# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cfb79cc-a217-5d6d-b427-a2cb39f8f8c4
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2019
**Docket/Reference:** ST.2022.67
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2022.67.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2022.67 

Entscheid 

 12. September 2023 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Michael Ochsner, Steuerrichterin Christina Hefti, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Marius Obertüfer 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch RA lic.iur. Adrian Lienert,  
Bürgi Nägeli Rechtsanwälte, 
Grossmünsterplatz 9, 8001 Zürich,  

Rekurrenten,  

gegen 

Rekursgegner,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2019 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B (nachfolgend der/die Pflichtige,  zusammen  die Pflichtigen)  wohn-

ten vor der streitbetroffenen Steuerperiode 2019 über Jahre in ihrem Eigenheim in der 

zürcherichen Gemeinde C). Im streitbetroffenen Zeitraum bauten sie das Haus um. Für 

die Steuerperiode 2019 reichten sie die Kopie einer Steuererklärung des Kantons Zug 

ein  und  gaben  als  Wohnadresse  …………..in  der  zugerischen  Gemeinde  D  an.  Sie 

deklarierten  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr.  851'200.-  und  ein  steuerbares  Ver-

mögen von Fr. 1'485'000.- (satzbestimmend Fr. 2'338'000.-).  

Mit Auflage vom 23. April 2021 forderte das kantonale Steueramt die Pflichti-

gen auf, folgende Fragen zu beantworten bzw. Unterlagen einzureichen:  

"Sie haben im 2019 Ihren Wohnsitz in den Kanton Zug verlegt, weiterhin aber Ihr Ein-

familienhaus im Kanton Zürich behalten. Zwecks Überprüfung der Wohnsitzverlegung bitten wir 

um folgende Angaben und Unterlagen: 

-  Mietvertrag der Wohnung / des Hauses im Kanton Zug mit Angabe von Grösse 

(Anzahl Zimmer und Wohnfläche total) und Angaben über weiter zur Verfügung 

stehende Räumlichkeiten (Anzahl Garagenplätze, Hobbyräume, Garten usw.) 

Kopie der Rechnungen der Zügelunternehmen mit Nachweis des Umfangs des 

Umzugsguts 

Allenfalls Nachweis des Kaufs von Mobiliar für die Wohnung / das Haus im Kan-

- 

- 

ton Zug 

-  Wie wird das Haus in der zürcherischen Gemeinde C seit Wegzug genutzt und 

wie soll es in Zukunft genutzt werden? Soll es verkauft oder vermietet werden? 

Wenn  ja  bitten  wir  um  Nachweis  der  entsprechenden  Vermietungs-  und  /oder 

Verkaufsbemühungen. Falls es zwischenzeitlich vermietet ist bitte wir um Kopie 

des Vermietungsvertrags.  

- 

Kopie  der  Strom-,  Wasser-und  Heizkosten  pro  2018,  2019  und  2020  der  Lie-

genschaft in der zürcherischen Gemeinde C sowie der Wohnung / Haus in  der 

zugerischen Gemeinde D (hier nur für 2019 und 2020) 

-  Wie wurde im 2020 Gartenunterhalt der Liegenschaft in der zürcherischen Ge-

meinde C vorgenommen?" 

Nach einem Telefonat der Pflichtigen am 4. Mai 2021 nahmen sie mit E-Mail-

Eingabe vom 9. Mai 2021 zur Auflage Stellung und reichten Unterlagen ein. Am 1. Ju-

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li 2021 mahnte das kantonale Steueramt die Auflage, da mit den eingereichten Unter-

lagen ein Nachweis des Lebensmittelpunkts 2019 im Kanton Zug nicht erbracht sei.  

Mit Schreiben vom 11. Juli 2021 nahmen die Pflichtigen zur Mahnung Stellung 

und reichten weitere Unterlagen ein.  

Mit  Einschätzungsentscheid  vom  27.  August  2021  erachtete  das  kanto- 

nale  Steueramt  die  Pflichtigen  als  hierorts  steuerpflichtig  und  schätzte  sie  für  die 

Staats-  und  Gemeindesteuern  2019  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 885'600.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'540'000.- ein.  

B.  Hiergegen  liessen  die  Pflichtigen  am  23.  September  2021  Einsprache 

erheben  und  beantragen,  es  sei  festzustellen,  dass  ihr  Steuerdomizil  in  der  zugeri-

schen  Gemeinde  D  liege.  Der  Einschätzungsentscheid  vom  27.  August 2021  sei  er-

satzlos  aufzuheben.  Sodann  sei  für  die  nachfolgenden  Steuerperioden  vorzumerken, 

dass  die  Einsprecher  das  Domizil  an  der  genannten  Adresse  in  der  zugerischen  Ge-

meinde D hätten.  

Mit Auflage im Einspracheverfahren vom 4. Oktober 2021 forderte das kanto-

nale Steueramt die Pflichtigen auf, Angaben darüber zu machen, welche Art und Um-

fang von  Hausrat  und  Anderem  nicht  nach  Zug gezügelt  worden sei  und  darüber,  wo 

diese Dinge in der Zwischenzeit gelagert worden seien. Die entsprechenden Lagerorte 

und  -kosten  seien  nachzuweisen.  Sodann  gewährte  das  kantonale  Steueramt  den 

Pflichtigen  nochmals  umfassendes  rechtliches  Gehör  zur  Frage  des  Lebensmittel-

punkts und des Wohnsitzes.  

Zur Auflage liessen die Pflichtigen am 22. Oktober 2021 Stellung nehmen und 

weitere Unterlagen einreichen.  

Mit  Entscheid  vom  7.  März  2022  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Einspra-

che ab.  

C. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 31. März 2022 Rekurs und beantrag-

ten,  es sei  festzustellen,  dass  ihr  Steuerdomizil  im  Jahr  2019  in  der  zugerischen  Ge-

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meinde  D  gelegen  habe.  Der  Einspracheentscheid  vom  7. März 2022  sei  aufzuheben 

und die Pflichtigen pro 2019 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 22'351.- (satz-

bestimmend  Fr.  885'600.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  1'067'000.- 

(satzbestimmend Fr. 2'540'000.-) einzuschätzen. Vorsorglich sei sodann festzustellen, 

dass der im Jahr 2019 begründete Wohnsitz so lange bestehen bleibe, als die Pflichti-

gen nicht von dort wegzögen. Sodann beantragten sie die Auferlegung der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten des kantonalen Steueramts.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Rekursantwort  vom  22.  April  2022  auf 

kostenfällige  Abweisung  des  Rechtsmittels. Mit Replik  vom  19. Mai  2022 nahmen  die 

Pflichtigen erneut zur Sache Stellung und hielten an ihren Anträgen fest. Das kantonale 

Steueramt äusserte sich hierzu mit Duplik vom 3. Juni 2022.  

Mit weiterer Eingabe vom 24. April 2023 informierte das kantonale Steueramt 

darüber, dass die Pflichtigen sich per 10. März 2022 wieder in der zürcherischen Ge-

meinde C angemeldet hätten, nachdem der Umbau ihrer Liegenschaft abgeschlossen 

worden sei.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Einen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  hat  eine 

natürliche  Person  namentlich,  wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  dauernden  Verblei-

bens  aufhält  (Art.  3  Abs.  2  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  [StG]  bzw.  Art. 3 

Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kanton 

und Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  [StHG];  vgl.  auch  Art.  23  Abs.  1  ZGB).  Der 

Begriff des steuerrechtlichen Wohnsitzes setzt sich damit aus einem objektiven, äusse-

ren  (Aufenthalt)  und  einem  subjektiven,  inneren  Element  (Absicht)  zusammen.  Nach 

der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 127 Abs. 3 BV gilt dasselbe im interkantonalen 

Verhältnis.  Das  Hauptsteuerdomizil  einer  natürlichen  Person  befindet  sich  am  steuer-

rechtlichen  Wohnsitz  und  damit  dort,  wo  faktisch  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteres-

sen liegt (BGr, 8. März 2022, 2C_323/2021, E. 2.2.1). 

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Bei  der  Feststellung  des  Hauptsteuerdomizils  geht  es  darum,  aufgrund  von 

objektiven,  äusseren  Umständen  auf  innere  Tatsachen  zu  schliessen.  Dabei  kann 

gemeinhin  kein  klarer  Beweis  geführt  werden,  sondern  es  ist  aufgrund  von  Indizien 

eine  Evaluierung  vorzunehmen.  Hierzu  ist  eine  sorgfältige  Berücksichtigung  und  Ge-

wichtung  sämtlicher  Berufs-,  Familien-  und  Lebensumstände  notwendig  (BGr,  6.  De-

zember 2010, 2C_397/2010, E. 2.4.2 = StE 2011 A 24.21 Nr. 22). Auf die bloss geäus-

serten  Wünsche  der  steuerpflichtigen  Person  oder  die  gefühlsmässige  Bevorzugung 

eines  Orts  kommt  es  nicht  an.  Der  steuerrechtliche  Wohnsitz  ist  insofern  nicht  frei 

wählbar. Gleichermassen spielt das polizeiliche Domizil, an welchem die Schriften hin-

terlegt  sind  oder  wo  die  politischen  Rechte  ausgeübt  werden,  keine  entscheidende 

Rolle.  Als  äussere  Merkmale  können sie ein  Indiz  für  den steuerrechtlichen Wohnsitz 

bilden,  falls  auch  das  übrige  Verhalten  der  Person  dafür  spricht.  Pflegt  eine  Person 

Kontakte zu mehreren Orten, ist für die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes 

darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen unterhält. Dabei ist 

diese Frage jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurtei-

len (BGE 132 I 29 E. 4.2, mit Hinweisen). 

Der  steuerrechtliche  Wohnsitz  eines  Unselbstständigerwerbenden  befindet 

sich  grundsätzlich  an  dem  Ort,  von  welchem  aus  der  Steuerpflichtige  zu  seiner  tägli-

chen Arbeit geht (BGr, 17. Juli 2019, 2C_87/2019 = StE 2020 A 24.21 Nr. 39).   

Die Steuerpflicht endet mit dem Wegzug aus dem Kanton oder mit dem Weg-

fall der im Kanton steuerbaren Werte (§ 10 Abs. 2 StG). Bei einem Wechsel des steu-

errechtlichen  Wohnsitzes  innerhalb  der  Schweiz  besteht  die  Steuerpflicht  aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit  für  die  laufende  Steuerperiode  dabei  in  jenem  Kanton,  in 

dem am Ende der Wohnsitz ist (Art. 4b Abs. 1 StHG). Natürliche Personen ohne steu-

errechtlichen Wohnsitz im Kanton sind auf Grund wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuer-

pflichtig, wenn sie an Grundstücken im Kanton Eigentum haben (§ 4 Abs. 1 lit. b StG).  

2. a) Die Pflichtigen sind seit vielen Jahren Eigentümer der Liegenschaft in der 

zürcherischen Gemeinde  C),  welche  2009  erbaut  wurde.  Da  sie  per  September  2019 

einen grösseren Umbau an der Liegenschaft planten, mieteten sie mit Mietvertrag vom 

9. April 2019 per 1. Oktober 2019 eine 3.5-Zimmer-Wohnung in der rund zehn Automi-

nuten entfernten zugerischen Nachbargemeinde D. Per 27. Oktober 2019 meldeten sie 

sich bei der Einwohnerbehörde in der zugerischen Gemeinde D an (R-act. 3/16/1 und 

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3/16/2).  Aufgrund  von  Verzögerungen  konnte  der  Umbau  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde  C  schliesslich  erst  im  März  2020  in  Angriff  genommen  werden.  Per  10. März 

2022 bewohnten die Pflichtigen wieder ihr nunmehr umgebautes Eigenheim in der zür-

cherischen Gemeinde C.  

Dass die Pflichtigen in der Zeit ab Ende Oktober 2019 in der zugerischen Ge-

meinde D  wohnten,  ist  an  sich  trotz  des  verzögerten  Baubeginns  unbestritten.  Es  lie-

gen zudem Belege vor, welche dafür sprechen (R-act. 3/5 i.V.m. R-act. 3/5/2 und 3/5/3;  

T-act. S. 325 f.). Ebenso ist grundsätzlich nicht strittig, dass sie während des Umbaus 

ihr  Eigenheim  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  nicht  bewohnen  konnten.  Aus  der 

Baubewilligung  geht  hervor,  dass  diese für  Anpassungen  der  Fenster,  das  Anbringen 

einer neuen Aussenschalung sowie für die Montage einer Luft-/Wasser-/Wärmepumpe 

erteilt wurde (R-act. 3/5/7). Gemäss Angaben der Pflichtigen wurde zusätzlich auch die 

Küche  ersetzt  (R-act. 3/5  und  3/5/13).  Die  Pflichtigen  machen  diesbezüglich  unwider-

sprochen  geltend,  dass  die  geplante  Komplettsanierung  u.a.  von  Fenstern,  Aussen-

dämmung und Heizung die vollständige Räumung der Liegenschaft und einen erhebli-

chen  Rückbau  erfordert  hätten  (R-act. 2  S. 18  und  R-act. 4  S. 5).  Sie  reichten  hierzu 

auch Fotos ein (R-act. 3/5/13 und T-act. S. 335 ff.) sowie Unterlagen betreffend einen 

gesunkenen  Wasserverbrauch  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  zwischen  2018  und 

2020.  

Erstellt  ist  sodann,  dass  die  Pflichtige  seit  Jahrzehnten  und  auch  in  der 

streitbetroffenen  Steuerperiode  2019  im  Kanton  Zug  arbeitete.  Der  Pflichtige  ging 

demgegenüber  im  streitbetroffenen  Zeitraum  keiner  Erwerbstätigkeit  nach  und  küm-

merte  sich  um  den  Haushalt  und  später  (2020)  um  das  Bauherren-Management.  Of-

fenbar musste er sich aufgrund eines medizinischen Befunds schonen (R-act. 2 S. 15).  

b) Zwar sind sich die Parteien nicht gänzlich einig darüber, ob die Pflichtigen 

jederzeit  die  Absicht  hatten,  wieder  in ihr  Eigenheim  in die zürcherische Gemeinde  C 

zurückzukehren.  Tatsache  ist  zum  einen  jedoch,  dass  sie  es  in  der  Folge  taten  (An-

meldung wieder per 10. März 2022) und zum andern, dass diese Option auf jeden Fall 

immer bestand und aufgrund der Akten im Vordergrund gestanden zu haben scheint.  

Im Wesentlichen zu beantworten ist vielmehr die Frage, ob die Absicht, nach 

erfolgtem Umbau wieder ins Haus zurückzuziehen, einer zwischenzeitlichen Verlegung 

des Wohnsitzes entgegensteht.  

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c) Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichts findet die Annahme, 

dass  ein  Wohnsitz  auch  nach  dessen  Aufgabe  solange  weiterbesteht,  bis  ein  neuer 

Wohnsitz begründet wird (fiktiver Wohnsitz in internationalen Verhältnissen), bei inter-

kantonalen Sachverhalten keine Anwendung (BGr, 16. Juni 2009, 2C_827/2008). Das 

Konstrukt des fiktiven Wohnsitzes ist auf internationale Sachverhalte gemünzt, in wel-

chen  meistens  nicht  alle  Bindungen  zum  ehemaligen  Wohnsitz  aufgegeben  werden 

und  zudem  nicht  klar  ist,  ob  am  neuen  Ort  die  Voraussetzungen  einer  Wohnsitzbe-

gründung erfüllt sind, oder aber auf Situationen, in welchen aufgrund einer z.B. reisen-

den  Tätigkeit  kein  eigentlicher  Aufenthaltsort  eruiert  werden  kann  (vgl.  beispielsweise 

BGE 138 II 300, steuerlicher Wohnsitz eines "Weltenbummlers").  

d)  aa)  Die  –  nebst  dem  tatsächlichen  Aufhalten  am  neuen  Ort  –  zweite  Vo-

raussetzung  eines  länger  dauernden  Verbleibens  am  Aufenthaltsort  bedeutet  nicht, 

dass man an diesem Ort auf Lebenszeiten verweilen wollen muss. Auch ein von vorn-

herein  bloss  vorübergehender  Aufenthalt  kann  einen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  be-

gründen, wenn er auf eine gewisse Dauer angelegt ist und der Lebensmittelpunkt dort-

hin verlegt wird. Als Mindestdauer spricht das Bundesgericht zuweilen von einem Jahr 

(BGE 143 II 233 E. 2.5.2 und E. 2.6, wobei es in diesem Fall um die Frage des Wohn-

sitzes  im  selbstbewohnten  Eigentum  im  Rahmen  eines  Steueraufschubs  der  Grund-

stückgewinnsteuer ging).  

bb)  Eine  Dauerhaftigkeit  ab  einem  Jahr  anzunehmen,  entspricht  auch  der 

Praxis  bei  Auslandeinsätzen  von  Bundespersonal  zu  Erwerbszwecken  (vgl.  Kreis-

schreiben  1  der  Schweizerischen  Steuerkonferenz  vom  30. Juni  2010,  Besteuerung 

von  natürlichen  Personen  im  Ausland  mit  einem  Arbeitsverhältnis  zum  Bund  oder  zu 

einer andern öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder Anstalt des Inlandes, nachfolgend 

KS 1; grundsätzlich rückwirkend auf den Tag der Abreise, vgl. BGr, 8. November 2015, 

2C_873/2014,  E.  5.4).  Das  KS  1  sieht  vor,  dass –  selbst  wenn von  vornherein  davon 

ausgegangen wird, dass nach dem Einsatz wieder in die Schweiz zurückgekehrt wird – 

nach einem Aufenthalt von mehr als einem Jahr eine Wohnsitzbegründung im Ausland 

angenommen wird (eine Ausnahme besteht bei militärischen Swisscoy-Einsätzen, vgl. 

KS 1 Ziff. 2.2.3).  

cc)  Dass  ab  einem  Jahr  im  Allgemeinen  eine  gewisse  Dauerhaftigkeit  des 

Aufenthalts  bejaht  wird  –  sogar  in  internationalen  Verhältnissen  und  auch  wenn  von 

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Anfang an klar ist, dass eine Rückkehr wieder an den ursprünglichen Wohnort stattfin-

den wird – ist daher auch für den vorliegenden, interkantonalen Fall relevant.  

e)  Zur  Schlussfolgerung  des  Fortbestehens  des  vormaligen  Wohnsitzes  kam 

hingegen das Verwaltungsgericht in einem Fall eines älteren Ehepaares, welches jahr-

zehntelang in ihrem Einfamilienhaus in Zürich wohnte und nach Erzielung eines Lotto-

gewinns  seinen  Wohnsitz  per  Mitte  Dezember  des  betreffenden  Jahres  in  eine  neu 

erworbene  Eigentumswohnung  im  Kanton  Obwalden  verschoben  haben  wollte  (VGr, 

14.  Dezember  2011,  SB.2011.00064,  bestätigt  mit  BGr,  17.  August  2012, 

2C_92/2012). Ihr Wohneigentum in Zürich hielten sich die Pflichtigen in jenem Fall un-

verändert zur Verfügung. Nach gut einem Jahr (1 Jahr und 2 Monate) zogen die Ehe-

leute  zurück  nach  Zürich.  Das  Verwaltungsgericht  erachtete  den  Fortbestand  des 

Wohnsitzes  in  Zürich  aufgrund  der  gesamten  Umstände  als  sehr  wahrscheinlich  und 

den Gegenbeweis, dass der Wohnsitz bis zur Rückkehr nach Zürich im Kanton Obwal-

den  liegen  würde,  in  jenem  Fall  als  nicht  erbracht.  Insbesondere  war  auch  entschei-

dend,  dass  der  bisherige  Wohnsitz  nicht  aufgegeben  wurde,  sondern  stets  zur  freien 

Verfügung stand.  

3.  a)  Das  kantonale  Steueramt  hielt 

im  Einspracheentscheid  vom 

7. März 2022 dafür, dass die Pflichtigen ihren Wohnort in die zugerische Gemeinde D 

verlegt hätten, weil sie während des Umbaus nicht in ihrem Haus in der zürcherischen 

Gemeinde  C  hätten  wohnen  können.  Die  Pflichtigen  hätten  indessen  von  vornherein 

die  Absicht  gehabt,  nach  dem  Umbau  wieder  in  das  Haus  zurückzukehren.  Eine  Ab-

sicht, sich in der zugerischen Gemeinde D dauerhaft niederzulassen, hätten die Pflich-

tigen nie gehabt. Mangels Absicht des dauernden Verbleibens in der zugerischen Ge-

meinde  D  befinde  sich  der  steuerliche  Wohnsitz  und  damit  die  unbeschränkte 

Steuerpflicht pro 2019 weiterhin in der zürcherischen Gemeinde C (R-act. 4).  

In der Rekursantwort hielt das kantonale Steueramt an seiner Auffassung fest 

und brachte weitere Argumente dafür vor, dass die Pflichtigen stets die Absicht gehabt 

hätten, nach dem Umbau wieder in das eigene Haus zurückzuziehen (R-act. 7). In der 

Duplik  und  im  Zusammenhang  mit  der  Bestätigung  der  Rückkehr  der  Pflichtigen  per 

10. März 2022 blieb das kantonale Steueramt bei seiner Position, dass die für die Be-

gründung eines Wohnsitzes erforderliche Absicht des dauernden Verbleibens hier nicht 

vorliege.  

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b)  Die  Pflichtigen  sind  hingegen  der  Meinung,  dass  für  die  Bestimmung  des 

Wohnsitzes  alleine  die  objektiv  erkennbaren,  äusseren  Umstände  massgebend  seien 

und  nicht  auf  in  der  Zukunft  liegende  Wunschvorstellungen  abgestellt  werden  könne. 

Die Pflichtigen  hätten  im  Zeitpunkt  der  Wohnsitznahme  in  der  zugerischen  Gemeinde 

D die Absicht gehabt, dort auf unbestimmte Zeit zu bleiben. Sie hätten in diesem Mo-

ment weder voraussagen können, dass das beabsichtigte Umbauprojekt in der zürche-

rischen  Gemeinde  C  bewilligt  würde,  noch  sei  voraussehbar  gewesen,  ob  die  Sanie-

rung zu den von ihnen gewünschten Ergebnissen führen würde (R-act. 2 S. 23).  

c)  Vorliegend  wurden  nicht  alle  Bindungen  zum  vorbestehenden  Wohnsitz 

gekappt,  indem  das  Wohnhaus  im  Eigentum  der  Pflichtigen  blieb.  Aufgrund  dessen, 

dass  das  Bewohnen  des  Hauses  während  des  Umbaus  aber  offenbar  nicht  oder  nur 

sehr  eingeschränkt  möglich  war,  kann  jedoch  nicht  davon  gesprochen  werden,  dass 

sich die Pflichtigen das Haus in der zürcherischen Gemeinde C jederzeit zu Wohnzwe-

cken zur Verfügung gehalten hätten.  

Nachdem  zudem  die  Verlegung  des  tatsächlichen  Aufenthalts  in  die  zugeri-

sche Gemeinde D wie oben ausgeführt erwiesen ist, bleibt im Wesentlichen zu prüfen, 

ob auch der Mittelpunkt der Lebensführung als verschoben erachtet werden muss, und 

mithin auch die Voraussetzung der Absicht des dauernden Verbleibens erfüllt ist.  

Aufgrund  der  Situierung  von  zürcherischen  Gemeinde  C  nahe  der  Kantons-

grenze  zum  Kanton  Zug  bzw.  zur  zugerischen  Gemeinde  D,  ist  davon  auszugehen, 

dass  die täglichen und regelmässigen Kontakte zu Geschäften  und Dienstleistern  so-

wohl vor wie nach dem Umzug in die zugerische Gemeinde D vorwiegend im Kanton 

Zug stattfanden, wo die Pflichtige auch arbeitet. Mit andern Worten mussten die Pflich-

tigen aufgrund des Wohnortwechsels in die Nebengemeinde (welche in einem anderen 

Kanton liegt) nicht ihre gesamten Gewohnheiten ändern. Insofern lässt sich auch aus 

den  eingereichten  Belegen  zu  den  Auslagen  des  täglichen  Gebrauchs  und  den  Le-

benshaltungskosten  weder  etwas  Wesentliches  für  noch  gegen  die  Aufgabe  des 

Wohnsitzes in der zürcherischen Gemeinde C bzw. die Begründung eines vorüberge-

henden  Wohnsitzes  in  der  zugerischen  Gemeinde  D  ableiten.  Dass  sich  auch  der 

Freundes-  und  Kollegenkreis  aufgrund  des  Wegzugs  in  die  Nachbargemeinde  nicht 

wesentlich erneuern musste, liegt ebenfalls auf der Hand.  

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Mithin blieb der Lebensmittelpunkt der Pflichtigen rein geographisch und über-

kommunal  betrachtet  im  Wesentlichen  gleich.  Vor  der  relativen  Unbewohnbarkeit  des 

Hauses  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  während  der  Umbauzeit  (den  Umständen 

geschuldete  vorübergehende  Aufgabe  des  Bewohnens  des  Hauses  in  der  zürcheri-

schen Gemeinde C) als auch vor dem Wohnungsbezug in der zugerischen Gemeinde 

D  (tatsächliches  Bewohnen  einer  Wohnung  an  einem  neuen  Ort)  kann  aber  nicht  die 

Augen  verschlossen  werden.  Die Annahme  eines  (fiktiven) Wohnsitzes  in der  Steuer-

periode  2019  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C,  während  unbestritten  ist,  dass  die 

Pflichtigen  am  Ende  der  streitbetroffenen  Steuerperiode  und  während  insgesamt  fast 

2.5  Jahren  in  der  zugerischen  Gemeinde  D  wohnten,  kann  vor  diesem  Hintergrund 

nicht geschützt werden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich der Pflichti-

ge zeitweilig persönlich um den Hausumbau kümmerte. Dieser Weiterbestand des Be-

zugs  zur  zürcherischen  Gemeinde  C  auch  während  der  streitbetroffenen  Zeit  (bzw. 

spätestens  ab  2020)  vermag  den  tatsächlichen  Wohnaufenthalt  –  bei  der  Pflichtigen 

überdies  Ausgangspunkt  für  ihre  unselbstständige  Erwerbstätigkeit  –  in  der  zugeri-

schen Gemeinde D nicht zu übertreffen.  

Als  weitere  Indizien  für  eine  Wohnsitznahme  im  Kanton  Zug  sprechen  die 

Tatsache  der  Hinterlegung  der  Zürcher  Nummernschilder  am  8.  November  2019, 

die  vorübergehende  Immatrikulation  der  Fahrzeuge  im  Kanton  Zug  sowie  die  Anmel-

dung bei Zuger Agentur der Krankenkasse Swica).  

d) Dem Antrag auf vorsorgliche Feststellung des Wohnsitzes über die streitbe-

troffene Steuerperiode 2019 hinaus kann nicht entsprochen werden, da diese Steuer-

perioden nicht Streitgegenstand des angefochtenen Entscheids bilden.  

4. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung des Rekurses. Da die 

Pflichtigen  aufgrund  Grundbesitzes  im  Kanton  Zürich  in  der  Steuerperiode  2019  be-

schränkt steuerpflichtig bleiben und zur Wahrung des Instanzenzugs ist die Sache zur 

Neueinschätzung  an  das  kantonale  Steueramt  zurückzuweisen.  Von  der  direkten  an-

tragsgemässen  Festsetzung  des  steuerbaren  und  satzbestimmenden  Einkommens 

und Vermögens gemäss Rekursschrift (R-act. 2 S. 52 ff.) ist abzusehen, da im Rahmen 

der Steuerausscheidung noch weitere Abzüge (z.B. Sozialabzüge) proportional zu be-

rücksichtigen  sein werden.  Das  kantonale  Steueramt  wird sich in diesem Zusammen-

hang sodann erneut mit der Frage befassen können, ob es trotz des verzögerten Bau-

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beginns  (E. 2a)  tatsächlich  angemessen  erscheint,  einkommensseitig  bloss  den  Ei-

genmietwert pro rata temporis zu berücksichtigen (T-act. S. 210). 

5.  a)  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  dem 

Rekursgegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG), denn dieser unterliegt trotz der Rück-

weisung beinahe vollständig. Er hat denn auch den Rekurrenten eine Parteientschädi-

gung zu entrichten (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

vom 24. Mai 1959 [VRG]). 

b)  Soweit  eine  Partei  den  vorliegenden  Entscheid  einzig  mit  Bezug  auf  die 

Rückweisung  mit  Beschwerde  beim  Verwaltungsgericht  anfechten  will,  ist  darauf  hin-

zuweisen, dass dies nur möglich ist, soweit der Entscheid einen nicht wiedergutzuma-

chenden Nachteil bewirken könnte oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen 

Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten 

für  ein  weitläufiges  Beweisverfahren  ersparen  würde  (§ 19a  Abs.  2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes  vom  24. Mai  1959  i.V.m.  Art. 93  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 

über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  vom  7.  März 

2022  wird  aufgehoben  und  die  Sache  zur  Neueinschätzung  an  das  kantonale 

Steueramt zurückgewiesen.  

[…] 

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