# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71ff2a84-728f-5789-b526-30e155a898cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 20.08.2020 BK 2020 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-194_2020-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 194

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. August 2020

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, Oberrichte-
rin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lustenberger

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter 1

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigte 2

E.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. F.________

Beschuldigte 3

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

G.________
a.v.d. Rechtsanwalt H.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen versuchter fahrlässiger Tötung, schwerer 
Körperverletzung etc.

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 23. April 2020 (EO 14 709)

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Erwägungen:

1. G.________ war vom 13. Januar 2010 bis am 1. Februar 2014 im Rahmen einer 
stationären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches (StGB; SR 312.0) in der JVA Thorberg inhaftiert. Mit Schreiben vom 
12. Januar 2014 erstattete er Strafanzeige gegen verschiedene Mitarbeiter der An-
stalt, unter anderem gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter 1) und 
E.________ (nachfolgend: Beschuldigte 3); dies wegen «versuchter fahrlässiger 
Tötung», schwerer resp. fahrlässiger Körperverletzung und Aussetzung (pag. 3). In 
gleichem Zusammenhang beschuldigt wird ausserdem die Mitarbeiterin 
C.________ (nachfolgend: Beschuldigte 2). Die fallführende Regionale Staatsan-
waltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) stellte das 
Verfahren gegen die genannten Beschuldigten am 23. April 2020 ein. Gegen die 
Verfahrenseinstellung erhob G.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 
4. Mai 2020 Beschwerde. Dabei stellte er folgende Rechtsbegehren:

1. Die Einstellungsverfügung vom 23. April 2020 sei aufzuheben.

2. Die Akten seien zu ergänzenden Untersuchungen an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Ins-
besondere seien die Dienstpläne vom 19./20. Februar 2013 bei der JVA Thorberg einzufordern, 
ergänzende Berichte der JVA Thorberg und der I.________ AG bezüglich der Datenaufzeichnung 
im Zusammenhang mit der Zellenrufanlage einzuholen sowie bei der JVA Thorberg in Erfahrung 
zu bringen, welche Weisungen am 19./20. Februar 2013 für das Vollzugspersonal gegolten haben 
bzw. wer die Weisungen erlassen hatte bzw. wer dafür zuständig war.

3. Dem Beschwerdeführer sei auch für das vorliegende Verfahren weiterhin die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Am 8. Mai 2020 wurde ein Beschwerdeverfahren eröffnet und festgestellt, dass die 
unentgeltliche Rechtspflege auch für das Beschwerdeverfahren gelte. Die General-
staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 26. Mai 2020, die Be-
schwerde sei abzuweisen und die Verfahrenskosten seien dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen, unter Vorbehalt der ihm gewährten unentgeltlichen Rechtspflege. 
Der Beschuldigte 1 beantragte in seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2020, die Be-
schwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten sei. Auch die Beschuldigte 2 beantragte mit Stellungnahme vom 8. Juni 
2020, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers resp. des Kantons Bern. Schliess-
lich beantragte die Beschuldigte 3 mit Stellungnahme vom 3. Juli 2020 ebenfalls 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. In der Replik vom 27. Juli 2020 
bestätigte der Beschwerdeführer seine Rechtsbegehren. 

2.

2.1 Einstellungsverfügungen können von den Parteien innert zehn Tagen bei der Be-
schwerdeinstanz angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 der Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 
des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-

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schaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des 
Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist allfälliges Opfer 
der zur Anzeige gebrachten Handlungen resp. Unterlassungen und beteiligte sich 
als solches als Straf- und Zivilkläger am vorinstanzlichen Verfahren. Er hat somit 
ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung der Einstellungsverfügung 
und ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristge-
recht erhobene Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. April 2020 wird einge-
treten.

2.2 Als Reaktion auf die Mitteilung der Staatsanwaltschaft nach Art. 318 StPO stellte 
der Beschwerdeführer am 20. Januar 2020 den Beweisantrag, es seien die Dienst-
pläne der JVA Thorberg einzufordern. Diesen Antrag wies die Staatsanwaltschaft 
mit Verfügung vom 28. Januar 2020 ab. Laut Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers richtet sich seine Beschwerde implizit auch gegen diese Verfügung.

Gestützt auf Art. 318 Abs. 2 StPO erfolgte Ablehnungen von Beweisanträgen sind 
nicht anfechtbar (Art. 318 Abs. 3 StPO). Diese Bestimmung beruht unter anderem 
auf der Überlegung, dass ein abgelehnter Beweisantrag vor Gericht ohne Weiteres 
noch einmal gestellt werden kann (STEINER, in: Basler Kommentar, Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu Art. 318 StPO). Dementsprechend muss es der 
antragstellenden Person im Falle einer Verfahrenseinstellung möglich sein, ihre 
Beweisanträge im Rahmen der Beschwerde gegen die Einstellung zu wiederholen 
und damit implizit Beschwerde gegen den ablehnenden Entscheid zu erheben. 

3. Von der Staatsanwaltschaft zu untersuchen sind drei Vorfälle, bei denen der Be-
schwerdeführer aufgrund von gesundheitlichen Problemen von der JVA Thorberg 
ins Inselspital verlegt werden musste. Die Vorfälle datieren vom 20. Februar 2013, 
vom 20. Dezember 2013 sowie vom 1. Februar 2014. Zwar beziehen sich seine 
Rechtsbegehren grundsätzlich auf sämtliche Vorfälle. In der Beschwerdebegrün-
dung führt der Beschwerdeführer jedoch aus, in Bezug auf den Vorfall vom 20. De-
zember 2013 sei nach jetzigem Aktenstand effektiv kein strafbares Verhalten zu er-
kennen. Damit anerkennt er die diesbezügliche Verfahrenseinstellung als recht-
mässig. Die angefochtene Verfügung ist insoweit in Rechtskraft erwachsen.

4. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO unter anderem dann 
die Einstellung des Verfahren, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (Bst. a), kein Straftatbestand erfüllt ist (Bst. b) oder wenn Prozessvor-
aussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufge-
treten sind (Bst. d). 

Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz 
«in dubio pro duriore» zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die Staats-
anwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden 
Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung 
mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verur-
teilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso 
wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei 
schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder 
Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtli-

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chen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige 
Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei 
der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241 
E. 2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1002/2017 vom 23. März 2018 E. 2.4.1).

5. Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich folgender, unbestritten gebliebener 
Sachverhalt: Bei seinem Eintritt in die JVA Thorberg litt der Beschwerdeführer be-
reits seit mehreren Jahren an einer chronisch-obstruktiven Pneumopathie GOLD IV 
(Lungenkrankheit), dies bei persistierendem Nikotinkonsum. Das Stadium IV, in 
dem sich der Beschwerdeführer befand, stellt das schwerste Stadium der Ein-
schränkung der Lungenfunktion dar. Laut Arztbericht vom 31. Oktober 2012 (pag. 
197 f.) bestanden zudem folgende Diagnosen: Borderline-Persönlichkeitsstörung, 
chronisches Panvertebralsymptom bei skoliotischer Fehlhaltung bei Sturz im Jahr 
1984, Verdacht auf Allergie auf jodhaltige Kontrastmittel, Leberhämangiome im 
5. und 6. Lebersegment und Status nach Somnolez unklarer Ursache mit Differen-
tialdiagnose Intoxikation mit Opiaten. Aufgrund seiner Lungenerkrankung war der 
Beschwerdeführer auf eine Heimsauerstofftherapie angewiesen. Ausserdem wurde 
er wegen der Rückenschmerzen seit Jahren mit Durogesic-Pflastern (ein Fentanyl-
preparat, d.h. ein Opiat, dem schmerzlindernde Wirkung zukommt) behandelt. Vor 
dem ersten hier streitigen Vorfall war die Dosis der Medikation offenbar erhöht 
worden, ohne dass der Beschwerdeführer Nebenwirkungen zeigte.

Die drei Beschuldigten gehören alle zum Pflegefachpersonal der JVA Thorberg. 
Zusammenfassend wirft der Beschwerdeführer ihnen betreffend die nachfolgend 
noch näher zu diskutierenden Vorfälle vor, sie hätten ihn trotz seines sehr schlech-
ten Gesundheitszustands nicht angemessen betreut und ihn seinem Schicksal 
überlassen.

6. Vorfall vom 20. Februar 2013

6.1 Bei der Zellenöffnung am Morgen des 20. Februars 2013 wurde der Beschwerde-
führer in nicht ansprechbarem und bradypnoischem Zustand (d.h. mit pathologisch 
verlangsamter Atmung, die bei Beeinträchtigungen des Atemzentrums vorkommt) 
vorgefunden. Er war somit bewusstlos. Er wurde anschliessend mit Naloxon, einem 
Wirkstoff, der zur Aufhebung der Effekte von Opioiden eingesetzt wird, behandelt 
und in die Bewachungsstation des Inselspitals verlegt. Bis zu seinem Eintritt hatte 
sich sein Zustand bereits gebessert; es bestand noch eine gewisse Somnolenz oh-
ne weitere Beschwerden. Initial wurde auf eine akute Opiat-Intoxikation aufgrund 
der Daueranwendung von Durogesic-Pflastern geschlossen (vgl. Austrittsbericht 
des Inselspitals vom 28. Februar 2013, pag. 187). 

6.2 Vorerst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 1 und die Beschuldigte 3 am besag-
ten Morgen unbestrittenermassen nicht anwesend waren. Ihnen können insoweit 
offensichtlich keine strafbaren Verfehlungen vorgeworfen werden.

6.3 Davon abgesehen gelangte die Staatsanwaltschaft zusammenfassend zum 
Schluss, den Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er «bis zu einer halb-
en Stunde lang» in seiner Zelle gelegen habe, könne nicht gefolgt werden. Sie 
schreibt dazu: «Nach den Aussagen von C.________ wurde mit dem Öffnen zwischen 06.50 und 

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07.00 Uhr begonnen, wobei zunächst lediglich die Türen aufgeschlossen (ohne diese zu öffnen) und 
erst ca. 5 Minuten später mit dem Öffnen der Türen begonnen worden sei. Auch nach den Aussagen 
von E.________ wurde damit um 06.50 Uhr begonnen. Das Öffnen aller Türen habe 5 bis 10 Minuten 
gedauert. Wann sodann die Zelle des Privatklägers geöffnet wurde, sei auch davon abhängig gewe-
sen, wo im Zellengang man begonnen habe (d.h. vorne oder hinten). C.________ sagte zudem aus, 
dass je nach Personalbestand eine bis drei Personen die Zellen geöffnet haben. Aufgrund dieser 
Zeitangaben kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass die Zellentüre des Privatklägers erst 
zwischen 07.00 und 07.05 Uhr geöffnet wurde.» Zwar sei der Eintrag in der Krankenge-
schichte des Beschwerdeführers tatsächlich mit 7:15 Uhr versehen (pag. 457). Be-
denke man jedoch, dass das Realisieren der schlechten Verfassung des Be-
schwerdeführers, die Benachrichtigung des Gesundheitsdienstes und auf dessen 
Seite die Entgegennahme der Informationen ebenfalls Zeit beanspruchen würden, 
gehe der zeitliche Ablauf relativ genau auf. Jedenfalls bestehe kein unverhältnis-
mässig langer Zeitraum für einen (pflichtwidrig unvorsichtig) unbemerkten 
Schwächezustand des Beschwerdeführers resp. bis zur Einlieferung ins Inselspital. 
Allein schon aufgrund seiner vorbestehenden Beschwerden könne ohnehin nicht 
genauer festgestellt werden, wie schwerwiegend dieser Zustand im Zeitpunkt der 
Zellenöffnung effektiv gewesen sei. Die Leiterin des Gesundheitsdienstes, 
J.________, habe bei ihrem Eintreffen den Zustand des Beschwerdeführers als re-
lativ stabil beurteilt (pag. 454). Zudem habe sich die sofort eingeleitete Behandlung 
(Spritzen von Narcan) im Nachhinein als richtig herausgestellt. Deshalb gehe die 
Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass die beschuldigten Personen eine nicht 
näher konkretisierbare – und allenfalls auch durch den Beschwerdeführer selber zu 
verantwortende – Verschlechterung des ohnehin prekären Gesundheitszustands 
verursacht hätten. Der Beschuldigten 2 könne ausserdem nicht rechtsgenüglich 
nachgewiesen werden, ob sie an diese Morgen die Zelle des Beschwerdeführers 
geöffnet habe bzw. ob sie überhaupt daran beteiligt gewesen sei.

6.4 Vorab bringt der Beschwerdeführer vor, die Zeugin J.________ habe auf Nachfra-
ge hin nicht beurteilen können, ob er aufgrund seines Zustands hätte sterben kön-
nen. Sie habe aber eine medizinische Versorgung sowie die Alarmierung des Ret-
tungsdienstes als notwendig erachtet. Demzufolge sei davon auszugehen, dass 
der Beschwerdeführer sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden habe. 
Die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, wonach die Verschlechterung des ohne-
hin prekären Gesundheitszustands nicht auf das Handeln der Beschuldigten 
zurückgeführt werden könne, beruhe auf einer medizinisch laienhaften Beurteilung. 
Diese Unterlassung sei zu beheben und eine detaillierte medizinische Abklärung, 
allenfalls in Form eines Gutachtens, sei vorzunehmen. Aufgrund der Vorerkrankun-
gen des Beschwerdeführers habe das Personal zudem eine erhöhte Sorgfalts-
pflicht getroffen, so dass es beim Öffnen der Zellentür seine schlechte Verfassung 
sofort hätte bemerken müssen. 

Zu den zeitlichen Verhältnissen führt der Beschwerdeführer aus, mit der Argumen-
tation der Staatsanwaltschaft sei genauso, wie eine Zellenöffnung zwischen 7:00 
und 7:05 Uhr nicht ausgeschlossen sei, eine Zellenöffnung bereits um 6:50 Uhr 
nicht ausgeschlossen. Nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» sei sogar von 
dieser Sachverhaltsvariante auszugehen. Die Beschuldigte 3 habe zudem angege-
ben, die Zellen würden um 6:45 aufgeschlossen, bevor um 6:50 Uhr mit der Zellen-

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öffnung begonnen werde. Daher müsse die Zellenöffnung spätestens um 6:50 Uhr 
erfolgt sein. Ausserdem habe die Beschuldigte 3 ausgesagt, aufgrund einer münd-
lichen Weisung den Zellengang als Frau nie ohne Begleitung eines Mannes betre-
ten zu haben. In diesem Zusammenhang interessiere, wer damals für die Erteilung 
von Weisungen zuständig gewesen sei bzw. wer diese Weisung erlassen habe. Die 
Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, diese Abklärungen vorzunehmen. 

Überdies dürfe erwartet werden, dass die Dienstpläne der JVA die Namen aller 
Mitarbeiter enthalten würden, welche am Morgen des 20. Februars 2013 gearbeitet 
hätten. Liesse sich darunter eine Person finden, die zum Geschehen noch nicht 
einvernommen worden sei, müsse dies nachgeholt werden, denn es sei sehr wahr-
scheinlich, dass diese Person sich erinnern könne. Indem die Staatsanwaltschaft 
diesen Beweisantrag abgewiesen habe, verletze sie den Untersuchungsgrundsatz.

6.5 Rechtlich betrachtet erhebt der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen na-
mentlich den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB). 
Der Tatbestand droht mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. In die-
sem Zusammenhang kann auf die folgenden Ausführungen der Generalstaatsan-
waltschaft verwiesen werden:

«Bis Ende 2013 galt für Delikte, die mit einer Strafe bis zu drei Jahren bedroht waren, eine Ver-
jährungsfrist von sieben Jahren (Art. 97 Abs. 1 Bst. c aStGB). Diese Bestimmung findet auch auf den 
Vorfall vom 20. Februar 2013 Anwendung. Im Zeitpunkt der Verfahrenseinstellung war die Strafverfol-
gung diesbezüglich folglich bereits verjährt. Damit fehlt es von vornherein an einer Prozessvorausset-
zung für die weitere Strafverfolgung (vgl. Art. 319 Abs. 1 Bst. d StPO).»

Dem ist nichts hinzuzufügen. Subsumiert man den Sachverhalt unter den Tatbe-
stand der fahrlässigen Körperverletzung, ist er verjährt. Das Verfahren wurde so-
weit zu Recht eingestellt.

6.6 In seiner Replik macht der Beschwerdeführer geltend, bezüglich des Vorfalls vom 
20. Februar 2013 komme nicht nur der Tatbestand der fahrlässigen Körperverlet-
zung, sondern auch eine Gefährdung des Lebens und der Gesundheit nach 
Art. 127 StGB in Frage. Bei diesem Delikt betrage die Verjährungsfrist sowohl nach 
altem als auch nach neuem Recht 15 Jahre. Die Verjährung sei somit noch nicht 
eingetreten.

6.7 Gemäss Art. 127 StGB macht sich der Aussetzung strafbar, wer einen Hilflosen, 
der unter seiner Obhut steht oder für den er zu sorgen hat, einer Gefahr für das 
Leben oder einer schweren unmittelbaren Gefahr für die Gesundheit aussetzt oder 
in einer solchen Gefahr im Stich lässt. In objektiver Hinsicht ist erforderlich, dass 
sich das Opfer in einer konkreten Gefahrensituation befindet, in der nach dem ge-
wöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit besteht, 
dass es getötet oder schwer verletzt werden kann. Das Opfer muss hilflos sein, d.h. 
es muss zur Abwehr der Gefahr fremde Hilfe benötigen. Das tatbestandsmässige 
Verhalten besteht darin, dass der Täter mit seinem Verhalten für das Entstehen der 
Gefahrenlage ursächlich geworden ist oder er es unterlässt, dem in einer solchen 
Gefahrenlage Befindlichen die zur Abwehr der Gefahr notwendige Hilfe zu leisten 
(GODENZI, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl. 2020, 
N. 2 f. zu Art. 127 StGB mit Hinweisen). Dabei lässt nicht nur im Stich, wer den Hilf-

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losen in der Gefahr verlässt (sich von ihm entfernt) oder sich vollständig passiv 
verhält, sondern auch, wer sich zwar um ihn bemüht, aber nicht die zur Beseitigung 
der Gefahr notwendigen Massnahmen trifft. Der subjektive Tatbestand erfordert 
Vorsatz, und zwar Gefährdungsvorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_40/2008 vom 20. Juni 2008 E. 3).

6.8 Dem Beschwerdeführer kann dahingehend gefolgt werden, dass der Vorwurf der 
Aussetzung noch nicht verjährt ist. Der Tatbestand ist jedoch nicht erfüllt. Tatbe-
standsmässig handelt wie bereits gesehen nur, wer das Opfer mindestens eventua-
lvorsätzlich in eine Gefahrenlage bringt oder nicht die notwendigen Massnahmen 
zur Beseitigung dieser Gefahrenlage ergreift. Vorliegend ist beides nicht der Fall. 
Dass der Beschwerdeführer in eine Gefahrensituation gebracht wurde, kann von 
Vornherein ausgeschlossen werden, da er sich bereits in bewusstlosem Zustand 
befunden hatte, als die Zellentür geöffnet wurde. Aber auch die Tatbestandsvarian-
te des Im-Stich-Lassens ist nicht gegeben. Laut Krankengeschichte wurde nach 
der Untersuchung des Beschwerdeführers durch die Leiterin des Gesundheits-
dienstes umgehend der Rettungsdienst gerufen. Bei dessen Eintreffen wurde ihm 
Narcan (Markenname für Naloxon) gespritzt. Bis dahin war sein Zustand stabil ge-
blieben, auf das Naloxon reagierte er mit wacher Werden und nannte Frau 
J.________ beim Namen (pag. 457). Auch gemäss dem Austrittsbericht des Insel-
spitals ist es nach der Gabe von 0.2 mg Naloxon zu einer sofortigen Besserung des 
Zustands gekommen (vgl. pag. 187). Damit ist erstellt, dass die verantwortlichen 
Mitarbeiter der JVA Thorberg die richtigen Massnahmen ergriffen haben, um dem 
Beschwerdeführer zu helfen. Von einer tatbestandsmässigen Aussetzung kann un-
ter diesen Umständen klarerweise nicht gesprochen werden. Aus dem gleichen 
Grund ist im Übrigen auch der Tatbestand der Unterlassung der Nothilfe (Art. 128 
StGB) eindeutig nicht erfüllt.

6.9 Die umstrittene Frage, ob es überhaupt die Beschuldigte 2 gewesen ist, die den 
Beschwerdeführer am besagten Tag in seiner Zelle aufgefunden hat, kann unter 
diesen Umständen offen bleiben. Dementsprechend konnte auch auf das Erheben 
der Dienstpläne verzichtet werden, da es letztlich nicht entscheidend ist, wer am 
fraglichen Tag für das Öffnen der Zellentüren verantwortlich war. Genauso sind die 
übrigen vom Beschwerdeführer beantragten Beweiserhebungen überflüssig. An-
hand der aktenkundigen Arztberichte lässt sich auch ohne medizinisches Fachwis-
sen beurteilen, dass der Beschwerdeführer korrekt betreut wurde. Ein Gutachten ist 
hierfür nicht erforderlich. Genauso ist unerheblich, wer die Weisung, Frauen dürften 
sich nicht alleine in den Zellengang begeben, erteilt hat. Es ist nicht ersichtlich, in-
wiefern diese Information zu einer weiterführenden Klärung des Falls beitragen 
sollte. Die Staatsanwaltschaft durfte diese Beweisanträge somit abweisen, ohne 
den Untersuchungsgrundsatz zu verletzen.

7. Vorfall vom 1. Februar 2014

7.1 In seinem Schreiben vom 5. Februar 2014 wirft der Beschwerdeführer der Be-
schuldigten 3 vor, er habe mehrmals Alarm geläutet und ihr gesagt, er könne kei-
nen Urin lösen. Sie habe den ganzen Tag nichts unternommen. Erst aufgrund ei-
nes Alarms bei anderen Personen habe die Beschuldigte 3 am Abend reagiert und 

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er sei per Notfall ins Inselspital eingeliefert worden (pag. 365). Mit Schreiben vom 
17. Juli 2014 brachte er ergänzend vor, obwohl er nachts zweimal den Notfall-
Alarm ausgelöst habe, sei die Beschuldigte 3 erst morgens um 11:00 Uhr auf sei-
ner Zelle erschienen. Dort habe sie mitansehen müssen, wie er kreidebleich im 
Gesicht gewesen sei und unter extremer Atemnot gelitten habe. Ausser Pulsmes-
sen habe sie dennoch nichts unternommen. Erst am Abend sei er dann notfallmäs-
sig ins Spital eingeliefert worden (pag. 384).

7.2 Zunächst ist wiederum festzuhalten, dass der Beschuldigte 1 und die Beschuldigte 
2 an diesem Tag unbestrittenermassen keinen Dienst hatten. Ihnen können somit 
von Vornherein keine strafbaren Verfehlungen vorgeworfen werden.

7.3 Laut Krankengeschichte (verfasst von der Beschuldigten 3) fühlte sich der Be-
schwerdeführer an diesem Tag schlecht (pag. 81). Weiter ist der Krankengeschich-
te zu entnehmen: Blutdruck 120/80, Puls 76. Mühe mit Urinieren. Biox (Sauer-
stoffsättigung im Blut) 98%. Urinbecher abgegeben. Combur Test (ein Test zum 
Nachweis verschiedener Inhaltsstoffe im Urin, woraus Rückschlüsse auf verschie-
dene Erkrankungen gezogen werden können): alles negativ. Spezifisches Gewicht 
1.020. Um 18:00 Uhr: Blutdruck 100/80, Puls 84, Biox 85%, Temperatur 36.8°C. 
Hat seit gestern Abend nicht uriniert. In der Folge wurde Dr. K.________ informiert 
und der Beschwerdeführer in die Bewachungsstation des Inselspitals verlegt.

7.4 In der angefochtenen Verfügung stellte die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf 
pag. 497 fest, Arbeitsbeginn der Beschuldigten 3 sei um 9:32 Uhr gewesen. Auf-
grund der Meldung des Beschwerdeführers, er habe «Mühe mit Bislen», seien ge-
gen Mittag verschiedene Tests durchgeführt worden, die allesamt ohne besonde-
ren Befund ausgefallen seien. Da er im Laufe des Nachmittags immer noch nicht 
habe urinieren können, seien gegen 18:00 Uhr weitere Tests erfolgt, die nun leicht 
auffälligere Resultate (etwas tieferer Blutdruck, höherer Puls, Biox tiefer, jedoch 
kein Fieber) ergeben hätten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe der Beschwer-
deführer ausgesagt, dass er seit dem Vorabend nicht mehr habe urinieren können, 
woraufhin der Anstaltsarzt Dr. K.________ verständigt worden sei. Dieser habe ei-
ne Einweisung ins Inselspital angeordnet. Diese Verlegung sei «mit eigenen Mit-
teln» erfolgt. Von einem dringenden medizinischen Notfall im eigentlichen Sinn 
könne daher von Vornherein nicht ausgegangen werden, ansonsten die Verlegung 
mit einer Ambulanz oder der Rega vorgenommen worden wäre. Ein Kausalzu-
sammenhang zwischen dem behaupteten Fehlverhalten und einer ohnehin unkla-
ren Gesundheitsverschlechterung beim Privatkläger wäre damit zweifelsohne nicht 
erfüllt bzw. nicht rechtsgenüglich nachweisbar. 

Weiter hätten die Ermittlungen bei der JVA Thorberg im Zusammenhang mit dem 
Alarm ergeben, dass die entsprechenden elektronischen Aufzeichnungen aufgrund 
eines Computerdefekts im Jahr 2017 nicht mehr abgespeichert seien. Laut hand-
schriftlichem Eintrag im Journal (pag. 613-617) sei am 1. Februar 2014 kein Notfall 
eingetragen. Auch die einvernommenen Mitarbeiter, welche in der Nacht auf den 
1. Februar 2014 Dienst gehabt hätten, hätten übereinstimmend bestätigt, dass in 
dieser Nacht kein Alarm des Beschwerdeführers eingegangen sei. Die vier Mitar-
beiter hätten ihn nicht oder kaum gekannt und keinen Grund gehabt, einen Notruf 
von ihm zu ignorieren resp. nicht im Journal einzutragen. Auch hätten sie gewusst, 

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dass Notrufe elektronisch aufgezeichnet würden, weshalb sie nur schon zum «Ei-
genschutz» einem Notruf in jedem Fall nachgegangen wären. Infolgedessen gehe 
die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Beschwerdeführer in der Nacht auf den 
1. Februar 2014 keinen Alarm ausgelöst habe.

7.5 Die Ausführungen der Staatsanwaltschaft zum Verhalten der Beschuldigten 3 wer-
den vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Damit anerkennt er implizit, 
dass ihr für ihr Vorgehen tagsüber kein Vorwurf gemacht werden kann. Den Über-
legungen der Staatsanwaltschaft kann auch nach Auffassung der Beschwerde-
kammer vorbehaltlos gefolgt werden. Ebenfalls anerkennt der Beschwerdeführer, 
dass die Beschuldigte 3 in der Nacht, als er angeblich zweimal vergebens den 
Alarm auslöste, keinen Dienst hatte. Damit steht fest, dass der Beschuldigten 3 be-
züglich des Vorfalls vom 1. Februar 2014 kein deliktisches Verhalten zur Last ge-
legt werden kann.

7.6 Fraglich ist, ob die Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungen gegen unbekannte 
Täterschaft hätte tätigen müssen. Der Beschwerdeführer erachtet in diesem Zu-
sammenhang die Erhebung der Randdaten des Notrufsystems der JVA Thorberg 
als erforderlich. Es liege die Vermutung nahe, dass die Daten eines Hochsicher-
heitsgefängnisses wie der JVA Thorberg nicht auf einem einzigen Computer, son-
dern auf einem zentralen Server abgespeichert seien. Sofern dies der Fall sei, 
könnten die gewünschten Randdaten noch erhoben werden. Sollte es dem Sicher-
heitsdienst der JVA nicht möglich sein, einen solchen Server ausfindig zu machen, 
seien bei der I.________ AG, welche die gesamte Anlage betreue, entsprechende 
Daten zu erheben. Sollte sich bei dieser ergänzenden Untersuchung herausstellen, 
dass der Beschwerdeführer in der fraglichen Nacht den Alarm tatsächlich ausgelöst 
habe, würde dies die erhobenen Beweismittel (insbesondere die Einvernahmen) in 
einem gänzlich anderen Licht erscheinen lassen. Mangels Einholung der erforderli-
chen, zugänglichen und mit zumutbarem Aufwand zu beschaffenden Beweismittel 
habe die Staatsanwaltschaft auch hier den Untersuchungsgrundsatz verletzt.

In seiner Replik ergänzte der Beschwerdeführer, er habe mehrfach ausgesagt, aus 
gesundheitlichen Gründen den Alarm ausgelöst zu haben. Somit sei abzuklären, 
was mit diesem Alarm passiert sei. Die Behauptung, die Erhebung dieser Daten sei 
wegen eines Computerdefekts nicht mehr möglich, müsse vorgeschoben sein, 
denn ein solcher Datenverlust dürfe in einer Institution wie der JVA Thorberg nicht 
vorkommen.

7.7 Im Journal, in dem Notrufe handschriftlich eingetragen wurden, ist in der Zeit vom 
3. Januar bis am 22. April 2014 kein Notruf aus der Zelle des Beschwerdeführers 
verzeichnet (pag. 519). Die Mitarbeiter, welche in der fraglichen Nacht vom 1. Fe-
bruar 2014 Nachtdienst hatten, gaben übereinstimmend an, dass es keinen Alarm 
gegeben haben könne, da er ansonsten im Journal, dem «schwarzen Buch» einge-
tragen worden wäre. Beispielhaft können folgende Aussagen zitiert werden:

«Wenn er den Zellenruf betätigt hätte und etwas Aussergewöhnliches gewesen wäre, wäre das im 
Journal eingetragen» (Aussage L.________ pag. 516 Z. 72).

«We nüt drinne isch, isch ou ke Alarm gsi» (Aussage M.________ pag. 527 Z. 88). 

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«Es kann nicht sein, dass man einen Eintrag vergisst. Es sind ja nicht viele Einträge und auch nicht 
für jede Nacht» (Aussage M.________ pag. 527 Z. 111 f.).

«Jede Zellenöffnung in der Nacht wurde in diesem schwarzen Buch eingetragen, auch jeder Zellenruf 
bzw. Noteingang. Wenn ein Zellenruf in der Nacht kam, gingen wir immer schauen, was los ist» (Aus-
sage N.________ pag. 535 Z. 37 ff.).

Auf Frage, ob in dieser Nacht ein Notruf ausgelöst worden sei: «Da wurde keiner ausgelöst. Wenn ei-
ner ausgelöst worden wäre, wäre ich vor Ort gegangen, da kann ich meine Hand ins Feuer legen. Wir 
nehmen jeden Notruf ernst» (Aussage N.________ pag. 536 Z. 53 ff.).

«Jede Zellenöffnung wurde ausnahmslos eingetragen. Wenn eine Zellenöffnung bei Hrn. G.________ 
stattgefunden hätte, wäre das registriert worden» (Aussage O.________ pag. 545 Z. 75 f.).

Zwar ist rein theoretisch denkbar, dass die vier Auskunftspersonen falsche Aussa-
gen gemacht haben, um sich selber nicht dem Vorwurf auszusetzen, einem Notruf 
nicht nachgegangen zu sein. Derartiges scheint aber höchst unwahrscheinlich. 
Diesbezüglich kann auf die Ausführungen der Staatsanwaltschaft verwiesen wer-
den, denen auch der Beschwerdeführer nichts entgegenzusetzen hat. Die Glaub-
haftigkeit der Aussagen der vier diensthabenden Mitarbeiter wird von ihm mit kei-
nem Wort in Zweifel gezogen. Damit bleibt namentlich unbestritten, dass die vier 
Auskunftspersonen den Beschwerdeführer kaum kannten und keinerlei Grund ge-
habt hätten, auf einen Notruf von ihm nicht zu reagieren. M.________ gab zudem 
an, er sei der Meinung gewesen, dass man alle Zellenrufe, zu denen zu 90% auch 
die Rufe mittels Notfallarmband gehören würden, nachschauen könne (pag. 525 
Z. 39 ff.). Auch N.________ gab zu Protokoll, die Eingänge von Notrufen seien im 
PC gespeichert worden, er könne aber nicht sagen, wie weit man das zurückverfol-
gen könne (pag. 535 Z. 39 ff.). Ergänzend meinte M.________, bei einem Ruf mit-
tels Notfallarmband könne man mit dem Insassen nicht sprechen. Es werde einzig 
ein Alarm ausgelöst und die Zellennummer auf dem Display angezeigt. Sie wüss-
ten bei einem solchen Notruf daher nicht, um was es konkret gehe. Schon deshalb 
müssten sie Nachschau halten (pag. 526 Z. 46 und Z. 62 f.). All diese Aussagen 
sind nachvollziehbar und leuchten ein. Das Ignorieren eines Alarms wäre nicht un-
entdeckt geblieben. Es hätte sowohl für den betroffenen Insassen als auch in der 
Folge für die zuständigen Mitarbeiter einschneidende Konsequenzen gehabt, einen 
Alarm zu ignorieren. Es ist kaum vorstellbar, dass die Mitarbeiter derartige Konse-
quenzen auf sich genommen hätten. Gründe, warum sie dies hätten tun sollen, 
sind keine erkennbar. Mit der Staatsanwaltschaft ist daher davon auszugehen, 
dass die Einträge im Journal und die Aussagen der vier Auskunftspersonen korrekt 
sind und in der fraglichen Nacht auf den 1. Februar 2014 vom Beschwerdeführer 
kein Alarm ausgelöst wurde. Vor diesem Hintergrund durfte die Staatsanwaltschaft 
auf das Einholen weiterer Informationen bei der I.________ AG verzichten, ohne 
den Untersuchungsgrundsatz zu verletzen.

8. Fazit

Zusammenfassend ist beweismässig davon auszugehen, dass das Vorgehen des 
Personals der JVA Thorberg bei den – inzwischen noch zwei – streitigen Vorfällen 
korrekt gewesen ist. Den drei Beschuldigten kann, soweit sie bei diesen beiden 
Vorfällen überhaupt anwesend waren, kein strafrechtlich relevanter Vorwurf ge-

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macht werden. Auch weiterführende Ermittlungen gegen unbekannte Täterschaft 
sind nicht angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren zu Recht eingestellt 
und die Beweisanträge des Beschwerdeführers abgewiesen. Dies führt im vorlie-
genden Verfahren zur Abweisung der Beschwerde.

9. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten werden 
auf CHF 2'000.00 bestimmt und nach dem Gesagten dem Beschwerdeführer aufer-
legt. Da ihm die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, werden sie vorläu-
fig vom Kanton Bern getragen. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton die Verfah-
renskosten zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO analog).

10. Entschädigungen

10.1 Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Beschwerdeführers wird 
gestützt auf die eingereichte Honorarnote vom 11. August 2020 bestimmt. Der von 
Rechtsanwalt H.________ geltend gemachte Aufwand von 14 Stunden scheint für 
das vorliegende Verfahren angemessen. Die aufgeführten Spesen von CHF 85.00 
geben ebenfalls zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Stundenansatz für amtlich 
bestellte Anwälte beträgt CHF 200.00 (Art. 1 der Verordnung über die Entschädi-
gung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Daraus resul-
tiert ein amtliches Honorar von 3'107.15 (inkl. Auslagen und MWST). Das volle Ho-
norar beläuft sich gemäss Honorarnote auf CHF 3'861.05. Der Beschwerdeführer 
hat dem Kanton Bern die für das Beschwerdeverfahren ausgerichtete Entschädi-
gung von CHF 3'107.15 zurückzuzahlen und dem unentgeltlichen Rechtsbeistand 
die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, 
ausmachend CHF 753.90, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. 135 Abs. 4 StPO).

10.2 Die Beschuldigten haben Anspruch auf eine Entschädigung der Aufwendungen für 
die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 
Abs. 1 Bst. a StPO). Entschädigungen für allfällige aufgrund des Strafverfahrens 
entstandene wirtschaftliche Einbussen oder Genugtuungen (Art. 429 Abs. 1 Bst. b 
und c) werden nicht geltend gemacht und scheinen auch nicht angezeigt. 

10.3 In seiner Honorarnote vom 10. August 2020 verrechnet Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand von 1 ¾ Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 280.00 sowie 
Auslagen von CHF 10.30. Dieser Aufwand scheint für die Vertretung des Beschul-
digten 1 im vorliegenden Verfahren gerechtfertigt, zumal dessen Stellungnahme 
kurz ausfiel. Dem Beschuldigten 1 wird folglich eine Entschädigung von 
CHF 538.80 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

10.4 Während sich die Einstellung des Verfahrens gegen den Beschuldigten 1 damit 
begründen liess, dass er am jeweiligen Tag der im Beschwerdeverfahren relevan-
ten Vorfälle keinen Dienst hatte, war bezüglich der Beschuldigten 2 und 3 eine ein-
gehendere Auseinandersetzung mit der Sachlage erforderlich. Dementsprechend 
ist es angezeigt, ihnen eine höhere Entschädigung zuzusprechen. Rechtsanwalt 
D.________ stellt in seiner Honorarnote vom 12. August 2020 Aufwendungen von 

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6.25 Stunden à CHF 280.00 zuzüglich CHF 38.90 Spesen in Rechnung. Der Auf-
wand scheint zwar relativ hoch, lässt sich anhand der beiliegenden Klientenkarte 
jedoch nachvollziehen. Die einzelnen dort aufgeführten Arbeiten scheinen gerecht-
fertigt. Der Beschuldigten 2 wird daher entsprechend der von ihrem Verteidiger 
eingereichten Honorarnote eine Entschädigung von CHF 1'926.70 (inkl. Auslagen 
und MWST) zugesprochen.

10.5 Rechtsanwalt Dr. iur. F.________ macht in seiner Honorarnote vom 31. Juli 2020 
bei einem Gesamtaufwand von 5.5 Stunden ein Honorar von insgesamt 
CHF 1'512.00 geltend. Bei dieser Honorarnote fällt auf, dass verhältnismässig viel 
Zeit für das Verfassen der Fristerstreckungsgesuche aufgewendet wurde. Die 
Kammer verzichtet jedoch auf eine Kürzung. Dementsprechend wird die der Be-
schuldigten 3 zustehende Entschädigung gestützt auf die Honorarnote vom 31. Juli 
2020 auf CHF 1'512.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. Sie werden vorläufig vom Kanton Bern getragen. Der Be-
schwerdeführer hat dem Kanton Bern CHF 2'000.00 zurückzuzahlen, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

3. Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt 
H.________, wird eine Entschädigung von CHF 3'107.15 ausgerichtet. Der Be-
schwerdeführer hat dem Kanton Bern die Entschädigung von CHF 3'107.15 und dem 
unentgeltlichen Rechtsbeistand die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 753.90, zu erstatten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben.

4. Dem Beschuldigten 1 wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine 
Entschädigung von CHF 538.80 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

5. Der Beschuldigten 2 wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 1'926.70 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

6. Der Beschuldigten 3 wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 1'512.00 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

7. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt H.________

(per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 1, v.d. Fürsprecher B.________ (per Einschreiben)
- der Beschuldigten 2, v.d. Rechtsanwalt D.________ (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 3, v.d. Rechtsanwalt Dr. F.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt 

P.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

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Bern, 20. August 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lustenberger

Die Entschädigungen für das Beschwerdeverfahren werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen 
entrichtet. Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.