# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6c7190b-b9a4-5efa-9b68-93a107377ec7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-04-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 02.04.2003 SB 2003 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-6_2003-04-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 02. April 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 6 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Riesen-Bienz und Vital, Aktuar ad hoc 
Lardi.

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In der strafrechtlichen Berufung 

des E., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Pierluigi Schaad, Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Landquart vom 13. November 2002, mit-
geteilt am 24. Januar 2003, in Sachen gegen den Angeklagten und Berufungsklä-
ger,

betreffend Sachbeschädigung,

hat sich ergeben:

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A. E. wurde am 27. März 1952 in T. geboren und ist Bürger von T.. Er ist 
als Chauffeur/Magaziner tätig und erzielt so ein Einkommen von brutto Fr. 4´500.--
. Daneben führt er mit seiner Ehefrau eine Pferdeschule und erwirtschaftet dabei 
monatliche Nebeneinkünfte von rund Fr. 2´000.--. Für den Betrieb dieser Pferde-
schule hat der Berufungskläger von D. auf dessen Hof mittels langjährigem Vertrag 
einen Stall mit Remise und Umschwung gepachtet. Die beiden Parteien sind seit 
längerem verfeindet und es mussten schon verschiedene Gerichtsverfahren durch-
geführt werden. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist der Berufungskläger 
nicht verzeichnet. Ein Leumundsbericht wurde nicht erstellt.

B. Am 26. Januar 2001 um ca. 16.00 Uhr entdeckte der Berufungskläger 
innerhalb des von D. gepachteten Stalles „S.“ in R. eine funktionstüchtige Überwa-
chungskamera. In der Folge riss er diese Kamera aus der Halterung, wodurch ein 
Sachschaden entstanden ist. Der Berufungskläger begab sich daraufhin auf den 
Polizeiposten U., gab die Kamera ab und  erstattete Anzeige wegen Verletzung des 
Geheim- und Privatbereichs. 

Am Nachmittag des 29. Dezember 2001, ca. um 15.00 Uhr, transportierte der 
Berufungskläger mit einem Traktor seinen Anhänger vom Hof von A. zurück zur 
Liegenschaft S., nachdem D. diesen Anhänger vorgängig eigenmächtig und ohne 
Wissen des Berufungsklägers vom Hof S. wegtransportiert hatte. Auf dem Rückweg 
kam ihm in der V.-Gasse D. in seinem Personenfahrzeug entgegen. Obwohl das 
Kreuzen der beiden Fahrzeuge nicht möglich war, wollte keiner der beiden mit sei-
nem Fahrzeug zurücksetzen. Daraufhin verliess der Berufungskläger den Traktor 
und näherte sich dem Fahrzeug von D.. Unbestritten ist die Tatsache, dass der Be-
rufungskläger in der Folge fahrerseitig das Seitenfenster des Personenfahrzeugs 
mit einem Stein einschlug. Die Aussagen über den genauen Hergang gehen jedoch 
auseinander. Nach Darstellung von D. sei der Berufungskläger „wie ein Wilder“ auf 
ihn losgegangen, habe einen Stein gepackt und damit die Scheibe eingeschlagen. 
Nach Darstellung des Berufungsklägers habe er sich vorerst dem Wagen genähert 
und sich dann mit den Händen auf das leicht geöffnete Seitenfenster abgestützt. D. 
habe daraufhin sofort versucht das Fenster zu schliessen und habe mit einem Sack-
messer herumgefuchtelt und ihm kleinere Verletzungen an der rechten bzw. linken 
Hand zugefügt. Nachdem es D. gelungen sei seine Hand einzuklemmen und er we-
der die Türe von innen öffnen noch die Hand herausziehen konnte, habe er einen 
Stein aufgelesen und die Scheibe eingeschlagen, da er insbesondere gefürchtet 
habe, dass er mit dem Fahrzeug hätte mitgeschleift werden können. D. bestreitet 

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diese Darstellung und macht geltend, die Schnittwunden an den Händen habe sich 
der Berufungskläger bei Einschlagen der Autoscheibe selbst zugefügt. 

Mit einem Attest vom 29. Dezember 2001, bezogen auf E., bestätigte Dr. 
med. B. die „Behandlung wegen diverser kleiner Schnittwunden an der Hand rechts 
und links“.

C. Am 9. März 2001 und am 30. Dezember 2001 stellte D. beim Polizei-
posten U. aufgrund der oben dargelegten Handlungen fristgerecht zwei Strafan-
träge gegen den Berufungskläger, der seinerseits ebenfalls Strafanträge gegen die-
sen stellte. Am 8. Januar 2002 und 12. März 2002 übermittelte das Untersuchungs-
richteramt Chur nach erfolgter polizeilicher Ermittlung und durchgeführten Einver-
nahmen die beiden Strafsachen an den Kreispräsidenten Fünf Dörfer zwecks Prü-
fung, ob gegen den Berufungskläger ein Strafverfahren durchzuführen sei. Nach-
dem eine schriftliche Vernehmlassung des Berufungsklägers eingeholt worden war, 
erliess der Kreispräsident Fünf Dörfer am 4. Juni 2002 ein Strafmandat gegen E., 
mit welchem er den Berufungskläger für  beide ihm vorgeworfenen Delikte wegen 
Widerhandlung gegen Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172 ter Abs. 1 
StGB verurteilte und mit einer Busse von Fr. 300.-- bestrafte.

D. Nach erfolgter Einsprache am 10. Juni 2002 überwies der Kreispräsi-
dent Fünf Dörfer am 12. Juni 2002 die Akten an das Bezirksamt Landquart. Die 
durch den Bezirksrichter C. durchgeführte Untersuchung wurde mit Schlussverfü-
gung vom 21. August 2002 abgeschlossen. Darin wies er darauf hin, dass der Ge-
schädigte berechtigt sei, innert Frist seine zivilrechtlichen Forderungen gegenüber 
dem Angeschuldigten einzureichen. Am 5. September 2002 liess D. durch seinen 
Rechtsvertreter eine entsprechende Adhäsionsklage gegen den Berufungskläger 
einreichen. Darin forderte er vom Berufungskläger die Bezahlung von Fr. 1´343.20 
nebst Zins zu 5% seit 29. Dezember 2001 unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
für denselben. Der Berufungskläger liess mit Schreiben vom 17. September 2002 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Abweisung der Adhäsionsklage bzw. 
deren Verweisung auf den Zivilweg beantragen.

E. E. wurde gemäss Anklageverfügung des untersuchenden Bezirksrich-
ters vom 19. September 2002 wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 172 ter Abs. 1 StGB im Sinne von Art. 17 und 18 StPO 
in Anklagezustand versetzt.

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Am 13. November 2002 wurde die Hauptverhandlung im Rathaus Malans 
durchgeführt. Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers beantragte für seinen Man-
danten in Bezug auf den Sachverhalt vom 26. Januar 2001 die Einstellung des Ver-
fahrens oder eventualiter Freispruch von Schuld und Strafe und in Bezug auf den 
Sachverhalt vom 29. Dezember 2001 Freispruch von Schuld und Strafe.

Mit Urteil vom 13. November 2002, mitgeteilt am 24. Januar 2003, erkannte 
der Bezirksgerichtsausschuss Landquart wie folgt:

„1. E. ist schuldig der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 300.-- bestraft.

3. Die Adhäsionsklage wird auf den Zivilweg verwiesen.

4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Kreisamt Fünf Dörfer in Höhe von Fr. 
150.-- sowie die Verfahrenskosten vor Bezirksgerichtsausschuss Land-
quart, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten inklusive Barauslagen Fr.      249.90

- der Gerichtsgebühr Fr. 1´500.00

total somit Fr. 1´749.90

gehen zu Lasten von E.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

Die Vorinstanz begründet das Urteil im Wesentlichen damit, dass die Ver-
jährung der Tat vom 26. Januar 2001 durch die Überweisung der Akten am 8. Ja-
nuar 2002 vom Untersuchungsrichteramt Chur an das Kreisamt Fünf Dörfer unter-
brochen worden sei, da dies eine verjährungsunterbrechende Untersuchungshand-
lung darstelle. Darüber hinaus beurteilte sie die vom Berufungskläger vorgebrachte 
Notwehrsituation bezüglich des Sachverhaltes vom 29. Dezember 2001 als konstru-
iert, da sich der Berufungskläger in seinen Aussagen widersprochen habe. Die Ver-
weisung der Adhäsionsklage an das Zivilgericht erfolge aufgrund der ungenügen-
den Substantiierung der Forderung durch D..

F. Gegen dieses Urteil liess E. durch seinen Rechtsvertreter am 17. Fe-
bruar 2003 Berufung einlegen und stellte dabei folgende Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil sei in den Ziff. 1, 2 und 4 des Dispositivs aufzu-
heben.

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2. Bezüglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 sei das Verfahren ein-
zustellen. Eventuell sei der Berufungskläger von Schuld und Strafe frei zu 
sprechen.

3. Bezüglich des Sachverhaltes vom 29. Dezember 2001 sei der Berufungs-
kläger von Schuld und Strafe frei zu sprechen.

4. Die Verfahrenskosten des Kreisamtes Fünf Dörfer von Fr. 150.-- und des 
Bezirksgerichtsausschusses Landquart von Fr. 1´749.90 seien auf die Ge-
richtskasse zu nehmen. Dem Berufungskläger sei für seine Verteidigungs-
kosten eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.

5. In Abänderung von Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei 
die Adhäsionsklage bezüglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 ab-
zuweisen und lediglich bezüglich des Sachverhaltes vom 29. Dezember 
2001 auf den Zivilweg zu verweisen.

6. In Ergänzung des angefochtenen Urteils sei der Adhäsionskläger zu ver-
pflichten, dem Adhäsionsbeklagten eine angemessene ausseramtliche 
Entschädigung für das Verfahren vor dem Bezirksgerichtsausschuss Lan-
dquart zu bezahlen.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren zu 
Lasten des Staates und des Adhäsionsklägers.“

Zur Begründung wird in der Berufungsschrift im Wesentlichen ausgeführt, 
dass der Sachverhalt vom 26. Januar 2001 bereits verjährt und für eine Verurteilung 
jedenfalls der subjektive Tatbestand nicht erfüllt sei. Weiter soll mit Fotos und der 
Präzisierung des Ortes bezüglich des Vorfalles vom 29. Dezember 2001 die Not-
wehrsituation nachgewiesen werden.

G. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 
27. Februar 2003 auf eine Vernehmlassung. Sowohl der Bezirksgerichtsausschuss 
Landquart als auch D. liessen sich zur vorliegenden Berufung nicht vernehmen.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in der Rechts-
schrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und deren Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung führen 

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(Art. 141 Abs. 1 StPO). Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheids einzureichen; sie ist zu begründen und 
hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids gerügt werden und 
ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Auf die frist- und formgerechte Berufung ist einzutreten.

2. a) Der Berufungskläger hat nicht die Durchführung einer mündlichen Be-
rufungsverhandlung verlangt. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urteilende 
Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungs-
verhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz in Anwesenheit des Berufungsklä-
gers öffentlich verhandelt hat, bezüglich des strittigen Sachverhaltes keine zusätz-
lichen Aufschlüsse von einer mündlichen Verhandlung zu erwarten sind, im vorlie-
genden Fall vorwiegend Rechtsfragen zur Diskussion stehen, eine reformatio in 
peius ausgeschlossen ist und sich zudem keine Fragen zur Person und zum Cha-
rakter des Berufungsklägers stellen, welche sich nicht mit genügender Hinlänglich-
keit aus den Akten ergeben (vgl. BGE 119 Ia 318 f., Erw. 2b).

b) Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft das erstinstanzliche Urteil in 
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei (Art. 
146 Abs. 1 StPO). Er besitzt somit eine umfassende, uneingeschränkte Kognitions-
befugnis. Wenn - wie im vorliegenden Fall - die Aktenlage die Beurteilung zulässt 
und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, oder der Mangel geheilt ist, 
entscheidet der Kantonsgerichtsausschuss in der Sache selbst (Art. 146 Abs. 2 
StPO, e contrario). Die Rückweisung an die Vorinstanz bildet die Ausnahme (vgl. 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auf-
lage, Chur 1996, S. 376). Eine Rückweisung erweist sich vorliegend nicht als not-
wendig.

3. a) Der Berufungskläger bringt vor, dass der Sachverhalt vom 26. Januar 
2001 im Zeitpunkt der Urteilsfällung des Bezirksgerichtsausschusses Landquart 
verjährt gewesen sei. Vorerst muss geprüft werden, ob die altrechtlichen oder die 
neurechtlichen Verjährungsregeln des Strafrechts im vorliegenden Falle Anwen-
dung finden. Seit dem 1. Oktober 2002 gilt im Strafrecht ein neues Verjährungs-
recht, welches keine Unterscheidung zwischen relativer und absoluter Verjährung 
kennt und eine Verjährung im Rechtsmittelverfahren nicht mehr zulässt. Gemäss 
Art. 337 StGB gilt das neue Verjährungsrecht grundsätzlich nur für Taten, die nach 
Inkrafttreten des neuen Rechts begangen wurden. Das alte Verjährungsrecht gilt 
also grundsätzlich für vor diesem Zeitpunkt begangene Straftaten weiter; es sei 

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denn, das neue Recht ist gegenüber dem älteren Recht das mildere (Schubarth, 
Anwaltsrevue, 3/2003, S. 83 f.). 

Die in Frage stehende Handlung wurde am 26. Januar 2001 begangen. Nach 
der neuen Regelung verjährt gemäss Art. 109 StGB die Strafverfolgung bei Über-
tretungen innert 3 Jahren. Da die altrechtliche relative Strafverfolgungsverjährung 
schon nach 1 Jahr eintritt, ist das neue Recht nicht das mildere und die altrechtlichen 
Verjährungsregeln kommen zur Anwendung (Art. 109 aStGB). 

b) Nach bisherigem Recht gab es für die Strafverfolgung von Übertretun-
gen eine relative Verjährungsfrist von einem Jahr und eine absolute Verjährungsfrist 
von zwei Jahren (Art. 109 aStGB, Art. 72 Ziff. 2 Abs. 2 2. Satz aStGB). Weiter kannte 
das bisherige Recht das Ruhen und Unterbrechen von Verjährungsfristen. Gemäss 
Art. 72 Ziff. 2 Abs. 1 aStGB wird die Verjährung durch jede Untersuchungshandlung 
einer Strafverfolgungsbehörde oder Verfügung eines Gerichts gegenüber dem 
Täter unterbrochen. In einer nicht abschliessenden Aufzählung werden Vorladun-
gen, Einvernahmen, Erlass von Haft- oder Hausdurchsuchungsbefehlen, Anord-
nung von Gutachten oder Ergreifung von Rechtsmitteln gegen einen Entscheid ge-
nannt. Nach bundesgerichtlicher Rechtssprechung ist immer dann eine Unterbre-
chung anzunehmen, wenn eine Tätigkeit der Strafverfolgungsbehörden dem Fort-
gang des Verfahrens dient und nach aussen in Erscheinung tritt. Nach aussen in 
Erscheinung treten setzt jedoch nicht voraus, dass der Angeschuldigte Kenntnis 
vom fraglichen Vorgang erhält; es darf sich aber nicht nur um eine rein verwaltungs-
interne Tätigkeit handeln, wie das Aktenstudium oder telefonische Anfragen (BGE 
115 IV 99 f.; Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, Zürich 
1997, 2. Auflage, N 2 f. zu Art. 72 StGB; vgl. dazu auch Padrutt, a.a.O., S. 119 f. zu 
Art. 76 StPO). So können auch Anzeigen oder selbständige Untersuchungen der 
Polizei oder der Antrag auf Anordnung einer Vor- oder auch einer Strafuntersuchung 
verjährungsunterbrechende Handlungen darstellen (Niggli/Wiprächtiger, Strafge-
setzbuch I, Basler Kommentar, Basel 2003, N 30 zu Art. 72 StGB; Trechsel, a.a.O., 
N 2 zu Art. 72 StGB).

In der Berufungsschrift wird vorgebracht, dass die relative einjährige Ver-
jährungsfrist schon eingetreten sei, weil die Übermittlung der Akten vom Untersu-
chungsrichteramt Chur an das Kreisamt Fünf Dörfer am 8. Januar 2002 keine ver-
jährungsunterbrechende Untersuchungshandlung darstelle. Da die Tat am 26. Ja-
nuar 2001 erfolgte und der Berufungskläger erst am 3. April 2002 vom Kreispräsi-
denten zur Vernehmlassung betreffend Strafmandatsverfahren aufgefordert wurde, 

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sei die relative einjährige Strafverfolgungsverjährung eingetreten. Dieser Auffas-
sung kann nicht gefolgt werden. In der fraglichen Sache wurden am 31. Januar 2001 
der Berufungskläger und am 5. Februar 2001 D. von der Kantonspolizei Graubün-
den einvernommen. In der Folge wurde von der Kantonspolizei am 14. März 2001 
ein Polizeirapport angefertigt. Wie der Untersuchungsrichter in seinem Schreiben 
vom 8. Januar 2002 ausführte, hatte er mit dem Rückzug der fraglichen Strafanträge 
gerechnet, was sich jedoch unter anderem auch wegen den weiteren Auseinander-
setzungen zwischen den Parteien als falsch erwies. Weil der fragliche Vorfall eine 
Übertretung ist, erfolgte dann die Überweisung an den zuständigen Kreispräsiden-
ten. Wie die Vorinstanz zu Recht darlegt, ist der Untersuchungsrichter Teil der Straf-
verfolgungsbehörde und es würde Sinn und Zweck des Gesetzes widersprechen, 
wenn dieser wichtige Schritt in der Zuweisung der Sache im Verfahren nicht als 
verjährungsunterbrechend angesehen würde. Die Überweisung vom Untersu-
chungsrichter an die zuständige Strafverfolgungsbehörde dient dem Fortgang des 
Verfahrens; der Einwand des Rechtsvertreters des Berufungsklägers, dass dieser 
Vorgang aufgrund der Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft für Kompetenzent-
scheide formell nicht korrekt gewesen sei, trifft den Kern der Sache nicht. Gemäss 
Art. 74 Abs. 2 StPO holt der Kreispräsident bei Zweifel über den Übertretungscha-
rakter den Kompetenzentscheid des Staatsanwaltes ein, woraus folgt, dass bei feh-
lenden Zweifeln auch kein Kompetenzentscheid eingeholt werden muss. Im vorlie-
genden Fall musste somit kein Kompetenzentscheid des Staatsanwaltes, welcher 
nur Hinweischarakter besitzt (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 435 f.), eingeholt werden. Der 
Untersuchungsrichter durfte somit die Akten dem im Übertretungsstrafverfahren für 
die Untersuchung zuständigen Kreispräsidenten ohne Vorliegen eines Kompeten-
zentscheides zustellen; damit aber wurde eine Tätigkeit ausgeübt, welche dem Fort-
gang des Verfahrens diente. Die Verjährung wurde somit unterbrochen (vgl. Bei-
spiele in Trechsel, a.a.O., N 2 zu Art. 72. StGB).  Wie in dem vom Berufungskläger 
zitierten Bundesgerichtsentscheid dargelegt wird, ist auch die Kenntnisnahme die-
ser unterbrechenden Untersuchungshandlung durch die betroffene Person selbst 
nicht notwendig (BGE 115 IV 99 f.). Folglich ist die Vorinstanz zu Recht davon aus-
gegangen, dass der Sachverhalt vom 26. Januar 2001 noch nicht verjährt war.

c) In der Berufungsschrift wird weiter gerügt, dass bezüglich des Sach-
verhaltes vom 26. Januar 2001 beim Berufungskläger der subjektive Tatbestand 
nicht erfüllt und dieser folglich von Schuld und Strafe freizusprechen sei. Entgegen 
der Auffassung der Vorinstanz sei die Aussage des Berufungsklägers keine Schutz-
behauptung, wenn er bei der Einvernahme bei der Kantonspolizei am 31. Januar 
2001 zu Protokoll gab, er habe nicht gewusst, dass man die Kamera nicht einfach 

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so herunterreissen könne; dies hätte er sonst nicht getan. Die Vorinstanz stellte 
richtig fest, dass es allgemein bekannt sei, dass elektrische Geräte über ein Kabel 
am Strom angeschlossen seien und der lebenserfahrene, handwerklich tätige Be-
rufungskläger über diese Kenntnisse sicher verfügte. Der Einwand in der Berufungs-
schrift, er sei davon ausgegangen, dass das Kabel nur aus der Steckdose habe 
gezogen werden müssen, ist nicht überzeugend. Wäre der Berufungskläger 
tatsächlich von dieser Annahme ausgegangen, hätte er spätestens als er einen weit 
höheren Widerstand vorgefunden hat, von der gewählten Vorgehensweise absehen 
müssen. Es ist folglich davon auszugehen, dass der Berufungskläger die Verursa-
chung eines Sachschadens zumindest in Kauf genommen hat, indem er die Über-
wachungskamera ohne Rücksicht auf den Stromanschluss aus der Halterung riss. 
Die Vorinstanz hat den Berufungskläger folglich zu Recht der geringfügigen Sach-
beschädigung bezüglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 für schuldig be-
funden.

d) Offen ist noch die Frage, ob der Sachverhalt vom 26. Januar 2001 im 
Verfahren vor dem Kantonsgerichtsausschuss schon verjährt ist. Nach den früheren 
Regeln der Strafverfolgungsverjährung tritt die absolute Verjährung bei Übertretun-
gen nach zwei Jahren ein und sie kann im Gegensatz zum neu gültigen Art. 70 Abs. 
3 StGB noch im Rechtsmittelverfahren eintreten (Schubarth, a.a.O., S. 83). Die Be-
rufung wurde am 17. Februar 2003 und folglich mehr als zwei Jahre nach Erfüllung 
des Tatbestandes am 26. Januar 2001 eingereicht. Diese Tat ist daher vor dem 
Kantonsgerichtsausschuss des Kantons Graubünden verjährt und der Täter kann 
folglich nicht mehr verurteilt werden. Die Berufung ist insoweit teilweise gutzuheis-
sen.

4. a) Als unbestritten gilt, dass der Berufungskläger am 29. Dezember 2001 
D. in der V.-Gasse das fahrerseitige Seitenfenster des Personenfahrzeugs mit ei-
nem Stein einschlug. Der Berufungskläger rügt, dass die Vorinstanz zu Unrecht die 
von ihm vorgebrachte Notwehrsituation als konstruiert ablehnte. Nach den Aussa-
gen des Berufungsklägers hat sich die Sache so zugetragen, dass er sich dem Fahr-
zeug genähert und die Hände auf das leicht geöffnete Seitenfenster abgestützt 
habe. D. habe daraufhin versucht das Fenster zu schliessen und sofort angefangen, 
mit einem Sackmesser herumzufuchteln. Dabei sei er an der eingeklemmten Hand 
verletzt worden. Es sei ihm weder möglich gewesen die eingeklemmte Hand her-
auszuziehen noch mit der anderen Hand die Türe von innen zu öffnen, da er be-
fürchtete, dass der Hund auf dem Rücksitz ihn beissen könnte. Als er noch entspre-
chende Motorengeräusche gehört und Angst gehabt habe, vom möglicherweise 

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rückwärtsfahrenden Fahrzeug mitgeschleift zu werden, habe er einen Stein aufge-
hoben und die Scheibe eingeschlagen.

b) Zu Recht wird in der Berufungsschrift darauf hingewiesen, dass die 
Vorinstanz offenbar von einem falschen Tatort ausgegangen sein muss, wenn sie 
darauf hinweist, dass kein Strassenbord vorhanden gewesen sei, um einen Stein 
aufzuheben. Die zu den Akten eingereichten Fotos von der V.-Gasse belegen, dass 
es an der fraglichen Stelle ein Strassenbord gibt. Dies ändert jedoch nichts an der 
Tatsache, dass sich die Sachverhaltsdarstellungen des Berufungsklägers teilweise 
widersprechen. So hat er anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 30. Dezem-
ber 2001 ausgesagt, dass ihm die Schnittwunden mit dem Sackmesser an der rech-
ten Hand zugefügt worden seien. Bei der Einvernahme vom 21. März 2002 führte 
er als Auskunftsperson aus, dass seine linke Hand mit dem Sackmesser verletzt 
worden sei. Darüber hinaus fehlt es den Angaben des Berufungsklägers an Plausi-
bilität, wenn er auf der einen Seite angeblich die eine Hand nicht habe befreien 
können und auf der anderen Seite behauptet, er habe versucht mit der anderen 
Hand durch die identisch grosse Öffnung die Autotüre von innen zu öffnen. Auch 
wenn der Arzt am 29. Dezember 2001 Schnittwunden an der Hand rechts und links 
feststellte, so lassen die zeitlich nicht weit auseinanderliegenden Aussagen des Be-
rufungsklägers erhebliche Zweifel aufkommen. Abgesehen davon, dass einmal die 
rechte, dann aber wieder die linke Hand mit einem Sackmesser verletzt worden sein 
soll, stellt sich die Frage, weshalb die rechte Hand durch die Fensteröffnung ge-
schoben, nicht aber die linke Hand durch die gleiche Öffnung herausgezogen wer-
den konnte. Es leuchtet deshalb nicht ein, dass die linke Hand angeblich fixiert ge-
wesen sein soll und deshalb die Scheibe mit einem angeblich mit der rechten Hand 
ergriffenen Stein habe eingeschlagen werden müssen. Weiter bringt der Berufungs-
kläger vor, dass er begründete Furcht hatte, vom Fahrzeug mitgeschleift zu werden. 
Er stützt sich dabei auf die Erfahrung bezüglich eines Vorfalles zwischen denselben 
Personen am 1. Oktober 2001. D. wurde wegen dieses Sachverhaltes mit Urteil vom 
23. Oktober 2002 vom Bezirksgericht Landquart der Gefährdung des Lebens 
gemäss Art. 129 StGB schuldig gesprochen, weil er versucht haben soll, den Beru-
fungskläger mit seinem Fahrzeug anzufahren. Es gibt zwar nach Schweizerischem 
Strafrecht keine Pflicht, einer Notwehrsituation ausweichen zu müssen. Dennoch 
sind erhebliche Zweifel angebracht, ob der Berufungskläger tatsächlich diese Be-
fürchtung gehabt hat. Denn obwohl er offenbar am 1. Oktober 2001 von D. beinahe 
angefahren worden war, näherte er sich dessen Fahrzeug und stützte sogar seine 
Hände auf das geöffnete Seitenfenster. Dieses Verhalten bestätigt die Annahme 
nicht, dass der Berufungskläger von einem entsprechend gefährlichen Verhalten 

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des D. ausgegangen ist. Anzufügen bleibt noch, dass sich der Berufungskläger die 
Schnittwunden auch durch Glassplitter zugezogen haben kann. Aber selbst dann, 
wenn ihn D. verletzt haben sollte, hätte er sich – wie dargelegt – zurückziehen kön-
nen, ohne die Seitenscheibe mit einem Stein einzuschlagen. 

c) Wer ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff be-
droht wird, ist gemäss Art. 33 StGB berechtigt, den Angriff in einer den Umständen 
angemessenen Weise abzuwehren. Selbst wenn angenommen würde, dass der 
Berufungskläger von D. mit einem Sackmesser angegriffen worden sei und somit 
ein unmittelbarer Angriff vorgelegen hätte, so muss immer noch geprüft werden, ob 
die Abwehrhandlung verhältnismässig gewesen ist. Nach der schweizerischen 
Lehre und Rechtsprechung muss die Abwehr nach der Gesamtheit der Umstände 
als verhältnismässig erscheinen. Verhältnismässig ist eine Abwehr, wenn kein mil-
deres Mittel zur Verfügung steht, welches den Angriff mit Sicherheit sofort zu been-
den vermag, und wenn die betroffenen Rechtsgüter zueinander nicht in einem kras-
sen Missverhältnis stehen. Zu prüfen sind dabei namentlich die Schwere des An-
griffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsgüter, die Art des Ab-
wehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung (BGE 102 IV 68 E. 2a mit Ver-
weisungen; Niggli/Wiprächtiger, a.a.O., N 11 f. zu Art. 33 StGB).

Wie oben dargelegt, ist entgegen der Darstellung des Berufungsklägers da-
von auszugehen, dass die angeblich linke Hand nicht fixiert war. Er konnte sich 
folglich ohne weiteres aus dem Wirkungsbereich des Angriffs zurückziehen. Somit 
hätte er einer allfälligen Verwundung durch das Sackmesser entgehen können und 
es bestand nie die Gefahr, dass er vom Auto hätte mitgeschleift werden können. 
War die linke Hand jedoch nicht zwischen dem Türrahmen und dem Seitenfenster 
fixiert, ist folglich erstellt, dass es zur Abwehr des Angriffs nicht erforderlich gewesen 
ist, die Seitenscheibe des Fahrzeugs einzuschlagen. Da  das Einschlagen der Sei-
tenscheibe nicht durch die vom Berufungskläger angerufene Notwehr gerechtfertigt 
ist, weil die Notwehrhandlung nicht erforderlich und folglich nicht verhältnismässig 
war, kann die Frage, ob die Schnittwunden tatsächlich von D. mittels eines Sack-
messers zugefügt worden waren, offengelassen werden.

Insgesamt erscheinen die Aussagen des Berufungsklägers nicht überzeu-
gend und die Vorinstanz hat zu Recht die Notwehrsituation bezüglich des Sachver-
haltes vom 29. Dezember 2001 verneint. Sie hat den Berufungskläger somit zu 
Recht der geringfügigen Sachbeschädigung schuldig gesprochen, nachdem dieser 

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nie bestritten hat, die Seitenscheibe des Fahrzeugs mit einem Stein eingeschlagen 
zu haben. Die Berufung ist in diesem Punkt folglich abzuweisen.

5. a) In der Berufungsschrift wird zu Recht darauf hingewiesen, dass dem 
Adhäsionskläger die ausseramtlichen Kosten des Adhäsionsbeklagten auferlegt 
werden können, wenn die Adhäsionsklage auf den Zivilweg verwiesen wird. Dies 
ergibt sich daraus, dass hinsichtlich der Parteikosten in Ermangelung einer beson-
deren strafprozessualen Regelung die Bestimmungen der ZPO analog anzuwenden 
sind; gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO hat somit auch im Adhäsionsverfahren die unter-
liegende Partei dem obsiegenden Prozessgegner in der Regel dessen ausserge-
richtlichen Kosten zu ersetzen; wird die Adhäsionsklage auf den Zivilweg verwiesen, 
so ist der Adhäsionskläger als unterliegende Partei zu betrachten, welche dem Ad-
häsionsbeklagten in der Regel dessen aussergerichtlichen Kosten zu ersetzen hat 
(PKG 1990 Nr. 38; Domenig, Die Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Zürich 
1990, S. 128). Der Berufungskläger rügt, dass die Vorinstanz ihm in diesem Zusam-
menhang eine ausseramtliche Entschädigung mit Hinweis auf den geringen Auf-
wand nicht zugesprochen habe. 

Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers verfasste eine schriftliche Ver-
nehmlassung bezüglich der Adhäsionsklage im Umfange von sechs Seiten. Darü-
ber hinaus musste er an der Hauptverhandlung mündlich zur Adhäsionsklage Stel-
lung nehmen, da der Adhäsionskläger an der Klage festhielt. Damit ist die Feststel-
lung der Vorinstanz, dass der Aufwand derart gering war, dass auf eine Entschädi-
gung verzichtet werden kann, als unzutreffend zu werten. Weiter ist festzuhalten, 
dass im vorliegenden Falle sicherlich keine Ausnahmegründe für das Absehen von 
der ausseramtlichen Entschädigungspflicht des Adhäsionsklägers vorliegen, da die 
Verweisung der Adhäsionsklage auf den Zivilweg auf die ungenügende Substanti-
ierung der Forderungen durch ihn selbst zurückzuführen ist. Der Bezirksgerichts-
ausschuss Landquart hätte daher dem Berufungskläger eine angemessene ausser-
amtliche Entschädigung bezüglich der Adhäsionsklage zusprechen müssen. Auf-
grund des dargestellten Aufwandes ist eine Entschädigung von Fr. 1´000.-- ange-
messen. Die Berufung ist in diesem Punkt folglich gutzuheissen.

b) Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufungsschrift die Abwei-
sung der Adhäsionsklage bezüglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001, weil 
dieser Anspruch verjährt sei. Gemäss Art. 60 Abs. 2 OR gilt für Zivilansprüche, die 
aus einer strafbaren Handlung hergeleitet werden, die Verjährung des Strafrechts, 
sofern eine längere Verjährungsfrist vorgeschrieben ist. Wie oben dargelegt gilt be-

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züglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 eine einjährige relative und eine 
zweijährige absolute Verjährungsfrist. Zivilrechtlich betragen die Verjährungsfristen 
für Forderungen aus unerlaubter Handlung gemäss Art. 60 Abs. 1 OR relativ ein 
Jahr und absolut zehn Jahre. Auf den vorliegenden Anspruch aus Sachbeschädi-
gung sind folglich die zivilrechtlichen Verjährungsregeln anzuwenden.

Im Gegensatz zur strafrechtlichen Verjährung, die mit der Tatbegehung zu 
laufen beginnt, verjährt der Anspruch auf Schadenersatz gemäss Art. 60 Abs. 1 OR 
in einem Jahr von dem Tage an gerechnet, wo der Geschädigte Kenntnis vom Scha-
den und von der Person des Ersatzpflichtigen erlangt hat. D. kannte die Person und 
den Schaden spätestens am 10. März 2001 mit der Entgegennahme der Überwa-
chungskamera von der Polizei. Die Adhäsionsklage wurde von seinem Rechtsver-
treter am 5. September 2002 und folglich weit über ein Jahr nach Beginn der Ver-
jährungsfrist geltend gemacht. Fraglich ist, ob die Vorinstanz zu Recht davon aus-
gegangen ist, dass durch die Unterbrechung der strafrechtlichen Verjährungsfrist 
gemäss Art. 72 aStGB auch die zivilrechtliche Verjährungsfrist unterbrochen wird. 
Selbst für die gemäss Art. 60 Abs. 2 OR auf zivilrechtliche Ansprüche angewandten 
strafrechtlichen Verjährungsfristen gelten die zivilrechtlichen Regeln der Ver-
jährungsunterbrechung von Art. 135 f. OR und nicht von Art. 72 aStGB (Brehm, 
Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 1998, 2. Auflage, N 93 
zu Art. 60 ZGB). Dies hat folglich auch für die zivilrechtliche Verjährungsfrist gemäss 
Art. 60 Abs. 1 OR zu gelten. Art. 135 Ziff. 2 OR enthält eine abschliessende Aufzäh-
lung der Unterbrechungsgründe seitens des Gläubigers (Berti, Zürcher Kommentar 
zum schweizerischen Zivilgesetzbuch, Zürich 2002, 3. Auflage, N 180 zu Art. 135 
OR). Demnach können Untersuchungshandlungen der Strafverfolgungsbehörden 
die zivilrechtlichen Verjährungsfristen nicht unterbrechen. Die Adhäsionsklage be-
züglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 ist daher verjährt und wird aufgrund 
der vom Berufungskläger vorgebrachten Verjährungseinrede abgewiesen. 

6. a) Der Berufungskläger beantragt die Verfahrenskosten des Kreisamtes 
Fünf Dörfer und des Bezirksgerichtsausschusses Landquart auf die Gerichtskasse 
zu nehmen. Soweit das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Landquart jedoch 
bestätigt wurde, sind die Kosten dem Berufungskläger aufzuerlegen. Zu klären ist 
jedoch die Frage, ob die Verfahrenskosten bezüglich des Sachverhaltes vom 26. 
Januar 2001 weiterhin vom Berufungskläger zu tragen sind, auch wenn dieses Ver-
fahren in der Berufung aufgrund der Verfolgungsverjährung vor dem Kantonsge-
richtsausschuss eingestellt werden musste. 

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Grundsätzlich werden bei definitiver Einstellung des Verfahrens die Kosten 
dem Staat auferlegt. Art. 157 StPO bestimmt jedoch, dass bei Freispruch oder bei 
Einstellung des Verfahrens, das heisst wenn der Fall bereits dem Gericht überwie-
sen wurde, dem Angeklagten beziehungsweise Angeschuldigten die Verfahrens-
kosten ganz oder teilweise überbunden werden können, wenn dieser durch sein 
Verhalten begründeten Anlass zur Durchführung der Untersuchung und des Ge-
richtsverfahrens gegeben hat. Im Lichte der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zu Art. 6 Ziff. 2 EMRK wird diese Bestimmung gemäss konstanter Praxis restriktive 
beziehungsweise zugunsten des Betroffenen ausgelegt. Eine Kostenauflage bei 
Freispruch oder Einstellung des Verfahrens kommt höchstens dann in Betracht, 
wenn dem Beschuldigten ein schuldhaftes Verhalten zur Last gelegt werden kann 
und zwischen diesem schuldhaften Verhalten und den auferlegten Kosten ein Kau-
salzusammenhang besteht. Dabei genügt es jedoch nicht, dass der Beschuldigte 
durch sein Verhalten objektiv zur Untersuchung oder Verlängerung des Verfahrens 
Anlass gegeben hat. Das Bundesgericht spricht von einer Haftung für prozessuales 
Verschulden beziehungsweise von einer zivilrechtlichen Grundsätzen angenäher-
ten Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten (vgl. BGE 116 Ia 162 ff., BGE 115 Ia 111 
ff. und 309 ff.; BGE 109 Ia 160 f.). Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis sind zwei 
Gruppen von Fällen zu unterscheiden. So einerseits diejenigen, in denen dem Be-
schuldigten ein prozessuales Verschulden im engeren Sinne zur Last gelegt wird, 
was beispielsweise dann zutrifft, wenn dieser die Untersuchungsorgane durch 
wahrheitswidrige Angaben auf eine falsche Fährte führt oder das Verfahren er-
schwert und verlängert, indem er nicht zu Verhandlungen erscheint. Andererseits 
gibt es jene Fälle, in denen dem Beschuldigten wegen des Verhaltens, das Gegen-
stand des Strafverfahrens war, die Kosten auferlegt werden mit der Begründung, 
dieses Verhalten sei zwar nicht strafbar, aber unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten 
vorwerfbar. Dies ist nur dann der Fall, wenn er in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise, 
das heisst im Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden 
Grundsätze, gegen eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die 
aus der gesamten schweizerischen Rechtsordnung stammen kann, klar verstossen 
und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert 
hat (BGE 119 Ia 332 E. 1b; 116 Ia 162ff.; PKG 1995 Nr. 30; ZR 99 [2000] S. 13 ff., 
S. 24 ff. und S. 178 ff.; prozessuales Verschulden im weiteren Sinne). Die Kosten-
auflage darf sich in tatsächlicher Hinsicht nur auf unbestrittene oder bereits klar 
nachgewiesene Umstände stützen (BGE 112 Ia 371 E. 2a).

b) In den Akten findet sich kein Hinweis darauf, dass der Berufungskläger 
das Verfahren durch sein Verhalten erschwert oder verlängert hätte. Er hat vielmehr 

15

die heruntergerissene Kamera sofort auf dem Polizeiposten U. abgegeben. Ein pro-
zessuales Verschulden im engeren Sinne, das eine Auferlegung der Kosten recht-
fertigen würde, liegt nicht vor. Es bleibt zu prüfen, ob das Verhalten des Berufungs-
klägers als prozessuales Verschulden im weiteren Sinne anzusehen ist, das heisst, 
ob er mit seinem Verhalten klar gegen eine geschriebene oder ungeschriebene 
Norm des schweizerischen Rechts verstossen hat. Der Berufungskläger hat unbe-
strittenermassen die Überwachungskamera heruntergerissen und dabei einen 
Sachschaden verursacht. Wie oben dargelegt hat er zumindest eventualvorsätzlich 
gehandelt und sein Verhalten war kausal für die unfreiwillige Vermögensminderung 
bei D.. Da ein Eingriff in das Eigentum als absolutes Rechtsgut vorliegt, hat er auch 
widerrechtlich im Sinne von Art. 41 OR gehandelt. Demnach handelt es sich beim 
Sachverhalt vom 26. Januar 2001 um eine zivilrechtlich vorwerfbare Handlung im 
Sinne von Art. 41 OR. Auch wenn das Verfahren bezüglich des Sachverhaltes vom 
26. Januar 2001 vom Kantonsgerichtsausschuss definitiv eingestellt werden muss, 
liegt insoweit ein prozessuales Verschulden im weiteren Sinne vor, so dass der Be-
rufungskläger die betreffenden Verfahrenskosten der Vorinstanz zu tragen hat. 

Werden die Kosten dem Angeschuldigten in Sinne der oben dargelegten Pra-
xis auferlegt, entfällt auch der Entschädigungsanspruch (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 
1.8 zu Art. 161 StPO). Das Verhalten des Berufungsklägers ist unter diesen Um-
ständen nämlich – wie dargelegt – als zivilrechtlich vorwerfbar anzusehen, womit 
auch die Voraussetzung der Verweigerung einer Entschädigung gemäss Art. 161 
Abs. 1 Satz 2 StPO (verwerfliches oder leichtfertiges Verhalten) offensichtlich erfüllt 
ist. Das Kriterium der „zivilrechtlich vorwerfbaren Weise“, in welcher gegen eine 
Rechtsnorm klar verstossen worden sein muss, wird – wie in der zürcherischen Pra-
xis – auch in der bündnerischen Praxis seit jeher gleichgesetzt mit den kantonal-
rechtlichen Begriffen „verwerflich“ und „leichtfertig“. Zivilrechtlich vorwerfbar bedeu-
tet eben absichtliches oder fahrlässiges Verhalten im Sinne von Art. 41 OR. Ob mit 
dem Begriff der Verwerflichkeit ein höherer Grad des Verschuldens verlangt wird, 
kann offen bleiben, weil Leichtfertigkeit schon eine genügende Haftungsgrundlage 
darstellt (vgl. ZR 99 Nr. 64, S. 178 ff.). Dass das Verhalten des Berufungsklägers 
zumindest leichtfertig gewesen ist, ergibt sich bereits aus den entsprechenden Er-
wägungen zum Vorfall vom 26. Januar 2001. Von einem Zweifelsfall, bei welchem 
die Kostenauflage zu unterbleiben hätte und eine Entschädigung zuzusprechen 
wäre, kann keine Rede sein, denn wie oben dargelegt hat die Vorinstanz den Beru-
fungskläger zu Recht wegen des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 der geringfü-
gigen Sachbeschädigung für schuldig befunden; die Einstellung des Verfahrens vor 
dem Kantonsgerichtsausschuss ist ausschliesslich auf die im Rechtsmittelverfahren 

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eingetretene, absolute Verfolgungsverjährung zurückzuführen. Ist die Kostenauf-
lage an E. für das vorinstanzliche Verfahren trotz der Einstellung des Verfahrens 
gerechtfertigt und steht ihm für das vorinstanzliche Verfahren auch keine Entschä-
digung zu, so ist seine Berufung in diesen Punkten abzuweisen.

7. Nach dem Gesagten ist das Verfahren wegen Eintritts der Verfol-
gungsverjährung bezüglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 einzustellen, 
die Adhäsionsklage in derselben Sache abzuweisen und der Berufungskläger für 
die Adhäsionsklage vor der Vorinstanz aussergerichtlich angemessen zu entschä-
digen, wie dies in der Berufungsschrift beantragt worden ist. Mit seinen weiteren 
Berufungsanträgen ist E. jedoch nicht durchgedrungen. Es rechtfertigt sich unter 
diesen Umständen, die Hälfte der Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens E. 
und die andere Hälfte dem Kanton Graubünden aufzuerlegen. Letzterer hat den Be-
rufungskläger für dessen Aufwand im Berufungsverfahren zudem angemessen zu 
entschädigen (Art. 160 StPO).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. Das Strafverfahren bezüglich des Vorfalles vom 26. Januar 2001 wegen ge-
ringfügiger Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 172 ter Abs. 1 StGB wird eingestellt.

3. E. ist schuldig der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 172 ter Abs. 1 StGB (Vorfall vom 29. Dezember 
2001).

4. Dafür wird er bestraft mit einer Busse von Fr. 200.--.

5. Die Adhäsionsklage bezüglich des Sachverhaltes vom 26. Januar 2001 wird 
abgewiesen und diejenige bezüglich des Sachverhaltes vom 29. Dezember 
2001 wird auf den Zivilweg verwiesen.

6. Die Kosten des Kreisamtes Fünf Dörfer von Fr. 150.-- sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtsausschusses Landquart von Fr. 1´749.90 gehen zu Lasten 
von E..

7. D. hat  E. für das Adhäsionsverfahren ausseramtlich mit Fr. 1´000.-- zu ent-
schädigen.

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1´500.-- gehen zur Hälfte zu 
Lasten von E. und zur anderen Hälfte zu Lasten des Kantons Graubünden, 
welcher E. für das Berufungsverfahren mit Fr. 500.-- zu entschädigen hat.

9. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

10. Mitteilung an:

__________

18

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: