# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b4fd4c5-24e9-53c9-ad2c-cd28a0289f16
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.03.2022 SK.2022.8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2022-8_2022-03-16.pdf

## Full Text

Verfügung vom 16. März 2022 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Einzelrichter 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

walt des Bundes Johannes Rinnerthaler, 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

B., vertreten durch Rechtsanwalt Michael Weissberg, 

 

 
gegen 

 

  
A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Lukas Wyss,  

Gegenstand  
Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2022.8 

- 2 - 

SK.2022.8 

Der Einzelrichter erwägt, dass: 

– die Bundesanwaltschaft mit Strafbefehl vom 5. Januar 2022 A. wegen fahrlässiger 

schwerer Körperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) zu einer bedingten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu je Fr. 140.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Ver-

bindungsbusse von Fr. 700.--, bei schuldhaftem Nichtbezahlen derselben ersatz-

weise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen, verurteilte und ihr Verfahrenskosten von 

Fr. 1’500.-- auferlegte; 

– A. am 12. Januar 2022 fristgerecht Einsprache gegen den Strafbefehl erhob (Art. 354 

Abs. 1 StPO); 

– die Bundesanwaltschaft am Strafbefehl festhielt (Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO) und am 

11. Februar 2022 dem hiesigen Gericht den Strafbefehl als Anklageschrift zwecks 

Durchführung eines Hauptverfahrens überwies (Art. 356 Abs. 1 StPO); 

– das Gericht die Parteien mit Schreiben vom 18. Februar 2022 zur Stellung von Be-

weisanträgen bis am 1. März 2022 einlud, wobei die Bundesanwaltschaft mit Schrei-

ben vom 25. Februar 2022 darauf verzichtete und A. bzw. deren Verteidigung am 

28. Februar 2022 um eine Fristerstreckung bis Ende März 2022 ersuchte, die das 

Gericht bis zum 21. März 2022 bewilligte; 

– die Einsprache bis zum Schluss der Parteivorträge zurückgezogen werden kann 

(Art. 356 Abs. 3 StPO); der Strafbefehl diesfalls zum Urteil wird und in Rechtskraft 

erwächst (RIKLIN, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 356 StPO N. 3); 

– A. mit Schreiben vom 11. März 2022 (Poststempel: 14. März 2022) die Einsprache 

innert vorgenanntem Zeitraum zurückzog; 

– der Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 5. Januar 2022 somit zum Urteil wird 

und in Rechtskraft erwächst;  

– das Verfahren SK.2022.8 infolgedessen als gegenstandslos abzuschreiben ist;  

– sich die Kosten des gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung grundsätzlich nach 

Art. 422-428 StPO bestimmen; 

– zur Regelung der Kostenfolge bei der Gegenstandslosigkeit des Verfahrens grund-

sätzlich auf das allgemeine Kriterium abzustellen ist, wonach die entstandenen Ver-

fahrenskosten von jener Partei zu tragen sind, die das gegenstandslos gewordene 

Verfahren verursacht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_237/2009 vom 28. Sep-

tember 2009 E. 3.3); 

- 3 - 

SK.2022.8 

– wenn der Einspracherückzug nach Überweisung der Akten an das erstinstanzliche 

Gericht erfolgt (Art. 356 Abs. 1 StPO), die Rückzug erklärende Person die Kosten für 

das gegenstandslos gewordene Gerichtsverfahren zu tragen hat (statt vieler: Verfü-

gung der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2016.49 vom 20. Januar 2017; 

DAPHINOFF, Das Strafbefehlsverfahren in der Schweizerischen Strafprozessordnung, 

Diss. 2012, S. 626; GILLIÉRON/KILLIAS, Commentaire romand, Code de procédure 

pénale suisse, 2. Aufl. 2019, Art. 356 N. 14);  

– A. somit – neben den ihr im (nun rechtskräftigen) Strafbefehl auferlegten Kosten des 

Strafbefehlsverfahrens – die Gerichtskosten zu tragen hat; 

– in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Organisa-

tion der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71) i.V.m. 

Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstraf-

verfahren (BStKR; SR 173.713.162) eine minimale Pauschalgebühr von Fr. 200.-- 

festzusetzen ist. 

 

  

- 4 - 

SK.2022.8 

Der Einzelrichter verfügt: 

1. Das Verfahren SK.2022.8 wird infolge Rückzugs der Einsprache als gegenstandslos 

abgeschrieben.  

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 200.-- werden A. auferlegt. 

3. Diese Verfügung wird den Parteien schriftlich eröffnet.  

 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geht an: 

 Bundesanwaltschaft, Staatsanwalt des Bundes Johannes Rinnerthaler 

 Rechtsanwalt Lukas Wyss, Verteidiger von A. (Beschuldigte) 

 Rechtsanwalt Michael Weissberg, Rechtsvertreter von B. (Privatklägerschaft) 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

 Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

 

- 5 - 

SK.2022.8 

Rechtsmittelbelehrung 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Versand: 16. März 2022