# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a21fab4-d32d-5af8-9168-41f7ff508676
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-13
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 13.10.2008 BB.2008.75
**Docket/Reference:** BB.2008.75
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2008-75_2008-10-13

## Full Text

Beweismittelbeschlagnahme (Art. 65 Abs. 1 BStP); Aushändigung von Kopien;;Beweismittelbeschlagnahme (Art. 65 Abs. 1 BStP); Aushändigung von Kopien;;Beweismittelbeschlagnahme (Art. 65 Abs. 1 BStP); Aushändigung von Kopien;;Beweismittelbeschlagnahme (Art. 65 Abs. 1 BStP); Aushändigung von Kopien

Entscheid vom 13. Oktober 2008  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Alex Staub, Vorsitz, 
Barbara Ott und Tito Ponti, 
Gerichtsschreiber Stefan Graf 

   
 
Parteien 

  
A. AG, vertreten durch Me Maurice Harari, vertreten 
durch Rechtsanwalt Jürg Wernli 

 
Beschwerdeführerin 

 
 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Beweismittelbeschlagnahme (Art. 65 Abs. 1 BStP); 
Aushändigung von Kopien 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2008.75 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Bundesanwaltschaft führt ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren 
gegen B. wegen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis 
Ziff. 2 StGB), der Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322septies StGB) so-
wie der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB). In diesem Zu-
sammenhang nahm die Bundeskriminalpolizei am 21./22. August 2008 am 
Sitz der A1. AG in Z. eine Hausdurchsuchung vor und stellte in grossem 
Umfang verschiedene Unterlagen, Datenträger und Gegenstände sicher 
(act. 1.1). Mit Schreiben an die Bundesanwaltschaft vom 27. August 2008 
bezog sich die A1. AG auf die sichergestellten Akten und führte aus, dass 
diese für ihren weiteren Geschäftsbetrieb unabdingbar seien. Sie sei drin-
gend darauf angewiesen, gewisse dieser Akten zumindest in Kopie umge-
hend ausgehändigt zu erhalten. In einem ersten Schritt beantrage sie da-
her, dass ihr ermöglicht werde, in den nächsten 48 Stunden Kopien von 
folgenden Unterlagen zu erstellen: sämtliche Akten, die in den drei Safes 
beschlagnahmt wurden, mit Ausnahme derjenigen aus dem Safe von Herrn 
C., Hänger #1-35 und 109-115 (act. 1.2). In ihrem Schreiben vom 28. Au-
gust 2008 wies die Bundesanwaltschaft das entsprechende Begehren ab 
bzw. ersuchte die A1. AG für den Fall, dass diese an ihrem Antrag festhal-
te, um eine gehörige Begründung und um Mitteilung, ob sie dazu eine an-
fechtbare Verfügung verlange (act. 1.11 S. 2). Mit zwei Schreiben vom 
28. bzw. vom 29. August 2008 nahm die A1. AG diesbezüglich gegenüber 
der Bundesanwaltschaft erneut Stellung und ersuchte für den Fall, dass ihr 
Antrag nicht gutgeheissen würde, um eine anfechtbare Verfügung 
(act. 1.12 und 1.13). Mit Verfügung vom 1. September 2008 beschlag-
nahmte die Bundesanwaltschaft die am 21./22. August 2008 von der Bun-
deskriminalpolizei bei der A1. AG sichergestellten Unterlagen, Datenträger 
und Gegenstände gemäss den entsprechenden Verzeichnissen der Bun-
deskriminalpolizei und wies das Ersuchen der A1. AG vom 27. August 2008 
um Erstellung und Herausgabe von Aktenkopien „zur Zeit“ ab (act. 1.3). 
 
 

B. Mit Beschwerde vom 4. September 2008 gelangte die A1. AG an die I. Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragte, die Bundesan-
waltschaft sei anzuweisen, Kopien der in den drei Safes beschlagnahmten 
Akten mit Ausnahme derjenigen von Herrn C. (Hänger #1-35 und 109-115) 
innert einer Frist von 48 Stunden erstellen zu lassen und ihr auszuhändi-
gen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1). 

 

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In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. September 2008 beantragte die Bun-
desanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit dar-
auf eingetreten werden könne (act. 5). 
 
Seit 1. Oktober 2008 firmiert die A1. AG neu unter A. AG. 
 
In ihrer Beschwerdereplik vom 2. Oktober 2008 bestätigte die A. AG ihre 
Rechtsbegehren vom 4. September 2008 (act. 7). 
 
Die Beschwerdereplik wurde der Bundesanwaltschaft am 3. Oktober 2008 
zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 8). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men. 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Bundesanwalts ist die 

Beschwerde nach den Vorschriften der Art. 214 ff BStP an die I. Beschwer-
dekammer des Bundesstrafgerichts zulässig (Art. 105bis Abs. 2 BStP i.V.m. 
Art. 28 Abs. 1 lit. a SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reglements vom 20. Juni 
2006 für das Bundesstrafgericht; SR 173.710). Die gegen eine Amtshand-
lung gerichtete Beschwerde ist innert fünf Tagen, nachdem der Beschwer-
deführer von ihr Kenntnis erhalten hat, einzureichen (Art. 217 BStP). Die 
Beschwerde steht den Parteien und einem jeden zu, der durch eine Verfü-
gung oder durch die Säumnis des Bundesanwalts einen ungerechtfertigten 
Nachteil erleidet (Art. 214 Abs. 2 BStP). 

 
1.2 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Beschlagnahmeverfü-

gung bzw. durch die verweigerte Erstellung und Herausgabe von Kopien 
eines Teils der beschlagnahmten Akten berührt und hat diesbezüglich ein 
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung bzw. Änderung der ange-
fochtenen Verfügung. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereich-
te Beschwerde ist daher einzutreten.  

 
 
2. Gegenstände, die als Beweismittel von Bedeutung sein können, sind mit 

Beschlag zu belegen und zu verwahren oder auf besondere Weise kennt-

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lich zu machen (Art. 65 Abs. 1 Satz 1 BStP). Die Beschlagnahme gemäss 
Art. 65 Abs. 1 BStP ist eine provisorische (konservatorische) prozessuale 
Massnahme zur vorläufigen Sicherung der Beweismittel (PIQUEREZ, Traité 
de procédure pénale suisse, 2. Aufl., Genf - Zürich - Basel 2006, N. 896). 
Sie dient der Beschaffung und unverfälschten Erhaltung von Beweismitteln, 
die namentlich für einen Augenschein- oder Urkundenbeweis in Betracht 
fallen. Beweismittel in diesem Sinne sind alle beweglichen und unbewegli-
chen Sachen, die unmittelbar oder mittelbar für die Tat oder ihre Umstände 
Beweis erbringen können. Es genügt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, 
dass das Beweisobjekt unmittelbar oder mittelbar mit der strafbaren Hand-
lung in Zusammenhang steht (vgl. HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweize-
risches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 340 f N. 2 m.w.H.; 
SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 755; PIQUEREZ, a.a.O., 
N. 910 f). Voraussetzung für die Beschlagnahme ist ein hinreichender, ob-
jektiv begründeter Tatverdacht gegenüber dem Betroffenen (TPF 2005 84 
E. 3.1.2 m.w.H.; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 346 N. 28; a.M. 
SCHMID, a.a.O., N. 686, welcher für strafprozessuale Massnahmen stets ei-
nen dringenden Tatverdacht fordert). Gemäss ständiger Rechtsprechung 
der I. Beschwerdekammer setzt der hinreichende – in Abgrenzung zum 
dringenden – Tatverdacht gerade nicht voraus, dass Beweise oder Indizien 
bereits für eine erhebliche oder hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung 
sprechen. Der hinreichende Tatverdacht unterscheidet sich damit vom 
dringenden vor allem durch ein graduelles Element hinsichtlich der Beweis-
lage, wobei der Strafverfolgungsbehörde auch in der Sachverhaltsdarstel-
lung ein geringerer Konkretisierungsgrad zugebilligt werden muss. Das än-
dert freilich nichts daran, dass sich auch ein derartiger Verdacht im Verlau-
fe der weiteren Ermittlungen weiter verdichten muss (vgl. zum Ganzen TPF 
BE.2004.10 vom 22. April 2005 E. 3.1). Im Übrigen muss die Beschlag-
nahme wie jedes Zwangsmittel im öffentlichen Interesse liegen und ver-
hältnismässig sein, d.h. sie muss in einem angemessenen Verhältnis zur 
Schwere der Tat und zur Stärke des Tatverdachts stehen und für die Er-
mittlungen notwendig und geeignet sein. Es darf insbesondere keine milde-
ren Massnahmen geben, welche dem Untersuchungszweck ebenfalls Ge-
nüge tun. Bei Urkundendelikten ist z. B. zu prüfen, ob nicht die Anfertigung 
von Fotokopien genüge  (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 341 N. 3; 
SCHMID, a.a.O., N. 686; PIQUEREZ, a.a.O., N. 914). 

 
 
3.  
3.1 Wie sich dem Antrag der Beschwerdeführerin sinngemäss entnehmen 

lässt, wird vorliegend nicht der Tatverdacht sowie der Zusammenhang der 
beschlagnahmten Gegenstände mit der vermuteten Straftat bestritten, son-

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dern die Verhältnismässigkeit der erfolgten Beschlagnahme mit der an-
schliessenden Weigerung der Herausgabe von Kopien. Nichtsdestotrotz 
hat die I. Beschwerdekammer eine Prüfung des im Raum stehenden Tat-
verdachts vorzunehmen, da die Beschlagnahme in einem angemessenen 
Verhältnis zur Schwere der Tat und der Stärke des Tatverdachts stehen 
muss. 

 
3.2 Die Beschwerdegegnerin bringt im Rahmen der angefochtenen Verfügung 

vor, dass unter der Mitverantwortung des Beschuldigten B. durch unlautere 
Machenschaften Gelder aus Gesellschaften der A2. Gruppe ausgeschleust 
und diese später für Korruptionszwecke verwendet worden seien. Zu die-
sem Zwecke seien zwischen einzelnen Ländergesellschaften der 
A2. Gruppe, der Beschwerdeführerin und den jeweiligen Beraterfirmen so 
genannte Consultancy Agreements abgeschlossen worden, in denen sich 
die Berater gegenüber den Firmen der A2. Gruppe zur Erbringung von ein-
zelnen Dienstleistungen und die Firmen der A2. Gruppe sich zur Leistung 
eines entsprechenden Honorars verpflichtet hätten. Hierzu lägen konkrete 
Hinweise vor, dass in zahlreichen Fällen die Berater zwar gestützt auf die 
Beraterverträge Rechnungen ausgestellt, die vertraglich vereinbarten 
Dienstleistungen aber nie erbracht hätten, weshalb nach heutigem Kennt-
nisstand in diesem Zusammenhang von fiktiven Beraterverträgen auszuge-
hen sei. Effektiv scheine in diesen Fällen mit den zuständigen Verantwortli-
chen der Firmen der A2. Gruppe vereinbart gewesen zu sein, dass die der-
art aus der Konzernbuchhaltung ausgeschleusten Gelder an Dritte weiter-
geleitet oder ab den Konten abdisponiert und den Verantwortlichen der 
A2. Gruppe in cash wieder ausgehändigt worden seien. Bei beiden Vorge-
hensweisen bestehe der Verdacht, dass diese Gelder für Korruptionszwe-
cke bestimmt und auch entsprechend verwendet worden seien. In mehre-
ren Beispielen hätte sich die erwähnte Verdachtslage ergeben und zudem 
lägen ernst zu nehmende Hinweise vor, dass die dargelegte Vorgehens-
weise systematisch zur Ausschleusung von Geldern gedient habe, welche 
dann effektiv für Korruptionszwecke verwendet worden seien (act. 1.3 
S. 2). In ihrer Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin weiter 
aus, dass die Beschwerdeführerin auf diese Weise Zahlungen an Berater 
von Fr. 70 Mio. pro Jahr und aufgerechnet auf die für das Strafverfahren re-
levante Zeitdauer über Fr. 500 Mio. an Beraterhonoraren ausgelöst habe. 
Ein grosser Teil dieser Zahlungen müsse nach heutigem Erkenntnisstand 
insofern als verdächtig bezeichnet werden, als zahlreiche sog. Berater  
überhaupt keine in den Beraterverträgen vereinbarte Dienstleistungen er-
bracht, sondern gestützt auf fingierte Beraterverträge und mit gefälschten 
Rechnungen einzig die Grundlage für die buchhalterische Ausschleusung 
der Rechnungsbeträge geliefert und ihre Konten für die Weiterleitung der 

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Rechnungsbeträge an Dritte – in einzelnen Fällen (Projekt in Italien und 
Projekte in Sambia und Mexiko) nachgewiesenermassen an ausländische 
Funktionäre – zur Verfügung gestellt hätten (act. 5 S. 2 f). Die Beschwer-
degegnerin führt weiter zwei Fälle auf, in welchen Firmen mit Sitz in der 
Schweiz als sog. Berater im oben erwähnten Sinne fungiert und zumindest 
Rechnungen über Fr. 10. Mio. bzw. rund EUR 300'000.-- gestellt hätten, 
wobei die Beträge dann – teilweise in bar – an Dritte weiter geflossen seien 
(act. 5 S. 3 f). 

 
3.3 Die im Raum stehenden Vorwürfe sind schwerer Natur und den Interessen 

der Strafverfolgungsbehörden an der im Grundsatz unbestrittenen Be-
schlagnahme kommt somit erhebliches Gewicht zu. Die Beschwerdeführe-
rin bringt demgegenüber vor, dass sie – die im Übrigen nicht als Partei ins 
vorliegende Strafverfahren einbezogen ist – Eigentümerin der beschlag-
nahmten Unterlagen sei. Gemäss Art. 957 OR (diesbezüglich verweist sie 
auf BGE 106 Ib 346 E. 1a S. 348 und E. 3a) sei sie verpflichtet, sämtliche 
von der Beschwerdegegnerin beschlagnahmten Unterlagen aufzubewah-
ren. Sie müsse fortlaufend und aktuell die geschäftlichen Vorgänge verbu-
chen können. Bei der Beschwerdeführerin bzw. den Unternehmen, mit de-
nen sie in ihrer Geschäftstätigkeit verbunden sei, handle es sich um einen 
Betrieb, der im Rahmen der Abwicklung laufender Aufträge im In- und Aus-
land auf eine lückenlose Dokumentation der geschlossenen Vereinbarun-
gen mit Kunden und Unterakkordanten etc. angewiesen sei. Die von der 
Beschwerdegegnerin ins Visier genommenen Berater würden eingesetzt, 
um vor Ort Machbarkeitsstudien, gesetzliche Rahmenbedingungen, Um-
weltbedingungen, die Auswahl von Vertragspartnern etc. zu prüfen und im 
Rahmen der Realisierung eines Auftrages zu begleiten. Heute könne die 
Beschwerdeführerin ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen, 
da sie über keine Unterlagen mehr verfüge. Sie sei so nicht mehr in der 
Lage, Rechnungen auf die Übereinstimmung mit den ursprünglich abge-
schlossenen Vereinbarungen zu überprüfen, und könne einen geordneten 
Geschäftsgang nicht mehr sicherstellen. Dieser unhaltbare Zustand ge-
fährde die Existenz der Beschwerdeführerin. 
 
Die Beschwerdegegnerin bestreitet demgegenüber das Vorliegen eines 
rechtlich geschützten aktuellen Bedürfnisses der Beschwerdeführerin an 
den Unterlagen, da diese nicht operativ tätig sei, sondern ihre Haupttätig-
keit in der Abwicklung der in den genannten Beraterverträgen vereinbarten 
Entschädigungen bestehe (act. 1.3 S. 3). In der Beschwerdeantwort hielt 
die Beschwerdegegnerin fest, dass die eingeforderten Belegskopien abso-
lut nichts mit dem Tagesgeschäft der Beschwerdeführerin zu tun hätten 
(act. 5 S. 3). Weiter müsse allein der aufgezeigte Missbrauch mit Berater-

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verträgen zu einem vorübergehenden Stopp der Auszahlungen von Bera-
terhonoraren führen. Die Beschwerdeführerin sei auch aus diesem Grund 
für ihr Tagesgeschäft nicht auf die Unterlagen angewiesen (act. 5 S. 4). 
Dem Protokoll zur Einvernahme der für die Beschwerdeführerin tätigen D. 
kann demgegenüber insbesondere entnommen werden, dass sie nach Er-
halt der Rechnung deren Richtigkeit überprüfen müsse, wobei es „absolut 
wichtig“ sei, ob die Bankdaten auf der Rechnung mit den Angaben in den 
Keys übereinstimmen. Wenn die Rechnung stimme, erteile sie die Zah-
lungsfreigabe (vgl. act. 5.2 S. 7 Zeilen 21 ff). Die Beschwerdegegnerin 
räumt selber ein, dass die zur Herausgabe beantragten Unterlagen sog. 
Keys einer Vielzahl von Beratern enthalte, u. a. deren Bankverbindung 
(act. 5 S. 2). Es ist demnach evident, dass die Beschwerdeführerin tatsäch-
lich zur Überprüfung gestellter Rechnungen auf die herausverlangten Un-
terlagen angewiesen ist, damit sie ihren vertraglichen Verpflichtungen 
nachkommen kann.  

 
3.4 In diesem Sinne ist die Beschlagnahme der fraglichen Unterlagen durch die 

Beschwerdegegnerin angesichts des Tatverdachts ein geeignetes und 
notwendiges Mittel, um den Untersuchungszweck sicherzustellen. Jedoch 
drängt es sich auf Grund der erwähnten erheblichen Interessen der Be-
schwerdeführerin auf, ihr die von ihr herausverlangten Unterlagen in Kopie 
herauszugeben. Der Zweck der Beweismittelbeschlagname wird dadurch in 
keiner Weise gefährdet, vielmehr entspricht eine solche Herausgabe dem 
Grundsatz der Subsidiarität, welchen eine Zwangsmassnahme auch zu 
respektieren hat. 

 
3.5 Sofern die Beschwerdegegnerin mit der Beschlagnahme bzw. der Verwei-

gerung der Herausgabe darüber hinaus den vollständigen Stopp des Zah-
lungsverkehrs und damit des Betriebs der Beschwerdeführerin bezweckt 
(act. 5 S. 4), geht die Massnahme eindeutig zu weit. Anhand der im vorlie-
genden Verfahren vorgebrachten Sachverhalte (welche zum Teil mit den im 
B. als Beschuldigten betreffenden Haftverlängerungsverfahren BH.2008.17 
offen gelegten Sachverhalten übereinstimmen), besteht zwar der Verdacht, 
dass in einzelnen Fällen Gelder aus der A2. Gruppe ausgeschleust und zu 
kriminellen Zwecken eingesetzt worden sind. Hingegen scheint der 
Schluss, wonach sämtlicher Zahlungsverkehr der Beschwerdeführerin ei-
nen kriminellen Hintergrund aufweisen soll, anhand den auch der I. Be-
schwerdekammer vorliegenden Erkenntnissen als zu weit. So macht die 
Beschwerdegegnerin lediglich pauschal geltend, dass die geschilderte Vor-
gehensweise systematisch zur Ausschleusung von Geldern gedient habe. 
Welche konkreten „ernst zu nehmenden Hinweise“ diesbezüglich vorliegen, 
bleibt jedoch unklar. Letztlich behauptet selbst die Beschwerdegegnerin 

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nicht, dass sämtlicher Zahlungsverkehr der Beschwerdeführerin strafrecht-
lich relevant ist, wenn sie sagt, dass „ein grosser Teil“, mithin nicht alle, die-
ser Zahlungen nach heutigem Erkenntnisstand – es gilt diesbezüglich die-
selbe einschränkende Bemerkung wie soeben – als verdächtig bezeichnet 
werden muss (act. 5 S. 2). Da mit der vollständigen Verweigerung der Her-
ausgabe der verlangten Akten seit nunmehr über einem Monat die konkrete 
Wahrscheinlichkeit der Gefährdung der Abwicklung legaler Geschäfte und 
Zahlungen sowie den der Beschwerdeführerin hieraus erwachsenden 
rechtlichen und tatsächlichen Konsequenzen ernst zu nehmen ist und die 
Verweigerung einer solchen Herausgabe mit Blick auf den Untersuchungs-
zweck auch nicht geboten scheint, ist die Beschwerde gutzuheissen und es 
ist die Beschwerdegegnerin anzuweisen, der Beschwerdeführerin die 
nachgesuchten Aktenstücke umgehend in Kopie oder allenfalls in anderer 
geeigneter Form – offenbar scheint zumindest ein Teil der Unterlagen be-
reits elektronisch erfasst und auf CD-ROM verfügbar zu sein (act. 5.1) – 
auszuhändigen.  

 
 
4.  
4.1 Es werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. 

Art. 66 Abs. 4 BGG). Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, der 
Beschwerdeführerin den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu-
rückzuerstatten. 

 
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat der obsiegenden Beschwerdeführerin für das 

vorliegende Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt.) auszurichten (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 68 
Abs. 1 und 2 BGG und Art. 3 Abs. 2 des Reglements vom 26. September 
2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht, 
SR 173.711.31). 

 
 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Bundesanwaltschaft wird ange-

wiesen, umgehend Kopien der in den drei Safes beschlagnahmten Akten mit 
Ausnahme derjenigen von Herrn C. (Hänger #1-35 und 109-115) zu erstellen 
oder erstellen zu lassen und der Beschwerdeführerin auszuhändigen. 

 
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse hat 

der Beschwerdeführerin den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- 
zurückzuerstatten. 

 
3. Die Bundesanwaltschaft hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt.) auszurichten. 
 

Bellinzona, 13. Oktober 2008 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Vorsitzende:    Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Jürg Wernli 
- Me Maurice Harari 
- Bundesanwaltschaft 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.