als erstellt angesehen 

würden (vgl. die zusammenfassenden Schlussbemerkungen in Rz. 205 

des Administrativuntersuchungsberichts). Die Beschwerdeführerin hatte 

zweifelsohne Kenntnis von den gegen sie erhobenen Vorwürfen. Sie wur-

de hierzu im Rahmen der Administrativuntersuchung befragt, erhielt Ein-

sicht in die Befragungsprotokolle und konnte zum Entwurf des Untersu-

chungsberichts Stellung nehmen. Auch im Verfahren vor der Entlas-

sungskommission konnte sie sich – in Kenntnis der Endversion des Ad-

ministrativuntersuchungsberichts – nochmals schriftlich und mündlich zur 

Sache äussern. Es kann deshalb nicht ernsthaft behauptet werden, der 

Beschwerdeführerin sei der der Kündigung zugrundeliegende Sachver-

halt nicht bekannt gewesen. Wenn die Beschwerdeführerin die Ansicht 

vertritt, die Vorinstanz hätte ihr im Einzelnen mitteilen müssen, welche 

Schilderungen von konkreten Vorfällen der in der Administrativuntersu-

A-4744/2019 

Seite 26 

chung befragten Personen als erwiesen angesehen würden und welche 

nicht, so verlangt sie damit eine Anhörung zur Beweiswürdigung. Ein sol-

cher Anspruch besteht jedoch nicht (vgl. vorstehend E. 6.1.3). Wie sich 

aus dem Entlassungsantrag, dem Administrativuntersuchungsbericht und 

der Empfehlung der Entlassungskommission ergibt, sollte der Beschwer-

deführerin nicht wegen bestimmter Einzelvorfälle gekündigt werden, son-

dern aufgrund festgestellter grundsätzlicher Mängel im Führungsverhal-

ten. Diese Verhaltensmängel sowie die zugrundeliegenden Beweismittel 

– insbesondere die Befragungsprotokolle – wurden der Beschwerdeführe-

rin im Vorfeld der Kündigung offengelegt, so dass sie ihr Äusserungsrecht 

in ausreichender Kenntnis des Sachverhalts wahrnehmen konnte. Eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.  

6.2  

6.2.1 Eine weitere Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt die Be-

schwerdeführerin darin, dass sie zum verfügten Entzug des Professoren-

titels nicht angehört worden sei. Trotz fehlendem Antrag der ETHZ habe 

ihr die Vorinstanz nicht angekündigt, dass sie beabsichtige, ihr den Pro-

fessorentitel zu entziehen. Dadurch sei ihr die Möglichkeit verwehrt wor-

den, hierzu Anträge zu stellen. Die Vorinstanz habe den Entzug nicht nur 

mit dem fehlenden Antrag begründet, sondern auch mit den Kündigungs-

gründen. Damit habe die Vorinstanz entgegen ihren Vorbringen nicht eine 

reine Rechtsanwendung vorgenommen, sondern aufgrund der Sachlage 

des Falles die Weiterführung des Titels nicht erlauben wollen.  

6.2.2 Die Vorinstanz führt hierzu aus, der Verlust des Professorentitels sei 

eine Rechtsfolge der Vertragsbeendigung. Ein "Entzug" des Professoren-

titels in Form einer Rechtshandlung finde somit nicht statt. Gemäss 

Art. 15 Professorenverordnung ETH könne sie nur auf Antrag des Präsi-

denten der ETHZ die Weiterführung des Professorentitels gestatten. Ein 

solcher Antrag habe nicht vorgelegen. Dass sich die Beschwerdeführerin 

zu dieser Rechtsfolge nicht geäussert habe, habe sie selbst zu verant-

worten und stelle keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. In der an-

gefochtenen Verfügung sei lediglich die gesetzliche Rechtsfolge der Ver-

tragsbeendigung bestätigt worden. Zu Fragen der Rechtsanwendung ge-

be es jedoch keinen Anspruch auf vorgängige Anhörung.  

6.2.3 In Dispositiv-Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung hielt die 

Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführerin die Weiterführung des Ti-

tels einer Professorin der ETHZ nach Ablauf der gesetzlichen Kündi-

A-4744/2019 

Seite 27 

gungsfrist nicht gestattet sei. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdefüh-

rerin von der Vorinstanz nicht vorgängig darüber orientiert wurde. Die Be-

schwerdeführerin wurde jedoch darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Ab-

sicht bestehe, das Arbeitsverhältnis mit ihr zu beenden. Bei einer Beendi-

gung des Arbeitsverhältnisses eines Professors oder einer Professorin 

der ETH stellt sich zwangsläufig die Frage, ob der ETH-Professorentitel 

auch nach dem Ausscheiden weitergeführt werden darf oder nicht. Die 

Professorenverordnung ETH sieht im 3. Abschnitt unter dem Titel "Ent-

stehung, Änderung und Aufhebung des Arbeitsverhältnisses" in Art. 15 

diesbezüglich explizit eine Regelung vor. Danach bestimmt die Vorinstanz 

auf Antrag des Präsidenten oder der Präsidentin der ETH im Einzelfall, ob 

aus der ETH ausscheidende ordentliche oder ausserordentliche Profes-

sorinnen und Professoren den ETH-Professorentitel weiterführen dürfen. 

