# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26a2050f-af0a-5a7a-917d-5d655028dd6a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2025 F-6798/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6798-2025_2025-09-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6798/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5   

Besetzung 
 Einzelrichter Yannick Antoniazza-Hafner, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch;   

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

vertreten durch Claudio Ludwig, Rechtsschutz für  

Asylsuchende,  

Beschwerdeführer,  

 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 29. August 2025 / N (…). 

 

 

 

F-6798/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 7. August 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Mit Verfügung vom 29. August 2025 (eröffnet am 1. September 2025) 

trat die Vorinstanz in Anwendung des Dublin-Abkommens auf das Asylge-

such nicht ein, ordnete seine Wegweisung nach Deutschland an, forderte 

ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen 

und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug. 

Weiter wies sie auf die einer allfälligen Beschwerde fehlende aufschie-

bende Wirkung hin.  

B.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 4. September 2025 (Datum Poststempel) ge-

langte der Beschwerdeführer ans Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben. Es sei das Asylge-

such unter Berücksichtigung der individuellen Gefährdungslage und der 

gesundheitlichen Situation neu zu prüfen; es sei ihm Asyl oder mindestens 

subsidiären Schutz in der Schweiz zu gewähren; von einer Rückschaffung 

nach Deutschland oder Afghanistan sei abzusehen; bei Bedarf sei er durch 

einen unabhängigen Arzt untersuchen zu lassen, damit sein Gesundheits-

zustand offiziell bestätigt werde.  

Am 8. September 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Be-

schwerde – unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung – einzutreten ist 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das 

Gericht entscheidet über die Beschwerde endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG).  

1.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 

3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). Die Fragen der Asylgewährung sowie die 

F-6798/2025 

Seite 3 

allfällige Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglich-

keit des Wegweisungsvollzuges und damit verknüpft die allfällige Anord-

nung einer vorläufigen Aufnahme waren demgegenüber im vorinstanzli-

chen Verfahren nicht zu prüfen. Sie können folglich nicht zum Gegenstand 

des Beschwerdeverfahrens gemacht werden, weshalb auf die entspre-

chenden Anträge des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist. Hingegen 

ist vorliegend davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht nur die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, sondern auch das Eintreten auf 

sein Asylgesuch beziehungsweise dessen materielle Behandlung beantra-

gen wollte. In diesem Sinne machte er denn auch geltend, es sei von einer 

Rückschaffung nach Deutschland abzusehen (vgl. Urteil des BVGer  

F-3431/2025 vom 23. Mai 2025 E. 1). Auf die Beschwerde ist insofern ein-

zutreten.  

1.3. Soweit auf sie einzutreten ist, erweist sich die Beschwerde als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.     

2.1. Vorliegend ist zu Recht unbestritten, dass die Dublin-III-VO anwendbar 

ist (vollständige Referenz: Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist). 

Den Angaben des Beschwerdeführers ist zu entnehmen, dass er im Jahr 

2008 nach Deutschland reiste. Sein dort gestelltes Asylgesuch sei abge-

wiesen worden (Akten der Vorinstanz [SEM act.] 9, 14). Am 22. August 

2025 ersuchte das SEM die deutschen Behörden um Wiederaufnahme des 

Beschwerdeführers, welche dem Gesuch am 28. August 2025 fristgerecht 

zustimmten (SEM act. 15, 17).  

2.2. Gestützt auf den gegenständlichen Sachverhalt kann die angefoch-

tene Verfügung ohne weiteres bestätigt werden. So stellte die Vorinstanz 

in der angefochtenen Verfügung zu Recht fest, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 

Bst. d Dublin-III-VO grundsätzlich Deutschland für die Behandlung des 

Asylgesuchs des Beschwerdeführers zuständig ist. Insbesondere hat sie 

korrekt erwogen, dass das deutsche Asylsystem rechtsprechungsgemäss 

keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit ge-

mäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge (vgl. jüngst statt 

F-6798/2025 

Seite 4 

vieler Urteile des BVGer F-5386/2025 vom 24. Juli 2025 E. 3.5 und  

F-4890/2025 vom 23. Juli 2023 E. 6; je m.w.H.). In diesem Zusammenhang 

ist festzustellen, dass ein definitiver Entscheid über ein Asylgesuch und die 

Wegweisung in das Heimatland nicht per se eine Verletzung des Non-Re-

foulement-Prinzips darstellen. Es liegt am Beschwerdeführer, sich allen-

falls um eine erneute Überprüfung seines negativen Asyl- und Wegwei-

sungsentscheids beziehungsweise des Vollzuges zu bemühen. Dem SEM 

ist es auch nicht vorzuwerfen, dass es sich im Rahmen dieses Verfahrens 

nicht mit der Sicherheitslage in Afghanistan auseinandergesetzt hat (vgl. 

E. 1.2). Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie vom Be-

schwerdeführer geltend gemacht, liegt damit nicht vor.  

Darüber hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr 

nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens 

von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Dabei setzte 

sich das SEM mit den vom Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Ge-

sprächs vom 19.  August 2025 dargelegten gesundheitlichen Beschwerden 

(innere Anspannung und Ängste, Rückenschmerzen, Magenbeschwerden) 

sowie die von ihm geschilderten Erlebnissen in Deutschland (siehe dazu 

E. 2.3 unten) hinreichend auseinander (SEM act. 14/2). Ebenso berück-

sichtigte es den Umstand, dass noch ein Augenarzttermin ausstehend sei. 

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG dessen Wegweisung nach 

Deutschland angeordnet. Zur näheren Begründung wird auf die korrekten 

vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen.  

2.3. Auf Rechtsmittelebene macht der Beschwerdeführer geltend, er sei im 

Falle einer Rückkehr nach Afghanistan erhöht gefährdet, weil sein Vater 

von den Taliban getötet worden sei, wodurch die gesamte Familie in das 

Visier dieser Gruppe gefallen sei. Er habe 18 Jahre lang in Deutschland 

gelebt und dort schwerwiegende, persönliche Probleme, Diskriminierung 

und Bedrohungen erlebt. Insbesondere sei ihm sein Kind weggenommen 

worden; nach dieser Trennung habe er eine schwere Depression entwi-

ckelt und er leide an psychischen und seelischen Problemen, die bis heute 

andauern würden; er habe sogar das Gefühl, an einer geistigen Behinde-

rung zu leiden. Sein Kind sei nach der Trennung verstorben, was für ihn 

ein traumatisches Erlebnis gewesen sei und seine gesundheitliche Situa-

tion erheblich verschlechtert habe. Deutschland habe durch diese 

F-6798/2025 

Seite 5 

Umstände wesentlich dazu beigetragen, dass er seine vollständige Ge-

sundheit verloren habe. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. 

Soweit der Beschwerdeführer eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefähr-

dung im Afghanistan geltend macht, ist festzuhalten, dass es keinen An-

haltspunkt dafür gibt, dass Deutschland ihm gegenüber den Grundsatz des 

Non-Refoulement missachten könnte, weshalb sich Weiterungen dazu er-

übrigen (siehe auch E. 2.2 supra sowie Urteil des EuGH vom 30. November 

2023, verbundene Rechtssachen C-228/21, C-254/21, C-297/21, C-315/21 

und C-328/21, §§ 129-142 und Ziff. 2 des Dispositivs). Die Dublin-III-VO 

gewährt den Antragstellenden kein Wahlrecht hinsichtlich des Mitgliedstaa-

tes, der ihren Antrag prüfen soll (BVGE 2010/45 E. 8.3).  

Soweit sich der Beschwerdeführer auf traumatisierende Erlebnisse in Be-

zug auf seinen Sohn beruft, ist hervorzuheben, dass der dargelegte Sach-

verhalt keineswegs belegt ist. Weiter reichte der Beschwerdeführer keine 

medizinischen Berichte zu den Akten und zwar weder im vorinstanzlichen 

noch im vorliegenden Verfahren zu den Akten. Mit dem SEM ist demnach 

davon auszugehen, dass bei ihm keine (dringliche) medizinische Behand-

lung erforderlich ist. In diesem Sinne kann von der mit Beschwerde bean-

tragten medizinischen Untersuchung abgesehen werden. Dabei ist festzu-

halten, dass die mit dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauftrag-

ten schweizerischen Behörden den medizinischen Umständen bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdefüh-

rers Rechnung zu tragen haben und die deutschen Behörden vorgängig in 

geeigneter Weise über den psychischen Zustand des Beschwerdeführers 

zu informieren haben (vgl. Art. 31 Dublin-III-VO). 

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 29. August 2025 

nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

4.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 8. September 2025 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin.  

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 6 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

F-6798/2025 

Seite 6 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und auf insgesamt Fr. 

750.– festzusetzen (Art. 1-3 VGKE).  

(Dispositiv nächste Seite)   

F-6798/2025 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

 

3. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Yannick Antoniazza-Hafner Susanne Stockmeyer 

 

 

Versand: