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**Case Identifier:** 7d40b037-796e-521d-b2ac-2321f1ad3534
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-23
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 23.02.2022 S 2019 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-51_2022-02-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 23. Februar 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch Dr. iur. B.________

gegen

SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37, 8400 Winterthur
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Rente)

S 2019 51

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Urteil S 2019 51

A.a Der 1991 geborene A.________ war bei der Bank C.________ AG als 
Kundenberater tätig und damit bei der Swica Versicherungen AG (nachfolgend Swica) 
gegen die Folgen unter anderem von Nichtberufsunfällen versichert. Am 13. Oktober 2009 
kam es in einem Club in St.Gallen zu einer Auseinandersetzung mit ihm unbekannten 
Personen. Nach Verlassen des Hauses wurde A.________ von einem der unbekannten 
Clubbesucher aufgehalten. Es entstand ein Handgemenge, das die Intervention des 
Sicherheitspersonals des Clubs erforderte. Daraufhin entfernte sich A.________, wurde 
aber von der unbekannten Person eingeholt und ins Gesicht geschlagen. Dabei zog er 
sich unter anderem eine perforierende Augenverletzung mit schwerer Hornhautverletzung 
zu, die noch am selben Tag im Kantonsspital D.________ operativ versorgt werden 
musste (UV-act. 5). Am 16. Oktober 2009 konnte er in ambulante Behandlung entlassen 
werden (UV-act. 9), blieb aber aufgrund der Augenverletzung mit deutlicher 
Visusminderung und Blendungsstörung in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die Swica 
anerkannte am 8. Dezember 2009 den Leistungsanspruch für die Folgen des Unfalls (UV-
act. 17). 

A.b Mit Verfügung vom 5. Dezember 2014 (UV-act. 99) stellte die Swica die 
Taggeldleistungen per 31. August 2010 und die Heilungskosten per 12. Juli 2013 ein, mit 
Ausnahme der noch einmal übernommenen Irisprintkontaktlinse. Mangels 
Erwerbseinbusse verneinte sie sodann einen Rentenanspruch, sprach aber bei einem 
Integritätsschaden von 35 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 44'100.– zu. Die vom 
Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 
26. März 2015 ab (UV-act. 102). 

Das Versicherungsgericht des Kantons St.Gallen hiess mit Urteil vom 9. Juni 2017 (UV-
act. 116) die Beschwerde teilweise gut und sprach dem Versicherten mit Wirkung ab 
1. September 2010 bis 29. Februar 2012 Taggelder und mit Wirkung ab 1. März 2012 eine 
unbefristete Invalidenrente zu, jeweils entsprechend einem 20%igen Invaliditätsgrad. Zur 
Festsetzung und Ausrichtung der Geldleistungen (Rente und Taggelder) wies es die 
Sache an die Versicherung zurück. Die von der Swica an der Gerichtsverhandlung vom 
17. Mai 2017 erstmals vorgebrachten Zweifel, ob der Versicherte bei seinem Unfall nicht 
selbst provoziert oder sich an einer Rauferei beteiligt habe, weshalb eine Kürzung der 
Geldleistungen zu prüfen sei, liess das Gericht anhand der Akten nicht gelten (E. 4). 
Bezüglich Hilfsmittel und Kontrolluntersuchungen trat es auf die Beschwerde nicht ein. 

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Urteil S 2019 51

Von der Swica mit dem Ziel einer Kürzung der Geldleistungen angerufen bestätigte das 
Bundesgericht mit Urteil 8C_536/2017 vom 5. März 2018 den vorinstanzlichen Entscheid 
(UV-act. 126). Auf den Antrag der Leistungskürzung trat es mangels eines 
Anfechtungsobjekts nicht ein (E. 6.2) und stellte fest, dass die Swica entsprechend dem 
kantonalen Entscheid den Taggeld- und Rentenanspruch neu festsetzen und die 
konkreten Geldleistungen ausrichten solle. Im Rahmen der Leistungsfestsetzung werde 
sie die Leistungskürzung prüfen und gegebenenfalls darüber schriftlich verfügen. Soweit in 
E. 4 des kantonalen Entscheids Abweichendes ausgeführt worden sei, komme dieser 
vorinstanzlichen Auffassung mangels eines Verweises auf die Erwägungen im Dispositiv 
keine Rechtsverbindlichkeit zu (E. 6.3).

