# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65bf6478-4e67-53c8-952a-d16e423465b5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 22.04.2015 110 2015 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2015-9_2015-04-22.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2015/9 Bern, 22. April 2015

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn Y.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt X.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Muri bei Bern, Gemeindeverwaltung, B.________ 
Strasse 74, 3074 Muri b. Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Muri bei Bern vom 
19. Dezember 2014 (Baugesuch Nr. 2014/014; Teilabbruch, Anbau Wohnteil mit 
Orangerie, Garage)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer reichte am 28. Februar 2014 bei der Gemeinde ein 

Baugesuch für die folgenden Vorhaben auf der Parzelle Muri bei Bern Grundbuchblatt Nr. 

Z.________ ein: Abbruch des alten Wohngebäudeteils mit Schopf, Wiederherstellung der 

Gebäudeharmonie durch Anbau eines Wohnteils mit Orangerie, Ersetzen der Garage für 

drei Fahrzeuge, Erstellen einer Stützmauer mit begrünter Lärmschutzwand und Erstellen 

eines Containerunterstands. Die Parzelle liegt im Perimeter der Überbauungsordnung ZPP 

"A.________" (nachfolgend: ÜO "A.________").

2. Mit Brief vom 19. März 2014 teilte die Bauverwaltung dem Beschwerdeführer mit, 

dass sein Bauvorhaben nach einer ersten summarischen Prüfung nicht bewilligungsfähig 

2

sei. Es entspreche der geltenden ÜO "A.________" nicht. Sie gab ihm Gelegenheit zur 

Stellungnahme und teilte mit, dass sie der Baukommission den Antrag stellen werde, das 

Gesuch ohne vorherige Bekanntmachung abzuweisen, sollte er auf eine Stellungnahme bis 

zum 30. April 2014 verzichten. Nach mehrfachem Schriftenwechsel und einer 

Fristverlängerung reichte der Architekt des Beschwerdeführers am 2. September 2014 

neue Pläne ein. 

Mit einer als Zwischenentscheid bezeichneten Verfügung vom 10. Oktober 2014 hielt die 

Baupolizeibehörde fest, dass das eingereichte Baugesuch sowie die Projektänderung vom 

2. September 2014 nicht baubewilligungsfähig seien. Dem Beschwerdeführer wurde die 

Möglichkeit gegeben, sein Baugesuch innert 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung 

zurückzuziehen. Andernfalls wurde der Bauabschlag ohne vorgängige Veröffentlichung in 

Aussicht gestellt. Mit Schreiben vom 4. November 2014 teilte der Beschwerdeführer der 

Gemeinde mit, es werde nicht hinreichend begründet, in welchen Punkten sein Baugesuch 

nicht bewilligungsfähig sei. Er verlange eine detaillierte Begründung. Mit E-Mail vom 9. 

Dezember 2014 bat er den Gemeindepräsidenten dafür besorgt zu sein, dass er die 

notwendigen Auskünfte erhalte. Der Leiter Hochbau und Planung stellte dem 

Beschwerdeführer daraufhin den abschliessenden Entscheid der Baukommission in 

Aussicht. Mit Entscheid vom 19. Dezember 2014 erteilte die Baupolizeibehörde den 

Bauabschlag ohne vorherige Veröffentlichung. Sie begründete ihren Entscheid 

hauptsächlich damit, dass das Projekt nicht der geltenden ÜO "A.________" entspreche. 

Zudem werde der Waldabstand unterschritten und die kantonale Denkmalpflege lehne das 

Gesuch ab.

3. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 19. Januar 2015 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die 

Aufhebung des Entscheides und die Rückweisung der Sache an die Gemeinde zur 

Neubeurteilung des Baugesuchs zum Erlass eines neuen Gesamtbauentscheids. Es sei 

ein Augenschein mit Verhandlung durchzuführen. Zur Begründung macht er insbesondere 

geltend, der Entscheid sei nicht rechtsgültig unterzeichnet. Zudem beruft er sich auf die 

Besitzstandsgarantie und hält fest, dass das Bauprojekt die Bestimmungen der ÜO 

"A.________" einhalte.

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4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und edierte die Vorakten. Die Gemeinde beantragt in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 4. März 2015 die Abweisung der Beschwerde.

5. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide können mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40 

Abs. 1 BauG2). Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Der Beschwerdeführer ist als Baugesuchsteller grundsätzlich beschwerdelegitimiert 

(Art. 40 Abs. 2 BauG). Er hat ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des 

Bauabschlags. Er ist deshalb befugt, Beschwerde zu führen (Art. 65 Abs. 1 VRPG3).

c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 

BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 VRPG). Die BVE tritt 

daher auf die Beschwerde ein.

2. Unterschrift

a) Der angefochtene Bauentscheid wurde von der Präsidentin der Baukommission und 

vom Bauinspektor unterzeichnet. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Bauinspektor 

sei nicht Sekretär der Baukommission und daher nicht zeichnungsberechtigt. Mangels 

rechtsgültiger Unterzeichnung sei die Verfügung über den Bauentscheid für ungültig zu 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

4

erklären. Der Beschwerdeführer zweifelt zudem daran, dass die zuständige 

Baukommission überhaupt einen Beschluss über den Bauentscheid gefasst hat.

Die Gemeinde ihrerseits ist der Auffassung, dass der Bauabschlag rechtsgültig erfolgt sei. 

Alleine mit der Unterschrift der Präsidentin der Baukommission liege eine hinreichende 

Rechtslegitimation vor. Die zusätzliche Unterschrift des Bauinspektors erfolge in der 

Funktion eines Sekretärs, der die Sache zur Entscheidfindung durch das kompetente 

Organ vorbereite und dessen Entscheide umsetze. Dieser werde damit auch als 

Ansprechperson für das Geschäft deklariert.

b) Ist die Gemeinde Baubewilligungsbehörde, so entscheidet der Gemeinderat oder ein 

anderes im Gemeindereglement bezeichnetes Organ über Baugesuche (Art. 33 Abs. 4 

BauG). In der Gemeinde Muri bei Bern ist die Baukommission für das Fällen von 

Bauentscheiden zuständig (Art. 83 Abs. 1 und 3 Bst. a GBR4). Ihre Aufgaben, 

Zuständigkeiten und Organisation werden im Anhang zur Gemeindeordnung bestimmt (Art. 

51 Abs. 2 GO5). Das Präsidium der Baukommission hat von Amtes wegen das zuständige 

Mitglied des Gemeinderats inne. Sekretär ist der Bereichsleiter Hochbau und Planung. Für 

die Baukommission unterschreiben der Präsident und der Sekretär (Ziff. 1 Anhang GO). In 

Art. 14 Abs. 2 OrgV6 ist die Unterschriftsberechtigung differenzierter geregelt: Soweit 

Entscheidungsbefugnisse an Kommissionen übertragen sind, zeichnen für diese der 

jeweilige Präsident oder die Präsidentin bzw. der Vizepräsident oder die Vizepräsidentin 

zusammen mit dem Sekretär oder der Sekretärin oder dem für diese Kommission 

zuständigen Abteilungs- oder Bereichsleiter kollektiv zu zweien. Damit wird die 

Stellvertretung sichergestellt.

Der Bauinspektor ist weder Sekretär noch zuständiger Abteilungs- oder Bereichsleiter der 

Baukommission. Nach den einschlägigen Vorschriften der Gemeinde ist er daher 

grundsätzlich nicht befugt, regelmässig für die Baukommission zu unterschreiben. Diese 

Berechtigung kommt nach den Bestimmungen der Gemeinde nur dem Bereichsleiter 

Hochbau und Planung zu, der gleichzeitig Sekretär der Baukommission ist. Es mag sein, 

dass der Bauinspektor ausnahmsweise als Stellvertreter des Bereichsleiters 

unterschreiben kann, falls dieser verhindert ist. Im vorliegenden Fall macht die Gemeinde 

4 Baureglement der Gemeinde Muri bei Bern vom 6. Juni 1993 (GBR)
5 Gemeindeordnung vom 23. Mai 2000 (GO)
6 Organisationsverordnung der Gemeinde Muri bei Bern vom 31. Januar 2005 (OrgV)

5

jedoch nicht geltend, es liege eine solche spezielle Situation vor. Die Rüge, der 

Bauinspektor sei nicht zeichnungsberechtigt, erscheint daher als begründet.

c) Gemäss Art. 52 Abs. 1 Bst. g VRPG muss eine Verfügung eine Unterschrift 

enthalten. Ausser bei Massenverfügungen gehört die Unterschrift eines 

vertretungsberechtigten Behördenmitglieds daher grundsätzlich zu den 

Gültigkeitserfordernissen. Form- und Eröffnungsfehler führen nur in schweren Fällen zur 

Nichtigkeit einer Verfügung.7 Die rechtliche Bedeutung der Unterschrift liegt darin zu 

bestätigen, dass die zuständige Behörde den fraglichen Entscheid gefasst hat. Dies wird 

bereits mit der Unterschrift der Präsidentin der Baukommission hinreichend zum Ausdruck 

gebracht. Unabhängig davon, ob der Bauinspektor im konkreten Fall (ausnahmsweise) 

unterschriftsberechtigt war, liegt daher ein rechtsgültiger Bauentscheid vor.8 Der 

angefochtene Entscheid ist deshalb nicht ungültig. Im Übrigen könnte ein allfälliger 

Eröffnungsmangel im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt werden, da die BVE 

Baubeschwerden mit voller Kognition prüft (Art. 40 Abs. 3 BauG). 

d) In den edierten Vorakten befindet sich das Protokoll der Baukommission vom 6. 

Oktober 2014. Daraus ist ersichtlich, dass die Baukommission den Beschluss über den 

Bauentscheid einstimmig fällte. Die Zweifel des Beschwerdeführers, dass überhaupt nicht 

Beschluss über den Bauentscheid gefasst wurde, erweisen sich damit als unbegründet.

3. Anspruch auf eine Baubewilligung

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Bauprojekt sehe nichts anderes vor als die 

Erneuerung der bestehenden Bausubstanz und die Wiederherstellung der 

Gebäudeharmonie durch eine Orangerie. Mit dem Abbruch und Wiederaufbau könne das 

Gebäude in der heutigen Erscheinungsform und entsprechend den Anforderungen der 

Bau- und Umweltschutzgesetzgebung wiederhergestellt werden. Dies sei im erheblichen 

öffentlichen Interesse. Die Auffassung der Denkmalpflege, das Gebäude sei in einem 

sanierungsfähigen Zustand, widerspreche der Auffassung des Gemeinderats im 

Erläuterungsbericht zur Ortsplanungsrevision 2012, wonach die beiden erhaltenswerten 

Gebäude B.________ Strasse Nrn. E.________ und 43 auch abgebrochen werden 

könnten, wenn der Nachweis erbracht werde, dass eine Erhaltung unverhältnismässig 

7 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 20; BVR 2014 S. 481 E. 2.4
8 BVR 1977 S. 133 E. 2

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wäre. Das belege, dass das öffentliche Interesse an der uneingeschränkten Erhaltung der 

bestehenden Bausubstanz weniger zu gewichten sei, als die Einhaltung der gesetzlichen 

Umweltvorschriften. Das Bauvorhaben liege im Baubereich E. Die ÜO "A.________" 

enthalte für diese Zone keine besonderen Überbauungsvorschriften. Das Bauprojekt trage 

den Anliegen der Denkmalpflege Rechnung, werde doch durch den Anbau des neuen 

Wohnteils die Gebäudeharmonie wiederhergestellt und durch eine passende Orangerie im 

Volumen des angebauten Schopfs erweitert. Der Kurzbeschrieb im Bauinventar bestätige, 

dass das Haus durch verschiedene bauliche Veränderungen in den letzten Jahren entstellt 

worden sei. Das Amt für Wald des Kantons Bern habe den Anbau der Orangerie als 

bewilligungsfähig bezeichnet. Somit stehe einer Baubewilligung aus forstrechtlicher Sicht 

nichts entgegen. Die Mauer entlang der B.________ Strasse solle die Anforderungen des 

Lärmschutzes sicherstellen. Die Baubewilligung sei eine Baupolizeierlaubnis. Wenn die 

Voraussetzungen erfüllt seien bestehe ein Rechtsanspruch auf die Baubewilligung. 

Die Gemeinde weist darauf hin, dass sie sich im Anfangsstadium eines 

Ortsplanungsprozesses befinde. Weder in Teilgebieten noch in gesamtplanerischer 

Hinsicht könnten daher Ansprüche auf Beurteilung des Baugesuchs nach noch nicht 

konkreten und daher nicht genehmigten Vorschriften abgeleitet werden. Das Baugesuch 

widerspreche den Vorschriften der ÜO "A.________" in mehreren Punkten. Der Bericht der 

Waldabteilung beruhe auf einer Voranfrage des Beschwerdeführers. Danach dürfe die 

Terrasse bzw. der Wintergarten nicht zu Wohnzwecken umfunktioniert werden. Bei der 

Orangerie handle es sich um einen Anbau zu Wohnzwecken.

b) Nach Art. 2 Abs. 1 BauG besteht ein Anspruch auf eine Baubewilligung, wenn das 

Bauvorhaben der gesetzlichen Ordnung, d.h. den bau- und planungsrechtlichen 

Vorschriften, entspricht. Es hat folglich im Einklang mit den Vorschriften des Baugesetzes 

und der zugehörigen Ausführungserlassen sowie den gestützt darauf von Kanton und 

Gemeinden erlassenen Vorschriften und Plänen zu stehen.9 Zu prüfen ist somit, ob das 

Bauvorhaben den geltenden Vorschriften entspricht. Art. 3 Abs. 2 BauG erlaubt es zwar, 

Bauten, die durch neue Vorschriften widerrechtlich geworden sind, zu unterhalten, 

zeitgemäss zu erneuern und – soweit dadurch ihre Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird – 

auch umzubauen und zu erweitern. Der Beschwerdeführer verkennt jedoch, dass Eingriffe 

in die Substanz und die Grundstruktur der Baute – worunter auch der geplante Abbruch 

9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 2 
N°2 und 3

7

und Neubau zu verstehen ist – gerade nicht von der Besitzstandsgarantie umfasst 

werden.10 Er kann sich somit nicht auf Art. 3 Abs. 2 BauG berufen.

c) Die Aussage des Beschwerdeführers, dass die ÜO "A.________" keine besonderen 

Überbauungsvorschriften enthalte, die sein Bauvorhaben betreffen, trifft nicht zu. Die ÜO 

"A.________" beinhaltet neben einem Überbauungsplan auch Überbauungsvorschriften 

(Art. 1-13). Nach Art. 2 dieser Überbauungsvorschriften umfasst der Wirkungsbereich der 

ÜO "A.________" die Parzellen Nr. Z.________, C.________ und D.________. Die ÜO 

"A.________" ist somit auch auf den Bereich anwendbar, wo der Beschwerdeführer das 

geplante Projekt realisieren möchte. Gemäss Art. 4 der Überbauungsvorschriften regelt der 

Überbauungsplan den Wirkungsbereich, die Waldabstandlinie, die Lage und Grösse der 

Baubereiche A, B und E, die Lage und Grösse der Anbaubereiche (1-geschossig), die 

Lage und Grösse der Baubereiche für Nebengebäude, die abzubrechenden Gebäude, die 

Lage der privaten Erschliessungsflächen und Vorplätze, die Höhenkoten sowie die 

unterirdischen Baubereiche. Oberirdische Bauten dürfen nur innerhalb der im 

Überbauungsplan durch Baulinien festgelegten Baubereiche und innerhalb der 

eingetragenen Gebäudehöhenkurven erstellt werden. Der Baubereich für 1-geschossige 

unbewohnte Nebenbauten dient zur Erstellung von Abstellräumen, Fahrradunterständen, 

Autogaragen und Ähnlichem (Art. 6 der Überbauungsvorschriften). 

Vergleicht man die Pläne des Beschwerdeführers mit dem Überbauungsplan, so ist 

unschwer festzustellen, dass sein Projekt diesem Plan in mehrfacher Hinsicht widerspricht. 

So liegt beispielsweise der Anbau der Orangerie weitestgehend ausserhalb des 

Baubereichs E. Zudem überschreitet er die Waldabstandslinie. Die geplante Garage soll 

ausserhalb des Baubereichs für unbewohnte Nebenbauten im Bereich für privaten 

Aussenraum erstellt werden. Containerunterstand, Zufahrt und Parkplätze sind ebenfalls 

an einem anderen Ort vorgesehen, als in der ÜO "A.________" vorgeschrieben. Die 

geplante Lärmschutzwand und die Aufschüttung zwischen Wohnhaus und B.________ 

Strasse verunmöglichen die im Überbauungsplan vorgesehene Ein- und Ausfahrt sowie 

den Parkplatz. Das Bauvorhaben widerspricht somit offensichtlich der ÜO "A.________". 

Der Beschwerdeführer hat für die Abweichungen von der ÜO "A.________" kein 

Ausnahmegesuch gestellt. Da bei Überbauungsordnungen besondere Zurückhaltung 

geboten ist,11 könnten solche Ausnahmen wohl auch nicht bewilligt werden. Die Gemeinde 

10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 3 
N°3
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.26-
27 N. 4 Bst. c

8

hat deshalb zu Recht darauf hingewiesen, dass für die Realisierung des Bauvorhabens 

eine Änderung der ÜO "A.________" erforderlich wäre. 

d) Gemäss Art. 70 Abs. 1 GBR sind die im Schutzplan bezeichneten Flächen und 

Objekte geschützt im Sinne von Art. 9, 10, 11 und 86 BauG. Im geltenden Schutzplan ist 

das Gebäude Nr. E.________ als schützenswert eingetragen. Aufgrund einer 

summarischen Prüfung ist davon auszugehen, dass diese Festlegung 

grundeigentümerverbindlich ist. Laut Art. 10b Abs. 2 BauG dürfen schützenswerte 

Baudenkmäler nicht abgebrochen werden. Der Teilabbruch des Gebäudes dürfte daher 

bereits aus diesem Grund unzulässig sein. Im Bauinventar der Gemeinde vom 24. April 

2008 ist das Gebäude nur noch als erhaltenswert eingestuft. Laut Art. 10b Abs. 3 BauG 

sind erhaltenswerte Baudenkmäler in ihrem äusseren Bestand und mit ihren 

Raumstrukturen zu bewahren. Ein Abbruch ist nur zulässig, wenn die Erhaltung 

unverhältnismässig ist. Dem Fachbericht der Denkmalpflege vom 27. Juni 2014 lässt sich 

entnehmen, dass das Gebäude in einem sanierungsfähigen Zustand ist. Ein Abbruch und 

Wiederaufbau sei nicht angezeigt. Es sei möglich, die gleiche Lösung wie im bereits 

umgebauten Teil anzuwenden. Die Hülle sei zu erhalten. In der Südwestfassade seien die 

Achsen der oberen Fenster im Erdgeschoss zu übernehmen. Der Beschwerdeführer macht 

weder substantiiert geltend noch belegt er, dass das Gebäude nicht mehr sanierungsfähig 

ist. Selbst wenn das Gebäude Nr. E.________ nicht mehr als schützenswert, sondern nur 

noch als erhaltenswert gelten würde, dürfte es daher nicht ohne Weiteres abgebrochen 

werden.

e) Die vorstehenden Erwägungen zeigen, dass die Beschwerde auch ohne den 

beantragten Augenschein beurteilt werden kann, da sich die für den Entscheid relevanten 

Umstände mit hinreichender Klarheit aus den Akten ergeben und von einem Augenschein 

keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Aus diesem Grund wird der 

Beweisantrag abgewiesen. Zusammenfassend steht fest, dass das Bauvorhaben nicht der 

ÜO "A.________" entspricht. Zudem ist fraglich, ob der teilweise Abbruch des 

Baudenkmals zulässig ist. Da das geplante Bauvorhaben nicht der gesetzlichen Ordnung 

entspricht, hat der Beschwerdeführer keinen Rechtsanspruch auf eine Baubewilligung. Die 

Gemeinde hat zu Recht den Bauabschlag erteilt. Die Beschwerde ist daher vollumfänglich 

abzuweisen.

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4. Kosten

a) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen vorliegend einzig aus einer 

Pauschalgebühr. Zusätzliche Gebühren sind keine angefallen (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die 

Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'400.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 1 GebV12). 

Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei 

auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere 

Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu 

erheben. Der Beschwerdeführer unterliegt mit seiner Beschwerde. Er gilt daher als 

unterliegende Partei und hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.

b) Laut Art. 108 Abs. 3 VRPG hat die unterliegende Partei der Gegenpartei 

grundsätzlich die Parteikosten zu ersetzen. Die Parteikosten umfassen den durch die 

berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die 

Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauabschlag der Baukommission der 

Gemeinde Muri bei Bern vom 19. Dezember 2014 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'400.00 werden dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt.

Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

12 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt X.________, als Gerichtsurkunde

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Muri bei Bern, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer,

Regierungspräsidentin

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 

allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, muss 

einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 

Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 

beizulegen.

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Beilage: Kopie des Situationsplanes vom 17. Februar 2014