# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2be8517-7def-5211-a354-b864d1bc1c9c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2010 C-4534/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4534-2009_2010-10-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4534/2009 und 4535/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

1. A._______ sowie ihre Kinder X.____ und Y._______,
2. B._______,
vertreten durch den Regionalen Sozialdienst Belp, 
Gemeindeverwaltung, Gartenstrasse 2, Postfach 64, 
3123 Belp,
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Reisedokumente für eine ausländische Person.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4534/2009 und C-4535/2009

Sachverhalt:

A.
Die 1978 und 1982 geborenen Beschwerdeführer 1 und 2 sind koso-
varische  Staatsangehörige.  Am  10.  Januar  2001  reisten  sie  in  die 
Schweiz  ein,  wo  sie  gleichentags  ein  Asylgesuch  stellten.  Das 
damalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF;  heute:  Bundesamt  für 
Migration [BFM]) wies die Gesuche mit Verfügungen vom 19. Februar 
2003 ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz an. 
Die gegen diese Anordnung erhobenen Beschwerden wurden von der 
damaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  mit  Urteil 
vom 27. Februar 2004 gutgeheissen, die angefochtenen Verfügungen 
aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an das BFF zurück-
gewiesen. Mit Verfügungen vom 24. Juni 2005 ordnete das BFM wegen 
Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  die  vorläufige  Aufnahme  der  Be-
schwerdeführer  –  sowie  ihrer  in  der  Schweiz  geborenen  Kinder 
X._______ (geb. 1. März 2002) und Y._______ (geb. 11. März 2004) – 
an. Am 11. Mai 2009 wurden ihnen allen eine Aufenthaltsbewilligung 
erteilt. In der Folge stellte die Vorinstanz das Erlöschen der vorläufigen 
Aufnahme fest. 

B.
Am 10. Juni 2009 ersuchten die Beschwerdeführer für  sich und ihre 
gemeinsamen Kinder X._______ und Y._______ um Ausstellung eines 
Reisedokuments.  Zur  Begründung  führten  sie  aus,  es  gäbe  in  der 
Schweiz  keine kosovarische Auslandvertretung,  die  Reisedokumente 
ausstellen würde. 

C.
Die  Vorinstanz  wies  diese  Gesuche  mit  Verfügungen  vom  24. Juni 
2009 und 3. Juli 2009 ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, von Aus-
ländern  mit  einer  Aufenthaltsbewilligung  B  könne  grundsätzlich  ver-
langt werden, dass sie sich bei ihrer heimatlichen Vertretung um die 
Ausgabe eines Reisedokumentes bemühten. Des Weiteren stellten die 
kosovarischen Behörden – gemäss gesicherten Kenntnissen der Vor-
instanz – seit dem 29. Juli 2008 gültige Reisepässe aus. Zur Zeit sei  
der Staat Kosovo indessen aus technischen Gründen (noch) nicht in 
der Lage, alle seine Auslandvertretungen so auszurüsten,  dass eine 
Ausstellung  neuer  Pässe  möglich  wäre.  Aufgrund  dieses  Umstands 
könne jedoch nicht von einer Schriftenlosigkeit ausgegangen werden, 
würde doch ansonsten in die Passhoheit anderer Staaten eingegriffen 

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werden.  Bis  zur  Ausstellung  der  Reisedokumente  durch  die 
kosovarische  Vertretung  in  der  Schweiz  gelte  es  somit  die  Aufbau-
phase  abzuwarten.  Mit  diesen  Ausführungen  gälten  die 
Beschwerdeführer und ihre Kinder nicht als schriftenlos im Sinne der 
geltenden Bestimmungen über die Ausstellung von Reisedokumenten 
für ausländische Personen.

D.
Mit Beschwerde vom 13. Juli 2009 beantragen die Beschwerdeführer 
sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügungen und die 
Ausstellung  der  Reisepässe.  Es  wird  geltend  gemacht,  der  Be-
schwerdeführer  2  wolle  die  Vaterschaft  für  seine  beiden  Kinder 
X._______  und  Y._______  anerkennen.  Um  die  dafür  notwendigen 
Vorkehrungen  treffen  zu  können,  müssten  die  Beschwerdeführer  in 
den Kosovo reisen. Aus diesem Grund benötigten sie  Reisepapiere. 
Die sich im Aufbau befindende Botschaft des Staates Kosovo händige 
jedoch zurzeit – und bis auf unabsehbare Zeit – keine Dokumente aus. 
Zum Beleg reichten die Beschwerdeführer ein Schreiben der Botschaft 
der Republik Kosovo vom 1. Juli 2009 zu den Akten. 

E.
Mit  Vernehmlassung  vom 23.  September  2009  spricht  sich  die  Vor-
instanz – unter Hinweis, die Beschwerde enthalte keine neuen erheb-
lichen  Tatsachen  oder  Beweismittel  –  für  die  Abweisung  der  Be-
schwerde aus. 

F.
Am 13. Oktober 2009 stellten  die Beschwerdeführer  ein Gesuch um 
unentgeltliche  Rechtspflege.  Der  Aufforderung  des  Bundesver-
waltungsgerichts,  ihre  Bedürftigkeit  zu  belegen,  sind  sie  nicht  nach-
gekommen. 

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C-4534/2009 und C-4535/2009

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Aufgrund  des  engen  persönlichen  und  sachlichen  Zusammenhangs 
sind die Verfahren mit den Referenzen C-4534/2009 und C-4535/2009 
zu vereinigen. 

2.
2.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-
ter  Vorbehalt  der  in  Art. 32  VGG  genannten  Ausnahmen  – Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde er-
lassen wurden. Darunter fallen unter anderem Verfügungen des BFM 
betreffend  Ausstellung  von  Reisedokumenten  für  ausländische 
Personen (vgl. Art. 59 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]  und 
Art. 1 RDV  [Stand:  1. März  2010]).  Das  vorliegende  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  ist  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 6  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

2.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, sofern das Gesetz nichts ande-
res bestimmt.

2.3 Die  Beschwerdeführer  sind  als  Verfügungsadressaten  durch  die 
angefochtenen  Verfügungen  besonders  berührt  und  haben  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung.  Auf  die  frist-  und 
formgerecht eingereichten Beschwerden ist daher einzutreten (Art. 48 
ff. VwVG).

3.
Gestützt  auf  die  Art.  59  Abs.  1  und  Art.  111  Abs.  6  des  Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder (AuG, SR 142.20) trat am 1. März 2010 die neue Verordnung 
vom 20. Januar 2010 über die Ausstellung von Reisedokumenten für 
ausländische Personen (RDV, SR 143.5) in Kraft, welche die bisherige 
Verordnung  vom 27. Oktober  2004  über  die  Ausstellung  von  Reise-
dokumenten  für  ausländische  Personen  ersetzt.  Gemäss  den  Über-

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gangsbestimmungen  der  RDV  gilt  für  die  im  Zeitpunkt  des  Inkraft-
tretens dieser  Verordnung hängigen Verfahren um Ausstellung eines 
Reisedokuments  das  neue  Recht.  Vorliegend  findet  daher  die  neue 
RDV Anwendung,  wobei  sich  bezüglich  der  in  casu  relevanten  Be-
stimmungen keine wesentlichen Änderungen ergeben haben. 

4.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Behörde 
als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt wer-
den  (Art. 49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl. 
E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 
vom 28. März 2003).

5.
5.1 Nach Massgabe von Art. 59 Abs. 2 Bst. a AuG in Verbindung mit  
Art. 2  Bst. a  RDV hat  eine ausländische Person,  die  nach dem Ab-
kommen  vom 28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge 
(FK, SR 0.142.30) als Flüchtling anerkannt wurde, Anspruch auf einen 
Reiseausweis für Flüchtlinge. Anspruch auf einen Pass für eine aus-
ländische  Person  haben  nach  dem  Übereinkommen  vom  28. Sep-
tember 1954 über die Rechtsstellung der Staatenlosen (SR 0.142.40) 
als staatenlos anerkannte Personen sowie schriftenlose ausländische 
Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 59 Abs. 2 Bst. b und c 
AuG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 RDV).

5.2 Fraglos fallen die Beschwerdeführer, die im Besitze einer Jahres-
aufenthaltsbewilligung sind, unter keine dieser Kategorien. Sie können 
somit  keinen  Anspruch  auf  Abgabe  eines  schweizerischen  Reise-
papiers geltend machen. Gemäss Art. 59 Abs. 1 AuG in Verbindung mit 
Art.  3  Abs. 2  RDV kann das  BFM allerdings  Jahresaufenthaltern  im 
Rahmen des freien (pflichtgemässen) Ermessens einen Pass für eine 
ausländische Person abgeben. Voraussetzung ist jedoch immer, dass 
diese Ausländer schriftenlos sind.

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5.3 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 Abs. 1 RDV gilt  als schrif-
tenlos  im  Sinne  der  Reisedokumentenverordnung  eine  ausländische 
Person,  die keine gültigen Reisedokumente  ihres  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaates besitzt und von der nicht verlangt werden kann, dass sie  
sich  bei  den  zuständigen  Behörden  ihres  Heimat-  oder  Herkunfts-
staates um die Ausstellung oder Verlängerung eines Reisedokuments 
bemüht  (Bst. a),  oder  für  welche  die  Beschaffung  von  Reise-
dokumenten unmöglich ist (Bst. b). Die Schriftenlosigkeit wird im Rah-
men  der  Gesuchsprüfung  durch  das  BFM festgestellt  (Art. 6  Abs. 4 
RDV).

5.4 Damit eine Rückkehr in den Heimatstaat jederzeit möglich bleibt, 
müssen  ausländische  Personen  während  ihres  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz  im  Besitze  eines  gültigen,  nach  Art.  13  Abs.  1  AuG  an-
erkannten  Ausweispapiers  sein  (PETER UEBERSAX,  Einreise  und  An-
wesenheit,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas 
Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Eine  umfassende  Darstellung  der 
Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz – 
von  A(syl)  bis  Z(ivilrecht),  2.  Auflage,  Basel  2009,  Rz.  7.284  mit 
weiteren  Hinweisen;  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Aus-
länderinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3709  ff., 
3819). Sie  sind  verpflichtet,  Ausweispapiere  zu  beschaffen  oder  bei 
deren Beschaffung durch die Behörden mitzuwirken (vgl. Art. 89 sowie 
Art. 90 Bst. c AuG). 

6.
Vorliegend ist demnach vorab zu prüfen, ob die Vorinstanz hinsicht lich 
der Beschwerdeführer zu Recht die Schriftenlosigkeit – als unabding-
bare Voraussetzung für die Ausstellung eines Reisedokuments – ver-
neint  hat,  indem  sie  sowohl  die  Möglichkeit  der  Beschaffung  eines 
heimatlichen Reisepasses (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. b RDV) als auch die 
Zumutbarkeit  entsprechender Bemühungen bei  den zuständigen hei-
matlichen Behörden (vgl. Art. 6  Abs. 1  Bst. a  RDV) als  gegeben er-
achtete.

6.1 Die  Frage,  ob  die  Beschaffung  von  Reisedokumenten  bei  den 
Heimatbehörden  von der  betreffenden Person verlangt  werden kann 
(bzw.  die  Zumutbarkeit),  ist  dabei nicht  nach  subjektiven,  sondern 
nach objektiven Massstäben zu beurteilen (vgl. die Urteile  des Bun-
desgerichts  2A.335/2006  vom  18. Oktober  2006  E. 2.1  sowie 

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2A.12/2005 und 2A.13/2005 vom 25. April 2005 E. 3.2 mit Hinweisen).

6.2 Namentlich  von  schutzbedürftigen  und  asylsuchenden  Personen 
kann im Hinblick auf  eine potentielle  Gefährdungslage eine Kontakt -
aufnahme  mit  den  zuständigen  Behörden  des  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaates  nicht  verlangt  werden  (vgl.  Art. 6  Abs. 3  RDV).  Aus 
diesen Ausführungen ist zu schliessen, dass von Personen, die – wie 
die  Beschwerdeführer  im  Besitz  einer  Jahresaufenthaltsbewilligung 
sind – eine solche Kontaktaufnahme im Hinblick auf die Beschaffung 
von Reisedokumenten verlangt werden kann. 

6.3 Im  Übrigen  machen  die  Beschwerdeführer  lediglich  geltend,  die 
sich  im  Aufbau  befindende  Botschaft  des  Staates  Kosovo  in  Bern 
händige zurzeit und bis auf unabsehbare Zeit keine Dokumente aus. 
Diese  würden  sie  jedoch  benötigen,  um  –  zwecks  Erlangung  not-
wendiger  Papiere  betreffend  Anerkennung  der  Vaterschaft  –  in  den 
Kosovo reisen zu können. Zur Frage der Zumutbarkeit der Beschaffung 
von Reisedokumenten bei der Heimatbehörde werden hingegen – zu 
Recht – keine Ausführungen getätigt. Aus den Akten ergibt sich denn 
auch,  dass  eine  Kontaktaufnahme  mit  der  Botschaft  der  Republik 
Kosovo bereits schon stattgefunden hat (vgl. Schreiben der Botschaft 
der Republik Kosovo vom 1. Juli 2009). 

6.4 Zur  Frage  der  Unmöglichkeit  gilt  es  vorerst  Folgendes  zu  be-
achten:  Die  seit  1999  unter  der  Verwaltung  der  UNMIK  stehende 
ehemalige  serbische  Provinz  Kosovo  hat  am  17. Februar  2008  ihre 
Unabhängigkeit  erklärt.  Am  27. Februar  2008  beschloss  der 
Schweizerische  Bundesrat,  den Kosovo als  unabhängigen  Staat  an-
zuerkennen  sowie  diplomatische  und  konsularische  Beziehungen  zu 
ihm aufzunehmen (Quelle: www.eda.admin.ch, Vertretungen > Europa 
> Kosovo > Bilaterale Beziehungen, besucht im September 2010). Seit 
Ende Juli 2008 werden (von der Schweiz anerkannte, vgl. Medienmit -
teilung  des  BFM  vom  13. August  2008,  online  zu  finden  unter: 
www.bfm.admin.ch,  Dokumentation  > Medienmitteilungen  >  2008  > 
13.08.2008)  kosovarische  Pässe  ausgestellt,  bis  anhin  jedoch  aus-
schliesslich  vor  Ort,  da  die  Republik  Kosovo im  Ausland  noch  über 
keine  diplomatischen  Vertretungen  verfügte.  Zeitgleich  stellte  die 
UNMIK  die  Ausstellung  ihrer  eigenen  Ersatzreisedokumente  ein. 
Zwischenzeitlich hat  die Republik  Kosovo in Bern eine Botschaft  er-
öffnet und einen Geschäftsträger ernannt. Gemäss Informationen der 
kosovarischen  Behörden  wurden  seit  dem  15. Juni  2010  alle  aus-

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http://www.eda.admin.ch/
http://www.bfm.admin.ch/

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ländischen  Vertretungen  angewiesen,  ihre  konsularischen  Dienste 
aufzunehmen. Unter anderem werden – auf Anfrage hin – Gesuche um 
Ausstellung  kosovarischer  Pässe  sowie  Gesuche um Eintragung  ins 
Zivilstandsregister  bearbeitet  (Quelle:  Ministry  of  Foreign  Affairs, 
www.m      fa-ks.net       > Consular Information > Consular Services, sowie > 
Consular Information > Travel Documents, besucht im Oktober 2010).

6.5 Mit  diesen Ausführungen kann nicht  von einer  Unmöglichkeit  im 
Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. b RDV ausgegangen werden. Es liegt in 
der Hand der Beschwerdeführer, bei der Auslandvertretung nochmals 
entsprechende  Gesuche  zu  stellen.  Doch  selbst  im  Falle  von  an-
fangsbedingten  technischen  oder  organisatorischen  Verzögerungen 
bei der Passaustellung – die vor allem in der Anfangsphase der Auf-
nahme des  konsularischen  Dienstes  auftreten  können  –,  sind  diese 
regelmässig nicht geeignet, eine Unmöglichkeit zu begründen (vgl. die 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-2490/2007 /  C-2491/2007 / 
C-2492/2007  vom  5.  März  2009  E. 4.3,  C-4253/2007  vom 
19. November  2007  E. 4.1,  C-5045/2008  vom  19.  November  2009 
E. 4.2). Mit  der Anerkennung der (objektiven) Unmöglichkeit  als eine 
der Voraussetzungen für die Annahme der Schriftenlosigkeit soll ledig-
lich vermieden werden, dass eine Person an Auslandreisen gehindert 
wird, wenn sich die heimatlichen Behörden ohne hinreichenden Grund 
– und damit willkürlich – weigern,  ein Reisepapier  auszustellen (vgl. 
das Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts C-1217/2009 vom 12. Juni 
2009 E. 4.3.5.). Dass dies der Fall gewesen wäre, wird jedoch weder 
geltend gemacht, noch lassen die Akten auf solches schliessen. 

6.6 Den Beschwerdeführern ist somit die Beschaffung eines gültigen 
heimatlichen  Reisedokumentes  sowohl  zumutbar  als  auch  objektiv 
möglich.  Sie  sind  folglich  nicht  als  schriftenlos  im  Sinne  von  Art.  6 
Abs. 1 RDV zu betrachten. Bei dieser Sach- und Rechtslage erübrigt 
es  sich,  sich  mit  den  beschwerdeweise  getätigten  Ausführungen  zu 
den Reisegründen näher auseinander zu setzen. 

7.
Aus  diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  Vorinstanz  zu  Recht  die 
Schriftenlosigkeit  der Beschwerdeführer verneint und die Ausstellung 
der  Pässe verweigert  hat. Die  angefochtenen Verfügungen erweisen 
sich  somit  im Lichte von Art. 49 VwVG als  rechtmässig und die Be-
schwerden sind dementsprechend abzuweisen.

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C-4534/2009 und C-4535/2009

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdeführern die 
Kosten  des  Verfahrens  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG  i.V.m. 
Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Den Gesuchen um Gewährung der un-
entgeltlichen  Rechtspflege  ist  nicht  stattzugeben:  Bereits  zum  Zeit-
punkt  der  Beschwerdeerhebung war absehbar,  dass die Auslandver-
tretung des Staates Kosovo in der Schweiz nach einer Aufbauphase – 
innerhalb  welcher  technische  Verzögerungen  zu  erwarten  waren  – 
Reisedokumente ausstellen wird. Die Beschwerdebegehren erwiesen 
sich  damit  zum  Vornherein  als  aussichtslos  (vgl.  Art. 65  Abs. 1 
VwVG). Kommt hinzu,  dass  die  Beschwerdeführer  der  Aufforderung, 
ihre  Bedürftigkeit  zu  belegen,  nicht  nachgekommen  sind.  Die  Be-
dürftigkeit  der Beschwerdeführer lässt  sich auch aufgrund der Akten 
nicht belegen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerdeverfahren  C-4534/2009  und  C-4535/2009  werden 
vereinigt.

2.
Die Beschwerden werden abgewiesen.

3.
Den Gesuchen um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird 
nicht stattgegeben. 

4.
Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 800.-  (2 x Fr. 400.-) werden 
den  Beschwerdeführern  auferlegt.  Sie  werden  mit  den  geleisteten 
Kostenvorschüssen von je Fr. 400.- verrechnet. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. N [...])
- den Migrationsdienst des Kantons Bern 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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