# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6609dfb-b235-5672-adf5-2d65c4a4fe99
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2009 D-4417/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4417-2009_2009-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4417/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer,
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______,
Nigeria,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juli 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4417/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
am 25. April 2009 verlassen hat und über ihm unbekannte Länder per 
Flugzeug und Bahn am 27. April 2009 in die Schweiz einreiste, wo er 
am folgenden Tag um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im A._______ vom 25. Mai 2009 
sowie der direkten Anhörung vom 16. Juni 2009 zur Begründung des 
Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  nigerianischer 
Staatsangehöriger aus B._______, gehöre der Ethnie der Igbo an und 
sei römisch-katholischen Glaubens,

dass er im Jahr 2006 nach einem homosexuellen Erlebnis mit einem 
Dorfbewohner aus seinem Dorf vertrieben worden sei und sich nach 
B._______  begeben  habe,  wo  er  mit  einem  Mann  aus  dem 
Nachbardorf gelebt habe,

dass er – in Abwesenheit seines Wohngenossen – am 5. April 2009 in 
seinem Zimmer homosexuellen Verkehr mit dem Sohn des Vermieters 
ausgeübt  habe,  wonach  dieser  am  Anus  zu  bluten  begonnen  und 
geschrien habe, 

dass  dies  die  Leute  des  Sohnes  des  Vermieters  erfahren  hätten, 
worauf Angehörige der OPC und der Vermieter den Beschwerdeführer 
gesucht  hätten,  weil  man  ihn  und  den  Sohn  des  Vermieters  der 
Schande bezichtigt habe,

dass der Sohn des Vermietes von der OPC festgenommen worden und 
der Beschwerdeführer zu seinem Freund, mit dem er eine Beziehung 
gepflegt habe, geflohen sei und sich fortan dort versteckt habe,

dass dem Beschwerdeführer zudem mit dem Tod gedroht worden sei 
und  er  neun  Tage  später  telefonisch  über  die  Ermordung  seines 
verletzten  Sexualpartners  und  die  immer  noch  andauernde  Suche 
nach seiner Person informiert worden sei, 

dass er mit den Behörden seines Heimatlandes keine Probleme habe, 
indessen  dort  nichts  von  der  Suche  der  OPC-Leute  nach  seiner 
Person gemeldet habe, weil die Angehörigen der OPC trotzdem nach 
ihm suchen und ihn festnehmen würden, 

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dass er eines Tages von seinem Gastgeber gefragt worden sei, ob er 
nach Europa reisen wolle, was er bejaht habe,

dass er am 25. April 2009 von einem Freund dieses Mannes auf den 
Flughafen  in  B._______  gebracht  worden  sei,  von  wo  aus  er  seine 
Reise in die Schweiz angetreten habe,

dass er ohne Reise- und Identitätspapiere in die Schweiz gereist sei 
und  –  ausser  einer  in  Nigeria  gelassenen  Identitätskarte  –  keine 
Identitätsdokumente besessen habe,

dass er seine Identitätskarte mangels Verbindung ins Heimatland nicht 
beschaffen könne,

dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit 
Verfügung vom 2. Juli 2009 – eröffnet am 6. Juli  2009 – gestützt auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 
Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen an-
führte, der Beschwerdeführer habe keine Reise- oder Identitätspapiere 
eingereicht, 

dass seine diesbezüglichen Erklärungsversuche nicht zu überzeugen 
vermöchten,  weil  er  unterschiedliche  Angaben  über  den  Geburtsort 
und die Identitätskarte sowie tatsachenwidrige Vorbringen zum Erhalt 
der Identitätskarte zu Protokoll gegeben habe, 

dass  zudem  seine  Aussagen  über  die  Reise  in  die  Schweiz 
oberflächlich und somit unglaubhaft ausgefallen seien,

dass mithin keine entschuldbaren Gründe für die Papierlosigkeit vorlä-
gen,

dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Minderjährigkeit zudem 
nicht  glaubhaft  ausgefallen  sei,  weil  er  offensichtlich  unzutreffende 
Angaben  zum  Reiseweg  gemacht  habe,  was  den  Beweiswert  der 
Angaben  zum  Alter  reduziere  und  weil  die  mit  ihm  durchgeführte 
Knochenaltersanalyse  ein  Knochenalter  von  19  Jahren  oder  mehr 
ergeben habe, 

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dass  das  BFM  weiter  festhielt,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, wobei zusätz-
liche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei-
nes  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
erforderlich seien, 

dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Übergriffe durch 
Angehörige der OPC von der Regierung Nigerias nicht geduldet oder 
unterstützt würden, sondern der nigerianische Staat solche Vorbringen 
ahnde,

dass seine Aussagen, er habe keine Anzeige gegen die OPC erstattet, 
weil  er  auch  eine  Festnahme  befürchtet  hätte,  wenn  er  zur  Polizei 
gegangen sei, und er könne nichts gegen die OPC anrichten, weil es 
sich  um  eine  starke  Gruppe  handle,  als  Schutzbehauptungen 
aufzufassen seien,

dass seine Angaben zur  Homosexualität  unglaubhaft  und diejenigen 
zur Asylbegründung in wesentlichen Punkten substanzlos seien,

dass er beispielsweise nicht habe erläutern können, wie die OPC von 
seinen sexuellen Aktivitäten mit  dem später verletzten Sexualpartner 
oder woher die Auskunftsperson vom Tod dieses Sexualpartners  habe 
erfahren  können  beziehungsweise  ob  die  Polizei  diesen  Mord 
untersuche und die Medien darüber berichtet hätten,

dass ihm auch unbekannt sei, was die Abkürzung OPC bedeute und 
um welche Gruppierung es sich dabei handle,

dass sich der Beschwerdeführer darüber hinaus durch den Wegzug in 
einen andern  Landesteil  einer  allfälligen Gefahr  seitens Dritter  hätte 
entziehen  können  und  somit  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz 
angewiesen sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. Juli 2009 (Datum Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei vollumfänglich beziehungsweise die Wegweisungsverfü-
gung sei aufzuheben und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

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dass  die  Akten  dem  Bundesverwaltungsgericht  am  13.  Juli  2009 
übermittelt wurden,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des 
BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  sich  namentlich  aus  den  Verfahrensakten  keine  Anhaltspunkte 
ergeben, welche zu Zweifeln an der Urteilsfähigkeit des nach eigenen 
Angaben  minderjährigen  Beschwerdeführers  Anlass  geben  würden, 
weshalb  er  unter  diesen  Umständen  ungeachtet  der  Glaubhaftigkeit 
seiner  geltend  gemachten  Minderjährigkeit  als  prozessfähig  zu 
erachten ist,

dass  auf  die  im  Übrigen  form-  und  fristgerecht  eingereichte 
Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  105 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide die  Beurtei-
lungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Über-
prüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass bei  Begründetheit  der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 
f.),

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in  Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass mithin nach erfolgter Gesetzesrevision neu auch die Flüchtlings-
eigenschaft Prozessgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet, wo-
bei  im Rahmen der summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen 
der  Flüchtlingseigenschaft,  sei  es,  weil  die  Vorbringen  offensichtlich 
unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie offensichtlich keine flüchtlings-
rechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG aufweisen, und das offenkundi-
ge  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  sind 
(vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

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dass die vorinstanzlichen Erwägungen nach einer Prüfung der Akten 
und unter Berücksichtigung der Beschwerdeeingabe als zutreffend zu 
erachten und zu bestätigen sind,

dass die  am 26. Mai  2009 durch Dr. med. C._______ durchgeführte 
Handknochenanalyse ein Knochenalter des Beschwerdeführers von 19 
Jahren  oder  mehr  ergeben  hat,  wozu  dem  Beschwerdeführer  im 
Rahmen  der  direkten  Bundesanhörung  vom  16.  Juni  2009  das 
rechtliche Gehör und die Möglichkeit einer Stellungnahme eingeräumt 
worden sind (vgl. Akte A13/12 S. 3),

dass  der  Beschwerdeführer  geltend  machte,  auch  andere  Personen 
hätten ihn aufgrund seines Äusseren älter eingeschätzt und es sei für 
ihn in Ordnung, wenn man den Jahrgang 1991 aufschreibe,

dass das BFM zu Recht ausführte, die behauptete Minderjährigkeit sei 
vorliegend nicht glaubhaft, 

dass  er  nämlich  in  tatsachenwidriger  und  widersprüchlicher  Art  und 
Weise erklärte,  wie und warum er als  Minderjähriger in Nigeria eine 
Identitätskarte beantragt und erhalten haben soll,

dass er diesbezüglich zunächst ausführte, er habe die Identitätskarte 
Ende 2008 – im November oder Dezember – bekommen und sie fünf 
Monate  davor  beantragt  (Akte  A1/13  S.  4  f.),  während  er  später 
vorbrachte,  er  habe die Identitätskarte Ende 2008 beantragt  und sie 
nach fünf Monaten erhalten (Akte A13/12 S. 3), was sich miteinander 
nicht vereinbaren lässt,

dass er  zudem darlegte,  er  habe die Identitätskarte nicht  auf  einem 
Amt,  sondern  an  einem  Versammlungspunkt  draussen  erhalten  und 
man habe ihm gesagt, es werde für ihn – trotz seiner Minderjährigkeit 
– eine solche ausgestellt, weil er gross gewachsen sei (Akte A1/13 S. 
4), was indessen mit der Realität nicht zu vereinbaren ist, da in Nigeria 
einerseits Identitätskarten ab dem Jahr 2003 bei einem der sechstau-
send Registrierungszentren und zudem an über 18-jährige Personen 
ausgestellt  werden (vgl. Embassy of the Federal Republic of Nigeria, 
National  Identity  Cards  for  Nigerians,  Nigeira  Information  Service 
Centre,  Washington  D.C.,  20.  Februar  2003,  vgl.  www.nigeriaem-
bassyusa.org/022103_2.shtml   und  Federal  Republic  of  Nigeria, 
Privacy  International,  PHR2006  –  Federal  Republic  of Nigeria  ,  18. 
Dezember 2007, vgl. www.privacyinter-national.org  ),

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http://www.nigeriaembassyusa.org/022103_2.shtml
http://www.nigeriaembassyusa.org/022103_2.shtml
http://www.privacyinternational.org/

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dass auch die Angabe des Beschwerdeführers, der Wohnort sei nicht 
auf  der  Identitätskarte  enthalten,  sondern  der  Herkunftsort,  nämlich 
sein  Dorf,  als  tatsachenwidrig  gilt,  zumal  die  nigerianische  Identi-
tätskarte auch den Ort des Wohnsitzes enthält (vgl. Refworld, Nigeria: 
The issuance of national identity cards after 2003; description of the 
card;  prevalence  of  false  national  ID  cards;  introduction  of  the  new 
card [2003 – Juli 2008]), 

dass  somit  –  entgegen  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  – 
B._______ auf seiner Identitätskarte als Wohnort stehen müsste, weil 
der  Beschwerdeführer  angab,  B._______  sei  sein  letzter  Wohnort 
gewesen,

dass insgesamt die Angaben des Beschwerdeführers über den Antrag 
und  den  Erhalt  der  Identitätskarte  aufgrund  widersprüchlicher  und 
tatsachenwidriger Angaben nicht glaubhaft ausgefallen sind,

dass auch die Aussagen des Beschwerdeführers über die Gründe der 
Nichtabgabe von Reise- und Identitätspapieren sowie die Reise in die 
Schweiz  nicht  glaubhaft  sind,  wie  die  nachfolgenden  Erwägungen 
zeigen,

dass  unter  diesen  Umständen  die  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachte Minderjährigkeit insgesamt nicht als glaubhaft gelten kann, 
wie das BFM zu Recht festgestellt hat, 

dass  das  BFM  infolgedessen  die  Anhörung  vom  16.  Juni  2009  zu 
Recht ohne Vertrauensperson durchgeführt hat, was im Übrigen auch 
die anwesende Hilfswerksvertretung nicht beanstandet hat,

dass  es  der  Beschwerdeführer  im vorliegenden Asylverfahren unter-
lassen hat, Reise- oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylge-
suchs abzugeben,

dass  vorliegend  auch  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das 
Nichteinreichen von Dokumenten zu bejahen sind,

dass  der  Beschwerdeführer  angab,  er  habe  seine  Identitätskarte  an 
seinem Wohnort zurückgelassen, weil er habe fliehen müssen,

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dass indessen diese Aussage angesichts seinem Vorbringen, er habe 
vor der Ausreise noch zwischen dem 5. und 25. April 2009 bei seinem 
Freund in der gleichen Stadt verbracht, nicht zu überzeugen vermag, 
zumal er – allenfalls mit der Hilfe seines Freundes – diese Identitäts-
karte vor der Abreise hätte besorgen können, 

dass  er  darüber  hinaus  im  Hinblick  auf  die  Beschaffbarkeit  der 
Identitätskarte angab, er könne in seinem Heimatland nicht zur Familie 
Kontakt  aufnehmen  und  habe  die  Telefonnummer  des  Mannes,  bei 
dem er vor der Ausreise gelebt habe, vergessen, was angesichts des 
Zusammenlebens seit dem Jahr 2006 als reine Schutzbehauptung zu 
werten ist,

dass  zudem  seine  Angaben  über  die  Umstände  der  Reise  in  die 
Schweiz substanzlos und realitätsfremd ausgefallen sind,

dass ihm – ungeachtet seiner Behauptung, keine Identitätspapiere zu 
besitzen – insbesondere nicht geglaubt werden kann, er habe für die 
Reise in die Schweiz nichts bezahlt,

dass er ferner nicht angeben konnte, über welche Örtlichkeiten seine 
Reise  geführt  habe  oder  mit  welchen  Flug-  respektive  Zuggesell-
schaften er gereist sei, 

dass  somit  aufgrund  der  unglaubhaften  Angaben  des  Beschwerde-
führers  über  die  Reise  in  die  Schweiz  auch  nicht  geglaubt  werden 
kann, er besitze keine Identitäts- oder Reisepapiere,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  auf  dem  Personalienblatt  (Akte 
A2/2) einen anderen Geburtsort angab als in den Befragungen,

dass die im Rahmen des rechtlichen Gehörs abgegebene Erklärung, 
er  habe  das  Personalienblatt  nicht  selber  ausgefüllt,  nicht  zu 
überzeugen vermag, da er das Formular gestützt auf die Angabe auf 
dem  Formular  selber  entgegen  seinen  nachträglichen  Äusserungen 
selber ausgefüllt hat,

dass darüber hinaus eine fremde Person kein Interesse gehabt hätte, 
einen falschen Geburtsort einzutragen, weshalb der Einwand des Be-
schwerdeführers auch aus diesem Grund nicht zu überzeugen vermag,

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dass der  Argumentation  der  Vorinstanz  hinsichtlich  der  Nichtabgabe 
von  rechtsgenüglichen  Reise-  und  Identitätsdokumenten  vollumfäng-
lich zuzustimmen ist,  weshalb die Vorinstanz zu Recht  zum Schluss 
kam, es würden keine entschuldbaren Gründe vorliegen, die es dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs Dokumente über seine 
Identität einzureichen,

dass die in der Beschwerde dargelegte Argumentation nicht zu einer 
andern Einschätzung zu führen vermag, zumal der Beschwerdeführer 
nur die bereits als unglaubhaft qualifizierten Aussagen wiederholte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem gesamten  Aussageverhalten 
den auch im Beschwerdeverfahren nicht widerlegten Eindruck vermit-
telt, er versuche sine Identität und genaue Herkunft zu verschleiern,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass die Vorinstanz die Asylvorbringen des Beschwerdeführers – sollte 
ihnen geglaubt werden können – zu Recht als nicht relevant im Sinne 
des  Gesetzes  qualifizierte,  da  der  Beschwerdeführer  allfälligen 
Nachstellungen seitens der OPC mit der Verlegung seines Wohnsitzes 
in einen andern Teil seines Heimatlandes hätte ausweichen können,

dass sein Einwand, er habe in einem andern Teil Nigerias niemanden, 
nicht  zu  überzeugen  vermag,  zumal  er  die  Reise  in  die  Schweiz 
ebenfalls  ohne  Bezugsperson  in  der  Schweiz  antrat  und  es  ihm 
leichter fallen würde, sich an einem andern Ort in seinem Heimatland 
und in seiner eigenen Kultur zurecht zu finden,

dass sich der Beschwerdeführer zudem – wie die Vorinstanz zutreffend 
feststellte – entgegen seinen Äusserungen – an die nigerianischen Po-
lizeibehörden wenden kann, da diese als schutzwillig und schutzfähig 
zu  betrachten  sind  und  deshalb  die  von  ihm  beschriebenen 
Nachstellungen  seitens  der  OPC  als  kriminelle  Handlungen  im 
Rahmen ihrer Möglichkeiten ahnden und verfolgen werden,

dass somit keine überzeugenden Anhaltspunkte vorliegen, gestützt auf 
welche  davon  auszugehen  wäre,  es  würde  ihm  von  Seiten  der 

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nigerianischen Behörden kein Schutz gewährt werden, weshalb seine 
Vorbringen als haltlos zu erachten sind,

dass ferner – in Übereinstimmung mit der Argumentation in der ange-
fochtenen Verfügung – die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als 
glaubhaft und auch deshalb als haltlos zu erachten sind,

dass – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf die zutreffen-
den Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen wird,

dass insbesondere auf  die substanzlosen Vorbringen im Zusammen-
hang  mit  der  geltend  gemachten  Homosexualität  und  der  damit 
begründeten Verfolgung hinzuweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  angeben  konnte,  was  OPC 
bedeutet noch in der Lage war, abgesehen von der Angabe, die OPC 
bringe Kriminelle und Leute, die Tabus gebrochen hätten, um, nähere 
Informationen über diese Gruppierung zu Protokoll zu geben, 

dass  er  auch  die  Zusammenhänge  seiner  eigenen  Vorbringen  nicht 
herzustellen  vermochte,  wobei  er  insbesondere  nicht  detailliert  und 
nachvollziehbar  darlegen  konnte,  wann,  wie,  wo  und  unter  welchen 
Umständen er persönlich von der Suche nach seiner Person erfahren 
haben will,

dass in Ergänzung zur vorinstanzlichen Argumentation die Angabe des 
Beschwerdeführers,  es  gebe  in  B._______  keine  bestimmten 
Treffpunkte  für  homosexuelle  Männer  (Akte  A13/12  S.  5),  nicht  zu 
überzeugen vermag, zumal davon auszugehen ist, dass Homosexuelle 
wissen,  wie  und  wo  sie  Kontakte  zu  Menschen  mit  der  gleichen 
Neigung herstellen können, 

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG 
– und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der 
Wegweisung  ergibt  –  das  Fehlen  von  Wegweisungshindernissen 
offenkundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte 
für  die  Annahme  ergeben,  das  BFM  habe  eine  mehr  als  bloss 
summarische  materielle  Prüfung  vorgenommen  oder  zusätzliche 
Abklärungen getroffen,

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dass das BFM somit zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm 
und der Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt wurde,

dass in der Beschwerdeschrift zudem keine neuen Erkenntnisse oder 
Tatsachen  vorgebracht  wurden,  welche  an  den  zutreffenden  vorin-
stanzlichen Erwägungen etwas zu ändern vermöchten,

dass das BFM somit zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, 

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Beschwerdeführer weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch 
einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, weshalb die verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der 
Wegweisung  entgegenstehen,  da  im  Fall  eines  unzulässigen, 
unzumutbaren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis 
des Beschwerdeführers nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(AuG, SR 142.20) über die vorläufige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 
Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da 
der Beschwerdeführer keine Hinweise auf  eine Verfolgung oder eine 
begründete Furcht vor Nachteilen darzulegen vermag, welche geeignet 
wäre, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und auch keine An-
haltspunkte  für  eine  andere  menschenrechtswidrige  Behandlung  er-
sichtlich  sind,  die  ihm  in  seinem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  droht 
(vgl.  Art.  83  Abs.  3  AuG),  da  seine  Ausführungen  als  haltlos  zu 
erachten sind,

dass  zudem  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatland  noch 
individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
des Beschwerdeführers sprechen,

dass der – gestützt auf die Aktenlage gesunde, junge und ungebun-
dene – Beschwerdeführer darlegte, er  könne nicht  zu seiner Familie 

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zurückkehren  und  habe  niemanden  in  Nigeria,  da  er  infolge  seiner 
Homosexualität verstossen worden sei,

dass  indessen  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  über  seine 
Homosexualität  nicht  geglaubt  werden  können,  weshalb  auch  die 
geltend gemachte Verstossung zu bezweifeln ist,

dass  diese  Aussagen  zudem  –  im  Hinblick  auf  das  üblicherweise 
grosse soziale Beziehungsnetz im weiteren Sinn unter nigerianischen 
Staatsangehörigen  –  nicht  zu  überzeugen  vermögen  und  vielmehr 
davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  habe  in  seinem 
Heimatland ein soziales Beziehungsnetz – allenfalls  eines im weiten 
Sinne, auf das er im Fall einer Rückkehr zurückgreifen könne,

dass  er  zudem  aufgrund  seines  jugendlichen  Alters  und  seiner 
bisherigen Erfahrungen als Hilfsarbeiter in der Lage sein wird, sich um 
Arbeit zu bemühen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen,

dass  somit  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Nigeria  auch  als 
zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung  des Beschwerdeführers in  seinen 
Herkunftsstaat schliesslich möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da es ihm 
obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 
Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nachfolgende Seite)

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D-4417/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

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