# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a954463-710f-55d5-a5bf-7a334de00bcb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2025 E-4699/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4699-2023_2025-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4699/2023 

 

 
X_START  

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richter William Waeber, 

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…),  

2. B._______, geboren am (…), 

Südafrika,   

beide vertreten durch MLaw Corinne Reber, Rechtsanwältin, 

(…),  

Beschwerdeführerinnen,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 2. August 2023 / N (…). 

 

 

 

E-4699/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerinnen verliessen ihren Heimatstaat am (…) Feb-

ruar 2023 auf dem Luftweg in Richtung C._______. Am (…) Februar 2023 

wurde den Beschwerdeführerinnen am Flughafen D._______ nach ihrer 

Ankunft aus E._______ die geplante Weiterreise nach F._______ verwei-

gert. 

A.b Am 20. Februar 2023 stellten sie im Transitbereich des Flughafens  

D._______ Asylgesuche, woraufhin ihnen am Folgetag die Einreise in die 

Schweiz zwecks Prüfung ihrer Gesuche bewilligt wurde. 

B.  

B.a Die Beschwerdeführerin 1 wurde im Beisein ihrer zugewiesenen 

Rechtsvertretung am 8. Juni 2023 zu ihren Asylgründen befragt. Nachdem 

das SEM bei dieser Anhörung Hinweise darauf gefunden hatte, dass es 

sich bei der Beschwerdeführerin 1 um ein potenzielles Opfer von Men-

schenhandel handeln könnte, fand – wiederum im Beisein der zugewiese-

nen Rechtsvertretung – am 21. Juli 2023 die sogenannte Anhörung Men-

schenhandel statt; in deren Rahmen wurde sie ausserdem ergänzend zu 

ihren Asylgründen angehört. Anlässlich dieser beiden Anhörungen machte 

die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen Folgendes geltend: 

B.b Ihre Mutter sei verstorben, als sie noch im Vorschulalter gewesen sei, 

weshalb sie anschliessend bei ihrem Onkel und dessen Familie gelebt 

habe. Sie sei im Alter von (…) Jahren Mutter geworden und habe daraufhin 

auf Drängen der Frau ihres Onkels die Schule abgebrochen. Bei einer 

Hochzeit Ende 2020 habe sie ihren jetzigen Ex-Partner, einen nigeriani-

schen Staatsangehörigen, kennengelernt. Ihr Onkel – mit dem sie ein gu-

tes Verhältnis gepflegt habe – sei im Frühjahr 2021 verstorben. Nach des-

sen Tod habe sich die bereits zuvor problematische Beziehung zu seiner 

Ehefrau weiter verschlechtert, weshalb sie im Sommer 2021 mit ihrer Toch-

ter zu ihrem damaligen Partner nach G._______ gezogen sei. Dort habe 

sie bis Anfang 2022 Teilzeit als Kellnerin gearbeitet und Leuten die Haare 

gemacht.  

Ihr Partner habe sie anfänglich unterstützt, sein Verhalten habe sich aber 

Anfang 2022 verändert. Er habe von ihr verlangt, mit seinem "Bruder" zu 

schlafen, weil seine Kultur dies verlange. Als sie sich geweigert habe, habe 

er sie geschlagen. In der Folge sei ihr Partner immer eifersüchtiger gewor-

den, habe ihr unterstellt, ihn zu betrügen, und ihr verboten, zu arbeiten oder 

E-4699/2023 

Seite 3 

soziale Kontakte zu pflegen. Im Frühjahr 2022 habe er sie eines Nachts 

geschlagen und an ihren Haaren gezogen, weil sie aufgrund ihrer Mens-

truation nicht mit ihm habe verkehren wollen. Daraufhin sei es ihr gelungen, 

aus der Wohnung zu fliehen und einen Polizeiposten aufzusuchen. Zwei 

Polizisten hätten sie anschliessend zu ihrer Wohnung begleitet und ihren 

Ex-Partner in Handschellen abgeführt. Er sei aber noch in derselben Nacht 

wieder nach Hause gekommen, habe sie mit einer Waffe bedroht und ihr 

gesagt, dass er weitherum bekannt sei und gute Beziehungen habe. Von 

der Polizei habe sie nichts mehr gehört und sich auch selbst nicht wieder 

bei den Behörden gemeldet. Am folgenden Tag habe er ihr erlaubt, ein Ge-

schäft aufzusuchen. Als sie zurück in die Wohnung gekommen sei, habe 

sie festgestellt, dass es möglicherweise fast zu einem sexuellen Übergriff 

des Ex-Partners auf ihre Tochter gekommen sei. Sie wisse nicht, was ge-

nau vorgefallen sei und ihr Ex-Partner habe alles abgestritten.  

Im Sommer 2022 hätten vier Männer bei ihnen zu Hause nach ihrem Ex-

Partner gesucht. Sie hätten sie angeschrien, ihre Tochter mit einer Waffe 

bedroht und von Drogen gesprochen. Als sie ihren Ex-Partner nach seiner 

Rückkehr auf allfällige Drogengeschäfte angesprochen habe, habe er er-

neut gedroht, sie umzubringen, und ihr zu Einschüchterungszwecken ein 

Enthauptungsvideo gezeigt. Nach diesem Vorfall habe ihre Tochter die 

Schule nicht mehr besucht. Trotz der Bemühungen ihres Ex-Partners, sie 

zu kontrollieren und isolieren, habe sie weiterhin mit ihrer ebenfalls in  

G._______ wohnhaften Jugendfreundin in Kontakt gestanden. Diese habe 

ihr geholfen, suizidale Absichten zu überwinden, und als bessere Alterna-

tive eine Flucht ins Ausland vorgeschlagen. Die Freundin habe ihr einen 

Kontakt vermittelt, der Menschen bei der Ausreise unterstütze, und ihr an-

geboten, ein Bankdarlehen aufzunehmen, falls sie die Reisekosten nicht 

selbst tragen könne. Im Herbst 2022 sei es ihr gelungen, das Haus zu ver-

lassen, um einen Reisepass für sich und ihre Tochter zu beantragen. 

Ende 2022 habe ihr Ex-Partner sie gebeten, sich "seinen Mädchen" anzu-

schliessen, so dass sie mehr Geld verdienen könne. Dabei sei es um den 

Transport von Drogen und um Prostitution gegangen. Sie habe ihm in Aus-

sicht gestellt, dass sie sich bald Reisepapiere beschaffen würde, um seine 

Aufträge ausführen zu können. Im Februar 2023 sei er aufgebracht in die 

Wohnung gestürmt, habe einen normalerweise verschlossenen Schrank 

geöffnet, daraus eine Tasche voller Geld entnommen und die Wohnung 

wieder verlassen. Sie habe beobachten können, wie er das Geld auf der 

Strasse einem Polizisten in einem Polizeiauto übergeben habe. Sie habe 

durch das Fenster eine Videoaufnahme von dieser Geldübergabe 

E-4699/2023 

Seite 4 

gemacht, dieses ihrer Freundin geschickt und es anschliessend gelöscht.  

Am folgenden Tag habe ihr Ex-Partner das Video bei den gelöschten Daten 

dieses Mobiltelefons gefunden und sei daraufhin ausser sich gewesen. Als 

sie beteuert habe, mit seinem "Bruder" verkehren und schleunigst Reise-

papiere besorgen zu wollen, habe er sich beruhigt. Als er zwei Tage später 

nicht zu Hause gewesen sei, habe sie den verschlossenen Schrank auf-

gebrochen, habe das ganze Geld entwendet und sei mit ihrer Tochter zu 

ihrer Freundin gefahren. Diese habe die Ausreise organisiert und sie hätten  

G._______ wenige Tage später auf dem Luftweg verlassen.  

B.c Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführerin-

nen unter anderem folgende Beweismittel zu den Akten: 

• ein Video auf dem ersichtlich sei, wie der Ex-Partner der Beschwer-

deführerin 1 einem Beamten in einem vor ihrem Haus geparkten  

Polizeiauto Geld übergebe; 

• Fotos von Verletzungen, die ihr Ex-Partner ihr zugefügt habe; 

• ein Enthauptungsvideo, mit der ihr Ex-Partner sie bedroht und wel-

ches sie an ihre Jugendfreundin weitergeleitet habe; 

• Auszüge einer WhatsApp-Konversation mit ihrer Freundin. 

C.  

Das SEM teilte der Beschwerdeführerin 1 anlässlich der Anhörung Men-

schenhandel mit, es sei zum Schluss gekommen, dass keine konkreten 

Anhaltspunkte für die Annahme bestünden, bei ihr handle es sich um ein 

Opfer eines Verbrechens oder Vergehens im Zusammenhang mit Men-

schenhandel, und auf die Einräumung einer Erholungs- und Bedenkzeit 

werde verzichtet.  

D.  

D.a Mit Eingabe vom 27. Juli 2023 beantragten die Beschwerdeführerin-

nen den Erlass einer anfechtbaren Zwischenverfügung betreffend die 

Nichtanerkennung der Beschwerdeführerin 1 als Opfer von Menschen-

handel. 

D.b Mit Zwischenverfügung vom 28. Juli 2023 wies das SEM das Gesuch 

der Beschwerdeführerinnen um Einräumung einer Erholungs- und Bedenk-

zeit im Sinn von Art. 13 des Übereinkommens zur Bekämpfung des Men-

schenhandels (SR 0.311.543; nachfolgend: ÜBM) unter Hinweis auf man-

gelnde konkrete Anhaltspunkte auf ein Verbrechen oder Vergehen im Zu-

sammenhang mit Menschenhandel ab.   

E-4699/2023 

Seite 5 

E.  

E.a Die Vorinstanz unterbreitete der zugewiesenen Rechtsvertretung der 

Beschwerdeführerin am 28. Juli 2023 den Entwurf des ablehnenden Asyl-

entscheids zur Stellungnahme. 

E.b Die Beschwerdeführerinnen liessen mit Eingabe vom 31. Juli 2023 

Stellung zum Entscheidentwurf nehmen und erklärte sich mit diesem nicht 

einverstanden. 

F.  

Mit Verfügung vom 2. August 2023 – am selben Tag eröffnet – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen, lehnte ihr 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Wegweisungsvollzug an. 

G.  

Am 2. August 2023 informierte die zugewiesene Rechtsvertretung das 

SEM über die Beendigung des Vertretungsverhältnisses. 

H.  

Die Beschwerdeführerinnen liessen mit Eingabe ihrer neu mandatierten 

Rechtsvertreterin vom 31. August 2023 beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde gegen die vorinstanzliche Zwischenverfügung vom 28. Juli 

2023 sowie den ablehnenden Asylentscheid vom 2. August 2023 erheben. 

Sie beantragten die Aufhebung beider Verfügungen, die Asylgewährung 

unter Anerkennung ihrer Flüchtlingseigenschaft sowie die Anweisung an 

die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin 1 als Opfer von Menschenhandel 

anzuerkennen und ihr die entsprechenden Rechte gemäss ÜBM zu ge-

währen; eventualiter seien sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, sub-

eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung 

sowie zur neuen Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

In prozessualer Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführerinnen um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung ihrer Rechtsver-

treterin als amtliche Rechtsbeiständin. 

I.  

I.a Nach Eingang der Beschwerde eröffnete das Bundesverwaltungsge-

richt praxisgemäss zwei Beschwerdeverfahren, zumal sich das Rechtsmit-

tel gegen zwei unterschiedliche Anfechtungsobjekte richtete (Zwischen-

verfügung des SEM vom 28. Juli 2023 und Verfügung des SEM vom 2. Au-

gust 2023). 

E-4699/2023 

Seite 6 

I.b Das Bundesverwaltungsgericht trat im (parallel geführten) Verfahren  

E-4711/2023 mit Entscheid vom 12. September 2023 nicht auf die  

Beschwerde vom 31. August 2023 ein, soweit sich diese gegen die mit  

Zwischenverfügung vom 28. Juli 2023 verweigerte Einräumung einer  

Erholungs- und Bedenkzeit richtete, und führte in diesem Zusammenhang 

insbesondere aus, die verweigerte Einräumung einer Erholungs- und  

Bedenkzeit stelle keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil dar;  

hinsichtlich der materiellen Argumentation zu den Menschenhandels- 

vorbringen wurde auf das parallel laufende (vorliegende) Asylbeschwerde-

verfahren verwiesen.  

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. September 2023 forderte der Instruktions-

richter die Beschwerdeführerinnen auf, ihre prozessuale Bedürftigkeit zu 

belegen; zudem lud er die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein.  

K.  

Die Beschwerdeführerinnen reichten mit Eingabe vom 18. September 

2023 einen Bedürftigkeitsnachweis zu den Akten und ergänzten ihr Rechts-

mittel um den prozessualen Antrag, die Beschwerdeführerin 2 sei zu ihren 

Asylgründen, sowie im Hinblick auf die vollständige Erstellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts, anzuhören. Ausserdem reichten sie unter ande-

rem einen ärztlichen Bericht betreffend die Beschwerdeführerin 1 vom 

29. August 2023 zu den Akten.  

L.  

Das SEM liess sich am 20. September 2023 innert erstreckter Frist zur Be-

schwerde vernehmen und hielt vollumfänglich an den Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung fest. 

M.  

Am 13. Oktober 2023 reichten die Beschwerdeführerinnen einen Kurz- 

bericht der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) vom 

10. Oktober 2023 betreffend die Beschwerdeführerin 1 zu den Akten. 

N.  

Der Instruktionsrichter hiess die Gesuche um unentgeltliche Prozessfüh-

rung und amtliche Rechtsverbeiständung mit Zwischenverfügung vom 

19. Oktober 2023 gut und setzte die Rechtsvertreterin der Beschwerde-

führerinnen antragsgemäss als amtliche Rechtsbeiständin ein. Sodann 

räumte er ihnen das Replikrecht ein und forderte sie unter Hinweis auf ihre 

gesetzlichen Mitwirkungspflichten dazu auf, die angekündigten medizini-

schen Unterlagen einzureichen. 

E-4699/2023 

Seite 7 

O.  

Die Beschwerdeführerinnen replizierten mit Eingabe vom 1. Dezember 

2023 innert erstreckter Frist und hielten an ihren Rechtsbegehren fest. Sie 

reichten ausserdem den Bericht einer Psychologin betreffend die Be-

schwerdeführerin 2 vom 31. Oktober 2023 ein. 

P.  

P.a Mit Eingabe vom 18. März 2024 reichten die Beschwerdeführerinnen 

einen von einer Psychiatric Mental Health Nurse Practitioner verfassten 

Bericht betreffend die Beschwerdeführerin 1 vom 11. Januar 2024 zu den 

Akten.  

P.b Der Instruktionsrichter forderte die Beschwerdeführerinnen mit Zwi-

schenverfügung vom 6. Januar 2025 zur Einreichung aktueller Arztberichte 

auf.  

P.c Mit Eingabe vom 21. Februar 2025 reichten die Beschwerdeführerin-

nen innert erstreckter Frist drei medizinische Berichte betreffend die Be-

schwerdeführerin 2 vom 8. April 2024, 24. Januar 2025 und 28. Januar 

2025, zwei Berichte betreffend die Beschwerdeführerin 1 vom 22. Januar 

2025 und 21. Februar 2025 sowie einen Bericht über ihre psychosoziale 

Begleitung vom 23. Januar 2025 zu den Akten. 

Q.  

Q.a Der Instruktionsrichter bot den Beschwerdeführerinnen mit Zwischen-

verfügung vom 6. August 2025 Gelegenheit, sich zur Feststellung zu äus-

sern, nach einem Abgleich der örtlichen Gegebenheiten über die von 

Google Maps zur Verfügung gestellte Street View-Funktion sei der Ein-

druck entstanden, das im erstinstanzlichen Verfahren eingereichte Video 

sei nicht an der angegebenen Wohnadresse der Beschwerdeführerinnen 

in G._______ entstanden. 

Q.b Mit Eingabe vom 15. August 2025 liessen die Beschwerdeführerinnen 

ein Gesuch um Einsicht in die vom Instruktionsrichter erwähnten 

Street View-Bilder und um Erstreckung der Frist zur Stellungnahme einrei-

chen. 

Q.c Am 19. August 2025 übermittelte der Instruktionsrichter der amtlichen 

Rechtsbeiständin eine Kopie der Visionierungs-Aktennotiz vom 30. Juli 

2025 und erstreckte die Frist zur Stellungnahme bis zum 3. September 

2025. 

E-4699/2023 

Seite 8 

Q.d Mit Eingabe vom 3. September 2025 ersuchte die Rechtsbeiständin 

um erneute Erstreckung der Frist zur Stellungnahme, was der Instruktions-

richter bewilligte. 

Q.e Mit Eingabe vom 24. September 2025 ersuchte die Rechtsbeiständin 

wiederum um Verlängerung der Frist zur Stellungnahme. Dieses Ersuchen 

wies der Instruktionsrichter am 26. September 2025 unter Hinweis auf die 

Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 VwVG ab. 

Q.f Mit Eingabe vom 30. September 2025 äusserten sich die Beschwerde-

führerinnen zur Visionierungsnotiz des Bundesverwaltungsgerichts. Sie 

hielten im Wesentlichen fest, die Beschwerdeführerin 1 könne sich leider 

nicht erklären, weshalb die auf dem Video ersichtliche Umgebung nicht auf 

den Google Street View-Aufnahmen zu sehen sei. Sie könne sich nicht 

mehr genau erinnern, aus welchem Fenster der Wohnung sie das Video 

aufgenommen habe; es sei jedoch gut möglich, dass die Aufnahme aus 

einem Fenster auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnung erfolgt sei. 

Alles in allem werde an den Ausführungen zum Video in den beiden Anhö-

rungen sowie in den auf Beschwerdeebene eingereichten Eingaben fest-

gehalten. Selbst bei Annahme eines verminderten Beweiswerts des Videos 

wäre zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin 1 in den Anhörun-

gen sehr kohärent, detailliert und lebensecht über ihre Erlebnisse habe 

sprechen können und die vom SEM erwähnten angeblichen Ungereimthei-

ten auf Beschwerdeebene allesamt hätten geklärt werden können.  

Abschliessend wies die amtliche Rechtsbeiständin darauf hin, dass sie die 

behandelnden Psychologinnen und Fachärztinnen der Beschwerdeführe-

rinnen um aufdatierte ärztliche Berichte gebeten habe; diese würden dem 

Gericht baldmöglichst zugestellt. Es werde darum ersucht, mit der Urteils-

fällung bis zum Vorliegen dieser Berichte zuzuwarten. 

Q.g In einem Schreiben vom 7. Oktober 2025 informierte die Rechtsbei-

ständin darüber, dass sich die Ausstellung der bestellten Berichte aufgrund 

verschiedener Ferienabwesenheiten verzögere und diese voraussichtlich 

erst Ende Oktober 2025 eingereicht werden könnten; es werde erneut da-

rum ersucht, mit der Urteilsfällung bis dahin zuzuwarten. 

Q.h Am 16. Oktober 2025 brachte der Instruktionsrichter der Rechtsbei-

ständin der Klarheit halber zur Kenntnis, dass gemäss Aktenlage – auch 

angesichts des bisherigen Verlaufs des Instruktionsverfahrens – keine  

Veranlassung bestehe, Arztberichte zu aktualisieren oder das Verfahren 

faktisch zu sistieren. 

E-4699/2023 

Seite 9 

Q.i Mit Eingaben vom 17., 20. und 28. Oktober 2025 liessen die Beschwer-

deführerinnen sie beide betreffende medizinische Berichte vom 10., 13., 

20. und 27. Oktober 2025 zu den Akten reichen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz 

teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

miert. Die Beschwerde ist ausserdem frist- und formgerecht eingereicht 

worden (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 10 der Verordnung vom 

1. April 2020 über Massnahmen im Asylbereich im Zusammenhang mit 

dem Coronavirus [Covid-19-Verordnung Asyl, SR 142.318, aufgehoben per 

15. Dezember 2023] und Übergangsbestimmung der Aufhebungsverord-

nung vom 22. November 2023 [AS 2023 694] e contrario; Art. 48 Abs. 1 so-

wie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde gegen den Asylentscheid vom 2. August 2023 ist 

einzutreten (s. auch vorstehender Bst. I). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

  

E-4699/2023 

Seite 10 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG); den  

frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist sie, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesent- 

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt ständiger Pra-

xis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

4.  

Die Beschwerdeführerinnen erheben auf Beschwerdeebene mehrere for-

melle Rügen, die vorab zu beurteilen sind. Sie rügen namentlich eine Ver-

letzung ihres rechtlichen Gehörs, insbesondere der Begründungspflicht, 

sowie die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts.  

4.1  

4.1.1 Die Beschwerdeführerinnen monieren, die Vorinstanz habe die vor-

handenen Anhaltspunkte für erfolgten Menschenhandel nicht hinreichend 

gewürdigt und sich in der Folge – in Verletzung ihrer Begründungspflicht – 

überhaupt nicht mit der Frage der Schutzfähigkeit der südafrikanischen Be-

hörden im Zusammenhang mit Menschenhandel auseinandergesetzt (vgl. 

Beschwerde S. 26 und Replik S. 8 f.). 

4.1.2 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung hinreichend und nach-

vollziehbar begründet, weshalb es das Vorbringen der Beschwerdeführe-

rin 1, wonach ihr Menschenhandel gedroht habe, für nicht glaubhaft hält. 

E-4699/2023 

Seite 11 

Diese Einschätzung hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung bekräftigt. 

Nach dieser Feststellung bestand für das SEM offensichtlich keine Veran-

lassung, sich mit der Schutzfähigkeit der südafrikanischen Behörden in die-

ser Hinsicht zu befassen. Soweit die Beschwerdeführerinnen die Auffas-

sung der Vorinstanz nicht teilen und an der Glaubhaftigkeit dieses Sach-

verhaltsaspekts festhalten, bildet diese unterschiedliche Beurteilung letzt-

lich Gegenstand der nachfolgenden materiellen Prüfung (vgl. nachfolgende 

E. 6). Eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung war den Beschwerde-

führerinnen offensichtlich ohne Weiteres möglich. Dass das SEM seine Ar-

gumentation in der Vernehmlassung präzisiert hat, vermag entgegen der 

in der Replik vertretenen Auffassung ebenfalls nicht zur Annahme einer 

Verletzung des rechtlichen Gehörs zu führen (vgl. Replik S. 1 f.). Auf den 

erst nach der Vernehmlassung eingereichten Bericht des FIZ vom 10. Ok-

tober 2023 ist im Übrigen ebenfalls im Rahmen der materiellen Beurteilung 

Bezug zu nehmen.  

4.2  

4.2.1 Die Beschwerdeführerinnen machen weiter geltend, die Vorinstanz 

habe sich zur Begründung der Feststellung in der angefochtenen Ver- 

fügung, wonach sich die südafrikanischen Behörden als schutzwillig und 

schutzfähig erweisen würden, einzig auf die südafrikanische Strafgesetz-

gebung gestützt. Die effektive Verfolgung von Delikten häuslicher Gewalt 

und die ungenügende Umsetzung der Gesetze habe das SEM ausser Acht 

gelassen (vgl. Beschwerde S. 26 und Replik S. 10 f.).  

4.2.2 Diese Rüge ist ebenfalls unbegründet, zumal es sich auch dies- 

bezüglich letztlich um eine unterschiedliche materielle Auffassung des  

relevanten Sachverhalts handelt. Die Vorinstanz hat nachvollziehbar dar-

gelegt, worauf sie ihre Schlussfolgerung stützt, die südafrikanischen Be-

hörden seien – im Allgemeinen und betreffend die Beschwerdeführerinnen 

im Besonderen – gewillt und fähig, Opfer häuslicher Gewalt im Rahmen 

ihrer Möglichkeiten zu schützen. Die sachgerechte Anfechtung der Verfü-

gung war – wie die einlässliche Entgegnung zur Situation von Opfern häus-

licher Gewalt in Südafrika in der Beschwerde zeigt – auch in dieser Hinsicht 

offensichtlich problemlos möglich.  

4.3  

4.3.1 Mit Blick auf den Umgang der Vorinstanz mit den eingereichten Be-

weismitteln rügen die Beschwerdeführerinnen sowohl eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs als auch eine unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts. Die Verletzung der Begründungspflicht erblicken 

E-4699/2023 

Seite 12 

die Beschwerdeführerinnen bezüglich der Würdigung der eingereichten 

Beweismittel in der angefochtenen Verfügung, zumal nicht ersichtlich 

werde, ob den Beweismitteln Rechnung getragen worden sei (vgl. Be-

schwerde S. 28). Ausserdem wäre die Vorinstanz gehalten gewesen, über 

die zuständige Schweizerische Botschaft in Erfahrung zu bringen, ob die 

Anzeige der Beschwerdeführerin anhand genommen worden sei oder nicht 

(vgl. Beschwerde S. 27).  

4.3.2 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung unmissverständlich 

festgehalten, dass die im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Be-

weismittel nicht geeignet seien, die geltend gemachten Vorbringen zu be-

legen, weil sie nicht eindeutig zugeordnet werden könnten und das be-

hauptete Fehlen des Schutzwillens der südafrikanischen Behörden nicht 

zu untermauern vermöchten (vgl. Verfügung S. 7). Die diesbezüglich for-

melle Rüge vermag ausserdem schon deshalb nicht zu überzeugen, weil 

die Beschwerdeführerinnen in der Lage waren, in ihrem Rechtsmittel ihre 

– materiell abweichende – Einschätzung bezüglich der Zuordnung der ein-

gereichten Beweismittel ausführlich darzulegen (vgl. Beschwerde S. 11 

und 27). Von einer verunmöglichten sachgerechten Anfechtung ist somit 

auch in diesem Zusammenhang nicht auszugehen. Für Abklärungen der 

Schweizer Botschaft bei den südafrikanischen Polizeibehörden bestand 

weder im erst- noch im zweitinstanzlichen Verfahren Veranlassung; im  

Übrigen legte das SEM seiner Argumentation die Notwendigkeit einer An-

handnahme der Anzeige der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 13 

und 27) nicht zugrunde.  

4.4  

4.4.1 Ferner rügen die Beschwerdeführerinnen eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs, weil die Beschwerdeführerin 1 bei ihrer ersten Anhörung  

– entgegen der vorgängigen ausdrücklichen Bitte ihrer damaligen Rechts-

vertretung – nicht durch ein reines Frauenteam angehört worden sei (vgl. 

Beschwerde S. 9 und 28).  

4.4.2 Die Vorinstanz räumte in der Vernehmlassung ein, die Planung der 

ersten Anhörung in einem gemischtgeschlechtlichen Team sei einem  

Kanzleifehler geschuldet. Die Beschwerdeführerin 1 sei im Rahmen der 

Anhörung jedoch zweimal – einmal gleich zu Beginn und einmal vor dem 

Bericht über ihre Fluchtgründe – gefragt worden, ob sie die Anhörung trotz 

der Anwesenheit eines männlichen Dolmetschers durch- respektive fort-

führen wolle. Eine Durchsicht der Akten ergibt in der Tat, dass die Be-

schwerdeführerin einer Anhörung in dieser Personalkonstellation zweimal 

E-4699/2023 

Seite 13 

ausdrücklich zugestimmt hat (vgl. SEM-act. A7 F3 f. und insbes. F97: "Das 

ist für mich okay, so fortzufahren. Am Tag, als ich ein vollständiges weibli-

ches Team verlangte, wollte ich mit überhaupt keinem Mann sprechen"). 

Zudem hat die bei dieser Befragung mitwirkende vormalige Rechtsvertre-

terin weder während der Anhörung noch im Nachhinein interveniert oder 

gegen die Durchführung unter den gegebenen Umständen protestiert.  

Es gibt keinen Grund zur Annahme, die rechtsvertretene Beschwerdefüh-

rerin sei sich im Zeitpunkt ihrer Zustimmung nicht über deren Konsequen-

zen im Klaren gewesen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist unter 

diesen Umständen nicht anzunehmen. Allfällige Hemmungen der Be-

schwerdeführerin 1 im Aussageverhalten aufgrund der Personalzusam-

mensetzung wären gegebenenfalls im Rahmen der materiellen Beurteilung 

zu berücksichtigen.  

4.5  

4.5.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen im Zusammenhang mit der man-

gelhaften Abklärung ihres jeweiligen psychischen Gesundheitszustands 

eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Ei-

nerseits sei das SEM gehalten gewesen, die psychologische Begutachtung 

der Beschwerdeführerin 2 abzuwarten – beziehungsweise diese überhaupt 

zu veranlassen – zumal diese sowohl für die Einschätzung einer allfälligen 

Kindswohlgefährdung als auch für die Beurteilung der zu erwartenden 

Nachteile im asylrechtlichen Sinn relevant gewesen wäre. Andererseits 

hätte auch der psychische Zustand der Beschwerdeführerin 1 einer nähe-

ren Abklärung bedurft. Ihre Schlafstörungen seien pauschal als "keine 

schwerwiegenden Probleme" abgetan worden (vgl. Beschwerde S. 26 f. 

sowie Replik S. 6 f. und S. 12).  

4.5.2 Diese Ausführungen der Beschwerdeführerinnen sind – in Kenntnis 

der heute vorliegenden medizinischen Unterlagen – verständlich. Das  

Bundesverwaltungsgericht erkennt aber aus den folgenden Gründen auch 

in diesem Zusammenhang keine mangelhafte vorinstanzliche Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts: Anlässlich der Anhörung vom 8. Juni 

2023 beantwortete die Beschwerdeführerin 1 die Frage nach dem Befin-

den ihrer Tochter (in deren Anwesenheit) mit den Worten "Ihr geht es gut" 

(vgl. SEM-act. 7/14 F8). Auf ihre eigene Situation angesprochen, führte sie 

aus, sie habe keine Gesundheitsbeschwerden, leide aber unter Albträu-

men, wegen des im Heimatstaat erlebten Traumas. Im Asylzentrum habe 

sie um einen Termin bei einem Psychologen gebeten und warte immer 

noch auf ein Aufgebot. Sie nehme wegen dieser Probleme momentan 

Schlaftabletten ein, die sie in der Schweiz erhalten habe; diese würden sie 

E-4699/2023 

Seite 14 

aber sehr müde machen, weshalb sie sie nicht jeden Tag verwende (vgl. 

a.a.O. F.87 f.). Anlässlich der ergänzenden Anhörung Menschenhandel 

vom 21. Juli 2023 führte die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen aus, 

ihrer Tochter gehe es – auch psychisch – "okay", aber sie verhalte sich 

manchmal seltsam und könne sich beispielsweise nicht in Anwesenheit an-

derer Personen umziehen; das Mädchen habe zudem einen Termin beim 

Zahnarzt wahrnehmen müssen und letzte Woche unter Husten und Ma-

genschmerzen gelitten (vgl. SEM-act. 9/25 F21 ff.). Sie selber habe nun 

keine Albträume mehr wie zuvor und nehme auch keine Tabletten mehr ein 

(vgl. a.a.O. F6 ff.). In der Folge erkundigte sich das SEM beim BAZ nach 

dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerinnen, nahm die entspre-

chenden Auskünfte zu den Akten und klärte den medizinischen Sachver-

halt aus damaliger Sicht hinreichend ab. Die zugewiesene Rechtsvertre-

tung der Beschwerdeführerinnen nahm in der Stellungnahme vom 31. Juli 

2023 zum negativen Entscheidentwurf des SEM denn auch mit keinem 

Wort Bezug auf die gesundheitliche Situation ihrer Mandantinnen.  

4.6  

4.6.1 In ihrer Beschwerdeergänzung vom 18. September 2023 beantragen 

die Beschwerdeführerinnen mit Blick auf die rechtsgenügliche Sachver-

haltserstellung eine kindgerechte Anhörung der Beschwerdeführerin 2 zu 

ihren Asylgründen entweder durch das Bundesverwaltungsgericht oder 

eventualiter die Vorinstanz.  

4.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in Übereinstimmung mit dem 

SEM davon aus, dass der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf die 

möglichen Asylgründe beider Beschwerdeführerinnen hinreichend erstellt 

ist und keine Veranlassung besteht, die im Entscheidzeitpunkt 11-jährige 

Beschwerdeführerin 2 ebenfalls anzuhören. Das SEM hat in der Vernehm-

lassung überzeugend ausgeführt, eine Befragung der Beschwerdeführe-

rin 2 biete im Hinblick auf die Entscheidfindung keinen Mehrwert und er-

weise sich als nicht zielführend. 

4.7  

4.7.1 Schliesslich monieren die Beschwerdeführerinnen das Kindeswohl 

sei bei der Entscheidfindung insgesamt nicht ausreichend berücksichtigt 

worden (vgl. Beschwerde S. 20 f. und Replik S. 14 f.).  

4.7.2 Zur Begründung dieser formellen Rüge beziehen sich die Beschwer-

deführerinnen grösstenteils auf Argumente, die bereits im Zusammenhang 

mit der Abklärung des psychischen Gesundheitszustandes und der bean-

E-4699/2023 

Seite 15 

tragten Anhörung der Beschwerdeführerin 2 beurteilt wurden. Die ange-

fochtene Verfügung thematisiert das Kindeswohl explizit und äussert sich 

ausserdem zur Behandelbarkeit allfälliger psychischer Probleme (vgl. Ver-

fügung S. 9). Soweit die Beschwerdeführerinnen anzweifeln, dass die Be-

schwerdeführerin 2 in Südafrika Zugang zu einem kindgerechten Trauma-

therapie-Setting erhalte, handelt es sich dabei um einen Aspekt der mate-

riellen Beurteilung. Entgegen der in der Replik vertretenen Auffassung (vgl. 

S. 14 f.: "Die Ausführungen der Vorinstanz zum Kindswohl sind gänzlich 

nachgeschoben. In der Verfügung vom 2. August 2023 wurden keinerlei 

Ausführungen hierzu gemacht") erfolgte die Argumentation des SEM hin-

sichtlich des Kindeswohls nicht erst im Rahmen der Vernehmlassung, son-

dern wurde dort – unter Bezugnahme auf die in der Verfügung angelegten 

Grundzüge – offensichtlich bloss weiter präzisiert.  

4.8 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet. Das 

Eventual-Kassationsbegehren der Beschwerdeführerinnen ist abzuwei-

sen. 

5.  

5.1 Das SEM begründete den ablehnenden Asylentscheid inhaltlich im We-

sentlichen mit der mangelnden asylrechtlichen Relevanz der geltend ge-

machten Fluchtgründe. Bei den geschilderten Problemen mit ihrem Ex-

Partner handle es sich um eine Verfolgung durch Dritte. Das südafrikani-

sche Gesetz kriminalisiere häusliche Gewalt und Vergewaltigung und es 

gebe für Opfer häuslicher Gewalt zahlreiche Anlaufstellen. Demnach sei 

vom Schutzwillen und von der Schutzfähigkeit der südafrikanischen Behör-

den auszugehen. Es lägen insgesamt keine Hinweise dafür vor, dass den 

Beschwerdeführerinnen der Zugang zur entsprechenden Schutzinfrastruk-

tur verwehrt gewesen sei oder dass die Polizei sich nicht mit ihrem Fall 

befasst habe. Ferner bestünden Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen der Beschwerdeführerin 1. Ihre Ausführungen seien teilweise konstru-

iert, widersprüchlich und unsubstanziiert. Die eingereichten Beweismittel 

seien schliesslich weder geeignet, die angeblich fehlende Schutzinfrastruk-

tur in Südafrika noch die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen zu belegen. Be-

treffend die behaupteten Prostitutions- und Drogentransporttätigkeiten be-

stünden ausserdem keine Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin 1 

Opfer eines Verbrechens oder Vergehens im Zusammenhang mit Men-

schenhandel geworden sein könnte.  

  

E-4699/2023 

Seite 16 

5.2  

5.2.1 Zur Begründung ihres Rechtsmittels führten die Beschwerdeführerin-

nen im Wesentlichen aus, die Tatbestandselemente für Menschenhandel 

seien vorliegend erfüllt. Der Ex-Partner der Beschwerdeführerin 1 habe im 

Verlauf ihrer Beziehung ein Abhängigkeitsverhältnis geschaffen, das er in 

der Folge auszunutzen geplant habe. Nach anfänglich einvernehmlicher 

Beziehung habe er ein Klima der Kontrolle und Angst geschaffen und seine 

Gewalttätigkeit sei nur durch die Absicht zu erklären, die Beschwerde- 

führerin 1 der Prostitution zuzuführen und sie für seine Drogengeschäfte 

anzuwerben und auszunutzen.  

5.2.2 Insgesamt habe die Beschwerdeführern 1 kohärent, detailliert und le-

bensecht über ihre Erlebnisse berichtet. Gerade auch ihre Aussagen zur 

ungenügenden Reaktion der von ihr einmal aufgesuchten Polizeidienst-

stelle sei nicht nur glaubhaft geschildert, sondern decke sich auch mit Er-

lebnissen anderer Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt und dem – ge-

mäss Länderberichten – mangelnden Schutzwillen der südafrikanischen 

Behörden in diesem Kontext. Erschwerend hinzu komme, dass ihr Ex- 

Partner nachweislich gute Kontakte zur korrupten Polizei in G._______ un-

terhalten habe. Angesichts der umfassenden Kontrollmassnahmen seitens 

des Ex-Partners der Beschwerdeführern 1 sowie ihres schlechten psychi-

schen Gesundheitszustands mute es befremdlich an, dass die Vor-instanz 

es für zumutbar und möglich halte, dass sie sich hätte an die Polizei wen-

den oder anderweitige Schutzmassnahmen hätte ergreifen sollen. 

5.2.3 Die geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen seien flüchtlings-

rechtlich relevant, zumal die südafrikanischen Strafverfolgungs- und  

Polizeibehörden in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt und Men-

schenhandel weder schutzwillig noch schutzfähig seien. Die Beschwerde-

führerinnen hätten in ihrem Heimatstaat demnach keinen konkreten  

Zugang zu wirksamen Schutzstrukturen gehabt. Im Übrigen bestehe die 

Gefahr, dass sie bei einer Rückkehr erneut in die Fänge des – mit den 

Polizeibehörden gut vernetzten – Ex-Partners und dessen Gefolgsleute ge-

raten und entsprechend ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sein würden. 

Schliesslich habe auch die Beschwerdeführerin 2 sowohl unter den Kon-

trollmassnahmen als auch die zwielichtigen Geschäftsbeziehungen des 

Ex-Partners stark gelitten und sei sie insbesondere durch den versuchten 

sexuellen Übergriff anhaltend traumatisiert.  

  

E-4699/2023 

Seite 17 

5.3  

5.3.1 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an ihrer Einschätzung 

fest, dass das Tatelement der Ausbeutung im Zusammenhang mit dem 

mutmasslich stattgefundenen Menschenhandelt nicht erfüllt sei, da die ent-

sprechenden Anhaltspunkte zu wenig konkret und begründet seien.  

Die Beschwerdeführerin 1 verwende den Begriff "Menschenhandel" zwar 

häufig, vermöge diesen aber weder zu kontextualisieren noch zu vertiefen, 

womit ihre diesbezüglichen Schilderungen insgesamt aufgesetzt und un-

substanziiert erscheinen würden.  

5.3.2 Das auf Beschwerdeebene gezeichnete Bild absoluter sozialer Isola-

tion, permanenter Kontrolle und besonderer Hilflosigkeit finde in den Akten 

keine Stütze. Ebenso wenig ergäben sich Hinweise auf eine besondere 

Verletzlichkeit, zumal es der Beschwerdeführerin 1 trotz früher Schwanger-

schaft nachweislich gelungen sei, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. So-

dann mute es konstruiert und realitätsfremd an, dass sie unmittelbar vor 

der geplanten Flucht in der Wohnung einen Haufen Geld gefunden haben 

wolle und dass ihre Freundin – die ihre Ausreise mit einem Bankdarlehen 

zu finanzieren bereit gewesen sei – sie nicht dabei unterstützt habe, die 

Polizei, Notfalldienste oder andere Schutzorganisationen in Südafrika zu 

kontaktieren.  

5.3.3 Obwohl die Kriminalitätsrate und insbesondere geschlechtsspezifi-

sche Gewalt in Südafrika sehr hoch seien und die Durchsetzung der – in 

diesem Bereich umfangreichen, strengen und fortschrittlichen – Gesetz-

gebung teilweise mängelbehaftet sei, könne nicht davon ausgegangen 

werden, die südafrikanischen Behörden würden geschlechtsspezifischer 

Gewalt keinen Einhalt gebieten. Es gebe keinen Zweifel am grundsätzli-

chen Schutzwillen und der Schutzfähigkeit der staatlichen Behörden  

– namentlich auch der diesbezüglich spezialisierten Gerichte – und es sei 

den Beschwerdeführerinnen ferner nicht gelungen, darzulegen, dass sie 

persönlich keinen Zugang zur Schutzinfrastruktur in ihrem Heimatstaat ge-

habt hätten. Überdies stehe es ihnen frei, sich in Südafrika an einem an-

deren Ort als G._______ niederzulassen.  

5.4  

5.4.1 In ihrer Replik sowie den Eingaben vom 13. Oktober 2023, 18. März 

2024, 21. Februar 2025 und 30. September 2025 bekräftigten die Be-

schwerdeführerinnen im Wesentlichen die Glaubhaftigkeit und die asyl-

rechtliche Relevanz ihrer Fluchtgründe. Eine zwischenzeitliche Vernetzung 

der Beschwerdeführerin 1 mit der FIZ habe ergeben, dass es konkrete Hin-

weise für das Vorliegen der Tatbestandselemente von Menschenhandel 

E-4699/2023 

Seite 18 

gebe. Die Beschwerdeführerin 1 habe sodann ihre Erlebnisse im Wissen 

darum, dass es sich um eine sogenannte Anhörung Menschenhandel 

handle, vorgetragen, weshalb alleine aus ihrer wiederholten Verwendung 

dieses Begriffs nicht auf die mangelnde Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen 

geschlossen werden könne. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien 

– angesichts der massiven Einschüchterungen seitens ihres Ex-Partners – 

sowohl ihre besondere Verletzlichkeit als auch ihr stark eingeschränkter 

Handlungsspielraum augenfällig. So habe sie etwa die Wohnung nur sehr 

selten und mit grossem organisatorischem Aufwand verlassen dürfen. Die 

Beschwerdeführerinnen hielten sodann an der ungenügenden Umsetzung 

der südafrikanischen Gesetzgebung zur Bekämpfung häuslicher Gewalt 

durch die korruptionsgeplagten Polizeibehörden und der daraus folgenden 

asylrechtlichen Relevanz ihrer Vorbringen fest. 

5.4.2 Die aktenkundigen psychischen Probleme der Beschwerdeführerin-

nen seien ausserdem nicht nur im Zusammenhang mit dem Wegweisungs-

vollzug zu berücksichtigen, sondern würden zusätzlich auch die Glaub- 

haftigkeit ihrer Fluchtgründe untermauern. Dass die Beschwerdeführerin 2 

höchstwahrscheinlich Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden sei, wür-

den schliesslich auch die zwischenzeitlich eingereichten ärztlichen Be-

richte nahelegen. 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. Die Ausfüh-

rungen auf Beschwerdeebene vermögen den Argumenten des SEM letzt-

lich nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann vorab auf die zu-

treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und in der Ver-

nehmlassung verwiesen werden. 

Als wesentlich wird Folgendes erachtet: 

6.2  

6.2.1 Einleitend ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht ge-

stützt auf die im erstinstanzlichen Verfahren protokollierten Aussagen nicht 

bezweifelt, dass die Beschwerdeführerin 1 in der Vergangenheit in einer 

gewaltgeprägten Beziehung mit einem Mann stand. Die diesbezüglichen 

Schilderungen sind recht substanziiert und wirken grundsätzlich lebens-

echt (vgl. etwa SEM-act. 9/25 F65); ausserdem hat die Beschwerdeführe-

rin mehrere Fotografien von sich zu den Akten gereicht, auf denen Spuren 

von erheblicher körperlicher Misshandlung abgebildet sind (vgl. SEM-

act. 4/6).  

E-4699/2023 

Seite 19 

6.2.2 Die Beschreibung der Umstände ihrer Ausreise aus Südafrika und 

den ihr angeblich drohenden Nachteilen – insbesondere, dass ihr Ex- 

Partner sie gezwungen haben soll "beim Menschenhandel mit[zu]machen" 

(vgl. SEM-act. A7 F98) – vermögen das Gericht allerdings nicht zu über-

zeugen. Insgesamt entsteht der deutliche Eindruck, die Beschwerdeführe-

rin trage insoweit einen konstruierten Sachverhalt vor und ihre Ausreise sei 

unter anderen als den geltend gemachten Umständen erfolgt. 

6.3  

6.3.1 Die Beschwerdeführerin 1 begründete ihre Ausreise Anfang Februar 

2023 damit, dass sich die von ihrem Ex-Freund ausgehende Bedrohung 

aufgrund eines von ihr aufgenommenen Videos kurz vor der Ausreise deut-

lich verschärft habe. Sie habe durch das Fenster ihrer gemeinsamen Woh-

nung beobachtet, wie er einem in einem Polizeiauto vor ihrem Haus sitzen-

den Polizisten Geld durch das Autofenster übergeben habe. Das Geld 

habe er zuvor aus einem – normalerweise verschlossenen – Schrank in 

der Wohnung geholt. Sie habe die Szene gefilmt, das Video ihrer Freundin 

geschickt und es anschliessend gelöscht. Am Folgetag habe er ihr Mobil-

telefon durchsucht, das Video bei den gelöschten Daten (Papierkorb) ent-

deckt und sie daraufhin körperlich angegriffen und bedroht. Erst als sie ein-

gewilligt habe, sich "seinen Mädchen" anzuschliessen, habe er sich beru-

higt. Das Video belege seine engen Kontakte zur südafrikanischen Polizei. 

Auf Beschwerdeebene stützen die Beschwerdeführerinnen ihre Argumen-

tation zu ihren individuellen Schwierigkeiten beim Zugang zu staatlicher 

Schutzinfrastruktur insbesondere auf die angeblich nachweislich guten 

Kontakte des Ex-Partners zu den mutmasslich korrupten Polizeibehörden 

in G._______. Obwohl die Beschwerdeführerin geltend machte, der physi-

schen und psychischen Gewalt ihres Ex-Partners über einen längeren Zeit-

raum hinweg ausgeliefert gewesen zu sein, stellt sie den Zeitpunkt ihrer 

Ausreise eindeutig in den zeitlichen und sachlichen Kontext dieses Videos.  

6.3.2 Ein Abgleich der örtlichen Gegebenheiten rund um die aktenkundige 

Wohnadresse der Beschwerdeführerin über die von Google Maps zur Ver-

fügung gestellte Street View-Funktion zeigte, dass das Video nicht zur ge-

nannten Zeit rund um die betreffende Liegenschaft aufgenommen worden 

sein kann. Die lokalen Gegebenheiten (Strassenbeschaffenheit und  

-markierung, Bäume die auf dem Video Schatten auf die Strasse werfen, 

Werbebeschilderung, Form der Fensterfassungen) schliessen eindeutig 

aus, dass das Video an einer direkt an das Wohnhaus angrenzenden 

Strasse entstanden ist. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs konnte die Be-

schwerdeführerin diese Ungereimtheiten nicht erklären. Dass sie das 

E-4699/2023 

Seite 20 

Video möglicherweise aus einem Fenster auf der Rückseite des Gebäudes 

aufgenommen haben könnte (vgl. Eingabe vom 30. September 2025 S. 2), 

kann aufgrund eines Abgleichs der geografischen Gegebenheiten mit dem 

vorhandenen Kartenmaterial und Satellitenbildern ausgeschlossen wer-

den. Die eingereichte Videosequenz ist offenkundig aus keinem Fenster 

dieser Liegenschaft aufgenommen worden. Die diesbezüglichen Schilde-

rungen der Beschwerdeführerin erweisen sich demnach als unwahr.  

6.3.3 Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme geltend 

macht, auch bei Annahme "eines verminderten Beweiswerts des Videos", 

seien ihre Vorbringen insgesamt glaubhaft, vermag dies das Bundes- 

verwaltungsgericht nicht zu überzeugen: Selbst unter Berücksichtigung ei-

ner allfälligen Traumatisierung entstand das Video offensichtlich nicht unter 

den behaupteten Umständen. Dies wiederum bedeutet, dass die Ereig-

nisse unmittelbar vor der Ausreise der Beschwerdeführerinnen sich nicht 

auf die behauptete Art und Weise zugetragen haben können, spielte das 

Video in der Schilderung der Beschwerdeführerin doch eine äusserst zent-

rale Rolle (die erstmalige Frage nach den Asylgründen begann die Be-

schwerdeführerin mit den folgenden Worten: "Ich habe Südafrika verlassen 

aus Sicherheitsgründen. Um Sicherheit zu suchen. Am Tag, als ich Süd-

afrika verlassen hatte, sollte ich umgebracht werden oder ein Opfer von 

Menschenhandel zu werden. [FS unterbricht GS] Eine Woche, bevor ich 

Südafrika verlassen hatte, habe ich einen Video von (…) gemacht, vom 

Fenster aus dem Haus wo mir [sic] wohnten"; vgl. SEM-act. 7/14 F98).  

6.3.4 Durch diese Feststellung wird auch die – darüber hinaus gänzlich un-

belegt gebliebene – Behauptung, der Ex-Partner unterhalte enge Bezie-

hungen zur Polizei, in Zweifel gezogen. Ohnehin erscheint die Vorstellung, 

dass dieser nigerianische Staatsangehörige "mit der Polizei arbeitet […]" 

(vgl. SEM-act. 9/25 F169) und "landesweit" beziehungsweise "überall" Ein-

fluss habe (vgl. a.a.O. F174), auch unter Berücksichtigung der in Südafrika 

herrschenden Korruption lebensfremd. 

6.3.5 Nach dem Gesagten müssen sich die Beschwerdeführerinnen die 

negativen Auswirkungen auf die Glaubhaftigkeit ihrer Fluchtgründe entge-

genhalten lassen, zumal es sich bei den festgestellten Ungereimtheiten in 

Bezug auf das Video offensichtlich nicht um sachverhaltliche Nebensäch-

lichkeiten, sondern um zentrale Elemente handelt.  

  

E-4699/2023 

Seite 21 

6.4  

6.4.1 Für das Bundesverwaltungsgericht bestehen gestützt auf den vor- 

getragenen Sachverhalt keine konkreten Anhaltspunkte dafür, die  

Beschwerdeführerin 1 sei Opfer eines Delikts im Zusammenhang mit Men-

schenhandel geworden. Das SEM hat in diesem Zusammenhang zu Recht 

ausgeführt, dass wesentliche Elemente dieses Sachverhaltsaspekts kon-

struiert und lebensfremd anmuten. 

6.4.2 Der auf Beschwerdeebene eingereichte Bericht der FIZ vom 10. Ok-

tober 2023 ist nicht geeignet, diese Einschätzung des Bundesverwaltungs-

gerichts umzustossen. Der Kurzbericht basiert auf einem einzigen Ge-

spräch mit der Beschwerdeführerin 1 und stützt sich vollumfänglich auf de-

ren Aussagen, insbesondere auch auf die behaupteten Vorfälle rund um 

das erwähnte Video und ihre aus Selbstschutz folgende Zusage, sich "den 

Mädchen" ihres Ex-Partners anschliessen zu wollen. Die Einschätzung der 

FIZ bezüglich des Vorliegens der Tatbestandselemente von Menschenhan-

del geht demnach von der vollumfänglichen Glaubhaftigkeit der Beschwer-

deführerin aus. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt die Frage der 

Glaubhaftigkeit aber – wie bereits erwähnt und in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz – anders. 

6.4.3 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 sowie die im Rahmen 

des Flughafenverfahrens sichergestellten Unterlagen weisen im Übrigen 

weitere Unstimmigkeiten auf. Einerseits bestehen erhebliche Zweifel be-

züglich des angeblichen Handelns der Jugendfreundin der Beschwerde-

führerin. Diese soll sich bereit erklärt haben, ihre Ausreise mittels eines 

Bankdarlehens vollumfänglich zu finanzieren und sich um die Organisation 

der benötigen Dokumente zu kümmern (vgl. SEM-act. A7 F83 f.). Bemü-

hungen der Freundin, sie zwischen August 2022 – als sie Suizidabsichten 

geäussert habe – und ihrer Ausreise im Februar 2023 im Umgang mit den 

lokalen Behörden oder anderweitig unterstützt zu haben, trug die Be-

schwerdeführerin erstaunlicherweise nicht vor, obwohl dies zu erwarten 

gewesen wäre (vgl. SEM-act. A9 F101). Im Rahmen des Flughafenverfah-

rens wurden ausserdem Dokumente sichergestellt, die sich nicht mit ihren 

Ausführungen zu den angeblichen Fluchtumständen vereinbaren lassen. 

Sie gab an, die Dokumente von einer unbekannten Person erhalten zu  

haben. Darunter findet sich auch ein am (…) Januar 2023 ausgestellter 

Versicherungsnachweis für eine auf die Beschwerdeführerinnen lautende  

Reiseversicherungspolice. Das Ausstellungsdatum dieses Dokuments 

steht den behaupteten Ausreiseorganisationsmodalitäten entgegen, zumal 

die Beschwerdeführerin erst nach dem Vorfall mit dem Video im Februar 

E-4699/2023 

Seite 22 

2023 Vorkehrungen für die Ausreise getroffen haben will (vgl. SEM-act. A7 

F85). Ausserdem beinhalten die Dokumente einerseits eine Bestätigung 

der Schule der Beschwerdeführerin 2 über deren geplante Reise mit ihrer 

Mutter (vgl. SEM-act. A9 F74), wobei die Beschwerdeführerin 1 an anderer 

Stelle geltend machte, ihre Tochter habe die Schule ab Juli 2022 bis zur 

Ausreise nicht mehr besucht, weil ihr Ex-Partner wahrheitswidrig behauptet 

habe, der Unterricht finde online statt (vgl. SEM-act. A7 F57 ff.); anderer-

seits liegt die Bestätigung eines in G._______ ansässigen Unternehmens 

über die berufliche Tätigkeit der Beschwerdeführerin 1 als "Internal Audi-

tor" und den bewilligten Urlaub vor. Obwohl letztlich unklar bleibt, unter wel-

chen Umständen die Beschwerdeführerin diese Bestätigungen erhalten 

hat, verstärken sich vor ihrem Hintergrund die Zweifel an der Glaub- 

haftigkeit der geltend gemachten Vorbringen. Insgesamt ist es der Be-

schwerdeführerin 1 somit nicht gelungen, die ausreisebegründenden Um-

stände glaubhaft zu machen. 

6.4.4 Sodann vermögen die Beschwerdeführerinnen die grundsätzliche 

Schutzfähigkeit und den Schutzwillen der südafrikanischen Behörden be-

züglich häuslicher Gewalt nicht infrage zu stellen. Das SEM hat demnach 

zu Recht festgehalten, dass die entsprechenden Vorbringen der Beschwer-

deführerinnen keine asylrechtliche Relevanz zu entfalten vermögen. Die 

offenbar erlittenen Gewalterfahrungen der Beschwerdeführerinnen sind 

bedauerlich, es gibt jedoch unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter 

Umstände keinen Grund zur Annahme, sie hätten persönlich keinen Zu-

gang zur staatlichen Schutzinfrastruktur oder jedenfalls einer zumutbaren 

Aufenthaltsalternative gehabt. Entgegen der Behauptung der Beschwerde-

führerinnen gibt es keine Anhaltspunkte dafür, der Ex-Partner habe enge 

Kontakte zu den Sicherheitsbehörden, namentlich der örtlichen Polizei in 

G._______, unterhalten. Von der behaupteten, weitreichenden Vernetzung 

des Ex-Partners, die nur die Flucht ins Ausland zugelassen habe, kann 

demnach keine Rede sein. Vor diesem Hintergrund wäre es den Beschwer-

deführerinnen unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände zuzumuten 

gewesen, sich bei der Polizei um weitere Informationen bezüglich der ein-

gereichten Anzeige zu bemühen, eine höhere Instanz beizuziehen oder 

sich der rein lokalen Gefährdung schliesslich durch Umzug an einen ande-

ren Ort in Südafrika zu begeben. In diesem Zusammenhang ist darauf hin-

zuweisen, dass die Beschwerdeführerin 1 vor ihrem Umzug nach  

G._______ längere Zeit in H._______ gelebt hat und anzunehmen gewe-

sen wäre, dass ihre Freundin sie auch bei einem Verbleib in Südafrika un-

terstützt hätte. Der Ansicht der Beschwerdeführerinnen, wonach die südaf-

rikanischen Behörden sich in Bezug auf Delikte häuslicher Gewalt flächen-

E-4699/2023 

Seite 23 

deckend als schutzunwillig und schutzunfähig erweisen würden, kann un-

ter Hinweis auf die Länderpraxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht ge-

folgt werden (vgl. etwa BVGer-Urteil D-6558/2025 vom 10. September 

2025 E. 7.2 m.w.H.).  

6.4.5 Es gibt nach dem Gesagten zwar Hinweise auf eine nicht unerhebli-

che Traumatisierung beider Beschwerdeführerinnen, die aber die asyl-

rechtliche Relevanz der geltend gemachten Erlebnisse – soweit das Ge-

richt diese als glaubhaft erachtet – nicht zu begründen vermag.  

6.4.6 Nach dem Gesagten ist abschliessend noch einmal darauf hinzuwei-

sen, dass auch für das Bundesverwaltungsgericht kein Grund für eine  

– angesichts des Alters des Kindes potenziell zusätzlich traumatisierende 

– Anhörung der Beschwerdeführerin 2 besteht, zumal eine solche den 

Sachverhalt insbesondere angesichts der mangelnden flüchtlingsrechtli-

chen Relevanz nicht in einem anderen Licht erscheinen lassen und das 

Gericht somit zu keiner anderen Schlussfolgerung bewegen könnte. 

6.5 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Vorinstanz zu 

Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen verneint und 

ihr Asylgesuch abgelehnt hat. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerinnen verfügen namentlich weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt der 

Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, 

sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 

wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.) 

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Seite 24 

8.3 Die Wegweisungsvollzugshindernisse – Unzulässigkeit, Unzumutbar-

keit, Unmöglichkeit – sind alternativer Natur (vgl. BVGE 2013/27 E. 8.3). 

Liegt eines dieser Hindernisse vor, ist der Vollzug nicht durchführbar. 

9.  

9.1 Die Vorinstanz qualifizierte den Vollzug der Wegweisung als zulässig, 

zumutbar und möglich. In diesem Zusammenhang führte sie insbesondere 

aus, die Beschwerdeführerin 1 verfüge über Schulbildung, Arbeitserfah-

rung und – neben ihrer engen Freundin – mutmasslich auch über weitere 

Kontakte in Südafrika. Die aktenkundigen gesundheitlichen Probleme 

seien in Südafrika behandelbar und auch die übergeordneten Kindes- 

interessen stünden einem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen.  

9.2 Die Beschwerdeführerinnen führten mit Blick auf den Wegweisungs-

vollzug im Wesentlichen aus, die von ihnen dringend benötigte psychiatri-

sche Gesundheitsversorgung sei in Südafrika nicht gewährleistet. Sie 

könnten ausserdem nicht auf ein stabiles, tragfähiges Beziehungsnetz zu-

rückgreifen, dass sie bei einer Rückkehr auffangen und unterstützen 

würde. Ihre geringe Schulbildung und Arbeitserfahrung würden nicht aus-

reichen, um den gemeinsamen Lebensunterhalt zu bestreiten. Insgesamt 

sei demnach davon auszugehen, dass sie im Fall einer Rückkehr in eine 

persönliche Notlage geraten würden und das Kindeswohl dadurch in  

hohem Masse gefährdet sei.  

10.  

10.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.2 Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Wegwei-

sungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei 

denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht 

erhältlich. Entsprechen die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland 

nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, bewirkt dies allein noch 

nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen ist erst auszuge-

hen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine dras-

tische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustands 

nach sich zieht (vgl. BVGE 2017 VI/7 E. 6, BVGE 2011/50 E. 8.3 und 

2009/2 E. 9.3.2 je m.w.H.). 

E-4699/2023 

Seite 25 

10.3 Die psychische Gesundheit der beiden Beschwerdeführerinnen ist er-

heblich beeinträchtigt: 

10.3.1 Gemäss den aktuellsten medizinischen Berichten wurden bei der 

Beschwerdeführerin 1 eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, 

ICD-10: F43.1) sowie psychosoziale Belastungsfaktoren im Zusammen-

hang mit Gewalterfahrungen und Fluchterlebnissen (Z65) diagnostiziert 

vgl. hierzu und zu Folgenden den Bericht von Frau Dr. med. I._______, 

FMH Psychiatrie und Psychotherapie vom 27. Oktober 2025). Die Patientin 

sei als schwer traumatisiert einzustufen, die PTBS sei mittlerweile chroni-

fiziert. Eine weiterführende Traumatherapie der psychisch hoch vulnerab-

len Patientin wäre aus fachpsychiatrischer Sicht indiziert, könne jedoch erst 

dann durchgeführt werden, wenn sie sich in einem dauerhaft sicheren und 

stabilen Umfeld befinde. Eine Exposition gegenüber belastenden oder 

traumabezogenen Themen – bei Wegfall der aktuellen Schutz- und Sicher-

heitsfaktoren – berge ein hohes Risiko einer psychischen Dekompensation 

bis hin zu suizidalen Krisen. Einem Bericht der zuständigen Psychiatri-

schen Spitex vom 13. Oktober 2025 ist zu entnehmen, dass die Patientin 

ständig von Angstgefühlen begleitet sei und unter Intrusionen, gedrückter 

Stimmung, innerer Unruhe, Schreckhaftigkeit, Schlaf- und Appetitlosigkeit 

leide. In letzter Zeit hätten sich die Symptome verstärkt. Es würden auch 

vermehrt Schuld- und Schamgefühle auftreten, weil sie sich für die trauma-

tischen Erlebnisse im Heimatland und für die unsichere Zukunft ihrer Toch-

ter verantwortlich fühle. 

10.3.2 Bei der elfjährigen Beschwerdeführerin 2 wurden unter anderem die 

folgenden Diagnosen gestellt: PTBS (ICD-10: F43.1 ); Achse aktuelle ab-

norme psychosoziale Umstände: Abweichende Elternsituation (Z60.1), Se-

xueller Missbrauch (ausserhalb der Familie, Z61.5), Migration oder soziale 

Verpflanzung (Z60.3) Unmittelbare, beängstigende Erlebnisse (Z61.7), 

Psychische Störung / abweichendes Verhalten eines Elternteils (Z63.7); 

Achse Globalbeurteilung der psychosozialen Anpassung: Mässige soziale 

Beeinträchtigung in mindestens ein oder zwei Bereichen (94.A3.13); Achse 

Körperliche Symptomatik: nicht näher bezeichnete Bauchschmerzen mit 

vermuteter psychosomatischer Ursache (R10.4). Im Bericht der Psychiat-

rische Universitätsklinik D._______, Kinder- und Jugendpsychiatrie, vom 

10. Oktober 2025 wird weiter ausgeführt, bei der Patientin handle es sich 

um ein Mädchen, das seit Herbst 2023 wegen multipler schwerer trauma-

tischer Ereignisse in psychiatrischer Behandlung stehe und weiterhin mit 

psychosozialen Belastungen konfrontiert sei; die zuweisende Symptomatik 

sei im Rahmen einer komplexen PTBS einzuordnen. Da die traumatischen 

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Seite 26 

Erlebnisse sehr schwerwiegend gewesen und in einer besonders vulnerab-

len Entwicklungsphase aufgetreten seien, zeige die Patientin das  

Störungsbild einer Entwicklungstraumatisierung mit Auswirkungen auf das 

Selbstbild und Beziehungserleben im Sinne einer Störung der Selbst- 

organisation. Es bestünden multiple psychosoziale Belastungsfaktoren, 

darunter insbesondere die Angst davor, wieder ins Herkunftsland (somit in 

die Nähe der Täterschaft) zurückgeschickt zu werden, und die Angst um 

die Sicherheit und Gesundheit der psychisch kranken Mutter. Seit Septem-

ber 2024 besuche das Kind zusätzlich eine Gruppentherapie für Kinder  

mit PTBS im Verein "(…)". Für eine Verbesserung des psychischen Befin-

dens der Patientin sei die Schaffung eines sicheren und langfristig  

stabilen Lebensumfelds ohne äussere Bedrohung unumgänglich. Aus  

kinderpsychiatrischer Sicht sei von einer Ausweisung in den Heimstaat 

dringend abzuraten, bestünde in diesem Fall doch ein hohes Risiko für eine 

Retraumatisierung. Zudem drohe bei erneutem Aussetzen einer ausweg-

losen, gewaltvollen Situation eine gravierende psychische Dekompensa-

tion und die Gefahr einer negativen Entwicklung bis hin zu Suizidalität.  

In einem Bericht vom 20. Oktober 2025 beschrieben die Psychotherapeu-

ten des Vereins "(…)" den Verlauf der seit Sommer 2024 laufenden thera-

peutischen Behandlung der Beschwerdeführerin 2 und die dabei gewon-

nenen Erkenntnisse. Das Mädchen sei in seinem Herkunftsland in der frü-

hen Kindheit schwerer Gewalt, Freiheitsberaubung und sexuellem Miss-

brauch ausgesetzt gewesen und habe dadurch eine schwere und frühe se-

quentielle Traumatisierung in einem sensiblen Entwicklungsalter erlitten. 

Diese Ausgangslage berge das Risiko der Entwicklung einer komplexen 

Traumafolgestörung (neben der evidenten PTBS), die mit einer gravieren-

den Einbusse der Funktionalität in Berufs- und Alltagsleben verbunden 

wäre. Die Behandlung der Patientin müsse in einem sicheren Umfeld statt-

finden; eine Fortsetzung der Traumatherapie bei weiterhin unsicherer Le-

benssituation – respektive am Ort der Traumatisierung – sei kontraindiziert. 

Eine Rückkehr in das Herkunftsland mit fehlender Sicherheit aufgrund der 

Nähe zur Tätergruppe sowie der Abbruch der Beziehungen zum Therapeu-

tenteam und zu ihren Freunden würden die Genesung der Beschwerde-

führerin 2 und ihre Entwicklung massiv gefährden. Es wäre diesfalls kurz-

fristig mit einer akuten Belastungsreaktion bis hin zur Gefahr einer  

suizidalen Dekompensation und längerfristig mit einer Verschlechterung 

und Chronifizierung ihrer Ursprungssymptomatik zu rechnen. Die Entwick-

lung einer komplexen Traumafolgestörung (mit den massiven negativen 

Auswirkungen auf Gesundheit, Entwicklung, Lebensqualität und Lebens-

erwartung) würde diesfalls wahrscheinlich. Ausserdem wäre bei einer 

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Seite 27 

Rückkehr des Kindes auch die Gefahr einer Dekompensation der  

psychisch labilen Mutter und damit verbunden eine Vervielfachung der  

negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Entwicklung des Kindes im 

Auge zu behalten. Aus psychotherapeutischer Sicht sei daher von einer 

Rückkehr der Elfjährigen ins Herkunftsland dringend abzuraten. 

10.4 Sind Minderjährige vom Wegweisungsvollzug betroffen, bildet im 

Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung gemäss konstanter Praxis das Kindes-

wohl einen gewichtigen zusätzlichen Gesichtspunkt; dies ergibt sich nicht 

zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG 

im Licht von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107).  

Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände 

einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf einen Wegweisungs-

vollzug wesentlich erscheinen. Im Rahmen einer solchen Zumutbarkeits-

prüfung ist zu beachten, dass das Kindeswohl nicht erst dann gefährdet ist, 

wenn das Kind in eine existenzielle Notlage gerät (vgl. BVGE 2014/26 

E. 7.6 m.w.H und statt vieler das Urteil BVGer D-2087/2020 vom 21. Juni 

2023 E. 10.3). 

10.5 Angesichts der übereinstimmenden und ausführlich begründeten Ein-

schätzungen des aktuellen Gesundheitszustands der Beschwerdeführe-

rin 2 geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass der Vollzug der 

Wegweisung in den Heimatstaat für das Mädchen mit hoher Wahrschein-

lichkeit mit einer existenziellen Gesundheitsgefährdung verbunden wäre. 

Die genauen Umstände der unbestreitbaren Traumatisierung des Kindes 

sind zwar, wie oben dargelegt, nicht bekannt; es kann aber vernünftiger-

weise kein Zweifel daran bestehen, dass sie im Heimatstaat stattgefunden 

hat, zumal die Verhaltensauffälligkeit der Tochter von der Beschwerdefüh-

rerin 1 schon zu Beginn des Asylverfahrens thematisiert wurde (vgl. SEM-

act. 9/25 F 21 ff.). Wesentlich erscheint ausserdem die Tatsache, dass die 

psychisch offensichtlich ebenfalls erheblich beeinträchtigte Mutter die Be-

treuung des Kindes voraussichtlich nicht hinreichend gewährleisten könnte 

und den Akten keine konkreten Hinweise auf ein tragfähiges familiäres Be-

ziehungsnetz in Südafrika zu entnehmen sind.  

10.6 Der Vollzug der Wegweisung wäre heute mit dem Kindeswohl offen-

kundig nicht vereinbar. Er erweist sich damit als unzumutbar. Im Sinn von 

Art. 83 Abs. 4 AIG.  

  

E-4699/2023 

Seite 28 

10.7 Nachdem sich aus den Akten (erwartungsgemäss) keine Hinweise auf 

Umstände ergeben, die eine nähere Prüfung unter dem Gesichtspunkt des 

Ausschlussgrundes von Art. 83 Abs. 7 AIG bedingen würden, sind die  

Voraussetzungen für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme des Kinds 

in der Schweiz gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG gegeben. 

10.8 Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG) ist die Mutter der Beschwerdeführerin 2, die Beschwerde-

führerin 1, praxisgemäss in die vorläufige Aufnahme der minderjährigen 

Tochter einzubeziehen (vgl. bereits EMARK 1995 Nr. 24 E. 10 f. und statt 

vieler das Urteil BVGer D-4108/2022 vom 12. Dezember 2023 E. 10.2), zu-

mal sich aus den Akten auch für sie keinerlei Hinweise auf Ausschluss-

gründe ergeben.  

10.9 Die Frage, ob sich für die Beschwerdeführerin 1 auch eigenständige 

Vollzugshindernisse ergeben hätten, kann damit offenbleiben. 

11.  

Die Beschwerde ist demnach im Wegweisungsvollzugspunkt wegen Ver-

letzung von Bundesrecht gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen. Das 

SEM ist anzuweisen, die Beschwerdeführerinnen in der Schweiz vorläufig 

aufzunehmen. 

12.  

12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens – praxisgemäss als hälftiges Ob-

siegen und hälftiges Unterliegen einzustufen – wären den Beschwerdefüh-

rerinnen reduzierte Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

Der Instruktionsrichter hat mit Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2023 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um 

amtliche Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Den Akten sind keine Hin-

weise auf eine relevante Veränderung der finanziellen Verhältnisse zu ent 

nehmen. Es sind demnach keine (reduzierten) Kosten zu erheben. 

12.2  

12.2.1 Soweit die Beschwerdeführerinnen (zur Hälfte) obsiegen, ist ihnen 

zulasten des SEM eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen 

(Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Die mit der Replik eingereichte Kostennote weist 

einen Zeitaufwand von 19.75 Honorarstunden aus, was angemessen er-

scheint. Unter Berücksichtigung der weiteren Verfahrenseingaben ist von 

einem notwendigen Vertretungsaufwand von 22 Honorarstunden auszu-

E-4699/2023 

Seite 29 

gehen. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 8 ff. VGKE) und einen reglementskonformen Stundenansatz (vgl. 

Art. 10 Abs. 2 VGKE) ist zulasten der Vorinstanz eine reduzierte Parteient-

schädigung von insgesamt Fr. 2460.– (inkl. hälftige hochgerechnete Aus-

lagen) zuzusprechen. 

12.2.2 Mit Instruktionsverfügung vom 2. August 2022 wurde das Gesuch 

der Beschwerdeführenden um amtliche Verbeiständung gutgeheissen 

(Art. 102m AsylG) und ihre Vertreterin als amtliche Rechtsbeiständin ein-

gesetzt. Diese hat, im Umfang des Unterliegens der Beschwerdeführerin-

nen, Anspruch auf Übernahme der notwendigerweise erwachsenen Vertre-

tungskosten durch das Gericht. Dieser Honoraranteil ist unter Berücksich-

tigung der massgebenden Berechnungsfaktoren und dem kommunizierten 

Stundenansatz auf insgesamt Fr. 2460.– (inkl. hälftige hochgerechnete 

Auslagen) festzusetzen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 30 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird betreffend den Vollzug der Wegweisung gutgeheis-

sen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 

2.  

Die Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung vom 2. August 

2023 werden aufgehoben. Das SEM wird angewiesen, die Beschwerde-

führerinnen vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

4.1 Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführerinnen für das Ver-

fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschä-

digung von Fr. 2460.– auszurichten. 

4.2 Das verbleibende Honorar der amtlichen Rechtsbeiständin, Rechtsan-

wältin Corinne Reber, wird auf Fr. 2460.– bestimmt und durch die Gerichts-

kasse vergütet. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

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