# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ada5ec0-65c4-5ede-a0ca-1de20168a379
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 02.12.2022 21-5294, 21-5362
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_21-5294--21-5362_2022-12-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/13

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 21-5294, 21-5362

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 16.12.2022

Entscheiddatum: 02.12.2022

BUDE 2022 Nr. 106
Baurecht. Art. 18 NHG; Art. 108 PBG. Die vorliegende alte Blutbuche ist ein 
Habitatbaum und fällt als solcher unter den Biotopschutz. Da der 
Biotopschutz eine Bundesaufgabe darstellt, ist die vorliegende Stiftung, die 
im Anhang zum NHG als beschwerdeberechtigte Organisation bezeichnet 
wird, zur Einsprache gegen dessen Fällung legitimiert, wenn sie geltend 
macht, es handle sich um einen Habitatbaum (Erw. 3.5). Die Blutbuche liegt 
sodann im Baumschutzgebiet, weshalb ihre Fällung aufgrund ihres 
Stammumfangs einer Bewilligung bedarf. Dem privaten Interesse, dass die 
Liegenschaft besser besonnt werde und weniger Unterhalt an den Mauern 
und am Gehweg anfallen, stehen gewichtige öffentliche Interessen am Erhalt 
der mächtigen Blutbuche entgegen, z.B. der wertvolle Lebensraum von 
schutzwürdigen Tieren und Pflanzen. Die Fällung eines derart 
strassenwirksamen alten Baums, der dazu einen der höchsten 
Biodiversitäts-Indizes aufweist, voll vital und stabil mit dem Boden 
verwachsen ist, würde zu einer spürbaren Verschlechterung der 
ökologischen Vernetzung führen, zumal dieser für das Stadtgebiet eine 
herausragende Bedeutung aufweist und eine wichtige Schlüsselrolle für die 
urbane Biodiversität spielt (Erw. 3.4.4). Damit kommt eine Fällbewilligung 
auch ausnahmsweise nicht in Frage. Zudem liegen auch keine besonderen 
Verhältnisse vor, da die vorgetragenen Gründe für eine Fällung praktisch bei 
allen Liegenschaften im Baumschutzgebiet vorgebracht werden könnten, so 
z.B. die Beschattung. Die anderen Gründe betreffen vornehmlich fiskalische 
Interessen, die ebenfalls grundsätzlich nicht unter die für eine 
Ausnahmebewilligung verlangten besonderen Verhältnisse fallen.

BUDE 2022 Nr. 106 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement  

 

 

 

 

 

 

 

 

1/12 

  

21-5294/21-5362 

 

Entscheid Nr. 106/2022 vom 2. Dezember 2022 

Rekurrent 1 

 

 

 

Rekurrentin 2 

 

 A.___ 

vertreten durch lic.oec.HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt,  

Oberer Graben 16, 9001 St.Gallen 

 

Stiftung B.___ 

 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Baubewilligungskomission der Stadt Z.__ (Beschluss vom 

7. Mai 2021) 

 

 

Rekursgegner  A.___ 

vertreten durch lic.oec.HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt,  

Oberer Graben 16, 9001 St.Gallen 

 

 

Betreff  Fällgesuch einer Blutbuche 

 

 

 

 

 

 

 
2/12 

 
 

Sachverhalt 

A.  

a) A.___, Z.___, ist Eigentümer von Grundstück Nr. 001, Grundbuchkreis Z.____, an der 

M.___strasse [Nr.]. Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Politischen Ge-

meinde Z.___ vom 1. November 1980 bzw. 9. August 2002 in der Wohnzone W3a bzw. im Orts-

bildschutzgebiet B mit lokaler Bedeutung und im Baumschutzgebiet BaS. Es wird im Norden von 

der N.___strasse und im Süden von der M.___strasse, beides Gemeindestrassen 2. Klasse, be-

grenzt. Strassenmässig erschlossen wird das Grundstück von Norden her von der ebenerdigen 

N.___strasse, fussgängermässig zusätzlich von der tieferliegenden M.___strasse. Das Grund-

stück Nr. 001 ist mit einem über hundertjährigen villenartigen Mehrfamilienhaus (Vers.-Nr. 002) 

mit Walmdach mit drei Vollgeschossen sowie Unter- und Dachgeschoss überbaut. 

 

b) In der südwestlichen Ecke des Grundstücks, etwa 1 m westlich des Eingangstors, steht 

eine grosse, über 100 Jahre alte Blutbuche. Ihr Stamm weist einen Abstand von rund 11 m zum 

Gebäude auf. Die Blutbuche ist über 20 m hoch und hat eine massive Krone mit einem Durch-

messer von etwa 18 m und einem geschätzten Kronenvolumen zwischen 3'000 und 4'000 m3. Die 

äussersten Äste der Krone reichen bis auf wenige Meter an die Fassade des Wohngebäudes 

heran. Das Wurzelwerk der Blutbuche hat im Laufe der Zeit zu diversen Beschädigungen am 

Gehweg von der M.___strasse zum Wohnhaus und an den Betonsockeln neben dem Gartentor 

sowie an der Betonstützmauer entlang der M.___strasse geführt. Zudem ist die Wiese auf dem 

Grundstück aufgrund des Lichtentzugs durch die Baumkrone vermoost. Der Belag der 

M.___strasse dagegen weisst keinerlei Spannungsschäden von den Wurzeln auf. 

 

B.  

Im Mai 2014 reichte A.___ ein erstes Gesuch zur Fällung der Blutbuche ein. Die Baubewilligungs-

kommission der Stadt Z.___ wies das Gesuch am 20. Juni 2014 mit der Begründung ab, dass die 

Fällung zu einer qualitativen Verschlechterung des geschützten Baumbestands führen würde und 

die angeführten Schäden am Belag und am Gartentor die Fällung der Blutbuche nicht zu recht-

fertigen vermöchten. Die Schäden könnten auch ohne Fällung mit verhältnismässigen Mitteln be-

hoben werden. Dieser Beschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

 

C.  

a) Am 27. Juni 2017 reichte A.___ bei der Baubewilligungskommission der Stadt Z.___ ein 

zweites Fällgesuch ein. Zur Begründung machte er erneut geltend, das Wurzelwerk der Blutbuche 

beschädige zunehmend die Betonsockel beim Eingangsportal sowie die Stützmauer aus Beton 

und den Hartbelag des Gehwegs seines Grundstücks. 

 

b) Während der Auflagefrist vom 29. Juni bis 12. Juli 2017 erhob die Stiftung B.___, Z.___, 

am 12. Juli 2017 Einsprache gegen das Fällgesuch. Mit Begründung vom 20. Juli 2017 rügte sie, 

die Blutbuche stehe in einem Baumschutzgebiet, womit ihre Fällung nur gestützt auf eine umfas-

sende Interessenabwägung erfolgen könne. Vorliegend handle es sich um einen gesunden, stras-

senwirksamen und mächtigen Einzelbaum, der Lebensraum insbesondere für Singvögel sei. Die 

öffentlichen Interessen am Erhalt des Baums würden die privaten Interessen des Gesuchstellers 

an der Fällung überwiegen. 

 

c) Mit Schreiben vom 10. August 2017 nahm der Gesuchsteller zur Einsprache Stellung und 

wiederholte, die Wurzeln der Blutbuche würden den Hartbelag des Wegs aufwerfen, die Rand-

steine bersten lassen, die Betonsockel sprengen und die Stützmauer zunehmend aufreissen. In 

der Umgebung seien genügend grosse Bäume vorhanden, die für eine vogelgerechte Umgebung 

sorgen würden. So stehe beispielsweise auf dem gegenüberliegenden Grundstück eine ebenso 

grosse Blutbuche. 

 

 

 

 

 

 

 

 

3/12 

d) Anlässlich ihrer Sitzungen vom 1. September 2017, 26. Januar 2018 und 26. Oktober 2018 

nahm die Baubewilligungskommission der Stadt Z.___ zum Fällgesuch und zu den Eingaben der 

Verfahrensbeteiligten Stellung. Sie hielt dabei fest, dass sich gegenüber dem abweisenden Be-

schluss aus dem Jahr 2014 im Grundsatz nichts geändert habe. Für die Beurteilung, ob die strei-

tige Blutbuche gefällt werden könne, seien ihr Gesundheitszustand und ihre Lebensprognose von 

Bedeutung, weshalb sie den Gesuchsteller aufforderte, ein Baumgutachten eines anerkannten 

Baumgutachters einzureichen. 

 

e) Mit Schreiben vom 14. September 2017 teilte lic.oec.HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, der Baukomission der Stadt Z.___ mit, mit der Interessenwahrung von A.___ beauftragt 

worden zu sein. Er nahm sodann mit Eingaben vom 29. November 2017, 4. April 2018, 

4. Dezember 2018, 5. Juni 2020 und 25. August 2020 Stellung zum Verfahren. Dabei verwies er 

auf Schäden, die sich aufgrund des Wurzeldrucks seit dem Jahr 2014 verschlimmert hätten bzw. 

neu dazugekommen seien. Darüber hinaus werfe die Blutbuche extrem viel Schatten auf das 

Grundstück und beeinträchtige so die Wohnhygiene im Wohnhaus. Aufgrund des Schattenwurfs 

sei die Fassade stets feucht und der Rasen vermoost. Zudem seien bereits Mieterinnen und 

Mieter ausgezogen, weil sie nicht im Dauerschatten hätten wohnen wollen. Es sei unmöglich, 

einzelne Wurzeln des Baums zu kappen, ohne dessen Gesundheit und Stabilität zu 

beeinträchtigen, weshalb eine Sanierung der beschädigten Objekte nicht in Frage komme. Da der 

Baum sowohl seine Liegenschaft als auch das Nachbargrundstück gefährde, komme zur 

Beseitigung dieses untragbaren Zustands einzig die Fällung der Blutbuche in Frage. Der 

Gesuchsteller sei auch bereit, einen Ersatzbaum zu pflanzen. Bei der streitigen Blutbuche handle 

es sich im Übrigen um kein Biotop, weshalb vorliegend keine Erfüllung einer Bundesaufgabe zur 

Diskussion stehe. Die Stiftung B.___ sei somit nicht einsprachelegitimiert, weshalb auf deren 

gesamte Ausführungen nicht einzutreten sei. 

 

f) Am 5. Juni 2020 liess der Gesuchsteller ein Baumgutachten der Baumpflege C.___ AG, 

X.___, vom 1. Februar 2019 einreichen. Dieses kommt zum Schluss, dass es sich bei der Blutbu-

che um einen Baum mit intakter Vitalität handle, der sich in der Reifephase mit natürlichem Alte-

rungsprozess befinde. Ein vitaler Baum bilde an Bereichen mit Druckspannung dickere und ge-

steigerte Holzzellen. Dies habe zur Folge, dass es keine Massnahmen zur Verhinderung weiterer 

Schäden gebe, die den Baum selbst nicht schädigen würden. 

 

g) Mit Eingabe vom 23. Juni 2020 nahm die Stiftung B.___ Stellung zum Baumgutachten und 

machte geltend, dass an den Erwägungen im Entscheid der Baubewilligungskommission der 

Stadt Z.___ vom 20. Juni 2014 festzuhalten sei, da aufgrund des im Wesentlichen unveränderten 

Sachverhalts ohnehin fraglich sei, ob auf das Fällgesuch einzutreten sei.  

 

h) Die Baubewilligungskommission der Stadt Z.___ beschloss am 7. Mai 2021 Folgendes: 

 
1. Das Fällgesuch 55094 wird abgewiesen. 

2. Auf die öffentlich-rechtliche Einsprache der Stiftung B.___ wird mangels Legitima-
tion nicht eingetreten. 

Die Baubewilligungskommission begründet den Nichteintretensentscheid damit, dass Einzel-
bäume wie die streitige Blutbuche in der nicht abschliessenden Aufzählung von Art. 18 Abs. 1bis 
des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (SR 451; abgekürzt NHG) nicht erwähnt 
würden und die Einsprecherin nicht aufgezeigt habe, weshalb die Blutbuche gleichwohl als bun-
desrechtlich schützenswert einzustufen sei. Der Erhalt der Blutbuche stütze sich nicht auf hinrei-
chend detailliertes, direkt anwendbares Bundesrecht und stelle somit keine Bundesaufgabe im 
Sinn des NHG dar. Folglich sei die Stiftung B.___ nicht legitimiert, gegen das Fällgesuch Einspra-
che zu erheben. Bezüglich der Abweisung des Fällgesuchs führt die Baubewilligungskommission 
aus, die aufgeführten Schäden könnten behoben werden, ohne den Baum zu schädigen. Da der 

 

 

 

 

 

 

 

4/12 

Baum mit 11 m Abstand mehr als den grossen Grenzabstand in der Wohnzone W3a einhalte, 
könne auch nicht von einer unzumutbaren Beeinträchtigung der wohnhygienischen Verhältnisse 
die Rede sein. Schliesslich lägen auch keine Gründe für eine Ausnahmebewilligung für die Fäl-
lung der Blutbuche vor. 

