# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3315190-37bd-5cdf-9708-e7f300fe9219
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2010 E-7259/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7259-2010_2010-10-19.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7259/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._____, geboren (...), Vietnam,
zurzeit im Transit des Flughafens Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); 
Verfügung des BFM vom 29. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7259/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat am 6. Juli 2008 verliess und über China, Russland, Ungarn und 
Frankreich am 11. September 2009 in die Schweiz gelangte,

dass er am 11. September 2010 im Flughafen Zürich von den Schwei-
zer Behörden angehalten wurde, als er versuchte, nach England wei-
terzureisen,

dass der Beschwerdeführer am 13. September 2010 ein Asylgesuch 
stellte, worauf das BFM ihm mit Verfügung gleichen Datums die Einrei-
se in die Schweiz verweigerte und den Transitbereich als Aufenthalts-
ort zuwies,

dass er am 14. September 2010 summarisch zu seinen Asylgründen 
befragt wurde und am 28. September 2010 die direkte Bundesanhö-
rung stattfand,

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der geltend gemachten Minder-
jährigkeit für die direkte Anhörung eine Vertrauensperson beigeordnet 
wurde,

dass  er  vorbrachte,  er  sei  vietnamesischer  Staatsangehöriger  aus 
B._____ mit letztem Wohnsitz in Kien Thiet C._____,

dass  er  bis  zur  Scheidung  seiner  Eltern  im  Jahre  2004  in  B._____ 
gelebt und dort bis zur sechsten Klasse die Schule besucht habe, be-
vor er mit seiner Mutter nach C._____ gezogen sei, wo er von 2006 bis 
Ende 2007 als Bauhandlanger gearbeitet habe,

dass  er  seit  Mitte  2006  bis  zu  seiner  Ausreise  bei  einer  Tante  in 
C._____ gelebt und diese seine Ausreise nach China finanziert habe, 

dass er nach seiner Ausreise zunächst während drei bis vier Monaten 
illegal  in  China  gelebt  und  gearbeitet  habe,  bevor  er  mit  Hilfe  einer 
Schlepperorganisation nach Russland gelangt sei,

dass er Russland in zwei  Monaten durchquert  und schliesslich  Un-
garn  erreicht  habe,  wo  er  sich  während  mehreren  Wochen in  einer 
Hütte im Wald aufgehalten und diese nicht verlassen habe, bevor er in 
einem Lastwagen nach Frankreich gebracht worden sei,

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dass er sich während fünf bis sieben Monaten illegal in Paris bei viet-
namesischen Landsleuten aufgehalten und diesen bei der Arbeit  ge-
holfen habe,

dass  er  einen  koreanischen  Reisepass  erhalten  habe  und  dann  mit 
seinem  Freund,  D._____  (D-7260/2010,  Anm.  BVger),  über  den 
Flughafen Zürich nach England habe reisen wollen, in der Hoffnung, 
dort Arbeit zu finden,

dass er für die Reisepapiere 500 Euro schulde und diese zurückzahlen 
müsse, sobald er eine Arbeit gefunden habe,

dass er  Vietnam am 6. Juli  2008 wegen der  Trennung seiner  Eltern 
und in der Hoffnung, ein neues Leben aufbauen zu können, verlassen 
habe,

dass er sich weder politisch noch religiös betätigt und nie irgendwel-
che Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden gehabt habe,

dass er abgesehen von einem Geburtsschein, der sich bei den Eltern 
befinde,  im  Heimatstaat  nie  Reise-  oder  Identitätspapiere  besessen 
oder beantragt habe,

dass er seit  seiner Ausreise aus dem Heimatstaat  mit  seinen Eltern  
nicht mehr in Verbindung stehe, keinen Kontakt mit ihnen wünsche und 
nicht wisse, wo sich diese aktuell aufhalten würden,

dass er ein Asylgesuch gestellt habe, weil er nicht mehr herumhängen 
und ein normales Leben führen möchte,

dass er wegen der Scheidung seiner Eltern nicht in den Heimatstaat 
zurückkehren wolle, weil sich niemand um den anderen kümmere und 
er  stattdessen lieber  zurück nach Frankreich  gehen  möchte,  falls  er 
nicht in der Schweiz bleiben könne,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 29. September 2010 – eröffnet  am 1. Oktober 2010 – ablehnte 
und die  Wegweisung aus dem Transitbereich  des Flughafens Zürich 
und den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung anführte,  die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Fluchtgründe würden sich auf die allgemeine wirtschaft-
liche und soziale Situation in Vietnam beziehen, welche jedoch keine 

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asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu begründen vermöge,

dass bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz darauf verzichtet werden 
könne, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen ein-
zugehen,

dass weder die in Vietnam herrschende politische Situation noch an-
dere  Gründe gegen die  Zumutbarkeit  der  Rückführung dorthin  spre-
chen würden,

dass auch keine individuellen  Gründe gegen die  Zumutbarkeit  einer 
Rückkehr nach Vietnam sprechen würden und der Beschwerdeführer 
dem BFM bis dato keinerlei Ausweispapiere abgegeben habe, weshalb 
insbesondere die geltend gemachte Minderjährigkeit nicht nachgewie-
sen sei,

dass er eigenen Aussagen zufolge mehr als zwei Jahre allein im Aus-
land  gelebt  habe  und  während  dieser  Zeit  seinen  Lebensunterhalt  
selbst habe verdienen können,

dass der Beschwerdeführer im Heimatstaat über ein familiäres Bezie-
hungsnetz verfüge und seine Aussagen zu den fehlenden Familienver-
hältnissen  als  Schutzbehauptungen  zu  werten  seien,  weshalb  ihm 
zuzumuten sei, mit seiner Familie in Kontakt zu treten,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 8. Oktober 2010 gegen 
diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 
und  in  materieller  Hinsicht  beantragt,  die  Verfügung  des  BFM  sei 
aufzuheben, es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und 
Asyl zu gewähren, weiter sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und 
Unmöglichkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass er in prozessualer Hinsicht bentragt,  es sei ihm die unentgeltli-
che Prozessführung zu gewähren, ein Rechtsbeistand beizugeben und 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten, eventua-
liter  sei  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  wieder-
herzustellen und die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen, die 
Kontaktnahme mit  den heimatlichen Behörden sowie jegliche Daten-

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weitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventualiter  sei  der  Be-
schwerdeführer – bei erfolgter  Datenweitergabe – in einer separaten 
Verfügung darüber zu orientieren,

dass der Rechtsmitteleingabe lediglich eine handschriftliche, in vietna-
mesischer Sprache verfasste Begründung beiliegt,

dass das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Zürich, Sozial-, Rechts- 
und  Rückkehrberatung,  in  seinem  Begleitschreiben  an  das  Gericht 
vom 8. Oktober 2010 ausführte, eine Übersetzung der fremdsprachi-
gen Beschwerdebegründung sei in die Wege geleitet worden und wer-
de in Kürze nachgereicht,

dass der Instruktionsrichter am 8. Oktober 2010 den Vollzug der Weg-
weisung per sofort bis auf Weiteres aussetzte,

dass  die  in  Aussicht  gestellte  Übersetzung  der  Beschwerdebegrün-
dung am 13. Oktober 2010 (vorab per Fax am 12. Oktober 2010) beim 
Bundesverwaltungsgericht eintraf,

dass  auf  die  Beschwerdebegründung,  soweit  für  den  Entscheid  we-
sentlich, in den Erwägungen eingegangen wird,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass sich namentlich aus den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte er -

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geben,  welche  zu  Zweifeln  an  der  Urteilsfähigkeit  des  Beschwerde-
führers  Anlass  geben  würden,  weshalb  er  unter  diesen Umständen, 
ungeachtet  der  Glaubhaftigkeit  seiner  geltend  gemachten  Minder-
jährigkeit, als prozessfähig zu erachten ist,

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – 
unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG  und  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und 
Art. 52 VwVG),

dass  auf  den  Eventualantrag  auf  Wiederherstellung  der  auf-
schiebenden  Wirkung  mangels  Rechtsschutzinteresses  nicht  einzu-
treten  ist,  da  die  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende 
Wirkung hat (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz einer all-
fälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzog (vgl. Art.  
55 Abs. 2 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter li-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

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dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs aus-
schliesslich  familiäre  und  wirtschaftliche  Gründe  anführt  und  dies-
bezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden kann, ohne diese im Einzelnen zu wiederholen,

dass auch die im Zusammenhang mit geschuldetem Geld vorgebrach-
ten Drohungen seitens einer Schlepperorganisation keine asylrelevan-
te Verfolgung zu begründen vermögen,

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten keinerlei Vorbringen 
geltend machen kann, die auch nur ansatzweise geeignet wären, die 
Flüchtlingseigenschaft  zu begründen, weshalb es sich ohne weiteren 
Erwägungsaufwand erübrigt, näher darauf einzugehen,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der vor-
maligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, dass heisst, sie 
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Auflage,  Ba- 
sel 2009, Rz. 11.148), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass  der  spezifischen  Situation  unbegleiteter  minderjähriger  Asylge-
suchsteller  unter  dem Gesichtspunkt  der  Zumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG Rechnung zu tragen ist, 

dass sich für das BFM insbesondere die Pflicht ergibt, bei der Prüfung 
des Wegweisungsvollzugs die spezifisch mit der Minderjährigkeit ver-
bundenen Aspekte genügend abzuklären und dabei der Persönlichkeit 
des  Kindes  und  seinen  Lebensumständen  umfassend  Rechnung  zu 
tragen ist, 

dass sich für die Asylbehörden daraus grundsätzlich die Verpflichtung 
ergibt, von Amtes wegen abzuklären, welche Situation sich für die im 
Falle einer Heimkehr unbegleitete minderjährige Person im Heimatland 
realistischerweise ergeben könnte, insbesondere ob das Kind zu sei-
nen Eltern oder anderen Angehörigen zurückgeführt werden kann und 
ob diese in der Lage sind, seine (dem Alter, der physischen und psy-
chischen Verfassung,  der Herkunft  etc. entsprechenden)  Bedürfnisse 
abzudecken  (vgl.  zum  Ganzen  EMARK  2006  Nr.  24  S.  259  ff.,  mit 
weiteren Hinweisen), 

dass die Behörden im Asylverfahren gemäss Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 

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AsylG den Sachverhalt  von Amtes wegen festzustellen haben, diese 
Untersuchungspflicht jedoch durch die der asylsuchenden Person ge-
stützt  auf  Art.  8  AsylG  auferlegte  Mitwirkungspflicht  eingeschränkt 
wird,  wobei  sie  insbesondere  ihre  Identität  offenzulegen  und  in  der 
Empfangsstelle  Reisepapiere  und  Identitätsausweise  abzugeben  hat 
(vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Aussagen  im  Heimat-
staat einen Geburtsschein besitzt, welcher sich bei seinen Eltern be-
findet (vgl. Protokoll vom 14. September 2010 S. 9 und Protokoll vom 
28. September  2010 S. 5),  und er  demzufolge bei  den heimatlichen 
Behörden  registriert  ist  und  es  ihm  zumutbar  gewesen  wäre,  sich 
-  beispielsweise  -  bei  einer  Vertretung  seines  Heimatstaates  in  der 
Schweiz um die Beschaffung eines entsprechenden Identitätsnachwei-
ses zu bemühen,

dass er aber den Behörden - in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht - 
bis zum jetzigen Zeitpunkt  keine Reise- oder Identitätspapiere abge-
geben und auch keine erkennbaren Anstrengungen unternommen hat, 
sich solche zu beschaffen,

dass er einzig zu Protokoll gegeben hat, er wolle nicht, dass man über 
seine Familie Nachforschungen anstelle, und sich schliesslich gewei-
gert  hat,  die entsprechende Einwilligungserklärung zu unterzeichnen 
(vgl. Protokoll vom 14. September 2010 S. 20),

dass der Beschwerdeführer im Heimatstaat zumindest mit seiner Tan-
te, die ihm bei der Ausreise geholfen hat, über ein unterstützungsfähi-
ges und -williges familiäres Beziehungsnetz verfügt,

dass er seit seiner Ausreise aus dem Heimatstaat im Juli 2008 seinen 
Lebensunterhalt  selbst  bestritten  hat  und  in  sieben  Monaten  das 
18. Lebensjahr vollenden wird,

dass dem Beschwerdeführer angesichts dieser Umstände zugemutet 
werden kann, in seinen Heimatstaat zurückzukehren und dort Kontakt 
zu seiner Tante und wohl auch zu weiteren Verwandten aufzunehmen,

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat-  beziehungsweise  Her-
kunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, wes-
halb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

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dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe beantragt, die 
zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme 
mit  den Behörden des Heimat-  oder Herkunftsstaates sowie jegliche 
Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, eventuell sei er bei be-
reits erfolgter Datenweitergabe darüber in einer separaten Verfügung 
zu informieren,

dass angesichts  des offensichtlichen Fehlens einer  Gefährdung kein 
Anlass für eine vorsorgliche Anweisung an das BFM bestand, wodurch 
der Antrag mit dem vorliegenden Urteil hinfällig wird, und – soweit er -
sichtlich – bisher keine Daten weitergegeben wurden, weshalb keine 
weitere Informationspflicht besteht,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass die Beschwerde aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos zu qualifizieren ist, weshalb das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG 
abzuweisen ist,

dass mit dem vorliegenden Urteil das Gesuch um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses hinfällig wird,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Flug-
hafenpolizei Zürich.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Marco Abbühl

Versand: 

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