# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50c5b709-030b-5f1c-b0d3-2c444d201653
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.02.2012 UV 2011/51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-51_2012-02-16.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/51

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 16.02.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 16.02.2012
Art. 6 UVG; Art. 11 UVV: Gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten 
ist die im Rahmen der Rückfallmeldung geltend gemachte Instabilität des 
Kniegelenks nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit auf eine zwei Jahre zuvor erhobene und operativ 
therapierte Meniskusläsion zurückzuführen, sondern viel eher oder 
zumindest gleich möglich oder wahrscheinlich auf eine rund zehn Jahre 
zurückliegende Ruptur des vorderen Kreuzbands (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2012, UV 
2011/51).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 16. Februar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war vom 4. August 2003 bis 30. April 2007 als Controller bei der B.___ tätig 

und dadurch bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana) gegen die 

Folgen von Unfällen versichert (act. K1 und K5).

A.b Am 7. August 2006 meldete der Versicherte der Helsana einen Unfall. Er sei am 

6. August 2006 beim Aussteigen aus einem Fahrzeug bei einer Drehbewegung mit dem 

linken Knie zusammengebrochen (act. K1). Dr. med. C.___, Orthopädie FMH, bestätigte 

im Arztzeugnis vom 21. August 2006 eine Erstbehandlung am 7. August 2006 und 

erhob als Befunde am linken Knie einen Streckausfall und eine vordere Instabilität, 

jedoch keine Druckdolenz. In den Konsultations-Notizen vom 7. August 2006 hatte er 

zudem einen Erguss und einen schmerzhaften Lachmann vermerkt. Die Stabilität wurde 

als nicht richtig beurteilbar und der Seitenbandapparat als stabil bezeichnet. 

Anamnestisch hielt Dr. C.___ fest, der Versicherte habe vor neun Jahren beim 

Fussballspiel ein erhebliches Rotationstrauma mit hörbarem Knall erlitten. Es sei eine 

Überdehnung der Bänder diagnostiziert worden, jedoch keine Behandlung erfolgt. 

Später habe Beschwerdefreiheit bestanden. Ausser Fussball habe der Versicherte 

Sport betreiben können. Seither habe er zwei weitere leichte Distorsionen erlitten. Es 

seien keine Unsicherheit, kein Einsinken, keine Schwellung und keine Blockaden 

vorgekommen. Das Knie sei jedoch nicht gleich belastbar gewesen. Eine am 8. August 

2006 im Stephanshorn Radiologie Zentrum durchgeführte kernspintomographische 

Untersuchung hatte insbesondere eine alte Ruptur des vorderen Kreuzbands 

(nachfolgend: VKB) links, eine Zerrung des medialen Seitenbands links sowie eine 

mögliche leichte Kontusion des medialen Meniskushinterhorns ohne Einrisse 

hervorgebracht, worauf Dr. C.___ im Arztzeugnis vom 21. August 2006 entsprechende 

Diagnosen stellte. In den Konsultations-Notizen vom 7. August 2006 ist sodann die 

Verdachtsdiagnose einer Meniskusläsion links angeführt (act. M1).

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A.c Am 16. Februar 2007 berichteten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) über eine Erstbehandlung des Versicherten am 

15. Februar 2007 auf der zentralen Notfallabteilung. Als Befunde erhoben sie eine 

massive Schwellung und deutliche Ergussbildung im gesamten linken Knie, eine 

Flexion/Extension 80/30/0°, jeweils endgradig schmerzhaft eingeschränkt, und einen 

positiven Lachmann-Test mit weichem Anschlag. Menisken und Seitenbänder seien 

aufgrund der starken Schmerzsymptomatik nicht nachprüfbar gewesen. Die 

Röntgenuntersuchung ergab keinen Hinweis auf ossäre Läsionen, zeigte jedoch eine 

deutliche Ergussbildung. Die Ärzte diagnostizierten einen traumatischen 

Kniegelenkerguss links bei Status nach alter VKB-Ruptur und attestierten eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 15. bis 22. Februar 2007 (act. M2). Am 20. Februar 2007 

erfolgte durch die Arbeitgeberin des Versicherten eine Unfallmeldung bei der Helsana, 

gemäss der dieser am 14. Februar 2007 bei einem Sprung vorwärts mit dem linken 

Knie eingebrochen sei (act. K2). Am 8. März 2007 führte Dr. C.___ - assistiert von Dr. 

med. D.___, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), - eine 

mediale Meniskektomie sowie eine Kreuzbandersatzplastik mit Patellarsehne durch. 

Die Indikation sei durch die Instabilität und die Schmerzen gegeben gewesen (act. M8). 

Im Austrittsbericht vom 14. März 2007 diagnostizierte Dr. C.___ eine Korbhenkelläsion 

des medialen Meniskus sowie eine alte Ruptur des VKB links (act. M6). Der 

postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Nach einer stufenweisen 

Erhöhung der Arbeitsfähigkeit erfolgte schliesslich am 30. April 2007 die 

Wiederaufnahme der Arbeit zu 100%. Die unfallbedingte Heilbehandlung dauerte bis 

17. September 2007 (act. M9). Zwischenzeitlich hatte der Versicherte am 13. März 

2007 im Fragebogen zum Unfallhergang angegeben, bei einem Lauftraining mit 

sprunghaftem Geradeauslaufen mitgemacht zu haben. Beim Aufsetzen nach einem 

solchen Schritt sei ihm das linke Knie eingeknickt (act. K3).

A.d Am 5. Juli 2009 erfolgte durch die Arbeitgeberin eine als Rückfall zum Unfall vom 

14. Februar 2007 bezeichnete Schadenmeldung (act. K5). Dr. D.___ diagnostizierte im 

Arztzeugnis vom 5. August 2009 eine VKB-Insuffizienz nach Ersatzplastik links 2007. 

Laut den Angaben des Versicherten hätten nach dem vorgenannten Eingriff ein 

unsicheres Gefühl bzw. Instabilitätsgefühl und Belastungsschmerzen dorso-medial im 

linken Knie persistiert (act. M11, vgl. auch M14). Eine MRI-Untersuchung des linken 

Kniegelenks vom 5. November 2009 ergab einen suffizienten Ersatz des vorderen 

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Kreuzbands, eine unauffällige Darstellung der übrigen Bänder, einen Zustand nach 

Teilresektion des medialen Meniskus, eine unauffällige Darstellung der übrigen 

Menisken, eine gering ausgeprägte Gonarthrose im medialen Kompartiment sowie eine 

Dysplasie der Patella (act. M13). Im Bericht vom 27. November 2009 sprach Dr. D.___ 

von einer möglichen Reoperation. Eine Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor (act. M14 ff.). 

Mit Schreiben vom 14. Mai 2010 teilte die Helsana Dr. D.___ mit, dass sie ein 

Kostengutsprache-Gesuch für einen Spitaleintritt am 2. Juni 2010 erhalten hätte. Darin 

werde er als behandelnder Arzt angegeben, weshalb er ersucht werde, den 

Spitaleintritt schriftlich zu begründen (act. M17). Dr. D.___ liess hierauf mit Schreiben 

vom 25. Mai 2010 vernehmen, dass der Versicherte seit dem 19. Juni 2009 in seiner 

Behandlung stehe. Er klage über therapieresistente Schmerzen medial im linken Knie. 

Zudem gebe er ein leichtes Instabilitätsgefühl des linken Kniegelenks an. Es sei eine 

Arthroskopie mit eventueller VKB-Revision geplant (act. M18). Mit Schreiben vom 

13. August 2010 berichtete Dr. med. E.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, über 

eine Konsultation des Versicherten vom 4. Mai 2005 wegen eines Knietraumas bzw. 

einer Rotationsbewegung im linken Knie beim Judo im Jahr 2005, welches bzw. welche 

zu einem knackenden Geräusch geführt und einen Schmerz verursacht habe (act. 

M21).

A.e Nach Einholung einer Beurteilung durch ihren beratenden Arzt, Dr. med. F.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH (act. M19), eröffnete die Helsana dem 

Versicherten mit Verfügung vom 16. August 2010, dass die Rückfallkausalität der 

aktuellen Kniebeschwerden links zum Ereignis vom 14. Februar 2007 aufgrund der 

medizinischen Abklärungsergebnisse nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt sei. Die jetzt beklagten Beschwerden seien 

Instabilitätsbeschwerden, welche ursächlich auf die alte Kreuzbandverletzung von 1997 

zurückzuführen seien. Es bestehe deshalb kein Anspruch auf Versicherungsleistungen. 

Für die Übernahme der weiteren Heilbehandlungskosten solle er sich bei der 

zuständigen Krankenversicherung anmelden (act. K20).

B.  Die vom Versicherten am 15. September 2010 erhobene Einsprache (act. K21) wies 

die Helsana mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 2011 ab (act. K24).

C.   

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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 29. Juni 2011 

mit dem Antrag, es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig 

gewesen wäre und immer noch sei, weil die Beschwerden mit höherer 

Wahrscheinlichkeit auf die Ereignisse 2006/2007 zurückzuführen seien bzw. mit diesen 

in einem natürlichen Kausalzusammenhang stünden.

C.b In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdegegnerin Abweisung der 

Beschwerde.

C.c Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.

C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren 

Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.

1.1  Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erforderlichen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und in dessen Folge 

eingetretener Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3.1) sowie die Bestimmung 

über den Anspruch auf Versicherungsleistungen bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 

der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) zutreffend dar. Darauf 

ist zu verweisen. In Bezug auf den natürlichen Kausalzusammenhang ist zu ergänzen, 

dass dessen Bejahung nicht erfordert, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 

zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 

versicherten Person beeinträchtigt hat und mithin eine Teilursache für - allenfalls erst 

nach einem Rückfall eintretende - gesundheitliche Störungen darstellt (BGE 119 V 337 

E. 1, 118 V 289 E. 1b, 117 V 360 E. 4a, 117 V 376 E. 3a; RKUV 2000 Nr. 377 S. 185 E. 

4a). Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 

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Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 

adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Während die 

Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs aufgrund der Feststellungen bei 

den medizinischen Untersuchungen erfolgt und Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, 

obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu 

beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen 

Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 

3a).

1.2  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Herkunft noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten 

versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert 

beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).

1.3  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit 

Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

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Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich 

Rückfällen und Spätfolgen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten 

natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende 

Tatsache. Die diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die 

versicherte Person. Selbstverständlich greift diese Beweisregel erst dann Platz, wenn 

die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz 

rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen 

eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern 

das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Grundsätzlich sind Sachverhalte 

mit gleicher Möglichkeit, aber auch mit gleicher Wahrscheinlichkeit denkbar. Das 

Gericht hat von demjenigen Sachverhalt auszugehen, den es von allen möglichen und 

wahrscheinlichen Geschehensabläufen als den wahrscheinlichsten würdigt (BGE 126 V 

360 E. 5b mit Hinweisen; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. 

Aufl. Bern 2003, S. 451 f.).

2.

Streitig und zu prüfen ist in erster Linie, ob zwischen den am 5. Juli 2009 gemeldeten 

Beschwerden im linken Knie und dem Ereignis vom 14. Februar 2007 ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall bejaht werden kann. Die 

Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 14. Februar 2007 

anerkannt, ist für die Heilbehandlungskosten - insbesondere für die am 8. März 2007 

operativ durchgeführte mediale Meniskektomie -, aber auch für die 

unbestrittenermassen wegen einer alten Kreuzbandverletzung von 1997 erforderlich 

gewordene Kreuzbandersatzplastik mit Patellarsehne aufgekommen und hat für die mit 

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dem fraglichen Ereignis bzw. dem vorgenannten operativen Eingriff verbundene 

Arbeitsunfähigkeit Taggeldleistungen erbracht (act. K6, K19, M2, M 7 ff.). 

Beschwerdeweise führt der Beschwerdeführer neben dem Ereignis vom 14. Februar 

2007 auch das Ereignis vom 6. August 2006 als überwiegend wahrscheinliche Ursache 

für die am 5. Juli 2009 gemeldeten Beschwerden an.

3.

3.1  Beim Ereignis vom 6. August 2006 knickte der Beschwerdeführer beim Aussteigen 

aus einem Fahrzeug bei einer Drehbewegung bzw. beim Strecken des rotierten linken 

Knies aus der Beugung mit dem Knie ein, worauf ein Erguss sowie eine starke 

Bewegungseinschränkung auftraten. Eine MRI-Untersuchung vom 8. August 2006 

zeigte insbesondere einen grösseren Kniegelenkerguss, eine leichtgradige Zerrung des 

medialen Seitenbands, eine alte Ruptur des VKB proximal sowie eine mögliche leichte 

Kontusion des medialen Meniskushinterhorns ohne Einrisse. Dr. C.___ diagnostizierte 

entsprechend eine alte Ruptur des VKB sowie eine Zerrung des medialen Seitenbands 

links (act. (act. K1, M1). Das Ereignis vom 14. Februar 2007, bei welchem dem 

Beschwerdeführer bei einem sprunghaften Geradeauslaufen bzw. beim Aufsetzen nach 

einem solchen Schritt das linke Knie eingeknickt war (act. K3), hatte ebenfalls einen 

Kniegelenkerguss sowie eine schmerzhaft bedingt eingeschränkte Beweglichkeit zur 

Folge. Bei der am 8. März 2007 vorgenommenen Arthroskopie fand Dr. C.___ im 

Gegensatz zum MRI-Befund vom 8. August 2006 neben der bereits erhobenen alten 

Ruptur des VKB links eine frische Korbhenkelläsion des medialen Meniskus und führte 

im gleichen Eingriff eine mediale Meniskektomie sowie eine Kreuzbandersatzplastik mit 

Patellarsehne durch (act. M3, M6 ff.). Laut Angaben in der Beschwerde vom 29. Juni 

2011 hatte der Beschwerdeführer nach der Operation vom 8. März 2007 diffuse 

Schmerzen verspürt, die er zunächst als normale postoperative Beschwerden 

eingestuft habe. Da sie aber zwei Jahre später immer noch nicht abgeklungen seien 

und sich zudem ein "Knacksen" im Knie sowie ein Gefühl, dass dieses nicht so wie 

vorher "zusammenhalte", bemerkbar gemacht habe, habe er am 19. Juni 2009 (vgl. act. 

M11) Dr. D.___ konsultiert. Am 5. Juli 2009 erfolgte sodann die entsprechende 

Rückfallmeldung (act. K5). Während der Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, die 

aktuellen Beschwerden (Instabilität, Knacksen im Knie, Schmerzen durch Arthrose) 

hätten erst nach der Operation vom 8. März 2007 eingesetzt und seien deshalb auf die 

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Ereignisse in den Jahren 2006 oder 2007 zurückzuführen, geht die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 6. Juni 2011 davon 

aus, dass die Diagnosen und Beschwerden zum Rückfall eher auf die im Jahr 1997 

erlittene VKB-Ruptur (über diese bzw. ein entsprechendes Ereignis liegen keine Akten 

vor, weil sich der Beschwerdeführer nicht in Behandlung begeben hatte [act. K14 ff.]) 

als den Meniskusriss zurückzuführen seien. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei 

auf die ärztliche Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. F.___ vom 2. Juni 2010. Dieser 

hält fest, der Beschwerdeführer habe sich die Kreuzbandverletzung etwa im Jahr 1997 

zugezogen. Die jetzt beklagten Beschwerden seien Instabilitätsbeschwerden, welche 

ursächlich auf die alte Kreuzbandverletzung zurückgingen. Eine Verursachung der 

aktuell beklagten Beschwerden durch die Ereignisse der Jahre 2006 und 2007 bzw. 

eine diesbezügliche Rückfallkausalität sei lediglich möglich (act. M13).

4.  

4.1  Aufgrund der medizinischen Akten sowie der Erkenntnisse in der medizinischen 

Literatur erscheint die Beurteilung von Dr. F.___ schlüssig und überzeugend.

4.2  In den medizinischen Akten richtungweisend ist, dass die VKB-Ruptur bzw. die 

Ersatzplastik links vom 8. März 2007 durchgehend als zu therapierende 

Gesundheitsschädigung bzw. Diagnose genannt werden (vgl. act. M1 ff). Auch als nach 

dem Eingriff vom 8. März 2007, bei dem auch die Meniskusläsion operativ behandelt 

wurde, ein Instabilitätsgefühl sowie Belastungsschmerzen persistierten, wurden nur 

noch eine vordere Kreuzbandinsuffizienz nach Ersatzplastik links 2007 und eine 

Chondropathie diagnostiziert sowie eine Arthroskopie mit eventueller VKB-Revision 

geplant. Die Meniskusproblematik wurde nicht mehr erwähnt (act. M14, M18).

4.3 Die Kausalitätsbeurteilung, wonach die Rückfallkausalität der am 5. Juli 2009 

gemeldeten behandlungsbedürftigen Kniebeschwerden zu den Ereignissen vom 6. 

August 2006 und 14. Februar 2007 gegenüber einer solchen zur VKB-Ruptur im Jahr 

1997 deutlich weniger wahrscheinlich erscheint, wird sodann auch durch die vom 

Beschwerdeführer im Rahmen der Rückfallmeldung vom 5. Juli 2009 hauptsächlich 

geltend gemachte Instabilität des linken Kniegelenks gestützt. Im angefochtenen 

Einspracheentscheid weist die Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit der 

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medizinischen Literatur darauf hin, dass die chronische Instabilität eine typische Folge 

einer unbehandelten VKB-Ruptur darstelle (vgl. dazu <http://www.klinik-am-ring.de/

kreuzband/kreuzbandriss.html>, <http://www.burkart-sportorthopaedie.de/Knie/

Kreuzband.html>, <http://www.orthozentrum.ch/Huefte-und-Knie/

Kreuzbandriss.aspx>, abgerufen am 15. Dezember 2011; Alfred M. Debrunner, 

Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 1099, 1103). Entsprechend 

sind den Akten - entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers – denn auch 

Hinweise auf bereits vor den Unfällen von 2006 und 2007 bzw. der Operation vom 8. 

März 2007 seit mehreren Jahren bestehende Instabilitätszeichen im Bereich des linken 

Kniegelenks zu entnehmen. Zwar notierte Dr. C.___ zur Konsultation des 

Beschwerdeführers vom 7. August 2006 infolge des Ereignisses vom 6. August 2006, 

dass nach dem Rotationstrauma vor neun Jahren Beschwerdefreiheit bestanden habe 

und keine Behandlung durchgeführt worden sei. Es hätten keine Unsicherheit, kein 

Einsinken, keine Schwellung und keine Blockaden bestanden. Andererseits wurde 

beigefügt, dass das Knie nicht gleich belastbar gewesen sei. Auch in seinen Berichten 

vom 21. August und 3. November 2006 erhob Dr. C.___ als Befund eine antero-laterale 

Instabilität (act. M1). Über eine Konsultation vom 16. Februar 2007 notierte er, der 

Beschwerdeführer berichte entgegen seiner letzten Aussage, bezüglich seines linken 

Knies nicht immer sicher gewesen zu sein (act. M2). Im Arztzeugnis vom 21. Februar 

2007 vermerkte er unter der Rubrik "Allgemeinzustand: Folgen von Krankheiten und 

Unfällen sowie Körperanomalien (Invalidität; b])" eine leichte Instabilität nach 

Kreuzbandruptur vermutlich vor neun Jahren (act. M3). Damit übereinstimmend wurde 

im Bericht vom 8. August 2008 über die gleichentags durchgeführte MRI-Untersuchung 

als Indikation eine seit einem Distorsionstrauma des linken Knies vor neun Jahren 

bestehende Unsicherheit angeführt und die Frage nach einer alten 

Kreuzbandverletzung gestellt (act. M1). Laut Bericht von Dr. E.___ vom 13. August 

2010 fand ausserdem - wenn auch ohne Nennung einer Instabilitätsproblematik - 

bereits am 4. Mai 2005 eine Konsultation wegen Knieschmerzen links nach einer 

Rotationsbewegung statt (act. M21). Das vom Beschwerdeführer bezüglich des 

Ereignisses vom 6. August 2006 in der Unfallmeldung vom 7. August 2006 erwähnte 

"Zusammenbrechen" mit dem linken Knie (= Einknicken des Knies) stellt sodann nach 

der medizinischen Literatur ebenfalls ein Instabilitätssymptom dar (vgl. dazu 

Debrunner, a.a.O., S. 1099, 1103). Die vorstehenden Erwägungen zeigen mithin 

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übereinstimmend auf, dass der Beschwerdeführer einer unzutreffenden Wahrnehmung 

unterliegt, wenn er aussagt, er erinnere sich in der Zeit von 1997 bis etwa 2008 an 

keinerlei Instabilitätsbeschwerden. Die medizinischen Akten lassen eindeutig erkennen, 

dass das linke Knie bereits vor dem operativen Eingriff vom 8. März 2008 seit mehreren 

Jahren mit einer Instabilität behaftet war.

4.4 Das Erleiden einer VKB-Ruptur mit anschliessender Instabilität, die nachfolgende 

Entstehung eines Meniskusschadens, die aufgrund dieser Gesundheitsschäden 

notwendig gewordene Kreuzbandersatzplastik mit Patellarsehne und die mediale 

Meniskektomie sowie letztlich die Entwicklung einer Gonarthrose aus der 

Meniskusläsion stellen gemäss medizinischer Erfahrungstatsache eine durchaus 

wahrscheinliche Kausalitätskette dar. Laut der einschlägigen medizinischen Literatur 

führe eine VKB-Ruptur wegen der Instabilität zur Entstehung von Meniskus- und 

Knorpelschäden, insbesondere bei chronischem Verlauf. Nach Läsionen des vorderen 

Kreuzbands werde das Hinterhorn des medialen Meniskus durch die anteriore 

Instabilität (vordere Schublade) unphysiologisch beansprucht, wenn der mediale 

Femurkondylus über die hintere Tibiakante abrutsche. Nach Entfernung solcher 

Menisken nehme die Instabilität noch zu, und der gestörte Gleitmechanismus führe mit 

der Zeit zu degenerativen Veränderungen, schliesslich zur Gonarthrose. Wenn die 

Instabilität nur mässig stark sei, könne ein Kreuzbandriss unter Umständen - wie 

offensichtlich im vorliegenden Fall - viele Jahre unerkannt bleiben und dem Betroffenen 

zunächst keine Beschwerden machen. Es ist also keineswegs abwegig, dass der 

Beschwerdeführer nach der VKB-Ruptur zunächst beschwerdefrei blieb. Dies kommt 

offenbar gerade bei Personen mit guter muskulärer Kompensation - der 

Beschwerdeführer hat offensichtlich Sport betrieben - vor. Dass ausgerechnet nach der 

am 8. März 2007 arthroskopisch diagnostizierten frischen Korbhenkelläsion des 

medialen Meniskus infolge des Ereignisses vom 14. Februar 2007 Beschwerden 

verstärkt wahrgenommen worden sind, ist in Anbetracht der vorstehenden 

medizinischen Erkenntnisse ohne weiteres nachvollziehbar. Die Kniegelenkssituation 

erreichte offensichtlich in diesem Moment einen erschwerenden Zustand, der sich 

entsprechend bemerkbar machte. Wie vorne ausgeführt, schadet eine chronische 

Instabilität dem Meniskus, v.a. dem medialen Hinterhorn (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., 

S. 1057, 1100; <http://www.klinik-am-ring.de/kreuzband/kreuzbandriss.html>, <http://

www.burkart-sportorthopaedie.de/Knie/

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Kreuzband.html>, <http://www.orthozentrum.ch/Huefte-und-Knie/

Kreuzbandriss.aspx>, abgerufen am 15. Dezember 2011). Die Meniskusläsion stellt 

damit eine mögliche Folgeerscheinung der VKB-Ruptur dar und bildet mithin ein Glied 

der Kausalitätskette, an deren Anfang die - nicht bei der Beschwerdegegnerin 

versicherte - VKB-Ruptur steht.

4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im konkreten Fall verschiedene Faktoren 

für die Rückfallkausalität der am 5. Juli 2009 gemeldeten behandlungsbedürftigen 

Kniebeschwerden zur VKB-Ruptur aus dem Jahr 1997 sprechen und die 

Meniskusläsion mit den nachfolgenden Beschwerden ohne weiteres in die Problematik 

mit einer VKB-Ruptur eingereiht werden kann. Damit drängt sich die Annahme einer 

isolierten Rückfallkausalität in Bezug auf die Ereignisse vom 6. August 2006 und 14. 

Februar 2007 in keiner Weise auf. Vielmehr erscheinen die Indizien für eine 

Rückfallkausalität zur VKB-Ruptur wahrscheinlicher. Im besten Fall könnten die beiden 

Kausalitäts-Varianten als gleichgestellt betrachtet werden, womit aber die 

Rückfallkausalität mit Bezug auf die Ereignisse vom 6. August 2006 und 14. Februar 

2007 nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Locher, 

a.a.O., S. 451 f.) nachgewiesen ist. In diesem Sinn erscheint auch die Beurteilung von 

Dr. F.___ vom 2. Juni 2010, der die als Rückfall gemeldeten

Instabilitätsbeschwerden auf die VKB-Ruptur zurückführt (act. M19), schlüssig und 

überzeugend.

5. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 6. Juni 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.02.2012
	Art. 6 UVG; Art. 11 UVV: Gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten ist die im Rahmen der Rückfallmeldung geltend gemachte Instabilität des Kniegelenks nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine zwei Jahre zuvor erhobene und operativ therapierte Meniskusläsion zurückzuführen, sondern viel eher oder zumindest gleich möglich oder wahrscheinlich auf eine rund zehn Jahre zurückliegende Ruptur des vorderen Kreuzbands (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2012, UV 2011/51).

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