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**Case Identifier:** 6c8eccdd-30b9-5caa-acba-3ea8932fabf3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.10.2014 200 2014 612
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-612_2014-10-22.pdf

## Full Text

200 14 612 IV
FUR/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Oktober 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1967 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Mai 2006 unter Hinweis auf die Folgen 
einer 1988 bzw. im März 2005 bei einem Unfall zugezogenen Fussverlet-
zung rechts bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwer-
degegnerin], [act. IIA] 1; 10 S. 6; 19 S. 42). Die IVB klärte den Sachverhalt 
in erwerblicher und medizinischer Hinsicht ab und zog insbesondere die 
Akten des obligatorischen Unfallversicherers SUVA (act. IIA 19; 74; 80) 
sowie jene des Krankenttageldversicherers (act. IIA 20; 25) bei. Ferner 
liess sie eine Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA; act. IIA 55) 
durchführen und den Versicherten im C.________ (nachfolgend MEDAS) 
polydisziplinär begutachten (Expertise vom 12. November 2007 [act. IIA 
73]). Im Rahmen des anschliessenden Vorbescheidverfahrens liess die IVB 
den Versicherten nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD [act. IIA 94]) zusätzlich durch Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten 
(Expertise vom 19. Juli 2009 [act. IIA 98]). Mit unangefochten gebliebener 
Verfügung vom 1. April (Akten der IVB [act. II] 121 S. 10 ff.) bzw. vom 
24. Mai 2010 (act. II 122 S. 1 ff.) sprach die IVB dem Versicherten eine 
vom 1. März bis 31. Juli 2006 befristete ganze respektive eine ab 1. Sep-
tember 2008 unbefristete und auf einem Invaliditätsgrad von 55% basie-
rende halbe Invalidenrente zu. 

B.

Im Rahmen einer im Februar 2012 von Amtes wegen eingeleiteten Revisi-
on (act. II 132) zog die IVB die medizinischen Akten bei und veranlasste bei 
Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH 
(RAD), eine Untersuchung (Untersuchungsbericht vom 11. September 
2012 [act. II 151]). Ferner holte sie die Akten des Berufsvorsorgeversiche-
rers (act. II 157.1 ff.) ein, beinhaltend u.a. ein in dessen Auftrag von Dr. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 3

med. F.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere 
Medizin FMH und Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie sowie Neurologie (act. II 175.1 S. 2 ff.), erstelltes polydiszi-
plinäres Gutachten. Nachdem die IVB die medizinischen Akten wiederum 
Dr. med. E.________ (RAD) vorgelegt hatte (act. II 181; 186), liess sie den 
Versicherten zudem durch Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, begutachten (Expertise vom 5. März 2014 [act. II 
197.1]). Mit Vorbescheid vom 13. März 2014 (act. II 198) stellte die IVB 
dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 10% die Aufhebung der 
Invalidenrente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Mo-
nats in Aussicht. Nach durchgeführtem Einwandverfahren (act. II 209) ver-
fügte die IVB am 22. Mai 2014 (act. II 211) wie im Vorbescheid in Aussicht 
gestellt. 

C.

Gegen die Verfügung vom 22. Mai 2014 liess der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 23. Juni 2014 Be-
schwerde erheben und beantragen: 

1. Die Verfügung vom 22. Mai 2014 (Eingang 23. Mai 2014) betreffend 
Aufhebung der Invalidenrente zu Gunsten des Beschwerdeführers, sei 
aufzuheben.

2. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren.

3. Dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine halbe IV-Rente, eventualiter 
eine Viertelsrente zuzusprechen.

4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege, umfassend 
anwaltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG, zu ge-
währen.

- Unter Kostenfolge - 

Mit Bezug auf das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-
kung macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, der Entzug 
der IV-Rente und der daran gekoppelten Ergänzungsleistungen bedeute für 
den Beschwerdeführer eine grosse Härte, weshalb die aufschiebende Wir-
kung wieder herzustellen sei. In materieller Hinsicht bringt der Beschwerde-
führer hauptsächlich vor, es sei entgegen der IVB keine Besserung des 
Gesundheitszustandes eingetreten. Der (psychische) Zustand sei fluktuie-

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rend; der Beschwerdeführer könne immer wieder in leichte bis mittelschwe-
re depressive Phasen geraten. Das Gutachten (von Dr. med. H.________) 
gebe nicht an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Verschlimmerung des 
Zustandes erwartet werden müsse oder in welcher Zeitspanne ein solcher 
eintreten könne. Insofern sei der Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt 
worden. Im Übrigen habe Dr. med. H.________ den Beschwerdeführer 
lediglich 95 Minuten gesehen, in welcher Zeit keine Rückschlüsse auf die 
gegenwärtige Ausbildung der Depression gezogen werden könnten. Der 
behandelnde Psychiater, Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, könne sich diesbezüglich auf eine bessere Grundla-
ge stützen. Weiter werde auch „F 45.0“ diagnostiziert, was der Vorbescheid 
vollständig ignoriere. Sodann müsse aufgrund der 20%igen Arbeitsunfähig-
keit die Rentenbemessung basierend auf einem 80%-Pensum erfolgen. Da 
der Beschwerdeführer kaum etwas heben könne und Probleme beim Dre-
hen des Kopfes habe, sei ihm auch eine Überwachungstätigkeit nicht zu-
mutbar. Im Weiteren habe der Oswestry Score einen Wert von 62 ergeben, 
was für sich alleine eine IV-Rente begründe. Med. prakt. J.________, 
Facharzt für Anästhesiologie FMH, bestätige denn auch eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100%. Da der Oswestry Score zum Golden Standard gehöre, 
werde beantragt, jenen durch einen Spezialisten erheben zu lassen. 
Schliesslich sei beim Einkommensvergleich ein leidensbedingter Abzug 
von 35% vorzunehmen, was zusammen mit der 20%igen Arbeitsunfähigkeit 
weiterhin einen IV-Grad von 55% ergebe. 

Gleichentags liess der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege einreichen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. August 2014 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. In der Begründung macht sie im 
Wesentlichen geltend, das Gutachten von Dr. med. H.________ sei voll 
beweiskräftig und stimme mit der Einschätzung von Dr. med. E.________ 
(RAD) sowie dem Gutachten der Dres. med. F.________ und G.________ 
überein. Hieran änderten auch die Berichte der behandelnden Ärzte nichts. 
Im Übrigen habe Dr. med. H.________ die Schmerzproblematik berück-
sichtigt, indem er (auch) eine Somatisierungsstörung diagnostiziert habe. 
Schliesslich sei auch die Ermittlung des Invaliditätsgrades korrekt erfolgt. 

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Mit Verfügung vom 22. August 2014 wies die Instruktionsrichterin das Ge-
such um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. Mai 2014 (act. II 
211). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der per Ende Juni 2014 
verfügten Rentenaufhebung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-
gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung (oder ein äquivalen-
tes Störungsbild) als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine 
Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit 
einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Um-
stände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, 
können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, 
weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den 
Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall 
vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 7

Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von 
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können 
auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein 
mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder pro-
gredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer 
Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht 
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, 
psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsge-
winn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchge-
führten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedli-
chem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten 
Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die 
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – 
die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen 
(BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 
50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 

Aus Gründen der Rechtssicherheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 
E. 3.2.3 S. 283). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

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2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die 
Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 
des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 
198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.4.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 24. Mai 2010 sprach 
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. September 2008 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 9

eine halbe Rente zu. Der revisionsrechtlich massgebende Vergleichszeit-
raum erstreckt sich demnach vom 24. Mai 2010 bis zum Zeitpunkt der mit 
Verfügung vom 22. Mai 2014 (act. II 211) erfolgten revisionsweisen Aufhe-
bung der Invalidenrente (vgl. E. 2.3.4 vorne). 

3.2 In der Verfügung vom 24. Mai 2010 legte die Beschwerdegegnerin 
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das MEDAS-Gutachten vom 
12. November 2007 (act. IIA 73) und das psychiatrische Gutachten von Dr. 
med. D.________ vom 19. Juli 2009 (act. IIA 98) zugrunde (act. II 121 
S. 6 f.).

3.2.1 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 12. November 2007 
(act. IIA 73) wurden die folgenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
festgehalten (S. 20): 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

• Chronische Fussschmerzen rechts (ICD-10 M79.6)

- Status nach Exzision eines Osteochondroms und mehrerer 
freier Ossikel am Talushals rechts am … sowie Status nach 
Rückfussoperation … (ICD-10 Z98.8)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

• Verdacht auf Symptomausweitung und Schmerzverarbeitungsstörung 
(ICD-10 F54)

In orthopädischer Hinsicht liessen sich die folgenden Befunde erheben: 
Das Gangbild auf der Treppe und in ebenem Terrain zeige eine leichte 
Schonung des rechten Beines, sei jedoch gesamthaft mit einem nur leich-
ten Hinken möglich. Die extensionsnahen Gangvarianten gelängen rechts 
nur eingeschränkt, indem insbesondere das Anheben des Fusses beim 
Fersengang durch eine etwas limitierte Beweglichkeit im oberen Sprungge-
lenk reduziert sei. Der Rumpf sei in sämtlichen Abschnitten frei beweglich, 
wobei der initial deutlich vermehrte Finger-Boden-Abstand später durch 
den Langsitz relativiert werde, wo die Fingerspitzen bei gestreckten Knien 
bis zum Fussrücken hätten geführt werden können. An den unteren Extre-
mitäten konzentriere sich die Problematik auf den rechten Fuss, wo reizlo-
se Narben bei Status nach mehreren Voreingriffen an Rück- und Mittelfuss 
beständen. Die Beweglichkeit sei vor allem im OSG etwas eingeschränkt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 10

indem die Dorsalextension auf etwa 5° limitiert sei, wohingegen die Beweg-
lichkeit der übrigen Gelenke nicht wesentlich eingeschränkt scheine, die 
Untersuchung jedoch mit Rücksicht auf die anamnestischen Beschwerden 
bewusst äusserst vorsichtig erfolge. Die Beschwielung an der Fusssohle 
sei ausgeprägt und akzentuiert im lateralen Bereich, zeige jedoch gesamt-
haft im Vergleich zur Gegenseite keine wesentlichen Unterscheidungen. 
Auffallend sei aber die spontan stets etwas vermehrte Supinationshaltung, 
die sich auch in Belastung fortsetze, so dass das Abrollen über die Gross-
zehe etwas vermindert sei. Die übrigen Gelenke seien frei und weitestge-
hend schmerzlos beweglich und es würden nur intermittierend leichte 
Schmerzen über dem Trochanter major rechts angegeben, ohne dass sich 
jedoch klinisch eine Strukturalteration an der rechten Hüfte postulieren lies-
se (S. 18).

An den oberen Extremitäten bestehe eine freie Beweglichkeit sämtlicher 
Gelenke bei sehr guter Kraftentfaltung, die lediglich an der rechten Hand 
etwas abgeschwächt sei, was offenbar auch dem Beschwerdeführer bereits 
aufgefallen sei, da er rechtsdominant sei und hier früher eine grössere Kraft 
gehabt habe als auf der Gegenseite (S. 18). 

Auf neurologischer Ebene ergäben sich keine Hinweise für das Vorliegen 
einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems, indem insbe-
sondere eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines 
grösseren peripheren Nervs klinisch weitestgehend ausgeschlossen wer-
den könne (S. 18). 

Mit Bezug auf die angestammte Tätigkeit als … bestehe aus orthopädi-
scher Sicht bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 21). Hinsichtlich der 
Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit bestehe für kör-
perlich leichte Tätigkeiten mit einer Hebe- und Traglimite von 10kg, die in 
wechselnder Position, jedoch mindestens zur Hälfte im Sitzen durchgeführt 
werden könne, eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100%, wobei aus 
psychiatrischer und internistischer Sicht keine Einschränkungen der Ar-
beitsfähigkeit beständen (S. 22). 

3.2.2 Im psychiatrischen Gutachten vom 19. Juli 2009 (act. IIA 98) hielt 
Dr. med. D.________ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 11

eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom im Rah-
men einer chronischen Entwicklung (ICD-10 F32.11) sowie – ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit – eine anhaltend somatoforme Schmerz-
störung (ICD-10 F45.4) fest (S. 11). 

Die Diagnose der depressiven Entwicklung ergebe sich aus den vorliegen-
den Arztberichten, den Eigenangaben des Beschwerdeführers sowie dem 
aktuellen psychopathologischen und psychometrischen Untersuchungsbe-
fund (S. 12). Im psychopathologischen Befund mache der Beschwerdefüh-
rer einen leidend depressiven Eindruck. Die Grundstimmung sei während 
der gesamten Exploration gleichbleibend gedrückt-depressiv gewesen, 
ohne spontane Aufhellung. Die Aufmerksamkeit habe für die Dauer des 
Gespräches nicht durchgehend aufrechterhalten werden können, habe im 
Verlauf des Gesprächs fluktuiert mit kurzen Phasen der Abgelenktheit und 
deutlichen Ermüdungszeichen (Wegdriften) gegen Ende der Exploration. 
Es habe sich ein konsistentes Bild depressiver Hemmung gezeigt. Der Re-
defluss sei leicht viskös gewesen. Auf der Verhaltensebene habe sich ein 
depressiver Habitus gezeigt. Der formale Gedankengang und der Antrieb 
seien leicht verlangsamt bzw. vermindert, Mimik und Gestik wenig mit dem 
Gesagten mitschwingend gewesen. Auch psychometrisch habe sich auf 
den beiden Fremdbeurteilungsskalen (Hamilton, MADRS) ein mittelgradi-
ges depressives Syndrom abgebildet (S. 13). Differentialdiagnostisch sei 
hinsichtlich der depressiven Symptomatik eine organisch bedingte depres-
sive Störung, eine dysthyme Störung, eine bipolar affektive Störung, eine 
schizoaffektive Störung oder eine Persönlichkeitsstörung zu erwägen. Für 
die aufgeführten Diagnosen seien die Kriterien nach ICD-10 jedoch nicht 
erfüllt gewesen (S. 14).

Mit Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. med. 
D.________ fest, die zum Untersuchungszeitpunkt ausgeprägte mittelgra-
dig depressive Symptomatik sei als eine relevante mitwirkende, psychisch 
ausgewiesene Komorbidität zu beurteilen. Ein verfestigter, therapeutisch 
nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer Konfliktbewältigung 
(primärer Krankheitsgewinn) liege nicht vor, vielmehr sei von einem ausge-
prägten sekundären Krankheitsgewinn auszugehen. Es bestehe ein gewis-
ser sozialer Rückzug, wenn auch nicht in allen Belangen des Lebens (in-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 12

takte Familie, Aussenkontakte). Die Behandlungsoptionen seien noch nicht 
ausgeschöpft (zum Beispiel stationäre Behandlung). Gesamthaft sei aus 
psychiatrischer Sicht dem Beschwerdeführer eine entsprechende Willens-
anstrengung zur Schmerzüberwindung erschwert, aber nicht verunmög-
licht. Es sei längerfristig aus psychiatrischer Sicht eine seinen Fähigkeiten 
und körperlichen Möglichkeiten entsprechende Tätigkeit in einem Umfang 
von 50% der wöchentlichen Arbeitszeit (4 Stunden pro Tag) möglich 
(S. 15). 

3.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung am 24. Mai 2010 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2014 präsentiert sich 
die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Mit Bericht vom 9. April 2012 (act. II 135) diagnostizierte med. prakt. 
J.________ einen Zustand nach Arbeitsunfall am 23. März 2003 (richtig: 
2005 [act. II 157.5]) mit mehreren konsekutiven Fussoperationen sowie der 
Entwicklung eines CRPS Grad I (ICD10 G57.9), einen Zustand nach Auf-
fahrunfall am 20. März 2011 mit HWS-Distorsion (ICD10 S13.4), einen 
Verdacht auf eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (ICD10 
F45.4) sowie eine mittelschwere Depression (ICD10 F32.1). Vordergründi-
ges Problem seien stechende, intermittierend auftretende Schmerzen 
im Bereich der HWS. Die Schmerzen strahlten im Bereich des Trapezi-
us dorsal den Oberarm entlang bis auf die palmare Ellbogenseite. Wei-
ter beschreibe der Beschwerdeführer ziehende, konstant auftretende 
Schmerzen vom Occiput bis in den Bereich der grossen Fontanelle, 
welche insbesondere bei Nackenbewegungen verstärkt würden. Die 
Schmerzen im low back sowie die Fussbeschwerden seien erwähnt wor-
den, stünden jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit den aktuell vor-
dergründigen Problemen – mit diesen Beschwerden könne sich der Be-
schwerdeführer arrangieren (S. 5). Hinsichtlich des Psychostatus hielt med. 
prakt. J.________ fest, die Grundstimmung sei deutlich beeinträchtigt und 
gedrückt, die Schwingungsfähigkeit sei eingeschränkt; der affektive Rap-
port könne aber gut hergestellt werden (S. 7). Bezüglich der antidepressi-
ven Therapie sei kein Ausbau notwendig, da der Beschwerdeführer von der 
aktuellen Einstellung bereits sehr profitiere (S. 3). Die Arbeitsunfähigkeit 
betrage seit dem 29. November 2011 100% (S. 8). 

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3.3.2 Im Untersuchungsbericht vom 11. September 2012 (act. II 151) dia-
gnostizierte Dr. med. E.________ (RAD) eine Fussdeformität rechts bei 
Status nach operierter Exostose, ein Schmerzsyndrom bei Status nach 
Autounfall im März 2011 sowie nach Talus-Chondromoperation 2005 und 
einen Status nach Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode 
2009 (S. 7). 

In befundmässiger Hinsicht hielt Dr. med. E.________ fest, es beständen 
keine Hinweise auf eine psychische Störung, namentlich nicht auf eine de-
pressive Störung. Der Blutspiegel für Opiate sei negativ. Eine allseits ver-
minderte aktive Beweglichkeit werde teilweise ausserhalb der Untersu-
chungssituation übertroffen (z.B. beim Bücken), auch die Atmung und das 
Husten blieben auf Aufforderung sehr oberflächlich. Die Kopfdrehung sei 
beidseits aktiv vermindert, der Muskel, der die Bewegung bewirke werde in 
jener Richtung mehr betätigt, in welcher die Drehung schwieriger gelinge. 
Am rechten Arm werde auf Aufforderung weniger Kraft entwickelt, bei Pro- 
und Supination setzten Zittern ein, gemäss Angabe sei aktives Strecken im 
Ellbogen nicht möglich; beim Versuch, dies passiv zu tun, werde mittels 
Muskelspannung Widerstand geleistet. Der rechte Fuss weise auf dem 
Fussrücken eine starke höckerförmige Deformität auf. Der Gang erscheine 
nicht gestört, nur verlangsamt. Während des Untersuchs erhalte man den 
Eindruck, dass die Dorsalextension des rechten Fusses eingeschränkt sei. 
Da in vielen Gelenken die Beweglichkeit vom Versicherten aktiv beschränkt 
bzw. nicht voll ausgeführt werde, lasse sich diesbezüglich keine gesicherte 
Angabe machen (S. 9). Insgesamt sei der Befund am Fuss noch derselbe 
wie 2006 (S. 8). 

Hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils sei eine Arbeit in Wechselbelastung 
mit Stehen und Gehen bis maximal eine halbe Stunde am Stück, ohne ho-
he Belastungen mit Gewicht (ca. bis 10kg) und mit mehr als 50% Sitzen, 
nicht zu fein und intellektuell nicht zu anspruchsvoll, zumutbar. Es gebe 
keine Befunde, die eine zeitliche Einschränkung aus medizinischen Grün-
den verlangen würden. Die frühere Arbeit auf dem Bau sei jedoch nicht 
mehr zumutbar (S. 9).

Seit der letzten Rentenbeurteilung liege somatisch keine relevante Verän-
derung vor. Markant sei nach wie vor die Deformation am rechten Fussrü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 14

cken. Bezüglich Arm und Nacken lägen zwar seit 2011 neue und mehr sub-
jektive Beschwerden vor, aber keine relevanten objektivierbaren Befunde.

Psychisch liege eine Verbesserung vor. Im Gegensatz zum Befund im Gut-
achten von Dr. med. D.________ sei während der Untersuchung bei ihr die 
Aufmerksamkeit durchgehend erhalten geblieben. Der Redefluss sei flüssig 
gewesen, und nicht monoton wie damals. Auch im Habitus habe er nicht 
depressiv gewirkt. Nur während der Untersuchung habe er oft die Augen 
beinahe geschlossen und dabei die Augäpfel nach oben gedreht. Die 
Grundstimmung sei zwar immer noch pessimistisch, könnte auch als leicht 
dysphorisch bezeichnet werden; insgesamt aber habe sie den Beschwer-
deführer so erlebt, dass er ihr sein subjektives Erleben verständlich habe 
machen wollen. Ein verminderter Antrieb habe nicht festgestellt werden 
können. Schliesslich könne auch eine anhaltende Schmerzstörung ihres 
Erachtens nicht mehr diagnostiziert werden (S. 9). 

3.3.3 Im polydisziplinären Gutachten vom 28. August 2012 (act. II 175.1 
S. 2 ff.) zu Handen des Berufsvorsorgeversicherers diagnostizierten die 
Dres. med. F.________ und G.________ eine Dysthymia (ICD-10 F34.1), 
Spannungsschmerzen im Sinne eines HWS-Schulter-Arm-Syndroms (ICD-
10 G44.2) sowie eine nicht näher bezeichnete Verletzung des rechten Fus-
ses mit möglichem Rezidiv eines CRPS I nach Bagatelltrauma 2005 (ICD-
10 S99.9; S. 22). 

In den somatischen Disziplinen (Innere Medizin und Rheumatologie, Neu-
rologie mit Klinischer Neuropsychologie) seien die folgenden Befunde er-
hoben worden: Internistisch liessen sich bis auf eine leichte Hypertonie mit 
Tachykardie (wahrscheinlich stressbedingt im Rahmen der Begutachtung) 
keine pathologischen Befunde nachweisen, während rheumatologisch eine 
Einschränkung des Bewegungsumfanges der Halswirbelsäule bei mus-
kulären Verkürzungen imponiere, wobei deren Ausmass nicht mit Sicher-
heit habe quantifiziert werden können. Trotz flüssigem Bewegungsverhal-
ten habe der Beschwerdeführer das Auftreten von Schwindel und Nausea 
nur nach der Inklinationsbewegung geltend gemacht und nicht – wie es 
aufgrund der Anamnese habe angenommen werden müssen – nach jeder 
der teilweise komplexen Bewegungsabfolgen. Die peripheren Gelenke sei-
en beidseits rechtsbetont nur erschwert zu untersuchen gewesen bei sak-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 15

kadierendem, wechselhaftem Gegenspannen. Die klinischen Befunde des 
rechten Fusses seien mit den früher dokumentierten Untersuchungsbefun-
den verglichen worden und hätten keine fassbare Veränderung gezeigt. 
Klinisch könnten keine sicheren Hinweise für das angeblich vorliegende 
CRPS1 festgehalten werden (S. 19).

Neurologisch hätten keine Hinweise für traumatische Schädigungen des 
peripheren und zentralen Nerven-Systems gefunden werden können 
(S. 19).

Neuropsychologisch hätten keine leistungsrelevanten kognitiven Defizite 
vorgelegen, was gut dazu passe, dass keine Hinweise für hirnorganische 
Schädigungen im Rahmen der neurologischen Untersuchung hätten gefun-
den werden können (S. 19).

Auf psychischem Gebiet sei folgender Befund erhoben worden: Der Be-
schwerdeführer habe insgesamt verhalten und leicht depressiv gewirkt mit 
apathisch-dysphorischem Einschlag, zeitweilig auch klagsam, was aller-
dings im Rahmen der Begutachtung als normal angesehen werden könne. 
Blickkontakt sei eher vermieden worden. Er sei kooperativ bei nur äusserst 
diskret fluktuierender Aufmerksamkeit gewesen, die nicht von einem inne-
ren Desinteresse unterschieden werden könne. Seine Darstellungen seien 
stark auf die Schmerzproblematik und sein ungerechtes Schicksal einge-
engt gewesen, das Gesicht oft ausdruckslos. Es hätten sich keine Hinweise 
für akute oder latente Suizidalität oder eine mehr allgemeine Lebensmüdig-
keit ergeben. Die Reaktion auf die verschiedenen Themen der Exploration 
sei in der Auslenkung emotional flach aber adäquat gewesen, und habe ein 
leicht eingeengtes Spektrum affektiver Tönungen erkennen lassen. Der 
Antrieb sei nicht vermindert gewesen (S. 19).

Zusammenfassend müsse aus versicherungsmedizinischer Sicht davon 
ausgegangen werden, dass durch den Unfall am 20. März 2012 (richtig: 
2011) keine wesentlichen neuen und insbesondere keine objektivierbaren 
organischen Gesundheitsschäden eingetreten seien. Hinsichtlich der dia-
gnostischen Einordnung der zur Zeit noch vorliegenden Gesundheitsschä-
den liege aus psychiatrischer Sicht eine Dysthymia vor. Es sei bekannt, 
dass zu einer derartig durchgängig bestehenden affektiven Störung je nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 16

äusserlichem Anlass depressive Episoden im Sinne reaktiver depressiver 
Störungen hinzukommen könnten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liege kei-
ne solche zusätzliche depressive Episode vor (S. 21). Die weiterhin vorlie-
genden Verspannungen der Muskulatur im Bereich des Schultergürtels und 
Halses und die dadurch hervorgerufenen Schmerzen und Begleitsymptome 
wie Kribbelparästhesien, unsystematischer Schwindel, Durchschlafstörun-
gen wegen Schmerzen und vermehrtes Schwitzen würden neurologisch als 
Kopfschmerzen vom Spannungstyp (G44.2) eingeordnet, wobei aus psych-
iatrischer Sicht zu berücksichtigen sei, dass die muskulären Verspannun-
gen wiederum Ausdruck psychischer Anspannungen in Zusammenhang mit 
vielfältigen Belastungen (psychosozialer und sozio-ökonomischer Art) sei-
en. Aus diesem Grund sei die Kombination von Dysthymia und Kopf-
schmerzen vom Spannungstyp häufig anzutreffen (S. 22).

3.3.4 Im psychiatrischen Gutachten vom 5. März 2014 (act. II 197.1) hielt 
Dr. med. H.________ unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine Dysthymie (DD: rezidivierende depressive Störung, derzeit 
leichtgradig; ICD-10 F34.1 [F33.0]) sowie eine Somatisierungsstörung 
(ICD-10 F45.0) fest (S. 13). Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit nannte er keine.

Hinsichtlich der Untersuchungsbefunde hielt Dr. med. H.________ fest, die 
Intelligenz des Beschwerdeführers sei durchschnittlich; er sei vollständig zu 
Ort (er sei von seiner Tochter zu ihm gebracht worden, weshalb er die örtli-
che Orientierung nicht sicher beurteilen könne), Zeit, der Untersuchungssi-
tuation und sich selber orientiert. Bezüglich Aufmerksamkeit und Konzen-
tration ergäben sich keine Besonderheiten. Der Beschwerdeführer sei bei 
Datenangaben unsicher, ansonsten sei das Gedächtnis intakt, das Kurz-
zeitgedächtnis sei reduziert; das Denken sei auf die Schmerzen einge-
schränkt. Er fände weder Fehlwahrnehmungen noch wahnhafte Ideen oder 
Zwänge (S. 12). Der Beschwerdeführer wirke misstrauisch, verärgert; er 
entspanne sich aber mit der Zeit; er sei allerdings wenig spürbar und klag-
sam. Der Beschwerdeführer habe überall Schmerzen und berichte, dass 
sein Schlaf unruhig sei. Es beständen keine besonderen Persönlichkeits-
merkmale (S. 13). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 17

Er – Dr. med. H.________ – habe in seiner Untersuchung einen Be-
schwerdeführer angetroffen, der unsicher, den rechten Fuss schonend, die 
Treppen hochgestiegen und im Gespräch mit ihm recht zurückhaltend ge-
blieben sei. Er sei klagsam gewesen und auch ärgerlich darüber, dass er 
wiederum zu einem Gutachten aufgeboten worden sei. Das von Kollege 
G.________ und auch den Untersuchenden der MEDAS festgestellte Zit-
tern der rechten Hand sei auch bei ihm vorhanden gewesen – ähnlich wie 
Dr. med. G.________ es beschreibe, jedoch nicht immer, sondern in de-
monstrativer Art und Weise vorgeführt (S. 15).

Inkonsistenzen fänden sich in der Aussage des Beschwerdeführers zu den 
eingenommenen Medikamenten (er habe ihn dazu zweimal befragt, beide 
Male habe er angegeben, die Medikamente wie verordnet einzunehmen), 
doch das Medikamenten-Screening habe gezeigt, dass das Antidepressi-
vum Trittico nicht eingenommen worden sei, das zweite Antidepressivum 
Cymbalta in ungenügender Dosis. Auch Panadol (Schmerzmittel) habe er 
nicht zu sich genommen (S. 15).

Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich bei der Diagnose einer Dysthymie 
(oder leichten depressiven Störung) keine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit; man müsse allerdings davon ausgehen, dass mit einer leichten Leis-
tungsminderung von 20% zu rechnen sei. Bei der Diagnose einer Somati-
sierungsstörung seien die Foerster-Kriterien anzuwenden: Eine mitwirken-
de psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Inten-
sität, Prägung und Dauer liege nicht vor, ebenso wenig ein ausgewiesener 
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens sowie ein verfestigter the-
rapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer Konfliktbe-
wältigung (primärer Krankheitsgewinn). Auch beständen keine unbefriedi-
genden Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulan-
ter oder stationärer Behandlungen (S. 16). 

Der Beschwerdeführer bewältige seinen Alltag ohne Hilfen, pflege eher 
wenige Kontakte (Familie; Kollegen); er sei davon überzeugt, nicht mehr 
arbeiten zu können wegen der Schmerzen (S. 16). Die Befunde sozialer 
Rückzug, Neigung zum Weinen, Verlust von Interesse oder Freude an der 
Sexualität habe er nicht mehr feststellen können, weshalb sich der Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 18

sundheitszustand des Beschwerdeführers gegenüber der Begutachtung bei 
Dr. med. D.________ gebessert habe (S. 17). 

Insgesamt könnten die bisherige wie auch andere Tätigkeiten ausgeübt 
werden; der Beschwerdeführer sei funktionstüchtig und belastbar; ihm sei 
ein übliches und vollschichtiges Pensum (nach Training, wegen langer Ab-
wesenheit von Arbeiten) zumutbar. Es bestehe jedoch wegen der Dysthy-
mie eine 20%ige Leistungseinschränkung (S. 17 f.). 

3.3.5 Mit zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers verfass-
tem Bericht vom 12. Juni 2014 (act. II 214 S. 2 ff.) hielt med. prakt. 
J.________ fest, der Beschwerdeführer leide an rechtsseitigen Schmerzen 
im Fuss, Bein und Arm. Zudem bestünden Rückenschmerzen und vorwie-
gend nozizeptive Schmerzen im Bereich von Hals und Kopf bei Zustand 
nach HWS-Distorsion (S. 2). 

Der Oswestry-Score sei seines Wissens nur vom Manualdiagnostiker erho-
ben worden. Er berechne sich in Prozenten, wobei 0 keine Einschränkung 
und 100 eine maximale Einschränkung bedeuteten. Dabei würden jeweils 6 
Aussagen des Patienten zu verschiedenen Bereichen gewertet. Diese Be-
reiche beträfen einmal den Schmerz, die Selbstaufmerksamkeit, die Fähig-
keit sich zu bewegen, die sexuelle Funktion, das soziale Leben, die Schlaf-
qualität und die Reisefähigkeit. Unter Fachleuten gelte der Oswestry-Score 
als der Goldstandard zur Messung der Fähigkeitseinschränkung und der 
Lebensqualität bei Patienten mit low back pain (S. 4).

Aus seiner Sicht bestehe aufgrund der somatischen Morbidität und der 
psychischen Komorbidität, welche teilweise sogar führend erscheine, eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 19

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5

3.5.1 In medizinisch-somatischer Hinsicht ist aufgrund der Akten zunächst 
erstellt und unter den Parteien insofern unbestritten, dass der Beschwerde-
führer unverändert an einer Deformation des rechten Fussrückens leidet, 
weshalb ihm die frühere Arbeit auf dem Bau auch weiterhin nicht zumutbar 
ist (act. II 151 S. 9). Eine fassbare Veränderung zum Gesundheitszustand 
im Zeitpunkt der ersten Verfügung konnte insoweit nicht festgestellt werden 
(vgl. auch act. II 175.1 S. 19). Entsprechend resultiert auch hinsichtlich des 
vorliegend zu berücksichtigenden Vergleichszeitraums (vgl. E. 3.1 vorne) in 
somatischer Hinsicht ein Zumutbarkeitsprofil, wie es bereits im Rahmen 
des MEDAS-Gutachtens vom November 2007 festgehalten worden war 
(vgl. act. IIA 73 S. 23; II 151 S. 9). 

Des Weiteren folgt aus den Akten, dass durch den Auffahrunfall vom … mit 
konsekutivem HWS-Distorsionstrauma keine zusätzlichen organisch be-
gründbaren Beschwerden resultierten (act. II 175.1 S. 21 f.). Die Ursache 
für die in der Folge sich körperlich manifestierenden Beschwerden wurde 
deshalb dem psychiatrischen Formenkreis zugeordnet (vgl. act. II 175.1 
S. 22), was grundsätzlich von keiner Seite in Frage gestellt wird. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 20

Aus dem Gesagten folgt deshalb, dass in somatischer Hinsicht seit der 
Verfügung vom 24. Mai 2010 keine revisionsrelevante Änderung in den 
medizinischen Verhältnissen eingetreten ist. 

3.5.2 Soweit die psychischen Beschwerden betreffend, erging die ange-
fochtene Verfügung vom 22. Mai 2014 im Wesentlichen gestützt auf das 
Gutachten von Dr. med. H.________ vom 5. März 2014. Dieses erfüllt die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4.2 hiervor) 
und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist 
nachvollziehbar und überzeugt; namentlich lässt sich gestützt darauf – un-
ter Mitberücksichtigung des Gutachtens der Dres. med. F.________ und 
G.________ (act. II 175.1 S. 2 ff.), welchem ebenfalls volle Beweiskraft 
zukommt (vgl. E. 3.4.2 vorne) – die vorliegend massgebliche Frage nach 
dem Vorliegen einer revisionsrechtlich relevanten Änderung des psychi-
schen Gesundheitszustandes ohne weiteres beantworten. Daran vermögen 
die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern:

Zunächst schadet es dem Beweiswert des Gutachtens nicht, dass Dr. med. 
H.________ sich zur „Wahrscheinlichkeit der Verschlimmerung der depres-
siven Episode“ (Beschwerde, S. 5) nicht äusserte. Abgesehen davon, dass 
eine solche Aussage wohl kaum in beweiswertiger Form möglich wäre und 
unter Berücksichtigung des aktenkundigen Verlaufs spätestens seit Mai 
2012 (Begutachtung durch die Dres. med. F.________ und G.________) 
mangels anderweitiger Hinweise in den Akten von einem gleichbleibenden 
Gesundheitszustand ausgegangen werden kann, ist entscheidend, dass 
der Gutachter mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung, unter 
Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden, die Befunde erhoben und 
gestützt darauf die Diagnose(n) gestellt und mithin den 
Gesundheitszustand in einer für die Beurteilung des geltend gemachten 
Anspruchs hinreichenden Weise eingeschätzt hat (vgl. zur Aufgabe des 
Arztes oder Gutachters BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.). Die von Dr. med. 
H.________ vorgenommene Beurteilung steht alsdann im Einklang mit den 
übrigen Akten, namentlich mit derjenigen im Gutachten der Dres. med. 
F.________ und G.________, worin ebenfalls – bei weitgehend 
übereinstimmenden Befunden – im Wesentlichen eine Dysthymie 
diagnostiziert wurde (act. II 175.1 S. 22). Aspekte, welche Zweifel an den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 21

Ergebnissen im Gutachten von Dr. med. H.________ aufkommen lassen, 
sind demgegenüber nicht ersichtlich: Namentlich zeigt der vom 
Beschwerdeführer ins Recht gelegte Bericht von med. prakt. J.________ 
vom 12. Juni 2014 (act. II 214 S. 2 ff.) keine Gesichtspunkte auf, welche im 
Gutachten von Dr. med. H.________ unberücksichtigt geblieben wären, 
zumal dieser Bericht sich zu den gutachterlichen Ausführungen (oder jenen 
der Dres. med. F.________ und G.________) gar nicht äussert. Soweit 
med. prakt. J.________ eine Arbeitsunfähigkeit von pauschal 100% 
postuliert, basiert diese Einschätzung massgeblich auf den subjektiven 
Beschwerdeangaben, wobei zudem der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen ist, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen. Im Übrigen mag es zwar zutreffen, dass Schmerzen an sich 
kaum (restlos) objektivierbar sind: Indessen erheischt eine 
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung stets eine Plausibilisierung der geltend 
gemachten funktionellen Einschränkungen (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 12. Juni 2014, 9C_701/2013 [zur Publikation vorgesehen], E. 
3.3.2), woran es im nämlichen Bericht fehlt. 

Ferner ist auch nicht von Belang, dass Dr. med. H.________ keine 
Schmerzquantifizierung nach Massgabe des Oswestry Scores 
vorgenommen hat, handelt es sich doch dabei gemäss med. prakt. 
J.________ (act. II 214 S. 4) um eine gestützt auf die Angaben des 
Patienten vorgenommene (subjektive) Bewertung, welcher in 
versicherungsmedizinischer Hinsicht keine massgebliche Bedeutung 
zukommt; vielmehr ist hier die klinische Untersuchung in Kenntnis der 
Anamnese entscheidend, weshalb von der beantragten Erhebung des 
Oswestry Scores abzusehen ist. Schliesslich trifft es nicht zu, dass Dr. 
med. H.________ die Schmerzproblematik zu wenig untersucht habe, hat 
er derselben doch mit der Diagnose einer Somatisierungsstörung durchaus 
Beachtung geschenkt. Dass die Beschwerdegegnerin dabei auf eine 
(neuerliche) interdisziplinäre Begutachtung verzichtete, ist nicht zu 
beanstanden, nachdem – wie bereits dargelegt (vgl. E. 3.5.1 vorne) – im 
Lichte des Gutachtens der Dres. med. F.________ und G.________ sowie 
dem Untersuchungsbericht von Dr. med. E.________ (act. II 151) ausser 
den Fussschmerzen rechts keine organisch begründbaren Beschwerden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 22

vorliegen, weshalb der medizinische Sachverhalt nur mehr psychiatrisch 
abzuklären war. Ist die Expertise demnach inhaltlich vollständig und im 
Ergebnis schlüssig, ist entgegen dem Beschwerdeführer 
rechtsprechungsgemäss auch nicht entscheidend, dass die Begutachtung 
mit Untersuchungen an zwei verschiedenen Terminen (act. II 197.1 S. 2) 
insgesamt 95 Minuten gedauert hat, spielt die Untersuchungsdauer für den 
Beweiswert des Gutachtens für sich genommen doch keine Rolle (vgl. 
Entscheid des BGer vom 25. Juli 2013, 9C_352/2013, E. 4). 

Somit erweist sich der Sachverhalt als rechtsgenüglich abgeklärt. Hieran 
ändert auch nichts, dass die Beschwerdegegnerin auf die Einholung eines 
Berichtes des gemäss Angaben des Beschwerdeführers behandelnden 
Psychiaters (act. II 197.1 S. 11) verzichtete, nachdem der medizinische 
Sachverhalt mittels zweier Gutachten und einem Untersuchungsbericht des 
RAD hinreichend erstellt ist, die erwähnten Berichte in Bezug auf die 
Beurteilung des Gesundheitszustandes weitgehend übereinstimmen und 
folglich der Einbezug weiterer Berichte unter den gegebenen Umständen 
keine sachdienlichen Erkenntnisse mehr zu erbringen vermöchte. 

3.6 Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. H.________ sowie 
dasjenige der Dres. med. F.________ und G.________ ist eine Besserung 
des psychischen Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 24. Mai 
2010 überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen: Während die 
Grundstimmung anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. D.________ 
gedrückt-depressiv bzw. leidend-depressiv, freud- und ratlos sowie 
pessimistisch-resigniert war (act. IIA 98 S. 11; 13), verzeichnete Dr. med. 
G.________ eine nur mehr insgesamt verhaltene, leicht depressive und 
zeitweilig auch klagsame Grundstimmung (act. II 175.1 S. 14); der Antrieb 
war – im Gegensatz zur Begutachtung bei Dr. med. D.________ – nicht 
mehr vermindert. Ebenso wenig stellte Dr. med. H.________ eine 
grundsätzlich depressiv-gedrückte Grundstimmung fest. Ferner konnte die 
Aufmerksamkeit in der Begutachtung bei Dr. med. D.________ nicht 
aufrecht erhalten werden (act. IIA 98 S. 10), während dem Dr. med. 
G.________ eine nur „äusserst diskret fluktuierende Aufmerksamkeit“ (act. 
II 175.1 S. 12) und Dr. med. H.________ diesbezüglich keine 
Besonderheiten (act. II 197.1 S. 12) mehr feststellen konnten. Diese von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 23

den Fachärzten getroffenen Feststellungen decken sich schliesslich mit 
den von Dr. med. E.________ anlässlich der Untersuchung vom 17. August 
2012 gemachten Beobachtungen (act. II 151 S. 9). 

Aufgrund der Befundung stellten die Dres. med. G.________, F.________ 
und H.________ übereinstimmend die Diagnose einer Dysthymie, welche 
durch Dr. med. D.________ zwar differentialdiagnostisch ebenfalls in 
Erwägung gezogen, indessen ausdrücklich verworfen worden war (act. IIA 
98 S. 14). Für eine (deutliche) Verbesserung des Gesundheitszustandes 
spricht alsdann auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss 
dem von Dr. med. H.________ erstellten Medikamenten-Screening weder 
Antidepressiva noch Schmerzmittel (in genügender Form) einnimmt (vgl. 
Entscheid des BGer vom 2. Dezember 2010, 9C_719/2010, E. 2.2.2). Auch 
Dr. med. E.________ wies auf einen „negativen Blutspiegel für Opiate“ hin 
(act. II 151 S. 9). Dass im Zeitraum zwischen den Begutachtungen durch 
die Dres. med. G.________ und F.________ einerseits sowie H.________ 
andererseits eine (auch nur vorübergehende) wesentliche 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten wäre, wird weder 
geltend gemacht noch ist dergleichen ersichtlich. 

Ist demnach ein Revisionsgrund im Sinne einer Änderung des psychischen 
Gesundheitszustandes gegeben, so ist der Rentenanspruch umfassend zu 
prüfen (vgl. E. 2.4.3 vorne). 

3.7 Gestützt auf die medizinischen Unterlagen sind die psychischen 
Beschwerden im vorliegend massgeblichen Zeitraum (vgl. E. 3.1 vorne) 
diagnostisch einer Dysthymie sowie einer Schmerzproblematik im Sinne 
einer Somatisierungsstörung zuzuschreiben, wohingegen zum Zeitpunkt 
der Verfügung vom 24. Mai 2010 die Befunde noch einer mittelgradigen 
depressiven Episode (mit somatischem Syndrom) entsprachen (act. IIA 98 
S. 11). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, Dr. med. H.________ 
habe „eigentlich drei Diagnosen“ gestellt, in der angefochtenen Verfügung 
sei aber nur die Dysthymie aufgegriffen worden, übersieht er, dass der 
Gutachter eine rezidivierende depressive Störung (derzeit leichtgradig) 
lediglich differentialdiagnostisch – mithin als möglich – in Erwägung zog. Im 
Übrigen wäre auch unter Zugrundelegung der nämlichen 
Differentialdiagnose im Vergleich zur von Dr. med. D.________ noch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 24

diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode eine erhebliche 
Verbesserung des Gesundheitszustandes erstellt. 

3.8

3.8.1 Nach dem Dargelegten ergibt sich somit, dass der Beschwerdefüh-
rer Beschwerden geltend macht, welche – von den Fussbeschwerden ab-
gesehen – mangels eines (hinreichend nachweisbaren) organischen Korre-
lats den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebil-
dern im Sinne einer Somatisierungsstörung in Verbund mit einer Dysthymie 
zuzuordnen sind. Gleiches gälte, wenn die Beschwerden (teilweise) noch 
als Folge der im … erlittenen HWS-Distorsion zu betrachten wären (BGE 
137 V 64 E. 4.2 S. 68). Mithin beurteilt sich die Frage, ob eine Invalidität im 
Sinne von Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG vorliegt, nach Massgabe von BGE 130 
V 352 (vgl. E. 2.2 vorne). 

Bei der Beurteilung, ob die Kriterien für die Überwindbarkeit der geltend 
gemachten Beschwerden erfüllt sind resp. ob eine allfällige Komorbidität 
den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindba-
re Schmerzstörung und somit auf eine invalidisierende Gesundheitsschädi-
gung gestattet, handelt es sich um eine Konkretisierung des Begriffs der 
Invalidität gemäss Art. 8 ATSG und somit um eine Rechtsfrage (vgl. BGE 
132 V 393 E. 3.2 S. 398; Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2007, 
I 997/06, E. 2.2). Soweit deshalb in Arztberichten oder Gutachten eine Ar-
beitsunfähigkeit attestiert wurde, darf hieraus – entgegen der Auffassung in 
der Beschwerde (S. 6) – nicht unbesehen auf das Bestehen eines invalidi-
sierenden Gesundheitsschadens geschlossen werden.

3.8.2 Aus den vorliegenden Gutachten ergeben sich keine Hinweise auf 
eine Komorbidität im hiervor dargelegten Rechtssinne: So kommt eine Dys-
thymie, welche nicht zusammen mit anderen Befunden wie etwa einer 
ernsthaften Persönlichkeitsstörung auftritt, nach der Rechtsprechung nicht 
einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich; sie ist allein 
somit regelmässig nicht invalidisierend (SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2), 
gleichviel, ob sie isoliert oder in Verbund mit einer Schmerzstörung auftritt 
(vgl. Entscheid des BGer vom 6. Dezember 2012, 8C_303/2012, E. 5.4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 25

Hiervon abzurücken besteht in Anbetracht der medizinischen Situation kein 
Anlass.

Auch eine Prüfung der weiteren von der Rechtsprechung entwickelten Kri-
terien zur Annahme einer invalidisierenden Schmerzstörung (vgl. E. 2.2 
vorne) lässt den Schluss auf ein invalidisierendes Krankheitsbild nicht zu: 
Zwar liegt mit der Fussdeformität rechts eine chronische körperliche Beglei-
terkrankung vor. Diese weist jedoch keine die Schmerzüberwindung ver-
unmöglichende Schwere auf, kann der Beschwerdeführer doch trotzdem 
Gehen und ist die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht ein-
geschränkt (act. II 151 S. 8 f.), weshalb die körperliche Begleiterkrankung 
in rechtlicher Hinsicht nicht massgeblich ist (vgl. auch Entscheid des BGer 
vom 26. Juni 2014, 8C_104/2014, E. 3.3.4). 

Ferner besteht kein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, pflegt 
der Beschwerdeführer doch eine gute Beziehung mit der Familie (act. II 
197.1 S. 6 f.; 10; vgl. Entscheid des BGer vom 21. März 2011, 
9C_936/2011, E. 4.2.2.1). 

Im Weiteren ist das Kriterium einer gescheiterten konsequent durchgeführ-
ten (ambulanten oder stationären) Therapie nicht erfüllt, wurde doch – so-
weit ersichtlich – eine stationäre Therapie bis anhin nicht durchgeführt. Zu 
verneinen ist auch ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit 
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde 
Rückbildung: Abgesehen davon, dass hinsichtlich der Somatisierungs-
störung ein solcher Verlauf diagnosespezifisch und damit rechtlich nicht 
ausschlaggebend ist (vgl. Entscheid des BGer vom 30. November 2007, 
I 937/06, E. 4.3), ist in Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerdefüh-
rer die angegebenen Medikamente gar nicht oder nicht regelmässig ein-
nimmt (act. II 197.1 S. 15), von einer Rückbildung der Schmerzen auszu-
gehen. Damit kann offen bleiben, ob mit Dr. med. H.________ auch ein 
primärer Krankheitsgewinn zu verneinen ist: Jedenfalls läge auch dieses 
Kriterium nicht in besonderer Ausprägung vor. 

Die Kriterien liegen damit weder in hinreichender Anzahl noch Ausprägung 
vor, um eine Unzumutbarkeit der Schmerzüberwindung zu bejahen. Damit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 26

liegt mit Bezug auf die psychischen Beschwerden kein invalidisierender 
Gesundheitsschaden im Rechtssinne mehr vor. 

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das 
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin-
reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn abzustellen. 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 27

beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.2 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind grundsätzlich die 
Verhältnisse im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (22. Mai 2014) 
massgebend. Mangels verfügbarer definitiver statistischer Zahlen für das 
Jahr 2014 sind nachstehend Validen- und Invalideneinkommen indes nach 
Massgabe der im Jahr 2013 gültigen Werte zu berechnen. 

4.2.1 Hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens ist von der 
früheren Tätigkeit als (ungelernter) … auszugehen (act. IIA 1 S. 4; 8 S. 2), 
zumal die Aktenlage nicht den Schluss auf eine überwiegend wahrschein-
lich anderweitige berufliche Entwicklung nahe legt. 

Gemäss Angaben des letzten Arbeitgebers hätte der Beschwerdeführer 
2006 ein monatliches Gehalt von Fr. 4‘986.-- erzielt (act. II 14 S. 2), was 
unter Berücksichtigung eines 13. Monatslohnes (vgl. act. II 19 S. 42) ein 
Jahresgehalt von Fr. 64‘818.-- ergibt. Unter Berücksichtigung der Nominal-
lohnentwicklung resultiert per 2013 somit ein Jahreseinkommen von 
Fr. 70‘613.35 (Fr. 64‘818.-- / 115.2 x 125.5 [vgl. Bundesamt für Statistik, 
BFS, Nominallohnindex 1993-2010, Nominallohnindex 2011 – 2013, T1.93, 
Position F]). 

Würde in Anbetracht des Umstands, dass die Tätigkeit beim letzten Arbeit-
geber über acht Jahre zurückliegt, das Valideneinkommen gestützt auf Ta-
belle TA1 der LSE 2010, Ziffer 41-43, Anforderungsniveau 4, Männer, er-
mittelt, resultierte ein auf das Jahr 2013 aufindexiertes, bei einem Pensum 
von 100% erzieltes, hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 68‘118.90 
(Fr. 5‘310.-- x 12 Monate / 40 x 41.8 Wochenstunden [BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Position 41-42] / 100 x 102.3 
[BFS, Nominallohnindex, Männer 2011-2013, T1.1.10, Position F]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 28

4.2.2 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist zu berücksichtigen, 
dass der Beschwerdeführer keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgeht, 
weshalb ebenfalls auf statistische Werte abzustellen ist (vgl. E. 4.1.2 vor-
ne). 

Hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils ist ihm eine Arbeit in Wechselbelas-
tung mit Stehen und Gehen bis maximal eine halbe Stunde am Stück, ohne 
hohe Belastungen mit Gewicht (ca. bis 10kg) und mit mehr als 50% Sitzen, 
nicht zu fein und intellektuell nicht zu anspruchsvoll sowie ohne zeitliche 
Einschränkung, zumutbar (vgl. act. II 151 S. 9). Praxisgemäss ist somit auf 
Tabelle TA1 der LSE 2010, Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive 
Arbeiten), Totalwert, Männer, abzustellen.

Der von der Beschwerdegegnerin unter dem Titel „leidensbedingte Ein-
schränkung“ vorgenommene Abzug von 10% erweist sich als angemessen. 
Für einen höheren Abzug besteht kein Anlass, führt doch die gesundheit-
lich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrich-
ten, nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des hypothetischen 
Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits 
eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Ent-
scheid des BGer vom 4. Oktober 2013, 9C_455/2013, E. 4.4). Zudem sind 
die übrigen, praxisgemäss zu berücksichtigenden Kriterien (vgl. E. 4.1.2 
vorne) nicht erfüllt.

Demnach beträgt das jährliche, auf das Jahr 2013 aufindexierte Invaliden-
einkommen unter Berücksichtigung eines behinderungsbedingten Abzugs 
von 10% Fr. 56‘559.85 (Fr. 4'901.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wochenstun-
den [vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Abschnitt Total] / 100 x 102.5 [BFS, Nominallohnindex nach Geschlecht, 
T1.1.10, Rubrik Total, Männer] x 0.9). 

4.2.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 14‘053.50 bzw. – unter Zugrundelegung von 
Tabellenlöhnen beim Valideneinkommen – von Fr. 11‘559.05 und damit ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 20% respektive 17% (Fr. 14‘053.50 / 
Fr. 70‘613.35 x 100 bzw. Fr. 11‘559.05 / Fr. 68‘118.90 x 100 [zur Rundung: 
vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123]), was keinen Anspruch auf eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 29

Invalidenrente ergibt (vgl. E. 2.3 vorne). An diesem Ergebnis änderte auch 
nichts, wenn der Tabellenlohn – entsprechend der sinngemässen 
Argumentation in der Beschwerde (vgl. S. 8) – um den maximal zulässigen 
leidensbedingten Abzug von 25% reduziert würde, resultierte doch diesfalls 
ein (ebenfalls rentenausschliessender) Invaliditätsgrad von 33% bzw. 31%. 

4.3 Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
22. Mai 2014 als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1

5.1.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.1.2 Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Pro-
zesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die 
zur Deckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind 
(BGE 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen 
Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; 
SVR 2009 UV Nr. 12 S. 50 E. 4.1). Die Grenze für die Annahme von Be-
dürftigkeit im Sinne der Regeln über die unentgeltliche Verbeiständung liegt 
höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (RKUV 
2000 KV 119 S. 155 E. 2).

Personen, die Ergänzungsleistungen beziehen, sind nicht ohne weiteres 
bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG (SVR 2009 UV Nr. 12 S. 50 
E. 4.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 30

5.2

5.2.1 Der Beschwerdeführer und sein Bruder sind je zu ½ Eigentümer der 
Liegenschaft am … in …, deren amtlicher Wert per 2013 Fr. 646‘100.-- 
betrug (vgl. Auszug aus Grundstück-Informationen GRUDIS, besucht am 
24. Oktober 2014 [Auszug in den Gerichtsakten]). Die Hypothek beläuft 
sich auf Fr. 400‘000.-- und wird je hälftig durch den Beschwerdeführer und 
seinen Bruder getilgt (vgl. Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege vom 23. Juni 2014, S. 4; Beilagendossier unentgeltliche 
Rechtspflege, Beilage 7). Mithin liegt der amtliche Wert deutlich bzw. um 
Fr. 246‘100.-- über der Hypothekarschuld, welcher Betrag dem Beschwer-
deführer zu ½, ausmachend Fr. 123‘050.--, als Vermögen anzurechnen ist 
und worauf der Beschwerdeführer über den Weg einer weiteren Belehnung 
greifen könnte. 

5.2.2 Unter Anrechnung des erwähnten Vermögens ist der Beschwerde-
führer ohne weiteres in der Lage, die Kosten des vorliegenden Verfahrens 
zu bezahlen. Die Bedürftigkeit ist deshalb zu verneinen, woran nichts än-
dert, dass der Beschwerdeführer Bezüger von Ergänzungsleistungen war 
(vgl. E. 5.1.2 vorne). Ob die weiteren Voraussetzungen (fehlende Aus-
sichtslosigkeit, Notwendigkeit bzw. Gebotenheit der Verbeiständung) erfüllt 
sind, kann unter diesen Umständen offen bleiben. Das Gesuch um Ertei-
lung der unentgeltlichen Rechtspflege ist demnach abzuweisen.

5.3 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen.

5.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/612, Seite 31

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird abgewiesen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. 

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.