# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be832eb5-807c-577b-8ade-17337383625c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-28
**Language:** de
**Title:** Nichteintreten auf Rentenerhöhungsgesuch erfolgte zu Recht; keine anspruchserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht.
**Docket/Reference:** IV.2016.00430
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00430.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00430
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Senn-Buchter
Urteil vom 28. Dezember 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Kristina
Herenda
Herenda
Rechtsanwälte
Alfred-Escher-Strasse 10, 8002 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___, geboren 1958 und vom 1. März 2004 bis 31. August 2009 als Hilfsdru
cker bei der Y.___ AG tätig gewesen (Urk. 7/20, Urk. 7/22/1-2), meldete sich am 15. Mai 2009 unter Hinweis auf einen
im November 2008
er
littenen Herzinfarkt zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/7). Mit Verfügung vom 12. Januar 2011 (Urk. 7/64) sprach ihm die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gestützt auf einen In
validitätsgrad von 58 % eine halbe Rente ab 1. November 2009 zu. Dieser Ren
tenanspruch wurde mit Mitteilung vom 15. Juli 2011 (Urk. 7/71) anlässlich ei
nes amtlichen Revisionsverfahrens bestätigt.
1.2
Mit Gesuch vom 17. August 2015 (Urk. 7/78) ersuchte X.___ unter Angabe von Atemnot bei Herzschwäche, Rückenschmerzen und einer Depression sinn
gemäss um Ausrichtung einer höheren Invalidenrente. Auf Aufforderung der IV-Stelle (Urk. 7/81) hin reichte er den Bericht von Dr. med. Z.___, Spe
zialarzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin, vom 29. Juni 2015 (Urk. 7/83) zu den Akten. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/85, Urk. 7/95) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Februar 2016 (Urk. 2) man
gels Glaubhaftmachung einer anspruchserheblichen Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes auf das Rentenerhöhungsgesuch nicht ein.
2.
Hiergegen erhob X.___ am 14. April 2016 Beschwerde mit folgenden Anträ
gen (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Februar 2016 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine höhere Invalidenrente auszurichten;
2.
es sei auf das neue Leistungsbegehren einzutreten;
3.
eventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Feb
ruar
2016 aufzuheben und zur umfassenden Neuabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8 % MWST zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die IV-Stelle ersuchte in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2016 (Urk. 6) um Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung glei
chen Datums (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Re
visionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bildet
die
letzte rechtskräftige Verfügung, b
ei einer Bestätigung der Rente allen
falls die Mitteilung (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [IVV]
und
Art. 51 ATSG)
, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.2
Wird ein Gesuch
um Revision
der Rente
eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität de
r
versicherten Person
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 2 IVV).
Der Unter
suchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung
bzw.
das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen ha
ben (BGE 125 V 193 E.
2, 122 V
157 E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht.
Wird im Revisionsgesuch kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuzie
hen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzen
den Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf
Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 64 E. 5.2.5
).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachenän
derung muss nicht
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrs
cheinlichkeit (BGE 126 V 353
E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtser
heblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Ab
klärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsände
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invali
denrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C
_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.4
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung bzw. den
Einspracheentscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitge
genstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung bzw. der
Einspracheent
scheid
insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Ge
richt, ungeachtet der Vorbringen der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das
Leis
tungs
- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situa
tion den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2
.
2.1
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2016 (Urk. 2)
auf das
Gesuch des Beschwerdefüh
rers um Rentenrevision
vom
17. August 2015 (Urk. 7/78)
zu Recht nicht
einge
treten ist. Prozessthema bildet demnach die Frage nach der Glaubhaftmachung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads (vgl. E. 1.2-1.3 hier
vor).
Soweit
in der Beschwerde die
Zusprache
von
höheren Rentenl
eistungen beantragt
wird
(Urk. 1
S. 2
), ist
darauf
mangels Anfechtungsobjekts nicht ein
zutreten (BGE 131 V 164 E. 2.1; vgl. auch E. 1.4 hiervor
).
2.2
Erlässt die Verwaltung – wie vorliegend – eine
rechtsgenügliche
Nichteintretens
verfügung
, legt das Gericht seiner Überprüfung auf Beschwerde hin den Sachverhalt zugrunde, wie er sich der
Verwaltung darbot (BGE 130 V 64
E. 5.2.5 mit weiteren Hinweisen). Die beschwerdeweise aufgelegten medizi
nischen Berichte (
Urk. 3/3-5
) sind daher für die vorliegend einzig zu beurtei
lende
Ein
tretensfrage
nicht zu berücksichtigen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres
Nichteintretensentscheids
vom 26. Februar 2016 (Urk. 2) aus, mit dem fachärztlichen Bericht von Dr. Z.___ vom 27. Mai 2015 werde eine kardiale Verschlechterung postu
liert, wobei kein neues kardiales Ereignis bekannt geworden sei. Aus versiche
rungsmedizinischer Sicht vermöge die postulierte Verschlechterung keine Än
derung des Rentenanspruchs zu begründen. Für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe – wie bereits anlässlich des Gutachtens vom Januar 2010 festgestellt – eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (vgl. auch Urk. 6).
3.2
Im Zusammenhang mit der
Eintretensfrage
brachte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 14. April 2016 vor (Urk. 1 S. 10 Ziff. 2.1.5), ge
mäss dem Bericht von Dr. Z.___ vom 27. Mai 2015 betrage die links
ventrikuläre Herzfunktion aktuell lediglich noch 22 %, weshalb diese neu als schwer eingeschränkt eingestuft werde. Damit habe sich die Auswurffraktion sechs Jahre nach der letzten kardiologischen Untersuchung aus dem Jahr 2009 bedeutend verschlechtert. Damals habe die EF (
Ejection
fraction
) 35 % betragen, worauf Dr. med. A.___, Leitender Arzt Kardiologie Spital B.___, eine mittel
schwere Einschränkung der Herzfunktion diagnostiziert habe.
4.
4.1
Als Referenzzeitpunkt für die Beurteilung, ob eine
anspruchserhebliche Ä
nde
rung
des Invaliditätsgrades
glaubhaft gemacht wurde, dient die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
12. Januar 2011
(
Urk. 7/64
),
mit welcher dem Be
schwerdeführer im Zuge der erstmaligen Anspruchsprüfung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 58 % ab 1. November 2009 eine halbe Rente zugesprochen wurde.
Die
nur kurze Zeit später im Rahmen eines amtlichen Revisionsverfahrens ergan
gene
Mitteilung
vom 15. Juli 2011 (Urk. 7/71)
fällt
als Vergleichszeitpunkt ausser Betracht, da damals lediglich Verlaufsberichte des Hausarztes (Bericht von Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheu
matologie, vom 30. Mai 2011, Urk. 7/68) und der behandelnden Psychiaterin (Bericht von Dr. med. D.___, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. Juni 2011, Urk. 7/69) eingeholt wurden und keine
umfassende Prüfung der gesundheitlichen Verhältnisse
erfolgte.
4.2
Die
rentenzusprechende Verfügung vom 12. Januar 2011 (Urk. 7/64) erging in medizinischer Hinsicht insbesondere gestützt auf die von der Beschwerdegeg
nerin
veranlasste
bidisziplinäre
Begutachtung durch Prof. Dr. med.
E.___
, Klinikdirektor Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, Departement Innere Medizin,
Universitätsspital F.___ (
bidisziplinäres
Gutachten vom 6. Januar 2010, Urk. 7/36/1-6), und Dr. med.
G.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Fachgutachten vom 7. Dezember 2009, Urk. 7/36/7-18).
Dabei wurden
folgende Diagnosen
gestellt
(Gutachten S. 4):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Koronare Dreigefässerkrankung
-
Status nach inferiorem Myokardinfarkt 11/2008
-
Status nach 4-f
acher AC-Bypass-Operation 17. Dezember
2008
-
mittelschwer eingeschränkte systolische linksventrikuläre Funktion (EF 05/2009: 36
%
)
-
cvRF
: sistierter Nikotinabusus mit 25 pack
years
, arterielle Hyper
to
nie,
Dyslipidämie
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiv-
dysthymer
Reaktion ge
mischt (ICD-10: F43.22)
-
Muskuloskelettale
Beschwerden im Rahmen der
Thorakotomienarbe
Diagnosen ohne Auswirkung auf Arbeitsfähigkeit:
-
Rezidivierende Blutungen aus
erstgradigen
inneren
Haemorrhoiden
unter
thrombozytenaggregationshemmender
Behandlung
-
Chronisch rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
In der Beurteilung (Gutachten S. 4 f.) wurde bezüglich des aktuellen kardialen Gesundheitszustandes auf
den fachärztlichen Bericht von Dr.
A.___
vom 13. (richtig wohl: 15.) Mai 2009 (Urk. 7/15/6-7) verwiesen und festgehalten, der
genannte
Kardiologe habe in der Doppler-Echokardiographie eine mittelschwer verminderte linksventrikuläre Funktion (EF 36 %) festgestellt mit einer Akinesie inferior und apikal sowie einer
Hyperkinesie
der übrigen Wandabschnitte. In der
Fahrradergometrie
habe der Beschwerdeführer 125 Watt (71 % der Sollarbeits
kraft)
leisten können. Auch anamnestisch sei erhebbar, dass der Beschwerde
führer kardial in der Leistung eingeschränkt sei. Eine Atemnot
trete schon bei geringer körperlicher Anstrengung auf
, die zwei Stockwerke zu seiner Wohnung ohne Lift seien nur mit einer Pause zu bewältigen. Für das
Vorliegen einer Herzinsuffizienz spreche, dass der Beschwerdeführer nur mit zwei oder drei Kissen in erhöhter Position schlafen könne.
Er
weise somit eine chronische Herzkrankheit auf, welche mit einer Schädigung des Organs und somit auch der kardialen und der generellen körperlichen Leistungsfähigkeit einhergehe. Die durchgemachte Bypass
-O
peration bedinge zudem, dass kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten und solche, die mit einer erhöhten Stressbelastung einhergingen oder von aussen getaktet seien, nicht mehr ausgeführt werden könnten. Durch die Manifestation der Herzkrankheit und die notwendige
aorto
-kor
o
nare By
pass-
Operation sei der Beschwerdeführer abrupt arbeitsunfähig geworden und habe den Wiedereinstieg in die Arbeit bis heute nicht geschafft. Speziell zu er
wähnen sei, dass die Diagnose der Krankheit anamnestisch wohl etwas ver
schleppt worden
sei
. Diese Zeit und auch die Phase, in welcher der Beschwer
deführer quasi
schwer eingeschränkt auf die Byp
ass
-
Operation habe warten
müssen
(zirka drei Wochen Ende November
A
nfang Dezember 2008
), hätten
mit Sicherheit eine enorme Belastung und hohe Anforderungen an die körperlichen wie psychischen Kompensationsmechanismen dargestellt. Die ganze Situation sei durchaus geeignet gewesen, erhebliche Ängste zu generieren und aufrecht zu erhalten, sodass sich
aktuell
ein chronifiziertes Bild, geprägt von einem erhebli
chen Vermeidungsverhalten
,
zeige. Nach wie vor sei auch aus
aktueller
Sicht die psychische Reaktion nachvollziehbar, das gelte für die depressiven Anteile wie auch für die Ängste. Hierbei handle es sich um eine Anpassungsstörung,
d.h.
um eine Reaktion auf ein lebensübliches Ereignis und zu diesen gehörten auch Krankheit und möglicher Tod. Eine chronifizierte, die Arbeitsfähigkeit stark li
mitierende psychiatrische Erkrankung habe nicht diagnostiziert werden müssen.
Hinsichtlich des beruflichen Leistungsvermögens gingen die Sachverständigen davon aus (
Gutachten
S. 5), dass in der angestammten Tätigkeit als Hilfsdrucker keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe seit dem 24. November 200
8.
In einer an
gepassten, körperlich leicht belastenden Tätigkeit bestehe aus internistischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 60 % entsprechend fünf Stunden pro Tag. Diese Einschränkung korreliere mit der objektiv gemessenen, verminderten links
ventrikulären Funktion und der Anamnese des Beschwerdeführers. Aus der psy
chiatrischen Diagnose resultiere keine weitere Einschränkung der Arbeitsfähig
keit.
4.3
In dem vom Beschwerdeführer zur Untermauerung der geltend gemachten gesund
heitlichen Verschlechterung eingereichten kardiologischen Bericht von Dr.
Z.___
vom
27. Mai/
29. Juni 2015 (Urk. 7/83) wurden folgende Diag
nosen gestellt:
-
Koronare 3-Gefässerkrankung mit schwer eingeschränkter EF (22 %)
-
Anstrengungsdyspnoe CCS
NYHA III
-
Arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
St. n. Nikotinabusus
-
Adipositas
Dr.
Z.___
hielt
zur Anamnese
fest (S. 1), der Beschwerdeführer habe unverän
dert eine Anstrengungsdyspnoe beim beschleunigten Gehen im Flachen und beim Bergangehen. Beim Tragen einer Einkaufstasche müsse er nach einem halben Stockwerk eine erste Pause machen.
In seiner Beurteilung (S. 2) führte er aus, es bestehe eine koronare Herzkrankheit mit schwer eingeschränkter links
ventrikulärer Auswurffraktion. Es liege eine Dyspnoe NYHA III vor, da bei All
tagsbelastungen mit beschleunigtem Gehen im Flachen
Dyspnoebeschwerden
aufträten. Dies decke sich mit dem Befund der Ergometrie vom 27. Mai 2015
(S. 3-5)
,
welche
bei 68 % des Solls (123 Watt) wegen Erschöpfung und
Dyspnoe habe abgebrochen werden müssen. Die geleisteten 5.3 Mets entsprächen zügi
gem Gehen. Der echokardiographische Befund sei unverändert, die Aus
wurffraktion sei schwer eingeschränkt
. Der
Arteria
pulmona
l
is
-
Druck sei jedoch normal. Zusammenfassend liege ein stabiler kardialer Verlauf vor. Die Interpre
tation der Einschränkung der Leistungsfähigkeit sei stark abhängig von
der Perspektive. Bezogen auf die schwer eingeschränkte EF sei sie sehr zufrieden
stellend, der Beschwerdeführer habe keine Ruhebeschwerden. Er habe sich an ein langsames Tempo adaptiert und sei in diesem Sinne wenig eingeschränkt. Bezogen auf eine normale Leistungsfähigkeit bestehe jedoch eine starke Ein
schränkung, objektiv einer NYHA III-Anstrengungsdyspnoe entsprechend. Er empfehle, die Medikation unverändert fortzuführen.
5.
5.1
Vorwegzuschicken ist, dass z
wischen den Verfügungen vom
12. Januar 2011
(
Urk. 7/64
)
und
26. Februar 2016 (Urk. 2) fünf
Jahre
liegen, weshalb
nach der Rechtsprechung (BGE 130 V 64 E. 6.2
)
an die Glaubhaftmachung
einer Ände
rung im für die Anspruchsberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum
nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen
sind
.
Gleichwohl vermag der Beschwerde
führer mit dem im Rahmen des Revisionsgesuchs vom 17. August 2015 (Urk. 7/78) eingereichten kardiologischen Bericht von Dr. Z.___ vom 29. Juni 2015 (vgl. E. 4.3 hiervor) keine Verschlechterung seines Gesundheits
zustandes glaubhaft darzutun. Es trifft zwar zu, dass der besagte Facharzt von einer schwer eingeschränkten linksventrikulären Auswurffraktion (EF von 22 %) ausging, was im Vergleich zur Situation anlässlich der
Rentenzusprache
mit mittelschwer verminderter linksventrikulärer Funktion (EF von 36 %; vgl. E. 4.2 hiervor) eine Verschlechterung der Auswurffraktion bedeutet. Indes wird damit
über das
quantitative Element einer relevanten, die Arbeitsfähigkeit schmälern
den Veränderung des Gesundheitszustandes nicht zwingend etwas ausgesagt
(vgl. dazu BGE 141 V 9 E. 5.2), zumal der
Echokardiographiebefund
vom 27. Mai 2015 gegenüber dem Jahr 2011 ausdrücklich als unverändert bezeich
net wurde. Dr. Z.___ äusserte sich im fraglichen Bericht nicht zum berufli
chen Leistungsvermögen des Beschwerdeführers und zeigte namentlich nicht substanziiert auf,
inwiefern die geschilderte
n
Beschwerden
dessen
Arbeitsfähig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit
weitergehend als im Rahmen der
Rentenzusprache
(Verfügung vom 12. Januar 2011) angenommen
beeinfluss
ten
.
Sodann präsentiert sich der
Ergometriebefund
vom 27. Mai 2015 mit einer Leistung von 123 Watt im Vergleich zu früher (125 Watt, vgl. E. 4.2 hiervor) im Wesentlichen unverändert. Dies deckt sich mit den anamnestischen Beschwer
deschilderungen, welchen zu entnehmen ist, dass die Anstrengungsapnoe res
pektive Atemnot nach wie vor beim raschen bzw. beschleunigten Gehen und bei leichten Anstiegen bzw. beim Bergangehen auftritt (vgl. Berichte von Dr. A.___ vom 15. Mai und 31. Juli 2009 [Urk. 7/15/6, Urk. 7/25/1], Gutachten vom 6. Januar 2010 [Urk. 7/36/2] und Bericht von Dr. Z.___ vom 29. Juni 2015 [Urk. 7/83/1]). Insgesamt ergeben sich aus dem Bericht von Dr. Z.___ keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass sich eine für den Rentenan
spruch erhebliche Verschlechterung der Herzproblematik eingestellt hätte.
5.2
Soweit der Beschwerdeführer eine Verschlechterung des psychischen Gesundheits
zustandes und der Rückenbeschwerden postuliert (Urk. 7/78 S. 5 Ziff. 6.2, Urk. 1 S. 13 Ziff. 2.2.5 und S.14 Ziff. 2.3), brachte er trotz entspre
chender Aufforderung der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/81) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2016 (Urk. 2) keinen Arztbericht bei, welcher seinen Standpunkt stützen würde.
6.
Nach dem Ausgeführten erging die
Nichteintretensverfügung
der Beschwerde
gegnerin vom 26. Februar 2016 (Urk. 2) zu Recht
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Ko
sten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Kristina
Herenda
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSenn-Buchter