# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 527af7f3-949f-527d-b3c5-0d0e0c0ba320
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2023 100 2020 295
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-295_2023-07-11.pdf

## Full Text

100.2020.295U
HER/TMA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2023

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiber Trummer

1. A.________ (geb. C.________) 
2. B.________ (geb. C.________)
beide vertreten durch Rechtsanwältin … und Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Sozialhilfeabhängigkeit (Entscheid der Sicherheitsdirektion des 
Kantons Bern vom 19. Juni 2020; 2020.SIDGS.63)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

Die kenianische Staatsangehörige A.________ (geb. C.________; Jg. 1974) 
heiratete am 9. April 2003 in Kenia den Schweizer Bürger D.________ 
(Jg. 1955). Dieser adoptierte im August 2003 ihren vorehelichen Sohn 
B.________ (geb. C.________; Jg. 2001). Nachdem A.________ am 
3. November 2003 mit dem Kind in die Schweiz eingereist war, erhielt sie 
gestützt auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. B.________ wurde 
aufgrund der Adoption das Schweizer Bürgerrecht erteilt. Bereits 2005 waren 
die Eheleute getrennt; die kinderlos gebliebene Ehe wurde 2009 geschieden. 
In der Folge verlängerte das Amt für Migration und Personenstand des 
Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), 
Migrationsdienst (MIDI), die Aufenthaltsbewilligung von A.________ im 
Interesse des Kindeswohls (nachehelicher Härtefall).

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 verweigerte das MIP infolge Sozial-
hilfeabhängigkeit die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von 
A.________ und wies sie unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.________ und B.________ am 9. Januar 
2020 Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). 
Diese wies die Beschwerde mit Entscheid vom 19. Juni 2020 ab, soweit sie 
darauf eintrat, und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist bis zum 
19. August 2020. Zudem gewährte die SID antragsgemäss die 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung der Rechtsvertreterin als 
amtliche Anwältin.

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C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________ und B.________ am 27. Juli 
2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben und in der Sache folgende 
Rechtsbegehren gestellt:

«1. Der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 19. Juni 2020 sei vollum-
fänglich aufzuheben.

2. Die Aufenthaltsbewilligung von A.________ sei zu verlängern.

3. Eventualiter sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 19. Juni 
2020 zur vollumfänglichen Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.

4. Subeventualiter sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 
19. Juni 2020 teilweise aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Die Sicherheitsdirektion sei anzuweisen, auf das Rechtsbe-
gehren Ziff. 4 der Beschwerde vom 9. Januar 2020 einzutreten und 
den Migrationsdienst anzuweisen, für A.________ beim 
Staatssekretariat für Migration die vorläufige Aufnahme zu 
beantragen.

5. Subsubeventualiter sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 
19. Juni 2020 teilweise aufzuheben und der Migrationsdienst sei an-
zuweisen, für A.________ beim Staatssekretariat für Migration die 
vorläufige Aufnahme zu beantragen.»

Gleichzeitig haben sie für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unent-
geltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche 
Anwältin ersucht. 

Die SID hat mit Vernehmlassung vom 12. August 2020 beantragt, die Be-
schwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; zum Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten.

Am 22. September und 6. November 2020 sowie am 25. Februar 2021 ha-
ben A.________ und B.________ ihre Beilagen ergänzt.

Mit Zwischenverfügung vom 29. April 2021 hat die Instruktionsrichterin das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung der Rechtsvertre-
terin als amtliche Anwältin bewilligt. Gleichzeitig hat sie den Sozialdienst 
E.________ ersucht, die vollständigen Sozialhilfeakten betreffend 
A.________ einzureichen, sowie die Beschwerdeführenden aufgefordert, 
Auskünfte zu erteilen und Unterlagen einzureichen. Gleichentags haben 
diese ihre Beilagen ergänzt (Eingabe vom 29.4.2021). 

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Am 3. Mai 2021 hat die Rechtsvertreterin angezeigt, dass sie aufgrund 
schwangerschaftsbedingter Arbeitsunfähigkeit und Mutterschaftsurlaub 
durch Rechtsanwalt … vertreten werde; gleichzeitig hat sie beantragt, diese 
Vertretung im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege zu bewilligen. Mit 
Zwischenverfügung vom 6. Mai 2021 hat die Instruktionsrichterin für das 
weitere Verfahren Rechtsanwalt … als amtlichen Anwalt eingesetzt.

Am 25. Mai und 17. Juni 2021 haben sich A.________ und B.________ (zur 
persönlichen und schulischen Situation des Letzteren dessen Beiständin) 
gemäss der Beweisanordnung vom 29. April 2021 vernehmen lassen und 
Unterlagen eingereicht. Am 23. Juni 2021 hat die Instruktionsrichterin diese 
Eingaben sowie Auszüge aus den Sozialhilfeakten zu den Akten des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens erkannt. Von der Gelegenheit, sich im 
Licht der ergänzten Akten zu äussern, haben A.________ und B.________ 
am 8. Juli 2021 Gebrauch gemacht und weitere Unterlagen eingereicht. Der 
Sozialdienst E.________ hat dem Verwaltungsgericht am 13. Juli 2021 
ergänzend aktuelle Sozialhilfeabrechnungen von A.________ zukommen 
lassen.

Von der Gelegenheit zu Schlussbemerkungen hat die SID am 6. August 
2021 unter Bestätigung ihres Antrags Gebrauch gemacht. A.________ und 
B.________ haben am 2. September 2021 Schlussbemerkungen unter 
Beilage weiterer Unterlagen erstattet und am 14. September 2021 zu den 
Bemerkungen der SID Stellung genommen; sie halten ebenfalls an ihren 
Anträgen fest. 

Am 8. März 2022 haben die Beschwerdeführenden über die aktuellen Ar-
beitsverhältnisse von A.________ orientiert. Nach Wiedereröffnung des 
Schriftenwechsels gingen im Rahmen der weiteren Verfahrensinstruktion 
folgende Unterlagen ein: Eingabe des Sozialdiensts E.________ vom 
20. Januar 2023 mit Beilagen; Bemerkungen der SID vom 14. Februar 2023; 
Eingabe der Beschwerdeführenden vom 31. März 2023 mit Beilagen. Am 
21. April 2023 hat die SID auf weitere Bemerkungen verzichtet.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist 
grundsätzlich einzutreten (vgl. zu den Rechtsbegehren 4 und 5 hinten E. 8).

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:

2.1 Eheschluss und Kind: Die Beschwerdeführerin wurde am …1974 in 
Kenia geboren. Dort führte sie von 1995 bis 2003 ein eigenes 
Coiffeurgeschäft mit Boutique (Lebenslauf in Sozialhilfeakten [act. 21A]). Am 
9. April 2003 heiratete sie in Malindi, Kenia, den 1955 geborenen Schweizer 
Bürger D.________ (Akten MIDI pag. 4). Dieser adoptierte wenig später 
ihren vorehelichen, am … 2001 geborenen Sohn B.________ 
(Adoptionsbeschluss des zuständigen Gerichts in Mombasa vom 30.7.2003 
[Akten MIDI pag. 20 ff.]). Am 3. November 2003 reisten die Beschwerdefüh-
renden in die Schweiz ein. Gestützt auf die Ehe erhielt die Beschwerdefüh-
rerin eine Aufenthaltsbewilligung (Akten MIDI pag. 8, 12). Dem Beschwerde-
führer wurde aufgrund der Adoption das Schweizer Bürgerrecht erteilt (vgl. 
Akten MIDI pag. 26). Im April 2005 verliess die Beschwerdeführerin den Ehe-
mann, der gemeinsame Haushalt wurde per 8. April 2005 aufgelöst; die Be-
schwerdeführenden wohnten vorübergehend in einem Studio der Stiftung …, 
im Januar 2006 zogen sie in eine Mietwohnung in der Einwohnergemeinde 

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(EG) F.________ (Akten MIDI pag. 11, 32 f., 47 f., 62, 374). Mit 
Scheidungsurteil vom 23. Juli 2009 wurde die elterliche Sorge (ohne Aufent-
haltsbestimmungsrecht) der Beschwerdeführerin zugewiesen (vgl. Akten 
MIDI pag. 160, 168 f., 271). Das Kind war mit deren aktiver Unterstützung 
bereits im August 2008 in einer Grossfamilie fremdplatziert worden (Akten 
MIDI pag. 141, 155 f.). Der Adoptivvater wünschte seit der Trennung keinen 
Kontakt mehr zum Kind, weil er aufgrund von Äusserungen der Beschwer-
deführerin zur Überzeugung gelangt war, dass es nicht deren leibliches Kind 
sei und diese ihn bloss aus ausländerrechtlichen Gründen geheiratet habe 
(vgl. Akten MIDI pag. 14 f., 41, 46, 66, 155). Die Abstammung wurde in der 
Folge offenbar nicht geklärt.

Mit Verfügung vom 23. Dezember 2009 verlängerte das MIP mit Zustimmung 
des damaligen Bundesamts für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für 
Migration [SEM]) die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin trotz 
unzulänglicher Integration unter Annahme eines nachehelichen Härtefalls im 
Interesse des Kindeswohls unter gleichzeitiger Verweigerung der Niederlas-
sungsbewilligung (Antrag MIP an das BFM und Verfügung [Akten MIDI 
pag. 168 f., 173 ff.]). Das MIP stellte die Aufenthaltsbewilligung unter die Be-
dingungen, dass die Beschwerdeführerin «den Kontakt zu ihrem Sohn wei-
terhin aufrechterhält und mit der Vormundschaftsbehörde F.________ 
zusammenarbeitet, nicht straffällig wird und keine neuen Schulden generiert, 
sich bemüht, eine Arbeitsstelle von mindestens 60-80 % zu finden und mit 
dem Sozialdienst kooperiert und die vorgegebenen Massnahmen einhält».

2.2 Ausländerrechtliche Massnahmen wegen Sozialhilfebezugs: Im Feb-
ruar 2016 wurde die Beschwerdeführerin gestützt auf ihren seit Januar 2006 
andauernden Sozialhilfebezug sowie auf Einträge im Betreibungs- und Ver-
lustscheinsregister sowie einen Eintrag im Strafregister erstmals ausländer-
rechtlich ermahnt unter Hinweis auf mögliche ausländerrechtliche Konse-
quenzen (Akten MIDI pag. 256 f.). Am 16. Juni 2017 ermahnte sie das MIP 
erneut unter Hinweis darauf, dass sich der Sozialhilfebezug mittlerweile auf 
rund Fr. 277'000.-- belief (Stand 19.4.2017) und Betreibungen sowie Verlust-
scheine in Höhe von Fr. 941.30 bzw. Fr. 1'541.35 vorlagen. Die Behörde 
legte ihr nahe, sich um eine feste Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bzw. 
um eine Erhöhung ihres Arbeitspensums zu bemühen, um ihren Lebensun-

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terhalt künftig selber zu bestreiten (Akten MIDI pag. 281 f.). Im Juli 2017 zog 
die Beschwerdeführerin von der Gemeinde F.________ in die Gemeinde 
E.________ (Akten MIDI pag. 283). Der Sozialhilfebezug bei der 
EG F.________ belief sich in diesem Zeitpunkt auf nahezu Fr. 280'000.-- 
(Stand 31.8.2017). Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 wies das MIP das im 
Rahmen der Bewilligungsverlängerung gestellte Gesuch der 
Beschwerdeführerin um Erteilung der Niederlassungsbewilligung ab und 
verband die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung um ein weiteres Jahr 
mit einer förmlichen Verwarnung. Die Beschwerdeführerin hatte in der neuen 
Wohngemeinde E.________ weiterhin Sozialhilfe bezogen. An die 
Beschwerdeführerin wurde die Erwartung gerichtet, dass sie sich intensiv um 
die Erhöhung ihres Arbeitspensums bemüht, sodass sie ihren 
Lebensunterhalt endlich selber und ohne ergänzende Sozialhilfe bestreite, 
ansonsten die Wegweisung zu prüfen sei (Akten MIDI pag. 333 ff.). 
Fremdplatzierungskosten für ihren Sohn sind in den vorerwähnten 
Sozialhilfebezügen nicht erfasst.

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 verweigerte das MIP infolge fortbe-
stehender Sozialhilfeabhängigkeit die Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung der Beschwerdeführerin und wies sie aus der Schweiz weg; per Mitte 
Juli 2019 hatte sich der Betrag der bezogenen Sozialhilfegelder auf über 
Fr. 320'000.-- erhöht (Akten MIDI pag. 409 ff.).

2.3 Beschäftigungsprogramme und Erwerbstätigkeit:

2.3.1 Nach der Trennung von ihrem Ehemann im Jahr 2005 gab die Be-
schwerdeführerin, die nach eigenem Bekunden bereits damals «ziemlich 
gute Deutschkenntnisse» hatte, den Behörden an, sich eine Erwerbstätigkeit 
zu suchen, mit der sie sich selbst erhalten kann (Akten MIDI pag. 33). In den 
Jahren 2006 bis 2009 nahm sie an (befristeten) Beschäftigungs- und Integra-
tionsangeboten teil, welche ihr der Sozialdienst vermittelt hatte (Pensen zwi-
schen 50-80 %; Akten MIDI pag. 77, 95, 128 ff., 362 f.). 2010 absolvierte sie 
einen Kurs als Pflegehelferin SRK (Akten MIDI pag. 365 f.). Von September 
2010 bis August 2011 hatte sie einen «externen Arbeitstrainingsplatz» mit 
einem 80 %-Pensum in einem Alters- und Pflegeheim inne. Bei der gleichen 
Arbeitgeberin konnte sie am 1. September 2011 eine befristete Anstellung in 
einem 80 %-Pensum antreten. Das Alters- und Pflegeheim kündigte der Be-

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schwerdeführerin indes per Mitte Oktober 2011, da sie den Anforderungen 
nicht gerecht werden konnte (vgl. Akten MIDI pag. 186 f., 192, 208, 361). Ab 
November 2011 war sie auf Stellensuche (Akten MIDI pag. 212 ff.). Von No-
vember 2012 bis Juni 2017 arbeitete sie in einem 50 %-Pensum (wöchentli-
che Arbeitszeit ca. 28 Stunden) als Raumpflegerin bei einem Reinigungsun-
ternehmen, wobei sie jeweils gegenüber der EG F.________ angab, auf der 
Suche nach einer Vollzeitstelle zu sein (Akten MIDI pag. 242 ff., 249, 254, 
261, 359 f.). Von Juli 2017 bis Januar 2018 befand sie sich wiederum auf 
Stellensuche (Akten MIDI pag. 290, 306 ff.). Von Februar 2018 bis Oktober 
2018 arbeitete die Beschwerdeführerin teilzeitlich im Stundenlohn als 
Reinigungsmitarbeiterin. Diese Stelle gab sie auf eigenen Wunsch auf 
(Akten MIDI pag. 303, 321 ff., 327 f., 358). Danach absolvierte sie von 
Dezember 2018 bis Mai 2019 ein durch das Regionale 
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) vermitteltes Praktikum in einem Alters- 
und Pflegeheim (Akten MIDI pag. 368). Von Oktober 2019 bis April 2020 war 
sie in einem vom Sozialdienst vermittelten befristeten Beschäftigungs- und 
Integrationsangebot in der Gastronomie tätig (80 %-Pensum; Akten MIDI 
pag. 379 f.).

2.3.2 Im September 2020 schloss die Beschwerdeführerin bei einer Fast-
Food-Kette einen unbefristeten Arbeitsvertrag als «Crew»-Mitarbeiterin im 
Stundenlohn ab (durchschnittlich maximal 17 Stunden/Woche; Beschwerde-
beilage [BB] 5 [act. 5A], 10-11 [act. 14A], 13-18 [act. 20A]). Seit März 2021 
ist sie zudem als Küchenhilfe in einer Tagesschule der EG E.________ 
angestellt, zunächst im Stundenlohn mit einer Bandbreite von ca. 10-
20 Stunden pro Woche (BB 8 [act. 9A]; erste Lohnabrechnung April 2021 
[BB 12, act. 14A]). Seit dem 1. Juli 2021 steht sie in derselben Funktion mit 
der EG E.________ in einem unbefristeten öffentlich-rechtlichen 
Arbeitsverhältnis. Der aktualisierte Arbeitsvertrag gewährleistet seit diesem 
Zeitpunkt einen Beschäftigungsgrad von 20-30 %; ab Juli 2021 war die 
Beschwerdeführerin während 39 Schulwochen zu 20 % angestellt, womit sie 
ein monatliches Bruttogehalt von Fr. 818.20 (ohne Anteil 13. Monatslohn) 
erzielte (Arbeitsvertrag vom 11.5.2021 [BB 19, act. 20A]).

Ab dem 1. März 2022 konnte die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit bei der 
EG E.________ (in der gewährleisteten Bandbreite 20-30 %) auf 30 % 

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während 39 Schulwochen ausweiten (BB 28 [act. 31A]). Ihr aktuelles 
monatliches Bruttogehalt aus dieser Anstellung beträgt Fr. 1'407.60 (inkl. 
Anteil 13. Monatslohn; BB 33 [act. 40B]). Das Nettogehalt beläuft sich 
gemäss ihren Angaben (mutmasslich ohne Anteil 13. Monatslohn) auf 
Fr. 977.20 pro Monat (vgl. Eingabe vom 31.3.2023 S. 2 [act. 40]). Unter 
Hinzurechnung des Anteils 13. Monatslohn von netto rund Fr. 80.-- ergibt 
dies ein Nettogehalt von rund Fr. 1'057.--. Bei der Fast-Food-Kette wechselte 
die Beschwerdeführerin per September 2022 in eine andere Filiale, damit sie 
«so viel wie möglich arbeiten» könne; wie viel Arbeit ihr über das 
zugesicherte Pensum hinaus effektiv zugewiesen wird, liegt allerdings 
ausserhalb ihres Einflussbereichs (Eingabe vom 31.3.2023 S. 2 [act. 40]). 
Am neuen Arbeitsort erzielte sie bis Ende März 2023 ein durchschnittliches 
monatliches Nettogehalt von rund Fr. 1'547.-- (vgl. Lohnabrechnungen 
September 2022 bis Februar 2023 [BB 32, act. 40B] sowie für März 2023 
Abrechnung des Sozialdiensts E.________ [BB 40, act. 40B]).

2.4 Sozialhilfebezug: Die Beschwerdeführerin bezog von der 
EG F.________ von Januar 2006 bis August 2017 (zeitweise ergänzend) 
Sozialhilfe (Akten MIDI pag. 60, 62, 186, 204, 208, 212, 242, 276). Im Januar 
2009 qualifizierten die Sozialen Dienste F.________ die Zusammenarbeit 
mit der Beschwerdeführerin als «gut und vorbildlich». Sie bemühe sich sehr, 
eine Arbeitsstelle zu finden. Sie könne sich problemlos auf Deutsch 
verständigen und es sei durchaus möglich, dass sie in Zukunft «ein 
existenzsicherndes Einkommen» erzielen könne (Akten MIDI pag. 141 f.). In 
den Jahren 2014 und 2016 beschrieben die Sozialen Dienste F.________ 
die Beschwerdeführerin dem MIDI gegenüber jeweils als «zuverlässig und 
selbständig» (Akten MIDI pag. 242, 249, 261). Gesamthaft richtete die 
EG F.________ Sozialhilfe von rund Fr. 280'000.-- aus (Akten MIDI 
pag. 302). Ab September 2017 wurde die Beschwerdeführerin durch die 
EG E.________ sozialhilferechtlich unterstützt (Akten MIDI pag. 295, 303, 
329, 367). Deren Sozialdienst berichtete im Juli 2019 dem MIDI, die 
Beschwerdeführerin sei seit Juni 2019 ausgesteuert. Die Zusammenarbeit 
mit ihr verlaufe kooperativ; sie halte sich an Abmachungen (Akten MIDI 
pag. 368 f.). Per Juli 2019 hatte die Beschwerdeführerin von der 
EG E.________ Sozialhilfe von gut Fr. 40'000.-- bezogen (Akten MIDI 
pag. 367). Auch ihre beiden Teilzeitanstellungen (vgl. vorne E. 2.3.2) erlaub-

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ten es ihr zunächst nicht, sich von der Sozialhilfe zu lösen. Per Ende 2022 
belief sich der Saldo der EG E.________ auf rund Fr. 94'000.--. Deren 
Sozialabteilung beschrieb Anfang 2023 die Zusammenarbeit weiterhin als 
kooperativ; die Beschwerdeführerin zeige sich sehr bemüht, ihr 
Stellenpensum zu steigern (vgl. Schreiben vom 20.1.2023 [act. 34]). Per 
Ende März 2023 meldete sich die Beschwerdeführerin von der Sozialhilfe ab 
(vgl. Bestätigung Sozialdienst [BB 38, act. 40B]; Eingabe vom 31.3.2023 
S. 2 [act. 40]).

2.5 Gesundheit: Gemäss den Akten neigte die Beschwerdeführerin von 
Beginn an zu zeitweise übermässigem Alkoholkonsum (vgl. Akten MIDI 
pag. 11 und 15 sowie polizeiliche Feststellungen pag. 78 ff., 193 ff., 228 ff., 
346 ff.). Im Juni 2019 begab sie sich auf Empfehlung des Blauen Kreuzes in 
ein erstes Abklärungsgespräch in der Klinik …, welche ein Alkoholab-
hängigkeitssyndrom mit ständigem Substanzgebrauch (ICD-10: F10.25) so-
wie Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion diagnostizierte 
(F43.21). Nach einer stationären Alkoholentzugsbehandlung im August/
September 2019 konnte die Beschwerdeführerin die Klinik in «psychophy-
sisch kompensiertem Zustand» verlassen (vgl. Austrittsbericht vom 
30.9.2019 [BB 2, act. 1C]). Am 20. Januar 2020 bestätigte die Klinik, dass 
die Beschwerdeführerin zu einer stabilen Alkoholabstinenz habe finden kön-
nen und trotz der drohenden ausländerrechtlichen Massnahme «psychisch 
stabil» und «realitätsbezogen» sei; sie sei sowohl in psychischer als auch in 
physischer Hinsicht arbeitsfähig (vgl. Schreiben vom 20.1.2020, Akten 
SID 3A2 Beilage 10). Nach der Entlassung nahm die Beschwerdeführerin 
rund alle zwei Wochen an ambulanten Gesprächstherapien teil (Akten MIDI 
pag. 378). Gemäss ihrer Hausärztin bedarf sie dieser Behandlung seit Ende 
2019 nicht mehr. Die Laborwerte würden Alkoholabstinenz bestätigen, ein 
Rückfall sei nicht bekannt (vgl. Bericht vom 1.7.2021 [BB 22, act. 22A]).

2.6 Strafrechtlich trat die Beschwerdeführerin wie folgt in Erscheinung:

– Strafmandat des Untersuchungsrichteramts I Berner Jura-Seeland vom 
17. Januar 2008: Verurteilung wegen eines Strassenverkehrsdelikts zu 
einer Busse von Fr. 200.-- (Akten MIDI pag. 92 f.);

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– Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 22. Sep-
tember 2011: Verurteilung wegen unanständigen Benehmens und Tät-
lichkeiten zu einer Busse von Fr. 350.-- (Akten MIDI pag. 200 f.);

– Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 24. Okto-
ber 2012: Verurteilung wegen unanständigen Benehmens mit Nachtru-
hestörung (leichter Fall) zu einer Busse von Fr. 180.-- (Akten MIDI 
pag. 223 f.);

– Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 14. Mai 
2014: Verurteilung wegen Erleichterns des rechtswidrigen Aufenthalts 
zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 20.-- sowie einer Ver-
bindungsbusse von Fr. 200.-- (Akten MIDI pag. 240 f., 253);

– Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 20. Mai 
2014: Verurteilung wegen unanständigen Benehmens ohne Nachtruhe-
störung (leichter Fall) zu einer Busse von Fr. 90.-- (Akten MIDI 
pag. 238 f.).

2.7 Beziehung zwischen den Beschwerdeführenden: Das Verhältnis zwi-
schen der Beschwerdeführerin und B.________ in der Zeit ab dessen 
Fremdplatzierung (2008) beschrieb der Sozialdienst als gut und eng. 
B.________ habe sich in der Grossfamilie rasch gut entwickelt. Mutter und 
Kind haben sich von Beginn an jedes zweite Wochenende gesehen, später 
auch während der Ferien. Eine Rückplatzierung des Kindes zur 
Beschwerdeführerin war nie geplant (vgl. Akten MIDI pag. 155 f., 186, 208, 
242). Die Beschwerdeführerin arbeitete kooperativ mit der Pflegefamilie und 
den weiteren beteiligten Stellen zusammen (Akten MIDI pag. 208). Die 
Beiständin von B.________, der im Februar 2019 volljährig wurde, berichtet, 
dass die Beschwerdeführerin als einzige in der Schweiz lebende Verwandte 
eine «sehr wichtige Bezugsperson» sei. Kontakte zu seinem Adoptivvater 
bestünden nicht, ebenso wenig zu seinen «leiblichen Eltern und deren 
Verwandten» in Kenia. B.________ hat im Sommer 2021 seine Ausbildung 
als Logistiker abgeschlossen und arbeitet seither vollzeitlich im selben 
Betrieb (vgl. Eingabe des Sozialdiensts E.________ bzw. der Beiständin 
vom 25.5.2021 [act. 19]).

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Seite 12

3.

3.1 Zur Aufenthaltsbewilligung ist die Beschwerdeführerin gestützt auf 
die Ehe mit einem Schweizer gelangt. Nach der Trennung vom Ehemann 
wurde ihr der Aufenthalt im Interesse des Kindeswohls gestützt auf Art. 50 
Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus-
länderinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Inte-
grationsgesetz, AIG; SR 142.20; Erlasstitel vor dem 1.1.2019: Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, AuG]) bewilligt 
und mehrmals verlängert (vgl. vorne E. 2.1). Ein Anspruch nach Art. 50 AIG 
erlischt unter anderem, wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vor-
liegen (Art. 51 Abs. 2 Bst. b AIG). Ein Widerrufsgrund liegt vor, wenn die aus-
ländische Person auf Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG). 
Dieser Widerruf ist eine sozialgestaltende bzw. wohlfahrtsrechtliche Mass-
nahme zur Wahrung öffentlicher fiskalischer Interessen (Michael Spring, Der 
Bewilligungswiderruf im schweizerischen Ausländerrecht, Diss. Bern 2021, 
Rz. 173). Es geht in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit künftige 
Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Der auf Art. 62 Abs. 1 
Bst. e AIG gestützte Widerruf der Bewilligung bzw. deren Nichtverlängerung 
fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstüt-
zungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass 
sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. etwa 
BGer 2C_423/2020 vom 26.8.2020 E. 3.2, 2C_429/2020 vom 6.10.2020 
E. 5.4; BVR 2020 S. 121 [VGE 2019/5 vom 30.10.2019] nicht publ. E. 5.3.1). 
Es muss auf die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung bei der oder dem 
Betroffenen abgestellt werden; erforderlich ist eine konkrete Gefahr des Fort-
bestehens der Sozialhilfeabhängigkeit. Dabei ist neben den bisherigen und 
den aktuellen Verhältnissen auch die wahrscheinliche finanzielle Entwick-
lung auf längere Sicht hin in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. etwa 
BGer 2C_525/2020 vom 7.10.2020 E. 3.3.1, 2C_9/2020 vom 29.6.2020 
E. 4.3.1; ferner BGE 149 II 1 E. 4.4 [betreffend den Widerrufsgrund von 
Art. 63 Abs. 1 Bst. c AIG]). Ob die Sozialhilfeabhängigkeit selbstverschuldet 
ist, was den Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
erst rechtfertigt, bildet Teil der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Entfer-
nungsmassnahme (BGer 2C_370/2021 vom 28.12.2021 E. 3.4, 
2C_709/2019 vom 17.1.2020 E. 4; BVR 2020 S. 121 [VGE 2019/5 vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 13

30.10.2019] nicht publ. E. 5.3.1; zum Ganzen BGer 2C_536/2022 vom 
13.1.2023 E. 3.1).

Der Ablösung der Sozialhilfe während des laufenden Verfahrens kommt für 
die Prognose nur eine untergeordnete Rolle zu. Dies gilt jedoch nicht, soweit 
sich die finanzielle Situation tatsächlich und nachhaltig verbessert (Michael 
Spring, a.a.O., Rz. 521 mit Hinweis auf BGer 2C_900/2014 vom 16.7.2015 
E. 2.4.4, 2D_12/2014 vom 31.10.2014 E. 3.7.1, 2C_345/2011 vom 
3.10.2011 E. 2.2; vgl. auch VGE 2021/75 vom 25.4.2023 E. 3.3.2 [noch nicht 
rechtskräftig]).

3.2 Die Beschwerdeführerin hat im Zeitraum von 2006 bis Ende 2022 für 
sich allein Sozialhilfeleistungen im Gesamtbetrag von rund Fr. 374'000.-- 
bezogen (vgl. vorne E. 2.4). Dieser beträchtliche Sozialhilfebezug erfüllt in 
quantitativer Hinsicht den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG ohne 
weiteres (vgl. BGer 2C_536/2022 vom 13.1.2023 E. 3.3 mit Hinweisen). 
Fraglich ist indes, ob der Beschwerdeführerin (weiterhin) eine ungünstige 
Prognose gestellt werden kann, nachdem sie sich per Ende März 2023 von 
der Sozialhilfe abgemeldet hat (vgl. vorne E. 2.4).

3.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, seit sie in ihren beiden An-
stellungen infolge des Filialwechsels (Fast-Food-Kette) bzw. der Erhöhung 
des Beschäftigungsgrads (Tagesschule E.________) mehr arbeiten könne 
und für die Tätigkeit in der Tagesschule per Anfang 2023 eine Lohnerhöhung 
erhalten habe, erziele sie ein genügend grosses Einkommen, um sich 
langfristig von der Sozialhilfe zu lösen. Es ist zurzeit von einem 
durchschnittlichen monatlichen (Netto-)Einkommen aus den beiden Stellen 
von rund Fr. 2'604.-- auszugehen (vgl. vorne E. 2.3.2). Dem 
Nettoeinkommen stellt die Beschwerdeführerin einen monatlichen Bedarf 
von Fr. 2'483.60 gegenüber, den sie wie folgt berechnet (vgl. Eingabe vom 
31.3.2023 S. 1 ff. [act. 40]):

– Grundbedarf: Fr. 977.--;
– Wohnkosten: Fr. 1'020.--;
– Nebenkosten: Fr. 200.--;
– Krankenkassenprämie: Fr. 273.20 (Fr. 469.20 abzgl. Prämienverbilligung 

von Fr. 196.--);

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 14

– Libero-Abo: Fr. 13.40 (die restlichen Kosten des Abonnements sind ge-
mäss der Beschwerdeführerin vom Grundbedarf gedeckt).

3.2.2 Um die konkrete Gefahr des Rückfalls in die Sozialhilfeabhängigkeit 
zu beurteilen, ist zu prüfen, ob die finanziellen Mittel ausreichend sind, um 
das soziale Existenzminimum gemäss den Richtlinien der Schweizerischen 
Konferenz für Sozialhilfe für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozial-
hilfe (SKOS-Richtlinien; SKOS-RL) zu decken (vgl. BVR 2023 S. 155 E. 5.2, 
2018 S. 89 E. 3.2 [je betreffend die Nachzugsvoraussetzung von Art. 44 
Bst. c AIG], 2023 S. 255 [VGE 2020/373 vom 16.3.2023] nicht publ. E. 3.1 
[betreffend den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 Bst. c AIG]; Michael 
Spring, a.a.O., Rz. 513 mit Hinweis auf BGer 2C_685/2010 vom 30.5.2011 
E. 2.3.3). Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist bei der Bedarfsbe-
rechnung (auch) für den Grundbedarf auf die Ansätze gemäss den SKOS-
Richtlinien abzustellen; das Verwaltungsgericht begründet dies mit dem In-
teresse der koordinierten Anwendung des Ausländerrechts und der ratio 
legis von Bestimmungen, welche der Sicherung der Selbsterhaltungsfähig-
keit dienen (vgl. BVR 2023 S. 155 E. 5.5.2). Für einen Einpersonenhaushalt 
beläuft sich dieser Grundbedarf auf Fr. 1'031.-- (vgl. SKOS-RL C. 3.1). Nicht 
massgebend ist daher der von den Beschwerdeführenden angeführte (zur-
zeit leicht tiefere) Grundbedarfsansatz gemäss dem kantonalen Sozialhilfe-
recht (vgl. Art. 8 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2001 über 
die öffentliche Sozialhilfe [Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111]). Die 
geltend gemachten Wohnkosten von Fr. 1'220.-- (inkl. Nebenkosten) und der 
Anteil an den Arbeitsweg geben zu keinen Bemerkungen Anlass (vgl. Miet-
vertrag [BB 36, act. 40B]; Handbuch Sozialhilfe der Berner Konferenz für So-
zialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz [BKSE], Stichwort «Erwerbsun-
kosten», einsehbar unter: <www.handbuch.bernerkonferenz.ch>). Weiter 
sind gemäss dem erwähnten Leiturteil je ein Zwölftel der vertraglichen Jah-
resfranchise und des maximalen jährlichen Selbstbehalts (vgl. Art. 103 
Abs. 2 der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung 
[KVV; SR 832.102]) zu berücksichtigen (BVR 2023 S. 155 E. 5.5.1). Für die 
Beschwerdeführerin sind somit Fr. 25.-- für die Franchise (vgl. Versiche-
rungspolice für 2023 [BB 37, act. 40B]) und Fr. 58.35 für den Selbstbehalt 
einzustellen. Insgesamt ergibt sich folgender monatlicher Bedarf:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 15

Grundbedarf (Einpersonenhaushalt) Fr.1'031.00
Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) Fr.1'220.00
Krankenkasse (abzgl. Prämienverbilligung) Fr. 273.20
Franchise Fr. 25.00
Selbstbehalt Fr. 58.35
Arbeitsweg (Libero-Abo) Fr. 13.40

----------------
Total Fr.2'620.95

3.2.3 Wird den Nettoeinnahmen von rund Fr. 2'604.-- (vorne E. 3.2.1) der 
Bedarf von Fr. 2'620.95 gegenübergestellt, resultiert ein Fehlbetrag von rund 
Fr. 17.--. Dieser erscheint zwar nur gering. Die Beschwerdeführerin hat ihre 
wirtschaftliche Situation aber erst nach jahrelangem Sozialhilfebezug und 
unter dem Druck des ausländerrechtlichen Verfahrens zu stabilisieren ver-
mocht. Im Zeitpunkt ihrer Abmeldung von der Sozialhilfe (März 2023) lag die 
Verfügung des MIP vom 5. Dezember 2019 bereits mehr als drei Jahre zu-
rück. Wie noch aufzuzeigen ist, wäre es ihr durchaus möglich und zumutbar 
gewesen, bereits deutlich früher einer vollen Arbeitstätigkeit nachzugehen 
oder zumindest ein bedarfsdeckendes Einkommen zu erzielen (vgl. hinten 
E. 5.2.3). Nach jahrelangen (zumindest behaupteten) derartigen Bemühun-
gen mag ihr aktuelles Einkommen gerade knapp ausreichen, um (vorläufig) 
ohne Sozialhilfe auszukommen; den massgeblichen Bedarf decken die Ein-
nahmen wie gesehen aber nach wie vor knapp nicht. Weiterhin schöpft sie 
ihr Arbeitspotenzial nicht aus: Der Beschäftigungsgrad bei der Tagesschule 
E.________ von 30 % während 39 Schulwochen entspricht umgerechnet auf 
ein ganzes Jahr (52 Wochen) einem Pensum von 22,5%. Bei der Fast-Food-
Kette beträgt ihr Arbeitspensum zurzeit ca. 40 % (Arbeitsbestätigung vom 
6.3.2023 [BB 35, act. 40B]). Gemäss den aktenkundigen Lohnabrechnungen 
arbeitete sie dort indes von September 2022 bis Februar 2023 insgesamt 
rund 494 Stunden (ca. 82,3 Stunden pro Monat) und somit deutlich mehr als 
zugesichert (vgl. vorne E. 2.3). Es ist daher nicht auszuschliessen, dass sie 
künftig wieder weniger Arbeit zugewiesen erhält und aus dieser Anstellung 
ein tieferes Einkommen generiert, womit sich der Fehlbetrag erhöhen würde. 
Bei diesen Gegebenheiten erscheint die Zeitspanne seit der Abmeldung von 
der Sozialhilfe zu kurz, um daraus verlässliche Schlüsse für die weitere Ent-
wicklung der wirtschaftlichen Situation der Beschwerdeführerin zu ziehen. Es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 16

bestehen zudem keine konkreten Hinweise, dass die Beschwerdeführerin 
eine besser bezahlte Stelle in Aussicht hätte. Ihre fehlende Berufsausbildung 
und bisherige Erwerbsbiografie lassen solches auch nicht erwarten. Nichts 
deutet sodann darauf hin, dass in absehbarer Zeit ihre zwei Pensen rechtlich 
gesichert weiter erhöht werden könnten. Die Möglichkeit, dass ihr Pensum 
bei der Tagesschule je nach deren Entwicklung erhöht werden könnte, bleibt 
zu vage, um sie prognostisch zu ihren Gunsten einzubeziehen (vgl. Eingabe 
der Beschwerdeführerin vom 31.3.2023 S. 2 [act. 40] und Schreiben der Ta-
gesschule E.________ vom 13.3.2023 [BB 34, act. 40B]).

3.3 Nach dem Erwogenen lässt sich eine positive Prognose nicht stellen; 
vielmehr besteht die konkrete Gefahr des Rückfalls in eine zumindest ergän-
zende Sozialhilfeabhängigkeit. Damit ist der Widerrufsgrund nach Art. 62 
Abs. 1 Bst. e AIG weiterhin erfüllt (vorne E. 3.1).

4.

Streitig ist weiter die Verhältnismässigkeit der Entfernungsmassnahme.

4.1 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegwei-
sung sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie 
aufgrund einer Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen (Art. 5 
Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 AIG). Beeinträchtigt 
die Entfernungsmassnahme das Familien- oder Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 der 
Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 
BV), bildet Grundlage der Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und 
Art. 36 BV (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7, 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; 
BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Dies gilt hier insoweit, als mit Blick auf die Aufent-
haltsdauer der Beschwerdeführerin der Anspruch auf Schutz des Privatle-
bens berührt ist (vgl. hinten E. 6.1). Inwiefern sich aus dem zusätzlich ange-
rufenen «faktischen Anwesenheitsrecht» bzw. dem Grundsatz von Treu und 
Glauben zusätzliche Rechte der Beschwerdeführerin ergeben sollen (vgl. 
Beschwerde S. 8 f.), ist nicht ersichtlich. Nicht im Schutzbereich von Art. 8 
Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV (Recht auf Familienleben) liegt hingegen 
die Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem volljährigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 17

Sohn (Beschwerdeführer). Hierfür wäre ein besonderes Abhängigkeitsver-
hältnis erforderlich, das über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emo-
tionalen Bindungen hinausgeht (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1, 137 I 154 E. 3.4.2). 
Ein solches ist nicht substanziiert dargetan und kann insbesondere nicht 
allein darin gesehen werden, dass für den Sohn, der nach eigenem Bekun-
den noch immer keinen Kontakt zu seinem Adoptivvater hat, die Beziehung 
zur Beschwerdeführerin die einzige in der Schweiz tatsächlich gelebte ver-
wandtschaftlich-familiäre Beziehung ist, und er in der Beschwerdeführerin 
die wichtigste Bezugsperson sieht (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers 
vom 7.3.2023 [BB 42, act. 40B]; Beschwerde S. 6 f.).

4.2 Im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit sind die öffentli-
chen Interessen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentli-
chen Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der betroffenen 
Person am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu 
berücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Ein-
zelfall (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Beim Widerrufs-
grund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG ist eine 
Interessenabwägung zwischen dem gesetzlich verankerten öffentlichen 
Fernhalteinteresse und den entgegenstehenden privaten Interessen durch-
zuführen, wobei namentlich folgende Kriterien zu berücksichtigen sind: die 
Schwere des Verschuldens an der Sozialhilfeabhängigkeit, der Grad der 
Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der be-
troffenen Person drohenden Nachteile; zu beachten ist auch die Qualität der 
sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen sowohl im Gast- wie im Hei-
matland (vgl. BGer 2C_370/2021 vom 28.12.2021 E. 3.3, 2C_122/2020 vom 
7.7.2020 E. 3.2; VGE 2020/36 vom 13.4.2021 E. 4.4, 2019/202 vom 
2.4.2020 [bestätigt durch BGer 2C_413/2020 vom 24.8.2020] E. 6.3). Voll-
zugshindernissen trägt regelmässig das SEM durch Prüfung und gegebe-
nenfalls Anordnung der vorläufigen Aufnahme Rechnung (Art. 83 AIG). Nach 
der Rechtsprechung kann ein Vollzugshindernis aber geeignet sein, die Wie-
dereingliederung im Herkunftsland zu beeinträchtigen. Diesfalls können die 
entsprechenden Fragen nicht (ausschliesslich) in das Vollzugsverfahren ver-
wiesen werden (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.3.2 [Anspruchsbewilligung]; 
BVR 2015 S. 105 E. 3.2.1 [Ermessensbewilligung]), sondern sind – so auch 
hier – in die bewilligungsrechtliche Beurteilung einzubeziehen (vgl. etwa 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 18

VGE 2019/267 vom 14.12.2021 E. 5, 2018/294 vom 28.6.2019 E. 5.1 mit 
weiteren Hinweisen).

5.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses ergibt sich Folgendes: 

5.1 Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während Jahren 
zumindest ergänzend und insgesamt in erheblichem Umfang (über 
Fr. 370'000.--) Sozialhilfe bezogen (vgl. vorne E. 2.3, 2.4 und 3.2). Seit März 
2021 hat sie nun zwar zwei Anstellungen inne, die es ihr nach Erhöhung der 
Pensen erlaubt haben, sich per Ende März 2023 von der Sozialhilfe abzu-
melden. Bei Heranziehung des ausländerrechtlich massgebenden Bedarfs 
resultiert aber auch aktuell noch ein Fehlbedarf; zudem fehlen konkrete Aus-
sichten auf ein gesichertes höheres Einkommen (vgl. vorne E. 3.2.3). Bei 
diesen Gegebenheiten ist auf ein erhebliches Fernhalteinteresse zu schlies-
sen.

5.2 Weiter ist mit Blick auf die Gewichtung des öffentlichen Interesses zu 
unterscheiden, ob die Sozialhilfeabhängigkeit selbstverschuldet ist oder 
nicht (BGer 2C_13/2019 vom 31.10.2019 E. 4.2.1, 2C_23/2018 vom 
11.3.2019 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Für die Frage, ob die Beschwer-
deführerin ihre Sozialhilfeabhängigkeit (teilweise) selbst verschuldet hat oder 
durch eine Arbeitsunfähigkeit an der Arbeitsaufnahme gehindert wurde, ist 
der gesamte Zeitraum des Sozialhilfebezugs zu betrachten (vgl. u.a. 
BGer 2C_716/2021 vom 18.5.2022 E. 3.2.1 [Widerruf Niederlassungsbewil-
ligung, betreffend VGE 2019/224 vom 14.7.2021]).

5.2.1 Seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2003 ging die Beschwerde-
führerin nie längerfristig einer geregelten (Vollzeit-)Arbeit nach. Während der 
Ehe kam ihr Schweizer Ehemann für den Lebensunterhalt auf. Ab der Tren-
nung im Jahr 2005 bis Ende März 2023 bezog sie durchgehend (zumindest 
ergänzend) Sozialhilfe. Dies lässt sich bis zur Fremdplatzierung ihres Soh-
nes zwar teilweise mit ihrer Betreuungsaufgabe erklären. Allerdings stellte 
bereits das Zivilgericht im Rahmen des Eheschutzverfahrens fest, dass es 
der Beschwerdeführerin angesichts des Alters des Kindes ohne weiteres zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 19

mutbar sei, eine 50 %-Stelle zu suchen (Entscheid vom 17.1.2006 [Akten 
MIDI pag. 113 ff., 119]). Ab der Fremdplatzierung des Kindes im Jahr 2008 
hinderte die Beschwerdeführerin insofern nichts mehr an voller Arbeitstätig-
keit.

5.2.2 Die Beschwerdeführerin neigte von Beginn an zu übermässigem Al-
koholkonsum, was in der Vergangenheit zu gewissen Problemen führte und 
unter anderem ein Grund war, warum sie längerfristig keine Stelle halten 
konnte (vgl. vorne E. 2.5; BB 2 [act. 1C] und Beschwerde S. 11). Eine 2019 
diagnostizierte Alkoholabhängigkeit hat die Beschwerdeführerin offenbar 
noch im selben Jahr überwunden; gleichzeitig wurde ihr damals volle Arbeits-
fähigkeit attestiert (vgl. vorne E. 2.5), womit sie spätestens seit diesem Zeit-
punkt wieder vollständig arbeitsfähig ist. Bereits vor 2019 war bei ihr jedoch 
nicht von einer umfangmässig signifikanten und mehr oder weniger durch-
gehenden Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Alkoholabhängigkeit auszuge-
hen. Eine medizinisch festgestellte zeitweilige (teilweise) Arbeitsunfähigkeit 
für die Zeit vor 2019 ist weder geltend gemacht, noch bestehen dafür in den 
Akten Anhaltspunkte. Dementsprechend ging die Beschwerdeführerin vor 
2019 – wenn auch nicht regelmässig – einer Arbeit nach oder nahm an 
Beschäftigungs- oder Ausbildungsprogrammen teil (vgl. vorne E. 2.3). Es 
wäre ihr über eine lange Zeitspanne zumutbar gewesen, sich um eine genü-
gend einträgliche Arbeitsstelle zu bemühen, womit sie ein Verschulden an 
ihrer früheren Sozialhilfebedürftigkeit trifft (vgl. BGer 2C_1048/2017 vom 
13.8.2018 E. 4.5.2). Zudem muss sie sich vorwerfen lassen, den teilweise 
übermässigen Alkoholkonsum trotz der daraus resultierenden Probleme 
nicht früher – namentlich seit Entfallen ihrer Betreuungsaufgabe im Jahr 
2008 – angegangen zu haben. Die Problematik dürfte ihr bewusst gewesen 
sein, aktenkundig spätestens seit 2013 (vgl. Aussage anlässlich eines poli-
zeilichen Gewahrsams [Akten MIDI pag. 229]). Von einem schnellen Reagie-
ren kann angesichts der seit den Nullerjahren bestehenden Alkoholproble-
matik nicht die Rede sein (vgl. aber Beschwerde S. 12). Im Übrigen war sie 
über alle Jahre in der Lage, anstandslos mit den Sozialdiensten und der Pfle-
gefamilie zu kooperieren sowie besuchsweise mit ihrem Sohn zu verkehren 
(vgl. vorne E. 2.7), was ebenfalls gegen eine nennenswerte Beeinträchti-
gung ihrer Arbeitsfähigkeit durch Alkoholkonsum spricht. Nach dem Gesag-
ten lässt sich die Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerdeführerin – über die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 20

ganze Bezugsperiode betrachtet – nicht hauptsächlich mit deren gesundheit-
licher Situation erklären oder rechtfertigen. Soweit ihr Zustand aufgrund des 
Alkoholproblems beeinträchtigt gewesen sein sollte, ist ihr anzulasten, dass 
sich dieser nicht frühzeitig verbessert hat. Hätte sie sich früher professionelle 
Hilfe geholt, hätte eine Diagnose gestellt und gegebenenfalls eine Therapie 
angeordnet werden können (vgl. zu einer ähnlichen Einschätzung hinsicht-
lich des psychischen Zustands BGer 2C_9/2020 vom 29.6.2020 E. 5.2.4 f.).

5.2.3 Der Beschwerdeführerin ist grundsätzlich zugute zu halten, dass sie 
sich in letzter Zeit um ein bedarfsdeckendes Einkommen bemüht und seit 
März 2021 zwei Teilzeitanstellungen innehat, die ihr kürzlich immerhin er-
laubt haben, sich von der Sozialhilfe abzumelden (vgl. vorne E. 2.3.2 und 
2.4). Jedoch muss sie sich vorwerfen lassen, dass sie sich erst unter Druck 
des laufenden ausländerrechtlichen Rechtsmittelverfahrens um Anstellun-
gen bemüht hat (vgl. BB 3 [act. 1C]; Eingaben vom 22.9. und 6.11.2020 so-
wie dazugehörige Beilagen [act. 5/5A, BB 5 und 6; act. 7/7A, BB 7]). Schon 
lange vor der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung am 5. Dezember 
2019 musste ihr klar gewesen sein, dass ihre fehlende (genügende) Er-
werbstätigkeit aus ausländerrechtlicher Sicht problematisch ist. Erstmals for-
mulierte das Eheschutzgericht im Jahr 2006 die Erwartung, dass sie sich um 
eine 50 %-Stelle bemüht (vgl. vorne E. 5.2.1). 2009 verlängerte das MIP die 
Aufenthaltsbewilligung unter anderem nur unter der Bedingung, dass die Be-
schwerdeführerin «sich bemüht, eine Arbeitsstelle von mindestens 60-80 % 
zu finden». 2016 und 2017 wurde sie unter Hinweis auf den Sozialhilfebezug 
zweimal ermahnt. 2018 sprach das MIP aus den gleichen Gründen eine aus-
länderrechtliche Verwarnung aus (vgl. vorne E. 2.2). Dementsprechend kann 
bei der Beschwerdeführerin nicht die Rede sein von einer jahrelangen vor-
behaltlosen Bewilligungsverlängerung (vgl. aber Beschwerde S. 8 f.). Dass 
die erste Ermahnung «erst» rund sechs Jahre nach der unter Bedingungen 
erteilten Aufenthaltsbewilligung erfolgte, ist mit der Vorinstanz nicht zu bean-
standen. Vielmehr ist darin eine grosszügige und mit Blick auf den Grund 
ihrer weiteren Anwesenheit in der Schweiz (Beziehungspflege mit dem 
Schweizer Sohn) angemessene Frist zu sehen, in der die Beschwerdeführe-
rin Zeit gehabt hätte, auch die Bedingung einer tendenziell selbsttragenden 
Erwerbstätigkeit zu erfüllen (vgl. vorne E. 2.1). Diesem Ziel konnte sie jeweils 
nur kurzzeitig nachkommen, wie die Vorinstanz zu Recht festhält (Vernehm-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 21

lassung S. 1 f. [act. 3]). Seit die Beschwerdeführerin bei der Fast-Food-Kette 
in einer Filiale arbeitet (September 2022), bei der die Chance besteht, dass 
sie über dem vertraglich zugesicherten Pensum arbeiten kann (vgl. vorne 
E. 2.3), hat sie soweit ersichtlich keinerlei Anstrengungen mehr unternom-
men, um ihre Einkommenssituation weiter zu verbessern. Sie hat nie kon-
krete Vorstellungen geäussert oder Aktivitäten gezeigt, wie sie ihre weiterhin 
prekäre wirtschaftliche Situation nachhaltig stabilisieren könnte, und scheint 
sich auf die Hoffnung zu verlassen, dass ihre Pensen in den zwei Teilzeitan-
stellungen stabil bleiben (ungesicherte Mehrarbeit bei der Fast-Food-Kette) 
oder aufgestockt werden könnten (Tagesschule). Von Bemühungen zur 
nachhaltigen Absicherung eines bedarfsdeckenden Einkommens unter bes-
serer Ausschöpfung ihres Arbeitspotenzials war sie nicht enthoben, auch 
wenn das Manko seit der Abmeldung von der Sozialhilfe momentan ver-
gleichsweise bescheiden ist. Dass die Sozialdienste ihr fürsorgerechtlich 
eine gute Kooperation attestierten (vgl. vorne E. 2.4; Beschwerde S. 12), hilft 
ihr bei dieser Sachlage nicht. Einerseits beurteilt sich das Verschulden in 
ausländerrechtlicher Hinsicht nicht gleich wie in fürsorgerechtlicher Hinsicht 
(vgl. BGer 2C_1048/2017 vom 13.8.2018 E. 3.4.4). Andererseits war der Be-
schwerdeführerin längst bekannt, dass sie ihren Verbleib in der Schweiz ge-
fährdet, wenn sie ihren Lebensbedarf nicht selber finanziert.

5.2.4 Nach dem Erwogenen trifft die Beschwerdeführerin insgesamt ein be-
trächtliches Verschulden an ihrer langjährigen Sozialhilfeabhängigkeit.

5.3 Weiter ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin zwischen 2008 
und 2014 wiederholt – wenn auch nur im Bagatellbereich – in strafrechtlicher 
Hinsicht Anlass zu Klagen gegeben hat. Die Delikte scheinen vor allem mit 
übermässigem Alkoholkonsum in Zusammenhang gestanden zu haben. Seit 
längerer Zeit hat sich die Beschwerdeführerin aus strafrechtlicher Sicht 
nichts mehr zu Schulden kommen lassen (vgl. vorne E. 2.6). Bei der auslän-
derrechtlichen Interessenabwägung kann jedoch nicht ausgeblendet wer-
den, wie sich die betroffene ausländische Person während ihrer gesamten 
Anwesenheit in der Schweiz verhalten hat (vgl. BGer 2C_1015/2017 vom 
7.8.2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Auch wenn der Straffälligkeit kein nen-
nenswertes zusätzliches Gewicht beizumessen ist, zeugt sie doch von einer 
gewissen Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung, was auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 22

für die Verschuldung der Beschwerdeführerin gilt. Diese ist zwar vergleichs-
weise gering (Betreibungsauszug vom Juli 2019: Betreibung von Fr. 231.95 
und fünf Verlustscheine über Fr. 3'043.40 [act. 21A]); die Beschwerdeführe-
rin hätte diese Schulden aber vermeiden oder tilgen können, hätte sie sich 
rechtzeitig um ein höheres Einkommen bemüht.

5.4 Vor diesem Hintergrund muss aufgrund der über Jahre ununterbro-
chenen und erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit auch im heutigen Zeitpunkt 
von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Entfernungsmass-
nahme ausgegangen werden.

6.

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration 
in der Schweiz sowie die der Beschwerdeführerin und allfälligen Angehöri-
gen drohenden Nachteile zu berücksichtigen.

6.1 Die heute 48-jährige Beschwerdeführerin lebt seit 2003 mit einer Auf-
enthaltsbewilligung in der Schweiz (vorne Bst. A). Der Zeit, welche sie kraft 
aufschiebender Wirkung der gegen die Entfernungsmassnahme erhobenen 
Rechtsmittel hier verbracht hat (seit Dezember 2019), kommt nicht derselbe 
Stellenwert zu wie einem bewilligten Aufenthalt (vgl. BGE 137 II 1 E. 4.3; 
BGE 2C_528/2021 vom 23.6.2022 E. 4.4; BVR 2013 S. 543 E. 5.1; 
VGE 2019/267 vom 14.12.2021 E. 7.1). Dessen ungeachtet ist von einer lan-
gen Aufenthaltsdauer auszugehen. Sie übersteigt den Richtwert deutlich, der 
bei guter Integration grundsätzlich einen Anwesenheitsanspruch gestützt auf 
Art. 8 Ziff. 1 EMRK begründet in Fällen, in denen es ausländischen Personen 
an gesetzlichen Ansprüchen fehlt (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9, 146 I 185 
E. 5.2 [Pra 110/2021 Nr. 36], 147 I 268 E. 1.2.4). Allerdings hat sich die Be-
schwerdeführerin gemessen an ihrem langjährigen Aufenthalt nur mangel-
haft integriert: Auch wenn sie sich neulich von der Sozialhilfe abgemeldet 
hat, ist ihre beruflich-wirtschaftliche Integration angesichts des jahrelangen 
und erheblichen Bezugs wirtschaftlicher Hilfe insgesamt ungenügend. Die 
Beschwerdeführerin scheint über gute Deutsch- und gewisse Französisch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
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kenntnisse zu verfügen (Akten MIDI pag. 242, 303; Beschwerde S. 5). Dies 
stellt gemessen an ihrer Aufenthaltsdauer jedoch keine besondere Integra-
tionsleistung dar. Die Straftaten von 2008 bis 2014 im Bagatellbereich 
schliessen mit der Beschwerdeführerin – für sich betrachtet – zwar eine 
gelungene Integration noch nicht aus (Beschwerde S. 6 mit Hinweis auf 
BGer 2C_65/2014 vom 27.1.2015 E. 3.2 und 2C_749/2011 vom 20.1.2012 
E. 4.3). Sie sprechen jedoch auch nicht für eine erfolgreiche Integration. In 
sozialer Hinsicht macht die Beschwerdeführerin neben der Verbundenheit 
mit ihrem hier lebenden Sohn geltend, sie pflege in der Schweiz «enge 
Freundschaften» und sei «engagiertes und beliebtes Mitglied» in ihrer Kirche 
(Beschwerde S. 5 f.). Die eingereichten Referenzschreiben lassen zwar auf 
das Vorhandensein gewisser sozialer Kontakte zur Schweizer Bevölkerung 
schliessen (vgl. Akten SID 3A1 Beilagen 4 und 5; BB 41 [act. 40B]). Inten-
sive soziale Bindungen, deren Abbruch sie besonders hart treffen würde, 
sind damit aber nicht dargetan. Von einer besonderen Verwurzelung in der 
hiesigen Gesellschaft kann unter den gegebenen Umständen jedenfalls nicht 
gesprochen werden.

6.2 Zu würdigen sind weiter die der Beschwerdeführerin und Angehöri-
gen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile:

6.2.1 Hinsichtlich der Rückkehr ins Heimatland ist zu berücksichtigen, dass 
die Beschwerdeführerin die prägenden Kindheits- und Jugendjahre sowie ei-
nen Teil ihres Erwachsenenlebens in Kenia verbracht hat. Sie ist erst im Alter 
von 29 Jahren in die Schweiz eingereist. In ihrem Heimatland lebt zumindest 
ihre Mutter (vgl. Akten MIDI pag. 378). Zudem hielt sich die Beschwerdefüh-
rerin besuchshalber mehrmals in Kenia auf (Beschwerde S. 13). Es kann da-
von ausgegangen werden, dass sie mit den kulturellen und gesellschaftli-
chen Gepflogenheiten ihres Heimatlands nach wie vor vertraut ist. Sollte sie 
nicht mehr über nähere Kontakte mit anderen Verwandten oder Bekannten 
verfügen, könnte sie solche wiederaufbauen. Die gesunde und arbeitsfähige 
Beschwerdeführerin ist in der Lage, auch in Kenia einer Arbeit nachzugehen. 
Ihre in der Schweiz gesammelten Arbeitserfahrungen können ihr zusätzlich 
zu ihrer früheren Geschäftstätigkeit in der Heimat (vgl. vorne E. 2.1) helfen, 
dort wieder beruflich Fuss zu fassen. Die Alkoholsucht ist seit Ende 2019 
überwunden; (psychologischer) Betreuungsbedarf besteht nicht mehr (vgl. 

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vorne E. 2.4). Wohl trifft zu, dass die Lebensumstände und die wirtschaftli-
che Situation in Kenia schwieriger sind als in der Schweiz. Darin liegen je-
doch keine spezifischen persönlichen Umstände, welche eine Ausreise als 
unzumutbar erscheinen lassen, zumal hiervon nicht allein die Beschwerde-
führerin, sondern die gesamte dort lebende Bevölkerung betroffen ist (vgl. 
BGE 139 II 393 E. 6; BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, be-
stätigt durch BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015] nicht publ. 
E. 4.4.1). Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die 
Wiedereingliederung in Kenia möglich und zumutbar ist (vgl. auch angefoch-
tener Entscheid E. 4.5). Daran ändert nichts, dass ihr Sohn offenbar gar 
keine Verbindung zu Kenia (mehr) hat (vgl. Beschwerde S. 13).

6.2.2 In familiärer Hinsicht ist die Beziehung zwischen der Beschwerdefüh-
rerin und ihrem Sohn bedeutsam. Sie leiten daraus ein gewichtiges Interesse 
an ihrem Verbleib in der Schweiz ab (Beschwerde S. 7 und 14). – Der heute 
22-jährige Sohn lebte früh in einer Pflegefamilie. Im Sommer 2021 konnte er 
seine Ausbildung abschliessen und geht einer gefestigten Erwerbstätigkeit 
nach, womit davon auszugehen ist, dass sein Übertritt in die Selbständigkeit 
gelungen ist (vgl. vorne E. 2.6; Beschwerde S. 7). Die Wegweisung der Be-
schwerdeführerin hat unbestrittenermassen einschneidende Konsequenzen 
für diese familiäre Beziehung, die trotz Fremdplatzierung kontinuierlich ge-
pflegt wurde. Mangels eines besonderen Abhängigkeitsverhältnisses (vgl. 
vorne E. 4.1) kommt ihr im Rahmen der Interessenabwägung indes kein be-
sonderes Gewicht zu. Die Beziehung kann über die üblichen elektronischen 
Kommunikationsmittel und gegenseitige Besuche weiterhin gepflegt werden. 
Im Übrigen eröffnete sich dem Sohn die Chance, mit seinem kenianischen 
Hintergrund weiter vertraut zu werden.

6.3 Zusammenfassend begründet auf privater Seite die lange Aufent-
haltsdauer der Beschwerdeführerin ein nicht unbedeutendes Bleibeinte-
resse. Die Beschwerdeführerin hat sich gesamthaft betrachtet aber nur un-
zureichend integriert, was insbesondere ihrem langjährigen und erheblichen 
Sozialhilfebezug geschuldet ist. Die in familiärer Hinsicht ihr und dem Sohn 
drohenden Nachteile fallen nicht wesentlich ins Gewicht und der Beschwer-
deführerin ist die Rückkehr nach Kenia möglich und zumutbar.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
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7.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen 
ergibt Folgendes: Die Beschwerdeführerin wurde von 2006 bis März 2023 
mit wirtschaftlicher Hilfe im Gesamtbetrag von rund Fr. 374'000.-- 
unterstützt. Dieser beträchtliche Sozialhilfebezug ist auch unter 
Berücksichtigung der bis 2019 bestehenden Suchtproblematik (übermäs-
siger Alkoholkonsum) überwiegend selbstverschuldet. Die Beschwerdefüh-
rerin muss sich ihre Situation daher selbst zuschreiben. Auch wenn sie sich 
kürzlich von der Sozialhilfe abgemeldet hat, erscheint ihre Erwerbssituation 
zu wenig gefestigt, um ihr in wirtschaftlicher Hinsicht eine positive Prognose 
zu stellen; es besteht insoweit die nicht unerhebliche Gefahr eines Rückfalls 
in eine zumindest ergänzende Sozialhilfeabhängigkeit. Insgesamt besteht 
ein erhebliches öffentliches Interesse an der Entfernungsmassnahme. Dem-
gegenüber sind die privaten Interessen trotz der langen Anwesenheit in der 
Schweiz von geringerem Gewicht. Die Beschwerdeführerin wurde jahrelang 
und insgesamt in erheblichem Umfang von der Sozialhilfe unterstützt und ist 
in der hiesigen Gesellschaft und Kultur nicht nennenswert verwurzelt. Ihre 
Integration ist gesamthaft betrachtet als ungenügend zu beurteilen. Familiäre 
Beziehungen in der Schweiz hat die Beschwerdeführerin allein zu ihrem er-
wachsenen Sohn. Die Rückkehr nach Kenia dürfte ihr zwar nicht leichtfallen; 
sie ist ihr aber aufgrund der Gesamtheit der massgeblichen Umstände zu-
mutbar. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegwei-
sung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz erweisen sich demnach auch 
im Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV als verhältnismässig. Eine 
erneute Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AIG (vgl. vorne E. 2.2; Beschwerde 
S. 15) würde hier mit Blick auf den langanhaltenden und erheblichen Sozial-
hilfebezug sowie die fehlende günstige wirtschaftliche Prognose dem ge-
wichtigen öffentlichen Interesse nicht gerecht.

8.

Im (Sub-)Subeventualstandpunkt strebt die Beschwerdeführerin eine vorläu-
fige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit der Rückkehr in ihre Heimat an 
(Rechtsbegehren 4 und 5; vorne Bst. C). Die vorläufige Aufnahme wird vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
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SEM verfügt (Art. 83 Abs. 1 AIG). Nach Art. 83 Abs. 6 AIG kann nur die kan-
tonale Behörde einen entsprechenden Antrag beim SEM stellen, nicht aber 
die betroffene ausländische Person; sie ist vom direkten Zugang zum Ver-
fahren auf vorläufige Aufnahme ausgeschlossen (BGE 141 I 49 E. 3.5.3 
[Pra 104/2015 Nr. 82], 137 II 305 E. 3.2 mit Hinweisen; BVR 2013 S. 543 
E. 7.1, 2015 S. 105 E. 4 f. [zusammengefasst]). – Sollten die Beschwerde-
führenden die verbindliche Feststellung von Vollzugshindernissen beantra-
gen wollen (vgl. Beschwerde S. 15 f.), ist das Verwaltungsgericht (wie vor-
instanzlich die SID) sachlich nicht zuständig, weshalb die Anträge unzulässig 
sind. Gleichwohl dürfen Vollzugshindernisse, die zu einer vorläufigen Auf-
nahme führen könnten, vor jeder wegweisenden Behörde geltend gemacht 
werden. Diese prüft nach pflichtgemässem Ermessen, ob es die geltend ge-
machten Umstände rechtfertigen, eine Beurteilung der Vollzugssituation 
bzw. eine allfällige vorläufige Aufnahme beim sachlich zuständigen SEM im 
Sinn von Art. 83 Abs. 6 AIG zu beantragen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 7.1; 
zuletzt VGE 2020/356 vom 4.1.2022 E. 7.1). Das Verwaltungsgericht hat 
dargelegt, weshalb es die Rückkehr der Beschwerdeführerin in ihr Heimat-
land als zumutbar erachtet (vorne E. 6.2.1). Weitere Gründe, welche den 
Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen lassen, macht die Be-
schwerdeführerin nicht geltend und sind auch nicht ersichtlich. Ein Antrag 
auf vorläufige Aufnahme beim SEM fällt damit ausser Betracht.

9.

Der angefochtene Entscheid hält nach dem Erwogenen der Rechtskontrolle 
stand. Es besteht daher auch kein Anlass, die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Eventualbegehren vorne Bst. C). Die 
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit auf sie 
einzutreten ist (vgl. vorne E. 1.1 und E. 8). Da die von der SID angesetzte 
Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine neue festzulegen (vgl. 
Art. 64d Abs. 1 AIG; vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 27

10.

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführen-
den grundsätzlich kostenpflichtig und haben ihre Parteikosten selber zu tra-
gen (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG), wobei sie für die ihnen gemeinsam auf-
erlegten Kosten solidarisch haften (Art. 106 VRPG). Ihnen ist indessen für 
das verwaltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin bzw. ihres Rechtsvertreters als amtliche 
Anwältin bzw. amtlicher Anwalt gewährt worden (vorne Bst. C; act. 12).

10.2 Die Kosten für das verwaltungsgerichtliche Verfahren trägt somit vor-
erst der Kanton Bern. Zum tarifmässigen Parteikostenersatz ergibt sich Fol-
gendes:

10.2.1 Rechtsanwältin … macht für die Zeit vom 26. Juni 2020 bis zum 
3. Mai 2021 sowie vom 3. März 2022 bis zum 31. März 2023 ausgehend von 
einem Zeitaufwand von 25,67 Stunden ein Honorar von Fr. 6'416.-- 
zuzüglich Auslagen und MWSt geltend (Kostennote vom 31.3.2023 
[act. 40A]). Für die Übernahme des Mandats vom 4. Mai bis zum 
23. September 2021 macht Rechtsanwalt … ausgehend von einem 
Zeitaufwand von 6,92 Stunden ein Honorar von Fr. 1'729.-- zuzüglich 
Auslagen und MWSt geltend (Kostennote vom 4.11.2021 [act. 44A2]).

10.2.2 Die Kostennoten geben zu folgenden Bemerkungen Anlass: Gemäss 
Art. 41 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; 
BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über 
die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; 
BSG 168.811) beträgt das Honorar in Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 
11'800.-- pro Instanz. Innerhalb dieses Rahmentarifs bemisst sich der Par-
teikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der Bedeu-
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 
KAG). Das Verfahren bot allgemein weder in sachverhaltlicher noch in recht-
licher Hinsicht besondere Schwierigkeiten. Zudem war Rechtsanwältin … 
durch ihr Auftreten vor der SID bereits mit der Sache vertraut. Die 
zahlreichen Eingaben der Rechtsvertretungen sind hauptsächlich darauf zu-
rückzuführen, dass sich die Beschwerdeführerin unter dem Druck des (Be-
schwerde-)Verfahrens zu einer momentan einigermassen bedarfsdecken-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 28

den Erwerbssituation hingearbeitet hat und wiederholt entsprechende Unter-
lagen hat nachreichen lassen. Die (Eingaben zur) Sachverhaltsentwicklung 
während des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens erforderte(n) zwar keine 
aufwendigen Rechtsausführungen, die entsprechenden Rechtsvorkehren la-
gen aber allemal im Interesse der Beschwerdeführerin und waren daher ge-
boten. Im Licht der erwähnten massgebenden Kriterien erscheint das von 
den beiden Rechtsvertretungen insgesamt geltend gemachte Honorar als 
hoch, aber gerade noch angemessen.

10.2.3 Der tarifmässige Parteikostenersatz ist wie folgt festzulegen: für 
Rechtsanwältin … Honorar von Fr. 6'416.-- zuzüglich Fr. 142.40 Auslagen 
und Fr. 505.-- MWSt (7,7 % von Fr. 6'558.40), insgesamt Fr. 7'063.40; für 
Rechtsanwalt … Honorar von Fr. 1'729.-- zuzüglich Fr. 91.30 Auslagen und 
Fr. 140.15 MWSt (7,7 % von Fr. 1'820.30), insgesamt Fr. 1'960.45.

10.3 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestell-
ten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar ge-
mäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 Abs. 1 
Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Auslagen und 
Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 Satz 3 KAG). 
Die amtliche Entschädigung von Rechtsanwältin … ist bei einem 
massgeblichen Zeitaufwand von 25,67 Stunden auf Fr. 5'134.-- 
(25,67 x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 142.40 Auslagen und Fr. 406.30 MWSt 
(7,7 % von Fr. 5'276.40), insgesamt Fr. 5'682.70, festzusetzen; jene von 
Rechtsanwalt … ist bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 6,92 Stunden 
auf Fr. 1'384.-- (6,92 x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 91.30 Auslagen und 
Fr. 113.60 MWSt (7,7 % von Fr. 1'475.30), insgesamt Fr. 1'588.90, 
festzusetzen. Die Rechtsvertreterin und der Rechtsvertreter sind vorerst aus 
der Gerichtskasse zu entschädigen.

10.4 Die Beschwerdeführenden sind gegenüber dem Kanton sowie der 
Rechtsvertreterin und dem Rechtsvertreter zur Nachzahlung verpflichtet, so-
bald sie dazu in der Lage sind (Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.07.2023, Nr. 100.2020.295U, 
Seite 29

und Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 
2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Der 
Beschwerdeführerin wird eine neue Ausreisefrist gesetzt auf den 25. Au-
gust 2023.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführenden.

3. a) Der tarifmässige Parteikostenersatz für Rechtsanwältin …, Bern, wird 
im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht auf Fr. 7'063.40 (inkl. 
Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird der in diesem Verfahren 
als amtliche Anwältin beigeordneten Rechtsanwältin aus der 
Gerichtskasse eine auf Fr. 5'682.70 (inkl. Auslagen und MWSt) 
festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführenden. 

b) Der tarifmässige Parteikostenersatz für Rechtsanwalt …, Bern, wird 
im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht auf Fr. 1'960.45 (inkl. 
Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird dem in diesem 
Verfahren als amtlicher Anwalt beigeordneten Rechtsanwalt aus der 
Gerichtskasse eine auf Fr. 1'588.90 (inkl. Auslagen und MWSt) fest-
gesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht der Beschwerdeführenden. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

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Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.