# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe2408d9-bc92-5297-9e3f-2d98e23d4f90
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.02.2012 D-646/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-646-2012_2012-02-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­646/2012
law/rep

U r t e i l   v om   9 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Serbien,
vertreten durch Annelise Gerber, (…),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  das  BFM  mit  protokollarisch  festgehaltener,  im  Anschluss  an  die 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  4. Januar  2012 mündlich  eröffneter 
Verfügung  feststellte,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  ihr  Asylgesuch  vom  18. Dezember  2011 
ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug der 
Wegweisung anordnete,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihrer  Rechtsvertreterin  vom 
3. Februar  2012  gegen  diesen  Verfügung  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess, 
der  Entscheid  des  BFM  sei  aufzuheben,  es  sei  die  Unzulässigkeit 
beziehungsweise  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung 
festzustellen und als Folge davon ihre vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  sie  ferner  beantragen  liess,  es  sei  ihr  die  unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren, und es sei über ihre Beschwerde zusammen 
mit  der  Beschwerde  ihres  Sohnes  und  seiner  Familie  (N  …)  zu 
entscheiden,

und zieht in Erwägung,

dass  nach  Einsicht  in  die  Akten  auf  die  Beschwerde  einzutreten  und 
diese in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1,  SR 142.311),  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht 
(VGG,  SR 173.32),  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das 
Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110),  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20) und des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2)  –  koordiniert  mit  dem  Verfahren  D­647/2012  –  zu 
beurteilen ist,

dass  für  den  zur  Begründung  des  Asylgesuches  geltend  gemachten 
Sachverhalt  auf  die  Protokolle  der  Befragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum Basel vom 28. Dezember 2011 und der Anhörung zu 
den  Asylgründen  vom  4. Januar  2012  sowie  auf  die  angefochtene 

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Verfügung  im  Entscheidprotokoll  zu  verweisen  ist  (vgl.  daselbst, 
Sachverhaltszusammenfassung S. 1), 

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  ausführt,  die  geltend 
gemachte  polizeiliche  Einvernahme  habe  der  Aufklärung  einer  Straftat 
gedient und damit einen rechtsstaatlich legitimen Zweck gehabt, weshalb 
diese asylrechtlich nicht relevant sei, 

dass  der  Umstand,  dass  die  Beschwerdeführerin  während  der 
Einvernahmen  geohrfeigt  worden  sein  soll,  den  Anforderungen  an  die 
Intensität  asylrechtlich  relevanter  Nachteile  nicht  genüge,  und  das 
Ohrfeigen als solches ein  fehlbares Verhalten der Behörde sei, welches 
im Heimatstaat angezeigt und gerügt werden könne, 

dass  in  der  Beschwerde  rudimentär  der  zur  Begründung  des 
Asylgesuches  geltend  gemachte  Sachverhalt  wiederholt  und  geltend 
gemacht  wird,  die  ungerechtfertigte  Anschuldigung,  ein  Fahrrad 
gestohlen zu haben, zeige exemplarisch, welchen Diskriminierungen und 
Benachteiligungen die Roma in Serbien ausgesetzt seien, 

dass  sich  aus  der  Erfahrung,  aufgrund  der  ethnischen  Zugehörigkeit 
jederzeit  Opfer  ungerechtfertigter  Anschuldigungen  werden  zu  können, 
eine unmenschliche und unerträgliche Lebenssituation ergebe,

dass  vordergründig  rechtsstaatlich  legitimen  Zwecken  dienende 
polizeiliche  Untersuchungen  gegen  Angehörige  von  Roma  immer  mit 
Vorurteilen behaftet und auch mit physischer Gewalt verbunden seien,

dass in Serbien Korruption eine grosse Rolle spiele, sich Angehörige der 
Sicherheitskräfte  und  der  Untersuchungsbehörden  gegenseitig  decken 
würden,  und  es  so  praktisch  nie  zu  einer  Bestrafung  von  fehlbaren 
Angehörigen der Sicherheitskräfte komme, 

dass  es  höchst  unwahrscheinlich  sei,  dass  Roma  bei  höheren 
Gerichtsinstanzen  klagen  und  Recht  bekommen  könnten,  und  davon 
auszugehen  sei,  dass  der  Staat  in  diesen  Fällen  generell  nicht 
schutzwillig sei,

dass  in  Anbetracht  des  zur  Begründung  des  Asylgesuches  geltend 
gemachten  Sachverhaltes  sowie  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts (vgl. statt vieler die Urteile E­7635/2007 vom 
29. Dezember  2011  E. 4.2.2,  E­3317/2009  vom  30. November  2011 
E. 6.2  und  6.3,  E­1098/2011  vom  30. August  2011  E. 5.4)  mit  diesen 

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Einwänden nicht ansatzweise dargetan ist, inwiefern die Erwägungen des 
BFM unzutreffend sein sollen,

dass das BFM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt und die Wegweisung 
verfügt hat, 

dass  mangels  einer  asylrechtlich  erheblichen  Gefährdung  der 
Beschwerdeführerin im Heimatland das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulements keine Anwendung findet und aufgrund der Akten keine 
Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von 
Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, 
die der Beschwerdeführerin im Heimatstaat droht,

dass aus den Ausführungen in der Beschwerde und den Akten auch nicht 
ersichtlich  wird,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  anderweitig 
Bundesrecht verletzen, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder 
unvollständig feststellen oder unangemessen sein könnte,

dass  deshalb  ohne  weitere  Erörterungen  und  unter  Hinweis  auf  die 
zutreffenden Erwägungen  in  der  angefochtenen Verfügung  festzustellen 
ist,  dass  das  BFM  den  Vollzug  der  Wegweisung  in  Anbetracht  der  zu 
beachtenden  landes­ und völkerrechtlichen Bestimmungen zu Recht  als 
zulässig, zumutbar und möglich beurteilt hat,

dass  die  offensichtlich  unbegründete  Beschwerde  deshalb  ohne 
Durchführung  eines  Schriftenwechsels  und  mit  summarischer 
Begründung  im  einzelrichterlichen  Verfahren  mit  Zustimmung  eines 
zweiten Richters abzuweisen ist, 

dass sich die Beschwerde als aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist und die 
Kosten  des  Verfahrens  von  Fr. 600.­  der  Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: