# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 585176c7-af83-5911-89b3-6c909ef1ab7a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-08-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 16.08.2005 ZB 2005 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2005-33_2005-08-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 16. August 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 05 33

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz und Giger
Aktuar ad hoc Hitz

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

der F. X., Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Wilfried Caviezel, Postfach 414, Masanserstrasse 35, 7001 Chur,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja vom 15. Juni 2005, mitgeteilt 
am 16. Juni 2005, in Sachen der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin

betreffend unentgeltliche Rechtspflege,

hat sich ergeben:

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A. Im Rahmen eines Verfahrens gemäss Art. 85a SchKG reichte F. X. 
am 8. Juni 2005 beim Bezirksgerichtspräsidium Maloja ein Gesuch ein mit dem Be-
gehren, es sei ihr im hängigen Verfahren des E. X. als Kläger die unentgeltliche 
Prozessführung mit Wirkung ab 8. Juni 2005 zu bewilligen und Rechtsanwalt Wil-
fried Caviezel als Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin zu ernennen. 

Das Gesuch wurde damit begründet, dass der Bezirksgerichtspräsident Ma-
loja den Ehemann E. X. verpflichtet habe, der Ehefrau F. X. monatliche Unterhalts-
beiträge von Fr. 5'000.-, beginnend ab 1. Mai 2003, zu bezahlen. Gegen die ange-
hobene Betreibung habe E. X. Rechtsvorschlag erhoben und trotz dem definitiven 
Rechtsöffnungsentscheid bezahle er nach wie vor nichts. Gegen die Verwertung 
der inzwischen gepfändeten Vermögensgegenstände habe der Ehemann gestützt 
auf Art. 85a Abs. 1 SchKG Klage eingereicht und vorsorglich die Einstellung der 
Betreibung verlangt. Die Hauptklage sei inzwischen an das Bezirksgericht Maloja 
prosequiert worden. Im Beschwerdeverfahren vor Kantonsgericht gegen die Mass-
nahmeverfügung habe der Kantonsgerichtspräsident die unentgeltliche Rechts-
pflege bewilligt. Er sei also zum Schluss gekommen, dass F. X. bedürftig sei. Nicht 
unbedeutend sei, dass der Bezirksgerichtspräsident die Unterhaltsforderungen der 
Gesuchstellerin bis zu einem Betrag von CHF 37’929.70 zugunsten ihres früheren 
Anwalts habe verarrestieren lassen. Zur angeblichen Bedürftigkeit liess die Gesuch-
stellerin ausführen, dass sie seit ihrem Rausschmiss im Mai 2003 ohne jeden Ar-
beitserwerb sei und ohne Unterhaltszahlungen auskommen müsse. Es sei ihr nicht 
gelungen, eine Erwerbstätigkeit zu finden, was angesichts der Arbeitslosenzahlen 
in Deutschland nicht erstaunlich sei. Sie habe diverse Lebensversicherungen pfän-
den und Vermögensstücke unter Preis verkaufen müssen. Inzwischen suche sie 
wieder Arbeit in der Schweiz. Zum Existenzbedarf gab sie folgende Zahlen an:

Grundbetrag 1’100

Mietkosten 2’500

Krankenkasse    656

Pensionskasse 1’127

Lebensversicherungen 1’621

3

Darlehenskosten (Be-
lehnung Lebensversi-
cherungen)

1’051

Vorauszahlungsverein-
barung

   120

Existenzbedarf total 8’175

In diesen Beträgen seien die rückständigen Anwaltskosten des früheren Anwalts 
der Gesuchstellerin nicht einberechnet worden.

B. Das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden hat im Sinne von 
Art. 43 Abs. 3 ZPO am 10. Juni 2005 Stellung bezogen. Der Kostenträger vertritt 
die Auffassung, dass der Ehemann zur Alimentenzahlung verpflichtet sei und somit 
die unentgeltliche Prozessführung gegenüber den ehelichen Pflichten subsidiär 
zum Zuge komme. Zudem sei auf die hohen Mietkosten hinzuweisen, welche die 
Gesuchstellerin angebe.

C. Die Gemeinde St. Moritz hat am 9. Juni 2005 ausgeführt, dass das 
steuerbare Einkommen gemäss definitiver Veranlagung für das Jahr 2003 beim 
Ehemann CHF 64'700.- betrage und er kein Vermögen ausweise. E. X. gebe sich 
als Angestellter der G. AG, St. Moritz, aus. Diese habe, wie aus der Liegenschafts-
Stammakte hervorgehe, das Hotel Restaurant H. in St. Moritz erworben. Informati-
onen über allfällige Immobilienverkäufe durch E. X. lägen nicht vor.

D. Mit Verfügung vom 15. Juni 2005, mitgeteilt am 16. Juni 2005, ent-
schied das Bezirksgerichtspräsidium Maloja wie folgt:

 „1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vom 8. 
Juni 2005 im Verfahren gemäss Art. 85a SchKG wird abgewiesen.

2. Die Kosten der Verfügung von CHF 450.- sowie Schreibgebühren von 
CHF 50.- gehen zulasten der Gesuchstellerin und sind fällig und zahl-
bar mit Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung.

3. (Rechtsmittelbelehrung)
4. (Mitteilung).“

Zur Begründung führte das Bezirksgerichtspräsidium Maloja aus, dass es 
wenig glaubwürdig sei, dass die Gesuchstellerin völlig mittellos sei, umso mehr sie 

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weiterhin einen offensichtlich grosszügigen Lebensstil pflege. Desweitern erscheine 
es als unglaubwürdig, dass der Ehemann lediglich ein Einkommen von Fr. 5'300.- 
erziele, da E. X. nach eigenen Angaben zu 100 % wirtschaftlicher Eigentümer der 
G. AG sei. Weiter habe die Gesuchstellerin damals dem Gericht Abtretungsverein-
barungen vorgelegt, so bezüglich der I. mit einem Gesellschaftsanteil von EUR 1 
Mio., der J. GmbH & Beteiligungs KG mit einem Gesellschaftsanteil von USD 
500'000 und der K. GmbH & CO. KG mit einem Gesellschaftsanteil von EUR 
500'000. In einem von der Gesuchstellerin eingereichten Entwurf einer Eheschei-
dungskonvention wurde zudem festgehalten, dass die Parteien aufgrund ihrer indi-
viduellen Einkommensverhältnisse auf gegenseitige Unterstützungsansprüche ver-
zichten würden. Schliesslich hätten die Eheleute in einer Abmachung vom 19. Mai 
2003 vereinbart, dass das zum Stichtag 1. Mai 2003 vorhandene Vermögen im Ver-
hältnis 75 % für E. X. und 25 % für F. X. geteilt werde, wobei das Vermögen mit 
CHF 9.4 Mio. angegeben wurde, wovon F. X. somit CHF 2.35 Mio. zustehen wür-
den. Somit sei die Gesuchstellerin nicht ohne Vermögen und somit nicht prozess-
bedürftig.

E. Gegen diese Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 
15. Juni 2005, mitgeteilt am 16. Juni 2005, erhob der Rechtsvertreter von F. X. am 
7. Juli 2005 Beschwerde beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden mit fol-
genden Rechtsbegehren:

 „1. Es seien die Ziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung aufzuheben 
und die Sache sei zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
und Rechtsverbeiständung an den Bezirksgerichtspräsidenten Maloja 
zurückzuweisen.

2. Es sei der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren vor Kan-
tonsgericht von Graubünden die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und der Unterzeichnete sei als Rechtsbeistand zu ernennen.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz.“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass die Vorin-
stanz insbesondere den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Mitwirkung am Be-
weisverfahren verletzt habe und dass damit der Anspruch auf rechtliches Gehör 
verletzt worden sei. 

Desweitern erweise sich die Ausführung, dass die Beschwerdeführerin ohnehin ein 
Gesuch um Prozesskostenvorschuss durch ihren Ehemann einreichen müsse, als 
willkürlich.

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F. Mit Schreiben vom 11. Juli 2005 beantragt das Bezirksgerichtspräsi-
dium Maloja die Abweisung der Beschwerde.

G. Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie 
in der Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 47a ZPO sind Entscheide über die unentgeltliche Rechts-
pflege, die Bestellung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes und die Festlegung der 
Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes den Betroffenen mitzuteilen 
und können mit zivilrechtlicher Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss 
gemäss Art. 232 Ziff. 8 ZPO angefochten werden. Die Beschwerde ist schriftlich 
unter Beilage des angefochtenen Entscheides innert der peremptorischen Frist von 
20 Tagen seit der Mitteilung des angefochtenen Entscheides beim Kantonsgerichts-
präsidenten einzureichen. In der Beschwerde ist mit kurzer Begründung anzuge-
ben, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen be-
antragt werden. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten.

2. Der Kantonsgerichtsausschuss prüft nur im Rahmen der Beschwerde-
anträge, ob der angefochtene Entscheid oder das vorausgehende Verfahren Ge-
setzesbestimmungen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage wesentlich 
sind (Art. 235 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 236 Abs. 3 ZPO). Im zivilrechtlichen 
Beschwerdeverfahren ist die Kognition des Kantonsgerichtsausschusses auf 
Rechtsverletzungen und willkürliche Tatsachenfeststellungen beschränkt (Art. 235 
Abs. 1 und 2 ZPO). Gleiches gilt grundsätzlich auch dort, wo dem Richter ein Er-
messensspielraum eingeräumt wird; eine Rechtsverletzung liegt in solchen Fällen 
nur dann vor, wenn sich der Gebrauch des Ermessens als rechtsmissbräuchlich 
erweist oder wenn es überschritten wird, das heisst, wenn sich ein Ermessensent-
scheid auf keine sachlich vertretbaren Gründe abstützen lässt oder er dem Gerech-
tigkeitsempfinden in stossender Weise zuwiderläuft (vgl. PKG 1987 Nr. 17, E. 1). 
Die Beschwerde ist somit unter dieser beschränkten Kognitionsbefugnis zu über-
prüfen.

3.a) Dem Wesen der freiwilligen Gerichtsbarkeit entsprechend hat der 
Richter in Sachen der unentgeltlichen Rechtspflege die Tatsachen grundsätzlich 

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von Amtes wegen abzuklären (Art. 43 Abs. 2 ZPO). Die Offizialmaxime gilt indessen 
nur beschränkt. Eine erste Einschränkung besteht darin, dass gemäss Art. 43 Abs. 
1 ZPO das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu begründen ist, und ihm die 
erforderlichen Unterlagen beizulegen sind. Den Gesuchsteller trifft eine erhebliche 
Mitwirkungspflicht (vgl. VPB 2000 Nr. 28, E. 3). Angesichts dieser Bestimmung 
muss von einer Partei, welche Armenrecht beantragt, verlangt werden, dass sie die 
ihr leicht zugänglichen beziehungsweise die sich bereits in ihrem Besitz befindlichen 
Unterlagen ohne weiteres, das heisst ohne hierzu besonders aufgefordert zu sein, 
einreicht. Sie hat eine klare und umfassende Darstellung ihrer finanziellen Situation 
abzugeben, und es sind daran umso höhere Anforderungen zu stellen, je komplexer 
diese Verhältnisse sind (vgl. BGE 120 Ia 181 f., E. 3a). Besonderheiten wie über 
das Normalmass hinausgehende Wohnungskosten, Fahrzeugkosten etc. sind aus-
führlicher zu begründen (vgl. zum Ganzen Norbert Brunner, Die unentgeltliche 
Rechtspflege nach bündnerischer Zivilprozessordnung – unter besonderer Berück-
sichtigung der neueren Praxis des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden, 
in ZGRG 04/03 S. 159; PKG 2001 Nr. 9).

b) Unentgeltliche Rechtspflege – umfassend die Gerichtskostenbefrei-
ung (vgl. Art. 45 Abs. 1 ZPO) und/oder die Bestellung eines Rechtsbeistandes auf 
Kosten des Gemeinwesens (vgl. Art. 46 ZPO) – können Rechtssuchende unter den 
kumulativen Voraussetzungen beanspruchen, dass sie in gewissem Sinne mittellos 
sind und sich das angestrebte Verfahren nicht als offensichtlich mutwillig oder aus-
sichtslos erweist (vgl. Art. 42 ZPO). 

c) Die Mittellosigkeit als Voraussetzung für die Inanspruchnahme von 
Prozesskostenhilfe umschreibt Art. 42 Abs. 1 1. Satz ZPO dergestalt, dass einer 
Partei, die öffentliche Sozialhilfe bezieht oder sonst nicht in der Lage ist, neben dem 
notwendigen Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen für die erforderlichen 
Prozesskosten aufzukommen, die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen ist.

4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz insbeson-
dere ihren Anspruch auf Mitwirkung am Beweisverfahren verletzt habe und dass 
damit der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Die Vorinstanz hat 
das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung der Gesuchstellerin vom 8. Juni 
2005 mit Verfügung vom 15. Juni 2005 u.a. wegen der Vermögenssituation abge-
wiesen. Dabei hat sie auf die Vermögenssituation abgestellt, wie sie sich aus den 

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Scheidungsakten ergab und in der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja 
vom 13. April 2004, mitgeteilt am 14. April 2004, betreffend vorsorgliche Massnah-
men und im Entscheid des Bezirksgerichtsausschusses Maloja vom 30. Juni 2004, 
mitgeteilt am 2. Juli 2004, festgehalten wurde. Die entsprechenden Entscheide lie-
gen bei den Akten und die darin enthaltenen Feststellungen durften in diesem Ver-
fahren verwendet werden, zumal die Entscheide formell rechtskräftig sind. Deswei-
tern wurden diese Entscheide von der Beschwerdeführerin selbst eingereicht, so 
dass die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs von vornherein abwegig ist. 
Ein Beizug aller Urkunden, auf welche sich die Entscheide stützten, ist nicht nötig. 
Jetzige von der Beschwerdeführerin dagegen erhobene Vorbringen sind verspätet. 

Im Übrigen ist dies im vorliegenden Verfahren auch nicht massgebend, da 
sich aus den übrigen Akten auch mit anderer Begründung ergibt, dass das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines Rechtsbeistandes vom 8. Juni 
2005, wie im folgenden zu zeigen sein wird, offensichtlich unbegründet ist.

5. Vorliegend ist strittig und somit zu prüfen, ob die Gesuchstellerin im 
Sinne von Art. 42 Abs. 1 ZPO nicht in der Lage ist, neben ihrem notwendigen Le-
bensunterhalt für die erforderlichen Prozesskosten aufzukommen. Dazu müssen 
zunächst gesondert die Mittel, mithin ein allfälliges Einkommen, und der effektiv not-
wendige Bedarf für den Lebensunterhalt der Gesuchstellerin festgestellt werden. 
Letzterer berechnet sich im vorliegenden Fall, da die Gesuchstellerin keine öffentli-
che Sozialhilfe bezieht, nach den Richtlinien für die Berechnung des betreibungs-
rechtlichen Existenzminimums (vgl. Brunner, a.a.O., S. 168 f.). 

6. Die Gesuchstellerin macht einen Notbedarf von insgesamt Fr. 8'175.- 
pro Monat für sich als Einzelperson ohne Betreuungs- und Unterstützungspflichten 
geltend. Einführend kann festgehalten werden, dass einzelne Positionen weit über-
höht sind, beziehungsweise können einige Positionen (wie im folgenden zu zeigen 
sein wird) gar nicht aufgerechnet werden.

a) Die Gesuchstellerin macht einen Grundbetrag von Fr. 1'100.- geltend. 
Dieser stimmt mit den Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums nach Art. 93 SchKG überein. Gemäss diesen Richtlinien kann 
ein alleinstehender Schuldner einen monatlichen Grundbetrag von Fr. 1'100.- gel-
tend machen (vgl. dazu das Kreisschreiben des Kantonsgerichtsausschusses als 
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs vom 17. Januar 2001 betref-
fend die Änderung der Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 

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Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG). Die meisten Kantone ge-
währen zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum zudem einen Zuschlag. Der 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden hat diesen Freibetrag auf 20 % des 
betreibungsrechtlichen Grundbetrages festgelegt (vgl. Brunner, a.a.O., S. 170; ZB 
02 14, S. 9). Die Gesuchstellerin kann somit einen Grundbetrag von insgesamt Fr. 
1'320.- geltend machen.

b) Bezüglich der Mietkosten macht die Gesuchstellerin Fr. 2'500.- gel-
tend. Grundsätzlich werden nur die effektiv bezahlten Wohnungskosten einschliess-
lich Nebenkosten, soweit letztere nicht bereits im Grundbetrag enthalten sind, 
berücksichtigt. Erscheinen die Wohnungskosten unangemessen hoch, kann nur ein 
Betrag angerechnet werden, der den gegebenen Lebensumständen angepasst ist. 
Grundsätzlich dürfte es dabei dem Gesuchsteller innert weniger Monate möglich 
sein, seine Wohnungskosten entsprechend zu reduzieren, indem er entweder aus 
der zu teuren Wohnung auszieht oder allenfalls einen Nachmieter stellt (vgl. Brun-
ner, a.a.O., S. 169). Die von der Gesuchstellerin geltend gemachten Mietkosten in 
der Höhe von Fr. 2'500.- für eine 2 ½ Zimmer Wohnung in Küsnacht können in die-
ser Höhe nicht angerechnet werden. Desweitern werden diese auch nicht ausge-
wiesen, da bei den Akten lediglich ein (nicht unterzeichneter) Mietvertrag für eine 
Doppelgarage mit einem Mietzins von Fr. 330.- beiliegt (vgl. act. 12). Dieser Betrag 
ist ohnehin nicht anzurechnen, da die Gesuchstellerin nicht auf ein Fahrzeug ange-
wiesen ist. Eine gerechtfertigte Mietkostenhöhe für eine Einzelperson liegt etwa zwi-
schen Fr. 800.- und Fr. 1'000.-. Somit sind von den geltend gemachten Mietkosten 
in der Höhe von Fr. 2'500.- Fr. 1'500.- in Abzug zu bringen, woraus ein Betrag von 
höchstens Fr. 1’000.- für die Position Mietkosten resultiert.

c) Im Zusammenhang mit der Krankenversicherung werden nur die obli-
gatorischen Krankenkassenbeiträge gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) 
angerechnet. Der nicht obligatorische Teil gehört nicht zum betreibungsrechtlichen 
Notbedarf. Ein solcher ist grundsätzlich aus dem Zuschlag zum Grundbetrag zu be-
streiten (vgl. Brunner, a.a.O., S. 170). 

Die von der Gesuchstellerin geltend gemachten Fr. 656.- sind damit zu hoch und 
werden auf einen Betrag von rund Fr. 250.- reduziert. 

d) Bezüglich den geltend gemachten Versicherungen kann folgendes 
festgehalten werden: Wie oben ausgeführt, ist die Ausgangsbasis für die Berech-
nung des prozessualen Notbedarfs das betreibungsrechtliche Existenzminimum. Es 

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rechtfertigt sich daher nicht, noch weitere Ausgaben zuzulassen. Prämien für eine 
Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung sind im Grundbetrag enthalten, so dass 
sie nicht zusätzlich aufgerechnet werden dürfen. Ist die Altersvorsorge eines Ge-
suchstellers mit 1. und 2. Säule hinreichend gewährleistet, bleibt kein Raum für die 
zusätzliche Berücksichtigung von Kosten einer Lebensversicherung (vgl. Brunner, 
a.a.O., S. 170). 

aa) Bezüglich der geltend gemachten Fr. 1'127.- für die Vorsorgeversiche-
rung (Pensionskasse) kann festgehalten werden, dass diese Position grundsätzlich 
vertretbar wäre. In aller Regel ist es aber so, dass die Ehefrau hinsichtlich der Al-
tersvorsorge über den Ehemann versichert ist, zumal im vorliegenden Fall E. X. und 
F. X. immer noch verheiratet sind. Die Gesuchstellerin weist denn auch nicht nach, 
dass sie nicht über ihren Ehemann diesbezüglich versichert sei, beziehungsweise 
eine zusätzliche Versicherung noch nötig wäre. Die Position kann unter diesen Um-
ständen nicht berücksichtigt werden.

bb) Nicht zum Existenzbedarf hinzugerechnet werden können die monat-
lichen Beiträge an die Lebensversicherung. Wie eben erwähnt wird nicht geltend 
gemacht oder gar bewiesen, dass eine solche für die Altersvorsorge der Beschwer-
deführerin notwendig wäre. Überdies kann eine Lebensversicherung jederzeit sis-
tiert oder verkauft werden, so dass daraus keine unabdingbaren Auslagen entste-
hen. 

cc) Ebenso wenig können die monatlichen Darlehenskosten zum Exis-
tenzbedarf hinzugerechnet werden, zumal die Gesuchstellerin nicht nachweist, 
dass die Darlehensschuld zur Bestreitung des notwendigen Lebensaufwandes, d.h. 
zur Anschaffung von Kompetenzstücken, eingegangen wurde.

dd) Bezüglich der Vorauszahlung auf die Lebensversicherung kann auf 
das unter lit. bb) ausgeführte verwiesen werden, womit auch diese Position nicht 
berücksichtigt werden kann.

e) Nach der Praxis des Kantonsgerichtsausschusses können die Ausga-
ben für die laufenden Steuern, unter der Voraussetzung, dass sie bislang regelmäs-
sig bezahlt wurden, bei der Bestimmung des prozessualen Notbedarfs berücksich-
tigt werden. Die Anrechnung der laufenden Steuern nimmt Rücksicht auf den Um-
stand, dass Steuern nicht freiwillig bezahlt werden (vgl. Brunner, a.a.O., S. 171; ZB 
02 14, S. 14 f.). Auslagen für Steuern werden nicht geltend gemacht und es wird 

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auch nicht nachgewiesen, dass solche bezahlt wurden, so dass eine solche Position 
von vornherein entfällt.

f) Aufgrund der oben gemachten Ausführungen resultiert somit ein Exis-
tenzbedarf der Gesuchstellerin von insgesamt ca. Fr. 2’500.- bis max. Fr. 3'000.-.

g) Nur die eigenen Mittel der Gesuchstellerin sowie allenfalls ihre An-
sprüche gegenüber unterstützungspflichtigen Personen können bei der Berechnung 
des prozessualen Notbedarfs massgeblich sein. Bei der Festsetzung des prozessu-
alen Notbedarfs ist zu unterscheiden, ob die Ehegatten in Hausgemeinschaft leben 
oder nicht, wobei im ersteren Fall die Unterhalts- und Beistandspflicht gemäss Art. 
159 Abs. 3 ZGB und Art. 163 ZGB dem Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege 
vorgehen. Das Einkommen des unterstützungspflichtigen Ehegatten ist somit voll-
umfänglich mit einzubeziehen, und es ist der gemeinsame Notbedarf anhand einer 
Gesamtrechnung zu bestimmen. Bei getrennt lebenden Ehegatten ist grundsätzlich 
eine Einzelrechnung durchzuführen. Zu berücksichtigen ist dabei das Nettoeinkom-
men. Erzielt jemand in vorwerfbarer Weise nicht die ihm möglichen Einkünfte, so ist 
ihm ein hypothetisches Einkommen aufzurechnen (vgl. Brunner, a.a.O., S. 171 f.). 
Die Bedürftigkeit ist dann in der Regel zu verneinen, wenn ein Überschuss resultiert 
und der Gesuchsteller daraus die Prozesskosten innert Monaten beziehungsweise 
die Prozesskosten für ein relativ einfaches Verfahren innert einem Jahr und jene für 
ein aufwändigeres Verfahren innert zwei Jahren bestreiten kann (vgl. BGE 118 Ia 
370; ZB 02 23).

Vorliegend ist die Gesuchstellerin frei und ungebunden und lebt von ihrem Ehemann 
getrennt. Sie ist ausgebildete Rechtsanwältin (vgl. act. 14). Nach eigenen Angaben 
ist sie seit Mai 2003 arbeitslos und erzielt seitdem kein Einkommen. Aus den Unter-
lagen geht nicht hervor, dass sich die Gesuchstellerin um Arbeit bemüht hätte. Es 
ist auch nicht von vornhinein anzunehmen, dass sie keine Arbeit finden würde. Es 
ist eher vom Gegenteil auszugehen. Dieser Umstand ist ihr zuzuschreiben und sie 
muss ihn gegen sich gelten lassen. Aufgrund der oben gemachten Ausführungen 
ist der Gesuchstellerin somit ein hypothetisches Einkommen mindestens in der 
Höhe des von ihr geltend gemachten Eigenbedarfs anzurechnen. Die Gesuchstel-
lerin machte in ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 8. Juni 2005 
einen Existenzbedarf von insgesamt Fr. 8'175.- geltend. Bei einem vorliegend er-
rechneten Notbedarf von ca. Fr. 3'000.- stehen der Gesuchstellerin somit ca. Fr. 
5'000.- pro Monat als Überschuss zur Verfügung, um die Prozesskosten zu bezah-
len. 

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h) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorausset-
zungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nicht gegeben sind, da 
die Bedürftigkeit der Gesuchstellerin nicht ausgewiesen ist. Da diese nicht gegeben 
ist, erübrigen sich entsprechende Ausführungen in Bezug auf eine allfällige fehlende 
Aussichtslosigkeit des Hauptverfahrens. Auf die Ausführungen im Zusammenhang 
mit dem Vermögen muss unter diesen Umständen ebenfalls nicht eingegangen wer-
den. Ebenso wenig auf die zugesprochenen Fr. 5'000.- als monatliche Unterhalts-
zahlungen an die Gesuchstellerin durch ihren Ehemann. In analoger Anwendung 
von Art. 229 Abs. 3 ZPO kann darauf aber verwiesen werden. Die Beschwerde er-
weist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

7. Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem 
Rechtsmittel nicht durchzudringen vermochte, gehen die Kosten dieses Verfahrens 
in Anwendung von Art. 122 Abs. 1 ZPO vollumfänglich zu ihren Lasten. Die Verfah-
renskosten werden, da sie in vergleichbaren Fällen der unentgeltlichen Rechts-
pflege den ausgesprochenen Charakter eines Sozialtarifs tragen und sich somit im 
unteren Rahmen des Kostentarifs im Zivilverfahren bewegen, auf Fr. 500.- festge-
setzt (vgl. Kostentarif im Zivilverfahren, BR 320.075).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 500.- gehen zu 
Lasten der Beschwerdeführerin.

3. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: