# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7731fd7-a873-5b84-890d-09aff2d2be3d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.05.2013 SB120504
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120504_2013-05-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120504-O/U/eh 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, und lic. iur. S. Volken,  

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Truninger 
 

Urteil vom 15. Mai 2013 

 

in Sachen 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 

1. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

2. Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr  

 Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 
 

betreffend  

vorsätzliche Tötung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom  
13. Juli 2012 (DG110272) 

- 2 - 

 
Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 6. März 2007 und 

deren Berichtigung und Präzisierung vom 10. Dezember 2007 (Urk. 51/59; 

Urk. 51/152), die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 

4. Oktober 2007 und die Zusatzanklageschrift der Staatsanwaltschaft 

Limmattal/Albis vom 10. Dezember 2007 (Urk. 51/98; Urk. 51/153) sowie die  

Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2. September 

2011 (Urk. 35) sind diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 235 S. 216 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, 

− der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB  
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB, 

− der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB, 

− des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 13. Juli 2012 

1'944 Tage durch Haft (Untersuchungs- und Sicherheitshaft) sowie vorzeitigen Strafantritt 

erstanden sind sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.  

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 5 Tagen. 

4. Es wird die Verwahrung des Beschuldigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB angeordnet. 

5. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 

B._____ von Fr. 5'278.70 zuzüglich 5 % Zins seit 9. Dezember 2005 sowie Fr. 108.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 5. Juli 2012 anerkannt hat.  

- 3 - 

6. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung des Privatklägers 

C._____ von Fr. 620.– zuzüglich 5 % Zins seit 24. November 2004 sowie Fr. 535.50 

zuzüglich 5 % Zins seit 12. Juli 2006 anerkannt hat. 

7. Der Beschuldigte wird dem Grundsatz nach verpflichtet, der Privatklägerin D._____ 

Schadenersatz für den im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 25. Juni 2007, 

29./30. Juni 2007 sowie 30. Juni/1. Juli 2007 entstandenen Schaden zu bezahlen.  

Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung im Rahmen der 

bisher entstandenen Kosten der Privatklägerin D._____ von Fr. 3'791.20 zuzüglich  

5 % Zins seit 6. November 2007 anerkannt hat.  

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin E._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Geschädigte auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 

B._____ von Fr. 40'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 10. Oktober 2004 anerkannt hat.  

10. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Genugtuungsforderung des Privatklägers 

C._____ von Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 10. Oktober 2004 anerkannt hat.  

11. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Genugtuungsforderung des Privatklägers  

F._____ von Fr. 35'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 10. Oktober 2004 anerkannt hat.  

12. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 

D._____ im Rahmen von Fr. 65'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 1. Juli 2007 anerkannt hat. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin D._____ zusätzlich Fr. 35'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 1. Juli 2007 als Genugtuung zu bezahlen. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ Fr. 25'000.– zuzüglich 5 % 

Zins seit 25. März 2006 als Genugtuung zu bezahlen.  

14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 6. September 2005 

beschlagnahmten 27 VHS-Videokassetten, 1 Heft "Private Sex", 1 leere VHS-

Kassettenhülle sowie das Buch "Der kleine Machiavelli" werden definitiv eingezogen und 

der Kantonspolizei  

Zürich zur Vernichtung überlassen. 

15. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 15. September 2007  

beschlagnahmten 2 Videokassetten mit pornografischem Inhalt werden definitiv eingezogen 

und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen.  

- 4 - 

16. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 5. Juli 2007 beim Beschuldigten sichergestellten 

Fr. 510.– werden definitiv beschlagnahmt und zur Deckung der Verfahrenskosten, in erster 

Linie zur Deckung der Busse, verwendet. 

17. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 20'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.         Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 98'242.65   Auslagen Untersuchung (WG070005) 

Fr. 1'074.45   Auslagen Untersuchung  

Fr. 106'735.80   amtliche Verteidigung (WG070005) 

Fr. 54'568.05   amtliche Verteidigung  

Fr. 1'195.55   amtliche Verteidigung  

Fr. 87'815.90   unentgeltliche Rechtsbeistände Privatklägerschaft 

Fr. 7'657.95   Gutachten (WG070005) 

Fr. 20'870.20   Gutachten  

Fr. 1'290.–   Zeugenentschädigung (WG070005) 

Fr. 50.25   diverse Kosten  

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt, aber definitiv abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf 

die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 1'195.55 im Beschwerde-

verfahren mit Geschäfts-Nr. UP110008 werden auf die Gerichtskasse genommen. 

19. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

20. Der Privatklägerin E._____ wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

21. (Mitteilung) 

22. (Rechtsmittel)" 

 

- 5 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 282 S. 1f.) 

1. Dispositiv Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben, und der  

Beschuldigte sei vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung im Sinne von  

Art. 111 StGB ("Anklage G._____"), vom Vorwurf der versuchten 

vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 StGB 

("Anklage E._____") sowie vom Vorwurf der Freiheitsberaubung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen.  

Stattdessen sei er der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von  

Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ("Anklage D._____"), der sexuellen 

Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, der fahrlässigen Tötung im 

Sinne von Art. 117 StGB, der mehrfachen einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB, der Unterlassung der Nothilfe im Sinne von 

Art. 128 Abs. 1 StGB, der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB 

sowie des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von  

Art. 292 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Dispositivziffer 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben, und der  

Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von neun Jahren sowie einer  

Busse zu bestrafen; unter Anrechnung der bisher erlittenen Haft.  

3. Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. Es sei von einer 

Verwahrung abzusehen. Stattdessen sei im Sinne der nachfolgenden 

Ausführungen eine therapeutische Massnahme anzuordnen.  

4. Dispositivziffern 8 und 13 des angefochtenen Urteils seien in dem Sinne  

abzuändern, als von der Anerkennung einer Genugtuungsforderung der  

Privatklägerin E._____ im Umfang von Fr. 7'500.-- Vormerk zu nehmen sei. 

Im Übrigen sei auf die Forderung der genannten Privatklägerin nicht 

einzutreten.  

- 6 - 

5. Dispositivziffer 18 des angefochtenen Urteils sei in dem Sinne abzuändern, 

als dass die Kosten aus dem Verfahren "E._____" auf die Staatskasse zu 

nehmen seien und dem Beschuldigten für seine Aufwendungen in diesem 

Zusammenhang eine angemessene Entschädigung auszurichten sei.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 283 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei 

• der mehrfachen vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB,  

teilweise i.V.m. Art. 22 StGB 

• der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

• der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

• der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

• der Pornographie Im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB 

• des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von 

Art. 292 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

20 Jahren, unter Anrechnung der erstandenen Haft sowie mit einer Busse 

von Fr. 500.--. 

3. Der Beschuldigte sei im Sinne von Art. 64 StGB zu verwahren. 

4. Das sichergestellte pornographische Material sei zu vernichten. 

5. Dem Beschuldigten seien sämtliche Kosten aufzuerlegen 

c) Des Vertreters der Privatklägerin E._____: 

(Urk. 284 S. 2) 

Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz 

zu bestätigen. 

d) Des Vertreters der Privatklägerin B._____: 

(Prot. S. 15; sinngemäss) 

Das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen.  

- 7 - 

e) Der Vertreterin der Privatklägerin D._____: 

(Prot. S. 16;) 

1. Das erstinstanzliche Urteil sei bezüglich Dispositiv-Ziffer 1 Abs. 2 (versuchte 

vorsätzliche Tötung) zu bestätigen bzw. es sei vorzumerken, dass der  

Beschuldigte diesen Vorwurf heute anerkannt hat.  

2. Die weiteren Vorwürfe in Bezug auf die Geschädigte D._____ wurden nicht  

angefochten, dies ist vorzumerken.  

3. Es ist weiter vorzumerken, dass die Dispositiv-Ziffern 7, 12 und 19 in 

Rechtskraft erwachsen sind.  

4. Sodann sind die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung im 

zweitinstanzlichen Verfahren dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Nachdem der angefochtene erstinstanzliche Entscheid am 13. Juli 2012  

ergangen ist, gelten die Bestimmungen der schweizerischen Strafprozessordnung 

(Art. 448 und Art. 454 Abs. 1 StPO). 

2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

13. Juli 2012 wurde der Beschuldigte A._____ anklagegemäss der vorsätzlichen 

Tötung, der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung sowie weiterer Delikte 

schuldig gesprochen und mit 18 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Zudem wurde der 

Beschuldigte verwahrt (Urk. 235 S. 216). Gegen diesen Entscheid liess der 

Beschuldigte durch seinen - damaligen - erbetenen sowie seinen - damaligen und 

aktuellen - amtlichen Verteidiger mit Eingaben vom 18. respektive 27. Juli 2012 

innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 229 und 

230). Die Berufungserklärung des amtlichen Verteidigers ging ebenfalls innert 

gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 236). 

- 8 - 

Die Anklagebehörde hat mit Eingaben vom 5. respektive 14. Dezember 2012  

innert Frist Anschlussberufung erhoben (Urk. 247 und 249; Art. 400 Abs. 2f. und 

Art. 401 StPO). Die Rechtsvertreter/innen der Privatkläger/innen haben 

ausdrücklich auf Anschlussberufung verzichtet (Urk. 245, 251-256). Mit Eingabe 

vom 29. April 2013 stellte die Verteidigung im Berufungsverfahren den 

Beweisergänzungsantrag, es sei der Beschuldigte hinsichtlich der 

Massnahmefrage erneut fachärztlich zu begutachten. Darauf ist nachstehend 

einzugehen (Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 236; Urk. 247 und 249; Urk. 270). Die 

Verteidigung hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung sowie anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 13. Mai 2013 teilweise beschränkt (Urk. 236; Art. 399 

Abs. 4 StPO; Prot. II S. 8 f. und  

S. 11).  

3. Im Berufungsverfahren nicht angefochten sind:  

- der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend versuchte vorsätzliche Tötung zum 

Nachteil der Privatklägerin D._____, betreffend sexuelle Nötigung zum Nachteil 

der Privatklägerin D._____, betreffend einfache Körperverletzung zum Nachteil 

der Privatklägerin D._____, betreffend Pornographie und betreffend 

Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung (Urteilsdispositiv-Ziff. 1)  

- die vorinstanzliche Vormerknahme der Anerkennung von Schadenersatz- und 

Genugtuungsforderungen der Privatkläger/innen (Urteilsdispositiv-Ziff. 5, 6, 7, 9, 

10, 11, 12) 

- die vorinstanzliche Regelung betreffend im Untersuchungsverfahren beschlag

 nahmte Gegenstände und Vermögenswerte (Urteilsdispositiv-Ziff. 14, 15, 16) 

- die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urteilsdispositiv-Ziff. 17) 

- die vorinstanzliche Kostenregelung in Urteilsdispositiv-Ziff. 19 und 20.   

Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen 

(Art. 404 StPO). 

 

- 9 - 

4. Vorab schliesslich noch das Folgende: Der Beschuldigte wurde im 

vorangegangenen geschworenengerichtlichen Verfahren verteidigt durch ein 

Mitglied des Kassationsgerichts. Im Rahmen der Anfechtung des 

geschworenengerichtlichen Entscheides vor Kassationsgericht konnte der 

bisherige Rechtsvertreter die  

Verteidigung als Mitglied eben dieses Gerichts nicht weiterführen. Wenn das  

Kassationsgericht dann als neuen amtlichen Verteidiger ausgerechnet den  

(einzigen) Kanzlei-Partner des Sohnes des bisherigen Verteidigers und 

Kassationsrichters bestellt hat (KG Urk. 5), ist dies in prozessualer Hinsicht und 

namentlich zum Selbstverständnis der genannten Behörde betreffend seine 

Unbefangenheit immerhin bemerkenswert. Der Ausgang des 

kassationsgerichtlichen Verfahrens erstaunt denn auch nicht.  

II. Schuldpunkt 

1. Vorbemerkung: Mit den gegen den Beschuldigten erhobenen Anklagevor-

würfen betreffend die Geschädigte †G._____ sowie die Privatklägerin D._____ 

haben sich bis heute bereits drei gerichtliche Instanzen beschäftigt: Vorab das 

inzwischen abgeschaffte Geschworenengericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 

18. Dezember 2007 (Urk. 51/179), im gegen diesen Entscheid angestrengten 

Rechtsmittelverfahren das inzwischen ebenfalls abgeschaffte Kassationsgericht 

des Kantons Zürich (2 ½ Jahre später) mit Beschluss vom 28. Juni 2010 

(Urk. 51/188) sowie die Vorinstanz im vorliegend angefochtenen Entscheid vom 

13. Juli 2012 (Urk. 235). Sowohl die Anklagebehörde wie auch die Verteidigung 

haben in ihren Ausführungen im erstinstanzlichen (bezirksgerichtlichen) 

Verfahren, welches zum angefochtenen Urteil der Vorinstanz führte, 

verschiedentlich auf das geschworenengerichtliche respektive das 

kassationsgerichtliche Verfahren verwiesen (Urk. 169 und Urk. 187). Sämtliche 

Vorbringen und Prozesshandlungen, die in diesen Verfahren deponiert und 

vorgenommen wurden, können vorliegend unstrittigerweise berücksichtigt 

werden. Sowohl Anklagebehörde wie auch Verteidigung führten jedoch darüber 

hinaus in - jeweils - ihrem Sinne in den  

- 10 - 

Endentscheiden der genannten Gerichte angestellte Erwägungen an; dies ist 

nachvollziehbar, hat doch das Geschworenengericht gemäss den Anträgen der 

Anklagebehörde entschieden und ist das Kassationsgericht - zumindest teilweise 

- den Anträgen der Verteidigung gefolgt. Im vorliegenden Berufungsverfahren sind 

die Erwägungen und Entscheide dieser Gerichte jedoch grundsätzlich nicht von  

Interesse. Relevant ist vielmehr der in einem neuen, ordentlichen Verfahren  

ergangene, heute von Anklagebehörde und Verteidigung angefochtene 

erstinstanzliche Entscheid der Vorinstanz (Urk. 235). Die Vorinstanz hat sich 

ausführlich und sorgfältig mit sämtlichen relevanten tatsächlichen und rechtlichen 

Aspekten auseinander gesetzt. Im Berufungsverfahren stellte die Verteidigung 

den  

Beweisergänzungsantrag, es sei der Beschuldigte hinsichtlich der Mass-

nahmefrage erneut fachärztlich zu begutachten. Wie noch zu zeigen sein wird 

wurden aber keine Beweisergänzungen durchgeführt mit Ausnahme des 

Beweisverfahrens anlässlich der Berufungsverhandlung. Der Berufungsinstanz 

präsentiert sich somit grundsätzlich dieselbe Beweislage und stellen sich 

dieselben rechtlichen Fragen wie der Vorinstanz. Daher wird in der Begründung 

des nachfolgend zu ergehenden Berufungsentscheids zur Vermeidung von 

Wiederholungen zum Tatsächlichen wie auch zum Rechtlichen verschiedentlich 

auf die  

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden können (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Wenn schliesslich die Verteidigung vor Vorinstanz argumentiert hat, "sie nehme 

Bezug auf die geschworenengerichtlichen Ausführungen, weil sie das Gericht aus 

der Gravitationswirkung befreien möchte, die darin bestehe, das 

geschworenengerichtliche Argumentatorium (Zitat) zu übernehmen" (Urk. 187 S. 

21), bleibt es - auch nach wiederholter Lektüre - ihr Geheimnis, was sie damit 

ausdrücken wollte.  

2. Anklagevorwurf der vorsätzlichen Tötung, eventualiter der fahrlässigen Tötung, 

einfachen Körperverletzung sowie Unterlassung der Nothilfe zulasten der 

Geschädigten †G._____ (Urk. 51/59 und Urk. 51/152) 

- 11 - 

2.1. Der äussere Anklagesachverhalt war anlässlich der Hauptverhandlung und ist 

heute insoweit unbestritten, dass der Beschuldigte mit der Geschädigten 

†G._____ am 9. Oktober 2004 um die Mittagszeit im Hotel "H._____" am … 

[Gegend] in Zürich ein Zimmer bezog, es dort zu einer Auseinandersetzung kam 

und der Beschuldigte die Geschädigte im Verlauf des Nachmittags respektive des 

folgenden Abends zahlreiche Male heftig schlug, was bei der Geschädigten zu 

zahlreichen Hautunterblutungen, Hautabschürfungen und Quetschungen verteilt 

über nahezu den gesamten Körper führte; sodann erlitt die Geschädigte einen 

Milzkapselriss sowie Blutungen der Darmaufhängung, wobei der Blutverlust zu 

einem akuten Herz-Kreislaufversagen und dieses zum Tod der Geschädigten 

†G._____ führte (Urk. 235 S. 23-30; Urk. 187 S. 9; Urk. 168 S. 6-8; Urk. 281 S. 9).  

Im Sinne der Bestreitungen des Beschuldigten ist die Vorinstanz in ihrer 

Beweiswürdigung zum äusseren Anklagesachverhalt einzig dahingehend von der  

Anklage abgewichen, als zugunsten des Beschuldigten nicht rechtsgenügend  

erstellt sei, dass er die Geschädigte †G._____ auch mit den Füssen getreten 

habe sowie dass ihre Verletzung an der Stirn eine Folge eines Schlags des 

Beschuldigten gewesen sei (Urk. 235 S. 29f.). Dies wird auch von der 

Anklagebehörde sinngemäss anerkannt (Urk. 169 S. 6). Die - unbestrittene - 

vorinstanzliche Beweiswürdigung des äusseren Anklagesachverhalts ist 

weitestgehend zu übernehmen. Zugunsten des Beschuldigten ist schliesslich die - 

seitens der Verteidigung bestrittene (Urk. 187 S. 17f.) und von der Vorinstanz 

unbehandelt gebliebene - Darstellung der Anklagebehörde, die Geschädigte sei 

zum Zeitpunkt der Schläge regungslos gewesen (Urk. 169 S. 8),als nicht erstellt 

zu erachten. Entsprechendes wird dem Beschuldigten im massgeblichen 

Anklagesachverhalt jedoch auch nicht ausdrücklich zur Last gelegt (Urk. 51/59 

und 51/152). Es kann sodann offen gelassen werden, inwieweit die Geschädigte 

G._____ als Folge ihrer starken Alkoholisierung zum Tatzeitpunkt reaktions- 

respektive widerstandsunfähig gewesen ist. Massgebend sind die tatsächlichen 

Verletzungen, die ihr der Beschuldigte beigebracht hat. Ob sie deren Zufügung 

noch einen Widerstand entgegen setzen konnte, spielt letztlich keine Rolle; 

verhindern konnte sie sie erstelltermassen nicht. 

- 12 - 

Anzufügen bleibt vollständigkeitshalber das Folgende: Die Vorinstanz hat im  

angefochtenen Entscheid sorgfältig das Aussageverhalten, wie es der 

Beschuldigte im Laufe des langen Verfahrens an den Tag gelegt hat, 

wiedergegeben (Urk. 235 S. 23ff.). Die Anklagebehörde hat im Hauptverfahren 

die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten respektive die Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen in Zweifel gezogen (Urk. 169 S. 1ff.). Zutreffend ist hiezu die 

Bemerkung der Verteidigung vor Vorinstanz, dass die Beurteilung der 

Glaubwürdigkeit des Beschuldigten für die - zum Schuldpunkt - noch offenen 

Fragen "nicht sonderlich relevant" ist  

(Urk. 187 S. 10f.): Dass Fusstritte des Beschuldigten gegen die Geschädigte nicht 

erstellt sind, ergibt sich aus einer fachärztlichen Beurteilung (Urk. 235 S. 29 mit 

Verweis); ob die Stirnverletzung der Geschädigten von einem Schlag herrührte, 

ist nicht relevant, weil diese klarerweise für den Tod der Geschädigten nicht  

kausal war.  

2.2.1. Auch zur Erstellung des inneren Sachverhalts sind die Aussagen des  

Beschuldigten nicht zielführend: Er hat rundweg bestritten, den Tod der 

Geschädigten †G._____ gewollt respektive gewusst zu haben, dass die 

Geschädigte aufgrund seiner Schläge zu Tode kommen würde. Nach seiner 

Überlegung zur Folge seiner Schläge gefragt, sagte er aus, er habe sich nichts 

dabei gedacht (Urk. 168 S 8; Urk. 235 S. 32 mit Verweis). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte ausgesagt, sich nicht an den 

Tatablauf erinnern zu können (Urk. 281 S. 10).  

2.2.2. Die Anklagebehörde hat im Hauptverfahren argumentiert, es sei durch 

zahlreiche überzeugende Zeugenaussagen erstellt, dass der Beschuldigte die  

Geschädigte G._____ während der Dauer der gemeinsamen Beziehung schwer 

misshandelt habe, woraus bei der Geschädigten zahlreiche Verletzungen wie 

Hämatome im Gesicht und am ganzen Körper, eine Kieferverletzung sowie ein 

ausgeschlagener Zahn resultiert hätten. Der Beschuldigte habe den Tod der 

 Geschädigten G._____ nicht direkt angestrebt. Dass mehrfache, massive und  

gezielte Schläge gegen sensible Körperteile wie Kopf und Bauch zu tödlichen 

Verletzungen führen könnten, sei jedoch banales Allgemeinwissen. Auch der  

- 13 - 

Beschuldigte habe nicht bestritten, zumindest theoretisch von der Gefährlichkeit 

solcher Verletzungen gewusst zu haben (Urk. 169 S. 3-5 und S. 7f.).  

2.2.3. Die Verteidigung hat im Hauptverfahren argumentiert, der Beschuldigte sei 

im Tatzeitraum schwer alkoholisiert gewesen, weshalb er in seiner 

Einsichtsfähigkeit, d.h. dem Wissen um die Gefährlichkeit seiner Handlungen für 

das Leben der Geschädigten, eingeschränkt gewesen sei (Urk. 187 S. 21-23). 

Der allgemeinen Lebenserfahrung, dass massive Schläge zum Tod der 

geschlagenen Person  

führen können, habe sich beim schwer alkoholisierten Beschuldigten seine  

konkrete Erfahrung gegenübergestellt: Er habe vorher schon zahlreiche Male 

gleich gehandelt, was für ihn völlig konsequenzenlos geblieben sei, sowohl auf 

die Verletzungen der Geschädigten wie auf seine Beziehung zur Geschädigten. 

Die im Rahmen früherer Misshandlungen durch den Beschuldigten erlittenen  

Verletzungen der Geschädigten G._____ hätten sich "in ihrer äusseren 

Erscheinungsform nicht von denjenigen unterschieden, welche der Beschuldigte 

der  

Geschädigten G._____ am Tattag zugefügt habe. Auch das Kassationsgericht 

habe erwogen, die - früheren - Verletzungsbilder gemäss den überzeugenden 

Schilderungen zahlreicher Zeugen hätten sich - soweit äusserlich erkennbar - 

nicht von den im Obduktionsbericht des Sachverständigen festgehaltenen 

Verletzungen unterschieden. Der letztlich todesursächliche Milzriss sei sodann 

"heimtückisch", weil sogar unter Umständen für einen Fachmann schwer zu 

erkennen,  gewesen. Zusammengefasst bedeute dies für die 

Wissenskomponente, dass der alkoholbedingt in seiner Einsichtsfähigkeit 

eingeschränkte Beschuldigte sich bezüglich des von ihm Angerichteten nur 

Vorstellungen im Umfang seiner bisherigen  

konkreten Erfahrungen gemacht habe. Zur Willenskomponente sei von einem  

ungezielten, unberechenbaren und unbeabsichtigten, einzelnen Schlag mit letalen 

Folgen auszugehen. Da sich das vorliegend inkriminierte Tatvorgehen für den 

Beschuldigten nicht anders dargestellt habe als seine früheren Übergriffe, sei 

auch von derselben Willenskomponente auszugehen. Dass der Beschuldigte den 

Tod der Geschädigten G._____ nicht gewollt habe, gehe schliesslich daraus 

- 14 - 

hervor, dass er selber die Sanität verständigt und ungeduldig deren Eintreffen 

erwartet habe, sowie dass er zu diesem Zeitpunkt geschockt und überaus traurig 

gewesen sei und nicht versucht habe, "irgendwie aus der Sache heraus zu 

kommen" (Urk. 187 S. 23ff.).   

2.2.4. Die Vorinstanz hat zusammengefasst erwogen, schon aufgrund der  

Medienberichterstattung über Gewalttaten und deren gravierende Auswirkungen 

auf die Opfer sowie über sehr schwerwiegende Verletzungen oder gar Todesfälle 

als Folge tätlicher Übergriffe sei es allgemein bekannt und als gerichtsnotorisch 

zu betrachten, dass massive Faustschläge den Tod eines Menschen bewirken 

könnten, dies insbesondere auch, wenn es sich um brutale Schläge in den 

Unterleib, wo sich verschiedene lebenswichtige Organe befinden, handle. Die 

Schläge, die der Beschuldigte der Geschädigten G._____ versetzte, seien 

äusserst massiv gewesen, hätten daraus doch eine Rippenfraktur, ein 

Milzkapselriss, eine Blutung aus der Mesenterialwurzel, Einblutungen in der 

äusseren Wandschicht des Darms sowie eine Einblutung in der linken 

Nierenkapsel resultiert. Gemäss den Angaben des Gutachters bedürfe es einer 

grossen Energie, einer grosse Kraft, um eine Verletzung wie den Milzkapselriss 

zu verursachen. Typischerweise sehe man  

solche Verletzungen bei erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung im Strassen-

verkehr. Die Feststellungen des Gutachters liessen darauf schliessen, dass die 

Gewalteinwirkung des Beschuldigten sehr massiv und brutal gewesen sei. Wer in 

einer Weise hochgradig gewaltintensiv auf den Körper eines anderen einwirke 

und dadurch derart gravierende, letztlich tödliche Verletzungen bewirke, welche 

sonst aufgrund der damit verbundenen gewaltigen Energien typischerweise bei 

Verkehrsunfällen entstehen, müsse aufgrund der Intensität der 

Gewaltanwendung, wobei nicht davon auszugehen sei, dass der Beschuldigte in 

der Tatnacht stärkere Gewalt als sonst für ihn üblich angewendet habe, nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung nicht nur mit sehr schwerwiegenden Verletzungen, 

sondern auch mit dem Eintritt des Todes rechnen. Aus dem Umstand, dass es 

früher nicht zu so gravierenden Folgen gekommen sei, könne der Beschuldigte 

nichts zu  

seinen Gunsten ableiten. Bei einer lebenserfahrenen Person mit 

- 15 - 

durchschnittlicher Intelligenz dürfe vorausgesetzt werden, dass sie wisse, dass 

durch massive Schläge auf den Körper tödliche Verletzungen entstehen können. 

Der Beschuldigte anerkenne, dass aufgrund des Verletzungsbildes mit massiver 

Gewalt auf den Körper der Geschädigten G._____ eingewirkt worden sein müsse. 

Damit habe auch der Beschuldigte mit der Möglichkeit rechnen müssen, dass die 

brutale Gewalt, mit der er auf die Geschädigte G._____ einwirkte, zu schweren 

Verletzungen an ihrem Körper oder schlimmstenfalls zu ihrem Tod führen könnte. 

Daran ändere entgegen der Verteidigung der Umstand, dass der Beschuldigte im 

Tatzeitraum alkoholisiert gewesen sei, nichts. Der Gutachter PD Dr. med. I._____ 

habe eine Einschränkung der Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten im Tatzeitraum 

zwar nicht ausgeschlossen, die vorhandene Einschränkung aber aufgrund dessen  

Verhaltens bzw. dessen Aktivitäten in diesem Zeitraum relativiert. Da nicht von  

einer gänzlichen Aufhebung der Einsichtsfähigkeit auszugehen sei, müsse dem 

Beschuldigten ein entsprechendes Wissen um die potenziell tödlichen Folgen 

massiver Gewaltanwendung auf den menschlichen Körper auch zum Zeitpunkt 

der Schläge angerechnet werden. Dass bei den früheren Gewaltanwendungen 

des Beschuldigten offenbar keine derart schwerwiegenden Verletzungen 

entstanden seien, die zu lebensbedrohlichen Verletzungen oder gar zum Tod der  

Geschädigten G._____ geführt hätten, ändere nichts daran, dass der 

Beschuldigte grundsätzlich Kenntnis davon habe haben müssen, dass 

Gewaltanwendungen in der von ihm an den Tag gelegten Brutalität sehr 

schwerwiegende Verletzungen oder gar den Tod zur Folge haben können. Allein 

aus dem Umstand, dass seine früheren gewalttätigen Übergriffe auf die 

Geschädigte G._____ glücklicherweise nicht den Tod zur Folge gehabt hätten, 

habe er keinesfalls schliessen dürfen, dass dies auch bei künftigen 

Gewalttätigkeiten so bleiben würde. Es sei rechtsgenügend erstellt, dass der 

Beschuldigte im Tatzeitraum kognitiv die Schwere seiner Übergriffe habe erfassen 

können und ihm habe bewusst sein müssen, dass seine massive Gewalt letztlich 

auch zum Tod der Geschädigten G._____  

führen könnte. Das Verhalten des Beschuldigten entspreche einer 

ausserordentlich schweren Sorgfaltspflichtverletzung. Aufgrund der grossen 

Anzahl und der aussergewöhnlichen Brutalität der Schläge über einen längeren 

- 16 - 

Zeitraum  

habe sich der Beschuldigte keinesfalls darauf verlassen dürfen, dass er die ihm 

körperlich klar unterlegene, durch die Dauer und Intensität der Gewaltausübung 

bereits angeschlagene sowie durch den vorgängigen massiven Alkoholkonsum in 

ihrer Reaktionsfähigkeit und damit in ihrer Abwehrfähigkeit beeinträchtigte  

Geschädigte G._____ damit nicht tödlich treffen würde. Vielmehr sei das Risiko 

des Beschuldigten, dass dieses Verhalten weitab jeglicher Sorgfalt eine schwere 

Körperverletzung oder gar den Tod der Geschädigten G._____ zur Folge haben 

würde, sehr hoch gewesen. Der Eintritt ihres Todes habe sich ihm deshalb als so 

wahrscheinlich aufdrängen müssen, dass sein Verhalten nur als dessen 

Inkaufnahme ausgelegt werden könne (Urk. 235 S. 30-47). 

2.2.5. Die Anklagebehörde hat anlässlich der Berufungsverhandlung keine neuen 

Ausführungen zum Schuldpunkt gemacht (Urk. 283). 

2.2.6. Die appellierende Verteidigung hat anlässlich der Berufungsverhandlung 

den Anklagevorwurf - erneut - sowie das vorinstanzliche Urteil zusammengefasst 

dahingehend kritisiert, der Beschuldigte habe zum Tatzeitpunkt aufgrund seiner 

Bewusstseinstrübung kein Wissen dahingehend greifbar gehabt, dass die von ihm 

gegen die Geschädigte geführten Schläge zu deren Tod führen könnten. Er habe 

lediglich gewusst, dass er ein Unrecht begehe. Aufgrund seiner starken 

Alkoholisierung habe er jedoch die mögliche tödliche Folge seiner Schläge nicht 

intellektuell erfassen können. Auch ein Erfahrungswissen habe er nicht gehabt, da 

aus seinen früheren Misshandlungen der Geschädigten bei ihr nie vergleichbare 

schwere Verletzungen resultiert hätten. Da der Beschuldigte in seinem Nach-

tatverhalten gezeigt habe, dass er den Tod der Geschädigten nicht gewollt habe, 

sei davon auszugehen, dass dies auch zum Tatzeitpunkt so gewesen sei  

(Urk. 282 S. 4-15).  

2.2.7. Die entsprechende Argumentation der Verteidigung ist in allen Teilen 

schlicht falsch. Dass die Verteidigung sich dabei auf die Erwägungen des 

Kassationsgerichts in dessen Beschluss vom 28. Juni 2010 stützt, macht sie 

weder  

lebensnaher noch überzeugender (vgl. Urk. 187 S. 23f. mit Verweis auf  

- 17 - 

Urk. 51/188 S. 48ff.): Der Beschuldigte hat die Geschädigte G._____ 

anerkanntermassen hart geschlagen. Dass harte Schläge gegen den Kopf oder 

den Rumpf eines Menschen zu lebensgefährlichen Verletzungen führen können, 

ist tatsächlich Allgemeinwissen; die Verteidigung konzediert diesbezüglich 

ausdrücklich eine entsprechende "allgemeine Lebenserfahrung" (Urk. 187 S. 23). 

Bei harten  

Schlägen gegen den Kopf eines Opfers ist - auch gemäss aktueller bundes-

gerichtlicher Praxis - mit Hirnverletzungen respektive damit zu rechnen, dass das 

Opfer stürzt und sich als Sturzfolge solche Hirnverletzungen, die zum Tod führen 

können, zuzieht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. April 2011 6B_758/2010 

E.4.3.2.). Bei harten Schlägen gegen den Rumpf, beispielsweise die Bauch- oder 

Nierengegend, ist damit zu rechnen, dass innere Organe (z.B. Lunge, Leber,  

Nieren, Milz) verletzt werden und eine lebensgefährliche innere Blutung 

verursacht wird. Betreffend dieses Allgemeinwissen ist es obsolet zu mutmassen,  

ob und wann ein Täter in allenfalls welcher Schule welchen Biologieunterricht  

genossen hat.  

Die Verteidigung macht selber - auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Urk. 282 S. 7 ff.) - nicht geltend, der Beschuldigte sei infolge Alkoholisierung 

komplett seiner Einsichts- respektive Steuerungsfähigkeit beraubt gewesen (vgl. 

Art. 19 Abs. 1 StGB). Dies deckt sich auch mit der fachärztlichen Einschätzung 

(Urk. 51/49; Protokoll in Proz. Nr. WG070005 [fortan GG Prot.] S. 831ff.). Die  

Verteidigung kann daher mit dem Verweis auf eine verminderte Schuldfähigkeit 

das Wissen des Beschuldigten um die Gefährlichkeit seiner gewalttätigen 

Handlungen nicht gänzlich wegdiskutieren. Die verminderte Schuldfähigkeit ist 

vielmehr nachfolgend Gegenstand der Strafzumessung.  

Der Beschuldigte hatte die Geschädigte G._____ bereits vor dem Tattag 

wiederholt verprügelt, was bei der Geschädigten zu äusseren Verletzungen 

namentlich in Form von Hämatomen am ganzen Körper führte. Aus der Tatsache, 

dass sich diese Verletzungsbilder äusserlich nicht von demjenigen des Tattages 

unterschieden, kann entgegen der Verteidigung natürlich nicht gefolgert werden, 

der Beschuldigte habe die Geschädigte G._____ am Tattag nicht härter 

- 18 - 

geschlagen als bei den früheren Übergriffen. Es ist davon auszugehen, dass es 

bei den früheren Übergriffen bei äusserlichen Verletzungen geblieben ist; eine 

Hospitalisierung  oder notärztliche Behandlung war offenbar nie zwingend 

notwendig respektive  

erfolgte nie. Am Tattag erlitt die Geschädigte erstelltermassen jedoch auch  

massive innere Verletzungen (Milzkapselriss, Blutungen der Darmaufhängung), 

welche zu ihrem Tod führten und welche nur die Folge eines oder mehrerer  

massiven Schlages resp. Schläge sein konnten (Urk. 235 S. 24 und S. 28f. mit 

Verweisen). Dies indiziert zumindest stark, dass der Beschuldigte die 

Geschädigte G._____ am Tattag eben sehr wohl härter, massiver geschlagen hat 

als bei  

früheren Übergriffen. Gemäss der Verteidigung kehrte die Geschädigte G._____ 

nach früheren Übergriffen "regelmässig nach Minuten oder spätestens Stunden" 

zum Beschuldigten zurück (Urk. 51/161 S. 30). Nach dem inkriminierten Übergriff 

war sie jedoch "nach wenigen Minuten bis maximal einer halben Stunde"  

(Urk. 187 S. 17) tot! Wenn der Beschuldigte aber am Tattag die Geschädigte 

G._____ noch härter als früher geschlagen hat, hat er dies auch bemerkt und er 

war sich somit der Gefahr, dass die Geschädigte schwerer verletzt wird als bei  

früheren Übergriffen, zwingend bewusst. Aber selbst wenn der Beschuldigte die 

Geschädigte G._____ am Tattag mit genau derselben Intensität geschlagen hat, 

wie früher, würde ihn dies nicht entlasten: Am Tattag hat der Beschuldigte der  

Geschädigten G._____ mindestens einen derart harten Schlag gegen den Körper 

versetzt, dass bei dieser ein inneres Organ verletzt wurde und sie als Folge davon 

innerlich verblutete. Wenn der Beschuldigte die Geschädigte G._____ tatsächlich 

früher schon derart hart gegen den Körper geschlagen hat, hätte diese tödliche 

Folge schon bei einem früheren Übergriff eintreten können und es beruht einzig 

auf Zufall, dass dies nicht geschehen ist. Der Beschuldigte wusste - wie jeder 

Durchschnittsbürger -, dass sehr harte Schläge gegen den Körper eines  

Menschen zu inneren, letztlich tödlichen Verletzungen führen können. Dies  

wusste er schon beim ersten, bei sämtlichen weiteren und folglich auch beim  

letzten, inkriminierten Übergriff. Wenn der Beschuldigte tatsächlich immer mit 

derselben Intensität zugeschlagen hat, trifft in erschreckender Weise die 

- 19 - 

Mutmassung der als Zeugin befragten Hotelangestellten J._____ zu, wonach das 

Hotelpersonal, welches die Misshandlungen mitbekommen hatte, davon 

ausgegangen sei, dass der Beschuldigte die Geschädigte einmal totschlagen 

werde; es sei fast voraussehbar gewesen (Urk. 169 S. 4 mit Verweis auf das GG 

Prot. S. 354). Wird davon ausgegangen, der Beschuldigte habe immer mit 

derselben Härte zugeschlagen, war somit lediglich offen, welcher der zahlreichen 

Übergriffe einen  

letalen Ausgang nehmen würde.  

Dass die inneren Verletzungen der Geschädigten G._____ für den Beschuldigten 

nicht sichtbar und somit nicht erkennbar waren, geht schliesslich am Haupt-

Anklagevorwurf vorbei: Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Geschädigte 

geschlagen und im Zeitpunkt des Zuschlagens in Kauf genommen zu haben, sie 

damit zu töten. Lediglich eventualiter wird ihm (im Sinne einer Unterlassung der 

Nothilfe gemäss Art. 128 StGB) vorgeworfen, die Geschädigte verletzt, dies auch 

bemerkt, ihr dann aber nicht geholfen zu haben. Letzteres ist vorliegend - beim 

nachfolgenden Ergebnis zum Haupt-Anklagepunkt - nicht zu prüfen.  

Demnach war beim Beschuldigten zum Zeitpunkt, als er massiv und hart gegen 

den Rumpf der Geschädigten G._____ schlug, das Wissen, dass ein einziger 

oder mehrere solcher Schläge zu einer letztlich tödlichen inneren Verletzung der  

Geschädigten führen können, vorhanden.  

Dass der Beschuldigte die Geschädigte mit einem harten Schlag gegen sensible 

Bereiche des Rumpfes willentlich tödlich verletzen wollte, wird ihm nicht 

vorgeworfen. Wer jedoch weiss, dass ein massiver Schlag auf einen solchen 

Bereich tödlich enden kann, und trotzdem schlägt, nimmt eine lebensgefährliche 

und  

allenfalls tödliche Verletzung des Opfers aber in Kauf. Dass der letztlich letale 

Schlag unbeabsichtigt erfolgt ist, ist falsch: Der Beschuldigte hat bewusst und 

bewusst hart zugeschlagen. Dass der Beschuldigte gezielt auf den sensiblen  

Bereich der Milz geschlagen hat, ist mit der Verteidigung nicht erstellt. Wer jedoch 

derart zahlreich über den ganzen Körper eines Opfers verteilt einschlägt, nimmt 

dabei auch in Kauf, dass einer oder mehrere dieser Schläge sensible Körper-

- 20 - 

bereiche treffen. Dass der Beschuldigte schliesslich die Sanität gerufen, diese 

ungeduldig erwartet und nicht versucht hat, sich davon zu machen, sowie dass er 

nach der Tat geschockt und traurig war, indiziert mit der Verteidigung, dass er den 

Tod der Geschädigten G._____ nicht gewollt hat. Dies alles steht jedoch dem  

zwingenden Schluss, dass er tödliche Folgen für die Geschädigte G._____, wenn 

auch nicht gewollt, so aber doch in Kauf genommen hat, nicht entgegen.  

2.2.8. Insgesamt ist auch der innere Sachverhalt gemäss dem Hauptanklage-

vorwurf (Urk. 51/59) dahingehend erstellt, dass der Beschuldigte willentlich und 

wissentlich massiv mit den Händen auf die Geschädigte G._____ einschlug und 

dabei die Verursachung einer letztlich tödlichen Verletzung in Kauf genommen 

hat. Wenn das Kassationsgericht mit Beschluss vom 28. Juni 2010 das - 

zumindest grundsätzlich - auf derselben Einschätzung basierende Urteil des 

Geschworenengerichts vom 18. Dezember 2007 (Urk. 51/179 S. 79) aufgehoben 

hat, ist es mit seiner diesbezüglichen, lebensfremden Begründung (Urk. 51/188 

S. 50f.)  

seinerseits in Willkür verfallen.  

2.3. Mithin hat der Beschuldigte zulasten der Geschädigten G._____ den 

objektiven wie den subjektiven Tatbestand (letzteren eventualvorsätzlich, Art. 12 

Abs. 2 StGB; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3. mit Verweisen) der vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB erfüllt und ist in Bestätigung des angefochtenen 

Entscheides schuldig zu sprechen (vgl. Urk. 235 S. 139-143; Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

3. Anklagevorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung zulasten der Privat-

klägerin D._____ (Urk. 51/98) 

3.1. Der äussere Anklagesachverhalt war bereits anlässlich der 

Hauptverhandlung insoweit unbestritten, dass der Beschuldigte einerseits in der 

Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2007 im Verlauf eines zunächst verbalen Streits 

zahlreiche Male mit Faustschlägen auf den Rücken, den Kopf, die Beine, die 

Arme und die Brust der Privatklägerin D._____, welche seitlich zusammengerollt 

auf dem Bett lag, eingeschlagen hat und das Opfer dabei mehrere Rippenbrüche 

- 21 - 

und Wirbelkörperfrakturen, eine Nierenlazeration, einen Pneumothorax, 

zahlreiche Hautunterblutungen am gesamten Körper und auch am Kopf sowie 

eine Zerreissung des Augapfels des rechten Auges mit daraus resultierender 

Erblindung dieses Auges erlitten hat (Urk. 51/97/36 S. 3; Urk. 168 S. 8ff.; Urk. 187 

S. 29; Urk. 231 S. 11).  

Die Vorinstanz hat vorab wiederum die Aussagen des Beschuldigten sowie auch 

diejenigen der Privatklägerin D._____ ausführlich wiedergegeben, worauf zu ver-

weisen ist (Urk. 235 S. 48 und S. 53f.). Im Sinne der Bestreitungen des 

Beschuldigten ist die Vorinstanz in ihrer darauf folgenden Beweiswürdigung zum 

äusseren Anklagesachverhalt einzig dahingehend von der Anklage abgewichen, 

dass nicht rechtsgenügend erstellt sei, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 

mit den  

Füssen getreten habe, dass die Privatklägerin als Folge der Schläge ohnmächtig 

geworden sei sowie, dass die Hautabschürfungen am Rücken der Privatklägerin 

durch Schläge des Beschuldigten verursacht worden seien (Urk. 235 S. 62f.). 

Die - unbestrittene - vorinstanzliche Beweiswürdigung des äusseren Anklage-

sachverhalts ist auch heute ohne Weiteres zu übernehmen. 

3.2. Zum inneren Sachverhalt wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, die 

Privatklägerin D._____ willentlich und wissentlich lebensgefährlich mit massiver 

Gewalt gegen den Körper verletzt und ihr Augenorgan mit bleibendem Schaden 

zerstört zu haben. Zudem habe er gewusst, dass solche Schläge auf den Körper 

eines Menschen den Tod zur Folge haben können, was er zumindest in Kauf 

genommen habe (Urk. 51/97/36 S. 3). Die Anklagebehörde hat anlässlich der 

Hauptverhandlung ausgeführt, der Beschuldigte habe schon allein aufgrund der 

tödlichen Verletzungen, welche die Geschädigte G._____ erlitten habe, gewusst, 

was solche Gewalt, wie er sie gegen die Privatklägerin D._____ ausgeübt habe, 

bei einem menschlichen Körper verursachen könne. Dennoch habe er die 

Privatklägerin D._____ wissentlich und willentlich körperlich massivst malträtiert 

(Urk. 169 S. 12). 

- 22 - 

3.3. Nachdem die Verteidigung im Hauptverfahren den inneren Anklagesach-

verhalt noch bestritten hat (Urk. 187 S. 30ff.), die Vorinstanz ihrer Argumentation 

jedoch in keiner Weise gefolgt ist (Urk. 235 S. 63-71), haben anlässlich der  

Berufungsverhandlung nun Beschuldigter und Verteidigung den Tatvorwurf 

insgesamt und ohne Weiteres anerkannt (Urk. 282 S. 15; Urk. 281 S. 9 und S. 

11). Dies ist immerhin insoweit bemerkenswert, als der - vorstehend erstellte - 

innere Sachverhalt im Anklagepunkt betreffend die Geschädigte G._____ mit in 

wesentlichen Teilen derselben, betreffend die Privatklägerin D._____ nun 

aufgegebenen  

Begründung nach wie vor bestritten wird. Der Beschuldigte gab auf 

entsprechende Frage an der Berufungsverhandlung an, er anerkenne den 

Vorwurf, mit dem Eintritt des Todes der Privatklägerin D._____ gerechnet zu 

haben, weil er diese im Vergleich viel härter geschlagen habe als die Geschädigte 

G._____ (Urk. 282  

S. 11). Dies ist in zweifacher Hinsicht nicht nachvollziehbar: Einmal unterscheiden 

sich die Verletzungen, die die Geschädigte G._____ und die Privatklägerin 

D._____ davon getragen haben im Wesentlichen nicht, ausser dass die 

Geschädigte G._____ an ihren inneren Verletzungen (Milzkapselriss und 

Blutungen der Darmaufhängung) gestorben ist und bei der Privatklägerin D._____ 

ihre Nierenverletzung zwar lebensgefährlich war, jedoch mehr oder weniger 

zufälliger- und jedenfalls glücklicherweise nicht zum Tod geführt hat. Der 

Privatklägerin D._____ hat der Beschuldigte sodann ein Auge zerstört, was 

namentlich angesichts der zahlreichen Verletzungen der Geschädigten G._____ 

auch im Kopf- und Halsbereich jedoch nicht heisst, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin D._____ deutlich härter geschlagen hat als die Geschädigte 

G._____. Die Aussage des Beschuldigten erstaunt sodann und insbesondere 

auch daher, weil er sich ja gemäss konstanten eigenen Angaben weder an den 

Tatablauf betreffend die Geschädigte G._____ noch an jenen betreffend die 

Privatklägerin D._____ will erinnern können.  

4. Anklagevorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung sowie der 

Freiheitsberaubung zum Nachteil der Privatklägerin E._____ (Urk. 35) 

- 23 - 

4.1. Dem Beschuldigten wird in diesem Punkt zusammengefasst vorgeworfen, am 

Morgen des 25. März 2006 in seiner Wohnung aus Eifersucht die bei ihm 

weilende Privatklägerin E._____ während ein bis zwei Stunden am Verlassen der  

Wohnung gehindert und mit den Fäusten gegen Kopf und Oberkörper geschlagen 

zu haben. Anschliessend habe er die Privatklägerin aufs Sofa gestossen, sich  

rittlings auf sie gesetzt und ihr unter Einsatz seines ganzen Körpergewichts ein 

Kissen aufs Gesicht gedrückt und erst von ihr abgelassen, als ihr Körper erschlafft 

und ihre Arme abgesackt seien. Durch das Auf-das-Gesicht-Drücken des Kissens 

habe die Privatklägerin keine Luft mehr bekommen; die Schläge hätten zu  

zahlreichen Prellungen und Blutergüssen am ganzen Körper der Privatklägerin 

geführt. Der Beschuldigte habe um das Risiko des Erstickens der Privatklägerin 

gewusst und dies zumindest in Kauf genommen (Urk. 35). 

Nur vollständigkeitshalber ist zu erwähnen, dass dieser dritte Anklagepunkt durch 

die Anklagebehörde als Nachtragsanklage nach Durchführung und Abschluss der 

geschworenen- respektive kassationsgerichtlichen Verfahren in den Prozess  

eingebracht wurde und daher durch die Vorinstanz erstmals beurteilt wurde.  

4.2. Im Hauptverfahren hat der (zu diesem Anklagepunkt erbetene, nicht mit dem 

amtlichen Verteidiger identische) Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

ausführlichst geltend gemacht, das Anklageprinzip sei verletzt, da der Anklage-

sacherhalt "völlig unklar bzw. in sich widersprüchlich" sei. Es sei nicht klar, 

inwieweit die Anklagebehörde davon ausgehe, der Beschuldigte habe der 

Privatklägerin E._____ durch das Auf-das-Gesicht-Drücken eines Kissens, das 

Sich-auf-den-Oberkörper-Setzen oder eine Kombination von beidem das Atmen 

verunmöglicht und in welchem Zusammenhang die aufgelisteten Verletzungen 

der Privatklägerin dazu stehen sollen (Urk. 188 S. 4ff.).  

Bereits die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass die entsprechende Rüge 

der Verteidigung unbegründet ist (Urk. 235 S. 20f.): Gemäss Anklageschrift habe 

der Beschuldigte gewusst, dass durch das Drücken eines Kissens auf das  

Gesicht der Privatklägerin dieser die Atmung verunmöglicht werde und dies zu  

ihrem Erstickungstod führen kann, was er auch in Kauf genommen habe. Durch 

ein Aufsitzen auf ihren Brustkorb sei dies - lediglich - noch verstärkt worden  

- 24 - 

(Urk. 35 S. 4). Dem Beschuldigten ist bei dieser Art der Anklageschilderung ohne 

Weiteres klar, welcher Tatvorwurf ihm gemacht wird (zum Anklageprinzip vgl. 

Entscheid des Bundesgerichts 6B_389/2010 E. 1.3.1.).  

Wenn die Verteidigung weiter anführte, weder ein Aufsitzen auf den Brustkorb der 

Privatklägerin (mangels entsprechender Verletzungsspuren) noch ein 

Verunmöglichen der Atmung durch Aufdrücken des Kissens (mangels 

entsprechender  

objektiver Anhaltspunkte) seien erstellt (Urk. 188 S. 6-11), ist dies eine Frage der 

- nachfolgenden - Beweiswürdigung. Bezeichnenderweise hat die bisherige -  

betreffend diesen Anklagepunkt nun neue - amtliche Verteidigung im 

Berufungsverfahren die Rüge der Verletzung des Anklageprinzips nicht mehr 

substantiiert vorgebracht (Urk. 282 S. 15f.). 

4.3.1. Der Beschuldigte hat anlässlich der Hauptverhandlung eingestanden, die 

Privatklägerin mit den Fäusten geschlagen und damit die fraglichen Verletzungen 

verursacht zu haben. Er habe sie jedoch nicht eingesperrt, vielmehr habe sie 

entgegen seinem Willen nicht gehen wollen. Er habe sie erst geschlagen, als sie 

auf ihn losgegangen sei. Er habe sie nicht auf das Sofa gestossen, habe sich 

nicht auf sie gesetzt und ihr auch kein Kissen auf das Gesicht gedrückt (Urk. 168  

S. 15ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte im selben 

Sinne aus. Weshalb die Privatklägerin E._____ die Unwahrheit erzähle, wisse er 

nicht (Urk. 281 S. 13).  

4.3.2. Die Vorinstanz hat vorab die Aussagen des Beschuldigten sowie diejenigen 

der Privatklägerin E._____ ausführlich wiedergegeben, worauf zu verweisen ist 

(Urk. 235 S. 89-91, S. 95ff. und S. 102ff. mit den entsprechenden Verweisen). Im 

Anschluss hat sie zusammengefasst erwogen, die Aussagen der Privatklägerin 

E._____ seien aufgrund ihrer Konstanz entgegen der Argumentation der 

Verteidigung in den wesentlichen Punkten überzeugend. Erinnerungslücken habe 

sie  

offen eingestanden; der Vorfall sei sodann rund vier Jahre vor den Einvernahmen 

erfolgt, was Erinnerungslücken auch erkläre. Die Privatklägerin habe den  

Beschuldigten in ihren Aussagen nicht übermässig belastet und eher zurück-

- 25 - 

haltend ausgesagt. Der von der Privatklägerin E._____ hinsichtlich der 

körperlichen Übergriffe geltend gemachte Tathergang entspreche sodann auch 

den aktenkundigen medizinischen Berichten. Die Privatklägerin habe konstant, 

gleichbleibend und damit grundsätzlich widerspruchsfrei wie auch detailliert 

ausgesagt; einzeln vorhandene Abweichungen würden nicht das Kerngeschehen 

betreffen. Die Beschreibungen der Privatklägerin wirkten eindrücklich, 

authentisch,  

anschaulich und seien damit glaubhaft. Dass die Privatklägerin das Geschilderte 

erfunden habe, sei unwahrscheinlich. Die Privatklägerin habe sodann im Rahmen 

der Einvernahmen bei der Schilderung der Übergriffe des Beschuldigten starke 

psychische Belastung gezeigt, betreffend welche nicht anzunehmen sei, dass  

sie vorgetäuscht worden seien. Auch der damalige Psychotherapeut der 

Privatklägerin habe als Zeuge eine gravierende psychische Belastung der 

Privatklägerin im Zusammenhang mit den Einvernahmen bestätigt. Dass die 

Privatklägerin nach der Tat vier Jahre gewartet habe, bis sie Anzeige erstattet 

habe, sei - auch gemäss den Aussagen der Zeugin K._____, der leitenden Ärztin 

im Ambulatorium … Klinik -, damit plausibel erklärbar, dass die Privatklägerin von 

den weiteren Übergriffen des Beschuldigten erfahren habe und habe verhindern 

wollen, dass noch weitere Opfer zu Schaden kämen. Zusammenfassend seien 

die Aussagen der Privatklägerin E._____ - mit einer Divergenz einzelne Details 

betreffend -  

konstant und widerspruchsfrei. Sie würden einen erstaunlichen Detaillierungsgrad 

aufweisen und insbesondere aufgrund der authentisch geschilderten und während 

den Einvernahmen offensichtlich zu Tage getretenen körperlichen und 

psychischen Stresssymptome als durchwegs glaubhaft erscheinen. Sodann 

würden die Darstellungen der Privatklägerin durch die Aussagen der als Zeugen 

einvernommenen Drittpersonen L._____, des damaligen Partners der 

Privatklägerin, der Ärztin K._____ sowie des Psychotherapeuten M._____ (wie sie 

die Vorinstanz ebenfalls detailliert zitiert hat; Urk. 235 S. 124ff.) untermauert (Urk. 

235 S. 100f.;  

S. 115ff. ). Die Einwände des Beschuldigten gegen die Aussagen der Privat-

klägerin taxierte die Vorinstanz hingegen als nicht stichhaltig (Urk. 235 S. 114f.). 

- 26 - 

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin E._____ sowie gestützt 

auf die glaubhaften Aussagen der einvernommenen Zeugen L._____, K._____ 

sowie M._____ sei der Anklagesachverhalt bezüglich des versuchten Erstickens 

mit dem Kissen daher rechtsgenügend erstellt mit der einzigen Einschränkung, 

dass nicht erstellt sei, dass der Beschuldigte der Privatklägerin rittlings (im Sinne 

eines sog. Burkings) auf den Oberkörper gesessen sei (Urk. 235 S. 129). 

4.3.3. Die lediglich betreffend den Sanktionspunkt anschlussappellierende 

Anklagebehörde hat sich im Berufungsverfahren zu diesem Anklagepunkt nicht 

geäussert (Urk. 283).  

4.3.4. Im Berufungsverfahren hat die appellierende amtliche Verteidigung 

einerseits die Glaubwürdigkeit der den Beschuldigten in diesem Anklagepunkt be-

lastenden Personen in Zweifel gezogen und andererseits Ungereimtheiten in den 

Aussagen dieser Personen zuerst zum Tatkomplex der Freiheitsberaubung 

herausgearbeitet, um daraus nachher auf deren fehlende Überzeugungskraft 

auch im Tatkomplex der versuchten Tötung zu schliessen (Urk. 282 S. 15ff.). Mit 

der  

Verteidigung konnten die Zeugen L._____ (der Partner der Privatklägerin E._____ 

zum Tatzeitpunkt) sowie die K._____ (eine die Privatklägerin E._____ be-

handelnde Ärztin der … Klinik) natürlich nur Schilderungen der Privatklägerin  

E._____ wiedergeben, waren sie doch zum fraglichen Zeitpunkt nicht am Tatort  

anwesend (Urk. 282 S. 17). Entgegen der Verteidigung heisst dies jedoch nicht, 

dass deren Aussagen keinerlei Beweiswert hätten: Wenn diese die Aussagen der 

Privatklägerin stützen und untermauern - wie dies vorliegend zutrifft -, sind sie 

selbstverständlich von Bedeutung. Der Zeuge L._____ wurde über vier Jahre 

nach der mutmasslichen Tat und den entsprechenden Schilderungen der 

Privatklägerin durch die Behörden befragt. Zu diesem Zeitpunkt war die 

Beziehung mit der Privatklägerin E._____ bereits aufgelöst. Ein Motiv für eine 

Falschbelastung des Zeugen zulasten des Beschuldigten ist nicht ersichtlich. 

Seine Glaubwürdigkeit ist nicht tangiert. Mit Sicherheit ist jedoch der lange 

Zeitablauf bei der Wiedergabe von Einzelheiten in seinen Aussagen zu 

berücksichtigen. Bei der K._____ als behandelnder Ärztin der Privatklägerin ist 

- 27 - 

ebenfalls keinerlei Motiv ersichtlich, weshalb sie den Beschuldigten zu Unrecht 

belasten sollte. Dies gilt schliesslich auch betreffend die Privatklägerin E._____ 

selber: Ihre Anzeige erfolgte knapp vier Jahre nach dem Vorfall und zu einem 

Zeitpunkt, als der Beschuldigte durch das Geschworenengericht wegen zweier 

weiterer Tötungsdelikte mit einer hohen Freiheitsstrafe belegt und zudem 

verwahrt worden war (und bevor das Kassationsgericht diesen Entscheid 

aufgehoben hat). Selbst wenn die Privatklägerin den Beschuldigten einfach aus 

Boshaftigkeit hätten schädigten wollen - wofür es keinerlei Anzeichen gibt - hätte 

sie dafür keinen Anlass mehr gehabt. Die Hypothese, das Motiv für eine 

Falschbelastung des Beschuldigten durch die Privatklägerin liege allenfalls darin, 

dass sie durch die anerkanntermassen erlittenen Schläge belastet und nach 

Kenntnisnahme der Vorfälle mit D._____ gewahr worden sei, was alles hätte 

passieren können (Urk. 282 S. 33), entbehrt jeglicher Lebensnähe. 

4.3.5. Wenn bereits die erbetene Verteidigung vor Vorinstanz argumentiert hat 

(und die amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren dies sinngemäss 

wiederholt, Urk. 282. S. 18ff.), die Schilderungen der Privatklägerin seien "nicht 

sehr konsistent, irritierend und widersprüchlich" (Urk. 188 S. 12f.), ist 

vollumfänglich auf die in allen Teilen zutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz 

zu verweisen: Die Aussagen der Privatklägerin sind detailliert, im Kerngeschehen 

widerspruchsfrei, wirken erlebt und sind damit glaubhaft. Ob sich der Beschuldigte 

genau auf den Brustkorb der Privatklägerin gesetzt hat, kann mit der Vorinstanz 

letztlich  

offen bleiben. Aufgrund der - auch - diesbezüglich überzeugenden Schilderungen 

der Privatklägerin ist zweifelsfrei erstellt, dass der Beschuldigte sich auf die auf 

dem Sofa liegende Privatklägerin gesetzt und sie damit fixiert hat und gleichzeitig 

unter Einsatz seines Körpergewichts das fragliche Kissen auf ihr Gesicht gedrückt 

hat. Ob das Auf-sie-Setzen des Beschuldigten die Privatklägerin zusätzlich in der 

Atmung behindert hat, ist nicht entscheidend: Gemäss Anklageformulierung war 

schon das Drücken des Kissens auf das Gesicht der Privatklägerin geeignet,  

ihre Atmung bis zum Ersticken zu unterbinden. Dass der Beschuldigte ihr das 

Kissen auf das Gesicht gedrückt und ihr damit die Luftzufuhr unterbunden hat, ist  

wiederum gestützt auf die überzeugenden Aussagen der Privatklägerin erstellt. 

- 28 - 

Dass für die erlittene Atemnot der Privatklägerin "keine objektiven Anhaltspunkte" 

vorliegen, schliesst eine solche entgegen der Verteidigung keinesfalls aus  

(vgl. auch Urk. 282. S. 32). Wenn die amtliche Verteidigung im 

Berufungsverfahren Unstimmigkeiten in den Aussagen des Zeugen L._____ 

sowie der Privatklägerin E._____ zu Nebensächlichkeiten herausarbeitet, ist dies 

unbehelflich: Wie erwähnt sagte der Zeuge rund vier Jahre nach dem Vorfall und 

dem Zeitpunkt aus, als er durch die Privatklägerin Informationen über den 

Übergriff erhalten hat. Wenn sich in dieser Zeit Verwechslungen in 

Nebensächlichkeiten einschleichen oder solche vergessen werden, ist dies 

schlicht normal. So wird durch Unstimmigkeiten in den Aussagen des Zeugen 

L._____ entgegen der Verteidigung auch nicht die Glaubhaftigkeit der 

Schilderungen der Privatklägerin E._____ tangiert. Hinzu kommt, dass für die 

Privatklägerin E._____ mit Sicherheit der eigentliche körperliche Übergriff zentral 

war und sich im Gedächtnis festsetzte. Dauer und genaue Umstände zur Art und 

Weise, wie sie in der Wohnung des Beschuldigten festgehalten wurde, waren für 

sie über die Jahre bis zu ihren Aussagen mit Sicherheit in den Hintergrund 

gerückt. Aus entsprechenden Unsicherheiten oder Unstimmigkeiten betreffend 

diesen Tatkomplex wird ihre im Kerngehalt glaubhafte Schilderung des tätlichen 

Angriffs des Beschuldigten nicht in Zweifel gezogen. Nicht zu unterschlagen ist 

sodann, dass das inkriminierte Verhalten des Beschuldigten in keiner Weise 

wesensfremd war und grosse Parallelen zu den weiteren Anklagepunkten 

aufweist: Die Privatklägerin wollte die Wohnung des Beschuldigten verlassen, um 

zu einem anderen Mann zu gehen, was der Beschuldigte offensichtlich - und 

einmal mehr - als nicht tolerierbare Zurückweisung empfand und die 

Privatklägerin dafür disziplinieren wollte. Er gibt auch heute zu, die Privatklägerin 

zum Tatzeitpunkt geschlagen zu haben (Urk. 281 S. 13 ). Während er früher noch 

- völlig unglaubhaft - geltend machte, er sei von der Privatklägerin angegriffen 

worden (Urk. 168 S. 17), konnte er anlässlich der Berufungsverhandlung 

überhaupt keinen Grund für seine Schläge gegen die Privatklägerin E._____ mehr 

ins Feld führen (Urk. 281 S. 13). Die amtliche Verteidigung hat anlässlich der 

Berufungsverhandlung schliesslich geltend gemacht, der Beschuldigte habe der 

Privatklägerin E._____ gar nicht bis zum Eintreten einer Atemnot ein Kissen auf 

- 29 - 

das Gesicht gedrückt, da die Privatklägerin selber zugegeben habe, sie habe 

diese Atemnot lediglich vorgespielt und ihren Körper willentlich erschlaffen lassen 

(Urk. 282 S. 27ff.). Der Einwand ist unbegründet: Die Privatklägerin hat 

nachvollziehbar  

geschildert, sie sei kurz vor dem Bewusstseinsverlust gewesen und habe  

gedacht, es sei fertig; sie sei teilweise am Übertreten gewesen; sie habe gedacht, 

sie sei in einer Übertrittsphase; die Dauer des Kissen-auf-das-Gesicht-Drückens 

sei ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen (Urk. 235 S. 104ff. mit Verweisen). 

Angesichts dieser anschaulichen Schilderung der tatsächlich erlittenen Atemnot 

der Privatklägerin ist die Darstellung der Verteidigung, die Privatklägerin E._____ 

habe ihre körperlichen Reaktionen auf die Luftknappheit lediglich vorgespielt, 

nicht überzeugend. Ferner ist auch die Spekulation, über wie viele Sekunden der  

Beschuldigte der Privatklägerin E._____ das Kissen auf das Gesicht gedrückt 

haben mag (Urk. 282 S. 29f.), unwesentlich und geht an der Sache vorbei. Dass 

ein Mensch nicht mehr genügend Luft zum Überleben einatmen kann, wenn ihm  

gewaltsam über eine gewisse Dauer ein grosses Kissen auf das Gesicht gedrückt 

wird, ist - zum Subjektiven - einmal mehr grundlegendstes Allgemeinwissen - was 

die Verteidigung im Berufungsverfahren ausdrücklich anerkennt, Urk. 282 S. 29 -, 

über welches auch der Beschuldigte im Tatzeitpunkt verfügte (vgl. dazu Urk. 235 

S. 137-139). Wenn er in diesem Wissen oder vielmehr trotz dieses Wissens das 

Kissen auf ihr Gesicht gedrückt hat, bis die Privatklägerin erschlaffte, die Arme 

absacken liess und keine Körperreaktionen mehr zeigte, hat er ihren Tod durch 

Ersticken mindestens in Kauf genommen. Der äussere wie der innere Anklage-

sachverhalt sind damit rechtsgenügend erstellt. Die Argumentation der 

Verteidigung, das Nachtatverhalten des Beschuldigten (Weinen, "oh-nein"-

Stöhnen,  

Niedersinken) schliesse eine Tötungsabsicht des Beschuldigten aus (Urk. 282.  

S. 31), trifft schliesslich allenfalls (aber auch diesbezüglich nicht mit Sicherheit) 

auf ein direkt-vorsätzliches, willentliches Handeln des Täters zu: Dass ein Täter 

einen Taterfolg lediglich in Kauf nimmt und, wenn dieser dann eintritt, darüber 

nachher nicht erfreut ist, ist absolut möglich und auch nachfühlbar. Es ist sogar 

ohne Weiteres möglich, dass ein Täter einen Taterfolg will, nach dessen Eintritt 

- 30 - 

jedoch bestürzt ist und die Sache gerne ungeschehen machen würde. Aus dem 

Nachtatverhalten kann der Beschuldigte - wie bereits im Tatkomplex G._____ -  

hinsichtlich des Subjektiven nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

4.4. Damit hat der Beschuldigte auch betreffend die Privatklägerin E._____ 

eventualvorsätzlich im Sinne von Art. 111 StGB gehandelt. Da die Privatklägerin 

E._____ überlebte, blieb es auch hier beim Versuch einer vorsätzlichen Tötung. 

Der angefochtene Schuldspruch ist auch in diesem Punkt zu bestätigen.  

4.5. Freiheitsberaubung 

4.5.1. Den Anklagevorwurf, die Privatklägerin E._____ gehindert zu haben, seine 

Wohnung zu verlassen, hat der Beschuldigte im bisherigen Verfahren zuerst 

sinngemäss eingestanden (vgl. Verweise in Urk. 168 S. 19), anschliessend jedoch 

- wie auch anlässlich der Berufungsverhandlung - bestritten (vgl. Urk. 235 S. 130f. 

mit Verweisen; Urk. 168 S. 16f.; Urk. 281 S. 13).  

4.5.2. Die - damalige, erbetene - Verteidigung hat vor Vorinstanz argumentiert, die 

massgeblichen Aussagen der Privatklägerin seien widersprüchlich, was die 

amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren sinngemäss wiederholt (Urk. 188 

S. 12f.;Urk. 282 S. 18ff.).  

4.5.3. Die Vorinstanz hat vorab die Aussagen der Privatklägerin E._____, wie 

diese sie in der Untersuchung deponiert hat, ausführlich zitiert (Urk. 235 S. 131-

134) und anschliessend zusammengefasst erwogen, die Privatklägerin E._____ 

habe das Kerngeschehen konstant, gleichbleibend und in sich schlüssig 

geschildert. Das Kerngeschehen betreffend liessen sich in den Aussagen der 

Privatklägerin E._____ kaum Widersprüche ausmachen; einzelne Divergenzen im 

Aussageverhalten würden allesamt nicht den Kernsachverhalt betreffen. Dass die 

Aussagen der Privatklägerin E._____ bezüglich solcher Details unterschiedlich 

und nicht  

stereotyp ausgefallen seien, könne angesichts der erheblichen zeitlichen  

Differenz zwischen dem Vorfall und den erfolgten Einvernahmen nicht erstaunen, 

sondern spreche vielmehr für deren Glaubhaftigkeit. Sodann habe es sich um ein 

- 31 - 

dynamisches Geschehen gehandelt, welches sich in einer emotional 

aufgewühlten Stimmung zugetragen und in dessen Verlauf der Beschuldigte 

gegenüber der  

Privatklägerin E._____ massive körperliche Übergriffe ausgeübt habe. In 

Berücksichtigung dieser besonderen Umstände sei es durchaus nachvollziehbar, 

dass sich die Privatklägerin E._____ nicht mehr übereinstimmend an sämtliche 

Details  

erinnern könne. Die Aussagen der Privatklägerin E._____ würden zudem auch 

durch die Aussagen der Zeugen L._____ und K._____ untermauert,  

gemäss welchen die Privatklägerin E._____ ihnen gegenüber ausgeführt habe, 

vom Beschuldigten anlässlich des Vorfalls in dessen Wohnung festgehalten 

worden zu sein. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 

E._____ im Kerngeschehen sowie gestützt auf die glaubhaften Aussagen der 

einvernommenen Zeugen L._____ und K._____ sei der Anklagesachverhalt 

bezüglich des Festgehaltenwerdens gegen den Willen der Privatklägerin E._____ 

rechtsgenügend erstellt mit der Einschränkung, dass aufgrund der diesbezüglich 

uneinheitlichen Aussagen der Privatklägerin zugunsten des Beschuldigten von 

einer Deliktsdauer von lediglich einer halben Stunde auszugehen sei (Urk. 235 S. 

134-137).  

4.5.4. Der vorinstanzlichen, sorgfältigen und ausführlichen Beweiswürdigung ist 

nichts hinzuzufügen; diese ist vielmehr mit dem zitierten Resultat und unter  

Verweis auf die vorstehende Beweiswürdigung zum Tatvorwurf der versuchten 

vorsätzlichen Tötung zulasten der Privatklägerin E._____ zu übernehmen. 

4.6. Die entsprechende rechtliche Würdigung der Vorinstanz (Urk. 235 S. 148ff.) 

ist zutreffend und bedarf keiner Ergänzungen. Der angefochtene Schuldspruch ist 

auch in diesem Punkt zu bestätigen.  

 

- 32 - 

III. Sanktion 

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten in Abgeltung der anklagegemässen 

Verurteilung wegen vollendeter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher versuchter 

vorsätzlicher Tötung, sexueller Nötigung sowie weiterer Delikte mit 18 Jahren  

Freiheitsstrafe sowie einer Busse von Fr. 500.-- bestraft (Urk. 235 S. 216). Das 

Geschworenengericht des Kantons Zürich hatte den Beschuldigten mit Urteil vom 

18. Dezember 2007 für die anklagegemässe Verurteilung betreffend jene  

Anklagepunkte, die die Geschädigte G._____ sowie die Privatklägerin (damals 

noch Geschädigte) D._____ betreffen, mit 13 Jahren Freiheitsstrafe sowie einer 

Busse von Fr. 500.-- bestraft (Urk. 51/179). Die Vorinstanz hatte zusätzlich die 

zulasten der Privatklägerin E._____ begangenen Delikte zu sanktionieren.   

1.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten beantragte im Hauptverfahren 

eine Bestrafung mit maximal sechs Jahren Freiheitsstrafe, wobei sie jedoch von 

einer komplett anderen, milderen rechtlichen Würdigung ausging als Anklage-

behörde und Vorinstanz (Urk. 187 S. 36). Für den Fall einer anklagegemässen 

Verurteilung wurde eine Freiheitsstrafe von acht Jahren beantragt; Letzteres blieb 

gänzlich unbegründet (Urk. 187 S. 36). Im Berufungsverfahren wiederholte die 

appellierende Verteidigung ursprünglich noch ihren im Hauptverfahren gestellten 

(Haupt-)Antrag (Urk. 236 S. 3), verlangte dann aber an der Berufungsverhandlung 

- in Anerkennung eines Vorwurfs der versuchten Tötung - ein Strafmass von neun 

Jahren Freiheitsstrafe (Urk. 282 S. 34ff.). Die anschlussappellierende Anklage-

behörde beantragte im Berufungsverfahren ein Strafmass von 20 Jahren  

(Urk. 283 S. 1).  

1.3. Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid ausführlich und 

zutreffend zum anwendbaren Recht, der Bemessung des Strafrahmens unter 

Berücksichtigung des Strafmilderungsgrundes der verminderten Schuldfähigkeit 

sowie der Strafschärfungsgründe der Tatmehrheit wie der teilweisen mehrfachen 

Tatbegehung, den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung sowie des 

Verbots der reformatio in peius betreffend die bereits vom Geschworenengericht 

sanktionierten Delikte geäussert (Urk. 235 S. 156-160). Diese Erwägungen sind 

- 33 - 

zur Vermeidung von Wiederholungen ohne Weiteres zu übernehmen. Der 

Einwand der Anklagebehörde, es liege betreffend die bereits durch das 

Geschworenengericht sanktionierten Taten kein Fall einer reformatio in peius vor 

(Urk. 283 S. 3), trifft nicht zu: Das geschworenengerichtliche Urteil wurde einzig 

vom Beschuldigten angefochten. Nach Ansicht der Anklagebehörde hätte es 

damit beim  

geschworenengerichtlichen Strafmass sein Bewenden haben sollen. Hätte nach 

erfolgter Aufhebung des geschworenengerichtlichen Urteils durch dass 

Kassationsgericht anstelle des Bezirksgerichts und jetzt in zweiter Instanz des 

Obergerichts erneut das Geschworenengericht über die Tatkomplexe G._____ 

und D._____ geurteilt, wäre dieses diskussionslos an sein Strafmass im 

aufgehobenen Entscheid gebunden gewesen. Dass die Sache nach der 

Aufhebung des  

geschworenengerichtlichen Urteils durch das Kassationsgericht an das 

Bezirksgericht zur Behandlung ging, lag einzig daran, dass das 

Geschworenengericht  

inzwischen abgeschafft worden war. Aus dieser politischen Entwicklung kann dem 

Beschuldigten kein Rechtsnachteil erwachsen. 

2.1. Zur Tatkomponente betreffend die vorsätzliche Tötung der Geschädigten 

G._____ und dort zur objektiven Tatschwere hat die Vorinstanz zusammengefasst 

erwogen, das bei der Geschädigten festgestellte Verletzungsbild zeige, dass der 

Beschuldigte ihr während längerer Zeit in brutaler Weise und mit grösster 

Heftigkeit zahlreiche Schläge von Kopf bis Fuss versetzt habe, was von einer 

beträchtlichen Gewaltbereitschaft zeuge. Der Beschuldigte habe über einen 

längeren Zeitraum von mehreren Stunden Gewalt gegen die Geschädigte 

G._____ angewendet und sie dadurch gequält. Obwohl er mit den Händen 

zugeschlagen und sich  

keiner gefährlichen Gegenstände oder Waffen bedient habe, habe er mit seinem 

Vorgehen eine sehr hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt. Das objektive 

Tatverschulden sei als sehr schwer zu qualifizieren, wovon auch die Verteidigung 

ausgehe (Urk. 235 S. 160f.).   

- 34 - 

Diese Erwägungen sind grundsätzlich zutreffend mit folgenden Korrekturen: Da 

der Beschuldigte über Stunden äusserst heftig auf die Geschädigte G._____ 

eingeschlagen hat, ist nicht nur von einer beträchtlichen, sondern von einer 

äusserst grossen Gewaltbereitschaft auszugehen. Wenn die Vorinstanz sich 

darüber  

auslässt, inwiefern die Geschädigte G._____ widerstandsunfähig gewesen sei,  

handelt es sich dabei - mit Verweis auf die diesbezügliche, vorstehend zitierte 

fachärztliche Meinung (vgl. Erw. 2.2.4.) - um eine Mutmassung. Dass die  

Geschädigte als Folge der Schläge starke Schmerzen empfunden hat, ist aber 

wohl zutreffend. Der Beschuldigte hat in der Tat eine sehr hohe kriminelle Energie 

gezeigt. Die objektive Tatschwere wiegt mit Sicherheit schwer. Dass auch die 

Verteidigung davon ausgehe, trifft jedoch nicht zu: Die entsprechende Bemerkung 

machte die Verteidigung mit Bezug auf ihre eigene - unzutreffende - Qualifikation 

der fahrlässigen Tötung (Urk. 187 S. 34; vgl. Urk. 282 S. 34).  

2.2. Zur subjektiven Tatschwere der Tötung der Geschädigten G._____ hat die 

Vorinstanz erwogen, der Beschuldigte habe die Tat nicht geplant und mit 

Eventualvorsatz gehandelt. Das Tatmotiv habe gemäss Gutachter in einer 

aktuellen Eifersuchtsproblematik sowie in einer Unzufriedenheit des 

Beschuldigten darüber, dass die Geschädigte nicht "gespurt" habe, bestanden. 

Die Tat des Beschuldigten gegenüber der Geschädigten G._____ sei somit 

egoistisch motiviert gewesen. Er habe sich nicht im Geringsten um ihr Befinden 

gekümmert, nachdem er ihr die zahlreichen Schläge versetzt hatte. Mit seinem 

Vorgehen habe der Beschuldigte eine erstaunliche Gleichgültigkeit gegenüber 

dem menschlichen Leben manifestiert (Urk. 235 S. 161f.). Dies alles ist ohne 

Weiteres zutreffend.  

Im Weiteren hat die Vorinstanz die durch den Facharzt Dr. med. I._____ über 

mehrere Begutachtungen erstellte Diagnose einer Alkoholabhängigkeit vom Typ 

des Intoxikationstrinkens, der alkoholischen Wesensänderung, der 

Persönlichkeitsstörung mit histrionischen, dissozialen und emotional-instabilen 

Elementen und der Charakterneurose zitiert und als Folge dieser pathologischen 

Befunde in Verbindung mit einer zu vermutenden hohen Alkoholisierung des 

- 35 - 

Beschuldigten im Tatzeitraum vom 3.12 Gewichtspromillen Blutalkoholgehalt eine 

Verminderung der Schuldfähigkeit in hohem Grade angenommen (Urk. 235 S. 

162-167). Die Wiedergabe der Darlegungen des Gutachters ist korrekt, ebenso 

deren Einschätzung als nachvollziehbar und begründet und auch der daraus 

gezogene Schluss betreffend die Schuldfähigkeit: Auch der Gutachter attestierte 

dem  

Beschuldigten schwere psychische Störungen in tataktueller Kombination mit  

einem toxischen Effekt des Alkohols, was bei einem sog. leichten Rausch zu einer 

in mittlerem Grade verminderten Steuerungsfähigkeit, bei einem sog. mittestarken 

Rausch zu einer Verminderung der Steuerungsfähigkeit in mittlerem bis hohem 

Grade geführt habe. Ausgehend von einer starken toxischen Wirkung in 

Kombination mit der Wesensänderung und bei Annahme einer stark 

ausgeprägten  

Amnesie habe eine Verminderung der Schuldfähigkeit in hohem Grade resultiert 

(Urk. 235 S. 164f. mit Verweisen). 

Mit der Vorinstanz wird die grosse objektive Tatschwere durch die subjektiven 

Elemente gemildert, weshalb das Verschulden insgesamt als erheblich zu 

qualifizieren ist. Wenn die Vorinstanz auf dieser Basis innerhalb des weiten Straf-

rahmens mit Blick auf die für sämtliche zu beurteilenden Delikte auszufällende 

Gesamtstrafe für die eventualvorsätzliche Tötung der Geschädigten G._____ eine 

Einsatzstrafe von 7 Jahren Freiheitsstrafe bemessen hat, erscheint dies 

angemessen.  

2.3. Zur Tatkomponente betreffend die versuchte vorsätzliche Tötung der 

Privatklägerin D._____ und dort zur objektiven Tatschwere hat die Vorinstanz 

zusammengefasst erwogen, der Beschuldigte habe auch der Privatklägerin 

D._____ am ganzen Körper bis zur ihrer Regungslosigkeit massive Schläge in 

grosser Anzahl versetzt und dadurch erneut eine sehr grosse Gewaltbereitschaft 

an den Tag  

gelegt. Dies obwohl er bereits aus dem Verfahren betreffend seine 

Gewalttätigkeiten gegenüber G._____ aus eigener Erfahrung gewusst habe, wie 

gefährlich heftige Schläge sein können. Die Privatklägerin D._____ sei zwar an 

- 36 - 

den  

heftigen Gewalttätigkeiten des Beschuldigten und den daraus resultierenden  

inneren Verletzung nicht gestorben, dies sei jedoch einzig einem glücklichen  

Umstand zuzuschreiben. Der tatbestandsmässige Erfolg habe zum Tatzeitpunkt 

sehr nahe gelegen. Sodann habe der Beschuldigte der Privatklägerin D._____ mit 

seinen Schlägen ins Gesicht den rechten Augapfel zerrissen, was die Erblindung 

ihres rechten Auges, mithin eine ausserordentlich schwere und das weitere Leben 

massiv einschränkende bleibende Beeinträchtigung zur Folge gehabt habe. Auch 

bei der Privatklägerin D._____ würden die festgestellten Verletzungen von der  

enormen Gewaltbereitschaft des Beschuldigten zeugen. Die Privatklägerin 

D._____ habe durch die gewalttätigen Übergriffe grosse Schmerzen erlitten und 

während langer Zeit leiden müssen. Nach Beendigung der tätlichen Übergriffe 

habe der Beschuldigte eine ärztliche Behandlung der Privatklägerin verhindert 

und sie  während mehrerer Tage in ihrem schmerzhaften und gesundheitlich stark 

beeinträchtigten Zustand ausharren lassen. Wiederum habe der Beschuldigte mit 

sehr hoher krimineller Energie gehandelt. Das objektive Tatverschulden wiege 

auch bezüglich der Gewalttätigkeiten gegenüber der Privatklägerin D._____ sehr 

schwer, wie dies auch von der Verteidigung anerkannt werde (Urk. 235 S. 168f. 

und S. 171). Diese Erwägungen der Vorinstanz sind fast vollumfänglich korrekt 

und zu übernehmen. Zum Schmerzempfinden der Privatklägerin D._____ hat die 

Vorinstanz hier zurecht auf die überzeugenden Aussagen der Privatklägerin 

abgestellt.  Dass der Beschuldigte die Privatklägerin nach vollendeter Tat noch 

sexuell genötigt hat, ist nachstehend - und nicht doppelt - zu berücksichtigen. Die 

objektive Tatschwere wiegt mit Sicherheit hoch; dass die Verteidigung dies 

konzediert habe, trifft wiederum nicht zu: Die entsprechende Bemerkung machte 

die Verteidigung hinsichtlich der sexuellen Nötigung sowie ihrer - wiederum 

falschen, inzwischen aufgegebenen - rechtlichen Qualifikation der Tat als 

einfache Körperverletzung (Urk. 187 S. 34; Urk. 282 S. 15). Wenn der 

Beschuldigte angesichts der Tatsache, dass sich seine Übergriffe gegen die 

Privatklägerin D._____ über mehrere Nächte hinzogen, tatsächlich entlastend für 

sich in Anspruch nehmen will, er habe die Privatklägerin versorgt und sei ihrem 

Befinden nicht komplett gleichgültig gegenüber gestanden (Urk. 282 S. 37), 

- 37 - 

widerspricht dies diametral den Schilderungen der Privatklägerin D._____ und 

zeigt die krasse Verzerrung der Wirklichkeit durch den Beschuldigten. 

2.4. Zur subjektiven Tatschwere der versuchten Tötung der Privatklägerin 

D._____ hat die Vorinstanz erwogen, der Beschuldigte habe die Tat nicht geplant 

und nicht mit direktem Vorsatz gehandelt. Das Tatmotiv liege darin, dass der 

Beschuldigte der Privatklägerin D._____ ein Verhältnis mit N._____ vorgeworfen 

habe, was egoistisch sei. Überaus egoistisch erscheine zudem sein Verhalten am 

folgenden Tag, als er aus Angst, die Privatklägerin D._____ würde ihn als 

Urheber ihrer Verletzungen bezeichnen, ihr trotz ihrer schweren Verletzungen 

eine ärztliche Behandlung vorenthalten habe (Urk. 235 S. 169). Dies ist 

uneingeschränkt zu übernehmen. Unter erneutem Verweis auf die Ausführungen 

des fachärztlichen Gutachters hat die Vorinstanz sodann eine in mittlerem Grad 

verminderte Schuldfähigkeit angenommen (Urk. 235 S. 170f. mit Verweisen), was 

ebenfalls überzeugt.  

Auch hier relativiert die subjektive Tatschwere die objektive Tatschwere, weshalb 

das Tatverschulden als mindestens erheblich zu qualifizieren ist.  

2.5. Auch was die Vorinstanz zum Verschulden des Beschuldigten betreffend die 

sexuelle Nötigung der Privatklägerin D._____ erwogen hat, ist uneingeschränkt zu 

übernehmen: Der Beschuldigte führte der Privatklägerin D._____ gegen deren 

Willen verschiedene Gegenstände von jeweils erheblicher Grösse in den After 

und befahl ihr, nackt auf allen Vieren durch die Wohnung zu kriechen. Damit hat 

er ihr grosse Schmerzen zugefügt, ihr sexuelles Selbstbestimmungsrecht 

missachtet und sie schwer erniedrigt. Verschuldensmässig sehr schwer wiegt, 

dass der Beschuldigte die Privatklägerin D._____ zu den eingeklagten sexuellen 

Handlungen nötigte, nachdem er in der vorangegangenen Nacht brutal auf sie 

eingeschlagen und ihr die in der Anklageschrift vom 4. Oktober 2007 

umschriebenen Verletzungen zugefügt hatte. Dass er ihr die Duldung der 

erwähnten sexuellen Handlungen abnötigte, obwohl sie sehr schwer verletzt war - 

sie verlor sogar ein Auge - und unter Schmerzen litt, zeigt seine grosse 

Verachtung ihr gegenüber. Die objektive Tatschwere wiegt daher sehr schwer. In 

subjektiver Hinsicht stellte der Beschuldigte mit seinem Vorgehen seine sexuellen 

- 38 - 

Bedürfnisse weit über das Befinden der bereits schwer beeinträchtigten 

Privatklägerin D._____ und er nutzte ihre Hilflosigkeit rücksichtslos, brutal und 

egoistisch aus. Er behandelte sie wie ein  

Objekt und handelte absolut menschenverachtend. Die wiederum mit Verweis auf 

die gutachterliche Beurteilung eingeschränkte Schuldfähigkeit des Beschuldigten 

relativiert das Verschulden zwar in gewisser Weise, dieses wiegt jedoch immer 

noch mindestens erheblich (Urk. 235 S. 171f.). Auf diesen Punkt zutreffend ist im 

übrigen die bereits vorstehend zitierte Feststellung der Vorinstanz, dass der  

amtliche Verteidiger ausdrücklich ein schweres Verschulden des Beschuldigten 

anerkannt hat (Urk. 187 S. 34 unten; vgl. den dazu widersprüchlichen Einwand 

der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung; Urk. 282 S. 37).  

2.6. Die Vorinstanz hat in der Folge für die versuchte (eventual-)vorsätzliche  

Tötung sowie die sexuelle Nötigung der Privatklägerin D._____ eine Erhöhung 

der vorstehend ermittelten Einsatzstrafe um sieben Jahre bemessen und diese in  

Abgeltung der verschuldensmässig noch leicht wiegenden (zusätzlichen) ein-

fachen Körperverletzung (einzelner Faustschlag auf das Auge der Privatklägerin) 

sowie des Besitzes verbotener Pornografie nochmals um 3 Monate erhöht  

(Urk. 235 S. 172f.). Letzteres erscheint zwar milde, ist jedoch insgesamt ebenfalls 

als angemessen zu übernehmen.  

3. In der Folge hat die Vorinstanz sehr ausführlich und detailliert die 

Täterkomponente der bisher beurteilten Delikte abgehandelt. Zum Werdegang 

und den  

persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist auf die entsprechende 

Darstellung im angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 235 S. 174-178). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte zur Aktualisierung 

ausgeführt, dass er in der Strafanstalt …. untergebracht sei und dort versucht 

habe, einen Therapieplatz zu erhalten. Er müsse aktuell aufgrund von 

gesundheitlichen Beschwerden diverse Medikamente einnehmen, könne aber 

arbeiten. Er habe bis vor kurzem in der Schreinerei gearbeitet und arbeite nun in 

einem Atelier an der Stichsage. Er unterhalte aus dem Gefängnis aus zu seiner 

Mutter, seinem Bruder, seiner Schwester in Deutschland und zwei Freunden 

- 39 - 

Kontakt. Zu seinen  

drei Kindern habe er keinen Kontakt. ( Urk. 281 S. 2 ff.). Mit der Vorinstanz wirken 

sich die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bei der Strafzumessung 

neutral aus. Er weist keine erhöhte Strafempfindlichkeit auf. Die - nicht ein-

schlägigen - Vorstrafen des Beschuldigten wirken sich merklich straferhöhend aus 

(vgl. Auflistung in Urk. 235 S. 179 mit Verweisen); gegenüber dem Zeitpunkt der 

Ausfällung des vorinstanzlichen Urteils sind jedoch lediglich noch drei Vorstrafen 

im Strafregister verzeichnet (Urk. 239; Urk. 25/2; Art. 369 Abs. 7 StGB). Deutlich 

straferhöhend wirken sich die (eventual-)vorsätzliche Tötung der Geschädigten 

G._____ während der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 30. Juni 2004 

angeordneten stationären Massnahme und die Delikte gegenüber der 

Privatklägerin D._____ während der bei der bedingten Entlassung aus dieser 

Massnahme angesetzten einjährigen Probezeit aus wie auch die Delikte 

gegenüber der Privatklägerin D._____ während des laufenden Strafverfahrens 

und nach erlittener Untersuchungshaft (vgl. Urk. 235 S. 180). Der Beschuldigte ist 

im äusseren Anklagesachverhalt grundsätzlich sowie betreffend die Privatklägerin 

D._____ heute uneingeschränkt geständig, bestreitet jedoch nach wie vor den 

inneren Sachverhalt  

betreffend zwei der am schwersten wiegenden Delikte der vollendeten sowie  

einer versuchten (eventualvorsätzlichen) Tötung. Dem Beschuldigten ist daher  

zurecht unter dem Titel Nachtatverhalten sein (Teil-)Geständnis nur reduziert 

strafmindernd anzurechnen (Urk. 235 S. 180f.). Daran ändert im übrigen auch das 

im Berufungsverfahren, nach sechs Jahren Verfahrensdauer nachgeschobene 

Geständnis betreffend die Privatklägerin D._____ nichts Substantielles. Wenn die  

Vorinstanz dem Beschuldigten die lange Verfahrensdauer (unter deutlicher  

Verneinung einer Verletzung des Beschleunigungsgebots) sowie die vor-

prozessuale Berichterstattung durch die Medien (ohne eine mediale Vorver-

urteilung anzunehmen) strafmindernd angerechnet hat (Urk. 235 S. 182), ist dies 

wohlwollend, wird jedoch auch seitens der Anklagebehörde nicht bemängelt  

(Urk. 283 S. 12) und kann daher als noch angemessen übernommen werden.  

4. Abschliessend hat die Vorinstanz erwogen, in Berücksichtigung der Täter-

komponente wäre die nach der Beurteilung der Tatkomponente festgesetzte  

- 40 - 

hypothetische Einsatzstrafe von 14 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe 

eigentlich zu erhöhen, in Nachachtung das Verbots der reformatio in peius könne 

jedoch die vom Geschworenengericht für dieselben Delikte ausgesprochene 

Freiheitsstrafe von 13 Jahren nicht überschritten werden (Urk. 235 S. 182). Dem 

ist nichts hinzuzufügen. Entgegen der appellierenden Verteidigung und der 

anschlussappellierenden Anklagebehörde (Urk. 283 S. 3f.) ist die vorinstanzliche 

Strafzumessung bis hierher nicht zu beanstanden. 

5.1. Zur Tatkomponente betreffend die versuchte vorsätzliche Tötung sowie die 

Freiheitsberaubung der Privatklägerin E._____ und dort zur objektiven 

Tatschwere hat die Vorinstanz zusammengefasst erwogen, der Beschuldigte 

habe der Privatklägerin E._____ zahlreiche Schläge versetzt, welche 

oberflächliche Verletzungen verursacht und eine sehr grosse Gewaltbereitschaft 

des Beschuldigten belegt hätten. Diese gehe auch daraus hervor, dass der 

Beschuldigte die Privatklägerin E._____ unter Einsatz seines ganzen 

Körpergewichts bewegungsunfähig gemacht sowie ihr ein Kissen auf das Gesicht 

gedrückt und ihr die Luftzufuhr so lange unterbunden habe, bis ihr Körper 

erschlafft sei. Damit habe der Beschuldigte die Privatklägerin E._____ in grosse 

Todesangst versetzt. Die Freiheitsberaubung erscheine mit einer Dauer von etwa 

einer halben Stunde noch nicht übermässig lang. Dennoch habe der Beschuldigte 

mit seinem Vorgehen die Bewegungsfreiheit der Privatklägerin E._____ verletzt. 

Insgesamt wiege das objektive Tatverschulden bezüglich der versuchten 

vorsätzlichen Tötung und der Freiheits-beraubung schwer (Urk. 235 S. 183f.). 

Diese Erwägungen sind grundsätzlich richtig, bedürfen jedoch noch der 

Präzisierung: Vorab wiegt die objektive Tatschwere betreffend die 

Freiheitsberaubung im Rahmen des Möglichen noch leicht. Die massiven Schläge 

gegen Kopf und Oberkörper, die der Beschuldigte der Privatklägerin E._____ 

versetzte und die auch zu - minder gravierenden - Verletzungen führten, waren 

weder geeignet noch dazu gedacht, bei der Privatklägerin zu einer Todesfolge zu 

führen, noch wurde  

Solches seitens des Beschuldigten in Kauf genommen. Diese Schläge sind somit 

vom eigentlichen tatbeständlichen Vorgehen, dem Fixieren der Privatklägerin und 

- 41 - 

Abschneiden der Luftzufuhr durch den Beschuldigten, separat zu betrachten. 

Richtig ist jedoch die Feststellung der Vorinstanz, dass der Beschuldigte damit  

eine grosse Gewaltbereitschaft gezeigt hat. Dass die eigentliche Tathandlung 

nicht zum Tod der Privatklägerin geführt hat, ist einzig einem glücklichen Zufall zu 

verdanken: Gemäss der überzeugenden Schilderung der Privatklägerin war das 

Tatvorgehen des Beschuldigten nicht nur geeignet, bei ihr Todesangst auszu-

lösen, sondern ihr auch tatsächlich die lebensnotwendige Luftzufuhr 

abzuschneiden, was bei ihr ohne Weiteres hätte zum Erstickungstod führen 

können. Sie  

zeigte denn auch entsprechende körperliche Reaktionen, indem ihr Körper die 

Kraft verlor und erschlaffte. Erst zu diesem Zeitpunkt liess der Beschuldigte von 

der Privatklägerin ab. Ob die Privatklägerin zu diesem Zeitpunkt noch am Leben 

sein würde, war aus der Sicht des Beschuldigten eigentlich dem Zufall über-

lassen. Wenn der Beschuldigte gemäss der glaubhaften Schilderung der 

Privatklägerin zum Zeitpunkt, als ihr Körper erschlaffte und er von ihr abliess, über 

sein Handeln erschrocken war, "oh, nein" sagte und das Kissen auf dem Gesicht 

der reglosen Privatklägerin liegen liess, indiziert dies sogar, dass er in diesem  

Moment davon ausging, die Privatklägerin sei gestorben. Die Tatsache, dass es 

beim Tötungsversuch blieb, reduziert die objektive Tatschwere damit nicht  

wesentlich. Die Vorinstanz hat dies richtig erkannt, aber fälschlicherweise unter 

der subjektiven Tatschwere abgehandelt (Urk. 235 S. 184f.). Der Beschuldigte hat 

auch gegenüber der Privatklägerin E._____ seine äusserst hohe kriminelle 

Energie manifestiert. Die objektive Tatschwere wiegt mit der Vorinstanz eigentlich 

schwer.  

5.2. Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz zudem erwogen, der 

Beschuldigte habe die versuchte vorsätzliche Tötung nicht geplant und mit 

Eventualvorsatz gehandelt. Das Tatmotiv sei  Eifersucht und damit egoistisch 

gewesen. Zu Gunsten des Beschuldigten sei tatzeitaktuell von einer spürbaren 

Alkoholisierung und dementsprechend einer leicht verminderten Schuldfähigkeit 

des Beschuldigten auszugehen. Das objektiv sehr schwere Verschulden werde 

durch die subjektiv zu berücksichtigenden Aspekte merklich reduziert und sei 

insgesamt erheblich (Urk. 235 S. 184f.). Diese Erwägungen sind grundsätzlich 

- 42 - 

zutreffend und einzig in zwei Punkten zu ergänzen: Einmal hat der Beschuldigte 

die Freiheitsberaubung direktvorsätzlich begangen und auch dabei seine 

egoistische, selbstherrliche  

Haltung demonstriert. Sodann hat er anlässlich der Berufungsverhandlung  

dezidiert ausgesagt, er sei zum Tatzeitpunkt nicht alkoholisiert gewesen (Urk. 281 

S. 15) Ein Verminderung seiner Schuldfähigkeit lässt sich daher höchstens mit 

den ihm attestierten Persönlichkeitsstörungen begründen.  

5.3. Wenn die Vorinstanz dem Beschuldigten seine persönlichen Verhältnisse an 

dieser Stelle (wenn auch nur marginal) strafmindernd angerechnet hat (Urk. 235 

S. 185f.), steht dies im Widerspruch zur Strafzumessung betreffend die Delikte 

zulasten der Geschädigten G._____ und der Privatklägerin D._____ und ist mit 

der konkreten Erwägung auch inhaltlich nicht überzeugend: Es ist nicht einsehbar, 

weshalb die Tatsache, dass der Beschuldigte zwischen der Kultur seines  

Herkunftslandes und der westlichen Kultur hin- und hergerissen war, zu einer 

Strafminderung führen soll. Ein nachfühlbarer Nachteil ist ihm in seiner 

Lebensführung daraus nicht erwachsen. Der Beschuldigte unterscheidet sich 

dies- 

bezüglich auch nicht von sämtlichen anderen Straftätern mit 

Migrationshintergrund. Zur Strafempfindlichkeit, den Vorstrafen, dem Delinquieren 

während  

laufender Probezeit und pendentem Strafverfahren, der Zeitdauer seit der Tat-

verübung sowie der Medienberichterstattung gilt das vorstehend Erwogene (vgl. 

Urk. 235 S. 186f.). Der Beschuldigte bestreitet sowohl die eigentliche versuchte 

Tötung wie auch die Freiheitsberaubung. Er ist daher im Wesentlichen unge-

ständig und kann folglich -entgegen der Vorinstanz - auch keinerlei Einsicht und 

Reue für sich reklamieren. 

5.4. Die Vorinstanz hat die für die zulasten der Geschädigten G._____ und der  

Privatklägerin D._____ begangenen Delikte bemessene Einsatzstrafe von 13 

Jahren Freiheitsstrafe in Abgeltung der zulasten der Privatklägerin E._____ 

begangenen Delikte um fünf Jahre erhöht, was zu einer Gesamtstrafe von 18 

Jahren Freiheitsstrafe führte (Urk. 235 S. 187). Dies erscheint angesichts der 

- 43 - 

Tatsache, dass der Beschuldigte bei der Tatverübung zulasten der Privatklägerin 

E._____ in seiner Schuldfähigkeit weniger stark eingeschränkt war als bei den 

übrigen Delikten insofern als zu milde, als für die versuchte, eventualvorsätzliche 

Tötung (inklusive Freiheitsberaubung) eine Sanktion von rund sieben Jahren 

Freiheitsstrafe als angemessen erscheint. Daher ist der Beschuldigte - auch in 

Nachachtung des  

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB - insgesamt mit 19 Jahren  

Freiheitsstrafe zu bestrafen.  

5.5. Der Anrechnung der bisher erstandenen Haft sowie des vorzeitigen 

Strafvollzugs steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 5.6. Ein (teil-)bedingter 

Strafvollzug steht vorliegend weder objektiv (Sanktionshöhe) noch subjektiv 

(Massnahmebedürftigkeit des Beschuldigten) zur Diskussion. 

6. Die vorinstanzlich ausgefällte Busse von Fr. 500.-- und die diesbezüglich 

angeordnete Ersatzfreiheitsstrafe werden im Berufungsverfahren von keiner Seite  

substantiiert angefochten und sind ohne Weiteres zu bestätigen.  

7.1. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid gegen den Beschuldigten  

eine Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB ausgesprochen (Urk. 235 

S. 216). Bereits das Geschworenengericht hatte in seinem Urteil vom 18. 

Dezember 2007 den Beschuldigten verwahrt (Urk. 51/179). Die Anklagebehörde  

beantragt im Berufungsverfahren, die Verwahrungsanordnung sei zu bestätigen 

(Urk. 283 S. 13ff.). Die appellierende Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, 

es sei von einer Verwahrung abzusehen. Nachdem seitens des Beschuldigten im 

Hauptverfahren noch die Anordnung einer stationären Massnahme gemäss  

Art. 59 und 60 StGB beantragt wurde, wird nun im Berufungsverfahren verlangt, 

es sei "grundsätzlich eine Freiheitsstrafe unter gleichzeitiger Anordnung einer 

vollzugsbegleitenden ambulanten Therapie in Betracht zu ziehen" (Urk. 189;  

Urk. 236; Urk. 282 S. 56). In diesem Zusammenhang ging bei der Kammer am  

30. April 2013 eine Eingabe der amtlichen Verteidigung ein mit dem Beweis-

ergänzungsantrag, es sei eine Zweitbegutachtung anzuordnen, verbunden mit 

dem Antrag auf Verschiebung der Berufungsverhandlung (Urk. 270).  

- 44 - 

Vorab ist dieses Vorgehen der Verteidigung zu rügen: Der Gutachter Dr. med. 

I._____ ist im vorliegenden Verfahren seit 2007, somit seit sechs Jahren, aktiv; 

der heutige amtliche Verteidiger seit vier Jahren. Weder vor Kassationsgericht 

noch vor Vorinstanz wurden die Ausführungen des Gutachters durch die 

Verteidigung inhaltlich bemängelt. Der Verteidiger plädierte anlässlich der 

Hauptverhandlung vielmehr, "die Gutachten und die dazugehörenden 

Ausführungen des Gutachters sollen im Folgenden die Grundlage sein für die 

Beantwortung der (sich stellenden) Fragen", "die Gutachten müssen zur 

Anordnung einer stationären Massnahme gemäss Art. 59 in Kombination mit Art. 

60 StGB führen" (Urk. 189 S. 4). Mit keinem Wort wurde inhaltliche Kritik an den 

Ausführungen von Dr.med. I._____ geübt. ¾ Jahre später und ganze acht 

Arbeitstage vor der zweitinstanzlichen Berufungsverhandlung teilt die 

Verteidigung nun plötzlich sinngemäss mit, alles in den letzten sechs Jahren vom 

Gutachter I._____ Fabrizierte sei insgesamt untauglich, um über den 

Prozessgegenstand entscheiden zu können. In der Berufungserklärung der 

Verteidigung vom November 2012 wurde noch mitgeteilt, dass "vorderhand auf 

Beweisanträge verzichtet wird" (Urk. 236; vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO), obwohl 

die von ihr nun aufgeworfene Problematik der Verteidigung schon zu diesem 

Zeitpunkt bekannt sein musste.  

7.2. Der Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilenden Taten in den Jahren 

2004 bis 2007 und damit vor Inkrafttreten des neuen Massnahmerechts im Jahr 

2008 begangen. Die Vorinstanz hat zum anwendbaren Recht vorab erwogen, 

dass in Nachachtung des Grundsatzes der Anwendbarkeit der lex mitior (Art. 2 

Abs. 2 StGB) vorliegend - grundsätzlich - eine neurechtliche Verwahrung nach 

Art. 64 Abs. 1 StGB, nicht jedoch eine lebenslange Verwahrung nach Art. 64  

Abs. 1bis StGB angeordnet werden kann (Urk. 235 S. 188-190). Keine der 

Parteien hat dem weder im Haupt- noch im Berufungsverfahren widersprochen  

(Urk. 182 und 189; Urk. 282 und 283).  

7.3. In der Folge hat die Vorinstanz die theoretischen Grundsätze zur Anordnung 

einer stationären respektive ambulanten Massnahme wie auch einer Verwahrung 

angeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 235 S. S. 190f. ; S. 196; S. 201).  

- 45 - 

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte gemäss den vorstehenden  

Erwägungen und entgegen der Argumentation der Verteidigung zur rechtlichen 

Würdigung eine vollendete und zwei versuchte vorsätzliche Tötungen begangen 

hat und damit die objektive Voraussetzung der Anordnung einer Verwahrung  

gemäss Art. 64 Abs. 1 StGB ohne Weiteres erfüllt ist.  

7.4. Bei der Prüfung der Anordnung einer Massnahme nach den Art. 59-61, 63 

und 64 StGB stützt sich das Gericht auf eine sachverständige Begutachtung  

(Art. 56 Abs. 3 StGB). Bei den Akten sind die folgenden Begutachtungsresultate: 

- Gutachten von PD Dr. med. I._____ vom 12. November 2006 (Urk. 51/49),  in 

Auftrag gegeben nach den Taten des Beschuldigten zulasten der Geschädigten 

G._____ 

- zweites Gutachten von PD Dr. med. I._____ vom 22. Oktober 2007  

 (Urk. 51/110), in Auftrag gegeben nach den Taten des Beschuldigten zulasten 

 der Privatklägerin D._____ 

- Aussagen des Gutachters PD Dr. med. I._____, wie er sie als Sachver-

ständiger Ende des Jahres 2007 im Rahmen des Geschworenengerichts-

 prozesses gemacht hat (Urk. GG Prot. S. 816ff.) 

- Ergänzungsgutachten von PD Dr. med. I._____ vom 4. Juni 2012 

  (Urk. 134) 

- Schriftliche Antworten von PD Dr. med. I._____ vom 10. Juli 2012 

  (Urk. 176 und Urk. 177) auf ihm vorgängig durch das Gericht schriftlich ge- 

 stellte Fragen  

- Aussagen des Gutachters PD Dr. med. I._____, wie er sie als Zeuge im 

 Rahmen des vorinstanzlichen Hauptverfahrens am 12. Juli 2012 gemacht hat 

 (Urk. 214 [von der Vorinstanz irrtümlicherweise als Urk. 212 zitiert] S. 4). 

Die Vorinstanz hat diese diversen Einschätzungen des Facharztes ausführlich 

wiedergegeben (Urk. 235 S. 192-195 mit Verweis auf S. 163-166; S. 198;  

S. 200f.). Im Wesentlichen hat sie den Gutachter wie folgt zitiert:  

- 46 - 

Der Gutachter habe beim Beschuldigten ein Alkoholabhängigkeitssyndrom vom 

Typ des Intoxikationstrinkens diagnostiziert, wobei sein Trinkverhalten von einem 

sog. Kontrollverlust (Gamma-Typus) gekennzeichnet sei. Ferner habe der 

Gutachter beim Beschuldigten eine alkoholische Wesensveränderung festgestellt. 

Weiter sei dem Beschuldigten die Diagnose einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung zu stellen. Schliesslich sei beim Beschuldigten auch eine 

neurotische Persönlichkeitsstörung im Sinne einer Charakterneurose zu 

erkennen. Gemäss Gutachter seien die psychischen Störungen beim 

Beschuldigten so stark ausgeprägt, dass sie als erheblich einzustufen seien. In 

seinem Ergänzungsgutachten vom 4. Juni 2012 habe der Gutachter die in seinem 

Gutachten vom 22. Oktober 2007 gestellte Diagnose der Alkoholabhängigkeit 

vom Typ des Intoxikationstrinkens, der alkoholischen Wesensänderung, der 

Persönlichkeitsstörung mit  

histrionischen, dissozialen und emotional-instabilen Elementen und der 

Charakterneurose bestätigt. Der Gutachter gehe davon aus, dass zwischen den  

schweren psychischen Störungen des Beschuldigten und den Taten ein kausaler 

Zusammenhang bestehe. Bezogen auf die Einschätzung der Rückfallgefahr sei 

gemäss Gutachter keine Änderung an der in den früheren Gutachten und vor  

Geschworenengericht geäusserten sehr negativen Prognose vorzunehmen. Es 

bestehe weiterhin eine Rückfallgefahr in erheblichem Ausmass (Urk. 235 S. 163-

166 mit Verweisen) dahingehend, dass der Beschuldigte in Rauschzuständen 

seine Aggressionen nicht kontrollieren könne und sich zu aggressiven, impulsiven 

und gewalttätigen Handlungen hinreissen lasse. Insofern sei die Legalprognose 

als äusserst ungünstig einzustufen, wenn es nicht gelinge, ein Abstinenzverhalten 

sicherzustellen. Gemäss Gutachter sei aus rein medizinischer Sicht betrachtet die 

Anordnung einer Massnahme, welche die Abstinenz sicherstelle, unerlässlich, um 

weiteres Unheil zu verhüten. Auch im Ergänzungsgutachten werde an der sehr 

negativen Prognose des Beschuldigten keine Änderung vorgenommen. Auch 

nach langer Abstinenz und Rückbildung der Wesensänderung bestehe eine  

Rückfallgefahr von erheblichem Ausmass. Grundsätzlich verlange jede der drei  

diagnostizierten Störungen "Alkoholabhängigkeit", "Persönlichkeitsstörung" und 

"Charakterneurose" nach einer psychotherapeutischen Behandlung. Angesichts 

- 47 - 

der fatalen Folgen, die die Rückfälle beim Beschuldigten immer wieder gezeitigt 

hätten, sei di