# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ebfa57a-ec48-5433-8fab-7dcee45b6eb4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.05.2021 SB200050
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200050_2021-05-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200050-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

C. Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. K. Vogel sowie der Gerichts-

schreiber MLaw L. Zanetti 

Urteil vom 6. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Privatklägerin und Berufungsklägerin 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber, 

Anklägerin 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

2 verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____,  

 

- 2 - 

betreffend mehrfache Nötigung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 25. September 2019 (GG180154) 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 12. Juli 2018 (Urk. 32) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 75 S. 43 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Das Verfahren gegen beide Beschuldigten betreffend Vorwurf der fahrlässigen Körperver-

letzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB wird eingestellt. 

2. Die beiden Beschuldigten sind nicht schuldig der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 

181 StGB und werden freigesprochen. 

3. Auf die zivilrechtlichen Ansprüche der Privatklägerschaft wird nicht eingetreten. 

4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'000.–   Auslagen Untersuchung 

Fr. 26'646.60   Kosten unentgeltlicher Rechtsvertreter Privatklägerschaft    (Vorverfahren und Strafprozess, inkl. Barauslagen, inkl. MwSt)  

Die Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Der Beschuldigten B._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 11'717.35 für anwaltli-

che Verteidigung (nur Strafprozess) aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Dem Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 11'631.60 für anwalt-

liche Verteidigung (nur Strafprozess) aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

7. Die Genugtuungsbegehren der beiden Beschuldigten werden abgewiesen. 

8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel)" 

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Berufungsanträge: 

a) Der Privatklägerin (Urk. 106 S. 1): 

1. B._____ und C._____ seien  

- der fahrlässigen Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 2 StGB, eventua-

liter der fahrlässigen einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 1 

StGB, sowie  

- der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB 

schuldig zu sprechen. 

2. Sie seien grundsätzlich zu verpflichten, der Privatklägerin A._____ Scha-

denersatz und Genugtuung zu bezahlen. 

3. Sie seien zu verpflichten, der Privatklägerin die ihr im Vorverfahren entstan-

denen Anwaltskosten von Fr. 621.00 zu bezahlen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Beschuldigten aufzuerlegen. 

5. Die Beschuldigten seien zu verpflichten, der Privatklägerin für das Beru-

fungsverfahren Anwaltskosten im Betrag von Fr. 15'980.90 (zuzüglich 7.7% 

MwSt. zu bezahlen). 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 82 S. 2): 

(schriftlich) 

Kein Antrag 

c) Der Verteidigung der Beschuldigten B._____ (Prot. II S. 8): 

1. Die Berufung sei abzuweisen.  

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsklägerin. 

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c) Der Verteidigung des Beschuldigten C._____ (Urk. 109 S. 3): 

1. Es sei die Berufung der Privatklägerin abzuweisen und das Urteil der 

Vorinstanz zu bestätigen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

3. Dem Beschuldigten C._____ sei für das Berufungsverfahren eine Entschä-

digung im Umfang der eingereichten Honorarnoten zuzusprechen. 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 25. September 2019, meldete 

die Privatklägerin innert Frist am 8. Oktober 2019 Berufung an (Urk. 68/4 in Ver-

bindung mit Urk. 69). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde ihr am 16. Ja-

nuar 2020 zugestellt (Urk. 73/4), worauf sie am 27. Januar 2020 ihre Berufungs-

erklärung einreichte und gleichzeitig Beweisanträge stellte (Urk. 76).  

1.2. Innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO verzichtete die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (fortan Staatsanwaltschaft) ausdrücklich auf Erhe-

bung einer Anschlussberufung, beantragte die Abweisung der Beweisanträge und 

ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung 

(Urk. 82). Die Beschuldigte B._____ liess die Abweisung der Beweisanträge be-

antragen, ohne sich zu einer allfälligen Anschlussberufung zu äussern (Urk. 83), 

während sich der Beschuldigte C._____ zu beidem nicht vernehmen liess.  

1.3. Die Beweisanträge der Privatklägerin wurden mit Präsidialverfügung vom 

27. März 2020 abgewiesen (Urk. 85). Mit Eingabe vom 29. April 2021 reichte die 

Privatklägerin ein von ihr bei Prof. Dr. D._____ in Auftrag gegebenes Gutachten 

bzw. eine "Stellungnahme zur internen Untersuchung" zu den Akten (Urk. 94 und 

96). Dieses wurde den Verteidigern der Beschuldigten vor der Berufungsverhand-

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lung zugestellt (Urk. 98/1-2). Am 5. Mai 2021 wurden aktualisierte Strafregister-

auszüge über die Beschuldigten eingeholt (Urk. 102 und 103). 

1.4. Zur Berufungsverhandlung sind die Beschuldigte B._____ in Begleitung ih-

res erbetenen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, der Beschuldigte 

C._____ in Begleitung seiner erbetenen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. 

Z._____ sowie der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin, Rechtsan-

walt lic. iur. X._____, erschienen (Prot. II S. 5). Der Privatklägerin wurde im Vor-

feld der Berufungsverhandlung die Pflicht zum persönlichen Erscheinen erlassen 

(Urk. 101/1). Der Staatsanwaltschaft war das Erscheinen freigestellt worden (Urk. 

91). Das Urteil wurde im Anschluss an die Berufungsverhandlung gefällt und 

mündlich eröffnet (Prot. II S. 14.). 

2. Umfang der Berufung 

Die Privatklägerin ficht die Einstellung des Verfahrens betreffend den Vorwurf der 

fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB, den Freispruch 

vom Vorwurf der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB sowie den 

Nichteintretensentscheid hinsichtlich ihrer Zivilansprüche an (Dispositivziffern 1 

bis 3). Sodann bezeichnete sie auch die Dispositivziffern 5 bis 7 (Festsetzung der 

Entschädigung der erbetenen Verteidigungen und Abweisung der Genugtuungs-

begehren der Beschuldigten) als angefochten, nicht aber die Dispositivziffer 4 

(Festsetzung der Gerichtskosten und Kostenübernahme auf die Gerichtskasse).  

Da im Falle einer Verurteilung die Kosten- und Entschädigungsregelung von Am-

tes wegen neu zu beurteilen ist (Art. 428 Abs. 3 StPO), ist vorliegend auch die 

Dispositivziffer 4 nicht in Rechtskraft erwachsen. Hingegen ist nicht ersichtlich, 

inwiefern die Privatklägerin durch die Abweisung der Genugtuungsansprüche der 

Beschuldigten beschwert wäre, weshalb ihr diesbezüglich die Anfechtungslegiti-

mation (Art. 382 Abs. 1 StPO) abzusprechen und vorzumerken ist, dass diese 

Dispositivziffer in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Art. 402 StPO in Verbindung mit 

Art. 437 StPO; BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 2014, N 1 f. zu Art. 402). 

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3. Prozessuales 

3.1. Die Privatklägervertretung erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung an 

den im Berufungsverfahren bereits gestellten Beweisanträgen festzuhalten (Prot. 

II S. 7), ohne diese jedoch ergänzend zu begründen. Die seitens der Privatkläge-

rin in der Berufungserklärung vorgebrachten Beweisanträge, wurden mit Präsidi-

alverfügung vom 27. März 2020 abgewiesen (Urk. 85). An der Sachlage hat sich 

seither nichts verändert, weshalb nach wie vor nicht ersichtlich ist, inwiefern die 

gestellten Beweisanträge betreffend Edition der Personaldossiers der Beschuldig-

ten bzw. weiterer Unterlagen hinsichtlich der Ausbildung des Beschuldigten 

C._____ etwas Sachdienliches zur Erstellung des Anklagesachverhalts beitragen 

könnten. Die Beweisanträge sind daher erneut abzuweisen. 

3.2. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass hinsichtlich des Anklagevorwurfs 

der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB der zur 

Strafverfolgung notwendige Strafantrag fehlt, wobei vollumfänglich auf die zutref-

fenden Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden kann (Urk. 75 

S. 9 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Mithin ist nachfolgend einzig zu prüfen, ob der in der 

Anklageschrift geschilderte Sachverhalt – soweit beweismässig erstellbar – als 

fahrlässige Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB zu qualifizieren 

ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird das Verfahren hinsichtlich dieses Tatge-

schehens einzustellen sein.  

4. Sachverhalt 

4.1. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 75 S. 14), ist unbestritten, 

dass die Beschuldigten die Privatklägerin bei der E._____ Filiale in F._____ auf-

gesucht haben, die Garderobe und Handtasche der Privatklägerin durchsucht ha-

ben und anschliessend mit ihr zur Befragung in die Zentrale nach G._____ gefah-

ren sind. In G._____ wurde die Privatklägerin über längere Zeit befragt, wobei 

während der Befragung die Anzeigeerstattung bei der Polizei thematisiert wurde 

und der Beschuldigte C._____ während eines Befragungsunterbruchs auf seinem 

Mobiltelefon mit der Polizei telefonierte. Zudem schrieb die Privatklägerin am En-

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de der Befragung auf einem Papier unbestrittenermassen drei Artikel samt Preis 

auf und unterzeichnete dieses Blatt mit ihrem Namen.  

4.2. Strittig ist, inwieweit die Privatklägerin mit den Kontrollen in F._____ ein-

verstanden war, wie die nachfolgende Befragung in G._____ im Einzelnen ablief 

und wie das schriftliche "Geständnis" der Privatklägerin zustande kam. Insoweit 

ist der massgebende Sachverhalt anhand der vorliegenden Beweismittel (vgl. die 

entsprechende Auflistung im angefochtenen Urteil, Urk. 75 S. 15) zu erstellen.  

4.3. Die Vorinstanz hat die bei der Beweiswürdigung zu beachtenden Grund-

sätze zutreffend dargestellt und auch den Inhalt der Beweismittel korrekt wieder-

gegeben (Urk. 75 S. 15 ff.). Hierauf kann ohne Einschränkungen verwiesen wer-

den (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Ergänzend und mit Blick auf die Ausführungen der Privatklägerin anlässlich der 

Berufungsverhandlung (Urk. 106 S. 2 ff.) ist zu erwähnen, dass es im vorliegen-

den Strafverfahren einzig darum geht, zu prüfen, ob der von der Staatsanwalt-

schaft zur Anklage gebrachte Sachverhalt erstellt ist. Bereits an dieser Stelle ist 

daher zu betonen, dass die von der Privatklägerin bei Prof. D._____ in Auftrag 

gegebene "Stellungnahme" (Urk. 96) teilweise von Sachverhaltselementen aus-

geht, welche nicht Teil des Anklagesachverhalts sind bzw. nicht erstellt werden 

können. So geht die "Stellungnahme" von Prof. D._____ beispielsweise davon 

aus, dass die Handtasche der Privatklägerin während der Fahrt nach G._____ auf 

dem Beifahrersitz gelegen sei, die Privatklägerin aber hinten neben der Beschul-

digten B._____ habe sitzen müssen, was eine ungewohnte Anordnung darstelle 

und einen hohen Mitteilungswert habe (Urk. 96 S. 10). In der Anklage wird jedoch 

weder eine spezifische Sitzordnung noch eine konkrete Platzierung der Handta-

sche der Privatklägerin erwähnt. Dies wäre entsprechend im vorliegenden Straf-

verfahren, in welchem das Gericht an den Anklagesachverhalt gebunden ist (Art. 

350 Abs. 1 StPO), unabhängig von der Relevanz nicht zu berücksichtigen. Ar-

beitsrechtliche oder persönlichkeitsrechtliche Fragestellungen sind im Übrigen – 

sofern sie keine Auswirkungen auf strafrechtliche Aspekte haben – nicht zu prü-

fen. Ohnehin kommt der von der Privatklägerin bei Prof. D._____ in Auftrag gege-

benen "Stellungnahme" als Privatgutachten nach konstanter Praxis des Bundes-

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gerichts nicht der gleiche Stellenwert wie einem behördlich eingeholten Gutachten 

zu. Die Ergebnisse eines im Auftrag einer Partei erstellten Privatgutachtens ha-

ben lediglich die Bedeutung einer der freien Beweiswürdigung unterliegenden 

Parteibehauptung bzw. eines Bestandteils der Parteivorbringen, nicht aber die 

Qualität eines Beweismittels (BGE 141 IV 369, E. 6.2, BGE 132 III 83 E. 3.4; BGE 

127 I 73 E. 3f/bb; vgl. auch BSK-HEER, N 6 zu Art. 189 StPO). Da es in der vorlie-

genden "Stellungnahme" zudem in erster Linie um rechtliche Aspekte geht, sind 

die darin gezogenen Schlüsse zudem ohnehin von untergeordneter Bedeutung, 

da das Gericht das Recht von Amtes wegen anwendet; es gilt der Grundsatz iura 

novit curia (Art. 350 Abs. 1 StPO; vgl. auch BSK-HEER, N 4 zu Art. 182 StPO). 

4.4. Seitens der Privatklägerin liegen ihr rund eine Woche nach der Befragung 

durch die Mitarbeiter des E._____-Sicherheitsdienstes unter Mithilfe ihrer Tochter 

erstelltes Gedächtnisprotokoll (Urk. 2) sowie ihre untersuchungsrichterliche Ein-

vernahme vom 1. Juni 2017 bei den Akten (Urk. 23), während für die Version der 

Beschuldigten das vom Beschuldigten C._____ direkt am 12. Juli 2014 erstellte 

und von der Privatklägerin auf jeder Seite unterzeichnete Befragungsprotokoll 

(Urk. 7/9/2), die gleichentags erstellte und von der Privatklägerin ebenfalls unter-

zeichnete Zusammenfassung der Befragung/Vereinbarung (Urk. 7/9/2 S. 1), die 

Strafanzeige des Beschuldigten vom 14. Juli 2014 (Urk. 7/9/1) sowie die Einver-

nahmen der Beschuldigten (Urk. 3, 4, 24, 25 und 26) sprechen.  

Ein Direktvergleich des Gedächtnisprotokolls der Privatklägerin mit ihren knapp 

drei Jahre später erfolgten Aussagen ergibt einerseits eine im Hinblick auf den da-

zwischen liegenden Zeitablauf bemerkenswerten Detailtreue, anderseits sind aber 

auch gewisse Dramatisierungstendenzen erkennbar. Insgesamt erscheint ihre 

Darstellung jedoch nicht unglaubhaft, bleibt sie doch in sich konstant und lässt 

sich ohne weiteres in das äussere, unbestrittene Geschehen einbetten. Dies gilt 

allerdings auch für die Darstellung der Beschuldigten, welche in sich und mit dem 

Befragungsprotokoll kongruent sind und ebenfalls grundsätzlich nachvollziehbar 

und authentisch wirken. Vor diesem Hintergrund ist bereits an dieser Stelle fest-

zuhalten, dass aufgrund des Grundsatzes "in dubio pro reo" nur dort der anklage-

gemässe Sachverhalt rechtsgenügend erstellt werden kann, wo sich die Schilde-

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rungen der Beteiligten decken oder äussere Umstände so klar für die Darstellung 

der Privatklägerin sprechen, dass die abweichenden Aussagen der Beschuldigten 

als widerlegt zu betrachten sind.  

Konkret bedeutet dies, dass aufgrund der übereinstimmenden Angaben der 

Beschuldigten und der diesbezüglich ebenfalls klaren Schilderung im Gedächt-

nisprotokoll der Privatklägerin sämtliche Kontrollen in der Filiale in F._____ (insb. 

die Durchsuchung von Garderobe und Handtasche) mit dem Einverständnis der 

Privatklägerin stattfanden und sie hernach ebenfalls mit ihrem Einverständnis 

nach G._____ gefahren wurde zwecks Befragung im Zusammenhang mit seitens 

des Sicherheitsdienstes bzw. des elektronischen Kassen-Prüf-Systems (EKPS) 

festgestellten, zu diesem Zeitpunkt der Privatklägerin gegenüber jedoch – trotz 

entsprechender Nachfrage – nicht näher spezifizierten Unregelmässigkeiten in ih-

rer Kassenabrechnung. Auf Nachfrage wurde ihr in Leimbach sowie auf dem Weg 

nach G._____ lediglich in Aussicht gestellt, dass eine Klärung in den Büros der 

Zentrale erfolgen würde, man habe schriftliche Fragen vorbereitet (vgl. hierzu 

auch die ausführlichere Würdigung in Urk. 75 S. 17 f.). 

Glaubhaft erscheint sodann, dass sich die Beschuldigte während der Fahrt mit der 

Privatklägerin u.a. über den Umgang mit den Kassen in der Filiale F._____ unter-

hielt, während der Beschuldigte erklärte, sie hätte nun 20 Minuten Zeit, um sich zu 

überlegen, weshalb sie mitgenommen worden sei und später nachfragte, ob sie 

es noch immer nicht wisse (vgl. 24 S. 9 mit Verweis auf Urk. 23 F/A18).  

Allerseits anerkannt ist sodann, dass die Befragung in G._____ in einem Raum 

durchgeführt wurde und der Privatklägerin Wasser angeboten wurde. Wie die bei 

den Akten liegenden Fotos zeigen, konnte die Türe von innen jederzeit geöffnet 

werden (Drehknopf, vgl. Urk. 5 und Urk. 24 Anhang). Ohne weiteres denkbar ist 

sodann, dass ihr mitgeteilt wurde, dass sie bei Bedarf auf die Toilette begleitet 

werde, befand sie sich doch in einem für sie ungewohnten Gebäude, im engeren 

Sinn sachverhaltsrelevant ist dies jedoch nicht.  

Aufgrund der übereinstimmenden Ausführungen der Beschuldigten, welche durch 

einen formelhaften und damit wohl standardgemäss geäusserten Vorhalt im – von 

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der Privatklägerin auf jeder Seite abgezeichneten – Befragungsprotokoll gestützt 

werden, ist davon auszugehen, dass die Privatklägerin zu Beginn der Befragung 

in G._____ darauf hingewiesen wurde, dass sie die Fragen nicht beantworten 

müsse und auch Pausen verlangen könne (vgl. Urk. 7/9/2 S. 1 des Protokolls). 

Sodann ist der Vorwurf, der Beschuldigte habe der Privatklägerin beschieden, 

dass sie keine Fragen zu stellen habe und dass er und die Beschuldigte ihr Fra-

gen stellen würden, insoweit als erstellt anzusehen, als solches für die Zeit vor 

der effektiven Befragung von den Beschuldigten zugestanden wurde (Urk. 3 S. 3, 

Urk. 24 S. 4) und es sodann auch aus dem vom Beschuldigten erstellten Befra-

gungsprotokoll zumindest implizit unmissverständlich hervorgeht, indem ihre pro-

tokollierte Frage nach dem Grund stillschweigend übergangen und die Befragung 

anhand der vorbereiteten Fragen durchgeführt wurde (Urk. 7/9/2 Befragungspro-

tokoll S. 1). 

Die Befragung selbst dauerte rund zwei Stunden, wobei ihr zunächst zahlreiche 

Fragen zu ihrem Arbeitsverhältnis im Allgemeinen und ihrem Umgang mit der 

Kasse im konkreten gestellt wurden (vgl. Urk. 7/9/2 Befragungsprotokoll S. 1-3, 

vgl. auch das Gedächtnisprotokoll Urk. 2 S. 3 f.). Hernach wurde sie zu ihren 

persönlichen, insb. finanziellen Verhältnissen, befragt (Urk. 7/9/2 Befragungspro-

tokoll S. 3 sowie Urk. 2 S. 4 f.), bevor man zur Sache kam. Ab diesem Punkt di-

vergieren die vorliegenden Protokolle unter anderem betreffend die Reihenfolge 

der Fragen, aber auch hinsichtlich der Frage, ab wann bzw. warum der Beizug 

der Polizei thematisiert wurde. Da der Beschuldigte laufend protokollierte, ist da-

von auszugehen, dass die Fragenreihenfolge im Befragungsprotokoll authentisch, 

sprich chronologisch korrekt, wiedergegeben ist, zumal dieses auch sogleich nach 

Abschluss der Befragung ausgedruckt und allseits unterzeichnet wurde. Mithin ist 

widerlegt, dass die Wiedergabe der Privatklägerin in ihrem Gedächtnisprotokoll in 

allen Einzelheiten zutreffend ist.  

Die ersten Fragen zur Sache umzirkelten das eigentliche Thema, erst dann folgte 

(zum ersten Mal an diesem Vormittag) ein konkreter Vorwurf (sie storniere an 

Kasse 1 mehr als an Kasse 2; Urk. 7/9/2 Befragungsprotokoll S. 4). Nachdem sich 

die Privatklägerin – so das Befragungsprotokoll – hierzu nicht äusserte und insbe-

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sondere auch nichts anerkannte, folgten acht Suggestivfragen (Was machen Sie 

mit dem Geld aus den Stornierungen?; Wann und wo haben Sie das erste Mal un-

rechtmässig Geld an sich genommen?; Wie war Ihr Vorgehen bei der Entwen-

dung?; Wann haben Sie das letzte Mal unrechtmässig Geld an sich genommen?; 

Wie viel Geld haben Sie pro Kasseneinsatz entwendet?; Haben Sie ebenfalls 

beim Einsatz an der Kasse 2 Geld entwendet?; Weshalb haben Sie das Geld un-

rechtmässig an sich genommen?). All diese als Fragen getarnten Vorwürfe wies 

die Privatklägerin unmissverständlich von sich, worauf erstmals ein ganz konkre-

ter Tatvorhalt folgte (Testkauf vom 8. Juli 2014). Als sie auch diesen nicht aner-

kannte, kam es gemäss Befragungsprotokoll zu einem Unterbruch mit einer tele-

fonischen Abklärung bei der Polizei und anschliessender Eröffnung der Anzeige-

erstattung samt Abbruch der Befragung. Erst hierauf habe die Privatklägerin um 

interne Regelung der Angelegenheit gebeten und (sinngemäss) ein Geständnis in 

Aussicht gestellt bzw. die Liste mit drei Produkten verfasst (Urk. 7/9/2 Befra-

gungsprotokoll S. 5 f.). Diese Schilderung steht insoweit im Widerspruch zur Dar-

stellung der Privatklägerin, welche Eingang in die Anklageschrift gefunden hat, als 

gemäss jener der Beschuldigte ihr bereits kurz nach Beginn der Befragung zur 

Sache und hernach wiederholt mit dem Beizug der Polizei gedroht habe. Dies ha-

be die Privatklägerin unter allen Umständen vermeiden wollen und deshalb ange-

boten, zu schreiben, was er wolle. Auch habe sie geweint und den Raum verlas-

sen wollen. 

Indes lässt sich diese Darstellung der Privatklägerin nicht rechtsgenügend er-

stellen. Einerseits erscheint überzeugend, dass die Beschuldigten die Befragung 

abgebrochen und die weitere Fallbearbeitung dem Sozialdienst und der Perso-

nalabteilung überlassen hätten, wenn die Privatklägerin in der von ihr geschilder-

ten Art emotional geworden wäre bzw. einen eigentlichen Nervenzusammenbruch 

erlitten hätte (Urk. 25 S. 7; Urk. 26 S. 2), anderseits wäre davon auszugehen, 

dass das mit so viel "Aufwand" zustande gekommene "Geständnis" der Privatklä-

gerin prominentere Wiedergabe im Befragungsprotokoll gefunden hätte, wäre es 

primäres Ziel der Beschuldigten gewesen, ein solches von ihr zu erringen. Indem 

die Deliktsliste aber erst zum Ende des Protokolls im Sinne einer Randbemerkung 

überhaupt erwähnt wird, zumal das Befragungsprotokoll offenlegt, dass die Pri-

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vatklägerin selbst nicht aus Überzeugung geständig ist ("Können wir das nicht in-

tern regeln. Ich gebe alles zu was Sie hören möchten", Urk. 7/9/2 Befragungspro-

tokoll S. 5), ist vielmehr offensichtlich, dass die Beschuldigten hierauf wenig ga-

ben und es auch nichts am bereits gefassten Entschluss, Anzeige zu erstatten, 

änderte (vgl. auch Urk. 25 S. 9 F/A 55). Dies korrespondiert im Übrigen auch mit 

der folgenden Anzeigeerstattung, worin davon die Rede ist, die Privatklägerin ha-

be trotz aussichtsloser Situation beharrlich bestritten (Urk. 7/9/1). Insofern kann 

nicht erstellt werden, dass die Beschuldigten die Privatklägerin sinngemäss mit 

der Polizei unter Druck gesetzt hätten, damit sie ein Geständnis ablegt und insbe-

sondere drei Artikel aufschreibt. Ebenso wenig ist zu erstellen, dass die Privatklä-

gerin den Befragungsraum vor Bekanntgabe des Abbruchs der Befragung er-

kennbar hätte verlassen wollen, ihr dies aber nicht bzw. nicht ohne Niederschrift 

besagter drei Artikel erlaubt wurde. 

Die Privatklägervertretung geht in ihren Ausführungen im Berufungsverfahren gar 

noch weiter als die Anklageschrift und beschreibt eine über zweistünde Prozedur 

mit entwürdigender, drangsalierender und gnadenloser Zermürbungstaktik, die 

gegen den Willen der Privatklägerin stattgefunden habe (Urk. 106 S. 2 ff. und 

S. 19 f.). Dies kann – wie ausgeführt – in dieser Dramatik nicht erstellt werden 

bzw. geht dies gar in unzulässiger Weise über den Anklagesachverhalt hinaus. 

Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Körperverletzung ist schliesslich mit der 

Vorinstanz zu konstatieren, dass aufgrund der vorliegenden Gutachten ohne 

Weiteres davon auszugehen ist, dass die Situation am 12. Juli 2014 durch die 

Privatklägerin als grosse Belastung empfunden wurde und bei ihr im Zusammen-

spiel mit ihrer Vorgeschichte (erlebte Bombardierung im Teenageralter, Messer-

angriff ihres Ehemannes im Jahr 1993) und der weiteren Umstände (Verwicklung 

als Beschuldigte in ein Strafverfahren, fristlose Entlassung) zu einer Destabilisie-

rung zuvor kompensierter, jedoch bereits fragiler Persönlichkeitsanteile und 

schlussendlich zu einer bis heute andauernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

führte (vgl. die ausführlichere Würdigung in Urk. 75 S. 25 f.). Entgegen dem 

Verständnis der Privatklägerin (Urk. 106 S. 16) bedeutet dies, dass bei ihr ge-

mäss fachärztlicher Feststellung bereits vor dem Vorfall ein Zustand vorgelegen 

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hat, welcher durch die Situation vom 12. Juli 2014 wieder destabilisiert wurde, sie 

indessen auch zuvor nicht als eine psychisch völlig gesunde Person galt. So führ-

te der Gutachter Prof. Dr. H._____ aus, dass die Privatklägerin die Drohung durch 

ihren Ex-Ehemann mit einem Messer aufgrund damals ausreichender Ressour-

cen zwar habe verarbeiten können, die psychische Resilienz dadurch indessen 

nachhaltig gemindert worden sei (Urk. 27/4 S. 70). Entsprechend liegt der Grund 

für die Arbeitsunfähigkeit der Privatklägerin auch den gutachterlichen Feststellun-

gen zufolge nicht etwa allein in den Erlebnissen des 12. Juli 2014, sondern diese 

führten vielmehr – wie bereits erwähnt – zu einer "Destabilisierung zuvor kompen-

sierter, jedoch bereits fragiler Persönlichkeitsanteile" (vgl. Urk. 27/4 S. 70). Nicht 

verständlich ist demgegenüber, was die Privatklägervertretung daraus ableiten 

möchte, dass die Psychopathologie gemäss Gutachten von Prof. Dr. H._____ auf 

die beschriebene psychiatrische Erkrankung und "nicht auf IV-fremde Faktoren" 

zurückzuführen sei (Urk. 106 S. 16, vgl. Urk. 27/4 S. 70). Die vorbestehenden 

psychiatrischen Traumata, hinsichtlich welchen es gemäss gutachterlicher Fest-

stellung durch den Vorfall im Juli 2014 zu einer Retraumatisierung gekommen sei, 

stellen keine IV-fremden Faktoren dar. "IV-fremde Faktoren" wäre vielmehr 

beispielsweise das Alter, mangelnde Ausbildung oder Verständigungsschwierig-

keiten aufgrund schlechter Sprachkenntnisse, welche allenfalls Auswirkungen auf 

die Erwerbsfähigkeit einer Person haben können, von der Invalidenversicherung 

aber nicht gedeckt werden (BGE 107 V 17, E. 2c; BGE 127 V 294, E. 5a). 

Eine Konstellation, in welcher ein vorbestehender Zustand dazu führt, dass sich 

ein Ereignis viel stärker auswirkt oder überhaupt erst dazu führt, dass ein Ereignis 

eine Schädigung verursacht, wird als "konstitutionelle Prädisposition" bezeichnet 

(vgl. BGE 131 III 12). Angesichts der erwähnten gutachterlichen Feststellungen, 

wonach die bei der Privatklägerin vorbestehenden psychischen Traumata es erst 

möglich machten, dass als Folge des Vorfalles im Juli 2014 die beschriebenen 

Auswirkungen mit einer länger dauernden Arbeitsunfähigkeit eintreten konnten, 

liegt – mit der Vorinstanz (Urk. 75 S. 31) und entgegen der Ansicht der Privat-

klägervertretung (Urk. 106 S. 15 f.) – ohne Weiteres eine konstitutionelle Prädis-

position vor. Es wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung auf die Auswirkungen 

dieser Feststellung einzugehen sein. 

- 15 - 

5. Rechtliche Würdigung 

5.1. Was den Vorwurf der fahrlässigen (schweren) Körperverletzung im Sinne 

von Art. 125 Abs. 2 StGB angeht, kann ohne Einschränkungen auf die vorinstanz-

lichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 75 S. 27 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO; 

BGE 141 IV 244). Demgemäss fehlt es vorliegend betreffend die Handlungen der 

Beschuldigten im Hinblick auf die Arbeitsunfähigkeit der Privatklägerin sowohl an 

der adäquaten Kausalität und der Vermeidbarkeit, insbesondere aber auch an der 

individuellen Vorhersehbarkeit des Erfolgs für die Beschuldigten. Wie bereits 

aufgezeigt ist den beiden im Recht liegenden psychiatrischen Gutachten zu 

entnehmen, dass in den Vorfällen vom 12. Juli 2014 auch nach fachärztlicher 

Einschätzung nicht ein im engeren Sinn traumatisierender Vorfall gesehen wer-

den kann. Vielmehr führten die Umstände im Sinne eines "Schlüsselerlebnisses" 

(so Dr. med. I._____ in Urk. 27/3 S. 12) zu einer Destabilisierung zuvor kompen-

sierter, jedoch bereits fragiler Persönlichkeitsanteile (so Prof. Dr. med. H._____, 

Urk. 27/4 S. 65). Dass die Privatklägerin psychisch entsprechend vorbelastet war, 

war ihrem beruflichen Umfeld jedoch nicht bekannt. Jedenfalls fehlen entspre-

chende Hinweise in den Akten gänzlich. Vielmehr galt sie offenbar als besonders 

verantwortungsbewusst und einsatzbereit, was dazu führte, dass sie deutlich 

mehr Arbeitsstunden zugeteilt erhielt, als in ihrem Arbeitsvertrag vorgesehen. Vor 

diesem Hintergrund war es – entgegen der Ansicht der Privatklägerin (Urk. 106 

S. 23 f.), welche zudem von einem deutlich dramatischeren, aber nicht erstellten 

Geschehensablauf ausgeht – für die Beschuldigten jedenfalls nicht vorhersehbar, 

entsprach aber auch nicht dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung, dass die Befragung bzw. die Konfrontation mit dem Vorwurf 

arbeits- bzw. strafrechtlicher Verfehlungen derartige (gesundheitliche) Folgen 

nach sich ziehen könnten, zumal die Privatklägerin während der Befragung keine 

Anzeichen eines Nervenzusammenbruchs bzw. einer emotionalen Krise zeigte. 

Bei dieser Ausgangslage scheint denn auch äusserst fraglich, ob eine anders ge-

artete, insbesondere kürzere Befragung durch den Sicherheitsdienst die spätere 

psychische Dekompensation verhindert hätte, hätte dies doch an der Tatsache 

unmittelbarer arbeitsrechtlicher bzw. strafrechtlicher Konsequenzen (fristlose Ent-

lassung/ Strafverfahren) nichts geändert.  

- 16 - 

Nachdem der Tatbestand einer fahrlässigen schweren Körperverletzung vorlie-

gend nicht erfüllt ist und es für den angeklagten Vorwurf der fahrlässigen einfa-

chen Körperverletzung – welcher aus denselben Gründen ebenfalls nicht erfüllt 

wäre – bereits am notwendigen Strafantrag mangelt (vgl. Ziff. 3 hiervor), ist dieser 

Lebenssachverhalt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_514/2020 vom 16. 

Dezember 2020) durch Einstellung des Verfahrens abschliessend zu erledigen.  

5.2. Was den Anklagevorwurf der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB angeht (vgl. zum Inhalt dieses Tatbestands das angefochtene Urteil [Urk. 75 

S. 33 f.] sowie Urk. 22/10 S. 16 ff.), so erwog die III. Strafkammer des hiesigen 

Gerichts mit Beschluss vom 8. Februar 2017, womit sie die Einstellungsverfügung 

der Staatsanwaltschaft in Gutheissung der Beschwerde der Privatklägerin aufhob, 

nach einem neueren Bundesgerichtsurteil könne eine einzelne Tathandlung, die 

für sich allein den Anforderungen von Art. 181 StGB noch nicht genügen würde, 

gegebenenfalls geeignet sein, die Handlungsfreiheit der betroffenen Person in ei-

nem Mass einzuschränken, dass ihr eine mit Gewalt oder Drohung vergleichbare 

Zwangswirkung zukomme. Dies gelte zumindest dann, wenn die betroffene Per-

son während längerer Zeit wiederholten unerwünschten Einwirkungen ausgesetzt 

sei, wie dies bei Stalking vorkomme. Denkbar sei die Anwendung dieser Recht-

sprechung auch in anderen Zusammenhängen (Urk. 22/10 S. 17). Nach längeren 

Ausführungen betreffend die arbeitsrechtlichen Fürsorgepflichten des Arbeitge-

bers bzw. Treuepflichten des Arbeitnehmers führte die III. Strafkammer sodann 

aus, es sei in Betracht zu ziehen, dass ein mit der Sache befasstes Gericht die 

Einschüchterung eines verdächtigen Mitarbeiters im Rahmen einer internen 

Untersuchung – bspw. durch das bewusste Vorenthalten der Bekanntgabe der 

Vorwürfe oder durch den Aufbau einer Drohkulisse, um den Arbeitnehmer zu ei-

nem Geständnis zu bewegen – als Verletzung der Fürsorgepflicht qualifizieren 

könnte. Eine Verletzung der Fürsorgepflicht dieser Art könnte als unerlaubtes 

Zwangsmittel eingestuft werden. Jedenfalls sei nicht auszuschliessen, dass ein 

Strafgericht das betreffende Vorgehen des Arbeitgebers resp. der für ihn tätigen 

natürlichen Personen als Nötigung qualifizieren könnte. In Bagatellfällen (leichte 

Verfehlungen von Mitarbeitern auf unteren Hierarchiestufen) könnte ausserdem 

die Mittel-/Zweck-Relation in Frage gestellt sein und das Vorgehen des Arbeitge-

- 17 - 

bers wegen Unverhältnismässigkeit der Mittel-/Zweck-Relation als Nötigung be-

trachtet werden (ebenda S. 18 ff.). Weiter bezeichnete die III. Strafkammer die 

(damals) vorliegende Beweislage als insgesamt nicht eindeutig und kam zum 

Schluss, dass – unter der Voraussetzung, dass die Beweiswürdigung zugunsten 

der Privatklägerin ausfalle – nicht von vornherein auszuschliessen sei, dass das 

zuständige Gericht zum Schluss komme, die Beschuldigten hätten die Privatklä-

gerin unter Verletzung der Fürsorgepflichten vor und während der Befragung ein-

geschüchtert, um ihr ein "Geständnis" abzuringen. Als unzulässiges Vorgehen 

könnte namentlich gewertet werden: der autoritäre Auftritt der Beschuldigten 

zwecks Erlangen der Zustimmung der Privatklägerin zur Durchsuchung ihrer per-

sönlichen Behältnisse; die nur vagen Andeutungen über die erhobenen Vorwürfe 

und die Weigerung, der Privatklägerin die Gründe für die Durchsuchung und die 

Befragung bekannt zu geben; die Durchführung der Befragung in der entlegenen 

Zentrale in G._____ statt am Arbeitsplatz in F._____; das Vorgehen der Beschul-

digten, als wären sie Polizisten (Platzordnung im Fahrzeug, Behändigen der 

Handtasche der Privatklägerin, das Verbot einer Rauchpause während der Befra-

gung); die Befragung der Privatklägerin zu ihren persönlichen und ihren finanziel-

len Verhältnissen; das Drängen der Privatklägerin zu einem Geständnis. Gleich-

falls nicht auszuschliessen sei, dass das zuständige Gericht das Vorgehen der 

Beschuldigten als Nötigung qualifiziere. Es werde diese Frage unter Berücksichti-

gung der gesamten Umstände zu beurteilen haben. Zudem sei zu berücksichti-

gen, dass es sich bei der Privatklägerin nicht um einen schweren Fall der Wirt-

schaftskriminalität handle und das Vorgehen gegen sie mit Blick auf den Zweck 

der internen Untersuchung als unverhältnismässige Druckausübung eingestuft 

und der Nötigungstatbestand aus diesem Grund als erfüllt betrachtet werden 

könnte. Die Rechtslage sei jedenfalls nicht eindeutig (Urk. 22/10 S. 26 f.). 

Nicht alle von der III. Strafkammer erwähnten möglichen Sachverhaltsaspekte  

– wie beispielsweise die Sitzordnung im Fahrzeug – haben nach Abschluss der 

Untersuchung Eingang in die Anklageschrift gefunden und nur die dort genannten 

sind heute näher zu prüfen. Beweismässig nicht erstellt werden konnte, dass die 

Kontrollen in der Filiale in F._____ gegen den Willen der Privatklägerin stattge-

funden hätten. Die Fahrt in die Zentrale in G._____ erfolgte ebenfalls mit ihrem 

- 18 - 

ausdrücklichen Einverständnis und war zudem sachlich begründet, leuchtet doch 

ohne weiteres ein, dass eine Befragung vor Ort in einem von diversen 

Mitarbeitern benützten Büro nicht geeignet ist, die Persönlichkeit der betroffenen 

Angestellten ausreichend zu schützen (Urk. 3 S. 7 f., Urk. 24 S. 5).  

Im damaligen Zeitpunkt bestand – auch hierauf hat bereits die Vorinstanz zu-

treffend hingewiesen (Urk. 75 S. 34) – ein begründeter Verdacht gegen die Pri-

vatklägerin, mithin war ihre Konfrontation mit den Tatvorwürfen arbeitsrechtlich 

geboten. Allerdings handelte es sich, wie die III. Strafkammer zu Recht bemerkte, 

bei den Vorwürfen um – was den mutmasslichen Deliktsbetrag angeht – eher 

leichte Verfehlungen, welche für eine effektive Selbstverteidigung nicht den Bei-

zug eines Rechtsanwaltes bedingten, weshalb die vorwarnungslose Ansprache 

am Arbeitsplatz nicht zu bemängeln ist. Hinzu kommt, dass die Befragung auf ei-

nen anderen Tag verschoben worden wäre, hätte die Privatklägerin sich mit der 

sofortigen Einvernahme nicht einverstanden erklärt (Urk. 3 S. 4 f., Urk. 4 S. 4). 

Sodann wurde die Privatklägerin zwar erst gegen Ende der Befragung in G._____ 

mit den konkreten Tatvorwürfen der häufigen Stornierungen bzw. der anlässlich 

eines Testkaufs nicht getippten Ware konfrontiert, indes wurde ihr bereits im 

Rahmen der Vorstellung in F._____ mitgeteilt, dass es sich bei den Beschuldigten 

um Mitarbeiter bzw. Detektive des Sicherheitsdienstes/EKPS handelt, welche sie 

zwecks Abklärung von Unregelmässigkeiten in der Zentrale schriftlich befragen 

möchten. Überdies wurde sie vor Beginn der Befragung in G._____ explizit darauf 

hingewiesen, dass sie die Fragen nicht beantworten müsse, womit der arbeits-

rechtlichen Fürsorgepflicht im Rahmen von internen Untersuchungen jedenfalls 

Rechnung getragen wurde, ist doch bis heute ungeklärt, ob der Arbeitnehmer 

trotz Treuepflicht im Rahmen betriebsinterner Abklärungen zur Aussageverweige-

rung überhaupt berechtigt wäre oder nicht (vgl. dazu die Ausführungen der III. 

Strafkammer, Urk. 22/10 S. 21; SIMONA WANTZ/ SARA LICCI, Arbeitsvertragliche 

Rechte und Pflichten bei internen Untersuchungen, Ziff. 4.6.5 / S. 27 ff., in: Juslet-

ter 18. Februar 2019). Immerhin erscheint die Aufforderung des Beschuldigten 

während der Autofahrt, die Privatklägerin haben nun Zeit sich zu überlegen, wieso 

sie sie mitgenommen hätten, ungeschickt und respektlos, und wäre es sicher an-

gezeigt gewesen, der Privatklägerin zu Beginn der Befragung genauere Angaben 

- 19 - 

zum vorliegenden Verdacht zu machen, indes ist solches Verhalten nicht geeig-

net, die Handlungsfähigkeit einer besonnenen Person zu beeinträchtigen.  

Die Befragung selbst begann mit Fragen zur Art ihrer Anstellung und organisatori-

schen Aspekten, bevor die finanziellen Verhältnisse der Privatklägerin relativ ein-

gehend beleuchtet wurden. Hier fällt auf, dass die offiziell protokollierten Antwor-

ten oberflächlich und knapp gehalten bleiben, mithin der von der Privatklägerin of-

fenbar gegebene tiefere Einblick in ihre persönlichen Verhältnisse (kranker Sohn, 

Sozialhilfe) nicht aktenkundig gemacht wurde (vgl. Urk. 2 im Vergleich zu Urk. 

7/9/2), was arbeitsrechtlich sachgerecht erscheint, zumal sich die Privatklägerin 

auch gemäss eigenem Gedächtnisprotokoll bis zu diesem Punkt noch nicht be-

drängt bzw. schockiert fühlte (Urk. 2 Gedächtnisprotokoll S. 4). Entgegen der An-

sicht der Privatklägervertretung (Urk. 106 S. 7) ist zudem nicht unzulässig, dass 

die Beschuldigten zu Beginn der Einvernahme auch Fragen stellten, auf welche 

sie die Antwort – mutmasslich – bereits kannten. Dies ist vielmehr ein auch in ge-

richtlichen Einvernahmen übliches Vorgehen, da so gewisse persönliche Angaben 

bestätigt werden können und die Befragung durch einige unverfängliche Antwor-

ten in Gang gesetzt werden kann. Problematischer erscheint hingegen der nach-

folgende Teil, in welchem der Privatklägerin im Rahmen von acht Fragen ein 

strafrechtlich relevantes Verhalten als Tatsache suggeriert wurde, bevor sie (end-

lich) mit den vorliegenden zwei konkreten Tatvorwürfen konfrontiert wurde. Indes 

wurde anschliessend – nachdem sie die Verdächtigungen allesamt von sich ge-

wiesen hatte – die Befragung zügig beendet. Dieser Vorgang ist somit schon rein 

aufgrund der zeitlichen Komponente (wenige Fragen, die allesamt knapp verneint 

werden) nicht geeignet, die Privatklägerin in ihrer Handlungsfähigkeit ähnlich ei-

ner Gewaltanwendung bzw. einer Androhung ernstlicher Nachteile einzuschrän-

ken, und selbst unter Einbezug der Fragen auf der Autofahrt und der zunächst 

fehlenden konkreten Verdachtsbenennung fehlt es vorliegend – wie die Vo-

rinstanz zu Recht festgehalten hat (Urk. 75 S. 35) und entgegen der Ansicht der 

Privatklägervertretung (Urk. 106 S. 12 f.) – am längeren Zeitraum, in welchem 

verschiedene unerwünschte Einzelhandlungen vorgenommen werden, welche – 

analog dem Vorgehen eines Stalkers – in ihrer Gesamtheit ab einem bestimmten 

- 20 - 

Zeitpunkt die Schwelle des Zulässigen überschreiten, sodass hernach jede Ein-

zelhandlung nötigenden Charakter erhält.  

Bleibt der Vorwurf, die Ankündigung, die Polizei zu informieren, habe die Privat-

klägerin unter unzulässigen Geständnisdruck gesetzt. Mit der Vorinstanz ist hierzu 

festzuhalten, dass nicht erwiesen ist, dass die Beschuldigten der Privatklägerin für 

den Fall der Geständnisverweigerung die Einreichung einer Strafanzeige mit dem 

Hinweis, diese werde etwas aus ihr "rausholen" angedroht hätten. Vielmehr ist 

davon auszugehen, dass der Entscheid zur Strafanzeige nach Konfrontation mit 

den Vorwürfen und (in den Augen der Beschuldigten) fehlender Einsicht getroffen 

und gleichzeitig die Befragung beendet wurde. Erst hernach bot die Privatklägerin 

– um den Beizug der Polizei zu vermeiden – an, aufzuschreiben bzw. zu sagen, 

was die Beschuldigten hören wollten, was indes auf den bereits getroffenen 

Entschluss, Strafanzeige zu erstatten, keinen Einfluss mehr hatte. Zwar scheint 

durchaus denkbar, dass die Privatklägerin in diesem Moment – und anders als ei-

ne besonnene Drittperson in der gleichen Lage (vgl. die zutreffenden Ausführun-

gen der Vorinstanz, Urk. 75 S. 37) – aufgrund ihrer psychisch fragilen Persönlich-

keitsanteile subjektiv unter grossem Druck stand (vgl. hierzu auch die Vorinstanz 

in Urk. 75 S. 20 und exemplarisch die Aussagen der Privatklägerin in Urk. 23 S. 

11 f.), keinen anderen Ausweg aus der Situation sah und weder an die Möglich-

keit dachte, dass sie jederzeit den Abbruch der Befragung hätte verlangen oder 

zumindest die Beantwortung der Fragen hätte verweigern können, noch ihr be-

wusst war, dass sie der Beizug der Polizei auch von den als ungerecht empfun-

denen Vorwürfen hätte reinwaschen können (vgl. Urk. 23 S. 13), indes machte sie 

diesen psychischen Ausnahmezustand nicht gegen aussen kenntlich, weshalb 

sich daraus zulasten der Beschuldigten nichts ableiten lässt (vgl. hierzu auch die 

Vorinstanz in Urk. 75 S. 36). Ohnehin aber kann in der Androhung einer Strafan-

zeige in der vorliegenden Konstellation keine rechtswidrige Handlung gesehen 

werden (vgl. a.a.O., S. 37 f.).  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der erstellte Sachverhalt weder in ein-

zelnen Abschnitten noch als Gesamtheit unter den Nötigungstatbestand subsu-

- 21 - 

miert werden kann, weshalb die Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen Nö-

tigung im Sinne von Art. 181 StGB freizusprechen sind.  

6. Zivilansprüche 

Soweit die Privatklägerin beantragt, die Beschuldigten seien dem Grundsatz nach 

zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung zu verpflichten, ist sie mit ihren 

Forderungen in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. a, b und d StPO auf den Zivil-

weg zu verweisen.  

7. Kosten- und Entschädigungsregelung 

7.1. Die Kosten des Untersuchungs- und des erstinstanzlichen Gerichtsver-

fahrens werden vom Bund oder dem Kanton getragen, der das Verfahren geführt 

hat, soweit sie nicht der beschuldigten Person auferlegt werden können. Letzteres 

ist der Fall bei einer Verurteilung (Art. 423 und 426 Abs. 1 StPO). Wird die be-

schuldigte Person freigesprochen, so können ihr dann Kosten auferlegt werden, 

wenn sie die Einleitung des Verfahrens rechtswidrig und schuldhaft bewirkt oder 

die Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO).  

Die Kosten des Berufungsverfahrens (inkl. die Kosten der unentgeltlichen Ge-

schädigtenvertretung) sind sodann den Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 

und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Auch ein im Berufungsver-

fahren unterliegender Privatkläger hat demnach die Kosten (ev. anteilig) zu tra-

gen. Das betrifft auch Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes, zumindest soweit 

sie sich gegen einen erstinstanzlichen Freispruch wenden (so ausdrücklich BGE 

143 IV 154 E. 2.3.5). Wurde der Privatklägerschaft die unentgeltliche Prozessfüh-

rung gewährt, sind die sie treffenden Kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen, und ist in analoger Anwendung von Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO die Rück-

zahlung vorzubehalten (Urteil 6B_370/2016 vom 16. März 2017 E. 1.2; BGE 141 

IV 262 E. 2.2). Auf die Gerichtskasse zu nehmen sind hingegen die Kosten des 

Beschlusses der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. 

Februar 2017 in Höhe von Fr. 3000.– (Verfahrens Nr. UE160149), hinsichtlich 

welchen die Kostenauflage dem Endentscheid vorbehalten wurde (Urk. 22/10). 

- 22 - 

Für die Kosten einer erbetenen Verteidigung hat die im Berufungsverfahren unter-

liegende Privatklägerschaft dann eine Entschädigung zu leisten, wenn nur sie 

(und nicht auch die Staatsanwaltschaft) Berufung gegen den erstinstanzlichen 

Freispruch erhoben hat (BGE 139 IV 45 und BGE 141 IV 476). Das gilt unabhän-

gig davon, ob die Privatklägerschaft unentgeltlich vertreten ist oder nicht (vgl. 

Art. 136 Abs. 2 StPO; vgl. SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, 3. Auflage, N 9 zu 

Art. 137 StPO). 

7.2. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungs-

regelung (Dispositivziffern 4 bis 6) zu bestätigen.  

7.3. Im Berufungsverfahren unterliegt die Privatklägerin vollumfänglich. Die 

Gerichtskosten, inkl. der Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistandes, sind ihr 

aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung aber einstweilen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Dabei ist die Rückzahlungspflicht gemäss 

Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten. Der 

unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin ist für seine ausgewiesenen 

Aufwendungen (vgl. Urk. 107/1) – abzüglich der geltend gemachten Kosten für 

das Privatgutachten von Prof. D._____, welche mangels Notwendigkeit nicht zu 

entschädigen sind – mit insgesamt Fr. 10'000.– (inkl. MwSt.) zu entschädigen. 

Sodann ist die Privatklägerin zu verpflichten, beiden Beschuldigten je eine Ent-

schädigung für anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren zu bezahlen. Die 

eingereichten Honorarnoten der Verteidiger (Urk. 108 und Urk. 110/1-2) erschei-

nen angemessen, weshalb die Privatklägerin zu verpflichten ist, der Beschuldig-

ten B._____ eine Entschädigung in Höhe von Fr. 6'400.– sowie dem Beschuldig-

ten C._____ eine Entschädigung in Höhe von Fr. 7'700.– zu bezahlen.  

Anspruch auf Entschädigung ihrer vor Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege entstandenen Anwaltskosten in Höhe von Fr. 621.– hat die Privatklägerin 

bei dieser Sachlage nicht (vgl. Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario). 

- 23 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

– Einzelgericht vom 25. September 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist:  

Es wird erkannt: 

1. - 6. (…) 

7. Die Genugtuungsbegehren der beiden Beschuldigten werden abgewiesen. 

8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel) 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Das Verfahren wird bezüglich des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB eingestellt. 

2. Die Beschuldigten B._____ und C._____ sind nicht schuldig der mehrfachen 

Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB und werden freigesprochen. 

3. Die Privatklägerin A._____ wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtu-

ungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 4 bis 6) 

wird bestätigt. 

5. Die Kosten des Beschlusses der III. Strafkammer des Obergerichts des 

Kantons Zürich vom 8. Februar 2017 (UE160149-O) werden auf die Ge-

richtskasse genommen. 

- 24 - 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.–   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive der Kosten der unentgelt-

lichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Privatklägerin auferlegt, 

jedoch zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der Privatklägerin bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

8. Die Privatklägerin wird verpflichtet, der Beschuldigten B._____ eine Pro-

zessentschädigung von Fr. 6'400.– für anwaltliche Verteidigung im 

Berufungsverfahren zu bezahlen. 

9. Die Privatklägerin wird verpflichtet, dem Beschuldigten C._____ eine Pro-

zessentschädigung von Fr. 7'700.– für anwaltliche Verteidigung im 

Berufungsverfahren zu bezahlen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung der Beschuldigten B._____ im Doppel für sich und 
zuhanden der Beschuldigten (übergeben) 

− die Verteidigung des Beschuldigten C._____ im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt) 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerin (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung der Beschuldigten B._____ im Doppel für sich und 
zuhanden der Beschuldigten  

− die Verteidigung des Beschuldigten C._____ im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-

klägerin 

- 25 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA (mittels Kopie von Urk. 78 und 79). 

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 6. Mai 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw L. Zanetti 
 

 
 

	Urteil vom 6. Mai 2021
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 75 S. 43 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Das Verfahren gegen beide Beschuldigten betreffend Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB wird eingestellt.
	2. Die beiden Beschuldigten sind nicht schuldig der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB und werden freigesprochen.
	3. Auf die zivilrechtlichen Ansprüche der Privatklägerschaft wird nicht eingetreten.
	4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Die Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Der Beschuldigten B._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 11'717.35 für anwaltliche Verteidigung (nur Strafprozess) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Dem Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 11'631.60 für anwaltliche Verteidigung (nur Strafprozess) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. Die Genugtuungsbegehren der beiden Beschuldigten werden abgewiesen.
	8. (Mitteilungen)
	9. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1. B._____ und C._____ seien
	- der fahrlässigen Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 2 StGB, eventualiter der fahrlässigen einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 1 StGB, sowie
	- der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB
	schuldig zu sprechen.
	2. Sie seien grundsätzlich zu verpflichten, der Privatklägerin A._____ Schadenersatz und Genugtuung zu bezahlen.
	3. Sie seien zu verpflichten, der Privatklägerin die ihr im Vorverfahren entstandenen Anwaltskosten von Fr. 621.00 zu bezahlen.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Beschuldigten aufzuerlegen.
	5. Die Beschuldigten seien zu verpflichten, der Privatklägerin für das Berufungsverfahren Anwaltskosten im Betrag von Fr. 15'980.90 (zuzüglich 7.7% MwSt. zu bezahlen).
	1. Es sei die Berufung der Privatklägerin abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	3. Dem Beschuldigten C._____ sei für das Berufungsverfahren eine Entschädigung im Umfang der eingereichten Honorarnoten zuzusprechen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 25. September 2019, meldete die Privatklägerin innert Frist am 8. Oktober 2019 Berufung an (Urk. 68/4 in Verbindung mit Urk. 69...
	1.2. Innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO verzichtete die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (fortan Staatsanwaltschaft) ausdrücklich auf Erhebung einer Anschlussberufung, beantragte die Abweisung der Beweisanträge und ersuchte um D...
	1.3. Die Beweisanträge der Privatklägerin wurden mit Präsidialverfügung vom 27. März 2020 abgewiesen (Urk. 85). Mit Eingabe vom 29. April 2021 reichte die Privatklägerin ein von ihr bei Prof. Dr. D._____ in Auftrag gegebenes Gutachten bzw. eine "Stell...
	1.4. Zur Berufungsverhandlung sind die Beschuldigte B._____ in Begleitung ihres erbetenen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, der Beschuldigte C._____ in Begleitung seiner erbetenen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ sowie der u...

	2. Umfang der Berufung
	3. Prozessuales
	3.1. Die Privatklägervertretung erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung an den im Berufungsverfahren bereits gestellten Beweisanträgen festzuhalten (Prot. II S. 7), ohne diese jedoch ergänzend zu begründen. Die seitens der Privatklägerin in der B...
	3.2. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass hinsichtlich des Anklagevorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB der zur Strafverfolgung notwendige Strafantrag fehlt, wobei vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführ...

	4. Sachverhalt
	4.1. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 75 S. 14), ist unbestritten, dass die Beschuldigten die Privatklägerin bei der E._____ Filiale in F._____ aufgesucht haben, die Garderobe und Handtasche der Privatklägerin durchsucht haben und ans...
	4.2. Strittig ist, inwieweit die Privatklägerin mit den Kontrollen in F._____ einverstanden war, wie die nachfolgende Befragung in G._____ im Einzelnen ablief und wie das schriftliche "Geständnis" der Privatklägerin zustande kam. Insoweit ist der mass...
	4.3. Die Vorinstanz hat die bei der Beweiswürdigung zu beachtenden Grund-sätze zutreffend dargestellt und auch den Inhalt der Beweismittel korrekt wiedergegeben (Urk. 75 S. 15 ff.). Hierauf kann ohne Einschränkungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 St...
	Ergänzend und mit Blick auf die Ausführungen der Privatklägerin anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 106 S. 2 ff.) ist zu erwähnen, dass es im vorliegenden Strafverfahren einzig darum geht, zu prüfen, ob der von der Staatsanwaltschaft zur Anklage...
	4.4. Seitens der Privatklägerin liegen ihr rund eine Woche nach der Befragung durch die Mitarbeiter des E._____-Sicherheitsdienstes unter Mithilfe ihrer Tochter erstelltes Gedächtnisprotokoll (Urk. 2) sowie ihre untersuchungsrichterliche Einvernahme ...

	5. Rechtliche Würdigung
	5.1. Was den Vorwurf der fahrlässigen (schweren) Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB angeht, kann ohne Einschränkungen auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 75 S. 27 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO; BGE 141 IV 244). Demg...
	5.2. Was den Anklagevorwurf der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB angeht (vgl. zum Inhalt dieses Tatbestands das angefochtene Urteil [Urk. 75 S. 33 f.] sowie Urk. 22/10 S. 16 ff.), so erwog die III. Strafkammer des hiesigen Gerichts mit B...

	6. Zivilansprüche
	7. Kosten- und Entschädigungsregelung
	7.1. Die Kosten des Untersuchungs- und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden vom Bund oder dem Kanton getragen, der das Verfahren geführt hat, soweit sie nicht der beschuldigten Person auferlegt werden können. Letzteres ist der Fall bei ein...
	7.2. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffern 4 bis 6) zu bestätigen.
	7.3. Im Berufungsverfahren unterliegt die Privatklägerin vollumfänglich. Die Gerichtskosten, inkl. der Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistandes, sind ihr aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung aber einstweilen auf die Gerich...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht vom 25. September 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	Es wird erkannt:
	1. - 6.  (…)
	7. Die Genugtuungsbegehren der beiden Beschuldigten werden abgewiesen.
	8. (Mitteilungen)
	9. (Rechtsmittel)
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Das Verfahren wird bezüglich des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB eingestellt.
	2. Die Beschuldigten B._____ und C._____ sind nicht schuldig der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB und werden freigesprochen.
	3. Die Privatklägerin A._____ wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 4 bis 6) wird bestätigt.
	5. Die Kosten des Beschlusses der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. Februar 2017 (UE160149-O) werden auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Privatklägerin auferlegt, jedoch zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Di...
	8. Die Privatklägerin wird verpflichtet, der Beschuldigten B._____ eine Prozessentschädigung von Fr. 6'400.– für anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren zu bezahlen.
	9. Die Privatklägerin wird verpflichtet, dem Beschuldigten C._____ eine Prozessentschädigung von Fr. 7'700.– für anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren zu bezahlen.
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung der Beschuldigten B._____ im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Verteidigung des Beschuldigten C._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerin (übergeben)

	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung der Beschuldigten B._____ im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Verteidigung des Beschuldigten C._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerin
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA (mittels Kopie von Urk. 78 und 79).

	11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.