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**Case Identifier:** 0d86243b-161b-51d3-bf58-48e7cf602c43
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 13.11.2006 BZ.2005.118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BZ-2005-118_2006-11-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BZ.2005.118

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 13.11.2006

Entscheiddatum: 13.11.2006

Entscheid Kantonsgericht, 13.11.2006
Art. 56 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1, Art. 47 OR. Tierhalterhaftpflicht. Ein Gastwirt 
liess seinen Hund in der Gaststube frei laufen. Eine Besucherin des 
Restaurants wollte das am Boden liegende Tier von hinten streicheln und 
wurde dabei vom Hund in die Wange gebissen. Haftung des Tierhalters für 
den der Verletzten entstandenen Schaden im Grundsatz bejaht. 
Herabsetzung der Schadenersatzpflicht wegen Mitverschuldens der 
Verletzten (Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 13. November 2006, BZ.
2005.118).

Erwägungen

 

I.

1. Am Abend des 31. Dezember 2002, ca. um 18 Uhr, begab sich K zusammen mit 

ihrem Mann sowie ihren zwei Hunden ins Restaurant R1, welches von B und dessen 

Frau geführt wurde. Man trank zusammen Wein und unter anderem diskutierten K - die 

Firmgotte der Tochter von B - und B, Halter des Schäferhundmischlings "H", darüber, 

wer den gutmütigeren Hund besitze. Etwa um 20 Uhr wechselte K ins nahe gelegene 

Restaurant R2, nachdem sie ihre Hunde weggebracht hatte. Auch B begab sich später 

ins Restaurant R2 und kehrte nach Mitternacht mit K ins eigene Restaurant R1 zurück, 

um zusammen mit seiner Frau aufs neue Jahr anzustossen. B brachte seinen Hund in 

die Gaststube und liess ihn dort frei laufen. Der Hund nahm schliesslich zwischen B 

und K Platz. Als K versuchte, den Hund von hinten zu streicheln, biss (vgl. E.III.1.) ihr 

dieser unterhalb des rechten Auges ins Gesicht. B fuhr K sogleich ins Spital, wo die 

Wunde in der Notfallaufnahme ambulant behandelt wurde. Sie konnte das Spital noch 

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in der gleichen Nacht wieder verlassen, wurde aber im Verlaufe des 1. Januars 2003 

(nach eigenen Darstellungen und nach der Krankenkassenabrechnung; kläg.act. 9l) 

bzw. 2. Januars 2003 (gemäss Arztbericht; kläg.act. 4) wegen Beschwerden wieder 

beim Spital vorstellig und blieb in der Folge bis 8. Januar 2003 hospitalisiert.

2. a) Am 20. Juli 2004 hatte K beim Vermittleramt gegen B Klage auf Schadenersatz 

und Genugtuung erhoben. Der Vermittlungsvorstand wurde am 19. August 2004 

abgehalten; die Sache blieb unvermittelt. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2004 machte K 

beim Kreisgericht die vorliegende Klage anhängig. Mit Klageantwort vom 1. Februar 

2005 trug B auf Abweisung der Klage an. Am 4. April 2005 bzw. 17. Mai 2005 erfolgten 

Replik und Duplik.

b) Das Kreisgericht fällte am 12. Juli 2005 folgendes Urteil:

"1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.- hat die Klägerin zu bezahlen, unter Anrechnung 

der geleisteten Einschreibgebühr von Fr. 700.-.

3. Die Klägerin hat den Beklagten für dessen Parteikosten mit Fr. 10'219.85 zu 

entschädigen."

Dabei würdigte es die Umstände, dass der Beklagte den Hund zu seinen Füssen, 

mithin in seinem Kontrollbereich hatte, was sich auch dadurch zeige, dass sich die 

Klägerin dem Hund (von hinten) nähern musste, sodann dass das Restaurant zur 

fraglichen Zeit für die Öffentlichkeit geschlossen gewesen sei bzw. sich keine 

eigentlichen Gäste mehr im Lokal befunden hätten, dass die Klägerin selbst 

Hundehalterin sei und zuvor noch fachkundig ihre Hunde weggebracht habe, um eine 

Konfrontation zu vermeiden, und dass sie den Hund des Beklagten bereits gekannt 

habe. Der Beklagte habe mit der konkreten Hundeführung die erforderliche Sorgfalt 

geboten, da weitere Massnahmen (Leine oder Maulkorb) nicht geeignet oder angezeigt 

und auch nicht zumutbar gewesen wären, da das Tier vorher nie auffällig gewesen sei. 

Die Tierhalterhaftung nach Art. 56 OR greife deshalb nicht, und eine Haftung nach Art. 

41 OR komme nicht in Frage, da ein aktives Verhalten des Beklagten, das die 

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schädigende Reaktion des Tiers bewirkt hätte, weder geltend gemacht noch ersichtlich 

sei.

3. Mit Eingabe vom 11. November 2005 erhob die Klägerin gegen das Urteil vom 12. 

Juli 2005 (versandt am 11. Oktober 2005) rechtzeitig Berufung mit den eingangs 

genannten Anträgen, und der Beklagte trug am 7. Januar 2006 auf Abweisung der 

Berufung an. Am 20. Januar 2006 reichte die Klägerin eine nachträgliche Eingabe ein, 

welche der Beklagte mit Stellungnahme vom 3. Februar 2006 aus dem Recht gewiesen 

haben will. Die Klägerin hat nach Mitteilung des Rechtsspruches am 14. November 

2006, nachdem sie vorerst um eine Fristerstreckung um 30 Tage ersucht hatte, nicht 

auf eine Begründung des Entscheids verzichtet.

 

II.

1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen (Art. 79 

ZPO) ergibt, dass diese erfüllt sind. Auf die Berufung ist einzutreten.

2. Sodann ist über die Zulässigkeit der nachträglichen Eingabe der Klägerin vom 20. 

Januar 2006 zu entscheiden. Eine solche ist - innert der Frist von zehn Tagen - 

zulässig, wenn sie erhebliche Tatsachenbehauptungen oder Beweisanträge enthält, die 

trotz zumutbarer Sorgfalt nicht früher vorgebracht werden konnten (Art. 164 Abs. 1 lit. a 

ZPO) oder wenn das rechtliche Gehör es erfordert (Art. 164 Abs. 1 lit. b ZPO).

Eine Partei hat in ihrer nachträglichen Eingabe im Einzelnen darzulegen, inwiefern ihrer 

Auffassung nach die Voraussetzungen von Art. 164 Abs. 1 ZPO für die Zulassung 

gegeben sind, ansonsten diese ohne Weiteres nicht zugelassen wird (GVP 1993 Nr. 65 

E.b). Dieser Behauptungs- und Substantiierungspflicht kommt die Klägerin mit ihrer 

Eingabe nicht nach. Es wird lediglich ausgeführt, dass die Eingabe fristgerecht innert 

zehn Tagen erfolge; inwiefern die weiteren Voraussetzungen für eine nachträgliche 

Eingabe erfüllt seien, insbesondere weshalb die Vorbringen nicht bereits früher hätten 

erfolgen können, wird mit keinem Wort erwähnt. Die als eigentliche "Replik" auf die 

Berufungsantwort verfasste nachträgliche Eingabe ist deshalb nicht zuzulassen. Im 

Übrigen erscheinen nach einer summarischen Prüfung der Eingabe lediglich an zwei 

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Stellen Bezüge zu neuen Ausführungen des Beklagten enthalten zu sein, und diese 

Vorbringen sind überflüssig: Zum einen wird bestritten, dass das Restaurant R1 zur 

fraglichen Zeit geschlossen bzw. keine Gäste mehr im Lokal waren (S. 4). Die 

entsprechenden Ausführungen des Beklagten auf S. 8 der Berufungsantwort stehen im 

Widerspruch zu seinen früheren Ausführungen etwa auf S. 4 der Klageantwort, wonach 

sich "nach Mitternacht praktisch keine Gäste mehr im Restaurant aufhielten". Dieser 

Widerspruch war dem Gericht bereits bekannt. Zum andern brauchte die Klägerin dem 

Gericht nicht mitzuteilen, dass sie die (neue) Aussage des Beklagten betreffend 

Reaktion des Hundes auf Alkohol "zur Kenntnis genommen" habe (S. 4).

3. Schliesslich beantragte der Beklagte den Beizug sämtlicher Akten des von der 

Klägerin gegen ihn eingeleiteten Strafverfahrens ST.XXXX.XX vom Untersuchungsamt 

bzw. des Beschwerdeverfahrens AK.XXXX.XX.-AP (Anklagekammer). Allerdings hat, 

wer einen Beweisantrag stellt, die zu beweisenden Tatsachen und die Beweismittel, mit 

denen diese Tatsachen bewiesen werden sollen, konkret zu nennen. Es geht nicht an, 

einen ganzen Sachverhaltskomplex zu schildern und sich zum Beweis dieser 

Behauptungen global auf einen Stoss von Akten eines andern Verfahrens zu berufen in 

der Meinung, das Gericht und die Gegenpartei würden dann schon prüfen, mit welcher 

einzelnen Urkunde sich welche behauptete Tatsache belegen lässt. Solch allgemein 

gehaltene Beweisanträge sind nicht zu hören. Urkunden können nur beigezogen 

werden, wenn sie einzeln genannt und zum Beweis einer konkret behaupteten 

Tatsache beantragt werden (GVP 1995 Nr. 58).

Für die grundsätzliche Frage, ob der Beklagte aus Art. 56 OR haftet, ist von Bedeutung, 

ob er die gebotene Sorgfalt angewendet hat. In diesem Zusammenhang macht der 

Beklagte geltend, die Klägerin habe im Rahmen der polizeilichen Befragung ausgesagt, 

dass ihr am Verhalten des Hundes vor dem Zwischenfall nichts aufgefallen und der 

Biss für sie völlig überraschend gekommen sei; zudem habe sich die Klägerin mehrfach 

und unter Zeugen dahingehend geäussert, dass "der Hund nichts dafür könne und sie 

am Vorfall selber schuld sei". Zum Beweis hierfür werden aus den Strafakten das 

Protokoll der Befragung der Klägerin vom 14. Februar 2003 sowie das Protokoll der 

Befragung von X vom 12. März 2003 bezeichnet (Berufungsantwort, 7). Insofern sind 

die eingangs genannten Voraussetzungen gegeben, weshalb die beiden genannten 

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Befragungsprotokolle mit Beweisbeschluss vom 6. April 2006 beigezogen wurden (act. 

B20).

 

III.

1. Von Seiten des Beklagten wurde im erstinstanzlichen Schriftenwechsel bestritten, 

dass die Klägerin vom Hund H überhaupt gebissen worden war. Der Vorfall sei ein 

bedauerlicher Unfall, habe sich doch die Klägerin, welche mit dem am Boden liegenden 

Hund gespielt bzw. diesen gekrault habe, gerade in jenem Moment zum Hund 

hinuntergebeugt, als sich dieser vom Rücken auf die Beine gedreht habe. Beim Drehen 

sei die Hundepfote mit dem Gesicht der Klägerin in Berührung gekommen, was im 

Gesicht Striemen hinterlassen habe (Klageantwort, 3 ff.; Duplik, 3). Im angefochtenen 

Entscheid ist festgehalten, der Anwalt des Beklagten habe an der Verhandlung in 

rechtlicher Hinsicht ausgeführt, der Biss [!] sei erfolgt, obwohl der Beklagte die 

notwendige Sorgfalt aufgewendet habe (Urteil, 5). Im Berufungsverfahren wird vom 

Beklagten der Hundebiss zwar nicht ausdrücklich in Frage gestellt. Da er aber die 

Klageantwort und die Duplik zum integrierenden Bestandteil der Berufungsantwort 

erklärt, ist der Vollständigkeit halber dennoch Folgendes auszuführen:

Die Sachverhaltsschilderung des Beklagten wird durch die Aussage von X im 

Strafverfahren widerlegt, indem dieser gesehen haben will, dass der Hund an der 

Klägerin hochgesprungen sei und die Pfoten und das Gebiss auf der Höhe ihres Kopfes 

gehabt habe. Dass der Hund zugebissen habe, habe er (X) nicht gesehen, da alles so 

schnell gegangen sei (Beilage 2 zu act. B20). X bestätigt aber immerhin ein offensives 

Verhalten des Hundes im Sinne eines Aufspringens mit Schnauze und Pfoten gegen 

das Gesicht der Klägerin, nicht lediglich eine Drehbewegung des am Boden liegenden 

Tieres. Zudem geht auch aus den beiden Spitalberichten (kläg.act. 4 und 5) hervor, 

dass die Verletzung (im Wesentlichen) durch einen Biss entstanden ist. So ist von drei 

grösseren Bisswunden und wenigen Kratzspuren die Rede. Davon, dass sich die 

Berichte einfach an der (unzutreffenden) Schilderung der Klägerin über den 

Unfallhergang orientieren würden, kann nicht die Rede sein (siehe auch das Foto vom 

2. Januar 2003, kläg.act. 6, welches gegen blosse Kratzverletzungen spricht). Gegen 

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eine Verletzung lediglich mit der Pfote spricht auch, dass zwei der Wunden in eine 

gemeinsame Höhle münden. Es ist somit erwiesen, dass die (massgeblichen) 

Verletzungen durch einen Biss des Hundes H entstanden sind.

2. a) Für den von einem Tier angerichteten Schaden haftet, wer dasselbe hält, wenn er 

nicht nachweist, dass er alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt in der 

Verwahrung und Beaufsichtigung angewendet habe, oder dass der Schaden auch bei 

Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre (Art. 56 Abs. 1 OR).

Ein Tierhalter hat nicht schlechthin für die Unberechenbarkeit oder gar potentielle 

Gefährlichkeit eines Tieres einzustehen. Geht der Tierhalter mit dem Tier richtig um, 

d.h. unter Berücksichtigung von dessen Eigenschaften, muss ein Geschädigter den 

Schaden selber tragen. Die Möglichkeit zur Befreiung bei Anwendung der nach den 

Umständen gebotenen Sorgfalt rückt die Haftung des Tierhalters konzeptionell in die 

Nähe der Geschäftsherrenhaftung. Die Befreiungsmöglichkeit führt dazu, dass Art. 56 

OR nicht eine unbedingte Haftung für Zufall statuiert. Tritt ein zufälliges Ereignis ein, hat 

aber der Halter seine Sorgfaltspflicht erfüllt, so ist er von der Haftung befreit 

(BaslerKomm-SCHNYDER, Art. 56 OR N 1). Der Meinungsstreit, ob es sich bei der 

Tierhalterhaftung um eine gewöhnliche Kausalhaftung mit Befreiungsmöglichkeit durch 

Sorgfaltsnachweis oder um eine Verschuldenshaftung mit umgekehrter Beweislast 

handelt, ist in der Praxis nicht weiter von Bedeutung. So oder anders sind an den 

Entlastungsbeweis strenge Anforderungen zu stellen. Der Tierhalter kann sich nur von 

der Haftung nach Art. 56 OR befreien, wenn er nachweist, dass er alle nach den 

Umständen gebotene Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung des Tieres 

angewendet hat. Gegenstand des Entlastungsbeweises ist die Gesamtheit der 

Vorkehrungen, die geeignet sind oder wären, das Tier an der Verursachung eines 

Schadens zu hindern und die zu treffen dem Halter zugemutet werden durfte. Der 

Tierhalter kann sich nicht darauf berufen, das allgemein Übliche an Sorgfalt 

aufgewendet zu haben. Vielmehr muss der Richter einen strikten Entlastungsbeweis 

dahingehend verlangen, dass die Gesamtheit der objektiv notwendigen und durch die 

Umstände erforderlichen Massnahmen getroffen wurde. Bestehen Zweifel über die 

entlastenden Tatsachen, muss die Haftung des Halters bejaht werden (BaslerKomm-

SCHNYDER, Art. 56 OR N 15 mit Hinweisen; BGE 131 III 115, 116 f.).

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b) Was die konkreten Umstände betrifft, so macht die Klägerin geltend, der Hund sei 

ganz nervös gewesen, als er vom Beklagten in die Wirtsstube gebracht worden sei; der 

Hund sei aufgeregt herumgesprungen. Die Aufregung sei noch durch das Knallen von 

Silvesterfeuerwerkskörpern, Kirchengeläut, Schellen und den hektischen Betrieb inner- 

und ausserhalb der Gaststube gesteigert worden (Berufung, 5 f.; auch Klage, 9). Dem 

hält der Beklagte entgegen, der Hund sei ruhig und "normal" gewesen, es hätten keine 

Hinweise bestanden, dass er nervös, gespannt oder verängstigt gewesen sei und dass 

inner- oder ausserhalb des Restaurants ein hektischer Betrieb geherrscht hätte. Die 

Klägerin spreche nur von allgemein bekanntem Lärm in der Silvesternacht, ohne diesen 

Lärm zu spezifizieren (Klageantwort, 4 und 9; Duplik, 6; Berufungsantwort, 4). Es 

entspricht zwar durchaus der allgemeinen Lebenserfahrung, dass es in der 

Silvesternacht durchschnittlich lauter als üblich zu und her geht und dass Hunde 

insbesondere auf den Lärm von Raketen etc. empfindlich reagieren. Die Lärmbelastung 

kann aber - insbesondere abhängig von der geographischen Lage und den regionalen 

Gepflogenheiten - stark variieren. Diesbezüglich ist nun aber nichts Näheres bekannt. 

Letztlich kann die Frage nach dem Lärm aber auch offen bleiben. Denn X sagte im 

Strafverfahren aus, den Hund schon bellen gehört zu haben, bevor die Klägerin und der 

Beklagte (und auch der Hund) die Wirtsstube betraten. Im Restaurant habe der Hund 

dann nicht gebellt, "rannte aber ganz gestört im Lokal umher" (Beilage 2 zu act. B20). 

Das vorausgegangene Bellen und das Herumrennen in der Wirtsstube zeigen, dass der 

Hund erregt war. Dass die Klägerin dies selbst als freudige Erregung einschätzte 

(Beilage 1 zu act. B20), ändert nichts am Umstand, dass der Hund offensichtlich 

"aufgedreht" und entgegen den Schilderungen des Beklagten alles andere als ruhig 

war. Kommt hinzu, dass der Hund zumindest vor einigen Monaten negativ aufgefallen 

war, als er einen anderen Hund biss und diesen am Bein verletzte (kläg.act. 31; Vorfall 

M).

Nach der eigenen Darstellung des Beklagten war es zudem so, dass es eine "absolute 

Ausnahme darstellte", dass sich der Hund damals in der Gaststube befand, da der 

Hund normalerweise in der Wirtewohnung verblieb, wenn sich Gäste im Restaurant 

aufhielten (Berufungsantwort, 5; auch Klageantwort, 4). Weiter reagierte H auf Alkohol 

(-Geruch) empfindlich, was der Beklagte als Halter wusste, hält er doch der Klägerin 

vor, ihr sei bestens bekannt gewesen, dass Tiere im Allgemeinen und der Hund des 

Beklagten im Speziellen auf Alkohol empfindlich reagierte (Berufungsantwort, 8). 

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Unbestritten ist, dass die Klägerin im fraglichen Zeitpunkt alkoholisiert war (Replik, 4 f.; 

Berufung, 4 f.), wobei der Beklagte sogar eine starke Alkoholisierung der Klägerin 

behauptet (Klageantwort, 4).

c) Wenn der Beklagte geltend macht, dass er alle nach den Umständen gebotene 

Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung des Tieres angewendet habe, so kann 

dem nicht gefolgt werden. Es ist schwer nachvollziehbar, weshalb er das aufgeregte 

Tier, welches empfindlich auf Alkohol reagiert und überdies nicht gewohnt ist, sich 

zusammen mit Gästen in der Gaststube aufzuhalten, in der fraglichen Nacht überhaupt 

in die Gaststube zu den alkoholisierten Gästen brachte. Wenn er es aber schon tat, 

hätte er das Tier, welches in der Vergangenheit zumindest einmal - wenn auch nicht 

gegenüber Menschen - durch aggressives Verhalten aufgefallen war, von den Gästen 

fernhalten müssen. Er hat den Hund aber frei in der Gaststube laufen lassen. Aus dem 

Umstand, dass sich der Hund im Zeitpunkt des Vorfalls zu Füssen des Beklagten 

befunden hat, kann dieser nichts zu seinen Gunsten ableiten, kann doch auf solche 

Weise ein nicht angeleintes oder am Halsband gehaltenes Tier erfahrungsgemäss nicht 

unter Kontrolle gehalten werden. Ebenso ist nicht weiter von Relevanz, dass die 

Klägerin als Firmgotte der Tochter des Beklagten eine Bekannte der Wirtefamilie ist. 

Erstens wird von der Klägerin nämlich geltend gemacht, dass sie den Hund nicht gut 

gekannt habe, da sich dieser normalerweise in der Wirtewohnung und nicht im 

Restaurant aufhalte (Replik, 11); sie habe den Hund vorher nicht mehr als drei Mal 

gesehen (Urteil, 6). Zweitens hätte der Beklagte selbst dann, wenn die Klägerin den 

Hund H gut gekannt hätte, unter den konkreten Umständen - insbesondere aufgrund 

der Alkoholisierung der Klägerin und der bekannten Alkoholabneigung des Hundes - 

den Hund zumindest am Halsband festhalten müssen.

Aus dem - vom Beklagten behaupteten und von der Klägerin bestrittenen - Umstand, 

dass sich die Klägerin unmittelbar nach dem Vorfall dahingehend geäussert habe, dass 

"der Hund nichts dafür könne und sie am Unfall selber Schuld sei" (Klageantwort, 10; 

Duplik, 7; Berufungsantwort, 7), kann der Beklagte hinsichtlich seiner grundsätzlichen 

Haftbarkeit nichts ableiten. Dass der Hund - auch im Sinne eines haftungsrechtlichen 

Verhaltens - "nichts dafür kann", versteht sich von selbst und steht hier auch nicht zur 

Diskussion. Eine Äusserung, welche als "Schuldeingeständnis" interpretiert werden 

könnte, scheint die Klägerin zwar gemacht zu haben (Aussage X, Beilage 2 zu act. B20, 

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2), was aber lediglich als Indiz für ein Mitverschulden gewertet werden kann. Ein 

solches Mitverschulden ist gemäss Art. 44 Abs.1 OR über eine Herabsetzung der 

Ersatzpflicht zu berücksichtigen (vgl. nachfolgend E.III.3.c).

Da dem Beklagten der Entlastungsbeweis, an den wie bereits festgestellt strenge 

Voraussetzungen zu stellen sind, nicht gelingt, ist seine Haftung nach Art. 56 OR im 

Grundsatz zu bejahen.

3. Schaden, Schadenhöhe und Umfang der Schadenersatzpflicht

a) Aus dem Arztbericht bzw. dem Bericht des Spitals vom 8.1.2003 geht hervor, dass 

die Klägerin nach der Notfallbehandlung wegen einer Weichgewebsinfektion wieder im 

Spital vorstellig wurde (kläg.act. 4) und nicht wie der Beklagte geltend macht, wegen 

eines Kreislaufkollapses. Der beantragte Beizug des Eintrittsberichts (Duplik, 4) kann 

unterbleiben, da sich aus den beiden vorliegenden Arztberichten (kläg.act. 4 und 5) 

ergibt, dass die Operation und die Hospitalisation jedenfalls wegen der (Infektion der) 

Hundebisswunde erfolgten.

Der Beklagte machte geltend, aufgrund der Aussagen im Strafverfahren sei erwiesen, 

dass sich die Klägerin nach der Notfallbehandlung im Spital nicht nach Hause 

begeben, sondern nochmals die Restaurants R2 und R1 aufgesucht und dort jeweils 

wieder Alkohol konsumiert habe. Zum Beweis seien die act. 6a/5, 10 und 12 aus dem 

Strafverfahren AK.XXXX.XX beizuziehen (Duplik, 7). Sofern damit eine Mitverantwortung 

(für die Infektion der Wunde) bzw. eine Unterbrechung des adäquaten Kausalverlaufs 

durch die Klägerin behauptet wird (act. B22 S. 2), könnte solches ohnehin nicht ohne 

spezielle medizinische Fachkenntnisse festgestellt werden. Ein entsprechendes 

Gutachten wurde aber nicht beantragt. Auf einen Aktenbeizug ist somit zu verzichten. 

Im Übrigen hätte der Beklagte, der offenbar über Kopien der entsprechenden 

Strafakten verfügt, diese selber einreichen können.

b) Die Klägerin macht die folgenden Schadenpositionen geltend:

aa) Haushaltschaden

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Dr. med. S bestätigt schriftlich, dass die Klägerin vom 1.1.-15.2.2003 zu 100 %, vom 

16.2.-10.3.2003 zu 50 % und vom 11.3.-17.3.2003 zu 25 % arbeitsunfähig gewesen sei 

(kläg.act. 7). Dass das Zeugnis erst vom 3. April 2003 datiert und an den damaligen 

Rechtsvertreter der Klägerin adressiert war, ist nicht weiter verwunderlich, da die 

Klägerin im damaligen Zeitpunkt nicht bzw. ab März 2003 nur Teilzeit beschäftigt war 

und sie somit für ihren Arbeitgeber kein entsprechendes Zeugnis benötigte. Dafür, dass 

es sich um ein reines Gefälligkeitszeugnis handeln könnte, bestehen keine Hinweise, 

weshalb von der Richtigkeit des Zeugnisses auszugehen ist. Die Klägerin macht 

geltend, im Allgemeinen etwa zwei Stunden pro Tag für den Haushalt aufgewendet zu 

haben. Somit konnte die nicht erwerbstätige Klägerin den Haushalt ab 16. Februar 

2003 aufgrund der nur noch teilweise eingeschränkten Arbeitsfähigkeit selbst führen. 

Sie hat es unterlassen, nähere Angaben über den genauen Stellenantritt und den 

Beschäftigungsgrad ihrer Anstellung seit März 2003 zu machen, weshalb ein 

Haushaltschaden auch für März 2003 zu verneinen ist. Ein Haushaltschaden bestand 

somit während 46 Tagen (1. Januar - 15. Februar 2003). Da keine Haushaltshilfe 

eingestellt, sondern der Ausfall der Klägerin anderweitig kompensiert wurde, ist der 

Schadensumfang nach richterlichem Ermessen zu bestimmen. Angemessen 

erscheinen - insbesondere auch angesichts der ländlichen Gegend - Fr. 50.- (2 Std. à 

Fr. 25.-) pro Tag. In dieser Höhe und für die Dauer von 30 Tagen hatte die Klägerin 

einen Anspruch gegenüber dem (überobligatorischen) Krankenversicherer (Berufung, 

18; kläg.act. 27 Ziff. 11.2), weshalb der nicht gedeckte Haushaltschaden somit noch Fr. 

800.- (16 Tage à Fr. 50.-) beträgt.

bb) Kosten für den Hundehüter

Die Klägerin war erwiesenermassen vom 2.-8. Januar 2003 hospitalisiert. Dass sie 

während dieser Zeit nicht selbst für ihre Hunde sorgen konnte, versteht sich von selbst. 

Die Quittung "Hundehüter" datiert vom 8. Januar 2003, dem Tag des Spitalaustritts, 

und der Betrag von Fr. 200.- (kläg.act. 8) erscheint für die fragliche Zeitspanne und für 

zwei Hunde angemessen, weshalb diese Schadensposition als ausgewiesen gilt.

cc) Heilungskosten

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Die Klägerin machte in der Klage lediglich geltend, ihr seien Heilungskosten von Fr. 

2'420.90 sowie ein weiterer Schaden von Fr. 67.- für einen Bericht entstanden, und 

begnügte sich damit, 22 Seiten Kopien insbesondere von 

Krankenkassenabrechnungen einzureichen (kläg.act. 9a-9q sowie 10; Klage, 6). 

Nachdem der Beklagte die Aussagekraft der Belege und deren Zusammenhang mit 

dem Hundebiss in Frage gestellt hatte, behauptete die Klägerin, grundsätzlich gesund 

zu sein und "lediglich etwas an Zucker und an zu hohem Blutdruck" zu leiden, wofür 

ca. alle drei Monate eine ärztliche Kontrolle notwendig sei. Es werde also bestritten, 

dass sich nicht auf den fraglichen Vorfall beziehende Krankenkassenbelege eingereicht 

worden seien. Da die Krankenkassenbelege insgesamt bestritten seien, werde zu 

jedem einzelnen Beleg der entsprechende Arzt zum Zeugnis angerufen. In der Folge 

sind acht Ärzte sowie eine Fachpsychologin und ein Physiotherapeut aufgeführt 

(Replik, 6 f.). Im Rechtsmittelverfahren beschränken sich die Ausführungen zu den 

Heilungskosten auf Wiederholungen des erstinstanzlich Vorgebrachten (Berufung, 19 

f.).

Eine Sichtung der durch die Klägerin eingereichten Belege ergibt, dass diese ohne 

erkennbare Logik (etwa chronologisch, nach Behandlungsart, etc.) nummeriert, wenig 

aussagekräftig (und deshalb teilweise offenbar durch die Klägerin handschriftlich 

ergänzt worden) sowie teilweise unvollständig (kläg.act. 9j) oder aus verschiedenen 

Abrechnungen zusammengesetzt (kläg.act. 9e) sind. Die Klägerin hat es auch 

unterlassen, die einzelnen Beträge, aus denen sich die Gesamtforderung 

zusammensetzt, aufzulisten. Sie hat sich darauf beschränkt, einzelne Positionen auf 

den Belegen einzukreisen bzw. zu markieren. Bei Abrechnungen mit mehreren 

Markierungen ist unklar, welche Beträge geltend gemacht werden (vgl. kläg.act. 9e und 

9f). Es kann aber nicht Sache des Gerichts sein, anhand der geforderten 

Gesamtsumme von Fr. 2'420.90 herauszutüfteln, welche Positionen gemeint sein 

könnten. Es genügt denn auch nicht, zu den in den Rechtsschriften nicht weiter 

substantiierten Heilungskosten von rund Fr. 2'500.- insgesamt zehn Personen als 

Zeugen anzubieten, welche offenbar irgend etwas zu den im Recht liegenden Kopien 

sagen könnten. Dies insbesondere deshalb, weil es angesichts der an sich "kleinen" 

Verletzung (einem Hundebiss in die Wange) sowie einer ab 18. März 2003 nicht mehr 

bestehenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sehr unüblich erscheint, dass die 

Dienste von zehn verschiedenen im medizinischen Bereich tätigen Personen in 

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Anspruch genommen werden mussten bzw. diese jetzt als Zeugen befragt werden 

müssten. Von den acht Ärzten arbeiten zwei im Spital und bei einer dritten Ärztin, Dr. 

med. S, handelt es sich offenbar um die Hausärztin der Klägerin, die dieser auch die 

Arbeitsunfähigkeit bestätigte und bei der die Klägerin ab 13. Januar 2003 bis offenbar 

zum Ablauf der Arbeitsunfähigkeit in Behandlung war. Weshalb die Klägerin aber 

parallel dazu und über diesen Zeitraum hinaus wegen des Hundebisses noch die 

Dienste von fünf weiteren Ärzten beanspruchen musste, ist erklärungsbedürftig und 

wäre deshalb entsprechend zu substantiieren gewesen. Da dies nicht geschehen und 

deshalb nicht abschätzbar ist, inwiefern die angerufenen Zeugen überhaupt über 

(welche?) relevante Tatsachen Auskunft geben können, ist auf die Beweisofferte der 

Klägerin nicht weiter einzugehen, insofern sich eine Zeugenbefragung aufgrund des 

nachfolgend Gesagten nicht ohnehin erübrigt.

Folgende Heilungskosten (-Anteile) der Klägerin lassen sich ausgewiesenermassen auf 

den Hundebiss zurückführen:

 

Demgegenüber ist der "Kontoauszug" von Dr. med. S vom 4.5.2003 für den 

Behandlungszeitraum vom 13.1.-1.2.2003 (kläg.act. 9a) offensichtlich über die 

Krankenkasse abzurechnen bzw. in der Abrechnung vom 24.3.2003 (für den Zeitraum 

vom 13.1.-10.3.2003, kläg.act. 9i, siehe oben) enthalten. Weshalb die Klägerin, 

nachdem sie die Arbeitsfähigkeit wieder voll erlangt und die Ärztin wie soeben 

ausgeführt abgerechnet hatte, im Zeitraum vom 24.3.-3.4.2003 wegen des 

Hundebisses nochmals durch Dr. med. S hätte behandelt werden müssen, ergibt sich 

nicht ohne Weiteres und hätte entsprechend substantiiert werden müssen. Mangels 

dessen ist die entsprechende Rechnung (kläg.act. 9p) nicht beachtlich. Bei den 

Behandlungen durch Dr. med. Y vom 10.2.2003 (kläg.act. 9k), Dr. med. Z vom 

Notfallbehandlung (Spital) vom 1.1.2003 (kläg.act. 9h) Fr. 239.50–

Spitalaufenthalt vom 1.1.-8.1.2003 (kläg.act. 9l) Fr. 309.20–

Beh. durch Dr. med. S vom 13.1.-10.3.2003 (kläg.act. 9i) Fr. 49.40–

Total Fr. 598.10–

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24.2.-29.4.2003 (kläg.act. 9q), den Physiotherapeuten A vom 11.3.-8.4.2003 (kläg.act. 

9n) und Dr. med. E vom 11.4.-24.4.2003 (kläg.act. 9g) sowie den beiden am 10.6.2003 

durch Dr. med. Z (kläg.act. 9d) bzw. Dr. med. E (kläg.act. 9b) durchgeführten 

Behandlungen fehlt es an der bereits zuvor genannten Substantiierung des 

Zusammenhangs mit dem vorliegenden Haftpflichtfall. Weiter ist die 

Krankenkassenabrechnung vom 3.3.2003 mit einem Kostenanteil der Klägerin von Fr. 

12.45 unvollständig (kläg.act. 9j), weshalb auch dieser Betrag nicht zu den Folgekosten 

gezählt werden kann. Mit der Krankenkassenabrechnung vom 10.4.2003 wurden der 

Klägerin Kosten von Fr. 58.30 mit dem Vermerk "Psychotherapie" für den Zeitraum 

vom 16.1.-11.3.2003 in Rechnung gestellt (kläg.act. 9m). Hierfür offeriert die Klägerin 

die Fachpsychologin G als Zeugin (Berufung, 19). Gemäss Schreiben von G vom 19. 

Juli 2004 sei die Klägerin am 4.8. und 11.8.2003 von einem Dr. med. L untersucht 

worden. Dieser habe die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt 

und die Klägerin an sie überwiesen. Das Erstgespräch habe am 9.9.2003 stattgefunden 

(kläg.act. 19). Zur fraglichen Rechnung vom 10.4.2003 kann die aufgerufene Zeugin 

somit keine relevanten Aussagen machen. In der Berufungsschrift wird ausgeführt, 

dass sich die Klägerin (erst) seit August 2003 in psychologischer Betreuung befindet. 

Der behauptete Schaden aufgrund einer psychotherapeutischen Behandlung zu Beginn 

des Jahres 2003 ist deshalb nicht bewiesen. Bei weiteren, offenbar durch die Klägerin 

oder deren Rechtsvertreter handschriftlich den Psychotherapeuten G und O 

zugeordneten Kostenpositionen wäre auch erklärungsbedürftig gewesen, weshalb 

psychotherapeutische Behandlungen unter der Rubrik "Naturheilmethoden" 

abgerechnet worden sein sollten (vgl. etwa kläg.act. 9c und 9d), obwohl die 

abrechnende Krankenkasse sehr wohl eine Rubrik "Psychotherapie" kennt (vgl. etwa 

kläg.act. 9f). Als weiterer Schaden werden die Kosten für den Bericht der 

Fachpsychologin für Psychotherapie G von Fr. 67.- geltend gemacht (kläg.act. 10 

i.V.m. kläg.act. 19). Auf den zu Prozesszwecken im Auftrag des Rechtsvertreters 

erstellten und diesem in Rechnung gestellten Bericht ist bei den Parteikosten 

einzugehen. Schliesslich fällt bei der Krankkassenabrechnung vom 26. Mai 2003 auf, 

dass - durch die an Zucker und Bluthochdruck leidende Klägerin - bereits am 

16.12.2002 für den (bis auf fünf Rappen) gleichen Betrag Medikamente bei der 

Apotheke bezogen worden waren wie am 9.1.2003 (kläg.act. 9o), was darauf 

schliessen lässt, dass diese Gesundheitskosten keinen Zusammenhang mit dem hier 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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zu beurteilenden Haftpflichtfall haben. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter 

dem Titel Heilungskosten ein Betrag von Fr. 598.10 ausgewiesen ist.

dd) Fahrtkosten

Für die geltend gemachten Fahrtkosten von Fr. 984.- liegen keinerlei Belege und auch 

keine Beweisanträge vor, weshalb diese Kosten nicht berücksichtigt werden können.

ee) Lohnausfall

Die Klägerin behauptet, sie hätte am 6. Januar 2003 bei der F eine Stelle als 

"Gutachterin" mit einem Arbeitspensum von 40-50 % und einem Stundenlohn von 

brutto Fr. 37.50 antreten können. Da sie im Zeitpunkt des Stellenantritts hospitalisiert 

gewesen sei, sei die Stelle anderweitig vergeben worden. Hierzu eingereichtes einziges 

Beweismittel ist eine Bestätigung von D, Geschäftsführer der F, welche vom 24. 

November 2003 datiert. Daraus geht allerdings (nur) hervor, dass einzig die 

Vertragsunterzeichnung am 6. Januar 2003 hätte stattfinden sollen. Wann ein allfälliger 

Stellenantritt - unter der Voraussetzung, dass der Vertrag auch tatsächlich beidseitig 

unterzeichnet worden wäre - hätte erfolgen sollen, wird darin nicht erwähnt. Die 

Bestätigung wurde auf Wunsch der Klägerin und erst rund zehneinhalb Monate nach 

der angeblich vorgesehenen Vertragsunterzeichnung erstellt. Eigenartig ist nicht nur, 

dass die Klägerin von Stellenantritt, hingegen D von Vertragsunterzeichnung per 6. 

Januar 2003 spricht. Vor allem erstaunt, dass die Klägerin kein Dokument älteren 

Datums vorweist bzw. vorweisen kann, etwa ein Schreiben der F, in welchem sie zur 

angeblichen Vertragsunterzeichnung am 6. Januar 2003 eingeladen wird, ein 

Entschuldigungsschreiben der Klägerin, weshalb sie den genannten Termin nicht 

wahrnehmen konnte und sie ihre Dienste weiter anbietet und um einen neuen Termin 

bittet, oder ein Schreiben der F, in welchem der Klägerin im damaligen Zeitpunkt - als 

die Sache ja hätte aktuell sein sollen - mitgeteilt wird, dass aufgrund ihres Ausbleibens 

zur Vertragsunterzeichnung die Stelle anderweitig vergeben wurde. Wenn ihr 

Stellenantritt dermassen festgestanden hätte, wie die Klägerin behauptet, müsste auch 

das eine oder andere Schreiben der vorgenannten Art existieren. Da aber offenbar 

keine weiteren, insbesondere früher datierten schriftlichen Unterlagen vorhanden sind, 

ist die Bestätigung vom 23. November 2003 als Gefälligkeitshandlung zu betrachten, 

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und unter diesen Umständen kann auf die beantragte Zeugeneinvernahme des 

Verfassers D verzichtet werden. Nichts ableiten kann die Klägerin aus dem Umstand, 

dass sie vom 1. März - 31. Dezember 2003 einen Bruttolohn von Fr. 7'200.- (als 

"Sachbearbeiterin", kläg.act. 12; demgegenüber Berufung, 20: "Sie reinigt Büros") 

verdiente. Tatsache ist, dass die Klägerin im Zeitpunkt des Bisses seit rund 15 Jahren 

nicht erwerbstätig war (Replik, 8) und ein effektiver Erwerbsausfall aufgrund des 

Hundebisses nicht nachgewiesen werden kann. Durch die Vorlage von lediglich drei 

Absagen auf Bewerbungen in der Zeit vom 11. März 2003 bis 19. Juni 2004 (kläg.act. 

13-15) kann die Klägerin nicht einmal nach dem schädigenden Ereignis ernsthafte 

Bemühungen für die Suche nach einer (anderen) Arbeitsstelle glaubhaft machen.

ff) Somit konnte die Klägerin einen durch den Hundebiss entstandenen Schaden von 

Fr. 1'598.10 nachweisen.

c) Herabsetzung der Schadenersatzpflicht

Hat die Geschädigte in die schädigende Handlung eingewilligt, oder haben Umstände, 

für welche die Geschädigte einstehen muss, auf die Entstehung des Schadens 

eingewirkt, so kann der Richter die Ersatzpflicht ermässigen oder gänzlich von ihr 

entbinden (Art. 44 Abs. 1 OR). Aufgrund dessen, dass die Klägerin selber Hundehalterin 

ist (sich damit im Umgang mit Hunden auskennt) und das aufgeregte Tier (dennoch) 

von hinten streichelte bzw. streicheln wollte, und zwar in alkoholisiertem Zustand, 

obwohl ihr kurz zuvor von der Ehefrau des Beklagten mitgeteilt worden war, dass der 

Hund auf Alkohol empfindlich reagiere (Berufung, 5), muss ihr ein Mitverschulden am 

Hundebiss und damit am ihr entstandenen Schaden zugeschrieben werden. Einer 

entsprechenden Mitverantwortung scheint sich die Klägerin offenbar auch im 

unmittelbaren Anschluss an den Vorfall bewusst gewesen zu sein (siehe vorne E.III.2.c). 

Angemessen erscheint eine Herabsetzung der Schadenersatzpflicht des Beklagten auf 

50 %. Der vom Beklagten zu ersetzende Schaden beträgt somit Fr. 799.05.

4. Die Klägerin fordert vom Beklagten eine Genugtuung von Fr. 5'000.-. Art. 56 OR ist 

auch auf erlittene immaterielle Unbill anwendbar (BaslerKomm-SCHNYDER, Art. 56 OR 

N 6). Art. 47 OR ist analog anzuwenden. Bei der Bemessung und Festsetzung der 

Genugtuungsleistung kommt dem Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu. 

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Obwohl die Grundsätze über die Schadenersatzbemessung nicht direkt anwendbar 

sind, können die Art. 43 und 44 OR analog herangezogen werden, so dass 

insbesondere die dort erwähnten Reduktionsgründe ebenfalls im Rahmen von Art. 47 

OR Beachtung finden können. Im Übrigen kommt es bei der Bemessung vor allem auf 

die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und die Dauer der Auswirkungen auf 

die Persönlichkeit der Betroffenen sowie auf den Grad des Verschuldens an, das den 

Schädiger am Schadensereignis trifft (BaslerKomm-SCHNYDER, Art. 47 OR N 21 mit 

Hinweisen). Der Hundebiss hatte für die Klägerin einen rund einwöchigen 

Spitalaufenthalt sowie eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit über einen Zeitraum von 

zweieinhalb Monaten zur Folge. Dass der Biss ins Gesicht zumindest vorübergehend 

auch zu einer Beeinträchtigung des Aussehens der Klägerin sowie zu Schlafproblemen 

(wegen Schmerzen aufgrund der Schlafposition sowie allfälliger Albträume) führte, kann 

als erwiesen erachtet werden. Bleibende Auswirkungen wie "unschöne Narben" oder 

bleibende posttraumatische Belastungsstörungen sind hingegen nicht bewiesen (vgl. 

den Bericht von G vom 19. Juli 2004, in welchem sie das Ende der Behandlung auf das 

Jahresende 2004 ankündigte; kläg.act. 19). Dass der Klägerin auch immaterielle Unbill 

durch die Behandlung des Falls in der Presse entstanden sein soll, kann aufgrund der 

eingereichten Beweismittel (kläg.act. 20) nicht nachvollzogen werden. Im Übrigen wäre 

eine am Rande behauptete falsche Berichterstattung nicht vom Beklagten zu 

verantworten bzw. wäre eine solche Verantwortung durch die Klägerin zu beweisen. 

Das Verschulden des Beklagten kann zwar nicht als leicht bezeichnet werden, ist aber 

durch das Mitverschulden der Klägerin (vgl. vorne E.III.3.c) zu relativieren. In Würdigung 

der gesamten Umstände erscheint eine Genugtuung von Fr. 2'000.- angemessen.

....

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	Entscheid Kantonsgericht, 13.11.2006
	Art. 56 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1, Art. 47 OR. Tierhalterhaftpflicht. Ein Gastwirt liess seinen Hund in der Gaststube frei laufen. Eine Besucherin des Restaurants wollte das am Boden liegende Tier von hinten streicheln und wurde dabei vom Hund in die Wange gebissen. Haftung des Tierhalters für den der Verletzten entstandenen Schaden im Grundsatz bejaht. Herabsetzung der Schadenersatzpflicht wegen Mitverschuldens der Verletzten (Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 13. November 2006, BZ.2005.118).

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