# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b87f8191-83bb-541c-95b2-6f728eb5ad42
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.07.2009 D-4141/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4141-2009_2009-07-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4141/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi; 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.________ Senegal,
B._______
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. Juni 2009 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4141/2009

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlin-
ge (FK, SR 0.142.30),

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1, SR 142.311), 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass der Beschwerdeführer unter der Identität  A._______am 25. Mai 
2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  er  am  9.  Juni  2009  im  C._______  summarisch  zu  seiner 
Herkunft,  seinen  familiären  Verhältnissen,  dem  Reiseweg  und  den 
Asylgründen befragt wurde, 

dass der Beschwerdeführer unter anderem angab, im Dorf D.______ 
unter  der  Obhut  seiner  Eltern  und  seines  Onkels  aufgewachsen  zu 
sein,

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dass Rebellen seine Eltern getötet hätten, als er elf Jahre alt gewesen 
sei  und sich  sein  Onkel  aus  Furcht  vor  den Rebellen  mit  ihm nach 
E._______ begeben habe, 

dass  nach  dreijährigem  Aufenthalt  in  E._______  ein  Bürgerkrieg 
ausgebrochen  sei,  weshalb  er  ohne  Identitätsdokumente  in  einem 
Boot  nach  Italien  und  am  22.  Mai  2009  mit  dem  Zug  illegal  in  die 
Schweiz gelangt sei,

dass am 10. Juni 2009 eine Knochenaltersbestimmung im Auftrag des 
BFM ergab,  dass  das  wahrscheinliche  Alter  des  Beschwerdeführers 
neunzehn Jahre oder mehr betrage, 

dass der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Anga-
ben 14 Jahre und 3 Monate alt war,

dass dem Beschwerdeführer am 24. Juni 2009 zu dieser Untersuchung 
das rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass er dabei an seiner Altersangabe festhielt und im Weiteren geltend 
machte, sein Onkel habe ihm gesagt, dass er vierzehn Jahre alt sei,

dass das BFM mit - gleichentags eröffneter -Verfügung vom 26. Juni 
2009 in Anwendung von  Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylge-
such  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, dass die Ab-
weichung  zwischen  dem  vom  Beschwerdeführer  angegebenen  und 
dem durch die Knochenanalyse nachgewiesenen Alter  mehr als  drei 
Jahre betrage und damit ausserhalb des Normalbereichs liege,

dass die Identitätstäuschung mit dieser Knochenaltersanalyse nachge-
wiesen worden sei und dass das BFM den Beschwerdeführer als voll-
jährig betrachte,

dass  die  Erklärungen im Rahmen des rechtlichen Gehörs  an dieser 
Feststellung nichts zu ändern vermöchten,

dass  im  Weiteren  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seinen 
Identitätspapieren  und  seinem  Reiseweg  realitätsfremd  ausgefallen 
seien, 

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dass der Beschwerdeführer seine wahre Identität und Herkunft offen-
sichtlich verheimlichen wolle, 

dass der Beschwerdeführer mit auf den 27. Juni 2009 datierter, zuhan-
den der Schweizerischen Post am 28. Juni 2009 aufgegebener Einga-
be an das Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Entscheid sinnge-
mäss Beschwerde erhob,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  6  AsylG  i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-

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teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende die 
Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund 
der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer 
Beweismittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG),

dass der  Begriff  der Identität  im asylrechtlichen Sinn unter  anderem 
das Geburtsdatum umfasst (Art. 1 Bst. a AsylV 1), 

dass  der  Beschwerdeführer  wiederholt  angegeben  hat,  er  sei  am 
15. Februar 1995 geboren worden, womit er zum Zeitpunkt der vorge-
nommenen Knochenaltersanalyse 14 Jahre und 3 Monate alt gewesen 
wäre,

dass die Knochenaltersanalyse indessen ergeben hat, der Beschwer-
deführer sei mindestens 19 Jahre alt,

dass die vorliegend durchgeführte Knochenaltersanalyse den von der 
Praxis  festgesetzten  Anforderungen  entspricht  (vgl.  EMARK  2005 
Nr. 16 S. 141 ff.; 2004 Nr. 31 S. 218 ff.),

dass  zwischen  dem  vom Beschwerdeführer  angegebenen  Alter  und 
dem in der Knochenanalyse festgestellten Alter eine Abweichung von 
fast  dreieinhalb  Jahren  besteht,  weshalb  das  BFM  zu  Recht  davon 

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ausgegangen  ist,  die  vom  Beschwerdeführer  versuchte  Täuschung 
über  die  Identität  habe  als  rechtsgenüglich  nachgewiesen zu gelten 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 23 S. 184 ff.),

dass  das  in  der  Beschwerdeschrift  wiederholte  Vorbringen,  das  von 
ihm angegebene Alter sei ihm von seinem Onkel mitgeteilt worden, am 
klaren Ergebnis der Knochenaltersanalyse nichts zu ändern vermag, 

dass sich auch die übrigen Erklärungen in der Beschwereschrift in ei-
ner Wiederholung der bereits im Rahmen des vorinstanzlichen Verfah-
rens geltend gemachten Vorbringen,  unbehelflichen Erklärungsversu-
chen und blossen Behauptungen (alle Verwandten würden nicht mehr 
leben, weshalb er nicht in der Lage sei, seine Geburtsurkunde, von der 
er nicht wisse, wie diese aussehen und wo sich diese befinde, zu be-
schaffen), erschöpfen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

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Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG)

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der 
Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist 
(Art. 44  Abs. 2  AsylG),  diese Untersuchungspflicht  jedoch nach Treu 
und Glauben ihre Grenze in der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden 
findet  (Art. 8  AsylG),  welche  auch  die  Substanziierungslast  tragen 
(Art. 7  AsylG),  und  es  deshalb  nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein 
kann,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypothetischen 
Herkunftsländern zu forschen,

dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren Identität und Her-
kunft zu tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es 
würden einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine lan-
des- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 
Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG entgegenstehen (vgl. EMARK 
2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 5 f.),

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen und – soweit 
aktenkundig – um einen gesunden Mann handelt, dem es zuzumuten 
ist, sich wieder in seinem Herkunfts- oder Heimatstaat einzugliedern,

dass aufgrund seiner täuschenden und unwahren Angaben auch nicht 
davon ausgegangen werden kann, dass er sich nach seiner Rückkehr 
nicht auf ein familiäres oder anderes Beziehungsnetz stützen könne,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG), 

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art.  1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer durch  Vermittlung  des  (...)  (Einschreiben; 
Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM (....) (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N______, mit  der 
Bitte  um Eröffnung des Urteils  an den Beschwerdeführer  und um 
Zustellung  der  beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das 
Bundesverwaltungsgericht)

- (....)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand: 

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