# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b740d49-b0ec-5c83-80f9-906310f1f646
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 2000 2201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-2000-2201_nodate.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 2201 

 

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2201 

Unfallversicherung. Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis 
und dem eingetretenen Gesundheitsschaden, wenn ein krankhafter 
Vorzustand besteht. 

 Dass beim Beschwerdeführer ab Mai 1995 zunehmend Nacken- 
und Kopfschmerzen auftraten und dass eine Krankheit und Arbeitsun-
fähigkeit schon Vorbestand, ist unbestritten und aktenkundig. Hinge-
gen ist umstritten, ob der Beschwerdeführer am 21. Juli 1997 über-
haupt einen Treppensturz getan und damit einen Unfall im Sinn von 
Art. 9 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 
erlitten hat. Ob dies der Fall ist, kann offen bleiben, wenn sich ergeben 
sollte, dass die Kausalität zwischen dem behaupteten Unfallereignis 
(Treppensturz) und den geklagten Rückenbeschwerden ohnehin nicht 
überwiegend wahrscheinlich ist. 
 
 Aus den Erwägungen: 
 1. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach Art. 6 
Abs. 1 UVG (SR 832.20) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis 
und dem eingetretenen Schaden bzw. den geltend gemachten Be-
schwerden ein natürlicher sowie adäquater Kausalzusammenhang 
besteht (BGE 115 V 142. E. 8b). Natürlich kausal sind alle Umstände, 
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetre-
ten oder nicht als in gleicher Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit einge-
treten gedacht werden kann. Das Vorliegen eines natürlichen Kausal-
zusammenhanges muss überwiegend wahrscheinlich sein; die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt nicht. Ob zwischen dem 
versicherten Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist anhand der medizinischen Unterla-
gen zu prüfen (BGE 112 V 32). 
 a) Besteht vor dem Unfall ein krankhafter Vorzustand, so hat der 
Leistungsansprecher das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam-
menhanges zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall 
nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine Leistungspflicht des Un-
fallversicherers. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu 
Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen 

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natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründende Tatsa-
che Rechte ableiten wollte (RKUV 1994, 328, auch zum folgenden).  
 b) Ist hingegen eine leistungsbegründende Unfallkausalität mit der 
erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, d.h. wurde durch 
den Unfall tatsächlich ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 
überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst wieder, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate 
Ursache des (verbleibenden) Gesundheitsschadens darstellt, wenn 
also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Ge-
sundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 
(status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), er-
reicht ist. Wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammen-
hang muss ebenso das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 
unfallbedingten Ursachen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen-
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die ent-
sprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbe-
gründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994, 328 
ff.; SVR-Rechtsprechung 2000, UV NR. 14). 
 2. Aus den Akten ergibt sich (stark gekürzt), dass beim Beschwer-
deführer entgegen seiner Darstellung schon vor dem Unfall Rücken-
beschwerden bestanden haben. So hat der Hausarzt bereits rund ein 
Jahr vor dem Unfall (Treppensturz) in einem damals hängigen 
IV-Verfahren Rückenschmerzen gemeldet und insbesondere eine 
Druckdolenz über der ganzen Wirbelsäule sowie Bewegungsdolenz 
der HWS und LWS diagnostiziert. Dem Bericht des Neurologen Dr. J. 
(vom 26.8.1998) und auch dem MEDAS-Gutachten (vom 13.3.1998) 
kann entnommen werden, dass die Fachärzte, welche den Versicher-
ten eingehend untersucht haben, keinen Zusammenhang zwischen 
dem Treppensturz und den beklagten Rückenschmerzen objektivieren 
konnten. Sie stellten im wesentlichen nur eine Fehlhaltung (Rundrü-
cken) mit muskulärer Dysabalance fest und fanden für das beklagte 
generalisierte Schmerzsyndrom keine Erklärung. Das Rückenleiden 
wurde als chronisch, jedoch als leichtgradig und ohne Einschränkung 

B. Gerichtsentscheide 2202 

 

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der Arbeitsfähigkeit eingestuft. Angesichts der vorbestehenden Rü-
ckenbeschwerden und der doch relativ unfallnah durchgeführten Un-
tersuchungen kommt das Gericht zum Schluss, dass das Bestehen 
einer unfallbedingten Verschlimmerung des Rückenleidens mit Ein-
schränkung auch der Arbeitsfähigkeit unter diesen Umständen wenig 
wahrscheinlich ist. Ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang 
zwischen dem behaupteten Treppensturz und den geklagten Be-
schwerden ist zu verneinen und das Begehren um UV-Taggelder ab-
zuweisen. 

VGer 22.11.2000 

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Unfallversicherung. Zum Unfallbegriff. 

 Aus den Erwägungen: 
 2. Streitig ist im vorliegenden Fall, ob es sich beim Ereignis in Ha-
waii um einen Unfall im Sinne des Bundesgesetzes über die Unfallver-
sicherung (UVG, SR 832.20) handelt. Gemäss Art. 9 Abs. 1 der Ver-
ordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt als Unfall 
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines un-
gewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Nach 
dieser Definition bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich-
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf die-
sen selber. Ungewöhnlich ist der äussere Faktor, wenn er den Rah-
men des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Ueblichen 
überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grund-
sätzlich nur die objektiven Verumständungen in Betracht fallen (BGE 
121 V 38 E. 1 a).  
 3. Das der Beschwerde zugrunde liegende Ereignis auf Hawaii ist 
wie folgt aktenkundig: Der Versicherte wurde beim Schwimmen von 
einer hohen Welle erfasst. Er wurde auf den Strand geschleudert und 
schlug mit dem Gesicht auf den Strand auf. Dabei zog er sich eine 
Distorsion der Lendenwirbelsäule zu. Die Unfallversicherung als Be-
schwerdegegnerin geht davon aus, dass es sich bei diesem Vorgang 
nicht um einen Unfall handle, da der ungewöhnliche äussere Faktor 
fehle. Dabei rückt sie die Frage, ob auf Hawaii mit solchen hohen Wel-