# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f59f7b3-22da-501e-b0d6-def988dc4aa7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 01.06.2015 ZK1 2015 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-66_2015-06-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 01. Juni 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 66 05. Juni 2015

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterIn Michael Dürst und Schnyder
Aktuar ad hoc Manser

In der Kindes- und Erwachsenenschutzbeschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin,

betreffend fürsorgerische Unterbringung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____, geboren am _____1990, wurde mit Verfügung vom 12. Mai 2015 
durch Dr. med. A._____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, wegen eines psy-
chischen Ausnahmezustandes mit Kontrollverlust und möglicher Selbst- und 
Fremdgefährdung fürsorgerisch untergebracht.

B. Hiergegen liess X._____ mit Eingabe vom 13. Mai 2015 (Poststempel vom 
15. Mai 2015) Rekurs (recte Beschwerde) beim Kantonsgericht von Graubünden 
erheben mit dem Antrag um Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung. Zur 
Begründung fügte sie u.a. an, dass bei ihr die Behandlung nicht mittels Zwangsun-
terbringung zu erfolgen habe. Einer ambulanten Psychotherapie hätte sie bspw. 
zugestimmt. Die Zwangsunterbringung würde ihr nicht helfen und sie stelle auch 
keine Gefahr für andere dar. Ein Hausarzt, der sie nicht kenne, könne nicht ein-
fach willkürlich behaupten, sie würde eine Gefahr für andere darstellen. Sie habe 
und werde nie jemanden etwas antun. So sei ihre psychische Veranlagung nicht. 
Sie könne für sich selbst sorgen, den Haushalt meistern und komme auch gut mit 
sich selbst klar. Sie habe Probleme und Sorgen, welche sich aber mit einer ambu-
lanten Psychotherapie behandeln lassen würden.

C. Mit Schreiben vom 18. Mai 2015 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts die Psychiatrische Klinik B._____ um einen kurzen Be-
richt zum Gesundheitszustand von X._____, zur Art der Behandlung sowie insbe-
sondere darüber, ob die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung 
weiter gegeben seien. Im eingereichten Bericht der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden, Klinik B._____, vom 19. Mai 2015 (Poststempel 20. Mai 2015) wurde 
ausgeführt, dass kurz vor dem Klinikeintritt die Staatsanwaltschaft bei X._____ 
Computer, Laptop und Handy beschlagnahmt habe, da gegen sie eine Anzeige 
wegen Stalkings gemacht worden sei. Bei X._____ sei eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung sowie eine psychische Verhaltensstörung durch Cannabi-
noide bekannt. Die Patientin präsentiere sich logorrhoeisch, teilweise sprunghaft, 
affektlabil, im Antrieb gesteigert. Es bestehe wenig Krankheits- und Behandlungs-
einsicht. Medikation lehne sie ab. Sie zeige weiterhin ein wechselhaftes Verhalten, 
starke Stimmungsschwankungen, sowie sprunghafte Gedankengänge. Am 17. 
Mai 2015 sei es zu einer Zuspitzung der Situation mit aggressivem Verhalten ge-
genüber dem Personal gekommen. Auch Suizid sei angedroht worden, was si-
chernde Massnahamen und eine einmalige Notfallmedikation nach sich gezogen 
habe. Weniger einschneidende Massnahmen als die Unterbringung in der Akut-
psychiatrie seien nicht ersichtlich.

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D. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts vom 21. Mai 2015 wurde Dr. med. C._____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 
ZGB mit der Begutachtung von X._____ betraut. Die Gutachterin wurde ersucht, 
sich zum Gesundheitszustand von X._____ sowie zur Notwendigkeit der fürsorge-
rischen Unterbringung zu äussern und insbesondere darzulegen, ob und inwiefern 
ein Bedarf an der Behandlung einer festgestellten psychischen Erkrankung bezie-
hungsweise an der Betreuung der betroffenen Person bestehe und mit welcher 
konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben des Betroffenen bezie-
hungsweise von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich 
festgestellten Krankheit beziehungsweise die Betreuung unterbliebe. Des Weite-
ren sollte sie die Frage beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbe-
darfs eine stationäre Behandlung beziehungsweise Betreuung unerlässlich sei 
oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei die Expertin auch darüber 
Auskunft zu geben habe, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- 
und Behandlungseinsicht verfüge.

Das entsprechende Kurzgutachten datiert vom 25. Mai 2015 und wurde 
dem Kantonsgericht von Graubünden am 26. Mai 2015 überbracht. Darin führte 
die Gutachterin u.a. aus, dass bei X._____ eine emotional instabile Persönlich-
keitsstörung vom Borderlinetyp vorliegen würde. Dies sei eine schwere und lang 
anhaltende Störung. Die angemessene und heute allgemein anerkannte Behand-
lung einer solchen Störung sei eine ambulante psychiatrisch-psychothera-
peutische Behandlung. Dabei sei der Aufbau einer tragenden therapeutischen Be-
ziehung die wesentliche Grundlage, um an den meist bestehenden frühen Verlet-
zungen zu arbeiten und im Behandlungsverlauf auftretende Krisensituationen im 
ambulanten Setting zu bewältigen. In Krisensituationen mit akuter Selbst- oder 
Fremdgefährdung könne eine vorübergehende stationäre Behandlung angebracht 
sein. Aktuell sei eine stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in 
der Klinik B._____ die geeignete Art der Behandlung. Frau X._____ habe eine 
gute Krankheits- und Behandlungseinsicht und wünsche sich die stationäre Psy-
chotherapie. Sie könne sich eindeutig von Selbst- und Fremdgefährdung distan-
zieren und habe dies zumindest für einige Tage erwiesen. Um ihre eigenständige 
Mitarbeit und die Motivation an der Behandlung zu unterstützen, sei aus psychia-
trischer Sicht förderlich und aus gutachterlicher Sicht auch zulässig, die Behand-
lung auf der Psychotherapiestation auf freiwilliger Basis zu vollziehen.

E. Am 01. Juni 2015 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._____ teilnahm. 

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Die Zusammensetzung und Zuständigkeit des Gerichts blieben unbestritten. Der 
Vorsitzende erläuterte X._____ den Zweck sowie den Ablauf der Verhandlung. Die 
anschliessende richterliche Befragung von X._____ bezog sich auf die Umstände, 
welche zu ihrer Einweisung in die Klinik B._____ führten, den Tagesablauf und die 
Behandlungen in der Klinik B._____, das Gespräch mit der Gutachterin Dr. med. 
C._____, das Vorhandensein eines Beziehungsnetzes, ihre aktuellen Lebensum-
stände (Wohn- und Arbeitssituation), ihre Pläne im Falle einer Entlassung aus der 
Klinik sowie ihre Bereitschaft sich einer Nachbetreuung zu unterziehen. 

F. Auf die Aussagen von X._____ anlässlich der richterlichen Befragung sowie 
auf die Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1.a) Vorliegend handelt es sich um ein Verfahren, welchem eine ärztlich ange-
ordnete fürsorgerische Unterbringung nach Art. 429 des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches (ZGB; SR 210) zugrunde liegt. Da das Kantonsgericht in solchen An-
gelegenheiten die einzige kantonale Beschwerdeinstanz ist (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 
ZGB in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetz-
buch [EGzZGB; BR 210.100]), hat die Beschwerdeführerin ihr Begehren um ge-
richtliche Überprüfung der fürsorgerischen Unterbringung an der hierfür zuständi-
gen Stelle eingereicht.

b) Gegen die am 12. Mai 2015 gestützt auf Art. 429 Abs. 1 ZGB ärztlich ver-
fügte fürsorgerische Unterbringung kann die betroffene oder eine ihr nahestehen-
de Person innert 10 Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde erhe-
ben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Die Beschwerdeführerin ist als unmittelbar Be-
troffene der Einweisungsverfügung klarerweise zu deren Anfechtung legitimiert. 
Vorliegend wurde die Beschwerdefrist mit Eingabe vom 15. Mai 2015 (Poststem-
pel) gewahrt, weshalb auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde einzu-
treten ist.

2. Art. 439 Abs. 3 ZGB sieht für die gerichtliche Überprüfung einer ärztlich an-
geordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe Anwendung der Be-
stimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 
(Art. 450a ff. ZGB) vor. Von besonderer Bedeutung ist dabei Art. 450e ZGB, der 
an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung eines durch die Kindes- und 

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Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbringungsentscheids behandelt. Vom 
Verweis nicht erfasst wird dagegen Art. 450 ZGB, weil die Vorinstanzen, die Legi-
timation und die Form der Beschwerde in Art. 439 ZGB selbständig und abschlies-
send geregelt sind (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Reusser 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 38 zu Art. 439 
ZGB). Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erst-
instanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. 
ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Daniel Steck, in: Gei-
ser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 
13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte un-
eingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle 
festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen.

3.a) Gemäss dem aufgrund des Verweises in Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss 
anwendbaren Art. 450e Abs. 3 ZGB muss bei psychischen Störungen für den Ent-
scheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein 
Gutachten eingeholt werden. Das Gutachten muss von einer unabhängigen, im 
laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt wer-
den und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Ver-
fahren stellenden Fragen äussert (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 48 ff. zu 
Art. 439 ZGB und Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar 
zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB sowie BGE 137 III 
289 E. 4.4 f. und Urteil des Bundesgerichts 5A_63/2013 vom 7. Februar 2013 E. 5, 
jeweils noch zum bisherigen Recht und nunmehr zum neuen Recht Urteil des 
Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.2). Mit dem am 25. Mai 
2015 erstatteten Kurzgutachten von Dr. med. C._____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, welche die Beschwerdeführerin am 22. Mai 2015 in der Klinik 
B._____ persönlich untersuchte und auch die Einweisungsverfügung vom 12. Mai 
2015 von Dr. med. A._____ sowie die Berichte der Klinik B._____ konsultierte, 
wurde dieser Vorschrift Genüge getan.

b) Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB sieht vor, dass die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören muss, was fak-
tisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. 
Christof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, 
N 848 f.). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 01. Juni 
2015 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

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4.a) Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können auch die von 
den Kantonen bezeichneten Ärzte und Ärztinnen eine fürsorgerische Unterbrin-
gung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen nicht überschreiten darf, anord-
nen (Art. 429 Abs. 1 ZGB). Dabei hat die Ärztin oder der Arzt die betroffene Per-
son persönlich zu untersuchen und anzuhören (Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr an-
schliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen 
Angaben auszuhändigen (Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB).

b) Was die verfahrensrechtlichen Anforderungen angeht, kann vorab festge-
halten werden, dass der angefochtene Unterbringungsentscheid vom 12. Mai 
2015 des anordnenden Arztes, Dr. med. A._____, Facharzt FMH für Allgemein-
medizin (act. 01.1) diesen zu genügen vermag. So geht aus dem Entscheid selber 
hervor, dass die Beschwerdeführerin von dem vorerwähnten Arzt persönlich un-
tersucht und angehört worden ist. Alsdann enthält der entsprechende Entscheid 
die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Auf der Ein-
weisungsverfügung fehlt jedoch die unterschriftliche Bestätigung der Beschwerde-
führerin, da sie die Unterschrift nach Angaben des Arztes verweigert hat. Dieser 
Umstand ist letztlich unbeachtlich, da die Beschwerdeführerin die Verfügung of-
fensichtlich erhalten hat und das gerichtliche Verfahren zur Überprüfung ihrer Un-
terbringung in der Klinik B._____ umgehend einleiten konnte. Zudem war Dr. med. 
A._____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, als im Kanton Graubünden zur 
selbständigen Berufsausübung zugelassener Arzt gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a 
EGzZGB in Verbindung mit Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und Erwachse-
nenschutz (KESV; BR 215.010) zur Anordnung der Unterbringung in der Klinik 
B._____ legitimiert.

5. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Absatz 2). Die betroffene Person wird 
entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Absatz 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der per-
sönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor 
Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betrof-
fenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu: Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062). Erste gesetzliche Voraus-
setzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend ge-

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nannten (vgl. Bernhart, a.a.O., N 262; Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 12 zu 
Art. 426 ZGB; Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, 
Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 34 zu Art. 426 ZGB) Schwächezustände: psy-
chische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich 
ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der 
Behandlung beziehungsweise Betreuung. Weitere Voraussetzung bildet, dass der 
Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch 
eine Einweisung beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Anstalt gewährt wer-
den kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Ur-
teile des Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.1, 5A_346/2013 
vom 17. Mai 2013 E. 1.2). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegen-
seitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand 
allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern im-
mer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. 
Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung 
aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer mil-
deren Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die 
Unterbringung für den angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB).

6. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. C._____ vom 25. Mai 2015 (act. 06) 
ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin an einer emotional instabilen Per-
sönlichkeitsstörung vom Borderlinetyp (ICD-10: F60.31) leidet. Dieses Krankheits-
bild stellt eine psychische Störung im Sinne der gesetzlichen Bestimmung von 
Art. 426 Abs. 1 ZGB dar (vgl. Bernhart, a.a.O., N 295). Die Gutachterin führt aus, 
dass die Beschwerdeführerin aufgrund eines psychischen Ausnahmezustands mit 
Kontrollverlust per fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik B._____ eingewie-
sen worden sei. Innerhalb der stationär geschlossenen Behandlung sei es am 17. 
Mai 2015 erneut zu aggressivem Verhalten gegenüber dem Personal mit einer 
Suiziddrohung gekommen. In der Zwischenzeit habe sich die Beschwerdeführerin 
soweit stabilisiert, dass sie sich konstant an die Regeln gehalten habe und koope-
rativ gewesen sei. Daher werde ihr nun ein unbegleiteter Ausgang (von 3 x eine 
Stunde) gewährt. Aufgrund der klaren Haltung ihrer Mutter zeige sich die Be-
schwerdeführerin jetzt auch bereit für eine stationäre Psychotherapie in der Klinik 
B._____. Sie zeige eine differente und glaubwürdige Krankheitseinsicht und wün-
sche sich ausdrücklich, sich freiwillig auf der Psychotherapiestation behandeln zu 
lassen. Zum Psychostatus der Beschwerdeführerin führt die Gutachterin aus, dass 
sie eine gepflegte junge Frau in gutem Allgemein- und Ernährungszustand sei. Im 

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Verhalten sei sie offen und höfflich. Auf die Beine habe sie sich mit Kugelschreiber 
etliche Sätze wie bspw. "ich will leben" geschrieben. Sie rede schnell und lebhaft 
und wirke dabei etwas getrieben, lasse sich aber ohne weiteres strukturieren. Die 
von der Gutachterin gestellte Diagnose der emotional instabilen Persönlichkeitss-
törung vom Borderlinetyp (ICD-10: F60.31) deckt sich sodann mit der Diagnose 
der Klinik B._____, welche anlässlich des Eintritts der Beschwerdeführerin in die 
Klinik erstellt wurde (act. 04.2). Wie aus den fremd-anamnestischen Angaben des 
Kurzgutachtens von Dr. med. C._____ (act. 06) und dem Eintrittsbericht der Klinik 
B._____ (act. 04.2) zu lesen ist, ist die Beschwerdeführerin sodann selbst der 
Meinung, dass sie an einer Persönlichkeitsstörung des Typs Borderline leiden 
würde. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 01. Juni 2015 führte die Beschwer-
deführerin aus, dass sie schon früher mit Psychiatern bzw. Psychologen in Kon-
takt gewesen. Sie habe gemerkt, dass sie Hilfe brauche und habe sich diese dann 
geholt. Mit ihrer früheren Psychologin habe sie viel an sich gearbeitet und sie sei-
en auch an einem Invalidenverfahren daran gewesen, da sie nicht selber arbeiten 
und sich ernähren könne. Ihre Psychologin und ihre Krankenakte seien dann spur-
los verschwunden und alles sei schief gelaufen. Vor der fürsorgerischen Einwei-
sung habe sie sich bei der Klinik B._____ bereits selber informiert, ob dort ein Ein-
zelzimmer für sie frei sei. Sie habe sich dann aber nicht zum Eintritt entschliessen 
können, da es ein solches nicht gegeben habe. Der Diagnose der Borderline-
Störung widersprach die Beschwerdeführerin denn auch vor dem Kantonsgericht 
nicht und fügte an, dass Borderline eine Persönlichkeitsstörung sei, welche auf der 
frühen Kindheit beruhe. Ihre Störungen würden auf den Jahren von null bis drei-
zehn beruhen. Ihr Vater sei nie für sie da gewesen oder hätte sich für sie interes-
siert. Sie habe mit dreizehn das erste Mal von sich aus ihren Vater angerufen und 
habe "Hallo" gesagt. Aufgrund der ärztlichen Diagnosen und des Gesagten ist je-
denfalls hinreichend erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin ein Schwächezu-
stand in Form einer psychischen Störung vorliegt. Sowohl die Gutachterin als auch 
die Klinik B._____ diagnostizieren bei der Beschwerdeführerin zusätzlich eine 
Störung durch Cannabinoide (schädlicher Gebrauch; ICD-10: F12.1). Auf diese 
Diagnose wird jedoch weder von der Gutachterin noch seitens der Klinik substan-
ziert eingegangen, weshalb der erwähnten Störung durch Cannabinoide vorlie-
gend keine eigenständige Bedeutung zukommen kann.

7.a) Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung resp. Betreuung. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, 
dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechter-

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halten werden darf, wenn mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von 
einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, 
dass es zur Beurteilung eines Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich 
sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffe-
nen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachter-
lich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 
E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 
5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 
E. 5.3). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Vor-
aussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschrei-
bung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum bisherigen Recht re-
striktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen, welche der sog. 
Drehtürpsychiatrie entgegen wirken sollte (vgl. Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7063). Bei richtiger Auslegung galt 
indessen bereits unter altem Recht, dass eine Entlassung zu unterbleiben hatte, 
solange die Voraussetzungen für eine Einweisung gegeben waren. Insofern hat 
sich die Rechtslage nicht verändert. Der Entscheid über die Entlassung ist stets 
anhand des Zustandes des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen 
(vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interes-
senabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, näm-
lich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Ent-
lassungszeitpunkt vorzunehmen.

b) Wie bereits erwähnt, wurde die fürsorgerische Unterbringung von X._____ 
aufgrund eines psychischen Ausnahmezustands mit Kontrollverlust und möglicher 
Fremd- sowie Eigengefährdung angeordnet, weil sie laut weinend und schimpfend 
(im Eintrittsbericht der Klinik B._____ wird von drohend gesprochen) durch das 
Dorf (O.1_____) gelaufen war. Bereits im Eintrittsbericht vom 12. Mai 2015 (act. 
04.2) wurde jedoch eine Selbst- und Eigengefährdung durch die Klinik B._____ 
verneint. Die Patientin sei bei ihrem Eintritt wach, in allen Qualitäten orientiert, 
freundlich und zugewandt gewesen. Im formalen Denken sei sie logorrhoeisch, 
teilweise sprunghaft und umständlich. Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen 
sowie Ängste und Zwänge wurden durch die Klinik B._____ verneint. Suizidge-
danken seien durch die Beschwerdeführerin glaubhaft verneint worden und es 
seien aktuell keine Hinweise auf Fremdgefährdung vorhanden. Gemäss dem Be-
richt der Klinik B._____ vom 19. Mai 2015 (act. 04) sei es am 17. Mai 2015 zu ei-
nem aggressivem Verhalten der Beschwerdeführerin gegenüber dem Pflegeper-
sonal sowie der Androhung von Suizid gekommen. Aus diesem Grund sei es zu 

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einer einmaligen Notfallmedikation und sichernden Massnahmen gekommen. Die 
Beschwerdeführerin äusserte sich vor Kantonsgericht zu diesem Vorfall dahin, 
dass sie nicht zufrieden gewesen sei, wie man in der Klinik mit den Patienten - 
unter anderem ihr - umgehen würde. Sie habe oft vermittelt, dass sie einen Arzt 
bzw. jemanden zum Reden brauchen würde. Sie habe sich dann immer weiter in 
die "Sache" rein gesteigert und gemerkt, dass man halt mal einen "Töggelikasten" 
umwerfen müsse, damit mal jemand komme. Als die Ärzte gekommen seien, sei 
sie ganz ruhig gewesen. Man hätte sich einfach mit ihr in einen Raum setzen kön-
nen und mit ihr darüber sprechen, was ihr viel besser getan hätte. Trotzdem sei 
sie auf das Bett geschnallt worden. Es stimme jedoch, dass sie in diesem Moment 
angedroht habe, sich umzubringen. Dies seien bei ihr jedoch nur leere Drohungen. 
Sie wolle leben, was sie sich auch mit Kugelschreiber aufs Bein geschrieben ha-
be. Sie wäre längst nicht mehr hier, wenn sie nicht mehr leben wollen würde. Ihre 
Erfahrung sei, dass die Ärzte nie ansprechbar seien. Wenn sie einen Arzt ge-
braucht hätte, sei nie einer da gewesen. Die Ärzte seien immer erst gekommen, 
wenn etwas nicht gut gewesen sei. Dies sei der Grund für diesen einmaligen Vor-
fall gewesen, welcher nicht mehr vorkommen werde. Sie habe keine Probleme mit 
dem Pflegepersonal und sei sonst immer ruhig gewesen. Dr. med. C._____ 
kommt in ihrem Kurzgutachten sodann zum Schluss, dass sich die Beschwerde-
führerin nach dem vorerwähnten Vorfall vom 17. Mai 2015 soweit stabilisiert habe. 
Sie distanziere sich klar von einer Selbst- oder Fremdgefährdung und habe dies 
auch über mehrere Tage erwiesen. Zu ihrem aktuellen Psychostatus wird von der 
Gutachterin ausgeführt, dass sie gepflegt und in einem guten Allgemein- und 
Ernährungszustand sei. Im Verhalten sei sie offen und höflich. Es gebe keine Hin-
weise auf Wahrnehmungsstörungen, Wahngedanken oder andere Denkstörungen. 
Inhaltlich sei sie klar und geordnet. Die Stimmung sei aktuell ausgeglichen, mit 
deutlicher affektiver Modulation. Sie reflektiere die eigene Krankheitssituation mit 
Einsicht und könne sogar akzeptieren, dass sie einmal aufs Bett geschnallt wor-
den sei. Sie habe bezüglich der Weiterbehandlung eigene, begründete Vorstellun-
gen. Vorliegend wurde eine Eigengefährdung der Beschwerdeführerin bereits im 
Eintrittsbericht der Klinik B._____ als - nach dem Vorfall vom 17. Mai 2015 - auch 
von der Gutachterin verneint. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie 
angedroht habe, sich selbst umzubringen. Dies seien bei ihr jedoch nur leere Dro-
hungen. Sie wolle leben, was – soweit dies das Gericht beurteilen kann – glaub-
haft ist. Die Gutachterin ist der Meinung, dass trotz aktuell fehlender Selbstgefähr-
dung trotzdem eine (freiwillige) stationär psychiatrische Behandlung erforderlich 
sei, da es bei einer Entlassung in die Wohnung in O.1_____ wahrscheinlich in 
kürzester Frist wieder ein Konflikt mit ihrer Mutter entstehen würde, der erneut zu 

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einer psychischen Krisensituation mit durchaus möglicher Selbstgefährdung 
führen könne. Die Selbstgefährdung könne auch aus der Situation heraus entste-
hen, dass sich die Beschwerdeführerin momentan überall unerwünscht und hei-
matlos fühle. Sie benötige eine Behandlung der inneren Spannungs- und Konflikt-
zustände und die Betreuung an einem Ort, wo sie sich akzeptiert fühle. Da die Be-
urteilung, ob die Voraussetzungen für eine Einweisung noch gegeben sind, an-
hand des Zustandes der Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt vorzunehmen ist und 
aufgrund der Aussagen der Gutachterin aktuell nicht von einer Selbstgefährdung 
ausgegangen werden kann, ist die weitere Aufrechterhaltung der fürsorgerischen 
Unterbringung als unverhältnismässig zu qualifizieren. Die Voraussetzungen für 
eine Unterbringung sind zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr erfüllt. Zwar ist nicht 
auszuschliessen, dass es bei einer Rückkehr der Beschwerdeführerin in die Feri-
enwohnung ihrer Mutter in O.1_____ - aufgrund ihrer Borderlineerkrankung - 
früher oder später wieder zu Konflikten mit ihrer Mutter kommen wird. Aufgrund 
der Akten und auch der Aussage der Beschwerdeführerin, dass sie sich nicht um-
bringen wolle, kann jedoch nicht von einer hinreichend konkreten und unmittelba-
ren Selbstgefährdung der Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Es erscheint 
ohnehin fraglich, ob zum Zeitpunkt der Einweisung in die Klinik B._____ überhaupt 
eine Selbstgefährdung vorgelegen hat. Es ist einzig von einem auffälligen Verhal-
ten (laut weinend und schreiend durchs Dorf gehen) die Rede, wobei keine An-
haltspunkte auf eine konkrete Selbstgefährdung erwähnt werden, wobei die Klinik 
B._____ gleichentags in ihrem Eintrittsbericht eine Eigengefährdung verneint hat. 
Von einer Fremdgefährdung kann bei der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht aus-
gegangen werden. Weder aus den Akten noch anlässlich der richterlichen Befra-
gung lassen sich irgendwelche Hinweise auf eine konkrete und aktuelle Gefähr-
dungssituation für Dritte erkennen. Einzig in der Einweisungsverfügung wird von 
einer möglichen Fremdgefährdung gesprochen, ohne dass jedoch erkennbar wä-
re, was für eine Gefahr von der Beschwerdeführerin ausgegangen ist. Eine solche 
lässt sich denn auch nicht aus dem erwähnten aggressiven Verhalten gegenüber 
dem Klinikpersonal herauslesen. Die Beschwerdeführerin bestreitet in ihrer Be-
schwerdeschrift denn auch, dass von ihr eine Gefahr für Andere ausgehe. Sie ha-
be und werde nie jemanden etwas antun. So sei ihre psychische Veranlagung 
nicht. Der einweisende Arzt würde willkürlich behaupten, dass von ihr eine Fremd-
gefährdung ausgehen würde. Eine Fremdgefährdung lässt sich unter den gegebe-
nen Umständen nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht begründen.

8.a) Als weitere Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbringung darf die 
nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen können als durch die 

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Einweisung resp. Zurückbehaltung in einer Einrichtung. Weil eine Unterbringung 
stets eine schwerwiegende Einschränkung der persönlichen Freiheit darstellt, 
muss sie verhältnismässig sein. Mit anderen Worten muss die Unterbringung in 
einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu er-
füllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde (vgl. 
dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB und Guillod, a.a.O., 
N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt in den Worten der Botschaft zur 
Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches deshalb nur als ultima ratio in 
Betracht (a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahmen kommen ambulante Mass-
nahmen, die Nachbetreuung sowie die freiwillige Sozialhilfe in Frage.

b) Die Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin hinsichtlich der dia-
gnostizierten emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetyp (ICD-
10: F60.31) ist nicht von der Hand zu weisen und wird von der Beschwerdeführe-
rin – wie vorstehend in Erwägung 6 ausgeführt – anerkannt. Dies genügt jedoch – 
mangels einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen 
Ausmass – nicht für die Aufrechterhaltung einer fürsorgerischen Unterbringung 
gegen den Willen der Beschwerdeführerin. Da die Beschwerdeführerin bereit ist, 
sich freiwillig einer - auch stationären - Psychotherapie zu unterziehen und es ihr 
weder an Krankheits- noch Behandlungseinsicht fehlt, kann die adäquate Behand-
lung ihrer psychischen Erkrankung nach der Aufhebung der fürsorgerischen Un-
terbringung ohne weiteres im Rahmen einer freiwilligen stationären eventuell auch 
ambulanten Nachbehandlung erfolgen. Sodann ist auch die Gutachterin der Mei-
nung, dass für die Behandlung einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
vom Typ Borderline der Aufbau einer tragenden therapeutischen Beziehung die 
wesentliche Grundlage sei, um an den meist bestehenden frühen Verletzungen zu 
arbeiten. Um die eigenständige Mitarbeit der Beschwerdeführerin an der Behand-
lung und die Motivation hierfür zu unterstützen, sei aus psychiatrischer Sicht för-
derlich und aus gutachterlicher Sicht auch zulässig, die Behandlung auf der Psy-
chotherapiestation auf freiwilliger Basis zu vollziehen. Damit ist die Aufrechterhal-
tung der fürsorgerischen Unterbringung auch aus diesem Grund als unverhältnis-
mässig zu qualifizieren.

9.a) Gemäss Art. 436 ZGB haben die behandelnden Ärzte bei Vorliegen einer 
Rückfallgefahr mit der betroffenen Person ein Austrittsgespräch zu führen, um zu 
versuchen, mit ihr die Behandlungsgrundsätze für den Fall einer erneuten Unter-
bringung in der Einrichtung zu vereinbaren. Im Rahmen dieses Austrittsge-
spräches ist auch auf die Frage der Nachbetreuung einzugehen. Gestützt auf 
Art. 437 Abs. 1 ZGB sind die Kantone verpflichtet, nach einer beendeten fürsorge-

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rischen Unterbringung die Nachbetreuung zu regeln. Dazu können die Kantone 
gemäss Abs. 2 der vorerwähnten Bestimmung auch ambulante Massnahmen vor-
sehen. Da die Nachbetreuung im Einzelfall auf die individuelle Situation zuge-
schnitten werden muss, wurde auf die Aufzählung von geeigneten Massnahmen 
verzichtet (vgl. Botschaft betreffend die Teilrevision des EGzZGB [Umsetzung 
neues Kindes- und Erwachsenenschutzrecht] vom 20. September 2011 Heft 
Nr. 9/2011-2012, S. 1063). Nach der Intention des Gesetzgebers soll die Nachbe-
treuung in erster Linie in Zusammenarbeit mit der betroffenen Person und in ge-
genseitigem Einvernehmen festgelegt werden. Art. 54 Abs. 1 EGzZGB sieht des-
halb vor, dass der behandelnde Arzt bei Bedarf mit der untergebrachten Person 
vor der Entlassung eine geeignete Nachbetreuung vereinbaren kann. Kommt kei-
ne solche Vereinbarung zustande, kann die Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde bei Rückfallgefahr auf Antrag des behandelnden Arztes eine geeignete 
Nachbetreuung für höchstens zwölf Monate anordnen (Art. 54 Abs. 2 EGzZGB). 
Mit dieser Vorgehensweise soll ein Rückfall auch dann möglichst vermieden wer-
den, wenn die Kooperationsbereitschaft, beispielsweise mangels Krankheitsein-
sicht, fehlt (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 1063). Als Teil der Nachbetreuung kann die 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde auch ambulante Massnahmen anord-
nen, die geeignet erscheinen, eine fürsorgerische Unterbringung zu verhindern 
oder einen Rückfall zu vermeiden (Art. 55 Abs.1 EGzZGB). Dazu gehört unter an-
derem die Verpflichtung, regelmässig eine fachliche Beratung oder Begleitung in 
Anspruch zu nehmen und sich an die damit verbundenen Anweisungen zu halten 
oder sich einer medizinisch indizierten Behandlung oder Therapie zu unterziehen 
(Art. 55 Abs. 2 lit. a und lit. b EGzZGB).

b) Vorliegend ist aufgrund der Akten ausgewiesen, dass die Beschwerdeführe-
rin aus medizinischer Sicht behandlungsbedürftig ist. Anlässlich der mündlichen 
Hauptverhandlung und des Untersuchungsgesprächs mit der Gutachterin Dr. med. 
C._____ hat sich die Beschwerdeführerin dahin geäussert, dass sie den nächsten 
logischen Schritt darin sehe, dass sie sich nach der Aufhebung der fürsorgeri-
schen Unterbringung freiwillig für ein paar Monate auf der Psychotherapiestation 
behandeln lassen wolle. Sie wolle eine Psychotherapie anfangen, die ein bisschen 
Bestand habe und falls sie den Therapeuten wieder verlieren würde, dann auch 
eine Krankengeschichte vorhanden sei. Sie habe bereits vor der Einweisung vom 
12. Mai 2015 Abklärungen für den Besuch einer Psychotherapie anhand genom-
men. In dieser Hinsicht wird davon Vormerk genommen, dass sich die Beschwer-
deführerin ausdrücklich dazu bereit erklärte, noch weiterhin auf der Therapiestati-
on der Klinik B._____ zu verbleiben.

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10. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Voraussetzungen für eine fürsorge-
rische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB nicht (mehr) erfüllt sind, weshalb die 
vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die ärztliche Einweisungsverfügung 
vom 12. Mai 2015 aufzuheben ist. Die ärztliche Leitung der Klinik B._____ wird 
angewiesen, im Rahmen des Austrittsgesprächs auf den Abschluss einer Verein-
barung über eine geeignete stationäre oder ambulante Nachbetreuung hinzuwir-
ken.

11. Zu prüfen bleibt, wer die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen hat. 
Art. 450f ZGB verweist hinsichtlich der Verfahrensbestimmungen auf die Vorschrif-
ten der ZPO, welche sinngemäss anzuwenden sind, sofern die Kantone nichts 
anderes bestimmen. Im Kanton Graubünden verweist Art. 60 Abs. 2 EGzZGB 
ebenfalls auf die subsidiäre Anwendbarkeit der Bestimmungen der ZPO und der 
kantonalen Einführungsgesetzgebung, soweit das EGzZGB keine abweichenden 
Bestimmungen enthält. Letzteres ist hinsichtlich der Gerichtskosten nicht der Fall, 
so dass die Zivilprozessordnung als subsidiäres kantonales Recht zur Anwendung 
gelangt. Das Beschwerdeverfahren im Zusammenhang mit einer Anfechtung einer 
fürsorgerischen Unterbringung stellt kein Zweiparteienverfahren dar. Der die für-
sorgerische Unterbringung verfügende Arzt oder allenfalls die Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde haben nicht die prozessuale Stellung einer Gegenpar-
tei, sondern gelten als Vorinstanz, so dass die Anwendung von Art. 106 ZPO von 
vornherein ausser Betracht fällt. Eine Kostenauflage an die verfügende Instanz 
fällt vorliegendenfalls auch gestützt auf Art. 108 ZPO, wonach derjenige unnötige 
Prozesskosten zu bezahlen hat, der sie verursacht hat, ausser Betracht. Die Be-
schwerdeführerin ist mit ihrem Antrag auf Entlassung aus der fürsorgerischen Un-
terbringung vollständig durchgedrungen. Bei diesem Verfahrensausgang gehen 
die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 2'416.00, bestehend aus 
Fr. 1'500.00 Gerichtsgebühr und Fr. 916.00 Gutachterkosten, zu Lasten des Kan-
tons Graubünden.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Be-
schwerdeführerin bereit erklärt hat, auf freiwilliger Basis in der Klinik 
B._____ zu verbleiben und sich einer Psychotherapie zu unterziehen.

2. Die ärztliche Leitung der Klinik B._____ wird angewiesen, im Rahmen eines 
Austrittsgesprächs gemäss Art. 436 ZGB auf den Abschluss einer Verein-
barung über eine geeignete stationäre oder ambulante Nachbetreuung hin-
zuwirken.

3. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden wird angewie-
sen, zu prüfen, ob die persönlichen oder finanziellen Angelegenheiten der 
Beschwerdeführerin gefährdet sind (Art. 443 Abs. 2 ZGB).

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 2'416.00 (Fr. 
1'500.00 Gerichtsgebühr und Fr. 916.00 Gutachterkosten) verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: