# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e596728-2743-5a0d-acb6-55fc1b308157
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** PQ240050-O1
**Docket/Reference:** PQ240050-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/PQ240050-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: PQ240050-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur. 

M. Stammbach sowie Gerichtsschreiber M.A. HSG M. Toscanelli

Urteil vom 14. Februar 2025

in Sachen

A._____,

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. X._____

sowie

B._____,

Verfahrensbeteiligter

betreffend Beschwerde 

Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Horgen vom 26. Juni 2024; 

VO.2024.2 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Horgen)

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Erwägungen:

I.

1.

Die Beschwerdeführerin ist die Mutter des am tt.mm.2022 geborenen Ver-

fahrensbeteiligten. Der Vater des Verfahrensbeteiligten ist nicht bekannt. Mit Be-

schluss vom 28. November 2023 errichtete die Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde (KESB) des Bezirks Horgen deshalb für den Verfahrensbeteiligten eine 

Beistandschaft und ernannte eine Beiständin mit dem Auftrag, die Interessen des 

Verfahrensbeteiligten bei der Feststellung des Kindesverhältnisses und bei der 

Klärung allfälliger Nebenpunkte wie Unterhalt, persönlicher Verkehr etc. wahrzu-

nehmen und zu vertreten (KESB act. 19).

2.

Eine Beschwerde der Mutter gegen den Beschluss der KESB vom 28. No-

vember 2023 wurde vom Bezirksrat Horgen nach Einholung einer Vernehmlas-

sung der KESB und einer Replik der Mutter mit Urteil vom 26. Juni 2024 abgewie-

sen (BR act. 13 = act. 6).

3. Gegen das Urteil des Bezirksrats vom 26. Juni 2024, das ihrer Vertreterin 

am 3. Juli 2024 zugestellt worden war, liess die Mutter mit Eingabe vom 2. August 

2024 rechtzeitig Beschwerde führen mit dem Antrag, das Urteil des Bezirksrats 

und der Beschluss der KESB seien vollumfänglich aufzuheben, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der KESB bzw. des Bezirksrats (act. 2).

4.

Die Akten der KESB (act. 7/9/1-25) und des Bezirksrats (act. 7/1-13) wurden 

von Amtes wegen beigezogen. Am 20. Januar 2025 wurde die Beschwerdeführe-

rin persönlich angehört (Prot. S. 4 ff.). Das Verfahren ist spruchreif.

II.

1. Weil die Vaterschaft für ihren Sohn nicht geklärt war, nahm die KESB Kon-

takt mit der Beschwerdeführerin auf und verwies sie an das Amt für Jugend und 

Berufsberatung (AJB) in Horgen (act. 7/9/4). Nach einem Gespräch mit der Be-

schwerdeführerin, bei dem sie sich äusserst kooperativ gezeigt und erzählt habe, 

dass sie im April 2022 in Deutschland ihre Familie besucht habe und anschlies-

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send mit Freunden in einer Bar feiern gegangen sei und, als ihre Freunde bereits 

nach Hause gegangen seien, mit einem Mann ins Gespräch gekommen sei, mit 

dem es im weiteren Verlauf des Abends zu einem One-Night-Stand gekommen 

sei, aus dem ihr Sohn entstanden sei, empfahl das AJB der KESB die Errichtung 

einer Beistandschaft (act. 7/9/5).

2.

Die Beschwerdeführerin wurde am 27. September 2023 von einer Mitarbei-

terin der KESB angehört (act. 7/9/8), der sie erzählte, dass sie einen One-Night-

Stand gehabt habe, als sie bei ihren Eltern in C._____ [Stadt in Deutschland] ge-

wesen sei. Im Innenhafen von C._____ im Restaurant D._____ sei sie noch etwas 

länger geblieben und habe jemanden kennengelernt. Sie seien ins Gespräch ge-

kommen und sie habe mehrere Drinks gehabt. Es sei leichtsinnig gewesen. Sie 

kenne seinen Namen nicht und sie hätten nicht über persönliche Themen gespro-

chen, weshalb sie dazu keine Angaben machen könne. Er habe gut ausgesehen 

und sei weiss, gross und blond gewesen. Sie vermute, er sei etwas älter als sie. 

