# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f643eb6-2e09-571f-afdd-6a467964c6ac
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.12.2012 UE120162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE120162_2012-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE120162-O/U/bee 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

M. Bertschi und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. Ch. Zuppinger 

 

Beschluss vom 19. Dezember 2012 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

1. B._____ AG,  
2. C._____,  
3. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme  
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Zürich - Sihl vom 9. Juli 2012, E-1/2012/3812 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Eine an das Bundesjustizministerium, … [Adresse], adressierte Anzei-

ge vom 5. Mai 2012 wurde via Kantonspolizei Zürich der örtlich zuständigen 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl überwiesen (Urk. 11/1-4). A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) erstattete damit Strafanzeige gegen die B._____ AG [Bank] 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) sowie C._____ (nachfolgend Beschwerde-

gegner 2) wegen Veruntreuung und Unterschlagung (Urk. 11/4). Die Staatsan-

waltschaft Zürich - Sihl (Beschwerdegegnerin 3; nachfolgend Staatsanwaltschaft) 

erliess am 9. Juli 2012 eine Nichtanhandnahmeverfügung (Urk. 5 = Urk. 3/4 = 

Urk. 11/11).  

  2. Gegen die Nichtanhandnahmeverfügung erhob der Beschwerdeführer 

mit Eingabe vom 17. Juli 2012 Beschwerde bei der hiesigen Kammer des Ober-

gerichts (Urk. 2). Den Beschwerdegegnern 1 - 3 wurde mit Verfügung vom 25. Juli 

2012 Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 6). Die Staatsanwaltschaft und die 

Beschwerdegegnerin 1 reichten keine Stellungnahme ein (Urk. 10, Urk. 16). Der 

Beschwerdegegner 2 liess sich mit Eingabe vom 13. August 2012 vernehmen 

(Urk. 13). Am 29. August 2012 replizierte der Beschwerdeführer (Urk. 17, Urk. 

20). Die Replik vom 29. August 2012 (Urk. 20) sowie weitere vom Beschwerde-

führer eingereichte Stellungnahmen vom 3. August 2012 (Urk. 7) sowie 1. Sep-

tember 2012 (Urk. 23) wurden den Beschwerdegegnern 1 - 3 zur freigestellten 

Äusserung übermittelt (Urk. 25). Wiederum liessen sich die Staatsanwaltschaft 

und die Beschwerdegegnerin 1 nicht vernehmen (Urk. 27, Urk. 31). Der Be-

schwerdegegner 2 nahm am 4. Oktober 2012 dazu Stellung (Urk. 28). Der Be-

schwerdeführer äusserte sich zur vorliegenden Angelegenheit nochmals mit Ein-

gaben vom 22. Oktober 2012 und 23. Oktober 2012 (Urk. 32, Urk. 33, 35).  

  Da - wie nachfolgende Ausführungen zeigen - sich die Beschwerde als un-

begründet erweist, brauchten die letzten Eingaben des Beschwerdeführers ( Urk. 

- 3 - 

33 und 35) den Beschwerdegegnern 1 - 3 nicht zur nochmaligen Äusserung zu-

gestellt zu werden. 

II. 

 1.  Der Beschwerdeführer erhob in seiner Strafanzeige im Wesentlichen 

den Vorwurf, ihm als ehemaligem Aktionär der D._____ AG stünden aus einem 

Ausgleichsfonds Fr. 422'970.05 zu, welche ihm vom Konkursverwalter, dem Be-

schwerdegegner 2, vorenthalten würden. Die Beschwerdegegnerin 1 habe zudem 

seine 53'000 Aktien der D._____ AG ohne seine Zustimmung ausgebucht und 

dem Konkursverwalter zur Verfügung gestellt, ohne die ihm zustehenden Fr. 

422'970.05 als Gegenleistung einzufordern. Somit habe die Beschwerdegegnerin 

1 in Zusammenarbeit mit dem Konkursverwalter (Beschwerdegegner 2) sein Ak-

tienkapital und die ihm zustehende Abfindung unterschlagen und veruntreut (Urk. 

5, Urk. 11/4).  

  2. In seiner Beschwerde wiederholt der Beschwerdeführer seinen Vor-

wurf, dass ihm erwähnter Betrag aus dem Ausgleichsfonds in Höhe von Fr. 

422'970.05 zustehe, jedoch von den Beschwerdegegnern 1 und/oder 2 veruntreut 

und/oder unterschlagen worden sei und sie sich an seinem Geld widerrechtlich 

bereichert hätten (Urk. 2 S. 2). Die Staatsanwaltschaft wie auch der Beschwerde-

gegner 2 erkennen kein strafrechtlich relevantes Verhalten, insbesondere erach-

ten sie den Straftatbestand der Veruntreuung als nicht erfüllt (Urk. 5 S. 2 f., Urk. 

S. 6).  

 3. Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Einstellungsverfügung zum Sach-

verhalt fest, die D._____ AG sei am 12. Januar 2010 im Handelsregister von Am-

tes wegen gelöscht worden, da das Konkursverfahren mit gerichtlichem Urteil 

vom 11. Januar 2010 als geschlossen erklärt worden sei. Aus den Kontounterla-

gen ergebe sich, dass der Beschwerdeführer im Januar 1996 im Besitz von ins-

gesamt 50'000 Aktien der D._____ AG mit einem Wert von mehr als einer Million 

Franken, welche sich in einem Depot bei der Beschwerdegegnerin 1 in … befun-

den hätten, gewesen sei. Die E._____ [Bank] und die F._____ [Bank] hätten am 

- 4 - 

20. August 2001 vertreten durch den Beschwerdegegner 2 dem Beschwerdefüh-

rer im Zusammenhang mit dem Konkurs der D._____ AG eine (Aktionärs-) Ent-

schädigung von Fr. 422'970.05 offeriert. Dieser Betrag wäre innert 30 Tagen nach 

Akzeptanz der Offerte ausbezahlt worden. Weder ergebe sich aus den Akten, 

noch werde vom Beschwerdeführer geltend gemacht, er habe diese Offerte an-

genommen. Vielmehr weise der Beschwerdeführer darauf hin, dass er zur dama-

ligen Zeit schwer krank gewesen sei. Mit Schreiben vom 14. September 2010 ha-

be die Beschwerdegegnerin 1 dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass sein De-

potbestand (53'000 Aktien der D._____ AG) infolge Verfalls bzw. Wertloserklä-

rung wertlos aus dem Depot ausgebucht worden seien (Urk. 5 Ziff. 2 - 5).  

  4. Der Beschwerdegegner 2 führt zu dem der Einstellungsverfügung zu 

Grunde gelegten Sachverhalt in seiner Stellungnahme erklärend aus, dass der 

Konkurs der D._____ AG und der Entschädigungsfonds für Aktionäre der 

D._____ AG zwei voneinander unabhängige Verfahren darstellten. Der vom Be-

schwerdeführer geltend gemachte Anspruch gegen den Entschädigungsfonds 

stehe weder im direkten Zusammenhang mit dem Konkurs der D._____ AG, noch 

wäre eine Zahlung für diesen Anspruch aus der Konkursmasse erfolgt (Urk. 13 

Ziff. 1).  

  Der Beschwerdegegner 2 erläutert zum Konkurs der D._____ AG, dass er 

dabei als ausseramtlicher Konkursverwalter geamtet habe. Der Konkurs sei ord-

nungsgemäss abgewickelt und die D._____ AG im Januar 2010 im Handelsregis-

ter gelöscht worden. Im Konkurs der D._____ AG habe der Beschwerdeführer 

Schadenersatzansprüche angemeldet, welche abgewiesen worden seien. Der 

Beschwerdeführer sei damit nicht Gläubiger im Konkurs der D._____ AG gewe-

sen. Die entsprechenden Entscheide reichte der Beschwerdegegner 2 als Beila-

gen ein (Urk. 13 Ziff. 2 - 6; Urk. 14/1 - 4).  

  Zum Entschädigungsfonds für Aktionäre der D._____ AG erklärt der Be-

schwerdegegner 2, die Eidgenössische Bankenkommission habe die F._____ und 

die E._____ infolge Verkauf von Aktien der D._____ AG zu einem unzulässigen 

Zeitpunkt zur Entschädigung an die betroffenen Käufer verpflichtet. Er sei von den 

Banken zur Ermittlung der anspruchsberechtigten Käufer und zur Ausrichtung der 

Entschädigung mandatiert worden. Er habe ein Treuhand-Konto mit der Bezeich-

- 5 - 

nung "Entschädigungsfonds für Aktionäre der D._____ AG", welches die Banken 

mit für die Ausrichtung der Entschädigung bestimmtem Guthaben gespeist haben, 

eröffnet. Diese Vorgänge dokumentierte der Beschwerdegegner 2 mitunter mit ei-

nem Bulletin der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK Bulletin 40/2000, S. 

37 bis 77 = Urk. 14/5) und einer eingereichten Pressemitteilung (Urk. 14/6). Der 

Beschwerdeführer habe sein Interesse an der Teilnahme am Entschädigungs-

fonds angemeldet. In der Folge sei ihm am 20. August 2001 ein gestützt auf die 

Fondsdividende berechnetes Entschädigungsangebot in Höhe von Fr. 422'970.05 

unterbreitet worden, welches auf 30 Tage befristet und an den Verzicht auf die 

Geltendmachung von Verantwortlichkeitsansprüchen - insbesondere gegen die 

Banken - geknüpft gewesen sei (Urk. 14/7). Der Beschwerdeführer habe das An-

gebot nicht akzeptiert und die 30-tägige Frist nachrichtenlos verstreichen lassen. 

Überdies habe der durch Rechtsanwalt X._____ vertretene Beschwerdeführer 

Verantwortlichkeitsklage gegen die Banken geführt. Den Verantwortlichkeitskla-

gen sei kein Erfolg beschieden gewesen. Der Beschwerdegegner 2 reichte dazu 

zwei abweisende Bundesgerichtsentscheide vom 9. November 2004 ein (Urk. 

14/10, Urk. 14/11). Der Beschwerdegegner 2 führt sodann in seiner Stellungnah-

me aus, vom Beschwerdeführer für die Offerte vom 20. August 2001 abgegebene 

Annahmeerklärungen seien verspätet erfolgt. Entsprechendes habe er dem Be-

schwerdeführer in einem Schreiben vom 10. Mai 2012 mitgeteilt (Urk. 13 Ziff. 7 - 

15; Urk. 14/12).  

 5. Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröff-

nung einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der 

Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinrei-

chender Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn 

sie von der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwer wiegende Ereig-

nisse informiert wurde. Gelangt sie hingegen zum Schluss, dass die fraglichen 

Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, 

Verfahrenshindernisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitäts-

gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist, verfügt sie die Nichtanhand-

nahme (Art. 310 Abs. 1 StPO). Der Zweck der Untersuchung besteht nach 

Art. 308 Abs. 1 StPO darin, den Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass das Vor-

- 6 - 

verfahren entweder mit einem Strafbefehl, einer Anklage oder einer Einstellung 

abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staats-

anwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Dies bedeutet unter anderem, 

dass die Staatsanwaltschaft nicht jeglicher Spur und jedem Hinweis nachzugehen 

hat, auch wenn sich eine beschuldigte Person oder ein Geschädigter solches vor-

stellt. Die Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung - z.B. aufgrund einer 

Anzeige - nicht anhand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beur-

teilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn mit 

anderen Worten eine Anzeige zum Vornherein aussichtslos ist, weil offensichtlich 

keine Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist kei-

ne Untersuchung anhand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse wie z.B. Verjäh-

rung gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht ergehen, 

wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: 

Niklaus Schmid, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 

2009, N 1231; Niklaus Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, 

Art. 309 N 3 f., Art. 310 N 1 ff.; Nathan Landshut, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, 

Kommentar zur StPO, Zürich 2010, Art. 309 N 11-14, N 19-23, Art. 310 N 2 ff.; 

sowie auch Niklaus Schmid, in: Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozess-

ordnung des Kantons Zürich, Zürich 1999, N 4 ff. zu § 38 alt StPO/ZH). 

  6. Soweit erforderlich, d.h. für die Entscheidfindung notwendig, wird nach-

folgend auf die vorgenannten und die weiteren Vorbringen der Prozessparteien 

eingegangen. Insbesondere auf die Vorhalte des Beschwerdeführers in seinen 

Eingaben, die Beschwerdegegner 1 und 2 seien am Zustandekommen und der 

Abwicklung des Konkurses der D._____ AG in missbräuchlicher oder betrügeri-

scher Weise beteiligt gewesen, braucht nicht eingetreten zu werden (u.a. Urk. 33 

S. 2, Urk. 33 S. 2 f.). Diese Vorwürfe bilden nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens. 

  7.1. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde - wie ausgeführt - 

geltend, dass er auf Grund des betrügerischen Konkurses der D._____ AG sein 

gesamtes Vermögen verloren habe, weshalb ihm aus dem Ausgleichsfonds der 

E._____ und der F._____ Fr. 422'970.05 zugewiesen worden seien. Es sei nicht 

- 7 - 

zutreffend, dass es sich dabei bloss um einen obligatorischen Anspruch aus dem 

Ausgleichsfonds handle und er wirtschaftlich nicht berechtigt sei, wie die Staats-

anwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung ausführe. Es sei nicht zutreffend, dass 

er die Offerte über Fr. 422'970.05 nicht angenommen habe. Wie den Unterlagen 

entnommen werden könne, habe er die Offerte sehr wohl angenommen (Urk. 2 S. 

1 f.). 

  7.2.1. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt sich den Un-

terlagen nicht entnehmen, dass er die Offerte über obgenannten Betrag ange-

nommen hat. In den Akten befindet sich zwar eine offenbar vom Beschwerdefüh-

rer unterzeichnete Offerte ("L'Offre" = Urk. 3/10). Vom Beschwerdegegner 2 wur-

de indes in seiner Stellungnahme ausgeführt, dass der Beschwerdeführer erst im 

Jahr 2010 erklärt habe, die Offerte vom 20. August 2001 annehmen zu wollen. 

Seine Annahmeerklärung sei jedoch unbeachtlich, da die 30-tägige Frist zur An-

nahme seit neun Jahren abgelaufen sei. Der Beschwerdegegner 2 reichte in die-

sem Zusammenhang ein von ihm an den Beschwerdeführer verfasstes Schreiben 

vom 10. Mai 2012 ein. Darin erklärt er dem Beschwerdeführer, dass die Offerte 

vom 20. August 2001 gemäss deren Ziff. 4 bis zum 20. September 2001 gültig 

gewesen sei. Die Offerte sei innerhalb der Frist nicht angenommen worden, wes-

halb sie dahingefallen sei. An dieser Beurteilung ändere auch die Tatsache nichts, 

dass der Beschwerdeführer am 25. Oktober 2010 und erneut mit Schreiben vom 

7. Mai 2012 ein von ihm (Beschwerdeführer) unterschriebenes Exemplar der Of-

ferte zugestellt habe (Urk. 13 Ziff. 14 f.; Urk. 14/12). Diese Darstellung blieb vom 

Beschwerdeführer in all seinen Eingaben unwidersprochen. Es erscheint damit of-

fensichtlich, dass die Offerte seitens des Beschwerdeführers nicht rechtzeitig an-

genommen worden war.  

  7.2.2. Die vom Beschwerdeführer für die fragliche Zeit geltend gemach-

te Krankheit (Urk. 7 Ziff. 1, Urk. 8/3, Urk. 11/7) führt zu keiner anderen Einschät-

zung der Sach- und Rechtslage. Zudem weist der Beschwerdegegner 2 in seiner 

Stellungnahme darauf hin, dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt 

durch Rechtsanwalt X._____ vertreten gewesen sei. Der Beschwerdeführer bzw. 

sein Anwalt hätten die in der Offerte vom 20. August 2001 gesetzte Frist nachrich-

- 8 - 

tenlos verstreichen lassen. Weder der Beschwerdeführer noch sein Anwalt hätten 

damals geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei aus gesundheitlichen Grün-

den nicht in der Lage gewesen, die Entschädigungsofferte zu beurteilen (Urk. 28 

Ziff. 13). Das vom Beschwerdegegner 2 vorgebrachte Vertretungsverhältnis wur-

de vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Dass der Vertreter des Beschwerde-

führers über die Offerte informiert worden war, lässt sich aus dem eingereichten 

an Rechtsanwalt X._____ gerichteten Schreiben vom 20. August 2001 entneh-

men (Urk. 14/7 [der Offerte angehängt]). Die verpasste Frist lässt sich somit auch 

nicht mit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Krankheit rechtfertigen.  

   7.2.3. Dass davon ausgegangen werden muss, dem Beschwerdeführer 

stehe kein Anspruch aus dem Fonds zu, ergibt sich überdies daraus, dass der 

Beschwerdegegner 2 vorbringt, gegen die beteiligten Banken seien Verantwort-

lichkeitsklagen erhoben worden. Auch diese Darstellung blieb unwidersprochen. 

Der Beschwerdeführer reichte zwei in der Sache ergangene Bundesgerichtsent-

scheide vom 9. November 2004 zu den Akten, welche zeigen, dass unter ande-

rem auf Art. 754 OR abgestützte Klagen eines durch Rechtsanwalt X._____ ver-

tretenen Aktionärs kein Erfolg beschieden war (Urk. 14/10, Urk. 14/11). Der Be-

schwerdegegner 2 weist dabei darauf hin, dass auch der Beschwerdeführer durch 

genannten Rechtsanwalt vertreten wurde (Urk. 12 Ziff. 12). Eine Klausel in der Of-

ferte sieht nun gerade vor, dass mit Annahme der Offerte auf Ansprüche genann-

ter Art nicht nur gegen die vom Beschwerdegegner 2 erwähnten Banken sondern 

auch gegen Verwaltungsräte der D._____ AG, welche in den eingereichten Bun-

desgerichtsentscheiden beklagt wurden (Urk. 14/10 u. Urk. 14/11, jeweils lit. B 

zum Sachverhalt), verzichtet werde (Urk. 14/7 "L'Offre", Ziff. 2). Die Erhebung von 

Verantwortlichkeitsansprüchen steht einer behaupteten Annahme der Offerte ent-

gegen.  

  7.2.4. Dem Beschwerdegegner 2 und der Staatsanwaltschaft ist ferner 

zuzustimmen, dass es sich bei dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Anspruch um einen obligatorischen Anspruch auf Entschädigung handelt (Urk. 5 

Ziff. 6, Urk. 13 Ziff. 14). Der Fonds wurde nach nachvollziehbarer und belegter 

Darstellung des Beschwerdegegners 2 zur Ausrichtung von Entschädigungen ge-

- 9 - 

schaffen (Urk. 13 Ziff. 7 - 11, Urk. 14/5 - 9, insbesondere Urk. 14/6; Erw. II.4.). 

Woraus der Beschwerdeführer eine dingliche bzw. wirtschaftliche Berechtigung 

am Fonds ableitet, ist nicht erkennbar (Urk. 2 S. 1). 

 7.3. Aus den Erwägungen folgt, dass im Zusammenhang mit der geltend 

gemachten Entschädigung kein strafbares Verhalten ersichtlich ist. Es ist nicht er-

sichtlich, durch welches Verhalten der Beschwerdegegner 2 dem Beschwerdefüh-

rer in strafbarer Weise Ansprüche vorenthalten haben soll. Die Staatsanwaltschaft 

verfügte demzufolge zu Recht die Nichtanhandnahme.  

 8.1. Nebst der Verweigerung der Zahlung aus dem Ausgleichsfonds bean-

zeigte der Beschwerdeführer den ebenfalls eingangs erwähnten Vorwurf, die Be-

schwerdegegnerin 1 habe seine 53'000 Aktien der D._____ AG ohne seine Zu-

stimmung ausgebucht und dem Konkursverwalter zur Verfügung gestellt. Dabei 

brachte er wiederum ein, dass die ihm zustehenden Fr. 422'970.05 nicht als Ge-

genleistung eingefordert worden seien. Die Beschwerdegegnerin 1 habe damit in 

Zusammenarbeit mit dem Konkursverwalter (Beschwerdegegner 2) sein Aktien-

kapital und die ihm zustehende Abfindung unterschlagen und veruntreut (Urk. 5 S. 

1, Urk. 11/4). In seiner Beschwerde führt er näher aus, dass die 53'000 Aktien der 

D._____ AG, sein persönliches Eigentum, ohne seine Zustimmung und ohne ihn 

zu informieren, von der Beschwerdegegnerin 1 an den Konkursverwalter bzw. 

Beschwerdegegner 2 überstellt worden seien. Unabhängig davon, ob diese Aktien 

wertvoll oder wertlos seien, seien sie sein Eigentum. Er bestehe darauf, dass ihm 

seine Aktien ausgeliefert oder die ihm gehörenden CHF 422'970.05 ausbezahlt 

werden. Die Beschwerdegegner 1 und 2 hätten sich auf seine Kosten bereichert 

(Urk. 2 S. 2). 

  8.2. Nach Art. 138 StGB macht sich der Veruntreuung schuldig, wer sich 

eine ihm anvertraute bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen anderen 

damit unrechtmässig zu bereichern oder ihm anvertraute Vermögenswerte un-

rechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet.  

  8.3. Das Konkursverfahren über die D._____ AG wurde unbestrittenermas-

sen mit Urteil des zuständigen Gerichts vom 11. Januar 2010 als geschlossen er-

- 10 - 

klärt und die Gesellschaft in der Folge im Handelsregister gelöscht (Urk. 29, Urk. 

21/1). Damit haben die Aktien der Gesellschaft ihren Wert verloren. Die Aktien 

des Beschwerdeführers sind wertlos. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb dem 

Beschwerdeführer eine Entschädigung im Austausch zu seinen Aktien zustehen 

sollte. Angesichts der Wertlosigkeit der Aktien war es den Beschwerdegegnern 1 

und 2 auch nicht möglich, sie in strafbarer Weise im eigenen oder eines anderen 

Nutzen zu verwenden. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, womit sie sich hätten berei-

chern können.  

 9. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer 

beanzeigten Straftatbestände klarerweise nicht vorliegen. Die Staatsanwaltschaft 

erliess somit zu Recht eine Nichtanhandnahmeverfügung. Die Beschwerde ist 

demgemäss abzuweisen.  

III. 

 1. Ausgangsgemäss hat der mit seiner Beschwerde unterliegende Be-

schwerdeführer die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu bezahlen (Art. 428 Abs. 

1 StPO). Den vom Beschwerdeführer geltend gemachten knappen finanziellen 

Verhältnissen (Urk. 11/3, Urk. 11/5/1) ist in Anwendung von Art. 425 StPO durch 

Auferlegung einer herabgesetzten Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen.  

  2.1. Der Beschwerdeführer ist ausserdem zu verpflichten, den Beschwer-

degegner 2 für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren zu entschädigen 

(Art. 436 Abs. 1 i.V. mit Art. 432 Abs. 1 StPO analog). Dem als Anwalt in eigener 

Sache prozessierenden Beschwerdegegner 2 ist eine reduzierte Entschädigung 

zuzusprechen (Schmid, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, Zü-

rich 2009, FN 125 zu N. 1811). Der Beschwerdegegner 2 hat sich detailliert mit 

der Beschwerde auseinandergesetzt. Es scheint vorliegend angemessen, die 

Prozessentschädigung auf Fr. 600.– festzusetzen.  

 2.2. Mangels erheblicher Umtriebe ist der Beschwerdegegnerin 1 keine 

Prozessentschädigung zuzusprechen.  

- 11 - 

 

 
Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 600.- festge-

setzt und dem Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 2 eine Pro-

zessentschädigung von Fr. 600.– zu bezahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Beschwerdeführer (mit Rückschein) 
− die Beschwerdegegnerin 1 unter Beilage einer Kopie von Urk. 33 und 35 

(mit Gerichtsurkunde) 
− den Beschwerdegegner 2 unter Beilage einer Kopie von Urk. 33 und Urk. 

35 (mit Gerichtsurkunde)  
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad. E-1/2012/3812, unter Beilage einer 

Kopie von Urk. 33 und 35 (mit Empfangsschein) sowie - nach Ablauf der 
Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel - unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 11) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

 

 

- 12 - 

Zürich, 19. Dezember 2012 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. K. Balmer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic.iur. Ch. Zuppinger 
 
 
 

	Beschluss vom 19. Dezember 2012
	
	Erwägungen:
	I.

	II.
	III.
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 600.- festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 2 eine Prozessentschädigung von Fr. 600.– zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Beschwerdeführer (mit Rückschein)
	 die Beschwerdegegnerin 1 unter Beilage einer Kopie von Urk. 33 und 35 (mit Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 2 unter Beilage einer Kopie von Urk. 33 und Urk. 35 (mit Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad. E-1/2012/3812, unter Beilage einer Kopie von Urk. 33 und 35 (mit Empfangsschein) sowie - nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel - unter Rücksendung der beigezogenen Akt...

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. ...