# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 079d1df3-4de2-571c-b8fa-3c8439ce1409
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2025 E-1891/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1891-2025_2025-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1891/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regina Derrer, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley;   

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran,   

B._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

beide vertreten durch Mag. iur. Fernando Arévalo Menchaca, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer 

Drittstaat) / Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 12. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-1891/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden reisten am 16. respektive 22. Oktober 2024 

in die Schweiz ein und suchten am 24. Oktober 2024 um Asyl nach. Am 

30. Oktober 2024 wurden ihre Personalien aufgenommen. 

A.b In den Akten befinden sich betreffend den Beschwerdeführer ein irani-

scher Führerschein, seine griechische Aufenthaltsbewilligung (beide im 

Original) sowie diverse griechische Asylunterlagen und ein Antrag auf Aus-

stellung eines griechischen Flüchtlingspasses (alle in Kopie), betreffend die 

Beschwerdeführerin ihre afghanische Identitätskarte, ihr afghanischer Rei-

sepass, ihre griechische Aufenthaltsbewilligung, das Flugticket ihrer Reise 

von C._______ via D._______ nach E._______ vom 15. und 16. Oktober 

[ohne Jahresangabe] (alle im Original) sowie ihre Tazkira, ihre e-Tazkira, 

ihr afghanischer Militärausweis, diverse Unterlagen aus Afghanistan und 

aus der Türkei, ihr Lebenslauf, zwei Fotos und ein Service Agreement. 

B.  

B.a Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass die Beschwerdeführenden am (…) Juni 2024 in Griechen-

land Asylgesuche gestellt hatten. 

B.b Am 31. Oktober 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden 

um Rückübernahme der Beschwerdeführenden. Diese stimmten dem Er-

suchen am 5. November 2024 zu. Gleichzeitig informierten sie das SEM 

darüber, dass der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2024 in Griechenland der 

Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde und sie entsprechend über eine Nieder-

lassungsbewilligung mit einer Gültigkeit bis zum 7. Juli 2027 und der Be-

schwerdeführer als Familienmitglied eines Flüchtlings ebenfalls über eine 

Niederlassungsbewilligung mit gleicher Gültigkeit verfügen würde. 

C.  

C.a Am 27. Januar 2025 wurden die Beschwerdeführenden im Rahmen ei-

nes Rückführungsgesprächs persönlich befragt. Dabei gab die Beschwer-

deführerin an, sie habe ihren Heimatstaat am 10. Oktober 2021 verlassen 

und sei in den Iran gereist, wo sie sich zwei Jahre und einige Monate auf-

gehalten habe. Anfang 2024 habe sie dort den Beschwerdeführer geheira-

tet. Ihr Bruder, welcher mit ihrem Vater später ebenfalls in den Iran gereist 

sei, sei mit der Ehe nicht einverstanden gewesen, da der Beschwerdefüh-

rer Iraner und Schiite sei, und sei ihr gegenüber gewalttätig geworden. In 

der Folge seien die Beschwerdeführenden über die Türkei nach Griechen-

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Seite 3 

land gereist. Von dort sei die Beschwerdeführerin am 15. Oktober 2024 in 

die Schweiz geflogen. Sie befürchte auch in Griechenland von ihrem Bru-

der verfolgt zu werden. Zudem habe sie Misshandlungen durch die griechi-

sche Polizei erlebt, die sie beim Aussteigen aus dem Schiff gestossen 

habe. Im Flüchtlingscamp in C._______ auf F._______, Griechenland, sei 

sie Opfer sexueller Gewalt geworden und habe deswegen einen Suizidver-

such unternommen. Sie habe sich an die Ärzte ohne Grenzen gewendet 

und therapeutische Unterstützung erhalten. Nach der Schutzgewährung in 

Griechenland hätten sie weiterhin im Camp gewohnt, hätten jedoch keiner-

lei Unterstützungsleistungen mehr erhalten und auch die tägliche Verpfle-

gung sei eingestellt worden. Es sei ihr nicht gelungen eine Arbeit zu finden, 

da männliche Arbeitskräfte bevorzugt worden seien. Für Erwachsene sei 

kein Sprachkurs angeboten worden. Von einer griechischen Steuer- und 

Sozialversicherungsnummer (sog. AFM- und AMKA-Nummer) wisse sie 

nichts. Betreffend ihren Gesundheitszustand machte sie geltend, sie leide 

an Verstopfung, Magenbeschwerden mit Sodbrennen und Gebärmutterblu-

tungen. Sie sei psychisch «völlig zerstört» und habe Angstzustände sowie 

Schlafstörungen. Bei einer Rückkehr nach Griechenland befürchte sie zu 

verhungern. 

Der Beschwerdeführer erklärte ergänzend, sie hätten nicht in der Türkei 

bleiben können, weil sein Schwager ihnen nachgereist sei. In Griechenland 

hätten sie sich wegen des Schwagers ebenfalls nicht sicher gefühlt. Insge-

samt seien sie in Griechenland auch nicht gut behandelt worden. Nach der 

Schutzgewährung hätten sie bei UNHCR und bei Eurolife nach einer Woh-

nung gefragt, dort habe man ihnen jedoch mitgeteilt, dass die Projekte be-

endet worden seien. Mangels Sprachkenntnisse habe er nur Schwarzar-

beit auf einer (…)plantage leisten können. Gesundheitlich leide er aufgrund 

psychischer Störungen an Zittern an den Händen und kaltem Schwitzen; 

er vermute, seit dem Tod seiner Eltern an Depressionen zu leiden. Zudem 

habe er (…), Angstzustände und Schlafstörungen. Er habe im Camp in 

Griechenland mehrmals die Ärzte ohne Grenzen aufgesucht, jedoch nur 

Tabletten erhalten. Da er von den griechischen Behörden keinen Flücht-

lingspass erhalten habe, sei er am 17. Oktober 2024 auf dem Landweg 

illegal aus Griechenland ausgereist. Ihr Ziel sei von Anfang die Schweiz 

gewesen.  

C.b Mit Eingabe vom 4. Februar 2025 reichten die Beschwerdeführenden 

Kopien von drei ausländischen medizinischen Berichten, eine Terminbe-

nachrichtigung vom griechischen Ministerium für Migration und Asyl und 

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Seite 4 

einen Chatverlauf, gemäss Angaben der Beschwerdeführerin zwischen ihr 

und einer Betreuerin im griechischen Camp, ein.  

C.c In den Akten befinden sich betreffend die Beschwerdeführerin ein me-

dizinischer Bericht der (…) vom 22. Januar 2025, Berichte der Spitäler 

G._______ betreffend eine Notfallkonsultation vom 23. Januar 2025, ein 

ambulanter Bericht und ärztlicher Kurzbericht des Kantonsspitals 

H._______ (Frauenklinik) vom 7. Februar 2025, einschliesslich des ent-

sprechenden Medic-Help Zuweisungsschreibens vom 31. Januar 2025, ein 

ärztlicher Bericht der (…) vom 10. Februar 2025 sowie ein (…)-Verlaufs-

blatt mit Einträgen vom (…) Oktober 2024 bis (…) März 2025. Betreffend 

den Beschwerdeführer befinden sich in den Akten ein (…)-Verlaufsblatt mit 

Einträgen vom (…) Oktober 2024 bis (…) Februar 2025 sowie beide Be-

schwerdeführenden betreffend eine Abklärung beim SEM-Pflegedienst 

vom 6. März 2025, wonach keine weiteren ärztlichen Termine ausstehend 

seien.  

C.d Am 6. März 2025 liess das SEM den Beschwerdeführenden den Ent-

scheidentwurf zukommen und gewährte ihnen das rechtliche Gehör zur 

Absicht, einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a 

i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 142.31) zu erlassen und sie nach 

Griechenland wegzuweisen. Mit Eingabe vom 10. März 2025 äusserten 

sich die Beschwerdeführenden dahingehend, dass das griechische Asyl- 

und Sozialsystem Mängel aufweise, weshalb Flüchtlingen trotz Asylzuer-

kennung oft eine existenzielle Notlage drohe. Das HELIOS-Projekt sei am 

30. November 2024 eingestellt worden. Beim neuen Projekt HELIOS+ 

könne davon ausgegangen werden, dass es, wie das Vorgängerpro-

gramm, in der Praxis nur wenig Hilfe biete. Die Beschwerdeführerin habe 

sich im Camp engagiert, indem sie im Bereich (…) und in (…) mitgewirkt 

habe. Sie habe in Griechenland allerdings keine Arbeit gefunden und kei-

nen Sprachkurs absolvieren können, da es an Angeboten gefehlt habe. 

Wegen ihrer Vergewaltigung im Camp berge eine Rückführung nach Grie-

chenland die Gefahr einer Retraumatisierung. Dem Beschwerdeführer 

seien die angeblichen Angebote der griechischen Behörden und NGOs 

nicht bekannt gewesen. Er habe in Griechenland keine legale Arbeit gefun-

den und sei gezwungen gewesen, in der Landwirtschaft als Schwarzarbei-

ter seinen Lebensunterhalt zu verdienen, was nur bedingt gelungen sei. 

Sein Gesundheitszustand habe sich bereits in der Türkei verschlechtert. 

Das Zittern an den Händen habe sich namentlich wegen der ablehnenden 

Haltung der Familie der Beschwerdeführerin gegenüber ihrer Ehe ver-

stärkt. Wegen seinen (…) habe er zuletzt im Sitzen gearbeitet. Heute sei 

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er nicht mehr in der Lage einer körperlichen Arbeit nachzugehen. Aufgrund 

seines beruflichen Hintergrunds sei er jedoch darauf angewiesen, körper-

liche Arbeit zu leisten. Es sei daher fraglich, ob er in der Lage sein werde, 

in Griechenland eine Arbeit zu finden.  

Zur vollständigen Erstellung des medizinischen Sachverhalts wurde eine 

psychiatrische Untersuchung der Beschwerdeführenden beantragt. 

D.  

Mit Verfügung vom 12. März 2025 (gleichentags eröffnet) trat das SEM in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG auf 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz nach Griechenland sowie den Vollzug an. 

E.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 19. März 2025 liessen die 

Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ge-

gen die Verfügung des SEM erheben. Sie beantragen, die vorinstanzliche 

Verfügung sei vollständig aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, sie in 

der Schweiz vorläufig aufzunehmen, eventualiter sei die Sache zur voll-

ständigen Sachverhaltserstellung sowie zur Neubeurteilung ans SEM zu-

rückzuweisen, subeventualiter sei die Sache ans SEM zurückzuweisen 

und dieses sei anzuweisen, bei den griechischen Behörden eine schriftli-

che individuelle Garantieerklärung einzuholen, wonach diese eine adä-

quate medizinische Versorgung sowie eine Unterbringung in einer adäqua-

ten Unterkunft für die Beschwerdeführenden sicherstellen würden. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 20. März 2025 den Eingang 

der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übrigen 

Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

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[Art. 108 Abs. 3 AsylG], und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind offensichtlich 

erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu erläutern sein 

wird – als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrich-

terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels 

und mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111 Bst. e sowie 

Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Vorliegend wurde lediglich der Wegweisungsvollzug angefochten und 

um Erteilung der vorläufigen Aufnahme ersucht. Auch die Beschwerdebe-

gründung beschränkt sich auf die Vollzugspunkte. Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens bildet somit einzig der Vollzug der Wegweisung. 

2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 In der Beschwerde wird gerügt, das SEM habe den rechtserheblichen 

Sachverhalt unzureichend abgeklärt und die Begründungspflicht verletzt. 

Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen des Asylverfahrens von Beginn 

an körperliche und psychische Beschwerden vorgebracht. Aus dem (…)-

Verlaufsblatt gehe hervor, dass sie sich neben den körperlichen Beschwer-

den unzählige Male wegen Ängsten und Schafschwierigkeiten bei Medic-

Help gemeldet habe (A42). Auch aus dem Verlaufsblatt des Beschwerde-

führers gehe hervor, dass er sich mehrmals wegen Zittern, allgemeiner  

Anspannung und Unruhe an Medic-Help gewendet habe (A41). Es sei  

jedoch weder für die Beschwerdeführerin noch für den Beschwerdeführer 

je ein psychiatrischer oder psychologischer Termin aufgegleist worden sei. 

Vor dem Hintergrund des geltenden Referenzurteils des Bundesverwal-

tungsgerichts E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 zeige sich, 

dass der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden ent-

scheidrelevant sei, um festzustellen, ob sie deswegen als äusserts vul-

nerable Personen gelten würden, zumal ihre psychische und auch physi-

sche Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt sei. 

Indem sie nie Zugang zu einer psychologischen oder psychiatrischen Be-

handlung gehabt hätten, seien ihre psychischen Beschwerden nicht hinrei-

chend abgeklärt worden. Eine rechtsgenügliche Beurteilung der Frage des 

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Wegweisungsvollzugs nach Griechenland sei damit nicht möglich. Diese 

Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa-

tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). 

3.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

oder aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043 m.w.H.). 

Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 29 VwVG haben die Parteien An-

spruch auf rechtliches Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befug-

nisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Ver-

fahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 

I 11 E. 5.3 und BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert 

die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu 

prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die 

Begründung muss so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfech-

tung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

3.3 Nach Prüfung der Akten stellt das Gericht fest, dass das SEM den me-

dizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt hat und angesichts sei-

ner ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung auch sei-

ner Begründungspflicht nachgekommen ist. So legte es in der angefochte-

nen Verfügung dar, die Beschwerdeführerin habe ihre psychischen Be-

schwerden sporadisch beim Pflegepersonal gemeldet und diese seien je-

des Mal mit Arzneimitteln behandelt worden, was offensichtlich ausrei-

chend gewesen sei. Da es nicht zu einer Verschlechterung des psychi-

schen Gesundheitszustandes gekommen sei, sei davon auszugehen, dass 

ihre Beschwerden nicht gravierend seien. Ausserdem gehe aus ihren An-

gaben hervor, sie habe in Griechenland nicht wegen ihres Gesundheitszu-

standes keine Arbeit finden können, sondern weil Männer bevorzugt wor-

den seien. Zu den gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers 

hielt das SEM fest, er habe in Griechenland einer manuellen Tätigkeit (in 

den […]plantagen) nachgehen können, womit das Argument, er könne 

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aufgrund der zitternden Hände keiner körperlichen Arbeit mehr nachgehen, 

ins Leere gehe. Dies insbesondere vor dem Hintergrund seiner Angaben 

in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf vom 10. März 2025, wonach 

sich seine Beschwerden bereits in der Türkei verschlechtert hätten. Zudem 

habe er am 28. Februar 2025 gegenüber dem Pflegepersonal des BAZ an-

gegeben, dass es ihm gut gehe. Vor diesem Hintergrund gelangte das SEM 

zum Schluss, dass die körperlichen und psychischen Gesundheitsbe-

schwerden der Beschwerdeführenden nicht derart gravierend seien, dass 

sie einem Wegweisungsvollzug nach Griechenland entgegenstünden. 

Ohne die gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführenden zu 

bagatellisieren, erlaubten es die zahlreichen medizinischen Berichte dem 

SEM nach Ansicht des Gerichts tatsächlich abzuschätzen, ob weitere me-

dizinische Abklärungen notwendig sind, und es ist nicht zu beanstanden, 

dass das SEM in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3) 

auf die Erhebung weiterer Beweise verzichtet hat. Allein die Tatsache, dass 

das SEM die Vulnerabilität der Beschwerdeführenden anders einschätzt 

als die Beschwerdeführenden führt nicht zu einer Verletzung der Untersu-

chungs- und Begründungspflicht. Auf Beschwerdeebene wurden denn 

auch keine neuen ärztlichen Berichte eingereicht und auch sonst keine in-

haltlichen Ergänzungen zum Sachverhalt gemacht.  

3.4 Die formellen Rügen erweisen sich somit als unbegründet und es be-

steht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung deshalb aufzuhe-

ben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche 

Eventualbegehren ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Das SEM begründet die angefochtene Verfügung im Wesentlichen da-

mit, der Bundesrat habe Griechenland als sicheren Drittstaat bezeichnet, 

die Beschwerdeführerin sei dort als Flüchtling anerkannt, der Beschwerde-

führer verfüge als Familienmitglied eines Flüchtlings über eine Aufenthalts-

bewilligung und Griechenland habe ihrer Rückübernahme am 5. November 

2024 zugestimmt. Mithin könnten sie nach Griechenland zurückkehren, 

ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips be-

fürchten zu müssen. Als Schutzberechtigte könnten sie sich ferner auf die 

Qualifikationsrichtlinie (2011/95/EU) berufen – insbesondere auf die Re-

geln in Bezug auf den Zugang zu Beschäftigung, Bildung, Sozialleistungen, 

Wohnraum und Gesundheitsversorgung. Zudem stehe ihnen die Möglich-

keit offen, sich ergänzend an Hilfsorganisationen zu wenden. Auch würden 

ihnen die Rechte aus der Flüchtlingskonvention zustehen. Es sei nicht da-

von auszugehen, dass ihre Überstellung nach Griechenland gegen Art. 3 

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EMRK verstosse. Trotz der schwierigen Verhältnisse sollten sie grundsätz-

lich in der Lage sein, ihre existenziellen Bedürfnisse abzudecken.  

So würden mehrere günstige Umstände vorliegen, welche die Integration 

der Beschwerdeführenden in Griechenland erleichtern würden. Der Be-

schwerdeführer verfüge über eine achtjährige Schulbildung, sei gelernter 

(…) und habe vor seiner Ausreise aus seinem Heimatland (…) Jahre in (…) 

und (…) Monate in (…) gearbeitet. Die Beschwerdeführerin habe einen Ba-

chelorabschluss in (…) und zwischen 2014 und 2015 ein (…) absolviert. 

Zudem habe sie in der Türkei (…) in einem (…) und in Afghanistan mehr 

als (…) Jahre bei (…) gearbeitet. Sie habe in der Türkei gearbeitet, obwohl 

sie gemäss ihren Angaben der türkischen Sprache nicht mächtig sei. Der 

Beschwerdeführer habe angegeben, er verfüge über keine Englischkennt-

nisse, was ihn aber nicht davon abgehalten habe, in Griechenland auf den 

(…)plantagen zu arbeiten. Angesichts dessen sei nicht ersichtlich, weshalb 

ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt in Griechenland aufgrund der fehlen-

den Sprachkenntnisse verwehrt sein sollte. Ferner sei darauf hinzuweisen, 

dass in Griechenland verschiedene Hilfsorganisationen tätig seien, die 

Schutzberechtigten Unterstützung bei der Arbeitsfindung bieten würden. 

Kenntnisse der griechischen Sprache seien selten vorausgesetzt. Hinsicht-

lich des Erlernens der griechischen Sprache sei festzuhalten, dass in Grie-

chenland mehrere Hilfsorganisationen Sprachkurse für Englisch und Grie-

chisch sowie Kurse für Computerkenntnisse anbieten würden. Zudem wür-

den angehende Arbeitnehmende in den Griechisch-Kursen bei allen Schrit-

ten unterstützt. Was die Wohnungssuche anbelange, sei nicht ersichtlich, 

dass die Beschwerdeführenden in Griechenland ernsthafte Bemühungen 

unternommen hätten, um eine Wohnung zu finden. Zugleich sei festzustel-

len, dass sie trotz der Gewährung des Schutzstatus respektive der Rege-

lung des Aufenthaltsstatus weitere Monate im Camp geduldet worden 

seien und ihre Wohnsituation somit gewährleistet gewesen sei. Insbeson-

dere aufgrund des persönlichen Hintergrunds der Beschwerdeführerin 

dürfe erwartet werden, dass sie sich in Griechenland ernsthaft bemühe, 

eine Wohnung anzumieten und für ihre Kosten selber aufzukommen.  

Die Beschwerdeführenden könnten diesbezüglich von den Leistungen des 

HELIOS+-Programms profitieren.  

Die Vorbringen betreffend die Verfolgung durch den Bruder der Beschwer-

deführerin in Griechenland seien unsubstantiiert ausgefallen. Sollte es zu 

einer konkreten Gefährdungssituation in Griechenland kommen, so hätten 

die Beschwerdeführenden die Möglichkeit, sich an die Strafverfolgungsbe-

hörden zu wenden. Griechenland sei ein schutzwilliger und schutzfähiger 

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Rechtsstaat mit einer funktionierenden Justiz. Die von der Beschwerdefüh-

rerin erwähnte sexuelle Gewalt, die sie im Camp erlebt habe, könne sie in 

Griechenland zur Anzeige bringen. Dasselbe gelte für die vorgebrachten 

Misshandlungen durch die griechische Polizei beim Aussteigen aus dem 

Schiff. Zudem habe sie betreffend die sexuelle Gewalt in Griechenland und 

die häusliche Gewalt durch den Bruder im Iran – bei Bedarf – die Möglich-

keit, bei der 24-Stunden-Hotline «SOS 15900» anzurufen, oder sich an das 

Forschungszentrum für die Gleichstellung von Mann und Frau (KETHI) zu 

wenden. Darüber hinaus stünden in ganz Griechenland 44 Beratungsstel-

len für Frauen und 19 Frauenhäuser zu Verfügung.  

Aus den Aussagen der Beschwerdeführenden gehe hervor, dass die Be-

schwerdeführerin eine therapeutische und der Beschwerdeführer eine me-

dikamentöse Behandlung in Griechenland erhalten habe. Die Beschwer-

deführerin sei gemäss dem (…)-Verlaufsblatt in Griechenland wegen Ängs-

ten und Einschlafproblemen in Therapie gewesen sei. Somit habe sie wäh-

rend ihres Aufenthalts in Griechenland, welcher (…) Monaten und (…) Ta-

gen gedauert habe, Zugang zu medizinischer Behandlung und Versorgung 

gehabt. Die körperlichen und psychischen Gesundheitsbeschwerden der 

Beschwerdeführenden seien nicht derart gravierend, dass sie einem Weg-

weisungsvollzug nach Griechenland entgegenstehen würden. In Griechen-

land bestünden sodann spezialisierte psychosoziale Unterstützungs-

dienste und diverse medizinische Leistungen für Flüchtlinge und  

Asylbewerber. Ihre Gesundheitsbeschwerden seien auch in Griechenland 

(weiter-)behandelbar und es sei ihnen die Beantragung der griechischen 

Steuer- und Sozialversicherungsnummer zuzumuten, wenn sie diese noch 

nicht erhalten hätten.  

Hinsichtlich des Vorbringens des Beschwerdeführers, im Falle einer Rück-

kehr nach Griechenland könne er aufgrund seiner angeblichen illegalen 

Ausreise inhaftiert werden, sei auf die explizite Rückübernahmezustim-

mung der griechischen Behörden hinzuweisen. Es würden keine Hinweise 

vorliegen, dass Rückkehrer von den griechischen Behörden in Haft genom-

men würden. Was die Behauptung, dem Beschwerdeführer werde seitens 

der griechischen Behörden kein Flüchtlingspass ausgestellt, anbelange, 

sei darauf hinzuweisen, dass er über den Status der Beschwerdeführerin 

einen Aufenthaltstitel in Griechenland erhalten habe und den Familienmit-

gliedern eines Flüchtlings gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. b des griechischen 

Ministerialbeschlusses mit der Nr. 1139/2019 (griechisches Amtsblatt 

4736B vom 20. Dezember 2019) unter denselben Voraussetzungen ein 

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Seite 11 

Flüchtlingspass ausgestellt werde wie schutzbedürftigen Familienmitglie-

dern.  

Zusammenfassend sei es den Beschwerdeführenden im Falle einer Rück-

kehr nach Griechenland zuzumuten, eine Unterkunft und eine Arbeitsstelle, 

nötigenfalls mit Hilfe der örtlichen Hilfsorganisationen, zu finden. Ihre Ge-

sundheitsbeschwerden seien nicht schwerwiegend und in Griechenland 

behandelbar. Es würden keine Hinweise dafür vorliegen, wonach sie im 

Falle einer Rückkehr nach Griechenland in eine Notlage geraten würden 

oder einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von 

Art. 3 EMRK ausgesetzt wären. Der Wegweisungsvollzug sei als zulässig 

und zumutbar zu beurteilen.  

4.2 In der Beschwerde wird den Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung im Wesentlichen entgegengehalten, internationale Berichte würden 

die extreme Vulnerabilität von Frauen in den Lagern in Griechenland beto-

nen. Diese allgemein bekannte Situation berge für eine vulnerable Frau wie 

die Beschwerdeführerin die Gefahr einer Retraumatisierung. Die Be-

schwerdeführenden seien trotz ihres Status in eine Situation gedrängt wor-

den, in der sie keine Wahl gehabt hätten und Griechenland hätten verlas-

sen müssen. In Griechenland sei ein System entstanden, welches Flücht-

linge in einen Teufelskreis aus Schwarzarbeit und mangelnder sozialer Un-

terstützung bei der Suche nach einer Wohnung stürze. Aufgrund der zahl-

reichen öffentlich zugänglichen Berichte und der übereinstimmenden Aus-

sagen von Personen mit internationalem Schutzstatus in Griechenland sei 

es nicht mehr möglich, sich nur auf die Rechte zu beziehen, die Personen 

mit Schutzstatus in Griechenland theoretisch zustehen würden. Vielmehr 

müsse die tatsächliche Situation berücksichtig werden. Bei einer Wegwei-

sung nach Griechenland hätten die Beschwerdeführenden weder eine Un-

terkunft noch Aussicht auf eine Arbeitsstelle. Von Sozialleitungen seien sie 

ausgeschlossen und somit komplett auf sich allein gestellt. Eine Prüfung 

sämtlicher Umstände müsse aufgrund des oben Dargelegten offensichtlich 

zum Schluss führen, dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland 

aufgrund der dortigen Umstände gegen Art. 3 EMRK verstosse. Darüber 

hinaus führe die Situation in Griechenland dazu, dass sich die Beschwer-

deführenden gezwungen sähen, in das Land zurückzukehren, aus dem sie 

geflohen seien. Eine solche Rückkehr könne nicht als «freiwillig» angese-

hen werden. Es würde vielmehr ein «verstecktes» Refoulement im Rah-

men des Asylrechts vorliegen, indem ein Staat indirekte Mittel oder Mass-

nahmen einsetze, die den Flüchtlingen oder Schutzsuchenden das Leben 

so schwer machten, dass sie zur Rückkehr in ihr Heimatland gezwungen 

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Seite 12 

würden, wo sie höchstwahrscheinlich weiterhin Menschenrechtsverletzun-

gen ausgesetzt wären. 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.2  

5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

5.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 festgehalten, dass der Vollzug der Weg-

weisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus er-

halten haben, grundsätzlich zulässig ist. In Griechenland ist nicht von einer 

Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unange-

messene und erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. 

Trotz der bekannt schwierigen Verhältnisse geht das Gericht davon aus, 

dass international schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage 

sind, ihre existenziellen Bedürfnisse abzudecken (vgl. a.a.O. E. 11.2). 

5.2.3 Wie das SEM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt 

hat, ergeben sich aus den Akten keine konkreten Hinweise dafür, dass der 

Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden den völkerrechtlichen 

Verpflichtungen der Schweiz entgegenstünde, zumal davon auszugehen 

ist, dass Griechenland als sicherer Drittstaat Schutz vor Refoulement ge-

währt und auch in Bezug auf Art. 3 EMRK seinen Verpflichtungen 

E-1891/2025 

Seite 13 

nachkommt. Die Vorbringen in der Beschwerde sowie die von den Be-

schwerdeführenden dazu angeführten Quellen ändern nichts an dieser 

Einschätzung, zumal die genannten Berichte – wie auch die nachfolgenden 

Ausführungen zeigen – keinen direkten Zusammenhang zur individuellen 

Situation der Beschwerdeführenden aufweisen. Es bestehen – wie vom 

SEM zu Recht festgestellt – ebenfalls keine konkreten und glaubhaften An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer, wie von ihm befürchtet, bei 

der Rückkehr nach Griechenland wegen seiner illegalen Ausreise inhaftiert 

würde. Die Beschwerdeführenden haben sich nach der Schutzgewährung 

nur sehr kurz in Griechenland aufgehalten. Vor diesem Hintergrund und 

gestützt auf ihre Angaben zu ihren Bemühungen, sich in Griechenland eine 

Lebensgrundlage aufzubauen respektive die Aussage des Beschwerde-

führers, ihr Ziel sei von Anfang die Schweiz gewesen, ist nicht davon aus-

zugehen, dass sie alles ihnen Zumutbare unternommen haben, um in Grie-

chenland Zugang zu den ihnen zustehenden Leistungen zu erhalten. Der 

aktuelle Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden (vgl. weiter hin-

ten) lässt nicht befürchten, dass sie bei einer Überstellung nach Griechen-

land eine ernsthafte, rapide und irreversible Verschlechterung ihrer Lage, 

verbunden mit übermässigem Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung 

der Lebenserwartung, zu erwarten hätten, wie dies für eine Annahme der 

Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Gründen ge-

fordert wird. Dem Vorbringen der Beschwerdeführenden, angesichts der 

von der Beschwerdeführerin erlittenen sexuellen Gewalt im Camp bestehe 

bei einer Rückkehr nach Griechenland die Gefahr einer Retraumatisierung, 

kann entgegengehalten werden, dass es den Beschwerdeführenden ange-

sichts ihres Status in Griechenland freisteht, bei ihrer Rückkehr an einen 

anderen Ort in Griechenland als in das besagte Camp zu gehen. 

5.2.4 Einer Überstellung nach Griechenland steht auch Art. 8 EMRK nicht 

entgegen. Der (…) der Beschwerdeführerin fällt nicht in die Kernfamilie und 

es wird in der Beschwerde auch kein Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihr 

und ihrem (…) geltend gemacht. 

5.2.5 Der Vollzug der Wegweisung ist demnach als zulässig zu qualifizie-

ren. 

5.3  

5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

E-1891/2025 

Seite 14 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

5.3.2 Mit Blick auf die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung (Art. 83 Abs. 5 AIG) nach Griechenland von Personen, die 

dort einen Schutzstatus erhalten haben, stellte das Gericht im Referenzur-

teil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 weiter fest, dass dieser 

grundsätzlich auch für vulnerable Personen – wie zum Beispiel Personen, 

welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwie-

gende Erkrankung einzustufen sind – Gültigkeit zukomme. Nicht länger 

aufrechterhalten wurde hingegen die Legalvermutung der Zumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung bei äusserst vulnerablen Personen – wie 

zum Beispiel unbegleiteten Minderjährigen oder Personen, deren psychi-

sche oder physische Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise 

beeinträchtigt ist –, welche im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Ge-

fahr laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in 

der Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort 

einzufordern. In diesen Fällen ist der Wegweisungsvollzug nur bei Beste-

hen besonders begünstigende Umstände zumutbar (vgl. a.a.O. E. 11.5). 

5.3.3 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Gericht zum Schluss, dass 

das SEM in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs mit zutreffender Begründung bejaht hat und nicht davon 

auszugehen ist, dass die Beschwerdeführenden im Falle einer Rückfüh-

rung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten würden. Ins-

gesamt kann – mit den nachfolgenden Ergänzungen – auf die ausführli-

chen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung (S. 6 ff.) verwiesen werden (vgl. ebenso die Zusammenfassung 

der angefochtenen Verfügung in E. 4.1).  

Sowohl die Beschwerdeführerin als auch der Beschwerdeführer verfügen 

über eine gute respektive sehr gute Ausbildung und langjährige Berufser-

fahrung und können sich als junges Ehepaar gegenseitig unterstützen. Sie 

haben sich nach Erhalt des Schutzstatus respektive der Aufenthaltsbewil-

ligung nur wenige Monate in Griechenland aufgehalten und F._______ 

während dieser Zeit nicht verlassen. Wie bereits erwähnt, ist insbesondere 

vor diesem Hintergrund nicht davon auszugehen, dass sie alles Zumutbare 

unternommen hätten, um von den griechischen Behörden Hilfe zu erhalten, 

respektive dass ihnen dauerhaft jegliche Unterstützung verweigert bezie-

hungsweise die ihnen zustehenden minimalen Lebensbedingungen  

vorenthalten worden wären. Aufgrund ihres Schutzstatus und ihrer 

E-1891/2025 

Seite 15 

Aufenthaltsbewilligung haben sie die Möglichkeit, in Griechenland eine 

AMKA-Nummer zu beantragen und es stehen ihnen grundsätzlich die Ga-

rantien der Qualifikationsrichtlinie (insbesondere Zugang zu Beschäfti-

gung, Bildung, Sozialhilfeleistungen, Wohnraum und medizinischer Versor-

gung) zu. Es darf ihnen zugemutet werden, sich bei Unterstützungsbedarf, 

beispielsweise bei der Wohnungs- und Arbeitssuche sowie auch zum Er-

halt des Reisepasses für den Beschwerdeführer, an die griechischen Be-

hörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechts-

weg einzufordern. Nichtregierungsorganisationen können ihnen in dieser 

Hinsicht ebenfalls behilflich sein. Sollte die Beschwerdeführenden Opfer 

von Übergriffen werden, können sie sich an die zuständigen staatlichen 

Stellen wenden; diese sind ohne Weiteres als schutzfähig und -willig zu 

erachten. Angesichts dessen vermögen die Beschwerdeführenden auch 

mit ihren Ausführungen in der Beschwerdeschrift die geltende Legalvermu-

tung nicht umzustossen. Obschon die von ihnen geschilderten Erlebnisse 

in Griechenland zu bedauern sind, vermögen sie damit keine besondere 

Verletzlichkeit im Sinne der aktuellen bundesverwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 

28. März 2022 E. 11.5.3) zu begründen. 

Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts lässt sich den aktuellsten 

Arztberichten entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin eine «(…)» 

([…] mit der Differentialdiagnose […]), (…) sowie der Verdacht auf eine (…) 

diagnostiziert wurden, wobei ihr verschiedene Medikamente verschrieben 

wurden. Ferner erhielt sie eine (…) Behandlung und wurde wegen (…) so-

wie wegen (…) und (…) von Medic-Help medizinisch versorgt (vgl. A38-40 

und A42). Der Beschwerdeführer wurde wegen (…) bei Medic-Help vorstel-

lig respektive behandelt. Zuletzt gab er gegenüber Medic-Help an, dass es 

ihm gut gehe (Eintrag im […]-Verlaufsblatt vom 28. Februar 2025 [A41]). 

Abklärungen des SEM vom 6. März 2025 ergaben schliesslich, dass be-

treffend beide Beschwerdeführenden keine weiteren ärztlichen Termine 

ausstehend sind (A43). Das Gericht teilt gestützt auf die Aktenlage die Auf-

fassung des SEM, dass der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt er-

stellt ist und in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere psychiatrische 

respektive psychologische Abklärungen verzichtet werden kann. Wie das 

SEM in der angefochtenen Verfügung – mit Verweis auf die einschlägige 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts – bereits korrekt festge-

halten hat, sind die psychischen und physischen Probleme der Beschwer-

deführenden – ohne diese zu verkennen – nicht als gravierende Erkran-

kungen im Sinne der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts einzustufen. 

Sie vermögen nicht den Schweregrad zu erreichen, bei dem davon 

E-1891/2025 

Seite 16 

auszugehen wäre, es handle sich bei ihnen um äusserst vulnerable Perso-

nen, für welche sich der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als unzu-

mutbar erweisen würde; dies insbesondere auch unter Berücksichtigung 

der Tatsache, dass sie zu zweit leben und sich gegenseitig unterstützen 

können. Mangels konkreter Hinweise, die diese Annahme widerlegen wür-

den, ist davon auszugehen, dass ihre gesundheitlichen Probleme – wie 

bisher – bei Bedarf in Griechenland behandelt werden können, zumal die 

medizinische Versorgung dort grundsätzlich gewährleistet ist und die grie-

chischen Behörden im Rahmen der Überstellung über die gesundheitliche 

Situation der Beschwerdeführenden informiert werden (vgl. hierzu bspw. 

Urteil des BVGer D-1383/2022 vom 31. März 2022 E. 6.6 m.w.H.). 

5.3.4 Nach dem Gesagten ist es den Beschwerdeführenden unter Berück-

sichtigung der aktuellen Rechtsprechung nicht gelungen, die gesetzliche 

Vermutung, der Wegweisungsvollzug nach Griechenland sei zumutbar, 

umzustossen. Angesichts dessen besteht auch keine Veranlassung zur 

Einholung individueller Garantien bezüglich einer angemessenen Unter-

bringung, Nahrung und medizinischen Versorgung nach ihrer Rückkehr 

nach Griechenland, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist.  

5.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich, 

zumal die griechischen Behörden am 5. November 2024 der Rücküber-

nahme der Beschwerdeführenden explizit zugestimmt haben und sie über 

bis am 7. Juli 2027 gültige Aufenthaltsbewilligungen verfügen. 

5.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist (Art.  49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

weist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 

7.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich – unbesehen der 

finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführenden – die Beschwerde 

E-1891/2025 

Seite 17 

entsprechend den vorstehenden Erwägungen von vorneherein als aus-

sichtlos erwiesen hat. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe 

von Fr. 750.– den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1891/2025 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerde-

führenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Ur-

teils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Eliane Hochreutener 

 

 

Versand: