# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60363285-ca4d-5c14-bbca-e5d71fba2898
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240212-O1
**Docket/Reference:** SB240212-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240212-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240212-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. B. Amacker, die 

Oberrichterin lic. iur. V. Keller sowie der Gerichtsschreiber

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 5. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung,

vom 25. Januar 2024 (DG220184)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 27. September 

2022 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

(Urk. 79 S. 110 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig





der mehrfachen, teils versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie

der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 34 Tage durch Unter-

3.

4.

suchungshaft erstanden sind.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB für die Dauer von 

10 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) 

angeordnet.

5.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von 

Art. 257 StPO bzw. Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. Das Forensische Institut 

Zürich (FOR) wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 

30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut Zürich, Polizei- & 

Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich zwecks DNA-Proben-

ahme für die DNA-Profilerstellung zu erscheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unent-

schuldigt nicht nach, wird die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn - auf entsprechende 

Mitteilung des Forensischen Instituts Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. Der Beschul-

digte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

6.

Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes wird abgesehen.

-   3   -

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin den Betrag von CHF 10'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen.

8.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

CHF 

CHF 

CHF

CHF

9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   Gebühr Strafuntersuchung

40.00   Dr. B._____ ärztl. Befund Privatklägerin

1'000.00   Gerichtsgebühr OGZ, G. Nr. UB210176-O

CHF

9'984.10

  amtliche Verteidigung RA X2._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

CHF

CHF

33'174.80

  amtliche Verteidigung RA X1._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

26'836.95

  unentgeltliche Rechtsvertretung RA Y._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

9.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden 

dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerin werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 426 

Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

10.

[Mitteilungen]

11.

[Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 105 und Prot. II S. 12; vgl. auch Urk. 81)

1.

2.

3.

Die  Dispositiv-Ziffern  1.,  2.,  3.,  4.,  5.,  7.  und  9.  des  Urteils  des 
Bezirksgerichts  Zürich  vom  25. Januar  2024  (Geschäfts-Nr.: 
DG220184-L) seien vollumfänglich aufzuheben.

Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizu-
sprechen.

Dem Beschuldigten sei eine angemessene Genugtuung von min-
destens Fr. 11'800.– zuzusprechen.

-   4   -

4.

5.

Die  Genugtuungsforderung  der  Privatklägerin  sei  vollumfänglich 
abzuweisen.

Die Kosten der Untersuchung und des erst- und zweitinstanzlichen 
Gerichtsverfahrens, inklusive derjenigen für die gesamte amtliche 
Verteidigung des Beschuldigten sowie der unentgeltlichen Rechts-
vertretung  der  Privatklägerin  (je  zzgl.  7.7 %  bzw.  8.1 %  MwSt.) 
seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen, eventualiter 
der Privatklägerin aufzuerlegen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 84)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerin:

1.

2.

3.

Es  seien  die  Anträge  des  Beschuldigten  vollumfänglich  abzuwei-
sen;

Es  sei  das  vorinstanzliche  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Zürich, 
2. Abteilung,  vom  25. Januar  2024  vollumfänglich  zu  bestätigen 
auch  in  Bezug  auf  die  Zusprechung  einer  Genugtuung  an  die 
Privatklägerin  im  Umfang  von  CHF 10'000.00  zu  Lasten  des 
Beschuldigten;

Es seien dem Beschuldigten die gesamten Verfahrenskosten inklu-
sive der Kosten des unentgeltlichen Rechtsvertreters gemäss der 
richterlich genehmigten Honorarnote (inkl. MwSt.) aufzuerlegen.

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang

1.

Zum  Verfahrensgang  bis  zum  Erlass  des  erstinstanzlichen  Urteils  kann  auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 79 S. 4-8). Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene 

und am 25. Januar 2024 mündlich eröffnete Urteil (vgl. Prot. I S. 49) meldete der 

Beschuldigte innert gesetzlicher Frist Berufung an (Urk. 75). Nach Zustellung des 

begründeten Urteils reichte der Beschuldigte sodann wiederum fristgerecht seine 

Berufungserklärung ein (Urk. 81). Mit Präsidialverfügung vom 14. Mai 2024 wurde 

der Privatklägerin sowie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt um zu erklären, ob 

Anschlussberufung  oder  ein  Nichteintreten  auf  die  Berufung  beantragt  werde 

(Urk. 82). Der Privatklägerin wurde ausserdem Frist angesetzt, um zu erklären, ob 

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sie  den  Antrag  stelle,  dass  dem  urteilenden  Gericht  eine  Person  gleichen 

Geschlechts  angehöre,  ob  sie  für  den  Fall  einer  Befragung  verlange,  von  einer 

Person gleichen Geschlechts einvernommen zu werden sowie ob für den Fall einer 

Befragung verlangt werde, dass für die Übersetzung ihrer Befragung eine Person 

gleichen Geschlechts beigezogen werde (Urk. 82). Mit Eingabe vom 17. Mai 2024 

teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf Anschlussberufung verzichte und die 

Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils  beantrage  (Urk. 84).  Mit  Eingabe  vom 

5. Juni 2024 teilte auch die Privatklägerin mit, dass sie keine Anschlussberufung 

erhebe und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantrage. Sodann bean-

tragte sie die allfällige Befragung durch eine weibliche Person, dass dem Spruch-

körper mindestens eine Person weiblichen Geschlechts angehöre und die Dolmet-

scherin ebenfalls eine weibliche Person sei (Urk. 85). Mit Präsidialverfügung vom 

10. Juni 2024 wurde der Privatklägerin für das Berufungsverfahren die unentgelt-

liche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand  bestellt  (Urk. 88).  Mit  Präsidialverfügung  vom  15. Oktober  2024 

wurde die Publikumsöffentlichkeit von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen, 

akkreditierte Gerichtsberichterstatter wurden unter Auflage zugelassen (Urk. 90).

2. Mit Eingabe vom 14. Januar 2025 stellte der Beschuldigte den Beweisantrag, 

es  sei  die  vollständige  Krankengeschichte  (inkl.  sämtlicher  Sitzungsprotokolle 

sowie allfälliger Berichte der Therapie) der Privatklägerin zu ihrer Therapie bei PD 

Dr. med. C._____ einzuholen (Urk. 93). Nach eingeholter Stellungnahme der Pri-

vatklägerin 

(Urk. 96)  und 

implizitem  Verzicht  der  Staatsanwaltschaft  auf 

Stellungnahme  wurde  dieser  Antrag  mit  Präsidialverfügung  vom  6. März  2025 

abgewiesen (Urk. 100).

3.

Am 26. Februar 2025 wurden die Parteien auf den 5. Mai 2025 zur Berufungs-

verhandlung  vorgeladen  (Urk. 98).  Zur  Berufungsverhandlung  erschienen  der 

Beschuldigte  in  Begleitung  seines  amtlichen  Verteidigers  Rechtsanwalt  lic. iur. 

X1._____ sowie der Rechtsvertreter der Privatklägerin, Rechtsanwalt Dr. iur. HSG 

Y._____  (Prot. II  S. 9).  Vorfragen  waren  anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

keine zu entscheiden und es wurden keine Beweisergänzungsanträge gestellt. Ab-

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gesehen  von  der  Einvernahme  des  Beschuldigten  waren  keine  Beweise 

abzunehmen (Prot. II S. 11 f.; Urk. 104).

Das Verfahren ist spruchreif.

II.  Prozessuales

1.1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft. Das 

Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-

nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

1.2. Der  Beschuldigte  ficht  Dispositiv-Ziffern 1.  (Schuldsprüche),  2.  (Strafe), 

3. (Vollzug), 4. (Landesverweisung und Ausschreibung im SIS), 5. (Abnahme einer 

DNA Probe), 7. (Genugtuung an Privatklägerin) sowie 9. (Kostenauferlegung) an. 

Dispositiv-Ziffer  6.  (Absehen  Anordnung  Tätigkeitsverbot  und  8.  (Kostenfestset-

zung)  sind  nicht  angefochten  (Urk. 81;  Prot. II  S. 11),  womit  diese  in  Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des Berufungs-

verfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes zur Disposition.

2.1. Bereits  an  dieser  Stelle  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  sich  die  urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne  Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen  muss  (BGE 141  IV  249  E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsin-

stanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-

ken.

2.2. Soweit  für  die  tatsächliche  und  die  rechtliche  Würdigung  des  angeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in  Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit 

Erwähnung findet.

3.

Das  am  1. Juli  2024  neu  in  Kraft  getretene  Sexualstrafrecht  definiert  die 

Tatbestände der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung neu. Ein Teil der vor-

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liegend relevanten Sachverhalte würde nicht mehr unter Art. 190 Abs. 1 StGB bzw. 

Art. 189 Abs. 1 StGB sondern neu unter Art. 190 Abs. 2 StGB und Art. 189 Abs. 2 

StGB abgehandelt. Die jeweiligen Strafrahmen blieben jedoch gleich, denn auch 

nach neuem Recht reichen diese von einem Jahr bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe 

(Art. 190 Abs. 2 StGB) bzw. von 3 Tagen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe oder 

Geldstrafe (Art. 189 Abs. 2 StGB). Das neue Recht ist in Bezug auf den vorliegen-

den Sachverhalt nicht als milder anzusehen, weshalb das alte Recht anzuwenden 

und auch in Bezug auf die rechtliche Würdigung relevant sein wird.

III.  Sachverhalt

1.

Anklagevorwurf

1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, die Privatklägerin, 

welche  vom  tt. Juli  2016  (Heirat  im  Iran)  bis  8. Februar  2022  (Datum  des  Schei-

dungsurteils des Bezirksgerichts Uster) seine Ehefrau war, im Zeitraum vom August 

2016 bis Sommer 2020 zweimal vergewaltigt, einmal sexuell genötigt und einmal 

versucht sexuell genötigt zu haben (Urk. 15). Betreffend den detaillierten Anklage-

sachverhalt kann auf die dem Urteil angeheftete Anklageschrift verwiesen werden 

(Urk. 15).

1.2. Der  Beschuldigte  bestreitet  die  Vorwürfe  gegen  ihn.  Es  sei  nie  gegen  den 

Willen der Privatklägerin zu sexuellen Handlungen gekommen (vgl. zuletzt Urk. 104 

S. 4 ff.; vgl. auch Prot. II S. 14 ff.).

1.3. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, dass 

der Beschuldigte – entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen – die einzelnen Vor-

würfe glaubhaft und bestmöglich bestritten habe und sogleich versucht habe, die 

Behauptungen der Privatklägerin ins rechte Licht zu rücken. Der Privatklägerin sei 

in ihren Einvernahmen von Beginn weg immer wieder "unter die Arme" gegriffen 

und Gelegenheit gegeben worden, um Lücken in ihren Erzählungen zu füllen oder 

Widersprüche zu erklären. Hierbei habe sich die Privatklägerin denn auch teilweise 

geschickt gezeigt, teilweise habe sie sich aber in offensichtliche Lügen oder Wider-

sprüche verstrickt. Es sei davon auszugehen, dass die Privatklägerin wahrschein-

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lich  bestens  vorbereitet  –  sie  sei  zumindest  beim  BIF  gewesen  –  den  Weg  zur 

Polizei gemacht habe. Demgegenüber habe sich der Beschuldigte völlig unvorbe-

reitet  und  spontan  zu  Vorwürfen  äussern  müssen,  welche  teilweise  komplett 

unwahr gewesen seien und zugleich teilweise mehrere Jahre zurückgelegen haben 

sollen.  Der  Beschuldigte  habe  sich  von  Beginn  an  kämpferisch  und  in  Tat  und 

Wahrheit  ohne  jegliche  (taktische)  Zurückhaltung  gegen  diese  Vorwürfe  gewehrt 

und auch mehrfach betont, dass diese Vorwürfe immer wieder gespickt mit einzel-

nen  tatsächlich  wahren  Begebenheiten  gewesen  seien,  jedoch  mit  unwahren 

Bestandteilen  ergänzt  worden  seien.  Die  an  den  Beschuldigten  immer  wieder 

gestellte Frage nach dem Motiv der Privatklägerin für eine falsche Beschuldigung 

habe  der  Beschuldigte  logischerweise  nicht  ernsthaft  und  abschliessend  beant-

worten  können.  Trotzdem  habe  man  das  von  ihm  immer  wieder  hören  wollen. 

Womöglich  stecke  hinter  den  falschen  Anschuldigungen  ein  finanzielles  oder 

migrationsrechtliches  Motiv,  möglicherweise  habe  sich  die  Privatklägerin  in  ihrer 

Wahrnehmung unter dem Strich tatsächlich durch den Beschuldigten missbraucht 

oder  ausgenützt  gefühlt  und  es  sei  um  eine  Abrechnung  mit  dem  Beschuldigten 

gegangen. Oder es seien die Erinnerungen und Wahrnehmungen der Privatkläge-

rin  in  ihren  Therapien  uminterpretiert  und  fehlgeleitet  (false  memories)  worden, 

sodass die Privatklägerin mit der Zeit selbst an ihre Versionen geglaubt habe. Diese 

Frage könne vom Beschuldigten nicht beantwortet werden. Der Beschuldigte sei 

jedenfalls  ein  Opfer  einer  falschen  Anschuldigung.  Die  Vorinstanz  habe  dem 

Beschuldigten aktenwidrig ein religiös geprägtes und abschätziges Bild gegenüber 

der Privatklägerin vorgeworfen und das von der Privatklägerin klischierte Bild des 

Beschuldigten übernommen. Nach diesem klischierten Bild der Privatklägerin soll 

der Beschuldigte ein sehr religiöser Mensch gewesen sein und von ihr Dinge ver-

langt haben, welche ihm gemäss Koran und Ehevertrag zustehen würden. Das sei 

jedoch – so der Verteidiger weiter – alles Quatsch; der Beschuldigte wie auch die 

Privatklägerin  seien  beide  aktenkundig  weltoffene,  gebildete  Menschen,  beide 

seien in nichtreligiösen Familien aufgewachsen und hätten auch so (säkularisiert, 

hedonistisch, lebensbejahend und absolut gleichwertig) in der Schweiz miteinander 

gelebt. Es sei die Privatklägerin gewesen, welche generell "die Hosen" in der Ehe 

angehabt habe. Die Vorinstanz habe überdies fest an die Version der Privatklägerin 

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geglaubt,  wonach  diese  "mit  den  hiesigen  Sitten,  Gebräuchen,  Gepflogenheiten 

und Möglichkeiten noch lange unvertraut" gewesen sein soll. Auch hier verkenne 

die Vorinstanz, dass sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin aktenkun-

dig  und  unbestrittenermassen  aus  modernen,  aufgeklärten  sowie  unreligiösen 

Familien stammen würden, und sich die Privatklägerin gleich wie der Beschuldigte 

deshalb auch von Beginn an in der Schweiz heimisch gefühlt habe. Die Privatklä-

gerin  habe  den  Master  in  Maschinenbau  absolviert  und  sei  dann  in  die  Schweiz 

gekommen. Trotzdem sei es für die Vorinstanz unverständlicherweise verständlich 

gewesen, dass der Privatklägerin "erst nach Konsultation des BIF's und weiterer 

Therapien"  die  Augen  geöffnet  worden  sein  sollen.  Eine  solche  Sichtweise  sei 

unbegreiflich und willkürlich. Vielmehr sei zu erkennen, dass die Privatklägerin mit 

den  bekannten  Vorwürfen  gerade  dann  gekommen  sei,  als  sie  sich  in  Trennung 

befunden hätten, ein Scheidungskampf zwischen ihnen vonstatten gegangen sei, 

der Beschuldigte sie zuvor bei der Polizei angezeigt und sie habe zugeben müssen, 

dass sie ihn bei einem Streit heftig gebissen habe, und auch nachdem der Beschul-

digte  die  Trennung  beim  Migrationsamt  angezeigt  habe.  Welche  Gefühlsweiten 

hierdurch  bei  der  Privatklägerin  möglicherweise  entstanden  seien,  könne  nur 

erahnt werden. Jedenfalls habe sie den Beschuldigten schliesslich massiv falsch 

beschuldigt, was ein krimineller Akt sei und wodurch sie den Beschuldigten in eine 

dauerhafte und massive Not- und Schieflage versetzt habe. Aus den vom Beschul-

digten eingereichten Chatnachrichten würde rein gar nichts auf die unzutreffenden 

Vorwürfe von Seiten der Privatklägerin hindeuten. Die Chatverläufe würden jeweils 

aus den Zeiträumen nach den angeblichen Tatzeitpunkten stammen. Dort fänden 

sich  aber  lediglich  verliebte  Nachrichten  von  Seiten  der  Privatklägerin,  sie  habe 

Ratschläge zu Sexualpraktiken gegeben und es fänden sich verdorbene Sexnach-

richten  der  Privatklägerin  an  den  Beschuldigten.  Dass  eine  von  ihrem  Ehemann 

regelmässig missbrauchte Frau solche offensichtlich unbekümmerten Nachrichten 

sende, dies jeweils nach den angeblichen Tatzeitpunkten, und demgegenüber rein 

gar nicht darüber diskutiert worden sei, was gemäss ihrer Behauptung passiert sei, 

sei schlichtweg lebensfremd. Was die Vorinstanz als Zeichen für die innere Zer-

rissenheit  der  Privatklägerin  gedeutet  habe,  sei  in  Tat  und  Wahrheit  schlicht  ein 

-   10   -

Beweis für ihre widersprüchlichen und offensichtlich unwahren Angaben (Urk. 105, 

106/1-4; Prot. II S. 12 und 13 f.).

2.

Sachverhaltserstellung und Beweismittel

2.1. Angesichts der Bestreitung des Beschuldigten ist zu prüfen, ob die Anklage-

sachverhalte aufgrund der Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente 

erstellt  und  dem  Beschuldigten  mit  rechtsgenügender  Sicherheit  nachgewiesen 

werden können.

2.2. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung sowie die vorliegend 

relevanten Beweismittel zutreffend wiedergegeben, weshalb zur Vermeidung von 

Wiederholungen  darauf  zu  verweisen  ist  (Urk. 79  S. 15-16,  E. II/2-3).  Als 

Beweismittel liegen demnach die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 4/1-6, Urk. 62) 

sowie  des  Beschuldigten  (Urk. 3/1-3,  Urk. 63;  Urk. 104)  im  Recht,  betreffend 

Anklagevorwurf 1.1. sodann medizinische Unterlagen der Privatklägerin (Urk. 5/1-

4).  Auch  betreffend  allgemeine  Glaubwürdigkeit  und  Glaubhaftigkeit  hat  die 

Vorinstanz  zutreffende  Ausführungen  gemacht,  worauf  verwiesen  wird  (Urk. 79 

S. 17-19, E. II/4-5).

2.3. Die Vorinstanz legt zunächst zutreffend dar, wie es zu diesem Verfahren kam 

(Urk. 79  S. 19  f.,  E. II/6).  Zusammengefasst  kam  es  am  3. Juni  2021  zu  einer 

Anzeige  durch  den  Beschuldigten  gegen  die  Privatklägerin  wegen  häuslicher 

Gewalt.  Anlässlich  der  diesbezüglichen  Einvernahme  durch  die  Kantonspolizei 

Zürich am 7. Juni 2021 wurde die Privatklägerin über die Opferhilfe informiert und 

nahm  daraufhin  eine  Beratung  bei  der  BIF  (Beratungsstelle  für  Frauen  gegen 

Gewalt in Ehe und Partnerschaft) in Anspruch. Nach einem Gespräch bei der BIF 

entschloss  sich  die  Privatklägerin  sodann  am  9. August  2021  zu  einer  Anzeige 

gegen den Beschuldigten und schilderte Vergewaltigungen während ihrer Ehe.

2.4.1. Die  Vorinstanz  hat  sich  ausführlich  und  zutreffend  mit  dem  allgemeinen 

Aussageverhalten der Parteien auseinandergesetzt betreffend die Beziehung der 

Parteien,  die  Religiosität  des  Beschuldigten,  allfällige  sachfremde  Motive  der 

Privatklägerin  betreffend  Anzeigeerstattung  sowie  die  vom  Beschuldigten  einge-

-   11   -

reichten  Bildaufnahmen,  Sprach-  und  Textnachrichten  (Urk. 79  S. 20-29,  E. II/7). 

Darauf  kann  grundsätzlich  verwiesen  werden.  Hervorhebend  und  ergänzend  ist 

dazu Folgendes festzuhalten.

2.4.2. Betreffend die Beziehung der Parteien schilderten beide übereinstimmend, 

dass sie aus Liebe geheiratet hätten und die Privatklägerin nach der Heirat im Iran 

zum  Beschuldigten  in  die  Schweiz  gezogen  sei.  Die  Privatklägerin  schildert 

nachvollziehbar,  dass  ihre  Beziehung  sowohl  durch  positive  als  auch  negative 

Ereignisse  geprägt  gewesen  sei.  Dies  habe  insbesondere  auch  für  ihre  sexuelle 

Beziehung  gegolten.  So  hätten  sie  auch  einvernehmlichen  Sex  gehabt.  Oftmals 

habe sie dabei auch gedacht, dass das dazugehöre und ein Muss sei. Sie habe 

seine Wünsche erfüllt. Es gebe vieles, das man nicht wolle, aber sich einrede, dass 

man es wolle (Urk. 62 S. 16). Die Privatklägerin konnte sehr gut erklären, weshalb 

sie die Übergriffe nicht früher zur Anzeige gebracht oder weshalb sie mit nieman-

dem  darüber  geredet  habe.  So  habe  der  Beschuldigte  sich  nach  den  Vorfällen 

jeweils entschuldigt und gesagt es sei wegen dem Stress. Sie habe ihm geglaubt 

und  an  ihrer  Beziehung  festhalten  wollen.  Sie  habe  den  Beschuldigten  ja  auch 

geliebt. Ausserdem habe sie keinen Skandal in der Familie gewollt. Sie schildert 

auch die sexuellen Probleme des Beschuldigten, insbesondere seine Neigungen 

und Perversionen sowie seinen Pornokonsum und dass er seine Perversionen an 

ihr als seiner Ehefrau ausgelebt habe (Urk. 62 S. 14).

Demgegenüber  bleibt  der  Beschuldigte  in  seinem  Aussageverhalten  knapp 

und pauschal und weitestgehend rechtfertigend. Zwar führt er ebenfalls aus, dass 

sie  sexuelle  Probleme  gehabt  hätten,  schildert  diesbezüglich  jedoch  lediglich,  er 

habe  Erektionsstörungen  gehabt  und  vorzeitigen  Samenerguss.  Dass  er  Pornos 

konsumiert habe, negiert er vollständig. Seine Erklärungen, weshalb er dennoch so 

viele Pornofilme auf seinem Handy habe, nämlich, dass eine iranische WhatsApp-

Freundesgruppe diese teile, weil man im Iran diese sonst nirgends schauen könne 

und diese automatisch auf seinem Handy gespeichert würden, er diese aber nicht 

schaue, überzeugen nicht. So ist es ein leichtes, das Handy so einzustellen, dass 

einkommende  Filme  nicht  automatisch  gespeichert  werden.  Vielmehr  ist  davon 

auszugehen, dass er Pornos konsumiert hat, wie dies die Privatklägerin glaubhaft 

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ausführte und dies wohl auch einen Einfluss darauf hatte, welche sexuellen Prakti-

ken der Beschuldigte mit der Privatklägerin praktizieren wollte, ansonsten er deren 

Konsum nicht hätte leugnen müssen.

Insgesamt überzeugen die Schilderungen der Privatklägerin hinsichtlich ihres 

allgemeinen  Sexuallebens  in  der  Beziehung  und  der  diesbezüglichen  Probleme 

weitaus mehr als diejenigen des Beschuldigten. Im Weiteren kann auf die zutref-

fenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 79 S. 20-

22, E. II/7.1).

2.4.3. Hinsichtlich der Religiosität des Beschuldigten ist hervorzuheben, dass aus 

den Ausführungen des Beschuldigten in der Untersuchung und vor der Vorinstanz 

hervorgeht, dass der Beschuldigte die Regeln und Pflichten des Islams sehr genau 

kennt. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da er die ersten 24 Jahre seines Lebens im 

Iran, einem islamischen Land, gelebt hat und sicherlich durch die dort herrschende 

Kultur geprägt wurde. Welche konkrete Einstellung er bezüglich der Pflichten der 

Ehefrau sowie der legitimen Gewaltanwendung an dieser, sollte sie ihre Pflichten 

nicht erfüllen, tatsächlich pflegt, geht aus seinen Aussagen nicht klar hervor. Wie 

die  Vorinstanz  ausführte,  gab  die  Privatklägerin  an,  er  habe  bei  den  Übergriffen 

jeweils gesagt, es sei ihre eheliche Pflicht, den Mann zu befriedigen, er hingegen 

negiert solche Aussagen, wie er auch jegliche Gewaltanwendung bestreitet. Letzt-

lich spielt es aber keine entscheidende Rolle, wie religiös der Beschuldigte tatsäch-

lich war oder wie er die Religion gelebt hat. Entscheidend ist, dass die Privatkläge-

rin glaubhaft ausführte, dass er sich dergestalt äusserte. Ob er seine Handlungen 

als religiös gerechtfertigt empfand, die Berufung auf die eheliche Pflicht der Frau 

im Islam lediglich als Druckmittel anwendete, um seine Frau gefügig zu machen 

oder  eine  ambivalente  Einstellung  dazu  hatte,  kann  dahingestellt  bleiben.  Für 

letzteres spricht, dass er sich gemäss Aussagen der Privatklägerin im Nachhinein 

jeweils entschuldigte und Besserung gelobte. Es kann also durchaus sein, dass er 

zum Inhalt seiner Äusserungen selber ein gespaltenes Verhältnis hatte. Dies heisst 

aber nicht, dass diese Äusserungen so nicht stattfanden. Die Aussagen der Privat-

klägerin sind diesbezüglich konstant und detailliert und machen vor dem kulturellen 

Hintergrund der Eheleute durchaus Sinn.

-   13   -

2.4.4. Hinsichtlich allfälliger sachfremder Motive der Privatklägerin für eine Anzeige 

gegen  den  Beschuldigten  kann  vollumgänglich  auf  die  zutreffenden  vorinstanz-

lichen Erwägungen verwiesen werden. Die Vorinstanz hat zu Recht erwogen und 

begründet, weshalb – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 105 S. 7 f.) – 

weder  finanzielle  noch  migrationsrechtliche  Motive  der  Privatklägerin  für  eine 

Anzeige  erkennbar  seien  (Urk. 79  S. 24-27,  E. II/7.3).  Hervorzuheben  ist  diesbe-

züglich, dass die Privatklägerin offenbar ein Angebot des vormaligen Verteidigers 

des  Beschuldigten,  die  Anzeige  gegen  Geldzahlung  zurückzuziehen,  abgelehnt 

hat. Auch hat sie in der einvernehmlich abgeschlossenen Scheidungskonvention 

auf einen Teil der ihr zustehenden Geldabfindung verzichtet. Finanzielle Motive für 

eine Anzeige sind damit nicht auszumachen. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwie-

fern  eine  Anzeige  wegen  häuslicher  Gewalt  für  das  Aufenthaltsrecht  der  Privat-

klägerin notwendig gewesen wäre. Vielmehr erfüllte sie zum Zeitpunkt der Anzei-

geerhebung die Integrationskriterien gemäss Art. 58a AIG, was ihr gemäss ihrem 

Rechtsvertreter offenbar auch bekannt war (vgl. Urk. 79 S. 11 f., E. II/2.7). Betref-

fend  den  Zeitpunkt  der  Anzeigeerstattung  kann  auf  vorstehende  Erwägungen 

verwiesen  werden  (E. III/2.4.1-2.4.2).  Wie  die  Vorinstanz  zutreffend  ausführte 

(Urk. 79  S. 25,  E. II/7.3.3-7.3.4),  ist  der  Zeitpunkt  der  Anzeigeerstattung  auch  im 

Kontext der iranischen Kultur und der Ehre zu würdigen. Einerseits habe die Privat-

klägerin geglaubt, das Verhalten des Beschuldigten sei in der islamischen Religion 

normal, andererseits habe sie aber auch stets verleugnet, Opfer sexueller Gewalt 

geworden zu sein, zumal sie dies als etwas Hässliches empfunden habe. Sie habe 

auch die Ehe aufrechterhalten wollen, da sie den Beschuldigten geliebt habe und 

sich dieser für seine Handlungen bei ihr auch entschuldigt und versprochen habe 

sich zu bessern. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass sie erst später, nach einem 

Gespräch bei der BIF und konfrontiert mit einer Gegenanzeige, die Vorfälle bei der 

Polizei zur Sprache brachte.

2.4.5. Die Vorinstanz hat sich schliesslich ausführlich mit den von der Verteidigung 

eingereichten  Bildaufnahmen,  Sprach-  und  Textnachrichten  auseinandergesetzt, 

welche gemäss Verteidigung des Beschuldigten die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

der  Privatklägerin  in  Zweifel  ziehen  würden,  da  es  höchst  fraglich  sei,  dass  ein 

Opfer  sexueller  Gewalt  dem  mutmasslichen  Täter  verliebte  Nachrichten  oder 

-   14   -

Ratschläge  für  besseren  Sex  zustelle  (vgl.  Urk. 105  S. 13  f.).  Die  Vorinstanz  hat 

zusammengefasst erwogen, dass dieses Material keine entlastenden Elemente für 

den Beschuldigten liefere (Urk. 79 S. 27-29, E. II/7.4). Dieser Schlussfolgerung ist 

mit Verweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen vollumfänglich zu-

zustimmen.  Demnach  ist  unbestritten,  dass  die  Parteien  seit  Beginn  ihrer  Bezie-

hung ein Liebespaar waren, welches aus Liebe heiratete und dabei auch Zärtlich-

keiten  und  einvernehmliche  sexuelle  Handlungen  austauschte,  was  sich  auch  in 

Textnachrichten und Bildern wiederspiegelte. Daran ist nichts Ungewöhnliches zu 

erkennen, insbesondere was die Zeit vor ihrer Ehe anbelangt. Aber auch betreffend 

die  Zeit  danach  erwog  die  Vorinstanz  zu  Recht,  dass  in  Fällen  von  häuslicher 

Gewalt und/oder sexueller Gewalt innerhalb einer Beziehung oftmals eine gewisse 

Widersprüchlichkeit  mitschwingt,  welche  rational  nur  schwer  zu  erklären  ist.  Aus 

den Einvernahmen der Privatklägerin geht die Ambivalenz in der Beziehung zum 

Beschuldigten klar hervor. Sie vermochte nachvollziehbar zu schildern, wie sie zu 

Beginn der Ehe an der Beziehung arbeiten wollte, sie den Beschuldigten liebte und 

er ihr versprochen habe, alles werde besser. In diese Erklärung lassen sich auch 

die  Textnachrichten  mit  Tipps  für  ein  besseres  Sexualleben  stimmig  einreihen. 

Dass sie mit Freunden und/oder dem Beschuldigten auch Spass hatte, wie gewisse 

eingereichte Fotos suggerieren, stellte sie nie in Abrede und ziehen die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen nicht in Zweifel.

2.5.1. Anklageziffer 1.1. - Vorfall vom 26. August 2016

2.5.1.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 27. September 2022 vorge-

worfen, in der Nacht vom 26. August 2016 in der damaligen ehelichen Wohnung, 

als die Parteien zusammen im Bett gelegen seien, die Hand der Privatklägerin zu 

seinem Penis geführt zu haben. Als die Privatklägerin darauf gesagt habe, dass sie 

noch nicht für Geschlechtsverkehr bereit sei, habe der Beschuldigte ihr geantwor-

tet,  dass  es  ihre  Pflicht  als  Ehefrau  sei,  ihn  zu  befriedigen,  was  auch  im  Koran 

stehe, und habe seine Unterhosen ausgezogen. Dann habe er mit seiner Hand den 

Kopf  bzw.  Nacken  der  Privatklägerin  gepackt  und  ihn  in  Richtung  seines  Penis 

gezogen, um so dennoch die Fellatio gegen den offenkundig anderen Willen der 

-   15   -

Privatklägerin  zu  erzwingen.  Als  sich  die  Privatklägerin  mit  Kräften  dagegen 

gewehrt  habe,  habe  sie  der  Beschuldigte  mehrfach  heftig  auf  Kopf  und  Rücken 

geschlagen, bis sie – vor Einführung des Penis in ihren Mund – vor Angst und ob 

den Schlägen zittrig bzw. dann kurz auch ohnmächtig geworden sei (Urk. 15 S. 2).

Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorwurf, die Privatklägerin sei ohnmächtig 

geworden, als man nebeneinander im Bett gelegen sei. Er habe weder versucht 

sexuelle Handlungen mit ihr auszuführen noch habe er sie geschlagen.

2.5.1.2. Sachverhaltserstellung

Die  Vorinstanz  hat  die  vorliegend  relevanten  Aussagen  des  Beschuldigten 

sowie der Privatklägerin in der Untersuchung sowie anlässlich der Hauptverhand-

lung  vor  Vorinstanz  zutreffend  wiedergegeben,  weshalb  zur  Vermeidung  von 

Wiederholungen  darauf  zu  verweisen  ist  (Urk. 79  S. 30-32;  S. 35-37).  Die 

Vorinstanz kam in sehr ausführlicher und detaillierter Würdigung beider Aussagen 

sowie  der  weiteren  Untersuchungsergebnisse,  insbesondere  dem  ambulanten 

Kurzbericht  des  Stadtspitals  Waid  vom  26. August  2016,  zum  Schluss,  dass  die 

Schilderungen  der  Privatklägerin  realistisch  und  glaubhaft  seien.  Die  Aussagen 

seien  im  Kern  durchwegs  konsistent,  lebensnah  und  detailliert,  auch  würden  sie 

keine  Übertreibungen  aufweisen.  Insgesamt  könne  auf  ihre  Aussagen  abgestellt 

werden.  Die  Aussagen  des  Beschuldigten  seien  hingegen  nicht  glaubhaft.  In 

Gesamtwürdigung  der  Beweismittel  sah  die  Vorinstanz  den  Anklagesachverhalt 

wie in der Anklageschrift dargelegt als erstellt an (Urk. 79 S. 30-42, E. II/8). Dem ist 

zuzustimmen.

Die Schilderungen der Privatklägerin betreffend diesen Vorfall deuten auf tat-

sächlich Erlebtes hin. Es finden sich in ihren Aussagen auch Unsicherheiten oder 

Erklärungsversuche für das Verhalten des Beschuldigten (er sei im Stress gewe-

sen). Ergänzend zu erwähnen ist, dass ihre Aussage, wonach sie noch nicht bereit 

sei  für  Geschlechtsverkehr  –  wenn  man  sämtliche  Aussagen  der  Privatklägerin 

anschaut –, so zu verstehen ist, dass sie sich auf diesen Abend bezog und nicht 

auf die gesamte Dauer ihres Zusammenlebens. Einerseits führte sie in der selben 

Einvernahme  vom  29. November  2021  aus,  es  sei  vor  diesem  Vorfall  bereits  zu 

-   16   -

einvernehmlichem Oralverkehr zwischen ihnen gekommen (Urk. 4/1/3 S. 7 F/A 31), 

andererseits antwortete sie auf die Frage, was der Beschuldigte mit diesen Schlä-

gen wohl zu erreichen versuchte: "[…], weil er den Geschlechtsverkehr erst dann 

genoss, wenn es grob war (Urk. 4/1/3 S. 7 F/A 29)", was ebenfalls impliziert, dass 

sie bereits vor diesem Vorfall Geschlechtsverkehr hatten. In der Hauptverhandlung 

vor Vorinstanz bejahte sie die Frage nach vorehelichem Geschlechtsverkehr denn 

auch  ausdrücklich  (Urk. 62  S. 13;  vgl.  dazu  auch  die  zutreffenden  Ausführungen 

des  Rechtsvertreters  der  Privatklägerin  anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

[Prot. II S. 13]). Entgegen den Vorbringen der Verteidigung vermag eine anderslau-

tende Aussage in der Untersuchung die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin  jedenfalls  nicht  zu  erschüttern.  Nichts  an  der  Glaubhaftigkeit  ihrer  Aus-

sagen zu ändern vermag sodann der Umstand, dass sie gegenüber dem Spitalper-

sonal nichts von einem Übergriff erwähnt hat oder gleich wieder nach Hause wollte. 

Einerseits kann sie die Gründe dafür nachvollziehbar erklären (vgl. Urk. 79 S. 40 

E. II/8.5.5).  Andererseits  ist  hinlänglich  bekannt,  dass  insbesondere  Opfer  von 

häuslicher Gewalt sich häufig eben nicht gleich dem Spitalpersonal oder anderen 

Personen anvertrauen. Dies gilt umso mehr, wenn der Täter anwesend ist.

Demgegenüber erscheinen die Ausführungen des Beschuldigten betreffend 

diesen Abend konstruiert und wenig plausibel. Zum einen ist nicht nachvollziehbar, 

dass der Beschuldigte, wenn seine Ehefrau in der Nacht neben ihm liegt und nicht 

mehr  antwortet,  von  einer  Ohnmacht  ausgeht  und  nicht  einfach  davon,  dass  sie 

eingeschlafen  ist.  Im  Weiteren  erscheint  es  merkwürdig,  dass  in  einer  solchen 

Situation, nachdem die Privatklägerin wieder zu sich gekommen war, die Sanität 

alarmiert wird. Vielmehr lässt sich solches Handeln, wie die Vorinstanz zutreffend 

erwog,  mit  der  Befürchtung  des  Beschuldigten  in  Einklang  bringen,  dass  durch 

Packen und Zudrücken des Halses, verbunden mit Schlägen auf den Kopf, eben 

Schlimmeres  hätte  passiert  sein  können.  Eine  weitere  auffällige  Unstimmigkeit 

betrifft die im ambulanten Kurzbericht des Stadtspitals Waid festgehaltenen Anga-

ben  des  Beschuldigten,  dass  die  Privatklägerin  kurz  nach  dem  Schlafengehen 

plötzlich  rhythmische  Zuckungen  mit  Überstreckung  des  Nackens  gehabt  habe 

(Urk. D1/5/1). In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz gab er an, sich nicht daran 

zu erinnern, das gesehen zu haben. Es ist – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

-   17   -

(Urk. 115  S. 14  f.)  –  ausgeschlossen,  dass  man  so  etwas  –  wenn  es  tatsächlich 

passiert ist – vergisst, insbesondere da dies als Grund angegeben wurde, weshalb 

man überhaupt ins Spital ging.

2.5.1.3. Zusammenfassend  ist  der  Anklagevorwurf  aufgrund  des  Ausgeführten 

zweifelsfrei und rechtsgenügend erstellt. Einzig die Aussage, dass sie noch nicht 

für Geschlechtsverkehr bereit sei, ist dahingehend zu modifizieren, als sie in dem 

Moment nicht für Geschlechtsverkehr bereit sei.

2.5.2. Anklageziffer 1.2. - Vorfall vom Juli 2017

2.5.2.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 27. September 2022 weiter 

vorgeworfen, an einem Abend im Juli 2017 in der damaligen Wohnung in Zürich, 

im  dortigen  Wohnzimmer,  Geschlechtsverkehr  mit  der  Privatklägerin  gewollt  zu 

haben, was sie aber abgelehnt und gesagt habe, dass sie jetzt dafür nicht bereit 

sei. Daraufhin habe der auf dem Sofa sitzende Beschuldigte, der zuvor auf seinem 

Mobiltelefon Pornos geschaut habe, zur Privatklägerin gesagt, dass es ihre Pflicht 

als Ehefrau sei, ihn zu befriedigen. Dann habe er die Privatklägerin vor sich auf den 

Boden gestossen, seine Hose samt Unterhose herunter gezogen und den Kopf der 

Privatklägerin gepackt und ihn zu seinem Penis gezogen. Danach habe er seinen 

steifen Penis in ihren Mund geschoben. Dabei habe er sie am Kinn gepackt und an 

den Haaren gerissen, bis sie geweint habe. Er habe sie dabei angewiesen, bei der 

Fellatio schneller zu machen, bis er befriedigt sei. So habe er die Fellatio gegen 

den offenkundig anderen Willen der Privatklägerin erzwungen, bis er schliesslich in 

ihr Gesicht ejakuliert und dann von ihr abgelassen habe (Urk. 15 S. 2 f.).

Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorwurf, diesen Abend habe es nie gege-

ben.

2.5.2.2. Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin in 

der  Untersuchung  zu  diesem  Vorfall  zutreffend  wiedergegeben;  es  kann  darauf 

-   18   -

verwiesen werden (Urk. 79 S. 43 f., 46-48). Die Vorinstanz erachtete den diesbe-

züglichen  Sachverhalt  aufgrund  der  detailreichen,  lebensnahen  und  stimmigen 

Aussagen der Privatklägerin als erstellt (Urk. 79 S. 42-50, E. II/9). Diese Einschät-

zung  ist  zu  übernehmen  und  es  kann  auf  die  diesbezüglichen  Ausführungen 

verwiesen werden. Die Privatklägerin schilderte den Vorfall sehr anschaulich, mit 

vielen  Details  (Laptop,  Salzbad,  Gang  in  die  Küche,  Pornokonsum  auf  Handy, 

Anweisungen des Beschuldigten, etc.). Mit der Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, 

dass die Privatklägerin einen psychologisch stimmigen Ablauf schilderte, welcher 

auf  tatsächlich  Erlebtes  hindeutet.  Grosse  Plausibilität  verleiht  ihren  Aussagen 

ausserdem,  dass  sie  versuchte,  die  Motive  des  Beschuldigten  für  diesen  Vorfall 

einzuordnen.  So  schilderte  sie  eindrücklich,  dass  der  Beschuldigte  sehr  viele 

Pornos  geschaut  habe,  wodurch  er  zu  seltsamen  sexuellen  Handlungen  geführt 

worden sei. Wenn man viele Pornos schaue, werde man auf dem normalen Weg 

nicht mehr befriedigt und möchte immer mehr, wie Vergewaltigungen oder sexuelle 

Übergriffe mit Gewalt. Sie habe das mit einem Sexualtherapeuten besprochen und 

dieser habe ihr das so erklärt. Sie habe dies begriffen und angefangen zu verste-

hen. Aber sie habe sich dabei schlecht gefühlt, weil sie das Gefühl gehabt habe, 

dass  sie  dies  tun  müsse  (Urk. 1/4/2  S. 7  f.).  Was  der  Beschuldigte  zu  seinem 

Pornokonsum ausführte, vermag hingegen – wie erwähnt – nicht zu überzeugen. 

Wie  vorne  ausgeführt  (E. III/2.4.2)  streitet  er  kategorisch  ab,  jemals  Pornos 

geschaut  zu  haben,  wobei  seine  diesbezüglichen  Ausführungen  wenig  glaubhaft 

sind.

Insgesamt  ist  der  Sachverhalt  aufgrund  des  Ausgeführten  und  mit  den 

Ausführungen der Vorinstanz auch hinsichtlich dieses Anklagevorwurfs erstellt.

2.5.3. Anklageziffer 1.3. - Vorfall vom Dezember 2017

2.5.3.1. Anklagevorwurf

Dem  Beschuldigten  wird  in  der  Anklageschrift  vom  27. September  2022  in 

objektiver  Hinsicht  weiter  vorgeworfen,  an  einem  Tag  im  Dezember  2017  in  der 

damaligen  ehelichen  Wohnung  in  D._____  die  Privatklägerin  trotz  Anwesenheit 

ihrer Mutter und ihrer Schwester in der Wohnung zu sich ins Badezimmer gerufen 

-   19   -

zu  haben,  wo  er  eben  geduscht  habe.  Dort  habe  er  ihr  mit  der  einen  Hand  den 

Mund zugedrückt und den Zeigefinger der anderen Hand an seinen Mund gelegt 

zum  Zeichen,  dass  sie  ruhig  sein  solle.  Dann  habe  der  Beschuldigte  die  Privat-

klägerin  auf  ein  bereits  am  Boden  ausgelegtes  Badetuch  rücklings  zu  liegen 

gebracht, sei mit seinem steifen Penis vaginal in sie eingedrungen und habe so den 

Geschlechtsverkehr  bis  zum  Samenerguss  an  ihr  vollzogen,  wobei  er  die  ganze 

Zeit  über  mit  einer  Hand  den  Mund  der  Privatklägerin  zugehalten  habe  (Urk. 15 

S. 3).

In  subjektiver  Hinsicht  sei  es  dem  Beschuldigten  bei  seinem  geschilderten 

Vorgehen  bewusst  gewesen,  dass  die  Privatklägerin  in  dieser  Situation  und  auf 

diese  Art,  insbesondere  in  Anwesenheit  ihrer  Mutter  und  Schwester  in  der 

Wohnung,  keinen  Geschlechtsverkehr  mit  ihm  würde  haben  wollen  und  nur  aus 

Angst vor Schlägen und zur Vermeidung einer ihr höchst peinlichen Eskalation bei 

Bekanntwerden des Vorganges zu keinem Widerstand dagegen fähig gewesen sei 

(Urk. 15 S. 3).

Der  Beschuldigte  bestreitet  nicht,  dass  es  an  diesem  Tag  zu  Geschlechts-

verkehr im Badezimmer gekommen ist. Dies sei aber einvernehmlich erfolgt. Die 

Geschehnisse im Bad schildert er zudem abweichend von den Ausführungen der 

Privatklägerin, insbesondere habe er ihr den Mund nicht zugehalten.

2.5.3.2. Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz hat die diesen Vorfall betreffenden Aussagen des Beschuldig-

ten und der Privatklägerin in der Untersuchung sowie anlässlich der Hauptverhand-

lung  vor  Vorinstanz  zutreffend  wiedergegeben,  weshalb  zur  Vermeidung  von 

Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 79 S. 50-52; 54-55). Die Vorinstanz 

kam  in  Würdigung  der  Aussagen  zum  Schluss,  dass  der  Sachverhalt  betreffend 

den Vorwurf der Vergewaltigung erstellt sei (Urk. 79 S. 50-59, E. II/10).

Der  Vorinstanz  ist  zuzustimmen,  wenn  sie  ausführt,  dass  die  Privatklägerin 

den  Ablauf  und  das  Kerngeschehen  (wie  der  Beschuldigte  sie  ins  Badezimmer 

gezogen  habe,  die  Hand  auf  ihren  Mund  gelegt  habe,  sie  zurück  an  die  Wand 

-   20   -

gestossen habe, das Badetuch auf dem Boden) glaubhaft aufzuzeigen vermochte. 

Ihre diesbezüglichen Aussagen erweisen sich als detailreich, plausibel, individuell 

geprägt und ihre diesbezüglichen Schilderungen deuten auf einen realen Erlebnis-

hintergrund  hin.  Damit  ist  erstellt,  dass  der  Geschlechtsverkehr,  wie  von  der 

Privatklägerin  geschildert,  stattfand.  Auch  ist  mit  der  Vorinstanz  nachvollziehbar, 

dass  die  Privatklägerin  versucht  hat,  zu  verhindern,  dass  ihre  Mutter  und  ihre 

Schwester etwas mitbekommen.

Nicht vollends gefolgt werden kann der Vorinstanz jedoch darin, wenn sie zum 

Schluss  kommt,  dass  dem  Beschuldigten  klar  gewesen  sein  musste,  dass  die 

Privatklägerin  die  sexuellen  Handlungen  ablehnte.  Die  Vorinstanz  geht  –  im 

Gegensatz zur Anklage – von einer minimalen tatkräftigen Willensbezeugung der 

Privatklägerin  aus.  Der  Anklagesachverhalt  lautet  demgegenüber  dahingehend, 

dass sie keinen Widerstand leistete, eben gerade aus Angst vor Schlägen und einer 

peinlichen Eskalation vor ihrer Familie. Damit würde eine anderweitige tatsächliche 

Feststellung  dem  Anklageprinzip  widersprechen.  Eine  solche  Feststellung  ergibt 

sich  aber  auch  nicht  zweifelsfrei  aus  den  Akten.  In  Bezug  auf  ihre  Gegenwehr 

macht die Privatklägerin in der Untersuchung vielmehr unterschiedliche Angaben. 

So führte sie zunächst aus, sich nicht gewehrt zu haben bzw. sie habe sich nicht 

wehren  können,  sondern  sei  lediglich  dagelegen,  habe  geweint  und  gezittert.  Im 

weiteren  Verlauf  der  Untersuchung  gab  sie  an,  dass  sie  versucht  habe  sich  zu 

wehren. Sie habe in einem Moment des Geschehens aufgegeben. Dies v.a. darum, 

da sie nicht gewollt habe, dass ihre Familie etwas davon mitbekam. Eine tatkräftige 

Willensbekundung im dem Sinne, dass sich die Privatklägerin gewehrt hat, ist damit 

nicht zu erstellen.

Damit – ohne wörtliche und tatkräftige Willensbekundung – kann aber auch 

nicht mit Fug davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte den Widerwillen 

der  Privatklägerin  gegenüber  Geschlechtsverkehr  mit  ihm  in  diesem  Moment 

erkannt hat. Die Privatklägerin gab an, dass der Beschuldigte den Geschlechtsver-

kehr in ihrer Beziehung jeweils mehr genossen habe, wenn es grob gewesen sei. 

Zudem habe sie manchmal mitgemacht, weil sie dachte, dies tun zu müssen. Unter 

diesen  Umständen  ist  es  nicht  ausgeschlossen,  dass  der  Beschuldigte  –  fälsch-

-   21   -

licherweise  –  davon  ausging,  dass  der  Geschlechtsverkehr  einvernehmlich  war. 

Das dem Beschuldigten in der Anklage vorgeworfene Bewusstsein darüber, dass 

die Privatklägerin in dieser Situation und auf diese Art, insbesondere in Anwesen-

heit ihrer Mutter und Schwester in der Wohnung, keinen Geschlechtsverkehr mit 

ihm würde haben wollen und nur aus Angst vor Schlägen und zur Vermeidung einer 

ihr  höchst  peinlichen  Eskalation  bei  Bekanntwerden  des  Vorganges  zu  keinem 

Widerstand  dagegen  fähig  gewesen  sei,  ist  nach  dem  Gesagten  jedenfalls  nicht 

zweifelsfrei zu erstellen.

Der Sachverhalt betreffend den Vorfall im Badezimmer kann somit zwar mit 

der Vorinstanz in objektiver Hinsicht als erstellt erachtet werden. In subjektiver Hin-

sicht hingegen ist zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass er nicht 

erkannt  hat,  dass  der  Geschlechtsverkehr  gegen  den  Willen  der  Privatklägerin 

stattfand, weshalb er nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" vom Vorwurf der Ver-

gewaltigung in Bezug auf Anklageziffer 1.3. freizusprechen ist.

2.5.4. Anklageziffer 1.4. - Vorfall vom Sommer 2020

2.5.4.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird schliesslich vorgeworfen, an einem Tag im Sommer 

2020, in der Wohnung in E._____, der Privatklägerin, nachdem diese geduscht und 

mit einem Badetuch auf dem Sofa gesessen habe, angeboten zu haben, ihr den 

Rücken zu massieren, woraufhin sie das Badetuch abgelegt habe, und sich nackt 

bäuchlings auf den Teppich gelegt habe. Der Beschuldigte habe sich auf den Rü-

cken der Privatklägerin gesetzt und begonnen diesen zu massieren. Dann sei er 

weiter nach unten gerutscht und habe angehoben, mit seinem Penis in die Vagina 

der  Privatklägerin  einzudringen.  Die  Privatklägerin  habe  versucht,  sich  auf  den 

Händen bzw. Armen hochzuziehen und habe dem Beschuldigten gesagt, was er 

da  mache  und  dass  er  dies  nicht  tun  solle.  Zudem  habe  sie  mit  all  ihrer  Kraft 

Gegenwehr versucht zu geben. Der Beschuldigte habe sie aber an ihren Schultern 

und Oberarmen gepackt, so gewaltsam zu Boden gedrückt und gegen ihren offen-

kundig  anderen  Willen  von  hinten  den  vaginalen  Geschlechtsverkehr  an  ihr  voll-

zogen (Urk. 15 S. 3 f.).

-   22   -

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es an diesem Tag auf dem Fussboden 

zu einer Massage und danach zu Geschlechtsverkehr gekommen ist. Dies sei aber 

einvernehmlich erfolgt.

2.5.4.2. Sachverhaltserstellung

Die  Vorinstanz  erachtete  in  Würdigung  der  zutreffend  wiedergegebenen 

Aussagen  des  Beschuldigten  und  der  Privatklägerin  –  worauf  zu  verweisen  ist 

(Urk. 79 S. 59-62; S. 63-65) – den Sachverhalt als vollumfänglich erstellt (Urk. 79 

S. 59-67, E. II/11). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Aussagen der Privat-

klägerin sehr lebensnah und detailreich ausfielen und die geschilderten Ereignisse 

auch stark emotional eingebettet sind. So fiel ihr etwa die Aussage, wonach er zu 

ihr dabei gesagt habe, sie sei eine Hure und er treibe es mit ihr wie mit einem Hund, 

offensichtlich  schwer  und  sie  begann  bei  der  Befragung  hierzu  zu  weinen.  Auch 

schilderte  sie  den  Vorfall  ohne  Übertreibungen,  insbesondere  gab  sie  an,  der 

Beschuldigte  habe  sich  nur  ein  paar  Mal  hin  und  her  bewegt,  dann  sei  er  auch 

schon befriedigt gewesen. Insgesamt schildert die Privatklägerin den Übergriff stim-

mig und plausibel und in sich abgeschlossen. So macht sie auch Aussagen dazu, 

wie der Beschuldigte danach einfach aufgestanden und gegangen sei, sie traurig 

gewesen sei und geweint habe. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wirken die 

Aussagen des Beschuldigten demgegenüber mechanisch und kalt und seine Schil-

derung des Ablaufs des Geschlechtsverkehrs variiert in den verschiedenen Einver-

nahmen. Es ist auch bei diesem Vorfall kein Grund ersichtlich, weshalb die Privat-

klägerin  ein  schönes  einvernehmliches  Erlebnis  mit  dem  Beschuldigten  in  einen 

Übergriff verwandeln sollte, hätte dieser so nicht stattgefunden. Im Gegensatz zum 

Vorfall im Badezimmer im Sommer 2020 hat die Privatklägerin sowohl mit Worten 

als auch durch ihr in dieser Situation mögliche Gegenwehr ihren Willen, dies nicht 

zu wollen, eindeutig und für den Beschuldigten verständlich, kundgetan.

Der  Sachverhalt  betreffend  diesen  Anklagevorwurf  ist  mithin  vollumfänglich 

erstellt.

-   23   -

IV.  Rechtliche Würdigung

1.

Allgemeines

Die Vorinstanz legte die Grundlagen der massgeblichen Tatbestände gemäss 

Art. 190 aAbs. 1 StGB sowie Art. 189 aAbs. 1 StGB sowie des Versuchs gemäss 

Art. 22 Abs. 1 StGB korrekt und ausführlich dar. Es kann vollumfänglich hierauf ver-

wiesen werden (Urk. 79 S. 67-71). Rekapitulierend ist festzuhalten, dass gemäss 

Art. 190 aAbs. 1 StGB tatbestandsmässig handelt, wer eine Person weiblichen Ge-

schlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Ge-

walt  anwendet,  sie  unter  psychischen  Druck  setzt  oder  zum  Widerstand  unfähig 

macht. Gewalt im Sinne von Art. 190 aAbs. 1 StGB ist nach der Rechtsprechung 

gegeben, wenn der Täter ein grösseres Mass an körperlicher Kraft aufwendet, als 

zum blossen Vollzug des Akts notwendig ist bzw. wenn sich der Täter mit körperli-

cher Kraftentfaltung über die Gegenwehr des Opfers hinwegsetzt. Eine körperliche 

Misshandlung, rohe Gewalt oder Brutalität, etwa in Form von Schlägen und Wür-

gen, ist indes nicht erforderlich. Es genügt, wenn der Täter seine überlegene Kraft 

einsetzt, indem er die Frau festhält oder sich mit seinem Gewicht auf sie legt. Vom 

Opfer wird nicht verlangt, dass es sich gegen die Gewalt mit allen Mitteln zu wehren 

versucht. Dieses muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder Verletzungen in 

Kauf  nehmen.  Die  von  der  Rechtsprechung  geforderte  Gegenwehr  des  Opfers 

meint eine tatkräftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem Täter un-

missverständlich klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden 

zu sein (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_117/2023 vom 1. Mai 2023, 

E 1.1.3. mit Hinweisen).

In subjektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190  StGB  –  wie  auch  der  Tatbestand  der  sexuellen  Nötigung  im  Sinne  von 

Art. 189 StGB – Vorsatz voraus. Eventualvorsatz genügt hinsichtlich des Beischlafs 

nicht; der Täter muss den Beischlaf wollen. Darüber hinaus muss der Täter wissen, 

dass  das  Opfer  mit  dem  Beischlaf  nicht  einverstanden  ist.  Diesbezüglich  genügt 

jedoch auch ein Eventualvorsatz. Wer es für möglich hält, dass das Opfer mit dem 

Geschlechtsverkehr nicht einverstanden ist, und dies in Kauf nimmt, begeht even-

tualvorsätzlich eine Vergewaltigung. Meint der Täter dagegen, der Widerstand sei 

-   24   -

nicht ernst gemeint, bleibt er straflos (TRECHSEL/BERTOSSA, in: Trechsel/Pieth 

[Hrsg.],  Schweizerisches  Strafgesetzbuch  Praxiskommentar,  4.  Auflage,  Zürich/ 

St. Gallen 2021, N 6 zu Art. 190 StGB und N 12 zu Art. 189 StGB).

2.1. Die Verteidigung hat sich an der Hauptverhandlung nicht zu einer allfälligen 

rechtlichen Würdigung des bestrittenen Anklagesachverhalts geäussert (Urk. 68). 

Die  Verteidigung  verzichtete  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  darauf,  sich 

kritisch  mit  der  rechtlichen  Würdigung  der  Vorinstanz  auseinanderzusetzen 

(vgl. Urk. 105). Die Vorinstanz hat die einzelnen erstellten Sachverhalte umfassend 

und  zutreffend  rechtlich  gewürdigt,  es  kann,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden, 

vollumfänglich darauf verwiesen werden (Urk. 79 S. 71-78).

2.2. Vergewaltigung (Anklagesachverhalt 1.4.)

Der  Beschuldigte  vollzog  gemäss  erstelltem  Sachverhalt  ein  Mal 

Geschlechtsverkehr an der Privatklägerin gegen deren deutlich geäusserten Willen 

und unter Gewaltanwendung im Sinne von Art. 190 aAbs. 1 StGB. Die Privatkläge-

rin versuchte dabei, sich auf den Händen bzw. Armen hochzuziehen und fragte den 

Beschuldigten,  was  er  da  mache  und  sagte,  dass  er  dies  nicht  tun  solle.  Der 

Beschuldigte,  welcher  der  Privatklägerin  körperlich  überlegen  war  und  auf  dem 

Rücken der Privatklägerin sass, packte sie an den Schultern und Oberarmen und 

hielt  sie  so  gewaltsam  zu  Boden  gedrückt  während  er  von  hinten  den  vaginalen 

Geschlechtsverkehr an ihr vollzog. Damit ist die Voraussetzung der Nötigung zwei-

felsfrei gegeben. Zudem war es für den Beschuldigten unmissverständlich erkenn-

bar, dass die Privatklägerin mit seinen (sexuellen) Handlungen nicht einverstanden 

war. In subjektiver Hinsicht liegt direkter Vorsatz vor.

2.3. Sexuelle Nötigung (Anklagesachverhalt 1.2.)

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, lagen mit dem Einführen des Penis 

des  Beschuldigten  in  den  Mund  der  Privatklägerin  und  dem  Ejakulieren  auf  ihr 

Gesicht zweifelsfrei sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 StGB vor. 

Um  diese  sexuelle  Handlung  zu  erreichen,  wandte  der  Beschuldigte  Gewalt  an, 

indem er die Privatklägerin vom Sofa stiess, sie runterdrückte, am Kinn packte und 

-   25   -

an den Haaren riss. Damit brach er ihren Widerstand. Die Privatklägerin sagte dem 

Beschuldigten  von  Anfang  an,  dass  sie  dies  nicht  wolle,  was  der  Beschuldigte 

ignorierte. Er wusste damit, dass die Privatklägerin nicht mit den sexuellen Hand-

lungen  einverstanden  war,  dennoch  setzte  er  sich  über  ihren  Willen  hinweg  und 

erzwang  direktvorsätzlich  eine  sexuelle  Handlung  von  der  Privatklägerin.  Der 

objektive sowie subjektive Tatbestand der sexuellen Nötigung sind erfüllt.

2.4. Versuchte sexuelle Nötigung (Anklagesachverhalt 1.1.).

Die  Vorinstanz  würdigte  diesen  Sachverhalt  korrekterweise  als  versuchte 

sexuelle  Nötigung.  Mit  dem  versuchten  Einführen  seines  Penis  in  den  Mund  der 

Privatklägerin  liegt  eine  sexuelle  Handlung  vor.  Der  Beschuldigte  wandte  bei 

seinem  Vorgehen  Gewalt  an,  indem  er  die  Privatklägerin  am  Nacken  packte,  in 

Richtung  seines  Penis  zog  und  sie  dabei  gegen  Kopf  und  Rücken  schlug.  Die 

Privatklägerin  teilte  dem  Beschuldigten  mit,  dass  sie  das  nicht  wolle  und  wehrte 

sich  auch  dagegen.  Beim  Versuch  blieb  es,  da  die  Privatklägerin,  bevor  es  zur 

oralen Penetration kam, ohnmächtig wurde. Auch subjektiv ist der Tatbestand mit 

direktem Vorsatz erfüllt.

3.

Der Beschuldigte ist damit der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

aStGB  (Anklagesachverhalt  1.4.),  der  sexuellen  Nötigung  im  Sinne  von  Art. 189 

Abs. 1 aStGB (Anklagesachverhalt 1.2.) sowie der versuchten sexuellen Nötigung 

im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Ankla-

gesachverhalt 1.1.)  schuldig  zu  sprechen.  Rechtfertigungs-  und/oder  Schuldaus-

schlussgründe  liegen  keine  vor.  Vom  Vorwurf  der  Vergewaltigung  im  Sinne  von 

Art. 190  Abs. 1  aStGB  (Anklagesachverhalt  1.3.)  ist  der  Beschuldigte  hingegen 

freizusprechen (vgl. dazu vorstehend E. III/2.5.3.2).

V.  Sanktion und Vollzug

1.

Ausgangslage

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 45 Mona-

ten  bestraft,  wovon  34 Tage  als  durch  Haft  erstanden  angerechnet  wurden 

-   26   -

(Urk. 79, S. 110, Urteilsdispositiv-Ziffer 2). Die Verteidigung verzichtete anlässlich 

der  heutigen  Berufungsverhandlung  –  vor  dem  Hintergrund  des  beantragen 

Freispruchs – darauf, sich (einlässlich) zur vorinstanzlichen Sanktion zu äussern 

(Urk. 105; Prot. II S. 12).

2. Grundsätze der Strafzumessung

2.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zur Strafzumessung ausführ-

lich und korrekt dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 79 S. 78-81). Die Vorinstanz erwog, dass vor dem Hintergrund der Tatmehr-

heit sowie des engen sachlichen Konnexes zwischen den Delikten und in Berück-

sichtigung  dessen,  dass  die  Nötigung  zur  Duldung  von  Oralverkehr  in  ihrem 

Unrechtsgehalt  einer  Vergewaltigung  ähnlich  sei,  sich  auch  für  die  sexuelle 

Nötigung und den Versuch zu dieser die Ausfällung einer Freiheitsstrafe rechtfer-

tige (Urk. 79 S. 81 f.). Dies ist zu übernehmen.

3.1. Der Beschuldigte ist heute für folgende Straftaten zu bestrafen:







Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 aAbs. 1 StGB,
sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 StGB,
versuchte  sexuelle  Nötigung  im  Sinne  von  Art. 189  aAbs. 1  in  Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

3.2. Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, vorliegend 

die Vergewaltigung, für welche das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 

10 Jahren vorsieht (Art. 190 aAbs. 1 StGB). Ausserordentliche Umstände, welche 

eine Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens erfordern würden, liegen nicht vor, 

weshalb  die  Einsatzstrafe  innerhalb  des  ordentlichen  Strafrahmens  zuzumessen 

ist. Für die sexuelle Nötigung sieht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 

oder Geldstrafe vor (Art. 189 aAbs. 1 StGB).

3.3. Tatkomponenten

3.3.1. Vergewaltigung (Anklagevorwurf 1.4.)

Betreffend die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin mit seinem Gewicht von hinten fixierte und ihr die Arme zu Boden 

-   27   -

drückte. Die Privatklägerin trug davon keine gröberen oder bleibenden Verletzun-

gen davon. Ohne den Vorfall zu bagatellisieren, sind hinsichtlich der vom Beschul-

digten  angewandten  Gewalt  durchaus  massivere  Formen  denkbar.  Ins  Gewicht 

fällt, dass der Beschuldigte in Missbrauch des Vertrauensverhältnisses die Tat an 

seiner Partnerin beging und sie während des Aktes mit erniedrigenden Äusserun-

gen bedachte. Immerhin ging er nicht planmässig vor, sondern nutzte spontan die 

Gelegenheit in diesem Moment. Der Beschuldigte drang, wenn auch nur von kurzer 

Dauer, einmal gegen den deutlich geäusserten Willen der Privatklägerin vaginal in 

sie ein. Insgesamt ist das objektive Tatverschulden – in der ganzen Bandbreite der 

denkbaren Fälle von Vergewaltigungen – als leicht zu erachten. Es rechtfertigt sich 

eine Einsatzstrafe von 14 Monaten.

Hinsichtlich  der  subjektiven  Tatschwere  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der 

Beschuldigte  direktvorsätzlich  handelte  und  aus  dem  einzigen  Grund,  seine 

sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Das objektive Tatverschulden wird in subjek-

tiver Hinsicht nicht relativiert.

3.3.2. Sexuelle Nötigung (Anklagevorwurf 1.2.)

In objektiver Hinsicht fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte die Privatkläge-

rin zu Oralverkehr nötigte, was in seiner sexuellen Intensität dem Beischlaf und die 

Nötigung eines derartigen Oralverkehrs in ihrem Unrechtsgehalt einer Vergewalti-

gung  als  ähnlich  angesehen  wird  (BGE 132  120  E. 2.5.  S. 126  mit  Hinweis).  Er 

wendete  dabei  nicht  unerheblich  Gewalt  an,  indem  er  die  Privatklägerin  auf  den 

Boden drückte, sie an den Haaren packte, sie am Kinn festhielt und seinen Penis 

gewaltsam  in  den  Mund  der  Privatklägerin  einführte  und  anschliessend  auf  ihr 

Gesicht ejakulierte. Die von der Vorinstanz angenommene Wertung des objektiven 

Tatverschuldens als nicht mehr leicht kann übernommen werden, womit sich eine 

Einsatzstrafe von 20 Monaten als angemessen erweist.

In subjektiver Hinsicht ist zu erwägen, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich 

handelte,  aus  rein  egoistischen  Motiven  und  in  völliger  Missachtung  der  Bedürf-

nisse der Privatklägerin. Das subjektive Tatverschulden vermag das objektive nicht 

zu relativieren.

-   28   -

Die Einsatzstrafe für die Vergewaltigung ist in Anwendung des Asperations-

prinzips um 10 Monate zu erhöhen.

3.3.3. Versuchte sexuelle Nötigung (Anklagevorwurf 1.1.)

Auch bei diesem Vorwurf fällt in objektiver Hinsicht die Nötigung zu Oralver-

kehr ins Gewicht. Um sein Vorhaben zu realisieren wandte der Beschuldigte Gewalt 

in Form von Schlägen auf Kopf und Rücken an und packte die Privatklägerin wie-

derum  am  Nacken.  Der  Beschuldigte  nutzte  wiederum  eine  Vertrauenssituation 

aus,  während  die  Privatklägerin  vermeintlich  sicher  neben  ihm  im  Bett  lag.  Die 

gesamte  Nötigungssituation  gipfelte  schliesslich  in  einer  Ohnmacht  der  Privat-

klägerin.  Das  objektive  Tatverschulden  erweist  sich  mit  der  Vorinstanz  als  nicht 

mehr leicht und rechtfertigt eine Einsatzstrafe von 20 Monaten.

Wiederum handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus egoistischen 

Motiven zur reinen Triebbefriedigung. Das subjektive Tatverschulden relativiert das 

objektive nicht.

Der Versuch ist strafmindernd zu berücksichtigen. Zu beachten ist hier, dass 

die Tat im Versuchsstadium stecken blieb, da die Privatklägerin ohnmächtig wurde. 

Damit lag der Taterfolg relativ nahe und der Versuch ist lediglich im Umfang von 

vier  Monaten  strafmindernd  zu  berücksichtigen,  womit  für  das  Delikt  isoliert 

betrachtet  eine  Freiheitsstrafe  von  16 Monaten  angebracht  ist.  Im  Rahmen  der 

Asperation ist diese im Umfang der Hälfte, resp. 8 Monaten zu berücksichtigen.

3.4. Fazit Tatkomponenten

Vor Berücksichtigung der Täterkomponenten und allfällig weiterer Umstände 

ist für den Beschuldigten damit eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten festzusetzen.

3.5. Täterkomponenten

Betreffend  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  kann  zunächst 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 79 S. 88-

90). An der heutigen Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte seine frü-

heren  Ausführungen  zu  seinen  persönlichen  Verhältnissen  (Urk. 104  S. 1  ff.). 

-   29   -

Heute führte er ergänzend dazu aus, dass er seit August 2024 bei F._____ in einem 

100 % Pensum arbeite. Er verdiene dort Fr. 7'600.– netto pro Monat und er erhalte 

einen 13. Monatslohn sowie einen Bonus. Er wohne alleine und sei aktuell in keiner 

Beziehung  (Urk. 104  S. 1  f.).  Der  Beschuldigte  weist  keine  Vorstrafen  auf.  Er  ist 

nicht geständig und zeigt demgemäss auch keine Reue und/oder Einsicht. Die Tä-

terkomponenten sind damit als strafzumessungsneutral zu werten.

3.6. Fazit Strafe

Insgesamt erweist sich damit eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten als ange-

messen.

4.

Anrechnung Haft

Dem Beschuldigten sind in Anwendung von Art. 51 StGB 34 Tage als durch 

Haft erstanden an die Strafe anzurechnen.

5.

Vollzug

5.1. Das  Gericht  schiebt  den  Vollzug  einer  Geldstrafe  oder  einer  Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Zudem kann das Gericht den Vollzug 

einer  Freiheitsstrafe  von  mindestens  einem  Jahr  und  höchstens  drei  Jahren  teil-

weise  aufschieben,  wenn  dies  notwendig  ist,  um  dem  Verschulden  des  Täters 

genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt voll-

ziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). In sub-

jektiver  Hinsicht  wird  das  Fehlen  einer  ungünstigen  Prognose  bezüglich  weiterer 

künftiger  Verbrechen  oder  Vergehen  vorausgesetzt  (OFK  StGB-HEIMGARTNER, 

StGB,  Art. 42  N 6).  In  erster  Linie  ist  die  strafrechtliche  Vorbelastung  relevant, 

namentlich  wenn  der  Täter  einschlägige  Vorstrafen  aufweist  (OFK  StGB-

HEIMGARTNER, Art. 42 N 8).

5.2. Die heute für den Beschuldigten auszufällende Freiheitstrafe von 32 Monaten 

lässt in objektiver Hinsicht einen teilbedingten Aufschub zu, wobei für den bedingt 

-   30   -

zu vollziehenden Teil das Fehlen einer ungünstigen Prognose erforderlich ist. Hier-

bei  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschuldigte  nicht  vorbestraft  ist  und  davon 

auszugehen  ist,  dass  das  gesamte  Untersuchungs-  und  Gerichtsverfahren, 

während welchem er sich 34 Tage in Untersuchungshaft befand, einen hinreichend 

prägenden  Eindruck  bei  ihm  hinterlassen  haben  dürfte.  Zudem  hat  sich  der 

Beschuldigte seit seiner Verhaftung – soweit bekannt – wohl verhalten. Die Legal-

prognose ist daher unter Berücksichtigung der Warnwirkung des zu vollziehenden 

Teils als günstig zu qualifizieren. Entsprechend ist dem Beschuldigten der teilbe-

dingte Vollzug zu gewähren.

5.3. Der  unbedingt  vollziehbare  Teil  darf  die  Hälfte  der  Strafe  nicht  übersteigen 

(Art. 43 Abs. 2 StGB) und sowohl der aufgeschobene als auch der zu vollziehende 

Teil müssen mindestens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Der 

zu vollziehende Teil der Strafe muss schuldangemessen sein. Das Verhältnis der 

Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewäh-

rung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum 

Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der 

Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbe-

dingte Strafteil darf dabei das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) 

gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 15 E. 5.6).

Unter Berücksichtigung der günstigen Legalprognose, der Vorwerfbarkeit der 

Tat  sowie  der  Schwellenproblematik  bezüglich  der  Halbgefangenschaft  (Art. 77b 

StGB) ist der zu vollziehende Teil vorliegend auf 10 Monate festzusetzen, um dem 

Präventionsgedanken  angemessen  Rechnung  zu  tragen  und  der  Warnwirkung 

genügend Gewicht zu verleihen. 

5.4. Schiebt  das  Gericht  den  Vollzug  einer  Strafe  ganz  oder  teilweise  auf,  so 

bestimmt  es  dem  Verurteilten  eine  Probezeit  von  zwei  bis  fünf  Jahren  (Art. 44 

Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte ist Ersttäter, weshalb es angemessen erscheint, 

die Probezeit auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren anzusetzen.

-   31   -

5.5. Der Vollzug der auszufällenden Freiheitsstrafe von 32 Monaten ist somit im 

Umfang von 22 Monaten aufzuschieben und die Probezeit ist auf 2 Jahre festzu-

setzen. Im Übrigen (10 Monate) ist die Freiheitsstrafe zu vollziehen.

VI.  Landesverweisung / SIS-Ausschreibung

1.

Landesverweisung

1.1. Die  Staatsanwaltschaft  beantragte  die  Anordnung  einer  Landesverweisung 

für die Dauer von acht Jahren sowie die Ausschreibung der Landesverweisung im 

SIS (Urk. 15 S. 5). Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einlässlicher Begrün-

dung für 10 Jahre des Landes verwiesen und deren Ausschreibung im SIS ange-

ordnet (Urk. 79 S. 91-99). Vor Vorinstanz hat sich die Verteidigung nicht zur von 

der  Staatsanwaltschaft  beantragten  Landesverweisung  geäussert  (Urk. 68).  Im 

Berufungsverfahren verzichtete die Verteidigung darauf, sich mit der vorinstanzlich 

angeordneten Landesverweisung (einlässlich) auseinanderzusetzen. Die Landes-

verweisung wurde von der Verteidigung nur insoweit kritisiert, als aus ihrer Sicht zu 

Unrecht überhaupt ein Schuldspruch erfolgt sei (Urk. 105 S. 37; vgl. auch Prot. II 

S. 12 ff.).

1.2. Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen Vergewaltigung oder sexuel-

ler Nötigung verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus 

der  Schweiz  (Art. 66a  Abs. 1  lit. h  StGB).  Die  obligatorische  Landesverweisung 

wegen  einer  Katalogtat  im  Sinne  von  Art. 66a  Abs. 1  StGB  greift  grundsätzlich 

unabhängig  von  der  konkreten Tatschwere.  Sie  muss  unabhängig  davon  ausge-

sprochen  werden,  ob  es  beim  Versuch  geblieben  ist  und  ob  die  Strafe  bedingt, 

unbedingt  oder  teilbedingt  ausfällt  (BGE 146  IV  105  E. 3.4.1;  BGE 144  IV  332 

E. 3.1.3;  BGE 144  IV  168  E. 1.4.1).  Im  Übrigen  kann  auf  die  zutreffenden  Aus-

führungen der Vorinstanz zu den Grundlagen für die Anordnung einer Landesver-

weisung verwiesen werden (Urk. 79 S. 91-94).

1.3. Der  Beschuldigte  ist  iranischer  Staatsangehöriger  und  ist  gleich  mehrerer 

Katalogtaten schuldig zu sprechen. Der Beschuldigte ist somit grundsätzlich für 5-

15 Jahre des Landes zu verweisen, es sei denn, es liege ein schwerer persönlicher 

-   32   -

Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vor und die öffentlichen Interessen an 

der Landesverweisung überwiegen die privaten Interessen des Beschuldigten am 

Verbleib in der Schweiz nicht.

Die  Vorinstanz  erwog,  dass  die  Landesverweisung  für  den  Beschuldigten 

keine besondere persönliche Härte darstelle (Urk. 79 S. 94-96). Dieser Einschät-

zung kann gefolgt und auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen werden. 

Zusammenfassend verfügt der Beschuldigte in der Schweiz über keine Familien-

angehörigen.  Zwar  lebt  der  Beschuldigte  inzwischen  seit  rund  14 Jahren  in  der 

Schweiz, der Beschuldigte kam jedoch erst im Alter von 24 Jahren in die Schweiz. 

Seine  prägenden  Lebensjahre  verbrachte  er  in  seinem  Heimatland  Iran.  Als 

iranischer Staatsangehöriger ist es ihm möglich, in seine Heimat zurückzukehren. 

Der Beschuldigte ist von der Privatklägerin geschieden, lebt zurzeit in keiner Part-

nerschaft und ist kinderlos. Seine Mutter lebt im Iran, seine Schwester in Schweden 

und  sein  Bruder  in  Deutschland.  Zwar  pflegt  er  Freundschaften  in  der  Schweiz, 

gemäss eigenen Angaben hat er aber auch Freunde im Iran. Der Beschuldigte ist 

wirtschaftlich in der Schweiz integriert. Er absolvierte im Jahre 2017 sein Doktorat 

an der ETH und arbeitete danach bis 2024 bei der Firma G._____ in der Abteilung 

Forschung  und  Entwicklung  als  Ingenieur.  Seit  August  2024  arbeitet  er  bei  der 

Firma  F._____  in  H._____  als  Staff  Process  Engineer  in  einem  100 %  Pensum 

(Urk. 104  S. 2).  Seine  Wiedereingliederungschancen  im  Iran  sind  positiv  zu 

beurteilen (vgl. Urk. 21 S. 1), auch wenn der Beschuldigte anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung ausführte, dass das, was er studiert und gelernt habe, zu 

Europa  und  der  Schweiz  passe  (Urk. 104  S. 3).  Der  hier  erworbene  Doktortitel 

sowie seine berufliche Erfahrung wird ihm auch im Iran zugute kommen. Er spricht 

die Landessprache und verfügt wie erwähnt sowohl über familiäre als auch soziale 

Beziehungen  im  Iran.  Dass  er  im  Iran  allenfalls  Militärdienstpflicht  leisten  muss, 

stellt keinen Grund dafür dar, dass er nicht in sein Heimatland zurückreisen kann.

Ein schwerer persönlicher Härtefall ist somit zu verneinen. Unter diesen Um-

ständen erübrigt sich an sich eine weitergehende Interessenabwägung. Gleichwohl 

ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass auch die öffentlichen Interessen an 

einer Landesverweisung aufgrund der erstellten Delinquenz und des damit einher-

-   33   -

gehenden  Gefährdungspotenzials  die  privaten  Interessen  des  Beschuldigten  an 

einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. Dies stellte auch die Vorinstanz so fest 

(Urk. 79 S. 97). Eine Landesverweisung für die Dauer von 7 Jahren erscheint auf-

grund der erstellten Delinquenz und des Verschuldens angemessen. 

1.4. Der Beschuldigte ist demnach für die Dauer von 7 Jahren aus dem Gebiet der 

Schweiz zu verweisen.

2.

SIS-Eintrag

Betreffend  die  allgemeinen  Voraussetzungen  für  eine  Ausschreibung  im 

Schengener  Informationssystem  kann  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  der 

Vorinstanz  verwiesen  werden  (Urk. 79  S. 98  f.).  Als  iranischer  Bürger  ist  der 

Beschuldigte Drittstaatangehöriger im Sinne der N-SIS-Verordnung. Mit heutigem 

Urteil wird er wegen Vergewaltigung und mehrfacher (teilweise versuchter) sexuel-

ler Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt, wovon 10 Monate 

unbedingt  und  22 Monate  bedingt  auszusprechen  sind.  Entsprechend  ist  die 

Landesverweisung im Schengener Informationssystem auszuschreiben.

VII.  Erstellung DNA-Profil

1.

Die Vorinstanz ordnete in Anwendung von aArt. 5 des Bundesgesetzes über 

die  Verwendung  von  DNA-Profilen  im  Strafverfahren  und  zur  Identifizierung  von 

unbekannten  oder  vermissten  Personen  (DNA-Profil-Gesetz;  SR 363)  die  Ent-

nahme einer DNA-Probe und die Erstellung eines DNA-Profils vom Beschuldigten 

an (Urk. 79 S. 107 f.).

2.1. aArt. 5  DNA-Profil-Gesetz  wurde  mit  Wirkung  ab  1. August  2023  und  damit 

vor dem vorinstanzlichen Entscheid aufgehoben (AS 2023 309; BBl 2021 44). Nach 

der am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Fassung von Art. 257 StPO kann das 

Gericht in seinem Urteil anordnen, dass von einer wegen eines Verbrechens oder 

Vergehens verurteilten Person eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt 

wird,  wenn  aufgrund  konkreter  Anhaltspunkte  anzunehmen  ist,  die  verurteilte 

Person  könnte  weitere  Verbrechen  oder  Vergehen  begehen.  Gemäss  Art. 453 

-   34   -

Abs. 1  StPO  werden  Rechtsmittel  gegen  Entscheide,  die  vor  Inkrafttreten  der 

neuen Regelungen gefällt wurden, nach bisherigem Recht beurteilt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts  7B_1022/2023  vom  11. Januar  2024  E. 1.2  mit  Hinweisen).  Der 

Entscheid der Vorinstanz datiert vom 25. Januar 2024, weshalb für das vorliegende 

Rechtsmittelverfahren das neue Recht massgebend ist. 

2.2. Der  Beschuldigte  ist  vorliegend  zwar  wegen  Vergewaltigung  im  Sinne  von 

Art. 190 aAbs. 1 StGB sowie wegen mehrfacher (teils versuchter) sexueller Nöti-

gung im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mit 

einer  Freiheitsstrafe  von  32 Monaten  zu  bestrafen.  Der  Beschuldigte  beging  die 

hier zu beurteilenden Taten alle während der Ehe mit der Privatklägerin, es handelt 

sich somit um Beziehungsdelikte. Dem Beschuldigten ist zudem – wie vorstehend 

dargelegt  –  eine  günstige  Legalprognose  zu  attestieren.  Es  bestehen  überdies 

keine  konkreten  Anhaltspunkte,  dass  der  Beschuldigte  weitere  Vergehen  oder 

Verbrechen begehen könnte. Entsprechend ist von der Anordnung einer Abnahme 

einer DNA-Probe und der Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO 

abzusehen.

1.

Allgemeines

VIII.  Zivilansprüche

Die  Voraussetzungen  für  einen  Anspruch  auf  Leistung  von  Schadenersatz 

und Genugtuung sowie die Bemessungskriterien dieser Leistungen wurden von der 

Vorinstanz  zutreffend  dargelegt;  es  kann  darauf  verwiesen  werden  (Urk. 79 

S. 104 f.).  Die  Privatklägerin  hat  sich  rechtmässig  als  solche  konstituiert 

(vgl. Urk. 79  S. 12-14,  E. I/4).  Aufgrund  der  Schuldsprüche  ist  über  das  Genug-

tuungsbegehren zu entscheiden (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO).

2. Genugtuungsforderung der Privatklägerin

2.1. Die  Privatklägerin  liess  vor  Vorinstanz  die  Zusprechung  einer  Genugtuung 

von Fr. 10'000.– (ohne Zins) beantragen (Urk. 67 S. 1, S. 11 ff.). Heute verlangt sie 

die Betätigung des vorinstanzlichen Urteils, welches ihr die verlangte Genugtuung 

-   35   -

(ohne  Zins)  zusprach  (Urk. 79,  S. 111,  Dispositiv-Ziffer 7.;  Urk. 107  und  Prot. II 

S. 12 ff.). Der Beschuldigte beantragt die Abweisung des Genugtuungsbegehrens 

der Privatklägerin (Urk. 68 S. 2; Urk. 105 S. 2 und Prot. II S. 12 und S. 13 f.).

2.2. Vorliegend wurde der Beschuldigte der Vergewaltigung und der mehrfachen 

(teilweise  versuchten)  sexuellen  Nötigung  zulasten  der  Privatklägerin  schuldig 

gesprochen. Der Beschuldigte verletzte widerrechtlich und schuldhaft über mehrere 

Jahre hinweg die sexuelle Integrität der Privatklägerin und schädigte diese dadurch 

erheblich in ihren Persönlichkeitsrechten. Es ist evident, dass sexuelle Übergriffe 

auf die Opfer traumatisierend wirken und ernsthafte Risiken für deren psychische 

Gesundheit  bergen.  Der  Übergriff  des  Beschuldigten  sowie  die  erlittenen  seeli-

schen Schmerzen stellen zweifellos eine massive Belastung dar, welche vom Opfer 

über einen längeren Zeitraum verarbeitet werden müssen (vgl. dazu auch Urk. 107 

und  Prot. II  S. 12  f.).  Zutreffend  hob  die  Vorinstanz  hervor,  dass  bei  den  hier  zu 

beurteilenden Delikten grundsätzlich eine höhere Genugtuung in Betracht gekom-

men wäre. Die vom Beschuldigten zu bezahlende Genugtuung wurde jedoch von 

der Vorinstanz aufgrund des Antrags der Privatklägerin auf Fr. 10'000.– festgesetzt. 

Die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.00 

erscheint  deshalb  noch  immer  als  angemessen,  auch  wenn  der  Beschuldigte  im 

Berufungsverfahren  vom  Vorwurf  der  Vergewaltigung  hinsichtlich  des  Anklage-

sachverhalts 1.3. freizusprechen ist.

2.3. Der  Beschuldigte  ist  demgemäss  zu  verpflichten,  der  Privatklägerin  eine 

Genugtuung von Fr. 10'000.– zu bezahlen.

IX.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kostendispositiv 

(Dispositiv-Ziffer 9) anzupassen, da der Beschuldigte – in Abweichung zum vorin-

stanzlichen Urteil – vom Vorwurf der Vergewaltigung hinsichtlich des Anklagesach-

verhalts 1.3. freizusprechen ist. Vorliegend erscheint nachfolgende Kostenregelung 

für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren angemessen:

-   36   -

Die  Kosten  der  Untersuchung  und  des  erstinstanzlichen  Gerichtsverfahrens,  mit 

Ausnahme  der  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  und  der  unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerin, sind zu 3/4 dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu 

1/4 auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  und  der  unentgeltlichen  Vertretung  der 

Privatklägerin  für  die  Untersuchung  und  das  erstinstanzliche  Gerichtsverfahren 

sind zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 3/4 gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten.

2.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 

Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.2.

Im  Berufungsverfahren  werden  die  Kosten  nach  Obsiegen  und  Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). In Anbetracht dessen, dass der Beschul-

digte mit seiner Berufung zu rund 3/4 unterliegt, sind ihm die Kosten des Berufungs-

verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen  Vertretung  der  Privatklägerin,  zu  3/4  aufzuerlegen.  Dementsprechend 

sind die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin  zu  3/4  einstweilen  und  zu  1/4  definitiv  auf  die  Gerichtskasse  zu 

nehmen.  Die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt  im  Umfang  von  3/4 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten.

2.3. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten macht für das Berufungsverfah-

ren  einen  Aufwand  von  Fr. 10'655.26  geltend  (Urk. 103).  Unter  Berücksichtigung 

der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 9 und 17 [kürzer als 

von  der  Verteidigung  antizipiert])  und  nachdem  das  Studium  des  begründeten 

vorinstanzlichen Urteils bereits durch die pauschale Entschädigung der Vorinstanz 

abgegolten  wurde  (Urk. 70),  ist  der  Verteidiger  für  seine  Bemühungen  und  Aus-

lagen mit pauschal Fr. 10'000.– (inkl. MwSt. und Barauslagen) zu entschädigen.

-   37   -

2.4. Der  unentgeltliche  Rechtsvertreter  der  Privatklägerin,  Rechtsanwalt  Dr. iur. 

HSG Y._____, macht für seine Aufwendungen und Barauslagen im Berufungsver-

fahren ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 6'353.– geltend (Urk. 102). Unter 

Berücksichtigung der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 9 

und  17  [kürzer  als  vom  unentgeltlichen  Rechtsvertreter  der  Privatklägerin 

antizipiert])  und  nachdem  das  Studium  des  begründeten  vorinstanzlichen  Urteils 

bereits  durch  die  pauschale  Entschädigung  der  Vorinstanz  abgegolten  wurde 

(Urk. 71), ist der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin für seine Bemü-

hungen und Auslagen mit pauschal Fr. 5'000.– (inkl. MwSt. und Barauslagen) zu 

entschädigen.

3.

Der  Beschuldigte  stellte  ein  Genugtuungsbegehren  betreffend  die  erlittene 

Haft (Urk. 68 S. 2; Urk. 81 S. 3; Urk. 105 S. 2). Aufgrund der Schuldsprüche und 

der ausgesprochenen Strafe bleibt jedoch kein Raum für eine Genugtuung zuguns-

ten des Beschuldigten, weshalb sein Begehren abzuweisen ist.

-   38   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 25. Januar 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

[…]

[…]

[…]

[…]

[…]

Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes wird abgesehen.

[…]

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

CHF 

CHF 

CHF

CHF

9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   Gebühr Strafuntersuchung

40.00   Dr. B._____ ärztl. Befund Privatklägerin

1'000.00   Gerichtsgebühr OGZ, G. Nr. UB210176-O

CHF

9'984.10

  amtliche Verteidigung RA X2._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

CHF

CHF

33'174.80

  amtliche Verteidigung RA X1._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

26'836.95

  unentgeltliche Rechtsvertretung RA Y._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

9.

[…]

10.

[Mitteilungen]

11.

[Rechtsmittel]"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

-   39   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

-

der mehrfachen, teils versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 aStGB teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Anklagesachverhalte 1.1. und 1.2.) sowie

-

der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB (Anklagesach-

verhalt 1.4.).

2.

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 aStGB (Anklagesachverhalt 1.3.) freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

34 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

5.

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB für die 

Dauer von 7 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem (SIS) angeordnet.

6.

Von der Anordnung einer Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines 

DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO wird abgesehen.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin den Betrag von 

CHF 10'000.– als Genugtuung zu bezahlen.

-   40   -

8.

Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-

lichen Vertretung der Privatklägerin, werden zu 3/4 dem Beschuldigten auf-

erlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse genommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin für die Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichts-

verfahren werden zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im 

Umfang von 3/4 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vor-

behalten.

9.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

10'000.00   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MwSt.)

5'000.00   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin (inkl. 8,1 % 

MwSt.).

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin, werden zu 3/4 dem Beschuldigten auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichts-

kasse genommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin werden zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt 

im Umfang von 3/4 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO 

vorbehalten.

-   41   -

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

-   42   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 5. Mai 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. S. Volken

MLaw J. Stegmann

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.