# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c303d2b2-49ff-5b91-8456-a9f18e96d181
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 15.11.2023 UV 2023/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2023-16_2023-11-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/16

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.01.2024

Entscheiddatum: 15.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 15.11.2023
Art. 6 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Ursache einer 
Schulterschädigung (traumatisch/degenerativ). Rückweisung zu 
ergänzenden Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 15. November 2023, UV 2023/16).

Entscheid vom 15. November 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2023/16

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefano Cocchi, Rothenbühler Cocchi 

Rechtsanwälte, Pilatusstrasse 32, Postfach, 6002 Luzern,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 10. Januar 2005 zu 100 % als 

Storenmonteur bei der B.___ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 23. Februar 2022 meldete 

die Arbeitgeberin, dass der Versicherte am 22. Februar 2022 beim Demontageversuch 

eines Storens die rechte Schulter zu stark belastet habe und seither einen stechenden 

Schmerz bei gewissen Bewegungen verspüre (Suva-act. 1). Zur Erstbehandlung begab 

sich der Versicherte am 25. Februar 2022 zu Dr. med. C.___, Allgemeinmedizin/

Gynäkologie (Suva-act. 13). Am 28. März 2022 wurde eine 

Magnetresonanztomographie (MRT) der rechten Schulter durchgeführt (Suva-act. 16). 

In der Folge wurde der Versicherte durch Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädie/

Traumatologie, weiterbehandelt. Dieser diagnostizierte mit Bericht vom 21. April 2022 

eine traumatische, hochgradige Partialruptur, wahrscheinlich transmurale Ruptur der 

cranialen Subscapularissehne mit leichter medialer Subluxation der langen 

Bizepssehne bei rupturiertem, medialem Pulley nach Distraktionstrauma der rechten, 

dominanten Schulter mit - interstitieller Partialruptur der zentralen Supraspinatussehne, 

- vorbestehender, leichter subacromialer Einengung durch Ansatzverkalkung des AC-

Ligamentes, - mässiggradiger, klinisch jedoch vollständig asymptomatischer AC-

Arthrose. Spätestens mittelfristig sei im Verlauf aufgrund dieser relevanten Partialruptur 

der Subscapularissehne die arthroskopische Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion zu 

empfehlen. Aus beruflichen Gründen und aufgrund der aushaltbaren Schmerzen wolle 

A.a. 

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B.  

der Versicherte die Operation wahrscheinlich im Herbst durchführen lassen. Daher sei 

eine Verlaufskontrolle mit wahrscheinlicher Operationsplanung in der zweiten Juni-

Hälfte geplant (Suva-act. 12). Am 19. August 2022 wurde der Suva – nach einem 

Untersuch am 14. Juli 2022 (Suva-act. 2) –  ein Kostengutsprachegesuch für einen 

operativen Eingriff am 6. Oktober 2022 im rechten Schultergelenk eingereicht (Suva-

act. 3).

Die Suva tätigte verschiedene Abklärungen (Suva-act. 7 ff.) und legte den Fall zur 

Leistungsprüfung Dr. med. E.___, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, 

Versicherungsmedizin, vor. Dieser hielt am 22. September 2022 fest, dass die gemäss 

MRT ausgewiesene Schulterschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sei (Suva-act. 20). Mit Schreiben vom 26. September 2022 informierte 

die Suva den Versicherten, dass sich gemäss Unterlagen kein Unfallereignis im Sinne 

von Art. 4 ATSG zugetragen habe. Auch seien die Voraussetzungen zur Übernahme 

des Schadenfalls als unfallähnliche Körperschädigung resp. Berufskrankheit nicht 

erfüllt. Es werde empfohlen, für die weitergehende Behandlung den Fall dem 

Krankenversicherer zu melden. Die bisher erbrachten Leistungen würden nicht 

zurückgefordert (Suva-act. 25). Nachdem der Versicherte gegen dieses Schreiben 

opponiert hatte (Suva-act. 27), verneinte die Suva mit Verfügung vom 12. Oktober 2022 

einen Anspruch auf Versicherungsleistungen gegenüber dem Unfallversicherer (Suva-

act. 31).

A.b. 

Am 6. Oktober 2022 war der (geplante) Eingriff an der rechten Schulter in der Klinik 

F.___ durch Dr. D.___ durchgeführt worden (Schulterarthroskopie rechts, mit - 

Tenotomie der langen Bizepssehne in Parachute Technik, - Subscapularissehnen-

Repair mittels doppelt armierten 2.3 mm Iconix Speed Anker und doppelter Längsnaht, 

- transtendinösem PASTA-Repair mittels doppelt armierten 2.3 mm Iconix Speed 

Anker, - subacromialer Dekompression mit Bursektomie, ventrolateraler Acromioplastik 

und geringer Reduktion des CSA's; Suva-act. 28 f.).

A.c. 

Am 25. Oktober 2022 erhob die Swica Krankenversicherung AG als obligatorischer 

Krankenversicherer (Suva-act. 33) sowie am 11. November 2022 der Versicherte (Suva-

act. 39), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefano Cocchi, Luzern, Einsprache 

B.a. 

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C.  

gegen die Verfügung vom 12. Oktober 2022. Der Versicherte beantragte, die Verfügung 

vom 12. Oktober 2022 sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen und 

vertraglichen Leistungen zu erbringen. Am 23. November 2022 zog die Swica 

Krankenversicherung AG die Einsprache zurück (Suva-act. 46).

Mit Entscheid vom 25. Januar 2023 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 

48).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Januar 2023 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Cocchi, am 

23. Februar 2023 Beschwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Der 

angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben. 2. Die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) habe dem Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls vom 22. 

Februar 2022 die gesetzlichen und vertraglichen Versicherungsleistungen gemäss UVG 

zu entrichten. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.a. 

Mit Stellungnahme vom 31. März 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 

eine umfassende Beschwerdeantwort. Sie äusserte sich zu einigen Punkten, verwies 

auf die Begründung im Einspracheentscheid vom 25. Januar 2023 und beantragte die 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.b. 

Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 5).C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

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Erwägungen

1.

Zur Prüfung steht ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der 

Unfallversicherung gründend auf dem Ereignis vom 22. Februar 2022.

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen 

bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt 

gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

1.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei 

folgenden, abschliessend aufgezählten (vgl. André Nabold, N 42 zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]), 

Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. 

Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. 

Trommelfellverletzungen.

1.2. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht 

hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigen (BGE 138 V 221 f. E. 6). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 

Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die 

Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 

1.3. 

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Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 429 f. E. 3.2). Die Beweislast für das Vorliegen 

eines Unfallereignisses und/oder einer unfallähnlichen Körperschädigung liegt bei der 

den Anspruch erhebenden Person (BGE 116 V 140 f. E. 4b m. w. H.). Der 

Unfallversicherer trägt hingegen die Beweislast in Bezug auf den Nachweis einer 

vorwiegend krankhaften oder degenerativen Verursachung einer Listendiagnose (sog. 

Entlastungsbeweis; vgl. BGE 146 V 64 E. 8.2.2).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, können beweistauglich sein. An die Beweiswürdigung der Beurteilungen 

dieser Ärzte und Ärztinnen sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung 

erachtet sodann reine Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

1.4. 

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2.

Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG 

und damit eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG (vgl. dazu vorstehende 

E. 1.1). Im Weiteren erachtet sie mit der Beurteilung von Dr. E.___ vom 22. September 

2022 (Suva-act. 20) den Nachweis einer vorwiegend krankhaften oder 

abnutzungsbedingten Verursachung einer allfälligen Listendiagnose als erbracht, womit 

auch keine Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG bestehe (vgl. dazu vorstehende E. 

1.2).

3.

Zu prüfen ist zunächst, ob sich ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG ereignet hat und 

mithin eine Leistungspflicht der Beklagten gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG bestehen 

kann.

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

Für die Erfüllung des Unfallbegriffs hat ein ungewöhnlicher äusserer Faktor 

vorzuliegen. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er nicht mehr im Rahmen 

dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Ob dies 

zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in 

Betracht fallen. Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 

selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, ob bzw. dass 

der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 

134 V 76 ff. E. 4.1 und 4.3.1 mit Hinweisen). Die Ungewöhnlichkeit kann in einer 

unkoordinierten Eigenbewegung, das heisst einer programmwidrigen oder sinnfälligen 

Störung des natürlichen Ablaufs der körperlichen Bewegung, bestehen, wie 

beispielsweise in einem Sturz, Stolpern oder Ausgleiten, in einer reflexartigen 

Abwehrbewegung oder in einem Anstossen (KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; Rumo-

Jungo/Holzer, a. a. O., S. 40). Wo sich die Schädigung auf das Körperinnere 

beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten, 

namentlich von degenerativen Veränderungen auftreten kann (zum Beispiel 

Diskushernie, Meniskusriss oder – wie vorliegend – Rotatorenmanschettenläsion), muss 

die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein. Denn ein Unfallereignis 

manifestiert sich in der Regel in einer von aussen wahrnehmbaren Schädigung, 

3.1. 

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während bei deren Fehlen die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer rein 

krankheitsbedingten Ursache besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5.2). Weiter bejaht die 

Rechtsprechung das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn 

beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand 

erfolgt. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte Verhebetrauma (KOSS UVG-Nabold, 

N 33 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 42; BGE 116 V 138 f. E. 3b).

Den Akten sind folgende Sachverhaltsdarstellungen zum Ereignis vom 22. Februar 

2022 zu entnehmen: In der Unfallmeldung vom 23. Februar 2022 wurde zum Hergang 

ausgeführt, der Beschwerdeführer habe beim Demontageversuch eines Storens die 

rechte Schulter zu stark belastet und verspüre einen stechenden Schmerz bei 

gewissen Bewegungen (Suva-act. 1). Im Konsultationsbericht von Dr. D.___ vom 21. 

April 2022 ist in der Anamnese festgehalten, dass der Versicherte ein 

Distraktionstrauma der rechten Schulter erlitten habe, als er bei der Montage eines 

Fensterstorens plötzlich ein schweres, herunterfallendes Teil mit dem rechten Arm 

habe auffangen müssen. Dabei habe er sofort einen reissenden Schmerz in der rechten 

Schulter verspürt (Suva-act. 12-2). Dr. C.___ führte im Arztzeugnis UVG vom 1. 

September 2022 zum Ereignishergang aus, der Versicherte habe bei der Montage eines 

Fensterstorens ein schweres herabfallendes Teil auffangen müssen. Dabei habe er sich 

ein Distraktionstrauma der rechten Schulter zugezogen (Suva-act. 13-3). Im 

Fragebogen der Suva gab der Versicherte am 9. September 2022 an, dass sich ein 

Storen bei der Demontage vom Gerüst aus plötzlich gelöst habe. Beim Halten/Sichern 

des Storens sei die rechte Schulter einer starken Belastung ausgesetzt gewesen. Seit 

diesem Ereignis verspüre er stechende Schmerzen in der rechten Schulter (Suva-act. 

18-1).

3.2. 

Die beschriebenen Vorgänge erfüllen – unabhängig davon, ob der 

Beschwerdeführer den Storen zuerst mit dem rechten Arm auffing und danach sicherte 

oder aber er den Storen ohne Auffangen lediglich halten musste, den Unfallbegriff 

nicht. Wie die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 25. Januar 2023 

richtig ausführte, fehlt es an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor. Weder war der 

natürliche Ablauf der Körperbewegung als solcher ungewöhnlich noch war er durch 

etwas Programmwidriges oder Sinnfälliges wie Ausgleiten, Stolpern oder Ähnliches 

beeinträchtigt (vgl. zu ähnlichen Hergängen, bei welchen ein ungewöhnlicher äusserer 

Faktor verneint wurde, das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

vom 23. Mai 2006, U 144/06, E. 2.2). Auch wenn das Gewicht der gesicherten Storen 

nicht erfragt wurde, sind keine Anhaltspunkte für eine ausserordentliche 

3.3. 

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4.  

Überanstrengung resp. eine Kraftexposition, welche über dem Rahmen dessen liegt, 

was rechtsprechungsgemäss – für den Beschwerdeführer als Storenmonteur – als 

ungewöhnlich qualifiziert wird, ersichtlich. So wurde eine den Unfallbegriff erfüllende 

Überanstrengung – im Sinne der geforderten Ungewöhnlichkeit – vom höchsten 

Gericht nur bei Lasten von mehr als 100 Kilogramm bejaht (Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3, mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. 

Oktober 2003, U 360/02). Hingegen wurde eine den Unfallbegriff erfüllende 

Überanstrengung in Fällen verneint, in denen die zu hebenden Lasten zwischen 50 und 

100 Kilogramm schwer waren (Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2011, 

8C_246/2011, E. 4.4, und 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1; Urteile des EVG vom 

9. Oktober 2003, U 360/02, E 3.4, und 27. Juli 2001, U 7/00, E. 3). Entsprechend ist der 

Unfallbegriff nicht erfüllt, womit eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG 

entfällt.

Zu prüfen bleibt, ob – bei fehlender Erfüllung des Unfallbegriffs – allenfalls eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG (unfallähnliche 

Körperschädigung) besteht.

4.1. 

Mit der Bildgebung vom 28. März 2022 und den intraoperativen Befunden vom 6. 

Oktober 2022 ist, auch wenn sich keine Fachperson dazu ausdrücklich geäussert hat, 

hinlänglich (mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit) 

erstellt, dass beim Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 22. Februar 2022 eine 

Listendiagnose nach Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG (Sehnenrisse) vorlag, namentlich eine 

hochgradige Partialruptur der kranialen Subscapularissehne (Suva-act. 16, 28), welche 

– nebst weiteren Schädigungen im rechten Schultergelenk – den operativen Eingriff 

vom 6. Oktober 2022 (Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion) notwendig machte. 

Damit greift die Vermutung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 

Abs. 2 UVG (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2020, 8C_618/2016, E. 

6.2.4), unabhängig davon, dass das (unbestrittene) Ereignis vom 22. Februar 2022 den 

Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG nicht erfüllt. Zu prüfen bleibt aber, ob diese 

Listenverletzung vorwiegend, das heisst zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen ist. Dieser Nachweis ist gestützt auf beweiskräftige 

ärztliche Einschätzungen zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 

2020, 8C_618/2016, E. 5).

4.2. 

Dr. E.___ beantwortete die Frage der Beschwerdegegnerin, ob eine 

Körperschädigung vorliege, die vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

4.3. 

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zurückzuführen sei (Suva-act. 19), wie folgt: "Ja, die Durchsicht des MRI vom 4.7.22 

zeigt die ausgeprägte AC Gelenksarthrose mit zusätzlich caudalem Ostephyten und 

Oedem in der Supraspinatussehne (Serie 202/Bild 16), die Bicepssehne ist im Sulcus, 

das Pulleysystem relativ stark tendinopathisch degeneriert" (Suva-act. 20-2). Mit dieser 

Beurteilung erachtet die Beschwerdegegnerin den (Entlastungs-)Beweis gegen eine 

Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG für erbracht. Im Einspracheentscheid vom 25. 

Januar 2023, worauf die Beschwerdegegnerin zur Begründung im 

Beschwerdeverfahren verwies (act. G 3), wird ausgeführt, auf die Beurteilung von Dr. 

E.___ vom 22. September 2022 könne voll ganz abgestellt werden. Der Bericht sei für 

die streitigen Belange umfassend, berücksichtige die beklagten Beschwerden und sei 

in Kenntnis der Vorakten (ärztliche Berichte, bildgebende Abklärungen etc.) erfolgt. Die 

Stellungnahme sei in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Darlegung der medizinischen Situation einleuchtend und Dr. E.___ begründe seine 

Schlussfolgerungen nachvollziehbar und schlüssig (Suva-act. 48-7). Dem kann nicht 

gefolgt werden. Dr. E.___ zählt lediglich die für eine degenerative Genese sprechenden 

Veränderungen im rechten Schultergelenk gemäss MRT vom 4. Juli 2022 (gemeint ist 

das MRT vom 28. März 2022) auf und schlussfolgert damit wohl sinngemäss, dass der 

gesamte Gesundheitsschaden im rechten Schultergelenk vorwiegend auf Abnützung 

oder Erkrankung zurückzuführen sei. Diese Ausführungen reichen als 

Entscheidungsgrundlage offensichtlich nicht aus, denn bei der vorliegenden 

Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum zu berücksichtigen (vgl. dazu 

das Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2020, 8C_618/2019, E. 5). Dem kommt 

Dr. E.___ keinesfalls nach. Weder ist erkennbar, dass er sich überhaupt mit der 

Listenverletzung (Ruptur der Subscapularissehne) auseinandergesetzt, noch, dass er 

die weiteren Indikatoren, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung des 

Sehnenrisses sprechen, gewichtet hätte (vgl. zu den relevanten Indikatoren für oder 

gegen eine traumatische Genese den Schultertrauma-Check in https://www.svv.ch/

sites/default/files/2021-02/SVV_ Check_Schultertrauma_2021_DE.pdf oder das SGV 

Manual in https://www.vertrauensaerzte.ch/manual_rev5/accident/

uksart6.html;eingesehen am 15. November 2023). Es kommt hinzu, dass für das nicht 

fachärztlich geschulte Gericht auch nicht schlüssig ist, weshalb Dr. E.___ von einer 

ausgeprägten AC-Gelenksarthrose (im Sinne eines gewichtigen Anhaltspunktes für eine 

degenerative Genese der gesamten Schulterschädigung) spricht, im Radiologiebericht 

vom 28. März 2022 aber nur von einer mässigen AC-Arthrose die Rede ist (Suva-act. 

16). In Beachtung der vorstehenden Ausführungen sind zumindest geringe Zweifel an 

der Beurteilung von Dr. E.___ vom 22. September 2022 bezüglich Genese der 

Listenverletzung nicht von der Hand zu weisen, weshalb es ergänzender Abklärungen 

bedarf (vgl. vorstehende E 1.4). Daran ändern die Ausführungen der 

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5.  

Entscheid

Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 25. Januar 2023, wonach sich die 

versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. E.___ mit den übrigen Akten decke, 

nichts. Es trifft zwar zu, dass Dr. C.___ im Arztzeugnis UVG vom 1. September 2022 die 

Frage, ob die erhobenen Befunde mit dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Ereignis vereinbar und plausibel seien, mit "nein" beantwortet hat (Suva-act. 13-4). 

Dabei handelte es sich aber – wie bei der falschen Datierung der MRT-Untersuchung 

durch Dr. E.___ – wohl um ein Versehen, verweist Dr. C.___ doch in Bezug auf die 

Befunde und die Diagnosen auf Dr. D.___ (Suva-act. 13-3) und geht damit, wie er, von 

einem Distraktionstrauma resp. einer traumatischen hochgradigen Partialruptur der 

Subscapularissehne (Suva-act. 2, 12, 29) und demnach von einer traumatischen 

Genese, zumindest der Listendiagnose, aus. Im Weiteren lässt sich auch allein mit den 

mittels MRT und intraoperativ erhobenen unbestrittenermassen auch degenerativen 

Veränderungen im rechten Schultergelenk die von der Beschwerdegegnerin postulierte 

vorwiegend degenerative Verursachung der Listendiagnose nicht hinlänglich 

begründen.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die verfügbaren (medizinischen) 

Unterlagen keine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten 

resp. der Sachverhalt bezüglich Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung 

nach Art. 6 Abs. 2 UVG nicht hinlänglich abgeklärt ist. Es bedarf einer externen 

Begutachtung in Auseinandersetzung mit den relevanten Indikatoren. Die Einholung 

eines Gerichtsgutachtens drängt sich nicht auf, nachdem die Beschwerdegegnerin 

selber noch keine externe versicherungsmedizinische Beurteilung eingeholt hat.

4.4. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, als der 

Einspracheentscheid vom 25. Januar 2023 aufzuheben und die Streitsache zu 

ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist.

5.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

5.2. 
bis

Der obsiegende Beschwerdeführer (als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen [BGE 127 V 234 E. 2b/bb]) 

hat Anspruch auf eine Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 

61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese ermessensweise – wie in vergleichbar 

aufwändigen Fällen, ohne Ausfertigung einer Replik, üblich – auf pauschal Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, als der Einspracheentscheid vom 25. 

Januar 2023 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 

wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.11.2023
	Art. 6 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Ursache einer Schulterschädigung (traumatisch/degenerativ). Rückweisung zu ergänzenden Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. November 2023, UV 2023/16).

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		2024-05-27T02:10:29+0200
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