# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e127b27-8716-55f4-b389-5a1070f4a300
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2025 F-8425/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8425-2025_2025-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8425/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner;   

Gerichtsschreiberin Megen Sulejmanagic. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geb. 1997, Afghanistan, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone;  

Verfügung des SEM vom 28. Oktober 2025. 

 

 

 

F-8425/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 16. August 2025 in der Schweiz um 

Asyl.  

B.  

Mit Verfügung vom 28. Oktober 2025 (eröffnet am selben Tag) anerkannte 

die Vorinstanz den Beschwerdeführer als Flüchtling (Dispositivziffer 1), ge-

währte ihm Asyl (Dispositivziffer 2), wies ihn dem Kanton B._______ zu 

(Dispositivziffer 3) und hielt fest, dass eine allfällige Beschwerde gegen die 

Kantonszuweisung keine aufschiebende Wirkung hat (Dispositivziffer 4). 

C.  

Gegen die Kantonszuweisung erhob der Beschwerdeführer am 3. Novem-

ber 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte 

sinngemäss, er sei dem Kanton C._______ zuzuweisen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Kantonszuweisung unterliegen 

der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 105 AsylG [SR 

142.31] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zwei-

ten Richterin beziehungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

 

F-8425/2025 

Seite 3 

2.  

Wie das Bundesverwaltungsgericht wiederholt festgehalten hat, ist die 

Kognitionsbeschränkung gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG nicht auf anerkannte 

Flüchtlinge anwendbar. Vielmehr haben sie einen grundsätzlichen An-

spruch auf Wahl ihres Aufenthaltsorts, wie er einer niedergelassenen Per-

son zusteht (vgl. BVGE 2012/2 E. 3.2.3; zuletzt Urteile des BVGer 

F-6821/2025 vom 13. Oktober 2025 E. 2, F-6865/2025 vom 29. September 

2025 E. 2.1; Art. 26 FK, Art. 58 AsylG, Art. 37 Abs. 3 AIG). Die Vorinstanz 

hat sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit der Rechtsstellung des 

Beschwerdeführers als anerkannter Flüchtling und seinem Anspruch auf 

Zuweisung an den anbegehrten Kanton auseinandergesetzt und damit ihre 

Begründungspflicht verletzt (Art. 29 Abs. 2 BV). Ausserdem hat sie nicht 

geprüft, ob der Zuweisung des Beschwerdeführers an den Kanton 

C._______ Widerrufsgründe im Sinn von Art. 63 AIG entgegenstehen 

könnten. Insofern erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als unvoll-

ständig abgeklärt und der Untersuchungsgrundsatz ist verletzt (vgl. Art. 6 

AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 49 Bst. b VwVG; vgl. zuletzt Urteil des 

BVGer F-6865/2025 vom 29. September 2025 E. 2.3).  

3.  

Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

grundsätzlich in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit ver-

bindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung kommt 

insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststellungen 

getroffen werden müssen und der Vorinstanz als Erstinstanz ein gewisser 

Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2, 2020 VII/6 

E. 12.6, 2015/30 E. 8.1). Vorliegend lässt sich die Entscheidungsreife nicht 

mit geringem Aufwand herstellen (vgl. E. 3), weshalb die Sache an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen ist. 

4.  

In Gutheissung der Beschwerde ist die Dispositivziffer 3 der angefochtenen 

Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsab-

klärung und gehörswahrenden Neubeurteilung im Sinn der Erwägungen an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird insbesondere abzuklären ha-

ben, ob einer Zuweisung des Beschwerdeführers an den Kanton 

C._______ Widerrufsgründe nach Art. 63 AIG entgegenstehen und falls ja, 

ob sich eine darauf gestützte Verweigerung der anbegehrten Kantonszu-

weisung als verhältnismässig erweist.  

 

F-8425/2025 

Seite 4 

5.  

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

5.2 Eine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren ist nicht zuzu-

sprechen, da dem nicht vertretenen Beschwerdeführer keine verhältnis-

mässig hohen notwendigen Kosten erwachsen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

6.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

(Dispositiv nächste Seite)  

  

F-8425/2025 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffer 3 der vorinstanzlichen Verfügung vom 28. Oktober 2025 

wird aufgehoben und die Sache im Sinn der Erwägungen zur Abklärung 

und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädi-

gung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Megen Sulejmanagic 

 

 

 

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