# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b11ba71c-e134-54f4-b960-52f46271416f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-28
**Language:** de
**Title:** Einschätzung für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2007
**Docket/Reference:** ST.2010.277
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_277_he.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2010.277 

Entscheid 

28. Oktober 2010 

Mitwirkend: 

Vizepräsident Walter Balsiger, die Mitglieder Richard Oesch, Rhea Schircks Denzler 
und Sekretärin Nadja Obreschkow 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Einschätzung für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  die  Pflichtige)  wurde  1981  gegründet  und  genoss  bis  und 

mit 2004 das Holdingprivileg im Sinn von § 73 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 

1997  (StG);  d.h.,  sie  hatte  keine  Gewinnsteuer  zu  entrichten.  Ab  der  Steuerperiode 

1.1.-31.12.2005  wurde  sie  wegen  Wegfalls  der  Voraussetzungen  für  die  Gewährung 

des Holdingprivilegs ordentlich besteuert.  

In  der  Steuererklärung  für  die  Steuerperiode  1.1.-31.12.2007  deklarierte  die 

Pflichtige einen Reingewinn im Geschäftsjahr 2007 von Fr. 559'098.- sowie Vorjahres-

verluste  von  Fr.  586'286.-,  womit  sich  ein  steuerbarer  Reingewinn  von  Fr.  - 27'188.- 

(Verlust) ergab.  

Mit  Einschätzungsentscheid  vom  2.  Dezember  2009  setzte  die  Steuerkom-

missärin den steuerbaren Reingewinn auf Fr. 559'000.- (Steuersatz 8 %) fest; dies mit 

der Begründung, dass Vorjahresverluste, welche noch unter dem Regime des Holding-

status  entstanden  seien,  nicht  mit  nach  Verlust  des  Holdingstatus  erzieltem  Gewinn 

verrechenbar  seien.  Das  steuerbare  Kapital  veranlagte  sie  deklarationsgemäss 

(Fr. 16'375'000.-,  Steuersatz  0.75‰).  Einen  entsprechenden  Einschätzungsvorschlag 

hatte die Pflichtige zuvor ablehnen lassen.  

B. Die am 4. Januar 2010 erhobene Einsprache, mit welcher sich die Pflichtige 

gegen  die  Aufrechnung  der  noch  unter  dem  Holdingprivileg  entstandenen  Vorjahres-

verluste wandte, wurde vom kantonalen Steueramt am 30. Juni 2010 abgewiesen. 

C. Hiergegen liess die Pflichtige am 4. September 2010 Rekurs erheben und 

beantragen, den steuerbaren Reingewinn unter Berücksichtigung der deklarierten Vor-

jahresverluste aus  der  Holdingzeit  auf  Fr.  0.-  festzusetzen.  Zudem  wurde  die  Zuspre-

chung einer Parteientschädigung verlangt. 

Die  Vorinstanz  schloss  in  ihrer  Stellungnahme  vom  23.  September  2010  auf 

Rekursabweisung. 

2 ST.2010.277 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1.  a)  Kapitalgesellschaften  und  Genossenschaften,  deren  statutarischer 

Zweck zur Hauptsache in der dauernden Verwaltung von Beteiligungen besteht und die 

in  der  Schweiz  keine  Geschäftstätigkeiten  ausüben,  entrichten  keine  Gewinnsteuer, 

sofern  die  Beteiligungen  oder  die Erträge  aus  den Beteiligungen längerfristig mindes-

tens zwei Drittel der gesamten Aktiven und Erträge ausmachen (§ 73 Abs. 1 StG).  

b) Vom Reingewinn der Steuerperiode können Verluste aus sieben der Steu-

erperiode  vorangegangenen  Geschäftsjahren  abgezogen  werden,  soweit  sie  bei  der 

Berechnung  des  steuerbaren  Reingewinns  dieser  Jahre  nicht  berücksichtigt  werden 

konnten (§ 70 Abs. 1 StG).  

2.  a)  Die  Pflichtige  erfüllte  unbestrittenermassen  bis  Ende  2004  die  Voraus-

setzungen für die Inanspruchnahme des Holdingprivilegs im Sinn von § 73 Abs. 1 StG 

und hatte demnach in den entsprechenden Steuerperioden keine Gewinnsteuer zu ent-

richten.  Nach  Wegfall  des  Holdingprivilegs  erwirtschaftete  sie  durchwegs  Gewinne 

(2005: Fr. 457'635.-; 2006: Fr. 465'543.-; 2007: Fr. 559'098.-). Die in der Steuererklä-

rung  2007 deklarierten  und  hier  im Streit  liegenden  Vorjahresverluste  stammen  damit 

noch aus der Zeit, in welcher die Pflichtige aufgrund des Holdingprivilegs von der Ge-

winnsteuer befreit war. Ob die Verluste in den Steuerperioden 2000 bis 2004 angefal-

len sind (d.h. die 7-Jahresregel von § 70 Abs. 1 StG eingehalten ist) und ob sie mate-

riell  überhaupt  ausgewiesen  sind,  ist  nicht  aktenkundig.  Darauf  kommt  es  indes  nicht 

an,  wenn  die  Auffassung  der  Vorinstanz  zutrifft,  wonach  eine  Gesellschaft  wie  die 

Pflichtige,  welche  ihr  Holdingprivileg verloren  hat,  Verluste  aus  der  gewinnsteuerprivi-

legierten Holdingzeit nicht mit steuerbarem Gewinn verrechnen kann.  

b)  Im  Einschätzungsverfahren  liess  die  Pflichtige  dieser  Auffassung  entge-

genhalten, dass die Verlustverrechnungsregel von § 70 Abs. 1 StG für alle juristischen 

Personen  gelte;  wenn  die  Steuerbehörde  davon  abweichen  wolle,  brauche  es  dafür 

eine  gesetzliche  Grundlage  oder  zumindest  ein  höchstrichterliches  Urteil  (vgl.  die  auf 

einen Einschätzungsvorschlag der Steuerkommissärin Bezug nehmende Stellungnah-

me vom 28. Oktober 2009).  

2 ST.2010.277 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

Die  Steuerkommissärin  entgegnete  mit  Schreiben  vom  4.  November  2009, 

das kantonale Steueramt vertrete seit jeher die Praxis, dass die unter dem privilegier-

ten  Holdingstatus  entstandenen  Verluste  nicht  mit  späteren  ordentlichen  Gewinnen 

verrechnet  werden  könnten.  Unter dem  alten  Recht  habe  die  Umwandlung  einer  Hol-

dinggesellschaft in eine Erwerbsgesellschaft jeweils wegen tiefgreifender Veränderung 

der  Erwerbsgrundlage  zu  einer  Zwischeneinschätzung  geführt;  damit  habe  eine  neue 

Rechnung  begonnen  und  seien  die  Verluste  verfallen  gewesen.  Diese  Praxis  sei  im 

neuen  Recht  fortzuführen,  auch  wenn  sie  weder  in  einer  Verordnung  noch  in  einer 

Dienstanweisung  niedergeschrieben  worden  sei.  Es  gebe  keine  nachvollziehbare  Er-

klärung,  weshalb  der  Gewinn  einer  Holdinggesellschaft  bei  den  Staatssteuern  unter 

gewissen  Voraussetzungen  nicht  besteuert  werden  soll,  während  die  unter  dem  Hol-

dingprivileg angefallenen Verluste nach dem Steuerwechsel mit ordentlichen Gewinnen 

verrechnet  werden  dürften.  Die  gleiche  Praxis  verfolge  das  Steueramt  konsequenter-

weise  auch  beim  Statuswechsel  von  gemischten  Gesellschaften  oder  Domizilgesell-

schaften  zu  ordentlich  besteuerten Gesellschaften,  wo  allfällige  Vorjahresverluste  aus 

der privilegierten Zeit nur mit der vormals besteuerten Quote berücksichtigt würden.  

Dieser  Begründung  entsprechend  verweigerte  das  kantonale  Steueramt  der 

Pflichtigen  die  Verrechnung  der  deklarierten  Verluste  auch  im  Einschätzungs-  bzw. 

Einspracheentscheid.  

c)  Die  Pflichtige  lässt  rekursweise  vorbringen,  die  Bestimmung  von  §  70 

Abs. 1 StG beschlage aufgrund der Formulierung alle juristischen Personen, unabhän-

gig von deren Funktionen und deren Besteuerungen. Hätte sie bloss Gültigkeit für or-

dentlich  besteuerte  Betriebsgesellschaften,  so  hätte  es  einer  einschränkenden  Aus-

nahmevorschrift  in  dem  Sinn  bedurft,  dass  frühere  Verluste  gewinnsteuerrechtlich 

privilegierter Gesellschaften unberücksichtigt zu bleiben hätten; von einer solchen habe 

der Gesetzgeber jedoch abgesehen, weil er die Holdinggesellschaften habe privilegie-

ren und ihnen keinen Nachteil im Fall eines Statuswechsels habe verschaffen wollen. 

Der  Letztere  führe  lediglich  dazu,  dass  die  Gewinnsteuer  wieder  erhoben  werde;  die 

Gesellschaft  wechsle  in  die  Kategorie  der  ordentlich  besteuerten  Betriebsgesellschaf-

ten, für welche § 70 Abs. 1 StG ausnahmslos und zwingend zur Anwendung gelange. 

Die  Auffassung  der  Vorinstanz  bewirke  im  Ergebnis  eine  vom  Gesetzgeber  nicht  ge-

wollte  Schlechterstellung  der  Holdinggesellschaften  gegenüber  den  Betriebsgesell-

schaften:  Wäre  nämlich  die  Pflichtige  in  den  (steuerprivilegierten)  Verlustjahren  eine 

Betriebsgesellschaft  gewesen  und  ordentlich  besteuert  worden,  so  hätte  sie  ihre  Ver-

2 ST.2010.277 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

luste  in  den  Gewinnjahren  nunmehr  kompensieren  können.  Das  Holdingprivileg  bzw. 

der  Verzicht  auf  die  Gewinnbesteuerung  erfolge  aufgrund  der  wirtschaftlichen  Drei-

fachbelastung  desselben  erwirtschaften  Gewinns;  damit  dürfe  indes  kein  Untergang 

der Verlustverrechnungsmöglichkeiten einhergehen. In Kenntnis einer solchen nachtei-

ligen,  gesetzeswidrigen  Behandlung  wäre  die  Pflichtige  ansonsten  gut  beraten  gewe-

sen, im Fall von Verlusten auf ihr Holdingstatut zu verzichten; ein solcher Verzicht sei 

zulässig, zumal das Privileg nur auf Antrag hin zugestanden werde. Würde die steuer-

behördliche  Auffassung  zutreffen,  müsste  im  Übrigen  konsequenterweise  die  Verlust-

verrechnung – entgegen der herrschenden Einschätzungspraxis  – auch bei der direk-

ten  Bundesteuer  unterbleiben,  soweit  eine  Gesellschaft  infolge  eines  Beteiligungs-

konzepts  im  Sinn  von  Art.  69  f.  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom 14. Dezember 1990 (DBG) hätte profitieren können.  

Hätte der Kanton Zürich die von der Steuerbehörde verfochtene Ausnahmere-

gelung  treffen  wollen,  hätte  er  –  wie  beispielsweise  der  Kanton  Zug  –  eine  entspre-

chende Bestimmung ins Steuergesetz aufnehmen müssen. Indem er dies nicht getan 

habe,  sei  zwingend  von  der  Verlustverrechnungsmöglichkeit  auszugehen;  die  Annah-

me einer echten Gesetzeslücke verbiete sich.  Der Hinweis der Steuerbehörde auf die 

frühere  Einschätzungspraxis  im  Zusammenhang  mit  der  tiefgreifenden  Änderung  der 

Erwerbsgrundlagen,  welche  als  Zwischentaxationsgrund  gegolten  habe,  sei  unbe-

helflich, zumal das neue Recht die Zwischenveranlagung nicht mehr kenne.  

d)  Im  alten  Recht  führte  die  Umwandlung  einer  Holdinggesellschaft  in  eine 

Erwerbsgesellschaft  zu  einer  Zwischeneinschätzung  (=  Wechsel  von  der  Vergangen-

heits- zur Gegenwartsbemessung). Begründet wurde dies damit, dass die Gesellschaft 

ihre Erwerbsgrundlage mit dem Übergang von der blossen Beteiligungsverwaltung auf 

den Betrieb einer Fabrikations-, Handels-, Dienstleistungs- oder Immobiliengesellschaft 

tiefgreifend ändert und damit eine neue Rechnung beginnt. Diese neue Rechnung durf-

te die Gesellschaft mit den nach Obligationenrecht zulässigen Höchstwerten eröffnen, 

ohne dass sie für die damit offenbarten Mehrwerte steuerpflichtig geworden wäre, weil 

der Wertzuwachs der ertragssteuerfreien Holdingzeit entstammt (vgl. Reimann/Zuppin-

ger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, Band III, 1969, § 45 N. 208). 

Der  Wechsel  zur  Gegenwartsbemessung  im  Rahmen  der  Zwischenveranla-

gung führte zwangsläufig zum Wegfall der Möglichkeit, Verluste aus der Vergangenheit 

bzw. aus der steuerprivilegierten Holdingzeit zu verrechnen. Wenn nun das neue Recht 

2 ST.2010.277 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

die Zwischentaxation nicht mehr kennt, weil es auf der Gegenwartsbemessung beruht, 

folgt daraus nicht, dass sich mit Bezug auf die Verlustverrechnungsmöglichkeiten einer 

Gesellschaft, welche ihr Holdingprivileg verloren hat, etwas ändert. Losgelöst vom Be-

messungssystem  ist  entscheidend,  dass  in  solchen  Fällen  eine  Veränderung  auf  der 

Ebene  des  Steuersubjekts  stattfindet,  indem  die  gewinnsteuerprivilegierte  Holdingge-

sellschaft  zu  einer  ordentlich  besteuerten  Gesellschaft  mutiert.  Unabhängig  vom  alt- 

oder  neurechtlichen  Bemessungssystem  ändert  damit  der  Besteuerungmodus  und 

beginnt  deshalb  für  die  Gesellschaft  mit  dem  steuerlichen  Statuswechsel  eine  neue 

Rechnung.  Es  ist  demzufolge  eine  sog.  Holding-Schlussbilanz  zu  erstellen,  wobei  es 

auch nach neuem Recht zulässig ist, ein letztes Mal im Rahmen von handelsrechtlich 

erlaubten  Aufwertungen  stille  Reserven  ohne  steuerliche  Folgen  zu  realisieren  (vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 

2. A., 2006, § 73 N 24).  

Dieser  Ausgangslage  entsprechend  gehen  die  kantonalen  Steuerbehörden 

praxisgemäss  auch  unter  dem  harmonisierten  Steuerrecht  davon  aus,  dass  während 

der Dauer des Holdingprivilegs entstandene Verluste – gleich wie realisierte Gewinne – 

staatssteuerrechtlich unbeachtlich sind (vgl. Thomas Kunz, Das Holdingprivileg: Ausei-

nandersetzung  mit  steuerlichen  Sonderfragen,  StR  2004,  738  f.).  Im  Kanton  Zug  ist 

diese Praxis sogar gesetzlich verankert, indem § 65 Abs. 4 StG ZG ausdrücklich vor-

sieht, dass Verluste von Holdinggesellschaften nur im Ausmass  bisheriger Gewinnbe-

steuerung  verrechnet  werden  können.  Einer  solchen  Gesetzesgrundlage  bedarf  es 

entgegen der Auffassung der Pflichtigen indes nicht. Indem die Bestimmung von § 70 

Abs.  1  StG  die  sieben vorangehende  Steuerperioden  erfassende  Verlustverrechnung 

soweit  zulässt,  als  die  Verluste  "bei  der  Berechnung  des  steuerbaren  Reingewinns 

dieser  Jahre  nicht  berücksichtigt  werden  konnten",  bezieht  sie  sich  sachlogisch  von 

vornherein  nur  auf  Gesellschaften,  welche  in  den  zurückliegenden  Verlustjahren  die 

ordentliche  Gewinnsteuer  überhaupt  zu  entrichten  hatten.  Soweit  Holdinggesellschaf-

ten nach Massgabe von § 73 Abs. 1 StG nicht gewinnsteuerpflichtig sind, ist damit also 

verbunden, dass weder Gewinne, noch Verluste (= negative Gewinne) gewinnsteuerre-

levante Folgen haben; die Letzteren können damit bei einem Statuswechsel nicht vor-

getragen  bzw.  in  die  Eröffnungsbilanz  der  nunmehr  gewinnsteuerpflichtigen  Gesell-

schaft  übertragen  werden.  Entgegen  der  Auffassung  der  Pflichtigen  werden  damit 

Gesellschaften  mit  ehemaligem  Holdingprivileg  gegenüber  normalen  Betriebsgesell-

schaften  keineswegs  schlechtergestellt,  sondern  richtigerweise  gleichgestellt.  Die  von 

der  Pflichtigen  vertretene  Auffassung  könnte  demgegenüber  zu  einer  vom  Gesetzge-

2 ST.2010.277 

 
 
 
 
 
- 7 - 

ber nicht gewollten Besserstellung solcher Gesellschaften führen, indem diese Verluste 

in  Abzug  bringen  könnten,  welche  sie  nicht  selbst  erwirtschaftet  haben,  sondern  wel-

che  von  ihren  Beteiligungsfirmen  stammen  und  bei  diesen  steuerlich  bereits  berück-

sichtigt  worden  sind.  Das  Holdingprivileg soll  zwar  im  Rahmen  einer  Konzernbetrach-

tung  der  mehrfachen  Gewinnbesteuerung  entgegenwirken,  nicht  aber  die  mehrfache 

Verlustverrechnung  ermöglichen.  Die  angefochtene  Praxis  kann  damit  selbstredend 

auch  nicht  gegen  das  von  der  Pflichtigen  rekursweise  angerufene  Verfassungsgebot 

der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verstossen.  

Der  Hinweis  auf  Bundessteuerrecht  hilft  der  Pflichtigen  nicht  weiter:  Bei  der 

direkten Bundessteuer findet im Konzernsteuerrecht die Entlastung von der Mehrfach-

besteuerung  nur  im  Bereich  der  Beteiligungen statt  (gewährt  wird  ein  Beteiligungsab-

zug;  vgl.  Art.  69  DBG). In  Bezug  auf  die  Kombination  Beteiligungsabzug  und  Verlust-

verrechnung  ist  dabei  zu  beachten,  dass  nicht  einerseits  der  gesamte  Beteiligungs-

ertrag  freigestellt  und  andrerseits  der  volle  Betriebsverlust  vorgetragen  werden  kann 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 69 N 19; 

Agner/Jung/Steinmann,  Kommentar  direkte  Bundessteuer,  1995,  69  N.  8).  Ein Wider-

spruch  zur  hier  in  Frage  stehenden  Praxis  im  Staatssteuerbereich  ist  damit  nicht  er-

sichtlich.  

Ob  es  zulässig  wäre,  wenn  eine  die  Voraussetzungen  von  §  73  Abs.  1  StG 

erfüllende Holdinggesellschaft in Verlustjahren auf die Inanspruchnahme des Holding-

privilegs  verzichtete,  um  dergestalt  Verlustverrechnungsmöglichkeiten  im  Hinblick  auf 

einen  Statuswechsel  zu  generieren,  ist  hier  nicht  zu  entscheiden,  nachdem  sich  die 

Pflichtige  dem  steuerprivilegierten  Holdingstatus  mit  Bezug  auf  die  hier  in  Frage  ste-

henden Verlustjahre unbestrittenermassen unterstellt hat. 

3. a) Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses.   

b) Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den unterliegenden Pflichtigen 

aufzuerlegen  (§ 151  Abs. 1  StG).  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zuzusprechen 

(§ 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai 

1959/6. September 1987).  

2 ST.2010.277 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 8 - 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

2 ST.2010.277