Voraussetzung für die Weiterführung des Titels ist eine mindestens sechs 

Jahre dauernde Tätigkeit an der ETH. Besteht ein Interesse der ETH, so 

kann die Vorinstanz von dieser Regel abweichen. Nach Art. 15 Professo-

renverordnung ETH ist eine Weiterführung des ETH-Professorentitels 

nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses somit im Grundsatz nicht ge-

stattet. Nur auf entsprechenden Antrag des Präsidenten oder der Präsi-

dentin der ETH kann die Weiterführung des Titels durch die Vorinstanz er-

laubt werden. Betreffend die Beschwerdeführerin wurde vom Präsidenten 

der ETHZ kein Antrag auf Weiterführung des ETH-Professorentitels bei 

der Vorinstanz gestellt. Die Vorinstanz hat insofern keinen "Entzug" des 

Professorentitels verfügt, sondern lediglich im Sinne einer Feststellung 

festgehalten, was auch ohne Anordnung von Gesetzes wegen gegolten 

hätte. Für die Beschwerdeführerin war somit einerseits voraussehbar, 

dass sich bei einer Kündigung auch die Frage der Weiterführung des Pro-

fessorentitels stellen wird, und andererseits, dass ihr die Weiterführung 

des Titels aufgrund des fehlenden Antrags des Präsidenten der ETHZ 

nicht gestattet sein würde. Ist der Inhalt einer Anordnung – wie hier – 

voraussehbar, so besteht aber keine Pflicht zur vorgängigen Orientierung 

(vgl. vorstehend E. 6.1.3). Dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 

nicht vor Erlass der angefochtenen Verfügung über den Verlust des ETH-

Professorentitels informierte, stellt somit keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs dar. Die Vorinstanz hat in ihrer Begründung zwar nicht nur den 

fehlenden Antrag auf Weiterführung des ETH-Professorentitels erwähnt, 

sondern auch ausgeführt, eine Weiterführung des ETH-Professorentitels 

falle angesichts der Gründe, die zur Kündigung geführt hätten, a priori 

ausser Betracht (vgl. angefochtene Verfügung E. II.7). Gemäss dem zu-

vor Ausgeführten und den Vorbringen der Vorinstanz im vorliegenden Be-

A-4744/2019 

Seite 28 

schwerdeverfahren hat sie damit aber lediglich zum Ausdruck gebracht, 

dass ein Antrag auf Weiterführung ohnehin abzuweisen gewesen wäre.  

7.  

Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Die Behörde 

stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich hierfür der 

erforderlichen Beweismittel (Art. 12 VwVG). Die Vorinstanz hat demzufol-

ge für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Vorliegend wurde hierfür eine Administrativun-

tersuchung durchgeführt, auf deren Schlussbericht und Akten die 

Vorinstanz ihre Beurteilung hauptsächlich stützt. Die Beschwerdeführerin 

übt in verschiedener Hinsicht Kritik an der durchgeführten Administra-

tivuntersuchung, erachtet den darin festgestellten Sachverhalt als unrich-

tig und unvollständig und möchte deshalb die Ergebnisse der Administra-

tivuntersuchung nicht gegen sich gelten lassen. Darauf ist nachfolgend 

näher einzugehen, wobei zunächst die formellen Einwände gegen die 

Sachverhaltsabklärung in der Administrativuntersuchung (E. 7.1–7.6) und 

alsdann die Feststellungen zum Fehlverhalten der Beschwerdeführerin 

inhaltlich zu überprüfen sind (E. 8).  

7.1  

7.1.1 Zunächst macht die Beschwerdeführerin geltend, es hätte an Stelle 

der Administrativ- eine Disziplinaruntersuchung durchgeführt werden 

müssen. Die Untersuchung habe sich einzig gegen sie gerichtet. Ihr Ver-

halten sei der einzige Untersuchungsgegenstand gewesen. Die weiteren 

Themen gemäss Untersuchungsauftrag (anderes Fehlverhalten, Rolle der 

Personalabteilung und weiterer Stellen, Verletzung von Compliance-

Vorschriften) seien nicht untersucht worden.  

7.1.2 Die Vorinstanz wies diese Rüge in der angefochtenen Verfügung 

(E. II.2.2.2.a und b) zurück. Gemäss Beschluss der Schulleitung der 

ETHZ habe sich die Untersuchung nicht gegen die Beschwerdeführerin 

gerichtet, sondern der Abklärung verwaltungsinterner Vorgänge gedient. 

Dass die Beschwerdeführerin im Zentrum dieser Vorgänge gestanden 

habe, mache das Vorgehen nicht rechtswidrig. Administrativuntersuchun-

gen seien in Art. 58 PVO-ETH als mögliches Instrument für die Abklärung, 

ob arbeitsrechtliche Pflichten verletzt worden seien, ausdrücklich und an 

erster Stelle im Kapitel 5a vorgesehen. Zudem zeige die jüngere Praxis 

und Lehre, dass im Rahmen einer Administrativuntersuchung auch das 

disziplinarische Verhalten einzelner Personen sowie Verantwortlichkeiten 

A-4744/2019 

Seite 29 

abgeklärt werden könnten und eine strikte Unterscheidung zwischen Ad-

ministrativ- und anderen Verfahren überholt sei. Die Administrativuntersu-

chung sei somit geeignet gewesen, den für personalrechtliche Massnah-

men relevanten Sachverhalt abzuklären.  

7.1.3 Vorliegend wurde gestützt auf Art. 58 PVO-ETH i.V.m. Art. 36 Pro-

fessorenverordnung ETH die Durchführung einer Administrativuntersu-

chung angeordnet, welche sich gemäss Art. 58 PVO-ETH nach den Arti-

keln 27a ff. der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung 

vom 25. November 1998 (RVOV, SR 172.010.1) richtet. Mit einer Admi-

nistrativuntersuchung soll abgeklärt werden, ob ein Sachverhalt vorliegt, 

der im öffentlichen Interesse ein Einschreiten von Amtes wegen erfordert 

(Art. 58 PVO-ETH sowie Art. 27a Abs. 1 RVOV). Bei einer Disziplinarun-

tersuchung geht es hingegen darum, abzuklären, ob eine Person durch 

Verletzung ihrer arbeitsrechtlichen Pflichten den geordneten Aufgaben-

vollzug einer Verwaltungseinheit stört und deshalb gegen die entspre-

chende Person gerichtete Disziplinarmassnahmen getroffen werden müs-

sen (Art. 25 BPG und Art. 99 Abs. 1 der Bundespersonalverordnung vom 

3. Juli 2001 [BPV, SR 172.220.111.3]; Administrativ- und Disziplinarunter-

suchungen in der Bundesverwaltung, Bericht der Parlamentarischen Ver-

waltungskontrolle zuhanden der Geschäftsprüfungskommission des Nati-

onalrates vom 17. Juni 2019 [nachfolgend: Bericht Administrativ- und Dis-

ziplinaruntersuchungen in der Bundesverwaltung], BBl 2020 1681, 1694). 

Im Unterschied zur Disziplinaruntersuchung richtet sich die Administra-

tivuntersuchung nicht gegen eine bestimmte Person (Art. 27a Abs. 2 

RVOV; UHLMANN/BUKOVAC, Administrativ- und Disziplinaruntersuchungen 

in der Bundesverwaltung, in: ZBl 121/2020 S. 351, 353). Allerdings kön-

nen die Ergebnisse einer Administrativuntersuchung Anlass für die Einlei-

tung anderer, insbesondere personalrechtlicher Verfahren oder Mass-

nahmen geben (Art. 27j Abs. 5 RVOV; PETER HELBLING, in: Port-

mann/Uhlmann [Hrsg.], Handkommentar zum Bundespersonalgesetz 

BPG [nachfolgend: Handkommentar BPG], 2013, Art. 25 N 41). Eine be-

sondere Schwierigkeit bei der Wahl und Anordnung einer Untersuchung 

liegt darin, dass eine trennscharfe Abgrenzung des Untersuchungsge-

genstandes von Disziplinar- und Administrativuntersuchungen oft nicht 

möglich ist. Die auf Tradition beruhende Differenzierung zwischen Admi-

nistrativ- und Disziplinaruntersuchung entspricht nicht der Rechtswirklich-

keit. Sehr oft geht es bei Administrativuntersuchungen nicht um die reine 

Abklärung von allgemeinen oder organisatorischen Sachverhalten, son-

dern auch um die Klärung, wer für Missstände und Fehlverhalten verant-

wortlich ist. Auch in Administrativuntersuchungen ist das disziplinarische 

A-4744/2019 

Seite 30 

und/oder strafrechtliche Verhalten einzelner Personen der Verwaltung 

und deren Haftung und Verantwortlichkeit zu klären (vgl. Urteile des 

BVGer A-6908/2017 und A-7102/2017 vom 27. August 2019 E. 5.8.1 so-

wie A-8073/2015 vom 13. Juli 2016 E. 5.2.3; BERNHARD RÜDY, Administ-

rativuntersuchung und ihre dienstrechtlichen Konsequenzen, in: Schwei-

zerische Vereinigung für Verwaltungsorganisationsrecht [SVVOR], Ver-

waltungsorganisationsrecht – Staatshaftungsrecht – öffentliches Dienst-

recht, Jahrbuch 2012, S. 120 m. H.; UHLMANN/BUKOVAC, a.a.O., S. 357).  

7.1.4 Die Administrativuntersuchung wurde insbesondere deshalb ange-

ordnet, weil die Vorinstanz zum Schluss kam, dass die in den Testimoni-

als gegenüber der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfe schwerwie-

gend seien und der näheren Abklärung bedürften. Im Zentrum der Unter-

suchung stand denn auch die Überprüfung des Verdachts eines arbeits-

rechtlichen Fehlverhaltens der Beschwerdeführerin. Diesbezüglich richte-

te sich die Untersuchung klarerweise gegen die Beschwerdeführerin. Da-

bei standen bereits zu Beginn der Untersuchung personalrechtliche Mas-

snahmen bis hin zu einer Kündigung im Raum, hatte doch die Ombuds-

stelle bei der Vorinstanz gestützt auf die Testimonials schon im Vorfeld 

der Untersuchung die Entlassung der Beschwerdeführerin gefordert. Für 

die Abklärungen zum möglichen Fehlverhalten der Beschwerdeführerin 

wäre daher grundsätzlich die Einleitung einer Disziplinaruntersuchung 

angezeigt gewesen. Gegenstand der durchgeführten Untersuchung bilde-

te gemäss Beschluss der Schulleitung der ETHZ vom 24. Oktober 2017 

jedoch nicht nur das Verhalten der Beschwerdeführerin, sondern auch die 

Abklärung von Hinweisen auf anderes Fehlverhalten oder Unregelmäs-

sigkeiten im ehemaligen Institut für Astronomie oder damit zusammen-

hängend im D-PHYS, die Rolle der Personalabteilung und gegebenen-

falls weiterer Stellen und/oder Gremien hinsichtlich des Umstandes, dass 

mutmassliche frühere Hinweise auf allfälliges unkorrektes Führungsver-

halten der Beschwerdeführerin nicht über die Organisationseinheit D-

PHYS hinaus eskalieren konnten, allfällige Hinweise auf Verstösse gegen 

Compliance-Vorschriften und die anwendbaren regulatorischen und ge-

setzlichen Bestimmungen sowie schliesslich das Aufzeigen von Verbes-

serungsmöglichkeiten in Bezug auf Organisation, Prozesse und Regula-

rien (vgl. hierzu vorstehend Sachverhalt Bst. F). Diesbezüglich richtete 

sich die Untersuchung nicht gegen eine bestimmte Person, sondern dien-

te der Abklärung eines Sachverhalts und interner Vorgänge. Hierfür war 

die Anordnung einer Administrativuntersuchung durchaus angezeigt. Ent-

gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sind diese Aspekte auch tat-

sächlich untersucht worden. So enthält der Administrativuntersuchungs-

A-4744/2019 

Seite 31 

bericht Feststellungen zum Verhalten von Professoren, der Ombudsstelle 

und der Personalabteilung (vgl. Rz. 174 ff. des Berichts) sowie Empfeh-

lungen hinsichtlich Organisation und Prozessen (Rz. 195 ff. des Berichts). 

Es kann deshalb nicht behauptet werden, die Untersuchung habe einzig 

das Verhalten der Beschwerdeführerin zum Gegenstand gehabt.  

In Anbetracht dessen, dass es sich um einen einheitlichen Sachverhalts-

komplex handelt und es bei zwei parallel geführten Untersuchungen 

zwangsläufig zu Doppelspurigkeiten und Überschneidungen gekommen 

wäre, ist nicht zu beanstanden, dass die Abklärung sämtlicher Aspekte in 

einer einzigen (administrativen) Untersuchung angeordnet wurde. Wie 

erwähnt kann auch in einer solchen Untersuchung das (disziplinarische) 

Verhalten einzelner Personen abgeklärt werden. Vorliegend kommt hinzu, 

dass die PVO-ETH in Kapitel 5a unter dem Titel "Verletzung arbeitsrecht-

licher Pflichten" sowohl die Administrativ- als auch die Disziplinaruntersu-

chung explizit anführt (Art. 58 und Art. 58a PVO-ETH). Entsprechend 

konnten in der Administrativuntersuchung auch die möglichen arbeits-

rechtlichen Pflichtverletzungen der Beschwerdeführerin untersucht wer-

den.  

Die Rüge der Beschwerdeführerin erweist sich demnach als unbegründet.  

7.2  

7.2.1 Die Beschwerdeführerin äussert sodann Zweifel an der Unabhän-

gigkeit und Unbefangenheit des Untersuchungsführers. Dieser habe sei-

ne Kontakte mit der ETHZ und der Vorinstanz nicht offengelegt. Er habe 

die Untersuchung bewusst einseitig zu ihrem Nachteil geführt. Der Unter-

suchungsführer habe zusätzliche Erhebungen ohne Begründung abge-

lehnt, Suggestivfragen gestellt und die Glaubwürdigkeit von Aussagen 

nicht überprüft. Es sei ihm nur darum gegangen, die Aussagen der Testi-

monialverfasser möglichst ohne kritische Nachfragen zu erhalten. Dies 

zeige die Beantwortung der Fragen der Entlassungskommission durch 

den Untersuchungsführer. Ein Anwalt, der von der ETHZ mandatiert und 

bezahlt worden sei, könne nicht als unabhängig gelten. Dieser habe ein 

Interesse an weiteren Aufträgen. 

7.2.2 Die Vorinstanz erachtet die Vorbringen als unzutreffend. Die Unter-

suchung sei von einer externen und unabhängigen Person, zu welcher 

die Vorinstanz keinen Kontakt gehabt habe, durchgeführt worden. Dafür, 

dass der Untersuchungsführer den Sachverhalt bewusst nicht abschlies-

A-4744/2019 

Seite 32 

send geklärt habe, würden sich keine Hinweise finden lassen. Die Fragen 

der Entlassungskommission habe der Untersuchungsführer schlüssig be-

antwortet.  

7.2.3 Die Beschwerdeführerin vermag ihre Behauptungen nicht zu sub-

stanziieren. Diese bleiben rein spekulativ. Auch aus den Akten ergeben 

sich keine Anhaltspunkte für die Befangenheit des Untersuchungsführers 

oder dafür, dass dieser absichtlich eine ungenügende bzw. auf ein be-

stimmtes Ergebnis gerichtete Administrativuntersuchung durchgeführt 

hätte. Der Untersuchungsführer wurde von der ETHZ als externe Person 

mit der Durchführung der Untersuchung beauftragt. Allein aus diesem 

Auftragsverhältnis kann noch keine die Ergebnisse der Administrativun-

tersuchung in Frage stellende Abhängigkeit oder Befangenheit abgeleitet 

werden, andernfalls es gar nie möglich wäre, eine externe Person mit der 

Durchführung einer Administrativuntersuchung zu beauftragen. Gewisse 

Kontakte zwischen der ETHZ als Auftraggeberin und dem Untersu-

chungsführer als Auftragsnehmer waren sodann zwingend erforderlich, 

damit der Untersuchungsführer seinen Auftrag überhaupt erfüllen konnte. 

Gegenüber der Entlassungskommission gab der Untersuchungsführer in 

seinem Schreiben vom 21. Januar 2019 an, abgesehen vom Auftrags-

schreiben keine weiteren Instruktionen zur Durchführung der Untersu-

chung erhalten zu haben. Kontakte mit der Vorinstanz vermag die Be-

schwerdeführerin nicht darzulegen und werden von dieser zudem in Ab-

rede gestellt. Dass die Untersuchung möglicherweise etwas einseitig zum 

Nachteil der Beschwerdeführerin geführt wurde, wie dies die Entlas-

sungskommission feststellte, vermag ebenso wenig den Anschein der Be-

fangenheit zu belegen wie die gestellten Fragen des Untersuchungsfüh-

rers, selbst wenn diese vereinzelt als suggestiv anzusehen wären (vgl. 

allgemein zur Befangenheit vorstehend E. 4.3 und zum Vorwurf der sug-

gestiven Fragestellung nachfolgend E. 7.7). Von einer Befangenheit ging 

denn auch die Entlassungskommission nicht aus und erachtete die Fest-

stellungen des Untersuchungsführers trotz ihrer Kritik im Kern als zutref-

fend. Nebst der Beschwerdeführerin wurden im Rahmen der Administra-

tivuntersuchung 35 Drittpersonen befragt, wovon vier Personen auf An-

trag der Beschwerdeführerin einvernommen wurden. Des Weiteren stützt 

sich der Schlussbericht auf die von den befragten Personen, der ETHZ 

und der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen. Der Untersu-

chungsführer erachtete den Sachverhalt dadurch als genügend abgeklärt, 

weshalb er auf weitere Beweiserhebungen verzichtete. Dies führte er im 

Schlussbericht (Rz. 182 ff.) auch entsprechend aus. Seine dortigen Aus-

führungen sind nicht zu beanstanden, was auch die Vorinstanz in der an-

A-4744/2019 

Seite 33 

gefochtenen Verfügung (E. II.2.2.3.k) zutreffend feststellte. Es kann ent-

sprechend darauf verwiesen werden. Es ist insofern unzutreffend, dass 

der Untersuchungsführer zusätzliche Erhebungen ohne Begründung ab-

gelehnt hätte. Inwiefern sich aus der Beantwortung der Fragen der Ent-

lassungskommission durch den Untersuchungsführer dessen Befangen-

heit ergeben soll, ist schliesslich nicht ersichtlich. Die Antworten des Un-

tersuchungsführers zu den Fragen der Entlassungskommission stimmen 

mit seinen Ausführungen im Schlussbericht überein, wonach er weitere 

Beweiserhebungen für obsolet bzw. irrelevant hielt. Die Person des Be-

schwerdeführers vermag insofern keinen Grund darzustellen, um nicht 

auf die Sachverhaltsfeststellungen in der Administrativuntersuchung ab-

zustellen.  

7.3  

7.3.1 Ebenfalls rügt die Beschwerdeführerin die Auswahl der befragten 

Personen als einseitig. Es seien keine damals bei ihr tätigen Personen 

befragt worden.  

7.3.2 In der angefochtenen Verfügung (E. II.2.2.3.f) verneinte die 

Vorinstanz eine einseitige Auswahl. Von den insgesamt 18 Doktorieren-

den, die seit 2002 für die Beschwerdeführerin gearbeitet hätten, seien alle 

angefragt worden, ob sie zur Aussage bereit seien. In der Folge seien 

diejenigen 13 Personen befragt worden, die sich zur Aussage bereit er-

klärt hätten und nicht bloss für eine kurze Zeit in der Forschungsgruppe 

der Beschwerdeführerin tätig gewesen seien. Zudem seien fünf Postdok-

torierende befragt worden. Es wäre der Beschwerdeführerin offen ge-

standen, einen Antrag auf Befragung der verbleibenden fünf Doktorieren-

den und weiterer Postdoktorierenden zu stellen. Dies habe sie nicht ge-

tan, weshalb sie mit ihrer Rüge nicht mehr zu hören sei.  

7.3.3 Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den Erwägungen der 

Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung nicht substanziiert auseinan-

der, weshalb sich weitere Ausführungen hierzu grundsätzlich erübrigen 

(vgl. vorstehend E. 1.4). Ergänzend kann dennoch festgehalten werden, 

dass in der Administrativuntersuchung nebst der Beschwerdeführerin 35 

Drittpersonen einvernommen wurden, wovon vier Personen auf Antrag 

der Beschwerdeführerin. Der Untersuchungsführer befragte 13 Doktorie-

rende der Beschwerdeführerin, sieben weitere Doktorierende oder Post-

doktorierende des ehemaligen Instituts für Astronomie, neun Professorin-

nen und Professoren sowie Senior Scientists, drei administrative Mitarbei-

A-4744/2019 

Seite 34 

tende sowie drei weitere Personen aus dem Bereich Personal und Con-

trolling. Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer einseitigen Auswahl 

der befragten Personen gesprochen werden. Es wurden Personen ver-

schiedener Hierarchiestufen, welche zu unterschiedlichen Zeiten für oder 

mit der Beschwerdeführerin gearbeitet haben, befragt. Die Aussagen die-

ser Personen sind nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts grund-

sätzlich geeignet, ein ausgewogenes und aussagekräftiges Gesamtbild 

des Verhaltens und des Führungsstils der Beschwerdeführerin zu zeich-

nen. Dass bei der Auswahl der Befragten die Doktorierenden der Be-

schwerdeführerin im Vordergrund standen, erscheint sachgerecht, waren 

doch vor allem diese aufgrund ihres Subordinationsverhältnisses vom 

Verhalten und Führungsstil der Beschwerdeführerin betroffen. Zudem 

wurden die abzuklärenden Vorwürfe insbesondere von diesen erhoben. 

Die Auswahl der befragten Personen stellt somit keinen Grund dar, der 

die Ergebnisse der Administrativuntersuchung in Frage stellen könnte.  

7.4  

7.4.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt alsdann den Umstand, dass 

keine der befragten Personen auf ihre Wahrheitspflicht hingewiesen wor-

den sei, obwohl ein solcher Hinweis hätte erfolgen müssen.  

7.4.2 Nach Ansicht der Vorinstanz sei eine Belehrung über die Wahr-

heitspflicht hingegen nicht erforderlich gewesen. Die befragten Personen 

seien nicht als Zeugen einvernommen worden, da in einer Administra-

tivuntersuchung keine Zeugeneinvernahmen stattfinden würden. 

7.4.3 Den Befragungsprotokollen lässt sich entnehmen, dass die befrag-

ten Personen korrekterweise als Auskunftspersonen einvernommen wur-

den, denn in einer Administrativuntersuchung finden gemäss Art. 27g 

Abs. 1 RVOV keine Zeugeneinvernahmen statt. Im Gegensatz zu Zeugen 

unterliegen Auskunftspersonen nicht der unter Strafandrohung stehenden 

Pflicht zur wahrheitsgemässen Aussage. Art. 307 des Schweizerischen 

Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0), welcher 

die Falschaussage in einem gerichtlichen Verfahren unter Strafe stellt, 

findet auf Auskunftspersonen keine Anwendung. Sie können deshalb 

auch nicht zur wahrheitsgemässen Aussage angehalten werden (KRAUS-

KOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 12 N 116 

und 125; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl. 

2021, Rz. 746). Aus dem Umstand, dass die Befragten nicht zur wahr-

A-4744/2019 

Seite 35 

heitsgemässen Aussage angehalten wurden, vermag die Beschwerdefüh-

rerin somit nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.   

7.5  

7.5.1 Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, da es sich um 

eine verkappte Disziplinaruntersuchung gehandelt habe, hätten die Re-

geln über die Disziplinaruntersuchung angewendet werden müssen. So 

sei die Verjährungsregel gemäss Art. 58a Abs. 5 PVO-ETH zu beachten. 

Disziplinarfehler, die mehr als drei Jahre zurücklägen, dürften nicht mehr 

berücksichtigt werden und könnten keinen Kündigungsgrund darstellen. 

Eine Arbeitgeberin, die Arbeitnehmende trotz eines Disziplinarfehlers 

mehr als drei Jahre weiterbeschäftige, bekunde damit, dass der Fehler 

die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht unzumutbar gemacht ha-

be.  

7.5.2 Die Vorinstanz vertritt hingegen den Standpunkt, eine Kündigung 

stelle keine Disziplinarmassnahme dar, weshalb die Verjährungsregel 

nach Art. 58a Abs. 5 PVO-ETH vorliegend nicht zur Anwendung gelange. 

Das Arbeitsverhältnis könne auch noch gekündigt werden, wenn die der 

Kündigung zugrundeliegenden Pflichtverletzungen disziplinarrechtlich 

verjährt seien (vgl. angefochtene Verfügung E. II.5).  

7.5.3 Gemäss Art. 58a Abs. 5 PVO-ETH können nach Ablauf eines Jah-

res nach Entdeckung der Verletzung der arbeitsrechtlichen Pflichten, spä-

testens jedoch drei Jahre nach der letzten Pflichtverletzung, keine Diszip-

linarmassnahmen mehr angeordnet werden. Eine Kündigung stellt jedoch 

keine Disziplinarmassnahme dar (vgl. zu den Disziplinarmassnahmen 

Art. 58a Abs. 3 PVO-ETH). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist die 

disziplinarrechtliche Verjährungsregel deshalb bei einer Kündigung nicht 

anwendbar. Diese kann auch noch ausgesprochen werden, wenn die ihr 

zugrundeliegenden Pflichtverletzungen disziplinarrechtlich verjährt sind 

(PETER HELBLING, a.a.O., Art. 25 N 79 und 85). Vorliegend ist zudem zu 

beachten, dass die Kündigung nicht wegen bestimmter Einzelvorfälle 

ausgesprochen wurde, sondern aufgrund über Jahre andauernder Män-

gel im Führungsverhalten. Da bei Dauerpflichtverletzungen die diszipli-

narrechtliche Verjährungsfrist erst mit der letzten Pflichtverletzung zu lau-

fen beginnt (vgl. Eidgenössisches Personalamt EPA, Kommentar zur 

BPV, Art. 100; abrufbar im Intranet der Bundesverwaltung, abgerufen am 

8. März 2022), waren die der Beschwerdeführerin vorgeworfenen Pflicht-

A-4744/2019 

Seite 36 

verletzungen im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 

wohl auch disziplinarrechtlich noch gar nicht verjährt.  

7.6  

7.6.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich alsdann auf den Standpunkt, es 

hätte ihr in der Administrativuntersuchung die gleiche Rechtsstellung ein-

geräumt werden müssen wie in einer Disziplinaruntersuchung. In einer 

Disziplinaruntersuchung hätte sie das Recht gehabt, bei Befragungen 

anwesend zu sein. Dasselbe gelte zudem auch in einer personenbezo-

genen Administrativuntersuchung. Dieses Recht sei ihr nicht gewährt 

worden. Die korrekte Einräumung der Teilnahmerechte sei entscheidend 

für die Verwertbarkeit der fraglichen Verfahrenshandlungen. Für einen 

Verzicht auf die Konfrontationen sei kein sachlicher Grund ersichtlich. Die 

fehlende Konfrontation habe es ihr verunmöglicht, Ergänzungsfragen zu 

stellen und auf Widersprüche und Falschaussagen aufmerksam zu ma-

chen. Zudem sei der Untersuchungsführer nicht bereit gewesen, weitere 

Fragen an die befragten Personen zu stellen, obwohl sie dies verlangt 

habe. Die durchgeführten Befragungen seien daher zu wiederholen.  

7.6.2 Die Vorinstanz erachtet die Rüge als unbegründet und schliesst auf 

Abweisung des Beweisantrages. Die Befragungen im Rahmen einer Ad-

ministrativuntersuchung seien keine Zeugeneinvernahmen, weshalb die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch gehabt habe, diesen beizuwohnen. 

Selbst im Rahmen einer Disziplinaruntersuchung bestehe kein absoluter 

Anspruch auf Teilnahme an den Befragungen. Das Teilnahmerecht könne 

vielmehr eingeschränkt werden, wenn wesentliche öffentliche oder private 

Interessen vorgingen. Wenn selbst in einer Disziplinaruntersuchung kein 

umfassendes Teilnahmerecht bestehe, müsse dies umso mehr für eine 

Administrativuntersuchung gelten, bei der keine Teilnahmerechte vorge-

sehen seien. Die Beschwerdeführerin habe zwar nicht an den Befragun-

gen teilnehmen dürfen, es seien ihr aber sämtliche Befragungsprotokolle 

übergeben worden. Sie habe dazu Stellung nehmen und Gegenbeweise 

anbieten sowie konkrete Ergänzungsfragen stellen dürfen. Damit seien 

ihre Mitwirkungsrechte gewahrt worden.  

7.6.3 Es wurde bereits ausgeführt, dass die Abklärung möglicher arbeits-

rechtlicher Pflichtverletzungen der Beschwerdeführerin in einer Administ-

rativuntersuchung nicht zu beanstanden ist (vgl. vorstehend E. 7.1). Folg-

lich ist irrelevant, welche Rechte der Beschwerdeführerin in einer Diszip-

linaruntersuchung zugestanden hätten. Gegenüber der Beschwerdeführe-

A-4744/2019 

Seite 37 

rin wurde denn auch keine Disziplinarmassnahme ausgesprochen, son-

dern die Kündigung. Zu klären gilt es somit, ob die Beschwerdeführerin in 

der Administrativuntersuchung einen Anspruch auf Teilnahme an den 

durchgeführten Befragungen gehabt hätte.  

7.6.4 Die Administrativuntersuchung ist in den Art. 27a ff. RVOV geregelt. 

Anders als ein Verwaltungsverfahren nach Art. 1 Abs. 1 VwVG wird sie 

nicht durch eine anfechtbare Verfügung, sondern einen Bericht abge-

schlossen. Darin legt das Untersuchungsorgan der anordnenden Stelle 

den Ablauf sowie die Ergebnisse der Untersuchung dar und präsentiert 

Vorschläge für das weitere Vorgehen (Art. 27j Abs. 1 und 2 RVOV). Der 

abgeschlossenen Administrativuntersuchung kommt keine direkte rechtli-

che Wirkung zu. Es erfolgt keine autoritative Feststellung, Begründung 

oder Aufhebung von Rechten und Pflichten für die Betroffenen, selbst 

wenn diese mit Aussagen im Bericht belastet werden (BGE 129 I 249 

E. 2; Urteile des BVGer A-2191/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 4.6.2 und 

A-6805/2009 vom 9. September 2010 E. 2.3.1). Die Administrativuntersu-

chung ist somit kein eigentliches Verwaltungsverfahren, weshalb das 

VwVG auch nicht direkt zur Anwendung gelangt (Urteil des BVGer 

A-2191/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 4.6.2 und 4.6.3; WEISSENBER-

GER/HIRZEL, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 14 N 53; Bericht Administra-

tiv- und Disziplinaruntersuchungen in der Bundesverwaltung, BBl 2020 

1681, 1693 und 1706; UHLMANN/BUKOVAC, a.a.O., S. 359). Die Durchfüh-

rung ist denn auch spezifisch geregelt, lehnt sich aber an das VwVG an 

(vgl. Urteile des BVGer A-6908/2017 und A-7102/2017 vom 27. August 

2017 E. 5.3.2 sowie A-8073/2015 vom 13. Juli 2016 E. 5.2.2). So bedient 

sich das Untersuchungsorgan zur Feststellung des Sachverhalts der Be-

weismittel nach Art. 12 VwVG, wobei in der Administrativuntersuchung je-

doch keine Zeugeneinvernahme stattfindet (Art. 27g Abs. 1 RVOV). Zu 

den Beweismitteln nach Art. 12 VwVG gehören nebst Urkunden u.a. auch 

Auskünfte von Parteien oder Drittpersonen. Was die Mitwirkungsrechte 

anbelangt, so bestimmt Art. 27g Abs. 4 RVOV mit Verweis auf Art. 26–28 

VwVG, dass die in die Administrativuntersuchung einbezogenen Behör-

den und Personen Gelegenheit haben, alle Akten, die sie betreffen, ein-

zusehen und dazu Stellung zu nehmen. Zudem haben sie Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Art. 27g Abs. 1 RVOV mit Verweis auf Art. 29–33 

VwVG).  

7.6.5 Nach Art. 18 Abs. 1 VwVG haben die Parteien grundsätzlich An-

spruch darauf, den Zeugeneinvernahmen beizuwohnen und Ergänzungs-

fragen zu stellen. Wie erwähnt finden in der Administrativuntersuchung 

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Seite 38 

keine Zeugeneinvernahmen statt (Art. 27g Abs. 1 RVOV). Die Berufung 

der Vorinstanz alleine auf diesen Umstand zur Verneinung der Teilnahme-

rechte greift jedoch zu kurz. Nach der Rechtsprechung und einhelliger 

Lehre gilt der beim Zeugenbeweis zu beachtende Art. 18 VwVG nämlich 

sinngemäss auch für die Befragung von Auskunftspersonen. Demnach 

sind auch Einvernahmen von Auskunftspersonen – als solche wurden die 

Personen in der Administrativuntersuchung befragt (vgl. vorstehend 

E. 7.4.3) – grundsätzlich in Anwesenheit der Parteien durchzuführen und 

steht diesen das Recht zu, Ergänzungsfragen zu stellen (BGE 130 II 169 

E. 2.3.5; Urteil des BGer 1C_179/2014 vom 2. September 2014 E. 3.5.1; 

Urteil des BVGer A-662/2017 vom 31. August 2017 E. 4.2.2; WALD-

MANN/OESCHGER, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 18 N 10 und 28; AU-

ER/BINDER, in: Kommentar VwVG, Art. 12 N 45; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 

2013, Rz. 472; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., Rz. 750). Es ist jedoch zu 

beachten, dass sich eine Administrativuntersuchung nicht gegen eine be-

stimmte Person richtet (Art. 27a Abs. 2 RVOV sowie vorstehend E. 7.1.3), 

nicht mit einer Verfügung abgeschlossen wird und kein Verwaltungsver-

fahren darstellt, weshalb das VwVG nicht direkt zur Anwendung gelangt 

(vgl. vorstehend E. 7.6.4). In einer Administrativuntersuchung gibt es folg-

lich keine Parteien. Die in die Untersuchung einbezogenen Personen ha-

ben die Stellung von Auskunftspersonen. Sie können deshalb auch keine 

Parteirechte geltend machen (BGE 129 I 249 E. 5.4; Urteil des BGer 

1A.137/2004 vom 25. Juni 2004 E. 1; UHLMANN/BUKOVAC, a.a.O., S. 360; 

Bericht Administrativ- und Disziplinaruntersuchungen in der Bundesver-

waltung, BBl 2020 1681, 1706). Mangels Parteistellung kamen der Be-

schwerdeführerin in der Administrativuntersuchung somit keine Partei-

rechte zu. Ihre Rechtsstellung richtete sich nach den Bestimmungen der 

RVOV. Diese sehen für in die Untersuchung einbezogene Personen kei-

nen Anspruch auf Teilnahme an Befragungen anderer Personen vor. Die 

RVOV verweist zwar verschiedentlich auf das VwVG (vgl. insbesondere 

die Verweise betreffend Akteneinsicht und rechtliches Gehör in Art. 27g 

Abs. 4 und 5 RVOV auf Art. 26–33 VwVG), einen Verweis auf das in 

Art. 18 Abs. 1 VwVG statuierte Teilnahmerecht ist darin jedoch nicht ent-

halten. Mit der Gewährung von Teilnahmerechten fiele der Unterschied 

zwischen einer Administrativuntersuchung und einem Verwaltungsverfah-

ren denn auch praktisch dahin und würde die Untersuchung in die Länge 

gezogen (vgl. MARTIN KELLER, Administrativuntersuchungen, Die zentra-

len Fragen aus der Sicht der auftraggebenden Behörde, in: Bernhard Eh-

renzeller [Hrsg.], Administrativuntersuchungen in der öffentlichen Verwal-

tung, 1999, S. 33). In der Administrativuntersuchung besteht daher kein 

A-4744/2019 

Seite 39 

Anspruch auf Teilnahme an Befragungen anderer Personen (a.M. BERN-

HARD RÜDY, a.a.O., S. 129, wonach bei personenbezogenen Administra-

tivuntersuchungen Teilnahmerechte zu gewähren seien).  

7.6.6 Die Rüge der Beschwerdeführerin, sie habe an den Befragungen in 

der Administrativuntersuchung zu Unrecht nicht teilnehmen dürfen, er-

weist sich nach dem Ausgeführten als unbegründet. Auch ansonsten 

wurde das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin in der Administra-

tivuntersuchung nicht verletzt. Die Beschwerdeführerin wurde in die Un-

tersuchung einbezogen und mündlich befragt. Zudem wurden ihr im Lau-

fe der Untersuchung sämtliche Untersuchungsakten, inklusive der Befra-

gungsprotokolle, offengelegt und sie konnte hierzu sowie schliesslich 

auch zum Entwurf des Schlussberichts Stellung nehmen. Wie die 

Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (E. II.2.2.3.g) zutreffend aus-

führt, war es der Beschwerdeführerin dabei unbenommen, konkrete Er-

gänzungsfragen zuhanden der befragten Personen zu stellen, was sie in 

ihren Eingaben vom 21. Juni und 21. August 2018 auch tat. Der Untersu-

chungsführer ist diesen Begehren sowie auch den weiteren Beweisanträ-

gen der Beschwerdeführerin teilweise nachgekommen. So wurde einer 

befragten Person auf schriftlichem Weg eine Ergänzungsfrage gestellt 

und wurden auf Antrag der Beschwerdeführerin zusätzliche Personen be-

fragt. Im Übrigen hat der Untersuchungsführer im Schlussbericht 

(Rz. 182 ff.) dargelegt, weshalb er weitere Beweiserhebungen für obsolet 

erachte und die weiteren Beweisanträge der Beschwerdeführerin abzu-

weisen seien. Die Begründung des Untersuchungsführers zu dieser anti-

zipierten Beweiswürdigung (vgl. zum Begriff nachfolgend E. 18.2) ist nicht 

zu beanstanden, was auch die Vorinstanz in der angefochtenen Verfü-

gung (E. II.2.2.3.k) zutreffend feststellte. Es kann entsprechend darauf 

verwiesen werden. 

7.6.7 Soweit die Beschwerdeführerin sodann die Verwertbarkeit der in der 

Administrativuntersuchung durchgeführten Befragungen aufgrund ihrer 

fehlenden Möglichkeit zur Teilnahme in Zweifel zieht und die Wiederho-

lung der Befragungen beantragt, ist Folgendes festzuhalten: Unstreitig 

stellt das vorinstanzliche Verfahren auf Entlassung ein Verwaltungsver-

fahren im Sinne von Art. 1 Abs. 1 VwVG dar. Entsprechend kamen der 

Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren – im Gegensatz zur 

Administrativuntersuchung – sämtliche Parteirechte gemäss VwVG zu. 

Obwohl ihr dadurch die Möglichkeit offen stand, hat sie keinen Antrag auf 

Befragung von Personen unter Einräumung des Teilnahmerechts gestellt. 

Auch machte sie aufgrund ihrer fehlenden Möglichkeit zur Teilnahme an 

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Seite 40 

den Befragungen nicht deren Unverwertbarkeit geltend. Sie beschränkte 

sich vielmehr darauf, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs in der Ad-

ministrativuntersuchung zu rügen, da sie keine Möglichkeit gehabt habe, 

Ergänzungsfragen an die befragten Personen zu stellen. Wie bereits 

ausgeführt erweist sich dieser Vorwurf als unbegründet (vgl. vorstehend 

E. 7.6.6). Wenn die Beschwerdeführerin nun im vorliegenden Beschwer-

deverfahren unter Berufung auf ihre Teilnahmerechte erstmals die Wie-

derholung der Befragungen beantragt und deren Verwertbarkeit in Frage 

stellt, so ist sie damit nicht mehr zu hören. Nach Treu und Glauben (Art. 5 

Abs. 3 BV) wäre die Beschwerdeführerin gehalten gewesen, einen sol-

chen Antrag bereits vor der Vorinstanz zu stellen. Die diesbezügliche Be-

rufung auf ihre Teilnahmerechte ist als daher als verspätet anzusehen 

(vgl. BGE 111 Ib 132 E. 3c; Urteile des BGer 5A.24/2003 vom 19. Mai 

2004 E. 2.3 und 5A.30/2004 vom 15. Dezember 2004 E. 2.2; Urteil des 

BVGer C-1198/2006 vom 1. April 2008 E. 3.2). Folglich ist ihr Antrag auf 

Wiederholung der Befragungen abzuweisen.  

7.7 Schliesslich kann der Ansicht der Beschwerdeführerin, der Untersu-

chungsführer habe den befragten Personen in unzulässiger Weise Sug-

gestivfragen gestellt, nicht gefolgt werden. Wie die Vorinstanz in der an-

gefochtenen Verfügung (E. II.2.2.3.g) zutreffend ausführt, hat der Unter-

suchungsführer allen Befragten eine Reihe gleichartiger Fragen gestellt. 

Auch wenn gewis