# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48b81903-54b7-5085-8d26-29faecd552a2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2010 A-6854/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6854-2008_2010-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6854/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, 
Richterin Charlotte Schoder, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart Meier.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer; 1. Quartal 2005 bis 2. Quartal 2006; 
Vorsteuerabzug; Vertrieb von Ferienrechtsprodukten 
("Aktien").

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6854/2008 

Sachverhalt:

A.
Laut Handelsregisterauszug hat die X. AG im Wesentlichen folgenden 
Zweck: ....

B.
In  einem  Schreiben  vom  7.  November  2006  teilte  die  X.  AG  der 
Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) mit, sie mache in der Ab-
rechnung für das 3. Quartal  2006 Vorsteuern geltend, welche im Zu-
sammenhang mit der Ausgabe von Aktien entstanden seien (Vertriebs-
kosten). Solche Kosten berechtigten gestützt auf eine Praxisänderung 
der  ESTV zum Vorsteuerabzug. In  der  Vergangenheit  seien die  ent-
sprechenden  Vorsteuern  nicht  geltend  gemacht  worden,  weswegen 
diese rückwirkend per 1. Januar 2005 deklariert würden. 

Mit  Ergänzungsabrechnung (EA)  Nr. 201'445 vom 18. April  2007 be-
treffend die Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis 2. Quartal 2006 mach-
te die ESTV aufgrund nicht berechtigter Vorsteuerabzüge eine Steuer-
forderung im Umfang von Fr. ... geltend (zuzüglich Verzugszins),  was 
sie mit Entscheid vom 23. August 2007 bestätigte. Mit Eingabe vom 20. 
September 2007 erhob die X. AG Einsprache. 

C.
Mit Einspracheentscheid vom 29. September 2008 wurde (neben an-
derem) die Einsprache abgewiesen und die Steuerforderung bestätigt. 
Die ESTV führte im Wesentlichen aus, die fraglichen Kosten seien als 
laufende  Aufwendungen  betreffend  den  Verkauf  (und  Rückkauf) 
eigener Aktien und somit als Kosten im Zusammenhang mit dem Han-
del mit Wertpapieren im Sinn von Art. 18 Ziff. 19 Bst. e des Bundesge-
setzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, 
AS 2000 1300) zu qualifizieren, womit keine Vorsteuerabzugsberechti-
gung bestehe. 

D.
Mit  Beschwerde  vom  28.  Oktober  2008  beantragt  die  X.  AG 
(Beschwerdeführerin), der Einspracheentscheid sei aufzuheben, es sei 
festzustellen, dass die Ausgabe von Aktien als Werbe- und Marketing-
instrument für die Ferienrechte dem Hauptgeschäft der Steuerpflichti-
gen dient; es sei festzustellen, dass die mehrwertsteuerbelasteten Auf-
wendungen als abzugsfähige Werbekosten zur Erzielung von Ferien-

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rechten bzw. der Akquisition von potentiellen Mitgliedern zu betrachten 
seien,  welche  zum  Vorsteuerabzug  zugelassen  seien;  alles  unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. 

In  rechtlicher  Hinsicht  führt  die  Beschwerdeführerin  unter  anderem 
aus, der Bezug der Ferienrechte sei der einzige Zweck des Aktiener-
werbs, da gemäss Statuten keine Dividenden ausgeschüttet  würden. 
Aktien und Ferienrechte würden (als "units") zusammen vertrieben und 
eine  Aktienveräusserung  sei  ohne  Abtretung  der  Ferienrechte  nicht 
zulässig. Diese Transaktionen seien als Kapitalbeschaffung zu sehen. 
Die  damit  verbundenen Werbe-  und  Marketingaktivitäten  würden  er-
bracht,  damit  die  Beschwerdeführerin  steuerbare  und  steuerbefreite 
Umsätze erzielen und ihre Haupttätigkeit weiterführen könne. Das Ziel  
der  Beschwerdeführerin  sei  nicht,  reine  Aktienverkäufe  zu  tätigen, 
sondern ihren Kunden Ferienrechte zu überlassen. Eine Vorsteuerab-
zugskürzung  wegen  ausgenommenen Umsätzen  sei  nicht  vorzuneh-
men. Die ESTV beurteile die Aktienverkäufe strikt nach der grammati-
kalischen  Auslegung  und  lege  die  mehrwertsteuerliche  Handhabung 
aufgrund  des  Wortlauts  "Aktienverkäufe"  fest.  Die  Beurteilung  sollte 
sich aber danach richten, was für ein Ziel mit  dem Aktienverkauf er-
reicht werden soll, nämlich "Verbringen Sie Ihren Urlaub", wobei es um 
steuerbare bzw. steuerbefreite Umsätze gehe. Selbst wenn es sich um 
reine Aktienverkäufe handelte, wäre die Vorsteuerabzugsberechtigung 
im Übrigen teilweise gegeben. 

E.
Mit  Vernehmlassung  vom 19.  Januar  2009  wird  die  Abweisung  der 
Beschwerde  beantragt  und  im  Wesentlichen  das  im  Einspracheent-
scheid Ausgeführte wiederholt. 

F.
Auf die weiteren Eingaben und Vorbringen der  Parteien wird,  soweit 
entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV und damit eine 
Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-

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waltungsgericht ist  zuständige Beschwerdeinstanz (Art. 31,  Art. 32 e 
contrario und Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 
ist einzutreten.

1.2 Am 1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Der vorliegend betroffene Sach-
verhalt  umfasst  die  Jahre  2005 und 2006. Er  ist  deshalb  nach dem 
aMWSTG zu beurteilen. 

1.3 Nach Art. 25 Abs. 1 VwVG kann die in der Sache zuständige Be -
hörde über den Bestand, den Nichtbestand oder den Umfang öffent-
lichrechtlicher Rechte oder Pflichten eine Feststellungsverfügung tref -
fen. Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um eine Feststel-
lungsverfügung zu entsprechen,  wenn der  Gesuchsteller  ein  schutz-
würdiges Interesse nachweist. Der Begriff des schutzwürdigen Interes-
ses gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist grundsätzlich in gleichem Sinne 
auszulegen  wie  bei  der  Anwendung  der  Vorschriften  über  die  Be-
schwerdelegitimation gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG (BGE 114 V 202 
E. 2c; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 73, Rz. 2.30). Zusätz-
lich  bedingt  der  Erlass  einer  Feststellungsverfügung,  dass  dieses 
schutzwürdige Interesse nicht durch eine rechtsgestaltende Verfügung 
(bzw. eine Leistungsverfügung) gewahrt werden kann (Urteil des Bun-
desgerichts 2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 1.3; BGE 126 II 300 
E. 2c mit  Hinweisen; 119 V 13 E. 2a; 114 V 203; zum Ganzen: Ent -
scheid  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission  [SRK]  vom 
7. Mai  1997,  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  62.45 
E. 2a).

Neben dem Antrag (Nr. 3)  auf  Aufhebung des Einspracheentscheids 
werden in  der  Beschwerde zwei  Feststellungsbegehren  gestellt  (vgl. 
oben  Bst.  D).  Sie  betreffen  die  Frage  der  Vorsteuerabzugsberechti-
gung, welche im Rahmen des Begehrens um Aufhebung des Einspra-
cheentscheids  zu  prüfen  ist.  Damit  können  die  zu  beurteilenden 
Rechtsfragen anhand eines konkreten Falles entschieden werden und 

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auf die Feststellungsbegehren kann aufgrund der erwähnten Subsidia-
rität zum Leistungs- bzw. Gestaltungsbegehren nicht eingetreten wer-
den.  Zudem  kann  eine  Feststellungsverfügung,  wie  Art.  25  Abs.  1 
VwVG festhält, nur den Bestand, den Nichtbestand oder den Umfang 
von  Rechten  oder  Pflichten  beinhalten,  während  Sachverhaltsfragen 
nicht  Gegenstand  einer  Feststellungsverfügung  sein  können  (vgl. 
ISABELLE HÄNER, in Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], VwVG, Praxiskom-
mentar,  Zürich 2009, N. 6 zu Art. 25). Insofern als  in Antrag 2 (und 
zum Teil auch in Antrag 3) die Feststellung eines Sachverhalts verlangt 
wird, kann darauf von vornherein nicht eingetreten werden.

2.
Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 
ist verpflichtet, auf den – unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten – 
festgestellten Sachverhalt die richtige Rechtsnorm anzuwenden (BGE 
135 V 39 E. 2.2; 132 II 112 E. 3.2, 131 II 205 E. 4.2; Urteile des Bun -
desverwaltungsgerichts  [BVGer]  A-2036/2008  vom  19.  August  2009 
E. 1.2; A-4072/2007 vom 11. März 2009 E. 1.2). Dies bedeutet,  dass 
es  eine  Beschwerde  auch  aus  einem anderen  als  den  geltend  ge-
machten Gründen gutheissen oder  den angefochtenen Entscheid im 
Ergebnis mit einer Begründung bestätigen kann, die von jener der Vor-
instanz  abweicht  (sog. Motivsubstitution,  statt  vieler:  BVGE 2007/41 
E. 2 mit  Hinweisen;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 1.54 f.). Die 
Rechtsmittelinstanz ist jedoch nicht gehalten, allen denkbaren Rechts-
fehlern von sich aus auf den Grund zu gehen; für entsprechende Feh-
ler müssen sich immerhin mindestens Anhaltspunkte aus den Partei-
vorbringen oder den Akten ergeben (BGE 121 III 274 E. 2b; 119 V 349 
E. 1a; 117 V 263 E. 3b; 117  Ib  117 E. 4a; 110  V 53 E. 4a;  MOSER/ 
BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.54 f.; vgl. zum Ganzen auch Urteil des 
BVGer A-1359/2006 vom 26. Juli 2007 E. 1.3).

3.
3.1 Nach Art. 5 aMWSTG unterliegen Lieferungen und Dienstleistun-
gen der Mehrwertsteuer nur, wenn sie gegen Entgelt erbracht werden. 
Die Entgeltlichkeit  erfordert  einen Leistungsaustausch zwischen dem 
steuerpflichtigen Leistungserbringer und dem Empfänger. Besteht kein 
solches  Austauschverhältnis,  ist  die  Aktivität  mehrwertsteuerlich 
irrelevant  und  fällt  nicht  in  den Geltungsbereich  der  Mehrwertsteuer 
(statt vieler: BVGE 2008/63 E. 2.3; Urteil des BVGer A-6152/2007 vom 
21. August 2009 E. 2.2.1; Entscheid der SRK vom 18. November 2002, 

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VPB 67.49 E. 2a/cc, alle mit Hinweisen). Die Annahme eines solchen 
Leistungsaustauschs  setzt  voraus,  dass  zwischen  Leistung  und  Ge-
genleistung eine innere wirtschaftliche Verknüpfung bzw. ein direkter 
ursächlicher Zusammenhang gegeben ist (BGE 132 II 353 E. 4.1; 126 
II 443 E. 6a; Urteile des Bundesgerichts 2A.410/2006 vom 18. Januar 
2007  E.  5.1;  vom  30.  April  2004,  Archiv  für  Schweizerisches 
Abgaberecht  [ASA]  75  241  E.  3.3;  2A.175/2002  vom 23. Dezember 
2002 E. 3.2; BVGE 2007/39 E. 2.1). 

3.2 Bei der Beurteilung der Frage nach dem wirtschaftlichen Zusam-
menhang  zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  ist  primär  auf  die 
Sicht des Leistungsempfängers abzustellen, was namentlich der Kon-
zeption  der  Mehrwertsteuer  als  Verbrauchsteuer  entspricht  (BVGE 
2009/34 E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-1567/2006 vom 28. Dezember 
2007 E. 2.2.3, A-1354/2006 vom 24. August 2007 E. 3.1; DANIEL RIEDO, 
Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und 
von  den  entsprechenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische  Recht, 
Bern 1999, S. 230 ff.). 

3.3 Die Beurteilung, ob ein Leistungsaustausch besteht, hat in erster 
Linie  nach  wirtschaftlichen,  tatsächlichen  Kriterien  zu  erfolgen  (sog. 
wirtschaftliche  Betrachtungsweise).  Die  zivil-  bzw.  vertragsrechtliche 
Sicht  ist  nicht  entscheidend,  hat  aber  immerhin  Indizwirkung  (statt  
vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.304/2003  vom  14.  November 
2003 E. 3.6.1; BVGE 2007/23 E. 2.3.2 mit  Hinweisen; Entscheid der 
SRK vom 5. Juli 2005, VPB 70.7 E. 2a).

3.4 Die  mehrwertsteuerliche  Behandlung  von  Leistungen  zwischen 
Gesellschaft und Gesellschaftern erfolgt – abgesehen von der Bemes-
sung des Entgelts nach Art. 33 Abs. 2 Satz 3 aMWSTG – nach den all-
gemeinen  Regeln  für  das  Vorliegen  eines  Leistungsaustauschs  und 
die Steuerbarkeit (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 2A.264/2006 
vom 3. September  2008  E.  3.3;  2A.369/2005  vom 24.  August  2007 
E. 4.3; BVGE 2007/39 E. 2.3 mit Hinweisen). Bei  Leistungen des Ge-
sellschafters an die  Gesellschaft  (Gesellschafterbeiträge bzw. -einla-
gen), die nicht gegen spezielle Entschädigungen bzw.  Gegenleistung 
der Gesellschaft erfolgen, ist von nicht steuerbaren Leistungen auszu-
gehen;  namentlich  kommt  kein  Leistungsaustausch  zustande,  wenn 
die  Leistung  durch  Beteiligung  am  Gewinn  und  Verlust  abgegolten 
wird. Kapitaleinlagen, welche ohne Gegenleistung der Gesellschaft ge-
leistet werden, stehen ausserhalb des Geltungsbereichs der Mehrwert-

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steuer und zählen zu den Nichtumsätzen (statt vieler: BGE 132 II 353 
E.  7.1,  5;  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_229/2008  vom 13. Oktober 
2008 E. 5.4; Urteil des BVGer A-659/2007 vom 1. Februar 2010 E.  2.2 
mit Hinweisen; BVGE 2007/39 E. 2.3). Dasselbe gilt auch für Leistun-
gen bzw. Zahlungen der  Gesellschaft  an  die Gesellschafter. Werden 
sie – wie dies bei Gewinnausschüttungen (Dividenden) der Fall ist – 
ohne Gegenleistung erbracht und beruhen sie damit nicht auf einem 
Leistungsaustausch,  handelt es sich ebenfalls um Nichtumsätze (statt 
vieler:  BGE 132 II  353 E. 4.3; BVGE 2008/63 E. 5.1 mit  Hinweisen; 
Urteil des BVGer A-1557/2006 vom 3. Dezember 2009 E. 2.2). 

4.
Verwendet der Steuerpflichtige Gegenstände oder Dienstleistungen für 
steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  er  in  seiner  Steuerabrech-
nung  die  ihm  von  anderen  Steuerpflichtigen  in  Rechnung  gestellte 
Steuer für Lieferungen und Dienstleistungen abziehen (Art. 38 Abs. 1 
und 2 aMWSTG). Der Vorsteuerabzug bedingt, dass der Steuerpflichti-
ge die Eingangsleistung für steuerbare Lieferungen oder Dienstleistun-
gen verwendet. Gemäss konstanter Rechtsprechung bedarf es eines 
"objektiven  wirtschaftlichen  Zusammenhangs  zwischen  steuerbarer 
Eingangs- und Ausgangsleistung" (statt vieler: BGE 132 II 353 E. 8.3, 
8.4, 10; Urteil des Bundesgerichts 2A.650/2005 vom 16. August 2006 
E. 3.4; BVGE 2008/63 E. 4.1 f. mit Hinweisen).

Ausgenommene  Umsätze  nach  Art.  18  aMWSTG  berechtigen  nicht 
zum Vorsteuerabzug (Art. 17 aMWSTG; Art. 38 Abs. 4 aMWSTG). Zu 
den ausgenommenen Umsätzen gehören nach Art. 18 Ziff. 19 Bst. e 
aMWSTG die Umsätze (Kassa- und Termingeschäfte), einschliesslich 
Vermittlung, von Wertpapieren, Wertrechten und Derivaten sowie von 
Anteilen an Gesellschaften und anderen Vereinigungen.

Verwendet  der  Steuerpflichtige  Gegenstände  oder  Dienstleistungen 
sowohl für Zwecke, die ihn zum Vorsteuerabzug berechtigen, als auch 
für andere Zwecke (wie etwa für steuerausgenommene), so ist der Vor-
steuerabzug nach dem Verhältnis der Verwendung zu kürzen (Art. 41 
Abs. 1 aMWSTG).

5.
Strittig ist vorliegend die Abziehbarkeit bestimmter Vorsteuern, die mit  
dem Verkauf von sogenannten "X.-Aktien" im Zusammenhang stehen. 

5.1 Zunächst ist der relevante Sachverhalt zu umreissen:

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5.1.1 Zur Tätigkeit der Beschwerdeführerin ist folgendes bekannt: 

Man  wird  "X.-Partner"  mit  dem  Recht,  die  Ferienanlagen  der 
Beschwerdeführerin  zu  benutzen,  indem man  Ferienrechts-Produkte 
erwirbt. Eines dieser Ferienrechts-Produkte ist die zur Diskussion ste-
hende "X.-Aktie" (im Folgenden auch nur "Aktie"). Die Käufer von X.-
Aktien  erhalten  jährliche  Gutschriften  von  Ferienwohnrechtspunkten, 
die  für  die  Urlaube  in  den  X.  Ferienwohnungen,  Resorts  usw. 
eingesetzt werden können. Daneben vertreibt die Beschwerdeführerin 
weitere  Ferienrechts-Produkte,  z.B.  "Ferienpässe"  oder  "Zertifikate" 
(vgl.  hierzu  etwa  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  12. 
Dezember  2006).  Auch  diese  vermitteln  Anspruch  auf  Ferienpunkte 
bzw. auf die Benützung von Ferienanlagen.

Detailliertere Angaben finden sich im Anhang zum Kontrollbericht  der 
ESTV vom 30. August 2002 (act. 1). Dieser betrifft zwar die Steuerpe-
rioden 1. Quartal 1997 bis 1. Quartal 2002, und nicht die hier betroffe-
nen Jahre 2005 und 2006, jedoch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, 
dass sich der Sachverhalt zwischenzeitlich in den vorliegend wesentli-
chen Punkten geändert haben sollte, und solches wird auch von keiner 
Partei  behauptet. Ferner ist  auch dem auf  dem Internet  verfügbaren 
Geschäftsbericht  2008  Entsprechendes  zu  entnehmen  (...).  Gemäss 
Kontrollbericht  besitzt  die  Beschwerdeführerin  Ferienanlagen  im  In- 
und  Ausland  und  bietet  diese  in  einem  Time-Sharing-System  nach 
Wohnpunkten  an.  Der  Umsatz  besteht  (neben  hier  nicht 
interessierenden  Nebenumsätzen)  hauptsächlich  aus  dem 
"Produkteverkauf",  worunter  der  Verkauf  von  "Aktien"  und  von 
"Ferienpässen"  fällt.  Betreffend  den  "Verkauf  Anteile  (Aktien)"  wird 
ausgeführt: Mit dem Erwerb der Aktie ist ein Recht für den Bezug von 
Wohnpunkten  verbunden  (...),  welche  zur  Benützung  einer 
Ferienwohnung  berechtigen.  ...  Der  Preis  einer  Aktie  setzt  sich 
zusammen aus: Nominalwert Fr. ..., Agio Fr. ..., Aufpreis (Anrecht auf 
Ferienpunkte) Fr. ..., Bearbeitungsgebühr Fr. ... (Total Fr. ...). ... Ferner 
müssen  Aktionäre  und  Inhaber  von  Ferienpässen  unabhängig  vom 
Bezug  von  Ferien  einen  Jahresbeitrag  leisten,  der  zur  Deckung 
gewisser  Fixkosten  diene.  Schliesslich  sind  bei  Benützung  einer 
Ferienwohnung die  Nebenkosten wie  Wäsche, Endreinigung usw. zu 
entrichten. 

5.1.2 Die strittigen Vorsteuern lasten nach Angaben der Beschwerde-
führerin  auf  bezogenen  Marketing-  und  Werbeleistugen für  den Ver-

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trieb von Aktien und Ferienrechten und für die Akquisition von poten-
tiellen Mitgliedern. Dass es bei den bezogenen Leistungen um Marke-
ting bzw. Werbung geht, dokumentiert Beschwerdebeilage 4b (betitelt 
mit "Vorsteuern auf Marketing- und Werbeaufwand für Produkteverkäu-
fe"), worin die betroffenen Aufwände einzeln aufgeführt sind. Die ESTV 
hat  zur  Art  der  Vorsteuern  keine  näheren  Angaben  gemacht,  aber 
auch die Angaben der Beschwerdeführerin bzw. die Aufstellung in Be-
schwerdebeilage 4b nicht  angezweifelt. Die  Werbeaufwände gemäss 
dieser Aufstellung beziehen sich auf Produkteverkäufe ganz allgemein, 
also sowohl auf den Verkauf der X.-Aktie als auch den Vertrieb anderer 
Produkte (Ferienpässe, Zertifikate usw.) (vgl. auch Gutschriftsanzeige 
S. 2, EA 215'526 S. 3). 

Die  Vorsteuern  auf  diesen  Eingangsleistungen  wurden  nun  von  der 
ESTV nur soweit zum Abzug zugelassen, als sie dem Verkauf der "an-
deren Produkte", der als steuerbarer Umsatz qualifiziert wird, zuzuord-
nen sind. Soweit sie aber dem Verkauf der X.-Aktien zuzuordnen sind, 
konnten  die  Vorsteuern  nicht  abgezogen  werden.  Es  erfolgte  eine 
Kürzung im Verhältnis des "Aktien"verkaufs zum Verkauf der anderen 
Produkte  (vgl.  für  die  früheren  Steuerperioden  1997  bis  2001 
Gutschrift Nr. 215'178 S. 2 und Beilage Nr. 4, act. 3, sowie EA 215'526 
S. 3 und Beilage Nr. 4, act. 4). Soweit ersichtlich nahm die Beschwer-
deführerin in der Folge ihre Deklarationen – auch für die hier strittigen 
Jahre 2005 und 2006 – entsprechend diesen Vorgaben der ESTV vor. 
Später bestritt sie jedoch die Richtigkeit dieses Vorgehens (Schreiben 
vom 7. November und 12. Dezember 2006) und machte geltend, die 
der "Ausgabe von Aktien" zuzuordnenden Vorsteuern seien ebenfalls 
abziehbar  (zur  Begründung  wurde  zunächst  eine  neue  Praxis  der 
ESTV herangezogen, worauf die Beschwerde sich aber nicht mehr ab-
stützt).  Sie  deklarierte  deswegen  für  die  Jahre  2005  und  1.  und  2. 
Quartal 2006 rückwirkend diese Vorsteuern (...). Die ESTV verweigerte 
der  Beschwerdeführerin  mit  EA  Nr.  201'445  den  Abzug  dieser 
Vorsteuern.  Im Folgenden wird zu prüfen sein,  ob die strittigen, also 
dem  Verkauf  der  "X.-Aktien"  zuzuordnenden,  Vorsteuern  abziehbar 
sind.

5.2 Umstritten ist unter den Parteien, ob die vorsteuerbelasteten Ein-
gangsleistungen – wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht – 
für einen zum Abzug berechtigenden Zweck,  genauer für  steuerbare 
Ausgangsleistungen, verwendet wurden (vgl. E. 4). Die fraglichen Wer-
beaufwendungen standen – und dies ist unstrittig – mit dem "Verkauf 

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bzw.  Vertrieb"  des  Produkts  "X.-Aktie"  im  Zusammenhang.  Zu  be-
stimmen  ist  also,  ob  dieser  Verkauf  von  X.-Aktien  als  steuerbarer 
Ausgangsumsatz  anzusehen  ist.  Dabei  handelt  es  sich  um eine  zu 
beantwortende  Vorfrage  zur  (vorliegend  einzig)  Streitgegenstand 
bildenden Problematik der Vorsteuerabzugsberechtigung. 

Die ESTV nimmt (in Einspracheentscheid und Vernehmlassung) einen 
eigentlichen Verkauf  von Aktien  an,  also  einen  nach Art.  18  Ziff.  19 
Bst. e  aMWSTG  ausgenommenen  Handel  mit  Wertpapieren,  womit 
keine  Vorsteuerabzugsberechtigung  bestehe.  Der  Erhalt  von  Ferien-
rechten sodann sei eine Naturaldividende (Vernehmlassung S. 6). Im 
Kontrollbericht (s.a. Ziff. 3.1 der Weisungen in act. 2) wurde der Ver-
trieb  von  Aktien  (abweichend  davon)  noch  als  "Eigenkapitalzufluss" 
qualifiziert. Die bezogenen Wohnpunkte wurden ebenfalls als Natural-
dividende bezeichnet. Es wurde zudem eine weitere Möglichkeit erwo-
gen und wieder verworfen, nämlich eine zusammengesetzte Leistung 
(Aktie und Erwerb eines Rechts), indem der Kaufpreis einer Aktie nur 
im Umfang des Nominalwerts  und des Agio Eigenkapitalzufluss dar-
stellte, während mit dem "Aufpreis" ein Recht erworben würde, womit 
dieser steuerbar wäre. 

5.2.1 Für  das  Bundesverwaltungsgericht  drängt  sich  angesichts  des 
geschilderten Sachverhalts, der Ausführungen der Beschwerdeführerin 
(hierzu sogleich) sowie der soeben erwähnten Überlegungen im Kon-
trollbericht die Frage auf, ob im Rahmen des Verkaufs von X.-"Aktien" 
–  statt  des  von der  ESTV angenommenen (reinen)  Aktienhandels  – 
nicht genaugenommen zwei zu unterscheidende Leistungsaustausche 
stattfinden,  indem  eine  eigentliche  Aktie  (ein  Beteiligungspapier) 
verkauft und daneben das Ferienrecht eingeräumt wird. Dass dies von 
keiner Partei (explizit) vertreten wird, ist nicht massgeblich, denn das 
Bundesverwaltungsgericht wendet  das  Recht  von  Amtes  wegen  an 
und ist nicht an Parteivorbringen gebunden (vorn E. 2). 

5.2.2 Nahegelegt wird diese Konstellation vorab durch die Schilderun-
gen der Beschwerdeführerin in Bezug auf den  Verkauf von X.-Aktien 
(auch  wenn  sie  diesbezüglich  keine  mehrwertsteuerrechtliche  Qua-
lifikation vornimmt. Sie spricht vom Verkauf bzw. Vertrieb von "Aktien 
und  Ferienrechten",  wobei  Aktien  und  Ferienrechte  "zusammen ver-
trieben"  würden  ("units")  und  eine  "Aktienveräusserung  ohne  Abtre-
tung  der  Ferienrechte  nicht  zulässig"  sei.  Sie  differenziert  also  zwi-
schen dem Verkauf der "Aktie" und dem gleichzeitigen Vertrieb eines 

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"Ferienrechts". Zudem hält sie dafür, es lägen – entgegen der Ansicht 
der ESTV – keine "reinen Aktienverkäufe" vor. Ihr  Ziel sei nicht, reine 
Aktienverkäufe  zu  tätigen,  sondern  ihren  Kunden  Ferienrechte  zu 
überlassen (ausführlich vorn Bst. D). 

Die  Differenzierung  in  "Aktie"  und  "Ferienrecht"  lässt  sich  auch  der 
"Vereinbarung zum Erwerb der Mitgliedschaft bei der X." (Beilage zu 
Beschwerdebeilage  4)  und  den  "Allgemeinen  Bestimmungen  Mit-
gliedschaft",  welche in  zwei  Versionen aktenkundig  sind (Beilage zu 
Beschwerdebeilage 4 und act. 18), entnehmen. In der "Vereinbarung" 
wird  festgehalten,  der  Partner  erwerbe  X.  Aktien  zusammen  mit 
Ferienrechten. Dafür  ist  ein  bestimmter  "Gesamtkaufpreis"  einzuset-
zen.  In  beiden  Versionen  der  "Allgemeinen  Bestimmungen"  sodann 
werden  das  "Ferienrecht"  und  die  "X. Aktie"  unter  separaten  Zif fern 
geregelt. Unter  dem Titel  "X.-Aktie"  bzw. "Erwerb der  Mitgliedschaft" 
wird festgehalten, der Erwerber einer Aktie werde Aktionär der X. mit  
den sich aus den Statuten und dem Aktienrecht ergebenden Rechten. 
Von Ferienrechten ist unter der entsprechenden Ziffer nicht die Rede. 
Vielmehr  wird  in  einer  separaten  Ziffer  ("Ferienrecht"  bzw. 
"Wohnberechtigung")  das  Anrecht  des  Partners,  gemäss  seinem 
Guthaben  an  Wohnpunkten  in  allen  jeweils  verfügbaren  X.-
Ferienanlagen Urlaub zu verbringen, geregelt. Ferner wird festgehal-
ten, X.-Ferienrechte und Aktien könnten nur gemeinsam erworben und 
übertragen  werden.  Auch  aus  diesen  Unterlagen  geht  also  eine 
Unterscheidung in zwei separate Komponenten hervor, einerseits das 
Ferienrecht, welches Recht auf Urlaub vermittelt, und andererseits die 
Aktie, welche den Partner zum Aktionär macht. 

Entscheidend  ist  mehrwertsteuerlich  der  tatsächliche,  wirtschaftliche 
Gehalt  des  Kaufs  der  "X.-Aktie"  (E.  3.3).  Bei  den  gegebenen  Um-
ständen ist Zweck dieses Erwerbs – anders als die ESTV annimmt – 
nicht ein reiner "Aktienkauf". Es kann nicht davon ausgegangen wer-
den, dass die Erwerber von "Aktien" den (Gesamt-)Preis lediglich zah-
len, um ein Beteiligungsrecht zu erwerben, also um an der Beschwer -
deführerin als Aktionär beteiligt zu sein. Vielmehr ist offenkundig, dass 
sie  auch (und primär) Ferienrechte und die Möglichkeit zur (verbillig -
ten)  Benutzung von Ferienwohnungen erlangen wollen. Aus der  hier 
einzig massgeblichen Sicht der Erwerber der X.-Aktie (vorn E.  3.2) und 
in  wirtschaftlicher  und  tatsächlicher  Hinsicht  besteht  damit  in  der 
Einräumung des Ferienrechts eine mehrwertsteuerliche Leistung, die 
neben der Lieferung einer Aktie steht.  Auch aus Sicht der Beschwer-

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deführerin kann nichts anderes gesagt werden. Mit  dem Verkauf  der 
X.-Aktien  will  sie,  wie  sie  selbst  ausführt,  nicht  nur  eigene  Aktien 
verkaufen,  sondern ein Ferienrechtsprodukt,  und nicht  nur Aktionäre 
gewinnen,  sondern  vielmehr  Kunden  für  ihre  Leistungen. An  diesen 
Feststellungen ändert  die (zivilrechtliche) Bezeichnung als "Aktie" im 
Übrigen nichts. Ohnehin ist dies als bloss "untechnische" Benennung 
des  Ferienrechtsprodukts  zu  werten,  welches  sich  gegenüber  den 
anderen  Produkten  dadurch  auszeichnet,  dass  die  Ferienrechte  mit 
dem Erwerb einer Aktie verbunden sind. Den Begriff Aktie für das Ge-
samtprodukt  verwendet  die  Beschwerdeführerin  soweit  ersichtlich 
denn auch primär zur Bewerbung des Produkts (vgl. etwa Werbepros-
pekt in Beschwerdebeilage 4a), während sie in Dokumenten, die nicht 
der  Werbung  dienen,  wie  erläutert  zwischen  Aktie  und  Ferienrecht 
unterscheidet (vgl. "Allgemeine Bestimmungen" und "Vereinbarung"). 

Sodann kann nicht angezweifelt werden, dass – als weitere Vorausset-
zung für die Annahme von zwei Leistungsaustauschen – beide Leis-
tungen entgeltlich erbracht werden. Gemäss Kontrollbericht teilte sich 
der  Kaufpreis  für  eine "Aktie"  auf  in  Nominalwert  Fr. ...,  Agio  Fr. ..., 
Aufpreis (Anrecht auf Ferienpunkte) Fr. ...,  Bearbeitungsgebühr Fr. ... 
(Total  Fr.  ...).  Der  Kontrollbericht  umfasst  zwar  andere  als  die  hier 
streitbetroffenen Jahre (vgl. schon E. 5.1.1),  womit nicht bekannt ist, 
wie es sich in den Jahren 2005 und 2006 verhalten hat. Jedoch ist wie 
erwähnt auch in der "Vereinbarung zum Erwerb der Mitgliedschaft" von 
einem "Gesamtkaufpreis" für Aktie und Ferienrecht die Rede. Zudem 
wurde  bereits  erläutert,  dass  aus  Sicht  der  Erwerber  und  unter 
wirtschaftlicher Betrachtung der (Gesamt-) Kaufpreis der "X.-Aktie" als 
Entgelt nicht nur für die Aktie (als Beteiligungspapier), sondern auch 
(und hauptsächlich) für die Erlangung des Ferienrechts zu qualifizieren 
ist.

Der Verkauf  der X.-Aktien ist  damit  entgegen der Ansicht  der  ESTV 
kein reiner Aktienhandel,  sondern es liegen zwei zu trennende Leis-
tungsaustausche mit je selbständigen Leistungen vor. Zum einen be-
steht ein Aktienverkauf, welcher nach Art. 18 Ziff. 19 Bst. e aMWSTG 
von der Steuer ausgenommen ist und damit nicht zum Vorsteuerabzug 
berechtigt (E. 4). Zum andern wird ein Recht (auf Ferienpunkte bzw. 
auf Ferien in den X.-Anlagen) eingeräumt, was als steuerbarer Umsatz 
anzusehen ist  (vgl. diesbezüglich  auch die ähnliche Konstellation im 
Urteil  des  BVGer  A-1380/2006  vom  27.  September  2007  E.  5.1). 
Vorsteuern,  die damit  im Zusammenhang stehen, sind abziehbar (E. 

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4). Nur  am  Rand  ist  zu  erwähnen,  dass  für  den  Fall,  dass  ein  Teil 
dieser  Umsätze  im  Ausland  erzielt  werden  sollte,  die 
Abzugsberechtigung  trotzdem  gegeben  wäre  (vgl.  Art.  38  Abs.  3 
aMWSTG). 

5.2.3 Für  die  konkret  in  Frage  stehenden  Vorsteuern  bedeutet  dies, 
dass sie teilweise abgezogen werden können. Da davon auszugehen 
ist,  dass die  vorsteuerbelasteten Eingangsleistungen sowohl  für  den 
Vertrieb von Ferienrechten als auch für den – ausgenommenen – Ver-
kauf von Aktien verwendet wurden, kommt es zur Vorsteuerabzugskür-
zung aufgrund gemischter Verwendung (E. 4). Können die fraglichen 
Vorsteuern folglich zum Teil abgezogen werden, kann die Beschwerde 
teilweise gutgeheissen werden. Die Sache ist zur Ermittlung des An-
teils der abziehbaren und nicht abziehbaren Vorsteuern an die ESTV 
zurückzuweisen, zumal zur Ermittlung einer sachgerechten Kürzungs-
methode  weitere  Sachverhaltsabklärungen  erforderlich  sind  und  die 
Beschwerdeführerin hierzu noch anzuhören ist. In Bezug auf das Aus-
mass  der  Vorsteuerkürzung  ist  immerhin  anzufügen,  dass  die  vor-
steuerbelasteten  Eingangsleistungen  soweit  ersichtlich  überwiegend 
dem Vertrieb der Ferienrechte zuzuordnen sein werden, da dies wie 
erläutert  der  hervorstehende  Zweck  des  Verkaufs  des  Produkts  X.-
Aktie darstellt. 

5.3 Es  bleibt  auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  einzugehen,  zu 
welchen  nicht  bereits  (implizit  oder  explizit)  Stellung  genommen 
worden ist:

Aufgrund des Gesagten trifft die von der ESTV erwähnte Qualifikation 
der Ferienrechte als Naturaldividende nicht zu. Zumindest zivilrechtlich 
ist  zwar eine Qualifikation derartiger Leistungen als eigentliches aus 
der  Mitgliedschaft  fliessendes  Aktionärsrecht  denkbar,  so  als 
Sachdividende  (vgl.  etwa  PETER FORSTMOSER/ARTHUR MEIER-HAYOZ/PETER 
NOBEL, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, N. 64 ff. zu § 40, v.a. 
N. 70) oder etwa als (statutarisch einzuräumendes) Recht auf (unent-
geltliche oder privilegierte) Benützung gesellschaftlicher Anlagen (vgl. 
ROLAND VON BÜREN/WALTER A.  STOFFEL/ROLF H.  WEBER,  2.  Aufl.,  Zürich 
2007, Rz. 884 f.;  FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL,  a.a.O.,  § 40 N. 127). 
Vorliegend ist  aus mehrwertsteuerlicher  Sicht  eine solche Konstella-
tion aber nicht gegeben, denn das Ferienrecht ist wie erläutert als ent-
geltlich  erbrachte Leistung in  einem vom Aktienkauf separaten Leis-
tungsaustausch anzusehen. Eine (Natural-)Dividende oder eine sonsti-

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ge Gewinnausschüttung, die sich mehrwertsteuerlich durch einen feh-
lenden Leistungsaustausch auszeichnen (oben E. 3.4), sind damit aus-
geschlossen. Ferner kann auch den Statuten (act. 19) nicht entnom-
men werden, dass das Ferienrecht ein mitgliedschaftliches Recht dar -
stellen sollte. Vielmehr verleiht  die Aktie  lediglich die (üblichen)  sich 
"aus den Statuten und dem Aktienrecht" ergebenden Rechte, während 
das  Ferienrecht  "mit  Vertragsunterzeichnung"  –  also  vertraglich  – 
erworben wird (vgl. Ziff. 1 und 2 der bereits erwähnten "Allgemeinen 
Bestimmungen"). 

Die  Beschwerdeführerin  erwähnt  sodann  eine  "Kapitalbeschaffung" 
(vgl. oben Bst. D), ohne dies zu spezifizieren oder weitere Schlüsse 
daraus zu ziehen (etwa es läge ein Nichtumsatz vor). Es ist anzuneh-
men, dass sie eine Beschaffung von Eigen- und nicht etwa von Fremd-
kapital anspricht. Von vornherein nicht gegeben ist die Schaffung von 
formellem Aktienkapital, denn es werden im vorliegenden Zusammen-
hang nicht neue Aktien ausgegeben, sondern bestehende Aktien ver-
kauft.  Gesellschafter-  bzw. Kapitaleinlagen  ausserhalb  von formellen 
Kapitalerhöhungen, die ebenfalls ohne Gegenleistung geleistet werden 
(vgl. E. 3.4),  sind angesichts des festgestellten  Leistungsaustauschs 
ebenfalls ausgeschlossen. Dies gilt auch für den eigentlichen Verkauf 
der Aktien; der Verkauf von von der Gesellschaft gehaltenen eigenen 
Aktien  ist  grundsätzlich  gleich  zu qualifizieren wie  der  Verkauf  einer 
Aktie einer anderen Gesellschaft; es handelt sich um einen mehrwert-
steuerlich relevanten (wenn auch ausgenommenen) Umsatz. 

Die ESTV macht in der Vernehmlassung zudem Ausführungen zur Be-
rufung auf Auskünfte bzw. auf den Grundsatz von Treu und Glauben. 
Auf  solches  beruft  sich  die  Beschwerdeführerin  in  der  Beschwerde 
jedoch nicht, so dass auf diesen Punkt nicht eingegangen zu werden 
braucht. 

5.4 Wie erwähnt  ist  die  Steuerbarkeit  der  "Aktienverkäufe",  also  der 
Ausgangsumsätze, vorliegend nur Vorfrage, während Streitgegenstand 
nur die  Vorsteuerabzugsberechtigung bildet  (E. 5.2). Abgesehen von 
der Abziehbarkeit der Vorsteuern hat sich das Bundesverwaltungsge-
richt damit über die steuerlichen Folgen aus der gemachten Feststel-
lung,  dass  ein  Teil  des  Verkaufs  von X.-Aktien  (nämlich  der  Verkauf 
des Ferienrechts) als steuerbarer Umsatz zu qualifizieren ist, nicht zu 
äussern. Über  allfällige  Nachforderungen  in  diesem Zusammenhang 

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hat  die  ESTV  zu  befinden.  Sie  hätte  diesbezüglich  ein  separates 
Verfahren durchzuführen. 

6.
Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen und die Sache zu 
neuem Entscheid im Sinn der Erwägungen an die ESTV zurückzuwei-
sen. Angesichts der teilweisen Gutheissung werden die Verfahrenskos-
ten  von  Fr. 9'000.--  der  Beschwerdeführerin  im  reduzierten  Umfang 
von Fr. 1'000.-- auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die ESTV hat zudem 
der  teilweise  obsiegenden und  vertretenen  Beschwerdeführerin  eine 
reduzierte  Parteientschädigung  zu  entrichten  (Art.  64  Abs.  1  und  2 
VwVG). Diese wird in  Anwendung von Art. 14  des Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  auf  Fr. 16'000.--  (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  teilweise gutgeheissen, soweit  darauf eingetre-
ten wird, und die Sache zu neuem Entscheid im Sinn der Erwägungen 
an die ESTV zurückgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten werden in reduziertem Umfang von Fr. 1'000.--
der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr.  9'000.--  verrechnet.  Der  Überschuss  von 
Fr. 8'000.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt  der Rechtskraft 
dieses Urteils zurückerstattet.

3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet,  der  Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung von Fr. 16'000.-- zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ....; Gerichtsurkunde)

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Beusch Sonja Bossart Meier

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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