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**Case Identifier:** 1c492e09-5019-5d9f-8e71-d0f60fc24ddb
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.05.2023 BH.2023.8
**Docket/Reference:** BH.2023.8
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BH-2023-8_2023-05-23

## Full Text

Anordnung der Sicherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft (Art. 229 Abs. 1 i.V.m. Art. 222 StPO); Amtliche Verteidigung im Beschwerdeverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO);;Anordnung der Sicherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft (Art. 229 Abs. 1 i.V.m. Art. 222 StPO); Amtliche Verteidigung im Beschwerdeverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO);;Anordnung der Sicherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft (Art. 229 Abs. 1 i.V.m. Art. 222 StPO); Amtliche Verteidigung im Beschwerdeverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO);;Anordnung der Sicherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft (Art. 229 Abs. 1 i.V.m. Art. 222 StPO); Amtliche Verteidigung im Beschwerdeverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO)

Beschluss vom 23. Mai 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Currat,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Vorinstanz 

 

 

 KANTONALES ZWANGSMASSNAHMENGERICHT, 

Gegenstand  Anordnung der Sicherheitshaft bei vorbestehender Un-

tersuchungshaft (Art. 229 Abs. 1 i.V.m. Art. 222 StPO); 

Amtliche Verteidigung im Beschwerdeverfahren 

(Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BH.2023.8 

Nebenverfahren: BP.2023.48  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Bundesanwaltschaft führte eine Strafuntersuchung gegen den gambi-

schen Staatsangehörigen A. u.a. wegen Verdachts der Verbrechen gegen 

die Menschlichkeit. Am 26. Januar 2017 nahm ihn die Polizei in der Schweiz 

fest. Das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland ver-

setzte A. am 28. Januar 2017 in Untersuchungshaft. Das Kantonale Zwangs-

massnahmengericht in Bern (nachfolgend «ZMG BE») verlängerte diese 

seither jeweils. Das Bundesgericht wies eine von A. gegen die Verlängerung 

der Untersuchungshaft erhobene Beschwerde zuletzt mit Urteil 

1B_181/2023 vom 27. April 2023 ab, soweit darauf einzutreten war. 

 

 

B. Am 17. April 2023 erhob die Bundesanwaltschaft gegen A. Anklage bei der 

Strafkammer des Bundesstrafgerichts. Gestützt darauf stellte sie am selben 

Tag beim ZMG BE gegen A. einen Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft 

(vgl. hierzu die Akten des ZMG BE, KZM 23 505).  

 

Mit Entscheid vom 25. April 2023 ordnete das kantonale Zwangsmassnah-

mengericht die Sicherheitshaft an und versetzte A. bis zum Zeitpunkt des 

erstinstanzlichen Urteils, längstens jedoch bis zum 16. Oktober 2023 in Si-

cherheitshaft (act. 1.1). 

 

 

C. Dagegen liess A. am 8. Mai 2023 durch seinen amtlichen Verteidiger bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben (act. 1). 

Er beantragt Folgendes: 

 

A la forme 

 

1. Recevoir le présent recours, 

 

Au préalable 

 

1. Admettre A. au bénéfice de l’assistance juridique et commettre à la défense de ses 

intérêts l’avocat soussigné. 

 

Au fond 

 

1. Annuler l’ordonnance de mise en détention pour des motifs de sûretés du Tribunal 

cantonal des mesures de contrainte du Canton de Berne, rendue le 25 avril 2023 et 

notifiée le 26 avril 2023, sous référence KZM 23 505, dans la procédure SK.2023.23. 

- 3 - 

 

 

2. Rejeter la demande de mise en détention pour des motifs de sûretés du Ministère 

public de la Confédération et ordonner la mise en liberté immédiate d’A. 

3. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais et dépens de 

l’instance. 

 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2023 beantragt die Bundesanwalt-

schaft, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerde-

führers abzuweisen (act. 3). Das ZMG BE teilte am 15. Mai 2023 mit, unter 

Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf die Einrei-

chung einer Stellungnahme zu verzichten (act. 4). Gleichentags übermittelte 

das ZMG BE der Beschwerdekammer die Haftakten (act. 5). 

 

Innerhalb der ihm bis 19. Mai 2023 eingeräumten Frist zur Einreichung einer 

allfälligen Replik hat sich A. nicht mehr vernehmen lassen.  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 StBOG ist die Verfahrenssprache Deutsch, Franzö-

sisch oder Italienisch. Nach konstanter Praxis der Beschwerdekammer defi-

niert die Sprache des angefochtenen Entscheids die Sprache im Beschwer-

deverfahren (TPF 2018 133 E. 1 m.w.H.). Davon abzuweichen besteht hier 

kein Grund. Der vorliegende Beschluss ergeht deshalb in deutscher Spra-

che, auch wenn der Beschwerdeführer die Beschwerde in französischer 

Sprache eingereicht hat. 

 

 

2.  

2.1 Die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlänge-

rung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der 

Beschwerdeinstanz anfechten (Art. 222 und 393 Abs. 1 lit. c StPO). Die Zu-

ständigkeit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Entscheide kantonaler Zwangsmassnahmenge-

richte im Bereich der Bundesgerichtsbarkeit ergibt sich aus Art. 65 Abs. 1 

und 3 i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG. Voraussetzung zur Beschwerdeerhebung 

ist auf Seiten der Partei ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 

oder Änderung des angefochtenen Entscheides (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die 

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Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen 

(Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit ihr gerügt werden können gemäss Art. 393 Abs. 2 

StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch 

des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die un-

vollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die 

Unangemessenheit (lit. c). 

 

2.2 Der inhaftierte Beschwerdeführer ist durch die verfügte Anordnung der Si-

cherheitshaft ohne Weiteres beschwert. Die übrigen Eintretensvorausset-

zungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf die Beschwerde 

einzutreten ist. 

 

 

3.  

3.1 Nach Art. 221 Abs. 1 StPO ist Sicherheitshaft nur zulässig, wenn die be-

schuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig 

ist und zusätzlich einer der Haftgründe Fluchtgefahr (lit. a), Kollusionsgefahr 

(lit. b) oder Wiederholungsgefahr (lit. c) vorliegt. Haft ist auch zulässig, wenn 

ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres 

Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Art. 221 Abs. 2 StPO). Wie andere 

Zwangsmassnahmen auch, hat die Untersuchungshaft dem Verhältnismäs-

sigkeitsprinzip zu genügen (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO). Demnach 

ordnet das zuständige Gericht gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der 

Untersuchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie 

den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Zudem darf die Untersuchungshaft 

nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 

StPO). 

 

3.2 Im Rahmen seiner Beschwerde bestreitet der Beschwerdeführer sinnge-

mäss das Vorliegen eines die Sicherheitshaft rechtfertigenden dringenden 

Tatverdachts (act. 1, S. 21 ff.). Weiter sei die fortdauernde Inhaftierung nicht 

verhältnismässig; insbesondere überschreite deren bisherige Dauer die im 

Falle einer Verurteilung maximal zu erwartende Freiheitsstrafe (act. 1, 

S. 27 ff.). 

 

 

4.  

4.1 Wurde gegen eine in Haft befindliche beschuldigte Person bereits Anklage 

erhoben, so kann das Haftgericht in der Regel davon ausgehen, dass die 

allgemeine Voraussetzung des dringenden Tatverdachts vorliegt. Davon 

wäre ausnahmsweise abzuweichen, wenn der oder die Beschuldigte im Haft-

prüfungs- oder Haftbeschwerdeverfahren darzutun vermöchte, dass die 

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Annahme eines dringenden Tatverdachts unhaltbar ist (siehe zuletzt u.a. die 

Urteile des Bundesgerichts 1B_139/2023 vom 5. April 2023 E. 2.1; 

1B_8/2023 vom 26. Januar 2023 E. 2.2; 1B_195/2022 vom 3. Mai 2022 

E. 2.1.1; 1B_474/2021 vom 22. September 2021 E. 2.2.1; 1B_262/2021 vom 

11. Juni 2021 E. 3.2; 1B_24/2021 vom 2. Februar 2021 E. 4.2).  

 

4.2 Die Vorinstanz legt im angefochtenen Entscheid dar (act. 1.1, E. 7.2), dass 

der dringende Tatverdacht mehrfach und von mehreren Instanzen bejaht 

worden sei. Die den entsprechenden Entscheiden des Bundesgerichts, der 

Beschwerdekammer sowie der Vorinstanz selber zu Grunde liegenden Ver-

hältnisse hätten sich nicht verändert, so dass der dringende Tatverdacht, wie 

er in der Anklageschrift vom 17. April 2023 seinen Niederschlag fand, unmit-

telbar entkräftet werden könnte.  

 

4.3 In der Anklageschrift (siehe S. 3) wirft die Beschwerdegegnerin dem Be-

schwerdeführer zusammengefasst vor, er habe in den Jahren von 2000 bis 

2016 in Gambia teilweise alleine bzw. mehrheitlich zusammen mit einem Tä-

terkollektiv, bestehend aus dem damaligen Präsidenten Yahya Jammeh und 

Führungsmitgliedern von Sicherheitskräften und Gefängnisdiensten von 

Gambia diverse schwerwiegende Verbrechen begangen. Im Rahmen eines 

ausgedehnten und systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung von 

Gambia habe der Beschwerdeführer in seinen Funktionen anfänglich als Mit-

glied der Armee von Gambia, sodann als Generalinspektor der Polizei und 

zuletzt als Innenminister teilweise alleine bzw. mehrheitlich mit dem Täter-

kollektiv Menschen vorsätzlich getötet, gefoltert, vergewaltigt und ihnen in 

schwerwiegender Weise die Freiheit unrechtmässig entzogen. Die dem Be-

schuldigten diesbezüglich zur Last gelegten Einzeltaten waren ihrerseits be-

reits Gegenstand verschiedener der zahlreichen den Beschwerdeführer be-

treffenden Entscheide, welche die Überprüfung der Verdachtslage zum Ge-

genstand hatten. Insofern erweist sich der vorinstanzliche Schluss, der all-

gemeine Grund des dringenden Tatverdachts sei nach wie vor gegeben, als 

rechtmässig.  

 

4.4 Bei den vom Beschwerdeführer diesbezüglich erhobenen Einwendungen 

handelt es sich um solche, welche er bereits im Rahmen früherer Haftprü-

fungsverfahren erfolglos vorgebracht hat. So macht er zusammengefasst 

geltend, die ihm vorgeworfenen Straftaten, welche sich nach Inkrafttreten 

des Art. 264a StGB am 1. Januar 2011 ereignet haben sollen, erfüllten die 

Tatbestandsmerkmale der angeführten Bestimmung nicht. Im Übrigen ergä-

ben sich aus den in der Anklageschrift geschilderten Sachverhalten keine 

Hinweise auf eine persönliche Beteiligung des Beschwerdeführers an den 

fraglichen Straftaten. Zudem bringt er vor, es fehle hinsichtlich der Taten, die 

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sich vor dem 1. Januar 2011 ereignet haben sollen, an der schweizerischen 

Gerichtsbarkeit. Alle diese Einwände wurden im Wesentlichen auch in einem 

kürzlich bzw. nach Anklageerhebung ergangenen Urteil des Bundesgerichts 

verworfen (vgl. hierzu das Urteil des Bundesgerichts 1B_181/2023 vom 

27. April 2023 E. 3.2; siehe zu einzelnen dieser Punkte aber auch die frühe-

ren Urteile des Bundesgerichts 1B_1/2023 vom 30. Januar 2023 E. 3.9; 

1B_519/2020 vom 28. Oktober 2020 E. 4.6; 1B_465/2018 vom 2. November 

2018 E. 3.1 ff.; 1B_417/2017 vom 7. Dezember 2017 E. 6). Insgesamt ver-

mag der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde nicht darzutun, dass die 

Annahme eines dringenden Tatverdachts angesichts der bereits erfolgten 

Anklageerhebung unhaltbar sei. Die Beschwerde erweist sich in diesem 

Punkt als unbegründet.  

 

 

5. Die Vorinstanz wies darauf hin, dass den Beschwerdeführer betreffend der 

besondere Haftgrund der Fluchtgefahr mehrfach und von mehreren Instan-

zen bejaht worden sei. Sie selber habe die Fluchtgefahr letztmals mit Ent-

scheid vom 29. März 2023 bejaht (bestätigt durch den Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BH.2023.6 vom 25. April 2023 E. 5). Zudem habe das Bun-

desstrafgericht seinerseits die Fluchtgefahr mit Beschluss BH.2023.2 vom 

28. Februar 2023 (siehe dort E. 5.2–5.5) bejaht (siehe diesbezüglich das Ur-

teil des Bundesgerichts 1B_181/2023 vom 27. April 2023 E. 3.3). An den 

Verhältnissen und Beurteilungsgrundlagen habe sich seither nichts zuguns-

ten des Beschwerdeführers verändert, weshalb der besondere Haftgrund der 

Fluchtgefahr weiterhin bestehe (act. 1.1, E. 8.3). Diese Erwägungen werden 

im Rahmen der vorliegenden Beschwerdeschrift nicht beanstandet. Gründe, 

welche diesen Punkt betreffend eine andere Würdigung aufdrängen würden, 

sind nicht ersichtlich.  

 

 

6.  

6.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Abs. 3 EMRK hat eine in strafprozessu-

aler Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen 

Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft 

entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnis-

mässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die 

Haftdauer die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehen-

den Sanktion übersteigt (vgl. Art. 212 Abs. 3 StPO). Bei der Prüfung der Ver-

hältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der fraglichen 

Straftaten bzw. der drohenden Sanktion Rechnung zu tragen. Der Richter 

darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe 

der (im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden 

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Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt (BGE 145 IV 179 E. 3.1 

S. 180 f.; 143 IV 168 E. 5.1; 140 IV 74 E. 2.3 S. 78; 139 IV 270 E. 3.1 S. 275). 

Die Fortdauer der strafprozessualen Haft ist verhältnismässig, wenn auf-

grund der Aktenlage mit einer freiheitsentziehenden Sanktion ernsthaft zu 

rechnen ist, derer gesamter Vollzug deutlich länger dauern könnte als die 

bisherige strafprozessuale Haft (vgl. BGE 144 IV 113 E. 4.1). 

 

6.2 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dem Be-

schwerdeführer drohe trotz einer – unter Berücksichtigung der im angefoch-

tenen Entscheid zu bewilligenden – Haft von rund 81 Monaten noch keine 

Überhaft. Das Bundesgericht habe in seinem Urteil 1B_1/2023 vom 30. Ja-

nuar 2023 (siehe E. 5.3) erwogen, dass nach dem aktuellen Verfahrensstand 

dem Beschwerdeführer im Falle einer Verurteilung für den wesentlichen Teil 

der Vorwürfe eine Freiheitsstrafe von mindestens ca. zehn Jahren drohe. 

Angesichts der dem Beschuldigten zur Last gelegten Straftaten falle die Ge-

samtheit der bisherigen Haftdauer und derjenigen der im angefochtenen Ent-

scheid bewilligten demnach noch nicht in grosse zeitliche Nähe der im Falle 

der rechtskräftigen Verurteilung konkret zu erwartenden Dauer der vorgese-

henen freiheitsentziehenden Sanktion, weshalb die seitens der Beschwerde-

gegnerin beantragte Anordnung der Sicherheitshaft für sechs Monate dem-

nach als verhältnismässig und vor dem Hintergrund des zu prüfenden Ak-

tenumfangs, der Anklageschrift von 122 Seiten sowie der Vorbereitung und 

Durchführung der Hauptverhandlung als angemessen erscheine (act. 1.1, 

E. 9.2). 

 

6.3 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, die bisher von ihm ausgestan-

dene Untersuchungshaft überschreite eine (theoretisch) zu erwartende frei-

heitsentziehende Sanktion um bereits mehr als das Doppelte. Soweit er sich 

hierbei auf seine Argumente stützt, wonach ein dringender Tatverdacht – 

wenn überhaupt – nur für einen Teil der zur Anklage gebrachten Delikte be-

stehe, kann auf das oben Ausgeführte verwiesen werden (siehe E. 4.4). Mit 

der übrigen diesen Punkt betreffenden Argumentation erschöpft sich der Be-

schwerdeführer in einer Wiederholung von Vorbringen, welche er bereits im 

Rahmen des Beschwerdeverfahrens BH.2023.6 vorbrachte und welche von 

der Beschwerdekammer mit Entscheid vom 25. April 2023 verworfen wurden 

(siehe dort E. 6.4 und 6.5). Der Beschwerdeführer bringt hierzu nichts vor, 

was eine andere Beurteilung aufdrängen würde. Seine Beschwerde erweist 

sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

  

- 8 - 

 

 

7. Die Anordnung der Sicherheitshaft durch die Vorinstanz erweist sich auf-

grund der vorstehenden Ausführungen als rechtmässig. Die vom Beschwer-

deführer dagegen erhobene Beschwerde ist demgegenüber als unbegründet 

abzuweisen. 

 

 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege sowie um Beigebung seines amtlichen Verteidigers aus der Strafun-

tersuchung als unentgeltlichen Rechtsbeistand im Beschwerdeverfahren. 

 

8.2  

8.2.1 Die Beschwerdekammer ist als Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 20 

Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 222 und Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO im vor ihr geführten 

Beschwerdeverfahren selbst zuständig für die Anordnung und Bestellung ei-

ner amtlichen Verteidigung (Art. 133 Abs. 1 i.V.m. Art. 388 lit. c StPO; für das 

erstinstanzliche Haftanordnungsverfahren vor dem Zwangsmassnahmenge-

richt vgl. BGE 137 IV 215 E. 2.3 S. 218). Der in der Strafuntersuchung ein-

gesetzte amtliche Verteidiger wirkt im Haftbeschwerdeverfahren – jedenfalls 

wenn die beschuldigte Person beschwerdeführende Partei ist – nicht auto-

matisch als unentgeltlicher Rechtsbeistand mit und zwar auch dann nicht, 

wenn die beschuldigte Person im Hauptverfahren notwendigerweise vertei-

digt werden muss. Dies ergibt sich aus der nach dem Inkrafttreten der StPO 

beibehaltenen Rechtsprechung, wonach die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege bei Beschwerden gegen die Anordnung bzw. die Verlängerung 

von Untersuchungshaft von der Nichtaussichtlosigkeit der Beschwerde ab-

hängig gemacht werden kann, und zwar auch dann, wenn die beschuldigte 

Person im Hauptverfahren die Voraussetzungen der notwendigen Verteidi-

gung erfüllt (vgl. zum Ganzen zuletzt u.a. das Urteil des Bundesgerichts 

1B_188/2022 vom 9. Mai 2022 E. 5.2 m.w.H.). 

 

8.2.2 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Prozessbegehren 

als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich gerin-

ger erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren nicht als 

aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr 

die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese (BGE 142 III 

138 E. 5.1 S. 139 f.; 140 V 521 E. 9.1). 

 

8.3 Wie die vorstehenden Erwägungen aufzeigen, steht der angefochtene Ent-

scheid im Einklang mit der ständigen Rechtsprechung und den bestehenden 

anerkannten Grundsätzen im Haftrecht. Der dringende Tatverdacht, die 

Fluchtgefahr sowie die Verhältnismässigkeit sind klar zu bejahen. Die 

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erhobenen Rügen zielten mithin von Anfang an ins Leere. Damit mangelt es 

an einer materiellen Voraussetzung für die unentgeltliche Rechtspflege. Das 

entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist unbesehen seiner finan-

ziellen Verhältnisse abzuweisen. 

 

 

9. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten dem 

unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die 

Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2'000.– festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 

und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 

über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren 

[BStKR; SR 173.713.162]). 

 

- 10 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Einsetzung 

einer amtlichen Verteidigung im Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2’000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 24. Mai 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Philippe Currat 

- Kantonales Zwangsmassnahmengericht 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).