# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d978a09-1a40-5a16-958a-063378d10837
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1995-03-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Entscheidsammlung Baugesetzgebung 06.03.1995
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Baugesetzgebung/AG_BG_001_Grenzabstand-von-vor_1995-03-06.pdf

## Full Text

Ausnahmsweise Unterschreitung des Grenzabstandes. Geschlossene Treppenhäuser 
sind keine vorspringenden Gebäudeteile im Sinne von § 2 ABauV.

Unterschreitung des Grenzabstandes durch "Treppen"

Die Allgemeine Verordnung zum Baugesetz vom 23. Februar 1994 (ABauV) privilegiert in § 2 (Marginalie: "vorspringende 
Gebäudeteile") bestimmte Gebäudeteile bezüglich der Einhaltung von Baulinie und Grenzabständen:

"1 Die Baulinie darf um höchstens 1,50 m überschritten werden durch
a) untergeordnete Gebäudeteile (Dachvorsprünge, Treppen, Erker, Balkone usw.) sowie
b) Wintergärten und Windfänge.

2 Mit Ausnahme der Dachvorsprünge dürfen diese Bauteile zudem in der Regel einen Drittel der Fassadenlänge nicht 
überschreiten.

3 Dieselben Gebäudeteile dürfen den Grenzabstand, den Wald-, Gewässer- und Strassenabstand um das gleiche Mass 
unterschreiten."

Fall 2 (eingewandetes Treppenhaus)

Entscheid gekürzt.
(...)
Es ist vorgesehen, dass auf der Ostfassade des Gebäudes das Treppenhaus und der in das Treppenhaus integrierte Lift 
auf einer Breite von 4,55 m nur einen Abstand von 2,50 von der Parzelle Nr. 2803 aufweist. Dieser Vorbau (enthaltend 
Treppenhaus und Lift) hätte eine Höhe von ca. 9,70 m ab gewachsenem Terrain.

Der Gemeinderat beruft sich bei der Festsetzung des Grenzabstandes von 2,50 m für das Treppenhaus auf § 2 der 
ABauV vom 23. Februar 1994: <br>Der massgebliche allseitig geschlossene Treppen- und Liftaufgang von ca. 2,55 m 
weist eine geringere Länge als einen Drittel der 17,25 m langen Fassade auf.

(...)
Es ergibt sich aus den Materialien zur ABauV, dass nach Auffassung des kantonalen Gesetzgebers ein eingewandetes 
Treppengeschoss, welches sich über alle Vollgeschosse der Baute zieht, nicht der Privilegierung von § 2 ABauV teilhaftig 
werden soll. Ein solcher geschlossener Treppenaufgang kann nicht mehr als untergeordneter Gebäudeteil bezeichnet 
werden.

Aus den Erwägungen

Sachverhalt

Entscheid des Baudepartements  vom 06.03.1995 in Sachen Eheleute V.

Grenzabstand von vorspringenden Gebäudeteilen