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**Case Identifier:** 5f2e934a-9772-54f6-9096-ea3b6eafb522
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.10.2020 200 2020 573
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-573_2020-10-05.pdf

## Full Text

200 20 573 UV
JAP/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Oktober 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
Litigation Hauptbranchen, Postfach, 8085 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 6. Juli 2020 (Schaden-Nr. 
301.193.393)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, UV/20/573, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war befristet vom 16. Mai bis 8. Juli 2018 für die B.________ AG tätig und 
dadurch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich bzw. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert (Dossier der Zürich, [act. 
II] 1, 28), als sie laut Schadenmeldung am 11. Juni 2018 auf dem nassen 
Gras stürzte, auf die Schubkarre fiel und sich deren Stiel in die Rippen 
bohrte (act. II 1). Die Zürich erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Tag-
gelder und Heilbehandlung) und stellte – gestützt auf eine versicherungs-
medizinische Beurteilung ihres beratenden Arztes vom 7. Februar 2020 
(act. II 72) – mit Verfügung vom 27. April 2020 die Versicherungsleistungen 
per 11. August 2018 ein, verzichtete auf eine Rückforderung von zu viel 
erbrachten Leistungen und entzog einer Einsprache die aufschiebende 
Wirkung (act. II 77). Die C.________ zog die vorsorgliche Einsprache (act. 
ll 79) vorbehaltlos zurück (act. ll 85). Die von der Versicherten erhobene 
Einsprache vom 17. Mai 2020 (act. II 81) wies die Zürich mit Entscheid vom 
6. Juli 2020 ab (act. II 86).

B.

Am 3. August 2020 erhob die Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des 
angefochtenen Einspracheentscheids und die Zusprechung weiterer ge-
setzlicher Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit den Fol-
gen des Ereignisses vom 11. Juni 2018.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. September 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, UV/20/573, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Juli 2020 
(act. II 86). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf gesetzliche Unfall-
versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 11. Juni 
2018 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die vorüberge-
henden Leistungen zu Recht unter Verneinung weiterer Leistungsan-
sprüche per 11. August 2018 einstellte.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, UV/20/573, Seite 4

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 
177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.1).

2.2

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts vom 
21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

2.2.2 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entwe-

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der der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55 f.).

2.2.3 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbe-
dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweis-
last – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, 
sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

3.

3.1 Es ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 
11. Juni 2018 einen Unfall im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor) erlitten hat. 
Umstritten ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den 
11. August 2018 hinaus. 

Den Akten ist aus medizinischer Sicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1.1 Der erstbehandelnde Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte eine Thoraxkontusion (act. II 14) 
und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 12. Juni 2018 
(act. II 14, 18 ff., 31 f., 41). Ferner verordnete er am 30. Juli 2018 Physio-

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therapie (Mobilisieren, Massage [act. II 27]). In der Krankengeschichte dia-
gnostizierte er eine Rippenfraktur (act. II 58).

3.1.2 Im Bericht der Radiologie der Spital E.________ vom 26. Oktober 
2018 nach einem CT des Thorax wurde ausgeführt, Frakturen der Wirbel-
körper, der Rippen sowie des Sternums seien nicht nachgewiesen (act. II 
56).

3.1.3 Im Bericht vom 25. September 2019 diagnostizierte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, eine Thorakodorsalgie bei struktureller Rippendys-
funktion Costa 9 rechts, mehrsegmentale vertebrale Funktionsstörungen 
und eine Minderbelastbarkeit bei rezidivierenden Schmerzzuständen. Er 
führte aus, die Patientin habe am 13. Juni 2018 ein Thoraxtrauma rechts 
erlitten. Wegen eines Sturzes habe sich eine Stange einer Schubkarre in 
ihren rechten Hemithorax gebohrt. Seither bestünden thorakale, bewe-
gungsabhängige Schmerzen im rechten Hemithorax. Das initiale Thorax-
Röntgen sei unauffällig gewesen, ein späteres CT ebenfalls. Zum Verlauf 
hielt er fest, durch die anfangs etwas engmaschigere und später in grösse-
ren Abständen durchgeführte manualtherapeutische Behandlung habe ins-
gesamt eine Verbesserung der Situation erzielt werden können, die zuvor 
sehr stark bewegungseingeschränkten vertebralen Segmente und Rippen 
zeigten sich in besserer Beweglichkeit, die Schmerzhaftigkeit der Situation 
habe sich allerdings am Anfang eher vermehrt, im Verlauf dann allerdings 
auch gebessert gezeigt. Mitte April 2019 sei die Arbeitsfähigkeit wieder 
erreicht worden, bis auf eine kurze Phase im September 2019 habe die 
Patientin auch arbeiten können. Für das weitere Vorgehen schlug der be-
handelnde Arzt vor, es sei eine relativ regelmässige (3-4 wöchentlich) ma-
nualtherapeutische Behandlung, Rekonditionierung und ein Ausgleich der 
bestehenden muskulären Dysbalance durch gezielte Übungen fortzuführen. 
Eine regelmässige Physiotherapie (Massagen oder aktive Therapie) halte 
er weder für sinnvoll noch ausreichend. Eine medikamentöse Therapie mit 
entsprechend potenten Analgetika (Tramal) und Muskelrelaxantien (Sirda-
lud) könne auch keine (Dauer-)Lösung darstellen, da hier wiederum mögli-
che Einschränkungen hinsichtlich der Verkehrsfähigkeit und des Arbeitens 

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an potentiell gefährlichen Maschinen (Gärtner, Landschaftsbau, etc.) resul-
tierten (act. II 67).

3.1.4 In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 7. Februar 
2020 hielt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und Rheumatologie, fest, mangels Nachweis von strukturellen Veränderun-
gen im Kontusionsbereich habe eine einfache Thorax-/Rippenprellung in-
folge Unfall vorgelegen, welche in der Regel innert wenigen Wochen 
vollständig ausheile. Aus fachärztlicher Sicht könne zwei Monate nach dem 
Unfall vom Status quo sine ausgegangen werden. Alle darüber hinaus ge-
henden Beschwerden seien nicht vereinbar mit der Rippen-
/Thoraxkontusion und somit überwiegend wahrscheinlich als unfallfremd zu 
taxieren (act. II 72).

3.1.5 Im Bericht vom 11. August 2020 – eingereicht im vorliegenden Ver-
fahren – führte Dr. med. F.________ an, bereits im März 2019 habe davon 
ausgegangen werden können, dass es sich um einen chronifizierten Zu-
stand handle, dies in Folge des stattgehabten Geschehens im Juni 2018. 
Der Verlauf habe sich gleichermassen kompliziert gezeigt, nach den an-
fänglich sehr intensiven Behandlungen habe gegen Ende April 2019 eine 
Besserung verzeichnet werden können, so dass die Patientin wieder in der 
Lage gewesen sei zu arbeiten. Für gewöhnlich sei es vermutlich richtig, 
dass einfache Thoraxkontusionen in der Regel folgenlos ausheilten. Zum 
anderen sei festzustellen, dass sich bei schweren Kontusionen mit hartnä-
ckigen Funktionsstörungen auch hartnäckige Verläufe einstellten, die 
schwierig in der Therapie als auch in der Einschätzung seien. Sicher sei 
irgendwann ein Zeitpunkt anzunehmen, an dem die Beschwerden nicht 
mehr nur ausschliesslich als Folge des Unfalles zu sehen seien, für die 
Chronifizierung eines Schmerzgeschehens könne – wenn auch letztlich als 
Auslöser – das Unfallereignis nicht als ursächlich angesehen werden. Sei-
nes Erachtens könne hier ein Zeitpunkt Ende 2019/Anfang 2020, ca. 18 
Monate nach dem Unfall postuliert werden (Akten der Beschwerdeführerin 
[act. I] 2).

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3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Urteilt das Gericht indessen abschlies-
send gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozi-
alversicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 
S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.2.3 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-

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gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Der kurze Aktenbericht des Dr. med. G.________ vom 7. Februar 
2020 (act. Il 71) genügt den höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
nicht. Zwar verfügte der Arzt aufgrund der Akten über ein vollständiges Bild 
über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status, womit eine klinische 
Untersuchung der Beschwerdeführerin grundsätzlich entbehrlich war (vgl. 
E. 3.2.3 hiervor). Seine Schlussfolgerung, wonach der Status quo sine zwei 
Monate nach dem Ereignis eingetreten sei, ist durchaus plausibel, er be-
gründete sie jedoch einzig und alleine damit, dass bildgebend keine struk-
turellen Veränderungen im Kontusionsbereich nachgewiesen wurden (vgl. 
dazu act. II 14 S. 2 Ziff. 4, 56) und einfache Thorax-/Rippenprellungen in 
der Regel innert weniger Wochen vollständig ausheilen. Das Fehlen von 
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen mag zwar seine Bedeutung 
im Zusammenhang mit der – erst im Zeitpunkt des Fallabschlusses vorzu-
nehmenden – rechtlichen Beurteilung der adäquaten Unfallkausalität ha-
ben, schliesst auf medizinischer Ebene eine unfallbedingte Beschwerde-
symptomatik jedoch nicht von vornherein aus. Die Beschwerdegegnerin 
anerkannte initial trotz fehlendem bildgebenden Korrelat denn auch die 
leistungsauslösende Unfallkausalität. Ferner stützte sich Dr. med. 
G.________ offenbar auf medizin-wissenschaftliche bzw. empirische Erfah-
rungswerte, ohne jedoch einschlägige Quellen anzugeben oder sich mit 
den spezifischen Gegebenheiten des vorliegenden Einzelfalls auseinan-
derzusetzen. 

Zwar genügen auch die Einschätzungen der behandelnden Dres. med. 
D.________ und F.________ ihrerseits ebenfalls nicht zur Beurteilung, ob 
die über den 11. August 2018 hinaus geklagte Beschwerdesymptomatik 
weiterhin unfallkausal war. Dr. med. D.________ hielt in der Krankenge-
schichte fälschlicherweise eine Rippenfraktur fest (act. II 58 S. 2) und ver-
merkte u.a. eine im konventionellen Röntgen vom 20. August 2018 ange-
deutete Hyperkyphose (act. II 58 S. 4), mithin eine unfallfremde Haltungs-
störung. Beide behandelnden Ärzte erklärten zudem, es liege eine Rippen-

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dysfunktionalität rechts vor (act. ll 58 S. 3, 67 S. 2, 70 S. 1 Ziff. 2), was per 
se keine Rückschlüsse auf die Ätiologie bzw. Unfallkausalität zulässt (vgl. 
dazu etwa PHILIP E. GREENMAN, Lehrbuch der Osteopathischen Medizin, 3. 
Aufl. 2005, S. 285 ff. Ziff. 15.7). Auch die von Dr. med. G.________ gestell-
ten Diagnosen einer Thorakodorsalgie bei struktureller Dysfunktion der 
Rippe 9 rechts bzw. einer mehrsegmentalen vertebralen Funktionsstörung 
(act. II 67 S. 2 Ziff. 1) sind letztlich deskriptiv für eine Pathophysiologie und 
führen für die hier zu beantwortende Kausalitätsfrage nicht weiter. Dennoch 
hätte sich Dr. med. G.________ wenigstens mit diesen Aspekten ausein-
andersetzen müssen. Schliesslich ist die im Beschwerdeverfahren aufge-
legte Stellungnahme des Dr. med. F.________ vom 11. August 2020 (act. I 
2) – wenngleich für den darin postulierten Status quo sine vel ante 18 Mo-
nate nach dem inkriminierten Ereignis ebenfalls eine überzeugende Be-
gründung fehlt – geeignet, wenigstens geringe Zweifel an der rudimentären 
Einschätzung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin zu begrün-
den (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Auf weitere Sachverhaltserhebungen kann in-
dessen aus den nachfolgenden Überlegungen zum Zeitpunkt des Fallab-
schlusses verzichtet werden.

4.

4.1 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2019 UV Nr. 4 
S. 16 E. 3.2.3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, UV/20/573, Seite 11

4.2 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass ex ante betrachtet gestützt auf 
den Bericht des Dr. med. F.________ vom 25. September 2019 (act. ll 67) 
sowie dessen Attest vom 19. September 2019 (act. Il 65), worin er vom 20. 
bis 27. September 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert hatte, 
der medizinische Endzustand i.S.v. Art. 19 Abs. 1 UVG spätestens am 28. 
September 2019 eingetreten war. So bestand keine Arbeitsunfähigkeit 
mehr (act. II 65) und der behandelnde Orthopäde empfahl lediglich noch 
die Fortführung einer relativ regelmässigen manualtherapeutischen Be-
handlung, Eigentraining (Rekonditionierung, gezielte Übungen zum Aus-
gleich der bestehenden muskulären Dysbalance) und Verlaufskontrollen; 
gleichzeitig sprach er sich gegen regelmässige Physiotherapie, Analgetika 
und Muskelrelaxantien aus (act. II 67 S. 3 Ziff. 4). Die Verlaufskontrollen 
stellen ebenso wenig wie das Eigentraining ärztliche Behandlungen dar 
und eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes postulierte Dr. 
med. F.________ auch im Zusammenhang mit der Manualtherapie nicht. 
Bei dieser Ausgangslage fiel der Anspruch auf vorübergehende Leistungen 
per 28. September 2019 weg (vgl. act. II 65). Weil die Beschwerdegegnerin 
bis zu diesem Zeitpunkt (und darüber hinaus) weiterhin die gesetzlichen 
Unfallversicherungsleistungen erbrachte und auf deren Rückforderung ex-
plizit verzichtete (act. Il 77 S. 2, 86 S. 4 E. 4 in fine) – worauf sie behaftet 
werden kann –, ist im Ergebnis nicht entscheidend, ob aus medizinischer 
Sicht der Status quo sine vor oder nach diesem Zeitpunkt eintrat.

4.3 Bei dieser Ausgangslage käme die Rückweisung der Sache an die 
Beschwerdegegnerin zum Einholen eines orthopädischen bzw. rheumato-
logischen Gutachtens einem formellen Leerlauf gleich. Für allfällige weiter-
hin unfallkausale Beschwerden wurde (unter den zweigspezifischen An-
spruchsvoraussetzungen) die Trägerin der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung zuständig, zumal (mangels Arbeitsunfähigkeit) von 
vornherein kein Rentenanspruch besteht und somit Art. 21 UVG nicht an-
wendbar ist (vgl. BGE 140 V 130 E. 2.4 S. 133 mit Hinweisen). Die 
C.________ hat ihre vorsorgliche Einsprache (act. ll 79) vorbehaltlos 
zurückgezogen (act. ll 85) und damit ihre grundsätzliche Leistungszustän-
digkeit anerkannt. Schliesslich wird eine Integritätsentschädigung (Art. 24 f. 
UVG) weder geltend gemacht noch bestünde hierfür nach der (diesbezüg-
lich) klaren medizinischen Aktenlage eine Grundlage.

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4.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin jedenfalls kei-
nen Anspruch auf Unfallversicherungsleistungen, die über die bereits be-
zogenen hinausgehen. Die Beschwerde ist im Sinne der Erwägungen ab-
zuweisen.

5.

5.1 Verfahrenskosten werden keine erhoben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Okt. 2020, UV/20/573, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.