# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3ee50ee-c787-5db2-b938-9b807330c29c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.03.2025 SK 2024 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-75_2025-03-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 75

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. März 2025 

Besetzung Oberrichterin Hubschmid Volz (Präsidentin i.V.), Oberrichterin 
Weingart, Oberrichterin Schwendener
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

Gegenstand Raub, geringfügiger Diebstahl (mehrfach) und Hausfriedensbruch 
(mehrfach)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 1. November 2023 (PEN 2023 
59)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vorin-
stanz) erkannte mit Urteil vom 1. November 2023 Folgendes (pag. 567 ff., Hervor-
hebungen im Original):

A. A.________ 

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen geringfügigem Diebstahl, angeblich begangen am 07.10.2022 in J.________ (Orts-
chaft), z.N. der D.________ AG (Ziffer I.A.2.2 der AKS)

2. wegen geringfügigem Diebstahl, angeblich begangen am 10.10.2022 in Bern, z.N. der 
E.________ AG (Ziffer I.A.2.3 der AKS)

3. wegen Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 10.10.2022 in Bern, z.N. der E.________ 
AG (Ziffer I.A.2.3 der AKS)

wird gestützt auf Art. 8 Abs. 2 StPO eingestellt

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubs, begangen am 13.08.2022 in K.________ (Ortschaft), z.N. von F.________, in Mit-
täterschaft mit G.________ und C.________

2. des geringfügigen Diebstahls, begangen am 08.08.2022 in Bern, z.N. der H.________ AG 
(Deliktsbetrag: CHF 13.45; Ziffer I.A.2.1 der AKS)

3. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen wie folgt:

3.1. am 08.08.2022 in Bern, z.N. der H.________ AG (Ziffer I.A.2.1 der AKS)

3.2. am 15.10.2022 in Biel, z.N. der E.________ AG (Ziffer I.A.2.4 der AKS)

und in Anwendung der 
Art. 34, 40, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 66a, 106, 139 Ziff. 1 i.V.m. 172ter, 140 Ziff. 1, 
186 StGB, 
Art. 426 ff. StPO

3

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 26 Tagen wird im Umfang von 26 Tagen auf die Freiheitsstrafe an-
gerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 600.00, als Zu-
satzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 21.06.2023.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 900.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 30 Tage festgesetzt.

4. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 150.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

5. Zu einer Landesverweisung von 7 Jahren.

6. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der Un-
tersuchung von CHF 2'783.30, Gebühren des Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 2'000.00 und Auslagen des Gerichts (Farsi-Übersetzung) von CHF 475.05, insgesamt be-
stimmt auf CHF 5'258.35 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 4'758.35 (ohne Kosten für die amtliche Ver-
teidigung).

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwältin B.________ werden wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 10'002.95. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwältin B.________ die Differenz von CHF 2'409.80 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

B. […]

C. Zivilklagen

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. In Anbetracht der unzureichenden Begründung/Bezifferung bzw. aufgrund der Einstellung des 
Strafverfahrens werden die Zivilklagen des Zivilklägers 1 F.________ sowie der Zivilklägerin 2 
D.________ AG auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. a und b StPO).

4

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

3. Die durch die Anträge im Zivilpunkt verursachten Aufwendungen werden wettgeschlagen.

D. Zivilklagen

Weiter wird verfügt:

1. Die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ (PCN .________) 
und C.________ (PCN .________) sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu lö-
schen (Art. 16 Abs. 2 lit. h i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB).

2. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisungen (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

3. [Mitteilungs- und Eröffnungsformel]

Der Vollständigkeit halber ist – auch wenn nicht Gegenstand des Berufungsverfah-
ren – festzuhalten, dass mit demselben Urteil C.________ des Raubs, begangen 
am 13. August 2022 in K.________(Ortschaft), z.N. von F.________, in Mittäter-
schaft mit G.________ und A.________, schuldig erklärt und zu einer bedingten 
Freiheitsstrafe von 11 Monaten, einer Verbindungsbusse von CHF 900.00, einer 
Landesverweisung von 7 Jahren und zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten verurteilt wurde (Bst. B des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs, pag. 570 f.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwältin B.________ namens und im Auftrag 
von A.________ (nachfolgend Beschuldigter) fristgerecht die Berufung an (pag. 
588). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 30. Januar 2024 (pag. 628 ff.) 
und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag eröffnet (pag. 689 f.). Die 
Berufungserklärung datiert vom 20. Februar 2024 und langte frist- und formgerecht 
beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 700 f.).

Mit Eingabe vom 27. Februar 2024 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, auf ei-
ne Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren zu verzichten (pag. 708 f.). Mit Ver-
fügung vom 26. März 2024 wurde festgestellt, dass F.________ und die 
D.________ AG innert Frist keine Anschlussberufung erklärten und kein Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten beantragten.

Mit Beschluss vom 28. August 2024 wurden F.________ und die D.________ AG 
aus dem oberinstanzlichen Verfahren entlassen (pag. 727 ff.).

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 7. März 2025 statt, wo-
bei der Beschuldigte der Verhandlung unentschuldigt fernblieb. Die Berufungsver-
handlung nahm in der Folge ohne den Beschuldigten ihren Fortgang (vgl. hierzu 
pag. 799). 

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3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 21. Februar 
2025 (pag. 791), ein aktueller Leumundsbericht inkl. Bericht über die wirtschaftli-
chen Verhältnisse, datierend vom 4. Februar 2025 (pag. 749 f.) sowie im Hinblick 
auf die Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung ein ergänzender Bericht 
beim Migrationsdienst des Kantons Bern, datierend vom 18. Februar 2025 
(pag. 753 f.), eingeholt. Die beabsichtigte Einvernahme des Beschuldigten vor obe-
rer Instanz entfiel infolge dessen unentschuldigten Fernbleibens.

4. Anträge der Verteidigung

Rechtsanwältin B.________ beantragte für den Beschuldigten an der oberinstanzli-
chen Verhandlung Folgendes (pag. 801):
I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 1. November 
2023 Herr A.________ betreffend insofern in Rechtskraft erwachsen sei, als:

1. das Strafverfahren gegen ihn wegen

1.1 geringfügigem Diebstahl, angeblich begangen am 7. Oktober 2022 in 
J.________(Ortschaft), z.N. der D.________ AG;

1.2 geringfügigem Diebstahl, angeblich begangen am 10. Oktober 2022 in Bern, z.N. der 
E.________ AG;

1.3 wegen Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 10. Oktober 2022 in Bern, z.N. der 
E.________ AG

gestützt auf Art. 8 Abs. 2 StPO eingestellt wurde, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne 
Ausrichtung einer Entschädigung.

2. A.________ schuldig erklärt wurde:

2.1 des geringfügigen Diebstahls, begangen am 8. August 2022 in Bern, z.N. der H.________ 
AG

2.2 des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen wie folgt:
- am 8. August 2022 in Bern, z.N. der H.________ AG (Ziff. I.A.2.1 der AKS)
- am 15. Oktober 2022 in Biel, z.N. der E.________ AG (Ziff. I.A.2.4 der AKS)

und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilt wurde:

2.3 zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 600.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 21. Juni 
2023, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre 
festgesetzt wurde;

2.4 zu einer Übertretungsbusse von CHF 150.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung auf 2 Tage festgesetzt wurde.

3. Im Zivilpunkt weiter verfügt wurde, dass die Zivilklagen auf den Zivilweg verwiesen wurden, ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten im Zivilpunkt und unter Wettschlagung der durch die An-
träge im Zivilpunkt verursachten Aufwendungen (Bst. C. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

6

II.

1. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Raubes, angeblich begangen am 13.08.2022 
in K.________(Ortschaft), z.N. von F.________, in Mittäterschaft mit G.________ und 
C.________;

2. A.________ sei durch den Kanton Bern eine Genugtuung von mindestens CHF 200.00 / Hafttag 
für die ausgestandene Untersuchungshaft von 26 Tagen zuzusprechen;

3. Es seien von Amtes wegen die weiteren gesetzlichen Verfügungen zu treffen. 

4. Die anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten und die gesamten oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen;

5. Die Parteikosten für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte von A.________ seien 
für das erst- und oberinstanzliche Verfahren gemäss nachzureichender Honorarnote vom Kan-
ton Bern zu ersetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]).

Zufolge der alleinigen und beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das vorin-
stanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, als das Strafverfahren gegen 
ihn wegen geringfügigen Diebstahls gemäss Ziff. I.A.2.2. sowie Ziff. I.A.2.3 der An-
klageschrift [AKS] (Bst. A Ziffn. I.1. und I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) 
und Hausfriedensbruchs gemäss Ziff. I.A.2.3. AKS (Bst. A. Ziff. I.3. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs) gestützt auf Art. 8 Abs. 2 StPO eingestellt wurde. Weiter 
sind die Schuldsprüche wegen geringfügigen Diebstahls gemäss Ziff. I.A.2.1 der 
AKS (Bst. A. Ziff. II.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und Hausfriedens-
bruchs gemäss Ziffn. I.A.2.1 und I.A.2.4 AKS (Bst. A. Ziff. II.3. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs) in Rechtskraft erwachsen. Die Sanktionen betreffend wurden die 
Verurteilungen des Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessät-
zen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 600.00 (als Zusatzstrafe zum Urteil der 
Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 21. Juni 2023 und unter An-
setzung der Probezeit auf zwei Jahre) sowie einer Übertretungsbusse von 
CHF 150.00 (unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe auf 2 Tage bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung) rechtskräftig. Sodann erwuchsen die vorinstanzlichen Verfü-
gungen im Zivilpunkt, namentlich die Verweisungen der Zivilklagen von 
F.________ und der D.________ AG auf den Zivilweg, den Verzicht auf Kosten-
ausscheidung im Zivilpunkt und die Wettschlagung der im Zivilpunkt verursachten 
Aufwendungen in Rechtskraft (Bst. C. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Von der Kammer zu überprüfen sind folglich der Schuldspruch wegen Raubs 
gemäss Ziff. I.A.1 AKS (Bst. A. Ziff. II.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), 
die Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 11 Monaten (unter Anset-
zung der Probezeit auf zwei Jahre), einer Verbindungsbusse von CHF 900.00 (un-
ter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe auf 30 Tage bei schuldhafter Nichtbezah-
lung), einer Landesverweisung von 7 Jahren (und deren Ausschreibung im Schen-
gener Informationssystem SIS [Bst. D. Ziff. 2. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-

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tivs]) und zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten sowie die Rückzahlungspflicht des amtlichen Honorars (Bst. A. Ziff. III. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs). Praxisgemäss ist auch über die Löschung der er-
hobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten neu zu verfügen.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht  (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  Auf 
die Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidigung des Beschuldigten in erster 
Instanz ist allerdings nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der 
Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben 
sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 
und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist die Kammer an das  Ver-
schlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 
StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten 
abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird vorab auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 639 ff.; S. 12 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

Für das oberinstanzliche Verfahren sei an dieser Stelle festgehalten, dass das Ge-
richt im Rechtsmittelverfahren für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des 
angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen kann 
(Art. 82 Abs. 4 StPO). Solche Verweisungen erscheinen in erster Linie bei nicht 
strittigen Sachverhalten und abstrakten rechtlichen Ausführungen sinnvoll, kommen 
hingegen bei strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie bei der recht-
lichen Subsumtion des konkreten Falls nur dann infrage, wenn die Rechtsmittelin-
stanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichtet. Art. 82 Abs. 4 
StPO entbindet die Rechtsmittelinstanzen nicht von deren Begründungspflicht und 
findet seine Grenzen, wenn sich nicht mehr ohne Weiteres feststellen lässt, was die 
massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen der Rechtsmittelinstanz 
sind (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3; Urteil 6B_1164/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 3.2; je 
mit Hinweisen). Stimmt die Rechtsmittelinstanz grundsätzlich zu und hat sie bloss 
nebensächliche Vorbehalte, kann sie indes punktuelle Korrekturen formulieren und 
im Übrigen auf die vorinstanzliche Begründung verweisen (Urteil 6B_1164/2023 
vom 7. Oktober 2024 E. 3.2 mit Hinweisen).

7. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Ziff. I.A.1 der Anklageschrift vom 28. Februar 2023 
vorgeworfen was folgt (pag. 296; Hervorhebungen im Original):

(…) Raub, gemeinsam mit G.________ (am 30.8.2022, vor seiner Identifizierung als unbekannter Mit-
täter nach Algerien zurückgeschafft, Verfahren abgetrennt und sistiert) und C.________ begangen, 

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am 13.8.2022, in K.________(Ortschaft), I.________ (Adresse), z.N. von F.________ (Privatkläger), 
an diversen Gegenständen im Gesamtdeliktsbetrag von mind. CHF 1254.00,

indem er zusammen mit dem Beschuldigten G.________ von vorne auf den Privatkläger zukam, 
welcher alleine unterwegs war, und diesen mehrfach nach der Uhrzeit fragte. Als der Privatkläger das 
Handy hervor nahm, um die Uhrzeit abzulesen, wurde ihm dieses vom Beschuldigten G.________, 
bereits dann in der allen bekannten und von allen Beschuldigten geteilten Absicht, dem Privatkläger 
(weitere) Wertsachen zur Aneignung wegzunehmen, sofort aus der Hand gerissen. Der Beschuldigte 
G.________ nahm zudem ein schwarzes Klappmesser aus seiner Hosentasche, klappte es auf, stell-
te sich nahe vor den Privatkläger, hielt ihm das geöffnete Messer (mit einer Gesamtlänge von ca. 15 
cm resp. einer Klingenlänge von mind. 7 cm) auf Hüfthöhe über den Kleidern an den Bauch, sodass 
es der Privatkläger spürte. Ausserdem sagte er etwas auf Arabisch zu ihm, was der Privatkläger, der 
nicht Arabisch spricht, aufgrund des Tonfalls und der gesamten Situation als Drohung auffasste. Da-
nach nahm der Beschuldigte C.________, der hinter einer Mauer hervor von hinten an den Privat-
kläger heran getreten war, ihm seinen schwarzen Rucksack mit diversem Inhalt ab der Schulter und in 
Bereicherungsabsicht an sich, wobei alle drei Beschuldigten um den Privatkläger herum standen, was 
den Privatkläger (zusammen mit dem gegen ihn gerichteten Messer und der generell aggressiven 
Stimmung) in Angst versetzte, ihm klar machte, dass er keine Chance hatte, sich zu wehren und ihn 
dazu brachte, auf Widerstand zu verzichten und dies alles geschehen zu lassen. Der Beschuldigte 
G.________ riss dem Privatkläger anschliessend dessen goldfarbene Halskette vom Hals, bevor die 
drei sich mit allen dem Privatkläger weggenommenen Gegenständen in Richtung Spital entfernten, 
wobei die Beschuldigten den Privatkläger zudem noch auf Arabisch beleidigten.

8. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat den unbestrittenen und bestrittenen Sachverhalt zutreffend wie-
dergegeben (pag. 642, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Be-
schuldigte bestreitet nicht, in der Nacht vom 12. August 2022 auf den 13. August 
2022 mit G.________ G.________ und C.________ in K.________(Ortschaft) ge-
wesen zu sein. Auch ist unbestritten, dass der Beschuldigte mitsamt den beiden 
anderen am Bahnhof K.________(Ortschaft) frühmorgens durch F.________ als 
(vermeintliche) Täter erkannt wurden und in der Folge die Polizei gerufen wurde. 
Ebenso ist unbestritten, dass die Polizei bei der Anhaltung des Beschuldigten und 
C.________ am Bahnhof K.________(Ortschaft) den Rucksack und das Mobiltele-
fon von F.________ beim Beschuldigten sicherstellen konnte (pag. 149).

Hingegen bestreitet der Beschuldigte, F.________ gemeinsam mit G.________ 
G.________ und C.________ in der fraglichen Nacht ausgeraubt zu haben. Er sei 
in den Überfall überhaupt nicht involviert gewesen. Ihm werde in der Anklageschrift 
auch nur vorgeworfen, gemeinsam mit G.________ G.________ auf F.________ 
zugegangen zu sein und nach der Uhrzeit gefragt zu haben, was ebenfalls nicht 
stimme. Der Beschuldigte bestreitet sodann, dass alles, was in der Folge durch 
G.________ G.________ und C.________ vorgenommen worden sei – v.a. das 
Hervorziehen des Messers, die Wegnahme des Mobiltelefons, das Abnehmen des 
Rucksacks und das Abreissen der Halskette – ihm zugerechnet werden könne. In 
rechtlicher Hinsicht reiche der Umstand, dass er passiv daneben gestanden sei 
und nichts gemacht habe, nicht aus, um ihn als Mittäter zu qualifizieren.

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9. Beweismittel

Die Vorinstanz erwog zu den objektiven und subjektiven Beweismitteln in zutref-
fender Weise was folgt (pag. 642 f., S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Dem Gericht stehen zur Beurteilung des Sachverhalts vorwiegend subjektive Beweismittel zur Verfü-
gung. Als objektive Beweismittel dienen dem Gericht der Anzeigerapport vom 08.09.2022, gemäss 
welchem im von A.________ während der polizeilichen Anhaltung mitgeführten Rucksack ein Teil des 
Deliktsguts gefunden wurde sowie die Angabe das die nach der Festnahme abgenommenen Alkohol-
proben von C.________ (um 07:28 Uhr) und A.________ (um 07:30 Uhr) mit 0.00 mg/l negativ ausfie-
len (pag. 149 f.). Weiter liegt das von der Q.________ AG aufgezeichnete Bildmaterial vom 
13.08.2022 vom Standort Bahnhof K.________(Ortschaft), Richtung L.________ (Ortschaft), 
ca. 05.12 Uhr, welches einen Mann mit ähnlichem Signalement wie G.________ zeigt, vor (pag. 247).

Als subjektive Beweismittel liegen dem Gericht die Aussagen von F.________ (13.08.2022, 
pag. 177 ff.; 13.08.2022, pag. 181 ff.; 15.09.2022, pag. 184 ff.; 30.10.2023, pag. 545 ff.), von 
A.________ (13.08.2022, pag. 194 ff.; 13.08.2022, pag. 197 ff.; 07.09.2022, pag. 208 ff.) und von 
C.________ (13.08.2022, pag. 220 ff.; 13.08.2022, pag. 226 ff.; 07.09.2022, pag. 235 ff.; 30.10.2023, 
pag. 550 ff.) vor. Weiter liegt als subjektives Beweismittel der zusammengefasste Inhalt der nicht for-
mellen Befragung der Polizeipatrouille mit A.________ während der Anhaltung durch die Polizei vor 
(pag. 149).

Die Beweiswürdigung wird sich Anbetracht der wenigen objektiven Beweismittel, von welchen die 
meisten nicht direkt den Kernsachverhalt betreffen, hauptsächlich auf eine Aussagenwürdigung be-
ziehen, wobei die objektiven Beweismittel ergänzend zur Aussagewürdigung beitragen.

Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass der in der Anklageschrift als Mittäter 
aufgeführte G.________ nie befragt wurde, da er bereits am 30. August 2022 nach 
Algerien zurückgeführt und das Verfahren gegen ihn abgetrennt wurde (pag. 6).

10. Würdigung der Kammer

10.1 Anzeigerapport und objektive Beweismittel

Gemäss Anzeigerapport vom 7. September 2022 (pag. 147 ff.) ging bei der Regio-
nalen Einsatzzentrale Mittelland, Emmental und Oberaargau am Samstag, 13. Au-
gust 2022, 02:48 Uhr, durch eine Taxifahrerin eine Meldung ein, wonach 
F.________ zum Taxiwartestand am Bahnhof K.________(Ortschaft) gekommen 
sei und sie gebeten habe, die Polizei zu rufen, da er angeblich auf dem Weg zum 
Bahnhof ausgeraubt worden sei. Die daraufhin ausgerückte Polizeipatrouille habe 
kurze Zeit später am Bahnhof bis auf die Melderin und den Geschädigten keine 
weiteren Hinweise oder Personen antreffen können. F.________ sei zur weiteren 
Sachverhaltsabklärung auf die Polizeiwache genommen und als Opfer einvernom-
men worden. F.________, mit welchem man sich auf Englisch verständigt habe, 
habe den Tathergang wiedergegeben und, soweit möglich, die Täter und auch die 
Tatwaffe, ein Messer, beschrieben. Nach der Einvernahme bzw. auf dem Heimweg 
habe F.________ am Bahnhof K.________(Ortschaft) die Täter wiedererkannt und 
dies um 05:13 Uhr wiederum via die Taxifahrerin der Polizei gemeldet. Daraufhin 
hätten die auf dem Perron wartenden A.________ und C.________ um 05:20 Uhr 
durch die Polizei angehalten werden können. Der dritte Täter habe unmittelbar zu-

10

vor den Zug in Richtung L.________(Ortschaft) bestiegen. Mit den beiden Angehal-
tenen, die sich zunächst passiv und gleichgültig verhalten hätten, habe eine rudi-
mentäre Konversation auf Französisch geführt werden können. Bei der Kontrolle 
des von A.________ mitgeführten Rucksacks sei ein Teil des Deliktsguts zum Vor-
schein gekommen. Auf Nachfrage nach dem Besitzer des Rucksacks habe 
A.________ angegeben, dieser gehöre ihm. Als der Inhalt und insbesondere das 
Mobiltelefon des Geschädigten näher begutachtet worden seien, habe A.________ 
zudem aufbegehrt, er wolle sein Telefon wieder zurückhaben. Auf Vorhalt, wonach 
es sich um Deliktsgut handle, habe vor allem A.________ verneint, etwas mit dem 
Rucksack zu tun zu haben. Durch das etwas abseits stehende Opfer seien die zwei 
Genannten nochmals ausdrücklich als Täter identifiziert worden, worauf diese fest-
genommen und getrennt zur PW K.________(Ortschaft) gebracht worden seien. 
Bei der SBB-Transportpolizei sei umgehend die Sicherung der entsprechenden Vi-
deoaufzeichnungen veranlasst worden. Um 06:53 Uhr sei die vorläufige Festnahme 
von A.________ und C.________ verfügt worden. Atemalkoholproben, welche um 
07:28 Uhr (C.________) und 07:30 Uhr (A.________) durchgeführt wurden, seien 
mit je 0.00 mg/l negativ verlaufen. 

Dem Nachtrag zum Anzeigerapport vom 17. Oktober 2022 (pag. 151 ff.) ist ent-
nehmbar, dass auf den bei der SBB-Transportpolizei in L.________(Ortschaft) er-
hobenen Videodaten der Zugfahrt der fraglichen Zeit (13. August 2022, um 05:11 
Uhr) ab K.________(Ortschaft) nach M.________ (Ortschaft) eine Person in den 
Zug eingestiegen sei, deren Signalement auf die vom Opfer abgegebene Beschrei-
bung des Haupttäters mit dem Messer zutreffe. Abklärungen hätten ergeben, dass 
es sich hierbei um G.________ gehandelt habe, wobei durch das Bundesasylzen-
trum in M.________(Ortschaft) hätte in Erfahrung gebracht werden können, dass 
dieser am 30. August 2022 nach Algerien rückgeführt worden sei (pag. 154). 

Die Entstehungsgeschichte der Anzeige ist schlüssig und nachvollziehbar. 
F.________ sah am 13. August 2022 frühmorgens die Täterschaft zwei Mal zu ver-
schiedenen Zeiten an verschiedenen Örtlichkeiten in K.________(Ortschaft). Zu-
erst um ca. 02:48 Uhr anlässlich der eigentlichen Konfrontation, anschliessend er-
neut am Bahnhof um ca. 05:13 Uhr nach erfolgter polizeilicher Einvernahme. Beide 
Male liess der Beschuldigte über die Taxifahrerin die Polizei einschalten, welche 
nach dem zweiten Anruf A.________ und C.________ beim Bahnhof anhalten 
konnte. Dabei konnte bei A.________ der F.________ abgenommene Rucksack 
mitsamt Mobiltelefon sichergestellt werden. Sodann ist auf den Aufnahmen der 
SBB-Transportpolizei auch ersichtlich, dass ein dritter Täter, dessen Signalement 
den Angaben von A.________ entspricht, zur besagten Zeit in 
K.________(Ortschaft) in den Zug einstieg (pag. 160; vgl. auch E. 10.2.1 hiernach). 
Hinweise, wonach sich die Geschehnisse in der fraglichen Nacht nicht so zugetra-
gen haben könnten, wie sie im Anzeigerapport und dessen Nachtrag dargelegt 
werden, sind vorderhand nicht ersichtlich. 

11

10.2 Subjektive Beweismittel

10.2.1 Aussagen von F.________

Die Vorinstanz hat die Aussagen von F.________ (pag. 643 ff., S. 16–24 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung) sorgfältig und detailliert zusammengefasst 
und gewürdigt; auf ihre Ausführungen kann vorab verwiesen werden. Ergänzend zu 
den Erwägungen der Vorinstanz würdigt die Kammer die Aussagen von 
F.________ wie folgt:

Die ersten beiden Befragungen von F.________ (am 13. August 2022 um 04:20 
[pag. 177 ff.] Uhr bzw. 08:50 Uhr [pag. 181 ff.]) erfolgten ohne Dolmetscher auf 
Englisch, wobei mindestens aus dem ersten Einvernahmeprotokoll keine Hinweise 
hervorgehen, wonach es zwischen der Polizei und ihm zu Verständigungsproble-
men gekommen wäre. F.________ gab zu Beginn der Befragung an, keinen Über-
setzer zu benötigen (pag. 177 Z. 2.). Anlässlich der delegierten Einvernahme am 
15. September 2022 (pag. 184 ff.) gab er (mit Dari-Übersetzung) auf Frage Folgen-
des an: «Ein bisschen haben wir uns verstanden. Für mich stimmte das.» (pag. 186 
Z. 40). Dies ist, wie bereits die Vorinstanz dargelegt hat, bei der Würdigung der 
Aussagen der ersten beiden Einvernahmen von F.________ mindestens im Hin-
blick auf einzelne Begriffe zu berücksichtigen (vgl. etwa den Hinweis des Dolmet-
schers in der delegierten Einvernahme vom 15. September 2022, wonach sich die 
Wörter «Rucksack» und «Schuhe» ähneln würden [pag. 188 Z. 140 f.]).

F.________ schilderte – auf offen gestellte Frage – den eigentlichen Ablauf des 
Überfalls über die erste und dritte polizeiliche Einvernahme (die zweite betraf v.a. 
Zusatzfragen zum Messer) detailliert, stringent und im Wesentlichen gleichbleibend 
(pag. 189 Z. 26–50, pag. 186 Z. 52–70). Offen bleibt, inwieweit F.________ mit der 
Umgebung in K.________(Ortschaft) vertraut ist. Er selbst gab zu Protokoll, er 
kenne die Plätze nicht und sei von N.________ (Ortschaft) (pag. 187 Z. 75 f.). Im-
merhin ist festzuhalten, dass er mindestens gemäss Protokollierung konkrete Ört-
lichkeiten (O.________ (öffentlicher Platz) [pag. 178 Z. 34], P.________ (Strasse) 
[pag. 178 Z. 36]) benennen kann. Auch sind seine Schilderungen zu den örtlichen 
Gegebenheiten grundsätzlich schlüssig. F.________ gab zusammengefasst zu 
Protokoll, zunächst mit Freunden in Bern gewesen zu sein, bevor sie nach 
K.________(Ortschaft) gegangen seien. Während zwei seiner Freunde dann wie-
der zurück nach Bern gegangen seien, sei er mit einem weiteren Freund zu ande-
ren Freunden in K.________(Ortschaft) gegangen. Wiederum später habe er noch 
andere Freunde am O.________(öffentlicher Platz) getroffen, wobei sie später zu 
jemandem nach Hause gegangen seien, der in der Nähe des Spital wohne 
(pag. 178 Z. 19–35). Von dort aus habe er dann via P.________(Strasse) zum 
Bahnhof laufen wollen (pag. 178 Z. 36, pag. 186 Z. 52 f.). Kurz vor dem Kreisel ha-
be er bemerkt, dass zwei Personen auf ihn zukommen würden und eine weitere 
rechts neben ihm hinter der Mauer hervorgesprungen sei (pag. 178 Z. 29–38). Sie 
hätten ihn beim Näherkommen immer angesprochen und gefragt, welche Uhrzeit 
sei (pag. 178 Z. 36 ff., pag. 186 Z. 53 ff.). 

Mit dem Ansprechen auf die Uhrzeit meint F.________ offenkundig beide Perso-
nen, die von vorne auf ihn zukamen. Die Verteidigung argumentierte vor oberer In-

12

stanz, die Vorinstanz habe unzutreffend festgehalten, dass F.________ betreffend 
das Fragen nach der Uhrzeit stets von einer Mehrzahl von Personen gesprochen 
habe und verweist auf eine Aussage von F.________ anlässlich der delegierten 
Einvernahme vom 15. September 2022, worin dieser Folgendes aussagte: «Er 
fragte mich vorab nach der Uhrzeit. Dann hielt er das Messer an mich. (…)» 
(pag. 188 Z. 152). Dabei blendet die Verteidigung aber aus, dass F.________ ex-
plizit danach gefragt wurde, ob die Person mit dem Messer etwas gesagt habe 
(pag. 188 Z. 151). In der Antwort von F.________ ist folglich kein Widerspruch zu 
seinen früheren Aussagen auszumachen, worin er darlegte, beide hätten gefragt. 

Im Weiteren führt F.________ aus, er habe sein Mobiltelefon aus der Tasche ge-
nommen, um nachzusehen. Der Täter mit dem blauen Pullover habe sein Telefon 
sogleich geschnappt. Er sei sehr nahe bei ihm gestanden und habe auf Hüfthöhe 
ein Messer in der rechten Hand gehalten, welches er ihm auf Bauchhöhe hingehal-
ten habe (pag. 178 Z. 36 ff. und Z. 40 ff). Der zweite Täter mit dem schwarzen 
Pullover habe ihm den Rucksack ab der Schulter genommen. Darin hätten sich 
sein Ausweis und seine AirPods befunden. Der Täter mit dem blauen Pullover habe 
ihm anschliessend noch seine goldfarbene Halskette abgerissen, danach seien alle 
Richtung Spital davon gerannt. Anzumerken ist, dass die anlässlich der dritten Ein-
vernahme zu Protokoll gegebene Version hiervon insoweit abweicht, als die dritte 
Person erst nach dem Entreissen des Handys hinter einer Wand hervorgekommen 
sei (pag. 186 Z. 55 f.) und die beiden, die von vorne gekommen seien, ihn beim 
Weggehen auf Arabisch beleidigt hätten (pag. 186 Z. 59 f.).

Weiter gab F.________ zu Protokoll, er selbst sei dann zum Bahnhof gelaufen und 
habe eine Taxifahrerin um Hilfe gebeten (pag. 178 Z. 40–46). Er bejahte, sich be-
droht gefühlt zu haben. Er habe das Messer spüren können, der Täter mit dem 
blauen Pullover habe es an seinen Bauch gedrückt (pag. 178 Z. 53 ff.). Die Täter 
hätten ihm auch gedroht und gesagt, er solle seine Sachen geben, sonst würden 
sie ihn umbringen (pag. 179 Z. 74 f.). Nachdem er via Taxifahrerin die Polizei kon-
taktiert habe und von dieser befragt worden sei, sei er zurück zum Bahnhof gegan-
gen, wobei er die drei bei einer Sitzbank gesehen habe. Er habe bei den Taxis er-
neut darum gebeten, die Polizei zu rufen. Bis diese eingetroffen sei, sei es einem 
der drei gelungen, in den Zug zu steigen (pag. 186 Z. 60–66). 

Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Aussagen von F.________ mit den Er-
kenntnissen aus den Polizeirapporten übereinstimmen. Seine Beschreibung des 
Kerngeschehens erweist sich als schlüssig, logisch und realitätsnah. Die Aussagen 
aus der dritten Einvernahme stimmen mit den Erstaussagen im Wesentlichen übe-
rein, ohne aber stereotyp oder einstudiert zu wirken. In der freien Rede schildert 
F.________ die Handlungen der drei Beschuldigten in der dritten Person Plural 
(«sie entrissen mir das Handy, sie nahmen mir das restliche Zeug, sie hatten ein 
Messer dabei, sie standen um mich und nahmen mir alle Sachen weg» [pag. 186 
Z. 55–60), was nichts anderes heisst, als dass F.________ einerseits alle drei Be-
schuldigten als Bedrohung wahrnahm, und andererseits, dass die drei Beschuldig-
ten gemeinsam handelten und durch ihre Präsenz und Überzahl den 15-jährigen 
F.________ praktisch widerstandslos machten (vgl. hierzu auch die rechtlichen 
Ausführungen in E. 12 ff. hiernach).

13

Betreffend das verwendete Messer erweisen sich die Aussagen von F.________ 
ebenfalls als hinreichend konstant und nachvollziehbar. So wurden ihm anlässlich 
der zweiten polizeilichen Einvernahme am 13. August 2022 (08:50 Uhr) Zusatzfra-
gen zur Beschreibung des Messers gestellt (pag. 181 f.), wobei er erklärte, es habe 
sich um ein aufklappbares Messer gehandelt und entspreche genau dem ihm von 
der Polizei vorgezeigten «Rescue-Tool» (pag. 31 Z. 31, Z. 37 f. und Z. 42 f.). Er 
bestätigte, dass es sich um eine Art Taschenmesser zum beidhändigen Aufklappen 
gehandelt habe, die Klinge ca. 8 cm lang sei und die Länge, die er bereits be-
schrieben habe, der Gesamtlänge des Messers entspreche (pag. 182 Z. 47). 

Mit der Verteidigung ist festzuhalten, dass betreffend die Grösse der Messerklinge 
insoweit eine kleine Aggravierung auszumachen ist, als F.________ diese im 
Rahmen der dritten Einvernahme auf 13 bis 14 cm schätzte (pag. 188 Z. 145 f.). 
Vor der Vorinstanz schätzte er die Länge des gesamten Messers auf 20–25 cm 
(pag. 547 Z. 24). Abweichend von seinen Erstaussagen sagte er sodann bei der 
Vorinstanz aus, der Haupttäter habe das Messer in der linken Hand gehalten 
(pag. 547 Z. 33 f.) Hierzu gilt jedoch zu berücksichtigen, dass für eine ungefähre 
Schätzung der Klingenlänge bzw. des gesamten Messers sowie dessen Haltung im 
dynamischen Geschehen und unter Berücksichtigung, dass F.________ das Mes-
ser nach eigenen Angaben auf Hüfthöhe an den Bauch gehalten wurde, eine Unsi-
cherheit zuzubilligen ist. Weiter ist zu beachten, dass die ersten beiden Einver-
nahmen nur kurze Zeit nach dem eigentlichen Überfall erfolgten, die dritte rund ei-
nen Monat danach und jene vor der Vorinstanz über ein Jahr später. Die Vorin-
stanz erwog in nachvollziehbarer Weise, dass vor diesem Hintergrund Erinnerun-
gen zu nebensächlicheren Punkten wie der genauen Klingenlänge durchaus ver-
blassen bzw. sich verfälschen können. Nach Auffassung der Kammer kann entge-
gen der Verteidigung aus diesen Abweichungen keinesfalls der Schluss gezogen 
werden, der Einsatz des Messers müsse grundsätzlich angezweifelt werden oder 
der Geschädigte mache überhaupt unglaubhafte Aussagen. Schliesslich ändern 
auch seine Aussagen zu den Fragen rund um die Drohung nichts an seiner Glaub-
würdigkeit, gab er doch unumwunden zu Protokoll, dass er die «Drohung» als sol-
che gedeutet habe (pag. 188 Z.167). 

Zur Täterschaft machte F.________ anlässlich seiner ersten polizeilichen Einver-
nahme vom 13. August 2022 (pag. 177 ff.) relativ genaue Angaben: Der Haupttäter 
habe einen blauen Pullover und graue lange Hosen getragen. Das Gesicht sei lang 
und die Haare kurz gewesen. Er glaube, sich daran erinnern zu können, dass er 
eine Zahnlücke gehabt habe. Er habe keinen Bart gehabt und sei so zwischen 20–
22 Jahre alt gewesen (pag. 179 Z. 78 ff.). Der zweite Täter habe einen schwarzen 
Kapuzenpullover und graue Jeans getragen. Er sei sehr dünn gewesen und habe 
einen 3-Tage-Bart getragen. Die Haare seien kurz und «schwarz geschnitten» ge-
wesen. F.________ schätzte den zweiten Täter auf 28–30-jährig (pag. 179 Z. 83 
ff.). Den dritten Täter habe er nicht sehen können; dieser sei von der Mauer ge-
kommen und dann auch hinter ihm gestanden (pag. 179 Z. 87 f.). Zum dritten Täter 
wurde F.________ im Rahmen der zweiten Einvernahme vom 13. August 2022 er-
gänzend befragt, wobei er aussagte, dieser sei zuerst passiv hinter ihm gestanden. 
Schliesslich sei er es gewesen, der ihm den Rucksack abgenommen habe. Er habe 
ihn den Rucksack widerstandslos nehmen lassen. Er habe noch etwas auf Ara-

14

bisch gesagt, was er aber selbst nicht verstanden habe (pag. 182 Z. 51 ff.). Bei der 
dritten Einvernahme beschrieb F.________ die Täter wie folgt: «Person 1: ca. 
1.80m, etwa meine Statur. Der mit dem Messer. Er hatte einen abgebrochenen 
Schneidezahn vorne rechts. Person 2: Etwa so gross wie ich. Ich bin 1.73 m, gros-
se Nase. Person 3: Etwa so gross wie ich. Ich bin 1.73 m» (pag. 187 Z. 85 ff.). Da-
bei blieb F.________ bei der bis anhin gemachten Rollenaufteilung der drei Täter 
(pag. 187 Z. 80 ff.). Er vermochte den Beschuldigten [«der mit der auffälligen Na-
se» [pag. 187 Z. 107]) sowie C.________ [«der mit dem Rucksack» [pag. 187 
Z. 107]) anhand der Fotovorweisung zu identifizieren (pag. 187 Z. 107), 
G.________ hingegen nicht (pag. 187 Z. 107 f. und Z. 112). Er gab weiter zu Pro-
tokoll, derjenige mit dem Messer sei viel jünger gewesen als die Herren auf dem 
Foto (pag. 187 Z. 112). Auf Frage, was er dazu sage, dass A.________ und 
C.________ ausgesagt hätten, die Sachen, die sie dabei hatten, von der Nummer 
13 (Anmerkung der Kammer: G.________ [pag. 192]) erhalten zu haben, erklärte 
F.________, diese Person noch nie im Leben gesehen zu haben (pag. 187 Z. 120).

Befragt nach den Handlungen der von ihm erkannten Personen gab F.________ zu 
Protokoll, Nummer 6 (Anmerkung der Kammer: A.________ [pag. 192]) sei mit 
dem Typ mit dem Messer von vorne auf ihn zugekommen. Nummer 8 (Anmerkung 
der Kammer: C.________ [pag. 192]) sei hinter der Wand hervorgekommen und 
habe sich ihm angenähert (pag. 187 Z. 124 f.). Derjenige mit dem Messer sei der 
Chef gewesen, aber die Nummer 8 sei auch sehr «hässig» gewesen und habe ihn 
beleidigt (pag. 188 Z. 128 f.). Nummer 6 sei der Ruhigste gewesen (pag. 188 Z. 
132 f.). Er sei nebendran gestanden und habe nichts gemacht (pag. 188 Z. 136). 
Wie bereits dargelegt, bleibt F.________ bei der bereits zu Protokoll gebrachten 
Rollenaufteilung der drei Täter und ist im Weiteren imstande, Nummer 8 (Anmer-
kung der Kammer: C.________) als sehr «hässig» zu beschreiben und Nummer 6 
(Anmerkung der Kammer: A.________) als ruhigsten einzustufen. 

Die Verteidigung argumentierte vor oberer Instanz, auf die Aussagen von 
F.________ zur Identifikation der Täter könne nicht abgestellt werden. Entgegen 
den Ausführungen der Vorinstanz seien seine Beschreibungen nicht spezifisch, 
sondern sehr generell gehalten. Auch falle auf, dass er den Haupttäter mit dem 
Messer nicht erkannt habe, was seltsam anmute. Auch stimme nicht, dass dieser 
sodann ganz anders aussehe als der Beschuldigte und C.________. Es erscheine 
wahrscheinlich, dass F.________ den Beschuldigten und C.________ nur wegen 
dem Rucksack beim Bahnhof erkannt habe. Allein daraus könne nicht geschlossen 
werden, dass diese auch tatsächlich beim Raubüberfall beteiligt gewesen seien.

Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Insgesamt geht aus den Aussa-
gen von F.________ hervor, dass dieser die drei Beschuldigten überzeugend iden-
tifizieren und deren Handlungen nachvollziehbar und realitätsnah beschreiben so-
wie unterscheiden konnte. Dass der Beschuldigte und C.________ ohne jegliche 
Involvierung in den Überfall durch G.________ in den Besitz des Rucksacks von 
F.________ gekommen sein sollen, ist nach Auffassung der Kammer vor dem Hin-
tergrund der glaubhaften Aussagen des Opfers wirklichkeitsfremd. Es liegen auch 
keine Übertreibungen oder Hinweise vor, wonach F.________ die Täterschaft über 
Gebühr belastet hätte. Namentlich bleibt er auch bei der Schilderung der gegenü-

15

ber den beiden anderen Tätern zurückhaltenden Rolle des Beschuldigten konstant. 
Wie bereits dargelegt, finden sich in den Einvernahmen von F.________ nur in Ne-
bensächlichem gewisse Widersprüche. Auch der Umstand, dass F.________ den 
Täter mit dem Messer auch auf Vorhalt der Fotovorweisung (Foto Nr. 13) nicht er-
kannte, vermögen der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen keinen Abbruch zu tun. Die 
Vorinstanz erwog zutreffend, dass auf von der Q.________ AG edierten Aufnah-
men aus dem Zug klar ersichtlich ist, dass G.________ tatsächlich – wie von 
F.________ beschrieben – ein langes Gesicht und eine Zahnlücke hat (pag. 247). 
Sie weist sodann in zutreffender Weise darauf hin, dass G.________ auf den Auf-
nahmen der Q.________ aus der Tatzeitnacht deutlich anders aussah als auf der 
Fotovorweisung. 

Schliesslich vermögen auch die anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 30. Oktober 2020 (pag. 545 ff.) getätigten Aussagen von F.________ insge-
samt zu überzeugen. Zwar schilderte er die Situation, wie er nach 
K.________(Ortschaft) kam und die Vorgeschichte zum eigentlichen Überfall leicht 
anders als in den früheren Einvernahmen. So antwortete er auf offene Frage, was 
sich am 13. August 2022 in K.________(Ortschaft) ereignet habe, er sei in Bern 
gewesen und habe den letzten Zug Richtung K.________(Ortschaft) genommen, 
um nach Hause nach N.________(Ortschaft) zu gehen. Er habe zwei, drei Kolle-
gen in K.________(Ortschaft) gesehen und den letzten Zug Richtung 
N.________(Ortschaft) verpasst. Es sei ihm nicht so gut gegangen, da er Alkohol 
getrunken habe. Er habe dann etwas spazieren gehen wollen; dies sei gegen 01:30 
oder 02:00 Uhr gewesen. Er sei noch nicht so weit entfernt vom Bahnhof gewesen. 
Auf dem Rückweg zum Bahnhof habe er gesehen, dass zwei Personen auf ihn zu-
kommen würden, die etwa hundert Meter Abstand gehabt hätte (pag. 546 Z. 2–10). 

Bereits anlässlich der ersten Einvernahme wurde deutlich, dass sich der Abend von 
F.________ mit mehreren Freunden an mehreren Örtlichkeiten in 
K.________(Ortschaft) abgespielt hat. Auf Nachfrage präzisierte er sodann, er ha-
be am Anfang der Sitzung gesagt, dass er zwei, drei Kollegen gesehen habe und 
zu ihnen gegangen sei. Als er zurückgekommen sei zum Bahnhof, habe er keinen 
Zug mehr für nach Hause gehabt (pag. 548 Z. 18 ff.). Wesentlich ist, dass 
F.________ das Kerngeschehen in freier Rede auch vor der ersten Instanz wieder-
um glaubhaft schilderte. So konnte er auch anlässlich dieser Einvernahme die 
Handlungen den drei Beschuldigten nachvollziehbar und in Einklang mit früher ge-
machten Aussagen zuordnen. Hervorzuheben ist:

- Derjenige, der hinter ihm gestanden sei, habe ihm den Rucksack weggenom-
men (pag. 546 Z. 25);

- Derjenige, der ein Messer in der Hand gehabt habe, habe ihm sein Handy und 
seine Halskette weggenommen. Da sie bewaffnet gewesen seien, habe er 
Angst gehabt (pag. 546 Z. 27). Deshalb sei er schnell zum Bahnhof gegangen, 
wo die Taxifahrerin die Polizei benachrichtigt habe. Ungefähr 10 Minuten später, 
als er im Bahnhof gewesen sei, habe er die drei gesehen, wie sie mit seinem 
Rucksack zum Bahnhof gekommen seien. (…) Einer von ihnen sei kurz bevor 
die Polizei eingetroffen sei, mit einem Zug nach M.________(Ortschaft) gefah-
ren (pag. 546 Z. 31 ff.);

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- Beim Mann, der ihm mit dem Messer seine Gegenstände weggenommen habe, 
habe es sich um denjenigen gehandelt, der vor dem Eintreffen der Polizei mit 
dem Zug weggefahren sei (pag. 546 Z. 44 ff.);

- Auf Vorhalt der Fotoverweisung (pag. 190 und 191) sagte F.________, dass Nr. 
8 derjenige sei, der ihm den Rucksack von hinten weggenommen habe. Nr. 6 
sei mit dem anderen Man in seine Richtung gekommen;

- Auf konkrete Frage, was die dritte Person gemacht habe, gab F.________ an, 
es seien zwei Personen auf ihn zugekommen. Nr. 6 sei eine von diesen zwei 
Personen gewesen und der andere sei derjenige Mann, der ein Messer gehabt 
habe. Nr. 8 habe ihm seinen Rucksack von hinten weggenommen (pag. 547 
Z. 16 ff.).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen von F.________ betreffend 
Kerngeschehen und insbesondere hinsichtlich Identität und Rollen der drei Be-
schuldigten insgesamt sehr konstant, realitätsnah und in den wesentlichen Punkten 
widerspruchsfrei sind. Seine Schilderungen wirken selbsterlebt; kleinere Ungenau-
igkeiten lassen sich durch den Zeitablauf und das dynamische Geschehen ohne 
Weiteres erklären. Aufgrund der Vielzahl an Realkennzeichen erachtet die Kammer 
die Aussagen von F.________ als überaus glaubhaft und stellt beweiswürdigend 
darauf ab.

10.2.2 Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz fasste auch die Aussagen des Beschuldigten sorgfältig zusammen; 
hierauf kann vorab verwiesen werden (pag. 651 ff., S. 24 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Im Weiteren würdige sie diese wie folgt (pag. 653 f., S. 26 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

Die Aussagen von A.________ sind äusserst widersprüchlich. So hat er zunächst behauptet, dass 
er eine Person, welche er nicht kenne, beim Gehen gesehen habe, wie sie das Opfer bestohlen 
habe. In der am gleichen Tag durchgeführten Hafteröffnungseinvernahme bestätigte A.________ 
dies und führte aus, er sei mit C.________ dort gewesen und habe alles gesehen, wobei das Opfer 
keinen Widerstand geleistet habe und der anderen Person alle Sachen herausgegeben habe. Zudem 
habe A.________ den Dritten am Tatort das erste Mal getroffen. Dass A.________ den Täter nicht 
erkannt haben will bzw. ihn zum ersten Mal am Tatort getroffen haben soll, kann nicht der Wahrheit 
entsprechen, denn aus den Einvernahmen von C.________ ist klar ersichtlich, dass A.________, 
C.________ und G.________ sich bereits in Bern getroffen haben und zusammen mit dem Zug 
nach K.________(Ortschaft) gekommen sind (vgl. pag. 224 Z. 183 ff.). In der Einvernahme vom 
07.09.2022 erzählte A.________ dann eine komplett andere Version. Zwar gibt er zu, dass er an 
diesem Tag mit G.________ unterwegs gewesen ist, aber bestreitet hingegen entgegen den ersten 
Aussagen, dass er den Diebstahl gesehen hat. Diese beiden Versionen sind komplett wider-
sprüchlich und schliessen sich gegenseitig aus, was gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 
spricht. Weiter führte A.________ zunächst aus, die dritte Person habe ihm und C.________ den 
Rucksack gegeben, weil sie Angst vor ihnen gehabt habe. In der Einvernahme vom 07.09.2022 be-
hauptete er neu, dass G.________ ihm gesagt habe, dass er krank und betrunken sei und er des-
halb den Rucksack dort lassen wolle, nur um in der gleichen Einvernahme kurz darauf zu behaupten, 
dass G.________ ihm gesagt habe, er gehe zur Toilette und komme wieder zurück, nehme die Ta-
sche und gehe weg. Es bestehen somit selbst innerhalb der einzelnen Einvernahmen Wider-

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sprüche. Bezeichnenderweise hat C.________ eine dritte bzw. vierte Version desselben Vorgangs. 
Gemäss diesem hatte G.________ nämlich gesagt, dass es zu weit sei, den Rucksack nach 
M.________(Ortschaft) zu nehmen und dass er ihn am Tag darauf in Bern zu A.________ holen 
kommen würde (pag. 223 Z. 133 f.; pag. 231 Z. 192 ff.). Schliesslich behauptete A.________, dass er 
sich nicht mehr so recht daran erinnern könne, ob C.________ mit ihm zusammen gewesen sei, 
als er aus dem Bahnhof rausgegangen sei. Er sei betrunken gewesen. Dies widerspricht zum einen 
den Aussagen von C.________, welcher gesagt hat, dass A.________ keinen Alkohol trinke 
(pag. 237 Z. 55) und zum anderen ist der bei A.________ durchgeführte Atemlufttest am 13.08.2022, 
um 07:30 Uhr mit 0.0 mg/l negativ ausgefallen (pag. 150). Es handelt sich somit klar um eine 
Schutzbehauptung und schränkt die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen klar ein. Neben den offen-
sichtlichen Widersprüchen sind die Erzählungen von A.________ wenig detailliert und nur ober-
flächlich. Zudem sind gewisse Aussagen komplett unlogisch und realitätsfremd, so etwa, dass 
der Dieb Angst vor ihm und C.________ gehabt habe, weil er ja ein Dieb sei, aber sie mit diesem 
nicht geredet hätten. Schliesslich ist auffällig, dass er vehement darauf besteht, dass er kein Messer 
dabei hatte und nie ein Messer besessen habe. Er scheint sich hierauf zu fokussieren, um sich zu ent-
lasten und sich in einem möglichst guten Licht darzustellen. Dies dürfte zwar der Wahrheit entspre-
chend, da gemäss den Aussagen von F.________ G.________ der Täter mit dem Messer gewesen 
ist, aber dennoch ist dieser gezielte Fokus auf dieses «entlastende» Element des Vorfalls, als Lü-
gensignal zu werten. Die Aussagen von A.________ passen sodann auch nicht zu den Aussagen 
von C.________ (vgl. nachfolgend). Zusammenfassend sind die Aussagen von A.________ als 
nicht glaubhaft zu werten, was den angeklagten Sachverhalt betrifft und es ist entsprechend nicht 
darauf abzustellen.

Die Kammer kann sich diesen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz anschlies-
send. Ergänzend sei beweiswürdigend durch die Kammer Folgendes hervorgeho-
ben:

Im Rahmen der parteiöffentlichen delegierten Einvernahme vom 13. August 2022 
(pag. 194 ff.), 14:35 Uhr (mit Arabisch-Übersetzung) erklärte der Beschuldige – 
nachdem er darauf hingewiesen wurde, dass gegen ihn ein Strafverfahren wegen 
Raub mit Messer eingeleitet worden sei und der Verdacht bestehe, dass er am 
13. August 2022, 02:50 Uhr in K.________(Ortschaft) F.________ beraubt habe – 
er die Aussagen verweigere (pag. 195 Z. 19). Auf Nachfrage, weshalb er die Aus-
sage verweigern wolle, gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass es eine Verleum-
dung sei, er keinen Raub begangen und die Polizei bei ihm auch kein Messer ge-
funden hätte (pag. 195 Z. 22 ff.). Im nächsten Satz gab er ohne jeden Kontext an, 
er habe gesehen, «wie er gestohlen habe.» (pag. 195 Z. 28 f.) Auf Frage, wer das 
Opfer bestohlen haben soll, sagte er aus: «eine Person, die ich nicht kenne. Ich 
sah die Person in der Nacht beim Gehen.» (pag. 195 Z. 33). Insgesamt muten die 
wenigen Erstaussagen des Beschuldigten unschlüssig und zerfahren an. Dem Be-
schuldigten steht zwar das Recht zu, die Aussage zu verweigern. Es ist fraglich, 
warum er – trotz dem zuerst geltend gemachten Aussageverweigerungsrecht – 
zum Vorfall nicht genauere Aussagen machen will, wenn er ja gesehen haben will, 
wie «er» das Opfer bestohlen habe. 

Anlässlich der Hafteröffnung vom 13. August 2022 (pag. 197 ff.) bekräftige der Be-
schuldigte erneut, dass der Vorwurf, der gegen ihn erhoben werde, eine Verleum-
dung sei und er nichts getan habe. Er stellte sogleich Rückfragen an die Adresse 

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der Polizei und wollte wissen, was man denn gegen ihn in der Hand habe («viel-
leicht Kameraaufzeichnungen oder so») und ob es Beweise gegen ihn gebe 
(pag. 198 Z. 26 ff.). Der Beschuldigte gab auf Frage an, dass er zur Sache nichts 
ergänzen oder korrigieren möchte (pag. 199 Z. 79). Auf Vorhalt, wonach er letzte 
Nacht in K.________(Ortschaft) zusammen mit C.________ und einem unbekann-
ten Dritten einem minderjährigen Mann sein Mobiltelefon, seinen Rucksack mit di-
versem Inhalt und eine goldene Halskette gestohlen habe, sagte der Beschuldigte, 
dass das nicht stimme und der Geschädigte lüge. Weiter bat er den Staatsanwalt, 
die Kamera-Aufzeichnungen zu sehen (pag. 200 Z. 87 ff.). Der Beschuldigte be-
zichtigte folglich F.________ der Lüge und wollte «Beweise» sehen, ohne aus ei-
genem Antrieb darzulegen, weshalb der Vorhalt nicht zutrifft. Es sei an dieser Stelle 
daran erinnert, dass der Beschuldigte sich zwar nicht entlasten muss, im konkreten 
Kontext wäre aber eine Äusserung zum Geschehen oder Nichtgeschehen zu er-
warten gewesen. Dass er einfach Beweise sehen wollte, ohne auch nur ansatzwei-
se zu plausibilisieren, warum es sich beim Vorhalt gemäss seiner Aussage um eine 
Lüge oder Verleumdung handelt, spricht aus Sicht der Kammer nicht für die Glaub-
haftigkeit seiner Aussagen.

Im Weiteren nahm der Beschuldigte zwar Stellung zur Sache, es fällt indes auf, 
dass in der gesamten Befragung im Rahmen der Hafteröffnung eine Vielzahl von 
Widersprüchen und Unstimmigkeiten auszumachen ist. Die Vorinstanz hielt zurecht 
fest, dass der Beschuldigte sich innerhalb der Einvernahme gleich mehrmals wi-
dersprach. An dieser Stelle seien folgende Aussagen hervorgehoben:

Er selbst habe in Bern mit einer anderen Person den Zug genommen. Die andere 
Person kenne er nicht. Es handle sich dabei um denjenigen, der den Diebstahl be-
gangen habe (pag. 200 Z. 97 und Z. 104 f.). Diese Person sei auf die geschädigte 
Person zugegangen und habe sein Portemonnaie genommen. Weiter habe sie die 
Tasche und das Telefon des Geschädigten genommen. Der Geschädigte habe 
keinen Widerstand geleistet und die Sachen einfach gegeben (pag. 200 Z. 109 ff.). 
Lapidar führte er sodann aus, der Geschädigte sei danach gegangen. Er sei mit ei-
nem Kumpel dort gewesen und habe alles gesehen (pag. 200 Z.112). Sie beide 
hätten dann das Telefon und die Tasche (gemeint: Rucksack [pag. 200 Z. 114]) 
genommen und seien zum Bahnhof gegangen, worauf die Polizei gekommen sei 
(pag. 200 Z. 115 ff.). Sie hätten keine Waffe dabei gehabt, kein Messer nichts, das 
sei eine Verleumdung (pag. 200 Z. 115 ff.). Diese Aussagen machen wenig Sinn. 
Zunächst ist offenkundig, dass der Beschuldigte durchaus wusste, um wen es sich 
bei der Person, welche gemäss seinen Aussagen den Raub verübt hatte, handelte. 
Weshalb sonst sollte er mit ihr Zug fahren und gemeinsam mit einem weiteren 
Kumpel das Diebesgut, welches die Person vom Geschädigten gestohlen hat, mit-
nehmen? Wie bereits dargelegt und auch von der Vorinstanz zutreffend hervorge-
hoben, fällt auch auf, dass der Beschuldigte innerhalb der Einvernahme oft betont, 
sie hätten kein Messer dabeigehabt bzw. es sei keine Waffe im Spiel gewesen. Es 
scheint, als ginge der Beschuldigte davon aus, dass er sich ohne Einsatz eines 
Messers nicht strafbar machen könne.

Der Beschuldigte gab weiter auf Frage zwar an, dass sein Kumpel C.________ 
gewesen sei (pag. 200 Z. 120). Seine Aussagen zum dritten Mann («dem Dieb») 

19

sind jedoch zusammenhanglos, unlogisch und widersprüchlich. So brachte er plötz-
lich vor, diesen erst am Ort, wo er das Opfer bestohlen habe, das erste Mal gese-
hen zu haben (pag. 201 Z. 132). Auf Fragen zur konkreten Örtlichkeit des Überfalls 
antwortet der Beschuldigte sodann vage und ausweichend (pag. 202 Z 167 ff.).

Auch die Aussagen des Beschuldigten zu seinem Kumpel beschränken sich im 
Wesentlichen darauf, dass dieser betrunken gewesen sei bzw. sie beide betrunken 
gewesen seien (pag. 202 Z. 187 f.). Dass dem nicht so gewesen ist, zeigte sich bei 
den beim Beschuldigten und C.________ am 13. August 2022 (07:30 Uhr) durch-
geführten Atemlufttests, welche mit je 0.0 mg/l negativ ausgefallen sind (pag. 150). 
Bei den Ausführungen des Beschuldigten handelt es sich demnach – wie die Vor-
instanz richtig feststellte – um reine Schutzbehauptungen.

Nahezu abenteuerlich erscheinen die Aussagen des Beschuldigten, wonach die 
Person, die den Diebstahl begangen habe, ihnen die Sachen gegeben habe und 
dann ihres Weges gegangen sei (pag. 202 Z. 197 ff.). Auf Frage, weshalb der Dieb 
dies getan haben sollte, antwortete der Beschuldigte, er habe Angst vor ihnen be-
kommen, weil sie zu zweit gewesen seien (pag. 203 Z. 202). Angst habe er be-
kommen, weil er ein Dieb sei (pag. 203 Z. 209). Diese Schilderung des Gesche-
hens nach dem Überfall mutet nicht nur lebensfremd an, sie steht auch in Wider-
spruch zur glaubhaften Aussage von F.________, welcher zu Protokoll gab, die 
drei beim Bahnhof in K.________(Ortschaft) wieder gesehen zu haben, wobei 
G.________ in den Zug eingestiegen sei, bevor die Polizei eingetroffen sei.

Zur Rolle von C.________ – er sei ein Freund des Beschuldigten – machte der Be-
schuldigte kaum Angaben (pag. 204). Auf Vorhalt der Aussage von C.________, 
wonach er den Dieb gekannt habe, sagte der Beschuldigte, er selbst habe den 
Dieb nicht gekannt (pag. 204 Z. 272).

Es kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass die ersten Aussagen des Be-
schuldigten widersprüchlich, unlogisch, teilweise zusammenhangslos und insge-
samt unglaubhaft sind.

Das Aussageverhalten des Beschuldigten fügt sich auch in der Folge nahtlos ins 
bisherige Bild ein. Im Rahmen der delegierten Einvernahme vom 7. September 
2022 (pag. 208 ff. [Anmerkung der Kammer: Die Einvernahme hat keine Zeilen-
nummerierungen]) machte der Beschuldigte geltend, er könne sich an seine früher 
(im Verfahren) gemachten Aussagen nicht erinnern, er sei damals krank gewesen. 
Auf Vorhalt seiner Aussagen bei der Staatsanwaltschaft gab er zu Protokoll, das 
die Geschichte nicht so gewesen sei. Er könne sich nicht genau daran erinnern. Er 
könne jetzt etwas dazu sagen. Danach schilderte der Beschuldigte wiederum sehr 
widersprüchlich und unlogisch, was geschehen sein soll: Er sei mit zwei anderen 
Personen unterwegs gewesen. In Burgdorf hätten sie sich von anderen getrennt. 
Neu brachte er vor, er sei danach alleine in die R.________ (Nachtclub) gegangen. 
Nach der Disco habe er diesen Menschen getroffen. Er habe ihm gesagt, er lasse 
die Tasche bei ihm. Damit schilderte der Beschuldigte eine gänzlich neue Variante 
des Geschehens, die alles andere als überzeugend ist. So machte er keine Anga-
ben zu den Umständen des angeblichen Besuchs in der Disco bzw. zur Übergabe 

20

der Tasche, seine Aussagen bleiben wiederum oberflächlich. Zudem stehen seine 
Aussagen in Widerspruch zu seinen früher gemachten Aussagen.

Auf Vorhalt sagte der Beschuldigte weiter aus, er habe nichts gesehen (wie der an-
dere Mann den Diebstahl gemacht habe). Der andere sei betrunken gewesen, als 
er ihm die Tasche abgegeben habe. Weiter beteuert der Beschuldigte, er hätte die 
Tasche nicht mitgenommen, wenn er gewusst hätte, dass diese gestohlen worden 
sei. Auch in diesem Punkt stehen die neuen Aussagen in offenkundigem Wider-
spruch zu seinen früheren Aussagen, wonach er «alles gesehen habe» (pag. 200 
Z. 105).

Auf Frage erklärte der Beschuldigte weiter, dass dieser Mann [der den Diebstahl 
begangen habe] G.________ heisse. Er kenne G.________ nicht. Er habe 
G.________ nur an diesem Tag getroffen. Er selbst habe die Tasche an sich ge-
nommen, weil G.________ ihm gesagt habe, er selbst sei krank und betrunken und 
wolle die Tasche bei ihm lassen. Auf Frage, wie er denn diese Sachen G.________ 
wieder hätte zurückgeben wollen, gab der Beschuldigte zu Protokoll, G.________ 
habe ihm gesagt, er gehe zur Toilette, komme wieder zurück und nehme dann die 
Tasche. Auch diese Aussagen sind unlogisch, unschlüssig und unglaubhaft.

Weitere Einvernahmen des Beschuldigten liegen nicht vor, da dieser sowohl der 
erst- als auch der oberinstanzlichen Verhandlung fernblieb.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwei völlig verschiedene 
Versionen des Tatgeschehens zu Protokoll gab, wobei beide Versionen in sich 
nicht stimmig, sondern vielmehr widersprüchlich und teilweise gar lebensfremd 
sind. Seine Ausführungen, weshalb der Rucksack von F.________ schliesslich zu 
ihm gelangte, sind nicht nachvollziehbar. Die Aussagen des Beschuldigten sind ge-
spickt mit offensichtlichen Widersprüchen, realitätsfernen Beschreibungen und 
Schutzbehauptungen, weshalb die Kammer sie als unglaubhaft erachtet und zur 
Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht darauf abstellt.

10.2.3 Aussagen von C.________

Auf die sorgfältige vorinstanzliche Zusammenfassung der Aussagen von 
C.________ kann vorab verwiesen werden (pag. 655 ff., S. 28 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von C.________ 
wie folgt (pag. 658 f., S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, Hervorhe-
bungen im Original):

Die Aussagen von C.________ enthalten Widersprüche. So betont er etwa wiederholt, dass er ge-
trunken habe und besoffen gewesen sei. Er sei schläfrig gewesen und habe nicht einmal mehr gehen 
können. Gleichzeitig ist sein Atemlufttest, welcher am 12.08.2022 um 07:28 Uhr durchgeführt wurde, 
mit 0.0mg/l negativ ausgefallen (pag. 150). Die Aussagen sind überdies kaum detailliert und sehr 
oberflächlich. Er hat immer die gleichen Aussagen bzw. Ausreden, nämlich, dass er sich nicht erin-
nere, denn er habe geschlafen. Dies stimmt allerdings nicht mit den Aussagen von A.________ 
überein, welcher ausgesagt hat, dass er und C.________ den Diebstahl gesehen hätten. Auch hierin 
ist ein Widerspruch zu sehen. Auch sind gewisse Aussagen von C.________ unlogisch bzw. erge-
ben keinen Sinn, so etwa, dass G.________ A.________ den Rucksack gegeben haben soll, weil 
er [G.________] weit weg wohne, G.________ den Rucksack dann aber am nächsten Tag wieder in 
Bern habe abholen wollen. Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang dann auch, dass von 

21

K.________(Ortschaft) aus M.________(Ortschaft) nicht viel weiter als Bern entfernt ist. Auch passen 
die Aussagen von C.________ nicht zu jenen von A.________, insbesondere der Grund, weshalb 
G.________ A.________ den Rucksack gegeben habe (siehe hierzu oben bei der Aussagewürdigung 
A.________). Schliesslich ist in der Aussage von C.________ an der Hauptverhandlung zu erken-
nen, dass er versucht, F.________ in einem schlechten Licht darzustellen. So behauptet er, dass 
F.________ lüge und bringt weiter vor, dass dieser den Rucksack selbst gestohlen gehabt habe, ob-
wohl hierzu keine Anzeichen in den Akten bestehen. Dies ist als Lügensignal zu werten. Zusammen-
fassend kann daher festgehalten werden, dass die Aussagen von C.________ nicht glaubhaft sind 
und darauf nicht abgestellt werden kann.

Die Kammer kann sich auch diesen Erwägungen vollumfänglich anschliessend. Er-
gänzend zu den korrekten Ausführungen der Vorinstanz würdigt die Kammer die 
Aussagen von C.________ wie folgt:

Aus der der delegierten Einvernahme als Beschuldigter vom 13. August 2022 
(pag. 220 ff.), 12:35 Uhr, seien an dieser Stelle, insbesondere auch im Zusammen-
hang mit der «dritten Person» folgende Aussagen hervorgehoben: 

Zur konkreten Anschuldigung machte C.________ geltend, er wisse davon nichts, 
habe das nicht gemacht und habe gestern getrunken (pag. 221 Z. 41). Wie bereits 
dargelegt, fiel auch bei C.________ der wenige Stunden nach dem Überfall durch-
geführte Alkoholtest mit 0.0 mg/l negativ aus, weshalb – wie beim Beschuldigten – 
davon auszugehen ist, dass der Verweis auf den Alkoholkonsum vielmehr eine 
Schutzbehauptung darstellt.

C.________ schilderte weiter, am besagten Abend mit A.________ in Bern unter-
wegs gewesen zu sein (pag. 222 Z. 55 f., 59 f., 63 und 66). Vor ungefähr zwei Mo-
naten seien sie zusammen in die Schweiz eingereist und hätten Asyl beantragt 
(pag. 222 Z. 68 f.). Auf Frage, wie er von Bern nach K.________(Ortschaft) ge-
kommen sei, antwortete C.________, sie hätten getrunken, seien dann müde ge-
wesen und hätten den Zug genommen. Dann hätten sie sich in dieser Station wie-
der gefunden (pag. 222 Z. 72 ff.). Er selbst habe in K.________(Ortschaft) nichts 
gemacht. Sie seien drei Personen gewesen, darunter einer, der nach 
M.________(Ortschaft) gefahren sei (pag. 222 Z. 85 f.). 

Auch C.________ betont sodann, dass er keine Waffe habe und man bei ihm 
nichts gefunden habe. Das, was man ihm vorwerfe, anerkenne er nicht (pag. 222 
Z. 94 f.). Auf Frage, wie der Kollege heisse, der nach M.________(Ortschaft) ge-
fahren sei, antwortete C.________, dieser heisse G.________. G.________ sei 
derjenige, der seinem Kumpel den Rucksack und die Sachen gegeben habe. Er 
selbst sei nicht bei ihnen gewesen. Auf Frage machte C.________ geltend, 
G.________ habe zu A.________ gesagt, «lass den (gemeint: Rucksack) bei dir, 
ich wohne weit weg (pag. 223 Z. 130). Am Ende der Einvernahme ergänzte 
C.________, A.________ und er seien von Bern gekommen. Am Morgen sei 
G.________ gekommen und habe A.________ den Rucksack gegeben (pag. 224 
Z. 160 ff.). In diesem Punkt ähneln die Aussagen von C.________ zwar jenen des 
Beschuldigten, welcher in seiner letzten Einvernahme ebenfalls aussagte, den 
Rucksack von G.________ erhalten zu haben. Nicht erklärbar ist indes, dass 
C.________ einerseits gar nicht bei «ihnen» gewesen sein will, andererseits sich 

22

offenkundig an konkrete Gesprächsinhalte zwischen G.________ G.________ und 
A.________ in Zusammenhang mit der Übergabe der Tasche zu erinnern scheint.

Während mit Ausnahme der Angaben zum Alkoholkonsum die Erstaussagen von 
C.________ noch einigermassen plausibel erscheinen, präsentiert sich seine Dar-
stellung der Ereignisse nur wenig später im Rahmen der Hafteröffnung vom 
13. August 2022 (pag. 226 ff.), 15:45 Uhr, bereits merklich anders:

- G.________ habe er nicht in K.________(Ortschaft) getroffen; er sei mit ihm 
und A.________ von Bern her nach K.________(Ortschaft) gekommen 
(pag. 230 Z. 127);

- wie bereits bei seiner ersten Einvernahme betonte C.________ erneut, sich in 
Bern besoffen zu haben (pag. 229 Z. 105 f.), was sich mindestens mit Blick auf 
den Alkoholtest nicht erhärten lässt. Ebenso macht er wie der Beschuldigte gel-
tend, dass man bei ihm nichts gefunden habe (pag. 229 Z. 88) und man ihm 
Beweise liefern solle (pag. 232 Z. 228);

- er bestätigte zwar, dass G.________ A.________ die Tasche gegeben hatte 
(pag. 231 Z. 166), bringt aber sogleich zum ersten Mal vor, nicht zu wissen, wo-
her G.________ die Tasche gehabt habe, da er selbst geschlafen habe (pag. 
231 Z. 186 und pag. 232 Z. 199 f.). Damit stellt er seine Rolle erneut anders dar, 
nachdem bereits bei der ersten Einvernahme einigermassen unklar blieb, wo er 
nun genau war und was er tatsächlich mitbekam. 

Auch die Aussagen von C.________ erscheinen der Kammer insgesamt nicht zu-
verlässig und glaubhaft. Seine Aussagen sind weniger auffällig als jene des Be-
schuldigten, auch er gerät jedoch in Widersprüche und versucht offenkundig, seine 
eigene Rolle im ganzen Geschehen herunterzuspielen. Auch die delegierte Einver-
nahme vom 7. September 2022 (pag. 235 ff.) bestätigt diesen Eindruck. 
C.________ gab u.a. Folgendes zu Protokoll:

Auf Vorhalt eines Fotos von G.________ und auf Frage, ob es sich hierbei um den 
G.________ handle, mit welchem er zum fraglichen Zeitpunkt unterwegs gewesen 
sei, antwortete C.________ kurz und klar mit «Ja, das ist er», um im nächsten Satz 
sogleich wieder zu relativieren, «es könne sein» (pag. 236 Z. 50 ff.). Auf Vorhalt 
des Raubes machte C.________ vor allem geltend, er trinke viel Alkohol und habe 
damals zu viel getrunken. (…) «Er (Anmerkung der Kammer: C.________) habe 
bei diesem Bahnhof, also er sei eingeschlafen, bis am Morgen.» Um diese Zeit ha-
be G.________ einen Rucksack an A.________ abgegeben (pag. 237 Z. 62 ff.). Er 
habe gesagt, sein Wohnort sei weit weg und er werde den Rucksack zu einem 
späteren Zeitpunkt abholen. Auf Frage, warum G.________ die Tasche an 
A.________ (A.________) übergab, erklärte C.________, G.________ habe ge-
sagt, sein Camp sei weit weg in M.________(Ortschaft). Er lasse diese Tasche bei 
ihm und komme sie am Abend wieder holen (pag. 237 Z. 85 ff.).

C.________ wurde sodann vor erster Instanz erneut befragt (pag. 550 ff.), wobei er 
u.a. Folgendes aussagte:

- Er und A.________ seien am fraglichen Abend in einem Park in Bern gewesen 
und hätten dort G.________ angetroffen, welcher sich zu ihnen gesetzt habe. 

23

Weil es gegen 00:00 Uhr kalt gewesen sei, seien sie in den Zug gestiegen (pag. 
552 Z. 14 ff.). 

- Er habe mit dem Raub nichts zu tun gehabt, er habe geschlafen (in einer ge-
schlossenen Bushaltestelle/Warteraum [pag. 552 Z. 20]) bzw. er habe sich an 
diesem Tag nicht vom Bahnhof bewegt (pag. 553 Z. 17);

- Am Morgen habe ihn A.________ geweckt und gesagt, die Züge würden wieder 
fahren. G.________ sei gekommen und habe den Rucksack an A.________ 
gegeben. Er habe ihm gesagt, er solle diesen Rucksack bei sich lassen. Er (ge-
meint: G.________) wohne in M.________(Ortschaft) und habe gesagt, er 
komme ihn (gemeint: den Rucksack) am Nachmittag wieder holen. G.________ 
sei dann in den Zug nach M.________(Ortschaft) gestiegen (pag. 552 Z 22 ff.).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass C.________ zwar im Gegensatz zum Be-
schuldigten nicht beinahe seine ganze Schilderung zwischen einzelnen Einver-
nahmen veränderte, auch er blieb aber in wesentlichen Punkten widersprüchlich, 
so etwa betreffend den Ort und Zeitpunkt des Treffens von G.________ 
G.________ und die Übergabe des Rucksacks an A.________. Bis zuletzt blieb 
sodann unklar, was er nun tatsächlich mitbekam, und wann er angeblich schlief. 
Sodann verwies auch er wiederholt auf seine vermeintliche Alkoholisierung. Wie 
bereits die Vorinstanz festhielt, lassen sich die Versionen des Beschuldigten und 
von C.________ sodann nicht in Einklang bringen. Ebenso stehen die Schilderun-
gen von C.________ in Widerspruch zu den glaubhaften Aussagen von 
F.________. Die Kammer erachtet die Aussagen von C.________ nach dem Ge-
sagten insgesamt als unglaubhaft, weshalb nicht darauf abgestellt wird.

11. Beweisergebnis

Zusammengefasst erachtet die Kammer die nachvollziehbaren und in den wesent-
lichen Punkten konstanten Aussagen des Geschädigten F.________ als überaus 
glaubhaft. Der Beweiswürdigung folgend geht die Kammer folglich davon aus, dass 
sich der Überfall am 13. August 2022 frühmorgens so zugetragen hat, wie er aus 
den Aussagen von F.________ hervorgeht und von den Angaben im Anzeigerap-
port unterstrichen wird. Auf die Aussagen des Beschuldigten und von C.________ 
kann demgegenüber nicht abgestellt werden. Die Kammer erachtet folgenden 
rechtserheblichen Sachverhalt als erstellt: F.________ begab sich am 13. August 
2022, um ca. 02:50 Uhr via P.________(Strasse) zum Bahnhof 
K.________(Ortschaft), wobei ihm G.________ G.________ und A.________, wel-
che in dieser Nacht gemeinsam mit C.________ unterwegs waren, entgegenka-
men. G.________ G.________ und A.________ gingen von vorne auf F.________ 
zu und fragten ihn nach der Uhrzeit. F.________ nahm in der Folge sein Handy 
hervor, welches ihm dann von G.________ G.________ weggenommen wurde. 
Weiter nahm G.________ G.________ ein Klappmesser hervor und hielt 
F.________ die Klinge auf Hüfthöhe über den Kleidern an den Bauch. Er sprach 
dabei etwas auf Arabisch, was F.________ als Drohung auffasste. C.________, 
welcher hinter F.________ hinter einer Mauer hervorkam, trat ebenfalls an 
F.________ heran und nahm diesem den Rucksack ab. F.________ wurde auf-
grund der bedrohlichen Situation, namentlich dem Messer, der aggressiven Stim-

24

mung und der Überzahl der Täter, in Angst versetzt und leistete keinen weiteren 
Widerstand, als ihm von der Täterschaft die Gegenstände entwendet wurden. Be-
vor sich die drei Täter von F.________ entfernten, riss G.________ G.________ 
diesem noch die goldfarbene Halskette vom Hals. Die drei Täter nützten für den 
Überfall ihre zahlenmässige Überlegenheit und die in Anbetracht der Situation ein-
geschränkten Abwehrmöglichkeiten von F.________ aus und wollten die erbeute-
ten Gegenstände für sich behalten. Der erbeutete Rucksack mitsamt Handy und 
weiteren Gegenständen des Geschädigten konnte bei A.________ sichergestellt 
werden, nachdem dieser und C.________ am selben Tag gegen 05:20 Uhr beim 
Bahnhof K.________(Ortschaft) durch die Polizei angehalten wurden.

III. Rechtliche Würdigung

12. Rechtliche Grundlagen

12.1 Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

Nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer mit Gewalt gegen eine 
Person oder Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem 
er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht.

Was die theoretischen Grundlagen dieses Tatbestands anbelangt, kann vorab auf 
die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 661 f., S. 34 
f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Teilweise ergänzend, teilweise wieder-
holend sei an dieser Stelle Folgendes festgehalten:

Der objektive Tatbestand des eigentlichen, schlichten Raubes ist dadurch gekenn-
zeichnet, dass ein Diebstahl begangen wird, nachdem zu diesem Zweck eine Nöti-
gungshandlung begangen wurde, welche die Duldung dieses Diebstahles bezweckt 
(NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019 [nachfolgend 
BSK StGB-BEARBEITER], N 15 zu Art. 140 StGB). Diebstahl liegt vor, wenn der 
Täter jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich 
oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Voll-
endet ist ein Diebstahl mit der Begründung neuen Gewahrsams, beendet ist die Tat 
hingegen erst mit dem Eintritt der Bereicherung (vgl. BGE 98 IV 83 E. 2). Die Nöti-
gungshandlung besteht entweder in der Gewalt gegen eine Person, in der Andro-
hung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder im Bewirken der Widerstands-
unfähigkeit. Die Drohung kann auch nur konkludent angedeutet werden und muss 
grundsätzlich geeignet sein, das Opfer widerstandsunfähig zu machen. Die ange-
drohte Beeinträchtigung der körperlichen Integrität muss entsprechend eine erheb-
liche sein, wobei der Täter die Drohung nicht ausführen wollen muss; es reicht aus, 
wenn sie ernst gemeint erscheint. Die angedrohte Gefahr muss gegenwärtig sein, 
das heisst ihre sofortige Verwirklichung muss in Aussicht gestellt werden (BSK 
StGB-NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 140 N 29 ff.).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich insbesondere auf 
die Ausübung der Nötigungshandlung (Gewalt, Drohung, Bewirken der Wider-
standsunfähigkeit) gegenüber dem Opfer zum Zwecke der Begehung eines Dieb-
stahles beziehen. Zusätzlich müssen auch die Aneignungsabsicht sowie die Ab-

25

sicht unrechtmässiger Bereicherung vorliegen (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, a.a.O., 
Art. 140 N 44 f.).

12.2 Mittäterschaft

Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder 
Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgeblicher Weise mit anderen 
Tätern zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es 
darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falls und dem 
Tatplan für die Ausführung des Delikts so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder 
fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille allein genügt zur Begründung 
von Mittäterschaft jedoch nicht. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an 
der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Tat-
bestandsmässige Ausführungshandlungen sind keine notwendige Voraussetzung 
für die Annahme von Mittäterschaft (vgl. BGE 143 IV 361 E. 4.10; 135 IV 152 
E. 2.3.1; 120 IV 265 E. 2c/aa; Urteile des Bundesgerichts 6B_1437/2020 vom 
22. September 2021 E. 1.2.2 und 6B_338/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2.4; je 
mit Hinweisen). Mittäterschaft setzt unter anderem einen gemeinsamen Tatent-
schluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es genügt, 
wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist nicht erforderlich, dass der 
Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, dass er sich 
später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. Wenn die Rechtsprechung an-
genommen hat, Mittäterschaft könne auch darin liegen, dass einer der Teilnehmer 
massgeblich bei der Entschliessung oder Planung des Deliktes mitgewirkt hat, so 
darf daraus nicht geschlossen werden, Mittäterschaft sei ausschliesslich möglich, 
wenn die Tat im Voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsa-
men Tatentschlusses ausgeführt wurde (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 120 IV 
265 E. 2c/aa; je mit Hinweisen). Dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsa-
men Tatentschlusses mitwirkt, ist nicht erforderlich; wie bereits betont, genügt es, 
dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht (vgl. BGE 135 IV 
152 E. 2.3.1; 130 IV 58 E. 9.2.1; je mit Hinweis). Konkludentes Handeln und Even-
tualvorsatz genügt (BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3a; je mit Hinweis). Die 
Inkaufnahme durch Billigen oder Einverständnis im Sinne des Eventualvorsatzes 
erfasst auch den unerwünschten, aber um des Handlungsziels willen hingenom-
menen Erfolg (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2016 vom 16. Dezember 2016 
E. 2.3.4 und 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 3.2; je mit Hinweis). In Mittäterschaft 
begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (BGE 143 IV 361 
E. 4.10; Urteile des Bundesgerichts 6B_1437/2020 vom 22. September 2021 
E. 1.2.2 und 6B_338/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2.4; je mit Hinweisen; siehe 
zum gesamten Abschnitt Urteil des Bundesgerichts 6B_797/2020 vom 31. Janu-
ar 2022 E. 4.3.6).

13. Argumente der Verteidigung

Die Verteidigung machte vor oberer Instanz geltend, dem Beschuldigten werde im 
Wesentlichen einzig vorgeworfen, mit G.________ auf den Geschädigten zuge-
gangen zu sein und nach der Uhrzeit gefragt zu haben. Alles weitere, namentlich 
das Hervornehmen und Halten des Messers, das Ansprechen auf Arabisch, die 

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26

Abnahme des Rucksacks und das Abreissen der Halskette sei allesamt den beiden 
anderen, G.________ und C.________, zuzuschreiben. Wenn man die Aussagen 
des Geschädigten beweiswürdigend heranziehe und als glaubhaft erachte, so 
müsse dies auch für seine Aussagen zur Rolle des Beschuldigten gelten. 
F.________ habe ausgesagt, der Beschuldigte sei der Ruhigste gewesen. Die Vor-
instanz habe auf einen gemeinsamen Tatentschluss geschlossen. Das passive 
Danebenstehen, wie es der Geschädigte mehrmals beschrieben habe, reiche aber 
nicht, um den Beschuldigten als Mittäter zu qualifizieren. Dem Beschuldigten könne 
folglich kein strafbares Verhalten vorgeworfen werden.

14. Subsumtion der Kammer

Gemäss erstelltem Sachverhalt haben sich der Beschuldigte und G.________ dem 
Geschädigten von vorne angenähert und diesen nach der Uhrzeit gefragt. Nach-
dem F.________ sein Handy hervornahm, wurde ihm dieses von G.________ um-
gehend entrissen. Weiter nahm G.________ ein Klappmesser hervor, welches er 
durch die Kleidung an den Bauch des Geschädigten hielt und sprach etwas auf 
Arabisch zu ihm, was in Anbetracht des Tonfalls und der Situation von F.________ 
als Drohung aufgefasst wurde. C.________, welcher mit G.________ und dem Be-
schuldigten unterwegs war, kam sodann hinter einer Mauer hervor, näherte sich 
F.________ von hinten an und nahm ihm den Rucksack ab. Der Beschuldigte 
stand somit mit G.________ und C.________ um den Geschädigten, was diesen 
zusammen mit dem gegen ihn gerichteten Messer und der generell aggressiven 
Stimmung verängstigte. Die brenzlige Situation veranlasste ihn, keinen Widerstand 
zu leisten. Anschliessend entriss G.________ dem Geschädigten noch die Halsket-
te.

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass ein gegen den Bauch gerichtetes Messer 
sowie ein Drohkonstrukt, dass sich daraus ergibt, dass sich drei erwachsene Män-
ner um einen fünfzehnjährigen Jugendlichen, welcher nachts alleine unterwegs 
war, herumstellen, umgehend nachdem diesem dessen Handy aus der Hand ent-
rissen wurde, als offensichtliche Drohung gegen Leib und Leben zu qualifizieren ist. 
Die P.________(Strasse) ist generell keine dicht befahrene Strasse (ausser zu 
Stosszeiten), erst recht hatte es zur fraglichen Zeit kaum mehr Verkehr. Dass unter 
diesen Gegebenheiten das «Zusammentreffen» mit drei erwachsenen Männern 
dem Jugendlichen Eindruck machte bzw. er sich bedroht fühlte, wenn zwei Männer 
direkt auf ihn zukommen und sich ein Dritter ihm von hinten nähert, ist offensicht-
lich. In Anbetracht der Überzahl und des Alters der Täter sowie der Bewaffnung 
von G.________ musste F.________ durchaus mit physischen Einwirkungen rech-
nen, hätte er sich gegen die Wegnahme des Handys, Rucksacks und Halskette ak-
tiv zur Wehr gesetzt. Im Einklang mit der Vorinstanz ist auch die Nötigungskausa-
lität zu bejahen: Durch das Drohkonstrukt und den Einsatz des Messers wurde 
F.________ in Angst versetzt, verzichtete folglich auf Widerstand und liess die 
Wegnahme seiner Sachen über sich geschehen. Dir von den drei Tätern vorge-
nommene Drohung stellt eine Nötigungshandlung i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 StGB dar.

Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass der Beschuldigte mitsamt 
G.________ und C.________ in Mittäterschaft handelte. Aus dem erstellten Sach-

27

verhalt folgt zwar, dass der Beschuldigte selber dem Geschädigten keine Ge-
genstände abgenommen hat und er auch das Messer nicht behändigte. Die drei 
Erwachsenen agierten jedoch in einer klaren Rollenverteilung; jeder der drei Be-
schuldigten war bei der Ausführung des Raubs wichtig, alle drei traten gegenüber 
dem Opfer als «Einheit» auf. Wie bereits dargelegt, geht auch die Kammer davon 
aus, dass nicht ausschliesslich G.________, sondern auch A.________ den Ge-
schädigten vorab nach der Uhrzeit fragte. Ausschlaggebend ist sodann, dass der 
Beschuldigte mitsamt den beiden anderen den Geschädigten umstellte und damit 
beim Aufbau einer Drohkulisse mitwirkte, wodurch G.________ und C.________ 
das Abnehmen der Gegenstände ermöglicht bzw. erleichtert wurde. Mit seiner Prä-
senz und seinem Auftreten trug er massgebend zur Bildung und Aufrechterhaltung 
der Bedrohungslage bei und unterstützte damit je das Handeln der beiden anderen. 
Nach dem Gesagten liegt durchaus ein Tatbeitrag des Beschuldigten vor; das Ar-
gument der Verteidigung, dieser sei einfach passiv nebendran gestanden, verfängt 
nach dem Gesagten ist. Auch den Messereinsatz von G.________ missbilligte der 
Beschuldigte offenbar nicht. Die drei Täter haben sich zusammen entschlossen, 
F.________ gemeinsam zu umstellen und auszurauben. Der Tatentschluss wurde 
zumindest konkludent gemeinsam im Voraus getroffen. Die Tatsache, dass der 
Grossteil des Diebesguts schliesslich auch beim Beschuldigten aufgefunden wur-
de, lässt keinen anderen Schluss zu, als er den Tatentschluss bis zum Ende mitge-
tragen hat. Der Beschuldigte und die beiden anderen Täter wirkten in massgeben-
der Weise zusammen; er handelte mit ihnen in Mittäterschaft und hat sich das 
Handeln der jeweils anderen anzurechnen.

In subjektiver Hinsicht steht ausser Zweifel, dass der Beschuldigte wissentlich und 
willentlich sowohl bezüglich der Nötigungshandlung wie auch bezüglich des Dieb-
stahls handelte. Ebenfalls hatte er Aneignungs- und Bereicherungsabsicht. Das 
Handlungsziel war, dem Geschädigten Gegenstände abzunehmen, sich diese an-
zueignen und damit zu bereichern. Der Beschuldigte beteuerte anlässlich der poli-
zeilichen Anhaltung denn auch, dass der Rucksack ihm gehöre und er sein Telefon 
zurückhaben wolle (pag. 149). Beim Aufbau einer derartigen Drohkulisse mitten in 
der Nacht gegenüber einem Jugendlichen und dem Einsatz eines Messers muss 
dem Beschuldigten bewusst gewesen sein, dass dies beim Geschädigten ernsthaf-
te Angst und Leib und Leben auslösen würde, welche ihn dazu bewegen würde, 
den Diebstahl zu erdulden. Auch der subjektive Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB ist erfüllt. 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich.

15. Fazit

Der Beschuldigte ist des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, begangen in 
Mittäterschaft mit C.________ und G.________, schuldig zu sprechen.

28

IV. Strafzumessung

16. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung korrekt wie-
dergegeben; darauf kann integral verwiesen werden (pag. 667 ff., S. 40 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung).

Ergänzend ist erneut festzuhalten, dass die Kammer das Verschlechterungsverbot 
nach Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten hat. Die Strafen dürfen daher nicht höher 
als im angefochtenen Urteil ausfallen, wobei sich das Verschlechterungsverbot nur 
auf das Ergebnis, mithin das Urteilsdispositiv, und nicht auf dessen Begründung 
auswirkt (BGE 139 IV 282 E. 2.6).

17. Strafrahmen und Strafart

Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe 
(Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Es sind vorliegend keine aussergewöhnlichen Um-
stände ersichtlich, aufgrund welcher der ordentliche Strafrahmen zu verlassen wäre 
(vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_953/2017 
vom 9. Februar 2018 E. 2.3). Als Strafart kann folglich ausschliesslich auf Frei-
heitsstrafe erkannt werden.

18. Konkrete Strafzumessung

18.1 Tatkomponenten

18.1.1 Objektive Tatschwere

Der Tatbestand des Raubes schützt das Vermögen und die persönliche Freiheit 
des Einzelnen (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 140 N 13). In Bezug auf das 
Rechtsgut des Vermögens ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Deliktsbe-
trag von rund CHF 1'254.00 im Vergleich mit anderen denkbaren Raubüberfallen 
zwar nicht allzu gross ist, aber auch nicht mehr im Bagatellbereich liegt. Was das 
Ausmass des verschuldeten Erfolgs anbelangt, ist aber festzuhalten, dass trotz 
weit gravierender Fälle auf der grossen Palette möglicher Raubfälle sich die Be-
drohung durch den Einsatz eines Klappmesser als durchaus erheblich erweist. Mit 
dem Einsatz des Klappmessers war die Handlungsfreiheit (und damit ein Teil des 
geschützten Rechtsguts) sofort ausgehebelt. Es ist mitunter dem besonnenen und 
zurückhaltenden Verhalten des Opfers zu verdanken, dass sich keine direkte Ge-
fährdung manifestierte. 

Zur Art und Weise der Rechtsgutverletzung fällt erschwerend ins Gewicht, dass der 
Beschuldigte mitsamt G.________ und C.________ die Tat gemeinsam verübte 
und sie das Opfer, welches nachts alleine unterwegs war, auf dem Nachhauseweg 
abfingen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten, ist sodann erschwe-
rend zu berücksichtigen, dass es sich um drei erwachsene Männer handelte, die 
auf einen 15-jährigen Jugendlichen losgingen, welcher sich in Anbetracht der Situa-
tion kaum in der Lage war, sich zur Wehr zu setzen. Die Vorinstanz taxierte das 
Verhalten des Beschuldigten und seiner Mitbeschuldigten zu Recht als dreist, rück-
sichtslos und verwerflich. Auch hielt der Mitbeschuldigte G.________ dem Opfer 

29

das Klappmesser so an den Bauch, dass dieser das Messer spürte. Dieses Verhal-
ten erweist sich als riskant. Allerdings ging der Tat keine ausgeklügelte Planung 
voraus. Der Beschuldigte scheint mit seinen Mittätern eher aufgrund der als günstig 
erscheinenden Gelegenheit auf die Idee gekommen zu sein, das Opfer auszurau-
ben. Auch kann unter diesem Titel dem Umstand Rechnung getragen werden, dass 
der Beschuldigte innerhalb der Gruppe die passivste Rolle innehatte und selbst 
dem Opfer nicht direkt persönliche Gegenstände abnahm. Wie bereits dargelegt, 
war aber auch er durch seine Dauerpräsenz Teil des Drohkonstrukts, welche die 
Drohung mit dem Messer verstärkte und den Raubüberfall ermöglichte.

Das Tatverschulden muss nach dem Gesagten zu einer höheren Strafe als zur 
Mindeststrafe von sechs Monaten führen. Angesichts des weiten Strafrahmens bis 
zehn Jahre Freiheitsstrafe ist das Tatverschulden jedoch nach wie vor im unteren 
Bereich des Strafrahmens anzusiedeln. Mithin ist von einem leichten Tatverschul-
den auszugehen. Die Kammer erachtet hierfür eine Strafe von 14 Monaten als an-
gemessen.

18.1.2 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus finanziellen und somit egoisti-
schen Beweggründen. Äussere oder innere Umstände, die es dem Beschuldigten 
verunmöglicht hätten, sich rechtskonform zu verhalten und die Tat nicht zu bege-
hen, sind keine ersichtlich. Sowohl die Beweggründe als auch die Vermeidbarkeit 
wirken sich neutral aus, weshalb es bei einer hypothetischen Strafe von 14 Mona-
ten verbleibt.

18.1.3 Fazit Tatkomponentenstrafe

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten als 
dem Verschulden des Beschuldigten angemessen.

18.2 Täterkomponenten

18.2.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Der Beschuldigte wurde .________ in Algerien geboren, wo er bei seiner Mutter 
aufwuchs. Gemäss eigenen Angaben besuchte er die Schule nur teilweise und ab-
solvierte 2008 eine einjährige Berufsausbildung zum Matrosen. Anschliessend sei 
er als Matrose und Fischer tätig gewesen, bevor er von 2014 bis 2015 den Militär-
dienst absolviert habe. Bis zur Ausreise im Jahr 2018 habe er in Algerien gelebt. 
Anschliessend sei er aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und fehlender Zukunfts-
aussichten nach Spanien gereist (pag. 749, pag. 753). Im Juni 2022 reiste der Be-
schuldigte in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Mit Entscheid des Staats-
sekretariats für Migration SEM vom 8. August 2022 wurde das Asylgesuch rechts-
kräftig abgewiesen und der Beschuldigte aus der Schweiz weggewiesen 
(pag. 753). Gemäss Leumundsbericht vom 4. Februar 2025 ist der Beschuldigte al-
leinstehend, erhält pro Woche CHF 70.00 vom Migrationsdienst und hat Schulden 
von CHF 6'000.00. Hobbys habe er keine. Er warte lediglich auf den Entscheid des 
Richters und schaue danach weiter, was er machen wolle (pag. 749 f.). Mit der Vor-
instanz ist festzuhalten, dass keine Umstände erkennbar sind, welche eine Strafre-
duktion aufgrund des Vorlebens anzeigen würden.

30

18.2.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft, trat aber während des laufenden Verfahrens 
wiederholt delinquent in Erscheinung. Seit der Anlasstat wurden vier weitere Stra-
funtersuchungen gegen den Beschuldigten eröffnet, wovon in der Zwischenzeit drei 
rechtskräftig erledigt wurden. So wurde der Beschuldigte wie folgt verurteilt 
(pag. 791 ff.):

- Mit Strafbefehl der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 21. Juni 
2023: Schuldsprüche wegen Hausfriedensbruchs, einfachen Diebstahls (Ver-
such) und einfachen Diebstahls (mehrfache Begehung) und Verurteilung zu ei-
ner bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à CHF 30.00;

- Mit Strafbefehl der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 
7. Dezember 2023: Schuldsprüche wegen einfachen Diebstahls (Versuch), 
rechtswidrigen Aufenthalts i.S. des BG über die Ausländerinnen und Ausländer 
und über die Integration, Erschleichen einer Leistung (geringfügiges Vermö-
gensdelikt) und unbefugter Benützung eines Fahrzeugs i.S. des Personenbeför-
derungsgesetzes (mehrfache Begehung) und Verurteilung zu einer unbedingten 
Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 30.00 und einer Busse von CHF 300.00;

- Mit Strafbefehl der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 
15. Oktober 2024: Schuldspruch wegen einfachen Diebstahls (mehrfache Bege-
hung) sowie einfachen Diebstahls (geringfügiges Vermögensdelikt; Versuch) 
und Verurteilung zu einer unbedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 
CHF 30.00).

- Sodann ist ein weiteres Verfahren aufgrund rechtswidrigen Aufenthalts hängig 
bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (Eröffnung 6. September 
2024)

Diese erneute und einschlägige Delinquenz im Bereich der Eigentumsdelikte 
während laufenden Verfahrens ist grundsätzlich straferhöhend zu berücksichtigen 
(vgl. Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N 329 f.), wobei eine Dop-
pelbestrafung vermieden werden muss. Die Kammer erachtet hierfür eine Straf-
schärfung von zwei Monaten als angezeigt.

18.2.3 Strafempfindlichkeit

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige oder in ein familiäres Umfeld eingebettete 
Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteile des Bundesgerichts 
6B_216/2017 vom 11. Juli 2017 E. 2.3 und 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 
E. 1.3). Solch aussergewöhnliche Umstände sind vorliegend nicht gegeben, wes-
halb die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten als neutral zu werten ist.

18.2.4 Fazit zu den Täterkomponenten

Im Ergebnis wirken sich die Täterkomponenten straferhöhend aus. Die Kammer 
erachtet eine Erhöhung um zwei Monate auf 16 Monate Freiheitsstrafe als ange-
messen.

31

18.3 Konkretes Strafmass

Insgesamt erachtet die Kammer für den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von 16 
Monaten als angemessen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots (E. I.5. hiervor) 
bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten.

18.4 Anrechnung der Untersuchungshaft

Die ausgestandene Untersuchungshaft ist im Umfang von 26 Tagen (pag. 74) auf 
die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).

18.5 Strafvollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-
wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-
gehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB).

Mit Blick auf das Verschlechterungsverbot ist die Freiheitsstrafe bedingt auszu-
sprechen und die Probezeit auf das Minimum von zwei Jahren festzusetzen.

18.6 Verbindungsbusse

Die Vorinstanz sprach die bedingte Strafe mit einer Verbindungsbusse aus, wobei 
sie erwog was folgt (pag. 672, S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Eine bedingte Strafe kann mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 
StGB). Dadurch soll im Bereich der Massendelinquenz die Möglichkeit geschaffen werden, eine spür-
bare Sanktion zu verhängen (BGE 134 IV 97 E. 6.3.4.2; BGE 134 IV 1 E. 4.5). Die Verbindungsbusse 
kommt in Betracht, wenn trotz Gewährung des bedingten Vollzugs einer Geld- oder Freiheitsstrafe in 
gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Busse ein spürbarer Denkzettel verpasst 
werden soll. Die Strafenkombination dient hier spezialpräventiven Zwecken. Die Verbindungsbusse 
darf höchstens einen Fünftel beziehungsweise 20 % der in der Summe schuldangemessenen Sankti-
on – bestehend aus einer bedingt ausgesprochenen Hauptstrafe kombiniert mit einer Verbindungs-
busse – betragen (Urteil des Bundesgerichts 6B_337/2022 vom 12.07.2023 E. 1.3.1 f.). Vorliegend 
erachtet das Gericht angesichts der laufenden Delinquenz während des Strafverfahrens und insbe-
sondere da A.________ am 15.10.2022 und damit nur knapp über einen Monat nach dessen Entlas-
sung aus der Untersuchungshaft mit der Begehung des Hausfriedensbruchs z.N. der E.________ AG 
abermals delinquierte, eine Verbindungsbusse als sachgerecht und notwendig, um A.________ die 
Ernsthaftigkeit der Sanktion vor Augen zu führen und ihm einen entsprechenden Denkzettel zu ver-
passen. Die Verbindungsbusse ist auf CHF 900.00, ausmachend 30 Strafeinheiten (vgl. zur Tages-
satzhöhe von CHF 30.00 Ziff. VI.8.2. hiernach), festzusetzen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung ist auf dreissig Tage festzusetzen.

Inwiefern das Aussprechen einer Verbindungsbusse vorliegend sachgerecht und 
notwendig sowie vor dem Hintergrund der prekären finanziellen Situation des Be-
schuldigten überhaupt zweckmässig ist, kann dahingestellt bleiben, zumal auch 
hier das Verschlechterungsverbot gilt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung ist eine Geldstrafe generell milder als eine Freiheitsstrafe, auch wenn letzte-
re bedingt ausgesprochen wird (BGE 134 IV 82 E. 7.2.2.), während Busse und 
Geldstrafe vom System her gleichwertig sind (aber: eine bedingte Geldstrafe ist 
gegenüber der stets unbedingten Busse milder, vgl. BGE 134 IV 82 E. 7.2.4.). Auch 

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wenn man vorliegend auf das Aussprechen einer Verbindungsbusse verzichten 
würde, wäre das Aussprechen einer höheren Freiheitsstrafe im Ergebnis nicht 
zulässig. Das Verschlechterungsverbot verunmöglicht die Verschärfung der Sankti-
on, was aber gegeben wäre, wenn anstelle der milderen Verbindungsbusse eine 
höhere (bedingte) Freiheitsstrafe ausgesprochen würde.

Mit der Vorinstanz erachtet die Kammer eine Verbindungsbusse von CHF 900.00 
als angemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung ist auf 
30 Tage festzusetzen.

V. Landesverweisung

19. Theoretische Grundlagen der Landesverweisung

Gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB verweist das Gericht den Ausländer, der wegen 
Raubes verurteilt wird (), unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus 
der Schweiz. Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sin-
ne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten 
Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.1.3). Sie muss zudem un-
abhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist, ob die 
Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 
168 E. 1.4.1) bzw. das Delikt lediglich als Teil