A.c Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (UV-act. 128 f.) verfügte die Swica am 
26. Juni 2018 (UV-act. 132) eine Kürzung der Geldleistungen um 50 %, stellte die 
rückwirkend ab 1. September 2010 nachzuzahlenden Taggelder per 29. Februar 2012 ein, 
sprach dem Versicherten ab 1. März 2012 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad 
von 20 % sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 22'050.– zu und gewährte weiterhin 
die Übernahme von Irsiprintkontaktlinsen und der dafür notwendigen Arztkonsultationen 
(Ziff. 6). Auf eine Rückforderung der vor mehr als fünf Jahren ungekürzt ausgerichteten 
Taggelder und die Integritätsentschädigung verzichtete sie zufolge Verwirkung (Ziff. 5). 
Ausserdem leitete sie die Prüfung einer Rentenrevision ein (Ziff. 7). Die vom Versicherten 
am 24. August 2018 gegen die vorgenommene Rentenkürzung erhobene Einsprache (UV-
act. 136) wies sie mit Einspracheentscheid vom 28. Februar 2019 ab (UV-act. 138).

B. Dagegen erhob A.________ am 1. April 2019 Beschwerde und ersuchte um 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Zusprache einer ungekürzten 
Invalidenrente ab 1. März 2012 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 20 % gemäss 
Entscheid des Versicherungsgerichts St.Gallen vom 9. Juni 2017 samt 5 % Zins ab 
mittlerem Verfall (act. 1 S. 2). Zur Begründung bestreitet er im Wesentlichen seine 
Beteiligung an einer Rauferei bzw. eine starke Provokation.

C. Mit Vernehmlassung vom 24. April 2019 schloss die Swica auf Abweisung der 
Beschwerde (act. 3 S. 2). Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass das dem Faustschlag 
vorangegangene Verhalten des Beschwerdeführers offensichtlich und in für ihn 
erkennbarer Weise objektiv die Gefahr geborgen habe, zu Tätlichkeiten zu führen.

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D. Darüber wurde der Beschwerdeführer am 25. April 2019 orientiert (act. 4). In der 
Folge gingen keine weiteren Eingaben der Parteien beim Gericht ein.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu 28. Februar 2019) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

1.2 Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No-
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Entsprechend den allgemeinen übergangsrechtlichen 
Regeln sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 
nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten 
Übergangsbestimmungen).

Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 13. Oktober 2009 ereignet, weshalb die bis 
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden.

1.3 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Art. 82a ATSG sieht vor, 
dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim 
erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu 
beurteilende Beschwerde wurde am 1. April 2019 der Post übergeben, weshalb die bis 

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31. Dezember 2020 gültig gewesenen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall 
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] sowie § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen 
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung [BGS 842.5]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 
Art. 58 Abs. 1 ATSG – Zuständigkeit am Wohnsitz der versicherten Person oder des 
Beschwerde führenden Dritten zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung – gegeben, lebt 
der Beschwerdeführer inzwischen im Kanton Zug. Der angefochtene Einspracheentscheid 
datiert vom 28. Februar 2019 (BF-act. 2) und ist frühestens am Folgetag im 
Herrschaftsbereich des Beschwerdeführers eingetroffen. Die Beschwerdeschrift trägt das 
Datum des 1. April 2019, wurde gleichentags der Post übergeben und ging am 
darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-tägige Frist gemäss 
Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen Verfügung 
direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen 
verständlichen Antrag und eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen 
Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf 
dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

3. Das Ereignis vom 13. Oktober 2009 ist unstreitig als Nichtberufsunfall zu 
qualifizieren und begründet als solcher grundsätzlich einen Anspruch auf Leistungen der 
obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 UVG in Verbindung mit 
Art. 4 ATSG). Nicht streitig sind insbesondere der grundsätzliche Taggeldanspruch bis 
Ende Februar 2012, der Zeitpunkt des Fallabschlusses per 1. März 2012, der auf dieses 
Datum festgelegte Rentenbeginn und der grundsätzliche Anspruch des 
Beschwerdeführers auf eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 20 %.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Geldleistungen (Taggeld, Integritätsentschädigung und 
Rente) zu Recht um die Hälfte gekürzt wurden. Zwar wurde die Kürzung der bis Ende 
Februar 2012 auszurichtenden Taggelder weder einsprache- noch beschwerdeweise 
bestritten. Jedoch kann aufgrund der Bestreitung der Rentenkürzung – entgegen der 
Auffassung der Beschwerdegegnerin (UV-act. 138 S.4 und act. 3 S. 3) – keine 
Teilrechtskraft eintreten, da die Kriterien für die Kürzung bei sämtlichen Geldleistungen 

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dieselben sind, weshalb das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Kürzung unabhängig 
von der zu kürzenden Leistung zu überprüfen ist (vgl. BGE 144 V 354 E. 4.3).

