# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e11e3f20-8456-542d-8919-8606643470a6
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-26
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung 26.10.2021 OG O3V-21-5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_OG-O3V-21-5_2021-10-26.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A. 

 

 

 

Vorinstanz Versicherung B. 

 

 

 

Beigeladene     Versicherung C. 

 

 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
3. Abteilung 

 

Urteil vom 26. Oktober 2021 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser 

Oberrichter H.P. Fischer, F. Windisch, M. Schneider, E. Ganz 

Obergerichtsschreiber M. Giger 

 

 

 

Verfahren Nr. O3V 21 5 

 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

Gegenstand Leistungen der Unfallversicherung  

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Versicherung 

B. vom 17. Februar 2021 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers (sinngemäss): 

Die Versicherung B. sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung 

über den 15. Mai 2020 hinaus zu erbringen. 

 

b) der Vorinstanz: 

1. Die Beschwerde vom 19.03.2021 sei abzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Der am XX.XX. geborene A. (nachfolgend: der Versicherte oder Beschwerdeführer) ist seit 

dem 1. Mai 2018 bei der Generalagentur D. angestellt und in dieser Eigenschaft bei der 

Versicherung B. (in der Folge: Versicherung B. oder Vorinstanz) obligatorisch gegen die 

Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 2. März 2019 fuhr er als Teil der 

Crew eines Viererbobs die Olympiabobbahn von Innsbruck hinunter. Dabei erhielt er in einer 

Kurve einen seitlichen Schlag im Bereich der linken Rückenseite (Bagatellunfallmeldung vom 

15. März 2019, act. 9.001). Der erstbehandelnde Arzt E. diagnostizierte damals "Prellungen 

Hüfte/Beckenrand" seitlich (act. 9.004). Die Versicherung B. gewährte hierfür zunächst die 

gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 stellte 

die Versicherung B. ihre Leistungen alsdann per 15. Mai 2020 ein, wobei sie erwog, dass der 

Status quo sine vel ante spätestens per letzterem Datum erreicht sei (act. 9.016). Auf 

erhobene Einsprache hin bestätigte die Vorinstanz mit Entscheid vom 17. Februar 2021 

grundsätzlich die Leistungseinstellung per 15. Mai 2020, wobei sie in ihrer Begründung 

nunmehr jedoch davon ausging, dass das vom Versicherten gemeldete Schadensereignis 

gar keinen Unfall im Rechtssinne darstelle (act. 9.030). 

 

B. Mit Eingabe vom 19. März 2021 erhob der Versicherte Beschwerde beim Obergericht und 

stellte das eingangs zitierte Rechtsbegehren (act. 1). Der per Beiladung ins Verfahren ein-

bezogene Krankenversicherer erklärte am 26. April 2021, er verzichte auf eine Stellung-

nahme (act. 4). Am 11. Juni 2021 erstattete die Versicherung B. ihre Vernehmlassung, in 

welcher sie die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde beantragte (act. 8). Der 

Beschwerdeführer machte von dem ihm eingeräumten Replikrecht keinen Gebrauch. 

  

 

Seite 3 

Erwägungen 

 

1. 1.1 

Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. 

Zuständig für die Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten ist gemäss 

Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 

in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Da der 

Beschwerdeführer seinen Wohnsitz in F. hat, ist die Zuständigkeit des ausserrhodischen 

Versicherungsgerichts gegeben.  

 

1.2 

Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes vom 13. September 

2010 (bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwer-

den aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Das Gesamtgericht hat Beschwerden in 

Sozialversicherungssachen mit medizinischen Fragestellungen der 3. Abteilung zur Beur-

teilung zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons Appenzell Ausser-

rhoden [https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerdesache zuständig ist.  

 

1.3 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen ergibt, 

dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten des Beschwerdefüh-

rers als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die Beschwerdeschrift 

erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Un-

fallversicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG). 

 

1.4 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

2.  2.1      

Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versiche-

rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt 

(Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei bestimmten unfallähnli-

chen Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für 

Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3). 

 

Seite 4 

 

2.2 

Ein Unfall ist gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

 

2.3 

Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf 

die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prü-

fung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem 

objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Übli-

chen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass 

an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen 

allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis). 

 

2.4 

Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in 

einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, 

dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aus-

senwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «pro-

grammwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhn-

liche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper 

und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher 

Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen).  

 

2.5 

Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versicherten Per-

son glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, 

ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen 

Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallver-

sicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen 

des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes 

wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien 

heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht 

wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat 

dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt 

 

Seite 5 

(BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b). Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdar-

stellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt 

(BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3). 

 

2.6 

Ohne besonderes Vorkommnisse ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhn-

lichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hin-

weis). Dies bestätigt ein Blick auf verschiedene von der Rechtsprechung beurteilte Sport-

verletzungen: Bei einer Lehrerin, die in einer Turnstunde eine Rolle vorwärts ausführte und in 

der Folge behandlungsbedürftige Beschwerden im Nackenbereich verspürte, wurde das Vor-

liegen eines Unfalls im Rechtssinne verneint (Urteil des Eidgenössischen Versicherungs-

gerichts U 98/01 vom 28. Juni 2002 E. 1). Ebenfalls keinen Unfall im Rechtssinne erleidet, wer 

ohne besondere Vorkommnisse einen Rückwärtspurzelbaum ausführt und dabei eine Trau-

matisierung der HWS erleidet (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 322/02 

vom 7. Oktober 2003 E. 4.2, 4.4 und 5.4) oder wem eine Rückwärtsrolle im Jiu-Jitsu-Training 

misslingt und wer dabei nicht über die Schulter, sondern über das Genick rollt (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_189/2010 vom 9. Juli 2010 E. 4 und 5). Dagegen wurde der Unfallbegriff 

bejaht bei einem nicht näher beschriebenen Sturz beim Kampfsporttraining mit Verletzung der 

linken Schulter (Urteil des Bundesgerichts 8C_826/2008 vom 2. April 2009 E. 5.1) und einem 

Bandencheck im Eishockey (BGE 130 V 117 E. 3). Im in BGE 130 V 117 beurteilten Fall hatte 

sich der Versicherte beim Check gegen eine Bande verletzt. Das Bundesgericht gelangte in 

Erwägung 3 zur Beurteilung, durch diesen Vorgang sei der natürliche Ablauf der Körperbe-

wegung programmwidrig beeinflusst worden, worin die Ungewöhnlichkeit des Geschehens 

liege. Auch wenn derartige Körperattacken im Eishockey häufig vorkämen, ändere dies nichts 

daran, dass sie zu einer unvorhersehbaren Beeinträchtigung des vom Spieler vorgesehenen 

Bewegungsablaufs führten. Jeder Spieler müsse zwar damit rechnen, dass er gefoult werde, 

er könne allerdings nicht voraussehen, wie sich die Körperattacke auf den natürlichen Bewe-

gungsablauf auswirken werde. 

 

2.7 

Generell ergibt sich aus der Rechtsprechung zu Sportverletzungen, dass der äussere Faktor 

ungewöhnlich ist, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant, nicht aber, wenn ein 

Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster der betreffenden Sport-

art fällt und sich das einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirk-

licht. Auch wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in 

der Spannweite des Üblichen bewegt, liegt kein Unfallereignis vor (Urteil des Bundesgerichts 

8C_835/2013 vom 28. Januar 2014 E. 5.1 sowie Urteil des Eidgenössischen Versicherungs-

gerichts U 322/02 vom 7. Oktober 2003 E. 4.4; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die 

 

Seite 6 

Unfallversicherung [UVG], 4. Auflage 2012, S. 43 mit Hinweisen). Zu beachten ist auch, dass 

sich ein Vorfall für gewisse Personen als ungewohnt, für andere aber als durchaus normal 

erweisen kann, so dass es nicht gerecht wäre, für alle Versicherten die gleichen Kriterien an-

zuwenden. So handelt es sich beispielsweise bei einem Sturz für einen Spaziergänger um ein 

aussergewöhnliches Ereignis, nicht aber für einen Schwinger während des Zweikampfes 

(RKUV 1992 Nr. U 156 S. 259; vgl. zum Ganzen Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich 

UV.2018.00188 vom 24. März 2020). Des Weiteren kann bei geübten Sportlern, bei denen mit 

einem reibungslosen Ablauf zu rechnen ist, eine misslungene Ausführung einen ungewöhnli-

chen Faktor darstellen, nicht aber bei einem Anfänger oder einer untrainierten Person (vgl. 

BGE 134 V 72 E. 4.2.3; vgl. IRENE HOFER in: Frésard-Fellay/Leuzinger/Pärli [Hrsg.], Basler 

Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2019, N. 35 zu Art. 6). 

 

 

3. 3.1 

Streitig ist, inwieweit der vom Beschwerdeführer als Unfall gemeldete Vorfall vom 2. März 2019 

mit dem Viererbob auf der Olympiabobbahn von Innsbruck den Unfallbegriff im Sinne von 

Art. 4 ATSG erfüllt. Die Vorinstanz verneinte einen Unfall mit Verweis auf das Fehlen eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors. Vorliegend hatte der Versicherte laut den Angaben des 

Allgemeinmediziners E. im Rahmen des nämlichen Ereignisses "Prellungen an der Hüfte/am 

Beckenrand seitlich" zugezogen (act. 9.004), wobei an dieser Stelle darauf hingewiesen sei, 

dass zur Beurteilung der Frage, ob das zu prüfende Ereignis einen Unfall im 

Rechtssinne darstellt, dessen diagnostische Einordnung durch die Ärzte nicht weiterhilft, da 

der juristische Unfallbegriff massgeblich ist. Für die Prüfung des Vorliegens eines ungewöhn-

lichen äusseren Faktors ist vorab auf die aktenmässig dokumentierten Angaben zum Hergang 

des Ereignisses vom 2. März 2019 einzugehen. Der "Bagatell-Meldung UVG" vom 15. März 

2019 (act. 9.001) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 2. März 2019 auf der 

Olympia-Bobbahn von Innsbruck mit dem Bobschlitten die Bahn herunterfuhr. In einer Kurve 

bemerkte er einen seitlichen Schlag im Bereich der linken Rückenseite Lendenwirbel (Bereich 

L1-L4). Im "Erstes Arztzeugnis – UVG" von Arzt E. vom 21. März 2019 ist festgehalten, dass 

der Versicherte bei einer Bobfahrt mit G. (Viererbob) bei einer Seitenwandtouchierung eine 

Kontusion/Prellung an Hüften, Becken/Flankenbereich an Bobseitenverkleidung erlitt 

(act. 9.004). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren führte der Versicherte aus, er sei damals 

mit zwei weiteren Personen/Fahrgästen und dem Bobpilot (Viererbob) mit einem Bobschlitten 

die Olympia-Bahn in Innsbruck hinuntergefahren. In einer schnellen Links-/Rechtskurve seien 

sie einmal nach rechts und dann sofort wieder nach links gedrückt bzw. mit einer gewissen G-

Kraft an die Innenwand des Bobs geschlagen worden. Da die Personen hintereinander so eng 

zusammensitzen, seien jeweils die Knie des Hintermannes genau auf der Höhe der 

Hüfte/Gesässe, so dass bei der hohen Geschwindigkeit, als er von einer Seite in die andere 

 

Seite 7 

geschlagen/gepresst worden sei, genau das Knie des Hintermannes am linken Gesäss 

gespürt habe (act. 1). Im "Frageblatt zur Verletzung" hatte der Versicherte erklärt, er sei als 

Gast mit einem Bobschlitten den Eiskanal runtergefahren. Dabei sei er hinter dem Pilot als 

zweite von vier Personen gesessen. In den schnellen Kurven sei es zum Schlag gekommen, 

weil der Bob eben nach links+rechts in die Kurven fahre. In Bezug auf die Frage, ob sich etwas 

Besonderes, Unvorhergesehenes ereignet habe, erklärte der Versicherte: "eben seitlich im 

Bob, vielleicht war es auch das Knie von der dritten Person, die hinter mir sass. Auf jeden Fall 

war es ein Schlag. Dieser Schlag habe ich heftig gespürt." (act. 9.007). Bezüglich der Angaben 

des Beschwerdeführers ist festzustellen, dass sich als unklar darstellt, wie seine Verletzung 

nun genau entstanden ist. Während der ärztliche Bericht von Arzt E. den Eindruck erweckt, 

der Versicherte habe sich die Verletzung aufgrund eines Anpralls am Bob zugezogen, scheint 

die Verletzung laut den Ausführungen in der Beschwerdeschrift auf den Schlag eines anderen 

Bobinsassen zurückzuführen sein. Das Frageblatt zur Verletzung (act. 9.007) legt die 

Vermutung nahe, dass der Versicherte selber nicht imstande ist zu sagen, ob er den Schlag 

durch den Kontakt mit dem Bob oder durch das Bein seines Hintermanns erhielt. Der 

diesbezügliche genaue Hergang erscheint vorliegend auch nicht entscheidend. Denn letztlich 

gehören sowohl ein Anprall am Bob wie auch ein Schlag durch einen anderen Insassen zu 

jenen Risiken, wie sie dem Bobsport eigen sind. Die Vorinstanz führt zutreffend aus, dass es 

zum Wesen des Bobsports gehört, dass die eng hintereinander sitzenden Insassen des Bobs 

während der Fahrt (massiven) Schlägen auf den Körper ausgesetzt sind. Laut den 

Schilderungen des Versicherten stand am Ursprung des erlittenen Schlags, welcher die 

Prellung bewirkte, letztlich der Umstand, dass der Bob anscheinend im Zuge einer schnellen 

Links-Rechts-Abfolge die Seitenwand des Eiskanals touchierte. Gerade dies überschreitet 

keinesfalls das Übliche im Bereich des Bobfahrens, sondern ist der Sportart geradezu imma-

nent. Der Versicherte hatte gemäss ärztlichem Bericht vom 21. März 2019 (act. 9.004) ja auch 

ausgeführt, dass der Viererbob vom ehemaligen Weltcuppiloten G. gesteuert wurde. 

Entsprechend dürfte der Bob – wie auch der Versicherte erklärt – mit hoher Geschwindigkeit 

unterwegs gewesen sein. Die Kräfte, die unter diesen Voraussetzungen bei einem Anprallen 

des Bobs an der Wand des Eiskanals auf die Fahrer wirken, sind enorm. Anschaulich wird 

dies etwa anhand der Beschreibungen einer ehemaligen Bob-Weltmeisterin, welche erklärte, 

Bobfahren sei, als würde man "in einen Mülleimer geworfen und einen felsigen Hügel hinun-

tergetreten" (vgl. den Bericht "Der Tod der Bobfahrer" auf der Internetseite 

<https://www.zeit.de/sport/2020-07/bobfahrer-wintersport-suizid-kopfverletzung-rodeln-skele-

ton/seite-3-> [besucht am 2. August 2021]. Im Übrigen ist festzustellen, dass der Beschwer-

deführer den fundierten Ausführungen der Vorinstanz im Einspracheentscheid und in diesem 

Beschwerdeverfahren, gemäss welchen mangels Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors der Unfallbegriff nicht erfüllt sei, letztlich nichts entgegenhielt. Insbesondere macht er 

nicht geltend, es hätten im Rahmen des fraglichen Ereignisses vom 2. März 2019 Umstände 

 

Seite 8 

vorgelegen, die das Normalmass an Einwirkungen auf den menschlichen Körper, wie sie beim 

Bobsport üblich sind, überschritten. 

 

3.2 

Nachdem zusammenfassend das vom Versicherten gemeldete Ereignis vom 2. März 2019 

zufolge Fehlen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors den Unfallbegriff im Sinne von Art. 4 

ATSG nicht erfüllt, erweist sich der vorinstanzliche Entscheid, gemäss dem eine Leistungs-

pflicht des Unfallversicherers über den 15. Mai 2020 hinaus nicht besteht, als korrekt. Soweit 

die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die Auffassung vertrat, die Versicherung B. 

habe zu Unrecht UV-Leistungen erbracht, ist dem im Sinne obiger Erwägungen zuzustimmen. 

Letztlich enthält der fragliche Entscheid aber nur eine Verfügung hinsichtlich der Frage, ob die 

Leistungseinstellung per 15. Mai 2020 gerechtfertigt war. Dementsprechend kann einzig dieser 

Punkt Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 1A.352/1999 vom 12. Juli 2000 E. 3 a) mit Verweisen). 

 

 

4. 4.1 

Die Versicherung B. prüfte im angefochtenen Entscheid das Ereignis vom 2. März 2019 noch 

unter dem Blickwinkel einer unfallähnlichen Körperschädigung. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG 

kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die 

Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung vom 

20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. So 

sind gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV die abschliessend (vgl. BGE 116 V 140 E. 4a mit Hinweisen; 

ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 202) aufgelisteten 

Körperschädigungen (Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV), sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung 

oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung 

Unfällen gleichgestellt. Es handelt sich dabei um Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von 

Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), 

Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h). Das bei einem 

Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors ist also bei den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. 

Hingegen hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (nachfolgend: EVG) in BGE 129 V 

467 E. 2.2 seine Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach mit Ausnahme der 

Ungewöhnlichkeit auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen 

Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein müssen. Dies gilt namentlich für das 

Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter – gleich wie beim äusseren 

Faktor des Unfallbegriffs – ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, 

sinnfälliger – eben unfallähnlicher – Einfluss auf den Körper in Form einer unabhängigen 

 

Seite 9 

Krafteinwirkung zu verstehen ist (vgl. E. 3.1). Die schädigende Einwirkung kann auch im Falle 

eines unfallähnlichen Ereignisses in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_147/2014 vom 16. Juli 2014, E. 2.3; BGE 129 V 468 f. E. 4.1; vgl. zum 

Ganzen Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen UV 2017/39 vom 16. März 2019). 

 

4.2 

Vorliegend hatte der Allgemeinmediziner E. in seinem ärztlichen Bericht vom 21. März 2019 

wie gesehen die Diagnose "Prellungen Hüften/Beckenrand seitlich gestellt". Die Vorinstanz 

macht mit Recht geltend, dass eine Prellung nicht unter den als abschliessend zu 

verstehenden Katalog gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG fällt, und ebenso korrekt verneint hatte sie 

dies bezüglich der im MRI vom 15. Mai 2020 (vgl. act. 9.009) gestellten Diagnosen (Mittel-

gradige Chondrose L3-4; fortgeschrittene erosive Osteochondrose L5/S1 […]; Diskusher-

nie/Diskusprotrusion [vgl. BGE 116 V 145; Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 725 

12 12 /96 vom 12. April 2012 E. 3]). Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich auch nichts 

anderes geltend. In diesem Sinne lässt sich hier das Ereignis vom 2. März 2019 (auch) nicht 

unter eine unfallähnliche Körperschädigung subsumieren. 

 

 

5. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid in allen Punkten als 

rechtens. Die Vorinstanz wies im Übrigen namentlich noch zutreffend auf die höchstrichterliche 

Rechtsprechung hin, gemäss welcher der Unfallversicherer die Möglichkeit hat, die durch Aus-

richtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et 

pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessu-

alen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzuschliessen, dies mit der Begründung, ein ver-

sichertes Ereignis liege – bei richtiger Betrachtungsweise – gar nicht vor (BGE 130 V 380). In 

diesem Sinne ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

 

6. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Dem unterliegenden Beschwerdeführer steht 

keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Für die Zusprechung einer 

Parteientschädigung an die obsiegende Vorinstanz fehlt eine gesetzliche Grundlage (UELI 

KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl. 2020, N. 218 f. zu Art. 61 ATSG; SUSANNE BOLLINGER, in: 

Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 77 zu Art. 61 

ATSG). 

 

  

 

Seite 10 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. Die Beschwerde von A. wird abgewiesen. 
 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet 
sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzureichen. 
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 
und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel 
angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde 
hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz, die Beigeladene und an das Bundes-

amt für Gesundheit. 
 
 
 

Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

Dr. iur. Manuel Hüsser 

Der Obergerichtsschreiber: 

 

 

lic. iur. Marc Giger 

 
 
 
 
 
 
 
versandt am: 2. November 2021