# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bdddd40-9eed-59f8-acbc-df8da4886678
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.02.2014 SB130312
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130312_2014-02-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer   
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130312-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie der 

Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hauser 

 

Urteil vom 6. Februar 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. S. Keel,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 

betreffend Schändung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht, 
vom 14. Januar 2013 (GG120013) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Septem-

ber 2012 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(berichtigte Fassung, Urk. 35) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.–  

(entsprechend Fr. 3'600.–), wovon 1 Tagessatz als durch Haft erstanden ist. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

4. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 

14. Oktober 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 15. Dezember 2011 beschlagnahmten  

Gegenstände werden von der für die Lagerung zuständigen Stelle, FOR Zürich, vernichtet. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'412.75  Gebühr für die Führung das Vorverfahren 

Fr.      amtl. Verteidigung (ausstehend) 

Fr. 4'912.75   

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Der Beschuldigte wird überdies verpflichtet, der Privatklägerin eine Parteientschädigung in 

der Höhe von Fr. 7'377.90 zu bezahlen. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Berufung)" 

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Berufungsanträge 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 59 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Schändung freizusprechen. 

2. Die Anträge der Staatsanwaltschaft gemäss Anschlussberufung vom 

24. Juli 2013 seien abzuweisen. 

3. Die Gerichtskosten und die Kosten der amtlichen Verteidigung seien 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung von Fr. 1'000.– (für 1 Tag 

Haft Fr. 300.– und Fr. 700.– Aufwand [EV plus HV]) zuzusprechen. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 60 S. 1) 

1. Die Berufung des Beschuldigten A._____ sei abzuweisen. 

2. Das Urteil des Einzelrichters des Bezirksgerichts Dielsdorf vom  

14. Januar 2013 sei im Schuldpunkt zu bestätigen. 

3. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei anklagegemäss mit einer 

Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 9'000.–) 

sowie einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen. 

4. Die erstandene Haft (1 Tag) sei anzurechnen. 

5. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 

Probezeit von zwei Jahren. 

6. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse sei 

auf 5 Tage festzusetzen. 

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7. Die Kosten des Verfahrens und des Berufungsverfahrens seien dem 

Beschuldigten aufzuerlegen. 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin: 

(Urk. 62 S. 1) 

1. Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft und im Übrigen  

Bestätigung des Urteils der Vorinstanz vom 14.1.2013. 

2. Dem Beschuldigten seien die Kosten des Berufungsverfahrens aufzu-

erlegen und er sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Prozessent-

schädigung von Fr. 3'769.30 zu bezahlen. 

 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit (begründetem und berichtigtem) Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, 

Einzelgericht, vom 14. Januar 2013 wurde der Beschuldigte der Schändung im 

Sinne von Art. 191 StGB schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe 

von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.– bestraft, unter Anrechnung von einem Tag Haft 

und unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. Er wurde verpflichtet, der  

Privatklägerin eine Genugtuung in Höhe von Fr. 2'000.– zuzüglich 5% Zins ab 

14. Oktober 2011 zu bezahlen, im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren 

der Privatklägerin abgewiesen. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 

wurde auf den Zivilweg verwiesen. Ferner wurden die Vernichtung diverser  

beschlagnahmter Gegenstände angeordnet, die Kosten festgesetzt und diese  

sowie diejenigen der amtlichen Verteidigung dem Beschuldigten auferlegt. 

Schliesslich wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin eine Partei-

entschädigung in Höhe von Fr. 7'377.90 zu bezahlen (Urk. 31 S. 26).  

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1.2. Gegen das schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil (Urk. 26) meldeten  

der Beschuldigte mit Eingabe vom 23. Januar 2013 und die Staatsanwaltschaft 

mit Eingabe vom 24. Januar 2013 fristgerecht Berufung an (Urk. 29, Urk. 30).  

Die anschliessenden Berufungserklärungen erfolgten ebenfalls innert Frist 

(Urk. 36, Urk. 38). 

1.3. Nach Zustellung der Berufungserklärungen an die jeweiligen Gegenparteien 

(Urk. 40) ging das Datenerfassungsblatt des Beschuldigten am 23. August 2013 

hierorts ein (Urk. 42 bis Urk. 44/1). Anschlussberufung wurde nicht erhoben und 

es wurden weder Beweisanträge noch Anträge im Hinblick auf die personelle  

Zusammensetzung des Gerichts gestellt.  

1.4. Auf Antrag der Privatklägerin wurde mit Präsidialverfügung vom 7. Oktober 

2013 die Publikumsöffentlichkeit von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen. 

Akkreditierten Gerichtsberichterstattern wurde die Teilnahme an der Berufungs-

verhandlung mit der Auflage gestattet, in ihrer Berichterstattung nichts zu erwäh-

nen, das die Identifikation der Privatklägerin erlauben würde (Urk. 50 S. 4).  

1.5. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte 

in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. X._____, der 

Staatsanwalt lic. iur. S. Keel sowie die erbetene Vertreterin der Privatklägerin, 

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, erschienen sind (Prot. II S. 6), waren weder Vor-

fragen zu entscheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 8-9). Das vorlie-

gende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 16-18). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte lässt das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des Schuld-

spruchs (Dispositiv-Ziffer 1), der Sanktion (Dispositiv-Ziffern 2 und 3), der zu-

gunsten der Privatklägerin festgesetzten Genugtuung (Dispositiv-Ziffer 6) sowie 

der Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 8) anfechten (Urk. 59; Prot. II S. 8-9).  

2.2. Die Staatsanwaltschaft beschränkt die Berufung auf das Strafmass (Disposi-

tiv-Ziffer 2; Urk. 38 S. 2 und Urk. 60 S. 1).  

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2.3. Damit ist das vorinstanzliche Urteil in den folgenden Punkten unangefochten 

geblieben und demnach in Rechtskraft erwachsen (Art. 399 Abs. 3 StPO in Ver-

bindung mit Art. 402 und 437 StPO; Prot. II S. 8): 

- Verweis des Schadenersatzbegehrens der Privatklägerin auf den Zivilweg 

(Dispositiv-Ziffer 4), 

- Vernichtung der beschlagnahmten Gegenstände (Dispositivziffer 6), 

- Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7). 

Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen 

(Art. 404 StPO). 

3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

3.1. Anklagesachverhalt und Standpunkt des Beschuldigten 

3.1.1. Die Anklage führt zusammengefasst aus, die Privatklägerin habe den  

Beschuldigten am Abend des 13. Oktober 2011 kennengelernt und ihn wenige 

Stunden später bei sich zu Hause in einem separaten Zimmer übernachten  

lassen. Um ca. 01.30 Uhr bis 03.00 Uhr des 14. Oktober 2011 habe sich der  

Beschuldigte in das Zimmer der Privatklägerin begeben. Er sei auf dem Bett über 

sie gestiegen und habe sich zu ihr ins Bett gelegt. Daraufhin habe er sie, währen-

dem sie geschlafen habe, ca. 5 Minuten an ihrer rechten Brust berührt und ihr 

während 15 bis 20 Minuten zwischen die Beine gefasst und sie an der Scheide 

berührt, wobei er schliesslich versucht habe, unter der Unterhose mit einem  

Finger in die Scheide der Geschädigten einzudringen. Infolge dieser Berührungen 

sei sie erwacht und habe, noch benommen von Schlaf und Alkohol, gedacht, dass 

ihr Freund neben ihr liege. Aufgrund der fordernden Berührungen habe sie nach 

einer nicht näher bestimmbaren Zeitdauer bemerkt, dass nicht ihr Freund neben 

ihr gelegen sei. Sie habe sich anfänglich im Halbschlaf gegen die Berührungen 

des Beschuldigten nicht wehren können. Erst nach einer gewissen Zeit, in wel-

cher sich die Geschädigte über die Situation richtig bewusst geworden sei, habe 

sie den Beschwerdeführer unverzüglich aus dem Zimmer gewiesen (vgl. Urk. 15). 

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3.1.2. Die Vorinstanz hat den bestrittenen und unbestrittenen Anklagesachverhalt 

korrekt wiedergegeben, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 5-7, 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend und präzisierend ist Folgendes festzuhalten: 

Der Beschuldigte anerkennt den Sachverhalt grösstenteils, wobei namentlich die 

Zeitangaben in der Anklageschrift auf seinen Aussagen beruhen. Er macht aber 

im Berufungsverfahren - wie schon vor Vorinstanz - im Wesentlichen geltend, die 

Privatklägerin sei nicht widerstandsunfähig gewesen. Sie sei bereits erwacht, als 

er zu ihr ins Bett gestiegen bzw. neben ihr gelegen sei. Entsprechend habe er die 

sexuellen Handlungen an der wachen Privatklägerin vorgenommen und aufgrund 

ihren Reaktionen sei er davon ausgegangen, dass sie damit einverstanden  

gewesen sei. Zudem habe er auch deshalb von einem Einverständnis der Privat-

klägerin ausgehen dürfen, da sie ihn nach Hause genommen habe, sie ihm ange-

boten habe, in ihr Zimmer zu kommen, wenn er nicht schlafen könne, und 

schliesslich habe sie sich vor seinen Augen ausgezogen und ihm zu guter Letzt 

auch noch einen Klaps auf den Hintern gegeben, als er sich zur Bettruhe  

verabschiedet habe (Urk. 58 S. 3 ff.; Urk. 59 S. 4 ff.; Urk. 25 S. 2 ff.).  

3.1.3. Es ist somit in der Folge zu prüfen, ob der vom Beschuldigten bestritte  

Anklagesachverhalt aufgrund der vorliegenden Beweismittel rechtsgenügend  

erstellt ist. 

3.2. Grundsätze der Beweiswürdigung 

3.2.1. In einem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld  

hohe Anforderungen zu stellen. Gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV  

fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime 'in dubio pro reo' ist 

bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die wegen einer 

strafbaren Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (BGE 127 I 40, BGE 120 

Ia 31 E. 2b). Angesichts der Unschuldsvermutung, die auch in Art. 10 Abs. 1 der 

neuen Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) statuiert ist, besteht somit 

Beweisbedürftigkeit, das heisst, der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle 

objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen, woraus folgt, 

dass der Beschuldigte seine Unschuld nicht zu beweisen hat (BGE 127 I 40 f.). 

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3.2.2. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, sind die 

Depositionen frei zu würdigen (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher 

Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu unter-

suchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den 

inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die 

Angaben erfolgen. Beim Abwägen von Aussagen ist zwischen der Glaubwürdig-

keit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben zu unterscheiden.  

Während erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden 

kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, 

ob sich der behauptete Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht 

(Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Die all-

gemeine Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen  

Stellung auch aus ihrem wirtschaftlichen Interesse am Ausgang des Verfahrens 

sowie vor allem aus deren persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den  

übrigen Prozessbeteiligten. Bei der Würdigung von Aussagen darf jedoch nicht 

einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden 

abgestellt werden, denn dies lässt nach neueren Erkenntnissen keinen allge-

meinen Rückschluss auf die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu. Massgebend ist 

vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Äusserungen. 

Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist generell auf Struktur-

brüche innerhalb einer Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf Wider-

sprüche, vor allem aber auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von  

Realitätskriterien und das Fehlen von Lügensignalen zu achten (Bender/Nack/ 

Treuer, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. Auflage, München 2007, S. 72 ff., 

vgl. auch Rolf Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaus-

sagen, SJZ 81, 1985, S. 53 ff.).  

3.2.3. Im Bereich rechtfertigender Tatsachen trifft den Beschuldigten indes eine 

gewisse Beweislast. Seine Behauptungen müssen plausibel sein; es muss ihnen 

eine gewisse Überzeugungskraft zukommen. Zumindest bedarf die Behauptung 

des Beschuldigten gewisser Anhaltspunkte, sei es in Form konkreter Indizien oder 

einer natürlichen Vermutung für seine Darstellung, damit sie als Entlastungstat-

sache dem Urteil zugrunde gelegt wird. Ein strikter Beweis kann hingegen vom 

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Beschuldigten nicht verlangt werden; doch muss seine Behauptung glaubhaft 

sein. Wenn die belastenden Beweise nach einer Erklärung rufen, welche der  

Beschuldigte geben können müsste, dies jedoch nicht tut, darf nach Massgabe 

des gesunden Menschenverstandes der Schluss gezogen werden, es gebe keine 

mögliche Erklärung und er sei schuldig. Nichts anderes kann gelten, wenn er zwar 

eine Erklärung gibt, diese aber unglaubhaft oder gar widerlegt ist. Der Grundsatz 

"in dubio pro reo" zwingt somit nicht dazu, jede entlastende Angabe des Beschul-

digten, für deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vor-

handen ist, als unwiderlegt zu betrachten. Nicht jede aus der Luft gegriffene 

Schutzbehauptung braucht durch einen hieb- und stichfesten Beweis widerlegt  

zu werden (Bundesgerichtsentscheide 6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011,  

E. 1.6, und 6B_562/2010 vom 28. Oktober 2010, E. 2.1; vgl. auch Beschlüsse des 

Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 5. Oktober 2005, AC050005, S. 10 f.; 

Pra 90 (2001) Nr. 110 S. 43, und vom 3. September 1991, 91/177S, S. 5 f.). 

3.3. Rechtliches im Allgemeinen 

Den Tatbestand der Schändung nach Art. 191 StGB erfüllt, wer eine urteilsunfähi-

ge oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum 

Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung 

missbraucht. Widerstandsunfähig im Sinne von Art. 191 StGB ist, wer nicht  

imstande ist, sich gegen ungewollte sexuelle Kontakte zu wehren. Die Bestim-

mung schützt somit Personen, die einen zur Abwehr ausreichenden Willen zum 

Widerstand gegen sexuelle Übergriffe nicht oder nicht sinnvoll bilden, äussern 

oder betätigen können. Dabei genügt, dass das Opfer nur vorübergehend zum 

Widerstand unfähig ist. Erforderlich ist, dass die Widerstandsfähigkeit gänzlich 

aufgehoben und nicht nur beeinträchtigt oder eingeschränkt ist. Bei blosser - z.B. 

alkoholbedingter - Herabsetzung der Hemmschwelle ist keine Widerstands-

unfähigkeit gegeben. Widerstandsunfähigkeit wird nach der Rechtsprechung unter 

anderem bejaht, wenn es dem Opfer unmöglich ist, den Angriff auf seine  

geschlechtliche Integrität abzuwehren, weil er von ihm nicht wahrgenommen wird. 

Aber auch ein Opfer, welches den Angriff wahrnimmt, kann nach der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung widerstandsunfähig sein. So wurde die Wider-

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standsunfähigkeit eines Opfers bejaht, welches sich nach dem Erwachen, schläf-

rig und alkoholisiert, über die Identität des Sexualpartners irrte und daher in die 

sexuellen Handlungen einwilligte (BGE 119 IV 230). Widerstandsunfähigkeit  

wurde ferner bejaht, wo das (wache) Opfer während einer Massage zu sexuellen 

Handlungen missbraucht wurde (BGE 133 IV 49 E. 7.2. und E. 7.4.; vgl. auch die 

Urteile des Bundesgerichts 6B_140/2007 vom 30. Juli 2007 E. 5.2, 6B_128/2012 

vom 21. Juni 2012). 

3.4. Widerstandsunfähigkeit 

3.4.1. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Aussagen des Beschuldigten aus-

führlich wiedergegeben und ist mit überzeugenden Erwägungen zum Schluss  

gekommen, dass der Beschuldigte bereits sexuelle Handlungen an der Privat-

klägerin vorgenommen hatte, bevor sie erwachte, mithin als sie noch am Schlafen 

war (Urk. 35 S. 8-11). Diesen Erwägungen ist zuzustimmen. Es kann somit voll-

umfänglich darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachstehenden 

Ausführungen sind damit lediglich ergänzender und präzisierender Natur. 

3.4.1.1. Anlässlich der ersten Einvernahme am Tag des Vorfalls (14. Oktober 

2011) führte der Beschuldigte bei der Polizei klar und unmissverständlich aus, 

dass die Privatklägerin geschlafen habe, als er sich zu ihr ins Bett gelegt und ihr 

an die Brust und zwischen die Beine gefasst habe. Dann sei sie erwacht und  

habe sogleich um sich geschlagen (Urk. 2/1/1 S. 6). Weiter gab er in dieser ersten 

Einvernahme an, es sei richtig, dass er sie mit seinem Finger gestreichelt und 

stimuliert habe. Er gebe auch zu, dass er mit seinem Finger in sie habe ein-

dringen wollen. So weit sei es aber nicht gekommen, da die Privatklägerin aufge-

wacht sei (Urk. 2/1/1 S. 7). Diese erste Aussage erfolgte unmittelbar nach dem 

fraglichen Vorfall und wirkt sehr glaubhaft.  

3.4.1.2. Im weiteren Verlauf der Untersuchung schwächte der Beschuldigte aller-

dings die bereits gemachten Aussagen vor der Polizei kontinuierlich ab. So mach-

te er in der zweiten Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft am 6. Juni 2012  

geltend, die Privatklägerin hätte spätestens dann erwachen müssen, als er zu ihr 

ins Bett gestiegen sei. Er würde erwachen, wenn sich jemand in sein Bett legen 

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würde (Urk. 2/1/2 S. 3). Auf die Frage, ob die Privatklägerin erwacht sei, als er ins 

Bett gestiegen sei oder als er sie berührt habe, erklärte der Beschuldigte:  

"Das zweite" (Urk. 2/1/2 S. 8). Dass die Privatklägerin aber tatsächlich wach  

gewesen sei, stellte er indes nicht explizit fest. Angesichts der zuvor bei der 

Polizei gemachten klaren Aussagen wirkt diese neue Behauptung konstruiert und 

ist als blosse Schutzbehauptung zu würdigen, was die Vorinstanz zu Recht fest-

stellte (Urk. 35 S. 9 f.). Der Beschuldigte wusste beim Betreten des Zimmers der 

Privatklägerin, dass es mitten in der Nacht war, dass sie schlief und dass sie  

zuvor (mit ihm) Alkohol getrunken hatte. Somit konnte er nicht einfach davon aus-

gehen, dass sie allein durch das ins Bett Steigen des Beschuldigten zwingend 

aufwachen würde.  

3.4.1.3. Eine noch weiter abgeschwächte Version gab der Beschuldigte schliess-

lich anlässlich der Berufungsverhandlung an. So führte er aus, die Privatklägerin 

habe es wahrgenommen, als er über sie gestiegen sei und sie zu streicheln be-

gonnen habe (Urk. 58 S. 4), bzw. sie sei dann erwacht, als er über sie gestiegen 

sei und er begonnen habe, sie zu berühren (Urk. 58 S. 6). Er habe die Beschul-

digte aber nicht geweckt, indem er beispielsweise an der Tür geklopft oder sie zu-

erst angesprochen habe (Urk. 58 S. 7). Aus welchen Umständen der Beschuldigte 

hätte schiessen können, dass die Privatklägerin tatsächlich wach gewesen sei 

bzw. sie bewusst wahrgenommen habe, dass er über sie ins Bett gestiegen ist, 

machte der Beschuldigte indessen nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. 

Wenn der Beschuldigte dies allein aus dem Umstand, dass die Privatklägerin 

nichts dagegen gehabt habe, als er sie gestreichelt habe (Urk. 58 S. 4), bzw. dass 

sie auf seine intimen Berührungen mit Stöhnen und tiefem Atmen reagiert habe  

(Urk. 58 S. 5; vgl. ebenso die Verteidigung, Urk. 59 S. 6), ableiten will, kann dem 

nicht gefolgt werden. Es entspricht dem Wesen eines sexuellen Übergriffs bei  

einem schlafenden Opfer, dass dieses die sexuellen Handlungen nicht bewusst 

wahrnehmen kann. Somit ist es naheliegend, dass das schlafende Opfer ent-

weder gar nicht oder dann unbewusst auf die sexuellen Handlungen reagiert. 

Selbst wenn die Privatklägerin aufgrund der sexuellen Handlungen des Beschul-

digten lauter zu atmen und zu stöhnen begonnen hätte, liesse sich daraus weder 

schliessen, dass die Privatklägerin erwacht sei, noch dass sie sein Handeln  

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toleriere. Auch in diesem Punkt erscheint die spätere Aussage des Beschuldigten 

als reine Schutzbehauptung, während seine ursprüngliche Aussage, die Privat-

klägerin habe während seiner Handlungen geschlafen und sich nach dem  

Erwachen sogleich gewehrt (Urk. 2/1/1 S. 6), viel realistischer wirkt.  

3.4.1.4. Sodann ergibt sich auch aus den Aussagen der Privatklägerin, dass  

bereits erste sexuelle Handlungen stattgefunden haben, als sie noch am Schlafen 

war. So führte sie in der ersten Einvernahme bei der Polizei aus, sie sei dann ins 

Bett gegangen und eingeschlafen. Sie sei dann erwacht und habe gedacht, ihr 

Freund sei jetzt da. Sie habe eine Umarmung gespürt und dass sie jemand  

anfasse (Urk. 2/2/1 S. 9). Auf die Frage, wieso sie erwacht sei, gab die Privat-

klägerin an, sie habe das Gefühl gehabt, dass sexuell etwas abgehe. Sie habe 

gespürt, dass sie unten jemand anfasse (Urk. 2/2/1 S. 10). Ebenso führte die  

Privatklägerin in der zweiten Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft aus, sie sei 

schlafen gegangen und an das Nächste, woran sie sich erinnern könne, sei, dass 

sie aufgewacht sei und gemerkt habe, dass sie nicht alleine sei (Urk. 2/2/2 S. 5). 

Sie habe nicht gemerkt, dass der Beschuldigte in ihr Bett gestiegen sei und sich 

neben sie gelegt habe. Sie sei erst erwacht, als sie gemerkt habe, dass jemand 

hinter ihr liege. Sie habe dann realisiert, dass fremde Hände unter ihrem T-Shirt 

gewesen seien (Urk. 2/2/2 S. 10). Die Privatklägerin führte somit klar, konstant 

und nachvollziehbar aus, dass sie erst dann erwachte, als der Beschuldigte  

bereits bei ihr im Bett lag und sie berührte. Entsprechend kann daraus kein  

anderer Schluss gezogen werden, als dass der Beschuldigte - entgegen den Aus-

führungen der Verteidigung (Urk. 59 S. 2-3) - bereits sexuelle Handlungen an der 

Privatklägerin vornahm, als diese noch am Schlafen war.  

3.4.1.5. Wenn die Verteidigung aus den Aussagen der Privatklägerin, in welchen 

sie die sexuellen Handlungen des Beschuldigten beschreibt, zu schliessen ver-

sucht, dass sie während sämtlichen Handlungen des Beschuldigten wach  

gewesen sein soll (Urk. 59 S. 3), so verkennt sie, dass die Privatklägerin - wie 

vorstehend erwähnt - klar, konstant und unmissverständlich aussagte, dass sie 

eben erst dann erwachte, als sie die Berührungen des Beschuldigten wahr-

genommen hat. Folglich musste der Beschuldigte die Privatklägerin bereits  

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berührt bzw. gestreichelt haben, als diese noch schlief. Die Verteidigung macht 

sodann geltend, dass identische Aussagen der Parteien vorlägen (Urk. 59 S. 3-4). 

Dies stimmt allerdings nur in Bezug auf die erste Einvernahme des Beschuldigten, 

in welcher er - wie dargelegt - ausführte, die Privatklägerin habe geschlafen, als 

er sich zu ihr ins Bett gelegt und ihr an die Brust und zwischen die Beine gefasst 

habe. Da der Beschuldigte in den weiteren Einvernahmen aber diese Darstellung 

abschwächte, liegen gerade keine identische Aussagen der Parteien mehr vor. 

Und wenn die Verteidigung schliesslich ausführt, der Beschuldigte habe nicht  

ansatzweise das Gefühl gehabt, er habe etwas Unrechtes getan, er habe kein  

Unrechtbewusstsein, da er davon ausgegangen sei, der Sex sei einvernehmlich 

gewesen (Urk. 59 S. 9), so wird übersehen, dass der Beschuldigte in seiner  

ersten Einvernahme Reue und Einsicht bekundete. So gab er auf die Frage, wie 

er sein Verhalten bezeichnen würde, klar und unmissverständlich an: "Ich bereue 

es. Es tut mir leid. Es ist mir klar, dass dies falsch von mir war" (Urk. 2/1/1 S. 7). 

Und weiter fügte er an: "Es tut mir leid" (Urk. 2/1/1 S. 7). Damit kann - entgegen 

der Verteidigung - ohne Weiteres von einem Unrechtbewusstsein des Beschuldig-

ten gesprochen werden. 

3.4.1.6. Es steht damit zweifelsfrei fest, dass die Privatklägerin schlief und damit 

widerstandsunfähig im Sinne von Art. 191 StGB war, als der Beschuldigte die  

ersten sexuellen Handlungen an ihr vornahm. Weder die Aussagen des Beschul-

digten noch die Ausführungen der Verteidigung vermögen diesen Schluss in 

Zweifel zu ziehen.  

3.4.1.7. Die Vorinstanz hat allerdings offen gelassen, wie lange der Beschuldigte 

an der schlafenden und damit widerstandsunfähigen Privatklägerin sexuelle 

Handlungen vornahm, bis diese erwachte (vgl. Urk. 35 S. 7-13). Die Zeitdauer 

dieser Handlungen ist aber im Hinblick auf die Strafzumessung für die Beurteilung 

der objektiven Tatschwere massgeblich. Entsprechend ist nachstehend zu prüfen, 

wie lange der Beschuldigte die Privatklägerin sexuell berührte, bis diese erwachte 

und diese Handlungen wahrnahm. 

Die Privatkläger führte hierzu in der ersten Einvernahme bei der Polizei aus, sie 

sei erwacht und habe gedacht, ihr Freund sei jetzt da. Sie habe eine Umarmung 

- 14 - 

gespürt und dass sie jemand anfasse. Es sei dann relativ intim geworden 

(Urk. 2/2/1 S. 9). Auf die Frage, wieso sie erwacht sei, führte die Privatklägerin 

aus, sie habe das Gefühl gehabt, dass sexuell etwas abgehe. Sie habe gespürt, 

dass jemand sie unten, zwischen den Beinen, also an der Scheide, anfasse 

(Urk. 2/2/1 S. 10). Ebenso schilderte die Privatklägerin in der zweiten Einvernah-

me vor der Staatsanwaltschaft, sie sei aufgewacht und habe gemerkt, dass sie 

nicht alleine sei. Im ersten Moment, das heisst in der ersten Sekunde, habe sie 

gedacht, ihr Freund sei gekommen. Plötzlich seien da Hände gewesen, die sie 

berührt hätten. Sie habe dann gewusst, dass es nicht ihr Freund sein könne, da 

dieser sie nie an solch intimen Orten anfassen würde, wenn sie schlafe. Sie habe 

dann zunächst nicht gewusst, was sie tun solle und sei schockiert gewesen. Im 

ersten Moment habe sie dann versucht, sich im Bett zu wehren, habe sich abge-

wendet und mit den Beinen um sich geschlagen; der Beschuldigte habe aber ein-

fach nicht aufgehört. Die Hand sei immer wieder unter die Decke gekommen und 

habe sie zurückgedrückt (Urk. 2/2/2 S. 5). 

Der Beschuldigte seinerseits legte in der polizeilichen Einvernahme am Tattag 

dar, er habe der - noch immer schlafenden - Privatklägerin mit seiner rechten 

Hand an die rechte Brust und danach zwischen ihre Beine gefasst. Dies habe er 

von vorne wie auch von hinten gemacht. Er habe sie ca. eine Minute lang auf  

der Unterhose bei ihrer Vagina gestreichelt. Dann sei sie erwacht und habe so-

gleich um sich geschlagen (Urk. 2/1/1 S. 6). In der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 6. Juni 2012 sagte der Beschuldigte dann, er habe die Privat-

klägerin während ca. 3 bis 5 Minuten an der Brust angefasst (Urk. 2/1/2 S. 6) und  

ca. 15 bis 20 Minuten zwischen den Beinen stimuliert (Urk. 2/1/2 S. 7). In der  

Einvernahme vom 26. September 2012 (nach der Befragung des Freundes der 

Privatklägerin als Zeuge) erklärte der Beschuldigte demgegenüber, er wisse nicht 

mehr, wie lange er die Privatklägerin intim berührt habe (Urk. 2/1/4 S. 2). 

Wie aus den vorstehend wiedergegebenen Aussagen des Beschuldigten ersicht-

lich ist, hat er die schlafende Privatklägerin zunächst an der Brust und hernach 

zwischen den Beinen berührt. Diese Reihenfolge der Geschehnisse stimmt  

damit insofern mit den Angaben der Privatklägerin überein, wonach sie nach dem  

- 15 - 

Erwachen gespürt habe, dass jemand sie zwischen den Beinen anfasst habe. 

Durchaus realistisch und mit sämtlichen Aussagen vereinbar ist, dass der  

Beschuldigte die Privatklägerin zunächst während "ca. 3 bis 5 Minuten" an der 

Brust angefasst hatte. Wenn der Beschuldigte sodann die Privatklägerin  

"ca. 15 bis 20 Minuten" zwischen den Beinen stimuliert haben will, so beschlägt 

das in Beachtung der Aussagen der Privatklägerin offensichtlich zu einem  

grossen Teil die Zeit, in welcher die Privatklägerin bereits (halb-) wach war und 

sich zu wehren begann. Aus diesem Grund ist vielmehr von seiner ersten hierzu 

gemachten Angabe auszugehen, wonach er sie während "ca. einer Minute"  

zwischen den Beinen stimuliert hat und dann merkte, dass sie aufwachte und sich 

wehrte. 

Zusammengefasst kann damit festgehalten werden, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin während knapp fünf Minuten an der Brust und zwischen den Beinen 

sexuell berührte, bis sie aufwachte und diese Handlungen wahrnahm. 

3.4.2. Der Beschuldigte setzte sodann die sexuellen Handlungen fort, nachdem 

die Privatklägerin erwacht war und die Berührungen bemerkt hatte. Dies hat die 

Vorinstanz als nicht weiter beachtlich qualifiziert, da zu diesem Zeitpunkt der Tat-

bestand der Schändung bereits erfüllt gewesen sei (Urk. 35 S. 15; vgl. ebenso die 

Staatsanwaltschaft, Urk. 60 S. 3-4). Dieser Auffassung kann so nicht gefolgt  

werden. Da die Privatklägerin geltend macht, sie hätte nach dem Aufwachen  

gedacht, ihr Freund liege neben ihr im Bett (Urk. 2/2/1 S. 9), stellt sich die Frage, 

ob die Widerstandsunfähigkeit der Privatklägerin nach ihrem Aufwachen noch 

fortbestand. Diese Frage ist deshalb relevant, da sich die Dauer der Schändung  

- wie bereits ausgeführt - auf das Verschulden und damit die Strafe auswirkt.  

Es ist somit zu prüfen, ob und gegebenenfalls wie lange die Privatklägerin auch 

nach ihrem Erwachen widerstandsunfähig im Sinne von Art. 191 StGB war. 

3.4.2.1. Die Privatklägerin gab in der polizeilichen Einvernahme an, sie habe, als 

sie erwacht sei, zuerst gedacht, es sei ihr Freund, der neben ihr im Bett liege und 

sie intim angefasst habe. Doch ihr Freund würde sie aber nie so anfassen, wenn 

sie im Bett schlafe. "Die Berührungen waren fordernd, sexuell, beängstigend. Ein 

- 16 - 

komisches Gefühl hat mich überfallen, etwas war hier ganz falsch. Ich nahm mein 

Handy und leuchtet zum vermeintlichen Freund rüber. Mein Freund würde mich 

nie so anfassen. Er kam immer wieder unter mein T-Shirt, unter meine Unterhose. 

Ich habe dann einen Finger gespürt und ich wusste, dass dies falsch sei" 

(Urk. 2/2/1 S. 9). Erwacht sei sie, weil sie das Gefühl gehabt habe, dass sexuell 

etwas abgehe. Sie habe gespürt, dass sie unten jemand anfasse (Urk. 2/2/1 

S. 10). Sie habe deshalb die Decke genommen und um sich gewickelt. Er habe 

aber die Decke wieder weggezerrt und ihr wieder in die Hose gefasst. Da habe 

sie sich gedacht, dass das definitiv nicht ihr Freund sein könne. Er habe die  

Decke zwei- oder dreimal weggerissen (Urk. 2/2/1 S. 11). "In der ersten Sekunde" 

habe ihr Körper schon auf die Stimulation reagiert, weil sie geglaubt habe, dass 

es ihr Freund sei. Dann habe sie aber heftig reagiert und ihn immer wieder weg-

gedrückt, weil er weiter "herumgefingerlet" und immer wieder versucht habe,  

zwischen ihre Beine zu gelangen, wo er versucht habe, sie zu stimulieren und 

herumgerieben habe "wie ein Wilder" (Urk. 2/2/1 S. 11-12). Auf Nachfrage  

schilderte die Privatklägerin dann nochmals, wie sie sich gewehrt habe: "Im ersten 

Moment rollte ich mich ab und nahm die Decke und rollte mich darin ein. Ich halte 

sie dann auch fest. Er riss die Decke richtiggehend von mir. Ich nahm die Decke 

wieder und schlang sie schützend um mich. Ich fing auch an mit meinen Beinen 

wie auszuschlagen". Als sie es dann "richtig gecheckt" habe, habe sie ihn ange-

schrien (Urk. 2/2/1 S. 13). Sehr authentisch und absolut nachvollziehbar schilder-

te die Privatklägerin weiter ihre Gefühle: "Es ist unbeschreiblich, es sind so viele 

Gefühle. Ich bin erwacht, Schockzustand, dann gelähmt, nicht gewusst wie  

wehren, ausgenützt blossgestellt, eine Art verkauft, gezwungen zu etwas. Dann 

ein riesen Hass und Wut; nein nicht mit mir. Dann kam eine Hilflosigkeit, was  

mache ich jetzt. Dann muss ich das Ungeheuer weg bringen. Irgendwie ist da 

auch Scham, dass es überhaupt jemand schafft, einen so anzufassen" (Urk. 2/2/1 

S. 14). 

Diese Aussagen bestätigte die Privatklägerin in der staatsanwaltschaftlichen  

Einvernahme weitgehend deckungsgleich. Sie wiederholte, dass sie "in der ersten 

Sekunde" gedacht habe, ihr Freund sei gekommen. An den Händen und am  

Vorgehen habe sie aber gemerkt, dass er es nicht war ("Es hat sich total falsch 

- 17 - 

angefühlt. Mein Freund würde mich nie an solch intimen Orten anfassen, wenn 

ich schlafe"). Sie habe dann zunächst nicht gewusst, was sie tun solle und sei 

schockiert gewesen. Im ersten Moment habe sie dann versucht, sich im Bett zu 

wehren, habe sich abgewendet und mit den Beinen um sich geschlagen; der  

Beschuldigte habe aber einfach nicht aufgehört. Die Hand sei immer wieder unter 

die Decke gekommen und habe sie zurückgedrückt (Urk. 2/2/2 S. 5). Sie wisse 

nicht, wie lange das gedauert habe; gefühlsmässig habe es ewig gedauert. Sie 

habe einfach dagelegen und nicht gewusst, wie sie sich wehren solle. Dann  

hätten sich aber ihre Gefühle von Scham und Hilflosigkeit in eine Wut umge-

wandelt (Urk. 2/2/2 S. 6). Auch hier wiederholte die Privatklägerin, dass der  

Beschuldigte versucht habe, ihr mit seiner Hand zwischen die Beine zu greifen 

und mit seinen Fingern einzudringen, obwohl sie sich gewehrt habe. Auf die  

Frage, weshalb sie sich nicht sofort gewehrt habe, erklärte die Privatklägerin, sie 

habe erstens sehr tief geschlafen und zweitens eine gewisse Zeit gebraucht, um 

zu realisieren, dass es sich nicht um ihren Freund gehandelt habe. Sie habe 

schon gespürt, dass es nicht ihr Freund sein konnte, da sie dieser nicht derart  

anfasse. Sie habe es aber zuerst nicht begriffen, da sie auch gedacht habe, es 

könne nicht sein und sei absurd (Urk. 2/2/2 S. 10). Sie wiederholte, das Gefühl 

gehabt zu haben, ewig so dagelegen zu haben; sie habe sich nicht früher wehren 

können, sei schockiert und wie gelähmt gewesen. Sie habe sich versteift, wohl 

aus Angst auch intensiver geatmet und versucht, sich abzuschotten und die  

Decke um sich zu ziehen, damit der Beschuldigten nicht mehr so nahe war  

(Urk. 2/2/2 S. 11). Auf Nachfrage der Verteidigung wiederholte die Privatklägerin, 

dass sie "innert ein paar Sekunden" gemerkt habe, dass es sich nicht um ihren 

Freund gehandelt habe, als sie berührt worden sei (Urk. 2/2/2 S. 13). 

3.4.2.2. Der Beschuldigte gab hierzu in der ersten Einvernahme zu Protokoll, dass 

die Privatklägerin - nachdem er sie auf der Unterhose bei ihrer Vagina gestreichelt 

habe - erwacht sei und sogleich um sich geschlagen habe (Urk. 2/1/1 S. 6).  

Anlässlich der zweiten Einvernahme meinte er sodann, er habe gemerkt, dass sie 

auf seine Berührungen mit "Schnaufen" reagiert habe. Ab diesem Moment sei ihm 

klar gewesen, dass sie das auch wolle. Mit Schrecken habe er festgestellt, dass 

sie plötzlich um sich geschlagen bzw. herumgeschrien habe (Urk. 2/1/2 S. 3-4).  

- 18 - 

Er nehme an, sie sei darüber erschrocken, dass sie ihn mit ihrem Freund ver-

wechselt habe (Urk. 2/1/2 S. 8). Auf Ergänzungsfrage des Verteidigers bestätigte 

er die Aussagen der Privatklägerin, wonach sie sich versteift und deshalb ver-

sucht habe, die Decke um sich zu winden. Dieses Verhalten der Privatklägerin 

habe er aber nicht als "Nein" verstehen müssen, denn sonst hätte sie ja etwas 

gesagt (Urk. 2/1/2 S. 12). Anlässlich der Hauptverhandlung meinte der Beschul-

digte hierzu sogar, er habe gemeint, dieses Verhalten der Privatklägerin (das Ver-

steifen und der Versuch, die Decke um sich zu winden) gehöre dazu (Urk. 22 

S. 7). 

3.4.2.3. Die Aussagen der Privatklägerin sind übereinstimmend, plausibel und 

wirken erlebt. Demgegenüber vermögen die - teilweise widersprüchlichen und 

insbesondere im Laufe des Verfahrens immer mehr abgeschwächten - Ausfüh-

rungen des Beschuldigten die Schilderungen der Privatklägerin nicht in Zweifel zu 

ziehen. Vielmehr bestätigte er selber, dass die Privatklägerin sich zu wehren  

begonnen habe, dass sie sich versteift und versucht habe, die Decke um sich zu 

winden.  

3.4.2.4. Es ist somit - gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin - davon auszu-

gehen, dass die Privatklägerin nach dem Erwachen im ersten Moment meinte, ihr 

Freund liege neben ihr im Bett und berühre bzw. streichle sie. Aufgrund der  

konkreten Berührungen hat sie allerdings bereits "innert ein paar Sekunden"  

gemerkt, dass es nicht ihr Freund ist, weshalb sie sich zu wehren begann, wenn 

auch zunächst in einem etwas eingeschränkt wachen Zustand (versteifen, weg-

drehen, Decke um sich ziehen, wegdrücken, mit den Beinen um sich schlagen) 

und zuerst nicht erfolgreich, weil sich der Beschuldigte über ihren Widerstand 

hinwegsetzte ("Ich habe gedacht, das gehöre dazu", Urk. 22 S. 7) und er weiter-

hin versuchte, der Privatklägerin zwischen die Beine zu greifen und ihr auch die 

Decke mehrmals wegzog. 

3.4.2.5. Die Privatklägerin befand sich während des Erwachens bis zum Zeit-

punkt, als sie realisierte, dass nicht ihr Freund neben ihr lag, in einer Situation, die 

mit der Konstellation in BGE 119 IV 230 vergleichbar ist. Sie wurde durch die 

Handlungen des Beschuldigten mitten in der Nacht allmählich wach und befand 

- 19 - 

sich damit in einem schläfrigen Zustand. Zudem war sie am fraglichen Abend  

alkoholisiert, was vom Beschuldigten selbst bemerkt wurde. So führte er aus, die 

Privatklägerin sei "ebenfalls ein wenig betrunken" gewesen. Das habe er bemerkt, 

weil sie aus dem Mund nach Alkohol gerochen habe "und wie sie herumlief" 

(Urk. 2/1/2 S. 13). Und schliesslich befand sich die Privatklägerin in einer  

Situation, in der sie nicht damit rechnen musste, von einem Fremden sexuell  

angegangen zu werden. Entsprechend ging sie im ersten Moment von der irrigen 

Annahme aus, ihr Freund, den sie zu dieser Zeit auch tatsächlich erwartete, liege 

neben ihr und berühre bzw. streichle sie.  

Die Schläfrigkeit, die Alkoholisierung sowie der Irrtum in Bezug auf die Person 

des Täters haben - insbesondere aufgrund der Summierung all dieser Faktoren  

- die Widerstandsfähigkeit der Privatklägerin - entgegen der Verteidigung (Urk. 59 

S. 10-13) - vollumfänglich aufgehoben. Damit war sie während diese Zeitspanne - 

mithin für "ein paar Sekunden" - noch immer widerstandsunfähig im Sinne von 

Art. 191 StGB.  

3.4.2.6. Nachdem die Privatklägerin aber realisiert hatte, dass nicht ihr Freund 

neben ihr liegt und sie berührt, begann sie sich - wie bereits dargelegt - gegen 

diese Berührungen zu wehren. Auch wenn diese Abwehrhandlungen zunächst 

aufgrund des wohl immer noch schläfrigen Zustands nicht wirkungsvoll waren 

bzw. sich der Beschuldigte über diesen Widerstand hinwegsetzen konnte, kann 

ab diesem Zeitpunkt nicht mehr von einer vollumfänglichen Aufhebung der Wider-

standsfähigkeit und damit von einer Widerstandsunfähigkeit im Sinne von Art. 191 

StGB ausgegangen werden.  

Ob das Verhalten des Beschuldigten ab dem Zeitpunkt, als die Privatklägerin  

bemerkt hatte, dass nicht ihr Freund bei ihr im Bett lag, gegebenenfalls unter  

einen anderen Tatbestand (insbesondere denjenigen der sexuellen Belästigung 

gemäss Art. 198 StGB) fällt, kann vorliegend bereits aus prozessrechtlichen 

Gründen (Verbot der reformatio in peius) offen gelassen werden. 

 

- 20 - 

3.5. Keine Einwilligung 

3.5.1. Den Aussagen des Beschuldigten in der ersten Einvernahme vom  

14. Oktober 2011 lässt sich entnehmen, dass ihm von Anfang an bewusst war, 

dass sexuelle Kontakte von der Privatklägerin nicht erwünscht waren. So führte er 

hierzu aus: "Sie sagte mir vorgängig klar, dass zwischen uns nichts sein werde, 

da sie in einer Beziehung stehe (Urk. 2/1/1 S. 4)." Auf die Frage, ob er sich insge-

heim erhofft habe, die Privatklägerin werde ihre Meinung ändern und sich mit ihm 

vergnügen, erklärte er: "Nein, solche Gedanken hatte ich nicht. Es war für mich 

klar, dass ich zu ihr übernachten gehe. Mehr nicht (Urk. 2/1/1 S. 5)." Spätere  

Andeutungen der Privatklägerin, die er als Meinungsänderung interpretiert hätte 

oder hätte interpretieren können, brachte er in dieser ersten Einvernahme nicht 

vor. Das Ausziehen der Privatklägerin vor ihm stand nach seinen Schilderungen 

offenkundig im Zusammenhang mit ihrem Zubettgehen bzw. Umziehen und nicht 

mit einem Annäherungsversuch. Auch der in späteren Einvernahmen vorgebrach-

te Klaps der Privatklägerin auf seinen Po oder annähernde Berührungen in der 

Bar wurden von ihm in jener ersten Einvernahme nicht erwähnt. Gemäss seiner 

Schilderung wollte er die Privatklägerin zum sexuellen Kontakt umstimmen, ohne 

dass diese ihm zuvor Andeutungen gemacht hätte, dies zu wünschen (vgl. 

Urk. 2/1/1 S. 5 f.). Diese Sachdarstellung fügt sich widerspruchsfrei in die  

Beschreibung des Vorfalls durch die Privatklägerin (vgl. Urk. 2/2/1 S. 6 ff.,  

Urk. 2/2/2 S. 4 ff.). 

3.5.2. Im Verlauf der Untersuchung änderte der Beschuldigte seine Aussagen und 

stellte sich in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 6. Juni 2013 auf den 

Standpunkt, nicht die Privatklägerin, sondern er sei das Opfer, und sie habe ihn 

getäuscht (Urk. 2/1/2 S. 2). Sie habe ihm durch das Umziehen vor ihm sexuelle 

Avancen gemacht und diese durch den Klaps auf den Hintern verstärkt (Urk. 2/1/2 

S. 3; ebenso Urk. 2/1/3 S. 2). In der Folge gab er sodann an, sie habe ihm ange-

boten, dass er zu ihr ins Zimmer kommen könne, wenn irgend etwas wäre 

(Urk. 2/1/3 S. 2) bzw. wenn er nicht schlafen könne (Urk. 22 S. 4). Diese ent-

lastenden Ausführungen sind als blosse Schutzbehauptungen zu werten. Wenn 

ihm die Privatklägerin tatsächlich sexuelle Avancen gemacht haben sollte, wäre 

- 21 - 

wohl davon auszugehen, dass der Beschuldigte bereits in der ersten Einvernah-

me ein derartiges Verhalten der Privatklägerin erwähnt hätte, um seine Handlun-

gen zu rechtfertigen. Dies hat er aber - wie gesehen - gerade nicht getan.  

3.5.3. Beim Umziehen stand die Privatklägerin gemäss den Aussagen des  

Beschuldigten mit dem Rücken zu ihm. Sie sah nicht, dass er ihr dabei zusah. Als 

Begründung, weshalb er von einem bewussten Ausziehen vor ihm ausgegangen 

sei, führte der Beschuldigte aus, "man" merke das einfach und fühle sich  

beobachtet (Urk. 2/1/2 S. 11). Dem ist zu widersprechen. Das Verhalten der  

Privatklägerin war unverkennbar weder als Annäherungsversuch beabsichtigt, 

noch konnte es als solcher verstanden werden. Offenkundig wechselte die Privat-

klägerin lediglich ihre Kleider für das Zubettgehen. Dass "man" schliesslich ohne 

Weiteres bemerken soll, wenn jemand einem beim Umziehen von hinten zusieht, 

kann schliesslich nicht - insbesondere nicht in dieser Absolutheit - im Ernst  

behauptet werden. 

3.5.4. Auch dass die Privatklägerin ihm einen Klaps auf den Po gegeben haben 

soll, der als sexuelle Avance hätte gedeutet werden können, erscheint unglaub-

haft, nachdem die Privatklägerin dem Beschuldigten gegenüber - gemäss seiner 

eigenen Darstellung - im Vorfeld klar ausdrückte, dass keine sexuellen Kontakte 

stattfinden würden, mehrfach ihren Freund erwähnte und den Beschuldigten in 

einem separaten Zimmer unterbrachte.  

3.5.5. Sodann erfolgte die erwähnte Einladung der Privatklägern, er könne zu ihr 

ins Zimmer kommen, wenn irgend etwas wäre (Urk. 2/1/3 S. 2) bzw. wenn er nicht 

schlafen könne (Urk. 22 S. 4), offenkundig erst in Anpassung an die Aussagen 

der Privatklägerin, welche im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 

14. Oktober 2011 erklärt hatte, sie habe eine gute Gastgeberin sein wollen und zu 

ihm gesagt habe, wenn er nicht schlafen könne, könne er sie wecken, also fürs 

Reden (Urk 2/2/1 S. 9). Unter diesen Umständen ist zwar erstellt, dass die Privat-

klägerin die genannte Aussage machte. Dass dabei eine Einladung zu sexuellen 

Handlungen gemeint war, erscheint im geschilderten Kontext jedoch abwegig und 

wurde auch vom Beschuldigten nicht in dieser Weise verstanden, zumal er  

andernfalls bereits in der ersten Einvernahme davon berichtet hätte.  

- 22 - 

3.5.6. Wie erwähnt trifft den Beschuldigten im Bereich der rechtfertigenden Tat-

sachen eine gewisse Beweislast. Demzufolge kann aus der Unschuldsvermutung 

nicht abgeleitet werden, dass zu Gunsten des Beschuldigten von seiner späteren 

Sachverhaltsdarstellung auszugehen ist. Vielmehr ist zu prüfen, ob diese Version 

insgesamt plausibel ist und ihr eine gewisse Überzeugungskraft zukommt. Dies ist 

vorliegend nicht der Fall. Die im späteren Verlauf des Verfahrens geschilderten 

Beteuerungen des Beschuldigten wirken - wie gezeigt - konstruiert und lebens-

fremd. Demgegenüber erscheint der vom Beschuldigten bei der Polizei geschil-

derte Geschehensablauf, welcher keine Hinweise auf eine Einwilligung oder ein 

widersprüchliches Verhalten der Privatklägerin beinhaltet, glaubhaft und realitäts-

nah. Diese Aussage erfolgte unmittelbar nach dem Vorfall, also zu einem Zeit-

punkt, zu welchem die Erinnerung noch frisch war, womit dieser Aussage beson-

dere Glaubhaftigkeit zukommt. Da der Beschuldigte dabei keinerlei Andeutungen 

oder Hinweise machte, wonach die Privatklägerin ihm widersprüchliche Signale 

gesendet habe, erscheint die anderslautende Behauptung des Beschuldigten  

unglaubhaft und ist - wie erwähnt - als reine Schutzbehauptung zu würdigen.  

3.5.7. Es ist somit festzuhalten, dass die Privatklägerin keine sexuellen Avancen 

oder entsprechende Andeutungen machte, woraus der Beschuldigte hätte 

schliessen können, dass sie sexuelle Handlungen mit ihm wünscht. Folglich liegt 

keine vorgängige Einwilligung in die inkriminierten Berührungen vor. Sodann ist 

zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin während den ersten sexuellen Berüh-

rungen schlief. Folglich konnte die Privatklägerin in dieser Zeit keine Einwilligung 

in die inkriminierten Berührungen geben. Schliesslich hat die Privatklägerin, 

nachdem sie erwachte, für "ein paar Sekunden" in diese Handlungen des  

Beschuldigten eingewilligt bzw. sich zumindest nicht dagegen gewehrt. Dass sie 

in diese Handlungen einwilligte bzw. sich dagegen nicht wehrte, geschah aller-

dings nur in der Annahme, der Beschuldigte sei ihr Freund. Eine allfällige Einwilli-

gung der Privatklägerin während dieser Zeit schliesst damit den Tatbestand von 

Art. 191 StGB nicht aus (vgl. BGE 119 IV 230 E. 3a).  

 

 

- 23 - 

3.6. Subjektiver Tatbestand 

3.6.1. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand kann vorab vollumfänglich auf die 

ausführlichen und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 35 S. 13-15; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend und präzisierend ist folgendes 

anzumerken: 

3.6.2. Wie vorstehend ausgeführt, wusste der Beschuldigte, dass die Privat-

klägerin schlief als er über sie ins Bett stieg und an ihr die ersten sexuellen Hand-

lungen vornahm. Dem Beschuldigten war bewusst, dass er mit seinen Handlun-

gen gegen den zuvor unmissverständlich erklärten Willen der Privatklägerin  

verstiess. Den wehrlosen Zustand der Privatklägerin hat der Beschuldigte - mit 

der Staatsanwaltschaft (Urk. 60 S. 3) - gezielt ausgenutzt, um an ihr sexuelle 

Handlungen vornehmen zu können (so hatte der Beschuldigte nicht - wie er dies 

bereits zuvor gemacht hatte - zuerst an der Tür geklopft, Urk. 2/2/2 S. 5, bzw. die 

Privatklägerin geweckt, Urk. 58 S. 7, sondern "schlich sich langsam in ihr dunkles 

Zimmer hinein", um sexuelle Handlungen an ihr vorzunehmen, Urk. 2/1/1 S. 6). 

Der Beschuldigte hat somit während der Dauer, als die Privatklägerin schlief, 

vorsätzlich gehandelt und damit den subjektiven Tatbestand von Art. 191 StGB 

erfüllt. 

Da der Beschuldigte wusste, dass die Privatklägerin nicht vorgängig in seine  

sexuellen Handlungen eingewilligt hatte und dass sie während des Schlafens in  

diese Handlungen nicht einwilligen konnte, kann folglich auch kein Sach-

verhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB für die Zeitdauer, als die Privatklägerin 

schlief, angenommen werden. 

3.6.3. Dem Beschuldigten musste sodann bewusst gewesen sein, dass sich  

die Privatklägerin, nachdem sie mitten in der Nacht aufgrund seiner sexuellen  

Berührungen erwachte, in einem schläfrigen Zustand befand und sie durch  

den gemeinsamen Alkoholkonsum noch immer alkoholisiert war. Entsprechend  

musste er zumindest damit rechnen, dass es der Privatklägerin nach dem Auf-

wachen nicht sogleich möglich sein wird, die gesamte Situation korrekt zu erfas-

sen. Folglich nahm er zumindest in Kauf, dass sich die Privatklägerin auch kurz 

- 24 - 

nach dem Aufwachen, mithin während der Zeit, als sie meinte, ihr Freund liege 

neben ihr im Bett und berühre sie, nicht in der Lage war, sich gegen seine sexuel-

len Handlungen zu wehren. Der Beschuldigte hat damit während der Zeitdauer, 

als die Privatklägerin erwachte und meinte, ihr Freund liege neben ihr, eventual-

vorsätzlich gehandelt und damit gleichwohl den subjektiven Tatbestand von  

Art. 191 StGB erfüllt. 

Wie dargelegt, hatte die Privatklägerin keine sexuellen Avancen oder ent-

sprechende Bemerkungen gemacht, wonach der Beschuldigte hätte schliessen 

können, dass sie mit den sexuellen Handlungen einverstanden wäre. Vielmehr 

war dem Beschuldigten aufgrund der Äusserungen und des Verhaltens der Pri-

vatklägerin klar, dass sie keine solche Handlungen wünschte. Entsprechend 

konnte der Beschuldigte auch nicht ohne Weiteres mit einer solchen Einwilligung  

rechnen, als diese durch seine Berührungen aufwachte und sich nicht sogleich 

dagegen zu wehren begann. Damit ist auch während dieser Zeitdauer, kurz nach-

dem die Privatklägerin aufwachte und sich in der Person des neben ihr liegenden 

Mannes irrte, ein Sachverhaltsirrtum gemäss Art. 13 StGB ausgeschlossen. 

3.7. Fazit 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte in Bezug auf die 

sexuellen Berührungen der Privatklägerin während des Schlafens (während 

knapp fünf Minuten) sowie nachdem diese erwacht war und sich in der Person 

des Beschuldigten geirrt hatte (während ein paar Sekunden) der Schändung im 

Sinne von Art. 191 StGB schuldig machte. 

4. Strafzumessung 

4.1. Die Vorinstanz benannte in ihrem Entscheid den korrekten Strafrahmen  

und führte die nötigen theoretischen Strafzumessungskriterien auf (vgl. Urk. 35  

S. 15 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.2. Sie hat die objektive Tatschwere im Hinblick auf das weite Spektrum der 

möglichen Tathandlungen im Rahmen des Tatbestands der Schändung gemäss 

Art. 191 StGB im noch eher geringen Bereich angesiedelt (Urk. 35 S. 17), welcher 

- 25 - 

Einschätzung zuzustimmen ist. Die Handlungen des Beschuldigten stellen einen 

empfindlichen Angriff auf die körperliche und psychische Integrität der Privat-

klägerin dar, weshalb dieses Ereignis - mit der Staatsanwaltschaft (Urk. 60 S. 5) - 

zweifelsohne als belastend empfunden wurde. Zu beachten ist aber dennoch, 

dass die vorliegend zu berücksichtigenden Handlungen knapp fünf Minuten  

dauerten. Zudem drang der Beschuldigte nicht mit dem Finger in die Scheide der 

Privatklägerin ein.  

Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte zuerst mit direktem Vorsatz (während dem die Privatklägerin schlief) 

und hernach zumindest mit Eventualvorsatz (nachdem die Privatklägerin erwacht 

war und sich in der Person des Beschuldigten geirrt hatte) handelte. Sodann  

führte die Vorinstanz aus, der Beschuldigte habe perfid und hinterhältig gehan-

delt. Dabei habe er sämtliche von der Privatklägerin zuvor gesetzte Grenzen aus-

ser Acht gelassen und ihr Vertrauen schamlos ausgenützt (Urk. 35 S. 18). Diesen 

Erwägungen kann grundsätzlich zugestimmt werden. Indes kann dem Beschuldig-

ten - entgegen der Vorinstanz - nicht zugute gehalten werden, dass er sich gewis-

se Hoffnungen gemacht hatte und "zu der Tat hinreissen liess" (Urk. 35 S. 18). 

Sein Handeln erfolgte mitten in der Nacht aus dem spontanen Bedürfnis, mit der 

Privatklägerin sexuellen Kontakt zu haben, und damit nicht im Anschluss an ein 

Vorverhalten, aufgrund dessen er sich hätte "hinreissen lassen" können. Es ist 

zudem daran zu erinnern, dass dem Beschuldigten vorgängig unmissverständlich 

klar gemacht wurde, dass es zu keinen sexuellen Handlungen kommen werde, 

und er dies nach eigenen Angaben akzeptiert hatte. Seine Hoffnung, sie werde  

ihre Meinung ändern, war somit unberechtigt, auch wenn er in gleichem Masse 

alkoholisiert war, wie sie selbst (Urk. 2/2/1 S. 7). 

4.3. Wenn die Vorinstanz das objektive und subjektive Tatverschulden als nicht 

mehr leicht qualifiziert und hierfür eine Einsatzstrafe von 5 Monaten Freiheits-

strafe bzw. 150 Tagessätzen Geldstrafe festlegt (Urk. 35 S. 18), so erscheint dies 

angemessen und ist zu übernehmen. 

4.4. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persönli-

chen Verhältnisse aus den anlässlich der Untersuchung und der Hauptverhand-

- 26 - 

lung gewonnenen Informationen des Beschuldigten korrekt aufgeführt, worauf zu 

verweisen ist (Urk. 35 S. 18, Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass er im dritten Lehrjahr sei und aktuell 

Fr. 1'200.– pro Monat verdiene. Er verfüge über ein Vermögen in Höhe von rund 

Fr. 8'000.–. Er wohne noch bei seinen Eltern. Er sei ledig. Er habe eine Freundin, 

mit der er aber nicht zusammen lebe (Urk. 58 S. 2). 

4.4.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen ergeben sich keine 

strafzumessungsrelevante Faktoren. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 35 S. 18) sind die stabilen persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kein 

Strafminderungsgrund. 

4.4.2. Soweit die Vorinstanz dem Beschuldigten ein grundsätzliches Geständnis 

attestiert, ist daran zu erinnern, dass die Berücksichtigung von Geständnissen im 

Rahmen der Strafzumessung hauptsächlich auf zwei Gründen beruht. Zum einen 

kann das Geständnis (vorbehältlich seiner kritischen Prüfung im Rahmen der 

freien richterlichen Beweiswürdigung) zur Vereinfachung und Verkürzung des 

Verfahrens und zur Wahrheitsfindung beitragen. Zum andern kann das Opfer 

durch die Schuldanerkennung des Täters bereits eine gewisse immaterielle  

Genugtuung erfahren. Bei umfangreichen und prozessentscheidenden Geständ-

nissen kann die Strafreduktion nach der bundesgerichtlichen Praxis daher bis zu 

einem Drittel betragen (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Geständnisse sind ins-

besondere strafmindernd zu berücksichtigen, wenn sie Ausdruck von Einsicht und 

Reue des Täters sind (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d; 118 IV 342 E. 2d).  

Im vorliegenden Fall gestand der Beschuldigte den Vorfall zu Beginn der Unter-

suchung ein, widerrief jedoch Teile davon später und stellte sich selbst als Opfer 

dar, welcher von der täuschenden Privatklägerin hereingelegt worden sei. Unter 

diesen Umständen erscheint das Geständnis heute nicht mehr als Ausdruck von 

Reue oder Einsicht ins Unrecht der Tat. Demgegenüber belastete sich der  

Beschuldigte mit seinen offen geschilderten Vorgehen teilweise selbst erheblich, 

zumal die Privatklägerin schlief bzw. zum Übergriff weniger detailliert Angaben 

machen konnte. Dies vereinfachte das vorliegende Verfahren, weshalb es sich mit 

der Vorinstanz rechtfertigt, das Geständnis strafmindernd zu berücksichtigen. 

- 27 - 

4.4.3. Die Vorstrafenlosigkeit ist strafzumessungsneutral zu werten (BGE 136 IV 1 

E. 2.6.). Die Vorinstanz berücksichtigte die Erziehungsverfügung der Jugend-

anwaltschaft See / Oberland vom 12. August 2004 wegen einer Kollision mit  

einem Fahrradfahrer zu Recht als nicht ins Gewicht fallend. 

4.4.4. Die persönlichen Verhältnisse wirken sich damit insgesamt leicht straf-

mindernd gegenüber der objektiven und subjektiven Tatschwere aus. 

4.5. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich  

daher eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen als dem Verschulden und den per-

sönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. Die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Strafe ist damit zu bestätigen. 

4.6. Die Höhe des Tagessatzes ist angesichts der finanziellen Verhältnisse des 

Beschuldigten auf Fr. 30.– festzusetzen. Hiervon gilt ein Tagessatz als durch 

1 Tag Untersuchungshaft geleistet. 

5. Strafvollzug 

5.1. Der Vorinstanz ist hinsichtlich ihrer Erwägungen zum bedingten Vollzug  

und zur Legalprognose beizupflichten (Urk. 35 S. 20, Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu  

ergänzen bleibt, dass auch die aktuellen persönlichen Verhältnisse des Beschul-

digten den Schluss nicht zulassen, es liege eine ungünstige Prognose vor.  

5.2. Mit der Vorinstanz ist die Geldstrafe bedingt auszufällen und die Probezeit 

auf zwei Jahre festzusetzen.  

6. Verbindungsbusse 

6.1. Die Staatsanwaltschaft beantragt nebst der Ausfällung einer bedingten 

Geldstrafe die Festsetzung einer Busse in Höhe von Fr. 500.– (Urk. 38 S. 2; 

Urk. 60 S. 1, 8). 

6.2. Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbeding-

ten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. 

Dadurch soll zum einen im Bereich der Massendelinquenz die Möglichkeit  

- 28 - 

geschaffen werden, eine spürbare Sanktion zu verhängen. Die Bestimmung dient 

in erster Linie dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für Über-

tretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen (Botschaft 

2005 S. 4695, 4699 ff. und 4705 ff.). Auf Massendelikte, die im untersten Bereich 

bloss mit Bussen geahndet werden, soll - auch - mit einer unbedingten Sanktion 

reagiert werden können, wenn sie die Schwelle zum Vergehen überschreiten 

(BGE 134 IV 75). Zum anderen trägt die unbedingte Verbindungsgeldstrafe bzw. 

Busse dazu bei, das unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher 

geringe Drohpotenzial der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Sie kommt gemäss 

Bundesgericht insbesondere in Betracht, wenn dem Täter zusätzlich zur beding-

ten Grundstrafe ein sofort spürbarer „Denkzettel“ verpasst werden soll; die  

Verbindungsstrafe habe damit – ähnlich wie der teilbedingte Vollzug bei Strafen 

bis zu zwei Jahren – auch eine spezialpräventive Bedeutung (BGE 134  

IV 82, BGE 134 IV 8, BGE 134 IV 75). 

6.3. Angesichts des Verschuldens des Beschuldigten und unter Berücksichtigung 

sämtlicher relevanter Strafzumessungskriterien erscheint ein "Denkzettel" bzw. 

eine Verbindungsbusse als nicht angezeigt. Es ist davon auszugehen, dass den 

jungen Beschuldigten das vorliegende Verfahren sowie die Verurteilung und der 

damit einhergehende Eintrag im Strafregister genügend beeindruckt haben. Vom 

Ausfällen einer Verbindungsbusse ist daher abzusehen. 

7. Fazit 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

zu Fr. 30.– zu bestrafen, wovon 1 Tagessatz als durch Untersuchungshaft 

geleistet gilt. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben und die Probezeit auf 

2 Jahre festzusetzen.  

8. Zivilansprüche 

8.1. Die Vorinstanz legte die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genug-

tuung zutreffend dar und erkannte der Privatklägerin in nicht zu beanstandender 

Wertung der massgebenden Kriterien und in Ausübung des ihr zustehenden  

- 29 - 

Ermessens eine Genugtuung von Fr. 2'000.– nebst 5 % Zins seit 14. Oktober 

2011 zu (Urk. 35 S. 23 f.). Auf die vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfäng-

lich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

8.2. Der Beschuldigte ist daher in Bestätigung der Vorinstanz zu verpflichten,  

der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit  

14. Oktober 2011 zu bezahlen. 

9. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

9.1. Ausgangsgemäss - es bleibt bei der Verurteilung des Beschuldigten - sind 

die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit Ausnah-

me derjenigen der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten aufzuerlegen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Unter-

suchung und das erstinstanzliche Verfahren von insgesamt Fr. 6'265.10 (Urk. 55) 

sind - entgegen der Vorinstanz (Urk. 35 S. 26) - einstweilen auf die Gerichtskasse 

zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO ist vorzubehalten. 

9.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostentragung nach Massgabe des  

Obsiegens oder Unterliegens der Parteien (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem so-

wohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft mit ihren Berufungen voll-

umfänglich unterliegen, sind - unter Gewichtung der angefochtenen Punkte - die 

Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, zu zwei Dritteln dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu  

einem Drittel auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung in der Höhe von Fr. 3'500.– (Urk. 57, zuzüglich die Aufwendungen für die 

Berufungsverhandlung) sind zu zwei Dritteln einstweilen und zu einem Drittel  

definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Im Umfang der einstweilen auf die  

Gerichtskasse genommenen zwei Dritteln ist die Rückzahlungspflicht gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten.  

9.3. Angesichts der tatsächlichen und rechtlichen Komplexität des vorliegenden 

Falles war es - entgegen der Verteidigung (Urk. 59 S. 17) - geboten, dass sich die 

- 30 - 

Privatklägerin im vorliegenden Verfahren zur Wahrung ihrer Interessen anwaltlich 

vertreten liess. Der Beschuldigte ist damit ausgangsgemäss und entsprechend  

ihrem der Sache angemessenen Antrag zu verpflichten, der Privatklägerin eine 

Prozessentschädigung für das gesamte Verfahren von Fr. 11'147.20 zu bezahlen 

(für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren: Fr. 7'377.90, vgl.  

Urk. 35 S. 26; für das Berufungsverfahren: Fr. 3'769.30, vgl. Urk. 56 und Urk. 62). 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Einzel-

gericht, vom 14. Januar 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1.-3. ... 

 4. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg ver-

wiesen. 

 5. ... 

 6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 15. Dezember 2011 beschlagnahmten 

Gegenstände werden von der für die Lagerung zuständigen Stelle, FOR Zürich, ver-

nichtet. 

 7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'412.75   Gebühr für die Führung das Vorverfahren 

Fr. 6'265.10   amtl. Verteidigung (Urk. 55) 

Fr. 11'177.85    

 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 8. ... 

 9. (Miteilungen) 

 10. (Rechtsmittelbelehrung)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 31 - 

 
Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 1 Tagessatz als durch Untersuchungshaft geleistet gilt.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 2'000.– zuzüglich 

5 % Zins seit 14. Oktober 2011 als Genugtuung zu bezahlen.  

5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit 

Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldig-

ten auferlegt.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Untersuchung und das erst-

instanzliche Verfahren werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbe-

halten. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'500.–   amtliche Verteidigung 

7. Die Kosten des Berufungsverfahren, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt und 

zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen. 

 

- 32 - 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu zwei Dritteln einstweilen 

und zu einem Drittel definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Im Umfang 

der einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen zwei Dritteln bleibt die 

Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 11'147.20 zu bezahlen. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden 
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben) 
− die erbetene Rechtsvertreterin RA lic. iur. Y._____ im Doppel 

für sich und zuhanden der Privatklägerin B._____ (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden 
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die erbetene Rechtsvertreterin RA lic. iur. Y._____ im Doppel  

für sich und zuhanden der Privatklägerin B._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 33 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 6. Februar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. M. Langmeier 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Hauser 
 

 

 

	Urteil vom 6. Februar 2014
	 Anklage:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.–  (entsprechend Fr. 3'600.–), wovon 1 Tagessatz als durch Haft erstanden ist.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 14. Oktober 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 15. Dezember 2011 beschlagnahmten  Gegenstände werden von der für die Lagerung zuständigen Stelle, FOR Zürich, vernichtet.
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Der Beschuldigte wird überdies verpflichtet, der Privatklägerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 7'377.90 zu bezahlen.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Berufung)"
	Berufungsanträge
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Schändung freizusprechen.
	2. Die Anträge der Staatsanwaltschaft gemäss Anschlussberufung vom 24. Juli 2013 seien abzuweisen.
	3. Die Gerichtskosten und die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	4. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung von Fr. 1'000.– (für 1 Tag Haft Fr. 300.– und Fr. 700.– Aufwand [EV plus HV]) zuzusprechen.
	1. Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft und im Übrigen  Bestätigung des Urteils der Vorinstanz vom 14.1.2013.
	2. Dem Beschuldigten seien die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen und er sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Prozessentschädigung von Fr. 3'769.30 zu bezahlen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	2. Umfang der Berufung
	3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	4. Strafzumessung
	5. Strafvollzug
	6. Verbindungsbusse
	7. Fazit
	8. Zivilansprüche
	9. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Einzelgericht, vom 14. Januar 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon 1 Tagessatz als durch Untersuchungshaft geleistet gilt.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 14. Oktober 2011 als Genugtuung zu bezahlen.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahren, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 11'147.20 zu bezahlen.
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
	des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)
	 die erbetene Rechtsvertreterin RA lic. iur. Y._____ im Doppel
	für sich und zuhanden der Privatklägerin B._____ (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
	des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die erbetene Rechtsvertreterin RA lic. iur. Y._____ im Doppel
	für sich und zuhanden der Privatklägerin B._____
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.