# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d08ace0c-8872-537c-ba6a-cf048e0ef40a
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-14
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung 14.09.2021 OG O2V-20-71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_OG-O2V-20-71_2021-09-14.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A1. und A2. 

 

vertreten durch: AA. 

 

 

 

 

Vorinstanz Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden, Gutenberg-

Zentrum, 9102 Herisau 

 

 

 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung 

 

Urteil vom 14. September 2021 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser 

Oberrichterin J. Lanker 

Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger 

Obergerichtsschreiber M. Giger 

 

 

 

Verfahren Nr. 

 

 

 

Sitzungsort 

O2V 20 71 

 

 

 

Trogen 

 

 

  

Gegenstand Staats- und Gemeindesteuern 2018  

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der 

Steuerverwaltung vom 19. November 2020 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführer (sinngemäss): 

 Es sei in Bezug auf das Steuerjahr 2018 auf eine Aufrechnung der Einkünfte aus unselbstän-

diger Tätigkeit von Fr. 16‘489.-- pro Person zu verzichten und das steuerbare Einkommen 

entsprechend zu reduzieren. 

 

b) der Vorinstanz: 

1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführer. 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die B. ist im kantonalen Handelsregister eingetragen. Sie bezweckt X. Als Gesellschafter mit 

Einzelunterschrift fungieren A1. und A2. (Handelsregisterauszug; act. 7/5). 

 

B. Nachdem die kantonale Steuerverwaltung mit Verfügung vom 9. Juni 2020 für das Steuerjahr 

2018 in Bezug auf A1. und A2. (nachfolgend: die Beschwerdeführer oder Steuerpflichtigen) 

Einkünfte aus unselbständiger Tätigkeit für die B. von je Fr. 16‘489.-- ermittelt und veranlagt 

hatte, erhoben die Steuerpflichtigen am 8. Juli 2020 Einsprache, wobei sie geltend machten, 

die betreffenden Bezüge seien nachträglich storniert worden. Die Einsprache wurde von der 

Steuerbehörde mit Entscheid vom 19. November 2020 abgewiesen; im betreffenden 

Entscheid wurde für die Staats- und Gemeindesteuer 2018 von einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 62‘400.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 827‘000.-- 

ausgegangen (act. 2.1). 

 

C. Gegen den nämlichen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde der durch die AA. 

vertretenen Steuerpflichtigen vom 17. Dezember 2020, mit dem eingangs zitierten 

Rechtsbegehren (act. 1). Die Vernehmlassung der Vorinstanz mit dem Antrag auf 

Beschwerdeabweisung folgte am 26. Januar 2021 (act. 6). Die Beschwerdeführer machten 

von dem ihnen eingeräumten Replikrecht keinen Gebrauch. 

 

D. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den Akten sowie die Vorbringen der Parteien 

in den Rechtschriften wird, soweit für die Beurteilung entscheidrelevant, in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

  

 

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Erwägungen 

 

1. 1.1 

Nach Art. 188 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 (StG, bGS 621.11) kann der 

Einspracheentscheid innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Obergericht schriftlich mit 

Beschwerde angefochten werden. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist 

einzutreten. 

 

1.2 

Weil die Beschwerde die Veranlagung sowohl der direkten Bundessteuer als auch der 

Staats- und Gemeindesteuern betrifft, wurde sie mit Blick auf die unterschiedlichen Rechts-

grundlagen in zwei formell getrennte, aber gleichzeitig behandelte Verfahren aufgeteilt 

(O2V 20 71 und O2V 20 73). Das vorliegende Verfahren O2V 20 71 betrifft die Staats- und 

Gemeindesteuern 2018. 

 

 

2. 2.1 

Laut Art. 19 Abs. 1 StG unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und ein-

maligen Einkünfte. In Bezug auf Tätigkeiten aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hält Art. 20 

Abs. 1 StG fest, steuerbar seien alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlich-recht-

lichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonder-

leistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, 

Trinkgelder, Tantiemen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen und andere geld-

werte Vorteile. 

 

2.2 

Nach der allgemeinen Beweislastregel haben die Steuerbehörden den Nachweis zu erbrin-

gen, dass ein Steuerpflichtiger bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich hierbei um einen 

steuerbegründenden Umstand handelt. Der Nachweis eines Vermögenszuflusses begründet 

sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuerbares Einkommen darstellt. Die Ver-

mutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den Gegenbeweis erbringt, 

dass nämlich die zugeflossenen Einkünfte kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. 

Vorliegen eines steuerbaren Kapitalgewinns aus der Veräusserung beweglichen Privat-

vermögens). Das Risiko der Beweislosigkeit liegt somit hinsichtlich jener Tatsachen, aus 

denen sich die Nichtsteuerbarkeit einer Einkunft ergibt, beim Steuerpflichtigen (Urteil des Ver-

waltungsgerichts des Kantons Zürich SB.2010.00149 vom 27. Juni 2012 E. 3.3). Dabei hat 

der Steuerpflichtige die Tatsachen, für welche er die Beweislast trägt, in der Rechtsmittel-

schrift mittels einer substantiierten Sachdarstellung und durch Beschaffung oder Bezeichnung 

 

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von Beweismitteln darzulegen. Fehlt es daran, trifft die Rekursbehörde keine weitere Unter-

suchungspflicht. Alsdann wird zu Ungunsten des Steuerpflichtigen angenommen, der betref-

fende Sachverhalt habe sich nicht verwirklicht (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Kommen-

tar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, N. 53 zu § 147 StG). 

 

 

3. 3.1 

Vorliegend hatte die kantonale Steuerverwaltung – entgegen der entsprechenden Deklara-

tion – in Bezug auf das hier fragliche Steuerjahr 2018 für beide Steuerpflichtige ein 

Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit von je Fr. 16‘489.-- veranlagt. Sie stützte sich 

diesbezüglich auf die Lohnausweise für jenes Jahr (act. 7.2c). Die Beschwerdeführer berufen 

sich darauf, die Veranlagung der Einkünfte sei zu Unrecht erfolgt, weil sämtliche „Lohn“-

Bezüge (sic!) per 31. Dezember 2018 storniert und als Bezüge über das Kontokorrentdar-

lehen per eben diesem Datum abgebucht worden seien. 

 

3.2 

Vorab stellt sich die Frage der Massgeblichkeit der Lohnausweise, in denen jeweils ein 

Einkommen von Fr. 16‘489.-- zugunsten der beiden Beschwerdeführer ausgewiesen ist. Die 

Beschwerdeführer sind Gesellschafter mit Einzelunterschrift bei der B. Diese war ihrerseits 

von der Steuerverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden für das einschlägige 

Geschäftsjahr (1. September 2017 – 30. September 2018) mit Verfügung vom 19. Mai 2020 

veranlagt worden. Der nämlichen Veranlagung lag auch der offizielle Lohnausweis der beiden 

Beschwerdeführer, mit Datum vom 21. Dezember 2018, zugrunde (act. 7.2a). Nachdem die 

besagte Veranlagung der B. anscheinend unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, ohne 

dass es je zu einer Änderung der Angaben auf den Lohnausweisen kam, bringt dies letztlich 

auch die Verbindlichkeit der Lohnausweise im Rahmen der Besteuerung der beiden 

Beschwerdeführer als Gesellschafter der B. mit sich. In dieser Hinsicht ist allgemein zu 

beachten, dass die den Steuerbehörden abgegebene Jahresrechnung und Steuererklärung 

eine vorbehaltslose Wissens- und Willenserklärung seitens der steuerpflichtigen Gesellschaft 

enthält, mit dem Antrag, die Steuerfaktoren entsprechend der Steuererklärung festzusetzen. 

Aufgrund der Verbindlichkeit der Jahresrechnung sollen sich die Steuerbehörden auf die 

eingereichte Erfolgsrechnung, die Bilanz und den Anhang verlassen können, weshalb eine 

solche Erklärung nicht ohne weiteres widerrufen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

2C_928/2014 vom 9. Juni 2015 E. 6.2). Vorliegend würde eine Relativierung der Angaben auf 

den Lohnausweisen in diesem Beschwerdeverfahren somit auch die rechtskräftige 

Veranlagung der B. in Frage stellen, was nicht hingenommen werden kann. Kommt sodann 

hinzu, dass der Lohnausweis laut der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Urkunde im 

 

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strafrechtlichen Sinne darstellt (BGE 81 IV 166, 167 f.; vgl. auch BLOCH/RIEMER, Der Lohn-

ausweis als Gefahrenherd, TREX Der Treuhandexperte, 1/2018). Soweit die Beschwerde-

führer argumentieren, dass ihr Lohn storniert worden sei, liefe dies somit darauf hinaus, dass 

die B. – in Anbetracht der Rechtskraft ihrer eigenen Veranlagung – eine unwahre Urkunde 

ausgestellt hätte. 

 

3.3 

Abgesehen vom Lohnausweis stellen sich hier auch Fragen von vorsorge- und versicherungs-

rechtlicher Seite her. Die Beschwerdeführer wurden in ihrer Eigenschaft als Angestellte der 

B. bis zur Stornierung des Lohnes genau gleich behandelt wie gewöhnliche „Dritt-Arbeit-

nehmende“ und genossen namentlich vorsorge- und unfallversicherungsrechtlichen Schutz. 

Dies machen die von der Steuerverwaltung erwähnten Leistungen an die Verbandsaus-

gleichskasse „[…] Ausgleichskasse“ deutlich; die betreffenden Zahlungen fussten auf einem 

monatlichen Brutto-Einkommen von Fr. 1‘400.--, wobei noch Sozialabzüge hinzukamen 

(vgl. die Abrechnungen in act. 7.4). Auf der einen Seite wurden hier also gegenüber der 

Einrichtung „[…] Ausgleichskasse“ Löhne deklariert und Prämien abgerechnet und auf der 

anderen Seite ist über eine buchhalterische Transaktion – Storno des Lohnaufwandes und 

Gutschrift auf dem Gesellschafterkontokorrent – zugunsten des folgenden Geschäftsjahres 

eine Lohn-korrektur erfolgt. Der Umstand, dass in Bezug auf die Zahlungen an die 

Verbandsausgleichs-kasse offenbar nie eine Anpassung erfolgte, untermauert die Fest-

stellung, dass die nachträgliche buchhalterische Korrektur als nicht zulässig qualifiziert 

werden muss. Im Übrigen ist anhand der Unterlagen der „[…] Ausgleichskasse“ erstellt, dass 

die Beschwerdeführer gerade im hier fraglichen Zeitraum, also im Jahr 2018, der betreffenden 

Verbandsausgleichskasse angehörten. Der Eintritt bei dieser Einrichtung erfolgte demnach 

per 1. August 2017 und der Austritt per 1. Mai 2019.  

 

3.4 

Schliesslich sei bemerkt, dass es fragwürdig erscheint, wenn sich die Beschwerdeführer im 

Nachhinein auf die Rückzahlung einer Darlehensschuld berufen. Letztlich hatte die Leistung 

von je Fr. 16‘800.-- unstreitig als Lohnentgelt gedient, wie sich namentlich aus den betreffen-

den Lohnausweisen ergibt. In diesem Sinn stellt es sich als ungereimt dar, wenn die 

Beschwerdeführer einen ursprünglich ordnungsgemäss ausbezahlten, verbuchten und 

sozialrechtlich abgerechneten Arbeitslohn in eine – nicht näher bezeichnete Darlehensfor-

derung – umzudeuten versuchen.   

 

  

 

Seite 6 

3.5 

Zusammenfassend misslingt den Beschwerdeführern der Beweis, dass die zugeflossenen 

Einkünfte kein steuerbares Einkommen darstellen. Der angefochtene Entscheid erweist sich 

im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 

 

 

4. 4.1  

Die 2. Abteilung des Obergerichts hat in der vorliegenden Sache in der Funktion als Ver-

waltungsgericht entschieden. Vor Verwaltungsgericht betragen die Verfahrenskosten gemäss 

Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) grundsätzlich 

bis zu Fr. 5‘000.--. Innerhalb des Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und 

Arbeitsaufwand, der Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der wirtschaft-

lichen Leistungsfähigkeit der Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 20 VRPG). Gemäss 

ständiger Praxis der 2. Abteilung des Obergerichts wird in vergleichbaren Fällen üblicher-

weise eine Gebühr von Fr. 800.-- festgelegt, was auch im vorliegenden Fall angemessen 

erscheint.  

 

Im Rechtsmittelverfahren ist gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt 

oder auf dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 3 

VRPG). Die Beschwerdeführer sind unterlegen, weshalb sie ausgangsgemäss für die volle 

Entscheidgebühr im Betrag von Fr. 800.-- aufzukommen haben. Der von ihnen geleistete 

Kostenvorschuss von gleicher Höhe ist anzurechnen. 

 

 4.2 

 Den Beschwerdeführern steht als unterliegende Partei kein Entschädigungsanspruch zu 

(Art. 53 Abs. 3 VRPG e contrario), der obsiegenden Vorinstanz als Behörde ebenfalls nicht 

(Art. 24 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 53 Abs. 3 VRPG).   

 

Seite 7 

Das Obergericht erkennt: 

 
 
1. Die Beschwerde von A1. und A2. wird abgewiesen. 
 
 
2. Den Beschwerdeführern wird eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- auferlegt, unter Anrech-

nung des Kostenvorschusses von gleicher Höhe. 
 
 
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet 
sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schrift-
lich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die 
Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführer über deren Rechtsvertretung sowie die Vorinstanz. 
 
 
 

Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident:  

 

 

Dr. iur. Manuel Hüsser 

Der Obergerichtsschreiber:  

 

 

lic. iur. Marc Giger 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 17. September 2021