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**Case Identifier:** c2662ce9-994b-5cfb-9ee5-d3819a704f12
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.09.2015 IV 2013/100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-100_2015-09-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/100

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2020

Entscheiddatum: 23.09.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2015
Art. 7 ATSG, Art. 8 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG. Beweiskraft eines MEDAS-
Gutachtens. Auf das Gutachten, gemäss welchem eine depressive Episode 
im Zeitpunkt der Begutachtung remittiert war, ist auch hinsichtlich der 
rückwirkenden psychiatrischen Beurteilung abzustellen. Selbst wenn dies 
nicht der Fall wäre, wäre ein Rentenanspruch mangels Erfüllung der 
Wartefrist nicht gegeben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 23. September 2015, IV 2013/100).

Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2015

Entscheid vom 23. September 2015

Besetzung

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichts-schreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2013/100

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.       

A.a  A.___ meldete sich am 22. Januar 2010 wegen Atem- und Rückenbeschwerden 

zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 3).

A.b  Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie, hatte in 

seinem Bericht vom 11. Februar 2009 im Wesentlichen folgende Diagnosen aufgeführt: 

Chronische obstruktive Lungenkrankheit (COPD; mittelschwere, nicht reversible 

obstruktive Ventilationsstörung), Status nach schwerer Pleuropneumonie mit schwerer 

Sepsis und Zwei-Organversagen im August 2008, zentrale und periphere 

Lungenembolien im November 2006, leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom 

(CPAP-Therapie seit Mai 2008), progrediente Adipositas, sowie ein chronisches 

spondylogenes und thorakovertebrales Syndrom (IV-act. 19-4).

A.c  Gespräche zwischen Dr. med. C.___, regionaler ärztlicher Dienst (RAD), Dr. B.___ 

sowie Dr. med. D.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hausärztin des 

Versicherten, ergaben am 1./2. Februar 2010, dass der Versicherte neben den von 

Dr. B.___ gestellten Diagnosen unter morbider Adipositas und einem chronischen 

spondylogenen und thorakovertebralen Syndrom leide. In der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit als Hilfselektriker und Chauffeur eines Kleinlastwagens sei er aus 

respiratorischen und rheumatologischen Gründen eingeschränkt. Er könne vollschichtig 

körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten in vorwiegend sitzender Position 

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ohne lange oder ansteigende Gehstrecken ausüben. Schwere körperliche Arbeiten 

seien gänzlich unzumutbar (IV-act. 18, 22, 23).

A.d  Am 27. Juli 2010 gewährte die IV-Stelle dem seit 1. Januar 2009 arbeitslosen (IV-

act. 11-1; IV-act. 8) Versicherten finanzielle Beteiligung an einer Ernährungsberatung 

als Frühinterventionsmassnahme (IV-act. 45) sowie Arbeitsvermittlung (IV-act. 46). Die 

Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall am 19./20. Januar 2011 ab, nachdem 

der Versicherte keine geeignete Stelle finden konnte (IV-act. 54, 56).

A.e  Dr. D.___ erwähnte in ihrem Bericht vom 18. März 2011 als Diagnosen ein 

chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei ausgeprägter Hyperlordose und 

degenerativen Veränderungen L4/L5/S1, ein Schlafapnoe-Syndrom, eine chronische 

obstruktive Lungenkrankheit (u.a. bei Status nach Lungenembolien zentral und peripher 

2006), Hypertonie, Adipositas permagna, Diabetes mellitus Typ II, eine Lebersteatose 

sowie eine chronische venöse Insuffizienz. Der Versicherte sei im Atemtraining und 

bemühe sich, sein Gewicht zu reduzieren. Er könne keine Arbeit in ständigem Stehen 

oder in länger vorgebeugter Haltung ausführen. Aufgrund der Atemnot seien längeres 

Gehen und Treppensteigen nicht möglich. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei zu 50 % 

möglich (IV-act. 59-1 ff.).

A.f   Dr. B.___ berichtete am 31. März 2011, die Lungenkrankheit verlaufe stationär; die 

Schlafapnoe sei durch die ausgezeichnete Compliance mit dem CPAP-Gerät korrigiert. 

Aus rein pulmonaler Sicht bestehe höchstens eine Einschränkung für mittelschwere bis 

schwere körperliche Arbeit von 20 % bis 30 % (IV-act. 60-8 ff.).

A.g  Dr. med. E.___, RAD, befand am 15. April 2011, aufgrund der chronischen 

obstruktiven Lungenkrankheit und des behandelten Schlafapnoe-Syndroms ergäben 

sich in Übereinstimmung mit dem Pneumologen keine Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit für leichtere Tätigkeiten sowie für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Lieferwagenchauffeur ohne Ein- und Ausladen grosser Lasten. Für mittelschwere bis 

schwere Tätigkeiten, welche auch aus Sicht des Bewegungsapparates weniger 

geeignet seien, bestehe eine Einschränkung von 20 % bis 30 %. In der Gesamtwertung 

sei aus versicherungsmedizinischer Sicht eine leichte Tätigkeit vollschichtig zumutbar 

(IV-act. 61).

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A.h  Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen (Invaliditätsgrad 0 %, IV-act. 64). Hiergegen 

erhob der Versicherte am 14. Juni 2011 Einwand (IV-act. 65).

A.i    Ab dem 24. Juni 2011 wurde der Versicherte ambulant im Psychiatrie-Zentrum 

F.___ abgeklärt und behandelt. Dabei wurde eine mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD F32.11), bestehend mindestens seit 24. Juni 2011, 

diagnostiziert. Gegenwärtig sei aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit als 

Lieferwagenfahrer nicht gegeben. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei bis auf 

weiteres während ca. 4 bis 5 Stunden pro Tag möglich. Dabei sollte es sich um eine 

ruhige, gleichmässige Tätigkeit ohne Belastungsspitzen und ohne hohe Anforderungen 

an die Konzentration und an die kognitiven Fähigkeiten handeln (Bericht vom 8. Juli 

2011, IV-act. 67; vgl. auch Bericht vom 27. Juni 2011, IV-act. 68-3 f.).

A.j    Am 2. August 2011 hielt Dr. D.___ in einem Verlaufsbericht fest, der 

Gesundheitszustand sei stationär bis verschlechtert. Die Rückenschmerzen hätten 

zugenommen. Dadurch habe sich auch der psychische Zustand verschlechtert (IV-

act. 68-1 f.). Dr. B.___ bezeichnete in seinem Verlaufsbericht vom gleichen Tag den 

Gesundheitszustand im Wesentlichen als stationär. Aus pulmonaler Sicht bestehe als 

Lieferwagenfahrer ohne Ein- und Ausladen von Lasten sowie für andere leichte 

körperliche Tätigkeiten im Stehen oder im Sitzen keine Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 69).

A.k  Vom 14. November bis 3. Dezember 2011 wurde der Versicherte stationär in der 

Klinik G.___ behandelt. Gemäss Austrittsbericht vom 9. Januar 2012 wurden im 

Wesentlichen eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom 

(ICD-10: F32.1), ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom, ein 

Schlafapnoesyndrom mit CPAP-Maske versorgt, eine chronische obstruktive 

Lungenkrankheit mit Status nach Lungenembolien sowie eine Adipositas permagna 

diagnostiziert. Die ersten Zeichen einer sich entwickelnden depressiv-ängstlichen 

Problematik würden auf die Zeit der krankheitsbedingten Kündigung der Arbeitsstelle 

vor vier Jahren zurückgehen. Es handle sich um eine seither chronifizierte und 

aggravierte depressive Entwicklung mit im Vordergrund stehender körperlicher 

Grunderkrankung im Sinne einer Komorbidität (IV-act. 79-2 ff.).

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A.l     Im Bericht vom 12. Januar 2012 hielten die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums F.___ 

im Wesentlichen fest, die stationäre Behandlung habe dem Versicherten subjektiv keine 

Verbesserung gebracht. Es sei eine (weitere) teilstationäre Behandlung und danach 

eine neuerliche Beurteilung zu empfehlen (IV-act. 71).

A.m Dr. D.___ bezeichnete den Gesundheitszustand in einem weiteren Verlaufsbericht 

vom 17. Januar 2012 bei unveränderten Diagnosen als stationär. Sie gehe davon aus, 

dass eine 50 %ige angepasste Tätigkeit auch weiterhin zumutbar sei (IV-act. 72-2).

A.n  Dr. B.___ hielt am 24. Januar 2012 zuhanden der IV-Stelle und in einem Bericht an 

Dr. D.___ im Wesentlichen fest, das Schlafapnoe-Syndrom sei unter der CPAP-

Therapie völlig korrigiert. Aus pulmonaler Sicht bestehe für schwere körperliche Arbeit 

eine Einschränkung von 50 %; für mittelschwere körperliche Tätigkeiten sei der 

Versicherte nahezu voll und für leichte körperliche Tätigkeiten voll arbeitsfähig. 

Hauptproblem sei das chronische spondylogene und thorakovertebrale Syndrom (IV-

act. 73).

A.o  Der Versicherte wurde in der Folge im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 86) durch das 

Ärztliche Begutachtungsinstitut Basel (ABI) polydisziplinär (allgemeinmedizinisch, 

orthopädisch und psychiatrisch) begutachtet (Untersuchungen am 4./8. Juni 2012, 

Gutachten vom 1. November 2012, IV-act. 91). In der Gesamtbeurteilung erhoben die 

Experten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 

obstruktive Lungenkrankheit (Stadium II nach GOLD) bei mittelschwerer, nicht 

reversibler obstruktiver Ventilationsstörung, mit leichter Einschränkung der körperlichen 

Leistungsfähigkeit, ein leichtes obstruktives, erfolgreich korrigiertes 

Schlafapnoesyndrom, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne 

radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5) bei mässiggradigen degenerativen 

Veränderungen vor allem der unteren Lendenwirbelsäule, klinisch und bildgebend ohne 

Kompromittierung neuraler Strukturen (M47.86/M51.2), sowie eine klinisch beginnende 

AC-Gelenksarthrose beidseits (ICD-10 M19.11) fest. In psychiatrischer Hinsicht wurden 

eine rezidivierende depressive Störung, remittiert (ICD-10: F33.4), sowie eine 

Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54), beide ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit, diagnostiziert. Für körperlich leichte, nicht anstrengende Tätigkeiten in 

einem arbeitshygienisch einwandfreien Klima ohne Staub, Hitze oder Kälte bestehe 

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eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100%. Für körperlich mittelschwer und schwer 

belastende berufliche Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Es 

bestünden keine Hinweise, dass für körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten zu einem 

früheren Zeitpunkt längerfristig eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hätte (IV-act. 91). 

Dr. C.___, RAD, bezeichnete das Gutachten am 19. November 2012 als umfassend und 

widerspruchsfrei. Die massgeblichen Kriterien seien für jedes fachärztliche Gebiet 

herausgearbeitet und die konsensuelle Beurteilung sei plausibel nachvollziehbar (IV-

act. 92).

A.p  Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zu den zusätzlichen medizinischen 

Abklärungen (IV-act. 93, 94, 96) und Unterbreitung der entsprechenden Stellungnahme 

des Beschwerdeführers an den RAD (IV-act. 97) verfügte die IV-Stelle am 29. Januar 

2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe 

medizinisch-theoretisch eine volle Arbeitsfähigkeit. Bei deren Verwertung sei es dem 

Versicherten möglich, bei ausgeglichenem Arbeitsmarkt ein Erwerbseinkommen in 

gleicher Höhe wie in der bisherigen Tätigkeit zu erzielen. Bei einem Invaliditätsgrad von 

0 % bestehe kein Rentenanspruch (act. G 1.1).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung lässt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Werner Bodenmann, St. Gallen, mit Eingabe vom 1. März 2013 Beschwerde erheben. 

Der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung vom 29. Januar 2013 sei unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50 % zuzusprechen. Allenfalls sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 

weitere medizinische Abklärungen zu treffen (act. G 1). Der Beschwerdeführer macht 

im Wesentlichen geltend, das ABI-Gutachten überzeuge aus verschiedenen Gründen 

nicht, weshalb darauf nicht abgestellt werden dürfe. Vielmehr sei gestützt auf die 

Berichte von Dr. D.___, der Klinik G.___ und des Psychiatriezentrums F.___, welche 

übereinstimmend eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestierten, eine halbe Rente 

zuzusprechen. Selbst wenn aufgrund des ABI-Gutachtens eine aktuelle 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % nicht angenommen würde, wäre eine solche mindestens 

bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch das ABI ausgewiesen und es bestünde bis 

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Februar 2013 ein Rentenanspruch (act. G 1). Der Beschwerdeführer legt ausserdem 

einen Bericht von Dr. D.___ vom 26. Februar 2013 ins Recht. Danach habe sich die 

Situation seit Sommer des Vorjahres insofern verändert, dass der Beschwerdeführer 

über ständige Müdigkeit klage, schläfrig sei und Mühe habe, im Gespräch zu folgen. 

Die Müdigkeit sei teilweise dem Schlafapnoe-Syndrom und teilweise der Wirkung 

unverzichtbarer Medikamente (Sedativa, Antidepressiva und Antiepileptikum 

Topiramat) zuzuschreiben. Der Beschwerdeführer schlafe tagsüber mehrmals ein und 

sei daher höchstens zu 50 % arbeitsfähig (act. G 1.2).

B.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2013 schliesst die Beschwerdegegnerin 

auf Abweisung der Beschwerde. Das ABI-Gutachten entspreche den Anforderungen 

der Rechtsprechung und es könne darauf abgestellt werden. Der nachgereichte Bericht 

von Dr. D.___ vermöge das Gutachten nicht zu entkräften (act. G 4).

B.c  In seiner Replik vom 13. Juni 2013 bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

vor, abweichend vom psychiatrischen Teilgutachten des ABI liege ein sozialer Rückzug 

vor, und entgegen der im Gutachten festgehaltenen subjektiven 

Krankheitsüberzeugung und fehlenden Motivation habe er sich bei der von der IV-Stelle 

angebotenen Arbeitsvermittlung kooperativ verhalten (act. G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8, 9).

Erwägungen

1.     

Gegenstand des Verfahrens ist der Anspruch auf Ausrichtung einer Rente der IV.

1.1   Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Unter 

Erwerbsunfähigkeit versteht das Gesetz den durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachten Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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1.2   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. 

Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, besteht Anspruch auf eine halbe 

Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

1.4   In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich 

des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

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gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/

bb). Anderseits ist bei den medizinischen Berichten behandelnder medizinischer 

Fachpersonen der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese aufgrund ihres 

therapeutischen Auftrags mitunter in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 125 V 353 E 3b cc).

2.     

2.1   Der Beschwerdeführer trägt im Wesentlichen vor, die Einschätzung des ABI-

Gutachtens, er sei in adaptierter Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, treffe nicht zu. 

Entgegen dem ABI-Gutachten sei die depressive Störung nicht remittiert, sondern 

bedürfe nach wie vor der Behandlung. Das ABI-Gutachten begründe die Abweichung 

von der Beurteilung in den anderen medizinischen Berichten nicht, sondern gehe 

lediglich von einer zwischenzeitlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes aus. 

Die im Gutachten geschätzte 100%ige Arbeitsfähigkeit sei sodann mit der in den 

Berichten vermerkten Abnahme der Leistungsfähigkeit beziehungsweise Zunahme der 

Müdigkeit nicht vereinbar. Berichte der Klinik G.___ vom 9. Januar 2012, des 

Psychiatriezentrums F.___ vom 8. Juli 2011 und vom 12. Januar 2012 sowie von 

Dr. D.___ vom 26. Februar 2013 würden ihm eine Arbeitsfähigkeit für adaptierte 

Tätigkeiten von lediglich 50 % attestieren. Das ABI-Gutachten vermöge insgesamt 

nicht zu überzeugen. Die Arbeitsfähigkeit sei zu mindestens 50 % eingeschränkt. 

Selbst wenn dem ABI-Gutachten gefolgt würde, wäre bis zum Zeitpunkt der 

Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgewiesen (act. G 1).

2.2   In pneumologischer Hinsicht stimmt das ABI-Gutachten mit der Beurteilung von 

Dr. B.___ überein, der am 31. März 2011 und am 2. August 2011 befunden hatte, aus 

pneumonaler Sicht bestehe für adaptierte leichte Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit 

(IV-act. 60-8 ff. und 69). Die Rheumatologin Dr. D.___ schätzte am 18. März 2011 die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten auf 50 %. Der 

Beschwerdeführer könne keine Arbeiten in ständigem Stehen oder in länger 

vorgebeugter Haltung durchführen. Aufgrund der Atemnot sei ihm längeres Gehen oder 

Treppensteigen nicht möglich (IV-act. 59-3). Der orthopädische Gutachter des ABI 

nimmt - abweichend von Dr. D.___ - eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für 

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adaptierte Tätigkeiten an. Er führt zum Bericht von Dr. D.___ in nachvollziehbarer Weise 

aus, diesem lasse sich nicht entnehmen, welchen konkreten Einfluss die erwähnten 

Veränderungen am Bewegungsapparat auf die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

hätten. Rein aufgrund der objektivierbaren Befunde lasse sich nicht begründen, 

weshalb der Beschwerdeführer allein von Seiten der muskuloskelettalen Strukturen für 

eine adaptierte Tätigkeit in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit wesentlich 

eingeschränkt sein sollte (IV-act. 91-19). Zwar berichtete Dr. D.___ unter anderem, die 

Wirbelsäule zeige eine deutliche Hyperlordose und Einschränkungen der Beweglichkeit 

durch Schmerzen in alle Richtungen, am meisten bei lumbaler Extension (IV-act. 59-2). 

Indes erscheint plausibel, dass dieser Befund eine in quantitativer Hinsicht bedeutende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten nicht zu erklären 

vermag. Daran ändert auch der im Beschwerdeverfahren vorgelegte Bericht von 

Dr. D.___ vom 26. Februar 2013 nichts, da er zur Hauptsache die Müdigkeit des 

Beschwerdeführers thematisiert. Ausserdem schätzte Dr. D.___ in diesem Bericht die 

Arbeitsunfähigkeit auch in Berücksichtigung der beschriebenen Müdigkeit weiterhin auf 

50%. Das ABI-Gutachten vom 1. November 2012 ist demnach in pneumologischer und 

orthopädischer Hinsicht schlüssig und nachvollziehbar. Es beruht auf vollständigen 

Untersuchungen und berücksichtigt die vorhandenen Akten sowie die vom 

Beschwerdeführer geschilderten Symptome. In somatischer Hinsicht ist daher auf das 

Gutachten abzustellen.

3.        

3.1   Es bleibt darüber zu befinden, ob aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit vorliegt, welche zu einem Rentenanspruch führt.

3.2   Die ambulante Erstkonsultation im Psychiatrie-Zentrum F.___, an welches der 

Beschwerdeführer von Dr. D.___ verwiesen worden war (IV-act. 65-6), erfolgte am 

24. Juni 2011. Dabei wurde die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD F32.11) gestellt (IV-act. 68-3 f.). Die Berichte des 

Psychiatriezentrums F.___ vom 27. Juni und 8. Juli 2011 halten fest, der Antrieb des 

Beschwerdeführers sei leicht bis mittelschwer reduziert, es bestehe eine leicht bis 

mittelschwer ausgeprägte Tendenz zum sozialen Rückzug. Mit der Kündigung sei es zu 

einem zunehmend depressiven Zustandsbild mit innerlicher Unruhe, Nervosität, leichter 

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Reizbarkeit sowie gedrückter Stimmung gekommen. Auf geistiger Ebene führe dies zu 

deutlichem Gedankendrängen mit Selbstabwertung und vermehrten negativen 

Zukunftserwartungen. Dies bewirke auf psychischer Ebene ein Zustandsbild mit 

gedrückter Stimmung, Interesselosigkeit und Freudlosigkeit. Aufgrund der 

beschriebenen Symptome komme es zu einer deutlichen Einschränkung der Flexibilität, 

der Umstellungsfähigkeit sowie der Ausdauer und Konzentration mit rascher 

Ermüdbarkeit. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei während vier bis fünf 

Stunden pro Tag möglich (IV-act.  67-2 ff.; IV-act. 68-3). Vom 14. November bis 

3. Dezember 2011 wurde der Beschwerdeführer in der Klinik G.___ behandelt (IV-

act. 79-2). Die Klinikärzte berichteten, der Beschwerdeführer habe depressive 

Gedankenspiralen, latente Suizidalität, eine negative Polung und eine getrübte 

Stimmung beschrieben und geschildert, er sei zuweilen im familiären Umfeld aggressiv 

gewesen und ziehe sich zurück. Im Gespräch sei keine Störung vordergründig 

gewesen. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer verlangsamt, eingeengt auf 

seine körperlich problematische Situation, perseverierend und grübelnd gewesen. Der 

Beschwerdeführer habe sich im Affekt ratlos, antriebsarm, mit einer Störung der 

Vitalgefühle, deprimiert, teilweise hoffnungslos, ängstlich sowie dysphorisch gereizt 

und sehr klagsam gezeigt. Er habe über Insuffizienzgefühle und teilweise affektlabiles 

Verhalten berichtet. Der Beschwerdeführer sei latent suizidal gewesen, habe sich aber 

glaubhaft davon distanzieren können (IV-act. 79-3). Die Ärzte diagnostizierten eine 

mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.1). Es 

handle sich um eine seit vier Jahren bestehende und aggravierte depressive 

Entwicklung mit im Vordergrund stehender körperlicher Grunderkrankung im Sinne 

einer Komorbidität (IV-act. 79-2 ff.). Das Psychiatrie-Zentrum F.___ berichtete am 

12. Januar 2012, die ambulanten Behandlungen hätten keine und die stationäre nur 

eine minimale Verbesserung gebracht. Bei einem sehr ausgeprägten somatischen 

Krankheitsbild sei das psychische Zustandsbild im Rahmen der ambulanten 

Behandlung weitgehend unverändert geblieben (IV-act. 71-2 f.).

3.3   Der Beschwerdeführer gab anlässlich der psychiatrischen Untersuchung vom 4. 

Juni 2012 im ABI an, er sei seit Februar 2012 einmal wöchentlich in der psychiatrischen 

Tagesklinik in Behandlung und nehme Sedativa und Antidepressiva ein (Prazine und 

Cymbalta, IV-act. 91-9, 11 f.; www.compendium.ch). Der psychiatrische Gutachter 

stellte die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, remittiert (ICD-10: 

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F33.4), sowie einer Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54), beide ohne Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 91-13). Er führt aus, der Beschwerdeführer habe in der 

Untersuchung einen aktiven energischen Eindruck gemacht. Die Stimmung sei 

ausgeglichen und die Psychomotorik lebhaft gewesen. Den Schilderungen des 

Beschwerdeführers hätten keine Hinweise auf Veränderungen der Stimmung und des 

Antriebs im Laufe des Tages entnommen werden können. Er habe nicht über einen 

Lebensverleider, Suizidgedanken oder Suizidphantasien berichtet. Zurzeit klage er 

einzig über eine leicht verminderte psychische Belastbarkeit und erhöhte Reizbarkeit. 

Er fühle sich aufgrund seiner zahlreichen körperlichen Beschwerden nicht arbeitsfähig. 

Das Ausmass der beklagten körperlichen Beschwerden sowie die 

Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die 

somatischen Befunde nicht vollständig objektiviert werden, so dass eine psychische 

Überlagerung angenommen werden müsse (IV-act. 91-12 f.). Es sei zwar gelegentlich 

zu verbalen Auseinandersetzungen mit Familienangehörigen gekommen und der 

Kontakt zu Kollegen habe sich etwas vermindert. Doch sei es noch nie zu 

handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen. Der Beschwerdeführer besuche 

seit über einem Jahr vormittags ein Beschäftigungsatelier, unternehme nachmittags mit 

seiner Ehefrau Spaziergänge, helfe ihr beim Einkaufen und reise zweimal im Jahr 

zusammen mit ihr in seine Heimat, wo er ein Ferienhaus besitze. Auch habe er 

regelmässigen Kontakt zu seinen Kindern und den Enkelkindern. Er sei also im Alltag 

durch depressive Symptome nicht eingeschränkt. Ein Lebensverleider oder 

Suizidgedanken seien verneint worden. Die Diagnose einer mittelgradigen depressiven 

Episode könne somit nicht bestätigt werden. Die depressive Störung sei remittiert, 

wobei zu bemerken sei, dass der Verlauf depressiver Störungen schwankend sei. Es 

fänden sich aber keine Hinweise auf lang andauernde mittelgradige oder schwere 

Phasen einer depressiven Erkrankung bzw. darauf, dass die Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht während längerer Zeit eingeschränkt gewesen sei. Aufgrund der 

rezidivierenden depressiven Störung, die remittiert sei, und der 

Schmerzverarbeitungsstörung könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

attestiert werden (IV-act. 91-14 f.).

3.4   In Anbetracht der anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunde ist 

nachvollziehbar, dass die rezidivierende depressive Störung - unter der fortgeführten 

Behandlung - zum Zeitpunkt der Begutachtung remittiert war. Retrospektiv verneint der 

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Gutachter die frühere Diagnose einer mittelschweren bis schweren Depression gestützt 

auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer schon damals durch die psychischen 

Beschwerden in seinem Alltag nicht massgeblich eingeschränkt gewesen sei. Die 

Beurteilung der behandelnden Ärzte und des begutachtenden Psychiaters weichen 

insofern voneinander ab, inwieweit - in welcher Anzahl und Intensität - die 

Diagnosekriterien einer mittelgradigen depressiven Episode erfüllt waren. Die Berichte 

der behandelnden psychiatrischen Ärzte sind zwar zeitnah, doch ist in Betracht zu 

ziehen, dass die Beurteilung durch die Behandlungssituation mitgeprägt wurde (BGE 

125 V 351 E. 3b/cc). Zudem gab der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen 

Begutachtung am 4. Juni 2012 an, er besuche seit mehr als einem Jahr, also seit etwa 

Juni 2011, am Vormittag regelmässig während vier Stunden ein Atelier in H.___ (IV-

act. 91-11), was bei einem damaligen Auftreten neuer bedeutender psychischer 

Probleme eher nicht möglich gewesen wäre. Weiter erwähnte der Beschwerdeführer 

dem begutachtenden Psychiater gegenüber offenbar nicht, dass es ihm erst seit 

kürzerer Zeit psychisch besser gehe, was indes naheliegend gewesen wäre, nachdem 

das Psychiatriezentrum F.___ noch am 12. Januar 2012 festgehalten hatte, die 

Therapien hätten bislang keinen Erfolg gezeitigt (IV-act. 71-3). Aus den Berichten der 

behandelnden Ärzte geht somit zwar hervor, dass der Beschwerdeführer während 

längerer Zeit unter einer depressiven Beeinträchtigung gelitten hat. Indes vermögen 

diese das Gutachten hinsichtlich der psychiatrischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

nicht zu entkräften.

3.5   Zusammengefasst ist das ABI-Gutachten nachvollziehbar und schlüssig. Es 

beruht auf einer umfassenden Untersuchung und berücksichtigt die vorhandenen 

Akten und die Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers. Insgesamt bildet das 

ABI-Gutachten eine taugliche Beweisgrundlage. Somit besteht sowohl für die Zeit vor 

der Begutachtung als auch für die nachherige Zeit kein Rentenanspruch.

3.6   Selbst wenn davon ausgegangen würde, das psychiatrische Teilgutachten sei in 

der rückwirkenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht beweiskräftig, wäre kein 

befristeter Rentenanspruch gegeben: Aufgrund des insoweit beweiskräftigen 

Gutachtens besteht keine länger dauernde somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit. 

Eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% wurde erstmals für die Zeit ab 24. 

Juni 2011 attestiert, womit das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG am 24. Juni 

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2011 beginnen würde und am 4. Juni 2012, als anlässlich der psychiatrischen 

Begutachtung die Remission der Depression festgestellt wurde, noch nicht abgelaufen 

gewesen wäre.

4.     

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie 

vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung

Entscheid

1.                                                                                                               

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.                                                                                                               

Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird daran angerechnet.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2015
	Art. 7 ATSG, Art. 8 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG. Beweiskraft eines MEDAS-Gutachtens. Auf das Gutachten, gemäss welchem eine depressive Episode im Zeitpunkt der Begutachtung remittiert war, ist auch hinsichtlich der rückwirkenden psychiatrischen Beurteilung abzustellen. Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, wäre ein Rentenanspruch mangels Erfüllung der Wartefrist nicht gegeben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. September 2015, IV 2013/100).

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