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**Case Identifier:** 6737f767-6d7f-53f2-b6a3-ca320184e2ba
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-03-11
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 11.03.2020 BB.2019.289
**Docket/Reference:** BB.2019.289
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2019-289_2020-03-11

## Full Text

Entschädigung der beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).;;Entschädigung der beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).;;Entschädigung der beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).;;Entschädigung der beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).

Beschluss vom 11. März 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Cornelia Cova und Stephan Blättler, 
Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  
 

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Reza Vafadar,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 
 
 
 

Gegenstand  Entschädigung der beschuldigten Person bei Ein-
stellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2019.289 
  
 
 
 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

- am 15. August 2013 die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gegen A. 
eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts der Bestechung fremder 
Amtsträger gemäss Art. 322septies StGB und der Geldwäscherei gemäss 
Art. 305bis StGB eröffnete; 

-  mit Verfügung vom 29. Juni 2018 die BA das Strafverfahren in persönlicher 
Hinsicht auf B. wegen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei ge-
mäss Art. 305bis Ziff. 2 StGB ausdehnte; 

-  mit Verfügung vom 7. November 2018 die BA das Strafverfahren betreffend 
A. ebenfalls auf den Straftatbestand der qualifizierten Geldwäscherei ge-
mäss Art. 305bis Ziff. 2 StGB ausdehnte; 

- die BA A. mit Schreiben vom 2. April 2019 mittelte, wie sie die Untersuchung 
zu erledigen beabsichtige (Einstellung des Verfahrens wegen Art. 322septies 
StGB und Anklageerhebung betreffend den Vorwurf der Geldwäscherei ge-
mäss Art. 305bis StGB); sie ihm auch Gelegenheit zur Stellungnahme zu ihrer 
Absicht gab, bei einer Teileinstellung sämtliche Verfahrenskosten bei der 
Hauptsache zu belassen und keine Entschädigung auszurichten;  

- mit Teileinstellungsverfügung vom 10. Dezember 2019 die BA das Strafver-
fahren gegen A. wegen des Verdachts der Bestechung fremder Amtsträgers 
(Art. 322septies StGB) mangels Erfüllung des Straftatbestandes einstellte; 

- wie angekündigt, die BA in ihrem Entscheid weiter weder Verfahrenskosten 
auferlegte noch A. eine Entschädigung ausrichtete (act. 1.1); 

- sie zur Begründung ausführte, dass es sich beim ermittelten Sachverhalt im 
Zusammenhang mit Art. 322septies StGB um eine Vortat zur ebenfalls vorge-
worfenen, qualifizierten Geldwäscherei handle;  

- sie argumentierte, das Ermitteln des Sachverhalts sei so oder so notwendig 
gewesen, um die verbrecherische Herkunft der Gelder als Vortat für die 
nachfolgende Geldwäscherei nachzuweisen; über den Umgang mit den Ver-
fahrenskosten dereinst im Sachurteil bezüglich des Vorwurfs der qualifizier-
ten Geldwäscherei zu befinden sei; dasselbe für die Frage der Entschädi-
gung gelte (act. 1.1 S. 3); 

- wie angekündigt, die BA am 19. Dezember 2019 betreffend den Vorwurf der 
Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB Anklage gegen A. und B. erhob 
(BB.2019.238, act. 8 und 8.1);  

- 3 - 

 

 

- mit Eingabe vom 27. Dezember 2019 A. gegen den «Nichtentschädigungs-
entscheid» der BA in der Einstellungsverfügung vom 10. Dezember 2019 
Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erheben 
lässt (act. 1); er im Wesentlichen eine Entschädigung beantragt; 

-  mit Schreiben vom 17. Januar 2020 aufforderungsgemäss die Akten der Be-
schwerdegegnerin eingingen (act. 3); 

- kein Schriftenwechsel durchgeführt wurde (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO im Um-
kehrschluss). 

 
 
 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

- gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft die Parteien innert 
zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Be-
schwerde erheben können (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 
StBOG); 

- dabei sämtliche Punkte der Einstellungsverfügung, d.h. auch die Kosten- 
und Entschädigungsregelung angefochten werden können (Beschluss des 
Bundesstrafgerichts BK.2011.11 vom 15. Juli 2011 E. 1.1); 

- gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO mit der Beschwerde Rechtsverletzungen, ein-
schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverwei-
gerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c) ge-
rügt werden können; 

- zur Beschwerde die Parteien legitimiert sind, sofern sie ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen 
Verfügung haben (Art. 382 Abs. 1 StPO); 

- die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid dem Beschwerdefüh-
rer keine Entschädigung ausrichtete; sie für den Entscheid betreffend die 
Kosten und Entschädigung auf das Strafverfahren wegen Geldwäscherei ge-
mäss Art. 305bis StGB verwies;  

- damit den Entschädigungsforderungen des Beschwerdeführers einstweilen 
nicht entsprochen wurde, weshalb er durch diese Verfügung als beschwert 
gelten kann;  

- die übrigen Eintretensvoraussetzungen zu keinen weiteren Bemerkungen 
Anlass geben, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist; 

- 4 - 

 

 

-  die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilweise Einstellung des Ver-
fahrens verfügt, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage recht-
fertigt, oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. a und b 
StPO); 

-  gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO die beschuldigte Person bei Freispruch 
oder Einstellung Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die 
angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte hat;  

- Art. 429 StPO auch bei einer teilweisen Einstellung des Verfahrens zur An-
wendung kommt; in diesem Falle zu prüfen ist, ob die beschuldigte Person 
eine Entschädigung oder Genugtuung beanspruchen kann für die Straftaten, 
welche mit einer Einstellung endeten (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur 
Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2005 1329; vgl. auch Art. 421 
Abs. 2 StPO betreffend die Ausnahme vom Grundsatz der Kostenfestlegung 
im Endentscheid); 

- vorliegend die Beschwerdegegnerin eine Teileinstellung mit Bezug auf die 
dem Beschwerdeführer vorgeworfene Vortat der Geldwäscherei verfügte;  

- die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zum Schluss kam, dass die dem Be-
schwerdeführer erwachsenen Aufwendungen und Schäden im Zusammen-
hang mit der ihm vorgeworfenen Vortat vollumfänglich von seinen Aufwen-
dungen und Schäden im Zusammenhang mit dem Geldwäschereivorwurf 
mitumfasst sind;  

- mit anderen Worten dem Beschwerdeführer aus Sicht der Beschwerdegeg-
nerin im einzustellenden bzw. eingestellten Verfahren keine zusätzlichen 
Kosten erwachsen seien, welche allein dem Vorwurf der Bestechung frem-
der Amtsträger zuzuordnen wären; daher über die Frage der Entschädigung 
im Sachurteil bezüglich des qualifizierten Geldwäschereivorwurfs zu befin-
den sei; 

- die Beschwerdegegnerin damit in ihrer Teileinstellungsverfügung lediglich ei-
nen Vorentscheid zur Entschädigung fällte; sie darüber hinaus nicht in der 
Sache entschied und für die Frage der Entschädigung auf das Strafverfahren 
wegen des qualifizierten Geldwäschereivorwurfs verwies; 

- der Beschwerdeführer dieser im Einzelnen nachvollziehbaren Argumenta-
tion der Beschwerdegegnerin nichts entgegenhält (s. act. 1);  

- der Beschwerdegegnerin ohne weiteres darin zu folgen ist, dass aufgrund 
des zur Anklage gebrachten Vorwurfs der Geldwäscherei die Frage der Ent-
schädigung noch nicht spruchreif ist; 

- 5 - 

 

 

- überdies eine separate Beurteilung nicht nur prozessökonomisch nicht sinn-
voll wäre, sondern dem Beschwerdeführer ohnehin nichts nützen würde; das 
Strafverfahren gegen ihn noch hängig ist und in Rechnung zu stellen ist, dass 
er im Endentscheid zur Tragung der Verfahrenskosten verpflichtet werden 
könnte; dabei die Strafbehörden ihre allfälligen Forderungen aus Verfahrens-
kosten mit Entschädigungsansprüchen des Beschwerdeführers aus dem 
gleichen Strafverfahren (mit Ausnahme der Genugtuungsforderung) sowie 
mit beschlagnahmten Vermögenswerten verrechnen können (Art. 442 Abs. 4 
StPO); der Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund demnach ohnedies 
den Ausgang des Strafverfahrens abzuwarten hätte; 

- entgegen der Rüge des Beschwerdeführers auch nicht zu beanstanden ist, 
dass bei dieser Ausgangslage keine Aufforderung zur Bezifferung seiner 
Entschädigungsansprüche erging; 

- nach dem Gesagten vorliegend kein Grund besteht, den Entscheid der Be-
schwerdegegnerin aufzuheben oder abzuändern;  

- nach dem Gesagten sich die Beschwerde als unbegründet erweist und daher 
abzuweisen ist,  

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem unterliegenden 
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO); 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 2'000.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. 
Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 
2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-
fahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

- 6 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 11. März 2020 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Reza Vafadar 
- Bundesanwaltschaft 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.