# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be0ae3a3-c8f2-5bff-aa44-1e50e24230bf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2011 E-5784/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5784-2011_2011-10-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5784/2011

U r t e i l   v om   2 5 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;  
Gerichtsschreiberin Anna Poschung.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea,  
vertreten durch (…), 
Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn, 
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren); Verfügung des BFM vom 11. Oktober 2011 / 
N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  gemäss  eigenen  Angaben  am  4.  August 
2011 mit dem Zug von  Italien herkommend  in die Schweiz einreiste, wo 
sie  am  30.  August  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
B._______ ein Asylgesuch einreichte,

dass  sie  gemäss  EURODAC­Meldung  am  14.  Juli  2006  in  Italien 
daktyloskopiert worden war und um Asyl ersucht hatte,

dass sie am 14. September 2011 im EVZ B._______ summarisch befragt 
und ihr gleichzeitig das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zuständigkeit 
Italiens  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  und 
einer Wegweisung dorthin gewährt wurde,

dass  sie  anlässlich  der  summarischen  Befragung  unter  anderem  zu 
Protokoll  gab,  sie  sei  in  die  Schweiz  gekommen,  weil  ihr  italienischer 
Aufenthaltstitel nicht verlängert werde und um hier gemeinsam mit ihrem 
Verlobten C._______ (C._______., N […]) zu leben,

dass  das  BFM  am  21.  September  2011  gestützt  auf  die  EURODAC­
Meldung ein Übernahmeersuchen im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. e der 
Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig  ist  [Dublin  II­VO],  an  die  italienischen  Behörden  richtete, 
welches in der Folge unbeantwortet blieb,

dass  das BFM mit  Verfügung  vom 11. Oktober  2011  –  eröffnet  am  13. 
Oktober 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch nicht  eintrat 
und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  nach  Italien 
anordnete und dabei festhielt, einer Beschwerde gegen diese Verfügung 
komme keine aufschiebende Wirkung zu,

dass es zur Begründung des Nichteintretensentscheids  im Wesentlichen 
festhielt,  aufgrund  des  EURODAC­Treffers  sei  nachgewiesen,  dass  die 
Beschwerdeführerin in Italien ein Asylgesuch eingereicht habe,

dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum 
Übernahmeersuchen  des BFM  keine Stellung  genommen  hätten, womit 

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gemäss  dem  Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA], SR 0.142.392.68) und unter Anwendung von Art. 20 Abs. 1 Bst. c 
Dublin­II­VO  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens an Italien übergegangen sei,

dass die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich des ihr gewährten 
rechtlichen  Gehörs  die  Zuständigkeit  Italiens  nicht  zu  widerlegen 
vermöchten,

dass  es  den  italienischen  Behörden  obliege,  den  Aufenthaltsstatus  der 
Beschwerdeführerin zu regeln oder gegebenenfalls eine Wegweisung ins 
Heimatland anzuordnen,

dass  keine  Hinweise  vorliegen  würden,  wonach  Italien  seinen 
völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei und das Asyl­ 
und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchgeführt habe, 

dass  auch  die  Tatsache,  dass  sie  in  Italien  kein  Asylgesuch  habe 
einreichen wollen, an der Zuständigkeit Italiens nichts ändere,

dass  weiter  die  Dublin­II­VO  unter  Art.  2  Bst.  i  den  Begriff 
Familienangehörige auf die Kernfamilie beschränke, wozu Ehegatten und 
nicht verheiratete Partner, mit denen eine dauerhafte Beziehung geführt 
werde, gehörten,

dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  verheiratet  sei  und  auch  nicht  von 
einer  dauerhaften  Beziehung  ausgegangen  werden  könne,  da  ihr 
Verlobter seit November 2008 in der Schweiz lebe, wogegen sie erstmals 
im August 2011 in die Schweiz eingereist sei, weshalb sie nicht unter den 
Begriff der Familienangehörigen gemäss Dublin­II­VO falle,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung (Art. 19  f. Dublin­II­VO) – bis spätestens am 6. April 2012 
zu erfolgen habe, 

dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  eines  Nichteintretensentscheides 
darstelle  und  keine  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit, 

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Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  nach 
Italien schliessen lassen könnten, 

dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  hinsichtlich  des 
Heimatstaates nicht zur Prüfung gelange und keine Hinweise bestünden, 
der  Beschwerdeführerin  drohe  in  Italien  eine  Verletzung  von  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101),

dass die Beschwerdeführerin  bezüglich  ihrer Unterkunftssituation an die 
italienischen  Behörden  gelangen  könne,  um  Unterstützung  zu  erhalten, 
zumal  Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des Rates  vom  27.  Januar  2003 
(sogenannte  Aufnahmerichtlinie),  welche  zahlreiche  Mindestnormen  für 
die  Aufnahme  und  Betreuung  von  Asylsuchenden  beinhalte,  ohne 
Beanstandungen  von  Seiten  der  Europäischen  Kommission  umgesetzt 
habe,

dass  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  gemäss  Art.  34 
Abs. 2  Bst.  d  AsylG  gestützt  auf  Art.  107a  AsylG  keine  aufschiebende 
Wirkung zukomme,

dass  die Beschwerdeführerin mit  Eingabe  vom 19. Oktober  2011  durch 
ihre  Rechtsvertreterin  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragt,  die 
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, 
sich  in  Anwendung  des  Selbsteintrittsrechts  für  das  vorliegende 
Asylgesuch zuständig zu erachten, 

dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  der  Beschwerde  im  Sinne 
vorsorglicher  Massnahmen  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und 
die  Vollzugsbehörden  anzuweisen  seien,  von  einer  Überstellung  nach 
Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  den 
Suspensiveffekt der Beschwerde entschieden habe,

dass  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  ihr  in  der  Person  der 
rubrizierten  Rechtsvertreterin  eine  unentgeltliche  Rechtsvertretung 
beizugeben sei,

dass  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausgeführt  wird,  die 
Beschwerdeführerin  könne  mangels  festen  Wohnsitzes  in  Italien  ihre 
Aufenthaltsbewilligung nicht verlängern,

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dass bekanntlich die Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Italien prekär 
seien,  und  ihr  der  Zugang  zu  sämtlichen  sozialen  Leistungen  des 
italienischen Staates verwehrt würde,

dass  die  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  (SFH)  die  schweizerischen 
Behörden dazu aufgerufen habe,  bei  der Rückführung  von  verletzlichen 
Asylsuchenden,  Familien  mit  Kindern  und  alleinstehenden  Frauen 
Zurückhaltung  zu  üben,  dies  auch  als  Zeichen  der  Solidarität  und  als 
Bekenntnis  zur  Lastenteilung  mit  den  Mitgliedstaaten  des  Dublin­
Abkommens,

dass die Beschwerdeführerin mit einem anerkannten Flüchtling mit einer 
Aufenthaltsbewilligung  "B"  verlobt  sei,  und  sie  beim  Zivilstandsamt  ein 
Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung eingereicht hätten, 

dass sie damals als Minderjährige aus Eritrea ausgereist sei, daher keine 
originalen heimatlichen Identitätspapiere habe und mit dem "permesso di 
soggiorno" in Italien nicht heiraten könne,

dass sie dort auch mangels festen Wohnsitzes nicht heiraten könne und 
folglich  ein  Eheschluss  nur  möglich  sei,  wenn  sie  in  der  Schweiz 
verbleiben könne,

dass  eine  Wegweisung  gegen  Art.  8  und  12  EMRK,  Art.  23  des 
Internationaler  Paktes  über  bürgerliche  und  politische  Rechte  vom  16. 
Dezember  1966  (UNO­Pakt  II,  SR  0.103.2)  und  Art.  13  und  14  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101) verstossen würde,

dass  die  Beschwerdeführerin  über  eine  intakte  und  tatsächlich  gelebte 
Familienbande in der Schweiz verfüge,

dass  die  unzureichende  Wohnsituation,  die  mangelnde  Ernährung  und 
der  fehlende  Zugang  zum  Gesundheitswesen  in  Italien  eine 
erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK darstellten,

dass  ferner  deutsche  Verwaltungsgerichte  Abschiebungen  von 
Asylsuchenden  nach  Italien  gestoppt  hätten,  weshalb  vom 
Selbsteintrittsrechts  Gebrauch  zu  machen  und  von  einem 
Wegweisungsvollzug nach Italien abzusehen sei,

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dass  die  Beschwerdeführerin  schliesslich  gemäss  einem  Arztbericht 
zurzeit nicht reisefähig sei, was einen sofortigen Vollzugsstopp verlange,

dass  sie  als  Beweismittel  eine  Kopie  der  Aufenthaltsbewilligung  von 
C._______  sowie  ein  Gesuch  um  Vorbereitung  der  Eheschliessung  in 
Kopie einreichte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht mit  Telefax  vom  20.  Oktober  2011 
den Wegweisungsvollzug  aussetzte,  bis  nach Eingang  und Prüfung  der 
vorinstanzlichen  Akten  über  eine  allfällige  Gewährung  der 
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nach Art. 107a AsylG befunden 
werde,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  21.  Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die 
vom  Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  in  Entscheidungen 
und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt – sofern 
sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  und  die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (vgl. Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass das BFM seinen Nichteintretensentscheid rechtskonform begründet 
hat  und  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  obige 
zusammenfassende  Darlegung  dieser  Erwägungen  sowie  im  Detail  auf 
den  diesbezüglichen  Inhalt  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann, 

dass die  italienischen Behörden das Ersuchen der Schweizer Behörden 
um  Rückübernahme  der  Beschwerdeführerin  innert  Frist  nicht 
beantwortet  haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens  gemäss  Dubliner 
Verfahrensregelung aufgrund von Verfristung definitiv geworden ist, 

dass  der  Inhalt  der  Beschwerde  offensichtlich  zu  keiner  anderen 
Einschätzung führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des 

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Asylverfahrens von der Beschwerdeführerin im Grundsatz nicht bestritten 
wird,

dass  Asylsuchende  in  Italien  zwar  –  wie  in  der  Rechtsmitteleingabe 
geltend  gemacht  –  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem  Zugang  zu 
medizinischer  Infrastruktur  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein 
können, 

dass  Italien  aber  sowohl  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28.  Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch 
der EMRK ist, und keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen, wonach sich 
Italien  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen 
Verpflichtungen halten würde,

dass die Beschwerdeführerin zudem zu Protokoll gegeben hat,  in  Italien 
einer  Erwerbstätigkeit  nachgegangen  zu  sein  und  über  eine  Unterkunft 
verfügt  zu  haben  (vgl.  vorinstanzliche  Akten  A5/10  S.  2  und  S.  6), 
weshalb  kein  Anlass  zur  Annahme  besteht,  sie  würde  nach  der 
Rückführung in Italien in eine existenzielle Notlage geraten,

dass sich  ferner entgegen den Ausführungen  in der Beschwerde  in den 
Akten  kein  Arztbericht  befindet,  der  sich  zur  Reisefähigkeit  der 
Beschwerdeführerin  äussert  und  sie  auch  sonst  keine  Hinweise 
enthalten, wonach ihre Reisefähigkeit zur Zeit nicht gegeben sei,

dass weiter eine Überstellung der Beschwerdeführerin nach  Italien auch 
im Lichte von Art. 8 EMRK nicht als unzulässig erscheint,

dass  Art. 8  EMRK  unter  dem  Aspekt  von  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO 
berücksichtigt  werden  kann,  soweit  eine  tatsächlich  gelebte  Beziehung 
besteht, wobei diesbezüglich als wesentliche Faktoren das gemeinsame 
Wohnen  respektive  der  gemeinsame  Haushalt,  die  finanzielle 
Verflochtenheit,  die  Länge  und  Stabilität  der  Beziehung  sowie  das 
Interesse  und  die  Bindung  der  Partner  aneinander  zu  berücksichtigen 
sind  (vgl.  CHRISTOPH  GRABENWARTER,  Europäische 
Menschenrechtskonvention, 4. Aufl., München/Basel/Wien 2009, S. 204; 
MARK  E.  VILLIGER,  Handbuch  der  Europäischen 
Menschenrechtskonvention,  2.  Aufl.,  Zürich  1999,  S.  365;  LUZIUS 
WILDHABER  in:  Internationaler  Kommentar  zur  Europäischen 
Menschenrechtskonvention,  Hrsg.:  Wolfram  Karl,  12.  Lfg., 
Köln/Berlin/München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137, EGMR, K. und T. gegen 

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Finnland  [Grosse  Kammer],  Urteil  vom  12.  Juli  2001,  Beschwerde 
Nr. 25702/94, § 150),

dass  gemäss  Art.  2  Bst.  i  Dublin  II­VO,  sofern  die  Familie  bereits  im 
Herkunftsland  bestanden  hat,  der  nicht  verheiratete  Partner  der 
asylsuchenden  Person  dann  ein  Familienangehöriger  im  Sinne  des 
Abkommens ist, wenn eine dauerhafte Beziehung geführt wird,

dass  bis  anhin  keine  gültig  geschlossene  Ehe  zwischen  der 
Beschwerdeführerin und ihrem Partner vorliegt,

dass  weiter  mit  der  Vorinstanz  festzustellen  ist,  dass  der  Verlobte  der 
Beschwerdeführerin  seit  November  2008  in  der  Schweiz  lebt,  wogegen 
sie erst anfangs August 2011 einreiste,

dass  demnach  offensichtlich  weder  von  einer  tatsächlich  gelebten 
Beziehung  im  Sinne  von  Art. 8  EMRK  noch  von  einer  Partnerschaft  im 
Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin II­VO zwischen der Beschwerdeführerin und 
ihrem Verlobten ausgegangen werden kann,

dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  nicht 
begründet,  inwiefern  die  Voraussetzungen  einer  tatsächlich  gelebten 
Beziehung erfüllt sein sollen, sondern sich auf die Vorbringen beschränkt, 
sie verfüge über eine intakte und tatsächlich gelebte Familienbande in der 
Schweiz  und  weder  sie  noch  ihr  Verlobter  seien  je  strafrechtlich  in 
Erscheinung getreten, 

dass  ihr  im  Weiteren  durch  eine  Rückführung  nach  Italien  nicht 
verunmöglicht  wird,  die  in  der  Schweiz  begonnenen  Ehevorbereitungen 
fortzuführen, weshalb sich die Rüge, eine Wegweisung würde das Recht 
auf Eheschliessung verletzen, als unbegründet erweist,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44 Abs. 1 AsylG),  vorliegend keine 
ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  wurde  und  auch  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht,  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach zu bestätigen ist, 

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dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20), 

dass eine entsprechende Beurteilung  soweit  notwendig  vielmehr bereits 
im Rahmen der Prüfung des Selbsteintritts stattfinden muss, 

dass in diesem Sinn das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien 
zutreffend für zulässig, zumutbar und möglich erklärt hat, 

dass  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen 
Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle  oder  unangemessen 
sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  sich  ihre  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  weshalb  die  Gesuche  um  unentgeltliche 
Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen sind,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­  (Art. 
1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG),

dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  die 
Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um 
Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinfällig geworden sind.

(Dispositiv nächste Seite)

E­5784/2011

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
Rechtsverbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  werden 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Anna Poschung

Versand: