# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f88681c-55d4-55da-8119-fa5318d798c8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 08.09.2015 U 2013 110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2013-110_2015-09-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 13 110

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Stecher, Meisser und Moser

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 26. Juni 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

B._____,

C._____,

D._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg, 

Beschwerdeführer
gegen 

Regierung des Kantons Graubünden, 
vertreten durch das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden, 

Beschwerdegegnerin
und

E._____ AG,

Gemeinde O.1._____, 
(u.a. bestehend aus den ehemaligen Gemeinden O.1.1.___,/ 
O.1.2.___,/O.1.3.___,/O.1.4.___,/O.1.5.___,/O.1.6.___,/O.1.7___,)

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Gemeinde O.2._____, 

Gemeinde O.3._____, 
(u.a. bestehend aus den ehemaligen Gemeinden O.3.1.___,/O.3.2.___,/ 
0.3.3.___,/O.3.4.___,/O.3.5.___,/O.3.6.___),

Gemeinde O.4._____,

Gemeinde O.5._____,

Gemeinde O.6._____,

Gemeinde O.7._____, 
(bestehend aus den ehemaligen Gemeinden O.7.1.___,/O.7.2.___,/ 
O.7.3.___,/O.7.4.___),

Gemeinde O.8._____,

Gemeinde O.9._____,
(einschliesslich der eingegliederten Gemeinde O.9.1._____),

Gemeinde O.10._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel, 

Beschwerdegegnerinnen

betreffend Konzession Projekt "Überleitung F._____"

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1. Die E._____ AG betreibt heute die vier Kraftwerkszentralen O.14_____, 

O.7.1._____, 0.11._____ und 0.12._____. Die installierte Leistung dieser 

Werke beträgt gesamthaft 258 MW und die durchschnittliche Produktion 

liegt bei rund 550 GWh pro Jahr, wobei rund 55 % des in den Anlagen 

produzierten Stroms im Winterhalbjahr anfällt. Die betreffenden Wasser-

rechtsverleihungen zur Nutzung des O._____, der G._____ und der 

H._____ enden am 31. Dezember 2037.

2. Das Konzessionsprojekt Überleitung F._____ der E._____ AG umfasst 

fünf neue Wasserfassungen im oberen F._____ (I._____, J._____, 

K._____, L._____ und M._____) sowie rund 13 km unterirdische Stollen 

und strebt die Überleitung eines Teils des Wassers aus dem oberen 

F._____ in das bestehende Ausgleichsbecken O.14_____ an. Mit der Re-

alisierung dieses Projekts kann eine zusätzliche jährliche Stromproduktion 

von rund 80 GWh erreicht werden. 

3. Dem Konzessionsprojekt Überleitung F._____ ist ein mehrjähriger Ent-

wicklungsprozess vorausgegangen, in dessen Verlauf das Projekt mehr-

mals überarbeitet wurde. Dabei haben sich sowohl das Amt für Natur und 

Umwelt (ANU) als auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutz-

kommission (ENHK) mehrfach mit dem Projekt auseinandergesetzt und 

sich dazu geäussert. 

4. Im Laufe des ersten Halbjahres 2012 erteilten die Konzessionsgemeinden 

O.2._____, O.3.1._____, O.1.4._____, O.1.5._____, O.3.2._____, 

O.4._____, O.1.1._____, O.3.4._____, O.3.5._____, O.5._____, 

O.3.6._____, O.1.6._____, O.6._____, O.8._____, O.7.3._____, 

O.1.7._____, O.7.4._____, O.1.2._____ und O.1.3._____ der E._____ AG 

das Recht zur Nutzung der Gewässer im oberen F._____. Die unter-

zeichnete Wasserrechtsverleihung datiert vom 25. Juni 2012. Demge-

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genüber lehnten die Gemeinden 0.3._____ und O.10._____ die Wasser-

rechtsverleihung ab. 

5. Das im Rahmen des Konzessionsprojekts Überleitung F._____ zusätzlich 

gefasste Wasser soll in den bestehenden Anlagen der E._____ AG zur 

Stromproduktion genutzt werden. Der Betrieb der heutigen Anlagen der 

E._____ AG beruht auf mehreren Wasserrechtsverleihungen der betrof-

fenen Gemeinden, die zwischen 1946 und 1949 erteilt und von der Regie-

rung des Kantons Graubünden (nachfolgend Regierung) genehmigt wur-

den. Im Jahr 1964 wurden von der Regierung sodann Nachträge zu den 

Konzessionen genehmigt und deren Ende einheitlich auf den 31. Dezem-

ber 2037 festgelegt.

Auf der Grundlage eines zwischen dem Kanton Graubünden, der Korpo-

ration der Konzessionsgemeinden der E._____ AG, der beiden Gemein-

den O.1.3._____ und O.1.1._____ sowie der E._____ AG abgeschlosse-

nen "Memorandum of Unterstanding" vom 11. Oktober 2006, worin der 

Wille der Unterzeichnenden bekräftigt wurde, auch über das Ende der 

bisherigen Konzessionen hinaus eine dauerhafte Partnerschaft einzuge-

hen, wurden zur "Wahrung der Sicherheit bzw. Investition" verschiedene 

Optionen für die Zeit nach Ablauf der bestehenden Konzessionen geprüft. 

Schliesslich erarbeitete die E._____ AG Nachträge zu den bestehenden 

Konzessionen, worin das Vorgehen nach Ablauf der Konzessionsdauer 

festgelegt wurde. Diese wurden den Konzessionsgemeinden zur Geneh-

migung unterbreitet. Während die Gemeinden O.9._____, O.3.1._____, 

O.1.4._____, O.1.5._____, O.3.2._____, O.3.4._____, O.3.5._____, 

O.5._____, O.3.6._____, O.1.7._____, O.9.1._____, O.1.6._____, 

O.2._____, O.4._____, O.6._____, O.8._____, O.7.3._____, O.7.4._____, 

O.7.1._____ und O.7.2._____ die entsprechenden Nachträge zu den be-

stehenden Wasserrechtsverleihungen für die Nutzung der Wasserkraft 

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des O._____, der G._____ und der H._____ genehmigten, lehnten die 

Gemeinden 0.3._____ und O.10._____ den Nachtrag zur Wasserrechts-

verleihung ab. 

6. Am 25. Juni 2012 reichten die E._____ AG sowie die Gemeinden 

O.2._____, O.3.1._____, O.1.4._____, O.1.5._____, O.3.2._____, 

O.4._____, O.1.1._____, O.3.4._____, O.3.5._____, O.7.1._____, 

O.5._____, O.3.6._____, O.9.1._____, O.1.6._____, O.6._____, 

O.7.2._____, O.8._____, O.7.3._____, O.9._____, O.1.7._____, 

O.7.4._____, O.1.2._____ und O.1.3._____ bei der Regierung das Ge-

such um Genehmigung des Konzessionsprojekts Überleitung F._____ ein 

mit dem Antrag auf Genehmigung der kommunalen Konzessionen sowie 

der Nachträge zu den bereits bestehenden Wasserrechtsverleihungen. 

Hinsichtlich der Gemeinden 0.3._____ und O.10._____ seien die Konzes-

sion und der Nachtrag gestützt auf Art. 12 BWRG durch die Regierung zu 

erteilen und zu genehmigen. Das Konzessionsgenehmigungsgesuch ein-

schliesslich der dazugehörigen Unterlagen wurde in den Konzessionsge-

meinden sowie beim Amt für Energie und Verkehr (AEV) vom 6. August 

bis 4. September 2012 öffentlich aufgelegt. Die öffentliche Auflage wurde 

gleichzeitig im Kantonsamtsblatt sowie in den Gemeinden in ortsüblicher 

Weise publiziert. 

7. Gegen das Konzessionsprojekt Überleitung F._____ erhoben unter ande-

rem am 4. September 2012 A._____, B._____, C._____ sowie D._____ 

Einsprache und beantragten die Nichtgenehmigung des Konzessionsge-

nehmigungsgesuchs. Die D._____ beantragte überdies, die E._____ AG 

und die beteiligten Städte, insbesondere 0.13._____, seien zu verpflich-

ten, die Machbarkeit für ein Pumpspeicherwerk 0.11._____-O.7.1._____-

O.14_____ sowie Massnahmen zur Umsetzung der 2'000 Watt-

Gesellschaft, insbesondere im Gebäudesektor, zu prüfen und die Ergeb-

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nisse bekannt zu geben. Zur Begründung ihrer Rechtsbegehren brachten 

die Einsprecher Einwände hinsichtlich der Themen Schwall und Sunk, 

angemessene Restwassermenge, Landschaft, Fauna und Flora, Ersatz-

massnahmen, Konzessionsinhalt und -dauer, Neukonzessionierung und 

Verhältnismässigkeit vor.

Die E._____ AG sowie die Konzessionsgemeinden beantragten am 

12. November 2012 die Abweisung der Einsprachen sowie die Genehmi-

gung des Gesuchs für die Konzession Überleitung F._____ samt den 

Nachträgen. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ih-

ren Anträgen fest und vertieften ihre Argumentation. 

Im Vernehmlassungsverfahren reichten das Tiefbauamt Graubünden 

(TBA) am 16. Juli 2012, das Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubün-

den (AWT) am 6. August 2012, das Amt für Raumentwicklung Graubün-

den (ARE) am 21. August 2012, das Amt für Wald und Naturgefahren 

(AWN) am 27. August 2012, das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden 

(AJF) am 6. September 2012, das AEV am 17. April 2013 sowie das ANU 

am 12. Februar und 3. September 2013 Stellungnahmen ein. Entspre-

chend den bundesrechtlichen Vorgaben wurde ferner vom Bundesamt für 

Energie (BFE; Stellungnahme vom 26. Oktober 2012), von der ENHK 

(Stellungnahme vom 27. März 2013) sowie vom Bundesamt für Umwelt 

(BAFU; Stellungnahme vom 17. Mai 2013) Stellungnahmen eingeholt.

Die Gemeinden O.8._____ (11. Juli 2012), O.6._____ (15. August 2012), 

O.3.1._____ (3. September 2012) und O.4._____ (9. September 2012) 

äusserten sich in ihren jeweiligen Stellungnahmen in befürwortendem 

Sinne zum Konzessionsvorhaben, während die übrigen gesuchstellenden 

Gemeinden auf eine Stellungnahme verzichteten. 

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8. Mit Beschluss vom 12., mitgeteilt am 14. November 2013 (Protokoll 

Nr. 1060), genehmigte die Regierung die Wasserrechtsverleihung der 

Gemeinden O.2._____, O.3.1._____, O.1.4._____, O.1.5._____, 

O.3.2._____, O.4._____, O.1.1._____, O.3.4._____, O.3.5._____, 

O.5._____, O.3.6._____, O.1.6._____, O.6._____, O.8._____, 

O.7.3._____, O.1.7._____, O.7.4._____, O.1.2._____ und O.1.3._____ an 

die E._____ AG für die Nutzung der Gewässer im oberen F._____ unter 

Vornahme einiger Änderungen sowie unter Bedingungen und Auflagen. 

Soweit die Gemeinden 0.3._____ und O.10._____ betreffend erteilte die 

Regierung die Konzession für die Nutzung der Gewässer im oberen 

F._____ im Namen der beiden Gemeinden. Des Weiteren genehmigte die 

Regierung die entsprechenden Nachträge der Konzessionsgemeinden 

O.9._____, O.3.1._____, O.1.4._____, O.1.5._____, O.3.2._____, 

O.3.4._____, O.3.5._____, O.5._____, O.3.6._____, O.1.7._____, 

O.9.1._____, O.1.6._____, O.2._____, O.4._____, O.6._____, O.8._____, 

O.7.3._____, O.7.4._____, O.7.1._____ und O.7.2._____ zur bestehen-

den Wasserrechtsverleihung. Soweit die Gemeinden 0.3._____ und 

O.10._____ betreffend erteilte die Regierung den Nachtrag zur Wasser-

rechtsverleihung im Namen der beiden Gemeinden. Gleichzeitig wies die 

Regierung die gegen die Konzessionsgenehmigung erhobenen Einspra-

chen ab. 

9. Dagegen erhoben A._____, B._____, C._____ sowie D._____ (nachfol-

gend Beschwerdeführer) am 16. Dezember 2013 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen:

"1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und dem Konzessionsgenehmi-
gungsgesuch "Überleitung F._____" sei die Genehmigung zu verweigern.

2. Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerinnen."

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Mit prozessleitender Verfügung vom 13. Januar 2014 erkannte der In-

struktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu. 

10. Mit Schreiben vom 20. Januar 2014 verzichtete die Gemeinde 

O.10._____ auf einen Antrag und weitere Ausführungen in der Sache so-

wie auf eine Beteiligung am vorliegenden Beschwerdeverfahren. 

11. Mit Schreiben vom 27./28. Januar 2014 beantragten die Beschwerdefüh-

rer sowie die E._____ AG und die Konzessionsgemeinden die Sistierung 

des Verfahrens infolge Aufnahme von Vergleichsgesprächen. Mit pro-

zessleitenden Verfügungen vom 29. Januar und 25. April 2014 wurde das 

Verfahren letztmals bis am 2. Juni 2014 sistiert. Mit Schreiben vom 2. Juni 

2014 teilten die E._____ AG und die Konzessionsgemeinden dem streit-

berufenen Gericht das Scheitern der Vergleichsgespräche mit. Daraufhin 

setzte das Gericht der Regierung sowie der E._____ AG und den Kon-

zessionsgemeinden am 3. Juni 2014 Frist zur Einreichung ihrer Vernehm-

lassungen. 

12. Die Regierung (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Ver-

nehmlassung vom 3. Juli 2014 (Poststempel) auf Abweisung der Be-

schwerde. 

13. Die E._____ AG und die Konzessionsgemeinden (nachfolgend Be-

schwerdegegnerinnen) beantragten am 4. Juli 2014 ebenfalls die Abwei-

sung der Beschwerde. 

14. Am 10. September 2014 hielten die Beschwerdeführer replicando in ma-

terieller Hinsicht an ihren Anträgen fest. In prozessualer Hinsicht bean-

tragten sie, mit der Beratung und Entscheidung bis nach Vorliegen diver-

ser noch einzuholender Parteigutachten zuzuwarten. Hinsichtlich des be-

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reits mit der Beschwerde vom 16. Dezember 2013 gestellten Antrags auf 

Zusprechung einer Parteientschädigung führten sie aus, dass die ihnen 

erwachsenen Kosten für die Parteigutachten bei der Bemessung der Par-

teientschädigung in angemessener Weise zu berücksichtigen seien. Des 

Weiteren sei der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer mehrwertsteuer-

pflichtig, weshalb unter dem Antrag auf Zusprechung einer Parteien-

tschädigung die Zusprechung einer Entschädigung inkl. MWSt. zu verste-

hen sei. 

15. Die Beschwerdegegnerin hielt am 12. November 2014 (Poststempel) du-

plicando an ihren materiellen Anträgen fest. Der von den Beschwerdefüh-

rern replicando gestellte prozessuale Antrag, wonach mit dem Entscheid 

in vorliegender Streitsache bis zum Vorliegen von Parteigutachten zuzu-

warten sei, sei abzuweisen, ebenso der Antrag betreffend die Parteien-

tschädigung, soweit er die genannten Parteigutachten betreffe. 

16. Die Beschwerdegegnerinnen hielten am 13. November 2014 duplicando 

ebenfalls an ihren materiellen Anträgen fest. Der prozessuale beschwer-

deführerische Antrag, wonach mit der Beratung und Entscheidung bis 

nach Vorliegen der beschwerdeführerischen Gutachten zuzuwarten sei, 

sei abzuweisen. Der Antrag auf Zusprechung einer Parteientschädigung 

sei hinsichtlich der Ergänzung in der Replik vom 10. September 2014 ab-

zuweisen, soweit dort eine angemessene Berücksichtigung der Kosten 

der Parteigutachten im Rahmen der Bemessung der Parteientschädigung 

beantragt werde. 

17. Am 27. November 2014 reichte der beschwerdeführerische Rechtsvertre-

ter dem streitberufenen Gericht seine Kostennote ein, welche neben ei-

nem Aufwand für die anwaltliche Vertretung Eigenleistungen der Be-

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schwerdeführer von rund Fr. 38'000.-- sowie Gesamtkosten für die Erstel-

lung der Parteigutachten von knapp Fr. 75'000.-- ausweist. 

18. Mit Stellungnahmen vom 28. (Poststempel) und 30. Januar 2015 ergänz-

ten und vertieften die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdegegnerin-

nen ihre Argumentation. Dabei machten sie im Wesentlichen geltend, 

dass Eigenleistungen bei der Bestimmung der Parteientschädigung aus-

ser Betracht fallen und nicht zu den Kosten gehören würden, die nach 

Art. 78 VRG zu ersetzen seien. Ferner bestehe auch kein Anspruch auf 

eine Entschädigung für Parteigutachten, zumal die von den Beschwerde-

führern in Auftrag gegebenen Gutachten keine neuen Erkenntnisse erwar-

ten liessen, welche zu anderen Beurteilungsergebnissen führen würden.

19. Am 16. Februar 2015 reichten die Beschwerdeführer dem streitberufenen 

Gericht die Luftbildanalyse des A._____ vom 18. Dezember 2014 (nach-

folgend Luftbildanalyse), das Gutachten betreffend Hydrologie vom 

18. Dezember 2014 (nachfolgend Gutachten Hydrologie) sowie das Gut-

achten betreffend Morphologie vom 4. Februar 2015 (nachfolgend Gut-

achten Morphologie) ein. Ferner reichten sie den Entwurf des Vernehm-

lassungsberichtes für einen Antrag an die Regierung betreffend die Rest-

wassersanierung der Kraftwerke 0.3._____ AG zu den Akten.

20. In ihrer Stellungnahme vom 6. März 2015 führten die Beschwerdegegne-

rinnen im Wesentlichen aus, dass die von den Beschwerdeführern 

nachträglich in Auftrag gegebenen Parteigutachten für die Beurteilung der 

sich stellenden Fragen unerheblich seien. Denn es liege eine genügende 

Datengrundlage vor und auch hinsichtlich der von den Beschwerdefüh-

rern aufgeworfenen Fragen bestehe kein weiterer Abklärungsbedarf, was 

im Übrigen auch das ANU in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2015 

bestätigt habe.

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21. Am 6. März 2015 reichten die Beschwerdeführer dem streitberufenen 

Gericht das Gutachten des A._____ betreffend die aquatische Fauna vom 

2. März 2015 (nachfolgend Gutachten aquatische Fauna) sowie dasjenige 

betreffend Auenvegetation vom 3. März 2015 (nachfolgend Gutachten 

Auenvegetation) ein. Gleichzeitig beantragten sie, die von ihnen einge-

reichten Gutachten seien dem ANU und dem BAFU zur Stellungnahme zu 

unterbreiten. 

22. Am 10. März 2015 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, 

dass für die abschliessende Beurteilung des Konzessionsprojekts Überlei-

tung F._____ weitere Abklärungen und Untersuchungen weder erforder-

lich noch angezeigt seien. Zudem seien die von den Beschwerdeführern 

selbst bestellten Untersuchungen nicht geeignet, neue entscheidrelevante 

Erkenntnisse vorzubringen. Für die Kosten dieser Parteigutachten 

bestünde kein Entschädigungsanspruch. 

23. Am 25. März 2015 reichten die Beschwerdeführer dem streitberufenen 

Gericht die Rechnungen für die Parteigutachten ein und ersuchten das 

Gericht erneut, die entsprechenden Aufwendungen bei der Zumessung 

der Parteientschädigung in angemessener Weise zu berücksichtigen. 

24. Die Beschwerdegegnerinnen und die Beschwerdegegnerin beantragten 

am 8. bzw. am 15. April 2015 (Poststempel) die Abweisung des be-

schwerdeführerischen Antrags auf neuerliche Unterbreitung der Partei-

gutachten an die Fachstelle zur Stellungnahme. 

25. Bei den Konzessionsgemeinden gab es seit den Konzessionserteilungen 

bzw. den Genehmigungen der Nachträge zu den bestehenden Wasser-

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rechtsverleihungen sowie der Einreichung des Konzessionsgesuchs fol-

gende strukturelle Veränderungen (Gemeindefusionen):

• Die Gemeinden O.1.4._____, O.1.5._____, O.1.1._____, O.1.6._____, 

O.1.7._____, O.1.2._____ und O.1.3._____ fusionierten per 1. Januar 

2013 neben weiteren Gemeinden zur Gemeinde O.1._____.

• Die Gemeinden O.7.1._____, O.7.2._____, O.7.3._____ und 

O.7.4._____ gingen per 1. Januar 2013 in der Gemeinde O.7._____ 

auf. 

• Die Gemeinden O.3.1._____, O.3.2._____, 0.3._____, O.3.4._____, 

O.3.5._____ und O.3.6._____ fusionierten per 1. Januar 2014 neben 

weiteren Gemeinden zur Gemeinde O.3._____.

• Per 1. Januar 2015 wurde die Gemeinde O.9.1._____ in die Gemein-

de O.9._____ eingegliedert.

Neu betrifft das Projekt Überleitung F._____ somit noch die heutigen Ge-

meinden O.1._____, O.2._____, O.3._____, O.4._____, O.5._____, 

O.6._____, O.7._____, O.8._____, O.9._____ und O.10._____.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie im angefochtenen Beschluss wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. a) Gemäss Art. 56 Abs. 3 des Wasserrechtsgesetzes des Kantons 

Graubünden (BWRG; BR 810.100) i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. d des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) kann der Kon-

zessionsgenehmigungsentscheid innert 30 Tagen mit Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Der angefochtene Beschluss 

vom 12., mitgeteilt am 14. November 2013 (Protokoll Nr. 1060), mit wel-

chem die Beschwerdegegnerin die Wasserrechtsverleihung der Konzes-

sionsgemeinden für die Nutzung der Gewässer im oberen F._____ an die 

E._____ AG (einschliesslich entsprechender Nachträge der Konzessions-

gemeinden zur bestehenden Wasserrechtsverleihung) genehmigt bzw. er-

teilt und gleichzeitig die gegen die Konzessionsgenehmigung erhobenen 

Einsprachen abgewiesen hat, stellt ein taugliches Anfechtungsobjekt für 

ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. 

Bei den Beschwerdeführern handelt es sich unstrittig um Organisationen, 

welchen gemäss Art. 1 der Verordnung über die Bezeichnung der im Be-

reich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes be-

schwerdeberechtigten Organisationen (VBO; SR 814.076) die Beschwer-

deberechtigung nach Art. 55 des Bundesgesetzes über den Umwelt-

schutz (USG; SR 814.01) sowie nach Art. 12 des Bundesgesetzes über 

den Natur und Heimatschutz (NHG; SR 451) zukommt (vgl. Ziff. 3, 6, 18 

und 25 des Anhangs zur VBO). Unbestritten ist des Weiteren, dass die 

Beschwerdeführer durch den Konzessionsgenehmigungsentscheid in ih-

ren statutarisch verankerten Tätigkeitsgebieten betroffen sind (vgl. Art. 12 

Abs. 2 NHG). Durch den angefochtenen Beschluss der Beschwerdegeg-

nerin vom 12., mitgeteilt am 14. November 2013, sind die Beschwerde-

führer überdies beschwert und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind. 

Auf die überdies frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten. 

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b) Die Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichtes erstreckt sich im 

Beschwerdeverfahren gemäss Art. 51 Abs. 1 VRG auf Rechtsverletzun-

gen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens so-

wie auf unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts. Das Verwaltungsgericht überprüft somit den Sachverhalt 

und die Rechtsfragen frei. Dagegen beurteilt es nicht, ob der angefochte-

ne Entscheid zweckmässig oder angemessen ist. Das bedeutet, dass das 

Verwaltungsgericht nicht sein Ermessen an die Stelle jenes der Vorin-

stanz setzen kann, sondern Lösungen der Verwaltung zu akzeptieren hat, 

die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, auch wenn eine andere Lö-

sung als zweckmässiger oder angemessener erschiene. Zu beachten ist 

in diesem Zusammenhang die besondere Stellung der kantonalen Um-

weltfachstelle ANU. Wie das Bundesgericht entschieden hat, kommt den 

Beurteilungsberichten des ANU zur Umweltverträglichkeit grosses Ge-

wicht zu. Auch wenn der entscheidenden Behörde eine freie Beweiswür-

digung zusteht, entspricht es dem Sinne des Beizugs der Fachstelle als 

sachkundiger Spezialbehörde, dass nur aus triftigen Gründen vom Er-

gebnis der Begutachtung abzuweichen ist. Dies trifft namentlich auch für 

die ihr zugrunde liegenden tatsächlichen Feststellungen zu (vgl. BGE 

119 Ib 254 E.8a). Für die Beurteilung der Umweltverträglichkeitsprüfung 

ist sodann zu beachten, dass diese ein förmliches Vorverfahren darstellt, 

das in ein Hauptverfahren ausmündet (BGE 118 Ib 206 E.8c, 116 Ib 260 

E.1c/d). Soweit der im Hauptverfahren entscheidenden Behörde − hier 

der Beschwerdegegnerin − ein Ermessens- und ein Beurteilungsspiel-

raum bei der Anwendung unbestimmter Gesetzesbegriffe zusteht, sind 

die Tatsachenfeststellungen und deren rechtliche Würdigung miteinander 

verflochten. Hieraus ergibt sich, dass die entscheidende Behörde das Er-

gebnis ihrer Beweiswürdigung und Beurteilung nachvollziehbar darlegen 

muss und dass sie nur aus stichhaltigen Gründen von der Beurteilung 

durch die Fachstelle abweichen darf. Dies entspricht der bundesgerichtli-

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chen Praxis, wonach an die Sachverhaltsabklärung hohe Anforderungen 

zu stellen sind, da dies die Voraussetzung dafür bildet, dass ein sorgfälti-

ges Gewichten der verschiedenen öffentlichen Interessen, welche aufein-

ander stossen, überhaupt möglich ist (vgl. BGE 119 Ib 254 E.8a). Für die 

gerichtliche Beurteilung des Konzessionsgenehmigungsentscheides ist 

hieraus zu folgern, dass in erster Linie zu prüfen ist, ob die Umweltver-

träglichkeitsprüfung über den wesentlichen Sachverhalt vollständig Auf-

schluss gibt, ob ihre Beurteilung durch die Fachstelle den Anforderungen 

einer amtlichen Expertise genügt und ob die Konzessionsgenehmigungs-

behörde aus der Umweltverträglichkeitsprüfung und deren Beurteilung 

durch die Fachstelle die zutreffenden Folgerungen gezogen hat. Nament-

lich ist zu beurteilen, ob die öffentlichen Interessen vollständig berücksich-

tigt und ob sie richtig gewichtet wurden, wobei zu beachten ist, dass sich 

der Umweltverträglichkeitsbericht auf das für den Entscheid Wesentliche 

beschränken darf (BGE 118 Ib 206 E.13). Aus der Prüfung dieser Frage 

ergibt sich, ob der Entscheid auf einer dem Bundesrecht entsprechenden 

Abwägung der Gesamtinteressen beruht. Für die Beurteilung dieser Ab-

wägung ist sodann zu berücksichtigen, dass das Verwaltungsgericht für 

die Würdigung der technischen Aspekte das Ermessen und den Beurtei-

lungsspielraum der entscheidenden Behörde zu respektieren hat. Wie 

ausgeführt greift das Verwaltungsgericht nur bei Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens ein und prüft die Fragen, zu deren Beurtei-

lung die Vorinstanz über die besseren Kenntnisse der örtlichen, techni-

schen oder persönlichen Verhältnisse verfügen, zurückhaltend (vgl. BGE 

119 Ib 254 E.8b). 

2. a) In formeller Hinsicht gilt es zunächst die Frage zu beantworten, ob die von 

den Beschwerdeführern zusätzlich in Auftrag gegebenen Abklärungen 

notwendig und zweckmässig sind, um für den N._____ unterhalb der 

Mündung des O._____ die Einhaltung der Restwasservorschriften zu be-

- 16 -

urteilen. Konkret haben die Beschwerdeführer folgende zusätzlichen Ab-

klärungen in Auftrag gegeben:

• Kartierung von Gewässerinvertebraten und Amphibien zur Identifikati-

on von Rote-Liste-Arten sowie zur Beurteilung der heutigen und künf-

tigen Restwasserführung in Bezug auf die Rote-Liste-Arten in den Au-

en von mutmasslich nationaler Bedeutung.

• Kartierung der Auenvegetation ebenfalls zur Identifikation von Rote-

Liste-Arten sowie zur Beurteilung der heutigen und künftigen Rest-

wasserführung in Bezug auf die Rote-Liste-Arten in den Auen von 

mutmasslich nationaler Bedeutung.

• Modellierung der Abflussganglinien anhand von Niederschlagsdaten 

ab 1936 zur Bestimmung der Häufigkeit bettbildender Ereignisse vor 

der Nutzung durch die E._____ AG bis heute.

• Bestimmung des bettbildenden Abflusses in den Auen von mutmass-

lich nationaler Bedeutung zur Beurteilung, ob die Häufigkeit bettbil-

dender Abflüsse heute und in der Betriebsphase ausreicht, um die 

Auendynamik und Gewässerzönose zu erhalten. 

b) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, die Prüfung und Feststellung der 

Gesetzeskonformität des Konzessionsprojekts bedürfe weiterer Abklärun-

gen und Untersuchungen, da der Einfluss der Wasserfassungen der 

E._____ AG auf die Auen am N._____ und das Ausmass der Auenbeein-

flussung nur so objektiv beurteilt werden könne. Auch die Restwasser-

menge könne nur anhand weiterer Abklärungen korrekt festgesetzt wer-

den. 

- 17 -

Demgegenüber stellen sich die Beschwerdegegnerin und die Beschwer-

degegnerinnen im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass für die absch-

liessende Beurteilung des Konzessionsprojekts Überleitung F._____ wei-

tere Abklärungen und Untersuchungen weder erforderlich noch angezeigt 

seien. Für das zu beurteilende Konzessionsprojekt sei eine formelle Um-

weltverträglichkeitsprüfung gemäss Bundesrecht und den vom Bundesrat 

dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen durchgeführt worden. Dabei 

habe sich gezeigt, dass die eingereichten Unterlagen zusammen mit dem 

bei den Fachbehörden bereits vorhandenen Fachwissen eine umfassen-

de Beurteilung des Projekts ermöglichen würde. Die von den Beschwer-

deführern bestellten Untersuchungen seien nicht geeignet, neue ent-

scheidrelevante Erkenntnisse vorzubringen. Dieser Auffassung habe sich 

das ANU in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2015 angeschlossen 

und dargelegt, dass eine genügende Datengrundlage vorliege und hin-

sichtlich der weiteren von den Beschwerdeführern aufgeworfenen Fragen 

kein weiterer Abklärungsbedarf in Form von Zusatzgutachten bestehe. Es 

bestünden keine triftigen Gründe, um von diesen Feststellungen des ANU 

abzuweichen und sich mit den beschwerdeführerischen Parteigutachten 

zu befassen. 

c) Die Beantwortung der Frage, ob die von den Beschwerdeführern ge-

wünschten zusätzlichen Abklärungen − um für den N._____ unterhalb der 

Mündung des O._____ die Einhaltung der Restwasservorschriften zu be-

urteilen − in Auftrag zu geben sind, ist insofern überholt, als die Be-

schwerdeführer die strittigen Gutachten inzwischen selber in Auftrag ge-

geben haben und diese mittlerweile auch vorliegen. Relevant ist dagegen 

die Frage, ob vorliegend die zusätzlich in Auftrag gegebenen Abklärungen 

notwendig und zweckmässig sind und somit in der Tat ein Bedarf nach 

den entsprechenden Gutachten bestanden hat. Denn daraus lassen sich 

zwei Folgefragen beantworten, nämlich (1) ob diese Gutachten den Fach-

- 18 -

stellen zur Stellungnahme vorgelegt werden müssen (vgl. dazu nachfol-

gend E.3) und (2) wer für die Kosten der Erstellung der Gutachten aufzu-

kommen hat (vgl. dazu nachfolgend E.13d).

Die Beschwerdeführer sind − wie vorstehend bereits angetönt − der An-

sicht, dass zusätzliche Grundlagen auch für die Fachstellen unabdingbar 

seien, um objektiv feststellen zu können, ob die Auen-Schutzziele respek-

tiert seien oder nicht. Sie haben deshalb im Nachgang an die Parteiver-

handlungen im zweiten Halbjahr 2014 diese weiteren Gutachten in Auf-

trag gegeben. Diese sollen jene Gutachten ergänzen, welche bereits die 

Beschwerdegegnerinnen nachträglich, d.h. im zweiten Halbjahr 2014, 

noch haben erstellen lassen. Die Beschwerdegegnerin sowie die Be-

schwerdegegnerinnen sind deshalb der Auffassung, dass es keine weite-

ren Untersuchungen braucht. 

Das ANU hat sich in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2015 (act. 30 

der Beschwerdegegnerin) zu den von den Beschwerdeführern zusätzlich 

in Auftrag gegebenen Abklärungen wie folgt geäussert:

Aufnahmen von Gewässerinvertebraten, Amphibien
Da aufgrund der Bewertung mit dem Modul Hydrologie des Modul-Stufenkonzepts 
(HYDMOD-F) ein wenig veränderter Zustand resultiere, seien keine weiteren Ab-
klärungen notwendig. Zudem könnten daraus keine direkten Rückschlüsse für ex-
akte Restwassermengen gezogen werden. Das Vorkommen von Arten der Roten 
Liste sei abschliessend unter dem Gesichtspunkt des schützenswerten oder selte-
nen Lebensraums im Sinne von Art. 31 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über den 
Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20) zu beurteilen. 

Kartierung der Auenvegetation
Ebenfalls aufgrund der Bewertung mit dem Modul Hydrologie des Modul-
Stufenkonzepts (HYDMOD-F), welche einem wenig veränderten Zustand entspre-
che, sei eine Kartierung der Auenvegetation nicht notwendig. Von einer solchen 
Kartierung sei hinsichtlich der Beurteilung der Projektauswirkungen kein zusätzli-
cher Nutzen zu erwarten, zumal es nicht möglich sein werde, einen direkten Zu-
sammenhang zwischen der Vegetation und den Restwassermengen herzustellen. 

Modellierung der Abflussganglinien anhand von Niederschlagsdaten ab 1936 
zur Bestimmung der Häufigkeit bettbildender Abflüsse

- 19 -

Hinsichtlich der Modellierung der Abflussganglinien anhand von Niederschlagsda-
ten ab 1936 zur Bestimmung der Häufigkeit bettbildender Abflüsse lägen bereits 
ausreichende Mengen von Messdaten vor, welche zudem noch besser geeignet 
seien zur Beurteilung der Projektauswirkungen als modellierte Daten. Die Modellie-
rungen seien daher zur Bestimmung des Ausgangszustands nicht notwendig. Zu-
dem sei es fraglich, ob diese Verhältnisse zur Beschreibung des Ausgangszu-
stands überhaupt herangezogen werden dürften, weil diese Vergleichsperiode sehr 
lange zurückliege und seither eingetretene Veränderungen des Klimas und der 
Bodenbedeckung nicht vernachlässigt werden dürften. 

Bestimmung des bettbildenden Abflusses
Auch aus der Bestimmung des bettbildenden Abflusses in den Auen könnten keine 
direkten Rückschlüsse auf die notwendige Restwassermenge gezogen werden. 
Denn die Schwelle für die Abflussmenge, bei deren Überschreitung eine Umgestal-
tung des Gewässerbetts eintrete, hänge von verschiedenen Faktoren ab, bei-
spielsweise von der eingetretenen Stabilisierung der Geschiebebänke (Setzung, 
Durchwurzelung), der Art der Ablagerung und der Ereignisse in den Seitenzuflüs-
sen. Luftbilder des N._____ zeigten zudem, dass solche Prozesse im heutigen Zu-
stand vorkämen. Auch mit dem Projekt würden im N._____ unterhalb der Mündung 
des O._____ noch 50 - 60 % des Abflusses im Gewässer verbleiben, was gemäss 
Bewertung mit dem Modul Hydrologie des Modul-Stufenkonzepts (HYDMOD-F) ei-
nen Erhalt von Lebensräumen gemäss Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG sicherstelle. Zu-
sätzliche Abklärungen seien deshalb weder notwendig noch zielführend. 

Wenn − wie vorstehend dargestellt − bereits die Fachstelle der Ansicht ist, 

dass die von den Beschwerdeführern zusätzlich in Auftrag gegebenen 

Abklärungen und Untersuchungen nicht notwendig bzw. teilweise auch 

gar nicht geeignet seien, um die eigene Einschätzung zu beeinflussen, 

und überdies die entsprechenden Erklärungen der Fachstelle sachlich 

und einleuchtend sind − was vorliegend der Fall ist − besteht nach An-

sicht des streitberufenen Gerichtes kein Bedarf nach zusätzlichen Ab-

klärungen. Dies zumal die von den Beschwerdeführern in Auftrag gege-

benen Gutachten keine eigentlichen neuen Erkenntnisse beinhalten, son-

dern vielmehr ein eigentlicher Methodenstreit vorliegt. Während das ANU 

und das BAFU teilweise abstrakte Methoden (Modul Hydrologie des Mo-

dul-Stufenkonzepts, HYDMOD-F) anwenden, untersuchen die Beschwer-

deführer vor Ort alles genau und bauen die entsprechenden Ergebnisse 

in ihre Argumentation ein. Es obliegt indes nicht dem streitberufenen Ge-

richt, einen solchen Methodenstreit zu entscheiden. Vielmehr hat sich das 

- 20 -

Gericht bezüglich Methodenwahl an den Fachstellen zu orientieren. Diese 

sind (zumindest das ANU) − wie gesehen − der Ansicht, dass aus einer 

Aufnahme von Gewässerinvertebraten (Amphibien) bzw. einer Kartierung 

der Auenvegetation keine direkten Rückschlüsse auf exakte Restwas-

sermengen gezogen werden könnten bzw. kein zusätzlicher Nutzen zur 

Beurteilung der Projektauswirkungen erwartet werden könne. Die Mög-

lichkeit, einen direkten Zusammenhang herzustellen zwischen Vegetation 

und Restwassermenge sei nicht gegeben. Diese Einschätzung leuchtet 

dem streitberufenen Gericht ein. Folglich bestand aber für die Einholung 

der beschwerdeführerischen Parteigutachten kein konkreter Bedarf. 

Selbstverständlich stand es den Beschwerdeführern indes ohne Weiteres 

frei, die Gutachten dennoch in Auftrag zu geben und sie in das vorliegen-

de Verfahren einzubringen. Es gibt − entgegen der Auffassung der Be-

schwerdegegnerinnen − denn auch keinen Grund, sie nicht zu berück-

sichtigen bzw. aus dem Recht zu weisen. 

3. a) Ebenfalls in formeller Hinsicht gilt es auf den beschwerdeführerischen 

Antrag einzugehen, wonach die entsprechenden Fachstellen des Kantons 

und des Bundes, insbesondere das ANU und das BAFU, dazu aufzufor-

dern seien, zur Rechtmässigkeit des Konzessionsprojekts Überleitung 

F._____ unter Berücksichtigung von sämtlichen bis heute vorliegenden 

Akten − insbesondere auch der fünf von den Beschwerdeführern einge-

reichten Gutachten − erneut Stellung zu nehmen. 

b) Die Beschwerdegegnerinnen und die Beschwerdegegnerin lehnen den 

beschwerdeführerischen Antrag auf Unterbreitung der Parteigutachten an 

die Fachstellen zur Stellungnahme ab (vgl. deren Stellungnahmen vom 

8. bzw. 15. April 2015). Begründend führen sie aus, das ANU habe sich in 

seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2015 bereits ausführlich darüber 

ausgelassen, weshalb eine genügende Datengrundlage für die Beurtei-

- 21 -

lung der Rechtmässigkeit des Konzessionsprojekts vorliege und auch 

hinsichtlich der weiteren von den Beschwerdeführern aufgeworfenen Fra-

gen kein weiterer Abklärungsbedarf in Form von Zusatzgutachten beste-

he. Nachdem schon für die Erstellung kein Bedarf bestanden habe, be-

stehe erst recht keine Notwendigkeit, diese unnötigen Parteigutachten 

den Fachstellen zu unterbreiten. 

Demgegenüber erachten es die Beschwerdeführer als zentral, dass das 

ANU und das BAFU nochmals zur Rechtmässigkeit des Konzessionspro-

jekts unter Berücksichtigung von sämtlichen bis heute vorliegenden Akten 

Stellung nehmen könnten. Folglich seien die entsprechenden Fachstellen 

zur Stellungnahme aufzufordern. 

c) Das streitberufene Gericht vermag sich der Ansicht der Beschwerdegeg-

nerinnen und der Beschwerdegegnerin anzuschliessen, wonach die fünf 

beschwerdeführerischen Parteigutachten den Fachstellen (insbesondere 

dem ANU und dem BAFU) nicht zur Stellungnahme vorzulegen sind. Dies 

zumal sich das ANU in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2015 

(act. 30 der Beschwerdegegnerin) zu diesem Ansinnen bereits negativ 

geäussert hat. So führte das ANU in der erwähnten Stellungnahme expli-

zit aus, dass die vorhandene Datengrundlage ausreiche bzw. die von den 

Beschwerdeführern in Auftrag gegebenen zusätzlichen Gutachten nicht 

notwendig bzw. teilweise auch nicht geeignet seien, um die Projektaus-

wirkungen beurteilen zu können. Wenn aber bereits die Fachstelle der 

Ansicht ist, dass zusätzliche Abklärungen und Untersuchungen nicht not-

wendig bzw. teilweise auch gar nicht geeignet seien, um die eigene Ein-

schätzung zu beeinflussen, macht es nach Ansicht des streitberufenen 

Gerichtes wenig Sinn, die inzwischen vorliegenden Parteigutachten der 

Fachstelle dennoch zur Stellungnahme zu unterbreiten. An dieser Aus-

gangslage ändert auch das Vorliegen der Daten und Abklärungen nichts. 

- 22 -

Überdies erscheint vorliegend eine Unterbreitung der Parteigutachten zur 

Stellungnahme an die Fachstellen auch deshalb unergiebig zu sein, weil 

es hier wiederum nicht um wesentliche neue Erkenntnisse geht, sondern 

der bereits vorstehend erwähnte und umschriebene Methodenstreit vor-

liegt (vgl. vorstehend E.2c). Folglich besteht aber kein Anlass, die be-

schwerdeführerischen Parteigutachten den Fachstellen des Kantons und 

des Bundes, insbesondere dem ANU und dem BAFU, zur Stellungnahme 

zu unterbreiten. 

4. a) Das eingereichte Pflichtenheft der E._____ AG beruht auf der Annahme, 

dass das Projekt Überleitung F._____ unabhängig von den bestehenden 

Anlagen der E._____ AG beurteilt werden kann. Auch das ANU stellte 

seine Beurteilung der umweltrechtlichen Auswirkungen unter den Vorbe-

halt der Richtigkeit dieser Annahme. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Prüfung der Frage, ob die Überleitung F._____ eine derart weitgehende 

Änderung des ursprünglichen Nutzungskonzepts darstellt, dass dies ma-

teriell der Erteilung einer neuen Konzession gleichkommt, bei der Ge-

nehmigung des Pflichtenhefts für das Projekt Überleitung F._____ (Regie-

rungsbeschluss vom 26. Juni 2007, Prot. Nr. 756, E.2) für das massge-

bende Hauptverfahren angekündigt. Im angefochtenen Regierungsbe-

schluss vom 12., mitgeteilt am 14. November 2013, kam sie nun zum 

Schluss, dass das Projekt Überleitung F._____ zwar eine Produktions-

steigerung mittels Verarbeitung von neu gefasstem Wasser aus einem 

zusätzlichen Einzugsgebiet mit sich bringe, dies jedoch nicht als derart 

weitgehende Änderung des Nutzungskonzepts zu betrachten sei, dass 

materiell von einer Konzessionsänderung auszugehen wäre.

b) Dem halten die Beschwerdeführer entgegen, dass mit dem Projekt Über-

leitung F._____ dem N._____ und damit auch dem FF._____ jährlich rund 

32 Mio. m3 Wasser entzogen würden, woraus sich ein zusätzliches Ener-

- 23 -

giepotential von 80 GWh ergebe, was 15 % der heutigen Produktion 

ausmache. Es werde neu gefasstes Wasser aus einem zusätzlichen Ein-

zugsgebiet verarbeitet, wofür über 14 km unterirdische Stollen notwendig 

seien. Eine gewisse Wassermenge könne in den O.14_____ Stausee 

hochgepumpt werden und somit zu einem saisonal anderen Zeitpunkt ge-

nutzt werden. Bisher habe der im Winterhalbjahr produzierte Strom rund 

55 % an der Gesamtproduktion betragen. Diese Zahl werde mit den neu-

en Fassungen deutlich abnehmen, und die Produktion sich vermehrt ins 

Sommerhalbjahr verlagern. Zudem laufe die Konzession zu einem viel 

späteren Zeitpunkt aus als die bestehenden Konzessionen, was Koordi-

nationsprobleme mit sich bringe. Die Investitionen betrügen weit über 

Fr. 100 Mio. Solche weitgehenden Änderungen und Anpassungen 

während der Konzessionsdauer würden dazu führen, dass eine Neukon-

zessionierung vorgenommen werden müsse, zumal der neue Teil nicht 

losgelöst vom Bestehenden beurteilt werden könne. Eine Neukonzessio-

nierung sei überdies unausweichlich, da der nach Art. 54 des Bundesge-

setzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte (WRG; SR 721.80) 

obligatorische Konzessionsinhalt − etwa hinsichtlich der nutzbaren Was-

sermenge, der Dotierwassermenge und der Art der Nutzung − zumindest 

materiell neu definiert werde. Dieser Schluss ergebe sich zudem auch 

aus Art. 8 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die Fischerei (BGF; SR 

923.0), wonach Anlagen, die erweitert oder wieder instand gestellt wür-

den, als Neuanlagen gölten. 

c) Demgegenüber machen die Beschwerdegegnerinnen geltend, dass die 

Frage, ob die Überleitung F._____ eine wesentliche Änderung darstelle, 

welche eine Neukonzessionierung über die gesamten bereits bestehen-

den Anlagen erforderlich mache, bereits im Vorfeld der Konzessionsertei-

lung im Rahmen des privaten Rechtsgutachtens "Abklärungen der ge-

wässerschutzrechtlichen Auswirkungen auf die bisherigen E._____ AG-

- 24 -

Konzessionen durch den Ausbau der Wasserkraft im F._____" von Gieri 

Caviezel (= Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerinnen im vorliegenden 

Verfahren) vom 29. Juli 2005 umfassend abgeklärt worden sei. Dabei sei 

das Gutachten zum Schluss gelangt, dass das gesamte Werk der 

E._____ AG (nach dem Ausbau) nicht als neue Kraftwerksanalage zu 

qualifizieren sei. Denn es würden bezüglich des bisherigen Nutzungskon-

zepts keine wesentlichen Änderungen erfolgen, es werde weder das 

Stauvolumen noch das nutzbare Gefälle erhöht und auch hinsichtlich der 

vorgesehenen Zentralen ergäben sich keine Änderungen. Ebenso wenig 

erfolge eine saisonale Verschiebung der überwiegenden Nutzung. 

d) Das Bundesgesetz über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte sieht in 

Art. 43 Abs. 1 ausdrücklich vor, dass die verliehenen Wassernutzungs-

rechte wohlerworbene Rechte sind. Dank dieser Anordnung zeichnen sie 

sich durch Gesetzesfestigkeit aus (DUBACH, Die wohlerworbenen Rechte 

im Wasserrecht, Rechtsgutachten vom November 1979, herausgegeben 

vom Bundesamt für Wasserwirtschaft 1980, S. 36 ff.). Eine Schmälerung 

oder Rücknahme des Nutzungsrechts ist nur aus Gründen des öffentli-

chen Wohls und gegen volle Entschädigung möglich (Art. 43 Abs. 2 

WRG). Dieser Regel fügte das Bundesgericht allerdings den Vorbehalt 

bei, dass aufgrund einer entsprechenden allgemeinen Bestimmung im 

Verleihungsakt künftige Gesetze vom Beliehenen zu beachten seien. 

Doch könne sich der Vorbehalt der bestehenden und künftigen Gesetze 

bei vernünftiger Auslegung nur auf Normen beziehen, die keinen Eingriff 

in wohlerworbene Rechte zur Folge hätten, während Regeln, die diese 

Rechte in ihrer Substanz beeinträchtigen und zu einem entschädigungs-

los hinzunehmenden Eingriff führen würden, vom Vorbehalt nicht erfasst 

seien (BGE 107 Ib 140 E.4). Während bei neuen Wasserentnahmen aus 

Fliessgewässern mit ständiger Wasserführung die gesetzlich vorge-

schriebenen Mindestrestwassermengen (Art. 31 ff. GSchG) grundsätzlich 

- 25 -

vorbehaltlos einzuhalten sind, ist deren Anwendung auf bereits bestehen-

de und konzedierte Nutzungen mit Blick auf die Rechtsnatur der Wasser-

rechtsverleihungen als wohlerworbene Rechte nur beschränkt möglich. 

Zwar können die kantonalen Behörden bei bereits bestehenden und kon-

zedierten Nutzungen Sanierungsmassnahmen im Sinne von Art. 80 ff. 

GSchG verfügen. Diese können gemäss Art. 80 Abs. 1 GSchG in der Re-

gel aber nur insoweit angeordnet werden, als dies ohne entschädigungs-

begründende Eingriffe in die bestehenden Wassernutzungsrechte möglich 

ist. 

e) Da auf die Erteilung einer neuen Konzession nach dem WRG kein 

Rechtsanspruch besteht, ist der Entscheid über eine Konzessionserneue-

rung gleichbedeutend mit einem Entscheid über eine neue Anlage. Dabei 

muss das zum Zeitpunkt der Konzessionserneuerung geltende Umwelt-

recht zur Anwendung gelangen und nicht jenes, welches bei der ur-

sprünglichen Konzessionserteilung in Kraft stand, denn es geht nicht um 

die Weitergeltung eines bestehenden Dauerrechtsverhältnisses, sondern 

um die Begründung eines neuen (JAGMETTI, Energierecht, in: Schweizeri-

sches Bundesverwaltungsrecht, Band VII, Basel/Genf/München 2005, 

Rz. 4215; BGE 119 Ib 254 E.5b). Folglich besteht für alle bestehenden, 

bewilligungspflichtigen Wasserentnahmen im Rahmen der Konzessions-

erneuerung eine Bewilligungspflicht nach Art. 29 GSchG, so wie sie als 

neue Wasserentnahmen bewilligungspflichtig wären. Den Neukonzessio-

nierungen gleichgestellt werden zudem auch weitgehende Änderungen 

und Anpassungen während der Konzessionsdauer, wo ein bestehendes 

Kraftwerk so erweitert oder umgestaltet wird, dass es eine neue Anlage 

bildet (BGE 119 Ib 254 E.5b in fine, Urteil des Bundesgerichtes 

1A.170/2003 vom 27. August 2004 E.4, 4.2 und 4.3). In diesen Fällen ist 

die Gesamtanlage unter allen wasserrechtlichen (und anderen) Gesichts-

punkten umfassend neu zu beurteilen und die Verwirklichung des Projekts 

- 26 -

bedarf einer neuen Konzession, welche alle erforderlichen Bestimmungen 

zu enthalten hat (JAGMETTI, a.a.O., Rz. 4242). Davon zu unterscheiden 

sind Fälle, in denen lediglich eine Anpassung oder Änderung einer beste-

henden, noch gültigen Konzession erfolgt. Dies ist dann der Fall, wenn 

eine bestehende Anlage geändert, eine projektierte anders gestaltet oder 

in einem dieser Fälle von der Konzession abgewichen werden soll, ohne 

dass die Änderung eine Neukonzessionierung erfordert (Urteil des Bun-

desgerichtes 1A.170/2003 vom 27. August 2004 E.4 und 4.3). Die materi-

elle Prüfung bezieht sich in diesen Fällen nicht auf die bereits konzedierte 

Nutzung, sondern darauf, ob die Abweichungen oder Änderungen den 

Anforderungen des Wasserrechts, der räumlichen Ordnung und dem 

Schutz der Natur entsprechen (JAGMETTI, a.a.O., Rz. 4213). Folglich un-

terliegen in solchen Fällen die bereits bestehenden Wasserentnahmen 

nicht einer neuen Bewilligungspflicht nach Art. 29 GSchG und die Einhal-

tung der Restwasserbestimmungen des GSchG müssen − zumindest hin-

sichtlich der bereits bestehenden Wasserentnahmen − nicht geprüft wer-

den. 

f) Das Bundesgericht hatte sich zur Frage, inwieweit Änderungen und An-

passungen während der Konzessionsdauer einer Neukonzessionierung 

gleichkommen, in den letzten Jahren in einzelnen Fällen zu äussern:

• Im Entscheid betreffend das Saison-Speicherkraftwerk P._____ ging 
das Bundesgericht davon aus, dass das vorgesehene Projekt ge-
genüber dem ursprünglich geplanten Gravitationswerk ein neues Pro-
jekt darstelle, weil die Art der Nutzung und die dem Beliehenen aufer-
legten wirtschaftlichen Leistungen, die zum wesentlichen Inhalt der 
Verleihung zählen, wesentlich geändert würden: Das Wasser solle in 
einem Stausee mit mehr als doppelt so hohem Inhalt gespeichert und 
überwiegend im Winter statt im Sommer genutzt werden; das nutzbare 
Gefälle werde um 7 % erhöht; an die Stelle der vorgesehenen Zentrale 
Pian San Giacomo trete die unterirdische Zentrale P._____ II; es wer-
de auf den Wasseraustausch zwischen dem Q._____ und dem 
R._____ für die dem GG._____ zu entziehende Wassermenge ver-
zichtet; die wirtschaftlichen Leistungen des Beliehenen würden neu 

- 27 -

festgelegt und die Heimfallsregelung angepasst. Unter diesen Um-
ständen müsse die Änderungsverfügung sowohl formell als auch ma-
teriell den Erfordernissen einer neuen Konzession entsprechen (vgl. 
BGE 119 Ib 254).

• Unbestritten war das Erfordernis einer neuen Konzession für das Pro-
jekt zur Erweiterung der Stromproduktion durch das KW AA._____ mit 
dem Ersatz eines Teils der bestehenden Anlagen, dem Neubau eines 
Stauwehrs und eines Maschinenhauses, der Ausbaggerung der 
BB._____ und − beim 2. Projekt − der Ableitung des genutzten Was-
sers über einen mehr als 3 km langen Stollen (vgl. BGE 125 II 18).

• Ebenfalls unbestritten war das Erfordernis einer neuen Konzession für 
den Ausbau des KW CC._____ mit einer ersten Konzession von 1983 
für die erneuerte Stufe CC._____-DD._____ mit Nutzung zusätzlicher 
Gewässer und 1995 für die Fassung weiterer Gewässer sowie die Er-
stellung eines Ausgleichsbeckens und eines Stollens (vgl. BGE 
126 II 283, entsprechend dem Urteil des Bundesgerichtes 1A.73 und 
1A.75/1995 vom 28. April 2000, ferner Urteil des Bundesgerichtes 
1A.59/1995 vom 28. April 2000).

• Für die neue Anlage in EE._____ war 1989 eine neue Konzession er-
teilt worden (BBl 1990 II 417-435). Durch Änderung der Konzession 
von 2002 wurden die Frist zur Inbetriebnahme um 15 Jahre verlängert, 
der Etappierung der Bauausführung zugestimmt und die Dotierwas-
sermenge für die mittlere Phase erheblich erhöht. Unter Berücksichti-
gung der gesamten Umstände kam das Bundesgericht zum Schluss, 
dass diese Änderungen der Konzession keiner Neukonzessionierung 
gleichkämen und deshalb keine neue Gesamtinteressenabwägung er-
forderlich sei (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1A.170/2003 vom 
27. August 2004). 

g) Für das vorliegend zu beurteilende Konzessionsprojekt wurde der 

E._____ AG seitens der betroffenen Konzessionsgemeinden (bzw. hin-

sichtlich der betroffenen Gemeinden 0.3._____ und O.10._____ seitens 

der Beschwerdegegnerin im Namen der beiden Gemeinden) neue Was-

serrechtsverleihungen für die Nutzung der Gewässer im oberen F._____ 

erteilt. Die Parteien sind sich insofern einig, dass diese neuen Konzessio-

nen den gewässerschutzrechtlichen Bestimmungen von Art. 31 ff. GSchG 

unterstehen. Überdies wurden zu den bereits bestehenden Konzessionen 

- 28 -

von den Konzessionsgemeinden (bzw. hinsichtlich der Gemeinden 

0.3._____ und O.10._____ von der Beschwerdegegnerin im Namen der 

beiden Gemeinden) Nachträge genehmigt, welche Regelungen hinsicht-

lich der Modalitäten einer allfälligen Konzessionserneuerung und gegebe-

nenfalls einer Nutzungspartnerschaft zwischen einem neuen Konzes-

sionär und der E._____ AG hinsichtlich der Verarbeitung des F._____-

Wassers zum Gegenstand haben. Nicht tangiert wird in diesen Nachträ-

gen indes das verliehene Nutzungsrecht bzw. der Nutzungsumfang. Viel-

mehr ist in den erwähnten Nachträgen explizit festgehalten worden, dass 

die bestehenden Verleihungen bis zum vorgesehenen Ablauf am 31. De-

zember 2037 unverändert bestehen bleiben (vgl. Ziff. III. 2. der auf den 

25. Juni 2012 datierten Nachträge). In dem von den Beschwerdegegne-

rinnen eingereichten Rechtsgutachten "Abklärungen der gewässerschutz-

rechtlichen Auswirkungen auf die bisherigen E._____ AG-Konzessionen 

durch den Ausbau der Wasserkraft im F._____" von Gieri Caviezel vom 

29. Juli 2005 wird hinsichtlich einer allfälligen Neukonzessionierung zu 

Recht was folgt festgehalten:

"Der Umstand, dass der Inhalt der bestehenden Konzession nicht ändert, muss für 
sich allein […] allerdings noch nicht bedeuten, dass die gewässerschutzrechtlichen 
Bestimmungen von vornherein nicht auf die bestehenden Anlagen zur Anwendung 
kommen können. […] Hingegen besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem 
Überleitungsprojekt und den bestehenden Anlagen. Die Überleitung macht nur im 
gesamten Kontext der bisherigen Werksdisposition Sinn, für sich allein betrachtet 
ist sie mangels Produktionsanlagen ohne ökonomischen Nutzen. Es entsteht ins-
gesamt betrachtet ein verändertes (erweitertes) Werk, selbst wenn an den beste-
henden Konzessionen rein wasserrechtlich keine Änderungen erfolgen. Es ist des-
halb anzunehmen […], dass das Bundesgericht im Falle einer gerichtlichen Beur-
teilung prüfen würde, ob die gesamte Kraftwerkanlage durch die neue Überleitung 
derart erweitert oder umgestaltet wurde, dass insgesamt eine neue Anlage anzu-
nehmen wäre."

h) Es bleibt somit im Lichte der vorstehend erläuterten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zu prüfen, ob das Vorhaben Überleitung F._____ eine 

derart weitgehende Änderung des ursprünglichen Nutzungskonzepts dar-

stellt, dass dies materiell der Erteilung einer neuen Konzession gleich-

- 29 -

kommt. Diese Frage ist mit der Beschwerdegegnerin und den Beschwer-

degegnerinnen bzw. entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer zu 

verneinen. Das Konzessionsprojekt Überleitung F._____ sieht vor, Teile 

der Abflüsse der Aua da M._____, der Aua da L._____, der Aua da 

K._____ sowie der Bäche Aua da J._____ und I._____ im hinteren 

F._____ mittels fünf Bachfassungen zu fassen und über einen rund 13 km 

langen Stollen ins O.9._____-Tal ins Ausgleichsbecken O.14_____ zu lei-

ten. Das neu zu erschliessende Einzugsgebiet im hinteren F._____ um-

fasst eine Gesamtfläche von rund 29 km2. Ab dem Ausgleichsbecken 

O.14_____ wird das Wasser durch den bestehenden Kraftwerkspark der 

E._____ AG verarbeitet. Die bestehenden Anlagen weisen dafür genü-

gende Kapazitäten auf und bleiben unverändert. Durch die Fassung der 

Bäche aus dem hinteren Talkessel des Val F._____ und dessen Überlei-

tung in das O.9._____-Tal können im Mittel jährlich rund 32 Mio. m3 Was-

ser zusätzlich zur Stromerzeugung in den bestehenden Anlagen der 

E._____ AG genutzt werden. Die daraus resultierende Energiemenge von 

rund 80 GWh macht 15 % der heutigen mittleren jährlichen Stromproduk-

tion der E._____ AG aus. Unter Berücksichtigung dieser Fakten weist die 

erweiterte Kraftwerksanlage zwar einen neuen, rund 13 km langen Stollen 

sowie fünf neue Wasserfassungen im hinteren F._____ auf. Dies allein 

vermag die neue Kraftwerksanlage indes noch nicht als neue Anlage zu 

qualifizieren, für welche insgesamt eine neue Konzession notwendig wä-

re. Im Vergleich zur bestehenden, konzedierten Nutzung führt das Projekt 

Überleitung F._____ denn auch nicht dazu, dass eine grundsätzlich ande-

re oder wesentlich abgeänderte Nutzung möglich wäre. Mithin divergieren 

die bereits konzedierte Nutzung und die mögliche künftige Nutzung nicht 

derart, dass von einem grundsätzlich anderen Nutzungskonzept bzw. von 

einem gesamthaft neuen Projekt gesprochen werden könnte. Einerseits 

sind das zusätzliche Einzugsgebiet von 29 km2 sowie die erwartete Pro-

duktionssteigerung im Umfang von 80 GWh nicht unerheblich, stehen 

- 30 -

aber gegenüber dem bereits bestehenden Einzugsgebiet im oberen 

O.9._____-Tal und im O.7._____ von rund 200 km2 sowie der bisherigen 

durchschnittlichen jährlichen Energieabgabe der E._____ AG von rund 

550 GWh doch in einem untergeordneten Verhältnis, weshalb insgesamt 

nicht von einem neuen Werk gesprochen werden kann. Anderseits wird 

das zusätzlich im hinteren F._____ gefasste Wasser von 32 Mio. m3 in 

das bestehende System eingeleitet und im bisherigen Betriebsregime 

verarbeitet, ohne dass dadurch massgebliche Veränderungen der saiso-

nalen Abflüsse zu erwarten sind. Denn das Speichervolumen des Stau-

sees O.14_____ wird durch das Überleitungsprojekt F._____ nicht erhöht. 

Mit dem zusätzlich gefassten Wasser kann die Produktion zwar − wie ge-

sehen − um rund 15 % gesteigert werden. Dies geschieht aber im Rah-

men der bestehenden Stufen und Anlagen, ohne dass zusätzliche Aus-

gleichsbecken, Zentralen und dergleichen erstellt werden müssen. Stellt 

man die Anlage nach der Realisierung der Überleitung F._____ der heute 

bereits bestehenden, konzedierten Anlage gegenüber, so erhellt, dass 

das Projekt Überleitung F._____ keine derart weitgehende Änderung des 

Nutzungskonzepts mit sich bringt, dass materiell von einer Konzessions-

änderung auszugehen wäre. Folglich liegt materiell aber auch keine Kon-

zessionserneuerung vor, weshalb bei der Beurteilung des vorliegenden 

Gesuchs die gewässerschutzrechtlichen Bestimmungen von Art. 31 

ff. GSchG auf die bereits bestehenden Konzessionen und Anlagen nicht 

anzuwenden sind. Überdies erscheint dieses Ergebnis auch vor dem Hin-

tergrund der vorstehend dargestellten Kasuistik als korrekt, lässt sich das 

Projekt Überleitung F._____ doch weder mit dem Projekt des Saison-

Speicherkraftwerks P._____ (BGE 119 Ib 254) noch mit jenem zur Erwei-

terung der Stromproduktion durch das KW AA._____ (BGE 125 II 18) und 

auch nicht mit dem Ausbau des KW CC._____ (BGE 126 II 283) verglei-

chen, wo das Bundesgericht jeweils das Erfordernis einer neuen Konzes-

sion für gegeben erachtet hatte. 

- 31 -

i) An diesem Ergebnis vermögen auch allfällige von den Beschwerdeführern 

erwähnte Koordinationsprobleme nichts zu ändern. Zwar trifft es zu, dass 

die für 80 Jahre erteilten Konzessionen zur Nutzung der Gewässer im 

oberen F._____ zu einem viel späteren Zeitpunkt auslaufen als die bereits 

bestehenden Konzessionen zur Nutzung des O._____, der G._____ und 

der H._____, welche unstrittig am 31. Dezember 2037 enden. Entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführer ist es indes nicht so, dass die Kon-

zessionsgemeinden durch die zusätzlich zu den bereits bestehenden 

Konzessionen abgeschlossenen Nachträge vom 25. Juni 2012 in ihrem 

Entscheidungsspielraum derart eingeschränkt werden, als von einer ver-

fassungswidrigen Beeinträchtigung bzw. von einer Verletzung des Grund-

satzes der Unveräusserlichkeit der öffentlichen Gewalt gesprochen wer-

den müsste. Eine solche mit der Verfassung nicht zu vereinbarende Be-

einträchtigung wäre − wie bereits die Beschwerdegegnerin in ihrem ange-

fochtenen Beschluss vom 12., mitgeteilt am 14. November 2013, zu 

Recht ausgeführt hat − bloss dann anzunehmen, wenn die Konzessions-

gemeinden im Jahr 2037 nur noch darüber entscheiden könnten, wem ei-

ne Konzessionserneuerung zugestanden werden soll. Eine solche Rege-

lung lässt sich den erwähnten Nachträgen zu den Wasserrechtsverlei-

hungen für die Nutzung der Wasserkraft des O._____, der G._____ und 

der H._____ jedoch nicht entnehmen. Vielmehr ist in den erwähnten 

Nachträgen explizit festgehalten worden, dass es den Gemeinden nach 

Ablauf der bestehenden Konzessionen freisteht, die Verleihung mit der 

E._____ AG oder einem Dritten zu erneuern. Insbesondere sind die Ge-

meinden auch berechtigt, Angebote Dritter für die Konzessionserneue-

rung einzuholen, wobei die E._____ AG einzuladen ist, sofern eine Aus-

schreibung erfolgt (vgl. Ziff. II. 1. der auf den 25. Juni 2012 datierten 

Nachträge). Nicht ausdrücklich erwähnt − und damit auch nicht ausge-

schlossen − sind dagegen in den Nachträgen die Nichterneuerung der 

- 32 -

bestehenden Konzessionen bzw. der Weiterbetrieb durch die Gemeinden 

selbst. Die erwähnten Nachträge regeln im Wesentlichen lediglich die Si-

tuation bzw. das Verfahren, sofern es nach 2037 zu einer neuen Konzes-

sionierung kommt, mithin die Erneuerung der Konzession einerseits und 

die fakultative Ausschreibung der Konzession anderseits. Folglich werden 

aber die Gemeinden durch die Nachträge vom 25. Juni 2012 in ihrer Ent-

scheidung, ob, mit wem und für wie lange eine neue Wasserrechtsverlei-

hung für die Nutzung der Wasserkraft des O._____, der G._____ und der 

H._____ erteilt werden soll, nicht wesentlich eingeschränkt. Es besteht 

aufgrund der erwähnten Nachträge lediglich die Verpflichtung, im Falle 

der Konzessionserteilung an einen Dritten die Weiterverarbeitung des 

F._____-Wassers im Sinne der Nachträge zu gestalten.

j) Schliesslich vermögen die Beschwerdeführer auch aus dem Verweis auf 

Art. 8 Abs. 5 BGF, wonach Anlagen, die erweitert oder wieder instand ge-

stellt werden, als Neuanlagen gelten − wie nachfolgend dargestellt − 

nichts abzuleiten. Gemäss Art. 29 lit. a GSchG ist die den Gemeinge-

brauch übersteigende Wasserentnahme aus einem Fliessgewässer mit 

ständiger Wasserführung bewilligungspflichtig. Diese Bewilligung umfasst 

nach Art. 8 Abs. 4 BGF auch die fischereirechtlichen Aspekte. Mithin ist 

für Wasserentnahmen nach Art. 29 GSchG keine Bewilligung für techni-

sche Eingriffe gemäss Art. 8 BGF erforderlich, da diese in der umfassen-

den Bewilligung nach Art. 29 ff. GSchG enthalten ist. Denn sowohl Art. 9 

Abs. 2 BGF als auch Art. 33 GSchG macht die Bewilligung von einer Ge-

samtabwägung der dafür und dagegen sprechenden Interessen abhängig 

(Urteil des Bundesgerichtes 1C_371/2012 vom 30. Mai 2013 E.4.2 mit 

Hinweis auf BGE 125 II 18 E.4a/bb). Ist für Wasserentnahmen nach 

Art. 29 GSchG aber keine Bewilligung für technische Eingriffe gemäss 

Art. 8 BGF erforderlich, kommt der von den Beschwerdeführern erwähnte 

Art. 8 Abs. 5 BGF vorliegend gar nicht zur Anwendung. Art. 8 Abs. 5 BGF 

- 33 -

ist folglich zur Klärung der hier zu beantwortenden Frage, ob das Projekt 

Überleitung F._____ eine derart weitgehende Änderung des ursprüngli-

chen Nutzungskonzeptes darstellt, dass dies materiell der Erteilung einer 

neuen Konzession gleichkommt, weder einschlägig noch sachdienlich. 

k) Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass das Projekt Überlei-

tung F._____ keine derart weitgehende Änderung des ursprünglichen 

Nutzungskonzepts darstellt, dass dies materiell der Erteilung einer neuen 

Konzession gleichkommt. Somit ist im Folgenden zu prüfen, ob die mit 

dem Projekt Überleitung F._____ verbundenen neuen Wasserrechtsver-

leihungen den Anforderungen des Wasserrechts (insbesondere den ge-

setzlich vorgeschriebenen Mindestrestwassermengen gemäss Art. 31 ff. 

GSchG) genügen. Demgegenüber unterliegen die bereits bestehenden 

Wasserentnahmen nicht einer neuen Bewilligungspflicht nach Art. 29 

GSchG und die Einhaltung der Restwasserbestimmungen des GSchG 

müssen − zumindest hinsichtlich der bereits bestehenden Wasserent-

nahmen − nicht geprüft werden.

5. a) Gemäss Art. 10a Abs. 3 USG bezeichnet der Bundesrat die Anlagetypen, 

die der Umweltverträglichkeitsprüfung unterstehen. Es handelt sich dabei 

um Anlagen, welche im Anhang zur Verordnung über die Umweltverträg-

lichkeitsprüfung (UVPV; SR 814.011) aufgeführt sind (Art. 1 UVPV). Bei 

den Energieanlagen werden in Ziff. 21.3 des Anhangs zur UVPV Spei-

cher- und Laufkraftwerke sowie Pumpspeicherwerke mit einer installierten 

Leistung von mehr als 3 MW genannt. Vorliegend hat die Beschwerde-

gegnerin bereits anlässlich der Genehmigung des Pflichtenhefts für das 

Projekt Überleitung F._____ (Regierungsbeschluss vom 26. Juni 2007, 

Prot. Nr. 756) festgestellt, dass es sich beim Konzessionsprojekt Überlei-

tung F._____ um eine UVP-pflichtige Anlage des Typs Nr. 21.3 gemäss 

Anhang zur UVPV mit einer installierten Leistung von mehr als 3 MW 

- 34 -

handle. Für den Anlagetyp Nr. 21.3 sieht die UVPV eine zweistufige Um-

weltverträglichkeitsprüfung vor (vgl. Art. 5 und 6 i.V.m. Anhang Nr. 21.3 

UVPV), wobei die erste Stufe der Umweltverträglichkeitsprüfung im Kon-

zessionsverfahren durch die zur Verleihung von Wasserrechten zuständi-

ge Behörde desjenigen Kantons vorzunehmen ist, in dessen Gebiet die in 

Anspruch genommene Gewässerstrecke liegt (Art. 38 Abs. 1 WRG). Das 

massgebliche Verfahren für die zweite Stufe wird durch das kantonale 

Recht bestimmt. 

b) Gemäss Art. 7 BWRG können die Gemeinden die Wasserkraft ihrer Ge-

wässer selbst nutzen oder das Nutzungsrecht mittels Konzession Dritten 

verleihen. Für die Nutzung eines öffentlichen Gewässers, welches sich 

auf Gebiet mehrerer Gemeinden befindet, muss von jeder dieser Ge-

meinden eine Konzession erworben werden, welche aufeinander abzu-

stimmen sind (Art. 8 BWRG). Die Erteilung und Änderung einer Konzes-

sion obliegen gemäss Art. 10 BWRG der Gemeindeversammlung oder 

der Urnenabstimmung (Abs. 1). Entscheide betreffend Konzessionsände-

rungen von untergeordneter Natur sowie die Übertragung einer Konzessi-

on können die Gemeinden dem Gemeindevorstand übertragen (Abs. 2). 

Gemäss Art. 11 Abs. 1 BWRG bedürfen die von den Gemeinden erteilten 

Konzessionen ebenso wie deren Änderungen oder Übertragungen zu ih-

rer Gültigkeit der Genehmigung der Regierung. 

Zuständige Wasserrechtsverleihungsbehörden sind im vorliegenden Fall 

die betroffenen Gemeinden bzw. deren Gemeindeversammlungen oder 

Urnenabstimmungen, wobei die von den Gemeinden erteilten Wasser-

rechtskonzessionen der Genehmigung der Regierung unterliegen. Das 

Verfahren der Konzessionserteilung, in welches die erste Stufe der Um-

weltverträglichkeitsprüfung eingebettet ist, wird in Art. 49 ff. BWRG näher 

ausgeführt. Auf das Konzessionsverfahren folgt gemäss Art. 57 ff. BWRG 

- 35 -

ein Projektgenehmigungsverfahren, in dessen Rahmen alle noch ausste-

henden weiteren für die Verwirklichung des Vorhabens erforderlichen 

Bewilligungen, insbesondere die Bau- und Ausnahmebewilligung nach 

Raumplanungsrecht, beurteilt werden (vgl. Art. 58 Abs. 1 BWRG). In die-

sem Projektgenehmigungsverfahren erfolgt die zweite Stufe der Umwelt-

verträglichkeitsprüfung. 

c) Die Gliederung der Projektierung und Beurteilung erlaubt es, zunächst 

einen Grundsatzentscheid über die Zulässigkeit eines Vorhabens herbei-

zuführen, ohne dass schon über sämtliche, auch untergeordnete Bewilli-

gungen entschieden werden müsste. Die Aufteilung auf zwei Verfahrens-

stufen erfordert, dass im Rahmen der ersten Stufe (dem Konzessionsver-

fahren) sämtliche grundsätzlich wesentlichen Aspekte der Anlage behan-

delt werden; diese dürfen auf der zweiten Stufe nicht mehr in Frage ge-

stellt werden (BGE 126 II 26 E.5d; Urteil des Bundesgerichtes 

1A.104/2001 vom 15. März 2002 E.2.1 je mit Hinweisen; JAGMETTI, a.a.O., 

Rz. 4431; RIVA, Wasserkraftanlagen: Anforderungen an die Vollständig-

keit und Präzision des Konzessionsentscheids, in: URP 2014 S. 11 ff.). Zu 

den wesentlichen Aspekten gehört insbesondere die Feststellung, dass 

dem fraglichen Projekt aus umweltrechtlicher Sicht grundsätzlich nichts 

entgegensteht (BGE 121 II 378 E.6c; Urteil des Bundesgerichtes 

1C_67/2011 vom 19. April 2012 E.9.1.1). In diesem Sinne hat das Bun-

desgericht aus der Koordinationspflicht abgeleitet, dass insbesondere die 

gewässerschutzrechtliche Bewilligung nach Art. 29 GSchG, welche die 

nutzbare Wassermenge festlegt, zwingend zusammen mit der Konzessi-

on zu erteilen ist (BGE 125 II 18 E.4b/aa, 119 Ib 254 E.6b je mit Hinwei-

sen). In das nachfolgende Verfahren der zweiten Stufe dürfen regelmäs-

sig nur Fragen verwiesen werden, denen bei gesamthafter Beurteilung le-

diglich untergeordnete Bedeutung zukommt (BGE 121 II 378 E.6c, 

119 Ib 254 E.9c; Urteil des Bundesgerichtes 1A.104/2001 vom 15. März 

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- 36 -

2002 E.2.1 und 3.3.6 je mit Hinweisen). Dies kann beispielsweise Mass-

nahmen betreffen, die für die Bauzeit anzuordnen sind, um dem Lärm-

schutz und der Luftreinhaltung Rechnung zu tragen (BGE 119 Ib 254 

E.10hd), im Einzelfall aber auch eine allenfalls notwendige Ausnahmebe-

willigung nach Art. 24 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; 

SR 700) oder eine Rodungsbewilligung nach Art. 5 des Bundesgesetzes 

über den Wald (WaG; SR 921.0; vgl. im Einzelnen BGE 140 II 262 E.4.3, 

119 Ib 254 E.9c; SCHMID, Landschaftsverträgliche Wasserkraftnutzung, 

Dissertation, Basel/Frankfurt 1997, S. 125 ff.; RIVA, a.a.O., S. 20 f.). Im 

vorliegenden Fall erteilte die Beschwerdegegnerin zusammen mit der 

Genehmigung der kommunalen Wasserrechtsverleihungen die gewässer-

schutzrechtliche Bewilligung gemäss Art. 29 ff. GSchG, welche die fische-

reirechtliche Bewilligung gemäss Art. 8 BGF beinhaltet. Die Erteilung der 

Rodungsbewilligung gemäss Art. 5 WaG sowie die raumplanerische Aus-

nahmebewilligung für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen 

nach Art. 24 RPG stellte die Beschwerdegegnerin (im Rahmen der zwei-

ten Verfahrensstufe) in Aussicht. Dieses Vorgehen steht mit der erwähn-

ten bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Einklang.

6. a) Wer einem Fliessgewässer mit ständiger Wasserführung über den 

Gemeingebrauch hinaus Wasser entnehmen will, benötigt dazu gemäss 

Art. 29 lit. a GSchG eine Bewilligung. Die Entnahme kann bewilligt 

werden, wenn die Anforderungen nach Art. 31 - 35 GSchG erfüllt sind 

(Art. 30 lit. a GSchG; BGE 120 Ib 233 E.5a mit Hinweisen). Art. 31 

GSchG setzt die Einhaltung einer Mindestrestwassermenge voraus. 

Diese wird dabei in Abhängigkeit von der Abflussmenge Q347 definiert. 

Das ist jene Abflussmenge, die - gemittelt über zehn Jahre - 

durchschnittlich während 347 Tagen des Jahres erreicht oder 

überschritten wird und die durch Stauung, Entnahme oder Zuleitung von 

Wasser nicht wesentlich beeinflusst ist (Art. 4 lit. h GSchG). Abs. 1 von 

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- 37 -

Art. 31 GSchG setzt für Fliessgewässer mit geringer Abflussmenge 

prozentual höhere Mindestrestwassermengen fest als für solche mit 

grösserer Abflussmenge (vgl. Botschaft vom 29. April 1987 zur 

Volksinitiative "zur Rettung unserer Gewässer" und zur Revision des 

Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer, BBl 1987 II 1129 Ziff. 

322.2). Nach Abs. 2 von Art. 31 GSchG muss die nach Abs. 1 berechnete 

Restwassermenge unter bestimmten Voraussetzungen erhöht werden, so 

etwa zur Erhaltung seltener Lebensräume und -gemeinschaften (lit. c) 

und zur Gewährleistung der freien Fischwanderung (lit. d). In einem 

weiteren Schritt ist die Mindestrestwassermenge gemäss Art. 33 GSchG 

insoweit zu erhöhen, als sich dies aufgrund einer Abwägung der 

Interessen für und gegen die Wasserentnahme ergibt (BGE 125 II 18 

E.4a/bb mit Hinweis). Die hierbei unter anderem zu berücksichtigende 

Bedeutung der Gewässer als Landschaftselement (Art. 33 Abs. 3 lit. a 

GSchG) ist dabei auch bei der Beurteilung im Licht von Art. 22 WRG 

bedeutsam (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1A.151/2002 vom 22. Januar 

2003 E.5.1). Nach dieser letztgenannten Bestimmung sind 

Naturschönheiten zu schonen und da, wo das allgemeine Interesse an 

ihnen überwiegt, ungeschmälert zu erhalten (Abs. 1). Zudem sind die 

Wasserwerke so auszuführen, dass sie das landschaftliche Bild nicht oder 

möglichst wenig stören (Abs. 2). Vorausgesetzt sind mithin eine 

Beurteilung des mit einer Gewässernutzung verbundenen 

Landschaftseingriffs und eine Abwägung der Interessen am Eingriff 

gegenüber den Interessen an der Erhaltung der Landschaft. Der Schutz 

des landschaftlichen Bilds gemäss Art. 22 WRG und die umfassende 

Interessenabwägung gestützt auf Art. 39 WRG können schliesslich über 

eine blosse Erhöhung der Mindestrestwassermenge hinaus gebieten, auf 

die Fassung eines Fliessgewässers gänzlich zu verzichten (BGE 

140 II 262 E.5.2; Urteil des Bundesgerichtes 1A.59/1995 vom 28. April 

2000 E.3b).

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- 38 -

b) Die Beschwerdeführer machen im Wesentlichen geltend, dass die Anfor-

derungen von Art. 31 Abs. 1 GSchG auf der gesamten Restwasserstre-

cke, welche den ganzen N._____ sowie den F._____ ab Zusammenfluss 

mit dem N._____ umfasse, erfüllt sein müssten. Dies sei vorliegend nicht 

der Fall (vgl. nachfolgend E.7). Sodann müsse die Restwassermenge er-

höht werden, weil dies zur Erhaltung seltener Lebensräume und -

gemeinschaften (Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG; vgl. nachfolgend E.8) und 

zur Gewährleistung der freien Fischwanderung (Art. 31 Abs. 2 lit. d 

GSchG; vgl. nachfolgend E.9) erforderlich sei. Zudem erfordere auch die 

Abwägung der für und gegen die Wasserentnahme sprechenden Interes-

sen im Sinne von Art. 33 GSchG eine Erhöhung der Restwassermenge 

(vgl. nachfolgend E.10).

7. a) Hinsichtlich der Einhaltung der Mindestrestwassermengen gemäss Art. 31 

Abs. 1 GSchG hat das ANU in seinem Beurteilungsbericht vom 12. Fe-

bruar 2013 (act. 6 der Beschwerdegegnerin) festgestellt, dass die in den 

Projektunterlagen angegebenen Werte für die Abflussgrösse Q347 plausi-

bel seien und bei sämtlichen Wasserfassungen die Restwassermenge 

gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG richtig ermittelt worden sei (vgl. 

Ziff. 3.2.3.1, 3.2.4.1, 3.2.5.1, 3.2.6.1, 3.2.7.1). Auch das BAFU bestätigte 

in seiner Stellungnahme vom 17. Mai 2013 (act. 7 der Beschwerdegegne-

rin) die korrekte und nachvollziehbare Herleitung der Grundlagen für die 

angemessenen Restwassermengen nach Art. 31 - 33 GSchG (vgl. 

Ziff. 4.3). In seiner zusätzlichen Stellungnahme vom 3. September 2013 

(act. 16 der Beschwerdegegnerin) setzte sich das ANU nochmals mit der 

Berechnungsmethode und den Berechnungen der Abflussgrösse Q347 im 

Umweltverträglichkeitsbericht auseinander und bestätigte erneut deren 

Plausibilität (vgl. Ziff. 2.1). Auch das streitberufene Gericht erachtet in 

Übereinstimmung mit den Fachstellen ANU und BAFU die in den Projekt-

- 39 -

unterlagen angegebenen Werte für die Abflussgrösse Q347 als plausibel. 

Es ist demnach davon auszugehen, dass bei sämtlichen fünf Wasserfas-

sungen die Restwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG korrekt er-

mittelt worden ist. Die Berechnungen der Abflusswerte Q347 sowie der 

daraus abgeleiteten Mindestrestwassermengen an den Wasserfassungen 

werden von den Beschwerdeführern − soweit ersichtlich − denn auch 

nicht (mehr) beanstandet. Vielmehr rügen die Beschwerdeführer, dass 

sich im Umweltverträglichkeitsbericht keine Angaben zur gesetzlichen 

Mindestrestwassermenge nach Art. 31 Abs. 1 GSchG im FF._____ unter-

halb der N._____mündung sowie im N._____ unterhalb des Zusammen-

flusses mit dem O._____ fänden. Da entsprechende Abklärungen fehlten, 

könne nicht beurteilt werden, ob die Einhaltung der Mindestrestwasser-

menge nach Art. 31 Abs. 1 GSchG auch mit dem vorliegenden Konzessi-

onsprojekt noch gewährleistet sei. 

Demgegenüber erachtet die Beschwerdegegnerin sowohl für den Gewäs-

serabschnitt N._____ nach dem Zusammenfluss mit dem O._____ als 

auch für den Abschnitt FF._____ nach Einmündung des N._____ die An-

forderungen gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG als erfüllt, zumal bei den fünf 

neuen Fassungen bloss geringe Wassermengen entnommen würden und 

die Dotierung zuflussproportional erfolge. Auch die Beschwerdegegnerin-

nen erachten Art. 31 Abs. 1 GSchG sowohl bezüglich des FF._____ nach 

Einmündung des N._____ als auch bezüglich des N._____ nach dem Zu-

sammenfluss mit dem O._____ im heutigen und auch im künftigen Zu-

stand als eingehalten. Es sei durch verschiedene Untersuchungen erwie-

sen, dass der Einfluss des Projekts Überleitung F._____ im FF._____ 

marginal und damit vernachlässigbar sei. Eine Verbesserung der Rest-

wasserverhältnisse habe dort über die Sanierung zu Schwall und Sunk 

(Art. 39a GSchG) sowie über die Restwassersanierung nach Art. 80 ff. 

GSchG zu erfolgen, wie dies vom ANU beantragt und durch die Be-

- 40 -

schwerdegegnerin bestätigt worden sei. Auch bezüglich des N._____ 

nach dem Zusammenfluss mit dem O._____ lägen aktuelle und umfas-

sende Abklärungen und Untersuchungen sowohl hinsichtlich der heutigen 

als auch der künftigen Situation vor. 

b) Die beschwerdeführerische Rüge, wonach sich im Umweltverträglich-

keitsbericht vom 5. Juni 2012 keine Angaben zur gesetzlichen Mindest-

restwassermenge nach Art. 31 Abs. 1 GSchG im FF._____ unterhalb der 

N._____mündung fänden, mithin der Umweltverträglichkeitsbericht den 

FF._____ ausklammere, ist nur beschränkt zutreffend. Es ist zwar 

grundsätzlich richtig, dass der Umweltverträglichkeitsbericht den 

FF._____ bezüglich der Berechnung der konkreten Mindestrestwasser-

menge ausklammert. Diese Ausklammerung des FF._____ erscheint in-

des vor dem Hintergrund, dass gemäss dem Bericht "Abflussverhältnisse 

im N._____ unterhalb der Mündung des O._____ sowie im FF._____ un-

terhalb der Mündung des N._____" der HH._____ GmbH vom 12. April 

2014 (nachfolgend HH._____ GmbH-Bericht; vgl. act. 5 der Beschwerde-

gegnerinnen), S. 46 ff., eine Beeinflussung der Abflussverhältnisse im 

FF._____ durch das Projekt Überleitung F._____ kaum messbar sei bzw. 

dem Rhein nach der Mündung des N._____ aufgrund des Überleitungs-

projekts lediglich rund 1 % des Gesamtabflusses fehle, als nachvollzieh-

bar und vertretbar. Dies zumal sich das ANU sehr wohl mit der Berech-

nung der konkreten Mindestrestwassermange im FF._____ befasst hat. 

So bezifferte das ANU in seiner Stellungnahme vom 3. September 2013 

(act. 16 der Beschwerdegegnerin) die einzuhaltende gesetzliche Mindest-

restwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG im FF._____ auf 

2'454.9 l/s und hielt gleichzeitig fest, dass der tiefste an den Messstatio-

nen je gemessene Wert (aus dem Jahr 2005 stammend) 2'797 l/s betra-

gen habe. Folglich liegt aber − selbst dann, wenn man den im Jahr 2005 

gemessenen, allertiefsten Wert berücksichtigt − die Wasserführung im 

- 41 -

FF._____ nach wie vor mehr als 300 l/s über der Mindestrestwassermen-

ge von 2'454.9 l/s gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG. Gleichzeitig hielt das 

ANU in der erwähnten Stellungnahme auch fest, dass es die Ausführun-

gen der E._____ AG in deren Vernehmlassung zu den Einsprachen, wo-

nach die geplante Wasserentnahme im F._____ nur einen geringen, nicht 

messbaren Einfluss auf den Wasserstand im FF._____ habe, als nach-

vollziehbar und schlüssig beurteile. Dass ein Manko von 23 l/s im 

FF._____ zwischen der Einmündung des N._____ und dem Zusammen-

fluss von FF._____ und GG._____ (gemäss HH._____ GmbH-Bericht 

S. 48) unbedeutend ist, kann ohne Schwierigkeiten als plausibel nachvoll-

zogen werden. Dieser Eindruck wird zudem durch die Tatsache bestärkt, 

dass das BAFU diese Einschätzung ebenfalls teilt (vgl. deren Stellung-

nahme vom 17. Mai 2013 [act. 7 der Beschwerdegegnerin]). 

c) Das gleiche Bild zeigt sich hinsichtlich des Gewässerabschnitts N._____ 

nach dem Zusammenfluss mit dem O._____. Diesbezüglich kann auf die 

nachvollziehbaren und schlüssigen Ausführungen der heutigen Be-

schwerdegegnerinnen in deren Vernehmlassung vom 12. November 2012 

ans AEV (act. 18 der Beschwerdegegnerin) verwiesen werden, wo hin-

sichtlich der Abflussmenge Q347 im N._____ nach dem Zusammenfluss 

mit dem O._____ was folgt ausgeführt wurde (vgl. S. 27 f.):

"Gemäss dem Hydrologischen Atlas der Schweiz (Tafel 5.8) beträgt der natürliche 
Abflusswert Q347 des O._____ (d.h. inkl. des von der E._____ AG heute genutzten 
Einzugsgebiets) vor dem Zusammenfluss mit dem N._____ 1000 l/s. Gemäss der 
gleichen Quelle beträgt der natürliche Abflusswert Q347 des N._____ vor dem Zu-
sammenfluss mit dem O._____ 750 l/s. Der N._____ weist demzufolge nach dem 
Zusammenfluss mit dem O._____ einen natürlichen Abflusswert Q347 von 1750 l/s 
auf. Bei diesem Q347 muss die Mindestrestwassermenge nach Art. 31 Abs. 1 
GSchG 667.5 l/s betragen. Durch die vollständige Fassung der Gewässer 
O._____, reduziert sich der natürliche Abfluss Q347 um max. 600 l/s (Angaben Sa-
nierungsbericht ANU; gemäss den Berechnungen der E._____ AG beträgt der ge-
samte Abfluss Q347 an den gefassten Gewässern lediglich 210 l/s). Dies bedeutet, 
dass der heutige, durch die Wasserentnahmen der E._____ AG im O.9._____-Tal 
beeinträchtigte Abflusswert Q347 vor dem Zusammenfluss mit dem N._____ min-
destens 400 l/s beträgt (1000 l/s - 600 l/s), nach dem Zusammenfluss mit dem 

- 42 -

N._____ immer noch mindestens 1150 l/s. Die Wasserentnahmen im Projekt Über-
leitung F._____ tendieren im Hochwinter gegen Null, sicher werden sie mit 50 l/s 
überschätzt. Unter Annahme einer möglichen minimalen Nutzwassermenge des 
geplanten Kraftwerks von 50 l/s (gemäss den Berechnungen eher überschätzt), 
wird der Abfluss Q347 des N._____ nach dem Zusammenfluss mit dem O._____ 
noch 1100 l/s betragen. Die Mindestrestwassermenge nach Art. 31 Abs. 1 GSchG 
von 667.5 l/s wird somit im N._____ auch nach der Einmündung des O._____ mit 
dem Projekt jederzeit und mit einer grossen Sicherheitsreserve eingehalten."

Folglich wird aber die Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 

GSchG auch im N._____ nach dem Zusammenfluss mit dem O._____ 

eingehalten, was im Übrigen auch durch den HH._____ GmbH-Bericht 

(act. 5 der Beschwerdegegnerinnen), S. 44, bestätigt wird.

d) Die Beschwerdeführer bemängeln weiter, dass seitens des ANU in des-

sen Stellungnahme vom 3. September 2013 lediglich die Mindestrestwas-

sermengen nach Art. 31 Abs. 1 GSchG in den genannten Gewässerab-

schnitten im heutigen Zustand geprüft und als zwar eingehalten taxiert 

werden, wenn auch zeitweise nur knapp. Ob hingegen die Einhaltung der 

Mindestrestwassermenge nach Art. 31 Abs. 1 GSchG auch mit dem Pro-

jekt Überleitung F._____ noch gewährleistet sei, sei nicht geprüft worden. 

Diese Behauptung ist nicht zutreffend. Das ANU hat die Gewässerab-

schnitte N._____ nach Zusammenfluss mit dem O._____ sowie FF._____ 

nach Einmündung des N._____ überprüft und festgestellt, dass die Anfor-

derungen gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG heute deutlich überstiegen wür-

den (rund 500 l/s im N._____, gut 300 l/s im FF._____, vgl. dazu vorste-

hend E.7b und c). Bei Betrachtung der geringen Wassermengen, die bei 

den fünf neuen Wasserfassungen im hinteren F._____ entnommen wür-

den sowie der verfügten zuflussproportionalen Dotierung kommt das ANU 

zum Schluss, dass die Mindestrestwassermengen gemäss Art. 31 Abs. 1 

GSchG auch mit der Realisierung der neuen Wasserentnahmen eingehal-

ten werden. Ebenfalls zu diesem Ergebnis kommt − wie vorstehend be-

reits erwähnt − auch der HH._____ GmbH-Bericht (act. 5 der Beschwer-

- 43 -

degegnerinnen]). Folglich erweisen sich aber die beschwerdeführerischen 

Rügen im Zusammenhang mit der Mindestrestwassermenge gemäss 

Art. 31 Abs. 1 GSchG als unbegründet. 

8. a) Gemäss Art. 31 Abs. 2 GSchG muss die nach Abs. 1 selbiger Norm be-

rechnete Restwassermenge erhöht werden, wenn die nach Art. 31 Abs. 2 

lit. a - e GSchG aufgezählten Anforderungen nicht erfüllt sind und nicht 

durch andere Massnahmen erfüllt werden können. Lit. c der Bestimmung 

verlangt, dass seltene Lebensräume und -gemeinschaften, die direkt oder 

indirekt von der Art und Grösse des Gewässers abhängen, erhalten oder, 

wenn nicht zwingende Gründe entgegenstehen, nach Möglichkeit durch 

gleichwertige ersetzt werden müssen. Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG zielt in 

erster Linie auf den Erhalt von inventarisierten Schutzzonen für seltene 

Lebensräume und -gemeinschaften ab (BBl 1987 II 1133 Ziff. 322.2). Die 

Vorschrift ist aber auch anwendbar, wenn keine Inventarisierung der sel-

tenen Lebensräume und -gemeinschaften vorliegt (vgl. Bundesamt für 

Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL, heute: BAFU], Wegleitung: An-

gemessene Restwassermengen - Wie können sie bestimmt werden?, 

2000, S. 42 [abrufbar unter www.bafu.admin.ch/publikationen [besucht 

am 15. Juli 2015]]; ECKERT, Rechtliche Aspekte der Sicherung angemes-

sener Restwassermengen, Diss., Chur 2002, S. 64 f.). Vorausgesetzt ist, 

dass es konkrete Anzeichen dafür gibt, dass mit den vorgesehenen 

Restwassermengen bestehende seltene Lebensräume und gemeinschaf-

ten nicht erhalten werden könnten, wobei diesbezüglich mit der Pflicht zur 

Umweltverträglichkeitsprüfung eine Untersuchungsobliegenheit einher-

geht (vgl. Art. 10b Abs. 2 USG, Art. 3 und 9 UVPV). 

b) Die Beschwerdeführer bringen bezüglich Erhöhung der Restwassermen-

ge zur Erhaltung seltener Lebensräume und -gemeinschaften im Sinne 

von Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG was folgt vor:

- 44 -

• Die vier Auen im N._____ gölten als seltene Lebensräume und -
gemeinschaften im Sinne von Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG. Ihnen kom-
me, unabhängig von ihrer Aufnahme ins Aueninventar, nationale Be-
deutung zu. Dementsprechend sei Art. 29 NHV auf diese Auen an-
wendbar, zumal das Aueninventar noch nicht abgeschlossen sei, son-
dern sich in Revision befinde. Die mit dem Projekt verbundenen Aus-
wirkungen auf die Auen am N._____ seien gemäss angefochtenem 
Entscheid zwar nur gering. Aufgrund der bestehenden Vorbelastung 
verschlechtere sich deren Zustand indes nach und nach. Bereits der 
heutige Zustand sei nicht mehr mit Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG und 
Art. 29 NHV vereinbar. Jedenfalls müsse die Restwassermenge zwin-
gend so stark erhöht werden, dass sich der Auenzustand nicht weiter 
verschlechtere. 

• Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Beurteilung der Auswirkungen 
der Wasserentnahmen auf die Auen im Umweltverträglichkeitsbericht 
mit Fokus auf die Abflussmenge Q182 vorgenommen worden sei. Rele-
vant wären vielmehr die mittleren Monatsabflüsse, speziell zwischen 
Oktober und November (Hauptzugzeit Forellen; Reduktion Laichhabi-
tat im Flachuferbereich) und zwischen Mai und August (Hauptvegeta-
tionsphase, während der die Dynamik mittlerer und kleiner Hochwas-
ser spiele; zudem seien dann für Amphibien und Gewässerinsekten 
wertvolle Tümpel im Flussbett vorhanden, die im Betriebszustand 
mutmasslich fehlen würden). Die Abflussmenge Q182 sei in diesen 
Monaten nicht vorhanden. Mit der Wahl von Q182 würden die Redukti-
onen bei der Wasserführung und der benetzten Breite stark verharm-
losend ausfallen. Selbst mit Fokus auf die Abflussmenge Q182 ergäben 
sich gemäss Umweltverträglichkeitsbericht indes noch diverse negati-
ve Auswirkungen auf die Auen. 

• Des Weiteren beantworte der Umweltverträglichkeitsbericht nicht, ab 
welchen Grenzabflüssen ein Erosions- und Transportbeginn stattfin-
den können. 

• Das angewendete Niederwassermodell, welches zur Abschätzung der 
lebensräumlichen Verhältnisse hinsichtlich benetzter Breite, Wasser-
tiefe und Fliessgeschwindigkeit bei verschiedenen Abflusssituationen 
diene, eigne sich nicht für Abflüsse von über 2 m3/s. Die vom Modell 
berechneten morpho-dynamischen Grössen könnten daher gemäss 
Umweltverträglichkeitsbericht von den tatsächlichen Verhältnissen 
mehr oder weniger stark abweichen. Somit seien gesicherte Aussagen 
zur Entwicklung der morpho-dynamischen Parameter von JJ._____ an 
abwärts für den gesamten N._____ und damit für diverse Auenobjekte 
nicht möglich, was nicht haltbar sei. Auch das AJF habe mit Stellung-

- 45 -

nahme vom 6. September 2012 grosse Kritik am verwendeten Nie-
derwassermodell geübt und die Anwendbarkeit des Modells als kri-
tisch beurteilt. 

• Um die Projektauswirkungen auf die betroffenen seltenen Lebensräu-
me und -gemeinschaften, insbesondere die Auen mutmasslich natio-
naler Bedeutung fundiert beurteilen zu können, würden wichtige Unter-
lagen fehlen (z.B. bezüglich der Steinfliegenart Protonemura algovia, 
des Käfers Oreodytes davisii oder des kleinen Rohrkolbens). Zudem 
würden auch Aussagen zur Ausdehnung und Habitatzusammenset-
zung der Auen im natürlichen, heutigen und künftigen Zustand weitge-
hen fehlen. Aus den benetzten Breiten und Wassertiefen einiger 
Querprofile sei nicht ersichtlich, wie sich die Auen quantitativ und qua-
litativ seit Nutzung des Einzugsgebiets durch die E._____ AG verän-
dert hätten und wie sie sich durch das Projekt weiter verändern wür-
den. Bereits heute spiele die Dynamik in den Auen nicht mehr, wie ei-
ne von den Beschwerdeführern vorgenommene Luftbildanalyse ver-
deutliche. Diese zeige ein fortlaufendes Zuwachsen der Aue S._____ 
seit Inbetriebnahme der Fassungen der E._____ AG. Ohne die ent-
sprechenden Untersuchungen hätte die Beschwerdegegnerin die 
Konzessionsgenehmigung nicht erteilen dürfen. Der Sachverhalt sei 
unrichtig bzw. unvollständig festgestellt worden. Da sich die E._____ 
AG nicht bereit erklärt habe, die entsprechenden Grundlagen zu erar-
beiten bzw. die Untersuchungen anzustellen, hätten die Beschwerde-
führer die entsprechenden Gutachten selber in Auftrag gegeben. 

• Mit dem Projekt Überleitung F._____ werde der Wasserspiegel in den 
Auen T._____ und S._____, welcher bereits durch die Fassungen am 
O._____ um bis zu 50 cm gesunken sei, im Sommerhalbjahr um wei-
tere ca. 8 - 10 cm abgesenkt. In der Aue T._____ würden mit dem 
Projekt im Sommer rund 52 % des natürlicherweise fliessenden Was-
sers fehlen. Die benetzte Breite, welche heute gegenüber dem natürli-
chen Zustand bereits um ca. 8 - 15 m kleiner geworden sei, verringere 
sich in der Aue T._____ um weitere 1.5 - 2 m. Auch in der Aue 
S._____ bestünden bereits heute zwischen den zwei Gerinnen grös-
sere Flächen, die nur noch sporadisch überflutet werden. Die Redukti-
on des Wasserspiegels und der benetzten Breiten seien beträchtlich. 
Viele Arten seien auf benetzte oder durchströmte Flächen, Seitenge-
rinne und Tümpel angewiesen. Solche Lebensräume würden im heuti-
gen und noch stärker im geplanten zukünftigen Zustand weitgehend 
fehlen. 

c) Den beschwerdeführerischen Ausführungen hält die Beschwerdegegnerin 

was folgt entgegen:

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• Im Umweltverträglichkeitsbericht sei zu Recht eine Einstufung der Au-
en U._____, T._____ und S._____ als solche von regionaler Bedeu-
tung erfolgt. Bei der Bestimmung des Anwendungsbereichs von 
Art. 29 NHV dürfe deren Charakter als Übergangsbestimmung auch 
unter Berücksichtigung von Art. 16 Abs. 2 NHV nicht ignoriert werden. 
Überdies könne auch die raumplanungsrechtliche Situation (vom Bun-
desrat genehmigter kantonaler Richtplan) nicht einfach übergangen 
werden. 

• Die beschwerdeführerischen Rügen im Zusammenhang mit verschie-
denen Auen (insbesondere U._____, T._____ und S._____) seien un-
begründet. Das ANU habe einzig bei der Fassung M._____ mögliche 
Defizite während der Periode April - Mai festgestellt, weshalb sie im 
angefochtenen Beschluss für diesen Zeitraum eine Erhöhung der Do-
tierung bis zu 15 % festgelegt habe. 

• Die beschwerdeführerische Kritik hinsichtlich der Beurteilung im Um-
weltverträglichkeitsbericht anhand der Abflussmenge Q182 habe das 
ANU in seiner Stellungnahme aufgegriffen, sei jedoch nicht näher dar-
auf eingegangen, weil es angesichts der geringen Wasserentnahme-
mengen und den zuflussproportionalen Dotierungen diesem Aspekt zu 
Recht keine Bedeutung zugemessen habe. 

• Mit dem Umweltverträglichkeitsbericht und den weiteren Gesuchsun-
terlagen, den Beurteilungen von ANU und BAFU sowie von den weite-
ren Fachstellen, welche das Projekt geprüft hätten, bestehe für den 
Konzessionsgenehmigungsentscheid eine ausreichende Entschei-
dungsgrundlage sowohl hinsichtlich der umweltrechtlichen Auswirkun-
gen als auch der übrigen zu prüfenden Aspekte des Projekts. Dies gel-
te namentlich auch hinsichtlich der Auswirkungen auf die Auengebiete, 
zu welchen die Beschwerdeführer mit ihren Parteigutachten weitere 
Abklärungen beibringen wollen bzw. solche als erforderlich erachteten. 
Das ANU habe sich im Beurteilungsbericht vom 12. Februar 2013 und 
in der Stellungnahme vom 3. September 2013 mit den Auswirkungen 
auf die Auengebiete vertieft auseinandergesetzt und dabei plausibel 
darlegen können, dass das Projekt Überleitung F._____ nicht zu einer 
bemerkbaren Veränderung der Auen führe. Zudem habe die E._____ 
AG diese Feststellungen durch eine weitere Aufarbeitung der vorhan-
denen Untersuchungen nochmals überzeugend bestätigen können. 

- 47 -

d) Die Beschwerdegegnerinnen führen hinsichtlich Erhöhung der Restwas-

sermenge zur Erhaltung seltener Lebensräume und -gemeinschaften was 

folgt aus:

• Die Auen U._____, T._____ und S._____ seien nicht rechtsverbindlich 
als solche von nationaler Bedeutung festgelegt worden. Aufgrund des 
fehlenden Schutzes nach der Auenverordnung entfalle die Grundlage 
für die beschwerdeführerische Behauptung, jede auch noch so gerin-
ge zusätzliche Beeinträchtigung der Abflussverhältnisse sei für sich al-
lein nicht gesetzeskonform. Selbst wenn die Auengebiete indes quali-
tativ von nationaler Bedeutung wären, was bestritten werde, würde 
Art. 29 NHV nicht zur Anwendung gelangen, weil das Projekt Überlei-
tung F._____ zu keiner Verschlechterung der Situation in den Auen 
führe, womit das Schutzziel ohnehin nicht beeinträchtigt würde. 

• Der HH._____ GmbH-Bericht habe die bestehenden Erkenntnisse 
über die Ganglinien der Wassertiefen sowie den Wassertiefenverlauf 
in den Auen T._____ und S._____ ausführlich dargestellt und zusam-
mengefasst. Dieser bestätige die Feststellungen im angefochtenen 
Regierungsentscheid, wonach das Überleitungsprojekt den Vorgaben 
von Art. 31 Abs. 2 lit. c GSchG entspreche und gestützt auf diese Be-
stimmung keine weitere Erhöhung der Restwassermenge verlangt 
werden könne. 

• Soweit die Beschwerdeführer die Anwendung des Niederwassermo-
dels auf die Auenobjekte beanstanden würden, übersähen sie, dass 
dieses Modell überhaupt keine Aussagen für die Auen mache. Es be-
ziehe sich lediglich auf den Fischlebensraum und äussere sich dazu, 
wie sich die Lebensbedingungen für die Fische durch das Projekt ver-
ändern würden. Diesbezüglich habe das Niederwassermodell taugli-
che Ergebnisse geliefert, welche vom ANU in keiner Weise beanstan-
det worden seien. 

• Auch bezüglich der Untersuchungen des Referenz- und Betriebszu-
stands gestützt auf die Abflussmenge Q182 habe das ANU keine Vor-
behalte oder Beanstandungen geäussert. Bei der Anwendung der Ab-
flussmenge Q182 gehe es darum, die Veränderungen der Wasser-
führung nach der Schneeschmelze, also in der für die Auen relevanten 
Zeit, zu untersuchen. Dafür liefere dieses Modell die zuverlässigsten 
Angaben, weshalb diese vom ANU auch nicht beanstandet worden 
seien. 

- 48 -

• Soweit es um die Beurteilung anderer Kriterien gehe, seien andere 
Beurteilungsmethoden heranzuziehen. Diese Beurteilungen seien al-
lesamt im Rahmen der Untersuchungen der Abflussverhältnisse im 
N._____ nach dem Modul-Stufen-Konzept zur Untersuchung und Be-
urteilung der Fliessgewässer, Hydrologie-Abflussregime Stufe F 
(HYDMOD-F) erfolgt. Die Ergebnisse seien im Umweltverträglichkeits-
bericht sowie im Bericht zu den Abflussverhältnissen dargelegt. Ge-
genstand der Untersuchungen und Beurteilungen würden neben dem 
Mittelwasserabflussverlauf auch die Themen Hochwasserhäufigkeit, 
Hochwassersaisonalität, Niederwasserabfluss, Niederwassersaisona-
lität, Dauer Niederwasserperioden, Schwall/Sunk sowie Spülung und 
Entleerung bilden. Wie sich aus den Ergebnissen ergebe, würden sich 
die Ergebnisse der Restwasserabflüsse heute mit dem Projekt Über-
leitung F._____ alle in der blauen bzw. grünen Kategorie (natürlich 
bzw. wenig verändert) bewegen. Lediglich beim Kriterium der Dauer 
der Niederwasserperioden sei die Bewertung bei Klasse 3, wobei dies 
aus naturkundlicher Sicht ohne Relevanz sei. Im Übrigen hätten die 
Ergebnisse insbesondere hinsichtlich der Hochwasserabflüsse ge-
zeigt, dass keine Veränderungen stattfänden und dass auch keine 
Veranlassung für weitere Abklärungen bestünde. 

• Hinsichtlich der Untersuchungen und der Projektauswirkungen auf die 
Auen T._____ und S._____ sei zu beachten, dass das ANU am 
12. Februar 2013 festgehalten habe, dass eine Beurteilung des Pro-
jekts aus Sicht der Umwelt gestützt auf die vorliegenden Unterlagen 
sowie die im Amt und beigezogenen Ämtern vorhandenen Informatio-
nen möglich sei. Dies habe das ANU in der Stellungnahme vom 
3. September 2013 nochmals bestätigt. Die von den Beschwerdefüh-
rern mittels drei Luftbildern aus den Jahren 1936, 1956 und 2013 prä-
sentierten Veränderungen im Bewuchs der Auen stünden in keinem 
kausalen Zusammenhang mit der Wasserkraftnutzung der E._____ 
AG im O.9._____-Tal. 

e) Hinsichtlich der rechtlichen Qualifikation der Auen U._____, T._____ und 

S._____ teilt das streitberufene Gericht die Auffassung der Beschwerde-

gegnerin und der Beschwerdegegnerinnen, wonach es sich bei diesen 

Auen rechtlich gesehen nicht um solche von nationaler Bedeutung han-

delt. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen im ange-

fochtenen Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 12., mitgeteilt am 

14. November 2013, verwiesen werden, wo folgendes ausgeführt wurde:

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"Der Bundesrat bezeichnet nach Anhörung der Kantone die Biotope von nationaler 
Bedeutung, bestimmt die Lage dieser Biotope und legt die Schutzziele fest 
(Art. 18a Abs. 1 NHG). Das für Auengebiete von nationaler Bedeutung erlassene 
Bundesinventar umfasst die im Anhang 1 zur Auenverordnung (AuenV; SR 
[451.31]) aufgezählten Objekte (Art. 1 AuenV). Soweit es sich um ein im Auenin-
ventar angeführtes Objekt handelt, ist ein Abweichen vom Schutzziel nur zulässig 
für unmittelbar standortgebundene Vorhaben, die dem Schutz des Menschen vor 
schädlichen Auswirkungen des Wassers oder einem andern überwiegenden öffent-
lichen Interesse von ebenfalls nationaler Bedeutung dienen (Art. 4 Abs. 2 NHV). Ihr 
Verursacher ist zu bestmöglichen Schutz-, Wiederherstellungs- oder ansonsten 
angemessenen Ersatzmassnahmen verpflichtet. Die drei fraglichen Auen U._____, 
T._____ und S._____ sind in diesem Anhang zur AuenV nicht angeführt."

Folglich kann aber bezüglich der Auen U._____, T._____ und S._____ 

nicht von einer rechtsverbindlichen Festlegung der betroffenen drei Auen 

als solche von nationaler Bedeutung gesprochen werden. An diesem Er-

gebnis vermag die Tatsache, dass die Aue T._____ als Kandidatin für ei-

ne Aufnahme in einem erweiterten Aueninventar im Rahmen der Aufwer-

tung des nationalen Auenschutzes aufgeführt ist (vgl. 

http://www.bafu.admin.ch/schutzgebiete−inventare/07839/index.html?lang

=de [besucht am 15. Juli 2015], mit zahlreichen Berichten, Tabellen etc.; 

die Aue T._____ ist dort als Nr. 383 aufgeführt) nichts zu ändern. Denn 

die Auflistung als Kandidatin für eine Aufnahme in einem erweiterten 

Aueninventar bedeutet noch keine Aufnahme in das Aueninventar bzw. 

reicht noch nicht aus, um den Schutz für Auen von nationaler Bedeutung 

zu beanspruchen. Folglich ist aber im Umweltverträglichkeitsbericht zu 

Recht eine Einstufung der Auen U._____, T._____ und S._____ als sol-

che von regionaler − und nicht von nationaler − Bedeutung erfolgt. Man-

gels nationaler Bedeutung der drei erwähnten Auen ist ein Abweichen 

vom Schutzziel somit nicht nur für unmittelbar standortgebundene Vorha-

ben, die dem Schutz des Menschen vor schädlichen Auswirkungen des 

Wassers oder einem anderen überwiegenden öffentlichen Interesse von 

ebenfalls nationaler Bedeutung dienen, zulässig. Vielmehr sind die unbe-

strittenermassen