# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06f90bbf-e6bc-55de-97de-e1b62010a364
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2011 D-1633/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1633-2010_2011-08-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­1633/2010

U r t e i l   v om   2 5 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi, Richter Gérard Scherrer,
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren X._______,
China,
vertreten durch Dr. iur. Hans­Martin Allemann, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. Februar 
2010 / N_______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  China  eigenen  Angaben  zufolge  Ende 
April  2008  und  gelangte  über  B._______  und  andere,  ihm  unbekannte 
Länder am 13. Oktober 2008 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags im 
C._______  ein  Asylgesuch  stellte.  Am  21. Oktober  2008  wurde  er  im 
C._______ summarisch befragt und dort am 28. Oktober 2008 einlässlich 
zu seinen Asylgründen angehört.

Mit  Entscheid  des  BFM  vom  29.  Oktober  2008  wurde  der 
Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ 
zugewiesen.

Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  führte  er  im Wesentlichen  aus,  er 
sei Tibeter und stamme aus der Provinz E._______, wo er seit der Geburt 
bis  zum  (...)  in  F._______  gelebt  und  als  Nomade  Vieh  gehütet  habe. 
Anschliessend habe er sich  (...)  in G._______ und danach während  (...) 
Monaten  in B._______ aufgehalten. Am erwähnten  (...)  habe er  sich  im 
Rahmen einer Pilgerreise auf den Weg nach G._______ gemacht und sei 
dort am (...) eingetroffen, wo er bei seinem Onkel gewohnt habe. Am (...) 
sei er nach H._______ zum Kloster gepilgert und habe dort beobachtet, 
wie die Mönche sich versammelt und demonstriert hätten. Er habe sich in 
der  Folge  von  seinem  Onkel  über  diesen  Vorfall  und  die  Hintergründe 
desselben  aufklären  lassen,  da  er  keine  Ahnung  über  Tibet  und  China 
gehabt  habe.  Am  (...)  habe  er  sich  nach  einem  Besuch  des  Tempels 
I._______  in G._______  einer Demonstration  angeschlossen  und  dabei 
Leute  zusammengeschlagen,  Geschäfte  von  Chinesen  demoliert  und 
geholfen, Fahrzeuge umzukippen. Als die Soldaten gekommen seien und 
einzelne  Leute  verhaftet  hätten,  habe  er  die  Flucht  ergriffen  respektive 
habe  er  sich  zu  seinem Onkel  begeben.  Dieser  habe  ihm  geraten,  am 
nächsten Tag das Haus nicht zu verlassen. Er sei zirka einen Monat lang 
bei  seinem  Onkel  geblieben  und  habe  dabei  das  Haus  nie  verlassen. 
Sein  Onkel  habe  in  der  Folge  die  Flucht  organisiert.  Auf  die  weiteren 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  wird,  soweit  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der  Beschwerdeführer  reichte  keinerlei  Identitätsdokumente  zu  den 
Akten.

B. 
Zwei Experten der Fachstelle LINGUA erstellten am 7. beziehungsweise 

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8.  Januar  2010  je  ein  Gutachten,  nachdem mit  dem  Beschwerdeführer 
am  18.  Dezember  2009  ein  telefonisches  Interview  geführt  und  das 
aufgezeichnete Gespräch anschliessend durch die Experten ausgewertet 
worden  war.  Dabei  enthält  das  Gutachten  des  einen  Experten  eine 
linguistische  und  eine  landeskundlich­kulturelle  Analyse,  während  der 
andere Experte eine linguistische Analyse vornahm.

Der eine Experte – welcher nur eine Sprachanalyse durchgeführt hatte – 
stellte  fest,  es sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
bis  zu  seiner  Flucht  in  J._______  gelebt  habe  beziehungsweise  dort 
hauptsächlich sozialisiert worden sei. Dafür seien die  für das J._______ 
typischen  Merkmale  in  seiner  Sprache  zu  spärlich  oder  dann  zu 
stereotyp. Vielmehr  enthalte  die  im  Interview gesprochene Sprache  fast 
ausschliesslich Merkmale, die von den im Exil verbreiteten Varietäten des 
Zentraltibetischen  geteilt  würden.  Diese  Beobachtungen  und  die 
Tatsache, dass der Beschwerdeführer auch nicht ansatzweise  fähig sei, 
das J._______ zu imitieren, würden den Schluss nahelegen, dass er wohl 
vielmehr im Exil hauptsächlich sozialisiert worden sei.

Der zweite Experte – welcher eine Sprachanalyse durchgeführt und dem 
Beschwerdeführer  Fragen  zur  Geographie,  zum  Alltag,  zur  Stadt 
L._______,  zum  Kloster  M._______  und  zur  Stadt  L._______  gestellt 
hatte  –  kam  zum  Schluss,  aufgrund  der  linguistischen  Analyse  könne 
davon  ausgegangen  werden,  dass  die  vom  Beschwerdeführer 
verwendete Sprache nicht dem Tibetisch entspreche, das  in der Region 
von  L._______  gesprochen  werde,  sondern  demjenigen,  das  im  Exil 
verwendet werde. Die Analyse seines Wissens zum Land und der Kultur 
zeige,  dass  die  vorherrschende  Sozialisierung  des  Beschwerdeführers 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in der Region von L._______ 
geschehen  sei.  Die  Sprachanalyse  habe  ergeben,  dass  er  mit 
Bestimmtheit  tibetischer  Herkunft,  aber  nicht  in  der  Region  von 
L._______  sozialisiert  worden  sei.  Die  Analyse  lasse  den  Schluss  zu, 
dass  die  vorherrschende  Sozialisierung  des  Beschwerdeführers 
höchstwahrscheinlich ausserhalb von Tibet geschehen sei.

C. 
Mit  Schreiben  vom  26.  Januar  2010  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  das  Resultat  der  LINGUA­Analysen  und  eine 
Zusammenfassung  der  Gutachten  mit.  Dabei  hielt  die  Vorinstanz  fest, 
dass der Beschwerdeführer geltend gemacht habe, von Geburt bis (...) im 
Dorf  F._______,  L._______,  in  E._______  gelebt  zu  haben.  Seine 

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geographischen  Kenntnisse  seines  Heimatortes  würden  indessen  nicht 
einer  Person  entsprechen,  welche  den  grössten  Teil  ihres  Lebens  in 
diesem Gebiet gelebt haben wolle. So würden zwei Städte, welche vom 
Beschwerdeführer  als  benachbart  bezeichnet  worden  seien,  mehrere 
hundert Kilometer entfernt liegen. Zudem habe er nur gerade eine Blume 
seiner  Heimatregion  erwähnen  können,  obwohl  er  angeführt  habe,  den 
grössten Teil seines Tages in der Natur verbracht zu haben. Auch sei er 
nicht  in  der  Lage  gewesen,  das  benachbarte  L._______  präzise  zu 
beschreiben  und  habe  nur  allgemein  gültige  Angaben machen  können, 
welche auf die meisten Ortschaften  in Tibet zutreffen würden. Bezüglich 
der  Sprache  hätten  die  Experten  feststellen  können,  dass  der 
Beschwerdeführer  nicht  den  in  seinem  Heimatgebiet  üblichen  Dialekt, 
sondern  die  im  Exil  verbreitete  Varietät  des  Zentraltibetischen  spreche. 
So  sei  hinsichtlich  seines  Wortschatzes  festzuhalten,  dass  er  keinerlei 
Wörter benutze, welche  für die Heimatregion  typisch seien. Stattdessen 
benutze er die im Exiltibetischen gebräuchlichen Wörter. Zudem sei auch 
die  Weise  der  Aussprache  von  gewissen  Vokabeln  wie  auch  der 
Verwendung  von  Hilfsverben  und  Partikeln  charakteristisch  für  das 
Exiltibetische. Die im Dialekt von E._______ üblichen Eigenheiten würden 
sich in der Aussprache des Beschwerdeführers nicht finden lassen. Auch 
andere  typische  Auffälligkeiten  der  Region  von  E._______  würden  in 
dessen Sprache nicht auftauchen. Als der Beschwerdeführer aufgefordert 
worden sei, den Dialekt seiner Heimat zu sprechen, habe er diesen kaum 
imitieren  können.  Er  habe  dies  damit  erklärt,  dass  er  diesen  kaum 
spreche.  Angesichts  der  (vorgebrachten)  Hauptsozialisation  und  der 
langen  Aufenthaltsdauer  in  der  Heimatregion  sei  dies  indessen  nicht 
nachvollziehbar. Die BFM­Experten seien aufgrund dessen zum Schluss 
gekommen,  dass  die  Sprachkenntnisse  des  Beschwerdeführers  ihn 
eindeutig  als  muttersprachlichen  Tibeter  ausweisen  würden.  Seine 
Sprache  hebe  sich  aber  durch  nichts  von  einem  im Exil  gesprochenen, 
überregionalen  Zentraltibetisch  ab.  Seine  Sprache  weise  keinerlei 
Merkmale auf, die darauf hinweisen würden, dass er sich  in den  letzten 
Jahren  in der von  ihm geltend gemachten Gegend aufgehalten hätte.  In 
Anbetracht  der  mangelhaften  Kenntnisse  seiner  Heimatregion  und  des 
gesprochenen  Dialektes  seien  die  BFM­Experten  daher  zum  Schluss 
gekommen,  dass  der  Hauptsozialisierungsraum  des  Beschwerdeführers 
im Exil liege.

Dem Beschwerdeführer wurde Gelegenheit eingeräumt, dazu Stellung zu 
nehmen.

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D. 
In  seiner  Stellungnahme  vom  1.  Februar  2010  führte  der 
Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  aus,  er  ersuche  um  richtige 
Überprüfung  seines  Asylgesuches.  Er  sei  in  Tibet  geboren  und  dort 
aufgewachsen. Er habe bis zu seiner Flucht in seiner Heimat F._______, 
L._______, gelebt. Die Behauptung, wonach er nicht den üblichen Dialekt 
seines  Heimatgebietes  spreche,  sei  unzutreffend.  Seine  Mutter,  seine 
Schwester  und  sein Bruder würden  noch  immer  in  dieser Region  leben 
und  sie  hätten  untereinander  immer  ihren  Dialekt  gesprochen.  Dem 
Werdegang  und  der  Qualifikation  der  Experten  des  BFM  entnehme  er, 
dass  diese  sehr  gebildet  seien;  aber  er  frage  sich,  ob  diese  auch  in 
seinem Dorf gelebt hätten. Er spreche wohl noch immer den Dialekt aus 
seiner Gegend. Die Tibeter hätten soviele verschiedene Dialekte, so dass 
die Verständigung unter  ihnen schwierig sei. Er sei (...) aus seinem Dorf 
ausgereist, sei seither unterwegs und habe dabei mit Personen aus allen 
Provinzen  von  Tibet  zusammengelebt.  Sie  müssten  daher  versuchen, 
sich so gut wie möglich in zentraltibetischer Sprache zu verständigen. Er 
könne aber seinen Dialekt von E._______ sicher sprechen. Durch solche 
Behauptungen der Experten werde sein Asylgesuch nicht  richtig geprüft 
und es werde falsch entschieden. Es sei zudem unverständlich, weshalb 
das BFM soviel Wert auf die Meinung eines seiner Experten lege, der aus 
Europa stamme und erst seit ein paar Jahren Kontakt mit Tibetern gehabt 
habe. Der andere Experte sei wohl ein Tibeter, habe aber nur (...) Jahre 
in Tibet gelebt. Zu den geografischen Kenntnissen sei anzuführen, dass 
ihn die Dolmetscherin aufgefordert habe, er solle die näheren N._______ 
aufzählen,  die  von  L._______  N._______  seien.  Deshalb  sei  seine 
Antwort  O._______  N._______  und  P._______  N._______  gewesen. 
Ferner  sei  er  nicht  nach  grösseren  Städten  von  L._______  N._______ 
gefragt  worden.  Bezüglich  des  Namens  von  Blumen  sei  er  von  der 
Dolmetscherin sofort nach seiner Antwort gefragt worden, ob er nur den 
Namen einer Blume benennen könne. Er habe jedoch geantwortet, dass 
es sehr viele Blumen gebe und Tibeter Blumennamen aufzählen könnten, 
ob sie nun in Tibet oder auch im Exil  lebten. Hinsichtlich der Umgebung 
von L._______ sei anzuführen, dass er mit seinem Bruder ein paar Mal in 
L._______  gewesen  sei,  um  dort  einzukaufen.  Er  habe  die  Lage  von 
L._______ sehr präzise beschrieben und alle Fragen der Dolmetscherin 
beantwortet, weshalb  ihm nun nicht vorgehalten werden könne, er habe 
L._______  nicht  präzise  beschreiben  können.  Zur  Sprache  sei  zu 
bemerken, dass es schwierig sei, plötzlich in seinem Dialekt zu antworten 
wenn jemand auf Zentraltibetisch mit einem spreche; man versuche dann 
eher,  so  gut wie möglich  so  zu  antworten,  dass  die  andere Person  ihn 

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auch  verstehe. Mit  seinen  Landsleuten  aus  L._______  spreche  er  aber 
seinen  Dialekt.  Er  ersuche  das  BFM  dringend,  ihn  erneut  zu  befragen, 
damit er seine Kenntnisse des Dialektes von E._______ beweisen könne.

E. 
Mit Verfügung vom 11. Februar 2010 – eröffnet  am 15. Februar 2010 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete 
gleichzeitig  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  an.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung wurde jedoch wegen Unzumutbarkeit desselben zu Gunsten 
einer  vorläufigen  Aufnahme  in  der  Schweiz  aufgeschoben.  Zur 
Begründung  wurde  angeführt,  dass  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  den  Voraussetzungen  von  Art.  3  des  Asylgesetzes 
vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
sowie denjenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit nicht genügten. 
Jedoch sei ein Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat aufgrund der 
allgemeinen Lage in Tibet und gestützt auf die Akten als unzumutbar zu 
erachten.

F. 
Mit  Eingabe  vom  16.  März  2010  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und 
beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  des  BFM  sei  bezüglich 
Asylverweigerung  und  Anordnung  der Wegweisung  aufzuheben,  es  sei 
festzustellen,  dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft  erfülle,  es  sei  Asyl  zu 
gewähren,  eventuell  sei  das  Vorliegen  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen  festzustellen  und  er  sei  als  Flüchtling  vorläufig 
aufzunehmen.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  ihm  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes 
vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  zu  gewähren. Es  seien die Aktenstücke A11/1, A14/3, A19/12 
und die Tonaufnahmen der  telefonischen Befragung vom 18. Dezember 
2009  herauszugeben.  Er  sei  nochmals  unter  Beizug  eines  tibetischen 
Experten, der die Region von E._______ persönlich kenne, zu befragen 
und überdies sei seine Sprache nochmals linguistisch unter Beizug eines 
tibetischen  Experten  mit  Muttersprache  E._______­Tibetisch  zu 
begutachten.

G. 
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 29. März 2010 wurde 
dem Beschwerdeführer mitgeteilt,  dass er den Ausgang des Verfahrens 

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in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Die  Beurteilung  des  Gesuches  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, das Gesuch 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  abgewiesen 
und  auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  verzichtet. Die Anträge 
auf  Einsicht  in  die  Aktenstücke  A11/1,  A14/3  und  A19/12,  auf  erneute 
Befragung und Begutachtung der Sprache des Beschwerdeführers durch 
Beizug  eines  tibetischen  Experten,  welche  die  Herkunftsregion  des 
Beschwerdeführers  kenne  und  dessen  Muttersprache  spreche,  wurden 
abgewiesen.  Der  Antrag  auf  Anhörung  der  Tonaufnahmen  der 
telefonischen  Befragung  vom  18.  Dezember  2009  als  gegenstandslos 
erachtet,  weil  das  BFM  im  Schreiben  vom  26.  Januar  2010  den 
Beschwerdeführer  auf  die  Möglichkeit  hingewiesen  habe,  die 
Tonaufnahme  anzuhören,  und  dem  Rechtsvertreter  mit  Schreiben  vom 
16.  März  2010  diese  Möglichkeit  bestätigt  habe.  Sodann  wurde  dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit  gewährt,  nach  allfälliger  Anhörung  der 
Tonaufnahmen  beim  BFM  bis  am  13.  April  2010  eine 
Beschwerdeergänzung  einzureichen,  wobei  im  Unterlassungsfall 
aufgrund der bisherigen Akten entschieden werde.

H. 
Mit  Eingaben  vom  8.  April  2010  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um 
Fristerstreckung  für  die  Einreichung  der  vorgesehenen 
Beschwerdeergänzung,  da  es  ihm  und  seinem  Rechtsvertreter  gemäss 
beigelegtem Schreiben des BFM gleichen Datums erst am 14. April 2010 
möglich sein werde, die Tonaufnahmen der telefonischen Befragung vom 
18. Dezember 2009 bei der Vorinstanz anzuhören.

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  April  2010  wurde  das  Gesuch  um 
Erstreckung  der  Frist  zur  Einreichung  einer  Beschwerdeergänzung 
gutgeheissen  und  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  gewährt,  nach 
Anhörung  der  Tonaufnahmen  beim  BFM  bis  am  28.  April  2010  eine 
Beschwerdeergänzung  einzureichen,  wobei  im  Unterlassungsfall 
aufgrund der bisherigen Akten entschieden werde.

J. 
Mit  Eingabe  vom  28.  April  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Beschwerdeergänzung zu den Akten und erneuerte  seine bereits  in der 
Rechtsmitteleingabe  formulierten  Beweisanträge,  wonach  er  nochmals 
durch einen tibetischen Experten mit Muttersprache E._______­Tibetisch 

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zu  befragen  und  linguistisch  zu  begutachten  sei  und  die  nochmalige 
Befragung  zu  seinen  geografischen  und  landeskundlich­kulturellen 
Kenntnissen durch einen  tibetischen Experten vorzunehmen sei, der die 
Region von E._______ kenne.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Ein solches Auslieferungsbegehren besteht nicht, weshalb das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 
108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 
1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der 
Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21 
Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf 
die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

2.  
2.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 

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anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

3.  
3.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  des  ablehnenden 
Asylentscheides  im Wesentlichen  aus,  der Beschwerdeführer  habe  sich 
bezüglich seiner Vorbringen in Widersprüche verstrickt, so hinsichtlich der 
Anzahl  Leute,  welche  anlässlich  der  Demonstration  am  14.  März  2008 
durch  die  chinesischen  Behörden  verhaftet  worden  seien,  und  des 
Umstandes,  inwieweit  er  über  die  Gründe  für  die  Proteste  der  Mönche 
informiert gewesen sei.

Das  BFM  fasste  die  Resultate  der  LINGUA­Gutachten  zusammen  und 
ging  anschliessend  auf  die Stellungnahme des Beschwerdeführers  vom 
1.  Februar  2010  ein.  Diesbezüglich  hielt  es  fest,  dass  der 
Beschwerdeführer  bis  zu  seiner Ausreise während  (...)  Jahren  in  seiner 
Heimatregion  gelebt  haben  soll,  weshalb  es  diesem  nicht  schwerfallen 
sollte,  seinen  eigenen  Dialekt  zu  sprechen.  Seine  angeführten 
Schwierigkeiten  seien  daher  nicht  nachvollziehbar.  Seine  Erklärungen 
vermöchten  die  Erkenntnisse  des  Gutachtens  nicht  zu  entkräften. 
Aufgrund  dieser  Feststellungen  könnten  dem  Beschwerdeführer  weder 
seine  Herkunft  aus  dem  Gebiet  von  E._______  noch  seine  illegale 
Ausreise  geglaubt  werden.  Seine  Vorbringen  zu  seinen  Fluchtgründen 
entbehrten  in Anbetracht der zusätzlichen Widersprüche  jeglicher  realen 
Grundlage.

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Der  Beschwerdeführer  habe  im  Weiteren  geltend  gemacht,  sein 
Heimatland  im  Jahre  2008  illegal  verlassen  zu  haben.  Wie  in  den 
bisherigen  Erwägungen  ausgeführt  worden  sei,  seien  die  Angaben  des 
Beschwerdeführers zu seiner Herkunft wie auch zu seiner Ausreise nicht 
glaubhaft. Aus diesem Grund könne nicht von einer illegalen Ausreise im 
Sinne  von  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  1  ausgegangen  werden.  Die 
Art  und  Weise  der  Ausreise  sowie  der  Zeitpunkt  seien  nicht  bekannt, 
weshalb EMARK 2006 Nr. 1 vorliegend nicht zur Anwendung gelange.

3.2.  Der  Beschwerdeführer  rügt  in  seiner  Beschwerdeschrift  sowie  in 
seiner  Beschwerdeergänzung  vom  28.  April  2010  eine  Verletzung  des 
Akteneinsichtsrechts  und  wendet  im  Wesentlichen  ein,  hinsichtlich  des 
Vorhalts  widersprüchlicher  Angaben  bezüglich  der  Festnahme  von 
Personen  sei  anzuführen,  dass  seine  spätere  Aussage,  wonach 
ausnahmslos alle  jungen Leute  festgenommen worden seien – wobei er 
früher nur von Festnahmen einzelner Personen gesprochen haben soll –, 
nicht einen Widerspruch, sondern eine Präzisierung der ersten Aussage 
darstelle. Zu seinen Kenntnissen über die Gründe der Demonstration sei 
festzuhalten, dass er sehr wohl gewusst habe, dass Tibet im Jahre 1950 
von China  annektiert  worden  sei.  Er  habe  auch  davon  gehört,  dass  es 
Demonstrationen  gegeben  habe.  Daraus  könne  aber  nicht  geschlossen 
werden, dass er darüber informiert gewesen sei, aus welchem Grund die 
Mönche  am  (...)  demonstriert  hätten.  Seine  Aussagen  seien  in  diesem 
Punkt  nicht  widersprüchlich,  sondern  würden  seine  Eindrücke 
wahrheitsgetreu  schildern.  Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  er 
alle ihm gestellten Fragen schlüssig und überzeugend habe beantworten 
können. Dabei würden sich seine Aussagen nicht widersprechen. Einzig 
in  zwei  Antworten  scheine  es,  als  würden  auf  den  ersten  Blick 
Ungereimtheiten auftreten, was jedoch lediglich auf die Interpretation der 
Vorinstanz  zurückzuführen  sei.  Er  habe  auf  Nachfragen  entsprechende 
Antworten  gegeben,  die  sich  nicht  als  Widersprüche,  sondern  als 
Ergänzungen zu den vorherigen Aussagen darstellten.

Den  Feststellungen  in  den  LINGUA­Gutachten  sei  entgegenzuhalten, 
dass es in Tibet zahllose regionale und lokale Dialekte gebe, unter denen 
eine Verständigung oft überhaupt nicht möglich sei. Daher würden Tibeter 
verschiedener  Regionen  einen  an  den  Dialekt  von  G._______ 
angelehnten,  überregionalen  Sprachmix,  der  namentlich  auch  von 
tibetischen  Flüchtlingen  in  der  Schweiz  verwendet  werde,  zur 
Kommunikation untereinander benutzen. Seit er  im (...) aus seinem Dorf 

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ausgereist  sei,  habe  er  sich  in  zentraltibetischer  Sprache  verständigen 
müssen und seither nicht mehr in seinem Heimatdialekt gesprochen. Als 
er in der Befragung aufgefordert worden sei, seinen Dialekt zu sprechen, 
habe er  in seinem lokalen Dialekt geantwortet, zumal sein Ziel vor allem 
gewesen  sei,  sich  verständlich  auszudrücken.  Die  Experten  hätten  aus 
seiner Aussprache offenbar fälschlicherweise den Schluss gezogen, dass 
er  diesen Dialekt  gar  nicht  beherrsche. Seine Muttersprache  sei  jedoch 
der Dialekt von E._______  in der speziellen regionalen Ausprägung von 
L._______.  Dies  lasse  sich  durch  eine  Begutachtung  seiner  Sprache 
durch  einen  Tibeter  mit  E._______­tibetischer  Muttersprache  ohne 
weiteres  feststellen.  Beide  Experten  würden  nicht  aus  seiner 
Heimatregion  stammen  und  nur  Grundkenntnisse  in  dem  zu 
beurteilenden  Dialekt  besitzen,  weshalb  sie  nicht  fähig  seien,  seine 
Sprachkenntnisse  in ausreichender Weise zu beurteilen. Hinsichtlich der 
Vorhalte bezüglich seiner geografischen sowie landeskundlich­kulturellen 
Kenntnissen  übersehe  die  Vorinstanz  die  Tatsache,  dass  er  selbst  für 
tibetische Verhältnisse einen sehr bescheidenen Bildungsstand aufweise, 
zumal  er  nie  die  Schule  besucht  und  als  Nomade  in  den  Bergen  Vieh 
gehütet  habe,  wobei  er  nicht  ausserhalb  seiner  gewohnten  Umgebung 
geblieben sei. Er sei zuvor nie auf Reisen gegangen und habe aufgrund 
mangelnder  Erfahrung  nicht  die  Entfernung  zu  gewissen  Städten 
abschätzen können. Er habe seine Heimat in genügender Weise und mit 
seinen Worten  beschrieben.  Ferner  sei  er  sich  nicht  bewusst  gewesen, 
dass er nicht nur eine Blume hätte nennen müssen. Das Aufzählen von 
Blumennamen  sei  ausserdem  kein  Indiz  dafür,  dass  man  in  einer 
gewissen Region gelebt habe. Die gleichen Blumen wie  in Tibet würden 
auch  in den Alpen existieren. Aufgrund  seiner mangelnden Bildung und 
seiner  beschränkten  Lebensweise  in  Tibet  sei  er  nicht  in  der  Lage 
gewesen, die Fragen der Experten  in der von  ihnen erwarteten Form zu 
beantworten.  Er  habe  jedoch  ausführlich,  seinem  Bildungsstand 
entsprechend, die Art und Weise seines Lebens in Tibet beschrieben und 
seine Ausführungen würden sich als kohärent erweisen. Da die erstellten 
Gutachten durch das BFM nicht als Entscheidgrundlage dienen könnten, 
zumal die mit der Region von E._______ nicht  vertraute Befragerin  ihm 
geografisch  unverständliche  Fragen  gestellt  und  auch  keine Kenntnisse 
seines Heimatdialektes besessen habe, sei er nochmals zu befragen und 
zu  begutachten  und  zwar  durch  einen  tibetischen  Experten  mit 
Muttersprache E._______­Tibetisch, der die fragliche Region kenne.

3.3.  Zunächst  ist  zu  prüfen,  ob  die  Rüge  der  Verletzung  des 
Akteneinsichtsrechts zutrifft.

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3.3.1.  Insoweit  der  Beschwerdeführer  um  Einsicht  in  die  Akten  A11/1, 
A14/3  und  A19/12  ersuchte,  wird  auf  die  Zwischenverfügung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  29.  März  2010  verwiesen.  Der 
Beschwerdeführer  hörte  am  14.  April  2010  die  am  18.  Dezember  2009 
erstellte Tonaufnahme  in den Räumlichkeiten des BFM an. Mit Eingabe 
vom 28. April 2010 ergänzte er seine Beschwerde. Eine Verletzung des 
Akteneinsichtsrechts ist in Bezug auf die Tonaufnahme nicht feststellbar, 
da  dem  Beschwerdeführer  bereits  mit  Verfügung  des  BFM  vom  26. 
Januar  2010  –  mithin  vor  dem  erstinstanzlichen  Entscheid  –  die 
Möglichkeit  eingeräumt  wurde,  diese  Aufnahme  anzuhören.  Der 
Umstand, dass er diese Möglichkeit nicht wahrnahm, bedeutet nicht, dass 
– wie  in  der Beschwerde  gerügt  –  das Recht  auf Akteneinsicht  von  der 
Vorinstanz verletzt wurde.

3.3.2.  In  seiner  Rechtsmitteleingabe  beantragt  der  Beschwerdeführer 
eine  nochmalige  Befragung  und  Konfrontation  mit  allen  von  der 
Vorinstanz angeführten Widersprüchen. Der Beschwerdeführer konnte in 
seinen Eingaben auf Beschwerdeebene umfänglich  zur  vorinstanzlichen 
Verfügung schriftlich Stellung nehmen, weshalb  kein Grund besteht,  ihn 
noch mündlich dazu zu befragen, und dieser Antrag deshalb abzuweisen 
ist.

3.3.3.  Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  das  BFM  das 
Akteneinsichtsrecht nicht verletzte beziehungsweise kein Anlass besteht, 
ihm  in  Bezug  auf  vom  BFM  angegebene  Widersprüche  nochmals  das 
rechtliche  Gehör  zu  gewähren.  Der  Antrag  auf  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  wegen  Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts 
ist somit abzuweisen. 

3.4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vorgetragenen Fluchtumstände, die 
zum  Entschluss  der  Ausreise  aus  China  geführt  haben,  gesamthaft  als 
glaubhaft gemacht zu erachten sind.

3.4.1. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich 
sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht  den  Tatsachen 
oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die 
asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs.  3 

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AsylG),  aber  auch  dann, wenn  sie wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder 
bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen 
auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am 
Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung 
bedeutet  ferner  –  im  Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes 
Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel 
an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits 
als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von  ihrer Wahrheit nicht völlig 
überzeugt  ist,  sie  aber  überwiegend  für  wahr  hält,  obwohl  nicht  alle 
Zweifel  beseitigt  sind.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es 
demgegenüber  nicht  aus, wenn  der  Inhalt  der Vorbringen  zwar möglich 
ist,  aber  in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  und 
überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen.  Entscheidend  ist  im  Sinne  einer 
Gesamtwürdigung,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf 
eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  die  weiterhin  gültige 
Rechtsprechung  der  ARK  in  EMARK  2005  Nr.  21  E.  6.1  S.  190  f.  mit 
weiteren Hinweisen).

3.4.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  vorliegend  nach  Prüfung 
und Würdigung  der Akten  zum Schluss,  dass  die Vorinstanz  insgesamt 
zu  Recht  und  mit  ausführlicher  Begründung  festgestellt  hat,  dass  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft  sind. Dessen Einwände 
vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern.

Der Beschwerdeführer  bringt  hinsichtlich  des Vorhalts widersprüchlicher 
Angaben  bezüglich  der  Festnahme  von  Personen  zunächst  vor,  seine 
spätere Aussage, wonach ausnahmslos alle jungen Leute festgenommen 
worden seien – wobei er früher nur von Festnahmen einzelner Personen 
gesprochen  haben  soll  –,  nicht  einen  Widerspruch,  sondern  eine 
Präzisierung  der  ersten  Aussage  darstelle.  Dieser  Einwand  vermag 
jedoch  nicht  zu  überzeugen,  brachte  der  Beschwerdeführer  doch 
anlässlich  der  direkten  Anhörung  zunächst  nicht  nur  vor,  dass  die 
Soldaten  einzelne  Personen  verhaftet  hätten,  sondern  dass  auch  viele 
Leute auf der Strasse gelegen hätten, an deren Verhaftung gemäss den 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  die  Soldaten  offensichtlich  nicht 
interessiert waren, zumal nur die Personen, welche den auf der Strasse 
liegenden  Leuten  hätten  helfen  wollen,  mit  einer  Verhaftung  hätten 
rechnen  müssen  (vgl.  act.  A10/12,  S.  5  unten).  Diese  Ausführungen 
lassen  sich  aber  in  der  Tat  nicht  mit  den  späteren  Aussagen,  wonach 

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ausnahmslos  alle  Tibeter,  ausser  die  älteren  Leute,  verhaftet  worden 
seien, in Übereinstimmung bringen (vgl. act. A10/12, S. 9).

Der Beschwerdeführer hält bezüglich seiner Kenntnisse über die Gründe 
der Demonstration  fest, dass er sehr wohl gewusst habe, dass Tibet  im 
Jahre 1950 von China annektiert worden sei. Er habe auch davon gehört, 
dass  es  Demonstrationen  gegeben  habe.  Daraus  könne  aber  nicht 
geschlossen  werden,  dass  er  darüber  informiert  gewesen  sei,  aus 
welchem Grund die Mönche am (...) demonstriert hätten. Seine Aussagen 
seien  in  diesem  Punkt  nicht  widersprüchlich,  sondern  würden  seine 
Eindrücke wahrheitsgetreu  schildern. Diese Einwände  vermögen  jedoch 
angesichts  der  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  bei  der  BFM­
Anhörung,  wonach  er  wohl  von  der  Annektierung  Tibets  durch  China 
gewusst habe und durch das Schicksal seines Vaters betroffen gewesen 
sei,  in  keiner  Weise  zu  überzeugen,  sondern  erscheinen  vielmehr  als 
Versuch,  die  Schilderungen  den  anlässlich  der  direkten  Anhörung 
angeführten Vorhalten anzupassen (vgl. act. A10/12, S. 7). In Bezug auf 
die  Todesumstände  seines  Vaters  weisen  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  weitere  Ungereimtheiten  auf:  Gemäss  der 
Darstellung  bei  der  direkten  Anhörung  sei  sein  Vater  im  Jahre  (...)  in 
G._______  von  den  Chinesen  verhaftet  und  während  (...)  inhaftiert 
worden;  ungefähr  (...) Monate nach  seiner Freilassung  sei  er  gestorben 
(vgl. act. A10/12, S. 7). Gemäss den Ausführungen in der Stellungnahme 
vom 1. Februar 2010 dagegen sei der Vater wegen seiner Beteiligung am 
Aufstand in G._______ im Jahre (...) inhaftiert sowie gefoltert worden und 
sei daraufhin gestorben. Jedenfalls kann auch betreffend die Gründe für 
die  Teilnahme  an  der  Demonstration  der  Einschätzung  des 
Beschwerdeführers, wonach er auf Nachfragen entsprechende Antworten 
gegeben habe, die sich nicht als Widersprüche, sondern als Ergänzungen 
zu den vorherigen Aussagen darstellten, nicht gefolgt werden.

Weitere  gewichtige  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  entstehen  insbesondere  aufgrund  der  LINGUA­
Gutachten,  wonach  der  Beschwerdeführer  gar  nicht  in  J._______,  wo 
sich  die  Verfolgung  abgespielt  haben  soll,  sondern  im  Exil  zur 
Hauptsache  sozialisiert  wurde.  Die  Ausführungen  in  der  Beschwerde 
sowie  in  deren  Ergänzung  vom  28.  April  2010  vermögen  an  dieser 
Einschätzung  nichts  zu  ändern.  So  wird  in  den  erwähnten  Schriften  im 
Wesentlichen  an  der  Qualifikation  der  Experten  gezweifelt  und  werden 
die  in  der Stellungnahme des Beschwerdeführers  vom 1.  Februar  2010 
angeführten  Argumente  erneut  angeführt.  Hinsichtlich  der  bezweifelten 

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Fähigkeiten  der  vom  BFM  beauftragten  Experten  wurde  dem 
Beschwerdeführer  bereits  in  der  Zwischenverfügung  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 29. März 2010 mitgeteilt, dass aus den 
in  den  Akten  ersichtlichen  Qualifikationen  der  erwähnten  Experten 
hervorgehe,  dass  diese  über  die  notwendigen  sprachlichen  und 
geografischen  Kenntnisse  der  von  ihm  angeführten  Herkunftsregion 
verfügen.  An  dieser  Einschätzung  hat  sich  seit  Erlass  dieser 
Zwischenverfügung  für  das  Bundesverwaltungsgericht  nichts  geändert, 
zumal  die  Experten  weder  zwingend  im  Heimatdorf  des 
Beschwerdeführers  gelebt  haben  noch  dessen  Muttersprache 
beherrschen,  sondern  befähigt  sein  müssen,  aufgrund  ihrer 
Qualifikationen  und  ihres  Wissens  schlüssige  und  nachvollziehbare 
Erkenntnisse  zu  den  sprachlichen  und  landeskundlich­kulturellen 
Begebenheiten  der  Heimatregion  des  Beschwerdeführers  zu  besitzen 
und  dementsprechend  die  diesbezüglichen  Angaben  und 
Sprachkenntnisse  des  Beschwerdeführers  einordnen  und  beurteilen  zu 
können.  Diese  Voraussetzungen  sind  vorliegend  erfüllt.  Daher  sind  die 
mit  Eingabe  vom  28.  April  2010  erneuerten  Anträge  auf  nochmalige 
Befragung  des  Beschwerdeführers  und  Begutachtung  seiner  Sprache 
durch  Beizug  eines  tibetischen  Experten,  der  die  Herkunftsregion  des 
Beschwerdeführers kenne und dessen Muttersprache spreche, abermals 
abzuweisen.

Dem  Beschwerdeführer  ist  entgegenzuhalten,  dass  aufgrund  des 
Umstandes,  wonach  es  sich  bei  ihm  um  einen  Nomaden  handle,  der 
täglich  in den Bergen seine Tiere gehütet und eigenen Angaben zufolge 
wiederholt mit seinem Bruder die Stadt L._______ besucht habe, von ihm 
hätte  erwartet  werden  dürfen,  dass  er  gegenüber  den  Experten 
entsprechend  detaillierte  und  mit  Realkennzeichen  versehene 
Ausführungen  (so  insbesondere  Detailreichtum  der  Schilderung,  freies 
assoziatives  Erzählen,  Interaktionsschilderung  sowie  inhaltliche 
Besonderheiten)  zu  seiner  Umgebung  und  den  lokalen  Begebenheiten 
hätte machen können. Zudem  ist es als überwiegend wahrscheinlich zu 
erachten,  dass dem Beschwerdeführer  von  seinen Familienangehörigen 
die  nähere  und  weitere  Umgebung  bereits  in  relativ  jungen  Jahren 
ziemlich  genau  erklärt  und  er  von  ihnen  wiederholt  an  diverse 
Örtlichkeiten  mitgenommen  worden  sein  dürfte,  zumal  aus  den  Akten 
ersichtlich  ist,  dass  es  sich  bei  der  Familie  des  Beschwerdeführers  um 
Nomaden handelt (vgl. act. A10/12, S. 5) und dabei sehr gute Kenntnisse 
der  Umgebung  als  eine  essentielle  Voraussetzung  für  ein  sicheres 

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Fortkommen  in  der  bergigen  Gegend  und  eine  erfolgreiche 
Beaufsichtigung der anvertrauten Tiere erachtet werden müssen.

Zudem führte der Beschwerdeführer an, sein Vater habe ihm sowohl das 
Schreiben  und  Lesen  als  auch  das  Lesen  von  Gebetsbüchern 
beigebracht (vgl. act. A1/9, S. 2 unten), weshalb sein Einwand, wonach er 
aufgrund  seiner  mangelnden  Bildung  und  seiner  beschränkten 
Lebensweise  in  Tibet  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  die  Fragen  der 
Experten  in  der  von  ihnen  erwarteten  Form  zu  beantworten,  als  blosse 
Schutzbehauptung zu werten ist.

Sodann  ist  festzuhalten,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  angeführte 
Identität  vorliegend  durch  keinerlei  Identitätsdokumente  nachgewiesen 
wurde,  obwohl  sich  die  Identitätskarte  eigenen  Angaben  zufolge  beim 
Onkel  in  G._______  befinden  soll  (vgl.  act.  A1/9,  S.  4).  Der 
Beschwerdeführer  unternahm  jedoch  –  soweit  aktenkundig  –  keine 
Bemühungen,  dieses  Dokument  erhältlich  zu  machen.  Seine  Identität 
steht  somit  vorliegend  nicht  fest  und  sein  Verhalten  lässt  den  Schluss 
aufkommen,  er  versuche,  seine  tatsächliche  Identität  den 
schweizerischen Asylbehörden zu verheimlichen.

3.5. Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass der Beschwerdeführer  für 
den Zeitraum bis zur Ausreise aus China keine Gründe nach Art. 3 AsylG 
glaubhaft machen oder nachweisen  konnte. Bei  dieser Sachlage und  in 
Würdigung  der  gesamten  Umstände  ist  festzustellen,  dass  er  die 
Voraussetzungen  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfüllt. Die Vorinstanz  hat  daher  das Asylbegehren  zu Recht  abgelehnt, 
weshalb es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben auf 
Beschwerdeebene einzugehen, da sie an dieser Einschätzung nichts zu 
ändern vermögen.

3.6. In einem weiteren Schritt ist nun zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 
allenfalls  aufgrund  subjektiver  Nachfluchtgründe  eine  Verfolgung  im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  befürchten  hat  und  dementsprechend  als 
Flüchtling anzuerkennen wäre.

3.6.1. Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art.  3  AsylG  ist  nämlich  nicht  die  Situation  im  Zeitpunkt  der  Ausreise, 
sondern die Situation  im Zeitpunkt des Asylentscheids. So  ist auch eine 
asylsuchende  Person  als  Flüchtling  anzuerkennen,  die  aufgrund 
subjektiver  Nachfluchtgründe  nach Art.  54  AsylG,  das  heisst  erst  durch 

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die  unerlaubte  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  oder 
wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise, eine Verfolgung im Sinne von 
Art.  3  AsylG  befürchten  muss.  In  diesen  Fällen  hat  jedoch,  trotz 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  ein  Ausschluss  vom  Asyl  zu 
erfolgen.  Als  subjektive  Nachfluchtgründe  im  Sinne  von  Art.  54  AsylG 
gelten  insbesondere  unerwünschte  exilpolitische  Betätigungen,  illegales 
Verlassen  des Heimatlandes  (sog.  Republikflucht)  oder  die  Einreichung 
eines  Asylgesuchs  im  Ausland,  wenn  sie  die  Gefahr  einer  zukünftigen 
Verfolgung begründen (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., EMARK 2006 
Nr. 1 E. 6.1 S. 10 mit weiteren Hinweisen).

3.6.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  im  Urteil  BVGE  2009/29 
aufgrund einer aktualisierten Lagebeurteilung zum Schluss gelangt, dass 
sich die  in EMARK 2006 Nr.  1  statuierte Praxis, wonach nur  diejenigen 
tibetischen  Asylsuchenden  im  Sinne  subjektiver  Nachfluchtgründe 
gefährdet  sind,  die  nach  der  illegalen  Ausreise  für  längere  Zeit  im 
Ausland  gewesen  sind,  nicht  mehr  aufrechterhalten  lässt.  Massgeblich 
sei,  dass  die  chinesischen  Behörden  illegal  ausgereisten  tibetischen 
Asylsuchenden wegen  ihres Auslandaufenthaltes – namentlich  in einem 
für  die  Tibeter­Exilgemeinde  bedeutsamen  Land  wie  der  Schweiz – 
Kontakte  zu  als  Dissidenten  behandelten  exiltibetischen  Kreisen 
unterstellten und darin eine oppositionelle Haltung und eine Zugehörigkeit 
zu  als  separatistische Kräfte  betrachteten Kreisen  erblicken würden. Es 
sei  daher  davon  auszugehen,  dass Asylsuchende  tibetischer Ethnie  bei 
einer  Rückkehr  nach  China  oppositioneller  politisch­religiöser 
Anschauungen verdächtigt würden und aus diesem Grund mit Verfolgung 
im  flüchtlingsrelevanten  Sinn  zu  rechnen  hätten,  wenn  sie  nicht  in  der 
Lage sind, den Auslandaufenthalt zu rechtfertigen.

3.6.3.  Vorliegend  geht  das  BFM  davon  aus,  dass  es  sich  beim 
Beschwerdeführer  um  einen  Tibeter  handelt,  weshalb  es  ihn  zufolge 
Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  vorläufig  aufgenommen 
hat.  Die  Vorinstanz  bezweifelt  indes  die  geltend  gemachte  illegale 
Ausreise  und  seine  Herkunft  aus  dem  Gebiet  von  E._______,  da  der 
Hauptsozialisierungsraum des Beschwerdeführers eindeutig im Exil liege. 
Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich aufgrund der oben in Ziffer 
3.4  aufgeführten  Erwägungen  der  vorinstanzlichen  Einschätzung 
vollumfänglich an. Es ist in casu weder von einer illegalen noch von einer 
legalen  Ausreise  des  Beschwerdeführers  aus  China  auszugehen,  da 
dieser  im  Exil  sozialisiert  wurde  und  somit  in  einem  Land  ausserhalb 
Chinas gelebt haben und von dort in die Schweiz gereist sein muss. Die 

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entsprechenden  Ausführungen  und  Schlussfolgerung  des  oben  zitierten 
Entscheides  BVGE  2009/29  sind  daher  auf  den  vorliegenden  Fall  nicht 
anwendbar  und  es  ist  dementsprechend  auch  nicht  vom  Vorliegen 
subjektiver Nachfluchtgründe auszugehen.

3.7.  Der  Beschwerdeführer  erfüllt  somit  in  Würdigung  sämtlicher 
Umstände  die  Voraussetzungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss 
Art. 3 AsylG nicht.

4.  
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, 
EMARK 2001 Nr. 21).

5. 
5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

5.2.  Der  Beschwerdeführer  wurde  vom  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in 
der  Schweiz  aufgenommen,  weshalb  sich  weitere  Erörterungen 
erübrigen.

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7. 

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7.1. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf 
Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr 
Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Mit 
Zwischenverfügung  vom  29.  März  2010  wurde  die  Behandlung  des 
Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.

Der  Beschwerdeführer  ist  seit  dem  1. November  2010  erwerbstätig, 
weshalb  davon  auszugehen  ist,  er  sei  nicht  bedürftig.  Deshalb  ist  das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  –  in 
Ermangelung  des  Vorliegens  der  Voraussetzungen  von  Art.  65  Abs.  1 
VwVG – abzuweisen.

7.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr.  600.­  festzusetzen  (Art.  1  ­  3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen..

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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