# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8b8abf7-47be-5786-a66f-9b458374718c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-08-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 23.08.2006 BK 2006 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2006-31_2006-08-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 23. August 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 06 31

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Hubert 
Aktuarin Thöny

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcus Wie-
gand, Postfach 2578, Stadthausstrasse 125, 8401 Winterthur,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 29. Mai 
2006, mitgeteilt am 2. Juni 2006, in Sachen des Beschwerdeführers gegen Z., 
Präsident Rennverein "A.", Beschwerdegegner, und Y., Beschwerdegegner, 

betreffend fahrlässige Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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A. Am 3. Februar 2002 um 15.30 Uhr fand im Rahmen des ersten 
Rennsonntags des A. 2002 auf dem gefrorenen B.-See das Trabrennen GP C. 
statt. Nachdem die 17 an diesem Rennen teilnehmenden Gespanne die Tribünen 
und den D.-Bogen passiert hatten, liefen die Pferde der Fahrer E. und F. auf der 
Gegengeraden auf gleiche Höhe zum Gespann von X. auf. Dieser lenkte seinen 
Sulky in diesem Zeitpunkt mit einem Abstand von ca. 1 Meter von den Innenrails. 
Zu Beginn des Schlussbogens setzten die beiden aussen fahrenden E. und F. 
zum Überholen von X. an. Dabei wurde dieser mit seinem Gefährt zwischen den 
aussen überholenden Gespannen und dem vor ihm laufenden Gespann sowie 
den Innenabschrankungen eingeschlossen. Im Verlauf des Überholmanövers er-
höhte sich Eingangs der Kurve der Druck der beiden überholenden Gespanne 
gegen innen. Da X. auf seiner rechten Seite keine Ausweichmöglichkeit hatte und 
er sein Pferd nicht aufnahm, wurde sein Gefährt gegen die Innenrails gedrängt, 
wo der Schlitten mit der linken Kufe an einem Pfosten einhängte und gegen einen 
Pfosten der Abschrankung prallte. Dadurch wurde X. vom Schlitten geschleudert 
und sodann von nachfolgenden Gespannen überfahren. Dabei erlitt er Rippen-
brüche, Blut- und Lufteinschlüsse im Brustkorb sowie eine Fraktur im Bereich des 
Beckens.

B. Mit Verfügung vom 22. April 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eine Strafuntersuchung mit dem Betreff B., Körperverletzung (Sturz 
beim Pferderennen) vom 3. Februar 2002 zum Nachteil von X.. Mit der Durch-
führung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt I. beauftragt. Ab 
dem 4. August 2004 wurde die Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Körperver-
letzung auf F. ausgedehnt. 

C. Im Verlaufe der Strafuntersuchung wurde ein Sachverständiger bei-
gezogen, welcher sich in seinem Gutachten vom 2. Januar 2006 zu den mögli-
chen Unfallursachen äusserte. In Bezug auf das Verhalten der anderen am Ren-
nen teilnehmenden Fahrer gelangte der Gutachter zum Ergebnis, dass keinem 
Teilnehmer ein grober Verstoss gegen Sorgfaltspflichten anzulasten sei. Die von 
den Veranstaltern verwendete Rennbahnabschrankung aus Holz erachtete er 
Gutachter zwar als besonders gefährlich, stellte jedoch deren Regelkonformität 
nicht in Abrede.

D. Mit Verfügung vom 29. Mai 2006, mitgeteilt am 2. Juni 2006, stellte 
die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung sowohl gegen F. wie 

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auch gegen die Rennbahnverantwortlichen ein. Die Kosten wurden auf die 
Staatskasse genommen.

E. Gegen diese Einstellungsverfügung liess X. mit Eingabe vom 26. 
Juni 2006 bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden Be-
schwerde erheben mit dem folgenden Rechtsbegehren:

„1. Es sei die Einstellungsverfügung vom 29. Mai 2006 (Pr. Nr. 
VV.2003.928 ED) aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin 
zu verpflichten Anklage gegen den Veranstalter des Pferderenntags 
A. 2002 und gegen alle für die Erstellung und den Unterhalt der 
Rennpiste verantwortlichen und beteiligten Personen, insbesondere 
gegen den Pistenchef Y., sowie gegen den Präsidenten des Renn-
vereins „A.“ Z., Anklage bei Gericht zu erheben.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWSt zulasten 
der Staatskasse.“

Gleichzeitig liess X. einen Antrag um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung und Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren stellen.

F. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Schreiben vom 
4. Juli 2006 die Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die Akten und den 
angefochtenen Entscheid.

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einge-
gangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 138 StPO kann gegen die vom Staatsanwalt geneh-
migten Amtshandlungen von Untersuchungsorganen bei der Beschwerdekam-
mer des Kantonsgerichtes Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde ist in-
nert 20 Tagen seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhal-
ten hat schriftlich einzureichen (Art. 139 Abs. 2 StPO). Zur Beschwerdeführung 
ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutz-
würdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend macht. Die Be-
schwerde ist innert 20 Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid 
Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen.

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X. wurde beim fraglichen Vorfall verletzt. Als Direktgeschädigter ist er 
durch die angefochtene Einstellungsverfügung beschwert und hat ein schutzwür-
diges Interesse an der Aufhebung des Entscheids, so dass er zur Beschwerde-
führung legitimiert ist.

2.a) Der Beschwerdeführer verlangt gemäss Rechtsbegehren, die Be-
schwerdekammer habe die Staatsanwaltschaft Graubünden zu verpflichten, An-
klage gegen die Veranstalter des Pferderenntags A. 2002 zu erheben. Bei der 
strafrechtlichen Beschwerde handelt es sich um ein ordentliches Rechtsmittel mit 
grundsätzlich rein kassatorischer Wirkung. Die Beschwerdekammer kann den 
Staatsanwalt daher nicht anweisen, Anklage zu erheben. Vielmehr hat die 
Staatsanwaltschaft nach ergänzter Untersuchung in eigener Kompetenz erneut 
zu entscheiden, ob anzuklagen oder wieder einzustellen ist (Padrutt, Kommentar 
zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage, Chur 
1996, S. 341 und 347). Demzufolge kann die Beschwerdekammer im Falle einer 
Gutheissung der Beschwerde die Sache lediglich an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden zur Ergänzung und zu neuer Entscheidung zurückweisen. Auf den 
Beschwerdeantrag ist daher, soweit er darüber hinausgeht, nicht einzutreten.

b) Die Beschwerde von X. richtet sich ausdrücklich nur gegen die Ein-
stellung der Strafuntersuchung gegen den Pistenchef Y. sowie gegen den Präsi-
denten des Rennvereins „A.“ Z.. Die Einstellung der Strafuntersuchung gegen die 
am Pferderennen teilnehmenden Fahrer, insbesondere gegen F., bleibt unange-
fochten und ist somit nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

3. Die Kognition der Beschwerdekammer bei der strafrechtlichen Be-
schwerde bezieht sich gemäss Gesetz auf Rechtswidrigkeit und Unangemessen-
heit (Art. 138 StPO). Eine Einstellungsverfügung ist nur angemessen und hält der 
umschriebenen Kontrolle stand, wenn aufgrund des Untersuchungsergebnisses 
nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren 
Handlung gegeben sind und somit bei gerichtlicher Beurteilung ein Freispruch 
erwartet werden müsste und wenn keine neuen Beweismittel ersichtlich sind, die 
das Beweisergebnis massgeblich beeinflussen könnten. Aufzuheben ist eine Ein-
stellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und subjektiver Hinsicht An-
haltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch als wahrscheinlich erscheinen las-
sen, oder wenn die Möglichkeiten zu einer sinnvollen Untersuchungsergänzung 
nicht ausgeschöpft wurden (PKG 1995 Nr. 45, S. 156 sowie Padrutt, a.a.O., S. 
347 und S. 164). 

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4. Die Vorinstanz hat das Strafverfahren gegen die Rennbahnverant-
wortlichen, somit gegen Y. und Z., mit der Begründung eingestellt, dass diesen 
zwar eine Garantenstellung gegenüber den Zuschauern und den Rennteilneh-
mern zukam, jedoch vor dem Ereignis keine Hinweise auf eine besondere Ge-
fährlichkeit der Anlage bestanden hätten. Zudem könne auch nicht mit Sicherheit 
ausgeschlossen werden, dass der Unfall bei Verwendung anderer Materialien für 
die Absperrung hätte verhindert werden können. Sämtliche am Rennen teilneh-
menden Fahrer hätten das von der Rennbahn ausgehende Risiko aus freien Stü-
cken in Kauf genommen. Eine strafrechtlich relevante Verletzung der Sorgfalts-
pflichten durch die Rennbahnverantwortlichen sei daher zu verneinen. Dagegen 
wendet der Beschwerdeführer ein, der beigezogene Sachverständige habe die 
in B. verwendeten Abschrankungen als „besonders gefährlich“ qualifiziert und 
festgehalten, dass ihm keine andere Rennbahn bekannt sei, auf der eine ähnliche 
Abgrenzung vorhanden sei. Der Gutachter habe sodann festgestellt, dass die Be-
schaffenheit der Rennbahnabgrenzung für den Rennunfall ausschlaggebend ge-
wesen sei, da mit seitlichen Berührungen im Rennen stets zu rechnen sei und 
die erkennbare Gefahr des Einhängens der Schlittenkufe an den senkrechten 
Holzpfosten bestanden habe. Des Weiteren sei der Gutachter zum klaren Ergeb-
nis gelangt, dass der Veranstalter ohne grossen Aufwand bereits im Jahr 2002 
eine sichere Bahn hätte schaffen können, weshalb sich eine Einstellung des 
Strafverfahrens nicht rechtfertige. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bil-
det somit die Frage, ob Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass im konkreten 
Fall der Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von 
Art. 125 Abs. 2 StGB erfüllt wurde. Im Vordergrund der nachfolgenden Erwägun-
gen steht die Beurteilung der Frage, ob das Handeln der Veranstalter als fahrläs-
sig im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB qualifiziert werden muss beziehungsweise, 
ob die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen die Veran-
stalter des Trabrennens vom 3. Februar 2002 zu Recht eingestellt hat.

5. Einer fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB 
macht sich schuldig, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Ge-
sundheit schädigt. Fahrlässig begeht jemand eine Tat, wenn diese darauf zurück-
zuführen ist, dass der Täter die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Un-
vorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat. Ein 
Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt somit voraus, dass der 
Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfalts-
widrig ist die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund 
der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Ge-

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fährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und 
wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat (BGE 130 
IV 7 E. 3.2 S. 10). Ein fahrlässiges Erfolgsdelikt kann auch durch Unterlassen 
verübt werden. Voraussetzung dafür ist eine Rechtspflicht zur Vornahme der un-
terlassenen Handlung (Garantenstellung) und die Möglichkeit, diese Handlung 
vorzunehmen. Die Garantenstellung wird insbesondere durch die Verantwortlich-
keit für die Sicherung oder Überwachung von bestimmten Gefahrenquellen be-
gründet. Der (hypothetische) Kausalzusammenhang zwischen Unterlassung und 
Erfolg ist dann anzunehmen, wenn bei Vornahme der gebotenen Handlung der 
Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre (BGE 
116 IV 182 E. 4 S. 185 f. mit Hinweisen).

Nach dem Gesagten handelt somit fahrlässig im Sinne von Art. 18 Abs. 3 
StGB, wer seine Sorgfaltspflichten missachtet. Das Mass der im Einzelfall zu be-
achtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der Unfallverhütung und der Si-
cherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, in erster Linie 
nach diesen Vorschriften (BGE 130 IV 7 E. 3.3 S. 11). Das Gleiche gilt für ent-
sprechende allgemein anerkannte Verhaltensregeln in den verschiedensten 
Tätigkeitsbereichen, auch wenn die Sorgfaltsregeln, Sicherheitsempfehlungen, 
Richtlinien und Merkblätter zur Unfallverhütung und dergleichen von einem pri-
vaten oder halböffentlichen Verband erlassen wurden und keine Rechtsnormen 
darstellen. Sie bezeichnen einerseits das bei der entsprechenden Tätigkeit übli-
cherweise aufzubringende Mindestmass an Sorgfalt und enthalten andererseits 
eine Entscheidung darüber, welche Risiken gemeinhin in Betracht gezogen wer-
den müssen (BGE 127 IV 34 E. 2 S. 38). Wo eine derartige Regelung fehlt, kann 
der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie den 
aus Art. 41 OR fliessenden allgemeinen Gefahrensatz gestützt werden (vgl. BGE 
127 IV 62 E. 2d S. 65). 

6. Der Grundsatz des allgemeinen Gefahrensatzes gemäss Art. 41 
OR bestimmt, dass derjenige, welcher einen Zustand der Gefahr schafft, im Rah-
men des Zumutbaren dafür verantwortlich ist, dass diese Gefahr sich nicht ver-
wirklicht (BGE 106 IV 80 E. 4a S. 81). Wer Sportanlagen betreibt oder einen 
sportlichen Wettkampfanlass veranstaltet beziehungsweise leitet, hat somit als 
Garant dafür einzustehen, dass zur Gefahrenabwehr alle zumutbaren Vorsichts-, 
Schutz- und Überwachungsmassnahmen vorgekehrt werden. Die Vorinstanz 
geht zutreffend von einer Verkehrssicherungspflicht und damit von einer Garan-
tenstellung der Veranstalter aus. Wie in der Einstellungsverfügung dargelegt 

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wird, waren die Verantwortlichen verpflichtet, die Anlage so herzurichten, dass 
sich die an den Rennen teilnehmenden Fahrer nicht überraschend mit untypi-
schen, fallenartigen Hindernissen konfrontiert sahen. In diesem Zusammenhang 
stellt sich allerdings die Frage, wie weit die anzuwendende Sorgfaltspflicht kon-
kret geht beziehungsweise, welche Massnahmen im Einzelfall zu treffen sind, 
damit sich die durch die gefährliche Tätigkeit geschaffene Gefahr nicht verwirk-
licht. Diesbezüglich ist aber davon auszugehen, dass die Ausübung einer mit ei-
nem gewissen Risiko für fremde Rechtsgüter behafteten Tätigkeit nicht sorgfalts-
widrig ist, solange dabei im Rahmen des Zumutbaren wie auch der Kenntnisse 
und Erfahrungen des Handelnden jede unnötige Erhöhung der Gefahr vermieden 
wird („erlaubtes Risiko“). 

a) Problematisch ist jedoch im Einzelfall die genaue Bestimmung der 
tolerablen Restgefahren. Zu beachten ist diesbezüglich, dass in erster Linie der 
einzelne Sportler für die Folgen der Gefährdung seiner Gesundheit einzustehen 
hat. Denn es muss dem eigenverantwortlich Handelnden offen stehen, sich sport-
lich zu betätigen und dadurch kalkulierbare Risiken einzugehen. Dementspre-
chend gilt es zu beachten, dass jede Sportart ein unterschiedlich hohes sport-
artspezifisches Grundrisiko in sich birgt. Die Anforderungen an die Gefahrenab-
wendung beziehungsweise an das einzuhaltende Organisationssoll haben sich 
mit anderen Worten danach auszurichten, dass sie nicht zum Ziel haben können, 
völlige Gefahrenfreiheit zu garantieren, ansonsten die Entfaltungsfreiheit erstickt 
würde; sie sollen vielmehr lediglich die Gefahren auf ein erträgliches Mass be-
schränken. Deshalb ist auch im Sport die Mitwirkung an fremder, eigenverant-
wortlicher Selbstgefährdung prinzipiell nicht strafbar. Eigenverantwortliches Ver-
halten setzt voraus, dass die handelnde Person grundsätzlich fähig ist, die Risi-
ken ihres Tuns in etwa zutreffend einzuschätzen und dazu einen relevanten, ei-
genen Willen zu bilden. Was die Anforderungen an die Risikokenntnis und den 
Risikowillen des einzelnen Sportlers aus der Sicht der Veranstalter und Leiter 
eines Sportwettkampfanlasses anbelangt, muss prinzipiell genügen, dass jener 
die mit seinem Sport verbundenen Gefahren kennt beziehungsweise kennen 
könnte. Mangels gegenteiliger Anzeichen darf davon ausgegangen werden, dass 
ihm die Grundrisiken der Sportart bekannt sind, wobei die Sachlage und die Per-
son des Sportlers Hinweise auf eine solche Kenntnislage geben können. Die für 
den Ablauf eines Wettkampfs verantwortlichen Personen sind grundsätzlich nicht 
gehalten, das sportartspezifische tolerable Grundsrisiko für eigenverantwortlich 
handelnde Sportler zu vermindern, beziehungsweise diese von einer kalkulierba-
ren Selbstgefährdung abzuhalten. Dies gilt zumindest solange, als sich keine ab-

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weichenden speziellen Regeln herausgebildet haben, wie das etwa für den Be-
reich von präparierten Skipisten der Fall ist. Die Eigenverantwortung der Sportler 
begrenzt die Sicherungs- und Überwachungspflichten der Veranstalter und Leiter 
eines Wettkampfanlasses jedenfalls insoweit, als von der Sportanlage für die 
Teilnehmer, insbesondere auch im Lichte ihrer individuellen Fähigkeiten, keine 
die Grundrisiken der Sportart übersteigende Gefahr ausgeht, der Anlass sich so-
mit im Rahmen des erlaubten Risikos bewegt. Die Strafbarkeit einer Person, die 
eine eigenverantwortlich gewollte und verwirklichte Selbstgefährdung einer an-
deren Person veranlasst, ermöglicht oder fördert, kommt erst dann in Betracht, 
wenn sie kraft ihres überlegenen Sachwissens das Risiko besser erfasst als die 
sich selbst gefährdende Person. Ob und inwieweit die Veranstalter von Sport-
wettkämpfen rechtlich gehalten sind, potentielle Gefahren zu vermindern bezie-
hungsweise ganz auszuschalten, lässt sich nicht in allgemein geltender Form 
umschreiben, sondern ist letztlich aufgrund der Gesamtheit der Umstände des 
Einzelfalls zu bestimmen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 
6S.610/1998 vom 2. Februar 1998; Andreas Donatsch, Gedanken zum straf-
rechtlichen Schutz des Sportlers in: ZStrR 107 [1990] S. 407 ff.). 

b) Im vorliegenden Fall handelte es sich bei den Teilnehmern des frag-
lichen Pferderennens um lizenzierte und somit erfahrene Trabrennfahrer, wes-
halb grundsätzlich von einem hohen Mass an Eigenverantwortung auszugehen 
ist. Es darf mit anderen Worten generell davon ausgegangen werden, dass die 
einzelnen Teilnehmer über sportartspezifische Fähigkeiten und Kenntnisse ver-
fügten, was ihnen ermöglichte, die Situation auf der Rennbahn sowie allfällige 
bestehende Risiken einzuschätzen. Hinzu kommt, dass den Trabrennfahrern vor 
dem Rennen die Möglichkeit eingeräumt wurde, die Rennbahn zu besichtigten 
und sogar darauf zu trainieren. Zudem kannten sie die Rennbahn, welche jedes 
Jahr ausgemessen und identisch angelegt wird, bereits von früheren Rennen. 
Hinweise dafür, dass die Teilnehmer die möglichen Risiken verkannten, ergeben 
sich keine. So gab X. in seiner polizeilichen Einvernahme vom 25. Juli 2002 (act. 
3.12) zu Protokoll, dass aufgrund der geringen Schneemenge die Gefahr gross 
gewesen sei, dass man mit der Kufe des Sulky unter die Rails fahren könne. Dies 
sei ihm dann auch passiert, weil er an die Innenrails gedrängt worden sei und 
dort eingehängt habe. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass X. am Unfalltag be-
reits an einem früheren Rennen (Start. 13.15 Uhr) teilgenommen hatte und daher 
auch den Zustand der Rennbahn und die damit verbundenen Risiken kannte oder 
kennen musste (vgl. act. 3.30). Auch K., welche ebenfalls am fraglichen Rennen 
teilgenommen hatte, sagte aus (act. 3.20), dass ihr seitens von X. bereits vor 

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dem Rennen mitgeteilt worden sei, dass die Rails in B. gefährlich seien. Aufgrund 
dieser Aussage habe sie Respekt vor den Rails gehabt, weil man dort hängen 
bleiben könne. Auch weitere Teilnehmer wie L. (act. 3.22) und M. (act. 3.23) 
bestätigten, dass die Rails von ihnen als gefährlich eingestuft worden seien, ins-
besondere auch deshalb, weil es am Renntag wenig Schnee hatte. Somit kann 
festgehalten werden, dass den Teilnehmern des Trabrennens am 3. Februar 
2002 durchaus bereits im Vorfeld des Rennens die Gefahr, an den seitlich ange-
brachten Holzrails mit den Kufen einzuhängen, bekannt gewesen war. 

c) Der Beschwerdeführer führt in diesem Zusammenhang aus, es 
könne nicht gesagt werden, dass die Rails schon an sich die Rennbahn gefährlich 
machten. Gefährlich seien die Rails erst, wenn ein Fahrer nach innen gedrängt 
werde und keine Möglichkeit mehr zum Ausweichen bestehe, somit wenn ein 
Fahrfehler eines anderen Konkurrenten zur Verwirklichung der Gefahr beitrage. 
Ohne Druck eines Konkurrenten von aussen wäre der Beschwerdeführer auch 
problemlos in genügendem Abstand zu den Rails gefahren und hätte das Rennen 
unfallfrei beenden können. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Be-
schwerdeführer selbst anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 25. Juli 
2002 (act. 3.12) bemerkte, es könne in jedem Rennen zu einer solchen Situation 
wie der eingetretenen kommen. Auch der eingesetzte Gutachter Peter Heide-
mann führt in seinem Gutachten vom 2. Januar 2006 (act. 3.32) aus, es müsse 
bei Trabrennen stets mit seitlichen Berührungen von Sulkys oder Schlitten ge-
rechnet werden. Diese seien sozusagen an der Tagesordnung und würden keine 
Einzelausnahme bilden. Bei rennüblich auftretenden Kampfsituation, wenn es um 
die vorderen Plätze gehe, liessen sich derartige Kontakte nicht vermeiden. Mit 
anderen Worten war die Situation, welche zum Einhaken der Kufe des Schlittens 
von X. und damit schliesslich zum Unfall führte, nicht derart aussergewöhnlich 
und unvorhersehbar, dass die Rennfahrer damit nicht rechnen mussten. Viel-
mehr war für alle Teilnehmer bereits im Vorfeld erkennbar, dass gerade aufgrund 
der geringen Schneemenge und des damit verbundenen Fehlens des Schnee-
walls die Gefahr des Einhakens mit den Kufen bestand. 

7. Zu prüfen ist des Weiteren, ob die fragliche Rennbahn auch gemes-
sen an den spezifisch auf die für Trabrennen dieser Art anzuwendenden Sorg-
faltsrichtlinien als hinreichend gesichert bewertet werden kann. Mit anderen Wor-
ten stellt sich die Frage, ob eine Fremdgefährdung und damit ein strafbares Ver-
halten der Veranstalter vorliegt, welches im Verhältnis zur bestehenden Eigen-
verantwortung als übergeordnet bezeichnet werden muss. Keine Fremdgefähr-

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dung liegt vor, wenn das Risiko einer Körperverletzung nicht über das sportarts-
pezifische Grundrisiko hinaus erhöht wird. 

a) Eine in der Praxis häufige Variante von Fremdgefährdungen, wel-
che das sportartspezifische Grundrisiko übersteigen, ist die, bei welcher eine 
Person bestehende Gefahrenquellen pflichtwidrig nicht beseitigt. Zu diesen Kon-
stellationen gehören auch die Sicherungspflichten der Veranstalter von Sportan-
lässen. Laut Gefahrensatz muss derjenige, der einen Gefahrenzustand schafft, 
alles Zumutbare tun, damit die Gefahr zu keiner Verletzung fremder Rechtsgüter 
führt. Demgemäss hatten die Veranstalter des Trabrennens als gefährlicher 
Tätigkeit die Veranstaltung in zumutbarer Weise so zu sichern, wie es die unter 
den konkreten Umständen gebotene Vorsicht erforderte. Die Veranstalter des 
Pferderennens hatten mithin die Rennbahn so zu gestalten und zu sichern, dass 
die Teilnahme am Trabrennen nicht über das erlaubte Grundrisiko hinausging. 

b) Zunächst ist festzuhalten, dass sämtliche Anforderungen, welche 
gemäss Schweizerischem Trabrenn-Reglement vom 7. Mai 1990, letztmals revi-
diert am 1. Januar 2001, an eine Trabrennbahn gestellt werden (vgl. § 59 - 62), 
erfüllt waren. So wurde die Rennbahn ordnungsgemäss vor dem Rennen durch 
die Jury kontrolliert und abgenommen. Aus dem Abnahmeprotokoll vom 3. Fe-
bruar 2002 (act. 3.18) geht hervor, dass zwar Kunstschnee eingesetzt, die Piste 
jedoch für gut präpariert befunden wurde. Des Weiteren wurde ausgeführt, die 
Rennbahn sei ab 14.00 Uhr wegen der Sonneneinstrahlung weich geworden und 
der D.-Bogen habe deswegen ab dem 5. Rennen ausgesteckt werden müssen 
(vgl. auch act. 3.21 und 3.33). Auch wurden für die Abschrankungen vorschrifts-
gemäss (§ 61 Ziff. 2 des Trabrenn-Reglements) keine Metallstäbe oder Metall-
stangen verwendet. Mängel an der Rennbahn wurden bei der Besichtigung nicht 
festgestellt. 

c) Diesen Feststellungen hält der Beschwerdeführer entgegen, die 
verwendeten Rails hätten den damaligen Anforderungen an die üblichen Sicher-
heitsvorkehrungen bei der Veranstaltung einer solch gefahrengeneigten Tätigkeit 
nicht ausgereicht. Seiner Auffassung nach hätte der Unfall verhindert werden 
können, wenn anstelle der Holzrails sogenannte Sicherheitsrails aus Kunststoff 
verwendet worden wären. Durch die Konstruktion der Sicherheitsrails in Form 
eines Schwanenhalses gleite der Sulky nämlich bei Kontakt der Längsbegren-
zung wie an einer Bande ab und die Kufen würden entsprechend unter den in 

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Schwanenhalsform gebogenen Pfosten hindurchgleiten, ohne dass ein Einhän-
gen möglich sei. 

Solche Kunststoffrails, wie sie vom Beschwerdeführer gefordert werden, 
wurden bereits im Jahr 2002 in B. getestet, wobei sie sich jedoch nicht bewährt 
haben sollen. Gemäss Aussagen des Veranstalters Y. (act. 3.33) sei die Kunst-
stofflegierung bei den im Engadin herrschenden Temperaturen spröde geworden 
und hätten beim Zusammenstoss mit Pferden beziehungsweise Schlitten gesplit-
tert, was sich als äusserst gefährlich erwiesen habe. In der Folge hätte eine an 
die besonderen Verhältnisse angepasste spezielle Legierung ermittelt und be-
sondere Abschrankungen und Elemente angefertigt werden müssen. Mit ande-
ren Worten standen zum Zeitpunkt des Unfalls keine (brauchbaren) Alternativen 
zu den verwendeten Holzrails zur Verfügung. Da bis zum damaligen Zeitpunkt 
auch keine Vorfälle im Zusammenhang mit den Holzrails bekannt waren und sei-
tens der Fahrer keine Beschwerden eingegangen waren, gab es für die Veran-
stalter keinen Grund, an der Sicherheit der Rennbahn zu zweifeln. Hinzu kommt, 
dass diese Art von Abschrankungen nach glaubhaften Darstellungen von Y. (act. 
3.33) auch im Jahre 2006 noch in N. verwendet wurde. Wie bereits ausgeführt 
wurde, behauptet der Beschwerdeführer denn auch nicht, dass die Rails an sich 
die Rennbahn gefährlich machten. Die Gefahr habe sich vielmehr erst im Rennen 
geäussert, wenn ein Fahrer nach innen gedrängt worden sei und keine Möglich-
keit zum Ausweichen mehr gehabt habe. Die Rennbahn als Anlage war somit 
nicht per se gefährlich oder ungenügend gesichert. Vielmehr entstand ein Risiko 
erst im Rennverlauf, wenn sich ein Fahrer - sei es aus eigenem Antrieb oder 
aufgrund eines Fehlverhaltens der anderen Teilnehmer - den Rails zu stark 
näherte. Dass es im Verlaufe des Rennens auch zu Zweikämpfen auf den Innen-
geraden der Rennbahn kommen würde, musste den Teilnehmern bewusst ge-
wesen sein. Sie wurden somit nicht überraschend mit untypischen, fallenartigen 
Hindernissen konfrontiert, mit welchen sie nicht hätten rechnen müssen. Es war 
ihnen von Anfang an möglich, die Risiken ihres Tuns in etwa zutreffend einzu-
schätzen und ihre Fahrweise entsprechend anzupassen. Eine Sorgfaltspflicht-
verletzung seitens der Veranstalter liegt bei dieser Konstellation nicht vor.

d) Nach dem Gesagten steht somit fest, dass die Rennbahn nach dem 
damaligen Kenntnisstand ausreichend gesichert war. Die Veranstalter haben 
sich keiner Sorgfaltspflichtverletzung schuldig gemacht, indem sie - nachdem 
sich die verwendeten Kunststoffrails als gefährlich erwiesen haben - auf die be-
währten Holzrails zurückgegriffen hatten. Mit anderen Worten haben sie alle in 

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Bezug auf die Auswahl und den Einsatz der Abschrankungen und auf die zu tref-
fenden Schutzvorkehrungen geltenden Sorgfaltsrichtlinien eingehalten. Aufgrund 
des Gesagten lag keine Fremdgefährdung vor, welche über das sportartspezifi-
sche Grundrisiko hinausgegangen wäre. Dies insbesondere auch im Hinblick auf 
das Mass an Eigenverantwortung, welches X. als lizenziertem Trabrennfahrer 
zuzusprechen ist. Sportwettkämpfe, in denen sich gegenseitig konkurrenzie-
rende Athleten mit überdurchschnittlichen sportspezifischen Fähigkeiten gegenü-
berstehen, sind zwingend mit einem gewissen Grundrisiko verbunden. Entspre-
chend muss von einem adäquaten Mass an Eigenverantwortlichkeit des einzel-
nen Athleten ausgegangen werden. Mit anderen Worten hat der Wettkampfsport-
ler als solcher ein gewisses, gegenüber dem Freizeitsportler gesteigertes Eigen-
risiko zu tragen. Eine Abwälzung dieses Risikos auf die Veranstalter würde die 
Durchführung jeglicher Sportwettkämpfe verunmöglichen.

8. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich aus den vorlie-
genden Akten nicht genügend Anhaltspunkte dafür ergeben, dass im konkreten 
Fall der Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 
2 StGB erfüllt ist. Mit anderen Worten kann angesichts des vorliegenden Bewei-
sergebnisses nicht davon ausgegangen werden, dass die Veranstalter des in 
Frage stehenden Pferderennens fahrlässig im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB 
gehandelt haben, so dass die verantwortlichen Personen nicht zur Rechenschaft 
gezogen werden können. Die Einstellung der Strafuntersuchung erfolgte daher 
aus triftigen Gründen und ist nicht zu beanstanden. Aus diesen Gründen ist die 
Beschwerde von X. in diesem Punkt abzuweisen.

9.a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten gestützt auf 
Art. 160 Abs. 1 StPO zu Lasten des Beschwerdeführers.

b) X. beantragt für das vorliegende Beschwerdeverfahren die Bewilli-
gung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Im Beschwerdeverfahren gelangt gestützt auf Art. 139 Abs. 3 StPO bezüg-
lich der Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
Art. 25 Abs. 1 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG; BR 370.100) zur Anwen-
dung. Dieser bestimmt, dass einem Gesuch dann entsprochen werden kann, 
wenn eine Person neben dem notwendigen Lebensunterhalt für die Verfahrens-
kosten nicht aufkommen kann und wenn ihr Rechtsstreit nicht offenbar mutwillig 
oder grundlos ist. Diese zwei Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. 

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Bezüglich seiner Vermögensverhältnisse führt X. in seiner Beschwerde aus, er 
besitze drei Lebensversicherungen, deren Rückkaufswert aber nicht flüssig ge-
macht werden könne. Aus der eingereichten Steuererklärung aus dem Jahre 
2004 geht hervor, dass der Beschwerdeführer den Steuerwert dieser drei Le-
bensversicherungen mit Fr. 94'189.-- deklarierte. Nach Praxis des Kantonsge-
richts (vgl. hierzu beispielsweise ZB 05 34) stellt eine Lebensversicherung eine 
Finanzanlage dar, auf welche bei finanziellen Engpässen ohne weiteres zurück-
gegriffen werden kann und auch soll. Dies kann sowohl durch den Rückkauf der 
Lebensversicherung, aber auch durch ein Policendarlehen erfolgen, bei welchem 
sich der Versicherungsnehmer einen Teil des angesparten Guthabens als Kredit 
auszahlen lässt. Im vorliegenden Fall legt der Beschwerdeführer nicht dar, wes-
halb sein - gemäss Steuererklärung ausgewiesenes - Vermögen von Fr. 94'189.-- 
in Form von Versicherungen nicht in der vorstehend beschriebenen Weise reali-
siert werden kann. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb gerade die Aufnahme 
eines Policendarlehens vorliegend ausser Betracht fallen könnte. Da in einem 
solchen Fall lediglich ein Teil des angesparten Guthabens ausbezahlt würde, ver-
bliebe dem Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung der mutmasslichen 
Prozess- und Anwaltskosten immer noch ein angemessener Notgroschen. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher aufgrund fehlender Bedürftig-
keit abzuweisen. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof 
des schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bun-
desgericht innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung 
des Entscheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundes-
strafrechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Beschwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtig-
keitsbeschwerde gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: