# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4a7dc7d-26de-5876-af62-461f59fe9d69
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 28.04.2025 S 2023 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2023-61_2025-04-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
Dr. iur. Diana Oswald und MLaw Patrick Trütsch
Gerichtsschreiber: lic. iur. Thomas Kreyenbühl

U R T E I L  vom 28. April 2025 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________, zzt. Tunesien
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. Kurt Balmer, lege artis zug, Rechtsanwälte und 
Notare, Bahnhofstrasse 10, Postfach, 6302 Zug

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung
(Leistungen)

S 2023 61

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Urteil S 2023 61

A. Der 1967 geborene A.________, tunesischer Staatsangehöriger und abgewiese-
ner Asylbewerber, meldete sich am 16. Januar 2023 unter Hinweis auf Rückenprobleme 
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Nach medizinischen und 
administrativen Abklärungen stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2. März 2023 die 
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht mit der Begründung, dass A.________ 
mangels Aufenthaltsrechts die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfülle (IV-
act. 6). Nach unterbliebenem Einwand verfügte sie am 2. Mai 2023 wie vorbeschieden (IV-
act. 7).

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 1. Juni 2023 lässt A.________ beantra-
gen, es seien die erforderlichen Abklärungen zu den versicherungsmässigen Vorausset-
zungen gemäss Art. 6 IVG vorzunehmen. Es sei ihm eine volle Rente zuzusprechen. 
Eventualiter seien umfassende medizinische Abklärungen durchzuführen. Subeventualiter 
sei die Sache an die IV-Stelle, mit der Verpflichtung eine erforderliche Abklärung zu den 
versicherungsmässigen Voraussetzungen gemäss Art. 6 IVG und eine konkrete sowie um-
fassende medizinische Abklärung vorzunehmen, zurückzuweisen. Unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Das Verfahren sei 
einstweilen auf die Frage, ob die versicherungsmässigen Voraussetzungen gemäss Art. 6 
IVG erfüllt seien, zu beschränken. Zudem sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen 
(act. 1).

C. Mit Verfügung vom 6. Juli 2023 bewilligte der Vorsitzende der sozialversicherungs-
rechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch des Beschwerdeführers um un-
entgeltliche Rechtspflege und stellte ihm für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 
einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der Person von RA lic. iur. Kurt Balmer bei 
(act. 4).

D. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde 
(act. 5).

E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren jeweili-
gen Anträgen fest (act. 10 und 12).

F. Das Gericht edierte die Akten des Amtes für Migration (AFM) des Kantons Zug, 
was es den Parteien anzeigte (act. 14).

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Urteil S 2023 61

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherungen (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Gesetzes 
über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 
162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Al-
ters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die ört-
liche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) gege-
ben. Die angefochtene Verfügung datiert vom 2. Mai 2023 und ist frühestens am darauf-
folgenden Tag dem Beschwerdeführer zugegangen. Mit der am 1. Juni 2023 der Schwei-
zerischen Post übergebenen Beschwerdeschrift ist die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 
Abs. 1 ATSG gewahrt. Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat direkt betroffen 
und zur Beschwerde legitimiert. Diese enthält einen Antrag und eine Begründung, womit 
auch den formellen Anforderungen Genüge getan ist. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 
Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichts (GO VG; BGS 162.11).

2. Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung hat. 

3.
3.1 Die Schweiz hat am 25. März 2019 mit der Republik Tunesien ein Abkommen 
über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.758.1) abgeschlossen. Dieses Abkommen ist am 
1. Oktober 2022 in Kraft getreten. Danach können Staatsangehörige Tunesiens, die aus-
serhalb der Schweiz wohnen, ab diesem Zeitpunkt Leistungen der schweizerischen 
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) beziehen. Die Voraussetzun-
gen für die einzelnen Leistungen müssen dafür erfüllt sein.

3.2 Versichert nach Massgabe des IVG sind Personen, die gemäss den Art. 1a und 2 
des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 
obligatorisch oder freiwillig versichert sind (Art. 1b IVG). Obligatorisch versichert nach dem 
AHVG sind unter anderem die natürlichen Personen, die ihren Wohnsitz in der Schweiz 

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Urteil S 2023 61

haben oder in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (Art. 1a Abs. 1 lit. a und b 
AHVG).

3.3 Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 6 Abs. 1 
IVG schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose. Artikel 39 IVG 
bleibt vorbehalten. Nach Art. 6 Abs. 2 IVG sind ausländische Staatsangehörige, vorbehält-
lich Art. 9 Abs. 3 IVG, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnli-
chen Aufenthalt nach Art. 13 ATSG in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der In-
validität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbro-
chen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben.

3.4 Der Ausländer muss bei Eintritt der Invalidität in der Schweiz nicht nur nach Art. 1b 
IVG versichert sein, sondern darüber hinaus auch Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt 
in der Schweiz haben (territoriales Element). Die Begriffe des Wohnsitzes und des Aufent-
haltes richten sich nach Art. 13 ATSG (Erwin Murer, Invalidenversicherungsgesetz [Art. 1–
27bis IVG], Art. 6 Rz. 54). 

Das Gesetz sieht zwei zusätzliche, aber alternative Tatbestandselemente vor: Entweder 
muss eine Mindestbeitragsdauer von einem vollen Jahr (bei Anspruch auf Rente drei volle 
Jahre) gegeben sein oder aber eine – beitragslose – Karenzfrist von zehn Jahren ununter-
brochener Aufenthaltsdauer in der Schweiz (versicherungsmässiges Tatbestandselement 
im Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität; Murer, a.a.O., Art. 6 Rz. 55 ff.).

Das territoriale Element muss während des gesamten Leistungsbezuges bestehen blei-
ben, wie sich aus dem Wortlaut sowie aus den Materialien ergibt (Murer, a.a.O., Art. 6 
Rz. 59). Der Anspruch endet, wenn der ausländische Staatsangehörige seinen Wohnsitz 
oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz aufgibt (Murer, a.a.O., Art. 6 Rz. 60).

4. Zur Prüfung des Anspruchs ist in tatsächlicher Hinsicht Folgendes festzustellen: 
Am 5. November 2001 ist der Beschwerdeführer illegal und unter falschem Namen 
(B.________) in die Schweiz eingereist und hat in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt, 
worauf er den Ausweis N erhielt (AFM-act. 05 S. 161). Mit Entscheid vom 30. Oktober 
2002 wies das damalige Bundesamt für Flüchtlinge das Asylgesuch ab und wies den Be-
schwerdeführer mit Frist bis zum 17. Januar 2003 aus der Schweiz weg (AFM-act. 05 
S. 113–117). Aufgrund der falschen Identität war es nicht möglich, den Beschwerdeführer 
aus der Schweiz auszuschaffen. An seinem ausländerrechtlichen Status hat sich in der 

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Urteil S 2023 61

Zeit danach nichts geändert, insbesondere wurde er auch nicht als vorläufig aufgenom-
mener Ausländer eingestuft (Ausweis F). Schliesslich konnte er am 13. August 2022 als 
tunesischer Staatsangehöriger mit dem Namen A.________ identifiziert werden (AFM-
act. 00 S. 14). Am 19. März 2024 verhängte das Staatssekretariat für Migration (SEM) ein 
Einreiseverbot, gültig für drei Jahre ab Ausreisedatum (AFM-act. 00 S. 10). Die Rück-
führung nach Tunesien erfolgte am 20. März 2024 (AFM-act. 00 S. 2).

5. Das Asylgesuch des Beschwerdeführers wurde nachweislich mit Entscheid vom 
30. Oktober 2002 des damaligen Bundesamtes für Flüchtlinge rechtskräftig abgewiesen. 
Im Nachgang erhielt der Beschwerdeführer nie den Status eines vorläufig aufgenomme-
nen Ausländers (Ausweis F). Infolgedessen kann sich der Beschwerdeführer nicht auf das 
Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK; SR 
0.142.30) berufen. Eine Person, die sich ohne Bewilligung der Behörden in der Schweiz 
aufhält, kommt nicht in den Genuss von Art. 24 Abs. 1 lit. b FK. Nach Art. 59 des Asylge-
setzes (AsylG; SR 142.31) gelten nur jene Personen, denen die Schweiz bereits Asyl ge-
währt hat, gegenüber allen eidgenössischen und kantonalen Behörden und damit auch 
gegenüber der Invalidenversicherung einheitlich als Flüchtlinge im Sinne der FK (BGE 136 
V 33 E. 3.2.1; Patrick Fässler, Berufliche Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi-
cherung bei unerlaubtem Aufenthalt in der Schweiz?, SZS 2015 S. 92 f.). 

6.
6.1 Am 20. März 2024 wurde der Beschwerdeführer in sein Heimatland Tunesien 
zurücküberführt. Aufgrund des seit dem 1. Oktober 2022 in Kraft getretenen Sozialversi-
cherungsabkommens mit Tunesien wäre es denkbar, dass der nun in Tunesien wohnhafte 
Beschwerdeführer Leistungen der Invalidenversicherung beziehen könnte.

Deshalb ist nachfolgend zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Leistun-
gen der Invalidenversicherung begründen konnte. Das Sozialversicherungsabkommen 
enthält indessen keine Regelungen, welche anderweitige Anspruchsvoraussetzungen auf-
stellen würden. In dessen Art. 4 werden die Staatsangehörigen der beiden Staaten in ihren 
Rechten und Pflichten gleichgestellt. Damit ein tunesischer Staatsangehöriger in deren 
Genuss kommen kann, muss er ebenfalls der Invalidenversicherung unterstellt sein. Dafür 
bedürfte es im Falle des Beschwerdeführers eines Wohnsitzes in der Schweiz, war er 
doch nachweislich zu keiner Zeit erwerbstätig (vgl. E. 3.2 hiervor).

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Urteil S 2023 61

6.2 Hierbei ist die Frage entscheidend, ob eine Person Wohnsitz und Aufenthalt in der 
Schweiz haben kann, obwohl sie sich unerlaubt in der Schweiz aufhält. Durch den Verweis 
in Art. 1 Abs. 1 IVG ist Art. 13 ATSG massgebend, der in Bezug auf den Aufenthalt eine 
Definition enthält und hinsichtlich des Wohnsitzes auf die Art. 23–26 ZGB verweist. 

6.2.1 Der Wohnsitz einer Person befindet sich an dem Orte, wo sie sich mit der Absicht 
dauernden Verbleibens aufhält (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 ATSG und Art. 23 
Abs. 1 ZGB) und den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat. Für 
die Begründung des Wohnsitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt sein: Ein objektives 
äusseres, der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Verblei-
bens. Nach der Rechtsprechung kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf 
an, auf welche Absicht die erkennbaren Umstände objektiv schliessen lassen (BGE 133 V 
309 E. 3.1; 127 V 237 E. 1; BGer 9C_574/2021 vom 21. Juni 2022 E. 5.2.1).

Ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat eine Person an dem Ort, an dem sie während längerer 
Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum Vornherein befristet ist (Art. 13 Abs. 2 ATSG). Nach 
der Rechtsprechung ist für den "gewöhnlichen Aufenthalt" der tatsächliche Aufenthalt in 
der Schweiz und der Wille, diesen Aufenthalt aufrechtzuerhalten, massgebend; zusätzlich 
dazu muss sich der Schwerpunkt aller Beziehungen in der Schweiz befinden (BGE 141 V 
530 E. 5.3; BGer 8C_373/2018 vom 26. September 2018 E. 6).

6.2.2 In der zivilrechtlichen Literatur ist umstritten, ob eine Person nur dann Wohnsitz in 
der Schweiz haben kann, wenn sie sich dort rechtmässig aufhält. Dies gehe nicht unmit-
telbar aus der zivilrechtlichen Wohnsitzdefinition hervor. Es herrscht die Meinung vor, dass 
eine fremdenpolizeiliche Bewilligung nicht Voraussetzung für den Wohnsitz sei. Bei einem 
abgewiesenen Asylbewerber bzw. einer abgewiesenen Asylbewerberin solle der Wohnsitz 
in der Schweiz bis zur Ausreise bestehen bleiben (Fässler, a.a.O., S. 96). Unter Verweis 
auf BGE 99 V 206 E. 2, in welchem der zivilrechtliche Wohnsitz eines Saisonniers verneint 
wurde, vertritt Fässler die Ansicht, das Bundesgericht habe die Art der Aufenthaltsbewilli-
gung bzw. den rechtlichen Aufenthaltsstatus als Kriterium für den zivilrechtlichen Wohnsitz 
erachtet, allerdings gehe diese Auslegung über den rein zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff 
hinaus. Die Absicht dauernden Verbleibens stelle ein subjektives Tatbestandselement dar. 
Ein Erfordernis, wonach der Aufenthalt rechtmässig sein müsse, sei als ein objektives Tat-
bestandselement anzusehen und könne daher keine Voraussetzung eines subjektiven 
Tatbestandselements sein. Die Rechtmässigkeit des Aufenthalts könne nicht Bedingung 
für den zivilrechtlichen Wohnsitz sein. Trotzdem könne die Art des Aufenthalts und der (er-

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loschenen) Erlaubnis zum Aufenthalt ein Indiz für oder gegen die Absicht des dauernden 
Verbleibens abgeben. Es müsse eine Gesamtwürdigung sämtlicher nach aussen erkenn-
barer Indizien vorgenommen werden, wobei der Aufenthaltsstatus nur ein Indiz unter wei-
teren bilde (Fässler, a.a.O., S. 96 f.).

6.2.3 Eine andere Frage ist, ob der Wohnsitz sozialversicherungsrechtlich ausgelegt 
werden kann. In der Literatur findet sich die Ansicht, dass Art. 13 Abs. 1 ATSG ausdrück-
lich auf die zivilrechtliche Regelung verweise. Deshalb habe sich die Auslegung des 
Wohnsitzbegriffs einheitlich nach zivilrechtlichen Grundsätzen zu richten, sozialversiche-
rungsrechtliche Gesichtspunkte seien nicht zu berücksichtigen. Nach dieser Auffassung 
sei auch im Sozialversicherungsrecht die zivilrechtliche Auslegung des Wohnsitzbegriffs 
massgebend. Wie im Zivilrecht wäre demnach die rechtliche Erlaubnis zum Aufenthalt kei-
ne Voraussetzung für einen Wohnsitz in der Schweiz (Fässler, a.a.O., S. 98, mit weiteren 
Hinweisen). 

Nun ist aber zu berücksichtigen, dass, obschon im Sozialversicherungsrecht seit jeher auf 
den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff abgestellt wird, der Begriff des Wohnsitzes verschie-
den ausgelegt werden kann. Er braucht mit demjenigen des ZGB nicht zusammenzufallen. 
Das gilt auch in anderen Rechtsgebieten, beispielsweise im Steuerrecht. Wenn im Sozial-
versicherungsrecht auf den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff verwiesen wird, ist stets auf-
grund des Sinnes und Zweckes zu prüfen, ob damit wirklich das Gleiche gemeint ist wie im 
Zivilrecht (BGE 130 V 404 E. 6.2; vgl. zum Ganzen: SVGer ZH IV.2006.00456 vom 
28. November 2007 E. 2.3.2). So hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) er-
wogen, dass in jenen Fällen, in welchen im Sozialversicherungsrecht auf den Wohnsitzbe-
griff abgestellt wird, dieser nicht gegeben ist, sofern öffentlich-rechtliche Hinderungsgrün-
de die Verwirklichung der Absicht des dauernden Verbleibens verbieten. Dies gilt für sozi-
alversicherungsrechtliche Belange (BGE 113 V 261 E. 2b; 99 V 206 E. 3; Fässler, a.a.O., 
S. 99). Im Zusammenhang mit dem Versicherungsobligatorium nach dem Bundesgesetz 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) hat das EVG in Übereinstimmung mit der 
zivilrechtlichen Rechtsprechung festgehalten, dass für den Wohnsitz nach Art. 23 Abs. 1 
ZGB nicht massgebend sei, ob die Person eine fremdenpolizeiliche Niederlassungs- oder 
Aufenthaltsbewilligung besitze (BGE 125 V 76 E. 2a). In BGE 129 V 77 E. 5a hat das Ge-
richt erwogen, das Abstellen auf den rein zivilrechtlichen Begriff des Wohnsitzes stimme 
nicht nur mit dem Wortlaut von Art. 3 Abs. 1 KVG überein, sondern decke sich zudem mit 
dem Zweck des Obligatoriums, gemäss welchem die gesamte Wohnbevölkerung, d.h. alle 
in der Schweiz lebenden Personen, der Versicherungspflicht unterstellt sein sollen. Daher 

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seien auch Schwarzarbeiter ohne Aufenthaltsbewilligung obligatorisch krankenversichert, 
wenn sie zivilrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz haben. Nicht massgebend für die Be-
stimmung des Wohnsitzes, jedoch als Indizien zu gelten hätten etwa fremdenpolizeiliche 
Bewilligungen. Die in BGE 129 V 77 vorgenommene Klärung des Wohnsitzbegriffes kann 
daher nicht unbesehen auf die übrigen Bereiche des Sozialversicherungsrechts über-
nommen werden (EVG I 275/02 vom 18. März 2005 E. 6.1). Der Aufenthalt in der Schweiz 
ist seit jeher nur dann an gesetzlich statuierte Mindestdauern anrechenbar, wenn er auch 
rechtmässig, das heisst fremdenpolizeilich abgestützt ist (EVG I 810/05 vom 5. Februar 
2007 E. 7.1; SVGer ZH IV.2006.00456 vom 28. November 2007 E. 2.3.3). Eine Abkehr 
davon ist in der neueren Rechtsprechung nicht zu erkennen (vgl. etwa BGer 9C_492/2015 
vom 9. Februar 2016 E. 6.3.1 f.).

6.3 Unstreitig ist, dass bei kurzzeitigen Aufenthalten bzw. Aufenthaltsbewilligungen, 
insbesondere bei Saisonniers, die Absicht dauernden Verbleibens nicht legal verwirklicht 
werden kann und folglich die Begründung eines Wohnsitzes in der Schweiz verhindert 
wird. Soweit Fässler aber die Meinung vertritt, bei einem langjährigen unrechtmässigen 
Aufenthalt in der Schweiz würde die Verneinung eines Wohnsitzes den Rahmen einer rei-
nen Auslegung von Art. 23 ff. ZGB überdehnen, es bedürfe hierzu einer Ergänzung im 
Gesetz (Fässler, a.a.O., S. 100 f.), kann ihm nicht gefolgt werden. Das SVGer ZH hat in 
seinem Urteil IV.2006.00456 vom 28. November 2007 zutreffend ausgeführt, dass wenn 
soweit gesetzlich bestimmt wird, dass ausländische Staatsangehörige nur anspruchsbe-
rechtigt sind, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz ha-
ben (und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Bei-
träge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten 
haben), dies als Missbrauchsvorbeugung in dem Sinne zu verstehen ist, dass ausländi-
sche Staatsangehörige und Staatenlose zwar wie schweizerische Staatsangehörige An-
spruch auf Leistungen nach den gesetzlichen Bestimmungen haben, aber nur, sofern ihr 
zivilrechtlicher Wohnsitz und Aufenthalt in der Schweiz bei Eintritt der Invalidität (Versiche-
rungsfall) rechtmässig, das heisst fremdenpolizeilich abgestützt ist und bleibt. Anders als 
im Bereich der Krankenversicherung erfordern weder der Zweck der Invalidenversicherung 
noch der ordre public ein Abstellen auf die rein zivilrechtlichen Begriffe des Wohnsitzes 
und gewöhnlichen Aufenthalts. Vielmehr ist im Bereich der invalidenversicherungsrechtli-
chen Anspruchsvoraussetzungen in Anlehnung an die hergebrachte Praxis weiterhin da-
von auszugehen, dass Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt nur begründet bzw. auf-
rechterhalten werden können, sofern öffentlich-rechtliche Hinderungsgründe die Verwirkli-
chung der Absicht des Verbleibs in der Schweiz nicht verbieten. Etwaige Widersetzlichkei-

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ten gegen Ausreiseanordnungen, Schwierigkeiten bei der Ausschaffung oder der Verstoss 
gegen Einreiseverbote sollen keine Grundlage für den Bezug für Leistungen der Invaliden-
versicherung durch hierzulande unerwünschte Ausländer bieten (E. 4.2.1 des soeben ge-
nannten Urteils).

6.4 Diesen hiervor dargelegten Ausführungen ist auch vorliegend zu folgen. Der Be-
schwerdeführer ist am 5. November 2001 illegal und unter falscher Identität in die Schweiz 
eingereist. Sein Asylgesuch wurde bereits mit Entscheid vom 30. Oktober 2002 abgewie-
sen und er selbst bis spätestens zum 17. Januar 2003 aus der Schweiz weggewiesen. 
Seit dann befand er sich ohne Aufenthaltstitel und mithin illegal in der Schweiz. Damit 
steht fest, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitpunkt, in welchem ein An-
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hätte entstehen können, keinen Wohn-
sitz in der Schweiz hatte, womit er die notwendigen Voraussetzungen für die Versiche-
rungsunterstellung nicht erfüllte.

Hinzu kommt, dass der lange Aufenthalt ausschliesslich aus den wahrheitswidrigen Anga-
ben des Beschwerdeführers resultierte, wonach er ein Palästinenser sei und aus Gaza 
komme sowie aus seinem äusserst unkooperativen Verhalten bei der Ermittlung seiner 
Identität mitzuwirken. Erst am 25. Mai 2021 tauchte der Beschwerdeführer am Schalter 
des AFM auf und legte einen tunesischen Pass vor, womit er einen Ausweis B haben woll-
te (AFM-act. 01 S. 116). Im Herbst 2021 bestätigten die tunesischen Behörden seine 
tatsächliche Identität (AFM-act. 01 S. 108 f.). Bis zu diesem Zeitpunkt hin hat er sich nie 
darum bemüht, seine wahre Identität offen zu legen oder eine Bewilligung zur Aufnahme 
einer Erwerbstätigkeit zu erlangen. Vielmehr delinquierte er immer wieder. Bezeichnend ist 
ausserdem, dass der Beschwerdeführer, erst nachdem er am 16. September 2021 vom 
AFM über die Buchung eines Fluges in sein Heimatland informiert worden war, ein Härte-
fallgesuch und damit zusammenhängend einen Arbeitsvertrag einreichte (AFM-act. 01 
S. 55–63 und 105–106). Dieses wurde indessen nicht gutgeheissen bzw. an das SEM wei-
tergeleitet, weil der eingereichte Arbeitsvertrag keine marktübliche Entlöhnung enthielt 
(vgl. AFM-act. 01 S. 43). Angesichts des Dargelegten kann nicht angehen, dass dem Be-
schwerdeführer sein unrechtmässiger Aufenthalt, an den er nur durch seine wahrheitswid-
rigen Angaben und sein unkooperatives Verhalten gelangt ist, an die Karenzfrist nach 
Art. 6 Abs. 2 IVG angerechnet würde. Wenn der Beschwerdeführer seine rechtskräftig be-
schlossene Ausweisung dergestalt verhinderte und dadurch unrechtmässig seinen Auf-
enthalt um mehrere Jahre verlängerte und sodann gestützt darauf Leistungen der Invali-
denversicherung beanspruchen will, ist sein Verhalten als rechtsmissbräuchlich zu qualifi-

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zieren, was ohnehin keinen Rechtsschutz verdient. Es ist davon auszugehen, dass er das 
Ziel verfolgte, mittels des überaus langen, aber dennoch illegalen Verbleibs in der Schweiz 
an staatliche Unterstützungsleistungen zu kommen. 

6.5 An dieser Stelle sei noch auf die Ausführungen der IV-Stelle im angefochtenen 
Entscheid eingegangen. Die Begründung der Vorinstanz für die Ablehnung eines An-
spruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung, wonach der Beschwerdeführer über 
kein Aufenthaltsrecht verfüge, weshalb er die versicherungsmässigen Voraussetzungen 
nicht erfülle, ist mangelhaft ausgefallen. Eine Auseinandersetzung mit den gesetzlichen 
Grundlagen, der Rechtsprechung und der Literatur lässt sie komplett vermissen. Die Vor-
instanz begnügt sich einzig mit einer Aktennotiz über ein Telefonat mit den Sozialen 
Diensten Asyl, anlässlich welchem der IV-Stelle mitgeteilt wurde, der Beschwerdeführer 
sei unter falschem Namen eingereist und hätte bis Ende 2007 den Asylbewerberstatus 
gehabt. Der Asylantrag sei abgelehnt worden und er halte sich seit dem 1. Januar 2008 
ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz auf. Aufgrund seines Aufenthaltsstatus sei er 
nicht angemeldet und habe keinen zivilrechtlichen Wohnsitz (IV-act. 5). Diese Aussage be-
inhaltet nicht nur nachweislich falsche Angaben, sondern es handelt sich auch überhaupt 
nicht um eine juristisch fundierte Feststellung. Es ist der IV-Stelle in Erinnerung zu rufen, 
dass Art. 43 Abs. 1 ATSG die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen statuiert. Der 
Sachverhalt ist so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Lediglich 
das Einholen einer Auskunft bei den Sozialen Diensten Asyl kann nicht als genügend er-
achtet werden. Weder die Verfügung über die Abweisung des Asylgesuches und die 
Wegweisung noch andere relevante Dokumente wurden ins Dossier aufgenommen. Für 
die Vorinstanz wäre es ein Leichtes gewesen, die entsprechenden Akten der Migrations-
behörde beizuziehen, um sich ein umfassendes Bild verschaffen zu können. Dieser Man-
gel konnte indes im vorliegenden Verfahren geheilt werden (vgl. act. 14).

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines 
seit dem 18. Januar 2003 unrechtmässigen Aufenthalts in der Schweiz weder einen 
Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne von Art. 13 ATSG hatte, weshalb sein 
Anspruch auf Leistungen zu Recht abgewiesen wurde. Die Verwaltungsgerichtsbeschwer-
de erweist sich demnach als unbegründet und ist abzuweisen.

8. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 6. Juli 2023 die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wurde, sind ihm für das vorliegende Verfahren keine Kosten aufzu-

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erlegen. Eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht auszurichten. Der vom 
Beschwerdeführer beigezogene Rechtsvertreter ist für seinen Aufwand ausgehend von ei-
nem Stundenansatz für Rechtsanwälte von Fr. 220.– und in Berücksichtigung des Um-
standes, dass nur der notwendige Aufwand verrechnet werden kann, ermessensweise mit 
Fr. 2'000.– (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Staatskasse zu entschädigen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird für das Beschwerdeverfahren mit 
Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

6. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 4 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 28. April 2025

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am