# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bda8e5d-0708-56f5-b21a-aeafd8f40488
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 10.10.2011 ZK1 2011 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2011-50_2011-10-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 10. Oktober 2011 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 11 50         17. Oktober 2011

Verfügung
I. Zivilkammer

Präsident Brunner
Aktuarin ad hoc Ambühl

In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Dieter Marty, Postfach 528, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid der erstinstanzlichen Beschwerdebehörde in Vormundschaftssa-
chen des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos vom 18. Juli 2011, mitgeteilt am 22. 
Juli 2011, in Sachen der Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin gegen die 
V o r m u n d s c h a f t s b e h ö r d e  P r ä t t i g a u / D a v o s , Berglistutz 8, Postfach 
631, 7270 Davos-Platz, Beschwerdegegnerin und Berufungsbeklagte,

betreffend fürsorgerischer Freiheitsentzug,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am 14. April 1985 geboren. Sie ist Bürgerin von X. und ledig. Ihr 
derzeitiger gesetzlicher Wohnsitz hat sie in Y.. A. ist entmündigt und durch Amts-
vormund C., Amtsvormundschaft Davos-Klosters, bevormundet.

B. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos vom 22./23. 
Dezember 2010 wurde A. gestützt auf Art. 397a des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches (ZGB; SR 210) in der psychiatrischen Klinik Waldhaus zurückbehalten. 

C. Mit Fax-Schreiben vom 9. Juni 2011 verlangte der Verein Psychex im Na-
men von A. deren sofortige Entlassung aus der Klinik Waldhaus. Daraufhin be-
schloss die Vormundschaftsbehörde mit Zirkulationsbeschluss vom 14. Juni 2011, 
mitgeteilt am 14. Juni 2011, was folgt:

„1. Das Entlassungsgesuch vom 9. Juni 2011 wird abgewiesen.

2. A. wird gestützt auf Art. 397a ZGB zur stationären Behandlung in der 
Psychiatrischen Klinik Waldhaus, 7000 Chur, zurückbehalten.

3. Die ärztliche Klinikleitung wird ersucht, A., zweckdienlich zu behan-
deln bis sie in eine andere Institution überwiesen werden kann. Die 
Überweisung selbst wird zum gegebenen Zeitpunkt erneut von der 
Vormundschaftsbehörde angeordnet (Art. 397b Abs. 3 ZGB).

4. Die Gebühr der Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos im Sinne 
von Art. 26a der Verordnung über die Geschäftsführung und Ent-
schädigung vormundschaftlicher Organe beträgt Fr. 250.00 und ist 
durch den Vormund, zu Lasten der Bevormundeten, mit beiliegendem 
Einzahlungsschein an die Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos 
innert 30 Tagen zu überweisen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

Zur Begründung führte die Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos im 
Wesentlichen aus, dass mittlerweile mehrfach dargetan sei, dass A. die notwendi-
ge persönliche Fürsorge derzeit nicht auf andere Weise als auf dem Weg eines 
stationären Aufenthalts in der psychiatrischen Klinik erbracht werden könne. Es 
sei nach wie vor das Ziel der Vormundschaftsbehörde, A. mittelfristig einer 
tatsächlichen Entziehungstherapie in Bezug auf Cannabis und Alkohol zuzuführen 
und ihr dann - wenn die psychotischen Rückfälle vermieden werden könnten - eine 
berufliche Tätigkeit zu ermöglichen, allenfalls in geschütztem Rahmen. Die Vor-

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mundschaftsbehörde Prättigau/Davos stützte sich dabei insbesondere auf die 
Stellungnahme der Chefärztin der Psychiatrischen Dienste Graubünden, Dr. med. 
B., vom 10. Juni 2011. 

D. Mit Fax-Eingabe vom 15. Juni 2011 gelangte der Verein Psychex an das 
Bezirksgericht Prättigau/Davos und verlangte die Aufhebung des Beschlusses 
vom 14. Juni 2011 der Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos sowie die soforti-
ge Entlassung von A. aus der Klinik Waldhaus. Darin wurde Rechtsanwalt lic. iur. 
D. Marty als Rechtsvertreter angegeben, welcher seine Vollmacht mit Schreiben 
vom 21. Juni 2011 nachreichte.

E. Sowohl die Amtsvormundschaft Davos-Klosters als auch die Vormund-
schaftsbehörde Prättigau/Davos beantragten in ihren Stellungnahmen an das Be-
zirksgericht Prättigau/Davos vom 4. Juli 2011 beziehungsweise 6. Juli 2011 die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

F. Am 11. Juli 2011 reichte die Klinik Waldhaus auf Verlangen des Bezirksge-
richtes Prättigau/Davos einen Bericht betreffend A. ein. Darin wird im Wesentli-
chen ausgeführt, dass A. an einer Geistesschwäche im Sinne des Gesetzes leide. 
Zudem lägen wiederkehrende Selbstgefährdungssituationen vor, sobald sich die 
Patientin der Betreuung entziehe. Sie konsumiere Drogen, wobei sie sich im Milieu 
diversen Gefahren aussetze (u.a. Infektionskrankheiten durch ungeschützten Ge-
schlechtsverkehr). Schliesslich bestehe bei der Patientin Cannabisabhängigkeit 
und Alkoholmissbrauch. So habe sich die Patientin am 23.06.2011 Haschisch auf 
die geschlossene Akutstation per Post zustellen lassen. Unter Drogen- und Alko-
holeinfluss komme es auch zu fremdaggressivem Verhalten. Aufgrund der stark 
beeinträchtigten Urteils- und Handlungsfähigkeit sei sie nicht in der Lage, Thera-
pievereinbarungen einzuhalten. Die Aufrechterhaltung des fürsorgerischen Frei-
heitsentzuges sei notwendig, da die notwendige persönliche Fürsorge und 
Schutzbedürftigkeit nicht anders gewährleistet werden könne.

G. Am 18. Juli 2011 fand in der Klinik Waldhaus die Hauptverhandlung vor 
dem Bezirksgericht Prättigau/Davos statt. An dieser Hauptverhandlung waren so-
wohl die Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos als auch A. sowie deren 
Rechtsvertreter anwesend. 

Der Rechtsvertreter führte in seinem Parteivortrag insbesondere aus, dass 
A. unter einer Schizophrenie leide. Seine Mandantin habe chronisch gute und 
schlechte Momente. A. sollte bei gutem Zustand raus dürfen. Sie konsumiere zwar 
Alkohol und Cannabis. Eine fürsorgerische Freiheitsentziehung brauche es nicht; 

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vielmehr benötige seine Mandantin eine enge Betreuung mit Atemlufttests und 
Urinproben zur Kontrolle. A. sei in die offene Abteilung zu verlegen. Es beständen 
zudem keine Symptome hinsichtlich einer allfälligen Drogensucht von A.. Alkohol-
probleme seien nicht vorhanden.

Die Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos beantragte anlässlich ihres 
Plädoyers vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos die Abweisung des Entlas-
sungsgesuches. Zur Begründung führte der Vertreter der Vormundschaftsbehörde 
Prättigau/Davos insbesondere aus, dass die notwendige persönliche Fürsorge und 
das Schutzbedürfnis von A. nicht anders als durch Aufrechterhaltung des fürsorge-
rischen Freiheitsentzuges sichergestellt werden könne. A. sei in letzter Zeit wieder 
zwei Mal aus dem Waldhaus entwichen. Am 30. Juni 2011 sei sie aus der Klinik 
entwichen und tags darauf im Stadtpark Chur von der Kantonspolizei Chur aufge-
griffen und wieder in die Klinik gebracht worden. Ein zweites Mals sei A. am 
Abend des 12. Juli 2011 aus dem geschlossenen Garten der Klinik Waldhaus 
entwichen. Am 14. Juli 2011 sei sie dann von der Polizei in Zürich aufgegriffen 
worden, als sie im Migros von den dort ausgestellten Waren gegessen habe, was 
zur Alarmierung der Polizei geführt habe. Die anschliessend durchgeführten Tests 
hätten gezeigt, dass A. Alkohol und Cannabis konsumiert habe. Insgesamt sei sie 
nicht in der Lage, auf eigenen Beinen zu stehen, ohne sich selbst und andere zu 
gefährden. Die Überwachung durch den Vormund reiche nicht aus. Eine Therapie, 
zuerst in Form eines absoluten Entzuges von Cannabis und Alkohol, sei die 
Grundlage für eine Besserung und Stabilisierung des Zustandes von A..

H. Mit Beschwerdeentscheid vom 18. Juli 2011, mitgeteilt am 22. Juli 2011, 
erkannte die erstinstanzliche Beschwerdebehörde in Vormundschaftssachen des 
Bezirksgerichtes Prättigau/Davos was folgt:

„1. Die Beschwerde von A. gegen den Zirkularbeschluss der Vormund-
schaftsbehörde Prättigau/Davos vom 14. Juni 2011, mitgeteilt am 14. 
Juni 2011, betreffend Ersuchen, den Zirkulationsbeschluss aufzuhe-
ben und sie aus der Klinik zu entlassen, wird abgewiesen.

2. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1‘000.-- gehen - unter Vor-
behalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden und 
werden auf die Gerichtskasse genommen.

b) Der unentgeltliche Rechtsbeistand wird - unter Vorbehalt von Art. 
123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 800.-- (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus 
der Gerichtskasse bezahlt.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

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4. (Mitteilung).“

Die erstinstanzliche Beschwerdebehörde in Vormundschaftssachen führte 
in ihrem Entscheid aus, dass die mündlichen Ausführungen der Vormundschafts-
behörde und auch des Rechtsvertreters von A. anlässlich der Hauptverhandlung 
klar aufgezeigt hätten, dass sich die in den Berichten beschriebene Situation nicht 
gebessert habe. A. leide an einer psychischen Schizophrenie und an einem Dro-
genproblem, womit der Schwächezustand gegeben sei. Bei jedem Entweichen 
von A. aus der Klinik konsumiere sie Drogen und Alkohol. Ihr Verhalten sei dabei 
so auffällig gewesen, dass sie jeweils von der Polizei habe aufgegriffen werden 
müssen. Sie bringe sich selber in Gefahr und zeige auch fremdaggressives Ver-
halten. Mildere Massnahmen hätten keine Wirkung gezeigt, weshalb auch das 
Kriterium der Subsidiarität erfüllt sei. Zusammenfassend seien sämtliche Voraus-
setzungen erfüllt, um den fürsorgerischen Freiheitsentzug aufrecht zu erhalten.

I. Gegen diesen Entscheid liess A. mit Eingabe vom 29. Juli 2011 beim Kan-
tonsgericht von Graubünden Berufung mit folgenden Rechtsbegehren erheben:

„1. Der angefochtene Beschwerdeentscheid vom 18./22. Juli 2011 sei auf-
zuheben.

2. Der über Frau A. verhängte FFE sei aufzuheben.

3. Frau A. sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und der Unter-
zeichnete sei mit der unentgeltlichen Verbeiständung zu beauftragen. 

4. Die dem angefochtenen Entscheid zu Grunde gelegte Cannabis- und 
Alkoholabhängigkeit sei medizinisch abzuklären.

5. Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz.“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Klinik habe nicht 
beweisen können, dass A. cannabis- beziehungsweise alkoholabhängig sei. Die 
positiven Tests nach der Rückkehr sowie das Vorkommnis, als sich A. per Post 
„Gras“ in die Klinik habe zuschicken lassen, seien kein Beweis für die Sucht. 
Diesbezüglich seien medizinische Abklärungen unumgänglich. A. habe zudem - 
als man ihr mitgeteilt habe, es bestände eine Cannabis- und Alkoholabhängigkeit - 
darauf bestanden, sich einem Entzug auf der dafür spezialisierten Abteilung in der 
Psychiatrischen Klinik Beverin zu unterziehen. Schliesslich könne A. bei gut ein-
gestellter Medikation ein nahezu beschwerdefreies Leben führen.

J. Mit Eingabe vom 8. August 2011 reichte die Vormundschaftsbehörde Prät-
tigau/Davos ihre Stellungnahme ein und beantragte die Abweisung der Berufung 
unter gesetzlicher Kostenfolge. Dabei stützten sie sich vor allem auf den beigeleg-

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ten Zwischenbericht der Klinik Waldhaus vom 5. August 2011, gemäss welchem 
erneut klar und unzweideutig hervor gehe, dass die Aufrechterhaltung des FFE als 
notwendig erachtet werde, da die persönliche Fürsorge und der Eigenschutz von 
A. anders nicht gewährleistet werden könne.

K. Mit Eingabe vom 21. September 2011 reichte der Rechtsvertreter von A. 
seine Replik ein und nahm zur Eingabe der Vormundschaftsbehörde Prätti-
gau/Davos Stellung. Dabei hielt er im Wesentlichen an den gestellten Rechtsbe-
gehren und den bisherigen Ausführungen in seiner Berufung vom 29. Juli 2011 
fest.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtschriften sowie im angefochte-
nen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

II. Erwägungen

1.a) Gemäss Art. 64 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilge-
setzbuch (EGzZGB; BR 210.100) kann gegen Entscheide des Bezirksgerichtes in 
vormundschaftlichen Angelegenheiten Berufung gemäss Zivilprozessordnung an 
das Kantonsgericht erhoben werden. Mit Berufung anfechtbar sind gemäss Art. 
308 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) unter anderem erst-
instanzliche End- und Zwischenentscheide der streitigen und freiwilligen Gerichts-
barkeit, unabhängig davon, ob sie im ordentlichen, vereinfachten oder summari-
schen Verfahren ergangen sind. Nicht vermögensrechtliche Streitigkeiten sind 
immer berufungsfähig (vgl. Dominik Gasser/ Brigitte Rickli, Schweizerische Zivil-
prozessordnung, Kurzkommentar, Bern 2010, N 1 f. zu Art. 308). Gemäss Art. 311 
ZPO beträgt die Frist zur Einreichung der Berufung und zur Berufungsantwort ge-
gen einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid - wie es auch vor-
liegend der Fall ist - je 10 Tage (vgl. auch Art. 397d ZGB und Urteil der I. Zivil-
kammer des Kantonsgericht von Graubünden vom 16. Mai 2011, ZK1 11 19). 

b) Gemäss Art. 397f Abs. 1 ZGB hat das Gericht bei der Überprüfung eines 
die fürsorgerische Freiheitsentziehung anordnenden oder aufrechterhaltenden 
Entscheides gemäss Art. 397d ZGB in einem einfachen und raschen Verfahren zu 
entscheiden. Das Gebot der Raschheit des Verfahrens gilt nicht nur für das erstin-
stanzliche Verfahren, sondern auch für das Rechtsmittelverfahren. Das Beschleu-

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nigungsgebot verlangt zudem, dass das Gericht die Sache ausserhalb der Reihen-
folge behandelt und Gerichtsferien sowie Rechtsstillstand nicht gelten (vgl. Tho-
mas Geiser, in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/ Thomas Geiser [Hrsg], Zivil-
gesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2011, N 1, 8 
und 11 zu Art. 397f). Das Bundesrecht schreibt den Kantonen nicht vor, ob diese 
einen Einzelrichter oder ein Kollegialgericht für den Entscheid als zuständig be-
zeichnen sollen. Mit einem einfachen und raschen Verfahren sind beide Lösungen 
vereinbar (vgl. BGE 115 II 133). 

c) Der Berufungskläger reichte die Berufung gegen den Entscheid der erstin-
stanzlichen Beschwerdebehörde in Vormundschaftssachen des Bezirksgerichtes 
Prättigau/Davos vom 18. Juli 2011, mitgeteilt am 22. Juli 2011, am 29. Juli 2011 
und damit fristgerecht ein. Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernis-
sen, so dass darauf eingetreten werden kann. 

2.a) Die erstinstanzliche Beschwerdebehörde in Vormundschaftssachen des 
Bezirksgerichtes Prättigau/Davos entschied mit Entscheid vom 18. Juli 2011, mit-
geteilt am 22. Juli 2011, dass sämtliche Voraussetzungen erfüllt seien, um den 
fürsorglichen Freiheitsentzug bei A. aufrecht zu erhalten. Die Berufungsklägerin 
beantragt in ihrer Berufung vom 29. Juli 2011, es sei der angefochtene Beschwer-
deentscheid aufzuheben und den über A. verhängte fürsorgerische Freiheitsent-
zug aufzuheben. Nachfolgend gilt es demnach zu prüfen, ob die Voraussetzungen 
für eine fürsorgerische Freiheitsentziehung bei A. nach wie vor erfüllt sind und die 
Vorinstanz demnach in rechtsmässiger Art und Weise die Aufrechterhaltung der 
Massnahme verfügt hat.

b) Art. 397a ZGB nennt als Voraussetzung für eine fürsorgerische Freiheits-
entziehung das Vorliegen eines Schwächezustandes, der eine persönliche Für-
sorge notwendig macht, die nicht anders als durch den Entzug der Freiheit er-
bracht werden kann. Die Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur 
in ihrem Zusammenhang verständlich. Die fürsorgerische Freiheitsentziehung 
dient in jedem Fall dem Schutz der betroffenen Person. Vorausgesetzt ist deshalb 
immer, dass der Betroffene eines besonderen Schutzes bedarf, der eben nur mit 
einer Freiheitsentziehung erbracht werden kann. Die besondere Schutzbedürftig-
keit muss auf bestimmte Gründe zurückzuführen sein. Diese sind im Gesetz ab-
schliessend aufgezählt; es sind dies Geisteskrankheit, Geistesschwäche, 
Trunksucht, andere Suchterkrankungen oder schwere Verwahrlosung. Die Frei-
heitsentziehung ist selbst bei Vorliegen der genannten Voraussetzungen nur ge-
setzeskonform, wenn der Zweck nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 

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werden kann. Insofern gilt das Verhältnismässigkeitsprinzip. Die Anwendung des 
Verhältnismässigkeitsprinzips lässt der entscheidenden Behörde unvermeidlich 
ein weites Ermessen. Zudem muss die Freiheitsentziehung für den angestrebten 
Zweck tauglich sein. Die Zulässigkeit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung lässt 
sich deshalb immer nur mit Bezug auf die Einweisung in eine bestimmte Anstalt 
beurteilen. Insofern stellt der Begriff der geeigneten Anstalt eine weitere Ein-
schränkung dar. Gemeint ist jede Einrichtung, in der einer Person ohne oder ge-
gen deren Willen persönliche Fürsorge unter spürbarer Einschränkung der Bewe-
gungsfreiheit erbracht werden kann. Eine Anstalt ist geeignet, wenn sie über die 
Organisation und personelle Kapazitäten verfügt, um der eingewiesenen Person 
die Pflege und Fürsorge zu erbringen, die diese im Wesentlichen benötigt. Die 
Anstalt muss im Einweisungs- beziehungsweise Rückbehaltungsentscheid konkret 
bezeichnet werden (vgl. Thomas Geiser, a.a.O., N 2 ff. zu Art. 397a).

c) Über die fürsorgerische Freiheitsentziehung für psychisch kranke Personen 
darf im Weiteren nur unter Beizug von Sachverständigen entschieden werden. 
Nicht erforderlich ist die Einholung eines Gutachtens bei einem aussenstehenden 
Experten, wenn der für die Einweisung beziehungsweise Zurückbehaltung oder 
Entlassung zuständigen Behörde oder Stelle eine sachverständige Person an-
gehört (vgl. Thomas Geiser, a.a.O., N 19 zu Art. 397e). In der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung wird festgehalten, dass als Sachverständiger eine Person mit 
psychiatrischen Sachkenntnissen zu verstehen sei (nicht veröffentlichtes Urteil des 
Bundesgerichts i.S. D. vom 27. September 1983, E. 2) beziehungsweise dass ein-
zig ein objektives Gutachten eines fachkundigen neutralen Arztes zu verlangen sei 
(BGE 118 II 249 E. 2a), der ein ausgewiesener Fachmann zu sein hat (vgl. auch 
BGE 119 II 320 ff.; BGE 128 III 15).

d) Gemäss Art. 397a Abs. 3 ZGB muss die auf Absatz 1 dieser Bestimmung in 
einer Anstalt untergebrachte Person schliesslich entlassen werden, sobald ihr Zu-
stand es erlaubt. Ob die fürsorgerische Freiheitsentziehung aufrechterhalten blei-
ben soll, ist anhand der Lage des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestim-
men. Eine Person ist nicht nur zu entlassen, wenn sich ihr Zustand gebessert hat, 
sondern auch, wenn sich herausstellt, dass die Einweisung nie gerechtfertigt war. 
Die betroffene Person kann jederzeit ein Gesuch um Entlassung stellen (vgl. 
Thomas Geiser, a.a.O., N 28 zu Art. 397a).

3.a) Vorliegend wurde A. mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Prätti-
gau/Davos vom 22. beziehungsweise 23. Dezember 2010 gestützt auf Art. 397a 
ZGB in der psychiatrischen Klinik Waldhaus zurückbehalten. Am 9. Juni 2011 ver-

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langte sie ihre sofortige Entlassung. Dieses Entlassungsgesuch wurde mit Zirkula-
tionsbeschluss der Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos vom 14. Juni 2011, 
mitgeteilt am 14. Juni 2011 abgewiesen. Die Vormundschaftsbehörde stützte sich 
dabei insbesondere auf den Bericht der Chefärztin der Klinik Waldhaus, Dr. med. 
B. vom 10. Juni 2011, gemäss welchem die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen 
Freiheitsentziehung notwendig sei, da die notwendige persönliche Fürsorge und 
das Schutzbedürfnis nicht anders gewährleistet werden könne. Gemäss diesem 
Bericht konnte bei A. - nebst dem Vorliegen einer Geistesschwäche - zudem eine 
Cannabisabhängigkeit sowie Alkoholmissbrauch festgestellt werden. Mit Eingabe 
vom 15. Juni 2011 liess die Beschwerdeführerin beim Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos die Aufhebung des Beschlusses der Vormundschaftsbehörde vom 14. 
Juni 2011 und ihre sofortige Entlassung aus der Klinik Waldhaus beantragen. 
Daraufhin verlangte das Bezirksgericht Prättigau/Davos bei der Klinik Waldhaus 
erneut einen Bericht in Bezug auf die Situation von A.. Auch diesem Bericht der 
Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 14. Juli 2011 kann entnommen werden, 
dass die notwendige persönliche Fürsorge und das Schutzbedürfnis nicht anders 
gewährleistet werden könne, als durch den angeordneten fürsorgerischen Frei-
heitsentzug. Im Weiteren wurde sowohl die Cannabisabhängigkeit als auch das 
Vorliegen des Alkoholmissbrauchs erneut bestätigt. Schliesslich wurde im genann-
ten Schreiben ein Vorfall beschreiben, gemäss welchem sich die Patientin am 23. 
Juni 2011 Haschisch auf die geschlossenen Akutstation habe per Post zustellen 
lassen. Nicht zuletzt aufgrund der genannten Berichte der psychiatrischen Dienste 
Graubünden entschied die erstinstanzliche Beschwerdebehörde in Vormund-
schaftssachen des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos, dass die fürsorgerische 
Freiheitsentziehung aufrecht zu erhalten sei. Anlässlich ihrer Stellungnahme vom 
8. August 2011 bezüglich der von A. eingereichten Berufung an das Kantonsge-
richt von Graubünden reichte die Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos erneut 
einen Bericht der Klinik Waldhaus zur aktuellen Situation von A. ein. Den voran-
gehenden Berichten vom 10. Juni 2011 beziehungsweise 11. Juli 2011 entspre-
chend führten die Psychiatrischen Dienste Graubünden in ihrem Bericht vom 5. 
August 2011 aus, dass A. an einer Geistesschwäche im Sinne des Gesetzes leide 
und wiederkehrende Selbstgefährdungssituationen vorlägen. Regelmässige Lo-
ckerungen des therapeutischen Stufenprogramms missbrauche die Patientin re-
gelmässig, um sich dann diversen Gefahren im Milieu (unter anderem Infektions-
krankheiten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr) auszusetzen. Die Patientin 
habe zuletzt am 4. August 2011 nur durch erhöhten pflegerischen Betreuungsauf-
wand im begleiteten Einzelausgang davon abgehalten werden können, abzuge-

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hen. Schliesslich bestätigten die Psychiatrischen Dienste sowohl das Vorliegen 
der Cannabisabhängigkeit als auch des Alkoholmissbrauches.

b) Aufgrund dieser Ausführungen und insbesondere aufgrund der von den 
psychiatrischen Diensten Graubünden verfassten Berichte bezüglich der Situation 
von A. erhellt, dass sich der Gesundheitszustand der Berufungsklägerin seit dem 
Beschluss der Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos vom 22. Dezember 2010 
beziehungsweise 23. Dezember 2010 betreffend die Zurückbehaltung von A. in 
der psychiatrischen Klinik Waldhaus nicht gebessert hat. Sämtlichen Berichten 
kann dabei insbesondere entnommen werden, dass A. an einer Cannabisabhän-
gigkeit leidet und ein Alkoholmissbrauch vorliegt. Zwei aktenkundige Entweichun-
gen von A. aus der Klinik Waldhaus bestätigen zudem, dass sich die Berufungs-
klägerin der Betreuung immer wieder zu entziehen versuchte und sich so diversen 
Gefahren aussetzte. So ist A. sowohl am 30. Juni 2011 als auch am 12. Juli 2011 
aus der Klinik Waldhaus entwichen und musste jeweils von der Kantonspolizei 
Graubünden beziehungsweise Zürich in die Klinik Waldhaus zurückgeführt wer-
den. Nach beiden Entweichungen wurden in der Klinik Waldhaus bei A. Drogen-
tests durchgeführt, welche bestätigten, dass die Berufungsklägerin während ihrer 
Ausflüchte sowohl Alkohol als auch Cannabis konsumierte. Der Grund für die be-
sondere Schutzbedürftigkeit von A. ist vorliegend gemäss den massgebenden Be-
richten der Psychiatrischen Dienste Graubünden auf eine Geistesschwäche 
zurückzuführen. Um die persönliche Fürsorge sowie den persönlichen Schutz von 
A. sicherzustellen, ist die Anordnung einer freiheitsentziehenden Massnahme da-
her zwingend notwendig. Das dargelegte Verhalten von A. bestätigt zudem, dass 
die persönliche Fürsorge nicht auf andere Weise gewährleistet werden kann. Ins-
besondere sind keine milderen Massnahmen ersichtlich, die A. genügenden 
Schutz bieten. Dabei verfügt die Klinik Waldhaus durchaus über die Organisation 
und personellen Kapazitäten, um der Berufungsklägerin die Pflege und Fürsorge 
zu erbringen, die diese im Wesentlichen benötigt. Aufgrund des aufgezeigten ge-
sundheitlichen und psychischen Zustandes von A. sowie ihrem Verhalten rechtfer-
tigt es sich ohne Weiteres, die Berufungsklägerin in der Klinik Waldhaus in Chur 
zurück zu behalten. 

c) Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin verlangt in seiner Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden vom 29. Juli 2011, dass es unumgänglich 
sei, A. einer medizinischen Abklärung zu unterziehen. Diese solle eine klare Ant-
wort auf die Frage geben, ob A. cannabis- und alkoholabhängig im Sinne des Ge-
setzes sei. Diesbezüglich kann festgestellt werden, dass sich die Berichte der Kli-
nik Waldhaus beziehungsweise die Verfasser der jeweiligen Berichte bezüglich 

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der Situation von A. unter den konkreten Umständen ohne Weiteres als geeignet 
erweisen, ein objektives Gutachten zu erstellen, weil die entsprechenden Ärzte 
über die dafür erforderlichen psychiatrischen Sachkenntnisse verfügen. Zudem 
sind die Berichte der Klinik Waldhaus in Bezug auf die derzeitige Situation von A. 
durchaus aussagekräftig; jedenfalls lassen die vorliegenden Berichte die für die 
Beurteilung des vorliegenden Entlassungsgesuches von A. nötigen Schlüsse zu. 
Im Übrigen gelingt es dem Rechtsvertreter der Berufungsklägerin nicht, den 
Schlussfolgerungen der Klinik etwas Substantielles entgegenzuhalten. Aus den 
vorliegenden Umständen - insbesondere der durchgeführten Drogentests nach 
den beiden Entweichungen aus der Klinik, der Postzustellung von Haschisch auf 
die geschlossenen Akutstation der Klinik Waldhaus sowie den Ausführungen von 
A. anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos in 
Bezug auf ihren Alkohol- und Cannabiskonsum - erhellt vielmehr, dass A. ein 
Hang zu übermässigem Genuss von Alkohol und Cannabis hat und sich diesem – 
mit den beschriebenen Folgen - nicht mehr aus eigener Willenskraft erwehren 
kann. Aus diesen Gründen erweisen sich die Berichte der Klinik Waldhaus als hin-
reichend und das Gesuch um weitere medizinische Abklärungen in Bezug auf eine 
allfällige Cannabis- und Alkoholabhängigkeit bei A. ist demnach abzuweisen. 

d) Zusammenfassend erweist sich die Berufung von A. sowohl in Bezug auf 
die Aufhebung der verhängten fürsorgerischen Freiheitsentziehung als auch be-
züglich des Begehrens um medizinische Abklärungen hinsichtlich der Cannabis- 
und Alkoholabhängigkeit zum jetzigen Zeitpunkt als offensichtlich unbegründet, 
weshalb die Berufung vollumfänglich abzuweisen ist. Die Klinik Waldhaus kann 
darüber hinaus durchaus als geeignete Anstalt betrachtet werden, da diese auf-
grund der ihr normalerweise zur Verfügung stehenden organisatorischen und per-
sonellen Mitteln in der Lage ist, die wesentlichen Bedürfnisse von A. bezüglich 
Fürsorge und Betreuung zu befriedigen.

4. Bei diesem Ausgang würde es sich grundsätzlich rechtfertigen, die Kosten 
des Berufungsverfahrens der Berufungsklägerin aufzuerlegen. Angesichts ihrer 
offensichtlichen Bedürftigkeit und ihres gesundheitlichen Zustandes rechtfertigt es 
sich indessen, die Kosten des Berufungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu 
nehmen (Art. 63 Abs. 3 EG zum ZGB). 

5. Gemäss Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 
173.000) entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in einzelrichterlicher 
Kompetenz, wenn eine Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich 
begründet oder unbegründet ist. Da die vorliegende Berufung insgesamt betrach-

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tet als offensichtliche unbegründet betrachtet werden muss, kann der Entscheid im 
Sinne von Art. 18 Abs. 3 GOG in einzelrichterlicher Kompetenz erfolgen (vgl. Er-
wägung 1.b).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird vollumfänglich abgewiesen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'000.00 gehen zu Lasten der 
Gerichtskasse.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziffer 6 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schwei-
zerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Be-
schwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung 
der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. 
BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Be-
schwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der 
Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: