# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8bda6c98-f237-56a8-879f-5abb389a0059
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.10.2023 720 22 263 / 240 (720 2022 263 / 240)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-263---240_2023-10-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 19. Oktober 2023 (720 22 263 / 240) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Anspruch auf berufliche Massnahmen; Beweiskraft der versicherungsinternen Beurtei-
lung 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Berufliche Massnahmen  

 
 
 
A. Die 1997 geborene A.____ absolvierte eine Ausbildung zur Fachfrau Betreuung und ar-
beitete seit dem 10. August 2020 auf dem erlernten Beruf bei der Stiftung B.____. Am 19. April 
2022 meldete sie sich unter Hinweis auf vier Operationen am rechten Fuss, zuletzt eine Verstei-
fung des Hauptgelenks des Grosszehen im Januar 2022, sowie einen Morbus Sudeck bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, wobei die Versicherte ins-
besondere die Umschulung in eine neue Tätigkeit anstrebte. Die zuständige IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab 

 

 
 
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und führte ein Vorbescheidverfahren durch. Mit Verfügung vom 25. August 2022 lehnte sie einen 
Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen ab, da kein IV-relevantes Leiden vorliege. 
Die postoperativen Restbeschwerden seien behandelbar, eine relevante Alltagseinschränkung 
sei langfristig nicht zu erwarten.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, am 
16. September 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 25. August 2022 auf-
zuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr berufliche Massnahmen in Form 
insbesondere einer Umschulung zuzusprechen und auszurichten, unter o/e-Kostenfolge. Zur Be-
gründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass bei ihr aktuell ein chronisches Schmerzsyn-
drom und ein Verdacht auf ein Complex Regional Pain Syndrom (CRPS) nach viermaliger Vor-
fussoperation diagnostiziert werde. Sie sei durch eine eingeschränkte Belastbarkeit beim Stehen 
und Gehen erheblich beeinträchtigt und in der angestammten Tätigkeit arbeitsunfähig. Sie sei zu 
mindestens 20% invalid oder zumindest von einer Invalidität bedroht, so dass Anspruch auf eine 
Umschulung bestehe. Als Mitarbeiterin in der Kinderbetreuung übe sie eine Tätigkeit aus, die 
auch nach Auffassung der beurteilenden Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) aktuell 
nicht zumutbar sei. Entgegen der Einschätzung der RAD-Ärztin sei eine Besserung aber unge-
wiss, was auch aus den Einschätzungen der behandelnden Ärzte hervorgehe. Sollte nicht auf die 
Einschätzung der behandelnden Ärzte abgestellt werden, so sei zur Klärung des medizinischen 
Sachverhalts ein Gerichtsgutachten einzuholen, eventualiter sei die Angelegenheit zur Veranlas-
sung eines externen Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen. Es sei bedauerlich, dass die 
Beschwerdegegnerin den tatsächlichen Heilungsverlauf nicht abgewartet und eine entspre-
chende Sistierung des Verfahrens abgelehnt habe. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Oktober 2022 schloss die Beschwerdegegnerin unter 
Hinweis auf eine bei ihrem RAD eingeholte Stellungnahme vom 11. Oktober 2022 auf Abweisung 
der Beschwerde. Die Beurteilungen der behandelnden Ärzte stützten sich lediglich auf die sub-
jektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Die postoperativen Beschwerden seien durch eine 
Ernährungsumstellung und der Aufgabe der Gehstöcke reversibel. Es liege kein langdauerndes 
IV-relevantes Leiden vor, weshalb die Voraussetzungen für eine Umschulung nicht erfüllt seien.  
 
D. Mit Replik vom 9. November 2022 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik 
C.____ vom 7. November 2022 einreichen und ausführen, dass sie seit dem 18. September 2022 
in stationärer psychiatrischer Behandlung sei. Damit sei erwiesen, dass die somatischen Be-
schwerden die Beschwerdeführerin auch psychisch stark belasten würden. Aufgrund der instabi-
len Situation sei die IV-Stelle mehrfach gebeten worden, das Verfahren zu sistieren oder den 
Leistungsanspruch unter Zusicherung einer vorbehaltlosen Neuprüfung zurzeit abzulehnen. 
Weshalb die Beschwerdegegnerin auf einer definitiven Leistungsablehnung beharre, sei nicht 
nachvollziehbar.  
 
E. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 12. Dezember 2022 an ihrem Abwei-
sungsantrag fest und wies darauf hin, dass die psychiatrische Behandlung erst nach Erlass der 

 

 
 
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angefochtenen Verfügung begonnen worden sei, so dass davon auszugehen sei, dass im rele-
vanten Zeitpunkt noch keine psychiatrische Problematik bestanden habe. Sie sei deshalb im Rah-
men des vorliegenden Verfahrens unbeachtlich.  
 
F. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2022 wurde der vorliegende Fall dem Gericht zur Be-
urteilung überwiesen.  
 
G. Im Rahmen der Einreichung der Honorarnote nahm die Beschwerdeführerin am 3. Ja-
nuar 2023 zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin nochmals Stellung. Die Beschwerde-
gegnerin verzichtete mit Schreiben vom 27. Januar 2023 ihrerseits auf die Einreichung einer Stel-
lungnahme.  
 
H. Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 17. Februar 2023 den Austrittsbericht 
der Klinik C.____ vom 23. Januar 2023 ein und machte geltend, dass sich daraus Rückschlüsse 
auf den Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses ziehen lassen würden. Sie 
schlug erneut vor, dass die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung zurückziehe und 
die neue bedingungslose Prüfung des Anspruchs der Beschwerdeführerin in Aussicht stelle. 
Sollte die Beschwerdegegnerin an der angefochtenen Verfügung festhalten, so sei die Be-
schwerde im Sinne der gestellten Rechtsbegehren gutzuheissen.  
 
I. In ihrer Stellungnahme vom 21. April 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Auf-
fassung fest, dass die psychiatrische Problematik erst nach dem Erlass der angefochtenen Ver-
fügung eingetreten und im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen sei.  
 
J. Der vorliegende Fall wurde mit Verfügung vom 2. Mai 2023 erneut dem Gericht zur Be-
urteilung überwiesen.  
 
K. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2023 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass ihr die Ar-
beitsstelle bei der Stiftung B.____ per 31. Dezember 2023 gekündigt worden sei.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde vom 16. September 2022 ist demnach einzutreten. 
 

 

 
 
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1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiterentwick-
lung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 
2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massge-
benden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind 
daher grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV sowie des Bundesgeset-
zes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in 
der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung anwendbar. Die hier massgebenden Grundlagen für die 
beruflichen Massnahmen haben indessen keine grundlegenden Änderungen erfahren haben (vgl. 
E. 3 hiernach). 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerde-
führerin auf eine Umschulung zu Recht abgelehnt hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, 
wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. August 2022 entwickelt hat. 
Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü-
fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er-
werbsfähigkeit wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzun-
gen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Gemäss Art. 8 Abs. 1

bis 

IVG besteht der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen unabhängig von der Ausübung einer 
Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen sind insbeson-
dere zu berücksichtigen: das Alter (lit. a); der Entwicklungsstand (lit. b); die Fähigkeiten der Ver-
sicherten Person (lit. c); und die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (lit. d). Laut Art. 8 Abs. 
3 IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter anderen in Massnahmen beruflicher Art 
(lit. b). Zu diesen gehören die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung 
(Art. 16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG), der Ar-
beitsversuch (Art. 18a IVG), der Personalverleih (Art. 18abis) Einarbeitungszuschüsse (Art. 18b 
IVG), Entschädigungen für Beitragserhöhungen (Art. 18c IVG) sowie die Kapitalhilfe (Art. 18d 
IVG). 
 
3.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit, 
wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraus-
sichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Unter Umschulung ist dabei 
grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 
notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver-
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. 
Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das 
Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver-
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs-
zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Um-
ständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit si-
cherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist.  

 

 
 
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3.3 Der Umschulungsanspruch setzt grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 
20 % in den bisher ausgeübten oder in den für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbil-
dung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten voraus, wobei es sich hierbei um ei-
nen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen). Namentlich bei jungen 
Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer kann davon abgewichen wer-
den, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifi-
zierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd 
gleichwertig bezeichnet werden können (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 
9C_15/2022, E. 3.2 und vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, E. 3; BGE 124 V 108 E. 3c).  
 
3.4 Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung 
ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisierenden Gesundheitsschadens. Als Invalidität 
im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt die voraussichtliche 
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). 
 
4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 
Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollstän-
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dau-
ert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen 
hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, 
E. 3.2). Dem Versicherungsträger kommt grundsätzlich ein grosser Ermessensspielraum bezüg-
lich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. In jedem 
Fall ist der Sachverhalt jedoch soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Ur-
teile des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013, 8C_815/2012, publiziert in: SVR 2014 UV Nr. 2, 
E. 3.2.1, und vom 22. Januar 2020, 8C_759/2019, E. 4.2.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus 
der Sach- und Rechtslage. 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Einschätzung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Un-
terlagen angewiesen, die medizinische Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu neh-
men, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfä-
hig ist. Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt 
ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und 
nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch 
verrichtet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen; vgl. ULRICH MEYER-

 

 
 
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BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], 
Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
Auch bei der Frage nach einem Umschulungsanspruch ist es Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin, 
den Gesundheitszustand zu diagnostizieren. Im Weiteren hat er bzw. sie zur Arbeitsunfähigkeit 
im erlernten oder im bisher ausgeübten Beruf Stellung zu nehmen und sich darüber zu äussern, 
ob der Gesundheitszustand eine Umschulung zulässt und, bejahendenfalls, welche Tätigkeiten 
hierbei aus medizinsicher Sicht in Betracht fallen (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Auflage, Zürich/Genf 2022, Art. 17 N 7).  
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.4 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me-
dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung (vgl. Art. 59 Abs. 3 IVG, 
Art. 49 Abs. 1 IVV). Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Die 
RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie hal-
ten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 IVV). RAD-Berichte sind versi-
cherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; 
die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-
Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urteil 8C_385/2014 vom 16. September 
2014 E. 4.2.1).  
 
4.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me-
dizinischen Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde-
rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die 
notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht-
lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich 
auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte gehören –, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei 
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum 

 

 
 
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Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weite-
ren Hinweisen). 
 
5. Zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit erweisen sich im Wesentlichen die fol-
genden Unterlagen als von Relevanz: 
 
5.1 Der behandelnde Facharzt Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparats, diagnostizierte mit Bericht vom 11. März 2022 einen Status 
nach Grosszehengrundgelenksarthrodese rechts am 5. Januar 2022 bei schmerzhaftem Hallux 
rigidus mit Verdacht auf einen sudeckoiden Verlauf, bei Status nach Fraktur des medialen Se-
sambeins am rechten Fuss im Jahr 2013 mit Osteosyntheseversuch im Jahr 2014 sowie bei me-
dialer Sesamoidektomie im Jahr 2015 und Arthrolyse/Exostosenabtragung im Jahr 2018. Zwei-
einhalb Monate postoperativ bestünden trotz in idealer Stellung durchgebauter Grosszehen-
grundgelenksarthrodese persistierende belastungsabhängige Schmerzen und eine Stockbedürf-
tigkeit. Eine Arbeit im Kindergarten sei vorläufig noch nicht denkbar. Ein wechselhaftes Hautko-
lorit über den Tag erinnere stark an einen sudeckoiden Verlauf, leicht rückläufig unter Kalcipos 
D3 (Calcium und Vitamin D3 Präparat).  
 
5.2 Mit Bericht vom 24. März 2022 führte Prof. Dr. med. E.____, Facharzt für Endokrinolo-
gie, aus, dass die Patientin sich im Leistungskader der Landesliga Leichtathletik befunden habe, 
als sie bei intensivem Training im Jahr 2013 eine Fraktur des rechten Sesambeins erlitten habe. 
Ein Osteosyntheseversuch 2014 sei fehlgeschlagen, danach sei 2015 eine Sesamoidektomie er-
folgt, anschliessend eine Arthrolyse im Jahr 2018. Schliesslich sei im Januar 2022 eine Verstei-
fungsoperation des rechten Grosszehengrundgelenks erfolgt. Die Knochendichte sei aktuell deut-
lich herabgesenkt, dies bei familiärer Osteoporosebelastung, Milchunverträglichkeit sowie der zu-
nehmenden schmerzbedingten Immobilität. Es bestehe der Verdacht auf einen Morbus Sudeck 
im Grosszehenbereich rechts. Die weitere Einnahme von Kalcipos D3 werde unbedingt empfoh-
len, auch in den Sommermonaten. Des Weiteren werde ein Behandlungsversuch mit einer intra-
venösen Bisphosphonattherapie vorgeschlagen. Aufgrund des jugendlichen Alters der Patientin 
sollte es innerhalb kürzester Zeit zu einer deutlichen Zunahme der Knochendichte kommen. 
Gleichzeitig komme es in ca. einem Drittel der Fälle zu einer gewissen Schmerzlinderung.  
 
5.3 Am 19. April 2022 hielt Dr. D.____ fest, dass die Patientin nach einer ersten verabreich-
ten Calciumbisphosphonat-Infusion noch keinen spürbaren Unterschied bemerke. Eine nächste, 
doppelte Dosis sei für den 28. April 2022 geplant. Die Belastbarkeit sei unverändert; bereits bei 
geringer Mehrbelastung komme es zu einer sudeckoiden Verfärbung des Fusses mit entspre-
chender Schmerzzunahme. Die Patientin entlaste den Fuss konsequent und gehe an Stöcken. 
Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100%, es werde eine kaufmännische Umschulung an-
gestrebt.  
 
5.4 Nach Einsicht in die ärztlichen Unterlagen nahm die RAD-Ärztin Dr. med. F.____, Fach-
ärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, mit Schreiben vom 31. Mai 2022 zur gesund-
heitlichen Situation der Versicherten und der Möglichkeit einer Umschulung Stellung. Sie stellte 
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und führte aus, dass keine bleibende 

 

 
 
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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Aktuell sei der Versicherten eine wechselbelastete 
Tätigkeit, vorwiegend im Sitzen und ohne Stehen oder Gehen von mehr als einer Stunde Dauer 
zumutbar. Nach Abschluss der postoperativen Rekonvaleszenz, welche aufgrund der alimentär 
bedingten Osteopenie bei Calcium-Vitamin D3-Mangelerscheinung bei milchfreier Ernährung ver-
zögert sei, sollte die Versicherte die angestammte Tätigkeit wieder zu 100% ausüben können. Es 
liege eine behandelbare Ursache der postoperativen Restbeschwerden vor. Eine relevante All-
tagseinschränkung sei bei Status nach Hallux-Grundgelenksarthrodese nicht zu erwarten. Es 
liege kein IV-relevantes Leiden vor. Medizinisch bestehe kein Umschulungsgrund.  
 
5.5 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens liess die Versicherte einen weiteren Bericht von 
Dr. D.____ vom 2. August 2022 einreichen. Darin führt dieser aus, dass die IV-Stelle von unrich-
tigen anamnestischen und medizinischen Details ausgehe. Korrekt sei, dass sich bei der Patientin 
seit knapp zehn Jahren und im Anschluss an drei Operationen eine chronische, über lange Zeit 
therapieresistente und sich im privaten und beruflichen Alltag relevant auswirkende Schmerz-
problematik im Sinne eines CRPS (Algodystrophie, Morbus Sudeck) entwickelt habe. Die Arbeits-
fähigkeit in der angestammten beruflichen Tätigkeit als Fachfrau Betreuung sei weiterhin nicht 
gegeben. Im Rahmen der Vorgeschichte und der Hauptdiagnose sei trotz korrekter chirurgischer 
und endokrinologischer Behandlung nicht zwingend von einer Restitutio ad integrum und damit 
einer Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen.  
 
5.6 Mit Bericht vom 16. August 2022 nahm Dr. F.____ zu den Einwänden der Versicherten 
sowie ihres behandelnden Arztes Stellung. Sie hielt jedoch an ihrer Auffassung fest, dass prog-
nostisch langfristig gesehen eine Behandelbarkeit der osteopeniebedingten Knochenschmerzen 
und eine volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei, selbst wenn die Versicherte momentan möglich-
erweise noch in Behandlung stehe und nicht geh- und stehfähig sei. Die bleibende Abrollein-
schränkung über dem rechten Grosszehengrundgelenk lasse sich durch orthopädische Einlagen 
und gegebenenfalls durch eine zusätzliche Abrollhilfe funktionell kompensieren und stelle keinen 
Invaliditätsgrund dar.  
 
5.7 Nachdem die IV-Stelle gestützt auf die Einschätzung ihrer RAD-Ärztin die angefochtene 
Verfügung erlassen hatte, reichte die Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden Verfah-
rens folgende Arztberichte ein: 
 
5.7.1 Die behandelnde Ärztin Dr. med. G.____, FMH Anästhesie, diagnostizierte mit Bericht 
vom 28. Juli 2022 ein chronisches Schmerzsyndrom des rechten Vorfusses und der rechten 
Grosszehe bei Verdacht auf ein CRPS und Status nach viermaliger Vorfussoperation rechts. Die 
Patientin leide seit circa drei Jahren unter rezidivierenden chronischen Schmerzen im Bereich 
der Brust- und Lendenwirbelsäule mit deutlicher Verschlechterung seit Januar 2022. Im Vorder-
grund stünden zurzeit jedoch starke Schmerzen im Bereich des Vorfusses und der Grosszehe 
rechts, begonnen circa vier Wochen nach der letzten Fussoperation im Januar 2022. Die Patientin 
habe schon seit der Sesambeinfraktur im Jahr 2013 immer wieder Schmerzen am rechten Fuss 
verspürt, diese hätten sich nach der Grosszehengrundgelenksarthrodese nun verstärkt und in 
ihrer Qualität verändert. Anamnestisch seien die Budapest-Kriterien für ein CRPS erfüllt, bei der 
aktuellen Untersuchung jedoch nicht komplett objektivierbar. Es könne sich trotzdem um ein 

 

 
 
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CRPS handeln. Die chronischen Rückenschmerzen seien durch die thorakale Skoliose erklärbar. 
Die Fehlhaltung des Rumpfes werde durch das teilweise Schonhinken verstärkt. Sie verordne 
Physio- und medizinische Trainingstherapie, ausserdem werde eine Serie Akupunktur, ergänzt 
durch neuraltherapeutische Procain-Infiltration proximal in die Schmerzregion am rechten Fuss, 
begonnen. In ihrem Bericht vom 6. September 2022 ergänzte Dr. G.____ die bekannten Diagno-
sen und stellte ein chronisches thorakolumbales Schmerzsyndrom bei thorakal rechtskonvexer 
Skoliose mit Rippenbuckel rechts und muskulärer Dysbalance des Rumpfes fest. Aus Sicht der 
Ärztin sei die Arbeitsfähigkeit als Kleinkinderzieherin nicht gegeben. Aufgrund der langen 
Schmerzvorgeschichte erwarte sie keine komplette Schmerzfreiheit der noch jungen Patientin 
mehr. Die zurzeit durchgeführten verschiedenen Behandlungen könnten die Schmerzen zwar re-
duzieren, wahrscheinlich werde die Patientin jedoch bis auf Weiteres nicht mehr schmerzfrei wer-
den. Sie müsse daher in Zukunft alle zusätzlichen Belastungen, die auf den Fuss wirkten, zu 
vermeiden versuchen. Die Arbeit als Kleinkinderzieherin umfasse auch längeres Gehen und Ste-
hen, zusätzlich müsse die Patientin je nach Situation auch unvorhergesehene ruckartige oder 
unkontrollierte Bewegungen mit dem rechten Fuss durchführen. Aus heutiger Sicht sei deshalb 
eine Wiedereingliederung in den angestammten Beruf auch bei prognostisch günstigem Verlauf 
nicht möglich. Empfohlen werde die Umschulung in einen Beruf mit hauptsächlich sitzender Tä-
tigkeit.  
 
5.7.2 Gemäss Austrittbericht der Klinik C.____ vom 23. Januar 2023 war die Beschwerdefüh-
rerin vom 18. September 2022 bis 8. Dezember 2022 in stationärer psychiatrischer Behandlung. 
Als Diagnosen wurden eine Panikstörung mit episodisch paroxysmaler Angst (ICD-10 F 41.0), 
psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide im Sinne eines Abhängigkeitssyn-
droms (ICD-10 F 12.2) sowie im Sinne eines Entzugssyndroms (ICD-10 F 12.3), eine mittelgra-
dige depressive Episode (ICD-10 F 32.1), ein komplexes regionales Schmerzsyndrom der unte-
ren Extremität Typ I (ICD-10 G 90.51) sowie sonstiger chronischer Schmerz (ICD-10 R 52.2) fest-
gehalten. Die Patientin habe berichtet, seit Tagen unter wiederkehrenden Panikattacken zu lei-
den, von denen sie nicht «herunterkommen» könne. Auslöser dieser Panikzustände sei die Di-
agnose eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms gewesen, aufgrund dessen sie laut ihrer 
Ärztin nie wieder schmerzfrei sein werde. Bisher sei keine Schmerztherapie erfolgreich gewesen. 
Die Einschränkungen aufgrund der Schmerzsymptomatik seien psychisch belastend. Sie könne 
nicht mehr im gelernten Beruf arbeiten und habe auch finanziellen Druck. Die meiste Zeit ver-
bringe sie alleine und ohne Beschäftigung. Seit neun Monaten befinde sie sich in einer Spirale 
und könne sich nicht vom sozialen Rückzug lösen. Sie habe Zukunftsängste und denke aufgrund 
tiefer Verzweiflung auch über Suizid nach. Der psychische Zustand habe im Laufe der Hospitali-
sierung stabilisiert werden können. Nach dem Austritt werde die Patientin in einer Tagesklinik 
weiter betreut.  
 
6. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich 
auf die Ausführungen ihrer RAD-Ärztin Dr. F.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass bei der 
Beschwerdeführerin kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege und dementsprechend 
kein Anspruch auf eine Umschulung bestehe.  
 

 

 
 
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6.1 Zunächst ist festzustellen, dass die vorliegenden medizinischen Unterlagen allesamt da-
hingehend übereinstimmen, dass die Beschwerdeführerin im massgeblichen Verfügungszeit-
punkt am 16.September 2022 in der angestammten Tätigkeit als Fachfrau Betreuung (Kinder) 
aufgrund der mangelnden Geh- und Stehfähigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich einge-
schränkt war. Es ist folglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 
Versicherte im Zeitpunkt der Verfügung die Voraussetzung einer mindestens 20%igen Invalidität 
in der angestammten Tätigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) erfüllte. Umstritten ist indessen die Dauerhaf-
tigkeit dieser Beeinträchtigung. Die Voraussetzung der bleibenden oder längere Zeit dauernden 
Erwerbseinbusse ist letztlich stets prognostisch zu beurteilen und damit mit einer gewissen Unsi-
cherheit behaftet. Indessen erscheint der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im vorlie-
genden Fall im Zeitpunkt der Verfügung noch in erheblichem Ausmass instabil gewesen zu sein. 
Ob in diesem Zeitpunkt, während der noch laufenden Behandlung, bereits ein definitiver Ent-
scheid über die Dauerhaftigkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung gefällt werden konnte, ist 
damit bereits von Vornherein fraglich. Sinnvoll wäre zumindest ein Abwarten des Abschlusses 
der Calciumbisphosphonat-Infusionen gewesen, damit der medizinische Sachverhalt in Bezug 
auf die Osteopenie gesichert gewesen wäre.  
 
6.2 Die RAD-Ärztin Dr. F.____ geht in ihren Stellungnahmen ungeachtet des noch nicht fest-
stehenden Behandlungsergebnisses davon aus, dass prognostisch langfristig gesehen eine Be-
handelbarkeit der Schmerzen und eine volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. Nach den in Erwä-
gung 4.5 dargelegten Grundsätzen sind jedoch an die versicherungsinternen Einschätzungen der 
RAD-Ärztin strenge Anforderungen zu stellen und es sind bereits bei geringen Zweifeln an ihrer 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Solche Zweifel beste-
hen im vorliegenden Fall namentlich in den abweichenden Einschätzungen der behandelnden 
Fachärzte. So attestierte Dr. D.____ nach Beginn der Bisphosphonattherapie am 2. August 2022 
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und führte aus, dass nicht zwingend von einer Resti-
tutio ad integrum und einer Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden 
könne. Dr. G.____ hielt mit Bericht vom 6. September 2022 fest, dass zum damaligen Zeitpunkt 
aus ihrer Sicht eine Wiedereingliederung in den angestammten Beruf auch bei prognostisch 
günstigem Verlauf nicht möglich sei. Damit finden sich verschiedene fachärztliche Einschätzun-
gen zur Dauerhaftigkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung, die derjenigen von Dr. F.____ 
widersprechen. Zweifel an der Beurteilung Dr. F.____ weckt auch die Feststellung von 
Dr. E.____, der bereits am 24. März 2022 feststellte, dass bei einer Bisphosphonattherapie bloss 
in einem Drittel der Fälle mit einer gewissen Schmerzlinderung zu rechnen sei.  
 
6.3 Nach dem Ausgeführten bestehen an den versicherungsinternen Beurteilungen von 
Dr. F.____ mindestens geringe Zweifel, womit nicht mehr auf sie abgestellt werden kann. Ein 
Entscheid ist indessen auch nicht ohne Weiteres auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte 
abzustützen, zumal sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Verfügungszeit-
punkt noch nicht genügend stabilisiert hatte. Letztlich kann aufgrund der vorliegenden Aktenlage 
nicht beurteilt werden, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine dauernde gesundheitliche 
Einschränkung mit Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die Beschwerdegegnerin hat 
den Umschulungsanspruch der Beschwerdeführerin deshalb zu Unrecht oder zumindest verfrüht 
abgelehnt. Die angefochtene Verfügung ist folglich aufzuheben. Die Angelegenheit ist an die IV-

 

 
 
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Stelle zurückzuweisen, damit diese den (vorläufigen) Abschluss der therapeutischen Behandlun-
gen abwartet und anschliessend gestützt auf den aktuellen Sachverhalt das Leistungsbegehren 
der Beschwerdeführerin erneut beurteilt. Bei diesem Verfahrensausgang kann offenbleiben, ob 
die im Beschwerdeverfahren geltend gemachte psychiatrische Problematik bereits vor Erlass der 
Verfügung eingetreten und daher im Rahmen des vorliegenden Verfahrens zu berücksichtigen 
ist. Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin beim Entscheid über den Leistungsanspruch der 
Beschwerdeführerin den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin umfassend zu würdigen 
haben wird.  

 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfah-
renskosten ihr aufzuerlegen sind.  
 
7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch 
auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der beschwerde-
führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der 
Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick 
auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung aus-
zurichten. Der Vertreter der Beschwerdeführerin hat am 10. Mai 2023 seine Honorarnote einge-
reicht und einen Aufwand von insgesamt 15 Stunden und 30 Minuten sowie Auslagen von 
Fr 322.20 geltend gemacht. Die ausgewiesenen Bemühungen und Auslagen müssen als zu hoch 
bezeichnet werden. Das Kantonsgericht hat anlässlich der heutigen Urteilsberatung beschlossen, 
den Entscheid über die Höhe des Honorars in Bedacht zu nehmen. Dieser Entscheid ergeht in 
einem separaten Beschluss. 
 
8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 

 

 
 
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würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (vgl. BGE 133 V 477 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsent-
scheid handelt es sich um solchen einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist 
gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur 
unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, 
entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem 
ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 25. August 2022 aufge-
hoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Er-
wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine ange-
messene Parteientschädigung zu bezahlen. 

Der Entscheid über die Höhe des Honorars wird in Bedacht genommen 
und ergeht in einem separatem Beschluss. 

 
 
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