# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38bd8ce5-8fae-51ce-a5a1-295a2e835df4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 01.12.2016 110 2016 136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-136_2016-12-01.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/136 Bern, 1. Dezember 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Frau C.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Gals, Gemeindeverwaltung, Dorfstrasse 2, 
3238 Gals

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Gals vom 25. August 
2016 (Baugesuch Nr. 05/2016; Parkplatz)

I. Sachverhalt

1. Mit Gesamtentscheid vom 3. Juli 2013 bewilligte das Regierungsstatthalteramt 

Seeland den Umbau eines Bauernhauses auf der Parzelle Gals Grundbuchblatt 

Nr. D.________. Das Vorhaben umfasste unter anderem die Erstellung von vier 

Wohnungen sowie die Erstellung einer Tiefgarage mit acht Autoabstellplätzen.

RA Nr. 110/2016/136 2

2. Im Frühling 2016 meldeten die Beschwerdeführenden der Baupolizeibehörde der 

Gemeinde Gals, auf der Parzelle Nr. D.________ werde ohne Bewilligung ein oberirdischer 

Parkplatz erstellt. Anlässlich einer Besichtigung am 6. April 2016 wiesen Vertreter der 

Gemeinde die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die Erstellung eines Parkplatzes 

baubewilligungspflichtig sei und ein nachträgliches Baugesuch eingereicht werden könne. 

Die Beschwerdegegnerin reichte am 12. April 2016 ein nachträgliches Baugesuch für einen 

Parkplatz auf der Stockwerkeigentumsparzelle Gals Grundbuchblatt Nr. D.________-4 

sowie ein Ausnahmegesuch zur Unterschreitung des Strassenabstandes ein. Die 

Beschwerdeführenden erhoben am 12. Mai 2016 fristgerecht Einsprache. Mit Entscheid 

vom 25. August 2016 erteilte die Gemeinde die Baubewilligung.

3. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 19. September 2016 Beschwerde 

bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie stellen 

folgende Rechtsbegehren:

1. Der Bauentscheid der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Gals sei 

aufzuheben und dem Bauvorhaben der Bauabschlag zu erteilen. Gleichzeitig 

sei die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu verlangen und 

hierfür eine neue Frist anzusetzen.

2. Eventualiter sei der Bauentscheid der Gemeinde Gals aufzuheben und die 

Sache zur Neubeurteilung mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.

Die Beschwerdeführenden machen geltend, mit der Bewilligung des umstrittenen 

Parkplatzes werde die zulässige Anzahl Parkplätze überschritten. Es lägen auch 

keine Ausnahmegründe für die Unterschreitung des Strassenabstandes vor und mit 

der Erteilung der Ausnahme würden nachbarliche Interessen verletzt. Die Vorinstanz 

habe zudem den angefochtenen Entscheid ungenügend begründet und damit ihren 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Weiter habe die Vorinstanz zu Unrecht die 

Denkmalpflege nicht konsultiert. Das Gebäude auf der Parzelle Nr. D.________ sei 

ein K-Objekt und liege in einem Ortsbildschutzperimeter. Aus diesem Grund sei es 

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auch unzulässig, dass die Vorinstanz eine Baubewilligung ohne Publikation erteilt 

habe.

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten der Gemeinde Gals ein. Zudem edierte es 

die Akten des Baubewilligungsverfahrens bbew 98/2012 des Regierungsstatthalteramtes 

Seeland. 

Die Gemeinde hielt in ihrer Stellungnahme fest, sie habe die Kantonale Denkmalpflege 

angefragt, diese habe sich aber nicht zum Vorhaben geäussert. Es sei eine 

Einigungsverhandlung durchgeführt und damit den Beschwerdeführenden in genügender 

Weise das rechtliche Gehör gewährt worden. Die Gemeinde Gals sei eine ausgeprägte 

Pendlergemeinde mit einer schlechten Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Es habe 

zunehmend zu wenige Parkplätze. Die nach BauV2 zulässigen Parkplätze seien für die 

Liegenschaft auf der Parzelle Nr. D.________ nicht ausreichend. Es lägen daher 

besondere Gründe nach Art. 54 BauV vor. 

Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen. Die Beschwerdeführenden reichten 

am 8. November 2016 eine Replik zur Stellungnahme der Gemeinde ein. 

Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen näher eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 

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II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer 

Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 

Beschwerdeführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, sind durch den 

vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf 

die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Rechtliches Gehör

a) Die Beschwerdeführenden rügen, der angefochtene Entscheid würdige die 

wesentlichen Einsprachegründe nicht. Die Erwägungen der Gemeinde genügten den 

gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung nicht. Das rechtliche Gehör sei daher 

verletzt.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 26 Abs. 2 KV4 und Art. 21 ff. VRPG5 

gibt den Parteien das Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, 

Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an 

der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 

Beweisergebnis zu äussern. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt zudem, dass die 

Behörde die Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung Betroffenen sorgfältig prüft und beim 

Entscheid berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihre Verfügung zu 

begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Eine Begründung muss so abgefasst sein, dass 

die Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz 

die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
4 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1) 
5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes Argument der 

Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten 

auseinandergesetzt hat.6

c) Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die Grundlagen ihrer Entscheidung 

begründet. Sie führt insbesondere aus, es sei ihr ein Anliegen, dass genügend Parkplätze 

auf Privatgrundstücken erstellt werden. Eine Parkplatzberechnung nach BauV sei nicht 

notwendig; die Gesetzgebung lege nicht fest, wie viele Besucherparkplätze zulässig seien. 

Die Vorinstanz machte zudem auch Ausführungen zu der Rüge der Beschwerdeführenden, 

der Parkplatz liege an einer Sackgasse und bei den unumgänglichen Wendemanövern 

müssten Grundstücke der Nachbarn befahren werden. Ebenfalls ging sie auf die Themen 

Ortsbildschutz und Denkmalpflege ein. Die Gemeinde hat sich zwar nicht mit jeder 

einzelnen Einspracherüge der Beschwerdeführenden auseinandergesetzt, sie hat mit ihren 

Ausführungen aber zumindest zu erkennen gegeben, von welchen Überlegungen sie sich 

hat leiten lassen. Die Begründung ihres Entscheides ermöglichte es den 

Beschwerdeführenden, diesen sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz ist daher der 

Begründungspflicht genügend nachgekommen, der Anspruch auf rechtliches Gehör der 

Beschwerdeführenden wurde nicht verletzt.

3. Parkplatz

a) Die Beschwerdeführenden rügen, mit der Bewilligung eines zusätzlichen Parkplatzes 

auf der Parzelle Nr. D.________ werde die maximal zulässige Anzahl der Parkplätze 

überschritten. 

b) Die zulässige Anzahl der Abstellplätze für Motorfahrzeuge wird vom kantonalen 

Baurecht festgelegt. Die Art. 16 ff. BauG regeln die Grundsätze und halten unter anderem 

fest,   dass eine ausreichende Zahl an Parkplätzen zu schaffen ist, überdimensionierte 

Flächen aber zu verhindern sind (Art. 17 Abs. 1 BauG). Die Bemessung der Parkflächen 

hat der Regierungsrat in den Art. 49 ff. BauV umschrieben: Gemäss Art. 50 Abs. 1 BauV 

wird die Anzahl der Abstellplätze für Motorfahrzeuge durch eine Bandbreite begrenzt; 

innerhalb dieser Bandbreite legen die Gesuchstellenden die Anzahl fest. Die Bandbreite 

6 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5

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umfasst insbesondere auch die Abstellplätze für Beschäftigte, Besucher und Behinderte 

(Art. 50 Abs. 2 BauV). Bei der Wohnnutzung ist die Bandbreite abhängig von der Anzahl 

der Wohnungen (Art. 51 BauV). 

c) Im Baubewilligungsverfahren betreffend den Umbau des Bauernhauses auf der 

Parzelle Nr. D.________ in ein Wohngebäude mit vier Wohnungen bewilligte das 

Regierungsstatthalteramt Seeland 2013 acht Parkplätze.7 Dies entsprach der Maximalzahl 

gemäss der bis 31. Juli 2014 in Kraft gewesenen Fassung von aArt. 51 BauV, wonach die 

Bandbreite bei vier Wohnungen über 120 m2 vier bis acht Abstellplätze für Motorfahrzeuge 

umfasste. Gemäss der heute geltenden und vorliegend anwendbaren Fassung von Art. 51 

BauV ist die Bandbreite unabhängig von der Grösse der Wohnung und beträgt bei 

Gebäuden ab vier Wohnungen 0.5 bis 2 Abstellplätze pro Wohnung (Art. 51 Abs. 2 BauV). 

Dies ergibt für das Gebäude auf der Parzelle Nr. D.________ eine Bandbreite von zwei bis 

acht Abstellplätzen. Die auf dem Grundstück maximal zulässige Anzahl Autoabstellplätze 

beträgt somit unverändert acht. Darin sind die Besucherparkplätze bereits enthalten (vgl. 

Art. 50 Abs. 2 BauV).

Die 2013 bewilligten acht Parkplätze in der Einstellhalle wurden unbestrittenermassen 

erstellt. Die obere Grenze der Bandbreite ist damit bereits erreicht. Mit dem zusätzlich im 

Aussenbereich neu erstellen, neunten Parkplatz wird die Bandbreite überschritten.

d) Wenn besondere Verhältnisse vorliegen, kann gemäss Art. 54 BauV von der 

Bandbreite abgewichen werden. Besondere Verhältnisse sind gegeben, wenn das 

Vorhaben deutlich über- oder unterdurchschnittlich ist, etwa im Anteil des motorisierten 

Individualverkehrs bei Schichtbetrieb, in der Anzahl Arbeitsplätze im Verhältnis zur 

Geschossfläche bei industriellen Produktionsbetrieben und Lagerhallen oder in der 

Eignung des öffentlichen Verkehrs für seine Erschliessung. Von der gesetzlichen 

Bandbreite soll aber nicht leichthin abgewichen werden, da gewisse Abweichungen vom 

Durchschnittlichen bereits durch die Bandbreiten aufgefangen werden.8  Nur deutliche 

7 Gesamtbauentscheid vom 3. Juli 2013, bbew 98/2012, S. 4 und bewilligter Plan Untergeschoss vom 29. April 
2013
8 Vortrag der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern an den Regierungsrat betreffend 
Änderung der Bestimmungen der Bauverordnung über die Abstellplätze für Fahrzeuge vom 8. November 1999, 
Art. 51, S. 13

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Abweichungen rechtfertigen eine Korrektur.9 Infrage kommt dies etwa bei einer besonders 

schlechten oder guten Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.

Die Gemeinde Gals wird durch Busse erschlossen. Das Gebäude, in dem die 

Beschwerdegegnerin wohnt, befindet sich etwa 100 m von der Bushaltestelle "E.________" 

entfernt. Von dort verkehren Busse nach Le Landeron, Erlach und Ins. Die Busfahrt nach 

Le Landeron dauert je nach Verbindung zwischen 7 und 9 Minuten. Der erste Bus in diese 

Richtung fährt wochentags um 6:04 Uhr, an den Wochenenden um 07:55 Uhr. Die letzte 

Verbindung zurück hält in Gals um 23:16 Uhr. Von Le Landeron aus bestehen 

Zugverbindungen nach Biel und Neuenburg. Die Busfahrt Gals - Erlach dauert 16 Minuten; 

die ersten Busse in Richtung Erlach fahren an Werktagen um 6:21 Uhr und an 

Wochenenden um 7:55 Uhr. In der Gegenrichtung hält der letzte Bus um 23:16 in Gals. 

Nach Ins dauert die schnellste Busverbindung 12 Minuten. Auch hier bestehen 

Verbindungen zwischen 6:21 Uhr und 23:16; in der Samstagnacht hält der letzte Bus aus 

Ins sogar erst um 01:06 in Gals. Von Ins aus fahren Züge nach Bern und Neuenburg. Bei 

den schnellsten Verbindungen Gals - Neuenburg beträgt die Reisezeit 32 Minuten, bei 

jenen nach Bern 41 Minuten. Morgens und gegen Abend bzw. in jenen Zeiten, in denen 

Schüler und Pendler reisen, bestehen halbstündliche Verbindungen nach Bern und 

Neuenburg. Gemäss Geoportal des Kantons Bern hat Gals eine ÖV-Güteklasse E. Damit 

ist die Gemeinde zwar nicht so gut erschlossen wie städtische Gebiete. Für eine ländliche 

Gemeinde liegt ihre Erschliessung aber nur wenig unter dem Durchschnitt. Es gibt im 

Perimeter der Regionalen Verkehrskonferenz Biel-Seeland-Berner Jura (RVK 2) 37 

Gemeinden, die schlechter erschlossen sind als Gals.10 Die Erschliessung der Gemeinde 

Gals mit dem öffentlichen Verkehr ist daher keinesfalls besonders schlecht im Sinne von 

Art. 54 BauV. Es liegt somit keine deutliche Abweichung vom Durchschnitt vor, welche ein 

Abweichen von der Bandbreite für Autoabstellplätze rechtfertigen würde.

e) Mit dem hier umstrittenen Parkplatz wird die zulässige Anzahl an Abstellplätzen für 

Motorfahrzeuge überschritten. Es bestehen keine besonderen Verhältnisse nach Art. 54 

BauV, die ein Abweichen von der Bandbreite zulassen würden. Der Parkplatz kann nicht 

bewilligt werden. Dem nachträglichen Baugesuch ist daher der Bauabschlag zu erteilen. 

9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 4. Aufl. 2013, Art. 16-18 
N. 16; VGE 100.2008.23231 vom 2. Juli 2008, E. 4.4.
10 Vgl. die Darstellungen und Zahlen in "Angaben zur Erschliessung der Gemeinden im Kanton Bern nach 
Erschliessungsgüteklassen gemäss kantonalem Richtplan (Massnahmeblatt B_10)" vom 21.10.2015, einsehbar 
unter www.bve.be.ch, Rubriken Mobilität und Verkehr / öffentlicher Verkehr / Zahlen und Fakten

http://www.bve.be.ch

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f) Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt es sich, die übrigen Rügen der 

Beschwerdeführenden zu prüfen.

4. Wiederherstellung / Rückweisung

a) Wird in einem nachträglichen Baugesuch der Bauabschlag erteilt, ist zugleich über 

die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bzw. die Beseitigung des 

widerrechtlich herbeigeführten Sachverhaltes zu entscheiden (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). 

Die Wiederherstellungsanordnung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig 

sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine 

Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das 

angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen 

Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen 

Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.11

b) Der ohne Bewilligung bereits erstellte Parkplatz verstösst gegen die Vorschriften der 

Baugesetzgebung über die zulässige Zahl der Autoabstellplätze. Da das Interesse an der 

Einhaltung der baurechtlichen Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von 

Bauten, die der baurechtlichen Ordnung widersprechen, generell gross ist, besteht 

vorliegend ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes.12 Die Beschwerdegegnerin hat sich zudem weder auf den Vertrauensgrundsatz 

berufen noch geltend gemacht, sie habe gutgläubig gehandelt. Für beides gibt es auch 

keine Anhaltspunkte. Gutgläubig kann eine Bauherrschaft nur sein, wenn sie bei 

zumutbarer Aufmerksamkeit und Sorgfalt annehmen durfte, sie sei zur Bauausführung oder 

Nutzung berechtigt, beispielsweise aufgrund einer mangelhaften Bewilligung oder Auskunft 

von der zuständigen Stelle. Auf guten Glauben kann sich dagegen nicht berufen, wer 

fahrlässig handelte. Es wird allgemein vorausgesetzt, dass die Bewilligungspflicht für 

Bauvorhaben bekannt ist. Wer bauen oder nutzen will, muss sich um die Zulässigkeit 

seines Tuns kümmern und sich bei den Behörden nach der Bewilligungspflicht 

11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a

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erkundigen.13 Die Beschwerdegegnerin kann daher nicht als gutgläubig gelten. Zudem ist 

ihr ein Verzicht auf den erstellten Parkplatz auch zumutbar: Sie verfügt gemäss eigenen 

Angaben für sich und ihre beiden erwachsenen Kinder, die mit ihr in der gleichen Wohnung 

wohnen, bereits über drei Parkplätze und die Kosten für die Erstellung des Parkplatzes 

waren mit einer Bausumme von 5'000.– gering.

Aus diesen Gründen ist eine Wiederherstellungsanordnung zu erlassen. Allerdings muss 

unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit näher geprüft werden, welche 

Massnahmen zur Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes geeignet und erforderlich 

sind. Je nach Lage und Ausführung des Abstellplatzes kommen verschiedene 

Anordnungen in Betracht; diesfalls wäre die mildeste Massnahme anzuordnen. So könnte 

es unter Umständen ausreichen, ein Benützungsverbot zu erlassen und die Nutzung der 

umstrittenen Fläche als Autoabstellplatz durch das Aufstellen von grossen Pflanzkübeln 

oder Blocksteinen zu verhindern. Es könnte aber auch sein, dass solche Massnahmen 

nicht geeignet sind, weil beispielsweise die Sicht für die Strassennutzer eingeschränkt wird. 

Aufgrund der nur rudimentären Planunterlagen in den Vorakten ist es der 

Beschwerdeinstanz ohne zusätzliche Abklärungen nicht möglich, eine konkrete, geeignete 

und verhältnismässige Wiederherstellungsanordnung zu verfügen. Die Sache wird daher 

an die ortskundige Baupolizeibehörde der Gemeinde zurückgewiesen (Art. 72 Abs. 1 

VRPG). Diese hat zu prüfen, welche Massnahmen zur Beseitigung des rechtswidrigen 

Zustandes geeignet und erforderlich sind, und die entsprechenden 

Wiederherstellungsmassnahmen zu verfügen. Dabei hat sie zu beachten, dass die 

Wiederherstellungsverfügung nicht nur an die Bauherrin, sondern auch an den oder die 

Grundeigentümer adressiert werden sollte. 

5. Verfahrenskosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

13 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b

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Pauschalgebühr von Fr. 600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 

GebV14).

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Privaten, welche bei aufwendigen 

Verfahren ihren Prozess selber führten, kann eine angemessene Parteientschädigung 

zuerkannt werden. Vorliegend wird dies weder geltend gemacht, noch handelt es sich um 

ein aufwendiges Verfahren. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

c) Laut Art. 52 BewD trägt die Baugesuchstellerin die amtlichen Kosten des 

Baubewilligungsverfahrens und zwar auch im Falle eines Bauabschlags. Die Kosten für 

das erstinstanzliche Baubewilligungsverfahren belaufen sich laut Entscheid vom 

25. August 2016 auf Fr. 373.–. Diese Kosten hat trotz Aufhebung des erstinstanzlichen 

Entscheides die Beschwerdegegnerin zu bezahlen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Bauentscheid der Gemeinde Gals vom 

25. August 2016 wird aufgehoben und der Bauabschlag erteilt. Die Sache wird zur 

Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Kosten des erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens von Fr. 373.– werden 

der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Für das Inkasso dieser Kosten ist 

die Gemeinde zuständig.

14 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, einschreiben

- Frau C.________, einschreiben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Gals, Gemeindeverwaltung, einschreiben

- Regierungsstatthalteramt Seeland, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin