# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58667def-c3f1-5e48-9700-67cf7a86b363
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.05.2021 100 2020 273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-273_2021-05-21.pdf

## Full Text

100.2020.273/274U
BUC/IMA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Mai 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Imfeld

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2008-2016; Nachsteuer (Entscheide der Steuerrekurskomission des 
Kantons Bern vom 16. Juni 2020; 100 19 418-426; 200 19 360-368)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.05.2021, Nrn. 100.2020.273/
274U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 15. Dezember 2017 reichte A.________ bei der Steuerverwaltung der 
Stadt Bern eine Selbstanzeige ein und informierte über ein Bankkonto sowie 
ein Wertschriftendepot mit Fondsanteilen bei einer Bank in der Tschechi-
schen Republik, die sie bisher in ihren Steuererklärungen nicht deklariert 
hatte. Sie teilte mit, das Konto habe sie am 8. Juni 2012 eröffnet und die 
Fondsanteile halte sie seit dem Jahr 2008, wobei für letztere keine Zinsen 
ausgerichtet worden seien. Die Steuerverwaltung der Stadt Bern leitete die 
Anzeige an die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Zentrale Veranlagungs-
bereiche Nachsteuer, weiter, die am 30. Januar 2018 ein Nachsteuerverfah-
ren einleitete. Ein Steuerstrafverfahren wurde wegen strafloser (erstmaliger) 
Selbstanzeige nicht eröffnet. Mit Verfügungen vom 2. November 2018 auf-
erlegte die Steuerverwaltung A.________ für die Jahre 2008-2016 Nach-
steuern in der Höhe von insgesamt Fr. 44'138.60 bei den Kantons- und Ge-
meindesteuern sowie Fr. 4'090.-- bei der direkten Bundessteuer (je inkl. Ver-
zugszins). Dagegen erhob A.________ am 30. November 2018 insofern Ein-
sprache, als die Steuerverwaltung ihr beim steuerbaren Einkommen Erträge 
aus den offengelegten Fondsanteilen aufgerechnet hatte. Die Nachsteuern 
auf den zuvor nicht deklarierten Vermögenswerten akzeptierte sie. Die Steu-
erverwaltung wies die Einsprachen mit Einspracheverfügungen vom 8. April 
2019 ab und erhöhte die Nachsteuern nach Neuberechnung der Erträge aus 
den Fondsanteilen auf Fr. 47'724.40 bei den Kantons- und Gemeindesteu-
ern sowie auf Fr. 5'844.85 bei der direkten Bundessteuer.

B.

Gegen diese Einspracheverfügungen gelangte A.________ am 9. Mai 2019 
an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche die 
Rechtsmittel mit Entscheiden vom 16. Juni 2020 abwies.

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274U, Seite 3

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 16. Juli 2020 hat A.________ sowohl be-
züglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundes-
steuer der Jahre 2008-2016 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie 
beantragt sinngemäss, die angefochtenen Entscheide der StRK vom 
16. Juni 2020 seien aufzuheben und es sei auf die Aufrechnung steuerpflich-
tiger Erträge aus den Fondsanteilen zu verzichten.

Mit Verfügung vom 20. Juli 2020 hat der Abteilungspräsident die Verfahren 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundes-
steuer vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
10. August 2020 bzw. Beschwerdeantwort vom 3. September 2020 je die 
Abweisung der Beschwerden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) 
hat sich nicht vernehmen lassen. A.________ hat sich am 9. Oktober 2020 
erneut zur Sache geäussert und weitere Unterlagen eingereicht; sie hält an 
ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 des Bundesgesetzes vom 
14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie 
Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der 
direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdeführerin hat 
am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, ist 
durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat ein schutz-

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würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 
Abs. 1 DBG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 140 DBG). Auf die Beschwerden ist einzutreten.

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwal-
tungsgericht zwei Urteile fällen, da es sich um verschiedene Steuern handelt, 
die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten Verfahren 
veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben 
Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen Bestimmun-
gen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, 
rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich 
kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steu-
erbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unter-
blieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine 
unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein 
Vergehen zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als 
Nachsteuer eingefordert (Art. 206 Abs. 1 StG; Art. 151 Abs. 1 DBG). Ein Ver-
schulden der steuerpflichtigen Person bildet keine Voraussetzung hierfür, 
hat die Nachsteuer doch keinen Strafcharakter. Als neue Tatsachen oder 
Beweismittel im Sinn von Art. 206 Abs. 1 StG bzw. Art. 151 Abs. 1 DBG gel-
ten in der Regel solche, die zwar schon zum Zeitpunkt der Veranlagung exis-
tierten, der Veranlagungsbehörde jedoch erst im Nachhinein bekannt wer-
den. Dabei ist in der Regel der Aktenstand bei der Eröffnung der Veranla-
gung massgebend, wobei die gesamten Akten der steuerpflichtigen Person 

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zu berücksichtigen sind. Als neu gilt, was zu diesem Zeitpunkt nicht aus den 
Akten ersichtlich war (vgl. statt vieler BVR 2014 S. 404 E. 3.1.2; VGE 
2019/42/43 vom 24.4.2019 E. 4.1 [bestätigt durch BGer 2C_509/2019 vom 
3.10.2019]; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 
3. Aufl. 2016, Art. 151 N. 17).

2.2 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in den Steuererklä-
rungen 2008-2016 ein Wertschriftendepot mit Fondsanteilen sowie ab 2012 
ein Konto bei einer Bank in der Tschechischen Republik nicht deklarierte, die 
Steuerverwaltung davon erstmals durch die (straflose) Selbstanzeige der 
Beschwerdeführerin Kenntnis erlangte (vgl. vorne Bst. A) und somit die Vo-
raussetzungen für die Erhebung von Nachsteuern erfüllt sind. Die Beschwer-
deführerin anerkennt die auf den nicht deklarierten Vermögenswerten ge-
schuldeten Vermögenssteuern. Streitig ist hingegen, ob und in welcher Höhe 
sie auf ihren Fondsanteilen in den Jahren 2008-2016 Erträge erzielt hat, die 
als steuerbares Einkommen aufzurechnen sind. Unbestritten geblieben sind 
die angefochtenen Entscheide hinsichtlich der Verzugszinsberechnungen 
und der Verneinung einer Rechtsverzögerung (angefochtene Entscheide 
E. 6 f.).

3.

3.1 Als Einkommen steuerbar sind unter anderem Einkünfte aus Anteilen 
an kollektiven Kapitalanlagen, soweit die Gesamterträge die Erträge aus 
direktem Grundbesitz übersteigen, wobei sich Art. 24 Abs. 1 Bst. e StG und 
Art. 20 Abs. 1 Bst. e DBG auf kollektive Kapitalanlagen mit und ohne direk-
ten Grundbesitz beziehen (Toni Hess, Steuern kollektiver Kapitalanlagen, 
Die Besteuerung kollektiver Kapitalanlagen und deren Anleger, 2015, § 17 
N. 7; Jean-Philippe Krafft, in Noël/Aubry Girardin [Hrsg.], Commentaire 
romand, Impôt fédéral direct, 2. Aufl. 2017, Art. 20 DBG N. 167; Oester-
helt/Winzap, Besteuerung kollektiver Kapitalanlagen und ihrer Anleger 
[1. Teil], in IFF Forum für Steuerrecht 2008 S. 266 ff., 278). Nach Art. 7 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2006 über die kollektiven Kapital-
anlagen (Kollektivanlagengesetz, KAG; SR 951.31) gelten als kollektive 
Kapitalanlagen Vermögen, die von Anlegerinnen und Anlegern zur gemein-

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schaftlichen Kapitalanlage aufgebracht und für deren Rechnung verwaltet 
werden (vgl. Kreisschreiben [KS] Nr. 25 der ESTV vom 23.2.2018 betreffend 
Besteuerung kollektiver Kapitalanlagen und ihrer Anleger Ziff. 2, einsehbar 
unter: <www.estv.admin.ch>, Rubriken «Dir. Bundessteuer, Quellensteuer, 
Wehrpflichtersatz/Kreisschreiben»). Sie können offen oder geschlossen sein 
(Art. 7 Abs. 2 KAG). Bei offenen kollektiven Kapitalanlagen haben die Anle-
gerinnen und Anleger zulasten des Kollektivvermögens unmittelbar oder mit-
telbar einen Rechtsanspruch auf Rückgabe ihrer Anteile zum Nettoinventar-
wert, bei geschlossenen nicht (Art. 8 Abs. 2 und Art. 9 Abs. 2 KAG).

3.2 Kollektive Kapitalanlagen ohne eigene Rechtspersönlichkeit und 
ohne direkten Grundbesitz werden steuerrechtlich transparent behandelt, 
d.h. sie sind keine Steuersubjekte; die durch diese Kapitalanlagen erzielten 
Einkünfte werden direkt den Anlegerinnen und Anlegern zugerechnet und 
dort besteuert (BGer 2C_404/2015 vom 15.9.2016, in ASA 85 S. 413 
E. 3.2.1 [betreffend Verrechnungssteuer]; KS Nr. 25 Ziff. 3.1; Oesterhelt/
Winzap, a.a.O., S. 268; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. Aufl. 
2019, Art. 20 N. 117). Dabei ist zwischen zwei Arten kollektiver Kapitalanla-
gen zu unterscheiden: Sog. Ausschüttungsfonds schütten den Nettoertrag 
an die Anlegerinnen und Anleger aus. Ein solcher Fonds liegt gemäss Praxis 
vor, wenn die «Basisdokumente» der kollektiven Kapitalanlage vorschrei-
ben, mindestens 70 % des jährlichen Nettoertrags inkl. vorgetragener Er-
träge aus früheren Rechnungsjahren auszuschütten. Steuerbar sind nur die 
ausgeschütteten Erträge. Ist in den «Basisdokumenten» gar keine oder eine 
Ausschüttung von weniger als 70 % vorgesehen, liegt für schweizerische 
Steuerzwecke eine thesaurierende kollektive Kapitalanlage (sog. Thesaurie-
rungsfonds) vor. Bei dieser werden die zurückbehaltenen Erträge im Zeit-
punkt der Gutschrift auf dem entsprechenden Konto bei der Anteilsinhaberin 
bzw. beim Anteilsinhaber als Einkommen besteuert (KS Nr. 25 Ziff. 4.1 f.; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 20 N. 204 f.; Jean-Philippe 
Krafft, a.a.O., Art. 20 N. 140 und 185 ff.; Peter Locher, a.a.O., Art. 20 
N. 118). Kapitalgewinne sind bei im Privatvermögen gehaltenen Fondsantei-
len nach Art. 29 Bst. k StG bzw. Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei, sofern sie in 
der Jahresrechnung separat ausgewiesen oder über einen separaten Cou-
pon ausgeschüttet werden (KS Nr. 25 Ziff. 4.2; Richner/Frei/Kaufmann/

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Meuter, a.a.O., Art. 20 N. 207; Peter Locher, a.a.O., Art. 20 N. 119; Oester-
helt/Winzap, a.a.O., S. 278).

3.3 Ausländische kollektive Kapitalanlagen sind steuerlich den schweize-
rischen kollektiven Kapitalanlagen gleichzustellen (KS Nr. 25 Ziff. 3.1 sowie 
Anhang IV). Halten Anlegerinnen oder Anleger mit Wohnsitz in der Schweiz 
Anteile an ausländischen kollektiven Kapitalanlagen im Privatvermögen, sind 
Einkünfte daraus nach Art. 24 Abs. 1 Bst. e StG bzw. Art. 20 Abs. 1 Bst. e 
DBG steuerbar (vgl. KS Nr. 25 Anhang IV und V; Peter Locher, a.a.O., 
Art. 20 N. 127; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 20 N. 211). Als 
ausländische offene kollektive Kapitalanlagen gelten nach Art. 119 Abs. 1 
KAG Vermögen, die aufgrund eines Fondsvertrags oder eines anderen Ver-
trags mit ähnlicher Wirkung zum Zweck der kollektiven Kapitalanlage geäuf-
net wurden und von einer Fondsleitung mit Sitz und Hauptverwaltung im Aus-
land verwaltet werden (Bst. a), oder Gesellschaften und ähnliche Vermögen 
mit Sitz und Hauptverwaltung im Ausland, deren Zweck die kollektive Kapi-
talanlage ist und bei denen die Anlegerinnen und Anleger gegenüber der 
Gesellschaft selbst oder einer ihr nahe stehenden Gesellschaft einen 
Rechtsanspruch auf Rückzahlung ihrer Anteile zum Nettoinventarwert haben 
(Bst. b). Als ausländische geschlossene kollektive Kapitalanlagen gelten 
Gesellschaften und ähnliche Vermögen mit Sitz und Hauptverwaltung im 
Ausland, deren Zweck die kollektive Kapitalanlage ist und bei denen die An-
legerinnen und Anleger gegenüber der Gesellschaft selbst oder einer ihr 
nahe stehenden Gesellschaft keinen Rechtsanspruch auf Rückzahlung ihrer 
Anteile zum Nettoinventarwert haben (Art. 119 Abs. 2 KAG; BGer 
2C_404/2015 vom 15.9.2016, in ASA 85 S. 413 E. 2.4 [betreffend Verrech-
nungssteuer]).

3.4 In den Jahren 2008-2016 hat die Beschwerdeführerin auf einem 
Wertschriftendepot bei einer Bank in der Tschechischen Republik Anteile an 
insgesamt vier verschiedenen Fonds gehalten, die alle von der Fondsgesell-
schaft «…» (nachfolgend: Fondsgesellschaft) verwaltet werden (vgl. 
Depotauszüge 2008-2016, Vorakten StV [act. 4B] pag. 268 ff., frei übersetzt 
aus dem Tschechischen). Es ist unbestritten, dass es sich bei den Fonds um 
kollektive Kapitalanlagen handelt, d.h. um Vermögen mehrerer Anlegerinnen 
und Anleger, das die Fondsgesellschaft gemeinschaftlich verwaltet und an-

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legt. Die fraglichen Fonds sind zudem unstreitig als offene kollektive Kapital-
anlagen ausgestaltet (vgl. Jahresberichte 2017, Vorakten StV [act. 4B] 
pag. 358 ff., 393 ff., 428 ff., frei übersetzt aus dem Tschechischen). Sitz und 
Hauptverwaltung der Fondsgesellschaft befinden sich in der Tschechischen 
Republik, womit es sich um ausländische offene kollektive Kapitalanlagen 
handelt, die für Schweizer Einkommenssteuerzwecke transparent behandelt 
werden. Allfällige Erträge daraus werden somit der Beschwerdeführerin als 
Anlegerin in der Schweiz zugerechnet und bei ihr nach Art. 24 Abs. 1 Bst. e 
StG bzw. Art. 20 Abs. 1 Bst. e DBG besteuert. In diesem Zusammenhang ist 
streitig und zu beurteilen, ob es sich bei den Fonds um Ausschüttungs- oder 
Thesaurierungsfonds handelt (vgl. vorne E. 3.2).

3.5 Die StRK hat erwogen, die Anlagefonds, an denen die Beschwerde-
führerin in den Jahren 2008-2016 Anteile gehalten habe, seien nicht Aus-
schüttungs-, sondern Thesaurierungsfonds. Die jeweiligen «Basisdoku-
mente» enthielten soweit ersichtlich keine ausdrückliche Ausschüttungsver-
pflichtung. Vielmehr sei den Statuten zu drei der Fonds zu entnehmen, dass 
das wirtschaftliche Ergebnis nicht für die Zahlung eines Anteils am Gewinn 
eingesetzt, sondern vollumfänglich wieder angelegt werde. Zudem ergebe 
sich aus der jeweiligen Anlagestrategie, dass die Anlagefonds die Erträge 
reinvestierten. Beim Fonds «…» habe sich die Beschwerdeführerin 
offensichtlich für die Klasse «Akumulačni» und nicht für die Klasse 
«Dividendová» entschieden, wobei der Unterschied darin liege, dass der 
Fonds seine Erträge akkumuliere bzw. thesauriere und nicht ausschütte. 
Sodann habe auch die Fondsgesellschaft bestätigt, dass bei keinem der 
Fonds, in die die Beschwerdeführerin investiert habe, Dividenden bzw. Zin-
sen ausgeschüttet, sondern alle Erträge vollständig reinvestiert worden 
seien. Da es sich somit um Thesaurierungsfonds handle, seien deren the-
saurierte Erträge als Einkommen zu besteuern (vgl. angefochtene Ent-
scheide E. 4.1).

3.6 Diese Erwägungen der Vorinstanz sind schlüssig. Was die Be-
schwerdeführerin dagegen vorbringt, lässt die Qualifikation der Fonds als 
Thesaurierungsfonds nicht rechtsfehlerhaft erscheinen:

3.6.1 Es ist unbestritten, dass die Fondsgesellschaft der Beschwerdefüh-
rerin keine Dividenden bzw. Zinsen ausgeschüttet, sondern alle Erträge voll-

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ständig reinvestiert hat (vgl. Schreiben Fondsgesellschaft vom 3.10.2018, 
Vorakten StV [act. 4B] pag. 305, frei übersetzt aus dem Tschechischen; 
Übersetzungen Schreiben Fondsgesellschaft vom 30.11.2018 und E-Mail 
Fondsgesellschaft vom 8.5.2019, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 56 und 54). 
Entsprechend handelt es sich gemäss der Beschwerdeführerin nicht um 
Ausschüttungsfonds. Ihrer Ansicht nach liegen aber auch keine Thesaurie-
rungsfonds vor, sondern soll es sich bei den Fonds um Investmentfonds der 
Klasse «Akkumulation» handeln: Zwar hätten solche mit Thesaurierungs-
fonds gemeinsam, dass alle Erträge reinvestiert würden. Sie unterschieden 
sich aber darin, dass bei Investmentfonds der Klasse «Akkumulation» kein 
Anspruch auf Ertragsauszahlungen bestehe und die erwirtschafteten Erträge 
stattdessen «pro Anteilsschein und nicht pro Anleger konsolidiert und rein-
vestiert» würden. Anders als bei Thesaurierungsfonds würden ihr als Anle-
gerin in Investmentfonds der Klasse «Akkumulation» jährlich keine erwirt-
schafteten und wiederangelegten Erträge «zugestanden», womit für eine 
Einkommensbesteuerung der reinvestierten Erträge kein Raum bestehe (vgl. 
Beschwerden S. 3 ff.; Eingabe vom 9.10.2020, act. 8A).

3.6.2 Für die Besteuerung von Erträgen aus (ausländischen) kollektiven 
Kapitalanlagen bei Anlegerinnen und Anlegern mit Wohnsitz in der Schweiz 
wird zwischen Ausschüttungs- und Thesaurierungsfonds unterschieden (vgl. 
vorne E. 3.2 f.). Daneben gibt es für Steuerzwecke keine weitere Kategorie, 
wie die Beschwerdeführerin in den Verfahren vor der StRK selber ausgeführt 
hat (vgl. Rekurs und Beschwerde vom 9.5.2019 S. 1, Vorakten StRK 
[act. 4A] pag. 21 f.). Die von der Beschwerdeführerin vor Verwaltungsgericht 
nunmehr vorgenommene Unterscheidung zwischen Investmentfonds der 
Klasse «Akkumulation» und Thesaurierungsfonds ist dem Schweizer Steuer-
recht fremd. Aus dem Umstand, dass die Fondsgesellschaft die Fonds als 
Investmentfonds (bzw. «Investiční Fondy») bezeichnet (vgl. Übersetzung 
Schreiben Fondsgesellschaft vom 30.11.2018, Vorakten StRK [act. 4A] 
pag. 56; Übersetzung E-Mail Fondsgesellschaft vom 8.9.2020, act. 8A), 
kann für deren steuerrechtliche Qualifikation in der Schweiz nichts abgeleitet 
werden: Nach den insoweit unbestrittenen Erwägungen der StRK wird der 
Begriff «Investmentfonds» vor allem in Deutschland und offenbar auch in 
Tschechien für Anlagefonds auf vertraglicher Grundlage verwendet und bil-
det damit das begriffliche Pendant zu den schweizerischen vertraglichen 

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Anlagefonds (vgl. angefochtene Entscheide E. 4.2; Toni Hess, a.a.O., § 1 
N. 3 und Fn. 2). Dem KAG ist zur Bezeichnung «Investmentfonds» einzig zu 
entnehmen, dass sie nur für die entsprechenden, diesem Gesetz unterstell-
ten kollektiven Kapitalanlagen verwendet werden darf (vgl. Art. 12 Abs. 2 
KAG), was steuerrechtlich aber unerheblich ist. Abzustellen ist hier also in 
erster Linie darauf, ob in den «Basisdokumenten» der jeweiligen kollektiven 
Kapitalanlage eine Ausschüttung von mindestens 70 % des jährlichen Net-
toertrags inkl. vorgetragener Erträge aus früheren Rechnungsjahren vor-
geschrieben ist. Nur wenn dies der Fall ist, handelt es sich für steuerliche 
Zwecke in der Schweiz um einen Ausschüttungsfonds, andernfalls liegt ein 
Thesaurierungsfonds vor (vgl. vorne E. 3.2). Die massgebenden Dokumente 
enthalten unstreitig keine entsprechende Ausschüttungspflicht. Deshalb sind 
die von der Beschwerdeführerin in den Jahren 2008-2016 gehaltenen Anteile 
keine solchen an Ausschüttungs-, sondern an Thesaurierungsfonds.

3.6.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, bei ihren Fondsanteilen 
habe sie sich jeweils für die Klasse «Akkumulation» und nicht für die Klasse 
«Dividenden» entschieden, kann sie daraus ebenfalls nichts zu ihren Guns-
ten ableiten: Die Klassen bezeichnen die Ertragsverwendung und stehen 
damit für die Unterscheidung, ob der Fonds erzielte Erträge akkumuliert bzw. 
thesauriert oder aber ausschüttet (vgl. angefochtene Entscheide E. 4.1). So 
besteht bei Fondsanteilsscheinen der Klasse «Akkumulation» gemäss den 
Statuten der jeweiligen Fonds kein Recht auf Auszahlung des mit dem 
Fondsvermögen erwirtschafteten «Ertragsanteils und der Wirtschaftser-
löse». Erzielte Erträge und Gewinne werden vollumfänglich reinvestiert, was 
sich auf den Wert der Anteilsscheine auswirkt (vgl. Übersetzung E-Mail 
Fondsgesellschaft vom 8.9.2020, act. 8A). Entgegen der Ansicht der Be-
schwerdeführerin ergeben sich aus dieser Bestimmung in den Statuten keine 
steuerrechtlich relevanten Unterschiede zu Thesaurierungsfonds. Zum einen 
besteht auch bei solchen grundsätzlich kein Anspruch auf Auszahlung von 
Erträgen; diese werden vielmehr reinvestiert. Zum anderen ist nicht nach-
vollziehbar, inwiefern die angeblich unterschiedliche «Ertragskonsolidie-
rungsart», worunter die Beschwerdeführerin die Art der Verbuchung und 
Bescheinigung der Erträge durch die Fondsverwaltung zu verstehen scheint 
(vgl. Eingabe vom 9.10.2020, act. 8A), sich auf die Besteuerung erwirtschaf-
teter Erträge nach Art. 24 Abs. 1 Bst. e StG bzw. Art. 20 Abs. 1 Bst. e DBG 

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auswirken könnte. Wie ausgeführt, ist dafür in erster Linie entscheidend, ob 
die «Basisdokumente» der jeweiligen Fonds eine Ausschüttungspflicht für 
Erträge vorsehen (vgl. vorne E. 3.2 f. und 3.6.2 hiervor). Ebenso wenig sind 
entgegen der Beschwerdeführerin Unterschiede in der Anlagestrategie von 
Fonds für die Besteuerung der Erträge von Bedeutung (vgl. Beschwerden 
S. 5). Fondsanteile der Klasse «Akkumulation» sind nach dem Gesagten 
steuerrechtlich ohne weiteres als Thesaurierungsfonds zu behandeln.

3.6.4 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, bei Thesaurierungsfonds 
müsse die Fondsverwaltung den Anlegerinnen und Anlegern jährlich den er-
wirtschafteten Ertrag pro Fondsanteil bescheinigen. Sie habe hingegen nie 
eine solche Bescheinigung erhalten, da es der Fondsgesellschaft unmöglich 
sei, die Ertragsreinvestitionen pro Anteil zu beziffern. Dies zeige ebenfalls, 
dass sie nur Anteile an Investmentfonds der Klasse «Akkumulation» und 
nicht an Thesaurierungsfonds halte (Beschwerden S. 3, 5; vgl. Eingabe vom 
9.10.2020, act. 8A). – Gemäss Praxis der ESTV haben thesaurierende kol-
lektive Kapitalanlagen den Anlegerinnen und Anlegern für die direkten Steu-
ern die thesaurierten Erträge jährlich zu bescheinigen und der ESTV ihre 
Jahresrechnungen bzw. Jahresberichte einzureichen. Anhand dieser Unter-
lagen publiziert die ESTV in der «Kursliste HB» die steuerlich massgeben-
den Erträge der einzelnen Thesaurierungsfonds (KS Nr. 25 Ziff. 4.2 und 4.5). 
Derartige Bescheinigungen liegen hier nicht vor. Dies ändert jedoch nichts 
daran, dass auch ausländische kollektive Kapitalanlagen, die – wie wohl die 
hier interessierenden – der Aufsicht der FINMA nicht unterstellt sind und für 
die keine Bescheinigungspflicht besteht, in den Anwendungsbereich der 
massgeblichen Schweizer Steuernormen fallen (vgl. auch Toni Hess, a.a.O., 
§ 10 N. 26). Ob die Fondsgesellschaft der Beschwerdeführerin überhaupt 
eine Bescheinigung über thesaurierte Erträge hätte ausstellen können (vgl. 
Übersetzung E-Mail Fondsgesellschaft vom 8.5.2019, Vorakten StRK 
[act. 4A] pag. 54), hat ebenfalls keinen Einfluss auf deren einkommenssteu-
erliche Erfassung und lässt im Übrigen auch die Tatsache unberührt, dass 
die reinvestierten Erträge der Beschwerdeführerin wirtschaftlich zugutekom-
men, indem sich die Reinvestition im Wert ihrer Fondsanteile niederschlägt 
(vgl. Schreiben Fondsgesellschaft vom 3.10.2018, Vorakten StV [act. 4B] 
pag. 305, frei übersetzt aus dem Tschechischen; Übersetzung E-Mail Fonds-
gesellschaft vom 8.9.2020, act. 8A).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.05.2021, Nrn. 100.2020.273/
274U, Seite 12

3.7 Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin in den Jahren 2008-
2016 Anteile an Thesaurierungsfonds gehalten, deren thesaurierten Erträge 
bei ihr als Einkommen zu besteuern sind. In der Folge ist die Ermittlung der 
Höhe dieser Erträge durch die Steuerverwaltung und StRK zu prüfen.

4.

4.1 Hat die steuerpflichtige Person ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt 
oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht ein-
wandfrei ermittelt werden, so ist auch im Nachsteuerverfahren bei Vorliegen 
einer Sachverhaltsungewissheit gegebenenfalls eine Veranlagung nach 
pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen (vgl. Art. 208 Abs. 5 i.V.m. 
Art. 174 Abs. 2 StG; Art. 153 Abs. 3 i.V.m. Art. 130 Abs. 2 DBG; BGer 
2C_462/2020 vom 17.7.2020 E. 2.3.4, 2C_973/2017 und 2C_974/2017 vom 
23.1.2018 E. 3.1; VGE 2016/306/307 vom 1.6.2017 E. 4.2). Anlass zu einer 
Ermessensveranlagung bietet jede nicht zu beseitigende Ungewissheit im 
Sachverhalt, die es der Veranlagungsbehörde verunmöglicht, die Steuer-
faktoren oder Teile davon einwandfrei zu ermitteln (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 26, 30, 38, 41; Zweifel/Hunziker, in 
Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 
3. Aufl. 2017, Art. 130 DBG N. 30, 41; VGE 2018/43/44 vom 20.12.2018 
E. 3.2 mit Hinweisen). So erfolgt die Veranlagung der Erträge aus einer 
kollektiven Kapitalanlage nach pflichtgemässem Ermessen, wenn die zur 
Festsetzung der Steuerfaktoren benötigten Unterlagen (insbesondere die 
Bescheinigung der Erträge oder der Jahresbericht) fehlen (vgl. KS Nr. 24 der 
ESTV vom 20.11.2017 betreffend kollektive Kapitalanlagen als Gegenstand 
der Verrechnungssteuer und der Stempelabgaben Ziff. 3.5 S. 31 f., einseh-
bar unter: <www.estv.admin.ch>, Rubriken «Dir. Bundessteuer, Quellen-
steuer, Wehrpflichtersatz/Kreisschreiben»). Die Veranlagungsbehörde darf 
nur dann eine Schätzung von Steuerfaktoren vornehmen, wenn das Be-
weisverfahren genügend Anhaltspunkte für einen steuerbegründenden 
bzw. -mehrenden oder steueraufhebenden bzw. -mindernden Sachverhalt 
ergeben hat, ohne dass im Quantitativen eine eindeutige Abklärung möglich 
war (vgl. zum Ganzen VGE 2018/43/44 vom 20.12.2018 E. 3.2 mit Hinwei-
sen).

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4.2 Die steuerpflichtige Person kann eine Veranlagung nach pflichtge-
mässem Ermessen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten (vgl. 
Art. 191 Abs. 3 StG; Art. 132 Abs. 3 DBG; vgl. auch Art. 48 Abs. 2 des Bun-
desgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten 
Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]; BGer 
2C_973/2017 und 2C_974/2017 vom 23.1.2018 E. 3.1, 2C_683/2013 und 
2C_684/2013 vom 13.2.2014 E. 5.1; VGE 2016/306/307 vom 1.6.2017 
E. 4.2). Diese qualifizierte Anforderung folgt aus der besonderen Natur der 
Ermessensveranlagung. Die Schätzung der zu bestimmenden Steuerfakto-
ren beruht notwendigerweise auf Annahmen und Vermutungen, weshalb die 
Ermessensveranlagung zwangsläufig gewisse Ungenauigkeiten aufweist 
und folglich die Möglichkeit, sie anzufechten, entsprechend eingeschränkt 
ist. Mithilfe eines umfassenden Unrichtigkeitsnachweises hat die steuer-
pflichtige Person die bestehende Ungewissheit bezüglich des Sachverhalts 
zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen nicht. In der Begründung der 
Einsprache bzw. der Beschwerde ist daher der Sachverhalt in substanziierter 
Weise darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese Sachverhaltsdar-
stellung zu nennen. Es reicht nicht aus, die Einschätzung in pauschaler 
Weise zu bestreiten oder lediglich einzelne Positionen der Einschätzung als 
zu hoch zu bezeichnen (BGer 2C_404/2019 vom 29.1.2020 E. 2.3; 
VGE 2018/43/44 vom 20.12.2018 E. 3.4; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
a.a.O., Art. 132 N. 54). Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, 
wenn sie an einem in die Augen springenden, qualifizierten Fehler leidet (vgl. 
statt vieler BVR 2008 S. 181 E. 4.3; BGer 2C_96/2019 vom 19.9.2019 
E. 5.2.2, je mit Hinweisen).

4.3 Die StRK hat erwogen, es erscheine nicht plausibel, dass auf dem 
Wertschriftendepot der Beschwerdeführerin bei einem angelegten Fondsver-
mögen zwischen Fr. 378'338.14 und Fr. 545'247.03 in den Jahren 2008-
2016 keine (Kapital-)Erträge erzielt worden seien (angefochtene Entscheide 
E. 5.1). Dem ist zuzustimmen, zumal sowohl die Beschwerdeführerin als 
auch die Fondsgesellschaft erwähnen, dass angefallene Dividenden bzw. 
Erträge reinvestiert wurden (vgl. Eingabe Beschwerdeführerin vom 
9.10.2020, act. 8A; Schreiben Fondsgesellschaft vom 3.10.2018, Vorakten 
StV [act. 4B] pag. 305, frei übersetzt aus dem Tschechischen; Übersetzun-
gen Schreiben Fondsgesellschaft vom 30.11.2018 und E-Mail Fondsgesell-

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schaft vom 8.5.2019, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 56 und 54). Damit liegen 
genügend Anhaltspunkte für einen steuerbegründenden bzw. -erhöhenden 
Sachverhalt vor. Die StRK hat zutreffend festgehalten, dass sich die Höhe 
der Kapitalerträge mangels Unterlagen nicht ermitteln lässt (vgl. angefoch-
tene Entscheide E. 5.1). Die Beschwerdeführerin hat trotz Aufforderung we-
der Jahresabschlüsse der Fonds noch andere Dokumente eingereicht (vgl. 
Schreiben StV vom 10.8.2018, Vorakten StV [act. 4B] pag. 300). Die Fonds-
gesellschaft kann gemäss eigenen Angaben die auf den Fondsanteilen der 
Beschwerdeführerin angefallenen, reinvestierten Erträge nicht beziffern 
(Übersetzung E-Mail Fondsgesellschaft vom 8.5.2019, Vorakten StRK 
[act. 4A] pag. 54). Die von der Beschwerdeführerin gehaltenen Fondsanteile 
waren in den fraglichen Steuerperioden zudem weder in der «Kursliste HB» 
der ESTV (einsehbar unter: <www.ictax.admin.ch>) noch bei der Wertschrif-
tenverzeichniskontrolle verzeichnet (Vernehmlassung StV vom 18.11.2019 
S. 7, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 61 ff.). Somit lag ein Untersuchungsnot-
stand vor, weshalb die Steuerverwaltung zur Ermessensveranlagung befugt 
war, wie die StRK zutreffend geschlossen hat (angefochtene Entscheide 
E. 5.1).

4.4 Die Steuerverwaltung griff für die Schätzung der steuerbaren Kapital-
erträge auf die von der Schweizerischen Steuerkonferenz herausgegebene 
«Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermö-
genssteuer» (KS Nr. 28 vom 28.8.2008, einsehbar unter: <www.steuerkon-
ferenz.ch>, Rubriken «Dokumente/Kreisschreiben») zurück. Die Wegleitung 
bezweckt im Rahmen der Vermögenssteuer eine in der Schweiz einheitliche 
Bewertung von inländischen und ausländischen Wertpapieren, die an keiner 
Börse gehandelt werden (KS Nr. 28 Rz. 1). Die Bewertung nichtkotierter aus-
ländischer Wertpapiere und Beteiligungen erfolgt praxisgemäss auf der 
Grundlage des «5-Jahres-Swapsatzes» für die entsprechende ausländische 
Währung der Steuerperiode, erhöht um eine Risikoprämie (vgl. KS Nr. 28 
Rz. 60). Der Swapsatz entspricht dem angenäherten Zinssatz für mittel-
fristige, risikofreie Investitionen (KS Nr. 28 Rz. 10; Kommentar 2020 zum KS 
Nr. 28 S. 18 ff., einsehbar unter: <www.steuerkonferenz.ch>, Rubriken «Do-
kumente/Kreisschreiben»). Er gilt als standardisierter und objektiver Mass-
stab für eine marktkonforme Verzinsung von Anlagen (KS Nr. 15 der ESTV 
betreffend Obligationen und derivative Finanzinstrumente als Gegenstand 

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der direkten Bundessteuer, der Verrechnungssteuer sowie der Stempelab-
gaben vom 3.10.2017 S. 10, einsehbar unter: <www.estv.admin.ch>, Rubri-
ken «Dir. Bundessteuer, Quellensteuer, Wehrpflichtersatz/Kreisschreiben»; 
vgl. zum Ganzen ausführlich Vernehmlassung StV vom 18.11.2019 S. 7 f., 
Vorakten StRK [act. 4A] pag. 61 ff.). Mit der StRK (vgl. angefochtene Ent-
scheide E. 5.2) ist nicht zu beanstanden, dass die Steuerverwaltung für die 
Schätzung der steuerbaren Kapitalerträge auf den jeweiligen Swapsatz für 
die Jahre 2008-2016 abgestellt hat. Dieser durchschnittliche Zinssatz für mit-
telfristige, risikofreie Anlagen erscheint als marktgerechte Rendite für die zu 
beurteilenden Fondsanteile. Insbesondere ist nicht ersichtlich und wird auch 
nicht geltend gemacht, inwiefern der Swapsatz für die Erträge der Fondsan-
teile der Beschwerdeführerin überhöht wäre. Das Vorgehen steht zudem im 
Einklang mit der Praxis der ESTV, die vorsieht, dass bei der Veranlagung 
der Erträge nach pflichtgemässem Ermessen von einer marktgerechten 
Rendite auszugehen ist, d.h. eine Rendite des entsprechenden Index derje-
nigen Anlageklasse, in welche die kollektive Kapitalanlage investiert (KS 
Nr. 24 Ziff. 3.5 S. 31 f.). Die Beschwerdeführerin geht auf die Schätzung der 
Steuerverwaltung und die entsprechenden Erwägungen der StRK nicht ein. 
Vielmehr begnügt sie sich mit den pauschalen Vorbringen, dass ihr Fonds-
vermögen in den Jahren 2008-2016 keine Erträge abgeworfen habe, sämt-
liche Erträge reinvestiert worden seien und sie daher die Schätzung der steu-
erpflichtigen Erträge in vollem Umfang ablehne (vgl. Beschwerden S. 2 ff.). 
Sie vermag damit in keiner Weise darzutun, dass die Schätzung der steuer-
baren Erträge offensichtlich unrichtig ist.

5.

Zusammenfassend halten die angefochtenen Entscheide der Rechtskon-
trolle ohne weiteres stand. Die Beschwerden erweisen sich als unbegründet 
und sind abzuweisen. Bei diesem Ausgang der Verfahren wird die Beschwer-
deführerin kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; 
Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu spre-
chen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 
Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.05.2021, Nrn. 100.2020.273/
274U, Seite 16

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsver-
fahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2008-
2016 wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2008-2016 wird ab-
gewiesen.

3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von insgesamt Fr. 4'000.--, werden der Beschwerdefüh-
rerin auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Steuerverwaltung des Kantons Bern
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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274U, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.