# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5507c0ab-502c-5ac9-a959-391860cf12b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2023 C-2985/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2985-2021_2023-09-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-2985/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3    

 

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Caroline Gehring,  

Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiberin Marion Sutter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich),   

vertreten durch Daniel Tschopp, Advokat, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,   

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch, Neuanmeldung  

(Verfügung vom 26. Mai 2021). 

 

 

 

C-2985/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführerin) wurde 

am (…) 1971 geboren und ist Französin. In den Jahren 1996 bis 2017 ar-

beitete sie als Grenzgängerin in der Schweiz und leistete die entsprechen-

den Beiträge an die obligatorische Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

versicherung (AHV/IV; siehe Auszug aus dem individuellen Konto [IK] in 

den Vorakten der IV-Stelle, Aktennummer [im Folgenden: IVSTA-act.] 71 

S. 2 f.). Zuletzt war die als Industrie Näherin ausgebildete (vgl. IVSTA-

act. 62, 61 S. 5) Versicherte ab dem 1. Februar 2014 bei der B._______ 

AG, (…), als Mitarbeiterin Produktion in einem Vollzeitpensum angestellt 

(IVSTA-act. 27 S. 3). Ab dem 21. Juli 2016 wurde sie krankgeschrieben 

(vgl. IVSTA-act. 34 S. 2).  

B.  

B.a Mit Schreiben vom 28. Oktober 2016 liess die Versicherte, vertreten 

durch C._______ (vgl. IVSTA-act. 3 und 2 S. 10), ihre IV-Anmeldung für 

Erwachsene: Berufliche Integration/Rente vom 20. Oktober 2016 (Ein-

gang: 2. November 2016) bei der IV-Stelle D._______ (im Folgenden: kan-

tonale IV-Stelle) einreichen. Als Krankheitsgrund gab sie eine seit dem 

21. Juli 2016 bestehende Depression an (IVSTA-act. 2). Mit Mitteilung vom 

2. Dezember 2016 teilte die kantonale IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

sie ihr Frühinterventionsmassnahmen in Form von Beratung und Unterstüt-

zung beim Erhalt ihres Arbeitsplatzes gewähre (IVSTA-act. 9). Den von der 

kantonalen IV-Stelle beigezogenen Akten des Krankentaggeldversicherers 

ist sodann zu entnehmen, dass die E._______ mit Schreiben vom 13. De-

zember 2016 aufgrund eines von ihr eingeholten Gutachtens von Dr. med. 

F._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Dezem-

ber 2016, wonach eine volle Arbeitsfähigkeit in der aktuellen beruflichen 

Tätigkeit vorliege (vgl. IVSTA-act. 20 S. 2 ff.), die Krankentaggeldleistun-

gen per 1. Januar 2017 eingestellt hatte (IVSTA-act. 21 S. 2 f.). Mit Stel-

lungnahme vom 15. Dezember 2016 hielt Dr. med. G._______, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie des regionalen ärztlichen Dienstes (im 

Folgenden: RAD), fest, das Gutachten von Dr. med. F._______ sei als 

Grundlage für die Gewährung oder Ablehnung von IV-Rentenleistungen 

nicht geeignet, da es die Beurteilung der Standardindikatoren nicht zu-

lasse, insbesondere weil es keine ausführlichen Aussagen zur Persönlich-

keit mache. Die von Dr. med. F._______ vorgenommene Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit sei deshalb zu relativieren. Aus RAD-Sicht bestehe noch 

für einen Zeitraum von etwa sechs Monaten eine Arbeitsunfähigkeit von 

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etwa 20 bis 30 % und es sollten berufliche Massnahmen wie Arbeitsver-

mittlung geprüft werden (IVSTA-act. 23).  

B.b Am 6. Januar 2017 löste die B._______ AG das Arbeitsverhältnis mit 

der Versicherten per Ende April 2017 aus gesundheitlichen Gründen auf 

(IVSTA-act. 34 S. 2). Mit Schreiben vom 13. Januar 2017 liess die Versi-

cherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geltend machen 

und zwei Terminbestätigungen (bei einer Endokrinologin und einem Kardi-

ologen) sowie einen Bericht der Psychiaterin Dr. med. H._______ vom 

10. Januar 2017 einreichen (IVSTA-act. 32). Mit Vorbescheid betreffend 

Frühintervention vom 20. April 2017 kündigte die kantonale IV-Stelle der 

Versicherten an, dass kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen oder 

eine Invalidenrente bestehe. Sie hielt zur Begründung fest, sie habe die 

Versicherte im Rahmen der Frühintervention beraten. Gemäss den Abklä-

rungen sei die Versicherte ab Sommer 2017 wieder vollumfänglich arbeits-

fähig (IVSTA-act. 45). Am 26. Juni 2017 erliess die IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland IVSTA (im Folgenden: Vorinstanz) eine dem Vorbescheid ent-

sprechende Verfügung (IVSTA-act. 49). Diese Verfügung trat in der Folge 

unangefochten in Rechtskraft.  

C.  

C.a Mit Schreiben vom 15. Januar 2019 bat die nicht mehr juristisch ver-

tretene Versicherte die kantonale IV-Stelle um eine neue Überprüfung ihres 

Dossiers mit der Begründung, dass es ihr Gesundheitszustand immer noch 

nicht erlaube, eine Arbeit aufzunehmen. Sie leide unter chronischer Schlaf-

losigkeit, Fibromyalgie und starker Müdigkeit (Asthénie sévère; IVSTA-

act. 51). Am 5. Februar 2019 schloss die kantonale IV-Stelle die Frühinter-

vention ab und teilte mit, dass ein Rentenanspruch erst nach einem Jahr 

Wartezeit beziehungsweise frühestens sechs Monate nach Eingang der 

Anmeldung entstehen könne (IVSTA-act. 53). Mit Schreiben vom 2. Mai 

2019 wies die kantonale IV-Stelle die Versicherte sodann darauf hin, dass 

sie auf das neue Leistungsgesuch nur dann eintreten werde, wenn die Ver-

sicherte eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands seit der 

Verfügung vom 26. Juni 2017 glaubhaft machen könne (IVSTA-act. 54). Mit 

Schreiben vom 16. Mai 2019 (IVSTA-act. 55) reichte die Versicherte ver-

schiedene medizinische Unterlagen, insbesondere zwei handschriftliche 

Arztberichte des Psychiaters Dr. med. I._______ (IVSTA-act. 55 S. 3 f.), 

einen Kurzbericht des Hausarztes Dr. med. J._______ vom 2. August 2015 

(IVSTA-act. 55 S. 5), einen Bericht des Schlaflabors vom 4. Januar 2018 

(IVSTA-act. 55 S. 6), einen Bericht des Hôpitals K._______ vom 13. Juli 

2018 IVSTA-act. 55 S. 10 f.), drei MRI-Berichte von August/November 2018 

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(IVSTA-act. 55 S. 12 ff.), einen Laborbericht betreffend Blut- und Urinpro-

ben vom 22. März 2018 (IVSTA-act. 55 S. 17), einen Bericht vom 23. April 

2019 betreffend Koronarangiographie (IVSTA-act. 55 S. 31), einen Bericht 

des Immunologen Dr. med. L._______ vom 10. April 2017 (IVSTA-act. 55 

S. 34) sowie zwei Untersuchungsberichte über bioenergetische Blutdiag-

nosen (IVSTA-act. 55 S. 36 f.), ein. Zu diesen Unterlagen hielt Dr. med. 

G._______ mit Stellungnahme vom 4. Juli 2019 fest, es liege psychiatrisch 

formal eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bei neu gestellter 

Diagnose einer Fibromyalgie vor. Somatisch lägen für eine angepasste 

Verweisungstätigkeit keine relevanten Befunde vor (IVSTA-act. 57 S. 2). In 

der Folge reichte die Versicherte gemäss der Aufforderung der kantonalen 

IV-Stelle vom 5. Juli 2019 (vgl. IVSTA-act. 60) das Formular «Anmeldung 

für Erwachsene: Berufliche Integration/Rente» vom 20. Juli 2019 (Eingang: 

25. Juli 2019) ein. Als Krankheitsgründe gab sie Einschlafprobleme, häufi-

ges Aufwachen unter Tränen, starke Müdigkeit, Muskel- und Gelenk-

schmerzen, Vergesslichkeit sowie Konzentrationsstörungen an (IVSTA-

act. 61). 

C.b Nach Eingang des von der kantonalen IV-Stelle eingeholten IV-Arztbe-

richts von Dr. med. I._______ vom 22. August 2019 (IVSTA-act. 65) emp-

fahl der RAD am 26. März 2020, bezüglich des in jenem Bericht erwähnten 

Aufenthalts in der Klinik M._______ bei der Versicherten nachzufragen, 

wann dieser Aufenthalt stattgefunden habe und falls dieser nach dem letz-

ten Verfügungszeitpunkt stattgefunden haben sollte, über die Versicherte 

den Austrittsbericht anzufordern (IVSTA-act. 72). Auf die entsprechende 

Aufforderung der kantonalen IV-Stelle vom 27. März 2020 (IVSTA-act. 73) 

hin reichte die Versicherte mit Schreiben vom 15. April 2020 den Bericht 

der Klinik M._______ vom 16. Dezember 2019 bezüglich die Hospitalisie-

rung vom 27. Oktober 2019 bis zum 29. Oktober 2019 ein (IVSTA-act. 74). 

Gestützt darauf erklärte RAD-Arzt Dr. med. G._______ in seiner Stellung-

nahme vom 13. August 2020, dieser Bericht dokumentiere lediglich eine 

durchgeführte Polysomnographie, die jedoch keine neuen Erkenntnisse er-

bracht habe, da die Schlafstörung im Zusammenhang mit der psychischen 

Störung gesehen werde. Bisher liege nur ein fach-psychiatrisches Gutach-

ten der Taggeldversicherung des Jahres 2016 vor. Die Versicherte leide 

seither zusätzlich unter einer Fibromyalgie und degenerativen Veränderun-

gen der lumbalen Wirbelsäule, sodass der Gesundheitszustand bisher 

nicht vollständig abgeklärt worden sei. Er empfahl, ein bidisziplinäres rheu-

matologisch-fachpsychiatrisches Gutachten in die Wege zu leiten (IVSTA-

act. 76). Am 1. September 2020 teilte die kantonale IV-Stelle der Versicher-

ten mit, dass sie die Kosten für eine umfassende medizinische 

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Untersuchung mit den Fachdisziplinen Rheumatologie und Psychiatrie 

übernehme (IVSTA-act. 78). Den Auftrag für die bidisziplinäre Begutach-

tung vergab sie am 22. September 2020 an Dres. med. N._______, Fach-

arzt für Rheumatologie (IVSTA-act. 80), und O._______, Facharzt für Psy-

chiatrie und Psychotherapie (IVSTA-act. 81). In dem am 17. Februar 2021 

bei der kantonalen IV-Stelle eingegangenen bidisziplinären rheumatologi-

schen-psychiatrischen Gutachten vom 15. Februar 2021 mitsamt dem 

rheumatologischen Teilgutachten vom 15. Februar 2021 und dem psychi-

atrischen Teilgutachten vom 27. Januar 2021 schlossen die Gutachter in-

terdisziplinär auf eine ab August 2016 vorliegende Arbeitsunfähigkeit von 

60 % sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten beruflichen 

Tätigkeit (IVSTA-act. 84). Mit Stellungnahme vom 19. Februar 2021 hielt 

RAD-Arzt Dr. med. G._______ fest, es sei durch das bidisziplinäre Gutach-

ten keine wesentliche gesundheitliche Verschlechterung seit der letzten 

Ablehnung bewiesen. Vielmehr liege fach-psychiatrisch eine andere Ein-

schätzung des gleichen Gesundheitszustands vor (IVSTA-act. 86). 

C.c Mit Vorbescheid vom 11. März 2021 kündigte die kantonale IV-Stelle 

der Versicherten an, ihr neues Leistungsbegehren werde abzuweisen sein. 

Zur Begründung führte sie aus, die durchgeführte rheumatologische-psy-

chiatrische Begutachtung habe ergeben, dass sich der Gesundheitszu-

stand seit der letzten rentenabweisenden Verfügung vom 26. Juni 2017 

nicht verändert habe. Es sei der Versicherten weiterhin die Ausführung 

sämtlicher Tätigkeiten im Pensum von 100 % zumutbar (IVSTA-act. 87). 

Mit Schreiben vom 26. März 2021 erklärte die Versicherte, sie sei mit dem 

Vorbescheid nicht einverstanden (IVSTA-act. 88). Innert der mit Schreiben 

der kantonalen IV-Stelle vom 7. April 2021 angesetzten Frist zur Verbesse-

rung des Einwands (vgl. IVSTA-act. 89) reichte die Versicherte eine Stel-

lungnahme vom 29. April 2021 ein, welcher sie eine chronologische Auflis-

tung des Verlaufs ihres Gesundheitszustands im Zeitraum von Oktober 

2017 bis Februar 2021 beilegte. Sie erklärte, ihr Gesundheitszustand er-

laube es ihr, kleine Arbeiten während einer Dauer von 45 bis 60 Minuten, 

unterbrochen von Erholungszeiten, auszuüben. Nach einer gewissen Zeit 

nehme ihre Konzentration ab und sie fühle sich vollkommen ausgelaugt 

(«complêtement vidée»; IVSTA-act. 90). Mit Verfügung vom 26. Mai 2021 

wies die Vorinstanz das neue Leistungsgesuch der Versicherten ab. Zur 

Begründung hielt sie ergänzend zum Vorbescheid fest, die Versicherte 

habe mit ihrem Schreiben vom 29. April 2021 ihre Krankengeschichte auf-

geführt, ohne innert der gewährten Frist weitere medizinische Berichte oder 

Einwände einzureichen. Damit habe die Versicherte keine objektiven 

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Gründe vorgebracht, welche den vorliegenden Entscheid in Frage stellen 

würden (IVSTA-act. 94). 

D.  

D.a Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch 

Rechtsanwältin Larissa Manera, mit Eingabe vom 28. Juni 2021 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit nachfolgenden Anträgen: 

1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Mai 2021 

vollumfänglich aufzuheben. 

2. Demgemäss sei der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2019 eine 

Dreiviertelsrente zuzusprechen und es sei der Rentenanspruch ab dem 

1. Juli 2021 mit 5% p.a. zu verzinsen. 

3.1 Unter o/e-Kostenfolge (zzgl. MwSt. zu 7. 7%) zu Lasten der Be-

schwerdegegnerin. 

3.2 Eventualiter sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-

zessführung und Verbeiständung mit der Unterzeichneten als Rechts-

vertreterin zu bewilligen. 

In der Hauptsache lässt die Beschwerdeführerin zusammenfassend gel-

tend machen, ihre Schilderungen anlässlich der Exploration durch Dr. med. 

O._______ zeigten eindrücklich eine wesentliche Veränderung der tat-

sächlichen Verhältnisse. Der psychiatrischen Einschätzung von Dr. med. 

O._______ sei voller Beweiswert zuzuerkennen. Auch aus rheumatologi-

scher Sicht habe sich der Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert, 

nachdem Dr. med. N._______ aufgrund der Widespread Pain Symptoma-

tik von einer Limitierung der Belastbarkeit respektive Leistungsfähigkeit 

von 20 % ausgehe. Rein die Tatsache, dass Dr. med. O._______ retro-

spektiv eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mache und ausführe, das 

Gutachten von Dr. med. F._______ sei nicht nachvollziehbar, führe nicht 

zur Beweisuntauglichkeit seines Gutachtens (Akten im Beschwerdeverfah-

ren, Aktennummer [im Folgenden: BVGer-act.] 1). 

D.b Mit Eingabe vom 8. Oktober 2021 reichte die Beschwerdeführerin ge-

mäss Aufforderungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Juli 2021 

(BVGer-act. 2) und 7. September 2021 (BVGer-act. 4) das ausgefüllte For-

mular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» vom 15. September 2021 

ein und liess mittteilen, dass die Rechtsschutzversicherung für das 

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laufende Beschwerdeverfahren eine Deckung von EUR 1'050.– zugespro-

chen habe (BVGer-act. 5).  

D.c Mit Zwischenverfügung vom 11. November 2021 hiess das Bundesver-

waltungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege gut, soweit die Verfahrens- und Anwaltskosten nicht von der Rechts-

schutzversicherung übernommen würden, und ernannte Rechtsanwältin 

Larissa Manera als unentgeltliche Rechtsbeiständin der Beschwerdeführe-

rin im vorliegenden Beschwerdeverfahren (BVGer-act. 9). 

D.d In ihrer Vernehmlassung vom 3. Dezember 2021 beantragt die  

Vorinstanz unter Hinweis auf eine Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle 

vom 30. November 2021, die Beschwerde sei abzuweisen und die ange-

fochtene Verfügung sei zu bestätigen (BVGer-act. 10). Zur Begründung 

führt die kantonale IV-Stelle insbesondere aus, Dr. med. O._______ habe 

in seinem Gutachten die Beurteilung von Dr. med. F._______ in Frage ge-

zogen und gleichzeitig festgehalten, dass aufgrund der Aktenlage von einer 

weitgehend unveränderten psychischen Symptomatik auszugehen sei. Dr. 

med. O._______ halte fest, dass seit August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 60 % in einer leidensangepassten Tätigkeit vorliege. Diese Aussage 

des Sachverständigen spreche dafür, dass in psychiatrischer Hinsicht eine 

andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Beschwerde-

bilds vorliege, die nicht als Revisionsgrund gelte. Zwar würden die von Dr. 

med. O._______ erhobenen Angaben zum Tagesablauf zumindest eine 

gewisse Abnahme des Aktivitätsniveaus nahelegen. Hierbei handle es sich 

jedoch um subjektive Angaben der Beschwerdeführerin, die nur berück-

sichtigt werden könnten, wenn sie medizinisch auch erklärbar seien, was 

vorliegend nicht der Fall sei (Beilage zu BVGer-act. 10). 

D.e Mit Replik vom 24. Februar 2022 lässt die Beschwerdeführerin zusam-

menfassend ausführen, das bidisziplinäre Gutachten belege auf diagnosti-

scher Ebene eindeutig eine Verschlechterung des Gesundheitszustands, 

welche sich im Vergleich der tatsächlichen Verhältnisse widerspiegle. So 

seien einerseits neue Symptome hinzugekommen und andererseits hätten 

sich bestehende Symptome verstärkt. Die Tatsache, dass Dr. med. 

O._______ retrospektiv die Einschätzung von Dr. med. F._______ nicht 

teile, ändere nichts daran, dass einerseits das Gutachten von Dr. med. 

F._______ Grundlage für die letzte rechtskräftige Verfügung vom 26. Juni 

2017 gewesen sei und andererseits eine erhebliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin durch das beweiswertige 

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bidisziplinäre Gutachten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit ausgewiesen sei (BVGer-act. 14). 

D.f Mit Duplik vom 31. März 2022 hält die Vorinstanz unter Hinweis auf eine 

Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 24. März 2022 an ihrem An-

trag auf Abweisung der Beschwerde fest (BVGer-act. 16). Zur Begründung 

führt die kantonale IV-Stelle im Wesentlichen aus, ihre Aussage, dass eine 

andere Einschätzung einer unveränderten Symptomatik vorliege, beruhe 

auf der eigenen Einschätzung der Sachverständigen. Insofern sei es wi-

dersprüchlich, wenn in der Replik dem Verlaufsgutachten von Dr. med. 

O._______ der volle Beweiswert zugesprochen werde, andererseits seine 

gutachterliche Aussage zum zentralen Beweisthema, dergemäss eine un-

veränderte Symptomatik vorliege, ausser Acht gelassen werde. Die von Dr. 

med. F._______ erhobenen (objektiven) Untersuchungsbefunde gäben 

insgesamt ein vergleichbares Bild der Symptomatik wie die Befunde von 

Dr. med. O._______ ab. Insoweit erscheine die Aussage von Dr. med. 

O._______, dass sein Gutachten verglichen mit dem Vorgutachten eine 

andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszu-

stands darstelle, schlüssig (Beilage zu BVGer-act. 16). 

D.g Mit Schreiben vom 31. März 2023 teilte Advokatin Larissa Manera mit, 

dass sie aus der Kanzlei austreten werde und Rechtsanwalt Daniel 

Tschopp die anwaltliche Vertretung der Beschwerdeführerin übernehme 

(BVGer-act. 18). 

D.h Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin 

der angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb 

sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG [SR 

172.021]; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Nachdem ihr mit Zwischen-

verfügung vom 11. November 2021 die unentgeltliche Rechtspflege ge-

währt worden war, so dass sie keinen Verfahrenskostenvorschuss zu 

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Seite 9 

leisten hatte, ist auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 

VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands des vor-

liegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 26. Mai 2021, mit welcher die Vorinstanz das neue Leis-

tungsbegehren der Beschwerdeführerin vom 15. Januar 2019 abgewiesen 

hat. Bereits mit Verfügung vom 26. Juni 2017 hat die Vorinstanz das erste 

Gesuch der Beschwerdeführerin um eine schweizerische Invalidenrente 

abgewiesen. Damit ist vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf eine schweizerische Invalidenrente im Rahmen einer Neuanmeldung 

Prozessthema. 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin ist Französin, wohnt in Frankreich und war in 

der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen vorliegend das Freizügigkeits-

abkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regel-

werke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Si-

cherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 

1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 

(SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur An-

wendung (vgl. Art. 80a Abs. 1 IVG). Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die 

durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010 (AS 2015 343), Nr. 465/2012 

(AS 2015 345) und Nr. 1224/2012 (AS 2015 353) erfolgten Änderungen in 

den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten an-

wendbar. Das Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt 

sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungs-

vorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Ur-

teil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).  

3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 26. Mai 2021 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-

schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die 

aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche 

von Belang sind. Die am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen 

(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2017 2535) insbesondere des 

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Seite 10 

IVG und des ATSG finden demgegenüber vorliegend noch keine Anwen-

dung.  

3.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 26. Mai 2021) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-

dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-

fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit zu berück-

sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang 

stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der 

Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 

2008 E. 2.3.1).  

3.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition 

kann es die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten 

Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit 

einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. 

Urteil des BGer 2C_393/2015 vom 26. Januar 2016 E. 1.2; BGE 132 II 47 

E. 1.3 m. H.). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die  

IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit 

ausübt, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies 

gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren 

ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-

geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

4.2 Die Beschwerdeführerin war vor dem Eintritt des Gesundheitsscha-

dens als Grenzgängerin in (…) (im Kanton D._______) erwerbstätig und 

wohnte, namentlich auch im Zeitpunkt der Anmeldung, in (…) (Frankreich) 

und damit im nahen Grenzraum zur Schweiz, wo sie noch heute lebt. Sie 

macht einen Gesundheitsschaden geltend, der auf die Zeit ihrer Tätigkeit 

als Grenzgängerin zurückgeht. Unter diesen Umständen war die kantonale 

IV-Stelle zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig, wäh-

renddem die angefochtene Verfügung vom 26. Mai 2021 zu Recht von der 

IVSTA erlassen wurde. 

C-2985/2021 

Seite 11 

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).  

5.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 

Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungs-

massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-

destens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b), und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Bst. c).  

5.3 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invalidi-

tätsgrads bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur ge-

prüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der 

Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 

(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV [SR 831.201]). Tritt die Verwaltung auf die Neu-

anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver-

gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verän-

derung des Invaliditätsgrads auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem-

nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 

ATSG vorzugehen (Urteil des BGer 9C_570/2018 vom 18. Februar 2019 

E. 2.2.1). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 

rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 

das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 

festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 

Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 

obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 

V 198 E. 3a; SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1). 

5.4 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist die Rente bei einer erheblichen Änderung 

des Invaliditätsgrads von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

C-2985/2021 

Seite 12 

entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben. Revisionsbe-

gründend kann unter anderem eine Änderung des Gesundheitszustands 

oder der erwerblichen Auswirkungen sein. Eine lediglich unterschiedliche 

Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts ist im 

revisionsrechtlichen Kontext nicht massgeblich (BGE 141 V 9 E. 2.3). Ob 

eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad er-

heblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-

fahren – analog zur Rentenrevision – durch einen Vergleich des Sachver-

halts, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung und rechts-

kräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen 

neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3; 130 V 71 E. 3.2.3; vgl. dazu un-

ten E. 5.8).  

5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4).  

5.6 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin 

oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 

E. 3a). 

5.7 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So darf das Gericht den von Versicherungsträgern im Verfahren 

nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen Sachver-

ständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, vol-

len Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 

C-2985/2021 

Seite 13 

E. 4.4 m. w. H.). Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auf-

tragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdi-

gen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den be-

handelnden Spezialarzt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-

richts I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweis insbesondere auf 

BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken 

der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden, namentlich 

wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-

springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-

kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 

27. Mai 2008 E. 2.3.2 m. H.). Den Berichten und Gutachten versicherungs-

interner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er-

scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/ee; vgl. auch BGE 139 V 225 

E. 5.2; Urteil des BGer 8C_262/2016 vom 22. September 2016 E. 4.2 

m. w. H.). Die Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf eigenen Unter-

suchungen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fach-

ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver-

halts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Per-

son in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 

21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 

vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m. w. H).  

5.8 Der Beweiswert eines zwecks Prüfung einer Neuanmeldung erstellten 

Gutachtens hängt, analog zu in Revisionsverfahren eingeholten Experti-

sen, wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – 

erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Die Feststellung ei-

ner revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch eine Gegenüber-

stellung eines vergangenen und des aktuellen Zustands. Gegenstand des 

Beweises ist somit das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen 

Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu entnehmenden Tatsa-

chen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner 

funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie 

erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, 

soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Seinsebene zum früheren 

Zustand wiedergibt. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvoll-

ziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf 

eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, 

mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, 

C-2985/2021 

Seite 14 

wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung 

nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung 

des Gesundheitszustands stattgefunden hat. Wegen des vergleichenden 

Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernis-

ses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewer-

tungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen 

die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene 

Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verän-

dert haben. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung einge-

tretene tatsächliche Änderung ist genügend untermauert, wenn die ärztli-

chen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in 

der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer 

neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrads 

der Störungen geführt haben (Urteile des BGer 8C_170/2017 vom 13. Ok-

tober 2017 E. 5.2 m. H.; 9C_143/2017 vom 7. Juni 2017 E. 4.1). 

5.9 Bei Vorliegen psychischer Erkrankungen fordert die neue bundesge-

richtliche Praxis für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten 

Person die Prüfung systematisierter Indikatoren, die es – unter Berücksich-

tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

6.  

Die Vorinstanz ist auf die Neuanmeldung vom 15. Januar 2019 eingetreten 

und hat den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin nach einer 

C-2985/2021 

Seite 15 

materiellen Prüfung mit der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2021 

verneint. Die Eintretensfrage ist damit vom Bundesverwaltungsgericht 

nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b). Nachfolgend ist zu prüfen, ob 

im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der leistungsverneinen-

den Verfügung vom 26. Juni 2017 (vorliegender Ausgangspunkt) und der 

angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2021 (vorliegender Vergleichszeit-

punkt) eine anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszu-

stands der Beschwerdeführerin eingetreten ist und in diesem Zusammen-

hang vorab, ob die Vorinstanz respektive die kantonale IV-Stelle den 

rechtserheblichen Sachverhalt in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich 

abgeklärt hat.  

6.1 Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im vorliegenden 

Ausgangspunkt vom 26. Juni 2017 wurde in dem durch den Krankentag-

geldversicherer eingeholten Gutachten vom 7. Dezember 2016 beurteilt. In 

diesem stellte Dr. med. F._______ keine Diagnosen mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä-

higkeit führte er eine gegenwärtig leichtgradige depressive Episode ohne 

somatisches Syndrom (ICD-10: F 32.00) sowie differentialdiagnostisch 

eine Dysthymie (ICD-10: F 34.1) auf. Die Auswirkungen einer leichtgradi-

gen depressiven Episode ohne somatisches Syndrom begründeten keine 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbei-

terin beziehungsweise in einer leidensangepassten Tätigkeit oder im Haus-

halt. Es könne daher per sofort mit voller Arbeitsfähigkeit gerechnet werden 

(IVSTA-act. 20).  

6.2 RAD-Arzt Dr. med. G._______ hat in seiner Stellungnahme vom 

15. Dezember 2016 die Eignung des Gutachtens vom 7. Dezember 2016 

für die Rentenprüfung in Zweifel gezogen, da dieses keine Beurteilung der 

Standardindikatoren zulasse, insbesondere weil es keine ausführlichen 

Aussagen zur Persönlichkeit mache. Zwar habe Dr. med. F._______ auf 

selbstunsichere Züge hingewiesen, jedoch eine Persönlichkeitsstörung 

verneint, wobei er nur auf die diesbezüglichen AWMF (Arbeitsgemeinschaft 

der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.)-Leitlinien 

verwiesen, die dortigen Kriterien aber nicht diskutiert habe. Auffällig in der 

Biographie sei aber, dass die Versicherte sich ihr Leben lang der Familie 

und den Brüdern habe unterordnen müssen und im Beruf auch ein hohes 

Engagement, das objektiv und subjektiv nicht belohnt worden sei, gezeigt 

habe. Eine Entwicklung hin zu einer selbstunsicheren oder auch abhängi-

gen Persönlichkeit sei durch die biographische Entwicklung sicher begüns-

tigt worden. Vor dem Hintergrund der Persönlichkeit sei aus Sicht des RAD 

C-2985/2021 

Seite 16 

die Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung zu modifizieren. Es sei zwar richtig, dass 

in der Regel aus einer leichtgradigen depressiven Episode keine dauer-

hafte und bleibende Arbeitsunfähigkeit entstehen könne. Eine vorüberge-

hende Arbeitsunfähigkeit unter der Schwelle, die eine Invalidität begründen 

könne, sei aber auch durch eine leichtgradige depressive Störung zu be-

gründen. Prognostisch sei der Einbezug der Persönlichkeit bei der versi-

cherten Person wichtig, da die Kränkung, welche die Versicherte durch die 

Behandlung und Kündigung durch den letzten Arbeitgeber erfahren habe, 

einen schweren Einschnitt in ihre Erwerbsbiographie darstelle, in der sie 

sich wie in der Familie immer aufgeopfert habe. Aus Sicht des RAD be-

stehe deshalb noch für einen Zeitraum von rund sechs Monaten eine Ar-

beitsunfähigkeit von etwa 20 bis 30 % (IVSTA-act. 23).  

6.3 Für die Beurteilung des Gesundheitszustands der Versicherten im vor-

liegenden Vergleichszeitpunkt hat die Vorinstanz respektive die kantonale 

IV-Stelle auf das bidisziplinäre Gutachten vom 15. Februar 2021 (IVSTA-

act. 84) abgestellt. In diesem stellten Dres. med. N._______ und 

O._______ interdisziplinär die nachfolgenden Diagnosen mit Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit:  

• mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1); 

• Neurasthenie (ICD-10: F48.0); 

• Widespread Pain Syndrom/Fibromyalgie (ICD-10: M79.7), bei 

o Anstrengungsintoleranz, ausgeprägter Müdigkeit und chronischer Insomnie. 

Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten sie auf: 

• Kontakt mit Borrelia burgdorferi sensulatu Typ garinii 

o lgG positiv, OspC und P41, 

o Borrelien Elispot negativ: Keine aktive Borreliose; 

• anamnestisch positive Toxoplasmose 2016 mit antibiotischer Therapie; 

• substituierte Hypothyreose, Differenzialdiagnose im Rahmen eines Hashimoto; 

• aktenanamnestisch leicht erhöhte Anti-TPO Ak (Thyreoperoxidase-Antikörper); 

• rezidivierende lumbovertebrale Schmerzen bei leicht degenerativen Veränderun-

gen der unteren Ledenwirbelsäulensegmente, ohne Hinweis für neurogene Reizun-

gen; 

C-2985/2021 

Seite 17 

• leichte degenerative Veränderungen der Brust- und Halswirbelsäule, altersentspre-

chend; 

• unauffällige kardiale Abklärungen mittels Koronarographie und Ergometrie bei Mi-

nimumleistung. 

Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte sowohl in ihrer bisherigen Tä-

tigkeit als Betriebsmitarbeiterin als auch in einer angepassten beruflichen 

Tätigkeit sowohl aufgrund des Vorliegens einer mittelgradigen depressiven 

Episode, welche sich durch eine Reduktion des Antriebs und der Interes-

sen, eine erhöhte Ermüdbarkeit und eine Reduktion der Konzentration ne-

gativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, als auch aufgrund der Symptome 

der Neurasthenie, welche zu Schlafstörungen, einer erhöhten Ermüdbar-

keit und Schmerzen führe, als ab August 2016 insgesamt zu 60 % arbeits-

unfähig zu beurteilen. Aus rein körperlicher Sicht (spezifisch betreffend den 

Bewegungsapparat und somatisch-internistisch) könne keine Arbeitsunfä-

higkeit in der bisherigen beruflichen Tätigkeit attestiert werden. Eine leichte 

und mittelschwere angepasste Tätigkeit, wie bisher ausgeführt, könne aus 

körperlicher Sicht in einem Vollzeitpensum ausgeführt werden (IVSTA-

act. 84 S. 33). Dem rheumatologischen Teilgutachten ist darüber hinaus zu 

entnehmen, dass aus rheumatologischer Sicht eine Limitierung der Belast-

barkeit respektive der Leistungsfähigkeit aufgrund der Widespread Pain 

Symptomatik zu 20 % zu gewähren sei, wobei diese Beurteilung nicht ad-

ditiv zu einer allfälligen, auf diese Symptomatik eingehenden psychiatri-

schen Beurteilung sei (IVSTA-act. 84 S. 21). Interdisziplinär hielten die Gut-

achter fest, dass gesamtmedizinisch eine aus psychiatrischer Sicht attes-

tierte Arbeitsunfähigkeit von 60 % bestehe, welche die rheumatologische 

Beurteilung als integral betrachte. Eine zusätzliche Limitierung der Belast-

barkeit respektive der Leistungsfähigkeit aufgrund der Widespread Pain 

Symptomatik sei nicht zu gewähren (IVSTA-act. 84 S. 34). Im psychiatri-

schen Teilgutachten hielt Dr. med. O._______ fest, das Vorliegen der 

Symptome der Neurasthenie und auch der depressiven Episode sei akten-

anamnestisch ab August 2016 anzunehmen. Dabei müsse aufgrund der 

Aktenlage davon ausgegangen werden, dass eine weitgehend unverän-

derte psychiatrische Symptomatik vorliege, auch wenn Dr. med. F._______ 

in der Begutachtung im Dezember 2016 von einer lediglich leichtgradigen 

depressiven Episode und keiner Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei (IV-

STA-act. 84 S. 64). Die gutachtliche Beurteilung von Dr. med. F._______ 

von Dezember 2016 könne aufgrund der aktuellen Untersuchung, der aus-

führlichen Anamnese und auch der Aktenlage nicht nachvollzogen werden 

(IVSTA-act. 84 S. 66).  

C-2985/2021 

Seite 18 

6.4 In der Stellungnahme vom 19. Februar 2021 stellte RAD-Arzt Dr. med. 

G._______ fest, es sei seit der neuen Anmeldung fach-psychiatrisch keine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen. Diese Feststel-

lung begründete Dr. med. G._______ damit, dass Dr. med. O._______ ei-

nen seit 2016 unveränderten Gesundheitszustand beschreibe. Warum die 

gutachterliche Beurteilung im Gutachten von Dr. med. F._______ im Ein-

zelnen nicht nachvollzogen werden könne, werde jedoch nicht erläutert. 

Eine Persönlichkeitsstörung oder eine Persönlichkeitsakzentuierung liege 

nicht vor. Die höheren Ich-Funktionen seien nicht beeinträchtigt. Weiter kri-

tisierte Dr. med. G._______ das psychiatrische Teilgutachten in verschie-

denen Hinsichten. Im Mini-lCF würden relevante Einschränkungen (mittel-

gradige Beeinträchtigungen) in den Bereichen Anpassung an Regeln und 

Routinen, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Selbstbehauptungsfähig-

keit sowie Spontan-Aktivitäten  festgehalten. Schwere Beeinträchtigungen 

bestünden bei der Anwendung fachlicher Kompetenzen und der Durchhal-

tefähigkeit. Dies werde nicht durch Beispiele illustriert. Die Anamneseerhe-

bung durch Dr. med. O._______ sei rudimentär, die anamnestischen Erhe-

bungen von Dr. med. F._______ 2016 seien ausführlicher. Die fach-psychi-

atrische Aktenlage sei mit den Zeugnissen von Dr. med. I._______ wenig 

ausführlich. Unter Punkt 3.1 und 3.2 würden als aktuelles Leiden lediglich 

13 und 8 Zeilen aufgeführt und keine nachvollziehbar depressiven Symp-

tome beschrieben. Beschrieben würden lediglich Ein- und Durchschlafstö-

rungen, eine massiv gesteigerte Ermüdbarkeit und dass die Versicherte am 

Morgen wenig Antrieb habe. Dabei habe Dr. med. O._______ nur auf die 

wenigen subjektiven Angaben der versicherten Person abgestellt, ohne kri-

tische oder spezifische Nachfragen zu stellen. Die im Tagesablauf be-

schriebene Inaktivität werde nicht durch den körperlichen Befund im rheu-

matologischen Gutachten untermauert, da hier ein normaler Muskelstatus 

festgehalten werde. Psychopathologisch würden im Befund (auf S. 14) des 

Gutachtens wenige depressive Symptome beschrieben. Eine Weinerlich-

keit sei nicht mit einer Affektlabilität gleichzusetzen. Eine Niedergestimmt-

heit werde nicht beschrieben. Die Schwingungsfähigkeit und der Appetit 

seien erhalten. Dr. med. N._______ beschreibe in seinem Gutachten eine 

gepflegte äussere Erscheinung und dass die Versicherte gerne in ihrem 

Garten sei, was ihr Hobby sei. Hiervon werde bei Dr. med. O._______ 

nichts berichtet, was eine Inkonsistenz darstelle. Somit liege durch Dr. 

med. O._______ fach-psychiatrisch eine andere Einschätzung des glei-

chen Gesundheitszustands vor, den schon Dr. med. F._______ in seinem 

Gutachten 2016 zu Handen der Taggeldversicherung beschrieben habe. 

Daran könne die zusätzlich gestellte Diagnose einer Neurasthenie nichts 

ändern. Die Ermüdbarkeit habe Dr. med. F._______ ebenso schon 

C-2985/2021 

Seite 19 

beschrieben. Rheumatologisch lägen keine Einschränkungen für eine kör-

perliche Tätigkeit vor. Dr. med. N._______ habe keine Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (IVSTA-act. 86). 

7.  

7.1 Das bidisziplinäre Gutachten von Dres. med. N._______ und 

O._______ wurde im Verfahren nach aArt. 44 ATSG (in Kraft bis zum 

31. Dezember 2021) von der kantonalen IV-Stelle eingeholt, weshalb die-

sem gemäss dargestellter geltender Rechtsprechung (vgl. oben E. 5.7) 

grundsätzlich voller Beweiswert zuerkannt werden darf, sofern nicht kon-

krete Indizien vorliegen, die gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen (vgl. 

vorne E. 5.7), was nachfolgend zu prüfen ist. 

7.2 Das bidisziplinäre Gutachten umfasst das psychiatrisch-psychothera-

peutische Teilgutachten von Dr. med. O._______ vom 27. Januar 2021 (IV-

STA-act. 84 S. 48 ff.), das rheumatologische Teilgutachten von Dr. med. 

N._______ vom 15. Februar 2021 (IVSTA-act. 84 S. 1 ff.) und eine von 

Dres. med. N._______ und O._______ unterzeichnete interdisziplinäre Be-

urteilung («Bidisziplinäres Rheumatologisches / Psychiatrisches Gutach-

ten») vom 15. Februar 2021 (IVSTA-act. 84 S. 26 ff.), welcher eine fächer-

übergreifende Aktenzusammenfassung beigelegt ist (IVSTA-act. 84 S. 36 

ff.), auf welche die beiden Gutachter in ihren jeweiligen Beurteilungen ver-

wiesen haben. 

7.3 Im psychiatrisch-psychotherapeutischen Teilgutachten hat Dr. med. 

O._______ gestützt auf die von ihm erhobenen Untersuchungsbefunde 

eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie eine Neuras-

thenie (ICD-10: F48.0) diagnostiziert und als Diagnosen mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit eingestuft. Er hat keine Diagnosen ohne Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Die von Dr. med. O._______ 

angegebenen Untersuchungsbefunde beschränken sich auf einen kurzen 

Absatz zum Psychostatus und die testpsychologischen Befunde. Im Psy-

chostatus gab Dr. med. O._______ an, die 49-jährige Versicherte präsen-

tiere sich in einem reduzierten Allgemein- und leicht adipösen Ernährungs-

zustand. Es bestünden keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein von 

Bewusstseins-, Orientierungs- oder Gedächtnisstörungen. Die Versicherte 

schildere Konzentrationsstörungen und plausibilisiere diese anhand von di-

versen Beispielen. Das formale Denken sei unauffällig. Zwänge bestünden 

nicht und es seien keine Wahn-, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen 

vorhanden. Es bestehe eine Anhedonie sowie eine Affektlabilität/Weiner-

lichkeit. Die Schwingungsfähigkeit sei jedoch erhalten. Auch seien Schuld- 

C-2985/2021 

Seite 20 

und lnsuffizienzgefühle sowie Zukunftsängste vorhanden. Der Antrieb und 

die Interessen seien reduziert und es bestehe eine deutlich erhöhte Ermüd-

barkeit. Suizidversuche hätten nie stattgefunden und aktuell sei die Versi-

cherte nicht suizidal. Sie habe jedoch Suizidgedanken. Es finde kein sozia-

ler Rückzug statt. Der Appetit sei normal ausgebildet. Ein- und Durchschlaf-

störungen seien vorhanden. Die Libido und das Sexualleben seien inexis-

tent. 

Als Hilfsuntersuchung verwendete Dr. med. O._______ die Hamilton De-

pression Scale Testung, welche aus 21 depressionstypischen Items (de-

pressive Stimmung, Schuldgefühl, Suizid, Durchschlafstörung, Schlafstö-

rungen am Morgen, Arbeit und sonstige Tätigkeiten, depressive Hemmung, 

Erregung, Angst-psychisch, Angst-somatisch, körperliche Symptome 

[gastrointestinal und allgemein], Genitalsymptome, Hypochondrie, Ge-

wichtsverlust, Krankheitseinsicht, Tagesschwankungen, Depersonalisa-

tion, Derealisation, paranoide Symptome und Zwangs-Symptome) be-

stehe, welche mit Hilfe eines kurzen Interviews erhoben würden, wobei der 

Schweregrad der Ausprägung jedes Symptoms auf einer mehrstufigen 

Skala beurteilt werde. Dr. med. O._______ gab an, dass die ltems-Scores 

zwischen 0 und 66 liegen könnten. Bei dieser Testung habe die Versicherte 

20 Punkte erreicht. Wie diese Punktzahl zustande kam, ist dem Gutachten 

nicht zu entnehmen. So wird nicht dargelegt, welche der verschiedenen 

Items Dr. med. O._______ bei der Versicherten als erfüllt betrachtet und 

wie er diese bezüglich Ausprägung gewichtet hat. Mangels einer entspre-

chenden Begründung respektive Wiedergabe einer Zusammenfassung 

des Interviews, auf welches Dr. med. O._______ seine Beurteilung abge-

stützt hat, kann die von ihm angegebene Punktezahl nicht nachvollzogen 

werden. 

Als weitere Hilfsuntersuchung hat Dr. med. O._______ den Mini-lCF-APP-

Rating-Bogen beigezogen, aus welchem sich ergeben habe, dass keine 

Beeinträchtigungen der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sowie der 

Selbstpflege, leichte Beeinträchtigungen in der Planung und Strukturierung 

von Aufgaben, in der Kontaktfähigkeit zu Dritten, der Gruppenfähigkeit, den 

familiären Beziehungen sowie der Verkehrsfähigkeit, mittelgradige Beein-

trächtigungen bei der Anpassung an Regeln und Routinen, der Flexibilität, 

der Umstellungsfähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit sowie in Spon-

tan-Aktivitäten sowie schwere Beeinträchtigungen bei der Anwendung 

fachlicher Kompetenzen und der Durchhaltefähigkeit bestünden. Diese An-

gaben hat Dr. med. O._______ ebenfalls nicht begründet. Insbesondere 

C-2985/2021 

Seite 21 

fehlen zu den einzelnen Angaben entsprechende Anwendungsbeispiele 

aus dem Alltag der Versicherten.  

In der versicherungsmedizinischen Beurteilung hat Dr. med. O._______ 

verschiedene Angaben der Versicherten zu ihrem Lebenslauf dargestellt, 

ohne diese jedoch einer fachpsychiatrischen Objektivierung zu unterzie-

hen. Vielmehr hat der Gutachter direkt anschliessend an die Wiedergabe 

dieser Angaben gefolgert, dass diagnostisch vom Vorliegen einer Neuras-

thenie (ICD-10: F48.00) auszugehen sei, da die erhöhte Ermüdbarkeit vor 

allem bei körperlicher und geistiger Anstrengung deutlich im Vordergrund 

stehe und daneben Schmerzen an verschiedenen Körperstellen, Schwin-

delgefühl, Kopfschmerzen und Schlafstörungen bestünden. Auch diese 

Symptome hat der Gutachter unmittelbar gestützt auf die von der Versi-

cherten angegebenen Beschwerden erfasst. Die Herleitung der Diagnose 

Neurasthenie beschränkt sich damit auf die Darstellung der Sicht der Ver-

sicherten, wobei im Gutachten namentlich eine Objektivierung der von der 

Versicherten beklagten Beschwerden fehlt. Dr. med. O._______ folgerte 

sodann, dass sich mutmasslich aufgrund dieser Neurasthenie sekundär 

eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) entwickelt habe, da 

nun eine Reduktion der Konzentration, Anhedonie und Affektlabilität, 

Schuld- und lnsuffizienzgefühle, Zukunftsängste, eine Reduktion des An-

triebs und der Interessen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, Suizidgedanken, 

Schlafstörungen sowie ein Verlust der Libido vorlägen, was sich auch in 

der durchgeführten Hamilton Depression Scale Testung gezeigt habe (IV-

STA-act. 84 S. 64).  

Zu den vom Bundesgericht definierten Standardindikatoren (vgl. oben 

E. 5.9) enthält das psychiatrische Gutachten nur wenige Angaben. Aus-

gangspunkt der Prüfung und damit erste Voraussetzung müsste eine psy-

chiatrische, lege artis gestellte Diagnose bilden, woran es vorliegend in-

dessen bereits aus dem Grunde mangelt, dass Dr. med. O._______ die 

von ihm gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar medizinisch hergeleitet 

hat, indem er diese auf nur wenige Untersuchungsbefunde, die nicht hin-

reichend begründeten Ergebnisse zweier Hilfsuntersuchungen sowie 

hauptsächlich die Angaben der Versicherten, welche er jedoch nicht fach-

ärztlich verifiziert hat, abgestützt hat. Daran vermag auch nichts zu ändern, 

dass Dr. med. O._______ bezüglich der wenigen von ihm erhobenen Un-

tersuchungsbefunde auf die Prinzipien der Arbeitsgemeinschaft für Metho-

dik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) verwiesen hat. Darüber 

hinaus enthält das Gutachten keine Angaben zum Schweregrad der von 

Dr. med. O._______ gestellten Diagnose der Neurasthenie. Bezüglich der 

C-2985/2021 

Seite 22 

depressiven Episode hat Dr. med. O._______ angegeben, dass diese ak-

tuell von mittelschwerer Ausprägung sei, dies jedoch nicht unter konkreter 

Bezugnahme auf entsprechende Befunde begründet. So hat er insbeson-

dere nicht dargelegt, weshalb – abweichend von der im früheren Gutachten 

von Dr. med. F._______ gestellten Diagnose der in jenem Zeitpunkt leicht-

gradigen depressiven Episode – eine mittelgradige depressive Episode 

vorliege. In der interdisziplinären Begutachtung haben die Gutachter in die-

sem Zusammenhang lediglich festgehalten, dass die gutachtliche Beurtei-

lung von Dr. med. F._______ (von Dezember 2016) sowohl aufgrund der 

aktuellen Untersuchung als auch aufgrund der ausführlichen Anamnese 

und der Aktenlage nicht nachvollzogen werden könne, ohne dies näher 

auszuführen (IVSTA-act. 84 S. 34). Es fehlen sodann Angaben zum bishe-

rigen Verlauf der Behandlungen. Dr. med. O._______ beschränkte sich 

diesbezüglich auf die Angabe, dass die von ihm vorgenommene Beurtei-

lung der Arbeitsfähigkeit bereits ab August 2016 gelte. Er empfahl den Ein-

satz einer hochdosierten antidepressiven Medikation, wobei er aufgrund 

der Chronifizierung der Symptome seit mehr als vier Jahren insgesamt von 

einer schlechten Prognose ausgehe. Bezüglich Komorbiditäten enthält das 

psychiatrische Teilgutachten ebenfalls keine Angaben. Zur Persönlichkeit 

hat Dr. med. O._______ in der bidisziplinären Beurteilung aus psychiatri-

scher Sicht ergänzt, dass sich keine Hinweise für eine Persönlichkeitsstö-

rung oder eine Störung der «komplexen Ich-Funktion» ergäben. Bezüglich 

Konsistenz hat er im psychiatrischen Teilgutachten darauf hingewiesen, 

dass sich keine Hinweise für Inkonsistenzen ergäben, was auch durch den 

Medikamentenspiegel bestätigt werde. Die folgende von Dr. med. 

O._______ in diesem Zusammenhang getroffene Feststellung: «Das 

Schmerzerleben sowie die Affektlabilität können während der heutigen Ex-

ploration objektiviert werden und auch die Schilderung der reduzierten 

Hobbies, des Tagesablaufes und der sozialen Kontakte unterstreichen die 

Diagnosen und die Einschränkungen» kann nicht nachvollzogen werden. 

Tatsächlich hat Dr. med. O._______ die Versicherte bereits am 26. Januar 

2021 untersucht (vgl. IVSTA-act. 184 S. 48) und hierbei entgegen seiner 

Angabe die von der Versicherten beklagten Schmerzen nicht fachärztlich 

überprüft. Eine Überprüfung der von der Versicherten angegebenen 

Schmerzen erfolge erst in der darauffolgenden rheumatologischen Unter-

suchung vom 12. Februar 2021 (vgl. IVSTA-act. 84 S. 1) im Zusammen-

hang mit der darin gestellten Diagnose des Widespread Pain Syndroms 

respektive der Fibromyalgie. Auch ist nicht einzusehen, weshalb die sozia-

len Kontakte die Diagnosen und die Einschränkungen unterstreichen soll-

ten, nachdem der Gutachter im nächsten Absatz im Widerspruch hierzu als 

C-2985/2021 

Seite 23 

Ressource aufgeführt hat, dass die Versicherte selbständig leben und 

freundschaftliche Kontakte unterhalten könne (IVSTA-act. 84 S. 65).  

Die von Dr. med. O._______ vorgenommene Prüfung der Standardindika-

toren erweist sich nach dem Gesagten als unvollständig und teilweise nicht 

nachvollziehbar infolge der ungenauen respektive widersprüchlichen An-

gaben. Insbesondere hat Dr. med. O._______ die von ihm gestellten Diag-

nosen, insbesondere auch in Bezug auf den Schweregrad der von ihm di-

agnostizierten depressiven Episode, im Gutachten nicht nachvollziehbar 

hergeleitet. Auch seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit hat der Gutach-

ter nicht begründet. Mangels lege artis gestellter Diagnosen, welche Vo-

raussetzung für die Prüfung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermö-

gens wären (vgl. oben E. 5.9), kann vorliegend die von Dr. med. O._______ 

vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch nicht mittels einer 

ergänzenden Prüfung der Standardinkatoren durch das Bundesverwal-

tungsgericht aufgrund der Angaben im Gutachten plausibilisiert werden. 

Insgesamt liegen damit verschiedene konkrete Indizien vor, die gegen die 

Zuverlässigkeit des psychiatrischen Teilgutachtens sprechen. Dieses er-

weist sich nach dem Gesagten in Bezug auf die Diagnosestellung, die Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit sowie die revisionsrechtlich relevante Frage-

stellung, ob seit Juni 2017 eine erhebliche Veränderung des Gesundheits-

zustands eingetreten ist, als nicht schlüssig respektive nicht aussagekräf-

tig, so dass ihm – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. 

Sachverhalt Bst. D.a) – keine Beweiskraft zukommt.  

7.4 Das rheumatologische Teilgutachten von Dr. med. N._______ vom 

15. Februar 2021 (IVSTA-act. 84 S. 1 ff.) umfasst seinerseits eine ausführ-

liche Anamnese mitsamt den Angaben der Versicherten zu früheren Er-

krankungen. In der Beurteilung hat sich Dr. med. N._______ zwar nicht 

konkret mit den bereits vorliegenden Arztberichten auseinandergesetzt, in 

der Erhebung der Befunde jedoch Bezug auf in den Akten liegende Rönt-

genbilder (2017 bis 2018) und Laborberichte (2017-2020) genommen und 

in der Herleitung der gestellten Diagnose zumindest auf die Aktenlage ver-

wiesen (IVSTA-act. 84 S. 15 und 18). Das Gutachten enthält sodann An-

gaben zu den von der Versicherten eingenommenen Medikamenten 

(Levothyroxin 100 mcg jeden 2.Tag; Levothyroxin 75 mcg jeden 2.Tag; Ser-

tralin 50 mg 0-0-0-1; Oolipran [Paracetamol] 1000 mg bis 4x täglich) und 

eine detaillierte Befunderhebung (internistischer Status, neurologischer 

Status, Rückenstatus). In der Herleitung hat Dr. med. N._______ nicht nur 

Angaben aus der Anamnese dargestellt, sondern in Bezug auf die 

C-2985/2021 

Seite 24 

Fibromyalgie auch die Kriterien der diagnostischen Zuordnung angegeben 

und diskutiert.  

Zur Herleitung der von ihm gestellten Diagnose des Widespread Pain Syn-

droms respektive der Fibromyalgie mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-

keit hat Dr. med. N._______ ausgeführt, dass die anamnestischen Anga-

ben, die Aktenlage sowie die aktuelle rheumatologische Untersuchung mit 

Erfüllen des Widespread Pain-lndex eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für 

das Vorliegen einer Fibromyalgie zeigten. Die Fibromyalgie-Symptomatik 

sei eine sich langsam entwickelnde Symptomatik mit Übergreifen von 

Schmerzen auf den ganzen Körper. Die Versicherte weise ein ausgepräg-

tes Widespread Pain-Syndrom mit insbesondere grosser Erschöpfung und 

Leistungsintoleranz bei Schlafstörungen, sowie eine Reihe von unspezifi-

schen Symptomen wie Schwindel, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fatigue, 

Wetterfühligkeit, Sehstörungen und Tinnitus auf. Die Symptome einer Fib-

romyalgie seien bei der Versicherten objektivierbar. Insbesondere könnten 

die subjektiv erlebten Schmerzen sowie die Ausprägung derselben nicht 

mit einem somatischen morphologischen Korrelat erklärt werden. Eine zu-

grundeliegende somatische Erkrankung – sei es am Bewegungsorgan, 

metabolisch stoffwechselbedingt oder entzündlich rheumatologisch – 

könne nicht eruiert werden. Die Muskel- und Gelenkschmerzen könnten 

keiner rheumatologisch entzündlichen oder degenerativen Krankheit zuge-

ordnet werden, sondern seien im Rahmen des Widespread Pain Syndroms 

respektive der Fibromyalgie zu werten (IVSTA-act. 84 S. 18 f.).  

Gemäss den geltenden Diagnosevorschriften zur Herleitung der Diagnose 

Fibromyalgie sind die Schmerzen und die Begleitbeschwerden einer Fibro-

myalgie mit zwei validierten Fragebögen zu erfassen, einerseits dem 

Schmerzindex («Widespread Pain Index», WPI) und andererseits der 

Symptom-Schwere-Skala («Symptom Severity Scale», SSS). Im WPI-Fra-

gebogen ist konkret anzugeben, wo in 19 definierten Körperregionen 

(Schultergürtel links, Schultergürtel rechts, Oberarm links, Oberarm rechts, 

Unterarm links, Unterarm rechts, Hüfte links, Hüfte rechts, Oberschenkel 

links, Oberschenkel rechts, Unterschenkel links, Unterschenkel rechts, 

Kiefer links, Kiefer rechts, Brustkorb, Bauch, Nacken, oberer Rücken, un-

terer Rücken) in der vergangenen Woche Schmerzen empfunden wurden, 

wobei Schmerzen in vier von fünf Regionen aufgetreten sein müssen. Im 

SSS-Fragebogen ist einerseits die Häufigkeit von Erschöpfung, Schlafstö-

rungen und Konzentrationsproblemen in der letzten Woche zu erfassen 

und andererseits bezüglich einer Liste von 41 Beschwerden anzugeben, 

welche davon in der vergangenen Woche vorhanden waren (vgl. 

C-2985/2021 

Seite 25 

https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/fibromyalgie; zuletzt abgeru-

fen am 29. Juni 2023; vgl. https://docplayer.org/59105414-Neue-kriterien-

zur-erfassung-von-fibromyalgie-syndromen.html). In seinen Ausführungen 

hat sich Dr. med. N._______ zwar auf den Widespread Pain-lndex bezo-

gen, jedoch nicht konkret angegeben, in welchen der vorgegebenen Kör-

perregionen die Versicherte in der vergangenen Woche Schmerzen emp-

funden habe. Eine Auseinandersetzung mit dem SSS-Fragebogen fehlt im 

rheumatologischen Teilgutachten gänzlich. Damit entsprechen die allge-

mein gehaltenen Ausführungen von Dr. med. N._______ nicht den gelten-

den Diagnosevorschriften zur Herleitung der Diagnose Fibromyalgie und 

es kann gestützt auf die Angaben im rheumatologischen Teilgutachtgen 

nicht beurteilt werden, ob bei der Versicherten die Diagnosekriterien der 

Fibromyalgie erfüllt sind. Insgesamt ist damit nicht ersichtlich, dass 

Dr. med. N._______ die von ihm gestellte Diagnose des Widespread Pain 

Syndroms respektive der Fibromyalgie lege artis hergeleitet hat.  

Weiter hat Dr. med. N._______ bezüglich der von ihm gestellten Diagnose 

des Widespread Pain Syndroms respektive der Fibromyalgie, welche als 

Leiden – im Sinne von (chronischen) Schmerzen des Bewegungsappara-

tes – an sich in den Fachbereich der Rheumatologie fällt (vgl. dazu auch 

Urteil des BGer 9C_688/2016  vom 16. Februar 2017 E. 3.5, 9C_:837/2016 

vom 13. Juni 2016 E. 3.2; 2022 hat die WHO die Diagnose Fibromyalgie 

aus der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen entfernt und umgeteilt in 

die neu geschaffene Gruppe der chronischen primären Schmerzsyndrome, 

[vgl. https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/fibromyalgie; zuletzt ab-

gerufen am 29. Juni 2023]), kein somatisches Korrelat festgestellt. Bei Feh-

len von genuin rheumatologischen Leiden wäre es daher praxisgemäss 

Aufgabe des Psychiaters gewesen, die mit der Fibromyalgie einhergehen-

den funktionellen Einschränkungen/Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

unter Anwendung der Indikatoren zu prüfen (vgl. BGE 145 V 361 E. 3.2.2; 

Urteil des BGer 9C_688/2016 vom 16. Februar 2017 E. 3.5, Urteil des 

BGer 9C_724/2017 vom 23. August 2018 E. 4.1). Entsprechend hielten die 

beiden Gutachter in der interdisziplinären Beurteilung an sich zu Recht fest, 

dass für die Beurteilung der Arbeits- und Leistungseinschränkung sowie 

von deren künftigem Verlauf im Rahmen der Wiedereingliederung die psy-

chiatrische Beurteilung - unter Berücksichtigung der rheumatologischen 

Einschränkungen - massgebend sei (IVSTA-act. 84 S. 31). Eine entspre-

chende Prüfung hat der Psychiater jedoch vorliegend nicht vorgenommen. 

Hinzu kommt, dass die rheumatologische Untersuchung entgegen den ver-

sicherungsmedizinischen Vorgaben (vgl. Leitlinien für die Begutachtung 

psychiatrischer und psychosomatischer Störungen in der Versicherungs-

https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/fibromyalgie

C-2985/2021 

Seite 26 

medizin der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychothe-

rapie SGPP vom 16. Juni 2016, 3. vollständig überarbeitete und ergänzte 

Auflage, S. 14) vor der psychiatrischen Untersuchung stattgefunden hat. 

Aufgrund des Dargelegten kann auch dem Gutachten von Dr. med. 

N._______ nicht unbesehen voller Beweiswert zuerkannt werden. Daran 

vermag auch nichts zu ändern, dass sich der Rheumatologe im rheumato-

logischen Teilgutachten fachfremd ansatzweise mit den Standardindikato-

ren auseinandergesetzt hat. 

Ausserdem ist vorliegend eine Neuanmeldung zu beurteilen, weshalb im 

Gutachtensauftrag die Erstellung eines Revisionsgutachtens verlangt 

wurde. So wurde im Gutachtensauftrag als Kontext des Auftrags angege-

ben, dass es sich um eine zu beurteilende Neuanmeldung handle, wobei 

das erste Gesuch im November 2016 eingegangen und mit Verfügung vom 

26. Juni 2017 ein Leistungsanspruch abgelehnt worden sei. Auch wurde 

darauf hingewiesen, dass im Januar 2019 ein neues Gesuch eingegangen 

sei und unklar sei, ob sich der Gesundheitszustand relevant verschlechtert 

habe und wie die Arbeitsunfähigkeit sowie der Verlauf aussehe, da keine 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vorlägen (vgl. IVSTA-act. 81). Dennoch lässt 

das rheumatologische Gutachten eine retrospektive Beurteilung des Ver-

laufs des Gesundheitszustands vermissen und äussert sich entgegen dem 

Gutachtensauftrag nicht zur vorliegend relevanten Frage, ob seit Juni 2017 

eine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustands eingetreten ist. 

Dem auf Erstellung eines Revisionsgutachtens lautenden Gutachtensauf-

trag ist der rheumatologische Gutachter nicht nachgekommen, indem er 

weder die Frage nach einer Veränderung des Gesundheitszustands 

(Krankheitsentwicklung) seit Juni 2017 beantwortet noch zum Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit seither Stellung genommen hat. Auch der interdisziplinä-

ren Beurteilung sind diesbezüglich keine weiteren Angaben zu entnehmen. 

Damit erfüllt das rheumatologische Teilgutachten auch die Voraussetzun-

gen an ein Revisionsgutachten nicht.  

7.5 Nachdem wie dargelegt dem psychiatrischen Teilgutachten insbeson-

dere mangels nachvollziehbarer und schlüssiger Herleitung der Diagno-

sen, angesichts einer lückenhaften und nicht nachvollziehbaren Indikato-

renprüfung sowie der unklaren Angaben zur Frage, ob eine erhebliche Än-

derung des Gesundheitszustands eingetreten ist, keine Beweiskraft zu-

kommt und sich das rheumatologische Teilgutachten auch nicht mit dem 

vorliegenden Beweisthema einer Veränderung des Gesundheitszustands 

auseinandersetzt, erweist sich das bidisziplinäre Gutachten insgesamt für 

die Beurteilung der vorliegenden Frage einer erheblichen Veränderung des 

C-2985/2021 

Seite 27 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin als nicht beweiskräftig. Ge-

stützt auf das nicht beweiskräftige bidisziplinäre Gutachten ist es damit 

nicht möglich zu überprüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Versi-

cherten im vorliegenden Vergleichszeitpunkt (2021) im Vergleich zu jenem 

gemäss dem Gutachten von Dr. med. F._______ erheblich verschlechtert 

hat im Sinne eines Hinzutretens von neuen Leiden oder einer Zunahme 

der bisherigen Leiden. Damit ist unklar, ob ein Revisionstatbestand vorliegt. 

Die Vorinstanz hätte daher für die Prüfung der zentralen Frage, ob eine 

erhebliche Veränderung des Gesundheitszustands der Versicherten gege-

ben ist, nicht auf das bidisziplinäre Gutachten von Dres. med. N._______ 

und O._______ abstellen dürfen. Mangels Beweiskraft des bidisziplinären 

Gutachtens erübrigt sich vorliegend eine Auseinandersetzung mit den dies-

bezüglichen Parteivorbringen, so mit der von der Beschwerdeführerin gel-

tend gemachten wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse, 

welche sich darin zeige, dass gemäss der Begutachtung von Dr. med. 

O._______ im Vergleich zu jener von Dr. med. F._______ neue Symptome 

hinzugetreten seien und sich bestehende Symptome verstärkt hätten, so-

wie der von der Vorinstanz vertretenen Ansicht, dass Dr. med. O._______ 

lediglich eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten 

Gesundheitszustands vorgenommen habe.  

7.6 Auf die von der kantonalen IV-Stelle zum bidisziplinären Gutachten ein-

geholte RAD-Stellungnahme vom 19. Februar 2021 kann für die Beantwor-

tung der entscheiderheblichen Frage, ob ein Revisionstatbestand vorliegt 

oder nicht, ebenfalls nicht abgestellt werden. Diese erweist sich einerseits 

als widersprüchlich, indem Dr. med. G._______ seine Feststellung eines 

unveränderten Gesundheitszustands selektiv auf die entsprechende An-

gabe des psychiatrischen Gutachters Dr. med. O._______ im psychiatri-

schen Teilgutachten abgestützt, gleichzeitig aber berechtigte Kritik gegen 

das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. O._______ vorgebracht hat, 

womit auch die darin getroffene Feststellung des unveränderten psychiat-

rischen Befunds grundsätzlich in Frage gestellt wird. Andererseits basiert 

die Stellungnahme vom 19. Februar 2021 auf keinem lückenlosen Befund, 

nachdem Dr. med. G._______ in seiner früheren Stellungnahme vom 

13. August 2020 bereits darauf hingewiesen hatte, dass weitere Abklärun-

gen nötig seien, in der Folge – abgesehen vom nicht beweiskräftigen bidis-

ziplinären Gutachten – jedoch keine weiteren medizinischen Unterlagen 

eingegangen sind (vgl. unten E. 7.7), womit auch nicht abschliessend auf 

die Beurteilung des RAD abgestellt werden kann.  

C-2985/2021 

Seite 28 

7.7 Schliesslich erlauben auch die in den Vorakten liegenden Arztberichte 

der behandelnden Ärzte keine umfassende Beurteilung des Gesundheits-

zustands der Beschwerdeführerin im vorliegenden Vergleichszeitpunkt. So 

hatte RAD-Arzt Dr. med. G._______ in seiner früheren Stellungnahme vom 

13. August 2020 zu Recht festgehalten, dass mit den in jenem Zeitpunkt 

bereits vorliegenden medizinischen Unterlagen der Gesundheitszustand 

der Versicherten nicht vollständig abgeklärt wurde (vgl. Sachverhalt 

Bst. C.b). Nach diesem Zeitpunkt sind bei der kantonalen IV-Stelle keine 

neuen Unterlagen der behandelnden Ärzte eingegangen. Die Beschwer-

deführerin hat auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren keine weiteren 

medizinischen Unterlagen einreichen lassen, sondern sich in ihrer Argu-

mentation ausschliesslich auf das – wie vorangehend dargelegt nicht be-

weiskräftige – bidisziplinäre Gutachten abgestützt.    

8.  

8.1 Da die angefochtene Verfügung gestützt auf eine unvollständige Sach-

verhaltsabklärung ergangen ist, ist die Sache in Anwendung von Art. 61 

Abs. 1 VwVG zur Vornahme der notwendigen erwerblichen und medizini-

schen Abklärungen und zu anschliessendem neuem Entscheid an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. Diese Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt 

in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, gemäss 

welcher eine solche insbesondere im Falle einer notwendigen Erhebung 

einer bisher vollständig ungeklärten Frage möglich ist (BGE 137 V 210 

E. 4.4.1.4), was vorliegend eindeutig der Fall ist, nachdem die Vorinstanz 

respektive die kantonale IV-Stelle bezüglich der Frage, ob sich der Ge-

sundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem 26. Juni 2017 (Zeit-

punkt der letzten materiellen Rentenprüfung) erheblich verändert hat, nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt hat. Überdies würde der Beschwerdeführerin mit 

dem Verzicht auf ein Administrativgutachten im Verwaltungsverfahren der 

doppelte Instanzenzug nicht gewahrt (vgl. Urteil des BVGer C-1882/2017 

vom 3. April 2018 E. 6.1).  

8.2 Die Vorinstanz ist anzuweisen, nach Aktualisierung und Vervollständi-

gung der medizinischen Akten eine interdisziplinäre Begutachtung der Be-

schwerdeführerin zu veranlassen. Mit Blick auf die im Raum stehenden 

Befunde und Diagnosen erscheinen Expertisen in den Fachbereichen All-

gemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie erforderlich. Hier-

bei sind betreffend die (rheumatologische) Diagnose Fibromyalgie (vgl. 

hierzu Urteil des BGer 9C_724/2017 vom 23. August 2018 E. 4.1; oben 

E. 7.4) und die psychiatrischen Diagnosen für die objektivierte Einschät-

zung des zumutbaren Leistungsvermögens die Standardindikatoren ge-

C-2985/2021 

Seite 29 

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 143 V 418; 143 V 409; 

141 V 281 E. 10.2) massgebend. Ob neben den genannten Fachdiszipli-

nen auch noch weitere Spezialisten beizuziehen sind, ist dem pflichtge-

mässen Ermessen der Gutachter zu überlassen, zumal es primär ihre Auf-

gabe ist, aufgrund der konkreten Fragestellung über die erforderlichen Un-

tersuchungen zu befinden (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteil des 

BGer 9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3 m. w. H.; Urteil des BVGer 

C-4537/2017 vom 20. August 2019 E. 8).  

8.3 Die polydisziplinäre Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu er-

folgen, da die Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen 

Versicherungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 

9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer 

C-3864/2017 vom 11. März 2019 E. 7.5 m. w. H.). Nachdem die Beschwer-

deführerin in der Lage war, für die Untersuchung vom 12. Februar 2021 

(vgl. IVSTA-act. 84 S. 1) in Begleitung einer Freundin (IVSTA-act. 84 S. 60) 

in die Schweiz zu reisen, sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, die eine 

Begutachtung in der Schweiz als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

Im Weiteren ist die Gutachterstelle nach dem Zufallsprinzip gemäss Zuwei-

sungssystem «SuisseMED@P» zu ermitteln (vgl. dazu BGE 139 V 349 

E. 5.2.1 und Art. 72bis Abs. 2 IVV) und es sind der Beschwerdeführerin die 

ihr zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräumen (vgl. BGE 137 V 210 

E. 3.4.2.9).  

8.4 Da die neuen Abklärungen der Beantwortung der Frage, ob eine erheb-

liche Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin ab 

dem 26. Juni 2017 (Zeitpunkt der letzten materiellen Rentenprüfung) ein-

getreten ist, dienen sollen, wird das einzuholende polydisziplinäre Gutach-

ten auch die Anforderungen an ein Revisionsgutachten zu erfüllen haben. 

Das Gutachten wird sich mithin insbesondere auch darüber auszuspre-

chen haben, ob und inwiefern gegenüber dem vorliegenden Ausgangs-

punkt von Juni 2017 eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands 

der Versicherten stattgefunden hat, und dazu wie auch zur Krankheitsent-

wicklung sowie zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit konkrete und begründete 

Angaben zu machen haben (vgl. oben E. 5.8), wobei vorliegend eine Ver-

änderung des Gesundheitszustands ab dem 1. Juli 2017 für allfällige Ren-

tenansprüche relevant ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass weder eine 

im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Ar-

beitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des 

geltend gemachten Leidens genügt, um auf einen erheblich veränderten 

Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte 

C-2985/2021 

Seite 30 

Befundlage (vgl. dazu Urteil des BGer 8C_703/2020 vom 4. März 2021 

E. 5.2.1.1 m. H.; vgl. auch Urteil des BVGer C-920/2019 vom 25. Juni 2020 

E. 5.7).   

8.5 Damit ist die Beschwerde im Ergebnis insoweit gutzuheissen, als die 

Verfügung vom 26. Mai 2021 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz 

zurückzuweisen ist, damit sie den medizinischen Sachverhalt im Sinne der 

Erwägungen neu abkläre und anschliessend neu verfüge. 

9.  

9.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine 

Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Par-

tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind der Beschwerdeführerin keine Verfah-

renskosten aufzuerlegen. Entsprechend kommt die der Beschwerdeführe-

rin mit Zwischenverfügung vom 11. November 2021 gewährte unentgeltli-

che Rechtspflege vorliegend nicht zum Tragen.  

9.2 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG i. V. m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten 

der Vorinstanz. Da seitens der Rechtsvertreterin keine Kostennote einge-

reicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensaus-

gangs (Gutheissung, jedoch aus anderen, als von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachten Gründen), des gebotenen und aktenkundigen Auf-

wands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorlie-

gend zu beurteilenden Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichba-

ren Fällen gesprochenen Entschädigungen erscheint eine Parteientschä-

digung von praxisgemäss Fr. 2'800.– (inkl. Auslagen; Art. 9 Abs. 1 i. V. m. 

Art. 10 Abs. 2 VGKE) angemessen. 

 

 

(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

  

C-2985/2021 

Seite 31 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 

26. Mai 2021 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewie-

sen wird, damit sie den medizinischen Sachverhalt im Sinne der Erwägun-

gen weiter abkläre und anschliessend neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 2'800.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das BSV. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christoph Rohrer Marion Sutter 

 

 

  

C-2985/2021 

Seite 32 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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