# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0c7c287-2ba7-5de6-9b44-6f3000bbdbbf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 29.06.2017 B 2015/323
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2015-323_2017-06-29.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2015/323

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 29.06.2017

Entscheiddatum: 29.06.2017

Entscheid Verwaltungsgericht, 29.06.2017
Steuerrecht, privilegierte Besteuerung von Beteiligungserträgen des 
Privatvermögens: Qualifikation einer asymmetrischen Dividende (Art. 7 
Abs. 1 StHG, SR 642.14; Art. 50 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 33 Abs. 1 lit. c 
StG).Eine Aktiengesellschaft richtete den drei Aktionären unabhängig von 
deren Kapitalquote eine Dividende von je Fr. 2 Mio aus. Der im Kanton St. 
Gallen steuerpflichtige Beschwerdeführer hält lediglich 20% des 
Aktienkapitals. Das ändert nichts daran, dass auch der gemessen an der 
Beteiligungsquote überproportionale Anteil der Dividende (konkret 
Fr. 800‘000) als Beteiligungsertrag gilt und privilegiert zu besteuern ist 
(Verwaltungsgericht, B 2015/323).

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Wehrle

 

Verfahrensbeteiligte

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

und

 

A.Y. und B.Y.,

Beschwerdegegner,

vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. Marcus Desax und lic. iur. Maurus Winzap, 

Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich,

 

Gegenstand

Kantons- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2012)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. Die Eheleute A.Y. und B.Y. wohnten in der Veranlagungsperiode 2012 in X. A.Y. 

arbeitete als Chief Sales & Marketing Officer bei der Q. AG mit Sitz in C. Für diese 

Tätigkeit deklarierte er Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von 

Fr. 318‘889.--. Am Aktienkapital der Q. AG (nominal Fr. 100‘000.--) war er zu 20 

Prozent beteiligt; je 40 Prozent entfielen auf E.S. und F.R. Anlässlich der ordentlichen 

Generalversammlung vom 10. April 2012 beschlossen die drei Gesellschafter 

einstimmig, sich eine Dividende von je Fr. 2‘000‘000.-- auszuschütten. Diese Zahlung 

deklarierte das Ehepaar A.Y. und B.Y. in der Steuererklärung 2012 als 

Beteiligungsertrag.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit Verfügung vom 4. November 2014 wurde das Ehepaar A.Y. und B.Y. für die 

Kantons- und Gemeindesteuern 2012 mit einem satzbestimmenden steuerbaren 

Einkommen von Fr. 2‘309‘200.-- und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 10‘002‘000.-- veranlagt. Die Veranlagungsbehörde gewährte die privilegierte 

Besteuerung der Dividende zum hälftigen Steuersatz nur insoweit, als der 

Beteiligungsertrag im Verhältnis zum Kapitalanteil von 20 Prozent stehe, d.h. auf 

Fr. 1‘200‘000.-- (entsprechend 20 Prozent von Fr. 6‘000‘000.--). Die „Überdividende“ 

von Fr. 800‘000.-- erfasste sie als übriges Einkommen zum vollen Satz.

Dagegen erhoben die Rechtsanwälte Dr. Marcus Desax und lic. iur. Maurus Winzap für 

das Ehepaar A.Y. und B.Y. Einsprache: Die (zivilrechtliche) Ausgestaltung der 

Gewinnverwendung sei für die Steuerbehörden verbindlich. Für die vorgenommene 

teilweise Umqualifizierung in „übriges Einkommen“ fehle eine gesetzliche Grundlage. 

Das Kantonale Steueramt wies die Einsprache am 11. Februar 2015 ab: Nach 

geltendem Aktienrecht habe jeder Aktionär Anspruch auf seinen verhältnismässigen 

Anteil am Bilanzgewinn. Weder im Aktionärbindungsvertrag noch in den Statuten 

fänden sich anderweitige Bestimmungen (im Sinne von Vorzugsaktien). Der 

(unangefochtene) Generalversammlungsbeschluss über die asymmetrische 

Ausschüttung sei gesellschaftsrechtswidrig. Das Rechtsgeschäft sei mithin im Sinne 

einer Steuerumgehung absonderlich gestaltet worden, um Steuern und 

Sozialversicherungsbeiträge zu sparen.

B. Den gegen den Einspracheentscheid erhobenen Rekurs hiess die 

Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 19. November 2015 gut: Der 

entsprechende Generalversammlungsbeschluss sei – nachdem er einstimmig gefasst 

worden sei – weder anfechtbar noch nichtig. Beim vergüteten Betrag von 

Fr. 2‘000‘000.-- handle es sich zivilrechtlich um einen Gewinnanteil, was grundsätzlich 

auch für die steuerrechtliche Beurteilung massgebend sei, soweit nicht ein 

Missverhältnis zwischen Arbeitsleistung und Lohn bzw. zwischen eingesetztem 

Vermögen und Dividende bestehe. Die Verwaltungsrekurskommission verneinte dies. 

Insbesondere erwog sie, die drei Gesellschafter seien zu gleichen Teilen an der 

operativen Weiterentwicklung der Q. AG beteiligt gewesen, weshalb die asymmetrisch 

nach Köpfen (statt nach der Kapitalquote) erfolgte Gewinnausschüttung aus 

unternehmerischer Sicht nachvollziehbar und plausibel erscheine. Als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Geschäftsleitungsmitglieder sei den Gesellschaftern zudem ein branchenübliches Salär 

ausbezahlt worden, weshalb es sich nicht rechtfertige, einen Teil der Dividende 

steuerlich als Lohn zu erfassen. Das gewählte Vorgehen sei zudem nicht derart 

absonderlich, dass es unter Ausklammerung der steuerlichen Konsequenzen geradezu 

als jenseits jeglicher wirtschaftlicher Vernunft zu beurteilen wäre; die Annahme einer 

Steuerumgehung scheitere bereits am fehlenden objektiven Moment. Der 

Dividendenanteil von Fr. 800‘000.-- sei mithin zu Unrecht dem Einkommen aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit zugerechnet worden.

C. Mit Eingabe vom 21. Dezember 2015 erhob das Kantonale Steueramt 

(Beschwerdeführer) gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei 

aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 11. Februar 2015 sei zu bestätigen 

(act. 1). Für A.Y. und B.Y. (Beschwerdegegner) nahmen die Rechtsanwälte Dr. Marcus 

Desax und lic. iur. Maurus Winzap am 5. Februar 2016 zur Beschwerde Stellung; sie 

beantragten deren Abweisung unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 9). Im 

Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels liessen sich sowohl der Beschwerdeführer 

als auch die Beschwerdegegner erneut vernehmen (act. 13 und 15); sie hielten an ihren 

Anträgen fest.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die 

Akten wird – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. (…).

2. Streitig ist, ob die von der Q. AG gestützt auf den Generalversammlungsbeschluss 

vom 10. April 2012 ausgeschüttete Dividende in der Höhe von Fr. 2‘000‘000.-- 

vollumfänglich privilegiert zu besteuern oder im Umfang von Fr. 800‘000.-- dem 

Erwerbseinkommen der Pflichtigen zuzurechnen ist.

2.1.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1.1. Die wirtschaftliche Doppelbelastung von Erträgen aus Beteiligungen des 

Privatvermögens wird im Bundessteuerrecht durch Art. 20 Abs. 1bis des Gesetzes über 

die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG) gemildert: Dividenden, Gewinnanteile, 

Liquidationsüberschüsse und geldwerte Vorteile aus Aktien, Anteilen an Gesellschaften 

mit beschränkter Haftung, Genossenschaftsanteilen und Partizipationsscheinen 

(einschliesslich Gratisaktien, Gratisnennwerterhöhungen u. dgl.) sind im Umfang von 60 

Prozent steuerbar, wenn diese Beteiligungsrechte mindestens 10 Prozent des Grund- 

oder Stammkapitals einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft darstellen. Die 

Milderung gilt somit für sämtliche Erträge aus Beteiligungen, einschliesslich aller 

übrigen offenen und verdeckten Gewinnausschüttungen an die Inhaber von 

qualifizierten Beteiligungen (vgl. das Kreisschreiben Nr. 22 der Eidgenössischen 

Steuerverwaltung „Teilbesteuerung der Einkünfte aus Beteiligungen im Privatvermögen 

und Beschränkung des Schuldzinsenabzugs“ vom 16. Dezember 2008, Ziff. 2.2.3).

2.1.2. Art. 7 Abs. 1 des Gesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) erlaubt den Kantonen, bei Dividenden, 

Gewinnanteilen, Liquidationsüberschüssen und geldwerten Vorteilen aus Beteiligungen 

aller Art, die mindestens 10 Prozent des Grund- oder Stammkapitals einer 

Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft ausmachen (sog. „qualifizierte 

Beteiligungen“), die wirtschaftliche Doppelbelastung von Körperschaften und 

Anteilsinhabern zu mildern. Erreicht wird die Milderung der wirtschaftlichen 

Doppelbelastung dadurch, dass die Beteiligungserträge auf Ebene der Anteilsinhaber in 

vermindertem Umfang erfasst werden. Ergreifen die Kantone die Möglichkeit, müssen 

sie die Vorgaben des Bundesrechts einhalten: Vom Harmonisierungsgesetzgeber wird 

sowohl umschrieben, wer Anspruch auf eine allfällige Minderung hat (Anteilsinhaber 

von Kapitalgesellschaften und Genossenschaften mit einer Quote von mindestens 10 

Prozent), als auch, worauf sich die Milderung erstreckt (Dividenden, Gewinnanteile, 

Liquidationsüberschüsse und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art). Subjekt 

und Objekt der steuerlichen Entlastung sind mithin durch den Bundesgesetzgeber 

verbindlich vorgegeben (BGer 2C_429/2014vom 6. November 2015 E. 2.2.1 = StE 2016 

B 24.4 Nr. 83).

2.1.3. Nach kantonalem Recht werden „ausgeschüttete Gewinne von 

Kapitalgesellschaften und Genossenschaften“ – gemäss Art. 33 Abs. 1 Ingress und lit. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

c StG steuerbare Erträge aus beweglichem Vermögen – zur Hälfte des für das 

steuerbare Gesamteinkommen anwendbaren Steuersatzes besteuert, wenn die 

steuerpflichtige Person mit wenigstens 10 Prozent am Aktien-, Grund- oder 

Stammkapital der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft beteiligt ist (vgl. Art. 50 

Abs. 5 StG). Als „ausgeschüttete Gewinne“ gelten nach der Veranlagungspraxis 

Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse und geldwerte Vorteile (verdeckte 

Gewinnausschüttungen und Gewinnvorwegnahmen) im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. c 

StG (StB 50 Nr. 2 Ziff. 2; Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 

7. Aufl. 2014, II/708). Im Kanton St. Gallen kommt nicht wie auf Bundesebene das 

Teileinkünfte-, sondern das Teilsatzverfahren zur Anwendung; dieses ist 

harmonisierungsrechtlich ebenfalls zulässig (vgl. BGer 2C_599/2012 vom 16. August 

2013 E. 2.3). Das Halbsatzverfahren ist durch den II. Nachtrag zum Steuergesetz 

(Botschaft der Regierung vom 2. November 2005; ABl 2005, 2413 ff., 2435) mit der 

genannten Ergänzung von Art. 50 StG per 1. Januar 2007 eingeführt worden.

2.1.4. „Dividenden“ sind offene Ausschüttungen einer AG aus dem Bilanzgewinn oder 

aus hierfür gebildeten Reserven (Art. 675 Abs. 2 des Obligationenrechts, SR 220, OR). 

„Gewinnanteile“ sind zum einen Ausschüttungen aus einer GmbH (vgl. Art. 804 OR), 

einer Genossenschaft (Art. 859 Abs. 2 OR) oder offene Ausschüttungen auf 

Genussscheinen einer AG (vgl. Art. 657 Abs. 2 OR). Zum andern bildet der Begriff der 

„Gewinnanteile“ einen Oberbegriff für alle Gewinnausschüttungen aus einer AG oder 

Kommandit-AG: Art. 678 Abs. 1 OR spricht von „… Dividenden, Tantiemen, andere 

Gewinnanteile …“. Aus der Reihenfolge der Begriffe „Dividenden“ und „Gewinnanteile“ 

in Art. 7 StHG (bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. c StG) wird geschlossen, dass darunter alle 

geldwerten Leistungen von Kapitalgesellschaften und Genossenschaften an die 

Beteiligten (oder diesen Nahestehende) zu verstehen sind, welche ihren Grund im 

Beteiligungsverhältnis haben und keine Rückzahlungen von Kapitalanteilen darstellen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, 

N 117 zu § 20; M. Reich, Steuerrecht, 2. Aufl. 2012, § 13 N 124). Offene 

Gewinnausschüttungen sind Leistungen der Kapitalgesellschaften oder 

Genossenschaften, die auf dem privatrechtlich hierfür vorgezeichneten Weg durch die 

Generalversammlung beschlossen werden (Reich, a.a.O., § 13 N 126). Ausgerichtet 

werden Gewinnanteile nicht aus geschäftlichen Gründen, sondern wegen des 

Beteiligungsverhältnisses. Die handelnden Organe kommen damit nicht einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geschäftlichen Verpflichtung nach, die auch unabhängigen Dritten erbracht würde, 

sondern verwenden den Gewinn oder die Reserven im Interesse der Beteiligten (Reich/

Weidmann, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar DBG, 3. Aufl. 2017, N 41 zu Art. 20 

mit Hinweisen).

2.1.5. Richtet eine Aktiengesellschaft Leistungen an Arbeitnehmer aus, die gleichzeitig 

Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte sind oder Inhabern solcher Rechte 

nahestehen, stellt sich bei der Festsetzung der direkten Steuer und – unter 

umgekehrten Vorzeichen – der Sozialversicherungsbeiträge die Frage, ob und inwieweit 

es sich um Arbeitsentgelt oder Gewinnausschüttung handelt. Abgegrenzt wird nach 

Wesen und Funktion der Zuwendung; deren rechtliche oder wirtschaftliche 

Bezeichnung ist nicht entscheidend und höchstens als Indiz zu werten. Unter 

Umständen können auch Zuwendungen aus dem Reingewinn einer Aktiengesellschaft 

massgebender Lohn sein, wenn sie ihren Grund im Arbeitsverhältnis haben. Nicht 

durch das Arbeitsverhältnis begründete Zuwendungen sind Gewinnausschüttungen, 

welche die Gesellschaft ohne Gegenleistung zuwendet und unbeteiligten Dritten unter 

den gleichen Umständen nicht erbringen würde.

Den ausgerichteten Entschädigungen muss einerseits eine angemessene Bezahlung 

der geleisteten Arbeit, andererseits ein angemessener Vermögensertrag zugrunde 

gelegt werden. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts geht davon aus, dass aus 

sozialversicherungsrechtlicher Sicht zu prüfen ist, ob eine als Gewinnausschüttung 

deklarierte Leistung als massgeblicher Lohn zu qualifizieren ist. Weil die wirtschaftliche 

Doppelbelastung von Gewinnausschüttungen zwar gemildert, aber nicht beseitigt sei, 

hätten die Steuerbehörden umgekehrt gegebenenfalls zu überprüfen, ob eine als Lohn 

deklarierte Leistung in Wirklichkeit eine (verdeckte) Gewinnausschüttung darstelle, und 

sie als solche aufzurechnen. Dabei habe die Gesellschaft einen erheblichen 

Ermessensspielraum; den Steuerbehörden stehe es nicht zu, die Angemessenheit des 

Lohnes bzw. der Dividende frei zu prüfen. Von der gewählten Aufteilung sei erst 

abzuweichen, wenn zwischen Lohn bzw. eingesetztem Vermögen und Dividende ein 

offensichtliches Missverhältnis bestehe (zum Ganzen vgl. grundlegend BGE 134 V 297 

E. 2.1 f.; BGE 141 V 634 E. 2.2; BGer 9C_837/2014 vom 8. April 2015 E. 1.3). Eine 

unterschiedliche Betrachtungsweise von Steuerbehörde und AHV-Verwaltung soll um 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Einheit und Widerspruchslosigkeit der Rechtsordnung willen vermieden werden 

(BGE 141 V 634 E. 2.5 mit Hinweisen).

Das Steuerrecht kennt mithin bei branchenunüblich hohen Löhnen als Korrektiv die 

Aufrechnung als verdeckte Gewinnausschüttung bei der Gesellschaft. Das 

Umgekehrte, also die Aufrechnung von Aufwänden bei der Gesellschaft und – im 

Gegenzug – von Erwerbseinkommen beim arbeitnehmenden Aktionär müsste an den 

Tatbestand eines branchenunüblich tiefen Lohnes anknüpfen.

2.2.

2.2.1. Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass das im Jahr 2012 ausbezahlte Salär 

von Fr. 318‘889.-- für die Tätigkeit als Chief Sales & Marketing Officer und Mitglied der 

Geschäftsleitung der den KMU zuzuordnenden Q. AG marktgerecht und angemessen 

ist und auch vor dem internen Vergleich mit den beiden anderen 

Geschäftsleitungsmitgliedern und Aktionären standhält. Auf die entsprechende 

Erwägung kann ohne weiteres verwiesen werden (E. 3.b), zumal auch der 

Beschwerdeführer nichts dagegen vorbringt.

Weiter hält die Vorinstanz fest, dass es sich beim vergüteten Betrag von 

Fr. 2‘000‘000.-- um einen Gewinnanteil der Q. AG handelt. „Dividende“ ist ein Begriff 

des Zivilrechts, dessen Gehalt grundsätzlich auch für das Steuerrecht massgebend ist 

(vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar DBG, 3. Aufl. 2016, VB zu DBG 

N 115). Jedoch müssen auch dem Zivilrecht entnommene Begriffe aus dem 

steuerrechtlichen Bedeutungszusammenhang heraus verstanden werden. Dennoch ist 

primär davon auszugehen, dass die zivilrechtliche Bedeutung eines zivilrechtlichen 

Begriffs grundsätzlich auch für das Steuerrecht massgebend ist, wenn der 

Gesetzgeber in einer Steuernorm zivilrechtliche Begriffe verwendet. Dies gilt vor allem 

dann, wenn sich das Steuergesetz genau und exakt an die zivilrechtliche Terminologie 

hält und darauf verzichtet, die damit bezeichneten Begriffe selbständig zu 

umschreiben. Die wirtschaftliche Betrachtungsweise kommt dagegen zum Zug, wenn 

sich das Steuerrecht direkt auf wirtschaftliche Gegebenheiten bezieht oder 

zivilrechtliche Begriffe nach- oder umbildet und der Steuergesetzgeber bestimmte 

zivilrechtliche Erscheinungen als Vorbild zur Ausgestaltung eigener steuerrechtlicher 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Institute benützt, welche wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung tragen (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 118 f.).

2.2.2. Der Beschwerdeführer anerkennt (act. 1 IV. Ziff. 3), dass mit Zustimmung aller 

benachteiligten Aktionäre zur asymmetrischen Dividendenzahlung (und Verzicht auf die 

Anfechtungsklage) von Art. 660 OR abgewichen werden kann.

Im Weiteren macht der Beschwerdeführer in der Hauptsache nicht geltend, die 

Vorinstanz habe in ihrem Entscheid zu Unrecht das Vorliegen einer Steuerumgehung 

verneint und es deshalb unterlassen, von der zivilrechtlich verwirklichten Gestaltung 

abzuweichen und den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramts zu bestätigen. 

Diesen Aspekt erwähnt der Beschwerdeführer nur beiläufig und ohne Begründung am 

Schluss seiner Beschwerde (act. 1 IV. Ziff. 4).

2.2.3. Vielmehr rügt der Beschwerdeführer, die rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz 

seien unvollständig. Sie habe es unterlassen zu prüfen, ob die Zulässigkeit der 

Umqualifizierung eines Teils der dem streitbetroffenen Steuerpflichtigen zugeflossenen 

Dividende in Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bereits in Anwendung 

der wirtschaftlichen Betrachtungsweise direkt aus Art. 33 Abs. 1 lit. c und Art. 50 Abs. 

5 StG abzuleiten sei, sodass ein Rückgriff auf das Institut der Steuerumgehung gar 

nicht notwendig gewesen wäre.

Sodann vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, bei den anwendbaren Normen 

(Art. 33 Abs. 1 lit. c und Art. 50 Abs. 5 StG) handle es sich gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung um Normen mit wirtschaftlichen Anknüpfungspunkten, und leitet 

daraus ab, bei der Frage, ob ein Kapitalertrag im Sinne dieser Normen vorliege, greife 

die wirtschaftliche Betrachtungsweise ohne weiteres Platz.

Auf dieser dogmatischen Grundlage kommt der Beschwerdeführer zum Schluss, durch 

die Ausschüttung von je Fr. 2'000'000.-- an alle drei Aktionäre hätten – bei 

wirtschaftlicher Betrachtungsweise – die beiden zu je 40 Prozent an der 

ausschüttenden Gesellschaft Beteiligten zugunsten des nur zu 20 Prozent Beteiligten 

auf ihren zivilrechtlichen Anspruch von je Fr. 400‘000.--, insgesamt also auf Fr. 

800‘000.-- ihres Dividendenanspruchs verzichtet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Steuerrechtlich sei der vorliegende Sachverhalt gleich zu beurteilen, wie wenn die 

Dividende im Verhältnis der Kapitalanteile beschlossen worden wäre und die beiden zu 

40 Prozent Beteiligten die Gesellschaft angewiesen hätten, ihren Dividendenanspruch 

von je Fr. 400‘000.-- direkt dem streitbetroffenen Aktionär auszuzahlen. Deshalb 

stellten die Dividenden bei Ersteren Vermögensertrag dar, hingegen würde sich der 

Vermögenszufluss bei Letzterem als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit 

qualifizieren.

3.

3.1. Zutreffend ist die Auffassung des Beschwerdeführers, dass rechtsdogmatisch in 

einem ersten Schritt zu prüfen ist, ob bereits die Auslegung der anwendbaren 

Gesetzesnormen eine Umqualifizierung der fraglichen Dividendenzahlung im Umfang 

von Fr. 800‘000.-- zur Folge hat, und dass nur, wenn dies nicht der Fall ist, der 

Sachverhalt in einem zweiten Schritt im Lichte einer möglichen Steuerumgehung zu 

würdigen ist.

Nicht zulässig ist jedoch der vom Beschwerdeführer gezogene Schluss, aus der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG und damit auch 

von Art. 33 Abs. 1 lit. c StG eine Norm mit wirtschaftlichen Anknüpfungspunkten sei, 

könne gefolgert werden, dass auch im vorliegenden Fall für die steuerlichen Belange 

ohne weiteres vom zivilrechtlich verwirklichten Sachverhalt abgewichen werden könne. 

Vielmehr ist vorab aufzuzeigen, vor welchem Hintergrund das Bundesgericht 

festgehalten hat, die Normen zum Beteiligungsertrag seien wirtschaftlich zu verstehen 

und ein Abweichen vom zivilrechtlichen Sachverhalt sei für Steuerzwecke zulässig bzw. 

geboten. Sodann ist zu prüfen, ob es einen sachlichen Grund gibt, jene 

Rechtsprechung analog auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt zu übertragen.

3.2. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat unter Referenz auf den 

wirtschaftlichen Gehalt der Gesetzesbestimmungen über den Beteiligungsertrag die 

beiden in der Folge einer gesetzlichen Regelung (Art. 20a DBG bzw. Art. 7a StHG) 

zugeführten Institute der "Transponierung" und der "indirekten Teilliquidation" 

entwickelt. Beim vom Beschwerdeführer zur Begründung seiner These angeführten 

Urteil des Bundesgerichts (BGer 2A.537/2005 vom 21. Dezember 2006 und bei den in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

jenem Urteil als Präjudizien erwähnten Urteilen in ASA 73, 402 und BGer 2A.648/2005 

vom 11. April 2006 ) ging es denn auch um Fälle der indirekten Teilliquidation.

Gemeinsames Merkmal der Institute der Transponierung und der indirekten 

Teilliquidation ist, dass zivilrechtlich Veräusserungen von Anteilen an 

Kapitalgesellschaften vorliegen, es sich jedoch bei diesen Veräusserungen um solche 

vom Privat- ins Geschäftsvermögen und damit um sog. "Systemwechselfälle" handelt, 

welche – würden die entsprechenden Transaktionen als Kapitalgewinne anerkannt – zu 

einem Verlust von latentem oder effektivem Einkommenssteuersubstrat führen würden. 

Um solche Verluste zu verhindern, hat das Bundesgericht, nachdem es ursprünglich 

auch das Rechtsinstitut der Transponierung unter dem Aspekt der Steuerumgehung 

eingeführt hatte (ASA 37, 43; sog. "St. Galler Holdingfall"), Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG 

(früher Art. 21 Abs. 1 lit. c BdBSt bzw. WStB) und die analogen Bestimmungen der 

kantonalen Rechte als Gesetzesbestimmungen mit wirtschaftlichem Gehalt qualifiziert 

und auf dieser Grundlage beim Vorliegen einer Transponierung oder einer indirekten 

Teilliquidation Kapitalgewinne in Vermögensertrag umqualifiziert. Diese 

Rechtsprechung galt bis zur gesetzlichen Normierung der Transponierung und der 

indirekten Teilliquidation in Art. 20a DBG und Art. 7a StHG.

3.3. Abgesehen von der Tatsache, dass das Bundesgericht die Normen über den 

Beteiligungsertrag (unter Berufung auf deren wirtschaftlichen Gehalt) ausdehnend 

verstanden hat, während der Beschwerdeführer diese Norm einschränkend 

angewendet wissen will, ist im Hinblick auf den hier zu entscheidenden Fall zu prüfen, 

ob die Ausrichtung einer nicht dem Kapitalanteil entsprechenden Dividende überhaupt 

zu einem mit dem bei der Transponierung und indirekten Teilliquidation vergleichbaren 

Verlust von Einkommenssteuersubstrat führt. Nur wenn dies der Fall wäre, bestünde 

überhaupt eine Basis für eine analoge Übernahme des bundesgerichtlichen 

Verständnisses der vorliegend anwendbaren Normen über den Beteiligungsertrag (Art. 

33 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 50 Abs. 5 StG). Nur dann könnte allenfalls mittels 

direkten Rückgriffs auf die wirtschaftliche Betrachtungsweise eine Umqualifizierung 

eines Teils der Dividende (Fr. 800‘000.--) in Einkommen aus unselbständiger 

Erwerbstätigkeit in Betracht gezogen werden. Es ist bereits hier darauf hinzuweisen, 

dass, selbst wenn dies der Fall wäre, dem Beschwerdegegner das Teilsatzverfahren 

gemäss Art. 50 Abs. 5 StG zu gewähren wäre, weil diesfalls der in Arbeitsentgelt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

umqualifizierte Dividendenanteil eine verdeckte Gewinnausschüttung darstellte (vgl. 

hierzu nachstehende E. 8).

3.4. Zur Beantwortung der Frage, ob das im Kanton St. Gallen gesetzlich für 

Beteiligungen von mindestens 10 Prozent vorgesehene Teilsatzverfahren gemäss Art. 

50 Abs. 5 StG zu einer (mit den bei der Transponierung und indirekten Teilliquidation 

resultierenden Reduktionen des Einkommenssteuersubstrats vergleichbaren) 

Steuerersparnis führt, ist es unabdingbar, sich die Funktion dieses Teilsatzverfahrens 

im gesamten Steuersystem vor Augen zu führen. Dabei sind die Entscheidungen des 

Bundesgesetzgebers zu berücksichtigen und im Lichte ihres Sinns und Zwecks auf die 

vorliegende Fragestellung anzuwenden.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass das Teilsatzverfahren gemäss 50 Abs. 5 StG 

eine Massnahme zur Milderung bzw. Vermeidung der wirtschaftlichen 

Doppelbesteuerung darstellt. Mit der Anwendung des lediglich hälftigen 

Einkommenssteuersatzes soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die 

ausgeschütteten Dividenden bereits mit der Gewinnsteuer der ausschüttenden 

Gesellschaft vorbelastet sind.

3.4.1. Bei der direkten Bundessteuer wollte der Bundesrat im Rahmen der 

Unternehmenssteuerreform II – unter Berufung auf die Steuerfreiheit der privaten 

Kapitalgewinne – die wirtschaftliche Doppelbesteuerung lediglich in geringem Umfang 

mildern und schlug dem Parlament vor, sämtliche Beteiligungserträge (unabhängig 

davon, ob sie aus einer qualifizierten Beteiligung oder aus Streubesitz stammen) zu 80 

Prozent in die Steuerberechnungsgrundlage einzuschliessen (sog. 

"Teilbesteuerungsverfahren"). Bei diesem Vorschlag liess sich der Bundesrat durch die 

Arbeiten der Expertenkommission "Rechtsformneutrale Unternehmensbesteuerung" 

leiten (vgl. zum Ganzen: Botschaft zum Bundesgesetz über die Verbesserung der 

steuerlichen Rahmenbedingungen für unternehmerische Tätigkeiten und Investitionen 

[Unternehmenssteuerreformgesetz II] vom 22. Juni 2005, BBl 2005 4733 ff., 4745 ff.; 

nachfolgend Botschaft UStR II).

Jene Expertenkommission hat festgestellt, für die Vermeidung bzw. Milderung der 

wirtschaftlichen Doppelbelastung sei grundsätzlich die Anrechnung der Gewinnsteuer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf die Einkommenssteuer die ideale Lösung. Eine solche Gewinnsteueranrechnung sei 

jedoch zu kompliziert, auch wenn pauschalierend nicht die effektiv durch die 

Gesellschaft bezahlte Gewinnsteuer, sondern die im Wohnsitzkanton des Aktionärs 

geltende Gewinnsteuer auf dessen Einkommenssteuer angerechnet werde. Aus diesem 

Grund wurde die Entlastung auf Stufe der Steuerbemessungsgrundlage der Aktionäre 

in Form des Teilbesteuerungsverfahrens vorgeschlagen.

Der Bundesgesetzgeber ist diesem Vorschlag des Bundesrats nur konzeptionell in dem 

Sinne gefolgt, dass auch er dem Teilbesteuerungsverfahren den Vorzug vor dem 

Gewinnsteueranrechnungsverfahren gegeben hat. Im Übrigen hat er jedoch einerseits 

dieses Verfahren auf die Aktionäre, die zumindest mit 10 Prozent an der 

ausschüttenden Gesellschaft beteiligt sind, eingeschränkt und andererseits den 

steuerbaren Anteil für Anteile im Privatvermögen auf 60 Prozent abgesenkt, ohne die 

Steuerfreiheit der Kapitalgewinne zu beseitigen.

3.4.2. Für das richtige Verständnis des Teilbesteuerungsverfahrens ist zu beachten, 

dass aus der Tatsache, dass nicht die volle Dividende einkommenssteuerfrei belassen 

wird, sondern ein Teil der Dividende der Einkommensbesteuerung unterliegt, nicht per 

se abgeleitet werden kann, damit werde die wirtschaftliche Doppelbesteuerung 

lediglich gemildert, nicht jedoch beseitigt. Die Auswirkungen dieses Verfahrens hängen 

vielmehr einerseits von der Höhe der von der ausschüttenden Gesellschaft entrichteten 

Gewinnsteuer und andererseits von der tatsächlichen Einkommenssteuerentlastung auf 

dem nicht besteuerten Anteil von 40 Prozent der ausgeschütteten Dividende ab. Da bei 

den Beschwerdegegnern, deren Dividende dem maximalen Einkommenssteuersatz 

unterliegt, die Einkommenssteuerbelastung bei der direkten Bundessteuer von 11,5 

Prozent höher ist als jene der Gewinnsteuer, wird zwar, wie das nachfolgende Beispiel 

zeigt, die wirtschaftliche Doppelbelastung nicht gänzlich eliminiert, jedoch nicht nur um 

40 Prozent, sondern um ca. 65 Prozent reduziert. Der effektive Gewinnsteuersatz (unter 

Berücksichtigung der Abzugsfähigkeit der Steuern) beträgt 7,043 Prozent. Hier und im 

Folgenden wird der Steuerfuss für den Kanton St. Gallen im streitbetroffenen 

Steuerjahr 2012 (325 Prozent) zugrunde gelegt. Dieser effektive Gewinnsteuersatz bei 

der direkten Bundessteuer berechnet sich wie folgt: [8,5% / (100% + 8,5% + 

12,1875%) x 100%.].

Beispiel:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Maximale Einkommenssteuerbelastung:                                   11,5 %

Entlastung durch Teilbesteuerungsverfahren

(40% v. 11,5%)                                                                           4,6 %

Effektive Gewinnsteuervorbelastung                                      7,043 %

verbleibende wirtschaftliche Doppelbelastung auf aus-

geschütteter Dividende:                                                          2,443 %

Die verbleibende wirtschaftliche Doppelbelastung entspricht 34,6 Prozent (2,443% / 

7,043% x 100%) der Gewinnsteuervorbelastung; die Entlastung beträgt somit 65,4 

Prozent (100% - 34,6%).

Ist die ausschüttende Gesellschaft nicht in der Schweiz steuerpflichtig, hängt die 

Beantwortung der Frage, ob die wirtschaftliche Doppelbelastung lediglich gemildert 

oder gänzlich vermieden wird bzw. ob gar eine Überentlastung resultiert, von der Höhe 

der jeweiligen Gewinnsteuerbelastung dieser Gesellschaft ab.

Da Art. 20 Abs. 1bisDBG das Teilbesteuerungsverfahren nicht auf Ausschüttungen von 

schweizerischen Gesellschaften beschränkt, kann es im Beispielfall zu einer 

Überentlastung im Umfang von 4,6 Prozent der ausgeschütteten Dividende kommen, 

wenn die ausschüttende Gesellschaft in einem Staat steuerpflichtig ist, der überhaupt 

keine Gewinnsteuer erhebt.

Dieses Ergebnis würde vermieden, wenn statt des Teilbesteuerungsverfahrens ein 

Gewinnsteueranrechnungsverfahren gesetzlich angeordnet wäre. Mit seiner 

Entscheidung gegen ein solches Verfahren der Anrechnung der Gewinnsteuer auf die 

Einkommenssteuer unter gleichzeitigem Verzicht, für die Gewährung des 

Teilbesteuerungsverfahrens eine Mindestgewinnsteuervorbelastung zu verlangen (wie 

dies der Bundesrat im Modell 3 seiner Vernehmlassungsvorlage vorgesehen hatte), hat 

der Gesetzgeber solche Unebenheiten im System hingenommen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.4.3. Bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern ist das Bundesparlament der 

Auffassung des Bundesrats gefolgt, wonach es den verfassungsrechtlichen Vorgaben 

entspreche, den Kantonen die Entscheidung zu überlassen, ob sie überhaupt 

Massnahmen zur Milderung der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung vorsehen wollen. 

Nicht gefolgt ist das Bundesparlament jedoch der bundesrätlichen Auffassung, die 

Bundesverfassung erlaube es, jenen kantonalen Gesetzgebern, die sich dafür 

entscheiden, solche Massnahmen zu treffen, vorzuschreiben, dass sie 

Entlastungsmassnahmen auf Stufe der Beteiligten (und nicht auf Stufe der 

Kapitalgesellschaft) vorsehen müssten (Botschaft UStR II, a.a.O., S. 4795 f.). Vielmehr 

hat der Bundesgesetzgeber diese Frage der kantonalen Autonomie überlassen.

Hingegen hat der Bundesgesetzgeber, ebenfalls anders, als vom Bundesrat 

vorgeschlagen, den Kantonen die Voraussetzung zur Gewährung von Massnahmen zur 

Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung (Mindestbeteiligung von 10 Prozent) 

vorgeschrieben. Bereits der Bundesrat war der Auffassung, dass es einen unzulässigen 

Eingriff in die Tarifautonomie der Kantone wäre, den Kantonen vorzuschreiben, in 

welcher Weise (Gewinnsteueranrechnung, Entlastung bei der Bemessungsgrundlage 

oder beim Steuertarif) und in welchem Umfang sie die Massnahmen zur Milderung bzw. 

Beseitigung der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung zu ergreifen haben, wenn sie 

solche grundsätzlich vorsehen wollen. Dieser Auffassung ist das Bundesparlament 

gefolgt.

Ergebnis dieser gesetzgeberischen Arbeiten ist Art. 7 Abs. 1 letzter Satz StHG, welcher 

bestimmt, dass die Kantone bei Dividenden, Gewinnanteilen, 

Liquidationsüberschüssen und geldwerten Vorteilen aus Beteiligungen aller Art, die 

mindestens 10 Prozent des Grund- oder Stammkapitals einer Kapitalgesellschaft oder 

Genossenschaft ausmachen (qualifizierte Beteiligungen), die wirtschaftliche 

Doppelbelastung von Körperschaften und Anteilsinhabern mildern können.

3.4.4. Der Gesetzgeber des Kantons St. Gallen hat entschieden, Massnahmen zur 

Milderung der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung zu ergreifen, die bundesgesetzliche 

Vorgabe bezüglich der Mindestbeteiligungsquote von 10 Prozent umgesetzt und die 

Entlastung auf Stufe der Anteilsinhaber in Form einer Ermässigung beim Tarif (und nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wie bei der direkten Bundessteuer bei der Steuerbemessungsgrundlage) im Umfang 

von 50 Prozent angeordnet (Art. 50 Abs. 5 StG).

Im Beispiel gemäss vorstehender Erwägung wirkt sich diese Entlastungsmassnahme 

wie folgt aus:

Maximaler Einkommenssteuersatz Gemeinde X. (2012)

Verheiratete (ohne Kirchensteuer)                                         20.995 %

Entlastung durch Teilsatzverfahren (50%)                             10.4975 %

Gewinnsteuervorbelastung vor Abzug Steuern:

3,25% x 3,75% = 12,1875%

Effektive Gewinnsteuervorbelastung:

[12,1875% / (100% + 12,1875% + 8,5%) x 100%]                 10,098%

Die wirtschaftliche Doppelbelastung auf der ausgeschütteten Dividende wird nicht nur 

eliminiert, sondern es erfolgt eine Überentlastung im Umfang von 0,3995 Prozent.

Wäre die ausschüttende Gesellschaft in einem Staat steuerpflichtig, der keine 

Gewinnsteuer erhebt, würde eine Überentlastung von 10,4975 Prozent eintreten, weil 

Art. 50 Abs. 5 StG (in Übereinstimmung mit der diesbezüglichen Rechtsprechung des 

Bundesgerichts) das Teilsatzverfahren nicht auf Gesellschaften mit Sitz in der Schweiz 

beschränkt.

3.4.5. Bei den Beschwerdegegnern würde sich – unter Ausklammerung der übrigen 

Einkünfte – die Situation bezüglich aller relevanten Steuerarten (ohne Kirchensteuer) 

bezüglich des umstrittenen Dividendenanteils von Fr. 800‘000.-- wie folgt darstellen, 

hätte die ausschüttende Gesellschaft ihren Sitz im Kanton St. Gallen:

Einkommenssteuer ohne Entlastung von

wirtschaftlicher Doppelbesteuerung: gemäss Tarif f. 800‘000.--              Fr. 258‘522.--

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einkommenssteuerbelastung gemäss gesetzlichen Vorgaben

Direkte Bundessteuer: 480‘000 (60%) gemäss Tarif                               Fr.   48‘962.--

Kantons- und Gemeindesteuer (Gemeinde X.)

10,4975% v. Fr. 800‘000.--                                                                       Fr.   83‘980.--

Total                                                                                                          Fr. 132‘942.--

Entlastung Einkommenssteuer total                                                         Fr. 125‘580.--

Effektive Gewinnsteuervorbelastung

17,141% v. 800‘000.--                                                                               Fr. 137‘128.--

Verbleibende wirtschaftliche Doppelbelastung                                         Fr.   11‘548.--

Die verbleibende wirtschaftliche Doppelbelastung entspricht 8,4 Prozent der 

Gewinnsteuer; die Entlastung beträgt somit 91,6 Prozent. Da im streitbetroffenen Fall 

die ausschüttende Gesellschaft ihren Sitz in C. hat, beträgt die effektive 

Gewinnsteuervorbelastung 21.5 Prozent von Fr. 800‘000.-- (= Fr. 172‘056.--); die 

verbleibende wirtschaftliche Doppelbelastung somit Fr. 46‘476.-- (172‘056 ./. 125‘580) 

und damit 27 Prozent der Gewinnsteuervorbelastung. Die Entlastung beträgt somit 

73 Prozent.

4. Das Ergebnis der Entscheidungen der Gesetzgeber von Bund und Kanton kann im 

Hinblick auf den vorliegend zu entscheidenden Fall wie folgt zusammengefasst werden:

4.1. Sowohl das Teilbesteuerungsverfahren bei der direkten Bundessteuer als auch das 

Teilsatzverfahren bei der Kantons- und Gemeindesteuer des Kantons St. Gallen stellen 

einen von den Gesetzgebern angeordneten sehr pauschalen Ersatz für ein 

Anrechnungsverfahren der Gewinnsteuer auf die Einkommenssteuer der 

Beteiligungsinhaber dar.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.2. Das Ziel der Gesetzgeber war somit, bezüglich der Ausschüttungen an Beteiligte 

von mehr als 10 Prozent an einer Kapitalgesellschaft Einkommenssteuerneutralität 

herzustellen. Es soll steuerlich keine Rolle spielen, ob eine Kapitalgesellschaft 

Dividenden ausschüttet oder den Beteiligten Leistungen in anderer Form, wie z.B. 

Zinsen oder Arbeitsentgelte, ausrichtet.

4.3. Die Beantwortung der Frage, ob die für im Kanton St. Gallen steuerpflichtigen 

Beteiligten von mindestens 10 Prozent an Kapitalgesellschaften und Genossenschaften 

als Massnahmen für die Milderung der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung 

vorgesehenen Regelungen tatsächlich bloss zu einer Milderung, einer Beseitigung der 

wirtschaftlichen Doppelbesteuerung oder gar zu einer Überentlastung führen, hängt 

einerseits von der Höhe der Gewinnsteuervorbelastung der ausgeschütteten 

Dividenden und andererseits vom Einkommenssteuertarif der Beteiligten (Kanton St. 

Gallen) bzw. von der Grenzsteuerentlastung durch die Nichtbesteuerung von 

40 Prozent der Dividende (direkte Bundessteuer) ab. Diese Unvollkommenheit des 

Teilbesteuerungs- bzw. Teilsatzverfahrens gegenüber einem System der Anrechnung 

der Gewinnsteuer auf die Einkommenssteuer ist gewissermassen der Preis für diese 

gesetzlich angeordneten, einfacheren Verfahren. Sie ändert jedoch nichts am 

gesetzgeberischen Grundsatzentscheid, bezüglich der Ausschüttungen 

Einkommenssteuerneutralität zu anderen Entgelten an Beteiligte herzustellen.

4.4. Aufgrund der Funktion des Teilsatzverfahrens als Massnahme zur Milderung bzw. 

Beseitigung der wirtschaftlichen Doppelbelastung ergibt sich zwingend, dass eine 

Verweigerung der Gewährung des Teilsatzverfahrens bei der Einkommenssteuer der 

Beteiligten eine korrespondierende Berichtigung auf Stufe der Gewinnsteuer der 

ausschüttenden Gesellschaft nach sich ziehen muss, sofern diese Gesellschaft 

tatsächlich Gewinnsteuern entrichtet hat. Andernfalls entstünde eine der 

gesetzgeberischen Konzeption zuwiderlaufende und damit unzulässige vollumfängliche 

wirtschaftliche Doppelbelastung (Ausschüttung aus mit Gewinnsteuer vorbelastetem 

Gewinn, volle Einkommenssteuerbelastung).

5. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer 

vertretene Auffassung, Art. 33 Abs. 1 lit. c StG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 5 StG sei 

bezüglich der von ihm angestrebten Umqualifizierung des nicht der Kapitalbeteiligung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entsprechenden Dividendenanteils des betroffenen Steuerpflichtigen mittels blossen 

Rückgriffs auf die wirtschaftliche Betrachtungsweise zulässig, bereits in ihrem Ansatz 

nicht haltbar ist.

Die vom Beschwerdeführer vorgenommene Analogie zur Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zu den Instituten der Transponierung und zur indirekten Teilliquidation 

(vor deren Normierung in den Bundessteuergesetzen), gemäss welcher Art. 33 Abs. 1 

lit. c StG auch im vorliegenden Fall als Gesetzesbestimmung mit wirtschaftlichen 

Anknüpfungspunkten zu verstehen sei, die eine solche Umqualifizierung auch ohne 

Rückgriff auf das Rechtsinstitut der Steuerumgehung erlaube, ist unzulässig. Anders 

als bei den Instituten der Transponierung und der indirekten Teilliquidation, wo es 

aufgrund des Systemwechsels vom Kapitaleinlageprinzip (früher: Nennwertprinzip) zum 

Buchwertprinzip zu einem latenten oder effektiven Verlust von 

Einkommenssteuersubstrat kommt, führt gemäss gesetzgeberischer Konzeption die 

Ausrichtung einer Dividende im Vergleich zur Bezahlung eines Arbeitsentgelts nicht zu 

einem Verlust von Einkommenssteuersubstrat, welche die vom Beschwerdeführer 

vorgenommene Analogie erlauben würde.

Wie in E. 3.4.5 aufgezeigt, gilt dies nicht nur für die gesetzgeberische Konzeption, 

sondern es trifft auch im konkreten Fall der streitbetroffenen Steuerpflichtigen zu. Die 

Ausschüttung einer Dividende bewirkt nämlich unter Berücksichtigung der 

Gewinnsteuervorbelastung nicht eine Steuerersparnis, sondern es bleibt eine (wenn 

auch geringe) wirtschaftliche Doppelbelastung bestehen. Eine solche würde bei der 

Ausrichtung eines Arbeitsentgelts, wäre dieses als geschäftsmässig begründet zu 

anerkennen, nicht eintreten.

Aufgrund des Zusammenhangs des Teilsatzverfahrens im Kanton St. Gallen mit der 

vom Gesetzgeber unterstellten (und im hier zu beurteilenden Fall auch tatsächlich 

vorliegenden) Gewinnsteuervorbelastung der Dividende ist es unzulässig, nur die 

Ebene der Einkommensbesteuerung der streitbetroffenen Steuerpflichtigen zu 

betrachten und von der Tatsache zu abstrahieren, dass der fragliche Dividendenanteil 

von Fr. 800‘000.-- bereits mit der Gewinnsteuer vorbelastet ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die vom Beschwerdeführer aufgestellte These, wonach eine Umqualifizierung des 

Dividendenanteils in Arbeitsentgelt aufgrund der Tatsache, dass es sich bei Art. 33 

Abs. 1 lit. c StG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 5 StG um eine Norm mit wirtschaftlichen 

Anknüpfungspunkten handle, auch ohne Rückgriff auf das Rechtsinstitut der 

Steuerumgehung zulässig sei, ist unzutreffend. Vielmehr hat sich ergeben, dass für eine 

steuerrechtliche Umqualifizierung einer Dividende in Lohn im vorliegenden Fall weder 

ein fiskalischer Grund noch eine gesetzliche Grundlage vorliegt.

Die Tatsache, dass im hier zu entscheidenden Fall die Gewinnsteuer nicht im Kanton 

St. Gallen, sondern im Kanton Zürich entrichtet wurde, vermag an dieser Feststellung 

nichts zu ändern. Sie ist bei interkantonalen (und auch bei internationalen) 

Sachverhalten, d.h. wenn die Steuerhoheiten für die ausschüttende Gesellschaft und 

der daran Beteiligten auseinanderfallen, eine zwingende, von den rechtsanwenden 

Behörden hinzunehmende Folge davon, dass die Milderung der wirtschaftlichen 

Doppelbelastung gemäss Art. 50 Abs. 5 StG auf Stufe der Beteiligten angeordnet ist.

Vor diesem Hintergrund kann die Prüfung der Frage, ob die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung über die Qualifikation der Gesetzesbestimmungen zum 

Beteiligungsertrag als Normen mit wirtschaftlichen Anknüpfungspunkten nicht nur ein 

ausdehnendes, sondern, wie der Beschwerdeführer dies vornehmen will, 

einschränkendes Verständnis erlaubt, unterbleiben.

6. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt es sich ohne Weiteres, dass das vom 

Beschwerdeführer ohne nähere Begründung angeführte Argument, es liege auch eine 

Steuerumgehung vor, jeglicher Grundlage entbehrt. Erste Voraussetzung für das 

Vorliegen einer Steuerumgehung ist das Vorliegen einer Steuerersparnis, welche bei 

einer anderen Gestaltung des Sachverhalts nicht eingetreten wäre. Aus der im 

vorliegenden Fall zwingend notwendigen Gesamtbetrachtung der Ebene der 

ausschüttenden Gesellschaft und jener des Aktionärs geht hervor, dass das 

Teilsatzverfahren weder mit Blick auf dessen gesetzessystematische Funktion noch auf 

den konkreten Fall zu einer Steuerersparnis führt, welche bei einer anderen 

Sachverhaltsgestaltung nicht eingetreten wäre. Damit ist bereits das Eingangskriterium 

der Steuerersparnis im Sinne der Steuerumgehungsdoktrin nicht gegeben. Die 

Annahme einer Steuerumgehung entfällt damit von Vornherein.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aber selbst bei der von der Vorinstanz vorgenommenen Beschränkung auf die 

Verhältnisse beim streitbetroffenen Aktionär, die, wie aufgezeigt, den gesetzlichen 

Vorgaben nicht entspricht, erweisen sich die von ihr vorgebrachten Argumente als 

überzeugend und werden vom Beschwerdeführer nicht ansatzweise widerlegt, sondern 

dieser beschränkt sich auf die nicht begründete Behauptung, es liege eine 

Steuerumgehung vor. Auch aus diesem Grund ist jenes Argument des 

Beschwerdeführers nicht zu hören.

7. Die Tatsache, dass im Sozialversicherungsrecht in gewissen Konstellationen eine 

andere Betrachtungsweise Platz greift und Dividenden in Lohn umqualifiziert werden, 

muss für die steuerrechtliche Beurteilung ohne Belang bleiben. Bei den 

Sozialversicherungsabgaben ist die Situation nicht vergleichbar mit jener im 

Steuerrecht, weil eine Dividendenzahlung ohne Sozialversicherungsabgabepflicht 

bleibt, während eine solche auf Arbeitsentgelten anfällt. Demgegenüber erfolgen im 

Steuerrecht die Dividendenzahlungen – gemäss gesetzgeberischem Konzept und auch 

im hier zu beurteilenden Fall – aus mit Gewinnsteuern vorbelastetem Substrat, 

wohingegen Arbeitsentgelte als geschäftsmässig begründete Aufwendungen das 

Gewinnsteuersubstrat schmälern.

8. Lediglich ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Position des 

Beschwerdeführers, abgesehen von der mangelnden gesetzlichen Grundlage, auch 

deshalb nicht haltbar ist, weil sie ausser Acht lässt, dass eine Umqualifizierung des 

überproportionalen Dividendenanteils von Fr. 800‘000.-- in Arbeitsentgelt zu einem 

eigentlichen "Zirkelvorgang" führen müsste. Offenbar leisteten alle drei an der Q. AG 

beteiligten Arbeitnehmer dieser Gesellschaft eine gleichwertige Arbeit und erhielten 

deshalb auch einen gleich hohen Lohn. Würde nun beim streitbetroffenen 

Aktionärsarbeitnehmer in einem ersten Schritt eine Umqualifizierung des 

Dividendenanteils von Fr. 800‘000.-- in Lohn erfolgen, müsste in einem zweiten Schritt 

geprüft werden, ob dieses Arbeitsentgelt marktmässig sei. Das Ergebnis dieser Prüfung 

wäre, dass dies im Umfang von Fr. 800‘000.-- nicht der Fall war, weil der 

streitbetroffene Steuerpflichtige eine gleichwertige Arbeit wie die beiden andern 

Aktionärsarbeitnehmer geleistet hatte, jedoch ein um Fr. 800‘000.-- höheres 

Arbeitsentgelt erhalten hat. Dieser Lohnanteil wäre nicht geschäftsmässig begründet 

und müsste deshalb steuerlich als geldwerte Leistung in Form einer verdeckten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gewinnausschüttung im Umfang von Fr. 800‘000.-- qualifiziert werden. Da 

praxisgemäss im Kanton St. Gallen auch für verdeckte Gewinnausschüttungen das 

Teilsatzverfahren Anwendung findet, müsste dieses dem streitbetroffenen 

Steuerpflichtigen ebenfalls gewährt werden. Der Beschwerdeführer hat dieser Tatsache 

weder im Veranlagungsverfahren Rechnung getragen, noch beachtet er sie in seiner 

vorliegend zu beurteilenden Beschwerde.

Eine Steuerbehörde ist jedoch im Rahmen des gemischten Veranlagungsverfahrens 

(Art. 176 Abs. 1 StG) verpflichtet, das gesamte Steuerrecht anzuwenden. Vor diesem 

Hintergrund hätte sie erkannt, dass der betroffene Steuerpflichtige in jedem Fall 

Anspruch auf das Teilsatzverfahren gemäss Art. 50 Abs. 5 StG gehabt hätte.

9. Zusammenfassend ist im Sinne dieser Erwägungen die Beschwerde abzuweisen und 

der Entscheid der Vorinstanz vom 19. November 2015, wenn auch mit anderer 

Begründung, zu bestätigen.

10. (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Staat (Beschwerdeführer) bezahlt die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'500.--.

3. Der Staat (Beschwerdeführer) entschädigt die Beschwerdegegner mit Fr. 2‘500.-- 

(zuzüglich vier Prozent Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer).

 

Der Abteilungspräsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                                              Wehrle

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 29.06.2017
	Steuerrecht, privilegierte Besteuerung von Beteiligungserträgen des Privatvermögens: Qualifikation einer asymmetrischen Dividende (Art. 7 Abs. 1 StHG, SR 642.14; Art. 50 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 33 Abs. 1 lit. c StG).Eine Aktiengesellschaft richtete den drei Aktionären unabhängig von deren Kapitalquote eine Dividende von je Fr. 2 Mio aus. Der im Kanton St. Gallen steuerpflichtige Beschwerdeführer hält lediglich 20% des Aktienkapitals. Das ändert nichts daran, dass auch der gemessen an der Beteiligungsquote überproportionale Anteil der Dividende (konkret Fr. 800‘000) als Beteiligungsertrag gilt und privilegiert zu besteuern ist (Verwaltungsgericht, B 2015/323).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:12:25+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen