# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 505a6a79-2ecb-576e-b644-3d0b9c4f176f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.08.2010 D-5364/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5364-2010_2010-08-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5364/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...), Äthiopien, alias B._______, 
geboren (...), Eritrea, alias C._______, geboren (...), 
Eritrea,
vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri, 
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 15. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5364/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  -  ohne  Einreichung  von  Identitäts-
dokumenten - am 22. Juli 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass  sie  im  Rahmen  der  Erstbefragung  vom  10.  August  2009  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum B._______ sowie der am gleichen 
Ort  durchgeführten  Anhörung  vom 15. September  2009  im  Wesent-
lichen geltend machte, sie sei eritreische Staatsangehörige tigrinischer 
Ethnie und sei in Addis Abeba geboren worden, 

dass  ihre  Familie  nach  Eritrea  deportiert  worden  sei,  als  sie  neun 
Jahre alt gewesen sei, sie jedoch aufgrund einer Hautkrankheit nicht 
habe mitgehen können, weshalb sie fortan bei ihrem Koranlehrer ge-
wohnt habe, 

dass sie nach einem Jahr zu einer Frau namens C._______ gezogen 
sei, für die sie sehr hart habe arbeiten müssen und die sie aufgrund 
ihrer eritreischen Staatsangehörigkeit sehr schlecht behandelt habe, 

dass C._______ sie insbesondere geschlagen und ihr gedroht habe, 
sie  wegen  ihrer  eritreischen  Staatsangehörigkeit  bei  der  Polizei 
anzuzeigen, 

dass sie -  die  Beschwerdeführerin -  sich  deshalb  am 24. Juni  2009 
nach Addis Abeba begeben habe, von wo sie am 30. Juni 2009 mit der 
Hilfe  eines  Freundes ihres  Vaters  per  LKW nach Dschibuti  gefahren 
sei, 

dass  sie  nach  einem  Aufenthalt  von  sechzehn  Tagen  mit  der  Hilfe 
eines Schleppers von Dschibuti  nach Paris  geflogen sei,  von wo sie 
unter Umgehung der Grenzkontrolle per Auto in die Schweiz eingereist 
sei, 

dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle 
bei den Akten verwiesen wird, 

dass das BFM am 4. Januar 2010 die Schweizer Vertretung in Addis 
Abeba hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 
Vorbringen um nähere Abklärungen ersuchte, 

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dass  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  am  21.  Juni  2010  Ge-
legenheit gab, sich zum Bericht der Vertretung in Addis Abeba vom 19. 
April 2010 zu äussern, 

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihrer  neu  mandatierten 
Rechtsvertreterin  vom  6.  Juli  2010  zu  den  Abklärungsergebnissen 
Stellung nahm, 

dass das BFM mit Verfügung vom 15. Juli 2010 - eröffnet am 19. Juli  
2010 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 
26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  der  Be-
schwerdeführerin nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz ver-
fügte und deren Vollzug anordnete,

dass das BFM zur  Begründung  im Wesentlichen anführte,  aus  dem 
Botschaftsbericht vom 19. April 2010 gehe hervor, dass es sich bei der 
Beschwerdeführerin entgegen ihrer  Behauptung um eine äthiopische 
Staatsangehörige handle und sie bis zum Jahre 2006 zusammen mit 
ihrer Mutter und ihren Geschwistern in D._______ gelebt habe, 

dass ihre Eltern aus E._______, Region F._______, stammen würden 
und  der  Bruder  für  die  Beschwerdeführerin  über  eine 
Vermittlungsagentur eine Anstellung in Qatar organisiert habe, 

dass die Beschwerdeführerin einen äthiopischen Reisepass besessen 
und im April  2006 Äthiopien auf  legalem Weg verlassen habe sowie 
zusammen mit  ihren  Arbeitgebern  von Qatar  in  die  Schweiz  gereist 
sei, wo sie sich nach ihrer Ankunft abgesetzt habe, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 
6. Juli 2010 eingeräumt habe, aus Angst vor ihren Eltern und auf Rat 
eines  in  Genf  wohnhaften  Eritreers  falsche  Angaben  zu  ihrer 
Nationalität und ihren Asylgründen gemacht zu haben, 

dass sie in Äthiopien Probleme gehabt habe, da sie ihr Vater mit einem 
viel älteren Mann habe verheiraten wollen, 

dass ihr Bruder ihr mit gefälschten Dokumenten einen Reisepass und 
einen Arbeitsvertrag als Hausmädchen in Qatar organisiert  habe, wo 
sie  wie  eine Sklavin  habe arbeiten müssen und der  Arbeitgeber  sie 
geschlagen und vergewaltigt habe, 

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dass die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall versucht habe, die 
Behörden über ihre Identität zu täuschen, indem sie offensichtlich eine 
falsche Staatsangehörigkeit angegeben habe, um so Vorteile im Asyl -
verfahren zu erlangen, 

dass daher den gesamten Vorbringen in Bezug auf Eritrea die Grund-
lage  entzogen  sei,  da  es  sich  bei  der  Beschwerdeführerin  er-
wiesenermassen um eine äthiopische Staatsangehörige handle, 

dass daran auch die  Argumentation  der  Beschwerdeführerin  in  ihrer 
Stellungnahme  nichts  zu  ändern  vermöge,  zumal  die  begangene 
Identitätstäuschung  eine  grobe  Verletzung  der  gesetzlichen  Mitwir-
kungspflicht darstelle, 

dass  die  Auswechslung  ihrer  geltend  gemachten  Asylgründe  in  der 
Stellungnahme  zu  den  Abklärungsergebnissen  als  nachgeschobene 
Sachverhaltsanpassung und damit als nicht glaubhaft zu qualifizieren 
sei, 

dass  es  offenkundig  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  neuen 
Asylgründe  nachträglich  erfunden  habe,  da  das  Verfahren  nicht  den 
von ihr gewünschten Verlauf genommen habe, 

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen ist, 

dass die Beschwerdeführerin - handelnd durch ihre Rechtsvertreterin - 
mit Eingabe vom 26. Juli 2010 (Poststempel) gegen diesen Entscheid 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  be-
antragte,  es sei  der  negative Entscheid des BFM vom 15. Juli  2010 
aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  die  Behandlung  ihres 
Asylgesuchs fortzusetzen,

dass sie in  verfahrensrechtlicher Hinsicht  um Gewährung der  unent-
geltlichen  Rechtspflege  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersuchte,

dass in  Bezug auf  die  Beschwerdebegründung auf  die  Beschwerde-
schrift zu verweisen ist, 

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dass  der  Rechtsmittelschrift  eine  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung 
vom 26. Juli 2010 beilag, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 28.  Juli  2010  beim  Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG; Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG getroffen hat, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-

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schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  -  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), 

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüfte, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende die 
Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund 
der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer 
Beweismittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG),

dass der  Begriff  der Identität  im asylrechtlichen Sinn unter  anderem 
die Staatsangehörigkeit,  die Ethnie,  das Geburtsdatum und den Ge-
burtsort  umfasst (Art. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),

dass somit die Staatsangehörigkeit unter den Begriff der Identität fällt,

dass  die  Beschwerdeführerin  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  keine 
rechtsgenüglichen Identitätspapiere eingereicht hat, 

dass  sie  bei  der  Einreichung  des  Asylgesuchs  sowie  anlässlich  der 
Befragungen  geltend  machte,  sie  sei  Eritreerin  und  habe  ihre  eri -
treische  Staatsbürgerschaft  durch  ihre  Eltern  erhalten  (Akten  BFM 
A 1/11, S. 1, A 9/15, S. 4), 

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dass sie nie einen Pass oder eine Identitätskarte besessen oder be-
antragt habe (Akten BFM A 1/11, S. 4), 

dass aus dem Bericht der Schweizer Vertretung in Addis Abeba vom 
19.  April  2010  jedoch  hervorgeht,  dass  die  Eltern  der  Beschwerde-
führerin aus E._______, Region F._______ (Äthiopien), stammen, die 
Beschwerdeführerin  die  äthiopische  Staatsangehörigkeit  besitzt  und 
sie über einen äthiopischen Pass verfügt, mit dem sie Äthiopien legal  
verlassen hat,

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 6. Juli 2010 
sowie  in  der  Rechtsmittelschrift  einräumte,  im vorliegenden  Asylver-
fahren falsche Angaben zu ihrer Nationalität und zu ihren Asylgründen 
gemacht zu haben, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  daher zum Schluss gelangt,  die 
Beschwerdeführerin  habe die Asylbehörden über ihre Staatsangehö-
rigkeit getäuscht, 

dass  vorliegend  eine  Identitätstäuschung  mit  genügender  Sicherheit 
feststeht (vgl. EMARK 2003 Nr. 27 S. 174 ff.), 

dass an dieser Einschätzung auch die von der Beschwerdeführerin in 
ihrer Stellungnahme vom 6. Juli 2010 sowie in der Rechtsmittelschrift 
erhobene  Behauptung,  wonach  sie  aus  Angst  und  Verzweiflung 
gegenüber den schweizerischen Behörden falsche Angaben hinsicht-
lich ihrer  Nationalität  gemacht habe, nichts ändert,  zumal der Grund 
für die begangene Identitätstäuschung irrelevant ist, 

dass  überdies  der  in  der  Rechtsmittelschrift  erhobene  Einwand, 
wonach im vorliegenden Fall gestützt auf Art. 34 Abs. 3 Bst. b und c 
AsylG (recte: Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG) kein Nichteintretens-
entscheid ergehen dürfe, schon deshalb unzutreffend ist,  da die Be-
stimmung von Art. 32 Abs. 3 AsylG lediglich bei Nichteintreten gemäss 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zur Anwendung kommt, 

dass nach dem Gesagten das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst.  b  AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin 
nicht eingetreten ist, 

dass  bei  dieser  Sachlage  die  von  der  Beschwerdeführerin  in  ihrer 
Stellungnahme  vom  6.  Juli  2010  beziehungsweise  in  der  Rechts-

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mittelschrift  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  nicht  auf  ihre 
Begründetheit zu überprüfen sind, weswegen darauf nicht weiter ein-
zugehen ist, 

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein Anspruch auf  Erteilung einer solchen besteht,  weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde (vgl. 
Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2008/34 E. 9.2), 

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn 
der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

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dass sich aus den Akten und den Ausführungen in der  Beschwerde 
keine Anhaltspunkte ergeben, aufgrund derer allenfalls zu schliessen 
wäre, das Bundesamt habe den Vollzug der Wegweisung in Verletzung 
der landes- und völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz als zu-
lässig bezeichnet, zumal die von ihr in der Stellungnahme vom 6. Juli 
2010  beziehungsweise  in  der  Rechtsmittelschrift  vorgebrachten  Ver-
folgungsvorbringen  in  Bezug  auf  das  Heimatland  Äthiopien  nicht 
glaubhaft  sind  (vgl.  dazu  die  zutreffenden  Ausführungen  in  der  an-
gefochtenen Verfügung [Ziffer I]),  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  die  allgemeine  Lage  in  Äthiopien  nicht  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr der Beschwerdeführerin schliessen 
lässt, 

dass  es  sich  bei  der  Beschwerdeführerin  zudem  um  eine  -  soweit 
aktenkundig - gesunde junge Frau handelt, die in ihrer Heimat über ein 
Beziehungsnetz  verfügt,  das  sie  bei  einer  Rückkehr  nötigenfalls 
unterstützen kann, 

dass sie zudem über mehrjährige Arbeitserfahrung im Ausland verfügt, 
weshalb davon auszugehen ist, sie könne sich in ihrer Heimat auch in 
wirtschaftlicher Hinsicht wieder integrieren, 

das demnach weder die allgemeine Lage in Äthiopien noch individuelle 
Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  der  Be-
schwerdeführerin sprechen, weshalb der Vollzug der Wegweisung als 
zumutbar zu erachten ist, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache  gegen-
standslos wird, 

dass  das mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren - wie sich aus den vorliegenden Erwägungen er-
gibt - als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die kumulativen 
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand: 

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