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4.
4.1 Der Bundesrat kann aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse bezeichnen, die 
in der Versicherung der Nichtberufsunfälle zur Verweigerung sämtlicher Leistungen oder 
zur Kürzung der Geldleistungen führen. Die Verweigerung oder Kürzung kann er in 
Abweichung von Art. 21 Abs. 1–3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) ordnen (Art. 39 UVG). Von dieser 
Kompetenzdelegation hat er in Art. 49 (betreffend aussergewöhnliche Gefahren) und 50 
UVV (betreffend Wagnisse) Gebrauch gemacht.

4.2 Gemäss Art. 49 Abs. 2 UVV werden die Geldleistungen mindestens um die Hälfte 
gekürzt für Nichtberufsunfälle, die sich ereignen unter anderem bei Beteiligung an 
Raufereien und Schlägereien, es sei denn, der Versicherte sei als Unbeteiligter oder bei 
Hilfeleistung für einen Wehrlosen durch die Streitenden verletzt worden (lit. a), und bei 
Gefahren, denen sich der Versicherte dadurch aussetzt, dass er andere stark provoziert 
(lit. b).

4.3 Der Tatbestand der Beteiligung an Raufereien oder Schlägereien im Sinne von 
Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist grundsätzlich verschuldensunabhängig konzipiert und weiter 
gefasst als der Straftatbestand der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss Art. 133 des 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). Es genügt, dass das zu sanktionierende Verhalten 
objektiv gesehen die Gefahr einschliesst, in Tätlichkeiten überzugehen oder solche nach 
sich zu ziehen, und die versicherte Person dies erkannt hat oder erkennen musste (BGE 
134 V 315 E. 4.5.1.2; BGer U 325/05 vom 5. Januar 2006 E. 1.1). Der Tatbestand des 
Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist daher nicht nur bei der Teilnahme an einer eigentlichen 
tätlichen Auseinandersetzung gegeben. Es ist auch nicht notwendig, dass die versicherte 
Person selbst tätlich geworden ist. Unerheblich ist zudem, aus welchen Motiven sie sich 
beteiligt hat, wer mit einem Wortwechsel oder Tätlichkeiten begonnen hat und welche 
Wendung die Ereignisse in der Folge genommen haben. Entscheidend ist allein, ob die 
versicherte Person die Gefahr einer tätlichen Auseinandersetzung erkannt hat oder 
erkennen musste (BGer 8C_532/2021 vom 9. Dezember 2021 E. 3.2). Eine 
Leistungskürzung nach Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV setzt sodann voraus, dass zwischen dem 
als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei zu qualifizierenden Verhalten und dem 
Unfall ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei ist auch ein 
gewisser zeitlicher Konnex notwendig (BGer 8C_207/2018 vom 18. April 2018 E. 3.3 mit 
Hinweisen).

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4.4
4.4.1 Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, sobald das Verhalten der 
versicherten Person nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene 
Schaden entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen).

4.4.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines 
Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis 
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis).

4.5 Nach der Rechtsprechung kann der Begriff der starken Provokation im Sinne von 
Art. 49 Abs. 2 lit. b UVV nicht abstrakt definiert werden. Es gilt vielmehr in jedem Einzelfall 
unter Berücksichtigung der konkret gegebenen Verhältnisse zu prüfen, ob das 
beanstandete Verhalten ernsthaft geeignet erscheint, eine gewaltsame Reaktion anderer 
hervorzurufen. Eine solche Provokation kann in Worten, Gebärden oder Tätlichkeiten 
bestehen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob die Reaktion unverhältnismässig ist. Die 
Provokation muss aber natürlich und adäquat kausal für diese sein. Die Annahme einer 
starken Provokation setzt zudem eine gewisse Unmittelbarkeit der Reaktion des 
Provozierten voraus (BGer 8C_207/2018 vom 18. April 2018 E. 3.4 mit Hinweisen). Die 
Reaktion, die nicht mehr im impulsiven psychischen Zustand des Provozierten erfolgt, ist 
keine Folge der Provokation mehr (Rumo-Jungo/Holzer, Bundesgesetz über die 
Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 220 mit Hinweisen).

4.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht 
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 
Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 
genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 
E. 3.2 und 3.3).

Da sich der grundsätzlich verschuldensunabhängig ausgestaltete Tatbestand nach Art. 49 
Abs. 2 lit. a UVV nicht mit der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss Art. 133 StGB 

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deckt, ist das Sozialversicherungsgericht an die Beurteilung des Strafgerichts nicht 
gebunden. Hingegen weicht es von den tatbeständlichen Feststellungen desselben nur ab, 
wenn der im Strafverfahren ermittelte Tatbestand und dessen rechtliche Subsumtion nicht 
zu überzeugen vermögen oder auf Grundsätzen beruhen, die zwar im Strafrecht gelten, im 
Sozialversicherungsrecht jedoch unerheblich sind (BGer 8C_405/2016 vom 18. August 
2016 E. 2).

5.
5.1 Zum Unfallhergang gab der Beschwerdeführer am 23. Oktober 2009 an, auf dem 
Weg nach Hause gewesen zu sein, als ihn die Täter von hinten überrascht hätten. Der 
Grund dafür sei ihm unbekannt. Einer der Täter habe ihn schon im Club provoziert, sei 
aber nicht mehr darauf eingegangen. Die Situation habe sich geklärt. Er selber habe ihn 
nicht direkt provoziert, habe aber französisch gesprochen. Eventuell habe ihn dies 
provoziert. Als er (der Beschwerdeführer) den Club verlassen habe, müssten die Täter ihm 
gefolgt sein. Eventuell habe sich der Schläger verhöhnt gefühlt, weil er (der 
Beschwerdeführer) französisch gesprochen habe (UV-act. 11).

5.2 Von der Polizei befragt, gab E.________, der Geschäftsführer des Clubs, an, der 
Beschwerdeführer sei im Club gewesen. Die unbekannten Typen seien draussen vor dem 
Club gestanden. Ob sie auch im Club gewesen seien, wisse er nicht. Der 
Beschwerdeführer habe eine Brille getragen und französisch gesprochen. Er habe gesagt, 
im Welschland zu Hause zu sein. Als die Männer draussen gestanden seien, hätten sie 
sich umher geschupft und es sei ein Gerangel entstanden. Die Sicherheitsleute seien 
dazwischen gegangen und hätten die Streithähne getrennt. Irgendwann sei der 
Beschwerdeführer zu Fuss stadteinwärts und die beiden anderen Typen Richtung Bahnhof 
gegangen. Plötzlich sei einer der beiden dem Beschwerdeführer nachgerannt und habe 
ihm mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen. Die Brille sei daraufhin von seinem Gesicht 
auf den Boden geflogen. Der Beschwerdeführer sei dann zum Taxistand gerannt; der 
Schläger und sein Begleiter hinterher (UV-act. 14 S. 3).

5.3 Bei der polizeilichen Befragung vom 21. Oktober 2009 gab der Beschwerdeführer 
an, durch den erhaltenen Schlag nicht mehr viel zu wissen. Er könne sich nur noch 
bruchstückhaft an den Vorfall erinnern. Am 13. Oktober 2009, ca. 1:00 Uhr, nach einem 
Restaurantbesuch sei er mit F.________, G.________ und weiteren ihm unbekannten 
Personen in den Club gegangen. Dort kam er bei einer Bar mit ihm unbekannten Leuten 
ins Gespräch. Sie hätten es lustig gehabt und er habe sich auf Französisch verständigt. Er 

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habe sich einen Spass daraus gemacht. Es sei eine lockere und lustige Atmosphäre 
gewesen. Er habe dann mit einem Typen gesprochen. Plötzlich habe ihn dieser dumm 
angemacht und gesagt, dass er kein Franzose sei. Er (der Beschwerdeführer) habe ihn 
nicht ernst genommen, was der andere persönlich genommen und plötzlich angefangen 
habe, blödes Zeug zu reden. Er (der Beschwerdeführer) könne sich nicht mehr ganz 
genau daran erinnern, aber der andere habe etwas in der Richtung gesagt, dass er seine 
Mutter oder Schwester "ficken" würde. Er sei ihm (dem Beschwerdeführer) dabei ziemlich 
nahegekommen, worauf dieser ihn mit den Händen oder dem Kopf leicht zurückgewiesen 
habe. Er habe instinktiv so reagiert, um ihn auf Distanz zu halten, da er ihm in dem 
Moment sehr nahegestanden sei. Der Typ sei dann ziemlich hässig geworden und darauf 
sei sein Kollege erschienen, welcher ihn beruhigt habe. Die Situation habe sich dann 
schnell wieder beruhigt. Die Sache war für ihn (den Beschwerdeführer) erledigt gewesen 
und er habe sich zu F.________ und G.________ begeben. Irgendwann seien sie nach 
Hause gegangen. Beim Rausgehen sei er vor F.________ gewesen. Er habe den Club 
verlassen und dann nur noch gehört, wie jemand gesagt habe "He, du bisch jo gar kein 
Franzos." Das nächste, woran er sich noch erinnern könne, sei, dass er auf der anderen 
Strassenseite gewesen sei und ihm jemand "Hey du" gesagt habe. Er habe sich 
umgedreht und genau in dem Zeitpunkt eine Faust ins Gesicht geschlagen bekommen. Er 
sei leicht Richtung Boden gefallen und habe gemerkt, dass er aus dem Auge geblutet und 
dass seine Brille gefehlt habe. Dann sei er Richtung Taxistand gerannt und habe sich in 
das Spital führen lassen (UV-act. 14 S. 11 f.).

Was sich genau vor dem Eingang zum Club abgespielt habe, konnte der 
Beschwerdeführer nicht mehr angeben. Er wisse noch, wie er die Jacke geholt und 
angezogen habe und die Treppe hinunter gegangen sei. Dann wisse er nichts mehr. Er 
wisse auch nicht, ob er dem Schläger einen Anlass zu seinem Verhalten gegeben habe. 
Nach dem Gespräch an der Bar habe er den Täter nachher nicht nochmals irgendwo 
gesehen oder bemerkt (UV-act. 14 S. 13). Er habe Alkohol konsumiert, nicht übermässig 
viel. Er sei angetrunken gewesen, habe aber noch gewusst, was er getan und gesagt 
habe. Wahrscheinlich habe auch der Täter getrunken. Als er an der Bar mit ihm diskutiert 
habe, eher nicht. Ob er nachher getrunken habe, wisse er nicht (UV-act. 14 S. 14). Auf die 
Frage, was dem Angreifer Anlass zu seinem Verhalten gegeben haben mag, antwortete 
der Beschwerdeführer mit "Dummheit". Er könne sich nicht erinnern, an jenem Abend 
jemanden geschlagen zu haben. An der Bar seien sie aneinandergeraten. Aber dort habe 
er nicht geschlagen (UV-act. 14 S. 15). 

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5.4 Gleichentags wurde auch F.________ polizeilich einvernommen. Er gab an, am 
Abend des 12. Oktober 2009 mit dem Beschwerdeführer an die H.________ gegangen zu 
sein. Zuerst hätten sie für kurze Zeit in den Degustationshallen einige Biere getrunken. 
Danach hätten sie in einem Restaurant einiges an alkoholischen Getränken konsumiert. 
Anschliessend seien sie in den Club gegangen. Sie hätten dort viel Spass gehabt, hätten 
ein bisschen herumgeblödelt und der Beschwerdeführer habe sich als Franzose 
ausgegeben. Er habe dann im Club auch mit einem der späteren Schläger gesprochen. 
Um etwa 2:15 Uhr hätten sie zusammen den Club verlassen. Er habe noch seine Jacke an 
der Garderobe geholt. Als er beim Ausgang gewesen sei, habe er gesehen, wie der 
Beschwerdeführer wieder mit dem späteren Schläger am Diskutieren gewesen sei. Er 
habe mitbekommen, dass der Typ zum Beschwerdeführer gesagt habe "du hast mich 
verascht, du bist überhaupt kein Franzose". Der Beschwerdeführer sei auch angetrunken 
gewesen und habe dann geantwortet "mais oui, je suis francais". Der Typ habe dann zum 
Beschwerdeführer gesagt "Du bist doch vom I.________" [ein Quartier der Stadt 
St.Gallen]. Irgendwann sei aus der Diskussion ein gegenseitiges "Herumgeschubse" 
entstanden. Er sei dann zusammen mit den Securitas dazwischen gegangen. Zu diesem 
Zeitpunkt habe es aber noch keine Schläge gegeben. Der Beschwerdeführer sei dann auf 
die andere Strassenseite gelaufen und die beiden Typen in eine andere Richtung. Er sei in 
der Strassenmitte gestanden und habe in diese Richtung geschaut. Als er wieder in 
Richtung des Beschwerdeführers geschaut habe, habe er gesehen, dass dieser 
davongelaufen sei und die zwei Typen ihm nachgelaufen seien. Er sei dann auch in diese 
Richtung gelaufen und habe am Boden die Brille des Beschwerdeführers gefunden (UV-
act. 14 S. 7 f.). 

Ob beim "Herumgeschubse" am Ausgang des Clubs auch geschlagen wurde, konnte 
F.________ nicht mit Sicherheit sagen. Es sei alles recht schnell gegangen. Es sei schon 
möglich, dass sie gegenseitig versucht hätten, sich zu schlagen. Sie seien schnell durch 
die Securitas getrennt worden. Es seien der Beschwerdeführer und die beiden Typen 
beteiligt gewesen. Er wisse es aber nicht mehr genau. Er sei betrunken gewesen. Er sei 
aber noch fähig gewesen zu sprechen. Er sei nicht aggressiv gewesen. Der 
Beschwerdeführer sei auch betrunken gewesen. Vor dem Vorfall sei er gut und lustig drauf 
gewesen. Er habe sich einfach als Franzose ausgeben. Er habe aber niemanden 
angepöbelt. F.________ wusste nicht, wer mit dem "Herumgeschubse" angefangen habe. 
Er habe auch nicht gesehen, ob der Beschwerdeführer einen der Typen geschlagen habe. 
Er könne es sich auch nicht vorstellen. Zum Grund für die Auseinandersetzung vermutete 

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F.________, dass sich der Beschwerdeführer als Franzose ausgegeben habe und sich die 
anderen dadurch verhöhnt gefühlt hätten (UV-act. 14 S. 8–10).
5.5 Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme als Auskunftsperson vom 
27. Januar 2011 gab der Beschwerdeführer an, im Club sei es ziemlich voll gewesen. Bei 
der hinteren Bar, beim Notausgang, habe er J.________ gefragt, an ihm vorbeigehen zu 
dürfen. Dieser habe komisch reagiert, worauf der Beschwerdeführer an ihm 
vorbeigegangen sei. Möglicherwiese habe J.________ dabei etwas von seinem Getränk 
ausgeleert, worauf er und der Beschwerdeführer schon aneinandergeraten seien. Der 
Beschwerdeführer habe französisch gesprochen, um die Situation etwas zu entspannen, 
und sei weiter gegangen und habe mit den Kollegen weiter gefeiert (BF-act. 5 S. 2). 

Vor dem Club seien J.________ und K.________ um ihn herumgestanden. Er habe 
bereits einen Faustschlag kassiert, bevor der Türsteher sie auseinandergebracht habe. Er 
habe die anderen angewiesen, Richtung Bahnhof und ihn Richtung Marktplatz zu gehen 
(BF-act. 5 S. 2).

5.6 Der Einzelrichter am Kreisgericht St.Gallen sprach die beiden Kontrahenten des 
Beschwerdeführers, J.________ und K.________, mit Entscheiden vom 8. Juli 2011 (vgl. 
betr. K.________ UV-act. 44) von den Vorwürfen des Angriffs und der Sachbeschädigung 
frei, da der Schlag aufgrund der Beweiserhebung und der verschiedenen, sich in diversen 
Punkten erheblich widersprechenden Aussagen keinem der beiden Beschuldigten 
eindeutig habe zugeordnet werden können. Die beiden Beschuldigten verweigerten die 
Aussage.

Dem einzelrichterlichen Urteil im Strafverfahren gegen K.________ lässt sich weiter 
entnehmen (UV-act. 44), dass der Türsteher des Clubs, L.________, bei der polizeilichen 
Befragung zu Protokoll gegeben habe, am 13. Oktober 2009 zwischen ca. 2:30 Uhr und 
3:00 Uhr hätten etwa fünf bis sieben Personen vor dem Club geredet und sich gegenseitig 
dumm angepöbelt. Auf der Bahnhofstrasse seien drei Personen aufeinander losgegangen, 
worauf er dazwischen gegangen sei. Dem kleineren der beiden habe er gesagt, dass er 
hier so etwas nicht dulde. Kurz darauf, als er retour zum Club gekommen sei, sei der 
Kleinere umgekehrt, zum Beschwerdeführer gerannt und habe ihm "eins geknallt". Der 
Kleinere habe mit Anlauf zugeschlagen, während sein Kollege nichts gemacht habe und 
nur langsam dahin geschlendert sei. Der Kollege habe den Täter zurückgehalten, als 
dieser noch weiter habe schlagen wollen. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 
11. November 2010 habe L.________ ausgesagt, nach dem Schlag sei der 

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Beschwerdeführer in Richtung Marktplatz gerannt und die beiden Unbekannten hinten 
nach. Alle Beteiligten an dieser Auseinandersetzung seien betrunken gewesen (UV-act. 44 
S. 5 f.).

Der Zeuge M.________ habe angegeben, auf seinem Heimweg die Schlägerei vor dem 
Club aus der Ferne beobachtet zu haben. Er habe gesehen, wie ein grosser Mann mit 
verblutetem Gesicht zu den Taxis gerannt sei. Hinter diesem Mann seien zwei Männer 
nachgekommen, die ihn verfolgt hätten (UV-act. 44 S. 6). 

G.________ habe ausgesagt, dass er mit dem Beschwerdeführer im Club gewesen sei. Er 
habe beobachtet, wie der Beschwerdeführer vor dem Club in eine tätliche 
Auseinandersetzung mit zwei Männern verwickelt gewesen sei. Als der Beschwerdeführer 
die Strassenseite gewechselt habe, seien die beiden Männer wieder zu ihm gekommen 
und hätten ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die beiden Männer seien auf den 
Beschwerdeführer zu gerannt und der Mann mit der braunen Lederjacke soll ihm 
unvermittelt die Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Beschwerdeführer habe sich 
das Auge zugehalten und der andere Mann habe ihm dann einen weiteren Schlag 
verpasst. Die beiden Beschuldigten seien in der Folge dem flüchtenden Beschwerdeführer 
nachgerannt. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 30. April 2010 habe G.________ 
präzisiert, dass die beiden Unbekannten nicht auf den Beschwerdeführer zu gerannt, 
sondern lediglich schnell gelaufen seien. Erst nach dem Schlag seien sie dem 
Beschwerdeführer nachgerannt (UV-act. 44 S. 7). 

N.________ habe bei der polizeilichen Befragung vom 13. November 2009 angegeben, 
mit dem Beschwerdeführer im Club geredet und etwas getrunken zu haben. Vor dem 
Lokal habe er beobachtet, wie es Differenzen gegeben habe und eine Faust geflogen sei. 
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite seien sie wie in den Beschwerdeführer 
hineingesprungen, dann sei dieser zusammengezuckt und habe eine Faust kassiert. Beide 
hätten ihn danach zum Marktplatz verfolgt. Sie seien recht aggressiv gewesen. Auch bei 
der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 7. Mai 2010 habe N.________ 
ausgesagt, dass zuerst einer mit den Beinen voraus in den Beschwerdeführer gesprungen 
sei und anschliessend der andere den Faustschlag ausgeteilt habe (UV-act. 44 S. 7 f.).

5.7 Als Berufungsinstanz bestätigte die Strafkammer des Kantonsgerichts St.Gallen 
mit Urteilen vom 23. April 2013 die einzelrichterlichen Entscheide (UV-act. 70 und 71). 
Nach Ansicht des Gerichts war erwiesen, dass einer der zwei Beschuldigten den einzigen 

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Schlag gegen den Beschwerdeführer getätigt hatte. Trotz diverser Partei- und 
Zeugenbefragungen, die widersprüchlich waren und teilweise erheblich voneinander 
abwichen, sowie weiterer Beweiserhebungen konnte allerdings nicht ermittelt werden, 
welcher der zwei Beschuldigten tatsächlich zugeschlagen hatte. Auch die Einvernahme 
eines weiteren Zeugen durch das Gericht brachte keine neuen Erkenntnisse. Gestützt 
darauf kam auch das Kantonsgericht St.Gallen zum Schluss, dass der Faustschlag nach 
dem Grundsatz "in dubio pro reo" weder J.________ noch K.________ rechtsgenügend 
nachgewiesen werden könne (UV-act. 70 S. 5–11 und 71 S. 5–11).

6.
6.1 Mit der Vorspiegelung, aus dem Welschland zu kommen, und dessen 
Untermauerung durch Verwendung der französischen Sprache irritierte der 
Beschwerdeführer J.________ und/oder K.________ und lieferte den Grund für die 
späteren Auseinandersetzungen. Dies führt zur Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs (E. 4.4.1). 

6.2 Daraus lässt sich jedoch noch nicht folgern, dass das Verhalten des 
Beschwerdeführers für den folgenschweren Faustschlag auch adäquat kausal war 
(E. 4.4.2). Vielmehr ist danach zu fragen, ob das Verhalten des Beschwerdeführers 
geeignet war, zu den Reaktionen der von J.________ und K.________ und den ihm 
dadurch zugefügten Verletzungen zu führen.

6.2.1 Die erste Auseinandersetzung fand an einer Bar im Club statt. Nach einem 
Wortwechsel mit J.________ intervenierte K.________ und beruhigte den Kollegen. Der 
weitere Clubbesuch verlief ohne Zwischenfälle. Ein adäquater Kausalzusammenhang 
zwischen diesem Vorfall und dem Faustschlag auf der Strasse ist schon aufgrund des 
fehlenden zeitlichen Konnexes zu verneinen (vgl. E. 4.5). 

6.2.2 Die zweite Auseinandersetzung vor dem Lokal bestand gemäss den 
Beschreibungen des Geschäftsführers E.________ (gegenseitiges Stossen, Gerangel; 
E. 5.2), von F.________ (verbale Auseinandersetzung gefolgt von gegenseitigem Stossen; 
E. 5.4) und vom Türsteher L.________ (Aufeinanderlosgehen; E. 5.6) zunächst in einer 
von J.________ und/oder K.________ angezettelten Aussprache über die Herkunft des 
Beschwerdeführers. Dabei kam es zu gegenseitigen Stössen, womit eine aktive 
Beteiligung des Beschwerdeführers an den Tätlichkeiten gegeben ist. Kurz vor einer 
(möglichen) Gewalteskalation konnte das Gerangel vom Türsteher jedoch mit der klaren 

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Äusserung beendet werden, dass er ein solches Verhalten nicht dulde. Daraufhin 
entfernten sich die beiden Streitparteien in verschiedenen Richtungen. Dadurch liessen 
alle drei Kontrahenten erkennen, mit dem Streit aufgehört zu haben. 

In der Folge rechnete auch niemand mehr mit einer Fortsetzung der Auseinandersetzung. 
So ging der Beschwerdeführer seinen Weg, ohne zurück zu schauen (UV-act. 14 S. 12). 
F.________ blieb zurück und sprach mit dem Türsteher L.________ (UV-act. 14 S. 9). 
Letzterer entfernte sich dann vom Ort der Auseinandersetzung und kehrte zum Club 
zurück (UV-act. 44 S. 5). Musste der Beschwerdeführer nicht mit einer weiteren 
Konfrontation rechnen, kann ihm nicht vorgeworfen werden, er hätte die Gefahr einer 
erneuten tätlichen Auseinandersetzung erkennen müssen. Vielmehr durfte er davon 
ausgehen, dass sich J.________ und K.________ – wie bereits nach der ersten 
Auseinandersetzung – schnell wieder beruhigt hätten. Selbst wenn von kurzer Dauer, 
vermag der durch das zunächst gefügige Verhalten der Kontrahenten entstandene 
zeitliche Abstand zwischen dem erfolgreichen Durchgreifen des Türstehers L.________ 
und dem Faustschlag den für die Annahme eines adäquaten Kausalzusammenhangs 
nötigen Konnex mit der zweiten Auseinandersetzung zu unterbrechen.

6.2.3 Indem sich der Beschwerdeführer vom Ort der zweiten Auseinandersetzung 
entfernte und nicht mehr nach J.________ und K.________ Ausschau hielt, kann ihm kein 
die Gefahrensituation verschärfendes Verhalten vorgeworfen werden. Eine Beteiligung an 
der Schlägerei, dessen Opfer er wurde, ist zu verneinen.

6.3 Aufgrund der vorliegenden Aussagen deutet sodann nichts darauf hin, dass der 
Beschwerdeführer J.________ und K.________ stark provoziert hätte. Die durch 
Verwendung der französischen Sprache unterstützte Vorspiegelung seiner welschen 
Herkunft lässt sich im Rahmen eines heiteren Clubbesuchs jedenfalls nicht als starke 
Provokation qualifizieren, die geeignet erscheint, eine gewaltsame Reaktion von 
J.________ und/oder K.________ hervorzurufen. Darüber hinaus weisen die Aussagen 
des Beschwerdeführers und von F.________ darauf hin, dass die zweite 
Auseinandersetzung von J.________ oder K.________ mit der Feststellung eingeleitet 
worden war, der Beschwerdeführer sei kein Franzose. Eine Provokation des 
Beschwerdeführers kann weder mit Bezug auf die Tätlichkeiten vor dem Lokal noch auf 
die spätere Überreaktion von J.________ oder K.________ bejaht werden.

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6.4 Zusammenfassend ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 
Verhalten des Beschwerdeführers und dem Unfall vom 13. Oktober 2009 zu verneinen, 
weshalb die Voraussetzungen für eine Kürzung der Geldleistungen nicht gegeben sind. 
Diese sind folglich ungekürzt auszurichten, was zur Gutheissung der Beschwerde führt.

7. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 61 
lit. a ATSG). Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer eine vom Gericht nach 
Ermessen festgesetzte Prozessentschädigung von Fr. 2'100.– (inklusive Barauslagen und 
MWST) zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 28. Februar 
2019 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer Anspruch 
auf ungekürzte Geldleistungen hat.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung im Betrag von Fr. 2'100.– (inklusive Auslagen und MWST) 
zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin sowie an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 23. Februar 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am