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**Case Identifier:** 74d7a7e4-79e8-5ea8-99f6-2999d518a53a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.05.2018 E-1942/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1942-2018_2018-05-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1942/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Andrea Berger-Fehr (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis,  

Richterin Sylvie Cossy,    

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 27. Februar 2018 / N (…). 

 

 

 

E-1942/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (...) Oktober 2015 in der Schweiz um 

Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 28. Oktober 

2015, der ersten Anhörung vom 17. Februar 2016 und der zweiten Anhö-

rung vom 5. Februar 2018 machte er im Wesentlichen Folgendes geltend:  

Er sei tamilischer Abstammung und habe sein ganzes Leben in (...) gelebt. 

Aufgrund seiner Flucht habe er nach zehn Schuljahren nicht an allen Prü-

fungen teilnehmen und deshalb seinen O-Level-Abschluss nicht absolvie-

ren können. In seiner Heimatstadt würden heute noch seine Mutter, seine 

zwei jüngeren Schwestern sowie seine Tante und eine Cousine wohnen. 

Er selbst sei nicht politisch aktiv gewesen und sei nie festgenommen oder 

verurteilt worden.  

Im Jahr (…) habe B._______, bei ihnen gelebt und sei danach ausgereist. 

Im Anschluss sei C._______, gekommen, der von (…) bis (…) bei ihnen 

gewohnt habe und anschliessend nach D._______ zurückgekehrt sei. 

Nach seinem Weggang seien Angehörige des Criminal Investigation De-

partments (CID) zu ihnen nach Hause gekommen und hätten nach ihm ge-

sucht. Sie hätten wohl C._______ mit B._______ verwechselt. Da sein Va-

ter sie bezahlt habe, hätten sie die Familie schliesslich in Ruhe gelassen. 

2011 sei B._______ wieder zurück in die Heimat gekommen, woraufhin er 

festgenommen worden sei. Seither hätten sie nie wieder etwas von ihm 

gehört. Der Vater des Beschwerdeführers sei ebenfalls bereits (…) mitge-

nommen und befragt worden. Am (…) 2012 sei er (…) nach E._______ 

gefahren. Drei Tage später, am (…) 2012, sei die Polizei bei ihnen vorbei-

gekommen und habe ihnen mitgeteilt, dass der Vater tot aufgefunden wor-

den sei. Mit seiner Mutter sei er danach ins Spital gefahren, um den Vater 

zu identifizieren. Dessen Leiche habe mehrere Verletzungen aufgewiesen, 

weswegen sie davon ausgegangen seien, dass er bei einer Befragung zu 

Tode geschlagen worden sei. Dies wohl, weil er C._______ geholfen habe, 

der bei der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen sei. Dies habe 

der Beschwerdeführer jedoch erst im Ausland erfahren. Auf eine Anzeige 

hätten sie verzichtet, um kein Aufsehen zu erregen. 

Am (…) 2014 sei er von vier Personen des CID angehalten und mitgenom-

men worden. Sie hätten ihn nach C._______ und danach gefragt, wo er 

früher überall mit diesem hingegangen sei und wen er getroffen habe. Vier 

Tage später sei er auf dem Schulweg erneut angehalten und zu einem 

Haus hinter der Polizeistation in F._______ geführt worden. Als er nicht 

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gleich habe folgen wollen, hätten sie ihm eine Ohrfeige verpasst. Beim Po-

lizeiposten sei er vier Personen gegenüber gestellt worden, zu welchen er 

habe angeben müssen, ob er sie kenne. Er habe dies verneint. Eine Per-

son habe jedoch angegeben, ihn zu kennen. Nachdem er drei auf Singha-

lesisch verfasste Formulare unterschrieben habe, habe er gehen können. 

Aus Angst vor weiteren solchen Nachstellungen habe seine Mutter ihn zu 

einer Verwandten gebracht, wo er ab dem (…) 2014 gelebt habe. Während 

seiner Abwesenheit, habe ihn der CID weiterhin zu Hause gesucht, so auch 

am (…) 2014. Daraufhin sei er an den Flughafen gebracht worden und 

habe die Ausreise angetreten. Via G._______ und diverse weitere Länder 

sei er am (…) 2015 schliesslich in die Schweiz gelangt, wo er um Asyl 

nachgesucht habe.  

Nach seiner Flucht aus Sri Lanka hätten die Leute des CID ihn noch drei 

Mal gesucht. In der Schweiz habe er an jedem Märtyrertag sowie 2016 an 

einer Demonstration in H._______ teilgenommen, wo er Plakate getragen 

und sich für die Freilassung von inhaftierten LTTE-Mitgliedern eingesetzt 

habe.   

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer seine sri-lankische Identi-

tätskarte aus dem Jahr (…) ein.  

B.  

Das SEM stufte den Beschwerdeführer als unbegleiteten Minderjährigen 

Asylsuchenden ein und liess ihm eine gesetzliche Vertretung zukommen. 

C.  

Mit Verfügung vom 9. November 2015 hat das SEM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers abgelehnt und gleichzeitig den Wegweisungsvollzug 

aus der Schweiz angeordnet. Noch während der Beschwerdefrist hob das 

SEM diesen Entscheid mit Verfügung vom 27. November 2017 wieder auf, 

da zwei Seiten des Anhörungsprotokolls vom 17. Februar 2016 verloren 

gegangen seien.  

D.  

Der Beschwerdeführer wurde am 5. Februar 2018 erneut zu seinen Asyl-

gründen angehört.  

E.  

Mit Verfügung vom 1. März 2018 – eröffnet tags darauf - verneinte das SEM 

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Seite 4 

die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylge-

such ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der Schweiz und 

den Vollzug an.  

F.  

Mit Beschwerde vom 2. April 2018 an das Bundesverwaltungsgericht be-

antragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung, die Anerkennung als Flüchtling, die Gewährung von Asyl und einer 

vorläufigen Aufnahme.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

G.  

Mit Verfügung vom 4. April 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer könne 

den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend - endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken.  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids befand die Vor-       

instanz die Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft. So habe 

er widersprüchliche Angaben zu den Umständen des Todes seines Vaters 

gemacht. Auch bezüglich der LTTE-Angehörigkeit (…) und seiner Kenntnis 

über die LTTE als solche, habe er unschlüssige Aussagen gemacht. Zu-

dem fehle der zeitliche Zusammenhang zwischen der mehrjährigen Vorge-

schichte im Zusammenhang mit B._______ und C._______ und der an-

geblichen Verfolgung des Beschwerdeführers durch den CID, welche an-

geblich erst im (…) 2014 begonnen habe. Nebst der fehlenden Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers zur vorgebrachten Verfolgung 

durch den CID, würde es aufgrund ihrer Art und Intensität überdies an den 

Anforderungen an die Asylrelevanz gemäss Art. 3 AsylG fehlen. 

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Zur Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka führte die Vorinstanz 

aus, die sri-lankischen Behörden würden zwar gegenüber Personen tami-

lischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zu-

rückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen, dies würde jedoch nicht 

ausreichen, um von Verfolgungsmassnahmen bei der Rückkehr auszuge-

hen. Darüber hinaus habe er Sri Lanka legal mit dem eigenen Reisepass 

verlassen. Die tamilische Ethnie allein stelle keinen hinreichend begründe-

ten Anlass zur Annahme dar, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka asylrelevante Massnahmen zu befürchten hätte, wel-

che über einen sogenannten  „Background Check“ (Befragungen, Überprü-

fungen von Auslandaufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Aus-

land), welcher an sich nicht asylrelevant wäre, hinausgehen würden. Wei-

ter führte die Vorinstanz aus, dass es sich bei den geltend gemachten exil-

politischen Tätigkeiten um Aktivitäten innerhalb des weit verbreiteten und 

üblichen Rahmens im Sinne eines blossen „Mitläufertums“ bei Massenver-

anstaltungen handle, die nicht asylbeachtlich seien. 

5.2 Auf Beschwerdeebene wiederholt der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen den geschilderten Sachverhalt und fügt hinzu, dass er viel mit (…) 

Jahre älteren C._______ unternommen und dabei unabsichtlich eine 

Menge mitbekommen habe. Zu B._______ fügt er an, dieser habe die 

LTTE unterstützt, indem er gegen Geld (…) habe. Neu macht er auch gel-

tend, dass der CID von 2012 bis 2014 immer wieder bei ihnen zu Hause 

gewesen sei und sich nach B._______ und C._______ erkundigt habe. Er 

selbst habe dies jedoch nicht immer mitbekommen, da seine Mutter ihn 

habe schützen wollen und es ihm daher nicht immer erzählt habe.  

Durch den engen Kontakt mit C._______ während (…) Jahre besitze er 

Informationen, welche für den CID anscheinend von grossem Interesse 

seien. Er sei fest überzeugt, dass der CID durch ihn an C._______ gelan-

gen möchte und dabei vor nichts zurückschrecken werde, auch nicht vor 

einer Verhaftung oder Folter. Zudem habe vermutlich auch sein Vater im 

Visier der Behörden gestanden, was den Beschwerdeführer ebenfalls zu 

einem potentiellen Ziel mache. Dafür würden auch der enge Kontakt des 

Vaters zu B._______ und C._______ sowie die Tatsache, dass er urplötz-

lich tot aufgefunden worden und sein Leichnam mit Verletzungsspuren 

übersäht gewesen sei, sprechen.  

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Zu seinen exilpolitischen Tätigkeiten macht er neu geltend, er habe nach 

einer Demonstration am (…) für den I._______ ein Interview gegeben, wel-

ches auch auf YouTube hochgeladen worden sei. Daraufhin habe ihn der 

CID erneut energisch zu Hause gesucht.  

Bezüglich der von der Vorinstanz angeführten Widersprüche, gibt der Be-

schwerdeführer an: Beim Tod seines Vaters sei er erst (…) Jahre alt gewe-

sen und habe in diesem pubertären Alter zusätzlich den plötzlichen Tod 

seines Vaters verarbeiten müssen. Zudem würden Kinder in Sri Lanka ge-

fährliche Informationen vorenthalten, um sie zu schützen. Bei seinen Aus-

sagen zum Tod seines Vaters habe er sich nicht widersprochen, da es sich 

dabei nur um Mutmassungen bezüglich der Todesursache handle. Bei bei-

den Versionen sei sein Vater eines unnatürlichen Todes gestorben. Das 

einzige Faktum sei, dass sein Vater plötzlich gestorben sei und sein Leich-

nam Verletzungsspuren aufgewiesen habe. Dem Vorbringen, er habe nicht 

genau sagen können, ob sein Vater anlässlich des Spitalbesuchs noch ge-

lebt habe, sei entgegenzuhalten, dass das Ziel des Besuches gerade die 

Identifizierung des Leichnams gewesen sei. Er sei diesbezüglich bei der 

Anhörung stark bedrängt worden, obwohl er mehrfach versucht habe, klar-

zumachen, dass er die Fragen nicht verstehe. Er habe offensichtlich Ver-

ständnisprobleme gehabt. In Bezug auf seine Aussagen zum LTTE-Hinter-

grund von C._______, habe er bei der BzP lediglich spekulieren können, 

während er bei der Anhörung – nach einer entsprechenden Rücksprache 

mit seiner Mutter – sicher gewesen sei, dass C._______ bei der LTTE ge-

wesen sei. Auch seine anscheinend widersprüchlichen Aussagen darüber, 

ob er gewusst habe, was die LTTE sei, müssen in Zusammenhang mit sei-

nem noch sehr jungen Alter betrachtet werden. Zudem werde einem in Sri 

Lanka unmissverständlich klargemacht, zu diesem Thema zu schweigen.  

Da die erste Anhörung unvollständig protokolliert worden sei, dürfe nicht 

darauf Bezug genommen werden. Schliesslich könne nicht geprüft werden, 

ob er seine unklaren Aussagen vielleicht auf den fehlenden Seiten präzi-

siert habe. Es stelle sich die Frage, ob mit der Zitierung dieses Aktenstücks 

die Nachvollziehbarkeit des Entscheids gewährt werde oder ob dabei eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege.  

Betreffend die Ausreise und die organisatorischen Umstände gehe er da-

von aus, dass seine Mutter seine Ausreise schon länger geplante habe, da 

der CID ihn bereits mehrmals gesucht habe. Dafür spreche auch, dass er 

bereits im (…) einen Pass erhalten habe. Dieser zeige zwar sein Foto, sei 

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aber nicht sein Pass gewesen. Deswegen und dank des „Airportsettlings“ 

seines Schleppers sei es ihm möglich gewesen, so schnell auszureisen.  

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer zwei Fotos von B._______ 

und eines seines Vaters sowie einen Link zu dem erwähnten YouTube-Vi-

deo ein.  

6.  

6.1 Es ist vorab darauf hinzuweisen, dass mit der Gewährung einer zwei-

ten Anhörung der Beschwerdeführer die Möglichkeit hatte, alle Vorbringen 

zu seiner Verfolgung und seiner Flucht ausgiebig darzulegen. Die Einbe-

ziehung des unvollständigen Protokolls der ersten Anhörung stellt daher 

keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Sie dient dazu den Gesamt-

zusammenhang zu erschliessen. 

6.2 Erstrecken sich Verfolgungsmassnahmen neben der primär betroffe-

nen Person auf Familienangehörige und Verwandte, liegt eine Reflexver-

folgung vor. Diese ist flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die von der Re-

flexverfolgung betroffene Person ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt ist oder sie die Zufügung solcher Nachteile 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-

terweise befürchten muss (zum Begriff der Reflexverfolgung vgl. BVGE 

2007/19 E. 3.3 S. 225, unter Hinweis auf EMARK 1994 Nr. 5 E. 3h; vgl. 

ausserdem EMARK 1994 Nr. 17). 

Der Beschwerdeführer macht zu keinem Zeitpunkt geltend, er sei für die 

LTTE tätig gewesen. Er weist sogar darauf hin, dass es dem CID wohl le-

diglich darum gehe, Informationen über C._______ zu erhalten. Da es dem 

CID folglich nicht um die Person des Beschwerdeführers geht, ist von einer 

Reflexverfolgung auszugehen. Laut Aussagen des Beschwerdeführers 

habe der CID ihn lediglich zwei Mal mitgenommen. Einmal um ihnen zu 

zeigen, wo er jeweils mit C._______ gewesen sei und mit wem er sich je-

weils getroffen habe. Das zweite Mal, um mit vier Personen konfrontiert zu 

werden. Dabei sei er geohrfeigt worden, weil er den Angehörigen des CID 

nicht sogleich habe folgen wollen. Diese Schilderungen sind nicht von vorn-

herein unglaubhaft, doch erscheinen sie im zeitlichen Kontext nicht kohä-

rent. So erscheint es, wie es die Vorinstanz bereits betont hat, zweifelhaft, 

dass der CID erst (…) Jahre nach C._______ Verschwinden im Jahr (…) 

beim Beschwerdeführer auftaucht. Die nachgeschobene Behauptung, er 

sei auch in dieser Zeit vom CID gesucht worden, seine Mutter habe ihm 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2007/19
http://links.weblaw.ch/BVGE-2007/19
http://links.weblaw.ch/EMARK-1994/5
http://links.weblaw.ch/EMARK-1994/17

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dies jedoch verschwiegen, vermag nicht zu überzeugen. Dies insbeson-

dere, da er ausdrücklich betont, seine Probleme hätten am (…) 2014 be-

gonnen. Es erscheint wenig realistisch, dass sich der CID während der (…) 

Jahre zwischen dem Verschwinden von C._______ und dem Beginn der 

Probleme des Beschwerdeführers jeweils durch die Mutter habe abwim-

meln lassen und nichts mitbekommen habe.  

Da B._______ durch den CID festgenommen worden sei und nie eine Ent-

lassung oder Flucht angesprochen wurde, erscheint es ebenfalls zweifel-

haft, dass der CID diesen später beim Beschwerdeführer gesucht habe.  

Bezüglich der Suchintensität ist die Auffassung der Vorinstanz zu teilen. Es 

ist davon auszugehen, dass der CID den Beschwerdeführer mit relativ ein-

fachen Mitteln hätte finden können, wären sie tatsächlich derart an seinem 

Verbleib interessiert gewesen. Dies gilt auch für die Ausreise mit dem ei-

genen Pass über den gut kontrollierten Flughafen in (...). Die Erklärung in 

der Beschwerde, der Pass sei nicht seiner gewesen und habe nur sein Foto 

aufgewiesen, wirkt nachgeschoben und unglaubhaft. Dies wird dadurch 

untermauert, dass er betreffend seine Reise von (…) nach (…) bereits an-

lässlich der BzP darauf hinwies, dass er mit einem gefälschten (…) Pass 

gereist sei. Dies hat er bezüglich seines sri-lankischen Passes, welchen er 

zur Ausreise aus seinem Heimatstaat benutzt habe, bis zur Beschwerde 

nie erwähnt. Er widerspricht sich ebenso bezüglich der Organisation der 

Ausreise. Anlässlich der BzP und der Beschwerde soll es ein von der Mut-

ter engagierter Schlepper gewesen sein, der die Reise organisiert und ihn 

zum Flughafen gefahren habe. Bei den Anhörungen erwähnte er jeweils 

(…). Darüber hinaus erscheint es zweifelhaft, dass der Beschwerdeführer 

nach Erscheinen des beigebrachten Videos auf YouTube in seiner Heimat 

wieder energisch gesucht worden sei, zumal er ja zurzeit offensichtlich 

nicht in seiner Heimat verweilt. 

Hinsichtlich der Umstände des Todes seines Vaters ist dem Beschwerde-

führer insofern beizupflichten, dass seine Angaben nicht derart wider-

sprüchlich erscheinen, wie von der Vorinstanz darlegt. Aus dem Protokoll 

der ersten Anhörung geht zwar hervor, dass sie in den Spital gefahren 

seien, um nach dem Vater zu schauen und sie dort festgestellt hätten, dass 

er Wunden gehabt habe. Daraufhin sei der Vater gestorben. Auf die an-

schliessende Frage, ob der Vater denn noch gelebt habe, als sie ihn im 

Spital gesehen hätten, stellt der Beschwerdeführer jedoch klar, der Polizist 

habe ja bereits gesagt, dass er tot sei. Der Beschwerdeführer spricht im 

Übrigen durchgehend davon, dass sie die Leiche seines Vaters hätten 

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identifizieren müssen. Es ist hier daher eher von einem Verständigungs-

problem als von einem Widerspruch auszugehen (vgl. auch den Hinweis 

des Dolmetschers in A19/16, F76). Bei der angegebenen Todesursache 

handelt es sich jeweils um Vermutungen. Bei beiden Versionen wird dar-

gelegt, der Vater sei eines gewaltsamen Todes gestorben, weshalb auch 

diesbezüglich nicht von einem Widerspruch auszugehen ist. Es geht zu-

dem aus dem Protokoll der ersten Anhörung hervor, dass der Beschwer-

deführer mehrmals erklärt hat, die Frage nicht verstanden zu haben.  

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der Beschwerdeführer es 

nicht vermochte, die geltend gemachte bisherige Verfolgung durch den CID 

glaubhaft darzulegen. Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweis-

mittel vermögen an der mangelnden Glaubhaftigkeit der Vorbringen des 

Beschwerdeführers nichts zu ändern. Bei diesem Ausgang kann offen blei-

ben, ob die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Kenntnis des LTTE-

Hintergrundes seiner Familie glaubhaft sind oder nicht. Es erscheint jedoch 

durchaus möglich, dass den Kindern in Sri Lanka indoktriniert wird, nicht 

über die LTTE zu sprechen. 

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass selbst wenn von einer tatsäch-

lich stattgefundenen Verfolgung ausgegangen würde, wie sie vom Be-

schwerdeführer geschildert wird, diese in ihrer Intensität nicht ausreichen 

würde, um einen ernsthaften Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG zu begrün-

den.  

6.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend erkannt, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre.  

6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hält im Urteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 (als Referenzurteil publiziert) fest, bestimmte Risikofaktoren 

(Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Akti-

vitäten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den 

im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen 

zur Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber 

würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise 

respektive durch die Internationale Organisation für Migration begleitete 

Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Fak-

toren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine ge-

nommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen 

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Seite 11 

vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren seien in einer 

Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung 

der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit 

dem Ziel, zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flücht-

lingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden müsse (Urteil E-

1866/2015 E. 8.5.5).  

Gemäss eigenen Aussagen hat der Beschwerdeführer nur einige Male an 

einer Demonstration gegen die sri-lankische Regierung teilgenommen. 

Seinen Ausführungen ist sodann zu entnehmen, dass sich seine Rolle auf 

diejenige eines einfachen Demonstrationsteilnehmers beschränkte. Daran 

ändert auch das kurze Interview (…) nichts. Eine solche exilpolitische Tä-

tigkeit vermag keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 AsylG zu begründen, zumal davon auszugehen ist, dass die sri-

lankischen Behörden blosse „Mitläufer“ von Massenveranstaltungen als 

solche identifizieren können und diese in Sri Lanka nicht als Gefahr wahr-

genommen werden (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.5.4).  

6.3.2 Des Weiteren ist die Frage zu klären, ob dem Beschwerdeführer we-

gen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach 

Sri Lanka ernsthafte Nachteile drohen würden. Diesbezüglich ist ebenfalls 

auf das Referenzurteil E-1886/2015 zu verweisen, in welchem das Gericht 

eine aktuelle Analyse der Situation von (tamilischen) Rückkehrenden nach 

Sri Lanka vorgenommen hat. Alleine aus der tamilischen Ethnie und der 

gut dreieinhalbjährigen Landesabwesenheit kann er keine Gefährdung ab-

leiten. Der Beschwerdeführer wurde nach eigenen Aussagen nie vom CID 

verdächtigt, selbst mit der LTTE zu sympathisieren oder für dieses tätig 

gewesen zu sein. Der Beschwerdeführer konnte schliesslich keine expo-

nierten exilpolitischen Tätigkeiten nachweisen. In seinem Falle ist somit 

kein stark risikobegründender Faktor gegeben. Es ist folglich nicht anzu-

nehmen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka 

ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. Es mögen 

zwar bei der Wiedereinreise von Seiten der sri-lankischen Behörden Fra-

gen gestellt werden, die vom Beschwerdeführer zu beantworten sein wer-

den. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass er wegen der Ausreise 

mit - laut eigenen Angaben - gefälschtem Reisepass gebüsst wird. Ein ent-

sprechendes Vorgehen seitens des sri-lankisches Staates ist jedoch nicht 

asylrelevant (vgl. Referenzurteil a.a.O. E. 8.4.4). Dass der Beschwerdefüh-

rer aufgrund dieser Umstände flüchtlingsrechtliche Nachteile zu befürchten 

hätte, erscheint angesichts seiner wenig verdächtigen Vergangenheit in Sri 

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Seite 12 

Lanka nicht überwiegend wahrscheinlich. Mithin ist nicht davon auszuge-

hen, dass die sri-lankischen Behörden ihm ein Interesse am Wiederauf-

flammen des tamilischen Separatismus zuschreiben würden.  

6.4 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind nach dem Gesagten ins-

gesamt weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. 

In der angefochtenen Verfügung wird einlässlich und zutreffend begründet, 

weshalb die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft beziehungs-

weise nicht asylrelevant sind. Die Vorbringen auf Beschwerdeebene ver-

mögen daran nichts zu ändern. Die Vorinstanz hat daher das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flücht-

lingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis 

möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG nicht zulässig, 

wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des 

Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und 

E-1942/2018 

Seite 13 

völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 

0.105]; Art. 3 EMRK). Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt 

den Wegweisungsvollzug aktuell nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Ur-

teil E-1866/2015 E. 12.2). Auch der Europäische Gerichtshof für Men-

schenrechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine un-

menschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall 

vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 

19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37).  

8.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er befürchte bei einer allfälli-

gen Rückkehr nach Sri Lanka lebenslänglich inhaftiert, gefoltert oder auch 

getötet zu werden. Seine Wegweisung käme einem Verstoss gegen die 

menschenrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz gleich und sei damit un-

zulässig. Daher sei, wenn nicht von einer flüchtlingsrelevanten Verfolgung 

ausgegangen werde, zumindest die vorläufige Aufnahme zu gewähren und 

der Vollzug der Wegweisung aufzuschieben.  

8.2.2 Die Ausführungen des Beschwerdeführers sind generalisierend und 

wenig substanziiert. Selbst wenn man von der Glaubhaftigkeit der bisheri-

gen Verfolgungen ausgeht, ist ihm gemäss eigenen Aussagen durch Ange-

hörige des CID lediglich eine Ohrfeige verpasst worden. Er wurde nie län-

ger festgehalten, sondern ist nach den beiden Anhaltungen jeweils sofort 

freigelassen worden. Anhaltspunkte, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka eine lebenslängliche Haftstrafe, Folter, eine Ermordung oder eine 

andere nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung drohen, sind den Akten nicht zu entnehmen. Es ergeben sich aus den 

Akten auch keine konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten "Back-

ground Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und 

Ausland) hinausgehen würden.  

E-1942/2018 

Seite 14 

8.2.3 Nachdem der Beschwerdeführer – wie in E. 6.2 ausgeführt – nicht 

glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsste, bei einer Rückkehr ins 

Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem 

flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch 

keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine men-

schenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. Somit erweist sich 

der Vollzug der Wegweisung als zulässig.  

8.3 Zu prüfen ist sodann die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Ge-

mäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Auslän-

der unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung fest-

gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Perso-

nen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt 

wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht er-

halten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden 

Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Ar-

mut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem 

Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.3 ff., m.w.H.). 

8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 

E. 13.2.1). Nach einer eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen 

Lage in Sri Lanka ist das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekom-

men, dass der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn 

das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Exis-

tenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie 

Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht 

werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 E. 13.2; zum „Vanni-Ge-

biet“ vgl. D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5).  

8.3.2 Das SEM führt dazu aus, der Beschwerdeführer habe zuletzt in (...) 

gewohnt, wo er auch geboren und aufgewachsen sei. Er sei jung, allein-

stehend, gesund und habe in Sri Lanka mit seiner Mutter und den jüngeren 

Schwestern sowie der erweiterten Familie ein tragfähiges Beziehungsnetz. 

E-1942/2018 

Seite 15 

Sein Vater sei (…) gewesen und die Familie scheine gestützt auf die Er-

sparnisse des Vaters und einer in J._______  lebenden Tante eine ausrei-

chende Existenzgrundlage zu haben.  

8.3.3 Der Beschwerdeführer weist dahingegen darauf hin, (...) sei nicht so 

ungefährlich, wie die Vorinstanz dies behaupten würde. So sei es beispiels-

weise in letzter Zeit immer wieder zu Angriffen des Flughafens oder Schiff-

hafens gekommen. 

8.3.4 Hinsichtlich allfälliger individueller Wegweisungshindernisse ist fest-

zuhalten, dass sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, 

aufgrund derer geschlossen werden könnte, der aus (...) stammende, - so-

weit aktenkundig - gesunde und über eine zehnjährige Schulausbildung 

verfügende Beschwerdeführer, der nebst seiner Muttersprache (Tamil) 

auch Singhalesisch und auch ein wenig Englisch spricht, würde im Falle 

der Rückkehr nach Sri Lanka aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, 

sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation 

geraten. In Anbetracht des in seinem Heimatstaat bestehenden familiären 

und verwandtschaftlichen Beziehungsnetzes ist ausserdem davon auszu-

gehen, dass dem Beschwerdeführer die Reintegration leicht fallen dürfte.  

8.3.5 Nach dem Gesagten ist nicht von einer konkreten Gefährdung des 

Beschwerdeführers bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auszugehen. Somit 

erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar  

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

E-1942/2018 

Seite 16 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da er bedürftig ist und sich die 

Beschwerde zum Zeitpunkt der Einreichung nicht als aussichtslos präsen-

tierte, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG) gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrens-

kosten ist zu verzichten. Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Ver-

zicht der Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1942/2018 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Andrea Berger-Fehr Regina Seraina Goll 

 

 

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