# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 413df719-ec98-585f-b21f-fc1db61a2ecd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 01.11.2018 PS180212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS180212_2018-11-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: PS180212-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. A. Katzenstein und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichts-

schreiberin Dr. M. Isler 

Urteil vom 1. November 2018 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Schuldnerin und Beschwerdeführerin, 

 

gegen 

 

Stiftung Auffangeinrichtung BVG,  
Gläubigerin und Beschwerdegegnerin, 

 
betreffend Konkurseröffnung 

 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach 
vom 15. Oktober 2018 (EK180462) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 
 

1. Die A._____ AG (Schuldnerin und hiesige Beschwerdeführerin) bezweckt 

die Ausbildung, Entwicklung und Selektion von Führungskräften, Teambegleitung, 

Coaching, Mediation, Personalvermittlung sowie die Ausführung von Treuhandar-

beiten. Sie ist seit März 2003 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen 

(act. 5). 

2. Mit Urteil vom 15. Oktober 2018 eröffnete das Einzelgericht am Bezirksge-

richt Bülach den Konkurs über die Beschwerdeführerin in der Betreibung Nr. … 

des Betreibungsamts Rafzerfeld für eine Forderung der Gläubigerin von Fr. 

23'586.50 nebst 5 % Zins seit dem 16. Mai 2018, Fr. 700.58 Verzugszins vor Be-

treibung und Fr. 306.60 Betreibungskosten (act. 3 = act. 6/9). Dagegen erhob die 

Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2018 (Datum Poststempel) rechtzeitig Be-

schwerde (act. 2, vgl. act. 6/10). Mit Verfügung vom 29. Oktober 2018 wurde der 

Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wirkung zuerkannt (act. 8). Die 

vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 6/1-12). Die Sache erweist sich 

als spruchreif. 

3.1 Im Beschwerdeverfahren gegen Konkursentscheide können neue Tatsa-

chen, die vor dem erstinstanzlichen Entscheid eingetreten sind, ohne Einschrän-

kungen geltend gemacht werden (Art. 326 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 174 

Abs. 1 SchKG). Dazu gehört insbesondere die Behauptung, dass die Forderung 

der Gläubigerin schon vor der Konkurseröffnung nebst Zinsen und Kosten bezahlt 

worden sei. Denn dies hätte nach Art. 172 Ziff. 3 SchKG zur Abweisung des Kon-

kursbegehrens geführt, wenn es dem Konkursgericht bekannt gewesen wäre.  

3.2 Die Beschwerdeführerin weist nach, am 10. August 2018 (und damit vor 

Konkurseröffnung) dem Betreibungsamt Rafzerfeld den Betrag von Fr. 24'989.93 

für die Betreibung Nr. … überwiesen zu haben (act. 4/1). Dieser Betrag reicht aus, 

um die Forderung der Beschwerdegegnerin samt Zinsen und Kosten zu bezahlen. 

Das Betreibungsamt Rafzerfeld bestätigte auf telefonische Anfrage der Kammer, 

die Betreibung Nr. … sei am 13. August 2018 als durch Zahlung erledigt abge-

- 3 - 

schlossen worden (act. 7). Es ist somit von einer Tilgung der Konkursforderung 

vor Konkurseröffnung auszugehen. 

3.3 Tilgung gemäss Art. 172 Ziff. 3 SchKG bedeutet nebst der Bezahlung der 

Schuld und der Zinsen auch die Begleichung sämtlicher Kosten. Beruft sich die 

Schuldnerin erst nach Eröffnung des Konkurses auf Tilgung, muss sie praxisge-

mäss nachweisen, dass sie sowohl die Kosten des Konkursgerichts als auch die 

Kosten des Konkursamtes bezahlt oder sichergestellt hat (ZR 110 Nr. 79). Die 

Beschwerdeführerin hat am 13. August 2018 die vorinstanzlichen Gerichtskosten 

in der Höhe von Fr. 200.– an die Bezirksgerichtskasse Bülach überwiesen 

(act. 4/3, act. 6/7). Dies erlaubt die Rückzahlung des gesamten Kostenvorschus-

ses an die Beschwerdegegnerin. Die konkursamtlichen Kosten sind demgegen-

über auf die Staatskasse zu nehmen, weil die Beschwerdeführerin glaubhaft dar-

tut, vom Betreibungsamt anlässlich der Tilgung die Auskunft erhalten zu haben, 

damit sei "alles erledigt", sie müsse "nichts weiter unternehmen" (act. 2, act. 7). 

Richtigerweise wäre es Aufgabe des Schuldners, das Konkursgericht über die Til-

gung zu informieren, weil das Betreibungsamt zwar die Konkursandrohung er-

lässt, im Verfahren des Konkursgerichts aber nicht beteiligt ist (vgl. OGer ZH 

PS110095 vom 6. Juli 2011). In die nicht ganz richtige Auskunft des Betreibungs-

amts durfte die Beschwerdeführerin aber berechtigtes Vertrauen haben (vgl. be-

reits act. 8). 

3.4 Ist die Tilgung der Schuld wie vorliegend vor der Konkurseröffnung erfolgt, 

kann von der Prüfung der Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin abgesehen 

werden (vgl. Art. 174 Abs. 2 SchKG e contrario). Die Voraussetzungen für die 

Aufhebung des Konkurses sind nach dem Gesagten erfüllt. In Gutheissung der 

Beschwerde ist der Konkursentscheid des Bezirksgerichts Bülach vom 15. Okto-

ber 2018 aufzuheben und das Konkursbegehren der Beschwerdegegnerin vom 

6. August 2018 (act. 6/1) abzuweisen. 

4.1 Die erstinstanzliche, aus dem Barvorschuss der Beschwerdegegnerin bezo-

gene Spruchgebühr von Fr. 200.– ist trotz Gutheissung der Beschwerde der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen, weil die Beschwerdeführerin der Beschwerde-

- 4 - 

gegnerin mit ihrer Zahlungssäumnis begründeten Anlass zum Konkursbegehren 

gegeben hat. 

4.2 Hingegen hat die Beschwerdeführerin wie gesehen berechtigtes Vertrauen 

in die Auskunft des Betreibungsamts Rafzerfeld bilden dürfen, weshalb ihr weder 

die Kosten des Konkursamts noch die zweitinstanzliche Entscheidgebühr aufzuer-

legen ist. Parteientschädigungen sind keine auszurichten (OGer ZH PS170167 

vom 11. August 2017 E. 3.2). 

Es wird erkannt: 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Urteil des Konkursgerichtes des 

Bezirksgerichtes Bülach vom 15. Oktober 2018 aufgehoben. Das Konkurs-

begehren der Beschwerdegegnerin wird abgewiesen. 

2. Die von der Beschwerdeführerin bezogene erstinstanzliche Spruchgebühr 

von Fr. 200.– wird bestätigt und der Beschwerdeführerin auferlegt. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. 

4. Das Konkursamt Eglisau wird angewiesen, der Beschwerdegegnerin den 

von ihr durch die Vorinstanz bezogenen Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– 

zurückzuerstatten. 

5. Die Kosten des Konkursamts Eglisau werden auf die Staatskasse genom-

men. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beschwerdegegnerin unter 

Beilage des Doppels von act. 2, sowie an das Konkursgericht des Bezirks-

gerichtes Bülach (unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten) und das 

Konkursamt Eglisau, ferner an das Handelsregisteramt des Kantons Zürich 

und an das Betreibungsamt Rafzerfeld, je gegen Empfangsschein. 

- 5 - 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um einen Entscheid des Konkurs- oder Nachlassrichters oder der 
Konkurs- oder Nachlassrichterin im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. d BGG. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Dr. M. Isler 
 
versandt am: 
2. November 2018 
 
 
 

	Urteil vom 1. November 2018
	Es wird erkannt:
	1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Urteil des Konkursgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 15. Oktober 2018 aufgehoben. Das Konkursbegehren der Beschwerdegegnerin wird abgewiesen.
	2. Die von der Beschwerdeführerin bezogene erstinstanzliche Spruchgebühr von Fr. 200.– wird bestätigt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz.
	4. Das Konkursamt Eglisau wird angewiesen, der Beschwerdegegnerin den von ihr durch die Vorinstanz bezogenen Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– zurückzuerstatten.
	5. Die Kosten des Konkursamts Eglisau werden auf die Staatskasse genommen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beschwerdegegnerin unter Beilage des Doppels von act. 2, sowie an das Konkursgericht des Bezirksgerichtes Bülach (unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten) und das Konkursamt Eglisau, ferner an d...
	7.  Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. ...