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**Case Identifier:** b8a39034-47ab-5b72-8444-689e6e979da0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.11.2022 100 2022 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-114_2022-11-21.pdf

## Full Text

100.2022.114U 
BUC/SBE/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. November 2022

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiberin Streun

A.________ AG
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

B.________ AG
Beschwerdegegnerin 1

Kanton Bern
handelnd durch die Staatskanzlei, Postgasse 68, Postfach, 3000 Bern 8
Beschwerdegegner 2

betreffend Submission; Zuschlag für Medienmonitoring (Verfügung der 
Staatskanzlei des Kantons Bern vom 29. März 2022; 2019.STA.1339)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Am 7. Dezember 2021 schrieb die Staatskanzlei des Kantons Bern (STA), 
Amt für Kommunikation (KomBE), auf der Publikationsplattform SIMAP den 
Auftrag «Medienmonitoring Kanton Bern» im offenen Verfahren aus. Innert 
Frist gingen drei Offerten ein, jene der A.________ AG, jene der B.________ 
AG sowie jene der C.________ AG. Mit Verfügung vom 29. März 2022 
erteilte die Staatskanzlei der B.________ AG den Zuschlag.

B.

Hiergegen hat die A.________ AG am 19. April 2022 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben mit dem Begehren, die Verfügung der Staatskanzlei 
vom 29. März 2022 sei aufzuheben, die B.________ AG sei vom 
Vergabeverfahren auszuschliessen und es sei ihr der Zuschlag zu erteilen. 
Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr der Zuschlag 
zu erteilen bzw. subeventuell die Vergabestelle anzuweisen, den Praxistest 
im Vergabeverfahren gestützt auf die bereits gewählte Bewertungsmethodik 
und auf der Grundlage des Medienspiegels vom 7. Februar 2022 erneut 
durchzuführen. Zur Wahrung dieser Hauptbegehren hat die Beschwerdefüh-
rerin sodann beantragt, ihrer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu er-
teilen. Weiter hat sie Einsicht in sämtliche Verfahrensakten verlangt.

Mit Verfügung vom 22. April 2022 hat der Abteilungspräsident der Staats-
kanzlei superprovisorisch den Vertragsabschluss untersagt.

Die B.________ AG und die Staatskanzlei schliessen mit Be-
schwerdeantworten vom 13. bzw. 16. Mai 2022 je auf Abweisung der Be-
schwerde und des Gesuchs um Erlass vorsorglicher Massnahmen. Sie ha-
ben am 17. Mai 2022 überdies Gelegenheit erhalten, sich zu allfälligen einer 
Akteneinsicht entgegenstehenden überwiegenden Interessen zu äussern. 
Davon hat die Beschwerdegegnerin 1 mit Eingabe vom 31. Mai 2022 Ge-
brauch gemacht, während die Staatskanzlei am 24. Mai 2022 auf eine Stel-
lungnahme verzichtete.

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Die Beschwerdeführerin hat mit Replik vom 7. Juni 2022 an den bisherigen 
Verfahrensanträgen und Begehren in der Sache festgehalten; auch die 
Staatskanzlei und die Beschwerdegegnerin 1 bestätigen mit Duplik vom 24. 
bzw. vom 30. Juni 2022 die bereits gestellten Anträge.

Am 5. Juli 2022 hat der Instruktionsrichter der Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde als ordentliche vorsorgliche Massnahme die aufschiebende Wir-
kung erteilt und der Beschwerdeführerin teilweise Einsicht in die Verfahrens-
akten gewährt. Zugleich hat die Beschwerdeführerin Gelegenheit erhalten, 
die Beschwerde bzw. Replik zu ergänzen, wovon sie mit Eingabe vom 
27. Juli 2022 Gebrauch gemacht (Triplik) und dabei an ihren Anträgen in der 
Sache festgehalten hat. Hierzu haben die Beschwerdegegnerin 1 und die 
Staatskanzlei je am 17. August 2022 Stellung genommen und ebenfalls an 
ihren Anträgen festgehalten. Mit Eingaben vom 15. September 2022 bzw. 
vom 4. und 11. Oktober 2022 haben die Beschwerdeführerin bzw. die Staats-
kanzlei und die Beschwerdegegnerin 1 Schlussbemerkungen eingereicht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der gegen die Zuschlags-
verfügung der Staatskanzlei gerichteten Beschwerde als letzte kantonale In-
stanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. 
auch Art. 12 Abs. 1 und 2 des Gesetzes vom 11. Juni 2002 über das öffent-
liche Beschaffungswesen [ÖBG; BAG 02-092; in Kraft bis 31.1.2022; vgl. 
BAG 21-109] i.V.m. Art. 25 Abs. 1 und Art. 25b des Gesetzes vom 20. Juni 
1995 über die Organisation des Regierungsrates und der Verwaltung [Orga-
nisationsgesetz, OrG; BSG 152.01]; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 62 N. 1 und 6; vgl. 
zum anwendbaren Recht hinten E. 2). Die Beschwerdeführerin hat am vor-
instanzlichen Verfahren teilgenommen und ist als zweitplatzierte Anbieterin 

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durch die angefochtene Verfügung besonders berührt; sie hat zudem ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG), besteht doch eine reelle Chance, dass sie als preisgünstigste 
Anbieterin den Zuschlag erhält (vgl. BGE 141 II 307 E. 6.3, 141 II 14 E. 4.1 ff.; 
BVR 2019 S. 201 [VGE 2018/326 vom 18.12.2018] nicht publ. E. 1.1). Sie ist 
damit zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt. Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (vgl. Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG; 
Art. 14 Abs. 1 ÖBG; Art. 15 Abs. 2 der [alten] Interkantonalen Vereinbarung 
vom 25. November 1994/15. März 2001 über das öffentliche Beschaffungs-
wesen [aIVöB; BAG 02-092 bzw. in der letzten massgeblichen Fassung vom 
15.6.2010, BAG 10-064]). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 14 Abs. 2 
ÖBG sowie Art. 16 Abs. 1 und 2 aIVöB).

2.

Im Zuge der Umsetzung des auf den 1. Januar 2021 in Kraft gesetzten revi-
dierten Übereinkommens vom 30. März 2012 über das öffentliche Beschaf-
fungswesen (GPA; SR 0.632.231.422) ist am 1. Februar 2022 die Interkan-
tonale Vereinbarung vom 15. November 2019 über das öffentliche Beschaf-
fungswesen (IVöB; BSG 731.2-1) für den Kanton Bern gestützt auf Art. 3 und 
4 des Gesetzes vom 8. Juni 2021 über den Beitritt zur interkantonalen Ver-
einbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöBG; BSG 731.2) je-
denfalls «sinngemäss als kantonales Gesetzesrecht» in Kraft getreten, so-
weit sie nicht direkt zur Anwendung gelangt infolge einer zulässigerweise 
bedingt abgegebenen, einseitig den Beitritt herbeiführenden Erklärung des 
Kantons Bern (vgl. Art. 63 Abs. 1 IVöB; zur Zulässigkeit eines Beitritts unter 
Vorbehalt vgl. die zweite Lesung zum IVöBG, in Tagblatt des Grossen Rates 
2021, Sommersession, S. 55 ff. [Geschäfts-Nr. 2019.KAIO.520], sowie 
Bürki/Bieri-Evangelisti, Der Kanton Bern und das Beschaffungskonkordat 
2019: Gedanken zu Zulässigkeit und Wirkung eines Beitritts unter Vorbehalt, 
in BVR 2022 S. 322 ff., 367 ff.). Soweit direkt anwendbar, sieht die Über-
gangsbestimmung in Art. 64 Abs. 1 IVöB jedoch vor, dass Vergabeverfahren, 

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die vor Inkrafttreten dieser Vereinbarung eingeleitet wurden, nach bisheri-
gem Recht zu Ende geführt werden. Auch nach allgemeinen intertemporal-
rechtlichen Prinzipien ist hier auf das bisherige Recht abzustellen (statt vieler 
BVR 2022 S. 139 [VGE 2020/447 vom 21.12.2021] nicht publ. E. 2, 2015 
S. 15 E. 3.1). Auf das mit Ausschreibung vom 7. Dezember 2021 eingeleitete 
Vergabeverfahren (vgl. Sophie Regenfuss, in Hans Rudolf Trüeb [Hrsg.], 
Handkommentar zum Schweizerischen Beschaffungsrecht, 2020, Art. 62 
BöB/Art. 64 IVöB N. 4 mit Hinweis auf die Botschaft des Bundesrats zur 
Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen, 
in BBl 2017 S. 1851 ff., S. 1192 [richtig S. 1992]) ist daher das bisherige 
Recht, mithin das ÖBG, die aIVöB und die Verordnung vom 16. Oktober 
2002 über das öffentliche Beschaffungswesen (ÖBV; BAG 02-072; in Kraft 
bis 31.1.2022 [vgl. BAG 21-111]), anwendbar (zum Ganzen VGE 2021/357 
vom 30.3.2022 [zur Publ. bestimmt] E. 2.1, 2021/339 vom 14.9.2022 E. 3).

3.

3.1 Das KomBE unterstützt die Direktionen, die Staatskanzlei und die 
Ämter in ihrer Kommunikationsarbeit. Es ist die zentrale Ansprechstelle für 
die Medienarbeit der Regierung, der Verwaltung und des Parlaments und 
steuert die Gesamtkommunikation des Kantons (vgl. Art. 13 der Verordnung 
vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Staats-
kanzlei [Organisationsverordnung STA, OrV STA; BSG 152.211]). Für die 
Erfüllung seines Auftrags betreibt es ein umfassendes und kontinuierliches 
Medienmonitoring, das den Organisationseinheiten aller Direktionen sowie 
den Mitgliedern des Grossen Rates zur Verfügung gestellt wird (Ausschrei-
bungsunterlagen vom 7.12.2021, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 2; nachfol-
gend: Ausschreibungsunterlagen] Ziff. 1.2). Im Auftrag des KomBE beobach-
tet ein externer Anbieter Schweizer Printmedien aus drei Landesteilen und 
speist lektorierte Artikel mit Bezug zum Kanton Bern (anhand einer rund 180 
Schlagwörter umfassenden Liste) in eine internetbasierte Datenbank ein 
(inkl. Vergabe von Tags). Auf dieser Grundlage und anhand eigener Me-
dienbeobachtung wertet das KomBE die Medienberichterstattung im Hinblick 
auf ihre Relevanz für die Tätigkeit der kantonalen Behörden und Verwaltung 
täglich aus und versendet eine Auswahl der wichtigsten Artikel und Beiträge 

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an die Empfängerinnen und Empfänger des kantonalen Medienmonitorings 
(Ausschreibungsunterlagen Ziff. 2.1 f.). Mit dem ausgeschriebenen Auftrag 
wird ein Anbieter gesucht, der alle für den Kanton Bern relevanten Print- und 
Onlinemedien sowie Radio und TV-Stationen abdeckt und die interessieren-
den Inhalte zeitgerecht und in der gewünschten Qualität liefert (vgl. Aus-
schreibung vom 7.12.2021, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 1] Ziff. 2.6; Aus-
schreibungsunterlagen Ziff. 3). Im Unterschied zum jetzigen Zustand sollen 
neu vom externen Anbieter nicht nur Printartikel, sondern auch lektorierte 
Artikel bzw. Beiträge aus Online- und elektronischen Medien (Radio und TV) 
mit Bezug zum Kanton Bern in die internetbasierte Datenbank eingespiesen 
und mit Tags versehen werden (Ausschreibungsunterlagen Ziff. 2.3). Das 
Ziel ist ein möglichst lückenloses, lektoriertes Monitoring der definierten The-
men in Schweizer Print-, Online- und elektronischen Medien, wobei die rele-
vanten Lead-Medien im Kanton Bern (gemäss Mediensample in Anhang 3 
der Ausschreibungsunterlagen) im Fokus stehen (Ausschreibungsunterla-
gen Ziff. 2.4).

3.2 Zur Beschaffung des externen Medienmonitorings ab 2023 schrieb 
die Staatskanzlei (KomBE) am 7. Dezember 2021 auf SIMAP den Auftrag 
«Medienmonitoring Kanton Bern» im offenen Verfahren aus (vorne Bst. A). 
Darin bzw. in den Ausschreibungsunterlagen hat sie die Zuschlagskriterien 
und ihre Gewichtung wie folgt bekannt gegeben (Ausschreibung vom 
7.12.2021, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 1] Ziff. 2.10; Ausschreibungsun-
terlagen Ziff. 4.3.1):

Zuschlagskriterien Nachweis Anteil 
in %

Preis Angebot gemäss Offerte 40

Praxistest Medienmonitoring KW3 2022 (Aufgabenstel-
lung unter 3.5)

30

Systemanforderungen 
& Tägliche Medien-
beobachtung

Erklärung und Visualisierung des Tools auf 
max. 10 A4 Seiten inkl. illustrativer Screen-
shots. Mind. ein Gastzugang, mit dem die in-
ternetbasierte Plattform ausprobiert und die 
in der Praxiswoche angelieferten Daten ein-
gesehen werden können

15

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Reporting Einschätzung über die Möglichkeiten und 
Umsetzung (max. 3 A4 Seiten)

5

Angebotspräsentation Präsentationsraster 10

Total 100

Beim Zuschlagskriterium «Systemanforderungen & Tägliche Medienbe-
obachtung» hat die Staatskanzlei in den Ausschreibungsunterlagen folgende 
Unterkriterien definiert: Allgemeine Leistungen (ZK 3.1), Systemanforderun-
gen / internetbasierte Datenbank (ZK 3.2) und Tägliche Medienbeobachtung 
(ZK 3.3). Diese Unterkriterien wurden ihrerseits weiter unterteilt in verschie-
dene Unter-Unter-Kriterien. Beim Zuschlagskriterium Reporting (ZK 3.4) 
wurden ebenfalls drei Unterkriterien bestimmt (vgl. Ausschreibungsunterla-
gen Ziff. 3.1-3.4).

3.3 Ein fünfköpfiges Bewertungsgremium nahm die Evaluation der drei 
eingegangenen Angebote, der Testwoche sowie der Angebotspräsentation 
vor. Gemäss dem von den Mitgliedern des Evaluationsteams verwendeten 
Offertbewertungsblatt wurden die Zuschlagskriterien wie folgt bewertet (vgl. 
Deckblatt Offertbewertung, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 14], auch zum 
Folgenden): 

«0: gar nicht erfüllt / ungenügend
1: eher nicht erfüllt / genügend
2: eher erfüllt / gut
3: vollständig erfüllt / sehr gut»

Zur Konsolidierung wurden laut den Erläuterungen zum Offertbewertungs-
blatt die bei den Zuschlagskriterien erzielten Punkte (exkl. Preis) aus den 
fünf Einzelbewertungen addiert und durch die Anzahl bewertender Personen 
dividiert, wobei das Gesamttotal der Punkte (max. 10'000) bestehen blieb. 
Weiter war vorgegeben, dass «in der Regel» die Punkte anhand der Noten 
ausschlaggebend für die Klassierung sind. Die Begründung war beizuzie-
hen, falls es zwischen zwei Anbietenden knapp würde und eine gemeinsame 
(Neu-)Beurteilung der Angebote im Plenum erforderlich werden sollte. Bei 
der gemeinsamen Beurteilung wurden Ranglistenpunkte vergeben. Die in 
der Kategorie beste Anbieterin erhielt drei Punkte, die zweitbeste Anbieterin 
zwei Punkte, die «schwächste» Anbieterin einen Punkt; die in der entspre-
chenden Kategorie zu vergebenden Punkte wurden dreigeteilt und mit den 

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jeweiligen Ranglistenpunkten multipliziert (vgl. Evaluationsbericht vom 
29.3.2022, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 16] Ziff. 5.3.2).

3.4 Die Vergabestelle bewertete die Angebote der Beschwerdeführerin 
und der Beschwerdegegnerin 1 wie folgt (Konsolidierte Offertbewertung Me-
dienmonitoring, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 14]; Evaluationsbericht vom 
29.3.2022, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 16], Ziff. 5.4):

Dergestalt konsolidiert «bewertet», erhielt die Beschwerdeführerin mit dem 
Angebot zum Preis von Fr. 64'468.80 eine Gesamtpunktzahl von 6'000 und 
belegte den zweiten Platz, während die Beschwerdegegnerin 1 mit ihrem 
Angebot zum Preis von Fr. 81'421.20 eine Gesamtpunktzahl von 6'463 er-
reichte und damit den Zuschlag erhielt (Zuschlagsverfügung vom 29.3.2022, 
in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 19]).

Auszug aus Tabelle "Konsolidierte Offertbewertung" 

Beschwerdeführerin

max. 
Punktzahl

Anzahl 
Bew.

Punkte 
aus Bew.

Bew. 
konso-
lidiert

Punkte 
konso-
lidiert

ZK 3.1 300 1 3 3 3 2 5 240 1 100
ZK 3.2 600 1 1 1 3 0 5 240 1 200
ZK 3.3 600 1 1 1 2 0 5 200 1 200

ZK 3.4 500 2 1 1 2 0 5 200 1 167
Praxistest 3000 1 2 1 3 1333 1 1000
Präsentation 1000 2 2 1 1 4 500 1 333
Preis 4000 4000 4000

10000 6713 6000

Beschwerdegegnerin 1

max. 
Punktzahl

Anzahl 
Bew.

Punkte 
aus Bew.

Bew. 
konso-
lidiert

Punkte 
konso-
lidiert

ZK 3.1 300 2 3 3 3 2 5 260 2 200
ZK 3.2 600 3 3 3 3 3 5 600 3 600
ZK 3.3 600 3 3 3 3 4 600 3 600

ZK 3.4 500 3 3 3 3 4 500 3 500
Praxistest 3000 2 2 1 3 1667 2 2000
Präsentation 1000 3 3 3 2 4 917 2 667
Preis 4000 1896 1896

10000 6440 6463

Einzelnoten 

Einzelnoten 

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4. 

Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die Beschwerdegegnerin 1 erfülle 
das Eignungskriterium (EK) 3.2.7 «Einhaltung der Allgemeinen Geschäfts-
bedingungen» nicht und hätte deshalb vom Verfahren ausgeschlossen wer-
den müssen. 

4.1 Allfällige Eignungskriterien sind in den Ausschreibungsunterlagen 
festzulegen (Art. 16 Abs. 1 ÖBV). Es handelt sich dabei um Anforderungen, 
die an die Anbietenden gestellt werden, um zu gewährleisten, dass sie zur 
sachgerechten Ausführung und Erledigung des ausgeschriebenen Auftrags 
in der Lage sind. Gegenstand sein können insbesondere die fachliche, tech-
nische, organisatorische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Anbie-
terschaft, wobei die Eignungskriterien jeweils auftragsspezifisch zu bestim-
men und wo nötig zu präzisieren sind. Zur Beurteilung der festgelegten Eig-
nungskriterien können Nachweise verlangt werden (Art. 16 Abs. 2 und 3 
ÖBV; vgl. auch zum Folgenden VGE 2018/169 vom 5.9.2018 E. 5.1 [bestätigt 
durch BGer 2C_916/2018 vom 11.6.2019]; Christoph Jäger, Öffentliches Be-
schaffungsrecht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwaltungsrecht, 
3. Aufl. 2021, S. 871 ff. [nachfolgend: Öffentliches Beschaffungsrecht], 
S. 923 Rz. 183 mit Hinweisen). Bei der Formulierung und Anwendung der 
Eignungskriterien verfügt die Vergabebehörde über einen grossen Beurtei-
lungsspielraum. Eignungskriterien sind in der Regel Ausschlusskriterien, die 
entweder erfüllt sind oder nicht. Liegt die geforderte Eignung vor, führt dies 
zur Zulassung zum (weiteren) Verfahren; sind die Eignungskriterien dagegen 
nicht (vollständig) erfüllt, hat dies grundsätzlich den Ausschluss vom Verga-
beverfahren zur Folge (Art. 24 Abs. 1 Bst. c ÖBV; vgl. etwa VGE 2016/291 
vom 3.4.2017 E. 7.3 [bestätigt durch BGer 2D_17/2017 vom 7.3.2018]; 
Christoph Jäger, Öffentliches Beschaffungsrecht, S. 923 Rz. 185, Galli/Mo-
ser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, 
Rz. 580 ff.; Martin Beyeler, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, 2012, 
Rz. 1687; zum Ganzen VGE 2021/169 vom 31.8.2021 E. 3.2.1). 

4.2 Wie die Erklärung eines Anbieters bzw. einer Anbieterin im Vergabe-
verfahren – und damit dessen bzw. deren Angebot – zu verstehen ist, ist 
durch Auslegung zu ermitteln. Der Gehalt einer Offerte bestimmt sich, den 
gewöhnlichen schuldrechtlichen Auslegungsregeln entsprechend, nach 

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Massgabe des durch die Anbieterin bzw. den Anbieter erklärten wirklichen 
Willens, soweit die Vergabestelle diesen erkannt hat. Der wirkliche Wille ei-
ner Anbieterin bzw. eines Anbieters kann sich dabei aus dem Angebot und 
den Umständen ergeben oder aus der Einholung von Erläuterungen resul-
tieren. Im Übrigen bestimmt sich der Inhalt eines Angebots danach, was die 
Vergabestelle nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste (vgl. 
BGer 2D_64/2019 vom 17.6.2020 E. 3.4 [mit Hinweis auf BGE 141 II 353 
E. 8.2.4 {Pra 105/2016 Nr. 31}], 3.6 und 4.3 [zusammengefasst in BR 2021 
S. 39]; vgl. auch BVR 2019 S. 201 E. 3.3; VGE 2018/232 vom 15.11.2018 
E. 2.4, 2018/169 vom 5.9.2018 E. 5.1 [bestätigt durch BGer 2C_916/2018 
vom 11.6.2019; je betreffend Auslegung der Ausschreibung]; Martin Beyeler, 
a.a.O., Rz. 1736; zum Ganzen VGE 2021/169 vom 31.8.2021 E. 3.2.2).

4.3 Die Ausschreibung «Medienmonitoring Kanton Bern» enthält die als 
EK formulierte Vorgabe, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des 
Kantons Bern über die Informationssicherheit und den Datenschutz bei der 
Erbringung von Informatikdienstleistungen («AGB ISDS») einzuhalten sind 
(vgl. Ausschreibung vom 7.12.2021, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 1] 
Ziff. 3.7; Ausschreibungsunterlagen Ziff. 3.2). Zum Nachweis der Eignung 
war das Formular «Anhang 2: Eignungskriterien» auszufüllen, wobei bezüg-
lich des EK 3.2.7 «Einhaltung der AGB ISDS» hinter der Aussage «Der An-
bieter bestätigt die Einhaltung der AGB des Kantons Bern» ein Kreuz (Ja 
oder Nein) zu setzen war (vgl. Ausschreibungsunterlagen Ziff. 4.2 und An-
hang 2 Formular «Eignungskriterien», auch zum Folgenden). Bei der Beur-
teilung der Eignung war gemäss Ausschreibungsunterlagen «ausschliesslich 
auf die Angaben im Formular oder auf explizite referenzierte Zusatzdoku-
mente» abzustützen; das Formular musste vollständig ausgefüllt und rechts-
gültig unterzeichnet werden. – In ihrem Angebot vom 2. Februar 2022 (in 
Vorakten STA [act. 6B, Reg. 6] S. 7 ff. [nachfolgend: Angebot]) hat die Be-
schwerdegegnerin 1 den Anhang 2 vollständig ausgefüllt und alle Fragen mit 
Ja beantwortet. Insbesondere hat sie das streitbetroffene EK 3.2.7 zur Ein-
haltung der AGB des Kantons Bern und damit die Einhaltung der AGB ISDS 
bestätigt (Angebot S. 8). Im detaillierten Projektbeschrieb (Angebot S. 12 f., 
Ziff. 4.1) führt die Beschwerdegegnerin 1 zudem aus, dass das Angebot 
«dem schweizerischen Datenschutzrecht sowie allenfalls anwendbarem 
ausländischem Datenschutzrecht wie insbesondere jenem der Europäischen 

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Union (EU) mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)» unterliege 
(Angebot S. 13). Die Anbieterin hat dabei die AGB ISDS im Untertitel des 
entsprechenden Abschnitts zwar erwähnt («Einhaltung AGB und ISDS 
[EK 3.2.7]») und sich in den nachfolgenden Erläuterungen zu den öffentlich-
rechtlichen Datenschutzbestimmungen (insb. der EU) geäussert, nicht je-
doch zu den AGB ISDS des Kantons Bern.

4.4 Nach dem Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin 1 – wie es der 
Nachweis erforderte – im Formular «Eignungskriterien» (Anhang 2) die Ein-
haltung des AGB ISDS zugesichert. Damit steht ihre Eignung fest, genügte 
doch gemäss den Ausschreibungsunterlagen die Bestätigung, dass der oder 
die Anbietende die AGB ISDS einhalten werde. Daran ändert nichts, dass 
sie im detaillierten Projektbeschrieb die AGB ISDS in den Erläuterungen 
nicht erwähnt hat bzw. nicht weiter darauf eingegangen ist. Da die Deklara-
tion im Formular 2 massgeblich war, musste die Anerkennung der AGB ISDS 
im detaillierten Projektbeschrieb nicht nochmals zugesichert werden. Die 
Staatskanzlei durfte den dort gemachten Verweis der Beschwerdegegnerin 
1 auf das anwendbare Recht und die DSGVO ohne Weiteres als eine allge-
meine Erklärung zur Datenschutzpolitik der Beschwerdegegnerin 1 verste-
hen, wird doch dadurch die ausdrückliche und vorbehaltlose Anerkennung 
der AGB ISDS im massgeblichen Formular nicht in Frage gestellt. Es ist da-
her nicht zu beanstanden und hält der Rechtskontrolle stand, wenn die 
Staatskanzlei das EK 3.2.7 «Einhaltung der Allgemeinen Geschäftsbedin-
gungen» bei der Beschwerdegegnerin 1 als erfüllt betrachtet und davon ab-
gesehen hat, diese vom Vergabeverfahren auszuschliessen. 

5.

Strittig ist weiter, ob die Bewertung der Zuschlagskriterien (ZK), insbeson-
dere des ZK «Praxistest», rechtskonform ist.

5.1 Der Zuschlag ist dem wirtschaftlich günstigsten Angebot zu erteilen, 
wobei als solches dasjenige gilt, das die Zuschlagskriterien am besten erfüllt 
(Art. 30 Abs. 1 ÖBV; vgl. auch Art. 13 Bst. f aIVöB). Als Zuschlagskriterien 
können neben dem Preis weitere Kriterien berücksichtigt werden, insbeson-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 12

dere Qualität, Termine, Ökologie, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kun-
dendienst, Zweckmässigkeit, technischer Wert, Ästhetik, Kreativität und Inf-
rastruktur (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 ÖBV; vgl. auch BGE 143 II 553 E. 6.4). Die 
Zuschlagskriterien sind von der Vergabebehörde jeweils im Einzelfall auf-
tragsspezifisch festzulegen (Art. 30 Abs. 2 Satz 2 ÖBV). Auswahl und Ge-
wichtung müssen sachlich gerechtfertigt sein, d.h. sich an den Anforderun-
gen des konkreten Auftrags und dessen Bedeutung orientieren (vgl. 
Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 872 und 917; Matthias Hauser, 
Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, in AJP 2001, S. 1405 ff., 1406; vgl. 
auch Christoph Jäger, Öffentliches Beschaffungsrecht, S. 924 Rz. 189). Um 
die notwendige Transparenz zu gewährleisten, müssen die Zuschlagskrite-
rien zudem nach ihrer prozentualen Gewichtung oder zumindest in der 
Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt gegeben werden (vgl. statt vieler 
BGE 143 II 553 E. 7.7, 130 I 241 E. 5.1 [Pra 94/2005 Nr. 59]; 
Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 956, 972 f.). Für die in den Anwen-
dungsbereich des ÖBG fallenden Beschaffungen schreibt das kantonale 
Submissionsrecht vor, dass die Zuschlagskriterien in den Ausschreibungs-
unterlagen mit ihrer Gewichtung aufzuführen sind. Stellt der Preis ein Zu-
schlagskriterium dar, muss vorgängig auch die Regel bekannt gegeben wer-
den, wie der Preis bewertet wird (Art. 30 Abs. 2 ÖBV). Der Vergabebehörde 
steht bei der Festlegung der Kriterien, deren Gewichtung und der Wahl von 
Bewertungsmethoden ein grosser Beurteilungsspielraum bzw. ein weites Er-
messen zu; die Beschwerdeinstanzen greifen nur ein, wenn die Vergabebe-
hörde sich rechtsfehlerhaft verhält (vgl. Art. 16 Abs. 1 und 2 aIVöB; Art. 14 
Abs. 2 ÖBG; BVR 2019 S. 201 E. 3.1, 2015 S. 564 E. 4.1 f.; VGE 2021/338 
vom 22.8.2022 E. 6.1; Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 873 ff., 956; 
Martin Beyeler, Ziele und Instrumente des Vergaberechts, 2008 [nachfol-
gend: Ziele und Instrumente], Rz. 143). 

5.2 Die publizierten Zuschlags- und Unterkriterien – samt Gewichtung 
und allfälligen Bewertungsregeln – sind für die Vergabebehörde verbindlich. 
Sie hat die Angebote demnach ausschliesslich nach den vorab bekannt 
gegebenen Kriterien zu beurteilen (BVR 2019 S. 201 E. 3.3; vgl. Galli/Mo-
ser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 859 f.). Bei der Bewertung der einzelnen Ange-
bote anhand der Zuschlagskriterien verfügt die Vergabebehörde über einen 
Beurteilungsspielraum, dessen Handhabung der Rechtskontrolle durch die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
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Rechtsmittelinstanzen unterliegt, auch wenn diese regelmässig eine gewisse 
Zurückhaltung üben (BVR 2006 S. 500 [VGE 22523 vom 12.7.2006] nicht 
publ. E. 5.2 f.; jüngst VGE 2021/338 vom 22.8.2022 E. 6.2; vgl. auch 
BGE 141 II 353 E. 3, 141 II 14 E. 8.3; BGer 2D_9/2019 vom 22.7.2019 
E. 3.3). Die Angebotsbewertung muss in sachlich haltbarer und nachvoll-
ziehbarer Weise erfolgen. Die Bewertungsmethode darf nicht zu Ergebnis-
sen führen, welche die bekannt gegebene Gewichtung der Zuschlagskrite-
rien verwischt oder gar umkehrt (vgl. BVR 2006 S. 327 E. 4e; VGE 2019/369 
vom 24.3.2020 E. 3.2; Christoph Jäger, Öffentliches Beschaffungsrecht, 
S. 925 ff. und 933 Rz. 192, 199 und 218; Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., 
Rz. 914). Der Grundsatz der Gleichbehandlung (Art. 11 Abs. 1 Bst. a aIVöB) 
gebietet, dass das Bewertungs- und Benotungssystem auf alle Angebote in 
gleicher Weise und nach gleichen Massstäben angewendet wird (vgl. Art. 25 
Abs. 1 ÖBV; Martin Beyeler, Ziele und Instrumente, Rz. 185 ff., 213 ff.; 
Matthias Hauser, a.a.O., S. 1409 f.; Christoph Jäger, Öffentliches Beschaf-
fungsrecht, S. 902 f. Rz. 107 f.). Die Vergabebehörde hat die Überlegungen, 
die sie zu ihrem Entscheid geführt haben, zu dokumentieren. Dabei sind die 
Kriterien der Punkteverteilung im Einzelnen zu erläutern und die Wertungs-
entscheide offen zu legen, die zur konkreten Benotung geführt haben. Nur 
so kann im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung des Zuschlagsentscheids 
beurteilt werden, ob eine rechtsgleiche und sachgemässe Bewertung der 
Angebote im Rahmen des der Vergabebehörde zustehenden Beurteilungs-
spielraums erfolgt ist (VGE 2021/338 vom 22.8.2022 E. 11.2, 2019/369 vom 
24.3.2020 E. 6.4 je mit Hinweisen; vgl. auch vorne E. 5.1).

5.3 Aus den Ausschreibungsunterlagen ergibt sich bezüglich des ZK 
«Praxistest» (vgl. vorne E. 3.2), dass die Anbieterinnen für die Kalenderwo-
che 3 des Jahres 2022 (17.-23.1.2022) ein «Referenzwoche Medienmonito-
ring» einzureichen hatten. Dabei sollten sie einerseits «demonstrieren, dass 
sie die für KomBE relevanten Inhalte gemäss Mediensample, Schlagwort- 
und Tagliste (gemäss Anhang 3-5) finden». Andererseits war «auf[zu]zeigen, 
wie ihre Suchergebnisse auf der internetbasierten Datenbank dargestellt und 
Artikel über die Suchmaske gefunden und ergänzt werden können». Und 
drittens war zu «zeigen, wie sie die gefundenen Artikel in einem täglichen 
Medienmonitoring zielgruppengerecht aufbereiten und versenden» (Aus-
schreibungsunterlagen Ziff. 3.5). Anlässlich der Fragerunde wurde zum Zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 14

schlagskriterium «Praxistest» u.a. ausgeführt, dass im Praxistest Medien-
sample, Schlagwortliste sowie Tagliste komplett abzubilden seien. Zudem 
müssten die Anforderungen an das Branding (EK 3.2.5 und 3.3.3) zwingend 
erbracht werden. Die Erfüllung weiterer Brandinganforderungen (ZK 3.2.5, 
3.3.4 und 3.3.5) sei wünschenswert (vgl. Fragen und Antworten, in Vorakten 
STA [act. 6B, Reg. 3], Antwort auf Frage 1). – Die Staatskanzlei nahm in der 
Folge eine Auswertung der seitens der Anbieterinnen angelieferten Medien-
inhalte vor. Die Auswertung ist dabei unter zwei Gesichtspunkten erfolgt: 

5.3.1 Zum einen sind die in der Internetdatenbank angelieferten Treffer in 
eine Excel-Liste exportiert und eine Kategorisierung anhand eines Ampel-
systems (in den Farben grün, orange und rot) vorgenommen worden. Die 
Farben des Ampelsystems wurden von der Staatskanzlei wie folgt zugewie-
sen: grün = Treffer, die dem Gesuchten entsprechen; orange = Treffer, die 
als Grenzfall eingeordnet werden können; rot = Fehltreffer, die nicht mit dem 
Gesuchten übereinstimmen (vgl. Duplik vom 24.6.2022, act. 15, S. 4 auch 
zum Folgenden). Bei den mit «grün» bewerteten handelte es sich um jene 
Artikel, die dem von der Staatskanzlei gesuchten Trefferbild anhand der 

Analyse Testtage

C.________ grün orange rot grün orange rot
Print 25 3 5 44 12 21
Radio 3 3 0 3 0 0
TV 2 0 0 2 0 0
Online 32 8 0 44 0 1

B.________
Print 26 1 0 37 4 9
Radio 6 1 0 5 0 0
TV 1 0 0 2 0 0
Online 50 3 0 56 1 9

A.________
Print 1 2 0 55 6 7
Radio 10 1 0 10 3 0
TV 3 0 0 2 0 0
Online 36 12 1 38 31 4

17.1 19.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 15

Schlagwortliste entsprechen. Für zwei Tage der Testwoche (17. und 
19.1.2022) ist sodann eine Auswertung der Treffer in den Bereichen «Print», 
«Radio», «TV» und «Online» vorgenommen worden, und zwar wie folgt: 

5.3.2 Zum anderen verglich die Staatskanzlei über die ganze Testwoche 
hinweg die von den Anbieterinnen angelieferten Treffer mit den durch die 
Staatskanzlei im täglichen Medienversand an die kantonalen Nutzerinnen 
und Nutzer des Medienmonitorings verschickten Artikel und Beiträge (Nähe-
res zum aktuellen Zustandekommen dieser Sendungen hinten E. 5.7). Die 
von den Anbieterinnen erreichten Prozentanteile an den von ihr in dieser 
Woche zusammengestellten und versandten Printartikeln wies sie in der 
Liste «Eff. versendete Printartikel» (in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 11]) für 
die deutschsprachigen und französischsprachigen Medien separat aus. Da-
bei erreichten die Anbieterinnen die folgenden Prozentanteile: C.________ 
AG 97 % (dt.) und 82 % (franz.), B.________ AG 80 % (dt.) und 42 % (franz.) 
sowie A.________ AG 53 % resp. 70 % (dt.) und 49 % (franz.). 

5.3.3 Massstab für die Auswertung der Testwoche bildeten demnach so-
wohl die Fundtreffer nach Schlagwortliste als auch die effektiv durch das 
KomBE versendeten Medieninhalte. Anhand dieser Grundlagen gelangte 
das Bewertungsgremium für die Benotung des ZK «Praxistest» zu folgenden 
Schlüssen (Evaluationsbericht vom 29.3.2022, in Vorakten STA [act. 6B, 
Reg. 16], Ziff. 5.3.2.3; Hervorhebung nur hier): 

«[…] Den mit Abstand besten Eindruck hinterliess C.________. Der 
Anbieter fand über die gesamte Testwoche 97 % der im effektiv 
verschickten Monitoring enthaltenen Printartikel. Bei der Beobachtung 
der beiden französischsprachigen Zeitungen Journal du Jura und 
Quotidien Jurassien vermochte C.________ 82 % der für KomBE 
relevanten Artikel zu finden. Auch bei den beiden komplett analysierten 
Testtagen (Print, Online, Radio und TV) […] fand C.________ im 
Vergleich mit den beiden anderen Anbietern am meisten für KomBE 
relevante Artikel. Einzig bei den elektronischen Medien vermochte 
C.________ nicht restlos zu überzeugen. […] B.________ kam jedoch 
immerhin auf einen 80 % Anteil der in der Testwoche von KomBE 
effektiv versandten Printartikel. Offensichtliche Schwächen offenbarte 
B.________ beim Anteil gefundener französischsprachiger Artikel (42 
%). Bei den beiden komplett beobachteten Testtagen fand B.________ 
zwar weniger relevante Artikel als C.________, hatte von allen 
Anbietern aber am wenigsten falsche resp. nicht relevante Artikel ange-
liefert. Bei der A.________ gestaltete sich die Auswertung schwierig, da 
der Excel-Export deutlich weniger Artikel lieferte als der PDF-Export. 
Unabhängig davon erzielte A.________ beim Vergleich mit den effektiv 
von KomBE versandten Printartikeln lediglich Werte von 53 % (Excel-
Export) resp. 70 % (PDF-Export). Bei der Analyse von Journal du Jura 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 16

und Quotidien Jurassien kommt A.________ auf 49 %. Bei den beiden 
komplett analysierten Testtagen fand A.________ am wenigsten 
relevante Artikel, konnte aber mit den meisten elektronischen Beiträgen 
(Radio und TV) überzeugen».

5.4 Die Beschwerdeführerin macht zusammenfassend geltend, die Be-
wertung des ZK «Praxistest» sei nicht korrekt erfolgt. Zunächst seien die von 
der Vergabestelle als «relevant» erachteten Treffer nicht gemäss der vorge-
gebenen Schlagwortliste bestimmt worden und fehlten Kriterien für die Kate-
gorisierung der orangen Treffer. Weiter sei nicht nachvollziehbar, unter wel-
chen Gesichtspunkten die Beurteilung erfolgt sei. Die Vergabestelle habe – 
nebst der Trefferrelevanz – zwei weitere Unterkriterien bekannt gegeben: Ei-
nerseits sei aufzuzeigen gewesen, wie Suchergebnisse in der internetbasier-
ten Datenbank dargestellt und Artikel über die Suchmaske gefunden und er-
gänzt werden könnten. Andererseits sei zu präsentieren gewesen, wie die 
gefundenen Artikel in einem täglichen Medienmonitoring zielgruppengerecht 
aufbereitet und versendet würden. Was unter diesen beiden Aspekten indes 
konkret bewertet worden sei und wie dies das Ergebnis beeinflusst habe, sei 
nicht ersichtlich. Unklar sei auch die Abgrenzung zu bereits unter anderen 
Subkriterien bewerteten Gesichtspunkten wie namentlich zu den ZK 3.2.3 
«Benutzerfreundliche Bedienung und Darstellung der internetbasierten Da-
tenbank» und 3.3.2 «Aufzeigen einer innovativen Lösung für den Versand 
des täglichen Medienmonitorings». Zudem beruhe die Bewertung auf fal-
schen Grundlagen, zumal Medientreffer ihres Praxistests – aus welchen 
Gründen auch immer – aus der internetbasierten Datenbank gelöscht wor-
den seien. Die Mitglieder des Evaluationsteams seien darum bei der 
Bewertung ihres Angebots von einem zu schlechten Resultat ausgegangen. 
Die Praxistestbewertung sei schliesslich auch deshalb rechtsfehlerhaft, weil 
sie auf einem Vergleich mit den im Testzeitraum effektiv vom KomBE ver-
schickten Treffer und damit auf einer «Soll-Vorgabe» beruhe, die auf einer 
Vorselektion durch eine der beiden Konkurrentinnen gründe, womit diese be-
günstigt werde. – Die Staatskanzlei bringt dagegen vor, dass die Bewertung 
korrekt erfolgt sei bzw. sich allfällige Fehler nicht auf das Endergebnis aus-
gewirkt hätten. Zwar seien aus nicht nachvollziehbaren Gründen tatsächlich 
Treffer der Beschwerdeführerin im (virtuellen) Papierkorb gelandet und der 
Excel-Export unvollständig gewesen. Aus der Liste «Eff. versendete Printar-
tikel» und dem Evaluationsbericht gehe jedoch hervor, dass die Staatskanz-
lei auf die Differenz zu den im PDF-Export ausgewiesenen Titeln aufmerk-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 17

sam geworden sei und die fehlenden Treffer (ebenfalls) berücksichtigt habe. 
Die Beschwerdeführerin verkenne, dass sie bei der für das KomBE wichtigs-
ten Evaluation, nämlich dem Vergleich der von den Anbieterinnen gefunde-
nen mit den vom KomBE ausgewählten und effektiv verschickten Printarti-
keln, klar am schlechtesten abgeschnitten habe. Was die Excel-Liste bzw. 
die Auswertung der beiden Stichtage betreffe, sei diese für die Beurteilung 
der Testwoche von untergeordneter Bedeutung, habe doch die Farbcodie-
rung lediglich dazu gedient, zu ermitteln, in welchem Ausmass ein «Rau-
schen» existiere. Es sei absichtlich darauf verzichtet worden, die Analyse zu 
quantifizieren und eine Fehler- bzw. Trefferquote zu berechnen, zumal eine 
solche nur bedingt einen Gradmesser für die Qualität des Monitorings dar-
stelle. Was die weiteren Unterkriterien betreffe, seien die Darstellung der Su-
chergebnisse und die Auffindbarkeit der Artikel einschliesslich Ergänzungs-
möglichkeiten sowie die zielgruppengerechte Aufbereitung und der Versand 
beurteilt worden. Dabei habe die internetbasierte Datenbank der Beschwer-
deführerin («…») im Vergleich zu den Angeboten der Konkurrentinnen 
schlechter abgeschnitten; das Evaluationsteam habe sich schwergetan, das 
Tool mit seinem kompletten Funktionsumfang zu bedienen. Die Subkriterien 
seien bewusst nicht je einzeln, sondern als Ganzes bewertet worden.

5.5 Die Staatskanzlei hat zwar bestätigt, dass die Excel-Liste, die in Be-
zug auf die Suchtreffer der Beschwerdeführerin zumindest teilweise Grund-
lage der Beurteilung bildete, nicht vollständig gewesen ist. Gleichzeitig hält 
sie aber fest, dies habe sich auf die Bewertung und Rangierung nicht ausge-
wirkt. Dem kann nicht gefolgt werden: 

5.5.1 Zwar hat die Vergabebehörde eine Diskrepanz in der Zahl der von 
der Beschwerdeführerin gefundenen Inhalte festgestellt. In der Folge berück-
sichtigte sie deshalb bei der Beschwerdeführerin für den Vergleich der ge-
fundenen Printartikel mit den vom KomBE ausgewählten und effektiv ver-
schickten Artikeln auch die Titel des PDF-Exports, welcher höhere Zahlen 
ausweist als der Excel-Export. Nicht berücksichtigt hat sie diese höheren 
Zahlen jedoch bei der detaillierten Auswertung der Testtage; diese beruht 
vielmehr auf den tieferen Zahlen des Excel-Exports (vgl. Analyse der eff. ver-
sendeten Printartikel sowie handschriftliche Analyse der Testtage vom 17. 
und 19.1.2022, beide in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 11]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 18

5.5.2 Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren hat die Staatskanzlei die 
Excel-Liste nun nachträglich um die gelöschten Medieninhalte ergänzt und 
eine neue, korrigierte Auswertung vorgenommen (vgl. Beschwerdeantwort 
vom 16.5.2022 [act. 6] S. 10), in der sie nach eigenen Angaben weitere Feh-
ler und noch enthaltene Mehrfachtreffer eliminierte. Nach dieser neuen Ta-
belle zeigt sich die Verteilung der von den Anbieterinnen angelieferten Me-
dienbeiträge in den verschiedenen Kategorien wie folgt (Änderungen hervor-
gehoben):

Ein Vergleich dieser neuen Auswertung mit der dem Evaluationsbericht zu-
grundeliegenden (vgl. vorne E. 5.3.1) zeigt einige Unterschiede: So liegen 
die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin 1 im Printbereich nun-
mehr praktisch gleichauf. Im Onlinebereich schneidet dagegen die Be-
schwerdegegnerin 1 gegenüber der Beschwerdeführerin besser ab, wäh-
rend die Beschwerdeführerin dafür bei Radio und TV mehr Treffer aufweist. 
Es zeigt sich damit gegenüber der dem Evaluationsbericht zugrundeliegen-
den Auswertung ein deutlich ausgeglicheneres Bild bezüglich der von den 
Anbieterinnen gefundenen Treffer. Dabei kann der Staatskanzlei nicht 
gefolgt werden, wenn sie vorbringt, dass dies im Ergebnis an der ursprüng-
lichen Bewertung (Punktevergabe) beim Praxistest und damit am Gesamter-
gebnis nichts ändere (Beschwerdeantwort S. 11): Zwar soll die Bewertung 
anhand der Printliste im Vordergrund gestanden haben und die Excel-Liste 
nur zur Feststellung des «Rauschens» (d.h. der Menge der irrelevanten oder 

Tabelle Staatskanzlei korrigiert

C._____ grün orange rot grün orange rot
Print 22 3 5 38 12 19
Radio 2 2 0 3 0 0
TV 2 0 0 2 0 0
Online 9 2 0 14 0 1

B._____
Print 11 0 0 33 5 8
Radio 6 1 0 5 0 0
TV 1 0 0 3 0 0
Online 28 3 0 33 3 5

A._____
Print 11 4 0 31 6 6
Radio 9 2 0 10 3 0
TV 3 0 0 2 0 0
Online 22 8 1 25 20 4

17.1 19.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 19

redundanten Inhalte) gedient haben. Dies entspricht indes nicht der Begrün-
dung für die Bewertung gemäss Evaluationsbericht (vgl. vorne E. 5.3.3, auch 
zum Folgenden). Insbesondere geht aus diesem nicht hervor, dass der ers-
ten Auswertung (Übereinstimmung der Treffer mit der Liste der effektiv ver-
sendeten Printartikel) gegenüber der zweiten (Detaillierte Auswertung zweier 
Testtage für alle vier Medienbereiche) ein höheres Gewicht zugekommen 
wäre; vielmehr werden die beiden Auswertungen als gleichwertig nebenei-
nander präsentiert. Entgegen der Vorbringen der Staatskanzlei wird im Eva-
luationsbericht durchaus darauf abgestellt, wer in welcher Kategorie anhand 
der Farbcodierung wie abgeschnitten hat. Die quantitative Auswertung ent-
sprechend der Farbcodierung bildete somit sehr wohl Grundlage der Bewer-
tung gemäss Evaluationsbericht. Soweit die Staatskanzlei nunmehr geltend 
macht, dass grüne Treffer nicht zwingend relevante Treffer seien, ergibt sich 
aus dem Evaluationsbericht gerade nicht, dass dies bei der Bewertung mit-
berücksichtigt worden wäre. Anders als die Staatskanzlei ausführt, ist zudem 
im Evaluationsbericht das «Rauschen» nur am Rand Thema, wird es doch 
einzig bei der Beschwerdegegnerin 1 und nur in Bezug auf die Printartikel 
erwähnt. Gemäss Evaluationsbericht bildete die – in Bezug auf die Be-
schwerdeführerin unrichtige – Excel-Liste demnach massgebliche Grund-
lage für die Bewertung des ZK «Praxistest». 

5.5.3 Nach dem Gesagten ist ohne Weiteres möglich, dass die Mitglieder 
des Evaluationsteams bei der Bewertung des Angebots der Beschwerdefüh-
rerin auf eine höhere Note geschlossen resp. diese gegenüber den Konkur-
rentinnen besser bewertet hätten, wenn sie dabei nicht auf die fehlerhafte 
Excel-Liste, sondern auf die später ermittelten korrekten Zahlen abgestellt 
hätten. Daran ändert nichts, dass die Staatskanzlei die Relevanz der erziel-
ten grünen Treffer als Gradmesser für die Qualität der erzielten Suchresul-
tate nunmehr stark – allerdings nicht durchwegs stichhaltig – zu relativieren 
versucht (vgl. etwa Beschwerdeantwort vom 16.5.2022 S. 8; Duplik vom 
24.6.2022 S. 4) und dass das Bewertungsgremium beim Vergleich mit den 
effektiv vom KomBE versandten deutschsprachigen Printartikeln sowohl auf 
den Excel- als auch auf den PDF-Export abgestellt hat. 

5.6 Damit beruht, wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt, die Bewer-
tung des ZK «Praxistest», das mit einem Gewicht von 30 % bzw. maximal 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 20

3'000 Punkten für die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots be-
deutungsvoll ist, auf einem unrichtigen Sachverhalt und erweist sich als 
rechtsfehlerhaft. Was die weiteren in Zusammenhang mit dem ZK «Praxis-
test» vorgebrachten Rügen betrifft, ist zunächst festzuhalten, dass die für 
seine Beurteilung vorab bekannt gegebenen Kriterien und Unterkriterien 
prinzipiell verbindlich sind (vorne E. 5.2), weshalb die Bewertung anhand 
(sämtlicher) dieser Gesichtspunkte zu erfolgen hat. Allerdings ist es zulässig, 
in den Ausschreibungsunterlagen die Unterkriterien ohne Gewichtung anzu-
geben, solange sie zumindest in der Reihenfolge ihrer Bedeutung genannt 
werden (vgl. Art. 30 Abs. 2 ÖBV; vorne E. 5.1). Die Vergabestelle durfte so-
mit dem erstgenannten Unterkriterium – dem Finden der «relevanten In-
halte» (vgl. vorne E. 5.3) – die grösste Bedeutung zuerkennen. Ebenso hat 
sie den ihr bei der Konkretisierung der Zuschlagskriterien zustehenden (wei-
ten) Beurteilungsspielraum (vorne E. 5.2) nicht überschritten, wenn sie für 
die Bewertung dieses ersten (Unter-)Kriteriums auch die Übereinstimmung 
der Treffer mit den effektiv versendeten Printartikeln für massgeblich erach-
tete (vgl. auch VGer ZH VB.2015.00273 vom 1.9.2015 E. 4.5.3, auch zum 
Folgenden). Unter Transparenzgesichtspunkten erschiene indes heikel, die 
Auswertung der Testwoche – hinsichtlich des ersten Unterkriteriums – über-
wiegend anhand der «Soll-Grösse» der effektiv versendeten Printartikel vor-
zunehmen, geht doch die besondere Bedeutung dieses Faktors und Teilbe-
reichs des Monitorings nicht in einer Klarheit aus den Ausschreibungsunter-
lagen hervor, welche es erlaubte, ihm einen vorrangigen Stellenwert einzu-
räumen. Was sodann die beiden weiteren Unterkriterien angeht (Darstellung 
der Suchergebnisse / Aufbereitung und Versand; vgl. vorne E. 5.3), ist zu-
nächst unproblematisch, dass diese mit den unter den ZK 3.2.3 (Benutzer-
freundlichkeit der Datenbank) und 3.3.2 (innovative Lösung für täglichen Ver-
sand) bewerteten inhaltlich teils übereinstimmen; es erscheint jedenfalls 
nicht rechtsfehlerhaft, bestimmte Bestandteile des Angebots unter dem 
Gesichtspunkt verschiedener Zuschlagskriterien zu beurteilen (vgl. 
VGer ZH VB.2016.00300 vom 10.2.2017 E. 9.5; zur Doppelprüfung als Eig-
nungs- und Zuschlagskriterien statt vieler BGE 139 II 489 E. 2.2.4). Jedoch 
muss klar sein, was bei welchem Kriterium Gegenstand der Beurteilung bil-
dete. Dies bedingt, dass hierüber innerhalb des Beurteilungsgremiums Ei-
nigkeit sowie ein (möglichst) übereinstimmendes Verständnis hinsichtlich 
des Beurteilungsmassstabs bestand (vgl. Daniela Lutz, Die fachgerechte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 21

Auswertung von Offerten, in Zufferey/Stöckli [Hrsg.], Vergaberecht 2008, 
Rz. 86). Hier erwecken die (diversen) Begründungen der Einzelbewertungen 
den Eindruck, dass die jeweiligen Beurteilungen teilweise unter unterschied-
lichen Gesichtspunkten erfolgt sind, womit sich fragt, ob den Mitgliedern des 
Evaluationsteams hinreichend klar war, was zu beurteilen war. Auch dem 
Evaluationsbericht kann nicht entnommen werden, wie und mit welcher Ge-
wichtung die beiden Unterkriterien letztlich bewertet worden sind und wie 
sich dies auf die Punktevergabe ausgewirkt hat. Die Benotung des Angebots 
der Beschwerdeführerin beim ZK «Praxistest» ist damit auch in dieser Hin-
sicht nicht genügend nachvollziehbar. Nicht zu beanstanden ist dagegen, 
dass die Vergabestelle unter diesen beiden (Unter-)Kriterien – entgegen 
dem Wortlaut in den Ausschreibungsunterlagen (danach war lediglich ein 
«Aufzeigen» verlangt) – das Mass der Erfüllung bewertet, mithin eine ver-
gleichende und nicht etwa eine absolute (null-eins) Betrachtung vorgenom-
men hat, widerspräche doch ein solches Verständnis der relativen Natur der 
Zuschlagskriterien (vgl. Matthias Hauser, a.a.O., S. 1406; Galli/Moser/Lang/
Steiner, a.a.O., Rz. 863). 

5.7 Was sodann den Vorwurf betrifft, dass der bisherigen Anbieterin auf-
grund ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit der Vergabestelle beim ZK 
«Praxistest» ein gewisser Vorteil zukomme, ist nicht von der Hand zu wei-
sen, dass ihr die Bedürfnisse der Vergabestelle wohl besser bekannt sein 
dürften als den Konkurrentinnen. Diesem Umstand hat die Vergabestelle je-
doch zunächst dadurch Rechnung getragen, dass sie in den Ausschrei-
bungsunterlagen Angaben zu den relevanten Inhalten anhand von Medien-
sample, Schlagwort- und Taglisten lieferte (vorne E. 3.1 auch zum Folgen-
den) und damit die Anforderungen an die ausgeschriebenen Leistungen 
präzisierte, um den Anbietenden zu ermöglichen, bedarfsgerecht zu 
offerieren (vgl. Martin Beyeler, Ziele und Instrumente, Rz. 27 f.; vgl. auch 
BVGer B-1606/2020 vom 11.2.2022 E. 7.5.5). Weiter bildet die Medienbe-
obachtung durch die bisherige Anbieterin nur Ausgangspunkt des kantons-
eigenen Medienmonitorings durch das KomBE, das der internetbasierten 
Datenbank weitere Beiträge aufgrund eigener Medienbeobachtung hinzufügt 
und auf dieser Grundlage eine eigene Auswahl der für den Kanton relevan-
ten Inhalte vornimmt, die es anschliessend in einem täglichen Medienspiegel 
kantonsintern versendet (vgl. vorne E. 3.1). Aufgrund der zusätzlichen resp. 

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ergänzenden eigenen Überwachung und nachgelagerten Analyse der Me-
dien sowie der finalen Selektion durch das KomBE reduziert sich das Risiko 
eines Wettbewerbsvorteils der bisherigen Anbieterin infolge besserer Kennt-
nis der für das KomBE relevanten Medieninhalte insgesamt auf ein nicht zu 
beanstandendes Mass. Es ist denn auch weder dargetan noch ersichtlich, 
welche (weiteren) Vorkehren seitens der Vergabestelle zu treffen gewesen 
wären, um ein allfälliges Informationsgefälle auszugleichen. Schliesslich ist 
bis zu einem gewissen Grad unvermeidbar und beschaffungsrechtlich 
hinzunehmen, dass wer einen (substanziell) vergleichbaren Auftrag bisher 
ausgeführt hat, über einen Wissensvorsprung verfügt, liesse sich dieser 
doch nur beseitigen, wenn solche Anbieter generell von periodisch neu 
auszuschreibenden Leistungen ausgeschlossen würden, was aber mit dem 
Gleichbehandlungsprinzip (ebenfalls) nicht vereinbar ist (vgl. 
BGer 2P.146/2006 vom 8.11.2006 E. 2.2.2 a.E.; Christoph Jäger, Direkte 
und indirekte Vorbefassung im Vergabeverfahren, in BR 2011 S. 4 ff., 6).

6.

Schliesslich liegt die gerügte Methode zur Zusammenführung der Einzelbe-
wertungen bzw. Bewertung der Zuschlagskriterien durch das gesamte Beur-
teilungsgremium im Streit. 

6.1 Das Angebot, das die Zuschlagskriterien am besten erfüllt und dem 
– als wirtschaftlich günstigsten – der Zuschlag zu erteilen ist (vgl. vorne 
E. 5.1), ist dasjenige, das unter Berücksichtigung aller Zuschlagskriterien die 
höchste Bewertung erhält (vgl. BVR 2006 S. 500 E. 4.4; VGE 2016/142 vom 
20.9.2016 E. 6.2; Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 853 f.). Die Auswahl 
des wirtschaftlich günstigsten Angebots anhand des in Form der Zuschlags-
kriterien festgelegten Beurteilungsmassstabs erfordert einen wertenden 
Vergleich der eingereichten Angebote. Verglichen wird, indem die Vergabe-
stelle jedes Kriterium anhand der vorgesehenen Regeln beurteilt und ent-
sprechend der Bekanntgabe gewichtet (vgl. etwa VGE 2016/142 vom 
20.9.2016 E. 6.2; Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 874; vgl. auch vorne 
E. 5.1 f.). Bewährt, nicht aber vorgeschrieben sind bei der Bewertung der 
Angebote aufgrund der Zuschlagskriterien Matrixmodelle. Dabei werden für 

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die Kriterien Noten, zum Beispiel auf einer Skala von 0 bis 5 vergeben, die 
mit der vorgesehenen Gewichtung multipliziert werden. Dies ergibt pro Kri-
terium bzw. Unterkriterium eine Punktezahl (vgl. Claudia Schneider Heusi, 
Vergaberecht in a nutshell, 2021, S. 131; vgl. auch Christoph Jäger, Öffent-
liches Beschaffungsrecht, S. 933 Rz. 218). Bewertet ein Beurteilungsgre-
mium, kann eine rein rechnerische Konsolidierung der Einzelnoten zu einer 
Gesamtnote erfolgen. Ebenso ist zulässig, vorgängig eine Einzelbewertung 
durch alle Mitglieder vorzunehmen, die anschliessend im Gremium bespro-
chen und im Konsensverfahren abgeschlossen wird (vgl. Daniela Lutz, 
a.a.O., Rz. 84 ff., 87). Stets hat die Vergabebehörde ihren Zuschlagsent-
scheid so zu dokumentieren, dass er für Dritte nachvollziehbar ist und insbe-
sondere überprüft werden kann, ob die massgeblichen Beurteilungskriterien 
im Licht der konkreten Offerten zum infrage stehenden Zuschlag führen (vgl. 
VGE 2021/338 vom 22.8.2022 E. 11.2, 2019/369 vom 24.3.2020 E. 6.4; 
Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 865 ff. und 979 ff.; vorne E. 5.1 f.). 

6.2 Bei der hier strittigen Vergabe ist die Evaluation der Offerten durch 
ein fünfköpfiges Beurteilungsgremium in zwei Schritten vorgenommen wor-
den: In einem ersten Schritt hat jedes Mitglied des Beurteilungsgremiums 
zunächst pro Offerte einen Bewertungsbogen ausgefüllt, der die Zuschlags-
kriterien gegliedert nach der Tabelle in Ziff. 4.3.1 der Ausschreibungsunter-
lagen enthielt. Für die Bewertung der Zuschlagskriterien stand eine vierstu-
fige Skala von 0-3 zur Verfügung (vgl. Offertbewertung Projekt «Medienmo-
nitoring Kanton Bern», in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 14]; vorne E. 3.2). Die 
Klassierung der Anbieterinnen erfolgte, indem die Punkte der Zuschlagskri-
terien (exkl. Preis) gemäss den Einzelbewertungen addiert und durch die 
Anzahl Bewertungen dividiert wurden, wobei das Gesamttotal von max. 
10'000 zu erreichenden Punkten bestehen blieb. Das individuell ausgefüllte 
Bewertungsblatt diente weiter als Grundlage für die Konsolidierungsbespre-
chung vom 3. März 2022, anlässlich welcher eine gemeinsame Beurteilung 
der Angebote im Plenum erfolgte. In diesem zweiten Schritt benotete das 
Gremium die Angebote nach Rangfolge, wobei es der besten Anbieterin pro 
Kriterium bzw. Unterkriterium 3 Punkte, der zweitbesten Anbieterin 2 Punkte 
und der «schwächsten» Anbieterin 1 Punkt zuwies (vgl. Konsolidierte Offert-
bewertung Medienmonitoring, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 14], auch zum 
Folgenden; vorne E. 3.3 f.). Bei dieser konsolidierten Bewertung im zweiten 

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Schritt erhielt die Beschwerdeführerin statt der Gesamtpunktzahl von 6'713 
nach dem ersten Schritt nur noch 6'000 Punkte, während die Beschwerde-
gegnerin 1 statt 6'439 nunmehr 6'463 Punkte erzielte, womit sie auf den ers-
ten Platz vorrückte und den Zuschlag erhielt (vgl. Zuschlagsverfügung vom 
29.3.2022, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 19] Dispositiv-Ziff. 1).

6.3 Die Beschwerdeführerin erachtet die von der Staatskanzlei vorge-
nommenen Konsolidierungen als rechtsfehlerhaft. Zunächst kritisiert sie, 
dass bei der im ersten Schritt vorgenommenen Klassierung aufgrund der 
Punkte anhand der Einzelwertungen die Anzahl berücksichtigter Bewertun-
gen aus unerfindlichen Gründen variiere, indem für das Ergebnis je Zu-
schlagskriterium teilweise nur auf drei bzw. vier statt aller fünf Einzelnoten 
abgestellt worden sei. Weiter erachtet sie bei den ZK 3.1 bis 3.4 das Ergeb-
nis als «willkürlich», da es auf nicht nachvollziehbaren oder unbegründeten 
Einzelbewertungen beruhe. Schliesslich sei unzulässig, dass nach dem ers-
ten Schritt der Klassierung gemäss den in der Einzelbewertung erzielten 
Punkten ein weiterer Bewertungsschritt erfolgt sei. Mit der Klassierung nach 
Punkten habe – unter Anwendung der Zuschlagskriterien – das wirtschaftlich 
günstigste Angebot festgestanden. Es sei fragwürdig und intransparent, eine 
zweite Beurteilungsrunde vorzunehmen, die überdies zu einer Änderung der 
Klassierung führe. Die «Ranglistenbewertung» habe bewirkt, dass sich die 
aus der Einzelbewertung erzielten Punkte bei der Beschwerdegegnerin 1 er-
höhten, während sie sich bei ihr selber soweit reduzierten, dass sie hinter 
die Beschwerdegegnerin 1 zurückgefallen sei. Schliesslich sei nicht nach-
vollziehbar, zu welchem Zeitpunkt dieser zusätzliche Bewertungsschritt be-
schlossen worden bzw. erfolgt sei; es könne nicht ausgeschlossen werden, 
dass das Ergebnis der Beurteilung der Angebote mit der «Ranglistenbewer-
tung» nachträglich zum Nachteil der Beschwerdeführerin verändert worden 
sei. – Die Staatskanzlei bringt dagegen vor, dass die von der Beschwerde-
führerin kritisierten Einzelbewertungen lediglich einen Zwischenschritt (im 
Sinn individueller und persönlicher Notizen) auf dem Weg zur gemeinsamen 
endgültigen Bewertung darstellten und nicht verbindlich seien. Für den 
Vergabeentscheid sei allein die vom Bewertungsteam plenarisch beschlos-
sene konsolidierte Bewertung ausschlaggebend. Die Ausschreibungsunter-
lagen hätten keine Vorgaben enthalten, mit welcher Punkteskala die Ange-
bote zu bewerten seien. Damit sei es der Staatskanzlei unbenommen gewe-

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sen, die ihr angemessen erscheinende Punkteskala anzuwenden. Bei einer 
Beurteilung nach Ranglistenpunkten sei von Vorteil, dass die Mitglieder des 
Bewertungsteams klar Stellung beziehen müssten, welches Angebot in der 
jeweiligen Kategorie am besten bzw. am schlechtesten abschneide; zudem 
falle die einer Punkteskala stets innewohnende – und von der Beschwerde-
führerin beanstandete – Unschärfe weg. Es kristallisiere sich deutlich klarer 
heraus, welches Angebot wirklich zu überzeugen vermöge. Die Bewertung 
sei damit methodisch korrekt und transparent erfolgt.

6.4 Die streitige Angebotsbewertung anhand der Zuschlagskriterien ist 
insofern nicht zu beanstanden, als zunächst eine detaillierte Prüfung der An-
gebote durch die Mitglieder eines fachlich breit abgestützten Evaluations-
teams anhand zahlreicher Unterkriterien erfolgt und anschliessend eine Kon-
solidierung im Gremium vorgenommen worden ist. Dieses Vorgehen stand 
bereits vor der Einzelbewertung fest (vgl. Deckblatt Offertbewertung, in 
Vorakten STA [act. 6B, Reg. 14]), womit eine nachträgliche Manipulation 
auszuschliessen ist. Problematisch erscheint jedoch, dass für die Beurtei-
lung im Gremium eine Notenskala und eine Bewertungsmethode gewählt 
wurden, welche die bei der individuellen und feinmaschigen Beurteilung fest-
gestellten Differenzen verschärften. Damit das wirtschaftlich günstigste An-
gebot ermittelt werden kann, muss die Bewertung die nachgefragte Leistung 
und deren Preis widerspiegeln. Qualitätsunterschiede, die sich im Hinblick 
auf die konkrete Beschaffung als vorteilhaft erweisen, müssen ins Gewicht 
fallen. Umgekehrt dürfen Unterschiede, die sich im konkreten Fall nicht als 
wesentlich erweisen, nicht oder jedenfalls nicht übermässig berücksichtigt 
werden. Entsprechend können sich allzu grobe Notenskalen als problema-
tisch erweisen (vgl. Matthias Hauser, Zuschlagskriterien im Submissions-
recht, in AJP 2001 S. 1405 ff., 1420). – Mit der Vorgabe einer Bewertung 
nach Ranglistennoten (vorne E. 3.2 f. und 6.2) war es dem Beurteilungsgre-
mium verwehrt, bei nur geringfügigen Unterschieden in der Qualität der An-
gebote dieselbe Note zu vergeben; es musste zwingend die nächsthöhere 
oder -tiefere gewählt werden. Eine solche Vorgabe zur Notengebung führt 
zu einer übersteigerten Differenzierung in Bezug auf die Bewertung der Qua-
lität (vgl. auch BVGE 2018 IV/2 E. 7.5.1). Indem nicht die effektiven, zwi-
schen den einzelnen Offerten bestehenden feinmaschig ermittelten Quali-
tätsunterschiede die Punktedifferenzen bestimmen, sondern diese – sche-

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matisch – durch grobmaschigere Rangpositionen festgelegt werden, wird 
das Ergebnis der Bewertung der Offerten verzerrt und letztlich die Ermittlung 
des wirtschaftlich günstigsten Angebots verfälscht oder gar verunmöglicht 
(vgl. Christoph Jäger, Zuschlagskriterien, in BR 2020 S. 215 ff., Rz. 241; 
Martin Beyeler, Zuschlagskriterien, in BR 2018 S. 250 ff., Rz. 373; Daniela 
Lutz, a.a.O., Rz. 64). Aus diesem Grund sind alle Arten von Rechen- und 
Kategorisierungsschritten, welche die durch eine (nuancierte) Bewertung 
festgestellten Differenzen in sachlich nicht begründbarer Art einebnen oder 
vergrössern, prinzipiell als unzulässig zu erachten (vgl. Martin Beyeler, 
Vergaberechtliche Entscheide 2018/19, 2020, S. 166 ff. Rz. 249; ders., 
Vergaberechtliche Entscheide 2014/2015, 2016, S. 71 ff. Rz. 168). Hinzu 
kommt im vorliegenden Fall, dass im zweiten Beurteilungsschritt eine grö-
bere Notenskala (Noten von 1-3 statt 0-3) angewandt worden ist, was die 
Problematik weiter verschärft. 

6.5 Das von der Vergabestelle gewählte Vorgehen zur Bewertung der 
Zuschlagskriterien erweist sich somit als vergaberechtswidrig. Die angefoch-
tene Verfügung hält der Rechtskontrolle auch in dieser Hinsicht nicht stand.

7.

Zusammenfassend hat die Vergabebehörde zwar zu Recht das EK 3.2.7 
«Einhaltung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen» bei der Beschwerde-
gegnerin 1 als erfüllt betrachtet und davon abgesehen, diese vom Vergabe-
verfahren auszuschliessen (vorne E. 4); der Hauptantrag der Beschwerde-
führerin erweist sich damit als unbegründet. Bei der Bewertung des ZK «Pra-
xistest» ist sie indes von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen (vorne 
E. 5) und hat bei der Benotung der Zuschlagskriterien im Plenum eine unzu-
lässige Bewertungsmethodik angewandt (E. 6 hiervor), weshalb sich der Zu-
schlag an die Beschwerdegegnerin 1 als rechtswidrig erweist. Da es nicht 
Aufgabe des Verwaltungsgerichts ist, selber eine Bewertung von Zuschlags-
kriterien vorzunehmen und damit sein Ermessen an die Stelle desjenigen der 
Vergabebehörde zu setzen, fällt ein Urteil in der Sache entsprechend dem 
Eventualantrag der Beschwerdeführerin (vorne Bst. C) ausser Betracht (vgl. 
VGE 2021/338 vom 22.8.2022 E. 11.1; Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., 

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Rz. 1397). Demgegenüber ist dem Subeventualantrag dahin zu entspre-
chen, dass die Sache in Aufhebung des angefochtenen Entscheids an die 
Vergabebehörde zurückzuweisen ist, damit diese die Bewertung des Praxis-
tests wiederholt und die konsolidierte Bewertung sämtlicher Zuschlagskrite-
rien unter Beachtung der voranstehenden rechtlichen Rahmenbedingungen 
(erneut) vornimmt, wobei die Angebote aller Anbieterinnen, die für den Zu-
schlag in Frage kommen, zu berücksichtigen sind (BGE 146 II 276 E. 6.3.1 
und 6.3.3 f.). Bei der vorzunehmenden Neubewertung wird die Vergabestelle 
nach dem Gesagten insbesondere ein System («Taxonomie») zu wählen ha-
ben, das den vergaberechtlichen Anforderungen an eine hinreichend diffe-
renzierte Bewertung der Qualität genügt und zu keinen unzulässigen Verzer-
rungen führt. Zudem ist die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Bewer-
tung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien sicherzustellen. Infolge 
Rückweisung der Sache erübrigt es sich, die von der Beschwerdeführerin im 
Zusammenhang mit der Beurteilung der Zuschlagskriterien vor Verwaltungs-
gericht beantragten Zeugeneinvernahmen (vgl. Triplik vom 27.7.2022 
[act.19], Rz. 62 und 74) durchzuführen.

8.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt die Beschwerdeführerin mit ihren 
Anträgen nur teilweise durch. Soweit sie den Ausschluss der Beschwerde-
gegnerin 1 verlangt (vgl. zum entsprechenden Hauptantrag vorne Bst. B), 
unterliegt sie (s. vorne E. 4). Allerdings kann die infolge Rückweisung vorzu-
nehmende Neubeurteilung der Zuschlagskriterien noch zu einer vollständi-
gen Gutheissung des reformatorischen Eventualbegehrens führen, womit 
nach der Praxis des Verwaltungsgerichts im Kostenpunkt von einem vollum-
fänglichen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen ist (BVR 2020 
S. 455 E. 5.1, 2016 S. 222 E. 4.1; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 6). Unter Be-
rücksichtigung aller Umstände rechtfertigt es sich, die Beschwerdeführerin 
für die Kostenverlegung als zu drei Vierteln obsiegend zu betrachten. Die 
Kosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sind damit in diesem 
Umfang der insoweit als unterliegend geltenden Beschwerdegegnerin 1 und 
im Umfang von einem Viertel der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
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Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). Die Beschwerdegegnerin 1 und der Beschwer-
degegner 2 haben zudem der Beschwerdeführerin die im verwaltungsge-
richtlichen Verfahren entstandenen Parteikosten je hälftig zu drei Vierteln zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rerin macht in seiner Kostennote vom 27. Oktober 2022 ein Honorar von 
Fr. 26'348.90.-- geltend (inkl. Auslagen und MWSt; act. 29). Gemäss Art. 41 
Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; 
BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über 
die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; 
BSG 168.811) beträgt das Honorar in Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 
11'800.-- pro Instanz zuzüglich allfälliger Zuschläge nach Art. 16 i.V.m. Art. 9 
und 10 PKV, wobei sich der Parteikostenersatz innerhalb dieses Rahmen-
tarifs nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses bemisst (Art. 41 Abs. 3 
KAG). Das geltend gemachte Honorar erscheint im Licht dieser Kriterien als 
überhöht. Zwar rechtfertigt sich ein Zuschlag gestützt auf Art. 16 i.V.m. Art. 9 
PKV, nachdem sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erstmals für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht mit der Streitsache befasste und 
aufgrund des mehrfachen sowie umfangreichen Schriftenwechsels nicht zu-
letzt infolge erweiterter Akteneinsicht und Sachverhaltsvervollständigung 
durch die Vergabestelle überdurchschnittlich viel Zeit aufwenden musste. 
Hingegen sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Pro-
zesses als durchschnittlich einzustufen. Mit Blick auf die massgeblichen 
Bemessungskriterien und unter Berücksichtigung eines (hier freilich nicht voll 
auszuschöpfenden) Zuschlags nach Art. 16 i.V.m. Art. 9 PKV ist das Honorar 
(gegenüber der Kostennote gekürzt) auf Fr. 14'000.-- festzusetzen. Dieser 
Betrag umfasst einen Anteil Auslagen, jedoch keine Mehrwertsteuer, da die 
Beschwerdeführerin selber mehrwertsteuerpflichtig ist und die ihrer Rechts-
vertretung geschuldete MWSt als Vorsteuer in Abzug bringen kann (vgl. 
BVR 2015 S. 541 E. 8.2, 2014 S. 484 E. 6; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 104 
N. 10).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
Seite 29

9.

Gemäss SIMAP-Publikation vom 7. Dezember 2021 erfolgte der Zuschlag 
zum Preis von Fr. 81'421.20 bei einer Vertragsdauer von fünf Jahren (vgl. 
vorne E. 3.1; Rahmenvertrag betreffend Medienmonitoring des Kantons 
Bern, in Vorakten STA [act. 6B, Reg. 2]). Damit überschreitet der Wert des 
zu vergebenden Beschaffungsauftrags (laut SIMAP handelt es sich um einen 
Dienstleistungsauftrag im Staatsvertragsbereich) den massgeblichen 
Schwellenwert (vgl. 52 Abs. 1 i.V.m. Anhang 4 Ziff. 2 des Bundesgesetzes 
vom 21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen [BöB; 
SR 172.056.1]). Liegt zudem eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-
tung vor, kann der vorliegende Entscheid wohl mit Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten, andernfalls einzig mit subsidiärer Verfassungs-
beschwerde angefochten werden (vgl. Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und 2 des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsge-
setz, BGG; SR 173.110]; vgl. BGer 2C_355/2021 vom 19.10.2021 E. 1.2). 
Das vorliegende Urteil ist daher mit dem Hinweis auf diese beiden Rechts-
mittel zu versehen (Art. 117 i.V.m. Art. 112 Abs. 1 Bst. d BGG; vgl. zum Gan-
zen BVR 2021 S. 285 [VGE 2020/399 vom 22.4.2021] nicht publ. E. 7.1 f.).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass die Verfügung der Staats-
kanzlei des Kantons Bern vom 29. März 2022 aufgehoben und die Sache 
zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinn der Erwägungen an die Vergabe-
behörde zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewie-
sen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 10'000.--, werden der Beschwerdegegne-
rin 1 zu drei Vierteln, ausmachend Fr. 7'500.--, und der Beschwerdefüh-
rerin zu einem Viertel, ausmachend Fr. 2'500.--, auferlegt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.11.2022, Nr. 100.2022.114U, 
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3. Die Beschwerdegegnerin 1 und der Beschwerdegegner 2 haben der Be-
schwerdeführerin für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Par-
teikosten, bestimmt auf Fr. 14'000.-- (inkl. Auslagen), je zu drei Achteln, 
ausmachend je Fr. 5'250.-- (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin 1
- Beschwerdegegner 2
- Wettbewerbskommission

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 
Bedeutung stellt, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 
39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der Begründung 
auszuführen, warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt.