# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbe455c8-6279-5594-8657-e91db8274eb7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 18.03.2025 VBE.2024.167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-167_2025-03-18.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.167 / dr / GM 
Art. 27 

 

Urteil vom 18. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident 

Oberrichter Roth 

Oberrichterin Gössi 

Gerichtsschreiberin Reisinger 

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____ 

unentgeltlich vertreten durch Tania Teixeira, Rechtsanwältin, Rudolf &  

Bieri AG, Ober-Emmenweid 46, Postfach, 6021 Emmenbrücke 1 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin 

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
   

Beigeladene  B._____ 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 13. Februar 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1974 geborene und zuletzt als Hilfsschaler tätig gewesene Beschwer-

deführer meldete sich am 20. August 2018 unter Hinweis unter anderem 

auf Wirbelsäulenprobleme bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von 

Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Be-

schwerdegegnerin tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher und medi-

zinischer Hinsicht, nahm Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) und liess den Beschwerdeführer durch die ABI Aerztliches 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) interdisziplinär begutachten (ABI-Gut-

achten vom 3. Juli 2023). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 

wies die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des Beschwerdefüh-

rers mit Verfügung vom 13. Februar 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Am 18. März 2024 erhob der Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 13. Februar 2024 und stellte folgende Rechtsbe-

gehren: 

 

"1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 13. Februar 2024 sei auf-
zuheben. 

 
 2. Dem Beschwerdeführer sei rückwirkend seit dem 1. Februar 2019 eine 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zuzusprechen. 
 
 3. Eventualiter: Es sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten anzuord-

nen. 
 
 4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren 

die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es 
sei ihm die unterzeichnende Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechts-
beiständin beizugeben. 

 
 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 12. April 2024 wurde dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Tania  

Teixeira, Rechtsanwältin, Emmenbrücke, zu seiner unentgeltlichen Vertre-

terin ernannt. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 27. Mai 2024 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 - 3 - 

 

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 3. Juni 2024 wurde B._____ als 

berufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers beigeladen und ihr 

Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Diese nahm in der Folge mit 

Eingabe vom 13. Juni 2024 Stellung. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 13. Februar 2024 (VB 186) zu 

Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG in Kraft (Wei-

terentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, 

BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. Ent-

sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist bei 

einem dauerhaften Sachverhalt, der teilweise vor und teilweise nach dem 

Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung eingetreten ist, der Anspruch auf 

eine Invalidenrente für die Zeit bis Ende 2021 nach den altrechtlichen Best-

immungen und ab Januar 2022 nach den neuen Normen zu prüfen 

(BGE 150 V 323 E. 4 S. 327 ff.). 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 

13. Februar 2024 (VB 186) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf 

das ABI-Gutachten vom 3. Juli 2023, das eine internistische, psychiatri-

sche, orthopädische, neurologische, gastroenterologische und urologische 

Beurteilung umfasst. Die Gutachter stellten die folgenden Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 167 S. 22): 

 

"1. Chronische Dorsalgie (ICD-10 M54.80) 
     (...) 
 2. Chronic pelvic pain Syndrom (ICD-10 79.15)" 

 

In der angestammten Tätigkeit als Schreiner/Zimmermann/Schalungsbau-

Mitarbeiter bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2018. In 

einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne wiederholtes 

Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, wobei die Toilette in direkter 

Erreichbarkeit am Arbeitsplatz vorhanden sein sollte, sei der Beschwerde-

führer acht Stunden pro Tag arbeitsfähig. Es bestehe eine geringe Leis-

tungseinschränkung aufgrund einer Schmerzsymptomatik und der Notwen-

digkeit zum intermittierenden Selbstkatheterismus. Der Beschwerdeführer 

sei daher 90 % arbeitsfähig. Dies könne seit Februar 2018 angenommen 

 - 4 - 

 

 

werden. Weder vorher noch seither könne eine länger dauernde wesentli-

che Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer invalidisierenden Erkrankung zuge-

ordnet werden (VB 167 S. 23 f.). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

 

4.3. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des ABI-Gutachtens vom 

3. Juli 2023 fachärztlich umfassend untersucht. Die Gutachter beurteilten 

die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situation in 

Kenntnis der Vorakten (VB 167 S. 18 ff. und 28 ff.) und unter Berücksichti-

gung der geklagten Beschwerden einleuchtend und gelangten zu einer 

nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Dem ABI-Gutachten 

kommt damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien zu. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Nach Erlass der Verfügung vom 13. Februar 2024 ging bei der Beschwer-

degegnerin ein Bericht von Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 14. Februar 2024 ein. Dieser führte im Wesentlichen 

aus, dass sich in jüngster Zeit, je länger je mehr, beim Beschwerdeführer 

Anhaltspunkte für eine schwere Ich-Störung ergeben hätten. Man könne 

sich des Eindruckes nicht erwehren, dass seine bizarren Annahmen even-

tuell psychotischen Ursprungs sein könnten. Der Horizont des Beschwer-

deführers sei vollständig auf die Interpretation von körperlichen Sympto-

men eingeengt. Bei der Schilderung der Entstehungsgeschichte seiner Be-

schwerden wirke er fanatisch überzeugt von der Richtigkeit seiner Wahr-

nehmung. Es sei eine deutliche Beeinträchtigungshaltung sichtbar, die 

 - 5 - 

 

 

über das "Übliche" hinausgehe. Der Beschwerdeführer habe paranoide 

Komplottideen. Der Affekt sei gänzlich unberechenbar. Der Antrieb sei 

während der Untersuchung in der Mittellage gewesen. Er sei bemüht, we-

nigstens stundenweise zu arbeiten. Es würden sich diagnostisch zwei Er-

klärungsalternativen anbieten: eine körperliche Belastungsstörung schwe-

ren Grades ICD-116C20.2 oder eine primäre psychotische Störung erste 

Episode, mit primär chronischem Verlauf ICD-10 6A20. In beiden Fällen 

handle es sich um langjährige, chronische Verläufe. Mit einer neurolepti-

schen Behandlung sei zuzuwarten, bis die Hypothese weiter untermauert 

sei. Falls es sich um eine Psychose handle, wäre diese bereits chronifiziert 

und schwer behandelbar. Die Prognose sei mit grosser Zurückhaltung zu 

stellen. Eine restitutio ad integrum scheine wenig wahrscheinlich. Das kli-

nische Bild, der Verlauf und die ungünstige Prognose würden zu einer Re-

duktion der Arbeitsfähigkeit, geschätzt auf 50 %, führen (VB 188). 

 

5.1.2. 

Weiter reichte der Beschwerdeführer ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis von 

Dr. med. D._____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 14. Feb-

ruar 2024 (VB 191 S. 7), sowie eine Verordnung zur Physiotherapie der 

Klinik E._____ vom 16. Februar 2024 (VB 191 S. 8 f.) ein. Zudem legte er 

den Bericht der Klinik E._____ vom 19. Dezember 2023, in welchem im 

Wesentlichen eine Besserung der linksseitigen Schmerzsymptomatik be-

schrieben wurde (VB 191 S. 10 ff.) und jenen vom 3. Mai 2022, in welchem 

unter anderem ein weitestgehend stabiler Befund beschrieben wurde 

(VB 191 S. 15 ff.), vor. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Der Beschwerdeführer bringt in der Beschwerde vom 18. März 2024 im 

Wesentlich vor, dass auf das ABI-Gutachten vom 3. Juli 2023 nicht abge-

stellt werden könne, da seine Gesundheitsproblematik nicht erkannt wor-

den sei (Beschwerde S. 3). Die RAD-Ärztin Dr. med. F._____ habe einen 

Facharzttitel für Rheumatologie und daher keine genügende Fachkenntnis, 

um seine gastroenterologischen Probleme zu beurteilen (Beschwerde 

S. 5). Die Divertikulose und die Hämorrhoiden im Stadium II seien im ABI-

Gutachten unerkannt geblieben. Das Gutachten sei widersprüchlich und 

nicht schlüssig (Beschwerde S. 6). Es sei auf die Arbeitsunfähigkeitsein-

schätzung von Dr. med. C._____ abzustellen, wonach der Beschwerdefüh-

rer in einer Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig sei. Der Gesundheits-

zustand habe sich zudem seit dem ABI-Gutachten verschlechtert (Be-

schwerde S. 8). Aus dem Einkommensvergleich und nach einem Abzug 

vom Tabellenlohn ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 61 %, weshalb der 

Beschwerdeführer Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe (Beschwerde 

S. 9 ff.). 

 

 - 6 - 

 

 

5.2.2. 

Dabei reichte der Beschwerdeführer unter anderem den Bericht des 

Schmerzzentrums des Spitals L._____ vom 20. November 2023 ein. Darin 

wurden chronische primäre Schmerzen, DD chronische sekundäre vis-

zerale Schmerzen, DD somatoforme autonome Funktionsstörung, akten-

anamnestisch eine Störung der unteren Harntraktfunktion (DD neurogen) 

und ein Suizidversuch mit Mirtazapin (2018?), V. a. Angststörung / DD Hy-

pochondrie diagnostiziert. Es bestehe eine komplexe langjährige 

Schmerzsymptomatik mit Hauptlokalisation im Beckenbereich und teilwei-

ser Schmerzausweitung im Sinne eines Ganzkörperschmerzes. Die 

Schmerzsymptomatik imponiere am ehesten als chronic pelvic pain syn-

drome. Neben der bisherigen Therapie seien medikamentöse Massnah-

men zu erwägen. Es liege eine chronische Schmerzerkrankung mit einem 

Chronifizierungsgrad III nach dem Mainzer Stadienmodell vor (Beschwer-

debeilage [BB] 4). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Die RAD-Ärztin Dr. med. F._____, Fachärztin für Rheumatologie und für 

Allgemeine Innere Medizin, hielt in ihrer Aktennotiz vom 10. Mai 2024 fest, 

unter der medikamentösen und antimuskarinergen Therapie sei eine Bes-

serung der Miktionsbeschwerden und der Schmerzen aufgetreten. Neue 

Diagnosen seien nicht gestellt worden und es hätten sich auch keine neuen 

Diagnosen mit einer begründeten länger andauernden Arbeitsunfähigkeit 

ergeben. Im Bericht der Schmerzmedizin des Spitals L._____ vom 20. No-

vember 2023 sei keine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit erfolgt. Der Be-

richt von Dr. med. C._____ vom 14. Februar 2024 habe sich sodann nicht 

mit dem psychiatrischen Teilgutachten des ABI-Gutachtens auseinander-

gesetzt. Die von ihm gestellten Diagnosen und Befunde würden erheblich 

von denen des psychiatrischen Gutachters abweichen und einen anderen 

Sachverhalt erleuchten. Zusammenfassend hätten auf somatischem Fach-

gebiet mit den eingereichten Unterlagen keine neuen Diagnosen mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Es sei weiterhin 

auf die attestierte Arbeitsfähigkeit von 90 % in einer angepassten Tätigkeit 

abzustellen (VB 196). 

 

5.3.2. 

RAD-Arzt Dr. med. G._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

führte in der Aktennotiz vom 21. Mai 2024 sodann aus, dass das ABI-Gut-

achten beweiskräftig formuliert worden sei. Es erfülle die formalen und in-

haltlichen Kriterien für Gutachten der Invalidenversicherung. Auf die Beur-

teilung im ABI-Gutachten könne abgestellt werden. Dr. med. C._____ sei 

sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu einer 

gänzlich anderen Einschätzung als das aktuelle ABI-Gutachten gelangt, 

wobei er den medizinischen Sachverhalt im Vergleich zu seinem Bericht 

vom September 2021 nicht anders formuliere, sondern nur spezifischer. 

 - 7 - 

 

 

Der psychiatrische Teilgutachter hätte im psychopathologischen Befund 

Hinweise für psychotisches Erleben wie Wahn, Sinnestäuschungen oder 

Ich-Störungen finden müssen, wenn der Beschwerdeführer – wie Dr. med. 

Illes postuliere - an einer langjährigen primär chronischen psychotischen 

Störung leiden würde. Dies habe er jedoch nicht. Dr. med. C._____ habe 

zudem die Diagnose einer primär psychotischen Störung falsch codiert, 

denn im ICD-10 gebe es die Codierung 6A20 nicht. Er konterkariere damit 

seine eigenen Einschätzungen. Auf den fachpsychiatrischen Bericht von 

Dr. med. C._____ könne aus diesen Gründen nicht abgestützt werden 

(VB 198). 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Den Vorakten können zahlreiche Berichte entnommen werden, in welchen 

blande Befunde erhoben wurden (vgl. z. B. den Bericht der Praxis H._____ 

vom 19. Juni 2018 in VB 3 S. 13 ff.; den Bericht des Spitals N._____ vom 

6. Juni 2018 in VB 3 S. 16 f.; den Bericht des Spitals O._____ vom 17. Juli 

2019 in VB 91 S. 1; und jenen vom 22. Mai 2019 in VB 91 S. 6 ff.). Die Ur-

sache der Beschwerden des Beschwerdeführers konnte jeweils nicht ge-

klärt werden (Bericht des Spitals O._____ vom 20. Mai 2018 in VB 3 

S. 22 ff.). Es kann daher nachvollzogen werden, wenn die Gutachter im in-

terdisziplinären Teil des ABI-Gutachtens ausführten, die vom Beschwerde-

führer beschriebenen unklaren Beschwerden liessen sich kaum durch kli-

nische und radiologische Befunde begründen (VB 167 S. 21). Auch im 

gastroenterologischen Teilgutachten wurde nachvollziehbar ausgeführt, 

dass nie eine Organschädigung erkannt worden sei und keine Befunde mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (VB 167 S. 83) und keine fassbaren struk-

turellen Veränderungen (VB 167 S. 81) vorliegen würden. 

 

6.1.2. 

Was den Bericht des Spitals O._____ vom 25. April 2023 betrifft, in wel-

chem der Befund einer reizlosen Sigma-betonten Divertikulose erhoben 

wurde (vgl. VB 181 S. 10., vgl. das Vorbringen des Beschwerdeführers in 

E. 5.2.1.), ist zu erwähnen, dass in diesem Bericht keine Aussagen zu 

Funktionseinschränkungen des Beschwerdeführers oder zu dessen Ar-

beitsfähigkeit zu finden sind. Für das Hämorrhoidalleiden (vgl. das Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers in E. 5.2.1.) gibt es gemäss den Vorakten so-

dann keinen Anhalt (vgl. den Bericht des Spitals P._____ vom 23. Oktober 

2019 in VB 94 S. 82). Eine Detrusoüberaktivität (vgl. Beschwerde S. 6) sei 

sodann nicht nachweisbar gewesen (Bericht der Klinik E._____ vom 

19. Dezember 2023 in VB 191 S. 12.). Was die Handproblematik betrifft, ist 

in den neueren Akten von einer nicht fassbaren Pathologie der Hand und 

des Handgelenks die Rede (Bericht der I._____ AG vom 14. Oktober 2020 

in VB 98 S. 65). Die Vorbringen des Beschwerdeführers finden somit keine 

Stütze in den medizinischen Akten und sind daher unbegründet. 

 - 8 - 

 

 

 

6.1.3. 

Der Hausarzt Dr. med. J._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

attestierte sodann zwar zu Beginn ab Februar 2018 eine 100%ige Arbeits-

unfähigkeit (Bericht vom 12. Juni 2018 in VB 3 S. 5 ff.; Bericht vom 

20. März 2018 in VB 3 S. 26 ff.). Eine volle Arbeitsunfähigkeit wurde auch 

durch andere behandelnde Ärzte attestiert (vgl. z. B. die Berichte der 

Rehaklinik K._____ vom 30. Oktober 2018 in VB 32.2 S. 44 ff.; vom 3. Ja-

nuar 2019 in VB 32.2 S. 49 ff.; und vom 31. Mai 2020 in VB 94 S. 30). Diese 

führten jedoch weder aus, inwiefern der Beschwerdeführer arbeitsunfähig 

sei, noch ob sich diese Angaben auf die angestammte oder eine ange-

passte Tätigkeit beziehen. Die Gutachter führten hingegen nachvollziehbar 

aus, weshalb der Beschwerdeführer seit Februar 2018 in seiner ange-

stammten Tätigkeit 100 % arbeitsunfähig und in einer angepassten Tätig-

keit 90 % arbeitsfähig sei (E. 3.; VB 167 S. 20, 22 und 23). Im Übrigen 

wurde durch die behandelnden Ärzte des Spitals P._____ ausgeführt, dass 

keine Arbeitsunfähigkeit notwendig sei (Bericht vom 9. Februar 2020 in 

VB 94 S. 58 f.; vgl. auch den Bericht der Praxis H._____ vom 11. Juni 2019 

in VB 94 S. 101). 

 

6.1.4. 

Im mit Beschwerde vom 18. März 2024 eingereichten Bericht des Schmerz-

zentrums des Spitals L._____ vom 20. November 2023 (E. 5.2.2.) sind so-

dann, wie auch von RAD-Ärztin Dr. med. F._____ ausgeführt (E. 5.3.1.), 

keine neuen Diagnosen gestellt und keine Stellungnahme zur Arbeitsfähig-

keit abgegeben worden. Es ist damit, anders als vom Beschwerdeführer 

dargetan (E. 5.2.1.), seit dem Gutachten vom 3. Juli 2023 auch keine Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustandes ersichtlich. Eine solche ist 

auch keinem anderen Bericht zu entnehmen (vgl. diesbezüglich auch den 

Bericht der Klinik E._____ vom 19. Dezember 2023 in VB 191 S. 10 ff. und 

jenen vom 3. Mai 2022 in VB 191 S. 15 ff.; E. 5.1.2.). Die Ausführungen der 

Gutachter zu den somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers sind 

somit nachvollziehbar. Weder die Vorbringen des Beschwerdeführers noch 

Berichte aus den Vorakten oder die vom Beschwerdeführer eingereichten 

Berichte vermögen konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gut-

achtens zu schaffen (vgl. E. 4.2.). 

 

6.2. 

6.2.1. 

Die Gutachter stellten sodann keine psychiatrische Diagnose mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 167 S. 54). Demgegenüber gab 

Dr. med. C._____ in seinem Bericht vom 14. Februar 2024 diagnostisch 

zwei Erklärungsalternativen und attestierte eine Reduktion der Arbeitsfä-

higkeit "geschätzt" auf 50 % (E. 5.1.1.; vgl. auch dessen Bericht vom 

2. September 2021 in VB 123). Seine Ausführungen sind jedoch äusserst 

vage ("[...] Anhaltspunkte für eine schwere Ich-Störung ergeben.", "Man 

 - 9 - 

 

 

kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die bizarren Annahmen 

eventuell psychotischen Ursprungs sein könnten.", "[...] wirkt er "fanatisch" 

überzeugt von der Richtigkeit seiner Wahrnehmung.", "[...] scheint wenig 

wahrscheinlich."; VB 188). Auch bei der Diagnosestellung kann sich 

Dr. med. C._____ nicht auf eine Diagnose festlegen, sondern gibt zwei Er-

klärungsalternativen und bezeichnet diese selbst als "Annahme" und "Hy-

pothese" ("Von welcher Annahme man auch ausgehen mag [...]" und "[...] 

bis diese Hypothese noch weiter untermauert werden kann."; VB 188). 

Keine dieser Diagnosen ist somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt (Urteil des Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 

23. März 2022 E. 11.2.3). Dies führten bereits die Gutachter bezüglich des 

Berichts von Dr. med. C._____ vom 2. September 2021 aus, wonach sich 

das "bunte klinische Bild" nicht dahingehend präsentiert habe, dass 

Dr. med. C._____ eine gesicherte psychiatrische Diagnose hätte stellen 

können (VB 167 S. 54). Somit ist auch keine Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes ersichtlich (vgl. die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers in E. 5.2.1.). Weder dieser Bericht noch andere psychiatrische Berichte 

in den Akten vermögen daher konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Beurteilung der Gutachter zu begründen (vgl. E. 4.2.). 

 

6.2.2. 

Soweit der Beschwerdeführer dem Gutachten die abweichenden Beurtei-

lungen weiterer behandelnder Ärzte gegenüberstellen lässt, ist zudem zu 

betonen, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 

therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 

des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits 

(BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichts-

gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-

zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei-

chende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige As-

pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-

würdigt geblieben sind (vgl. statt vieler: SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 

E. 2.1.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_425/2019 vom 10. September 2019 

E. 3.4 mit Hinweisen). Derartige Aspekte sind jedoch nirgends ersichtlich. 

 

6.3. 

Was sodann die Rüge des Beschwerdeführers betrifft, die RAD-Ärztin 

Dr. med. F._____ habe keine genügende Fachkenntnis, um seine 

gastroenterologischen Probleme zu beurteilen (E. 5.2.1.), ist darauf hinzu-

weisen, dass RAD-Ärzte keinen spezifischen Facharzttitel benötigen, wenn 

sie lediglich die vorhandenen Akten würdigen (vgl. das Urteil des Bundes-

gerichts 8C_342/2023 vom 7. Dezember 2023 E. 5.7.3), weshalb das Vor-

bringen des Beschwerdeführers unbegründet ist. 

 

 - 10 - 

 

 

6.4. 

Auf das Gutachten vom 3. Juli 2023, wonach in der angestammten Tätig-

keit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2018 bestehe und der 

Beschwerdeführer seit Februar 2018 in einer angepassten Tätigkeit 

acht Stunden pro Tag arbeitsfähig sei, jedoch eine geringere Leistungsein-

schränkung aufgrund einer Schmerzsymptomatik und der Notwendigkeit 

zum intermittierenden Selbstkatheterismus bestehe, weshalb der Be-

schwerdeführer 90 % arbeitsfähig sei (E. 3.), ist abzustellen. 

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Die Beschwerdegegnerin ermittelte für das Jahr 2019 gestützt auf die An-

gaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ein Validen-

einkommen von Fr. 65'000.00 (Fr. 5'000.00 x 13). Bei der Festlegung des 

Invalideneinkommens des Jahres 2019 stützte sie sich auf die Tabelle TA1, 

Total, Männer, Kompetenzniveau 1, der Schweizerischen Lohnstrukturer-

hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BfS) des Jahres 2018, wobei 

sie die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit sowie die bis 2019 einge-

tretene Lohnentwicklung berücksichtigte. Das Invalideneinkommen setzte 

sie bei einer Arbeitsfähigkeit von 90 % in einer angepassten Tätigkeit auf 

Fr. 61'512.00 fest. Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 3'488.00 resultierte 

somit ein (rentenausschliessender) Invaliditätsgrad von 5 % (Verfügung 

vom 13. Februar 2024 in VB 186). 

 

7.1.2. 

Der Beschwerdeführer bringt betreffend das Valideneinkommen vor, seine 

ehemalige Arbeitgeberin sei von einem Basislohn von Fr. 5'160.00 ausge-

gangen, weshalb das Valideneinkommen Fr. 67'080.00 betrage. Zudem 

hätte dieses Einkommen indexiert und parallelisiert werden müssen (Be-

schwerde S. 9). Was das Invalideneinkommen betrifft, sei das ABI-Gutach-

ten von einer Präsenzzeit von acht Stunden ausgegangen, weshalb der Ta-

bellenlohn von 40 nicht auf 41.7 Stunden hätte aufgerechnet werden dürfen 

(Beschwerde S. 9). Es sei ihm sodann ein leidensbedingter Abzug vom Ta-

bellenlohn in der Höhe von mindestens 20 % aufgrund seiner höchstens 

50%igen Restarbeitsfähigkeit sowie seiner Niederlassungsbewilligung C 

zu gewähren. So ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 61 % und er habe 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Beschwerde S. 11 f.). 

 

7.2. 

7.2.1. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

 - 11 - 

 

 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). 

 

7.2.2. 

Das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG) be-

stimmt sich anhand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erziel-

ten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an-

gepassten Erwerbseinkommens. Bezog eine versicherte Person aus inva-

liditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, 

ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG 

Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie 

sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau be-

gnügen wollte. (BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; 135 V 58 E. 3.1 S. 59; 134 

V 322 E. 4.1 S. 326.; 129 V 222 E. 4.4 S. 225). Der tatsächlich erzielte Ver-

dienst gilt dann im Sinne der Rechtsprechung als deutlich unterdurch-

schnittlich, wenn er mindestens 5 % vom branchenüblichen Tabellenlohn 

abweicht; eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen hat jedoch – bei 

Erfüllung der übrigen Voraussetzungen – nur in dem Umfang zu erfolgen, 

in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 

5 % übersteigt (BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und 6.1.3 S. 302 ff.). 

 

7.2.3. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel-

cher die versicherte Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Er-

werbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 135 

V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 

S. 475). 

 

8. 

8.1. 

8.1.1. 

Der frühestmögliche Rentenbeginn ist am 1. Februar 2019 (Art. 28 Abs. 1 

lit. b i. V. m. Art. 29 Abs. 1 IVG). Was das Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers betrifft, das Valideneinkommen sei zu parallelisieren (E. 7.1.2.), ist zu 

erwähnen, dass der Basis(monats)lohn in der Lohnklasse C (Bauarbeiter 

ohne Fachkenntnisse) und dem Kanton Aargau gemäss Landesmantelver-

trag für das schweizerische Bauhauptgewerbe (LMV) Fr. 4'557.00 beträgt 

(Art. 41 Abs. 2 i. V. m. Anhang 9 LMV vom 3. Dezember 2018, Stand 

1. Mai 2019). Die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers zahlte 

diesem einen Monatslohn von Fr. 5'000.00 aus (vgl. den Fragebogen für 

 - 12 - 

 

 

Arbeitgebende vom 17. Juni 2019 in VB 43.1 S. 5). Da sich diese Angaben 

auf das Jahr 2019 beziehen, ist das Einkommen denn auch nicht zu inde-

xieren (vgl. das Vorbringen des Beschwerdeführers in E. 7.1.2.). Dieser 

Monatslohn ist mit dem LMV konform, weshalb das Valideneinkommen 

nicht zu parallelisieren ist (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2018 

vom 20. Februar 2019 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerde-

gegnerin hat somit zu Recht auf ein Valideneinkommen in der Höhe von 

Fr. 65'000.00 abgestellt. 

 

8.1.2. 

Da der Beschwerdeführer keiner ihm zumutbaren Arbeitstätigkeit nachgeht 

(vgl. z. B. den Bericht der Rehaklinik K._____ vom 31. Mai 2020 in VB 95 

S. 1 ff., wonach der Beschwerdeführer an max. zwei bis drei Tage in der 

Woche als Kranführer arbeite), sind zur Ermittlung des Invalideneinkom-

mens die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen (vgl. E. 7.2.3.). Was einen all-

fälligen Abzug von einem solchen Tabellenlohn betrifft (Beschwerde S. 11), 

ist zu erwähnen, dass für den Beschwerdeführer im Rahmen seines Zu-

mutbarkeitsprofils Hilfsarbeitertätigkeiten im untersten Kompetenzniveau in 

Betracht kommen (vgl. diesbezüglich E. 3.). Gerade Hilfsarbeiten werden 

auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt jedoch altersunab-

hängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 S. 26 f. mit Hinweisen; vgl. 

auch Urteil des Bundesgerichts 8C_393/2020 vom 21. September 2020 

E. 4.2). Für einen altersbedingten Abzug vom Tabellenlohn besteht damit 

vorliegend kein Raum. Dass dem Beschwerdeführer nur noch körperlich 

leichte und wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar sind (vgl. E. 3.), ist 

kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im 

hier zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leich-

ten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 

9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Da der Be-

schwerdeführer vorliegend 90 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 3.), kommt denn 

auch kein Abzug aufgrund des Beschäftigungsgrades in Betracht (vgl. z. B. 

das Urteil des Bundesgerichts 9C_158/2016 vom 5. April 2016 E. 4.2, wo 

die versicherte Person gar lediglich 80 % arbeitsfähig war; vgl. auch BfS, 

LSE 2018, Tabelle T18, Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, 

beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne Kaderfunktion, Männer, Total 

und Vollzeit [90 % oder mehr]). Was sodann das Kriterium der Dienstjahre 

betrifft, ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer lediglich 2.5 Jahre bei 

der M._____ GmbH tätig war (Fragebogen für Arbeitgebende vom 17. Juni 

2019 in VB 43.1 S. 1). Die Bedeutung dieses Merkmals nimmt im privaten 

Sektor zudem ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb der Be-

triebszugehörigkeit vorliegend praxisgemäss keine relevante Bedeutung 

zukommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_874/2014 vom 2. September 

2015 E. 3.3.2). Mit Blick auf den Aufenthaltsstatus des Beschwerdeführers 

ergibt sich sodann, dass Männer mit Niederlassungsbewilligung C ohne 

Kaderfunktion zwar weniger als Schweizer verdienen (LSE 2018, Tabelle 

TA12), aber mehr als den für die Invaliditätsbemessung herangezogenen 

 - 13 - 

 

 

Zentralwert (LSE 2018, Tabelle TA1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E. 6.3 mit Hinweis auf das Urteil des Bun-

desgerichts 9C_702/2020 vom 1. Februar 2021 E. 6.3.2). Insgesamt (vgl. 

zur gesamthaften Schätzung SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 8C_151/2020 

E. 6.3.2, SVR 2020 IV Nr. 50 S. 171, 9C_663/2019 E. 4, und SVR 2017 IV 

Nr. 91 S. 284, 8C_320/2017 E. 3.3.1) ist dem Beschwerdeführer somit kein 

leidensbedingter Abzug zu gewähren. 

 

8.1.3. 

Selbst wenn des Weiteren, wie vom Beschwerdeführer vorgebracht (Be-

schwerde S. 10) und anders als von der Beschwerdegegnerin vorgenom-

men (E. 7.1.1.), von 40 anstatt 41.7 Wochenstunden ausgegangen wird, 

ergibt sich unter Berücksichtigung der bis 2019 eingetretenen Lohnentwick-

lung (Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2023, Jahre 2018 

und 2019) und einer Arbeitsfähigkeit von 90 % in einer angepassten Tätig-

keit (E. 3.) ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 59'004.60 (Ta-

belle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Männer des Jahres 2018; 

Fr. 5'417.00 x 12 / 105.1 x 106 x 0.9). Bei einem Valideneinkommen von 

Fr. 65'000.00 (E. 8.1.1.) resultiert somit eine Erwerbseinbusse von 

Fr. 11'895.90, was zu einem (rentenausschliessenden) Invaliditätsgrad in 

der Höhe von 18 % führt. Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. Februar 

2019 daher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

 

8.2. 

8.2.1. 

Zu prüfen ist weiter der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab dem 

1. Januar 2022 in Anwendung des seit diesem Datum geltenden neuen 

Rechts (Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2023 vom 27. Mai 2024 E. 4.4). 

Der Monatslohn, der dem Beschwerdeführer von seiner ehemaligen Arbeit-

geberin ausbezahlt wurde (Fr. 5'000.00, vgl. E. 8.1.), beträgt, an 

die bis 2022 eingetretene Lohnentwicklung angepasst, Fr. 5'066.80 

(Fr. 5'000.00 / 104.8 x 106.2) und ist damit nach wie vor mit dem LMV kon-

form (Basislohn: Fr. 4'637.00, vgl. Art. 41 Abs. 2 i. V. m. Anhang 9 LMV 

vom 3. Dezember 2018, Stand 1. Mai 2019). Das Valideneinkommen be-

trägt somit Fr. 65'868.30. 

 

8.2.2. 

Das Invalideneinkommen beträgt gemäss der LSE-Tabelle TA1, Kompe-

tenzniveau 1, Total, Männer des Jahres 2020, nicht an die wöchentliche 

Arbeitszeit (vgl. E. 8.1.), jedoch an die bis 2022 eingetretene Lohnentwick-

lung angepasst (Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2023, 

Jahre 2020 und 2022) und unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit in 

der Höhe von 90 % in einer angepassten Tätigkeit (E. 3.) Fr. 56'978.40 

(Fr. 5'261.00 x 12 / 106.8 x 107.1 x 0.9). Da der Beschwerdeführer mit ei-

ner funktionellen Leistungsfähigkeit (Art. 49 Abs. 1bis IVV [2022]) von 90 % 

und damit mehr als 50 % tätig sein kann (vgl. E. 3.), kann kein Abzug von 

 - 14 - 

 

 

10 % vorgenommen werden (Art. 26bis Abs. 3 IVV [2022]). Es sind sodann 

auch keine weiteren Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn ersichtlich 

(vgl. E. 8.1.2); vgl. diesbezüglich das Urteil des Bundesgerichts 

8C_823/2023 vom 8. Juli 2024 E. 7.3 ff. insb. E. 10.6). Bei einem Validen-

einkommen von Fr. 65'868.30 (E. 8.2.1.) und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 56'978.40 ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 8'889.90. Dies 

führt zu einem (rentenausschliessenden) Invaliditätsgrad in der 

Höhe von 14 %, weshalb der Beschwerdeführer auch ab dem  

1. Januar 2022 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 

 

8.3. 

8.3.1. 

Zu prüfen ist schliesslich der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 

ab dem 1. Januar 2024 (vgl. die Übergangsbestimmung der IVV zur Ände-

rung vom 18. Oktober 2023). Der Monatslohn, der dem Beschwerdeführer 

von seiner ehemaligen Arbeitgeberin ausbezahlt (Fr. 5'000.00, vgl. E. 8.1.) 

und an die bis 2024 eingetretene Lohnentwicklung angepasst wurde, be-

trägt Fr. 5'066.80 (Fr. 5'000.00 / 104.8 x 106.2; E. 8.2.1.; Der  

Nominallohnindex des Jahres 2023 wurde erst nach Erlass der Verfügung 

vom 13. Februar 2024 veröffentlicht; vgl. SVR 2020 IV Nr. 70 S. 243, 

8C_132/2020 E. 4.2.1 mit Hinweisen, sowie Urteil des Bundesgerichts 

9C_414/2017 vom 21. September 2017 E. 4.2). Er ist damit nach wie vor 

mit dem LMV konform (Basislohn: Fr. 4'737.00, vgl. Art. 41 Abs. 2 i. V. m. 

Anhang 9 LMV vom 29. November 2022, Stand 1. Mai 2023). Das Validen-

einkommen beträgt somit Fr. 65'868.30. 

 

8.3.2. 

Betreffend das Invalideneinkommen und einen allfälligen Abzug vom Ta-

bellenlohn ist zu erwähnen, dass der per 1. Januar 2024 in Kraft getretene 

Art. 26bis Abs. 3 IVV betreffend Bestimmung des Invalideneinkommens  

einen 10%igen Pauschalabzug vom ermittelten Tabellenlohn sowie einen 

weiteren Abzug von 10 % bei einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 

50 % oder weniger vorsieht. Weitere Abzüge sind nicht mehr zulässig. Da 

der Beschwerdeführer mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit (Art. 49 

Abs. 1bis IVV [2024]) von 90 % und damit mehr als 50 % tätig sein kann (vgl. 

E. 3.), kann kein solcher Abzug von 10 % vorgenommen werden. Der 

10%ige Pauschalabzug muss jedoch gewährt werden (Art. 26bis Abs. 3 IVV 

[2024]). 

 

8.3.3. 

Das Invalideneinkommen entspricht jenem des Jahres 2022, da die LSE-

Tabelle des Jahres 2022 sowie der Lohnindex des Jahres 2023 erst nach 

Erlass der Verfügung vom 13. Februar 2024 veröffentlicht wurden (vgl. 

E. 8.3.1.), wobei jedoch der allgemeine Abzug von 10 % gemäss Art. 26bis 

Abs. 3 IVV (2024; E. 8.3.2.) zu berücksichtigen ist. Das Invalideneinkom-

men beträgt somit Fr. 56'978.40 (Fr. 5'261.00 x 12 / 106.8 x 107.1 x 0.9 

 - 15 - 

 

 

x 0.9). Das führt bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'868.30 (E. 8.3.1.) 

zu einer Erwerbseinbusse von Fr. 14'587.80. Daraus ergibt sich ein (ren-

tenausschliessender) Invaliditätsgrad in der Höhe von 22 %, weshalb der 

Beschwerdeführer ebenso ab dem 1. Januar 2024 keinen Anspruch auf 

eine Invalidenrente hat. 

 

9. 

9.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

9.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da diesem die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken. 

 

9.3. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der der Rechtsvertreterin ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen 

 

4. 

Das Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird richterlich auf 

Fr. 2'500.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, der 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Tania Teixeira, 

 - 16 - 

 

 

Rechtsanwältin in Emmenbrücke, nach Eintritt der Rechtskraft das Honorar 

von Fr. 2'500.00 auszurichten. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seiner 

Vertreterin zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 18. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Kathriner Reisinger