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**Case Identifier:** 16feb091-80be-5f43-9e7f-7b801142c342
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.11.2014 200 2014 242
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-242_2014-11-14.pdf

## Full Text

200 14 242 IV
SCJ/COC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. November 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 17. Februar 2011 bei der Invalidenversicherung (IV) unter 
Hinweis auf ein operiertes linkes Knie (Kunstgelenk, Arthrose) und eine 
Thrombose sowie eine Venenentzündung im linken Bein zum Leistungsbe-
zug in Form von Massnahmen für die berufliche Eingliederung an (Akten 
der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Nach medizinischen und erwerblichen Er-
hebungen verneinte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit 
Mitteilung vom 14. Oktober 2011 (AB 15) einen Anspruch der Versicherten 
auf berufliche Massnahmen, da medizinische Massnahmen und Abklärun-
gen betreffend das Knie im Vordergrund ständen.

Nach weiteren medizinischen Erhebungen und insbesondere nach Einho-
lung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der 
IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (AB 41) stellte die IVB der Versicherten 
mit Vorbescheid vom 11. November 2013 (AB 42) bei einem ermittelten 
Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 100% die Zusprache einer vom 1. August bis 
am 31. Dezember 2012 befristeten ganzen IV-Rente in Aussicht. Mit die-
sem Vorbescheid zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden und erhob 
am 25. November 2013 Einwand (AB 43).

Nach Einholung einer weiteren Stellungnahme des RAD (AB 47) sprach die 
IVB der Versicherten mit Verfügung vom 27. Februar 2014 (AB 50) – wie im 
Vorbescheid vom 11. November 2013 angekündigt – eine vom 1. August 
bis am 31. Dezember 2012 befristete ganze IV-Rente zu. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 11. März 2014 Beschwerde. Dabei 
zeigte sie sich sinngemäss mit der Befristung der Rentenzusprache nicht 
einverstanden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2014 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Replik vom 3. Juni 2014 liess die Beschwerdeführerin, nunmehr vertre-
ten durch Rechtsanwalt B.________, an ihrer Beschwerde festhalten. Die 
Beschwerdegegnerin bestätigte ihrerseits in der Duplik vom 10. Juli 2014 
den Antrag auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. August 2014 machte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdeführerin auf eine mögliche Schlechterstellung 
(reformatio in peius) aufmerksam und bot ihr bis am 8. September 2014 
Gelegenheit zur Stellungnahme resp. zum Rückzug der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 2. September 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer 
Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. Februar 2014 
(AB 50), mit welcher eine von August bis Dezember 2012 befristete ganze 
IV-Rente zugesprochen worden ist. 

Die Beschwerdeführerin beanstandet sinngemäss einzig die Befristung der 
Rente. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; vgl. diesbezüglich bereits die pro-
zessleitende Verfügung vom 7. August 2014). Folglich ist vorliegend der 
grundsätzliche Anspruch auf eine IV-Rente, unter Einschluss der unbestrit-
ten gebliebenen Zusprechung einer ganzen Invalidenrente von August bis 
Dezember 2012, zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Verfügungen frei und ist 
an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 
S. 132).  

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2.5.2 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, 
des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs ist für die 
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu 
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussicht-
lich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord-
nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]). 

2.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente 
zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 
anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 5. Mai 2011, 9C_996/2010, E. 8 mit Hinweisen).

3.

3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 24. März 2011 (AB 10) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ins-
besondere eine Osteonekrose medialer Femurcondylus Knie links und ei-
nen Status nach Implantation einer Knie-Hemiprothese medial links am 
29. Oktober 2010 (S. 2 Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin klage bis heute 
über ein Kraftdefizit und Restbeschwerden im operierten Kniegelenk. Sie 
hinke noch, gebe allerdings eine deutliche Verbesserung der Beschwerden 
im Vergleich zu präoperativ an. Weiter attestierte der Arzt vom 7. Oktober 
2010 bis am 10. April 2011 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3 Ziff. 1.4 
und 1.6). Aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit des linken Kniege-
lenks sei die Beschwerdeführerin ab dem 11. April 2011 in ihrer ange-

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stammten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Danach sei eine volle Arbeitstätig-
keit vorgesehen (S. 4 Ziff. 1.7).

3.1.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
diagnostizierte im Bericht vom 6. April 2011 (AB 12) mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit eine Gonarthrose links sowie einen Status nach Teil-
meniskektomie links und nach Implantation einer Knie-Hemiprothese links 
(S. 2 Ziff. 1.1). Es bestünden noch eine leichte Schwellung und eine Dolenz 
(am linken Knie). Ferner attestierte der Arzt vom 7. Oktober 2010 bis am 
10. April 2011 eine 100%-ige und ab dem 11. April 2011 eine 50%-ige Ar-
beitsunfähigkeit (S. 3 Ziff. 1.4 und 1.6). Die bestehende leichte Gehbehin-
derung und die verminderte Belastbarkeit des linken Knies seien hinderlich 
bei der angestammten Tätigkeit in .... Am 11. April 2011 sei eine Arbeits-
aufnahme zu 50% geplant (S. 4 Ziff. 1.7). 

Im weiteren Verlauf attestierte Dr. med. D.________ vom 11. April 2011 bis 
auf weiteres eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 16, 22 S. 5).

3.1.3 Im Bericht des Spitals G.________ vom 2. März 2012 (AB 22 
S. 2 ff.) wurde eine Oligoarthritis unklarer Ätiologie, eine Varikosis beidseits 
und eine Adipositas diagnostiziert. Klinisch fände sich eine ausgeprägte 
Druckschmerzhaftigkeit über den Knien beidseits, jedoch auch an anderen 
Körperstellen. Ein Erguss habe nicht festgestellt werden können (S. 2). Seit 
der Operation vom Oktober 2010 sei die Beschwerdeführerin bezüglich des 
linken Knies bis vor ungefähr zwei Wochen beschwerdefrei gewesen. Seit 
drei Monaten bestünden nun auch Schmerzen und anamnestisch Schwel-
lungen im rechten Knie. Dieses sei im Juni 2011 punktiert und anschlies-
send infiltriert worden (S. 3).

3.1.4 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Bericht vom 13. Juli 2012 
(AB 24 S. 1) einen Verdacht auf eine Lockerung des tibialen Prothesen-
anteils Hemiprothese links sowie persistierende Schmerzen bei Status 
nach Implantation einer medialen Hemiprothese Knie links bei Osteo-
nekrose. Obschon er der Überzeugung sei, dass gewisse psychische Fak-
toren in der Schmerzentwicklung ebenfalls eine Rolle spielten, müsse er 
unter Berücksichtigung des szintigrafischen Befundes doch auch eine or-

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ganische Ursache für die Schmerzen in Betracht ziehen. Deshalb empfehle 
er den Wechsel auf eine Vollprothese. 

Im Bericht vom 24. Januar 2013 (AB 34 S. 4) diagnostizierte der Arzt einen 
Status nach Wechsel von medialer Hemiprothese auf Totalendoprothese 
Kniegelenk links am 24. August 2012. Der Beschwerdeführerin gehe es 
besser, allerdings sei sie unter Belastung nicht schmerzfrei. Das Kniege-
lenk links weise eine deutlich atrophische Muskulatur auf. Die Beweglich-
keit sei recht gut mit vollständiger Extension und Flexion bis 120°. Der 
Kapselbandapparat sei stabil. Es bestehe eine Druckdolenz vor allem im 
Bereich des Pes anserinus und des medialen Seitenbandapparates. Weiter 
attestierte der Arzt ab dem 1. Januar bis am 30. Juni 2013 eine 50%-ige 
Arbeitsunfähigkeit. Danach rechne er mit einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit. 

Im Bericht vom 26. Januar 2013 (AB 34 S. 3) erachtete Dr. med. 
C.________ rein sitzende Tätigkeiten zu 100% möglich.

Im Bericht vom 21. August 2013 (AB 39) diagnostizierte Dr. med. 
C.________ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Kniege-
lenkschmerzen unklarer Ätiologie nach Implantation einer Knietotalendo-
prothese links (S. 1). Es bestünden körperliche Einschränkungen im Sinne 
von Schmerzen und Belastungseinschränkung des operierten linken Knie-
gelenks. Die Beschwerdeführerin könne weder länger stehen noch knien 
noch länger sitzende oder hockende Arbeiten durchführen. Wechselnde 
Tätigkeiten mit wenig Laufpensum und Möglichkeiten zum Ausruhen durch 
längere sitzende Abschnitte sollten möglich sein. Die Gehstrecke sei im 
Prinzip uneingeschränkt, wenn auch mit Schmerzen verbunden. Mit redu-
ziertem Arbeitstempo sei ein Arbeitspensum von vier bis sechs Stunden 
täglich möglich. Gewichte heben, Tragen von mittelschweren Gegenstän-
den, langes Stehen sowie die bisherige Tätigkeit als ... seien nicht mehr 
zumutbar (S. 3). Aus orthopädischer Sicht existierten keine weiteren The-
rapiemöglichkeiten. Die Prognose sei schlecht (S. 4). Schliesslich attestier-
te der Arzt vom 24. August bis am 31. Dezember 2012 eine 100%-ige und 
vom 1. Januar bis am 30. Juni 2013 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2). 

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, für Tropen- und Reisemedizin sowie für Allge-

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meine Innere Medizin FMH, führte im Aktenbericht vom 27. September 
2013 (AB 41 S. 3) aus, es könne von einem stabilen Gesundheitszustand 
ausgegangen werden. Auf die Beurteilung von Dr. med. C.________ im 
Bericht vom 3. Juli 2013 (richtig: 21. August 2013; AB 39), in welchem die-
ser ein Pensum von vier bis sechs Stunden als zumutbar erachtet habe, 
könne nicht abgestellt werden. Dieser habe nicht begründet, warum nicht 
ein volles Pensum möglich sein solle. Zudem schreibe er, die persistieren-
den Schmerzen seien nicht objektiv begründbar, und er spreche im Bericht 
vom 13. Juli 2013 (AB 24 S. 1) von einer psychischen Überlagerung der 
Schmerzen. Weiter gab der RAD-Arzt an, die Beweglichkeit des Kniege-
lenks sei gut und es bestünden keine Lockerung der Prothese und kein 
Infekt. Die Schmerzen könnten durch wiederholte Infiltrationen an ver-
schiedenen Lokalisationen nicht beeinflusst werden, was eine objektivier-
bare Ursache der Beschwerden zu diesem Zeitpunkt in Frage stelle. Der 
RAD-Arzt kam zum Schluss, die bisherige Tätigkeit als ... (vorwiegend ste-
hen, gehend, Lasten bis 20kg) sei noch zu 50% zumutbar. Eine angepass-
te Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend, vorwiegend sitzend, Las-
ten nur bis 10kg wenige Male, repetitiv bis 5kg, ohne längeres Gehen und 
Stehen von mehr als 30 Minuten am Stück, ohne Arbeiten in kniender oder 
kauernder Position) sei zu einem ganzen Pensum zumutbar mit einer we-
gen vermehrter Pausen reduzierter Leistung von 90%. Dieses Zumutbar-
keitsprofil gelte vom 11. April 2011 bis zum 22. August 2012 und ab 1. Ja-
nuar 2013 bis auf weiteres. Vom 7. Oktober 2010 bis am 10. April 2011 und 
vom 23. August bis am 31. Dezember 2012 habe auch in einer angepass-
ten Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. 

3.1.6 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Bericht vom 13. November 
2013 (AB 45 S. 2 f.) gestützt auf zwei bildgebende Untersuchungen eine 
szintigrafische Mehranreicherung im medialen Tibiaplateau links unklarer 
Ätiologie. Die Schmerzen der Beschwerdeführerin könnten durchaus mit 
der im Szintigramm sichtbaren Mehranreicherung des medialen Tibia-
plateaus vereinbar sein. Die Behandlung hierzu sei schwierig, denn ein 
erneuter Wechsel der tibialen Komponente wäre im jungen Alter der Be-
schwerdeführerin sicher zu vermeiden. Gute Erfahrungen seien durch Infu-
sionen von Biphosphonaten berichtet worden, da sich hierdurch auch ge-
stresster Knochen noch einmal erholen könnte (S. 2). Um das mediale Ti-

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biaplateau zu entlasten, wären zusätzlich valgisierende Schuheinlagen 
indiziert. Erst wenn alle konservativen Massnahmen fehlgeschlagen seien, 
müsse nochmals über eine Revision, zumindest der tibialen Komponente, 
nachgedacht werden (S. 3). 

3.1.7 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
attestierte der Beschwerdeführerin im Bericht vom 20. November 2013 
(AB 45 S. 1) wegen der Knieerkrankung und mehrfachen Operationen ak-
tuell eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50%. Zudem erachtete er eine 
Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Beschwerdegegnerin als an-
gezeigt.  

3.1.8 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ nahm am 11. Dezember 2013 
(AB 47) im Rahmen des Vorbescheidverfahrens zum Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin nochmals Stellung. Mit den Berichten der 
Dres. med. C.________ und F.________ vom 13. und 20. November 2013 
habe sich in der Funktionalität nichts geändert. Nach wie vor bestehe eine 
belastungsabhängige Einschränkung des linken Kniegelenks wegen 
Schmerzen. Dies bei guter Beweglichkeit. Das vom RAD aufgestellte Zu-
mutbarkeitsprofil berücksichtige diese Einschränkung. Es seien diesbezüg-
lich keine neuen Gesichtspunkte dazugekommen, so dass an den Aussa-
gen des RAD festgehalten werden könne. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

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nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf den Aktenbericht des RAD-Arztes Dr. med. E.________ 
vom 27. September 2013 (AB 41) gestützt.

3.3.1 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes resp. der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von Oktober 2010 bis Dezember 2012 hat der RAD-Arzt 
schlüssig und nachvollziehbar begründet, weshalb die Beschwerdeführerin 
in ihrer angestammten Tätigkeit als ... (aufgrund der bestehenden Kniege-
lenksbeschwerden links) nur noch zu 50%, dagegen in einer angepassten 
Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend, vorwiegend sitzend, Lasten 
nur bis 10kg wenige Male, repetitiv bis 5kg, ohne längeres Gehen und Ste-
hen von mehr als 30 Minuten am Stück, ohne Arbeiten in kniender oder 
kauernder Position) zu 100% arbeitsfähig ist mit einer reduzierter Leistung 
von 90%. Ferner hat der RAD-Arzt dargelegt, dass – im Zusammenhang 
mit den Operationen vom 29. Oktober 2010 (vgl. AB 10) und 24. August 
2012 (vgl. AB 34 S. 4) – vom 7. Oktober 2010 bis am 10. April 2011 und 
vom 23. August bis am 31. Dezember 2012 sowohl in der angestammten 
wie auch in einer angepassten Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden hat. Diesbezüglich erfüllt der Aktenbericht die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Die 

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Einschätzung steht im Einklang mit den vorliegenden medizinischen Akten 
und wird von den Parteien nicht bestritten. Darauf ist abzustellen.

3.3.2 Soweit der RAD-Arzt geltend macht, dass die Beschwerdeführerin 
ab Januar 2013 bis auf weiteres in einer angepassten Tätigkeit zu 100% 
arbeitsfähig ist mit einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 90%, erfüllt der 
Aktenbericht vom 27. September 2013 (AB 41) die von der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) jedoch nicht. Denn diese Be-
urteilung findet keinen genügenden Rückhalt in den vorliegenden medizini-
schen Akten. Zwar ist Dr. med. C.________ im Bericht vom 26. Januar 
2013 (AB 34 S. 3) auch davon ausgegangen, dass eine rein sitzende 
Tätigkeit zu 100% möglich sei. Und auch im Bericht vom 24. Januar 2013 
(AB 34 S. 4) rechnete er – zumindest ab Juni 2013 – mit einer 100%-igen 
Arbeitsfähigkeit. Aus den weiteren Berichten des Facharztes geht jedoch 
hervor, dass der Heilungsverlauf nach der Operation vom 24. August 2012 
nicht so verlaufen ist, wie er ursprünglich angenommen hatte. So hat 
Dr. med. C.________ im Bericht vom 21. August 2013 (AB 39) seine bishe-
rige Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit relativiert. Er erachtete nunmehr eine 
angepasste Tätigkeit (wechselnd, mit wenig Laufpensum, mit Möglichkeit 
zum Ausruhen durch längere sitzende Abschnitte, ohne Gewichte heben, 
ohne Tragen von mittelschweren Gegenständen, ohne langes Stehen) zu 
vier bis sechs Stunden am Tag mit reduziertem Arbeitstempo möglich. Die 
bisherige Tätigkeit als ... sei nicht mehr zumutbar (AB 39 S. 3). Zudem wies 
Dr. med. C.________ im Bericht vom 13. November 2013 (AB 45 S. 2 f.) 
darauf hin, dass die weiterhin bestehenden Schmerzen der Beschwerde-
führerin durchaus mit der im (neu durchgeführten) Szintigramm sichtbaren 
Mehranreicherung des medialen Tibiaplateaus – welche im Übrigen bereits 
in der Szintigrafie vom 10. Juni 2013 festgestellt wurde (AB 39 S. 7) – ver-
einbar seien. Auch Dr. med. F.________ hat im Bericht vom 20. November 
2013 (AB 45 S. 1) – gestützt auf den Bericht von Dr. med. C.________ vom 
13. November 2013 (AB 45 S. 2 f.) – eine Arbeitsunfähigkeit von mindes-
tens 50% attestiert und eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit als ange-
zeigt erachtet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 13

Aufgrund dieser Berichte der behandelnden Ärzte wird die Beurteilung des 
RAD-Arztes in Zweifel gezogen, weshalb vorliegend (hinsichtlich der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit ab Januar 2013) nicht auf dessen Bericht ab-
gestellt werden kann (BGE 135 V 465 E. 4.4 – 4.6 S. 469). Hinzukommt, 
dass der RAD-Arzt seine Beurteilung abgegeben hat, ohne dass ihm der 
Operationsbericht vom 24. August 2012 zur Verfügung gestanden hat. Die 
Aktenbeurteilung erfolgte somit nicht gestützt auf die vollständigen Akten, 
weshalb bereits deshalb nicht auf diese abgestellt werden kann (vgl. E. 3.2 
hiervor). Darüber hinaus erscheint es fraglich, ob unter den gegebenen 
Umständen der Verzicht auf eine persönliche Untersuchung durch den 
RAD-Arzt überhaupt zulässig war.

Vorliegend kann aber für die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit der Beschwerdeführerin ab Januar 2013 auch nicht abschliessend auf 
den Bericht des Dr. med. C.________ vom 21. August 2013 (AB 39) abge-
stellt werden. Denn eine nachvollziehbare Begründung, warum die Be-
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu vier bis sechs Stunden 
täglich arbeitsfähig ist, fehlt in diesem Bericht. 

3.4 Nach dem Dargelegten kann vorliegend keine abschliessende Beur-
teilung der medizinischen Situation ab Januar 2013 bzw. deren Auswirkung 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorgenommen werden. Deshalb hat 
die Beschwerdegegnerin diesbezüglich den medizinischen Sachverhalt 
weiter fachärztlich abklären zu lassen. Die Fachärzte haben sich dabei ins-
besondere zum Zumutbarkeitsprofil sowie zur Arbeits- und Leistungsfähig-
keit der Beschwerdeführerin (ab Januar 2013) zu äussern. 

Die Beschwerde ist folglich den Rentenanspruch ab Januar 2013 betref-
fend gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2014 
diesbezüglich aufzuheben. Die Akten sind an die Beschwerdegegnerin zur 
Vornahme der zuvor geschilderten Abklärungen zurückzuweisen. Ansch-
liessend hat sie über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin ab 
Januar 2013 neu zu verfügen. Diesbezüglich bleibt darauf hinzuweisen, 
dass bei einer allfälligen Befristung der Rente zusätzlich die Bestimmung 
von Art. 88a Abs. 1 IVV zu beachten sein wird, wonach eine Verbesserung 
der medizinischen Situation in der Regel erst zu berücksichtigen ist, nach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 14

dem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (vgl. 
E. 2.5.2 hiervor). 

3.5 Betreffend der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin von Oktober 2010 bis Dezember 2012 ist – wie zuvor dargelegt wurde 
(vgl. 3.3.1 hiervor) – vom 7. Oktober 2010 bis am 10. April 2011 sowie vom 
23. August bis am 31. Dezember 2012 von einer 100%-igen Arbeitsun-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Vom 11. April 2011 
bis am 22. August 2012 bestand in einer angepassten Tätigkeit eine 100%-
ige Arbeitsfähigkeit mit einer 90%-igen Leistungsfähigkeit. 

Gestützt darauf ist nachfolgend der IV-Grad (hinsichtlich dem Gesundheits-
zustand resp. der Arbeitsfähigkeit bis am 31. Dezember 2012) mittels Ein-
kommensvergleichs zu bestimmen:

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 15

sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). 

4.3 Vorliegend ist ab dem 7. Oktober 2010 eine 100%-ige resp. ab dem 
11. April 2011 bis am 22. August 2012 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.3.1 und 3.5 hiervor). 
Unter Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im Februar 
2011 (AB 1) ist der frühest mögliche Rentenbeginn somit in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf Oktober 2011 festzusetzen. 
Auf diesen Zeitpunkt hin ist mittels Einkommensvergleichs zu prüfen, ob ein 
Rentenanspruch ausgewiesen ist:

4.3.1 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten anzunehmen, dass die 
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit weiterhin an ihrem angestamm-
ten Arbeitsplatz als ... in unverändertem Umfang tätig wäre, weshalb das 
Valideneinkommen aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – erzielten Loh-
nes festzusetzen ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 16

Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 
hätte diese im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 4‘057.05 im Monat erzielt 
(AB 11 S. 2 Ziff. 16). Dies ergibt ein jährliches Valideneinkommen von 
Fr. 52‘741.65 (Fr. 4‘057.05 x 13).

4.3.2 Da die Beschwerdeführerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die 
LSE 2010 zu ermitteln (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Der Beschwerdeführerin ist eine angepasste Tätigkeit zu 100% zumutbar 
mit einer Leistungsminderung von 10% (vgl. E. 3.3.1 und 3.5 hiervor). Des-
halb ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invali-
deneinkommen gestützt auf das Total des Anforderungsniveaus 4 (einfa-
che und repetitive Tätigkeiten) der Tabelle TA1 festgelegt hat. Der mass-
gebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt dabei Fr. 4‘225.--. Auf 
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt für 
Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Total) und auf das massgebende Jahr 2011 aufgerechnet, resultiert 
daraus ein jährliches Einkommen von Fr. 53‘383.30 (Fr. 4‘225.-- : 40 x 41.7 
x 12 : 100 x 101; vgl. BFS, Nominallöhne 2010 – 2013, Tabelle T1.2.10, 
Total). Unter Berücksichtigung der 90%-igen Leistungsfähigkeit, ergibt dies 
ein Einkommen von Fr. 48‘044.95 (Fr. 53‘383.30 x 0.9) im Jahr.

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 20% (AB 50 
S. 6) trägt allen einkommensbeeinflussenden gesundheitsbedingten Aspek-
ten genügend Rechnung. Ein anderweitiger persönlicher oder beruflicher 
Umstand, der einen höheren Abzug rechtfertigte, ist nicht ersichtlich. Damit 
ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 38‘435.95 (Fr. 48‘044.95 x 0.8) 
im Jahr.

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 52‘741.65 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 38‘435.95 resultiert ein IV-Grad von gerundet 27% 
(zur Rundung: BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3). Somit besteht ab 
Oktober 2011 kein Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor).

4.4 Zu prüfen bleibt, ob im Zusammenhang mit der ab dem 23. August 
2012 bestehenden 100%-igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 17

auch in einer leidensangepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.3.1 und 3.5 hiervor) 
ein Rentenanspruch entstanden ist. 

Nach Art. 28 i.V.m. Art. 29 IVG entsteht der Anspruch auf eine ganze 
Invalidenrente, wenn die versicherte Person während eines Jahres 
durchschnittlich mindestens zu 70% arbeitsunfähig gewesen und weiterhin 
in mindestens gleichem Umfang, somit wenigstens 70%, invalid ist. Die 
durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jah-
res und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit 
müssen kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforder-
lichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden 
Umfang zugesprochen werden kann (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 2. Dezember 2008, 9C_718/2008, E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. dazu 
auch ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
2. Aufl. 2010, S. 362; vgl. diesbezüglich bereits die prozessleitende Verfü-
gung vom 7. August 2014). 

Da im vorangegangenen Wartejahr ab August 2011 keine 70%-ige, son-
dern eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist (vgl. E. 3.3.1 und 3.5 
hiervor), entstand trotz der seit dem 23. August 2012 attestierten 100%-
igen Arbeitsunfähigkeit – was einen IV-Grad von 100% ergibt – ab August 
2012 kein Anspruch auf eine ganze, sondern rechtsprechungsgemäss ein 
solcher auf eine halbe IV-Rente. Diese ist nach drei Monaten – und somit 
ab November 2012 – auf eine ganze Rente zu erhöhen (vgl. Art. 88a Abs. 2 
IVV). Nicht massgeblich ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin be-
reits von Oktober 2011 bis Oktober 2012 eine Wartefrist gemäss Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG erfüllt hat (vgl. E. 4.3 hiervor). Denn nach dieser Wartefrist 
ist – wie zuvor dargelegt wurde – kein Rentenspruch entstanden. Somit 
liegt hier kein Fall von Art. 29bis IVV vor, gemäss welchem bei der Berech-
nung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG früher zurückgelegte Zei-
ten angerechnet werden, wenn eine Rente nach Verminderung des 
IV-Grades aufgehoben wurde, dieser jedoch in den folgenden drei Jahren 
wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit 
erneut ein rentenbegründendes Ausmass erreicht.

4.5 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin – entgegen der 
Auffassung der Beschwerdegegnerin – ab August 2012 Anspruch auf eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 18

halbe und (erst) ab November 2012 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Die 
angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2014 ist folglich dahingehend 
abzuändern, als die der Beschwerdeführerin vom August bis Dezember 
2012 zugesprochene ganze IV-Rente von August bis Oktober 2012 auf 
eine halbe IV-Rente herabgesetzt wird. 

Die Voraussetzungen zur Vornahme einer reformatio in peius nach Art. 61 
lit. d ATSG sind vorliegend erfüllt. Das angerufene Gericht hat die Be-
schwerdeführerin mit der prozessleitenden Verfügung vom 7. August 2014 
(in den Gerichtsakten) auf die drohende Schlechterstellung und auf die 
Möglichkeit eines Beschwerderückzugs aufmerksam gemacht.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt sich die hälftige Aufteilung 
der Kosten. Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin von den gericht-
lich auf Fr. 700.-- bestimmten Verfahrenskosten die Hälfte, ausmachend 
Fr. 350.--, zu übernehmen. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits hat im Um-
fang ihres hälftigen Unterliegens Verfahrenskosten von Fr. 350.-- zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der Anteil der Beschwer-
deführerin ist dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.-- zu entneh-
men. Die verbleibenden Fr. 350.-- sind ihr nach Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Die von Rechtsanwalt B.________ mit Kostennote vom 24. Juli 2014 gel-
tend gemachte Parteientschädigung von Fr. 2‘012.25 (inkl. Auslagen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 19

MWSt.) gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdeführerin hat 
somit Anspruch auf eine Parteientschädigung für teilweises Obsiegen in 
der Höhe von total Fr. 1‘006.15 (½ der geltend gemachten Parteientschädi-
gung). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 27. Februar 2014 soweit den Rentenan-
spruch ab Januar 2013 betreffend aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. Weiter wird die 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 27. Februar 2014 dahingehend ab-
geändert, als der Beschwerdeführerin ab dem 1. August bis am 
31. Oktober 2012 eine halbe IV-Rente zugesprochen wird. Im Übrigen 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden den 
Parteien je zur Hälfte, ausmachend je Fr. 350.--, auferlegt. Die von der 
Beschwerdeführerin zu bezahlenden Fr. 350.-- werden dem geleisteten 
Kostenvorschuss entnommen. Nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
werden ihr die darüber hinaus bezahlten Fr. 350.-- des Kostenvor-
schusses zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die hälftigen 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘006.15 (inkl. Auslagen und 
MWSt.), zu ersetzen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt prozessleitender Verfügung vom 7. August 2014 

und Schreiben des Beschwerdeführers vom 2. September 2014)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 20

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2014, IV/14/242, Seite 21

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.