# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9dfde6f-5a39-57ae-88e5-b806e71a3744
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 06.04.2017 ZK 2016 466
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2016-466_2017-04-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Zivilkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre civile

Entscheid
ZK 16 466

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 02
Fax +41 31 635 48 14
obergericht-zivil.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. April 2017

Besetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), die Oberrichter D. Bähler und 
Kiener sowie Gerichtsschreiber Knüsel

Verfahrensbeteiligte A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________

Beklagte/Berufungsklägerin/Anschlussberufungsbeklagte

gegen

C.________
vertreten durch Fürsprecher D.________

Kläger/Berufungsbeklagter/Anschlussberufungskläger

Gegenstand Sachenrecht übriges

Berufung gegen den Entscheid des Regionalgerichts Oberland 
vom 12. Mai 2016 (schriftlich begründet am 18. August 2016; CIV 
13 3010)

2

Regeste: 

1. Strittige Grundstücksgrenze
Anforderungen an Beweislast und Beweismass, wenn die Gemeinde im Rahmen 
der Vermessung eine Grundstückgrenze für strittig erklärt (Art. 21 AVG) und der 
Eigentümer vom Grenzverlauf abweichendes Eigentum behauptet (E 31 - 45).

2. Einräumung von Baurechten
Bereinigung nicht im Grundbuch eingetragener Baurechte des früheren kantonalen 
Rechts (E 46 -49).

Erwägungen

I.

1. Die Beklagte ist Eigentümerin des Grundstücks Innertkirchen Gbbl.-Nr. 126, 
einer Alp mit einer Ausdehnung von 9'778'301m2 (Engstlenalp). Der Kläger ist 
Eigentümer des Grundstücks Innertkirchen-Gbbl. Nr. 530, welches sich 
inmitten des Areals von Nr. 126 befindet, also vom Grundstück der Beklagten 
ganz umschlossen wird. 

Ein Vorfahre (Urgrossvater) des Klägers erwarb das Grundstück im Jahre 1891 
von der Beklagten (KB 1). Mit Kaufvertrag vom 11. Mai 1990 übernahm es der 
Kläger von seiner Tante (KB 3), wobei der Halt der Liegenschaft mit 71,59 
Aren verurkundet wurde. Im Sommer 2010 wurden die Grundstücke erstmals 
für das schweizerische Grundbuch vermessen. Für das Grundstück des 
Klägers wurde ein Halt von 6'685m2 ermittelt. In der Folge kam es zum Streit 
betreffend die Grundstücksgrenze und -fläche von Innertkirchen-Gbbl. Nrn. 
530 bzw. Nr. 126 im Bereich des Gebäudes Nr. 519b sowie über das Bestehen 
von Baurechten. 

Der Kläger war mit der gezogenen Grenze längs der Steinmauer um das 
Grundstück 530 nicht einverstanden. Diese Grenzziehung hatte zur Folge, 
dass das von ihm genutzte Gebäude 519b (Massenlager/Rossstall/Sennhütte) 
auf die Parzelle der Beklagten zu liegen kam. Nach Ansicht des Klägers gehört 
das Gebäude 519b inkl. des zudienenden Umschwungs jedoch zu seiner 
Parzelle, woraus ein zusätzlicher Halt seines Grundstücks vom 472m2 
resultiert. Der Grenzverlauf, wie ihn sich der Kläger vorstellt, ist aus KB 23 
ersichtlich. 

3

Die Beklagte bestritt nicht, dass der Kläger das Gebäude nutzen darf. Sie ist 
aber der Ansicht, dass die Vermessung aus dem Jahr 2010 den Halt des 
Grundstücks 530 korrekt erfasst hat und Grund und Boden unter bzw. um das 
Gebäude 519b ihr gehöre. Am Gebäude stehe dem Kläger ein nicht 
eingetragenes entgeltliches Baurecht zu. 

Sodann drehte sich der Streit um diverse Gebäude (Nrn. 529c, 519j und 519g, 
Schweineställe resp. Schweine- und Hühnerstall, Kiosk), die zwar dem Kläger 
gehören, aber auf dem Land der Beklagten (Grundstück 126) stehen. In 
diesem Zusammenhang verlangte der Kläger die Einräumung von Baurechten. 

Die Parteien fanden sich nicht. Die Bauverwaltung Innertkirchen hielt deshalb 
mit Verfügung vom 19. November 2012 fest, dass die strittige Eigentumsfrage 
an den bestehenden bzw. zu errichtenden Baurechten nicht habe geklärt 
werden können und erklärte überdies die Grundstücksgrenzen gestützt auf Art. 
21 des Gesetzes über die amtliche Vermessung (AVG, BSG 215.341) für 
strittig (KB 18). 

2. Am 7. Oktober 2013 reichte der Kläger beim Regionalgericht Oberland Klage 
ein. Soweit hier noch von Interesse ersuchte er u.a. um Verurteilung der 
Beklagten, ihm gegenüber "einen Halt des Grundstücks Innertkirchen Gbbl-Nr. 
530 von 472m2 (umfassend insbesondere das Gebäude 519b) anzuerkennen" 
(RB 2). Eventualiter verlangte er die Einräumung eines Baurechts an dieser 
Fläche. Weiter beantragte er die Verpflichtung der Beklagten, ihm das 
Eigentum am Baurecht 1536 (Fläche von 62m2, umfassend die zwei 
Schweineställe, Gebäude 519c und 519j) einzuräumen (RB 3). 

Die Beklagte schloss in ihrer Klageantwort vom 6. Januar 2014 auf 
Klageabweisung, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne. Sie hielt 
Rechtsbegehren 2 für nicht hinreichend präzis, um umgesetzt werden zu 
können. Insbesondere gehe daraus nicht hervor, welchen Teil der Kläger am 
Grundstück der Beklagten eingeräumt haben möchte. Im Uebrigen würden 
sich die Klagebegehren als unbegründet erweisen. 

3. Im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens zog der Kläger das ursprünglich 
gestellte Begehren auf Einräumung eines Baurechts am Kiosk (Gebäude 
519g) zurück. 

Erwähnenswert ist ferner, dass der Kläger in seinem Schlussvortrag nament-
lich sein Rechtsbegehren 2 präzisierte. Neu verlangte er die Verurteilung der 
Beklagten, ihm gegenüber einen Halt des Grundstücks 530 von zusätzlichen 
472m2 (umfassend insbesondere das Gebäude 519b) und damit einen 
Totalhalt von 7'157m2 anzuerkennen mit einem Grenzverlauf gemäss Entwurf 
Planbeilage Nr. 2016-41 des Nachführgeometers vom 21. März 2016. Weiter 
modifizierte er auch sein Rechtsbegehren 3 und beantragte die Verpflichtung 
der Beklagten, ihm das Eigentum an einem Baurecht (Fläche von 62m2, 

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umfassend die zwei Schweineställe, Gebäude 519c und 519j, mit einem 
Grenzverlauf gemäss Entwurf Planbeilage Nr. 2016-042 des 
Nachführgeometers vom 21. März 2016) einzuräumen mit der gesetzlichen 
höchstzulässigen Dauer und Wirkung ab Rechtskraft des Urteils. 

Die Beklagte rügte diese Anpassungen als unzulässige Klageänderungen. 

4. Mit Entscheid vom 12. Mai 2016 hiess die zuständige Gerichtspräsidentin des 
Regionalgerichts Oberland die Klage - abgesehen von einem Feststellungsbe-
gehren - gut. Sie verurteilte die Beklagte, die vom Kläger verlangten Modifika-
tionen betreffend Grundstücksgrenze - und Fläche anzuerkennen (Ziff. 1) und 
ihm an einer Teilfläche von 62m2 des Grundstücks 126 (umfassend die beiden 
Bauten 519c und 519j) ein 99 Jahre währendes, selbständiges und dauerndes 
Baurecht einzuräumen (Ziff. 2). Ferner erliess sie die erforderlichen Umset-
zungsanweisungen an den Geometer und das Grundbuchamt (Ziff. 3 sowie 6-
9). 

5. Dagegen erhob die Beklagte am 16. September 2016 Berufung. Sie verlangte 
die kostenfällige Aufhebung der Ziffern 1, 2 und 3 sowie 6-9 des angefochte-
nen Urteils. 

In seiner Berufungsantwort vom 14. November 2016 beantragte der Kläger ein 
Nichteintreten auf die Berufung, mangels eines reformatorischen Antrages. 
Eventualiter verlangte er sinngemäss die Bestätigung des angefochtenen Ent-
scheides. Gleichwohl wiederholt er in den Anträgen zur Berufung sein Feststel-
lungsbegehren (p 709). Er geht davon aus, dass dies angesichts der reforma-
torischen Natur der Berufung geboten ist. 

Im Rahmen einer Anschlussberufung ersuchte der Kläger ferner um Verurtei-
lung der Beklagten zur Tragung der Grundbuchgebühren und Geometerkosten 
sowie der gesamten erstinstanzlichen Gerichtskosten. 

Am 27. Dezember 2016 schloss die Beklagte auf Abweisung der Anschlussbe-
rufung. 

6. Die Zivilkammern des Obergerichts des Kantons Bern sind zur Beurteilung der 
vorliegenden Berufung gestützt auf Art. 6 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur 
Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und zur Jugendstrafprozess-
ordnung (EG ZSJ; BSG 271.1) und Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO örtlich, sachlich 
und funktional zuständig.

Bei der Beurteilung, ob die Berufungsschrift hinreichende Anträge enthält, ist 
nicht nur auf die formellen Anträge abzustellen. Die Anträge können sich auch 
aus der Berufungsbegründung ergeben. Folgt daraus hinreichend klar, wel-
ches Urteil der Berufungskläger von der Rechtsmittelinstanz begehrt, ist von 
einem rechtsgenügenden Antrag auszugehen (HUNGERBÜHLER/BUCHER, DIKE 

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Kommentar zur ZPO, N 26 zu Art. 311 ZPO). Nach der Praxis des Bundesge-
richts ist es sodann überspitzt formalistisch, mangels genügenden Antrags in 
der Sache nicht auf die Berufung einzutreten, wenn sich aus der Begründung, 
sowie gegebenenfalls dem angefochtenen Entscheid klar ergibt, was der 
Rechtsmittelkläger verlangt (BGE 137 III 617, E 6.2). 

Es trifft zwar zu, dass die Beklagte keinen reformatorischen Antrag stellte. Auf-
grund der Berufungsschrift ist allerdings klar, dass sie auf Nichteintreten (p 
649) bzw. auf Abweisung der Klage (p 651 ff) schliesst. Mit Blick auf die Beru-
fungsbegründung ist deshalb von einem rechtsgenügenden Antrag auszuge-
hen. 

7. Auf das Feststellungsbegehren des Klägers ist hingegen nicht einzutreten: 

Das Nichteintreten auf das Feststellungsbegehren ist nicht Gegenstand des 
Berufungsverfahrens. Der Kläger hat diesen Punkt weder selbständig ange-
fochten noch ein entsprechendes Rechtsbegehren in seiner Anschlussberu-
fung gestellt. Da sich die Berufung der Beklagten darauf nicht bezog, fehlt es 
an einer Anfechtung, weshalb der Entscheid diesbezüglich in Rechtskraft er-
wachsen ist. 

Ferner ist der Antrag auch nicht begründet. Der Kläger legt nicht im Ansatz 
dar, warum die Vorinstanz auf sein Feststellungsbegehren zu Unrecht nicht 
eingetreten ist. 

8. Die Ziffern 4 und 5 des angefochtenen Entscheides blieben letztlich unange-
fochten und sind in Rechtskraft erwachsen.

Im Uebrigen ist auf die form- und fristgerechte Berufung einzutreten.

Es wird im schriftlichen Verfahren aufgrund der Akten entschieden (Art. 316 
ZPO). 

Im Berufungsverfahren sind nur noch Noven (neue Tatsachen und Beweismit-
tel) zu berücksichtigen, welche ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zu-
mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten 
(Art. 317 Abs. 1 ZPO; SJZ [109] 2013, 290). Bei unechten Noven (Tatsachen 
und Beweismittel, die bereits zur Zeit des erstinstanzlichen Entscheides vor-
handen waren) muss sich die Partei für den verspäteten Vortrag entschuldigen 
können (GASSER, Kurzkommentar zur ZPO, N 3 zu Art. 318 ZPO)

Die Beilagen zur Berufungsantwort (Rechnungen / Korrespondenz zur Abwas-
serentschädigung) hätten bereits vor der ersten Instanz eingereicht werden 
können. Der Kläger bringt keine Entschuldigungsgründe vor. Die Beilagen zur 
Berufungsantwort 1 bis 8 sind daher aus den Akten zu weisen. 

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II.

A. Prozessuale Rügen der Beklagten
9. Die Beklagte bemängelte schon vor erster Instanz, die Rechtsbegehren des 

Klägers seien zu unbestimmt gewesen und die Präzisierung im zweiten Partei-
vortrag habe eine unzulässige Klageänderung dargestellt. 

10. Die Vorinstanz verneinte eine unzulässige Klageänderung. Bereits aus dem 
ursprünglichen RB 2 habe sich ergeben, dass es sich bei der strittigen Grunds-
tücksfläche um denjenigen Teil des Grundstücks handeln müsse, auf welchem 
das Gebäude 519b stehe. Der Begründung lasse sich ohne weiteres entneh-
men, was der Kläger verlange. Nämlich, dass das Gebäude 519b inkl. des zu-
dienenden Umschwungs im Halt von 472m2 seinem Grundstück zuzuschlagen 
sei. Das RB 2 sei deshalb bereits in seiner ursprünglichen Form genügend be-
stimmt und die spätere Präzisierung stelle keine Klageänderung dar. 

Aehnlich argumentierte die Vorinstanz im Zusammenhang mit RB 3. Der Klä-
ger habe sein Rechtsbegehren lediglich den im Verlauf des Verfahrens ge-
wonnen Erkenntnissen angepasst. Er habe von Anfang an die Auffassung ver-
treten, er sei Eigentümer der genannten Gebäude, nicht aber der darunterlie-
genden Fläche. Aus diesen Umständen habe er sein Baurecht abgeleitet. Mit 
seinem präzisierten RB 3 habe er deshalb weder mehr noch zusätzliches noch 
etwas anderes verlangt. 

11. Die Beklagte hält auch vor oberer Instanz an der Unzulässigkeit der Klageän-
derung fest. Ihr habe sich die Rechtsnatur der Klage in keiner Art und Weise 
erschlossen. Namentlich sei nicht ersichtlich gewesen, ob der Kläger eine 
Grenzscheidungs- oder Grenzfeststellungsklage erhebe, so dass sie sich nicht 
hinreichend habe verteidigen können. Ein solches Vorgehen widerspreche 
Treu und Glauben und verletzte ihren Anspruch auf rechtliches Gehör. Es ge-
he nicht an, dass ein Kläger bloss "Rauchbomben" um sich werfe, um dann 
erst anlässlich der Hauptverhandlung seine wahre Intention preiszugeben, oh-
ne auch nur einen Rechtsgrund als Klagefundament zu nennen und das Gan-
ze ins Ermessen des Gerichts zu legen. 

12. Der Streitgegenstand war den Parteien seit langem bekannt. Derselbe Streit 
beschäftigte schon die Gemeindeverwaltung, die Schlichtungsbehörde und an-
lässlich der Instruktionsverhandlung wurde auch mit der zuständigen Richterin 
darüber debattiert. Worüber gestritten wird, ergibt sich auch aus der Verfügung 
des Kantonsgeometers. Danach sind sich die Parteien über die Grenze im Be-
reich des "Rossstalls" uneins und der Kläger spricht die Bodenfläche unter die-
sem Gebäude (inkl. zudienendem Umschwung) als seiner Parzelle zugehörig 
an. Die örtlichen Verhältnisse und der Streitgegenstand waren den Parteien 

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bestens bekannt. Wie der Vertreter der Beklagten sagte: "Die Gebäude auf 
Gbbl. Nr. 530 kennt man, wenn man Engstler ist. Zudem kenne ich sie noch 
ein wenig genauer, da ich Grundbuchverwalter Oberhasli war" (p 475). Nicht 
einmal ein Augenschein war nötig, weil alle wussten, worum es ging. Von einer 
Verletzung des rechtlichen Gehörs kann deshalb keine Rede sein.

Es mag sein, dass die Rechtsbegehren des Klägers nicht unbesehen zu einem 
vollstreckbaren Urteil hätten erhoben werden können. Zusammen mit der Be-
gründung und den Klagebeilagen war aber deutlich genug, was verlangt wur-
de. Allenfalls hätte ein Verweis im Antrag auf den Plan in Klagebeilage 23 
klärend gewirkt. Dieser der Klage beiliegende Plan genügte aber auch ohne 
Verweis, um das Begehren des Klägers unmissverständlich darzulegen. Das 
Gericht hat denn auch verstanden, worum es ging. Den Parteien war das, wie 
bereits erwähnt, von Anfang an klar.

13. Anlässlich des zweiten Parteivortrages ergänzte der Kläger sein Rechtsbegeh-
ren lediglich mit dem Wort "zusätzlich" und verwies auf die Planbeilage des 
Nachführgeometers (vgl. p 487u). Am Inhalt der Anträge änderte sich dadurch 
nichts. Der Kläger hat vielmehr nur den vom Gericht in Auftrag gegebenen 
Geometerplan genutzt, der die Situation veranschaulichte. Zu Recht hat die 
Vorinstanz darin keine Klageänderung erblickt. 

14. Die Schwierigkeit bei der Formulierung der Anträge hängt nicht zuletzt mit den 
Unsicherheiten betreffend Rechtsnatur der vorliegenden Klage zusammen: 

Die Vorinstanz hat ausführlich und zutreffend den Unterschied zwischen der 
Grenzscheidungsklage (Gestaltungsklage) nach Art. 669 ZGB und der Grenz-
feststellungklage im Sinne einer Eigentumsklage herausgearbeitet (p 601). 

Die Vorrichterin ging in Anlehnung an BGer 5A_769/2011 E 2.1 (und mit Ver-
weis auf die einschlägige Sachenrechtsliteratur) von einer Eigentumsklage 
aus. Sie erwog, die Ersterhebung der Grenze werde nur von einer Partei be-
stritten, welche zudem das Eigentum bis zu einer bestimmten Grenze bean-
spruche. Dies spreche gegen eine Grenzscheidungsklage. Beim Eigentums-
feststellungsanspruch werde nicht die Feststellung einer ungewissen, nicht 
beweisbaren Grenze verlangt, sondern ein gerichtlicher Entscheid über die Ei-
gentumszuständigkeit an einem strittigen Liegenschaftsanteil. 

15. Die Eigentumsklage (rei vindicatio) ist in Art. 641 Abs. 2 ZGB geregelt. Ge-
stützt darauf hat der Eigentümer einer Sache das Recht, sie von jedem, der sie 
ihm vorenthält, herauszuverlangen und jede ungerechtfertigte Einwirkung ab-
zuwehren. Im Normalfall braucht für Immobilien keine Eigentumsklage erhoben 
zu werden, weil sich das Eigentum aus dem Grundbuch ergibt. Ist jedoch (wie 
hier) auch die Grenze umstritten, besteht die Besonderheit, dass nicht einfach 
ein bestimmtes – durch das Grundbuch quantifiziertes – Grundstück heraus-

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verlangt werden kann, sondern vorab die Gestalt des beanspruchten Eigen-
tums – Lage, Ausdehnung - dargetan werden muss. 

16. Anders als im Normalfall der Eigentumsklage ist deshalb nicht nur ein Heraus-
gabeanspruch zu beurteilen, sondern es muss vorab der streitige Eigentums-
anspruch geklärt bzw. umfangmässig festgestellt werden. Gleichzeitig ist die 
Grenze des Grundstücks 530 umstritten und muss festgelegt werden. Gerade 
dafür wurden die Parteien von den Behörden an das Zivilgericht verwiesen. 
Der Streit dreht sich folglich durchaus auch um den richtigen Grenzverlauf, da 
ja letztlich im Grundbuch der Vermerk "strittige Grenze" wieder gelöscht wer-
den soll. 

Geht man - den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz folgend - von einer 
Eigentumsklage aus, schwingen doch Elemente einer Grenzscheidungsklage 
mit. 

17. Entspricht der Grenzverlauf nicht der Vermarkung, muss das Gericht den rich-
tigen Verlauf präzise festsetzen und dafür besorgt sein, dass die Umsetzung 
des Entscheides ohne Probleme möglich ist. Das macht Vorarbeiten und zu-
sätzliche Unterlagen notwendig. 

Hier hat sich die Vorinstanz - zu Recht - darum bemüht, den Entscheid auch 
für die mit der Umsetzung betrauten Behörden verständlich auszuformulieren - 
und zwar einerlei wie geschickt oder ungeschickt die Anträge der Parteien ge-
stellt waren. Es mussten die für die grundbuchlichen Verfügungen notwendi-
gen Anordnungen getroffen werden. Daran besteht nicht nur eine privates 
sondern auch ein öffentliches Interesse. 

18. In solchen Fällen kann von den Parteien nicht verlangt werden, sämtliche für 
die Umsetzung notwendigen Dokumentationen von Anfang an beizubringen 
und in den Rechtsbegehren zu erwähnen. Es liegt deshalb geradezu in der Na-
tur der Sache, dass hier das Rechtsbegehren nicht unbesehen zum Urteil er-
hoben werden konnte. Auf jeden Fall war der Beklagten klar, was der Kläger 
wollte, so dass ihre Verteidigungsmöglichkeiten nicht beschnitten worden sind. 

Die Vorinstanz ist damit im Ergebnis zu Recht auf die Klage eingetreten. 

B. Materielles
Strittige Grundstücksgrenze und -fläche / Gebäude Nr. 519b (Massenla-
ger/Rossstall) 

19. Im Zusammenhang mit der Beurteilung der strittigen Grundstücksgrenze geht 
die Kammer von folgendem erstellten Sachverhalt aus:

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20. Das Gebäude mit der Nr. 519b (Sennhütte/Massenlager/Rossstall) gehörte 
immer schon dem Kläger. Strittig ist in diesem Sinne nur der Boden und der 
Umschwung. Das Gebäude wurde offenbar seit dem Jahr 1878 als Unterkunft 
(Zimmer, Massenlager) genutzt (p 161). 

Wie bereits erwähnt erwarb ein Vorfahre des Klägers (E.________, 
Urgrossvater) im Jahre 1891 Land von der Beklagten (KB 1). Schon zuvor 
wurde auf dem gekauften Land ein Hotel (Titlis) betrieben. Nach dem Erwerb 
des Landes erstellte E.________ darauf im Jahr 1892 das noch heute 
bestehende Hotel Engstlenalp. Der Kaufgegenstand wird im Vertrag wie folgt 
umschrieben (KB 1, mit Maschine abgeschrieben in den Akten der EG 
Innertkirchen, p 97 ff):

"Käuflich: Ein Stück Weidland auf der Alp Engstlen. Gemeinde Innertkirchen, Rossboden 
genannt, laut vorgenommener Schatzung durch Herrn Oberförster Müller in Meiringen 7359m2 = 

73,4 Qa. haltend und rings um an die übrige Alp Engstlen der verkäuferischen Genossenschaft 

angrenzend. Die dem Käufer angehörenden Wirtschaftsetablissements stehen darauf. "

Der Vertrag regelt weiter: 

"Der Besitzer des Etablissements hat die Einfriedung des Verkauften auf eigene Kosten 

herzustellen und zu unterhalten. Für allfällige Beschädigungen durch Alpvieh, welche nicht 

absichtlich zugefügt werden, kann er von den Alpbesitzern keine Entschädigung fordern, 

sondern hat nur das Recht, solches Vieh zurück auf die Alp zu treiben". 

21. Am 10. April 1909 trat die Witwe von E.________ das Grundstück ihren Kin-
dern ab (Unterlagen der Gemeinde Innertkirchen, p 100 ff). Der Vertrag nennt 
gut lesbar eine Fläche von 73,59 Aren. Die Sennhütte wird als mitumfasst er-
wähnt. Kurz darauf, nämlich am 29. April 1909, wurden auf dem Grundstück 
Grundpfandrechte eingetragen (KB 2). Der Pfandtitel zählt die Gebäude auf, 
welche zur Besitzung gehören. Es sind dies das Kurhaus- und 
Pensionsgebäude, das alte Gasthaus, das Pensionsgebäude, eine Sennhütte 
mit Zimmern, ein Waschhaus und das Stück Land, auf welchem die 
vorbezeichneten Gebäude stehen (Ziff. A.I). Bei der Sennhütte handelt es sich 
ohne Zweifel um das heute streitige Gebäude 519b (p 161, 465, 467, 477). 
Daran ändert die teilweise verwirrende Nummerierung nichts. 

22. Fünfzig Jahre später (1959) wurde das sog. Badehaus verlegt. Dafür wurde ab 
der Parzelle 530 ein Stück Land von 200m2 verkauft. Eine Vermarchung im 
Jahr 1997 ergab für den abparzellierten Teil eine Fläche von 202m2. 

Schliesslich kaufte der Kläger das Grundstück im Jahr 1990 von seiner Tante 
(KB 3). Die Fläche wurde mit 71,59 Aren veranschlagt. Als dazugehörige Ge-
bäude nannte der Vertrag nicht nur die Sennhütte (519b), sondern auch einen 
Schweinestall und einen Kiosk, welche aber unbestritten nicht zum Grundstück 
gehören. 

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23. Im Rahmen der Erstvermessung wurde für das klägerische Grundstück 530, 
mit Grenze entlang der Einfriedung (Steinmauer), nur ein Halt von 6'685m2 er-
mittelt. Nach Ansicht des Klägers hätte die Fläche aber mindestens 7'157m2 
betragen müssen (ursprünglicher Halt von 7'359m2 abzüglich 202m2 Verlegung 
Badehaus). Die Differenz von 472m2 ergibt sich seiner Ansicht aus dem Um-
stand, dass das Gebäude 519b samt Umschwung bei der Vermessung der Pa-
rzelle der Beklagten zugeschlagen worden ist (vgl. 12. Sitzung [des Gemeinde-
rates Innertkirchen] vom Montag 31. August 2009, p 75 der Akten EG Innert-
kirchen). 

Nach den Angaben des Klägers gab das Gebäude und die darunter- bzw. um-
liegende Fläche vor der amtlichen Vermessung nie Anlass zu Diskussionen. 
Als er das Grundstück von seiner Tante erworben habe, sei er davon ausge-
gangen, dass das Massenlager zum Grundstück gehöre und im Kaufpreis in-
begriffen sei. Die Beklagte verlange zwar seit einigen Jahren Baurechtszins. Er 
habe sich diesem Ansinnen jedoch widersetzt. 

24. Die Beklagte hält dem entgegen, der Kläger habe die strittige Fläche vor der 
amtlichen Vermessung nie für sich beansprucht. Es sei immer "sonnenklar" 
gewesen, dass das Gebäude dem Kläger gehöre und er am Massenlager ein 
noch nicht eingetragenes Baurecht habe. Ein solches habe man dem Kläger 
offeriert, sei aber nie vereinbart worden. Ob es heute noch existiere oder un-
tergegangen sei, bleibe unklar. 

25. Die Vorinstanz erörterte zunächst die Rechtsnatur der zu beurteilenden Klage. 
Sie erwog, hier werde ein gerichtlicher Entscheid über die Eigentumszustän-
digkeit an einem strittigen Liegenschaftsanteil verlangt, weshalb es sich um ei-
ne Grenzfeststellungsklage handle(vgl. dazu schon oben Ziff. 14). 

Dem Grundsatz nach - so die Vorrichterin weiter - trage der Kläger die Beweis-
last für sein Grundeigentum und dessen genaue räumliche Ausdehnung. Ein 
solcher Beweis sei in erster Linie mit Grundbuchplänen und in zweiter Linie mit 
der örtlichen Vermarkung zu führen. Beides helfe hier nicht weiter. Infolgedes-
sen müsse die Grundstücksfläche sowie der Grenzverlauf anhand allfälliger 
Grenzzeichen im Gelände oder bei Bedarf mit allen weiteren verfügbaren Mit-
teln (Beschreibungen im Kataster, Erwerbsakt, Zeugen, Ortsbesichtigungen 
etc.) bestimmt werden. 

Als Beweismittel erörterte die Vorinstanz im Folgenden namentlich die Einfrie-
dung des Grundstückes, den Kaufvertrag aus dem Jahr 1891, den Pfandbrief 
aus dem Jahr 1909, die damalige Messgenauigkeit, die Planbeilage zur 
Flächenberichtigung 97/8 sowie die Partei- und Zeugenaussagen. 

26. Sie ging beweiswürdigend im Wesentlichen davon aus, dass den Flächenan-
gaben im Kaufvertrag von 1891 und im Pfandbrief von 1909 (beide Dokumente 

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verurkunden 73,59 Aren) vertraut werden könne. Gemäss dem Zeugen 
F.________ (Geometer) habe es sich höchstwahrscheinlich nicht um eine 
Schätzung gehandelt, da die Angaben auf den Quadratmeter genau erfolgt 
seien. Bereits dannzumal habe man relativ genau vermessen können und ein 
Messfehler von 500 m2 erscheine als unwahrscheinlich. Gegen einen Messfeh-
ler spreche ferner die Tatsache, dass die relevanten Flächenangaben auf dem 
Pfandbrief nicht einfach aus dem Erwerbstitel (Kaufvertrag) abgeschrieben 
sondern dem Grundstückregister entnommen worden seien. Der Pfandbrief 
wirke ferner deshalb verlässlich, weil er korrekt die fünf - auch heute noch auf 
dem klägerischen Grundstück liegenden - Gebäude nenne und beschreibe. 

Demgegenüber sei der Kaufvertrag aus dem Jahr 1990 weniger aussagekräf-
tig, da er lediglich eine circa Fläche nenne und Gebäude aufführe, welche kla-
rerweise nicht auf dem Grundstück des Klägers liegen würden. 

27. Die heute noch vorhandene Einfriedung spreche zwar auf den ersten Blick für 
die Beklagte. Die Einfriedung müsse jedoch im Zusammenhang mit den da-
mals geltenden rechtlichen Bestimmungen gesehen werden. Früher seien Ein-
friedungen vor allem erstellt worden, um das Vieh vor dem Verlaufen zu schüt-
zen. Die Verpflichtung im Kaufvertrag, das Land zu umzäunen, habe daher 
primär zum Zweck gehabt, vor Viehschaden zu schützen und dürfe nicht als 
Zeichen der Vermarchung verstanden werden. 

Aus den Planbeilagen (Planbeilage zur Flächenberichtigung 97/8; gemäss dem 
Zeugen F.________ "Telefonplan") folge ebenfalls nichts zu Gunsten der Be-
klagten. Auf diesen Plan sei bloss mangels Besserem zurückgegriffen worden. 
Er möge für die Auslegung der seinerzeit in Frage stehenden Dienstbarkeiten 
(Wasser- Kanalisationsanschluss etc. der Schaukäserei) massgeblich gewe-
sen sein. In Bezug auf die hier streitige Grenzziehung komme ihm indes keine 
Beweiskraft zu, weil er nicht die Vermarchung zum Gegenstand gehabt habe. 
Entsprechend habe die Urkundsperson nicht den Grenzverlauf überprüft. 

28. Im Ergebnis - so die Vorrichterin abschliessend - würden die Beweismittel nicht 
nur für das Eigentum des Klägers am Gebäude 519b sondern auch für sein Ei-
gentum an der dazugehörigen Bodenfläche sprechen, weshalb das Gericht 
von der Richtigkeit seiner Sachvorbringen überzeugt sei. 

29. Die Beklagte hält diese Beweiswürdigung für fehlerhaft. Eine korrekte Würdi-
gung der Beweise sowie das Gesamtbild würden vielmehr für den Standpunkt 
der Beklagten sprechen und erhebliche Zweifel an den Darstellungen des Klä-
gers begründen. Das genüge, um den Hauptbeweis des Klägers zu erschüt-
tern. 

30. Die Beklagte erhebt gegen die Beweiswürdigung im Wesentlichen folgende 
Einwände:

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• Die Vorinstanz habe der Publizitätswirkung von Grenzzeichen (Vermar-
chung) und Einfriedung zu wenig Beachtung geschenkt und in diesem 
Zusammenhang nicht die vollständige, seinerzeit geltende Gesetzge-
bung berücksichtigt. Die Pflicht, bei einem Verkauf Grenzzeichen zu 
setzen, habe bereits nach altem bernischen Recht gegolten. 

• Die im damaligen Recht (und im Kaufvertrag) verankerte Einfriedungs-
pflicht habe im Wesentlichen der nach aussen sichtbaren Grenzzie-
hung gedient. Aus diesem Grund zeige die mehr oder weniger gerade 
Mauer rund um das Grundstück den Grenzverlauf. Dass nur ein Teil 
des Grundstückes eingefriedet worden wäre, leuchte nicht ein. Zudem 
ergäbe die vom Kläger behauptete Grenze einen höchst unüblichen 
Verlauf ("merkwürdige Zacken und Ausbuchtungen") und keine gerade 
Linie. Ein solcher Grenzverlauf im flachen Gelände widerspreche jegli-
cher Lebenserfahrung. Die Vorinstanz liege falsch, wenn sie annehme, 
die Einfriedung habe einen Haftungsausschluss bezweckt. 

• Der Pfandbrief von 1909 und der Kaufvertrag von 1891 hätten nur ge-
ringe Beweiskraft. Es sei nichts Besonderes, dass die Angaben über-
einstimmen würden. Dies gehe darauf zurück, dass die Flächenangabe 
ohne Ueberprüfung aus dem Grundbuch übernommen worden sei. 
Dem Grundstückbeschrieb und der Bezeichnung der Gebäude im 
Grundbuch komme sodann keine dingliche Wirkung und damit auch 
keinerlei Beweiskraft zu. 

• Die schweizerische Literatur zur damaligen Messgenauigkeit wider-
spreche der Annahme der Vorinstanz, dass im Jahre 1891 bereits ge-
nau habe vermessen werden können. Das Gegenteil sei richtig. Mit ei-
ner Abweichung von rund 400m2 habe zur damaligen Zeit ohne weite-
res gerechnet werden müssen. 

• Die Vorinstanz habe den Beweiswert der diversen Planbeilagen unzu-
treffend gewürdigt. Die zahlreichen Pläne, die für die Errichtung von 
Dienstbarkeiten, Flächenbereinigungen und für die Abparzellierung 
verwendet worden seien, hätten den Charakter eines Grundbuchbele-
ges. Der vom Nachführgeometer erstellte Abparzellierungsplan sei 
überdies Teil des Vermessungswerkes, weshalb ihm der Charakter ei-
ner öffentlichen (verbindlichen) Urkunde zukomme. Sämtliche Pläne 
seien vom Kläger selbst unterzeichnet worden, womit er die Grenzen 
seines Grundstückes anerkannt habe. Ihm könne daher nicht entgan-
gen sein, dass der Boden ausserhalb der Einfriedung nicht ihm gehöre. 

31. Für die Kammer sind folgende Ueberlegungen massgebend. 

Beweislast/Beweismass

13

Infolge der Vermarkung ist die Situation so angelegt, dass das Gebäude 519b 
(samt Umschwung) nicht zum Grundstück 530 gehört. Auf Anweisung des 
Gemeinderates Innertkirchen vom 18. Dezember 2009 (Akten EG Innertkir-
chen, p 71) hat der Geometer die Parzellengrenze 530 entlang der bestehen-
den Einfriedung festgelegt, welche zwar das Hotel und diverse andere Gebäu-
de umfasst, nicht aber das Massenlager. Diese Ausgangslage wurde durch 
(willkürfreies) behördliches Handeln geschaffen und gibt die Beweislastvertei-
lung vor. 

Erklärt die Gemeinde den Grenzverlauf für strittig (Art. 21 AVG), liegt es am 
Kläger sein vom Grenzverlauf abweichendes Eigentum zu beweisen. Dement-
sprechend hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass der Kläger die Be-
weislast für sein Grundeigentum trägt. Er muss mit anderen Worten das Ge-
richt von der Richtigkeit seines Eigentumsanspruchs überzeugen. 

Nun kann aber dem Kläger der Beweis für sein Eigentum gelingen, obwohl der 
genaue Grenzverlauf unklar bleibt. In einer solchen Situation darf nach Ansicht 
der Kammer für den Nachweis der Grenze nicht dasselbe Beweismass ver-
langt werden wie für den Eigentumsanspruch. Es wäre sachlich nicht zu recht-
fertigen, das Eigentum allein deshalb zu verweigern, weil der genaue Grenz-
verlauf nicht bewiesen werden kann. Analog zur Grenzscheidungsklage (Klä-
ger braucht Klage nicht auf bestimmte Grenzlinie zu richten, Klage darf nicht 
mangels Beweisen abgewiesen werden) hat das Gericht diesfalls vielmehr die 
Grenze selbst festzulegen (MEIER-HAYOZ, BK-Sachenrecht, N 19 zu Art. 669 
ZGB). 

Publizitätsgrundsatz
32. Die Grenzberichtigung und Einfriedung (Einfristung) war im damaligen berni-

schen Zivilgesetzbuch (CGB) durch diverse Bestimmungen geregelt (vgl. Art. 
405 ff CGB): 

So bestand gemäss Art. 402 CGB die Möglichkeit, den Nachbarn zur Bezeich-
nung der Grenze (Markung) und zur Erneuerung unkenntlich gewordener 
Grenzzeichen anzuhalten. Allerdings statuierte diese Norm lediglich ein Recht, 
aber keine Pflicht (KÖNIG, Civilgesetzbuch für den Kanton Bern nach Entschei-
dungen des Appellations- und Kassationshofes und des Bundesgerichts, Zwei-
ter Band, Sachenrecht, Bern 1880, 143). Bei vorhandenen Einfriedungen galt 
sodann die Vermutung, dass solche den angrenzenden Eigentümern gemein-
schaftlich gehören und von denselben im Verhältnis ihrer Grenzlinie zu unter-
halten sind (Art. 405 CGB). Die Nachbarn konnten deshalb gegenseitig von-
einander verlangen, dass der Zaun instand gehalten wird.

Bereits im Jahre 1880 hatte letztere Bestimmung aber nur noch in denjenigen 
Gegenden Bedeutung, wo ein Interesse am Auseinanderhalten der Grundstü-
cke bestand, namentlich bei Weiden und in Berggegenden. Die Zaun- bzw. 

14

Einfriedungspflicht fiel nämlich dahin, wenn von zwei Anstössern der eine auf-
hörte, sein Vieh zur Weide zu treiben. Daraus folgt, dass der Grund für die Ein-
friedungspflicht darin lag, das Vieh vor dem Verlaufen zu schützen (KÖNIG, 
a.a.O., 146 f). 

33. Die Einfriedung hatte deshalb in erster Linie zum Zweck, Schäden zu verhin-
dern. Das Vieh musste im Zaun gehalten und am Entlaufen gehindert werden. 
Zu Recht folgerte die Vorinstanz daraus, dass die Einfriedungspflicht eine Haf-
tungsfrage regelte. Die Hauptsorge des Gesetzgebers galt im Uebrigen der 
Frage, wer für die Kosten der Einfriedung aufzukommen hat (vgl. auch Art. 408 
CGB) und nicht, welche Rechtswirkungen an die Einfriedung zu knüpfen sind. 
Jedenfalls lässt sich den einschlägigen damaligen Bestimmungen nicht ent-
nehmen, dass die Einfriedung als rechtswirksame Vermarchung verstanden 
werden könnte. Die Einfriedung hatte praktische aber keine rechtlichen Wir-
kungen. 

Die gegenteilige Ansicht hätte im Uebrigen zu unbefriedigenden Folgen ge-
führt: Wer Land falsch eingefriedet hätte, hätte entweder Eigentum verloren, 
oder hätte sich zu viel Eigentum verschaffen können. 

34. Gestützt auf die Art. 402-404 und 646 CGB erliess der Regierungsrat des Kan-
tons Bern am 26. Mai 1869 eine Verordnung über die Vermarchung der Flurpa-
rzellen. Danach ist jeder Grundeigentümer verpflichtet, seine Grundstücke zu 
vermarchen. Die Kosten fallen den Grundeigentümern auf (Art. 1). Die Eigen-
tumsgrenzen eines jeden Grundstücks (Flurparzelle) sollen mit sichern Grenz-
zeichen versehen werden. Als Grenzzeichen sind zulässig: a. Marchsteine, 
aus dauerhaftem Material, wo möglich behauen […]; b. Monumente, gut erhal-
tene Mauern, feste Lägersteine und Felsen […]. Auf den Grenzzeichen sind 
die Grenzpunkte (Scheitelpunkte der Grenzlinien) und wo tunlich auch die 
Richtung der Grenzlinien deutlich einzuhauen […] (Art. 2). Die Entfernung von 
einem Grenzzeichen zum andern soll in der Regel nicht über 500 Fuss betra-
gen. In Gebirgsgegenden darf diese Entfernung sich bis auf 2000 Fuss belau-
fen (Art. 4). Der Parzellarvermessung eines Gemeindebezirks muss die Berei-
nigung und Vermarchung der Flurparzellen vorangehen. Zu diesem Zweck er-
nennt der Gemeinderat eine Marchkommission. Sie bestimmt Zeit und Ort für 
die Begehung der Parzellengrenzen und die nachfolgenden Marchverhandlun-
gen und lässt dazu den Grundeigentümern jeweilen durch den Marchweibel 
bieten (Art. 6). Grundeigentümer, welche der erhaltenen Vorladung nicht Folge 
leisten oder innert der festgesetzten Frist die Vermarchung nicht ausführen, 
sind der Gemeinde gegenüber für die daraus erwachsenen Mehrkosten haft-
bar, und die betreffenden Grenzen werden als streitig angesehen (Art. 9). 
Streitige Grenzen werden nach dem gewöhnlichen Civilverfahren bereinigt 
(Satz. 402, 403 und 404 C. und Art. 646 des Code civil; Art. 10).

35. Aus dieser Verordnung folgt zwar, dass eine Pflicht zur Vermarchung bestand. 
Allerdings geht daraus auch hervor, dass längst nicht alle Parzellen vermarcht 

15

waren. Es fiel in die Kompetenz der Gemeinden, die Vermarchung voranzu-
treiben, was in gewissen Gegenden viel Zeit in Anspruch nahm. So auch auf 
der Engstlenalp, wo die Vermessung für das eidgenössische Grundbuch erst 
im Jahr 2010 stattfand. 

Aus der Verordnung ergibt sich aber nicht, dass die Einfriedung die Wirkung 
einer rechtsgültigen Grenzziehung hätte. Vielmehr belegen die referierten Vor-
schriften des altbernischen Civilgesetzbuches, dass mit der Einfriedung durch-
aus auch andere Zwecke verbunden sein konnten. Die Verletzung der Markie-
rungspflicht führte auch nicht zum Rechtsverlust. Sie zog möglicherweise Kos-
ten nach sich, oder hatte zur Folge, dass allenfalls eine streitige Grenze vorlag, 
deren Verlauf gerichtlich festgestellt werden musste. 

Es trifft deshalb nicht zu, wenn die Beklagte behauptet, der Einfriedung komme 
die Funktion einer Grenze zu. Die von der Beklagten gezogene Schlussfolge-
rung "Mauer = rechtswirksame Grenze" lässt sich aus der damaligen Rechts-
lage jedenfalls nicht ableiten. 

Kaufvertrag aus dem Jahr 1891 (KB 1)
36. Der Kaufvertrag aus dem Jahre 1891 ist nach Ansicht der Kammer deshalb 

relevant, weil er den Kaufgegenstand umschreibt und daraus (sozusagen aus 
erster Hand) Indizien für den Umfang der damals beabsichtigten Eigentums-
verschaffung folgen. 

Dem Kaufvertrag lässt sich entnehmen, dass E.________ von der Beklagten 
Weideland im Halte von 7'359m2 erwarb. Der Vertrag erwähnt ausdrücklich, 
dass sich auf dem gekauften Land die dem Käufer gehörenden "Wirtschafts-
etablissements" befänden. Dazu gehörte - was damals und heute unbestritten 
ist - auch das als Rossstall/Massenlager/Sennhütte bezeichnete, in dieser 
Form 1878 errichtete Gebäude 519b. 

Am wirtschaftlichen Hintergrund dieser Transaktion bestehen nach Ansicht der 
Kammer keine Zweifel. Der Vorfahre des Klägers kaufte von der Alp dasjenige 
Land, das er für den Betrieb seines Hotels brauchte. Die Landabtretung hatte 
primär zum Zweck, eine Parzelle auszuscheiden, auf die sämtliche zum Be-
trieb des "Wirtschaftsetablissements" gehörenden Gebäude zu liegen kamen. 
Bei dieser Ausgangslage war allen damals an der Transaktion Beteiligten klar, 
wie sich die Eigentumsverhältnisse präsentieren. Dem Käufer gehörten alle 
Gebäude (inkl. Boden), die er für die Bewirtschaftung des Hotels benötigte. Die 
"Publizität" der Eigentumsgrenzen ergab sich aus der Bewirtschaftung und 
nicht aus der Einfriedung. Dass diese Ausgangslage in Vergessenheit geraten 
bzw. es zu einem späteren Zeitpunkt zum Streit über den Boden kommen 
könnte, lag ausserhalb der Wahrnehmung der ursprünglich Beteiligten. 

16

Für den Erbauer der Mauer bestand deshalb kein spezieller Anlass, mit der 
Einfriedung die Grundstücksgrenzen zu markieren. Alle wussten, dass die 
Sennhütte zum Hotel gehörte. Das deckt sich mit der bereits oben gewonne-
nen Erkenntnis, dass eine Einfriedung durchaus auch anderen Zwecken die-
nen konnte. 

37. In den besonderen Bestimmungen des Vertrages (Ziff. 3) wird sodann aufge-
führt, dass der Besitzer des Etablissements die Einfriedung des Verkauften auf 
eigene Kosten herzustellen und zu unterhalten habe bzw. für Beschädigungen 
durch Alpvieh keine Entschädigung fordern könne. 

Der Käufer musste also das gekaufte Grundstück einfrieden und diese Einfrie-
dung unterhalten. Diese vertragliche Pflicht zum Erstellen einer Mauer/Zaun 
durch den neuen Eigentümer wich vom (oben erläuterten) allgemeinen Grund-
satz ab, dass der Vieheigentümer als potentieller Schädiger die Grenze zu si-
chern hatte - und nicht der potentiell Geschädigte. Die Umkehr dieser Ver-
pflichtung musste deshalb explizit im Vertrag verankert werden. Der Zweck der 
Regelung lag offensichtlich darin, allfälligen Haftungsansprüchen zuvorzu-
kommen. So sollte die Alpgenossenschaft für den durch ihr Alpvieh angerichte-
ten Schaden nicht aufkommen müssen, sondern es blieb Sache des Käufers, 
sich davor zu schützen. 

38. Diese Vertragsbestimmung zeigt ebenfalls, dass die Einfriedung zum Zweck 
hatte, Schäden zu verhindern und damit nicht primär die Eigentumsgrenzen 
markiert werden sollten. Da die Eigentumsverhältnisse bekannt waren, be-
stand für eine Grenzziehung auch keine zwingende Notwendigkeit. 

Vielmehr musste die Mauer so gezogen werden, dass Gefährdungen der Ho-
telgäste vermieden werden konnten. Der Kläger erwähnte (p 163 und 467), 
dass im Gebäude 519b Maultiere und Pferde gehalten worden sind, vor denen 
die Gäste ebenfalls geschützt werden sollten. Diese Einlassung tönt plausibel, 
ist nach dem Gesagten doch offensichtlich, dass die Einfriedung mit dem Be-
dürfnis nach Schutz vor Tieren einherging. Es ist deshalb ohne weiteres nach-
vollziehbar, dass zum Zeitpunkt der Erstellung der Mauer praktische Ueberle-
gungen (Schutz vor Tieren) im Vordergrund standen, welche das Interesse an 
einer akkuraten Grenzziehung in den Hintergrund drängten. Wie bereits ge-
sagt, für die damals Beteiligten war auch ohne sichtbare Grenzziehung klar, 
wie sich die Eigentumsverhältnisse präsentierten. 

39. Aus dem Kaufvertrag geht sodann hervor, dass eine Fläche von 7'359m2 ver-
kauft worden ist. Dass es sich dabei - wie die Beklagte behauptet - um eine 
Schätzung gehandelt haben sollte, ist unwahrscheinlich. Gegen eine Schät-
zung spricht zunächst die auf den Quadratmeter genau angegebene Fläche. 
Zudem ist selbst in KB 1 nicht von "Schätzung" sondern von "Schatzung" die 
Rede, was nicht zwingend etwas Ungenaues bedeuten muss. 

17

Für die Verlässlichkeit der Angabe spricht ferner, dass sie vom zuständigen 
Oberförster stammt. Laut Gesetz über das Vermessungswesen vom 18. März 
1867 (abrufbar: digibern.ch, Themen, Recht, Gesetze/Dekrete/Verordnungen, 
Gesetze/Dekrete/Verordnungen des Kantons Bern 1831-1993, Band 6/1867, S 
21 ff) wurden die mit der Vermessung zusammenhängenden Aufgaben ge-
stützt auf § 1 den Direktionen und Forsten übertragen. Die "Schatzung" ist folg-
lich - entgegen der Behauptungen der Beklagten (p 675) - vom dafür vorgese-
henen Fachmann ("Oberförster Müller") vorgenommen worden. Sodann geht 
die Kammer mit den in allen Teilen überzeugenden vorrichterlichen Erwägun-
gen davon aus, dass bereits zum damaligen Zeitpunkt recht genau vermessen 
werden konnte. Dass die Abweichung von rund 500m2 in einem flachen Gebiet 
auf einen Messfehler zurückzuführen wäre, erscheint daher höchst unwahr-
scheinlich und kann ausgeschlossen werden. 

40. Nach dem bisher Gesagten steht für die Kammer ohne Zweifel fest, dass mit 
dem Kaufvertrag aus dem Jahr 1891 eine Parzelle verkauft wurde, die alle zum 
Betrieb des "Wirtschaftsetablissements" gehörenden Gebäude umfasste. Dem 
Grundsatz nach ist damit klar, dass das Gebäude 519b sowie eine dazugehö-
rige Bodenfläche von 472m2 dem Kläger gehört. Am Eigentum des Klägers be-
stehen keine vernünftigen Zweifel. Unklarheiten mögen einzig in Bezug auf 
den exakten Grenzverlauf rund um das Gebäude 519b bestehen. Dass daran 
der Beweis für das Eigentum nicht scheitern darf, wurde oben (Ziff. 31) bereits 
erläutert. 

41. An der gewonnenen Ueberzeugung vermögen auch die weiteren Vorbringen 
der Beklagten (Pfandbrief, spätere Pläne, Badehaus, Baurechtszins) nichts zu 
ändern. 

Pfandbrief
Die Beweiswürdigung der Kammer stützt sich in erster Linie auf die Bestim-
mungen des Kaufvertrages sowie auf die damalige Rechtslage, ohne dass 
dem Pfandbrief in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung zukäme. Die 
Kammer ist vielmehr überzeugt, dass die Haltangabe auf dem Pfandbrief nicht 
auf einer Neuvermessung beruhte, sondern einfach aus dem Kaufvertrag oder 
dem Grundbuch übernommen wurde. Aus dem Pfandbrief ergeben sich des-
halb keine neuen oder zusätzlichen Erkenntnisse. Immerhin erwähnt auch der 
Pfandbrief die Sennhütte. Das deutet zumindest darauf hin, dass in der "Fami-
lientradition" (Witwe und Kinder von E.________) die Sennhütte immer als zur 
Parzelle zugehörig betrachtet wurde. 

Pläne 
42. Aktenkundig sind diverse Pläne (KB 4, KAB 3-5, 8), auf der die Umfriedung der 

Parzelle 530 eingezeichnet ist und die vom Kläger unterzeichnet worden sind. 
Die Beklagte schliesst daraus, dass die Grenze schon immer der Umfriedung 

18

entlang gezogen worden sei. Ferner ist sie der Ansicht, den Plänen komme 
rechtsverbindliche Wirkung zu.

Der ins Recht gelegte sog. "Telefonplan" (KB 4) wurde im Zusammenhang mit 
der Abparzellierung und Vermarchung der (Badehaus)Parzelle 533 verwendet. 
Der andere Plan (KB 8) geht auf die Einräumung einer Dienstbarkeit zurück. 
Jeder der Pläne hatte folglich eine ganz spezielle Zweckbestimmung, wozu die 
Bereinigung des Grenzverlaufs rund um die Parzelle 530 gerade nicht gehörte. 
Aus diesem Grund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz erwog, öffent-
liche Urkunden würden nur für das vollen Beweis erbringen, was von der Ur-
kundsperson entweder geprüft oder kraft eigener Wahrnehmung als richtig be-
scheinigt worden sei. Dazu gehörte bei keinem der Pläne die rechtsverbindli-
che Festlegung der Grundstücksgrenze für die Parzelle 530. Sie dienten - wie 
erläutert - ganz anderen Zwecken. Den Plänen kann deshalb nicht die Wirkung 
eines Grundbuchplanes i.S. von Art 950 ZGB zukommen, und die Unterzeich-
nung durch den Kläger stellt keine Anerkennung der Grundstücksgrenze dar. 

Badehaus
43. Das Badehaus stand früher unbestrittenermassen neben dem Gebäude 519b 

ausserhalb der Umfriedung. Es wurde mit Kaufvertrag vom 29. Juni 1959 (Ak-
ten EG Innertkirchen, p 100) verkauft und kam auf die innerhalb der Mauer lie-
gende, neu geschaffene Parzelle 533 zu stehen. Nach den Behauptungen der 
Beklagten soll der Hinweis, dass das Badehaus im Kaufvertrag als im "Engst-
lenläger" stehend bezeichnet wurde, für ihr Eigentum am Boden ausserhalb 
der Umfriedung sprechen. 

Fest steht, dass das Badehaus früher unmittelbar neben der Sennhütte und 
damit auf der heute umstrittenen Fläche stand. Gegen den Verkauf hatte die 
Beklagte offenbar keine Einwendungen, weil auch ihr klar war, dass das Bade-
haus dem Eigentümer des Hotelbetriebes gehörte. Dass es ohne Boden ver-
kauft wurde, sagt nichts über die Eigentumsverhältnisse am Land aus, zumal 
ja nur das Haus versetzt wurde. Aus der mehr oder weniger genauen Gebiets-
bezeichnung "Engstlenläger" folgt ebenfalls nichts zu Gunsten der Beklagten. 
Welches Gebiet damit genau gemeint ist, wird nicht näher erläutert. Ob und 
inwieweit diese Bezeichnung im Zusammenhang mit der Abgrenzung von Par-
zellen auf der Engstlenalp praktische Bedeutung hätte, ist ebenfalls völlig offen 
und wird durch nichts untermauert. 

Die Vorbringen der Beklagten zum Badehaus sind deshalb nicht zielführend. 

Baurechtszins
44. Die Beklagte verrechnet dem Kläger seit mehreren Jahren einen Baurechts-

zins im Zusammenhang mit dem strittigen Grundstücksteil und dem darauf lie-
genden Gebäude 519b. Aus der Tilgung dieser Forderung folgert die Beklagte, 
der Kläger habe schon immer gewusst, dass er nicht Eigentümer des Bodens 

19

sei. Ihrer Ansicht nach behauptet der Kläger nun plötzlich Eigentum, weil er 
keinen Baurechtszins mehr bezahlen wolle (p 667).

Der Baurechtszins ist eine Erscheinung jüngeren Datums und hängt mit dem 
Streit über den Boden zusammen. Er geht wohl letztlich auf eine Verhärtung 
der Fronten zurück, weil der Kläger an seinem Eigentumsanspruch festhielt. 
Für die Beklagte war aber schon länger klar, dass der Kläger Eigentum am 
Boden rund um die Sennhütte anspricht. Die - wie die Beklagte einräumt - "wi-
derwillige" Bezahlung eines Baurechtszinses lässt deshalb keine Rückschlüsse 
auf die Eigentumsverhältnisse zu. Zudem führt die Beklagte selbst aus, dass 
die Bezahlung durch Verrechnung erfolgt sei. D.h. mit ihrer Verrechnungser-
klärung bezahlte sich die Beklagte sozusagen selbst und der Kläger konnte 
dem nur schwerlich etwas entgegenhalten. 

Auch der Baurechtszins ist nach dem Gesagten für den Eigentumsbeweis nicht 
ausschlaggebend. 

45. Alles in Allem ergibt eine Würdigung der vorliegenden Beweismittel, dass es 
der Beklagten nicht gelungen ist, ernsthafte Zweifel an den Vorbringen des 
Klägers zu säen. Nach dem Gesagten ist vielmehr auch die Kammer über-
zeugt, dass der Kläger Eigentümer der Sennhütte (Gebäude 519b) und der 
dazugehörigen Bodenfläche im Halte von 472m2 ist. Die von der Vorinstanz 
festgelegte Grenze erscheint sodann plausibel. Der angefochtene Entscheid 
muss in Bezug auf die strittige Grundstücksgrenze und -fläche bestätigt wer-
den.

Die Vorinstanz hat im Dispositiv das Konstrukt mit der Aufforderung zur Abga-
be einer Willenserklärung gewählt. Das Urteil ersetzt in diesem Fall die verwei-
gerte Willenserklärung. 

Die Kammer könnte zwar die Anerkennung gleich selbst aussprechen, etwa 
mit der Formulierung "das Grundstück umfasst einen Halt von (……), und ins-
besondere das Gebäude Nr. 519b (…)". Da das Ergebnis letztlich aber dassel-
be ist, verzichtet die Kammer auf eine andere Formulierung des Dispositives. 

C. Eigentum an einem Baurecht / Gebäude 519c und 519j
(Schweineställe resp. Schweine- Hühnerstall)

46. Aus den übereinstimmenden Aussagen der Parteien geht hervor, dass bis zur 
Erstvermessung auf der Engstlenalp viele Gebäude auf dem Land der Beklag-
ten nicht in ihrem Eigentum standen, ohne dass entsprechende Baurechte 
verabredet gewesen wären. Während also der Boden der Alpgenossenschaft 
gehörte, wurden und werden die Gebäude von einzelnen Bauern genutzt und 
unterhalten. Nach und nach wurden diese alten Rechtsverhältnisse moderni-
siert, indem die Alpgenossenschaft und die Bauern Baurechtsverträge ab-

20

schlossen; zum Teil allerdings blieben die Rechteinhaber untätig (p 477 Z 5 ff) 
oder - wie im Fall des Klägers - misslang eine Vereinbarung mit der Genos-
senschaft. Immerhin blieb unbestritten, dass der Kläger altrechtlicher Eigentü-
mer der beiden Ställe war und diese vor einigen Jahren noch auf Aufforderung 
der Beklagten hin saniert hatte. 

Die Beklagte stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass sie Eigentümerin der 
Gebäude geworden sei, nachdem der Kläger im Zuge der Erstvermessung die 
Einräumung eines Baurechts abgelehnt habe. 

47. Die Vorinstanz ging im Wesentlichen vom Weiterbestand altrechtlicher nicht im 
Grundbuch eingetragener dinglicher Rechte aus (Art. 17, 21, 44 Abs. 1 SchlT 
ZGB). Die Praxis nehme für die auf einer Alp stehenden - eigentumsmässig je-
doch nicht der Alpgenossenschaft zuzuordnenden - Gebäude seit jeher das 
Bestehen überlieferter Baurechte an. Diese behielten in Anwendung von Art. 
44 Abs. 1 SchlT ZGB auch ohne Eintragung im Grundbuch Gültigkeit. Der Be-
rechtigte könne die Eintragung bislang nicht eingetragener Rechte auch nach 
der Einführung des Grundbuches noch verlangen. Vorbehalten seien lediglich 
entgegenstehende Rechte gutgläubiger Dritter oder der Untergang des Rechts 
nach Art. 44 Abs. 2 SchlT ZGB. 

Hier seien das altrechtliche Eigentum des Klägers an den Gebäuden sowie 
sein Eigentum an Alpanteilsrechten unbestritten geblieben. Der Eintragung ei-
ner Dienstbarkeit stehe weder das Recht eines Dritten entgegen, noch stelle 
das Scheitern der Einigungsbemühungen (betreffend Einräumen des Bau-
rechts) einen Tatbestand von Art. 44 Abs. 2 SchlT ZGB (Untergang) dar. 

48 In der Berufung hält die Beklagte am Verzicht des Klägers auf die Einräumung 
der Baurechte (Nrn. 519c und 519j) fest. Sie beruft sich sinngemäss auf Art. 44 
Abs. 2 SchlT ZGB, wonach das Recht absolut untergehen kann. Der Kläger 
habe die von der Beklagten angebotenen Baurechte aus sachfremden Grün-
den abgelehnt. Das führe zur Verwirkung seiner Rechte. Dass er weiterhin 
daran festhalte, erfülle den Tatbestand des "venire contra factum proprium", 
was keinen Rechtschutz verdiene. 

49. Seitens der Beklagten blieb unbestritten, dass der Kläger altrechtlicher Ei-
gentümer der beiden Gebäude 519c und 519j war. Mit den zutreffenden erstin-
stanzlichen Erwägungen ist sodann vom Bestehen überlieferter Baurechte 
auszugehen, die in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 SchlT ZGB auch ohne Ein-
trag im Grundbuch gültig bleiben. Ihre funktionelle Entsprechung finden diese 
überlieferten Rechte in einem selbständigen und dauernden Baurecht gemäss 
Art. 675 und Art. 779 ff ZGB. 

Dass sich die Parteien im Rahmen einer Vereinbarung nicht fanden, stellt kei-
nen Fall von Art. 44 Abs. 2 SchlT ZGB dar. Ein Rechtsverlust ist mit der Ableh-
nung nicht verbunden. Nur weil der Kläger mit einer Offerte der Beklagten nicht 

21

einverstanden war, darf nicht auf einen Verzicht oder eine zweckwidrige 
Rechtsausübung geschlossen werden. Im Uebrigen ist auch nicht ersichtlich, 
welche Fakten der Kläger geschaffen haben sollte, die sein angeblich wider-
sprüchliches Verhalten begründen könnten. 

Die Vorinstanz hat dem Kläger folglich zu Recht ein Baurecht an den beiden 
Ställen eingeräumt. Der angefochtene Entscheid muss auch in diesem Punkt 
vollumfänglich bestätigt werden. 

III. 

Kosten:
50. Der Kläger verlangt im Rahmen seiner Anschlussberufung, dass die Grund-

buchgebühren und Geometerkosten von der Beklagten zu tragen seien. 

Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, werden im nichtstreitigen Verfah-
ren sowohl die anfallenden Grundbuchgebühren wie auch die anfallenden 
Geometerkosten von derjenigen Person getragen, welcher im Grundbuch ein 
bestimmtes Recht eingeräumt wird. 

Die Anpassung des Grundbuches an die Realität erfolgt hier zwar mit einem 
gerichtlichen Entscheid. Das ändert aber nichts daran, dass die Bereinigung im 
Interesse des Klägers liegt. Dass die Rechtslage erst jetzt klar wurde, ist auf 
die ungenügende Vermarchung der Parzelle durch die Vorfahren des Klägers 
zurückzuführen. Die Kosten einer früheren Anpassung - gestützt auf eine kor-
rekte Vermarchung - wären auch vom jeweiligen Eigentümer der Parzelle zu 
tragen gewesen. 

Für die Kammer besteht keine Veranlassung, von den vorrichterlichen Erwä-
gungen abzuweichen. 

51. Der Kläger macht weiter geltend, die Beklagte habe die gesamten erstinstanz-
lichen Kosten (Gerichts- und Parteikosten) zu tragen. 

Die Vorinstanz hat dem Kläger einen Viertel und der Beklagten drei Viertel der 
Kosten auferlegt. Sie hat dabei das Ausmass des Obsiegens bzw. Unterlie-
gens und den Prozessaufwand berücksichtigt. 

Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen darf die Verweigerung der Um-
triebsentschädigung bei der Gewichtung des Obsiegens oder Unterliegens 
nicht berücksichtigt werden. Die Umtriebsentschädigung ist vielmehr eine Fol-
ge des materiellen Prozessausgangs.

22

Der Kläger ist erstinstanzlich lediglich mit seinem Begehren um Einräumen 
eines Baurechts am Kiosk und mit seinem Feststellungsbegehren unterlegen. 
Diese beiden Begehren haben kaum Prozessaufwand verursacht. Nach An-
sicht der Kammer ist deshalb der dem Kläger auferlegte Kostenanteil von ei-
nem Viertel übersetzt. Er wird auf einen Fünftel reduziert. Der Kläger hat folg-
lich erstinstanzliche Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 2'120.-- zu tragen. 
Nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche der Parteien auf Ersatz ihrer 
Parteientschädigungen resultiert mit Blick auf die einschlägigen erstinstanzli-
chen Zahlen (p 621 ganz unten) ein Anspruch des Klägers von Fr. 9'981.45 
(siehe Berechnungstabelle im Anhang). 

In Bezug auf die Abweisung der Umtriebsentschädigung kann auf die zutref-
fenden vorrichterlichen Erwägungen verwiesen werden. 

52. Im oberinstanzlichen Verfahren ist die Beklagte mit ihrer Berufung vollständig 
unterlegen. 

Auf der anderen Seite unterliegt der Kläger mit seinem Feststellungsbegehren 
und über weite Strecken mit seiner Anschlussberufung. Er obsiegt mit der An-
schlussberufung nur marginal im Zusammenhang mit der Verteilung der erstin-
stanzlichen Kosten. 

Angesichts dieser Ausgangslage erscheint es angemessen, die oberinstanzli-
chen Kosten dem Kläger zu einem Sechstel und der Beklagten zu fünf Sechs-
teln aufzuerlegen. 

53. B.________ verlangt für das oberinstanzliche Verfahren ein Honorar von Fr. 
11'775.--. Er ist der Ansicht, auch im Berufungsverfahren rechtfertige sich eine 
Ausschöpfung des Tarifrahmens zu 100%, zuzüglich eines Zuschlages 
gemäss Art. 9 der Parteikostenverordnung (PKV, BSG 168.811) von 50%. 

Der ordentliche Tarifrahmen beträgt in Anwendung von Art. 5 Abs. 1 und Art. 7 
Abs. 1 PKV Fr. 1'600.-- bis Fr. 7'850.--. Ein Zuschlag gemäss Art. 9 PKV ist für 
das oberinstanzliche Verfahren nicht angezeigt, zumal keine weitere Samm-
lung oder Zusammenstellung von Beweismaterial notwendig war. Der Pro-
zessgegenstand im Berufungsverfahren (vorwiegend Beweiswürdigung) war 
vielmehr übersichtlich, so dass der Schwierigkeitsgrad höchstens als durch-
schnittlich bis überdurchschnittlich zu veranschlagen ist. Dasselbe gilt für die 
übrigen Kriterien nach Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG, 
168.11). Ueberdies konnte das Verfahren auf schriftlichem Weg, d.h. ohne 
Verhandlung erledigt werden. Nach Ansicht der Kammer erscheint daher eine 
Ausschöpfung des Tarifrahmens in der Grössenordnung von 65%-70% als 
ausreichend. Das Honorar von B.________ ist folglich zu kürzen und wird auf  
Fr. 6'000.-- festgesetzt. Praxisgemäss ist eine Kleinspesenpauschale von 3% 
des Honorars (Fr. 180.--) zu sprechen (zzgl. MWSt. von Fr. 494.40). 

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Fürsprecher D.________ macht ein Honorar von Fr. 5'800.-- zzgl. Auslagen 
(Fr. 33.30) und Mehrwertsteuer (Fr. 466.55) geltend. Mit Blick auf das oben 
Gesagte und im Lichte von Art. 5 und 7 PKV bewegt sich das Honorar im ge-
setzlichen Rahmen und kann genehmigt werden. 

Der Kläger ist gemäss Unternehmensidentifikations-Register (UID Register; 
abrufbar unter: www.uid.admin.ch) mehrwertsteuerpflichtig und kann somit die 
von seinem Rechtsvertreter auf ihn überwälzte Mehrwertsteuer in seiner eige-
nen Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Die in der Kostennote 
aufgeführte Mehrwertsteuer auf Honorar und Auslagen ist deshalb bei der Be-
stimmung des Parteikostenersatzes nicht zu berücksichtigen (Beschluss der 
Zivilabteilung des Obergerichts vom 13. November 2014, gestützt auf das in 
BVR 2014, 484 ff publizierte Urteil des Verwaltungsgerichts). 

Nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche der Parteien auf Ersatz ihrer 
Parteientschädigungen resultiert ein Anspruch des Klägers im Berufungsver-
fahren von Fr. 3'749.30 (siehe Berechnungstabelle im Anhang)

Die Kammer entscheidet: 

1. Es wird festgestellt, dass die Ziffern 4 und 5 des angefochtenen Entscheides in 
Rechtskraft erwachsen sind. 

Auf das Feststellungsbegehren des Klägers wird nicht eingetreten. 

2. Die Beklagte wird verurteilt, anzuerkennen, dass das Grundstück des Klägers, 
Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 530, einen Halt von 6'685 m2 
zuzüglich 472 m2, total 7'157 m2, aufweist und insbesondere das Gebäude Nr. 
519b umfasst, sowie dass die Grundstücksgrenze gemäss Entwurf Planbeilage 
zur Planänderung Innertkirchen Nr. 2016-041 des Nachführungsgeometers 
F.________ (Entscheidbeilage 1, rote Linie) verläuft.

3. Die Beklagte wird verurteilt, dem Kläger gemäss Entwurf Planbeilage zur 
Planänderung Innertkirchen Nr. 2016-042 des Nachführungsgeometers 
F.________ (Entscheidbeilage 2, rote Linie) ein 99 (neunundneunzig) Jahre 
währendes, selbständiges und dauerndes Baurecht gemäss Art. 675 und 
Art. 779 ff. ZGB für die Bauten Nr. 519c (Schweinestall) und Nr. 519j 
(Schweine- resp. Hühnerstall), umfassend die Teilfläche von 62 m2 des 
Grundstücks Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 126, einzuräumen.

4. Der vorliegende Entscheid ersetzt mit Eintritt der Rechtskraft die erforderlichen 
Willenserklärungen der Beklagten gemäss Ziffer 1 und 2 hiervor. Das 

http://www.uid.admin.ch

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vorerwähnte Baurecht beginnt mit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids 
und endet 99 (neunundneunzig) Jahre später.

5. Der Nachführungsgeometer F.________ wird nach Rechtskraft des 
Entscheides angewiesen, die zur Grundbuchanmeldung notwendigen 
Unterlagen (insbesondere Mutations- und Messurkunden inkl. Planbeilagen) 
nach Vorlage der erwähnten Entwürfe (Entscheidbeilagen 1 und 2) zu erstellen 
sowie die Vermarkung der Grundstücke Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. 
Nr. 530 und Nr. 126 soweit nötig vorzunehmen.

 Der Nachführungsgeometer hat insbesondere die definitiven Mutations- und 
Messurkunden dem Gericht zuzustellen und diese bilden, soweit sie vom 
Gericht danach unterzeichnet werden, einen integrierenden Bestandteil des 
vorliegenden Entscheids. Gleichzeitig hat der Nachführungsgeometer dem 
Gericht seine Kostennote einzureichen. 

6. Das Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Interlaken, wird angewiesen, auf 
den Grundstücken Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 530 und Nr. 126 
die Bereinigung der Lasten und Rechte (betrifft die Planänderung gemäss den 
vorgenannten Ziffern 1 und 6) gemäss Art. 974a ff. ZGB durchzuführen.

Das Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Interlaken, hat dem Gericht die 
erforderlichen Bereinigungsdokumente zuzustellen. Die 
Bereinigungsdokumente, soweit sie vom Gericht danach als richtig anerkannt 
werden, bilden einen integrierenden Bestandteil des vorliegenden Entscheids. 
Gleichzeitig hat das Grundbuchamt dem Gericht die voraussichtliche Höhe 
seiner Grundbuchgebühren mitzuteilen.

7. Das Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Interlaken, wird angewiesen, die 
Grundstücksgrenzen und -flächen von Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 
530 und Nr. 126 im Grundbuch gemäss den vorgenannten Ziffern 1 und 6 zu 
erfassen.

Die Bemerkung "streitige Grenze" auf Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 
530 und Nr. 126 gemäss Beleg 4643 vom 19.12.2012 ist zu löschen.

8. Das Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Interlaken, wird angewiesen, das 
Baurecht des Klägers für die Bauten Nr. 519c und Nr. 519j, umfassend die 
Teilfläche von 62 m2 des Grundstücks Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 
126, gemäss den vorgenannten Ziffern 2, 3 und 6 in das Grundbuch 
aufzunehmen und ein neues Grundbuchblatt zu eröffnen. Das Baurecht ist als 
Dienstbarkeitslast auf Innertkirchen 1 (Innertkirchen)-Gbbl. Nr. 126 
einzutragen.

9. Die Grundbuchgebühren und die Geometerkosten werden dem Kläger 
auferlegt. Diese werden dem Vorschussanteil von Fr. 9'100.00 entnommen. 

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Eine allfällige Restanz dieses Vorschussanteils wird dem Kläger nach 
Vorliegen der Rechnungsbelege des Nachführungsgeometers und des 
Grundbuchamts zurückerstattet. Eine allfällige Nachforderung von 
Fremdgebühren beim Kläger durch das Gericht bleibt vorbehalten. 

10. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten (Klage, Widerklage inkl. Beweiskosten 
von Fr. 85.--, exkl. Grundbuchgebühren und Geometerkosten) werden be-
stimmt auf Fr. 10'600.-- und mit 1/5, ausmachend Fr. 2'120.--, dem Kläger und 
mit 4/5, ausmachend Fr. 8'480.--, der Beklagten auferlegt und mit den vom 
Kläger geleisteten Vorschüssen von insgesamt Fr. 10'600.-- verrechnet. 

Die Beklagte hat dem Kläger Fr. 8'480.-- für vorgeschossene Gerichtskosten 
zu ersetzen. 

11. Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren, bestimmt auf Fr. 10'000.--, 
werden mit 1/6, ausmachend Fr. 1666.65, dem Kläger und mit 5/6, ausma-
chend Fr. 8'333.35 der Beklagten zur Bezahlung auferlegt und mit dem von der 
Beklagten geleisteten Vorschuss verrechnet. 

Der Kläger hat der Beklagten Fr. 1'666.65 für vorgeschossene Gerichtskosten 
zu ersetzen. 

12. Die Beklagte hat dem Kläger für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteien-
tschädigung von Fr. 9'981.45 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. 

13. Die Beklagte hat dem Kläger für das oberinstanzliche Verfahren eine Parteien-
tschädigung von Fr. 3'749.30 (inkl. Auslagen) zu bezahlen.

14. Dieser Entscheid ist zu eröffnen:
- den Parteien (GU)

Nach Eintritt der Rechtskraft zu eröffnen (GU)
- auszugsweise den Grundpfandgläubigerinnen 
- dem Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Interlaken 
- dem Grundbuchgeometer F.________, 
- dem Amt für Geoinformation des Kantons Bern 

Mitzuteilen nach Eintritt der Rechtskraft
- dem Vorsteher des Grundbuchamtes Oberland 

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Bern, 6. April 2017 Im Namen der 2. Zivilkammer

Die Referentin:

Oberrichterin Grütter

Der Gerichtsschreiber:

Knüsel

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid (Streitwert rund Fr. 50'000.--) kann innert 30 Tagen nach der schriftlichen Eröffnung 
beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen erhoben werden aus den in Art. 95-97 Bundesgerichtsgesetz 
(BGG, SR 173.110) genannten Gründen. 

Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen und ist an folgende Adresse zu rich-
ten: Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.

Bestätigt mit Entscheid des Bundesgerichts 5A_390/2017 vom 23.Mai 2018

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