# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b865b9fe-0128-5d92-9196-9a040c581674
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2021 C-463/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-463-2020_2021-08-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-463/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Michela Bürki Moreni,  

Richter Vito Valenti,    

Gerichtsschreiberin Yvette Märki. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Polen),   

handelnd durch B._______, (Polen),  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 AHV, Mindestbeitragsdauer; Einspracheentscheid der SAK 

vom 19. Dezember 2019. 

 

 

 

C-463/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 2016 geborene, polnische Staatsangehörige A._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) lebt in Polen (Akten der Schweizeri-

schen Ausgleichskasse [SAK-doc. 3; 7 S. 3]). Mittels Formular „Anmeldung 

für eine Altersrente für Personen mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz“ 

(E 203) stellte der minderjährige Beschwerdeführer, handelnd durch seine 

Mutter, B._______, am 13. Mai 2019 (Eingangsstempel: 10.07.2019) beim 

polnischen Sozialversicherungsträger zu Handen der Schweizerischen 

Ausgleichskasse (nachfolgend: Vorinstanz) einen Antrag auf Gewährung 

einer Waisenrente (SAK-doc. 1). Am 16. Juli 2019 übermittelte der polni-

sche Sozialversicherungsträger die Anmeldung zum Leistungsbezug der 

SAK zur weiteren Bearbeitung (SAK-doc. 4).  

B.  

B.a Mit Verfügung vom 2. September 2019 wies die SAK das Rentenge-

such des Beschwerdeführers mit der Begründung ab, der verstorbene Va-

ter des Beschwerdeführers, C._______, habe mit einer Beitragszeit von 

11 Monaten die einjährige Mindestbeitragsdauer nicht erreicht, weshalb 

kein Anspruch auf eine Waisenrente bestehe (SAK-doc. 31; 7 S. 5) 

B.b Mit Eingabe vom 16. September 2019 (SAK-doc. 39) erhob der Be-

schwerdeführer, vertreten durch seine Mutter, Einsprache gegen diese Ver-

fügung. Der Beschwerdeführer beantragte die Anrechnung von weiteren 

Beitragsmonaten mit Verweis auf die vorgelegten Arbeitsverträge betref-

fend seinen Vater.  

B.c Mit Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2019 wies die SAK die 

Einsprache des Beschwerdeführers ab. Zur Begründung führte sie aus, 

aus den eingereichten Arbeitsverträgen würden sich keine weiteren Bei-

tragszeiten ergeben; weitere Nachforschungen bei der angefragten Aus-

gleichskasse hätten auch keine zusätzlichen Beitragszeiten ergeben (SAK-

doc. 49 S. 1 f.).  

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 19. November 2019 erhob der 

Beschwerdeführer, wiederum vertreten durch seine Mutter, mit Eingabe per 

Mail vom 17. Januar 2020 sinngemäss Beschwerde beim Bundesamt für 

Sozialversicherungen, das die Eingabe mit Schreiben vom 23. Januar 

C-463/2020 

Seite 3 

2020 zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiterleitete 

(Beschwerdeakten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act. 1 und 2]). Der 

Beschwerdeführer ersuchte um Auskunft betreffend eine allfällige Ergän-

zung der unvollständigen AHV-Mindestbeitragsdauer in der Schweiz durch 

einen weiteren Beitragsmonat in einem anderen FZA-Vertragsstaat 

(BVGer-act. 1).  

C.b Mit Zwischenverfügung vom 30. Januar 2020 stellte der Instruktions-

richter fest, es sei kein Beschwerdewille erkennbar, es fehle eine Unter-

schrift und die Eingabe enthalte weder Anträge noch eine Begründung. 

Gleichzeitig forderte er den Beschwerdeführer auf, dies innert einer Nach-

frist nachzuholen, andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten würde 

(vgl. BVGer-act. 4).  

C.c Mit Eingabe vom 28. Januar 2020 (Posteingang: 7.02.2020) kam der 

Beschwerdeführer der Aufforderung des Instruktionsrichters nach und be-

antragte sinngemäss unter Verweis auf seine finanzielle Notlage die An-

rechnung von weiteren Beitragszeiten aus FZA-Vertragsstaat; eventualiter 

die Möglichkeit, eine nachträgliche Einzahlung leisten zu können (BVGer-

act. 6).  

C.d Mit Vernehmlassung vom 5. März 2020 beantragte die SAK die Abwei-

sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, 

dass einerseits mangels Wohnsitznahme in der Schweiz ein nachträglicher 

Zukauf von Beitragszeiten als obligatorisch beitragspflichtiger Nichterwerb-

stätiger nicht möglich sei und anderseits auf die Zusammenrechnung mit 

Beitragszeiten aus EU-Ländern (Berechnung nach der Totalisierungs- und 

Proratisierungsmethode) verzichtet werden könne, weil das FZA für die 

Schweiz keine Zusammenrechnung vorsehe (BVGer-act. 10).   

C.e Mit Verfügung vom 10. März 2020 erhielt der Beschwerdeführer die 

Gelegenheit, innert 30 Tagen eine Replik einzureichen (BVGer-act. 11;12).  

C.f Der Beschwerdeführer reichte innert Frist keine Replik ein. Mit Instruk-

tionsverfügung vom 27. Mai 2020 wurde der Schriftenwechsel unter Vor-

behalt weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen (B-act. 13).  

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-

mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgen-

den Erwägungen einzugehen. 

C-463/2020 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 lit. d des Bundesgeset-

zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungs-

gerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgeset-

zes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversiche-

rung (AHVG, SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizeri-

schen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 

VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Be-

schwerde zuständig. 

1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversiche-

rungsrechtssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) an-

wendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des 

ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversiche-

rung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung 

vom ATSG vorsieht. 

1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Entscheid beson-

ders berührt und hat an dessen Aufhebung oder Änderung ein schutzwür-

diges Interesse (Art. 59 ATSG). Er beziehungsweise seine für ihn han-

delnde Mutter (vgl. Art. 19 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

vom 10. Dezember 1907 ([ZGB, SR 210]; MARANTELLI/HUBER, in Wald-

mann/Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, 

Art. 48 N. 7) ist daher zur Beschwerde legitimiert. Da die Beschwerde im 

Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.  

2.  

2.1 Die Beschwerdeführer ist polnischer Staatsangehöriger und wohnt in 

seinem Heimatstaat. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 

21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemein-

schaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss An-

hang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft 

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Seite 5 

getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1; nach-

folgend: VO 883/2004) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11; nachfol-

gend: VO 987/2009), zur Anwendung (Beschluss Nr. 1/2012 des Gemisch-

ten Ausschusses vom 31. März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II des 

Abkommens über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit 

[AS 2012 2345]; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_455/2011 

vom 4. Mai 2012 E. 2.1, BGE 138 V 533 E. 2.1).  

2.2 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah-

rensrechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im 

Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 

E. 3.2), unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangsbestimmungen. In 

materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sach-

verhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). 

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). Das Bundesver-

waltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebun-

den (Art. 62 Abs. 4 VwVG).  

2.4  

2.4.1 Die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes hat nach dem 

Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen zu erfolgen (Art. 12 VwVG). 

Auch das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Danach hat die Verwaltung 

und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige 

und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. 

BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht 

unbeschränkt. Er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Par-

teien (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). 

2.4.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich-

keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

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Seite 6 

nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdar-

stellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, 

je mit Hinweisen). 

3.  

Vorliegend ist vorab zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beitragszeiten korrekt 

ermittelt hat und das Gesuch um Waisenrente zu Recht wegen Nichterfül-

lens der einjährigen Mindestbeitragsdauer abgewiesen hat.  

3.1 Die Versicherten sind beitragspflichtig, solange sie eine Erwerbstätig-

keit ausüben (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG). Anspruch auf eine ordentliche 

Alters- oder Hinterlassenenrente (Waisenrente) haben die rentenberech-

tigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erzie-

hungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können, oder 

ihre Hinterlassenen (Art. 29 Abs. 1 AHVG). Als Hinterlassene gelten Wit-

wen oder Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist (vgl. Art. 23 und 

Art. 25 AHVG).  

3.2 Ein volles Beitragsjahr liegt gemäss Art. 50 Abs. 1 AHVV vor, wenn eine 

Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von Art. 1a oder 2 AHVG 

versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat o-

der Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter Abs. 2 lit. b und c AHVG aufweist.  

3.3 Gemäss Art. 138 Abs. 1 AHVV in Verbindung mit Art. 30ter Abs. 2 AHVG 

sind die von einem Arbeitnehmer erzielten Erwerbseinkommen, von wel-

chen der Arbeitgeber die gesetzlichen Beiträge abgezogen hat, in das in-

dividuelle Konto einzutragen, selbst wenn der Arbeitgeber die entsprechen-

den Beiträge der Ausgleichskasse nicht entrichtet hat. Die gleiche Ordnung 

gilt auch dann, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Nettolohnverein-

barung getroffen haben, das heisst wenn der Arbeitgeber sämtliche Bei-

träge zu seinen Lasten übernimmt. Diese beiden Sondertatbestände müs-

sen aber einwandfrei nachgewiesen sein. Ist der Nachweis nicht erbracht, 

dass der Arbeitgeber tatsächlich die Beiträge vom Lohn seines Arbeitneh-

mers abgezogen hat, oder lässt sich eine behauptete Nettolohnvereinba-

rung nicht eindeutig feststellen, so dürfen die entsprechenden Einkommen 

nicht ins individuelle Konto eingetragen werden (BGE 117 V 261 E. 3a mit 

Hinweisen). 

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Seite 7 

3.4 Der Versicherte hat das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für ihn 

ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten Ein-

tragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Art. 141 

Abs. 1 AHVV). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt 

oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des 

Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im individuellen 

Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder 

dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141 Abs. 3 AHVV).  

Art. 141 Abs. 3 AHVV führt eine Beweisverschärfung gegenüber dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit ein, indem der volle Beweis verlangt wird. Allerdings soll dies 

nicht heissen, dass die Untersuchungsmaxime nicht gilt und der Versi-

cherte selbst diesen Beweis zu erbringen hat. Vielmehr soll dies heissen, 

dass der Versicherte insofern erhöhte Mitwirkungspflichten hat, als er alles 

ihm Zumutbare unternehmen muss, um die Verwaltung oder den Richter 

bei der Beschaffung des Beweismaterials zu unterstützen 

(vgl. BGE 117V 261 E. 3b und 3d). 

3.5 Der Beschwerdeführer machte einspracheweise unter Verweis auf Ar-

beitsverträge und Lohnbescheinigungen weitere Beitragszeiten geltend 

(SAK-doc. 39). Im Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2019 legte die 

Vorinstanz dar, dass die aufgeführten Beitragszeiten (Einsatzvertrag 

D._______ inkl. Lohnabrechnung und Lohnausweis, Arbeitsvertrag mit der 

E._______. AG inkl. Lohnabrechnungen sowie Arbeits-Rahmenvertrag mit 

der F._______ AG; SAK-doc. 39 S. 3 ff.) im individuellen Konto (IK) einge-

tragen seien und somit kein Korrekturbedarf bestehe. Die Nachforschun-

gen zum Einsatzvertrag G._______ AG vom 3. September 2018 (SAK-

doc. 39 S. 33) hätten ergeben, dass keine Eintragungen im IK erfolgt seien. 

Bezüglich des Vertrags mit Herrn H._______, Trockenbauunternehmer, 

stellte die Vorinstanz fest, es liege dazu ein Formular A 1 vor, wonach der 

verstorbene Vater des Beschwerdeführers keine AHV-Beiträge in der 

Schweiz zu zahlen habe, da er bereits dem polnischen Sozialversiche-

rungsrecht unterstellt sei (SAK-doc. 49).  

3.6 Beschwerdeweise legt der Beschwerdeführer erneut den Einsatzver-

trag als Gipser bzw. Hilfsarbeiter bei der G._______ AG (…) (Arbeitgeber) 

für die I._______ AG, (…) (Einsatzfirma), vom 3. September 2018 (B-act. 6 

Beilage 9; SAK-doc. 39 S. 33) sowie neu die Bestätigung eines möblierten 

Zimmers vom 29. August 2018 ins Recht (B-act. 6 Beilage 10).  

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Seite 8 

3.7 Vorliegend hat die Vorinstanz Nachforschungen getätigt und keine wei-

teren IK-Einträge vorgefunden. Dem IK ist zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer von August bis Dezember 2014 bei der E._______. AG, 

von März bis Mai 2015 bei der F._______ AG (SAK-doc. 62 S. 1) sowie bei 

D._______ von September bis November 2018 (SAK-doc. 62 S. 2) gear-

beitet hat und damit AHV-Beiträge geleistet worden sind (SAK-doc. 62).  

Für eine Korrektur des IK ist erforderlich, dass der behauptete Sachverhalt 

nachgewiesen ist. Im vorliegenden Fall ist dem eingereichten Einsatzver-

trag als Gipser bzw. Hilfsarbeiter bei der G._______ AG (…) (Arbeitgeber) 

für die I._______ AG, (…) (Einsatzfirma), vom 3. September 2018 zu ent-

nehmen, dass der verstorbene Vater des Beschwerdeführers in der 

Schweiz gearbeitet hat. Ein Nachweis dafür, dass der verstorbene Vater 

des Beschwerdeführers seitens des damaligen Arbeitgebers bei der zu-

ständigen Ausgleichskasse angemeldet war und AHV-Beiträge einbezahlt 

wurden, fehlt aber gänzlich. Belege über eine allfällige Beitragszahlung wie 

ein IK-Auszug, eine Bescheinigung über Versicherungszeiten oder Steuer-

auszüge mit abgerechneten Beitragszeiten wurden nicht eingereicht. Dem 

Einsatzvertrag als Gipser bzw. Hilfsarbeiter bei der G._______ AG vom 

3. September 2018 sind keine Abzüge für AHV-Beiträge zu entnehmen 

(vgl. B-act. 6 Beilage 9). Hingegen sind aus dem fast zeitgleich abge-

schlossenen Einsatzvertrag von D._______ vom 5. September 2018 

AHV/IV/EO-Abzüge ersichtlich (SAK-doc. 22.7 ff.). Überdies sieht der Ein-

satzvertrag als Gipser bzw. Hilfsarbeiter bei der G._______ AG den 4. Sep-

tember 2018 als Einsatzbeginn und eine Arbeitsdauer von 3 Monaten vor 

(September bis maximal November). Erstellt ist damit zwar, dass der Vater 

des Beschwerdeführers zwei Verträge für dieselbe Periode abgeschlossen 

hat (vgl. E. 3.7; vgl. Lohnabrechnungen Sept. bis Nov; SAK-doc. 39.14 ff.). 

Es bleibt aber unwahrscheinlich, dass der verstorbene Vater des Be-

schwerdeführers die Arbeit bei der G._______ AG angetreten hat: Ein 

gleichzeitiger Einsatz an verschiedenen Orten wird kaum möglich gewesen 

sein, zumal (…) und (…) für eine im gleichen Zeitraum ausgeübte Tätigkeit 

relativ weit (ca. 150 km Distanz, zwei Stunden Autofahrt) auseinanderlie-

gen und diese auch in zeitlicher Hinsicht – unter Zugrundelegung des Stun-

denansatzes und des Lohnes – nicht glaubhaft ist. Aus diesen Gründen ist 

der Vorinstanz nicht vorzuwerfen, dass sie den Sachverhalt diesbezüglich 

nicht zusätzlich abgeklärt hat (s. E. 3.5 hiervor). Auf weitere Sachverhalts-

abklärungen ist somit in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten und 

ausschliesslich auf den Einsatzvertrag von D._______ abzustellen.  

C-463/2020 

Seite 9 

Was die eingereichte Zimmer-Bestätigung anbelangt, ist festzustellen, 

dass aus ihr nicht ersichtlich ist, dass sich diese an den verstorbenen Vater 

des Beschwerdeführers richtet. Vielmehr sind in der Bestätigung andere 

Namen genannt. Darüber hinaus ist auch die Dauer der Zimmer-Bestäti-

gung nicht angegeben. Der Beschwerdeführer kann daraus keine allfälli-

gen Versicherungszeiten in der obligatorischen AHV/IV nachweisen. Eine 

weitere als die vorinstanzlich festgestellte Erwerbstätigkeit respektive AHV-

Beitragszahlungen sind damit nicht nachgewiesen worden. Daher ist auf 

die Feststellungen der Vorinstanz, d.h. auf die Einträge im IK, abzustellen. 

3.8 Damit hat die Vorinstanz dem verstorbenen Vater des Beschwerdefüh-

rers zu Recht lediglich elf Monate Beitragszeit angerechnet, womit die Min-

destbeitragszeit nicht erfüllt ist. 

4.  

Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob die in einem anderen FZA-Vertrags-

staat zurückgelegte Beitragszeit in der Schweiz zu berücksichtigen und an 

die fehlende Beitragszeit anzurechnen ist.  

4.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 Bst. a VO 883/2004 berechnet der zuständige 

Träger den geschuldeten Leistungsbetrag allein nach den für ihn geltenden 

Rechtsvorschriften, wenn die Voraussetzungen für den Leistungsanspruch 

ausschliesslich nach nationalem Recht erfüllt wurden (autonome Leistung). 

Im nächsten Schritt hat der zuständige Träger den theoretischen Betrag zu 

ermitteln. Der theoretische Betrag der Leistung entspricht der Leistung, auf 

die die betreffende Person Anspruch hätte, wenn alle nach den Rechtsvor-

schriften der anderen Mitgliedstaaten zurückgelegten Versicherungs- 

und/oder Wohnzeiten nach den für diesen Träger zum Zeitpunkt der Fest-

stellung der Leistung geltenden Rechtsvorschriften zurückgelegt worden 

wären (Art. 52 Abs. 1 Bst. b Ziff. i VO 883/2004; Urteil des EuGH vom 

26. Juni 1980 Menzies, Slg. 1980, 2085 N. 10). Sodann ermittelt der zu-

ständige Träger den tatsächlichen Betrag der anteiligen Leistung auf der 

Grundlage des theoretischen Betrags nach dem Verhältnis zwischen den 

nach den für ihn geltenden Rechtsvorschriften vor Eintritt des Versiche-

rungsfalls zurückgelegten Zeiten und den gesamten nach den Rechtsvor-

schriften aller beteiligten Mitgliedstaaten vor Eintritt des Versicherungsfalls 

zurückgelegten Zeiten (Bst. b Ziff. ii, siehe zur Vergleichsberechnung AN-

NETT WUNDER in: VO (EG) Nr. 883/2004, Verordnung zur Koordinierung 

der Systeme der sozialen Sicherheit, Kommentar, 2012, Art. 52 N. 8).  

C-463/2020 

Seite 10 

4.2 Nach Massgabe von Art. 52 Abs. 3 VO 883/2004 hat die betreffende 

Person gegenüber dem zuständigen Träger jedes Mitgliedstaats Anspruch 

auf den höheren der Leistungsbeträge, die nach Absatz 1 Buchstaben a) 

und b) berechnet wurden. Allerdings verzichtet der zuständige Träger auf 

die Berechnung der anteiligen Leistung gestützt auf Art. 52 Abs. 4 VO 

883/2004 in den in Anhang VIII Teil 1 genannten Fällen. Danach findet für 

die Schweiz im Bereich von Anträgen auf Alters-, Hinterlassenen- und In-

validenrenten des Grundsystems sowie auf Altersrenten des Systems der 

beruflichen Vorsorge die anteilige Berechnung keine Anwendung oder es 

wird auf eine solche verzichtet (Anhang VIII Teil 1).  

4.3 Vorliegend ist die Bestimmung, wonach die Berechnung der anteiligen 

Leistung keine Anwendung findet, einschlägig; die SAK als in der Schweiz 

zuständiger Versicherungsträger stützt sich auf die für die Schweiz gelten-

den Bestimmungen, die eine anteilige Leistungsanrechnung ausschliessen 

(vgl. Urteil des BGer 9C_440/2019 vom 2. März 2020 E. 3.4 mit Hinweisen 

auf BGE 130 V 51 E. 5.5). Eine Berechnung der anteiligen Leistung erweist 

sich somit als entbehrlich. Die ins Recht gelegten Meldebescheinigungen 

zur Sozialversicherung vom 1. März und 11. Februar 2019 (B-act. 6 Beila-

gen 1-3), der Sozialversicherungsausweis vom 11. Februar 2019 (B-act. 6 

Beilage 11) und der befristete Arbeitsvertrag mit Arbeitnehmern im Hand-

werk vom 3. Februar 2019 (B-act. 6 Beilage 4) aus Deutschland sowie der 

Versicherungsausweis vom 6. April 2019 mit der Erläuterung des Richt-

plans (B-act. 6 Beilagen 5-6) und der Arbeitsvertrag vom 22. März 2019 (B-

act. 6 Beilage 7) aus den Niederlanden können deshalb nicht berücksich-

tigt werden.  

4.4 Daraus folgt, dass die Versicherungszeit somit ausschliesslich gestützt 

auf die in der Schweiz zurückgelegten Beitragszeiten respektive die in die-

ser Periode geleisteten Beiträge nach dem AHVG und der AHVV zu ermit-

teln ist. Damit hat die Vorinstanz zu Recht keine Beitragszeit aus einem 

FZA-Vertragsstaat angerechnet.  

5.  

Weiter macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, er könne die feh-

lenden Beiträge nachbezahlen. 

5.1 Nach Art. 1a Abs. 1 Bst. a und b AHVG sind nur natürliche Personen 

mit Wohnsitz in der Schweiz oder natürliche Personen, die in der Schweiz 

eine Erwerbstätigkeit ausüben, obligatorisch bei der AHV versichert. Eine 

Nachbezahlung von Beiträgen setzt eine obligatorische Beitragspflicht als 

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Seite 11 

Nichterwerbstätiger voraus oder knüpft an einen Wohnsitz in der Schweiz 

an (vgl. Art. 16 AHVG, Frage 15: https://www.bsv.ad-

min.ch/bsv/de/home/infor-mationenfuer/versicherte/ahv.html, abgerufen 

am 28.7.2021; sinngemäss auch Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts (EVG) H43/06 vom 5. Mai 2006 E. 2 in fine). Zum Beitritt in 

die freiwillige Versicherung sind gemäss Art. 2 Abs. 2 AHVG berechtigt: 

Schweizer Bürger und Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäi-

schen Gemeinschaft oder der Europäischen Freihandelsassoziation, die 

nicht in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft oder der Eu-

ropäischen Freihandelsassoziation leben, falls sie unmittelbar vorher wäh-

rend mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren obligatorisch versi-

chert waren. Vorliegend hat der verstorbene Vater des Beschwerdeführers 

nie in der Schweiz einen Wohnsitz begründet und damit entstand auch 

keine Beitragslücke, die nachzubezahlen wäre. Ferner ist festgestellt wor-

den, dass der Beschwerdeführer die einjährige Beitragsdauer nicht erfüllt 

und folglich die 5-jährige Beitragsdauer für die freiwillige Versicherung erst 

recht nicht erfüllt. Damit ist eine Nachzahlung nicht möglich. 

5.2 Die Vorinstanz hat somit zu Recht eine Nachzahlung verneint.  

6.  

Nach dem Gesagten sind dem Beschwerdeführer lediglich elf Monate Bei-

tragszeit anzurechnen und es besteht weder die Möglichkeit einer Anrech-

nung von Beiträgen aus einem FZA-Vertragsstaat noch einer nachträgli-

chen Zahlung, weshalb der verstorbene Vater des Beschwerdeführers die 

Mindestbeitragszeit nicht erfüllt hat und demnach kein Anspruch auf eine 

aus einer Hauptrente des Vaters abgeleitete Waisenrente (vgl. bspw. Ur-

teile des BVGer C-4275/2017 vom 12. Juli 2018 E. 3.1; C-4864/2009 vom 

17. März 2011 E. 3.1.1) besteht. Die Beschwerde vom 17. Januar 2020 er-

weist sich folglich als unbegründet und ist somit vollumfänglich abzuwei-

sen.  

7.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

7.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), 

so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 

7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

C-463/2020 

Seite 12 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-

hörde ist der SAK jedoch keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 7 

Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ebenso wenig eine Parteient-

schädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

  

C-463/2020 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)  

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Beat Weber Yvette Märki 

 

 

  

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Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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