# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e262bbfa-0410-56ac-b547-8fef0223da69
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.05.2017 IV 2014/434
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-434_2017-05-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/434

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.04.2020

Entscheiddatum: 22.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 22.05.2017
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Das 
monodisziplinäre psychiatrische Gutachten überzeugt unter anderem 
deshalb nicht, weil sich der Gutachter weder mit den Anforderungsprofilen 
des angestammten Berufs der Versicherten (kaufmännische Angestellte) 
noch mit den Adaptionskriterien für leidensangepasste Tätigkeiten 
auseinandergesetzt hat. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und 
Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden Abklärung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 
2017, IV 2014/434).

Entscheid Versicherungsgericht, 22.05.2017

Entscheid vom 22. Mai 2017

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug (Vorsitz), Versicherungs-richterin Karin 

Huber-Studerus, Versicherungsrichter Ralph Jöhl;

Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2014/434            

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner,

Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich erstmals im November 2010 wegen eines Burnouts und 

psychischer Probleme bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, eine Lehre als kaufmännische Angestellte 

absolviert zu haben. Von 2007 bis 2009 sei sie zu 30-50 % als Sachbearbeiterin und 

von Januar bis Dezember 2010 zu 100 % als Kundenberaterin tätig gewesen. Die B.___ 

berichtete am 23. November 2010 (IV-act. 16), dass sie die Versicherte vom 18. Juni 

2007 bis 31. Dezember 2010 beschäftigt habe. Der letzte Arbeitstag sei der 22. Februar 

2010 gewesen. Ab dem 11. Januar 2010, als die Versicherte am Cash-Desk gearbeitet 

habe, habe sie ein Jahreseinkommen von Fr. 71'701.-- erzielt. Die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit habe grosse Anforderungen an die Konzentration und die Aufmerksamkeit 

und mittlere Anforderungen an das Auffassungsvermögen gestellt. Die Arbeit am Cash-

Desk sei wegen des Personalmangels und der Vielfältigkeit extrem anspruchsvoll. Eine 

saubere Einarbeitung sei auch wegen eines Unfalls der Versicherten nicht möglich 

gewesen.

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A.b  Med. pract. C.___ vom Psychiatrie-Zentrum D.___ gab am 21. Dezember 2010 

gegenüber RAD-Ärztin Dr. med. E.___ an (IV-act. 20), dass die Versicherte an einer 

rezidivierenden depressiven Störung leide, die zunächst über längere Zeit schwer 

gewesen sei. Aktuell sei sie noch zwischen leicht und mittelgradig schwankend 

ausgeprägt. Als weitere Diagnosen nannte er eine generalisierte Angststörung, eine 

Panikstörung sowie belastende Lebensumstände (Myokardinfarkt des Ehemannes 

2007). In der bisherigen Tätigkeit als Bankangestellte bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte zu 80 % 

arbeitsfähig. Derzeit absolviere sie ein Praktikum in einem Altenpflegeheim. Am 12. 

Januar 2011 teilte die Versicherte der Eingliederungsverantwortlichen mit, dass sie 

keine Unterstützung der Invalidenversicherung mehr benötige, da sie eine Anstellung 

als Pflegehelferin gefunden habe (IV-act. 24). Mit Verfügung vom 18. April 2011 (IV-act. 

28) wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen und 

Rentenleistungen ab.

B.   

B.a  Am 26. Oktober 2011 meldete sich die Versicherte zum zweiten Mal bei der IV-

Stelle zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 29). Sie gab an, seit Jahren an einer 

Depression und an einer Angststörung zu leiden. Ab dem 1. Februar 2011 sei sie zu 60 

% als Pflegeassistentin in einem Alters- und Pflegeheim tätig gewesen. Seit dem 12. 

Juli 2011 sei sie voll arbeitsunfähig. Das Arbeitsverhältnis dauere bis am 21. Januar 

2012.

B.b  Am 31. Oktober 2011 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, eine relevante 

Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts seit der letzten Verfügung glaubhaft zu 

machen (IV-act. 33). Die angesetzte Frist wurde bis am 31. Dezember 2011 verlängert. 

In seinem Bericht vom 21. Dezember 2011 zuhanden der IV-Stelle gab med. pract. 

C.___ die folgenden Diagnosen an (IV-act. 34):

•      Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)

•      generalisierte Angststörung (F48.0)

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•      Panikstörung (F40.0)

•      kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, ängstlichen und abhängigen 

Anteilen (F61.0).

Med. pract. C.___ führte aus, dass es im Juli 2011 vor dem Hintergrund einer 

anhaltenden Belastungssituation zu einer neuerlichen depressiven Dekompensation 

gekommen sei, die zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Mitauslöser seien 

vermutlich ungünstige Bedingungen am Arbeitsplatz gewesen, die zu einer 

anhaltenden Überforderungssituation geführt hätten.

B.c  RAD-Arzt Dr. med. F.___ notierte am 24. Januar 2012 (IV-act. 36), dass eine 

Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem 22. Dezember 2010 insofern 

plausibel sei, als im Bericht vom Dezember 2011 als neue Diagnose eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung angegeben und eine schwergradige rezidivierende depressive 

Episode beschrieben worden sei. Med. pract. C.___ habe am 23. Januar 2012 

bestätigt, dass die Versicherte in der Tätigkeit als Pflegeassistentin weiterhin voll 

arbeitsunfähig sei. Die Wiederaufnahme einer Tätigkeit im Pflegebereich sei nicht 

realistisch. Gemäss med. pract. C.___ sei für angepasste kaufmännische Tätigkeiten 

(kein Schichtdienst, klar geregelte und strukturierte Arbeitsabläufe, wohlwollendes 

Arbeitsumfeld, begrenzte Arbeitsverdichtung) ab Februar 2012 von einer 50 %igen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen.

B.d  Das Alterswohn- und Pflegeheim G.___ berichtete am 27. Februar 2012 (IV-act. 

45), dass es die Versicherte vom 1. Februar 2011 bis 31. Januar 2012 in einem Pensum 

von 50-70 % als Pflegeassistentin beschäftigt habe. Der letzte effektive Arbeitstag sei 

der 11. Juli 2011 gewesen. Die Versicherte habe sich mit grossem 

Einfühlungsvermögen für das Wohl der Bewohner engagiert; sie habe aber Mühe 

gehabt, sich abzugrenzen.

B.e  Ein am 1. Juni 2012 begonnenes Einsatzprogramm wurde gemäss dem RAV 

vorzeitig abgebrochen, weil die Versicherte sehr korrekt erschienen sei, sich in diesem 

Umfeld nicht zurechtgefunden und eine Dauerbetreuung erwartet habe (IV-act. 52-3). 

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Die Versicherte gab anlässlich eines Standortgesprächs vom 10. Juli 2012 an, dass sie 

die Arbeit im Einsatzprogramm als Strafe und Demütigung erlebt habe.

B.f  Dr. med. I.___ vom Psychiatrie-Zentrum D.___ gab in seinem Bericht vom 8. 

November 2012 (IV-act. 54) als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), an. Er erklärte, dass aufgrund des langen 

und hartnäckigen Verlaufs der Erkrankung mit immer wieder auftretenden schweren 

depressiven Episoden langfristig von einem hohen Rezidivrisiko auszugehen sei. 

Negativ sei auch, dass − bis auf das Deanxit − alle medikamentösen Behandlungen 

entweder nicht angesprochen hätten oder wegen unerwünschter Nebenwirkungen 

hätten abgesetzt werden müssen. In der Tätigkeit als Bankkauffrau sei die Versicherte 

von mindestens Anfang 2011 bis März 2012 voll arbeitsunfähig gewesen. 

Anschliessend habe eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seit Anfang September 

2012 bestehe wieder eine volle Arbeitsunfähigkeit. Als die Arbeitsfähigkeit 

einschränkende Faktoren nannte Dr. I.___ eine Antriebslosigkeit, eine rasche 

Überforderung, eine rasche Ermüdbarkeit, kognitive Defizite im Sinne einer Pseudo-

Demenz und eine affektive Labilität. Durch ihre Persönlichkeitsstruktur (überkorrekt, 

leistungsorientiert, perfektionistisch, sich für andere aufopfernd) falle es der 

Versicherten sehr schwer, sich abzugrenzen. Dies führe bei der ohnehin depressiven 

Stimmungslage schnell zu einer Verschlechterung der Symptomatik mit 

Versagensängsten, Überforderungsgefühlen, Schlaflosigkeit und Suizidgedanken. In 

einer leidensangepassten Tätigkeit sei die Versicherte derzeit zu ca. 20 % arbeitsfähig. 

Im Beiblatt zum Arztbericht gab Dr. I.___ an, dass der Versicherten eine einfache Arbeit 

mit klaren Arbeitszeiten und ohne Zeit- und Leistungsdruck, am ehesten in einer 

beschützten Umgebung, zwei Stunden pro Tag zumutbar sei. In diesem zeitlichen 

Rahmen bestehe eine um mindestens 50 % verminderte Leistungsfähigkeit.

B.g  RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 16. November 2012, dass der Gesundheitszustand 

der Versicherten instabil sei (IV-act. 56). Am 22. November 2012 teilte die IV-Stelle der 

Versicherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 59).

B.h  Dr. I.___ berichtete am 5. April 2013 über einen stationären Gesundheitszustand 

(IV-act. 60). Die Versicherte sei sehr auf das Thema Arbeit fixiert und möchte unbedingt 

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wieder arbeiten. Er könne dieses Vorhaben unterstützen, sehe die Prognose bei diesem 

schweren, unchronifizierten Verlauf aber als eher ungünstig an, insbesondere weil die 

letzten Arbeitsversuche gescheitert seien. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten 

nicht mehr zumutbar. In anderen Tätigkeiten sei die Versicherte 3-4 Stunden pro Tag 

bei einer um mindestens 50 % verminderten Leistungsfähigkeit arbeitsfähig. Die 

Versicherte sollte nicht mit dem Zug zum Arbeitsplatz fahren, da bereits der Anblick 

eines Zuges starke Suizidimpulse auslöse. Ein Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt 

erscheine nicht möglich. Auch einen Arbeitsversuch im geschützten Rahmen halte er 

nur für bedingt sinnvoll. RAD-Arzt Dr. F.___ hielt am 27. Mai 2013 fest, dass aufgrund 

der medizinischen Aktenlage und dem Verlauf auf absehbare Zeit von einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 63-2). Inzwischen müsse von einer 

Chronifizierung der depressiven Symptomatik ausgegangen werden. Wegen der 

beschriebenen kombinierten Persönlichkeitsstörung und der generalisierten 

Angststörung sei mit einer signifikant schlechteren Prognose zu rechnen. Am 7. Juni 

2013 teile die IV-Stelle der Versicherten mit, dass berufliche Massnahmen aufgrund 

ihres Gesundheitszustandes nicht möglich seien (IV-act. 65).

B.i   Dr. I.__ berichtete am 10. September 2013, dass die Beschwerdeführerin 

gegenwärtig an einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen 

(F33.3), an einer generalisierten Angststörung (F41.1), an einer Panikstörung (F41.0) 

und an einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung mit anankastischen und 

ängstlich vermeidenden Anteilen (F61.0) leide (IV-act. 69). Die Depressionen und die 

Angst- und Panikstörungen bestünden mindestens seit dem Jahr 2007 und hätten 

seither zu einer im Grunde vollen Arbeitsunfähigkeit geführt. Seit dem letzten 

Verlaufsbericht sei es tendenziell eher zu einer Verschlechterung der depressiven 

Symptomatik mit Auftreten von psychotischen Symptomen gekommen. Diese 

bestünden in erster Linie aus paranoiden Gedanken und der teilweise wahnhaften 

Überzeugung, endgültig verrückt und bis ans Lebensende in die Psychiatrie gesperrt zu 

werden. In Zuge dessen habe sich auch die Angst- und Panikstörung verstärkt. Die 

Suizidalität müsse nach wie vor als hoch eingestuft werden. Die Medikation bestehe 

weiterhin aus zwei Dragees Deanxit pro Tag sowie Xanax bei Bedarf. Durch das vor 

kurzem etablierte Valdoxan sei es zu einer Verbesserung des schwer gestörten 

Schlafes gekommen. Die depressive Erkrankung habe einen schweren und 

chronifizierten Verlauf genommen. Der Leidensdruck sei hoch und die 

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Therapiecompliance gut. Die Erfolgsaussichten seien, was die Arbeitsfähigkeit 

anbelange, sehr schlecht. Die Ausprägung der Depression schwanke zwischen 

mittelgradig und schwer. Die Depression und die Angst- und Panikstörung seien eng 

verbunden mit der schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung. Eine therapeutische 

Intervention sei deshalb wenig erfolgversprechend. Zurzeit bestehe auch für adaptierte 

Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit. Sollte sich die depressive Symptomatik 

wieder etwas stabilisieren, sei eine 20 %ige Arbeitsfähigkeit an einem geschützten 

Arbeitsplatz denkbar. RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 4. Oktober 2013 (IV-act. 70), dass 

ab spätestens Juli 2011 sowohl in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer 

adaptierten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Aufgrund der 

umfangreichen Vorgeschichte, der umfassenden medizinischen Unterlagen und der 

Erkenntnisse der Eingliederungsberatung seien keine weiteren Abklärungen angezeigt. 

Eine Therapieauflage sei aus medizintheoretischer Sicht bei der vorliegenden 

Konstellation nicht empfehlenswert und als kontraproduktiv einzuschätzen.

B.j   Im Haushaltfragebogen vom 17. Oktober 2013 gab die Versicherte an, dass sie 

heute ohne Behinderung zu 100 % als kaufmännische Angestellte tätig wäre (IV-act. 

71-1). Der Gruppenleiter der IV-Stelle vermerkte am 7. November 2013 (IV-act. 73), 

dass er wegen diverser Ungereimtheiten in der Anamnese, weil eine ähnliche 

medizinische Sachlage (psychische Probleme seit dem Jahr 2007) plötzlich konträr 

beurteilt worden sei und da alle evidenten medizinischen Unterlagen von nur einer 

behandelnden Stelle beurteilt worden seien, eine monodisziplinäre Begutachtung 

empfehle.

B.k  Am 28. Februar 2014 wurde die Versicherte von Dr. med. J.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, begutachtet (Gutachten vom 2. April 2014, IV-act. 81). Als 

Diagnose gab Dr. J.___ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige depressive Episode (F33.1), an. Er erklärte, dass die Grundstimmung der 

Versicherten im Untersuchungszeitpunkt deutlich zum depressiven Pol hin verschoben 

und die affektive Modulationsfähigkeit deutlich eingeschränkt gewesen sei. Die 

Versicherte sei während des Gesprächs immer wieder in Tränen ausgesprochen. Sie 

habe eine Ambivalenz, Schuldgefühle der Familie gegenüber, Insuffizienzgefühle, eine 

innere Unruhe, Ängste, Hoffnungslosigkeit, Deprimiertheit, eine Minderung der 

Vitalgefühle und eine Affektarmut beschrieben. Bei der Begutachtung hätten eine 

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gewisse Ratlosigkeit und eine Hypomimie bestanden. Die Versicherte habe ein 

Morgentief, einen deutlichen sozialen Rückzug und einen Todeswunsch erwähnt. Des 

Weiteren habe sie milde körperliche Begleiterscheinungen der Angst (Herzklopfen, 

selten Hyperventilieren und Schuldgefühle) beschrieben. Die Versicherte habe 

allerdings auch erklärt, dass es ihr seit einiger Zeit etwas besser gehe. Sie habe ihre 

persönliche Geschichte gut nachvollziehbar zum Ausdruck gebracht; die 

Beschwerdeschilderung sei ausführlich gewesen. Auf der Hamilton Depressionsskala 

habe sie insgesamt 21 Punkte erreicht. Dr. J.___ führte weiter aus, dass die Diagnostik 

der Vorbehandler etwas widersprüchlich sei. Teilweise sei nur eine rezidivierende 

depressive Störung, teilweise zusätzlich eine generalisierte Angststörung, eine 

Panikstörung und eine schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert 

worden. Diese Diagnosekombination sei nach ICD-10 nicht zulässig und deshalb nicht 

plausibel. Wenn die Kriterien für eine depressive Störung erfüllt seien, sollte eine Angst- 

oder Panikstörung nicht als Hauptdiagnose erscheinen. Zwar sei es grundsätzlich 

möglich, eine Persönlichkeitsstörung mit einer rezidivierenden depressiven Störung zu 

kombinieren. Im Falle der Versicherten spreche jedoch nichts für ein anhaltend 

auffälliges Verhaltensmuster, das tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozialen 

Situationen eindeutig unpassend sei. Er habe den Eindruck, dass die Diagnosen einer 

schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung, einer generalisierten Angststörung 

sowie einer Panikstörung angeführt worden seien, um die negative Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit begründen zu können. Auch die Aussage von Dr. I.___ vom 10. 

September 2013, wonach die Versicherte mindestens seit 2007 voll arbeitsunfähig sei, 

überzeuge nicht, da sie in der Zeit danach noch gearbeitet habe. Aus medizinischer 

Sicht bedinge die rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger 

depressiver Episode − im Wesentlichen wegen einer verminderten Belastbarkeit − eine 

50 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Eine im IV-rechtlichen 

Sinne anhaltende und therapeutisch nicht mehr zu beeinflussende Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestehe jedoch nicht, weil es bisher nicht gelungen sei, eine 

antidepressive Behandlung zu etablieren und weil die Versicherte nie stationär 

hospitalisiert gewesen sei. Eine stationäre psychiatrische Behandlung sei dringend 

indiziert und der Versicherten sicherlich zumutbar. Hinzu komme, dass die depressiven 

Episoden mehrheitlich als Reaktion auf eine psychosoziale Belastungssituation 

aufgetreten seien (Probleme am Arbeitsplatz, Krankheit des Ehemannes, finanzielle 

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Situation). Abgesehen davon, dass das Olanzapin, welches die Versicherte erst seit 

kurzem einnehme, nicht im Blut habe nachgewiesen werden können, hätten sich in den 

Schilderungen der Versicherten kein Hinweise auf Diskrepanzen oder gar Widersprüche 

gefunden.

B.l   Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2014 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 85). Zur 

Begründung führte sie an, dass bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven 

Störung nicht von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen sei. Der 

Versicherten sei es zumutbar, unter Aufbringung der entsprechenden 

Willensanstrengung die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Dagegen liess die 

Versicherte am 24. Juli 2014 einwenden (IV-act. 94), dass es gemäss der 

Rechtsprechung nicht auf die Behandelbarkeit eines psychischen Leidens ankomme. 

Die Behandlungsvorschläge von Dr. J.___ seien nicht nachvollziehbar. Die bisherige 

Depressionstherapie sei nicht ungenügend gewesen. Zudem habe der RAD-Arzt eine 

Therapieauflage als kontraproduktiv eingeschätzt. Ein stationärer Aufenthalt wäre auch 

wegen der Krankheit des Ehemannes nicht möglich. Dr. J.___ habe den chronifizierten 

Verlauf der depressiven Erkrankung und die von den Behandlern geschilderten 

psychotischen Symptome gänzlich ausser Acht gelassen. Er habe übersehen, dass Dr. 

I.___ der Versicherten lediglich eine Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen 

attestiert habe. Eine Persönlichkeitsstörung habe er verneint, ohne die Kriterien zu 

diskutieren. Er habe auch unberücksichtigt gelassen, dass die psychischen Probleme 

der Versicherten bereits während der Primarschule angefangen hätten. Das Gutachten 

sei demnach mangelhaft und nicht verwertbar. Das Gutachten sei auch nicht wie üblich 

dem RAD zur Prüfung vorgelegt worden. Abschliessend hielt der Rechtsvertreter fest, 

dass das Valideneinkommen dem zuletzt erzielten Einkommen als Bankangestellte, d.h. 

Fr. 71'701.--, entspreche. In einem dem Einwand beigelegten Bericht vom 11. Juli 2014 

hatte Dr. I.___ angegeben (IV-act. 94-9 ff.), dass die Persönlichkeitsstörung seit dem 

frühen Erwachsenenalter bestehe. Die Angst- und Panikstörung habe auch in Phasen, 

in denen die Depression zumindest teilremittiert gewesen sei, weiterexistiert. Warum 

die von ihm gestellten Diagnosen unvereinbar sein sollten, entziehe sich seiner 

Kenntnis. Die Versicherte sei während der ganzen Zeit der Behandlung intensiv und 

fachlich qualifiziert behandelt worden. Die Behandlung sei immer wieder durch 

teilstationäre Aufenthalte intensiviert worden. Es seien verschiedene medikamentöse 

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Behandlungen ausprobiert worden, die teilweise wegen Nebenwirkungen und teilweise 

mangels Wirkung abgesetzt worden seien. An der Compliance der Versicherten hätten 

nie Zweifel bestanden. Auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe dauerhaft keine 

Arbeitsfähigkeit mehr. Die Schwester der Versicherten hatte in einem Schreiben vom 

12. Juli 2014 erklärt, dass sie die Versicherte zur gutachterlichen Untersuchung 

begleitet habe. Nach ca. 45 Minuten habe Dr. J.___ die Versicherte völlig aufgelöst aus 

dem Besprechungszimmer herausbegleitet; sie habe geweint, gezittert und sei völlig 

verunsichert gewesen. Der zweite Teil der Untersuchung habe 30 Minuten gedauert. 

Dr. J.___ habe der Versicherten gesagt, dass er aufgrund ihres schlechten Zustandes 

kein Gutachten erstellen könne; sie werde zu einem zweiten Termin aufgeboten.

B.m Mit Verfügung vom 29. Juli 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem 

IV-Grad von 0 % aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 95). Sie 

wies darauf hin, dass es sich bei den Einwendungen lediglich um eine differente 

Einschätzung des gleichen Sachverhalts handle, die keinen Bedarf für weitere 

Abklärungen begründe.

C.  

C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

15. September 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab Juli 2012; 

eventualiter sei vom Gericht eine psychiatrische Oberbegutachtung anzuordnen. 

Zudem sei Dr. J.___ anzuhalten, die Tonaufnahme des gutachterlichen 

Untersuchungsgesprächs zu editieren. Der Rechtsvertreter stellte ausserdem ein 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsverbeiständung. 

Ergänzend zu den Einwendungen im Vorbescheidverfahren machte er geltend, dass die 

Beschwerdeführerin alles Denkbare unternommen habe, um ihre psychische 

Erkrankung in den Griff zu kriegen bzw. zu therapieren. Trotz aller inneren und äusseren 

Widerstände habe sie sich nun zu einem stationären Klinikaufenthalt entschlossen. Die 

Beurteilung von Dr. J.___ müsse aufgrund der Schilderungen der Schwester der 

Beschwerdeführerin sowie der abweichenden fachärztlichen Beurteilungen hinterfragt 

werden. Zudem sei ein dringend indizierter Klinikaufenthalt nicht vereinbar mit einer 50 

%igen Arbeitsfähigkeit. Und schliesslich habe Dr. J.___ die rechtliche Würdigung der 

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von ihm gestellten Diagnose gleich selber vorgenommen. Es sei auf die Einschätzung 

der behandelnden Ärzte abzustellen.

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 13. November 2014 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Schadenminderungspflicht verletze, indem sie sich nicht ausreichend therapieren 

lasse. Daher seien auch keine Rentenleistungen geschuldet. Dr. J.___ habe zudem 

darauf hingewiesen, dass die depressive Störung mehrheitlich als Reaktion auf eine 

psychosoziale Belastungssituation aufgetreten sei. Da die erhobenen Befunde ihre 

hinreichende Erklärung in den psychosozialen Umständen fänden und gleichsam in 

ihnen aufgingen, liege kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vor.

C.c Das Gericht bewilligte am 9. Dezember 2014 das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung durch lic. iur. R. Zahner) für das Beschwerdeverfahren (act. G 

10).

C.d In seiner Replik vom 8. Dezember 2014 (act. G 11) machte der Rechtsvertreter 

ergänzend geltend, dass die Beschwerdeführerin ihrer Schadenminderungspflicht 

nachgekommen sei. Vom 22. September bis 8. November 2014 sei sie in stationärer 

Behandlung gewesen. Der Klinikaufenthalt habe keine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes gebracht. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass die 

von den Ärzten erhobenen Befunde in den psychosozialen Umständen aufgingen, 

werde durch keine ärztliche Einschätzung bestätigt. Dr. J.___ habe die psychosozialen 

Faktoren lediglich als Auslöser des Zustandes, in welchen die Beschwerdeführerin 

geraten sei, bezeichnet. Zudem sei es ohne weiteres nachvollziehbar, dass Personen, 

die bereits an erheblichen depressiv bedingten Beeinträchtigungen ihrer Ressourcen 

litten und ihre Arbeitsfähigkeit verloren hätten, sich durch einschneidende 

psychosoziale Umstände zusätzlich belastet fühlten. Die Klinik K.___ hatte im der 

Replik beigelegten Kurzaustrittsbericht vom 17. November 2014 (act. G 11.1) als 

Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwer ausgeprägt, 

sowie eine Migräne angegeben. Im Verlauf des vom 22. September bis 8. November 

2014 dauernden stationären Aufenthalts habe eine befriedigende Stabilisierung des 

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psychischen Zustandsbildes erzielt werden können. Die Medikation sei auf Fluoxetin 

umgestellt worden.

C.e Am 8. Januar 2015 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den 

definitiven Austrittsbericht der Klinik K.___ vom 2. Januar 2015 ein (act. G 13).

C.f  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 15).

Erwägungen

1.   

1.1  Die Beschwerdeführerin hatte sich erstmals im November 2010 zum Bezug von IV-

Leistungen angemeldet. Mit Verfügung vom 18. April 2011 hatte die 

Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und 

auf Rentenleistungen verneint. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft 

erwachsen.

1.2  Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 

831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird, 

dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 

hat. Zur Glaubhaftmachung einer relevanten gesundheitlichen Verschlechterung hat die 

Beschwerdeführerin einen Bericht ihres damaligen behandelnden Psychiaters med. 

pract. C.___ vom 21. Dezember 2011 einreichen lassen (IV-act. 34). Genau ein Jahr 

zuvor, nämlich am 21. Dezember 2010, hatte med. pract. C.___ gegenüber dem RAD 

als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, leicht bis mittelgradig, 

angegeben. Im neuen Bericht vom 21. Dezember 2011 hat er die Ausprägung der 

Depression als gegenwärtig schwer bezeichnet und zudem neu die Diagnose einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, ängstlichen und abhängigen 

Anteilen angegeben. Während med. pract. C.___ die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit am 21. Dezember 2010 auf 80 % geschätzt hat, ist er am 21. 

Dezember 2011 von einer seit Juli 2011 bestehenden anhaltend vollen 

Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ausgegangen. Gemäss dem behandelnden 

Psychiater haben sich der psychische Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom 18. April 2011 also wesentlich 

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verschlechtert. Demnach hat die Beschwerdeführerin mit dem Bericht von med. pract. 

C.___ vom 21. Dezember 2011 eine erhebliche Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustandes sowie ihrer Arbeitsfähigkeit glaubhaft gemacht. Die 

Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.

2.   

Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss 

Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 

Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die 

Rentenabweisungsverfügung datiert vom 29. Juli 2014, die Beschwerde ist aber erst 

am 15. September 2014 erhoben worden. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die 

nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom 15. Juli bis und mit dem 15. 

August still (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG). Die Frist hat somit erst am 16. August 2014 zu 

laufen begonnen. Der 30. Tag ist auf den Sonntag, 14. September 2014 gefallen. Ist der 

letzte Tag der Frist ein Sonntag, so endet die Frist am nächstfolgenden Werktag (Art. 

38 Abs. 3 Satz 1 ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 15. 

September 2014 und somit am letzten Tag der Frist Beschwerde erhoben. Auf die 

Beschwerde ist daher einzutreten.

3.   

3.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. Juli 2014 hat die Beschwerdegegnerin 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint. Strittig ist somit, ob die 

Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine IV-Rente hat.

3.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

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voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

4.   

4.1  Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass es im Juli 

2011 zu einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes und damit 

verbunden zu einer Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit gekommen sei.

4.2  In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere das Gutachten von Dr. J.___ vom 2. 

April 2014 und die Berichte der behandelnden Psychiater med. pract. C.___ und Dr. 

I.___ im Recht.

4.3  Die Beschwerdeführerin hat eine dreijährige Lehre als kaufmännische Angestellte 

bei einer Bank absolviert (Fähigkeitszeugnis siehe IV-act. 3). Bis im Februar 2010, als 

sie wegen einer rezidivierenden depressiven Störung arbeitsunfähig geworden ist, ist 

sie in diesem Beruf tätig gewesen. Die Validenkarriere entspricht daher der Tätigkeit als 

kaufmännische Angestellte. Bei der Tätigkeit als Pflegehelferin handelt es sich um 

einen − verunglückten − Versuch der beruflichen Selbsteingliederung, also um eine 

nichtadaptierte Invalidenkarriere. Deshalb kann das Valideneinkommen nicht 

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ausgehend von dieser Karriere ermittelt werden. Dr. J.___ hat die Arbeitsfähigkeit aus 

rein medizinischer Sicht wegen einer verminderten Belastbarkeit in jeglicher Tätigkeit 

auf 50 % geschätzt. Er hat weder Adaptionskriterien genannt noch sich mit dem 

Anforderungsprofil einer kaufmännischen Angestellten (Bank) auseinandergesetzt. 

„Kaufleute Bank“ arbeiten in vielfältigen Bereichen des Bankgeschäfts. Sie sind 

vorwiegend in Abteilungen mit Kundenkontakt tätig, aber auch mit Backoffice-Arbeiten 

betraut. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Auseinandersetzung mit komplexen und 

anspruchsvollen Sachgebieten. Das Bankhandwerk wechselt sich in Team- und 

Einzelarbeiten ab (berufsberatung.ch, Kaufmann/-Frau EFZ Bank, berufsberatung.ch/

dyn/show/1900?lang=de&idx=12&id=3005, besucht am 22. Mai 2017). Bis Februar 

2010 hat die Beschwerdeführerin am Cash-Desk einer Bank gearbeitet. Gemäss der 

ehemaligen Arbeitgeberin hat diese Tätigkeit grosse Anforderungen an die 

Konzentration und die Aufmerksamkeit gestellt und ist wegen des Personalmangels 

und der Vielfältigkeit extrem anspruchsvoll gewesen. Bei der Tätigkeit als 

kaufmännische Angestellte handelt es sich somit um eine anspruchsvolle Tätigkeit, die 

insbesondere emotionale Belastbarkeit, Belastbarkeit in Stresssituationen, Flexibilität, 

soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert. 

Zumindest der Grossteil dieser Ressourcen ist bei der Beschwerdeführerin 

eingeschränkt: Sie ist vermindert belastbar (Dr. J.___), schnell überfordert, ermüdet 

rasch und leidet an kognitiven Defi¬ziten (Dr. I.___). Ohne Zweifel stellen nicht alle 

Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich die gleich hohen Anforderungen an die bei der 

Beschwerdeführerin beeinträchtigten Ressourcen. Während die Tätigkeit am Cash-

Desk beispielsweise viel Kundenkontakt beinhalten wird, wird eine kaufmännische 

Angestellte im Backoffice zwar mit anderen Menschen zusammenarbeiten müssen, 

aber wenig oder sogar gar keinen Kundenkontakt haben. Trotzdem bleibt die Tätigkeit 

als kaufmännische Angestellte ein Beruf, der höhere Anforderungen an die 

Belastbarkeit einer Person stellt als zum Beispiel eine einfache, repetitive Hilfsarbeit 

ohne Zeit- und Leistungsdruck. Die Einschätzung von Dr. J.___, dass die 

Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht durch die depressive Störung in jeglicher 

Tätigkeit in gleichem Ausmass (d.h. zu 50 %) in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, 

leuchtet deshalb nicht ein. Der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J.___ mangelt es 

folglich an einer Auseinandersetzung mit den Anforderungsprofilen des 

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kaufmännischen Berufs und mit den Adaptionskriterien für leidensangepasste 

Tätigkeiten.

4.4  Die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. J.___ ist aber auch aus anderen Gründen 

in Frage gestellt. So hat Dr. J.___ erklärt, dass die bisherige Behandlung ungenügend 

gewesen sei, weil es nicht gelungen sei, eine antidepressive Therapie zu etablieren und 

weil die Beschwerdeführerin nie stationär behandelt worden sei. Aus den Akten geht 

allerdings hervor, dass sich die Behandler bemüht haben, eine adäquate antidepressive 

Therapie zu etablieren, dies aber nicht gelungen ist, weil die Medikamente entweder 

nicht gewirkt haben oder weil die Beschwerdeführerin an unerwünschten 

Nebenwirkungen gelitten hat. Einem stationären Aufenthalt hat sich die 

Beschwerdeführerin in der Vergangenheit zunächst widersetzt, weil sie Angst davor 

gehabt hat, für immer in einer psychiatrischen Klinik eingesperrt zu werden. Hinzu 

kommt, dass RAD-Arzt Dr. F.___ geäussert hat, dass eine Therapieauflage im 

vorliegenden Fall nicht empfehlenswert sei bzw. sogar kontraproduktiv wäre. Dr. J.___ 

hat sich mit diesen Tatsachen und Argumenten nicht auseinandergesetzt und er hat 

sich nicht im Detail mit allfälligen medizinischen Hindernissen für eine stationäre 

Therapie befasst. Des Weiteren hat er auch die von Dr. I.___ im Bericht vom 10. 

September 2013 erstmals geäusserten psychotischen Symptome nicht diskutiert, auf 

welche die jeweiligen Diagnosen gestützt worden sind. Zwar ist nachvollziehbar, 

weshalb Dr. J.___ anhand der ICD-10-Klassifikation das Vorliegen einer Angst- und 

Panikstörung verneint hat. Zu kritisieren ist jedoch, dass er sich mit den geltend 

gemachten Ängsten nicht auseinandergesetzt und eine allfällige funktionelle 

Auswirkung der Ängste auf die Arbeitsfähigkeit nicht thematisiert hat. Dasselbe gilt für 

die Symptome, die die Behandler einer Persönlichkeitsstörung zugeordnet haben 

(überkorrekt, leistungsorientiert, perfektionistisch, sich für andere aufopfernd). Völlig 

formalistisch ist Dr. J.___ dann dort vorgegangen, wo er rein juristisch damit 

argumentiert hat, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorliegen könne, weil die psychische 

Erkrankung der Beschwerdeführerin therapierbar sei. Abgesehen davon, dass dies 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, hat das nichts mit der 

Arbeitsunfähigkeit, sondern mit deren Überwindbarkeit durch eine medizinische 

Eingliederung zu tun. Die Frage nach der Arbeitsunfähigkeit darf nicht mit der Frage 

nach den Aussichten auf eine Heilung und mit einer damit verbundenen Reduktion/

Überwindung der Arbeitsunfähigkeit vermischt werden. Andernfalls könnte eine 

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versicherte Person, die arbeitsunfähig ist, diese Arbeitsunfähigkeit aber mit einer 

langwierigen, voraussichtlich Jahre dauernden Therapie schliesslich irgendwann 

reduzieren könnte, gar nicht invalid sein, was offensichtlich nicht mit der Definition der 

Erwerbsunfähigkeit in Art. 7 Abs. 1 ATSG übereinstimmt. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass auf das Gutachten von Dr. J.___ nicht abgestellt werden kann. Somit 

erübrigt es sich auch, die Tonaufnahmen von der gutachterlichen Untersuchung 

anzufordern, wie dies vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt worden 

ist.

4.5  Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden Ärzte kann allerdings auch 

nicht abgestellt werden. Die Diagnosen einer generalisierten Angststörung, einer 

Panikstörung und einer kombinierten Persönlichkeitsstörung sind zu wenig begründet. 

Bezüglich letzterer Diagnose erscheint die Kritik von Dr. J.___, dass im vorliegenden 

Fall nichts für ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster spreche, das tiefgreifend und 

in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpassend sei, aus Laiensicht 

nachvollziehbar. Auffallend ist auch, dass die Klinik K.___ in ihrem Austrittsbericht über 

den stationären Aufenthalt von September bis November 2014 lediglich die Diagnose 

einer rezidivierenden depressiven Störung erwähnt hat.

4.6  Die Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, dass die von Dr. J.___ erhobenen 

Befunde ihre hinreichende Erklärung in den psychosozialen Umständen fänden und 

gleichsam in ihnen aufgingen, weshalb kein invalidisierender Gesundheitsschaden 

vorliege. Dr. J.___ hat in seinem Gutachten ausgeführt, dass die depressiven Episoden 

mehrheitlich als Reaktion auf eine psychosoziale Belastungssituation aufgetreten seien. 

Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung, das heisst es wird nicht nach der 

Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit 

verursacht. Der Gesundheitszustand ist immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst 

eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch 

psychosoziale Belastungen verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der 

Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbständigtes 

psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit 

dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer 

Belastungsfaktoren verneint werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014, 

8C_830/2013 E. 5.2.3; vgl. Urteil vom 30. November 2015, 8C_486/2015 E. 4.1.2; vgl. 

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BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Die Beschwerdeführerin leidet unbestrittenermassen an einer 

rezidivierenden depressiven Störung und damit an einer eigenständigen psychischen 

Krankheit. Der Auslöser der depressiven Störung spielt demnach keine Rolle. Die 

Argumentation der Beschwerdegegnerin ist also nicht stichhaltig.

4.7  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in Verletzung 

ihrer Untersuchungspflicht auf ein Gutachten ohne ausreichenden Beweiswert 

abgestellt hat, weshalb sie nun ein beweistaugliches psychiatrisches Gutachten 

einzuholen hat. Im Übrigen würde gegen einen kantonalen Gerichtsentscheid, dem eine 

gerichtseigene originäre Sachverhaltsabklärung zugrunde läge, kein ordentliches 

Rechtsmittel mehr zur Verfügung stehen. Diese Einschränkung lässt sich nur dort 

rechtfertigen, wo das Gerichtsgutachten ein Obergutachten im eigentlichen Sinn dieses 

Begriffes ist. Ein Gerichtsgutachten als Ersatz für ein untaugliches 

Administrativgutachten ist in diesem Sinn kein Obergutachten. Vor der Begutachtung 

hat die Berufsberatung der Beschwerdegegnerin ein Profil der Tätigkeit als 

kaufmännische Angestellte (Bank) zu erstellen. Dieses Profil ist der Gutachtensperson 

vorzulegen. Die Gutachtensperson wird sich zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als kaufmännische Angestellte in einer Bank, zu den Adaptionskriterien, zur 

Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit sowie dazu äussern müssen, ob 

der Beschwerdeführerin eine allfällige Umschulung zumutbar wäre. Die 

Gutachtensperson wird zudem zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab Juli 2011 Stellung 

nehmen müssen.

5.   

5.1  Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass die 

Beschwerdegegnerin, wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu Recht 

geltend gemacht hat, von einem zu tiefen Valideneinkommen ausgegangen ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen anhand des IK-Auszuges (IV-act. 39) 

ermittelt: Sie hat das Einkommen des Jahres 2010 (Fr. 58'565.--) der 

Nominallohnentwicklung bis 2011 angepasst (1 %, siehe T 39 der Lohnentwicklung 

2012 des Bundesamtes für Statistik). Das dem Einkommensvergleich zugrunde gelegte 

Valideneinkommen hat folglich Fr. 59'151.-- betragen. Die Beschwerdegegnerin hat 

unberücksichtigt gelassen, dass die Beschwerdeführerin bereits ab dem 22. Februar 

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2010 krankheitsbedingt nicht mehr gearbeitet hat. Der im IK-Auszug abgerechnete 

Lohn kann daher nicht als Valideneinkommen herangezogen werden. Die frühere 

Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin hat im Arbeitgeberfragebogen vom 23. 

November 2010 (IV-act. 16) angegeben, dass das Jahreseinkommen der 

Beschwerdeführerin ab dem 11. Januar 2010 Fr. 71'701.-- betragen habe (13 

Monatslöhne à Fr. 5'277.-- plus Gratifikation von Fr. 3'100.--). Das Valideneinkommen 

hat sich im Jahr 2010 somit nicht auf Fr. 59'151.--, sondern auf Fr. 71'701.-- belaufen.

5.2  Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde infolge Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 

ATSG aufzuheben und die Sache ist zur weiteren berufsberaterischen und zur 

anschliessenden erneuten psychiatrischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.   

6.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V 

215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Festsetzung einer Entschädigung aus der 

bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung erübrigt sich daher. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote eingereicht. In einem 

durchschnittlich aufwändigen Rentenfall wie dem vorliegenden spricht das 

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Versicherungsgericht praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin für das 

Beschwerdeverfahren somit eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 29. 

Juli 2014 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu bezahlen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 22.05.2017
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Das monodisziplinäre psychiatrische Gutachten überzeugt unter anderem deshalb nicht, weil sich der Gutachter weder mit den Anforderungsprofilen des angestammten Berufs der Versicherten (kaufmännische Angestellte) noch mit den Adaptionskriterien für leidensangepasste Tätigkeiten auseinandergesetzt hat. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2017, IV 2014/434).

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