# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9eb9bf3f-89f8-50d6-8c9a-3bdca4c5a859
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 31.05.2016 BB.2016.95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2016-95_2016-05-31.pdf

## Full Text

Beschluss vom 31. Mai 2016  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Roy Garré und Patrick Robert-Nicoud,  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

 

Parteien 

  

A., 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Rechtsverweigerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2016.95, BP.2016.30  

 

 

 

- 2 - 
 
 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- am 1. April 2014 A. bei der Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") Anzeige 

erstattete; er darin geltend machte, Opfer von elektromagnetischen Waffen 

zu sein (Verfahrensakten RD-0002);  

 

- die BA A. am 15. Mai 2014 mitteilte, dass sie sachlich nicht zuständig sei und 

auf eine Weiterleitung der Strafanzeige verzichte, da A. diese ebenfalls bei 

den Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich einreichte 

(Verfahrensakten RD-0006);  

 

- A. bei der BA am 7. Januar 2016 erneut einen ähnlichen Sachverhalt wie am 

1. April 2014 zur Anzeige brachte (Verfahrensakten RD-0002);  

 

- die BA darauf nicht reagierte;  

 

- A. mit Beschwerde vom 3. Mai 2016 an das hiesige Gericht gelangt, 

Rechtsverweigerung durch die BA geltend macht und sinngemäss beantragt, 

die BA sei anzuweisen eine Strafuntersuchung in obgenannter 

Angelegenheit zu eröffnen (act. 1).  

 

 

 

 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:  

 

- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben 

werden kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der 

Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG, 

SR 173.71]);  

 

- die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der 

Beschwerdeinstanz einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); Beschwerden 

wegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung an keine Frist 

gebunden sind (Art. 396 Abs. 2 StPO);  

 

- eine Rechtsverweigerung vorliegt, wenn sich die Behörde weigert, eine ihr 

nach Gesetz obliegende Amtshandlung vorzunehmen; bei einer 

ausdrücklich erklärten Weigerung tätig zu werden eine Negativverfügung 

vorliegt und keine Rechtsverweigerung (vgl. BGE 108 Ia 205; KELLER, in: 

Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar StPO, 2. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 396 N 9);  

- 3 - 
 
 

- bei Negativverfügungen die Beschwerdefrist von 10 Tagen gilt (KELLER, 

a.a.O.); 

 

- das Schreiben der BA vom 15. Mai 2014 eine Negativverfügung darstellt;  

 

- die Eingabe des Beschwerdeführers vom 7. Januar 2016 unbeantwortet 

blieb; die Beschwerdegegnerin dies – zu Recht – damit begründet, dass eine 

Wiederholung der im Schreiben vom 15. Mai 2014 enthaltenen 

Erläuterungen unnötig sei;  

 

- die Beschwerdefrist bei Beschlüssen oder Verfügungen mit deren Zustellung 

an den Adressaten zu laufen beginnt (Art. 384 lit. b StPO); 

 

- die zehntägige Frist zur Beschwerdeerhebung mithin schon im Jahr 2014 

abgelaufen ist;  

 

- die Frist gewahrt ist, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist der Beschwerdeinstanz, der Schweizerischen Post, einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder im 

Falle von inhaftierten Personen der Anstaltsleitung übergeben worden ist 

(Art. 91 Abs. 2 StPO); 

 

- die Beschwerde am 3. Mai 2016 bei der Schweizerischen Post – daher 

verspätet – eingereicht worden ist, weshalb darauf nicht einzutreten ist; 

 

- jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf 

unentgeltliche Rechtspflege hat, wenn ihr Rechtsbegehren nicht 

aussichtslos erscheint (Art. 29 Abs. 3 Satz 1 BV; Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO; 

BGE 138 III 217 E. 2.2.4); 

 

- gemäss obiger Ausführungen die Beschwerde sich zum Vornherein als 

aussichtslos erweist, infolgedessen das Gesuch des Beschwerdeführers um 

unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist; 

 

- aus diesem Grund auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet 

worden ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario); 

 

- bei diesem Ausgang der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu tragen hat 

(Art. 428 Abs. 1 StPO), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 200.-- festzusetzen 

ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR).  

 

 

 

- 4 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

 

 

Bellinzona, 31. Mai 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (vgl. Art. 79 BGG).