Nach Kenntnis der Schwangerschaft sei sie nochmals im D._____ gewesen, aber 

habe ihn nicht angetroffen. Er habe ihr nach der Nacht etwas auf einen Zettel ge-

schrieben, aber sie habe diesen Zettel nicht mehr. Sie habe keine Möglichkeit, 

mehr über ihn zu erfahren. Sie habe nicht versucht, ihn über soziale Medien zu 

finden. Sie sei sehr vorsichtig damit. Sie hätten keine Telefonnummern ausge-

tauscht. Auf die Frage, ob sie daran interessiert wäre, den Vater des Kindes zu 

finden, erklärte sie, dass es für das Kind schön wäre, wenn es seinen Vater ken-

nen würde, sie wüsste jedoch nicht, wie sie dies herausfinden könnte. 

3.

Eine geplante zweite Anhörung mit einem Behördenmitglied kam nicht zu-

stande. Die Beschwerdeführerin schaltete eine Anwältin ein, von der sie auch 

heute noch vertreten wird, die telefonisch (act. 7/9/14/2) und schriftlich mitteilte, 

dass das Verfahren die Beschwerdeführerin belaste, und angesichts des Fehlens 

von konkreten Handlungsmöglichkeiten die Verhältnismässigkeit der Errichtung 

einer Beistandschaft in Frage stellte. Die Beschwerdeführerin sei in einem Alter 

gewesen, in dem sie nicht mehr damit gerechnet habe, Mutter zu werden, und ha-

be sich bei dem One-Night-Stand nichts weiter gedacht. Als sie später von der 

Schwangerschaft erfahren habe, sei das "ein unerwartetes Himmelsgeschenk" 

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gewesen. Sie würde alles tun, um herauszufinden, wer der Vater sei, aber sie wis-

se weder den Vor- noch den Nachnamen, noch seine Nationalität und sie wisse 

nicht, in welchem Land er wohne und welche Muttersprache er spreche. Sie seien 

beide im Urlaub gewesen. Abschliessend stellte sie die Frage, welche Handlungs-

möglichkeiten die Beschwerdeführerin aus Sicht der KESB nicht genutzt habe 

(act. 7/9/16). 

4. Mit Beschluss vom 28. November 2023 stellte die KESB fest, das Wohl des 

Kindes sei aufgrund der fehlenden Kenntnis seiner Abstammung gefährdet. Nach 

ihren Abklärungen bleibe unklar, ob sämtliche Möglichkeiten zur Klärung der Ab-

stammung ausgeschöpft worden seien. Ausser einem Besuch im Restaurant, wo 

sie den Kindsvater getroffen habe, habe die Beschwerdeführerin keine weiteren 

Schritte zur Klärung der Vaterschaft unternommen, und solche seien gemäss ih-

ren Ausführungen auch nicht möglich. Sie habe keine Nachforschungen über so-

ziale Medien gemacht oder weitere Angaben zu einem gemeinsamen Übernach-

tungsort gemacht. Die Schilderungen zum äusseren Erscheinungsbild des Kinds-

vaters seien wenig glaubhaft und realitätsfremd. Über den Inhalt des Zettels, den 

ihr der Kindsvater gegeben habe und den sie weggeworfen haben wolle, seien 

keine Angaben erfolgt. Insgesamt seien die Umstände, wie es zur Zeugung des 

Kindes gekommen sein solle, nicht geklärt, und die Angaben der Mutter wenig 

glaubhaft (act. 7/9/19 S. 3 f. E. 7).

5.

Der Bezirksrat stellte in seinem Urteil vom 26. Juni 2024 nicht in Abrede, 

dass die Beschwerdeführerin ihr Kind gut betreue und finanziell abgesichert habe. 

Allerdings sei die fehlende Kenntnis über die Vaterschaft gemäss schweizerischer 

Rechtsprechung als Kindeswohlgefährdung zu werten. Dass der Mutter die Situa-

tion um die Entstehung ihres Kindes peinlich sei und sie Nachforschungen in den 

sozialen Medien als unzumutbar empfinde, sei zwar nachvollziehbar, aber im vor-

liegenden Verfahren nicht von Belang, denn die Errichtung der Beistandschaft er-

folge im Interesse des Kindes, um seinen persönlichkeitsrechtlichen Anspruch auf 

Kenntnis seiner Abstammung sicherzustellen. Es bestehe durchaus die Möglich-

keit, dass es auch der Beiständin nicht gelinge, den Vater ausfindig zu machen. 

Die Beschwerdeführerin habe es jedoch unterlassen, alle denkbaren und zumut-

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baren Nachforschungen selbst vorzunehmen. Die Errichtung einer Beistandschaft 

liege deshalb durchaus im Ermessen der KESB (act. 6 S. 9 E. 4.3). 

6.

Die Beschwerdeführerin wirft der KESB und dem Bezirksrat vor, sie hätten 

die Frage der Verhältnismässigkeit der Einsetzung eines Beistandes nicht geprüft. 

Stünden dem Beistand keine erfolgversprechenden Ermittlungsmassnahmen zur 

Verfügung, die Vaterschaft aufzudecken, sei seine Einsetzung nicht geeignet und 

nicht erforderlich. Die KESB und der Bezirksrat hätten abzuwägen, ob die Abklä-

rung der Vaterschaft für einen Beistand angesichts der vorliegenden Umstände 

überhaupt erfüllbar sei. Sei die Aufgabe für den Beistand nicht erfüllbar, sei die 

Einsetzung eines Beistandes nicht verhältnismässig (act. 2 S. 4).

Der Bezirksrat töne an, dass er einen Aufruf in den sozialen Medien als für die 

Beschwerdeführerin durchaus zumutbar betrachte. Die Beiständin dürfe den Vater 

nicht eigenständig über die sozialen Medien suchen. Sie habe die Persönlich-

keitsrechte der Beschwerdeführerin zu wahren. Die Beschwerdeführerin sei nicht 

damit einverstanden, dass publik werde, dass sie in alkoholisiertem und unzu-

rechnungsfähigem Zustand sexuell verführt worden sei und bis heute nicht wisse, 

wer der Mann sei, wo die Verführung stattgefunden habe und wie sie danach zu 

ihren Eltern nach Hause gekommen sei. Sie befürchte, dass ein solcher Aufruf in 

den sozialen Medien ihrem Ansehen schade. Die Beiständin habe auch die Per-

sönlichkeitsrechte des Kindes zu wahren. Es sei nicht im Kindeswohl, wenn in 

den sozialen Medien bekannt werde, dass es aus einem One-Night-Stand hervor-

gegangen sei. Ein solcher "digitaler Footprint" würde das Kind sein Leben lang 

verfolgen und sein Leben "ungut prägen". Die Beschwerdeführerin leide unter den 

inquisitorischen Befragungen der KESB, welche ihre Glaubwürdigkeit in Frage 

stelle. Sie habe der KESB gesagt, was sie wisse. Sie sei alkoholisiert gewesen 

und habe nur vage Erinnerungen (act. 2 S. 5).

Um die Situation nachvollziehbar zu machen, habe ihre Vertreterin den Vorgang 

rechtlich als Vergewaltigung (nach dem am Tatort geltenden deutschen Straf-

recht) eingeordnet. Die Beschwerdeführerin sei zeitlich um die Zeugung herum 

nicht klaren Sinnes gewesen und habe nicht rechtswirksam in den Geschlechtsakt 

einwilligen können. Ihre Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen, sei sachlich nicht ge-

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rechtfertigt. Abschliessend macht sie geltend, der Fall sei wie eine anonyme Sa-

menspende zu behandeln (act. 2 S. 6). 

Wie die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren erläuterte, habe sie 

selber nicht von einer Vergewaltigung gesprochen, weil das Kind ein Wunschkind 

sei (act. 7/11). Sie sei nicht nüchtern gewesen und habe den One-Night-Stand 

nicht mit klarem Verstand wahrgenommen. Als ihr am nächsten Tag klar gewor-

den sei, was ihr widerfahren war, habe sie keinen unmittelbaren Handlungsbedarf 

gesehen. Sie sei zum Zeugungszeitpunkt in einem Alter gewesen, in dem sie 

nicht mehr damit gerechnet habe, Mutter zu werden. Als Monate später klar ge-

worden sei, dass sie schwanger war, habe sie das als ein unerwartetes Himmels-

geschenk gerne angenommen. Für eine Abklärung über den Vater sei es zu die-

sem Zeitpunkt zu spät gewesen (act. 7/2 S. 5 f.).

7.

An der Anhörung vom 20. Januar 2025 führte die Beschwerdeführerin auf 

Befragen aus, dass sie dem Kindsvater im Frühjahr 2022 in einem Restaurant in 

C._____ begegnet sei, als sie dort bei ihrer Mutter in den Ferien gewesen sei. Sie 

sei alkoholisiert gewesen und ihre letzte Erinnerung sei, wie sie zusammen das 

Lokal verlassen hätten. Dann habe sie ein Blackout gehabt und sei erst zu Hause 

wieder aufgewacht. Sie denke, er sei gutaussehend und blond gewesen, wie heu-

te ihr Sohn. Ob sie sich auf Deutsch oder Englisch unterhalten hätten, wisse sie 

nicht mehr, sie glaube aber, dass er auf Deutsch einen Akzent gehabt habe. Dar-

aus habe sie geschlossen, dass er (wie sie) in den Ferien gewesen sei (Prot. 

S. 5 f.). 

III.

1. Gegen Entscheide im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht kann im Kanton 

Zürich innert 30 Tagen Beschwerde an den Bezirksrat und in zweiter Instanz an 

das Obergericht erhoben werden (Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 450b Abs. 1 

ZGB i.V.m. § 64 EG KESR). Es können Rechtsverletzungen, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Unangemes-

senheit gerügt werden (Art. 450a ZGB). Das Verfahren richtet sich nach den Be-

stimmungen des ZGB und des EG KESR (Art. 450f ZGB). Enthalten diese Geset-

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ze keine Bestimmungen, gelten diejenigen des GOG und subsidiär kommt die 

ZPO sinngemäss zur Anwendung (§ 40 EG KESR). 

2. Wo die Verhältnisse es erfordern, ernennt die KESB dem Kind einen Bei-

stand, dem zudem besondere Befugnisse übertragen werden können, zu denen 

die Vertretung des Kindes bei der Feststellung der Vaterschaft gehört (Art. 308 

Abs. 2 ZGB). 

Nach Art. 309 aZGB wurde vor 2013 jeder unverheirateten Mutter ein sogenann-

ter Paternitätsbeistand bestellt. Die Aufhebung dieser Bestimmung wurde damit 

begründet, dass ein Kind nur dann einen Beistand erhalten sollte, wenn ein sol-

cher zu seinem Schutz nötig sei. Die Tatsache, dass eine nicht verheiratete Mut-

ter ein Kind zur Welt bringe, belege für sich alleine noch keine solche Schutzbe-

dürftigkeit. Der Anspruch des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung genüge 

nicht, um dem Kind einer nicht verheirateten Mutter in jedem Fall einen Beistand 

zu bestellen, umso mehr als eine Feststellung der Vaterschaft mittels DNA-Analy-

se auch noch lange nach der Geburt möglich sei (Botschaft Elterliche Sorge, BBl 

2011 9095, 9108 f.). 

Als Ersatz für die Aufhebung von Art. 309 aZGB ergänzte das Parlament zwar die 

Feststellung der Vaterschaft und die Wahrung des Unterhaltsanspruchs unter den 

besonderen Aufgaben des Beistandes nach Art. 308 Abs. 2 ZGB, aber in der Be-

ratung wurde gleichzeitig daran erinnert, dass allein der Umstand, dass eine un-

verheiratete Frau ein Kind zur Welt bringe, noch nicht impliziere, dass das Kind 

schutzbedürftig sei (BGE 142 III 545 E. 2.2 a.E.).

An der vom Bezirksrat zitierten Auffassung, dass eine fehlende Vaterschaft grund-

sätzlich eine Gefährdung des Kindeswohls darstelle (act. 6 S. 8 E. 4.1), welche 

aus einem unter altem Recht ergangenen Leitentscheid des Bundesgerichts 

stammt (BGE 111 II 2 E. 2.a), kann daher nicht mehr festgehalten werden. Dar-

aus folgt weiter, dass die Verhältnismässigkeit nicht – wie unter dem alten Recht 

– erst beim Entscheid über die Aufhebung nach Art. 309 Abs. 3 aZGB zu beach-

ten ist (vgl. BGer 5A_645/2013 vom 6. Dezember 2013, E. 3.2.1), sondern schon 

von Anfang gegeben sein muss.

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3.

Die neue Rechtslage, welche die Paternitätsbeistandschaft als besondere 

Aufgabe unter Art. 308 Abs. 2 ZGB aufführt, verdeutlicht, dass diese Beistand-

schaft in erster Linie dem Schutz des Kindes und nicht der Mutter dient und des-

halb seine Interessen im Vordergrund stehen. Bei einer Interessenkollision zwi-

schen Mutter und Kind wäre im Übrigen auch nach Art. 306 Abs. 2 ZGB eine Bei-

standschaft zu errichten. Das Kindeswohl beschränkt sich nicht auf die Befriedi-

gung der materiellen Bedürfnisse, sondern umfasst alles, was geeignet ist, die 

körperliche, geistige und sittliche Entfaltung des Kindes zu fördern und zu schüt-

zen. Die guten finanziellen Verhältnisse der Mutter schliessen daher die Errich-

tung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB nicht aus. Das Kind hat unab-

hängig von den Motiven der Mutter einen eigenen persönlichkeitsrechtlichen An-

spruch, seinen Vater kennenzulernen und ihm gegenüber bestehende (nicht nur 

finanzielle) Ansprüche wahrzunehmen (BGE 142 III 545 E. 3; BSK ZGB I-Breit-

schmid, Art. 308 N 8 ff.). 

Der Widerstand der Mutter als Betroffener kann nicht dazu führen, dass von der 

Errichtung einer Beistandschaft zur Feststellung der Vaterschaft abgesehen wird. 

Die Mutter kann sich daher nicht mit Erfolg darauf berufen, die Errichtung einer 

Beistandschaft sei nicht geeignet, ihren Zweck zu erreichen, und damit sei die 

Verhältnismässigkeit nicht gegeben, weil sie ihre Mitwirkung verweigere (BGE 

142 III 545 E. 2.3). Die bewusste Verweigerung der Mitwirkung stellt vielmehr ei-

nen Gefährdungstatbestand dar, der die Anordnung einer Beistandschaft für das 

Kind erforderlich macht (BK ZGB-Affolter-Fringeli / Vogel, Art. 308 N 39 und 42). 

4.

Die Beschwerdeführerin beruft sich auf die Verhältnismässigkeit und macht 

geltend, wenn der Beistand nicht in der Lage sei, seinen Auftrag zu erfüllen und 

den Vater des Kindes zu finden, sei seine Einsetzung nicht geeignet und damit 

nicht verhältnismässig (act. 2 S. 4). Vor der Vorinstanz bezeichnete sie das Ver-

halten der KESB als übergriffig und weitere Gespräche mit der Beiständin, um auf 

die Beschwerdeführerin einzuwirken, als reine Gängelei (act. 7/2 S. 6).

Ein öffentlicher Suchaufruf komme aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen so-

wohl der Beschwerdeführerin als auch des Kindes nicht in Frage (act. 2 S. 5). Um 

gezielte, nicht von vornherein aussichtslose Nachforschungen tätigen zu können, 

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wäre die Beistandsperson auf Informationen angewiesen, die nur die Mutter ge-

ben könnte, wozu sie nach ihrer eigenen Darstellung nicht in der Lage ist. 

Wie dieser Sachverhalt zu würdigen ist, hängt nach dem oben Gesagten davon 

ab, was seine Ursache ist: Kann die Beschwerdeführerin tatsächlich keine Infor-

mationen liefern, weil sie nichts weiss, oder wüsste sie eigentlich mehr, als sie 

sagt, aber verweigert bewusst die Mitwirkung?

5.

Die KESB bezeichnete die Angaben der Beschwerdeführerin zum äusseren 

Erscheinungsbild des Vaters als wenig glaubhaft und realitätsfremd und hielt es 

für nicht plausibel, dass sie seine Nationalität nicht bezeichnen könne (act. 7/9/19 

S. 3 f.). 

Die äusserliche Beschreibung des Unbekannten als gut aussehend, weiss, gross-

gewachsen und blond (KESB act. 8 S. 3), was der Haarfarbe von B._____ ent-

spreche (Prot. S. 5), ist zwar sehr allgemein, aber deswegen nicht realitätsfremd. 

An der Instruktionsverhandlung vom 20. Januar 2025 beantwortete die Beschwer-

deführerin zudem aufgrund ihrer Darstellung bis dahin offen gebliebene Fragen 

und erläuterte, weshalb sie die Muttersprache und die Nationalität von B._____s 

Vater nicht kennt und woraus sie schliesst, dass er im Urlaub war (Prot. S. 6; 

KESB act. 16 S. 2).

Die Anhörung der Beschwerdeführerin bestätigte den ursprünglichen Eindruck der 

KESB, dass sie sich kooperativ verhalte (act. 7/9/5), und zerstreute allenfalls auf-

grund der schriftlichen Darstellung ihres Standpunkts entstandene Vorbehalte ge-

genüber ihrer Motivation. Mit Bezug auf die oben erwähnte Frage (kann sie keine 

Informationen liefern oder will sie nicht) besteht demnach kein Anlass zur Annah-

me, dass die Beschwerdeführerin bewusst die Mitwirkung verweigert, sondern 

darf davon ausgegangen werden, dass sie tatsächlich nicht mehr weiss.

6.

Der Bezirksrat äusserte keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Beschwer-

deführerin, sondern hält ihr vor, dass sie nicht versucht habe, über die Freunde, 

mit welchen sie an jenem Abend unterwegs war, etwas über den Erzeuger des 

Kindes oder mögliche Begleitpersonen von ihm herauszufinden, und dass sie ein 

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einziges Mal in das Restaurant zurückgekehrt sei, in dem sie diesen kennenge-

lernt habe, was keine genügenden Nachforschungen seien (act. 6 S. 8 f. E. 4.2).

Die Vorstellungen des Bezirksrats erscheinen wenig praktikabel und zielführend. 

Wenn der Vater des Kindes damals in C._____ im Urlaub war, ist die Wahrschein-

lichkeit gering, ihn mehrere Monate oder Jahre später am gleichen Ort wieder zu 

treffen. Es erschliesst sich daher nicht, was es gebracht hätte, wenn die Be-

schwerdeführerin mehr als einmal in dieses Restaurant zurückgekehrt wäre, was 

sie laut ihren eigenen Aussagen an der obergerichtlichen Anhörung im Übrigen 

auch getan hatte (vgl. Prot. S. 6 f.), und es ist nicht ersichtlich, was der Einbezug 

ihrer Freunde unter diesen Umständen zusätzlich bringen würde. 

Die Idee des Bezirksrats, in den sozialen Medien ein Profil des Vaters zu suchen 

(act. 6 S. 9), erinnert an die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Das wä-

re vielleicht nicht völlig chancenlos, wenn der Gesuchte ahnen würde, dass er Va-

ter geworden sein könnte, und er selbst nach einer Spur von seinem Nachwuchs 

suchen würde (was wegen der mit einer Vaterschaft verbundenen finanziellen 

Verpflichtungen allerdings nicht selbstverständlich ist). Von einer solchen beson-

deren Aufmerksamkeit des Gesuchten kann aber nach den Umständen nicht aus-

gegangen werden. Angesichts dieser bescheidenen Erfolgsaussichten kann der 

Beschwerdeführerin der damit verbundene Eingriff in ihre Privatsphäre nicht zuge-

mutet werden, so dass ein solches Vorgehen nicht verhältnismässig wäre, wie sie 

selbst zu Recht geltend macht (act. 2 S. 5).

7.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kein Anlass zur Annahme besteht, 

dass die Beschwerdeführerin die Mitwirkung bei der Feststellung der Vaterschaft 

bewusst verweigert, sondern vielmehr davon auszugehen ist, dass sie effektiv 

nichts dazu beitragen kann. Mangels einer bewussten Mitwirkungsverweigerung 

der Kindsmutter liegt daher keine Gefährdung des Kindeswohls vor, welche die 

Errichtung einer Beistandschaft erfordern würde. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, 

was eine Beistandsperson tun könnte, um B._____s Vater zu finden, so dass eine 

solche Anordnung auch nicht verhältnismässig wäre. Die Beschwerde ist daher 

gutzuheissen und die angefochtenen Entscheide des Bezirksrats und der KESB 

sind aufzuheben.

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IV.

1.

Bei diesem Ergebnis sind der Beschwerdeführerin für die Beschwerdever-

fahren beider Instanzen keine Kosten zu auferlegen. Für das Verfahren der KESB 

wäre sie grundsätzlich unabhängig vom Ausgang kostenpflichtig (vgl. § 60 Abs. 5 

EG KESR). Die KESB hatte die Festsetzung einer Gebühr auf einen Zeitpunkt 

nach der Klärung der Vaterschaft aufgeschoben (KESB act. 19 S. 4 E. 10). Es ist 

an der KESB, nun noch über die Kosten ihres Verfahrens zu entscheiden.

2.

Die Beschwerdeführerin beantragt eine Parteientschädigung vom Staat, da 

eine Gegenpartei fehlt. Dafür gibt es jedoch keine gesetzliche Grundlage, ausser 

bei einem qualifizierten Fehlentscheid (sog. Justizpanne). Davon kann jedoch 

nicht die Rede sein, sondern die Entscheide der Vorinstanzen waren aufgrund der 

Akten vertretbar, auch wenn die Kammer nach der Durchführung einer Anhörung 

diese nun korrigiert und anders entscheidet. 

Es wird erkannt: 

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil des Bezirksrats Horgen 

vom 26. Juni 2024 und der Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde des Bezirks Horgen vom 28. November 2023 werden aufgehoben.

2.

Für die Beschwerdeverfahren beider Instanzen werden keine Kosten aufer-

legt. 

3.

4.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Kindes- und Erwach-

senenschutzbehörde des Bezirks Horgen sowie unter Rücksendung der 

eingereichten Akten an den Bezirksrat Horgen, je gegen Empfangsschein.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

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Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

M.A. HSG M. Toscanelli

versandt am: