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**Case Identifier:** 5ce8e3e4-6162-58dd-9444-b8c50c6435e3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2023 B-3096/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3096-2018_2023-11-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

Entscheid angefochten beim BGer 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3096/2018 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Stephan Breitenmoser, Richter Daniel Willisegger,  

Gerichtsschreiber David Roth. 
 

 
 

Parteien 
 Foffa Conrad-Gruppe, bestehend aus:  

1. Foffa Conrad AG,  

2. Bezzola Denoth AG,  

3. Zeblas Bau AG Samnaun,  

alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gerald Brei,  

Voillat Facincani Sutter + Partner,  

Fortunagasse 11-15 / Rennweg, 8001 Zürich,  

Beschwerdeführerinnen,   
 

 
gegen 

  Wettbewerbskommission WEKO,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Untersuchung 22-0458 betreffend Hoch- und  

Tiefbauleistungen «Engadin I» wegen unzulässiger  

Wettbewerbsabreden gemäss Art. 5 Abs. 3 KG  

(Sanktionsverfügung vom 26. März 2018). 

B-3096/2018 

Seite 2 

Inhaltsverzeichnis: 

 

Sachverhalt……......…………………………………………………..........................5 

Erwägungen…........……………………………………… ………….......................15 

I. Prozessvoraussetzungen und Streitgegenstand ......................................... 15 

II. Geltung und Anwendbarkeit des Kartellgesetzes ........................................ 17 

III. Vorliegen von (Gesamt- bzw. Dauer-)Abreden ........................................... 19 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG  

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) ............................................ 19 

a)  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts:  

Bestimmung des Gesamtkonsenses ................................................. 19 

 i)  Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung ....................................... 19 

 ii)  Vorbringen der Beschwerdeführerinnen ................................................. 22 

 iii)  Vorliegende Beweismittel ....................................................................... 24 

iv)  Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises sowie Beweismass ... 34 

 v)  Würdigung des Gerichts ......................................................................... 35 

b)  Qualifikation als Wettbewerbsabrede ........................................... 50 

2) 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) ............................ 57 

a)  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts: Fortbestehen 

des Gesamtkonsenses in den Jahren 2007 und 2008 ...................... 57 

 i)  Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung ....................................... 58 

 ii)  Vorbringen der Beschwerdeführerinnen ................................................. 60 

 iii)  Vorliegende Beweismittel ....................................................................... 61 

iv)  Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises sowie Beweismass ... 86 

 v)  Würdigung des Gerichts ......................................................................... 86 

b)  Qualifikation als Wettbewerbsabrede ........................................... 91 

IV. Unzulässigkeit der (Gesamt- bzw. Dauer-)Abreden .................................... 94 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG  

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) ............................................ 94 

a)  Qualifikation als horizontale Geschäftspartnerabrede  

(Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG) .................................................................... 94 

b)  Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wett-

bewerbs sowie Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung ...... 98 

c)  Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG) ....... 99 

2) 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) .......................... 100 

a)  Qualifikation als horizontale Preis- und Geschäftspartnerabreden 

(Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG) ........................................................ 101 

B-3096/2018 

Seite 3 

b)  Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wett-

bewerbs sowie Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung .... 103 

c)  Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG) ..... 104 

V. Sanktionierung ........................................................................................... 106 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG  

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) .......................................... 106 

a)  Ergebnis der angefochtenen Verfügung ..................................... 106 

b)  Vorbringen der Beschwerdeführerinnen ..................................... 107 

c)  Würdigung des Gerichts ............................................................. 109 

 i)  Sanktionsbemessung ............................................................................ 109 

 ii)  Erlass oder Reduktion der Sanktion...................................................... 118 

2) 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) .......................... 122 

3) 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG,  

der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG 

(1999 – 2008) .................................................................................. 123 

a)  Ergebnis der angefochtenen Verfügung ..................................... 123 

b)  Vorbringen der Beschwerdeführerinnen ..................................... 124 

c)  Würdigung des Gerichts ............................................................. 124 

4) Vergleichszahlung ........................................................................... 125 

5) Verhältnismässigkeit, insbesondere Tragbarkeit der Sanktion ....... 130 

a)  Ergebnis der angefochtenen Verfügung ..................................... 130 

b)  Vorbringen der Beschwerdeführerinnen ..................................... 131 

c)  Würdigung des Gerichts ............................................................. 132 

VI. Ergebnis  ............................................................................................ 140 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................... 141 

Dispositiv..........................................................................................................143 

  

B-3096/2018 

Seite 4 

Sachverhalt: 

A. Vorinstanzliches Untersuchungsverfahren  

A.a Das Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekreta-

riat) eröffnete am 30. Oktober 2012 im Einvernehmen mit einem Mitglied 

des Präsidiums der Wettbewerbskommission (nachfolgend: WEKO) gegen 

19 im Unterengadin tätige Unternehmen der Baubranche die Untersu-

chung 22-0433: Bau Unterengadin. Gegenstand der Untersuchung bildete 

die Frage, ob zwischen den besagten Bauunternehmen unzulässige Wett-

bewerbsabreden i.S.v. Art. 5 des Kartellgesetzes vom 6. Oktober 1995 

(KG, SR 251) stattgefunden haben. Insbesondere sollte abgeklärt werden, 

ob sie bei Ausschreibungen von Hoch- und Tiefbauleistungen Vereinbarun-

gen über die designierten Zuschlagsempfänger sowie die jeweiligen Ange-

botspreise getroffen haben. Untersuchungsgegenstand war zudem, ob 

Kies- und Betonwerke solche Absprachen im Unterengadin begünstigt ha-

ben. Mit Schreiben vom 22. April 2013 und 23. November 2015 dehnte das 

Sekretariat die vorerwähnte Untersuchung in örtlicher Hinsicht auf den ge-

samten Kanton Graubünden und in persönlicher Hinsicht auf weitere Ge-

sellschaften aus. Mit Zwischenverfügung ebenfalls vom 23. November 

2015 wurde die gegenständliche Untersuchung 22-0458: Hoch- und Tief-

bauleistungen Engadin I von der Untersuchung 22-0433: (nun) Bauleistun-

gen Graubünden getrennt. 

A.b Untersuchungsadressatinnen der hier streitbetroffenen Untersuchung 

22-0458: Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin I waren insbesondere die 

Beschwerdeführerinnen Foffa Conrad AG, Bezzola Denoth AG und Zeblas 

Bau AG Samnaun (zusammen: Foffa Conrad-Gruppe). Die Muttergesell-

schaft Foffa Conrad AG bezweckt die Übernahme und Ausführung von 

Hoch- und Tiefbauten aller Art sowie den Handel mit Baumaterialien. Auch 

die erste Tochtergesellschaft Bezzola Denoth bezweckt, Hoch- und Tief-

bauten aller Art auszuführen und den Handel mit Baumaterialien zu betrei-

ben. Die Bezzola Denoth AG ist seit dem Jahr 2005 eine 100-prozentige 

Tochtergesellschaft der Foffa Conrad AG (act. IV.002, Rz. 11-13). Die 

zweite Tochtergesellschaft Zeblas Bau AG Samnaun bezweckt den Betrieb 

einer Bauunternehmung, wobei sie sich auf die Ausführung von Hochbau-

projekten im Raum Samnaun beschränkt (act. VII.B.8, Rz. 586 f.). Seit 

Ende der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts hält die Foffa Conrad 

AG 96 % der Aktien der Zeblas Bau AG Samnaun; [...]. Daneben waren 

u.a. die Lazzarini AG, die Fabio Bau GmbH sowie die Koch AG Ramosch 

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Seite 5 

Untersuchungsadressatinnen. Die Lazzarini AG bezweckt den Betrieb ei-

ner Bauunternehmung sowie die Entwicklung, Realisierung, Bewirtschaf-

tung und Veräusserung von Bauten. Die Fabio Bau GmbH bezweckt die 

Übernahme und Ausführung von Hoch- und Tiefbauten aller Art. Sie wurde 

per 1. Januar 2013 in die Lazzarini AG integriert und übte seither keine 

Geschäftstätigkeit mehr aus (act. II.2, Rz. 72 f.). Die Koch AG Ramosch 

schliesslich bezweckte den Betrieb einer Bauunternehmung sowie einer 

Reparaturwerkstatt für Motorgeräte. Sie wurde per 5. Juli 2019 mit ihrer 

Muttergesellschaft Resgia Koch SA fusioniert (Absorptionsfusion) sowie im 

Handelsregister gelöscht. 

A.c Vom 30. Oktober bis 1. November 2012 führte das Sekretariat insge-

samt dreizehn Hausdurchsuchungen durch, darunter namentlich bei der 

Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG (act. II.016 f. und act. II.024). 

Dabei nahm das Sekretariat zugleich erste Partei- und Zeugeneinvernah-

men vor. Mit Fax-Bonusmeldung vom 1. November 2012 reichten die Laz-

zarini AG und mit Fax-Bonusmeldung vom 9. November 2012 die Be-

schwerdeführerinnen Selbstanzeige ein (act. IX.C.3 und act. IX.B.1). Das 

Sekretariat führte in der Folge weitere 23 Partei- und Zeugeneinvernahmen 

durch, erhielt im Rahmen der Amtshilfe Informationen zu Ausschreibungen 

in der Baubranche vom Kanton Graubünden sowie diversen Unterengadi-

ner Gemeinden und richtete rund vierzig Auskunftsbegehren an Parteien 

und Dritte (u.a. Bauherren, Architekten und Ingenieure). Die Verfahrens-

parteien konnten die Verfahrensakten im Juni 2016 sowie die Beilagen zu 

den Selbstanzeigen bzw. die eigentlichen Selbstanzeigen Ende März 2017 

und ab Mai 2017 einsehen.  

A.d Der Antrag des Sekretariats an die WEKO wurde den Parteien am 

16. November 2017 zur Stellungnahme zugestellt. Die Beschwerdeführe-

rinnen begehrten in ihrer Stellungnahme vom 14. Februar 2018, die vom 

Sekretariat beantragte solidarische Sanktionsbelastung mit Fr. 3'591'230.– 

sei auf ein angemessenes Mass zu reduzieren, die Untersuchung zur Zu-

sammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG, der Bezzola Denoth AG, der 

Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG sei ohne Folgen einzustellen, so-

wie die beantragte Auferlegung der Kosten gegenüber den Beschwerde-

führerinnen sei zumindest auf Fr. 140'000.– herabzusetzen (act. V.38).  

  

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B. Angefochtene Verfügung 

B.a Im Anschluss an die Anhörung der Beschwerdeführerinnen sowie die 

Beratung erliess die WEKO mit Verfügung vom 26. März 2018 mit Bezug 

auf die Beschwerdeführerinnen das folgende (gekürzte) Dispositiv:  

«1.  Der [...] Bezzola Denoth AG, Foffa Conrad AG [...] und Zeblas Bau AG Samnaun wird 

untersagt: 

1.1. Konkurrenten und Konkurrentinnen im Zusammenhang mit der Erbringung von 

Hoch- und Tiefbauleistungen um Schutz, Stützofferten oder den Verzicht einer 

Offerteingabe anzufragen oder derartiges anzubieten; 

1.2. sich im Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und Tiefbauleistungen 

mit Konkurrenten und Konkurrentinnen vor Ablauf der Offerteingabefrist – oder, 

sofern nicht vorhanden, vor rechtskräftiger Auftragserteilung – über Offert-

preise, Preiselemente sowie die Zu- und Aufteilung von Kunden und Kundin-

nen und Gebieten auszutauschen. Davon ausgenommen ist der Austausch un-

abdingbarer Informationen im Zusammenhang mit: 

a) der Bildung und Durchführung von Arbeitsgemeinschaften (ARGE); sowie 

b) der Mitwirkung an der Auftragserfüllung als Subunternehmer. 

2. Wegen Beteiligung an gemäss Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 KG unzulässigen Wettbe-

werbsabreden (vgl. die Übersicht in Abschnitt C.3.6 [recte: C.4.6]) mit folgenden Beträ-

gen nach Art. 49a Abs. 1 KG belastet werden: 

[...] 

2.2. die Bezzola Denoth AG, Foffa Conrad AG und Zeblas Bau AG Samnaun soli-

darisch mit einem Betrag von CHF 4'945’045. 

[...] 

3. [...] 

4. Die Verfahrenskosten betragen CHF 730'000 und werden folgendermassen auferlegt: 

[...] 

4.2  Die Bezzola Denoth AG, Foffa Conrad AG und Zeblas Bau AG Samnaun tra-

gen solidarisch CHF176’000. 

[...] 

[...]» 

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B.b Dabei setzt sich die den Beschwerdeführerinnen solidarisch auferlegte 

Sanktion von Fr. 4'945'045.– aus den folgenden Beträgen zusammen 

(siehe Rz. 1081 der Verfügung vom 26. März 2018): 

Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und  
Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) 

Fr. 4'921'455.– 

Vorversammlungen (1997 – 2008) Fr. 0.– 

Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG, der Bezzola Denoth 
AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG (1999 – 2008) 

Fr. 11'600.– 

Zusammenarbeit bei einzelnen Bauprojekten Fr. 11'990.– 

B.c Mit Bezug auf den 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa 

Conrad AG und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) führte die WEKO zur 

Begründung zusammenfassend aus, zwischen den Beteiligten habe ein 

Konsens bestanden, ihre Wettbewerbsverhältnisse betreffend Hoch- und 

Tiefbauleistungen im Unterengadin im Einvernehmen zu regeln, welcher 

als Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG zu qualifizieren sei. 

Die Wettbewerbsabrede sei als horizontale Geschäftspartnerabrede zu 

werten. Zeitlich habe sie von (spätestens) 2008 bis Oktober 2012 Bestand 

gehabt. Sie weise daher die Merkmale eines Dauerverstosses auf. Weiter 

habe es dem Willen der Abredeteilnehmer entsprochen, ihr Marktverhalten 

im Unterengadin projektübergreifend zu koordinieren. Demnach liege eine 

Gesamtabrede vor. Sie erfülle den Tatbestand von Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG. 

Es greife gemäss Art. 5 Abs. 3 KG die Vermutung, dass der wirksame Wett-

bewerb beseitigt sei. Diese Vermutung lasse sich zwar vorliegend widerle-

gen. Allerdings liege kein Bagatellfall vor. Die Gesamtabrede sei daher als 

erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG zu 

werten. Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gemäss Art. 5 Abs. 2 KG 

seien nicht ersichtlich und auch nicht vorgebracht worden. Die Gesamtab-

rede stelle deshalb eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung im Sinne 

von Art. 5 Abs. 3 Bst. c in Verbindung mit Abs. 1 KG dar (siehe Rz. 664 der 

Verfügung vom 26. März 2018). 

Hinsichtlich der Sanktionierung der Beschwerdeführerinnen führte die 

WEKO zusammenfassend aus, der Umsatz der Beschwerdeführerinnen im 

Unterengadin in den Jahren 2010 – 2012 habe Fr. 85'220'000.– betragen, 

wobei ein eher schwerer Kartellrechtsverstoss anzunehmen sei und bei ei-

nem angemessenen Satz von 7 % gestützt auf Art. 3 der KG-Sanktionsver-

ordnung vom 12. März 2004 (SVKG, SR 251.5) ein Basisbetrag von 

Fr. 5'965'400.– resultiere. Aufgrund der Dauer des Verstosses sei eine Er-

höhung des Basisbetrags um 50 % angemessen (Zwischenergebnis: 

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Fr. 8'948'100.–), es lägen keine erschwerenden oder mildernden Um-

stände vor, und die Maximalsanktion gemäss Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 

SVKG werde offensichtlich nicht überschritten. Die Sanktion sei gestützt 

auf Art. 12 Abs. 1 f. SVKG um 15 % sowie gestützt auf Art. 12 Abs. 3 SVKG 

um weitere 30 % auf insgesamt 45 % zu reduzieren (siehe Rz. 762 ff. der 

Verfügung vom 26. März 2018)  

B.d Mit Bezug auf den 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) 

führte die WEKO zusammenfassend aus, dass die festgestellte unzuläs-

sige Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und 

Bst. c in Verbindung mit Art. 1 KG (siehe Sachverhaltsbst. B.a hiervor) die 

Merkmale eines Dauerverstosses aufweise, indem sie zeitlich spätestens 

seit dem Jahr 1997 bis Mai 2008 bestanden habe. Weiter habe es dem 

Willen der Abredeteilnehmer entsprochen, generell die im Unterengadin zu 

realisierenden Hoch- und Tiefbauprojekte aufzuteilen und die entsprechen-

den Angebotspreise zu koordinieren. Die Vereinbarung sei daher als Ge-

samtabrede zu qualifizieren. Diese Vermutung der Beseitigung des wirksa-

men Wettbewerbs gemäss Art. 5 Abs. 3 KG lasse sich zwar vorliegend wi-

derlegen. Allerdings liege kein Bagatellfall vor. Die Gesamtabrede sei da-

her als erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 

KG zu werten. Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gemäss Art. 5 Abs. 2 

KG seien nicht ersichtlich und auch nicht vorgebracht worden (siehe 

Rz. 632 der Verfügung vom 26. März 2018).  

Hingegen würden die Beschwerdeführerinnen in Bezug auf den 2. Tatkom-

plex Vorversammlungen (1997 – 2008) die Position der ersten Selbstan-

zeigerin einnehmen. Ihre Selbstanzeige sei als Feststellungskooperation 

im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Bst. b SVKG zu werten, und die übrigen Voraus-

setzungen für den Erlass der Sanktion seien erfüllt (siehe Rz. 804 ff. der 

Verfügung vom 26. März 2018). 

B.e Mit Bezug auf den 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Lau-

rent AG (1999 – 2008) führte die WEKO zur Begründung zusammenfas-

send aus, die vorliegende Wettbewerbsabrede stelle eine horizontale Ge-

biets- und Geschäftspartnerabrede dar, weise die Merkmale eines Dauer-

verstosses auf und sei als erhebliche Wettbewerbsbeschränkung zu wer-

ten sowie nicht zu rechtfertigen. Infolgedessen stelle die Abrede eine un-

zulässige Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. c in Verbin-

dung mit Abs. 1 KG dar (siehe Rz. 721 der Verfügung vom 26. März 2018). 

Mit Blick auf die Sanktionierung bemerkte die Vorinstanz insbesondere, 

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dass den Beschwerdeführerinnen trotz ihrer Stellung als erster Selbstan-

zeigerin kein vollumfänglicher Sanktionserlass, sondern bloss eine Sankti-

onsreduktion von 80 % nach Art. 12 SVKG zu gewähren sei (siehe 

Rz. 1067 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). 

C. Beschwerdeverfahren 

C.a Gegen die Verfügung vom 26. März 2018 (nachfolgend: angefochtene 

Verfügung) erhoben die Beschwerdeführerinnen am 28. Mai 2018 Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht. 

C.b Die Beschwerdeführerinnen stellen folgende Hauptanträge: 

«1. Dispositiv Ziffer 2.2 der Verfügung der Weko vom 26. März 2018 sei aufzuheben 

und die de[n] Beschwerdeführerin[nen] auferlegte Sanktion nach Ermessen des Ge-

richts auf ein angemessenes Mass zu reduzieren. 

2. Bei der Bestimmung des Basisbetrags für erwiesene Wettbewerbsverstösse sei auf 

den Umsatz der Beschwerdeführerin[nen] auf den relevanten projektspezifisch ab-

zugrenzenden Märkten abzustellen. 

3. Zur Bestimmung des Basisbetrags nach Art. 3 [der KG-Sanktionsverordnung vom 

12. März 2014 (SVKG, SR 251.5)] für den Tatkomplex Zusammenarbeit mit der La-

zzarini AG sei ein Umsatz der Beschwerdeführerin[nen] auf den relevanten Märkten 

im Zeitraum vom 1. November 2009 bis 30. Oktober 2012 in Höhe von 

CHF 7'270'576, eventualiter in Höhe von CHF 8'682'545, sub-eventualiter in Höhe 

von CHF 11'327'973 und sub-sub-eventualiter maximal in Höhe von 

CHF 17'152'063 massgebend. 

4. Bei der Sanktionsbemessung für den Tatkomplex Zusammenarbeit mit der Lazza-

rini AG sei de[n] Beschwerdeführerin[nen] nach Art. 12 Abs. 3 SVKG ein Bonus in 

der Höhe von 80 % zu gewähren. 

5. Es sei für den Tatkomplex Vorversammlungen festzustellen, dass für die Jahre 

2007 und 2008 das Bestehen oder die Fortsetzung einer allfällig vorher bestehen-

den Gesamtabrede als horizontale Preis- und Geschäftspartnerabrede im Sinne 

von Art. 5 Abs. 3 lit. a und lit. c KG nicht erwiesen ist. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.» 

C.c Die Beschwerdeführerinnen begehren demnach in materieller Hinsicht 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge eine Reduktion der Sanktion 

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«nach Ermessen des Gerichts auf ein angemessenes Mass». Mit Bezug 

auf den 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) beantragen sie 

ferner die Feststellung, dass für die Jahre 2007 und 2008 das Bestehen 

oder die Fortsetzung einer allfällig vorher bestandenen Gesamtabrede als 

horizontale Preis- und Geschäftspartnerabrede im Sinne von Art. 5 Abs. 3 

Bst. a und c KG nicht erwiesen sei (Antragsziffer 1 und 5 der Beschwerde; 

vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-3096/2018 vom 12. Februar 2019 mit 

Hinweisen).  

Darüber hinaus stellen die Beschwerdeführerinnen die folgenden pro-

zessualen Anträge (siehe E. 4 hiernach): 

«1. Die Akten der Vorinstanz seien für das Beschwerdeverfahren beizuziehen. 

2. Hilfsweise: Es sei mit de[n] Beschwerdeführerin[nen] eine öffentliche Parteiver-

handlung durchzuführen und [A._____] als Parteivertreter zu vernehmen.  

3. Alle Informationen und Beilagen, die Geschäftsgeheimnisse enthalten, seien als 

Geschäftsgeheimnisse zu behandeln und Dritten weder während des Verfahrens 

noch im Fall einer Entscheidpublikation offen zu legen. 

4. Im Falle einer Entscheidpublikation sei der vorgesehene Publikationstext vorgängig 

de[n] Beschwerdeführerinnen vorzulegen, damit sie diesen auf Geschäftsgeheim-

nisse prüfen k[önnen].» 

C.d Mit Bezug auf den 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa 

Conrad AG und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) bestreiten die Be-

schwerdeführerinnen zusammenfassend eine gemeinsame Gesamtstrate-

gie mit der Lazzarini AG. Das von der Vorinstanz angeführte Indiziengefüge 

vermöge nicht zu überzeugen. Diese sei nicht in der Lage, einen Verpflich-

tungswillen der Beschwerdeführerinnen plausibel zu machen, geschweige 

denn einen solchen zu beweisen. Insbesondere seien sämtliche ARGE zu-

lässig gewesen, weshalb sie auch nicht Teil der Gesamtabrede sein könn-

ten. Sowieso seien die vorinstanzlichen Feststellungen für den Tatbestand 

des Art. 4 Abs. 1 KG vollkommen unbestimmt und konturenlos, weshalb sie 

sich nicht subsumieren liessen. Hingegen seien einzelne projektspezifi-

sche Abreden tatsächlich unzulässig gewesen. Zu einem Informationsaus-

tausch oder einer Koordinierung der Angebotspreise sei es bei höchstens 

13 Projekten (ohne Oberengadin, sonst hilfsweise 16 Projekten) gekom-

men, für welche die Beschwerdeführerinnen angemessen zu sanktionieren 

seien. Deswegen seien auch die sachlich relevanten Märkte jeweils pro-

jektspezifisch abzugrenzen. Überhaupt könnten die Bereiche Hoch- und 

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Tiefbauleistungen nicht zu einem einheitlichen Markt zusammengefasst 

werden, und die ermittelten «Marktanteile» seien falsch und wenig aussa-

gekräftig. Der im Vergleich zu echten Submissionsabreden unter Beteili-

gung aller Anbieter in der Regel deutlich geringere Unrechtsgehalt der Ali-

biofferten (keine oder überwiegend nur potenzielle Wettbewerbsbeschrän-

kung) sei bei der Sanktionsbemessung zu berücksichtigen. 

Der Basisbetrag nach Art. 3 KG sei rechtswidrig festgesetzt worden, insge-

samt neu zu berechnen und deutlich tiefer anzusetzen. Gleichzeitig sei der 

Satz von 7 % für einen «eher schweren Kartellrechtsverstoss» herabzuset-

zen, weil es keine Gesamtabrede gegeben und der Wettbewerb bei grös-

seren Ausschreibungen (Bauvolumen über Fr. 500'000.–) keineswegs 

«ausgehebelt» gewesen sei. Die verstossbezogene – anstelle einer um-

fassenden – Betrachtung des Maximalbetrags nach Art. 7 SVKG sei unzu-

lässig und führe zu einem rechtswidrigen Ergebnis. Die Kürzung des Bo-

nus auf 15 % mit der Begründung, dass sie (die Beschwerdeführerinnen) 

zunächst die gemeinsamen Jahressitzungen verschwiegen und erst auf 

Vorhalt der Notiz von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) Auskunft er-

teilt sowie früherer Aussagen angeblichen relativiert hätten, verstosse ge-

gen Art. 49a Abs. 2 KG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 f. SVKG sowie ge-

gen das Selbstbelastungsverbot.  

C.e Mit Bezug auf den 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) 

machen die Beschwerdeführerinnen zusammenfassend gelten, dass es in 

den Jahren 2007 und 2008 zu keinen systematischen Absprachen bei Vor-

versammlungen mehr gekommen sei. Es habe noch Einzelfälle gegeben, 

doch würden diese bei weitem nicht ausreichen, um eine Fortsetzung der 

bis 2006 allenfalls bestehenden Gesamtabrede bis Mai 2008 zu beweisen. 

In einem Ausschreibungsmarkt könne es keine automatische Fortwirkung 

eines vielleicht früher bestandenen Gesamtplans geben, ohne dass eine 

ausreichende Zahl an Umsetzungshandlungen festgestellt werde. Wohl 

möge es projektspezifisch noch einzelne unzulässige Wettbewerbsabre-

den gegeben haben. Die Vorinstanz erkenne aber selbst an, dass der «Um-

setzungsgrad» der angeblichen Gesamtabrede in den Jahren 2007 und 

2008 stark abgenommen habe. Im Übrigen sei die Marktabgrenzung auch 

hier falsch vorgenommen worden. Darüber hinaus sei die Sanktionsbe-

messung «falsch und rechtswidrig» erfolgt.  

B-3096/2018 

Seite 12 

C.f Mit Bezug auf den 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Lau-

rent AG (1999 – 2008) bringen die Beschwerdeführerinnen vor, sie hätten 

in ihrer Stellungnahme vom 14. Februar 2018 ausdrücklich festgehalten, 

dass der erstellte Sachverhalt unbestritten sei, jedoch mit einem Fragezei-

chen zu versehen sei, ob die strittigen Abmachungen bis Ende 2008 in 

Kraft gewesen seien. Sie (die Beschwerdeführerinnen) hätten die Pflicht 

gehabt, sich selbst zu belasten. Der unvollständige Sanktionserlass, d.h. 

die Sanktionierung in der Höhe von Fr. 11'600.–, verstosse gegen das 

Selbstbelastungsverbot und sei rechtswidrig. 

C.g Schliesslich rügen die Beschwerdeführerinnen die auferlegte Sanktion 

als unverhältnismässig, zumal sie nicht tragbar sei. Sollte die Sanktion 

nicht deutlich herabgesetzt werden, so hätte sie – so die Beschwerdefüh-

rerinnen – ihren Konkurs zur Folge.  

C.h Mit Vernehmlassung vom 4. September 2018 beantragte die Vo-

rinstanz, es sei auf die Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Be-

schwerdeführerinnen nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, 

Dispositivziffer 2.2 der angefochtenen Verfügung sei zu bestätigen und die 

Beschwerdeführerinnen seien solidarisch mit einer Sanktion von 

Fr. 4'945'045 zu belasten. Die Vorinstanz stellte zudem den prozessualen 

Antrag, dass das Beschwerdeverfahren auf die Eintretensfrage zu be-

schränken sei. Zur Begründung des Hauptantrags führte die Vorinstanz 

aus, dass die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerinnen zu unbestimmt 

und damit unzulässig seien. Ihren prozessualen Antrag begründete die Vo-

rinstanz damit, dass mit einem Nichteintretensentscheid das vorliegende 

Beschwerdeverfahren unmittelbar und vollumfänglich abgeschlossen 

würde, wohingegen bei einem Bejahen der Eintretensvoraussetzungen die 

Vorinstanz bzw. das zuständige Departement die Möglichkeit hätte, die Ein-

tretensfrage vor Bundesgericht abschliessend klären zu lassen.  

C.i Mit Replik vom 26. Oktober 2018 hielten die Beschwerdeführerinnen an 

ihren Anträgen fest und stellten den Verfahrensantrag, dass der prozessu-

ale Antrag der Vorinstanz auf Beschränkung des Beschwerdeverfahrens 

auf die Eintretensfrage abzuweisen sei.  

C.j Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 29. Oktober 2018 stellte das 

Bundesverwaltungsgericht den Parteien einen selbständigen Entscheid 

über die Eintretensfrage in Aussicht.  

B-3096/2018 

Seite 13 

C.k Mit Zwischenentscheid vom 12. Februar 2019 beurteilte das Bundes-

verwaltungsgericht die Anträge der Beschwerdeführerinnen im Sinne der 

dortigen Erwägungen als zulässig und trat auf die Beschwerde ein.  

C.l Mit Duplik vom 21. Juni 2019 hielt die Vorinstanz an ihrem Eventualan-

trag (auf Abweisung der Beschwerde) vollumfänglich fest. 

C.m Mit unaufgeforderter Eingabe vom 26. März 2020 stellten die Be-

schwerdeführerinnen folgenden ergänzenden Antrag: 

«Bei der Sanktionsbemessung durch das Gericht sei sanktionsmindernd zu berück-

sichtigen, dass sich die Beschwerdeführerinnen aufgrund einer Vergleichsverein-

barung verpflichtet haben, den Kanton Graubünden und die betroffenen Gemein-

den zu entschädigen.» 

C.n In letzterer Hinsicht bringen die Beschwerdeführerinnen zusammen-

fassend vor, der Antrag befinde sich innerhalb des Streitgegenstandes, und 

die Vergleichsvereinbarung vom 3. März 2020 stelle ein berücksichtigungs-

fähiges echtes Novum dar. Die Regierung des Kantons Graubünden habe 

mit den Verfahrensbeteiligten der Untersuchung «Strassenbau (Bauleis-

tungen Graubünden» im ersten Halbjahr 2019 Vergleiche abgeschlossen 

und die Beschwerdeführerinnen darauf Ende Juni 2019 ebenfalls zu Ver-

gleichsgesprächen eingeladen. Die Vorinstanz habe die Vergleichsbeträge 

im Verfahren «Strassenbau (Bauleistungen Graubünden)» sanktionsmil-

dernd berücksichtigt. Der Gleichheitsgrundsatz gebiete es, dass nun auch 

der mit Vergleich vom 3. März 2020 vereinbarte Betrag im vorliegenden 

Verfahren sanktionsmildernd berücksichtigt werde.  

C.o Mit Stellungnahme vom 27. Mai 2020 verzichtete die Vorinstanz da-

rauf, einen konkreten Antrag zum Sanktionsmilderungsbegehren der Be-

schwerdeführerinnen vom 26. März 2020 zu stellen. Dennoch legte die Vo-

rinstanz dar, weshalb sie das Begehren vorliegend zumindest als fraglich 

erachte (weiterf E. 138 hiernach).  

C.p Mit Eingaben vom 31. August 2020 bzw. vom 29. September 2020 

replizierten und duplizierten die Parteien zum Sanktionsmilderungsbegeh-

ren vom 26. März 2020. 

C.q Mit unaufgeforderter Eingabe vom 11. Oktober 2021 reichten die Be-

schwerdeführerinnen zwischenzeitlich neu erlangte Beweismittel hinsicht-

lich des 1. Tatkomplexes Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG 

B-3096/2018 

Seite 14 

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) ein. Mit Stellungnahme vom 7. De-

zember 2021 hielt die Vorinstanz im Licht dieser Beweismittel an ihren An-

trägen fest.  

C.r Mit Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2021 stellte der Instruktions-

richter die vorinstanzliche Eingabe vom 7. Dezember 2021 den Beschwer-

deführerinnen zur freigestellten Stellungnahme zu und forderte sie auf, die 

Vergleichsvereinbarung vom 3. März 2020 nachzureichen. Mit Eingabe 

vom 12. Januar 2022 machten die Beschwerdeführerinnen von ihrem Rep-

likrecht Gebrauch und reichten die besagte Vereinbarung nach. Mit Zwi-

schenverfügungen vom 13. Januar 2022 und vom 20. Januar 2022 forderte 

der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerinnen auf, einen Vergleichsan-

hang und sämtliche die Beschwerdeführerinnen betreffenden Verfügungen 

der Vorinstanz in Sachen Kanton Graubünden nachzureichen, sowie 

räumte der Vorinstanz Gelegenheit zur freigestellten Stellungnahme zur 

Eingabe der Beschwerdeführerinnen vom 12. Januar 2022 ein. Die Be-

schwerdeführerinnen reichten die besagten Unterlagen nach; die Vor-

instanz zeigte an, auf eine weitere Stellungnahme zu verzichten.  

C.s Auf die weiteren urteilserheblichen Vorbringen der Parteien sowie ein-

gereichten Akten wird im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

  

B-3096/2018 

Seite 15 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I. PROZESSVORAUSSETZUNGEN UND STREITGEGENSTAND  

1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier 

Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und inwieweit auf 

eine Beschwerde einzutreten ist (vgl. nur BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinwei-

sen). Die Beschwerde vom 28. Mai 2018 richtet sich gegen die vorinstanz-

liche Verfügung vom 26. März 2018 und damit gegen ein Beschwerdeob-

jekt im Sinne von Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 5 des Verwaltungsgerichts-

gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-

waltungsgericht ist gemäss Art. 33 Bst. f VGG in Verbindung mit Art. 47 

Abs. 1 Bst. b VwVG zur Behandlung der vorliegenden Streitsache zustän-

dig, zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Die Be-

schwerdeführerinnen sind als Verfügungsadressatinnen zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die angefochtene Verfügung 

wurde am 27. April 2018 zugestellt, infolgedessen die Beschwerdefrist ge-

wahrt wurde (Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 f. VwVG). Der Kostenvorschuss 

wurde rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG; siehe bereits Zwischen-

entscheid des BVGer B-3096/2018 vom 12. Februar 2019 E. 2 f.). 

2. Mit Zwischenentscheid vom 12. Februar 2019 beurteilte das Bundesver-

waltungsgericht zudem die Anträge der Beschwerdeführerinnen im Sinne 

der dortigen Erwägungen als zulässig und trat auf die Beschwerde ein 

(siehe Sachverhaltsbst. C.k hiervor; vorbehaltlich E. 131 hiernach). Es 

wurde daraufhin keine Beschwerde erhoben, und gemäss vorinstanzlicher 

Darlegung ist «damit [...] über die Eintretensfrage abschliessend entschie-

den worden» (Rz. 4 der Duplik). Es liegen sodann keine nachträglichen 

Gründe vor, welche einer materiellen Beurteilung der Streitsache entge-

genstehen. 

3. Die solidarische Sanktionsbelastung der Beschwerdeführerinnen ist im 

Umfang von Fr. 4'933'055.– im Streit, wobei die Beschwerdeführerinnen im 

Umfang von Fr. 11'600.– (Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG, 

der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG [1999 

– 2008]) einen vollständigen Sanktionserlass beantragen (vgl. Zwischen-

entscheid des BVGer B-3096/2018 vom 12. Februar 2019 E. 5.2.4); unbe-

stritten und nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist 

die solidarische Sanktionsbelastung in der Höhe von Fr. 11'990.– für die 

Zusammenarbeit bei einzelnen Bauprojekten (vgl. Beschwerde, Rz. 27; 

B-3096/2018 

Seite 16 

Replik, Rz. 11) sowie die Kostenauferlegung (Dispositivziffer 4.2 der ange-

fochtenen Verfügung). 

4. Dem prozessualen Antrag der Beschwerdeführerinnen auf Beizug der 

vorinstanzlichen Akten wurde mit deren angeordneten Edition durch die 

Vorinstanz zusammen mit der Vernehmlassung am 4. September 2018 

entsprochen. Den hilfsweisen Verfahrensantrag auf Durchführung einer öf-

fentlichen Parteiverhandlung sowie Einvernahme von A._____ (damaliger 

VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Be-

schwerdeführerin 2) haben die Beschwerdeführerinnen mit der Replik vom 

26. Oktober 2018 zurückgezogen. Antragsgemäss wurden weiter Informa-

tionen und Beilagen, die Geschäftsgeheimnisse enthalten, vom Bundes-

verwaltungsgericht während des Verfahrens als Geschäftsgeheimnisse be-

handelt und Dritten nicht offengelegt. 

  

B-3096/2018 

Seite 17 

II. GELTUNG UND ANWENDBARKEIT DES KARTELLGESETZES 

5. Das Kartellgesetz vom 6. Oktober 1995 gilt für Unternehmen des priva-

ten und öffentlichen Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden 

treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unternehmenszusammen-

schlüssen beteiligen (Art. 2 Abs. 1 KG). Es trat am 1. Februar 1996 bzw. 

am 1. Juli 1996 in Kraft. Art. 49a KG als Rechtsgrundlage für eine direkte 

Sanktionierung trat am 1. April 2004 in Kraft, wobei eine Belastung nach 

dieser Bestimmung entfällt, wenn eine Wettbewerbsbeschränkung innert 

eines Jahres nach Inkrafttreten gemeldet oder aufgelöst wurde (Schluss-

bestimmung zur Änderung vom 20. Juni 2003 des KG). Das Kartellgesetz 

ist auf Sachverhalte anwendbar, die sich in der Schweiz auswirken, auch 

wenn sie im Ausland veranlasst werden (Art. 2 Abs. 2 KG). Vorbehalten 

sind Vorschriften, soweit sie auf einem Markt für bestimmte Waren oder 

Leistungen Wettbewerb nicht zulassen (Art. 3 Abs. 1 KG); nicht unter das 

Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Ge-

setzgebung über das geistige Eigentum ergeben (Art. 3 Abs. 2 Satz 1 KG). 

6. Geltungs- und Anwendungsbereich des Kartellgesetzes sind unbestrit-

tenermassen eröffnet; dessen Anwendung wird nicht durch andere Rechts-

vorschriften vereitelt.  

In persönlicher Hinsicht gilt es zu berücksichtigen, dass massgebliche Kar-

tellrechtssubjekte alle wirtschaftlich selbständigen Organisationseinheiten 

sind, die ungeachtet ihrer Rechts- und Organisationsform als Nachfrager 

oder Anbieter von Gütern und Diensten im Wettbewerbsprozess auftreten 

(Art. 2 Abs. 1bis KG; vgl. Urteil des BVGer B-3618/2013 vom 24. November 

2016 Starticket E. 296 mit Hinweisen). Bei Konzernverhältnissen bildet die 

Gesamtheit aller zusammengefassten Gesellschaften und damit der Kon-

zern als Ganzes das massgebliche Unternehmen (vgl. Urteile des BVGer 

B-7633/2009 vom 14. September 2015 ADSL II E. 27 ff. und B-807/2012 

vom 25. Juni 2018 ERNE E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach den unstreitigen 

Parteivorbringen sind die Unternehmen der Foffa Conrad-Gruppe konzern-

mässig verbunden. Damit sind konsequenterweise die Beschwerdeführe-

rinnen nicht selbst als massgebliche Kartellrechtssubjekte bzw. eigenstän-

dige Abredekandidaten anzusehen. Zwischen den Beschwerdeführerinnen 

kann denn auch keine Wettbewerbsabrede bestehen (Konzernprivileg, 

vgl. BANGERTER/ZIRLICK, in: Zäch et al. [Hrsg.], KG Kommentar, Zü-

rich/St. Gallen 2018 [nachfolgend: KG Komm], Art. 4 Abs. 1 N 23). Gleich-

wohl wird hiernach beim 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, 

B-3096/2018 

Seite 18 

Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) und beim 3. Tat-

komplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG, der Bezzola De-

noth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG (1999 – 2008) den 

tatsächlichen Gegebenheiten sowie der Methodik der angefochtenen Ver-

fügung insofern weiter Rechnung getragen, als jeweils das Verhalten der 

Beschwerdeführerinnen 1 und 2 zusammen mit der Lazzarini AG bzw. zu-

sammen mit letzterer und der Alfred Laurent AG untersucht und gewürdigt 

wird. 

  

B-3096/2018 

Seite 19 

III. VORLIEGEN VON (GESAMT- BZW. DAUER-)ABREDEN 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG 
und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) 

7. Die Beschwerdeführerinnen stellen mit Bezug auf den 1. Tatkomplex Zu-

sammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG 

(2008 – 2012) in Abrede, dass zwischen den Beteiligten eine Gesamtab-

rede bestanden habe. 

a) Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts: 
Bestimmung des Gesamtkonsenses 

8. Nachfolgend ist zu untersuchen, ob ausgehend vom Beweisergebnis der 

angefochtenen Verfügung (E. 9 hiernach) sowie der einzelnen Beweismit-

tel (E. 13 hiernach) ein Gesamtkonsens zwischen den Beschwerdeführe-

rinnen 1 und 2 und der Lazzarini AG gegeben war, sich im fraglichen Zeit-

raum projektübergreifend bezüglich Marktverhalten zu koordinieren. Dabei 

ist das Beweisergebnis der vorinstanzlichen Verfügung im Licht der gesam-

ten Beweismittel und der Rügen der Beschwerdeführerinnen mit uneinge-

schränkter Kognition «Punkt für Punkt» auf seine Stichhaltigkeit zu über-

prüfen (vgl. BGE 139 I 72 Publigroupe E. 4.5; Urteil des BVGer  

B-807/2012 Erne E. 8, je mit Hinweisen). 

i) Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung 

9. Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Beweiser-

gebnis, dass zwischen den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und der Laz-

zarini AG tatsächlich übereinstimmende Willenserklärungen über die Zu-

sammenarbeit betreffend Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin 

vorlagen (natürlicher Konsens). Dieser Konsens beinhalte den Willen der 

beteiligten Unternehmen, ihre Wettbewerbsverhältnisse betreffend Hoch- 

und Tiefbauleistungen im Unterengadin im Einvernehmen zu regeln. Damit 

hätten die beteiligten Unternehmen bezweckt, sich betreffend Hoch- und 

Tiefbauleistungen im Unterengadin nicht zu konkurrenzieren. Dieser Kon-

sens hätte von spätestens 2008 bis Oktober 2012 bestanden (Verfügung, 

Rz. 307).  

Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und die Lazzarini AG hätten sich ent-

sprechend ihrem Konsens zur Zusammenarbeit betreffend Hoch- und Tief-

bauleistungen im Unterengadin verhalten. Im Zeitraum von 2008 bis Okto-

ber 2012 hätten sie ihre Wettbewerbsverhältnisse in diesen Bereichen 

B-3096/2018 

Seite 20 

weitgehend im Einvernehmen geregelt. Konkret hätten die beteiligten Un-

ternehmen an Treffen zwischen den Geschäftsführern ihre Strategie fest-

gelegt, projektübergreifend ihre Interessen an gemeinsamen Jahresstart-

sitzungen abgeglichen, systematisch gemeinsame ARGE gebildet und bei 

einer Vielzahl von Einzelprojekten ihre Angebotspreise koordiniert. Dies 

habe in den betroffenen Fällen im internen Verhältnis zu einer Projektauf-

teilung geführt. Dadurch sei der Wettbewerb zwischen ihnen in wesentli-

chen Teilen ihrer Tätigkeit in den Bereichen Hoch- und Tiefbauleistungen 

im Unterengadin ausgeschlossen worden (Verfügung, Rz. 308).  

10. Nach Auffassung der Vorinstanz basierte die Zusammenarbeit zwi-

schen den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und der Lazzarini AG in den 

Jahren 2008 bis 2012 im Wesentlichen auf den drei Elementen «Gemein-

same Jahresstartsitzungen», «Gemeinsame Arbeitsgemeinschaften» so-

wie «Koordination der Angebotspreise bei einzelnen Projekten». Die Vor-

instanz begründet den fraglichen Gesamtkonsens mit einem Indizienge-

füge, welches die nachfolgenden Elemente umfassen soll: 

− Besprechungsnotiz von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) im 

Hinblick auf ein Treffen mit B._____ (damaliger Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin 2) und C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der 

Lazzarini AG) am 23. Januar 2012; 

− Treffen zwischen A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) und D._____ 

(damaliger Geschäftsführer der Lazzarini AG); 

− Regelmässigkeit der Koordination der Angebotspreise bei einzelnen 

Projekten; 

− Aussagen von C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der  

Lazzarini AG); 

− Systematische Bildung von gemeinsamen Arbeitsgemeinschaften; 

− Übereinstimmende Interessenlage der Beschwerdeführerinnen und der 

Lazzarini AG; 

− Wahrnehmungen des Architekten E._____; 

− Dauer und Konstanz der Zusammenarbeit; 

B-3096/2018 

Seite 21 

− Tragweite der praktizierten Zusammenarbeit. 

Aus der Besprechungsnotiz vom 23. Januar 2012 von A._____ (damaliger 

VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Be-

schwerdeführerin 2) gehe hervor, dass sich die Beschwerdeführerinnen 1 

und 2 sowie die Lazzarini AG bei dieser «Jahresstartsitzung» projektüber-

greifend ausgetauscht hätten und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem die be-

treffenden Projekte noch gar nicht ausgeschrieben gewesen seien. Die Be-

rechnung der auf die drei Bauunternehmen fallenden Gesamtsummen be-

lege, dass an der Besprechung auch die Kapazitäten und Auslastung der 

Unternehmen zur Sprache kommen sollten. Dies habe nicht bloss die Bil-

dung von ARGE betroffen, sondern umfassend das Jahr 2012 für jedes 

beteiligte Unternehmen. 

Die jährlich rund drei- bis viermal stattfindenden «Strategietreffen» zwi-

schen A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdefüh-

rerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) und D._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Lazzarini AG) würden dem Wettbewerbsgedanken dia-

metral zuwiderlaufen. Die eigene Geschäftsstrategie sei der Kern, um in 

einer wettbewerblichen Wirtschaftsordnung bestehen zu können. Die Tref-

fen liessen sich nur durch den Willen zu einer koordinierten Strategie er-

klären. Insbesondere gebiete die fallbezogene Bildung von ARGE keine 

solchen Strategietreffen. 

Die Regelmässigkeit der Koordination (betreffend sowohl eingestandene 

und als auch in Abrede gestellte Absprachebemühungen in den Jahren 

2008 bis 2012) umfasse einerseits einen Zeitraum von mehreren Jahren 

und andererseits mehrere preisliche Abstimmungen bei einzelnen Projek-

ten in sämtlichen Jahren. 

Gemäss vorinstanzlicher Auffassung zeigen die Aussagen von C._____ 

(damaliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) auf, dass die Zusam-

menarbeit mit den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 nicht bei einzelnen Pro-

jekten stets von Neuem begründet werden mussten, sondern auf einem 

Konsens zur projektübergreifenden Zusammenarbeit beruht haben. 

Weiter hätten die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und die Lazzarini syste-

matisch ARGE gebildet. Die Vorinstanz habe zwar darauf verzichtet, die 

ARGE unter dem Gesichtspunkt einer allenfalls unzulässigen Dauerar-

beitsgemeinschaft zu würdigen. Dies sei aber auch nicht notwendig gewe-

B-3096/2018 

Seite 22 

sen, da die systematisch gemeinsam gebildeten ARGE einen integrieren-

den Bestandteil der Gesamtabrede gebildet hätten. Deshalb sei auch nicht 

zu prüfen gewesen, ob die Bildung einzelner ARGE zulässig war oder nicht. 

Hingegen hätten diese den regen Informationsaustausch zwischen den 

Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und der Lazzarini AG sowie eine weitere 

Koordination der Angebote bei Projekten ausserhalb der ARGE begünstigt.  

Die übereinstimmende Interessenlage der Beschwerdeführerinnen und der 

Lazzarini AG war nach vorinstanzlicher Auffassung geeignet, die individu-

ellen Interessen zu vereinen und gemeinsam zu verfolgen. Die projektüber-

greifende Zusammenarbeit habe der Lazzarini AG den Vorteil geboten, 

dass sie ihre beschränkten Ressourcen im Unterengadin relativ stabil und 

mit einer gewissen Sicherheit habe auslasten können. Der Nutzen habe für 

die Beschwerdeführerinnen darin bestanden, dass mit der systematischen 

Einbindung der Lazzarini AG in ARGE deren Ressourcen gebunden und 

damit möglicher Konkurrenzdruck verringert worden sei. Diese Zusam-

menhänge würden sich im Übrigen mit den Wahrnehmungen des Architek-

ten E._____ decken.  

Mit dem Indiz «Dauer und Konstanz der Zusammenarbeit» verweist die 

Vorinstanz auf den unveränderten Kooperationsmodus und die Identität 

der beteiligten Unternehmen und Personen. Die Stabilität sei dadurch be-

günstigt worden, dass stets A._____ für die Beschwerdeführerin 1, 

B._____ für die Beschwerdeführerin 2 und C._____ für die Lazzarini AG 

involviert gewesen seien.  

Die Tragweite der praktizierten Zusammenarbeit wiederum bezieht sich 

laut der Vorinstanz auf die bedeutenden Umsatzanteile der Lazzarini AG 

aus ARGE mit den Beschwerdeführerinnen 1 und 2. Infolgedessen sei die 

Lazzarini AG jeweils weitgehend ausgelastet gewesen und habe deshalb 

nicht mit den Beschwerdeführerinnen in Konkurrenz treten können. Dane-

ben sei es zu Angebotskoordinierungen bei einzelnen Projekten gekom-

men. Auch dies spreche für einen projektübergreifenden Konsens zur Zu-

sammenarbeit. Die betreffenden Unternehmen hätten sich nicht konkurren-

zieren wollen (Konsens) und hätten sich im Wesentlichen tatsächlich nicht 

konkurrenziert (Umsetzung des Konsenses). 

ii) Vorbringen der Beschwerdeführerinnen 

11. Die Beschwerdeführerinnen rügen mit Bezug auf den 1. Tatkomplex 

Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG 

(2008 – 2012), dass die unterstellte Gesamtabrede nicht bestanden habe 

B-3096/2018 

Seite 23 

und im Übrigen ebenso wenig rechtsgenüglich nachgewiesen sei. Die An-

wendung dieser Rechtsfigur sei auf bilaterale Beziehungen höchst zweifel-

haft. Sowieso seien die vorinstanzlichen Feststellungen für den Tatbestand 

des Art. 4 Abs. 1 KG vollkommen unbestimmt und konturenlos. Der Um-

fang der vorgeblichen horizontalen Geschäftspartnerabrede bleibe verbor-

gen. Es liege kein schlüssiges Indizienbündel für einen Gesamtkonsens 

vor. Methodisch müsse beim Nachweis einer Gesamtabrede mit den kon-

kreten Wettbewerbsverstössen oder «Umsetzungsabreden» begonnen 

werden; der Schluss auf eine Gesamtabrede sei erst bei deren Nachweis 

gerechtfertigt, denn letztlich sei eine solche nichts anderes als eine Vielzahl 

gleichartiger Wettbewerbsverstösse, die als Dauerkartell oder fortgesetzte 

Handlung zu einer Tateinheit zusammengefasst würden. Die einzelnen 

ARGE der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 mit der Lazzarini AG seien al-

lesamt kartellrechtlich zulässig gewesen, weshalb sie auch nicht Bestand-

teil der Selbstanzeige gewesen seien. Diese sollen nun aber laut Ansicht 

der Vorinstanz – so die Beschwerdeführerinnen weiter – erst durch die Ge-

samtabrede in unzulässige Abreden mutieren. Den Nachweis hierfür sei 

die Vorinstanz schuldig geblieben. In der europäischen Rechtsprechung 

sei es hingegen bei der fraglichen Rechtsfigur immer um eine Vielzahl von 

Zuwiderhandlungen gegangen, die schon bei isolierter Betrachtung jeweils 

als unzulässig zu qualifizieren waren. Auch habe sich die Vorinstanz nicht 

mit der von ihnen (den Beschwerdeführerinnen) hilfsweise vorgebrachten 

Effizienzrechtfertigung nach Art. 5 Abs. 2 KG betreffend die ARGE ausei-

nandergesetzt.  

Eine gemeinsame Gesamtstrategie habe es schon aufgrund der ganz un-

terschiedlichen Grösse und Positionierung der Unternehmen nicht geben 

können. Wegen fehlender Teilnahme der Lazzarini AG hätten mehr als 

90 % des Offertvolumens der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 von 2008 

bis 2011 gar nicht koordiniert werden können. Die Lazzarini AG habe da-

mals bei grösseren Bauprojekten denn auch gar nicht alleine offerieren 

können. Aussagen würden aus dem Zusammenhang gerissen. Die Be-

schwerdeführerinnen 1 und 2 hätten Offerten in Konkurrenz zur Lazzarini 

AG eingegeben. Bei der Besprechung vom 23. Januar 2012 sei es lediglich 

darum gegangen, das Potenzial für mögliche Arbeitsgemeinschaften aus-

zuloten; die persönliche Notiz von A._____ (damaliger VRP und Geschäfts-

führer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) sei 

kein Spiegelbild oder Protokoll dieser Besprechung, sondern lediglich zu 

Planungszwecken erstellt worden. Es sei widersprüchlich, die Aussagen 

von A._____ zu den Vorversammlungen anerkennend zu würdigen, die-

sem hingegen bei der Deutung seiner eigenen Notiz vom 23. Januar 2012 

B-3096/2018 

Seite 24 

(dazu E. 13.1 und E. 13.12 hiernach sowie E. 20 hiernach) ohne Begrün-

dung nicht zu glauben. Unbestrittenermassen seien hingegen einzelne pro-

jektspezifische Abreden unzulässig gewesen, wobei es sich im Wesentli-

chen um Alibiofferten gehandelt habe. 

12. Die umfassende Auseinandersetzung mit den beschwerdeführerischen 

Vorbringen erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Würdigung (siehe E. 19 ff. 

hiernach). 

iii) Vorliegende Beweismittel 

13.  

13.1 Die von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwer-

deführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) handschriftlich erstell-

ten Notiz ist mit «TBA Bez. 4 Bespr. 23/01/2012 RC/MH/DD – Budget 

2012» betitelt. Das Dokument listet verschiedene Bauprojekte sowie dazu-

gehörige Summen auf. Daneben finden sich jeweils die Bezeichnungen 

«FC», «BeDE» und «Laz» bzw. mit Querstrichen verbundene Kombinatio-

nen der letzteren. Teilweise sind diese Bezeichnungen umkreist; teilweise 

finden sich dazugehörige Häckchen. Das Dokument enthält zudem eine 

mit «Total» bezeichnete Summenangabe von ungefähr «24'000'000» so-

wie daneben die Angaben «F+L 8,65», «BeDe 7,40» und «Laz 3,10» 

(act. III.C.007; siehe die Abbildung in angefochtene Verfügung, Rz. 252).  

13.2 In ihrer Eingabe vom 7. Dezember 2012 im Nachgang zur Bonusmel-

dung vom 1. November 2012 (act. IX.B.7) bemerkte die Lazzarini AG: 

«Aufgrund fehlender eigener Infrastruktur und des knappen Personals im 

Unterengadin [...] war es der Lazzarini selten möglich[,] bei den anspruchs-

vollen Bauvorhaben der öffentlichen Hand und/oder [der Rhätischen Bahn; 

nachfolgend RhB] allein zu offerieren. Aus besagten Gründen sowie in 

Folge Fehlens qualifizierten Personals kamen die meisten im Unterengadin 

ansässigen Baumeister auch nicht als Partner in Frage. Über die Jahre 

haben sich daher die Foffa Conrad SA, Zernez [...] und die Bezzola Denoth 

AG, Scuol [...] als einzige valable Partner im von Lazzarini angestrebten 

Bausegment herauskristallisiert» (act. IX.B.7 pag. 7). Weiter habe sich auf-

grund der regelmässigen projektbezogenen Kooperation der drei Unter-

nehmen im Einzelfall jedenfalls firmenübergreifend über die Jahre eine gut 

eingespielte, routinierte Zusammenarbeit ergeben, welche sich letztlich 

auch für die Bauherren durch Terminsicherheit und Qualität ausbezahlt ge-

macht habe (act. IX.B.7 pag. 8).  

B-3096/2018 

Seite 25 

Zudem benennt die Lazzarini AG ausdrücklich Bauprojekte, bei welchen 

Offertsummen ausgetauscht wurden. Mit Bezug auf das Projekt «Innvia-

dukt Cinous-chel» im Jahr 2008 führt die Lazzarini AG aus: «Infolge der 

sehr guten Auslastung bestand nur ein mässiges Interesse an den Arbei-

ten. Um gegenüber dem Schlüsselkunden [RhB] jedoch nicht etwa Desin-

teresse zu signalisieren, hat Lazzarini eine Offerte eingereicht und daher 

eigens das ganze Projekt kalkuliert und die umfangreichen Offertbeilagen 

(u.a. Technischer Bericht) erarbeitet [...]. Der Konkurrenz waren die gute 

Auslastung und damit auch die fehlenden Ressourcen der Lazzarini aller-

dings bestens bekannt. Herr [A._____] hat sich bei Herrn [C._____] denn 

auch telefonisch nach dem Offertpreis der Lazzarini erkundigt und seiner-

seits seinen (tieferen) Preis bekannt gegeben» (act. IX.B.7 pag. 15). Auch 

mit Bezug auf das Bauprojekt «H27 Engadinerstrasse» in Lavin im Jahr 

2009 bemerkt die Lazzarini AG: «[...] Herr [A._____] [hat sich] bei [C._____] 

allerdings telefonisch nach dem Offertpreis erkundigt und seinerseits sei-

nen tieferen Preis bekannt gegeben» (act. IX.B.7 pag. 16). Zum Bauprojekt 

«Mauerkordon Plan d’En-Chavrigls» bei Ardez-Scuol im Jahr 2011 führt die 

Lazzarini AG aus: «Dem Vertreter von Bezzola Denoth wurde der kalku-

lierte Preis telefonisch mitgeteilt, ohne dass Lazzarini weiss, wo Bezzola 

Denoth mit ihrer eigenen Kalkulation lag, welche weiteren Offerten einge-

gangen sind und wer letztlich den Zuschlag erhalten hat» (act. IX.B.7 

pag. 19). 

13.3 In ihrer Antwort vom 16. Oktober 2015 auf den Fragebogen vom 

16. September 2015 (act. IX.B.28) ergänzte die Lazzarini AG ihre Aus-

künfte zur Zusammenarbeit mit der Foffa Conrad AG und der Bezzola De-

noth AG wie folgt: «Ab 2006 haben sich jedoch Vertreter der Lazzarini AG, 

Foffa Conrad AG sowie Bezzola Denoth AG jährlich getroffen (sog. ‘Drei-

ergespräche’). In dieser Sitzung wurde in Kenntnis der anstehenden 

Grossprojekte im Unterengadin projektspezifisch die Möglichkeit einer ge-

meinsamen [ARGE] sondiert. Wenn in Bezug auf einzelne Projekte das 

gemeinsame Interesse bestand, wurde eine Vereinbarung zur Eingabe als 

ARGE abgeschlossen (sog. ARGE-Vorvertrag). Sofern ein Unternehmen 

kein Interesse an einer ARGE hatte, waren alle frei, das Objekt im Allein-

gang oder in einer anderen ARGE-Konstellation zu offerieren. Eine Auftei-

lung einzelner Projekte oder gar eine Preisabsprache fand jedoch anläss-

lich dieser ‘Dreiergespräche’ nicht statt. Sofern sich im Verlauf der Bausai-

son zeigte, dass Lazzarini ihre Ressourcen im Unterengadin mehrheitlich 

ausgelastet hatte und daher keine weiteren grösseren Projekte mehr reali-

sieren konnte, wurde in Einzelfällen eine Schutzofferte zu Gunsten der Un-

B-3096/2018 

Seite 26 

ternehmen Foffa Conrad AG oder Bezzola Denoth AG abgegeben. Die Mo-

tivation zur Abgabe von Schutzofferten lag aus Sicht der Lazzarini darin, 

sich durch eigene Offerten beim [Tiefbauamt, nachfolgend TBA] als wich-

tigstem Bauherren für Lazzarini im Unterengadin ‘im Gespräch zu halten’. 

Dazu kam, dass eine Offerteingabe von diesem Bauherrn eigentlich auch 

erwartet wurde. Gleichzeitig wurden die drei Unternehmen von verschie-

dener Seite darauf hingewiesen, dass das TBA nur bei Vorliegen mehrerer 

Offerten überhaupt einen Vergabeentscheid treffen würde und andernfalls 

sich zu einem Verfahrensabbruch genötigt sehe. Da neben den drei Unter-

nehmen keine weiteren Unterengadiner Unternehmungen über die not-

wendigen Ressourcen und/oder Referenzen verfügten und Unternehmen 

aus Nordbünden, dem Oberengadin oder auch dem Ausland regelmässig 

nicht mitofferierten, war somit aus Sicht des TBA mindestens eine zweite 

Offerteingabe erwünscht, wenn nicht sogar gefordert. Vor demselben Hin-

tergrund sind auch allfällige Eingaben der Foffa Conrad AG resp. Bezzola 

Denoth AG zu sehen, welche zusätzlich zu einer Eingabe seitens einer 

ARGE Lazzarini mit Foffa Conrad AG resp. Bezzola Denoth AG erfolgten 

und jeweils teurer als die ARGE-Offerte waren» (act. IX.B.28, zu Frage 16).  

Weiter bemerkte die Lazzarini AG im erwähnten Antwortschreiben: «Allfäl-

lige Absprachen für Projekte des TBA zwischen Lazzarini und Foffa Conrad 

AG und/oder Bezzola Denoth AG fanden mit Aufnahme der ‘Dreiergesprä-

che’ und damit im Zeitraum 2006 bis 2012 statt» (act. IX.B.28, zu Frage 

18). Damit sei keine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt gewesen 

(act. IX.B.28, zu Frage 16): «Ein allfälliger Austausch von Preisen, Kalku-

lationen oder SIA-Schnittstellen in einzelnen Projekten des TBA erfolgte 

aus Sicht von Lazzarini einzig deshalb, weil man am Auftrag (in ARGE) 

selbst nicht interessiert war (insbesondere mangels verfügbarer Ressour-

cen), sich gleichzeitig durch eine Eingabe aber ‘im Gespräch halten’ wollte. 

Dank der Schutzofferte konnte zudem der Erwartung des TBA nach meh-

reren Eingaben entsprochen werden. Dem TBA war sicherlich bekannt, 

dass die Foffa Conrad AG sowie die Bezzola Denoth AG seit 2005 wirt-

schaftlich verbunden waren. Offenbar hat sich das TBA aber nicht daran 

gestört, wenn z.B. zusätzlich zu einer Offerte der ARGE Lazzarini und Be-

zzola Denoth AG als weitere Offerte einzig noch eine höhere der Foffa Con-

rad AG vorlag (vgl. u.a. Mitteilung Auftragsvergabe vom 7.5.2009 i.S. H28c, 

Ofenbergstrasse Korr. Ova dal Sagl. Oder Mitteilung Auftragsvergabe vom 

10.9.2009 i.S. H27, Engadinerstrasse Anschluss Scuol Ost)[.] Eine künst-

liche Erhöhung des Marktpreises war dadurch aber nicht bezweckt. Die 

vom ‘Geschützten’ errechnete Offerte entsprach jeweils den Marktpreisen 

B-3096/2018 

Seite 27 

und deren Preisniveau wurde dank der höheren Schutzofferte nicht zusätz-

lich erhöht. Dies war allein schon deshalb nicht möglich, weil mit anderen 

Unternehmen eben gerade keine entsprechenden Gespräche stattfanden 

und daher nie ausgeschlossen werden konnte, dass auch Dritte (z.B. aus 

dem Oberengadin oder Nordbünden [bzw. aus dem Raum Davos und/oder 

Klosters]) eine Offerte abgeben» (act. IX.B.28, zu Frage 22). Zudem seien 

die Marktpreise dem TBA ja bekannt gewesen (act. IX.B.28, zu Frage 23). 

13.4 Per E-Mail vom 5. Februar 2010 teilte D._____ (damaliger Geschäfts-

führer der Lazzarini AG) u.a. A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) und 

B._____ (damaliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 2) Folgen-

des mit: «Geschätzte Kollegen Gestützt auf die aktuellen Erkenntnisse wie 

Anzahl Arbeitsstellen, Eignungs- und Zuschlagskriterien, Ressourcenbe-

darf und die Vorgabe[,] keine ARGE’s, schlage ich vor, das[s] wir nachwie-

vor miteinander ‘kooperieren’ und wir 2 (je BD [Beschwerdeführerin 2] je 

LA [Lazzarini]) koordinierte Angebote machen mit dem Hinweis im TB [wohl 

Technischer Beschrieb]: Leitung und Führung und somit Ansprechpartner 

ist die eingebende Firma. Infolge des intensiven Ressourceneinsatzes in-

nerhalb der kurzen Bauzeit kann/wird ein/der lokale Partner miteinbezogen 

[…]. Was meint ihr? Wenn i.O[.], sollte nächste Woche ein Termin verein-

bart werden […]» (act. III.D.020). 

13.5 In seiner E-Mail vom 17. März 2010 an B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 2) betreffend «EKW Flachdachsa-

nierung Zentrale Pradella» äusserte sich C._____ (damaliger Niederlas-

sungsleiter der Lazzarini AG) wie folgt: «Hallo [B._____], in der Beilage 

beide Schlusszusammenstellungen unsererseits, der oben genannten 

Baustelle. Ich möchte die Arbeit nicht ausführen, darum wäre ich Dir dank-

bar, wenn Du mir Deine Eingabesumme mitteilst oder mir Morgen […] bei 

der Sitzung […] angibst» (act. IX.C.35 pag. 31). 

13.6 In der E-Mail vom 14. Februar 2011 betreffend «Postautogarage 

Scuol» an B._____ (damaliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 2) 

führte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) Folgen-

des aus: «Hallo Marcus, hier noch unseres Angebot Nr. 2 der Baumeister-

arbeiten als .pdf. Baugrubenaushub folgt. Gruss […]».  

Daraufhin antwortete B._____ (damaliger Geschäftsführer der Beschwer-

deführerin 2) C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) 

B-3096/2018 

Seite 28 

gleichentags was folgt: «Bist somit ca. 5 % über meinem Preis. Passe mei-

nen noch um ca. 1.5 % nach oben an» (act. IX.C.35 pag. 32-35). 

13.7 Mit E-Mail vom 24. Mai 2011 wandte sich B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 2) wie folgt an C._____ (damaliger 

Niederlassungsleiter der Lazzarini AG): «Hallo [C._____]. Nehme an[, 

Dein] Interesse an der Lehnbrücke Pischött wird nicht gerade sehr gross 

sein. Könntest du mir gegebenenfalls eine Schutzofferte einreichen? Wäre 

froh […]». Daraufhin hat C._____ den B._____ mit E-Mail vom 27. Mai 2011 

um Herausgabe mehrerer technischer Unterlagen ersucht, welche er denn 

auch gleichentags elektronisch mehrheitlich erhalten hat (act. IX.C.35 pag. 

40 f.). 

13.8 In seiner E-Mail vom 9. August 2011 an F._____ (damaliger Bauführer 

der Lazzarini AG) bittet B._____ (damaliger Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin 2) in Sachen «Offerten» um Rückruf bezüglich «Offerte 

Via Porta 2011» und sagt: «Falls ihr diese […]of[f]eriert[,] nehme ich an[,] 

Ihr lasst mich vor der Haustüre von Armon A`Porta in Ruhe. Habe die Of-

ferte gerechnet und falls du möchtest[,] kann ich dir eine SIA zustellen. Be-

züglich Brücke St. Valentin wurde ja bereits etwas vorbesprochen. Wäre 

froh um Rückmeldung betreffend weiterem Vorgehen […]» (act. III.D.071). 

13.9 Per E-Mail vom 7. September 2011 übermittelte C._____ (damaliger 

Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) B._____ (damaliger Geschäftsfüh-

rer der Beschwerdeführerin 2) die Eingabe der Lazzarini AG betreffend 

«Submission St. Valentin» mit dem Hinweis «[w]ie immer gebe ich ‘KEIN’ 

Rabatt und Skonto!» (act. III.D.106). 

13.10 Im E-Mailverkehr vom 25. September 2012 zwischen B._____ (da-

maliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 2) und C._____ (damali-

ger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) mit Kopie an A._____ (damali-

ger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der 

Beschwerdeführerin 2; act. III.D.060) schrieb B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 2) an C._____ (damaliger Niederlas-

sungsleiter der Lazzarini AG): «Guten Morgen [C._____]. Denke[,] Ihr habt 

gestern auch eine Offerte Panaglia erhalten. Baubeginn allen Anschein 

nach sofort. Wäre schön[,] könntest du mich da in Ruhe lassen. Denke[,] 

alle andern tun es. Bitte um Antwort..[...]». Darauf antwortete C._____ (da-

maliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG): «Hallo [B._____], habe bis 

jetzt noch keine Offerte erhalten. [F._____] ist in den Ferien. Mir ist im Mo-

ment viel wichtiger, wie die ‘Zusammenarbeit Coop’ aussieht. Ich bitte Dich 

B-3096/2018 

Seite 29 

um Vorschläge. [...]». Dies erwiderte B._____ (damaliger Geschäftsführer 

der Beschwerdeführerin 2) wie folgt, wobei er A._____ (damaliger VRP und 

Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerde-

führerin 2) in Kopie setzte: «Hallo [C._____]. Falls du eine Offerte erhalten 

solltest. Bitte melden. Betreffend Coop müssen wir wohl bei Gelegenheit 

zusammensitzen und auch [G]rundsätzliches bezüglich Marktverhalten 

und Zusammenarbeit diskutieren. Werde schauen[,] ob [A._____] gele-

gentlich Zeit findet. Melde mich bei Dir […]» (act. IX.C.35 pag. 54). 

13.11 Die Wahrnehmungen des Architekten E._____ betreffen seine Aus-

künfte vom 17. November 2016 und vom 7. Dezember 2016 auf die vo-

rinstanzlichen Fragebogen vom 10. November 2016 und 7. Dezember 

2016 (act. III.21 und III.25). Zusammenfassend stellte der Architekt 

E._____ fest, dass die Lazzarini AG immer höhere Preise offerieren würde 

als die Beschwerdeführerin 2, obwohl sein Nachbar und damaliger Baufüh-

rer der Lazzarini AG, F._____, ihn jeweils angefragt habe, ob die Lazzarini 

AG offerieren dürfe. F._____ habe ihm darauf mitgeteilt, dass C._____ (da-

maliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) ihm (F._____) deswegen 

geantwortet habe, dass die Lazzarini AG und die Beschwerdeführerin 2 

vereinbart hätten, dass die Lazzarini AG sich im Hochbau im Unterengadin 

nicht einsetze (siehe hierzu E. 22 hiernach).  

13.12 Anlässlich der mündlichen Ergänzung der Selbstanzeige der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG vom 27. Oktober 2015 

(act. IX.C.61) bemerkte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) auf Vorhalt 

seiner handschriftlich erstellten Notiz «TBA Bez. 4 Bespr. 23/01/2012 

RC/MH/DD – Budget 2012» (siehe im Text hiervor): «Das ist ein Marktbe-

arbeitungsdokument. Das Budget des Tiefbauamtes Graubünden ist ja be-

kannt. Man weiss, was ungefähr kommt und schaut in erster Linie, wo 

ARGE’s angebracht sind und wo man etwas gemeinsam machen kann» 

(act. IX.C.61 Rz. 724-726). Weiter führte A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführe-

rin 2) mit Bezug auf die Vermerke «F + C 8,65», «Bede 7,40» und «Laz 

3,10» aus: «Die Zahlen unten sind die Zusammenfassungen der Beträge, 

wenn es auch so kommt. Dies ist natürlich fiktiv. Es gibt noch viele andere 

Mitbewerber, welche sich um die Aufträge streiten. Ich weiss gar nicht, was 

ich hier alles zusammengerechnet habe. Die Beteiligung innerhalb der 

ARGE’s ist nicht definiert. Es ist fiktiv. Es handelt sich um ein Arbeitspapier» 

(act. IX.C.61 Rz. 738-742). A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) bemerkte 

B-3096/2018 

Seite 30 

mit Blick auf die deutlich tiefere Zahl für die Lazzarini AG: «Das Unteren-

gadin ist der Hauptmarkt der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG. 

Entsprechend sind die Zahlen der Foffa Conrad AG und der Bezzola De-

noth AG auch höher als diejenige der Lazzarini AG. Wir arbeiten schon 

länger mit der Lazzarini AG zusammen. Es ist ein Arbeitspapier. Man klärte 

ab, wo ARGE’s sinnvoll sind. Beispielsweise wo man aufgrund der Kapazi-

täten und der Erfahrung zusammenarbeiten wollte. Dies sind meine per-

sönlichen Notizen, welche das Gegenüber nicht hatte. Ob es dann tatsäch-

lich so rausgekommen ist, ist auch noch eine andere Frage» (act. IX.C.61 

Rz. 760-767).  

Auf der Besprechungsnotiz seien alle Projekte des Tiefbauamtes Graubün-

den für den Bezirk 4 des Jahres 2012 aufgeführt, die sie in Erfahrung ge-

bracht hätten. Es sei denn auch nicht gesagt, dass diese dann tatsächlich 

alle so ausgeschrieben worden seien. Dies sei in der Regel nicht der Fall 

(act. IX.C.61 Rz. 770-772). Schliesslich legte A._____ (damaliger VRP und 

Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerde-

führerin 2) dar: «Ein solches Papier wie das vorliegende habe ich ein ein-

ziges Mal gemacht. Es gibt keine Systematik dahinter. [...] Eine solche sys-

tematische Besprechung wie diese vom 23. Januar 2012 [...] war die letzte 

in diesem Umfang» (act. IX.C.61 Rz. 853-857).  

13.13 Anlässlich der mündlichen Ergänzung zur Selbstanzeige der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG vom 9. Februar 2018 

(act. VII.B.49) bemerkte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2): «[Ich kenne] 

[D._____] [damaliger Geschäftsführer der Lazzarini AG] und wir [hatten] 3–

4mal pro Jahr Kontakt [...]. Bei diesen Treffen sprachen wir über die Aus-

sichten und die Frage, ob wir in Zukunft in ARGE zusammenarbeiten. Es 

ging darum, die Strategie festzulegen» (act. VII.B.49 Rz. 586 ff.). Weiter 

legte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführe-

rin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) dar: «[A]n solchen Bespre-

chungen wurde [d]ie Aussicht auf Bauvorhaben in der Region, welche im 

Raum standen, [...] besprochen, nicht Projekte, die unmittelbar bevorstan-

den. Jeder hatte Informationen über die Gemeinden, die RhB usw. und 

man tauschte sich aus. Es wurde in einem frühen Stadium besprochen, wo 

eine ARGE sinnvoll sein könnte» (act. VII.B.49 Rz. 618 ff.). 

13.14 A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdefüh-

rerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) gab weiter zu Protokoll: «Die 

Strategie der Lazzarini AG von 2006 bis 2011 war klar. Sie hatte sehr wenig 

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Seite 31 

Personal im Unterengadin, 10 bis 12 Mitarbeiter. Denn sie offerierte prak-

tisch ausschliesslich im Tiefbau. Im Hochbau war die Lazzarini in dieser 

Zeit praktisch untätig. Im Hochbau war die Lazzarini AG daher keine Kon-

kurrentin und keine Mitbewerberin. Im Tiefbau war die Lazzarini unter Um-

ständen Konkurrentin. [...] Die Lazzarini AG hat sich vornehmlich für grös-

sere Tiefbauprojekte interessiert, aber nicht alleine, sondern in Zusammen-

arbeit mit der Foffa Conrad-Gruppe. Wenn ihre Kapazitäten in diesem Be-

reich gebunden waren, hat sie sich für den übrigen Markt im Unterengadin 

nicht mehr interessiert [...] Im Lauf des Jahres 2012 stellten wir fest, dass 

die Lazzarini AG ihre Strategie anpasste. Der Grund war, dass sie Ende 

2012 die Fabio Bau GmbH übernommen hatte. Mit der Fabio Bau GmbH 

hatte sie andere Möglichkeiten im Unterengadin. Sie verhielt sich dement-

sprechend anders am Markt» (act. VII.B.49 Rz. 129 ff.; siehe auch eben-

dort, Rz. 953-957). 

13.15 Anlässlich derselben Befragung bemerkte B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 2), Gründe für die Bildung von 

ARGE in den Jahren 2008 seien für die Foffa Conrad-Gruppe u.a. «eine 

Risikominimierung der Unternehmen [gewesen]. Wir sprechen von kom-

plexen Projekten, die nicht alltäglich sind. Eventuell hat man einen Partner, 

der dies bereits ausgeführt hat. Wir hatten teilweise auch verbesserte Ein-

kaufskonditionen während des Submissionsverfahrens bei einer ARGE» 

(act. VII.B.49 Rz. 463-467). Mit Bezug auf die «Dreiergespräche» gemäss 

der Antwort vom 16. Oktober 2015 auf den Fragebogen vom 16. Septem-

ber 2015 der Lazzarini AG (siehe im Text hiervor) gab B._____ (damaliger 

Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 2) zu Protokoll: «Wenn Lazzarini 

dies [einmal jährliche Treffen in den Jahren 2006 bis 2012] so aussagt, ist 

das nicht richtig. Ich kenne den Begriff ‘Dreiergespräche’ nicht. Wir sassen 

zwei oder maximal drei Mal in irgendeiner Form zusammen» (act. VII.B.49 

Rz. 732-734). 

13.16 Zudem führte B._____ (damaliger Geschäftsführer der Beschwerde-

führerin 2) anlässlich der mündlichen Ergänzung zur Selbstanzeige der Be-

zzola Denoth AG vom 18. August 2015 (act. IX.C.49) aus, an der Bespre-

chung vom 23. Januar 2012 hätten A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführe-

rin 2), möglicherweise C._____ (ehemaliger Niederlassungsleiter der Laz-

zarini AG) sowie er selbst teilgenommen (act. IX.C.49 Rz. 345-263). Auf 

die Frage, weshalb es im Jahr 2013 keine solche Besprechungen mehr 

gegeben habe, bemerkte B._____ (damaliger Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin 2): «Uns wurde bewusst, dass wir dies nicht dürfen. Wir 

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Seite 32 

haben uns dann vorher für uns überlegt, wo es Sinn macht, dass wir für 

eine ARGE mit Lazzarini zusammenspannen» (act. IX.C.49 Rz. 383 f.).  

13.17 Anlässlich der mündlichen Ergänzung der Bonusmeldung der Laz-

zarini AG vom 1. November 2012 (act. IX.B.4) bemerkte C._____ (damali-

ger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) auf die Frage, ob die ARGE je-

weils offen gelegt worden seien: «Ja, das ist normal. Zu 95 Prozent arbei-

ten wir so» (act. IX.B.4 Rz. 22 f.). Auf die anschliessende Frage, was die 

andere, nicht normale Arbeitsweise sei, führte C._____ (damaliger Nieder-

lassungsleiter der Lazzarini AG) aus: «Im Unterengadin haben die öffentli-

che Hand und die [Rhät]ische Bahn das Problem, dass sie zu wenig An-

bieter haben. Dies ist wegen den Vorbedingungen so. Die öffentliche Hand 

hat häufig nur eine Offerte gekriegt und sich darüber beklagt[, e]s habe zu 

wenig Konkurrenz[, d]a meist die Foffa Conrad und die Bezzola [Denoth 

einreichten]. Die öffentliche Hand beklagte sich. Damit hat sie keine Aus-

wahl bei Submissionen. Das ist speziell im Unterengadin so, das gibt es so 

nirgend. Wir haben dann abgemacht, eine zweite Offerte einzureichen, das 

war dann eine Schutzofferte. Das ist ja gemäss WEKO nicht ganz zulässig. 

Wir mussten quasi so reagieren. Die öffentliche Hand hat zeitweise das 

Verfahren abgebrochen, so dass wir einen Notstand hatten. Es musste 

eine zweite Offerte her, die dann mit Foffa oder Bezzola gemacht wurde» 

(act.IX.B.4 Rz. 24-34). Das Zustandekommen solcher Offerten beschrieb 

C._____ wie folgt: «Foffa oder wir haben uns um die Offerte bemüht. Man 

hat sich da gegenseitig abgestimmt. Für die zweite Offerte hat man dem 

anderen die Daten der ersten Offerte geschickt und meistens die zweite 

Offerte bereits zugestellt. Damit hat man dem anderen die Arbeit erspart 

[...] Wenn wir Kapazitäten hatten, dann haben wir eine ARGE gemacht und 

andernfalls eine Schutzofferte. Das geschah eben aus dem genannten 

Notstand heraus» (act. IX.B.4 Rz. 35-42). «Wir wussten voneinander, wie 

die Kosten und Preise aussahen […] Die Schutzofferte lag 3-5 Prozent hö-

her» (act. IX.B.4 Rz. 50 und 53). Dies sei «seit 2007/2008 so [gelaufen]» 

(act. IX.B.4 Rz. 74 f.). Auf die Frage, mit wem er sich bezüglich Schutzof-

ferten austausche, sagte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der La-

zzarini AG) aus, [mit der] «Foffa und Bezzola, sonst mit niemandem», wo-

bei man sich zum Teil treffe und es zum Teil auch telefonisch gehe (act. 

IX.B.4 Rz. 108-111). Auf die Frage, wer seine Ansprechpartner seien, führt 

C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG) schliesslich 

aus: «Ich nenne den Namen, es sind [A._____] bei Foffa Conrad, bei Bez-

zola Denoth ist es [B._____]. Mit diesen Personen habe ich Kontakt» (act. 

IX.B.4 Rz. 112 und 119 f.). 

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Seite 33 

13.18 Anlässlich der Zeugeneinvernahme von C._____ vom 10. Septem-

ber 2015 (act. IV.023) bestätigte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter 

der Lazzarini AG), dass er an der Besprechung vom 23. Januar 2012 an-

wesend war (act. IV.023 Rz. 224). Auf die Frage, in welchen Jahren solche 

Besprechungen zwischen den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 stattgefun-

den hätten, führte er aus: «Dies kann ich nicht abschliessend sagen. Ich 

weiss es nur für diejenige Zeit, als ich bei der Lazzarini AG tätig war. Wir 

sind maximal einmal pro Jahr zusammengesessen und haben die Interes-

sen bekundet» (act. IV.023 Rz. 266-270). 

13.19 Anlässlich der Zeugeneinvernahme von C._____ vom 23. Januar 

2017 (act. II.11) bemerkte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der 

Lazzarini AG), ARGE im Unterengadin im Bereich Tiefbau seien seines 

Wissens ausschliesslich im «Dreierteam: Lazzarini AG, Foffa Conrad AG 

und Bezzola Denoth» gebildet worden (act. II.11 Rz. 362-364). Auf die 

Frage, ob es zutreffe, dass die Lazzarini AG mit der Beschwerdeführerin 2 

vereinbart habe, sich im Hochbau im Engadin «nicht einzusetzen», be-

merkte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Lazzarini AG): «Nein. 

Die Lazzarini AG hat auch Hochbauprojekte ausgeführt». 

13.20 Zudem analysierte die Vorinstanz insbesondere die Offertöffnungs-

protokolle des Kantons Graubünden und der Gemeinden im Untersu-

chungsgebiet, um weitere Informationen zur Baubranche im Unterengadin 

zu erhalten («Datensatz der Offertöffnungsprotokolle [DOP]»; act. III.38). 

Danach vergaben die öffentlichen Beschaffungsstellen im Unterengadin in 

den Jahren 2004 bis 2012 total 170 Projekte an insgesamt 35 Unterneh-

men. Die Parteien der Untersuchung 22-0458 bezeichneten den Preis 

durchwegs als das wichtigste Zuschlagskriterium. Gemäss den Angaben 

der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 habe im Bereich Tiefbau ungefähr in 

90 % der Fälle dasjenige Unternehmen mit dem tiefsten Angebot den Zu-

schlag erhalten; im Bereich Hochbau habe dies in ungefähr 80 % der Fälle 

zugetroffen. Die Beschwerdeführerin 2 erzielte mit Abstand den meisten 

Umsatz (ungefähr Fr. 45.3 Mio. bei 58 Zuschlägen bzw. 40.4 % Umsatzan-

teil). An zweiter Stelle folgt die Beschwerdeführerin 1 (ungefähr Fr. 25.1 

Mio. bei 34 Zuschlägen bzw. 22.4 % Umsatzanteil). Die Lazzarini AG ran-

giert an vierter Stelle (ungefähr Fr. 7.2 Mio. bei 7 Zuschlägen bzw. 6.5 % 

Umsatzanteil). Diesbezüglich gilt es indes zu beachten, dass jeweils der 

gesamte Umsatz von ARGE bzw. der dazugehörige Umsatz dem federfüh-

renden Bauunternehmen zugerechnet wird. In allen bis auf einem ARGE-

Projekt zwischen der Lazzarini AG und den Beschwerdeführerinnen 1 und 

2 oblag die Federführung jeweils den letzteren, weshalb die Lazzarini AG 

B-3096/2018 

Seite 34 

tatsächlich einen höheren Umsatz erwirtschaftete als soeben erwähnt. Bei 

öffentlichen Submissionen mit einem Bauvolumen über Fr. 500'000.– ver-

einten die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 sowie die Lazzarini AG gar ei-

nen Umsatzanteil von 83.7 % auf sich (Beschwerdeführerin 2: ungefähr 

Fr. 37.4 Mio. bei 25 Zuschlägen bzw. 48.2 % Umsatzanteil; Beschwerde-

führerin 1: ungefähr Fr. 21.5 Mio. bei 14 Zuschlägen bzw. 27.7 % Umsatz-

anteil; Lazzarini AG: ungefähr Fr. 6 Mio. bei 3 Zuschlägen bzw. 7.8 % Um-

satzanteil).  

iv) Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises sowie Beweis-
mass 

14. Das Beweisthema ist vorliegend, ob die Foffa Conrad AG und die Bez-

zola Denoth AG tatsächlich einen Konsens mitgetragen haben, welcher in 

sachlicher Hinsicht die projektübergreifende Koordination des Marktverhal-

tens betreffend Hoch- und Tiefbauleistungen (siehe E. 19 ff. hiernach) und 

in räumlicher Hinsicht das Unterengadin umfasste (siehe E. 31 hiernach) 

sowie in zeitlicher Hinsicht im Zeitraum von 2008 bis Oktober 2012 bestand 

(siehe E. 33 ff. hiernach; nachfolgend: Gesamtkonsens). Gegebenenfalls 

ist alsdann zu erwägen, ob und wie der besagte Gesamtkonsens unter den 

Begriff der Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG zu subsu-

mieren ist (siehe E. 39 ff. hiernach). 

15. Soweit die Beschwerdeführerinnen in diesem Zusammenhang einen 

Verstoss gegen die Beweisführungspflicht monieren (Beschwerde, 

Rz. 44 ff.), werden ihre diesbezüglichen Vorbringen im Rahmen der mate-

riellen Beurteilung, d.h. nicht in einem separaten Abschnitt unter dem Ge-

sichtspunkt eines formellen Rechtsfehlers, zu prüfen sein. Dies zumal ihre 

Rügen betreffend das anwendbare Beweismass bzw. den allenfalls unzu-

reichenden Nachweis einer Gesamtabrede einen engen Bezug zum (ei-

gentlichen) Inhalt der angefochtenen Verfügung haben. Demgegenüber 

sind Hinweise auf eine Rechtsverletzung der Vorinstanz im formellen Sinn 

weder mit Bezug auf den Untersuchungsgrundsatz noch die Unschuldsver-

mutung ersichtlich (vgl. Urteil des BVGer B-829/2012 vom 26. Juni 2018 

Granella Holding AG et al. E. 6.3 mit Hinweisen; siehe E. 50 hiernach). 

16. Die Vorinstanz führte einen Indizienbeweis für den Nachweis eines Ge-

samtkonsenses anhand der hiervor wiedergegebenen neun Elemente 

(siehe E. 10 f. hiervor) Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleich-

wertig und auch im Kartellrecht grundsätzlich zulässig (vgl. BGE 144 II 246 

Altimum SA E. 6.4.3; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 Erne 

B-3096/2018 

Seite 35 

Holding AG et al. E. 8.4.4.6, je mit Hinweisen), was die Beschwerdeführe-

rinnen im Übrigen nicht in Abrede stellen.  

17. Ordentliches Beweismass (oder Regelbeweismass) in Kartellverfahren 

ist das Beweismass der (vollen) Überzeugung. Eine ausnahmsweise Be-

weismassreduktion kann nach der Rechtsprechung bei «komplexen wirt-

schaftlichen Sachverhalten mit multiplen Wirkungszusammenhängen» er-

folgen, nicht hingegen bei «gewöhnlichen» Lebenssachverhalten 

(vgl. BGE 139 I 72 Publigroupe E. 8.3.2). In Kartellsanktionsverfahren dür-

fen namentlich auch beim Vorliegen von Selbstanzeigen die Anforderun-

gen an das Beweismass nicht aus prozessökonomischen Gründen herab-

gesetzt werden (Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 Erne Hol-

ding AG et al. E. 8.5.4.1 bis E. 8.5.4.5 mit Hinweisen). Mit Blick auf das 

vorliegende Beweisthema (Bestehen des Gesamtkonsenses) ist demzu-

folge der Überzeugungsbeweis zu erbringen. Die gerichtliche Überzeu-

gung muss auf Grundlage des vollständigen Indiziengefüges zustande 

kommen. Zu prüfen ist, ob in der Gesamtheit keine vernünftigen Zweifel 

am vorinstanzlichen Beweisergebnis (hierzu E. 9 ff. hiervor) bestehen. Da-

bei kann mit Bezug auf einzelne (Beweis-)Elemente die Möglichkeit des 

sachverhaltlichen Andersseins wohl offenbleiben (vgl. Urteile des BGer 

6B_824/2016, 6B_844/2016, 6B_946/2016, 6B_960/2016 vom 10. April 

2017 E. 12.1; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 Erne Hol-

ding AG et al. E. 8.4.4.6, je mit Hinweisen); sie dürfen derweil die richterli-

che Überzeugung, wie sie aus den übrigen Indizien gewonnen wurde, nicht 

erschüttern, indem sie in tatsächlicher Hinsicht ein Anderssein nahelegen 

(vgl. BGE 144 II 246 Altimum SA E. 6.4.3). 

18. Die Beantwortung der Frage, ob der Gesamtkonsens, wie ihn die Vo-

rinstanz den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und der Lazzarini AG unter-

stellt, mittelbar überzeugend nachgewiesen ist, setzt demnach eine hier-

nach zu erfolgende integrale Würdigung sämtlicher Vorbringen und Ent-

gegnungen zu den jeweiligen (Beweis-)Elementen sowie der weiteren Ar-

gumente voraus (vgl. HANS WALDER, Der Indizienbeweis im Strafprozess, 

Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht [ZStrR] 109/1991 S. 303 ff.). Als 

Ausfluss der Sachverhaltserstellung von Amtes wegen (vgl. Art. 37 VGG in 

Verbindung mit Art. 12 VwVG) sind zudem namentlich die diesbezüglichen 

Einwände der Lazzarini AG im Parallelverfahren B-3290/2018 mitzube-

rücksichtigen, wobei letztere den Gesamtkonsens gleichermassen zurück-

weist.  

v) Würdigung des Gerichts 

B-3096/2018 

Seite 36 

19. In sachlicher Hinsicht bezieht sich der unterstellte Gesamtkonsens auf 

die projektübergreifende Koordination des Marktverhaltens betreffend 

Hoch- und Tiefbauleistungen (siehe E. 9 und E. 14 hiervor). Wie nachfol-

gend aufzuzeigen ist, vermögen einige Elemente des vorgebrachten Indi-

ziengefüges – zumindest bei isolierter Betrachtung – den sachlichen Ge-

samtkonsens nicht überzeugend nachzuweisen. 

20. So lassen sich aus der Notiz von A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführe-

rin 2) im Hinblick auf ein Treffen mit B._____ (damaliger Geschäftsführer 

der Beschwerdeführerin 2) und C._____ (damaliger Niederlassungsleiter 

der Lazzarini AG) vom 23. Januar 2012 (dazu oben E. 13.1) für sich ge-

nommen keine Schlüsse auf wiederholte «Jahresstartsitzungen» ziehen. 

Sie beschränkt sich inhaltlich auf das Thema «Budget 2012» und nimmt 

lediglich Bezug auf die eine Besprechung am besagten Datum. Die Vo-

rinstanz selbst räumt denn auch ein, dass sich ein jährliches Stattfinden 

von «Jahresstartsitzungen» nicht mit Sicherheit eruieren lasse (siehe an-

gefochtene Verfügung, Rz. 278 3. Lemma). Die Feststellung von A._____ 

(damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP 

der Beschwerdeführerin 2) anlässlich der mündlichen Ergänzung zur 

Selbstanzeige vom 9. Februar 2018 (act. VII.B.49, Rz. 735 ff.) ist zutref-

fend, dass man anhand der Aussagen von C._____ (damaliger Niederlas-

sungsleiter der Lazzarini AG) nicht mit Klarheit sagen kann, wann und wie 

oft «Dreiergespräche» tatsächlich stattgefunden haben. Letzterer be-

merkte in seiner Zeugeneinvernahme vom 23. Januar 2017 lediglich, dass 

es in manchen Jahren ein paar solcher Besprechungen und in anderen 

Jahren keine solchen Besprechungen gegeben habe (act. II.11, Rz. 181 ff.; 

siehe auch act. IV.23, Rz. 261 ff.). Damit vermag dieses Element keinen 

sachlichen Gesamtkonsens zu indizieren. Zugleich erübrigt es sich des-

halb, die ergänzenden Vorbringen der Beschwerdeführerinnen in ihrer un-

aufgeforderten Eingabe vom 11. Oktober 2021 sowie in ihrer Stellung-

nahme vom 12. Januar 2022 zur vorinstanzlichen Stellungnahme vom 

7. Dezember 2021 einer vertieften Prüfung zu unterziehen. Nichtsdestot-

rotz ist auch das Bundesverwaltungsgericht der Auffassung, dass die Um-

satzprognosen, welche A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) auf dem frag-

lichen vorgeblichen «Arbeitspapier» bzw. «Marktbearbeitungsdokument» 

im Hinblick auf das Treffen vom 23. Januar 2012 vorgenommen hat, für 

sich genommen auch lediglich die persönlichen, fiktiven Schätzungen zur 

Auftragslage einer umtriebigen, sich Überblick verschaffenden Person dar-

stellen können. Es ist nicht erstellt, dass es sich hierbei um ein eigentliches 

B-3096/2018 

Seite 37 

Sitzungsprotokoll handelt, welches ausnahmslos während der Bespre-

chung aufgesetzt worden ist. Anzumerken ist aber immerhin, dass die La-

zzarini AG das Stattfinden von mehreren sog. «Dreiergesprächen» zwi-

schen A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdefüh-

rerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2), B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin 2) und C._____ (damaliger Nieder-

lassungsleiter der Lazzarini AG) jeweils zu Beginn des Jahres im Zeitraum 

zwischen 2008 und 2012 im vorinstanzlichen Verfahren eingeräumt sowie 

ferner in ihrer gerichtsnotorischen Beschwerde (Verfahren B-3290/2018) 

nochmals bestätigt hat.  

21. Weiter lassen sich die regelmässig gebildeten ARGE insbesondere 

auch mit den im fraglichen Zeitraum beschränkten Kapazitäten der Lazza-

rini AG im Unterengadin erklären. Es ist an sich ohne Weiteres denkbar, 

dass die Lazzarini AG lediglich ihre vorhandenen Ressourcen möglichst 

effizient einzusetzen versuchte, indem sie sich auf grössere (Tief-)Baupro-

jekte konzentrierte. Dies kann gerade auch dem bloss einseitigen Willen 

eines profitorientierten Unternehmens entsprechen, und die Lazzarini AG 

war grundsätzlich nicht verpflichtet, auf eine Veränderung ihrer Wettbe-

werbsfähigkeit hinzuwirken. Wie auch die Lazzarini AG in ihrer Beschwer-

dereplik (Verfahren B-3290/2018) vorbringt, hat die Vorinstanz – eingestan-

denermassen sowie wissentlich und willentlich (siehe die vorinstanzliche 

Stellungnahme vom 4. September 2018 zur Beschwerde der Lazzarini AG 

vom 4. Juni 2018 im Parallelverfahren B-3290/2018, Rz. 78 5. Lemma) – 

nicht aufgezeigt, dass die ARGE systematisch gebildet wurden, um kon-

kurrierende Einzelofferten zu verhindern. Insoweit die Zulässigkeit der 

ARGE aber nicht beurteilt wurde, können sie keine eindeutigen Indizwir-

kungen entfalten. In dieser Hinsicht enthält im Übrigen auch der «Daten-

satz der Offertöffnungsprotokolle [DOP]» (siehe E. 13.20 hiervor) keine 

einschlägigen Angaben. Damit bleibt zugleich offen, ob die ARGE tatsäch-

lich – wie die Beschwerdeführerinnen geltend machen – in jedem Einzelfall 

unbedenklich waren. Ebendeswegen sind die ARGE (an sich) auch nicht 

rechtfertigungsbedürftig, weshalb auf die diesbezüglichen (hilfsweisen) 

Vorbringen der Beschwerdeführerinnen nicht weiter einzugehen ist. 

22. Mit Vorsicht sind zudem die Elemente «Übereinstimmende Interessen-

lage der Beschwerdeführerinnen und der Lazzarini AG» und «Wahrneh-

mungen des Architekten E._____» zu würdigen. Ersteres stellt ein eher 

schwaches Indiz dar, weil das Verhalten der fraglichen Beteiligten auch den 

marktimmanenten Verhältnissen (relative Abgeschiedenheit des Unteren-

gadins; beschränkte Kapazitäten sowie schwache Nachfrage namentlich 

B-3096/2018 

Seite 38 

im Hochbau mit Blick auf die Lazzarini AG) geschuldet sein kann. Tatsäch-

lich war die Lazzarini AG – wie soeben dargelegt (siehe E. 21 hiervor) – 

unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten grundsätzlich ebenso we-

nig gehalten, ihre Marktstellung zu forcieren.  

E._____ wiederum betrieb im fraglichen Zeitraum ein Architekturbüro im 

Unterengadin im Bereich Hochbau. Er bemerkte, dass die Lazzarini AG bei 

Hochbauprojekten im Unterengadin immer höhere Preise offerieren würde 

als die Bezzola Denoth AG. Dies, obwohl F._____, sein damaliger Nachbar 

und Bauführer bei der Lazzarini AG, ihn jeweils angefragt habe, ob die La-

zzarini AG bei von ihm betreuten Projekten offerieren dürfe. Eines Tages 

habe F._____ (damaliger Bauführer der Lazzarini AG) ihm (dem Architek-

ten E._____) mitgeteilt, dass er diesbezüglich mit C._____ (damaliger Nie-

derlassungsleiter der Lazzarini AG) gesprochen und letzterer ihm 

(F._____) Folgendes mitgeteilt habe: Die Lazzarini AG habe mit der Bez-

zola Denoth AG vereinbart, sich im Hochbau im Unterengadin nicht einzu-

setzen. Die Lazzarini AG wolle die Zusammenarbeit im Bereich Tiefbau mit 

der Bezzola Denoth AG in ARGE nicht gefährden (siehe act.III.21). Hinge-

gen betreffen diese Aussagen des Architekten E._____ wiederum weitge-

hend Wahrnehmungen vom Hörensagen (angebliche Bemerkungen von 

F._____ [damaliger Bauführer der Lazzarini AG], welcher diesbezüglich 

nicht selbst befragt wurde); darüber hinaus sind die persönlichen Beweg-

gründe, welche den Architekten E._____ zu den fraglichen Stellungnah-

men veranlasst haben können, ungeklärt geblieben. 

23. Die in den Erwägungen 20 bis 22 hiervor gewürdigten Beweiselemente 

haben mit Blick auf das Beweisthema (Vorliegen eines sachlichen Gesamt-

konsenses) wie gesehen einen neutralen Charakter. Sie lassen ein Anders-

sein (kein Vorliegen eines sachlichen Gesamtkonsenses) offen. Sie be-

gründen für sich genommen derweil ebenso wenig erhebliche Zweifel bzw. 

legen ein Anderssein keineswegs nahe. Anhand des vollständigen Indizi-

engefüges bzw. der hiernach zu würdigenden Beweiselemente kann der 

Überzeugungsbeweis infolgedessen grundsätzlich weiterhin gelingen 

(siehe E. 17 f. hiervor). Tatsächlich führt – wie nachfolgend zu zeigen ist – 

die Gesamtheit der von der Vorinstanz angeführten sowie ersichtlichen In-

dizien denn auch zum überzeugenden Schluss, dass zwischen den Be-

schwerdeführerinnen 1 und 2 und der Lazzarini AG in sachlicher Hinsicht 

ein Gesamtkonsens bestand. 

B-3096/2018 

Seite 39 

24. Ein erstes Indiz für das Bestehen des sachlichen Gesamtkonsenses 

stellen die jährlich mehrmalig stattfindenden Treffen von A._____ (damali-

ger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der 

Beschwerdeführerin 2) und D._____ (damaliger Geschäftsführer der Laz-

zarini AG) zwecks Festlegung der «Strategie» dar (siehe E. 13.13 hiervor). 

Gemäss A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerde-

führerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) fanden die besagten Tref-

fen ungefähr drei- bis viermal pro Jahr statt, und es wurde jeweils «in einem 

frühen Stadium besprochen, wo eine ARGE sinnvoll sein könnte» 

[act. VII.B.49, Rz. 611 und 622 f.]. D._____ (damaliger Geschäftsführer der 

Lazzarini AG) und er (A._____) hätten jeweils «Informationen über die Ge-

meinden, die RHB usw. [gehabt] und man tauschte sich aus» (ebendort, 

Rz. 621 f.). Regelmässige Treffen zur gemeinsamen Strategiefestlegung 

gestützt auf geteilte Informationen lassen den Willen zu einer koordinierten 

Zusammenarbeit erkennen, welche über die fallbezogene Bildung von 

ARGE und projektspezifische Absprachebemühungen hinausgeht. Der 

hohe Grad an projektübergreifendem Koordinationswillen wird zudem aus 

der E-Mail vom 5. Februar 2010 von D._____ (damaliger Geschäftsführer 

der Lazzarini AG) u.a. an A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) und 

B._____ (damaliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 2) ersicht-

lich. Darin schlug D._____ den beiden vorgenannten Adressaten vor, an-

gesichts der Vorgabe, keine ARGE, nachwievor miteinander zu kooperie-

ren und sich gegebenenfalls an einem Termin zu besprechen (siehe 

E. 13.4 hiervor). Der besagte Koordinationswille wird weiter durch die E-

Mail vom 9. August 2011 von B._____ (damaliger Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin 2) an F._____ (damaliger Bauführer der Lazzarini AG) in 

Sachen «Offerten» bestätigt, welche sowohl das Projekt «Via Porta 2011» 

als auch das Projekt «Brücke St. Valentin» betrifft (siehe E. 13.8 hiervor). 

Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 bzw. die Lazzarini AG mussten in ihren 

gegenseitigen E-Mails nicht auf Details eingehen. Vielmehr reichte eine 

schlichte Anfrage, und die betreffende Kontaktperson wusste aufgrund der 

geführten Vorbesprechungen und Strategiefestlegungen meist sogleich, 

was bei fehlendem Interesse (z.B. an einer ARGE bzw. infolge anderweiti-

ger Auslastung) zu tun ist. Dies zumal eine Stützofferte preislich 3 bis 5 % 

höher einzureichen war, wobei man sich mit den üblichen Berechnungen 

und technischen Dokumenten bediente. 

25. Ein weiteres Indiz für das Bestehen eines sachlichen Gesamtkonsen-

ses stellt folgendes Muster im Vorgehen dar: Namentlich bei Submissions-

ausschreibungen für Tiefbauleistungen haben die Beschwerdeführerinnen 

B-3096/2018 

Seite 40 

1 und 2 und die Lazzarini AG «eine ARGE gemacht und andernfalls eine 

Schutzofferte» (Aussage von C._____ [damaliger Niederlassungsleiter der 

Lazzarini AG] in der mündlichen Ergänzung der Bonusmeldung vom 1. No-

vember 2012 [act. IX.B.4, Rz. 40 f.]; siehe auch die in E. 24 hiervor zitierte 

Aussage von A._____ [damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwer-

deführerin 1 sowie VRP der Beschwerdeführerin 2]). C._____ führt mit Be-

zug auf das besagte Vorgehensmuster in Rz. 25 ff. ebendort weiter aus, 

dass ARGE bei genügend Kapazitäten der Lazzarini AG gegründet, an-

dernfalls Stützofferten zur Verhinderung eines Verfahrensabbruchs man-

gels Zweitofferten abgegeben worden seien. Besagtes Vorgehensmuster 

ist auch aus der E-Mail vom 17. März 2010 von C._____ (damaliger Nie-

derlassungsleiter der Lazzarini AG) an B._____ (damaliger Geschäftsfüh-

rer der Beschwerdeführerin 2) betreffend «EKW Flachdachsanierung Zent-

rale Pradella» erkennbar (siehe E. 13.5 hiervor). Auch A._____ (damaliger 

VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 sowie VRP der Be-

schwerdeführerin 2) bemerkte anlässlich der mündlichen Ergänzung zur 

Selbstanzeige vom 9. Februar 2018 (act. VII.B.49, Rz. 136 ff.), die Lazza-

rini AG habe «sich vornehmlich für grössere Tiefbauprojekte interessiert, 

aber nicht alleine, sondern in Zusammenarbeit mit der Foffa Conrad-

Gruppe. Wenn ihre Kapazitäten in diesem Bereich gebunden [gewesen 

seien, habe] sie sich nicht für den übrigen Markt im Unterengadin interes-

siert». Notabene realisierte die Lazzarini AG zumindest in den Jahren 2008 

bis 2011 unbestrittenermassen folgende gerundeten Prozentsätze ihres 

Umsatzes im Unterengadin aus ARGE mit den Beschwerdeführerinnen 

1 und 2 (siehe Rz. 282 5. Lemma der angefochtenen Verfügung; zum Jahr 

2012 siehe E. 36 hiernach):  

 2008 [> 90] % 

 2009 100 % 

 2010 100 % 

 2011 [70 – 80] % 

 

Die projektübergreifende Zusammenarbeit war für die Lazzarini AG dem-

nach von erheblicher Tragweite, was sich auch mit der Aussage von 

A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 

sowie VRP der Beschwerdeführerin 2) deckt, wonach die Beschwerdefüh-

rerinnen in den fraglichen Jahren nur vereinzelt in direkter Konkurrenz ge-

standen hätten. Erst ab dem Jahr 2012 sei dies häufiger vorgekommen 

(ebendort, Rz. 129 ff. und 141 ff.). Zugleich erfasst der besagte Konsens 

demzufolge auch die ARGE. Deren Zulässigkeit im Einzelfall kann – ent-

gegen den beschwerdeführerischen Vorbringen – aber offenbleiben, weil 

B-3096/2018 

Seite 41 

dies am Bestehen des Konsenses nichts zu ändern vermöchte bzw. den 

Konsens nicht ausschliessen würde. Wesentlich ist hingegen, dass insbe-

sondere die systematische Ressourcenauslastung der Lazzarini AG im Un-

terengadin mittels frühzeitiger ARGE-Bildung sowie die anschliessenden 

Stützofferten zur Verhinderung von Verfahrensabbrüchen (mangels 

Zweitofferten) auf eine projektübergreifende Koordination des Marktverhal-

tens (d.h. einen sachlichen Gesamtkonsens) schliessen lassen. Mit Blick 

auf den «Datensatz der Offertöffnungsprotokolle (DOP)» ist darüber hinaus 

zu konstatieren, dass die gemeinsame Strategie sehr erfolgreich war 

(siehe E. 13.20 hiervor): Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und die Laz-

zarini AG vereinten über 70 % des Gesamtumsatzes aller erfassten Offert-

öffnungen im Unterengadin auf sich; bei öffentlichen Submissionen mit ei-

nem Bauvolumen über Fr. 500'000.– gingen umsatzgewichtet gar über 

90 % der Aufträge an die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und die Lazzarini 

AG. 

26. Als drittes Indiz für das Vorliegen eines sachlichen Gesamtkonsenses 

ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 und die 

Lazzarini AG ihre Angebotspreise bei einzelnen Bauprojekten regelmässig 

koordiniert oder hierzu Bemühungen unternommen haben. Dabei genügt 

es, auf die dreizehn projektspezifischen Absprachen und Absprachebemü-

hungen abzustellen, welche nach Auffassung der Beschwerdeführerinnen 

«[u]nbestritten und erwiesen sind» (Rz. 112 der Beschwerde). Unbeacht-

lich ist, dass es sich im Wesentlichen um «Alibiofferten» oder «Schutzof-

ferten» gehandelt haben mag. Das Abredeverhalten bestand nämlich ei-

nerseits in Verhaltensweisen, welche als Schutznahmen bezeichnet wer-

den, andererseits in sogenannten Stützofferten. Unter Schutznahmen wird 

das Verhalten verstanden, mit welchem sich absprechende Unternehmen 

denjenigen Abspracheteilnehmer bestimmen, welcher direkt von der Ab-

sprache profitieren soll, indem er den zu vergebenden Submissionsauftrag 

erhalten soll. Die Absprache läuft in aller Regel über den Preis und erlaubt 

dem geschützten Unternehmen den tiefsten Preis aller Abspracheteilneh-

mer einzureichen, was in der Regel zur Auftragserteilung an das ge-

schützte Unternehmen führt. Unter einer Stützofferte (oder Scheinofferte) 

wird eine Offerte verstanden, mit welcher die Abspracheteilnehmer die Of-

ferte des geschützten Unternehmens überbieten. Eine Stützofferte wird so-

mit nur zum Schein eingereicht und bezweckt die Steuerung des Zuschlags 

zugunsten des geschützten Unternehmens (Urteil des BGer 2C_845/2018 

vom 3. August 2020 Umbricht Sachverhaltsbst. A; Entscheid der WEKO 

vom 22. April 2013 in Sachen Strassen- und Tiefbau im Kanton Zürich, pu-

bliziert in der Reihe «Recht und Politik des Wettbewerbs» [RPW] 2013/4, 

B-3096/2018 

Seite 42 

S. 524 ff., Rz. 6 f.). Unbedeutend ist zudem, dass die besagten Abspra-

chen und Absprachebemühungen im Verhältnis zu den durchschnittlichen 

jährlichen