# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efc59db0-3343-51cb-93e5-0ebe2c72fbae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 13.02.2025 SK 2023 314
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-314_2025-02-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 314 ff.

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Februar 2025 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin), 
Oberrichter Knecht, 
Oberrichter Zbinden
Gerichtsschreiberin Imboden

Verfahrensbeteiligte B1.________
a.v.d. Rechtsanwalt V1.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

B2.________
a.v.d. Rechtsanwalt V2.________

Beschuldigter/Berufungsführer 4

B3.________
a.v.d. Rechtsanwältin V3.________

Beschuldigter/Berufungsführer 5

B4.________
a.v.d. Rechtsanwalt V4.________

Beschuldigter/Berufungsführer 7

B5.________
a.v.d. Rechtsanwalt V5.________

Beschuldigter/Berufungsführer 12 

B6.________
a.v.d. Rechtsanwalt Dr. V6.________

Beschuldigter/Berufungsführer 14

gegen

2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

vormals Anschlussberufungsführerin gegen den Beschuldigten/
Berufungsführer 3 (Verfahrensabtrennung)

Gegenstand Raufhandel (B2)

Raufhandel, evtl. Gehilfenschaft zu Raufhandel (B4, B5, B7, 
B12, B14)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-
Mittelland (Kollegialgericht) vom 30. Juni 2022 (PEN 21 743 ff.)

3

Inhalt
I. Vorbemerkungen .........................................................................................................5

1. Aufbau der Urteilsbegründung ...............................................................................5

2. Begrifflichkeiten ......................................................................................................5

II. Formelles......................................................................................................................6

3. Erstinstanzliches Urteil ...........................................................................................6

4. Berufung.................................................................................................................8

5. Oberinstanzliches Beweisergänzungsverfahren ..................................................11

6. An- und Abwesenheiten an der Berufungsverhandlung.......................................12

7. Anträge der Parteien ............................................................................................14

8. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer .............................................19

III. Allgemeines................................................................................................................21

9. Grundsachverhalt .................................................................................................21

10. Beweiswürdigung .................................................................................................25

11. Rechtliches...........................................................................................................65

12. Strafzumessung ...................................................................................................72

13. Kosten und Entschädigung ..................................................................................81

IV. B1.________ ...............................................................................................................84

14. Vorbemerkung......................................................................................................84

15. Erstinstanzliches Urteil .........................................................................................85

16. Parteivorbringen ...................................................................................................87

17. Strafzumessung der Kammer...............................................................................91

18. Kosten und Entschädigung ..................................................................................96

19. Weitere Verfügungen ...........................................................................................99

V. B2.________ .............................................................................................................100

20. Parteivorbringen .................................................................................................100

21. Sachverhalt und Beweiswürdigung ....................................................................103

22. Rechtliche Würdigung ........................................................................................109

23. Strafzumessung .................................................................................................111

24. Kosten und Entschädigung ................................................................................113

25. Weitere Verfügungen .........................................................................................114

VI. B3.________ .............................................................................................................115

26. Parteivorbringen .................................................................................................115

27. Sachverhalt und Beweiswürdigung ....................................................................118

28. Rechtliche Würdigung ........................................................................................126

4

29. Strafzumessung .................................................................................................127

30. Kosten und Entschädigung ................................................................................131

31. Weitere Verfügungen .........................................................................................132

VII. B4.________ .............................................................................................................133

32. Parteivorbringen .................................................................................................133

33. Sachverhalt und Beweiswürdigung ....................................................................136

34. Rechtliche Würdigung ........................................................................................147

35. Strafzumessung .................................................................................................148

36. Kosten und Entschädigung ................................................................................151

37. Weitere Verfügungen .........................................................................................152

VIII. B5.________ .............................................................................................................153

38. Parteivorbringen .................................................................................................153

39. Sachverhalt und Beweiswürdigung ....................................................................155

40. Rechtliche Würdigung ........................................................................................166

41. Strafzumessung .................................................................................................168

42. Kosten und Entschädigung ................................................................................173

43. Weitere Verfügungen .........................................................................................174

IX. B6.________ .............................................................................................................175

44. Parteivorbringen .................................................................................................175

45. Sachverhalt und Beweiswürdigung ....................................................................179

46. Rechtliche Würdigung ........................................................................................195

47. Strafzumessung .................................................................................................197

48. Kosten und Entschädigung ................................................................................201

49. Weitere Verfügungen .........................................................................................203

X. Dispositiv..................................................................................................................204

5

Erwägungen:

I. Vorbemerkungen 

1. Aufbau der Urteilsbegründung 

Zunächst wird auf die formellen Aspekte eingegangen (E. II. hiernach). Darauf-
hin folgen Ausführungen zum Grundsachverhalt sowie zur rechtlichen Würdi-
gung, Strafzumessung und Kostenregelung im Allgemeinen (E. III. hiernach). 
Daran anschliessend folgt die Prüfung der den Beschuldigten/Berufungsführern 
(nachstehend: Beschuldigte) individuell vorgeworfenen Tathandlungen inkl. 
rechtlicher Würdigung, Strafzumessung, Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(E. IV. bis IX. hiernach). Schliesslich folgt das Dispositiv (E. X. hiernach).

2. Begrifflichkeiten

Wie die Vorinstanz – die zwischen der «Gruppe Steinbachstrasse» und der 
«Gruppe Campagna» unterschied – geht auch die Kammer von zwei Gruppen 
aus. Einerseits von der Gruppe der «Bandidos». Diese umfasst (Probe-)
Mitglieder und Interessenten des Bandidos Motorcycle Club sowie Personen aus 
dem Umfeld dieses Motorradclubs, die am 11. Mai 2019 an der Steinbachstras-
se 92b in Belp waren. Andererseits von der Gruppe der «Hells Angels und 
Broncos». Diese umfasst (Probe-)Mitglieder des Hells Angels Motorcycle Club 
resp. des Broncos Motorcycle Club wie auch Personen aus dem Umfeld dieser 
Motorradclubs, die sich am 11. Mai 2019 auf dem Parkplatz des Restaurants 
Campagna in Belp versammelt und von dort an die Steinbachstrasse 92b in 
Belp begeben haben. Soweit nachfolgend von «Gruppenmitgliedern» geschrie-
ben wird, sind die Mitglieder einer dieser beiden Gruppen gemeint.

Die Zuweisung der Beschuldigten zur Gruppe der «Bandidos» resp. der «Hells 
Angels und Broncos» erfolgt unabhängig davon, ob diese formal gesehen Mit-
glieder des jeweiligen Motorradclubs waren oder nicht. B1.________, 
B2.________, B3.________ und B4.________ zählt die Kammer zur Gruppe 
der «Bandidos». B5.________ und B6.________ rechnet die Kammer zur 
Gruppe der «Hells Angels und Broncos».

Nachstehend wird nicht (mehr) vom Bandidos Motorcycle Club, Hells Angels 
Motorcycle Club resp. Broncos Motorcycle Club geschrieben, sondern von 
«Bandidos», «Hells Angels» und «Broncos». Diese Schreibweise ist einzig der 
besseren Lesbarkeit wegen gewählt worden.

6

II. Formelles

3. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 30. Juni 2022 (pag. 6889 ff.) sprach das Regionalgericht Bern-
Mittelland (Kollegialgericht; nachfolgend: Vorinstanz)

̶ A.________ der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung zum Nachteil 
von B6.________ und des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu ei-
ner Freiheitsstrafe von 8 Jahren, unter Anrechnung der 505-tägigen Poli-
zei- und Untersuchungshaft und Feststellung des vorzeitigen Strafantritts 
per 5. Oktober 2020. Die Zivilklagen von B5.________ und B6.________ 
hiess es insofern gut, als es A.________ verpflichtete, jenen für die aus 
dem 11. Mai 2019 erlittenen Beeinträchtigungen dem Grundsatz nach 
Schadenersatz und Genugtuung zu leisten. Soweit weitergehend verwies 
es die Zivilklagen auf den Zivilweg.

̶ B1.________ von der Anschuldigung der versuchten vorsätzlichen Tötung, 
ev. (versuchten) schweren Körperverletzung, ev. einfachen Körperverlet-
zung mit gefährlichem Gegenstand zum Nachteil von O.________, frei. Es 
sprach ihn hingegen des Raufhandels schuldig und verurteilte ihn zu einer 
Freiheitsstrafe von 8 Monaten als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalge-
richts Oberland vom 20. Januar 2021, unter Anrechnung der 10-tägigen 
Polizei- und Untersuchungshaft. Die Zivilklage von O.________ wies es 
ab. 

̶ C.________ der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von 
O.________ und des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer 
Freiheitsstrafe von 42 Monaten, unter Anrechnung der 49-tägigen Polizei- 
und Untersuchungshaft, und zu einer Landesverweisung von 8 Jahren. Im 
Zivilpunkt stellte es fest, dass zwischen C.________ und O.________ eine 
aussergerichtliche Vereinbarung abgeschlossen wurde, woraufhin 
O.________ seine Zivilklage zurückzog; es schrieb die Zivilklage als ge-
genstandslos ab. 

̶ D.________ von der Anschuldigung des Raufhandels, ev. Gehilfenschaft 
dazu, frei. Das Widerrufsverfahren betreffend das Urteil der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Oberland vom 6. März 2018 stellte es ein.

̶ B2.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer be-
dingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit 
auf 2 Jahre und Anrechnung der 2-tägigen Polizeihaft. 

̶ B3.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer teilbe-
dingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten und 15 Tagen als Zusatzstrafe zum 
Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 23. Oktober 2020, wobei 
für eine Teilstrafe von 4 Monaten und 15 Tagen der Vollzug aufgeschoben 
wurde, unter Festsetzung der Probezeit auf 2 Jahre und Anrechnung der 
1-tägigen Polizeihaft. 

7

̶ E.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer beding-
ten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf 
3 Jahre und Anrechnung der 2-tägigen Polizeihaft.

̶ F.________ von der Anschuldigung des Raufhandels, ev. Gehilfenschaft 
dazu, frei.

̶ B4.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer be-
dingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit 
auf 4 Jahre und Anrechnung der 1-tägigen Polizeihaft.

̶ G.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer beding-
ten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf 
3 Jahre und Anrechnung der 1-tägigen Polizeihaft. Das Widerrufsverfah-
ren betreffend das Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittel-
land vom 24. Januar 2018 stellte es ein.

̶ H.________ von der Anschuldigung des Raufhandels, ev. Gehilfenschaft 
dazu, frei.

̶ I.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer beding-
ten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf 
4 Jahre und Anrechnung der 1-tägigen Polizeihaft. Es widerrief den mit Ur-
teil der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 3. Au-
gust 2016 für eine Geldstrafe von 28 Tagessätzen zu CHF 100.00, aus-
machend CHF 2'800.00, gewährten bedingten Vollzug. Den mit Urteil des 
Bezirksstrafgerichts Sense vom 13. September 2016 für eine Teilfreiheits-
strafe von 10 Monaten gewährten bedingten Vollzug widerrief es nicht, 
verwarnte I.________ jedoch. 

̶ J.________ des Raufhandels und der versuchten Begünstigung schuldig. 
Es verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten und 
20 Tagen, unter Festsetzung der Probezeit auf 3 Jahre und Anrechnung 
der 1-tägigen Polizeihaft. 

̶ K.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer beding-
ten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf 
3 Jahre und Anrechnung der 2-tägigen Polizeihaft.

̶ L.________ sel. des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer be-
dingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit 
auf 2 Jahre und Anrechnung der 2-tägigen Polizeihaft.

̶ M.________ von der Anschuldigung des Raufhandels, ev. Gehilfenschaft 
dazu, frei.

̶ B5.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer be-
dingten Freiheitsstrafe von 11 Monaten und 15 Tagen, unter Festsetzung 
der Probezeit auf 3 Jahre.

̶ N.________ des Raufhandels und der versuchten Begünstigung schuldig. 
Es verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter 

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Festsetzung der Probezeit auf 3 Jahre und Anrechnung der 1-tägigen Po-
lizeihaft.

̶ O.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer beding-
ten Freiheitsstrafe von 9 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf 
2 Jahre und Anrechnung der 1-tägigen Polizeihaft.

̶ B6.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer be-
dingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten und 15 Tagen, unter Festsetzung 
der Probezeit auf 3 Jahre und Anrechnung der 1-tägigen Polizeihaft.

̶ P.________ von der Anschuldigung des Raufhandels, ev. Gehilfenschaft 
dazu, frei.

̶ Q.________ des Raufhandels schuldig. Es verurteilte ihn zu einer beding-
ten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf 
3 Jahre. Es widerrief den mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft 
Emmental-Oberaargau vom 17. August 2017 für eine Geldstrafe von 
7 Tagessätzen zu CHF 90.00, ausmachend CHF 630.00, gewährten be-
dingten Vollzug. 

Die Vorinstanz verurteilte die schuldig Gesprochenen zur Bezahlung der an-
teilsmässigen Verfahrenskosten; für die Beurteilung der Zivilklagen und die ein-
gestellten Widerrufsverfahren schied sie keine Kosten aus. Überdies bestimmte 
sie die amtlichen Entschädigungen und (sofern geltend gemacht) die vollen Ho-
norare der amtlichen Verteidigungen, auch befand sie über die Nach- und Rück-
zahlungspflichten der schuldig Gesprochenen. 

Schliesslich traf die Vorinstanz die weiteren Verfügungen, namentlich betreffend 
die beschlagnahmten Gegenstände sowie die Löschung der erstellten DNA-
Profile und der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten der Be-
schuldigten.

4. Berufung

4.1 Berufungsanmeldungen

Gegen das erstinstanzliche Urteil meldeten folgende Beschuldigte zwischen 
dem 30. Juni 2022 und dem 11. Juli 2022 fristgerecht Berufung an: A.________ 
(pag. 7250), B1.________ (pag. 7258), C.________ (pag. 7244), B2.________ 
(pag. 7247), B3.________ (pag. 7223), E.________ (pag. 7232), B4.________ 
(pag. 7241), G.________ (pag. 7253), J.________ (pag. 7220), K.________ 
(pag. 7264), L.________ sel. (pag. 7255), B5.________ (pag. 7235 f.), 
O.________ (pag. 7262), B6.________ (pag. 7229), P.________ (pag. 7226).

4.2 Berufungserklärungen und Anschlussberufungen sowie Rückzüge, Gegen-
standslosigkeit, Einstellung und Verfahrensabtrennung

Mit Verfügung vom 12. Juli 2023 (pag. 8696 ff.) stellte die Vorinstanz den Par-
teien die schriftliche Urteilsbegründung zu.

Daraufhin gingen beim Obergericht vierzehn Berufungserklärungen ein und er-
liess die Kammer mehrere Beschlüsse:

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̶ A.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VA.________, erklärte 
am 10. August 2023 Berufung betreffend die Schuldsprüche wegen ver-
suchter eventualvorsätzlicher Tötung zum Nachteil von B6.________ und 
Raufhandels sowie die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschä-
digungsfolgen wie auch den Zivilpunkt und die weiteren Verfügungen be-
treffend die beschlagnahmten Gegenstände gemäss Bst. A Ziff. IV.2 und 
IV.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (pag. 8805 ff.). Am 1. Novem-
ber 2024 zog er die Berufung zurück (pag. 9450). 

Mit Beschluss vom 8. November 2024 schrieb die Kammer das Strafver-
fahren gegen A.________ (SK 23 313) als durch Rückzug der Berufung 
erledigt ab (pag. 9465 ff.).

̶ B1.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt V1.________, erklär-
te am 2. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen Rauf-
handels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8763 ff.). Am 29. November 2024 zog er die Berufung 
betreffend den Schuldspruch zurück resp. beschränkte diese auf die Straf-
zumessung und den Kostenpunkt (pag. 9521 ff.).

̶ C.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VC.________, erklärte 
am 3. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen ver-
suchter schwerer Körperverletzung und die entsprechenden Sanktions- 
und Entschädigungsfolgen sowie die Landesverweisung (pag. 8778 ff.).

Auf Antrag von Rechtsanwalt VC.________, trennte die Kammer an der 
Berufungsverhandlung das Strafverfahren gegen C.________ (SK 23 315) 
von den Strafverfahren SK 23 314 ff. ab. C.________ war aufgrund eines 
stationären Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik an der Teilnahme an 
der Berufungsverhandlung verhindert und Rechtsanwalt VC.________ 
lehnte die Möglichkeit einer Dispensation seines Mandanten von der per-
sönlichen Teilnahme an der Berufungsverhandlung auf Anfrage der Vor-
sitzenden hin ab (pag. 9741, pag. 9806).

̶ B2.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt V2.________, erklär-
te am 31. Juli 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen Rauf-
handels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8761 f.).

̶ B3.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin V3.________, er-
klärte am 3. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen 
Raufhandels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8782 f.).

̶ E.________, amtlich verteidigt durch Fürsprecher VE.________, erklärte 
am 25. Juli 2023 vollumfänglich Berufung (pag. 8719).

An der Berufungsverhandlung schrieb die Kammer das Strafverfahren ge-
gen E.________ (SK 23 318) als durch Rückzug der Berufung infolge 
Rückzugsfiktion nach Art. 407 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Strafpro-

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zessordnung (StPO; SR 312.0) ab, weil eine rechtsgültige Zustellung der 
Vorladung zur Berufungsverhandlung nicht möglich war (pag. 9773). 

̶ B4.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt V4.________, erklär-
te am 4. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen Rauf-
handels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8795 f.).

̶ G.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VG.________, erklärte 
am 2. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen Rauf-
handels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen sowie die weitere Verfügung betreffend die beschlagnahmten 
Gegenstände (pag. 8767 f.). Am 5. Dezember 2024 zog er die Berufung 
zurück (pag. 9545). 

Mit Beschluss vom 11. Dezember 2024 schrieb die Kammer das Strafver-
fahren gegen G.________ (SK 23 320) als durch Rückzug der Berufung 
erledigt ab (pag. 9563 ff.).

̶ J.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VJ.________, zog die 
angemeldete Berufung am 26. Juli 2023 zurück (pag. 8725 f.).

Mit Beschluss vom 17. November 2023 schrieb die Kammer das Strafver-
fahren gegen J.________ (SK 23 321) als durch Rückzug der Berufung er-
ledigt ab (pag. 8980 ff.).

̶ K.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VK.________, erklär-
te am 4. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen 
Raufhandels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen (pag. 8785 ff.).

Mit Beschluss vom 12. August 2024 schrieb die Kammer das Strafverfah-
ren gegen K.________ (SK 23 322) als durch Rückzug der Berufung infol-
ge Rückzugsfiktion nach Art. 407 Abs. 1 lit. c StPO ab, weil eine rechtsgül-
tige Zustellung der Vorladung zur Berufungsverhandlung nicht möglich war 
(pag. 9325 ff.). 

̶ L.________ sel., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VL.________, er-
klärte am 7. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen 
Raufhandels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8800 f.).

Mit Beschluss vom 4. September 2024 stellte die Kammer das Strafverfah-
ren gegen L.________ sel. (SK 23 323) wegen dessen Versterbens ein 
(pag. 9384 ff.).

̶ B5.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt V5.________, erklär-
te am 28. Juli 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen Rauf-
handels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8756 ff.).

̶ O.________, amtlich verteidigt durch Fürsprecher VO.________, erklärte 
am 10. August 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen Rauf-

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handels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen wie auch den Zivilpunkt im Urteil gegen B1.________ 
(pag. 8811 f.). Am 6. November 2024 zog er die Berufung zurück 
(pag. 9459). 

Mit Beschluss vom 8. November 2024 schrieb die Kammer das Strafver-
fahren gegen O.________ (SK 23 325) als durch Rückzug der Berufung 
erledigt ab (pag. 9465 ff.).

̶ B6.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. V6.________, er-
klärte am 20. Juli 2023 Berufung betreffend den Schuldspruch wegen 
Raufhandels und die entsprechenden Sanktions-, Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 8715 ff.). 

̶ P.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt VP.________, zog die 
angemeldete Berufung am 24. August 2023 zurück (pag. 8843). 

Mit Beschluss vom 17. November 2023 schrieb die Kammer das Strafver-
fahren gegen P.________ (SK 23 327) als durch Rückzug der Berufung 
erledigt ab (pag. 8980 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte am 6. September 2023 Anschlussberu-
fung betreffend A.________ und C.________, jeweils beschränkt auf den Sank-
tionspunkt (pag. 8850 ff.). Die Anschlussberufung betreffend A.________ wurde 
zufolge dessen Berufungsrückzugs hinfällig (pag. 9465 ff.). Die Anschlussberu-
fung betreffend C.________ ist infolge Verfahrensabtrennung nicht Gegenstand 
des vorliegenden Urteils.

5. Oberinstanzliches Beweisergänzungsverfahren 

Von Amtes wegen wurden über die Beschuldigten folgende Dokumente einge-
holt:

̶ B1.________: Strafregisterauszug Schweiz vom 13. Januar 2025 
(pag. 9621 ff.) und Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen 
Verhältnisse vom 8. Januar 2025 und Betreibungsregisterauszug vom 
9. Dezember 2024 (pag. 9611 ff.).

̶ B2.________: Strafregisterauszug Schweiz vom 13. Januar 2025 
(pag. 9635). Der rechtzeitig einverlangte Strafregisterauszug OJ.________ 
(Land) traf bis dato nicht ein.

̶ B3.________: Strafregisterauszug Schweiz vom 13. Januar 2025 
(pag. 9624 ff.) und Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen 
Verhältnisse vom 9. Dezember 2024 (pag. 9554 ff.).

̶ B4.________: Strafregisterauszug Schweiz vom 13. Januar 2025 
(pag. 9631 f.) und Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen 
Verhältnisse vom 17. Dezember 2024 (pag. 9596 ff.).

̶ B5.________: Strafregisterauszüge Schweiz vom 13. Januar 2025 und 
21. Januar 2025 (pag. 9636 f., pag. 9679 f.), Leumundsbericht samt Ein-
vernahmeprotokoll und Betreibungsregisterauszug vom 11. Dezem-

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ber 2024 (pag. 9583 ff.) und Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
OL.________ vom 4. Juni 2024 (pag. 9667 ff.).

̶ B6.________: Strafregisterauszug Schweiz vom 13. Januar 2025 
(pag. 9628 ff.) und Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen 
Verhältnisse vom 19. Dezember 2024 (pag. 9601 ff.).

Die Verteidigungen legten folgende Beweismittel ins Recht:

̶ Rechtsanwalt V1.________, substituiert durch Rechtsanwältin 
V11.________ (eingehend dazu E. II.6.2 hiernach) für B1.________: Zwi-
schenarbeitszeugnis vom 14. Januar 2025 und Bestätigung betreffend Be-
zahlung der Verfahrenskosten des Strafverfahrens PEN 20 347 
(pag. 9683 ff., pag. 9688 ff.) sowie Schreiben der Kantonspolizei Bern vom 
28. Januar 2025 betreffend Auskunftsbegehren vom 20. Januar 2025 
(pag. 9805).

̶ Rechtsanwältin V3.________ für B3.________: Arbeitsbestätigung der 
________ AG vom 10. Januar 2025 und Auszug Lohnkonto 2024 
(pag. 9810 ff.).

̶ Rechtsanwalt V5.________ für B5.________: Rückerstattungsbeleg be-
treffend Taschenlampe/Schlagstock (pag. 9813).

An der Berufungsverhandlung wurden der Zeuge A.________ sowie die Be-
schuldigten B1.________, B3.________, B4.________, B5.________ und 
B6.________ ergänzend einvernommen (pag. 9744 ff.). 

6. An- und Abwesenheiten an der Berufungsverhandlung

6.1 Beschuldigte 

6.1.1 Allgemeines

Die Vorsitzende orientierte die Parteien am 3. November 2023, sie beabsichtige, 
die Beschuldigten – abgesehen von der jeweils eigenen Einvernahme – vom 
persönlichen Erscheinen an der Berufungsverhandlung zu dispensieren und das 
letzte Wort im Sinne von Art. 347 Abs. 1 StPO im Anschluss an die eigene Ein-
vernahme zu gewähren, so dass die Beschuldigten nur während der jeweils ei-
genen Einvernahme im Gerichtssaal anwesend seien. Sie forderte die Parteien 
auf, eine Stellungnahme einzureichen, sofern sie mit dem skizzierten Vorgehen 
nicht einverstanden seien (pag. 8901 ff.). Am 30. November 2023 präzisierte sie, 
eine (teilweise) Teilnahme an der Berufungsverhandlung – nebst der eigenen 
Einvernahme – sei evidentermassen zulässig (pag. 8992 ff.). Die Beschuldigten 
erklärten sich (explizit oder stillschweigend) mit dem skizzierten Vorgehen ein-
verstanden. 

Mit Vorladung vom 29. Mai 2024 dispensierte die Vorsitzende die Beschuldigten 
vor und nach ihrer eigenen Einvernahme von der Teilnahme an der Berufungs-
verhandlung, mit Abhaltung des letzten Wortes im Anschluss an die eigene Ein-
vernahme (pag. 9214 ff.; ferner pag. 9512). Mit Vorladung vom 21. Januar 2025 
verpflichtete sie die in der Schweiz wohnhaften Beschuldigten (B1.________, 
B3.________, B4.________, B5.________ und B6.________) zum persönlichen 

13

Erscheinen an der Urteilseröffnung (pag. 9675 ff.; ferner pag. 9821). Die von 
den Verteidigungen an der Berufungsverhandlung gestellten Anträge um Dis-
pensation ihrer Mandanten von der persönlichen Teilnahme an der Urteilseröff-
nung lehnte die Kammer begründet ab (pag. 9742). 

Für die konkreten An-/Abwesenheiten von B1.________, B3.________, 
B4.________, B5.________ und B6.________ an der Berufungsverhandlung 
wird auf das Protokoll verwiesen (siehe pag. 9734 ff.).

6.1.2 B2.________

Rechtsanwalt V2.________ beantragte zu Beginn der Berufungsverhandlung, 
sein Mandant sei von der Verpflichtung zum persönlichen Erscheinen an der Be-
rufungsverhandlung zu dispensieren und diese sei in dessen Abwesenheit 
durchzuführen. Sein Mandant leide seit einigen Wochen an Atemwegsproble-
men und sei daher nicht in der Lage gewesen, aus OJ.________ (Land) anzu-
reisen. Vorsorglich habe er eine allfällige Abwesenheit bereits im Dezem-
ber 2024 mit seinem Mandanten thematisiert. Dieser habe am 1. Januar 2025 
ein Schriftstück unterzeichnet, wonach er an der Berufungserklärung festhalte, 
Kenntnis von der ab dem 27. Januar 2025 stattfindenden Berufungsverhandlung 
habe sowie um Dispensation von der persönlichen Teilnahme ersuche 
(pag. 9739 f.). Rechtsanwalt V2.________ reichte das erwähnte Schriftstück 
vom 1. Januar 2025 und zwei in OJ.________ (Landessprache) Sprache ver-
fasste Arztzeugnisse vom 17. und 26. Januar 2025 zu den Akten (pag. 9807 ff.).

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs dispensierte die Kammer 
B2.________ antragsgemäss von der persönlichen Teilnahme an der Beru-
fungsverhandlung (pag. 9741).

6.2 Amtliche Verteidigungen

Rechtsanwalt V1.________ teilte am 29. November 2024 mit, sein Mandant 
werde an der Berufungsverhandlung bürointern durch Rechtsanwältin 
V11.________ verteidigt. Das sei mit seinem Mandanten abgesprochen und 
dieser sei ausdrücklich mit diesem Vorgehen einverstanden. Soweit gerichtssei-
tig eine formelle Einsetzung von Rechtsanwältin V11.________ als amtliche 
Verteidigerin für notwendig erachtet werde, bitte er um entsprechende Rückmel-
dung (pag. 9521 f.; ferner pag. 9526 ff.). Die Vorsitzende teilte am 4. Dezem-
ber 2024 mit, es werde zur Kenntnis genommen, dass B1.________ an der Be-
rufungsverhandlung durch Rechtsanwältin V11.________ als Stellvertreterin von 
Rechtsanwalt V1.________ verteidigt werde. Gerichtsseitig werde davon aus-
gegangen, dass Letzterer der amtliche Verteidiger von B1.________ bleibe 
(pag. 9531).

Rechtsanwalt V2.________ ersuchte am 20. Januar 2025 um Zustimmung für 
eine bürointerne Substitution an der Berufungsverhandlung ab dem 29. Janu-
ar 2025 durch Rechtsanwältin V21.________ resp. MLaw V22.________ 
(pag. 9674). Die Vorsitzende hielt am 21. Januar 2025 fest, gerichtsseitig werde 
davon ausgegangen, dass der Substitutionsantrag nach Rücksprache und mit 
dem Einverständnis von B2.________ erfolgt sei sowie Rechtsanwalt 
V2.________ den Parteivortrag am 28. Januar 2025 selbst abhalte. Insofern 

14

werde die Zustimmung zur Substitution erteilt (pag. 9675 ff.). MLaw 
V22.________ reichte am 29. Januar 2025 eine Substitutionsvollmacht zu den 
Akten (pag. 9816).

Rechtsanwältin V11.________ ersuchte am 21. Januar 2025 in Kenntnis des 
Verzichts auf das Fragerecht für die Einvernahmen der anderen Beschuldigten 
um Dispensation von der persönlichen Teilnahme an der Berufungsverhandlung 
(pag. 9681). Die Vorsitzende hiess den Dispensationsantrag am 22. Janu-
ar 2025 antragsgemäss gut (pag. 9688 ff.).

Zu Beginn der Berufungsverhandlung ersuchten Rechtsanwältin V3.________ 
und Rechtsanwalt V5.________ um Dispensation von der persönlichen Teil-
nahme an den Einvernahmen der Beschuldigten, abgesehen von der Einver-
nahme des eigenen Mandanten (pag. 9740). Die Kammer hiess die Dispensati-
onsanträge antragsgemäss gut (pag. 9742, pag. 9772).

Für die konkreten An-/Abwesenheiten der Verteidigungen an der Berufungsver-
handlung wird auf das Protokoll verwiesen (siehe pag. 9734 ff.).

7. Anträge der Parteien

7.1 B1.________

Rechtsanwältin V11.________ stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung namens ihres Mandanten folgende Anträge (pag. 9832 f.; Hervorhebungen 
im Original):

I.

1. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte/Berufungsführer 13, O.________, seine Berufung 
und Privatklage gegen B1.________ zurückgezogen hat. Es sei deswegen festzustellen, 
dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30. Juni 2022 insofern in Rechts-
kraft erwachsen ist, als 

1.1. B1.________ freigesprochen wurde vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen 
Tötung, evtl. schweren Körperverletzung (evtl. Versuch dazu), evtl. einfachen Körper-
verletzung mit gefährlichem Gegenstand, angeblich begangen Z. N. von 
O.________, am 11. Mai 2019 in 3123 Belp. 

1.2. die Zivilklage des Privatklägers O.________ abgewiesen und für den Zivilpunkt keine 
Verfahrens- oder Parteikosten ausgeschieden wurden. 

2. Es sei weiter festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30. Ju-
ni 2022 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als B1.________ des Raufhandels, began-
gen am 11. Mai 2019 in 3123 Belp, schuldig erklärt wurde. 

II.

1. B1.________ sei für den bereits in Rechtskraft erwachsenen Schuldspruch des Raufhan-
dels, gemäss Ziff. I. 2 hiervor in Anwendung der einschlägigen Artikel 

zu verurteilen:

1.1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren; 
dies als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 20. Januar 2021.

1.2. Die Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt zehn Tagen sei vollumfänglich auf 
die Freiheitsstrafe anzurechnen.

1.3. zu den auf den Schuldspruch des Raufhandels entfallenden Verfahrenskosten (30 % 
der Verfahrenskosten, d.h. CHF 7'934.15). 

2. Die auf den Freispruch vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. schweren 
Körperverletzung (evtl. Versuch dazu), evtl. einfache Körperverletzung mit gefährlichem Ge-

15

genstand entfallenden Verfahrenskosten (70 % der Verfahrenskosten, d.h. CHF 18’513.05) 
seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

III.

Weiter sei 

zu beschliessen und zu verfügen: 

1. Das erstinstanzliche Honorar und die Auslagen des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt 
V1.________, seien nach dem Verteilschlüssel 30:70 (30 % auf den Schuldspruch entfal-
lend, d.h. CHF 13’703.60 und 70 % auf den Freispruch entfallend, d.h. CHF 31’975.00) 
gemäss der bereits aktenkundigen Honorar- und Kostennote gerichtlich festzusetzen.

2. Das oberinstanzliche Honorar und die Auslagen des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt 
V1.________, seien gemäss nachzureichender Honorar- und Kostennote gerichtlich festzu-
setzen.

7.2 B2.________

Rechtsanwalt V2.________ stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung namens seines Mandanten folgende Anträge (pag. 9840; Hervorhebungen 
im Original):

I.

Herr B2.________ vgt. sei 

freizusprechen: 

von der Anschuldigung des Raufhandels, evtl. der Gehilfenschaft dazu, angeblich begangen am 
Samstag, 11. Mai 2019 in Belp; 

unter Auferlegung der entsprechenden Verfahrenskosten der unteren und oberen Instanz an den 
Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer persönlichen Entschädigung für die Reisekosten/Haft 
von Herrn B2.________ nach richterlichem Ermessen. 

II.

Im Weiteren sei 

zu verfügen:

1. Die erhobenen biometrischen Daten sowie das erstellte DNA-Profil seien zu löschen. 

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss eingereichten Kostennoten festzuset-
zen. 

3. Die erforderlichen weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

7.3 B3.________

Rechtsanwältin V3.________ stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung namens ihres Mandanten folgende Anträge (pag. 9849 f.; Hervorhebungen 
im Original):

I.

Es sei festzustellen, 

 dass der Entscheid über die Höhe der Anwaltskosten gemäss Ziff. f.II.1. des angefochtenen 
Urteils vom 30. Juni 2022 in Rechtskraft erwachsen ist;

 der Beschluss über die Entlassung des beschlagnahmten Klappmessers (Ass.-N. 1405) 
gemäss Ziff. f.III.1. des angefochtenen Urteils vom 30. Juni 2022 in Rechtskraft erwachsen 
ist. 

II.

B3.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Raufhandels, evtl. Gehilfenschaft zum Rauf-
handel, angeblich begangen am 11.05.2019, um ca. 17:40 bis 17:50 Uhr, Steinbachstrasse 92b, in 
3123 Belp; 

16

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Staat sowie unter Ausrichtung 
einer Entschädigung für die auf die Freisprüche entfallenden Verteidigungskosten gemäss nach-
zureichender Honorarnote. 

III.

Weiter sei zu verfügen, dass 

 dem zuständigen Bundesamt die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
B3.________ (PCN ________) zu erteilen sei; 

 dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von B3.________ nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist zu erteilen sei (Art. 17 Abs. 1 Bst. e AFIS-Verordnung); 

 das Honorar der amtlichen Verteidigung im obergerichtlichen Verfahren gemäss einzurei-
chender Honorarnote gerichtlich festzusetzen sei.

7.4 B4.________

Rechtsanwalt V4.________ stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung namens seines Mandanten folgende Anträge (pag. 9852; Hervorhebungen 
im Original):
1. Es sei festzustellen, dass der Entscheid über die Höhe der Entschädigung der amtlichen Ver-

teidigung gemäss lit. I Ziffer II. in Rechtskraft erwachsen ist; 

2. Herr B4.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung des Raufhandels, evtl. der 
Gehilfenschaft zum Raufhandel, angeblich begangen am 11. Mai 2019 in Belp, unter Aufer-
legung der Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Gerichts und des Obergerichts an den 
Kanton Bern; 

3. Das Honorar der Verteidigung sei gemäss noch einzureichender Kostennote zu bestimmen 
und dem Kanton Bern aufzuerlegen.

7.5 B5.________

Rechtsanwalt V5.________ stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung namens seines Mandanten folgende Anträge (pag. 9857 f.; Hervorhebun-
gen im Original):
1. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30.06.2022 sei betreffend Schuldspruch 

von B5.________ wegen Raufhandels aufzuheben und B5.________ sei von den angeklag-
ten Vorwürfen vollumfänglich freizusprechen. 

2. Eventualiter sei von einer Bestrafung im Sinne von Art. 54 StGB abzusehen. 

3. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30.06.2022 sei betreffend Bestrafung 
von B5.________ (Ziff. 1 des Rechtsspruchs) aufzuheben. 

4. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30.06.2022 sei betreffend Verlegung 
der Kosten zulasten von B5.________ (Ziff. 2 des Rechtsspruchs) aufzuheben und die Ver-
fahrenskosten seien zulasten des Staates zu verlegen. 

5. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30.06.2022 sei betreffend Festsetzung 
und Verlegung der privaten und der amtlichen Verteidigerkosten von Rechtsanwalt lic. iur. 
V5.________ dahingehend abzuändern, dass das volle Honorar für die amtliche Verteidi-
gung und die privaten Verteidigungskosten von B5.________ für das Untersuchungs- und 
vorinstanzliche Verfahren vollumfänglich zulasten des Staats zu verlegen seien. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss einzureichender Kostennote im Beru-
fungsverfahren zulasten des Staates.

7.6 B6.________

Rechtsanwalt Dr. V6.________ stellte und begründete an der Berufungsver-
handlung namens seines Mandanten folgende Anträge (pag. 9861; Hervorhe-
bungen im Original):

17

1. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30. Juni 2022 sei betreffend Schuld-
spruch von B6.________ wegen Raufhandels in Ziffer I. des Rechtsspruchs aufzuheben und 
B6.________ von den angeklagten Vorwürfen vollumfänglich freizusprechen. 

2. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30. Juni 2022 sei betreffend Bestrafung 
von B6.________ in Ziffer I., 1. des Rechtsspruchs aufzuheben. 

3. Dem Beschuldigten B6.________ sei zulasten des Staates eine Genugtuung von Fr. 1000.00 
zuzusprechen. 

4. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30. Juni 2022 sei betreffend Kostenver-
legung zulasten B6.________ in Ziffer I., 2. des Rechtsspruchs aufzuheben und die auf den 
Teil von B6.________ entfallenden Verfahrenskosten zulasten des Staates zu verlegen, 
eventualiter zulasten anderer Beschuldigter. 

5. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 30. Juni 2022 sei betreffend Festset-
zung und Verlegung der Verteidigerkosten von Rechtsanwalt Dr. V6.________ in Ziffer II. 
des Rechtsspruchs dahingehend abzuändern, dass das volle Honorar von Fr. 44’190.40 zu-
lasten des Staates an Rechtsanwalt Dr. V6.________ zu bezahlen sei. 

Die Kosten der privaten Verteidigung durch Rechtsanwalt Dr. V6.________ im Vorverfahren 
der Staatsanwaltschaft und im Hauptverfahren vor Regionalgericht bis zur Einsetzung der 
amtlichen Verteidigung am 19. November 2021 seien gemäss vorinstanzlich eingereichter 
Kostennote vom 13. Juni 2023 (dort: Leistungserfassung) festzusetzen und vollumfänglich 
zulasten des Staates zu bezahlen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren zu Lasten des Staates, 
eventualiter zulasten anderer Beschuldigter.

7.7 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin SA.________ stellte und begründete an der Berufungsverhand-
lung für die Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 9866 ff.; Hervor-
hebungen im Original):

A. B1.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 30. Juni 2022 (PEN 21 743 ff.) in Rechtskraft erwachsen ist hinsicht-
lich 

1. des Freispruchs von der Anschuldigung der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. 
schweren Körperverletzung, evtl. versuchten schweren Körperverletzung, evtl. einfa-
chen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, angeblich begangen am 
11. Mai 2019 in Belp Z. N. von O.________; ohne Ausrichtung einer Entschädigung; 

2. des Schuldspruchs, wonach B1.________ des Raufhandels, begangen am 
11. Mai 2019 in Belp schuldig erklärt wurde.

II.

B1.________ sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten unbedingt; dies als Zusatzstrafe zum Urteil 
des Regionalgerichts Oberland vom 20. Januar 2021. 

Die Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt zehn Tagen (11. Mai 2019 + 11. Ju-
li 2019 bis 19. Juli 2019) sei vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.

2. Zur Bezahlung von 50 % der anteilsmässigen erst- und der vollständigen anteilsmäs-
sigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss 
Art. 21 VKD).

18

B. B2.________ 

I.

B2.________ sei schuldig zu erklären: 

des Raufhandels, begangen am 11. Mai 2019 in Belp, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre 
festzusetzen. 

Die Polizeihaft von zwei Tagen (11. Mai 2019 bis 12. Mai 2019) sei vollumfänglich auf 
die Freiheitsstrafe anzurechnen. 

2. Zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
(inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. B3.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 30. Juni 2022 (PEN 21 743 ff.) in Rechtskraft erwachsen ist hinsicht-
lich der Verfügung über die mit Beschlag belegten Gegenstände. 

II.

B3.________ sei schuldig zu erklären: 

des Raufhandels, begangen am 11. Mai 2019 in Belp, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und 15 Tagen; dies als Zusatzstrafe zum 
Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 23. Oktober 2020. 

Davon seien zwei Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von vier Monaten und 
15 Tagen sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. 

Die Polizeihaft von einem Tag (11. Mai 2019) sei vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe 
anzurechnen.

2. Zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
(inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

D. B4.________ 

I.

B4.________ sei schuldig zu erklären: 

des Raufhandels, begangen am 11. Mai 2019 in Belp, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf vier Jahre fest-
zusetzen. 

Die Polizeihaft von einem Tag (11. Mai 2019) sei vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe 
anzurechnen. 

2. Zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
(inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

19

E. B5.________ 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 30. Juni 2022 (PEN 21 743 ff.) in Rechtskraft erwachsen ist hinsicht-
lich der Verfügung über die mit Beschlag belegten Gegenstände. 

II.

B5.________ sei schuldig zu erklären: 

des Raufhandels, begangen am 11. Mai 2019 in Belp, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten und 15 Tagen. Der Vollzug der Freiheitsstra-
fe sei aufzuschieben und die Probezeit auf drei Jahre festzusetzen. 

2. Zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
(inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

F. B6.________ 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 30. Juni 2022 (PEN 21 743 ff.) in Rechtskraft erwachsen ist hinsicht-
lich der Verfügung über die mit Beschlag belegten Gegenstände. 

II.

B6.________ sei schuldig zu erklären: 

des Raufhandels, begangen am 11. Mai 2019 in Belp, 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten; dies als Zusatzstrafe zum Urteil des Straf-
gerichts O11.________ vom 26. Oktober 2023. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf drei Jahre fest-
zusetzen. 

Die Polizeihaft von einem Tag (11. Mai 2019) sei vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe 
anzurechnen. 

2. Zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
(inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

G. Verfügungen 

Es seien die weiteren üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung, DNA 
etc.).

8. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefoch-
tenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Angesichts des Umfangs der Berufungen 
der Beschuldigten hat die Kammer folgende Punkte zu prüfen:

̶ B1.________: Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Bst. 
B des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs.

̶ B2.________: Schuldspruch wegen Raufhandels inkl. Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen gemäss Bst. E des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs.

20

̶ B3.________: Schuldspruch wegen Raufhandels inkl. Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen gemäss Bst. F des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs.

̶ B4.________: Schuldspruch wegen Raufhandels inkl. Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen gemäss Bst. I des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs.

̶ B5.________: Schuldspruch wegen Raufhandels inkl. Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen gemäss Bst. Q des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs.

̶ B6.________: Schuldspruch wegen Raufhandels inkl. Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen gemäss Bst. T des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs.

Neu zu treffen sind zudem die nicht der Rechtskraft zugänglichen Verfügungen 
der Vorinstanz betreffend die Löschung der erstellten DNA-Profile und der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten der Beschuldigten.

Die weiteren Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind in Rechtskraft erwachsen. 
So namentlich der Zivilpunkt betreffend B1.________, nachdem O.________ 
seine diesbezügliche Berufungserklärung zurückgezogen hat (dazu E. II.4.2 
hiervor).

Betreffend die zu prüfenden Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO) und ist sie an das Verschlechterungsverbot gebunden 
(Art. 391 Abs. 2 StPO). Bei einzelnen Beschuldigten wäre der Kammer infolge 
nach dem erstinstanzlichen Urteil ergangener rechtskräftiger Verurteilungen 
grundsätzlich eine strengere Bestrafung erlaubt gewesen (Art. 391 Abs. 2 zwei-
ter Satz StPO; eingehend dazu das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern 
SK 23 203 vom 24.05.2024 E. III.5.2). Weil die betroffenen Beschuldigten nicht 
auf die im Berufungsverfahren drohende Verschlechterung infolge neuer Tatsa-
chen im Sinne von Art. 391 Abs. 2 zweiter Satz StPO hingewiesen wurden, sah 
sich die Kammer auch betreffend diesen an das Verschlechterungsverbot ge-
bunden.

21

III. Allgemeines

9. Grundsachverhalt

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Die Anklageschrift vom 8. Juli 2021 umschreibt den Grundsachverhalt wie folgt 
(pag. 875.20 ff.; Hervorhebungen im Original):

Ausgangslage 

Am Samstag 11.05.2019, um ca. 17.50 Uhr, gerieten auf der Höhe Steinbachstrasse 92b in 3123 
Belp vor dem designierten Clublokal des sich in der Gründung befindlichen Bandidos MC Chapter 
diverse Anhänger und Sympathisanten des Broncos MC, des Bandidos MC und des Hells Angels 
MC im Rahmen einer gewaltsamen Auseinandersetzung aneinander. Anlässlich der Auseinander-
setzung wurden durch die Beteiligten diverse Messer, Schusswaffen, Schlagwaffen, anderweitige 
gefährliche Gegenstände wie auch körperliche Gewalt eingesetzt, wodurch diverse Personen bei-
der Seiten schwere bis lebensbedrohliche Verletzungen davontrugen. 

Konkret feierten am Samstag, 11.05.2019 diverse Anhänger und Sympathisanten des Bandidos 
MC an der Steinbachstrasse 92b in 3123 Belp eine Geburtstagsfeier. Diese Lokalität war als 
zukünftiges Clublokal des sich in der Gründung befindenden ersten in der Schweiz ansässigen 
Chapter des Bandidos MC vorgesehen. Am Nachmittag dieses Tages besuchten einige Teilneh-
mer dieser Feier die Motorradausstellung von AA.________ in OA.________ (Ort). Die Angehöri-
gen von ausländischen Bandidos MC Chaptern haben dabei ihre Vereinsinsignien (u.a. Kutte) öf-
fentlich getragen, was durch die Motorradclubs Hells Angels und Broncos als Provokation aufge-
fasst wurde. Insbesondere da es die bestehenden Mutmassungen untermauerte, dass ein Chapter 
des Bandidos MC erstmals in der Schweiz gegründet werden sollte. Diverse Chapter des Hells 
Angels MC und des Broncos MC mobilisierten sodann einige ihrer Mitglieder für einen unan-
gekündigten Einschüchterungsbesuch im designierten Clublokal in Belp an der Steinbachstrasse 
92b. Ca. um 17:38 Uhr konnte durch einen sich in der Anfahrt befindlichen Teilnehmer der Feier 
festgestellt werden, dass ein Mitglied des Broncos MC im Kreisel beim Restaurant Campagna in 
Belp stand. Daraufhin hielten Teilnehmer der Geburtstagsparty mit einem schwarzen Pick-up 
Nachschau und stellten fest, dass auf dem Parkplatz des Restaurants Campagna um die 20 bis 
30 Angehörige des Broncos MC und Hells Angels MC waren. Die Angehörigen des Broncos MC 
und des Hells Angels MC erkannten sofort, dass ihre Ansammlung nun aufgeflogen war. Ab die-
sem Moment wurde mit einem Angriff gerechnet und war für alle informierten Beteiligten klar, dass 
es zu einer Auseinandersetzung kommen wird. Sämtliche Angehörige und Sympathisanten des 
Bandidos MC wurden im und um das designierte Clublokal durch die Auskundschafter über den 
bevorstehenden Angriff informiert, mit welchem man bereits im Vorfeld rechnete. Daraufhin be-
waffneten sie sich im Clublokal mit Schusswaffen, Messern, Schlaginstrumenten und anderen ge-
fährlichen Gegenständen, verliessen dieses, verbarrikadierten die Strasse vor dem Clublokal und 
erwarteten den Überfall. Dies in der Absicht, sich entsprechend mit Gewalt zur Wehr zu setzen. 

Nachdem die Angehörigen des Broncos MC und des Hells Angels MC entdeckt wurden, gerieten 
diese in Aufregung und verfolgten sodann etwas unkoordiniert den schwarzen Pick-up der Aus-
kundschafter vom Campagna Parkplatz aus. Sie fuhren teilweise vor das Clublokal oder hielten di-
rekt auf der Steinbachstrasse in der unmittelbaren Nähe. Auch sie waren teilweise mit Schlag- und 
Stichwaffen ausgerüstet und begaben sich in der Folge teilweise unkoordiniert auf den Vorplatz 
der Steinbachstrasse 92b. Daraufhin entstand eine wilde Auseinandersetzung zwischen den 
Gruppierungen, bei welcher geschossen sowie Messer, Schlaginstrumente, gefährliche Ge-

22

genstände und körperliche Gewalt eingesetzt wurden. Diverse Personen aller Gruppierungen 
wurden teilweise schwer verletzt. 

Sämtliche Teilnehmer der Geburtstagsparty und Angehörige des Bandidos MC resp. Sympathi-
santen des Bandidos MC wussten, als sie das Clublokal nach Eingang der «Angriffsmeldung» 
zum Zwecke der Gegenwehr verliessen, dass sie sich auf eine gewaltsame Auseinandersetzung 
einliessen und wollten dies auch, resp. nahmen die's zumindest billigend in Kauf, indem sie sich 
entsprechend bewaffneten, sahen dass sich die anderen Beschuldigten bewaffneten oder auch 
mit ihrer physischen Präsenz aktiv die gewaltsame Auseinandersetzung beeinflussen und unter-
stützen wollten. Sie trugen dabei den gemeinsamen Entschluss mit, sich auf eine gewaltsame 
Auseinandersetzung einzulassen. 

Ebenfalls war den Mitgliedern des Broncos MC und des Hells Angels MC, die um den Inhalt des 
Aufgebotes wussten, bewusst, dass sie sich auf eine gewaltsame Auseinandersetzung zum Zwe-
cke der Einschüchterung einliessen und wollten dies auch, resp. nahmen dies zumindest billigend 
in Kauf, indem sie sich entsprechend bewaffneten, bewusst in grosser Anzahl vor Ort erschienen 
und auch mit ihrer physischen Präsenz aktiv die gewaltsame Auseinandersetzung beeinflussen 
und unterstützen wollten. Sie trugen dabei den gemeinsamen Entschluss mit, sich auf eine ge-
waltsame Auseinandersetzung einzulassen. 

Neben verschiedenen kleineren Verletzungen der diversen Beschuldigten wie Hautunter-
blutungen, Hautabschürfungen und Hautdurchtrennungen erlitten insbesondere die nachfolgenden 
Personen im Rahmen der zahlreichen Gerangel erhebliche Verletzungen: 

B5.________ (Hells Angels MC) erlitt anlässlich der Auseinandersetzung eine Rissquetschwunde 
am Hinterkopf, tiefe Schnittwunden an der rechten Hand und an der rechten Flanke (unterer Rü-
cken) und musste im Spital OM.________ notoperiert werden. 

B6.________ (Hells Angels MC) erlitt dabei einen Durchschuss von vorne in der Bauchregion. 
Seine Milz wurde derart beschädigt, dass diese anlässlich einer Notoperation entfernt werden 
musste. Er befand sich dabei insbesondere durch den blutverlustbedingten Schock und eine Blut-
transfusionsbedürftigkeit in akuter Lebensgefahr. Zusätzlich wurde seine elfte linke Rippe hinten 
durch diesen Vorfall zertrümmert und er hatte Hautabschürfungen an der rechten Handfläche und 
am linken Unterarm.

C.________ (Bandidos MC) hatte im Bereich der Augen Hautdurchtrennungen und auf dem Na-
senrücken Hautabtragungen. Auf der Kopfhaut hatte er eine bis ca. 2.6 cm lange und bis ca. 
0.2 cm klaffende Hautdurchtrennung und im oberen Hinterhauptsbereich ebenfalls eine Haut-
durchtrennung. Die rechte Hand war deutlich geschwollen und wies diverse Kampfspuren und 
kleinere Verletzungen auf. 

O.________ (Broncos MC) erlitt am Hinterkopf mehrere bis 4 cm lange Hautdurchtrennungen. 
Über dem Ohr, in der Umgebung des rechten und linken Auges und an der Lippe diverse Hautde-
fekte und Hautunterblutungen von Schlägen herrührend. Im oberen Rückendrittel eine ca. 2.5 cm 
lange Stichverletzung. Am rechten Oberarm eine ca. 4.5 cm lange Stich-/Schnittwunde. An den 
Armen und am rechten Bein diverse Hauteinblutungen. O.________ befand sich aufgrund seiner 
Verletzung aus reinem Zufall nicht in akute Lebensgefahr. 

H.________ (Broncos MC) erlitt dabei am Kopf linksseitig eine ca. 3.8 cm lange Rissquetschwun-
de und musste im Spital mit sechs Stichen genäht werden. Weiter hatte er als Folge der Gerangel 
diverse Hautunterblutungen im Bereich der Schultern und Arme.

23

9.2 Keine Verletzung des Anklagegrundsatzes

9.2.1 Rechtliche Grundlagen

Eine Straftat kann gerichtlich nur beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft 
gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts 
beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO). Die Ankla-
geschrift bezeichnet möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person 
vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der 
Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). 

Laut dem in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO normierten Anklagegrundsatz be-
stimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgren-
zungsfunktion). Die Anklage hat das der beschuldigten Person zur Last gelegte 
Delikt in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in ob-
jektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt 
der Anklagegrundsatz den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten 
Person und garantiert deren Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunk-
tion). Die beschuldigte Person muss aus der Anklage ersehen können, wessen 
sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Ent-
scheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, welcher konkreter 
Handlungen sie bezichtigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit 
sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr lau-
fen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu 
werden (Urteil des Bundesgerichts 7B_248/2022 vom 03.11.2023 E. 4.2). Un-
genauigkeiten sind daher so lange nicht von entscheidender Bedeutung, als für 
die beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr 
angelastet wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2021 vom 13.10.2021 
E. 1.3). Die nähere Begründung der Anklage erfolgt erst an Schranken. Es ist 
Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen. Dieses ist an den 
in der Anklage umschriebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), 
nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung (Art. 350 
Abs. 1 StPO). 

Der Anklagegrundsatz ist verletzt, wenn die beschuldigte Person für Taten ver-
urteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen 
nicht genügt, resp. wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über den ange-
klagten Sachverhalt hinausgeht (Urteil des Bundesgerichts 7B_248/2022 vom 
03.11.2023 E. 4.2).

9.2.2 Erwägungen der Kammer

Für B4.________ und B6.________ rügten die Verteidigungen eine Verletzung 
des Anklagegrundsatzes (dazu E. VII.32.1 und E. IX.44.1 hiernach).

Die Kammer verkennt nicht, dass die Anklageschrift den Grundsachverhalt sehr 
detailliert wiedergibt, während die individuellen Anklagesachverhalte eher rudi-
mentär und standardisiert gehalten sind. Wenngleich eine präzisere Umschrei-
bung der individuellen Tathandlungen begrüssenswert gewesen wäre, ist unter 
Berücksichtigung der soeben erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
keine Verletzung des Anklagegrundsatzes auszumachen. Es liegt in der Natur 

24

von tätlichen, wechselseitigen Auseinandersetzungen zwischen mehr als zwei 
Personen – und damit des vorliegend zu prüfenden Tatbestands von 
Art. 133 aStGB –, dass nicht jede die Auseinandersetzung fördernde resp. de-
ren Intensität steigernde Handlung festgestellt, konkret umschrieben und einer 
bestimmten Person zugeordnet werden kann. Entsprechend umfassen die indi-
viduellen Anklagesachverhalte vorliegend denn auch nur jene Elemente, die den 
Beschuldigten nach Ansicht der Anklage erhebenden Staatsanwaltschaft be-
weismässig nachgewiesen werden können. Die verbindliche Feststellung des 
Sachverhalts ist Sache der Kammer. 

Wie die Ausführungen unter E. VII.33.2 und E. IX.45.2 hiernach zeigen, war 
B4.________ und B6.________ hinreichend bekannt, dass ihnen sachverhalts-
mässig eine Beteiligung am unter E. III.9.1 hiervor wiedergegebenen Grund-
sachverhalt vorgeworfen wird und sie dadurch den Tatbestand des Raufhandels 
nach Art. 133 aStGB erfüllt haben sollen, weshalb sie sich hinreichend verteidi-
gen konnten. Ob der ihnen vorgeworfene Sachverhalt erstellt ist, ist eine Frage 
der Beweiswürdigung und in Bezug auf die Einhaltung des Anklagegrundsatzes 
nicht entscheidend. 

Diese Ausführungen gelten auch für die übrigen Beschuldigten.

9.3 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt, Beweisfragen

Das Rahmengeschehen der Anklageschrift ist unbestritten. Anerkanntermassen 
kam es am 11. Mai 2019 gegen 18:00 Uhr auf dem Vorplatz der Steinbachstras-
se 92b in Belp zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Mit-
gliedern, Interessenten und Sympathisanten der Bandidos einerseits und Hells 
Angels sowie Broncos andererseits, während welcher Waffen und gefährliche 
Gegenstände eingesetzt und mehrere Personen verletzt wurden. Bestritten ist 
hingegen, ob und allenfalls inwiefern die Beschuldigten in diese Auseinander-
setzung involviert waren sowie ob sie mit einer tätlichen Auseinandersetzung 
gerechnet haben resp. rechnen mussten.

Daher und mit Blick auf die rechtliche Würdigung der individuellen Anklagesach-
verhalte hat die Kammer beweismässig zu klären, ob sich B2.________, 
B3.________, B4.________, B5.________ und B6.________ zum Tatzeitpunkt 
auf dem Vorplatz des angedachten Clublokals aufgehalten haben sowie gege-
benenfalls, ob und wie sie sich an der Auseinandersetzung beteiligt haben; na-
mentlich ob sie tätlich wurden, bewaffnet waren und/oder die Auseinanderset-
zung anderweitig bewusst gefördert haben. Unter Berücksichtigung der Einwän-
de der Verteidigungen, die Bandidos seien unerwartet von den Hells Angels und 
Broncos angegangen worden resp. die Hells Angels und Broncos seien von den 
Bandidos in einen bewaffneten Hinterhalt gelockt worden und bis zum 
11. Mai 2019 habe man in der schweizerischen Motorradclubszene nicht mit 
gewalttätigen Auseinandersetzungen rechnen müssen, hat sich die Kammer 
auch mit der damaligen Situation in der Motorradclubszene auseinanderzuset-
zen. Bevor die Kammer prüft, ob sowie bejahendenfalls wie und mit welcher Ab-
sicht die Beschuldigten an der tätlichen Auseinandersetzung vom 11. Mai 2019 
beteiligt waren (E. V.21.3, E. VI.27.3, E. VII.33.4, E. VIII.39.3 und E. IX.45.4 

25

hiernach), setzt sie sich daher mit den Absichten der Bandidos sowie der Hells 
Angels und Broncos am 11. Mai 2019 (E. III.10.3 bis E. III.10.5 hiernach), den 
Wertvorstellungen und Verhaltensmustern von Outlaw Motorcycle Clubs im All-
gemeinen (E. III.10.6 hiernach) sowie den Eckpunkten der Auseinandersetzung 
vom 11. Mai 2019 (E. III.10.7 hiernach) auseinander.

10. Beweiswürdigung

10.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen (siehe pag. 7587 ff.). Ergänzend ist Nachstehen-
des festzuhalten:

Bei unüberwindlichen Zweifeln an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat hat das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage auszugehen (Grundsatz «in dubio pro reo»; Art. 10 
Abs. 3 StPO). Art. 10 Abs. 3 StPO operationalisiert den verfassungsmässigen 
Grundsatz der Unschuldsvermutung nach Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und verbietet, bei der 
rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem belastenden Sachver-
halt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise 
ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht 
hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünf-
tigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit 
genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch keine absolute Gewissheit 
verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je ganz aus-
zuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1). Mit Blick auf die Ausprägung des Grund-
satzes «in dubio pro reo» muss ein Sachverhalt nach der Überzeugung des Ge-
richts mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sein, damit er der 
angeklagten Person zur Last gelegt werden kann. Für die richterliche Überzeu-
gung ist ein jeden vernünftigen Zweifel ausschliessendes Urteil eines beson-
nenen und lebenserfahrenen Beobachters erforderlich (BGE 144 IV 345 
E. 2.2.3.3). Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz «in dubio pro reo», dass 
es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld der angeklagten Person zu bewei-
sen. Der Grundsatz ist mithin verletzt, wenn das Gericht die beschuldigte Person 
(einzig) mit der Begründung verurteilt, sie habe ihre Unschuld nicht nachgewie-
sen. Indes ist es mit der Unschuldsvermutung wie auch dem in Art. 113 
Abs. 1 StPO normierten Aussage- und Mitwirkungsverweigerungsrecht verein-
bar, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die freie Beweiswürdi-
gung einzubeziehen. Das führt nicht zu einer Beweislastumkehr, sondern ledig-
lich dazu, dass auf die belastenden Beweise – trotz allfälliger entlastender Be-
hauptungen der beschuldigten Person – abgestellt werden darf (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_129/2024 vom 22.04.2024 E. 2.3 und 6B_299/2020 vom 
13.11.2020 E. 2.3.3).

Es ist das Recht jeder beschuldigten Person, sich nicht selbst belasten zu müs-
sen sowie namentlich die Aussage und Mitwirkung im Strafverfahren zu verwei-
gern (Art. 113 Abs. 1 StPO). Entsprechend ist es unzulässig, ihr Schweigen als 

26

Indiz für ihre Schuld zu werten. Hingegen ist es – wie soeben ausgeführt – nicht 
ausgeschlossen, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die freie 
Beweiswürdigung miteinzubeziehen. So insbesondere, wenn sie sich weigert, zu 
ihrer Entlastung erforderliche Angaben zu machen, resp. es unterlässt, entlas-
tende Behauptungen näher zu substantiieren, obschon eine Erklärung ange-
sichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf. 
Folglich darf in Situationen, die nach einer Erklärung rufen, das Schweigen der 
beschuldigten Person bei der Gewichtung belastender Elemente mitberücksich-
tigt werden, sofern sie sich nicht zu Recht auf ein Zeugnisverweigerungsrecht 
beruft (Urteil des Bundesgerichts 6B_129/2024 vom 22.04.2024 E. 2.3.2).

10.2 Verfügbare Beweismittel und oberinstanzliche Beweiswürdigung
Auf eine vorgängige Zusammenfassung der Beweismittel wird verzichtet. Soweit 
für das vorliegende Verfahren notwendig, wird direkt im Rahmen der konkreten 
Würdigung darauf eingegangen. Im Übrigen wird vollumfänglich auf die korrek-
ten Zusammenfassungen der Vorinstanz (siehe pag. 7589 ff.) und die amtlichen 
Akten verwiesen.

Aufgrund des in der Motorradclubszene geltenden «Schweigekodex» (einge-
hend dazu E. III.10.6 hiernach) bemisst die Kammer den Aussagen seitens 
Bandidos, Hells Angels und Broncos, mit denen Angaben zu Clubinterna ge-
macht und/oder Motorradclubmitglieder belastet werden, erhöhten Beweiswert 
zu.

10.3 Zur Gruppe der Bandidos

10.3.1 Elektronische Korrespondenz

Aus der aktenkundigen elektronischen Korrespondenz seitens der Bandidos 
geht zusammengefasst und unmissverständlich hervor, dass 

‒ ab ca. Februar 2019 geplant war, in der Schweiz ein erstes Chapter der 
Bandidos zu gründen und in Belp ein Clublokal eröffnet werden sollte.

‒ neben C.________ und A.________ (der als Sicherheitschef vorgese-
hen war; pag. 4055 Z. 433 ff. und Z. 455 f.) namentlich B1.________, 
B3.________ und B4.________ zum engeren Kreis der in die Chapter-
gründung involvierten Personen gehörten. 

‒ es im Februar 2019 in Griechenland gewalttätige Auseinandersetzun-
gen zwischen Bandidos (auch «rot-gold» genannt) und Hells Angels 
(auch «rot-weiss» oder «81» genannt) gab.

‒ seitens der Bandidos bekannt war, dass die Hells Angels die geplante 
Chaptergründung beobachten. Man wusste, dass ranghohe und aus-
ländische Hells Angels nach Bern beordert wurden, und vermutete, 
dass N.________ von den Hells Angels verfolgt wurde.

‒ ab ca. April 2019 zur Vorsicht gemahnt wurde. Es durfte sich niemand 
mehr allein im angedachten Clublokal aufhalten. Das Eskalationspoten-
tial lag latent in der Luft.

27

‒ die (designierten) Bandidos am 11. Mai 2019 erstmals öffentlich auftre-
ten wollten. Diesbezüglich verabredete man sich um 12:00 Uhr beim 
Clublokal in Belp, um von dort aus gemeinsam an die Motorradausstel-
lung von AA.________ in OA.________ (Ort) zu fahren. Zudem war ur-
sprünglich vorgesehen, anschliessend «noch schnell» in die Stadt zu 
fahren, um auch dort gesehen zu werden. Mithin sollten am 
11. Mai 2019 nicht vorderhand die Geburtstage von C.________, 
B1.________ und B4.________ gefeiert, sondern sollte ein offizieller 
Akt begangen werden.

‒ Mitglieder ausländischer Bandidos-Chapter beigezogen wurden, um 
möglichst stark resp. mit möglichst viel «Manpower» auftreten zu kön-
nen sowie die für die Chaptergründung erforderliche Unterstützung und 
Zustimmung aus dem Ausland sicherzustellen.

‒ seitens der Bandidos im Zusammenhang mit ihrem ersten öffentlichen 
Auftritt in der Schweiz mit einem Zusammentreffen mit den Hells Angels 
und Broncos gerechnet wurde, weshalb namentlich vom designierten 
Sicherheitschef Sicherheitsvorkehrungen und Vorsichtsmassnahmen 
getroffen wurden. Namentlich wurden in OA.________ (Ort) mit Funk-
geräten und Kopfhörern ausgestattete Späh-Trupps positioniert. 

‒ F.________ am 11. Mai 2019 um 12:04 Uhr mitteilte, in OA.________ 
(Ort) drei Mitglieder der Broncos, zwei Prospects der Broncos und ein 
Mitglied der CF.________ (Motorradclub) gesehen zu haben.

‒ F.________ am 11. Mai 2019 um 17:38 Uhr informierte, bei der Einfahrt 
Belp stehe ein Prospect der Broncos, Chapter CD.________. 

‒ die Hells Angels die Broncos am 11. Mai 2019 unterstützten.

Bereits deshalb kann als erstellt gelten, dass die Bandidos am 11. Mai 2019 
keineswegs unerwartet von den Hells Angels und Broncos angegangen wurden, 
sondern mit einem gewalttätigen Zusammentreffen rechneten.

Nachstehend werden beispielhaft einige relevante Text- und Sprachnachrichten 
seitens der Bandidos wiedergegeben, die diese Schlussfolgerungen untermau-
ern. 

a. WhatsApp-Gruppe «CHRed and Gold CH»

Die WhatsApp-Gruppe «CHRed and Gold CH» wurde am 5. Januar 2019 
von C.________ erstellt. Ihr gehörten vierzehn Personen an, darunter 
B1.________ und B4.________ (pag. 4841, S. 97 Nr. 173). Erwähnenswert 
sind nachstehende vor dem 11. Mai 2019 sowie am 11. Mai 2019 kurz vor 
der Auseinandersetzung verschickte Nachrichten (pag. 4841):

 24.02.2019 um 09:25:30, 09:26:54 und 10:40:18 Uhr; C.________ 
(S. 87 Nr. 149 ff.):
In Griechenland hat 81 etwas Federn lassen müssen stelle jetzt Foto‘s rein, aber nicht 
weitersenden, zwecks Gesichtserkennung!! So geht es Ihnen bei uns dann auch, soll-

28

ten sie uns nicht in Frieden lassen. Acht Kutten weg, Clubhaus demoliert, Motorrad-
streifen zerstochen u.s.w. Die Stadt ist jetzt rot – Gold.

 24.02.2019 um 10:41:26 Uhr; R.________ (S. 91 Nr. 157): 
Die Schweiz auch bald

 24.02.2019 um 11:00:58 Uhr; S.________ (S. 92 Nr. 158): 
Heisst das jetzt rot/weiss oder tot/weiss

 06.03.2019 um 10:58:14 und 11:27:25 Uhr; M.________ (S. 99 Nr. 176, 
S. 102 Nr. 183): 
Jungs, bitte alle Informationen welche uns betreffen wo wir treffen etc. bleiben auch in-
tern und werden nicht nach aussen kommuniziert. Würklech drufluege, wasme nach 
ussä seit.

 06.03.2019 um 21:01:11 Uhr; C.________ (S. 103 Nr. 185): 
Hey Jungs, ich bin s am Wochenende in Spanien und hab am Freitag Meeting mit mei-
nem Nationalpresi! Falls eurerseits irgendwelche fragen auftauchen, einfach mir tex-
ten!! LL&R Brother’s

 07.03.2019 um 14:09:06 und 14:09:51 Uhr; C.________ (S. 104 
Nr. 187 f.): 
Also in O10.________ lebt ein OI.________ (Land) und der war mit AR.________ im 
Knast, war beim CG.________ und der wollte schon immer bei AR.________ in 
OJ.________ (Land) mitmachen, der sucht irgendwie Anschluss und hätte Interesse! 
AR.________ würde ihn am Samstag mal mitbringen wenn er wegen Job kommt! Infos 
über uns hat er aber keine.

 18.03.2019 um 11:42:21 Uhr; R.________ (S. 105 Nr. 189): 
Die woche wärde mir no suporter vom O10.________ (Ort) träffe gibe no düre wenn. 

 01.04.2019 um 18:01:20 Uhr; C.________ (S. 72 Nr. 120): 
Also Jungs, Donnerstag haben wir Meeting, jetzt schmieden wir ein Chapter. 

 09.04.2019 um 22:41:20 Uhr: C.________ teilt per Sprachnachricht mit, 
er habe soeben die Meldung erhalten, «rot-weiss» wisse über «uns» 
Bescheid. Das sei keine Überraschung, aber alle sollten Acht geben 
(S. 81 Nr. 133).

 09.04.2019 um 22:45:20 Uhr; N.________ (S. 79 Nr. 134): 
Das Versteckspil hat ein Ende

 09.04.2019 um 22:54:10 Uhr; S.________ (S. 80 Nr. 135): 
Jetzt gilts ernst

 10.04.2019 um 17:33:40 Uhr; AJ.________ (S. 81 Nr. 138):
Nach Absprache mit C.________ und R.________ gilt folgendes: Ab sofort geht *nie-
mand* mehr alleine ins Clubhaus, zu unserer eigenen Sicherheit.

[Anmerkung der Kammer: AJ.________ gab an, ihm sei befohlen wor-
den, diese WhatsApp zu schreiben (pag. 5275 Z. 674 ff.; ferner 
pag. 5292 Z. 78 ff.).]

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 15.04.2019 um 16:39:47 Uhr; C.________ (S. 119 Nr. 214): 
Hey Jungs heute 19h im Clubhaus, bisschen Grillen und gemütlich, haben Besuch aus 
Österreich!! LL&R

 20.04.2019 um 10:43:00 Uhr: C.________ teilt per Sprachnachricht mit, 
heute Abend seien «rächt höchi» Mitglieder der Hells Angels nach 
«Bern ufe» abkommandiert worden. Es laufe offenbar etwas. 
A.________ solle vorsichtig sein (S. 84 Nr. 144).

 20.04.2019 um 10:43:32 Uhr: Sprachnachricht von C.________, wo-
nach in Österreich das Gerücht herumgehe, dass «rot-weiss» aus Ös-
terreich und Deutschland vor ein paar Wochen in die Schweiz beordert 
worden seien. Sie beobachten «uns» und wissen alles über «uns» 
(S. 85 Nr. 145).

 20.04.2019 um 10:49:27 Uhr; A.________ (S. 230 Nr. 170): 
Lasst uns das Spiel beginnen

 21.04.2019 um 20:13:50 Uhr; N.________ (S. 86 Nr. 147): 
Hatte soeben «Begleitung» von einem roten FE.________ (Fahrzeug) von mir zuhause 
bis nach O12.________. In O12.________ hab ich angehalten zum Tanken, er fuhr 
noch ca 100m weiter und hat beim Restaurant angehalten. Habe die Fahrt fortgesetzt 
und er ist auch wieder losgefahren. Im Dorf hab ich eine Kehrtwende gemacht und als 
er auf meiner Höhe war den Finger gezeigt. Die 2 Typen in Auto sind ein bischen kons-
terniert weitergefahren, seit da bin ich sie los...

 29.04.2019 um 12:58:18 Uhr; G.________ (S. 123 Nr. 222): 
Bin jetz grad 3 Broncos über den Weg gelaufen an der BEA...! Alle Blicke zu Boden von 
den Huhrensöhnen... 

 05.05.2019 um 21:32:36 Uhr; A.________ (S. 125 Nr. 227):
Sitzung Freitag 20.00 Uhr. Samstag alle um 12.00 beim clubhaus... dann abfahrt 
richting AA.________ (Motorradausstellung), OA.________ (Ort). Dann alle zum Club-
haus und Geburtstagsparty für C.________ (Spitzname), B1.________ und 
AI.________…

 08.05.2019 um 08:40:18 Uhr: C.________ teilt per Sprachnachricht mit, 
das Meeting, das am «National Run» gewesen wäre, sei auf die 
«Marseille Party» vorverlegt worden. «AL.________» habe das OK 
gegeben, dass sie am Samstag mit den CF.________ (Motorrad-
club) MC ausrücken. «AL.________» habe angeordnet, sie sollen 
mit so viel Manpower wie möglich auftauchen. Sie sollen alles einpa-
cken und satteln, damit sie einen richtig geilen Auftritt machen (S. 36 
Nr. 51).

 08.05.2019 um 09:03:18 und 13:36:03 Uhr; C.________ (S. 37 Nr. 52):
Ich gebe nur zu bedenken, dass ist weniger Zeit um stark genug auftreten zu können! 
Um Missverständnissen vorzubeugen, AI.________ und B1.________ sind zwar im 
Chat, sind und bleiben aber chapter CA.________/ OJ.________(Land), ist nur besser 
zwecks Kommunikation, da sie ja in der Schweiz sind! 

30

 11.05.2019 ab 15:52:26 Uhr: «AM.________» schickt mehrere Fotos 
von der Motorradaustellung in OA.________ (Ort), die mehrere Mitglie-
der ausländischer Bandidos-Chapter zeigen, die ihre Kutten tragen 
(S. 55 Nr. 86 ff.).

[Anmerkung der Kammer: Laut AA.________ sollte die Aufschrift «Pro-
bationary» auf der von B1.________ getragenen Kutte dereinst durch 
«Switzerland» ersetzt werden (pag. 598 Z. 81 f.).]

 11.05.2019 um 17:38:59 Uhr; F.________ (S. 71 Nr. 115): 
Einfahrt belp steht ein prospect der CD.________ (Chapter) broncos

b. WhatsApp-Gruppe «CHSYLBCH»

Der Name der WhatsApp-Gruppe «CHSYLBCH» steht für «support your lo-
cal bandidos». Ihr gehörten zweiundzwanzig Personen an, darunter 
B1.________, B3.________ und B4.________. Erwähnenswert sind nach-
stehende vor dem 11. Mai 2019 und am 11. Mai 2019 kurz vor der Ausein-
andersetzung verschickte Nachrichten (pag. 4841):

 06.05.2019 um 21:28:50 Uhr: B4.________ bittet C.________ per 
Sprachnachricht um Mitteilung der Clubhausadresse. Er teilt mit, am 
Samstag kämen möglicherweise auch B2.________ (Spitzname) [An-
merkung der Kammer: B2.________], AN.________, E.________ 
(Spitzname) [Anmerkung der Kammer: E.________] und AO.________ 
vom OJ.________ (Land) Bandidos-Chapter CA.________ sowie 
AP.________ [Anmerkung der Kammer: L.________ sel.] vom Motor-
radclub CH.________ und vielleicht auch K.________ (S. 26 Nr. 32). 

 06.05.2019 um 21:38:00 Uhr; B4.________ (S. 29 Nr. 35):
Adresse ???

 06.05.2019 um 21:42:18 Uhr; N.________ (S. 29 Nr. 37):
Hi AI.________ Hab Dir die Adresse auf Telegramm geschickt.

 11.05.2019 um 12:04:27 Uhr; F.________ (S. 50 Nr. 80): 
3members broncos. 2 prospects. 1 CF.________ (Motorradclub) member

 11.05.2019 um 16:55:02 Uhr: C.________ schickt ein Gruppenfoto, 
aufgenommen im Hauptraum des Clublokals (pag. 315), dessen Wände 
in den Clubfarben der Bandidos, d.h. rot und gold (resp. gelb), gestri-
chen sind (pag. 4841, IMG-20190317-WA0001, IMG-20190317-
WA0004 und IMG-20190317-WA0005). Das Foto zeigt u.a. 
C.________, B4.________, B2.________, B1.________ und 
L.________ sel. auf dem Sofa (pag. 4841, S. 63 Nr. 104).

 11.05.2019 um 17:32:23 Uhr: B4.________ schickt ein Gruppenfoto, 
aufgenommen im Hauptraum des Clublokals, dessen Wände in den 
Clubfarben der Bandidos gestrichen sind. Das Foto zeigt u.a. 
C.________, B4.________, B2.________, B1.________ und 
L.________ sel. auf dem Sofa (pag. 4841, S. 69 Nr. 112).

31

 11.05.2019 um 17:32:23 Uhr: B4.________ schickt ein Gruppenfoto, 
aufgenommen im Hauptraum des Clublokals, dessen Wände in den 
Clubfarben der Bandidos gestrichen sind. Das Foto zeigt E.________, 
B4.________, B1.________ und C.________ essend auf dem Sofa 
(pag. 4841, S. 71 Nr. 114).

c. WhatsApp-Gruppe «El mejicano»

Die WhatsApp-Gruppe «El mejicano» wurde am 17. Mai 2019 von 
A.________ erstellt. Ihr gehörten sieben Personen an, darunter 
B1.________ und B3.________ (pag. 4204). In dieser unterhielt man sich 
u.a. über die laufenden Ermittlungen der Polizei, die Medienberichterstat-
tung und einzelne in die Vorfälle vom 11. Mai 2019 involvierte Personen aus 
dem Kreis der Bandidos.

d. Diverse bilaterale Korrespondenz

Auch zwischen einzelnen (designierten) Bandidos wurden vor, am und nach 
dem 11. Mai 2019 erwähnenswerte Nachrichten ausgetauscht:

 05.05.2019 um 20:50:39 Uhr; A.________ an I.________ (pag. 2620):
Nächst samstig chli cho presanz zeige mit üs u am abe party im clubhus?

 05.05.2019 um 20:55:45 Uhr; I.________ an A.________ (pag. 2620):
Ja sicher würt mi mega fröie (pag. 2620).

 05.05.2019 um 21:42:00 Uhr; A.________ an I.________ (pag. 2620): 
Samstag alle um 12.00 beim clubhaus. dann abfahrt richting AA.________ (Motorra-
dausstellung), OA.________ (Ort). Dann alle zum Clubhaus und Geburtstagsparty für 
C.________ (Spitzname), B1.________ und AI.________.

 06.05.2019 um 21:41:24 Uhr; N.________ an B4.________ (pag. 4841, 
S. 29 Nr. 36): 
Steinbachstrasse 90 CH - 3123 Belp

 17.05.2019: A.________ äussert in Telefongesprächen, er habe Angst, 
von den Hells Angels aufgegriffen zu werden (pag. 4438). 

e. Korrespondenz zwischen A.________ und U.________

A.________ und U.________ tauschten sich am 10. Mai 2019 intensiv über 
die Sicherheitsvorkehrungen und Vorsichtsmassnahmen aus:

 10.05.2019 von 23:46:51 bis 23:51:03: A.________ teilt U.________ 
per Sprachnachricht mit, er sei morgen ab 11:30 Uhr «dort» und fordert 
ihn auf, nicht gerade einen «riesen Hegu» mitzunehmen, falls sie in ei-
ne Kontrolle kämen. «Wenn etwas wäre», könne er diesen am Abend 
im Clubhaus haben. Zuerst würden alle gemeinsam hinunterfahren. 
«Dort» würden ein paar Leute in zwei Wagen verteilt, welche ein paar 
Hundertmeter weit entfernt von den andern, ein wenig aufpassen sol-
len. Sie würden sich «dort» max. 1 Stunde aufhalten und danach noch 
schnell in die Stadt fahren, dass sie auch noch dort gesehen werden. 
Hinterher würden alle ins Clubhaus fahren, um dort Party zu machen. 

32

Daraufhin antwortete U.________ per Sprachnachricht, vielleicht könne 
er noch ein wenig Wache schieben. Er kenne nicht unbedingt viele von 
diesen Männern. Er werde mal schauen (pag. 1175).

[Anmerkung der Kammer: Beim erwähnten «Hegu» dürfte es sich um 
den von U.________ erwähnte «Spick-Hegel» handeln, der ihm 
gemäss eigenen Angaben als Allzweckmesser in der Küche dient 
(pag. 1143 Z. 207 f.; ferner pag. 1158 Z. 352 ff.).]

 10.05.2019 um 23:59:42 Uhr; S.________ an N.________ (pag. 4841, 
S. 39 Nr. 769):
Sälü A.________ (Spitzname). Wes geit Funkgrät mit Ohrhörer…

 10.05.2019 um 23:59:42 Uhr; N.________ (pag. 4841, S. 39 Nr. 77): 
Jep... Ha 3 Funkgrät u 3 Chopfhörer

 11.05.2019 von 16:01:43 bis 16:02:35 Uhr: A.________ erkundigt sich 
per Sprachnachricht bei U.________, ob der VW Passat hinter dem 
Jeep die Polizei sei. Jener teilt mit, es handle sich um eine Frau. Diese 
bekomme «von allem» nichts mit. A.________ antwortet, das sei gut 
(pag. 1176).

 11.05.2019 um 17:53:05 Uhr: U.________ teilt A.________ per 
Sprachnachricht mit, er sei gerade bei der Autobahnausfahrt. Wenn er 
Hilfe brauche, solle er ihm einfach sagen wohin (pag. 1176).

f. Korrespondenz zwischen B1.________ und B4.________

B1.________ teilte B4.________ am 12. April 2019 mit, er habe soeben ei-
nen Anruf von einer befreundeten Polizistin erhalten, die ihn gefragt habe, 
«ob das stimmt das wir etwas auf machen!!!. Kann R.________ und co nicht 
die Klappe halten!!» (pag. 2069, Hinweis-rot-weiss-und-Polizistin, Bericht, 
S. 3).

Auch nach dem 11. Mai 2019 tauschten sich B1.________ und 
B4.________ rege aus. Erwähnenswert sind nachstehende Nachrichten 
(pag. 3466 ff.):

 26.05.2019 um 14:15:36 Uhr; B4.________:
HELLO BROTHERS, 

IT IS STRICTLY FORBIDDEN TO RIDE OR MOVE ON SWIZERLAND DURING THE 
NEXT 13 DAYS. 

ANYONE WHO CONTRAVENES THIS DECISION WOULD FACE SERIOUS 
PENALTIES.

LOVE, LOYALTY & RESPECT 

BANDIDO AQ.________ (Spitzname)
EL SECRETARIO 
NATIONAL CHAPTER - WESTERN SOUTH FEDERATION

33

 26.05.2019 um 22:16:34 Uhr; B1.________:
Ich finde das richtig scheisse all das!! Du kämpfst machst was richtig ist und wirst nur 
gefickt

 27.05.2019 um 14:24:02 Uhr; B4.________:
Kontakt mit 81 in Witten… unser Mann leicht der anderer schwerer verletzt… beide im 
krankenhaus.... Polizei am Start

 27.05.2019 um 19:50:22 Uhr; B4.________:
Arbeit aufhören. Colors verstecken und sofort wegziehen

 28.05.2019 um 20:33:54 Uhr; B1.________:
AS.________ ist raus er will nicht mehr

 28.05.2019 um 20:25:23 Uhr; B4.________:
Echt, warum des?

 28.05.2019 ab 20:27:20 Uhr; B1.________:
Gesundheit, Geld Blabla. Alles nur müschis wollen heute die Sitzung 700meter vom 
Clubhaus der Broncos machen in Bern !!!

 28.05.2019 ab 20:42:50 Uhr; B4.________:
Was hat er den schon gross investiert und wo is er denn schon grossartig hingefahren-
es der jetzt auf einmal pleite und krank ist?! Supi, nur wenn dann was verrutscht be-
kommen wir wieder die Breitseite und werden mit Häppchen beworfen…

g. Korrespondenz zwischen B1.________ und AB.________

B1.________ (nachfolgend: A) und AB.________ (nachfolgend: B) führten 
am 30. Juni 2019 nachstehendes Telefonat betreffend die Einvernahme von 
A.________ vom 12. Juni 2019 (pag. 3548, Relevante Gespräche Teil 2, 
S. 51 ff.):
 A: Es gibt ein Problem mit Biggi, also zwei.

 B: Was?

 A: […] Das und dann. eh. AI.________ [Anmerkung der Kammer: B4.________] schaut 
jetzt noch seine Aussagen an, aber dann bekommt er wohl Lämpen mit uns.

 B: Wieso?

 A: Weil er ausgesagt hat, dass uns jemand mit dem Pickup überfahren wollte. Und die 
Rules besagen, dass wir niemanden belasten, auch die Gegenpartei nicht.

 B: Ja, aber ei, komm jetzt.

 A: Ja, ich schicke es jetzt AI.________, er soll es durchlesen und dann schauen wir 
einmal, wie wir das drehen können. Sonst hat er nichts gesagt. Er hat auch gesagt, 
dass er nur zu seiner Person Angaben machen, er hat auch niemanden von den ande-
ren identifiziert der irgendetwas, das hat er nicht gemacht, aber jetzt mal… Weisst du… 
Er hat mich gefragt, was drinnen steht, ich habe es grob gesagt… Dann haben beide 
ein wenig die Nase gerümpft.

Am 9. August 2019 folgte nachstehendes Telefonat betreffend die Aussa-
gen von V.________ (pag. 3548, Relevante Gespräche Teil 3, S. 36 f.):

34

 A: Was wolltest du quatschen?

 B: Zwei Sachen. Erste Sache, mein Anwalt hat mich angerufen. Die "huere Aussage" 
dieser dummen Zwetschge stösst mir "hueren" sauer auf jetzt. 

 A: Dir? 

 B: Von der Freundin vom F.________.

 A: Ja aber wir sagen ja alle zusammen, dass du... Du bist ja gar nicht dagewesen… Al-
so du bist schon da gewesen, aber du bist erst gekommen, als alles schon passiert 
war.

 B: Eure Aussagen werden nicht geltend gemacht, so wie es aussieht.

 A: Ja aber... Wenn alle das sagen... Hallo... Weil sie können ja nachher Telefon... Dein 
Telefonding anschauen, dann sehen sie ja, wann du dorthin gekommen bist.

h. Korrespondenz zwischen B1.________ und einer unbekannten Person

B1.________ (nachfolgend: A) und eine unbekannte Person (nachfolgend: 
B) führten am 17. August 2019 nachstehendes Telefonat (pag. 3548, Rele-
vante Gespräche Teil 4, S. 31 ff.):
 B: Dürft ihr Tacos überhaupt "dert use"? Dürft ihr Solothurngebiet, Oensingen, Aargau 

und, dürft ihr dorthin? 

 A: Hör mal, wir dürfen überall, wir fragen auch niemanden 

 B: Aha, sorry 

 A: hast du nicht Zeitung gelesen?

 [...]

 A: Nein, es war auch so, weil von unserer Seite.... Also... In der Zeitung stand.... Weisst 
du, ich weiss ja nichts, ich war ja nicht dort, ich weiss von nichts, aber in der Zeitung ist 
gestanden…

 B: Aber du, noch schnell eine Frage, wart schnell B1.________.... Was machen die 
Hells in Bern.... Was haben die, was nehmen die.... Was nehmen die sich ein Recht 
heraus, in Bern sich einmischen zu wollen 

 A: Die sind den Broncos "cho hälfe" 

 B: "de Broncos cho hälfe"

 A: Ja 

10.3.2 Aussagen

Auch die Aussagen der zahlreich einvernommenen Personen aus dem Kreis der 
Bandidos zeigen, dass das erste Bandidos-Chapter der Schweiz gegründet und 
dessen Clublokal in Belp eröffnet werden sollte, sowie dass sich die involvierten 
Personen bewusst waren, dass die Hells Angels und Broncos dieses Ansinnen 
nicht goutieren und den ersten öffentlichen Auftritt vom 11. Mai 2019 als Affront 
auffassen. Zusätzlich geht aus ihnen hervor, dass 

‒ in die Chaptergründung ehemalige Mitglieder der Broncos, Chapter 
CB.________, involviert waren.

‒ sich der designierte Sicherheitschef A.________ eine Waffe besorgte, 
die er im Clublokal hinter der Bar verstaute.

35

‒ sich A.________, N.________ und eine Drittperson gestützt auf die 
Nachricht von F.________, bei der Einfahrt Belp stehe ein Prospect der 
Broncos, Chapter CD.________, auf Auskundschaftsfahrt begaben und 
beim Parkplatz des Restaurants Campagna mehrere (teilweise bewaff-
nete) Hells Angels und Broncos feststellten.

‒ N.________ die im Clublokal verbliebenen Personen noch während der 
Rückfahrt von der Auskundschaftsfahrt darüber informierte, dass sich 
beim Parkplatz des Restaurants Campagna mehrere Hells Angels und 
Broncos bewaffnet haben.

‒ Personen seitens der Bandidos (teilweise bewaffnet) auf dem Vorplatz 
standen, als die Auskundschafter zurückkehrten.

‒ A.________ nach der Rückkehr von der Auskundschaftsfahrt die im 
Clublokal verbliebenen Personen informierte, die Hells Angels und 
Broncos seien da, woraufhin sich weitere Personen seitens der Bandi-
dos (teilweise bewaffnet) auf den Vorplatz verschoben.

Nachstehend werden beispielhaft einige derjenigen Aussagen aufgeführt (und 
teilweise gewürdigt), die die Absichten und Gegebenheiten seitens der Bandidos 
vor und am 11. Mai 2019 besonders anschaulich und glaubhaft aufzeigen.

a. R.________

R.________ gab zu Protokoll, er sei Teil einer Gruppe, bestehend aus 
C.________, A.________ und M.________ gewesen, die zusammen etwas 
mit Töff-Fahren machen wollten. Als es in Richtung Bandidos gegangen sei, 
habe er die Gruppe verlassen. Das sei einfach zu erklären: Sein Bruder sei 
bei den Broncos, Chapter CB.________, und er könne schlecht auf seinen 
Bruder schiessen. Was seither passiert sei, wisse er nicht. (pag. 661 
Z. 251 ff., pag. 662 Z. 277 ff.). M.________ habe schon vor Jahren davon 
gesprochen, zu den Bandidos zu gehen. Für ihn selbst sei das jedoch nicht 
in Frage gekommen, ausser die beiden Clubs hätten ein Friedensabkom-
men (pag. 662 Z. 280 ff.; ferner pag. 664 Z. 404 ff.). Er habe C.________ 
eine Woche vor dem Ereignis mitgeteilt, dass es für ihn erledigt sei 
(pag. 666 Z. 505 ff.). Er habe jenen auch warnen wollen, nicht nach 
OA.________ (Ort) zu gehen, das komme nicht gut (pag. 662 Z. 266 ff.). 
Jemand habe ihm zugetragen, dass eine Person mit dem Patch «Support 
81 ________» bei der AA.________ (GmbH) arbeite. Es sei klar, wofür die-
se Person stehe (pag. 663 Z. 314 ff.; [Anmerkung der Kammer: Die Zahlen 
8 und 1 stehen für die Buchstaben H und A, die Initialen der Hells Angels]). 
Auf Frage nach dem Zusammenhang zwischen seinen Bedenken und dem 
Patch «Support 81 ________» präzisierte R.________: «Ich hatte vor ein 
paar Wochen ein Gespräch mit einem, der etwas zu sagen hat in der Sze-
ne. Ich fragte ihn was er sage, falls die Bandidos in die Schweiz kommen. 
Er sagte mir das interessiere ihn nicht. Ich hatte das Gefühl er lüge mich an. 
Darum hatte ich das Gefühl, dass wenn der C.________ (Spitzname) und 
die anderen nach OA.________ (Ort) gehen werden und sich dort "outen" 
oder sich nicht angemessen verhalten, dass es zu Problemen führen werde. 

36

Mir war aber klar, dass sie nicht still sein können. Deshalb habe ich ihm ge-
sagt, mach es nicht. Wenn ihr gehen wollt, geht in Frieden, macht eine Ab-
sprache mit Zürich» (pag. 663 Z. 321 ff.). 

Diese Aussagen von R.________ untermauern die aus der elektronischen 
Korrespondenz gewonnene Erkenntnis, dass in Belp das erste Bandidos-
Chapter der Schweiz gegründet werden sollte und in der schweizerischen 
Motorradclubszene bekannt war, dass dieses Vorhaben wie auch der ge-
plante erste öffentliche Auftritt der Bandidos an der Motorradaustellung in 
OA.________ (Ort) von den Hells Angels nicht goutiert werden. Weiter of-
fenbaren sie, dass in die Chaptergründung ehemalige Mitglieder der Bron-
cos, Chapter CB.________, involviert waren.

b. S.________

S.________, Supporter der Bandidos (pag. 2775 Z. 73, pag. 2780 Z. 61 ff. 
und Z. 78 ff.), antwortete auf Frage, wer die ausländischen Besucher der 
Geburtstagsfeier gewesen seien: «Ich muss auf diese Frage ein wenig aus-
holen. Ich war im Sommer 2017 aus dem MC Broncos ausgetreten, dies 
wegen clubinternen Unstimmigkeiten. Es waren einige, welche zu den 
Broncos gehört haben. Ich und einige meiner Kollegen haben dann die 
Szene gewechselt. Wir sind jedoch keine Mitglieder der MC Bandidos. Ich 
bin Supporter bei den Bandidos. Nun kamen einige Supporter und Mitglie-
der in die Schweiz, um mit uns ein Fest zu feiern. Und dies war heute. Drei 
von den Ausländern hatten in dieser Woche Geburtstag, den wir feiern woll-
ten. Einige wohnen in Spanien und Griechenland. Es sind jedoch ausge-
wanderte Deutsche und Österreicher» (pag. 2774 Z. 43 ff.).

Zu den von S.________ erwähnten Personen, die ehemals den Broncos, 
Chapter CB.________, angehörten, zählten B1.________ (pag. 1747 
Z. 62 ff.), AB.________ (pag. 1747 Z. 63 ff.), S.________ (pag. 2774 
Z. 45 ff.), F.________ (pag. 1826 Z. 57 ff.) und G.________ (pag. 2154 
Z. 426 ff.). Es liegt auf der Hand, dass der Wechsel dieser Personen von 
den Broncos, Chapter CB.________, zu den Bandidos von den Broncos als 
Affront empfunden wurde. Entgegen den Aussagen von S.________ reisten 
die ausländischen Mitglieder und Supporter jedoch nicht vorderhand zwecks 
Geburtstagsfeier in die Schweiz, sondern um die Chaptergründung zu un-
terstützen. Namentlich, um am ersten öffentlichen Auftritt mit möglichst viel 
«Manpower» präsent zu sein.

c. T.________

T.________, der in seinem Bekanntenkreis Mitglieder der Bandidos, Hells 
Angels und Broncos hat (pag. 724 Z. 23 ff.) und als ________ arbeitet, sag-
te aus: «Einer meiner Kunden war einmal bei den Broncos. Diese haben 
sich aber aufgelöst und dieser Kunde hat schon ein paar Mal Anspielungen 
gemacht. In Belp war einmal so ein Lokal, in welchem glaublich eine Unter-
gruppierung der Broncos war. Er erzählte mir, dass sie nun dieses Pub oder 
so übernommen hätten und es nächstens ein ganz grosses Treffen gebe 

37

und dass sich die Hells Angels "warm anziehen" müssten» (pag. 724 
Z. 36 ff.). Den Namen des besagten Kunden nannte T.________ nicht.

Diese Schilderung von T.________ stützen die Aussagen von R.________ 
und S.________, wonach auch ehemalige Mitglieder der Broncos, Charter 
CB.________, planten, in Belp ein Bandidos-Chapter zu gründen und ein 
Clubhaus zu eröffnen. Zudem untermauern sie, dass seitens der Bandidos 
mit einem Zusammentreffen mit den Hells Angels gerechnet wurde, wobei 
sich diese «warm anziehen» sollten, d.h. auf eine unangenehme Begeg-
nung gefasst machen sollten. Diese Erkenntnis deckt sich mit der unter 
E. III.10.3.1.a hiervor erwähnten Nachricht von A.________ vom 
20. April 2019, lautend: «Lasst uns das Spiel beginnen» (pag. 4841, S. 230 
Nr. 170).

d. A.________ 

A.________ war als Sicherheitschef des sich in Gründung befindlichen 
Bandidos-Chapters vorgesehen (pag. 4055 Z. 433 ff. und Z. 455 f.). Er wur-
de erstinstanzlich rechtskräftig wegen versuchter eventualvorsätzlicher 
Tötung zum Nachteil von B6.________ und Raufhandels schuldig erklärt. 

Oberinstanzlich als Zeuge zur Auseinandersetzung vom 11. Mai 2019 be-
fragt, machte A.________ wenig glaubhaft geltend, sich nicht mehr erinnern 
zu können (pag. 9746 Z. 1 f.). Er antwortete auf sämtliche Fragen zur Sache 
mit «Ich kann mich nicht erinnern» (pag. 9744 ff.). Wenngleich seine oberin-
stanzlichen Aussagen nicht zur Sachverhaltsaufklärung beitragen, unter-
mauern sie die Wertvorstellungen und Verhaltensmuster der Mitglieder, 
Prospects und Supporter von Motorradclubs, wonach Interventionen durch 
die Strafverfolgungsbehörden nicht unterstützt und diesen gegenüber keine 
Angaben gemacht werden (dazu E. III.10.6 hiernach). Bezeichnenderweise 
machte A.________ auch im Vorverfahren und an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung, jeweils unter Verweis auf sein Aussageverweigerungs-
recht, kaum Aussagen. Einzig an seiner vierten und fünften Einvernahme 
war er zur Aussage bereit, wobei er die Staatsanwaltschaft vorgängig mit 
einem Schreiben bediente, lautend wie folgt: «Ich, A.________, bin bereit, 
zu meinem Tathergang Auskunft zu geben. Da ich aber mit möglichen Re-
pressalien rechnen müsste, werde ich nur über meinen persönlichen Tat-
hergang Auskünfte machen und keine Namen nennen» (pag. 4059; ferner 
pag. 4044 Z. 31 ff.). Wie das unter E. III.10.3.1.g hiervor wiedergegebene 
Telefonat zwischen B1.________ und AB.________ vom 30. Juni 2019 
zeigt, befürchtete A.________ berechtigterweise Repressalien. Ihm drohten 
aufgrund seiner am 12. Juni 2019 gemachten Aussagen clubintern «Läm-
pen».

An besagter vierten und fünften Einvernahme gestand A.________ ein, man 
habe in der Schweiz einen Ableger des Motorradclubs der Bandidos eröff-
nen wollen. Er sei gegen Ende Februar 2019 angefragt worden, ob er mit-
machen wolle. Aus Dummheit habe er zugesagt. Er wäre für den Schutz 
zuständig gewesen (pag. 4055 Z. 436 ff.). 

38

Am 11. Mai 2019 habe man sich gegen 12:00 Uhr im Clublokal getroffen 
und gegen 14:00 Uhr an die Motorradausstellung in OA.________ (Ort) fah-
ren wollen. Weil einige Verspätung gehabt hätten, sei man letztendlich erst 
gegen 14:00/15:00 Uhr losgefahren. Aufgrund «gewisser Provokationen und 
Infos durch Leute, die schon bedroht und verfolgt worden sind, haben wir 
bereits am Morgen jemanden hingeschickt, um die Lage abzuchecken, da-
mit wir nicht in eine Falle laufen. Wir positionierten zwei Autos, eines vorne 
beim Kreisel bei OA.________ (Ort) und das andere beim Restaurant ne-
ben dem Motorradhändler. Dieses Auto war über Funk mit mir verbunden. 
Wenn etwas gewesen wäre, hätten sie mich anfunken können. Ich war bei 
AA.________ auf Platz. Es war abgemacht, dass wir maximal eine Stunde 
bleiben und dann zurück ins Clubhaus gehen. Es fiel eigentlich nichts vor, 
einige der Gegenpartei kamen zu uns und grüssten uns. Wir waren dort an 
einem Tisch und assen einen Hamburger. Nach 50 Minuten verabschiede-
ten wir uns und fuhren mit den Autos zurück nach Belp. Es muss ungefähr 
16 Uhr gewesen sein. Wir trafen uns dann im Clubhaus in Belp, das Span-
ferkel war bald bereit zum Essen. Ich hatte das Auto bei der Einfahrt als 
Schutz etwas quer parkiert. Als ich etwas gegessen hatte, ging ich eine rau-
chen und habe etwas umhergeschaut. Auf einmal hiess es, dass unten 
beim Kreisel beim Campagna ein Anwärter mitten im Kreisel stehe. Einigen 
von uns kam das recht verdächtig vor, weshalb wir uns entschlossen haben, 
nachzusehen, was dort läuft. Wir begaben uns in mein Auto und fuhren 
nach unten. Dort angekommen, haben wir den Anwärter gesehen und nah-
men die Strasse nach hinten zum Campagna. Wir blieben aber kurz darauf 
stehen, da dort eine riesen Horde Typen stand. Sofort als sie uns gesehen 
und erkannt haben, stürmten sie auf uns los. Es waren ungefähr 
40-50 Meter Abstand zwischen uns. Sie kamen mit Stöcken und Knebeln 
auf uns los, worauf ich sofort den Rückwärtsgang einlegte. Ich fuhr noch 
fast in ein anderes Auto. Es waren ungefähr 40-50 Leute, eine gewaltige 
Masse. Wir fuhren direkt ins Clubhaus. Es waren ja viele Leute da, die ein-
fach festen wollten. Als wir oben angekommen sind, stiegen wir aus und 
warnten alle, dass sie kommen. Ich parkierte mein Auto wieder etwas quer, 
damit man nicht direkt in unsere Einfahrt fahren kann. Ich stieg aus und ei-
nige Leute haben sich schon mit Engländern, Schraubenziehern und so 
bewaffnet, denn die waren mindestens doppelt so viele wie wir. Ich ging 
dann auch ins Clubhaus und habe mir überlegt, was ich machen soll. Es 
war eine