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**Case Identifier:** f5b2dd34-1352-5f8b-a9f7-7f090a35737a
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 16.06.2020 S 2019 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-50_2020-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 16. Juni 2020 [rechtskräftig]
gemäss § 29 GO

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2019 50

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Urteil S 2019 50 

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Urteil S 2019 50 

A. A.________, Jahrgang 1964, meldete sich am 3. März 2017 bei der IV-Stelle Zug 
mit dem Formular "Berufliche Integration/Rente", wobei sie angab, seit 2. Februar 2016 zu 
100 % arbeitsunfähig zu sein. Sie sei Hausfrau (Nichterwerbstätige) mit einer stabilisieren-
den Rückenoperation bei Verschleiss/Fehlstellung (Lendenwirbelsäule, Übergang Brust). 
Nach Einholung diverser ärztlicher Berichte und eines Abklärungsberichts Haushalt teilte 
die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 13. April 2018 mit, dass sie beabsichti-
ge, das Leistungsbegehren abzuweisen, da der Invaliditätsgrad – auch unter Anwendung 
der Änderung der IVV per 1. Januar 2018 – lediglich 1 % bzw. ab 1. Januar 2018 25 % be-
trage und damit kein Rentenanspruch bestehe. Nachdem A.________ Einwand erhoben 
hatte, holte die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. B.________ 
(Rheumatologie) und Dr. med. C.________ (Psychiatrie) ein, das am 15. Dezember 2018 
erstattet wurde. Mit Verfügung vom 1. März 2019 lehnte die IV-Stelle das 
Leistungsbegehren von A.________ ab. 

Bis zum 31. Dezember 2017 lasse sich der Invaliditätsgrad wie folgt berechnen:

Einkommensvergleich:
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung Fr. 26'684.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung Fr. 25'935.--
Erwerbseinbusse Fr. 749.--
Einschränkung                  3 %

Tätigkeit Anteil Einschränkung         Teilinvaliditätsgrad
Erwerbstätigkeit 50 %                  3 %                              1 %
Haushalt 50 %                  0 %                                   0 %
Invaliditätsgrad                              1 %

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Nach dem seit 1. Januar 2018 bei der gemischten Methode geltenden Berechnungsmodell 
ergebe sich folgende Berechnung:

Einkommensvergleich:
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung Fr. 53'368.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung Fr. 26'196.--
Erwerbseinbusse Fr. 27'172.--
Einschränkung 51 %

Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerbstätigkeit 50 %                51 %                      25 %
Haushalt 50 %                  0 %                                 0 %
Invaliditätsgrad                      25 %

         ====

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Urteil S 2019 50 

Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Rentenanspruch.

B. Gegen diese Verfügung reichte A.________ am 26. März 2019 (Poststempel) 
beim Verwaltungsgericht eine nicht datierte Beschwerde ein, mit der sie die Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer angemessenen Invalidenrente ab 
dem frühestmöglichen Zeitpunkt beantragte. Es sei ihr zudem die unentgeltliche Rechts-
verbeiständung zu gewähren und die Möglichkeit zu geben, zeitnah einen Rechtsanwalt 
zu suchen. Auf die Erhebung von Kosten zu ihren Lasten sei zu verzichten. Zur Begrün-
dung wurde angegeben, dass der Sachverhalt zu wenig abgeklärt worden sei. Bei der Be-
gutachtung sei zu beanstanden, dass trotz ungerichteter Steh- und Gehunsicherheit und 
Kraftverlust der Beine keine neurologische Abklärung erfolgt sei; es habe auch keine Dis-
kussion der Resilienz gegeben. Zudem sei die Haushaltsabklärung vor zwei Jahren erfolgt 
und nicht mehr aktuell.

C. Mit Verfügung vom 14. Mai 2019 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche 
Rechtspflege bewilligt, während die Prüfung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 
erst nach der allfälligen Mandatierung eines Anwalts durch die Beschwerdeführerin in Aus-
sicht gestellt wurde.

D. Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2019 beantragte die IV-Stelle die vollumfängli-
che Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, 
dass relevantes medizinisches Thema bei der Anmeldung der Beschwerdeführerin im 
März 2017 die Rückenprobleme gewesen seien. Dies habe sich auch im Laufe der nach-
folgenden Abklärungen nicht verändert. Gleichzeitig hätten sich auch massive soziale 
Probleme mit einem arbeitslosen Ehemann und einem arbeitslosen Sohn, ärztlich bestä-
tigter mangelhafter Ernährung, schwachen Sprachkenntnissen in Deutsch gezeigt. Hinwei-
se auf ein kardiales Problem hätten bis zum Verfügungserlass nicht bestanden, sodass die 
IV-Stelle auch keine Veranlassung gehabt habe, solches abzuklären. Ebenso hätten keine 
Hinweise auf eine neurologische Problematik bestanden. Die Wirbelsäulenprobleme seien 
durch entsprechende chirurgische Massnahmen sowie mit Medikamenten und Physiothe-
rapie behandelt worden. Auch die Hausärztin habe die Beschwerdeführerin nie in neurolo-
gischer Hinsicht abklären lassen. Die Durchführung einer Psychotherapie sei abgelehnt 
worden. 

Der Haushaltsbericht vom 20. November 2017 sei schlüssig und nachvollziehbar. Er äus-
sere sich schlüssig über die Funktion der verschiedenen zu Hause lebenden Familienmit-

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Urteil S 2019 50 

glieder, die Schadenminderungspflicht und zähle einzeln auf, welchen Einschränkungen 
die Beschwerdeführerin unterliege und ob und inwieweit den übrigen zu Hause wohnen-
den Familienmitgliedern die Übernahme der Haushaltsverrichtungen zumutbar sei. Eine 
Veränderung seit November 2017 sei nicht dokumentiert und bislang nie behauptet wor-
den. Insbesondere halte der Verlaufsbericht der Hausärztin vom 9. Mai 2018 fest, dass 
sich der Verlauf beziehungsweise die Befunde nicht verändert hätten. 

Die bidisziplinäre Begutachtung habe gezeigt, dass die Werte für Mirtazapin und Desme-
thylmirtazapin unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze gelegen hätten, was gegen die Ein-
nahme des Medikaments (Remeron, das offiziell erst beim Aufenthalt in der Klinik 
D.________ im April 2019 pausiert worden sei) spreche. Der psychiatrische Gutachter 
äussere sich zudem über Konsistenz und Persönlichkeit der Beschwerdeführerin, was ihm 
eine Beurteilung hinsichtlich der Schmerzstörung erlaube. Er äussere sich auch detailliert 
zu den Einschränkungen im Haushalt.

Eine Stellungnahme zum Gutachten sei nicht eingegangen. Es liege keine eingehende 
Stellungnahme eines Arztes vor, die das Gutachten kritisieren und als falsch aufdecken 
würde. Lediglich die abweichenden hausärztlichen Arbeitsunfähigkeitsatteste, die recht-
sprechungsgemäss nur geringen Beweiswert hätten und die sich ohnehin auf die bisherige 
Tätigkeit bezögen, vermöchten an der detaillierten Herleitung der Schlussfolgerung im 
Gutachten keinen Zweifel zu erwecken. Der jüngste Aufenthalt der Beschwerdeführerin in 
der Klinik D.________ vom 1. bis 21. April 2019 sei nach Verfügungserlass erfolgt. Die 
Indikation dazu sei nicht bekannt; die Hausärztin habe zuletzt lediglich noch unbegründete 
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse eingereicht. Es sei deshalb nicht bekannt, ob die Einweisung 
aufgrund einer Verschlechterung erfolgt sei. Dem Bericht der Klinik D.________ vom 
18. April 2019 könne deshalb nichts Relevantes entnommen werden.

E. Am 24. Juni 2019 nahm die Hausärztin Dr. med. E.________, Allgemeine Innere 
Medizin FMH, zur Beschwerde Stellung (s. dazu Erw. 4.19).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

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Urteil S 2019 50 

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Gebiet der eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundesrecht eine kanto-
nale Rechtsmittelinstanz vorsieht (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000, ATSG, i.V.m. § 77 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes vom 1. April 1976, VRG, und § 12 des Einführungsgesetzes zu den 
Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversi-
cherung vom 28. Januar 1993 in der aktuellen Fassung, BGS 841.1). Verfügungen kanto-
naler IV-Stellen sind gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invaliden-
versicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) – in Abweichung von Art. 58 ATSG – direkt vor dem 
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Ta-
ge (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Angefochten ist eine Verfügung der IV-Stelle Zug vom 1. März 
2019, weshalb das Verwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
sowohl örtlich als auch sachlich zuständig ist. Die Beschwerde ist am 26. März 2019 frist-
gerecht eingereicht worden und entspricht auch den übrigen einfachen formellen Anforde-
rungen, weshalb sie zu prüfen ist.

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu 1. März 
2019) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch: BGE 121 V 362 Erw. 1b). Dabei sind in 
zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu 
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 329 Erw. 2.2 f. und 
130 V 445 Erw. 1.2, mit Verweis auf BGE 129 V 1 Erw. 1.2, 167 Erw. 1, 354 Erw. 1, je mit 
weiteren Hinweisen). Streitig sind vorliegend allfällige Rentenansprüche der Beschwerde-
führerin frühestens sechs Monate nach der Anmeldung bei der IV im März 2017, folglich 
ab September 2017. Mithin kommen die materiellen Bestimmungen des ATSG und die Be-
stimmungen der IV-Revisionen 4, 5 und 6a zum Tragen. Zu berücksichtigen sind auch die 
Änderungen der Rechtsprechung und der IV-Verordnung per 1. Januar 2018, die durch 
das Urteil des EGMR vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio betreffend gemischte Me-
thode bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades veranlasst wurden (siehe dazu Urteil des 
Bundesgerichts 8C_21/2018 Erw. 2 und die dort zitierten Entscheide sowie das IV-Rund-
schreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 31. Oktober 2016).

3. Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Für die Bestimmung des Invali-
ditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per-
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

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Urteil S 2019 50 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Validen-
einkommen; sog. Einkommensvergleich). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im 
Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemu-
tet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG 
darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betäti-
gen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für 
diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt; waren sie daneben auch im Auf-
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt. In die-
sem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbe-
reich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a 
Abs. 3 IVG). Seit 1. Januar 2018 werden zudem gemäss Art. 27bis Abs. 2 IVV – soweit vor-
liegend von Interesse – für Teilerwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, für die Bestimmung des Invaliditätsgrads folgende Invaliditäts-
grade summiert: a. der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit; b. der Invalidi-
tätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich. Die Berechnung des Invalidi-
tätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich gemäss Art. 27bis Abs. 3 IVV in der 
seit 1. Januar 2018 geltenden Fassung nach Art. 16 ATSG, wobei a. das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie 
nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird, und b. die 
prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird. Für die Berechnung des Invaliditäts-
grads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Ein-
schränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die 
versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt; der Anteil wird anhand der Diffe-
renz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Abs. 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit 
gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung).

3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 
2008 geltenden Fassung Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 
herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesent-
lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind 
(lit. c). Bei einer Invalidität von 40 % besteht ein Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % 

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Urteil S 2019 50 

auf eine halbe, ab 60 % auf eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente der Inva-
lidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung). 

3.2 Die IV-Stelle prüft nach Art. 43 Abs. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendi-
gen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Sie hat 
dabei die Aufgabe, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz 
richtig und vollständig abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfügung über die jeweils in 
Frage stehende Leistung ergehen kann (vgl. dazu Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 
2015, Art. 43 Rz. 17 ff.). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall der Richter) auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 
sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-
che Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 105 V 156 
Erw. 1). Zu erwähnen bleibt, dass für die Invaliditätsbemessung schliesslich nicht die me-
dizinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt ausschlaggebend ist, 
sondern vielmehr die durch den Gesundheitsschaden bedingte Einschränkung der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem gesamten für den Versicherten in Betracht fallenden ausge-
glichenen Arbeitsmarkt (BGE 110 V 273 Erw. 4a).

3.3 Die medizinischen Unterlagen sind nach dem für den Sozialversicherungsprozess 
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend 
und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi-
nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür-
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi-
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach ent-
scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (An-
amnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-
gen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1, 125 V 351 Erw. 3a, 122 V 157 

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Urteil S 2019 50 

Erw. 1c). Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführ-
lichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 Erw. 3b mit zahlreichen 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten ex-
terner Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 Erw. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche-
rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwen-
dung (Urteile des EVG I 437/99 und I 575/99 vom 9. August 2000 Erw. 4b/bb). In Bezug 
auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 
in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Meyer/Reichmuth, Bundesge-
setz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, Art. 28a N 224; BGE 125 V 351 
Erw. 3b/cc, 122 V 157 Erw. 1c, 120 V 357 Erw. 3b). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung sind Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Ex-
pertise und Therapie grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein 
praktizierenden Hausarzt, den behandelnden Spezialarzt und namentlich für den thera-
peutischen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, der 
die geklagten Beschwerden als Faktum hinzunehmen hat (Urteil des Bundesgerichts 
9C_420/2008 vom 23. September 2008 Erw. 3 mit zahlreichen Hinweisen). Im Hinblick auf 
einen möglichen Ziel- und Interessenkonflikt zwischen Behandlung und Begutachtung 
kann – namentlich in umstrittenen Fällen – nicht unbesehen auf die Angaben des behan-
delnden Spezialisten abgestellt werden (Urteil des EVG I 814/03 vom 5. April 2004 
Erw. 2.4.2). Dies gilt allerdings nicht im Sinne einer Beweisformel, wonach Berichte be-
handelnder Ärzte in der Regel von vornherein weniger Beweiswert hätten, sondern sie 
sind unvoreingenommen auf ihre Beweiskraft zu prüfen. 

3.4 Bei Leiden aus dem depressiven Formenkreis hat das Bundesgericht kürzlich sei-
ne Rechtsprechung dahingehend geändert, dass die Frage, ob bei solchen Erkrankungen 
eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resul-
tiert, ebenso wenig wie bei somatoformen Störungen allein mit Bezug auf das Kriterium 
der Behandelbarkeit beantwortet werden kann. Auch bei leichten bis mittelschweren de-
pressiven Störungen ist danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit leistungslimitie-

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Urteil S 2019 50 

rend auswirkt. Solche Leiden sind ebenfalls einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen (BGE 143 V 409). Aus der Diagnose allein resultiert dem-
nach keine verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesundheitsschaden 
korrelierenden funktionellen Leistungseinbusse bei psychischen Störungen. Auch affektive 
Störungen (einschliesslich der leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen) 
sind dem strukturierten Beweisverfahren zu unterstellen. Störungen fallen beim strukturier-
ten Beweisverfahren bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht, wenn 
ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418). 
Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Be-
weiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen 
spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschlies-
sendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In 
sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforde-
rungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/
oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren 
fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indi-
katoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um-
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 Erw. 8 mit Hinweis auf BGE 
137 V 210 Erw. 6).

4. Der IV-Stelle lagen bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. März 2019 
und damit im massgebenden Zeitpunkt im Wesentlichen die folgenden vorwiegend ärztli-
chen Unterlagen vor:

4.1 Im Sprechstundenbericht der Wirbelsäulenchirurgie am Spital F.________ führten 
Dr. med. G.________, Co-Chefarzt interdisziplinäre Wirbelsäulenchirurgie am Spital 
H.________, und I.________, Leitender Arzt am Spital H.________, am 29. August 2016 
die folgenden Diagnosen auf (IV-act. 11 - 9/18 f.): 1. Spondylolyse mit Spondylolisthesis 
L5/S1 mit konsekutiver beidseitiger foraminaler Einengung L5/S1, Chrondrose L4/5; 2. 
arterielle Hypertonie; 3. Eisenmangelanämie; 4. St.n. Inguinalhernienoperation 2009 
rechts; 5. St.n. Analfissur Grad I; 6. St.n. Humerusfraktur rechts. Zur Anamnese wurde 
ausgeführt, dass die Patientin seit mehr als 20 Jahren unter Rückenschmerzen leide. Im 
Verlauf seien zusätzlich Ischialgien aufgetreten, die über den lateralen Ober- und 
Unterschenkel bis in den medialen Fuss ausstrahlten und eher rechtsbetont seien. Die 
Beschwerden hätten im Verlauf der Jahre zugenommen, offenbar habe man der Patientin 
bereits vor mehr als zehn Jahren im Rahmen einer Abklärung zur Operation geraten. Die 

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Schmerzen störten die Patientin vor allem nachts, die Lumbalgien stünden gegenüber den 
Ischialgien eher im Vordergrund; die Ischialgien würden als schmerzhaftes Kribbeln 
beschrieben. Die Ischialgien träten weniger im Stehen und Gehen auf, sondern beim 
Sitzen; die Lumbalgien träten vor allem beim Bergablaufen bzw. Treppabgehen, weniger 
bei Bergauf- und Treppauflaufen auf. Die Patientin habe aufgrund ihrer 
Rückenbeschwerden bereits mehrmals Physiotherapie durchgeführt; Analgetika würden 
aktuell nicht eingenommen. Eine offenbar einmalige Infiltration zehn Jahre zuvor sei 
weitgehend erfolglos gewesen. 

Die von der Patientin geschilderten Beschwerden dürften hauptsächlich durch die Spon-
dylolyse mit Spondylolisthesis L5/S1 mit konsekutiver beidseitiger foraminaler Einengung 
L5/S1 bedingt sein, teilweise möglicherweise auch durch die beginnende Chondrose L4/5 
zumindest in Bezug auf die Lumbago. Aktuell scheine die Patientin bezüglich Leidens-
druck noch kompensiert; mit ihr sei vereinbart worden, dass bei Beschwerdezunahmen, 
Zunahme des Leidensdrucks, zunehmender Analgetikabedürftigkeit oder Auftreten von 
persistierenden Sensibilitätsstörungen oder Paresen eine Spondylodese L5/S1 unum-
gänglich sei, dass die Patientin schliesslich vor allem anhand ihres Leidensdrucks den 
Operationszeitpunkt festlege. Zwischenzeitlich sollte die Patientin die Physiotherapie mit 
Rückenschule und entlordosierender Therapie weiter fortsetzen und hier vor allem zu 
Heimübungen instruiert werden, die regelmässig durchgeführt werden sollten. 

Nach einer weiteren Vorstellung in der Sprechstunde vom 10. November 2016 (IV-act. 12 - 
1/10 f.) wurde am 21. November 2016 am Spital H.________ die von Dr. G.________ 
vorgeschlagene Operation – eine dorsale Dekompression und Stabilisation TLIF L5/S1, 
Solera 6.5 mm polyaxial, Hygro Cage, lokale Autograft/Graftongemisch – durchgeführt (IV-
act. 11 - 11/18 f.). Im Austrittsbericht vom 1. Dezember 2016 wurden ein kompli-
kationsloser postoperativer Verlauf, ohne Auftreten neuer neurologischer Defizite, und 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 21. November bis 22. Dezember 2016 festgehal-
ten (IV-act. 12 - 5/10 f.). Nach zunächst erfreulichem Verlauf bei anamnestisch schmerz-
freier Patientin (IV-act. 12 - 7/10 f.) wurde im Sprechstundenbericht vom 24. Februar 2017 
(IV-act. 12 - 9/10 f.) festgehalten, dass knapp drei Monate nach der Operation weiterhin 
einschränkende Beschwerden vorhanden seien, weshalb die Klinik D.________ gebeten 
werde, die Patientin für eine mögliche stationäre Rehabilitation aufzubieten. Das 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis für die aktuell arbeitssuchende Reinigungsfachfrau dauere 
noch bis am 28. Februar 2017; danach werde die Hausärztin um eine regelmässige 
Evaluation der aktuellen Arbeitsunfähigkeit gebeten. Die Physiotherapie sei bis zur 

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Urteil S 2019 50 

möglichen weiteren Rehabilitation in der Klinik D.________ weiterzuführen. Die Analgesie 
mit Targin [Opioid mit starkem Suchtpotential] sei komplett zu sistieren und auf eine 
kombinierte Analgesie mit Dafalgan und Novalgin umzusteigen. 

4.2 Am 9. Mai 2017 hielt Dr. med. J.________ im Austrittsbericht über die Hospitali-
sation der Beschwerdeführerin in der Klinik D.________ vom 6. April bis 3. Mai 2017 als 
Rehabiliationsdiagnose eine chronische Schmerzerkrankung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (aktuell: Schmerzen thorakolumbaler Übergang mit Ausweitung nach kra-
nial sowie ventraler Oberschenkel, Status nach Dekompression und Stabilisation L5/S1, 
muskuläre Dysbalance und Insuffizienz, Waddell-Zeichen 4/5 positiv, getrübte Stimmung, 
antriebsgemindert) fest; als Nebendiagnosen nannte er eine bekannte Anämie (Eisen- und 
Folsäuremangel; IV-act. 18 - 6/12 f.). Die Zuweisung sei zur stationären muskuloskeletta-
len Rehabilitation erfolgt. Bei Eintritt habe sich die Patientin in der Mobilität noch deutlich 
eingeschränkt, kardiopulmonal kompensiert und in reduziertem Allgemeinzustand präsen-
tiert. In der Physiotherapie hätten die allgemeine Ausdauer, Mobilität und Belastbarkeit 
nicht gesteigert werden können und der 6-Minuten-Gehtest habe sich von 360 auf 309 m 
verschlechtert (der Puls sei während der Testdurchführung nicht angestiegen). Die Patien-
tin habe zu Beginn ein hinkendes Gangbild und ein stetiges Stützen der LWS durch beide 
Hände gezeigt; beides sei bei Austritt nicht mehr vorhanden gewesen. Die Bewegungsein-
schränkung sei regredient gewesen; so habe die Patientin schmerzbedingt ihre Schuhe 
nicht selber binden können, was dann bei Austritt schmerzlos möglich gewesen sei. 

Der Schwerpunkt in der Therapie sei auf Verbesserung der Belastbarkeit gelegt worden; 
die Patientin habe diesbezüglich kaum Fortschritte gemacht. Dennoch habe sie gesagt, 
sie könne sich im Haushalt mehr belasten, Spazierengehen sei besser und länger möglich 
und sie sei motiviert, die aktiven Therapien (v.a. Spazierengehen, Wassertherapie und 
MTT) fortzuführen. 

Aus medizinischer Sicht habe die Schmerzmedikation von Targin auf Palexia umgestellt 
werden können. Die Schmerzen seien um ca. 50 % regredient und rechts gluteal nicht 
mehr vorhanden gewesen. Das Palexia habe weiter reduziert werden können, sodass ku-
mulativ (Umstellung und Reduktion) die Opioid-Äquivalenz um 50 % reduziert worden sei. 
Wegen der schmerzbedingten Probleme beim Durchschlafen sei eine Therapie mit Trittico 
begonnen worden, womit die Patientin nun besser und erholsamer schlafen könne. Auf-
grund der depressiven Stimmung wegen der Schmerzen sei eine antidepressive Therapie 
mit Remeron begonnen worden. Internistisch sei die Patientin während des gesamten 

13

Urteil S 2019 50 

Aufenthalts kardiopulmonal stabil gewesen. Wegen der bekannten Anämie und des er-
niedrigten Ferritins und der Folsäure sei eine Therapie mit Folsäure begonnen und eine 
Eisensubstitution durchgeführt worden. 

Mit dem Rehabilitationsaufenthalt habe sich das Ziel der Aktivierung, Einstellung der Medi-
kation und Verbesserung der Partizipation erreichen lassen. Die Patientin sei bei Austritt in 
gebessertem Allgemeinzustand.

4.3 Dem Sprechstundenbericht von Dr. G.________ und Dr. I.________ vom 20. April 
2017 lassen sich die bekannten Diagnosen und neu der Verdacht auf eine Depression 
entnehmen (IV-act. 18 - 11/12 f.). Die Patientin stelle sich fünf Monate postoperativ zur 
Verlaufskontrolle vor. Sie weile seit zwei Wochen in der Rehaklinik D.________, wo 
intensive stationäre Physiotherapie durchgeführt werde. Dort habe man zusätzlich auch 
die Verdachtsdiagnose einer Depression geäussert. Die Patientin beschreibe tendenziell 
einen leichten Rückgang der Beschwerden; die Gehstrecke sei uneingeschränkt, es be-
stünden jedoch noch sowohl lumbale Schmerzen, vor allem beim Bücken, wie auch in den 
rechten Oberschenkel ausstrahlende Beschwerden, die jedoch nicht unterhalb des Knies 
ziehen würden. Seit Beginn der intensiven Physiotherapie in der Klinik D.________, d.h. 
seit zwei Wochen, bestünden zusätzlich zirkuläre Schmerzen im Bereich der 
Oberschenkelmuskulatur rechts; links seien nie Beschwerden aufgetreten. 

Bei der Patientin bestünden nach wie vor Lumbalgien. Sie hätten ihr geraten, die Physio-
therapie möglichst intensiv weiter fortzusetzen und die Analgesie nach Möglichkeit anzu-
passen. Aktuell sei die Patientin weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig für die Arbeit als Reini-
gungsfachfrau. Bei Verdacht auf Depression werde sie diesbezüglich in der Klinik abge-
klärt und behandelt werden.

4.4 Am 29. Juni 2017 berichteten Dr. G.________, Dr. I.________ und 
Dr. K.________ über die klinische Nachkontrolle sieben Monate postoperativ mit den im 
Wesentlichen bisher bekannten Diagnosen (IV-act. 18 - 4/12 f.). Die Patientin berichte 
über leicht gebesserte bis gleichbleibende Beschwerden. Schmerzen bestünden im 
Bereich der LWS, aktuell keine Ausstrahlung in die Oberschenkel, insbesondere kein 
Sensibilitätsdefizit der linken unteren Extremität; undulierender Charakter. Vor allem 
bestünden Belastungsschmerzen wie z.B. beim Bücken. Die Kraft rechtsseitig sei 
eingeschränkt. Aktuell nehme sie keine Schmerzmittel. Die Patientin sei zu 100 % 
krankgeschrieben; letzte Tätigkeit präoperativ als Reinigungskraft. Als Beurteilung wurde 

14

Urteil S 2019 50 

festgehalten, dass bei der Patientin tendenziell gebesserte Verhältnisse bestünden. Nach 
genauer Durchsicht der vorhandenen Bildgebungen bestehe die Möglichkeit einer 
Spondylolyse L4/5, weshalb eine Standortbestimmung mittels CT-LWS und dynamischer 
Röntgenaufnahmen der LWS empfohlen werde. 

4.5 Am 20. November 2017 erstattete L.________ im Auftrag der IV einen Abklä-
rungsbericht Haushalt (IV-act. 19), den sie in Anwesenheit der Beschwerdeführerin, des 
Ehemannes und des Sohnes M.________ erhoben hatte. Darin beschrieb sie den 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Wesentlichen wie folgt: Die Versicherte 
klage über Rückenschmerzen, sie könne nicht lange stehen, sitzen oder auch liegen, 
laufen. Am besten sei es, die Lage immer wieder etwas zu ändern und nicht zu lange an 
einer Arbeit zu bleiben, obschon man ihr – nach Aussage des Sohnes – viel oder fast alles 
abnehme, damit sie so wenig Schmerzen wie möglich habe. Man wolle nicht, dass sie 
zusätzlich durch die Hausarbeit noch mehr Schmerzen bekomme, als sie sonst schon 
habe, denn laut Ärzten sei die 2. Rücken-OP eine Frage der Zeit; man wolle diese aber so 
lange als möglich rausschieben und daher gehe sie auch 3x die Woche in die Therapie, 1x 
in die Wassertherapie in N.________, 2x in die Physio in O.________. Der Ehemann habe 
angegeben, dass er mit ihr viel laufen gehe, wobei sie sehr langsam laufe; er selber laufe 
schon nicht so schnell, denn er habe auch Rückenbeschwerden, aber sie sei noch 
langsamer seit der Rücken-OP. Und zu lange könne man auch nicht gehen. 

Die Versicherte nehme bei Bedarf, aber nicht mehr täglich nach ihren Aussagen, Targin 
20 mg und Trittico [ein Antidepressivum], was laut Sohn "eine Art Magenschoner" sei oder 
die Nebenwirkungen von Targin beheben solle. 

Die Versicherte lebe zusammen mit dem Ehemann und zwei erwachsenen Kindern in 
einem Mehrfamilienhaus im Zentrum von O.________. Der Ehemann, gelernter Koch und 
Pizzaiolo, sei seit Jahren arbeitslos und ausgesteuert. Er habe nach eigenen Aussagen 
auch Rückenbeschwerden, wahrscheinlich schlimmer als die Ehefrau, aber man operiere 
nicht. Er wolle keine Sozialhilfe, weshalb die Tochter P.________ die Eltern finanziell 
unterstütze. Die Tochter arbeite im Service und habe eine neue Stelle in der Q.________. 
Der Sohn M.________ habe keine Berufslehre abgeschlossen, sei auch seit Jahren ar-
beitslos und seit ca. drei Jahren ausgesteuert; er beziehe Sozialhilfe und helfe zu Hause 
sehr viel. 

15

Urteil S 2019 50 

Die Versicherte würde nach eigenen Angaben 100 % arbeiten im Bereich Reinigungen, 
Hilfsarbeiten; sie habe auch früher schon mehr arbeiten wollen, habe aber keinen 100 %-
Job angeboten bekommen. Das Leben der Eltern werde mehr oder weniger von der Toch-
ter, teilweise auch von der Sozialhilfe des Sohnes, finanziert.

Im Haushalt würden der Versicherten praktisch alle Arbeiten abgenommen, damit sie nicht 
noch mehr Schmerzen bekomme und da Ehemann und Sohn den ganzen Tag zu Hause 
seien. Nach Ansicht der Abklärungsperson seien dem Ehemann und dem Sohn im Sinne 
der Schadenminderungspflicht Haushaltsarbeiten zumutbar. 

L.________ konnte bei der Versicherten im Ergebnis und unter Berücksichtigung der Hilfe 
der Familienmitglieder in keinem einzigen Aufgabenbereich im Haushalt eine Ein-
schränkung feststellen.

4.6 Am 19. Dezember 2017 nahm RAD-Arzt Dr. med. R.________ dahingehend 
Stellung, dass den Neuakten im Zeitraum vom 6. April bis 3. Mai 2017 ein Rehabilitations-
aufenthalt in der Klinik D.________ entnommen werden könne, von dem die Versicherte 
partiell zu profitieren vermocht habe, während zuletzt gleichwohl belastungsabhängige 
lumbale Schmerzen persistiert hätten (IV-act. 20); während sich dem Dossier keine 
Anhaltspunkte bzw. Hinweise für eine neurologische Defizitsymptomatik entnehmen 
liessen, finde sich im letzten fachärztlich wirbelsäulenchirurgischen Bericht vom 29. Juni 
2017 der Hinweis auf einen Verdacht auf eine Spondylolyse L4/5, weshalb weiterführende 
bildgebende Untersuchungen erfolgen sollten. Das Ergebnis dieser Untersuchungen lasse 
sich dem Dossier nicht entnehmen. Da dem Bericht der Hausärztin vom 31. Oktober 2017 
diesbezüglich keine neuen Informationen entnommen werden könnten, dürfe davon 
ausgegangen werden, dass keine zusätzliche Pathologie von Relevanz habe festgestellt 
werden können. 

4.7 Am 17. Januar 2018 fand beim IV-Eingliederungsberater S.________ ein Stand-
ortgespräch statt, als Folge dessen die Beratung abgeschlossen und die Sache zur 
Prüfung eines allfälligen Leistungsanspruchs weitergeleitet wurde, nachdem die Be-
schwerdeführerin sich eine finanzielle Unterstützung in Form einer IV-Rente wünsche und 
sich auch körperlich für eine Eingliederung nicht in der Lage sehe, zumal dies ohnehin auf-
grund der fehlenden Deutschkenntnisse kaum umsetzbar wäre und auch keine verwertba-
ren Ressourcen ergründbar seien (IV-act. 24).

16

Urteil S 2019 50 

4.8 Gestützt auf diese Berichte stellte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Vorbe-
scheid vom 13. April 2018 die Ablehnung ihres Leistungsgesuchs bei einem Invaliditäts-
grad von 1 % bzw. nach der seit 1. Januar 2018 geltenden Regelung von 25 % in Aussicht 
(IV-act. 26–27), worauf die Beschwerdeführerin Einwand erhob (IV-act. 29). Sie machte im 
Wesentlichen geltend, dass sie seit Februar 2016 nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig 
sei. Sie sei Analphabetin und es bestehe nach Ablauf der Wartefrist ein IV-Grad von über 
40 %. Mit Zeugnis vom 24. April 2018 bestätigte die Hausärztin Dr. E.________ zudem 
weiterhin – wie schon in der Vergangenheit durchgehend seit 2. Februar 2016 (IV-act. 4) – 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 1. Mai bis 30. Juni 2018 (IV-act. 32). 

4.9 Am 15. Mai 2018 ging der IV-Stelle ein wirbelsäulenchirurgischer Sprechstunden-
bericht vom 15. März 2018 zu, worin von Dr. G.________ und Dr. T.________ unter 
anderem eine Schwellung der Nervenwurzel L5 links, keine Kompression, gute Materi-
allage (MRI LWS vom 14. März 2018), und der Verdacht auf eine Depression festgehalten 
wurden (IV-act. 33 1/4 f.). Aktuell klage die Patientin über persistierende Schmerzen lum-
bal, worunter sie weiter auf die Einnahme von Targin ohne Basisanalgesie angewiesen 
sei. Hinzu kämen Oberschenkelschmerzen zirkumferenziell rechts. Die Patientin besuche 
aktuell 2x wöchentlich die Physiotherapie mit muskulärer Kräftigung und lokal analgeti-
scher Therapie. Es werde zusätzlich Wasserbadtherapie durchgeführt, was der Patientin 
guttue. Zeitweise träten nächtliche Schmerzen auf; bis anhin keine Vorstellung in einer 
Schmerzklinik. Eine Psychotherapie oder Therapie mittels Antidepressiva sei bis anhin ab-
gelehnt worden. Als Beurteilung wurde festgehalten, dass sich in der Bildgebung kein Hin-
weis auf eine Instabilität oder Kompression der Nervenwurzel zeige, welche die Beschwer-
den der Patientin erklären würden. Insgesamt sei die gesamte untere Extremität leicht 
kraftvermindert und sensibilitätsvermindert, ohne dies auf einen Befund des MRI zurück-
führen zu können. Die Beschwerden liessen sich gemäss Patientin durch die Therapien 
positiv beeinflussen und eine Motivation bezüglich erneutem Reha-Aufenthalt werde von 
der Patientin spontan geäussert. Dementsprechend werde die Klinik D.________ um 
Beurteilung einer zweiten Rehabilitation gebeten. Sodann werde dringlichst empfohlen, 
das Targin abzusetzen. Es seien keine weiteren Verlaufskontrollen mehr geplant, 
chirurgisch könne der Patientin aktuell nichts angeboten werden. 

4.10 Am 19. April 2018, eingegangen bei der IV-Stelle am 25. Juli 2018, berichtete 
Dr. J.________ von der Klinik D.________ über die ambulante Konsultation der 
Beschwerdeführerin am 13. April 2018, bei der diagnostisch eine chronische 
Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren bestehe (IV-act. 39). 

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Urteil S 2019 50 

Somatisch: muskuläre Dysbalance und Insuffizienz, regredient nach Dekompression und 
Stabilisation sowie stationäre Rehabilitation, Schwellung Nervenwurzel L5 links, 
degenerative Veränderung L4/5; psychisch: im Vergleich zu 2017 regrediente getrübte 
Stimmung und Antriebsminderung. Die bisherigen Therapien hätten eine erhebliche 
Besserung der Symptomatik gezeigt; aktuell stagniere der Verlauf. Es bestünden nach wie 
vor Einschränkungen in der Partizipation und in der Lebensqualität. In diesem Fall bei 
einer gut motivierten Patientin werde eine erneute Intensivierung der Therapie im 
stationären Setting für zwei Wochen empfohlen. Ziel sei eine weitere Edukation wie 
Intensivierung des aktiven und entspannenden Heimprogramms zur weiteren Besserung 
der physischen und psychischen Überlastbarkeit der Partizipation und der Lebensqualität.

4.11 Mit Arztbericht vom 9. Mai 2018 hielt die Hausärztin Dr. E.________ fest, dass 
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert habe und sich chroni-
sche Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 
weiterhin 100 %. Es sei eine weitere Rehabilitation in der Klinik D.________ geplant. 

4.12 RAD-Arzt Dr. R.________ nahm am 13. August 2018 dahingehend Stellung, als 
den Neuakten keine Befunde entnommen werden könnten, die eine von der bisherigen 
abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer der Rückenproblematik angepass-
ten Tätigkeit zu begründen vermöchten (IV-act. 40). Vordergründig imponiere eine chroni-
fizierte Schmerzproblematik, wobei das Faktum, dass sich die Versicherte bislang einer 
psychotherapeutischen Behandlung und einer schmerzdistanzierenden Therapie mit 
einem Antidepressivum entzogen habe, gegen einen hohen Leidensdruck spreche. Allen-
falls sei eine Begutachtung durch Dr. med. B.________ (Rheumatologie) und Dr. med. 
C.________ (Psychiatrie) vorzusehen.

4.13 Am 16. August 2018 bescheinigte Hausärztin Dr. E.________ der Beschwerde-
führerin einen stationären Gesundheitszustand, eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 
100 % und als therapeutische Massnahmen Physiotherapie und Antidepressivum. Als 
Diagnosen nannte sie neben den bekannten chronischen Rückenschmerzen mit psychi-
scher und somatischer Komponente einen Verdacht auf Mangelernährung (Anämie und 
geschwollene Extremitäten ev. durch Eiweissmangel; IV-act. 42).

4.14 Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten in der Folge Dr. med. B.________ und 
Dr. med. C.________ am 15. Dezember 2018 ein bidisziplinäres Gutachten (IV-act. 55). In 
der interdisziplinären Gesamtbeurteilung stellten sie keine Diagnosen mit Auswirkung auf 

18

Urteil S 2019 50 

die Arbeitsfähigkeit fest und gelangten zu folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die 
selbe: 1. chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41); 2. chronisches lumbospondylogenes Syndrom; nicht ausreichend somatisch 
abstützbar, krankheitsfremde Faktoren, diffuse Druckschmerzangabe, multiple Beschwer-
den wie Schlafstörungen, Müdigkeit, ungerichtete Steh- und Gehunsicherheit, Kraftverlust 
der Beine; 3. Verdacht auf subklinische Hypothyreose. Zusammenfassend sei aus psy-
chiatrisch-psychotherapeutischer Sicht die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung 
mit somatischen und psychischen Faktoren zu bestätigen. Als Teil-/Ausdruck dieser Stö-
rung zeigten sich immer wieder unterschiedlich ausgeprägte ängstlich-niedergeschlagene 
Verstimmungen; auf soziale Belastungen sei dabei ebenso hinzuweisen. Es seien die 
Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden und den somatisch-pathologi-
schen Befunden im Zusammenhang mit krankheitsfremden Faktoren und/oder einer Ver-
deutlichungstendenz zu interpretieren. Die somatisch-pathologischen Befunde begründe-
ten die im somatischen Fach-Gutachten erwähnten Diagnosen, jedoch keine anhaltende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

Zu den funktionellen Auswirkungen der Befunde/Diagnosen hielten sie fest, dass in einem 
geringen Ausmass somatisch-pathologische Befunde objektiviert werden könnten, die kei-
ne anhaltende somatisch abstützbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen 
könnten. Der Somatiker realisiere eine Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwer-
den und den objektivierbaren Befunden. Gesamthaft liessen sich aus versicherungspsy-
chiatrischer Sicht nur geringe Defizite in den Bereichen Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, 
Durchhaltefähigkeit, Fähigkeit zu Spontanaktivitäten und Fähigkeit zur Anwendung fachli-
cher Kompetenzen aufgrund körperlicher Missempfindungen und niedergeschlagen-ängst-
licher Verstimmungen beschreiben. Es sei dabei weit überwiegend auf die Selbsteinschät-
zung der versicherten Person abzustellen. 

Zu den eventuell relevanten Persönlichkeitsaspekten führten die Gutachter aus, dass die 
Versicherte in der Interaktion sozial angepasst und sehr kompetent sei. Ihr Gesprächsver-
halten sei freundlich, zugewandt und kooperativ. Handlungs- und Impulskontrolle seien 
stets erhalten. Hinweise auf allfällig relevante akzentuierte Persönlichkeitszüge, eine Per-
sönlichkeitsstörung oder eine Persönlichkeitsänderung seien weder in den Akten zu finden 
noch würden sie von der Versicherten beschrieben oder seien während der aktuellen 
Untersuchung erkennbar. 

19

Urteil S 2019 50 

Zu Belastungsfaktoren und Ressourcen führten sie aus, dass eine Willensanstrengung zur 
Bewältigung der subjektiv erlebten Defizite auch gemäss Angaben der Versicherten mög-
lich sei (vgl. Aktivitäten des täglichen Lebens, Reisen). Zudem verfüge sie über persönli-
che Ressourcen (vgl. Abstinenz von Alkohol und Drogen) und einen geordneten sozialen 
Kontext mit regelmässiger familiärer Unterstützung. Beim Verlauf der Störung seien auch 
nicht krankheitsbedingte (soziale) Faktoren zu beachten (bspw. Lebensalter, Herkunft, Mi-
gration, fehlende Schul- und Berufsbildung, einfache und geringe berufliche Erfahrung, 
Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, fehlende Deutschkenntnisse, finanzielle Sor-
gen, Erwerbslosigkeit von Ehemann und Sohn, Krankheit des Ehemannes). 

Bei der Konsistenzprüfung nehme der Rheumatologe die Diskrepanzen zwischen den ge-
schilderten Beschwerden am Bewegungsapparat und den objektivierbaren Befunden zur 
Kenntnis. Diese Diskrepanzen könne der Rheumatologe nicht mit einem somatisch-patho-
logischen Befund begründen. Gesamthaft ergäben sich unter Berücksichtigung der vorlie-
genden Arztberichte, der in den Akten dokumentierten fremdanamnestischen Angaben 
und des aktuellen Untersuchungsbefundes aus versicherungspsychiatrischer Sicht vielfäl-
tige Belege für eine aktuelle und/oder im Verlauf stattgefundene bewusstseinsnahe Aggra-
vation der beschriebenen Beeinträchtigungen. 

In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die somatisch-rheu-
matologische als auch die psychosomatisch-psychiatrische Komponente mitberücksichti-
ge, könne für die bislang in der Schweiz ausgeübten Tätigkeiten für keinen Zeitraum eine 
anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden. Das Gleiche gelte für 
die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. 

Bei den Blut- und Urinuntersuchungen hätten sich beim Mirtazapin und Desmethylmirtaza-
pin [ein Antidepressivum; auch als Remeron verfügbar] Werte unterhalb der Nachweisbar-
keitsgrenzen ergeben, was gegen die Einnahme dieses Medikaments spreche.

4.15 Am 20. Dezember 2018 nahm RAD-Arzt Dr. R.________ zum Gutachten Stellung 
(IV-act. 58) und wies auf die folgenden darin enthaltenen Kernaussagen hin: "es können in 
einem geringen Ausmass somatisch-pathologische Befunde objektiviert werden, die keine 
anhaltende somatisch abstützbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen 
vermögen"; "der Somatiker realisiert eine Diskrepanz zwischen den geschilderten Be-
schwerden und den objektivierbaren Befunden"; "gesamthaft lassen sich aus versiche-
rungspsychiatrischer Sicht nur geringe Defizite in den Bereichen Flexibilität/Umstellungs-

20

Urteil S 2019 50 

fähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Fähigkeit zu Spontanaktivitäten und Fähigkeit zur Anwen-
dung fachlicher Kompetenzen aufgrund körperlicher Missempfindungen und niederge-
schlagen/ängstlicher Verstimmungen beschreiben"; "Hinweise auf allfällig relevante akzen-
tuierte Persönlichkeitszüge, eine Persönlichkeitsstörung oder eine Persönlichkeitsände-
rung sind weder in den Akten zu finden, noch werden sie von der VP beschrieben und/ 
oder sind anlässlich der aktuellen Untersuchung erkennbar"; "Eine Willensanstrengung zur 
Bewältigung der subjektiv erlebten Defizite ist auch gemäss Angaben der VP möglich (vgl. 
Aktivitäten des täglichen Lebens, Reisen)"; "Die Werte für Mirtazapin und sein Abbaupro-
dukt Desmethylmirtazapin liegen unterhalb der jeweiligen Nachweisbarkeitsgrenzen, was 
gegen die Einnahme des Medikaments spricht"; "gesamthaft ergeben sich unter Berück-
sichtigung der vorliegenden Arztberichte, der in den Akten dokumentierten fremdanamnes-
tischen Angaben und des aktuellen Untersuchungsbefundes aus versicherungspsychiatri-
scher Sicht vielfältige Belege für eine aktuelle und/oder im Verlauf stattgefundene be-
wusstseinsnahe Aggravation der beschriebenen Beeinträchtigungen". Nach Ansicht der 
Gutachter lasse sich für die in der Schweiz bislang ausgeübten Tätigkeiten für keinen Zeit-
raum eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. 

Doktor R.________ führte sodann aus, dass das Gutachten inhaltlich und formal korrekt 
sei und die an ein medizinisches Gutachten gestellten Qualitätskriterien zu erfüllen 
vermöge (IV-act. 58). Auch die Indikatorenprüfung (gemäss den Kategorien "funktioneller 
Schweregrad" und "Konsistenz") sei hinlänglich erfolgt. Als Fazit könne das Gutachten da-
her der IV-Stelle als Entscheidgrundlage empfohlen werden. Für die bislang in der 
Schweiz ausgeübten Tätigkeiten lasse sich für keinen Zeitraum eine anhaltende Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, vorausgesetzt (Ergänzung R.________), dass 
diese keine überwiegend schwere und in unergonomischen Wirbelsäulen-Zwangshaltun-
gen auszuübende Tätigkeiten beinhalteten.

4.16 Am 22. Januar und 20. Februar 2019 bestätigte Dr. E.________ der Beschwerde-
führerin weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 24. Januar bis 11. April 2019 (IV-
act. 57 und 59).

4.17 Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin in der Folge mit 
Verfügung vom 1. März 2019 ab (IV-act. 60). Sie stützte sich dabei auf das bidisziplinäre 
Gutachten, sodass von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, entsprechend 
ihrer Grundkonstitution allerdings ohne überwiegend schwere und in unergonomischen 
Wirbelsäulen-Zwangshaltungen auszuübende Tätigkeiten. Auf die nicht begründeten Ar-

21

Urteil S 2019 50 

beitsunfähigkeitsatteste von Dr. E.________ könne unter diesen Umständen auch nicht 
näher eingegangen werden. Keinen Einfluss auf die Invalidität hätten Sprachkenntnisse 
und Schulbildung. Im Ergebnis sei – unabhängig davon, wie hoch das Haushaltspensum 
angesetzt werde – von keiner invalidisierenden und damit rentenbegründenden Einschrän-
kung auszugehen, weshalb an der Leistungsablehnung festzuhalten sei. Für die bis 
31. Dezember 2017 geltende IV-Verordnung für teilerwerbstätige Versicherte errechnete 
die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 1 %; dabei ging sie von einem je 50%igen Anteil 
von Erwerbstätigkeit bzw. Haushalt aus und ermittelte eine Einschränkung von 3 % bzw. 
0 %. Ab dem 1. Januar 2018 gelangte sie zu einem Invaliditätsgrad von 25 % (Einkommen 
ohne gesundheitliche Einschränkung Fr. 53'368.–, Einkommen mit gesundheitlicher Ein-
schränkung Fr. 26'196.–, Erwerbseinbusse Fr. 27'172.– = Einschränkung 51 % / bei je 
50%igem Anteil Erwerbstätigkeit bzw. Haushalt betrage die Einschränkung 51 % bzw. 0 % 
und der Teilinvaliditätsgrad 25 %). 

4.18 Dem nicht unterzeichneten ärztlichen Kurzbericht der Klinik D.________ vom 
18. April 2019 – eingegangen am 13. Mai 2019 während des laufenden 
Beschwerdeverfahrens – über die vom 1. bis 21. April 2019 erfolgte Hospitalisation der 
Beschwerdeführerin lassen sich als Rehabilitationsdiagnosen entnehmen eine chronische 
Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren; aktuell: Schmerzen 
thorakolumbaler Übergang mit Ausweitung nach kranial sowie ventraler Oberschenkel 
rechts, neuropathisch, St.n. Dekompression und Stabilisation L5/S1 am 22. November 
2016, muskuläre Dysbalance und Insuffizienz, formal mittelgradige Depression (BF-act. 2). 
Als Nebendiagnosen wird eine bekannte Anämie (Eisen- und Folsäuremangel) erwähnt; 
anamnestisch rezidivierender "Kreislaufkollaps", kardiologische Untersuchung 24. April 
2019. Die Zuweisung durch die Hausärztin sei zur muskuloskelettalen Rehabilitation 
erfolgt. Mit Physiotherapie hätten die allgemeine Ausdauer, Mobilität und Belastbarkeit 
wenig gesteigert werden können. Schmerz- und Schlafmedikation (Palexia, Targin, 
Pregabalin, Prednison, Domperidon, Remeron) hätten kaum einen Effekt gebracht. BWS- 
und LWS-RX hätten keine wesentliche Veränderung gegenüber früheren Befunden 
gezeigt. Internistisch sei die Patientin während des gesamten Aufenthalts kardiopulmonal 
stabil gewesen; es bestehe der Verdacht auf mehrere Vorhof-Foci, ein Vorhofflimmern 
könne nicht nachgewiesen werden. Sie zeige eine gedrückte Stimmung und 
Antriebsmangel, vermindertes Selbstvertrauen, negative Zukunftsperspektiven, 
Schlafstörungen und einen verminderten Appetit. Im Vergleich zur ambulanten 
Untersuchung am 13. April 2019, bei der Stimmungsschwankungen beschrieben worden 
seien, habe sich diese Symptomatik während der ambulant fortgeführten Therapie 2018 

22

Urteil S 2019 50 

(wegen Ablehnung der Kostengutsprache für eine damals medizinisch indizierte stationäre 
muskuloskelettale Rehabilitation) deutlich verschlechtert. Klinisch bestehe heute eine 
mittelgradige Depression.

4.19 Am 24. Juni 2019 – mithin lange nach Verfügungserlass und auch nach Abschluss 
des Schriftenwechsels – nahm die Hausärztin Dr. E.________ in einer eigenen Eingabe 
an das Gericht dahingehend zur Beschwerde Stellung, als sie die nochmalige Beurteilung 
bezüglich des Vorliegens einer psychosomatischen Störung als Ursache von Arbeitsunfä-
higkeit/Invalidität beantragte (Prozessbeilage 8). Nach ihrer Beurteilung liege bei der Be-
schwerdeführerin eine chronifizierte Schmerzstörung und somit eine psychosomatische 
Störung vor. Diese entstehe durch veränderte Steuerungs- und Wahrnehmungsprozesse, 
die meistens in Zusammenhang mit körperlichen Vorerfahrungen oder psychobiografi-
schen Prägungen entstünden. Sie könne durch eine Bildgebung nachgewiesen werden. 
Der chronifizierte Schmerz könne nicht willentlich überwunden werden und könne Ursache 
einer Arbeitsunfähigkeit/Invalidität sein. 

5. Diese Berichte gilt es nun nach den in Erw. 3.3 vorstehend aufgeführten Grundsät-
zen auf ihre Beweiskraft zu prüfen.

5.1 Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.________ und C.________ vom 15. De-
zember 2018 erfüllt alle Kriterien und Anforderungen, die an ein beweiskräftiges Gutach-
ten zu stellen sind. Das Gutachten selbst ist umfassend, basiert auf Kenntnis sämtlicher 
Vorakten und beruht auf allseitigen rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchun-
gen. Es berücksichtigt auch die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und 
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation ein. Die Gutachter haben auch eine einlässliche Prüfung nach 
dem Indikatorenkatalog vorgenommen. Bemerkenswert sind sodann die von ihnen veran-
lassten Ergebnisse der Laboruntersuchungen von Blut und Urin, die eine regelmässige 
Einnahme von Schmerz- und antidepressiver Medikation immerhin fraglich erscheinen 
lassen. Die Schlussfolgerungen der Gutachter sind zudem begründet, einleuchtend und 
nachvollziehbar. Ihrem Gutachten kommt damit grundsätzlich voller Beweiswert zu, was 
auch von RAD-Arzt Dr. R.________ dahingehend bestätigt wird, dass für die bisher in der 
Schweiz ausgeübten Tätigkeiten zu keinem Zeitraum eine anhaltende Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit begründet werden könne, vorausgesetzt eine solche Tätigkeit beinhalte 
keine überwiegend schweren und in unergonomischen Wirbelsäulen-Zwangshaltungen 
auszuübende Tätigkeiten. Dieser Hinweis von Dr. R.________ ist als Ergänzung zu-

23

Urteil S 2019 50 

treffend und nachvollziehbar und ergibt sich ohne Weiteres aus der bei der Beschwerde-
führerin bestehenden Rückenproblematik, vermag indessen nichts Wesentliches an der 
Beweiskraft des Gutachtens der Dres. B.________ und C.________ zu ändern. Im 
Folgenden bleibt zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Rügen und 
Einwendungen gegen das Gutachten stichhaltig sind und an dessen Beweiswert etwas zu 
ändern vermögen.

5.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass trotz "ungerichteter" Steh- und Gehunsi-
cherheit und einem Kraftverlust der Beine keine neurologische Abklärung vorgenommen 
worden sei. Hierzu ist festzuhalten, dass sich dem Gutachten und den bisherigen ärztli-
chen Berichten keine relevanten Hinweise auf eine neurologische Problematik nach der 
Operation vom 21. November 2016 entnehmen lassen. Vielmehr wurden die seinerzeiti-
gen Beinschmerzen bzw. Gefühlsstörungen und Kribbelparästhesien offenkundig durch 
die Rückenproblematik mit foraminaler Einengung L5/S1 verursacht (siehe dazu u.a. IV-
act. 11 – 6/18 ff.), was mit der am 21. November 2016 erfolgten dorsalen Dekompression 
und Stabilisation jedoch behoben worden ist. In den ambulanten wirbelsäulenchirurgi-
schen Sprechstundenberichten vom 20. Januar, 16. Februar und 29. Juni 2017 wurde 
festgehalten, dass die Beinbeschwerden nicht mehr bestünden, dass sie komplett weg 
seien und dass keine Ausstrahlung in die Oberschenkel und insbesondere kein Sensibili-
tätsdefizit zu verzeichnen sei (IV-act. 12 – 7/10 ff.; 18 – 4/12). Lediglich in der Sprechstun-
de vom 20. April 2017 berichtete die Beschwerdeführerin offenbar von in den rechten 
Oberschenkel ausstrahlenden Beschwerden, die jedoch nicht bis unterhalb des Knies 
gingen; seit Beginn der intensiven Physiotherapie, d.h. seit zwei Wochen, bestünden zu-
sätzlich zirkuläre Schmerzen im Bereich der Oberschenkelmuskulatur rechts (IV-act. 18 – 
11/12). Auf den im Bericht vom 29. Juni 2017 erwähnten Verdacht auf eine Spondylolyse 
L4/5 folgte am 14. März 2018 eine Abklärung mittels MRI LWS, die eine Chondrose L4/5 
ergab; eine Kompression oder Schwellung der Nervenwurzel L5 links konnte dabei nicht 
festgestellt werden (IV-act. 33 – 2/4). 

Auch in den bis zum Verfügungserlass vom 1. März 2019 erstellten Berichten der Klinik 
D.________ lässt sich nichts finden, was auf eine neurologische Problematik hindeuten 
würde, obwohl die Behandler offenkundig allseitig untersucht und verschiedene 
Behandlungsansätze verfolgt haben. Die neurologische Fachkompetenz ist in der Klinik 
D.________ ohne Frage vorhanden und hätte ohne Weiteres für zusätzliche 
neurologische Abklärungen herangezogen werden können, sofern solche sich aufgedrängt 
hätten. Bemerkenswert war beim ersten Aufenthalt in der Klinik D.________ vom 6. April 

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bis 3. Mai 2017 im Übrigen beispielsweise eine Verschlechterung beim 6-Minuten-Gehtest 
um rund 15 % trotz Therapie, wobei der Puls während der Durchführung notabene keinen 
Anstieg verzeichnete, was auch an der Motivation der Beschwerdeführerin zweifeln lässt. 
Im Rahmen der ambulanten Konsultation vom 13. April 2018 wurden beim neurologischen 
Status keine wesentlichen Probleme erwähnt (IV-act. 39 - 2/2). Im ärztlichen Kurzbericht 
vom 18. April 2019 – mithin nach Verfügungserlass und daher grundsätzlich auch nicht 
mehr zu berücksichtigen – werden als Rehabilitationsdiagnosen des Klinikaufenthalts vom 
1. bis 21. April 2019 Schmerzen mit Ausweitung u.a. nach ventralem Oberschenkel rechts, 
neuropathisch, erwähnt, ohne dass neurologische Abklärungen erfolgt oder auch nur 
angedacht worden wären.

Im Weiteren hat sich nicht einmal die Hausärztin Dr. E.________ bisher veranlasst gese-
hen, eine solche neurologische Untersuchung in die Wege zu leiten, was doch nahelie-
gend gewesen wäre. In den verschiedenen Arztberichten, bei denen sie der Beschwerde-
führerin stets eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte, beschreibt sie den Gesund-
heitszustand meist als stationär mit chronischen Schmerzen bei unveränderten Befunden, 
ohne eine neurologische Problematik zu erwähnen (IV-act. 18 – 2/12, 34 – 1/4 und 42 – 
1/2). 

Die Resilienz (d.h. die psychische Widerstandskraft) sei – so die Beschwerdeführerin 
schliesslich – im Gutachten nicht diskutiert worden. Dieser Vorhalt ist unzutreffend. Bei der 
Abhandlung und im Rahmen des Indikatorenkatalogs ist genau diese Resilienz, wenn 
auch ohne diesen Begriff wörtlich zu verwenden, einlässlich diskutiert worden.

5.3 Die Rügen, welche die Beschwerdeführerin gegen das bidisziplinäre Gutachten 
vorgebracht hat, sind allesamt nicht stichhaltig und vermögen daher den Beweiswert des 
Gutachtens nicht zu entkräften. Auf das Gutachten kann folglich vollumfänglich abgestellt 
werden, wobei die von Dr. R.________ formulierten Einschränkungen für schwerere 
Tätigkeiten und unter Beachtung der Rückenergonomie zu berücksichtigen sind.

5.4 Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren, dass die Haushaltsabklärung vor zwei 
Jahren erfolgt und damit nicht mehr aktuell sei. Diese Rüge ist nicht stichhaltig, da sich 
seit der am 20. November 2017 vorgenommenen Abklärung durch L.________ am 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nichts Wesentliches geändert hat. 
L.________ wird seit etlichen Jahren mit Haushaltsabklärungen beauftragt und ist eine 
sehr erfahrene und qualifizierte Fachperson, weshalb ihre Berichterstattung eine 

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geeignete und auch genügende Grundlage zur Bestimmung der gesundheitlichen 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt bildet (siehe dazu Art. 69 Abs. 2 
IVV und auch Rz. 3084 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung, KSIH, in der im Abklärungszeitpunkt bzw. bis 31. Dezember 2017 
noch geltenden Fassung; Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2017 vom 12. Juli 2018 
Erw. 4.2 ff. mit zahlreichen Hinweisen). L.________ konnte bei ihrer Abklärung keine 
wesentlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt feststellen, wobei sie 
auch darauf hinwies, dass die meisten Aufgaben von den im gleichen Haushalt lebenden 
Familienangehörigen (insbesondere dem Sohn und auch der Tochter) erledigt würden, 
was sie auch unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht als durchaus zumutbar 
bewertete. Auch wenn der Abklärungsbericht anderthalb Jahre vor der angefochtenen 
Verfügung erstattet wurde, muss keine neue Abklärung in Auftrag gegeben werden, da die 
Verhältnisse offensichtlich gleichgeblieben sind und sich die Dres. B.________ und 
C.________ in ihrem Gutachten auch zur Tätigkeit im Haushalt geäussert haben und 
dabei keine wesentlichen Einschränkungen feststellen konnten, was insbesondere 
hinsichtlich der psychischen Problematik mehr zu gewichten ist als die 
Haushaltsabklärung vor Ort, die vor allem für die Erhebung körperlicher Einschränkungen 
geeignet und prädestiniert ist. Konkrete weitere Beanstandungen am Haushaltsbericht hat 
die Beschwerdeführerin nicht vorgebracht. 

5.5 Die Stellungnahme der Hausärztin Dr. E.________ vom 24. Juni 2019 ist erst im 
Rahmen des Beschwerdeverfahrens und nach Verfügungserlass eingereicht worden und 
kann daher grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt werden. Allerdings vermag sie auch 
sonst nichts Neues beizutragen, da ja auch im Gutachten eine chronische Schmerzstö-
rung mit somatischen und psychischen Faktoren fachärztlich diagnostiziert worden ist. 
Dass sie der Beschwerdeführerin seit Februar 2016 und damit seit vielen Monaten eine 
durchgehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte, ist wohl nicht zuletzt der Tatsache 
geschuldet, dass sie als behandelnde Hausärztin mit besonderem Vertrauensverhältnis 
zur Patientin den geklagten Beschwerden Glauben zu schenken und diese als Fakten 
hinzunehmen hat (s. Erw. 3.3 vorstehend).

5.6 In Würdigung all dieser Berichte steht somit fest, dass die Beschwerdeführerin 
nach verheilter Rückenoperation spätestens im September 2017 – nach Ablauf des Warte-
jahres per Februar 2017 und dem Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs – wieder zu 
100 % arbeitsfähig geworden ist. Dabei zu berücksichtigen sind allerdings die von RAD-
Arzt Dr. R.________ beschriebenen Einschränkungen betreffend die Art einer zumutbaren 

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Tätigkeit; hier ist ihm zu folgen, soweit er körperlich schwere bis überwiegend mit-
telschwere Tätigkeiten und Arbeiten in Zwangshaltungen (wie etwa Reinigungsarbeiten) 
als nicht mehr zumutbar erachtet und daher ausschliesst. 

6. Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ist vorab die Statusfrage zu klären. Dass 
die IV-Stelle von einer 50%igen Erwerbstätigkeit und einer 50%igen Tätigkeit im Aufga-
benbereich Haushalt ausgeht, wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstan-
det und fällt in Berücksichtigung der Vorgeschichte und der Lebensumstände eher zu ih-
ren Gunsten aus. Der Sohn der Beschwerdeführerin hat im Rahmen der Haushaltsabklä-
rung zwar nach Nachfrage bei der Mutter erklärt, dass sie im Gesundheitsfall aus finanziel-
len Gründen eine volle Erwerbstätigkeit ausüben würde. Die Beschwerdeführerin hat in-
dessen – wie sich dem Auszug aus dem Individuellen Konto entnehmen lässt (IV-act. 9) – 
offensichtlich zu keiner Zeit eine 100%-Erwerbstätigkeit ausgeübt und zwar auch nicht bei 
voller Gesundheit und vor Beginn der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ungefähr im 
Jahr 2016. Ihre Einsätze bewegten sich vielmehr im Stundenbereich; nach eigenen Anga-
ben hat sie in den Jahren vor den gesundheitlichen Problemen um die 40 Std. monatlich 
gearbeitet, wobei sie im Oktober 2013 sogar über 60 Std. gearbeitet habe, was in diesem 
Monat einem Pensum von kaum einem Drittel entspricht (IV-act. 19 – 3/10). Dass sie als 
Gesunde keiner vollen Erwerbstätigkeit nachgegangen war, kann auch nicht allein daran 
gelegen haben, dass ihr einfach kein grösseres Pensum angeboten worden sei, wie sie 
selber glaubhaft machen will. Der Ehemann ist offenbar bereits seit Jahren arbeitslos und 
ausgesteuert, sodass aus finanziellen Gründen bereits früher die Notwendigkeit bestanden 
hätte, den Stundeneinsatz auszuweiten. Von aktiven Bemühungen, ein höheres Pensum 
zu erreichen, ist nicht die Rede und solche werden auch gar nicht geltend gemacht. Auch 
die Betreuung ihrer Kinder mit Jahrgang 1987, 1990, 1991 und 1993 dürfte sie nicht von 
einem höheren Pensum abgehalten haben, da diese in der fraglichen Zeit schon mehr 
oder weniger erwachsen und selbständig waren und ihre Betreuung dementsprechend 
nicht mehr notwendig oder zumindest nicht mehr allzu intensiv gewesen sein dürfte. Selbst 
die bescheidenen oder gar fehlenden Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin hätten 
einen zeitlich ausgedehnteren Einsatz zugelassen und nicht unmöglich gemacht, nachdem 
sie doch als Reinigungsmitarbeiterin beschäftigt worden war. Ob sie tatsächlich – wie be-
hauptet – Analphabetin ist, ist unklar, wurde in der IV-Anmeldung doch immerhin ein Be-
such der Schule im Kosovo angegeben (IV-act. 1 – 5/8) und im Lebenslauf werden eben-
falls vier Jahre Primarschule erwähnt (IV-act. 23). Diese Angaben müssen wohl von ihr 
selber stammen, auch wenn sie diese nicht selber niedergeschrieben hat. Selbst wenn sie 
Analphabetin wäre, würde dies intellektuell einfache Tätigkeiten noch keineswegs generell 

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ausschliessen. Dementsprechend ist, wie es die Vorinstanz getan hat, bei der Statusfrage 
von einer 50%igen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit in einer der Rückenproblematik an-
gepassten Beschäftigung auszugehen.

7. Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass die IV-Stelle alle notwendigen 
Abklärungen vorgenommen hat, sodass die Anträge der Beschwerdeführerin auf weitere 
Abklärungen bezüglich Haushaltes und Neurologie abzuweisen sind. Die Beschwerdefüh-
rerin ist nach abgeheilter Rückenoperation spätestens ab September 2017 wieder voll ar-
beitsfähig für leidensangepasste Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen. Es steht zu Gunsten 
der Beschwerdeführerin auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass sie bei vol-
ler Gesundheit und in Berücksichtigung der angespannten finanziell-familiären Situation 
einer ausserhäuslichen Tätigkeit im Umfang von maximal 50 % nachgehen würde. Die 
fehlenden Deutschkenntnisse und der behauptete Analphabetismus dürften das Finden 
einer Arbeitstätigkeit zwar erschweren, nicht aber von vornherein ausschliessen, da auch 
leichte Tätigkeiten nachgefragt werden, die keine besonderen Sprachkenntnisse oder gar 
schriftliches Arbeiten voraussetzen. Im Aufgabenbereich Haushalt ist die Beschwerdefüh-
rerin ebenfalls nicht eingeschränkt, soweit es sich dabei nicht um Arbeiten wie von RAD-
Arzt Dr. R.________ beschrieben handelt. Schwerere Arbeiten im Haushaltsbereich 
werden gemäss Haushaltsabklärung unter Berücksichtigung der Schadenminderungs-
pflicht zumutbarerweise durch Familienangehörige übernommen. Die Berechnungen des 
Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle halten einer summarischen Prüfung ohne weiteres 
stand – auch wenn der Leidensabzug von 5 % als eher grosszügig zu qualifizieren ist – 
und werden im Übrigen von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstandet. Der 
Invaliditätsgrad beträgt daher ab 1. September bis 31. Dezember 2017 1 % und ab 1. Ja-
nuar 2018 (seit der geänderten IV-Verordnung) 25 %, was einen Rentenanspruch aus-
schliesst. Die Beschwerde erweist sich mithin als vollumfänglich unbegründet und muss 
abgewiesen werden. 

8. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 14. Mai 2019 die unentgeltliche 
Prozessführung gewährt worden, weshalb ihr für das vorliegende Verfahren in Abwei-
chung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Kosten aufzuerlegen sind. Eine Parteientschädigung 
ist der ohnehin nicht anwaltlich vertretenen und vollumfänglich unterliegenden Beschwer-
deführerin nicht zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), 
an die IV-Stelle Zug und an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 16. Juni 2020

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am