# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0b3b5d3-e6f3-59a9-afd5-4b1305c092a9
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-06-05
**Language:** de
**Title:** Lichtimmissionen. Blendwirkung einer Photovoltaikanlage. Verhältnismässigkeit der Sanierungsanordnung. Gebühren Umweltrecht. Tragung der Expertisekosten.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0119/2007
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_0119_2007_8.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 0119/2007 vom 5. Juni 2007 in BEZ 2008 Nr. 15

(Bestätigt mit VB.2007.00307 vom 7. November 2007 = BEZ 2008 Nr. 05) 

Der Gemeinderat X hatte die Erbengemeinschaft S verpflichtet, innert 60 Tagen 
einen Sanierungsvorschlag zu unterbreiten, mit dem die Blendwirkung von einer auf 
dem Schrägdach ihres Gebäudes montierten Photovoltaikanlage auf dem Balkon der 
Wohnung  von  K  auf  eine  tägliche  Maximaldauer  von  20  Minuten  reduziert  werden 
sollte. 

Aus den Erwägungen:

1. (…)  Mit  dem  nunmehr  angefochtenen  Beschluss  wird  die  Bauherrschaft  ge-
stützt  auf  Art.  11  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  den  Umweltschutz  (USG)  dazu 
aufgefordert,  Sanierungsvorschläge  zur  Reduzierung  der  Blendeinwirkungen  auf 
dem Balkon der Mitbeteiligten auf eine tägliche Maximaldauer von 20 Minuten einzu-
reichen. Zur Begründung wird im Wesentlichen angeführt, dass die mit dem Gutach-
ten  vom  Juli  2005  ermittelten  Blendeinwirkungen  nicht  mehr  als  geringfügige,  um-
weltrechtlich irrelevante Störungen zu werten seien. (…)

4. Die Rekurrierenden stellen sich in materiellrechtlicher Hinsicht vorab auf den
Standpunkt,  bei  den  Blendungen  handle  es  sich  um  nichts  anderes  als  um  natürli-
ches  Sonnenlicht,  das  von  der  Anlage  zu  einem  geringen  Teil  umgelenkt  werde, 
nicht aber um von der Solaranlage erzeugtes Licht. Mithin fehle es an einer Einwir-
kung im Sinne von Art. 7 Abs. 1 USG.

Das  Bundesgesetz  über  den  Umweltschutz  bezweckt  den  Schutz  der  Umwelt 
gegen schädliche oder lästige Einwirkungen (Art. 1 USG) wie beispielsweise «Strah-
len» (Art. 7 Abs. 1 und 2 sowie Art. 11 Abs. 1 USG). Hiezu gehören auch optische 
Strahlen, darunter sichtbares Licht. Als Einwirkungen in diesem Sinne kommen nur 
Vorgänge  in  Betracht,  die  von  Menschen  verursacht  werden,  nicht  solche  die  von 
der  Natur  ausgehen.  Als  Quelle  der  Einwirkungen  nennt  das  Gesetz  den  Bau  oder 
Betrieb einer Anlage. Im vorliegenden Fall stammen die optischen Strahlen zwar aus 
einer  natürlichen  Quelle  (Sonnenlicht).  Die  als  störend  empfundene  Blendwirkung 
rührt  jedoch  nicht  direkt  von  der  Sonne  her,  sondern  entsteht  wegen  der  Reflexion 
des  Sonnenlichts  von  der  Oberfläche  der  Photovoltaikanlage.  Damit  liegt  eine  von 
Menschen  (mit)verursachte  Einwirkung  vor,  die  von  einer  Baute  ausgeht.  Solche 

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Lichtreflexionen stellen Strahlen im Sinne des Umweltschutzgesetzes dar (vgl. Um-
weltrecht in der Praxis [URP] 2006, S. 170 ff). 

Das Umweltschutzgesetz ordnet zum Zwecke der Vorsorge an, dass Einwirkun-
gen, die schädlich oder lästig werden könnten, frühzeitig zu begrenzen sind (Art. 1 
USG). Einwirkungen werden primär an der Quelle, d.h. am Emissionsort beschränkt 
(Art.  11  Abs.  1  USG).  Dabei  sind  zunächst  ebenfalls  im  Sinne  der  Vorsorge  unab-
hängig  von  der  bestehenden  Umweltbelastung  die  Emissionen  so  weit  zu  begren-
zen,  als  dies  technisch  und  betrieblich  möglich  und  wirtschaftlich  tragbar  ist.  In  ei-
nem zweiten Schritt sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen, wenn feststeht 
oder  zu  erwarten  ist,  dass  die  Einwirkungen  unter  Berücksichtigung  der  bestehen-
den Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Dem Vor-
sorgeprinzip  liegt  der  Gedanke  der  Prävention  zugrunde.  Es  bezweckt  unter  ande-
rem, unüberschaubare Risiken mit nachteiligen Folgen für die Umwelt zu vermeiden. 
Aus dem Vorsorgeprinzip lässt sich jedoch nicht ableiten, von einer Anlage Betroffe-
ne  hätten  überhaupt  keine  Belastungen  hinzunehmen.  Zwar  zielt  Art.  11  Abs.  1 
USG, nach welchem Einwirkungen bei der Quelle zu begrenzen sind, darauf ab, be-
stimmte  Emissionen  gar  nicht  erst  entstehen  zu  lassen.  Soweit  dies  jedoch  nicht 
möglich  ist,  dienen  die  gestützt  auf  das  Vorsorgeprinzip  zu  ergreifenden  Massnah-
men dazu, Mensch und Umwelt gegen die Einwirkung abzuschirmen. Das Vorsorge-
prinzip hat somit hinsichtlich der Einwirkungen nicht zwingend eliminierenden Cha-
rakter, doch leistet es jedenfalls einen Beitrag zu deren Begrenzung (vgl. etwa BGE 
II 126 300). 

Für  Lichteinwirkungen  enthalten  weder  das  Gesetz  selbst  noch  die  vom  Bun-
desrat bis dato erlassenen Verordnungen Ausführungsbestimmungen. Da Grenzwer-
te  heute  noch  fehlen,  ist  im  Einzelfall  zu  beurteilen,  ob  die  Immissionen  schädlich 
oder lästig sind (Art. 13-15 USG). Die Vorinstanz hat demzufolge die Frage, ob die 
von der streitigen Anlage ausgehenden Emissionen noch als geringfügig zu qualifi-
zieren  seien,  zu  Recht  unter  dem  Aspekt  des  Umweltschutzgesetzes  geprüft.  Dass 
die Vorinstanz das streitbetroffene Vorhaben im Rahmen der Stammbaubewilligung 
nach  §  226  PBG  beurteilt  hatte, ist nicht entscheidrelevant, da Art. 11 Abs. 2 USG 
die  zu  treffenden  emissionsbegrenzenden  Massnahmen  praktisch  gleich  wie  die 
kantonale  Norm  umschreibt  und  die  daraus  entwickelte  Rechtspraxis  früher  als 
wegweisend  und  anwendbar  erachtet  wurde  (vgl.  Entscheid  der  Baurekurskommis-
sion II Nr. 213/1992 = BEZ 1998 Nr. 18).

5. Zu entscheiden ist vorliegend somit, ob sich die aus dem Gutachten vom Juli 
2005 gezogene Schlussfolgerungen der Baubehörde, dass die Störwirkung der An-
lage  angesichts  der  Dauer  der  Blendwirkungen  erheblich  sei  und  deshalb  Mass-
nahmen  zur  Begrenzung  der  optischen  Strahlen  ergriffen  werden  müssten,  halten 
lasse. Der Vorinstanz kommt sodann bei der Abwägung der Interessen ein gewisses 
Ermessen zu.

Die  Frage,  ob  für  die  Anlagen,  das  im  Zeitpunkt  der  Erstellung  das  auf  dem 
Mark blendärmste Glas verwendet worden sei, wurde gemäss Expertise für die Se-
rienproduktion bejaht; die Blendung besser reduzierende Gläser seien nur als indi-
viduelle  Speziallösung  erhältlich  gewesen,  was  aber  für  das  streitbetroffene  Dach 
nicht in Betracht gekommen sei. Der quantitative Einfluss der Blendung an der Zell-
oberfläche von multikristallinen bzw. monokristallinen Solarzellen sei vernachlässig-

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bar.  Nach  den  Ermittlungen  treffen  im  Zeitraum zwischen dem 13. April bis 28. Au-
gust reflektierende Sonnenstrahlen zwischen 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr auf den Beo-
bachtungspunkt.  Die  tägliche  Dauer  nimmt  dem  zunehmenden  Sonnenstand  ent-
sprechend zu, erreicht am 22. Juni die maximal tägliche Dauer von 50 Minuten und 
geht danach bis zum 28. August auf Null zurück. Zwischen Mitte Mai und Ende Juli 
beträgt  die  tägliche  Blenddauer  mindestens  30  Minuten.  Aufgrund  des  Einfallswin-
kels  komme  etwa  die  Hälfte  der  reflektierten  Strahlen  aus  einer  Richtung,  wo  auch 
ohne  das  streitbetroffene  Gebäude  in  den  Abendstunden  der  Sommermonate  Son-
nenstrahlen beim Beobachtungsstandort einträfen. Der andere Teil der Reflexstrah-
lung  komme  aus  einer  Richtung  unterhalb  des  Horizontes,  was  natürlicher  Weise 
nicht der Fall sei, weil die Sonne zu der Zeit hinter dem Horizont verschwunden sei. 
In  diesem  Sinne  vergleichbare  Reflexstrahlen  könnten  auch  durch  Wasser- oder 
Schneeflächen  hervorgerufen  werden.  Bei  bewölktem  Himmel  reduzieren  sich  die 
Dauer und Intensität der Einwirkung. Bei starker Bewölkung treten keine Blendungen 
auf; leichte Blendungseffekte durch helle, weisse Wolken seien auch ausserhalb der 
betreffenden Zeiten möglich. Die mittlere Intensität der reflektierten Sonnenstrahlen 
betrage zwischen 15 bis 30% der Intensität von direktem Sonnenlicht.

5.1.  Diese  Ergebnisse  werden  von  den  Rekurrierenden  nicht  grundsätzlich  in 
Frage  gestellt.  Sie  sind  indessen  der  Auffassung,  dass  bei  einer  auf  das  gesamte 
Jahr hochgerechneten Durchschnittsbetrachtung die Blendwirkung vernachlässigbar 
sei.  Gegenüber  der  ursprünglichen  Prognose,  die  von  einer  durchschnittlich  jährli-
chen  Gesamtdauer  der  Blendeinwirkung  von  90  Stunden  (6  Monate  à  30  Tage,  30 
Minuten konstant) oder 45 Stunden (6 Monate à 30 Tage, 15 Minuten durchschnitt-
lich) ausgegangen sei, müsse nun nach dem neuen Gutachten von einem theoreti-
schen  Wert  von  56  Stunden  (4.5  Monate  mit  durchschnittlich  25  Minuten  Blendun-
gen)  ausgegangen  werden.  Je  nach  Lesart  des  Gutachtens  seien  die  Blendzeiten 
sogar geringer. Es könne mithin keine Rede davon sein, dass die Einwirkungen die 
in der Baubewilligung prognostizierten Werte deutlich überschreiten würden. 

Die  Vorinstanz  hat  der  auf  ein  Jahr  hochgerechneten  Durchschnittsbelastung 
zu  Recht  keine  relevante  Bedeutung  zugemessen.  Für  die  Frage,  ob  eine  Einwir-
kung  störend wirke, ist der Zeitraum, die Dauer und Intensität des tatsächlich statt-
findenden Ereignisses massgebend (vgl. hiezu BGE 126 II 300, wo die Vereinbarkeit 
eines  einmal  jährlich  stattfindenden  Banntagschiessen  mit  dem  eidgenössischen 
Lärmschutzrecht zu prüfen war). Die Störwirkung hängt von der aktuellen und beab-
sichtigten  Tätigkeit  der  Betroffenen  ab.  Sie  wird  insbesondere  dann  als  besonders 
störend empfunden, wenn die Betroffenen ihre Freizeit verbringen und zuhause Er-
holung suchen. Die Einwirkungen treten im Frühjahr/Frühsommer und damit in einer 
auch  in  unseren  Breitgraden  sonnenreichen  Jahreszeit  auf,  wo  Balkone  gerne  und 
häufig benutzt werden. Dass die Vorinstanz die relativ lange Dauer der Blendung –
zeitweise bis zu 50 Minuten und während zweier Monaten mindestens 30 Minuten –
als  erheblich bezeichnet und damit als für die Betroffenen unzumutbar qualifizierte, 
ist nach dem Ausgeführten nicht zu beanstanden. 

5.2.  Die  Rekurrierenden  bringen  ferner  vor,  die  Vorinstanz  habe  die  Reflexio-
nen  willkürlich  nicht  mit  natürlichen  Reflektionen  von  Seen,  schneebedeckten  Flä-
chen,  (Metall-)Bauteilen  oder  Werken  (nasse  Strassen/Plätze)  verglichen.  Blend-
einwirkungen,  die  nicht  von  Menschen  verursacht  werden  wie  Sonnenstrahlen, 
Schneefelder  oder  Wasserflächen,  werden  wie  angeführt  vom  Umweltschutzrecht 

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nicht  erfasst.  Dem  Umstand,  dass  das  Nachbargebäude  aufgrund  des  Einfallswin-
kels  auch  ohne  das  streitbetroffene  Mehrfamilienhaus  direkter  Sonneneinstrahlung
ausgesetzt  wäre,  hat  die  Vorinstanz  zu  Recht  keine  Rechnung  getragen.  Dass  die 
durch  die  Reflexion  des  Sonnenlichts  an  einer  Glasoberfläche  entstehenden  gleis-
senden Blendwirkungen von der Vorinstanz weit störender als Blendungen direkten 
Sonnenlichtes  einstufte,  entspricht  einem  objektivierten  Empfinden.  Auch  aus  dem 
Umstand,  dass  z.B.  Blechteile  eine  vergleichbare  oder  sogar  intensivere  Blendung 
verursachen  können,  lässt  sich  nichts  zugunsten  der  Rekurrierenden  ableiten;  je 
nachdem wären auch in solchen Fällen emissionsbegrenzende Massnahmen zu tref-
fen.

5.3. Die Rekurrierenden machen sodann eine rechtsungleiche Behandlung gel-
tend, weil es in X zahlreiche Beispiele von Solaranlagen gebe, wo keine emissions-
begrenzenden  Massnahmen  verlangt  worden  seien.  Dieser  Einwand  ist  unbegrün-
det. Mit der strittigen Photovoltaikanlage steht eine Anlage zur Beurteilung, die auf-
grund ihres Standorts, Grösse, geometrischen Ausrichtung und Ausgestaltung nur in 
einem bestimmten  Umfeld  und  dem  Sonnenverlauf  entsprechend  zu  unterschiedli-
chen  Zeiten  Einwirkungen  entfalten  kann.  Das  Störpotential  einer  solchen  Anlage 
kann nur einzelfallweise aufgrund eines konkret definierten Beobachtungsstandortes 
ermittelt  werden.  Die  Frage,  ob  die  räumlichen  Verhältnisse  und  Ausgestaltungen 
anderer  – ohnehin  nicht  näher  konkretisierter  – Anlagen mit der hier streitigen ver-
gleichbar  seien  und  sich  deshalb  eine  unterschiedliche  immissionsmässige  Würdi-
gung nicht rechtfertige, stellte sich mithin nicht.

Für  die  Ermittlung  der  objektivierten  Empfindlichkeit  kommt  sodann  immer  die 
von  der  zu  beurteilenden  Immission  aktuell  und  konkret  betroffene  Bevölkerung  in 
Frage.  Das  gilt  auch  dann,  wenn  von  den  übermässigen  Immissionen  nur  wenige 
oder  sogar  nur  eine  einzelne  Person  betroffen  ist  (vgl.  A.  Schrader/Th.  Loretan  in: 
Kommentar zum USG, 1998, Art. 13 N. 18). So gelten beispielsweise auch Lärmim-
missionen einer Anlage als unzulässig, wenn sie an mindestens einem lärmempfind-
lichen  Standort  zu  einer  Überschreitung  der  Grenzwerte  führen  (vgl.  R.  Wolf  in: 
Kommentar zum USG, 1998, Art. 25 N. 16). Insoweit ist es vorliegend unerheblich, 
ob  andere  von  Blendwirkungen  ebenfalls  betroffene  Nachbarn  keine  Beanstandun-
gen vorgebracht haben, zumal die jahreszeitlich abhängigen Blendzeiten und -dauer 
lokal sehr unterschiedlich ausfallen können. (…) 

6. Das Gutachten vom Juli 2005 zeigt sodann auf, dass nach heutigem Kennt-
nisstand  wirtschaftlich  tragbare  und  technische  Möglichkeiten  bestehen,  die  Blend-
einwirkung an der Quelle um bis zu 80% zu reduzieren. Mit der Vorinstanz ist daher 
einig zu gehen, dass es den Anlagebetreibern zumutbar ist, mit geeigneten Vorkeh-
ren  die  Einwirkungen  auf  eine  Dauer  von  20  Minuten  zu  begrenzen.  Da  nach  dem 
Vorsorgeprinzip  die  Emissionen  primär  an  der  Quelle  zu  begrenzen  sind,  musste 
sich  die  Vorinstanz  mit  dem  rekurrentischen  Vorschlag,  die  Blendungen  in  erster 
Linie  durch  das  Anbringen  eines  Sonnen-/Blendschutzes  an  der  Liegenschaft  der 
Betroffenen zu lösen, nicht weiter auseinandersetzen, zumal gemäss den Angaben 
der Betroffenen ihr Balkon bereits über eine Sonnenstore verfügt.

Die Frage, ob darüber hinausgehende Massnahmen im Sinne von Art. 11 Abs. 
3 USG anzuordnen seien, hat die Vorinstanz zwar offen gelassen, implizit jedoch im 
Sinne einer Interessenabwägung zu Recht als unverhältnismässig eingestuft.

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Wann Lichteinwirkungen die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden stören (Art. 14 
lit. b USG), lässt sich nicht leicht beurteilen. Dass grelles Sonnenlicht oder Sonnen-
lichtreflexionen  für  die  Augen  schädlich  sein  können,  insbesondere  wenn  der  Blick 
direkt  darauf  gerichtet  wird,  ist  unbestreitbar.  Die  angefochtene  Anordnung  hat  ge-
rade  zum  Ziel,  diese  Gefährdung  zu  begrenzen.  Auch  das  Vorsorgeprinzip  kann 
Risiken  nur  bestmöglich  begrenzen,  nicht  aber  völlig  ausschliessen.  Soweit  dies 
wirksam  und  für  die  Betroffenen  jedoch  möglich  und  zumutbar  ist,  darf  von  den 
Betroffenen  verlangt  werden,  dass  sie  sich  selber  vor  den  Immissionen  schützen 
(BGE  126  II  300).  Während  der  reduzierten  Blenddauer  erscheint  es  für  die 
Betroffenen durchaus tragbar, sich entweder nicht auf dem Balkon aufzuhalten oder 
während dieser Zeit die Sonnenstoren auszufahren oder die Fenstervorhänge in den 
betreffenden Wohnräumen zu schliessen. 

7. Die Vorinstanz hat in analoger Anwendung von Art. 16 Abs. 2 USG den Stö-

rer dazu verpflichtet, Sanierungsvorschläge einzureichen.

Die Regeln der Art. 16-18 USG über die Sanierung von Anlagen beziehen sich 
auf  altrechtliche,  beim  Inkrafttreten  des  Gesetzes  bereits  rechtskräftig  bewilligter 
Anlagen.  Dass  Sanierungsrecht  ist  Übergangsrecht  für  Tatbestände,  die  sich  vor 
dem Inkrafttreten der in Frage stehenden Vorschriften verwirklicht haben und auf die 
daher  ein  wenig  strengerer  Massstab  angewendet  wird.  Unzulässige  Emissionen, 
die durch neurechtliche Anlagen oder Anlageteile verursacht werden, werden daher 
nicht nach den Vorschriften des Sanierungsrechts, sondern anhand der Grundsätze 
über  die  Wiederherstellung  des  rechtmässigen  Zustandes  bei  nicht  rechtskonform 
erstellten Anlagen beurteilt (R. Wolf in: Kommentar zum USG, 1998, Art. 25 N. 44). 

Das  Gutachten  zeigt  verschiedene  technische  und  betriebliche  Möglichkeiten 
und  deren  prospektiven  Kosten  auf,  die  zur  Wiederherstellung  des  rechtmässigen 
Zustandes ergriffen werden könnten. Als wirtschaftlich tragbare Lösung wurde darin 
die  Pflanzung  hoher  Laubbäume erachtet. Die Rekurrierenden wurden jedoch nicht 
zur Ergreifung dieser Massnahme verpflichtet, sondern wurde ihnen die Wahl unter 
verschiedenen,  das  Nachbesserungsziel  ermöglichenden  Varianten  belassen.  So-
fern  sie  die  Tauglichkeit  der  erwähnten  Vorkehrung in  Frage  ziehen,  ist  es  ihnen 
unbenommen, eine zur Erreichung des anvisierten Zwecks besser geeignete Mass-
nahme vorzuschlagen.

Damit  wurde  dem  auch  im  Vollstreckungsverfahren  beachtlichen  Verhältnis-

mässigkeitsprinzip in rechtsgenügender Weise Rechnung getragen. 

8. Die Rekurrierenden wehren sich sodann dagegen, dass ihnen die Kosten für 

die Expertise vollumfänglich überwälzt worden sind.

Gemäss  §  13  Abs.  2  Satz  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  sind 
Kosten, die eine Partei verursacht hat, dieser ohne Rücksicht auf den Ausgang des 
Verfahrens zu überbinden; nach der Praxis wird dieses Verursacherprinzip über die 
im Gesetz  aufgezählten  Tatbestände  hinaus  auf  vergleichbare  Situationen  ange-
wandt  (A.  Kölz/J.  Bosshart/M.  Röhl,  Kommentar  zum  Verwaltungsrechtspflegege-
setz, 2. A., 1999, § 13 N. 20). So wurden einer Partei die Kosten eines im Rekurs-
verfahren  angeordneten  Gutachtens  trotz  ihres  Obsiegens  grossenteils  auferlegt, 
weil sie nach den anwendbaren Bestimmungen ohnehin verpflichtet gewesen wäre, 

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entsprechende Abklärungen vorzunehmen (RB 1998 Nr. 4; Kölz/Bosshart/Röhl, § 13 
N. 21). Dies tritt für die Erbengemeinschaft S als Inhaberin der streitbetroffenen An-
lage zu.

Gestützt  auf  Art.  46  Abs.  1  USG  kann  der  Inhaber  der  Anlage  nicht  nur  dazu 
verpflichtet werden, die für den Vollzug notwendigen Auskünfte zu erteilen, sondern 
nötigenfalls  auch  Abklärungen  durchzuführen  (U.  Brunner  in:  Kommentar  USG, 
1999,  Art.  46  N.  14  f.),  also  z.B.  ein  Lärmgutachten  beizubringen  (Wolf,  Art.  25  N. 
97). Soweit die Kosten dieser Abklärungen direkt beim Auskunftspflichtigen anfallen, 
hat  er  sie  selber  zu  tragen  (BGr,  7.  Juli  1998  =  URP  1998,  S.  538  E.  4d;  Brunner, 
Art.  46  N.  29;  Wolf,  Art.  25  N.  101).  Wird  der  Auftrag  für  die  Ermittlungen  von  der 
Vollzugsbehörde erteilt, kann diese die Kosten mittels Gebühren auf den Inhaber der 
Anlage überwälzen. Die Gebühren müssen jedoch verhältnismässig sein und bedür-
fen einer gesetzlichen Grundlage im kantonalen Recht (BGE 119 Ib 389 E. 4 = URP 
1994, S. 1; Brunner, Art. 46 N. 29a, Art. 48 N. 14 a.E. und 16; Wolf, Art. 25 N. 101), 
was  hier  gemäss  §  2  der  Gebührenordnung  zum  Vollzug  des  Umweltrechts  vom  3. 
November 1993 zutrifft. Expertisen, die eine Behörde durch Dritte ausarbeiten lässt, 
werden zu den tatsächlichen Kosten belastet; im Einzelfall dürfen die Gebühren die 
Summe von Fr. 25 000 in der Regel nicht übersteigen (§§ 8 und 10 der Gebühren-
ordnung zum Vollzug des Umweltrechts). Die von der Vorinstanz erhobene Gebühr 
von  Fr.  1000.– liegt  innerhalb  des  gegebenen  Gebührenrahmens  und  erscheint  in 
Anbetracht der auf dem Spiel stehenden Interessen als verhältnismässig.

Die Gutachtenskosten betragen gemäss Rechnung vom 12. Dezember 2005 Fr. 

8214.50 und wurden demgemäss zu Recht den Rekurrierenden auferlegt.

9.  Zusammengefasst  ergibt  sich,  dass  der  Rekurs  vollumfänglich  abzuweisen 

ist.