# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91147229-b651-5873-976b-ace6dc9bcb0b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2008 E-7361/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7361-2008_2008-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7361/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren , ________
Nigeria,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. November 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7361/2008

Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101), 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge [FK, SR 0.142.30]),

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999 
(AsylV 1, SR 142.311)

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
am 25. Februar 2008 an Bord eines Schiffes verliess, in einem ihm un-
bekannten Staat an Land ging und über ihm unbekannte Transitländer 
am 21. März 2008 illegal in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags 
ein Asylgesuch stellte,

dass das BFM den Beschwerdeführer  am 21. März  2008 unter  Hin-
weis  auf  die  entsprechende  gesetzliche  Nichteintretensbestimmung 
aufforderte,  innerhalb  von  48  Stunden  Reise-  oder  Identitätspapiere 
abzugeben,

Seite 2

E-7361/2008

dass der Beschwerdeführer im Transitzentrum Altstätten am 17. April 
2008 summarisch zu  seiner  Person sowie  den Ausreisemotiven und 
am 12. Juni 2008 in einer direkten Anhörung einlässlich zu den Asyl-
gründen befragt wurde, 

dass er im Wesentlichen geltend machte, er habe seit dem Tod seiner 
Mutter im März/April  2002 als Gehilfe im Haushalt von X. gearbeitet, 
der mit zwei Frauen verheiratet gewesen sei,

dass  die  erste  Frau  von  X.  begonnen  habe,  den  Beschwerdeführer 
über Jahre hinweg in intimer Hinsicht zu umwerben,

dass diese Frau ihn am 23. Februar 2008 genötigt habe, mit ihm inti-
men Verkehr zu pflegen,

dass die zweite Frau - durch die Wahrnehmung von Geräuschen miss-
trauisch geworden - sie dabei aufgeschreckt und ihre intime Handlung 
entdeckt habe,

dass der Beschwerdeführer leicht bekleidet aus dem Haus zu einem 
Kollegen geflüchtet sei, der ihn kurz darauf nach Lagos begleitet und 
die Ausreise aus dem Heimatland auf dem Seeweg organisiert habe,

dass er  sein  Heimatland aus Furcht  vor der Rache des Ehemannes 
und Hausherrn X. verlassen habe,

dass bezüglich  der  Ausführungen des Beschwerdeführers im Einzel-
nen auf die Akten zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer trotz Aufforderung bisher keine Identitäts-
papiere eingereicht hat,

dass das BFM mit  Verfügung vom 5. November 2008 in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer 
habe  trotz  entsprechender  Aufforderung  innerhalb  von  48  Stunden 
nach  Einreichung  des  Asylgesuchs  keine  rechtsgenüglichen  Reise- 
oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 1 Bst. b und c AsylV 1 abge-
geben und auch keine Anstrengungen unternommen, sich solche aus 

Seite 3

E-7361/2008

dem Heimatland  zukommen  zu  lassen,  sodass  er  dazu  offenkundig 
auch nicht gewillt sei,

dass die unglaubwürdigen Erklärungsversuche, wonach er  keine Pa-
piere besitze und keine besorgen könne, da er zu Hause niemanden 
mehr  habe,  der sich darum kümmern könnte und Identitätskarten in 
Nigeria für reiche und ausgebildete Leute bestimmt seien, sodass er 
keine Möglichkeit  gehabt  habe,  solche zu besitzen,  stereotypen Vor-
bringen von Gesuchstellern entsprächen, die nicht bereit wären, ihre 
Identität offenzulegen, 

dass weiter die rudimentären Angaben bezüglich des Reiseweges und 
die  Tatsache,  dass  er  von Nigeria  bis  in  die  Schweiz  ohne  jegliche 
Ausweispapiere über ihm unbekannte Destinationen und ohne jemals 
persönlich  kontrolliert  worden  zu  sein,  nicht  nachvollzogen  werden 
könnten,

dass somit keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es ihm verun-
möglicht  hätten,  ein  rechtsgenügliches  Reise-  oder  Identitätspapier 
einzureichen,

dass im Weiteren der vorgebrachte Sachverhalt aufgrund widersprüch-
licher  und  realitätsfremder  Aussagen  des  Beschwerdeführers  nicht 
nachvollziehbar und somit unglaubhaft ausgefallen sei, 

dass er somit weder die Voraussetzungen von Art. 3 oder Art. 7 AsylG 
erfülle  noch  weiterer  Abklärungsbedarf  zur  Feststellung  der  Flücht-
lingseigenschaft oder zum Wegweisungsvollzug erkennbar sei,

dass der Wegweisungsvollzug in das Heimatland des Beschwerdefüh-
rers durchführbar (zulässig, zumutbar und möglich) sei,

dass deshalb gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Gesuch 
nicht einzutreten sei,

dass das  BFM ihre Erwägungen auf  die  entsprechend bezeichneten 
Aktenstellen stützt,

dass bezüglich der Begründungen im Einzelnen auf die angefochtene 
Verfügung zu verweisen ist,

Seite 4

E-7361/2008

dass der Beschwerdeführer am 19. November 2008 beim Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. November 
2008 einreichte und beantragt, die angefochtene Verfügung sei vollum-
fänglich aufzuheben und das Asylgesuch des Beschwerdeführers sei 
gutzuheissen,  eventuell  sei  die  Wegweisungsverfügung  aufzuheben 
und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass in prozessualer Hinsicht um die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege ersucht wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 20. November 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat und durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde, unter Vorbehalt nachstehender Erwägungen, einzutreten ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 32-35 AsylG),  die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz 
zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  -  einer  selbständigen  materiellen 

Seite 5

E-7361/2008

Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entschei-
dungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskomission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1.),

dass indessen bei der Anwendung des Tatbestandes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG vorweg über das Bestehen beziehungsweise 
Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend  materiell  zu 
entscheidend ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung 
möglich ist,  wobei das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft  Vor-
aussetzung  zu  einem  Nichteintretensentscheid  nach  dieser  Bestim-
mung  bildet  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwal-
tungsgerichts BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft - allerdings 
nur hinsichtlich der Überprüfung deren offensichtlichen Fehlens - Pro-
zessgegenstand ist (vgl. a.a.O., E. 2.1),

dass demgegenüber die Frage nach Erteilung des Asyls nicht Gegen-
stand des Verfahrens bildet, weshalb auf den Antrag, das Asylgesuch 
sei gutzuheissen, nicht einzutreten ist,

dass das BFM die Frage der Wegweisung und des Vollzugs nach dem 
Nichteintreten auf  ein Asylgesuch materiell  prüft,  weshalb  dem Bun-
desverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich 
vorliegend, wie nachfolgend  aufgezeigt, um eine solche handelt, wes-
halb  der  Beschwerdeentscheid nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(vgl. Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde, 

dass in der Beschwerde vorgebracht wird, X. suche den Beschwerde-
führer überall in Nigeria, sein Leben sei dort gefährdet und er sei auf 
den Schutz der Schweiz angewiesen, da die Polizei ihn nicht schützen 
könne,

Seite 6

E-7361/2008

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn die asylsuchende 
Person den Behörden nicht  innert  48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgibt, ausser sie könne glaub-
haft  machen, sie  sei  dazu aus entschuldbaren Gründen nicht  in  der 
Lage, oder auf  Grund der Anhörung sowie gestützt auf  Art. 3 und 7 
AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  oder  sich  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder  eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 3 AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitäts-
papiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie  Fest-
stellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rück-
schaffung ermöglichen" sollen (E. 6)  und unter  Vorbehalt  des Vorlie-
gens entschuldbarer Gründe ein Nichteintretensentscheid selbst dann 
zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender Ausweispapiere keine Zweifel 
über die Identität des oder der Asylsuchenden bestehen (E. 5.3. a.E.),

dass aufgrund der gesamten Aktenlage und insbesondere auch auf-
grund der unrealistisch geschilderten Reisemodalitäten davon ausge-
gangen  wird,  der  Beschwerdeführer  habe  für  seine  Reise  in  die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere verwendet, welche 
er  jedoch  bis  heute  in  Verletzung  seiner  gesetzlichen  Mitwirkungs-
pflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen Behörden 
nicht ausgehändigt hat,

dass die blosse Entgegnung in  der Rechtsmitteleingabe, ein Kollege 
habe die Ausreise nach Europa organisiert  und auch finanziert, nicht 
stichhaltig erscheint,

dass das BFM zu Recht zum Schluss gelangt ist, der Beschwerdefüh-
rer mache keine entschuldbaren Gründe für das versäumte Einreichen 
von Identitätspapieren geltend, 

dass  aufgrund  dieser  Situation  die  Identität  des  Beschwerdeführers 
nach wie vor nicht feststeht,

dass weiter - unter Beachtung der in BVGE 2007/8 aufgestellten Richt-
linien (E. 5.6) - zu prüfen ist, ob auf Grund der Anhörung (und der Ak-
ten)  weitere  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  von  Wegweisungsvollzugshindernissen nötig  sind  oder  gar  die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  ist  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  und  c 

Seite 7

E-7361/2008

AsylG), oder ob bereits aufgrund einer summarischen Prüfung festge-
stellt  werden kann,  dass  die  asylsuchende Person die  Flüchtlingsei-
genschaft offensichtlich nicht erfüllt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Rahmen einer  Gesamtwürdi-
gung  der  Anhörungsprotokolle  und  angesichts  des  dürftigen  Be-
schwerdeinhalts in Bestätigung der vorinstanzlichen Erkenntnisse zum 
Schluss gelangt, dass die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-
rers offensichtlich nicht  besteht  und ohne besonderen Begründungs-
aufwand ausgeschlossen werden kann (vgl. a.a.O.,  E. 5.6.6.),  zumal 
die Angaben in Bezug auf seine Erlebnisse in zentralen Sachverhaltse-
lementen derart  widersprüchlich ausgefallen sind, dass die generelle 
Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers nachhaltig erschüttert wird,

dass auf die überzeugende vorinstanzliche Argumentation in der ange-
fochtenen Verfügung abgestellt werden darf, 

dass  somit  den  wirklichen  Ausreisegründen  des  Beschwerdeführers 
nicht die Ursachen in der von ihm geltend gemachten Form zu Grunde 
liegen dürften,

dass, selbst wenn anzunehmen wäre, dass der Beschwerdeführer sei-
tens X. mit Nachstellungen - aus welchen Gründen auch immer - rech-
nen müsste, festzustellen wäre, dass aufgrund der Grösse und der kul-
turellen sowie ethnischen Vielfalt  des Landes davon auszugehen ist, 
der Beschwerdeführer würde sich in einem anderen Teil Nigerias allfäl-
ligen  Nachstellungen  entziehen  und  auch  den  Schutz  der  nigeriani-
schen Behörden beanspruchen können,

dass  seine  Vorbringen  bezüglich  der  Verfolgungs-  und  Fluchtgründe 
somit offensichtlich die Voraussetzungen zur Anerkennung als Flücht-
ling nicht erfüllen und auch keine weiteren Abklärungen notwendig er-
scheinen,

dass deshalb keiner der drei in Art. 32 Abs. 3 AsylG aufgeführten, dem 
Regelfall des Nichteintretens bei Erfüllen des Tatbestandes von Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG entgegenstehenden Gründe vorliegt,  zumal,  wie 
sich im Folgenden zeigt, auch keine zusätzlichen Abklärungen zur Fest-
stellung von Wegweisungsvollzugshindernissen notwendig sind,

dass das BFM mithin  zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist,

Seite 8

E-7361/2008

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt  und der Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf  Erteilung einer solchen hat,  weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in 
den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG), und keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 
Land  gezwungen  werden  darf,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder 
in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen 
zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; Art. 33 Abs. 1 FK),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat dro-
hende menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdefüh-
rers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle 
einer  Rückkehr schliessen lassen,  weshalb  der  Vollzug der  Wegwei-
sung vorliegend zumutbar ist,

dass  die  Anhörigkeit  zur  Ethnie  der  Igbo  den  Wegweisungsvollzug 
nicht unzumutbar macht und dem volljährigen Beschwerdeführer zuzu-

Seite 9

E-7361/2008

muten ist, Anstrengungen zur Aufnahme einer geregelten Erwerbstä-
tigkeit zu unternehmen, 

dass es dem Beschwerdeführer zudem frei steht, sich in einem ande-
ren Teil Nigerias niederzulassen, um allfälligen, lokal bedingten Prob-
lemen aus dem Weg zu gehen,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gül-
tiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  zudem  die  Untersuchungspflicht  der  Asylbehörden  hinsichtlich 
Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs nach Treu und 
Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerde füh-
renden Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substan-
ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es bei missbräuchlich verschwie-
gener  tatsächlicher  Identität  oder  Herkunft  nicht  Sache der  Behörde 
sein  kann,  näher  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu  for-
schen,

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und an-
gemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  der  Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht, 

dass gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG von der Erhebung von Verfahrens-
kosten  abgesehen  werden  kann,  wenn  der  Beschwerdeführer  nicht 
über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt  und  sein  Begehren  nicht  aus-
sichtslos erscheint,

dass sich die Beschwerdebegehren - wie vorstehend aufgezeigt - als 
aussichtslos erwiesen haben, weshalb schon deshalb, das heisst ohne 
Prüfung der Bedürftigkeit, das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen  Rechtspflege  abzuweisen  ist  und  die  Kosten  von  Fr.  600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

Seite 10

E-7361/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegen-
den Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- Y._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand:

Seite 11