# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de3c6154-637b-5961-9910-73b1a9d7436d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 11.06.2015 R 2015 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2015-12_2015-06-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 15 12

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Audétat, Moser 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 11. Juni 2015 

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Christian Fey, 

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baubescheid

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1. Am 8. Juli 2013 bewilligte die Gemeinde X._____ das Gesuch von 

A._____ und B._____ für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Gara-

ge vom 30. April 2013 mit Änderung vom 29. Juni 2013 auf Parzelle 4926 

in X._____. Teil der Baubewilligung vom 8. Juli 2013 ist die auf dem Bau-

eingabeplan vom 29. Juni 2013 auf der Parzellengrenze eingezeichnete 

Mauer, die das Grundstück gegenüber der C._____strasse und der Via 

D._____ abgrenzt. In der Folge wurde das Bauvorhaben realisiert. Statt 

der ursprünglich geplanten Mauer erstellten A._____ und B._____ an der 

gleichen Stelle einen 1.67 bis 1.70 m hohen Zaun aus weisspulverbe-

schichteten Aluminiumplatten mit ca. 20 cm Abstand zur Grenze.

2. In der Folge wurde der erstellte Zaun seitens der Gemeinde beanstandet. 

Daraufhin beantragten A._____ und B._____ am 18. November 2014 eine 

Projektänderung unter anderem für den beanstandeten Zaun.

3. Am 15./19. Dezember 2014 wies der Gemeindevorstand X._____ das 

Projektänderungsgesuch ab.

Die Einfriedung sei als Mauer gemäss Baubewilligung zu erstellen. Die 

einheitliche Erscheinung dieser vier eng aufeinander gebauten Einfamili-

enhäuser gehe individuellen Gestaltungsbedürfnissen vor. Der wider-

rechtlich erstellte Zaun sei bis zum 31. März 2015 abzubauen, auf ein 

Bussverfahren werde verzichtet.

4. Dagegen erhoben A._____ und B._____ (Beschwerdeführer) am 29. Ja-

nuar 2015 Beschwerde und beantragten die Aufhebung dieses Ent-

scheids und das Projektänderungsgesuch vom 18. November 2014 sei zu 

bewilligen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und 

die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wir-

kung zu erteilen (am 9. Februar 2015 vom Instruktionsrichter erteilt).

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Nebst der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht 

betreffend Wiederherstellung brachten die Beschwerdeführer besonders 

vor: Der Zaun halte die Abstandsvorschriften und zulässigen Höhenmas-

se unbestritten ein. Die Gemeinde sei nur mit der Wahl des verwendeten 

Materials, nämlich statt einer Betonmauer eine weisspulverbeschichtete 

Aluminiumzaunwand, nicht einverstanden. Es gebe hier keine speziellen 

Gestaltungsvorschriften, auch keinen Quartierplan. Die Gemeinde stütze 

sich möglicherweise auf Art. 73 Abs. 1 KRG. Wenn der Bauherr eine ge-

stalterische Lösung treffe, die sich als vertretbar erweise, dürfe die Bewil-

ligungsbehörde diese auch dann nicht verweigern, wenn sie eine andere, 

ebenso vertretbare Lösung derjenigen des Bauherrn vorziehe.

Im Wohnquartier nördlich der C._____strasse gebe es Mehr- und Einfami-

lienhäuser verschiedenster Baujahre und verschiedenster gestalterischer 

Qualität, Flachdach- und Giebeldachhäuser, ein- und mehrstöckige Ge-

bäude, verschiedene Fassadengestaltungen und auch viele verschiedene 

Arten von Einfriedungen. In der unmittelbaren Umgebung gebe es Be-

tonmauern, Maschendrahtzäune, Holzlattenzäune, Hecken, Holzwände 

und auch weisse Aluminiumzaunwände. Schreibe die Gemeinde, der 

Aluminiumzaun sei nicht zulässig, weil die Einheit der vier in der aufein-

ander gebauten Einfamilienhäuser (gemeint: Parzellen 4725, 4726, 649 

und ihre Parzelle 4926) individuellen Gestaltungsbedürfnissen vorgehe, 

habe dies keine sachliche Rechtfertigung. Mit einer Betonmauer auf Par-

zelle 4926 könne keine bessere Gestaltung erreicht werden. Andere 

Grundeigentümer hätten ihre Einfriedungen nach Belieben errichten dür-

fen. Bis anhin sei fast jede Art von Einzäunung als mit dem Quartierbild 

vereinbar betrachtet worden. Auf Parzelle 648 sei denn auch ein weisser 

Aluminiumzaun errichtet worden.

Die bereits erstellten Häuser auf Parzellen 4725 und 4726 - das auf Par-

zelle 649 sei noch im Rohbau -  wichen ebenfalls in der Gestaltung erheb-

lich vom Haus der Beschwerdeführer ab. Sie seien weiss verputzt und 

hätten im ersten Stock durchgehende, schwarz gerahmte und mit schwa-

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rzen Flächen ausgefüllte Fensterfronten. Sie hätten auch keinen über-

dachten Gartensitzplatz.

5. Am 17. Februar 2015 beantragte die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) 

die Abweisung der Beschwerde, soweit diese nicht ausdrücklich aner-

kannt werde.

Ziff. 2 des angefochtenen Entscheides betreffend Wiederherstellung wer-

de widerrufen, weil das rechtliche Gehör diesbezüglich von ihr verletzt 

worden sei.

Die knappe Begründung in Baubescheid vom 19. Dezember 2014 genü-

ge. Es geht daraus hervor, dass die Projektänderung aus ästhetischen 

Gründen nicht bewilligt habe werden können und dass der Baubehörde 

das Erscheinungsbild der Gesamtüberbauung mit den vier eng aufeinan-

der gebauten Einfamilienhäusern wichtig sei.

Art. 73 Abs. 1 KRG sei verletzt. Aufgrund dieser Bestimmung seien aus 

ästhetischer Sicht relativ hohe Anforderungen an ein Bauvorhaben zu 

stellen und den Gemeinden komme bei der Auslegung von Ästhetikfragen 

ein geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu.

Die Ortsüblichkeit sei nicht von grosser Bedeutung und massgebend sei 

nur die Frage, ob sich die geplante Baute so einordne, dass mit der Um-

gebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entstehe. Dies sei 

hier nicht der Fall.

Für die vier Häuser sei versucht worden, ein einheitliches Erscheinungs-

bild zu gewährleisten. Dazu habe man gegenseitig Näher- und Grenzbau-

rechte begründet. Die vier Häuser wiesen gleiche Abstände zu den Er-

schliessungsstrassen auf und seien hinsichtlich der Gebäudekuben prak-

tisch identisch. Die Zwischenbauten zwischen den eigentlichen Wohn-

häusern und die Einfriedungen seien überall gleich respektive sollten 

überall gleich sein, nämlich in Form von Betonmauern. Auch diese stellten 

ein gestalterisches Element dar, um die Einheitlichkeit der gesamten 

Überbauung sicherzustellen. Dies sei für die Gemeinde von grosser Wich-

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tigkeit. Die weisspulverbeschichtete Aluminiumzaunwand beeinträchtige 

die Einheitlichkeit, so dass die gute Gesamtwirkung nicht mehr gewähr-

leistet sei.

Die Wand sei mit 1.7 m höher als bewilligt (1.5 m) und sei um 20 cm von 

der Parzellengrenze zurückversetzt. Auch diesbezüglich werde die gute 

Gesamtwirkung im Gebiet gestört, weil unterschiedliche Höhen und Ab-

stände vorlägen.

Die Weisspulverbeschichtung sei penetrant und aufdringlich. Der Zaun 

falle entlang der Kantonsstrasse auch bereits von weit her negativ auf und 

beeinträchtige das Erscheinungsbild.

Die Beschwerdegegnerin habe die Beschwerdeführer schon bei der Pla-

nung für das ursprüngliche Gesuch auf die Notwendigkeit einer Mauer wie 

bei den bereits gebauten Häusern hingewiesen. In den Baueingabeplä-

nen sei sie denn auch als „Mauer neu, Höhe maximal 1.5 m“ eingetragen 

mit dem Vermerk „Flucht wie bestehende Mauer Parzelle 4726“. Die Bau-

behörde habe gerade das gewollt. Die Mauer sei auch so bewilligt wor-

den. Jetzt unterliefen die Beschwerdeführer dieses Anliegen der Bau-

behörde.

6. Am 25. Februar 2015 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren 

Anträgen fest.

Wohl möge es früher eine private Studie gegeben haben, wonach die vier 

genannten Parzellen mit vier gleichen Häusern hätten überbaut werden 

sollen. Sie seien aber weder Teil einer Quartierplanung noch einer ande-

ren Detailplanung der Gemeinde gewesen. Die Studie sei folglich nie so 

realisiert worden, denn die zwei Parzellen 649 und (recte) 4926 der Be-

schwerdeführer seien vom ursprünglichen Eigentümer veräussert worden. 

Die Beschwerdeführer hätten keine Verpflichtungen zur Erstellung eines 

Hauses nach dieser Projektstudie erworben, sondern hätten es selbst-

ständig erstellt. Massgebend sei das Baugesetz und dieses schreibe nir-

gends vor, dass Häuser benachbarter Parzellen ähnlich zu gestalten sei-

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en. Dies sei hier auch nie so gehandhabt worden. Auch eine privatrechtli-

che Verpflichtung zur Erstellung eines Hauses im Sinne der privaten Pro-

jektstudie von 2009 habe nicht bestanden und bestehe auch heute nicht. 

Näherbaurechte bezweckten lediglich, die geltenden Grundgrenzabstän-

de unterschreiten zu dürfen, nicht aber dies zu müssen. Daraus könne 

nichts abgeleitet werden.

Somit liege eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung der 

Beschwerdeführer gegenüber anderen Eigentümern im Quartier vor.

Das Argument, der weisse Aluminiumzaun sei penetrant und aufdringlich, 

müsste auch für denjenigen auf Parzelle 648 im Quartier gelten. Alle 

Nachbarn müssten ausserdem aus kurzer Distanz dauernd auf diesen 

Zaun schauen, während an der Hauptstrasse vorne beim Grundstück der 

Beschwerdeführer die gegenüberliegenden Häuser weiter entfernt seien 

und direkt gegenüberliegend eine Autogarage stehe, die den gestalteri-

schen Eindruck des Ortsbildes stärker beeinträchtige als der Zaun.

7. Am 14. April 2015 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren An-

trägen fest.

Es sei nie behauptet worden, die vier Parzellen seien Teil einer Quartier-

planung gewesen. Es existiere lediglich die angesprochene private Stu-

die.

Das Fehlen eines Quartierplans ändere aber nichts daran, dass die Ge-

meinde ihren Ermessenspielraum als Beurteilung der Einfriedung nicht 

verletzt habe. Die vier Häuser hätten ein einheitliches Erscheinungsbild, 

was von Anfang an von Seiten der Beschwerdegegnerin gewünscht und 

gefordert gewesen sei. Deshalb habe man die gegenseitigen Näher- und 

Grenzbaurechte begründet und die gleichen Abstände zur Erschliessung 

eingehalten. Die Gebäudekuben der vier Häuser seien praktisch identisch 

und die Zwischenbauten und Einfriedungen ebenfalls einheitlich, mit Aus-

nahme des Hauses der Beschwerdeführer. Insbesondere wiesen die vier 

Häuser durchaus den Charakter einer Gesamtüberbauung auf, bei wel-

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chen die Gemeinde bestrebt und berechtigt gewesen sei, ein einheitliches 

Erscheinungsbild zu erreichen. Dies sei durch den beschichteten Alumini-

umzaun nicht gewährleistet und zwar unabhängig davon, ob in der Nach-

barschaft in einem anderen Kontext ein solcher schon einmal bewilligt 

worden sei. In der vorliegenden Situation werde das Erscheinungsbild 

durch den Zaun erheblich beeinträchtigt und habe eine Störung der guten 

Gesamtwirkung zur Folge.

8. Am 13. Mai 2015 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen Au-

genschein durch, an welchen der Beschwerdeführer A._____ persönlich 

in Begleitung seines Architekten und seines Rechtsvertreters (RA MLaw 

Christian Fey) anwesend war. Von Seiten der Beschwerdegegnerin waren 

der Leiter des kommunalen Bauamtes und ihr Rechtsvertreter (RA Dr. iur. 

Gieri Caviezel) präsent. Allen Anwesenden wurde sodann an drei ver-

schiedenen Standorten die Möglichkeit geboten, sich auch noch mündlich 

vor Ort zu den aufgeworfenen Fragen betreffend (guter) Einfügung ins 

bestehende Quartier-, Orts- und Landschaftsbild (Ästhetik, Materialwahl, 

Farbgebung des geplanten Zaunes im Süden und Westen der Bauparzel-

le 4926) zu äussern. Seitens des Gerichts wurden zusätzlich noch 23 Fo-

tos von den örtlich schon vorhandenen Zaun- und Einfriedungsverhältnis-

sen entlang der südlich verlaufenden Hauptstrasse (C._____strasse) und 

insbesondere der westlich anstossenden Erschliessungsstrasse (Via 

D._____) erstellt und dem Protokoll des Augenscheins beigefügt.

9. Am 26. Mai 2015 reichte der Anwalt der Beschwerdeführer eine ergänzte 

Kostennote über total Fr. 3'031.30 (inkl. Augenschein) beim Gericht ein. 

Diese Honorarnote betreffend Parteientschädigung wurde der Beschwer-

degegnerin am 27. Mai 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt. Eine Stel-

lungnahme der Beschwerdegegnerin dazu ging beim Gericht bis dato 

nicht ein. 

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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im 

Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingetreten.  

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid vom 15./19. Dezember 

2014 der Gemeinde (Beschwerdegegnerin), worin diese das Projektände-

rungsgesuch vom 18. November 2014 der Beschwerdeführer auf Parzelle 

4926 betreffend Erstellung einer Aluminimumwand (Zaun) anstelle einer 

Betonmauer als Grundstückseinfriedung mit der Begründung ablehnte, 

die weisspulverbeschichtete Aluminiumzaunwand widerspreche der an-

gestrebten Einheitlichkeit für alle vier neu erstellten Einfamilienhäuser (auf 

den vier nebeneinander gelegenen Parzellen 4725, 4726, 649 und 4926) 

und sei mit dem bestehenden Orts- und Landschaftsbild unvereinbar. Zu 

prüfen und zu klären gilt es demnach die Rechtmässigkeit der verweiger-

ten Baubewilligung unter gestalterischen Gesichtspunkten (Ästhetik) bzw. 

der örtlich angestrebten Einheitlichkeit.

2. Zunächst gilt es in formeller Hinsicht festzuhalten, dass Art. 56 Abs. 3 des 

Gesetzes über die Verwaltungsgerichtsbarkeit (VRG; BR 370.100) zur Ur-

teilsbefugnis des Gerichts bestimmt: „Hebt das Verwaltungsgericht den 

angefochtenen Entscheid auf, entscheidet es selbst oder weist die Sache 

zum neuen Entscheid zurück.“ Gestützt auf diese Bestimmung ist es dem 

Verwaltungsgericht also erlaubt, nicht nur kassatorisch zu entscheiden, 

sondern im Falle einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch 

gleich selbst reformatorisch einen Baubewilligungsentscheid zu erlassen. 

3. a) Materiell ist vorerst unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin weder 

eigene (Quartierplan-) Gestaltungsvorschriften für das hier interessieren-

de Teilgebiet mit den Bauparzellen 4725, 4726, 649 [Einfriedung unfertig] 

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und 4926 [der Beschwerdeführer] erlassen hat, noch besonders strenge 

Ästhetikvorschriften für Einfriedungen in ihrem Baugesetz von 2008/2009 

kennt (vgl. Art. 69 Abs. 1 BG), noch den Voreigentümer der früheren 

Gross-/Einheitsparzelle 649 irgendwie veranlasst hätte, künftig für eine 

einheitliche Überbauungsordnung im betreffenden Teilgebiet zu sorgen. 

Einziger Rechtstitel für die von der Beschwerdegegnerin angestrebte 

Vereinheitlichung der Grundstückseinfriedungen mittels Betonmauern und 

des Erhalts eines störungsfreien Orts- und Landschaftsbilds durch den 

(allenfalls noch zu verfügenden) Abbruch der bereits erstellten Alumini-

umzaunwand entlang der Grundstücksgrenze im Süden und Westen der 

Parzelle 4926 bildet demnach Art. 73 Abs.1 des Raumplanungsgesetzes 

für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100), worin in gestalterischen 

Hinsicht unter der Marginale „Siedlung und Landschaft“ was folgt stipuliert 

wird: „Siedlungen, Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Bau-

kunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der 

Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht.“ Gestützt auf diese kanto-

nale – im Vergleich zu Art. 69 BG strengere - Gestaltungsvorschrift sowie 

den anlässlich des gerichtlichen Augenscheins am 13. Mai 2015 gewon-

nenen Erkenntnissen gilt es somit auch den vorliegenden Streitfall betref-

fend Einheit und Ästhetik für ein gutes Ortsbild zu entscheiden.

b) Aufgrund der Vorgaben gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG sind aus ästhetischer 

Sicht relativ hohe Anforderungen an ein Bauprojekt zu stellen. Doch dür-

fen die Anforderungen trotz dieser positiven Normgestaltung nicht derart 

hoch gesetzt werden, wie dies etwa der Fall wäre, wenn eine optimale 

Gesamtwirkung verlangt würde (vgl. Botschaft der Regierung zum neuen 

KRG an den Grossen Rat; Heft Nr. 3/2004-2005, S. 343). Die Gemeinwe-

sen haben das durch Art. 3 Abs. 1 KRG eingeräumte Ermessen pflicht-

gemäss auszuüben. Nach konstanter Rechtsprechung des streitberufe-

nen Verwaltungsgerichts kommt den Gemeinden bei der Auslegung von 

Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung der Frage der Eingliederung von 

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Bauten in eine bestehende Umgebung ein geschützter (weiter) Beurtei-

lungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nur eingreift, 

wenn die Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht oder über-

schritten hat (statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts Graubünden 

[VGU] R 14 1 vom 20. Mai 2014 E.3a, R 12 104 vom 19. März 2013 E.2a, 

R 03 8 vom 10. April 2003 E.1a; PVG 1995 Nr. 25, 1994 Nrn. 19 und 20, 

1991 Nr. 75, 1990 Nr. 18, 1987 Nr. 18, 1986 Nr. 33, 1985 Nr. 19, 1984 Nr. 

23, 1980 Nr. 27; ferner Urteile des Bundesgerichts [BGer] 1C_115/2011 

vom 17. Mai 2011 E.3, 1A.9/2007 vom 4. Dezember 2007 E.2.2.1, 2.2.2 

und 3.4 am Ende, 1A.174/2003 vom 4. Mai 2004 E.3.2).

c) Zur Frage der Ästhetik der Aluminiumzaunwand auf Parzelle 4926 und 

ihrer umstrittenen Einfügung ins bestehende Orts- und Landschaftsbild, 

also der positiven Gesamtwirkung im Vergleich zur schon existierenden 

Umgebung, gilt es festzuhalten, dass darunter sicherlich die Materialwahl, 

die Farbgebung und Zaunhöhe der Einfriedung fallen und von grösster 

Bedeutung für die Beurteilung der hier zur Diskussion stehenden Rechts- 

und Ermessensfrage sind. Wie der gerichtliche Augenschein vom 13. Mai 

2015 nun klar gezeigt hat, bestehen rund um die Parzelle 4926 der Be-

schwerdeführer bereits vielfältige Einfriedungen bzw. unterschiedliche 

Zaunarten. In der unmittelbaren Umgebung finden sich Holzlattenzäune 

auf Mauerwerk (vgl. Gerichtsfoto 7 am Standort 1 [Einfriedung Parz. 723 

gegenüber Parz. 4926 im Westen an der Via D._____] und Foto 6 am 

Standort 2 [Einfriedung Parz. 644 im Norden]), Betonmauern (Gerichtsfo-

to 5 und 6 am Standort 1 bzw. speziell Fotos 2 und 3 am Standort 2 [Ein-

friedung Parz. 4725 und 4726]), Maschendrahtzäune auf Mauersockeln 

(Gerichtsfoto 4 am Standort 2 [Einfriedung Parz. 717] und Foto 2 am 

Standort 3 [Einfriedung Parz. 645 im Osten]) sowie im Besondern bereits 

weiss eingefärbte Aluminiumzäune entlang der Via D._____ und der Zu-

fahrtsparzelle 4724 (Gerichtsfotos 1, 5 und 7 am Standort 2 [Einfriedung 

Parz. 648]). Namentlich im Vergleich zur letztgenannten Einfriedung der 

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Parz. 648, welche nördlich direkt an die vier Parz. 4725, 4726, 649 und 

4926 angrenzt, ist fast kein gestalterischer Unterschied zur weisspulver-

beschichteten Aluminimumzaunwand auf Parz. 4926 zu erkennen (Ge-

richtsfotos 1-4 und 9 am Standort 1 und Foto 4 am Standort 3 [Einfrie-

dung Parz. 4926]). Aus dem Gesagten erhellt, dass das zur Diskussion 

stehende Teilgebiet – sowohl was die Materialwahl, die Farbgebung als 

auch die jeweiligen Zaunhöhen betrifft – keinesfalls als gestalterisch ein-

heitliches Wohngebiet bezeichnet werden kann, sondern sich im Gegen-

teil gerade durch die homogenen und vielfältigen Einfriedungstypen mit 

völlig unterschiedlichem Orts- und Landschaftsbildcharakter hervortut. Bei 

einer Gesamtbetrachtung fällt sodann weiter ins Gewicht, dass die vier 

neu erstellten Häuser auf den Parz. 4725, 4726, 649 und 4926 nicht ein-

mal dieselbe Farbe bei den Fassaden oder den Fensterrahmen aufwei-

sen, womit von einer einheitlichen Gestaltungsordnung auch in dieser Be-

ziehung keine Rede sein kann. Daran vermögen auch die in der Kubatur 

und in der Anordnung gleich ausgestalteten vier neuen Baukörper mit ih-

ren Flachdächern - gestaffelt hintereinander entlang der Via D._____ - 

nichts zu ändern, weil ringsherum sonst ausschliesslich Wohn- oder Ge-

werbebauten mit Giebel-/Satteldächer existieren und deshalb ein einheit-

liches Orts- und Landschaftsbild sicherlich nicht allein und wesentlich von 

der umstrittenen Grundstückseinfassung abhängen kann. Dem ist hier 

umso mehr zuzustimmen, sofern die genaue Ortslage der Parzelle 4926 

entlang der gerichtsnotorisch stark frequentierten Haupt-/Kantonsstrasse 

(C._____strasse) mitberücksichtigt wird, zumal ein gewisser Sicht- und 

Lärmschutz entlang solcher Hauptverkehrsachsen ebenfalls als nachvoll-

ziehbar und durchaus schützenswert qualifiziert werden darf. Die Zaun-

mehrhöhe von 1.70 m anstatt der ursprünglich geplanten 1.50 m stellt 

rechtlich insofern kein Problem dar, als diese Mehrhöhe aktenkundig 

durch die um 20 Zentimeter von der Grundstücksgrenze zurückversetzte 

Zaunanlage auf Parzelle 4926 wieder kompensiert wird und damit recht-

mässig ist. Im Übrigen ist auch das Argument der gefährdeten Verkehrs-

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sicherheit durch die Aluminiumzaunwand entlang der Hauptstrasse unbe-

gründet, da es sich bei diesem Kantonsstrassenabschnitt innerorts um ei-

ne schnurgerade und sehr übersichtliche Linienführung der 

C._____strasse handelt und daher ein zusätzliches Verkehrsrisiko bzw. 

erhöhtes Gefahrenpotential durch die umstrittene Zaunanlage klarerweise 

verneint werden kann (vgl. Gerichtsfoto 1 am Standort 1, sowie speziell 

die Fotos 1, 3 und 4 am Standort 3 mit Blick Richtung Osten und Westen 

entlang der C._____strasse).

d) Die Beschwerde vom 29. Januar 2015 gegen die Verweigerung der nach-

gesuchten Baubewilligung erweist sich demnach im Ergebnis als gerecht-

fertigt, was zu ihrer Gutheissung und zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids der Beschwerdegegnerin vom 15./19. Dezember 2014 führt. 

In Anwendung von Art. 56 Abs. 3 VRG erteilt das Verwaltungsgericht vor-

liegend direkt selbst die Baubewilligung für die Erstellung bzw. den Erhalt 

der umstrittenen Zaunanlage gemäss Projektänderungsgesuch vom 18. 

November 2014 an die Beschwerdeführer auf Parzelle 4926.

4. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Diese hat die obsiegenden und anwaltlich vertretenen Be-

schwerdeführer gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG zudem angemessen zu ent-

schädigen, wobei dafür auf die ergänzte Kostennote des Anwalts der Be-

schwerdeführer vom 26. Mai 2015 abgestellt und der darin fakturierte Be-

trag über Fr. 3‘031.30 (bestehend aus: 10.9 Arbeitsstunden inkl. Augen-

schein vom 13. Mai 2015 [h] à Fr. 250.--/h [Fr. 2‘725.--] plus Spesen 3% 

[Fr. 81.80] und Mehrwertsteuer 8% von Fr. 2‘806.80 [Fr. 224.50]) unver-

ändert übernommen werden kann. 

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Baubewilligung für die Alumi-

niumwand (Zaun) gemäss Baueingabe (Projektänderungsgesuch vom 18. 

November 2014) erteilt. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 1'284.--

gehen zulasten der Gemeinde X._____ und sind innert 30 Tagen seit Zu-

stellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die Gemeinde X._____ A._____ und B._____ mit 

insgesamt Fr. 3'031.30 (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]