# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d5b34c5-e694-5c84-a9a7-cc988dc40147
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-17
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 17.02.2021 (publiziert) 50/2016/13 und 50/2016/17&nbsp;
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_50-2016-13-und-50-20_2021-02-17.pdf

## Full Text

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Spaziergänge mit gemeinsamem Kleinkind gegen den Willen der obhutsbe-

rechtigten Mutter; Nötigung, Entführung, Entziehen von Minderjährigen, – 

Art. 181, Art. 183 Ziff. 2 und Art. 220 StGB. 

Der Beschuldigte war mit der Tochter Y in der Stadt unterwegs. Die Schwelle für 

die vom Gesetz geforderte gewisse Dauer der Ortsveränderung bzw. der Intensität 

der Freiheitsberaubung ist unter den gegeben Umständen noch nicht erreicht, wes-

halb der objektive Tatbestand der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB nicht 

erfüllt ist (E. 9.4.1). 

Auch beim Tatbestand des Entziehens von Minderjährigen mangelt es am Krite-

rium der Dauer. Der Beschuldigte hat auch keine Vorkehrungen zum Verunmögli-

chen der Ausübung der elterlichen Rechte getroffen. Mithin ist der objektive Tatbe-

stand des Entziehens von Minderjährigen gemäss Art. 220 StGB nicht erfüllt 

(E. 10.4). 

Soweit der Beschuldigte sich den Besuch mit der Tochter Y durch Drohung gegen-

über der Privatklägerin erzwang, handelte er rechtswidrig. Damit hat er den objek-

tiven Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB erfüllt (E. 11.3). 

OGE 50/2016/13 und 50/2016/17 vom 24. März 2017 

(Auf eine Beschwerde in Strafsachen gegen diesen Entscheid trat das Bundesge-

richt mit Urteil 6B_1184/2017 vom 3. November 2017 nicht ein.) 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt  

Am 31. März 2014 betrat der Beschuldigte ohne Erlaubnis die Wohnung von X und 

nahm seine leibliche, rund 3 Monate alte Tochter Y an sich, obwohl ihm kein Ob-

huts- oder Sorgerecht eingeräumt worden war. Anschliessend bedrohte er die Pri-

vatklägerin (Kindsmutter) mit den Worten "Sprich mich nicht an, sonst schlage ich 

dich zu Tode du Hure", und zeigte ihr die Faust. Er versetzte dadurch die Privat-

klägerin in Angst. Danach verliess er mit dem Kind die Wohnung, ohne die Privat-

klägerin über dessen Aufenthaltsort zu informieren. Nach rund 1 Stunde und 45 

Minuten wurde der Beschuldigte durch Funktionäre der Schaffhauser Polizei mit Y 

in der Stadt angetroffen. 

Am Sonntag, 12. Juli 2015, schüttelte der Beschuldigte in seiner Wohnung den 

Kopf der Privatklägerin mit beiden Händen und drückte ihr den Daumen ins Zahn-

fleisch, wodurch sie leichte Schmerzen am Zahnfleisch erlitt; danach nahm er ohne 

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Einverständnis der Privatklägerin und entgegen dem amtlich eingeräumten Be-

suchsrecht (2 Stunden jeweils am Samstag, begleitet) das gemeinsame Kind Y an 

sich und brachte es erst vier Stunden später zurück. 

Am Dienstag, 28. Juli 2015, verabreichte der Beschuldige in seiner Wohnung der 

Privatklägerin eine Ohrfeige sowie zwei bis drei Klapse und riss sie an den Haaren, 

wodurch er ihr eine "brennende" Wange und eine schmerzende Kopfhaut zufügte; 

danach ging der Beschuldigte mit der gemeinsamen Tochter Y ohne das Einver-

ständnis der Privatklägerin und entgegen dem amtlich eingeräumten Besuchsrecht 

für 3 Stunden weg.  

Am Samstag, 12. September 2015, nahm der Beschuldigte von der Privatklägerin 

an der aa-Strasse in Schaffhausen seine leibliche Tochter Y an sich und begab 

sich in Richtung bb-Platz. Die amtlich für die Übergabe und Ausübung des Be-

suchsrechts vorgesehene Begleitung war nicht anwesend. Auf die Aufforderung 

der Privatklägerin, ihr das Kind zurückzugeben, reagierte der Beschuldigte nicht. 

Als sich ihre Wege trennten und die Privatklägerin den Beschuldigten etwas später 

telefonisch kontaktierte, um das Kind herauszuverlangen, beendete er das Ge-

spräch. Ca. 1 Stunde nach der Trennung brachte der Beschuldigte das Kind zu-

rück, nachdem die Polizei ihn dazu aufgefordert hatte. 

Das Kantonsgericht sprach den Beschuldigten in den genannten Anklagesachver-

halten der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB und des Entziehens Minder-

jähriger gemäss Art. 220 StGB schuldig. Eine Berufung des Beschuldigten hiess 

das Obergericht teilweise gut. Es sprach ihn vom Vorwurf der Entführung und der 

Entziehung von Minderjährigen frei; sprach ihn aber in diesem Zusammenhang der 

mehrfachen Nötigung schuldig.  

Aus den Erwägungen 

9.1. Nach Art. 183 Ziff. 2 StGB macht sich der Entführung strafbar, wer jeman-

den entführt, der urteilsunfähig, widerstandsunfähig oder noch nicht 16 Jahre alt 

ist. 

Der Tatbestand der Entführung setzt voraus, dass sich als Folge des Verbringens 

an einen anderen Ort eine Machtposition des Täters über sein Opfer ergibt. Erfor-

derlich ist zudem, dass die Ortsveränderung für eine gewisse Dauer vorgesehen 

und das Opfer in seiner persönlichen Freiheit tatsächlich beschränkt ist, es insbe-

sondere nicht die Möglichkeit hat, unabhängig vom Willen des Täters an seinen 

gewohnten Aufenthaltsort zurückzukehren. Die Urteilsfähigkeit bzw. -unfähigkeit 

im Sinne von Art. 183 Ziff. 2 StGB muss sich auf das geschützte Rechtsgut, d.h. 

die freie Selbstbestimmung des Aufenthaltsorts beziehen. Die Entführung von  

Urteilsunfähigen, Widerstandsunfähigen oder Personen, die noch nicht 16 Jahre 

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alt sind, verlangt für die Verbringung an einen anderen Ort kein besonderes Tat-

mittel. Das von Art. 183 Ziff. 2 StGB geschützte Rechtsgut ist die körperliche Be-

wegungsfreiheit des Kindes. Auf dessen Willen kommt es indes nicht an; das Ge-

setz schützt es unabhängig davon, ob es Widerstand leistet oder ob es in die Ent-

führung einwilligt (BGE 141 IV 10 E. 4.5.2 und E. 4.5.4 S. 15 f. mit Hinweisen). 

Grundsätzlich ist jeder Elternteil, der das Recht hat, über den Aufenthaltsort des 

Kindes zu bestimmen, berechtigt, diesen zu verändern, ohne eine Entführung im 

Sinne von Art. 183 Ziff. 2 StGB zu begehen. Greift die Verbringung des Kindes an 

einen anderen Ort massiv in dessen Interessen ein, lässt sich die Tat nicht mit dem 

Aufenthaltsbestimmungsrecht rechtfertigen (BGE 141 IV 10 E. 4.5.5 S. 19). Ge-

ringfügige Beeinträchtigungen der Interessen des Kindes, die mit einer Verände-

rung des Aufenthaltsorts zwangsläufig einhergehen, genügen nicht (vgl. BGE 136 

III 353 E. 3.3 S. 358 f.).  

In subjektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der Entführung Vorsatz voraus, wobei 

Eventualvorsatz genügt (BGer 6B_1279/2015 vom 14. April 2016 E. 2.3.1; Del-

non/Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. A., 

Basel 2013, Art. 183 N. 57, S. 1253).  

9.4.1. Beim Vorfall vom 31. März 2014  nahm der Beschuldigte die Tochter Y an 

sich, obschon er weder die elterliche Sorge noch die Obhut über sie innehatte noch 

über ein geregeltes Besuchsrecht verfügte. Er war mit der Tochter Y während 

1 Stunde und 45 Minuten in der Stadt unterwegs – was eine Ortsveränderung von 

relativ kurzer Dauer darstellt – und hat keine Anstalten getroffen, damit die Tochter 

Y den bisherigen Aufenthaltsort bei ihrer Mutter aufgibt und sich an einem andern 

Ort aufhält. Die Freiheitsberaubung muss indessen eine gewisse Erheblichkeit auf-

weisen (Trechsel/Fingerhuth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafge-

setzbuch, Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 183 N. 17, S. 956). 

So hat das Bundesgericht entschieden, dass das Wegführen eines Mädchens zu 

einem kurzen Spaziergang in unzüchtiger Absicht nicht genüge (BGE 83 IV 152 

S. 154). Im Unterschied zu BGE 83 IV 152 S. 154 ist vorliegend aber zu berück-

sichtigen, dass es sich um einen Säugling gehandelt hat, der auf seine Mutter an-

gewiesen war und nicht selbst zu ihr zurückkehren konnte. Dementsprechend ist 

das Kriterium der gewissen Dauer zwar rascher erfüllt. Die Schwelle für die vom 

Gesetz geforderten gewissen Dauer der Ortsveränderung bzw. der Intensität der 

Freiheitsberaubung ist unter den gegeben Umständen aber trotzdem noch nicht 

erreicht, weshalb der objektive Tatbestand der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 

StGB nicht erfüllt ist. Auch war der Wille des Beschuldigten nicht auf eine Ortsver-

änderung gerichtet. Vielmehr sagte er der Privatklägerin, was sie im Übrigen be-

stätigt hat, dass er zurückkommen werde. Darüber hinaus hat er sein Fahrzeug bei 

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der Wohnung, wo sich die Privatklägerin damals aufhielt, stehengelassen (vgl. 

BGE 83 IV 152 S. 154). Damit ist auch der subjektive Tatbestand nicht erfüllt.  

9.4.2. Bei den Vorfällen vom 12. Juli 2015 (4 Stunden), 28. Juli 2015 (2 Stunden) 

und 12. September 2015 (1 Stunde) hatte die Privatklägerin weiterhin das alleinige 

Sorgerecht und die Obhut über die Tochter Y inne und dem Beschuldigten stand 

ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Stunden jeweils am Samstag zu. Auch bei 

diesen Vorfällen handelte es sich nicht um "Ortsveränderungen von einer gewissen 

Dauer". Der Beschuldigte hat die Tochter Y jeweils nur zu kurzen Spaziergängen 

mitgenommen, aber keine Anstalten getroffen, sie an einen andern Ort zu verbrin-

gen. Der objektive Tatbestand der Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB ist da-

mit nicht erfüllt. Dass der Wille des Beschuldigten auf eine Ortsveränderung ge-

richtet gewesen sei, ist nicht nachgewiesen (vgl. BGE 83 IV 152 S. 154, Spazier-

gang mit Mädchen in unzüchtiger Absicht). Der subjektive Tatbestand ist daher 

ebenfalls nicht erfüllt.  

9.5. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte in allen Punkten vom Vorwurf der 

Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 2 StGB freizusprechen.  

10. Im Weiteren ist zu prüfen, ob der Beschuldigte sich in diesen Punkten des 

Entziehens von Minderjährigen schuldig gemacht hat. 

Wer eine minderjährige Person dem Inhaber des Obhutsrechts entzieht oder sich 

weigert, sie ihm zurückzugeben, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe bestraft (aArt. 220 StGB, in der bis zum 30. Juni 2014 gel-

tenden Fassung).  

Wer eine minderjährige Person dem Inhaber des Rechts zur Bestimmung des Auf-

enthaltsortes entzieht oder sich weigert, sie ihm zurückzugeben, wird, auf Antrag, 

mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 220 StGB, seit 

1. Juli 2014). 

Das Entziehen von Unmündigen stellt ein Vergehen gegen die Familie unter Strafe 

(Sechster Titel StGB). Geschütztes Rechtsgut ist primär die Ausübung der elterli-

chen Rechte und Pflichten des betroffenen Inhabers der elterlichen Sorge. Von der 

Kindesentziehung ist allerdings nicht nur der Erziehungsberechtigte betroffen, son-

dern auch das Kind. Mittelbar dient Art. 220 StGB daher auch dem Schutz des 

Familienfriedens bzw. des Kindeswohls. Nach der Rechtsprechung schützt der 

Tatbestand (auch nicht alleinige) Sorgerechtsinhaber in ihrer Befugnis, über die 

unmündigen Kinder, insbesondere über deren Aufenthaltsort, Erziehung und Le-

bensgestaltung zu bestimmen (BGer 6B_685/2007 vom 5. März 2008 E. 3.1 mit 

Hinweisen; BGE 128 IV 154 E. 3.1 S. 159; BGE 128 IV 154 E. 3.1 und 3.2 S. 159 

f.). Die Tathandlung wird als Entziehen oder Weigerung der Rückgabe des Unmün-

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digen umschrieben. Entziehen ist das Herbeiführen der Trennung durch Entfer-

nung des Minderjährigen. Die Tatbestandsvariante der Weigerung der Rückgabe 

des Unmündigen erfordert, dass sich der Unmündige bereits in der faktischen Ob-

hut des Täters befindet. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei die 

Absicht genügt, den oder die Unmündige dauernd oder doch für längere Zeit dem 

Berechtigten vorzuenthalten. Erforderlich ist jedenfalls, dass der Täter seinen Wil-

len zum Ausdruck bringt, die berechtigte Person an der Ausübung der elterlichen 

Sorge zu hindern (Trechsel/Christener-Trechsel, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 

2013, Art. 220 N. 3, S. 1049 f.; Andreas Eckert, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Bas-

ler Kommentar, Strafrecht II, 3. A., Basel 2013, Art. 220 N. 22 ff., S. 1489–1491; 

ZR 2017 Nr. 5). 

10.4. Auch bei diesem Tatbestand mangelt es am Kriterium der Dauer, da der 

Beschuldigte jeweils nur wenige Stunden (1–4 Stunden) mit der Tochter Y in der 

Stadt unterwegs war und damit noch keine Veränderung der Aufenthaltsorts vor-

liegt. Er hat auch keine Vorkehrungen zum Verunmöglichen der Ausübung der el-

terlichen Rechte getroffen. Mithin ist der objektive Tatbestand des Entziehens von 

Minderjährigen gemäss Art. 220 StGB nicht erfüllt. Zudem beabsichtigte der Be-

schuldigte auch nicht, die Privatklägerin dauernd, d.h. voraussichtlich auf längere 

Zeit, an der Ausübung ihrer elterlichen Rechte zu hindern. Somit ist auch der sub-

jektive Tatbestand nicht erfüllt (ZR 2017 Nr. 5 E. 5 S. 23 f. sowie Andreas Eckert, 

in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. A., Basel 2013, 

Art. 220 N. 25, S. 1490). 

10.5. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte in allen Punkten vom Vorwurf des 

Entziehens von Minderjährigen gemäss Art. 220 StGB freizusprechen. 

11. Weiter ist zu prüfen, ob der Beschuldigte sich in diesen Punkten der Nöti-

gung gemäss Art. 181 StGB schuldig gemacht hat, indem er die Spaziergänge mit 

der Tochter Y ohne die Zustimmung der Privatklägerin erzwungen hat. Die Parteien 

wurden auf die Möglichkeit einer abweichenden rechtlichen Würdigung hingewie-

sen (Art. 344 StPO). 

Wegen Nötigung wird nach Art. 181 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher 

Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas 

zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. 

Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer die Zufügung 

eines Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erschei-

nen lässt. Es kommt dabei nicht darauf an, ob der Täter die Drohung wirklich wahr 

machen will, sofern sie nur als ernst gemeint erscheinen soll. Ernstlich sind die 

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Nachteile, wenn ihre Androhung nach einem objektiven Massstab geeignet ist, 

auch eine besonnene Person in der Lage des Betroffenen gefügig zu machen und 

so seine Freiheit der Willensbildung oder -betätigung zu beschränken. Nicht jede 

Drohung genügt. Sie muss eine gewisse Intensität aufweisen, die von Fall zu Fall 

und nach objektiven Kriterien festzulegen ist. Misslingt die Bestimmung von Wil-

lensbildung oder -betätigung, bleibt es beim Versuch. Ob eine Äusserung als Dro-

hung zu verstehen ist, beurteilt sich nach den gesamten Umständen, unter denen 

sie erfolgte. Die Androhung von Nachteilen im Rechtssinne setzt nicht voraus, dass 

der Täter diese ausdrücklich ankündigt, solange für den Geschädigten nur hinrei-

chend klar ist, worin sie bestehen (BGer 6B_934/2015 vom 5. April 2016 E. 3.3.1 

mit Hinweisen; BGE 122 IV 322 E. 1a S. 324 f. mit Hinweisen).  

Die Nötigungshandlung ist unrechtmässig, wenn das Mittel oder der Zweck uner-

laubt ist oder wenn das Mittel zum angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis 

steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und 

einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 134 IV 216 

E. 4.1 mit Hinweisen; BGer 6B_717/2013 vom 7. März 2014 E. 2.2 mit Hinweisen; 

Trechsel/Fingerhuth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 181 N. 10, S. 944).  

Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, der sich auf die Beeinflussung und das abgenö-

tigte Verhalten beziehen muss. Eventualvorsatz genügt (Trechsel/Fingerhuth, in: 

Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., 

Zürich/St. Gallen 2013, Art. 181 N. 14, S. 946 mit Hinweis auf BGE 120 IV 22, 101 

IV 46).  

11.3. Der Beschuldigte verschaffte sich am 31. März 2014 mit einem Überra-

schungscoup Zugang zur Wohnung von X, wo sich die Privatklägerin mit dem Kind 

aufgehalten hatte, und erwirkte mit seiner Drohung an die Privatklägerin gerichtet 

"Sprich mich nicht an, sonst schlage ich dich zu Tode du Hure", dass ihm die Pri-

vatklägerin gegen ihren Willen die Tochter Y überlassen hat. Der Beschuldigte 

hatte zu dieser Zeit keinen (geregelten) Besuchsrechtsanspruch. Indem er sich den 

Besuch mit der Tochter Y durch die Drohung erzwang, handelte er rechtswidrig. 

Damit hat er den objektiven Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB erfüllt.  

Er wusste, dass das Besuchsrecht nicht geregelt war und nötigte die Privatklägerin 

trotzdem. Bei der Polizei sagte er zunächst aus, dass er gedroht habe, um das 

Kind zu erhalten, nicht um Angst zu machen; darauf ist abzustellen. Mithin ist der 

subjektive Tatbestand ebenfalls erfüllt.  

Der Beschuldigte hat sich somit in diesem Punkt der Nötigung gemäss Art. 181 

StGB schuldig gemacht.  

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Die Drohungen gegenüber der Privatklägerin sind durch die Nötigungshandlung 

konsumiert (Andreas Donatsch, OF-Kommentar, StGB, 19. A., Zürich 2013, 

Art. 181 N. 13, S. 355). 

11.4. Am Sonntag, 12. Juli 2015, schüttelte der Beschuldigte in seiner Wohnung 

den Kopf der Privatklägerin mit beiden Händen und drückte ihr den Daumen ins 

Zahnfleisch, wodurch diese leichte Schmerzen am Zahnfleisch erlitt; danach nahm 

er ohne ihr Einverständnis und entgegen dem amtlich eingeräumten Besuchsrecht 

die Tochter Y an sich und brachte sie erst vier Stunden später zurück. Dem Be-

schuldigten stand zu dieser Zeit lediglich ein begleitetes Besuchsrecht von zwei 

Stunden, jeweils am Samstag, zu. Indem er sich den Besuch mit der Tochter Y 

durch die Nötigungshandlungen erzwang, handelte er rechtswidrig. Er hat daher 

den objektiven Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB erfüllt. 

Der Beschuldigte wusste, dass ihm am Sonntag kein Besuchsrecht zustand. Zu-

dem bestehen keine Zweifel daran, dass er die genannten Nötigungshandlungen 

mit dem klaren Ziel vornahm, das Besuchsrecht durchzusetzen, womit er auch den 

subjektiven Tatbestand erfüllt hat.  

Der Beschuldigte hat sich mithin auch in diesem Punkt der Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB schuldig gemacht. 

Die im Rahmen der Nötigung verübten Tätlichkeiten gegenüber der Privatklägerin 

sind durch die Nötigungshandlung konsumiert (Delnon/Rüdy, in: Niggli/Wiprächti-

ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. A., Basel 2013, Art. 181 N. 69, 

S. 1216). 

11.5. Am Dienstag, 28. Juli 2015, verabreichte der Beschuldigte in seiner Woh-

nung der Privatklägerin eine Ohrfeige, zwei bis drei Klapse und riss sie an den 

Haaren, wodurch er ihr eine "brennende" Wange und eine schmerzende Kopfhaut 

zufügte; danach ging er mit der Tochter Y ohne das Einverständnis der Privatklä-

gerin und entgegen dem amtlich eingeräumten Besuchsrecht für 3 Stunden weg. 

Mit der Gewaltanwendung bewirkte er, dass die Privatklägerin  seinen Ausflug mit 

der Tochter Y dulden musste. Die Gewaltanwendung war zur Zweckerfüllung klar 

unverhältnismässig, zumal er am Dienstag keinen Besuchsrechtsanspruch hatte. 

Damit erfüllte er den objektiven Tatbestand gemäss Art. 181 StGB. 

Es bestehen keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte die genannten Nötigungs-

handlungen mit dem klaren Ziel vornahm, den Besuch mit der Tochter Y, auf den 

er, wie er wusste, dienstags keinen Anspruch hatte, durchzusetzen, womit er auch 

den subjektiven Tatbestand erfüllt hat.  

Der Beschuldigte hat sich mithin in diesem Punkt der Nötigung gemäss Art. 181 

StGB schuldig gemacht.  

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Die im Rahmen der Nötigung verübten Tätlichkeiten gegenüber der Privatklägerin 

sind durch die Nötigungshandlung konsumiert (Delnon/Rüdy, Art. 181 N. 69, 

S. 1216). 

11.6. Am Samstag, 12. September 2015, nahm der Beschuldigte von der Privat-

klägerin an der aa-Strasse in Schaffhausen die Tochter Y an sich und begab sich 

in Richtung bb-Platz. Dies, obschon die amtlich für die Übergabe der Ausübung 

des Besuchsrechts vorgesehene Begleitung nicht anwesend war. Der amtliche 

Verteidiger machte dazu geltend, die Privatklägerin und der Beschuldigten hätten 

darauf aus Kostengründen einvernehmlich verzichtet. Auf die Aufforderung der Pri-

vatklägerin, ihr das Kind zurückzugeben, reagierte der Beschuldigte nicht. Als sich 

ihre Wege trennten und die Privatklägerin den Beschuldigten etwas später telefo-

nisch kontaktierte, um das Kind heraus zu verlangen, beendete er das Gespräch. 

Ca. 1 Stunde nach der Trennung brachte der Beschuldigte das Kind zurück, nach-

dem die Polizei ihn dazu aufgefordert hatte. Aus dieser Ziffer der Zusatzanklage-

schrift geht weder eine Nötigungshandlung hervor noch eine Androhung ernstlicher 

Nachteile, weshalb der objektive Tatbestand der Nötigung nicht erfüllt ist. 

Mithin hat der Beschuldigte sich in diesem Punkt der Nötigung gemäss Art. 181 

StGB nicht schuldig gemacht.