# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2833cf1-4dde-5d0f-92bf-c10b589c8ee8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.01.2023 E-5968/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5968-2022_2023-01-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5968/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Déborah D'Aveni;    

Gerichtsschreiberin Martina Stark. 

   

Parteien 

 
A._______,  

Belarus,  

c/o B._______, (…),   

Beschwerdeführerin,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehender Schutz; 

Verfügung des SEM vom 28. November 2022 / N (…). 

 

 

 

E-5968/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 28. November 2022 beim SEM ein  

Gesuch um vorübergehenden Schutz einreichte und sie anlässlich der Ge-

währung des rechtlichen Gehörs zur Kantonszuweisung angab, sie sei 

belarussische Staatsangehörige und wegen ihrer Teilnahme an den politi-

schen Protesten in Minsk im Jahr 2020 am 28. Dezember 2021 in die Uk-

raine geflüchtet, 

dass sie zunächst in C._______ und seit dem 23. Februar 2022 in 

D._______ gelebt habe, wo Vertreter der russischen Besatzungsbehörden 

ihr ihren Pass abgenommen hätten, 

dass die Beschwerdeführerin an der Befragung zur ihrem Gesuch um  

vorübergehenden Schutz vom 7. Oktober 2022 zu Protokoll gab, sie sei vor 

dem politischen System in ihrem Heimatstaat in die Ukraine geflohen und 

habe beabsichtigt, sich dort niederzulassen, 

dass sie in der Ukraine weder über einen befristeten noch über einen lang-

fristigen Aufenthaltstitel verfügt habe, weil sie sich als belarussische 

Staatsangehörige eine gewisse Zeit ohne Registrierung in der Ukraine 

habe aufhalten können und sie damit über genügend Zeit verfügt hätte, 

sich dort um eine Aufenthaltsbewilligung zu bemühen, 

dass sie auch bereits eine Anstellung gefunden habe, diese aber aufgrund 

des Kriegsausbruchs nicht habe antreten können, 

dass sie zur Untermauerung ihrer Vorbringen unter anderem Kopien von 

ihrem Pass, von ihrem Arbeitsvertrag sowie vom Vertrag betreffend Frei-

willigenarbeit und von einer (einen Freund betreffenden) Vorladung der 

belarussischen Strafverfolgungsbehörden sowie Fotografien von ihr an po-

litischen Kundgebungen ins Recht legte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 28. November 2022 – eröffnet am glei-

chen Tag – das Gesuch der Beschwerdeführerin um vorübergehenden 

Schutz in der Schweiz abwies und ihre Wegweisung sowie den Wegwei-

sungsvollzug (nach Belarus) anordnete, 

dass die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 

23. Dezember 2022 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung auf-

zuheben und ihr vorübergehender Schutz in der Schweiz zu gewähren, 

eventualiter sei sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, subeventualiter 

sei die Sache zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,  

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Seite 3 

dass sie in prozessualer Hinsicht sinngemäss einerseits um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf Erhebung eines Kos-

tenvorschusses und andererseits um Aussetzung von Vollzugshandlungen 

ersuchte, 

dass sie als Beweismittel die bereits im erstinstanzlichen Verfahren einge-

reichten Dokumente zu den Akten gab, 

dass der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin am 27. Dezember 

2022 den Eingang ihrer Beschwerde bestätigte und ihr mitteilte, sie könne 

den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, 

und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung, 

dass es gemäss Art. 31 VGG zur Beurteilung von Beschwerden gegen Ver-

fügung nach Art. 5 VwVG auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch 

vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 83 bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 72 i.V.m. 

Art. 105 AsylG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 72 i.V.m. Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG) 

richten, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 

2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich begründete und offensichtlich unbegründete Be-

schwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird 

(Art. 72 i.V.m. Art. 111 Bst. e AsylG), 

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Seite 4 

dass es sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – um eine Beschwerde 

handelt, die im Hauptpunkt (Verweigerung vorübergehenden Schutzes)  

offensichtlich unbegründet und mit Bezug auf ein Eventualbegehren (Auf-

hebung der Wegweisungsverfügung und Rücküberweisung der Sache zur 

Behandlung als Asylgesuch) offensichtlich begründet ist, weshalb die Be-

schwerde im Verfahren nach Art. 111 Bst. e AsylG zu behandeln und das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 72 i.V.m. Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG) auf einen 

Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

dass das SEM zur Begründung seiner schutzverweigernden Verfügung im 

Wesentlichen ausführte, die Beschwerdeführerin gehöre nicht zu der vom 

Bundesrat definierten Gruppe schutzberechtigter Personen, weil sie weder 

über die ukrainische Staatsangehörigkeit noch über einen ukrainischen 

respektive internationalen Schutzstatus oder über eine Aufenthaltsbewilli-

gung der Ukraine verfüge und sie zudem in Sicherheit und dauerhaft in 

ihren Heimatstaat zurückreisen könne, 

dass keine Anhaltspunkte ersichtlich seien, wonach ihr bei einer Rückkehr 

nach Belarus mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK 

verbotene Strafe oder Behandlung drohe, weil sie trotz der Protestteil-

nahme weder einen Haftbefehl noch eine gerichtliche Anordnung erhalten 

habe und den Akten zufolge auch kein Strafverfahren eröffnet worden sei, 

dass demzufolge davon auszugehen sei, sie sei nicht in den Fokus der 

Behörden geraten und könne sich in ihrem Heimatstaat sozial und wirt-

schaftlich reintegrieren, zumal sie dort aufgewachsen und mit der dortigen 

Kultur und Mentalität vertraut sei, 

dass die Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Beschwerdeanträge 

ausführte, sie habe sich im Zeitpunkt des Kriegsausbruchs am 24. Februar 

2022 als belarussische Staatsangehörige ohne Registrierung in der Ukra-

ine aufhalten können und damit über eine gültige Aufenthaltsberechtigung 

verfügt, weshalb sie unter die vom Bundesrat definierte Gruppe der schutz-

berechtigten Personen falle und ihr vorübergehender Schutz zu gewähren 

sei, 

  

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dass jedenfalls der Vollzug der Wegweisung in ihren Heimatstaat als unzu-

lässig zu erachten sei, weil ihr wegen der Teilnahme an mehreren  

Demonstrationen nach den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 Verhaf-

tung drohe, was durch die Festnahme und Verurteilung ihrer Freunde  

in Belarus untermauert werde, 

dass sie schliesslich weder über ein soziales Beziehungsnetz noch über 

Vermögen verfüge und auch nicht ohne Weiteres von einer raschen wirt-

schaftlichen Reintegration im Heimatstaat ausgegangen werden könne, 

womit sich der Wegweisungsvollzug auch als unzumutbar erweise, 

dass die Schweiz gestützt auf Art. 4 AsylG Schutzbedürftigen für die Dauer 

einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während eines 

Krieges oder Bürgerkrieges sowie in Situationen allgemeiner Gewalt,  

vorübergehender Schutz gewähren und der Bundesrat entscheidet, ob und 

nach welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender 

Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG), 

dass der Bundesrat am 11. März 2022 gestützt auf diese Bestimmung eine 

Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes im 

Zusammenhang mit der Ukraine (nachfolgend: Allgemeinverfügung) erlas-

sen hat (BBl 2022 586) und gemäss Ziffer 1 dieser Allgemeinverfügung fol-

genden Personenkategorien vorübergehender Schutz in der Schweiz ge-

währt wird: 

a) schutzsuchenden ukrainischen Staatsbürgerinnen und -bürgern und  

ihren Familienangehörigen (Partnerinnen und Partner, minderjährige 

Kinder und andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der Flucht 

ganz oder teilweise unterstützt wurden), welche vor dem 24. Februar 

2022 in der Ukraine wohnhaft waren, 

b) schutzsuchenden Personen anderer Nationalität und Staatenlosen ge-

mäss Definition in Buchstabe a, welche vor dem 24. Februar 2022 ei-

nen internationalen oder nationalen Schutzstatus in der Ukraine hatten, 

c) Schutzsuchenden anderer Nationalität und Staatenlosen sowie ihren 

Familienangehörigen gemäss Definition in Buchstabe a, welche mit ei-

ner gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen kön-

nen, dass sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in der Ukraine 

verfügen und nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zu-

rückkehren können, 

dass die Anwendung von Ziffer 1 Bstn. a und b der Allgemeinverfügung 

vorliegend offensichtlich nicht in Frage kommt, 

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Seite 6 

dass sich die Beschwerdeführerin ihren Angaben zufolge als belarussische 

Staatsangehörige im Zeitpunkt des Kriegsausbruchs zwar legal in der  

Ukraine aufgehalten hat, es sich dabei aber um eine bewilligungsfreie Auf-

enthaltsberechtigung gehandelt hat und nicht um eine mit einer Aufent-

haltsbewilligung belegbare gültige Aufenthaltsberechtigung, 

dass folglich mit dem SEM festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin 

mangels einer gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung offen-

sichtlich nicht dem Personenkreis von Ziffer 1 Bst. c der Allgemeinverfü-

gung angehört, und ihr Gesuch um Gewährung des vorübergehenden 

Schutzes zu Recht abgelehnt wurde, 

dass gemäss Art. 69 Abs. 4 AsylG das SEM das Verfahren über die Aner-

kennung als Flüchtling oder das Wegweisungsverfahren unverzüglich fort-

zusetzen hat, wenn es beabsichtigt, den vorübergehenden Schutz zu ver-

weigern, und eine Anhörung zu den Asylgründen nach Art. 29 AsylG durch-

zuführen ist, falls um Schutz im Sinn von Art. 18 AsylG ersucht wird, 

dass auch aus den Materialien hervorgeht, ein Verfahren sei dann als or-

dentliches Asylverfahren fortzusetzen (in dessen Verlauf über das Vorlie-

gen der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung beziehungsweise 

die Wegweisung entscheiden werde), wenn das Gesuch nach Art. 18 

AsylG als Asylgesuch zu betrachten sei (vgl. BBl 1996 II 81), 

dass als Asylgesuch jede Äusserung zu verstehen ist, mit der eine Person 

zu erkennen gibt, dass sie um Schutz vor Verfolgung ersucht, und diesbe-

züglich ein weiter Verfolgungsbegriff gilt, der über die ernsthaften Nachteile 

nach Art. 3 AsylG hinausreicht (vgl. BVGE 2013/10 E. 7.4.1 m.w.H.), 

dass die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der Gewährung des recht-

lichen Gehörs zur Kantonszuweisung und auch an der Befragung vom 

7. Oktober 2022 unmissverständlich angegeben hatte, sie sei wegen ihrer 

Teilnahme an politischen Protesten aus ihrem Heimatstaat in die Ukraine 

geflüchtet, und sie dieses Vorbringen mit Beweismitteln belegte, 

dass aus diesen Gründen auch ihre zugewiesene Rechtsvertretung am 

Ende der Befragung zutreffend anmerkte, sollte der vorübergehende 

Schutz verweigert werden, sei ihm Rahmen eines Asylverfahrens zu prü-

fen, ob sie die Flüchtlingseigenschaft erfülle und gegebenenfalls der Voll-

zug ihrer Wegweisung in den Heimatstaat zulässig und zumutbar sei, 

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Seite 7 

dass es der Beschwerdeführerin nicht nur jederzeit freisteht, ein Asylge-

such zu stellen (vgl. die entsprechende Anmerkung des SEM in der ange-

fochtenen Verfügung S. 5), sondern sie beim SEM bereits Gründe im Sinn 

von Art. 18 AsylG geltend gemacht und damit ein Asylgesuch gestellt hat, 

dass sich, wer ein solches Gesuch gestellt hat, zum Abschluss des Asyl-

verfahrens in der Schweiz aufhalten darf (Art. 44 AsylG) und die Verfügung 

des SEM demnach Bundesrecht verletzt, soweit darin die Wegweisung der 

Beschwerdeführerin aus der Schweiz und dem Schengen-Raum angeord-

net hat (Dispositivziffern 2, 3 und 5), 

dass die Beschwerde somit gutzuheissen ist, soweit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung im Wegweisungspunkt und insoweit die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz beantragt wird,  

dass die Dispositivziffern 2, 3 und 5 der Verfügung vom 28. November 

2022 aufzuheben sowie die Sache gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG zur 

Fortsetzung des ordentlichen Asylverfahrens im Sinn der Erwägungen an 

die Vorinstanz zurückzuweisen ist, 

dass die Beschwerde im Übrigen (Verweigerung vorübergehender Schutz) 

abzuweisen ist, 

dass die Beschwerdeführerin in ihren Rechtsbegehren im Kosten- und  

Entschädigungspunkt beantragt hatte, es sei auf die Auflage von Verfah-

renskosten und die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und 

im Falle des Obsiegens eine angemessene Parteientschädigung zuzu-

sprechen (Rechtsbegehren Nr. 6), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind 

(Art. 63 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege hinfällig wird (gleich wie – ange-

sichts des Entscheids in der Sache – das Gesuch um Befreiung von der 

Kostenvorschusspflicht), 

dass die Beschwerdeführerin bei der Ausfertigung ihrer Beschwerde offen-

sichtlich durch eine unbekannte Person mit asylrechtlichen Kenntnissen 

unterstützt worden ist, die sich allerdings nicht erkennbar machte, und in 

solchen Konstellationen praxisgemäss keine Parteientschädigung zuzu-

sprechen ist. 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der Dispositiv-

ziffern 2, 3 und 5 der angefochtenen Verfügung und die insoweite Rück-

weisung an die Vorinstanz beantragt wird. Im Übrigen (Ablehnung des Ge-

suchs um vorübergehenden Schutz) wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die Dispositivziffern 2, 3 und 5 der Verfügung des SEM vom 28. November 

2022 werden aufgehoben. Die Sache wird zur Durchführung eines ordentli-

chen Asylverfahrens im Sinn der Erwägungen an das SEM zurückgewie-

sen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Martina Stark 

 

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