# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48adee1c-d01b-587c-b046-3695d1f76532
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 16.01.2023 V 2022 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2022-65_2023-01-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub, lic. iur. Ivo Klingler
lic. iur. Adrian Willimann und Ersatzrichterin Susanne Koch
Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann

U R T E I L  vom 16. Januar 2023
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA B.________

gegen

Vollzugs- und Bewährungsdienst des Kantons Zug
Beschwerdegegner 

betreffend

Bedingte Entlassung aus dem Freiheitsentzug

V 2022 65

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Urteil V 2022 65

A. Am 13. Juli 2021 sprach das Obergericht des Kantons Zug A.________, geb. 
1981, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der versuchten sexuellen Hand-
lung mit Kindern, der mehrfachen Schändung, der versuchten sexuellen Handlungen mit 
Minderjährigen gegen Entgelt, der mehrfachen harten Pornografie sowie des mehrfachen 
Konsums von harter Pornografie schuldig und bestrafte ihn dafür mit einer Gesamtfrei-
heitsstrafe von 32 Monaten und zehn Tagen, unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft von 665 Tagen.

Am 30. April 2021 war A.________ unter Anordnung von Ersatzmassnahmen aus der Si-
cherheitshaft entlassen worden und befindet sich seitdem in Freiheit. Der Vollzugs- und 
Bewährungsdienst des Kantons Zug (nachfolgend: VBD) hatte somit rückwirkend die be-
dingte Entlassung von A.________ aus der Freiheitsstrafe zu prüfen.

Mit Verfügung Nr. SMV.2021.1005 / 10 vom 12. Juli 2022 lehnte der VBD die bedingte 
Entlassung von A.________ ab. Die Reststrafe von insgesamt 318 Tagen Freiheitsstrafe 
sei zu vollziehen. Der VBD legte den Strafantritt im geschlossenen Normalvollzug auf 
Montag, 29. August 2022 um 10:00 Uhr, Zuger Polizei, An der Aa 4, 6300 Zug (zwecks 
Überführung in die Strafanstalt Zug) fest. Seinen Entscheid begründete der VBD im We-
sentlichen damit, die spezialpräventive Wirkung des Freiheitsentzugs sei im vorliegenden 
Fall wohl eher nicht erzielt worden. Die im forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. 
med. Dr. iur. C.________ und Prof. Dr. phil. D.________ vom 12. November 2019 wie 
auch in der Risikoabklärung der Abteilung für forensisch-psychologische Abklärungen des 
Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und Innerschweiz (AFA NWI) vom 18. Februar 
2022 festgestellte hohe Rückfallgefahr für Hands-on-Sexualdelikte mit Kindern sowie für 
Pornografie sei auch zum aktuellen Zeitpunkt zu bejahen. In Bezug auf die Kriterien der 
allfälligen Besserung bzw. der neueren Einstellung zu den Taten spreche aufgrund der 
ausgebliebenen Auseinandersetzung – gegenüber dem Tatzeitpunkt – nichts für eine Ver-
besserung der Legalprognose von A.________. Wie der bisherige Verlauf im freiheitlichen 
Setting gezeigt habe, vermöchten weder die Anordnung von Bewährungshilfe noch einer 
Weisung der bestehenden Rückfallgefahr bezüglich Delikte gegen besonders schützens-
werte Rechtsgüter angemessen zu begegnen. Die Wiederholungsgefahr sei unverändert 
als hoch einzustufen. Entsprechend erfolge der Strafantritt zur Verbüssung der Reststrafe 
im geschlossenen Normalvollzug.

B. Am 11. August 2022 reichte A.________, vertreten durch RA B.________, gegen 
die Verfügung des VBD Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein und stellte folgende Anträge:

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Urteil V 2022 65

"1. In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung Nr. SMV.2021.1005 / 10 der Sicherheitsdirekti-
on, Amt für Justizvollzug, Vollzugs- und Bewährungsdienst, vom 12. Juli 2022 aufzuheben;

2. Eventualiter sei auf den Vollzug der Reststrafe von 318 Tagen infolge Bewährung gemäss Art. 88 
StGB zu verzichten und der Beschwerdeführer sei endgültig zu entlassen;

3. Subeventualiter sei die Verfügung Nr. SMV.2021.1005 / 10 der Sicherheitsdirektion, Amt für Justiz-
vollzug, Vollzugs- und Bewährungsdienst, vom 12. Juli 2022 aufzuheben und die Sache an die 
Vorinstanz zur neuerlichen Prüfung zurückzuweisen.

4. Subsubeventualiter sei die Verfügung Nr. SMV.2021.1005 / 10 der Sicherheitsdirektion, Amt für 
Justizvollzug, Vollzugs- und Bewährungsdienst, vom 12. Juli 2022 aufzuheben und die Sicher-
heitsdirektion sei anzuweisen, andere Vollzugsformen, namentlich die Elektronische Überwachung 
zu prüfen;

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7,7 % MWST zu Lasten des Staates."

Zur Begründung wurde ausgeführt, beim Beschwerdeführer handle es sich um einen vom 
Gericht unter Ersatzmassnahmen mit Auflagen und Weisungen Entlassenen und daher 
nicht um einen Gefangenen im Strafvollzug. Der Widerruf einer Ersatzmassnahme eines 
Entlassenen hätte aber vom Obergericht, nicht vom VBD, geprüft und angeordnet werden 
müssen. Wegen funktioneller und sachlicher Unzuständigkeit sei der Entscheid des VBD 
nichtig. Selbst wenn die Vollzugsbehörde zuständig gewesen wäre, hätte sie die Ersatz-
massnahme nicht widerrufen dürfen. Gemäss Art. 95 StGB sei dies nur möglich, wenn 
sich der bedingt Entlassene der Bewährungshilfe entziehe oder die Weisungen missachte 
und dies besonders deutlich an eine ungünstige Legalprognose anknüpfe. Dies sei vorlie-
gend klarerweise nicht der Fall: Der Beschwerdeführer befinde sich seit nunmehr 16 Mo-
naten in Freiheit und habe seit seiner Entlassung unter Beweis gestellt, dass keine Gefahr 
von ihm ausgehe. Er habe dem VBD mehrmals gesagt, dass er keinen Kontakt zu Minder-
jährigen haben wolle, nicht einmal Blickkontakt, und habe dies bestätigt. Der Beschwerde-
führer habe zudem die vom VBD angesetzten Termine zuverlässig wahrgenommen. Seine 
risikorelevante Veränderungsbereitschaft sei daher vorhanden. Der VBD habe sodann die 
Dauer der Ersatzmassnahmen fehlerhaft nicht an die Reststrafe angerechnet. Und 
schliesslich versäume es der VBD, aufgrund der konkreten Umstände, insbesondere des 
Umstandes, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 30. April 2021 in Freiheit befinde, in 
Nachachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips eine mildere Vollzugsform zu prüfen, ins-
besondere die Elektronische Überwachung im Sinne von Art. 79b StGB.

C. Den von ihm verlangten Kostenvorschuss von Fr. 500.– bezahlte der Beschwerde-
führer fristgerecht.

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Urteil V 2022 65

D. Mit Vernehmlassung vom 14. September 2022 beantragte der VBD die vollum-
fängliche Abweisung der Beschwerde.

E. Nachdem ihm die dafür angesetzte Frist erstreckt worden war, teilte der Be-
schwerdeführer am 27. Oktober 2022 mit, er verzichte auf eine Replik. Er führte aus, nach 
einer gründlichen Analyse der Antwort des VBD vom 14. September 2022 gebe diese zu 
keinen über die in der Beschwerde vom 11. August 2022 hinaus gemachten Bemerkungen 
Anlass.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss § 61 Abs. 1 Ziff. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; 
BGS 162.1) ist gegen Verwaltungsentscheide unterer kantonaler Verwaltungsbehörden 
die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulässig, soweit sich ihre Entscheide auf Bun-
desrecht stützen und die Gesetzgebung keinen Weiterzug an den Regierungsrat oder das 
Bundesverwaltungsgericht vorsieht. Gemäss § 1 Abs. 1 lit. a der Justizvollzugsverordnung 
(JVV; BGS 331.11) vollzieht das Amt für Justizvollzug mit den beiden Abteilungen Voll-
zugs- und Bewährungsdienst (VBD) sowie Strafanstalt Zug bei Erwachsenen Strafen und 
Massnahmen, soweit diese nicht einer anderen Behörde übertragen worden sind. Der 
VBD ist somit für die Prüfung und den Entscheid betreffend die bedingte Entlassung aus 
dem Strafvollzug gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB zuständig. Die Entscheide des VBD, die 
sich auf das StGB als Bundesrecht stützen, können direkt beim Verwaltungsgericht ange-
fochten werden. Die vorliegende Beschwerde ist fristgerecht eingereicht worden. Gemäss 
§ 62 Abs. 1 VRG ist zur Erhebung der Verwaltungsbeschwerde berechtigt, wer a) vor der 
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten 
hat, b) durch den angefochtenen Entscheid oder Erlass besonders berührt ist und c) ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Der Beschwerdefüh-
rer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung vom Entscheid direkt betroffen und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids des VBD. 
In Anwendung von § 62 Abs. 1 VRG ist der Beschwerdeführer zur Beschwerde berechtigt. 
Da sämtliche Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, ist die Beschwerde zu prüfen.

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Urteil V 2022 65

1.2 Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsord-
nung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

1.3 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann jede Rechtsverletzung sowie jede 
für den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenügende Feststellung des Sachverhalts 
gerügt werden (§ 63 Abs. 1 und Abs. 2 VRG). In besonderen Fällen, namentlich bei Be-
schwerden im Sinne von § 61 Abs. 1 Ziff. 1 VRG, kann vor Verwaltungsgericht auch die 
unrichtige Handhabung des Ermessens gerügt werden (§ 63 Abs. 3 VRG). Im vorliegen-
den Fall ficht der Beschwerdeführer eine sich auf Bundesrecht stützende, direkt vor Ver-
waltungsgericht anfechtbare Verfügung des VBD an (§ 61 Abs. 1 Ziff. 1 VRG). Dement-
sprechend steht dem Verwaltungsgericht eine umfassende Kognition im Sinne einer 
Rechts-, Sachverhalts- und Ermessensüberprüfung zu.

2.
2.1 Gemäss Art. 76 Abs. 2 StGB wird ein Gefangener in eine geschlossene Strafan-
stalt oder in eine geschlossene Abteilung einer offenen Strafanstalt eingewiesen, wenn die 
Gefahr besteht, dass er flieht, oder zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten begeht.

2.2 Gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB ist ein Gefangener durch die zuständige Behörde 
bedingt zu entlassen, wenn er zwei Drittel seiner Strafe, mindestens aber drei Monate, 
verbüsst hat, dies jedoch nur unter der Bedingung, dass sein Verhalten im Strafvollzug die 
bedingte Entlassung rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen 
oder Vergehen begehen. Gleichwohl stellt die bedingte Entlassung die Regel und die Ver-
weigerung die Ausnahme dar. Von diesem Grundsatz darf nur aus guten Gründen abge-
wichen werden (vgl. BGE 124 IV 193 E. 4d; 119 IV 5 E. 2; BGer 6B_375/2011 vom 19. Juli 
2011 E. 3.1). Gemäss Art. 86 Abs. 2 StGB prüft die zuständige Behörde von Amtes we-
gen, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann. Sie holt einen Bericht der An-
staltsleitung ein und hört den Gefangenen an.

2.3 Während die Vorinstanz die ersten zwei Voraussetzungen der bedingten Entlas-
sung (die Mindestdauer der Strafverbüssung und das Verhalten des Strafgefangenen im 
Vollzug) als erfüllt betrachtet, fällt gemäss dem VBD die dritte Voraussetzung (positive Le-
gal- oder Bewährungsprognose) negativ aus. Infolge der negativen Legalprognose lehnt 
der VBD die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers (rückwirkend) ab und stellt sich 
auf den Standpunkt, der Vollzug der Reststrafe sei anzuordnen.

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3.
3.1 Mangels Beurteilungskriterien im Gesetzestext ist für die Erstellung der Legalpro-
gnose die Praxis des Bundesgerichts massgebend. Danach sind im Sinne einer Gesamt-
würdigung sowohl das Vorleben des Verurteilten, die Täterpersönlichkeit, das deliktische 
und sonstige Verhalten des Täters und die voraussichtlichen Lebensverhältnisse nach ei-
ner Entlassung einzubeziehen, wobei vor allem "die neuere Einstellung, der Grad der Rei-
fe einer allfälligen Besserung" zu prüfen sind (vgl. BGE 133 IV 201 E. 2.3; 124 IV 193 E. 3; 
119 IV 5 E. 1b; 104 IV 281 E. 2; 104 Ib 330 E. 2). Die für die Prognose mass-geblichen 
Prognosekriterien sollen in eine Gesamtwürdigung einfliessen (BGE 133 IV 201 E. 3; 124 
IV 193 E. 3). Dabei ist insbesondere auch der Art der gefährdeten Rechtsgüter Rechnung 
zu tragen. Bei Gefährdung weniger hochwertiger Rechtsgüter darf ein höheres prognosti-
sches Risiko eingegangen werden als bei der Gefährdung hochwertiger Rechtsgüter (BGE 
125 IV 113 E. 2a; 124 IV 193 E. 3). Wie die Auswahl, Feststellung und Bewertung sowie 
namentlich die Gewichtung der verschiedenen Prognosekriterien erfolgen soll, lässt der 
Gesetzgeber offen (Cornelia Koller, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2018, Art. 86 
N 12). Der zuständigen Behörde steht ein Ermessensspielraum zu (BGE 133 IV 201 E. 
2.3). Eine bedingte Entlassung darf nicht einzig aufgrund einzelner günstiger Faktoren – 
etwa Wohlverhalten des Verurteilten im Strafvollzug – bewilligt werden, wenn gewichtige 
Anhaltspunkte für die Gefahr neuer Delikte sprechen (BGer 6B_331/2010 vom 12. Juli 
2010 E. 3.3.5). Die Gesamtwürdigung ist im Sinne einer Individualprognose vorzunehmen, 
und von einem allfälligen Schematismus ist abzusehen (Koller, a.a.O., Art. 86 N 12).

3.2 Die Rechtsprechung des Bundesgerichts verlangt darüber hinaus die Differenzial-
prognose, welche eine Abwägung voraussetzt, ob die Gefahr einer Begehung weiterer 
Straftaten bei einer bedingten Entlassung oder bei Vollverbüssung der Strafe höher einzu-
schätzen ist (BGE 124 IV 193 E. 4a). Zudem ist zu prüfen, ob die bedingte Entlassung mit 
der Möglichkeit von Auflagen und Bewährungshilfe eher zu einer Resozialisierung des 
Täters führt als die Vollverbüssung der Strafe (BGE 124 IV 193 E. 4d/aa/bb). Als Vorzüge 
der Vollverbüssung kommen etwa in Betracht die Möglichkeit, im Rahmen einer Therapie 
mit der Deliktsaufarbeitung zu beginnen, sich mit seinen Persönlichkeitsmerkmalen aus-
einanderzusetzen und einen Veränderungsprozess durchzumachen sowie die schrittweise 
Heranführung an die Freiheit im Rahmen von Vollzugsöffnungen (BGer 6B_93/2015 vom 
19. Mai 2015 E. 5.8). Fällt die Legalprognose im Rahmen der Differenzialprognose doppelt 
negativ aus, ist die bedingte Entlassung nicht vorzugswürdig. Dies gilt auch dann, wenn 
sich nicht mit Bestimmtheit klären lässt, ob die Gefahr mit der Vollverbüssung abnehmen, 

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gleichbleiben oder zunehmen wird (BGE 124 IV 193 E. 5b/bb; BGer 6B_229/2017 vom 
20. April 2017 E. 3.5.3).

4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, habe der Gefangene zwei Drittel 
seiner Strafe, mindestens aber drei Monate, verbüsst, so sei er gemäss Art. 86 StGB 
durch die zuständige Behörde bedingt zu entlassen, wenn es sein Verhalten im Strafvoll-
zug rechtfertige und nicht anzunehmen sei, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen 
begehen (Art. 86 Abs. 1 StGB). Es werde keine Bewährungsprognose mehr gefordert. Ei-
ne bedingte Entlassung sei zu gewähren, wenn eine Gesamtwürdigung aller Umstände 
keine negative Legalprognose zu begründen vermöge. Es werde nur noch verlangt, dass 
zu erwarten sei, dass der Täter in Freiheit keine Verbrechen oder Vergehen mehr bege-
hen werde. Mit dieser Formulierung seien die Anforderungen an die Legalprognose ge-
senkt worden. Vorliegend sei der Beschwerdeführer mit Beschluss des Obergerichts, 
Strafabteilung, vom 27. April 2021 unter Anordnung unbefristeter Ersatzmassnahmen aus 
der Sicherheitshaft entlassen worden. Er befinde sich seit dem 30. April 2021 in Freiheit. 
Eine Person, die sich (ersatzmassnahmenweise) in Freiheit befinde, sei kein Gefangener 
im Sinne von Art. 86 Abs. 1 StGB und befinde sich auch nicht im Strafvollzug im Sinne 
dieser Bestimmung. Eine solche Person sei eben frei, allerdings unter der Bedingung, 
dass sie die Ersatzmassnahmen bzw. die darin vorgeschriebenen Auflagen und Weisun-
gen beachte (vgl. Art. 237 der Schweizerischen Strafprozessordnung [Strafprozessord-
nung, StPO; SR 312.0]). Für die Beurteilung, Prüfung und Anordnung eines Widerrufs von 
Ersatzmassnahmen sei jedoch das Gericht zuständig, welches diese Ersatzmassnahme 
angeordnet habe (vgl. Art. 237 Abs. 5 i.V.m. Art. 198 Abs. 1 lit. b StPO) und nicht die Voll-
zugsbehörde. Da es sich beim Beschwerdeführer um einen unter Ersatzmassnahme mit 
Auflagen und Weisungen Entlassenen handle, handle es sich nicht um einen Gefangenen 
im Strafvollzug, weshalb die Vorinstanz Art. 86 Abs.1 StGB zu Unrecht und falsch ange-
wendet habe. Die Vorinstanz widerrufe hier eine Ersatzmassnahme eines Entlassenen 
und entscheide nicht über die Entlassung eines Gefangenen. Der Widerruf einer Ersatz-
massnahme hätte vom Obergericht geprüft und angeordnet werden müssen. 

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4.2
4.2.1 Der Beschwerdeführer wurde mit Beschluss des Obergerichts vom 27. April 2021 
per 30. April 2021 unter Anordnung von Ersatzmassnahmen aus der Sicherheitshaft ent-
lassen. Die Anordnung von Ersatzmassnahmen an Stelle der Sicherheitshaft fällt in die 
Zuständigkeit des Zwangsmassnahmen- bzw. Obergerichts und erfolgt im Rahmen eines 
Strafverfahrens bzw. -prozesses als strafprozessuale Zwangsmassnahme anstelle von 
Untersuchungs- und Sicherheitshaft (Art. 237 Abs. 1 StPO). Ersatzmassnahmen sind zeit-
lich befristet (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 227 StPO). Im rechtkräftigen Urteil des Oberge-
richts des Kantons Zug vom 13. Juli 2021 wurde angeordnet, dass "die mit Beschluss vom 
27. April 2021 angeordneten Ersatzmassnahmen bis zum Strafantritt bzw. Antritt der am-
bulanten Massnahme weiterhin ihre Gültigkeit behalten".

4.2.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat der VBD die Ersatzmassnah-
men nicht kompetenzwidrig aufgehoben. Vielmehr erfolgte die Prüfung der bedingten Ent-
lassung bzw. die Anordnung des Vollzugs der Reststrafe sowie auch die Invollzugsetzung 
der vom Obergericht angeordneten ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB entspre-
chend den Aufgaben und Zuständigkeiten der Vollzugsbehörde zum Vollzug rechtskräfti-
ger Strafurteile (Art. 372 Abs. 1 StGB i.V.m. § 1 JVV). 

4.2.3 Nachdem das Obergericht weder eine teilbedingte Strafe ausgesprochen noch ei-
ne Verbüssung der Strafe (bzw. Gewährung einer bedingten Entlassung) festgestellt hat, 
obliegt es dem VBD, über den Vollzug der Reststrafe zu befinden (siehe dazu auch die 
Ausführungen des Obergerichts in seinem Urteil vom 13. Juli 2021 unter Ziff. 10.3: "… 
Über die Frage, ob es bei dieser Ausgangslage nach Rechtskraft dieses Urteils noch zu 
einem Strafvollzug kommt, wird der zuständige Vollzugs- und Bewährungsdienst zu befin-
den haben."). Der VBD war somit sachlich, örtlich und funktionell zuständig für den hier 
angefochtenen Entscheid, und ein Nichtigkeitsgrund ist in keiner Weise erkennbar.

5.
5.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter Art. 95 StGB ins Spiel. Gemäss Art. 95 Abs. 3 
StGB erstattet die zuständige Behörde dem Gericht oder den Strafvollzugsbehörden Be-
richt, wenn sich der Verurteilte der Bewährungshilfe entzieht oder er die Weisungen miss-
achtet oder wenn die Bewährungshilfe oder die Weisungen nicht durchführbar oder nicht 
mehr erforderlich sind. Das Gericht oder die Strafvollzugsbehörde kann in diesen Fällen 
die Probezeit um die Hälfte verlängern, die Bewährungshilfe aufheben oder neu anordnen 
oder die Weisungen ändern, aufheben oder neu erteilen (Art. 95 Abs. 4 StGB). Wenn 

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ernsthaft zu erwarten ist, dass der Verurteilte neue Straftaten begeht, kann das Gericht in 
den Fällen nach Abs. 3 die bedingte Strafe widerrufen oder die Rückversetzung in den 
Straf- oder Massnahmenvollzug anordnen (Art. 95 Abs. 5 StGB). Gemäss dem Beschwer-
deführer seien der Widerruf der bedingten Strafe und die Rückversetzung in den Vollzug 
die eingriffsstärksten Anordnungen im Spektrum von Art. 95 Abs. 4 und 5 StGB. Sie kä-
men nur in Betracht, wo das Sich-Entziehen oder Missachten von Weisungen besonders 
deutlich an eine ungünstige Legalprognose anknüpfe. Ausschlaggebend sei die Kriminal-
prognose. Der Widerruf dürfe gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht al-
lein deshalb ausgesprochen werden, um die Missachtung einer Weisung zu ahnden. Dies 
sei vorliegend klarerweise nicht der Fall: Der Beschwerdeführer befinde sich seit nunmehr 
16 Monaten in Freiheit und habe seit seiner Entlassung unter Beweis gestellt, dass keine 
Gefahr von ihm ausgehe. Gemäss den aktenkundigen Berichten sei er auch stets freiwillig 
und regelmässig zu Sitzungen erschienen, zu denen er aufgeboten worden sei. Die Vorin-
stanz gehe daher zu Recht nicht von einer Fluchtgefahr aus. Von "besonders deutlichen" 
Anzeichen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne keine Rede sein. 
Auch habe sich der Beschwerdeführer nichts Neues zu Schulden kommen lassen. Der 
Widerruf bzw. der Vollzugsbefehl der Vorinstanz stelle offensichtlich eine Ahndung seiner 
fehlenden Zusammenarbeit, Therapiewilligkeit und Therapiefähigkeit und seiner Weige-
rung, seine derzeitigen Lebensverhältnisse offenzulegen, dar. Dies sei jedoch bereits im 
Rahmen der beiden Gerichtsverhandlungen deutlich zum Ausdruck gebracht worden. Es 
seien in diesem Zusammenhang keine neuen Tatsachen dazugekommen, welche das Ur-
teil des Obergerichts in einem anderen Licht erscheinen lassen würden. Im Gegenteil: Der 
Beschwerdeführer habe sich seit seiner Entlassung (auch als ungefährliches Mitglied der 
Gesellschaft) bewährt. Der Beschwerdeführer habe alle Termine beim VBD wahrgenom-
men und sich an die Vorgaben des Gerichts gehalten (Kontaktverbot, Tätigkeitsverbot) 
und damit Veränderungswillen gezeigt. Er wolle keinen Kontakt zu Minderjährigen haben 
und beweise dies täglich, indem er nichts Strafbares mache.

5.2 Zunächst ist festzustellen, dass der vom Beschwerdeführer angerufene Art. 95 
Abs. 5 StGB auf die vorliegende Fragestellung keine Anwendung findet. Bei dieser Be-
stimmung geht es um die möglichen Rechtsfolgen nach einer bedingten Entlassung (wel-
che vorliegend gerade erst geprüft wird bzw. vom VBD abgelehnt wurde) bzw. während 
der Probezeit einer bedingten oder teilbedingten Strafe. Vorliegend geht es weder um eine 
Rückversetzung noch um einen Widerruf einer bedingten Strafe, zumal Letzteres nicht an-
geordnet wurde und sich der Beschwerdeführer formell noch nicht im eigentlichen Vollzug 
der angeordneten Freiheitsstrafe befunden hat.

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5.3 Was die vom VBD abgelehnte bedingte Entlassung des Beschwerdeführers be-
trifft, ist Folgendes zu erwägen: Zwar kann dem Vollzugsbericht der Strafanstalt Zug vom 
16. April 2021 entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer anständig verhalten 
und an die Regeln der Strafanstalt gehalten hat. Es sei zu keinen besonderen Vorkomm-
nissen oder gar Sanktionierungen gekommen. Der Beschwerdeführer habe Kontakte zu 
einigen Mitinhaftierten gepflegt, sich aber auch gerne auf seine Zelle zurückgezogen, um 
sich seinen Studien zu widmen. Am Angebot der Vollzugsabteilung, insbesondere der Ar-
beit, habe er nur marginal teilgenommen. Einblicke in sein Leben habe A.________ kaum 
zugelassen. Entwicklung, so der Eindruck, habe hauptsächlich im theoretischen Bereich 
stattgefunden. Eine Entwicklung auf persönlicher oder organisatorischer Ebene lasse sich 
von aussen nur schwer erkennen.

Der vollständigen, widerspruchsfrei und nachvollziehbar begründeten Risikoabklärung der 
AFA NWI vom 18. Februar 2022 ist jedoch zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer 
das Delinquenzrisiko für Sexualdelikte ohne physischen Opferkontakt sowie leichtgradige 
Hands-on-Delikte als hoch gewertet wird. Als ungünstiger Aspekt für die risikorelevante 
Beeinflussbarkeit sei das defizitäre Problembewusstsein des Beschwerdeführers aufzu-
führen. Die fehlenden Hinweise auf eine risikorelevante Veränderungsbereitschaft und 
Massnahmewilligkeit würden ebenfalls ungünstige Aspekte bilden. Der Beschwerdeführer 
leugne seine Delikte sowie seine pädosexuellen Neigungen bis anhin und übernehme 
ausgehend davon keine Verantwortung. Weiter sei strategisch motiviertes Aussageverhal-
ten sowie wenig Kooperation mit den involvierten Stellen (bspw. Bewährungshilfe, Thera-
pie) und bezüglich der gerichtlich angeordneten Weisungen zu finden. Problembewusst-
sein für das Tatverhalten oder Opferempathie seien nicht ersichtlich. Entsprechend sei 
auch keine Veränderungsbereitschaft oder Offenheit für Interventionen vorhanden. Als 
günstig sei die Klarheit des Behandlungsfokus zu bewerten. Zudem sei eine Pädophilie 
zwar nicht heilbar, jedoch könne ein angemessener Umgang damit erlernt werden. Als In-
tervention werde gestützt auf das Problemprofil des Beschwerdeführers eine störungs- 
und deliktorientierte Psychotherapie bei einer erfahrenen forensischen Fachperson, bei 
Bedarf auch mit medikamentöser Unterstützung, empfohlen. Im Rahmen der psychothera-
peutischen Behandlung sollten die Verantwortungsübernahme, die Einsichtsfähigkeit so-
wie das Verständnis in Bezug auf seine Störung und das Deliktverhalten gefördert und ein 
Verständnis dafür entwickelt werden, welche Auswirkungen sexueller Missbrauch auf Min-
derjährige haben könne. Ebenfalls wichtiger Gegenstand der Therapie solle das Erkennen 
von Risikosituationen und der angemessene Umgang mit diesen sein. Auch solle im Hin-

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blick auf den Fetischismus eine ausführliche Sexualanamnese gemacht werden. Aufgrund 
der mangelnden Offenheit, Einsichtsfähigkeit und Kooperation des Beschwerdeführers 
und die insgesamt als ungünstig anzunehmende Beeinflussbarkeit seien bzgl. dieser the-
rapeutischen Ziele nur kleine Schritte zu erwarten. Der Schwerpunkt solle daher parallel 
dazu auf den Umgang mit Risikosituationen und die Einhaltung der gerichtlichen Vorgaben 
gelegt werden. Sollte der Beschwerdeführer weiterhin keinerlei Kooperations- und/oder 
Veränderungsbereitschaft sowie Massnahmewilligkeit zeigen, seien entsprechende juristi-
sche Konsequenzen zu prüfen.

Auch der VBD bewertete den Verlauf der Zusammenarbeit im bisherigen ambulanten Voll-
zugssetting als problematisch. Der Beschwerdeführer habe die vom VBD angesetzten 
Termine (im Rahmen der Einhaltung der Ersatzmassnahmen bzw. später auch des Tätig-
keitsverbots) zwar grundsätzlich zuverlässig, wenn auch stets verspätet, wahrgenommen. 
Eine Zusammenarbeit im engeren Sinne habe jedoch nicht installiert werden können. Der 
Beschwerdeführer habe sich seit Ende Mai 2021 geweigert, die vom VBD vorbereiteten 
Formulare "Erklärung betreffend Einhaltung von Ersatzmassnahmen" bzw. "Erklärung be-
treffend Einhaltung des Tätigkeitsverbots gemäss Art. 67 StGB" zu unterzeichnen. Statt-
dessen bringe er zu jedem Termin eigene Formulare mit, welche inhaltlich nicht den vom 
VBD vorgegebenen Formularen entsprächen. Insbesondere seien in diesen eigenen For-
mularen der Deliktsvorwurf und die durch den VBD erteilte Weisung (sich nicht an Orte zu 
begeben, an denen sich vorwiegend Kinder und Jugendliche aufhalten [bspw. Badeanstal-
ten/Badeorte, Spielplätze, Freizeiteinrichtungen etc.]) nicht aufgeführt und der Bestäti-
gungstext abgeändert. Im Rahmen der bisherigen Termine habe sich der Beschwerdefüh-
rer auf Nachfragen bezüglich der Einhaltung der Auflagen oder anderer deliktrelevanter 
Themen stets geäussert, dass er von seinem "Aussageverweigerungsrecht" Gebrauch 
mache. Der Beschwerdeführer habe durchgehend geäussert, sich nicht auf eine ambulan-
te Behandlung einzulassen. Er werde sich weigern, nicht zu den Therapieterminen gehen 
oder nicht mit dem Therapeuten sprechen. Mit Verfügung vom 4. Mai 2022 habe die ge-
richtlich angeordnete ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB schliesslich wegen Aus-
sichtslosigkeit aufgehoben werden müssen. Die Prüfung einer stationären therapeutischen 
Massnahme anstelle der ambulanten Behandlung (gestützt auf Art. 63b Abs. 5 StGB) sei 
noch ausstehend.

5.4 Vor diesem Hintergrund ist dem VBD ohne Weiteres zuzustimmen, wenn er fest-
stellt, dass insbesondere aufgrund der ausgebliebenen Auseinandersetzung des Be-
schwerdeführers mit seinen Taten und Problembereichen nichts für eine Verbesserung der 

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negativen Legalprognose des Beschwerdeführers spricht. Daran ändert auch die Tatsache 
nichts, dass in der Zwischenzeit keine weiteren Straftaten des Beschwerdeführers bekannt 
geworden sind. Die ungünstige Prognose und die hohe Rückfallgefahr für Hands-on-
Sexualdelikte mit Kindern sowie für Pornografie ergibt sich im Wesentlichen aus den von 
ausgewiesenen Fachpersonen festgestellten Problembereichen bzw. Diagnosen und der 
mangelnden Auseinandersetzungsbereitschaft bzw. Offenheit des Beschwerdeführers im 
Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit mit dem VBD. Angesichts der sehr hohen 
Rechtsgüter, die mit der sexuellen Integrität und der ungestörten sexuellen Entwicklung 
eines Kindes bei einem Rückfall betroffen wären, fällt in einer Gesamtwürdigung die Pro-
gnose über das künftige Wohlverhalten des Beschwerdeführers negativ aus, weshalb der 
VBD zu Recht entscheiden hat, dass die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers 
(rückwirkend) abzulehnen und der Vollzug der Reststrafe anzuordnen ist. Eine Verände-
rung der Einstellung des Beschwerdeführers zu seinen Taten und eine Besserung des Be-
schwerdeführers sind nicht erkennbar. Die bei ihm zu erwartenden Lebensverhältnisse, ja 
nicht einmal seine derzeitigen Lebensverhältnisse, können mangels Offenlegungsbereit-
schaft des Beschwerdeführers nicht konkretisiert bzw. gewertet werden. Die Vorzüge der 
Vollverbüssung der Strafe überwiegen diejenigen einer Aussetzung des Strafrestes, ins-
besondere auch deshalb, weil weder die Anordnung von Bewährungshilfe noch einer Wei-
sung der bestehenden Rückfallgefahr bezüglich Delikte gegen besonders schützenswerte 
Rechtsgüter angemessen zu begegnen vermag, wie der bisherige Verlauf im freiheitlichen 
Setting gezeigt hat. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer 
(mittels eigener und inhaltlich anders formulierter Formulare und mündlicher Aussagen) 
den Kontakt zu Minderjährigen verneint, umso mehr als der Beschwerdeführer in diesen 
Formularen insbesondere den Deliktsvorwurf und die durch den VBD erteilte Weisung, 
sich nicht an Orte zu begeben, an denen sich vorwiegend Kinder und Jugendliche aufhal-
ten (bspw. Badeanstalten/Badeorte, Spielplätze, Freizeiteinrichtungen etc.), gestrichen 
haben will. Wie der VBD zutreffend ausführt, ist die vom Beschwerdeführer mündlich vor-
genommene Distanzierung auch im Hinblick auf das im Strafurteil ausgesprochene Tätig-
keitsverbot eine Grundvoraussetzung für die Einhaltung der angeordneten Sanktion. Bei 
der vorliegend fehlenden Veränderungsmotivation geht es nicht nur um eine Vermeidung 
von Kontakt zu Minderjährigen, sondern auch um die inhaltlich intensive Auseinanderset-
zung mit den eigenen Problembereichen gemäss den gutachterlichen Feststellungen, wel-
che mangels Mitwirkungsbereitschaft des Beschwerdeführers eben gerade nicht stattge-
funden hat.

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6.
6.1 Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, die Vorinstanz übersehe, dass selbst 
wenn sie zur Anordnung des Vollzugs der Reststrafe berechtigt gewesen wäre, sie nicht 
die nominelle Anzahl Tage hätte anordnen dürfen. Nach der Rechtsprechung seien Er-
satzmassnahmen analog der Untersuchungshaft gemäss Art. 51 StGB auf die Freiheits-
strafe anzurechnen. Bei der Bestimmung der anrechenbaren Dauer habe das Gericht den 
Grad der Beschränkung der persönlichen Freiheit im Vergleich zum Freiheitsentzug bei 
Untersuchungshaft zu berücksichtigen. Dabei komme dem Gericht ein erheblicher Ermes-
sensspielraum zu. Der Beschwerdeführer sei gemäss Ziff. 2.2 des obergerichtlichen Ur-
teils verpflichtet gewesen bzw. sei verpflichtet, sich alle zwei Wochen beim VBD mittels 
persönlicher Vorsprache zu melden. Dieser Meldepflicht sei er nachgekommen. Eine sol-
che engmaschige persönliche Meldepflicht bzw. Pflicht zum persönlichen Erscheinen sei 
im Sinne von Art. 51 StGB mit einem halben Tag pro Meldetag anzurechnen. Der Be-
schwerdeführer habe sich seit seiner Entlassung aus der Sicherheitshaft am 30. April 2022 
[recte: 30. April 2021] rund 36 Mal beim VBD gemeldet, was einer Anrechnung von 18 Ta-
gen entspreche. Die Reststrafe hätte daher auf nicht mehr als 100 Tage [recte wohl: 
300 Tage] berechnet werden müssen.

6.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers fällt die allfällige Anrechnung 
von Untersuchungs-, Sicherheitshaft oder Ersatzmassnahmen nicht in die Zuständigkeit 
der Vollzugsbehörde, sondern erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung, was das 
Obergericht in Ziff. 5 seines Urteilsspruchs bezüglich der Untersuchungs- und Sicherheits-
haft auch gemacht hat (gemäss Stefan Weiss, in: Das schweizerische Vollzugslexikon, 
2. Aufl. 2022, S. 708, wird gestützt auf Art. 51 StGB in weiter Auslegung des Begriffs Un-
tersuchungshaft nicht nur die Untersuchungshaft angerechnet, sondern insbesondere 
auch die Sicherheitshaft oder der im Rahmen des vorzeitigen Strafvollzugs erstandene 
Freiheitsentzug). Eine allfällige zusätzliche Anrechnung der Ersatzmassnahmen hätte im 
Rahmen des Gerichtsverfahrens beantragt werden müssen, wobei jedoch fraglich sein 
dürfte, ob ein Gericht eine solche Anrechnung überhaupt vornehmen würde, weil es sich 
bei Ersatzmassnahmen ihrem Wesen nach grundsätzlich nicht um einen Freiheitsentzug 
handelt. 

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7.
7.1 Schliesslich machte der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz versäume es, 
aufgrund der konkreten Umstände, insbesondere des Umstandes, dass sich der Be-
schwerdeführer seit dem 30. April 2021 in Freiheit befinde, in Nachachtung von Art. 36 BV 
eine mildere Vollzugsform zu prüfen, insbesondere die Elektronische Überwachung im 
Sinne von Art. 79b StGB. Dies habe sie nachzuholen, weshalb der Beschwerdeführer 
eventualiter die Rückweisung der Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz bean-
trage.

7.2 Der Vollzug einer Freiheitsstrafe in einer besonderen Vollzugsform richtet sich 
nach den Art. 77b (Halbgefangenschaft), 79a (Gemeinnützige Arbeit) und 79b (Elektroni-
sche Überwachung, Electronic Monitoring [EM]) StGB. Weiter sind gemäss § 2 JVV die Er-
lasse des Konkordats der Kantone der Nordwest- und Innerschweiz über den Vollzug von 
Strafen und Massnahmen (Strafvollzugskonkordat) massgebend – für diese Frage somit 
die Richtlinie betreffend die besonderen Vollzugsformen vom 24. März 2017 (SSED 12.0). 

7.3 Der Vollzug der 318 Tage Reststrafe in einer besonderen Vollzugsform fällt bereits 
aufgrund der zeitlichen Voraussetzungen ausser Betracht: Die gemeinnützige Arbeit ist für 
Freiheitsstrafen bis max. sechs Monate zulässig, der Vollzug in Form von EM für Frei-
heitsstrafen bis max. 12 Monate, wobei das Bruttoprinzip gilt (angerechnete Untersu-
chungs- oder Sicherheitshaft wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt bzw. das vom 
Gericht ausgesprochene Strafmass ist massgebend [BGer 6B_1253/2015 vom 17. März 
2016 E. 2.6]). Bei der Halbgefangenschaft gilt für Freiheitsstrafen bis 12 Monate das Brut-
toprinzip (analog EM), bei längeren Freiheitsstrafen dürfen unter Anrechnung von Unter-
suchungs- und Sicherheitshaft nicht mehr als sechs Monate Reststrafe zu vollziehen sein 
(Nettoprinzip, Art. 77b Abs. 1 StGB). Der Beschwerdeführer wurde zu einer unbedingten 
Freiheitsstrafe von insgesamt 32 Monaten und 10 Tagen verurteilt (Reststrafe 318 Tage), 
womit die zeitliche Maximaldauer für diese Vollzugsformen überschritten wird. Aufgrund 
dieser Ausgangslage erübrigt sich die Prüfung der weiteren Voraussetzungen für den Voll-
zug in einer besonderen Vollzugsform.

8. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Verfügung des VBD vom 12. Juli 2022 
nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie ab-
zuweisen ist.

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9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer 
gemäss § 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG kostenpflichtig. Die Spruchgebühr für das vorliegende 
Verfahren wird auf Fr. 500.– festgesetzt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet. Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Aus-
gang des Verfahrens nicht.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt und 
mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Strafsachen 
eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an den 
Vollzugs- und Bewährungsdienst des Kantons Zug und zum Vollzug von Ziffer 2 
des Dispositivs an die Finanzverwaltung des Kantons Zug (nur Rubrum und Dis-
positiv). 

Zug, 16. Januar 2023

Im Namen der
VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am