# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbb7d523-9a72-5c6b-ba5c-71c1c402d8ce
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 16.07.2015 SK2 2015 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2015-12_2015-07-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 16. Juli 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 15 12 27. Juli 2015

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Pritzi und Schnyder
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch A._____, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 12. März 
2015, mitgeteilt am 17. März 2015, in Sachen der Y._____, Beschwerdegegnerin, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fortunat L. Schmid, Reichsgasse 55, 7000 
Chur,

betreffend Veruntreuung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 29. November 2012 erstattete X._____ bei der Staatsan-
waltschaft Graubünden gegen Y._____ eine Strafanzeige. Er machte dabei im 
Wesentlichen geltend, Y._____, welche während mehrerer Jahre die "Hausfreun-
din" seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau und von ihm gewesen sei, habe von 
ihnen Vollmachten erschlichen, unter anderem auch für sein Konto bei der 
Bank._____. Es sei ihm nicht klar, was Y._____ in der Zeit von Oktober 2010 bis 
November 2012 alles in seinem Namen unterschrieben und wieviel Geld sie für 
sich genommen habe. Seiner Strafanzeige legte X._____ einzelne Bankbelege bei 
und ersuchte um Vornahme entsprechender Abklärungen. Aufgrund dieser Straf-
anzeige eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden nach Abschluss der polizei-
lichen Ermittlungen gegen Y._____ ein Strafverfahren wegen Verdachts der Ver-
untreuung.

B. Mit Parteimitteilung vom 24. Februar 2015 stellte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden in Aussicht, dass sie das Strafverfahren gegen Y._____ einstellen 
werde.

C. Mit Verfügung vom 12. März 2015, mitgeteilt am 17. März 2015, stellte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfahren gegen Y._____ wegen Verun-
treuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
ausgeführt, es stehe zwar fest, dass Y._____ über eine Vollmacht für das Konto 
von X._____ verfügt habe, mit welcher sie im Zeitraum vom 1. November 2010 bis 
zum 25. Oktober 2012 mehrmals monatlich Geld von insgesamt Fr. 70'705.00 ab-
gehoben habe. Der Vorwurf, diese Barbezüge seien unrechtmässig erfolgt, finde 
in den Akten jedoch keine Stütze. Auf jeden Fall fehle es an rechtsgenügenden 
Beweisen, um Y._____ einer unrechtmässigen Aneignung ihr anvertrauter Vermö-
genswerte überführen zu können. Da keine weiteren Beweismittel ersichtlich sei-
en, welche das Beweisergebnis beeinflussen könnten, sei das Verfahren einzu-
stellen.

D. Dagegen erhob A._____, die Schwiegertochter von X._____, mit einer in 
serbischer Sprache verfassten Eingabe vom 23. März 2015 an die Staatsanwalt-
schaft Graubünden sinngemäss Beschwerde. Gleichzeitig kündigte sie an, dass 
eine Übersetzung in deutscher Sprache folgen werde. Mit Schreiben vom 27. März 
2015 übermittelte die Staatsanwaltschaft Graubünden die in serbischer Sprache 
verfasste Eingabe bzw. Beschwerde von A._____ an das Kantonsgericht von 
Graubünden. Ebenfalls mit Schreiben vom 27. März 2015 teilte die Staatsanwalt-

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schaft Graubünden A._____ mit, dass sie die Übersetzung ihrer Beschwerde di-
rekt an das Kantonsgericht von Graubünden einzureichen habe. Am 29. März 
2015 (Datum Poststempel) reichte A._____ eine beglaubigte Übersetzung auf 
Deutsch beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Darin machte sie im Wesentli-
chen geltend, es seien Tatsachen nicht in Betracht gezogen worden, welche Be-
weis dafür seien, dass Y._____ vom Konto von X._____ unrechtmässig Geld be-
zogen habe.

E. Mit Eingabe vom 14. April 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf eine Stellungnahme.

F. Mit Eingabe vom 20. April 2015 beantragte Y._____ die Abweisung der Be-
schwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.

G. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Er-
wägungen in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. a) Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312) in Verbindung mit Art. 22 des Einführungs-
gesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann 
gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft beim Kantonsgericht von 
Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in 
die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 
10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde 
ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; 
Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzuge-
ben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 
1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 
lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit 
Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, 
einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweige-
rung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann die Rüge der 
Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden.

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b) Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 
StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach 
Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsver-
fügung beschwert sind (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Ein-
stellungsverfügung - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen - nur 
dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt konstituiert haben 
(Art. 118 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 
2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 
6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/
Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 9 zu Art. 322 StPO). Als geschädigte Person gilt, wer durch 
die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 
StPO). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuldhafte 
Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt sie eine 
blosse Hypothese (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 
2. Aufl., Basel 2014, N 20 zu Art. 115 StPO).

2. a) X._____ hat Strafanzeige gegen Y._____ eingereicht, in welcher ihr vorge-
worfen wird, dass sie Gelder von einem Konto von X._____, für welches sie eine 
Vollmacht gehabt habe, unrechtmässig bezogen habe (StA act. 3.6). Fraglich ist, 
ob dieses als "Anzeige" titulierte Schreiben zugleich als Strafantrag verstanden 
werden kann. Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt ein gültiger Strafantrag im 
Sinne von Art. 30 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311) vor, 
wenn der Antragsberechtigte seinen bedingungslosen Willen zur Strafverfolgung 
des Täters so erklärt, dass das Strafverfahren ohne weitere Willenserklärung wei-
terläuft (BGE 131 IV 97 E. 3.1 m.w.H.). Oftmals ergibt sich damit der auf die Straf-
verfolgung gerichtete Wille schon aus der blossen Strafanzeige, denn wer sich an 
eine Behörde wendet und diese über eine begangene Straftat in Kenntnis setzt, 
wird üblicherweise auch wollen, dass die angezeigte Person strafrechtlich belangt 
wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_972/2009 vom 16. Februar 2010 E. 3.5; Stefan 
Trechsel/Marc Jean-Richard, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 2 vor Art. 30 
StGB). Das gilt insbesondere dann, wenn es sich beim Anzeigeerstatter um einen 
Rechtsunkundigen handelt (BGE 115 IV 1 E. 2a; Christof Riedo, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 49 

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zu Art. 30 StGB). Unter diesen Voraussetzungen ist die von X._____ verfasste 
"Anzeige" als Strafantrag zu werten. Im Übrigen hat A._____ das von der Staats-
anwaltschaft Graubünden üblicherweise verwendete Formular "Strafan-
trag/Privatklage" (StA act. 3.5) ausgefüllt, wobei sie erklärte, dass X._____ sich als 
Privatkläger sowohl im Zivil- als auch im Strafpunkt konstituiere. Zwar ist das 
Recht, Strafantrag zu stellen bzw. sich als Privatkläger zu konstituieren, 
grundsätzlich höchstpersönlicher Natur und unübertragbar. Aus der höchstpersön-
lichen Natur des Antragsrechts folgt aber nicht, dass dieses nicht auch von einem 
Vertreter ausgeübt werden könnte (Vertretung in der Erklärung). Dafür genügt 
namentlich die Erteilung einer generellen Vollmacht (vgl. PKG 2000 Nr. 29 S. 
136). Es kann mithin einem bevollmächtigten Vertreter die Befugnis eingeräumt 
werden, die dem Strafantrag immanente Willenserklärung abzugeben. Fraglich ist, 
ob dazu eine Vollmacht genügt, die dem Vertreter die Entscheidung überlässt, ob 
er Strafantrag erheben will (Vertretung im Willen). Nach der Rechtsprechung des 
Bundesgerichts (zusammengefasst in BGE 122 IV 207 E. 3c) ist dies dort zu beja-
hen, wo die Verletzung materieller Rechtsgüter in Frage steht, die nicht direkt von 
der Person des Berechtigten abhängen, sondern etwa vom Inhalt einer vertragli-
chen Beziehung. In solchen Fällen ist die Vertretung durch eine generelle Ermäch-
tigung zulässig. Der Antrag ist demnach auch dann gültig, wenn er sich auf eine 
vom Geschädigten vor der Tat erteilte Vollmacht stützt. Insbesondere darf die Er-
mächtigung des Vertreters zur Antragstellung in der Regel angenommen werden, 
wenn das betreffende Delikt materielle Rechtsgüter verletzt, mit deren Wahrung 
oder Verwaltung der Vertreter allgemein betraut ist. Einer speziellen, auf den kon-
kreten Fall zugeschnittenen ausdrücklichen oder konkludenten Ermächtigung be-
darf der Bevollmächtigte nur bei Verletzung höchstpersönlicher immaterieller 
Rechtsgüter, welche dem Berechtigten naturgemäss innewohnen oder von ihrem 
Status herrühren (Leib und Leben, Ehre, persönliche Freiheit sowie Eheschlies-
sung, Kindesverhältnis). Dementsprechend ist wegen der nahen Beziehung des 
Verletzten auch bei den relativen Antragsdelikten eine Ermächtigung für den ge-
gebenen Fall erforderlich.

X._____ macht in seiner Anzeige geltend, Y._____ habe Gelder von einem Konto 
von ihm, für welches sie eine Vollmacht gehabt habe, unrechtmässig bezogen. Zu 
untersuchen ist somit die Verletzung eines materiellen Rechtsguts, nämlich des 
Vermögens von X._____, wobei als Tatbestand namentlich eine Veruntreuung 
gemäss Art. 138 StGB in Frage kommt. Hierfür genügt wie dargelegt eine generel-
le Vollmacht. Bei den Akten liegt eine Vollmacht, womit X._____ A._____ ermäch-
tigt, ihn in allen rechtlichen Angelegenheiten zu vertreten und für ihn vor Gerich-

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ten, der Polizei, der Staatsanwaltschaft, Verwaltungsorganen und Drittpersonen 
alle notwendigen rechtlichen Tätigkeiten vorzunehmen (vgl. StA act. 3.5). Damit 
liegt eine für die Stellung des Strafantrages bzw. der Konstituierung als Privatklä-
ger erforderliche Bevollmächtigung vor. Dass diese das Recht auf Stellung eines 
Strafantrags nicht ausdrücklich erwähnt, steht dem nicht entgegen (vgl. Urteil des 
Kantonsgerichts SK2 09 41 E. 3c). A._____ hat demzufolge in rechtsgültiger Wei-
se die Erklärung abgegeben, dass X._____ sich als Privatkläger sowohl im Straf- 
als auch im Zivilpunkt konstituiere. X._____ hat schliesslich auch ein rechtlich ge-
schütztes Interesse am Fortgang des Strafverfahrens, da er durch die zur Anzeige 
gebrachten Delikte (Verdacht der Veruntreuung) als potentiell geschädigte Person 
unmittelbar betroffen ist. X._____ ist damit grundsätzlich zur Beschwerdeerhebung 
legitimiert.

b) Die als Beschwerde entgegenzunehmende (vgl. Erwägung 2c) Eingabe 
vom 23. März 2015 (KG act. A.1) wurde von A._____, der Schwiegertochter von 
X._____, in ihrem eigenen Namen verfasst und eingereicht. Zu prüfen ist, ob hier-
bei eine zulässige Vertretung vorliegt. Gemäss Art. 127 Abs. 4 StPO können die 
Parteien jede handlungsfähige, gut beleumundete und vertrauenswürdige Person 
als Rechtsbeistand bestellen. Mit anderen Worten können an sich auch Nichtan-
wälte als Rechtsbeistand bestellt werden. Die Verteidigung der beschuldigten Per-
son ist jedoch Anwältinnen und Anwälten vorbehalten, welche nach dem Anwalts-
recht dazu berechtigt sind, Parteien vor Gerichtsbehörden zu vertreten (Art. 127 
Abs. 5 StPO), sodass sich die Bestimmung von Art. 127 Abs. 4 StPO faktisch auf 
die Privatklägerschaft beschränkt (Viktor Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., 
Zürich 2014, N 15 zu Art. 127 StPO). Vorbehalten bleiben ferner die Beschrän-
kungen des Anwaltsrechts. Das bedeutet, dass gemäss Art. 3 Abs. 2 des Bundes-
gesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR 935.61) 
Beschränkungen des kantonalen Anwaltsrechts zulässig bleiben. Dies betrifft na-
mentlich die berufsmässige Verbeiständung durch Anwältinnen und Anwälte. Als 
berufsmässig gilt die Vertretung bzw. Verteidigung dann, wenn die betreffende 
Person zur Annahme von Mandaten in unbestimmt vielen Fällen bereit ist. Von 
untergeordneter Bedeutung ist hingegen, ob das Mandat entgeltlich oder unent-
geltlich übernommen wurde (Lieber, a.a.O., N 16 zu Art. 127 StPO m.w.H.). Im 
Kanton Graubünden gilt, dass, wer als Rechtsvertreterin oder Rechtsvertreter vor 
Gerichten, Schlichtungsbehörden oder in Strafuntersuchungsverfahren auftritt, im 
kantonalen Anwaltsregister eingetragen sein oder Freizügigkeit nach dem BGFA 
geniessen muss (vgl. Art. 3 Abs. 1 des Bündnerischen Anwaltsgesetzes [AnwG; 

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BR 310.100]). Davon ausgenommen ist gemäss Art. 3 Abs. 2 AnwG die Vertre-
tung in Steuer- und Sozialversicherungsstreitsachen sowie vor der Einzelrichterin 
oder dem Einzelrichter in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen. Das in Art. 3 
Abs. 1 AnwG statuierte Anwaltsmonopol findet sodann in Art. 31 EGzStPO eine 
weitere Durchbrechung, indem die Rechtsverbeiständung durch eine handlungs-
fähige, nicht im Anwaltsregister eingetragene oder Freizügigkeit nach dem BGFA 
geniessende Person auf begründetes Gesuch im Einzelfall mit Genehmigung der 
verfahrensleitenden Person möglich ist, und zwar zur Verteidigung der beschuldig-
ten Person im Übertretungsstrafverfahren (lit. a), zur nichtberufsmässigen Vertre-
tung der Privatklägerschaft (lit. b) oder zur Unterstützung anderer Verfahrensbetei-
ligter (lit. c). Soweit also das Bundesrecht Ausnahmen vom Anwaltszwang zulässt, 
sollen diese wie bisher mit einer Genehmigung im Einzelfall verbunden werden. 
Dieses Erfordernis schafft frühzeitig Klarheit darüber, ob eine Ausnahme möglich 
ist (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen Rat zur Umsetzung der Schwei-
zerischen Straf- und Zivilprozessordnung auf Gesetzesstufe, Heft Nr. 13/2009-
2010, S. 862).

Vorliegend wurde X._____ bereits im Verfahren vor der Staatsanwaltschaft 
Graubünden von A._____ vertreten. Die Einstellungsverfügung wurde denn auch 
A._____ und nicht X._____ zugestellt (wobei dort irrtümlicherweise A._____ selbst 
als Privatklägerschaft bezeichnet wurde). Den Akten ist zudem zu entnehmen, 
dass X._____ sich nicht selbst vertreten kann. So geht aus seiner Anzeige (StA 
act. 3.6) hervor, dass er wegen Alters und Krankheit sowie aufgrund des Todes 
seiner Ehefrau nicht in der Lage ist bzw. war, von seinem derzeitigen Aufenthalts-
ort in L.1_____ in die Schweiz zurückzukehren. Auch der Kriminalrapport der Kan-
tonspolizei Graubünden vom 23. Januar 2014 (StA act. 3.1) hält Entsprechendes 
fest. Gründe, um sich im Sinne von Art. 31 lit. b EGzStPO vertreten zu lassen, lie-
gen damit vor. Ebenso liegt eine Vollmacht bei den Akten, womit X._____ A._____ 
ermächtigt, ihn in allen rechtlichen Angelegenheiten zu vertreten und für ihn vor 
Gerichten, der Polizei, der Staatsanwaltschaft, Verwaltungsorganen und Drittper-
sonen alle notwendigen rechtlichen Tätigkeiten vorzunehmen (vgl. StA act. 3.5). 
Im Übrigen ist bei A._____ auch von einer nichtberufsmässigen Vertretung im 
Sinne von Art. 31 lit. b EGzStPO auszugehen, sodass der Zulässigkeit einer Ver-
tretung an sich nichts im Wege stehen würde. Indessen haben weder X._____ 
noch A._____ ein explizites (begründetes) Gesuch zur Vertretung gestellt, wes-
halb auch keine explizite Genehmigung durch die Staatsanwaltschaft vorliegt. 
Aufgrund der zuvor geschilderten Umstände kann das prozessuale Verhalten von 
X._____ und A._____ jedoch nicht anders als eine konkludente Gesuchstellung im 

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Sinne von Art. 31 lit. b EGzStPO verstanden werden. Indem die Staatsanwalt-
schaft die Einstellungsverfügung A._____ und nicht X._____ zustellte, brachte sie 
zum Ausdruck, dass sie keine Einwände gegen die Vertretung hatte. Sodann er-
hob auch die beschuldigte Person bzw. ihr Rechtsvertreter keine entsprechenden 
Einwände. in Anbetracht dessen kann von einer stillschweigenden Genehmigung 
der Vertretung von X._____ durch A._____ ausgegangen werden. Wenngleich Art. 
31 lit. b EGzStPO ein begründetes Gesuch und eine entsprechende Genehmigung 
durch die Verfahrensleitung verlangen, wäre es im vorliegenden Fall aufgrund der 
geschilderten Umstände überspitzt formalistisch, die Zulässigkeit der Vertretung 
von X._____ durch A._____ zu verneinen (vgl. dazu auch das Urteil des Kantons-
gerichts SK2 11 24 E. 3c). Im Übrigen würde sich eine solche Auffassung auch mit 
dem erwähnten Zweck von Art. 31 EGzStPO bzw. dem Genehmigungserfordernis 
- nämlich der frühzeitigen Schaffung insofern klarer Verhältnisse - nicht vertragen, 
wenn, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen die Vertretung nichts einzuwenden 
hatte und entsprechend ihres prozessualen Verhaltens stillschweigend von einer 
gültigen Vertretung ausging, die Gültigkeit im Nachhinein in Frage gestellt würde. 
Entsprechend des zuvor wiedergegebenen Inhalts der Vollmacht ist A._____ auch 
zur Ergreifung von Rechtsmitteln befugt. Dass sie die Eingabe vom 23. März 2015 
(KG act. A.1) in ihrem eigenen Namen verfasst hat, ändert nichts daran, dass sie 
diesbezüglich als Vertreterin von X._____ gehandelt hat, zumal die Umstände - 
namentlich die Tatsache, A._____ X._____ bereits im Verfahren vor der Staats-
anwaltschaft vertreten hat - mit der erforderlichen Deutlichkeit auf ein Vertretungs-
verhältnis schliessen lassen.

c) Die vorliegend angefochtene Einstellungsverfügung wurde den Parteien am 
17. März 2015 mitgeteilt. Dass die als Beschwerde zu verstehende Eingabe vom 
23. März 2015 (KG act. A.1) bei der Staatsanwaltschaft Graubünden als für Be-
schwerden gemäss Art. 393 ff. StPO nicht zuständige Behörde eingereicht wurde, 
schadet grundsätzlich nicht; insbesondere gilt die Frist auch dann als gewahrt, 
wenn die Eingabe spätestens am letzten Tag der Frist bei einer nicht zuständigen 
schweizerischen Behörde eingeht (Art. 91 Abs. 4 StPO). Zu beachten ist vorlie-
gend jedoch, dass die Eingabe vom 23. März 2015 in serbischer Sprache verfasst 
wurde. Eingaben in einer anderen als der Verfahrenssprache sind grundsätzlich 
unter Fristansetzung zurückzuweisen, um eine Übersetzung einzureichen (vgl. 
Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2013 [zit. Handbuch], Rz. 551 [Fn. 357] mit Verweis auf SJ 2012 
I 341). Dabei darf bei fristgebundenen Prozesshandlungen die nach Ablauf der 
Frist zur Nachbesserung angesetzte Nachfrist nicht zur materiellen Ergänzung der 

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ursprünglichen Eingabe verwendet werden. Erfolgt die (zulässige) Nachbesserung 
innert der angesetzten Nachfrist, gilt die Frist insgesamt als gewahrt. Indem 
A._____ in ihrer Eingabe vom 23. März 2015 zugleich ankündete, sie werde eine 
Übersetzung in die deutsche Sprache nachreichen, erwies sich eine Nachfristan-
setzung - jedenfalls zunächst - als obsolet. Dies umso mehr, als die deutsche 
Übersetzung, welche mit keiner materiellen Ergänzung verbunden war, nur wenig 
später, nämlich am 29. März 2015 (Datum Poststempel) eingereicht wurde und 
damit eine Nachfrist, hätte eine solche angesetzt werden müssen, ohnehin einge-
halten worden wäre. Unter diesen Umständen schadet das von A._____ im Hin-
blick auf die Einhaltung der Beschwerdefrist gewählte Vorgehen nicht, sodass die 
Beschwerde als fristgerecht zu betrachten ist. Ebensowenig schadet eine unter-
bliebene Bezeichnung des Rechtsmittels als Beschwerde bzw. als solches über-
haupt, sofern aus der Erklärung deutlich hervorgeht, dass der Entscheid im Sinne 
eines Rechtsmittels einer neuen Beurteilung zugeführt werden soll (Niklaus 
Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2013 [zit. Praxiskommentar], N 8 zu Art. 385 StPO). Da A._____ 
in der Beschwerde namentlich beanstandet, die Staatsanwaltschaft habe gewisse, 
Y._____ belastende Tatsachen nicht beachtet, bringt sie mit der nötigen Deutlich-
keit zum Ausdruck, dass sie mit der Einstellung des Strafverfahrens durch die 
Staatsanwaltschaft nicht einverstanden ist bzw. dass das Strafverfahren gegen 
Y._____ wegen Verdachts der Veruntreuung weitergeführt werden soll. Die Be-
zeichnung der Eingabe als "Berufung" schadet wie dargelegt nicht. Der Be-
schwerde ist damit zugleich - wenn auch sinngemäss - der Antrag zu entnehmen, 
die Einstellung des Strafverfahrens sei aufzuheben und die Angelegenheit zwecks 
Fortführung des Strafverfahrens an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Indem 
A._____ die ihrer Auffassung nach zu berücksichtigenden Umstände benennt, 
kommt sie auch ihrer Begründungspflicht nach. Zusammenfassend ist somit fest-
zuhalten, dass die Eingabe vom 23. März 2013 die an eine Beschwerde gestellten 
Frist- und Formvorschriften erfüllt, sodass auf die Beschwerde von X._____ einge-
treten werden kann.

3. Mit Schreiben des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 23. April 2015 wurden A._____ das Schreiben der Staats-
anwaltschaft vom 14. April 2015 (KG act. A.3) sowie die Stellungnahme des 
Rechtsvertreters von Y._____ vom 20. April 2015 (KG act. A.4) per eingeschrie-
bener Post zugestellt. Die Postsendung wurde von A._____ nicht abgeholt und mit 
dem entsprechenden Vermerk versehen von der Post retourniert (vgl. KG act. 
D.5). Gemäss Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO gilt eine eingeschriebene Postsendung, 

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die nicht abgeholt wird, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch 
als zugestellt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste. Auch ein 
Zurückbehaltungsauftrag gegenüber der Post kann den Zeitpunkt, ab welchem die 
Zustellfiktion greift, nicht hinausschieben (Urteil des Bundesgerichts 1C_478/2012 
vom 14. Dezember 2012 E. 2.1). Dies rechtfertigt sich, weil für die an einem Ver-
fahren Beteiligten nach dem Grundsatz von Treu und Glauben die Pflicht besteht, 
dafür zu sorgen, dass ihnen behördliche Akten zugestellt werden können. Dies gilt 
mithin während eines hängigen Verfahrens und wenn die Verfahrensbeteiligten mit 
der Zustellung eines behördlichen oder gerichtlichen Entscheides oder einer Ver-
fügung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit rechnen müssen. Angesichts der 
Tatsache, dass das Beschwerdeverfahren von A._____ selbst initiiert wurde, 
musste sie - auch im Hinblick auf die zeitlichen Verhältnisse des Verfahrens - mit 
der Zustellung damit in Zusammenhang stehender Postsendungen rechnen. Die 
Meldung der Post, wonach die Postsendung aufgrund eines Auftrages von 
A._____ vielleicht noch längere Zeit (höchstens 2 Monate) bei der Post lagern 
werde (vgl. KG act. D.4), vermag nach dem Dargelegten nichts daran zu ändern. 
Im Übrigen wurde als Zustelladresse diejenige verwendet, welche A._____ in der 
Beschwerde angegeben hatte. Das Schreiben des Vorsitzenden der II. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 23. April 2015 gilt deshalb als zu-
gestellt. Somit wurde auch der Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. das daraus 
abzuleitende Replikrecht gewahrt.

4. Angefochten wird mit vorliegender Beschwerde die durch die Staatsanwalt-
schaft verfügte Einstellung des Strafverfahrens.

a) Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren dann einzustellen, 
wenn der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet 
werden konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn 
unter einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Er-
kenntnis des Gerichtes gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhe-
benden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn 
beeinflussen könnten (PKG 1997 Nr. 36 E. 5 m.w.H.; Beschluss des Kantonsge-
richts SK2 14 39 vom 11. Februar 2015 E. 2). Im Weiteren hat nach Art. 319 Abs. 
1 lit. b StPO die Einstellung des Verfahrens zu erfolgen, wenn kein Straftatbestand 
erfüllt ist, d.h. wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen 
wäre – nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. Aus dem Lega-
litätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft [BV; SR 101] und Art. 2 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 319 Abs. 1 
und Art. 324 Abs. 1 StPO) folgt, dass eine Einstellung durch die Staatsanwalt-

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schaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich 
fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf, wobei der Staats-
anwaltschaft bei der Beurteilung dieser Frage ein gewisser Spielraum zusteht. 
Hingegen ist - in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" - Anklage zu 
erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. 
Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa 
die Waage halten, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, 
ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 138 IV 186 E. 4.1; Grädel/Heiniger, 
a.a.O., N 8 zu Art. 319 StPO; Landshut/Bosshard, a.a.O., N 15 und 19 f. zu Art. 
319 StPO; Schmid, Praxiskommentar, N 5 f. zu Art. 319 StPO).

b) Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Einstellungsverfügung fest, dass nach 
Lage der Akten die von Y._____ gemachten Barbezüge vom Bankkonto von 
X._____ aufgrund einer rechtsgültigen Vollmacht des Kontoinhabers erfolgt seien. 
Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände erscheine die Argumentation der 
Beschuldigten (Y._____) durchaus glaubhaft, wonach sie jeweils im Auftrag von 
X._____ oder dessen Ehefrau Barbezüge vom Bankkonto des Anzeigeerstatters 
getätigt und dieses Geld den Eheleuten X._____ zur Verfügung gestellt oder nach 
deren Instruktion für Einkäufe oder zur Bezahlung von Rechnungen bei der Post 
verwendet habe. X._____ habe anhand der monatlichen Kontoauszüge stets kon-
trolliert, ob das von der Beschuldigten von seinem Bankkonto abgehobene Bar-
geld bestimmungsgemäss verwendet worden sei. Wenn er erst nach einem Zeit-
raum von zwei Jahren, während welchen die Beschuldigte aufgrund der von ihm 
erteilten Vollmacht Bargeld von seinem Konto abgehoben habe, reagiert habe, 
indem er seine Vollmachterteilung ganz in Frage stelle und geltend mache, die 
Barbezüge seien unrechtmässig erfolgt, finde dies in den Akten keine Stütze. Auf 
jeden Fall fehle es an rechtsgenügenden Beweisen, um Y._____ einer unrecht-
mässigen Aneignung ihr anvertrauter Vermögenswerte überführen zu können. Da 
keine weiteren Beweismittel ersichtlich seien, die das Beweisergebnis beeinflus-
sen könnten und im Falle einer Anklageerhebung mit einem Freispruch gerechnet 
werden müsse, sei das Strafverfahren einzustellen.

c) Gegen die Schlussfolgerungen der Staatsanwaltschaft wird mittels Be-
schwerde eine Reihe von Einwänden erhoben. Dazu im Einzelnen:

aa) In der Beschwerde wird ausgeführt, Y._____ habe über einen Schlüssel für 
den Briefkasten des Ehepaars X._____ verfügt, wodurch sie die Kontoauszüge 
jeweils habe abfangen und somit die von ihr getätigten Barbezüge bzw. deren un-
rechtmässige Verwendung habe vertuschen können. Diese Behauptung findet in 

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den Akten nur bedingt eine Stütze. Y._____ bestreitet, dass sie während der gan-
zen Zeit, in der sie mittels Vollmacht über das Konto von X._____ habe verfügen 
können, einen Schlüssel für den Briefkasten besessen habe. Den Wohnungs- und 
Briefkastenschlüssel habe sie nur kurzfristig erhalten, wenn die Eheleute X._____ 
nach L.1_____ gereist seien, was jedoch nur selten vorgekommen sei (vgl. StA 
act. 5.4, Antworten auf die Fragen 12 und 15). Die nur seltene Landesabwesenheit 
wird sowohl von B._____, Sozialarbeiterin und Mediatorin bei C._____ (vgl. StA 
act. 5.6, Antwort auf Frage 7), als auch von D._____ (vgl. StA act. 5.8, Antwort auf 
Frage 14) bestätigt. Selbst wenn Y._____ den Wohnungs- und Briefkastenschlüs-
sel des Ehepaars X._____ die ganze fragliche Zeit über gehabt hätte, wäre es 
kaum wahrscheinlich, dass sie derart regelmässig und systematisch den Briefkas-
ten des Ehepaars X._____ durchsucht hätte, dass sie sämtliche Kontoauszüge an 
sich hätte bringen können. Zudem gab B._____ an, dass das Ehepaar X._____ 
Kenntnis von seinem Kontostand gehabt habe, da bei jedem Antrag auf Ergän-
zungsleistungen ein Kontoauszug habe beigelegt werden müssen (StA act. 5.6, 
Antwort auf Frage 12). Dass Y._____ die Kontoauszüge abgefangen bzw. dem 
Ehepaar X._____ vorenthalten habe, lässt sich damit nicht nachweisen. Was die 
von A._____ geltend gemachten, fehlenden Deutschkenntnisse ihrer Schwiegerel-
tern angeht, darf angenommen werden, dass X._____ und seine Ehefrau unge-
achtet dessen in der Lage waren, die erhaltenen Kontoauszüge auf ihre Richtigkeit 
hin zu überprüfen. 

bb) Dass die in der Beschwerde geltend gemachten Barbezüge stattgefunden 
haben, steht ausser Frage und wird auch von Y._____ nicht bestritten. Bestritten 
wird von ihr jedoch, dass sie das Geld unrechtmässig bzw. abredewidrig verwen-
det habe. Wenn in der Beschwerde behauptet wird, es sei gar nicht möglich, dass 
der insgesamt abgehobene Betrag (in der Beschwerde mit Fr. 93'835.00 beziffert) 
für die von Y._____ geltend gemachten Angelegenheiten (Telefon, TV, Kranken-
versicherung, Lebensmittel etc.) verwendet worden sei, da dafür nur kleine Beträ-
ge angefallen seien, ist dem mit der Staatsanwaltschaft entgegen zu halten, dass 
X._____ durch den fortlaufenden Erhalt der Kontoauszüge jeweils in Kenntnis von 
den Bewegungen auf seinem Bankkonto war und insofern nicht einzusehen ist, 
warum er - hätte tatsächlich ein Missbrauch der Vollmacht in Form von unrecht-
mässigen Barbezügen stattgefunden - zwei Jahre zugewartet hat, ehe er etwas 
dagegen unternahm. Dasselbe gilt hinsichtlich der Beträge, die Y._____ nach 
L.1_____ geschickt hat bzw. der in der Beschwerde erwähnten Betriebsrente. Im 
Übrigen ist belegt (vgl. StA act. 5.5), dass Y._____ mehr als die von A._____ gel-

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tend gemachten Fr. 1'000.00 an Familienmitglieder des Ehepaars X._____ in 
L.1_____ überwiesen hat.

cc) Die angeblichen, in der Beschwerde erwähnten Mahnungen von der Kran-
kenversicherung wurden bis jetzt nicht zu den Akten gegeben, sodass davon aus-
zugehen ist, dass es sich hierbei um blosse Behauptungen handelt. Aus den 
edierten Bankunterlagen geht jedenfalls hervor, dass regelmässig Beiträge an die 
Krankenversicherung geleistet wurden.

dd) Was die angeblich ausgebliebenen bzw. nicht rechtzeitigen Mietzinszahlun-
gen betrifft, geht zwar aus den bei den Akten liegenden Kontoauszügen (vgl. insb. 
StA act. 3.9) hervor, dass der für die Mietzinszahlungen eingerichtete Dauerauf-
trag in Höhe von Fr. 680.00 an E._____ im Zeitraum zwischen Oktober 2010 und 
November 2012 in gewissen Monaten nicht erfolgt ist. Daraus jedoch zu schlies-
sen, Y._____ habe ihr anvertraute Gelder veruntreut, ist vage Theorie. Selbst 
wenn gewisse Mietzinszahlungen ausgeblieben sein sollten, hätte X._____ durch 
die monatlich erhaltenen Kontoauszüge Kenntnis davon gehabt. Indem er über 
einen Zeitraum von zwei Jahren Y._____ gewähren liess, kann angenommen 
werde, dass Y._____ insofern nicht eigenmächtig bzw. gegen seinen Wille gehan-
delt hat. Ob gewisse Mietzinszahlungen tatsächlich nicht erfolgten oder ob sie 
dem Vermieter bar ausbezahlt wurden, kann deshalb im vorliegenden Zusam-
menhang offen bleiben.

ee) Dass, wie in der Beschwerde vorgebracht wird, der Kontostand meist im 
Minus gewesen war, mag zwar richtig sein. Jedoch ist ist nicht ersichtlich, inwie-
fern dieser Umstand auf einen Missbrauch der Vollmacht von Y._____ schliessen 
lassen könnte, ist doch gemäss dem Beweisergebnis davon auszugehen, dass 
X._____ durch den fortlaufenden Erhalt der Kontoauszüge jeweils in Kenntnis vom 
aktuellen Kontostand war.

ff) In der Beschwerde wird sodann vorgebracht, Y._____ habe gegenüber dem 
Ehepaar X._____ - in Anwesenheit von A._____ und D._____ - ausgesagt, dass 
sie innert einer Frist von drei Tagen den Betrag von Fr. 16'000.00 auf das Konto 
von X._____ überweisen werde. Von Y._____ wird dies insofern bestritten, als sie 
in Abrede stellt, Geld im genannten Betrag unrechtmässig vom Konto von X._____ 
abgehoben zu haben (vgl. StA act. 5.4, Antwort auf Frage 13). Auch D._____ 
konnte keine Angaben darüber machen, ob Y._____ den fraglichen Betrag im Ein-
verständnis mit dem Ehepaar X._____ oder unrechtmässig vom Bankkonto bezo-
gen hat (vgl. StA act. 5.8, Antwort auf Frage 7). Betrachtet man die Höhe der mo-

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natlichen Barbezüge, hätte es mehrere Monate gebraucht, bis Y._____ den gel-
tend gemachten Betrag von Fr. 16'000.00 bezogen hätte. Wie dies unbemerkt 
möglich gewesen sein soll, ist nicht ersichtlich, erhielt X._____ doch monatlich 
einen Kontoauszug. 

gg) Beanstandet wird im Weiteren, dass die von D._____ im Strafverfahren 
gemachten Aussagen nicht in Betracht gezogen worden seien. Richtig ist zwar, 
dass ihre Aussagen in der Einstellungsverfügung nicht explizit erwähnt werden. 
Die Staatsanwaltschaft führt in der Einstellungsverfügung jedoch aus, die Schluss-
folgerung, dass Y._____ jeweils im Auftrag von X._____ oder dessen Ehefrau Ba-
rbezüge vom Bankkonto von X._____ getätigt und das abgehobene Geld bestim-
mungsgemäss verwendet habe, sei "unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände" 
erfolgt. Zudem führen die Aussagen von D._____ zu keinem anderen Ergebnis, 
als dass X._____ durch den fortlaufenden Erhalt der Kontoauszüge jeweils in 
Kenntnis von den Bewegungen auf seinem Bankkonto war und insofern nicht ein-
zusehen ist, warum er - hätte tatsächlich ein Missbrauch der Vollmacht in Form 
von unrechtmässigen Barbezügen stattgefunden - zwei Jahre zugewartet hat, ehe 
er etwas dagegen unternahm.

hh) In der Beschwerde wird schliesslich beantragt, B._____, Sozialarbeiterin 
und Mediatorin bei C._____, und Y._____ seien zu verpflichten, "die schriftliche 
Evidenz" über das verbrauchte Geld zu führen, und zwar in schriftlicher Form, in-
dem Quittungen und andere Dokumente über das verbrauchte Geld einzureichen 
seien. Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass Y._____ bereits diverse Quittungen 
eingereicht hat (vgl. StA act. 5.9). Dass sie noch mehr oder gar sämtliche Quittun-
gen oder andere Dokumente besitzt, welche eine lückenlose Dokumentation über 
die von ihr getätigten Barbezüge erlauben würde, erscheint kaum wahrscheinlich. 
Ebenso unwahrscheinlich wäre es, wenn Y._____, nachdem ein Strafverfahren 
gegen sie eröffnet wurde, noch über Unterlagen verfügen würde, welche belegen 
könnten, dass gewisse von ihr getätigte Barbezüge unrechtmässig gewesen 
wären. Ausserdem wäre es auch kaum möglich, Quittungen und anderweitige Be-
lege für von Y._____ getätigte Ausgaben durch den Beweis, dass das Geld hierfür 
vom Konto von X._____ stammte, mit einer möglichen Veruntreuung in Verbin-
dung zu bringen. Der Beweisantrag erweist sich insofern als untauglich, sodass er 
abzulehnen ist (vgl. Schmid, Handbuch, Rz. 779). Im Übrigen gilt die Unschulds-
vermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO), woraus folgt, dass es nicht an Y._____ als be-
schuldigter Person ist, ihre Unschuld zu beweisen (BGE 127 I 38 E. 2a). Wenn 
Y._____ die verlangte Dokumentation nicht gelingen sollte, dürfte daraus also oh-
nehin nicht ohne weiteres geschlossen werden, die von ihr getätigten Barbezüge 

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bzw. die Verwendung der entsprechenden Beträge seien unrechtmässig erfolgt. 
Vielmehr ist - auch hier und nochmals - anzumerken, dass X._____ durch den fort-
laufenden Erhalt der Kontoauszüge jeweils in Kenntnis von den Bewegungen auf 
seinem Bankkonto war und insofern nicht einzusehen ist, warum er - hätte 
tatsächlich ein Missbrauch der Vollmacht in Form von unrechtmässigen Barbezü-
gen stattgefunden - zwei Jahre zugewartet hat, ehe er etwas dagegen unternahm. 
Die von der Staatsanwaltschaft gezogenen und vorgängig wiedergegebenen 
Schlussfolgerungen erweisen sich insofern als gültig. In Anbetracht dessen er-
scheint eine unrechtmässige Aneignung ihr anvertrauter Vermögenswerte durch 
Y._____ kaum wahrscheinlich; jedenfalls kann sie aufgrund des vorliegenden Be-
weisergebnisses nicht als erstellt betrachtet werden. Andere Beweismittel sind 
weder ersichtlich noch werden sie geltend gemacht, sodass die Einstellung des 
Strafverfahrens gegen Y._____ nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist so-
mit abzuweisen. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass eine Wiederaufnah-
me des Verfahrens möglich ist, sollten neue Beweismittel oder Tatsachen bekannt 
werden (Art. 323 StPO).

5. Die Staatsanwaltschaft verfügte in der Einstellungsverfügung die Kosten-
tragung ihrer Aufwendungen durch den Staat. Insofern erübrigt es sich, im Be-
schwerdeverfahren darüber neu zu befinden (Art. 428 Abs. 3 StPO).

6. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von Art. 8 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.201) werden die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens vorliegend auf Fr. 1'500.00 festgesetzt und dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

b) Für die Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelver-
fahren verweist Art. 436 Abs. 1 StPO auf die Art. 429-434 StPO. Der Beschwerde-
führer unterliegt im vorliegenden, ausschliesslich von ihm initiierten Beschwerde-
verfahren vollständig und ist gemäss der Praxis des Kantonsgerichts deshalb in 
analoger Anwendung von Art. 432 Abs. 1 StPO zu verpflichten, der Beschwerde-
gegnerin für ihre anwaltlichen Umtriebe im Beschwerdeverfahren eine angemes-
sene Prozessentschädigung zu bezahlen (vgl. u.a. Beschluss des Kantonsgerichts 
von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar 2015 E. 7b m.w.H.). Mangels einge-
reichter Honorarnote ist die beantragte Entschädigung nach Ermessen festzuset-
zen. Unter Berücksichtigung des zeitlichen Aufwands sowie der Schwierigkeit der 
Sache erscheint eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 500.00 einschliesslich 
Mehrwertsteuer als angemessen. Der Beschwerdeführer wird daher verpflichtet, 

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die Beschwerdegegnerin mit Fr. 500.00 (inkl. MwSt.) ausseramtlich zu entschädi-
gen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.00 gehen zu Lasten 
von X._____.

3. X._____ hat Y._____ ausseramtlich mit Fr. 500.00 (inkl. MwSt.) zu ent-
schädigen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: