# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fa439ad-b681-5fc6-a23c-88179e6f3ac1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.07.2023 F-3745/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3745-2023_2023-07-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3745/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, 

substituiert durch Nathalie Vainio, 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 26. Juni 2023 / N (…). 

 

 

 

F-3745/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 8. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass er am 6. Mai 2023 in Kroatien bereits um Asyl ersucht 

hatte. 

B.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 22. Mai 2023 das 

rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der 

Möglichkeit der Überstellung nach Kroatien, dessen Zuständigkeit für die 

Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. 

Anlässlich des Dublin-Gesprächs gab der Beschwerdeführer an, nach der 

Einreise in Kroatien hätten Polizeibeamte Gewalt gegen ihn ausgeübt und 

seine Fingerabdrücke unter Zwang abgenommen. Im Gegensatz zu ande-

ren Asylsuchenden sei er nicht in ein Camp gebracht, sondern aufgefordert 

worden, das Land zu verlassen. Es sei deshalb davon auszugehen, dass 

ihn die kroatischen Behörden in die Türkei ausschaffen würden. Gesund-

heitlich gehe es ihm gut. 

C.  

Am 24. Mai 2023 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Die kroatischen Behörden hiessen das Gesuch am 6. Juni 2023 gestützt 

auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

D.  

Mit Verfügung vom 26. Juni 2023 trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Überstellung nach Kroa-

tien an und forderte ihn auf, die Schweiz nach Ablauf der Beschwerdefrist 

zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Be-

schwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hin und 

beauftragte den Kanton B._______ mit dem Wegweisungsvollzug. 

F-3745/2023 

Seite 3 

E.  

Mit Eingabe vom 4. Juli 2023 liess der Beschwerdeführer beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene 

Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, 

auf das Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die auf-

schiebende Wirkung zu gewähren und der Wegweisungsvollzug superpro-

visorisch auszusetzen. Überdies sei ihm die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu ver-

zichten.  

F.  

Gleichentags ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisorischen 

Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-

rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], 

Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

F-3745/2023 

Seite 4 

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise eines 

zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1. Der Beschwerdeführer beantragt die Ansetzung einer Nachfrist zur Be-

schwerdeergänzung. Zur Begründung führt er an, er habe aufgrund der 

kurzen Beschwerdefrist und der Niederlegung des Mandats durch die vor-

herige Rechtsvertretung nur wenig Zeit für die Anwaltssuche gehabt. Folg-

lich sei es der rubrizierten Rechtsvertreterin nicht möglich gewesen, ein 

ausführliches Gespräch mit ihm zu führen, insbesondere da hierzu zwin-

gend ein Dolmetscher erforderlich gewesen wäre. 

4.2. Erfordert es der aussergewöhnliche Umfang oder die besondere 

Schwierigkeit einer Beschwerdesache, so gestattet die Beschwerdeinstanz 

dem Beschwerdeführer, der darum in seiner sonst ordnungsgemäss ein-

gereichten Beschwerde nachsucht, deren Begründung innert einer 

angemessenen Nachfrist zu ergänzen (Art. 53 VwVG). Auf dem Gebiet des 

Asyls ist die Beschwerde gegen Nichteintretensentscheide innerhalb von 

fünf Arbeitstagen seit der Verfügungseröffnung einzureichen (Art. 108 

Abs. 3 AsylG). Diese Bestimmung geht als «lex specialis» der allgemeinen 

Regel gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG vor, wonach die Beschwerdefrist 

30 Tage beträgt. Es erscheint daher fraglich, ob Art. 53 VwVG, auf den der 

Beschwerdeführer seinen Antrag stützt, angerufen werden kann. Eine 

Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen lässt vielmehr darauf schliessen, 

dass entsprechende Verfahren nach Ansicht des Gesetzgebers a priori 

keinen aussergewöhnlichen Umfang oder eine besondere Schwierigkeit 

aufweisen. Die Frage kann jedoch offengelassen werden, da die Vor-

aussetzungen von Art. 53 VwVG im vorliegenden Fall offensichtlich nicht 

erfüllt sind. Der Antrag auf Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerde-

ergänzung ist daher abzuweisen. 

5.  

5.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

F-3745/2023 

Seite 5 

5.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich 

keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr 

statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

5.3. Nachdem die kroatischen Behörden dem Wiederaufnahmegesuch der 

Vorinstanz gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zugestimmt haben, ist 

die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens unstrittig gegeben. 

6.  

6.1. Erweist es sich als unmöglich, eine antragstellende Person an den zu-

nächst als zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es we-

sentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für Antragstellende in diesem Mitgliedstaat syste-

mische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen 

oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mit-

gliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

6.2. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig wäre (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses so-

genannte Selbsteintrittsrecht hat das SEM obligatorisch auszuüben, wenn 

die Überstellung der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mit-

gliedstaat zu einer Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der 

Schweiz führen würde (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

kann zudem die Vorinstanz das Asylgesuch «aus humanitären Gründen» 

F-3745/2023 

Seite 6 

auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre.  

7.  

7.1. Gemäss jüngster Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

weisen das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstel-

lende in Kroatien keine systemischen Schwachstellen im Sinne von Art. 3 

Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO auf (vgl. Urteil E-1488/2020 

vom 22. März 2023 [zur Publikation als Referenzurteil vorgesehen] E. 9.5). 

Auch unter Berücksichtigung der in der Beschwerde zitierten Berichte ist 

nicht davon auszugehen, Kroatien verstosse systematisch gegen seine 

vertraglichen Verpflichtungen als zuständiger Dublin-Mitgliedstaat im Falle 

einer Rücküberstellung von Asylsuchenden. Der Verdacht eines Gefähr-

dungszusammenhangs zwischen Push-backs und Dublin-Rückkehr lässt 

sich aufgrund der verfügbaren Informationen derzeit nicht erhärten (a.a.O. 

E. 9.4.4). Es ist davon auszugehen, dass Gesuchstellende, welche ge-

stützt auf die Dublin-III-VO nach Kroatien überstellt werden, Zugang zum 

dortigen Asylverfahren erhalten (a.a.O. E. 9.5).  

7.2. Die vom Beschwerdeführer bei seiner illegalen Einreise nach Kroatien 

geltend gemachten Vorkommnisse (Gewaltanwendung durch die Polizei) 

lassen nicht den Schluss zu, er hätte bei einer Überstellung nach Kroatien 

mit hoher Wahrscheinlichkeit eine unmenschliche oder erniedrigende Be-

handlung im Sinne von Art. 3 EMRK, Art. 4 EU-Grundrechtecharta oder 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) zu gewärtigen. Seine Befürchtung einer Inhaftie-

rung sind unbegründet, da er nicht illegal, sondern als Dublin-Rückkehrer 

und damit rechtmässig nach Kroatien einreisen würde. Sollte er nach sei-

ner Rückkehr von Behördenvertretern rechtswidrig behandelt werden, 

könnte er sich an das kroatische Justizwesen oder die dortigen Aufsichts-

behörden wenden. Der Umstand, dass dies möglicherweise mit grösseren 

Schwierigkeiten verbunden sein könnte als in der Schweiz, weist nicht per 

se auf systemische Schwachstellen im kroatischen Asylsystem hin (vgl. Ur-

teil des BVGer F-3238/2023 vom 21. Juni 2023 E. 5.3 m.H.). Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO findet folglich keine Anwendung.  

8.  

8.1. Schliesslich ist zu prüfen, ob das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 

Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

auszuüben ist. 

F-3745/2023 

Seite 7 

8.2. Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des FoK und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) und hat die diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen zu beachten. Es darf davon ausgegangen werden, Kroatien anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den international 

eingegangenen Verpflichtungen ergeben, insbesondere der Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie). 

8.3. Der Beschwerdeführer hat kein konkretes Risiko aufgezeigt, die kroa-

tischen Behörden würden in seinem Fall ihren völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen nicht nachkommen. Den Akten sind keine Gründe für die An-

nahme zu entnehmen, Kroatien werde in seinem Fall den Grundsatz des 

Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in 

dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem er Gefahr laufen würden, zur 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Schliesslich hat die 

Vorinstanz unter Bezugnahme auf die Schilderungen des Beschwerde-

führers dessen individuelle Situation, die von ihm vorgebrachte Behand-

lung durch die kroatischen Behörden sowie die allgemeine Situation in 

Kroatien abgeklärt. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, inwiefern wei-

tere Abklärungen hätten vorgenommen werden müssen. Die Rügen der 

unvollständigen und unrichtigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts erweisen sich als unbegründet, weshalb von einer Rückweisung 

zu weiteren Sachverhaltsabklärungen abzusehen ist (vgl. BGE 144 V 361 

E. 6.5 m.w.H. zur antizipierten Beweiswürdigung). Der entsprechende 

Eventualantrag ist abzuweisen.  

8.4. Demnach hat die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zutreffend nicht ausgeübt, 

zumal die Schweiz weder völkerrechtlich verpflichtet ist, auf das Asylge-

such einzutreten, noch Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung darge-

tan oder ersichtlich sind. Mithin besteht kein Anlass für die Einholung indi-

vidueller Garantien bezüglich des Zugangs zu regelmässiger und adäqua-

ter medizinischer Behandlung sowie Unterbringung und Nahrung, weshalb 

der entsprechende Subeventualantrag abzuweisen ist. 

F-3745/2023 

Seite 8 

9.  

Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat seine Wegweisung nach Kro-

atien angeordnet. Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit vorliegendem Urteil 

fällt der angeordnete Vollzugsstopp dahin. Die Gesuche um Gewährung 

der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses sind mit heutigem Entscheid gegen-

standslos geworden. 

10.  

Angesichts der dargelegten Aussichtslosigkeit der gestellten Rechtsbegeh-

ren ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung un-

geachtet einer allfälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen (Art. 65 

Abs. 1  VwVG). Die Verfahrenskosten sind entsprechend dem unterliegen-

den Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

11.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv: nachfolgende Seite) 

  

F-3745/2023 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: