# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce15c422-0f03-50ef-837f-5e3a1ca861a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2011 E-8649/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8649-2007_2011-11-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­8649/2007

U r t e i l   v om   2 1 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Jenny de Coulon Scuntaro,
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sri Lanka,  
vertreten durch Evelyn Stokar, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. 
November 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus B._______ (Nordprovinz),  reichte 
erstmals am 23. Februar 1989 in Basel ein Asylgesuch ein. Dieses wurde 
mit  Entscheid  des  damaligen  Bundesamtes  für  Flüchtlinge  (BFF)  vom 
22. August 1995 mangels Asylrelevanz der Vorbringen abgewiesen. Am  
27.  September  1995  unterzeichnete  der  Beschwerdeführer  eine 
Beschwerdeverzichtserklärung.  Die  Verfügung  des  Bundesamtes 
erwuchs  damit  in  Rechtskraft.  Am  17.  Januar  1996  kehrte  der 
Beschwerdeführer kontrolliert auf dem Luftweg nach Colombo zurück.

B. 
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  Colombo  am 
8. Oktober  2007 erneut  auf  dem Luftweg und gelangte  am 10. Oktober 
2007  in  die  Schweiz.  Gleichentags  reichte  er  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen  ein  zweites  Asylgesuch  ein. 
Anlässlich  der  dortigen  Befragung  vom  30.  Oktober  2007  gab  er  zu 
Protokoll,  er  sei  nach  seiner  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  im  Jahre  1997 
zuerst  zu  seiner  Mutter  nach  B._______  zurückgekehrt.  Später  sei  er 
dann  nach  C._______  (Nordprovinz)  gezogen,  wo  er  bis  zur  Ausreise 
wohnhaft  gewesen  sei  und  wo  weiterhin  seine  Ehefrau  und  die  fünf 
Kinder wohnhaft  seien.  Zusammen mit  einem seiner Söhne habe er  ab 
1998 mit  seinem eigenen Minibus Personen  transportiert, während  sein 
Sohn  mit  zwei  dem  Beschwerdeführer  gehörenden  LKWs  Erde  und 
Steine  transportiert  habe.  Nach  seinen  Ausreisegründen  gefragt,  führte 
der Beschwerdeführer Folgendes aus: Weil er drei Fahrzeuge besessen 
habe, habe ihn die Armee verdächtigt, Kontakte zu den LTTE (Liberation 
Tigers  of  Tamil  Eelam)  zu  unterhalten.  Die  Armee  habe  deshalb  sein 
Haus  durchsucht  und  seine  Identitätskarte  sowie  diejenigen  der  Söhne 
kontrolliert.  Er  selbst  sei  erstmals  am  2.  Mai  2007  ins  Armee­Camp 
mitgenommen  worden.  Dort  sei  er  nach  seinem  Beruf  und  allfälligen 
Transporten  für  die  LTTE,  sonstigen  Kontakten  zu  dieser  Organisation 
und  deren  Präsenz  im Ort  gefragt  worden.  Auch  hätten  sie  den Grund 
seiner  kürzlich  erfolgten  Reise  nach  Colombo  wissen  wollen.  Er  habe 
erklärt,  dass  er  eine  (…) Tochter  habe,  (…),  und  dass  er  zwecks  einer 
medizinischen  Kontrolle  dieser  Tochter  dorthin  habe  reisen müssen.  Er 
sei  daraufhin  freigelassen worden.  Am  nächsten  Abend  sei  er  von  den 
LTTE gefragt worden, weshalb er von der Armee mitgenommen worden 
sei. Er habe diesen gesagt, dass ihn die Armee über die Fahrzeuge und 
deren Verwendung ausgefragt habe. Nach einer halben Stunde seien sie 

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wieder  weggegangen.  Noch  in  derselben  Nacht  hätten  ihn 
Armeeangehörige  abgeholt  und  ins  (...)­Camp gebracht. Dort  hätten  sie 
ihm ein Foto seiner verstorbenen Schwester vorgelegt, welche der LTTE 
zugehörig gewesen sei. Er habe ihnen erzählt, dass diese (…) im Kampf 
für die LTTE ums Leben gekommen sei. Es sei ihm vorgeworfen worden, 
dass er diesen Umstand nicht bereits am Vortag erwähnt habe. Mit einer 
Zange hätten sie dann seine Zehe gequetscht, mit dem Ziel, dass er noch 
mehr  erzähle.  Dann  hätten  sie  auf  die  blutende  Zehe  eine  Flüssigkeit 
gegossen,  die  sehr  gebrannt  habe.  Er  sei  gewarnt  worden,  nichts  zu 
erzählen,  und  dass  er  nötigenfalls  wieder  vorgeladen  würde.  Nach  der 
Freilassung habe er sich zu einem Arzt begeben, wo seine Zehe genäht 
worden sei. Einen Monat später, am 31. Mai 2007, sei er von der Armee 
erneut  mitgenommen  worden.  Er  sei  gefragt  worden,  wo  sich  seine 
Geschwister  aufhielten.  Er  habe  ihnen  erzählt,  dass  sich  diese  in  der 
Schweiz  aufhielten  und  auch  er  sich  zuvor  in  der  Schweiz  aufgehalten 
habe.  Auch  diesbezüglich  sei  ihm  vorgehalten  worden,  dass  er  diesen 
Umstand  nicht  bereits  früher  erzählt  habe.  Er  sei  weiter  nach  in  der 
Schweiz  getätigten  Spenden  für  die  LTTE  gefragt  worden,  was  er 
verneint habe. Sie hätten ihm dann die Beine gefesselt und daraufhin an 
der  linken  Hand  die  Fingernägel  ausgerissen.  Er  sei  ohnmächtig 
geworden  und  habe  während  zwei  bis  drei  Stunden  nichts  mehr 
wahrgenommen. Nachdem Wasser auf  ihn gegossen worden sei, sei er 
wieder zu sich gekommen. Er habe die Schmerzen nicht mehr ertragen 
können  und  gebeten,  dass man  ihn  erschiesse.  Sie  hätten  ihm  gesagt, 
dass dies die LTTE erledigen werde. 

Seine  Freilassung  hätten  sie mit  dem Umstand  begründet,  dass  er  ein  
(…) Kind habe. Sie hätten ihm gesagt, er solle irgendwohin fliehen, aber 
niemandem vom Vorgefallenen erzählen. Gegen vier Uhr morgens sei er 
in die Nähe seines Hauses gebracht worden. Kein Arzt habe seine Finger 
behandeln  wollen.  Sie  hätten  gesagt,  dass  sie  sonst  auch  Probleme 
bekämen. Ein Freund habe ihn zu einem Arzt in der Ortschaft D._______ 
gebracht. Danach sei er zu seinen Cousins nach E._______ gegangen, 
weil  er  sich  gefürchtet  habe,  die  Leute  zu  Hause  würden  bei  seiner 
Rückkehr vom Vorfall erfahren. In dieser Zeit sei die Armee zweimal nach 
Hause  gekommen.  Sie  habe  seine  Familie  aufgefordert,  dass  er  sich 
melde, sobald er nach Hause komme. Seine Frau habe ihn besucht und 
gesagt, es sei wohl besser, wenn er sich  ins Ausland begebe, da sonst 
auch die Kinder Probleme bekommen könnten. Daraufhin sei er mit Hilfe 
eines  Schleppers,  seinem  eigenen  und  einem  gefälschten  Pass  via 
Malaysia  nach  Rom  ausgereist  und  von  dort  unter  Umgehung  der 

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Grenzkontrolle  in die Schweiz gelangt. Zum Beweis seiner  Identität  gab 
der Beschwerdeführer eine Identitätskarte sowie eine Geburtsurkunde zu 
den Akten.

C. 
Am 9. November 2007 wurde der Beschwerdeführer vom BFM einlässlich 
zu  seinen  Ausreisegründen  angehört.  Dabei  wiederholte  er  im 
Wesentlichen  die  im  EVZ  gemachten  Angaben.  Soweit  für  die 
nachfolgende  Urteilsbegründung  von  Bedeutung,  wird  auf  die  dortigen 
Aussagen in den Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit Entscheid vom 20. November 2007, eröffnet am 21. November 2007, 
wies  das  BFM  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung  führte  das 
BFM  aus,  die  Vorbringen  vermöchten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) nicht zu genügen. Die detaillierte Begründung ist den 
nachstehenden Erwägungen zu entnehmen. 

E. 
Mit Eingabe vom 20. Dezember 2007  liess der Beschwerdeführer durch 
seine  Rechtsvertreterin  (Barbara  Frei­Keller)  beim 
Bundesverwaltungsgericht  gegen  den  Entscheid  des  BFM  vom  20. 
November 2007 Beschwerde erheben. Er beantragte die Aufhebung der 
vorinstanzlichen Verfügung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei 
wegen Unzumutbarkeit  auf  den Wegweisungsvollzug  zu  verzichten  und 
die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht 
ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 
Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses. Der Beschwerde lagen eine Position 
der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  1.  Februar  2007,  eine 
UNHCR­Stellungnahme  vom  Januar  2007  zur  Schutzbedürftigkeit  von 
Asylsuchenden aus Sri Lanka, ein Arztzeugnis von (...), Altdorf, vom 17. 
Dezember  2007  betreffend  die  Spuren  der  angegebenen  Folter,  ein 
Schreiben  des  Europäischen Gerichtshofs  für Menschenrechte  (EGMR) 
zuhanden der französischen Regierung vom 23. Oktober 2007 betreffend 
Verzicht  auf  die  Wegweisung  von  abgewiesenen  tamilischen 
Asylbewerbern nach Sri Lanka sowie eine Fürsorgebestätigung bei.

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F. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  21.  Dezember  2007  teilte  die 
Instruktionsrichterin  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  er  den  Ausgang 
des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Hinsichtlich  seiner 
übrigen Rechtsbegehren wurde der Beschwerdeführer auf einen späteren 
Zeitpunkt verwiesen. 

G. 
In  einer  weiteren  Instruktionsverfügung  vom  8.  Januar  2008  hiess  die 
Instruktionsrichterin  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  forderte  sie  das  BFM 
auf, eine Vernehmlassung einzureichen.

H. 
In seiner Vernehmlassung vom 11. Januar 2008 beantragte das BFM die 
Abweisung  der Beschwerde.  Im Ergebnis  führte  es  aus,  der Arztbericht 
vermöge in keiner Weise zu überzeugen und sei daher nicht geeignet, die 
Korrektheit der Erwägungen und Schlüsse des BFM zu erschüttern. Auf 
den  detaillierten  Inhalt  der  Vernehmlassung  wird  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

I. 
Mit  Replik  vom  3.  März  2008  nahm  die  Rechtsvertreterin  des 
Beschwerdeführers innert erstreckter Frist zur Vernehmlassung des BFM 
Stellung.  Für  den  Inhalt  wird  ebenfalls  auf  die  nachstehenden 
Erwägungen verwiesen. 

J. 
Am  6.  November  2008  reichte  die  Rechtsvertreterin  eine 
Beschwerdeergänzung  und  diverse  Beweismittel  zu  den  Akten.  Sie 
machte geltend, die Unterlagen seien  ihr vom Beschwerdeführer bereits 
vor  längerer  Zeit  übergeben  worden,  hätten  den  Weg  zum 
Bundesverwaltungsgericht  jedoch  leider  erst  jetzt  gefunden.  Auf  den 
Inhalt  der  Eingabe  und  die  Beweismittel  wird  ebenfalls  nachstehend 
eingegangen. 

K. 
Am  5.  Januar  2011  lud  die  Instruktionsrichterin  das  BFM  aufgrund  der 
Beschwerdeergänzung  und  der  zahlreichen  Beweismittel  nochmals  zur 
Vernehmlassung ein.

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L. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  19.  Januar  2011  beantragte  das  BFM 
erneut  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Der  Inhalt  dieser 
Vernehmlassung  kann  den  nachstehenden  Erwägungen  entnommen 
werden. 

M. 
Mit  Eingabe  vom  4.  Februar  2011  nahm  die  Rechtsvertreterin  (Evelyn 
Stokar)  zur  zweiten  Vernehmlassung  des  BFM  Stellung  und  machte 
folgende  Sachverhaltsergänzungen,  die  sich  aus  der  langen 
Verfahrensdauer  ergeben  hätten:  Der  älteste  Sohn  des 
Beschwerdeführers  sei  im  Sommer  2010  festgenommen  worden  und 
gelte  seither  als  verschwunden. Die  Familie  sei  zudem wiederholt  nach 
dem  Aufenthaltsort  des  Beschwerdeführers  gefragt  worden.  Sie  sei 
jeweils aufgefordert worden, nach seiner Rückkehr umgehend die Armee 
zu  benachrichtigen.  Schliesslich  wies  die  Beschwerdeführerin  unter 
Hinweis auf diverse Internetberichte darauf hin, dass sich die Situation für 
mutmassliche  LTTE­Sympathisanten  nicht  verbessert  habe.  Es  komme 
zu  fortdauernden  Belästigungen  und  Drohungen  seitens  der  Armee 
gegen  ehemalige  LTTE­Mitglieder,  die  freigelassen  und  rehabilitiert 
worden  seien.  Auch  gebe  es  keine  fairen  Gerichtsverfahren  und 
unabhängigen  Gerichte  in  Sri  Lanka.  Zurückkehrende  tamilische 
Asylbewerber,  die  Sri  Lanka  zur  Kriegszeit  verlassen  hätten,  bildeten 
sodann  eine  eigene  Risikogruppe  für  Verhaftungen.  Da  im  Falle  des 
Beschwerdeführers davon auszugehen sei, dass er bei den Behörden als 
LTTE­Unterstützer gelte, sei ihm nach wie vor eine begründete Furcht vor 
Verfolgung zu attestieren. 

N. 
Am 4. November 2011 reichte der Beschwerdeführer eine Kostennote zu 
den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 

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Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben.

1.2. Das Verfahren  richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  VGG  und 
das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1 sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 

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Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1. Die Vorinstanz hat  das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit  der 
Begründung abgewiesen, dass dessen Aussagen den Anforderungen an 
die  Glaubhaftigkeit  und  damit  des  erwähnten  Art.  7  AsylG  nicht 
standhielten.  Die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte  Staffelung  der 
Verhöre 
(2.  Mai,  2./3.  Mai  und  31.  Mai  2007)  wirke  realitätsfremd.  Es  dürfe 
nämlich  mit  Recht  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Behörden 
bereits  beim  ersten  Mal,  sicherlich  aber  beim  zweiten  Mal,  sämtliche 
verwandtschaftlichen  Beziehungen  zu  durchleuchten  versucht  hätten. 
Ebenfalls als  realitätsfremd wertete das BFM, dass die Soldaten bei der 
ersten  Festnahme  die  Identitätskarten  der  erwachsenen  Söhne  zwar 
kontrolliert,  diese  jedoch  zwecks  weiterer  Abklärungen  nicht 
festgenommen  hätten,  zumal  einer  der  Söhne  als  Chauffeur  tätig 
gewesen  sei.  Schliesslich  führte  das  BFM  zur  Begründung  seines 
negativen Entscheides an, der Beschwerdeführer habe sich in den beiden 
Befragungen  unterschiedlich  zu  den  Aussagen  der  Armeeangehörigen 
anlässlich der Haftentlassung am 1. Juni 2007 geäussert. So habe er an 
der  ersten  Befragung  angegeben,  die  Soldaten  hätten  ihm  gesagt,  er 
solle  irgendwohin  fliehen;  bei  der  späteren  Anhörung  habe  er  dann  zu 
Protokoll gegeben, es sei ihm gesagt worden, dass er sich zur Verfügung 
halten  müsse.  Angesichts  der  realitätsfremden  Aussagen  und  der 
aufgezeigten Widersprüche dränge sich der Schluss auf, dass es sich bei 
den  Vorbringen  um  ein  Konstrukt  handle.  Mangels  Glaubhaftigkeit  der 
Verfolgung  durch  die  Armee  sei  auch  die  geltend  gemachte 
Anschlussverfolgung  durch  die  LTTE  unglaubhaft.  Die  vorgezeigten 
Spuren von Gewalteinwirkungen müsse sich der Beschwerdeführer nach 
dem  Gesagten  unter  anderen  als  den  geltend  gemachten  Umständen 
zugezogen haben. 

4.2. 
Auf  Beschwerdeebene  hielt  die  Rechtsvertreterin  diesen  Erwägungen 
Folgendes  entgegen:  Der  Argumentation  des  BFM,  wonach  die 
Schilderungen  realitätsfremd  ausgefallen  seien,  könne  nicht  gefolgt 
werden.  Es  liege  in  der  Natur  willkürlicher,  im  Rahmen  eines 

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Bürgerkrieges  erfolgter  Akte  wie  Festnahmen,  Entführungen  und 
Folterungen,  dass  diese  grundsätzlich  und  damit  auch  nach 
rechtsstaatlichen  Überlegungen  weder  nachvollziehbar  noch  erklärbar 
seien.  Willkürliche  Exzesse  liessen  sich  daher  nicht  durch  ein 
besonderes,  ihrer  Typik  entsprechendes  Ablaufschema  erklären  und 
analysieren. Es sei durchaus üblich, dass sich willkürliche Festnahmen im 
bürgerkriegsversehrten Sri Lanka insbesondere zur Einschüchterung der 
Bevölkerung  wiederholten.  Vor  diesem  Hintergrund  und  angesichts  der 
beabsichtigten Einschüchterung habe die Armee gar kein Interesse daran 
gehabt,  sogleich  im  Rahmen  einer  einzigen  Festnahme  die  gesamten 
Familienverhältnisse  und  allfällige  Kontakte  zu  den  LTTE  zu 
durchleuchten.  Weiter  sei  auch  die  Erwägung,  wonach  die  Armee 
realistischerweise  auch  die  Söhne  des  Beschwerdeführers 
festgenommen  hätte,  eine  blosse Mutmassung, welche  zurückzuweisen 
sei.  Auch  hier  könne  nämlich  nicht  auf  eine  standardisierte 
Vorgehensweise abgestützt werden. Hinsichtlich der Auflagen seitens der 
Armeeangehörigen  entgegnete  die  Rechtsvertreterin,  der 
Beschwerdeführer habe an beiden Befragungen sinngemäss dasselbe zu 
Protokoll  gegeben,  nämlich,  dass  er  sich  zur  Verfügung  halten  müsse, 
beziehungsweise,  dass  er wieder  vorgeladen werden  könnte. Das BFM 
habe  ihm  hier  zu  Unrecht  einen  Widerspruch  vorgehalten.  Dass  er 
daneben  im  EVZ  auch  noch  erwähnt  habe,  es  sei  ihm  gesagt  worden, 
irgendwohin  zu  fliehen,  könne  nicht  als  Widerspruch  gewertet  werden. 
Diese  Aussage  von  Soldaten  sei  als  individuelle  Anmerkung  seitens 
einiger Peiniger zu werten und nicht als offizielle behördliche Anordnung. 
Weiter  sei  anzumerken,  dass  diese  letzten  Anordnungen/Bemerkungen 
seitens der Armee ohnehin nicht fluchtauslösend gewesen seien, sondern 
die willkürlichen Mitnahmen, Drohungen und Folterungen insgesamt den 
Ausschlag  gegeben  hätten.  Unter  diesen  Umständen  könne  der  vom 
BFM  herangezogenen  Aussage  keine  derart  entscheidende  Bedeutung 
abgerungen werden, wie  dies  vorliegend  erfolgt  sei.  Zusammenfassend 
könnten  dem  Beschwerdeführer  somit  weder  realitätsfremde  Elemente 
noch  Widersprüche  zur  Last  gelegt  werden.  Somit  falle  auch  die 
Schlussfolgerung  des  BFM,  bei  den  Vorbringen  handle  es  sich  um  ein 
Konstrukt,  in  sich  zusammen.  Zu  berücksichtigen  sei  schliesslich,  dass 
der  Beschwerdeführer  seine  Folterverletzungen  betreffend  einen 
ärztlichen Bericht nachgereicht habe. Somit hielten die Vorbringen sowohl 
den Anforderungen von Art. 7 an die Glaubhaftigkeit als auch  jenen von 
Art. 3 AsylG an die Asylrelevanz stand. 

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4.3.  Auf  Vernehmlassungsstufe  nahm  das  BFM  zum  eingereichten 
Arztbericht Stellung. Es führte dazu aus, dieser sei rudimentär, da es ihm 
an  detaillierten  Angaben  zur  verwendeten  diagnostischen  Methode,  an 
einer Stellungnahme zu allenfalls anders gelagerten Gewalteinwirkungen 
und  an  Indizien  für  den  wahrscheinlichen  Zeitpunkt  der  Schädigung 
ermangle. Der Bericht sei daher in keiner Weise geeignet, die Korrektheit 
der Erwägungen und Schlüsse des BFM zu erschüttern.

4.4.  Mit  Replik  vom  3.  März  2008  nahm  die  Rechtsvertreterin  zur 
Vernehmlassung  des  BFM  Stellung.  Sie  machte  geltend,  der 
behandelnde Arzt  habe aufgrund der Kritik  des BFM an  seinem Bericht 
erneut  ein  Gespräch  mit  dem  Beschwerdeführer  durchgeführt,  dessen 
Extremitäten  examiniert  und  fotodokumentiert.  Diese  Unterlagen  lägen 
zusammen  mit  einem  ergänzenden  Bericht  der  Eingabe  bei.  Der 
behandelnde  Arzt  habe  sodann  Rücksprache  genommen  mit  anderen 
Ärzten  betreffend  Sinn  und  Möglichkeit  weiterer  Abklärungen.  Diese 
hätten  ihm  gesagt,  ausser  einer  gerichtsmedizinischen  Begutachtung 
vermöchten  sonstige weitere Abklärungen  keine neuen Erkenntnisse  zu 
bringen. Es sei eine Tatsache, dass nach gewisser Zeit die Fingernägel 
nachwüchsen  und  der  Zeitpunkt  des  Geschehens  nicht  mehr  genau 
eruierbar  sei.  Auch  Röntgen­  und  Laboruntersuchungen  brächten  in 
dieser  Sache  nicht  mehr  Aufschluss.  Schliesslich  wies  die 
Rechtsvertreterin  auf  die  sich  verschlimmernde  Lage  insbesondere  im 
Norden und Osten Sri Lankas nach Wiederaufflammen des Bürgerkrieges 
hin.

4.5.  Am  6.  November  2008  reichte  die  Rechtsvertreterin  folgende 
weiteren  Beweismittel  zu  den  Akten:  zwei  ärztliche  Bestätigungen  vom 
16. Mai 2007 und 20. Juni 2007, eine Todesurkunde der Schwester des 
Beschwerdeführers  (samt  Foto  und  Übersetzung),  zwei 
Zulassungskopien,  je  für einen Lastwagen und einen Minibus betreffend 
die  Jahre  2003  und  2007,  Fotos  der  Fahrzeuge,  eine  Kopie  des 
Fahrzeugausweises  des  Minibusses,  eine  Versicherungspolice  für  den 
Lastwagen, eine Kopie des Führerscheins des zweitältesten Sohnes, eine 
Kopie  der  Identitätskarte  des  zweitältesten  Sohnes  samt  Übersetzung. 
Hinsichtlich  der  eingereichten  Fotos  machte  die  Rechtsvertreterin 
geltend,  den  darauf  abgebildeten  Fahrzeugen  liessen  sich  schwach  die 
Namen  des  Beschwerdeführers  (Minibus)  sowie  des  Sohnes  (LKW) 
entnehmen.

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4.6.  In seiner zweiten Vernehmlassung vom 19. Januar 2011  führte das 
BFM  zu  den  nachträglich  eingereichten  Beweismittelns  folgendes  aus: 
Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, es sei ihm der Zehennagel 
2 rechts ausgerissen worden. Aus der CD­Rom gehe jedoch hervor, dass 
die  ganze  Kuppe  an  der  betreffenden  Zehe  fehle,  was  eher  auf  eine 
Amputation aus medizinischen Gründen hindeute. Die Fingernägel 1 – 4 
seien  in  der  Tat  wellig  und  deformiert.  Ähnliche  Veränderungen  seien 
jedoch  auch  auf  einigen  Zehennägeln  erkennbar,  zum  Beispiel  an  der 
linken grossen Zehe. Hinsichtlich  der  zwei  ärztlichen Zeugnisse  aus Sri 
Lanka hielt das BFM sodann  fest, diesen seien keine Angaben über die 
Ursache der behandelten Verletzungen zu entnehmen. Zudem sei davon 
auszugehen,  dass  derartige  Dokumente  in  Sri  Lanka  mit  geringem 
Aufwand  erschlichen  oder  gefälscht  werden  könnten.  Schliesslich  hielt 
das BFM zu den eingereichten Fahrzeugdokumenten fest, es habe keine 
Zweifel am Umstand, dass der Beschwerdeführer in Sri Lanka Fahrzeuge 
besessen und Transporte durchgeführt habe. 

4.7. Zu dieser Vernehmlassung nahm die Rechtsvertreterin mit Eingabe 
vom  4.  Februar  2011  wie  folgt  Stellung:  Sie  bestritt,  dass  die 
eingereichten Fotografien der Zehen und Finger nicht geeignet seien, die 
Foltervorbringen  zu  untermauern.  Sie  wies  dabei  nochmals  darauf  hin, 
dass der Beschwerdeführer stets in gleicher Weise und genau den Ablauf 
der  Folter  und  auch  seine  Gefühlsregungen  beschrieben  habe.  Die 
Suggestion  des  BFM,  das  fehlende  Zehenglied  sei  wohl  amputiert 
worden,  mute  bestenfalls  zynisch  an.  Mit  der  pauschalen  Behauptung, 
ärztliche  Bestätigungen  aus  Sri  Lanka  seien  fälschungsanfällige 
Dokumente,  denen  aufgrund  dieser  Eigenschaft  kein  Beweiswert 
zugemessen  werden  könne,  nehme  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer  vorweg  jede  Möglichkeit,  seine  Aussagen  durch 
schriftliche  Beweismittel  zu  stützen.  Die  Rechtsvertreterin  machte 
schliesslich  folgende Sachverhaltsergänzungen, die sich aus der  langen 
Verfahrensdauer  ergeben  hätten:  Der  älteste  Sohn  des 
Beschwerdeführers  sei  im  Sommer  2010  festgenommen  worden  und 
gelte  seither  als  verschwunden. Seine Familie  sei wiederholt  nach  dem 
Aufenthaltsort  des  Beschwerdeführers  gefragt  worden.  Sie  sei  jeweils 
aufgefordert  worden,  nach  seiner  Rückkehr  sofort  die  Armee  zu 
benachrichtigen. Schliesslich wies die Beschwerdeführerin unter Hinweis 
auf  diverse  Internetberichte  darauf  hin,  dass  sich  die  Situation  für 
mutmassliche  LTTE­Sympathisanten  nicht  verbessert  habe,  dass  es  zu 
fortdauernden  Belästigungen  und  Drohungen  seitens  der  Armee  gegen 
ehemalige  LTTE­Mitglieder  komme,  die  freigelassen  und  rehabilitiert 

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worden seien, dass es keine fairen Gerichtsverfahren und unabhängigen 
Gerichte  in  Sri  Lanka  gebe  und  dass  zurückkehrende  tamilische 
Asylbewerber, die Sri Lanka zur Kriegszeit verlassen hatten, eine eigene 
Risikogruppe  für  Verhaftungen  bildeten.  Da  im  Falle  des 
Beschwerdeführers davon auszugehen sei, dass er bei den Behörden als 
LTTE­Unterstützer gelte, sei  ihm eine begründete Furcht vor Verfolgung 
zu attestieren. 

5. 

5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  nach  Abwägung  sämtlicher 
Aussagen  und  unter  Berücksichtigung  des  jüngsten,  zur  Publikation 
vorgesehenen  Länderurteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  27. 
Oktober  2011  (E­6220/2006),  welches  sich  einlässlich  mit  den 
Risikogruppen  der  auch  nach  Beendigung  des  Bürgerkriegs  noch 
gefährdeten  Personen  auseinandersetzt,  zum  Schluss,  dass  das  BFM 
das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Unrecht abgewiesen hat.

5.2. Vorab  ist  zur  vom BFM bestrittenen Glaubhaftigkeit  der Vorbringen 
Folgendes  festzuhalten:  Grundsätzlich  sind  die  Vorbringen  eines 
Gesuchstellers dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert,  in sich 
schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen 
erschöpfen,  in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der 
inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht  den  Tatsachen  oder  der 
allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  der 
Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere 
dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  seine  Vorbringen  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber  auch  dann,  wenn  er  wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige 
Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  ­  im 
Gegensatz zum strikten Beweis  ­ ein  reduziertes Beweismass und  lässt 
durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen 
des  Gesuchstellers.  Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe,  die  für  die 
Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen, 
überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise 
abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; BVGE 2010/57 E.2.3; Entscheidungen und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr. 1 E. 5a, mit weiteren Hinweisen).

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Eine  Durchsicht  der  Protokolle  ergibt,  dass  die  Schilderung  der 
Ereignisse  den  dargestellten  Anforderungen  durchaus  zu  genügen 
vermag. Der Beschwerdeführer hat in beiden Befragungen detailliert und 
weitestgehend  identisch  seine  drei  Mitnahmen  durch  die  Armee 
geschildert.  Sowohl  in  zeitlicher  Hinsicht  als  auch  hinsichtlich  der 
Fragestellungen  und  Folterungen  sind  keine  Ungereimtheiten  zu 
erkennen.  Mit  der  Rechtsvertreterin  ist  sodann  festzustellen,  dass  der 
einzigen  unstimmigen  Angabe,  wonach  dem  Beschwerdeführer  bei  der 
letzten Verhaftung gesagt worden sei, er müsse der Armee zur Verfügung 
stehen, wenn  sie  ihn  bräuchten,  beziehungsweise,  er  solle  irgendwohin 
fliehen,  keine  entscheidende  Bedeutung  zuzukommen  vermag,  zumal 
angesichts  der  erlittenen  Folter  und  Schmerzen  eine  gewisse 
Ungenauigkeit  in  der  Erinnerung  des  daraufhin  Gesagten  verständlich 
wäre.  Obwohl  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  nur  diese  eine 
unbedeutende  Ungereimtheit  vorzuhalten  vermochte,  hat  sie  im 
angefochtenen Entscheid davon gesprochen, dass die Vorbringen unter 
anderem  aufgrund  der Widersprüche  (Mehrzahl)  nicht  geglaubt  werden 
könnten. 

Auch  die  weitere  Argumentation  des  BFM,  wonach  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  klarerweise der Realität widersprächen,  vermag das 
Gericht  nicht  zu  teilen.  Die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte 
dreimalige Mitnahme  innerhalb  eines Monats  erscheint  dem Gericht  im 
Kontext  des  damaligen  Wiederaufflammens  des  Bürgerkrieges  als 
durchaus plausibel. Daran vermag auch der Umstand nichts  zu ändern, 
dass jeweils die familiären Verbindungen zur LTTE ausgeleuchtet worden 
seien.  Weiter  ist  festzustellen,  dass  auch  das  Argument  des  BFM,  die 
damalige  Nicht­Mitnahme  der  Kinder  des  Beschwerdeführers  spreche 
gegen  die  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen,  rein  spekulativ  ist  und  die 
stimmige Schilderung der Ereignisse nicht in Frage zu stellen vermag. 

Hinzu  kommt,  dass  der  Beschwerdeführer  die  anlässlich  der 
Inhaftierungen  erlittenen  Misshandlungen  mittels  ärztlicher  Zeugnisse, 
Berichte und Fotografien zu untermauern vermochte. Die der CD­ROM zu 
entnehmenden Fotografien  lassen  in der Tat  erkennen,  dass eine Zehe 
des  Beschwerdeführers  verkürzt  ist  und  die  linke  Hand  deformierte, 
wellige  Fingernägel  aufweist,  während  die  Fotografie  der  rechten  Hand 
ein völlig unauffälliges Bild der Nägel enthält. Es  trifft zwar zu, dass der 
eingereichte  Arztbericht  vom  17.  Dezember  2007  noch  keine 
Erwägungen  zu  einer  anderen  möglichen  Ursache  enthielt.  Im  zweiten 
Arztbericht  vom 19.  Februar  2008 hielt  derselbe Arzt  dann aber  explizit 

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fest,  das  Verteilungsmuster  und  die  fehlenden  Hautveränderungen 
sprächen  klar  gegen  die  theoretische  Möglichkeit  der  Schuppenflechte, 
und  es  sei  kaum  eine  andere  Ursache  (als  die  geltend  gemachte) 
denkbar,  die  eine  Zehe  und  Finger  einer  Hand  betreffe  (die  anderen 
Gliedmassen  aber  nicht).  In  beiden  Arztberichten  wird  abschliessend 
festgehalten,  der  objektive  Befund  sei  mit  den  vom  Beschwerdeführer 
gemachten Aussagen vereinbar und plausibel. Mit  der Rechtsvertreterin 
ist  angesichts  des  klar  fehlenden  Teils  der  abgetrennten  Zehe  2  rechts 
schliesslich  davon  auszugehen,  dass  der  Arzt  im  erwähnten  Bericht 
versehentlich  nur  von  einem  fehlenden  Nagel  gesprochen  hat.  Die 
geltend  gemachten  Ursachen  der  Deformationen  werden  vom  Gericht 
nach  dem  Gesagten  ­  nicht  zuletzt  auch  angesichts  der  stimmigen 
Aussagen  über  den  Ablauf  der  Misshandlungen  ­  nicht  in  Zweifel 
gezogen. 

5.3.  Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  nach  Auffassung  des  Bundesverwaltungsgerichts  als 
überwiegend glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG zu machen vermochte, 
dass er  im Mai 2007 von der Armee wegen Verdachts von Handlungen 
zugunsten der LTTE dreimal  festgenommen und dabei zweimal gefoltert 
worden  ist,  indem  ihm einerseits die Nägel einer Hand ausgerissen und 
ihm andererseits ein Teil einer Zehe abgeklemmt worden ist. 

5.4. Es ist somit nachfolgend zu prüfen, ob der Beschwerdeführer heute    
­ nach Beendigung der Kriegshandlungen ­ noch ein Risikoprofil aufweist, 
welches mit  Verfolgung  zu  rechnen  hat. Dazu  ist  das  neuste  Lageurteil 
des Bundesverwaltungsgerichts heranzuziehen, welches sich ausführlich 
mit  der  gegenwärtigen  Lage  und  den  Kategorien  aktuell  gefährdeter 
Personenkreise auseinandersetzt. 

5.4.1.  So  hielt  das  Gericht  im  erwähnten  Urteil  E­6220/2006  vom  27. 
Oktober 2011 einleitend fest, dass die Regierung Sri Lankas am 19. Mai 
2009 offiziell  den Sieg der Regierungstruppen über die LTTE verkündet 
und Präsident Rajapakse den seit 26 Jahren dauernden Krieg für beendet 
erklärt  habe.  Das  Führungskader  der  LTTE  sei  der 
Medienberichterstattung  zufolge komplett  ausgelöscht worden. Hinweise 
auf  aktive  LTTE­Kader  im  Norden  Sri  Lankas  gebe  es  keine.  Die 
höchstrangigen  LTTE­Kader  seien  entweder  gefangen  genommen  oder 
getötet worden (so auch der LTTE­Chef Velupillai Prabhakaran), oder sie 
hätten das Land verlassen können. Es gebe keine Anzeichen, dass die 
LTTE  heute  noch  in  der  Lage  wären,  Angriffe  auf  die  Sicherheitskräfte 

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oder  sonstige  Attentate  auszuführen.  Es  sei  somit  davon  auszugehen, 
dass im heutigen Zeitpunkt von den LTTE keine Verfolgungshandlungen 
mehr  ausgingen  und  diese  Organisation  respektive  deren 
Führungsverantwortliche  nicht  mehr  als  Verfolger  in  Erscheinung  treten 
könnten  (vgl.  BVGE 
E­6220/2006 E. 7.1). 

5.4.2. Sodann  definiert  das  erwähnte Urteil  diverse Personenkreise,  die 
heute  trotz  der  verbesserten  Sicherheitslage  seit  Beendigung  des 
militärischen  Konfliktes  immer  noch  einer  erhöhten  Verfolgungsgefahr 
ausgesetzt  sind.  Zum  erhöht  gefährdeten  Personenkreis  gehören  unter 
anderem  Personen,  die  auch  nach  Beendigung  des  Bürgerkriegs 
verdächtigt  werden,  mit  den  LTTE  in  Verbindung  zu  stehen  oder 
gestanden  zu  haben,  ebenso  Anhänger  des  Ex­Generals  Sarath 
Fonseka.  Weiter  gelten  als  gefährdet  Opfer  und  Zeugen  von 
Menschenrechtsverletzungen  sowie Personen,  die  solche Übergriffe  bei 
den Behörden anzeigen. Hinsichtlich der Gefährdung von abgewiesenen 
Asylbewerbern  hält  das  Urteil  fest,  zwar  könne  nicht  generell 
angenommen  werden,  dass  abgewiesene  tamilische  Asylsuchende  aus 
der Schweiz bei der Rückkehr nach Sri Lanka alleine aus diesem Grund 
in  einen  behördlichen  Verdacht  geraten,  während  ihres  Aufenthaltes  in 
der Schweiz Kontakte mit führenden LTTE­Kadern unterhalten zu haben. 
Weder das UNHCR noch andere Organisationen hätten bisher auf  eine 
diesbezügliche,  generell  drohende  Gefahr  hingewiesen.  Dies  schliesse 
indessen  nicht  aus,  dass  abgewiesenen  tamilischen  Asylsuchenden  im 
Einzelfall nahe Kontakte zu LTTE­Kadern unterstellt werden könnten, was 
eine  konkrete  Gefährdung  bedeuten  könne.  Die  Einschätzung  einer 
diesbezüglich  gearteten  Gefahr  könne  nicht  generell  vorgenommen 
werden,  sondern  hänge  von  den  individuellen  Gegebenheiten  im 
Einzelfall  ab.  Je  näher  die  betreffende  Person  in  das  Umfeld  der  oben 
beschriebenen  Risikogruppen  gerate,  desto  höher  müsse  die 
entsprechende  Gefahr  eingeschätzt  werden,  seitens  der  sri­lankischen 
Behörden  der  Entfaltung  missliebiger  politischer  Kontakte  respektive 
Tätigkeiten  bezichtigt  und  in  der  Folge  in  asylbeachtlichem  Ausmass 
verfolgt zu werden (vgl. BVGE E­6220/2006 E.8).

5.4.3. Mit der Gefährdungssituation,  jedoch  im Hinblick auf eine EMRK­
widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen 
Land  nach  Sri  Lanka  zurückkehren  müssen,  hat  sich  auch  der 
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wiederholt befasst 
(vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. 

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Juli 2008; P.K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. 
Januar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 
20.  Januar  2011;  E.G.  v.  United  Kingdom,  Application  no.  41178/08, 
Entscheid  vom  31. Mai  2011).  Auch  der  EGMR  hält  fest,  dass  nicht  in 
genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe 
unmenschliche  Behandlung;  eine  entsprechende  Risikoeinschätzung 
müsse  vielmehr  verschiedene  Faktoren  in  Betracht  ziehen,  aus  denen 
sich  insgesamt  im  Einzelfall  schliessen  lasse,  dass  der  Betreffende 
ernsthafte  Gründe  für  die  Befürchtung  habe,  die  Behörden  hätten  an 
seiner  Festnahme  und  Befragung  ein  Interesse.  Als  derartige 
risikobegründende  Faktoren  nennt  der  EGMR  namentlich  Aspekte  wie 
eine  frühere  Registrierung  als  verdächtigtes  oder  tatsächliches  LTTE­
Mitglied,  das  Bestehen  einer  Vorstrafe  oder  eines  offenen  Haftbefehls, 
die  Flucht  aus  der Haft  oder  aus Kautionsauflagen,  die Unterzeichnung 
eines  Geständnisses  oder  ähnlicher  Dokumente,  die  Anwerbung  als 
Informant  der  Sicherheitskräfte,  die  Existenz  von  Körpernarben,  die 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  London  oder  von  einem  anderen  Ort, 
welcher als LTTE­Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt,  das Fehlen von 
ID­Papieren  oder  anderen  Dokumenten,  die  Asylgesuchstellung  im 
Ausland oder die Verwandtschaft mit einem LTTE­Mitglied (vgl. BVGE E­
6620/2006 E. 10.4.2). 

5.4.4. Als weitere, möglicherweise gefährdete Personengruppe nennt das 
erwähnte Lageurteil  des Bundesverwaltungsgerichts Personen,  die über 
beträchtliche finanzielle Mittel verfügten (vgl. BVGE E­6220/2006 E. 8.5). 
Diese  seien  einer  erhöhten  Gefahr  von  Erpressungen,  Kidnapping  und 
anderen  Verfolgungshandlungen  ausgesetzt.  Die  regierungstreuen, 
paramilitärischen  Gruppierungen  der  Eelam  People’s  Democratic  Party 
(EPDP), People's Liberation Organisation of Tamil Eelam (PLOTE), Tamil 
Eelam  Liberation  Organization  (TELO)  und  der  Eelam  People's 
Revolutionary  Liberation  Front  (EPRLF)  würden  für  die  Entführung  von 
Geschäftsleuten  und  anderer  wohlhabenden  Personen  im  Norden  Sri 
Lankas verantwortlich gemacht. Bereits während des Bürgerkriegs waren 
sowohl  in  Gebieten  unter  Regierungskontrolle  als  auch  in  den 
umkämpften LTTE­Gebieten vorwiegend weisse Minibusse ("white vans") 
in Erscheinung getreten, welche in Verbindung zur gestiegenen Zahl von 
verschwundenen  Personen  gebracht  werden  mussten,  wobei  nicht  in 
jedem  Entführungsfall  das  politische  Profil  ausschlaggebend  war.  Eine 
Vielzahl  wohlhabender  Geschäftsleute  wurde  namentlich  durch  die 
damalige  Karuna­Gruppe  entführt.  Diese  Entführungs­  und  andere 
Aktionen  wurden  seitens  der  Sicherheitskräfte  oft  passiv  gedeckt  oder 

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geduldet;  zum  Teil  wurden  diese  sogar  selber  für  die  Entführungen 
verantwortlich  gemacht.  Einen  polizeilichen  Schutz  davor  gab  es  nicht 
und  die  entsprechenden  Taten  wurden  so  gut  wie  nie  aufgeklärt  (vgl. 
BVGE  2008  Nr.  2  E.  7.2.4).  Entsprechende  Entführungen  sollen  auch 
heute  noch  stattfinden,  jedoch  in  einem  reduzierten  Ausmass.  Dabei 
werden  insbesondere  lokale  Geschäftsleute  ins  Visier  genommen.  Die 
genaue Urheberschaft bleibt unklar. 

5.4.5.  Der  Beschwerdeführer  nannte  als  Hintergrund  des  behördlichen 
Interesses  an  seiner  Person  diverse Umstände.  So  sei  er  anfänglich  in 
den  Verdacht  der  LTTE­Unterstützung  geraten,  weil  er  Besitzer  dreier 
Transportfahrzeuge  gewesen  sei  und  damit  Personen­  und 
Materialtransporte ausgeführt habe, und weil die Behörden Kenntnis über 
eine  Reise  nach  Colombo  gehabt  hätten.  Auch  sei  er  im  Verdacht 
gestanden,  weil  seine  Schwester  für  die  LTTE  gekämpft  habe  und  im 
Kampf  gefallen  sei.  Im  Verlaufe  der  Anhörungen  seien  als 
Verdachtsmomente  hinzugekommen,  dass  er  sich  über  Jahre  in  der 
Schweiz  aufgehalten  habe  und  seine  Geschwister  in  der  Schweiz 
wohnhaft seien.

5.4.6. Das Bundesverwaltungsgericht stellt  fest, dass mit der Flucht des 
Beschwerdeführers  keines  dieser  früheren  Verdachtsmomente 
weggefallen  und  mit  den  Folterspuren  und  der  jahrelangen 
Landesabwesenheit  zusammen mit  einem Grossteil  seiner  Geschwister 
gar  neue  Verdachtsmomente  hinzugekommen  sind.  Als  Inhaber  eines 
Transportgeschäftes  dürfte  der  Beschwerdeführer  weiterhin  dem 
Verdacht  unterliegen,  im  Dienste  oppositioneller  Kräfte  Transporte 
durchzuführen und über beträchtliche  finanzielle Unterstützungsmittel  zu 
verfügen.  Eine  drohende  behördliche  Verfolgung  aufgrund  der 
Verdächtigung, der Beschwerdeführer sei angesichts seiner schon früher 
unterstellten  LTTE­Kontakte  ein  politischer Opponent,  basiert mithin  auf 
einem  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Verfolgungsmotiv.  Zusätzlich  ist  er 
als  Geschäftsmann,  zumal  aus  der  Schweiz  zurückkehrend,  aber  auch 
den  oben  beschriebenen  Gefahren  von  Erpressung  und  Entführung 
seitens paramilitärischer Kräfte ausgesetzt. Als  Indiz dazu  ist zu werten, 
dass ein Sohn des Beschwerdeführers  letztes Jahr entführt worden und 
nicht wieder aufgetaucht sei. Der Umstand, dass (...) seiner Geschwister 
in  der  Schweiz  wohnhaft  sind,  erhöht  weiter  die  Gefahr  sowohl  des 
behördlichen Verdachts der finanziellen Unterstützung der Opposition als 
auch  diejenige  einer  Entführung  und  Erpressung.  Dabei  ist  zu 
berücksichtigen,  dass  die  Schutzgewährung  gegenüber  Übergriffen 

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seitens  paramilitärischer  Gruppen  durch  die  staatlichen  Behörden 
gemäss  dem  erwähnten  Länderurteil  heute  sowohl  für  den  Norden  als 
auch  für  den Osten  von  Sri  Lanka  als  limitiert  respektive  als  ineffizient 
beschrieben wird und die Polizei­ und Militärbehörden bei Übergriffen ein 
hohes Ausmass an Straflosigkeit geniessen. 

5.4.7.  Zusammenfassend  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Berücksichtigung  sämtlicher  Risikofaktoren  zum  Schluss,  dass  der 
Beschwerdeführer  einer  bei  einer  Rückkehr  gefährdeten 
Personenkategorie  zugehörig  zu  erklären  ist  und  eine  zukünftige 
Verfolgung  aufgrund  einer  relevanten  Verfolgungsmotivation  mit 
erheblicher Wahrscheinlichkeit gewärtigen muss. Dem Beschwerdeführer 
ist  –  nicht  zuletzt  auch  aufgrund  der  erlittenen  Vorverfolgung  –  auch 
heute  noch  eine  begründete  Furcht  vor Verfolgung  im Sinne  von Art.  3 
Asyl  zu  attestieren.  Die  Flüchtlingseigenschaft  ist  ihm  daher 
zuzuerkennen und das Asyl zu gewähren. Gründe für eine Verweigerung 
des  Asyls  beziehungsweise  einen  Ausschluss  aus  der 
Flüchtlingseigenschaft liegen nicht vor (vgl. Art. 53 AsylG). 

6. 
Nach  dem  Gesagten  ist  in  Gutheissung  der  Beschwerde  die 
angefochtene Verfügung aufzuheben. Die Vorinstanz ist anzuweisen, den 
Beschwerdeführer  als  Flüchtling  anzuerkennen  und  ihm  in  der  Schweiz 
Asyl zu gewähren.

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (vgl. 
Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

8. 
Sodann  ist  dem  vertretenen  Beschwerdeführer  angesichts  seines 
Obsiegens  in  Anwendung  von  Art.  64  VwVG  und  Art.  7  Abs.  1  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  eine 
Entschädigung  für  die  ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten 
zuzusprechen. 

In  der  Kostennote  vom  4.  November  2011  weist  die  Rechtsvertreterin 
einen  zeitlichen  Aufwand  von  20  Stunden  à  Fr.  150.­  sowie  Auslagen 
(inklusive  Dolmetscherkosten)  von  insgesamt  Fr.  250.­  aus.  Der  in 
Rechnung gestellte Aufwand erscheint nicht vollumfänglich angemessen; 

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insbesondere  ist  der  ausgewiesene  zeitliche  Aufwand  von  insgesamt 
15  Stunden  für  Aktenstudium  und  Ausarbeitung  der  Rechtsschriften  zu 
kürzen,  zumal  es  sich  nicht  um  überdurchschnittlich  umfangreiche  oder 
zahlreiche Eingaben an das Gericht gehandelt hat. Das Gericht erachtet 
insgesamt  einen  zeitlichen  Aufwand  von  15  Stunden  für  das 
Beschwerdeverfahren  –  auch  im  Vergleich  mit  anderen,  ähnlichen 
Verfahren  –  als  angemessen.  Dem  Beschwerdeführer  ist  somit  unter 
Berücksichtigung der Bemessungsgrundsätze nach Art. 7  ff. VGKE eine 
Parteientschädigung zu Lasten des BFM in der Höhe von Fr. 2500.­ (inkl. 
Auslagen, ohne Mehrwertsteuer) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die Verfügung vom 20. November 2007 wird aufgehoben. Das BFM wird 
angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu erteilen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr.  2500.­  (inkl.  Auslagen,  ohne 
Mehrwertsteuer) zu entrichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

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