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**Case Identifier:** 44afada2-23e1-586c-91b9-aee39b306408
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.06.2024 100 2022 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-113_2024-06-20.pdf

## Full Text

100.2022.113U
HAM/TST/CES

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Juni 2024

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Häusler
Gerichtsschreiber Tschumi

A.________ und B.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

C.________ und D.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. …
Beschwerdegegnerschaft

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Ligerz
handelnd durch den Gemeinderat, Hübeli 4, 2514 Ligerz

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.06.2024, Nr. 100.2022.113U, 
Seite 2

betreffend Baubewilligung; Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage 
(Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 15. März 
2022; BVD 110/2021/196)

Prozessgeschichte:

A.

Am 14. Februar 2017 stellten C.________ und D.________ ein Baugesuch 
für den Neubau eines zweigeschossigen Wohnhauses mit vorgelagertem 
Untergeschoss und Einstellhalle auf dem Grundstück Ligerz Gbbl. 
Nr. 1________. Dieses befindet sich oberhalb des Bielersees in der Wohn-
zone des ehemaligen Weinbauernweilers Schernelz, der im Gebiet «Linkes 
Bielerseeufer» liegt (Objekt Nr. 1001 des Bundesinventars der Landschaften 
und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung [BLN]) und dessen Ortskern 
im Bundesinventar der schutzwürdigen Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als 
Objekt von regionaler Bedeutung bezeichnet wird. Gegen das Bauvorhaben 
erhoben unter anderen A.________ und B.________ Einsprache, die Ei-
gentümer bzw. Eigentümerin der östlichen Nachbarparzelle Gbbl. 
Nr. 2________ sind. Nachdem das Regierungsstatthalteramt (RSA) Biel/Bi-
enne am 3. August 2017 eine Einigungsverhandlung durchgeführt hatte, 
reichten C.________ und D.________ eine Projektänderung ein (Verkleine-
rung der Einstellhalle). In der Folge holte das RSA beim Berner Heimat-
schutz und beim Verein «Netzwerk Bielersee» (nachfolgend: Netzwerk Bie-
lersee) je eine Stellungnahme zur Frage der Baugestaltung ein. Beide äus-
serten sich positiv zum Bauvorhaben. Mit Gesamtentscheid vom 16. Juli 
2018 erteilte das RSA die Baubewilligung und wies die Einsprachen ab.

B.

Dagegen reichten A.________ und B.________ am 15. August 2018 Be-
schwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern 
(BVE, heute: Bau- und Verkehrsdirektion [BVD]) ein. Diese liess in der Folge 

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beim Tiefbauamt des Kantons Bern (TBA), Oberingenieurkreis Ill, einen 
Fachbericht zur Verkehrssicherheit bei der geplanten Einstellhallenausfahrt 
in die seeseitig an das Baugrundstück angrenzende E.________strasse er-
stellen. Aufgrund der dort festgestellten Mängel reichten C.________ und 
D.________ am 30. April 2019 eine weitere Projektänderung ein (teilweise 
Abtragung der Rebenmauern beidseits der Einstellhallenausfahrt zur Ver-
besserung der Sichtverhältnisse). Daraufhin hiess die BVE die Beschwerde 
mit Entscheid vom 4. Oktober 2019 insofern gut, als sie den Gesamtent-
scheid vom 16. Juli 2018 aufhob und die Sache zur Beurteilung der Projek-
tänderung an das RSA Biel/Bienne zurückwies. Gleichzeitig wies sie das 
RSA an, bei der kantonalen Kommission zur Pflege der Orts- und Land-
schaftsbilder (OLK) einen Fachbericht einzuholen (BVE Nr. 110/2018/116).

C.

Aufgrund des negativen Fachberichts der OLK reichten C.________ und 
D.________ am 17. Dezember 2019 und am 28. Januar 2021 zwei zusätzli-
che Projektänderungen ein, mit denen sie auf das Abtragen der Rebenmau-
ern verzichteten und stattdessen neu einen Verkehrsspiegel auf der genü-
berliegenden Strassenseite vorsahen. Nachdem das RSA das geänderte 
Bauvorhaben erneut öffentlich aufgelegt hatte, wies die Regierungsstatthal-
terin die von A.________ und B.________ dagegen erhobene Einsprache 
mit Gesamtentscheid vom 12. Oktober 2021 ab und erteilte die Baubewilli-
gung.

D.

Hiergegen reichten A.________ und B.________ am 11. November 2021 er-
neut Beschwerde bei der BVD ein. Diese wies die Beschwerde mit Entscheid 
vom 15. März 2022 ab und bestätigte den Gesamtentscheid der Regierungs-
statthalterin vom 12. Oktober 2021.

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E.

Gegen diesen Entscheid haben A.________ und B.________ am 19. April 
2022 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der ange-
fochtene Beschwerdeentscheid sei aufzuheben und die Bewilligung für das 
Bauvorhaben sei zu verweigern (Bauabschlag). Eventuell sei die Sache zur 
neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

C.________ und D.________ beantragen mit Beschwerdeantwort vom 
17. Mai 2022 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
Die BVD schliesst mit Vernehmlassung vom 28. April 2022 ebenfalls auf Ab-
weisung der Beschwerde. Die Einwohnergemeinde (EG) Ligerz hat sich 
nicht vernehmen lassen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind als Eigentümer bzw. Eigentümerin des östlich an die 
Bauparzelle angrenzenden Grundstücks durch den angefochtenen Ent-
scheid besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an des-
sen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 
Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]; 
Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, 
Art. 35-35c N. 17). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist daher einzutre-
ten. Fehlende Prozess- bzw. Sachurteilsvoraussetzungen sind entgegen 
dem Antrag der Beschwerdegegnerschaft (vorne Bst. E) nicht ersichtlich.

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1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Das Baugrundstück befindet sich an einer Hanglage am unteren 
Rand eines Einfamilienhausquartiers mit Aussicht auf den Bielersee. Es ist 
an der südwestlichen Parzellengrenze bereits mit einem betonierten Fahr-
zeugunterstand überbaut, der über einen überdeckten Zugang mit dem 
Wohnhaus auf der Nachbarparzelle verbunden ist und vor rund 20 Jahren 
erstellt wurde. Entlang der rund 27 m langen seeseitigen Grundstücksgrenze 
zur E.________strasse verläuft zudem eine ortstypische Rebenmauer, die 
im kommunalen Inventar «Mauern» aufgeführt und abgesehen von der rund 
8 m breiten Zufahrt zum bestehenden Fahrzeugunterstand noch weitgehend 
erhalten ist. Ansonsten bestehen auf dem Grundstück noch keine Bauten. 
Das umstrittene Bauvorhaben umfasst ein Wohnhaus mit zwei oberirdischen 
Geschossen im mittleren Bereich der Bauparzelle sowie ein südlich vorgela-
gertes Untergeschoss mit einer rund 160 m2 grossen Einstellhalle, die zu-
sammen mit den vorbestehenden Parkplätzen insgesamt sechs Autos Platz 
bietet (vgl. Plan «Untergeschoss», Vorakten RSA [act. 4G1]). Der Bereich 
über der Einstellhalle soll aufgeschüttet und als Terrassenfläche vor dem 
Wohnhaus dienen. Gemäss den Plänen wird die Einstellhalle an den bereits 
vorhandenen Fahrzeugunterstand angebaut, wobei die heute schon beste-
hende rund 24,5 m lange Sichtbetonmauer, die sich von der westlichen 
Nachbarparzelle entlang der E.________strasse bis zum bestehenden Fahr-
zeugunterstand auf dem Baugrundstück erstreckt, in der Flucht in östlicher 
Richtung um gut 13 m verlängert wird. Dieser neue Mauerabschnitt wird 
durch eine knapp 7,2 m breite Zufahrtsöffnung (ohne Garagentor) unterbro-
chen und weist eine sichtbare Höhe von ca. 2,5 bis 2,7 m auf (vgl. Plan «Süd-
fassade», Vorakten RSA [act. 4G1]). Diese neue Südfassade soll in einem 
Abstand von 2,5 bis 4 m zur E.________strasse errichtet werden und damit 
den ordentlichen Strassenabstand von 5 m gemäss Art. 4.2 Abs. 3 des Bau- 
und Nutzungsreglements der EG Ligerz vom 28. November 2013 (BNR) so-
wie den Bauabstand von 10 m zur Rebenschutzzone auf der gegenüberlie-
genden Strassenseite gemäss Art. 4.2 Abs. 2 Bst. l i.V.m. Abs. 1 BNR um je 

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bis zu knapp 2,5 m unterschreiten (vgl. die bewilligten Pläne in Vorakten RSA 
[act. 4G1]). Nach der Auflage in Dispositiv-Ziff. 1.10 des Gesamtentscheids 
vom 12. Oktober 2021 sind die von der E.________strasse aus sichtbaren 
seeseitigen Fassadenteile wie die bestehende Mauer mit geeigneten Pflan-
zen dauernd zu begrünen (Vorakten RSA [act. 4D] pag. 173).

2.2 Die Beschwerdeführenden sind der Auffassung, das Bauprojekt sei 
aus verschiedenen Gründen zu Unrecht bewilligt worden. Neben verschie-
denen formellen Rügen (Beschwerde Rz. 15 ff.) machen sie zusammenge-
fasst geltend, dass die Vorinstanzen nicht korrekt geprüft hätten, ob die 
zulässigen Gebäudedimensionen eingehalten sind (Beschwerde Rz. 44 ff.), 
dass das Bauvorhaben den Gestaltungsvorschriften widerspreche (Be-
schwerde Rz. 60 ff.) und dass die geplante Einstellhallenausfahrt aufgrund 
der unübersichtlichen Verhältnisse nicht genügend verkehrssicher sei (Be-
schwerde Rz. 81 ff.). Ausserdem habe die Vorinstanz zu Unrecht aus ästhe-
tischen Gründen Ausnahmen für die Unterschreitungen des Strassenab-
stands und des Bauabstands zur Rebenschutzzone erteilt (Beschwerde 
Rz. 95 ff.). Im Nachfolgenden ist auf die mit der Baugestaltung zusammen-
hängenden Rügen einzugehen, die insbesondere im Zusammenhang mit 
den aus ästhetischen Gründen gewährten Ausnahmebewilligungen von Be-
deutung sind (E. 3 und 4 hiernach).

3.

3.1 Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen 
Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 
Satz 1 BauG). Die Gemeinden können nähere Vorschriften erlassen (Art. 9 
Abs. 3 BauG). Das BNR der EG Ligerz enthält unter dem Titel «Bau- und 
Aussenraumgestaltung» unter anderem die folgenden Gestaltungsvorschrif-
ten:

Art. 8.1 Gestaltungsgrundsatz

Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer Um-
gebung eine gute Gesamtwirkung entsteht.

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Art. 8.2 Gestaltungskriterien

Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu 
berücksichtigen

- die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und 
Landschaftsbildes,

- die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung 
auch die beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Bebauung,

- Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten 
und Anlagen,

- die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und 
Farbgebung,

- die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und 
der Begrenzung gegen den öffentlichen Raum,

- die Gestaltung und Einordnung der Erschliessungsanlagen, Abstell-
plätze und Eingänge.

Art. 8.3 Abs. 3 und Art. 8.6 BNR sehen weiter vor, dass sich namentlich die 
Stellung der Bauten sowie die Gestaltung der privaten Aussenräume – ins-
besondere der öffentlich erlebbaren Einfriedungen, Vorgärten, Vorplätze und 
Hauszugänge – nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen, 
welche das Strassen-, Quartier- und Ortsbild prägen, zu richten haben.

3.2 Das Orts- und Landschaftsbild stellt sich in der Umgebung des Bau-
vorhabens wie folgt dar: Die Bauparzelle befindet sich rund 300 m westlich 
des historischen Kerns von Schernelz in einem Einfamilienhausquartier, das 
im Wesentlichen in den letzten fünfzig Jahren entstanden ist. Die Baupar-
zelle ist ausserdem Teil des Ortsbildhintergrunds bzw. der Umgebungsrich-
tungen der im ISOS verzeichneten Ortsbilder von nationaler Bedeutung 
«Bipschal» und «Ligerz» (je U-Ri I), deren geschützte Ortskerne gut 110 m 
unterhalb der Bauparzelle am Ufer des Bielersees liegen und von der Bau-
parzelle rund 350 bzw. 700 m (Luftlinie) entfernt sind (vgl. ISOS, Kanton 
Bern, Band 2 Seeland, abrufbar unter: <www.bak.admin.ch>, Rubriken 
«Baukultur/ISOS und Ortsbildschutz»). Das BLN-Gebiet «Linkes Bielersee-
ufer» wird sodann als «reich strukturierte Rebbaulandschaft» beschrieben, 
deren «besondere[r] Reiz […] im harmonischen Wechsel und in der Verzah-
nung kompakter Dörfer mit den weitgehend erhaltenen historischen Sied-
lungsrändern, Rebbergen, Felsen, einzelnen Gehölzen und trockenwarmen 
Magerwiesen» liegt (Ziff. 1 und 2.1 des Objektblatts «BLN … Linkes Bieler-
seeufer», einsehbar unter: <www.bafu.admin.ch>, Rubriken «Themen/Land-
schaft/Landschaften und Naturdenkmäler/BLN»). Charakteristisch für diese 
Reblandschaft sind die Kompaktheit der Terrassenfluren mit den Trocken- 

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und Bruchsteinmauern und die mit Mauern eingefassten Wege. Die ausser-
ordentlich hohe Dichte an gut erhaltenen Ortsbildern von nationaler Bedeu-
tung mit intakten historischen Siedlungsrändern zeugt von der kulturellen 
und wirtschaftlichen Bedeutung des jahrhundertealten Weinbaus (Ziff. 2.4). 
Es gelten u.a. die folgenden Schutzziele (Ziff. 3):

«3.1 Die offene und fein strukturierte Rebbaulandschaft mit ihren Struk-
turelementen wie Trocken- und Bruchsteinmauern erhalten.

3.2 Die mosaikartige Verzahnung der naturnahen Lebensräume mit 
der offenen Kulturlandschaft erhalten.

[…]

3.10 Die intakten Ortsbilder der Winzersiedlungen Tüscherz, Twann, 
Wingreis, Bipschal, Ligerz und Schafis in ihren Qualitäten und 
kompakten Ausprägung erhalten.

3.11 Die historischen Verkehrswege in ihrer Substanz und ihrer Einbet-
tung in die Landschaft erhalten.»

Auf der gegenüberliegenden Strassenseite grenzt das Grundstück schliess-
lich an die kommunale Rebenschutzzone, die sich hangabwärts Richtung 
See erstreckt. Das entsprechende Gebiet gilt gemäss Art. 13.1 Abs. 1 BNR 
als Landschaft von besonderer Schönheit, Eigenart und geschichtlichem 
Wert im Sinn von Art. 10 BauG (heute: Art. 9a BauG) und soll insbesondere 
die im BLN verzeichnete «harmonische alte Kulturlandschaft mit zusammen-
hängenden Rebbergen und Winzerdörfern» schützen.

3.3 Für eine sachgerechte Konkretisierung von Einordnungs- und Gestal-
tungsvorschriften bedarf es oft eines besonderen Fachwissens. Kantonale 
Fachstelle ist die OLK (vgl. Art. 10 BauG; ferner Art. 22 Abs. 1 Bst. a und 
Art. 22a Abs. 1 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungs-
verfahren [Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]). Ebenfalls in Frage 
kommen leistungsfähige örtliche Fachstellen (vgl. Art. 22 Abs. 2 und Art. 22a 
Abs. 2 BewD). Entsprechende Fachberichte sind für die Behörden nicht ver-
bindlich (für die OLK vgl. Art. 10 Abs. 2 BauG). Das Verwaltungsgericht 
räumt ihnen aber regelmässig einen erheblichen Stellenwert ein, indem es 
sich bei ihrer Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt und nur aus 
triftigen Gründen von ihnen abweicht. Insbesondere prüft das Gericht, ob die 
Fachmeinung gefestigt und gut abgestützt ist, und ob sie – nach entspre-
chenden Erläuterungen – auch Laien zu überzeugen vermag (statt vieler 
BVR 2009 S. 328 E. 5.7; VGE 2019/413 vom 21.5.2021 E. 4.4; Zaugg/

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Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 9b und 9e; Ruth Herzog bzw. Michel Daum, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 80 N. 20 bzw. Art. 19 N. 58).

3.4 Das Regierungsstatthalteramt hat das Bauvorhaben – wie eingangs 
(vorne Bst. A) bereits dargelegt – zunächst vom Berner Heimatschutz sowie 
vom Netzwerk Bielersee beurteilen lassen. Beide Fachstellen führten damals 
in ihren weitgehend gleichlautenden Stellungnahmen aus, dass sie aus ge-
stalterischer Sicht keine Einwände gegen das Bauprojekt hätten. Das Aus-
nahmegesuch in Bezug auf die Unterschreitung des Strassenabstands durch 
die Einstellhalle könnten sie unterstützen. Auf der westseitig angrenzenden 
Parzelle bestehe schon eine Einstellhalle, die den Strassenabstand nicht 
einhalte. Aus gestalterischer Sicht ergebe es Sinn, in deren Flucht weiterzu-
bauen. Anlässlich einer Begehung vor Ort hätten sie sich anhand von diver-
sen andern Lösungsvorschlägen der Architekten vom gewählten Ansatz 
überzeugen können. Die Terrassierung zwischen der Rebenmauer aus Na-
tursteinen und der Betonwand der Einstellhalle werde wie auf der Nachbar-
parzelle bepflanzt. Im Weiteren sei zu begrüssen, dass die Natursteinmauer 
– wie auf den Plänen ersichtlich sei – auf der östlichen Seite der Zufahrt 
saniert werden solle (Stellungnahme Berner Heimatschutz vom 9.7.2018, 
Vorakten RSA [act. 4C] pag. 183; Stellungnahme Netzwerk Bielersee vom 
20.4.2018, Vorakten RSA [act. 4C] pag. 156). 

3.5 Die auf Anweisung der BVE konsultierte kantonale Fachkommission 
(OLK) beurteilte das Bauvorhaben dagegen kritisch: Die Bauparzelle befinde 
sich an einer weithin sichtbaren Lage in einem landschaftlich hochsensiblen 
Gebiet. Die Schutzziele des BLN sähen u.a. vor, dass die offene und fein 
strukturierte Rebbaulandschaft mit ihren Strukturelementen wie Trocken- 
und Bruchsteinmauern erhalten werde. An einem solchen Ort müsse die Ge-
staltung von Bauten hohen Ansprüchen genügen. Das Wohnhaus sei in der 
vorgeschlagenen Form grundsätzlich denkbar. Sein Volumen sei plausibel 
platziert und respektiere in seiner Ausgestaltung die bestehende Hangsitua-
tion. Bei der geplanten Einstellhalle sei dies hingegen nicht der Fall. Die süd-
liche Sichtbetonwand rage viel zu weit aus dem Terrain und werde zu nahe 
an die Strasse gebaut. Dadurch trete sie wuchtig in Erscheinung und 

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schwäche die ortstypische Begleitung der Strassen durch die markanten Re-
benmauern, womit sie die «sensible Randsituation» zerstöre. Insgesamt 
ordne sich das Bauvorhaben nicht gut ins Orts- und Landschaftsbild ein, son-
dern beeinträchtige dieses schwer. Gleiches gelte zwar auch für den bereits 
erstellten Teil, abgemildert nur durch die vorgelagerte Bepflanzung. Es sei 
indessen nicht einzusehen, weshalb es sinnvoll sein solle, an einem bereits 
entstandenen Fehler weiterzubauen. Für die OLK sei das Projekt in der ak-
tuellen Form deshalb undenkbar. Das Vorhaben sei zu überarbeiten, wobei 
sich die Terrainmodellierung bestmöglich an der bestehenden Topografie zu 
orientieren habe und die Einstellhalle besser ins natürliche Terrain zu inte-
grieren sei. Die Einstellhalle sei deshalb von der Strasse zurückzuversetzen. 
Ausserdem sei die Einfahrtsöffnung auf ein Minimum zu reduzieren (vgl. 
Fachberichte vom 2.3.2020 und 22.3.2021, Vorakten RSA [act. 4D] 
pag. 132-137).

3.6 Trotz dieser negativen Beurteilung durch die OLK hat die Regierungs-
statthalterin auf Antrag der Gemeinde (vgl. Stellungnahme vom 10.6.2021, 
Vorakten RSA [act. 4B] pag. 162 f.) im Gesamtentscheid vom 12. Oktober 
2021 am Standpunkt des Berner Heimatschutzes bzw. Netzwerks Bielersee 
festgehalten und die Baubewilligung für das modifizierte Projekt einschliess-
lich der Ausnahmen für das Unterschreiten der Bauabstände zur 
E.________strasse sowie zur Rebenschutzzone erneut erteilt (vgl. insb. 
E. 13.4 und 14 f., Vorakten RSA [act. 4D] pag. 176 ff.). Die Vorinstanz hat 
diese Baubewilligung im angefochtenen Entscheid bestätigt. In Bezug auf 
die Baugestaltung hat sie dabei das Folgende festgehalten (vgl. E. 8e und 
9d): Es sei zwar unzweifelhaft, dass das Orts- und Landschaftsbild in der 
Umgebung des Bauvorhabens wertvoll sei, zumal es Teil eines BLN-Gebiets 
sei, zur Umgebungsrichtung des im ISOS geschützten Dorfes Ligerz gehöre 
und südlich unmittelbar an die kommunale Rebenschutzzone grenze. Aller-
dings bestehe das umliegende Quartierbild vorwiegend aus Einfamilienhäu-
sern, die – wie das Luftbild zeige – sowohl hinsichtlich Überbauungsdichte 
als auch in Bezug auf Dimensionierung, Anordnung und Charakter sehr he-
terogen seien. Von Bedeutung sei im vorliegenden Zusammenhang vor al-
lem, dass die Häuser bzw. deren Einstellhallen und Vorplätze verschieden-
artige Bezüge zur Strasse aufwiesen. So befänden sich die Hauptbauten 
oder Nebenbauten teils relativ nahe an der Strasse, teils seien sie aber auch 

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deutlich zurückversetzt. Grössere, ungedeckte Vorplätze oder längere 
Grundstückszufahrten wechselten sich mit kleineren Zufahrtsbereichen mit 
relativ nahe an der Strasse liegenden Einstellhallen oder Autogaragen ab. 
Bezüglich der Zufahrts- und Parkierungssituation bzw. der Gestaltung der 
privaten Aussenräume seien deshalb keine ortsüblichen oder vorherrschen-
den Merkmale erkennbar, welche das umliegende Strassen-, Quartier- und 
Ortsbild prägten und an welchen sich das Bauvorhaben folglich gestützt auf 
Art. 8.6 BNR zu orientieren hätte. Für die BVD sei deshalb nicht erkennbar, 
wieso sich der geplante Einstellhallenvorbau nicht gut ins Ortsbild integrieren 
sollte. Eine Rückversetzung der Einstellhalle, wie sie die OLK wünsche, hätte 
einen grösseren offenen Vorplatzbereich zur Folge und würde bedeuten, 
dass die Fassaden von Wohngebäude und Einstellhalle zusammenrücken 
und seeseitig eine hohe bauliche Front bilden würden. Ausserdem könnte 
der bestehende Garagenteil nicht in die neue Einstellhalle integriert werden, 
wodurch zwei auf den Vorplatz mündende Garagen erkennbar wären. Dies 
stelle in ästhetischer und architektonischer Hinsicht entgegen der kantonalen 
Fachkommission keine befriedigende Lösung dar, da sie die als sensibel be-
zeichnete Randsituation letztlich stärker beeinträchtige als die geplante Ein-
stellhalle, zumal die über ihr entstehende Terrasse sowie die gegen die 
Strasse ausgerichtete Südfassade begrünt und damit relativ gut kaschiert 
würden, wie die bereits bestehende begrünte Betonmauer zeige. Weiter falle 
ins Gewicht, dass sich der Einstellhallenvorbau einerseits an der vorbeste-
henden Situation mit dem bereits gebauten Garagenteil sowie der bereits 
bestehenden Terrassierung der westlichen Nachbarparzelle orientiere und 
andererseits hinsichtlich des Strassenabstands auch nicht wesentlich von 
der Zufahrtssituation auf der östlichen Nachbarparzelle der Beschwerde-
führenden abweiche. Hinzu komme, dass das offene Portal der Einstellhalle 
auf die nötige Grösse für das Kreuzen von zwei Fahrzeugen beschränkt wor-
den und die Ausfahrt ohne Tor optisch deutlich weniger auffällig sei als eine 
Lösung mit Tor, wie sie in der unmittelbaren Umgebung anzutreffen sei. Dass 
die Situation bei der Einstellhallenausfahrt aus ästhetischer Sicht als störend 
zu beurteilen wäre, sei aus Sicht der BVD deshalb zu verneinen. Insgesamt 
laufe das Bauvorhaben weder den Schutzzielen des betroffenen BLN-
Gebiets zuwider, noch habe es negative Auswirkungen auf die Rebenschutz-
zone oder das Ortsbild, da das geplante Einfamilienhaus in einer Baulücke 
mit einer vorgelagerten, gut in das bestehende Umgebungsbild integrierten 

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Einstellhalle den Wert des Weilers Schernelz nicht schmälere. Im Übrigen 
sei bereits bei der Planung und beim Bau des bestehenden Fahrzeugunter-
stands vorgesehen gewesen, dass dieser später in eine grössere Einstell-
halle integriert werden soll. Da die Projektierungsmöglichkeiten bei einer sol-
chen Etappierung eingeschränkter seien als bei einem isolierten Neubau, sei 
nachvollziehbar, dass das vorliegende Projekt einen Zusammenbau mit dem 
schon vorhandenen Fahrzeugunterstand vorsehe, zumal sich die Baupar-
zelle an einem Hang befinde, wo die Errichtung einer Einstellhalle aufgrund 
der Topografie zusätzlich erschwert sei. Bei dieser Ausgangslage erreiche 
das Vorhaben entgegen der Ansicht der OLK zusammen mit seiner Umge-
bung eine gute Gesamtwirkung und stellten die ästhetischen Aspekte kom-
biniert mit der topografischen Beschaffenheit des Grundstücks sowie dessen 
planerischer und baulicher Vorgeschichte insgesamt besondere Verhält-
nisse dar, welche die vorgesehene Unterschreitung des Strassenabstands 
sowie des Bauabstands zur Rebenschutzzone rechtfertigten.

4.

4.1 Umstritten ist insbesondere, ob die Ausnahmebewilligungen für das 
Unterschreiten des Strassenabstands und des Abstands zur Rebenschutz-
zone zu Recht gestützt auf ästhetische Gründe erteilt worden sind. Die Be-
schwerdeführenden machen geltend, die Vorinstanz weiche mit ihrer Auffas-
sung zur Ästhetik «diametral» vom Ergebnis der Fachberichte der OLK ab. 
Dies sei in verschiedener Hinsicht unhaltbar: Die kantonale Fachkommission 
habe in ihren Berichten mehrmals nachvollziehbar darlegt, dass die Einstell-
halle zu einem unüblichen und auffälligen Störobjekt im Strassenraum führe. 
Die angebliche Heterogenität der Bebauung rechtfertige dagegen noch 
längst keine optisch herausstechenden Bauten. Da die neue Einstellhalle in 
nächster Nähe zur Strasse entstehen soll, verletze das Bauvorhaben nicht 
nur die geltenden Abstandsvorschriften, sondern beeinträchtige auch das 
herrschende Strassen-, Orts- und Landschaftsbild, zumal das Bild der sich 
im Hang mit gleichmässiger Steigung einfügenden Reben durch das neue 
grosse Bauvolumen unterbrochen werde und die bestehende Rebenmauer 
«komplett verblassen» lasse. Entgegen der Vorinstanz werde deshalb ein 

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quartierfremdes überdimensionales Element in den öffentlichen Strassen-
raum gestellt, welches im Strassen-, Orts- und Landschaftsbild seinesglei-
chen suche und die sensible und schützenswerte Randsituation klarerweise 
störe. Folglich bestehe gerade kein Grund, von der Expertise der OLK abzu-
weichen. Der Berner Heimatschutz und das Netzwerk Bielersee hätten die 
Lage der Einstellhalle dagegen «aus rein baulicher Sicht» beurteilt und ihre 
positive Würdigung lediglich damit begründet, dass sie einen Weiterbau der 
Einstellhalle in der Flucht der bestehenden Anlage als sinnvoll erachteten. 
Inwiefern die Flucht der bestehenden Anlage aus Sicht des Orts- und Land-
schaftsbildschutzes für die neu geplante Einstellhalle irgendeine Relevanz 
aufweisen solle, sei jedoch nicht erkennbar. Die bisherige Anlage habe un-
abhängig von der geplanten Einstellhalle bestanden und sei an einer gänz-
lich anderen Stelle platziert, weshalb sie nicht annährend so auffällig in Er-
scheinung trete wie das Bauvorhaben. Aus gestalterischer Sicht ergebe es 
somit gerade keinen Sinn, die bestehende Anlage «weiterzubauen», zumal 
diese ohnehin eine andere Ausrichtung aufweise (Beschwerde Rz. 69 ff.). 
Ästhetische Gründe rechtfertigten denn auch keine Ausnahmebewilligung für 
das Unterschreiten des Strassenabstands oder des Bauabstands zur Re-
benschutzzone. Grundsätzlich kämen zwar besondere Verhältnisse im Zu-
sammenhang mit dem Ortsbildschutz als möglicher Grund für die Erteilung 
von Ausnahmebewilligungen in Frage. Ästhetische Gründe stellten bei Neu-
bauten gemäss der Rechtsprechung indes kaum je einen Ausnahmegrund 
dar. Im Übrigen hätten die Beschwerdeführenden mit den von ihnen ins Spiel 
gebrachten alternativen Gestaltungsvarianten selber den «Gegenbeweis» 
erbracht, dass andere architektonisch befriedigende Lösungen ohne Unter-
schreiten des Strassenabstands gefunden werden könnten. Bereits der Blick 
auf die umliegenden Gebäude verdeutliche, dass vertretbare Lösungen 
möglich seien, welche sowohl der Ästhetik als auch den topografischen Ge-
gebenheiten genügend Rechnung trügen. Nicht nachvollziehbar sei deshalb 
auch, weshalb die Vorinstanz die Ausnahme mit der angeblich sonderbaren 
Topografie (Hanglage) zu begründen versuche. Die Gestaltungsmöglichkei-
ten seien durch den bereits bestehenden Fahrzeugunterstand in keiner 
Weise eingeschränkt. Ferner genüge das vom Netzwerk Bielersee und dem 
Berner Heimatschutz gleichlautend vorgebrachte Argument, wonach es Sinn 
ergebe, in der Flucht der bestehenden Einstellhalle weiterzubauen, ebenfalls 
nicht als Ausnahmegrund, weil einem solchen Weiterbau der Schutz des 

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Orts- und Landschaftsbilds entgegenstehe. Schliesslich vermöge auch die 
planerische Vorgeschichte keine Ausnahme zu rechtfertigen und sei mit der 
bereits vorhandenen Betonmauer ebenso wenig ein «Präjudiz» geschaffen 
worden. Denn es finde sich schlichtweg keine Begründung dafür, einen bau-
rechtlichen und insbesondere ästhetischen Fehler in östlicher Richtung (also 
in einen bislang ästhetisch nicht zu beanstandenden Bereich) fortzusetzen. 
Ein Ausnahmegrund fehle deshalb völlig. Abgesehen davon stünden der Un-
terschreitung des Strassenabstands auch öffentliche Interessen (Schutz des 
Orts- und Landschaftsbilds, Gewährleistung der Verkehrssicherheit) sowie 
gewichtige nachbarliche Interessen entgegen (Freihaltung der Sicht auf den 
Bielersee und die St. Petersinsel sowie Erhalt des Werts ihres Grundstücks). 
Folglich seien entgegen der Vorinstanz die Voraussetzungen für die Ge-
währung der Ausnahmen vom Strassenabstand und Bauabstand zur Reben-
schutzzone nicht gegeben (Beschwerde Rz. 95 ff.).

4.2 Gestützt auf Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen kanto-
nalen und kommunalen Bauvorschriften gewährt werden, wenn besondere 
Verhältnisse es rechtfertigen und keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt 
werden (Abs. 1). Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen nachbarli-
chen Interessen verletzen (Abs. 2). Die Ausnahmebewilligung bedeutet, 
dass von einer allgemein gehaltenen Bestimmung aus besonderen Gründen 
des Einzelfalls abgewichen werden darf. Dabei geht es um die Behebung 
von ausgesprochenen Unbilligkeiten (Härten) und Unzweckmässigkeiten, 
d.h. ungewollten Auswirkungen einer Norm im Einzelfall (statt vieler BVR 
2005 S. 156 E. 4.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Vorbem. zu Art. 26-31 N. 2, 
Art. 26-27 N. 4 Bst. b). Als besondere Verhältnisse kommen sowohl objek-
tive Besonderheiten (Lage der Parzelle, Beschaffenheit des Baugrunds, 
technisch bedingte Ausnahmesituationen usw.) wie auch solche in Frage, 
die in den subjektiven Verhältnissen der bauwilligen Person begründet sind 
(z.B. Bedürfnisse einer behinderten Person). Das Verwaltungsgericht hat da-
bei in seiner Rechtsprechung anerkannt, dass ästhetische Gründe in be-
stimmten Fällen eine Ausnahme im Sinn von Art. 26 BauG rechtfertigen kön-
nen. Das ist der Fall, wenn ohne die Ausnahme eine architektonisch befrie-
digende Lösung nicht zu erreichen wäre (BVR 2020 S. 502 E. 3.2, 2006 
S. 145 E. 5.1.2, 2005 S. 156 E. 4.4). Eine Ausnahme ist dagegen ausge-

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schlossen, wenn im Rahmen der ordentlichen Bauvorschriften zumutbare Al-
ternativen bestehen (BVR 2006 S. 145 E. 5.1.2; VGE 2022/45 vom 1.3.2023 
E. 4.2; vgl. zum Ganzen auch Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26-27 N. 5). Für 
Abweichungen von den gesetzlichen Strassenabständen sieht Art. 81 Abs. 1 
SG in einer speziellen Regelung vor, dass entsprechende Ausnahmen be-
willigt werden können, wenn besondere Verhältnisse, insbesondere des 
Ortsbilds, es rechtfertigen und wenn dadurch weder öffentliche Interessen 
noch wesentliche nachbarliche Interessen beeinträchtigt werden. Die (mate-
riellen) Voraussetzungen für das Unterschreiten des Strassenabstands sind 
die gleichen wie für Ausnahmebewilligungen nach Art. 26 BauG 
(VGE 2020/199 vom 15.6.2021 E. 4.2, 2018/101 vom 19.3.2019 E. 5.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 18).

4.3 Die Praxis der Gewährung von Ausnahmen aus ästhetischen Grün-
den wurde namentlich mit Bezug auf An- und Umbauprojekte entwickelt, da 
die Gestaltungsmöglichkeiten beim Umbau eines bestehenden Gebäudes 
angesichts der – auch in ästhetischer Hinsicht – vorgegebenen Ausgangs-
lage oftmals stark eingeschränkt sind und der Gewährung einer Ausnahme 
von den baupolizeilichen Vorschriften aus ästhetischen Gründen hier eine 
gewisse Berechtigung zukommt. Bei einem Neubau dürfte es sich deshalb 
nur eher selten ergeben, dass ohne die Ausnahme keine architektonisch be-
friedigende Lösung erreicht werden kann, da die Gestaltungsmöglichkeiten 
im Allgemeinen wesentlich grösser sind als bei einem An- oder Umbau 
(BVR 2006 S. 145 E. 5.1.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26-27 N. 5 mit 
weiteren Hinweisen). Entgegen der Auffassung der Vorinstanzen, Gemeinde 
und Beschwerdegegnerschaft bestehen hier keine überzeugenden Anhalts-
punkte, wonach dies bei der umstrittenen Einstellhalle der Fall sein soll:

4.3.1 Grundsätzlich mag zwar zutreffen, dass die Gestaltungsmöglichkei-
ten aufgrund des bereits gebauten Fahrzeugunterstands auf der Parzelle im 
Vergleich zu einem Neubau auf einer noch gänzlich unüberbauten Parzelle 
eingeschränkt sind. Es leuchtet jedoch nicht ein, inwiefern der Bau der Ein-
stellhalle aufgrund der Topografie wesentlich erschwert wäre, zumal die Be-
schwerdegegnerschaft selber festhält, dass die Einstellhalle grundsätzlich 
weiter ins Erdinnere verschoben werden kann. Um die Bauabstände einzu-
halten, müsste die Südfassade lediglich um rund 2,5 m von der Strasse 

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zurückversetzt werden. Eine Gestaltung innerhalb der baupolizeilichen Re-
gelmasse wäre somit weder zwingend mit einem grossen unansehnlichen 
offenen Vorplatzbereich noch mit wesentlich grösseren Geländeeinschnitten 
verbunden. Hinzu kommt, dass der Abstand zwischen der um 2,5 m zurück-
versetzten Einstellhallenfassade und der Südfassade des Wohnhauses noch 
immer mehr als 10 m betrüge. Die Befürchtung der Vorinstanz, wonach see-
seitig zwangsläufig «eine hohe bauliche Front» entstünde, kann deshalb 
nicht geteilt werden. Abgesehen davon ist auch nicht ersichtlich, inwiefern 
ein derartiges Zurückversetzen der Fassade zu einer untypischen bzw. 
störenden Gestaltung führen würde, da soweit ersichtlich alle Bauten in der 
Umgebung bis auf den bestehenden Autounterstand den massgebenden 
Abstand zur E.________strasse einhalten (vgl. auch Fotodokumentation der 
Beschwerdegegnerschaft in Vorakten RSA [act. 4D] pag. 45 ff. sowie wei-
tere Bilder aus «Google Street View»). Insofern ist nicht erkennbar, weshalb 
die bauliche Ausgangslage oder die topografische Situation eine ästhetisch 
befriedigende Gestaltung der Einstellhalle im Rahmen der ordentlichen Bau-
abstände verunmöglichen oder zumindest wesentlich erschweren soll. 

4.3.2 Hinzu kommt, dass die Baupläne die Annahme der OLK bestätigen, 
wonach eine zurückversetzte Einstellhalle weniger aus dem natürlichen Ter-
rainverlauf hinausragen würde (vgl. etwa Plan «Schnitt B-B»). Das Argument 
der OLK leuchtet daher ein, dass durch die Einhaltung der Bauabstände ein 
sanfterer Übergang zwischen der Bau- und Rebenschutzzone gewährleistet 
und die typischen Landschaftselemente (Trockenmauern entlang der 
E.________strasse, sanft ansteigendes Terrain) besser zur Geltung ge-
bracht werden könnten. Die Kritik der OLK am geplanten Näherbau an die 
E.________strasse erscheint insofern berechtigt, zumal sich das Bauvorha-
ben unbestrittenermassen in einer landschaftlich wertvollen Umgebung be-
findet und mit der geplanten, mehr als 7 m breiten Zufahrtsöffnung ohne Ga-
ragentor ein neues und relativ auffälliges Gestaltungselement in den Stras-
senraum gestellt wird, das mit der vorgesehenen Begrünung nicht kaschiert 
werden kann. Zudem würde mit der Verlängerung der bestehenden Sichtbe-
tonmauer um gut 13 m auf rund 37,5 m ein markantes ortsfremdes Element 
wesentlich verstärkt. Die Vorinstanzen vermögen diese Einwände mit ihrem 
Verweis auf die Beurteilung des Berner Heimatschutzes und des Netzwerks 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.06.2024, Nr. 100.2022.113U, 
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Bielersee nicht zu entkräften, zumal diese beiden Fachstellen in ihren Stel-
lungnahmen hinsichtlich möglicher Alternativvarianten lediglich auf entspre-
chende Diskussionen mit den Architekten hinweisen, selber aber nicht kon-
kret ausführen, weshalb eine Realisierung der Einstellhalle im Rahmen der 
geltenden Bauabstände aus ästhetischer Sicht nicht in Frage kommen soll. 
Daran ändert auch nichts, dass sie den Weiterbau in der bestehenden Flucht 
aus gestalterischer Sicht ausdrücklich für sinnvoll halten. Selbst wenn es sich 
so verhielte, stellt die blosse Absicht, eine bessere oder gar die beste archi-
tektonische Lösung zu erreichen, für sich noch keinen Ausnahmegrund dar 
(BGer vom 23.6.1997, in Pra 87/1998 Nr. 35 E. 4a; BVR 2020 S. 502 E. 3.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26-27 N. 5 Lemma 17). 

4.3.3 Sodann ist daran zu erinnern, dass es bei Art. 26 BauG bzw. Art. 81 
Abs. 1 SG lediglich um die Behebung einer unverhältnismässigen Härte oder 
offensichtlichen Unzweckmässigkeit geht, während der blosse Wunsch nach 
optimaler Nutzung des Grundstücks und die Vermeidung von Baukosten 
noch keine Ausnahmegründe darstellen (vgl. vorne E. 4.2). Die Beschwer-
degegnerschaft vermag deshalb aus ihrem Einwand, wonach ein Rückver-
setzen der Einstellhalle mit unzumutbaren Kosten für sie als Bauherrschaft 
verbunden wäre, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten (vgl. Ausnahmegesuch 
vom 29.3.2018, Vorakten RSA [act. 4C] pag. 153). Entgegen ihrer Darstel-
lung im Ausnahmegesuch bestehen auch keine Anhaltspunkte, wonach an 
der Einigungsverhandlung vom 3. August 2017 festgehalten worden wäre, 
dass es aufgrund der vorhandenen Gegebenheiten nicht möglich sei, die 
Einstellhalle ohne Ausnahme auf sinnvolle Weise fertig zu bauen. Damals 
hatte der Vertreter des Regierungsstatthalteramts vielmehr darauf hingewie-
sen, dass z.B. auch der Bau von Garagen (ohne Einstellhalle) in Frage 
komme. Zudem gebe es auch Varianten in der Mitte; der neue Teil der Ein-
stellhalle könnte etwa einen vergrösserten Abstand zur Strasse einhalten 
(Protokoll Einigungsverhandlung S. 4, Vorakten RSA [act. 4C] pag. 94). 
Auch die Gemeinde hatte in ihrer Stellungnahme vom 2. März 2018 (Vorak-
ten RSA [act. 4C] pag. 134 f.) noch festgehalten, dass es gemäss dem Pro-
tokoll der Einigungsverhandlung möglich sei, das Untergeschoss so zu kon-
struieren, dass der Strassenabstand eingehalten sei. Weshalb dies nicht 
mehr möglich sein soll, geht aus den Akten nicht hervor.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.06.2024, Nr. 100.2022.113U, 
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4.4 Zusammengefasst bestehen keine schlüssigen Hinweise, wonach 
der Weiterbau innerhalb der Bauabstände die einzige ästhetisch befriedi-
gende Lösung darstellen soll. Vielmehr weisen die Beschwerdeführenden 
überzeugend und in Übereinstimmung mit der kantonalen Fachkommission 
auf verschiedene problematische Aspekte dieses gestalterischen Ansatzes 
hin. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz, Gemeinde und Beschwerde-
gegnerschaft vermag daran auch die planerische Vorgeschichte nichts zu 
ändern, zumal die erwähnten Baubewilligungen aus den Jahren 1998 und 
2002 unbestrittenermassen längst abgelaufen sind (zutreffend bereits ange-
fochtener Entscheid E. 8c). Für das Verwaltungsgericht sind deshalb keine 
besonderen Verhältnisse ersichtlich, die ein Abweichen von den ordentlichen 
Bauabständen zur E.________strasse und Rebenschutzzone rechtfertigen 
könnten, zumal gemäss der Gerichtspraxis bei Ausnahmen aus ästhetischen 
Gründen besondere Zurückhaltung geboten ist, wenn diese wie im vorlie-
genden Fall zu einer grösseren Ausnützung des Grundstücks führen (BVR 
2020 S. 502 E. 3.2, 2005 S. 156 E. 4.4, 1992 S. 312 E. 4b, je mit Hinweisen) 
und wenn sie Bestimmungen des Natur-, Heimat-, Ortsbild- und Land-
schaftsschutzes betreffen (BVR 2009 S. 87 E. 4.4.2). 

5.

Somit steht fest, dass die Ausnahmebewilligungen zu Unrecht erteilt worden 
sind. Das Vorhaben ist folglich nicht bewilligungsfähig. Es kann deshalb of-
fenbleiben, ob es den in Art. 8.1 ff. BNR enthaltenen kommunalen Gestal-
tungsvorschriften entspricht (vgl. Beschwerde Rz. 60 ff.). Gleiches gilt auch 
hinsichtlich der (angeblichen) Befangenheit des Verfassers der Stellungnah-
men des Netzwerks Bielersee (vgl. Beschwerde Rz. 76) sowie in Bezug auf 
die Frage, ob die Verkehrssicherheit bei der Einstellhallenausfahrt gewähr-
leistet ist (vgl. Beschwerde Rz. 81 ff.). Mit Blick auf ein allfälliges zukünftiges 
Bauprojekt ist nachfolgend aber noch kurz auf die Frage der zulässigen Ge-
bäudedimensionen einzugehen.

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6.

6.1 Diesbezüglich hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (E. 6) 
zusammengefasst erwogen, das Bauvorhaben überschreite die zulässige 
Gebäudehöhe und -länge nicht, weil sowohl das Wohnhaus als auch das 
Untergeschoss die entsprechenden baupolizeilichen Masse je für sich ein-
halten. Entgegen den Beschwerdeführenden spiele es keine Rolle, dass dies 
in Bezug auf den Gesamtbaukörper nicht der Fall sei. Denn das Unterge-
schoss bzw. die Einstellhalle liege praktisch komplett unter dem Boden und 
sei gegenüber dem Wohnhaus deutlich nach vorne versetzt. Aufgrund des 
grossen Abstands zwischen dem Wohnhaus und dem sichtbaren Teil der 
Einstellhalle träten die beiden Gebäudeteile deshalb trotz ihres konstruktiven 
und funktionellen Zusammenhangs optisch als getrennte Gebäude in Er-
scheinung und nicht als durchgehender Baukörper. Praxisgemäss sei es 
zulässig, Höhe und Länge bei solchen Gebäuden für die beiden Teile je se-
parat zu messen. Ob das Bauvorhaben ein in der Höhe gestaffeltes Gebäude 
im Sinn von Art. 4.2 Abs. 2 Bst. g BNR darstelle, für welche die separate 
Messweise in Bezug auf die Gebäudehöhe jedes Gebäudeteils im Anhang 1 
des BNR ausdrücklich vorgesehen sei, könne offenbleiben. Da die von aus-
sen sichtbaren Elemente der beiden Gebäudeteile keine optische Einheit bil-
deten, müsse die getrennte Messweise im vorliegenden Fall so oder anders 
zulässig sein.

6.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden (Beschwerde 
Rz. 44 ff.) sind diese Ausführungen nicht zu beanstanden: Gemäss der 
Rechtsprechung ist es grundsätzlich zulässig, die Gebäudehöhe für ver-
schiedene konstruktiv zusammenhängende Gebäudeteile je separat zu mes-
sen, sofern sie – was im vorliegenden Fall grundsätzlich unbestritten ist – 
keine optische Einheit bilden, sondern als eigenständige Bauten in Erschei-
nung treten (vgl. zur Gebäudehöhe: BGer 1C_607/2019 vom 26.8.2020 E. 3; 
VGE 20321 vom 2.7.1998 E. 4e; zur Gebäudelänge BVR 2016 S. 79 E. 4.4 
mit zahlreichen Hinweisen; VGE 2019/41 vom 7.4.2020 E. 4.3; Zaugg/Lud-
wig, a.a.O., Art. 13 N. 5 Bst. c). Anderes würde nur gelten, wenn dies im Wi-
derspruch zu den klaren Vorgaben des BNR oder der Praxis der Gemeinde 
stünde. Dass hier solches der Fall wäre, wird von den Beschwerdeführenden 
aber nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Vielmehr scheint 

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auch die Gemeinde davon auszugehen, dass die separate Messweise im 
vorliegenden Fall zulässig ist, hat sie doch mehrfach die Bewilligung des 
Bauvorhabens beantragt (vgl. Amtsberichte vom 10.6.2021 Ziff. 2 S. 2, vom 
16.5.2018 Ziff. 3 S. 2 und vom 24.5.2017 Ziff. 3 S.2, Vorakten RSA [act. 4D] 
pag. 162 und [act. 4C] pag. 167 und 169). Abgesehen davon ist die Vorin-
stanz auch zu Recht davon ausgegangen, dass die Einstellhalle weder eine 
An- oder Nebenbaute im Sinn von Art. 4.2 Abs. 2 Bst. b BNR noch ein unbe-
wohntes (eingeschossiges) Hauptgebäude im Sinn von Ziff. 2.5 der BSIG-
Empfehlung Nr. 7/721.0/10.1 zur Behandlung einiger Sonderfälle von bau-
bewilligungspflichtigen Vorhaben darstellt (einsehbar unter: www.gemein-
den.dij.be.ch), da sie zum einen die für An- und Nebenbauten maximal zuläs-
sige Gebäudefläche von 40 m2 überschreitet (vgl. Plan «Untergeschoss», 
Vorakten RSA act. 4G1) und zum anderen keine Haupt-, sondern nur Ne-
bennutzflächen enthält. Anders als die Beschwerdeführenden meinen, be-
stehen damit keine Anhaltspunkte, wonach die Vorinstanz zu Unrecht von 
der Einhaltung der baupolizeilichen Gebäudedimensionen ausgegangen 
wäre oder dies ungenügend begründet hätte. Entgegen ihrer Auffassung 
durfte die BVD dabei offenlassen, ob von einem in der Höhe gestaffelten 
Gebäude auszugehen ist, da die separate Messweise auch zulässig wäre, 
wenn dies zutreffen würde (vgl. Anhang 1 BNR).

7.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Hauptantrag gutzuheissen und 
der angefochtene Entscheid aufzuheben. Da die Beschwerdegegnerschaft 
keinen Antrag auf Rückweisung des Baugesuchs zur Einreichung einer Pro-
jektänderung gestellt hat, ist die Baubewilligung folglich zu verweigern. Bei 
diesem Prozessausgang hat die Beschwerdegegnerschaft unter Solidarhaft 
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 i.V.m. Art. 106 VRPG) und 
den Beschwerdeführenden die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 
i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Gleich zu verlegen sind die vor der BVD an-
gefallenen Verfahrens- und Parteikosten. Die Kostennoten des Parteivertre-
ters der Beschwerdeführenden für die Verfahren vor beiden Instanzen sind 
nicht zu beanstanden. Das gilt auch hinsichtlich der vor Verwaltungsgericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.06.2024, Nr. 100.2022.113U, 
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geltend gemachten Pauschale für den Auslagenersatz (vgl. Praxisfestlegung 
der verwaltungsrechtlichen Abteilung vom 23.4.2024).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Bau- und Ver-
kehrsdirektion des Kantons Bern vom 15. März 2022 wird aufgehoben. 
Die Baubewilligung wird verweigert.

2. a) Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden der Beschwerdegegner-
schaft auferlegt.

b) Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-- wird den Beschwerde-
führenden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

c) Die Beschwerdegegnerschaft hat den Beschwerdeführenden für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf 
Fr. 6'655.85 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

3. a) Die Kosten des Verfahrens vor der Bau- und Verkehrsdirektion von 
Fr. 2'500.-- werden der Beschwerdegegnerschaft auferlegt.

b) Die Beschwerdegegnerschaft hat den Beschwerdeführenden die Par-
teikosten für das Verfahren vor der Bau- und Verkehrsdirektion, be-
stimmt auf Fr. 6'808.15 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.06.2024, Nr. 100.2022.113U, 
Seite 22

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Beschwerdegegnerschaft
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
- Einwohnergemeinde Ligerz

und mitzuteilen:
- Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne
- Kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder, 

Gruppe Seeland

Die Abteilungspräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.