# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4486afb-a961-5e05-ae5a-ccdbc495ed0b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 16.03.2022 BRGE III Nr. 0044/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nr--0044-20_2022-03-16.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0044/2022 vom 16. März 2022 in BEZ 2022 Nr. 22 

Zu prüfen war die Rechtzeitigkeit des Rekurses. Gemäss Zustellnachweis 
war der angefochtene Beschluss am 20. Dezember 2021 ausgehändigt worden, 
jedoch nicht an den Rekurrenten persönlich. Dieser machte geltend, dass er 
den Beschluss erst am folgenden Tag in seinem Briefkasten vorgefunden habe.  

Aus den Erwägungen: 

3.1 Gemäss § 22 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) ist 
der Rekurs innert 30 Tagen seit der Mitteilung oder, mangels einer solchen, seit 
Kenntnisnahme der angefochtenen Anordnung bei der Rekursinstanz schriftlich 
einzureichen. Diese gesetzlich vorgeschriebene Frist kann gemäss § 12 Abs. 1 
Satz 1 VRG nur erstreckt werden, wenn die davon betroffene Person im Laufe 
der Frist stirbt oder handlungsunfähig wird. In einem solchen Fall ist gemäss 

§ 12 Abs. 2 VRG eine Fristwiederherstellung möglich, wenn dem Säumigen 
keine grobe Nachlässigkeit zur Last fällt und er innert zehn Tagen nach Wegfall 
des Grundes, der die Einhaltung der Frist verhindert hat, ein entsprechendes 
Gesuch stellt. 

Gemäss Sendeverfolgung der Post wurde der angefochtene Beschluss 
dem Rekurrenten am Montag, den 20. Dezember 2021, um 12:34 Uhr 
zugestellt. Die 30-tägige Rekursfrist begann somit am 21. Dezember 2022 zu 
laufen und endete am 19. Januar 2022. Der Poststempel auf dem 
Versandcouvert der Rekurseingabe lautet jedoch auf den 20. Januar 2022, 
weshalb der Rekurs grundsätzlich verspätet eingereicht wurde. 

3.2 Der Rekurrent macht diesbezüglich nun geltend, er sei am 20. 
Dezember 2021 um 12:34 Uhr nicht zu Hause gewesen und er habe den Brief 
erst am folgenden Tag, dem 21. Dezember 2021, in seinem Briefkasten 
vorgefunden. Es sei unklar, wer das Einschreiben entgegengenommen habe. 
(…) 

3.3 Gemäss den geltenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen der 
Schweizerischen Post für Postdienstleistungen für Privatkundinnen und -
kunden (https://www.post.ch/de/pages/footer/allgemeine-geschaeftsbedingun-
gen-agb) bestätigt die Empfängerin bei eingeschriebenen Briefsendungen den 
Sendungsempfang durch ihre Unterschrift auf den von der Post eingesetzten 
Geräten (Ziff. 2.5.1). Neben der Empfängerin sind sämtliche im selben Wohn- 
oder Geschäftsdomizil anzutreffenden Personen berechtigt, Sendungen zu 
beziehen (Ziff. 2.5.5). Die förmliche Zustellung erfolgt mit der Entgegennahme 
der Sendung bzw. mit der unterschriftlichen Empfangsbestätigung durch eine 

empfangsberechtigte Person (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. A., 2014, 
§ 10 Rz. 94 m.w.H.). Jene Person braucht zur Entgegennahme einer Sendung 
weder ausdrücklich noch stillschweigend ermächtigt zu sein (Adrian Staehelin, 
in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Hrsg.: Thomas 
Sutter-Somm, Franz Hasenböhler, Christoph Leuenberger, 3. A., 2016, Art. 138 
Rz. 5).  

- 2-  
 

 

Tatsächlich gleicht die Unterschrift auf der Empfangsbestätigung der Post 
nicht derjenigen des Rekurrenten. Es stellt sich die Frage, wie zu verfahren ist, 
wenn der Adressat – wie im vorliegenden Fall – die Zustellung an die richtige 
Adresse bzw. Person bestreitet. Hierzu kann auf die Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum Empfang von Abholungseinladungen verwiesen werden. 
Bestreitet ein Adressat den Empfang der Abholungseinladung, so gilt gemäss 
Rechtsprechung eine Vermutung, dass der Postangestellte den Avis 
ordnungsgemäss in den Briefkasten oder ins Postfach des Empfängers legte 
und das Zustelldatum im Zustellbuch korrekt eingetragen worden ist. Die 
Gefahr, dass die Abholungseinladung versehentlich in den Briefkasten einer 
Drittperson gelangte, wird mit anderen Worten nicht in Betracht gezogen bzw. 
sie geht zulasten des Empfängers (vgl. BGr, 29. Januar 2008, 5A_729/2007, E. 
4.2, www.bger.ch). Es hat somit im vorliegenden Fall – analog zu der 
erwähnten Rechtsprechung – die Vermutung zu gelten, dass der Postange-
stellte die Sendung dem Adressaten oder einer zur Entgegennahme 
berechtigten Person übergeben hat (so auch das Obergericht des Kantons 
Zürich, II. Zivilkammer, im Urteil PQ200046 vom 9. November 2020, E. II.1, 
www.gerichte-zh.ch). Es ist somit denkbar, dass die Sendung von einer mit dem 
Rekurrenten im gleichen Haushalt lebenden Person – oder zumindest von einer 
Person, die den Anschein erweckt hat, sie lebe im gleichen Haushalt – 
entgegengenommen worden ist. Zumindest kann der Rekurrent diese 
Vermutung nicht wiederlegen. (…)