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**Case Identifier:** 5cff1342-6013-55e9-8d86-ca1c1c166971
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 01.02.2022 IV 2018/226
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-226_2022-02-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/226

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.06.2022

Entscheiddatum: 01.02.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 01.02.2022
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Gerichtsgutachten (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Februar 2022, IV 
2018/226).

Entscheid vom 1. Februar 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2018/226

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadja D'Amico, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im März 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 18). Er gab an, er habe im August 2005 ein Studium in 

B.___ begonnen. Im Februar 2006 habe er dieses Studium abgebrochen. Am 27. März 

2006 berichtete Dr. med. C.___ vom Psychiatrischen Zentrum D.___ (IV-act. 22), der 

Versicherte leide an einer paranoiden Schizophrenie. Er sei vollständig arbeitsunfähig. 

Seine Mutter habe ihn zu einer psychiatrischen Behandlung gedrängt, da er sein 

Studium wegen zunehmender Versagensängste und Schuldgefühlen nicht mehr habe 

weiterführen können, da er keiner Tagesstruktur mehr nachgegangen sei, da er sich 

boden- und orientierungslos gefühlt habe und da er keine Entscheidungen mehr habe 

treffen können. Laut fremdanamnestischen Angaben habe sich das Verhalten des 

Versicherten seit längerem verändert. Er sei leicht reizbar, ambivalent und nicht mehr 

belastbar gewesen. Er habe deutliche Zeichen von Selbstüberschätzung erkennen 

lassen. Die Eigenwahrnehmung des Versicherten habe nicht der ärztlichen und 

pflegerischen Auffassung des Krankheitsbildes entsprochen. Der Versicherte habe 

ratlos gewirkt. Er habe angegeben, dass er nicht mehr wisse, was er tun solle; er habe 

den Faden verloren. Im formalen Denken habe sich der Versicherte verlangsamt und 

vorbeiredend gezeigt. Man habe ein Gedankenabreissen und ein Gedankendrängen 

beobachten können. Der Versicherte habe sich beobachtet gefühlt; er habe Aussagen 

von Fernsehsprechern auf sich selbst bezogen und er habe die Ansicht vertreten, dass 

andere Menschen seine Gedanken lesen könnten. Im Affekt habe er ratlos und 

parathym gewirkt. In den neuropsychologischen Testungen habe sich ein deutlicher 

Hinweis auf ein psychotisches Erleben gezeigt. Eine Berufsberaterin der IV-Stelle 

notierte im September 2006 (IV-act. 31), der Versicherte habe den Wunsch geäussert, 

das abgebrochene Studium oder ein ähnliches Studium zu absolvieren. Nach längeren 

Gesprächen habe er aber eingesehen, dass im Moment ein Zwischenschritt angesagt 

sei. Er habe beschlossen, eine Ausbildung im Bereich Informatik zu beginnen, was 

A.a. 

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angesichts der abgeschlossenen Wirtschaftsmatura durchaus realistisch sei. Mit einer 

Mitteilung vom 4. Oktober 2006 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten eine 

Kostengutsprache für einen knapp fünf Monate dauernden Berufsförderungskurs in 

einem geschützten Rahmen (IV-act. 34). Im März 2007, kurz vor dem Abschluss des 

Berufsförderungskurses, notierte die Berufsberaterin der IV-Stelle (IV-act. 37), der 

Versicherte habe während seiner Zeit im Berufsförderungskurs die Medikamente 

absetzen können, wodurch sich seine Konzentrationsfähigkeit deutlich verbessert 

habe. In dieser Zeit habe er auch seinen Wunsch nach einer Ausbildung zum 

Informatiker zielstrebig und sehr kompetent verfolgt. Er habe einen Ausbildungsplatz 

gefunden, an dem die Ausbildung dank seiner Matura nur zwei Jahre dauere. Im 

Schlussbericht vom 4. April 2007 betreffend den Berufsförderkurs hielt der 

Einsatzbetrieb fest (IV-act. 39), der Versicherte habe Schwierigkeiten gehabt, seine 

Motivation in der kleinen Kursgruppe aufrecht zu erhalten. Er sei vor allem in der letzten 

Kursphase oft zu spät oder gar nicht in den Kurs gekommen, ohne sich abzumelden. Er 

habe sich erklärtermassen unterfordert gefühlt und trotz entsprechenden Vorschlägen 

und Aufforderungen nichts dagegen unternommen. Insgesamt habe der Versicherte 

kaum Einschränkungen bezüglich seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit gezeigt. Er 

habe exakt, selbständig und zuverlässig gearbeitet. Die Berufsberaterin der IV-Stelle 

notierte im Dezember 2007 (IV-act. 41), bei der Ausbildung zum Informatiker 

entstünden dem Versicherten keine invaliditätsbedingten Mehrkosten, weshalb er 

„rentenausschliessend eingegliedert“ sei. Mit einer Verfügung vom 12. März 2008 

verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf eine Kostenvergütung im 

Zusammenhang mit der erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Informatiker (IV-act. 

44).

Im Juni 2015 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 

45). Gemäss einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis hatte er die Ausbildung zum 

Informatiker im Juli 2009 erfolgreich abgeschlossen (IV-act. 64). Am 15. Juni 2015 hatte 

der Psychiater Dr. med. E.___ einer Krankentaggeldversicherung berichtet (act. G 

3.2.1–7 f.), der Versicherte leide anamnestisch an einer paranoiden Schizophrenie 

sowie an einer Anpassungsstörung mit einer depressiven Reaktion; das Zustandsbild 

entspreche jedoch einer rezidivierenden depressiven Störung mit schweren Episoden 

und psychotischen Symptomen. Grundsätzlich könne mit einer Besserung des 

A.b. 

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Zustandes gerechnet werden, aber der bisherige Verlauf spreche für ein zyklisch 

wiederkehrendes Leiden. Für geistig anspruchsvolle Arbeiten müsse langfristig mit 

einer schwankenden Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Bei einem guten Verlauf sei 

mit einer schwankenden Arbeitsfähigkeit im Bereich von 50–80 Prozent zu rechnen. 

Vermutlich sei die Tätigkeit im Informatikbereich nicht günstig, da sich feine kognitive 

Störungen massiv auswirken könnten. Die Arbeitgeberin des Versicherten teilte im 

September 2015 mit (IV-act. 68), sie habe den Versicherten vom 1. Mai 2013 bis zum 

31. August 2015 als ERP-Administrator beschäftigt. Sein Lohn habe sich auf 6’450 

Franken pro Monat belaufen. Im November 2015 gab Dr. E.___ an (IV-act. 70), der 

Versicherte leide an einer bipolaren affektiven Störung („bipolar II“). Der Befund sei 

schwankend zwischen unauffällig und autistisch, verlangsamt, kreisend perseverativ, 

grüblerisch, affektstarr, monoton etc. Bislang sei es noch nicht gelungen, die optimale 

Medikation zu finden. Zu einem späteren Zeitpunkt ging der IV-Stelle eine Kopie eines 

Austrittsberichtes der Klinik F.___ vom 6. August 2012 betreffend eine stationäre 

Behandlung des Versicherten in der Zeit vom 18. Juni 2012 bis zum 13. Juli 2012 zu 

(IV-act. 77). Die behandelnden Ärzte hatten eine Anpassungsstörung mit einer 

depressiven Reaktion diagnostiziert und darauf hingewiesen, dass im Gespräch eine 

leichte schizophrene Symptomatik feststellbar gewesen sei. In der Folge sei die 

neuroleptische Medikation erhöht worden. Sie hatten festgehalten, dass der 

Versicherte seinen eigenen Angaben zufolge Ende April 2012 massive Konzentrations- 

und Antriebseinbussen am Arbeitsplatz festgestellt habe und dass sein Hausarzt dann 

ein „Burnout“ diagnostiziert habe. Im Verlauf der stationären Behandlung habe sich der 

Zustand des Versicherten verbessert. Zum Zeitpunkt des Austrittes habe aber eine 

Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit noch nicht verantwortet werden können. Im 

Verlauf der ambulanten Nachbetreuung sei eine weitere Verbesserung des 

Gesundheitszustandes festgestellt worden, weshalb noch im August 2012 wieder eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit habe attestiert werden können. Im März 2016 

berichtete Dr. E.___ (IV-act. 80), der Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung bei einer Persönlichkeitsstörung beziehungsweise – 

differentialdiagnostisch – an einer bipolaren affektiven Störung („bipolar II“). Seit dem 

Beginn der Behandlung habe die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zwischen einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit und einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent geschwankt. 

Seit dem letzten Bericht sei der Versicherte dauernd depressiv gewesen. Er habe 

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massiv an Gewicht verloren. Die langsame Aufdosierung auf das erste SSRI-

Medikament habe eine mässige Besserung des objektiven Befundes zur Folge gehabt. 

Von dritter Seite sei von einem zweimaligen Kontrollverlust mit einer 

Sachbeschädigung und einer leichten Selbstverletzung nach Alkoholexzessen berichtet 

worden. Im Mai 2016 notierte Dr. med. G.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD), der Versicherte sei bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig; er leide an 

einer schweren psychiatrischen Erkrankung mit einer ungewissen Prognose (IV-act. 

82). Im Juni 2016 berichtete Dr. E.___ (IV-act. 84), der Versicherte leide an einer 

undifferenzierten Schizophrenie. Er sei nach wie vor vollständig arbeitsunfähig. 

Zwischenzeitlich sei er zwar weniger depressiv, aber dafür zeige er nun eine soziale 

Störung sowie eindeutig paranoide Wahnvorstellungen. Unter anderem habe er seine 

Wohnung verwüstet und die Elektronik zerstört. Die Angehörigen hätten zweimal eine 

fürsorgerische Unterbringung wegen Verhaltensauffälligkeiten mit Aggressionen 

beantragt, aber beide Male habe es den Amtsärzten nicht für eine Einweisung gereicht. 

Bereits im April 2016 hatte Dr. med. H.___ für die Krankentaggeldversicherung einen 

psychiatrischen Untersuchungsbericht verfasst (act. G 3.2.3). Er hatte festgehalten, das 

klinische Bild sei zusammengefasst mit einem mittelgradig ausgeprägten Residuum 

einer schizophrenen Störung vereinbar. Diagnostisch handle es sich um einen 

schizophrenen Residualzustand, der durch Defizite im mnestischen Bereich und durch 

Störungen des Affekts sowie des Antriebs gekennzeichnet sei. Vorläufig sei weiterhin 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Die Prognose sei ungewiss.

Der RAD-Arzt Dr. med. I.___ empfahl im Juli 2016 eine psychiatrische 

Begutachtung des Versicherten (IV-act. 89). Der Versicherte nahm den 

Untersuchungstermin unentschuldigt nicht wahr (IV-act. 94). Auf eine Nachfrage der IV-

Stelle hin gab er an, er habe sich wegen einer akuten Zustandsverschlechterung nicht 

begutachten lassen können; weil es ihm so schlecht gegangen sei, habe er vergessen, 

sich abzumelden (IV-act. 96). Im Dezember 2016 ging der IV-Stelle ein Austrittsbericht 

der Psychiatrischen Klinik J.___ vom 5. Dezember 2016 betreffend eine stationäre 

Behandlung des Versicherten in der Zeit vom 3. Oktober 2016 bis zum 14. Oktober 

2016 zu (IV-act. 101). Die Ärzte hatten ein Alkohol-Abhängigkeitssyndrom mit einem 

ständigen Substanzgebrauch, eine akute Alkohol-Intoxikation, einen schädlichen 

Gebrauch von Sedativa oder Hypnotika sowie eine rezidivierende depressive Störung 

A.c. 

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mit einer schweren Episode ohne psychotische Symptome diagnostiziert. Der 

Versicherte habe angegeben, dass eine Psychose vor 15 Jahren vollständig 

abgeklungen sei. Vor etwa fünf bis zehn Jahren habe er rezidivierende depressive 

Episoden gehabt, die zu Beginn jeweils von psychotischen Symptomen begleitet 

gewesen seien. Nach der Einnahme von Antidepressiva seien diese immer sehr schnell 

verschwunden. Bei der Aufnahme zur aktuellen stationären Behandlung habe ein 

Atemalkoholtest eine Alkoholkonzentration von 2,33 Promille gezeigt. Beim Austritt sei 

der Versicherte bewusstseinsklar und gut orientiert gewesen. Er habe weder unter 

Konzentrationsstörungen noch unter Aufmerksamkeitsstörungen gelitten. Der 

formalgedankliche Zustand sei adäquat gewesen. Der Versicherte habe nicht unter 

Sinnestäuschungen oder unter Halluzinationen gelitten. Er habe keine Wahngedanken 

gehabt. Ich-Störungen seien nicht vorhanden gewesen. Der Versicherte habe nicht 

unter Befürchtungen, Zwängen oder Ängsten gelitten. Im Affekt sei er noch leicht 

depressiv gewesen. Der Antrieb sei unauffällig gewesen. Der RAD-Arzt Dr. I.___ notierte 

im Januar 2017, der Versicherte müsse verpflichtet werden, eine mindestens zwei 

Monate dauernde Abstinenz von Alkohol und Sedativa beziehungsweise Hypnotika 

nachzuweisen (IV-act. 102). Am 12. Februar 2017 teilte Dr. E.___ mit (IV-act. 108), der 

Versicherte habe nach dem Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik J.___ den 

Alkoholkonsum „gänzlich einsichtig und glaubhaft“ sistiert. Er habe auch akzeptiert, 

dass Dr. E.___ keine Benzodiazepine mehr abgebe. Unter einem neu verabreichten 

sedierenden Atypikum habe sich eine Verbesserung der Anspannung und der 

Reizbarkeit gezeigt, die die Ursache für den sekundären Alkoholkonsum gewesen 

seien. Der Antrieb und das Denken hätten sich aber nicht gebessert. Im März 2017 hielt 

Dr. I.___ fest, dass nun eine psychiatrische Begutachtung in die Wege geleitet werden 

könne (IV-act. 111).

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. K.___ am 28. September 2017 ein 

psychiatrisches Gutachten (IV-act. 118). Er hielt fest, das Verhalten des Versicherten 

sei unauffällig gewesen, wobei allerdings der affektive Rapport nur leicht erschwert 

habe hergestellt werden können. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keine 

Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit oder der Bewusstseinshelligkeit gezeigt. 

Der Versicherte sei zu allen Qualitäten orientiert gewesen. Die Aufmerksamkeit und die 

Konzentration hätten für die Dauer des Gesprächs durchgehend aufrechterhalten 

A.d. 

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werden können. Die Auffassung sei ungestört gewesen. Das Langzeitgedächtnis habe 

sich klinisch als unauffällig erwiesen. In der Untersuchung seien nur leichte 

Merkfähigkeitsstörungen aufgefallen. Die Stimme und die Artikulation seien unauffällig 

gewesen. Der Versicherte habe seine persönliche Geschichte gut nachvollziehbar zum 

Ausdruck gebracht. Die Beschwerdeschilderung sei aber nicht sehr ausführlich 

gewesen und insgesamt recht unklar geblieben. Der formale Gedankengang sei 

vielleicht etwas verlangsamt gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf 

Zwangsgedanken oder zwanghafte Handlungen feststellen lassen. Inhaltliche 

Denkstörungen in der Form von wahnhaften Gedanken, Wahnwahrnehmungen oder 

eines systematischen wahnhaften Denkens hätten sich nicht gezeigt. Hinweise auf 

Sinnestäuschungen hätten nicht vorgelegen. Ich-Störungen seien ebenfalls nicht 

vorhanden gewesen. Die Grundstimmung sei diskret zum depressiven Pol hin 

verschoben gewesen. Die affektive Modulationsfähigkeit sei etwas eingeschränkt 

gewesen. Teilweise sei der Versicherte etwas ambivalent gewesen. Insgesamt habe der 

Versicherte vielleicht etwas hypomim gewirkt. Er habe angegeben, dass es ihm 

rückblickend nie ganz gut gegangen sei, auch wenn sein Zustand zeitweise recht viel 

besser gewesen sei. Die Einschränkungen seien dann halt aber auch durch das 

Medikament bedingt. Aktuell gehe es ihm besser als noch vor einem halben Jahr. Er 

denke weniger in der dritten Person. Früher habe er imitierende Stimmen gehabt. Jetzt 

höre er keine Stimmen. Als er noch 5mg Aripiprazol genommen habe, sei es nicht ein 

Stimmenhören gewesen, aber ein Denken in einer kommentierenden Form 

beziehungsweise ein Denken, das ihn kommentiert habe. Er habe auch schon im 

fliessenden Wasser Stimmen gehört oder er habe sonst eine Stimme im Kopf drin 

gehört. Wenn ein Vogel vorbeigeflogen sei und gekrächzt habe, habe er darin wie einen 

Satz gehört. Momentan habe er das aber nicht, seit er 10mg Aripiprazol nehme. Der 

Sachverständige hielt beurteilend fest, dass er in der aktuellen Untersuchung keinerlei 

Hinweise für das Vorliegen einer organischen oder einer symptomatischen psychischen 

Störung gefunden habe. Weder aus den Angaben des Versicherten noch aus den 

früheren Berichten gehe klar hervor, ob und inwieweit der Versicherte je an 

psychotischen Symptomen gelitten habe. Aktuell hätten jedenfalls keine solche 

Symptome festgestellt werden können. Im Schlussbericht des Berufsförderkurses, der 

von November 2006 bis und mit März 2007 gedauert habe, sei festgehalten worden, 

dass der Versicherte exakt, selbständig und zuverlässig gearbeitet habe, weshalb er 

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damals nicht an einer arbeitsfähigkeitsrelevanten paranoiden Schizophrenie gelitten 

haben könne. Anschliessend habe der Versicherte ja eine berufliche Ausbildung 

absolvieren und für mehrere Jahre uneingeschränkt arbeiten können. Aktuell habe der 

Versicherte psychopathologisch praktisch keinerlei Auffälligkeiten gezeigt. Seine 

Beschwerdeschilderung sei insgesamt recht vage und unklar gewesen. Bei der 

aktuellen neuropsychologischen Untersuchung hätten keine wesentlichen 

Einschränkungen festgestellt werden können. Vor diesem Hintergrund könne keine 

psychiatrische Diagnose gestellt werden, weshalb sich auch keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit begründen lasse. Der Neuropsychologe Dr. phil. L.___ hatte am 9. 

September 2017 berichtet (IV-act. 119), er habe den Versicherten am 8. September 

2017 dreieinhalb Stunden lang neuropsychologisch untersucht. Das Verhalten des 

Versicherten sei unauffällig gewesen. Die Tests hätten eine durchschnittliche 

Intelligenzleistung, eine knapp durchschnittliche bis durchschnittliche 

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung, eine knapp durchschnittliche bis knapp 

überdurchschnittliche Lern- und Gedächtnisleistung, sowie eine knapp 

durchschnittliche bis durchschnittliche Leistung bezüglich der exekutiven Funktionen 

ergeben. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit sei knapp durchschnittlich gewesen. 

Zusammenfassend könne dem Versicherten aus neuropsychologischer Sicht ohne 

weiteres die Ausübung einer lukrativen Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt zugemutet 

werden. Je nach Arbeitsplatzanforderung sei die Arbeitsleistung des Versicherten 

allerdings um maximal 20 Prozent eingeschränkt, weil seine Arbeitsgeschwindigkeit 

und auch seine Reaktionsfähigkeit nur knapp altersdurchschnittlich seien und weil der 

Versicherte auch hinsichtlich der kognitiven Flexibilität, des verbalen 

Arbeitsgedächtnisses und der verbalen Lernleistung nur knapp altersdurchschnittliche 

Testergebnisse erzielt habe. Der RAD ersuchte Dr. K.___ am 27. November 2017 

anzugeben (IV-act. 120), ob es angesichts der Vorgeschichte nicht nahe liegen würde, 

eine Erkrankung aus dem schizophrenen oder affektiven Formenkreis zu 

diagnostizieren, die aktuell unter der medizinischen Therapie stabil sei, und wie Dr. 

K.___ die erhöhten Laborwerte des EtG, der Gamma-GT und des MCV interpretiere. 

Der Sachverständige antwortete am 4. Dezember 2017 (IV-act. 121), es liege zwar 

durchaus nahe, eine Erkrankung aus dem schizophrenen oder affektiven Formenkreis 

zu diagnostizieren, die gegenwärtig unter Therapie asymptomatisch sei. Allerdings 

könne er sich dazu nicht näher äussern, weil weder im Querschnitt noch im 

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Längsschnitt genügend eindeutige Hinweise dafür vorlägen. Die Laborwerte könnten 

allenfalls belegen, dass der Versicherte bei den Angaben zu seinem aktuellen 

Alkoholkonsum etwas tiefgestapelt habe. Insgesamt hätten aber keine Hinweise für das 

Vorliegen einer Alkoholabhängigkeit vorgelegen. Insbesondere sei das CDT nicht 

erhöht gewesen. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ notierte am 23. Januar 2018 (IV-act. 122), 

das Gutachten von Dr. K.___ überzeuge, weshalb auf es abgestellt werden könne. Für 

eine adaptierte Tätigkeit liege eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor, aber 

gegebenenfalls sei es im Interesse einer nachhaltigen Wiedereingliederung sinnvoll, 

den Versicherten beim Wiedereinstieg in das Erwerbsleben anfänglich zu begleiten.

Mit einem Vorbescheid vom 24. Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit (IV-act. 125), dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe. Zur 

Begründung führte sie an, gemäss dem Gutachten von Dr. K.___ liege kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Dagegen liess der Versicherte am 29. März 

2018 einwenden (IV-act. 132–1 ff.), der medizinische Sachverhalt sei noch nicht 

ausreichend abgeklärt worden. Beim Einkommensvergleich habe die IV-Stelle ein zu 

tiefes Valideneinkommen berücksichtigt. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 

müsse ein Abzug von 20 Prozent berücksichtigt werden. Der Eingabe lag eine 

Stellungnahme von Dr. E.___ vom 28. März 2018 bei (IV-act. 132–7 ff.). Dieser hatte 

geltend gemacht, der Sachverständige Dr. K.___ habe sich auf eine redundante Kritik 

der von Dr. E.___ gestellten Diagnosen verlegt, ohne sich mit den offen gelegten 

Bemühungen von Dr. E.___ im Ringen um eine korrekte Diagnose 

auseinanderzusetzen. Er sei auch nicht näher auf die von Dr. E.___ geschilderten 

Befunde eingegangen. Trotz der angeblichen Unklarheiten, die ihm ein Urteil erschwert 

hätten, habe er es unterlassen, Angaben von Drittpersonen einzuholen. Aus dem 

mangelnden Interesse, sich selbst ein Bild zu machen und für einen langjährigen 

psychiatrischen Patienten Stellung zu beziehen, habe er schlicht behauptet, dass keine 

Krankheit vorliege. Beim Studium des Gutachtens zeige sich mehrfach, dass Dr. K.___ 

die Vorakten ungenügend beziehungsweise einseitig gewürdigt habe. Auch bei der 

Würdigung der von ihm selbst erhobenen Befunde habe Dr. K.___ eine einseitige 

Haltung eingenommen. Obwohl der Versicherte laut Dr. K.___ die Eigenanamnese 

plausibel geschildert habe und obwohl keinerlei Anzeichen für eine Aggravation oder 

für Inkonsistenzen vorgelegen hätten, habe Dr. K.___ dann einfach behauptet, die 

A.e. 

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B.  

Angaben seien insgesamt vage und unklar. Im neuropsychologischen Teilgutachten sei 

die höhere Schulbildung verschwiegen worden, was aber wichtig gewesen wäre, um 

die Auffälligkeit von teilweise nur knapp durchschnittlichen Testergebnissen zu zeigen. 

Der Versicherte hatte am 27. März 2018 persönlich darauf hingewiesen (IV-act. 132–14 

f.), das Gutachten entspreche nicht der Realität. Er kämpfe seit dem Jahr 2004 gegen 

seine Krankheit, müsse heute aber akzeptieren, dass sie sein Leben bestimme. Seit 

dem Klinikaufenthalt in D.___ im Jahr 2006 stehe er unter neuroleptischer Medikation. 

Trotz der starken Medikamente habe die Krankheit in regelmässigen Abständen zu 

neuen, sehr intensiven Krankheitsschüben geführt, die ihn immer wieder komplett aus 

dem Leben geworfen hätten. Er habe diese Schübe jeweils als Ferienaufenthalte oder 

als Burnout „verkauft“, um wieder eine neue Arbeitsstelle finden zu können. Sein 

Lebenslauf sei mittlerweile trotzdem ein Desaster. Mit einer Verfügung vom 28. Mai 

2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 135). 

Bezugnehmend auf die Einwände des Versicherten verwies sie auf eine Stellungnahme 

der RAD-Ärztin Dr. G.___, die am 25. Mai 2018 notiert hatte (IV-act. 134), aus der 

Stellungnahme von Dr. E.___ ergäben sich keine wesentlichen neuen Erkenntnisse.

Am 28. Juni 2018 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Mai 2018 erheben (act. G 1). Seine 

Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Ausrichtung einer Rente ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt und eventualiter die 

Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte sie aus, das Gutachten von Dr. K.___ 

erfülle die formalen Qualitätskriterien nicht und es sei weder plausibel noch 

nachvollziehbar. So habe der Sachverständige behauptet, dass trotz des auffälligen 

Lebenslaufs des Beschwerdeführers und trotz des Fehlens von Diskrepanzen, 

Widersprüchen, Aggravation oder Simulation nichts vorliege. Der behandelnde 

Psychiater Dr. E.___ habe eingehend aufgezeigt, weshalb diese Schlussfolgerung nicht 

richtig sein könne. Bei einer Schizophrenie handle es sich um eine Schubkrankheit. Der 

Sachverständige Dr. K.___ habe den Beschwerdeführer aber nur einmal während einer 

Stunde und 23 Minuten untersucht. Obwohl er zu völlig anderen Schlüssen als die 

behandelnden Fachärzte gekommen sei, habe er keinen Kontakt mit diesen 

B.a. 

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aufgenommen. Deshalb hätten ihm keine ausreichenden Daten für eine zuverlässige 

Längsschnitt-Beurteilung zur Verfügung gestanden. Der neuropsychologische 

Sachverständige sei auf der Liste der Fachpsychologen für Neuropsychologie FSP mit 

jährlicher kontrollierter Fortbildung nicht aufgeführt. Das Gutachten leide an zahlreichen 

inhaltlichen Mängeln und Widersprüchen. Beim Einkommensvergleich sei zu beachten, 

dass der Beschwerdeführer ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung ein 

Universitätsstudium absolviert hätte.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. Juli 2018 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten von Dr. K.___ sei 

in jeder Hinsicht überzeugend. Der neuropsychologische Sachverständige verfüge über 

einen anerkannten Titel als Fachpsychologe FSP und zusätzlich über einen 

anerkannten Titel als Neuropsychologe, weshalb er qualifiziert gewesen sei, ein 

neuropsychologisches Gutachten zu erstatten.

B.b. 

Am 20. August 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt (act. G 4).

B.c. 

Am 18. September 2018 informierte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

das Versicherungsgericht darüber, dass sie die Beschwerdegegnerin gleichentags 

ersucht hatte offenzulegen, wie viele Gutachten Dr. K.___ seit dem 1. Januar 2017 für 

sie erstellt habe und welchen Arbeitsunfähigkeitsgrad er jeweils attestiert habe (act. G 6 

und G 6.1). Die Beschwerdegegnerin verwies am 25. September 2018 auf ein 

Bundesgerichtsurteil, laut dem keine Befangenheit eines Sachverständigen vorliege, 

nur weil dieser viele Aufträge von einer IV-Stelle erhalte (act. G 8).

B.d. 

Am 21. November 2018 liess der Beschwerdeführer darauf hinweisen (act. G 10), 

dass Dr. K.___ in den vergangenen 21 Monaten allein für die Beschwerdegegnerin 95 

psychiatrische Gutachten erstellt habe, was einem Gutachten pro Woche entspreche. 

Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Dr. K.___ sei offensichtlich. Zudem stelle sich die 

Frage, ob er allein so viele Gutachten in der nötigen Qualität erstatten könne. Das 

vorliegend zur Diskussion stehende Gutachten spreche dagegen. Bedauerlicherweise 

habe sich die Beschwerdegegnerin nicht zu den von Dr. K.___ attestierten 

Arbeitsunfähigkeitsgraden geäussert. Der Eingabe lag ein Schreiben der 

B.e. 

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Beschwerdegegnerin vom 15. Oktober 2018 bei (act. G 10.1). Diese hatte ausgeführt, 

sie könne in ihrem System nur die Anzahl der Begutachtungen und die jeweilige Anzahl 

der beteiligten Disziplinen nachschlagen. Diesem Schreiben hatte die 

Beschwerdegegnerin eine Liste beigelegt, der sich entnehmen liess, welche 

Sachverständigen in der Zeit vom 1. Januar 2017 bis zum 30. Januar 2018 wie viele 

Gutachten für die Beschwerdegegnerin erstellt hatten. Die Beschwerdegegnerin 

beantragte am 17. Dezember 2018 nochmals die Abweisung der Beschwerde (act. G 

12).

Bereits am 21. November 2018 hatte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

die Beschwerdegegnerin aufgefordert (act. G 14.1), ihr die verlangten Informationen zu 

den von Dr. K.___ attestierten Arbeitsunfähigkeitsgraden bekannt zu geben. Zudem 

hatte sie die Beschwerdegegnerin ersucht, die Tonbandaufnahmen der Begutachtung 

des Beschwerdeführers herauszugeben. Am 14. Februar 2019 beantragte sie beim 

Versicherungsgericht (act. G 14), die Beschwerdegegnerin sei aufzufordern bekannt zu 

geben, welche Arbeitsunfähigkeitsgrade Dr. K.___ jeweils attestiert habe. Weiter sei die 

Beschwerdegegnerin aufzufordern, die Tonbandaufnahmen herauszugeben. Am 7. 

März 2019 teilte die Beschwerdegegnerin der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

mit (act. G 18.1), dass die Herausgabe der verlangten statistischen Angaben einen 

immensen Arbeitsaufwand erfordern würde, der sich wohl auf bis zu 3’000 Franken 

belaufen würde. Sofern der Beschwerdeführer bereit sei, die Kosten zu tragen und 

einen Kostenvorschuss von 1’000 Franken zu leisten, werde sie die Daten 

entsprechend aufarbeiten. Die Tonbandaufnahmen könne sie nicht herausgeben, da 

diese vernichtet worden seien. Der Beschwerdeführer habe diesbezüglich sein 

Einverständnis erklärt. Gestützt auf dieses Schreiben beantragte die 

Beschwerdegegnerin dem Versicherungsgericht am 12. März 2019 die Abweisung der 

am 14. Februar 2019 gestellten Beweisanträge (act. G 18).

B.f. 

Der Beschwerdeführer liess am 3. Mai 2019 an seinen Beweisanträgen festhalten 

(act. G 22). Er liess geltend machen, dass der Aufwand für die Herausgabe der Daten 

nicht ausserordentlich hoch sei. Zudem liessen sich diese Daten wohl auch wesentlich 

effizienter bereitstellen, wie eine Antwort der IV-Stelle Basel-Stadt auf ein ähnliches 

Auskunftsbegehren zeige (vgl. act. G 22.2). Da sich die Beschwerdegegnerin nicht zum 

Beweisantrag betreffend die Tonbandaufnahmen geäussert habe, sei davon 

B.g. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/23

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auszugehen, dass sie damit einverstanden sei. Die Beschwerdegegnerin nahm dazu 

keine Stellung (vgl. act. G 23).

Am 15. Januar 2020 teilte das Versicherungsgericht den Parteien mit (act. G 28), 

dass es vorsehe, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten bei Dr. med. M.___ in Auftrag 

zu geben. Es räumte den Parteien die Gelegenheit ein, Einwände bezüglich der Person 

des Sachverständigen oder der vorgesehenen Fragen geltend zu machen. Der 

Beschwerdeführer erklärte sich am 4. Februar 2020 einverstanden (act. G 29). Die 

Beschwerdegegnerin nahm keine Stellung. Am 28. Februar 2020 erteilte das 

Versicherungsgericht Dr. M.___ den Gutachtensauftrag (act. G 31). Da Dr. M.___ in der 

Folge nicht reagierte und da auch der Beschwerdeführer nichts von ihm hörte, 

erkundigte sich das Versicherungsgericht am 3. Juni 2020 nach dem Stand der 

Begutachtung (act. G 32). Am 11. August 2020 wandte sich das Versicherungsgericht 

erneut an Dr. M.___ (act. G 33). Der Beschwerdeführer drängte am 1. September 2020 

auf eine Stornierung des Auftrags und um eine Neuvergabe an einen anderen 

Sachverständigen (act. G 34). Am 2. September 2020 stornierte das 

Versicherungsgericht den Gutachtensauftrag, da Dr. M.___ die eingeschriebenen 

Sendungen nicht abgeholt und auf telefonische sowie elektronische Kontaktversuche 

nicht reagiert hatte (act. G 35). Auf eine weitere Rückfrage des Beschwerdeführers hin 

teilte das Versicherungsgericht diesem mit (act. G 38), dass es angesichts der 

Komplexität des medizinischen Sachverhaltes vorsehe, Dr. med. N.___ mit der 

Begutachtung zu beauftragen. Die Abwicklung des Auftrages durch Dr. N.___ werde 

aber einige Zeit benötigen. Sollte der Beschwerdeführer weiterhin primär auf einer 

möglichst raschen Erledigung des Beschwerdeverfahrens beharren, müsse der Auftrag 

an eine andere Stelle vergeben werden. Als Abklärungsstelle, die eine Gewähr für eine 

rasche Erledigung biete, kenne das Versicherungsgericht nur die ABI GmbH. Der 

Beschwerdeführer erklärte sich am 13. Oktober 2020 mit einer Neuvergabe des 

Gutachtensauftrages an Dr. N.___ einverstanden (act. G 39). Am 6. November 2020 

beauftragte das Versicherungsgericht Dr. N.___ mit einer psychiatrischen 

Begutachtung des Beschwerdeführers (act. G 42).

B.h. 

Am 4. Oktober 2021 erstattete Dr. N.___ das vom Versicherungsgericht in Auftrag 

gegebene psychiatrische Gutachten (act. G 53). Er hielt fest, er habe die Vorakten 

eingehend studiert, den Beschwerdeführer dreimal persönlich untersucht (Dauer der 

B.i. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/23

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Untersuchungen: drei Stunden und zehn Minuten, zwei Stunden und eineinhalb 

Stunden), eine knappe halbe Stunde mit dem Beschwerdeführer telefoniert und eine 

neuropsychologische Testung durchführen lassen, die insgesamt sechs Stunden und 

45 Minuten gedauert habe; anschliessend habe er sich mit dem neuropsychologischen 

Sachverständigen ausgetauscht. Der Beschwerdeführer habe bei der persönlichen 

Befragung angegeben, dass ihm aktuell eine grosse Müdigkeit am meisten zu schaffen 

mache; er habe keinen Antrieb, er benötige viele Pausen und er sei teilweise sogar zu 

müde, um fern zu sehen. Zudem leide er an Kopfschmerzen und Nebenwirkungen der 

Lithiumtherapie sowie an Konzentrationsstörungen. Er habe den Eindruck, dass er 

„nicht mehr so gescheit sei wie auch schon“, könne aber nicht sagen, ob sich dies seit 

der letzten neuropsychologischen Testung im Jahr 2017 verschlechtert habe. Die 

Aufgaben, die er damals habe lösen müssen, seien relativ leicht gewesen. Er habe vor 

kurzem ein Praktikum absolviert, das nur sehr geringe Anforderungen gestellt habe, sei 

aber kaum in der Lage gewesen, dieses durchzustehen. Gegen Ende habe er die 

typischen Warnzeichen für einen psychotischen Schub wahrgenommen. Der 

Sachverständige führte aus, während der Exploration sei aufgefallen, dass der 

Beschwerdeführer oft von sich aus gesprochen habe und nur schwer zu unterbrechen 

gewesen sei. Im Untersuchungsverlauf habe er zunehmend den Fokus verloren. Ohne 

die Hilfe des Sachverständigen hätte er jeweils nicht mehr zurück zum ursprünglichen 

Thema gefunden. Im Verlauf des Gesprächs sei eine zunehmende Ermüdung 

aufgefallen. Gegen Ende der Untersuchung habe der Sachverständige den Eindruck 

gehabt, der Beschwerdeführer habe sogar Mühe gehabt, überhaupt noch wach zu 

bleiben. Das Gedächtnis des Beschwerdeführers habe sich aber als sehr gut erwiesen. 

So habe dieser bei der zweiten Untersuchung noch sehr genau gewusst, was während 

der ersten Untersuchung besprochen worden sei. Affektiv habe der Beschwerdeführer 

mittelgradig affektarm und mittelgradig affektstarr sowie leichtgradig deprimiert 

gewirkt. Der Antrieb sei deutlich verarmt gewesen; insgesamt sei eine deutliche 

Verlangsamung aufgefallen. Auch der neuropsychologische Sachverständige wies 

darauf hin, dass ihm eine durchgängige leichte Verlangsamung, eine leichte Trübung 

der Grundstimmung, eine Affektarmut sowie eine leichte Müdigkeit aufgefallen seien. 

Die Testergebnisse hätten einer leichten bis mittelschweren neuropsychologischen 

Störung entsprochen. Im Vergleich zur Voruntersuchung im September 2017 seien die 

Ergebnisse schlechter ausgefallen. Allerdings seien die Schlussfolgerungen des im 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/23

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Auftrag von Dr. K.___ tätig gewesenen neuropsychologischen Sachverständigen nicht 

überzeugend. Die Einordnung der Befunde habe sich damals nicht an den 

Empfehlungen des schweizerischen neuropsychologischen Dachverbandes orientiert. 

Das Attest einer Einschränkung von höchstens 20 Prozent sei als unrealistisch zu 

qualifizieren. Ätiologisch seien die aktuell erhobenen Befunde am ehesten im Rahmen 

einer Schizophrenie mit einer schubförmigen psychotischen Symptomatik und einer 

gegenwärtigen Negativsymptomatik einzuordnen. Ein Einfluss der langjährigen 

Einnahme von Antipsychotika und von Lithium sei nicht auszuschliessen. Beeinträchtigt 

seien vor allem die selektive Aufmerksamkeit, die verbalen episodischen 

Gedächtnisfunktionen sowie verschiedene exekutive Teilfunktionen. Die 

Funktionsfähigkeit sei unter den meisten beruflichen Anforderungen leicht 

eingeschränkt. Bei Aufgaben mit hohen Anforderungen sei die Funktionsfähigkeit 

mittelgradig eingeschränkt. Angesichts der deutlichen Verlangsamung, der deutlichen 

Einschränkungen der Fähigkeit zur selektiven Aufmerksamkeit und zur Aufnahme von 

verbalen Informationen, der reduzierten kognitiven Flexibilität, des erhöhten Zeitbedarfs 

zur Interferenzunterdrückung, der Antriebsminderung, der wahrscheinlich reduzierten 

Stressresistenz und der Gefahr eines erneuten psychotischen Schubes infolge von 

Stresssituationen erscheine eine Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt aus 

neuropsychologischer Sicht als eher unrealistisch. Der psychiatrische Sachverständige 

Dr. N.___ hielt fest, der Beschwerdeführer stamme aus einer über beide Seiten mit 

psychischen, auch psychotischen, bipolaren Störungen und Abhängigkeitsstörungen 

sowie mit Suizid schwerbelasteten Familie. Er habe sich schon früh mit hohen 

psychosozialen Belastungen konfrontiert gesehen. Die Anamnese enthalte Hinweise 

auf „kinderneurotische“ Symptome und weitere Auffälligkeiten. Der Beschwerdeführer 

habe schon früh unter depressiven Symptomen und Suizidgedanken gelitten. Der erste 

psychotische Schub habe sich wahrscheinlich auf einer Reise im Jahr 2003 durch 

Beziehungsideen und einen religiösen Wahn gezeigt. In den Jahren 2006, 2011 und 

2014 sei es zu weiteren psychotischen Schüben gekommen. Im Jahr 2014 habe der 

Beschwerdeführer „groteske“ schizophreniforme psychotische Symptome gezeigt; er 

habe sämtliche elektronischen Geräte im Holzofen verbrannt, Kampfübungen gemacht, 

bei denen er Mobiliar zerstört habe, und sich in der Folge „fast zu Tode getrunken“. Im 

Jahr 2015 habe er einen Suizidversuch mit Alkohol und Temesta unternommen. Im 

Längsschnitt dieser langen Krankheitsgeschichte zeigten sich aus psychiatrischer Sicht 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/23

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keine Hinweise für eine Aggravation. Vielmehr sei es teilweise zu einer Dissimulation im 

Sinne eines Verschweigens von Symptomen gekommen, was nicht untypisch für eine 

psychotische Erkrankung sei. Im Rahmen der aktuellen Begutachtung hätten sich auch 

im Querschnitt keine Hinweise auf eine nicht authentische Beschwerdeschilderung 

oder Beschwerdepräsentation ergeben. Zusammenfassend sei von einer weit über 15 

Jahre dauernden Krankheitsgeschichte mit einer frühen Inanspruchnahme von 

ambulanten und mehreren stationären psychiatrischen Behandlungen auszugehen, 

wobei schon bald nachvollziehbar eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden 

sei. Diese habe nachweisbar früh zu Einschränkungen, zu einer bleibenden 

Negativsymptomatik in Komorbidität mit einer depressiven Störung und einem 

Alkoholmissbrauch geführt, obwohl der Beschwerdeführer durchgängig Neuroleptika 

eingenommen habe. Die Argumentation von Dr. K.___ in dessen Gutachten vom 28. 

September 2017, die Situation bleibe unklar, weshalb keine psychiatrische Diagnose 

gestellt werden könne, sei offensichtlich ohne die Berücksichtigung der damals bereits 

zehn Jahre umfassenden, dokumentierten Krankheitsgeschichte erfolgt. Dr. K.___ hätte 

die vorangegangene Entwicklung zwingend würdigen müssen, was er aber nicht getan 

habe. Die damalige neuropsychologische Testung habe keine beziehungsweise nur 

geringe kognitive Einschränkungen ergeben, wobei zu betonen sei, dass diese nur die 

kognitive Leistungsfähigkeit gemessen habe, die offenbar damals noch besser 

gewesen sei; aus rein neuropsychologischer Sicht habe sich der Zustand des 

Beschwerdeführers folglich verschlechtert. Diagnostisch liege eine schizoaffektive 

Störung mit einer wahnbedingten Residualsymptomatik, einer Negativsymptomatik mit 

einer mindestens leicht- bis mittelgradigen depressiven Symptomatik und einer leicht- 

bis mittelgradigen neuropsychologischen Störung vor. Die Ausübung der ursprünglich 

angestrebten Tätigkeit als Akademiker auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen 

sei aus psychiatrischer Sicht auf Dauer ausgeschlossen. Dasselbe gelte auch für die 

erlernte Tätigkeit als Informatiker. Dem Beschwerdeführer könne angesichts der 

weitgehenden Beeinträchtigungen auch keine andere Tätigkeit in der freien Wirtschaft 

zugemutet werden. Eine Eingliederung auf dem zweiten Arbeitsmarkt sollte dagegen 

mittels einer geeigneten Unterstützung möglich sein. Zum Erhalt der aktuellen 

Leistungsfähigkeit und zur Ermöglichung einer Eingliederung auf dem zweiten 

Arbeitsmarkt müsse die aktuelle psychiatrische Behandlung fortgesetzt werden. Der 

Beschwerdeführer sei bereits ab dem Jahr 2006 arbeitsunfähig gewesen. Ab November 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/23

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 28. Mai 2018 hat die Beschwerdegegnerin ein 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers vom Juni 2015 abgewiesen. Den Gegenstand 

des Verwaltungsverfahrens hatte also die Prüfung eines Rentenanspruchs des 

Beschwerdeführers gebildet, weshalb sich auch dieses Beschwerdeverfahren auf die 

Frage beschränken muss, ob der Beschwerdeführer in der Zeit nach Juni 2015 

respektive – unter Berücksichtigung des Art. 29 Abs. 1 IVG – ab dem 1. Dezember 

2006 sei er in der Lage gewesen, eine berufliche Eingliederung einschliesslich einer 

Ausbildung zum Informatiker zu absolvieren. Erst im Jahr 2012 seien wieder massive 

Beschwerden aufgetreten, die aber nach wenigen Monaten so weit zurückgegangen 

seien, dass der Beschwerdeführer seine Erwerbstätigkeit wieder habe aufnehmen 

können. Ab Ende des Jahres 2014 hätten die gesundheitlichen Probleme wieder 

zugenommen. Spätestens ab Ende Juli 2015 sei der Beschwerdeführer definitiv 

bleibend nicht mehr arbeitsfähig gewesen.

Der Beschwerdeführer liess am 8. November 2021 Stellung zum Gutachten 

nehmen (act. G 57). Seine Rechtsvertreterin beantragte, dass auf das Gutachten 

abgestellt werde. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. November 2021 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 58). Zur Begründung führte sie an, für den hier 

massgebenden Zeitraum bis Ende Mai 2018 sei auf das Gutachten von Dr. K.___ 

abzustellen. Der RAD habe nämlich aufgezeigt (vgl. act. G 58.1), dass gestützt auf die 

beiden Gutachten von Dr. K.___ und Dr. N.___ von einer „Anfang 2020“ eingetretenen 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen sei. Für die Zeit bis Ende 

des Jahres 2019 sei deshalb gestützt auf das Gutachten von Dr. K.___ von einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der Beschwerdeführer liess am 16. 

Dezember 2021 geltend machen (act. G 61), es sei „stossend und absolut 

unverständlich“, dass der RAD das Gutachten von Dr. N.___ zwar als nachvollziehbar 

und plausibel qualifiziert, dann aber – davon abweichend – eine unerklärliche und 

diagnosebedingt ausgeschlossene Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers konstruiert habe. Das Gutachten von Dr. N.___ sei ja gerade 

deshalb eingeholt worden, weil das Gutachten von Dr. K.___ nicht überzeuge.

B.j. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/23

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2015 einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat. Bei der 

Anmeldung vom Juni 2015 hat es sich um eine sogenannte Neuanmeldung nach der 

Abweisung eines früheren Rentenbegehrens gehandelt, weshalb das Eintreten darauf 

die Erfüllung des im Art. 87 Abs. 3 IVV geforderten Kriteriums einer relevanten 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach der Abweisung des früheren 

Rentenbegehrens vorausgesetzt hat. Das ist angesichts der aktenmässig 

dokumentierten Verschlechterung und dem damit verbundenen Verlust der 

Arbeitsfähigkeit, der von der RAD-Ärztin Dr. G.___ im Mai 2016 bestätigt worden ist, 

der Fall gewesen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Neuanmeldung 

eingetreten ist.

2.

Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem 

Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach 

der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.

3.

Der Beschwerdeführer hat im Herbstsemester 2005 ein Universitätsstudium begonnen, 

aber er hat dieses – offenbar aus gesundheitlichen Gründen – noch im ersten Semester 

abgebrochen. Allein aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer ein Studium 

begonnen hat, lässt sich natürlich nicht mit hinreichender Plausibilität folgern, dass er 

dieses Studium ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung auch erfolgreich abgeschlossen 

hätte. Es kann also nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die 

Validenkarriere in der Ausübung einer Tätigkeit bestehe, die für Abgänger jenes 

Studiums typisch sei. Die Akten enthalten keine weiteren Angaben, die die 

Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdeführer ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung das Studium erfolgreich hätte abschliessen können, 

erlauben würden. Weil davon ausgegangen werden muss, dass die intellektuelle 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/23

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Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung 

reduziert sein könnte, werden weitere Sachverhaltsabklärungen keine wesentlichen 

neuen Erkenntnisse bezüglich der Frage liefern, ob der Beschwerdeführer ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung das Studium erfolgreich hätte abschliessen können. 

Diesbezüglich liegt folglich eine objektive Beweislosigkeit vor. Diese wirkt sich in einer 

lückenfüllenden analogen Anwendung des Art. 8 ZGB zulasten des Beschwerdeführers 

aus, was bedeutet, dass für die Bestimmung der Validenkarriere (nur) die Matura 

ausschlaggebend ist. Gemäss den Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung 

(LSE) für das Jahr 2016 hat der Zentralwert der standardisierten Monatslöhne aller 

Arbeitnehmer mit einer Matura 6’709 Franken betragen (LSE 2016, TA11). Dieser 

Betrag liegt etwas unter dem Zentralwert der standardisierten Monatslöhne aller 

Arbeitnehmer, die – unabhängig von ihrer Ausbildung – Tätigkeiten im 

Kompetenzniveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, die ein grosses Wissen in einem 

Spezialgebiet voraussetzen) verrichten. Dieser hat sich nämlich auf 7’183 Franken 

belaufen (LSE 2016, TA1). In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zeigt sich eine 

klare Tendenz zur fast ausnahmslosen Anwendung der TA1; eine Anwendung der TA11 

kann lediglich bei qualifizierten Fachleuten mit Fach- und Hochschulabschluss in Frage 

kommen (vgl. etwa das Urteil 9C_841/2013 vom 7. März 2014, E. 4.2 in fine, mit 

Hinweisen), was beim Beschwerdeführer nicht der Fall ist. Für das Valideneinkommen 

ist folglich auf den Zentralwert der Löhne aller Arbeitnehmer gemäss der TA1 

abzustellen, die eine Tätigkeit im Kompetenzniveau 3 ausüben. Angesichts der 

Anmeldung vom Juni 2015 kann ein allfälliger Rentenanspruch gemäss dem Art. 29 

Abs. 1 IVG nicht vor dem Jahreswechsel 2015/2016 (frühestens per 1. Dezember 2015) 

entstanden sein, weshalb auf die Ergebnisse der LSE 2016 abzustellen ist. Auszugehen 

ist folglich von einem standardisierten Monatslohn von 7’183 Franken, was unter 

Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden 

einem Jahreslohn von 89’859 Franken entspricht.

4.  

Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

zunächst die Invalidenkarriere zu definieren. Massgebend ist dafür, welche Tätigkeiten 

dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in welchem Umfang trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbar sind. An sich müssten dafür in freier 

Beweiswürdigung sämtliche medizinische Akten ohne Rücksicht auf deren Herkunft 

oder Art berücksichtigt werden, wobei jeweils deren Inhalt respektive deren „innere“ 

Überzeugungskraft ausschlaggebend sein müsste. Nach der bundesgerichtlichen 

Auffassung lässt sich jedoch eine schematische Abstufung des Beweiswertes von 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/23

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medizinischen Berichten anhand deren Herkunft mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung vereinbaren (statt vieler: BGE 125 V 351). Das Bundesgericht 

unterscheidet vier „Klassen“ von medizinischen Berichten: Berichte von behandelnden 

Ärzten („vierte Klasse“) verfügen generell nur über einen sehr eingeschränkten 

Beweiswert, weil bei deren Würdigung der Erfahrungstatsache Rechnung getragen 

werden muss, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Stellung in 

Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten berichten (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353 

mit Hinweisen); auf Berichte von versicherungsinternen medizinischen 

Sachverständigen („dritte Klasse“) kann dagegen generell abgestellt werden, sofern 

nicht Zweifel an deren Überzeugungskraft bestehen, wobei allerdings bereits geringe 

Zweifel genügen (BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471 mit Hinweisen); von einem 

Administrativgutachten eines versicherungsexternen medizinischen Sachverständigen 

(„zweite Klasse“) darf nach der bundesgerichtlichen Auffassung nur abgewichen 

werden, wenn konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

125 V 351 E. 3b/bb S. 353 mit Hinweisen); von einem Gerichtsgutachten („erste 

Klasse“) darf schliesslich nicht ohne zwingende Gründe abgewichen werden (Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 43 N 64, mit Hinweisen; Urteil IV 

2018/409 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 17. Juni 2020, E. 2.4 f.).

Beim Gutachten von Dr. N.___ vom 4. Oktober 2021 handelt es sich um ein 

Gerichtsgutachten und damit um ein Beweismittel, dem nach der bundesgerichtlichen 

Auffassung per se ein sehr hoher Beweiswert zukommt („erste Klasse“) respektive von 

dem nicht ohne einen zwingenden Grund abgewichen werden darf. Die Stellungnahme 

der RAD-Ärztin Dr. G.___ kann keinen solchen zwingenden Grund darstellen, da diese 

Stellungnahme als ein Beweismittel „dritter Klasse“ qualifiziert werden muss, das nicht 

mit einem Beweismittel „erster Klasse“ mithalten kann. Angesichts der Parteistellung 

der Beschwerdegegnerin in diesem Beschwerdeverfahren könnte sogar die Frage 

aufgeworfen werden, ob der Beweiswert der RAD-Stellungnahme nicht sogar mit 

jenem eines Berichtes eines behandelnden Arztes verglichen und damit zu einem 

Beweismittel „vierter Klasse“ zu degradieren wäre. Zudem erweist sich die 

Stellungnahme von Dr. G.___ als widersprüchlich, denn einerseits hat die RAD-Ärztin 

das Gutachten von Dr. N.___ als überzeugend qualifiziert, andererseits hat sie aber – im 

Widerspruch zu den entsprechenden Ausführungen von Dr. N.___ – dem Gutachten 

von Dr. K.___ doch einen relevanten Beweiswert zugemessen. Offenbar hat sie 

verkannt, dass Dr. N.___ dem seiner überzeugend begründeten Expertise nach nicht 

lege artis erstellten Gutachten von Dr. K.___ auch für die Vergangenheit keine 

Überzeugungskraft zugebilligt hat. Die Behauptung von Dr. G.___, der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers müsse sich „Anfang 2020“ verschlechtert 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/23

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haben, ist wohl nur ein Versuch gewesen, die Widersprüchlichkeit zwischen den beiden 

Gutachten von Dr. K.___ und Dr. N.___ zu beseitigen, ohne dem Gutachten von Dr. 

K.___ generell den Beweiswert absprechen zu müssen. Der Sachverständige Dr. N.___ 

hat sich – anders als Dr. K.___ – intensiv mit der Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers befasst und er hat diesen eingehend befragt und untersucht. Er hat 

den für seine Beurteilung massgebenden medizinischen Sachverhalt sehr sorgfältig 

und umfassend erhoben. Es besteht kein Anlass zur Annahme, dass er wesentliche 

Tatsachen übersehen oder nicht gewürdigt hätte. In seinem Gerichtsgutachten hat er – 

für medizinische Laien gut nachvollziehbar – zwischen den subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers und den für die Beurteilung ausschlaggebenden objektiven 

klinischen Befunden unterschieden. Er hat die massgebenden Befunde (einschliesslich 

der neuropsychologischen Testergebnisse) ausführlich dargestellt und gestützt darauf 

überzeugend begründete Schlussfolgerungen hinsichtlich der Diagnosestellung und 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung gezogen. Das Gutachten enthält keine 

Widersprüchlichkeiten. Weder im Gutachten selbst noch in den weiteren Akten finden 

sich Anhaltspunkte, die Zweifel an der Überzeugungskraft der Schlussfolgerungen von 

Dr. N.___ bezüglich der Diagnosestellung oder der Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken 

würden, was aber nach der oben dargestellten bundesgerichtlichen Auffassung zu den 

vier „Klassen“ von medizinischen Beweismitteln irrelevant ist, weil nur massgebend ist, 

ob ein zwingender Grund gegen ein Abstellen auf das Gerichtsgutachten sprechen 

würde, was eindeutig nicht der Fall ist. Das Gutachten von Dr. K.___ ist als 

Administrativgutachten nur ein Beweismittel „zweiter Klasse“. Zudem hat Dr. N.___ 

ausführlich und überzeugend dargelegt, dass das Gutachten von Dr. K.___ an 

erheblichen fachlichen Mängeln leidet, da Dr. K.___ die langjährige und in sich 

konsistente Krankengeschichte des Beschwerdeführers aus nicht nachvollziehbaren 

Gründen weitgehend ignoriert hatte. Dieser fachliche Mangel hatte das 

Versicherungsgericht veranlasst, wesentliche Zweifel an der Überzeugungskraft des 

Gutachtens von Dr. K.___ zu hegen und deshalb ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu 

geben. Das Gutachten von Dr. N.___ beweist, dass die Einholung eines weiteren 

Gutachtens zwingend erforderlich gewesen ist. Zusammenfassend steht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer spätestens seit Ende Juli 2015 nicht mehr in der Lage gewesen ist, 

einer Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen.

An sich müsste das vom Beschwerdeführer mit einer ideal leidensadaptierten 

Tätigkeit in einem geschützten Rahmen zumutbarerweise erzielbare 

Invalideneinkommen ausgehend von den Ausführungen des Sachverständigen Dr. 

N.___ genau ermittelt werden. Da der Beschwerdeführer aber überwiegend 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/23

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5.  

Dieser Verfahrensausgang ist als ein vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers zu 

qualifizieren. Die angesichts des deutlich überdurchschnittlichen Verfahrensaufwandes 

auf 1’000 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind folglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Diese hat auch die Kosten des Gerichtsgutachtens 

von 22’875.90 Franken (vgl. act. G 53.1) zu bezahlen. Zudem hat sie dem 

Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche 

Vertretungsaufwand ist angesichts des langwierigen Schriftenwechsels im 

Zusammenhang mit der Einholung des Gerichtsgutachtens und dem Zeitbedarf für das 

Studium des Gerichtsgutachtens und die Stellungnahme dazu als deutlich 

überdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die Parteientschädigung auf 7’000 

Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

Entscheid

wahrscheinlich nicht annähernd in der Lage sein wird, mit einer Tätigkeit in einem 

geschützten Rahmen 30 Prozent des Valideneinkommens von knapp 90’000 Franken 

zu erzielen, kann von weiteren Abklärungen abgesehen werden, denn der 

Invaliditätsgrad wird jedenfalls deutlich mehr als 70 Prozent betragen, weshalb der 

Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine ganze Rente hat (Art. 28 Abs. 2 IVG).

Der Beschwerdeführer ist ab Ende des Jahres 2014 in einem zwischen 20 Prozent 

und 70 Prozent schwankenden Ausmass arbeitsunfähig gewesen, wobei der 

durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsgrad gemäss der Aufstellung von Dr. N.___ mehr 

als 40 Prozent betragen hat. Das sogenannte Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

hat folglich im Dezember 2014 zu laufen begonnen und damit am 30. November 2015 

geendet. Der Beschwerdeführer ist ab Ende Juli 2015 durchgehend und bleibend 

vollständig unfähig gewesen, einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

nachzugehen. Der Rentenanspruch ist also am 1. Dezember 2015 entstanden. Da sich 

der Beschwerdeführer im Juni 2015 zum Rentenbezug angemeldet hat, steht der Art. 

29 Abs. 1 IVG der Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem 1. Dezember 

2015 nicht entgegen. Der Beschwerdeführer hat also mit Wirkung ab dem 1. Dezember 

2015 einen Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Die Sache ist zur 

Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/23

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die angefochtene Verfügung vom 28. Mai 2018 wird aufgehoben und es wird 

festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2015 einen 

Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat; die Sache wird zur 

Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 1’000 Franken zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für das Gerichtsgutachten von 22’875.90 

Franken zu bezahlen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 7’000 Franken zu 

entschädigen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 01.02.2022
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Gerichtsgutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Februar 2022, IV 2018/226).

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		2024-05-27T01:45:19+0200
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