D.  

a) Gegen diesen Beschluss erhob A.___ (im Folgenden Rekurrent 1) durch seinen Rechtsver-

treter mit Schreiben vom 4. Juni 2021 Rekurs beim Baudepartement (seit 1. Oktober 2021: Bau- 

und Umweltdepartement; Verfahren-Nr. 21-5362; Rekurs 1). Mit Rekursergänzung vom 1. Juli 

2021 werden folgende Anträge gestellt:  

 
1. Es sei der Beschluss vom 7. Mai 2021/41 der Baubewilligungskommission der 

Stadt Z.___ aufzuheben und die nachgesuchte Fällbewilligung zu erteilen; 

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten Vorinstanz.  

Zur Begründung wird geltend gemacht, die Wurzeln würden den Gehweg, die Stützmauer und die 

Betonpfeiler beschädigen und das Gartentor lasse sich deshalb nicht mehr schliessen. Eine nach-

haltige Sanierung sei unmöglich, weil die Wurzeln weiterwachsen und erneut Schäden anrichten 

würden. Ein Kiesweg komme nicht in Frage, ansonsten Kieselsteine ins Gebäude getragen wür-

den. Zudem sei ein Kiesweg unterhaltsintensiver als ein Hartbelag. Unberücksichtigt geblieben 

sei auch, dass die Wurzeln eigentliche Stolperfallen darstellten. Dass der Stamm des Baums 11 m 

vom Gebäude entfernt sei, sei irrelevant, da die Krone des Baums mittlerweile derart nahe an das 

Gebäude gewachsen sei, dass aufgrund des Lichtentzugs und der daraus folgenden Staunässe 

Fassadenschäden zu entstehen drohten. Die übermächtige Baumkrone entziehe dem Gebäude 

derart viel Licht, dass man ständig das elektrische Licht brennen lassen müsse, womit das Mehr-

familienhaus nur noch schwer zu vermieten sei. Das herabfallende Totholz stelle auch eine Ge-

fahr für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie die unter dem Baum parkierten Fahrzeuge dar. 

Weil im Quartier die meisten Bäume etwa gleich alt seien, mache es durchaus Sinn, die Blutbuche 

jetzt zu fällen, ansonsten man später alle Bäume im Quartier gleichzeitig ersetzen müsse, was 

einen kompletten Kahlschlag an der M.___strasse zur Folge hätte. Einzig mit einer vorzeitigen 

Fällung der Blutbuche und einer entsprechenden Ersatzpflanzung könne dem entgegengewirkt 

werden. Auch sei ihm zu Unrecht eine ausnahmsweise Fällung verweigert worden, weil der Wei-

terbestand der Blutbuche für ihn eine besondere Härte bedeute. 

 

b) Die Stiftung B.___ (im Folgenden Rekurrentin 2) erhob mit Schreiben vom 7. Juni 2021 

ihrerseits gegen den Nichteintretensentscheid Rekurs (Verfahren-Nr. 21-5294; Rekurs 2). Mit Re-

kursergänzung vom 29. Juni 2021 werden folgende Anträge gestellt: 

 
1. Der Entscheid der Vorinstanz, auf die von der Rekurrentin gegen das Fällgesuch 

55094 erhobene Einsprache nicht einzutreten (Ziff. 2 des Beschlusses vom 20. Mai 
2021), sei aufzuheben und es sei die Einsprache vom 12. Juli 2017 gutzuheissen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass es sich vorliegend um einen Habitatbaum handle, 

der einen Lebensraum vergleichbar mit einer rund 10 m langen Hecke biete. Damit sei die An-

wendbarkeit des NHG begründet, womit die Stiftung einspracheberechtigt sei. Im Verwaltungs-

verfahren sei der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Die Parteien treffe lediglich eine 

Substantiierungspflicht, der sie nachgekommen sei. Die Vorinstanz dagegen habe es entgegen 

der Untersuchungsmaxime unterlassen, die Schutzwürdigkeit der Blutbuche zu prüfen und somit 

eine formelle Rechtsverweigerung begangen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

5/12 

E.  

a) Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 19. Juli 2021, die Rekurse 1 und 2 ab-

zuweisen. Zur Begründung wird geltend gemacht, den vom Rekurrenten 1 vorgebrachten 

Problemen könne durch eine periodische Instandstellung der Bausubstanz und durch 

regelmässige baumpflegerische Eingriffe entgegengewirkt werden. Diese Massnahmen seien 

angesichts der intakten Vitalität der Blutbuche verhältnismässig und zumutbar. 

 

b) Mit Rekursantwort vom 28. Juli 2021 auf Rekurs 2 stellt der Rekursgegner folgende 

Anträge: 

 
1. Soweit einzutreten ist, sei der Rekurs abzuweisen; 

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Rekurrentin. 

Er macht geltend, dass der Vergleich des Baums mit einer Hecke fehlgehe, da der Baum abge-
sehen vom Stamm keine Verbindung zum Boden aufweise. Somit sei die Rekurrentin 2 nicht 
berechtigt, am Augenschein teilzunehmen, und ihre Ausführungen seien nicht zu berücksichtigen. 
Schliesslich sei die Fällung der Blutbuche in Verbindung mit einer Ersatzpflanzung für den Erhalt 
des Baumbestands in der Umgebung sinnvoll und nachhaltig, weil so nicht alle Bäume gleichzei-
tig gefällt werden müssten. 

c) Mit Amtsbericht vom 8. Oktober 2021 führt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) 

aus, der Baum sei schützenswert und erfülle eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt bzw. 

er weise besonders günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften auf. Das fortgeschrit-

tene Alter der Blutbuche sei ein wichtiger Faktor für den ökologischen Wert. Je älter ein Baum 

sei, desto mehr Mikrohabitate weise er auf. Unter den vorgegebenen Stadtbedingungen würden 

Buchen eine herausragende Rolle spielen und seien besonders als Einzelbäume als wichtige 

Trittsteine in urbanen Gebieten schützenswert. Es handle sich bei der vorliegenden Blutbuche um 

einen vitalen, aufgrund seines Alters ökologisch vielversprechenden Einzelbaum, der aufgrund 

seines guten Standorts sein maximales ökologisches Potenzial entfalten könne und dessen 

Fällung zu einer qualitativen Verschlechterung des wertvollen Baumbestands führen würde.  

 

F.  

a) In der Folge wurde das Rekursverfahren sistiert, weil bereits ein ähnlicher Fall mit einer 

Stieleiche beim Bau- und Umweltdepartement hängig war. Der entsprechende Fall wurde am 

30. Mai 2022 entschieden (BUDE Nr. 47/2022), worauf der Rekurrent 1 mit Schreiben vom 14. Juli 

2022 mitteilte, dass dieser Entscheid an seiner Rechtsauffassung nichts ändere. Das Verfahren 

wurde in der Folge fortgesetzt. 

 

b) Das Bau- und Umweltdepartement führte am 14. September 2022 in Anwesenheit der Ver-

fahrensbeteiligten sowie eines Vertreters des ANJF einen Augenschein durch. Der Vertreter des 

ANJF führte vor Ort aus, dass es sich bei der mächtigen Blutbuche um einen Einzelbaum handle, 

der während gut 100 Jahren die Möglichkeit gehabt habe, sich auf alle Seiten optimal zu entwi-

ckeln, was man an der umfangreichen Baumkrone erkennen könne. Sie weise zudem viele Hohl-

räume auf, die von Insekten als Kleinlebensräume genutzt würden, was den Baum für Vögel noch 

attraktiver als Lebensraum mache. Qualitativ sei die mächtige Baumkrone mit einer Hecke ver-

gleichbar, auch wenn sie natürlich nicht direkt mit dem Boden verbunden sei. Der Rekurrent 1 

demgegenüber machte die sich laufend verschlimmernden Schäden am Gehweg und an den 

Mauern geltend, räumte aber ein, dass er mit Blick auf die gewünschte Fällung schon sehr lange 

keinen Unterhalt mehr betrieben habe. 

 

c) Mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 lässt sich der Rekurrent 1 zum Augenscheinprotokoll 

vernehmen. Die übrigen Verfahrensbeteiligten verzichteten auf eine Stellungnahme. 

 

 

 

 

 

 

 

 

6/12 

G.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vorgenannten Eingaben 

wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen.  

 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die beiden Rekursverfahren stehen im gleichen sachlichen Zusammenhang. Sie werfen 

dieselben Sachverhalts- und Rechtsfragen auf. Es ist somit zweckmässig, sie verfahrensrechtlich 

zu vereinigen und durch einen einzigen Entscheid zu erledigen (VerwGE B 2015/96 und 

B 2015/97 vom 26. Oktober 2016 Erw. 1; GVP 1972 Nr. 30).  

 

1.2 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes ergibt sich aus Art. 43bis des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP).  

 

1.3 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 VRP sind erfüllt. Die Re-

kursberechtigungen sind gegeben (Art. 45 VRP). Auf die Rekurse ist einzutreten.  

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; abgekürzt PBG) in Kraft ge-

treten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden 

(Art. 172 Bst. a PBG). Der erstinstanzliche Beschluss erging am 7. Mai 2021. Mithin sind vorlie-

gend grundsätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss Anhang zum 

Kreisschreiben «Übergangsrechtliche Bestimmungen im PBG» vom 8. März 2017 (Baudeparte-

ment SG, Juristische Mitteilungen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen 

gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Baureglement zur Anwendung.  

 

3.  

Die Rekurrentin 2 rügt, die Einsprachelegitimation sei ihr zu Unrecht abgesprochen worden, zumal 

das nachgesuchte Fällgesuch ein schützenswertes Biotop betreffe, dessen Schutz eine vom Bund 

den Kantonen übertragene Bundesaufgabe darstelle. Damit sei sie von Bundesrechts wegen ein-

spracheberechtigt. 

3.1 Das Bundesrecht ermächtigt die gesamtschweizerischen Vereinigungen des Natur- und 

Heimatschutzes zur Rechtmittelerhebung in Angelegenheiten, bei denen die Interessen des Na-

tur-, Landschafts-, Ortsbild- oder Kulturschutzes zu beachten sind. Diese gesamtschweizerisch 

tätigen Organisationen müssen sich seit mindestens zehn Jahren statutarisch festgelegt dem Na-

turschutz, dem Heimatschutz, der Denkmalpflege oder verwandten Zielen widmen und rein ideelle 

Zwecke verfolgen. Der Bundesrat bezeichnet die entsprechenden Organisationen (Art. 12 Abs. 3 

NHG). Die Stiftung B.___ ist gemäss Nr. […] des Anhangs zur eidgenössischen Verordnung über 

die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes be-

schwerdeberechtigten Organisationen (SR 814.076; abgekürzt VBO) eine solche beschwerdefä-

hige Organisation.  

 

3.2 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtes steht die Verbandsbeschwerde je-

doch nur offen, soweit der angefochtene Entscheid die Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinn 

von Art. 78 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101; abgekürzt BV) und Art. 2 NHG betrifft 

(GEISSER/ZOGG, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Pra-

xiskommentar, Zürich/St.Gallen 2020, Art. 45 N 33 mit Verweis auf BGE 139 II 271 Erw. 3 mit 

 

 

 

 

 

 

 

7/12 

Hinweisen). Was unter der Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinn von Art. 78 Abs. 2 BV zu ver-

stehen ist, führt Art. 2 Abs. 1 NHG beispielhaft auf. Erfasst werden grundsätzlich alle raumbezo-

genen Rechtsanwendungsverfahren (Konzessions-, Planungs-, Projektbewilligungs- und Bei-

tragsverfahren), die wesentlich durch das Bundesrecht bestimmt werden. So gehören auch Aus-

nahmebewilligungsverfahren, nicht aber Nutzungsplanverfahren oder Baubewilligungsverfahren 

innerhalb der Bauzonen dazu (Urteil des Bundesgerichtes 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 

Erw. 3.4 mit Hinweisen; WALTHER/WEBER, in: Ehrenzeller/Engeler [Hrsg.], Handbuch Heimat-

schutz, Zürich/St.Gallen 2020, § 4 N 20 mit Hinweisen). Auch der Biotopschutz stellt eine den 

Kantonen übertragene Bundesaufgabe gemäss Art. 18 ff. NHG dar (BGE 139 II 271 Erw. 9.2 mit 

Verweis auf BGE 133 II 220 Erw. 2.2). 

 

3.3 Nach Art. 18 Abs. 1 NHG ist dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten u.a. 

durch die Erhaltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) entgegenzuwirken. Besonders 

schützenswert sind Uferbereiche, Riedgebiete, Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, 

Feldgehölze, Trockenrasen und weitere Standorte, die eine ausgleichende Funktion im Natur-

haushalt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufwei-

sen (Art. 18 Abs. 1bis NHG). Diese Aufzählung ist beispielhaft, die Schutzwürdigkeit dieser Biotope 

wird vermutet, bei anderen ist sie aufzuzeigen. Allerdings muss etwa auch eine Hecke, um als 

schutzwürdig zu gelten, eine ausreichende ökologische Qualität aufweisen. Im Vordergrund steht 

dabei die Qualität und weniger die Ausdehnung der Hecke. So können auch kleine Buschgruppen 

wertvoll sein, wenn auch aufgrund der Wendung "Erhaltung genügend grosser Lebensräume" 

eine gewisse Minimalgrösse vorausgesetzt werden muss (J. BEREUTER, in: Bereuter/Frei/Ritter 

[Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 115 

N 19 ff.; K.-L. FAHRLÄNDER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, 2. Aufl., Zü-

rich 2019; Art. 18 N 15 und 19). 

 

3.4 Vorliegend ist umstritten, ob eine einzelne Blutbuche ein Biotop sein kann. 

 

3.4.1 Als Biotop- oder Habitatbaum werden meist alte Bäume bezeichnet, die besondere kleine 

Lebensräume (Mikrohabitate) für andere Lebewesen anbieten. Diese Lebensräume oder Biotope 

bestehen aus Höhlen, Horsten oder besonderen Wuchsformen bzw. weisen Stamm- oder Rin-

denverletzungen oder einen Totholzanteil auf, die bestimmten Tieren, Pflanzen oder Mikroorga-

nismen einen Lebensraum bieten. Baummikrohabitate sind also vom Baum getragene, klar abge-

grenzte Gebilde, auf die viele verschiedene, teils hochspezialisierte Tier-, Pflanzen-, Flechten- 

und Pilzarten während mindestens eines Teils ihres Lebens angewiesen sind. Baummikrohabitate 

können aber auch Elemente sein, für die der Baum lediglich als Stütze dient, beispielsweise ein 

Nest, Efeu oder Lianen. Damit sind Baummikrohabitate wichtige Zufluchtsorte, Brut-, Überwinte-

rungs- oder Nahrungsplätze (BÜTLER/LACHAT/KRUMM/KRAUS/LARRIEU, in: Eidg. Forschungsanstalt 

WSL, Merkblatt für die Praxis, Nr. 64, Januar 2020). Diese neueren Erkenntnisse beziehen sich 

zwar auf die Biodiversität im Wald. Viele Merkmale und Eigenschaften von Waldbäumen können 

aber auch auf Einzelbäume und Baumgruppen im Siedlungsgebiet übertragen werden. Der Un-

terschied liegt insbesondere darin, dass hier die Entwicklung eines Baums über seine Reifephase 

hinaus in die Zerfallphase aus Sicherheitsaspekten eingeschränkt ist. Aus diesem Grund wurde 

bis anhin dem erreichbaren Alter und dem damit zunehmenden ökologischen Wert eines Baums 

zu wenig Bedeutung zugemessen, was sich aufgrund neuerer Erkenntnisse aber geändert hat 

(vgl. dazu etwa GLOOR/GÖLDI, Der ökologische Wert von Stadtbäumen bezüglich der Biodiversi-

tät, Jahrbuch der Baumpflege, 2018, S. 33-48). Ein Ziel soll dabei sein, alte Bäume möglichst zu 

erhalten und nötigenfalls umsichtig zu pflegen sowie rechtzeitig Ersatzpflanzungen zu planen, 

bevor der wertvolle alte Baum gefällt werden muss. Dabei kommt aufgrund einer Liste von 70 

bewerteten Baumarten in der Stadt Zürich, basierend auf über 70'000 untersuchten Stadtbäumen, 

der Buche der neunthöchste Biodiversitäts-Index zu (GLOOR/GÖLDI, a.a.O., S. 45 f.). 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3.4.2 Vor Ort hat sich gezeigt, dass die mächtige, über 100 Jahre alte Blutbuche über eine statt-

liche Krone verfügt und tatsächlich Lebensraum für verschiedenste Lebewesen bietet. Dazu 

kommt, dass der Stamm sich in einer Höhe von 1,5 m in zwei Hauptstämmlinge teilt und dadurch 

besonders viel Oberfläche bietet. Der Vertreter des ANJF hat vor Ort denn auch bestätigt, dass 

der alte Baum Baumhöhlen, Totholz und Verletzungen der Rinde aufweist und dass hier viele 

Moose und Flechten wachsen und somit verschiedenste Lebensräume für Kleinstlebewesen vor-

handen sind. Die Kombination dieser zahlreich vorhandenen Mikrohabitate machen den Baum für 

Insekten und Vögel sehr attraktiv. Letztere finden in der mächtigen Baumkrone wertvolle Brut-

plätze. Sodann handelt es sich bei der mächtigen Blutbuche um einen sehr wertvollen Baum, der 

Teil des Baumschutzgebiets ist. Dieses erstreckt sich wie ein Mosaik über die ganze Stadt, wobei 

sein ökologischer Wert hauptsächlich in den alten Bäumen gründet. Mithin ist die vorliegende 

grosse alte Blutbuche nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ durchaus mit einer schützens-

werten Hecke im Sinn von Art. 18 Abs. 1bis NHG vergleichbar, auch wenn keine direkte Verbin-

dung der Baumkrone mit dem Boden gegeben ist. 

 

3.4.3 Dazu kommt, dass die Blutbuche trotz ihres Alters sehr gesund ist. Das vom Rekurrenten 2 

selbst eingereichte Gutachten bestätigt ihr denn auch eine intakte Vitalität mit genügend verfüg-

baren Energiereserven. Es ist damit unbestritten, dass ihr eine ausreichende Regenerationsfä-

higkeit ohne wesentliche Einschränkung der baumgenetischen Lebenserwartung zukommt. Der 

Baum befindet sich derzeit in der Reifephase mit natürlichem Alterungsprozess, was aus ökolo-

gischer Sicht – wie oben ausgeführt – speziell wertvoll ist. Der Stamm, der einen Meter über 

Boden einen Durchmesser von etwa 1,2 m umfasst, ist am Fuss von regelmässig angeordneten, 

intakten Wurzelanläufen umgeben. Der gleiche Gutachter bestätigte auch vor Ort, dass der Baum 

nach wie vor sehr stabil stehe und auch keine Gefahr für umliegende Gebäude darstelle, solange 

keine Wurzeln gekappt würden. 

 

3.4.4 Zwar stehen an der M.___strasse und in der näheren Umgebung weitere grosse Bäume, 

u.a. auch eine grosse Blutbuche, insbesondere betreffend Kronenvolumen und vorhandener 

Mikrohabitate gibt es aber sonst nicht viele, die mit dem zu beurteilenden vergleichbar sind. Die 

Fällung eines derart strassenwirksamen alten Baums, der dazu einen der höchsten Biodiversitäts-

Indizes aufweist, voll vital und stabil mit dem Boden verwachsen ist, würde zu einer spürbaren 

Verschlechterung der ökologischen Vernetzung führen, zumal der vorliegende Baum für das 

Stadtgebiet eine herausragende Bedeutung aufweist und eine wichtige Schlüsselrolle für die ur-

bane Biodiversität spielt. 

 

3.5 Damit steht fest, dass es sich bei der vorliegenden, über 100-jährigen Blutbuche um einen 

wertvollen Habitatbaum und damit um ein schutzwürdiges Biotop im Sinn von Art. 18 NHG handelt 

und deren Erhalt somit eine Bundesaufgabe darstellt. Dies hat zur Folge, dass die Rekurrentin 2 

vorliegend als beschwerdeberechtigter Verband befugt ist, gegen das Fällgesuch im Baumschutz-

gebiet Einsprache zu erheben, wenn auch nur soweit, als sie geltend macht, mit der Fällung werde 

ein mutmasslich schützenswerter Habitatbaum im Sinn eines Biotops gemäss Art. 18 NHG be-

einträchtigt. Mithin ist die Vorinstanz auf die Verbandsbeschwerde zu Unrecht nicht eingetreten, 

weshalb der Nichteintretensentscheid aufzuheben ist. 

 

4.  

Der Rekurrent 1 seinerseits beanstandet die Verweigerung seines Fällgesuchs. 

 

4.1 Die Blutbuche steht im Baumschutzgebiet, weshalb ihre Fällung nach Art. 39 Abs. 1 Bst. a 

der Bauordnung der Stadt Z.___ (SRS 731.1; abgekürzt BO) unabhängig ihrer allfälligen Unter-

schutzstellung allein wegen ihres Stammumfangs eine Bewilligung voraussetzt. Diese kann nach 

Abs. 2 erteilt werden, wenn das Interesse an der Fällung das Interesse an der Erhaltung über-

wiegt. Das ist nach Art. 39 Abs. 2 BO insbesondere dann der Fall, wenn ein Baum ohne qualitative 

 

 

 

 

 

 

 

9/12 

Verschlechterung des bestehenden Baumbestands gefällt werden kann und der Baum nicht be-

sonders schützenswert ist (Bst. a), der Baum im Bereich einer geplanten Hauptbaute steht und 

dieser nicht besonders schützenswert ist (Bst. b) oder die Nutzung von Räumen zu längerem 

Aufenthalt von Menschen unzumutbar beeinträchtigt wird (Bst. c). 

 

4.2 Wie oben unter Erw. 3.4 ausgeführt, würde sich der Baumbestand mit der Fällung der vor-

liegenden Blutbuche qualitativ erheblich verschlechtern. Zudem handelt es sich dabei um einen 

Habtitatbaum und damit um ein schützenswertes Biotop im Sinn von Art. 18 NHG. Alsdann ist 

hier keine Hauptbaute geplant, weshalb vorliegend lediglich Art. 39 Abs. 2 Bst. c BO zur Diskus-

sion steht, der nach dem Wortlaut unabhängig einer allfälligen Schutzwürdigkeit des betroffenen 

Baums zur Anwendung gelangt, weshalb vorliegend eine Interessenabwägung vorzunehmen ist. 

 

4.3 Der Rekurrent 1 macht geltend, die mächtige Baumkrone entziehe der Liegenschaft Nr. 001 

übermässig (Sonnen-)Licht und führe zu Schäden am Haus, am Garten, den Zugangsanlagen 

und Grundstücksmauern. 

 

4.3.1 Die Blutbuche steht südwestlich des Wohngebäudes und beschattet die Liegenschaft un-

bestrittenermassen. Dabei handelt es sich aber um einen Laubbaum, der – wenn auch erst spät 

– seine Blätter im Herbst abwirft und das Licht sodann während Monaten praktisch unbeschränkt 

durchlässt. Am Rekursaugenschein konnte weiter festgestellt werden, dass der letzte fachmänni-

sche Baumschnitt schon sehr lange zurückliegt. Würde die Krone der rund 11 m vom Haus weg-

stehenden Buche fachmännisch geschnitten, wären weder die unteren Geschosse des Mehrfa-

milienhauses stark beschattet, wie der Rekurrent 1 geltend macht, noch müsste die Fassade unter 

dem Schatten leiden und auch der Rasen würde nicht komplett vermoosen. Mit einem zielorien-

tierten Kronenschnitt liesse sich nicht nur die Krone verkleinern, wodurch die Silhouette des 

Baums und damit auch sein Schattenwurf verkleinert würden, es würde auch der Abstand von der 

Baumkrone zur Hausfassade erheblich vergrössert, sodass mehr Sonnenlicht in den Garten und 

an die Hausfassade gelangen könnte, was die Durchlüftung des Gartens verbessern würde. So-

mit können sämtliche vorgebrachten Beeinträchtigungen der Wohnhygiene alleine durch regel-

mässige Kronenschnitte behoben werden. 

 

4.3.2 Vor Ort bestätigte sich weiter, dass die Baumwurzeln in den Betonsockeln und der Stütz-

mauer sowie im Asphalt des Gehwegs Risse verursacht haben. Auch lässt sich deswegen das 

Gartentor nicht mehr schliessen. Weiter stülpt sich eine Wurzel etwas über den Randstein. Tat-

sache ist aber auch, dass der Rekurrent 1 den vor etwa 25 Jahren asphaltierten Gehweg seither 

nicht mehr saniert hat und ein gewisser Unterhalt somit ohnehin anstünde. Da die Erneuerung 

der Asphaltierung dem Rekurrenten 1 zu wenig lang beständig erscheint, könnte der Weg statt-

dessen auch eingekiest werden. Gegen den entsprechenden Einwand des Rekurrenten 1 gegen 

einen Kiesweg, dass dadurch Steinchen ins Haus getragen würden, muss entgegengehalten wer-

den, dass der Kiesweg auch nicht bis direkt ans Haus reichen müsste und zum Hauseingang 

auch eine Treppe mit mehreren Stufen führt, so dass ein Kiesweg kein Problem darstellt, zumal 

die Liegenschaft über die Nordseite direkt und praktisch ebenerdig erschlossen ist. Die Wurzel, 

die etwas in den Weg gewachsen ist, stellt weniger eine Stolperfalle dar, wie der Rekurrent 1 

behauptet, als vielmehr der aufgebrochene Asphalt bzw. der vernachlässigte Unterhalt am Weg. 

Davon abgesehen könnte der Weg auch einige Zentimeter vom Baum weg verschoben werden. 

Das wegen der leichten Verschiebung allenfalls ein weiterer Tritt notwendig würde, spielt insofern 

keine Rolle, als der Zugang von der tiefer gelegenen M.___strasse schon heute zwei Stufen auf-

weist und die Erschliessung ohnehin hauptsächlich über die ebenerdige N.___strasse erfolgt. Der 

Einwand, der Zugang wäre dann nicht (behindertengerecht), erweist sich somit als reine Schutz-

behauptung, zumal der im Hochparterre befindliche Hauseingang ebenfalls nur über eine steile 

Treppe erreichbar ist. 

 

 

 

 

 

 

 

 

10/12 

4.3.3 Das Gleiche bezüglich des fehlenden Unterhalts gilt auch für die Betonsockel beim Garten-

portal, das Gartentor und die Stützmauer. Auch diese können ohne Schädigung der Wurzeln der 

Blutbuche saniert werden, auch wenn klar ist, dass entsprechende Unterhaltsarbeiten nicht für 

die Ewigkeit halten werden. Sodann kann auch der Gehweg leicht nach Osten verschoben wer-

den. Dass Schäden durch die Druckspannung der Wurzeln durch einen regelmässigen Unterhalt 

behoben werden können, zeigt sich anhand der Fahrbahn der nur etwa einen Meter von der Blut-

buche entfernten M.___strasse. Diese wird von der Stadt Z.___ (regelmässig) unterhalten und 

weist dementsprechend im Gegensatz zu den seit langem nicht mehr unterhaltenen Gartenanla-

gen keine Beschädigungen durch die Wurzeln der Blutbuche auf. 

 

4.4 Dem privaten Interesse, dass die Liegenschaft nach der Fällung der Blutbuche besser be-

sonnt werde und weniger Unterhalt an den Mauern und am Gehweg anfallen, stehen gewichtige 

öffentliche Interessen entgegen. Die vorliegende Buche ist – wie bereits dargelegt – ein beson-

ders wertvoller Lebensraum von schutzwürdigen Tieren und Pflanzen, womit an deren Erhalt ein 

hohes öffentliches Interesse besteht. Dazu kommt, dass Laubbäume wie Buchen im städtischen 

Lebensraum besonders wertvoll sind, weil sie im heissen Sommer mit ihrem ausladenden Laub 

für Schatten und Kühle sorgen, während sie in der laubfreien Zeit gut durschienen werden und 

somit das besonders in der dunkleren Jahreszeit geschätzte Sonnenlicht durchlassen. In diesem 

Zusammenhang kann auf die in der Fachzeitschrift "Nature Communications" im November 2021 

erschienene Studie verwiesen werden, womit ein Team um den Geoökologen Jonas Schwaab 

von der ETH Zürich nachgewiesen hat, dass Bäume in Städten mindestens doppelt so stark küh-

len wie Grünflächen (www.nature.com/articles/s41467-021-26768-w). Grosse, alte Bäume spen-

den aber auch nicht nur viel Schatten. Sie verdunsten in einem Tag Hunderte von Litern Wasser, 

was der Umgebung Wärme entzieht. Deshalb soll in bereits durchgrünten Quartieren der alte 

Baumbestand besser geschützt werden (S. HOTZ, Mehr Bäume pflanzen und den Zustrom kühler 

Luft sichern: Mit diesen Massnahmen will der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom Hitzestaus 

vorbeugen, NZZ vom 17. Mai 2021). Dass Buchen verglichen mit Stadtbäumen einer der höchs-

ten Biodiversitäts-Indizes zukommt, wurde weiter vorne bereits ausgeführt (Erw. 3.4.1).  

 

4.5 Die Beschattung und namentlich die von der Blutbuche verursachten Schäden sollen zwar 

nicht klein geredet werden, insgesamt überwiegen aber doch die öffentlichen Interessen am Fort-

bestand der ökologisch wertvollen alten Blutbuche gegenüber dem Anspruch des Rekurrenten 1 

an einer optimalen Belichtung und Besonnung sowie an einem möglich kleinen Unterhalt. Die 

vorliegenden Schäden an den Mauern, am Tor und am Weg, gründen aber wie gesagt vor allem 

darin, dass der Unterhalt des Asphaltbelags und der Betonwerke über Jahre vernachlässigt wor-

den ist. Bei regelmässigem Unterhalt käme es nicht zu derart tiefen Rissen und Verschiebungen 

der Betonsockel. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Fällgesuch zu Recht abgewiesen. 

 

5.  

Der Rekurrent macht schliesslich geltend, die Vorinstanz hätte das Fällgesuch auch ausnahms-

weise erteilen müssen. 

 

5.1 Nach Art. 108 Abs. 1 PBG kann die Baubehörde im Einzelfall mit Erteilung einer Ausnah-

mebewilligung von Vorschriften dieses Erlasses oder des Baureglements abweichen, wenn be-

sondere Verhältnisse vorliegen oder die Durchsetzung der Vorschrift unzweckmässig und unbillig 

wäre. Die Ausnahmebewilligung ist nach Art. 108 Abs. 2 PBG aber nur dann zulässig, wenn sie 

nicht gegen den Sinn und Zweck der Vorschrift verstösst, keine überwiegenden öffentlichen Inte-

ressen verletzt und die Nachbarschaft nicht unzumutbar benachteiligt. 

 

5.2 Wie oben in Erw. 4.5 ausgeführt besteht am Fortbestand der wertvollen Blutbuche ein über-

wiegendes öffentliches Interesse, womit eine Fällbewilligung auch ausnahmsweise grundsätzlich 

nicht in Frage kommt. Dazu kommt, dass hier auch keine besonderen Verhältnisse vorliegen, da 

die vom Rekurrenten vorgetragenen Gründe für eine Fällung praktisch bei allen Liegenschaften 

 

 

 

 

 

 

 

11/12 

im Baumschutzgebiet vorgebracht werden könnten, namentlich was die geltend gemachte Be-

schattung betrifft. Die anderen Gründe betreffen vornehmlich fiskalische Interessen, die ebenfalls 

grundsätzlich nicht unter die für eine Ausnahmebewilligung verlangten besonderen Verhältnisse 

fallen (M. LOOSER, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des 

Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 108 N 8). Und wie oben in Erw. 4.3.2 f. bereits aufgezeigt, 

stehen bei den geschädigten Anlagen ohnehin regelmässig Unterhaltsarbeiten an, wobei der 

durch die Blutbuche verursachte Mehraufwand mit Blick auf die öffentlichen Interessen am Erhalt 

des schützenswerten Baums verhältnismässig ist. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das 

Fällgesuch zu Recht abgewiesen. 

 

6.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz auf die Einsprache der Rekurrentin 2 hätte 

eintreten und diese gutheissen müssen, weil ihr die Verbandsbeschwerde offen gestanden hat. 

Demgegenüber hat sie das Fällgesuch des Rekurrenten 1 richtigerweise verweigert. Der Rekurs 1 

ist somit abzuweisen. Der Rekurs 2 ist im Sinn der Erwägungen gutzuheissen und die Ziff. 2 des 

Beschlusses der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 aufzuheben. Da die Vorinstanz das Fällgesuch 

jedoch abgewiesen und somit der Einsprache materiell entsprochen hat, kann von einer Rück-

weisung abgesehen werden. Der Beschluss muss einzig dahingehend angepasst werden, dass 

die Einsprache der Rekurrentin 2 gutgeheissen wird. 

 

7.  

7.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP haben in Streitigkeiten jene Beteiligten die Kosten zu tragen, deren 

Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend 

hat der Rekurrent 1 die amtlichen Kosten zu bezahlen. Die Entscheidgebühr für die beiden Ver-

fahren beträgt Fr. 4'500.– (Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindever-

waltung, sGS 821.5).  

 

7.2 Der vom Rekurrenten 1 am 16. Juni 2021 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– ist 

anzurechnen, der von der Rekurrentin 2 am 15. Juni 2021 geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

8.  

Der Rekurrent 1 und die Rekurrentin 2 stellen je ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten. 

 

8.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie aufgrund der 

Sach- und Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausser-

amtliche Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auf-

erlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272; ab-

gekürzt ZPO) finden sachgemäss Anwendung (Art. 98ter VRP). Nicht anwaltlich vertretene Ver-

fahrensbeteiligte haben grundsätzlich mangels eines besonderen Aufwands keinen Anspruch auf 

eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98ter VRP i.V.m. Art. 95 Abs. 3 Bst. c ZPO). Dass ihnen 

gleichwohl ersatzfähige Kosten für Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf deshalb 

einer besonderen Begründung. Eine Umtriebsentschädigung erfolgt somit nur ausnahmsweise, 

insbesondere wenn es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt, wenn der 

getätigte Aufwand erheblich ist und zwischen dem betrieblichen Aufwand und dem Ergebnis der 

Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht. Nicht anwaltlich vertretenen Personen 

spricht das Bau- und Umweltdepartement lediglich eine Umtriebsentschädigung ohne Bezug-

nahme auf den Anwalts- oder einen anderen Branchentarif zu, und zwar praxisgemäss in der 

Höhe von Fr. 300.– bis Fr. 500.– (vgl. VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 2014 Erw. 4.3 ff. und 

5 ff., zusammengefasst in: Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 2014/I/6). 

 

 

 

 

 

 

 

 

12/12 

8.2 Die Rekurrentin 2 obsiegt mit ihren Anträgen. Da sie weder anwaltlich vertreten ist, noch 

das Kostenbegehren begründet hat und auch sonst nicht ersichtlich ist, dass ihr ein erheblicher 

Aufwand angefallen wäre, der eine ausnahmsweise Umtriebsentschädigung rechtfertigen würde, 

ist der Rekurrentin 2 keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen.  

 

8.3 Da der Rekurrent 1 mit seinen Anträgen unterliegt, hat er von vornherein keinen Anspruch 

auf eine ausseramtliche Entschädigung. Seine Begehren in beiden Rekursen sind deshalb abzu-

weisen. 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs Nr. 21-5294 der Stiftung B.___, Y.___, wird gutgeheissen. Ziff. 2 des Beschlus-

ses der Baubewilligungskommission der Stadt Z.___ vom 7. Mai 2021 wird aufgehoben und 

wie folgt ersetzt: Die Einsprache wird gutgeheissen. 

 

b) Der Rekurs Nr. 21-5362 von A.___, Z.___, wird abgewiesen. 

 

2.  

a) A.___ bezahlt für die Rekursverfahren Nrn. 21-5294 und  21-5362 eine Entscheidgebühr 

von insgesamt Fr 4'500.–.  

 

b) Der am 16. Juni 2021 von Thomas Frey, St.Gallen, geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 1'800.– wird angerechnet.  

 

c) Der am 15. Juni 2021 von der Stiftung B.___ geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– 

wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Im Rekursverfahren Nr. 21-5294 wird das Begehren der Stiftung B.___ um Ersatz der aus-

seramtlichen Kosten abgewiesen. 

 

b) Im Rekursverfahren Nr. 21-5362 wird das Begehren von A.___ um Ersatz der ausseramtli-

chen Kosten abgewiesen.  

 

c) Im Rekursverfahren Nr. 21-5294 wird das Begehren von A.___ um Ersatz der ausseramtli-

chen Kosten abgewiesen. 

 

 

 

Die Vorsteherin  

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

 

 

 

 

 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BUDE 2022 Nr. 106
	Baurecht. Art. 18 NHG; Art. 108 PBG. Die vorliegende alte Blutbuche ist ein Habitatbaum und fällt als solcher unter den Biotopschutz. Da der Biotopschutz eine Bundesaufgabe darstellt, ist die vorliegende Stiftung, die im Anhang zum NHG als beschwerdeberechtigte Organisation bezeichnet wird, zur Einsprache gegen dessen Fällung legitimiert, wenn sie geltend macht, es handle sich um einen Habitatbaum (Erw. 3.5). Die Blutbuche liegt sodann im Baumschutzgebiet, weshalb ihre Fällung aufgrund ihres Stammumfangs einer Bewilligung bedarf. Dem privaten Interesse, dass die Liegenschaft besser besonnt werde und weniger Unterhalt an den Mauern und am Gehweg anfallen, stehen gewichtige öffentliche Interessen am Erhalt der mächtigen Blutbuche entgegen, z.B. der wertvolle Lebensraum von schutzwürdigen Tieren und Pflanzen. Die Fällung eines derart strassenwirksamen alten Baums, der dazu einen der höchsten Biodiversitäts-Indizes aufweist, voll vital und stabil mit dem Boden verwachsen ist, würde zu einer spürbaren Verschlechterung der ökologischen Vernetzung führen, zumal dieser für das Stadtgebiet eine herausragende Bedeutung aufweist und eine wichtige Schlüsselrolle für die urbane Biodiversität spielt (Erw. 3.4.4). Damit kommt eine Fällbewilligung auch ausnahmsweise nicht in Frage. Zudem liegen auch keine besonderen Verhältnisse vor, da die vorgetragenen Gründe für eine Fällung praktisch bei allen Liegenschaften im Baumschutzgebiet vorgebracht werden könnten, so z.B. die Beschattung. Die anderen Gründe betreffen vornehmlich fiskalische Interessen, die ebenfalls grundsätzlich nicht unter die für eine Ausnahmebewilligung verlangten besonderen Verhältnisse fallen.

		2024-05-26T21:10:49+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen