# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1066789d-4256-5f64-809e-ade8aecd8ff1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.01.2014 E-3923/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3923-2013_2014-01-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3923/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m   7 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Gérard Scherrer, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   Parteien 
 

A._______, geboren  (…), 

Nigeria,   

vertreten durch lic. iur. Seraina Berner,  

Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende Solothurn, (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 28. Juni 2013 / N (…). 

 

 

E-3923/2013 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 14. Januar 2013 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass er am 21. Januar 2013 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

B._______ summarisch zu den Asylgründen befragt wurde, wobei er gel-

tend machte, er habe seit dem Jahre 2002 in Italien gelebt und gearbei-

tet; die italienischen Behörden hätten ihm im Jahre 2009 eine Aufent-

haltsbewilligung ausgestellt, die ihm jedoch im März 2012 entzogen wor-

den sei, 

dass er sich weiterhin in Italien aufgehalten habe, wobei er im Juni 2012 

wegen einer Lungenentzündung hospitalisiert worden sei, 

dass er seither keine Arbeit mehr gefunden und sich schliesslich zur Aus-

reise entschlossen habe, 

dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung im EVZ vom 

21. Januar 2013 gestützt auf seine Aussagen das rechtliche Gehör zu ei-

ner allfälligen Wegweisung nach Italien gewährt wurde, wobei er geltend 

machte, er habe in Italien kein Asylgesuch gestellt und für die Aufent-

haltsbewilligung bezahlen müssen; auch erhalte er dort keine Arbeitsbe-

willigung, 

dass das BFM am 12. April 2013 an Italien ein Ersuchen um Übernahme 

des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 9 Abs. 4 respektive Art. 10 

Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 

2003 (Dublin-II-Verordnung) zur Festlegung der Kriterien und Verfahren 

zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zu-

ständig ist, stellte (Akte A16), 

dass die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum 

Übernahmeersuchen keine Stellung nahmen, 

dass der Beschwerdeführer am 21. Februar 2013 im (…)spital 

C._______, Infektiologie, positiv auf HIV getestet wurde, wobei eine 

chronische HIV-Infektion im CDC-Stadium C3 (AIDS) mit fortgeschrittener 

Schwächung der Immunitätslage (CD4-Zellzahl 23 Zellen/µl) diagnosti-

ziert wurde, 

E-3923/2013 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer am 2. April 2013 antiretrovirale Therapie be-

gonnen hat, 

dass das BFM mit Verfügung vom 28. Juni 2013 – eröffnet am 3. Juli 

2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 

Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und den 

Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ab-

lauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte, 

dass für die Begründung der angefochtenen Verfügung auf die Akten und, 

soweit für den Entscheid relevant, auf die nachfolgenden Erwägungen 

verwiesen wird, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Juli 2013 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht durch seine Rechtsvertreterin 

Beschwerde erhob und dabei beantragte, die vorinstanzliche Verfügung 

sei aufzuheben und das BFM anzuweisen, sein Recht zum Selbsteintritt 

auszuüben und sich für vorliegendes Asylgesuch für zuständig zu erach-

ten, 

dass er in formeller Hinsicht im Sinne vorsorglicher Massnahmen um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, um vorsorgliche 

Anordnung vollzugshemmender Massnahmen sowie um unentgeltliche 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht ersuchte, 

dass ferner ein ärztlicher Bericht von Dr. med. D._______, Infektiologie, 

(...)spital C._______, vom 23. April 2013, eine Abwesenheitsanzeige des 

behandelnden Arztes, ein Aufgebot für eine Sprechstunde am 13. August 

2013 eingereicht wurden; eine Fürsorgebestätigung wurde am 16. Juli 

2013 nachgereicht, 

dass auf die weitere Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, 

E-3923/2013 

Seite 4 

dass die vorinstanzlichen Akten am 12. Juli 2013 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 5. August 2013 die Ab-

weisung der Beschwerde beantragte, 

dass der Beschwerdeführer mit Replik vom 4. September 2013 dazu Stel-

lung nahm und gleichzeitig einen Arztbericht von Dr. med. D._______, In-

fektiologie, (...)spital C._______, vom 6. August 2013 einreichte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder 

das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 

AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung hat und 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und 

Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

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Seite 5 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5.), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiel-

len Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache 

zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (BVGE 2007/8 

E. 2.1, mit weiteren Hinweisen),  

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-

stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen 

Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im 

Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, 

SR 142.20), 

dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im 

Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. BVGE 

2010/45 E. 10.2 S. 645), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 

2004 (DAA, SR 0.142.392.68) zur Anwendung gelangt und das BFM die 

Zuständigkeitsfrage gestützt auf die Dublin-II-VO prüfte, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-VO jeder Asylantrag von ei-

nem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapi-

tels III als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass – unter anderem – derjenige Mitgliedstaat zur Prüfung eines Asylge-

suches zuständig ist, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufent-

haltstitel oder ein gültiges Visum ausgestellt hat (Art. 9 Dublin-II-VO), 

dass derjenige Mitgliedstaat den Asylbewerber, der sich zuvor während 

eines ununterbrochenen Zeitraumes von mindestens fünf Monaten in die-

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Seite 6 

sem Mitgliedstaat aufgehalten hat, nach Massgabe der Art. 17 bis 19 

Dublin-II-VO aufzunehmen hat (Art. 10 Abs. 2 und Art. 16 Abs. 1 Bst. a 

Dublin-II-VO), wenn der Asylbewerber in einem weiteren Mitgliedstaat ein 

Asylgesuch einreicht, 

dass das BFM gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers, wonach 

er sich seit 2002 ununterbrochen in Italien aufgehalten habe und ihm im 

Jahre 2009 eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt worden sei, die im 

März 2012 entzogen worden sei, die italienischen Behörden am 12. April 

2013 um Übernahme der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 9 Abs. 4 

resp. Art. 10 Abs. 2 Dublin-II-VO ersuchte,  

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, 

womit sie die Zuständigkeit von Italien implizit anerkannten, 

dass auf Beschwerdeebene die Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates un-

bestritten blieb, 

dass nach dem Gesagten vorliegend Italien für die Prüfung des Asylan-

trags zuständig ist (vgl. Art. 9 Abs. 4 i.V.m. Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-VO), 

dass weiter zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch dorthin ausrei-

sen kann oder ob Überstellungshindernisse bestehen,  

dass die Frage der Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Weg-

weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG Voraus-

setzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides ist 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2), weshalb allfällige Vollzugshindernisse in 

den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat – vorliegend Italien –, welche zur 

Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin-

II-VO) in Verbindung mit Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 über Ver-

fahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV1, SR 142.311) führen könn-

ten, bereits in diesem Rahmen geprüft werden, 

dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 28. Juni 2013 dazu erwog, 

der Wegweisungsvollzug nach Italien sei zulässig, zumutbar und möglich,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe geltend macht, 

sein Gesundheitszustand stehe einer Überstellung nach Italien entgegen, 

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Seite 7 

dass er am 21. Februar 2013 im (...)spital C._______, Infektiologie, posi-

tiv auf HIV getestet worden sei, wobei eine chronische HIV-Infektion im 

CDC-Stadium C3 (AIDS) mit fortgeschrittener Schwächung der Immuni-

tätslage (CD4-Zellzahl 23 Zellen/µl) und eine enorale Candidainfektion 

diagnostiziert worden seien, 

dass zudem am 11. März 2013 multiple kleine Lymphknotenvergrösse-

rungen festgestellt worden seien, 

dass sich sein Allgemeinzustand gemäss dem ärztlichen Bericht vom 

23. April 2013 dank der komplexen antiretroviralen Therapie zwar verbes-

sert habe, dies jedoch auf die spezialisierte medizinische Behandlung zu-

rückzuführen sei, wobei ein Abbruch der HIV-Therapie innert kurzer Zeit 

zu einer deutlichen Verschlechterung der Abwehrlage mit Todesfolge füh-

ren würde, 

dass er in Italien zudem früher oder später obdachlos würde und die le-

benslänglich notwendige medizinische Versorgung nicht sichergestellt 

wäre,  

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung an ihrem Standpunkt fest-

hielt und ausführte, hinsichtlich der Erkrankung des Beschwerdeführers 

könne nicht von einem Zustand in Todesnähe ausgegangen werden, zu-

dem würden Medizinfälle den italienischen Behörden erst im Zusammen-

hang mit der Überstellung angekündigt, 

dass Italien zudem die erforderliche medizinische Grundversorgung auch 

illegal anwesenden Personen gewähre, wobei dem Beschwerdeführer of-

fen stehe, bei seiner Ankunft in Italien ein Asylgesuch einzureichen und 

so in die asylrechtlichen Unterbringungsstrukturen zu gelangen, 

dass Italien überdies die Aufnahmerichtlinie (Richtlinie 2003/9/EG des 

Rates vom 27. Januar 2003), welche Mindestnormen für die Aufnahme 

und Betreuung von Asylsuchenden – insbesondere auch medizinische 

Betreuung betreffend – beinhaltet, umsetze, 

dass Dublin-Rückkehrende sowie verletzliche Personen, zu denen der 

Beschwerdeführer zähle, von den italienischen Behörden bevorzugt be-

handelt würden, wobei für die Aufnahme von vulnerablen Dublin-

Rückkehrern besondere Strukturen geschaffen worden seien, insbeson-

dere in Milano und Roma, 

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Seite 8 

dass es keinen Grund zur Annahme gebe, dass in Italien die notwendige 

ärztliche Betreuung nicht gegeben sei und der Standard der medizini-

schen Infrastruktur in Italien mit dem in der Schweiz vergleichbar sei, wo-

bei die benötigte Therapieform auch in Italien fortgeführt werden könne, 

dass gemäss des Arztberichtes beim Beschwerdeführer auch nicht von 

einem Zustand in Todesnähe auszugehen sei, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Replik unter Hinweis auf einen ak-

tuellen Arztbericht vom 6. August 2013 festhält, er befinde sich zur Zeit 

zwar nicht in Todesnähe, ohne entsprechende komplexe und lückenlose 

Therapie würde sich sein Allgemeinzustand und seine Immunitätslage in 

kürzester Zeit indessen verschlechtern, 

dass er eine besonders verletzliche Person sei, das BFM jedoch eine 

mögliche Ausübung des Selbsteintritts durch die Schweiz nicht geprüft, 

sondern pauschal festgestellt habe, Italien könne eine angemessene me-

dizinische Versorgungsleistung erbringen und der Zugang zur medizini-

schen Behandlung sei gewährleistet, 

dass er weiter festhält, dem BFM sei es ferner nicht gelungen, die in der 

Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Juli 2013 

angeforderten schriftlichen Garantien in Italien bezüglich einer lückenlo-

sen medizinischen Betreuung bei der Überstellung des Beschwerdefüh-

rers einzuholen, 

dass das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main in seinem Urteil vom 

9. Urteil 2013 nämlich zum Schluss gelangt sei, die Aufnahmebedingun-

gen in Italien wiesen schwerwiegende systematische Mängel auf und Ita-

lien verletze die Aufnahmerichtlinie (Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 

27. Januar 2003) in tiefgreifender Weise,  

dass das italienische Aufnahme- und Unterbringungssystem sehr unüber-

sichtlich sei, wobei auch die italienischen Behörden keinen vollständigen 

Überblick über die Kapazität und Effektivität hätten, 

dass der Beschwerdeführer implizit geltend macht, die Überstellung nach 

Italien setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze damit 

Art. 3 EMRK, bzw. sein Gesuch sei aus humanitären Gründen in der 

Schweiz zu behandeln, 

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Seite 9 

dass diese Einwände indes nicht geeignet sind, an der Zuständigkeit Ita-

liens zur Durchführung des Asylverfahrens etwas zu ändern respektive 

einen – wie von den Beschwerdeführenden geltend gemacht – Anspruch 

auf Selbsteintritt nach Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO durch die 

Schweiz zu begründen,  

dass man bei einer Überstellung in den zuständigen Mitgliedstaat unter 

anderem von der Prämisse ausgeht, dass dieser kraft seiner Mitglied-

schaft den Verpflichtungen aus 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 

2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbe-

werbern in Mitgliedstaaten (sog. Aufnahmerichtlinie), darunter auch dem 

Non-Refoulement-Gebot, nachkommt (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4.2 

S. 638),  

dass die blosse Verletzung erwähnter Richtlinie durch den zuständigen 

Mitgliedstaat kein selbständiges Recht einer beschwerdeführenden 

Person auf Anrufung der Ausübung des Selbsteintrittsrechts begrün-

det, sondern es hierzu grundsätzlich des Nachweises eines "real risk" 

im Sinne der EMRK bedarf (vgl. dahingehend CHRISTIAN FILZWIE-

SER/ANDREA SPRUNG, Dublin-II-Verordnung, 3. Auflage, Wien/Graz 2010, 

Art. 3 K11 S. 75),  

dass, sofern dieser Nachweis nicht gelingt und somit nicht von einem 

Überstellungshindernis in den zuständigen Mitgliedstaat auszugehen ist, 

der betroffenen Person die Möglichkeit offensteht, sich im zuständigen 

Mitgliedstaat mittelbar auf die Aufnahmerichtlinie zu berufen respektive 

die entsprechenden innerstaatlichen Rechtsmittel zu ergreifen,  

dass, falls es demgegenüber einer notorischen Tatsache entspricht, dass 

der zur Prüfung des Asylverfahrens zuständige Mitgliedstaat systematisch 

gravierende Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 EMRK be-

geht, eine beschwerdeführende Person nicht die volle Beweislast trägt 

(vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR] 

vom 21. Januar 2011 im Fall M.S.S. gegen Belgien und Griechenland 

[Beschwerde-Nr. 30696/09]),  

dass Italien – wie die Schweiz – unter anderem Signatarstaat der FK, der 

EMRK und der FoK ist und als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO zuständi-

ger Staat gehalten ist, die Aufnahmerichtlinie von Asylbewerbern in Mit-

gliedstaaten anzuwenden respektive umzusetzen,   

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Seite 10 

dass auch nicht geschlossen werden kann, Italien würde in genereller 

Weise seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen re-

spektive – wie dahingehend in der Beschwerde geltend gemacht – in völ-

kerrechtswidriger Weise gegen die Aufnahmerichtlinie verstossen,  

dass diese Ansicht durch den EGMR bestätigt wird, indem dieser in sei-

ner neusten Rechtsprechung festhält, dass in Italien kein systematischer 

Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe, 

obwohl die allgemeine Situation und insbesondere die Lebensumstände 

von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einem 

subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen würden 

(vgl. EGMR: Entscheidung Mohammed Hussein und andere vs. Nieder-

lande und Italien [Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, § 78), 

dass gemäss den im erwähnten Urteil zitierten Berichten in Italien insbe-

sondere für besonders verletzliche Personen, darunter auch für Dublin-

Rückkehrende, in den Aufnahmezentren Plätze reserviert sind und ge-

mäss Stellungnahme des italienischen Staates zudem die notwendigen 

medizinischen Vorkehrungen für diese Personen getroffen würden, sofern 

der überstellende Staat eine Person als solche bezeichne (vgl. a.a.O. 

§ 43 und 45),  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur im Einzelfall und unter ganz aussergewöhnlichen Um-

ständen einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann (vgl. BVGE 

2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des EGMR; sowie diesbezügli-

che Zusammenfassung der Rechtsprechung des EGMR in Entscheide 

und Mitteilungen der Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 23, Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts D-2477/2012 vom 12. Februar 2013), 

dass Art. 3 EMRK nur dann tangiert wäre, wenn ein Wegweisungsvollzug 

kausal für das Entstehen einer schwerwiegenden lebensbedrohenden Si-

tuation wäre, weil beispielsweise die notwendigen medizinischen Behand-

lungsmöglichkeiten fehlen, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, 

wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder termina-

len Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. EGMR, N. 

c. Vereinigtes Königreich [Appl. No. 26565/05], Urteil vom 27. Mai 2008),  

 

file://vs00001a/BVGER-Org$/ABT_V-IV/IV_V/Gerichtsentscheide/2%20-%20Internationale%20Gerichte/1%20-%20Europäischer%20Gerichtshof%20für%20Menschenrechte/2013/MOHAMMED_HUSSEIN_v._THE_NETHERLANDS_AND_ITALY.pdf
file://vs00001a/BVGER-Org$/ABT_V-IV/IV_V/Gerichtsentscheide/2%20-%20Internationale%20Gerichte/1%20-%20Europäischer%20Gerichtshof%20für%20Menschenrechte/2013/MOHAMMED_HUSSEIN_v._THE_NETHERLANDS_AND_ITALY.pdf

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Seite 11 

dass dies im vorliegenden Fall für die Situation des Beschwerdeführers 

nicht zutrifft, da seine Krankheit, wie nachstehend ausgeführt, in Italien 

behandelbar ist, 

dass sich der Beschwerdeführer gemäss dem ärztlichen Bericht vom 

23. April 2013 von Dr. med. D._______ im Stadium C befindet, wobei im 

Zeitpunkt der Diagnosestellung eine bereits schwer eingeschränkte Im-

munitätslage sowie eine enorale Candidainfektion und eine Peribronchitis 

vorlagen, 

dass den weiteren Angaben des behandelnden Arztes indessen entnom-

men werden kann, dass der Beschwerdeführer auf die durchgeführten 

medizinischen Behandlungen gut angesprochen habe und bereits am 

16. April 2013 eine gute Verträglichkeit der Therapie, eine gewisse Stabi-

lisierung des Allgemeinzustandes sowie eine Verbesserung des Hustens 

und der Candidainfektion festgestellt wurden, 

dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers auch ge-

mäss dem aktualisierten Arztbericht vom 6. August 2013 nicht verschlech-

tert hat, vielmehr von einer Verbesserung des Allgemeinzustandes und 

der Immunitätslage ausgegangen werden kann und der behandelnde Arzt 

festhielt, der Beschwerdeführer könne noch Jahre bzw. Jahrzehnte mit 

seiner Krankheit leben, 

dass der behandelnde Arzt darauf hinwies, der Beschwerdeführer benöti-

ge eine Therapie – eine Kombination dreier Medikamente, die die Ver-

mehrung des HI-Virus hemme – ohne die für ihn eine schlechte Prognose 

bestünde, 

dass er zudem regelmässige Kontrollen im Abstand von drei Monaten 

empfiehlt, um die Verträglichkeit und die regelmässige Einnahme der Me-

dikamente zu überprüfen, wobei auch Laboruntersuchungen durchgeführt 

werden müssten, mit dem Ziel, die Immunitätslage und die Wirksamkeit 

der Therapie zu überprüfen (vgl. Arztbericht vom 6. August 2013), 

dass im Übrigen davon auszugehen ist, dass alle Dublin-Staaten die 

grundlegenden medizinischen Bedürfnisse der Asylsuchenden erfüllen 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2.2), 

dass Italien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügen 

dürfte, um die vom Beschwerdeführer dringend benötigte medizinische 

Betreuung zu gewährleisten,  

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Seite 12 

dass insbesondere davon auszugehen ist, Italien könne dem Beschwer-

deführer als westeuropäischer Staat eine wie vom Arzt empfohlene oder 

gleichwertige Behandlung anbieten, 

dass dabei hervorzuheben ist, dass der Beschwerdeführer eine Eigen-

verantwortung für die konsequente lebenslange und vorschriftsgemässe 

Einnahme der Medikamente (Therapietreue) trägt, von der auch auszu-

gehen ist, zumal er dadurch bereits eine Stabilisierung resp. Verbesse-

rung seines Allgemeinzustandes erreicht hat,  

dass auch angenommen werden kann, er werde für den Fall, dass er die-

se Eigenverantwortung allenfalls vorübergehend nicht wahrnehmen könn-

te, dabei unterstützt, 

dass an dieser Stelle zudem festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer 

in Italien im Juni 2012 wegen gesundheitlicher Probleme bereits einmal 

ärztlich betreut worden war (Hospitalisierung wegen Lungenentzündung), 

weshalb davon ausgegangen werden kann, er sei in der Lage, seine Be-

dürfnisse auch anzumelden, 

dass es ihm im Bedarfsfall im Übrigen offen stehen würde, Probleme bei 

der Unterbringung oder beim Zugang zur medizinischen Versorgung bei 

den zuständigen italienischen Justizbehörden oder beim EGMR zu rügen 

(BVGE 2010/45 E. 7.6.4), dies entweder unter Beiziehung eines italieni-

schen Rechtsanwaltes oder mittels Hilfe unabhängiger, vorhandener 

Hilfsorganisationen in Italien,  

dass der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers anlässlich 

der Überstellung nach Italien durch vorgängige Informierung der medizi-

nischen Behandlungsbedürfnisse sowie bei der Ankunft in Italien und Mit-

gabe von Medikamenten Rechnung getragen wird (vgl. angefochtene 

Verfügung S. 3 f., Vernehmlassung vom 10. Oktober 2013), 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 10. Oktober 2013 wei-

ter ausführte, es werde in einem Fall wie dem vorliegenden eine Verbin-

dungsperson des BFM vor Ort über die anstehende Überstellung infor-

miert,  

dass diese Verbindungsperson einen direkten und informellen Draht zum 

italienischen Dublin-Office habe und die Einzelheiten des Falls mit den 

italienischen MitarbeiterInnen bespreche und auf diesem Weg sicherstel-

le, dass nebst den offiziell von der Dublin-Verordnung vorgeschriebenen 

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Seite 13 

Punkten auch darüber hinausgehende praktische Details geregelt würden 

(vgl. a.a.O.),  

dass insgesamt keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, die 

darauf hindeuten, der Beschwerdeführer würde im Falle einer Rückkehr 

nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten,  

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht beweisen oder 

glaubhaft machen konnte, dass ein konkretes und ernsthaftes Risiko be-

stehe, seine Überstellung nach Italien würde gegen Art. 3 EMRK oder ei-

ne andere völkerrechtliche Verpflichtung der Schweiz verstossen (vgl. die 

hievor erwähnte Rechtsprechung des EGMR), 

dass die Schweiz zudem aus humanitären Gründen gestützt auf Art. 29a 

Abs. 3 AsylV 1 vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO 

Gebrauch machen kann, 

dass es sich um eine Kann-Bestimmung handelt, bei der das BFM über 

einen gewissen Ermessensspielraum verfügt, 

dass jedoch durch eine restriktive Praxis der Auslegung von Art. Art. 29a 

Abs. 3 AsylV 1 sichergestellt wird, dass das Zuständigkeitssystem der 

Dublin-II-VO nicht unterhöhlt wird (vgl. BVGE 2011/9 E. 8.1 mit Hinweis 

auf die Literatur), 

dass vorliegend unter den erwähnten Umständen keine humanitäre 

Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 einer Überstellung des 

Beschwerdeführers entgegen stehen,  

dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souveränitäts-

klausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO) gibt,  

dass Italien somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerde-

führers gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet 

ist, ihn gemäss Art. 19 Dublin-II-VO wieder aufzunehmen,  

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu 

Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist 

und, da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von 

Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 

Bst. a AsylV 1),  

E-3923/2013 

Seite 14 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 

inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan-

gemessen ist  (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit verfah-

rensleitender Verfügung vom 18. Juli 2013 gutgeheissen worden ist, wes-

halb vorliegend keine Verfahrenskosten erhoben werden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3923/2013 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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