# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe19de54-9252-5dad-9f00-895518bb8886
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 30.08.2021 SK2 2021 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-21_2021-08-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 30. August 2021

(Mit Urteil 6B_1178/2021 vom 17. Januar 2023 hat das Bundesgericht eine gegen 
diesen Beschluss erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
war.)

Referenz SK2 21 21

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Bergamin
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni, Bah-
nhofstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B.________
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Alexander Pauer,
Falknerstrasse 12, 4001 Basel 

Gegenstand Fahrlässige Körperverletzung

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
12.03.2021, mitgeteilt am 16.03.2021 (Proz. Nr. VV.2020.35)

Mitteilung 07. September 2021

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Sachverhalt

A. Am 19. April 2019 kam es im Skigebiet C.________, Gemeindegebiet 
C.________, um ca. 09.40 Uhr zu einer Kollision zwischen den beiden Skifahrern 
B.________ und A._____. A._____ erlitt dabei ein Polytrauma. Sie zog sich im 
Wesentlichen Lungenkontusionen beidseits mit einem Pneumothorax rechts und 
Hämatothorax beidseits sowie Schädelbasisfrakturen sphenobasal zu. Hinzu ka-
men eine Zwerchfellruptur und eine Milzlazeration. Weiter erlitt sie auch Frakturen 
der Rippen von 2 bis 9 (links). Ferner resultierten eine Fraktur des Felsenbeins 
(Knochenabschnitt an der Basis des Schläfenbeins), eine Densfraktur (Fraktur des 
2. Halswirbels) sowie eine Fraktur des Brustwirbels 3/4. Der Unfall hat bei A._____ 
schliesslich zu einer Geschmacksstörung und unfallbedingtem peripher-
vestibulärem Schwindel geführt. 

B. Am 18. September 2019 stellte A._____ Strafantrag gegen B.________ 
wegen Körperverletzung bzw. fahrlässiger Körperverletzung. Gleichentags konsti-
tuierte sie sich auch als Privatklägerin. B.________ stellte weder einen Strafantrag 
noch konstituierte er sich als Privatkläger.

C. Am 1. April 2020 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfol-
gend: Staatsanwaltschaft) eine Strafuntersuchung gegen B.________ wegen fahr-
lässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB. Mit Verfügung vom 30. 
April 2020 stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen B.________ 
mangels eines rechtzeitig eingereichten Strafantrages von A._____ ein. Mit Be-
schluss vom 24. August 2020 hiess das Kantonsgericht von Graubünden die von 
A._____ gegen die Einstellungsverfügung erhobene Beschwerde gut und wies die 
Sache an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück (SK2 20 34). Das Kantons-
gericht wies in seinem Beschluss darauf hin, dass die Antragsfrist zwar abgelau-
fen sei, es sich möglicherweise aber um eine schwere Körperverletzung und somit 
um ein Offizialdelikt handeln könnte. 

D. Zwischen November 2020 und Januar 2021 versuchten sich die Parteien zu 
einigen, was jedoch scheiterte. 

E. Mit Parteimitteilung vom 15. Februar 2021 teilte die Staatsanwaltschaft den 
Parteien mit, dass sie beabsichtige, das Verfahren gegen B.________ einzustel-
len. Gleichzeitig setzte sie den Parteien Frist von zehn Tagen zur Einreichung von 
Beweisanträgen.

F. Mit Schreiben vom 23. Februar 2021 beantragte A._____, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, das Verfahren wegen schwerer fahrlässiger 

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Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB weiterzuführen und von einer Be-
fragung von D.________ und E.________ abzusehen. Mit Eingabe vom 25. Fe-
bruar 2021 verzichtete B.________ auf das Stellen von Beweisanträgen.

G. Die Staatsanwaltschaft stellte mit Verfügung vom 12. März 2021, mitgeteilt 
am 16. März 2021, das Verfahren gegen B.________ wegen fahrlässiger Körper-
verletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB ein.

H. A._____ (fortan: Beschwerdeführerin) liess gegen die Einstellungsverfü-
gung mit Eingabe vom 26. März 2021 Beschwerde erheben mit den folgenden 
Anträgen:

1. Die Einstellungsverfügung vom 12.03.2021 sei aufzuheben und die 
Strafuntersuchung gegen B.________ sei wegen fahrlässiger Körper-
verletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB weiterzuführen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates zuzüg-
lich der gesetzlich geschuldeten Mehrwertsteuer. 

I. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 26. April 
2021 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

J. B.________ (fortan: Beschwerdegegner) liess seinerseits mit Eingabe vom 
12. Mai 2021 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragen. 

Erwägungen

1.1. Gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft kann innert zehn 
Tagen bei der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden Beschwerde 
geführt werden (Art. 20 Abs. 1 lit. b und Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 22 EGzStPO 
[BR 350.100]; Art. 10 Abs. 1 KGV [BR 173.100]). Die Beschwerde ist zu begrün-
den (Art. 396 Abs. 1 StPO). Die angefochtene Verfügung wurde dem Rechtsver-
treter der Beschwerdeführerin am 17. März 2021 zugestellt. Die Beschwerde wur-
de am 26. März 2021 der Schweizerischen Post übergeben und ist damit fristge-
recht erfolgt. Sie ist zudem hinreichend begründet.

1.2. Nach Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel 
ergreifen. Partei im Strafverfahren ist nebst der beschuldigten Partei und der 
Staatsanwaltschaft auch die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). Die Be-
schwerdeführerin ist Trägerin des Rechtsgutes, dessen Verletzung sie geltend 
macht. Somit ist sie zur Beschwerdeführung legitimiert. 

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1.3. Die weiteren formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 
Anlass. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden 
(Art. 393 Abs. 2 StPO).

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden liess die Frage, ob es sich bei den von 
der Beschwerdeführerin erlittenen Verletzungen um eine schwere Körperverlet-
zung i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. Art. 125 Abs. 2 StGB oder lediglich um eine einfa-
che Körperverletzung i.S.v. Art. 123 StGB i.V.m. Art. 125 Abs. 1 StGB handeln 
würde, offen. Gestützt auf ein den Unfall dokumentierendes Video stellte sie fest, 
dass der Beschwerdegegner von der Cross-Piste herkommend auf dem präparier-
ten rechten Abschnitt der Piste Nr. F.________b gefahren sei, währendem die 
Beschwerdeführerin von links her über den nicht präparierten und gesperrten Ab-
schnitt der Piste Nr. F.________b herangefahren sei. In dem Moment, als die Be-
schwerdeführerin – ohne anzuhalten – auf den präparierten Teil der Piste Nr. 
F.________b eingefahren sei, habe sie ihre Richtung um ca. 90 Grad geändert 
und sei hangaufwärts dem talwärts fahrenden Beschwerdegegner entgegengefah-
ren. In der Folge habe der Beschwerdegegner versucht, nach links auszuweichen, 
was ihm nicht gelungen sei. So sei er mit der Beschwerdegegnerin kollidiert. Die 
Beschwerdeführerin wäre gehalten gewesen, sich durch entsprechende Mass-
nahmen zu vergewissern, dass sie keine anderen Pistenbenutzer, welche von der 
präparierten Cross-Piste herkamen, gefährde. Dies umso mehr, weil sie beabsich-
tigt habe, die Piste Nr. F.________b von der linken Seite herkommend nach 
rechts in Richtung G.________ hangaufwärts fahrend zu überqueren. Der talwärts 
fahrende Beschwerdegegner habe nicht damit rechnen müssen, dass die Be-
schwerdegegnerin ohne Kontrollmassnahmen von der gesperrten, nicht präparier-
ten Piste in die offene Piste einfahren würde. Vielmehr habe er davon ausgehen 
dürfen, dass die Beschwerdeführerin ihm den Vortritt gewähren würde, da es sich 
beim präparierten Abschnitt der Piste Nr. F.________b aufgrund der gesamten 
Umstände erkennbar um eine eigene Abfahrt gehandelt habe. Ebenso wenig habe 
der Beschwerdegegner darauf gefasst sein müssen, dass die Beschwerdegegne-
rin, welche eben noch geradeaus gefahren sei, ihre Richtung um ca. 90 Grad än-
dere und ihm bergwärts entgegenkomme. Die Beschwerdeführerin sei nicht vor-
trittsberechtigt gewesen, weshalb dem Beschwerdegegner kein Verstoss gegen 
FIS-Regel 3 gemacht werden könne. Ebenso wenig könne ihm eine Verletzung 
von FIS-Regel 1 und 2 vorgeworfen werden. Im Verhalten des Beschwerdegeg-

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ners sei keine Sorgfaltspflichtverletzung zu erkennen, die einen strafrechtlichen 
Vorwurf begründen würde. 

4. Die Beschwerdeführerin moniert den in der Einstellungsverfügung festge-
stellten Sachverhalt. Sie macht geltend, das Geschehen habe sich wie folgt abge-
spielt: Der Beschwerdegegner sei über die Cross-Piste von der H.________ her-
kommend in Richtung I.________ gefahren und 150 Meter oberhalb des 
G.________ in die Piste F.________b eingefahren. Diese Piste sei an dieser Stel-
le nicht mehr gesperrt gewesen. Die Beschwerdeführerin sei auf der Piste 
F.________b in Richtung I.________ gefahren. Sie habe beabsichtigt, zur Talsta-
tion der J.________ zu fahren und sei deshalb hinter dem Arbeiterpavillon auf die 
Piste F.________b in Richtung des G.________ gefahren. Die Piste F.________b 
sei an dieser Stelle nicht gesperrt gewesen und die ganze Pistenbreite von 48 Me-
tern sei einwandfrei präpariert gewesen. Die Beschwerdeführerin sei leicht bergab 
gefahren, da die Piste dort eine Neigung von 6% aufweise. Sie habe sich mitten 
auf der Piste F.________b befunden, als sie den von oben kommenden Be-
schwerdegegner wahrgenommen habe, der die Falllinie verlassen habe und direkt 
auf sie zugesteuert sei. Der Beschwerdegegner hätte die Beschwerdeführerin 4 
Sekunden vor der Kollision erkennen können. Die Sicht- und Pistenverhältnisse 
seien gut gewesen. Die Beschwerdeführerin habe versucht auszuweichen, indem 
sie sich nach rechts abgedreht habe. Der Beschwerdegegner habe beabsichtigt, in 
ungenügendem Abstand an der Beschwerdeführerin vorbeizufahren und habe da-
durch die Kollision verursacht. 

In rechtlicher Hinsicht trägt die Beschwerdeführerin vor, der Beschwerdegegner 
habe mehrere FIS-Regeln verletzt und die Kollision dadurch pflichtwidrig verur-
sacht. Der Beschwerdegegner habe etwa FIS-Regel 2 verletzt, sei er doch nicht in 
der Lage gewesen, seine Geschwindigkeit zu reduzieren und der Beschwerdefüh-
rerin auszuweichen. Ebenso habe er den gemäss FIS-Regel 3 der vorausfahren-
den Beschwerdeführerin eingeräumten Vorrang missachtet. Ihr könne keine Ver-
letzung von FIS-Regel 5 angelastet werden, habe sie sich doch bereits in der Piste 
Nr. F.________b befunden und sei auf dieser gefahren. Ohnehin würde diese Re-
gel auf Skifahrer oder Snowboarder abzielen, die nicht der Falllinie folgten. Auf 
vorliegenden Fall sei sie nicht anwendbar. Der Beschwerdegegner habe zudem 
FIS-Regel 4 verletzt. Angesichts der Gesamtumstände liege kein die Adäquanz 
unterbrechendes Fehlverhalten ihrerseits vor. Es bleibe mithin bei einer Sorgfalts-
pflichtverletzung des Beschwerdegegners. 

5. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren dann einzustellen, 
wenn der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet 

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werden konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn 
unter einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Er-
kenntnis des Gerichtes gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhe-
benden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn 
beeinflussen könnten (vgl. KGer GR SK2 14 39 v. 11.2.2015 E. 2). Im Weiteren 
hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO die Einstellung des Verfahrens zu erfolgen, 
wenn kein Straftatbestand erfüllt ist, d.h. wenn das inkriminierte Verhalten – selbst 
wenn es nachgewiesen wäre – nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand 
erfüllt. Aus dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. 
Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO) folgt, dass eine Einstellung durch die 
Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise 
offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf, wobei 
der Staatsanwaltschaft bei der Beurteilung dieser Frage ein gewisser Spielraum 
zusteht. Hingegen ist – in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro duriore – An-
klage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Frei-
spruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs oder einer Verurteilung 
in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren 
Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 138 IV 186 E. 4.1; Rolf 
Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 8 zu Art. 319 StPO).

6.1. Nach Art. 125 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am 
Körper oder an der Gesundheit schädigt. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder 
Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 
nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein 
Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt somit voraus, dass der 
Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfalts-
widrig ist ein Verhalten, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Um-
stände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung 
der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zu-
gleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat (BGE 135 IV 56 E. 
2.1). 

6.2. Wo besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen 
ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden 
Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 143 IV 138 E. 2.1). Im Be-
reich des Skisports kann auf die Verhaltensregeln des internationalen Skiverban-
des (FIS-Regeln) zurückgegriffen werden (vgl. BGE 122 IV 17; Hans-Kaspar Stiff-
ler, Schweizerisches Schneesportrecht, 3. Aufl., Bern 2002, N 17 ff.). Ebenso die-

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nen allgemeine Rechtsgrundsätze als Grundlage für die Bemessung der anzu-
wendenden Sorgfalt. Im Rahmen des Schneesportrechts spielen deren zwei eine 
wesentliche Rolle; das allgemeine Gebot, durch sein Verhalten die Sicherheit sei-
ner Mitmenschen nicht zu gefährden, sowie der sogenannte Gefahrensatz. Letzte-
rer bestimmt, dass derjenige, welcher einen Zustand der Gefahr schafft, verpflich-
tet ist, die zur Vermeidung eines Schadens erforderlichen Vorsichtsmassnahmen 
zu treffen. Die Ausübung einer mit einem gewissen Risiko für fremde Rechtsgüter 
behafteten Tätigkeit ist also nicht sorgfaltswidrig, solange dabei im Rahmen des 
Zumutbaren wie auch der Kenntnisse und Erfahrungen des Handelnden jede un-
nötige Erhöhung der Gefahr vermieden wird. 

6.3. Gemäss FIS-Regel 1 muss sich jeder Skifahrer und Snowboarder so ver-
halten, dass er keinen andern gefährdet oder schädigt. Die Regel 1 enthält damit 
den Vertrauensgrundsatz, darf sich doch zugleich jeder Skifahrer und Snowboar-
der darauf verlassen, dass auch jeder andere Skifahrer oder Snowboarder sich an 
dieses Gebot hält (PKG 1986 Nr. 3 E. 1). Auf das Vertrauensprinzip kann sich 
grundsätzlich aber nur derjenige berufen, der sich selber verkehrsgerecht verhält 
(BGE 143 IV 138 E. 2.1; 127 IV 34 E. 2b; zu den Einschränkungen vgl. etwa BGE 
125 IV 83 E. 2b). Nach FIS-Regel 2 muss jeder Skifahrer und Snowboarder auf 
Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können 
und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdich-
te anpassen. Die FIS-Verhaltensregel 3 räumt dem vorausfahrenden Skifahrer 
oder Snowboarder den Vorrang ein. Dieser Vorrang des vorausfahrenden Skifah-
rers gilt für alle Bewegungen des vorderen bzw. geländemässig unteren Skifah-
rers, ob dieser nun geradeausfährt, in weiten oder kurzen Bögen abschwingt, 
rutscht oder plötzlich stürzt (Stiffler, a.a.O., N 83; PKG 2006 Nr. 24 E. 4). Dieser 
Vorrang zwingt letztlich den hinteren Fahrer zur Einhaltung eines genügenden Si-
cherheitsabstandes gegenüber dem vorderen. In dieser Hinsicht weisen insbe-
sondere die FIS-Regeln 1-5 einen sich im Kern überschneidenden Regelungsbe-
reich auf. So verlangen letztlich alle, um der Sorgfalt zu genügen, dass der vor-
trittsbelastete Fahrer gegenüber dem Vortrittsberechtigten einen genügenden Si-
cherheitsabstand einhält und nicht zu nahe auffährt (so explizit hinsichtlich FIS-
Regel 3 und 4 Stiffler, a.a.O., N 94). Der Grundsatz, dass dem vorderen Skifahrer 
und Snowboarder für alle seine Bewegungen der Vorrang zukommt, erfährt durch 
die 2002 geschaffene Ergänzung der FIS-Verhaltensregel 5 eine – einzige – Aus-
nahme: Der hintere Skifahrer und Snowboarder braucht nicht damit zu rechnen, 
dass ihm der vordere plötzlich entgegenkommt, indem er hangaufwärts fährt oder 
schwingt. Der Vorrang des vorderen Fahrers oder Snowboarders findet seine 
Grenze nämlich im Vertrauensgrundsatz. Der hintere Fahrer oder Snowboarder 

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darf sich darauf verlassen, dass der vordere die FIS-Verhaltensregeln beachtet 
(Stiffler, a.a.O., N 84 f.). 

Die erwähnte FIS-Regel 5 räumt dem sich in Fahrt befindlichen Skifahrer oder 
Snowboarder den Vorrang ein vor jenem, der in eine Schneesportabfahrt einfah-
ren oder nach einem Halt wieder anfahren will oder aber hangaufwärts schwingt 
oder fährt. Nicht mehr enthalten ist in FIS-Regel 5 die Bestimmung, dass ein Ski-
fahrer, der eine Abfahrt "quere", also von einem Pistenrand zum andern gelangen 
möchte, verpflichtet sei, während des Querens nach oben zu beobachten. Die Be-
stimmung wurde im Jahr 1990 ersatzlos gestrichen, wohl, weil die ursprünglich 
schmalen Pisten breiter geworden sind und keine Notwendigkeit mehr erkannt 
wurde für die Bestimmung (Stiffler, a.a.O., N 101 [Fn. 88]). Gleichwohl muss das 
"Queren" der Abfahrt in jedem Fall als atypisches Verhalten bezeichnet werden. 
Entsprechend ist der querende Skifahrer allgemein gehalten, besondere Vor-
sichtsmassnahmen zu treffen, um der von ihm geschaffenen Gefahr zu begegnen 
(PKG 1971 Nr. 39 E. 6).

Die FIS-Regel 4 gestattet dem Skifahrer und Snowboarder das Überholen nach 
freiem Belieben unter der einen Bedingung, dass er zum Überholten genügend 
Abstand einhält (PKG 1982 Nr. 28). Die Regel ist eine logische Weiterentwicklung 
der FIS-Regel 3. Die FIS-Verhaltensregel 4 verpflichtet den hinteren Skifahrer 
oder Snowboarder, dem vorderen zu überholenden Skifahrer für alle Bewegungen 
genügend Raum zu lassen, somit auch für unerwartete Manöver zufolge von Fahr-
fehlern, für das Abbremsen oder gar für einen Sturz, aber wiederum wie gemäss 
Regel 3 zuvor mit der einzigen Ausnahme, dass der Überholende nicht damit zu 
rechnen braucht, dass ihm der zu überholende Skifahrer oder Snowboarder plötz-
lich hangaufwärts entgegenkommt (Stiffler, a.a.O., N 94 m.w.H.).

Bei den FIS-Regeln handelt es sich nicht um Rechtsnormen (BGE 106 IV 350 E. 
3a). Sie sind deshalb insbesondere auch mit anerkannten Rechtsgrundsätzen – 
etwa dem Vertrauensgrundsatz – in Bezug zu setzen (vgl. hierzu auch BGE 106 
IV 350 E. 3b; ferner Stiffler, a.a.O., N 85). Sodann ist zu bedenken, dass die FIS-
Regeln nicht abschliessend sind, da sie nicht jede denkbare Konstellation regeln 
(so i.E. auch BGE 106 IV 350 E. 3b; vgl. ferner KGer GR SK2 16 16 v. 19.7.2016 
E. 5b/cc). 

7.1. In beweismässiger Hinsicht ist vorab darauf hinzuweisen, dass seitens des 
Beschwerdegegners eine Videoaufzeichnung eingereicht wurde, auf welcher das 
Unfallgeschehen dokumentiert ist (StA act. 1.29). Hiervon existiert eine längere 
(unbearbeitete) Videodatei sowie eine kurze Videodatei, welche lediglich einen 

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mittels Zoom vergrösserten Videoausschnitt kurz vor bis kurz nach der Kollision 
zeigt. Soweit sich Erkenntnisse auf die lange (unbearbeitete) Videosequenz stüt-
zen, wird diese als "StA act. 1.29" zitiert. Die kurze Videodatei wird mit dem Ver-
merk "Zoom" zitiert (StA act. 1.29 Zoom). 

7.2. Aus dem Kriminalrapport (StA act. 3.1, S. 4) samt Fotoblatt (StA act. 3.2, 
Foto Nr. 2, 3 und 5-6) sowie den Videoaufzeichnungen (StA act. 1.29 sowie StA 
act. 1.29 Zoom) ergibt sich, dass die Piste Nr. F.________b jedenfalls im oberen 
Teilstück am Morgen des 19. April 2019 infolge eines Trainings des Schweizeri-
schen Ski-Nationalkaders gesperrt war. Nicht klar und umstritten ist indessen, bis 
wo die Piste F.________b gesperrt war. So war linksseitig (Fahrtrichtung) der Pis-
te Nr. F.________b hin zur Piste Nr. F.________b ein Absperrzaun angebracht, 
welcher jedoch nur bis zum sogenannten K._____pavillon führte. Nach dem Arbei-
terpavillon bestand sodann ein unpräpariertes, zerfahrenes und sich nach vorne 
verengendes Teilstück der Piste F.________b. Dieses Teilstück grenzte sich ei-
nerseits linksseitig (Blick von oben), der Flucht des Zaunes folgend, zur Piste Nr. 
F.________b sowie andererseits rechtsseitig zum präparierten Teilstück der Piste 
Nr. F.________b optisch klar ab (vgl. StA act. 3.2 und StA act. 1.29). Aufgrund der 
sich darstellenden Aktenlage ist nicht eindeutig erkennbar, ob dieser unpräparierte 
Pistenteil der Piste Nr. F.________b noch gesperrt war. Wie noch zu zeigen sein 
wird, ist diese Frage indessen nicht von Bedeutung. Die Beschwerdeführerin fuhr 
– von der blauen Piste Nr. F.________b herkommend – unterhalb des Arbeiterpa-
villons durch und querte den nicht präparierten Teil der Piste Nr. F.________b, um 
sodann, ohne anzuhalten, auf den präparierten Teil der Piste F.________b "einzu-
fahren", auf welchem sich auch der – von der Cross-Piste herkommende – Be-
schwerdegegner befand. Unbestrittenermassen beabsichtigte sie, die Piste zu 
wechseln (von der Nr. F.________b auf die Nr. F.________b). Bereits dieser Um-
stand gebot besondere Vorsicht. Aufgrund der bestehenden Verhältnisse konnte 
aus der damaligen Perspektive der Beschwerdeführerin sodann nicht klar erkenn-
bar gewesen sein, ab wo sie sich regulär auf der Piste Nr. F.________b befand. 
Jedenfalls sprach die optisch ohne Weiteres erkennbare Abgrenzung zwischen 
dem präparierten Teil der Piste F.________b und deren unpräparierten Teil (ei-
nerseits durch die unterschiedliche Pistenpräparation an sich, andererseits auf-
grund der dadurch entstandenen "Kante" zwischen den Pistenteilen) viel eher 
dafür, dass die "reguläre" Abfahrtspiste Nr. F.________b erst ab der "Kante" zum 
präparierten Teil begann und die Beschwerdeführerin damit erst ab dieser in die 
Piste einfahren würde. Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin zwecks Pis-
tenwechsel unmittelbar hinter dem Arbeiterpavillon durchfuhr, was ihre Sicht auf 
die Piste Nr. F.________b insgesamt einschränkte. Alles in allem geboten die aus 

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Sicht der Beschwerdeführerin unklaren Verhältnisse ihrerseits eine besondere 
Sorgfalt. Zumindest wäre sie gehalten gewesen, sich einen Gesamtüberblick zu 
verschaffen. Bereits dadurch, dass die Beschwerdeführerin, ohne ihre Geschwin-
digkeit zu reduzieren oder einen Zwischenhalt einzulegen, weiterfuhr, kann ihr ei-
ne Verletzung von FIS-Regel 1 angelastet werden, hat sie hierdurch doch zumin-
dest abstrakt andere Skifahrer oder Snowboarder gefährdet. 

7.3. Zum soeben Ausgeführten lässt sich aus dem Video für die Beschwerde-
führerin erschwerend das Folgende feststellen (vgl. StA act. 1.29 [ab ca. Sekunde 
9] und StA act. 1.29 Zoom [ab ca. Sekunde 0]): Die Beschwerdeführerin querte 
das unpräparierte Teilstück diagonal. Erst als sie die "Kante" zum präparierten 
Teilstück passierte, drehte sie aus ihrer Sicht nach rechts ab, vollzog eine relativ 
enge Rechtskurve und fuhr hangaufwärts direkt auf den Beschwerdegegner zu 
(vgl. dazu nachfolgend E. 7.4 f.). Dieser befand sich zu diesem Zeitpunkt oberhalb 
von ihr und begann eine Linkskurve (Fahrtrichtung) zu fahren, um (wohl) an der 
Beschwerdeführerin linksseitig vorbeizufahren und auszuweichen (vgl. StA act. 
3.15, S. 3). Dieses Abdrehen der Beschwerdeführerin bzw. das damit eingeleitete 
Hangaufwärtsfahren lässt – mit Blick auf die gegenüberliegende Pistenabzwei-
gung – darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin beabsichtigte, auf diese 
sich von der Piste Nr. F.________b abzweigende Piste zu gelangen (StA act. 
1.29). Anders lässt sich ihr Fahrverhalten aufgrund der Gegebenheiten nicht er-
klären. Kommt hinzu, dass über die erwähnte Abzweigung ebenfalls der von ihr 
angegebene Zielort, die Talstation J.________, erreichbar war (act. A.1, S. 6, Ziff. 
35; StA act. 3.2, Foto Nr. 1, 7 und 9 und act. B.6). Damit hat als erstellt zu gelten, 
dass die Beschwerdeführerin die Piste Nr. F.________b zu traversieren beabsich-
tigte. Dies ist als sogenannte atypische Pistenbenützung zu betrachten (vgl. etwa 
PKG 1971 Nr. 39 E. 6; Markus Reinhardt, Die strafrechtliche Bedeutung der FIS-
Regeln, St. Gallen 1976, S. 227 und 239), welche wiederum besondere Vorsicht 
gebot. 

7.4. Nebst all diesen Umständen, welche von der Beschwerdeführerin eine be-
sondere Vorsicht vor bzw. während des Befahrens der Piste F.________b gefor-
dert hätten, tritt massgebend folgender Umstand hinzu: Wie erwähnt, drehte die 
Beschwerdeführerin nach dem Passieren der "Kante" (ihre Blickrichtung) ca. 90 
Grad gegen rechts ab und fuhr dem Beschwerdegegner direkt entgegen. Aus dem 
Video geht eindeutig hervor, dass sie sich damit zum Hangaufwärtsfahren ent-
schied. Dadurch genoss sie gemäss FIS-Regel 5 gegenüber dem hinter ihr fah-
renden Beschwerdegegner keinen Vorrang mehr. Dass die Piste in diesem Be-
reich ein eher schwaches Gefälle aufweist, spielt entgegen der Auffassung der 

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Beschwerdeführerin keine Rolle. Hangaufwärts meint in diesem Zusammenhang 
entgegen der Falllinie bzw. entgegen dem allgemeinen Verkehrsstrom (vgl. Stiffler, 
a.a.O., N 106; ferner auch PKG 1999 Nr. 32 E. 4 ff.). Entgegen der Meinung der 
Beschwerdeführerin lässt sich dem Video zweifellos entnehmen, dass der Be-
schwerdegegner die Piste Nr. F.________b der Falllinie folgend befuhr (StA act. 
1.29). Die Beschwerdeführerin stellt die Anwendbarkeit der FIS-Regel 5 (Hang-
aufwärtsfahren) in ihrem Fall in Frage. Dies begründet sie damit, die Bestimmung 
sei auf Carver zugeschnitten. Sie sei aber nicht Carving gefahren. Der Einwand 
zielt ins Leere. Die FIS-Regeln gelten für alle Skifahrer und Snowboarder, unab-
hängig davon, welche Art Sportmaterial benützt wird. Sie gelten sogar auch für 
atypische Benützer von Schneesportabfahrten (Stiffler, a.a.O., Ziff. 48).

7.5. Der Beschwerdegegner befand sich demgegenüber ausschliesslich auf 
dem präparierten Teilstück der Piste Nr. F.________b, dessen Verlauf er folgte. 
Aus seiner Sicht sprachen die bestehenden Verhältnisse dafür, dass es sich bei 
diesem präparierten Teilstück um den regulären Pistenverlauf handelt. Im Gegen-
satz zur Beschwerdeführerin nahm er denn auch keinen Pistenwechsel vor. Unter 
Berücksichtigung der geschilderten Gesamtumstände durfte er darauf vertrauen, 
dass die auf dieses präparierte Pistenstück einfahrende bzw. die gesamte Piste 
linear traversierende Beschwerdeführerin ihm den Vortritt lassen würde (vgl. Stiff-
ler, a.a.O., N 107; zum Vertrauensgrundsatz beim Schneesport allgemein auch 
Reinhardt, a.a.O., S. 196 ff.; BGE 106 IV 350 E. 3a; KGer GR SK2 16 16 v. 
19.7.2016 E. 5b/cc). Letztlich entscheidend ist jedoch, dass der Beschwerdegeg-
ner keinesfalls damit rechnen konnte, geschweige denn damit rechnen musste, 
dass die Beschwerdeführerin, welche eben noch geradeaus fuhr, ihre Richtung 
schlagartig um ca. 90 Grad ändern und ihm – in Verletzung des nun ihm zuste-
henden Vorranges (FIS-Regel 5) – bergwärts entgegenfahren würde. Anzeichen 
für ein entsprechendes regelwidriges Verhalten der Beschwerdeführerin bestan-
den keine. So schilderte auch der Beschwerdegegner, dass die Beschwerdeführe-
rin "plötzlich", d.h. unerwartet, vor ihm gewesen sei (StA act. 3.15, S. 3 bis 5). 
Auch auf den Videoaufzeichnungen sind keine entsprechenden Anzeichen ersicht-
lich (StA act. 1.29 sowie StA act. 1.29 Zoom). Durch das ab der "Kante" eingeleite-
te Hangaufwärtsfahren verkürzte die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner 
seine Reaktions- und Ausweichmöglichkeit derart stark, dass ihm eine Verhinde-
rung der Kollision nicht mehr möglich war. Wäre die Beschwerdeführerin ihrem 
ursprünglich eingeschlagenen Weg gefolgt oder abwärtsgefahren, wären der Be-
schwerdegegner und die Beschwerdeführerin nicht zusammengeprallt. Auch der 
Beschwerdegegner hielt den plötzlichen und unerwarteten Richtungswechsel der 
Beschwerdeführerin (hangaufwärts und ihm entgegenkommend) als das für die 

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Kollision letztlich ursächliche Verhalten (StA act. 3.1, S. 4 f.). Wie gezeigt, handelt 
es sich dabei um eine Einschätzung, welche durch die im Recht liegenden Video-
aufzeichnungen objektiv bestätigt wird (StA act. 1.29 sowie StA act. 1.29 Zoom). 

7.6. Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschwerdegegner eine Verletzung der 
FIS-Regeln Nr. 1, 2, 3, 4 und 5 vor. Als Folge davon könne er sich nicht auf den 
Vertrauensgrundsatz berufen. Das Vorbringen zielt ins Leere. Bei näherer Be-
trachtung wird deutlich, dass die Beschwerdeführerin die mutmassliche Verletzung 
der erwähnten Regeln im Kern stets gleich herzuleiten versucht, nämlich mit ei-
nem vom Beschwerdegegner unterschrittenen Sicherheitsabstand zu ihr. Dies 
stelle an sich schon eine Verletzung von FIS-Regel 3 dar. Aus Sicht der Be-
schwerdeführerin habe dieser unterschrittene Sicherheitsabstand aber auch dazu 
geführt, dass sie gefährdet worden sei (Verletzung FIS-Regel 1), er nicht auf Sicht 
habe anhalten können (Verletzung FIS-Regel 2), er ihr nicht den notwendigen 
Raum für ihre Manöver gewährt habe (Verletzung FIS-Regel 4) und er ihren Vor-
tritt missachtet habe (Verletzung FIS-Regel 5). Es trifft zwar zu, dass der hintere 
Fahrer dem vorderen Fahrer (grundsätzlich bei jeglichen ausgeführten Fahrmanö-
vern) genügend Raum (Sicherheitsabstand) für alle dessen Bewegungen lassen 
muss, was auch unerwartete Manöver zufolge Fahrfehlern etc. beinhaltet (so 
explizit zu Regel 3 und 4: Stiffler, a.a.O., N 94). Dieser Grundsatz erfährt aber, wie 
gezeigt, eine Ausnahme dann, wenn der Vortrittsbelastete nicht damit zu rechnen 
braucht, dass ihm der zu überholende Skifahrer oder Snowboarder plötzlich hang-
aufwärts entgegenkommt (vgl. oben 6.3 in fine). Diesfalls wäre viel eher die hang-
aufwärtsfahrende Beschwerdeführerin gehalten gewesen, um einen adäquaten 
Sicherheitsabstand bemüht zu sein. Die beschwerdeführerische Argumentation 
erweist sich denn auch als zirkelschlüssig, hält sie doch die Folge (Verringerung 
des Sicherheitsabstandes) ihres eigenen regelwidrigen Verhaltens (Durchsetzung 
ihres nicht bestehenden Vortrittsrechts) dem Beschwerdegegner vor, um ihm so-
dann den Anspruch auf den Vertrauensschutz (FIS-Regel 1) absprechen zu kön-
nen. Das Verhalten des Beschwerdegegners kann im Rahmen einer Würdigung 
aller Umstände eindeutig nicht als pflichtwidrig unvorsichtig qualifiziert werden. Die 
Staatsanwaltschaft hat folglich das Verfahren mangels Tatbestandsverwirklichung 
von Art. 125 Abs. 2 StGB zu Recht eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO).

8. Der Vollständigkeit halber sei noch das Folgende erwähnt: Nach den vor-
stehenden Ausführungen dient das im Recht liegende Video (StA act. 1.29) aus-
schliesslich der Entlastung des Beschwerdegegners, weshalb ein Verwertungs-
verbot wegen allenfalls rechtswidriger Erstellung der Videoaufnahmen nicht weiter 
zu prüfen ist, zumal die Art der Beweisgewinnung keine Fragen nach der Zuver-

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lässigkeit des Beweismittels hervorruft (Beweisverwertungsverbote sind 
grundsätzlich nur Belastungsverbote, nicht auch Entlastungsgebote; vgl. Sabine 
Gless, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 116 zu Art. 141 StPO m.w.H.; KGer 
GR SK1 15 4 v. 4.10.2016 E. 3b; OGer ZH UH120368 v. 24.4.2013; OGer BE BK 
2012 62 v. 18.6.2012 E. 4.2; tendenziell auch BGer 6B_656/2015 v. 16.12.2016 E. 
1.4.3; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Pra-
xiskommentar, 3. Aufl., Zürich 2017, N 2 zu Art. 141 StPO). Im Übrigen geht denn 
auch die Beschwerdeführerin selbst von der Verwertbarkeit des Videos aus. 

9.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Ge-
richtsgebühren werden in Anwendung von Art. 8 VGS (BR 350.210) auf 
CHF 2'000.00 festgelegt. 

9.2. Für die Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelver-
fahren verweist Art. 436 Abs. 1 StPO auf die Art. 429-434 StPO. Die Beschwerde-
führerin unterliegt im vorliegenden, ausschliesslich von ihr initiierten Beschwerde-
verfahren vollständig und ist gemäss der Praxis des Kantonsgerichts deshalb in 
analoger Anwendung von Art. 432 Abs. 1 StPO zu verpflichten, dem Beschwerde-
gegner für seine anwaltlichen Umtriebe im Beschwerdeverfahren eine angemes-
sene Prozessentschädigung zu bezahlen (vgl. u.a. KGer GR SK2 14 7 v. 
15.7.2014 E. 8 m.w.H.). Da weder eine Honorarvereinbarung noch eine Honorar-
note von Rechtsanwalt Dr. iur. Alexander Pauer im Recht liegt, ist der Honoraran-
spruch der beschuldigten Person nach Ermessen festzusetzen. Da der Beschwer-
degegner Wohnsitz in Deutschland hat, entfällt die MwSt. (vgl. Art. 8 Abs. 1 MwSt. 
i.V.m. Art. 18 MwSt.). Angesichts der sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen 
Fragen wird die Entschädigung auf CHF 2'000.00 (inkl. Spesen) festgesetzt. 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zulasten 
von A._____.

3. A._____ hat B.________ mit CHF 2'000.00 (inkl. Spesen) zu entschädigen. 

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: