# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f38aff4a-e5eb-559e-86b3-eca2cae205f9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.09.2014 LB110046
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB110046_2014-09-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: LB110046-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Ersatzoberrichter Dr. M. Nietlispach sowie Ge-

richtsschreiber lic. iur. G. Kenny 

 

Urteil und Beschluss vom 8. September 2014 
 

in Sachen 

 

Nachlassmasse der A._____ AG in Nachlassliquidation,  
handelnd durch den Liquidator RA Z1._____,  

Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch RA Z2._____,  

 

 

gegen 

 

1. B1._____ 

2. B2._____  

3. B3._____ 

4. B4._____ 

5. B5._____ 

6. B6._____ 

7. B7._____ 

8. B8._____ 

9. B9._____ 

10. B10._____ 

11. B11._____ 

12. B12._____ 

13. B13._____ 

- 2 - 

14. B14._____ 

15. Erben des B15._____ 

 

 a. B15a._____ 

 b. B15b._____ 

 c. B15c._____  

 d. B15d._____ 

16. B16._____ 

17. B17._____ 

Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

1 vertreten durch RA Y1._____ und/oder  

RA Y2._____,  

2 vertreten durch RA Y3._____ und/oder  

RA Y4._____,  

3, 14 vertreten durch RA Y5._____,  

4 vertreten durch Rechtsanwalt RA Y6._____,  

substituiert durch RA Y7._____,  

5, 6, 10 vertreten durch RA Y8._____ 

und Rechtsanwalt RA Y9._____,  

7 vertreten durch RA Y10._____ und/oder  

RA Y11._____,  

8 vertreten durch Rechtsanwalt RA Y12._____ und/oder  

RA Y13._____,  

9 vertreten durch RA Y14._____  

11 vertreten durch RA Y15._____ und/oder  

RA Y16._____,  

12 vertreten durch RA Y17._____  

und RA Y18._____, 

13 vertreten durch RA Y19._____ und/oder  

RA Y20._____,  

15a-d, 16 vertreten durch RA Y21._____, 

- 3 - 

17 vertreten durch RA Y22._____ und  

RA Y23._____  

 

 

betreffend Verantwortlichkeit 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes X._____, II. Abteilung, vom 
23. Juni 2011 (XXXXXXXX) 

- 4 - 

Ursprüngliches Rechtsbegehren: 
(Urk. 2) 

"1. Es seien die Beklagten 1 bis 18 unter solidarischer Haftbarkeit zu 
verpflichten, der Klägerin CHF 63'032'937.60 nebst Zins zu 5% 
vom 27. März 2002 bis 16. April 2003 auf CHF 68'372'025.50, 
vom 17. April 2003 bis 21. Januar 2004 auf CHF 65'225'683.40 
und seit 22. Januar 2004 auf CHF 63'032'937.60 zu bezahlen, 
wobei die Ersatzpflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht 
festzusetzen sei. 

 Eine Klageänderung bleibt ausdrücklich vorbehalten. 
2. Es sei der in der Betreibung Nr. 77625 des Betreibungsamts [Ort] 

vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 1 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

3. Es sei der in der Betreibung Nr. 92933 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 24. Juni 2005 durch den Beklagten 2 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

4. Es sei der in der Betreibung Nr. 05211361B des Betreibungsamts 
[Ort] vom 29. August 2005 durch den Beklagten 4 erhobene 
Rechtsvorschlag zu beseitigen. 

5. Es sei der in der Betreibung Nr. 5042680 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 27. Juni 2005 durch den Beklagten 5 erhobene Rechts-
vorschlag zu beseitigen. 

6. Es sei der in der Betreibung Nr. 10640 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 6 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

7. Es sei der in der Betreibung Nr. 05/2853 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 7 erhobene 
Rechtsvorschlag zu beseitigen. 

8. Es sei der in der Betreibung Nr. 69932 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch die Beklagte 8 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

9. Es sei der in der Betreibung Nr. 18868 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 9 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

10. Es sei der in der Betreibung Nr. 221681 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 30. Juni 2005 durch den Beklagten 10 erhobene 
Rechtsvorschlag zu beseitigen. 

11. Es sei der in der Betreibung Nr. 18863 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 11 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

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12. Es sei der in der Betreibung Nr. 2052794 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 12 erhobene 
Rechtsvorschlag zu beseitigen. 

13. Es sei der in der Betreibung Nr. 2500517 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 15 erhobene 
Rechtsvorschlag zu beseitigen. 

14. Es sei der in der Betreibung Nr. 57701 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 16 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

15. Es sei der in der Betreibung Nr. 26650 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 30. Juni 2005 durch den Beklagten 17 erhobene Rechtsvor-
schlag zu beseitigen. 

16. Es sei der in der Betreibung Nr. 20052506 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 1. Juli 2005 durch den Beklagten 18 erhobene Rechts-
vorschlag zu beseitigen. 

17. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-
ten." 

 
 

Bereinigtes Rechtsbegehren: 
(Urk. 263) 

"1. Hauptbegehren 
a) Es seien die Beklagten 1 bis 17 unter solidarischer Haftbarkeit 

zu verpflichten, der Klägerin CHF 49'315'820.59 nebst Zins zu 
5% vom 27. März 2002 bis 16. April 2003 auf 
CHF 68'372'025.50, vom 17. April 2003 bis 21. Januar 2004 
auf CHF 65'225'683.40, vom 22. Januar 2004 bis 8. Mai 2008 
auf CHF 63'032'937.60, vom 9. Mai 2008 bis 26. Januar 2010 
auf CHF 54'038'360.04, vom 27. Januar 2010 bis 29. Novem-
ber 2010 auf CHF 53'938'360.04 und seit 30. November 2010 
auf CHF 49'315'820.59 zu bezahlen, wobei die Ersatzpflicht ei-
nes jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen sei. 

b) Für den Fall, dass der Klägerin bis zum Zeitpunkt des Urteils 
weitere Dividenden im Konkurs der C._____ B.V. ausbezahlt 
werden, sei der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 1.a im Um-
fang des ausbezahlten Betrages zu reduzieren und die Ersatz-
pflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

c) Für den Fall, dass im Zeitpunkt des Urteils das Verfahren im 
Konkurs der C._____ B.V. noch nicht abgeschlossen sein soll-
te, sei 
aa) im Sinne einer Abtretung durch richterliches Urteil gemäss 
Art. 166 OR anzuordnen, dass allfällige nach dem Zeitpunkt 

- 6 - 

des Urteils ausbezahlte Restbeträge der Konkursdividende mit 
vollständiger Bezahlung des Forderungsbetrages gemäss Zif-
fer 1.a durch die Beklagten auf die Beklagten übergehen; 
bb) eventualiter die voraussichtlich zu erwartende Konkursdivi-
dende im Konkursverfahren der C._____ B.V. richterlich zu 
schätzen und der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 1.a im Um-
fang der aufgrund der richterlichen Schätzung noch zu erwar-
tenden Restzahlung zu reduzieren und die Ersatzpflicht eines 
jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

d) Eine Klageänderung bleibt ausdrücklich vorbehalten. 
2. Eventualbegehren 

a) Es seien die Beklagten 1 bis 17 unter solidarischer Haftbarkeit 
zu verpflichten, der Klägerin EUR 34'090'064.61 nebst Zins zu 
5% vom 27. März 2002 bis 16. April 2003 auf 
EUR 46'727'737.50, vom 17. April 2003 bis 21. Januar 2004 
auf EUR 44'624'989.31, vom 22. Januar 2004 bis 8. Mai 2008 
auf EUR 43'223'157.18, vom 9. Mai 2008 bis 26. Januar 2010 
auf EUR 37'662'556.42, vom 27. Januar 2010 bis 29. Novem-
ber 2010 auf EUR 37'594'643.42 und seit 30. November 2010 
auf EUR 34'090'064.61 zu bezahlen, wobei die Ersatzpflicht ei-
nes jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen sei. 

b) Für den Fall, dass der Klägerin bis zum Zeitpunkt des Urteils 
weitere Dividenden im Konkurs der C._____ B.V. ausbezahlt 
werden, sei der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 2.a im Um-
fang des ausbezahlten Betrages zu reduzieren und die Ersatz-
pflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

c) Für den Fall, dass im Zeitpunkt des Urteils das Verfahren im 
Konkurs der C._____ B.V. noch nicht abgeschlossen sein soll-
te, sei 
aa) im Sinne einer Abtretung durch richterliches Urteil gemäss 
Art. 166 OR anzuordnen, dass allfällige nach dem Zeitpunkt 
des Urteils ausbezahlte Restbeträge der Konkursdividende mit 
vollständiger Bezahlung des Forderungsbetrages gemäss Zif-
fer 2.a durch die Beklagten auf die Beklagten übergehen; 
bb) eventualiter die voraussichtlich zu erwartende Konkursdivi-
dende im Konkursverfahren der C._____ B.V. richterlich zu 
schätzen und der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 2.a im Um-
fang der aufgrund der richterlichen Schätzung noch zu erwar-
tenden Restzahlung zu reduzieren und die Ersatzpflicht eines 
jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

d) Eine Klageänderung bleibt ausdrücklich vorbehalten. 
3. Subeventualbegehren 

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a) Es seien die Beklagten 1 bis 17 unter solidarischer Haftbarkeit 
zu verpflichten, der Klägerin die folgenden Beträge zu bezah-
len, wobei die Ersatzpflicht eines jeden Beklagten durch das 
Gericht festzusetzen sei: 
aa) USD 19'783'815.76 nebst Zins zu 5% vom 27. März 2002 
bis 16. April 2003 auf USD 33'200'994.38, vom 17. April 2003 
bis 21. Januar 2004 auf USD 31'445'505.21, vom 22. Januar 
2004 bis 8. Mai 2008 auf USD 30'082'220.55, vom 9. Mai 2008 
bis 26. Januar 2010 auf USD 23'433'197.12, vom 27. Januar 
2010 bis 29. November 2010 auf USD 23'358'859.13 und seit 
30. November 2010 auf USD 19'783'815.76. 
bb) CHF 8'685'594.97 nebst Zins zu 5% vom 27. März 2002 bis 
16. April 2003 auf CHF 12'012'998.11, vom 17. April 2003 bis 
21. Januar 2004 auf CHF 11'463'921.75, vom 22. Januar 2004 
bis 8. Mai 2008 auf CHF 11'081'921.71, vom 9. Mai 2008 bis 
26. Januar 2010 auf CHF 9'507'224.52, vom 27. Januar 2010 
bis 29. November 2010 auf CHF 9'489'857.14 und seit 30. No-
vember 2010 auf CHF 8'685'594.97. 
cc) EUR 1'804'562.19 nebst Zins zu 5% vom 27. März 2002 bis 
16. April 2003 auf EUR 2'474'358.85, vom 17. April 2003 bis 
21. Januar 2004 auf EUR 2'362'913.20, vom 22. Januar 2004 
bis 8. Mai 2008 auf EUR 2'288'616.10, vom 9. Mai 2008 bis 
26. Januar 2010 auf EUR 1'993'904.26, vom 27. Januar 2010 
bis 29. November 2010 auf EUR 1'990'304.87 und seit 30. No-
vember 2010 auf EUR 1'804'562.19. 

b) Für den Fall, dass der Klägerin bis zum Zeitpunkt des Urteils 
weitere Dividenden im Konkurs der C._____ B.V. ausbezahlt 
werden, sei der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 3.a im Um-
fang des ausbezahlten Betrages zu reduzieren und die Ersatz-
pflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

c) Für den Fall, dass im Zeitpunkt des Urteils das Verfahren im 
Konkurs der C._____ B.V. noch nicht abgeschlossen sein soll-
te, sei 
aa) im Sinne einer Abtretung durch richterliches Urteil gemäss 
Art. 166 OR anzuordnen, dass allfällige nach dem Zeitpunkt 
des Urteils ausbezahlte Restbeträge der Konkursdividende mit 
vollständiger Bezahlung des Forderungsbetrages gemäss Zif-
fer 3.a durch die Beklagten auf die Beklagten übergehen; 
bb) eventualiter die voraussichtlich zu erwartende Konkursdivi-
dende im Konkursverfahren der C._____ B.V. richterlich zu 
schätzen und der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 3.a im Um-
fang der aufgrund der richterlichen Schätzung noch zu erwar-
tenden Restzahlung zu reduzieren und die Ersatzpflicht eines 
jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

d) Eine Klageänderung bleibt ausdrücklich vorbehalten. 

- 8 - 

4. Es sei der in der Betreibung Nr. 77625 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 1 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 1 zu beseitigen. 

5. Es sei der in der Betreibung Nr. 92933 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 24. Juni 2005 durch den Beklagten 2 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 2 zu beseitigen. 

6. Es sei der in der Betreibung Nr. 05211361B des Betreibungsamts 
[Ort] vom 29. August 2005 durch den Beklagten 4 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 4 zu beseitigen. 

7. Es sei der in der Betreibung Nr. 5042680 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 27. Juni 2005 durch den Beklagten 5 erhobene Rechts-
vorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schaden-
ersatzpflicht des Beklagten 5 zu beseitigen. 

8. Es sei der in der Betreibung Nr. 10640 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 6 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 6 zu beseitigen. 

9. Es sei der in der Betreibung Nr. 05/2853 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 7 erhobene Rechts-
vorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schaden-
ersatzpflicht des Beklagten 7 zu beseitigen. 

10. Es sei der in der Betreibung Nr. 69932 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch die Beklagte 8 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht der Beklagten 8 zu beseitigen. 

11. Es sei der in der Betreibung Nr. 18868 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 9 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 9 zu beseitigen. 

12. Es sei der in der Betreibung Nr. 221681 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 30. Juni 2005 durch den Beklagten 10 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 10 zu beseitigen. 

13. Es sei der in der Betreibung Nr. 18863 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 11 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 11 zu beseitigen. 

14. Es sei der in der Betreibung Nr. 2052794 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 12 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 12 zu beseitigen. 

- 9 - 

15. Es sei der in der Betreibung Nr. 2500517 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 15 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 15 zu beseitigen. 

16. Es sei der in der Betreibung Nr. 57701 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 16 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 16 zu beseitigen. 

17. Es sei der in der Betreibung Nr. 26650 des Betreibungsamts [Ort] 
vom 30. Juni 2005 durch den Beklagten 17 erhobene Rechtsvor-
schlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten Schadener-
satzpflicht des Beklagten 17 zu beseitigen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlich ge-
schuldeter Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten." 

 
 

- 10 - 

Urteil und Beschluss des Bezirksgerichtes X._____ vom 23. Juni 2011: 
(Urk. 271) 

Es wird beschlossen: 

1. Im Umfang von CHF 13'717'117.01 wird die Klage als durch Rückzug 
erledigt abgeschrieben. 

2. ... [Mitteilung] 

3. ... [Rechtsmittel] 

Es wird erkannt: 

1. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 500'000.– festgesetzt. Allfällige weitere 
Auslagen bleiben vorbehalten. 

3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten folgende Prozessent-
schädigungen zu bezahlen: 

 a) dem Beklagten 1:  Fr. 120'000.–, 
 b) dem Beklagten 2:  Fr. 189'000.–, 
 c) dem Beklagten 3:  Fr. 268'000.–, 
 d) dem Beklagten 4: Fr. 120'000.–, 
 e) dem Beklagten 5: Fr. 120'000.–, 
 f) dem Beklagten 6: Fr. 120'000.–, 
 g) dem Beklagten 7: Fr. 120'000.–, 
 h) der Beklagten 8: Fr. 120'000.–, 
 i)  dem Beklagten 9: Fr. 120'000.–, 
 j) dem Beklagten 10: Fr. 120'000.–, 

k) dem Beklagten 11: Fr. 120'000.–, 
 l) dem Beklagten 12: Fr. 405'000.–, 
 m) dem Beklagten 13: Fr. 376'000.–, 
 n) der Beklagten 14: Fr. 369'000.–, 
 o) dem Beklagten 15: Fr. 275'000.–, 
 p) dem Beklagten 16: Fr. 275'000.–, 
 q) dem Beklagten 17: Fr. 441'000.–. 

5. ... [Mitteilung] 

6. ... [Rechtsmittel] 
 
 

- 11 - 

Berufungsanträge: 

Der Klägerin (Urk. 270 S. 6 ff.): 
 

"A. 
Es sei das Urteil des Bezirksgerichts X._____ vom 23. Juni 2011 aufzuhe-
ben. 

B. 
Es sei die Klage gemäss den Rechtsbegehren in der Eingabe der Klägerin 
betreffend Änderung der Rechtsbegehren infolge Zahlungseingangs der 
vierten Interims-Konkursdividende im Konkurs der C._____ B.V. vom 6. April 
2011 gutzuheissen, welche wie folgt lauten: 
 1. Hauptbegehren 

a) Es seien die Beklagten 1 bis 17 unter solidarischer Haftbarkeit 
zu verpflichten, der Klägerin CHF 49'315'820.59 nebst Zins zu 
5% vom 27. März 2002 bis 16. April 2003 auf 
CHF 68'372'025.50, vom 17. April 2003 bis 21. Januar 2004 
auf CHF 65'225'683.40, vom 22. Januar 2004 bis 8. Mai 2008 
auf CHF 63'032'937.60, vom 9. Mai 2008 bis 26. Januar 2010 
auf CHF 54'038'360.04, vom 27. Januar 2010 bis 29. Novem-
ber 2010 auf CHF 53'938'360.04 und seit 30. November 2010 
auf CHF 49'315'820.59 zu bezahlen, wobei die Ersatzpflicht ei-
nes jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen sei. 

b) Für den Fall, dass der Klägerin bis zum Zeitpunkt des Urteils 
weitere Dividenden im Konkurs der C._____ B.V. ausbezahlt 
werden, sei der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 1.a im Um-
fang des ausbezahlten Betrages zu reduzieren und die Ersatz-
pflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

c) Für den Fall, dass im Zeitpunkt des Urteils das Verfahren im 
Konkurs der C._____ B.V. noch nicht abgeschlossen sein soll-
te, sei 

 aa) im Sinne einer Abtretung durch richterliches Urteil gemäss 
Art. 166 OR anzuordnen, dass allfällige nach dem Zeitpunkt 
des Urteils ausbezahlte Restbeträge der Konkursdividende mit 
vollständiger Bezahlung des Forderungsbetrages gemäss Zif-
fer 1.a durch die Beklagten auf die Beklagten übergehen; 

 bb) eventualiter die voraussichtlich zu erwartende Konkursdivi-
dende im Konkursverfahren der C._____ B.V. richterlich zu 
schätzen und der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 1.a im Um-
fang der aufgrund der richterlichen Schätzung noch zu erwar-
tenden Restzahlung zu reduzieren und die Ersatzpflicht eines 
jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

 
 2. Eventualbegehren 

- 12 - 

a) Es seien die Beklagten 1 bis 17 unter solidarischer Haftbarkeit 
zu verpflichten, der Klägerin EUR 34'090'064.61 nebst Zins zu 
5% vom 27. März 2002 bis 16. April 2003 auf 
EUR 46'727'737.50, vom 17. April 2003 bis 21. Januar 2004 
auf EUR 44'624'989.31, vom 22. Januar 2004 bis 8. Mai 2008 
auf EUR 43'223'157.18, vom 9. Mai 2008 bis 26. Januar 2010 
auf EUR 37'662'556.42, vom 27. Januar 2010 bis 29. Novem-
ber 2010 auf EUR 37'594'643.42 und seit 30. November 2010 
auf EUR 34'090'064.61 zu bezahlen, wobei die Ersatzpflicht ei-
nes jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen sei. 

b) Für den Fall, dass der Klägerin bis zum Zeitpunkt des Urteils 
weitere Dividenden im Konkurs der C._____ B.V. ausbezahlt 
werden, sei der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 2.a im Um-
fang des ausbezahlten Betrages zu reduzieren und die Ersatz-
pflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

c) Für den Fall, dass im Zeitpunkt des Urteils das Verfahren im 
Konkurs der C._____ B.V. noch nicht abgeschlossen sein soll-
te, sei 

 aa) im Sinne einer Abtretung durch richterliches Urteil gemäss 
Art. 166 OR anzuordnen, dass allfällige nach dem Zeitpunkt 
des Urteils ausbezahlte Restbeträge der Konkursdividende mit 
vollständiger Bezahlung des Forderungsbetrages gemäss Zif-
fer 2.a durch die Beklagten auf die Beklagten übergehen; 

 bb) eventualiter die voraussichtlich zu erwartende Konkursdivi-
dende im Konkursverfahren der C._____ B.V. richterlich zu 
schätzen und der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 2.a im Um-
fang der aufgrund der richterlichen Schätzung noch zu erwar-
tenden Restzahlung zu reduzieren und die Ersatzpflicht eines 
jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

3. Subeventualbegehren 
a) Es seien die Beklagten 1 bis 17 unter solidarischer Haftbarkeit 

zu verpflichten, der Klägerin die folgenden Beträge zu bezah-
len, wobei die Ersatzpflicht eines jeden Beklagten durch das 
Gericht festzusetzen sei: 

 aa) USD 19'783'815.76 nebst Zins zu 5% vom 27. März 2002 
bis 16. April 2003 auf USD 33'200'994.38, vom 17. April 2003 
bis 21. Januar 2004 auf USD 31'445'505.21, vom 22. Januar 
2004 bis 8. Mai 2008 auf USD 30'082'220.55, vom 9. Mai 2008 
bis 26. Januar 2010 auf USD 23'433'197.12, vom 27. Januar 
2010 bis 29. November 2010 auf USD 23'358'859.13 und seit 
30. November 2010 auf USD 19'783'815.76. 

 bb) CHF 8'685'594.97 nebst Zins zu 5% vom 27. März 2002 bis 
16. April 2003 auf CHF 12'012'998.11, vom 17. April 2003 bis 
21. Januar 2004 auf CHF 11'463'921.75, vom 22. Januar 2004 
bis 8. Mai 2008 auf CHF 11'081'921.71, vom 9. Mai 2008 bis 

- 13 - 

26. Januar 2010 auf CHF 9'507'224.52, vom 27. Januar 2010 
bis 29. November 2010 auf CHF 9'489'857.14 und seit 30. No-
vember 2010 auf CHF 8'685'594.97. 

 cc) EUR 1'804'562.19 nebst Zins zu 5% vom 27. März 2002 bis 
16. April 2003 auf EUR 2'474'358.85, vom 17. April 2003 bis 
21. Januar 2004 auf EUR 2'362'913.20, vom 22. Januar 2004 
bis 8. Mai 2008 auf EUR 2'288'616.10, vom 9. Mai 2008 bis 
26. Januar 2010 auf EUR 1'993'904.26, vom 27. Januar 2010 
bis 29. November 2010 auf EUR 1'990'304.87 und seit 30. No-
vember 2010 auf EUR 1'804'562.19. 

b) Für den Fall, dass der Klägerin bis zum Zeitpunkt des Urteils 
weitere Dividenden im Konkurs der C._____ B.V. ausbezahlt 
werden, sei der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 3.a im Um-
fang des ausbezahlten Betrages zu reduzieren und die Ersatz-
pflicht eines jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

c) Für den Fall, dass im Zeitpunkt des Urteils das Verfahren im 
Konkurs der C._____ B.V. noch nicht abgeschlossen sein soll-
te, sei 

 aa) im Sinne einer Abtretung durch richterliches Urteil gemäss 
Art. 166 OR anzuordnen, dass allfällige nach dem Zeitpunkt 
des Urteils ausbezahlte Restbeträge der Konkursdividende mit 
vollständiger Bezahlung des Forderungsbetrages gemäss Zif-
fer 3.a durch die Beklagten auf die Beklagten übergehen; 

 bb) eventualiter die voraussichtlich zu erwartende Konkursdivi-
dende im Konkursverfahren der C._____ B.V. richterlich zu 
schätzen und der Forderungsbetrag gemäss Ziffer 3.a im Um-
fang der aufgrund der richterlichen Schätzung noch zu erwar-
tenden Restzahlung zu reduzieren und die Ersatzpflicht eines 
jeden Beklagten durch das Gericht festzusetzen. 

4. Es sei der in der Betreibung Nr. 77625 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 1 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 1 zu beseitigen. 

5. Es sei der in der Betreibung Nr. 92933 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 24. Juni 2005 durch den Beklagten 2 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 2 zu beseitigen. 

6. Es sei der in der Betreibung Nr. 05211361B des Betreibungs-
amts [Ort] vom 29. August 2005 durch den Beklagten 4 erho-
bene Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festge-
setzten Schadenersatzpflicht des Beklagten 4 zu beseitigen. 

7. Es sei der in der Betreibung Nr. 5042680 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 27. Juni 2005 durch den Beklagten 5 erhobene 

- 14 - 

Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 5 zu beseitigen. 

8. Es sei der in der Betreibung Nr. 10640 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 6 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 6 zu beseitigen. 

9. Es sei der in der Betreibung Nr. 05/2853 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 7 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 7 zu beseitigen. 

10. Es sei der in der Betreibung Nr. 69932 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch die Beklagte 8 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht der Beklagten 8 zu beseitigen. 

11. Es sei der in der Betreibung Nr. 18868 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 9 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 9 zu beseitigen. 

12. Es sei der in der Betreibung Nr. 221681 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 30. Juni 2005 durch den Beklagten 10 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 10 zu beseitigen. 

13. Es sei der in der Betreibung Nr. 18863 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 11 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 11 zu beseitigen. 

14. Es sei der in der Betreibung Nr. 2052794 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 12 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 12 zu beseitigen. 

15. Es sei der in der Betreibung Nr. 2500517 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 15 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 15 zu beseitigen. 

16. Es sei der in der Betreibung Nr. 57701 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 23. Juni 2005 durch den Beklagten 16 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 16 zu beseitigen. 

17. Es sei der in der Betreibung Nr. 26650 des Betreibungsamts 
[Ort] vom 30. Juni 2005 durch den Beklagten 17 erhobene 
Rechtsvorschlag in Höhe der durch das Gericht festgesetzten 
Schadenersatzpflicht des Beklagten 17 zu beseitigen. 

C. 

- 15 - 

Eventuell sei die Klage zur Neubeurteilung an das Bezirksgericht X._____ 
zurückzuweisen. 

D. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlich geschul-
deter Mehrwertsteuer für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zulasten 
der Beklagten. 

E. 
Eventuell seien die Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfahren 
im Falle einer Abweisung der Klage durch das Obergericht des Kantons Zü-
rich oder durch das Bezirksgericht X._____ neu festzusetzen." 

 
 
 
Des Beklagten 1 (Urk. 328 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu-
lasten der Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 2 (Urk. 331 S. 2): 
 

"Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, und 
der erstinstanzliche Entscheid (Urteil und Beschluss) des Bezirksgerichts 
X._____ vom 23. Juni 2011 sei zu bestätigen, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuerzu-
satz)." 

 
 
Des Beklagten 3 (Urk. 323 S. 2): 
 

"Die Berufung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Klägerin abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist." 

 
 
Des Beklagten 4 (Urk. 309 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Klägerin." 

 
 
Der Beklagten 5, 6 und 10 (Urk. 336 S. 4): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

- 16 - 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 7 (Urk. 318 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Klägerin." 

 
 
Der Beklagten 8 (Urk. 334 S. 2): 
 

"Es seien die Berufungsanträge der Klägerin vollumfänglich abzuweisen, 
und es sei das Urteil des Bezirksgerichts X._____ vom 23. Juni 2011, Pro-
zess-Nr. XXXXXXXX, zu bestätigen; 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 9 (Urk. 315 S.2): 
 

"Es sei die Berufung der Klägerin vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten ist, es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen, und es sei das 
Urteil des Bezirksgerichts X._____ vom 23. Juni 2011, Prozess-Nr. 
XXXXXXXX, zu bestätigen 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 11 (Urk. 325 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 12 (Urk. 312 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWSt) zu Lasten der 
Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 13 (Urk. 326 S. 2): 
 

- 17 - 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin." 

 
 
Der Beklagten 14 (Urk. 321 S. 2): 
 

"Die Berufung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Klägerin abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist." 

 
 
Der Beklagten 15a-d und 16 (Urk. 306 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWSt) zu Lasten der 
Klägerin." 

 
 
Des Beklagten 17 (Urk. 305 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWSt) zu Lasten der 
Klägerin." 

 
 

- 18 - 

Inhaltsübersicht: 

I. Parteien und Sachverhalt................................................................................ 22 
 1. Parteien..................................................................................................... 22 
  1.1. Klägerin.………………………………….……….…............................ 22 
  1.2. Beklagte............................................................................................ 22 
 2. Sachverhalt............................................................................................... 23 
  2.1. Organisation der D._____-Gruppe................................................... 23 
  2.2. Organisation der zentralen Finanzierung der D._____-Gruppe/ 

Cash Pooling.................................................................................... 24 
  2.3. Im Prozess geltend gemachte Forderung........................................ 27 

II. Prozessverlauf................................................................................................. 27 

III. Prozessuales................................................................................................... 29 
 1. Intertemporales Recht............................................................................... 29 
 2. Prozessvoraussetzungen; Anfechtungsobjekt; Streitwert im  

Berufungsverfahren................................................................................... 29 
 3. Anforderungen an die Berufungsschrift; Verfahren vor der  

Berufungsinstanz...................................................................................... 30 
 4. Novenrecht................................................................................................ 37 
 5. Verweisungen der Beklagten auf Vorbringen anderer Beklagter.............. 38 
 6. Bindung des Zivilrichters an Strafurteil...................................................... 39 

IV. Aktiv- und Passivlegitimation…...……….………………...............................… 41 
 1. Aktivlegitimation……………………........................................................... 41 
 2. Passivlegitimation..................................................................................... 44 
  2.1. Organbegriff…….…………….…..…................................................. 44 
  2.2. Formelle Organe der Klägerin.......................................................... 44 
  2.3. Materielle oder faktische Organe der Klägerin?............................... 45 

V. Aktienrechtliche Verantwortlichkeit………….………………................…......... 46 
 1. Klägerischer Vorwurf und Prozessgegenstand......................................... 46 
  1.1. Klägerischer Vorwurf........................................................................ 46 
  1.2. Prozessgegenstand.......................................................................... 48 
  1.3. Nicht Prozessgegenstand bildende Fragen..................................... 50 
 2. Voraussetzungen der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit...................... 62 
  2.1. Vorbemerkung: Anwendbares Recht............................................... 62 
  2.2. Im Allgemeinen................................................................................. 63 
  2.3. Pflichtverletzung im Besonderen...................................................... 65 

- 19 - 

   2.3.1. Sorgfalts- und Treuepflicht im Allgemeinen; relevanter 
Sorgfaltsmassstab und gerichtlicher Beurteilungs-
massstab................................................................................ 65 

   2.3.2. Sorgfalts- und Treuepflicht in Bezug auf die Zahlungs-
fähigkeit und den Erhalt des Vermögens der Gesellschaft.... 68 

   2.3.3. Bedeutung der Konzernverbundenheit/Konzernwirklich- 
keit für das Gesellschaftsinteresse......................................... 71 

   2.3.4. Konzernverbundenheit im D._____-Konzern und  
ihre Bedeutung....................................................................... 78 

    2.3.4.1. Im Allgemeinen........................................................ 78 
    2.3.4.2. Im Finanzbereich..................................................... 87 

  2.4. Sorgfalts- und Treuepflicht im Zusammenhang mit dem  
Cash Pool......................................................................................... 92 

   2.4.1. Wesen des Cash Poolings..................................................... 92 
   2.4.2. Vorteile und Nachteile des Cash Poolings............................. 94 
   2.4.3. Problematik aus Sicht der Teilnehmergesellschaften............ 95 
   2.4.4. Ausgestaltung des Cash Pools im D._____-Konzern............ 97 
 3. Behauptete Pflichtverletzungen im Einzelnen......................................... 119 
  3.1. Übersicht......................................................................................... 119 

  3.2. Eingehung eines liquiditätsmässigen Klumpenrisikos durch  
Teilnahme am Cash Pool und deren Nichtbeendigung  
(Liquiditätsrisiko)............................................................................. 125 

   3.2.1. Standpunkt der Vorinstanz................................................... 125 
   3.2.2. Kritik der Klägerin................................................................. 127 
   3.2.3. Gerichtliche Beurteilung....................................................... 132 
    3.2.3.1. Massgebliche Fragestellung.................................. 132 
    3.2.3.2. Folgerung für den vorliegenden Rechtsstreit.........138 
   3.2.4. Ungenügende Substantiierung des Klagevorwurfs.............. 148 
   3.2.5. Fazit...................................................................................... 156 

  3.3. Eingehung des Risikos eines Wertverlusts durch Teilnahme  
am Cash Pool und deren Nichtbeendigung (Wertausfallrisiko)...... 157 

   3.3.1. Standpunkt der Vorinstanz................................................... 157 
   3.3.2. Kritik der Klägerin................................................................. 162 
   3.3.3. Gerichtliche Beurteilung....................................................... 171 
    3.3.3.1. Vorbemerkungen................................................... 171 
    3.3.3.2. Keine Einheit von E._____ und C._____ B.V.............173 
    3.3.3.3. Darlehensforderung der A._____ AG  

gegenüber der C._____ B.V. aus dem Cash 
Pool......... 175 

    3.3.3.4. Nettoschuldnerstellung der A._____ AG 
gegenüber der E._____..................................... 176 

    3.3.3.5. Verrechnungsmöglichkeit...................................... 191 

- 20 - 

    3.3.3.6. Keine Pflicht zur Bonitätsprüfung und Be- 
sicherung zur Vermeidung eines übermässigen 
Wertverlustrisikos.................................................. 210 

    3.3.3.7. Objektivierter Beurteilungsmassstab,  
Unmassgeblichkeit subjektiver Überlegungen...... 212 

   3.3.4. Mangelhafte Substantiierung des Klagevorwurfs................. 214 
   3.3.5. Fazit..................................................................................... 215 

  3.4. Verletzung der Pflicht zur Wahrnehmung des Gesellschafts-
interesses (unterlassenes Ringfencing).......................................... 217 

   3.4.1. Standpunkte der Parteien.................................................... 217 
   3.4.2. Standpunkt der Vorinstanz................................................... 220 
   3.4.3. Kritik der Klägerin am vorinstanzlichen Urteil....................... 222 
   3.4.4. Gerichtliche Beurteilung....................................................... 224 

 4. Fazit........................................................................................................ 231 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen............................................................... 234 
 1. Intertemporales Recht............................................................................. 234 
 2. Vorinstanzliches Verfahren..................................................................... 235 
  2.1. Gerichtsgebühr............................................................................... 235 
  2.2. Prozessentschädigungen............................................................... 237 
 3. Berufungsverfahren................................................................................. 242 
  3.1. Verteilung der Prozesskosten......................................................... 242 
  3.2. Entscheidgebühr............................................................................. 242 
  3.3. Parteientschädigungen................................................................... 243 
  3.4. Kautions- und Sicherheitsleistung.................................................. 246 
 
 

- 21 - 

 
Erwägungen: 

I. Parteien und Sachverhalt 

1. Parteien 

1.1. Klägerin 

Die Klägerin ist die Nachlassmasse der im Mai 1997 gegründeten A._____ 

AG, deren Aktienkapital zu 100% bis Ende 2000 direkt (Urk. 2 Rz 38), danach in-

direkt über die Subholding F._____, von der E._____, der Muttergesellschaft des 

ehemaligen E._____-Konzerns, gehalten wurde. Sie bezweckte zur Hauptsache 

die Finanzierung, den Erwerb und die Vermietung von Flugzeugen, Triebwerken 

und Flugzeugkomponenten. Sie hatte die Funktion einer In-House-Leasing-

Gesellschaft im Konzern. 

1.2. Beklagte 

Die Beklagten 1 bis 11 waren während unterschiedlicher Dauer und in un-

terschiedlichen Zeiträumen Mitglieder des Verwaltungsrats der E._____. Der Be-

klagte 1 war bis zu seinem Rücktritt im April 2000 deren Verwaltungsratspräsi-

dent. Seine Nachfolge trat der Beklagte 2 an, der zudem von Januar bis März 

2001 auch CEO (Chief Executive Officer) der E._____ war. Im März 2001 über-

nahm der Beklagte 3 diese beiden Funktionen. Die Beklagten 4, 8 und 9 waren 

als Verwaltungsratsmitglieder auch Mitglieder der Finanzdelegation bzw. -kom-

mission. Der Beklagte 12 war bis zu seiner Entlassung im Januar 2001 sowohl 

CEO der E._____ wie auch Verwaltungsratspräsident der A._____ AG. Letzteres 

Amt übernahm der Beklagte 13, der seinerseits in seiner Funktion als CFO (Chief 

Financial Officer) der E._____ im Juni/Juli 2001 von der neu zum Konzern ges-

tossenen Beklagten 14 abgelöst wurde. Der ursprüngliche Beklagte 15 (als 

Rechtsvorgänger der heutigen Beklagten 15a-d) und der Beklagte 16 waren als 

Mitglieder der Konzernleitung gleichzeitig Mitglieder des Verwaltungsrats der 

A._____ AG, zweitgenannter ab Juni 2001 deren Verwaltungsratspräsident. Der 

- 22 - 

Beklagte 17 war CEO der A._____ AG. Beklagte sind vorliegend somit aus-

schliesslich natürliche Personen. Die E._____ als juristische Person wurde nicht 

eingeklagt, obwohl ihr nach Ansicht der Klägerin ebenfalls materielle bzw. fakti-

sche Organstellung bei der A._____ AG zukam (Urk. 2 Rz 136 ff.). 

2. Sachverhalt 

2.1. Organisation der D._____-Gruppe 

Den Ausführungen der Parteien zur Organisation der D._____-Gruppe und 

deren zentraler Finanzierung lässt sich folgender, im Wesentlichen unbestrittener 

Sachverhalt entnehmen: 

Bis Anfang 1996 verfügte die D._____-Gruppe über eine Stammhausstruktur 

und war departemental organisiert. In den Jahren 1996 und 1997 wurde eine rei-

ne Holdingstruktur geschaffen. In einem ersten Schritt (1996) wurden sämtliche 

Dienstleistungsbetriebe rechtlich verselbstständigt. In einem zweiten Schritt 

(1997) wurden die Bereiche Airline und Flotte ausgegliedert und rechtlich ver-

selbstständigt. Die D._____ (…) AG wurde in E._____ umfirmiert und erhielt 

strukturell den Status einer reinen Holdinggesellschaft. Sie stand über den Kon-

zernbereichen (Divisions) F._____, G._____, H._____ und I._____, welche recht-

lich verselbstständigt waren und ihrerseits Tochtergesellschaften (Business Units) 

hatten. Im Zuge der Verselbstständigung des Airline-Betriebes wurde die Flug-

zeugflotte in die A._____ AG ausgegliedert. Das Aktienkapital der A._____ AG 

wurde zu 100% von der E._____ gehalten; es gab keine Drittaktionäre (Urk. 70 

S. 7, S. 53; Urk. 66 Rz 24 ff.). Die Flugzeuge der damaligen D._____ sowie die 

bestehenden Flugzeugleasingverträge wurden dabei als Sacheinlage in die 

A._____ AG eingebracht. Die A._____ AG stellte die In-House-Leasing-

Gesellschaft des Konzerns dar. Sie verfügte ihrerseits über Tochtergesellschaften 

(Urk. 2 Rz 11). Im Sommer 2001 wurde die A._____ AG im Zuge einer Umstruktu-

rierung von einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der E._____ zu einer 

hundertprozentigen Tochtergesellschaft der F._____ und somit eine hundertpro-

zentige Enkelgesellschaft der E._____ (Urk. 70 S. 54). Der D._____-Konzern 

(insbesondere die beiden zu 100% gehaltenen Fluggesellschaften des Konzerns, 

- 23 - 

D._____ und J._____ war anfänglich der einzige Kunde der A._____ AG, später 

dann bei weitem deren wichtigster Hauptkunde (Urk. 70 S. 54; Urk. 66 Rz 80 ff.). 

Per 31. Dezember 2000 verfügte die A._____ AG über 55 Flugzeuge. Davon ent-

fielen 51 auf die D._____, zwei auf die J._____ und zwei auf die K._____. Am 

25. September 2001 verwaltete die A._____ AG nach dem grossmehrheitlichen 

Rückzug aus dem Drittparteiengeschäft noch 40 Flugzeuge, wovon 38 auf die 

D._____ und zwei auf die J._____ entfielen (Urk. 70 S. 61; Urk. 66 Rz 82). Haupt-

sächliches geschäftsmässiges Risiko der A._____ AG war damit der Ausfall der 

D._____-Fluggesellschaften und – nach beklagtischer Darstellung – der E._____ 

als Ganzes (Urk. 82 Rz 113; Urk. 84 Rz 64; Urk. 70 S. 62; Urk. 91 Rz 179; Urk. 73 

Rz 41; Urk. 93 Rz 99; Urk. 63 Rz 60/97; Urk. 75 Rz 194; Urk. 66 Rz 85; Urk. 64 

Rz 77; Urk. 60 Rz 117; Urk. 57 Rz 97; Urk. 78 Rz 12 i.V.m. Urk. 57 Rz 97; s.a. 

Urk. 121 Rz 83). 

2.2. Organisation der zentralen Finanzierung der D._____-Gruppe/Cash Pooling 

a) Im E._____-Konzern wurde in den Jahren 1998/1999 eine zentrale Kon-

zernfinanzierung mit einheitlicher finanzieller Leitung eingeführt (Urk. 70 S. 6, 

S. 8, S. 51 ff.). Wesentlicher Bestandteil derselben war das sog. Cash Pooling 

(Urk. 121 Rz 2). Ab dem zweiten Halbjahr 1999 wurde von der E._____ ein 

sog. Zero Balancing Cash Pooling mit der L._____ AG [Bank] als Poolbank be-

trieben. Bei diesem Zero Balancing Cash Pooling wurden jeweils am Abend die 

drei dem Pool angeschlossenen Bankkonti jeder Teilnehmergesellschaft (in USD, 

EUR und CHF) auf Null gestellt, indem die positiven resp. negativen Saldi tat-

sächlich auf die Bankkonti der Poolführerin C._____ B.V. überwiesen bzw. diesen 

belastet wurden. Im Gegenzug erwarben die einzelnen Teilnehmergesellschaften 

eine gleich hohe Forderung oder Schuld (pro Konto) gegenüber der C._____ B.V. 

Durch diesen Vorgang (sog. sweep) entstand jeweils eine Vielzahl von gegensei-

tigen Forderungen, die wie bei einem Kontokorrent verrechnet und von der Pool-

führerin verzinst wurden. Buchhalterisch bewirkte das Cash Pooling lediglich ei-

nen Aktiventausch innerhalb des Umlaufvermögens bzw. einen Passiventausch 

innerhalb des kurzfristigen Fremdkapitals. Die A._____ AG war als Konzernge-

sellschaft auf Veranlassung der E._____ Teilnehmerin dieses Cash Pools. Wirt-

- 24 - 

schaftlich und rechtlich betrachtet wechselte für die A._____ AG durch die Teil-

nahme am Cash Pool der Schuldner resp. Gläubiger der Forderung von der kon-

toführenden L._____ AG zur Poolführerin C._____ B.V., mithin einer Konzern-

schwestergesellschaft. Rechtliche Grundlage für das Cash Pooling boten der sog. 

Zero Balancing Cash Pooling-Vertrag zwischen der E._____ und der L._____ AG 

vom 3. Mai 2000 mit der Anschlussvereinbarung der A._____ AG vom 30. Juni 

2000 sowie das sog. Reciprocal Loan Framework Agreement zwischen der 

C._____ B.V. und der A._____ AG vom 9. Dezember 1999 (Urk. 271 S. 16; 

Urk. 5/54 und Urk. 5/61). Sog. Poolleaderin war die C._____ B.V., welche eine Fi-

nanzierungsgesellschaft des D._____-Konzerns darstellte. Ihr einziger Zweck be-

stand darin, für den D._____-Konzern Mittel zu beschaffen und dem Konzern zur 

Verfügung zu stellen. Die C._____ B.V. wurde zu 100% von der E._____ gehal-

ten. Sie hatte ihren Sitz in Holland. Diese Auslagerung erfolgte allein aus steuer-

rechtlichen Gründen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats der C._____ B.V. waren 

ausschliesslich Mitarbeiter der E._____. Eigene Mitarbeitende hatte die C._____ 

B.V. nicht. Ihre Geschäfte wurden von Mitarbeitenden des Corporate Treasury der 

E._____ am Sitz der E._____ geführt. Dies galt insbesondere für die Führung des 

Zielkontos des Cash Pools, weshalb M._____, ein Mitarbeiter des Corporate 

Treasury der E._____, als Verantwortlicher für den Cash Pool in den Verwal-

tungsrat der C._____ B.V. gewählt wurde. Auch die Bücher der C._____ B.V. 

wurden nicht am Sitz der Gesellschaft in Holland geführt, sondern in der Schweiz 

am Hauptsitz der E._____. Nach beklagtischer Darstellung bildeten die E._____ 

und die C._____ B.V. damit trotz ihrer rechtlichen Eigenständigkeit eine finanzielle 

und organisatorische Einheit, indem die C._____ B.V. den (steuerrechtlich be-

dingten) verlängerten Arm des Corporate Treasury dargestellt habe (Urk. 82 Rz 

98 ff.; Urk. 70 S. 58 f.; Urk. 93 Rz 84 ff.; Urk. 63 Rz 60/57 ff.; Urk. 66 Rz 58 ff.; 

Urk. 64 Rz 62 ff.; Urk. 60 Rz 101 ff.; Urk. 57 Rz 57 ff.). 

b) Die L._____ AG kündigte der E._____ mit Schreiben vom 10. September 

2001 den Zero Balancing Cash Pooling-Vertrag infolge eines Downgradings der 

E._____ gemäss Ziffer 12 des Vertrages auf den 31. Oktober 2001 (Urk. 5/74). 

Die E._____ reagierte auf das Kündigungsschreiben der L._____ AG mit Schrei-

ben vom 14. September 2001, worin sie sich auf den Standpunkt stellte, dass ei-

- 25 - 

ne Kündigung gestützt auf Ziff. 8 in Verbindung mit Ziff. 12 des Vertrages erst auf 

den 31. Dezember 2001 möglich sei (Urk. 68/106). Die L._____ AG teilte hierauf 

mit Schreiben vom 24. September 2001 mit, dass sie an der Kündigungsfrist per 

31. Oktober 2001 festhalte (Urk. 5/75). Per 1. Oktober 2001 löste die L._____ AG 

den Vertrag aus wichtigen Gründen per sofort auf. Die am Cash Pool teilnehmen-

den Gesellschaften wurden am 1. Oktober 2001 per E-Mail darüber informiert, 

"dass der Sweeping-Mechanismus in den Zero Balancing Pools sofort suspendiert 

werde". Die Konti der am Cash Pool teilnehmenden Gesellschaften waren zuvor 

noch auf Null ausgeglichen worden (Urk. 147/40 S. 436 f.; Urk. 70 S. 82 ff.; 

Urk. 66 Rz 194; Urk. 2 Rz 101 f.). Der Sweeping-Mechanismus bildete das Herz-

stück des Cash Pools, da damit die im Konzern vorhandene Liquidität gesteuert 

wurde (Urk. 147/40 S. 447). Anlässlich der Pressekonferenz vom 1. Oktober 2001 

wurde publik gemacht, dass die E._____ Nachlassstundung für die E._____, die 

F._____, die D._____ sowie die A._____ AG beantragen werde (Urk. 147/40 

S. 462 ff.). Am 2. Oktober 2001 erfolgte das sog. Grounding der D._____, indem 

die Flotte stillgelegt wurde (Urk. 147/40 S. 463). Gleichentags unterzeichnete die 

A._____ AG die Vollmacht zur Einreichung des Gesuchs um Nachlassstundung 

(Urk. 70 S. 86). Mit Datum vom 4. Oktober 2001 wurde das Nachlassstundungs-

gesuch beim Gericht eingereicht (Urk. 147/40 S. 494). Am 5. Oktober 2001 bewil-

ligte der Einzelrichter im summarischen Verfahren des Bezirkes X._____ als 

Nachlassrichter der A._____ AG die provisorische Nachlassstundung (Urk. 5/4.1 

S. 2). Mit Verfügung vom 4. Dezember 2001 wurde der A._____ AG eine in der 

Folge zweimal verlängerte definitive Nachlassstundung gewährt (Urk. 5/4.1-5/4.3). 

Mit Verfügung vom 17. April 2003 bestätigte der Nachlassrichter den von der 

A._____ AG mit ihren Gläubigern geschlossenen Nachlassvertrag mit Vermö-

gensabtretung (Urk. 5/4.5 und Urk. 5/5). 

Bei Beendigung des Cash Pools am 30. September 2001 wies die A._____ 

AG gegenüber der C._____ B.V. aus der Teilnahme am Cash Pooling drei Gut-

haben über USD 32'794'710.50, CHF 11'865'767.71 und EUR 2'440'280.63 resp. 

– umgerechnet in die Buchhaltungswährung der A._____ AG – ein Gesamt-

guthaben von USD 42'409'810.59 aus. Die C._____ B.V. war nicht in der Lage, 

diese Forderung(en) gegenüber der A._____ AG zu bezahlen. Am 27. März 2002 

- 26 - 

wurde über die C._____ B.V. der Konkurs eröffnet (Urk. 2 Rz 104; Urk. 66 Rz 

496). 

2.3. Im Prozess geltend gemachte Forderung 

Mit vorliegender Klage verlangt die Klägerin von den Beklagten gestützt auf 

Art. 754 OR Ersatz des Schadens, den sie durch den Ausfall dieser Forde-

rung(en) bzw. des ungedeckten Teils ihrer Guthaben gegenüber der C._____ B.V. 

erlitten habe, umgerechnet in Schweizer Franken (Hauptbegehren) oder Euro 

(Eventualbegehren) bzw. in den ursprünglichen Konto-Währungen (Subeventual-

begehren; vgl. Urk. 2 Rz 104 ff.; Urk. 121 Rz 37 ff.; Urk. 182 Rz 43 ff.; Urk. 270 

Rz 176 ff.). 

II. Prozessverlauf 

Mit Urteil und Beschluss vom 23. Juni 2011 wurde die Klage betreffend ak-

tienrechtliche Verantwortlichkeit gegen die (im Verfahren verbliebenen) 17 Be-

klagten vom Bezirksgericht X._____ im Umfang von CHF 13'717'117.01 als durch 

Rückzug erledigt abgeschrieben und im Übrigen abgewiesen (Urk. 271 S. 160). 

Mit Eingabe vom 31. August 2011 (Poststempel), hier eingegangen am 5. Sep-

tember 2011, erhob die Klägerin rechtzeitig Berufung gegen das bezirksgerichtli-

che Urteil (Urk. 270). Mit Verfügung vom 26. September 2011 wurde der Klägerin 

eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um einen Vorschuss für die Gerichtskosten 

von CHF 570'000.-- zu leisten (Urk. 275). Der Vorschuss wurde fristgerecht ge-

leistet (Urk. 277). Mit Datum vom 10. Oktober 2011 stellte der Rechtsvertreter der 

Beklagten 15 und 16 den Antrag, die Klägerin sei zu verpflichten, für die Partei-

entschädigungen der Beklagten Sicherheit in Höhe von mindestens 

CHF 2'018'600.-- zu leisten (Urk. 279). In der Folge schlossen sich die übrigen 

Beklagten dem Begehren um Sicherheitsleistung für die Parteientschädigungen 

an (Beklagter 1: Urk. 292; Beklagter 2: Urk. 293; Beklagter 3: Urk. 289; Beklagter 

4: Urk. 280; Beklagte 5, 6 und 10: Urk. 286; Beklagter 7: Urk. 290; Beklagte 8: 

Urk. 283; Beklagter 9: Urk. 282; Beklagter 11: Urk. 291; Beklagter 12: Urk. 287; 

Beklagter 13: Urk. 285; Beklagte 14: Urk. 288; Beklagter 17: Urk. 284). Am 

- 27 - 

17. Oktober 2011 wurde der Klägerin Frist angesetzt, um zu diesen Begehren 

Stellung zu nehmen (Urk. 294). Mit Eingabe vom 29. November 2011 beantragte 

die Klägerin die Abweisung des Antrags der Beklagten auf Sicherheitsleistung 

(Urk. 297). Mit Verfügung vom 10. Januar 2012 wurde der Klägerin Frist ange-

setzt, um eine weitere Sicherheit von CHF 471'750.-- zu leisten; CHF 1'367'250.-- 

wurden als Sicherheit für die Parteientschädigungen der Berufungsbeklagten von 

der vor erster Instanz geleisteten und nicht benötigten Sicherheitsleistung für das 

Berufungsverfahren herangezogen (Urk. 302). Die zusätzlich geforderte Sicher-

heitsleistung wurde rechtzeitig erbracht (Urk. 303). Am 18. April 2012 wurde den 

Beklagten Frist angesetzt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 304). Die Beru-

fungsantworten wurden fristgerecht erstattet (Beklagter 1: Urk. 328; Beklagter 2: 

Urk. 331; Beklagter 3: Urk. 323; Beklagter 4: Urk. 309; Beklagte 5, 6 und 10: 

Urk. 336; Beklagter 7: Urk. 318; Beklagte 8: Urk. 334; Beklagter 9: Urk. 315; Be-

klagter 11: Urk. 325; Beklagter 12: Urk. 312; Beklagter 13: Urk. 326; Beklagte 14: 

Urk. 321; Beklagte 15 und 16: Urk. 306; Beklagter 17: Urk. 305). Mit Verfügung 

vom 7. Juni 2012 wurden die Berufungsantwortschriften der Klägerin zugestellt 

(Urk. 339). Mit Schreiben vom 15. Juni 2012, eingegangen am 18. Juni 2012, teil-

te die Klägerin mit, dass sie von ihrem Replikrecht Gebrauch machen wolle, und 

ersuchte um Ansetzung einer Frist zur Einreichung der Stellungnahme bis 2. Juli 

2012 (Urk. 341). Ohne die entsprechende Fristansetzung abzuwarten, reichte die 

Klägerin am 21. Juni 2012, eingegangen tags darauf, ihre angekündigte Stellung-

nahme zu den Berufungsantworten der Beklagten ein (Urk. 342 und Urk. 343). 

Am 25. Juni 2012 wurde das Doppel dieser Stellungnahme samt Beilagen den 

Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 346). Mit Eingaben vom 9. bzw. 

10. Juli 2012 äusserten sich die Beklagten zu dieser Stellungnahme der Klägerin 

(Beklagter 1: Urk. 358; Beklagter 2: Urk. 359; Beklagter 3: Urk. 347; Beklagter 4: 

Urk. 348; Beklagte 5, 6 und 10: Urk. 349; Beklagter 7: Urk. 360; Beklagte 8: 

Urk. 350; Beklagter 9: Urk. 351; Beklagter 11: Urk. 352; Beklagter 12: Urk. 353; 

Beklagter 13: Urk. 354; Beklagte 14: Urk. 355; Beklagte 15 und 16: Urk. 356; Be-

klagter 17: Urk. 357). Mit Schreiben vom 27. November 2012 teilte der Rechtsver-

treter des Beklagten 15 mit, dass sein Mandant verstorben sei und sich die Erben 

entschieden hätten, die Erbschaft anzunehmen (Urk. 361 und Urk. 362). Mit Ver-

- 28 - 

fügung vom 29. November 2012 wurde der Eintritt der Erben in den Prozess vor-

gemerkt und das Rubrum entsprechend abgeändert (Urk. 364). Mit Verfügung 

vom 17. April 2013 wurden die Eingaben der Beklagten vom 9. bzw. 10. Juli 2012 

(Urk. 347-360) der Klägerin zur Kenntnisnahme zugestellt. Weitere Eingaben er-

folgten nicht. 

III. Prozessuales 

1. Intertemporales Recht 

Auf den 1. Januar 2011 ist die neue Schweizerische Zivilprozessordnung 

(ZPO) in Kraft getreten. Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt für Verfahren, die bei 

Inkrafttreten der Zivilprozessordnung rechtshängig sind, das bisherige Verfah-

rensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz. Für die Rechtsmittel gilt 

das Recht, das bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 

ZPO). Der vorinstanzliche Entscheid datiert vom 23. Juni 2011 und wurde den 

Parteien am 30. Juni 2011 schriftlich eröffnet (Urk. 271 S. 162; BGE 137 III 130). 

Somit ist für das Berufungsverfahren die Schweizerische Zivilprozessordnung 

anwendbar. Demgegenüber hatte die Vorinstanz in verfahrensrechtlicher Hinsicht 

die bisherigen Bestimmungen der ZPO/ZH und des GVG/ZH anzuwenden. Soweit 

sich im Rahmen der Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids Fragen der An-

wendung von Verfahrensregeln stellen, wird deshalb zu prüfen sein, ob die Vor-

instanz die für ihr Verfahren massgeblichen Normen des bisherigen (kantonalen) 

Rechts richtig angewandt hat; eine Rückwirkung des neuen Rechts findet nicht 

statt (vgl. Art. 404 Abs. 1 ZPO; ZR 110 Nr. 6 E. 3; BGE 138 I 1 E. 2.1 S. 3; BGer 

5A_330/2013 vom 24.9.2013 E. 2.2). 

2. Prozessvoraussetzungen; Anfechtungsobjekt; Streitwert im Berufungs-
verfahren 

a) Die gesetzlich statuierten Prozessvoraussetzungen wurden von der Vor-

instanz in Anwendung von § 108 ZPO/ZH geprüft und als gegeben erachtet 

(Urk. 271 S. 18 ff.). Diese zutreffenden Erwägungen blieben im Berufungsverfah-

ren unangefochten, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. Als erstinstanzli-

- 29 - 

cher Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit mit einem Streit-

wert (weit) über CHF 10'000.-- ist der vorinstanzliche Entscheid ohne Weiteres 

berufungsfähig (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Im fristgerecht angehobe-

nen Berufungsverfahren wurden der Kostenvorschuss sowie die Sicherheitsleis-

tung für die Parteientschädigungen rechtzeitig geleistet. Damit sind die Prozess- 

und Rechtsmittelvoraussetzungen gemäss Art. 59 und 311 ZPO im zweitinstanz-

lichen Verfahren erfüllt (vgl. ergänzend auch nachstehende Ziff. III.3 betreffend 

Anforderungen an die Berufungsschrift). 

b) Die Klägerin reduzierte ihre Klage im vorinstanzlichen Verfahren von ur-

sprünglich CHF 63'032'937.60 in mehreren Schritten auf letztlich noch 

CHF 49'315'820.59, welcher Betrag demjenigen im eingangs wiedergegebenen 

Hauptbegehren entspricht. Die Vorinstanz qualifizierte diese Reduktion der Klage 

im Umfang von CHF 13'717'117.01 als Klagerückzug und schrieb die Klage in 

diesem Umfang ab (Urk. 271 S. 160). Dieser Entscheid blieb im Berufungsverfah-

ren unangefochten (vgl. Urk. 270 Rz 27) und erwuchs in Rechtskraft, wovon Vor-

merk zu nehmen ist. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Berufungsverfahrens ist 

somit einzig das vorinstanzliche Urteil (ohne Beschluss). Der Streitwert im Beru-

fungsverfahren beträgt CHF 49'315'820.59. Dass auf Beklagtenseite eine einfa-

che Streitgenossenschaft besteht, ändert daran nichts; es erfolgt keine Zusam-

menrechnung gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO, wenn eine Forderung gleichzeitig ge-

gen mehrere Solidarschuldner geltend gemacht wird (BGer 4A_375/2012 vom 

20.11.2012 E. 4.2 und 4.3 m.w.H.). 

3. Anforderungen an die Berufungsschrift; Verfahren vor der Berufungsinstanz 

a) Die Berufung ist "schriftlich und begründet" einzureichen (Art. 311 ZPO). 

Aus der Rechtsmittelschrift muss hervorgehen, dass und weshalb der Berufungs-

kläger den erstinstanzlichen Entscheid anficht und inwieweit dieser geändert oder 

aufgehoben werden soll. Deshalb hat die Berufungseingabe – obwohl im Gesetz 

nicht ausdrücklich erwähnt – Berufungsanträge zu enthalten (BGer 4A_659/2011 

vom 7.12.2011 E. 4), wobei mit Blick auf die reformatorische Natur der Berufung 

(Art. 318 Abs. 1 lit. b ZPO) grundsätzlich ein Antrag in der Sache selbst zu stellen 

ist. Dieser muss bestimmt sein. Hat ein Berufungsantrag eine Geldzahlung zum 

- 30 - 

Gegenstand, ist er nach ständiger Praxis zu beziffern, und zwar selbst dann, 

wenn der Entscheid darüber der Offizial- und Untersuchungsmaxime unterliegt. 

Das Erfordernis der Bezifferung gilt auch mit Bezug auf die Anfechtung der Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen (vgl. BGer 1C_399/2012 vom 28.11.2012 E. 4.2.1 

m.w.H.; 4A_352/2011 vom 5.8.2011 E. 2). Werden unbezifferte Berufungsanträge 

gestellt, ist auf die Berufung bzw. die ungenügend bestimmten Berufungsanträge 

nicht einzutreten, ohne dass dem Berufungskläger eine Nachfrist nach Art. 132 

Abs. 1 und 2 ZPO einzuräumen wäre. Eine Ausnahme vom Nichteintreten besteht 

(mit Blick auf das Verbot des überspitzten Formalismus) lediglich dann, wenn sich 

aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, 

ergibt, was der Berufungskläger in der Sache genau verlangt oder – im Falle zu 

beziffernder Rechtsbegehren – welcher Geldbetrag seiner Meinung nach zuzu-

sprechen ist (vgl. zum Ganzen BGE 137 III 617 E. 4 ff. S. 618 ff.; BGer 

5A_94/2013 vom 6.3.2013 E. 2.2; 4A_383/2013 vom 2.12.2013 E. 3.2.1; Sterchi, 

Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Bd. II, Bern 2012, 

Art. 311 N 13 ff., N 21; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2013, Art. 311 N 34 f.).  

In der Berufungsbegründung sind die gestellten Berufungsanträge zu be-

gründen. Es ist darzulegen, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den ange-

fochtenen Punkten fehlerhaft sein soll bzw. als unrichtig erachtet wird. Dazu sind 

in der Berufungsschrift die zur Begründung der Berufungsanträge wesentlichen 

Argumente vorzutragen. Die Berufungsschrift muss deshalb – im Gegensatz zur 

Klageschrift – regelmässig nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtli-

che Begründung enthalten (Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 N 36). Der Berufungs-

kläger hat – unter Vorbehalt des Novenrechts (vgl. nachstehende Ziff. III.4) – mit-

tels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz 

zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die 

Akten und die Rechtsschriften des vorinstanzlichen Verfahrens zu durchforsten, 

um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass 

den gesetzlichen Begründungsanforderungen weder durch eine pauschale Ver-

- 31 - 

weisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch durch eine 

neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage Genüge getan wird, welche 

nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht und von dieser erwogen 

worden ist (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375; BGer 5A_247/2013 vom 15.10.2013 

E. 3.2). Pauschale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingereichten 

Rechtsschriften oder die blosse Wiederholung von bereits vor Vorinstanz Vorge-

tragenem sind namentlich dann unzulässig bzw. nicht genügend, wenn sich die 

Vorinstanz mit den Ausführungen des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat. 

Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbstständige Begründun-

gen, muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründun-

gen auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und Eventualbe-

gründung. Auch hier muss sich der Berufungskläger mit beiden Begründungen 

auseinandersetzen (Hungerbühler, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 

Schweizerische Zivilprozessordnung, DIKE-Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, 

Art. 311 N 36 ff.). Wenn der Berufungskläger eine unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts rügt, sollte er auch zeigen, dass die Korrektur der Sachverhaltsfest-

stellung für den Ausgang des Verfahrens entscheidend ist. Hat die Vorinstanz tat-

sächliches Vorbringen oder zu berücksichtigende aktenkundige Tatsachen über-

sehen, muss der Berufungskläger in der Berufungsbegründung explizit darauf 

hinweisen, dass (und wo) die entsprechenden Umstände bereits vor der Vor-

instanz vorgebracht wurden bzw. in den Akten enthalten waren (Hungerbühler, 

a.a.O., Art. 311 N 34). Soweit die Begründung diesen formellen Anforderungen 

nicht genügt, ist – ebenfalls ohne vorgängige Ansetzung einer Nachfrist im Sinne 

von Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO – auf die Berufung nicht einzutreten (BGer 

5A_82/2013 vom 18.3.2013 E. 3.3.3; 4A_203/2013 vom 6.6.2013 E. 3.2). 

Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend gemachten Rügen 

(Rügeprinzip). Der Berufungskläger hat sich nach dem eben Ausgeführten aber 

mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids auseinanderzusetzen und 

gibt mit seinen Beanstandungen den primären Prüfungsgegenstand des Beru-

fungsverfahrens vor. Im Gegensatz zum früheren zürcherischen Prozessrecht 

(vgl. § 269 ZPO/ZH) muss das Gericht den angefochtenen Entscheid nicht von 

sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu will-

- 32 - 

kürlich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt 

worden und diese Fehlerhaftigkeiten träten klar zutage (Reetz/Theiler, a.a.O., 

Art. 311 N 36). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis ist die Beru-

fungsinstanz auch nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente oder an 

die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; sie kann die Rügen auch mit abwei-

chenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O., 

Art. 310 N 6). Im Ergebnis besteht für die Berufungsinstanz eine Prüfungspflicht 

hinsichtlich der in der Berufungsschrift (rechtsgenügend) geltend gemachten 

Mängel und ein Prüfungsrecht bezüglich allfälliger anderer Mängel des angefoch-

tenen Entscheids. 

b) Soweit die Klägerin in ihrer Berufung lediglich auf die Vorakten bzw. auf 

die vor Vorinstanz gemachten Ausführungen verweist, solche Ausführungen bloss 

wiederholt oder allgemeine rechtliche Ausführungen ohne konkreten Bezug zum 

angefochtenen Entscheid macht, verfehlt sie die obgenannten gesetzlichen Be-

gründungsanforderungen. Insoweit braucht auf ihre Vorbringen nicht weiter ein-

gegangen zu werden. Dies betrifft vorliegend insbesondere Kapitel IV. ihrer Beru-

fungsbegründung. Die Klägerin macht geltend, dass das umfangreiche Kapitel IV. 

im Wesentlichen eine Aufbereitung und Zusammenstellung des von ihr im vor-

instanzlichen Verfahren in insgesamt fünf Rechtsschriften dargelegten Prozess-

stoffes darstelle. Damit werde den prozessualen Substantiierungsvorschriften 

entsprochen und gleichzeitig der umfangreiche Prozessstoff für die Berufungs-

instanz benutzerfreundlich dargestellt (Urk. 270 Rz 1). In der Berufungsschrift dür-

fen jedoch nicht einfach Behauptungen wiederholt werden, welche bereits vor 

Vorinstanz aufgestellt wurden. Es geht (unter Vorbehalt des Novenrechts) auch 

nicht an, Behauptungen neu oder nochmals zu substantiieren. Eine solche Sub-

stantiierung ist verspätet. Wie oben bereits erwähnt, genügt es den Begründungs-

anforderungen nicht, im Berufungsverfahren bloss eine neuerliche Darstellung der 

Sach- oder Rechtslage ohne konkreten Bezug zu den vorinstanzlichen Erwägun-

gen vorzutragen. Vor allem in derart umfangreichen Verfahren wie vorliegend, 

würde dies bedeuten, dass die Berufungsinstanz diese angeblich nur vorinstanz-

liche Vorbringen enthaltende Zusammenfassung auf allfällige Übereinstimmung 

mit den tatsächlich vor Vorinstanz geltend gemachten Tatsachen überprüfen und 

- 33 - 

zudem auch untersuchen müsste, ob sie wirklich gleichlautend sind und nicht 

doch noch unzulässige Noven vorgebracht werden. Dies ist jedoch nicht Sache 

der Berufungsinstanz. Die Klägerin hat im Berufungsverfahren nicht die Klage, 

sondern die Berufung (in der eben aufgezeigten Weise) zu begründen: Sie hat 

sich sachbezogen mit der Begründung des angefochtenen Entscheides aus-

einanderzusetzen. Es muss dargelegt werden, weshalb die angefochtenen Erwä-

gungen des vorinstanzlichen Entscheides unrichtig sein sollen. 

Aus verfahrensrechtlicher Sicht verfehlt ist somit das klägerische Bestreben, 

in der Berufungsschrift die sich auf fünf Rechtsschriften verteilenden Behauptun-

gen der Klägerin noch einmal aufzuarbeiten, die Rechtsbegehren zu begründen 

und damit den prozessualen Substantiierungsanforderungen zu entsprechen (vgl. 

Urk. 270 Rz 1 und Rz 468): Letzteres hatte vor Erstinstanz zu geschehen, Erste-

res ist unnötig und geht an der Sache vorbei. Denn (auch) im Berufungsverfahren 

dürfen keineswegs sämtliche (in der Berufungsschrift aufgearbeiteten bzw. zu-

sammengetragenen) Behauptungen (und Bestreitungen) der Klägerin aus allen 

fünf erstinstanzlichen Rechtsschriften ohne Weiteres berücksichtigt werden, son-

dern nur diejenigen, die bereits vor Vorinstanz form- und fristgerecht vorgetragen 

worden sind. Ob dies hinsichtlich der entscheidrelevanten Vorbringen der Fall sei, 

ist von der Berufungsinstanz aber anhand der erstinstanzlichen Akten im Einzel-

nen zu prüfen. Die Aufarbeitung des umfangreichen Prozessstoffes durch Wie-

derholung der Behauptungen (und Bestreitungen) aus allen fünf erstinstanzlichen 

Rechtsschriften ist daher nicht sachdienlich, sondern führt im Ergebnis lediglich 

zu einer unnötigen Erweiterung des Umfangs der Berufungsschrift und – daraus 

folgend – des Verfahrensaufwands für die Parteien und das Gericht. An der Un-

behelflichkeit der betreffenden Ausführungen ändern auch die verschiedenen, 

nicht der (materiellen) Berufungsbegründung dienenden Bezugnahmen auf den 

angefochtenen Entscheid nichts, die sich in Kapitel IV. der Berufungsbegründung 

an diversen Stellen finden (Urk. 270 Rz 127, Rz 150, Rz 151, Rz 152, Rz 472 

[blosse Wiedergabe ohne Kritik/Auseinandersetzung], Rz 136 a.E., Rz 139, 

Rz 144, Rz 156, Rz 157, Rz 158, Rz 159, Rz 160, Rz 176, Rz 267, Rz 294 

[FN 396], Rz 303 [FN 405], Rz 314 [FN 420], Rz 322 [FN 432], Rz 333 [FN 445], 

Rz 344 [FN 458], Rz 355 [FN 472], Rz 366 [FN 486], Rz 377 [FN 500], Rz 388 

- 34 - 

[FN 514], Rz 399 [FN 528], Rz 407 f. [FN 539 f.], Rz 421 f. [FN 569 f.], Rz 434 

[FN 594], Rz 441 [FN 610], Rz 449 [FN 621], Rz 456 [FN 631] [blosse Verweisun-

gen], Rz 142, Rz 143, Rz 148, Rz 151, Rz 153, Rz 256, Rz 265, Rz 266 [Zustim-

mung]). 

Entgegen der impliziten Auffassung der Klägerin könnte eine allenfalls vor 

Vorinstanz mangelhafte Substantiierung im Berufungsverfahren auch nicht mehr 

nachgeholt werden. Im Übrigen war der Klägerin vor Vorinstanz in sehr ausge-

dehnter Form Gelegenheit zur Substantiierung ihrer Vorbringen eingeräumt wor-

den (Urk. 171). Der Berufungskläger hat – wie bereits erwähnt – mittels klarer und 

sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, dass 

und wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und 

Einreden erhoben hat. Im Berufungsverfahren ist es für eine gemäss Klägerin 

"umfassende Begründung der Rechtsbegehren der Klägerin" (Urk. 270 Rz 118 ff.) 

zu spät, soweit eine solche nicht schon vor Vorinstanz form- und fristgerecht vor-

getragen wurde und insofern (vor Berufungsinstanz) ohnehin entbehrlich ist. In-

soweit sind die entsprechenden Ausführungen daher für die Entscheidfindung un-

beachtlich. Der Klägerin war von der Vorinstanz mit Präsidialverfügung vom 

30. September 2009 zudem Frist zur Stellungnahme zu Dupliknoven angesetzt 

worden (Urk. 171). Neue Vorbringen der Klägerin in ihrer darauffolgenden Stel-

lungnahme (Urk. 182) sind folglich nur insoweit als zulässig zu erachten, als sie 

direkt durch die Dupliknoven provoziert wurden. Dagegen war es der Klägerin 

verwehrt, eine eigentliche Triplik mit neuen Tatsachenbehauptungen etc. zu er-

statten. Solche (nicht durch Dupliknoven provozierte) neue Behauptungen sind 

sowohl im Rahmen der Stellungnahme vom 27. April 2010 (Urk. 182) als auch in 

"aufbereiteter" Fassung in der Berufungsschrift (Urk. 270 Rz 118 ff.) verspätet und 

deshalb nicht mehr zu hören. 

c) Generell ist in diesem Zusammenhang noch darauf hinzuweisen, dass 

grundsätzlich nicht auf jedes der zahlreichen, sehr ausgedehnt dargestellten, oft-

mals mehrfach wiederholten und mitunter weitschweifig vorgetragenen Argumen-

te und Vorbringen der Parteien – insbesondere der Klägerin – einzugehen ist. 

Derart umfangreiche und teilweise ausufernde Ausführungen der Parteien sind 

- 35 - 

selbst in Verfahren der vorliegenden Art mit Blick auf eine sachgerechte und sorg-

fältige Prozessführung keineswegs zwingend erforderlich. Der beträchtliche Um-

fang der Rechtsschriften dürfte eine Ursache dafür sein, dass da und dort der 

Eindruck entsteht, vor allem seitens der Klägerin sei mitunter der Überblick über 

den eigentlichen Prozessstoff etwas verloren gegangen, finden sich in deren 

Rechtsschriften nebst zahlreichen Wiederholungen doch auch diverse Widersprü-

che zur eigenen Argumentation (vgl. dazu etwa Urk. 250 Rz 184, Rz 219, Rz 473, 

Rz 497, Rz 543).  

Mit all diesen einlässlichen und teilweise überflüssigen Vorbringen und Be-

hauptungen muss sich das Gericht zwar beim Aktenstudium, nicht jedoch in der 

Entscheidbegründung auseinandersetzen. Der Anspruch der Parteien auf rechtli-

ches Gehör verlangt nur, dass das Gericht in seinen Urteilserwägungen die 

rechtserheblichen Vorbringen der Parteien berücksichtigt und kurz seine Über-

legungen nennt, von denen es sich hat leiten lassen und auf die es seinen Ent-

scheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen 

Parteibehauptungen einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

in sämtlichen Prozesseingaben ausdrücklich abhandelt und widerlegt. Mehr ver-

langt auch Art. 112 Abs. 1 lit. a BGG nicht (BGer 5A_95/2012 vom 28.3.2012 E. 2; 

BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 m.w.H.; BGer 5A_382/2013 vom 12.9.2013 E. 3.1). Es 

genügt, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden 

kann (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Daran orientieren sich die nach-

stehenden Ausführungen. Dem erheblichen Umfang der Rechtsschriften wird je-

doch unter dem Aspekt des äusserst aufwendigen Aktenstudiums bei der Fest-

legung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen sein (vgl. hinten, Ziff. VI.3.2). 

d) Gemäss Art. 316 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung 

durchführen, aufgrund der Akten entscheiden (Art. 316 Abs. 1 ZPO) oder einen 

zweiten Schriftenwechsel anordnen (Art. 316 Abs. 2 ZPO). Diese Regelung stellt 

es ins Ermessen der Rechtsmittelinstanz, das für den konkreten Fall Geeignete 

vorzukehren (Volkart, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zi-

vilprozessordnung, DIKE-Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 316 N 1). Die 

Berufungsinstanz kann damit selbst entscheiden, ob das weitere Berufungsver-

- 36 - 

fahren mündlich oder schriftlich durchgeführt wird. Wenn die Sache spruchreif ist, 

kann bereits nach der Berufungsschrift und der Berufungsantwort – d.h. ohne 

zweiten Schriftenwechsel bzw. ohne mündliche Berufungsverhandlung – ent-

schieden werden. Die Sache ist dann spruchreif und ein Aktenentscheid ange-

zeigt, wenn die Berufungsschrift und die Berufungsantwort hinreichend auf-

schlussreich sind, so dass sich die Berufungsinstanz bereits nach dem ersten 

Schriftenwechsel eine abschliessende Meinung bilden kann, was in der Praxis 

häufig der Fall ist (Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2013, Art. 316 N 34). Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, ist 

die Sache spruchreif, so dass bereits nach dem ersten Schriftenwechsel aufgrund 

der Akten zu entscheiden ist. 

4. Novenrecht 

Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter den Vorausset-

zungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Diese Novenrechtsregelung gilt auch in 

übergangsrechtlichen Fällen ausschliesslich und ohne Rücksicht darauf, ob im 

erstinstanzlichen, noch dem kantonalen Recht unterstehenden Verfahren neue 

Vorbringen in einem weitergehenden Umfang zulässig waren (BGer 5A_330/2013 

vom 24.9.2013 E. 2.2 m.w.H.). Danach sind neue Tatsachen und Beweismittel nur 

noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht wer-

den (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor ers-

ter Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Das Beru-

fungsverfahren soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen, 

nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Das 

Berufungsverfahren steht gewissermassen auf den Schultern des erstinstanzli-

chen Entscheides und dient nicht dazu, dass die Parteien Versäumtes nachbes-

sern können. Alles, was relevant ist, ist deshalb in das erstinstanzliche Verfahren 

einfliessen zu lassen (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 N 31; Volkart, a.a.O., Art. 317 

N 3 f.). Jede Partei, welche neue Tatsachen und Beweismittel einreicht, hat zu-

nächst zu behaupten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will ei-

ne Partei unechte Noven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für die Zu-

- 37 - 

lässigkeit der Noven. Sie muss zusätzlich Behauptungen aufstellen und Beweise 

benennen, aus denen sich ergibt, dass sie umsichtig und sorgfältig gehandelt hat, 

aber dennoch keine frühere Kenntnis von den neu vorgebrachten Tatsachen und 

Behauptungen oder Beweismitteln hatte. Der anderen Partei steht der Gegen-

beweis offen (Volkart, a.a.O., Art. 317 N 14 f.; vgl. zum Ganzen auch BGer 

5A_330/2013 vom 24.9.2013 E. 3.5.1 m.w.H.). 

5. Verweisungen der Beklagten auf Vorbringen anderer Beklagter 

Verschiedene Beklagte erklärten in ihren erstinstanzlichen Rechtsschriften 

ausdrücklich, sich den Ausführungen der anderen Beklagten in genereller Weise 

anzuschliessen, soweit sie nicht im Widerspruch zu den eigenen Ausführungen 

stehen würden (Klageantworten: Urk. 82 Rz 4 [und Rz 91]; Urk. 84 Rz 12; Urk. 70 

S. 17 f.; Urk. 91 Rz 36; Urk. 75 Rz 44 [s.a. Urk. 245 Rz 4]; Urk. 66 Rz 3; Urk. 64 

Rz 2; Urk. 60 Rz 2; Urk. 57 Rz 3; Urk. 78 Rz 12. Duplikschriften: Urk. 140 Rz 5; 

Urk. 156 Rz 8; Urk. 148 Rz 17 [und Urk. 205 Rz 23]; Urk. 152 Rz 9; Urk. 134 

Rz 10; Urk. 132 Rz 14; Urk. 139 Rz 20). Aufgrund und im Umfang dieser Verwei-

sungen haben die Vorbringen jedes einzelnen Beklagten somit auch für diese 

(sich anschliessenden) Beklagten Geltung (vgl. aber auch Urk. 195 Rz 121 f.; 

Urk. 198 Rz 382; Urk. 200 Rz 373; Urk. 202 Rz 376; Urk. 205 Rz 653; Urk. 207 

Rz 626 und Urk. 250 Rz 573; Urk. 257 Rz 514; Urk. 209 Rz 5). Im Übrigen gelten 

die Verhandlungsmaxime (vor Vorinstanz: § 54 Abs. 1 ZPO/ZH) und die aus ihr 

folgenden Grundsätze (vgl. Urk. 271 S. 22 f.). 

Generell lässt sich feststellen, dass die Behauptungen und Bestreitungen 

der Beklagten zum Sachverhalt weitgehend übereinstimmen und sich auch die 

rechtliche Argumentation, d.h. die rechtliche Würdigung des Sachverhalts durch 

die einzelnen Beklagten, im Wesentlichen weitgehend deckt. Zwar werden ver-

schiedene Umstände oder Argumente von den einzelnen Beklagten zum Teil un-

terschiedlich gewichtet, ohne dass sich deren Darstellungen jedoch materiell wi-

dersprechen würden. Das gilt insbesondere bezüglich der Vorbringen zu den ein-

zelnen Anspruchsvoraussetzungen (Schaden, Kausalzusammenhang, Pflichtwid-

rigkeit des Verhaltens). Eigentliche Differenzen im Sinne von sich materiell wider-

sprechenden Standpunkten bestehen nur (aber doch) im Zusammenhang mit der 

- 38 - 

Frage der Passivlegitimation verschiedener Beklagter. Dies liegt vor allem darin 

begründet, dass eine Gruppe der Beklagten (Beklagte 1-11 und 14), sei es als 

Mitglieder des Verwaltungsrats oder der Konzernleitung, nur der E._____ ange-

hörte, die andere Gruppe (Beklagte 12-13 und 15-17) dagegen (auch) der 

A._____ AG, weshalb die Interessen dieser beiden Gruppen divergieren dürften. 

6. Bindung des Zivilrichters an Strafurteil 

Die meisten Beklagten hatten sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt ge-

stellt, dass für das Zivilgericht im Kanton Zürich eine weitgehende Bindung an die 

Erkenntnisse des Strafgerichts hinsichtlich einzelner Sachverhaltsfeststellungen 

bestehe (Urk. 187 Rz 17 ff. und Urk. 230 Rz 81 ff.; Urk. 189 Rz 137 ff. und 

Urk. 232 Rz 31 ff.; Urk. 198 Rz 132 ff. und Urk. 239 Rz 52 ff.; Urk. 200 Rz 127 ff. 

und Urk. 241 Rz 53 ff.; Urk. 202 Rz 130 ff. und Urk. 243 Rz 52 ff.; Urk. 204 

Rz 131 ff.; Urk. 205 Rz 11 ff. und Urk. 247 Rz 46 ff.; Urk. 207 Rz 8 ff. und 

Urk. 250 Rz 73 ff.; Urk. 252 Rz 34 ff.; Urk. 211 Rz 8 ff. und Urk. 254 Rz 39 ff.; 

Urk. 213 Rz 8 ff. und Urk. 257 Rz 39 ff.). 

Nach dem Wortlaut von Art. 53 OR ist das Zivilgericht bei der Beurteilung 

von Schuld oder Nichtschuld sowie Urteilsfähigkeit oder Urteilsunfähigkeit an die 

Bestimmungen über strafrechtliche Zurechnungsfähigkeit oder an eine Freispre-

chung durch das Strafgericht nicht gebunden (Art. 53 Abs. 1 OR). Im Weiteren ist 

ein Strafurteil ausdrücklich bezüglich Beurteilung der Schuld und Bestimmung des 

Schadens für das Zivilgericht nicht verbindlich (Art. 53 Abs. 2 OR). Die nicht allzu 

klare Bestimmung schweigt sich über die Verbindlichkeit bezüglich Feststellung 

des Tatbestands, der Widerrechtlichkeit und des adäquaten Kausalzusammen-

hanges aus. Nach einem älteren Bundesgerichtsentscheid ist der Zivilrichter nach 

Art. 53 OR an ein freisprechendes Strafurteil nicht gebunden, was entgegen dem 

zu engen Wortlaut der Bestimmung auch mit Bezug auf die Frage der Widerrecht-

lichkeit gelte (BGE 55 II 29 E. 1 S. 31). In neueren Entscheiden hat das Bundes-

gericht demgegenüber wiederholt festgehalten, es stehe den Kantonen frei, die 

Verbindlichkeit eines Strafurteils für den Zivilrichter insbesondere betreffend Fest-

stellung der Tat und derer Widerrechtlichkeit vorzusehen, ohne sich mit dieser äl-

teren Praxis betreffend freisprechende Urteile auseinanderzusetzen (BGE 125 III 

- 39 - 

401 E. 3 S. 410 f. m.w.H.). Auch nach dem bisherigen zürcherischen (Prozess-) 

Recht bestand indes keine Bindung des Zivilrichters an ein freisprechendes Straf-

urteil, wie sogleich zu zeigen sein wird. 

Der Natur nach ist es eine prozessuale Frage, ob und gegebenenfalls wann 

das Zivilgericht an ein bestehendes Straferkenntnis in derselben Sache gebunden 

sein soll. An ein freisprechendes Strafurteil ist der Zivilrichter nicht gebunden, 

denn "aus der Feststellung, dass kein Strafanspruch besteht, folgt nie, dass kein 

Zivilanspruch begründet sein kann" (Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 

3. Aufl., Zürich 1979, S. 384). Im Übrigen würde es gegen fundamentale Rechts-

prinzipien verstossen, wenn es dem Zivilrichter nicht freigestellt wäre, aufgrund 

neuer Parteivorbringen und eigener Beweiserhebungen allenfalls einen bestimm-

ten Sachverhalt und die damit zusammenhängenden Fragen anders als der Straf-

richter zu beurteilen (ZR 79 Nr. 95; 108 Nr. 33 E. III.3). Die geltend gemachte 

Bindung besteht auch nach Einführung der eidgenössischen Zivilprozessordnung 

nicht, nach welcher sich die Frage seit deren Inkraftsetzung richtet (vgl. Art. 1 lit. a 

ZPO) und welche keine solche Bindung vorsieht (Heierli/Schnyder, in: Honsell/ 

Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl., Basel 

2011, Art. 53 N 4; Müller, in: Furrer/Schnyder [Hrsg.], Handkommentar zum 

Schweizer Privatrecht, Obligationenrecht, Allgemeine Bestimmungen, 2. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2012, Art. 53 N 12, N 15). 

Die grundsätzlich bestehende Unabhängigkeit in der Beurteilung des Sach-

verhaltes hindert den Zivilrichter jedoch nicht daran, die Beweisergebnisse der 

Strafuntersuchung mitzuberücksichtigen (BGE 125 III 401 E. 3 S. 411; Urteil des 

Bundesgerichtes vom 31. März 1994 in SJ 1994, S. 551 f.). Dass er nicht grund-

los von der Auffassung des Strafrichters abweichen wird, ist eine Frage der 

Zweckmässigkeit und ist bzw. war zumindest vor Inkrafttreten der ZPO nicht ein 

Satz des Bundesrechts (BGE 125 III 401 E. 3 S. 411 unter Verweis auf ein nicht 

veröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 1984 i.S. Sch., E. 2, 

und BK-Brehm, Art. 53 OR N 31 ff., mit weiteren Nachweisen; Heierli/Schnyder, 

a.a.O., Art. 53 N 4; Müller, a.a.O., Art. 53 N 19). Somit steht fest, dass keine zwin-

gende Bindung des Zivilgerichtes an das Urteil des Strafgerichtes in dem Sinne 

- 40 - 

besteht, dass die Ausführungen des letzteren Gerichtes unbesehen zu überneh-

men wären, das Strafurteil aber nicht unberücksichtigt bleiben muss (ZR 79 

Nr. 95). Insbesondere rechtstheoretische Erörterungen können grundsätzlich oh-

ne Weiteres übernommen werden. 

IV. Aktiv- und Passivlegitimation 

1. Aktivlegitimation 

a) Bei der Aktivlegitimation handelt es sich um die Berechtigung der klagen-

den Partei, das eingeklagte Recht oder Rechtsverhältnis geltend zu machen. Die-

se fehlt, wenn der (behauptete) Anspruch nicht der klagenden Partei zusteht 

(Spühler/Dolge/Gehri, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 9. Aufl., Bern 2010, 

Kap. 5 N 105). Aktivlegitimiert ist somit diejenige Partei, welcher der eingeklagte 

materielle Anspruch zusteht (Meier, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zü-

rich/Basel/Genf 2010, S. 162), d.h. der am eingeklagten Anspruch materiell Be-

rechtigte (Rechtsinhaber). Die Aktivlegitimation bestimmt sich nach materiellem 

Recht. 

Die Mitglieder des Verwaltungsrates und alle mit der Geschäftsführung oder 

mit der Liquidation befassten Personen sind sowohl der Gesellschaft als auch den 

einzelnen Aktionären und Gesellschaftsgläubigern für den Schaden verantwort-

lich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verur-

sachen (Art. 754 Abs. 1 OR). Somit bestehen gemäss Art. 754 OR drei An-

spruchsberechtigte bzw. Arten von Anspruchsberechtigten, nämlich die Gesell-

schaft selbst, die Aktionäre und die Gesellschaftsgläubiger (Gericke/Waller, in: 

Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl., Ba-

sel 2012, Art. 754 N 3). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 271 S. 25), 

erhebt die Klägerin im vorliegenden Fall Verantwortlichkeitsansprüche gegenüber 

ihren eigenen ehemaligen Organen bzw. gegenüber Personen, die ihrer Ansicht 

nach bei ihr Organstellung hatten – und nicht gegenüber Organen der E._____ in 

Nachlassliquidation (s.a. Urk. 121 Rz 17). Sie ist daher grundsätzlich aktivlegiti-

miert. Ob die eingeklagten Personen als Organe im Rechtssinne zu qualifizieren 

- 41 - 

sind, ist – soweit notwendig – im Rahmen der Überprüfung der Passivlegitimation 

zu klären. Wie die Vorinstanz weiter zu Recht ausführte, ändert daran auch der 

Umstand, dass sich die Klägerin in Nachlassliquidation befindet, nichts (Urk. 271 

S. 25 f.). Im vorliegenden Fall wurde im Nachlassvertrag das Verfügungsrecht 

über das gesamte Vermögen der A._____ AG und damit auch über allfällige Ver-

antwortlichkeitsansprüche den Gläubigern abgetreten (Urk. 5/5). Entsprechend ist 

die Klägerin zur Geltendmachung von Verantwortlichkeitsansprüchen ihren eige-

nen ehemaligen Organen gegenüber grundsätzlich legitimiert. Hiezu kann – um 

Wiederholungen zu vermeiden – auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 271 S. 25 f. mit Hinweisen auf die bundesgericht-

liche Rechtsprechung und einschlägige Literatur). 

b) Vor Vorinstanz hatte ein Teil der Beklagten die Aktivlegitimation der Klä-

gerin in Abrede gestellt (Urk. 82 Rz 42 ff. und Urk. 140 Rz 718; Urk. 84 Rz 233 ff. 

und Urk. 156 Rz 1015; Urk. 70 S. 33 ff. und Urk. 145 Rz 1076; Urk. 88 Rz 145 ff. 

und Urk. 153 Rz 95 ff.; Urk. 91 Rz 87 ff. und Urk. 142 Rz 337; Urk. 150 Rz 784; 

Urk. 93 Rz 38 ff. und Urk. 155 Rz 780; Urk. 63 Rz 39 ff. und Urk. 141 Rz 785; 

Urk. 75 Rz 82 ff. und Urk. 137 Rz 794; Urk. 60 Rz 48). Die Vorinstanz bejahte je-

doch die Aktivlegitimation der Klägerin bezüglich sämtlicher Beklagten (Urk. 271 

S. 25 f.). 

Im Berufungsverfahren werden die entsprechenden Erwägungen der Vor-

instanz von keinem der Beklagten explizit beanstandet. Ein Teil der Beklagten be-

streitet jedoch die klägerischen Vorbringen zur Aktivlegitimation in der Berufungs-

begründung (Urk. 270 Rz 139-143) unter Hinweis auf die eigene, gegenteilige 

Darstellung vor Vorinstanz pauschal (Urk. 328 Rz 428; Urk. 331 Rz 448; Urk. 309 

Rz 446; Urk. 336 Rz 441; Urk. 318 Rz 431; Urk. 334 Rz 431; Urk. 315 Rz 431; 

Urk. 325 Rz 432; Urk. 309 Rz 446) bzw. verweist kommentarlos auf die eigenen, 

die Aktivlegitimation verwerfenden Ausführungen im erstinstanzlichen Verfahren 

(Urk. 323 Rz 452; Urk. 321 Rz 451). Wie oben (Ziff. III.3.a) ausgeführt, sind pau-

schale Verweisungen auf die bei der Vorinstanz eingereichten eigenen Rechts-

schriften in der Berufungsschrift ungenügend. Da die Anforderungen an die Beru-

fungsbegründung mutatis mutandis auch für die Berufungsantwort gelten (Hun-

- 42 - 

gerbühler, a.a.O., Art. 312 N 19), gilt Gleiches grundsätzlich auch für pauschale 

Verweisungen in der Berufungsantwort. Zudem mangelt es seitens der betreffen-

den Beklagten an einer Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Ausführun-

gen im vorinstanzlichen Entscheid. Eine solche ist gerade in Fällen der vorliegen-

den Art (Kritik an den vom eigenen Standpunkt abweichenden vorinstanzlichen 

Erwägungen) für eine genügende Begründung der Berufungsantwort aber zu ver-

langen (vgl. Hungerbühler, a.a.O., Art. 312 N 21). Die Vorbringen der die Aktivle-

gitimation der Klägerin in Abrede stellenden Beklagten in ihren Berufungsantwort-

schriften sind daher als ungenügend zu qualifizieren. 

c) Die Aktivlegitimation der Klägerin ist denn auch wie erwähnt zu bejahen, 

und zwar grundsätzlich auch insoweit, als sich die Klage gegen die Mitglieder des 

Verwaltungsrats der E._____ (Beklagte 1-11) richtet, welche nach der klägeri-

schen Argumentation nicht in ihrer Eigenschaft als formelle Organe der E._____, 

sondern als (behauptete) materielle/faktische Organe der A._____ AG (als ge-

schädigte und klagende Gesellschaft) eingeklagt werden (vgl. insbes. Urk. 121 Rz 

17, Rz 85, Rz 98, Rz 100). Denn die Aktivlegitimation setzt nur voraus, dass die 

"richtige" Person klagt, nämlich die vom Gesetz (abstrakt) bestimmte Trägerin des 

eingeklagten Rechts/Anspruchs. Das trifft für die Klägerin zu: Als am klageweise 

geltend gemachten (Verantwortlichkeits-)Anspruch gegen ihre eigenen – auch 

materiellen oder faktischen – Organe materiell Berechtigte ist sie aktivlegitimiert. 

Ob die behaupteten Pflichten tatsächlich bestanden und verletzt wurden und der 

geltend gemachte Anspruch somit wirklich besteht, ist demgegenüber nicht eine 

Frage der Aktivlegitimation, sondern der materiellen Begründetheit der Klage. Und 

ob die Beklagten resp. der überwiegende Teil von ihnen – wie die Klägerin gel-

tend macht – tatsächlich als materielle Organe der Klägerin zu betrachten sind, 

betrifft nicht die Frage der Aktiv-, sondern der Passivlegitimation. 

Soweit sich die Klage gegen Personen richtet, die zugleich auch Organe der 

E._____ waren (Beklagte 1-11 und ev. 14), kann die Klägerin allerdings nur die 

Verletzung von Pflichten geltend machen, welche diese Personen ihr – der 

A._____ AG – gegenüber hatten. Die Klage muss sich mithin auf eine Pflichtstel-

lung gegenüber der A._____ AG stützen. Denn deren Anspruch auf pflichtgemäs-

- 43 - 

se Geschäftsführung kann sich nur auf die Erfüllung solcher Pflichten beziehen. 

Bestanden die als verletzt gerügten Pflichten hingegen gegenüber anderen Ge-

sellschaften (was insbesondere für Pflichten im Zusammenhang mit der Konzern-

leitung zutrifft, welche gegenüber der E._____ bestanden und deshalb von dieser 

klageweise sanktioniert werden müssten), vermag ihre allfällige Verletzung von 

vornherein keine Haftung der Beklagten (gegenüber der Klägerin) zu begründen. 

Insoweit mangelt es der Klägerin an der Aktivlegitimation zur Geltendmachung 

der betreffenden Pflichtverletzung bzw. ist eine Pflichtverletzung der Beklagten zu 

verneinen, weil es an einer Pflichtstellung resp. am Bestand einer Organpflicht 

gegenüber der A._____ AG mangelt. 

2. Passivlegitimation 

2.1. Organbegriff 

Passivlegitimiert ist, wer bezüglich des klageweise geltend gemachten An-

spruchs in der Pflichtstellung steht (wen das materielle Recht als Anspruchsver-

pflichteten bezeichnet, gegen wen sich der geltend gemachte Anspruch nach den 

gesetzlichen Vorschriften richtet; vgl. Spühler/Dolge/Gehri, a.a.O., Kap. 5 N 105; 

Meier, a.a.O., S. 162). Auch die Passivlegitimation beurteilt sich nach materiellem 

Recht. 

Vorliegend definiert sich der Kreis der Passivlegitimierten nach Art. 754 

Abs. 1 OR. Demnach können formelle, materielle und faktische Organe der kla-

genden Gesellschaft, d.h. Personen, die bei der klagenden Gesellschaft Organ-

aufgaben oder eine organtypische Stellung innehatten, eingeklagt werden (vgl. 

z.B. BGE 128 III 92 E. 3.a S. 93 f.; BGer 4A_306/2009 vom 8.2.2010 E. 7.1.1, je 

m.w.H.). 

2.2. Formelle Organe der Klägerin 

Die Beklagen 12, 13, 15 und 16 waren alle während einer gewissen, unter-

schiedlichen Zeitspanne Mitglieder des Verwaltungsrats der A._____ AG 

(Urk. 271 S. 39 f., S. 57). Ihre formelle Organstellung ist grundsätzlich unbestritten 

- 44 - 

(Urk. 271 S. 57). Sie wurde von der Vorinstanz zu Recht als gegeben erachtet 

(Urk. 271 S. 72 f.). 

2.3. Materielle oder faktische Organe der Klägerin? 

Die Beklagten 1-11 (Mitglieder des Verwaltungsrats und CEO der E._____) 

sowie 14 (CFO der E._____) und 17 (CEO der A._____ AG) bestritten vor Vo-

rinstanz (vgl. Urk. 271 S. 57 ff.) und bestreiten auch im Berufungsverfahren 

(Urk. 328 Rz 209 ff.; Urk. 331 Rz 221 ff.; Urk. 323 Rz 229 ff.; Urk. 309 Rz 186 ff.; 

Urk. 336 Rz 219 ff.; Urk. 318 Rz 209 ff.; Urk. 334 Rz 209 ff.; Urk. 315 Rz 209 ff.; 

Urk. 325 Rz 209 ff.; Urk. 321 Rz 229 ff.; Urk. 305 Rz 233 ff.), dass sie, wie von der 

Klägerin behauptet, bei der A._____ AG eine materielle oder faktische Organstel-

lung gehabt hätten. Die Vorinstanz bejahte auch für diese Beklagten die Passivle-

gitimation (Urk. 271 S. 71 ff.). Die diesbezügliche Betrachtungsweise der Vor-

instanz erscheint prima vista nicht restlos überzeugend, muss jedoch nicht näher 

überprüft werden, da – wie im Folgenden zu zeigen sein wird – die Klage aus an-

deren Gründen ohnehin abzuweisen ist, so dass die Frage der Passivlegitimation 

dieser Beklagten offengelassen werden kann. 

Fraglich wäre in diesem Kontext etwa, ob und gegebenenfalls unter welchen 

Voraussetzungen im Konzern neben der Muttergesellschaft, welche Organaufga-

ben der Tochtergesellschaft wahrnimmt, überhaupt auch deren formelle Orga-

ne/Organpersonen (insbes. die in der Muttergesellschaft nicht operativ tätigen 

Verwaltungsratsmitglieder) materielle oder faktische Organstellung bei der Toch-

tergesellschaft erlangen konnten. Ebenso wäre die Frage zu prüfen, inwieweit ne-

ben dem strategischen Entscheid, ein Cash Pooling-System einzuführen und da-

ran teilzunehmen, das konkrete Set-up, der Betrieb und die Überwachung des 

Cash Pools überhaupt der Verantwortlichkeit nach Art. 754 OR unterliegende 

(strategische) Organaufgaben (der Mutter- oder Tochtergesellschaft) oder bloss 

rein technische/operative Aufgaben unterer Ebenen darstellten, deren Ausübung 

keine Organverantwortlichkeit zu begründen vermag. Schliesslich erscheint auch 

fraglich, ob die Teilnahme der A._____ AG am Cash Pool tatsächlich die in deren 

Organisationsreglement geregelten Finanzkompetenzen/Kreditverträge betroffen 

hatte oder mit dieser Regelung nicht bloss Darlehensverträge mit konzern-

- 45 - 

externen Dritten gemeint waren. Davon würde auch die Beantwortung der Frage 

abhängen, ob überhaupt eine Delegation von Organkompetenzen vorlag. Wie be-

reits erwähnt, kann eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesen Fragen jedoch 

unterbleiben. 

V. Aktienrechtliche Verantwortlichkeit 

1. Klägerischer Vorwurf und Prozessgegenstand 

1.1. Klägerischer Vorwurf 

Die Klägerin begründet ihre Klage im Wesentlichen wie folgt: Die Beklagten 

hätten in verantwortlicher Stellung einen mangelhaft implementierten Cash Pool 

zwecks Zentralisierung der konzernweiten Liquidität errichten und in Betrieb neh-

men lassen und/oder die Teilnahme der A._____ AG an diesem Cash Pool veran-

lasst. Die Konzerngesellschaften, unter ihnen auch die A._____ AG, hätten auf-

grund einer Weisung der Konzern-Muttergesellschaft E._____ daran teilnehmen 

müssen. Damit hätten sie, insbesondere auch die A._____ AG, ihre gesamte Li-

quidität an die Poolführerin, die C._____ B.V., eine andere Konzern-Toch-

tergesellschaft mit Sitz in den Niederlanden, abgeben müssen und auch tatsäch-

lich abgegeben, ohne dass die üblichen Standards wie Bonitätsprüfung und -über-

wachung, Kontoinformationen, Besicherung der gegenüber der Poolleaderin ent-

standenen Forderungen, Festsetzung von Kreditlimiten etc. eingehalten und somit 

taugliche Vorkehrungen zur Begrenzung der den teilnehmenden Gesellschaften 

daraus entstehenden Risiken getroffen worden seien. Dadurch sei für die A._____ 

AG von Beginn weg ein enormes Klumpenrisiko, insbesondere bezüglich deren 

Liquidität, eingegangen und aufrechterhalten worden. Im Weiteren hätten die da-

mals noch im Amt stehenden Beklagten die Teilnahme der A._____ AG am Cash 

Pool trotz Verschlechterung der Bonität der Poolleaderin (bzw. der E._____) und 

der daraus folgenden Gefährdung der ihr gegenüber bestehenden Guthaben nicht 

beendigt. Statt dessen habe man der A._____ AG eine gegenteilige Strategie 

aufgezwungen und diese auch befolgt, indem von den Konzerngesellschaften, un-

ter ihnen auch der A._____ AG, über den Cash Pool in möglichst hohem Umfang 

- 46 - 

Liquidität abgeführt worden sei, um den Finanzbedarf der ausländischen Beteili-

gungsgesellschaften zu decken. Schliesslich hätten diese Beklagten statt der Ge-

sellschaftsinteressen der A._____ AG die Konzerninteressen verfolgt, indem sie 

es unterlassen hätten, in der Krisensituation eine Loslösung der A._____ AG bzw. 

deren Vermögens vom Konzern, d.h. ein sog. Ringfencing vorzunehmen. Die 

konkrete Durchführung des Cash Poolings sei zwar dem Corporate Treasury der 

E._____ übertragen worden. Der verbindliche Entscheid zur Einführung des Cash 

Poolings sowie zum grundsätzlichen Teilnahmezwang der vollständig beherrsch-

ten Konzerngesellschaften sei aber von den Mitgliedern der Finanzdelegation des 

Verwaltungsrates der E._____ bzw. den Mitgliedern des Verwaltungsrates der 

E._____ getroffen worden. Die beklagten Mitglieder der Konzernleitung sowie des 

Verwaltungsrates der A._____ AG und deren CEO (und CFO) hätten an der Fäl-

lung und Umsetzung dieses Entscheides bzw. am Teilnahmeentscheid der 

A._____ AG massgeblich mitgewirkt. Mit diesen Handlungen und/oder Unterlas-

sungen hätten die Beklagten ihnen obliegende Organpflichten gegenüber der 

A._____ AG verletzt.  

Im Zeitpunkt des finanziellen Kollapses der E._____ Ende September 2001 

bzw. der Konkurseröffnung über die C._____ B.V. habe die A._____ AG eine Ge-

samtforderung aus dem Cash Pool gegenüber dessen Betreibergesellschaft 

C._____ B.V. in der Höhe von umgerechnet CHF 68'372'025.50 gehabt (Urk. 2 Rz 

2 und Rz 105 f.). Die C._____ B.V. sei nicht mehr in der Lage gewesen, diese 

Forderung der A._____ AG zu bezahlen. Am 27. März 2002 sei über die C._____ 

B.V. der Konkurs eröffnet worden. Der vorliegend eingeklagte Schaden bestehe in 

der Differenz zwischen der nicht mehr erhältlich zu machenden Cash Pool-

Darlehensforderung der Klägerin gegenüber der Poolbetreiberin C._____ B.V. 

und der Konkursdividende, welche die Klägerin im Konkurs der C._____ B.V. er-

hältlich machen könne (Urk. 121 Rz 37). Im Konkursverfahren der C._____ B.V. 

seien der Klägerin bis anhin vier Interimskonkursdividenden im Betrag von insge-

samt CHF 18'956'204.91 ausbezahlt worden. Zudem habe sich die Klägerin mit 

dem Beklagten 18 in einem Vergleich auf eine Zahlung von CHF 100'000.-- geei-

nigt, welche in der Folge auch geleistet worden sei (Urk. 182 Rz 4). Der Schaden 

- 47 - 

reduziere sich deshalb um weitere CHF 100'000.-- auf CHF 49'315'820.59 

(Urk. 121 Rz 44 und Urk. 263). 

1.2. Prozessgegenstand 

a) Ganz allgemein formuliert, macht die Klägerin mit ihren Vorwürfen gel-

tend, die Beklagten hätten als formelle, materielle und/oder faktische Organe der 

A._____ AG "im Zusammenhang mit der Teilnahme der Klägerin am Cash Poo-

ling des E._____-Konzerns" Pflichtwidrigkeiten begangen (Urk. 121 Rz 2 S. 24 

unten und Rz 78; Urk. 182 Rz 2 S. 27). Insbesondere hätten sie mit dem Ent-

scheid betreffend Teilnahme der A._____ AG am Cash Pool und Nichtbeendigung 

der Teilnahme die Pflicht zur sorgfältigen Vermögensanlage in verschiedener 

Hinsicht verletzt (Urk. 121 Rz 2 S. 25, Rz 78 und S. 103 [Überschrift 4. vor 

Rz 84 ff.] sowie Rz 160 ff. [passim]; Urk. 182 Rz 2 S. 27 f.; Urk. 270 Rz 21, Rz 47 

und Rz 108 S. 120/121 [sowie S. 226, Überschrift 3. vor Rz 223 ff., und Rz 265]; 

s.a. Urk. 227 Rz 8 und Rz 10). (Einziges) Prozessthema ist somit die Teilnahme 

der A._____ AG am Zero Balancing Cash Pool im E._____-Konzern (wie auch die 

Beklagten zutreffend festhalten: Urk. 140 Rz 37; Urk. 156 Rz 31; Urk. 145 Rz 41; 

Urk. 150 Rz 41; Urk. 155 Rz 40; Urk. 141 Rz 42; Urk. 137 Rz 40; Urk. 148 Rz 73; 

Urk. 152 Rz 154; Urk. 134 Rz 61; Urk. 132 Rz 75; Urk. 139 Rz 81). 

Nach klägerischer Ansicht sind die Beklagten mit