# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eedf9cb9-2d43-5f88-823d-dc46d7fa3d21
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-07-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 09.07.2003 BK 2003 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2003-22_2003-07-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 09. Juli 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 03 22

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuarin ad 
hoc van der Wees.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des A., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, 
Postfach 74, Reichsgasse 71, 7002 Chur,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 12. Mai 
2003, mitgeteilt am 20. Mai 2003, in Sachen gegen B., Beschwerdegegner,

betreffend C.: Skiunfall zum Nachteil von A.,

hat sich ergeben:

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A. Am 1. April 2002, um ca. 13.45 Uhr, ereignete sich im Skigebiet D. 
in C. bei der Bergstation des 6er-Sessellifts E. ein Unfall. Unmittelbar davor fuhr 
B. mit dem voll besetzten Sessellift E. in Richtung Bergstation. Dabei sass er auf 
dem Sessel ganz rechts und hatte vorschriftsgemäss einen Fuss aus der Bindung 
seines Snowboards gelöst. Nachdem er an der Bergstation aus der Bahn gestie-
gen war, bemerkte er, dass sich auf der Ausstiegsfläche mehrere Wintersportler 
befanden. Nach links konnte B. aufgrund seiner Mitfahrer nicht ausweichen. In-
folgedessen versuchte er sodann an A. - der sich im rechten Bereich der Aus-
stiegsfläche ungefähr 5 bis 7 Meter entfernt von der Ausstiegsstelle befand - und 
einer von diesem etwa 50 Zentimeter entfernten Person, links vorbeizufahren. 
Dabei verfing sich die offene, nach aussen gerichtete Bindungsschnalle des 
Snowboards von B. am Skiende von A. und zog dieses mit. Letzterer verlor da-
durch das Gleichgewicht und stürzte. Er zog sich dabei erhebliche Verletzungen 
am Rücken zu, weshalb er auch hospitalisiert werden musste.

B. Am 29. April 2002 stellte A. Strafanzeige gegen B. wegen fahrläs-
siger schwerer Körperverletzung. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden mit Verfügung vom 17. September 2002 zur Klärung dieses Unfalles 
eine Strafuntersuchung in Sachen C.: Skiunfall zum Nachteil von A..

C. Mit Verfügung vom 12. Mai 2003, mitgeteilt am 20. Mai 2003, stellte 
die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung ein. Sie kam zusammenfassend 
zum Schluss, es lasse sich nicht widerlegen, dass B. unverschuldet in eine Si-
tuation gekommen sei, in der ein Unfall aus seiner Sicht kaum vermeidbar gewe-
sen wäre. In der Folge seien ihm mehrere unterschiedlich gefährliche Möglich-
keiten offen gestanden, wobei er sich schliesslich in vertretbarer Weise für die 
erwähnte Variante entschieden habe. Unter diesen Umständen könne ihm im Zu-
sammenhang mit dem zu beurteilenden Unfall keine Sorgfaltspflichtverletzung 
nachgewiesen werden. Dabei könne offen bleiben, ob ein anderes Vorgehen, 
z.B. ein Notsturz mit der Gefahr von Kollisionen mit unter andrem nachfolgenden 
Schneesportlern, bei heutiger bzw. nachträglicher Betrachtung allenfalls zu ei-
nem weniger schwerwiegenden Unfall geführt hätte. 

D. Gegen diese Verfügung  erhob A. mit Eingabe vom 10. Juni 2003 
Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden. 
Seine Rechtsbegehren lauten:

„1. Die Einstellungsverfügung vom 12./20 Mai 2003 sei aufzuheben und 
es sei Anklage zu erheben, eventualiter sei die Untersuchung wieder 
aufzunehmen.

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2. Unter der gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 23. 
Juni 2003 auf eine Vernehmlassung. B. beantragte in seiner Beschwerdeantwort 
vom 23. Juli 2003 die Abweisung der Beschwerde.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie die Erwä-
gungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im Folgenden ein-
gegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. a) Gegen vom Staatsanwalt genehmigte Einstellungsverfügungen 
kann bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Beschwerde geführt wer-
den (Art. 138 StPO). Zur Beschwerdeführung ist legitimiert, wer durch den ange-
fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Auf-
hebung oder Änderung geltend macht; insbesondere kann sich der Geschädigte 
gegen Einstellungsverfügungen beschweren (Art. 139 Abs. 1 StPO). Der Be-
schwerdeführer, der sich durch die Kollision mit B. Körperverletzungen zuzog, ist 
demnach beschwerdelegitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.

b) Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde jedoch insoweit, als der 
Beschwerdeführer beantragt, es sei Anklage zu erheben. Die Beschwerde ist von 
hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen rein kassatorischer Natur. Der 
Beschwerdekammer ist es daher versagt, bei Gutheissung der Beschwerde die 
Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung anzuweisen. Vielmehr liegt es in ihrer 
Kompetenz, nach Rückweisung eines Falles und allenfalls ergänzter Untersu-
chung zu entscheiden, ob anzuklagen oder erneut einzustellen ist. 

2. a) Gemäss Art. 138 StPO kann die Beschwerdekammer angefochtene 
Einstellungsverfügungen nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf Unan-
gemessenheit überprüfen. Bei der Überprüfung der Unangemessenheit eines 
Entscheides soll aber die Beschwerdekammer ihr Ermessen nur dort an die Stelle 
desjenigen der Vorinstanz setzen, wo sich deren Verfügung nicht mit triftigen 
Gründen rechtfertigen lässt (vgl. PKG 1995 Nr. 45). Ebenso muss bei der Beur-
teilung der Rechtmässigkeit oder Angemessenheit einer Einstellungsverfügung 
berücksichtigt werden, dass an den Nachweis der Täterschaft hohe Anforderun-

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gen zu stellen sind. Eine Einstellungsverfügung ist demzufolge dann angemes-
sen und hält der umschriebenen Prüfung stand, wenn aufgrund des Untersu-
chungsergebnisses objektiv oder subjektiv nicht genügend Anhaltspunkte für das 
Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind (vgl. Willy 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auf-
lage, Chur 1996, S. 347 Ziffer 2.1). 

b) Notwendig ist eine sachlich begründbare Auseinandersetzung mit 
dem Resultat der Untersuchung in zweifacher Hinsicht. Zum einen sind die vor-
liegenden Beweise zu werten, das heisst ihr Aussagegehalt auf seine Glaubwür-
digkeit zu überprüfen. Nur wenn eine Gesamtwürdigung der Beweise zur nach-
vollziehbaren Schlussfolgerung führt, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist 
und somit ein Freispruch erwartet werden müsste, erscheint die Einstellung ge-
rechtfertigt. Als zweites kumulativ notwendiges Element setzt die Einstellung vor-
aus, dass die Verfügung überhaupt auf einem entscheidungsreifen Beweisergeb-
nis beruht. Ein entscheidungsreifes Beweisergebnis liegt dann vor, wenn keine 
konkret zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im 
gegenteiligen Sinne beeinflussen könnten. 

3. a) Die Staatsanwaltschaft Graubünden ging im angefochtenen Ent-
scheid davon aus, dass B. keine Sorgfaltspflichtverletzung im Zusammenhang 
mit dem Sturz von A. zur Last gelegt werden könne. Jener habe nur eine in dieser 
Situation vertretbare und aus seiner Sicht am wenigsten gefährliche Lösung ge-
wählt, um den vielen Personen auf der Ausstiegsfläche ausweichen zu können. 
Zudem könne man nicht widerlegen, dass B. unverschuldet in eine Situation ge-
kommen sei, in der ein Unfall aus seiner Sicht kaum mehr vermeidbar gewesen 
wäre. Da die Aussagen von B. durch die Unfallzeugin und Freundin von A., X., 
teilweise bestätigt und auch der Standort des A. durch den Pistenpatrouilleur 
nicht als ideal bezeichnet worden seien, sei von der Sachverhaltsschilderung von 
B. ausgegangen worden. Eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung 
falle somit nicht in Betracht und die Strafuntersuchung sei folglich einzustellen.

b) Einer fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB 
macht sich schuldig, wer durch sein Verhalten bei einem anderen eine schwere 
Körperverletzung bewirkt und sich vorwerfen lassen muss, die nach den Umstän-
den und seinen persönlichen Verhältnissen erforderliche Vorsicht nicht beachtet 
zu haben. Mit anderen Worten muss der Täter mit seinem Verhalten eine Sorg-
faltspflicht verletzt haben. Dabei muss für den Täter voraussehbar gewesen sein, 

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dass durch sein sorgfaltswidriges Verhalten der tatbestandsmässige Erfolg ein-
treten könnte. Ausserdem ist zu fordern, dass er dies durch pflichtgemässes Ver-
halten mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte vermeiden können (vgl. Jörg Reh-
berg/ Andreas Donatsch, Strafrecht I, 7. Auflage, Zürich 2001, S. 280 ff.). 

Als Rechtsquelle für das im Einzelfall gebotene Mass an Sorgfalt kommen 
gesetzlich festgelegte Sorgfaltspflichten, aber auch aussergesetzliche Vorschrif-
ten in Frage. Ebenso dienen allgemeine Rechtsgrundsätze als Grundlage für die 
Bemessung der anzuwendenden Sorgfalt. Im Rahmen des Schneesportrechts 
spielen deren zwei eine wesentliche Rolle; das allgemeine Gebot, durch sein Ver-
halten die Sicherheit seiner Mitmenschen nicht zu gefährden, sowie der soge-
nannte Gefahrensatz. Letzterer bestimmt, dass derjenige, welcher einen Zustand 
der Gefahr schafft, verpflichtet ist, die zur Vermeidung eines Schadens erforder-
lichen Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Die Ausübung einer mit einem gewissen 
Risiko für fremde Rechtsgüter behafteten Tätigkeit ist also nicht sorgfaltswidrig, 
solange dabei im Rahmen des Zumutbaren wie auch der Kenntnisse und Erfah-
rungen des Handelnden jede unnötige Erhöhung der Gefahr vermieden wird 
(PKG 1999 Nr. 32; vgl. zum Ganzen Hans-Kaspar Stiffler, Schweizerisches 
Schneesportrecht, 3. Auflage, Bern 2002, § 2 N 176 ff.; Stefan Trechsel, Kurz-
kommentar zum StGB, 2. Auflage, Zürich 1997, Rz 29 zu Art. 18 StGB). Für die 
Sorgfaltspflichtbemessung können insbesondere auch die sogenannten FIS-Re-
geln beigezogen werden. Weil sich der hier zu beurteilende Unfall im Ausstiegs-
bereich einer Sesselbahn ereignet hat, kommen diese Regeln vorliegend jedoch 
nicht zur Anwendung. (vgl. BGE 106 IV 350; Hans-Kaspar Stiffler, a.a.O., § 2 N 
57;). Massgebend sind somit die allgemeinen an eine Sorgfaltspflichtverletzung 
gestellten Voraussetzungen. 

4. Der Unfall ereignete sich unbestrittenermassen in einer Entfernung 
von 5-7 Metern von der Ausstiegsstelle des Sessellifts, wo sich rechts eine Sitz-
bank und davor noch eine Holzgestell befand. B. sass auf dem 6-er Sessellift 
ganz rechts. Nach seinen Angaben hatte er nach dem Ausstieg nur die Möglich-
keit, sich neben A. durchzuzwängen. Er habe wohl gesehen, dass es eng werden 
würde, doch habe keine Alternative bestanden. Nach links habe er wegen der mit 
ihm im Sessellift hochgefahrenen Personen nicht ausweichen können. Um diese 
Personen nicht zu gefährden, habe er auch nicht abbremsen bzw. das Brett quer-
stellen können. Auch ein Ausweichen nach rechts sei ihm wegen der sich im Aus-
stiegsbereich aufhaltenden Personen und zudem wegen des dortigen Holzge-
stells nicht möglich gewesen. Die als Zeugin befragte X., Freundin des Verunfall-

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ten, schloss ebenfalls nicht aus, dass der rechte Teil der Ausfahrt zum Unfallzeit-
punkt wegen der vielen Leute blockiert und es für B. daher nicht möglich war, 
rechts an ihnen vorbeizufahren. A. bringt dazu in seiner Beschwerde verschie-
dene Einwände vor, auf die nachfolgend näher einzugehen ist:

a) Der Beschwerdeführer wendet ein, dass B. die Lage beim Ausstieg 
aus dem Sessellift falsch eingeschätzt habe und aufgrund der an diesem Tag 
herrschenden Rahmenbedingungen auf der Ausstiegsfläche mit vielen Leuten 
hätte rechnen müssen. Durch ein frühzeitiges Ausweichen nach rechts oder ein 
Einreihen hinter seine Mitfahrer hätte der Unfall verhindert werden können.

B. gab im Anschluss an die Konfronteinvernahme mit X. zu Protokoll, er 
hätte die Möglichkeit gehabt, beim Austeigen nach rechts zu fahren und dort an-
zuhalten, sofern er gewusst hätte, dass kurz nach der Ausfahrt Personen stehen 
würden. Soweit der Beschwerdeführer daraus auf eine falsche Einschätzung der 
Lage durch B. schliesst und er ihm damit eine Verletzung der Sorgfaltspflichten 
vorwirft, kann ihm nicht gefolgt werden.  Auch wenn am fraglichen Tag der Ses-
sellift rege benutzt wurde, musste B. nicht im Vornherein damit rechnen, dass vor 
ihm aussteigende Schneesportler sich in dem für die Wegfahrt vom Sessellift be-
stimmten Ausstiegsbereich aufhalten und diesen derart versperren, dass eine un-
gehinderte Wegfahrt nicht mehr möglich war. Nach dem auch hier geltenden Ver-
trauensgrundsatz durfte er vielmehr davon ausgehen, dass die vor ihm den Ses-
sellift verlassenden Schneesportler sich  zur Vorbereitung auf die Abfahrt nicht 
im Ausstiegsbereich, sondern ausserhalb davon in gesicherter Entfernung auf-
halten würden. 

b) Der Beschwerdeführer macht geltend, B. habe die wartenden 
Schneesportler zu spät bemerkt, wodurch er gemäss seinen eigenen Aussagen 
nur noch zwischen verschiedenen gefährlichen Lösungen habe wählen können. 
Der Beschwerdegegner habe demzufolge die gefährliche Situation selbst ge-
schaffen, respektive er hätte sie bei pflichtgemässem Verhalten vermeiden kön-
nen.

Auch dieser Einwand des Beschwerdeführers ist unbegründet. Die End-
station des Sessellifts befindet sich auf einer Anhöhe, so dass B. die Situation im 
Ausstiegsbereich erst unmittelbar vor seiner Wegfahrt vom Sessellift wahrneh-
men konnte. Mangelnde Aufmerksamkeit lässt sich ihm daher allein schon aus 
diesem Grunde nicht zur Last legen. Hinzu kommt, dass gerade bei einem voll-

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besetzten 6-er Sessellift auch das Aussteigen bzw. Wegfahren entsprechender 
Vorbereitung und Konzentration bedarf, so dass ein allenfalls nicht sofortiges 
Wahrnehmen der im Ausstiegsbereich vorliegenden Situation nicht bereits gene-
rell als mangelnde Aufmerksamkeit und damit Sorgfaltspflichtverletzung gewertet 
werden kann; dies umso weniger, als nicht damit gerechnet werden muss, dass 
sich Personen - wie vorliegend - im Ausstiegsbereich aufhalten. Jedenfalls kann 
B. nicht vorgeworfen werden, die gefährliche Situation mangels Aufmerksamkeit 
zu spät bemerkt zu haben.

c) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sich B. unmittelbar nach dem 
Ausstieg ohne Verschulden mit einer unerwarteten, gefahrvollen Situation kon-
frontiert sah und er daher sofort zu entscheiden hatte, wie er darauf reagieren 
sollte. Dabei gilt es zu beachten, dass einem Fahrer, der sich plötzlich in eine 
gefährliche Lage versetzt sieht, nicht vorgeworfen werden kann, von verschiede-
nen möglichen Massnahmen nicht diejenige ergriffen zu haben, welche bei 
nachträglicher Überlegung als die zweckmässigste erscheint (BGE 106 IV 395; 
Stefan Trechsel, a.a.O., N. 35 zu Art. 18 StGB).

Konnte B. im Zeitpunkt, als er die Personen im Ausstiegsbereich wahr-
nahm, nicht mehr nach rechts ausweichen, lässt sich ihm in dieser Hinsicht auch 
keine Sorgfaltspflichtverletzung vorwerfen. Abgesehen davon wäre ein derartiger 
Vorwurf auch angesichts verschiedener zur Verfügung stehender Möglichkeiten, 
worüber rasch zu entscheiden war, unbegründet. Unbehelflich ist auch die wei-
tere vom Beschwerdeführer vorgebrachte Variante, dass B. langsamer vom Ses-
sellift hätte aussteigen müssen, um die mit ihm hochfahrenden Personen ein paar 
Meter nach vorne ausweichen zu lassen, wodurch er linksseitig nicht mehr be-
schränkt gewesen wäre. Ob dies bei einem voll besetzten 6-er Sessellift über-
haupt gefahrlos möglich ist, erscheint in Anbetracht des Umstandes, dass kurz 
nach dem Ausstieg der Sessellift durch das Drehrad in Abfahrtposition gewendet 
wird und das Verlassen des Sessellifts durch die fünf neben B. befindenden Per-
sonen eine gewisse Zeit benötigt, höchst fraglich. Wie B. in diesem Zusammen-
hang zudem zu Recht vorgebracht hat, musste er beachten, dass in kurzen Ab-
ständen weitere Sesselliftfahrer nachfolgten, welche ebenfalls Platz zum Ausstei-
gen benötigten. Hätte er mit dem Absteigen vom Sessellift zugewartet, wäre es 
durchaus möglich gewesen, dass sich dadurch ein anderer Unfall ereignet hätte. 
Nicht anders verhält es sich hinsichtlich eines Bremsmanövers oder eines Not-
sturzes. Abgesehen davon kann B. - wie erwähnt - nicht zum Vorwurf gemacht 
werden, falls er nicht eine allenfalls weniger gefahrvolle Variante gewählt hat. Der 

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Staatsanwaltschaft ist somit zuzustimmen, dass sich B. aus den mehreren unter-
schiedlich gefährlichen Möglichkeiten in vertretbarer Weise für die gewählte Va-
riante - nämlich die Durchfahrt zwischen zwei Personen - entschieden hat. Da-
gegen spricht auch nicht, dass die hintere Bindungsschnalle am Snowboard von 
B. offen war. Gemäss der SKUS-Regel 2 sind Snowboarder verpflichtet, auf Ski-
liften und Sesselbahnen das hintere Bein aus der Bindung zu lösen. Insofern 
kann B. daher keine Sorgfaltswidrigkeit zur Last gelegt werden. Dasselbe trifft 
auch zu, als er trotz der hinteren, offenen Bindungsschnalle von den verschiede-
nen Möglichkeiten diejenige wählte, welche schliesslich zum Unfall führte. Wie 
erwähnt, verblieb ihm keine Zeit, die verschiedenen Varianten abzuwägen, um 
sich schliesslich für die am besten geeignete zu entscheiden. 

d) Der Beschwerdeführer macht geltend, die Staatsanwaltschaft habe 
nicht beachtet, dass den Snowboarder beim Ausstieg aus der Sesselbahn ein 
höherer Sorgfaltsmasstab treffe als einen anderen Schneesportler. Auch in die-
sem Punkt kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden. Obwohl für den 
Snowboarder der Ausstieg aus dem Sessellift aufgrund der einseitig losen Bin-
dung und der Seitlichstellung problematischer sei kann, bedeutet dies nicht, dass 
ihn deswegen höhere Anforderungen an die Sorgfaltspflicht treffen. Der Sorg-
faltsmassstab wird grundsätzlich anhand der konkreten Umstände und den per-
sönlichen Verhältnissen festgelegt und ist daher individualisiert. Das Mass der im 
Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt lässt sich somit nicht allgemein bestimmen.

e) B. fuhr im Moment des Unfalles in der sogenannten „Goofy-Posi-
tion“. Der Beschwerdeführer bringt dazu vor, B. hätte aufgrund dieser Fahrposi-
tion grössere Sorgfalt anwenden müssen, wenn er an einer Person vorbeifahre, 
welche sich rechts von ihm aufhalte. Auch hier gilt zu bemerken, dass von einer 
Person nicht mehr verlangt werden darf, als sie nach den Umständen und ihren 
Fähigkeiten aufbringen kann. B. sah sich nach dem Ausstieg aus dem Sessellift 
mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Er musste sich schnell für eine Vari-
ante entscheiden und sich zudem noch auf seine Fahrt konzentrieren. B. bezeich-
nete sich selbst als guten Snowboardfahrer. Es ist allgemein bekannt, dass sol-
che ihren Blick trotz seitlicher Position auf dem Snowboard nicht nur seitwärts, 
sondern auch nach vorne in Fahrtrichtung richten. Die Aussage von B., dass er 
zum fraglichen Zeitpunkt (natürlich) in Fahrtrichtung schaute, erscheint daher 
durchaus glaubwürdig. Demzufolge konnte er die vor ihm liegende Situation, ins-
besondere die Position von A., durchaus wahrnehmen. Jedenfalls ergeben sich 
aus den Akten keine gegenteiligen Anhaltspunkte. Dass B. trotz der schmalen 

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Durchfahrtsmöglichkeit bei A. diese Variante gewählt hat, kann ihm jedoch aus 
den vorerwähnten Gründen nicht zum Vorwurf gemacht werden. 

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft 
aufgrund der vorstehenden Ausführungen mit sachlichen und nachvollziehbaren 
Gründen davon ausging, dass B. im Zusammenhang mit dem Sturz von A. keine 
Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat. Die Einstellungsverfügung beruht zu-
dem auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis, da im konkreten Fall keine 
weiter zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, welche das Resultat im 
gegenteiligen Sinne beeinflussen könnten. Die Einstellung der Strafuntersuchung 
gestützt auf Art. 82 StPO erweist sich demzufolge weder als rechtswidrig noch 
als unangemessen, so dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf ein-
getreten werden kann.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO). 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc