# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6bfb8c7-fdd7-5333-a3af-84313af66e1d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2008 E-3563/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3563-2006_2008-11-26.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3563/2006/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn,
Richter Walter Stöckli,
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

A._______, Türkei,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
13. Juli 2004 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3563/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  aus  (...)  stammender  Kurde  alevitischen 
Glaubens,  verliess seinen Heimatstaat  eigenen Angaben zufolge am 
30. März 2003 und gelangte am 1. April 2003 in die Schweiz, wo er am 
gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 3. April  2003 wurde er  in der 
Empfangsstelle (heute: Empfangszentrum) Basel befragt. Am 29. April 
2003 wurde er durch die zuständige kantonale Behörde angehört.

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, sein Cousin 
B._______ habe sich im Jahre 1988 der Guerilla angeschlossen, wor-
auf  es zu Repressalien durch die Polizei  gegen die Familie des Be-
schwerdeführers gekommen sei. Sein Vater sei oft festgenommen und 
unter Druck gesetzt worden. Dies habe sich auch nach dem Wegzug 
der  Familie  im Jahre  1989 nach (...)  nicht  geändert.  Im Jahre  1991 
seien sie nach (...), 1995 nach (...) umgezogen. Im Jahre 1997 sei die 
Familie  nach  (...)  zurückgekehrt.  Im  gleichen  Jahr  sei  der  Be-
schwerdeführer  nach  (...)  gegangen.  1998/99  habe  er  sich  in  (...) 
aufgehalten. Er und seine Brüder hätten an verschiedenen Orten ge-
lebt. Der Beschwerdeführer habe später erfahren, dass B._______ im 
Jahre 1991 erschossen worden sei. Von November 1999 bis Mai 2001 
habe  er  den  Militärdienst  absolviert.  Danach  habe  er  wieder  in  (...) 
gelebt  und  gearbeitet.  Im  Übrigen  habe  er  an  Demonstrationen  der 
HADEP teilgenommen. Zudem sei er sechs beziehungsweise drei Mal 
- 1998, 1999 und 2002 - festgenommen worden. Die dritte und letzte 
Festnahme sei im Oktober 2002 erfolgt, als er zwecks Ferien in sein 
Heimatdorf  habe  zurückkehren  wollen.  Er  sei  in  (...)  festgenommen 
und während vier  Tagen festgehalten,  geschlagen und  nach  seinem 
Aufenthaltsort und demjenigen seiner Brüder befragt worden. Aus die-
sen Gründen habe er  sich zur  Ausreise  entschlossen. Er habe dem 
Schlepper für die Ausreise 16'000 Euro bezahlt.

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

B.
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 13. Juli  2004, eröffnet am 
15. Juli 2004, fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz an. Die Vorin-
stanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Vor-

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bringen  des  Beschwerdeführers  weder  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft  stand-
halten würden. Den Vollzug der Wegweisung in die Türkei befand die 
Vorinstanz für zulässig, zumutbar und möglich.

C.
Mit Eingabe vom 16. August 2004 an die Schweizerische Asylrekurs-
kommission  (ARK)  beantragte  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung 
des  vorinstanzlichen  Entscheides  sowie  die  Rückweisung  an  die 
Vorinstanz  zwecks  Feststellung  des  vollständigen  und  rechtserhebli-
chen  Sachverhalts  und  Neubeurteilung.  Eventualiter  sei  die  Flücht-
lingseigenschaft  des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der 
Schweiz  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  festzustellen,  dass  der 
Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht wurde um Beizug der Akten von C._______ sowie um Einholung 
einer  Botschaftsabklärung  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in 
Ankara  ersucht.  Auf  die  Begründung  im  Einzelnen  wird,  soweit 
wesentlich,  in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Mit  der 
Beschwerde  wurden  Unterlagen  aus  dem  Asylverfahren  N ...  als 
Beweismittel zu den Akten gereicht.

D.
Mit verfahrensleitender Verfügung der ARK vom 25. Oktober 2004 wur-
de dem Antrag um Beizug der Akten von C._______ entsprochen und 
festgehalten,  dass  das  Beschwerdeverfahren  von  D._______  und 
Familie  (N ...)  mit  dem vorliegenden  Verfahren  koordiniert  behandelt 
werde. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.

E.
Am 19. November 2004 reichte der Beschwerdeführer die folgenden 
Beweismittel in Kopie samt deutscher Übersetzung zu den Akten:

- Urteil  des  Staatssicherheitsgerichts  (DGM)  (...)  vom 5. Dezember 
2002  betreffend  den  Beschwerdeführer  (Beschluss  zur  Weiter-
führung des Gerichtsverfahrens),

- Suchbefehl  der  Staatsanwaltschaft  vom  13.  Mai  2004  betreffend 
den Beschwerdeführer,

- Schreiben der Staatsanwaltschaft (...) vom 13. Mai 2004 betreffend 
den Beschwerdeführer,

- Bestätigung der HADEP vom 9. März 2003.

F.
Die Vorinstanz unterzog die eingereichten Gerichtsdokumente im Rah-

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men  ihrer  Vernehmlassung  einer  amtsinternen  Dokumentenprüfung 
und kam dabei zum Schluss,  dass es sich bei  diesen Beweismitteln 
um Totalfälschungen handle. Sie beantragte in ihrer Vernehmlassung 
vom 28. Januar 2005 die Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit  Eingabe vom 24. Februar  2005 nahm der  Beschwerdeführer  zur 
Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung.

H.
Im November  2006  wies  die  damals  zuständige  Instruktionsrichterin 
den  Beschwerdeführer  darauf  hin,  dass  die  ARK per  31. Dezember 
2006 durch das Bundesverwaltungsgericht ersetzt werde, welches sei-
ne Tätigkeit am 1. Januar 2007 in Bern aufnehme und die Beurteilung 
der am 31. Dezember 2006 bei den Vorgängerorganisationen hängigen 
Rechtsmittel übernehme.

I.
Am 2. Mai 2007 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwer-
deführer die Übernahme des Beschwerdeverfahrens sowie die Zustän-
digkeit für das Verfahren mit.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm bei gegebener Zustän-
digkeit am 1. Januar 2007 die bei der ARK hängig gewesenen Rechts-
mittel. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beur-
teilung  der  vorliegenden  Beschwerde.  Das  neue  Verfahrensrecht  ist 
anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
In  formeller  Hinsicht  ist  wie  hievor  bereits  erwähnt  (vgl. Bst. D),  zu-
nächst  festzuhalten,  dass  entsprechend  den  auf  Beschwerdeebene 
gestellten  Anträgen  für  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  die 
Asylakten  von  C._______  beigezogen  werden.  Überdies  wird  das 
vorliegende  Beschwerdeverfahren  mit  demjenigen  des  Bruders  des 
Beschwerdeführers D._______ und dessen Familie (N ...) koordiniert. 

4.

4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrschein-

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lichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die 
in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

5.

5.1 Das  Bundesamt  begründete  seinen  ablehnenden  Entscheid  im 
Wesentlichen damit,  der Beschwerdeführer habe die Umstände, wel-
che zu seinen Festnahmen geführt hätten sowie deren Anzahl anläss-
lich seinen Befragungen in der Empfangsstelle und beim Kanton wi-
dersprüchlich geschildert und diese Ungereimtheiten auch auf Vorhalt 
hin nicht erklären können. Zudem habe er hinsichtlich des Wohnortes 
seiner Brüder unterschiedliche Aussagen gemacht, wobei es ihm nicht 
gelungen sei,  die  Widersprüche aufzulösen. Vielmehr  habe er  nach-
träglich eine Fluchtsituation zweier Brüder konstruieren wollen. Weiter 
sei  nicht nachvollziehbar, dass er wegen seines Cousins B._______, 
der sich 1988 der Guerilla angeschlossen habe, gezwungen gewesen 
sei, bis zur Ausreise im Untergrund zu leben, um Repressalien zu ent-
gehen,  sei  er  damals  doch  erst  9-jährig  gewesen  und  habe  mit 
B._______ offensichtlich nichts zu tun gehabt. Zudem würden in der 
Türkei kurdische Aleviten nicht systematisch verfolgt. Viele würden ein 
ganz normales Leben führen. Dasselbe gelte auch für den angeblichen 
Einsatz  des  Beschwerdeführers  bei  der  HADEP.  HADEP-Mitglieder 
könnten  zwar  gewissen  Schikanen  und  Übergriffen  ausgesetzt  sein; 
sie  seien  jedoch  nie  kollektiv  verfolgt  worden.  Im  Weiteren  sei 
unvereinbar,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  einerseits  ständig  vor 
Verfolgung habe in  Acht  nehmen müssen,  andererseits  aber  regulär 
seinen  Militärdienst  geleistet  habe  und  nach  den  angeblichen  Fest-
nahmen  stets  ohne  Folgen  zu  gewärtigen,  freigelassen  worden  sei. 
Wäre er tatsächlich intensiv gesucht worden, hätte er sofort verhaftet 
werden  müssen.  Seine  Aussagen  seien  insgesamt  unrealistisch.  Im 
Weiteren  hielt  die  Vorinstanz  fest,  selbst  wenn  die  Familie  des 
Beschwerdeführers im Jahre 1988 einem gewissen Druck ausgesetzt 
gewesen  sein  sollte,  nachdem  sich  B._______  der  PKK 
angeschlossen habe, liege dies bereits 16 Jahre zurück. Zudem habe 
sich  die  Sicherheitslage  in  der  Türkei  und  die  politische  Lage  ge-
bessert (Aufhebung des Ausnahmezustandes, Gesetzesreformen, kul-
turelle Besserstellung der Kurden, starke Abnahme der Intensität des 
Konflikts mit  der PKK). Ferner seien die meisten Vorbringen des Be-
schwerdeführers nicht glaubhaft,  weshalb keine stichhaltigen Gründe 

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für  die  Annahme  einer  überwiegend  wahrscheinlichen  zukünftigen 
Gefährdung vorliegen würden.

5.2 In der Rechtsmitteleingabe wird dazu eingewendet,  das Bundes-
amt habe die Situation des Beschwerdeführers, in der sich dieser nach 
dem Tod seines  Cousins  B._______,  der  sich  1988  der  PKK ange-
schlossen  habe  und  1991  erschossen  worden  sei,  befunden  habe, 
nicht richtig und nicht vollständig abgeklärt. Es habe nicht zur Kenntnis 
genommen,  dass  eine  Reflexverfolgung  vorliege.  In  der  Revisions-
eingabe  im  Asylverfahren  von  C._______  werde  die  vom 
Beschwerdeführer  vorgebrachte  Hintergrundgeschichte  umfassend 
dargelegt. B._______ sei PKK-Kommandant gewesen. Nachdem man 
dessen Tagebuch gefunden habe, habe anfangs der 90er Jahre eine 
Verhaftungswelle  eingesetzt,  wobei  dessen  nähere  Verwandte  über 
Jahre hinweg mit Argwohn betrachtet worden seien. Illegale Aktivitäten 
der  separatistischen  Kurden  würden  sich  stark  am  Familienverband 
orientieren.  Die  türkischen  Sicherheitskräfte  seien  sich  dessen 
bewusst,  dass  junge  männliche  Familienangehörige  oft  in  die 
Fussstapfen der älteren Familienangehörigen treten würden. Da prak-
tisch  alle  Familienangehörigen  von B._______  ins  Ausland  geflohen 
seien, hätten sich die Repressalien gegen die Familie des Beschwer-
deführers gerichtet. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die PKK Ende 
der 80er und anfangs der 90er Jahre im Begriff gewesen sei, die Kont-
rolle über die Gegend von (...) und (...) zu übernehmen. Die Vorinstanz 
hätte den Beschwerdeführer zu dieser Situation - der Reflexverfolgung 
-  befragen  müssen. Da  es  sich  bei  dieser  Reflexverfolgung  um das 
zentrale  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  handle,  sei  die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung 
des richtigen und vollständigen rechtserheblichen Sachverhalts an die 
Vorinstanz  zurückzuweisen.  Sollte  die  angefochtene  Verfügung  nicht 
aufgehoben werden, sei das Dossier von C._______ beizuziehen und 
der  Beschwerdeführer  zu  den Aspekten der  Reflexverfolgung  erneut 
zu  befragen.  Zudem  sei  eine  Botschaftsabklärung  betreffend  die 
Situation  der  Familie  F._______ einzuholen. Im Weiteren könne sich 
der  Beschwerdeführer  die  in  der  Empfangsstelle  anders  lautenden 
Angaben zur Anzahl der Festnahmen nicht erklären. Diese seien even-
tuell  mit  Kontrollen  und  Anhaltungen  vermischt  worden.  Hinsichtlich 
der Aufenthaltsorte der Brüder habe er anlässlich der kantonalen Be-
fragung plausible Angaben gemacht. Er habe darüber ohnehin nur das 
sagen können, was er von anderen erfahren habe. Vielleicht hätten die 
Brüder den Eltern gegenüber auch absichtlich einen anderen Aufent-

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haltsort  erwähnt, um so die Verfolgungsgefahr gegenüber den Eltern 
zu verringern. Insgesamt seien die Ereignisse der Jahre 1988 bis 1991 
um B._______ auch im heutigen Zeitpunkt relevant. Der in der Türkei 
verbliebene  jüngere  Bruder  E._______  habe  bereits  erste 
Schwierigkeiten. Seine Eltern befürchteten, dass er nun ebenfalls ins 
Visier der türkischen Sicherheitskräfte geraten würde. 

Aus dem als Beweismittel eingereichten, an die ARK gerichteten Revi-
sionsgesuch von C._______ vom 24. Juli 1994 geht im Wesentlichen 
hervor, dass es in der Gegend von (...) im Jahre 1989 nach Auffinden 
des Tagebuches des PKK-Aktivisten B._______, bei dem es sich um 
den  Cousin  des  Beschwerdeführers  handeln  soll,  zu  einer 
Verhaftungswelle von PKK-Aktivisten und Personen, die die PKK aktiv 
unterstützt  haben,  darunter  auch  C._______,  gekommen  sei.  Dabei 
soll  es auch zu einer grösseren Präsenz der türkischen Sicherheits-
kräfte gekommen sein sowie Razzien und Hausdurchsuchungen gege-
ben haben. Gleichzeitig habe der grösste Teil  der in (...)  ansässigen 
Bevölkerung  das  Dorf  verlassen  müssen.  Gestützt  auf  dieses 
Revisionsgesuch wurde C._______ im Jahre 1995 in der Schweiz als 
Flüchtling anerkannt und ihm Asyl gewährt.

Am 19. November 2004 reichte der Beschwerdeführer eine Ergänzung 
mit  vier  Beweismitteln  (Urteil  des  Staatssicherheitsgerichts  (...)  vom 
5. Dezember  2002,  Polizeirapport  an  die  Staatsanwaltschaft  vom 
13. Mai 2004, Schreiben der Staatsanwaltschaft (...) vom 13. Mai 2004 
und Schreiben der HADEP, Kreis (...), vom 9. März 2003) ein. Gemäss 
diesen  Unterlagen  soll  gegen  den  Beschwerdeführer  ein 
Gerichtsverfahren wegen Mitgliedschaft bei der PKK/KADEK und Bei-
hilfe, begangen am 13. Februar 2001, eröffnet worden sein. Deshalb 
werde er von der Staatsanwaltschaft seit dem 5. Dezember 2002 ge-
sucht.  Am 13. Mai  2004 soll  eine  Durchsuchung seiner  Wohnung  in 
(...)  durchgeführt  worden  sein.  Im  Schreiben  der  HADEP  wird 
bestätigt,  dass  der  Beschwerdeführer  zwischen  1995  und  2002  von 
der Staatssicherheitspolizei gefoltert und festgehalten worden sei, weil 
er  als  aktives Mitglied  der  HADEP am Nevroz und an einer  1. Mai-
Demonstration teilgenommen habe. Deshalb werde er gesucht.

5.3 In ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2005 hielt die Vorinstanz 
an ihrem Standpunkt fest. Weiter führte sie aus, bei den auf Beschwer-
deebene eingereichten Beweismitteln handle es sich um Totalfälschun-
gen. In der türkischen Praxis existiere ein Urteil wie das eingereichte 

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Urteil  des  Staatssicherheitsgerichts  (...)  vom  5.  Dezember  2002  in 
dieser  Form  und  mit  diesem  Inhalt  nicht.  Im  Jahre  2002  seien  an 
Staatssicherheitsgerichten keine Militärrichter mehr tätig gewesen. Im 
eingereichten  Urteil  sei  jedoch  ein  Militärrichter  erwähnt.  Dem BFM 
seien  die  beiden  anderen  Richter  am  Staatssicherheitsgericht  (...) 
nicht  bekannt.  Beim  eingereichten  Polizeirapport  vom 13.  Mai  2004 
handle es sich um ein rein amtsinternes Schreiben. Es stelle sich da-
her die Frage, wie der Beschwerdeführer in dessen Besitz gekommen 
sei. In der Überschrift  fehle zudem die Angabe, an welche Staatsan-
waltschaft das Dokument gerichtet sei. Weiter sei darin die Verfahrens-
nummer  2002/351  der  Staatsanwaltschaft  (...)  erwähnt.  Das  vorlie-
gende  Dokument,  das  vom  Staatssicherheitsgericht  (...)  stammen 
solle, trage dieselbe Nummer 2002/351, was nicht möglich sei. Zudem 
stelle sich beim Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 13. Mai 2004, 
welches auch ein rein amtsinternes Schreiben sei, erneut die Frage, 
wie der Beschwerdeführer in dessen Besitz gekommen sei. Der Adres-
sat sei nicht angegeben. In der türkischen Amtspraxis würden Schrei-
ben mit einem derartigen Inhalt nicht in Verfügungsform existieren.

5.4 Der Beschwerdeführer wies in seiner Replik vom 24. Februar 2005 
darauf hin, er könne sich die Ungereimtheiten nicht erklären. Er sei je-
doch  sicher,  dass  beim  Staatssicherheitsgericht  (...)  ein  Verfahren 
gegen  ihn  hängig  sei.  Er  werde  versuchen,  über  einen  türkischen 
Rechtsanwalt  entsprechende  Dokumente  zum  Gerichtsverfahren  er-
hältlich zu machen. 

6.
Nach eingehender Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungs-
gericht  zum  Schluss,  dass  die  Vorinstanz  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers zu Recht  abgewiesen hat. Das Bundesamt hat  den 
Sachverhalt genügend abgeklärt und in seinem Entscheid die Gründe 
aufgeführt,  welche  auf  die  fehlende  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen 
respektive die fehlende Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 
schliessen lassen. 

6.1 Vorab ist den vorinstanzlichen Erwägungen zuzustimmen, wonach 
in den Aussagen des Beschwerdeführers betreffend die Festnahmen 
und  deren  Anzahl  Ungereimtheiten  vorhanden  sind.  So  hat  der  Be-
schwerdeführer in der Empfangsstelle geltend gemacht, er sei sechs-
mal festgenommen worden, wobei die Behörden ihm jeweils die Frage 
gestellt  hätten,  weshalb  sich  sein  Cousin  B._______ im Jahre  1988 

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der Guerilla angeschlossen habe. Er sei dafür 'sozusagen verantwort-
lich'  gemacht  worden (vgl. Akte A1,  S. 4). Demgegenüber sprach er 
anlässlich der kantonalen Befragung von insgesamt drei Festnahmen 
in den Jahren 1998, 1999 und 2002. Auf die ihm dort gestellte Frage, 
ob dies die einzigen Festnahmen gewesen seien, führte er aus, er sel-
ber sei  nur drei  Mal  festgenommen worden,  währenddem sein Vater 
und andere öfters mitgenommen worden seien. Er habe jeweils fliehen 
können (vgl. Akte A6, S. 8). Überdies hat der Beschwerdeführer in der 
Empfangsstelle immer denselben Grund für die Festnahmen - nämlich 
die  Guerillatätigkeit  seines  Cousins  B._______  -  angegeben,  was 
wiederum  den  späteren  Aussagen  beim  Kanton  klar  entgegensteht. 
Dort  machte er geltend, er kenne den Grund für die Festnahme von 
1998 nicht. Er wisse nicht,  ob es irgendeine Anzeige gegeben habe 
oder ob es eine blosse Kontrolle gewesen sei. Hinsichtlich der (zwei-
ten)  Festnahme von 1999 gab er  an,  er  habe sich  einen Reisepass 
ausstellen lassen wollen und sei zu diesem Zweck nach (...)  gegan-
gen. Dort habe man ihn festgenommen und zwei Tag lang festgehal-
ten. Möglicherweise sei  sein Name bekannt gewesen. Man habe ihn 
gefragt, was er wolle und mit welchem Recht er herkomme. Die dritte 
und letzte Festnahme sei am 15. Oktober 2002 nach dem Militärdienst, 
der von November 1999 bis Mai 2001 gedauert habe (vgl. Akte A6, S. 
8) erfolgt. Er sei auf dem Weg in sein Heimatdorf, wo er Ferien habe 
verbringen  wollen,  in  (...)  festgenommen und  vier  Tage lang  festge-
halten worden. Man habe ihn, da er längere Zeit nicht mehr dort gewe-
sen sei, gefragt, wo er sich in der Zwischenzeit aufgehalten habe, wo 
er hingehen wolle und was er tun würde. Dabei sei er geschlagen und 
auch nach dem Aufenthalt seiner Brüder gefragt worden (vgl. A6, S. 8 
f.). Der Erklärungsversuch in der Beschwerdeschrift,  wonach die Wi-
dersprüche betreffend die Festnahmen auf eine Vermischung der von 
ihm geltend  gemachten  Kontrollen  und  Anhaltungen  zurückzuführen 
seien, muss als unbehelfliche Schutzbehauptung bezeichnet werden, 
zumal  den  entsprechenden  Protokollstellen  klare  Aussagen  entnom-
men werden können.

Im  Übrigen  ist  nicht  nachvollziehbar,  dass  die  türkischen  Behörden 
wegen  des  im  Jahre  1991  verstorbenen  B._______  seit  1998  ein 
Interesse  am  Beschwerdeführer  gehabt  haben  sollen,  so  dass  sich 
dieser  'die  ganze  Zeit'  habe  verstecken  müssen.  Abgesehen  davon 
hätten die Behörden mehrmals Gelegenheit gehabt, ihn festzunehmen. 
So will  der Beschwerdeführer von November 1999 bis Mai 2001 den 
Militärdienst absolviert haben. 

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Im Weiteren kam es, wie von der Vorinstanz zutreffend dargelegt, hin-
sichtlich der Angaben des Beschwerdeführers zu den Aufenthaltsorten 
seiner Brüder zu Ungereimtheiten, welche entgegen der Ausführungen 
in der Beschwerdeschrift  nicht damit erklärt  werden können, der Be-
schwerdeführer habe eigentlich nichts Genaues dazu sagen können, 
weil er dies jeweils von anderen gehört habe. Vielmehr wird dadurch 
der Eindruck erweckt, der Beschwerdeführer versuche, mit dieser Er-
klärung den Sachverhalt nachträglich anzupassen.

An  dieser  Einschätzung  vermag die  eingereichte  Bescheinigung  der 
HADEP (...) vom 9. März 2003 nichts zu ändern. Vielmehr widerspricht 
die  darin  gemachte  Bestätigung,  wonach  der  Beschwerdeführer 
zwischen  1995  und  2002  mehrmals  festgenommen  und  gefoltert 
worden sei, da er als aktives Mitglied am Nevroz und an einer 1.Mai-
Demonstration teilgenommen habe, den Ausführungen des Beschwer-
deführers  in  den  Befragungen,  wo  dieser  für  die  erste  Festnahme 
einen anderen Zeitpunkt und für alle Festnahmen andere Gründe an-
gegeben hat. Im Übrigen gab der Beschwerdeführer in der Empfangs-
stelle  ausdrücklich  zu  Protokoll,  er  habe zwar  die  Mitgliedschaft  bei 
der HADEP beantragt, sei jedoch wegen des damaligen Verbots dieser 
Partei  nicht  aufgenommen  worden  (vgl.  Akte  A1,  S. 4  f.).  Daher  ist 
dieses  Schreiben  nicht  geeignet,  eine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgung des Beschwerdeführers  glaubhaft  zu machen. Es muss - 
falls  es  überhaupt  echt  sein  sollte  -  als  Gefälligkeitsschreiben  ohne 
Beweiswert qualifiziert werden.

6.2 Schliesslich vermögen die weiteren im Verlaufe des Beschwerde-
verfahrens eingereichten Beweismittel nicht zu beweisen, dass gegen 
den Beschwerdeführer ein Gerichtsverfahren eingeleitet wurde. So hat 
die Vorinstanz diese Beweismittel  aufgrund einer internen Dokumen-
tenanalyse zu Recht als Totalfälschungen betrachtet. Die von der Vor-
instanz hervorgehobenen Fälschungsmerkmale - so insbesondere die 
Form und der Inhalt des Urteils vom 5. Dezember 2002 sowie der Poli-
zeirapport  vom 13.  Mai  2004  und  das  Schreiben  der  Staatsanwalt-
schaft vom 13. Mai 2004, bei welchen es sich unter anderem um amts-
interne Schreiben handelt - vermögen insgesamt zu überzeugen und 
sind mangels stichhaltiger Gegenargumente in der Stellungnahme des 
Beschwerdeführers vom 24. Februar 2005, der sich die Ungereimthei-
ten  'nicht  zu  erklären'  vermöge,  zu  bestätigen.  Das  Bundesverwal-
tungsgericht  hat  aufgrund  der  aufgezeigten  Fälschungsmerkmale 
keine Veranlassung, an der Richtigkeit der Analyse der Vorinstanz zu 

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zweifeln und gelangt deshalb zum Schluss, bei den eingereichten Ge-
richtsunterlagen  (Urteil,  Polizeirapport  und  Schreiben  der  Staatsan-
waltschaft) handle es sich um Fälschungen, weshalb es sich erübrigt, 
weitere Abklärungen vorzunehmen.

Im  Weiteren  ist  nicht  nachvollziehbar,  dass  der  Beschwerdeführer 
seinen  Aussagen  entsprechend  Mitte  Oktober  2002  festgenommen 
und  nach  vier  Tagen  wieder  freigelassen  wurde,  wenn  gegen  ihn 
wegen einer am 13. Februar 2001 begangenen Straftat sowie wegen 
Teilnahme am Nevroz und an einer 1. Mai-Kundgebung tatsächlich ein 
Gerichtsverfahren eingeleitet worden wäre. Ferner hat der Beschwer-
deführer  keine  weiteren  Unterlagen  zum  angeblich  gegen  ihn  beim 
Staatssicherheitsgericht  (...)  eingeleiteten  Verfahren  nachgereicht, 
obwohl  er  die Beschaffung entsprechender  Verfahrensakten über  ei-
nen türkischen Rechtsanwalt in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 
2005 in Aussicht gestellt  hat. Schliesslich spricht auch der Umstand, 
wonach sich der  Beschwerdeführer  am 20. Januar 2003 eine Identi-
tätskarte ausstellen liess, gegen eine behördliche Suche nach seiner 
Person  (vgl.  Akte  A1,  S. 3).  Dieser  Umstand  lässt  wiederum darauf 
schliessen, dass gegen ihn nie Ermittlungen oder ein Gerichtsverfah-
ren eingeleitet worden sind.

Hinsichtlich des eingereichten Schreibens der Staatsanwaltschaft (...) 
vom  13.  Mai  2004  ist  überdies  zu  ergänzen,  dass  der  Beschwer-
deführer, der offenbar seit seiner Ausreise in Kontakt zu seinen Eltern 
steht, - diese sollen ihm mitgeteilt haben, dass sie befürchteten, sein 
jüngerer Bruder  gerate  nun seitens der  türkischen Sicherheitsbehör-
den  unter  Druck  -  nichts  von  einer  Hausdurchsuchung  am  13. Mai 
2004 und einem laufenden Gerichtsverfahren erwähnt hat. Insgesamt 
wird dadurch der Eindruck verstärkt, der Beschwerdeführer versuche, 
mittels Einreichung gefälschter Beweismittel ein gegen ihn eingeleite-
tes Gerichtsverfahren glaubhaft zu machen. 

Als Zwischenergebnis ist somit davon auszugehen, dass die vom Be-
schwerdeführer geltend gemachten Benachteiligungen seitens der tür-
kischen Sicherheitskräfte nicht den Tatsachen entsprechen. Es ist dem 
Beschwerdeführer somit nicht gelungen, eine im Zeitpunkt seiner Aus-
reise aus der Türkei bestehende oder unmittelbar drohende asylrele-
vante Verfolgung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. 

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6.3 Schliesslich wird in der Beschwerde ausgeführt, der Beschwerde-
führer müsse damit rechnen, wegen seines Cousins B._______ einer 
Reflexverfolgung ausgesetzt zu sein. So seien die Ereignisse der Jah-
re 1988 bis 1991 um B._______ auch im heutigen Zeitpunkt noch rele-
vant,  nachdem  dessen  nahe  Verwandten  -  mit  Ausnahme  der 
Schwester  -  alle  ins  Ausland  geflüchtet  seien. Seither  seien  er  und 
seine Brüder  ins  Visier  der  türkischen Behörden geraten. In  diesem 
Zusammenhang  reichte  der  Beschwerdeführer  Unterlagen  aus  dem 
Asylverfahren von C._______ - eine Eingabe vom 24. Juli  1994, ver-
fasst  durch den gleichen Rechtsvertreter  -  ein,  in  denen die  Hinter-
grundgeschichte umfassend dargelegt worden sei. 

6.3.1 In der Rechtsprechung wird in konstanter Praxis davon ausge-
gangen, dass in der Türkei staatliche Repressalien gegen Familienan-
gehörige von politischen Aktivisten nicht ausgeschlossen sind, die als 
so  genannte  Reflexverfolgung flüchtlingsrechtlich  erheblich  im Sinne 
von Art. 3 AsylG sein können. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Re-
flexverfolgung zu werden, ist nach der Praxis der ARK, welche für das 
Bundesverwaltungsgericht weiterhin Gültigkeit hat, vor allem dann ge-
geben,  wenn  nach einem flüchtigen  Familienmitglied  gefahndet  wird 
und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit der ge-
suchten Person in engem Kontakt steht. Diese Wahrscheinlichkeit er-
höht sich, wenn ein nicht unbedeutendes politisches Engagement der 
reflexverfolgten  Person  für  illegale  politische  Organisationen  hinzu-
kommt oder  ihr  seitens der  Behörden unterstellt  wird (vgl. Entschei-
dungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 10 S. 195 
ff. und dort zitierte Urteile). Dabei hängen die Wahrscheinlichkeit einer 
Reflexverfolgung  und  deren  Intensität  stark  von  den  konkreten  Um-
ständen des Einzelfalles ab, wobei zur Zeit besonders diejenigen Per-
sonen von einer Reflexverfolgung bedroht sind, die sich offen für poli-
tisch aktive Verwandte einsetzen, sei dies als Mitglied einer Gefange-
nenhilfsorganisation oder im Rahmen einer Beschwerde an den Euro-
päischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte  (EGMR).  Indessen  kann 
hinter einer Reflexverfolgung auch nur die Absicht liegen, die gesamte 
Familie für Taten eines Familienmitglieds zu bestrafen oder sie einzu-
schüchtern, damit sie sich von oppositionellen kurdischen Gruppierun-
gen fernhalten.

6.3.2 Wie den aus dem Asylverfahren von C._______ eingereichten 
Unterlagen entnommen werden kann, stammen der Beschwerdeführer 
und C._______ aus demselben Ort  -  Weiler (...),  Dorf  (...). Im Jahre 

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1989 soll  es in der Umgebung von (...)  zu einer Zunahme von PKK-
Tätigkeiten gekommen sein. Dies habe zu einer vermehrten Präsenz 
der  Sicherheitskräfte,  zu  Razzien und Hausdurchsuchungen geführt. 
Es  seien  Dorfbewohner  mitgenommen,  befragt  und  eingeschüchtert 
worden. Schliesslich  soll  im September  1989  in  einem Versteck  der 
PKK  das  Tagebuch  des  PKK-Mitglieds  B._______  -  Cousin  des 
Beschwerdeführers  -  gefunden  worden  sein,  woraufhin  es  zu  einer 
gross  angelegten  Festnahme-  und  Verhaftungswelle  gekommen  sei. 
Ziel  dieser  Aktion  sei  die  Zerschlagung  der  PKK-Aktivitäten  in  der 
Region gewesen. Die Behörden hätten nach mehreren Personen ge-
sucht, die im Tagebuch als aktive PKK-Unterstützer (mit Nahrungsmit-
teln und Kleidung) aufgeführt  worden seien. Nebst zahlreichen ande-
ren Verdächtigen soll  damals auch C._______ ins Visier  der Sicher-
heitskräfte geraten und dabei festgenommen worden sein. Der grösste 
Teil  der  ansässigen  Bevölkerung  von  (...)  habe  das  Dorf  verlassen 
müssen. Einige seien in andere Landesteile gezogen, andere seien ins 
Ausland geflohen. Das Bundesverwaltungsgericht hat im vorliegenden 
Verfahren antragsgemäss auch die Akten aus dem Asylverfahren von 
C._______ beigezogen. Aus diesen geht  hervor, dass C._______ im 
Rahmen  der  gross  angelegten  Suche  nach  PKK-Aktivisten  in  der 
Region  von  (...)  im  Jahre  1989  wegen  Unterstützung  der  PKK 
festgenommen  und  misshandelt  worden  war.  Einer  weiteren 
Festnahme habe er sich mittels Flucht ins Ausland entziehen können. 
Gestützt auf dessen Asylbegründung wurde C._______ mit Urteil der 
ARK vom 26. Juni 1995 als Flüchtling anerkannt,  und es wurde ihm 
Asyl  gewährt.  Entgegen  der  in  der  Beschwerdeschrift  vertretenen 
Auffassung lassen die damaligen Ereignisse jedoch nicht den Schluss 
zu, wonach die nahen Angehörigen des Beschwerdeführers ebenfalls 
mit Verfolgung zu rechnen hätten. Zwar kann den vorliegenden Akten 
entnommen werden, dass der Wegzug des Vaters des Beschwerdefüh-
rers im Jahre 1989 - der Beschwerdeführer war damals 10-jährig - of-
fensichtlich  im  Zusammenhang  mit  den  damaligen  schwierigen  Ver-
hältnissen im Heimatdorf stand, welche den Dorfbewohnern, so auch 
der  Familie  des  Beschwerdeführers,  ein  Weiterleben  dort  unmöglich 
machten. Selbst wenn der Vater und dessen Familie wegen des mit ih-
nen  verwandten  PKK-Aktivisten  B._______  unter  einem  gewissen 
Druck gestanden haben sollten, so gehörte dieser offensichtlich nicht 
zu den Personen, die verdächtigt worden waren, die PKK aktiv unter-
stützt zu haben. Wäre er nämlich im Tagebuch von B._______ aufge-
führt  gewesen, wäre er mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls fest-
genommen und ein Verfahren gegen ihn eingeleitet worden. Schliess-

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lich  soll  der  Vater  im  Jahre  1997  in  sein  Heimatdorf  zurückgekehrt 
sein,  wo er  gemäss  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  weiterhin 
wohnhaft sei (vgl. Akte A6, S. 4). 

6.3.3 Wie hievor dargelegt, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelun-
gen, Nachstellungen seitens der türkischen Sicherheitskräfte glaubhaft 
zu machen. Ausserdem hat er versucht, diese mit Totalfälschungen zu 
belegen, was seine Glaubwürdigkeit erschüttert. Zudem hat er weder 
im  vorinstanzlichen  Verfahren  noch  in  seiner  Rechtsmitteleingabe 
geltend gemacht, er selber habe sich politisch betätigt oder sei offiziell 
für  den  im  Jahre  1988  der  PKK  beigetretenen  und  im  Jahre  1991 
verstorbenen Cousin eingestanden. Als damals erst Neun- respektive 
Zwölfjähriger stand er auch nicht in (engem) Kontakt zu diesem. Er will 
lediglich  als  Kind ('Ich  war  damals noch jung')  davon gehört  haben, 
dass sein Cousin nach einem Aufenthalt in der Schweiz in die Türkei 
zurückgekehrt  sei  und sich  der  PKK angeschlossen habe (vgl. Akte 
A6, S. 6 und 10). Wie hievor erwähnt, zählten die türkischen Behörden 
seinen Vater offensichtlich nicht zum Kreise der Verdächtigen, die die 
PKK aktiv  unterstützt  hatten.  Zudem soll  sein  Vater  seit  dem Jahre 
1997  unbehelligt  von  den  Sicherheitskräften  in  seinem  Heimatdorf 
wohnen (vgl. Akte A6, S. 3 ff.). Schliesslich steht der Beschwerdefüh-
rer auch im heutigen Zeitpunkt offensichtlich nicht in Kontakt zu den 
aus politischen Gründen ins Ausland geflüchteten Verwandten seines 
Cousins, zumal er nicht weiss, wo sich diese aufhalten (vgl. a.a.O., S. 
4). Es ist  daher nicht  ersichtlich,  weshalb die Behörden im heutigen 
Zeitpunkt ein Interesse am Beschwerdeführer haben sollten. Der Hin-
weis  in  der  Beschwerdeschrift,  wonach  nun  sein  jüngerer  Bruder 
E._______  erste  Schwierigkeiten  habe  und  ins  Visier  der  Sicher-
heitskräfte geraten könnte, vermag an dieser Beurteilung nichts zu än-
dern, zumal er auf dem blossen Hörensagen beruht.

6.3.4 Insgesamt  ist  es  dem Beschwerdeführer  auch nicht  gelungen, 
eine Furcht vor künftiger (Reflex-)Verfolgung glaubhaft darzutun. Das 
BFM hat den Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt und korrekt ge-
würdigt.  Ferner  bestehen  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  der  Be-
schwerdeführer im Rahmen seiner Anhörungen nicht hinreichend Ge-
legenheit  hatte,  seine  Ausreisegründe  darzulegen.  Es  liegen  keine 
konkreten  Hinweise  dafür  vor,  die  auf  eine  begründete  Furcht  vor 
künftiger Verfolgung schliessen lassen. 

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6.4 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Gesuchsbegründung ferner 
vorgetragen hat, er und seine Familie seien einerseits, weil sie Kurden 
seien,  andererseits  wegen ihrer  Verwandtschaft  mit  einem PKK-Ver-
antwortlichen  im  Jahre  1989  zum Verlassen  ihres  Heimatdorfes  ge-
zwungen worden, ist festzuhalten, dass diese Schwierigkeiten offenbar 
im Zusammenhang mit  den damaligen militärischen Offensiven (wel-
che die Zerschlagung der PKK bezweckten) in der Heimatregion des 
Beschwerdeführers  standen,  denen  sich  die  Familie  des  Beschwer-
deführers durch Wohnsitznahme in anderen Landesteilen offensichtlich 
erfolgreich hat entziehen können. Schliesslich kehrten die Eltern und 
die jüngeren Geschwister  im Jahre 1997 wieder ins Dorf  zurück, wo 
sie weiterhin wohnhaft sind. Zudem sind auch die geltend gemachten 
Schwierigkeiten der alevitisch-kurdischen Minderheit, unter denen de-
ren Angehörige zu leiden haben, gemäss nach wie vor gültiger Praxis 
für sich alleine zu wenig intensiv, als dass ihnen Verfolgungscharakter 
im Sinne des Asylgesetzes zukommt. Um die vom Asylgesetz voraus-
gesetzte Intensität zu erreichen, müssten zusätzliche staatliche Mass-
nahmen hinzukommen, die im konkreten Einzelfall stärker sind als das, 
was die ethnische Minderheit der alevitischen Kurden an sich hinneh-
men  muss. Der  Beschwerdeführer  vermochte  wie  hievor  ausführlich 
dargestellt, keine individuelle Verfolgungsgefahr glaubhaft zu machen.

7.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die übri-
gen Ausführungen in der Beschwerde oder auf die Beweismittel weiter 
einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Der Sachver-
halt ist von der Vorinstanz genügend abgeklärt und erstellt. Es besteht 
keine Veranlassung, eine ergänzende Befragung des Beschwerdefüh-
rers durchzuführen oder eine Botschaftsabklärung in Auftrag zu geben. 
Die entsprechenden Verfahrensanträge sind daher abzuweisen.

Zusammenfassend  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe 
nach Art. 3  AsylG nachweisen oder  glaubhaft  machen konnte. Auch 
eine begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen ist  zu 
verneinen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
demnach zu Recht abgelehnt.

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8.

8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

9.

9.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

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9.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

9.4.1 Weder  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  und  die  allge-
meine  politisch-wirtschaftliche  Lage  in  der  Türkei  respektive  in  der 
Herkunftsprovinz  des  Beschwerdeführers  -  (...)  (vgl.  zur  Sicher-
heitslage im Südosten der Türkei: EMARK 2004 Nr. 8) sprechen gegen 
die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Zudem sind in Anbetracht 

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der  persönlichen  Situation  des  Beschwerdeführers  keine  Gründe 
ersichtlich, die auf eine konkrete Gefährdung beziehungsweise auf ein 
beachtliches Rückkehrrisiko hindeuten würden. Es ist nicht in Abrede 
zu stellen,  dass der  Beschwerdeführer  bei  einer Rückkehr  in  seinen 
Heimatstaat  aufgrund  der  langen  Landesabwesenheit  mit  gewissen 
Schwierigkeiten  konfrontiert  werden  könnte.  Indessen  verfügt  er  in 
seiner Heimat mit den dort verbliebenen Eltern und Geschwistern (vgl. 
Akte A1,  S. 2; A6,  S. 3 f.)  sowie mit  seinem Bruder  D._______ und 
dessen Familie (E-3682/2006; N ...), deren Beschwerde mit  gleichem 
Urteilsdatum  ebenfalls  letztinstanzlich  abgewiesen  wurde,  über  ein 
intaktes  Beziehungsnetz.  Es  steht  ihm  auch  eine  zumutbare 
innerstaatliche Aufenthaltsalternative ausserhalb seiner engeren Hei-
mat  offen,  falls  er  eine  Rückkehr  in  dieses  Gebiet  nicht  in  Betracht 
zieht, hat er doch eigenen Angaben zufolge seit 1997 an verschiede-
nen Orten gelebt und gearbeitet (vgl. Akten A1, S. 2 und A6, S. 5). Die 
sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen der Beschwerde-
führer in der Anfangsphase ausgesetzt sein könnte, stellen keine exis-
tenzbedrohende  Lage  im  Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen 
dar. 

9.4.2 Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch 
als zumutbar.

9.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

10.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

Seite 19

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12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- ... (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Alexandra Püntener

Versand: 

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