# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 274adf17-846d-5782-a87d-a576a2473c6b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 E-7008/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7008-2011_2012-01-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7008/2011

U r t e i l   v om   2 7 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

Parteien A._______,
Türkei,  
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. 
November 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
am  4. November  2011  verlassen  hat  und  am 7. November  2011  in  die 
Schweiz einreiste, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ vom 21. November 2011 sowie der 
direkten  Anhörung  vom  29.  November  2011  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs  im Wesentlichen  geltend machte,  er  sei  ein  aus  dem Dorf 
C._______, Provinz Bingöl, stammender Kurde,

dass  er  als  Kurde  immer  wieder  unterdrückt  worden  sei,  keine  Freiheit 
und Möglichkeit  gehabt  habe,  sich  zu  äussern,  und  sich  nicht  in  seiner 
Muttersprache  habe  verständigen  können,  weshalb  er  sein  Studium 
abgebrochen habe, 

dass  er  im  Jahre  2009  einmal  und  das  einzige Mal  von  der  türkischen 
Polizei verhaftet worden sei und zwei Tage im Gefängnis habe verbringen 
müssen,

dass  er  zudem  angab,  sich  bei  der  BDP  (Partei  des  Friedens  und  der 
Demokratie) betätigt zu haben, jedoch nicht deren Mitglied gewesen sei,

dass er  für die Partei am 12. Juni 2011  im Hinblick auf die Wahlen von 
Dorf zu Dorf gelaufen sei und den Leuten Plakate verteilt habe, weshalb 
er von der Polizei geschlagen worden sei,

dass  er  sich  schliesslich  zur  Ausreise  entschlossen  habe,  weil  er  als 
Kurde keinen Militärdienst habe leisten wollen, 

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Akten verwiesen wird,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit am gleichen 
Tag  mündlich  eröffneter  Verfügung  vom  29.  November  2011  ablehnte 
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten, 

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dass  es  sich  bei  den  geltend  gemachten  Benachteiligungen  der 
Angehörigen  der  kurdischen  Bevölkerung  in  der  Türkei  nicht  um 
ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes handle,

dass  aus  diesem  Grund  die  allgemeine  Situation,  in  der  sich  die 
kurdische Bevölkerung befinde, gemäss gefestigter Praxis  für sich allein 
nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft führe,

dass sich die Situation der Kurden im Zuge der verschiedenen Reformen 
in  der  Türkei  seit  2001  zudem  merklich  verbessert  habe  und  rein 
kulturelle Betätigungen nicht mehr verfolgt würden,

dass  die  kurdische  Sprache  auch  im  öffentlichen Raum  toleriert  werde, 
und seit Frühjahr 2004 Kurse  in Kurdisch angeboten würden, sowie seit 
Juni  2004  das  türkische  Fernsehen  Sendungen  in  kurdischer  Sprache 
ausstrahle,

dass der Beschwerdeführer auch keine konkreten und nachvollziehbaren 
Ausführungen  habe  machen  können,  inwieweit  er  nur  aufgrund  seiner 
kurdischen Ethnie ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen sein sollte,

dass  in  Bezug  auf  den  Militärdienst  keine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgungsmotivation vorliege, da diesbezüglich staatliche Massnahmen 
der Durchsetzung staatsbürgerlicher Pflichten dienten,

dass  auch  in  der  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  für  die  BDP  keine 
asylrelevante Verfolgung zu erblicken sei, zumal er nicht einmal Mitglied 
sei und keine führende Position inne gehabt habe,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  29.  Dezember  2011 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
durch  seinen  Rechtsvertreter  Beschwerde  erhob  und  dabei  die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  Rückweisung  an  die 
Vorinstanz  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  rechtserheblichen 
Sachverhalts  sowie  Neubeurteilung,  eventualiter  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl  sowie 
(sub)eventualiter  die  Aufhebung  der  Ziffern  4  und  5  der  angefochtenen 
Verfügung und die Gewährung der vorläufigen Aufnahme beantragte,

dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  dem  unterzeichnenden 
Rechtsvertreter vor Gutheissung der vorliegenden Beschwerde eine Frist 
zur Einreichung einer detaillierten Kostennote anzusetzen sei,

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dass  zur  Begründung  der  Beschwerde  angeführt  wird,  das 
Aussageverhalten des Beschwerdeführers  lasse darauf schliessen, dass 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt  nicht  vollständig  und  nicht  richtig 
abgeklärt worden sei,

dass  er  sich  auch  bei  der Besprechung  beim Rechtsvertreter  erst  nach 
einem  längeren  Gespräch  dazu  habe  durchringen  können,  mehr  über 
seine persönliche Verfolgungssituation zu erzählen,

dass sich der Beschwerdeführer zur Flucht aus der Türkei entschlossen 
habe, nachdem sich eine PKK­Aktivistin,  die  von der  Jugendgruppe der 
BDP  bei  der  Unterbringung  und  mit  Lebensmitteln  hätte  unterstützt 
werden sollen, am 29. Oktober 2011 auf dem Marktplatz  in Bingöl  in die 
Luft gesprengt habe, wobei zwei Personen getötet worden seien,

dass  er  in  der  Zwischenzeit  auch  erfahren  habe,  dass  verschiedene 
Mitglieder der Jugendgruppe der BDP verhaftet worden seien, welche ihn 
möglicherweise belasten würden,

dass  aufgrund  der  Wahrnehmung  des  Rechtsvertreters  und  der 
Begleitpersonen  des  Beschwerdeführers  bei  diesem  eine  erhebliche 
psychische  Störung  vorliege,  die  durch  den  Selbstmordanschlag  vom 
29. Oktober 2011 ausgelöst worden sei und dazu geführt habe, dass er 
nicht in der Lage gewesen sei, über dieses Ereignis zu sprechen,

dass  überdies  zwei  Tage  vor  seiner  Anhörung  im  EVZ  ein  kurdischer 
Asylgesuchsteller  von  türkischstämmigen  Securitas­Angestellten 
zusammengeschlagen  worden  sei,  und  der  Beschwerdeführer  wegen 
seiner  Betätigung  bei  der  Jugendgruppe  der  BDP  auch  für  sich 
Konsequenzen befürchtet habe,

dass  bezüglich  der  Verhaftung  von  Mitgliedern  der  Jugendgruppe 
Informationen einzuholen seien, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Abklärung  seines  psychischen 
Gesundheitszustandes  einem  geeigneten  Facharzt  zu  überweisen  sei, 
oder  ihm zumindest eine Frist anzusetzen sei, um sich  in psychiatrische 
Behandlung begeben zu können,

dass für die weitere Beschwerdebegründung auf die Akten zu verweisen 
ist,

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dass das Bundesverwaltungsgericht am 3. Januar 2012 den Eingang der 
Beschwerde bestätigte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  1  AsylG  und  Art.  105  AsylG 
i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 

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weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  und  2  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass sich die Erwägungen der Vorinstanz nach Prüfung der Akten durch 
das Bundesverwaltungsgericht als zutreffend erweisen und auf diese zu 
verweisen ist (Art. 109 Abs. 3 BGG),

dass  die  Vorinstanz  den  Sachverhalt  genügend  abgeklärt  hat,  weshalb 
der  diesbezügliche  Antrag  um  Rückweisung  an  die  Vorinstanz  zwecks 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts abzuweisen ist,

dass  insbesondere  die  Benachteiligungen,  unter  denen  die  kurdische 
Bevölkerung in der Türkei zu leiden hat, gemäss Rechtsprechung für sich 
allein nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft  führen kann und 
der Beschwerdeführer  keine darüber  hinausgehenden Nachteile  geltend 
gemacht hat,

dass  er  zwar  vorgebracht  hat,  verschiedentlich  unterdrückt  worden  zu 
sein,  beispielsweise  von  der  Polizei  mit  Schlagstöcken  und  Pfeffergas 

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verletzt und auch sonst geschlagen worden sei, was dazu geführt habe, 
dass  er  sein  Studium  nach  zwei  Monaten  aufgegeben  habe  (vgl.  Akte 
A11 S. 3 f.), 

dass  diese  Benachteiligungen  jedoch  wie  von  der  Vorinstanz  zu  Recht 
dargelegt, in ihrer Intensität nicht über die Nachteile hinausgehen, welche 
weite  Teile  der  kurdischen  Bevölkerung  in  der  Türkei  treffen  können, 
zumal  er  keine  konkreten  und  nachvollziehbaren  Ereignisse  schildern 
konnte, die diesem Erfordernis gerecht geworden wären,

dass  auch  die  in  der  Beschwerdeschrift  erstmals  erwähnten  Ereignisse 
rund um einen Selbstmordanschlag einer PKK­Kämpferin am 29. Oktober 
2011,  der  zur  Festnahme  von  mehreren  Mitgliedern  der  Jugendgruppe 
der BDP geführt habe, an dieser Feststellung nichts zu ändern vermag, 

dass  sich  der  Beschwerdeführer  ohnehin  nicht  als  Mitglied  der  BDP 
bezeichnet hat und für diese lediglich "Fronarbeit" (vgl. A11 S. 7) geleistet 
respektive Plakate verteilt (vgl. A11 S. 4) habe,

dass daher auf die Einholung von näheren Informationen zur Verhaftung 
von Mitgliedern der Jugendgruppe der BDP verzichtet werden kann,

dass  abgesehen  davon  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  der 
Beschwerdeführer den Selbstmordanschlag, der ihn angeblich erschüttert 
habe, nicht bereits anlässlich der Befragungen vor den Asylbehörden und 
auch gegenüber dem Rechtsvertreter erst auf Nachdruck erwähnt hat,

dass  auch  dem  Erklärungsversuch  auf  Beschwerdeebene,  wonach  der 
Beschwerdeführer wegen psychischen Problemen dazu nicht in der Lage 
gewesen sei, gestützt auf die entsprechenden Befragungsprotokollstellen 
nicht gefolgt werden kann,

dass die bei der Bundesanhörung anwesende Hilfswerksvertreterin auch 
keine  Bemerkungen  gemacht  hat,  wonach  der  Beschwerdeführer 
eingeschüchtert  oder  verängstigt  gewirkt  hätte  und  deshalb  daran 
gehindert gewesen wäre, seine Asylgründe umfassend vorzutragen,

dass  bei  einer  Durchsicht  der  Protokolle  vielmehr  auffällt,  dass  der 
Beschwerdeführer  trotz  wiederholten  Nachfragen  seitens  des  Befragers 
sowie der Hilfswerksvertreterin vorwiegend allgemeine Benachteiligungen 
vorgetragen hat (vgl. Akte A11 S. 3 – 8),

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dass  aufgrund  des  Aussageverhaltens  des  Beschwerdeführers  und 
seiner vorwiegend oberflächlichen Antworten jedenfalls nicht der Eindruck 
entsteht,  er  sei  wegen  des  Selbstmordanschlags  einer  PKK­Kämpferin, 
der  zu  Festnahmen  der  Jugendgruppe  der  BDP  geführt  habe,  aus 
psychischen  Gründen  daran  gehindert  gewesen,  dieses  Ereignis 
anlässlich der Befragungen auch nur ansatzweise vorzutragen,

dass  auch  die  angebliche  Angst  des  Beschwerdeführers  vor 
"Konsequenzen"  wie  sie  ein  kurdischer  Asylgesuchsteller  seitens  eines 
türkischstämmigen Securitasangestellten erlebt habe (vgl. Akte 11 S. 2), 
die  auf  Beschwerdeebene  nachgeschobenen  Gründe  nicht  zu  erklären 
vermag,

dass  daher  auf  die Einholung  eines  psychiatrischen Berichts  respektive 
die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Aufnahme  einer  psychiatrischen 
Untersuchung  und  Einreichung  entsprechender  Berichte  verzichtet 
werden  kann,  zumal  daraus  keine Rückschlüsse  auf  das Verhalten  des 
Beschwerdeführers zu erwarten sind,

dass  ferner  bezüglich  des  noch  ausstehenden  Militärdienstes  des 
Beschwerdeführers  festzuhalten  ist,  dass  wehrpflichtige  Männer  in  der 
Türkei  aufgrund  ihrer  Staatsangehörigkeit  und  ihres  Jahrgangs  für  das 
Militär  aufgeboten  werden,  ohne  dass  dieser  Verpflichtung  eine 
asylrechtlich  relevante  Verfolgungsabsicht  des  Staates  zugrunde  liegen 
würde,

dass  im  Weiteren  zwar  bekannt  ist,  dass  während  des  Militärdienstes 
Schikanen  von  Seiten  türkischer  Kameraden  und  Vorgesetzter  gegen 
Kurden  vorkommen  können,  diese  jedoch  in  der  Regel  nicht  derart 
gravierend  sind,  dass  es  sich  um  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  des 
Asylgesetzes handeln würde,

dass  diesbezüglich  somit  keine  Hinweise  für  eine  objektiv  begründete 
Furcht vor Verfolgung vorliegen,

dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift  einzugehen,  weil  sie  am  Ergebnis  nichts  ändern 
können,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  offensichtlich  nicht  gelungen  ist, 
die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 

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machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit 
den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu 
Recht  angeordnet  wurde  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733, mit  weiteren 
Hinweisen),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 

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erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet, 
und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat­ und Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage  in der Türkei noch  individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers schliessen lassen,

dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  ­  soweit  aktenkundig  ­ 
gesunden  jungen  Mann  handelt,  der  über  eine  sehr  gute  Schulbildung 
verfügt  und  in  seinem  Heimatstaat  auf  ein  Beziehungsnetz  (Eltern  und 
fünf Geschwister; vgl. Akte A5, S. 3  ff.) zurückgreifen kann, welches  ihn 
bei Bedarf unterstützen kann, 

dass allfällige psychische Probleme des Beschwerdeführers auch  in der 
Türkei  behandelbar  sind  und  daher  ein  Aufenthalt  in  der  Schweiz  nicht 
notwendig erscheint,

dass der Vollzug der Wegweisung daher auch als zumutbar zu erachten 
ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass angesichts dieser Sachlage der Antrag, dem Rechtsvertreter sei vor 
der  Gutheissung  der  Beschwerde  eine  angemessene  Frist  zum 
Einreichen einer detaillierten Kostennote einzuräumen, hinfällig wird.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: