# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60790b29-411a-50be-81a9-aaa4688829fb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 25.10.2016 U 2016 74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2016-74_2016-10-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 16 74

1. Kammer

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Stecher 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 25. Oktober 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ SA,
Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,
Beschwerdegegnerin 1

und

C._____ AG,
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

- 2 -

1. Die B._____ AG plant eine Erweiterung auf der Nordseite der bestehen-

den Anlage. Zu diesem Zweck wurden Ende Juli 2016 die Arbeiten "BKP 

230 Elektroanlagen" im Einladungsverfahren ausgeschrieben. Als Eig-

nungskriterien wurden der Nachweis der organisatorischen und techni-

schen Leistungsfähigkeit sowie der fachlichen Eignung (Fachkompetenz, 

Fachpersonal) festgelegt. Als Zuschlagskriterien wurden das vollständig 

ausgefüllte und rechtsgültig unterzeichnete Angebot, die termingerechte 

Offertabgabe per A-Post mit gut lesbarem Stempel einer CH-Poststelle 

sowie die ausgefüllte und unterzeichnete Selbstdeklaration genannt. Die 

Gewichtung wurde wie folgt festgelegt:

60 % Offertpreis
20 % Terminverfügbarkeit
20 % Referenzen gleichwertiger Bauten

Innert Frist gingen sieben gültige Angebote ein. Die Offertöffnung fand am 

17. August 2016 statt. Die Auswertung der Angebote ergab 2.3 Bewer-

tungspunkte für die C._____ AG, und 2.2 Bewertungspunkte für die 

A._____ SA. Mit Schreiben vom 25. August 2016 wurde der Auftrag zum 

Betrag von Fr. 203'904.15 an die C._____ AG, vergeben mit der Begrün-

dung, dass sich das Angebot unter Berücksichtigung der Zuschlagskrite-

rien als das wirtschaftlichste und in der Gesamtbeurteilung als das opti-

malste erweise. 

2. Dagegen erhob die A._____ SA (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

31. August 2016 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des Vergabe-

entscheids und Rückweisung der Angelegenheit an die B._____ AG zur 

neuen Vergabe. Begründend führte die Beschwerdeführerin aus, dass die 

Bewertung der Angebote nicht nachvollziehbar und die Begründung der 

Arbeitsvergabe ungenügend sei. 

- 3 -

3. Die B._____ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) beantragte mit 

Vernehmlassung vom 9. September 2016 die Abweisung der Beschwer-

de. Zur Begründung führte sie aus, dass nur die C._____ AG, den Nach-

weis der Referenz bei gleichwertigen Bauten erbracht sowie das geforder-

te Firmenportrait mit Angaben über Lehrlingsausbildung eingereicht habe. 

Anlässlich eines Telefongesprächs vom 30. August 2016 sei der Be-

schwerdeführerin von Seiten der Projektleitung Akteneinsicht angeboten 

worden, wovon aber nicht Gebrauch gemacht worden sei. 

4. Am 21. September 2016 vertiefte die Beschwerdeführerin replicando ihre 

Argumentation. Sie machte dabei Unregelmässigkeiten bei der Anwen-

dung des Zuschlagskriteriums Preis sowie bei der verwendeten Noten-

skala geltend. Zudem sei die Begründung der Vergabe ungenügend ge-

wesen. Ausserdem könnten beim Einladungsverfahren den Referenzen 

kein grosses Gewicht beigemessen werden, weil ohnehin nur geeignete 

Anbieter eingeladen würden. 

5. Am 28. September 2016 hielt die Beschwerdegegnerin 1 duplicando an 

ihrem Antrag fest. Beim Zuschlagskriterium Preis habe sie sich mit der 

Gewichtung von 60 % an die gültige Rechtsprechung gehalten. Sie habe 

die Bewertung transparent nach den Zuschlagskriterien und den in der 

Ausschreibung deklarierten Gewichtung vorgenommen. Die Begründung 

der Arbeitsvergabe sei mit dem Vergabeentscheid bekannt gegeben wor-

den. Zudem sei auf die Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Vergabeak-

ten hingewiesen worden. Die Offerte der Beschwerdeführerin sei unvoll-

ständig und deshalb im Zuschlagskriterium Referenzen nicht bewertbar. 

Die aufschiebende Wirkung sei aufzuheben, da durch einen weiteren 

Verzug der Bauarbeiten die weiteren Etappen erst 2018 realisiert werden 

könnten, womit der Leistungsauftrag der Firma in Frage gestellt werde. 

- 4 -

6. Die C._____ AG, (nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) liess sich im vor-

liegenden Beschwerdeverfahren nicht vernehmen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Vergabeentscheid vom 25. August 2016, mit welchem die Beschwerde-

gegnerin 1 die im Einladungsverfahren ausgeschriebenen Arbeiten "BKP 

230 Elektroanlagen" an die Beschwerdegegnerin 2 und nicht an die Be-

schwerdeführerin erteilt hat. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin 1 den Zuschlag für die Arbeiten zu Recht an die Be-

schwerdegegnerin 2 vergeben hat. 

b) Unbestritten kommt vorliegend das kantonale Submissionsgesetz (SubG; 

BR 803.300) einschliesslich zugehöriger Submissionsverordnung (SubV; 

BR 803.310) zur Anwendung. Gemäss Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen 

Verfügungen des Auftraggebers Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

erhoben werden. Nach Art. 25 Abs. 2 SubG gelten als durch Beschwerde 

selbständig anfechtbare Verfügungen die Ausschreibung des Auftrags 

(lit. a), der Entscheid über die Auswahl der Teilnehmer im selektiven Ver-

fahren (lit. b), der Zuschlag und der Ausschluss vom Verfahren (lit. c) so-

wie der Widerruf, der Abbruch und die Wiederholung des Verfahrens 

(lit. d). Gemäss Art. 26 Abs. 1 SubG sind Beschwerden schriftlich und be-

gründet innert zehn Tagen seit Eröffnung der Verfügung einzureichen. 

Diesbezüglich ist erstellt, dass der angefochtene Vergabeentscheid vom 

25. August 2016 datiert und die Beschwerdeschrift vom 31. August 2016 

daher korrekt innert der 10-tätigen Anfechtungsfrist beim dafür örtlich, 

- 5 -

sachlich sowie auch funktionell zuständigen Verwaltungsgericht erhoben 

wurde. Die Beschwerdeführerin hat am Einladungsverfahren (Art. 13 

Abs. 1 lit. c SubG) teilgenommen und ist durch die Auftragsvergabe an 

die Beschwerdegegnerin 2 nachteilig betroffen, weshalb sie im Sinne von 

Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist. Auf die im Üb-

rigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit − unter 

Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung 1c − einzutreten.

c) Soweit die Beschwerdeführerin eine fehlerhafte Gewichtung der Referen-

zen geltend macht, kann darauf nicht eingetreten werden. Gemäss Art. 9 

Abs. 2 SubV erfolgt die Einladung zur Offertstellung im Einladungsverfah-

ren durch direkte Mitteilung. Diese Mitteilung ist als Ausschreibung zu 

verstehen, welche auch mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen ist 

(vgl. Art. 11 lit. n SubV). Wie gesehen gilt die Ausschreibung gemäss 

Art. 25 Abs. 2 lit. a SubG als selbständig anfechtbare Verfügung. Dem-

entsprechend hätte sich aber die Beschwerdeführerin gegen die von ihr 

beanstandete Gewichtung der Referenzen bereits bei Kenntnisnahme der 

Ausschreibung und der darin enthaltenen Gewichtung der Referenzen zur 

Wehr setzen müssen. Anders zu entscheiden wäre lediglich dann, wenn 

zwischen dem Datum der Ausschreibung der Arbeiten und dem Eingabe-

termin zehn Tage oder weniger liegen und dementsprechend eine vor-

gängige Anfechtung der Gewichtung der Zuschlagskriterien nicht möglich 

ist. Dies ist vorliegend indes nicht der Fall, wurden doch die Arbeiten 

"BKP 230 Elektroanlagen" Ende Juli 2016 ausgeschrieben und der Ein-

gabetermin in den Ausschreibungsunterlagen auf den 15. August 2016 

festgelegt. Auf die Rüge, wonach eine Gewichtung des Zuschlagskriteri-

ums Referenzen von 20 % übermässig sei, da im Einladungsverfahren 

ohnehin nur geeignete Anbieter eingeladen würden, ist nach dem soeben 

Gesagten nicht einzutreten. 

- 6 -

2. In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt es festzuhalten, dass mit dem vorlie-

genden Entscheid in der Hauptsache der Antrag der Beschwerdegegnerin 

1 auf Aufhebung der aufschiebenden Wirkung obsolet wird. 

3. Gemäss Art. 21 Abs. 1 SubG erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot 

den Zuschlag. Kriterien zur Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten An-

gebots sind insbesondere Qualität, Preis, Erfahrung, Zweckmässigkeit, 

Termine, technischer Wert, Ästhetik, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Kre-

ativität, Kundendienst, Infrastruktur und Lehrlingsausbildung (vgl. die nicht 

abschliessende Aufzählung in Art. 21 Abs. 2 SubG). Dem Preiskriterium 

kommt nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden bei der Mehrzahl der öffentlichen Arbeitsvergaben eine vor-

rangige Bedeutung zu. Als allgemeine Faustregel gilt, dass dem Preis ein 

umso höheres Gewicht zuzuerkennen ist, je einfacher der Schwierigkeits-

grad der Auftragserfüllung ist. Als Richtschnur gilt, dass bei einfacheren 

Aufgaben das Gewicht des Preises in der Regel nicht weniger als 50 % 

betragen sollte. Umgekehrt darf bei hochkomplexen Aufträgen der Preis 

eine untergeordnete Rolle spielen (so bereits PVG 2002 Nr. 36). Der Auf-

traggeber gibt in der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterla-

gen die zur Anwendung gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewich-

tung oder der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt (Art. 21 Abs. 3 

SubG). Für die Beurteilung der Angebote sind nur die in den Vergabeun-

terlagen oder in der Ausschreibung gemäss Art. 11 lit. j SubV enthaltenen 

Zuschlagskriterien massgebend. Dort nicht angeführte Kriterien dürfen 

deshalb nicht berücksichtigt werden, weil die Anbieter ihre Angebote nicht 

auf nicht genannte Kriterien ausrichten können. Sie dürfen sich darauf 

verlassen, dass für die Vergabebehörde nur die auftragsbezogen in den 

Ausschreibungsunterlagen oder der Ausschreibung genannten Vergabe-

kriterien entscheidrelevant sind. Vorliegend wurden die massgebenden 

Zuschlagskriterien unbestrittenermassen im Voraus bekannt gegeben und 

gewichtet (Offertpreis: 60 %, Terminverfügbarkeit: 20 %, Referenzen 

- 7 -

gleichwertiger Bauten: 20 %). Zu prüfen ist nun, ob die Vergabe im Sinne 

der eben gemachten Ausführungen an das wirtschaftlich günstigste An-

gebot nach Art. 21 Abs. 1 SubG erteilt worden ist.

4. a) Die Beschwerdeführerin rügt zunächst sinngemäss, dass das Prinzip der 

Vorrangigkeit des Preises durch die von der Beschwerdegegnerin 1 an-

gewandte Evaluationsmethode für die Bewertung des Preiskriteriums ver-

letzt worden sei. Bei einem grösseren Preisunterschied müsse die Frage 

der Gleichwertigkeit der Angebote gestellt werden. Die Beschwerdegeg-

nerin 1 verweist diesbezüglich auf die Gewichtung des Preiskriteriums 

von 60 % und eine Preisdifferenz von 21.8 % zwischen dem tiefsten und 

dem höchsten offerierten Preis. Die Frage der Gleichwertigkeit würde sich 

allenfalls in Bezug zum tiefsten eingegangenen Angebot stellen. 

b) Obschon die 60%ige Gewichtung des Preiskriteriums im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren nicht zu beurteilen ist (vgl. vorstehend E.1c), gilt es 

einleitend festzuhalten, dass diese für die ausgeschriebenen Arbeiten 

grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Gemäss Bewertungsskala gibt es 

für den tiefsten Preis (100 %) das Maximum von 3 Punkten. Für einen 

Preis von ≥ 102 % bis < 104 % gibt es noch 2.75 Punkte, für ≥ 104 % bis 

< 106 % 2.5 Punkte, für ≥ 106 % bis < 108 % 2.25 Punkte, etc.; für einen 

Preis von ≥ 116 % bis < 118 % gibt es schliesslich noch einen Punkt. Im 

vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 194'263.85 den tiefs-

ten Preis offeriert und hierfür die maximale Punktezahl (3 Punkte) erhal-

ten. Mit einem rund 5 % höheren Preis hat die Beschwerdegegnerin 2 ei-

nen Abzug von 0.5 Punkten erhalten und kommt so noch auf 2.5 Punkte. 

Die Preiskurve wurde in den Ausschreibungsunterlagen nicht angegeben, 

was vom Gesetz und der Rechtsprechung indes auch nicht verlangt wird. 

Entsprechend hat sie sich aber − um das Prinzip des Vorrangs des Prei-

ses nicht zu unterlaufen − an der Preisspanne der effektiv eingegangenen 

Angebote zu orientieren. Vorliegend wurde eine lineare Preisabstufung in 

- 8 -

Schritten von jeweils 2 % für einen Notenabzug von 0.25 Punkten ge-

wählt, wobei für Offerten von 116 % und mehr nur noch ein Punkt verge-

ben wurde. Die ganze (auf einem Punkt als Minimum plafonierte) Noten-

skala innerhalb einer Preisspanne von 16 % erscheint auf keinen Fall will-

kürlich und dem Gedanken des Vorrangs des Preiskriteriums zuwiderlau-

fend (vgl. dazu auch das Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden U 03 92 vom 10. Oktober 2003 E.2 und 3a). An diesem Er-

gebnis vermag die Tatsache, dass die Plafonierung auf einem Punkt et-

was ungewöhnlich erscheint, nichts zu ändern. Dementsprechend erweist 

sich die Rüge, wonach das Prinzip der Vorrangigkeit des Preises durch 

die von der Beschwerdegegnerin 1 angewandte Evaluationsmethode für 

die Bewertung des Preiskriteriums verletzt worden sei, als unbegründet 

und ist abzuweisen. 

5. a) Des Weiteren ortet die Beschwerdeführerin Fehler bei der Notenskala in 

Verbindung mit der Gewichtung der Zuschlagskriterien. Es müssten bei 

allen Zuschlagskriterien dieselbe Notenskala angewandt werden vor Mul-

tiplikation mit der Gewichtung, was vorliegend nicht der Fall sei. Demge-

genüber stellt sich die Beschwerdegegnerin 1 auf den Standpunkt, dass 

sie die Bewertung und Gewichtung transparent und gemäss Mustervorla-

ge vorgenommen habe.

b) Das streitberufene Gericht geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

mit dieser (nicht gänzlich klar formulierten) Rüge wohl die unterschiedli-

che Notenskala bei der Preisbewertung und der Bewertung der Termin-

verfügbarkeit und Referenzen anspricht, reicht doch beim Zuschlagskrite-

rium Offertpreis die Notenskala von 3 Punkten bis zu einem Punkt als Mi-

nimum mit einer Abstufung von 0.25er Schritten, wogegen die Notenskala 

bei den anderen beiden Zuschlagskriterien Terminverfügbarkeit und Refe-

renzen von 3 Punkten bis 0 Punkte reicht mit einer Abstufung von 0.5 

Punkten. Darin ist jedoch kein sachlich unhaltbarer Zustand zu erblicken, 

- 9 -

zumal sich die Bewertung des Zuschlagskriteriums Offertpreis mit einer li-

nearen Stufenskala und einem Punkteabzug von 0.25 Punkten pro 2 % 

Differenz nicht 1 : 1 auf eine Benotung mit den Prädikaten "sehr gut" (3 

Punkte), "gut/entspricht den Erwartungen" (2 Punkte), "genü-

gend/entspricht nur teilweise den Erwartungen" (1 Punkt) und "ungenü-

gend/entspricht nicht den Erwartungen" (0 Punkte) übertragen lässt. Zu-

dem wird die Anwendung identischer Notenskalen weder vom Gesetz 

noch von der Rechtsprechung vorgeschrieben. Die vorliegend angewand-

ten Bewertungsmethoden liegen denn auch ohne Weiteres innerhalb des 

zulässigen Ermessungsspielraums, welcher den Vergabebehörden bei 

der Bewertung der einzelnen Angebote aufgrund der ausgewählten Zu-

schlagskriterien zukommt. Auch diese Rüge ist somit abzuweisen. 

6. a) Weiter rügt die Beschwerdeführerin, der angefochtene Vergabeentscheid 

vom 25. August 2016 sei unzureichend begründet. Sie vertritt die Auffas-

sung, dass die im Zuschlagsentscheid enthaltene Begründung, wonach 

sich das Angebot der Beschwerdegegnerin 2 unter Berücksichtigung der 

Zuschlagskriterien als das wirtschaftlichste und in der Gesamtbeurteilung 

als das optimalste erweise, die submissionsrechtlich verlangten Anforde-

rungen an die Begründungspflicht nicht zu erfüllen vermöge. Die Be-

schwerdegegnerin 1 hält die beanstandete Begründung in Kombination 

mit der Möglichkeit zur Einsichtnahme der Vergabeakten als genügend. 

b) Gemäss Art. 23 Abs. 1 SubG i.V.m. mit Art. 13 lit. h der interkantonalen 

Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; BR 

803.510) ist der Zuschlag allen Anbietern mitzuteilen und - mit einer 

Rechtsmittelbelehrung versehen - kurz zu begründen. Nach konstanter 

verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung heisst dies, dass dabei wenigs-

tens summarisch diejenigen Überlegungen zu nennen sind, von denen 

sich die Vergabebehörde hat leiten lassen und auf welche sich der Ent-

scheid stützt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubün-

- 10 -

den U 14 27 vom 16. Juli 2014 E.4). Das Gericht erachtet kurze Begrün-

dungen denn auch regelmässig als zulässig, wenn zumindest zusammen 

mit den zur Einsichtnahme aufgelegten Vergabeakten klar hervorgeht, 

aus welchen Gründen die Vorinstanz den Zuschlag einem bestimmten 

Anbieter erteilt hat und wenn die Offerenten die Möglichkeit haben, bei 

der Vergabebehörde Rückfragen zu stellen, um ihre Rechte im nachfol-

genden Beschwerdeverfahren sachgerecht wahren zu können (vgl. Urteil 

des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden U 09 41 vom 19. Ju-

ni 2009 E.2b). Vorliegend trifft es zwar zu, dass die Beschwerdegegnerin 

1 den Zuschlagsentscheid unter dem Titel "Begründung" lediglich mit der 

Kurzformel wirtschaftlichstes und optimalstes Angebot begründet hat. 

Darin kann indes nach konstanter verwaltungsgerichtlicher Rechtspre-

chung noch keine Verletzung der Begründungspflicht erblickt werden, 

zumal im angefochtenen Zuschlagsentscheid auch die Bewertungspunkte 

sämtlicher Anbieter angegeben wurden. Zudem sind die Offerenten in der 

Rechtsmittelbelehrung ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die 

Vergabeakten und damit auch die Bewertungsmatrix während der 

Rechtsmittelfrist bei der Projektleitung zur Einsicht aufliegen würden. Von 

der Möglichkeit zur Akteneinsicht hat die Beschwerdeführerin gemäss 

Aussage der Beschwerdegegnerin 1 aber offenbar keinen Gebrauch ge-

macht. Im Übrigen zeigt vorliegend auch die Beschwerdeeingabe vom 

31. August 2016 auf, dass es der Beschwerdeführerin offenkundig mög-

lich war, den missliebigen Vergabeentscheid vom 25. August 2016 sach-

gerecht anzufechten. Damit erweist sich die Rüge der mangelhaften Be-

gründung des angefochtenen Vergabeentscheides als nicht stichhaltig. 

7. Wenn die Beschwerdeführerin schliesslich noch die 20%ige Gewichtung 

des Zuschlagskriteriums Referenzen rügt, gilt es unter Verweis auf die 

vorstehende Erwägung 1c darauf hinzuweisen, dass die Gewichtung der 

Zuschlagskriterien im vorliegenden Verfahren nicht zu beurteilen ist und 

dementsprechend auf diese Rüge nicht einzutreten ist. Selbst wenn dar-

- 11 -

auf einzutreten wäre, erwiese sich die Rüge indes − wie nachstehend 

dargestellt − als unbegründet. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den 

Standpunkt, dass eine Gewichtung von 20 % übermässig sei bei einem 

Einladungsverfahren, weil die Vergabebehörde grundsätzlich ohnehin nur 

geeignete Anbieter einladen würde. Dieser Auffassung ist nicht bei-

zupflichten. Die Beschwerdeführerin irrt wenn sie ausführt, dass im Einla-

dungsverfahren Referenzen keine wesentliche Rolle mehr spielen dürften, 

weil ohnehin nur geeignete Anbieter eingeladen würden. Referenzen 

können als Eignungs- oder als Zuschlagskriterium ausgestaltet werden. 

Im vorliegenden Fall wurden sie − wie gesehen − als Zuschlagskriterien 

mit einer Gewichtung von 20 % festgelegt, was nicht zu beanstanden ist. 

Wären die Referenzen als Eignungskriterien ausgestaltet worden, was 

zwar beim Einladungsverfahren ungewöhnlich aber nicht rechtswidrig wä-

re, so hätte die Beschwerdeführerin wohl ausgeschlossen werden müs-

sen, weil sie die geforderten Unterlagen (Firmenportrait mit Angaben über 

Lehrlingsausbildung, Referenzen von vergleichbaren Bauten) nicht einge-

reicht hat. Bei einer Ausgestaltung der Referenzen als Zuschlagskriterium 

wird ein unvollständiges Angebot − anstatt dieses auszuschliessen − mit 

einem Punkteabzug belegt, was vorliegend denn auch so geschehen ist. 

Im Übrigen führt die Beschwerdegegnerin 1 zu Recht aus, dass es für sie 

zum Voraus nicht ersichtlich sei, über welche Referenzen sich die Anbie-

ter im geforderten Bereich ausweisen könnten, zumal gerade Elektroin-

stallationen in Medizin- und Behandlungsräumen Erfahrung und Detail-

kenntnisse der spezifischen Vorschriften erforderten. Nach dem soeben 

Gesagten ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin 1 nicht zu bean-

standen, weshalb auch diese Rüge als unbegründet abzuweisen wäre, 

wenn darauf einzutreten wäre.

8. a) Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen erweist sich der 

angefochtene Vergabeentscheid vom 25. August 2016, mit welchem die 

Beschwerdegegnerin 1 die Arbeiten "BKP 230 Elektroanlagen" zum Be-

- 12 -

trag von Fr. 203'904.15 an die Beschwerdegegnerin 2 vergeben hat, als 

rechtens, was zur umfassenden Bestätigung desselben und zur Abwei-

sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt, soweit darauf einzutre-

ten ist (vgl. vorstehend E.1c). 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Die Staatsge-

bühr wird angesichts der Vergabesumme von rund Fr. 200'000.-- im Bau-

nebengewerbe sowie der geringen Komplexität des Falls auf Fr. 2'500.-- 

festgelegt. Eine aussergerichtliche Entschädigung an die obsiegende Be-

schwerdegegnerin 2 ist nicht zuzusprechen, da sie sich nicht am vorlie-

genden Beschwerdeverfahren beteiligt hat. Der ebenfalls obsiegenden 

Beschwerdegegnerin 1 steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG ebenfalls keine 

Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegt hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 2'795.--

gehen zulasten der A._____ SA und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

- 13 -

4. [Mitteilungen]