# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ffed1c7-79de-5903-9bb5-a894ebe40cc1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.10.2008 E-6030/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6030-2008_2008-10-03.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6030/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Marianne Teuscher, 
mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro; 
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______, Staatsangehörigkeit unbekannt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 28. August 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6030/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat  Anfang  Juli  2008  verliess  und  am 13.  Juli  2008  illegal  in  die 
Schweiz einreiste, wo er am 15. Juli 2008 um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  B._______ vom  31. Juli  2008 sowie der  direkten Anhörung 
vom  19. August 2008 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentli-
chen  geltend  machte,  er  sei  ethnischer  Albaner  aus  C._______, 
D._______, Kosovo,

dass sein Haus während des Krieges von den Serben niedergebrannt 
worden  sei  und  er  sich  für  den  Wiederaufbau  bei  E._______ und 
F._______ Geld  geborgt  habe,  in  der  Hoffnung,  die  Schulden  ir-
gendwann zurückzahlen zu können,

dass er von den Geldgebern unter Druck gesetzt und mit  dem Tode 
bedroht worden sei,

dass er  sich  vorerst  in  G._______ versteckt  habe und danach nach 
H._______ geflüchtet sei,  wo er ein Asylgesuch gestellt  habe, nach-
dem er von den Behörden wegen illegalen Aufenthalts inhaftiert  wor-
den sei,

dass er nach sechs Monaten Aufenthalt einen negativen Asylentscheid 
erhalten habe, worauf er selbständig nach Kosovo zurückgekehrt sei, 

dass er nach seiner Rückkehr nach Kosovo im Juni 2008 erneut von 
E._______ und  von  den  Mittelsmännern  von  F._______ bedroht 
worden sei, weshalb er sich zunächst in G.______ und I._______ ver-
steckt habe und er schliesslich in die Schweiz gekommen sei,

dass er die heimatlichen Behörden nicht um Schutz ersucht habe, da 
diese ihn nicht beschützen würden,

dass er in H._______ die selben Asylgründe geltend gemacht habe,

dass er nie politisch oder religiös tätig gewesen sei,

dass er Angst habe, im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat umge-
bracht zu werden,

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dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 28. August 2008 – eröffnet am 29. August 2008 – ablehnte und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, bei den Ur-
hebern  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Verfolgung 
handle es sich um private Dritte,

dass Übergriffe durch private Dritte oder Befürchtungen, zukünftig sol-
chen ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat 
seiner  Schutzpflicht  nicht  nachkomme  oder  nicht  in  der  Lage  sei, 
Schutz zu gewähren,

dass  Schutz  generell  gewährleistet  sei,  wenn  der  Staat  geeignete 
Massnahmen treffe, um die Verfolgung zu verhindern, beispielsweise 
durch wirksame Polizei-  und Justizorgane zur Ermittlung,  Strafverfol-
gung und Ahndung von Verfolgungshandlungen, und wenn die asylsu-
chende Person Zugang zu diesem Schutz habe,

dass  Strafgerichtsbarkeit  und  Strafvollstreckung  in  Kosovo  heute 
grösstenteils  funktionieren  würden  und  auch  wichtige  internationale 
Hilfswerke vor Ort aktiv seien,

dass demnach vom Schutzwille und der weitgehenden Schutzfähigkeit 
der  Sicherheitskräfte  in  Kosovo  auszugehen  sei  und  die  vom  Be-
schwerdeführer  geltend  gemachten  Nachteile  im  vorliegenden  Fall 
nicht asylrelevant seien, zumal er die örtlichen Behörden um Schutz 
hätte ersuchen können, was er jedoch unterlassen habe,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhalten würden, weshalb dieser die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und  das  Asylgesuch  abzulehnen 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  22. September 2008 
(Datum  Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, 
es  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  es  sei  ihm das 
nachgesuchte Asyl zu gewähren,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

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über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass als Flüchtling nur Personen anerkannt werden, die aus einem der 
in Art. 3 AsylG abschliessend genannten Motive, insbesondere wegen 
ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten 
sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaf-

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ten  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  sol-
chen Nachteilen ausgesetzt zu werden,

dass die  vom Beschwerdeführer  geltend gemachte  Verfolgung durch 
seine angeblichen Gläubiger sodann kein asylrelevantes Verfolgungs-
motiv darstellt, weshalb der Beschwerdeführer nicht als Flüchtling an-
erkannt werden kann,

dass vollumfänglich auf  die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen  werden  kann,  denen  der  Beschwerdeführer  mit  seinen 
blossen  Behauptungen  in  seiner  Rechtmitteleingabe  nichts 
Substanzielles entgegenzusetzen vermag,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder zumindest  glaubhaft  zu machen, wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen  und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen und – soweit 
aus den Akten ersichtlich – gesunden Mann handelt,  welcher in sei-
nem Heimatstaat über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt, welches 
ihm bei seiner Rückkehr behilflich sein kann, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

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dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- J._______ (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand:

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