# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a9269b7-7390-5e6c-a295-90ca9ee41e7a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.01.2014 UB130169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UB130169_2014-01-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UB130169-O/U/BUT 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

der Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. iur. J. Hürlimann 

 

Beschluss vom 9. Januar 2014 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug 
 
Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des 
Bezirks Bülach vom 13. Dezember 2013, GH130208-C 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Der Beschwerdeführer ist britischer Staatsangehöriger. Er reiste am 29. No-

vember 2012 von Sao Paulo kommend am Flughafen Zürich-Flughafen ein, wobei 

er beabsichtigte, nach Brüssel weiterzufliegen (Transit). Im seinem Körper führte 

er 99 Fingerlinge mit Kokaingemisch mit. Das Zwangsmassnahmengericht Bülach 

versetzte ihn mit Verfügung vom 30. November 2012 in Untersuchungshaft 

(Urk. 13/17/9). Mit Verfügung vom 16. Januar 2013 bewilligte die Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland dem Beschwerdeführer den vorzeitigen Strafvollzug. 

Dies wurde damit begründet, die Untersuchung stehe kurz vor Abschluss, der Be-

schwerdeführer sei geständig, es bestehe keine Kollusionsgefahr mehr und es sei 

mit der Ausfällung einer teilbedingten Freiheitsstrafe zu rechnen, wobei eine Be-

strafung mit total 28 Monaten, davon 10 Monate unbedingt und der Rest bedingt, 

im Rahmen des abgekürzten Verfahrens vorgeschlagen werde (Urk. 13/17/10). 

Am 12. Februar 2013 erhob die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht Bülach 

Anklage im abgekürzten Verfahren mit dem Urteilsvorschlag, der Beschwerdefüh-

rer sei des vorsätzlichen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz schul-

dig zu sprechen und im bereits genannten Umfang (mit einer Probezeit von zwei 

Jahren für den bedingt aufgeschobenen Teil der Freiheitsstrafe) zu bestrafen 

(Urk. 13/21). Am 5. April 2013, noch vor der auf den 8. Mai 2013 angesetzten 

Hauptverhandlung, wurde der Beschwerdeführer infolge kritischer psychischer 

Verfassung in die Bewachungsstation des …-Spitals B._____ verlegt (Urk. 26). 

Der amtliche Verteidiger machte in der Folge mit Eingabe vom 19. April 2013 gel-

tend, der Beschwerdeführer, der sich inzwischen wieder im Gefängnis C._____ 

aufhalte, sei auch nach Einschätzung des Gefängnisdirektors eine Person mit 

schweren psychischen Störungen, weshalb sich die Frage einer generellen 

Schuldunfähigkeit stelle. Der Verteidiger beantragte, den Beschwerdeführer psy-

chiatrisch abklären zu lassen, und behielt sich vor, die Zustimmung zum Urteils-

vorschlag zurückzuziehen und einen Freispruch zu verlangen (Urk. 13/28). 

Mit Beschluss vom 8. Mai 2013, nach durchgeführter Hauptverhandlung, wies das 

Bezirksgericht die Akten zur Durchführung eines ordentlichen Vorverfahrens an 

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die Staatsanwaltschaft zurück, da die Voraussetzungen des abgekürzten Verfah-

rens dahingefallen seien (Urk. 13/38/2).  

Der Verteidiger stellte am 12. Juli 2013 ein Haftentlassungsgesuch (Urk. 13/40/1), 

welches vom Zwangsmassnahmengericht Bülach mit Verfügung vom 26. Juli 

2013 abgewiesen wurde (Urk. 13/40/6 = Urk. 13/40/7/13). Die III. Strafkammer 

des Obergerichts wies mit Beschluss vom 14. August 2013 eine gegen die ge-

nannte Verfügung erhobene Beschwerde ab, soweit sie auf diese eintrat 

(Urk. 13/40/7/20). Das Bundesgericht wies mit Urteil vom 27. September 2013 ei-

ne gegen den obergerichtlichen Beschluss erhobene Beschwerde ab, soweit es 

auf diese eintrat (Urk. 13/40/7/21). 

Mit Schreiben vom 8. Oktober 2013 erteilte die Staatsanwaltschaft Dr. D._____ 

den Auftrag zur psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers 

(Urk. 13/41/5), nachdem sie bereits zuvor einen Arztbericht des Psychiatrisch-

Psychologischen Dienstes des Amtes für Justizvollzug (erstattet am 11. Septem-

ber 2013, Urk. 13/41/2) eingeholt hatte. Das psychiatrische Gutachten ist noch 

ausstehend. 

b) Mit Eingabe vom 3. Dezember 2013 stellte der Verteidiger ein weiteres Haftent-

lassungsgesuch (Urk. 12/1). Die Staatsanwaltschaft beantragte am 4. Dezember 

2013 dessen Abweisung (Urk. 12/2). Mit Verfügung vom 13. Dezember 2013 wies 

das Zwangsmassnahmengericht Bülach das Gesuch ab (Urk. 12/12 = Urk. 4). Der 

Beschwerdeführer lies durch seinen Verteidiger Beschwerde gegen die genannte 

Verfügung erheben und beantragen, er sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen 

(Urk. 2). Die Staatsanwaltschaft und das Zwangsmassnahmengericht verzichteten 

auf eine Vernehmlassung (Urk. 98 und. 11). Am 7. Januar 2014 erfolgte eine wei-

tere, unverlangte Eingabe des Verteidigers, in welcher er über einen am gleichen 

Tag erfolgten Besuch beim Beschwerdeführer berichtete (Urk. 15). 

2. Soweit es um den Schutz des Beschuldigten vor ungerechtfertigter Freiheits-

entziehung geht, finden auch während des vorzeitigen Strafvollzugs die Regeln 

über die Untersuchungshaft Anwendung (Matthias Härri, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, N 20 zu Art. 236 StPO). 

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Allgemeine Voraussetzung der Zulässigkeit der Untersuchungshaft ist, dass der 

Beschuldigte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt ist 

(Art. 221 Abs. 1 StPO). Der Beschwerdeführer ist geständig, Kokain in grösserer 

Menge in die Schweiz eingeführt bzw. versucht zu haben, dieses über den Flug-

hafen Zürich-Kloten zu transportieren. Damit liegt unbestrittenermassen der drin-

gende Tatverdacht der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz vor (siehe auch angefochtener Entscheid, Urk. 4 S. 6 Erw. 5.1). 

Der Beschwerdeführer gab in der Anhörung durch das Zwangsmassnahmenge-

richt an, er werde im Fall seiner Entlassung nach England zurückkehren und habe 

keinen Bezug zur Schweiz (Urk.12 Pro. S. 9 f.). Das Zwangsmassnahmengericht 

nimmt deshalb zu Recht Fluchtgefahr an (Urk. 4 S. 6 Erw. 5.2). Der Verteidiger 

anerkannte diese in der Anhörung durch das Zwangsmassnahmengericht aus-

drücklich (Urk. 12 Prot. S. 13). Auch in der Beschwerdeschrift (Urk. 2) lässt der 

Beschwerdeführer an keiner Stelle den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr 

(Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO) bestreiten.  

Somit sind die Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft 

bzw. vorliegend des vorzeitigen Strafvollzugs, der allgemeine und ein besonderer 

Haftgrund, grundsätzlich gegeben. Zu prüfen ist weiter, ob diese Aufrechterhal-

tung noch verhältnismässig sei. 

Die Beschwerdeschrift des Verteidigers ist recht umfangreich. Die darin enthalte-

nen Ausführungen wurden vom Gericht zur Kenntnis genommen. Es wird in der 

Folge auf diese eingegangen, soweit sie für den Entscheid von Belang sind.  

3. a/aa) Das Zwangsmassnahmengericht hält mit Bezug auf die geltend gemachte 

Verletzung des Beschleunigungsgebots fest, die Verteidigung bringe teilweise 

dasselbe vor, was bereits im letzten Haftentlassungsgesuch vorgebracht worden 

sei, namentlich dass die Staatsanwaltschaft mit der Abklärung des psychischen 

Zustands des Beschwerdeführers und mit der Beschaffung von aus dem Ausland 

beizuziehenden Urteilen zu lange zugewartet habe bzw. nicht schnell genug ar-

beite. Es verweist auf seine Verfügung vom 26. Juli 2013, worin es festgehalten 

hatte, der Beizug von Urteilen auf dem Rechtshilfeweg sei kompliziert und dauere 

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eine gewisse Zeit. Das damalige Versäumnis, sofort einen Bericht über den Vor-

fall im Gefängnis einzuholen, sei bei weitem nicht gravierend genug gewesen, um 

eine Haftentlassung zu rechtfertigen. Zudem sei diese Verzögerung bereits mittels 

Weisung an die Staatsanwaltschaft in der Verfügung vom 26. Juli 2013 korrigiert 

worden. Dieser Weisung sei die Staatsanwaltschaft am 29. Juli 2013, also unver-

züglich, nachgekommen. Der Arztbericht sei am 11. September 2013 eingegan-

gen (Urk. 13/41/2). Wünschenswert wäre gewesen, in dieser Zeit den zuständigen 

Gefängnisarzt erneut zur zügigen Erledigung der Anfrage zu ermahnen. Aller-

dings sei auch diese Verspätung nicht gravierend genug, um im Nachhinein eine 

Entlassung des Beschwerdeführers zu rechtfertigen. Entgegen der Darstellung 

der Verteidigung stelle der Arztbericht kein Gutachten, sondern lediglich einen Be-

richt über den Vorfall im Gefängnis sowie eine erste Einschätzung des Gesund-

heitszustandes des Beschwerdeführers dar. Der Bericht halte lediglich fest, dass 

beim Beschwerdeführer in der Folge eine bipolare Störung diagnostiziert worden 

sei. Insbesondere die Frage der Schuldfähigkeit sei weder abgeklärt noch beant-

wortet worden. Auch vom Umfang her könne der Arztbericht bloss als erste Ein-

schätzung verstanden werden. Da sich andererseits aus dem Bericht Hinweise 

auf eine psychische Krankheit des Beschwerdeführers ergäben, sei die Staats-

anwaltschaft gehalten gewesen, diesbezüglich eine vollständige Begutachtung in 

die Wege zu leiten, was sie nach dem Entscheid des Bundesgerichts am 8. Okto-

ber 2013 auch tat. Weder dieses Vorgehen noch die aufgewendete Zeit stellten 

eine Verletzung des Beschleunigungsgrundsatzes dar, zumal zunächst die Rück-

sendung der Verfahrensakten habe abgewartet werden müssen, um den Gut-

achterauftrag erteilen zu können. Eine vorgesehene Begutachtungsdauer bis und 

mit Januar 2014 sei angemessen (Urk. 4 S. 7 f. Erw. 6.1.2 - 6.1.4). 

Der Verteidiger hält die Ansicht des Zwangsmassnahmengerichts, es handle sich 

beim Arztbericht vom 11. September 2013 nicht um ein Gutachten, sondern nur 

um eine erste Einschätzung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, 

für sachlich falsch und aktenwidrig. Der Arztbericht beziehe sich auf die Diagnose 

des …-Spitals B._____, welche die Diagnose der Gefängnisärzte bestätige. Beim 

Beschwerdeführer habe beim Vorfall, der zur Verlegung nach B._____ geführt 

habe, eine rezidivierende Episode vorgelegen. Er habe manische und depressive 

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Episoden. Das I…-Spital habe bestätigt, dass der Beschwerdeführer damals eine 

manische Episode mit psychotischen Symptomen bei einer bekannten bipolar af-

fektiven Störung gehabt habe. Entgegen dem Zwangsmassnahmengericht bezie-

he sich somit der Bericht der Gefängnisärzte vom 11. September 2013 auf eine 

umfassende Diagnose des …-Spitals B._____. Frau Dr. med E._____ (die Ehe-

frau des Verteidigers) beschreibe mit Schreiben vom 17. Dezember 2013 (an den 

Verteidiger, Urk. 3/5) die Krankheit und die Schübe, die sie kennzeichnen. Dem 

Arztbericht vom 11. September 2013 lasse sich nichts entnehmen, was auf eine 

erstmalige Episode schliessen lasse. Der Beschwerdeführer habe seine bisherige 

Therapie mit Lithium angegeben. Es handle sich dabei um das Medikament der 

ersten Wahl, jedenfalls vor zehn Jahren. Somit sei erstellt, dass er zum Tatzeit-

punkt bereits eine bipolare Störung aufgewiesen habe. Alle seine Taten, sein Al-

kohol- und Drogenmissbrauch seien immer nur kurzfristig aufgetreten, somit wäh-

rend Episoden. Nach der Behandlung in B._____ habe er sich im Gefängnis 

C._____ mustergültig verhalten. All dies belege, dass der intelligente Beschwer-

deführer alle vorgeworfenen Taten während einer manischen bzw. depressiven 

Episode begangen habe (Urk. 2 S. 24 f. Ziff. 31). 

bb) Die Vorbringen des Verteidigers widerlegen die Feststellung des Zwangs-

massnahmengerichts nicht, wonach die Frage der Schuldfähigkeit im Arztbericht 

vom 11. September 2013 weder abgeklärt noch beantwortet worden sei. Gegen-

stand des knapp drei Seiten umfassenden Arztberichtes waren der körperliche 

und geistige Zustand bei Eintritt ins Gefängnis und im Zeitpunkt der Berichterstat-

tung sowie die Frage, ob der Beschwerdeführer heute in der Lage sei, einer Ver-

handlung vor der Staatsanwaltschaft und dem Gericht zu folgen (Urk. 13/41/2). 

Die Frage nach der Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers wurde weder aufge-

worfen noch beantwortet.  

Die Diagnose einer bipolaren Störung des Beschwerdeführers durch die Gefäng-

nisärzte und die Ärzte des …-Spitals vermag auch in Verbindung mit allgemeinen 

Ausführungen der medizinisch gebildeten Ehefrau des Verteidigers zu solchen 

Störungen nicht eine Begutachtung ersetzen. Nachdem die Gefängnisärzte und 

die Ärzte des …-Spitals eine psychische Erkrankung des Beschwerdeführers 

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feststellten und überdies die Verteidigung eben wegen dieser Störungen auf feh-

lende Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers schliesst, kam die Staatsanwalt-

schaft nicht umhin, diesbezüglich ein Gutachten in Auftrag zu geben. Soweit ist 

die Rüge der Verletzung des Beschleunigungsgebots unberechtigt. 

b/aa) Was den Beizug des Urteils aus Frankreich angeht, hält das Zwangsmass-

nahmengericht fest, auch diesbezüglich könnten der Staatsanwaltschaft keine 

Vorwürfe gemacht werden. Nach einem ersten Rechtshilfegesuch am 1. Juli 2013 

sei am 26. November 2013 ein neues Gesuch gestellt worden. Die Zeit, welche 

auf eine Beantwortung des ersten Gesuchs gewartet worden sei, sei angemes-

sen. Dass keine Beantwortung erfolgt sei, könne der Staatsanwaltschaft nicht an-

gelastet werden. Schliesslich erwähne die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellung-

nahme, dass dem Urteil aus Frankreich vorliegend keine entscheidende Bedeu-

tung beikomme, weshalb das Verfahren gegebenenfalls ohne dieses fortgesetzt 

werde. Da aber ohnehin zunächst das Ergebnis der Begutachtung des Beschwer-

deführers abgewartet werden müsse, komme dieser Frage vorerst kaum eine Be-

deutung zu (Urk. 4 S. 8 Erw. 6.1.5). 

Der Verteidiger bringt vor, das Zwangsmassnahmengericht erkläre in der genann-

ten Erwägung 6.1.5 seiner Verfügung nicht, warum zuerst die Urteile aus Frank-

reich und Deutschland abzuwarten gewesen seien, bis eine medizinische Begut-

achtung überhaupt in Erwägung zu ziehen wäre, dann doch eine medizinische 

Begutachtung in die Wege geleitet werden soll und schliesslich die Strategie er-

neut geändert worden sei, indem die Relevanz des französischen Urteils verneint 

worden sei. Zwar seien diese Strategiewechsel auf die Eingaben der Verteidigung 

in beiden Haftentlassungsverfahren zurückzuführen, indes liege ein schweres 

Verschulden der Staatsanwaltschaft und eine Vernachlässigung ihrer Pflicht ge-

mäss Art. 6 StPO (Untersuchungsgrundsatz) vor, weil sie die psychiatrische Hos-

pitalisierung nicht zum sofortigen Anlass für eine Begutachtung genommen habe. 

Eine weitere schwere Verletzung des Beschleunigungsgebots liege vor, weil acht 

Monate nach der Hospitalisierung in B._____ noch immer nicht die Krankenge-

schichte von B._____ vorliege. Diese sei gewiss einfacher und rascher zu be-

schaffen als ein Urteil in Französisch-Guyana. Indem das Zwangsmassnahmen-

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gericht darauf mit keinem Wort eingehe, übersehe es, dass das Beschleuni-

gungsgebot gemäss Art. 45 Abs. 2 StPO in schwerer Weise verletzt worden sei 

(Urk. 2 S. 25 f. Ziff. 31). 

bb) Der Verteidiger zeigt nicht auf, dass die Annahmen des Zwangsmassnah-

mengerichts in zeitlicher Hinsicht, was den gescheiterten ersten Versuch, auf dem 

Rechtshilfeweg ein gegen den Beschwerdeführer in Französisch-Guyana (franzö-

sische Überseeprovinz in Südamerika) ergangenes Urteil zu beschaffen, und die 

Wiederholung des Rechtshilfegesuchs betrifft, fehlerhaft bzw. nicht angemessen 

seien. Vielmehr räumt er sinngemäss ein, ein Urteil in Französisch-Guyana lasse 

sich nicht so rasch und einfach (wie eine Krankengeschichte in B._____) beschaf-

fen. 

Dass die Staatsanwaltschaft zunächst einen Bericht der Gefängnisärzte über den 

Vorfall vom 5. April 2013 einholte, bevor sie ein psychiatrisches Gutachten in Auf-

trag gab, ist nicht zu beanstanden. Die Erstellung eines Gutachtens stellt eine Be-

lastung des Exploranden dar, ist kostspielig und zeitaufwändig. Das Gebot der 

Verhältnismässigkeit gebietet eine vorgängige Prüfung, ob ein solches Gutachten 

nötig sei. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer hospitalisiert werden musste, 

lässt für sich allein nicht darauf schliessen, dass das zur Hospitalisierung führen-

de Leiden dauernder Natur sei und insbesondere geeignet sei, für die Frage der 

Zurechnungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf die Gegenstand des 

Strafverfahrens bildende Tat von Belang zu sein. 

Die Einholung einer vollständigen Krankengeschichte stellt einen starken Eingriff 

in die persönliche Sphäre des Patienten und ins Arztgeheimnis dar. Wenn die 

Staatsanwaltschaft einen Bericht der Gefängnisärzte und hernach ein Gutachten 

einholt und es damit den Ärzten überlässt, ob und wie weit sie auf die Krankenge-

schichte des …-Spitals B._____ zurückgreifen und diese im dazu notwendigen 

Umfang auszugsweise wiedergeben wollen, handelt sie verhältnismässig. Die 

Nichtanforderung der Krankengeschichte stellt in diesem Sinne weder einen 

Verstoss gegen das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO) noch gegen den Unter-

suchungsgrundsatz (Art. 6 StPO) dar. 

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c) Zusammenfassend ist mit dem Zwangsmassnahmengericht festzuhalten, dass 

seit Erlass der Verfügung vom 26. Juli 2013 im vorangegangenen Haftprüfungs-

verfahren keine ungebührliche Verzögerung des Verfahrens und jedenfalls nicht 

eine so schwerwiegende, dass eine Haftentlassung angemessen wäre, vorliegt 

(Urk. 4 S. 8 f. Erw. 6.1.6). Die Rüge der Verletzung des Beschleunigungsgebots 

ist damit unbegründet. 

4. a) Aus einer Aktennotiz vom 8. Oktober 2013 ergibt sich, dass die Staatsan-

waltschaft sieben mögliche Gutachter anfragte, wovon zwei zur Zeit keine Aufträ-

ge annehmen und fünf sich in der Lage sehen, ein Gutachten bis Ende Dezember 

2013 bzw. bis Ende Februar 2014 zu erstellen (Urk. 13/41/4). Gleichentags erteil-

te die Staatsanwaltschaft Dr. med. D._____, Zürich, den Gutachtensauftrag 

(Urk. 13/41/5). Gemäss der genannten Aktennotiz sollte Dr. med. D._____ in der 

Lage sein, das Gutachten bis Ende Januar 2014 zu erstellen. Ein Doppel des 

Gutachtensauftrags ging unter anderem an den Verteidiger mit dem Hinweis, er 

(bzw. der Beschwerdeführer) sei berechtigt, sich gegenüber der Staatsanwalt-

schaft innert 10 Tagen zur sachverständigen Person und zu den Fragen zu äus-

sern und dazu eigene Anträge zu stellen (siehe Verteiler S. 5 unten. Am 10. Ok-

tober 2013 reichte der Verteidiger eine Stellungnahme zur in Auftrag gegebenen 

Begutachtung des Beschwerdeführers samt zahlreichen Beilagen ein, worin er 

gegen verschiedene der in der genannten Aktennotiz angeführten Gutachter Ein-

wände erhebt. Mit Bezug auf Dr. med. D._____ und zwei weitere mögliche Gut-

achter hält der Verteidiger fest, über diese habe er sich noch nicht sachkundig 

machen können. Sollte einer dieser in die engere Wahl kommen, so sei der Ver-

teidiger vorgängig zu orientieren und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu ge-

ben. Der Verteidiger wünschte Auskünfte über Lebenslauf, Anstellungen, Bezie-

hungen zum Zürcher Amt für Justizvollzug und Häufigkeit der Beauftragung durch 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (Urk. 13/41/8 S. 6). Die Staatsan-

waltschaft hielt mit Schreiben vom 28. Oktober 2013 an den Verteidiger und damit 

nach Ablauf der diesem im Verteiler des Gutachtenauftrags angesetzten zehntä-

gigen Frist fest, in der Stellungnahme des Verteidigers vom 10. Oktober 2013 

fänden sich keine Ablehnungsgründe gegen den Gutachter Dr. med. D._____, so 

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dass davon auszugehen sei, dass gegen diesen Gutachter nichts einzuwenden 

sei und er seinem Auftrag weiter nachgehen könne (Urk. 13/41/9 S. 2). 

Das Zwangsmassnahmengericht hält fest, der Verteidiger mache Mängel bei der 

Bestellung des Gutachtens bzw. bei der Ernennung des Gutachters geltend, ohne 

jedoch substantiiert auszuführen, was er daraus für das vorliegende Haftverfahren 

ableiten wolle (Urk. 4 S. 9 Erw. 6.2.1). In der Folge befasst sich das Zwangs-

massnahmengericht mit einzelnen Aspekten des Ablaufs der Ernennung des Gut-

achters (S. 9 f. Erw. 6.2.2 - 6.2.5). Es hält unter anderem fest, gemäss Art. 184 

Abs. 3 StPO hätte die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer vor der Ernen-

nung des Gutachters Gelegenheit zur Stellungnahme geben müssen. Entgegen 

der Ansicht des Verteidigers genüge dafür aber die Bekanntgabe des Namens 

des vorgesehenen Gutachters sowie der vorgesehenen Fragen. Ein Anspruch 

des Beschuldigten, einen Lebenslauf und umfangreiche Informationen zu früheren 

Tätigkeiten des Gutachters geliefert zu erhalten, bestehe aber, entgegen der An-

sicht des Verteidigers, nicht. Vielmehr obliege es diesem, sich soweit nötig über 

den vorgesehenen Gutachter zu informieren (z.B. im Internet oder durch eine di-

rekte Anfrage beim Gutachter). In materieller Hinsicht habe der Verteidiger die 

gesetzlich vorgesehene Möglichkeit gehabt, sich zum Gutachter zu äussern und 

etwaige Ablehnungsgründe geltend zu machen. Dies habe er bis heute nicht ge-

tan. Es sei auch kein Wiedererwägungsgesuch und keine Beschwerde gegen die 

Ernennung des Gutachters erhoben worden. Dass das Vorgehen der Staatsan-

waltschaft in formeller Hinsicht nicht ganz korrekt gewesen sei (keine Staffelung 

zwischen Stellungnahme und Erteilung des Auftrags), sei deshalb im heutigen 

Zeitpunkt kaum mehr von Bedeutung und jedenfalls für die Beurteilung des Haft-

entlassungsgesuchs irrelevant. Das Zwangsmassnahmengericht schliesst, es sei 

nicht ersichtlich, welche heute noch relevanten Mängel bei der Erteilung des Gut-

achterauftrags bestehen sollen. Für das Haftverfahren ergäbe sich jedenfalls 

nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers. 

b) Der Verteidiger hält dafür, das Zwangsmassnahmengericht übersehe, dass das 

Ausstands- und Befangenheitsrecht unverzügliches Handeln erfordere. Die Ver-

weigerung der erbetenen Auskünfte über Dr. med. D._____ werde vom Zwangs-

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massnahmengericht gar als Anlass genommen, eine Genehmigungsfiktion zu fin-

gieren. Dies sei im Lichte des Befangenheitsrechts falsch. Dass mit einer Akten-

notiz alternative Gutachter benannt und gleichzeitig Dr. D._____ beauftragt wer-

de, sollte offensichtlich der Irreleitung der Verteidigung dienen. Dass der Verteidi-

ger zu einzelnen noch nicht beauftragten und von der Staatsanwaltschaft vorge-

schlagenen Gutachtern Stellung genommen habe, gebiete das Befangenheits-

recht mit der Forderung, unverzüglich zu handeln. Das Vorgehen des Verteidi-

gers, Ausstandsgründe rasch vorzutragen und mit umfangreichen Belegen einzu-

reichen, sei geboten gewesen, da unklar gewesen sei, ob Dr. med. D._____ den 

Auftrag mittels Rechtsmittel anfechte (Urk. 2 S. 26 Ziff. 32). 

Aus dem Gutachtenauftrag vom 8. Oktober 2013 geht klar hervor, dass dieser an 

Dr. med. D._____ erteilt wurde. Von einer beabsichtigten Irreleitung des Verteidi-

gers kann keine Rede sein. Allenfalls hätten substantiierte Einwände des Be-

schwerdeführers bzw. des Verteidigers gegen den Gutachter innert der angesetz-

ten zehntägigen Frist zu einem Widerruf des Auftrags geführt. Es wäre also Sa-

che des Verteidigers gewesen, in erster Linie allfällige Einwände gegen Dr. med. 

D._____ vorzutragen. Die angebrachten Einwände gegen andere in der Aktenno-

tiz vom 8. Oktober 2013 angeführte mögliche Gutachter wären erst zum Tragen 

gekommen, wenn der Gutachtensauftrag Dr. med. D._____ wieder entzogen wor-

den wäre. Es wäre wohl wünschenswert gewesen, wenn die Staatsanwaltschaft 

nach Eingang der Eingabe des Verteidigers vom 10. Oktober 2013 und dessen 

Mitteilung, dass es ihm noch nicht gelungen sei, Erkundigungen über Dr. med. 

D._____ einzuholen, nicht bis zum 28. Oktober 2013 mit einer Antwort zugewartet 

hätte, sondern rasch und kurz dem Verteidiger mitgeteilt hätte, was sie bewogen 

habe, Dr. med. D._____ als Gutachter in Betracht zu ziehen und ihn letztlich zu 

beauftragen. Dies ändert aber nichts daran, dass es Sache des Verteidigers ge-

wesen wäre, die verbleibende Zeit der angesetzten zehntägigen Frist zu nutzen, 

um sich soweit nötig über den eingesetzten Gutachter zu orientieren. Es bleibt 

somit bei der Richtigkeit der Feststellung des Zwangsmassnahmengerichts, dass 

der Verteidiger keine Ablehnungsgründe geltend gemacht, kein Wiedererwä-

gungsgesuch gestellt und keine Beschwerde gegen die Ernennung des Gutach-

ters erhoben hat. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Umstände der Beauftra-

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gung von Dr. med. D._____ als Gutachter für die Frage einer allfälligen Entlas-

sung des Beschwerdeführers aus dem vorzeitigen Strafvollzug von Bedeutung 

sein soll. 

c) Der Verteidiger bringt in diesem Zusammenhang weiter vor, der Beschwerde-

führer habe in der Anhörung durch das Zwangsmassnahmengericht erklärt, Dr. 

med. D._____ zweifle an seinen Aussagen gegenüber den Strafuntersuchungs-

behörden und Gerichten und überprüfe sie durch immer wieder neues Nachfra-

gen. Dieses Vorgehen scheine zu belegen, dass Dr. med. D._____ nicht von den 

Akten, insbesondere der vom Gefängnisarzt und vom …-Spital B._____ bereits 

erstellten bipolar affektiven Störung ausgehe und diese bereits von mehreren Me-

dizinern erstellte Diagnose in Zweifel ziehe. Dies dürfte zu weiteren unnötigen 

Verzögerungen führen. Würde Dr. med. D._____ sich mit der bereits erstellten 

Diagnose der bipolar affektiven Störung und der Anlasstat auseinandersetzen, 

dass der schwere Alkohol- und Drogenmissbrauch zeitlich mit dem wirtschaftli-

chen Niedergang des Beschwerdeführers in Übereinstimmung stehe, wie die abs-

trakten Antworten von Dr. med. E._____, die mit Psychiatrielehrbüchern belegbar 

seien, aufzeigten. Er müsste auch erkennen, dass das Verschlucken von 100 

Fingerlingen mit der bipolaren Störung in Zusammenhang stehe. Somit sei bereits 

jetzt absehbar, dass das Gutachten von Dr. med. D._____ zumindest unnötige 

Überprüfungen enthalte und zu sinnlosen Verzögerungen führe (Urk.2 S. 27 

Ziff. 33). 

Der Gutachter hat nicht unbesehen die Fachmeinung der Ärzte des Gefängnisses 

und des …-Spitals und auch nicht diejenige der medizinisch gebildeten Ehefrau 

des Verteidigers zu übernehmen, sondern sein Gutachten auf eigene Überzeu-

gung und eigene Erkenntnisse zu gründen. Hierzu stehen ihm die Verfahrensak-

ten samt früheren Arztberichten zur Verfügung, jedoch auch das Gespräch mit 

dem Beschuldigten. Es lässt sich kaum vermeiden, dass der Sachverständige 

Fragen stellt, welche bereits Gegenstand früherer ärztlicher Abklärungen oder von 

Untersuchungshandlungen im Strafverfahren bildeten. Dass der Gutachter dem 

Beschwerdeführer Fragen stellt, deren Sinn diesem und seinem Verteidiger nicht 

klar sind bzw. die diese als unnötige Wiederholung empfinden, bedeutet noch 

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nicht, dass das Strafverfahren sinnlos verzögert wird. Im Haftprüfungsverfahren 

ist im Übrigen auch nicht das Ergebnis der Begutachtung vorwegzunehmen. An-

haltspunkte für eine unnötige und derart gravierende Verzögerung des Strafver-

fahrens durch die Begutachtung, dass sich eine Entlassung aus der Haft aufdrän-

gen würde, sind nicht ersichtlich. 

5. a) Zur Frage der Überhaft hält das Zwangsmassnahmengericht unter Hinweis 

auf die Erwägungen in seiner Verfügung vom 26. Juli 2013 fest, dass die Verhält-

nismässigkeit der Haftdauer anhand der Gesamtdauer des zu erwartenden Frei-

heitsentzugs zu prüfen sei, worunter auch allfällige freiheitsentziehende Mass-

nahmen fielen. Die Möglichkeit einer teilbedingten Strafe sei nur in Ausnahmefäl-

len zu berücksichtigen, wenn sich diese bereits konkret abzeichne. Ein solcher 

Ausnahmefall liege nicht vor, da der Urteilsvorschlag durch die Rückweisung des 

Verfahrens hinfällig geworden sei und das zuständige Sachgericht zudem Zweifel 

an der Angemessenheit der vorgeschlagenen Strafe geäussert habe. Aufgrund 

der eingeführten Drogenmenge und der einschlägigen Vorstrafen drohe dem Be-

schwerdeführer eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, wenn er schuldfä-

hig sei. Wenn er hingegen vollständig schuldunfähig sein sollte, müsste davon 

ausgegangen werden, dass allein seine psychische Erkrankung ihn dazu ge-

bracht habe, in sorgfältig geplanter Weise einen Drogentransport durchzuführen. 

Die Erkrankung wäre in diesem Fall aller Voraussicht nach gravierender Natur, so 

dass eine stationäre Massnahme geprüft werden müsste, deren Dauer die Dauer 

einer gegebenenfalls zu erwartenden Haftstrafe wohl mindestens aufwiegen wür-

de. Auch in diesem Fall wäre die Verhältnismässigkeit zwischen Haftdauer und zu 

erwartendem Freiheitsentzug gegeben. 

Das Zwangsmassnahmengericht hält weiter dafür, dass eine Schuldunfähigkeit 

des Beschwerdeführers im heutigen Zeitpunkt als eher unwahrscheinlich erschei-

ne. Der vorliegende Arztbericht äussere sich nicht dazu, sondern halte lediglich 

fest, der Beschwerdeführer leide an einer bipolaren Störung. Eine solche sei eine 

Krankheit, bei der die betroffene Person extreme Stimmungsschwankungen erlei-

de. Wie sich diese im Fall des Beschuldigten ausgewirkt hätten, werde erst die 

fachmännische Einschätzung durch den Gutachter ergeben. Bis dahin sei auf-

- 14 - 

grund dessen, was allgemein über bipolare Störungen bekannt sei, zwar durch-

aus denkbar, dass eine solche einen Einfluss auf das Verhalten der betroffenen 

Person habe. Fälle, in denen die Erkrankung dermassen schwer sei, dass dem 

Patienten die Schuldfähigkeit abgesprochen werden müsse, seien jedoch eher 

schwer vorstellbar und dürften die Ausnahme sein. Auch im vorliegenden Fall 

dränge sich dieser Schluss, entgegen der Darstellung des Verteidigers, nicht auf. 

Der Beschwerdeführer habe den Drogentransport "fachmännisch", nach einiger 

Vorbereitungszeit und aufgrund eines nachvollziehbaren Motivs (Geld bzw. Angst 

vor Gläubigern) durchgeführt. Der Verteidiger erwähne jeweils bloss, dass eine 

ungeübte Person nicht 99 Fingerlinge schlucken könne, eine Person mit bipolarer 

Störung aber schon. Unter der Annahme, der Beschwerdeführer habe keine Er-

fahrung mit dem Schlucken von Fingerlingen (was mit Blick auf die Vorstrafen und 

seine Reisetätigkeit angezweifelt werden könne), wäre aufgrund dieser Darstel-

lung lediglich anzunehmen, die Krankheit des Beschwerdeführers haben diesem 

bei der Ausführung der Tat geholfen. Weshalb der Entschluss zur Tat nicht auf-

grund rationaler Motive gefallen sein sollte, erschliesse sich daraus nicht. Auch 

der Vorfall im Gefängnis lasse nicht auf eine so schwere Erkrankung schliessen, 

dass eine Schuldunfähigkeit wahrscheinlich erscheine. Der Beschwerdeführer 

habe nachvollziehbar geschildert, dass er sich über das Verhalten seines Zellen-

genossen aufgeregt habe und nach einer längeren Zeit der Toleranz ausgeflippt 

sei. Grund dieses "Ausflippens" scheine somit nach heutigem Wissensstand eher 

ein normaler Konflikt zwischen Zellengenossen verschiedener Kulturen als die bi-

polare Störung des Beschwerdeführers gewesen zu sein. Solange das Gutachten 

nicht zu einem anderen Schluss komme, sei somit eine Schuldunfähigkeit oder 

eingeschränkte Schuldfähigkeit des Beschwerdeführers nicht naheliegend. Es lie-

ge somit keine Überhaft vor (Urk. 4 S. 10 - 12 Erw. 6.3.1 - 6.3.4). 

b) Der Verteidiger bringt vor, die Staatsanwaltschaft als Spezialistin im Strafrecht 

habe ausdrücklich einer teilbedingten Strafe zugestimmt. Anhaltspunkte, dass die 

Ausfällung einer teilbedingten Strafe nicht zulässig oder angebracht sei, habe das 

Bezirksgericht Bülach im abgekürzten Verfahren weder behauptet noch dargetan. 

Richtig sei lediglich, dass die Angemessenheit der vorgeschlagenen Strafe in Ab-

rede gestellt worden sei. Damit sei aber das Mass und nicht die Frage, ob ein Teil 

- 15 - 

der Strafe teilbedingt auszufällen sei, kritisiert worden. Der Beschwerdeführer ha-

be eine gute Prognose, da er seine gesundheitlichen Probleme ohne Anregung 

der Verteidigung benannt habe und therapiewillig sei, was für ihn ein grosses Op-

fer bedeute. Gemäss Schreiben von Dr. med. E._____ (an den Verteidiger, ihren 

Ehemann) vom 17. Dezember 2013 schämten sich die bipolar Kranken für ihre 

Taten. Die Voraussetzungen für eine teilbedingte Strafe seien erfüllt (Urk. 2 S. 28 

Ziff. 35). 

Das Zwangsmassnahmengericht stellt im angefochtenen Entscheid in keiner Wei-

se fest, die Voraussetzungen für eine teilbedingte Strafe seien nicht erfüllt. Dar-

über wird der Sachrichter zu befinden haben. Den Akten kann entnommen wer-

den, dass das Bezirksgericht die Staatsanwältin zur Hauptverhandlung vom 

8. Mai 2013 im abgekürzten Verfahren obligatorisch vorlud, weil aufgrund einer 

ersten Durchsicht der Akten zweifelhaft sei, ob der gemeinsame Urteilsvorschlag 

genehmigt werden könne (Schreiben des Vizepräsidenten an den Verteidiger, 

Urk. 13/25/3). Ob sich diese Zweifel gegen das vorgeschlagene Strafmass oder 

gegen die Ausfällung einer teilbedingten Strafe richteten, ist nicht bekannt und 

kann offen bleiben, nachdem das Bezirksgericht die Sache zur Durchführung ei-

nes ordentlichen Vorverfahrens an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen hatte. 

Nach dieser Rückweisung ist die Frage der Sanktion und damit auch der allfälli-

gen Ausfällung einer teilbedingten Freiheitsstrafe wieder offen. Es ist demnach 

nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmengericht diese Möglichkeit 

bei der Prüfung, ob Überhaft vorliege, nicht berücksichtigte. 

c) Der Verteidiger rügt weiter, das Zwangsmassnahmengericht gehe im angefoch-

tenen Entscheid von einem "Alles oder nichts"-Prinzip aus und stelle Überlegun-

gen nur für die Fälle an, dass der Beschwerdeführer voll schuldfähig oder voll 

schuldunfähig sei. Dies sei rechtlich falsch und widerspreche der gängigen Praxis, 

wonach die Schuldunfähigkeit regelmässig gewichtet werde, in leichten, mittleren 

oder schweren Grad. Gemäss Art. 56a StGB sei zwingend das Erfordernis der 

Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität bei Massnahmen zu beachten. Ge-

mäss Schreiben von Dr. med. E._____ vom 17. Dezember 2013 lasse sich eine 

Therapie (Einstellung) mit einem heilenden Medikament möglicherweise im Ge-

- 16 - 

fängnis bewerkstelligen, aber gewiss auch ausserhalb. Gemäss Trechsel/Pieth 

(Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 

2013, N 1 zu Art. 56a StGB) erfordere die Verhältnismässigkeit und der Grund-

satz der Subsidiarität, dass den bessernden, das heisst resozialisierenden, vor 

den sichernden, das heisst nur isolierenden Massnahmen der Vorzug zu geben 

sei. Somit sei erstellt, dass dem Beschwerdeführer keine Massnahme drohe. 

Schliesslich gebe der Beschwerdeführer mehrfach und überzeugend an, bereits 

erfolgreich mit Lithium behandelt worden zu sein, dem Medikament erster Wahl 

zumindest vor zehn Jahren bei bipolarer Störung. Es bleibe unerfindlich, wie 

Überhaft auf derartige Art und Weise überhaupt in Abrede gestellt werden könne 

(Urk. 2 S. 28 f. Ziff. 36). 

Der Verteidiger fährt fort, das Zwangsmassnahmengericht überantworte die Fra-

ge, wie die "extreme Stimmungsschwankung", welche die bipolare Störung beim 

Beschwerdeführer auslöse, zu werten sei, der Einschätzung des Gutachters. Es 

kenne offensichtlich diese Krankheit nicht. Frau Dr. med. E._____ erkläre in ihrem 

Brief vom 17. Dezember 20132, dass diese zum Suizid führen könne, Gewaltaus-

brüche erkläre und irrationales Handeln wie groteske Selbstüberschätzung und 

völliges Übersteuern des Intellektes bewirken könne. Schliesslich übersehe das 

Zwangsmassnahmengericht, dass sämtliche Schilderungen, Vorstrafen, der kurz-

zeitige exzessive Alkohol- und Drogenmissbrauch sich klar auf die bipolare Stö-

rung zurückführen lassen. Das Zwangsmassnahmengericht überantworte einer-

seits dem Gutachter Fragen zur Schuldfähigkeit, schätze aber andererseits gene-

rell Schuldunfähigkeit als unwahrscheinlich ein. Dies sei ein Widerspruch (Urk. 2. 

S. 29 f. Ziff. 37). 

Sodann bringt der Verteidiger vor, das Zwangsmassnahmengericht schliesse aus 

dem "fachmännisch" vorbereiteten Drogentransport, dass der Beschwerdeführer 

schuldfähig gewesen sei, da das Motiv (Geld, Angst vor Gläubiger) nachvollzieh-

bar sei. Dabei übersehe es, dass die Vorbereitung des Drogentransports im 

Bauch des Beschwerdeführers von "F._____" und dessen Gehilfen vorgenommen 

worden sei. Es übersehe weiter, dass die Krankheit bipolare Störung nicht zu ei-

ner Herabsetzung der intellektuellen Fähigkeiten führe. Vielmehr würden die intel-

- 17 - 

lektuellen Fähigkeiten übersteuert durch die diagnostizierte "affektive Störung" als 

Ausfluss der bipolaren Störung. Weiter übersehe das Zwangsmassnahmenge-

richt, dass der Beschwerdeführer glaubhaft angegeben habe, in Guyana in Sta-

tuen (Souvenirgegenständen) Kokain transportiert zu haben. Dem deutschen Ur-

teil, in dem es ebenfalls um Drogenkurierdienste gegangen sei, könne nichts über 

das Verschlucken von Drogen entnommen werden. Indem das Zwangsmassnah-

mengericht das "Ausflippen" des Beschwerdeführers, das zur Verbringung ins …-

Spital geführt habe, für ein Ende der "Toleranz" gegenüber einem Zellengenossen 

halte, setze es sich in Widerspruch zur übereinstimmenden Diagnose der Ge-

fängnisärzte und des …-Spitals, die den damaligen Zustand des Beschwerdefüh-

rers als manische Episode mit psychotischen Symptomen diagnostiziert hätten. 

Die Krisenintervention sei erfolgreich durch eine neue Medikamentation gemeis-

tert worden, so dass der Beschwerdeführer habe ins Gleichgewicht gebracht wer-

den können. Diese neue Medikation sei erfolgreich gewesen, da es nicht mehr zu 

rezidiven Krankheitsschüben gekommen sei (Urk. 2 S. 30 f. Ziff. 38). 

Im Haftprüfungsverfahren sind die Ergebnisse der Begutachtung und die tatsäch-

lichen und rechtlichen Schlüsse, die sich daraus ergeben, nicht vorweg zu neh-

men. Zwar meldet das Zwangsmassnahmengericht Zweifel an der These des Ver-

teidigers an, der Beschwerdeführer sei (ganz oder teilweise) schuldunfähig , hält 

jedoch ausdrücklich fest, eine solche Schuldunfähigkeit sei nicht naheliegend, so-

lange das Gutachten nicht zu einem anderen Schluss gelange. Es dürfte zutref-

fen, dass das Zwangsmassnahmengericht die volle Tragweite einer bipolaren Stö-

rung nicht kennt. Dasselbe gilt für die Staatsanwaltschaft und die weiteren mit 

dem Fall befassten Gerichte, insbesondere für den Sachrichter, der letztlich über 

Schuld und Unschuld des Beschwerdeführers und über die diesen treffende 

Sanktion befinden wird. Deshalb holt die Staatsanwaltschaft ein Gutachten ein. 

Die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Tat voll oder min-

destens in hohem Masse schuldfähig war und es somit zur Ausfällung einer der 

Schwere der Tat (grosse Menge der transportierten Drogen) und dem Vorleben 

(unter anderem einschlägige Vorstrafen wegen Drogendelikten, vgl. den deut-

schen Strafregisterauszug, Urk. 18/3) entsprechenden längeren Freiheitsstrafe 

kommen wird, ist nicht auszuschliessen. Der Beschwerdeführer ist seit seiner 

- 18 - 

Festnahme am 29. November 2012 und damit jetzt im vierzehnten Monat in Haft. 

Die Gefahr von Überhaft liegt damit noch nicht vor. 

6. Das Zwangsmassnahmengericht äusserte Zweifel an der Mandatsausübung 

des Verteidigers und stellte deshalb die angefochtene Verfügung zwecks Über-

prüfung im Sinne Art. 134 Abs. 2 StPO der Oberstaatsanwaltschaft zu (Urk. 4 

S. 13 f. Erw. 8.1 - 8.3). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist nicht von einer 

ungenügenden Verteidigung auszugehen und es kann offen gelassen werden, ob 

der getätigte Aufwand verhältnismässig und die Verteidigungsstrategie zweck-

mässig sei. Deshalb ist auf die entsprechenden Vorbringen des Verteidigers 

(Urk. 2 S. 32 - 34 Ziff. 41 - 44) nicht weiter einzugehen. 

7. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.  

Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen hat im Endentscheid zu er-

folgen. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das 

Strafverfahren abschliessenden Behörde in Beachtung der Bemessungskriterien 

von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf  

Fr. 1'500.-- festzusetzen. 

 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.-- fest-

gesetzt. 

3. Die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen wird dem 

Endentscheid vorbehalten. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schwerdeführers (per Gerichtsurkunde) 

- 19 - 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad D-2/2012/8853, unter 
gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 13] (gegen 
Empfangsbestätigung) 

− das Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Bülach, ad GH130208, 
unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 12] 
(gegen Empfangsbestätigung) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 
Zürich, 9. Januar 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. J. Hürlimann 
 
 
 

	Beschluss vom 9. Januar 2014
	
	Erwägungen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.-- festgesetzt.
	3. Die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen wird dem Endentscheid vorbehalten.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad D-2/2012/8853, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 13] (gegen Empfangsbestätigung)
	 das Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Bülach, ad GH130208, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 12] (gegen Empfangsbestätigung)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. ...