# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a07b0e67-ba3b-5f23-8e54-2e20fb9b809f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 07.09.2021 SK2 2021 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-63_2021-09-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 7. September 2021

Referenz SK2 21 63

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Brunner, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

gegen

B._____
Beschwerdegegner

Gegenstand Hausfriedensbruch etc.

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
5. August 2021, mitgeteilt am 11. August 2021 
(Proz. Nr. VV.2020.804)

Mitteilung 9. September 2021

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Sachverhalt

A. Am 5. September 2019 stellte B._____ Strafantrag gegen A._____ wegen 
Hausfriedensbruchs, Nötigung, Körperverletzung und Drohung, wobei die Strafan-
träge wegen Körperverletzung und Drohung "in Vertretung" seines Vaters erfolg-
ten. Am 8. Dezember 2020 erfolgte ein weiterer Strafantrag gegen A._____ wegen 
übler Nachrede/Verleumdung und falscher Anschuldigung.

B. Mit Einstellungsverfügung vom 5. August 2021, mitgeteilt am 11. August 
2021, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden (fortan Staatsanwaltschaft) die 
oben genannten Strafverfahren gegen A._____ ein.

C. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 20. August 
2021 (Poststempel) Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden (fortan Kan-
tonsgericht).

D. Die Akten der Staatsanwaltschaft wurden beigezogen. Auf die Einholung 
von Stellungnahmen wurde verzichtet. Die Sache erweist sich als spruchreif.

Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 EGzStPO (BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staats-
anwaltschaft beim Kantonsgericht Beschwerde geführt werden. Die Behandlung 
der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts 
(Art. 10 Abs. 1 KGV [BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert zehn Tagen schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die 
beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte der Ver-
fügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Ent-
scheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft 
(Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO 
sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des 
Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die un-
vollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. 
Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden.

1.2. Die vorliegende Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staats-
anwaltschaft vom 5. August 2021, mitgeteilt am 11. August 2021, wurde mit Ein-
gabe vom 20. August 2021 rechtzeitig beim Kantonsgericht eingereicht.

2.1. Die Legitimation für die Ergreifung der Beschwerde gegen die Einstellungs-
verfügung richtet sich nach Art. 382 StPO (Nathan Landshut/Thomas Bosshard, 

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in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, N 8 zu Art. 322 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO 
kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung des Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Die beschuldigte Person 
ist betreffend die Einstellungsfrage in der Regel nicht beschwert und daher auch 
nicht beschwerdelegitimiert. Eine Ausnahme gilt nur insofern, als Begründung 
und/oder das Dispositiv der Einstellungsverfügung sinngemäss einem Schuldvor-
wurf gleichkommen, ohne dass zuvor der gesetzliche Beweis der Schuld erbracht 
worden wäre und die beschuldigte Person Gelegenheit zur Wahrnehmung ihrer 
Verteidigungsrechte erhalten hätte (vgl. Landshut/Bosshard, a.a.O., N 10 zu 
Art. 322 StPO; dazu eingehend KGer GR SK2 16 10 v. 19.4.2016 E. 1b/aa 
m.w.H.). 

2.2. In der angefochtenen Einstellungsverfügung sind keine solche (implizite 
oder explizite) Schuldvorwürfe bezüglich des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 
StGB ersichtlich. Die Beschwerdeführerin macht Entsprechendes denn auch gar 
nicht geltend, jedenfalls nicht in substantiierter Art und Weise. Die von ihr vorge-
brachten (ergänzenden) Umstände vermögen daran nichts zu ändern (act. A.1, 
S. 2 f.). Dasselbe gilt auch für die Vorwürfe der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 
StGB, der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie der 
Nötigung gemäss Art. 181 StGB. Auf die Beschwerde ist daher mangels Rechts-
schutzinteresse nicht einzutreten.

2.3. Da sich die Beschwerde als offensichtlich unzulässig erweist, ergeht der 
vorliegende Entscheid in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 18 Abs. 3 GOG 
[BR 173.000]; Art. 11 Abs. 2 KGV).

3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren 
Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 
Abs. 1 StPO). Damit unterliegt die Beschwerdeführerin im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren vollständig, sodass sie die Gerichtskosten zu tragen hat. Letz-
tere werden in Anwendung von Art. 8 in Verbindung mit Art. 10 VGS (BR 350.210) 
auf CHF 200.00 festgesetzt. Mangels Einholen von Stellungnahmen sind keine 
Parteientschädigungen zu sprechen.

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Demnach wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 200.00 gehen zu Lasten 
von A._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: