# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43800e9f-5f35-5702-8a1d-59636591131b
**Source:** Bern (entscheidsuche) (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-01-30
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 30.01.2025 SK 2023 364
**Docket/Reference:** SK 2023 364
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-364_2025-01-30.pdf

## Full Text

JasObergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 364, 366–367 

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. Januar 2025 

Besetzung Oberrichterin Schwendener (Präsidentin), 
Oberrichter Wuillemin, Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte ✝A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
verteidigt durch Fürsprecher und Notar D.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

E.________
verteidigt durch Fürsprecher Dr. F.________

Beschuldigter/Berufungsführer 3

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt N.________

Gegenstand Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung (B1) 
Misswirtschaft (B2, B3) 

Berufung gegen das Urteil des Wirtschaftsstrafgericht des 
Kantons Bern (Einzelgericht) vom 27. Juni 2023 (WSG 22 25-32)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (nachfolgend Vorinstanz) fällte gegen 
A.________ (Beschuldigter/Berufungsführer 1 [nachfolgend Beschuldigter 1]), 
C.________ (Beschuldigter/Berufungsführer 2 [nachfolgend Beschuldigter 2]) und 
E.________ (Beschuldigter/Berufungsführer 3 [nachfolgend Beschuldigter 3]) am 
27. Juni 2023 folgendes Urteil (pag. 18 747 ff.; Hervorhebungen im Original):

Die Gerichtspräsidentin des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts hat

erkannt:

V.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Misswirtschaft, begangen in der Zeit von November 2015 bis am 18. März 2016 in 
CT.________ (Ortschaft) zum Nachteil der Gläubiger der O.________ (Sportclub) AG;

2. der Unterlassung der Buchführung, begangen in der Zeit vom 1. Juli 2015 bis am 18. März 
2016 in CT.________ (Ortschaft);

und er wird in Anwendung der 
Art. 29 lit. a, 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1 aStGB
Art. 165 Ziff. 1 und 166 StGB
Art. 418 Abs. 1, 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 125 Tagessätzen zu CHF 270.00, ausmachend total CHF 33'750.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus:

den Kosten der Voruntersuchung:
- Gebühr CHF 3'900.00

den Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftl. Begründung):

- Gebühr CHF 1'000.00
- Auslagen CHF 8.75

Total ausmachend CHF 4'908.75

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr des Gerichts um 
CHF 400.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 4'508.75.

VIII.

C.________ wird schuldig erklärt:

der Misswirtschaft, begangen in der Zeit von November 2015 bis am 14. April 2016 in CT.________ 
(Ortschaft) zum Nachteil der Gläubiger der O.________ (Sportclub) AG

3

und er wird in Anwendung der 
Art. 29 lit. a, 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47 aStGB 
Art. 165 Ziff. 1 StGB
Art. 418 Abs. 1, 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 490.00, ausmachend total CHF 49'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus:

den Kosten der Voruntersuchung:
- Gebühr CHF 3'900.00

den Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftl. Begründung):
- Gebühr CHF 1'000.00
- Auslagen CHF 8.75

Total ausmachend CHF 4'908.75

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr des Gerichts um 
CHF 400.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 4'508.75.

IX.

E.________ wird schuldig erklärt:

der Misswirtschaft, begangen in der Zeit von November 2015 bis am 14. April 2016 in CT.________ 
(Ortschaft) zum Nachteil der Gläubiger der O.________ (Sportclub) AG

und er wird in Anwendung der 
Art. 29 lit. a, 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47 aStGB 
Art. 165 Ziff. 1 StGB
Art. 418 Abs. 1, 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 160.00, ausmachend total CHF 16'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus:

den Kosten der Voruntersuchung:
- Gebühr CHF 3'900.00

den Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftl. Begründung):
- Gebühr CHF 1'000.00
- Auslagen CHF 8.75

Total ausmachend CHF 4'908.75

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr des Gerichts um 
CHF 400.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 4'508.75.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

4

Der Vollständigkeit halber ist – auch wenn nicht Gegenstand des Berufungsverfah-
rens – festzuhalten, dass mit demselben Urteil G.________ vom Vorwurf der Unter-
lassung der Buchführung nach Art. 166 Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; 
SR 311.0) freigesprochen wurde (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 
Hingegen wurde er der Misswirtschaft nach Art. 165 Ziff. 1 StGB schuldig erklärt 
(Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Sodann wurden H.________, 
I.________, J.________ und K.________ der Misswirtschaft und Unterlassung der 
Buchführung schuldig erklärt (Ziffn. III., IV., VI. und VII. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs). Alle Beschuldigten wurden durch die Vorinstanz zu einer bedingten 
Geldstrafe und zur Bezahlung der auf sie entfallenden Verfahrenskosten verurteilt 
(pag. 18 747 ff.).

2. Berufung

Gegen das Urteil der Vorinstanz meldeten der Beschuldigte 3, vertreten durch Für-
sprecher Dr. F.________, mit Eingabe vom 27. Juni 2023 (pag. 18 762), 
K.________, vertreten durch Rechtsanwalt L.________, mit Eingabe vom 28. Juni 
2023 (pag. 18 795), der Beschuldigte 2, vertreten durch Fürsprecher D.________, 
mit Eingabe vom 28. Juni 2023 (pag. 18 769), der Beschuldigte 1 mit Eingabe vom 
3. Juli 2023 (pag. 18 771) und G.________, vertreten durch Rechtsanwalt 
M.________, mit Eingabe vom 5. Juli 2023 (pag. 18 774) fristgerecht die Berufung 
an. Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 7. August 2023 (pag. 18 795 ff.) 
und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag zugestellt (pag. 19 145 
ff.). Für das Verfahren vor der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern 
wurde mit Verfügung der Generalstaatsanwaltschaft vom 8. August 2023 Staats-
anwalt N.________, Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte, mit der Wahrneh-
mung der generalstaatsanwaltschaftlichen Aufgaben betraut (pag. 19 151 f.).

Mit Eingabe vom 16. August 2023 erklärten der Beschuldigte 3 (pag. 19 154 ff.) 
und mit Eingabe vom 17. August 2023 der Beschuldigte 2 (pag. 19 239 ff.) frist- 
und formgerecht die Berufung. Die Berufungserklärung des (noch) nicht anwaltlich 
vertretenen Beschuldigten 1 datiert vom 20. August 2023 (pag. 19 244) und ge-
langte ebenfalls frist- und formgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein. 
Schliesslich erklärte K.________ mit Eingabe vom 28. August 2023 frist- und form-
gerecht die Berufung (pag. 19 253 ff.).

Mit Eingabe vom 28. August 2023 zog Rechtsanwalt M.________ namens und im 
Auftrag von G.________ die Berufung zurück (pag. 19 246; vgl. Beschluss SK 23 
363 vom 12. September 2023 [pag. 19 271 ff.]).

Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 11. September 2023 mit, auf die Er-
klärung einer Anschlussberufung zu verzichten. Weiter erklärte sie, es sei von Am-
tes wegen zu prüfen, ob die Anschlussberufungen der beiden Beschuldigten (sic!) 
fristgerecht erfolgt seien (pag. 19 269). K.________ hielt mit Eingabe vom 25. Sep-
tember 2023 an der eigenständigen Berufung fest und verzichtete auf die Möglich-
keit, zu den Eintretensvoraussetzungen der eingereichten Berufungen Stellung zu 
nehmen (pag. 19 279 f.).

5

Mit Verfügung vom 5. Januar 2024 wurde festgestellt, dass es sich um einen Fall 
notwendiger Verteidigung handelt und der Beschuldigte 1 aufgefordert, innert Frist 
eine Wahlverteidigung zu bezeichnen (pag. 19 288). Mit Schreiben vom 18. Januar 
2024 teilte der Beschuldigte 1 mit, Rechtsanwalt B.________ mit der notwendigen 
Verteidigung zu beauftragen, und ersuchte sinngemäss um dessen Bestellung als 
notwendigen amtlichen Verteidiger (pag. 19 297). Mit Verfügung vom 1. Februar 
2024 wurde dem Berufungsführer 1 Rechtsanwalt B.________ antragsgemäss als 
amtlicher Anwalt bei notwendiger Verteidigung beigeordnet (pag. 19 305 f.).

Mit Schreiben vom 16. Januar 2025 teilte Rechtsanwalt B.________ mit, dass der 
Beschuldigte 1 am .________ verstorben sei. Er beantragte die Einstellung des Be-
rufungsverfahrens gegen den Beschuldigten 1 sowie die Erklärung der Gegen-
standslosigkeit des Urteils der Vorinstanz vom 27. Juni 2023 gegen den Beschul-
digten 1 (pag. 19 410 f.). Nach Einholung eines Auszugs aus dem Todeseintrag bei 
der Gemeindeverwaltung Q.________ (Ortschaft) (pag. 19 414 ff.) stellte die Ver-
fahrensleitung den Parteien die Einstellung des oberinstanzlichen Verfahrens be-
zogen auf den Beschuldigten 1 unter Kostenauflage an den Kanton Bern zusam-
men mit dem Endurteil in der Gesamtsache in Aussicht (pag. 19 424 f.). Mit Einga-
ben vom 22. Januar 2025 resp. 23. Januar 2025 teilten die Staatsanwaltschaft und 
Rechtsanwalt B.________ mit, mit dem geplanten Vorgehen betreffend den Be-
schuldigten 1 einverstanden zu sein (pag. 19 432 und pag. 19 439). 

Die Berufungsverhandlung fand vom 27. bis 30. Januar 2025 statt (pag. 19 459 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die Verteidigung des Beschuldigten 3 stellte und begründete mit Berufungser-
klärung vom 16. August 2023 den Beweisantrag, es seien die Dokumente «Stan-
dard zur Eingeschränkten Revision» inklusive Anhang H, 1. Ausgabe 2007, sowie 
der «Schweizer Standard zur Eingeschränkten Revision» inklusive Anhang H, Aus-
gabe 2015, zu den Akten des Berufungsverfahrens zu erkennen (pag. 19 165 f.). 
Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 11. September 2023 mit, das vom 
Beschuldigten 3 eingereichte Dokument könne zu Wert und Unwert zu den Akten 
erkannt werden (pag. 19 269). Die Verteidigung des Beschuldigten 2 ersuchte mit 
Eingabe vom 20. September 2023 um Gutheissung des Beweisantrags des Be-
schuldigten 3 (pag. 19 277). Mit Verfügung vom 5. Januar 2024 wurde der Bewei-
santrag des Beschuldigten 3 gutgeheissen (pag. 19 288). 

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen aktuelle 
Strafregisterauszüge, beide datierend vom 13. Januar 2025 (pag. 19 391 [Beschul-
digter 2] und pag. 19 392 [Beschuldigter 3]) und aktuelle Leumundsberichte inkl. 
Berichte über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 14. Januar 2025 
[Beschuldigter 2, pag. 19 419 ff.] und 24. Januar 2025 [Beschuldigter 3, pag.  19 
449 ff.]) eingeholt. Weiter wurde aus der öffentlichen Bibliothek die Publikation 
«Treuhand-Kammer [Hrsg.], Schweizer Prüfungsstandards [PS], Ausgabe 2013» 
beschafft (pag. 19 461).

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden die Beschuldigten 2 und 3 erneut zur 
Person und zur Sache einvernommen (pag. 19 462 bzw. pag. 19 467 ff.).

6

4. Anträge der Parteien

Fürsprecher D.________ stellte und begründete für den Beschuldigten 2 an der 
oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 19 463; Hervorhebungen im 
Original):

I. Freispruch

1. C.________ sei vom Vorwurf der Misswirtschaft freizusprechen.

2. Die Verfahrenskosten beider Instanzen seien, soweit C.________ betreffend, dem Kanton 
Bern aufzuerlegen.

3. C.________ seien entschädigungsweise zu ersetzen

a. ein Betrag von CHF 1'000.00 für erlittene Umtriebe/Schaden- resp. Kostenersatz und 
immaterielle Unbill.

b. die Anwaltskosten gemäss separater Kostennote für beide Instanzen.

II. Eventualantrag

Die Akten seien dem Staatsanwalt zur Verbesserung der Anklageschrift oder zur Einstellung 
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Fürsprecher Dr. F.________ stellte und begründete für den Beschuldigten 3 an der 
oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 19 484; Hervorhebungen im 
Original):

1. E.________, vgt., sei

freizusprechen

vom Vorwurf der Misswirtschaft, angeblich begangen in der Zeit vom November 2015 bis am 
14.04.2016 in CT.________ (Ortschaft) zum Nachteil der Gläubiger der O.________ (Sportclub) 
AG;

2. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 4'908.75 seien dem Staat aufzuerlegen;

3. E.________ seien für das erstinstanzliche Verfahren die Parteikosten gemäss eingereichter Ho-
norarnote zu ersetzen;

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Staat aufzuerlegen;

5. E.________ seien die Parteikosten des Berufungsverfahrens zu ersetzen;

6. E.________ sei ein Betrag von CHF 1'000.00 für erlittene Umtriebe, Schaden- resp. Kostener-
satz und immaterielle Unbill auszurichten.

Staatsanwalt N.________ beantragte für die Staatsanwaltschaft was folgt 
(pag. 19 481 f.; Hervorhebungen im Original):

A. C.________ sei (dem Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 27. Juni 2023 entspre-
chend) schuldig zu erklären:

der Misswirtschaft, begangen in der Zeit von November 2015 bis am 14. April 2016 in 
CT.________ (Ortschaft) zum Nachteil der Gläubiger der O.________ (Sportclub) AG

und er sei in Anwendung der entsprechenden Gesetzesartikel

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 490.00, ausmachend total 
CHF 49'000.00.

7

Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzuset-
zen.

2. Zur Bezahlung der anteilsmässig auf ihn entfallenden Kosten der Voruntersuchung sowie 
zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten. 

B. E.________ sei (dem Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 27. Juni 2023 entspre-
chend) schuldig zu erklären:

der Misswirtschaft, begangen in der Zeit von November 2015 bis am 14. April 2016 in 
CT.________ (Ortschaft) zum Nachteil der Gläubiger der O.________ (Sportclub) AG

und er sei in Anwendung der entsprechenden Gesetzesartikel

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 160.00, ausmachend total 
CHF 16'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzuset-
zen.

2. Zur Bezahlung der anteilsmässig auf ihn entfallenden Kosten der Voruntersuchung sowie 
zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Nach dem Versterben des Beschuldigten 1 ist vorab die Einstellung des ihn betref-
fenden Strafverfahrens samt Kostenfolgen zu prüfen (vgl. Ziff. II hiernach). Sodann 
sind die beiden verbleibenden Berufungen materiell zu überprüfen und zwar wie 
folgt: 

Nach Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 
312.0) überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den ange-
fochtenen Punkten.

Das erstinstanzliche Urteil wurde von den Beschuldigten 2 und 3, soweit sie betref-
fend, vollumfänglich angefochten. Durch die Kammer zu überprüfen sind folglich 
der Schuldpunkt (Misswirtschaft; Ziff. VIII und Ziff. IX des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs), der Strafpunkt (Beschuldigter 2: Bedingte Geldstrafe von 100 Tages-
sätzen zu CHF 490.00, ausmachend total CHF 49'000.00, unter Ansetzung der 
Probezeit auf zwei Jahre; Beschuldigter 3: Bedingte Geldstrafe von 100 Tagessät-
zen zu CHF 160.00, ausmachend total CHF 16'000.00, unter Ansetzung der Pro-
bezeit auf zwei Jahre), sowie die erstinstanzlichen Verfahrenskosten. 

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO) und ist aufgrund der al-
leinigen Berufung der Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der 
reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten der Beschuldigten abändern. Vorbehalten bleibt eine strengere 
Bestrafung aufgrund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht be-
kannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Solche Tatsachen können bei-
spielsweise die wirtschaftlichen Verhältnisse zur Bemessung der Höhe des Tages-
satzes nach Art. 34 Abs. 2 Satz 3 StGB betreffen. So darf das Berufungsgericht bei 
einer Verbesserung der finanziellen Verhältnisse nach dem erstinstanzlichen Urteil 
einen höheren Tagessatz festlegen, auch wenn ausschliesslich die beschuldigte 
Person Berufung erhoben hat (BGE 146 IV 172 E. 3.3.3; 144 IV 198 E. 5.3 f.).

8

II. Verfahrenseinstellung

6. Versterben des Beschuldigten 1 

6.1 Prozessuale Folgen

Der Beschuldigte 1 ist am .________ und somit während hängigem oberinstanzli-
chem Verfahren verstorben (pag. 19 414 [Auszug aus dem Todeseintrag vom 17. 
Januar 2025]).

Prozessvoraussetzungen im Sinne von Art. 403 Abs. 1 lit. c StPO sind Bedingun-
gen verfahrensrechtlicher Art, die erfüllt sein müssen, um ein Strafverfahren durch-
zuführen. Von ihrer Erfüllung hängt die Zulässigkeit der Einleitung und Durch-
führung eines Verfahrens ab. Ein Verfahrenshindernis schliesst aus, dass über ei-
nen Prozessgegenstand mit dem Ziel einer Sachentscheidung verhandelt werden 
darf. Mit dem Tod des Beschuldigten tritt ein solches Verfahrenshindernis ein (KEL-
LER, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023 
[nachfolgend zit. BSK StPO-BEARBEITER], N 5 zu Art. 403).

Die Verfahrensleitung prüft im Hauptverfahren, ob Verfahrenshindernisse bestehen 
(Art. 329 Abs. 1 lit. c StPO). Kann ein Urteil definitiv nicht ergehen, stellt das Ge-
richt das Verfahren ein (Art. 329 Abs. 4 StPO). Verfahrenshindernisse sind von den 
mit dem Fall befassten Strafbehörden in allen Verfahrensstadien vorweg und lau-
fend sowie von Amtes wegen zu prüfen. Stellt die Berufungsinstanz ein Prozess-
hindernis fest, ergeht analog zu Art. 329 Abs. 4 StPO eine Einstellung des Verfah-
rens (Urteil des Bundesgerichts [nachfolgend BGer] 6B_277/2012 vom 14. August 
2012 E. 2.3; JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar zur StPO, 4. Aufl. 2023, N 9 zu 
Art. 403). Der Tod der beschuldigten Person während des kantonalen Verfahrens 
führt damit in analoger Anwendung von Art. 319 ff. StPO mittels Beschlusses und 
mit Wirkungen nach Art. 320 Abs. 4 StPO zur Verfahrenseinstellung (vgl. Art. 319 
Abs. 1 lit. d und Art. 403 Abs. 1 lit. c StPO; BGer 6B_16/2012 vom 15. Juli 2013 
E. 1, JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 16 zu Art. 329 und N 2 zu Art. 399). Das erstin-
stanzliche Urteil wird hinfällig. Zivilansprüche gelten mit der Einstellung als auf den 
Zivilweg verwiesen (vgl. BGer 6B_277/2012 vom 14. August 2012 E. 2.5; 
JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 9 zu Art. 403; KELLER, a.a.O., N 8 zu Art. 403).

Der Beschuldigte 1 hat das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten und 
verlangte einen Freispruch von beiden gegen ihn erhobenen Tatvorwürfen, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge. Durch sein Versterben kann er dieses Ziel nun-
mehr nicht mehr selber weiterverfolgen, so dass auch ein oberinstanzliches Urteil 
definitiv nicht mehr ergehen kann. Es besteht somit ein Prozesshindernis und das 
Strafverfahren gegen den Beschuldigten 1 ist einzustellen. Das erstinstanzliche Ur-
teil gegen ihn wird hinfällig, d.h. der Beschuldigte gilt als unverurteilt, was vom Er-
gebnis her einem Freispruch gleichkommt (Art. 320 Abs. 4 StPO).

6.2 Kosten 

Stirbt die beschuldigte Person während des Strafverfahrens, können die Verfah-
renskosten nicht dem Nachlass auferlegt werden. Sind die Voraussetzungen für die 
Kostenauflage an einen anderen (privaten) Verfahrensbeteiligten nicht erfüllt, so 

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hat sie der Staat zu tragen (BGer 6B_614/2013 vom 29. August 2013 E. 2.4; 
Art. 423 StPO).

Die Vorinstanz hat den auf den Verfahrensteil des Beschuldigten 1 fallenden Ver-
fahrenskostenanteil auf gesamthaft CHF 4'908.75 bestimmt (CHF 3'900.00 Gebühr 
Voruntersuchung, CHF 1'000.00 Gebühr Hauptverhandlung inkl. schriftliche Be-
gründung, CHF 8.75 Auslagen Hauptverhandlung). Diese Kosten trägt der Kanton 
Bern. 

Die anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden auf CHF 1'000.00 
bestimmt und ebenfalls dem Kanton Bern zur Bezahlung auferlegt. 

Erstinstanzlich war der Beschuldigte 1 nicht anwaltlich vertreten und machte auch 
sonst keine Entschädigung geltend. 

Oberinstanzlich ist der amtliche Verteidiger des Beschuldigten 1 durch den Kanton 
zu entschädigen. Rechtsanwalt B.________ macht mit Honorarnote vom 23. Janu-
ar 2025 (pag. 19 440 ff.) für seine Leistungen im Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis 
23. Januar 2025 36 Stunden à CHF 375.00 (ausmachend CHF 13'500.00), eine 
Kleinspesenpauschale von 3 % (ausmachend CHF 405.00, zusätzliche Spesen von 
CHF 496.00 für das Kopieren der Gerichtsakten und 8.1 % MWSt (ausmachend 
CHF 1'166.50), total CHF 15'567.50, geltend. 

Der von Rechtsanwalt B.________ geltend gemachte Aufwand von 36 Stunden er-
scheint unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit 
der sich stellenden Rechtsfragen und angesichts der oberinstanzlichen Mandats-
übernahme angemessen. Das amtliche Honorar wird jedoch zum kantonalen Stun-
denansatz von CHF 200.00 berechnet und festgesetzt (Art. 1 der Verordnung über 
die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). 
Demnach resultiert ein Honorar von CHF 7'200.00. Hinzu kommen die geltend ge-
machten effektiven Spesen für Kopien von CHF 496.00. Eine zusätzliche Kleinspe-
senpauschale von 3% rechtfertigt sich allerdings nicht. Eine solche kommt alterna-
tiv zu allfälligen effektiven Spesen zum Tragen, nicht kumulativ. Gerechtfertigt er-
scheint der Kammer neben den Kopierkosten noch ein pauschaler Zuschlag von 
CHF 100.00. Zusammen mit der Mehrwertsteuer von 8.1 % (CHF 631.50) ergibt 
dies einen Gesamtbetrag von CHF 8'427.50. 

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidi-
gung des Beschuldigten 1 im oberinstanzlichen Verfahren demnach mit insgesamt 
CHF 8'427.50. Für die Entschädigung besteht keine Rückzahlungspflicht.

III. Vorbemerkungen

7. Aktenordnung

Wie die Vorinstanz dargelegt hat, wurde die Aktenordnung durch die Kantonale 
Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) so auf-
gebaut, dass neben den sieben allgemeinen Ordnern zusätzliche Ordner für jede 
beschuldigte Person erstellen wurden. Die Kammer übernimmt das Vorgehen der 
Vorinstanz, wonach Verweise auf die Akten in diesen individuellen Ordnern vorab 

10

mit den Initialen der entsprechenden Person gekennzeichnet werden (z.B. 
«pag. .________ (Initialen) 44 ff.» für den individuellen Aktenordner betreffend 
C.________).

8. Geschichte der O.________ (Sportclub) AG

Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Beweiswürdigung die Geschichte der 
O.________ (Sportclub) AG übersichtlich zusammengefasst. Zur Erläuterung des 
Rahmengeschehens sowie der finanziellen Entwicklung der O.________ (Sport-
club) AG kann einleitend auf diese treffenden und hilfreichen Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 887; S. 93 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; die Abkürzung R.________ (Liga) steht für R.________ (Liga)):
Der O.________ (Sportclub) [nachfolgend: .________] CT.________ (Ortschaft) wurde bereits 
T.________ (Gründungsjahr) gegründet, verfügt also über eine sehr lange Tradition und ist ein für die 
Region P.________ (Region) bedeutender Sportverein. Auch wenn der O.________ (Sportclub) nie 
zu den absoluten Spitzenclubs im Schweizer U.________ (Sportart) gehörte, spielte dessen erste 
Mannschaft doch viele Jahre in der V.________ (Spielklasse) oder X.________ (Spielklasse). In der 
Saison .________ wurde er zum ersten und einzigen Mal Schweizer Meister. .________ (Jahr) spielte 
der O.________ (Sportclub) letztmals in der V.________ (Spielklasse), danach folgte eine recht lange 
Zeit sportlichen Niedergangs: .________ (Jahr) stieg der Club in die W.________ (Spielklasse), 
.________ (Jahr) gar in die X.________ (Spielklasse) ab. Bereits .________ (Jahr) waren die Finanz-
probleme so gross, dass eine Nachlassstundung durchgeführt werden musste. Es folgte jedoch schon 
recht bald der Wiederaufstieg in die W.________(Spielklasse), wo der O.________ (Sportclub) lange 
erfolgreich spielte. Erst .________ (Jahr) gelang jedoch der Aufstieg in die Y.________ (Spielklasse) 
Im gleichen Jahr wurde aus dem Verein eine Aktiengesellschaft, die mit einem Aktienkapital von 
CHF 140'000.00 startete. Dieses wurde sukzessive erhöht, bis es per 06.03.2015 CHF 600'000.00 be-
trug. Die ersten Jahre in der Y.________ (Spielklasse) waren sportlich recht erfolgreich, über die fi-
nanzielle Lage ist nichts bekannt. In der Saison .________ musste der Club seine Spiele statt im ei-
genen Stadion 'Z.________ auf der AA.________ (Sportstätte) austragen, weil die R.________ (Liga) 
die 'Z.________ als nicht mehr Y.________(Spielklasse) tauglich angesehen hatte. Dies trug offenbar 
wesentlich zur finanziellen Schieflage der AG bei. Hinzu kam mangelnder sportlicher Erfolg der ersten 
Mannschaft: In der Saison .________ (diese dauerte vom .________ bis am .________) blieb der 
O.________ (Sportclub) nur deshalb in der Y.________(Spielklasse), weil AB.________ (Sportverein) 
die Lizenz verweigert wurde und deshalb zwangsweise absteigen musste. Auf die Saison .________ 
(diese dauerte vom .________ bis am .________) konnte der O.________ (Sportclub) in die durch die 
Stadt CT.________ (Ortschaft) neu erbaute AC.________ (Sportstätte) einziehen, ein beeindruckend 
modernes Stadion, das nebst dem O.________ (Sportclub) auch den AD.________ (Sportverein) und 
den AE.________ (Sportverein) beherbergt (vgl. zum Ganzen die Homepage des O.________ 
(Sportclub) ‹.________›). Für die Stadt CT.________ (Ortschaft) war (und ist) ein 'funktionierender' 
O.________ (Sportclub) wichtig, nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen im Zusammenhang mit der 
neu gebauten AC.________ (Sportstätte), sondern auch, weil der O.________ (Sportclub) eine gros-
se Junioren-Abteilung unterhält, in der viel für die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migra-
tionshintergrund oder sonst schwierigen familiären Verhältnissen getan wird.

Man muss sich dieser langen Geschichte des Clubs und der Bedeutung für die Region P.________ 
bewusst sein, will man die Handlungen und Aussagen mindestens eines Teils der Beschuldigten ver-
stehen, nämlich all jener, die aus der Region stammen und schon länger mit dem Club verbunden wa-
ren. Zu dieser Gruppe gehören sicher G.________ und I.________, die schon bei der Gründung der 
O.________ (Sportclub) AG dabei waren. H.________ trat ebenfalls schon vor der Aktienübernahme 
durch AF.________ in den Verwaltungsrat ein, auch wenn er offenbar noch nicht so lange mit dem 
Club verbunden war wie G.________ und I.________. J.________ und K.________ stammen zwar 
aus CT.________ (Ortschaft) bzw. P.________ (Region), sie hatten vor der Übernahme der Aktien-
mehrheit durch AF.________ jedoch keine direkte Verbindung zum Club. A.________ kommt aus 
dem Kanton BB.________. Er kam über AF.________, welcher ihn erfolgreich vor Bundesgericht ver-
treten hatte, in den Verwaltungsrat, er hatte somit als einziger der Beschuldigten weder einen persön-
lichen Bezug zum Club noch zur Region. Die beiden angeklagten Revisoren stammen aus 

11

P.________(Region), auch sie dürften folglich eine gewisse emotionale Bindung an den Club gehabt 
haben.

Die finanzielle Lage der O.________ (Sportclub) AG war stets schwierig, mit dem zwangsweisen Um-
zug auf die 'AA.________ und den schlechten Resultaten wurde sie so schlecht, dass die AG per 
31.12.2014 überschuldet war (vgl. dazu im Detail Ziff. III.C.2..2) und ihr die flüssigen Mittel auszuge-
hen drohten. Per Anfang März 2015 konnte zwar die Aktienkapitalerhöhung über CHF 200'000.00 ab-
geschlossen werden und am 04.05.2015 floss das Darlehen über CHF 200'000.00 der Stadt 
CT.________ (Ortschaft), dennoch blieb insbesondere die Liquidität stets sehr knapp. Der damalige 
Hauptaktionär AG.________ war nicht bereit, mehr Geld zu investieren, sondern wollte seine Aktien 
loswerden. In dieser Situation musste AF.________, Anwalt und Spielervermittler sowie ehemaliger 
Verwaltungsrat vom AH.________ (Sportverein), wie ein 'Retter in der Not' erscheinen. Gemäss sei-
nen eigenen Angaben hatte AF.________ zunächst nur Spieler an den O.________ (Sportclub) ver-
mitteln wollen, übernahm dann aber mit Vertrag vom 08.06.2015 von AG.________ und AI.________ 
deren Aktien, wurde damit Hauptaktionär und an der Generalversammlung vom 20.07.2015 zum Ver-
waltungsratspräsident gewählt. AF.________ brachte eine ganze Reihe neuer Spieler in die erste 
Mannschaft, die in der AJ.________ (Turnierformat) attraktiven U.________(Sportart) spielte, mehr 
Zuschauer anlockte und auch in der Tabelle der Y.________(Spielklasse) vorn mit dabei war. Die fi-
nanziellen Schwierigkeiten führten jedoch dazu, dass Spieler- und Trainerlöhne nicht mehr bezahlt 
werden konnten, Erfolgstrainer AK.________ den Verein verliess und die erste Mannschaft auch spie-
lerisch immer mehr an Boden verlor. Wegen der katastrophalen administrativen und finanziellen Ver-
hältnisse entzog die R.________ (Liga) dem O.________ (Sportclub) schliesslich am 27.04.2016, und 
damit noch vor Ende der Saison 2015 / 2016 und vor der Konkurseröffnung über die AG, die Lizenz. 
Die erste Mannschaft musste in die X.________ (Spielklasse) absteigen, die AG ging Konkurs und 
hinterliess einen Schuldenberg von über CHF 2,8 Mio. 

9. Prüfungsreihenfolge

Die Verteidigung des Beschuldigten 2 hat ihre Anträge gemäss Berufungserklärung 
im Schlussplädoyer insoweit umgestellt, als neu im Hauptantrag vorab der Frei-
spruch vom Vorwurf der Misswirtschaft beantragt und erst eventualiter – also im 
Falle, dass es zu keinem Freispruch kommt – die Verfahrenseinstellung resp. die 
Rückweisung an die Staatsanwaltschaft zur Verbesserung der Anklageschrift ver-
langt (vgl. pag. 19 240 und pag. 19 483; siehe auch E. 4. hiervor). 

Die Verteidigung des Beschuldigten 3 beantragte in der Berufungserklärung die 
Einstellung des Verfahrens im Hauptantrag und den Freispruch vom Vorwurf der 
Misswirtschaft im Eventualantrag [pag. 19 165]). Anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung ist den schriftlich eingereichten Anträgen einzig noch der verlangte 
Freispruch vom Vorwurf der Misswirtschaft zu entnehmen (pag. 19 484). Im münd-
lichen Plädoyer verlangte die Verteidigung demgegenüber ebenfalls erneut wieder 
die Einstellung des Strafverfahrens bzw. Rückweisung an die Staatsanwaltschaft 
vorab (pag. 19 480, [Audioaufnahme der oberinstanzlichen Plädoyers]).

Hierzu ist – soweit als Hauptbegehren ein Freispruch beantragt wird – Folgendes 
festzuhalten: Rechtsbegehren sind spiegelbildlich zum Urteilsspruch, d.h., sie soll-
ten so formuliert werden, dass sie ohne weiteres zum Urteil erhoben werden könn-
ten. Im Strafrecht ist kein Szenario denkbar, in welchem trotz erstellter Ankla-
gemängel zur materiellen Prüfung der Nichtschuld geschritten würde, schon gar 
nicht unter Ausschluss der Schuldprüfung. Die materielle Prüfung des Schuld-
punkts hat zwingend in Freispruch oder Schuldspruch zu enden, so dass mit der 
Reihenfolge der gestellten Anträge eine Überprüfung des Anklagegrundsatzes gar 
nie zum Tragen käme: Das Urteil über den erstgestellten Antrag beendet das Ver-
fahren in jedem Fall. 

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Die Prüfung der Anklage ist Teil der Vorfragen und damit von Amtes wegen zu be-
achtende Formalität vor der Prüfung von Schuld und Unschuld. Die modifizierten 
Anträge der Verteidigung führen somit nicht zu einer Umstellung der Prüfungsrei-
henfolge. 

IV. Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes

10. Vorwürfe gemäss Strafbefehlen

Die Beschuldigten 2 und 3 rügen – wie schon vor der Vorinstanz – eine Verletzung 
des Anklagegrundsatzes. Vor diesem Hintergrund erscheint angezeigt, die Vorwür-
fe gemäss den Strafbefehlen W 21 141 (pag. .________(Initialen) 44 ff. [Beschul-
digter 2]) resp. W 21 142 (pag. .________ (Initialen) 53 ff. [Beschuldigter 3]) vom 
24. Oktober 2022 bereits an dieser Stelle zu beleuchten.

Die zur Last gelegten Anklagesachverhalte sind – abgesehen von der Bezeichnung 
des Beschuldigten 2 als «zuständiger Revisor der O.________ (Sportclub) AG» 
und des Beschuldigten 3 als «leitender Revisor der O.________ (Sportclub) AG» – 
gleichlautend. Ihnen wird vorgeworfen, ab Anfang November 2015 bis 9. Juni 2016 
in CT.________ (Ortschaft) Misswirtschaft begangen zu haben. Der relevante 
Sachverhalt wurde durch die Vorinstanz wie folgt wiedergegeben (pag. 18 810 f., S. 
16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):
Der jeweilige Revisor soll es als für die Revisionsstelle AL.________ (Revisionsstelle) unterzeichnen-
der (betreffend E.________ leitender bzw. betreffend C.________ zuständiger) Revisor der 
O.________ (Sportclub) AG in arg nachlässiger Berufsausübung pflichtwidrig unterlassen haben, 
nach Feststellung der spätestens per 30.06.2015 eingetretenen Überschuldung (CHF 469'911.88), 
nach gescheiterter Umsetzung geplanter Sanierungsmassnahmen spätestens Anfang November 
2015 den Konkursrichter zu benachrichtigen. Das habe zu einer Verschleppung des schliesslich am 
07.06.2016 (mit Wirkung ab dem 09.06.2016) eröffneten Konkurses, namentlich zu einer Zunahme 
laufender Verbindlichkeiten und damit zu einer Verschlimmerung der Vermögenslage der O.________ 
(Sportclub) AG geführt. Er habe gewusst, dass er als Revisor der O.________ (Sportclub) AG insbe-
sondere zur Benachrichtigung des Richters gesetzlich verpflichtet gewesen wäre. Er habe gewusst 
bzw. sich damit abgefunden, dass die O.________ (Sportclub) AG überschuldet gewesen sei, keine 
Aussicht auf Sanierung mehr bestanden habe und er entsprechend eine Überschuldungsanzeige 
beim zuständigen Gericht hätte einreichen müssen. Indem er dies unterlassen habe, habe er die Ver-
schlimmerung der Überschuldung zumindest in Kauf genommen.

11. Argumente der Verteidigung

Die Verteidigung des Beschuldigten 2 bringt – sinngemäss auch für den Beschul-
digten 3 – zusammengefasst vor, seit dem Urteil der Vorinstanz sei der Beschluss 
SK 23 163-165 der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons vom 22. August 
2024 ergangen, in welchem in einem Fall von Misswirtschaft der Anklagegrundsatz 
als verletzt erachtet worden sei, was im vorliegenden Fall eine über die Erwägun-
gen der Vorinstanz hinausgehende Auseinandersetzung mit dem Anklagegrund-
satz erforderlich mache. Zur Misswirtschaft nach Art. 165 StGB im Besonderen sei 
festzuhalten, dass die Anklageschrift sich zur finanziellen Situation der Gesellschaft 
im Zeitpunkt der angeblichen Bankrotthandlung und zum späteren Zeitpunkt der 
Konkurseröffnung zu äussern habe. Weiter müssten Angaben zur finanziellen Si-
tuation der Gesellschaft mit und ohne Bankrotthandlung und zum Ausmass der 

13

Verschlimmerung und der Höhe des Schadens der Gesellschaftsgläubiger gemacht 
werden (mit Verweis auf BGer 6B_748/2017 vom 30. Mai 2018).

Vorliegend habe die Vorinstanz die Anklageschrift als ausreichend erachtet, wobei 
sie zu den relevanten Zeitpunkten betreffend die finanzielle Situation der Gesell-
schaft festgehalten habe, die Überschuldung per 30. Juni 2015 sei erwähnt und es 
sei aufgrund der unterlassenen Buchführung nachvollziehbar, dass die finanzielle 
Lage danach nicht mehr genau habe eruiert werden können. Weiter habe die Vor-
instanz festgehalten, die vorgeworfene Pflichtverletzung sei genügend umschrie-
ben und die Kausalität zwischen Tathandlung (bzw. der Unterlassung) und der 
Verschlimmerung der finanziellen Lage gegeben. Zur subjektiven Seite habe die 
Vorinstanz nichts ausgeführt. Sie habe aber darauf hingewiesen, dass die Plädoy-
ers vor der Vorinstanz gezeigt hätten, dass die Anklageschrift die für eine effiziente 
Verteidigung nötigen Elemente enthalte. Gerade Letzteres sei unverständlich, zu-
mal die Verteidigung ansonsten bei einer als unzureichend erachteten Anklage-
schrift nichts plädieren dürfte. Im bereits genannten Beschluss SK 23 163-165 der 
2. Strafkammer sei darauf hingewiesen worden, dass es sich bei der Misswirtschaft 
um einen eher schwer fassbaren Tatbestand handle, bei welchem sich die Abgren-
zung von strafbarem und straflosem Verhalten schwierig gestalte. Vorliegend wer-
de die unterlassene Überschuldungsanzeige als Tathandlung bezeichnet, obwohl 
die Anklageschrift die Höhe der Überschuldung zum Zeitpunkt der vermeintlichen 
Anzeigepflicht nicht nenne. Stattdessen begnüge sie sich mit dem Status vom 
30. Juni 2015, wobei zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Anzeigepflicht bestanden 
habe. Für den Zeitpunkt November 2015 habe man keine Angaben. In der Anklage 
müsse aber einigermassen konkret, wenigstens aber grob, dargelegt werden, in 
welchem Zeitraum sich die finanzielle Situation in der Gesellschaft für die Beschul-
digten wie präsentiert habe (mit Verweis auf das Urteil SB210300 der I. Strafkam-
mer des Obergerichts des Kantons BK.________(Ortschaft) vom 13. Dezember 
2021 E. 3.2.4). Die Frage, wann welche Anhaltspunkte für eine Überschuldung 
vorgelegen seien, sei insofern relevant, als der Tatbestand eine grobe Nachlässig-
keit in der Berufsausübung erfordere. Der Strafbefehl halte lediglich in pauschaler 
Weise fest, die Beschuldigten hätten ihre ersatzweise Pflicht zur Überschuldungs-
anzeige verletzt, wodurch sich die Überschuldung der Gesellschaft verschlimmert 
habe. In welchem Umfang diese Verschlechterung eingetreten sei, werde nicht 
dargelegt. Der blosse Hinweis in der vorinstanzlichen Urteilsbegründung auf die 
fehlende Buchhaltung, welche notabene nicht die Pflicht der Revisoren sei, genüge 
nicht. Mit einer gewissen Sorgfalt wäre vorliegend im Strafbefehl eine ungefähre 
Bezifferung möglich gewesen. Da dies nicht gemacht worden sei, sei auch eine 
Gegenüberstellung der finanziellen Situation der Gesellschaft zu den massgeben-
den Zeitpunkten nicht möglich. Dies sei indes unabdingbar, da nur die erhebliche 
und dauernde Verschlechterung der finanziellen Situation tatbestandsmässig sei.

Weiter brauche es zwischen der Tathandlung (dem Unterlassen der Überschul-
dungsanzeige) und dem Taterfolg (der Verschlimmerung der Überschuldung) einen 
Kausalzusammenhang, wozu sich der Strafbefehl ebenfalls nicht äussere. Zur Fra-
ge, in welcher Hinsicht die unterlassene Anzeige kausal gewesen sein solle, 
schweige sich der Strafbefehl aus, was indes mit Blick auf die Beurteilung einer ar-
gen Nachlässigkeit erforderlich wäre. Die Prüfung der Verschlimmerung könne 

14

nicht vorgenommen werden, da der Zwischenstand im Zeitpunkt der behaupteten 
Unterlassung nicht klar sei. Auch sei im Hinblick auf die Einheit der Rechtsordnung 
und die Revisionshaftungspraxis nach Art. 727 ff. OR anzumerken, dass hohe Hür-
den zu nehmen seien. Es könne nicht sein, dass der Staat die Revisionsstelle kri-
minalisiere, sich aber darum foutiere, die Kausalität zu beweisen. Der Staat handle 
durch die Anklagebehörde, aber nicht in der gleichen Substantiierungsdichte, was 
im Wesentlichen zu einer Umkehr der Beweislast führe. Ferner sei darauf hinzu-
weisen, dass von Gesetzes wegen Raum für Verletzungen der Berufspflichten be-
stehe, die nicht «arg» seien. Was vorliegend als «arg» gelten solle, werde in der 
Anklageschrift ebenfalls nicht umschrieben.

In subjektiver Hinsicht könne wiederum der Beschluss SK 23 163-165 der 2. Straf-
kammer herangezogen werden. Die 2. Strafkammer habe festgehalten, dass dies-
bezüglich zwar in der Regel die Angabe, dass der Täter die inkriminierte Tat «vor-
sätzlich» begangen habe, ausreiche; dies jedenfalls bei Tatbeständen, die nur vor-
sätzlich begangen werden können (mit Verweis auf BSK StPO-
HEIMGARTNER/NIGGLI, N 33 und 38 zu Art. 325). Im genannten Fall seien allerdings 
auch die Anforderungen betreffend den subjektiven Tatbestand als nicht erfüllt er-
achtet worden. Das gleiche müsse im vorliegenden Fall gelten, wo ebenfalls jegli-
che Umschreibung subjektiver Elemente in der Anklage fehle.

Zusammengefasst genüge die vorliegende Anklage den gesetzlichen Anforderun-
gen nicht, weshalb eine Verfahrenseinstellung bzw. eine Rückweisung der Anklage 
zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zu erfolgen habe, dies unter Kostenfolge 
zu Lasten des Kantons (pag. 19 480, [Audioaufnahme der oberinstanzlichen Par-
teivorträge]).

12. Rechtliche Grundlagen

Eine Straftat kann nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft 
gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts 
beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO). Die Anklage-
schrift hat möglichst kurz, aber genau, die der beschuldigten Person vorgeworfe-
nen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tataus-
führung zu bezeichnen (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO). Nach dem Anklagegrundsatz 
bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgren-
zungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101.0]; Art. 6 Ziff. 
1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Das Gericht ist an den in der Anklage um-
schriebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen 
rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). Die Ankla-
ge hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt 
so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht 
genügend konkretisiert sind. Der Anklagegrundsatz bezweckt zugleich den Schutz 
der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf 
rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; 140 IV 188 E. 
1.3; 133 IV 235 E. 6.2f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person 

15

muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen 
können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der 
Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter Hand-
lungen er beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er 
sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann (BGE 143 IV 63 E. 2.2; 147 IV 
439 E. 7.2; 149 IV 128 E. 1.2).

Was die Bezeichnung der Tatzeit im Besonderen anbelangt, verlangt das Gesetz 
nicht das präzise Datum, sondern die «Beschreibung von […] Zeit», die üblicher-
weise in der Angabe eines Datums erfolgen kann. Der Wortlaut von Art. 325 Abs. 1 
Bst. f StPO impliziert eine nicht formalistische Auslegung, was nicht bedeutet, dass 
die Zeit nicht «möglichst kurz, aber genau» anzugeben wäre (BGer 6B_489/2018 
vom 31. Oktober 2018 E. 2.3). Es hängt wesentlich von der Beweissituation und 
Gewährleistung effektiver Verteidigungsmöglichkeiten und damit von der Verfah-
rensfairness ab, ob ein längerer Zeitrahmen noch als im Sinne von Art. 325 Abs. 1 
Bst. f StPO genügend bestimmt beurteilt werden kann. Mit anderen Worten be-
stimmt sich die (noch) zulässige Zeitangabe nach Massgabe des konkreten Ankla-
gesachverhalts (BGer 6B_1187/2020 vom 13. Juni 2022 E. 2.2.1; 6B_1003/2020 
vom 21. April 2021 E. 1.2.1; je mit Hinweisen). Ob die zeitliche und örtliche Um-
schreibung ausreicht, ist mithin nicht abstrakt, sondern zusammen mit dem übrigen 
Inhalt der Anklage zu beurteilen (BGer 6B_1227/2018 vom 8. Februar 2019 E. 1.2).

Nach konstanter Rechtsprechung ist die Anklageschrift nicht Selbstzweck, sondern 
Mittel zum Zweck der Umgrenzung des Prozessgegenstandes und der Information 
des Beschuldigten, damit dieser die Möglichkeit hat, sich zu verteidigen. Etwaige 
Ungenauigkeiten in Bezug auf Orts- und Zeitangaben führen nicht zur Unbeacht-
lichkeit der Anklage, solange für die beschuldigte Person kein Zweifel besteht, wel-
ches Verhalten ihr vorgeworfen wird (BGer 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 
E. 1.2.1; 6B_145/2019 vom 28. August 2019 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Nicht ent-
scheidend ist etwa, ob sich der Beschwerdeführer effektiv ein Alibi beschaffen kann 
oder sich an den Tatzeitraum erinnert (BGer 6B_1273/2021 vom 14. März 2023 
E. 1.3.3 mit Hinweis auf BGer 6B_141/2022 vom 10. Oktober 2022 E. 1.3; 
6B_1187/2020 vom 13. Juni 2022 E. 2.2.1; 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 
E. 1.2.1; je mit Hinweisen).

Solange klar ist, welcher Sachverhalt der beschuldigten Person vorgeworfen wird, 
kann mit anderen Worten selbst eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu 
führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf (BGer 7B_292/2022 vom 
4. April 2024 E. 2.2; 6B_1273/2021 vom 14. März 2023 E. 1.3.3; 6B_720/2018 vom 
3. Oktober 2018 E. 1.2; 6B_719/2017 vom 10. September 2018 E. 1.2; 
6B_111/2016 vom 26. April 2016 E. 1). Massgebend ist stets der reale Lebens-
sachverhalt (BGE 140 IV 188 E. 1.6).

13. Erwägungen der Kammer

Kern der Anklage bildet der Vorwurf, die Beschuldigten 2 und 3 hätten in arg nach-
lässiger Berufsausübung pflichtwidrig unterlassen, nach Feststellung der spätes-
tens per 30. Juni 2015 eingetretenen Überschuldung von CHF 469'911.88 und 
nach gescheiterter Umsetzung geplanter Sanierungsmassnahmen spätestens An-

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fang November 2015, den Konkursrichter zu benachrichtigen, was zu einer Ver-
schleppung des schliesslich am 7. Juni 2016 eröffneten Konkurses, namentlich zu 
einer Zunahme laufender Verbindlichkeiten und damit zu einer Verschlimmerung 
der Vermögenslage der O.________ (Sportclub) AG geführt habe 
(pag. .________(Initialen) 44 ff. [Beschuldigter 2]) resp. W 21 142 
(pag. .________(Initialen) 53 ff. [Beschuldigter 3]; E. IV.10. hiervor).

13.1 Angeklagter Zeitraum resp. angeklagter Zeitpunkt

Die Beschuldigten rügen vorab Verletzungen im Zusammenhang mit dem Delikts-
vorwurf in zeitlicher Hinsicht. Konkret werde den Beschuldigten nur gerade eine 
Tathandlung Anfangs November 2015 vorgeworfen, wobei zu diesem Zeitpunkt die 
Höhe der Überschuldung der O.________ (Sportclub) AG gar nicht bekannt sei. 
Implizite oder explizite Tatvorwürfe nach diesem Zeitpunkt würden den Anklage-
grundsatz verletzen.

Hierzu ist festzuhalten, dass im Strafbefehl explizit ein Begehungszeitraum von An-
fang November 2015 bis 9. Juni 2016 angeklagt wurde («Misswirtschaft, begangen 
ab Anfang November 2015 bis 9. Juni 2016»). Somit ist jede vorgeworfene und er-
stellte Tathandlung innerhalb dieses Zeitraums von der Anklage umfasst. Die Vor-
instanz hat diesen Zeitraum im Urteil sodann hinten beschränkt auf 14. April 2016, 
einen Tag vor der schliesslich doch noch erfolgten Überschuldungsanzeige. Diese 
Beschränkung ist nachvollziehbar, zumindest aus Täterperspektive: Die vorgewor-
fene Unterlassung der Überschuldungsanzeige als Tathandlung konnte logischer-
weise nur so lange begangen werden, bis die Überschuldung dann doch noch an-
gezeigt wurde. Immerhin: Aus ganzheitlicher Perspektive wäre auch denkbar ge-
wesen, den Deliktszeitraum wie angeklagt bis zur Konkurseröffnung auszuweiten, 
weil dieser Vorgang immerhin als objektive Strafbarkeitsbedingung überhaupt die 
Strafbarkeit begründet. Auf Grund des Verschlechterungsverbots kann diese Frage 
offenbleiben, die Kammer ist an den vorinstanzlich eingeschränkten Deliktszeit-
raum im Sinne des Zeitfensters für die eigentliche Tathandlung gebunden, da er 
auch im Urteilsdispositiv aufgeführt ist. 

Im Weiteren fällt auf, dass auch der Wortlaut des danach beschriebenen Sachver-
halts in den Strafbefehlen den angeklagten Zeitraum der Tathandlung nicht ein-
schränkt. Mit der Bezeichnung «spätestens Anfang November 2015» gemäss An-
klageschrift ist nicht der letztmögliche und einzige Zeitpunkt zur Benachrichtigung 
des Richters angeklagt, wie dies die Verteidigung offenbar interpretiert, sondern 
vielmehr der Zeitpunkt, in welchem klar war, dass die Umsetzung der Sanierungs-
massnahmen gescheitert waren und somit die bereits per 30. Juni 2015 festgestell-
te Überschuldung nicht hatte verbessert werden können. Die Syntax ist klar: Wer-
den die Schachtelsätze weggelassen, so lautet der Hauptsatz vereinfacht «der Be-
schuldigte unterliess es, den Konkursrichter zu benachrichtigen». Der erste eigen-
fügte Schachtelsatz gibt eine erste zeitliche Indikation, wonach die Tatbegehung 
nach Feststellung der eingetretenen Überschuldung per 30. Juni 2025 erfolgt sein 
soll. Der zweite eingefügte Schachtelsatz unmittelbar danach verschiebt den 
frühesten Moment der Tatbegehung weiter nach hinten: «Nach gescheiterter Um-
setzung geplanter Sanierungsmassnahmen spätestens Anfang November 2015». 
Dieser Satz wird vom Hauptsatz auch hinten mit einem Komma abgetrennt, so 

17

dass sich «spätestens Anfang November 2015» auf das Scheitern der Sanie-
rungsmassnahmen bezieht und den Zeitraum der Tathandlung nicht weiter ein-
schränkt. Ab diesem Zeitpunkt war gemäss Anklage folglich jede verschleppungs-
wirksame Unterlassung der Benachrichtigung deliktisch, nicht dass die Benachrich-
tigung zwingend und ausschliesslich Anfang November 2015 hätte erfolgen müs-
sen, um von der Anklage überhaupt erst umfasst zu sein. Hierzu ist auch die Frage 
von Bedeutung, wann das Delikt der Misswirtschaft als vollendet gilt: Unter altem 
Recht galt das Delikt als vollendet, nachdem der Täter die Tathandlung vorge-
nommen hatte. Nach neuem Recht gestaltet es sich schwierig, den Zeitpunkt der 
Vollendung zu bestimmen, zumal die Misswirtschaft als pflichtwidriges Globalver-
halten bestraft wird, mithin mehrere einzelne Handlungen, die auf einen Erfolg hin-
zielen, die Strafbarkeit nach sich zieht. Da mehrere Handlungen verjährungsrecht-
lich zu einer Einheit zusammengefasst werden und ein Strafanspruch erst mit Ein-
tritt der objektiven Strafbarkeitsbedingungen (hier: Konkurseröffnung) entsteht, ist 
davon auszugehen, dass die Vollendung erst dann eintritt, wenn die (mit-
)ursächliche Tathandlung objektiv geeignet sind, die Zugriffsrechte der Gläubiger 
zu gefährden (vgl. aber die wohl herrschende Lehre, die den Erfolg in der Zah-
lungsunfähigkeit etc. erblickt; HAGENSTEIN, in: Basler Kommentar Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019 [nachfolgend zit. BSK StGB-BEARBEITER],).

Zu präzisieren gilt, dass der Tatvorwurf der Misswirtschaft auch in der Variante der 
Unterlassung der Überschuldungsanzeige nicht zum Dauerdelikt wird. Bestraft wird 
aber ein pflichtwidriges Globalverhalten, was vorliegend auch den Umstand erklärt, 
dass ein Tatzeitraum und nicht ein Tatzeitpunkt angeklagt wurde. 

13.2 Deliktsbetrag, Kausalität und Verschlimmerung der Vermögenslage

Die Beschuldigten rügen weiter, es fehle in der Anklage einerseits an einem De-
liktsbetrag und andererseits lasse sich aus den fehlenden Zahlen nicht rekonstruie-
ren, inwiefern die Beschuldigten eine Verschlimmerung der Überschuldung über-
haupt und wenn ja in welchem Masse kausal verursacht hätten. 

Mit den Verteidigungen kann festgehalten werden, dass die Anklage betreffend die 
Vermögenslage der O.________ (Sportclub) AG im Anklagezeitpunkt und die Ver-
schlimmerung der Vermögenslage durchaus präziser hätte redigiert werden kön-
nen. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, ist den Anforderungen von 
Art. 325 Abs. 1 StPO mit der Formulierung des Tatvorwurfs aber auch in diesem 
Punkt Genüge getan.

Vorab sei darauf hingewiesen, dass die Nennung und konkrete Bezifferung eines 
Deliktsbetrags (mit wenigen Ausnahmen) nicht Voraussetzung für eine ordnungs-
gemässe Anklage ist. Soweit Deliktsbeträge nicht tatbestandsrelevant sind, ist die 
Pflicht zur Nennung in der Anklage nur eine Ordnungsvorschrift (JOSITSCH/SCHMID, 
a.a.O., N 11 zu Art. 325). Sodann geht die Ansicht zu weit, dass in Wirtschafts- und 
Steuerstrafverfahren auch die Berechnung der inkriminierten Summen aufgezeigt 
werden solle, da eine detaillierte Darstellung sämtlicher Geldflüsse in komplexen 
Fällen den Rahmen der Anklageschrift sprengen würde (BSK StPO-
HEIMGARTNER/NIGGLI, N 30 zu Art. 325). 

18

Wie die Verteidigungen zutreffend ausführen, können konkrete Zahlen in der An-
klageschrift aber unter Umständen erforderlich sein, um den Vorwurf der Ver-
schlimmerung und der Kausalität dieser Verschlimmerung zu verdeutlichen. Hierzu 
ist Folgendes festzuhalten:

Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass die beiden Strafbefehle die festge-
stellte Überschuldung per 30. Juni 2015 ausdrücklich nennen und mit 
CHF 469'911.88 beziffern. Zwar umfasst die Anklage in der Folge keine Zahlen im 
Zeitpunkt der schlussendlich erfolgten Überschuldungsanzeige per 15. April 2016 
oder gar der Konkurseröffnung per 9. Juni 2016. Immerhin ist aber der Begriff der 
«Verschlimmerung der Vermögenslage» in der Anklageschrift enthalten und dieses 
Element somit offensichtlich vorgeworfen.

Wesentlich ist dabei, dass die Beschuldigten selber den Zustand und das Ausmass 
der Verschlimmerung bereits damals kannten. In ihrem Bericht zur prüferischen 
Durchsicht zum Semesterabschluss per 30. Juni 2015 vom 24. August 2015 wie-
sen sie darauf hin, dass die O.________ (Sportclub) AG im Sinne von Art. 725 
Abs. 2 OR überschuldet sei und durch eine vom Hauptaktionär unterzeichnete Fi-
nanzierungserklärung und Rangrücktrittsvereinbarung von der Benachrichtigung 
des Richters gemäss den Bestimmungen von Art. 725 Abs. 2 des Schweizerischen 
Obligationenrechts (OR; SR 220) abgesehen werden könne (pag. 04 001 124). 
Dass die erforderliche Finanzierung in der Folge nicht geleistet wurde, war ihnen 
bewusst (siehe sogleich E. 13.5). Nichts anderes geht sodann aus der Überschul-
dungsanzeige vom 15. April 2016 hervor, wo die Beschuldigten selber dem Kon-
kursamt von der nunmehr eingetretenen Illiquidität der Firma schrieben und davon, 
dass seit Oktober 2015 Rechnungen unbezahlt geblieben, Zahlungsstopps erfolgt 
und Löhne unbezahlt geblieben seien (pag. 04 001 533 ff.). Die Beschuldigten 
wussten somit durchaus, dass und in welchem Masse eine Verschlimmerung ein-
getreten war, sahen sie sich doch angesichts dieser Verschlimmerung letztendlich 
dann doch noch veranlasst, die Überschuldung anzuzeigen. Sie können somit nicht 
geltend machen, sie hätten sich mangels hinlänglich bezifferten Deliktsbetrags re-
sp. genauer Bezifferung der Verschlechterung nicht hinlänglich gegen die Anklage 
zur Wehr setzen können.

Der Beschluss vom 22. August 2024 im Verfahren SK 23 163–165 der 2. Straf-
kammer ist für den vorliegenden Fall entgegen der Verteidigung nicht einschlägig. 
Die beiden Sachverhalte unterscheiden sich wesentlich in der Zeitdauer zwischen 
der vorgeworfenen Pflichtverletzung (Unterlassung der Überschuldungsanzeige) 
und dem Eintritt der objektiven Strafbarkeitsbedingung (Konkurseröffnung). Im ge-
nannten Beschluss betrug dieser Zeitraum über sechs bzw. sieben Jahre, so dass 
ein Verschlimmerungsvorwurf sich nicht so offensichtlich und v.a. nicht so offen-
sichtlich kausal zum Handlungsvorwurf aus den Gesamtumständen ergeben kann 
wie im vorliegenden Fall. Zwischen Beginn des Tatvorwurfs und Konkurseröffnung 
lagen vorliegend gerade mal 7.5 Monate; dass neben der Unterlassung der Über-
schuldungsanzeige noch weitere Elemente den bereits rasant steigenden Über-
schuldungstrend verschlimmert haben sollen, wurde weder behauptet noch sind 
solche aus den Gesamtumständen und den Akten ersichtlich. 

19

Dass gemäss Verteidigung im Tatvorwurf gemäss Anklageschrift alsdann der Kau-
salzusammenhang zwischen vorgeworfener Tathandlung und Überschuldung resp. 
Verschlimmerung der Überschuldung fehlen soll, erschliesst sich der Kammer 
nicht. Wenn auch knapp, so ist der Anklageschrift doch immerhin klar zu entneh-
men, dass die Unterlassung der Überschuldungsanzeige dazu führte, dass [offen-
sichtlich wegen dem verschleppten Konkurs] die laufenden Verbindlichkeiten zu-
nahmen, statt dass man sie [bei rechtzeitiger Meldung] wirksam hätte einstellen 
können. Eine solche Kausalität (je länger man mit der Überschuldungsanzeige zu-
wartet, desto länger verpasst man es, laufende Verbindlichkeiten einzustellen und 
nicht noch mehr Schulden einzugehen) ist denn auch notorisch und erfordert nach 
Ansicht der Kammer bei nur kurzem Zeitfenster wie vorliegend in der Anklageschrift 
nicht zwingend eine massgebliche Vertiefung. Die Übungsanlage ist vorliegend 
weniger komplex und lässt sich in wenigen Sätzen klar zusammenfassen (vgl. 
E. 13 hiervor), anders als im vorerwähnten Fall der 2. Strafkammer. Insofern kön-
nen die Beschuldigten aus dem dort ergangenen Beschluss nichts zu ihren Guns-
ten ableiten. 

Die Vorinstanz hat im Übrigen treffend festgehalten, dass insbesondere im Hinblick 
auf die ab 1. Juli 2015 fehlende Buchführung nachvollziehbar sei, dass die genau-
en finanziellen Verhältnisse der O.________ (Sportclub) AG im inkriminierten Zeit-
raum nicht mehr vollständig eruiert werden konnten (pag. 18 886, S. 92 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

Schliesslich sei bereits an dieser Stelle auf BGE 127 IV 110 [= Pra 91 2022 Nr. 28] 
E. 5.b.bb (vgl. auch E. 24.1 hiernach hingewiesen. Dem genannten Leitentscheid 
lag der Fall eines Revisors zugrunde, der es im Vertrauen auf einen unrealistischen 
Sanierungsplan unterliess, den Veraltungsrat der offensichtlich überschuldeten Ge-
sellschaft zur Benachrichtigung des Richters anzuhalten bzw. den Richter selbst zu 
benachrichtigen. Das Bundesgericht erwog, es entspreche dem üblichen Lauf der 
Dinge, dass ein solches Verhalten, wie es dem Beschuldigten vorgeworfen werde 
(unterlassene Überschuldungsanzeige trotz offensichtlicher Überschuldung und un-
realistischer Sanierungsmassnahmen) zu einer Verschlimmerung der Zahlungsun-
fähigkeit einer Gesellschaft führe, so dass auch der adäquate Kausalzusammen-
hang gegeben sei. Daraus erhellt, dass es für die Substantiierung der Verschlim-
merung in einem Fall wie dem Vorliegenden ausreicht, sachverhaltlich die vorge-
worfene Tathandlung zu umschreiben und die offensichtliche Überschuldung anzu-
klagen. Beides ist in den beiden Strafbefehlen – wenn auch zugegebenermassen 
knapp – zu finden. 

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer die finanzielle Lage der O.________ 
(Sportclub) AG im inkriminierten Zeitpunkt in Bezug auf das vorgeworfene Delikt 
hinreichend konkretisiert; eine Verletzung des Anklagegrundsatz ist in diesem 
Punkt nicht ersichtlich.

13.3 Arge Nachlässigkeit

Die Beschuldigten rügen weiter, es fehle in der Anklage der Vorwurf der Umstände, 
welche die «arge» von der «normalen» Nachlässigkeit abheben sollen.

20

Ob der Tatvorwurf eine gewöhnliche Nachlässigkeit übersteigt und zur argen Nach-
lässigkeit wird, ist letztendlich eine Rechtsfrage und somit nicht Thema des Ankla-
gegrundsatzes. Immerhin kann aber festgehalten werden, dass das Bundesgericht 
im soeben erwähnten Urteil BGE 127 IV 110 auch präzisierte, dass schliesslich ei-
ne derartige Verletzung [der obligationenrechtlichen Verpflichtungen eines Revisors 
gemäss Anklage] eine grobe Nachlässigkeit in der Ausübung des Berufes i.S.v. 
Art. 165 aStGB darstelle (E. 5.b des genannten Urteils). Die nötigen sachverhaltli-
chen Elemente für diese Subsumtion finden sich somit in der Anklage.

13.4 Tathandlung

Die Beschuldigten rügen weiter, die Vorinstanz habe mit ihren Prüfungsfragen den 
Unrechtsgehalt des Tatvorwurfes Richtung Pflicht zur Überprüfung der Sanie-
rungsmassnahmen verschoben, was in der Anklageschrift aber gar nicht angeklagt 
sei.

Vorab sei festgehalten, dass die Sanierungsmassnahmen in der Anklage explizit 
erwähnt werden. Es ist zwar zutreffend, dass eine Auflistung der einzelnen Mass-
nahmen jenes Herbstes 2015 fehlen, diese waren den Beschuldigten aber hinläng-
lich bekannt, insbesondere jene des Darlehens durch AF.________ mit Rangrück-
tritts bis spätestens 31. Oktober 2015.

Dem Argument der Verteidigung ist entgegenzuhalten, dass die in der Anklage 
vorgeworfene Tathandlung nach wie vor und eindeutig das Unterlassen der recht-
zeitigen Überschuldungsanzeige bleibt und sich nicht in Richtung Unterlassung der 
Überprüfung der Sanierungsmassnahmen verschiebt. Die einzige Pflicht der Be-
schuldigten war es nach Art. 165 StGB, bei Überschuldung (ersatzweise) Anzeige 
zu machen. Diese Pflicht entsteht bei Überschuldung und dauert an. Ob und wie 
weit ein Revisor gehen muss, um geplante Sanierungsmassnahmen auch auf de-
ren effektive Umsetzung und eingetretene Wirksamkeit zu überprüfen, wird noch zu 
erörtern sein (E. 24.1 hiernach). An dieser Stelle kann im Rahmen der Prüfung der 
Verletzung des Anklagegrundsatzes vorweggenommen werden, dass der Revisor 
die Möglichkeit hat, mit der Anzeige zeitweilen zuzuwarten, sofern sich die Situati-
on verbessert. Mit anderen Worten kann vorläufig auf die Überschuldungsanzeige 
verzichtet werden, unter der Bedingung, dass die Überschuldung umgehend redu-
ziert und innert akzeptabler Frist aus der Welt geschafft wird. Das Überprüfen der 
Massanahmen wird dabei zur Überprüfung jener Bedingungen, unter welchen man 
bereit ist, weiterhin auf die Anzeige zu verzichten. Wie noch eingehend zu zeigen 
sein wird, war den Beschuldigten klar, dass AF.________ per 31. Oktober 2015 ei-
nen Betrag von CHF 500'000.00 zur Beseitigung der per 30. Juni 2015 bestehen-
den Überschuldung leisten muss, was Teil dieser Bedingungen war. Die Bedingung 
wurde nicht eingehalten. Entgegen den Darstellungen der Verteidigung sei an die-
ser Stelle angemerkt, dass die Beschuldigten zur Überprüfung dieser Bedingungen 
weder Arbeiten der Geschäftsführung hätten übernehmen noch «jeden Morgen das 
Postfach des O.________ (Sportclub)» hätten leeren müssen, um Zahlungsein-
gänge zu überprüfen. Sie hätten die Mitglieder des Verwaltungsrats bereits bei Zu-
stimmung zu den Sanierungsmassnahmen resp. Aufschubgewährung der Über-
schuldungsanzeige verpflichten können, ihnen per Anfang November 2015 eine 
Zahlungsbestätigung der CHF 500'000.00 zukommen zu lassen. 

21

Sodann wird durch den Umstand, dass die Beschuldigten innerhalb des angeklag-
ten Deliktszeitraumes im April 2016 die Überschuldungsanzeige letztendlich doch 
noch gemacht haben, die als Unterlassung angeklagte Tathandlung nicht unter-
wandert: Im Zentrum steht beim angeklagten Tatbestand die deliktisch relevante 
Unterlassung, welche kausal dafür ist, dass letztendlich weder die Verschlimme-
rung der finanziellen Lage noch der Konkurs verhindert werden kann. Diese kann 
auch nicht dadurch geheilt werden, dass man später dann doch noch tätig wird. In-
sofern ist nicht die gänzliche Unterlassung angeklagt, sondern die schadensrele-
vante Verspätung («Verschleppung») der Überschuldungsanzeige. Mit anderen 
Worten: Den Beschuldigten wird im Kern vorgeworfen, dem Richter die Überschul-
dung zu spät angezeigt zu haben. Somit ist auch in dieser Hinsicht der Anklage-
grundsatz nicht verletzt. 

13.5 Subjektiver Tatbestand / Fahrlässigkeit

Weil die hiervor erläuterte Überprüfung der Sanierungsmassnahmen letztendlich im 
Wesentlichen den subjektiven Tatbestand betrifft, ist im Übrigen das auch von der 
Verteidigung zitierte Bundesgerichtsurteil 6B_654/2019 vom 12. März 2020 ein-
schlägig: In Bezug auf den subjektiven Tatbestand sind die Anforderungen an des-
sen Umschreibung in der Anklage gering. Hinsichtlich der Vorsatzelemente genügt 
grundsätzlich der Hinweis auf den gesetzlichen Straftatbestand im Anschluss an 
die Darstellung des Sachverhalts als zureichende Umschreibung der subjektiven 
Merkmale, wenn der betreffende Tatbestand nur vorsätzlich begangen werden 
kann (E. 1.3 des genannten Urteils). 

Die von der Verteidigung aufgegriffene Diskussion über die Tatbestände mit Dop-
peltem Vorsatz oder wie eben vorliegend, mit Fahrlässigkeitselementen, ist kom-
plex und führt in der Praxis tatsächlich zu Diskussionen. Das Bundesgericht hat 
klargestellt, dass es sich bei der Misswirtschaft um eine Vorsatzdelikt handelt, wel-
ches (nur) Elemente der Fahrlässigkeit aufweist. Darüber hinausgehend kann die 
Diskussion abgekürzt und letztendlich offengelassen werden, wie mit diesen Ele-
menten der Fahrlässigkeit in der Anklage umzugehen ist. Anders als im vorerwähn-
ten Beschluss SK 23 163–165 der 2. Strafkammer, wo in Bezug auf die Ver-
schlimmerung der Überschuldung jegliche Umschreibung von subjektiven Elemen-
ten in der Anklage fehlte, ist hier eben gerade ausdrücklich erwähnt, dass die Be-
schuldigten die Verschlimmerung «zumindest in Kauf» genommen haben sollen. 
Ihnen wird somit klarerweise Eventualvorsatz vorgeworfen, so dass sich die Ab-
grenzungsfrage gar nicht stellt und die Beschuldigten genau wussten, wogegen sie 
sich zu verteidigen hatten. Hinsichtlich der Tathandlung selber weist die Anklage-
schrift klar auf Vorsatz. 

13.6 Fazit

Zusammengefasst vermag die Kammer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz un-
ter keinem der angerufenen Titel eine Verletzung des Anklagegrundsatzes festzu-
stellen. Der Anklagevorwurf ist damit einer materiellen Prüfung zu unterziehen. 

22

V. Sachverhalt und Beweiswürdigung

14. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass die Beschuldigten 2 und 3 im Rahmen ihrer Anstellung bei 
der AL.________(Revisionsstelle) AG in der fraglichen Zeitspanne zuständige (Be-
schuldigter 2) resp. leitende (Beschuldigter 3) Revisoren der O.________ (Sport-
club) AG waren. Auch ist unbestritten, dass die beiden Revisoren Kenntnis von der 
Überschuldung der O.________ (Sportclub) AG per 31. Dezember 2014 und 
30. Juni 2015 hatten und den Verwaltungsrat schriftlich darauf aufmerksam mach-
ten. 

Die Beschuldigten 2 und 3 bestreiten im Wesentlichen den Vorwurf jeglichen Fehl-
verhaltens und machen geltend, ihre Pflichten als Revisoren gemäss Gesetz und 
Berufsstandards stets gewahrt zu haben. In diesem Zusammenhang wird bestrit-
ten, dass ihnen eine Pflicht zur Kontrolle der Umsetzung der vom Verwaltungsrat 
der O.________ (Sportclub) AG beschlossenen Sanierungsmassnahmen zuge-
kommen sei. Sodann bestreiten sie, unterlassen zu haben, trotz Überschuldung der 
O.________ (Sportclub) AG und gescheiterter Umsetzung der Sanierungsmass-
nahmen anstelle des Verwaltungsrats den Konkursrichter rechtzeitig zu benach-
richtigen, was eine weitere Verschlimmerung der finanziellen Lage der O.________ 
(Sportclub) AG zur Folge hatte. Durch ihr Handeln seien sie zu keinem Zeitpunkt 
ein Risiko der weiteren Verschlimmerung der finanziellen Lage der O.________ 
(Sportclub) AG eingegangen.

15. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die Ausführungen 
in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 18 887, S. 93 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Für das oberinstanzliche Verfahren sei an dieser Stelle festgehalten, dass das Ge-
richt im Rechtsmittelverfahren für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des 
angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen kann 
(Art. 82 Abs. 4 StPO). Solche Verweisungen erscheinen in erster Linie bei nicht 
strittigen Sachverhalten und abstrakten rechtlichen Ausführungen sinnvoll, kommen 
hingegen bei strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie bei der recht-
lichen Subsumtion des konkreten Falls nur dann infrage, wenn die Rechtsmittelin-
stanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichtet. Art. 82 Abs. 4 
StPO entbindet die Rechtsmittelinstanzen nicht von deren Begründungspflicht und 
findet seine Grenzen, wenn sich nicht mehr ohne Weiteres feststellen lässt, was die 
massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen der Rechtsmittelinstanz 
sind (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3; BGer 6B_1164/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 3.2; je 
mit Hinweisen). Stimmt die Rechtsmittelinstanz grundsätzlich zu und hat sie bloss 
nebensächliche Vorbehalte, kann sie indes punktuelle Korrekturen formulieren und 
im Übrigen auf die vorinstanzliche Begründung verweisen 
(BGer 6B_1164/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 3.2, mit Hinweisen).

23

16. Vorbemerkung zu den Beweismitteln

Die Akten präsentieren insgesamt eine Fülle von Aktenstücken, welche die strate-
gische und insbesondere die finanzielle Führung der O.________ (Sportclub) AG 
im relevanten Zeitraum, d.h. insbesondere während der Jahre 2015 und 2016, auf-
zeigen. In zahlreichen Beweismitteln steht dabei auch die Rolle der damaligen 
Verwaltungsratsmitglieder der O.________ (Sportclub) AG im Zentrum, wobei die 
diesbezüglichen Vorwürfe – wie bereits dargelegt – nicht mehr Gegenstand des 
Berufungsverfahrens bilden. Im Rahmen der vorliegenden Urteilsbegründung ist 
weder möglich noch erforderlich, jedes Aktenstück detailliert wiederzugeben. Für 
die Gesamtheit der Beweismittel wird auf die Akten verwiesen. Im Folgenden wer-
den insbesondere jene objektiven und subjektiven Beweismittel hervorgehoben, 
deren Inhalt zur Beurteilung der Vorwürfe gegen die beiden Beschuldigten als Mit-
glieder der Revisionsstelle eine zentrale Bedeutung zukommt.

17. Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten objektiven Beweismittel sehr sorgfältig und um-
fassend zusammengefasst (pag. 18 811 ff. und pag. 18 848, S. 17 ff. und S. 54 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung); diese Ausführungen werden zum besse-
ren Verständnis ab E. 17.1 hiernach punktuell wiedergegeben (Hervorhebungen im 
Original). Was die im Berufungsverfahren zu den Akten erkannten Beweismitteler-
gänzungen (E. 3. hiervor) betrifft, wird auf eine Zusammenfassung der Beweismittel 
verzichtet. Es wird darauf – soweit relevant – direkt im Rahmen der nachfolgenden 
konkreten Würdigung durch die Kammer (E. 19 hiernach) eingegangen. 

17.1 Dokumente (pag. 18 811 ff., S. 17 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung)
2.1. Anzeige und weitere Unterlagen des Konkursamts

2.1.1. Anzeige vom 28.08.2018

Am 28.08.2018 erstattete das Konkursamt P.________ Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft 
AM.________ gegen die Organe der O.________ (Sportclub) AG wegen unwahrer Angaben über ein 
kaufmännisches Gewerbe, Misswirtschaft, Unterlassen der Buchführung, Diebstahl und Veruntreu-
ung. Das Konkursamt führte in der Anzeige einleitend aus, die Konkursverwaltung habe festgestellt, 
dass die Organe der O.________ (Sportclub) AG die ihnen obliegenden Pflichten spätestens ab der 
Saison 2014 / 2015 nicht mehr erfüllt hätten. Der Konkurs sei am 09.06.2016 eröffnet worden. Der 
Jahresabschluss per 31.12.2014 habe einen Verlust von CHF 404'628.15 aufgewiesen, im Bericht der 
Revisionsstelle sei am 06.03.2015 die Überschuldung festgehalten worden. Offensichtlich hätten be-
reits zu diesem Zeitpunkt gravierende Liquiditätsprobleme bestanden. Die Verantwortlichen der Ge-
sellschaft hätten sich dahingehend geäussert, dass das Budget für das Jahr 2015 ausgeglichen sei. 
Anhand der Zwischenbilanz per 30.06.2015 müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass diese 
Budgetierung nicht korrekt und pflichtbewusst erfolgt sei. Es stelle sich die Frage, ob bei der Einrei-
chung der Unterlagen an den AN.________ (Sport-Dachorganisation) [nachfolgend: AN.________ 
(Sport-Dachorganisation)] bezüglich Antrag für die Spiellizenz für die Saison 2015 / 2016 korrekte An-
gaben über das Budget gemacht worden seien. Der Zwischenabschluss per 30.06.2015 weise einen 
Verlust von CHF 496'860.87 auf. Die Konkursverwaltung habe diesen stichprobenartig kontrolliert und 
Folgendes festgestellt: Offensichtlich seien keine Abgrenzungen vorgenommen worden bezüglich So-
zialversicherungen, Versicherungen etc. Es seien diverse Kreditorenrechnungen in der Höhe von ca. 
CHF 122'000.00 gefunden worden, die nicht als offene Verbindlichkeiten per 30.06.2015 im Konto 
2000 'Verbindlichkeiten CHF' verbucht worden seien. Durch eine korrekte Verbuchung dieser Rech-
nungen wäre der Verlust per 30.06.2015 wohl noch höher ausgefallen. Die O.________ (Sportclub) 
AG habe zudem die Darlehensbedingungen der Stadt CT.________ (Ortschaft) für das Darlehen über 
CHF 200'000.00 nicht eingehalten, so sei der Betrag von CHF 80'000.00 nicht in die Nachwuchsbe-

24

wegung geflossen. Aus den Korrespondenzunterlagen gehe weiter hervor, dass bereits die Löhne für 
den Monat April 2015 nicht hätten bezahlt werden können (pag. 04 001 001 ff.).

Ab dem 01.07.2015 sei die Buchhaltung nicht mehr nachgeführt worden, die Buchführung sei schlicht 
unterlassen worden. Teilweise seien Ordner mit Belegen ab dem 01.07.2015 vorhanden, gemäss 
E-Mail der AO.________ (Treuhandunternehmen) AG vom 21.03.2017 seien jedoch ab dem 
01.07.2015 keine Buchungen mehr gemacht worden. An der Generalversammlung vom 20.07.2015 
seien die Jahresabschlusszahlen per 31.12.2014 präsentiert worden, gleichzeitig sei AF.________ als 
neuer Präsident einstimmig gewählt worden. Weiter sei ersichtlich, dass die Fortführung der Gesell-
schaft nur auf Grund der Vereinbarung mit AF.________ vom 14.08.2015, in der sich dieser verpflich-
tet habe, bis spätestens am 31.10.2015 CHF 500'000.00 zu bezahlen, möglich gewesen sei. Von den 
erwähnten CHF 500'000.00 habe AF.________ bis dato Zahlungen in der Höhe von CHF 165'000.00 
geleistet, die Konkursverwaltung habe ihn betrieben, worauf er Rechtsvorschlag erhoben habe. Die 
Rechtsöffnung sei mit Entscheid des Bezirksgerichts BK.________(Ortschaft) vom 22.08.2017 für ei-
nen Betrag von CHF 335'000.00 gewährt worden; AF.________ habe jedoch Aberkennungsklage 
eingereicht. Das Verfahren sei vor dem Bezirksgericht BK.________(Ortschaft) hängig (pag. 04 001 
006 f.).

2.1.2. Konkursakten

AF.________ wurde am 20.06.2016 durch das Konkursamt einvernommen und gab unter anderem 
Folgendes zu Protokoll: Bis Mitte August 2015 sei AP.________ Geschäftsführer der O.________ 
(Sportclub) AG gewesen. Anschliessend sei kein Geschäftsführer mehr angestellt worden um Kosten 
zu sparen. Die Chargen seien auf die Verwaltungsräte aufgeteilt worden. Mitte bzw. Ende November 
2015 sei AQ.________ neu als Geschäftsführer angestellt worden, dies bis ca. Mitte Februar 2016, 
als er gekündigt habe. Anschliessend sei wiederum kein Geschäftsführer angestellt gewesen. Die 
Buchhaltung sei vom 01.01.2015 bis am 30.06.2015 durch die AO.________(Treuhandunternehmen) 
AG geführt worden, wobei er dieser ca. Ende Juni 2015 den entsprechenden Auftrag gegeben habe. 
Durch den alten Verwaltungsrat sei zuvor gar nichts verbucht worden. Anfang Dezember [gemeint: 
2015] habe die AO.________(Treuhandunternehmen) AG das Mandat niedergelegt, da sie kein Geld 
mehr erhalten habe. Ab dem 01.01.2016 sei die AR.________ (Treuhandunternehmen) AG beauftragt 
worden, die Akten seien entweder bei dieser oder bei AS.________ von der AT.________ (Unter-
nehmen). Gefragt nach den Konkursgründen führte AF.________ aus, er sei im Februar 2015 mit 
AP.________ und AU.________ zusammengekommen. Seine Absicht sei es gewesen, dem 
O.________ (Sportclub) Spieler zu bringen, was aber nicht gegangen sei. Die Initiative sei dann von 
AG.________ aus gekommen. Im August 2015 habe er feststellen müssen, dass rund 
CHF 500'000.00 fehlten. Sie hätten in der Saison 2015 / 2016 immer wieder Ausstände aus der alten 
Saison zahlen müssen. Im Januar 2016 habe er, soweit möglich, Spielertransfers gemacht, dies 
während seiner Ferien, was aber nicht ausgereicht habe. Während seiner Ferien sei dem Verband 
mitgeteilt worden, dass die Löhne Dezember 2015 bezahlt seien, was aber nicht vollständig der 
Wahrheit entsprochen habe. Er habe später vieles privat bezahlt. "Herr AV.________, war bereit, zu 
investieren. Mit diesem hatte ich am 28.03.2016 einen Vertrag erarbeitet und erstellt. Für mich war 
dann klar, dass Herr AV.________ die Aktien übernahm. Herr AV.________ hatte zwei Leute in der 
Hinterhand, die ich aber nicht kenne. Am 30.03.2016 waren wir bei der AL.________(Revisionsstelle) 
und am 01.04.2016 bei der R.________ (Liga) in AW.________ (Ortschaft). Herr AV.________ hat 
aber diesen Vertrag nicht erfüllt, warum und wieso weiss ich aber nicht. (…). Während meiner Ferien 
vom 07.01.2016 bis 27.01.2016 wurde jedem Gläubiger ein Vorschlag unterbreitet, dass die 3.-Klass-
Gläubiger eine Dividende von 15% erhalten würden. Von dieser Aktion hatte ich jedoch keine Kennt-
nis." (pag. 04 001 589 ff.).

AQ.________ wurde am 14.06.2016 durch das Konkursamt befragt. Er gab an, zwischen Juni und 
Oktober 2015 sei er auf Mandatsbasis für die O.________ (Sportclub) AG zuständig gewesen, ab 
dem 01.11.2015 habe er zu 100% beim O.________ (Sportclub) gearbeitet. Im August 2015, nach 
der Entlassung von AP.________, habe AF.________ die ganze Buchhaltung zur 
AO.________(Treuhandunternehmen) AG nach Bern verschoben. Dort habe auch AX.________ ge-
arbeitet, der gleichzeitig bei der R.________ (Liga) [nachfolgend: R.________ (Liga)] in der Lizenzie-
rungskommission gewesen sei. "Jede Rechnung in der Geschäftsstelle CT.________ (Ortschaft) 
wurde umgehend nach AO.________(Treuhandunternehmen) AW.________ (Ortschaft) gesandt. Die 
Geschäftsstelle hatte gar keine Ahnung von Zahlen." Anfang Dezember 2015 sei eine ausserordentli-
che Generalversammlung einberufen worden und niemand habe gewusst, was dort passiere. Es sei 

25

eine chaotische Generalversammlung gewesen. AF.________ habe gesagt, nur durch seine Ran-
grücktrittserklärung sei die O.________ (Sportclub) AG noch am Leben. Die übrigen Verwaltungs-
ratsmitglieder hätten AF.________ immer wieder aufgefordert, Zahlen offen zu legen, was dieser aber 
nicht getan habe. Am 11.12.2015 hätten er und AY.________ bei der 
AO.________(Treuhandunternehmen) und AZ.________ (Treuhandunternehmen) eine grosse Menge 
Ordner abgeholt, anschliessend hätten sie 'Wohnungslisten etc.' erstellt. Am 06.01.2016 seien dem 
Verwaltungsrat Zahlen erläutert worden, es hätten damals Schulden in der Höhe von rund CHF 1 Mio. 
bestanden, der Verwaltungsrat habe zum ersten Mal erfahren, wie es um den O.________ (Sportclub) 
AG gestanden sei. Nach der Sitzung sei eine Gruppe einberufen worden, welche einen Sanierungs-
plan habe vorlegen müssen. Die Sanierung wäre nur möglich gewesen, wenn AF.________ eine 
grosse Summe zahle. Diesem sei ein Ultimatum gestellt worden. Am 26.01.2016 seien alle Verwal-
tungsräte zurückgetreten, nachdem AF.________ keine Zahlungen geleistet und keinen Sanierungs-
plan unterbreitet habe (pag. 04 001 602).

Das Eingabeverzeichnis im Konkurs der O.________ (Sportclub) AG findet sich pag. 07 008 045 ff. 
Die AL.________(Revisionsstelle) AG machte darin einen Ausstand von CHF 18'859.90 geltend 
(pag. 07 008 048), die AO.________(Treuhandunternehmen) und 
AZ.________(Treuhandunternehmen) einen solchen von CHF 21'319.50 (pag. 07 008 068). 
AF.________ bestritt gegenüber dem Konkursamt 19 der total über 160 Forderungen, nicht jedoch 
die beiden vorgenannten (pag. 07 008 081 f.). Kolloziert wurden schliesslich pfandgesicherte Forde-
rungen in der Höhe von CHF 115'033.05 (pag. 07 008 143), 1.-Klass-Forderungen von 
CHF 935'871.65, 2.-Klass-Forderungen von CHF 269'866.75 (pag. 07 008 153) und 3.-Klass-
Forderungen in der Höhe von CHF 1'467'447.55 (pag. 07 008 173). Gesamthaft betrugen die Schul-
den der O.________ (Sportclub) AG folglich CHF 2'812'872.75 (pag. 07 008 174).

Dem Konkursprotokoll ist der grosse Aufwand des Konkursamts, primär verursacht durch die chao-
tische Aktenordnung bei der O.________ (Sportclub) AG, die fehlende Buchhaltung, aber auch die 
fehlenden Verantwortlichkeiten betreffend Zugang zu Material (Fanartikel etc.), zu Mietwohnungen, zu 
Teilen der AC.________(Sportstätte) etc., zu entnehmen (pag. 07 008 085 ff.). 

17.2 Bericht und Stellungnahme des Revisors der Staatsanwaltschaft (pag. 18 813 
ff., S. 19 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung)
2.2.1. Revisionsbericht vom 08.02.2021

Der Revisor der Staatsanwaltschaft, BA.________, erstattete am 08.02.2021 einen Revisionsbericht, 
dies in Beantwortung von insgesamt sechs Fragen der Staatsanwaltschaft (pag. 09 001 001 ff.).

In Beantwortung der ersten Frage "zu welchem Zeitpunkt lag bei der O.________ (Sportclub) AG eine 
Überschuldung nach Art. 725 Abs. 2 OR vor?" legte der Revisor einleitend und gestützt auf die Be-
richte der Revisionsstelle zur eingeschränkten Revision der Jahresrechnung 2014 vom 06.03.2015 
und den Bericht über die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses per 30.06.2015 vom 
24.08.2015 die grundlegenden Bilanzzahlen dar:

- Per 31.12.2013 habe die O.________ (Sportclub) AG über ein Eigenkapital von CHF 251'905.37 
verfügt. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe das Eigenkapital kumulierte Vorjahresverluste in der 
Höhe von CHF -151'580.56 enthalten, sei jedoch dank des Aktienkapitals von CHF 400'00.00, den 
gesetzlichen Reserven von CHF 2'000.00 und dem Jahresgewinn 2013 von CHF 1'485.93 noch 
intakt gewesen (vgl. Jahresrechnung pag. 04 001 156). 

- Durch den Jahresverlust von CHF -404'628.15 im Geschäftsjahr 2014 sei das restliche Eigenkapi-
tal vollständig aufgebraucht worden, die vorhandenen Aktiven hätten das Fremdkapital nur noch 
teilweise gedeckt, es sei eine 'Deckungslücke' von CHF - 152'722.78 entstanden (vgl. Jahresrech-
nung pag. 04 001 156).

- Per 30.06.2015 (Zwischenabschluss) habe die 'Deckungslücke' CHF -449'583.65 betragen (vgl. 
Zwischenabschluss pag. 04 001 127). 

Erläuternd führte der Revisor weiter aus, bei einer Überschuldung im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR 
habe der Bilanzverlust das Aktienkapital vollständig aufgezehrt, die vorhandenen Aktiven deckten das 
Fremdkapital nur noch teilweise. Dieser Fremdkapitalüberhang werde durch ihn als 'Deckungslücke' 
bezeichnet und entspreche der jeweiligen Überschuldung. Die tatsächliche Höhe der 'Deckungslücke' 
per 30.06.2015 sei umstritten, da in der Strafanzeige mutmasslich fehlende Abgrenzungsbuchungen 

26

bemängelt würden. Der Revisor führte aus, die Überprüfung der Behauptungen in der Anzeige habe 
ergeben, dass einerseits Rechnungen in der Höhe von CHF 82'930.87 (und nicht, wie in der Anzeige 
behauptet, CHF 122'000.00) nicht verbucht worden seien, so dass der Verlust per 30.06.2015 um 
diesen Betrag höher gewesen wäre. Andererseits seien Guthaben gegenüber der R.________ (Liga) 
im Umfang von netto CHF 62'602.64 (exkl. MWST) nicht gebucht worden, so dass das Jahresergeb-
nis entsprechend besser ausgefallen wäre. Entgegen den Behauptungen in der Anzeige seien die 
Einnahmen aus dem Bereich Gastronomie korrekt verbucht worden. In der Summe entstehe durch die 
nicht verbuchten Rechnungen und Gutschriften eine Verschlechterung der finanziellen Situation im 
Umfang von CHF 20'328.23, die Überschuldung hätte bei korrekter Verbuchung per 30.06.2015 folg-
lich CHF 469'911.88 betragen. Die Gesellschaft sei folglich spätestens per 31.12.2014 sowie auch 
per 30.06.2015 überschuldet gewesen (pag. 09 002 003 f.).

"Der damalige Verwaltungsrat hätte spätestens per 14.03.2015 (der Revisionsstellenbericht zum Jah-
resabschluss 2014 datiert vom 06.03.2015) Kenntnis von der Überschuldung per 31.12.2014 haben 
können. Wahrscheinlich hatte er jedoch bereits früher Kenntnis darüber, da der Verwaltungsrat an-
lässlich seiner Sitzung am 03.03.2015 eine genehmigte Kapitalerhöhung beschloss und davon aus-
zugehen ist, dass er dies im Bewusstsein der finanziellen Notsituation tat. Die Überschuldungssituati-
on per 30.06.2015 kannte AF.________ per 04.08.2015 und I.________ per 14.08.2015 (Datum der 
Unterschrift auf der Finanzierungserklärung). Der Rest des Verwaltungsrats hätte mit dem Erhalt des 
Berichts über die prüferische Durchsicht der AL.________(Revisionsstelle) AG (Bericht per 
24.08.2015 [vgl. das auf den 24.08.2015 datierte Begleitschreiben zum Bericht, der an AF.________ 
p.a. Stadion Z.________ geschickt wurde, pag. 07 002 225]) die Möglichkeit gehabt, von der Über-
schuldung und den Pflichten gemäss Art. 725 Abs. 2 OR Kenntnis zu nehmen. Dies war bei einem 
Versanddatum vom 24.08.2015 spätestens per 01.09.2015 der Fall." (pag. 09 002 004 f.).

In einem nächsten Schritt prüfte der Revisor auf entsprechende Frage der Staatsanwaltschaft, ob im 
Zeitpunkt der Feststellung der Überschuldung konkrete Sanierungsmassnahmen fortgesetzt, neu 
ergriffen oder kurzfristig geplant worden seien. Seine Antwort gliederte er auf in Ausführungen zu 
Massnahmen auf Basis des Abschlusses per 31.12.2014 (1) und solche auf Basis des Abschlusses 
per 30.06.2015 (2) (pag. 09 002 005 ff.). 

Zu (1): Die Gesellschaft habe per 03.03.2015 eine Aktienkapitalerhöhung um CHF 200'000.00 be-
schlossen, so dass der O.________ (Sportclub) AG per 04.03.2015 total CHF 203'384.85 für 
die Kapitalerhöhung zur Verfügung gestanden seien (vgl. den von BC.________, 
AU.________, G.________ und H.________ unterzeichneten Kapitalerhöhungsbericht per 
05.03.2015 [pag. 07 002 031 f.] und den Beleg der BD.________(Bank) [pag. 07 003 151]). 
Die Gesellschaft habe zusätzliche flüssige Mittel erhalten, das Eigenkapital sei wiederherge-
stellt gewesen. Das Budget per 31.12.2015 habe einen Reingewinn von CHF 3'360.60 vorge-
sehen. Es sollten insbesondere mehr Sponsoringeinnahmen erzielt und weniger sonstige Auf-
wände (Reise- und Trainingslagerkosten, Transferkosten, Werbekosten) generiert werden, 
was zum ausgeglichenen Ergebnis führen sollte. Um die Liquidität zu verbessern, sei zudem 
bei der Stadt CT.________ (Ortschaft) ein teilweise zweckgebundenes Darlehen von 
CHF 200'000.00 aufgenommen worden (vgl. den Darlehensvertrag vom 30.04.2015 [pag. 04 
001 446 ff.], das Geld wurde per 04.05.2015 auf das Konto der O.________ (Sportclub) AG bei 
der BD.________ (Bank) überwiesen [pag. 07 003 158]). Der Konkursrichter sei nicht benach-
richtig worden (pag. 09 002 005 f.).

Zu (2): Die O.________ (Sportclub) AG sei wie ausgeführt per 30.06.2015 bereits mit CHF 469'911.88 
überschuldet gewesen und per 30.06.2016 sei ein Ergebnis von CHF -297'000.00 budgetiert 
gewesen, so dass ein Sanierungsbedarf in der Höhe von rund CHF 767'000.00 bestanden ha-
be. Zur Sicherung der Fortführungsfähigkeit und zur Sanierung der Gesellschaft gingen fol-
gende geplanten Sanierungsmassnahmen aus den Akten hervor: An der Generalversammlung 
vom 20.07.2015 sei eine bedingte Kapitalerhöhung von CHF 150'000.00 beschlossen worden. 
Zudem habe AF.________ als Darlehensgeber sowie zusammen mit I.________ auch im Na-
men der O.________ (Sportclub) AG als Darlehensnehmer am 14.08.2015 eine Finanzie-
rungserklärung über ein Darlehen mit Rangrücktritt im Umfang von CHF 500'000.00 unter-
zeichnet. Dieses Darlehen sollte je nach Bedarf bzw. bis spätestens 31.10.2015 an die 
O.________ (Sportclub) AG ausbezahlt werden. Daneben habe AF.________ in dieser Er-
klärung zugesagt, die ständige Zahlungsbereitschaft der Gesellschaft bis Ende Saison 2015 / 
2016 mittels nachrangiger Darlehen sicherzustellen, sofern die erwirtschaftete Liquidität nicht 

27

ausreiche. Zudem habe die R.________ (Liga) der O.________ (Sportclub) AG einen ausser-
ordentlichen Ertrag von CHF 90'000.00 im Zusammenhang mit der Überschussverteilung 
R.________ (Liga) in Aussicht gestellt. Da dieser Ertrag im Lizenzierungsentscheid explizit als 
Massnahme zur Deckung des Kapitalverlusts erwähnt worden sei, sei davon auszugehen, 
dass es sich hierbei um eine Art à-fonds-perdu-Zuschuss zur Sanierung handle. Auf der orga-
nisatorischen Seite seien Lohnreduktionen der Spieler sowie des Geschäftsführers im Umfang 
von CHF 220'000.00 sowie Mehreinnahmen im Bereich Sponsoring und 'Presidents Club' in 
der Höhe von CHF 100'000.00 geplant gewesen. Diese Massnahmen seien gemäss Auskunft 
der AL.________(Revisionsstelle) im Budget 2015/2016 nicht berücksichtigt gewesen und 
müssten sodann vom budgetierten Verlust in Abzug gebracht werden. Der budgetierte Verlust 
von CHF -297'000.00 würde sich daher in einen Gewinn von CHF 23'000.00 umwandeln. "Mit 
der bedingten Kapitalerhöhung, der Finanzierungserklärung sowie des ausserordentlichen Er-
trags sollte die Liquidität der Gesellschaft bis 30.06.2016 sichergestellt, die Überschuldung 
teilweise beseitigt und der Gang zum Richter vermieden werden. Die organisatorischen Sanie-
rungsmassnahmen sollten darüber hinaus die Fortführungsfähigkeit der O.________ (Sport-
club) AG sicherstellen. Bei einigen der oben aufgeführten Massnahmen handelte es sich um 
geplante und zum Zeitpunkt der Überschuldungsfeststellung noch nicht umgesetzte Mass-
nahmen." (pag. 09 002 006 f.).

Im nächsten Abschnitt ging der Revisor der Frage nach, ob bei den vorliegenden Sanierungsmass-
nahmen Aussicht auf eine kurzfristig realisierbare Sanierung bestanden habe. In seiner Antwort 
prüfte der Revisor zunächst, welche der Massnahmen auf Basis des Abschlusses per 31.12.2014 
umgesetzt wurden (1) und welche der Massnahmen auf Basis des Abschlusses per 30.06.2015 (2). In 
einem weiteren Schritt zog er dann seine Schlussfolgerungen zu den jeweiligen Sanierungsmass-
nahmen, die er wiederum unterteilte in die per 31.12.2014 (3) und in die per 30.06.2015 (4) (pag. 09 
002 007 ff.).

Zu (1): Die Aktienkapitalerhöhung sei nach kurzer Zeit durchgeführt worden. Das Darlehen der Stadt 
CT.________ (Ortschaft) sei zwar keine Sanierungsmassnahme im engeren Sinn gewesen, 
jedoch sei der AG überlebenswichtige Liquidität zugeführt worden. Das Geld sei am 
04.05.2015 überwiesen worden (pag. 09 002 007). 

Zu (2): Gemäss den Ausführungen der AL.________(Revisionsstelle) AG habe es neben 
AF.________ noch weitere Aktionäre, unter anderem die neuen Verwaltungsratsmitglieder, 
gegeben, die bereit gewesen seien, an der Aktienkapitalerhöhung zu partizipieren. 
AF.________ habe am 23.07.2015 bereits CHF 50'000.00 einbezahlt (vgl. den Beleg pag. 07 
002 057 bzw. pag. 07 003 171). Später, nach der Feststellung der Überschuldung, habe 
AF.________ am 01.10.2015 weitere CHF 100'000.00 überwiesen (vgl. den Kontoauszug des 
BD.________ (Bank)-Kontos pag. 07 003 182). Zum Darlehen mit Rangrücktrittsvereinbarung 
gemäss Finanzierungserklärung sei festzuhalten, dass AF.________ zum Zeitpunkt der Finan-
zierungserklärung am 14.08.2015 über ein Bankguthaben von CHF 311'851.29 und 
EUR 9'544.85 verfügt habe. Am 30.09.2015 habe das Guthaben CHF 787'912.88 und 
EUR 8'844.85 betragen (höchster Monatsendstand). Davon seien neben anderen Transaktio-
nen CHF 355'000.00 an eine Person namens BE.________ sowie die genannten 
CHF 100'000.00 an die O.________ (Sportclub) AG überwiesen worden, so dass das Gutha-
ben per 31.10.2015 noch CHF 238'985.16 und EUR 8'844.85 betragen habe. Die Auszahlung 
des Überschusses R.________ (Liga) sei im Lizenzierungsentscheid am 23.09.2015 bestätigt 
worden, eine Auszahlung habe er im Liquiditätsplan nicht gefunden. Das Budget sei durch die 
AL.________(Revisionsstelle) als realistisch erachtet worden und auch die Lizenzierungs-
kommission der R.________ (Liga) habe trotz dem in ihrer Version budgetierten Verlust von 
CHF 297'000.00 die Genehmigung zur Aktienübernahme durch AF.________ erteilt (pag. 09 
002 007 f.).

Der Verwaltungsrat dürfe trotz festgestellter Überschuldung den Gang zum Richter für eine Zeitspan-
ne von vier bis sechs Wochen aufschieben, sofern konkrete Aussichten auf eine kurzfristige Sanie-
rung (Beseitigung der Überschuldung durch kurzfristig realisierbare, sofort bilanzwirksame Sanie-
rungsmassnahmen) bestünden. Es müsse eine dauerhafte finanzielle Gesundung der Gesellschaft 
erwartet und deren Ertragskraft wiederhergestellt werden können. Spekulationen, übertriebene Erwar-
tungen oder blosse Hoffnungen auf eine baldige Sanierung vermöchten ein Hinauszögern der Über-
schuldungsanzeige nicht zu rechtfertigen. Alternativ müsse ein genügend hoher Rangrücktritt vorlie-

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gen. Keinen Ersatz für einen Rangrücktritt bildeten 'Deckungsgarantien' bzw. Garantien und Patro-
natserklärungen (vgl. Treuhand-Kammer, Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung [HWP], Band 
'Ordentliche Revision', 2014, S. 358), so der Revisor einleitend zu seinen Schlussfolgerungen (pag. 
09 002 008 f.). 

Zu (3): Mit der per 06.03.2015 umgesetzten Aktienkapitalerhöhung und dem Darlehen der Stadt 
CT.________ (Ortschaft) über CHF 200'000.00 hätten genügend Anzeichen für eine mögliche 
kurzfristig realisierbare Sanierung bestanden. Ob das Budget zur Zeit der Erstellung realistisch 
gewesen sei, lasse sich anhand der Unterlagen nicht mehr endgültig beurteilen; es gebe je-
doch keine belastbaren Hinweise auf eine ex ante betrachtet massive Beschönigung des Bud-
gets (pag. 09 002 009). 

Zu (4) Per 30.06.2015 habe wie schon ausgeführt ein Sanierungsbedarf von rund CHF 767'000.00 
bestanden. Da zu diesem Zeitpunkt keine ausreichenden Rangrücktritte bestanden hätten, hät-
te zumindest die bilanzwirksame Sanierung der bestehenden Überschuldung von 
CHF 469'911.88 innerhalb von vier bis sechs Wochen realisiert werden müssen. Die kurzfristig 
realisierbaren und sofort bilanzwirksamen Massnahmen seien die bedingte Aktienkapitaler-
höhung von CHF 150'000.00 und der 'ausserordentliche Ertrag R.________ (Liga)' von 
CHF 90'000.00 gewesen. Zum damaligen Zeitpunkt habe wohl von einer Realisierung der Ak-
tienkapitalerhöhung und von der Auszahlung durch die R.________ (Liga) ausgegangen wer-
den dürfen. Die Finanzierungserklärung und das damit einhergehende Darlehen stellten dage-
gen keine Sanierungsmassnahme im engeren Sinne dar. Es habe der O.________ (Sportclub) 
AG jedoch zusätzlich liquide Mittel verschafft, jedoch die bilanzielle Überschuldung nicht besei-
tigt. Daran habe auch der potentielle Rangrücktritt nichts zu ändern vermögen. Die Massnah-
me sei jedoch trotzdem mindestens teilweise geeignet gewesen, die finanzielle Krisensituation 
zu überwinden. "Durch den Rangrücktritt im Umfang der bilanziellen Überschuldung würden 
die bestehenden übrigen Gläubiger grundsätzlich schadlos gehalten werden und die 
O.________ (Sportclub) AG erhielte Zeit, die restlichen Sanierungsmassnahmen umzusetzen." 
Die Erfolgsaussichten seien im Wesentlichen von AF.________ abhängig gewesen, daher 
stehe die Frage nach dessen Bonität im Vordergrund. "Diesbezüglich konnte der Verwaltungs-
rat, je nach Nachweis und Erklärung von AF.________, zum Zeitpunkt der festgestellten Über-
schuldung wohl vorsichtig davon ausgehen, dass AF.________ knapp über die notwendigen 
finanziellen Mittel verfügen würde, um das Darlehen gewähren zu können." Der Verwaltungsrat 
habe die Überschuldung spätestens per 01.09.2015 festgestellt, die 'Frist' von vier bis sechs 
Wochen sei folglich am 13.10.2015 abgelaufen. Durch die Formulierung in Ziff. 2 der Finanzie-
rungserklärung [vgl. diese pag. 07 002 055 f.] sei der Frist nur teilweise Rechnung getragen 
worden. Durch die mittelfristigen organisatorischen Massnahmen gemäss Budget 2015 / 2016 
sei der zusätzliche mittelfristige Sanierungsbedarf grundsätzlich abgedeckt gewesen. "Auf Ba-
sis dieser Ausführungen erachte ich die Aussichten auf eine kurzfristige Sanierung der 
O.________ (Sportclub) AG zum Zeitpunkt der Feststellung der Überschuldung als insgesamt 
knapp vorhanden. Trotz knapper Liquidität AF.________ und der um rund zwei Wochen zu 
langen Realisierungsfrist der Finanzierung (Darlehen mit Rangrücktritt) hätte die Sanierung 
grundsätzlich gerade noch gelingen können." Die Fortführungsfähigkeit und damit das weitere 
Bestehen der O.________ (Sportclub) AG in den 12 Folgemonaten erachte er ebenfalls als 
knapp möglich. Das Budget 2015 / 2016 sei nachgebessert worden und es bestünden keine 
ausreichenden Hinweise dafür, dass dies lediglich auf vagen und übertriebenen Hoffnungen 
beruhen würde (pag. 09 002 009 ff.). 

Gefragt, ab welchem Zeitpunkt der Verwaltungsrat oder die Revisionsstelle den Richter hätte be-
nachrichtigen müssen, antwortete der Revisor in Bezug auf den Verwaltungsrat, es sei vor allem 
auf die Umsetzung von sofort realisierbaren und wirksamen Massnahmen angekommen. Zu den 
Massnahmen auf Basis des Abschlusses 30.06.2015 sei zu sagen, dass insgesamt CHF 150'000.00 
bei der O.________ (Sportclub) AG einbezahlt worden seien, ob AF.________ sein Wandelrecht in-
des jemals wahrgenommen habe und der Gesellschaft das Kapital tatsächlich in Form von Eigenkapi-
tal zur Verfügung gestanden sei, sei unsicher. Zumindest sei das Aktienkapital im Handelsregister seit 
der Aktienkapitalerhöhung vom 05.03.2015 unverändert geblieben und die Tranche vom 23.07.2015 
über CHF 50'000.00 sei gemäss AF.________ wieder zurückbezahlt und nicht in Aktien umgewandelt 
worden. Bis am 31.10.2015 seien keine Geldeingänge von AF.________ im Zusammenhang mit dem 
Darlehen mit Rangrücktritt gemäss der Finanzierungserklärung eingegangen. Erst am 14.03.2016, 
rund viereinhalb Monate nach der vereinbarten Frist, habe AF.________ CHF 65'000.00 an die 

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O.________ (Sportclub) AG überwiesen, die in diesem Zusammenhang stehen könnten. Bis zum 
09.06.2016 seien keine weiteren Gutschriften erfolgt, es seien also CHF 435'000.00 offen geblieben. 
Ob die CHF 90'000.00 der R.________ (Liga) ausbezahlt worden seien, sei aus den vorhandenen 
Unterlagen nicht klar ersichtlich, er gehe jedoch von einer 'zeitnahen' Überweisung an die 
O.________ (Sportclub) AG aus. Gestützt auf diese Erkenntnisse komme er zum Schluss, dass die 
geplanten Sanierungsmassnahmen nicht ernsthaft umgesetzt worden seien und der Verwaltungsrat 
der O.________ (Sportclub) AG spätestens Mitte Oktober 2015 den Richter hätte benachrichtigen 
müssen. "Wenn in der Tatsache, dass Massnahmen im Umfang von CHF 240'000.00 [die Aktienkapi-
talerhöhung von CHF 150'000.00 und die CHF 90'000.00 der R.________ (Liga)] möglicherweise um-
gesetzt wurden, ein Grund zur Ausdehnung der vier bis sechs Wochen-Frist gesehen wird, hätte al-
lerspätestens Anfang November 2015 [Anm.: Hervorhebung beigefügt] (zu diesem Zeitpunkt war 
die Frist für die Finanzierung der O.________ (Sportclub) AG gemäss der Finanzierungserklärung von 
AF.________ abgelaufen) die Bilanz deponiert werden müssen. Durch die Unterlassung der Benach-
richtigung haben sich unter anderem die Schulden gegenüber dem Aktionär AF.________ um 
CHF 65'000.00, die Verbindlichkeiten gegenüber den Sozialversicherungen (CW.________, 
CX.________ als berufliche Vorsorgestiftung), gegenüber der eidgenössischen Steuerverwaltung und 
gegenüber verschiedenen Wohnungsvermietern erhöht sowie Zinsen auf dem Restdarlehen der Stadt 
CT.________ (Ortschaft) angehäuft." (pag. 09 002 011 ff.).

In Bezug auf die Revisionsstelle führte der Revisor aus, die AL.________(Revisionsstelle) AG habe 
den Bericht zur prüferischen Durchsicht des Zwischenabschlusses per 30.06.2015 am 24.08.2015 er-
stellt. In diesem Bericht sei die bestehende Überschuldung erwähnt worden. Als Grund für die 'Nicht-
Benachrichtigung' des Richters sei auf die Finanzierungserklärung mit Rangrücktrittsvereinbarung 
hingewiesen worden. Weiter sei auf die bestehende Unsicherheit der Fortführungsfähigkeit des Un-
ternehmens hingewiesen worden. Während der prüferischen Durchsicht und zur Beurteilung der ge-
planten Sanierungsmassnahmen habe sich der Prüfer im Wesentlichen auf Aussagen, Budgets und 
Liquiditätspläne von Vertretern der O.________ (Sportclub) AG gestützt. Der Prüfer habe sich auf die 
Bonität von AF.________ verlassen. Gemäss der AL.________(Revisionsstelle) AG habe 
AF.________ anlässlich der Generalversammlung vom 08.12.2015 gesagt, dass die CHF 500'000.00 
bezahlt worden seien. Dennoch habe die Revisionsstelle den Termin für die Revision des Jahresab-
schlusses zeitnah auf Ende Januar 2016 vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass der Lizenzerneue-
rungsprozess innerhalb der von der R.________ (Liga) gesetzten Frist abgeschlossen werden könne, 
aber auch, um Zweifel an der finanziellen Situation der O.________ (Sportclub) AG rasch auszuräu-
men. Am 16.02.2016 habe die Revisionsstelle dem Verwaltungsrat wegen begründeter Besorgnis der 
Überschuldung eine Frist von 20 Tagen zur Erstellung der Bilanz per 31.12.2015 gesetzt, am 
11.03.2016 habe sie eine 'Nachfrist' bis am 24.03.2016 gewährt und am 15.04.2016 schliesslich den 
Richter benachrichtigt. Es sei zwar nicht Aufgabe der Revisionsstelle, die Erfolgsaussichten von Sa-
nierungsplänen im Hinblick auf einen Konkursaufschub zu beurteilen. Hingegen werde sie im Hinblick 
auf ihr