# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 816e86e1-f1fe-5be2-a60f-4d6d88166ab6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2014 E-2134/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2134-2014_2014-04-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-2134/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 1 4   

Besetzung 

 
Einzelrichter Walter Stöckli, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Albanien,  

zur Zeit im Transit Flughafen Zürich, 8058 Zürich, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 16. April 2014 / N (…). 

 

 

E-2134/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

Der Beschwerdeführer reichte am 28. März 2014 am Flughafen Zürich ein 

Asylgesuch ein. Mit Zuweisungsverfügung vom gleichen Tag verweigerte 

das BFM dem Beschwerdeführer vorläufig die Einreise in die Schweiz 

und wies ihm für die Dauer von maximal 60 Tagen den Transitbereich des 

Flughafens als Aufenthaltsort zu.  

Im Rahmen der Befragung zu seiner Person vom 31. März 2014 und der 

Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM vom 14. April 2014 brachte 

der Beschwerdeführer vor, er stamme aus der Stadt B._______ in (…). 

Im Jahr 1997 habe ein (….weit entfernter Verwandter….) den Politiker 

Sali Berisha bei einer Wahlveranstaltung unterbrochen und sich negativ 

über diesen geäussert, worauf dieser (….weit entfernter Verwandter….) 

vom Bruder des Polizeichefs von B._______ ermordet worden sei. Ein 

Bruder seines (….weit entfernter Verwandter….) hat dann diesen Mörder 

getötet. Dabei sei auch (…eine Person…) getötet und ein weitere (…) 

verletzt worden. Der Bruder des (….weit entfernter Verwandter….) sei in 

der Folge verschwunden, und alle seine männlichen Verwandten hätten 

sich im Ausland aufgehalten. Da der (…) Bruder des Beschwerdeführers 

unter einer anderen Identität in C._______ lebe, seien er selber, der 

Beschwerdeführer, und D._______ Ziel der Blutrache geworden. Er sei im 

Herbst 2000 auf Veranlassung von D._______ nach Griechenland 

ausgereist, wo er bis 2012 in E._______ bei einem entfernten 

Verwandten illegal gelebt und den Lebensunterhalt mit (…)arbeiten 

bestritten habe. In den Jahren 2010, 2011 und 2012 sei er nach 

B._______ zurückgekehrt, weil entweder die Grosseltern gestorben seien 

(2010: für die Dauer von zwei Tagen; 2011: sehr kurz) oder sein 

D._______ krank gewesen sei (2012: für rund 2 Wochen). Beim letzten 

Aufenthalt hätten Unbekannte auf ihn geschossen, als er sich in einem 

öffentlichen Café aufhalten wollte. Er sei den Tätern durch die Toilette 

entkommen und umgehend nach Griechenland zurückgekehrt. Im April 

2012 habe er Griechenland mit einem ihm nicht zustehenden 

griechischen Pass über den Flughafen Athen verlassen, weil er sich ein 

besseres Leben in den USA erhofft habe. Er sei via die Schweiz nach 

F._______ in New Jersey gereist, wo seit 2007 eine (…) mit ihrer Familie 

lebe. Indessen hätten ihn die amerikanischen Grenzbehörden bereits bei 

seiner Ankunft auf dem Flughafen verhaftet. Aus dem Gefängnis heraus 

habe er ein Asylgesuch gestellt und in der Folge anwaltliche Hilfe in 

Anspruch genommen. Ende März 2014 hätten ihn die amerikanischen 

Behörden über die Abweisung seines Asylgesuchs unterrichtet. Er habe 

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Seite 3 

im Gefängnis geglaubt, dass er in ein anderes Gefängnis verlegt werde. 

Indessen hätten ihn die amerikanischen Behörden in ein Flugzeug 

gesetzt, das ihn via die Schweiz nach Griechenland hätte transportieren 

sollen. Erst beim Umsteigen in Zürich habe er realisiert, dass er sich in 

der Schweiz befinde, und gegenüber den Grenzbehörden ein Asylgesuch 

gestellt. Er wolle nicht nach Albanien zurückkehren, da er dort Blutrache 

zu befürchten habe. 

Er reichte Kopien von Dokumenten seines Asylverfahrens in den USA ein. 

Darunter befanden sich keine Identitätspapiere. 

B.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 16. April 2014 stellte das BFM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies 

das Asylgesuch ab, verfügte seine Wegweisung aus dem Transitbereich 

des Flughafens Zürich und händigte dem Beschwerdeführer die 

editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus.  

C.   

Der Beschwerdeführer erhob gegen diese Verfügung am 22. April 2014 

per Telefax und Post beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde unter 

Verwendung eines Beschwerdeformulars auf Deutsch, das er 

unvollständig ausfüllte und mit einer auf Englisch abgefassten 

Begründung ergänzte. Beantragt wird mit der Beschwerde gemäss der 

vorgedruckten Rechtsbegehren auf Seite 2 des Formulars die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung, die Feststellung, dass die 

Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei, und die 

Anordnung der vorläufigen Aufnahme, die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung samt Verzicht auf Erhebung des Kostenvorschusses, 

eventualiter die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung; die 

vorsorgliche Anweisung der Behörde, sich jeder Kontaktaufnahme mit 

den Behörden des Heimat- und Herkunftsstaats zu enthalten sowie 

jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, und eventualiter 

bei erfolgter Datenweitergabe eine Information des Beschwerdeführers in 

einer separaten Verfügung. Auf Seite 3 der Beschwerde wurde, wiederum 

im vorgedruckten Teil des Formulars, zusätzlich die Beiordnung einer 

amtlichen Rechtsvertretung verlangt, ohne allerdings die beizuordnende 

Person namentlich zu bezeichnen. 

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Seite 4 

Der Beschwerde lag ein vom 22. April 2014 datiertes Schreiben einer 

Person des Beraterteams des Schweizerischen Roten Kreuzes des 

Kantons Zürich bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur 

Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG 

zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie 

auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2  

Die Beschwerde ist unter nachstehendem Vorbehalt frist- und 

formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der 

Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung 

besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der 

Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 

und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

Soweit der Beschwerdeführer Anträge zum Verfahren stellt – 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, 

vorsorgliche Anweisung der zuständigen Behörde, die Kontaktaufnahme 

mit den Behörden des Heimat- und Herkunftsstaats sowie jegliche 

Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen oder, bei bereits erfolgter 

Datenweitergabe, darüber in einer separaten Verfügung zu informieren –, 

so ist die Beschwerde mangelhaft, weil es an einer (individualisierten) 

Begründung fehlt (Art. 52 Abs. 1 VwVG). Ausserdem sind Eingaben 

grundsätzlich in einer Amtssprache des Bundes beziehungsweise 

fremdsprachige Texte zusammen mit einer Übersetzung in eine 

Amtssprache einzureichen (Art. 16 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 2 AsylG). Eine 

Rückweisung zur Verbesserung des Mangels (Art. 52 Abs. 2 VwVG i.V.m. 

Art. 6 AsylG; Art. 110 Abs. 1 AsylG) kann allerdings unterbleiben, weil die 

verfahrensrechtlichen Anträge mit dem vorliegenden Endentscheid 

gegenstandslos werden beziehungsweise aus prozessökonomischen 

Gründen, da die englische Beschwerdebegründung verständlich ist. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

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Seite 5 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.5 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in 

einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters 

beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e 

AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf 

die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

2.  

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen 

grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG sind Personen, 

die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, 

wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 

bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 

ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, 

solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 

namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit 

sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 

bewirken; frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. 

Nach Lehre und Rechtsprechung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.) 

erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft, wenn sie mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft mit gutem 

Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten muss, die ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu werden 

drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz 

erwarten kann. Die in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf 

Verfolgungsmotive sind über die sprachlich allenfalls engere Bedeutung 

ihrer Begrifflichkeit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen 

äusserer oder innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person oder 

Persönlichkeit des Opfers verbunden sind, erfolgt ist beziehungsweise 

droht. Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt 

die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die 

betroffene Person in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen 

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ausreichenden Schutz finden kann. Massgeblich für die Beurteilung der 

Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Entscheides – 

nicht diejenige im Zeitpunkt der Ausreise –, wobei allerdings erlittene 

Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht 

vor Verfolgung auf andauernde Gefährdung hinweisen kann. 

Veränderungen der Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und 

Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person 

zu berücksichtigen. 

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesent-

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

2.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch auf der Grundlage von Art. 7 

AsylG ab. Die Anzahl der geltend gemachten erlebten Attentate (ein 

einziger oder zwei oder drei Überfälle), die Anzahl der Schüsse auf den 

Beschwerdeführer (ein einziges Mal oder mehrere Male auf ihn 

geschossen), die letzten Kontaktdaten mit dem Bruder (2000 oder 2010), 

die Anzahl der Rückreisen nach Albanien (zwei oder drei), die Todesdaten 

der Grossmutter (2010 oder 2011) und des Grossvaters (2011 oder 2010) 

und der Besitz eines Passes (erhalten/nicht erhalten) seien 

widersprüchlich dargelegt worden. Weiter sei nicht nachvollziehbar, dass 

er zum Mittelpunkt der Blutrache geworden sein soll, weil zahlreiche 

andere männliche Verwandten existierten und er nur ein weit entfernter 

Verwandter des Täters sei. Es sei ferner unglaubhaft, dass er sich in 

einem öffentlichen Café trotz drohender Blutrache gezeigt haben soll. 

Unrealistisch erscheine ebenfalls, dass er den Tätern mit der geltend 

gemachten Leichtigkeit habe entkommen können. Ausserdem seien 

substanziierte Ausführungen zum Bruder in Albanien, zum Datum des 

Attentats auf D._______, zu den Beweggründen seiner Rückkehr nach 

Albanien und zu den Umständen und Ablauf des Überfalls im Café 

unterblieben. Der in Aussicht gestellte, dem BFM aber nicht vorliegende 

Zeitungsartikel zu den Vorfällen ab 1997 könnte nichts daran ändern, da 

aus einer Blutrache der 1990-er Jahre, die seine weitere Familie betroffen 

haben soll, nicht zu folgern sei, dass er seit dem Jahr 2000 persönlich 

zum Ziel dieser Blutrachehandlungen geworden sei. Somit seien die 

Vorbringen nicht glaubhaft, so dass deren Asylrelevanz nicht zu prüfen 

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sei. Demzufolge sei er kein Flüchtling und das Asylgesuch sei 

abzulehnen.  

2.2 Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde geltend, seine 

Aussagen in den Anhörungen seien zu unterschiedlichen Zeiten gemacht 

worden. Er sei nach der langen Reise unter Druck gestanden, weshalb es 

zu unterschiedlichen Aussagen gekommen sei. Er wolle sich hierfür 

entschuldigen. Die Wahrheit sei, dass an unterschiedlichen Terminen 

insgesamt zweimal auf ihn und einmal auf D._______ geschossen 

worden sei. Auch sei korrekt, dass er nach dem Jahr 2000 den Bruder, 

der in C._______ an einer ihm nicht geläufigen Anschrift wohne, nicht 

mehr gesehen habe. Er sei seit 2000 dreimal in Albanien gewesen: 2010 

und 2011 nach Todesfällen seiner Grosseltern und im November 2012 

wegen der Erkrankung von D._______. Die Antwort auf die gestellte 

Frage nach dem Reisepass basiere offensichtlich auf einem 

Missverständnis, denn er habe damals geglaubt, es gälte, die Frage nach 

dem aktuellen Besitz eines Reisepasses zu beantworten. Weiter treffe die 

Auffassung der Vorinstanz nicht zu, dass die albanischen Behörden 

seiner Person hätten habhaft werden können, wenn sie es gewollt hätten. 

So habe er Albanien bereits im Kindesalter verlassen, und die Behörden 

hätten ihn vom Gesicht her nicht erkannt. Würde er heute ins Heimatland 

zurückkehren, so könne er mangels Alternativen nur in seinem 

angestammten Haus leben. Dort würde man ihn finden und er würde 

Opfer der Blutrache werden. Bereits sei auf ihn und D._______ 

geschossen worden. Auch sei er geistig zur Zeit nicht in guter 

Verfassung, da ihm das Jahr im amerikanischen Gefängnis zugesetzt 

habe. Er sei somit bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat an Leib und 

Leben gefährdet. 

2.3 Im Sinne einer Gesamtwürdigung ist nachfolgend zu ermitteln, ob die 

für die Richtigkeit des Sachvortrags sprechenden Gründe überwiegen 

oder nicht, wobei auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen ist. 

2.3.1 Vorab ist festzustellen, dass das BFM auf der Basis eines 

rechtsgenügend festgestellten Sachverhalts entschieden hat, der keiner 

ergänzenden Anhörungen oder Abklärungen bedarf.  

2.3.2 Das BFM hat die geltend gemachten Ausreisegründe des 

Beschwerdeführers als den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht genügend erachtet. Dieser Einschätzung ist 

beizupflichten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die nicht zu 

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beanstandenden korrekten Ausführungen in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden. Der Beschwerde sind keine stichhaltigen 

oder erheblichen Entgegnungen zu entnehmen, die eine Änderung in den 

Fragen der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls zu bewirken 

vermöchten, denn sie erschöpfen sich im Wesentlichen in einem Verweis 

auf die bisherigen Vorbringen, stellen Angleichungen früherer Angaben an 

nicht wegzudiskutierende Realitäten dar oder erscheinen als 

Schutzbehauptungen.  

Den vorinstanzlichen Ausführungen ist Folgendes beizufügen: Wäre der 

Beschwerdeführer tatsächlich von einer drohenden Blutrache in Albanien 

unmittelbar betroffen gewesen, so hätte er nach der geglückten Einreise 

in Griechenland (Herbst 2000) wohl kaum während dreizehn Jahren 

darauf verzichtet, um Asyl nachzusuchen. Darüber hinaus hätte er später 

nicht zweimal (gemäss den bisher eingereichten amerikanischen 

Asylakten) respektive dreimal (gemäss aktuellem Asylverfahren) gewagt, 

sich am Wohnort seiner Eltern in Albanien länger als nötig blicken zu 

lassen. Gewiss hätte er sich nicht in ein öffentliches Clubcafé begeben, 

um zusammen mit Kollegen sich dort aufgehalten oder sich beim 

Billardspiel zu vergnügen. So zählte er den Polizeichef seines Wohnortes 

(B._______) zu seinen erklärten Gegnern, denn dessen Bruder sei vom 

(….weit entfernter Verwandter….) seines D._______ ermordet worden 

(vgl. Befragungen vom 31. März 2014 S. 13 f. und vom 14. April 2014 S. 

9). Das Aussageverhalten muss darüber hinaus in wichtigen Bereichen 

der Asylbegründung zusätzlich als oberflächlich und substanzlos 

bezeichnet werden. Wie ihm ohne Reisepass zwei- oder dreimal die 

Rückreise von Albanien nach Griechenland, wo er sich angeblich all die 

Jahre illegal aufgehalten haben will, geglückt sein soll, bleibt ungeklärt. 

Den Schilderungen fehlt es an der erforderlichen Begründungsdichte und 

Realitätsnähe, und es entsteht bei den Angaben des Beschwerdeführers 

nicht der Eindruck von tatsächlich erlebter Todesgefahr oder -furcht. 

Daran ändern auch seine Beweismittel nichts. 

2.3.3 Dem Beschwerdeführer ist es damit nicht gelungen, zumindest 

glaubhaft zu machen, dass er in Albanien ernsthafte Nachteile erlitten hat 

oder solche im Fall der Rückkehr ins Heimatland befürchten müsste. Er 

erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht. Das Bundesamt hat das 

Asylgesuch zu Recht und mit korrekter Begründung abgelehnt. 

3.  

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3.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

3.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 m.w.H.). Die Wegweisung wurde 

demnach zu Recht angeordnet. 

4.  

4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht durchführbar, das heisst 

unzulässig, unzumutbar oder unmöglich, regelt das Bundesamt das 

Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die 

vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt der 

gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, 

sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 

andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 

m.w.H.). 

4.2 Der Vollzug ist unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 

einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 

oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung 

vorliegend keine Anwendung finden; seine Rückkehr nach Albanien ist 

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unter diesem Aspekt rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus 

seinen Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 

den Fall einer Rückkehr in der Albanien mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) und jener des 

UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete 

Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm bei 

einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach dem Gesagten ist 

der Vollzug der Wegweisung im Sinne der asyl- und der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig.  

4.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete 

Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren.  

4.3.1 Es besteht kein Grund anzunehmen, der Beschwerdeführer gerate 

bei einer Rückkehr in sein Heimatland in eine existenzbedrohende Lage, 

da dort weder eine allgemeine und landesweite Gewaltsituation besteht, 

noch die allgemeine Menschenrechtssituation den Wegweisungsvollzug 

als unzumutbar erscheinen lässt. 

4.3.2 Einer Rückkehr des (…)-jährigen Beschwerdeführers stehen keine 

individuellen Gründe politischer, wirtschaftlicher, sozialer oder 

gesundheitlicher Natur entgegen. So wohnte er vor dem Verlassen seines 

Heimatlandes bei seinen Eltern in B._______, welche er gemäss seinen 

Angaben im schweizerischen Asylverfahren zwischen 2010 und 2012 

dreimal besucht hat . In Griechenland ging er jahrelang der 

Erwerbstätigkeit als (…) nach. Er verfügt mithin über ein bestehendes 

familiäres Beziehungsnetz in Albanien, kann zu Verwandten 

zurückkehren und dürfte auch seinen im Alter von (…) Jahren 

verlassenen Bekanntschafts- und Freundeskreis zum Teil reaktivieren 

können. Zudem konnte er bisher auf die Unterstützung seiner 

Verwandtschaft im Ausland, namentlich seiner Schwester im 

amerikanischen F._______ und seines Verwandten in Griechenland 

zählen, weshalb nicht anzunehmen ist, dass dies künftig anders sein 

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wird. Seine einschlägigen Erfahrungen im Ausland werden ihm den 

Einstieg ins Erwerbsleben erleichtern. Er machte zwar in der Beschwerde 

gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge seiner Erlebnisse in 

amerikanischen Haftanstalten geltend. Einerseits sind diese 

gesundheitlichen Einschränkungen ärztlich nicht belegt. Anderseits sind 

sie offenbar nicht von einer Art, dass er sich deswegen in der Schweiz in 

ärztliche Pflege hätte begeben müssen oder deswegen arbeitsunfähig 

geworden wäre. Die von ihm pauschal ins Feld geführten 

gesundheitlichen Einschränkungen stehen einem Wegweisungsvollzug 

somit nicht entgegen. Bei allfälligem Bedarf nach medizinischer 

Behandlung würden in Albanien entsprechende Einrichtungen mit 

Fachpersonal zur Verfügung stehen, namentlich in den grösseren Städten 

des Landes. 

4.3.3 Angesichts seines Alters, seines intakten Gesundheitszustandes, 

seiner beruflichen Erfahrungen und seiner Beziehungen zu Personen im 

Heimatland ist insgesamt davon auszugehen, dass er sich dort wieder in 

den Arbeitsmarkt integrieren kann. Ausserdem könnte er sich, falls er 

lokalen Gegebenheiten ausweichen möchte, an einem anderen Ort in 

Albanien, beispielsweise in der Grossstadt C._______, wo sein Bruder 

lebt, niederlassen. Soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, von 

denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, stellen im 

Übrigen keine Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG dar. Der 

Wegweisungsvollzug erweist sich mithin als zumutbar.  

4.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der 

zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr 

notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung als möglich 

zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).  

4.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung 

des Beschwerdeführers zu Recht als durchführbar erachtet. Nach dem 

Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

5.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

rechtskonform ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem 

Gesagten abzuweisen.  

E-2134/2014 

Seite 12 

6.  

6.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde als von 

vornherein aussichtslos zu qualifizieren, weshalb das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Prozessführung und 

Rechtsbeistand) ungeachtet der allfälligen, indes nicht belegten 

Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist. Das Gesuch um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit dem 

vorliegenden Urteil gegenstandslos geworden. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. 

Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] und Art. 63 Abs. 1 

VwVG).  

  

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Seite 13 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Stöckli Thomas Hardegger 

 

 

 

Versand: