# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99740c3a-a5c7-50c4-b45b-5fa83a648751
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.11.2017 SK 2016 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-69_2017-11-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 16 69+70

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. November 2017 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), 
Obergerichtssuppleantin Schaer, Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Volknandt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
D.________
E.________
alle v.d. Rechtsanwalt F.________

Straf- und Zivilkläger

und

G.________
v.d. Rechtsanwalt H.________

Zivilkläger

Gegenstand Urkundenfälschung, Nötigung, versuchte Nötigung, Drohung etc. 
sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 19.11.2015 (PEN 15 196)

2

Inhaltsverzeichnis 
I. Formelles .......................................................................................................................5

1. Erstinstanzliches Urteil............................................................................................5
2. Berufung..................................................................................................................5
3. Beiordnung amtlicher Anwalt / Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung ..7
4. Beweisergänzungen ...............................................................................................9
5. Anträge der Parteien...............................................................................................9
6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer..............................................11
7. Änderung der Verteidigung der Beschuldigten und der Vertretung der 

Privatkläger C./D./E..________ nach Urteilseröffnung .........................................11
II. Antrag auf Einstellung des Verfahrens ........................................................................12
III. Sachverhalt und Beweiswürdigung..............................................................................13

8. Vorbemerkungen und Vorgeschichte....................................................................13
9. Zum Sachverhaltskomplex C./D./E..________ .....................................................14

9.1 Schreiben vom 6. Juli 2013 (AKS Ziff. 1).....................................................14
9.2 Schreiben vom 20. Juni 2013 (AKS Ziff. 2.1)...............................................19
9.3 Schreiben vom 2. Juli 2013 (AKS Ziff. 2.2)..................................................20
9.4 Schreiben vom 3. Juli 2013 (AKS Ziff. 2.3)..................................................21
9.5 Vorfälle vom 6. Juli 2013 (AKS Ziff. 2.4; Ziff. 4.3; Ziff. 6; Ziff. 7)..................21
9.6 Faxschreiben vom 3. September 2013 an I.________ (AKS Ziff. 2.5) ........25
9.7 Faxschreiben vom 3. September 2013 (AKS Ziff. 3.2) ................................26
9.8 Schreiben vom 3. März 2014 (AKS Ziff. 5.3) ...............................................26
9.9 Sachverhaltskomplex G.________..............................................................27

IV. Rechtliche Würdigung..................................................................................................28
10. Urkundenfälschung ...............................................................................................28
11. Nötigung................................................................................................................29
12. Drohung ................................................................................................................34
13. Verleumdung.........................................................................................................36
14. Tätlichkeiten..........................................................................................................38
15. Sachbeschädigung ...............................................................................................39

V. Strafzumessung ...........................................................................................................40
16. Allgemeine Ausführungen.....................................................................................40
17. Falsche Anschuldigung gemäss Strafbefehl vom 16. Dezember 2014 ................42
18. Zur Urkundenfälschung.........................................................................................42
19. Zu den Nötigungen (teilweise Versuch) ................................................................43
20. Zur Drohung..........................................................................................................44
21. Zu den Beschimpfungen.......................................................................................45
22. Zur Verleumdung ..................................................................................................45
23. Zu den üblen Nachreden ......................................................................................46
24. Zur Sachbeschädigung .........................................................................................46
25. Zur Verleumdung gemäss Strafbefehl vom 26. Februar 2015..............................47
26. Täterkomponenten................................................................................................47
27. Konkrete Strafe .....................................................................................................48
28. Zu den Tätlichkeiten..............................................................................................48

VI. Zivilpunkt......................................................................................................................49
29. Allgemeines ..........................................................................................................49

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30. Genugtuungsforderung von C.________..............................................................50
31. Genugtuungsforderung von D.________..............................................................51
32. Genugtuungsforderung von E.________..............................................................51
33. Genugtuungsforderung von G.________ .............................................................52
34. Kosten...................................................................................................................52

VII. Kosten und Entschädigung...........................................................................................53
35. Verfahrenskosten..................................................................................................53
36. Entschädigungen ..................................................................................................53

VII. Dispositiv......................................................................................................................56

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Einzelgericht) vom 19. No-
vember 2015 wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) von den Anschuldi-
gungen des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen und der Drohung freige-
sprochen (pag. 806, Ziff. I des angefochtenen Urteils). Die Beschuldigte wurde hin-
gegen der Urkundenfälschung, der Nötigung und der versuchten Nötigung, mehr-
fach begangen, der Drohung, der Beschimpfung, mehrfach begangen, der Ver-
leumdung, der üblen Nachrede, mehrfach begangen, der Tätlichkeit und der Sach-
beschädigung schuldig erklärt (pag. 806 f., Ziff. II des angefochtenen Urteils). Hier-
für wurde die Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu CHF 
30.00, ausmachend total CHF 6‘300.00, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 26. Februar 2015 verurteilt. Ferner 
wurde sie zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00, als Zusatzstrafe zum 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 26. Februar 2015 und 
den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten von CHF 3‘671.20 verur-
teilt. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Übertretungs-
busse wurde auf 4 Tage festgesetzt (pag. 808, Ziff. IV des angefochtenen Urteils). 
Der der Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland 
vom 28. Februar 2013 für eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 30.00 ge-
währte bedingte Vollzug wurde nicht widerrufen. Die Probezeit wurde um ein Jahr 
verlängert (pag. 807, Ziff. III des angefochtenen Urteils). Schliesslich wurde die Be-
schuldigte zur Bezahlung diverser Genugtuungssummen und Entschädigungen an 
die Privatkläger verurteilt (pag. 808 f., Ziff. V. des angefochtenen Urteils). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 25. No-
vember 2015 form- und fristgerecht Berufung an (pag. 865). Die Beschuldigte mel-
dete ihrerseits mit Eingabe vom 29. November 2015 Berufung an. Sie reichte dabei 
nebst den Rechtsbegehren auch eine Begründung mit Beilage ein (pag. 868 ff.). In 
ihren Rechtsbegehren focht sie sämtliche Schuldsprüche, den Nichtwiderruf und 
die Verlängerung der Probezeit, die Verurteilung zu einer Geldstrafe, einer Übertre-
tungsbusse und zu den Verfahrenskosten an. Im Zivilpunkt focht sie die Bezahlung 
von CHF 5‘000.00 Genugtuung an D.________ sowie die Bezahlung von Parteien-
tschädigungen an sämtliche Privatkläger an. Die Bezahlung einer Genugtuung an 
C.________ und E.________ sowie an G.________ blieben vorerst unangefoch-
ten. Zudem sei die Anklageschrift vom 31. März 2015, Prozess BJS .________ in-
tegral aus dem Recht zu weisen. Alles «unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
von CHF 100‘000.00 zu Lasten der Anklagebehörde/Berufungsbeklagter und die 
Straf- und Zivilkläger/Berufungsbeklagter, betreffend Parteientschädigung von 
CHF 12‘000.00 zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer» (pag. 869). Im Zu-
sammenhang mit G.________ hat die Beschuldigte in der Folge am 2. Dezember 
2015 eine separate Berufungsanmeldung/Begründung eingereicht (pag. 883  ff.). 
Die Beschuldigte beantragte «Es sei auf das Erkennen des Urteils betreffend Punkt 
II. Nr. 6. der üblen Nachrede begangen am 07.06.2013 z.N. G.________ nicht ein-

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zutreten; eventualiter sei es vollumfänglich abzuweisen und die Anklageschrift vom 
31.03.2015, Prozess BJS .________, ist ebenfalls integral aus dem Recht zu wei-
sen.». Dies «unter Kosten- und Entschädigungsfolge von CHF 35‘000.00 zu Lasten 
des Zivilklägers, betreffend Parteientschädigung von CHF 5‘000.00 zuzüglich der 
gesetzlichen Mehrwertsteuer» (pag. 890). Nach Zustellung der schriftlichen Urteils-
begründung mit Verfügung vom 26. Februar 2016 (pag. 936 f.) hat die General-
staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Schreiben vom 21. März 2016 zurückgezogen 
(pag. 954 f.) und mit Eingabe vom 8. November 2016 bzw. mit Präzisierung vom 6. 
Januar 2017 ganz auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichtet 
(pag. 1081 f.; pag. 1225). Die Beschuldigte reichte am 20. März 2016 ihre Beru-
fungserklärung ein (pag. 956 ff.). Die Rechtsbegehren wurden etwas neu formuliert 
(pag. 957). Mit Verfügung vom 5. April 2016 hat die Verfahrensleitung der Beschul-
digten die Gelegenheit gegeben, ihre Berufungserklärung zu präzisieren und anzu-
geben, ob das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen angefochten werde und wel-
che Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlange (pag. 1000 f.). Dar-
aufhin reichte die Beschuldigte am 16. April 2016 eine präzisierte Berufungser-
klärung ein (pag. 1004 ff.), aus welcher hervorgeht, dass mit Ausnahme der Frei-
sprüche das gesamte vorinstanzliche Urteil angefochten wird (pag. 1005 f.). In der 
Begründung hielt die Beschuldigte unter anderem fest, dass zwischen den Parteien 
ein Erbstreit vorliege und dass C.________ am 7. September 2008 ein Testament 
mitgenommen habe und nun unterdrücke (pag. 1006). Es wurde weiter geltend 
gemacht, dass sich die Beweise der Existenz eines gültigen Testaments von Herrn 
J.________ in den Akten BJS .________ befinden würden. Zu den Beweisen wür-
den ein Video einer Fernsehsendung (Gesundheit Sprechstunde), eine Kassette 
mit der Aussage des Polizeibeamten K.________ und das Geständnis von 
D.________, wonach dieser eingestanden habe, dass sein Vater J.________ ein 
neues Testament hinterlassen habe und dieses sein Bruder C.________ mitge-
nommen habe, gehören. Zusammenfassend hielt die Beschuldigte unter anderem 
fest, dass C.________ einen Schock gehabt habe, als er das neue Testament von 
seinem Vater gelesen habe. Er habe ihr gesagt, dass er sicher gewesen sei, dass 
sein Vater nicht mehr richtig im Kopf gewesen sei und dass sie seinen Vater beein-
flusst habe. Am 7. September 2008 habe C.________ das Testament aus ihrem 
Haus mitgenommen. Er habe das Testament unterdrücken wollen, habe aber ge-
wusst, dass er dies nicht alleine tun könne ohne die Hilfe von diversen Amtsperso-
nen (pag. 1008). 

Mit Schreiben vom 18. Januar 2017 verzichtete Rechtsanwalt H.________ namens 
seines Mandanten auf die Einreichung einer Anschlussberufung und verzichtete 
auf eine Stellungnahme betreffend Eintreten auf die Berufung. Weiter teilte er mit, 
dass sein Mandat mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 1. De-
zember 2016 vom Vorwurf der Amtsanmassung freigesprochen worden sei. Dieses 
Urteil sei in Rechtskraft erwachsen (pag. 1238 f.). Die übrigen Straf- und Zivilkläger 
haben sich nicht vernehmen lassen. 

An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung warfen sowohl Rechtsanwalt 
H.________ als auch Rechtsanwalt F.________ in ihren Plädoyers einleitend die 
Frage auf, ob die Berufungserklärung rechtzeitig erfolgt sei und die Minimalanfor-
derungen erfülle. 

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Das Urteil datiert vom 19. November 2015 und wurde der Beschuldigten am 
24. November 2015 zugestellt (pag. 945). Die Berufungsanmeldung der Beschul-
digten datiert vom 29. November 2015, womit sie rechtszeitig erfolgt ist. Die Be-
schuldigte äusserte sich zu allen Schuldsprüchen, aber auch zu den Freisprüchen. 
Ebenso nannte sie gewisse unter Ziffer V. aufgeführte Punkte. Sinngemäss waren 
dabei aber sicherlich auch die Genugtuungen gegenüber C.________ und 
E.________ sowie gegenüber G.________ gemeint. Es wäre überspritzt formalis-
tisch anzunehmen, diese wären nun in Rechtskraft erwachsen. Immerhin ist von 
einer Laieneingabe auszugehen. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2015 reichte die 
Beschuldigte eine weitere Berufungsanmeldung im Zusammenhang mit dem Zivil-
kläger G.________ ein (pag. 883 ff.). Die 10-tägige Frist zur Anmeldung der Beru-
fung wäre am 4. Dezember 2015 abgelaufen, womit auch diese Eingabe fristge-
recht erfolgte. Am 29. Februar 2016 wurde der Beschuldigten die Urteilsbegrün-
dung zugestellt (pag. 941). Die Berufungserklärung datiert vom 20. März 2016 
(pag. 956 ff.). Die Frist wäre am 20. März 2016 abgelaufen. Da es sich um einen 
Sonntag handelte, erfolgte die Berufungserklärung mit Übergabe an die Post vom 
21. März 2016 damit ebenfalls rechtzeitig. Am 7. April 2016 wurde der Beschuldig-
ten die Verfügung auf Präzisierung ihrer Berufungserklärung zugestellt. Die Präzi-
sierung der Berufungserklärung datiert vom 16. April 2016 und ist am 19. April 
2016 beim Obergericht eingegangen (vgl. Eingangsstempel auf pag. 1004). Die 
Frist zur Einreichung dieser Präzisierung wäre am 17. April 2016 abgelaufen, was 
wiederum ein Sonntag gewesen ist, weshalb die Frist mit Postaufgabe vom 18. 
April 2016 rechtzeitig erfolgte und die Frist damit gewahrt wurde. In dieser Eingabe 
führte die Beschuldigte Punkt für Punkt auf, was sie anficht und erklärte was sie für 
Abänderungen wünscht. Darüber hinaus wurden seitens der Straf- und Zivilkläger 
sowie des Strafklägers keine Nichteintretensgründe nach Zustellung dieser Beru-
fungserklärung geltend gemacht. Dass die Beschuldigte neben ihren Anträgen und 
Rechtsbegehren weitere Ausführungen macht, schadet der Berufungserklärung 
nicht. 

Die oberinstanzliche Berufungsverhandlung fand am 20. November 2017 statt. 

3. Beiordnung amtlicher Anwalt / Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidi-
gung

Mit Verfügung vom 20. April 2016 gab die Verfahrensleitung bekannt, dass ein Fall 
notwendiger Verteidigung vorliegt und forderte die Beschuldigte deshalb auf, eine 
Anwältin oder einen Anwalt zu bezeichnen, welche/r ihre Rechte im Berufungsver-
fahren wahren soll. Werde innert Frist keine Rechtsvertretung bezeichnet, werde 
die Verfahrensleitung eine Anwältin oder einen Anwalt mit der Wahrung der Rechte 
der Beschuldigten beauftragen (pag. 1021 f.). Nachdem die Beschuldigte mit Ein-
gabe vom 28. April 2016 diverse Fragen aufgeworfen hatte (pag. 1024), wurde sie 
mit Verfügung vom 3. Mai 2016 auf das Thema des Berufungsverfahrens und auf 
die notwendige Verteidigung aufmerksam gemacht. Dabei wurde sie erneut aufge-
fordert, eine Anwältin oder einen Anwalt zu bezeichnen (pag. 1028). Am 9. Mai 
2016 teilte die Beschuldigte mit, dass Rechtsanwalt L.________ immer noch ihr 
Anwalt sei. Am 10. September 2014 habe er das Mandat niedergelegt, aber sie ha-
be dies vehement abgelehnt (pag. 1030). Mit Schreiben vom 23. Juni 2016 wurde 

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Rechtsanwalt L.________ um Mitteilung gebeten, ob er für die Übernahme des 
amtlichen Mandats zur Verfügung stehe. Mit Schreiben vom 18. August 2016 teilte 
Rechtsanwalt L.________ mit, dass er die Übernahme des amtlichen Mandats mit 
der Begründung, das Vertrauensverhältnis sei unwiderruflich zerrüttet, ausschlies-
se (pag. 1047). Der Beschuldigten wurde mit Verfügung vom 16. September erneut 
die Möglichkeit eingeräumt, einen anderen Verteidiger ihrer Wahl zu nennen 
(pag. 1049). Mit Verfügung vom 6. Oktober 2016 wurde festgestellt, dass die Be-
schuldigte innert neu gesetzter Frist keine Anwältin/keinen Anwalt für ihre amtliche 
Verteidigung genannt hat, weshalb ihr Rechtsanwalt B.________ als amtlicher An-
walt beigeordnet wurde (pag. 1057 f.). Mit Schreiben vom 27. Oktober 2016 lehnte 
die Beschuldigte Rechtsanwalt B.________ als amtlichen Verteidiger ab, sofern er 
nicht gewillt sei, Strafanzeige wegen Unterdrückung von Urkunden gegen ver-
schiedene Personen (unter anderem die Straf- und Zivilkläger) einzureichen (pag. 
1067 ff.). Mit Verfügung vom 1. November 2016 nahm die Verfahrensleitung das 
Schreiben der Beschuldigten als Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung 
entgegen und gewährte Rechtsanwalt B.________ und der Generalstaatsanwalt-
schaft Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen (pag. 1128f.). Am 8. November 
2016 führte Generalstaatsanwalt M.________ aus, dass keine Hinweise darauf vor-
liegen würden, dass Rechtsanwalt B.________ die Interessen der Beschuldigten 
nicht wahrnehmen könne. Eine Einsetzung von Rechtsanwalt L.________ rechtfer-
tige sich mit Blick auf die seit 2014 bestehenden Differenzen nicht. Im Übrigen ver-
zichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die Teilnahme an der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung (pag. 1081 f.). Mit Schreiben vom 10. November 2016 bestätigte 
Rechtsanwalt B.________, dass er nicht bereit sei, gegen die durch die Beschul-
digte genannten Personen Strafanzeige einzureichen. Zwar würde keine erhebliche 
Störung des Vertrauensverhältnisses vorliegen, es dürfte jedoch kaum angezeigt 
sein, der Beschuldigten gegen ihren Willen seine Person als amtlichen Verteidiger 
beizuordnen. Rechtsanwalt B.________ erklärte sich jedoch nach wie vor bereit, 
die Beschuldigte zu verteidigen (pag. 1093 f.). Das Gesuch um Wechsel der amtli-
chen Verteidigung wurde mit Entscheid vom 29. November 2016 abgewiesen. Als 
Begründung wurde insbesondere aufgeführt, dass weder eine Störung des Ver-
trauensverhältnisses zwischen Rechtsanwalt B.________ und der Beschuldigten 
noch eine Pflichtverletzung im Sinne der bundesgerichtlichen Anforderungen aus-
zumachen seien. Rechtsanwalt B.________ sei damit seinen Pflichten vollumfäng-
lich nachgekommen. Alleine der Umstand, dass er nicht bereit sei, gegen die durch 
die Beschuldigte genannten Personen Strafanzeige einzureichen, vermöge keinen 
Wechsel der amtlichen Verteidigung zu begründen (pag. 1094). Mit Eingabe vom 
20. Oktober 2017 ersuchte Rechtsanwalt N.________ im Auftrag der Beschuldigten 
erneut um Wechsel der amtlichen Verteidigung (pag. 1328 ff.). Als Begründung ist 
der Eingabe im Wesentlichen zu entnehmen, dass die Beschuldigte mit ihrem amt-
lichen Verteidiger, Rechtsanwalt B.________, nicht zusammenarbeiten könne, da 
kein Vertrauensverhältnis habe aufgebaut werden können (pag. 1328). Mit Schrei-
ben vom 30. Oktober 2017 führte Rechtsanwalt B.________ aus, dass eine ange-
messene Verteidigung der Beschuldigten nur unter erschwerten Bedingungen mög-
lich sei. Dem von der Beschuldigten beantragten Wechsel der amtlichen Verteidi-
gung widersetze er sich bei dieser Ausgangslage selbstverständlich nicht (pag. 

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1346 f.). Mit Entscheid vom 14. November 2017 wurde dieses Gesuch abgewiesen 
(pag. 1367 ff.). Als Begründung wurde zusammenfassend festgehalten, dass keine 
konkreten Hinweise ersichtlich seien, die in nachvollziehbarer Weise für ein erheb-
lich gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen der Beschuldigten und dem amtlichen 
Verteidiger sprechen würden. Auch eine Pflichtverletzung sei nicht auszumachen. 
Eine wirksame Verteidigung durch den amtlichen Verteidiger erscheine trotz er-
schwerter Umstände nach wie vor gewährleistet (pag. 1371).

4. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde oberinstanzlich ein aktueller Strafregisterauszug vom 
7. November 2017 eingeholt (pag. 1353). Im Strafregister wurde ein weiteres Urteil 
eingetragen, welches bei der erstinstanzlichen Verhandlung noch nicht rechtskräf-
tig gewesen ist. Es handelt sich um einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 
Kantons Freiburg vom 16. Dezember 2014, welcher sich auch in den Akten befin-
det (pag. 521.7). Diese Akten (D .________ und D .________) wurden bei der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg ediert und sind am 21. November 2017, 
und damit nicht mehr rechtzeitig bis zum Verhandlungsbeginn (Montag, 
20.11.2017) eingetroffen. Der Auszug der Akten, welcher bereits am 17. November 
2017 per Fax eingegangen ist, hat Eingang in die Akten gefunden (pag. 1388; 
pag. 1390 ff.; pag. 1490.2). An der oberinstanzlichen mündlichen Berufungsver-
handlung vom 20. November 2017 wurden zudem diverse Fotoaufnahmen, auf 
welchen der Privatkläger D.________ und weitere Personen am 6. Juli 2013 im 
Haus der Beschuldigten zu sehen sind, zu den Akten genommen (pag. 1465 ff.) 
und ergänzende Einvernahmen der Beschuldigten und der Privatkläger 
D.________ und C.________ sowie G.________ durchgeführt (pag. 1438 ff.). 

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete folgende Anträge (pag. 1486 f.):

I.
Es sei festzustellen, dass die Freisprüche gemäss Ziff. I des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland vom 19. November 2015 unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind. 

II.
Die Schuldsprüche gemäss Ziff. II. 1., 2., 3., 4.3, 5., 7. und 8. des Urteils des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland vom 19. November 2015 seien aufzuheben und Frau A.________ von den entspre-
chenden Vorwürfen freizusprechen, unter entsprechender Ausrichtung einer angemessenen Partei-
kostenentschädigung sowie unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an die Staats-
kasse. 

III.

9

Hingegen sei Frau A.________ schuldig zu erklären gemäss Ziff. II. 4.1, 4.2, 4.4, 6.1, 6.2 und 6.3 des 
Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 19. November 2015

und sie sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel zu verurteilen:

1. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1‘800.00, als 
Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 26. Februar 2015 
sowie

2. Zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden Kosten. 

IV.
Von einem Widerruf der bedingten Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Ju-
ra-Seeland vom 28. Februar 2013 sei abzusehen, unter Verlängerung der Probezeit um 1 Jahr. 

V.
Den Privatklägern Herrn C.________ und Herrn D.________ sei eine Genugtuungssumme von je 
höchstens CHF 1‘500.00 zuzusprechen, unter entsprechender Kostenfolge. 

Die Zivilklagen von Frau E.________ und Herrn G.________ seien abzuweisen, unter entsprechen-
der Kostenfolge. 

VI.
Die weiter notwendigen Verfügungen seien durch das Gericht zu treffen, namentlich sei das Honorar 
des amtlichen Verteidigers gemäss einzureichender Honorarnote festzusetzen. 

Rechtsanwalt H.________ stellte und begründete folgende Anträge (pag. 1483):

Sofern auf die Berufung eingetreten werden kann, sei die Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanz-
lichen Urteils zu verurteilen

1. zur Bezahlung von Fr. 5‘000.- Genugtuung zuzüglich Zins seit dem 08.06.2013 an den Zivilklä-
ger G.________ (Dispositiv Ziffer V.6);

2. zur Bezahlung einer Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 2‘416.60 an 
den Zivilkläger G.________ (Dispositiv Ziff. V.7)

Im Weiteren sei die Beschuldigte zu verurteilen

3. zu den im oberinstanzlichen Verfahren auf den Zivilpunkt entfallenden Verfahrenskosten;

4. zur Bezahlung einer Parteientschädigung an den Zivilkläger für das oberinstanzliche Verfahren 
gemäss eingereichter Kostennote. 

Rechtsanwalt F.________ stellte und begründete seinerseits folgende Anträge 
(pag. 1485):

1. Die Berufung der Beschuldigten sei in Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland vom 19. November 2015 abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Beschuldigten aufzuerlegen und den Privatklä-
gern sei eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. 

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6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil ist insofern in Rechtskraft erwachsen, als die Beschul-
digte von den Anschuldigungen des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, 
angeblich begangen am 6. Juli 2013 in O.________, P.________ (Strasse) und der 
Drohung, angeblich begangen am 3. Juli 2013 ebenfalls in O.________, 
P.________(Strasse) zum Nachteil von C.________ und D.________, freigespro-
chen wurde (pag. 806, Ziff. I. des angefochtenen Urteils). Anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung hat die Beschuldigte ihre Berufung hinsichtlich der 
Beschimpfungen, mehrfach begangen am 20. Juni 2013 zum Nachteil von 
C.________ und D.________, am 3. Juli 2013 und am 3. September 2013, beides 
zum Nachteil von C.________ und hinsichtlich der üblen Nachrede, mehrfach be-
gangen am 7. Juni 2013 zum Nachteil von G.________, am 3. September 2013 
zum Nachteil von C.________ und am 3. März 2014 zum Nachteil von D.________ 
zurückgezogen. Diese Schuldsprüche sind damit ebenfalls in Rechtskraft erwach-
sen. Ferner ist Ziffer III. des angefochtenen Urteils in Rechtskraft erwachsen, wo-
nach der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 28. Fe-
bruar 2013 für eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte be-
dingte Vollzug nicht widerrufen und die Probezeit um ein Jahr verlängert wurde 
(pag. 807). 

Im Übrigen hat die Kammer das gesamte erstinstanzliche Urteil zu überprüfen. Sie 
verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO; SR 312.0]), ist aber aufgrund der alleinigen Berufung der Be-
schuldigten an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebun-
den, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten der beschuldigten Person abän-
dern. 

7. Änderungen der Verteidigung der Beschuldigten und der Vertretung der Pri-
vatkläger C./D./E..________ nach Urteilseröffnung 

Nach Eröffnung des Urteils, jedoch noch vor Ausfertigung der schriftlichen Urteils-
begründung, zeigte Rechtsanwalt N.________ mit Schreiben vom 28. November 
2017 an, dass ihn die Beschuldigte mit der Wahrung ihrer Interessen vor dem 
Schweizerischen Bundesgericht beauftragt habe. Er wies sich mit Vollmacht vom 
28. November 2017 aus (pag. 1505 f.). Mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 er-
suchte er namens der Beschuldigten um Zustellung der schriftlichen Urteilsbegrün-
dung auf seiner Kanzlei (pag. 1514), woraufhin ihm mit Schreiben vom 21. Dezem-
ber 2017 mitgeteilt wurde, dass ihm als privater Verteidiger der Beschuldigten die 
schriftliche Urteilsbegründung nach deren Erstellung ebenfalls eröffnet werde (pag. 
1516). 

Am 1. Februar 2018 teilte Rechtsanwalt F.________ mit, dass er E.________ so-
wie C.________ und D.________ nicht mehr vertrete (pag. 1550). 

II. Antrag auf Einstellung des Verfahrens

11

Mit Schreiben vom 20. Oktober 2017, mit welchem Rechtsanwalt N.________ na-
mens der Beschuldigten einen Wechsel der amtlichen Verteidigung beantragte, 
rügte dieser vorab eine Verletzung von Art. 6 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) in seiner Ausprägung als 
Anspruch auf einen gesetzlichen Richter und beantragte die Einstellung des Ver-
fahrens (pag. 1330). Zur Begründung führte er sinngemäss aus, dass die Beset-
zung der Strafkammer mangels gesetzlicher Grundlage nicht der «gesetzliche 
Richter» im Sinne von Art. 6 EMRK sei. Die Festlegung der Zusammensetzung 
durch die Exekutive oder im Ermessen der Justizorgane sei konventionswidrig. So 
habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (nachfolgend: EGMR) eine 
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit eines Gerichts in einem Fall verneint, wenn 
die Geschäftsverteilung innerhalb des Gerichts nicht gesetzlich festgelegt sei, son-
dern durch den Gerichtspräsidenten nach seinem Ermessen vorgenommen werde, 
und für die Neuzuteilung eines laufenden Verfahrens an einen anderen Richter kei-
ne gesetzliche Vorgaben vorhanden seien. Ausserdem werde in der Lehre zur 
Schweizerischen Bundesverfassung ebenfalls gefordert, dass die Besetzung im 
Einzelfall aufgrund generell-abstrakter Regeln im Voraus bestimmbar sei. Unzuläs-
sig sei jede Besetzung des Spruchkörpers, die nicht auf sachlichen Motiven beru-
he. Entsprechend verstiesse es gegen Art. 30 Abs. 1 BV, wenn im Hinblick auf ei-
nen bestimmten Verfahrensbeteiligten ohne sachliche Gründe von einer konstanten 
Praxis bei der Zusammenstellung des Spruchkörpers abgegangen würde. Nichts-
destotrotz belasse die Gesetzgebung bei der Spruchkörper-Bildung häufig Hand-
lungsspielräume, was jedoch unter dem Aspekt von Art. 30 BV nicht unproblema-
tisch sei (pag. 1329 f.). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung hielt Rechtsanwalt B.________ 
mit Verweis auf das Schreiben vom 20. Oktober 2017 am entsprechenden Antrag 
fest (pag. 1436). 

Das Bundesgericht sah davon ab, das Gebot des gesetzlichen Richters auch auf 
die Besetzung des Spruchkörpers im Einzelfall zu erstrecken (BGE 128 V 82 E. 2b; 
BGE 117 Ia 322 E. 1c; KIENER REGINA/KÄLIN WALTER, Grundrechte, 2. Aufl. 2013, 
S. 525). Nach dieser Rechtsprechung müssen weder die gerichtsinterne Ge-
schäftsverteilung, noch die personelle Zusammensetzung des Spruchkörpers oder 
die Modalitäten des Beizugs von Ersatzrichtern generell-abstrakt normiert und da-
mit im Voraus bestimmbar sein. Vielmehr genügen unter der Voraussetzung einer 
gewissen Regelmässigkeit sachliche Gründe für die Zuteilung (KIENER REGI-
NA/KÄLIN WALTER, a.a.O., S. 525; ANDREAS MÜLLER, Rechtlicher Rahmen für die 
Geschäftslastbewirtschaftung in der schweizerischen Justiz, Diss. Bern 2016, 
S. 111). In BGE 105 la 172 E. 5b hielt das Bundesgericht fest, ein strenger Sche-
matismus in der Besetzung der Richterbank und der Geschäftszuteilung entspre-
che nicht dem schweizerischen Rechtsempfinden: Zwar möge die blinde Zuteilung 
der Prozesse an die Spruchkörper und die Referenten einer theoretischen Vorstel-
lung zur idealen Rechtsprechung entsprechen, jedoch stünden ihr praktische Nach-
teile gegenüber (vgl. dazu MEYER LORENZ/TSCHÜMPERLIN PAUL, Zusammensetzung 
des Spruchkörpers – Auswahl oder Automatisierung, in: «Justice – Justiz – Giusti-
zia» 2012/1, Rz. 15 f.). 

12

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt es, wenn die Liste der in 
Frage kommenden Gerichtspersonen in einer öffentlich zugänglichen Quelle wie 
dem Internet zur Verfügung steht. Ein Anspruch auf Bekanntgabe des Geschäfts-
verteilungsplans besteht nicht (Urteil des Bundesgerichts 5A_605/2013 vom 11. 
November 2013 E. 3.1 mit Hinweisen).

Die Geschäftsverteilung am Obergericht des Kantons Bern ist in Art. 44 und Art. 45 
des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft (GSOG; BSG 161.1) geregelt. Dieses Vorgehen steht im Einklang der oben 
zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 105 Ia 172, E. 5b). Den 
beiden Strafkammern werden die eingehenden Geschäfte abwechslungsweise je 
zur Hälfte zugeteilt. Kammerintern werden die Fälle fortlaufend nach Listen mit al-
len möglichen Zusammensetzungen zugeteilt, wobei die Anzahl Fälle als Referent 
vom Umfang der Tätigkeit für die Strafkammern abhängt. 

Die Mitglieder der 1. Strafkammer sind im Staatskalender ersichtlich 
(www.justice.be.ch). Die Zusammensetzung des Spruchkörpers und die Mitwirkung 
als Referent werden nach dem Zufallsprinzip mit Hilfe von vom Sekretariat bewirt-
schafteten Listen bestimmt. Die Oberrichterinnen und Oberrichter sind an der Ge-
schäftsverteilung nicht beteiligt. Inwiefern die Besetzung des Spruchkörpers im vor-
liegenden Fall auf verfassungs- oder konventionswidrige Weise erfolgt sein soll, 
wird nicht hinreichend dargetan und ist auch nicht erkennbar (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 4A_327/2017 vom 31. August 2017 E. 6.2). 

Aus den erörterten Gründen wird der Antrag auf Einstellung des Verfahrens abge-
wiesen.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorbemerkungen und Vorgeschichte

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung hat die Beschuldigte ihre Beru-
fung hinsichtlich der Beschimpfungen, mehrfach begangen am 20. Juni 2013 zum 
Nachteil von C.________ und D.________, am 3. Juli 2013 und am 3. September 
2013, beides zum Nachteil von C.________ und hinsichtlich der üblen Nachrede, 
mehrfach begangen am 7. Juni 2013 zum Nachteil von G.________, am 3. Sep-
tember 2013 zum Nachteil von C.________ und am 3. März 2014 zum Nachteil von 
D.________ zurückgezogen, weshalb der Sachverhaltskomplex um G.________ 
nicht mehr und nur noch gewisse Teile des Sachverhaltskomplexes rund um die 
Straf- und Zivilkläger C./D./E..________ zu überprüfen sind.

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 818 ff., S. 8-10 der Urteilsbegründung). 

Die Vorinstanz hielt zu Beginn zutreffend fest, dass Hintergrund des Strafverfah-
rens gegen die Beschuldigte eine heftige Erbstreitigkeit zwischen ihr als Witwe des 
Erblassers J.________ und den beiden Söhnen aus erster und zweiter Ehe bildet. 

13

In diesem Erbschaftsstreit bezichtigt die Beschuldigte den Sohn aus erster Ehe, 
C.________, ein vom Erblasser verfasstes Testament, welches sie über ihren ge-
setzlichen Erbanspruch hinaus begünstigen soll, im September 2008 aus dem ehe-
lichen Domizil in O.________ weggenommen und unterdrückt zu haben, wobei 
D.________ davon gewusst haben soll (pag. 820, S. 10 der Urteilsbegründung). 

9. Zum Sachverhaltskomplex C./D./E..________ 

9.1 Schreiben vom 6. Juli 2013 (AKS Ziff. 1)

9.1.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird gemäss Ziffer 1 der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen 
(pag. 647 f.):

Urkundenfälschung, begangen in der Zeit vom 6. bis 25. Juli 2013 in O.________, 
P.________(Strasse), in der Absicht, D.________ und C.________ an ihrem Vermögen zu schädigen 
sowie sich einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, indem die Beschuldigte D.________ an-
lässlich der vereinbarten Abholung der ihm gemäss Erbteilungsentscheid zustehenden Gegenstände 
ein von ihr vorbereitetes Schreiben zur Unterzeichnung vorlegte, welches durch seinen Inhalt und die 
Unterschrift von D.________ rechtlich geeignet war, das Fehlen von Mängeln und die Vollständigkeit 
der Modelleisenbahnanlage zu beweisen, und dieses Schreiben nach der Unterzeichnung abänderte 
bzw. zwischen dem bereits vorhandenen Text und der Unterschrift von D.________ einen Text ein-
fügte, wonach dieser gestehe, dass sein verstorbener Vater J.________ ein die Beschuldigte begüns-
tigendes Testament hinterlassen habe, welches C.________ gestohlen habe und welches von 
C.________, D.________ und Q.________ unterdrückt werde; die Beschuldigte verwendete das 
Schriftstück (Beilage 16) mehrfach bei Eingaben beim Gericht, der Staatsanwaltschaft und anderen 
Stellen. 

9.1.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass die Beschuldigte dieses Dokument als Beilage diverser 
Schreiben bei verschiedenen Stellen und Personen einreichte. Ebenfalls unbestrit-
ten ist, dass D.________ anlässlich seines Besuchs vom 6. Juli 2013 ein Doku-
ment unterzeichnete. Bestritten ist dagegen, welchen Inhalt das Dokument aufwies 
und ob dieses nachträglich durch die Beschuldigte abgeändert worden ist. 

9.1.3 Beweismittel 

Der Kammer liegen als Beweisgrundlage eine Kopie des Schreibens vom 6. Juli 
2013 (pag. 216) sowie die Aussagen der Beschuldigten (pag. 342 ff.; pag. 786 ff.; 
pag. 1450 ff.) und des Privatklägers D.________ vor (pag. 362 ff.). Die Vorinstanz 
hat die Aussagen wiedergegeben, weshalb darauf verwiesen wird (pag. 822 f., S. 
12 f. der Urteilsbegründung). Soweit sich ergänzende oder präzisierende Aus-
führungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen 
der nachfolgenden Erwägungen der Kammer. 

9.1.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Zum Dokument vom 6. Juli 2013 führte die Beschuldigte anlässlich ihrer Einver-
nahme bei der Staatsanwaltschaft vom 14. Januar 2014 aus, dass sie dieses 
Schreiben am Abend vor dem Besuch von D.________ vom 6. Juni 2013 vorberei-
tet habe. Sie habe ihm das Schreiben anlässlich seines Besuchs vorgelegt, damit 

14

er es unterschreiben solle. Er sei damit nicht einverstanden gewesen, dieses 
Schreiben zu unterschreiben (pag. 344, Z. 115-118). Sie habe D.________ gebe-
ten, die Urne mit der Asche seines Vaters in die Hand zu nehmen und das Foto 
seines Vaters anzuschauen und vor dem Foto seines Vaters zu sagen, dass das, 
was in dem Schreiben stehe, unwahr sei. Als er die Urne in der Hand gehabt habe, 
sei er dann zur Erkenntnis gekommen, dass das, was in dem Schreiben stehe, 
wahr sei und es ein Testament gebe. Dann sei er auch einverstanden gewesen, 
das zu unterschreiben (pag. 345, Z. 124-131). Auf die Frage, weshalb das Schrei-
ben in unterschiedlichen Schriftgrössen verfasst worden sei, antwortete die Be-
schuldigte, dass sie ihre Briefe manchmal so schreibe. Manchmal sei die Schrift 
gross und manchmal klein und eben gerade in Verträgen sei ja das Kleingedruckte 
ja das wichtigste (pag. 345, Z. 134-135). Es stimme nicht, was D.________ geltend 
mache. Das Dokument sei keine Fälschung, das sei das Dokument, welches sie 
D.________ vorgelegt habe (pag. 345, Z. 137-145). Auf den Vorhalt der Tätlichkeit 
und der Beschädigung der Brille führte die Beschuldigte aus, dass D.________ sie 
angegriffen habe und versucht habe, sie zu strangulieren, weil er das Dokument, 
welches er gerade unterschrieben habe, wieder zurück gewollt habe (pag. 149-
153). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte die Beschuldig-
te ihre Aussage, wonach das Schreiben keine Urkundenfälschung sei. Das Schrei-
ben habe D.________ in Anwesenheit von Zeugen unterzeichnet (pag. 787, Z. 25-
27). Im Übrigen verweigerte die Beschuldigte in diesem Punkt die Aussage, da die 
Gerichtspräsidentin nicht gewillt gewesen sei, das Video zu sichten und sich die 
Kassette anzuhören. Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung ergänzte die 
Beschuldigte, dass J.________ im Juni/Juli 2008 ein Meeting mit allen Erben ge-
macht habe. Er habe sie informiert, dass es ein Testament gebe. Es sei alles ge-
schrieben. Genau um solche Probleme mit den Erben zu vermeiden (pag. 1450, Z. 
36-39). Weiter führte sie aus, dass vier Personen anwesend gewesen seien. Sie 
bestätigte, dass D.________ das ganze Dokument unterzeichnet habe. Er sei böse 
gewesen, weil sie ihm das Originaldokument nicht habe geben wollen (pag. 1453, 
Z. 27-30). 

D.________ dagegen führte am 16. Juli 2014 bei der Staatsanwaltschaft aus, dass 
ihn die Beschuldigte anlässlich seines Besuchs vom 6. Juli 2013 aufgefordert habe, 
ein Dokument zu unterschreiben. Die Beschuldigte habe ihnen die Gegenstände 
nicht überlassen wollen. Sie sei dann damit einverstanden gewesen, wenn er das 
Dokument unterschreiben würde. Das Dokument welches er unterschrieben habe, 
sei aber ohne das Fett gedruckte, auch die zwei, drei untersten Zeilen seien nicht 
vorhanden gewesen (pag. 365, Z. 101-104). Auf Vorhalt des Dokuments führte 
D.________ aus, dass O.________ und das Datum gestanden sei und die Bestäti-
gung «…Alles in Ordnung». Die ersten drei Zeilen seien bereits geschrieben gewe-
sen. In der dritten Zeile habe er noch handschriftlich dies wegen der Modelleisen-
bahn ergänzt. Bei der dritten Zeile zwischen dem Wort «keine» und «Schadener-
satzforderung» habe er handschriftlich «zusätzlich» eingeführt. Dies sei nachträg-
lich offenbar mit Tipp-Ex entfernt worden. Die Passage in kleinerer Schrift und fett 
gedruckt, mit dem Anfang «ich D.________ gestehe, bis … und die Eisenbahn ist 
für mich.», dies sei nicht gestanden, als er es unterschrieben habe. Weiter seien 
auf dem Dokument sein Name und darunter die Namen von drei weiteren Zeugen, 

15

R.________, S.________ und A.________ gestanden. An den folgenden Abschnitt 
könne er sich nicht erinnern, ob dieser bereits auf dem Dokument gestanden sei 
oder nicht. Die ID-Karte habe er ihr freiwillig gegeben. Sie habe ihm das Original-
dokument gezeigt und habe sofort seine ID-Karte gescannt und ihm wieder gege-
ben. Herr R.________ habe das Dokument nicht unterschreiben wollen. Er sei sich 
nicht sicher, ob seine ID-Karte bereits auf dem Dokument gescannt gewesen sei, 
als er es unterschrieben habe, wahrscheinlich nicht, aber er sei nicht mehr sicher. 
Die Feststellung im Dokument «Alles in Ordnung» habe er zwar unterschrieben, 
aber in dem Moment habe er nicht die Zeit gehabt, es zu überprüfen (pag. 365 f., Z. 
122-137). Er habe das Dokument unterschrieben, damit auch seine Freunde beim 
Packen hätten helfen können. Die Beschuldigte habe dies als Bedingung gestellt, 
dass seine anderen Freunde auch ins Haus gedurft hätten, wenn er das Dokument 
unterschreibe (pag. 366, Z. 144-146). Als er von der Beschuldigten die Klage erhal-
ten habe, welcher das Dokument beigefügt gewesen sei, habe er erfahren, dass 
eine Passage mehr auf dem Dokument sei, als es bei der Unterzeichnung der Fall 
gewesen sei. Er habe dann auch gesagt, dass er das Dokument so nicht unter-
schrieben habe (pag. 367, Z. 165-168). Er könne sich erinnern, dass die Beschul-
digte ihm die Urne gegeben und ihn aufgefordert habe zu sagen, dass es ein sol-
ches Testament nicht gebe. Er habe es total deplatziert gefunden und habe dazu 
keinen zusätzlichen Kommentar (pag. 368, Z. 208-212). Anlässlich der oberinstanz-
lichen Verhandlung bestätigte er seine Aussage, wonach seine Freunde im Haus 
nicht zugelassen worden seien, bevor er das Dokument unterschrieben habe. 
Wenn er das Dokument unterschreiben würde, hätten seine Freunde helfen dürfen 
(pag. 1443). 

Vorab wird zum äusseren Ablauf und zur eigentlichen Vorgeschichte auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 825, S. 15 der Urteilsbegrün-
dung):

Der Nachlass von J.________ wurde vorerst mit Entscheid des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
vom 12.06.2013 geteilt (pag. 28 ff.). Darin wurde A.________ Frist gesetzt, die Hälfte der gesamten 
Bücher, Schallplatten und CDs sowie weitere diverse aufgelistete Gegenstände herauszugeben (pag. 
30). A.________ zeigte sich gemäss ihrem Brief vom 20.06.2013 mit diesem Entscheid nicht zufrie-
den, da sie der Auffassung war, dass dieser zugunsten der beiden Söhne ausgefallen sei. Gleichzei-
tig forderte sie die beiden Söhne auf, bis am 15.07.2013 die Gegenstände abzuholen, welche ihnen 
durch das Gericht zugesprochen worden waren. Desweitern drohte sie in ihrem Schreiben damit, 
dass sie gegen die beiden Söhne ein Strafverfahren wegen Unterdrückung von Urkunden einleiten 
werde (pag. 35 f., 38). D.________ schrieb A.________ am 27.06.2013, dass er am 06.07.2013 die 
ihm zugesprochenen Gegenstände abholen werde (pag. 40, 41). Anlässlich dieses Treffens legte 
A.________ D.________ dann das Schreiben resp. einen Teil des Schreibens gemäss Beilage 16 zur 
Unterzeichnung vor.

Dieses Schreiben vom 6. Juli 2013 gliedert sich in mehrere Abschnitte und enthält 
neben dem Text im unteren Teil des Schreibens eine Kopie der Identitätskarte von 
D.________ (pag. 216). Das Schreiben gliedert sich im oberen Teil in drei Ab-
schnitte, anschliessend sind die Unterschrift von D.________ sowie die Zeugen 
aufgeführt und schliesslich folgt ein vierter Abschnitt. Im zweiten Abschnitt wurde 
von Hand «wegen der Modelleisenbahn» ergänzt. Weiter fällt auf, dass der dritte 

16

Abschnitt in einer anderen Schriftgrösse verfasst wurde. Dieser dritte Abschnitt 
enthält folgenden Wortlaut: «Ich D.________ gestehe ein, dass mein Vater 
J.________ ein neues Testament hinterlassen hat, das neue Testament hat mein 
Bruder C.________. Meine Mutter, mein Bruder und ich wahren uns einig, das Tes-
tament zu unterdrücken und fern von dem Nachlassprozess zu halten weil in dem 
neuen Testament A.________ die Begünstigte ist. Mein Vater bestimmte in dem 
neuen Testament dass, das Haus in O.________, die 2 Autos und das Geld für 
A.________ sind und die Eisenbahn für mich.». Unterhalb der Nennung der Zeu-
gen ist ein weiterer Abschnitt enthalten, welchem zu entnehmen ist «Ich habe die-
ses Geständnis freiwillig gemacht in der Gegenwart der Zeugen obenerwähnt. Die 
Unterzeichnung ist meine Original Unterschrift und mein Ausweis ist eine Kopie von 
der Schweizerisch Identitätskarte.».

Die Beschuldigte ist der Ansicht, dass ein neues Testament welches sie als Be-
günstigte vorsieht, existiert. Nach ihrem Empfinden wurde sie von den Privatklä-
gern aber auch von den Behörden hintergangen. Da sie weder das Originaldoku-
ment noch eine Durchschrift vorliegen hatte, reichte sie jeweils dieses Dokument 
bei diversen Stellen und Personen ein. Unter Berücksichtigung der gesamten Um-
stände betreffend die vorangegangene Erbstreitigkeit sind die Aussagen der Be-
schuldigten weder stimmig noch nachvollziehbar. Einerseits soll der Privatkläger 
aufgrund der Urne mit der Asche seines verstorbenen Vaters und in Anbetracht 
seines Fotos eingestanden haben, dass ein neues Testament existiert und deshalb 
das Dokument unterschrieben haben. Andererseits soll er nach der Unterzeichnung 
des Dokuments, dieses wieder herausverlangt und die Beschuldigte dabei tätlich 
angegangen haben. Es erscheint abwegig, dass sich die Unterzeichnung des Do-
kuments so zugetragen hat und der Privatkläger in Anbetracht der Urne und des 
Fotos seines verstorbenen Vaters doch noch eingelenkt hat. Dagegen sind die 
Aussagen des Privatklägers im Hinblick auf die gesamten Umstände und die vor-
angegangenen Streitigkeiten plausibel, stimmig und nachvollziehbar. Daran ver-
mögen auch die Erinnerungslücken des Privatklägers hinsichtlich des Inhalts des 
Dokuments nicht zu ändern. Dieser konnte zum Zeitpunkt der Unterzeichnung nicht 
ausmachen, welche Bedeutung dieses Dokument einmal erhalten würde. Es ist 
nachvollziehbar, dass er sich das Dokument zum Zeitpunkt der Unterzeichnung 
nicht in allen Details gemerkt hat. Es spricht für seine Glaubwürdigkeit, dass er sich 
nicht mehr in allen Details an dessen Inhalt zu erinnern vermag und auch dazu 
steht. Weiter sprechen seine Erinnerungslücken auch dafür, dass die Textpassa-
gen, welche das angebliche Geständnis betreffen, nicht enthalten waren. Wären 
sie bereits enthalten gewesen, würde sich der Privatkläger sicher daran erinnern 
und hätte kaum derart differenziert wiedergegeben, was im Dokument geändert 
wurde. Er konnte sich an den Inhalt zu Beginn des Dokuments, seine Ergänzungen 
sowie daran erinnern, dass er nicht Zeit hatte alles zu kontrollieren. Das Argument, 
es sei eigenartig, dass er sich an gewisse Sachen nicht mehr erinnert, vermag 
deshalb nicht zu überzeugen. Seine diesbezüglichen Aussagen sind konstant und 
fügen sich logisch in das Gesamtbild ein. Demzufolge kann auf seine Aussagen 
abgestellt werden. 

Des Weiteren wurde im Kanton Freiburg gegen D.________ ein Verfahren wegen 
Urkundenunterdrückung eröffnet. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Aus-

17

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 823 f., S. 13 f. der Urteilsbe-
gründung): 

A.________ erstattete gegen D.________ und seine Mutter Q.________ eine Strafanzeige wegen 
Unterdrückung von Urkunden und reichte mit ihrer Anzeige eine Kopie des Schreibens vom 
06.07.2013 (Beilage Nr. 16) ein (pag. 431). Die Akten aus dem Verfahren gegen D.________ wegen 
Unterdrückung von Urkunden wurden ediert (pag. 426 ff.). Trotz mehrfacher Aufforderung der Behör-
de, das Original des Geständnisschreibens einzureichen, kam A.________ diesem Begehren nicht 
nach. Vielmehr reichte sie ein Schreiben ihres Bruders ein, welches besagt, dass er das Original des 
Geständnisses von D.________ per Post von seiner Schwester erhalten habe. Da er kein Deutsch 
spreche, habe sie ihm gesagt, dass es sich um das Geständnis von D.________ handle. Sie habe ih-
ren Bruder gebeten, dieses Geständnis aufzubewahren, da ihr Leben in Gefahr sei, wenn dieses bei 
ihr zu Hause bleibe. Im Dezember 2013 habe ihr Bruder dieses Schreiben mit normaler Post auf 
Wunsch von A.________ hin zurückgeschickt. Eine entsprechende Quittung der Post konnte eben-
falls nicht eingereicht werden (pag. 433, 510 ff.)

Aufgrund eines fehlenden Tatverdachts wurde das Verfahren gegen D.________ wegen Unterdrü-
ckung von Urkunden am 05.09.2014 eingestellt (pag. 521.4 ff.). A.________ wurde mit Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg vom 16.12.2014 wegen falscher Anschuldigung verurteilt 
(pag. 521.7). Der Strafbefehl trat vorerst nicht in Rechtskraft, da A.________ dagegen Einsprache er-
hob (pag. 429.1, 691). Infolge Nichterscheinens an der Einspracheverhandlung trotz ordnungsgemäs-
ser Vorladung verfügte der Polizeirichter des Kantons Freiburg, dass die Einsprache als zurückgezo-
gen gilt und der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft somit rückwirkend auf den 16.12.2014 die Wirkung 
eines rechtskräftigen Urteils erlangt (Ordner 3 Fasz. Berufung).

Ergänzend geht aus der Einstellungsverfügung vom 5. September 2014 hervor, 
dass die Beschuldigte das Original des Schreibens vom 6. Juli 2013 nicht habe 
vorweisen können. Dies angeblich, weil die Post dieses Schriftstück verloren habe. 
Die Staatsanwaltschaft erachtete die Behauptung der Beschuldigten, wonach sie 
das Schreiben ihrem Bruder nach Spanien geschickt habe und dieser es mit nor-
maler Post wieder in die Schweiz geschickt habe, wo es nicht angekommen sei, als 
nicht glaubhaft. Weiter sei von der Beschuldigten im Rahmen der Erbteilungsklage 
geltend gemacht worden, dass ein Blatt Papier existiere, auf welchem gemäss ihr 
eine Durchschrift des zweiten (angeblich entwendeten) Testaments von 
J.________ ersichtlich sei. Nachdem sie von der Staatsanwaltschaft aufgefordert 
worden sei, diese Durchschrift einzureichen, antwortete sie, dass sie nicht mehr in 
Besitz dieser Durchschrift sei. Die Staatsanwaltschaft erachtete auch diese Aussa-
gen als nicht glaubhaft, insbesondere wenn berücksichtigt werde, welchen Wert 
dieser Durchschrift sowohl im Zivil- als auch im Strafverfahren zugekommen wäre 
(pag. 521.5).  

Wie bereits aus der Einstellungsverfügung zu entnehmen ist, konnte die Beschul-
digte das Original oder eben diese Durchschrift des angeblich neuen Testaments 
von J.________ nie vorlegen. Weder lassen sich den Akten Hinweise für die Exis-
tenz des angeblich neuen Testaments entnehmen noch hat die oberinstanzliche 
Hauptverhandlung diesbezüglich etwas Entscheidendes hervorgebracht. Die Be-
schuldigte ist nach ihrem subjektiven Empfinden der Ansicht, dass ein solches Tes-
tament existiert. Es liegen mangels Beweisen oder Hinweisen für die Existenz ei-
nes solchen Testaments keine Anhaltspunkte vor, welche die subjektive Überzeu-

18

gung der Beschuldigten stützen. Die Kammer geht deshalb ebenfalls davon aus, 
dass kein neues Testament vorliegt. Die Aussagen der Beschuldigten, wonach sie 
das Dokument vom 6. Juli 2013 ihrem Bruder nach Spanien geschickt habe und es 
auf dem Rückweg durch die Post verloren gegangen sei, vermögen nicht zu über-
zeugen. Wie die Staatsanwaltschaft Freiburg bereits zutreffend festhielt, sind diese 
Aussagen auch deshalb nicht glaubhaft, wenn berücksichtigt werde, welche Bedeu-
tung das Originaldokument bzw. eine Durchschrift des Testaments im Zivil- oder 
Strafverfahren gehabt hätte. Es ist nur schwer nachvollziehbar, dass die Beschul-
digte derart mit für sie so wichtigen Dokumenten umgegangen wäre. Sagte sie an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung doch selbst, dass es bei der gan-
zen Sache um das Testament gehe. Alle diese Sachen würden sich um das ge-
stohlene und unterdrückte Testament drehen (pag. 787, Z. 12-14). 

Zusammenfassend gelangt auch die Kammer nach Würdigung sämtlicher Aussa-
gen und unter Berücksichtigung der weiteren Umstände zum Ergebnis, dass keine 
Beweise oder Anzeichen für die Existenz eines solchen Testaments vorliegen und 
die Beschuldigte das Schreiben vom 6. Juli 2013 nachträglich in ihrem Sinne abän-
derte. 

9.2 Schreiben vom 20. Juni 2013 (AKS Ziff. 2.1)

9.2.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird gemäss Ziffer 2.1 der Anklageschrift Folgendes vorgewor-
fen (pag. 648):

Nötigung, begangen in O.________ am P.________(Strasse), namentlich am 20. Juni 2013, z.N. von 
C.________ und D.________, indem die Beschuldigte in einem an C.________ und D.________ ge-
richteten Schreiben (Beilage 5) androhte, sie werde ein Strafverfahren wegen Unterdrückung von Ur-
kunden gegen sie einleiten, sollten sie nicht kooperieren und das angeblich gestohlene Testament 
von J.________ vorlegen (Versuch). 

9.2.2 Beweiswürdigung durch die Kammer
Im Schreiben vom 20. Juni 2013 wird auf Seite vier Folgendes ausgeführt: «Die 
Tatsache, dass ich einen Strafprozess gegen Sie beide (Unterdrückung von Ur-
kunde Art. 254 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]) einlei-
ten werde, hängt einzig und alleine von Ihrer Bereitwilligkeit mit mir zu kooperieren 
und den jeweiligen Vereinbarungen, die wir treffen werden.» (pag. 38). Wie die Vor-
instanz zutreffend wiedergab, machte die Beschuldigte vorgängig in diesem 
Schreiben ihrem Unmut Luft, dass die beiden Söhne das Testament des Verstor-
benen im Zivilprozess nicht vorgelegt hätten. Alles, was den Söhnen vom Gericht 
zugesprochen worden sei, hätten diese mit faulen Tricks und Lügen erreicht. Sie 
hätten das Testament nie vorgelegt, was eine Straftat sei. Der Zivilprozess ende 
hier zwar, doch in Kürze beginne ein neuer Prozess aufgrund ihrer Klage gegen sie 
beide. Sie sollten schon gut vorbereitet sein und das Geld, welches ihnen durch 
das Gericht zugesprochen worden sei, nicht ausgeben, da sie es für die nächste 
Phase gut gebrauchen könnten (pag. 826, S. 16 der Urteilsbegründung). 

Die Beschuldigte bestreitet nicht, das Schreiben verfasst zu haben. Darauf ange-
sprochen, führte sie aus, dass sie das Schreiben auf Spanisch verfasst und dafür 
bezahlt habe, dass es übersetzt werde (pag. 342, Z. 28-29). Sie habe den Privat-

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klägern gesagt, dass sie Lügner und Betrüger seien, weil diese sie die ganze Zeit 
angelogen hätten (pag. 342, Z. 39-40). 

Die Kammer erachtet den Sachverhalt gestützt auf das Schreiben vom 20. Juni 
2013 und die Aussagen der Beschuldigten gemäss der Anklageschrift folglich als 
erstellt. 

9.3 Schreiben vom 2. Juli 2013 (AKS Ziff. 2.2)

9.3.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird gemäss Ziffer 2.2 der Anklageschrift Folgendes vorgewor-
fen (pag. 648):

Nötigung, begangen in O.________ am P.________(Strasse), namentlich am 2. Juli 2013, z.N. von 
D.________ indem die Beschuldigte in einem an Q.________ und T.________ gerichteten Schreiben 
(Beilage 11) androhte, sie werde D.________ wegen Unterdrückung von Urkunden anzeigen und 
dem Oberkommandanten der Armee, bei welcher D.________ Wehrdienst leiste, sowie dem Dekan 
der Fakultät, an welcher D.________ Medizin studiere, mitteilen, was dieser für ein Mensch sei und 
aus welchem Holz seine Familie geschnitzt sei, sollte er am 6. Juli 2013 das angeblich unterdrückte 
Testament von J.________ nicht mitbringen (Versuch). 

9.3.2 Beweiswürdigung durch die Kammer

In ihrem Schreiben vom 2. Juli 2013 (pag. 46) richtete sich die Beschuldigte an die 
Mutter und die Halbschwester von D.________. Sie schrieb, sollte D.________ 
dieses Testament am 6. Juli 2013 nicht mit sich bringen, sehe sie sich gezwungen 
gegen ihn eine Klage wegen Unterdrückung von Urkunden einzureichen. Sollte 
D.________ ihr dieses Testament nicht aushändigen, sehe sie sich gezwungen 
dem Oberkommandanten der Armee, wo D.________ Wehrdienst leiste, zu schrei-
ben. Ebenfalls werde sie sich an den Dekan der Fakultät, an der D.________ Me-
dizin studiere, wenden und beiden mitteilen, was für ein Mensch D.________ sei 
und aus welchem Holz seine Familie geschnitzt sei (pag. 46). 

Auf ihre Ausführungen angesprochen, antwortete die Beschuldigte, sie seien Lüg-
ner und Betrüger (pag. 346, Z. 157-161). Es stimme und sie könne es auch bewei-
sen (pag. 346, Z. 168). 

Gestützt auf das Schreiben vom 2. Juli 2013 und die Aussagen der Beschuldigten 
erachtet die Kammer den Sachverhalt gemäss der Anklageschrift somit als erstellt. 

9.4 Schreiben vom 3. Juli 2013 (AKS Ziff. 2.3)

9.4.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird gemäss Ziffer 2.3 der Anklageschrift Folgendes vorgewor-
fen (pag. 648 f.):

Nötigung, begangen in O.________ am P.________(Strasse), namentlich am 3. Juli 2013, z.N. von 
E.________, indem die Beschuldigte E.________ in dem Schreiben (Beilage 12) androhte

─ Sie werde sich in den schlimmsten Alptraum von E.________ verwandeln, sollte C.________ 
nicht das angeblich gestohlene Testament von J.________ vorlegen (Versuch);

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─ Sie werde die Rechnungen, welche sie E.________ zugeschickt habe, deren Vorgesetzten 
zuschicken und diesem mitteilen, was E.________ und C.________ für Menschen seien, 
sollte sie die Rechnungen nicht begleichen (Versuch).  

9.4.2 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Beschuldigte führte in ihrem Schreiben vom 3. Juli 2013 Folgendes aus: 
«E.________, ich kann mich in Ihren schlimmsten Alptraum verwandeln, aus die-
sem Grund, sollten Sie Ihrem Mann raten, dass TESTAMENT, welches Er mir aus 
meinem Haus gestohlen hat, zurück zu geben.» (pag. 49). Zu den Rechnungen 
schrieb die Beschuldigte «E.________, ich möchte die Gelegenheit nutzten, um Ih-
nen die Rechnungen vorzulegen, die mir durch den Zirkus, Ihres erlauchten Man-
nes, entstanden sind. Hier sende ich Ihnen die Rechnungen des Anwaltes Ihres 
Mannes, Herrn F.________, die Rechnung der Staatsanwaltschaft und die Rech-
nung der beiden Polizisten zu. Da Ihr Mann dieses Spektakel bezüglich des Erbes 
veranstalten wollte, dann soll Er auch gefälligst die Kosten dafür tragen, meine lie-
be E.________.» (pag. 47). «E.________, falls Sie meinen, die Rechnungen nicht 
zu begleichen zu müssen bzw. mir zurückzusenden, dann werde ich diese Rech-
nungen direkt Ihrem Chef überreichen. Ich werde zu Ihrem Vorgesetzten gehen 
und Ihm erzählen was Sie beide für Menschen sind (natürlich mit Beweisen in mei-
nen Händen).» (pag. 48). 

Die Beschuldigte bestätigte, dass sie das Schreiben kenne und sie die Texte auf 
Spanisch schreibe und gegen Bezahlung ins Deutsche übersetzen lasse (pag. 343, 
Z. 59-63). Auf Frage, was sie mit «schlimmsten Alptraum» meine, führte die Be-
schuldigte aus, dass ihr Ehemann vor seinem Tod alles genau aufgeschrieben ha-
be und C.________ dieses Testament aus ihrem Haus mitgenommen habe. Seit 
dem Tod ihres Mannes seien diese Leute ihr schlimmster Alptraum (pag. 343, Z. 
76-81). 

Gestützt auf das Schreiben vom 3. Juli 2013 und die Aussagen der Beschuldigten 
erachtet die Kammer den Sachverhalt gemäss Anklageschrift ebenfalls als erstellt. 

9.5 Vorfälle vom 6. Juli 2013 (AKS Ziff. 2.4; Ziff. 4.3; Ziff. 6; Ziff. 7)

9.5.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen (pag. 649 ff.):

Nötigung, begangen in O.________ am P.________(Strasse), namentlich am 6. Juli 2013, z.N. von 
D.________, indem die Beschuldigte von diesem verlangte, ohne Möglichkeit der Prüfung der 
Vollständigkeit und Mängelfreiheit der ihm auszuhändigenden Modelleisenbahn, ein von ihr entspre-
chend vorbereitetes Schriftstück zu unterzeichnen, ansonsten sie die draussen wartenden Umzugs-
helfer nicht in das Haus eintreten lassen würde (AKS Ziff. 2.4; pag. 649). 

Beschimpfung, mehrfach begangen in O.________, P.________(Strasse), namentlich am 6. Juli 
2013, z.N. von D.________, indem die Beschuldigte diesen anlässlich der Behändigung der ihm zu-
gesprochenen Gegenstände im Domizil der Beschuldigten mehrfach beschimpfte (AKS Ziff. 4.3; pag. 
650).

Tätlichkeit, begangen am 6. Juli 2013 in O.________, P.________(Strasse), z.N. von D.________, 
indem die Beschuldigte diesen schlug und kratzte und dadurch im Gesicht, Hals, am Nacken, am 

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rechten Unterarm und an der linken Hand Schürfungen und Kratzwunden zufügte (AKS Ziff. 6; pag. 
651). 

Sachbeschädigung, begangen am 6. Juli 2013, in O.________, P.________(Strasse), z.N. von 
D.________, indem die Beschuldigte den Privatkläger im Rahmen der Abholung der gerichtlich fest-
gelegten Gegenstände tätlich anging (vgl. Ziff. 6 hiervor) und dessen Brille beschädigt (AKS Ziff. 7; 
pag. 651). 

9.5.2 Beweiswürdigung durch die Kammer

9.5.3 Zum Vorwurf der Sachbeschädigung und Tätlichkeiten 

Die Vorinstanz hielt beweiswürdigend Folgendes fest (pag. 833 f., S. 23-24 der Ur-
teilsbegründung): 

Auf Vorhalt, wonach D.________ geltend mache, dass er von A.________ tätlich angegangen und 
verletzt worden sei, als er die Gegenstände habe abholen wollen, erklärte A.________ gegenüber der 
Staatsanwaltschaft am 14.01.2014, dass D.________ sie angegriffen und versucht habe, sie zu 
strangulieren, weil er das Dokument, welches er eben unterschrieben habe, wieder zurück gewollt 
habe. Die Verletzungen, welche D.________ nach diesem Treffen gehabt habe, seien infolge von 
Selbstverteidigung entstanden. Die Brille habe er selber kaputt gemacht (pag. 345). 

D.________ erklärte am 16.07.2014 gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass er am 06.07.2013 mit 
seinen Freunden und dem Umzugsdienst bei A.________ angekommen sei. A.________ habe alleine 
mit ihm sprechen wollen und alle anderen aus dem Haus geschickt. Es sei noch ein Mann anwesend 
gewesen, welcher später auf dem Dokument im Zusammenhang mit der Urkundenfälschung erwähnt 
werde. A.________ und er seien in sein ehemaliges Zimmer gegangen. Sie habe ihn dann über das 
angeblich verschwundene Testament ausgefragt. Als er ihr gesagt habe, dass kein Testament existie-
re, sei sie ausgerastet und habe angefangen, ihn zu schlagen. Dabei sei auch seine Brille kaputt ge-
gangen. Auf Vorhalt der Fotos gemäss Beilage 17 (pag. 234 ff.) erklärte er, dass sie diese Fotos er-
stellt hätten, nachdem sie alles aus dem Haus rausgenommen hätten, kurz vor der Rückfahrt. Die 
Verletzungen würden von A.________ stammen, diese habe ihn gekratzt. Dies sei passiert, als er aus 
dem Haus raus habe gehen wollen. A.________ habe ihn nicht rausgelassen, die Türe sei abge-
schlossen gewesen. Ihr Freund habe ihn auch daran gehindert, das Haus zu verlassen. Sie habe ihn 
dann am T-Shirt festgehalten und sogar mit dem Griff des Regenschirms am Hals festgehalten. Die 
Polizei sei hinzugekommen und so habe er dann das Haus verlassen können (pag. 364 f.). Die Aus-
sagen von A.________, wonach er sie angegriffen habe, seien falsch (pag. 368).

Aufgrund der Fotos wird ersichtlich, dass D.________ Kratzer am Arm, am Hals und an der Hand er-
litten hat (pag. 234 ff.). Weiter ist eine Wunde an der Nasenwurzel links erkennbar. Auf pag. 240 wird 
die kaputte Brille gezeigt (abgebrochene Stegstütze links). Diese Bilder wurden im Zusammenhang 
mit der Anzeigenerstattung vom 22.08.2013 im September 2013 nachgereicht. Diese Fotos unter-
mauern die Aussagen von D.________, die Verletzung an der Nase weist ein kongruentes Verlet-
zungsbild zur abgebrochenen Stegstütze der Brille auf. Hinweise und Belege, welche einen Angriff 
seitens D.________ belegen, liegen keine vor. A.________ Aussagen, wonach D.________ sie an-
gegriffen habe, sind vielmehr als Gegenangriff zu beurteilen, um D.________ in ein schlechtes Licht 
zu rücken. Auch die Aussagen, dass D.________ seine Brille selber kaputt gemacht habe, sind auf-
grund des Verletzungsbildes an der Nase unglaubwürdig. Gestützt auf die Fotos und die Aussagen 
von D.________ erachtet das Gericht den Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. 6 und 7 als erstellt.

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Ergänzend zu den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ist festzuhalten, dass 
die Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhandlung zu der Beschädigung der 
Brille des Privatklägers ausführte, dass dieser ein Lügner sei. Er habe die Brille 
selber kaputt gemacht. Nachdem er die Möbel abgeholt hatte und auf der Strasse 
gewesen sei, habe er die Brille selber beschädigt (pag. 1451, Z. 7-9). Er habe auch 
sein T-Shirt selbst kaputt gemacht (pag. 1451, Z. 20). Sie gab weitere Fotos zu den 
Akten. Auf diesen Fotos sind der Privatkläger sowie teilweise auch seine Umzugs-
helfer zu sehen. Das T-Shirt des Privatklägers ist am Kragen eingerissen und weist 
ein Loch auf (pag. 1465). Die Beschuldigte stellte anlässlich der oberinstanzlichen 
Befragung des Privatklägers denn auch entsprechende Ergänzungsfragen. Sie 
wollte von ihm wissen, ob er bestätige, dass sie seine Brille kaputt gemacht habe, 
was dieser bestätigte. Auf Frage mit welcher Brille er die Modelleisenbahn demon-
tiert habe und ob er immer eine Brille brauche, antwortete der Privatkläger, dass er 
seine Brille permanent trage. Er könne sein Telefon oder Computer ohne Brille nur 
schlecht sehen. Da seine Brille von der Beschuldigten beschädigt worden sei, habe 
er eine korrigierte Sonnenbrille getragen (pag. 1444). Der Privatkläger wurde im 
Anschluss an die Einvernahme der Beschuldigten erneut zu ihren gemachten Aus-
sagen und der beschädigten Brille befragt. Er bejahte die Frage, wonach ihn die 
von der Beschuldigten eingereichten Aufnahmen beim Räumen des Hauses zeigen 
und seine Brille zu diesem Zeitpunkt bereits beschädigt gewesen sei. Er führte aus, 
dass es nur eine kleine Beschädigung am Flügel gewesen sei. Das heisse nicht, 
dass diese Brille nicht tragbar gewesen sei, aber sie sei verletzend gewesen. Er 
habe seine Brille mit der Sonnenbrille getauscht. Es könne sein, dass er an dunkle-
ren Orten die Sonnenbrille wieder ausgezogen habe und diese Brille wieder ange-
zogen habe. Die Brille sei ganz am Anfang kaputt gemacht worden und er habe 
deshalb die Sonnenbrille tragen müssen (pag. 1456). Die Aussagen des Privatklä-
gers sind konstant und nachvollziehbar. Darüber hinaus stimmen sie mit dem Ver-
letzungsbild an der Nase überein (pag. 239). 

Die Kammer schliesst sich damit den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
an. Diese legte ausführlich und begründet dar, weshalb sie auf die Aussagen des 
Privatklägers abstellte und die Aussagen der Beschuldigten als reine Schutzbe-
hauptung deutete. Ihre Ausführungen sind vollständig und nachvollziehbar. Die 
Kammer kommt deshalb in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass 
der Sachverhalt gemäss der Anklageschrift als erstellt gilt. 

9.5.4 Zum Vorwurf der Beschimpfung
D.________ führte anlässlich seiner Befragung vom 16. Juli 2014 aus, dass die 
Beschuldigte am 6. Juli 2013 die ganze Zeit, d.h. nachdem die Polizei gegangen 
sei bis zu seiner Abfahrt, über ihn und seine Familie geschimpft habe (pag. 365, Z. 
115-116). 

Die Beschuldigte bestritt den Vorwurf der Tätlichkeit, Beschimpfung und Sachbe-
schädigung. Die Anschuldigungen seien falsch (pag. 791, Z. 4-6). 

Weder aus den Akten noch aus den Aussagen können genauere Angaben zu den 
Beschimpfungen entnommen werden. Es lässt sich nicht eruieren, ob eine Be-
schimpfung stattgefunden hat und wenn ja, welchen Inhalts diese gewesen ist. Ei-

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ne Beschimpfung kann der Beschuldigten somit nicht rechtsgenüglich nachgewie-
sen werden, weshalb sie von diesem Anklagepunkt freizusprechen ist. 

9.5.5 Zum Vorwurf der Nötigung

Die Vorinstanz hielt beweiswürdigend Folgendes fest (pag. 835 f., S. 25-26 der Ur-
teilsbegründung):

A.________ gab gegenüber der Staatsanwaltschaft am 14.01.2014 zu Protokoll, dass sie das Schrei-
ben mit dem Geständnis von D.________ am Abend zuvor vorbereitet habe. Nachdem D.________ 
zu ihr nach Hause gekommen sei, habe sie ihm dieses Schreiben vorgelegt, damit er es unterschrei-
ben soll. D.________ sei damit nicht einverstanden gewesen. Sie habe D.________ dann gebeten, 
die Urne mit der Asche seines Vaters in die Hand zu nehmen, das Foto seines Vaters anzuschauen 
und vor dem Foto seines Vaters zu sagen, dass das, was im Schreiben stehe, unwahr sei. Als 
D.________ die Urne in der Hand gehalten habe, sei er zur Erkenntnis gekommen, dass das, was in 
dem Schreiben stehe, wahr sei und es ein Testament gebe. Dann sei er auch einverstanden gewe-
sen, das zu unterschreiben (pag. 345).

D.________ erklärte anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 16.07.2014, dass 
A.________ zuerst gar nicht gewollt habe, dass ihm jemand helfe, die Gegenstände heraus zu holen. 
Dann sei sie einverstanden gewesen, dass R.________ ihm helfe. Als er daran gewesen sei, die Ei-
senbahn zu verpacken, sei sie mit dem Dokument gekommen und habe ihn aufgefordert, dieses zu 
unterschreiben. Im Gegenzug hätten dann seine restlichen Freunde, welche noch draussen gewartet 
hätten, beim einpacken der Gegenstände helfen dürfen (pag. 365). Auf Frage nach dem Grund, war-
um er das Schriftstück unterschrieben habe, antwortete D.________, dass er dies getan habe, damit 
eben auch seine Freunde hätten mithelfen können. Es hätte einfach zu lange gedauert, wenn er nur 
mit einer Person sämtliche Gegenstände hätte rausholen sollen. A.________ habe dies als Bedin-
gung gestellt, dass seine anderen Freunde auch ins Haus gedurft hätten, wenn er dieses Dokument 
unterschreibe. Die Feststellung auf dem Dokument, dass alles in Ordnung sei, habe er zwar unter-
schrieben, in dem Moment habe er aber nicht die Zeit gehabt, dies zu prüfen (pag. 366). Auf Vorhalt 
der Aussagen von A.________ bezüglich des Zustandekommens der Unterschrift erklärte 
D.________, dass er sich daran erinnere, dass sie ihm die Urne gegeben und ihn aufgefordert habe 
zu sagen, dass es ein solches Testament nicht gebe. Er habe dies total deplatziert gefunden und ha-
be dazu keinen zusätzlichen Kommentar zu machen. Die weiteren diesbezüglichen Aussagen von 
A.________ würden so nicht stimmen (pag. 368).

Gemäss Beweiswürdigung im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Urkundenfälschung (vgl. Urteils-
begründung oben II Ziff. 2.2) kam das Gericht zum Schluss, dass A.________ den Teil betreffend Ge-
ständnis nachträglich eingefügt hat. Aufgrund dieser Schlussfolgerung erachtet das Gericht auch die 
Ausführungen bezüglich des Zustandekommens der Unterschrift als unglaubwürdig. Vielmehr folgt es 
hier den Ausführungen von D.________. D.________ wurde ohne Möglichkeit der Prüfung der 
Vollständigkeit und Mängelfreiheit der ihm auszuhändigenden Modelleisenbahn dazu gedrängt, ein 
von ihr vorbereitetes Schreiben zu unterzeichnen, ansonsten hätten seine Umzugshelfer das Haus 
von A.________ nicht betreten dürfen.

Ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz ist festzuhalten, dass auch die 
Kammer beweiswürdigend zum Schluss gelangte, dass das Dokument vom 6. Juli 
2013 durch die Beschuldigte nachträglich abgeändert wurde. D.________ hat kein 
derart verfasstes Dokument unterschrieben. Seine in diesem Zusammenhang ge-
machten Aussagen erachtete die Kammer als glaubhaft und stellte darauf ab, wes-

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halb es auch hier keinen Grund gibt, diese Aussagen anders zu würdigen. Darüber 
hinaus konnte sich die Kammer anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung ein 
Bild des Privatklägers machen. Sie kam zum Ergebnis, dass er stimmige, nachvoll-
ziehbare und logische Aussagen machte. Er bestätigte den Ablauf wie es zur Un-
terzeichnung des Dokuments kam. Dabei gestand er Erinnerungslücken ein, was 
aufgrund der vergangenen Zeitdauer von vier Jahren verständlich ist und seiner 
Glaubwürdigkeit nicht schadet. 

Die Kammer schliesst sich damit den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
an. Diese legte ausführlich und begründet dar, weshalb sie auf die Aussagen des 
Privatklägers abstellte. Ihre Ausführungen sind vollständig und nachvollziehbar. Die 
Kammer kommt deshalb in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass 
der Sachverhalt gemäss der Anklageschrift als erstellt gilt.

9.6 Faxschreiben vom 3. September 2013 an I.________ (AKS Ziff. 2.5)

9.6.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird in Ziffer 2.5 der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen 
(pag. 649):

Nötigung, begangen in O.________ am P.________(Strasse), namentlich am 3. September 2013, 
z.N. von C.________, indem die Beschuldigte dem Privatkläger in einem Faxschreiben an I.________ 
(Beilage 14) androhte, sie werde die Rechnungen persönlich am Domizil von C.________ vorbeibrin-
gen oder sie dem Vorgesetzten von E.________ zusenden, sollte der Privatkläger diese nicht bezah-
len (Versuch). 

9.6.2 Beweiswürdigung durch die Kammer
Der Kammer liegen zwei Faxschreiben vor, welche beide an I.________ geschickt 
wurden. In einem ersten Faxschreiben (pag. 249) schrieb die Beschuldigte «Sehr 
geehrter I.________, Wissen Sie dass C.________ ein Delinkuent ist?». Diesem 
Schreiben legte sie das Dokument vom 6. Juli 2013, eine Verfügung vom 20. Fe-
bruar 2013 sowie eine Beweisverfügung vom 23. Mai 2012 bei. Im zweiten Fax-
schreiben, welches ebenfalls an I.________ gesendet wurde, aber von diesem di-
rekt an C.________ zu übergeben gewesen sei, schrieb sie Folgendes: «[…], if you 
don’t pay the bills of the circus that you had organized and started, i will bring those 
bills personally to your house. Maybe, will be better when I bring those bills 
personally to the boss of your wife at U.________ (V.________, or W.________, or 
X.________, or Y.________) you can decide where an to whom.» (pag. 253). 

Die Beschuldigte bestätigte anlässlich ihrer Einvernahme vom 14. Januar 2014, 
dass sie diese beiden Faxschreiben kenne und verfasst habe (pag. 346, Z. 176-
179). Auf Frage, weshalb sie dem Nachbarn von C.________ ein Fax schicke, 
antwortete sie, dass I.________ Fotograf sei und er fünf Tage nach dem Tod ihres 
Mannes zu ihrem Haus gekommen sei und es fotografiert habe, da es hätte ver-
kauft werden sollen. C.________ habe ihn aus Deutschland mitgebracht. Dies sei 
gewesen, als C.________ bereits gewusst habe, was im Testament gestanden ha-
be (pag. 346, Z. 181-185). Sie habe es an den Nachbarn geschickt und ihn gebe-
ten es an C.________ zu übergeben, da sie von Letzterem keine Faxnummer habe 
und sie ihre Briefe nicht lesen würden (pag. 346, Z. 187-192). 

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Gestützt auf das Faxschreiben und die Aussagen der Beschuldigten erachtet die 
Kammer den Sachverhalt gemäss der Anklageschrift als erstellt. 

9.7 Faxschreiben vom 3. September 2013 (AKS Ziff. 3.2)

9.7.1 Ausgangslage

Der Beschuldigten wird in Ziffer 3.2 der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen 
(pag. 649):

Drohung, begangen in O.________, P.________(Strasse), namentlich am 3. September 2013, z.N. 
von C.________, indem die Beschuldigte dem Privatkläger in einem Faxschreiben (Beilage 15) droh-
te, er werde Krieg bekommen, wenn er Krieg wolle, sie wolle ihm seine Nase brechen und ihm den 
Hals umdrehen und ihm in Aussicht stellte, dass sie sich noch sehen würden. 

9.7.2 Beweiswürdigung durch die Kammer

Auf Frage, was sie mit «ich möchte dir deine Drecksnase brechen, ich möchte dir 
den Hals umdrehen» meine, antwortete die Beschuldigte, dass sie ihn unter vier 
Augen sehen möchte, bevor er ins Gefängnis komme. Sie verneinte, dass das eine 
Drohung sei, es sei eine Diagnose (pag. 347, Z. 198-208). 

Gestützt auf die Ausführungen im Faxschreiben und die Aussagen der Beschuldig-
ten erachtet die Kammer den Sachverhalt gemäss der Anklageschrift als erwiesen. 
Aus ihren Aussagen, wonach es sich um eine Diagnose und nicht um eine Drohung 
handle, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

9.8 Schreiben vom 3. März 2014 (AKS Ziff. 5.3)

9.8.1 Ausgangsalge

Der Beschuldigten wird in Ziffer 5.3 der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen 
(pag. 651):

Verleumdung, evtl. eine üble Nachrede, begangen in O.________, P.________(Strasse), im Wissen 
darum, die Unwahrheit zu behaupten, d.h. wider besseres Wissen, am 3. März 2014, z.N. von 
D.________, indem die Beschuldigte den Privatkläger in einem an Z.________ gerichteten Schreiben 
(Beilage 16) beschuldigt, die Beschuldigte an ihrem Wohnsitz anlässlich der Abholung der durch Er-
bentscheid zugesprochenen Gegenständen aus dem Nachlass von J.________ am 6. Juli 2013 ge-
schlagen und mit dem Tode bedroht zu haben. 

9.8.2 Beweiswürdigung durch die Kammer

In einem an Z.________ gerichteten Schreiben vom 3. März 2014 führte die Be-
schuldigte aus, dass sie am 6. Juli 2013 von D.________ und Herrn R.________ 
(Begleiter von D.________) brutal geschlagen und zu Boden geworfen worden sei. 
Sie hätten mit Anwendung von Gewalt versucht, die Herausgabe eines Geständ-
nisses, welches D.________ zuvor gemacht und unterschrieben habe, zu erzwin-
gen. D.________ habe ihr mehrmals gedroht, dass er zu ihr nach Hause kommen 
werde und sie, mit dem Gewehr, welches er von der Schweizer Armee erhalten 
habe, zu töten, wenn sie ihm das Originalgeständnis nicht aushändigen würde. Er 
habe ihr auch damit gedroht, ihr Haus anzuzünden (pag. 206). 

Die Beschuldigte führte auf Vorhalt, wonach sie den Privatkläger tätlich angegan-
gen habe und dabei seine Brille beschädigt worden sei, aus, dass der Privatkläger 

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sie angegriffen habe. Er habe versucht sie zu strangulieren, weil er das Dokument, 
welches er unterschrieben hatte, wieder zurück gewollt habe. Die Verletzungen, 
welche er nach diesem Treffen gehabt habe, seien infolge Selbstverteidigung ge-
wesen. Die Brille habe er selbst kaputt gemacht (pag. 345, Z. 149-155). 

D.________ sagte am 16. Juli 2014 bei der Staatsanwaltschaft aus, dass er und 
die Beschuldigte in sein ehemaliges Zimmer gegangen seien. Sie habe ihn dann 
über das angeblich verschwundene Testament ausgefragt. Als er ihr gesagt habe, 
dass kein Testament existiere, sei sie ausgerastet und habe angefangen ihn zu 
schlagen. Dabei sei auch seine Brille kaputt gegangen. Er habe dann aus dem 
Haus raus gewollt (pag. 364, Z. 77-81). 

Wie bereits die Vorinstanz kam auch die Kammer in Anbetracht sämtlicher Um-
stände zum Schluss, dass D.________ die Beschuldigte weder tätlich angegangen 
noch mit dem Tod bedroht hat (vgl. Ziff. 9.5). Es handelt sich hierbei um eine reine 
Schutzbehauptung der Beschuldigten. Die Beweiswürdigung im Zusammenhang 
mit dem Schreiben vom 6. Juli 2013 (vgl. Ziff. 9.1) hat zudem ergeben, dass der 
Privatkläger kein Geständnis unterschrieben hat und die Beschuldigte das Doku-
ment in diesem Sinne nachträglich abänderte. Die Schlussfolgerungen der Vorin-
stanz, wonach D.________ keinen Anlass hatte, das angebliche Geständnis unter 
Gewaltanwendung und Todesdrohungen heraus zu verlangen, sind im Ergebnis 
nicht zu beanstanden und entsprechen zugleich der nach Würdigung sämtlicher 
Beweise erlangten Überzeugung der Kammer (pag. 832, S. 22 der Urteilsbegrün-
dung). Demnach erachtet die Kammer die Anschuldigungen der Beschuldigten, 
dass sie von D.________ tätlich angegangen und bedroht worden sei, als nicht er-
stellt. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass zum Zeitpunkt des Schreibens kein 
rechtsgültiges Urteil vorgelegen habe, welches D.________ wegen Unterdrückung 
von Urkunden für schuldig erklärt hätte (pag. 832, S. 22 der Urteilsbegründung). 
Vielmehr wurde das Verfahren gegen D.________ mit Verfügung vom 5. Septem-
ber 2014 durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg eingestellt (pag. 521.4 
ff.). 

Gestützt auf das Schreiben vom 3. März 2014 und die Aussagen von D.________ 
erachtet die Kammer auch diesen Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt. 

9.9 Sachverhaltskomplex G.________

Wie unter Ziffer 8 ausgeführt, ist der Schuldspruch der üblen Nachrede, begangen 
am 07.06.2013 in O.________, P.________(Strasse), z.N. von G.________ bereits 
in Rechtskraft erwachsen. Es kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 837 ff., S. 27-29 der Urteilsbegründung). 

IV. Rechtliche Würdigung

10. Urkundenfälschung

10.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Gemäss Art. 251 Ziffer 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder andern Rech-

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ten zu schädigen oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaf-
fen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte 
Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt […], 
eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. 

Urkunden sind Schriften, die bestimmt und geeignet sind, oder Zeichen, die be-
stimmt sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen. Die Aufzeich-
nung auf Bild- und Datenträgern steht der Schriftform gleich, sofern sie demselben 
Zweck dient (Art. 110 Abs. 4 StGB). 

Verfälschen ist das eigenmächtige Abändern des gedanklichen Inhalts einer von 
einem anderen verurkundeten Erklärung, so dass sie nicht mehr dem ursprüngli-
chen Erklärungsinhalt des Ausstellers entspricht und neu der Anschein entsteht, 
der ursprüngliche Aussteller habe ihr diesen Inhalt gegeben. Der Aussteller der ab-
geänderten Urkunde und der aus ihr selbst ersichtliche sind nicht identisch; die Ur-
kunde ist unecht. Die Inhaltsveränderung kann durch Ergänzen, Verändern oder 
durch Beseitigen von Teilen der bisherigen Erklärung erfolgen, sofern dadurch ein 
anderer urkundlicher Inhalt entsteht. Dabei muss die Urkunde selbst beeinträchtigt 
sein (BOOG, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., N 46 ff. zu Art. 251).

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz hinsichtlich aller objektiven Tatbe-
standsmerkmale, wobei Eventualvorsatz genügt. Erforderlich ist im Weiteren, dass 
der Täter in der Absicht handelt, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten 
zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-
schaffen. Der Täter muss somit die Urkunde im Rechtsverkehr als echt bzw. als 
wahr verwenden (lassen) wollen. Der Täter muss alternativ entweder in Schädi-
gungs- oder Vorteilsabsicht handeln. Der Vorteil ist unrechtmässig, wenn er 
rechtswidrig ist oder wenn darauf kein Anspruch besteht (BOOG, a.a.o., N 181 ff. zu 
Art. 251). Gemäss Urteil des Bundesgerichts 6B_70/2017 vom 19. Juli 2017 reicht 
hierfür jede Besserstellung. Ein unrechtmässiger Vorteil liegt insbesondere in der 
ungerechtfertigten Verbesserung der Beweislage.

10.2 Subsumtion (AKS Ziff. 1)

Vorliegend geht es um ein Schreiben, datiert auf den 6. Juli 2013, welches ein Ein-
geständnis von D.________ beinhaltet, wonach es ein neues Testament seines 
Vaters J.________ gebe, sein Bruder dieses mitgenommen habe und er, seine 
Mutter und Schwester sich einig gewesen seien, dieses Testament zu unterdrü-
cken, da dieses Testament die Beschuldigte als Begünstigte vorgesehen habe 
(pag. 201). 

Bei diesem Schreiben handelt es sich um ein Schriftstück von gewisser Dauerhaf-
tigkeit, welches eine menschliche Erklärung beinhaltet und Tatsachen von rechtli-
cher Bedeutung betrifft und damit zum Beweis geeignet und bestimmt ist. Dieses 
Dokument wäre geeignet, die Existenz eines neuen Testaments zu beweisen, was 
wiederum sowohl für den Zivil- als auch für den Strafprozess von grosser Bedeu-
tung wäre. Insofern erfüllt dieses Schreiben die Kriterien einer Urkunde im Sinne 
von Art. 110 Abs. 4 StGB. 

Indem die Beschuldigte ein von D.________ unterzeichnetes Dokument abänderte 
und einen neuen Inhalt – das sogenannte Geständnis – einfügte, hat sie diese Ur-

28

kunde verfälscht. Durch das Hinzufügen weiterer Textpassagen entspricht der In-
halt nicht mehr dem ursprünglichen Erklärungsinhalt, wie er von D.________ unter-
zeichnet worden ist. Dem Leser wird jedoch der Eindruck vermittelt, dass 
D.________ dieses Schreiben mit dem abgeänderten Inhalt unterzeichnet hat.

Die Beschuldigte handelte vorsätzlich. Indem sie dieses Schreiben bei diversen 
Stellen und Personen einreichte, um zu bezeugen, dass es ein Testament gebe, 
welches sie als Erbbegünstigte vorsehe, handelte sie zudem in Täuschungsab-
sicht. Durch das Einreichen dieses Schreibens bei diversen Stellen und Personen 
versuchte die Beschuldigte diese davon zu überzeugen, dass das neue Testament 
entwendet worden sei und sie als eigentliche Erbbegünstigte vorgesehen habe. Sie 
hat sich dadurch besser stellen wollen und handelte damit ebenso in Vorteilsab-
sicht.

Die Beschuldigte ist folglich wegen Urkundenfälschung, begangen in der Zeit vom 
6. bis 25. Juli 2013 in O.________ schuldig zu sprechen. 

11. Nötigung

11.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch an-
dere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen 
oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 
(Art. 181 StGB).

Die Androhung ernstlicher Nachteile liegt vor, wenn nach der Darstellung des 
Täters der Eintritt des Nachteils als von seinem Willen abhängig erscheint und 
wenn die Androhung geeignet ist, den Betroffenen in seiner Entscheidungsfreiheit 
einzuschränken (DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., N 25 
zu Art. 181). Sie muss aber mindestens eine Zwangsintensität erreichen, dass sie 
den Betroffenen entgegen seinem eigenen Willen zu dem von der Täterschaft ge-
wünschten Verhalten bestimmen kann bzw. bestimmt. Der Einsatz der Tatmittel hat 
zum Zweck, den Willen des Opfers zu beugen (DELNON/RÜDY, a.a.o., N 26 zu 
Art. 181). Die angedrohten Nachteile müssen ein künftiges, von der Täterschaft in 
irgendeiner Weise abhängiges Ereignis beschlagen (DELNON/RÜDY, a.a.o., N 28 zu 
Art. 181). 

Die Erhebung einer Strafanzeige aus gegebenem Anlass ist ohne weiteres zuläs-
sig. Darf die Erhebung einer Strafanzeige auch (bloss oder zusätzlich) angekündigt 
werden, um ein bestimmtes Verhalten oder Handeln des anderen zu erzwingen? 
Es gilt das schon zuvor Gesagte: Kommt der Drohung gegenüber der Zufügung 
des Übels ein motivierendes Plus zu, welches geeignet und vom Täter dazu be-
stimmt ist, das Opfer zu einem Verhalten zu zwingen, welches die ihm zustehen-
den Entfaltungsmöglichkeiten beschneidet oder welches die Möglichkeiten des 
Täters erweitert, ohne dass dieser darauf einen Anspruch hätte, so ist von einer 
Androhung ernstlicher Nachteile i.S. des Tatbestandes auszugehen. Drohung mit 
(begründeter) Strafanzeige kann daher je nachdem den Tatbestand erfüllen (DEL-
NON/RÜDY, a.a.o., N 42 zu Art. 181).

29

Erforderlich ist Vorsatz bzw. Eventualvorsatz. Der Vorsatz muss sich auf die Ein-
flussnahme und das abzunötigende Verhalten beziehen. Die Täterschaft will den 
Willen ihres Opfers beugen und es dadurch in dessen rechtlich geschützter Freiheit 
beschränken oder dies zumindest in Kauf nehmen (DELNON/RÜDY, a.a.o., N 56 zu 
Art. 181).

Unrechtmässig ist eine Nötigung, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist 
oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder 
wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem erlaub-
ten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (TRECHSEL/FINGERHUTH, 
in: Trechsel/Pieth (Hrsg.), StGB PK, N 10 zu Art. 181 mit Hinweisen).

Die Vollendung der Tat tritt ein, wenn das Opfer, und zwar gerade durch das bzw. 
die Nötigungsmittel, zu dem vom Täter gewollten Verhalten gebracht worden ist 
(DONATSCH, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, StGB-Kommentar, 19. Aufl. 
2013, N. 10 zu Art. 181 StGB). 

11.2 Subsumtion zum Vorfall vom 20. Juni 2013, z.N. von C.________ und 
D.________ (AKS Ziff. 2.1)

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist erstellt, dass die Beschuldigte den Privatklä-
gern mit Schreiben vom 20. Juni 2013 damit drohte, ein Strafverfahren wegen Un-
terdrücken von Urkunden einzuleiten, sollten sie ihr das angeblich gestohlene Tes-
tament nicht herausgeben. Die Einleitung des Strafverfahrens sei einzig und alleine 
von der Bereitwilligkeit der Privatkläger mit der Beschuldigten zu kooperieren ab-
hängig und von den jeweiligen Vereinbarungen, welche sie treffen würden 
(pag. 38). 

Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und dem subjektiven Empfinden 
der Beschuldigten über die Existenz des Testaments, war diese Androhung der 
Einleitung eines Strafverfahrens geeignet, die Privatkläger in ihrer Handlungsfähig-
keit einzuschränken. Die Androhung einer Strafanzeige muss als Androhung eines 
ernsthaften Nachteils angesehen werden; so zieht eine solche vom Willen des 
Täters abhängige Handlung die Eröffnung eines Strafverfahrens nach sich, wel-
ches für die betroffene Person eine Quelle von Übeln und eine erhebliche psycho-
logische Last darstellt, womit diese Androhung geeignet ist, einen vernünftigen 
Adressaten zu einem Verhalten zu zwingen, welches er nicht an den Tag legen 
würde, verfügte er über völlige Entscheidungsfreiheit (BGE 120 IV 17, E. 2 aa). Das 
Tatbestandselement der Androhung ernstlicher Nachteile ist gegeben.

Vollendet ist die Nötigung, wenn sich das Opfer, zumindest teilweise, nach dem 
Willen des Täters verhält (BGE 129 IV 262 E. 2.7 mit Hinweisen). Die Beschuldigte 
verfolgte das Ziel, dass die Privatkläger ihr das angeblich entwendete und unter-
drückte Testament herausgeben. Beweiswürdigend gelangte die Kammer zum 
Schluss, dass keinerlei Hinweise für die Existenz eines neuen Testaments, wel-
ches von den Privatklägern entwendet und unterdrückt worden sein soll, vorliegen. 

Die Beschuldigte handelte vorsätzlich. Sie wusste und wollte, dass ihre Androhung 
bei den Privatklägern eine entsprechende Wirkung entfalten würde. Dass die Pri-
vatkläger ihr das Testament nicht überreichten und es somit beim Versuch blieb, ist 

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der Tatsache geschuldet, dass diese nicht im Besitz des angeblichen Testaments 
waren. 

Die Androhung einer Strafanzeige an sich ist kein unerlaubtes Mittel, und auch der 
verfolgte Zweck der Beschuldigten – die Herausgabe des Testaments – verstösst 
an sich nicht gegen die Rechtsordnung. Die Beschuldigte ist der Ansicht, dass ein 
neues Testament vorliegt und ihr dieses durch C.________ entwendet wurde. Be-
weisen konnte sie dies bisher nicht. Zwar beruft sie sich auf ein von D.________ 
unterschriebenes Geständnis (vgl. Vorwurf der Urkundenfälschung), jedoch konnte 
sie das Original dieses Dokuments bisher nicht vorlegen. Eine Kopie des neuen 
Testaments liegt ebenfalls nicht vor. Die Beschuldigte war somit bisher nicht in der 
Lage einen Hinweis auf eine solche Straftat oder die Existenz des Testaments vor-
zubringen. Es handelt sich somit bis anhin um haltlose Behauptungen. Die subjek-
tiven Ansichten der Beschuldigten hinsichtlich der Existenz des Testaments sind 
mangels Beweisen objektiv nicht haltbar. Sie hätte deshalb erkennen müssen, dass 
sie falsch liegt und ihre Vorgehensweise nicht verhältnismässig ist. Ihr Vorgehen 
war missbräuchlich, indem es ohne vernünftigen Grund darin bestand, den Privat-
klägern ernsthaftes Übel anzudrohen, um diese dazu zu bringen, ein angebliches 
Testament herauszugeben. Das Androhen einer Strafanzeige ohne ernsthaften 
Verdacht ist ein Mittel, welches in sich unzulässig ist. Das gebrauchte Mittel war 
unter den gegebenen Umständen missbräuchlich und stand in keinem vernünftigen 
Zusammenhang mit dem beabsichtigten Ziel, womit die Nötigung widerrechtlich ist.

Die Beschuldigte ist folglich der versuchten Nötigung, begangen am 20. Juni 2013, 
z.N. der Privatkläger D.________ und C.________ schuldig zu erklären. 

11.3 Subsumtion zum Vorfall vom 2. Juli 2013, z.N. von D.________ (AKS Ziff. 2.2)

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist erstellt, dass die Beschuldigte dem Privatklä-
ger mit Schreiben vom 2. Juli 2013 damit drohte, ein Strafverfahren wegen Unter-
drücken von Urkunden einzuleiten und dem Oberkommandanten der Armee, bei 
welcher der Privatkläger Wehrdienst leistete, sowie dem Dekan der Fakultät, an 
welcher dieser Medizin studierte, mitzuteilen, was der Privatkläger für ein Mensch 
sei und aus welchem Holz seine Familie geschnitzt sei, sollte er am 6. Juli 2013 
das angeblich unterdrückte Testament nicht mitbringen (pag. 46). 

Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und ihrer Handlungsweise hin-
sichtlich des Testaments, waren diese Androhung der Einleitung eines Strafverfah-
rens und die Androhung, dies dem Umfeld des Privatklägers ebenfalls mitzuteilen, 
geeignet, den Privatkläger in seiner Handlungsfähigkeit einzuschränken. Wie be-
reits unter Ziffer 10.2 ausgeführt, verfolgte die Beschuldigte das Ziel, dass der Pri-
vatkläger ihr das angeblich entwendete und unterdrückte Testament herausgibt. Es 
blieb beim Versuch, da der Privatkläger das angebliche Testament nicht vorlegte. 
Die Beschuldigte handelte vorsätzlich. Zur Widerrechtlichkeit kann ebenfalls auf die 
Ausführungen in Ziffer 11.2 verwiesen werden. Die versuchte Nötigung war auch 
vorliegend betreffend das Schreiben vom 2. Juli 2013 widerrechtlich. 

Die Beschuldigte ist folglich der versuchten Nötigung, begangen am 2. Juli 2013, 
z.N. des Privatklägers D.________ schuldig zu erklären.

11.4 Subsumtion zum Vorfall vom 3. Juli 2013, z.N. von E.________ (AKS Ziff. 2.3)

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Beweiswürdigend ist erstellt, dass die Beschuldigte der Privatklägerin mit Schrei-
ben vom 3. Juli 2013 damit drohte, sich in ihren schlimmsten Alptraum zu verwan-
deln, sollte C.________ nicht das angeblich gestohlene Testament von J.________ 
vorlegen. Weiter drohte sie damit, dass sie Rechnungen, welche sie E.________ 
zugestellt habe, deren Vorgesetzten schicken und diesem mitteilen werde, was sie 
und C.________ für Menschen seien, wenn sie die Rechnungen nicht begleichen 
würden (pag. 47 ff.). 

Die erste Androhung der Beschuldigten, dass sie sich in den schlimmsten Alptraum 
für die Privatklägerin verwandeln wird, ist sehr allgemein gehalten. Zwar vermag 
diese Aussage unter Berücksichtigung der gesamten Umstände rund um das an-
gebliche Testament eine gewisse Wirkung zu entfalten, ist aber nicht präzise ge-
nug, um den objektiven Tatbestand der versuchten Nötigung zu erfüllen. Dagegen 
war die Androhung Rechnungen an den Vorgesetzten der Privatklägerin weiterzu-
leiten und diesem mitzuteilen, was sie und C.________ für Menschen seien, ge-
eignet, die Privatklägerin zu verängstigen und in ihrer Handlungsfreiheit einzu-
schränken. Wie bereits unter Ziffer 11.2 ausgeführt, bezweckte die Beschuldigte 
die Herausgabe des angeblich entwendeten und unterdrückten Testaments. Es 
blieb beim Versuch, da sich die Privatklägerin nicht auf die Forderungen der Be-
schuldigten einliess. Die Beschuldigte handelte vorsätzlich. Die Weiterleitung von 
Rechnungen an unbeteiligte Dritte verbunden mit der Mitteilung, um was es sich 
bei den Privatklägern für Menschen handle, steht in keinem Verhältnis zur Heraus-
gabe des angeblichen Testaments. Vielmehr schlug die Beschuldigte jeden nur 
denkbaren Weg ein, um ihrer Überzeugung und Ansicht Ausdruck zu verleihen. Die 
versuchte Nötigung war somit auch betreffend das Schreiben vom 3. Juli 2013 wi-
derrechtlich.

Die Beschuldigte ist somit der versuchten Nötigung, begangen am 3. Juli 2013, 
z.N. der Privatklägerin E.________ schuldig zu erklären. 

11.5 Subsumtion zum Vorfall vom 6. Juli 2013, z.N. von D.________ (AKS Ziff. 2.4)

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die Beschuldigte anlässlich der Abholung 
der Erbgegenstände von D.________ verlangte, ein Schreiben zu unterzeichnen, in 
welchem er erklärte, dass die ihm ausgehändigte Modelleisenbahn vollständig und 
ohne Mängel sei, ansonsten sie die draussen wartenden Umzugshelfer nicht in das 
Haus eintreten lassen würde. D.________ hatte nicht die Möglichkeit, die Vollstän-
digkeit der Modelleisenbahn tatsächlich zu überprüfen, unterschrieb jedoch trotz-
dem, damit ihn seine Helfer beim Heraustragen der Erbgegenstände unterstützen 
konnten. Die Beschuldigte liess D.________ hierzu kaum eine andere Wahl, da die 
Arbeit ohne Unterstützung der Umzugshelfer kaum zu bewältigen gewesen wäre 
(pag. 846, S. 36 der Urteilsbegründung). 

Ergänzend zu den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ist festzuhalten, dass 
unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und in Anbetracht der schwierigen 
Situation im Hinblick auf die vorangegangene Erbstreitigkeit und der Ansicht der 
Beschuldigten, wonach C.________ das angebliche Testament entwendet und un-
terdrückt hat und ihm sein Bruder D.________ dabei behilflich gewesen sein soll, 
die vorliegende Androhung geeignet gewesen ist, den Privatkläger in seiner Ent-

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scheidungsfreiheit einzuschränken. Der Privatkläger musste vorab mit der Be-
schuldigten einen Termin ausmachen, um die Modelleisenbahn sowie weitere Erb-
gegenstände abzuholen. Da diese Arbeit alleine nicht zu bewältigen gewesen ist, 
hat er sich Freunde zur Unterstützung mitgebracht. Die Beschuldigte liess dem Pri-
vatkläger keine andere Wahl, als das Dokument zu unterschreiben, um das eigent-
liche Ziel seines Besuchs – die Abholung ihm zugesprochener Gegenstände – fort-
zusetzen. 

Die Beschuldigte handelte vorsätzlich. Sie wusste darum, dass der Privatkläger die 
Erbgegenstände ohne Hilfe seiner Freunde nicht alleine hätte transportieren kön-
nen. Diese Situation nutzte sie aus und wollte damit den Willen des Privatklägers 
beugen, damit dieser das vorgenannte Dokument unterschreibt. Indem der Privat-
kläger das Dokument schliesslich unterschrieb, trat die Vollendung der Tat ein. Die 
Verweigerung des Zugangs der Freunde in das Haus der Beschuldigten, damit sie 
dem Privatkläger beim Umzug von ihm zugesprochenen Erbgegenständen behilf-
lich sein konnten, steht wiederum in keinem Verhältnis zur Herausgabe des angeb-
lichen Testaments. Erneut wählte die Beschuldigte einen an sich unzulässigen 
Weg, um ihrer Überzeugung und Ansicht Ausdruck zu verleihen. Die Nötigung war 
somit auch betreffend dem Vorfall vom 6. Juli 2013 widerrechtlich.

Die Beschuldigte ist der Nötigung, begangen am 6. Juli 2013 z.N. des Privatklägers 
D.________, schuldig zu erklären. 

11.6 Subsumtion zum Vorfall vom 3. September 2013, z.N. von C.________ (AKS 
Ziff. 2.5)

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist erstellt, dass die Beschuldigte dem Privatklä-
ger mit Fax vom 3. September 2013 erneut damit drohte, sie werde die Rechnun-
gen persönlich an seinem Domizil vorbeibringen oder sie direkt dem Vorgesetzten 
von E.________ zusenden, sollte er diese nicht begleichen