# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54e122df-65f1-51d3-9848-3944139ff55d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 11.05.2015 110 2014 132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2014-132_2015-05-11.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2014/132 Bern, 11. Mai 2015

SV

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Einwohnergemeinde Lauterbrunnen, Haus Adler, 3822 Lauterbrunnen
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, Schloss 1, Postfach 276, 3800 Interlaken

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes Interlaken-Oberhasli vom 
30. Oktober 2014 (bbew 139/2014/mb; Erstellen eines bekiesten Parkplatzes)

I. Sachverhalt

1. Die Gemeinde Lauterbrunnen will in der W.________ auf ihrer Parzelle 

Lauterbrunnen Gbbl. Nr. D.________ einen bekiesten Parkplatz für ca. 20 Fahrzeuge 

erstellen. Das Baugesuch vom 8. Juli 2014 leitete sie zuständigkeitshalber an das 

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weiter. Die Parzelle Lauterbrunnen Gbbl. 

Nr. D.________ liegt in der Zone für öffentliche Nutzung P1 (Sammelparkplätze). Gegen 

das Bauvorhaben erhob die Beschwerdeführerin Einsprache. 

2

Mit Gesamtentscheid vom 30. Oktober 2014 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

Interlaken-Oberhasli die Baubewilligung.

2. Dagegen gelangte die Beschwerdeführerin am 25. November 2014 mit Beschwerde 

an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Sie beantragt die 

Aufhebung des Gesamtentscheides vom 30. Oktober 2014 und die Erteilung des 

Bauabschlags. 

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Mit Stellungnahme vom 2. Dezember 

2014 beantragt das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, die Beschwerde sei 

kostenpflichtig abzuweisen. Die Gemeinde beantragt in ihrer Stellungnahme vom 18. 

Dezember 2014 (eingegangen am 24. Dezember 2014), die Beschwerde sei abzuweisen.

Das Rechtsamt führte im Beisein der Parteien sowie eines Vertreters des kantonalen 

Tiefbauamtes, Oberingenieurkreis I (TBA, OIK I) einen Augenschein mit 

Instruktionsverhandlung durch. Die Parteien erhielten Gelegenheit, zum Beweisergebnis 

Stellung zu nehmen und Schlussbemerkungen einzureichen. Davon machte die Gemeinde 

mit Eingabe vom 24. März 2015 Gebrauch. Die Beschwerdeführerin teilt in ihren 

Schlussbemerkungen vom 27. März 2015 mit, dass sie an ihrer Beschwerde vollumfänglich 

festhalte. 

 

Auf die Rechtsschriften und das Ergebnis des Augenscheins wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

3

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Bauentscheide können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE 

angefochten werden (Art. 40 BauG2). Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde 

zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen 

ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 

Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist durch den 

angefochtenen Entscheid beschwert. Sie ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf 

die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Ob auf 

alle Vorbringen eingetreten werden kann, ist den nachfolgenden Erwägungen zu prüfen.

2. Zonenkonformität

a) Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, eine uneingeschränkte 

Nutzung des Parkplatzes durch sämtliche Arten von Fahrzeugen widerspreche dem in 

Wengen grundsätzlich geltenden Fahrverbot. Zonenkonform sei nur ein Sammelparkplatz, 

welcher der Verkehrsgrundordnung, d.h. dem grundsätzlich geltenden Fahrverbot, 

Rechnung trage. Die Gemeinde erteile grosszügig Ausnahmefahrbewilligungen für 

Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren. Für die erlaubten betriebsnotwendigen Fahrten 

bestehe aber kein Bedarf nach einem Sammelparkplatz. Das Bauvorhaben sei aufgrund 

seiner zentralen Lage für zweckwidriges Parkieren geradezu prädestiniert und würde die 

nicht betriebsnotwendigen Fahrten weiter fördern. Um eine zweckwidrige Nutzung des 

geplanten Sammelparkplatzes zu verhindern, hätten vorgängig einschränkende 

Massnahmen (Öffnungszeiten des Parkplatzes, Parkdauer, Parkverbot für Quads und 

landwirtschaftliche Fahrzeuge etc.) erlassen werden müssen. 

Die Gemeinde bringt dagegen vor, die Nutzung des Parkplatzes werde durch die 

Fahrregelung auf den Strassen eingeschränkt. Der Parkplatz werde zu mehr Ordnung im 

Dorf beitragen, denn es sei damit zu rechnen, dass Fahrten zu den Geschäften und das 

Parkieren auf den Trottoirs eher unterlassen würden, wenn auf einem zentralen Platz 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

4

parkiert werden könne. Das Baugesuch für den geplanten Parkplatz habe aber keinen 

sachlichen Zusammenhang mit der Fahrregelung von Wengen und deren Umsetzung. 

 

b) Der geplante Parkplatz soll zur Verkehrsberuhigung im Zentrum von Wengen 

beitragen und ist insofern Teil einer Gesamtlösung, welche die Gemeinde längerfristig 

umsetzen will. Zur Diskussion steht seit längerem eine Umfahrung der Dorfstrasse. Es ist 

vorgesehen, auf beiden Seiten des Dorfes einen öffentlichen Parkplatz zu erstellen 

(Parkplatz in der W.________ und ein Parkplatz nördlich der Dorfstrasse), um die 

Dorfstrasse zu entlasten.3 Die Bauparzelle in der W.________ wurde mit 

Zonenplanänderung vom 19. August 2009 von der Kernzone in eine Zone für öffentliche 

Nutzungen mit der Zweckbestimmung "Sammelparkplätze P1" gemäss Art. 46 Abs. 4 

GBR4 umgezont. Dem Erläuterungsbericht zur Zonenplanänderung ist zu entnehmen, dass 

in der W.________ ca. 20 öffentliche, ebenerdige ungedeckte Parkplätze geplant sind, die 

zum Teil für Park+Ride benützt und bewirtschaftet werden sollen.5 Die Frage, ob in 

Wengen tatsächlich Bedarf nach einer Parkierungsanlage besteht, war bereits Gegenstand 

dieses Planungsverfahrens. Die Gemeinde hat damals dargelegt, dass auch im 

verkehrsarmen Wengen ein Bedürfnis nach öffentlichen Parkplätzen besteht, namentlich in 

der Nähe des Bahnhofs. Mit der erfolgten Umzonung der Parzelle Nr. D.________ in eine 

Zone für öffentliche Nutzung P1 (Sammelparkplätze) ist die Frage nach dem Bedarf 

beantwortet und kann im Baubewilligungsverfahren nicht erneut aufgeworfen werden. 

Demnach erübrigt sich auch die beantragte Erhebung der in Wengen zugelassenen 

Fahrzeuge nach Art des Antriebs und ihres Bewilligungszwecks. Der entsprechende 

Beweisantrag der Beschwerdeführerin wird abgewiesen. 

c) Im vorliegenden Verfahren ist einzig zu prüfen, ob das Bauvorhaben auf der Parzelle 

Nr. D.________ die anwendbaren Vorschriften einhält (vgl. Art. 2 BauG), namentlich ob der 

geplante Parkplatz der Zonenbestimmung von Art. 46 Abs. 4 GBR entspricht und 

genügend erschlossen ist (vgl. Art. 7 BauG). Die heutigen (und zukünftigen) 

Verkehrsmassnahmen in Wengen, die Voraussetzungen und Auflagen für die 

Ausnahmefahrbewilligungen und deren Einhaltung durch die Fahrzeuglenker sind andere 

Themen und vorliegend nicht Verfahrensgegenstand. Insoweit kann nicht auf die 

3 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 5 und 11, Voten Ris; Schlussbemerkungen der 
Gemeinde vom 24. März 2015
4 Baureglement der Einwohnergemeinde Lauterbrunnen, 1998
5 Erläuterungsbericht zur Zonenplanänderung W. vom März 2009, S. 5 und 6

5

Beschwerde eingetreten werden. Ob die Gemeinde für den geplanten Parkplatz ein 

Nutzungsreglement erlassen will, ist ihr überlassen. Ein solches Reglement ist keine 

baurechtliche Voraussetzung für den geplanten Parkplatz, weshalb auch auf diese Rüge 

der Beschwerdeführerin nicht einzutreten ist. 

c) In der Zone für öffentliche Nutzung P1 sind Sammelparkplätze und die dafür 

erforderlichen eingeschossigen oberirdischen Bauten zulässig. Mit den 20 geplanten 

Parkplätzen entspricht das Bauvorhaben somit Art. 46 Abs. 4 GBR. Die Bestimmung gilt für 

das gesamte Gemeindegebiet von Lauterbrunnen und enthält keine Einschränkungen in 

Bezug auf einzelne Fahrzeugkategorien (Elektrofahrzeuge oder mit fossilen Brennstoffen 

betriebene Autos). Das Abstellen von Fahrzeugen, die mit Benzin oder Diesel betrieben 

werden, ist somit auch in Wengen keine zweckwidrige Nutzung eines Sammelparkplatzes. 

Ob der Parkplatz rechtmässig im Rahmen der Ausnahmefahrbewilligung genutzt werden 

wird, ist wie erwähnt nicht Thema des Baubewilligungsverfahrens. Zu beurteilen ist einzig 

die Rechtmässigkeit des Bauvorhabens als solches. Der geplante Parkplatz entspricht der 

Zweckbestimmung von Art. 46 Abs. 4 GBR und ist zonenkonform.

3. Erschliessung

a) Die Beschwerdeführerin rügt, die strassenmässige Erschliessung des projektierten 

Parkplatzes sei ungenügend. Der Weg sei sehr schmal, so dass lediglich zwei 

Elektrofahrzeuge, nicht aber zwei Autos kreuzen könnten. Die Zufahrt diene bisher lediglich 

für zwei Häuser, müsse nun aber einen Sammelparkplatz erschliessen. Aktuell verkehrten 

praktisch keine Fahrzeuge auf diesem Zugangsweg. Mit dem Bauvorhaben sei mit einer 

massiv steigenden Zahl an Verkehrsbewegungen zu rechnen, da in einem weiten Umkreis 

keine anderen öffentlichen Parkflächen zur Verfügung stünden. Der bestehende 

Zufahrtsweg sei dieser Mehrbelastung nicht gewachsen und erfülle von seiner Breite her 

die Voraussetzungen einer genügenden strassenmässigen Erschliessung nicht. Die 

Gemeinde bringt dagegen vor, es handle sich um eine sehr kurze, übersichtliche Zufahrt 

mit Ausweichmöglichkeiten am Anfang und Ende. Die Erschliessung sei für die 

Verhältnisse in Wengen genügend.

  

b) Bauvorhaben dürfen nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, dass sie genügend 

erschlossen sind (vgl. Art. 7 Abs. 1 BauG). Erforderlich ist insbesondere, dass die 

6

Zugänglichkeit zum geplanten Parkplatz für die Rettungsdienste (Feuerwehr und Sanität) 

gewährleistet ist und dass die Erschliessung den Beanspruchungen gewachsen ist, die 

sich aus der Nutzung des Baugrundstücks und der übrigen Grundstücke ergeben, die über 

diese Zufahrt erschlossen werden (vgl. Art. 7 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 BauG). Die näheren 

Anforderungen an eine genügende Erschliessung sind in Art. 3 ff. BauV6 umschrieben. Für 

neue Zufahrtsstrassen mit Gegenverkehr ist gemäss Art. 7 BauV eine Fahrbahnbreite von 

4,2 m erforderlich. Wenn besondere Verhältnisse es erfordern, kann die Fahrbahnbreite 

auch für Strassen mit Gegenverkehr bis auf 3 m herabgesetzt werden (Art. 7 Abs. 3 BauV). 

Vorliegend braucht es keine neue Erschliessungsstrasse; der geplante Sammelparkplatz 

soll vielmehr über ein bestehendes Gemeindesträsschen erschlossen werden, das 

ebenfalls den Namen W.________ trägt. Unter den Voraussetzungen von Art. 5 BauV kann 

eine bestehende Zufahrt, die die Kriterien für eine neue Strasse nicht erfüllen würde, eine 

genügende Erschliessung darstellen. Art. 5 Bst. a BauV setzt dafür voraus, dass das 

Bauprojekt in einem weitgehend überbauten Gebiet oder ausserhalb der Bauzone liegt, 

dass die insgesamt zu erwartende Mehrbelastung verhältnismässig gering ist und die 

Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet sind. 

 

c) Das Bauvorhaben liegt im Zentrum von Wengen, einem weitgehend überbauten 

Gebiet. Nach den Feststellungen anlässlich des Augenscheins ist das Strässchen an der 

schmalsten Stelle etwa 2,5 m breit. Da in Wengen viele Strassen und Wege sehr schmal 

sind, ist die Feuerwehr mit entsprechenden Gerätschaften ausgerüstet und verfügt über 

kleinere Fahrzeuge, auf deren Ladefläche Löschaufsätze montiert werden.7 Die 

Zugänglichkeit für die Rettungsdienste ist somit gewährleistet. 

d) Zur Verkehrssituation hielt der Vertreter des OIK I am Augenschein fest, bei allen 

Einfahrten zur Verkehrszone "Zentrum Wengen" sei eine Begegnungszone und ein 

Fahrverbot für Motorfahrzeuge signalisiert, von dem Elektrofahrzeuge und 

landwirtschaftliche Motorfahrzeuge ausgenommen seien. Es dürfe maximal 20 km/h 

gefahren werden und Fussgänger seien vortrittsberechtigt. Insofern bestehe in Bezug auf 

die Verkehrssicherheit bereits eine privilegierte Situation. Diese Signalisation entspreche 

zwar nicht der vom OIK I genehmigten neuen Verkehrsanordnung vom 16. Januar 2012. 

6 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
7 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 5, vgl. auch www.feuerwehrwengen.ch > 
Fahrzeuge/Material

7

Für die Verkehrsteilnehmenden seien jedoch die bestehenden Verkehrssignale 

massgebend. Zur Erschliessung des geplanten Parkplatzes führte der Vertreter des OIK I 

aus, es gebe auf diesem Streckenabschnitt zwar keine Kreuzungsmöglichkeiten. Die 

Fahrzeuglenker müssten daher Sichtkontakt suchen, um die Situation zu regeln. Die 

Strasse sei auf der gesamten Strecke von 40 bis 50 m ausreichend überblickbar. Da die 

Zufahrtsgeschwindigkeit maximal bei 20 km/h liege, seien bei der Ausfahrt des Parkplatzes 

nach der VSS-Norm 640 273a8 Sichtweiten zwischen 10 und 20 m erforderlich. Diese seien 

eingehalten. Es handle sich um einen kleinen Parkplatz. Bei einem derart geringen 

Verkehrsaufkommen sei auch die Konfliktwahrscheinlichkeit gering.9

   

e) Von der Abzweigung beim Grundstück Nr. E.________ bis zur Einmündung in den 

geplanten Parkplatz ist das Zufahrtssträsschen rund 50 m lang. Es verläuft gerade und ist 

auf der ganzen Länge gut überblickbar, so dass ein entgegenkommendes Fahrzeug rasch 

erkannt werden kann. An beiden Enden dieser Strecke bestehen Ausweichmöglichkeiten. 

Auf dieser schmalen und kurzen Strecke kann zudem nur langsam gefahren werden. Mit 

schmalen Strässchen und engen örtlichen Gegebenheiten sind die Verkehrsteilnehmenden 

in Wengen vertraut. Das Strässchen W.________ führt nach dem Parkplatz in 

nordwestlicher Richtung weiter, wobei die Strassenparzelle dort nur noch etwa 1,2 m breit 

ist. Effektiv ist das Strässchen allerdings etwas breiter und beansprucht dafür 

Nachbarparzellen. Dennoch handelt es sich beim Streckenabschnitt, der oberhalb des 

Parkplatzes in nordwestlicher Richtung weiterführt, mehr um einen Fussweg als um eine 

befahrbare Strasse,10 so dass aus dieser Richtung kaum mit Gegenverkehr zu rechnen ist. 

Zurzeit dient das Strässchen W.________ zur Erschliessung des Gebäudes auf Parzelle 

Nr. F.________ und kann als Zufahrt zum Personalhaus des A.________ (Parzelle 

Nr. H.________) sowie eines weiteren Wohngebäudes (Parzelle Nr. G.________) genutzt 

werden. Die beiden letztgenannten Gebäude sind aber auch von der anderen Seite her 

zugänglich. Das Verkehrsaufkommen auf dem Streckenabschnitt, der als Zufahrt zum 

Bauvorhaben dient, ist dementsprechend gering.11 Wie der OIK I überzeugend dargelegt 

hat, ist die Verkehrssicherheit somit gewährleistet. Mit dem Bauvorhaben entsteht kein 

grosser Sammelparkplatz, sondern eine kleine Anlage mit lediglich 20 Abstellplätzen. 

Obwohl die Fahrbewegungen mit dem Bauvorhaben etwas zunehmen werden, wird es sich 

8 Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS), SN 640 273a, Knoten
9 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 7 f. und 10
10 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 3; Fotos Nr. 9-15
11 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 3, Fotos Nr. 10-13

8

insgesamt immer noch um eine geringe Mehrbelastung handeln, der die bestehende 

Zufahrt problemlos gewachsen ist. Demnach ist das Bauvorhaben genügend erschlossen. 

4. Lärmimmissionen

a) Die Beschwerdeführerin rügt pauschal, bei einer vorbehaltlosen Öffnung für alle 

Fahrzeuge sei damit zu rechnen, dass die für den Perimeter der ÜO Nr.1 geltenden 

Immissionswerte überschritten würden. Sie begründet diese Rüge aber nicht weiter und 

legt insbesondere nicht dar, inwiefern die Erwägungen der Vorinstanz unzutreffend sein 

sollen. Es ist zweifelhaft, ob diese Rüge den Anforderungen an eine fristgerechte, 

ausreichende Begründung genügt, kann aber offengelassen werden (vgl. Art. 32 Abs. 2 

VRPG12). Eine Rechtsverletzung durch die Vorinstanz ist nicht zu erkennen. Das 

A.________ liegt im Überbauungsplan Nr. 1 "Zentrum Wengen", welcher der 

Lärmempfindlichkeitsstufe ES III zugeordnet ist.13 Die übrigen an die Bauparzelle 

angrenzenden Gebiete liegen in der Kernzone, in der ebenfalls die ES III gilt (Art. 60 GBR). 

Neue Bauten und Anlagen müssen in der ES III die Planungswerte von 60 dB(A) tagsüber 

und 50 dB(A) nachts einhalten (Art. 7 LSV14 und Anhang 3 LSV). 

b) Bereits im Rahmen der Zonenplanänderung wurden die Auswirkungen eines 

Sammelparkplatzes in der W.________ geprüft. Der Bericht gemäss Art. 47 RPV15 hält 

dazu fest, dass das Verkehrsaufkommen von 20 Parkplätzen als gering eingestuft werde. 

Von der Parkierungsanlage seien keine erheblichen Emissionen zu erwarten.16 Das 

Bauvorhaben ist ein ausgesprochen kleiner Sammelparkplatz und vergleichbar mit 

Parkplätzen in Wohnzonen. Aufgrund der engen örtlichen Gegebenheiten und der kurzen 

Zufahrt ist die Fahrgeschwindigkeit tief, was erfahrungsgemäss nur geringen Verkehrslärm 

verursacht. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass durch das Bauvorhaben die 

Planungswerte beim A.________ überschritten werden, zumal diese in der ES III recht 

hoch sind.

12 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
13 Art. 5 Abs. 6 SBV (Sonderbauvorschriften zum Überbauungsplan Nr. 1 "Zentrum Wengen" vom 25. Mai 
1976), Abänderung und Ergänzung der SBV vom 19. August 1992 
14 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
15 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
16 Erläuterungsbericht zur Zonenplanänderung W. vom März 2009, S. 7

9

10

5. Bepflanzung

a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe sich im Entscheid nicht zu 

ihrer Rüge geäussert, dass die gemäss Art. 46 Abs. 4 GBR erforderliche Bepflanzung mit 

Bäumen nicht umgesetzt werde. Sie rügt aber keine konkrete Rechtsverletzung. 

Die Beschwerdeführerin hatte in ihrer Einsprache in einem einzigen Satz zwei Rügen 

vorgebracht, nämlich dass die in Art. 46 GBR vorgeschriebene Bepflanzung mit Bäumen 

beim Bauvorhaben nicht vorgesehen sei und dass die Zufahrt die Minimalbreite für eine 

strassenmässige Erschliessung nicht einhalte. Die Vorinstanz hat sich zur Frage der 

Bepflanzung nicht geäussert. Selbst wenn die Beschwerdeführerin in der Beschwerde eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt hätte, würde es sich nur um eine leichte 

Gehörsverletzung handeln, welche die BVE im vorliegenden Verfahren heilen kann.17 

b) In der Zonenvorschrift zu den Sammelparkplätzen P1 steht unter dem Titel 

"Grundzüge der Überbauungsordnung und Gestaltung", dass die Plätze mit Bäumen zu 

bepflanzen sind (Art. 46 Abs. 4 GBR). Wie der Gemeindevertreter anlässlich des 

Augenscheins ausführte, wurde diese Bestimmung im Hinblick auf die grossen 

Sammelparkplätze erlassen und soll verhindern, dass "Asphaltwüsten" entstehen.18 Das 

Bauprojekt hat begrünte Böschungen auf der Südost- und Nordwestseite. Bei den 

vorhandenen Gehölzen auf der Nordwestseite handelt es sich um Stockaustriebe von 

Eschen und Bergahorn, beides Baumarten, die recht hoch werden können. Die Austriebe 

werden von der Gemeinde daher regelmässig zurückgeschnitten, was der 

Beschwerdeführerin im Übrigen mehr als recht ist, wie sie anlässlich des Augenscheins 

erklärte.19 Art. 46 Abs. 4 GBR ist daher auch in dieser Hinsicht eingehalten. 

c) Zusammenfassend dringt die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen nicht durch. 

Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

17 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 16
18 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 12 
19 Protokoll des Augenscheins vom 25. Februar 2015, S. 12

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6. Kosten

a) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'600.‒ 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV20). Darin enthalten sind auch 

die Kosten für den Augenschein und die Teilnahme eines Vertreters des OIK I. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin und hat die Verfahrenskosten 

zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

b) Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Ersatz ihrer 

Parteikosten (Art. 108 Abs. 3 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Der 

Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes vom 30. Oktober 2014 wird 

bestätigt. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'600.‒ werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- Einwohnergemeinde Lauterbrunnen, handelnd durch den Gemeinderat, 

eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, A-Post

20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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- TBA, OIK I, zur Kenntnis, A-Post

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer

Regierungspräsidentin