# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da3cf1e2-4efc-57b8-ae2e-17939e9cbb81
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 12.04.2017 BRGE III Nr. 0058/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nr--0058-20_2017-04-12.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0058/2017 vom 12. April 2017 in BEZ 2018 Nr. 37 

Die private Rekursgegnerin beabsichtigte, das Grundstück Kat.-Nr. 1, 
welches in der Wohnzone respektive der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung 
lang, mit Wohnbauten zu überstellen. Im Hinblick auf das Neubauvorhaben 
stellte sie der Baubehörde Fragen, welche diese im Rahmen eines drittver-
bindlichen Vorentscheids beantwortete. Gegen diesen Entscheid rekurrierten 
Nachbarn. Strittig war u.a. das massgebende gewachsene Terrain.  

Aus den Erwägungen: 

1.2 Mit Entscheid vom 11. Februar 2015 beantwortete die Vorinstanz die 
streitbetroffenen Fragen wie folgt:  

(…) «1.2. Als gewachsener Boden, und somit als Ausgangshöhe für 
zukünftige Bauten wird der Terrainverlauf gemäss Plan Nr. X «Höhenkurven 
interpoliert» 1:200 vom 21. November 2014 als verbindlich erklärt.» (…) 

4.1 Die Rekurrierenden beanstanden den Vorentscheid auch hinsichtlich 
Frage 1.2 und stellen sich hierbei auf den Standpunkt, der Entscheid basiere 
auf einer fehlenden respektive willkürlichen Sachverhaltsermittlung, stütze sich 
die Vorinstanz doch auf keinerlei Fakten und Grundlagen. Voraussetzung für 
einen solchen Vorentscheid wäre aber zumindest die Vermessung des 
gewachsenen Bodens durch einen renommierten und nicht befangenen 
Geometer gewesen. Der Vorentscheid erweise sich daher infolge Missachtung 
der amtlichen Untersuchungspflicht als rechtswidrig bzw. willkürlich und sei nur 
schon aus diesem Grund aufzuheben. Der Vorentscheid verkenne zudem, dass 
der gewachsene Boden im Bereich des heutigen Lärmschutzwalles bzw. im 
Bereich der grünen Wiese je separat zu bestimmen wäre. Beim bestehenden 
Lärmschutzwall handle es sich klarerweise um eine Baute und Anlage im Sinne 
von § 1 Abs. 1 ABV, wobei die Bauherrschaft beabsichtige, diesen Lärmschutz-
wall zu einer Wohnüberbauung umzubauen. Bei Erweiterungs- und Umbauten 
sei gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung auf das ursprüngliche 
gewachsene Terrain im Zeitpunkt der Einreichung des Stammbaugesuchs für 
die Erstellung des Lärmschutzwalls abzustellen. Das Terrain dürfe daher nicht 
mittels Interpolation neu berechnet werden. Eine Interpolation würde 
naturgemäss zu massiven Aufschüttungen bzw. zu massiv höheren Bauten und 
damit zu höheren Gewinnen der Bauherrschaft führen. Dies wirke sich 
offensichtlich zu Lasten der Nachbarn und Rekurrierenden aus. Die unüber-
baute grüne Wiese stelle demgegenüber natürlich gewachsenen Boden dar, 
worauf es gemäss § 5 Abs. 1 ABV abzustellen gelte. Ein Rückgriff auf frühere 
Verhältnisse komme hier nicht in Frage, zumal die Voraussetzungen von § 5 

Abs. 2 ABV vorliegend nicht erfüllt seien. Die Bauherrschaft habe es sich selbst 
zuzuschreiben, dass sie die ursprüngliche Parzelle Kat.-Nr. 1, die den 
Lärmschutzwall als zu dieser Parzelle randständige Baute führte, über diesen 
Wall auf die andere Seite hinausgedehnt habe. Der neu hinzugenommene 
Grundstücksteil auf der Westseite des Lärmschutzwalls könne nun nicht als 
Vorwand für eine Interpolation des Lärmschutzwalls mit diesem neuen 
Grundstücksteil sowie mit der grünen Wiese dienen. Dies käme offensichtlich 
einem Rechtsmissbrauch gleich und verdienen keinen Rechtsschutz.  

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4.2 Die private Rekursgegnerin weist darauf hin, dass dem Bauvorhaben – 
entgegen der irrtümlichen Ansicht der Rekurrierenden – nicht der heutige 
Terrainverlauf mit Lärmschutzwall, sondern der Terrainverlauf ohne Lärm-
schutzwall zugrunde gelegt werde. (…) 

4.3 Wie anlässlich des Augenscheins festgestellt werden konnte, wird das 
Baugrundstück von einem Erdwall durchquert, welcher in den 1980er-Jahren 
als Lärmschutzmassnahme errichtet wurde. Angesichts seiner volumetrischen 
Ausmasse kann mit den Rekurrierenden davon ausgegangen werden, dass es 
sich bei diesem Erdwall in rechtlicher Hinsicht um eine Baute im Sinne des PBG 
handelt, die seinerzeit einer baurechtlichen Bewilligungspflicht unterlag (§ 1 
ABV, § 309 Abs. 1 lit. f PBG; vgl. auch BGr, 22. Februar 2008, 1C_414/2007, 
E. 2.2.2 mit Hinweisen). Dies wird auch seitens der privaten Rekursgegnerin 
nicht bestritten. Nicht gefolgt werden kann den Rekurrierenden demgegenüber, 
wenn sie sich auf den Standpunkt stellen, dass die geplanten Wohnbauten als 

Um- bzw. Erweiterungsbauten des Lärmschutzwalls zu qualifizieren seien. Die 
Wohnbauten stehen weder in baulich-konstruktiver noch in optischer Hinsicht in 
einem Zusammenhang mit dem Erdwall, vielmehr sind sie als architektonisch 
selbständige Bauteile und damit als Neubauten anzusehen. Bei Neubauten, die 
anstelle von bestehenden Bauten errichtet werden sollen, ist gemäss ver-
waltungsgerichtlicher Rechtsprechung auf den Terrainverlauf abzustellen, wie 
er sich heute darstellt (§ 5 Abs. 1 ABV). Auf frühere Verhältnisse ist – 
abgesehen von den in § 5 Abs. 2 ABV genannten Fällen – nur bei Um- und 
Erweiterungsbauten abzustellen (vgl. VGr, 21. Januar 2016, VB.2015.00290, E. 
3.4 mit weiteren Hinweisen). Für die geplanten Wohnbauten ist somit von den 
heutigen Terrainverhältnissen auszugehen, zumal kein Fall von § 5 Abs. 2 ABV 
vorliegt. Dies gilt im Übrigen für das gesamte Baugrundstück; mit Blick auf die 
bisher unüberbaute grüne Wiese versteht es sich von selbst, dass auf den 
heutigen Terrainverlauf abzustellen ist (vgl. § 5 Abs. 1 ABV). Folglich erübrigt 
sich auch die von den Rekurrierenden beantragte Edition der Stammbau-
bewilligung für die Errichtung des Lärmschutzwalls aus den 1980er-Jahren.  

4.4 Wird zur Erstellung eines neuen Gebäudes ein bestehendes abge-
rissen, entstehen regelmässig Gruben und Senken, wo sich zuvor Unter-
geschosse, Garagen und dergleichen befunden haben. Würde man für die 
Beurteilung des Neubaus auf diesen tatsächlichen Bodenverlauf abstellen, 
ergäbe sich eine unnatürliche und die Neuüberbauung des Grundstücks 
erheblich erschwerende Terrainsituation. Gleiches gilt bei Abgrabungen für 
Garagenzufahrten, Kellerabgänge etc. Lehre und Rechtsprechung begegnen 
diesem Problem, indem sie die Fläche innerhalb des Grundrisses von 
bestehenden Bauten und Anlagen allgemein nicht als gewachsenen Boden im 
Sinn von § 5 Abs. 1 ABV betrachten, sondern mittels Interpolation fiktiv auffüllen 

(VGr, 30. Juni 2015, VB.2015.00010, E. 4.2). Dies muss analog auch für den 
vorliegenden Fall einer bewilligungspflichtigen Aufschüttung gelten, welche für 
die Realisierung eines Neubauvorhabens wieder entfernt werden soll. Im 
Unterschied zu einer Abgrabung oder Grube muss die Fläche innerhalb des 
Grundrisses des Erdwalls dabei allerdings nicht mittels Interpolation fiktiv 
aufgefüllt, sondern fiktiv abgetragen werden. Nichts anderes wird mit dem von 
der Vorinstanz als verbindlich erklärten «Höhenkurvenplan interpoliert» vom 21. 
November 2014 denn auch getan, indem die Höhenkurvenlinien auf der West- 

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bzw. Ostseite des Lärmschutzwalls dergestalt miteinander verbunden sind, als 
würde der Erdwall nicht (mehr) bestehen. Die gewählte Interpolationsmethode 
erscheint durchaus sinnvoll und nachvollziehbar; von einer fehlenden oder 
willkürlichen Sachverhaltsfeststellung – wie dies die Rekurrierenden behaupten 
– kann nicht die Rede sein, zumal keine allgemeine anerkannte und damit 
verbindliche Interpolationsmethode existiert. Vielmehr müssen mehr oder 
weniger genaue Annahmen über die dreidimensionale Ausgestaltung des 
Geländes getroffen werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass es nicht eine 
einzig richtige, sondern bloss eine Bandbreite zulässiger Interpolationen geben 
kann (vgl. VGr, 30. Juni 2015, VB.2015.00010, E. 4.3). Im Übrigen ist darauf 
hinzuweisen, dass die Interpolation des gewachsenen Terrains im Bereich des 
Lärmschutzwalls letztlich zum gleichen Ergebnis führt, wie das von den 
Rekurrierenden verlangte Abstützen auf die ursprünglichen Terrainverhältnisse 
vor Erstellung des Lärmschutzwalls. Durch die Interpolation wird ein 
Terrainverlauf fingiert, wie er sich ohne Lärmschutzwall bzw. nach Abtragung 
des bestehenden Lärmschutzwalls präsentieren würde, was den Re-
kurrierenden – insbesondere mit Blick auf die Höhendimensionen und die 
Eingliederung der geplanten Wohnbauten in die Umgebung – ja gerade zu Gute 
kommt. Die Rüge der Rekurrierenden zielt folglich ins Leere.