# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd9223ed-f050-51e8-8ecc-1e1363f373f8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2012 C-143/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-143-2012_2012-03-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-143/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Einzelrichter Vito Valenti 

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 

 

 
 

Parteien 

 
X._______,   

vertreten durch Rechtsanwalt Orsan F. Ridanovic,  

Radnicki dol 22, HR-10000 Zagreb, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenversicherung (Zwischenverfügung vom 12. Dezem-

ber 2011). 

 

 

C-143/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland (im 

Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) X._______ (im Folgenden: Versicher-

ter oder Beschwerdeführer) am 8. Juli 2011 darüber orientiert hat, dass 

zur Abklärung des Leistungsanspruchs eine medizinische Abklärung in 

der Schweiz beim Psychiater Dr. med. A._______ notwendig sei, 

dass bei der IVSTA am 16. August 2011 ein am 26. Juli 2011 datiertes 

ärztliches Zeugnis eingegangen ist, 

dass darin berichtet worden ist, der Versicherte könne weder reisen noch 

sich der vorgesehenen Untersuchung unterziehen, 

dass Dr. med. A._______ auf entsprechende Anfrage der IVSTA hin am 

23. Oktober 2011 ausgeführt hat, die Untersuchungsresultate seien in-

konsistent und würden auf eine Pseudodemenz hinweisen, 

dass die Vorinstanz gemäss ihren Vorakten am 5. Dezember 2011 eine 

Zwischenverfügung erlassen hat, mit welcher sie unter Hinweis auf die 

Säumnisfolgen an der medizinischen Begutachtung in der Schweiz durch 

Dr. med. A._______ festgehalten hat, 

dass der Versicherte hiergegen beim Bundesverwaltungsgericht mit Ein-

gabe vom 10. Januar 2012 Beschwerde erhoben hat, 

dass im Rahmen der Beschwerdebegründung im Wesentlichen ausge-

führt worden ist, der Beschwerdeführer sei prinzipiell mit der Anreise in 

die Schweiz resp. der ärztlichen Untersuchung durch Dr. med. A._______ 

einverstanden (vgl. Beschwerde, S. 5), 

dass der Beschwerdeführer aber die Übernahme der Reise- und Aufent-

haltskosten für eine Begleitperson mit fachmedizinischen Kenntnissen 

und eine solche zur Hilfestellung gefordert hat, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 20. Januar 2012 die vorinstanzli-

chen Akten verlangt und diese am 2. Februar 2012 erhalten hat, 

dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt, sofern 

keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, 

C-143/2012 

Seite 3 

dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten, 

dass die Vorinstanz betreffend die Begutachtung in der Schweiz durch 

Dr. med. A._______ am 5. Dezember 2011 rechtsprechungsgemäss eine 

selbstständig anfechtbare Zwischenverfügung erlassen hat (BGE 137 V 

210 insb. E. 3.4.2.6 f.), 

dass – damit von einer Beschwerde gesprochen werden kann – eine indi-

vidualisierte Person gegenüber einer bestimmten Verfügung den klaren 

Anfechtungswillen schriftlich bekunden muss, indem sie erkenntlich ihren 

Willen um Änderung der sie betreffenden Rechtslage zum Ausdruck 

bringt (ZAK 1988 S. 459 E. 3a mit Hinweisen), 

dass kein Beschwerdeverfahren anhängig gemacht worden ist, wenn es 

an einem solchen Anfechtungswillen fehlt (BGE 116 V 353 E. 2b), 

dass in der Beschwerde vom 10. Januar 2012 die Zwischenverfügung 

vom 12. Dezember 2011 als solche nicht beanstandet, sondern vielmehr 

explizit ausgeführt worden ist, der Beschwerdeführer sei prinzipiell mit der 

ärztlichen Begutachtung in der Schweiz durch Dr. med. A._______ ein-

verstanden, 

dass keine Einwendungen materieller und formeller Natur (namentlich 

[personenbezogene] Ausstandsgründe im Sinne von Art. 36 ATSG) vor-

gebracht worden sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7), 

dass unter diesen Umständen bezüglich der Notwendigkeit der ärztlichen 

Untersuchung in der Schweiz durch Dr. med. A._______ kein Beschwer-

dewille ersichtlich resp. folglich kein Beschwerdeverfahren anhängig ge-

macht worden ist, 

dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur 

Rechtverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen sind, zu denen die zu-

ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver-

fügung – Stellung genommen hat, 

dass insoweit die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren An-

fechtungsgegenstand bestimmt, 

dass es umgekehrt an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 

Sachurteilsvoraussetzung fehlt, wenn und insoweit keine Verfügung er-

gangen ist (BGE 125 V 414 E. 1a mit Hinweisen), 

C-143/2012 

Seite 4 

dass Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege das Rechtsverhältnis ist, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet, 

dass Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand danach identisch 

sind, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird; be-

zieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die 

Verfügung bestimmte Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstande-

ten – verfügungsweise festgelegten – Rechtsverhältnisse zwar wohl zum 

Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 131 V 163 E. 2.1), 

dass die IVSTA in der angefochtenen Zwischenverfügung vom 12. De-

zember 2012 nicht über die Begleitpersonen resp. die damit verbundenen 

Kosten (Reise- und Aufenthaltskosten sowohl für den Beschwerdeführer 

als auch seine Begleitpersonen) entschieden hat, der Beschwerdeführer 

aber gerade dieses Rechtsverhältnis vom Bundesverwaltungsgericht ent-

schieden haben will, 

dass in der Beschwerdeschrift weder behauptet noch begründet wird, 

dass die Voraussetzungen einer Ausdehnung des Beschwerdeverfahrens 

auf eine ausserhalb der Verwaltungsverfügung liegende Frage erfüllt sein 

würden (BGE 125 V 413 E. 2a in fine; BGE 110 V 48 E 3b), wobei noch 

hinzugefügt werden kann, dass die vom Beschwerdeführer aufgeworfe-

nen Fragen u.a. nicht spruchreif sind und im konkreten Fall auch nicht 

von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann,   

dass es nach dem Dargelegten – soweit am 10. Januar 2012 überhaupt 

ein Beschwerdeverfahren anhängig gemacht worden ist – an einem An-

fechtungsgegenstand fehlt und demnach auf die Beschwerde im einzel-

richterlichen Verfahren nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG), 

dass die Akten zuständigkeitshalber der Vorinstanz zu überweisen sind, 

damit diese betreffend die vom Beschwerdeführer gestellten Fragen (Be-

gleitpersonen, Reise- und Aufenthaltskosten) verfügt, 

dass bei einer Erledigung in frühem Verfahrensstadium mangels erhebli-

chen Aufwands des Bundesverwaltungsgerichts von der Erhebung von 

Verfahrenskosten abgesehen werden kann (Art. 6 Bst. a des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

C-143/2012 

Seite 5 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Parteientschädigung zu-

zusprechen ist (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Dispositiv auf der nächsten Seite)  

 

C-143/2012 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Soweit am 10. Januar 2012 überhaupt ein Beschwerdeverfahren anhän-

gig gemacht worden ist, wird auf dieses nicht eingetreten.  

2.  

Die Akten werden im Sinne der Erwägungen der Vorinstanz übermittelt. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Vito Valenti Roger Stalder 

 

 

 

 

 

 

C-143/2012 

Seite 7 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen 

hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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