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**Case Identifier:** 88deb664-3b9d-5a4b-a615-a48337ccc2c2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.02.2015 IV 2012/446
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-446_2015-02-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/446

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.05.2020

Entscheiddatum: 24.02.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 24.02.2015
Art. 28 IVG. Würdigung medizinischer Gutachten und 
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Verwertbarkeit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 
in adaptierter Tätigkeit, die wiederkehrend von Phasen vollständiger 
Arbeitsunfähigkeit wegen häufiger operativer Eingriffe unterbrochen wird. 
Festsetzung Rentenbeginn (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2015, IV 2012/446).

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Joachim Huber und Ralph 

Jöhl; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 24. Februar 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, Frohburg­

strasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente (Beginn)

Sachverhalt:

A.

A.a A.___ meldete sich am 25. März 1996 erstmals zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, den Beruf einer Bäckerei-/

Konditoreiverkäuferin erlernt zu haben. Wegen einer Handverletzung könne sie nicht 

mehr schwer arbeiten. Sie beantragte die Umschulung auf eine neue Tätigkeit. Im 

Arztbericht vom 20. Juni 1996 gab Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, an, die 

Versicherte habe durch einen Sturz am 11. November 1995 eine Distorsion des linken 

Handgelenks erlitten; es bestehe eine Dysplasie des linken Handgelenks mit 

Minusvariante. Seit Geburt bekannt seien bei der Versicherten multiple Exostosen; in 

der Jugend seien mehrfach Exostosenabtragungen vorgenommen worden. Als 

Verkäuferin sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 6). Den SUVA-Akten ist 

zu entnehmen, dass der Sturz vom 11. November 1995 keine ossäre Läsion zur Folge 

hatte, jedoch ein massiver krankhafter Vorzustand mit multiplen Exostosen 

festzustellen war. Am 24. Januar und am 25. März 1996 war die Versicherte operiert 

worden, wobei jeweils auch Exostosen abgetragen wurden (Bericht über die kreisärzt­

liche Untersuchung vom 17. Juni 1996). Am 9. Oktober 1996 berichtete PD Dr. med. 

C.___, Leitender Arzt Handchirurgie am Kantonsspital St. Gallen, der IV-Stelle, nach 

seiner Beurteilung sei die Versicherte für keine Arbeit mit schwerem Heben, längerem 

Stehen oder längerem Laufen geeignet. Wegen der multiplen Knochenverformungen, 

einem angeborenen Leiden, sei die Umschulung auf einen leichten, wahrscheinlich 

vermehrt sitzenden Beruf und mit geringer körperlicher Anstrengung dringend 

erforderlich. Medizinische Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

bestünden nicht; man müsse versuchen, die entsprechenden Symptome zu beheben 

durch lokales Abtragen der Exostosen, die meistens nachwachsen würden (IV-act. 12). 

Zuhanden der SUVA berichtete Dr. C.___ am 28. November 1996, die Versicherte sei in 

ihrem Beruf als Verkäuferin weiterhin arbeitsunfähig.

A.b Aufgrund der gesundheitlichen Situation prüfte die IV-Stelle den Anspruch der 

Versicherten auf eine Umschulung. Mit Verfügung vom 8. April 1997 wurden ihr 

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berufliche Massnahmen für die Dauer vom 14. April 1997 bis 30. September 1999 in 

Form einer Umschulung zur Technischen Kauffrau zugesprochen (IV-act. 23, 

Anpassungen am 14. Mai 1998 [IV-act. 49] und 11. März 1999 [IV-act. 58]). Am 

20. Oktober 1999 hielt der Berufsberater fest, die Versicherte habe die Umschulung 

erfolgreich absolviert und sei nun in der Lage, selbständig eine Stelle zu suchen (IV-

act. 60). Die IV-Stelle stellte mit Verfügung vom 5. November 1999 fest, aus 

medizinischen Gründen sei es der Versicherten nun möglich und zumutbar, im neu 

erlernten Beruf vollumfänglich erwerbstätig zu sein, womit sie rentenausschliessend 

beruflich integriert sei (IV-act. 61).

B.

B.a Am 5. März 2004 teilte Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH für Chirurgie speziell 

Handchirurgie, der IV-Stelle mit, die Versicherte stehe bei ihm seit dem 15. Februar 

2002 in regelmässiger Behandlung. Sie leide an den Folgen eines Nichtbetriebsunfalls 

(Sturz beim Schlitteln [IV-act. 87-4]) am 13. Januar 2002 und an den Folgen ihrer 

chronischen angeborenen Krankheit. Die IV habe ihr im Jahr 1999 die Umschulung zur 

Technischen Kauffrau ermöglicht. Seit dem 5. März 2002 sei die Versicherte 

ununterbrochen vollständig oder teilweise arbeitsunfähig. Sie habe ihre Arbeitsstelle 

verloren und eine Wiedereingliederung sei bisher nicht möglich gewesen. Es seien im 

laufenden Jahr noch mehrere medizinische Behandlungen notwendig und es sei mit 

einer dauernden eingeschränkten Arbeitsfähigkeit von 50% oder mehr zu rechnen. 

Dr. D.___ ersuchte die IV-Stelle um Neuprüfung ihrer Leistungspflicht (IV-act. 69). Am 

17. April 2004 unterzeichnete die Versicherte die erneute IV-Anmeldung (IV-act. 71). Die 

E.___ AG, bei der die Versicherte seit dem 16. August 2001 ganztags als 

Sachbearbeiterin beschäftigt gewesen war, hatte das Arbeitsverhältnis per 31. Oktober 

2002 gekündigt (IV-act. 78). Seither war die Versicherte bei der Arbeitslosenkasse 

gemeldet (IV-act. 71). Im Arztbericht vom 4. November 2004 an die IV-Stelle gab 

Dr. D.___ verschiedene Diagnosen an, die einerseits auf den Unfall vom 13. Januar 

2002 und anderseits auf die seit Geburt bestehende Krankheit zurückzuführen seien. 

Es sei nicht möglich gewesen, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten (vorübergehend) 

auf über 66  /  % zu steigern. Die Arbeit im Bürobereich habe wegen der Beschwerden 

nicht vollumfänglich geleistet werden können. Eine Stellenvermittlung durch das RAV 

sei nicht zustande gekommen. Die Beurteilung der Versicherten sei äusserst schwierig. 

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Es liege eine erhebliche gesundheitliche Störung vor, welche die Arbeitsfähigkeit in 

einem hohen Masse beeinträchtige. Es seien noch operative Eingriffe geplant mit zum 

Teil längerdauernden Rehabilitationsbehandlungen. Zurzeit sei die Arbeitsfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit nicht beurteilbar. Körperlich leichte Tätigkeiten ohne zu starke 

Belastung der Hände, eher in sitzender Position seien der Versicherten zumutbar, initial 

wohl nur mit einem zeitlich eingeschränkten Pensum. Wegen der Polymorbidität sei 

eine MEDAS-Untersuchung und eine berufliche Abklärung zu empfehlen (IV-act. 87). Im 

Arztbericht vom 14. Dezember 2004 diagnostizierte Dr. med. F.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, multiple 

fibrocartilaginäre Exostosen sowie einen Status nach vorderer Kreuzbandplastik am 

rechten Knie und äusserte den Verdacht auf eine Fibromyalgie. In der Vergangenheit 

hätten wiederholt operativ Exostosen abgetragen werden müssen, zuletzt am 

17. November 2004. Als Technische Kauffrau sei die Versicherte seit ungefähr 

eineinhalb Jahren 100% arbeitsunfähig. Ob sich daran in Zukunft etwas ändern werde, 

sei zweifelhaft. An therapeutischen Massnahmen könne nur die Resektion der neu 

wachsenden Exostosen empfohlen werden. Die Prognose müsse insgesamt als eher 

ungünstig bezeichnet werden, da die Exostosen in letzter Zeit eher verstärkt wachsen 

würden (IV-act. 89). Am 2. März 2005 führte Dr. F.___ im Rahmen eines operativen 

Eingriffs eine Syndesmosenresektion am oberen rechten Sprunggelenk mit einer 

Resektion von fibrocartilaginären Exostosen und einer Spanarthrodese der 

Syndesmose mittels autologem Beckenkamm sowie eine Metallentfernung im Bereich 

des Tibiakopfes durch (IV-act. 97).

B.b Am 7. November 2005 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle im ABI 

(Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH Basel) untersucht und begutachtet; das 

Gutachten datiert vom 7. Dezember 2005 (IV-act. 103). Das Gutachten hielt fest, aus 

orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der multiplen Osteochondrome (im Bereich fast 

sämtlicher langen Röhrenknochen [ICD-10: D16.9]) eine verminderte Belastbarkeit des 

gesamten Bewegungsapparates. Für körperlich belastende Tätigkeiten oder Arbeiten, 

die weitgehend im Stehen durchgeführt würden, bestehe bleibend eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Für die angestammte Tätigkeit als Kauffrau oder andere körperlich 

leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, jedoch bevorzugt im Sitzen, bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 100%. Die objektivierbaren Befunde würden nicht erklären, wie es 

bei einer derart angepassten Tätigkeit zu einer wesentlichen Schmerzprovokation 

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kommen sollte. Diese Einschätzung gelte unter Vorbehalt der in Kürze 

vorzunehmenden Operation im Bereich der linken unteren Extremität, durch welche 

vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit entstehe. Langfristig sei durch diesen 

Eingriff eine Besserung des Beschwerdebildes zu erwarten (IV-act. 103-14f.). In Bezug 

auf allfällige Massnahmen aus orthopädischer Sicht stehe die Versicherte in 

fachärztlicher orthopädischer Behandlung und weitere Therapiemassnahmen seien 

bereits geplant. In Anbetracht der Tatsache, dass in den letzten Jahren multiple 

Operationen im Bereich des Bewegungsapparates durchgeführt worden seien, wäre zu 

evaluieren, ob eine vertiefte Abklärung an einem auf Knochentumore spezialisierten 

Zentrum sinnvoll sein könnte. Der Gutachter merkte an, dass es in Bezug auf die 

Reintegration in den Arbeitsprozess sicherlich in hohem Masse hinderlich sei, wenn die 

Versicherte sich jährlich einem operativen Eingriff mit entsprechend langer 

Arbeitsunfähigkeit unterziehen müsse. Im Anschluss an die bevorstehende Operation 

sei eine rasche Reintegration in den Arbeitsprozess anzustreben. Aus medizinischer 

Sicht sei dies, unter Voraussetzung eines unauffälligen postoperativen Verlaufs, 

durchaus zumutbar (IV-act. 103-15). Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte bei 

der Beschwerdeführerin eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), die aber 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei (IV-act. 103-18). In ihrer Gesamtbeurteilung 

gelangten die Gutachter bei der Versicherten zu einer geschätzten Arbeitsfähigkeit von 

100% in einer körperlich adaptierten Tätigkeit. Da in der Zukunft mit wiederholt 

auftretenden Operationen gerechnet werden müsse, sei über die Zeit gemittelt eine 

Leistungseinbusse von maximal 20% anzunehmen. Diese Arbeitsunfähigkeit gelte seit 

dem 1. Oktober 2004.

B.c Gestützt auf das ABI-Gutachten verfügte die IV-Stelle am 2. Februar 2006 die 

Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 20% (IV-act. 107). Da­

gegen liess die Versicherte am 6. März 2006 Einsprache erheben (IV-act. 112). Mit 

Einspracheentscheid vom 21. Juli 2006 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest und 

wies die Einsprache ab (IV-act. 123). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 

14. September 2006 (IV-act. 124) hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 

14. November 2007 teilweise gut, hob den Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin auf und wies die Streitsache zur Durchführung ergänzender 

medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurück (IV-act. 133). Es sei näher zu prüfen, 

ob die Annahme einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 20% der vorliegenden 

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Situation, wo die Beschwerdeführerin infolge operativer Eingriffe mit wiederkehrenden 

Arbeitsausfällen zu rechnen habe, angemessen sei, oder ob weitere Abklärungen 

hinsichtlich der Verwertbarkeit der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit vorzunehmen 

seien. Von Relevanz in diesem Zusammenhang sei sowohl die Häufigkeit der 

notwendigen Eingriffe als auch deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; bezüglich 

beidem gebe das Gutachten keine schlüssigen Antworten. Therapiealternativen (zu den 

operativ erfolgenden Exostosenabtragungen) müssten ebenfalls vertieft geprüft 

werden. Alsdann seien auch bezüglich der bleibenden Folgen des Unfalls vom 

13. Januar 2002 und deren Auswirkungen auf die zumutbare Arbeitsleistung der 

Beschwerdeführerin weitere Abklärungen nötig. Schliesslich sei zu prüfen, ob und 

inwieweit bereits vor der ABI-Begutachtung eine rentenbegründende 

Erwerbsunfähigkeit bestanden habe  und  ob es aufgrund der echtzeitlichen 

medizinischen Beurteilungen nachvollziehbar sei, die Arbeitsunfähigkeit von 20% 

rückwirkend ab 1. Oktober 2004 festzusetzen, wie die Gutachter des ABI dies getan 

hätten.

B.d Am 1. April 2008 gab die IV-Stelle erneut beim ABI ein Gutachten in Auftrag (IV-

act. 139).

Die Versicherte wurde am 14. Oktober 2008 im ABI begutachtet und untersucht, das 

Gutachten wurde am 19. Januar 2009 erstattet (IV-act. 144). Die Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

"Multiple Osteochondrome im Bereich fast sämtlicher Röhrenknochen sowie an den 

Wirbelkörpern C7 und Th7 links sowie am Os ilium beidseits und am Os sacrum 

(ICD-10: D16.9)

Status nach multiplen Resektionen seit 1976, zuletzt am 20.06.2008 am Ulnaschaft 

rechts (ICD-10: Z98.8)."

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien:

"1. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)

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2. Status nach Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes rechts am 28.08.2004 und 

Status nach Notch-Débridement am 08.04.2008 nach Distorsionstrauma im Schulalter 

(ICD-10: Z98.8/T93.4)."

Die Gutachter hielten fest, aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht 

eingeschränkt. Aus orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der multiplen 

Osteochondrome mit Sicherheit eine etwas verminderte Belastbarkeit im Bereich des 

gesamten Bewegungsapparats, so dass Tätigkeiten mit erhöhter körperlicher 

Belastung oder solche, die weitgehend im Stehen durchgeführt werden müssten, nicht 

mehr möglich seien. Für die genannten Tätigkeiten bestehe bleibend eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Für die angestammte Tätigkeit der Versicherten als Kauffrau oder 

für andere körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, wo eine Hebe- und 

Traglimite von 5 kg nur ausnahmsweise überschritten werde und mindestens die Hälfte 

der Arbeit im Sitzen ausgeführt werden könne, bestehe eine zeitlich und 

leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Im Hinblick auf die in Kürze 

bevorstehende Operation am linken Unterschenkel sei mit einer vorübergehenden 

vollen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen, die jedoch für die oben beschriebenen Tätigkeiten 

zwei Wochen kaum überschreiten dürfte. Im Vergleich zur letzten Begutachtung im 

November 2005 habe sich keine wesentliche Veränderung des Zustandsbildes 

ergeben, so dass auch die Beurteilung der Belastbarkeit der Versicherten und der 

daraus resultierenden Arbeitsfähigkeit trotz der zusätzlichen Abklärungen identisch 

bleibe. Die aktuell behandelnden Ärzte hätten auf entsprechende Nachfrage die 

Berichte über die verschiedenen durchgeführten Operationen zugesandt, jedoch ohne 

Stellungnahme betreffend allfällige längerfristige Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. 

Zur Unfallkausalität betreffend die Problematik am linken Handgelenk sei im Jahr 2007 

durch Dr. med. G.___, FMH Chirurgie/Handchirurgie, eine Begutachtung erfolgt; 

detaillierte Angaben zur Arbeitsfähigkeit oder zur medizinischen Gesamtsituation seien 

dabei nicht gemacht worden (IV-act. 144-25). Aufgrund des Berichts von Dr. med. 

H.___, FMH Neurologie, über die Untersuchung vom 18. Dezember 2008 könne eine 

relevante neurologische Pathologie für die von der Versicherten angegebene 

verminderte Berührungsempfindung am ganzen linken Arm explizit ausgeschlossen 

werden (IV-act. 144-29). Ferner hielten es die ABI-Gutachter im Hinblick auf die 

Reintegration der Versicherten in den Arbeitsprozess für wünschenswert, wenn auf 

weitere Eingriffe zur Resektion von Osteochondromen verzichtet würde. Sofern 

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allerdings die Entfernung notwendig sei, namentlich bei stammnahen 

Osteochondromen oder Rezidiven an Lokalisationen, so sollte unbedingt eine 

Abklärung an einem auf Tumore des Bewegungsapparates spezialisierten Zentrum 

durchgeführt werden, da dann die Möglichkeit einer malignen Entartung in Betracht 

gezogen und gegebenenfalls behandelt werden müsste (IV-act. 144-25). Die Frage, ob 

und allenfalls wie lange nach dem Unfall vom 13. Januar 2002 eine Arbeitsunfähigkeit 

in der Tätigkeit als Kauffrau bestanden hatte, könne nicht mehr exakt beurteilt werden. 

Die vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten infolge der operativen Eingriffe dürften bei 

offenbar immer regelrechtem Verlauf im Einzelfall sechs Wochen kaum überschritten 

haben (IV-act. 144-28).

B.e Gestützt auf dieses Gutachten stellte die IV-Stelle im Vorbescheid vom 24. März 

2009 die Abweisung des Rentengesuches in Aussicht (IV-act. 150). Dagegen liess die 

Versicherte am 11. Mai 2009 Einwand erheben (IV-act. 155). Zusätzlich reichte ihr 

Rechtsvertreter, Advokat M. Boltshauser, am 30. September 2009 einen Bericht der 

Klink I.___ für ambulante psychosomatische Rehabilitation ein (IV-act. 167). Darin 

hielten die behandelnden Ärzte fest, bei der Versicherten habe sich aufgrund der 

Belastung durch ihre Krankheit zunehmend eine depressive Entwicklung manifestiert. 

Seit Juni 2009 befinde sie sich in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung. 

Die Ärzte der Klinik I.___ diagnostizierten eine mittelgradig depressive Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie ein chronifiziertes Schmerzsyndrom (IV-

act. 168). Aufgrund des Berichts der Klinik I.___, in dem auch von weiteren kürzlich 

erfolgten und noch bevorstehenden Operationen die Rede war, ging Dr. med. J.___ 

vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) von einem instabilen 

Gesundheitszustand der Versicherten aus und es wurden weitere Arztberichte 

eingeholt (IV-act. 170).

B.f Nach diversen weiteren Abklärungen teilte die IV-Stelle der Versicherten am 

18. August 2011 mit, aufgrund ihres Gesundheitszustandes seien keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 226). In der Folge wurde der 

Rechtsvertreter der Versicherten durch einen Sachbearbeiter der IV-Stelle telefonisch 

darüber orientiert, dass beabsichtigt sei, eine Rente mit Anspruchsbeginn per April 

2008 zuzusprechen (IV-act. 228, 229). In der schriftlichen Stellungnahme vom 

23. Januar 2012 zeigte der Rechtsvertreter der Versicherten der IV-Stelle an, dass 

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diese mit einem Rentenbeginn erst im Jahre 2008 nicht einverstanden sei. Es sei 

tatsächlich schwierig, den genauen Zeitpunkt zu ermitteln. Grundsätzlich bestehe eine 

von den behandelnden Ärzten durchgehend attestierte Arbeitsunfähigkeit seit 2002. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter vom November 2005 habe das 

Versicherungsgericht in seinem Entscheid vom 14. November 2007 in Frage gestellt; 

sie könne daher nicht massgebend sein. Eine Berentung ab 2008 erscheine nicht 

annehmbar. Die Versicherte sei aber bereit, sich im Rahmen eines Vergleiches über 

den Rentenbeginn zu einigen. Der Rechtsvertreter schlug einen Rentenbeginn per 

1. Januar 2006 vor (IV-act. 230). Mit Vorbescheid vom 20. April 2012 stellte die IV-

Stelle die Zusprache einer Viertelsrente ab Juli 2008 und einer ganzen Rente ab 

Oktober 2008 in Aussicht. Bis Ende März 2008 sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit 

der Versicherten in ihrer angestammten und adaptierten Tätigkeit auszugehen; danach 

hätte die Häufigkeit der Operationen die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit 

verunmöglicht (IV-act. 236). Dagegen erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 

23. Mai 2012 Einwand, wobei er auf sein Schreiben vom 23. Januar 2012 verwies. Auf 

den Vergleichsvorschlag werde im Vorbescheid nicht eingegangen. Eine Berentung ab 

2008 sei nicht annehmbar (IV-act. 240). Mit Verfügung vom 17. Oktober 2012 sprach 

die IV-Stelle entsprechend ihrem Vorbescheid der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 

2008 eine Viertelsrente und ab 1. Oktober 2008 eine ganze Rente zu (IV-act. 242, 244).

C.

C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten 

vom 21. November 2012 (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragt darin, in Abänderung 

der Verfügung vom 17. Oktober 2012 sei der Rentenbeginn neu festzusetzen. In der 

Begründung der Beschwerde wird insbesondere das zweite ABI-Gutachten vom 

19. Januar 2009 kritisiert. Es sei darin lediglich festgestellt worden, in gesundheitlicher 

Hinsicht würden keine objektiven Veränderungen seit der ersten Begutachtung 

bestehen. Mit der Handverletzung hätten sich die Gutachter nicht auseinandergesetzt 

und diesbezüglich auch keine eigenen Untersuchungen vorgenommen. Zur 

rückwirkenden Arbeitsunfähigkeit hätten sich die Gutachter, die selbst von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen seien, nicht geäussert, obwohl das ABI extra 

mit dieser Frage konfrontiert worden sei. Die vorliegenden 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ab 2002 seien nicht gewürdigt worden. Erst durch den 

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Einsatz des RAD sei die Beschwerdegegnerin zur Einsicht gekommen, dass aufgrund 

der grossen Absenzen der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt 

nicht mehr zumutbar sei. Die Beschwerdegegnerin habe zur Frage einer möglichen 

Berentung ab Januar 2003 respektive wegen verspäteter Anmeldung ab 1. April 2003 

nie konkret Stellung genommen. Es werde bestritten, dass die Beschwerdeführerin bis 

2008 eine Stelle mit flexiblem Arbeitsmodell hätte ausführen können, denn solche 

Modelle seien nicht ausgerichtet auf plötzliche, nicht planbare Absenzen, sondern sie 

würden den Mitarbeitern das Recht gewähren, bei Spitzenzeiten mehr zu arbeiten und 

bei Flauten entsprechend zu kompensieren. Diese Flexibilität hätte die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Erkrankung und den kaum voraus planbaren 

Operationen gerade nicht gehabt. Schliesslich erklärte der Rechtsvertreter nochmals 

die Bereitschaft der Beschwerdeführerin, einem Vergleich mit einer ganzen Rente ab 

1. Januar 2006 zuzustimmen.

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Beschwerde abzuweisen (act. G 7). Bei der Beschwerdeführerin hätten ab April 

2008 immer häufiger Operationen durchgeführt werden müssen. Davor seien es rund 

zwei Operationen pro Jahr gewesen, was zu kürzeren vollständigen Arbeitsunfähig­

keiten geführt habe. Die Beschwerdegegnerin sei von einer durchschnittlichen 

20%igen Arbeitsunfähigkeit und der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

ausgegangen. Stellen mit flexiblen Jahresarbeitszeitmodellen gebe es durchaus auf 

dem freien Arbeitsmarkt, auch für Bürotätigkeiten. Eine massgebliche 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin, durch die ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% erreicht wurde, sei erst ab Juli 2008 nachgewiesen. Die Frage einer 

Berentung ab dem Jahr 2003 stelle sich nicht; es werde auf die beiden ABI-Gutachten 

verwiesen. Dasselbe gelte für die vergleichsweise vorgeschlagene Berentung ab 

Januar 2006. Rentenbegründende Arbeitsunfähigkeiten in den Jahren 2003 und 2006 

seien nicht ausgewiesen.

C.c Am 30. Januar 2013 ist dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen worden (act. G 8).

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C.d Mit Replik vom 4. Februar 2013 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

an seinen in der Beschwerde gestellten Begehren fest (act. G 10). Die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit durch die ABI-Gutachter sei mit der Stellungnahme des RAD widerlegt 

worden. Die Beschwerdegegnerin gehe nun selbst davon aus, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine massgebliche Arbeitsunfähigkeit seit 2008, mithin vor dem 

Zeitpunkt des zweiten ABI-Gutachtens von 2009, bestanden habe. Damit sei das ABI-

Gutachten entkräftet und es könne nicht mehr unbesehen darauf abgestellt werden.

C.e Nachdem die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik verzichtete, wurde der 

Schriftenwechsel am 23. April 2013 abgeschlossen (act. G 12).

Erwägungen:

1.

1.1  Am 1. Januar 2008 ist die Änderung des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision) und am 

1. Januar 2012 sind die im Zug der 6. IV-Revision geänderten Bestimmungen des IVG 

in Kraft getreten. Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 

zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 E. 1). Ein allfälliger 

Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen 

und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (vgl. BGE 130 V 445 

E. 1.2.1). Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

streitigen Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit 

Hinweis).

1.2  Vorliegend erging die angefochtene Verfügung am 17. Oktober 2012, wobei ein 

Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen 

der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass 

der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt 

wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit 

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bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem 

Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision beziehungsweise 6. IV-Revision 

abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 

7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).

2.

2.1  Versicherte Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 

Prozent invalid sind, haben einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

(Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, SR 830.1 [ATSG]). Die 

Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 

IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre.

2.2  Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem vom Grad 

der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ab. Um diesen 

bestimmen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

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Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.3  Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare 

Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Für die 

Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den 

tatsächlichen Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie 

die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden. Der 

Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet aber nicht nur ein gewisses 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern 

bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4 mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

umfasst schliesslich auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann allerdings 

nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden eines entsprechenden 

Arbeitsplatzes daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3 mit Hinweisen). Unter diesen 

Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit 

hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes 

Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

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die Pflicht zur Selbsteingliederung noch unter Hinweis auf die der versicherten Person 

auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung 

der Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter 

Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des 

Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).

3.

3.1  Anlässlich der ersten Begutachtung der Beschwerdeführerin im Jahr 2005 kamen 

die Gutachter des ABI zum Schluss, aus internistischen und aus psychiatrischen 

Gründen gebe es keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht 

bestehe für die (zuletzt ausgeübte) Tätigkeit als Kauffrau oder eine andere körperlich 

leichte Tätigkeit in wechselnder Position, jedoch bevorzugt im Sitzen, eine 

Arbeitsfähigkeit von 100%. Mit Rücksicht auf die wegen der diagnostizierten multiplen 

Osteochondrome wiederholt zu erwartenden operativen Eingriffe reduzierten die 

Gutachter die Arbeitsfähigkeit um 20%. Sie wiesen darauf hin, dass es im Hinblick auf 

eine allfällige Reintegration in den Arbeitsprozess wohl in hohem Masse hinderlich sei, 

wenn sich die Beschwerdeführerin fast jährlich einem operativen Eingriff mit 

entsprechend lang dauernder Arbeitsunfähigkeit unterziehen müsste (IV-act. 103-14f., 

103-19f.).

3.2  Das Versicherungsgericht hat in seinem Entscheid vom 14. November 2007 das 

Erfordernis zusätzlicher Abklärungen damit begründet, dass dem Gutachten nicht zu 

entnehmen sei, aufgrund welcher konkreten Anhaltspunkte die Sachverständigen zu 

einer geschätzten Leistungseinschränkung von 20% gelangt seien. Ob die aufgrund 

des Verlaufs in der Vergangenheit getroffene Annahme, es würde jährlich ein Eingriff 

notwendig werden, auch für die Zukunft zutreffe, lasse sich nach der Aktenlage nicht 

abschliessend beurteilen. Alsdann befand das Gericht, dass die Verwertbarkeit der 

bestehenden Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingehender überprüft 

werden müsste. Es sei unklar, ob diese wegen der wiederkehrenden gesundheitlich 

bedingten Perioden verminderter Arbeitsfähigkeit in der Umsetzung der 

Restarbeitsfähigkeit nicht derart eingeschränkt sei, dass der allgemeine Arbeitsmarkt 

die entsprechenden Stellen praktisch nicht kenne oder eine Beschäftigung nur bei nicht 

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realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich sei. Die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit hänge sowohl von der Häufigkeit der notwendigen Eingriffe als 

auch von deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ab. Beide Aspekte hielt das Gericht 

für ungenügend abgeklärt (Erwägung 6 des Entscheids, IV-act. 133-8f.).

3.3  Auch nach der nochmaligen Untersuchung der Beschwerdeführerin im Oktober 

2008 vertraten die Sachverständigen des ABI in ihrem Gutachten vom 19. Januar 2009 

die Auffassung, deren Arbeitsfähigkeit in einer körperlich adaptierten Tätigkeit (wie jene 

als Kauffrau) sei weder aus orthopädischen noch aus psychiatrischen oder 

internistischen Gründen eingeschränkt. Seit der Begutachtung im Jahr 2005 habe sich 

am Befund grundsätzlich nichts geändert. Im Zusammenhang mit den verschiedenen in 

der Zwischenzeit erfolgten operativen Eingriffen sei es jeweils vorübergehend zu einer 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gekommen, die aber bei offenbar immer 

regelrechtem Verlauf im Einzelfall sechs Wochen kaum überschritten hätte, bevor 

wieder eine Rückkehr in den Arbeitsprozess zumutbar gewesen wäre. Ob unter diesen 

Umständen die Aufnahme einer Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt überhaupt möglich 

gewesen wäre, könne aus medizinischer Sicht nicht beurteilt werden (IV-act. 144-28).

3.4  Nach der Verlaufsbegutachtung wurden der Beschwerdegegnerin weitere Berichte 

von Ärzten eingereicht, bei denen die Beschwerdeführerin in Behandlung stand. Dem 

Bericht von Dr. med. K.___, FMH Chirurgie und Handchirurgie, vom 3. September 2009 

ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin im Januar 2007 sowie im Januar, 

Juni und Dezember 2008 operative Eingriffe (Exostose-Abtragungen) durchgeführt 

worden waren. Die Exostosen, welche die Beschwerdeführerin seit Jahren am ganzen 

Skelettsystem bilde, würden an den Armen durch Druck Nervenirritationen auslösen 

(IV-act. 169). Gemäss einem Bericht der Klinik I.___ vom 11. September 2009 stand die 

Beschwerdeführerin seit Juni 2009 in regelmässiger psychotherapeutischer 

Behandlung und war bei ihr eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem 

Syndrom sowie ein chronifiziertes Schmerzsyndrom diagnostiziert worden. Als Grund 

für die zunehmende depressive Entwicklung und die psychophysische Instabilität der 

Beschwerdeführerin nannten die behandelnden Ärzte die fortschreitende Exostose-

Erkrankung und die daraus erwachsenden Belastungen (IV-act. 168). Auf Anfrage des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin hielt Dr. F.___ am 10. November 2009 fest, 

entgegen der im ABI-Gutachten geäusserten Zweifel seien die operativen Eingriffe stets 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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indiziert gewesen aufgrund progredienter Schmerzen durch die Exostose-Bildung; 

nach jedem Eingriff sei es zu einer deutlichen Verbesserung gekommen. Angesichts 

der chronisch progressiven Erkrankung würde auch in Zukunft die Notwendigkeit 

bestehen, weitere Exostosen operativ zu entfernen. Dr. F.___ legte seiner 

Stellungnahme einen Bericht der Klinik L.___ über eine konsiliarische orthopädisch-

handchirurgische Untersuchung der Beschwerdeführerin im August 2007 bei; nach 

Meinung jener Fachärzte war die chirurgische Abtragung der Exostosen die einzige 

Therapieoption (IV-act. 173, vgl. auch den bereits im ersten ABI-Gutachten erwähnten 

Arztbericht von Dr. med. M.___, FMH Innere Medizin, vom 23. September 2005, 

gemäss welchem chemotherapeutische Interventionen nicht empfehlenswert, sondern 

die chirurgischen Therapiemöglichkeiten weiterzuführen seien, IV-act. 103-4). Dr. med. 

N.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellvertretender Chefarzt der 

Klinik I.___, bescheinigte der Beschwerdeführerin am 2. Februar 2010 aus 

psychiatrischer Sicht weiterhin eine verminderte Arbeitsfähigkeit. Das Leistungsbild 

beziehungsweise zumutbare Tätigkeiten seien nur unter Berücksichtigung der 

somatischen Aspekte adäquat zu definieren. Bei Eingliederungsmassnahmen müsste 

beachtet werden, dass die Beschwerdeführerin rasch ermüde, dass es aufgrund von 

Schmerzen zu wiederholten Arbeitsausfällen käme und Operationen zusätzlich den 

regelmässigen Einsatz am Arbeitsplatz erschweren würden (IV-act. 176). Dr. F.___ 

berichtete am 4. Februar 2010, im September 2009 und im Januar 2010 seien 

Exostose-Abtragungen erfolgt; die Beschwerdeführerin sei aktuell nicht arbeitsfähig 

und nur beschränkt gehfähig, bedingt durch die Schmerzen, welche von exostotischen 

Appositionen im Wirbelsäulenbereich, an Ellbogen und Handgelenk, Hüft-, Knie- und 

OSG-Bereich herrührten. Es sei ihr kaum möglich, gleichbleibende Positionen über 

längere Zeit einzuhalten (IV-act. 178). Mit Arztbericht der Klinik I.___ (Dr. N.___) vom 

21. Mai 2010 wurde bei der Beschwerdeführerin psychiatrischerseits eine anhaltende 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert. Der 

aktuelle Zustand sei gekennzeichnet durch Schlafstörungen, Gewichtsverlust, 

Appetitlosigkeit, depressive Episoden, Reizbarkeit, Dünnhäutigkeit und Kraftlosigkeit. 

Seit März 2010 sei eine deutliche Verschlechterung eingetreten. Aufgrund der 

Schmerzen und der wiederholten Operationen bestehe eine eingeschränkte physische 

und psychische Belastbarkeit, die Alltagsbewältigung sei der Beschwerdeführerin nur 

unter grossem Energieaufwand möglich. Sie sei aktuell zu 100% arbeitsunfähig, rein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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psychiatrisch bedingt ungefähr zu 40%. Es bestehe eine ausgeprägte Wechselwirkung 

der somatischen und psychischen Aspekte (IV-act. 187). Gemäss Bericht von Dr. F.___ 

vom 3. Januar 2011 ist die Beschwerdeführerin (seit längerem) nicht mehr arbeitsfähig. 

Sie leide an chronischen permanenten Schmerzen und müsse sich inzwischen alle drei 

Monate einem operativen Eingriff unterziehen. Daran würde sich in Zukunft nichts 

ändern. Aktuell stünden Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke, des 

Gesichtsschädels, der Fuss-, Knie- und Hüftgelenke sowie der Wirbelsäule im 

Vordergrund (IV-act. 206-3/4).

3.5  Die Sachverständigen des ABI waren sowohl im Gutachten vom Jahr 2005 als 

auch in demjenigen von 2009 davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in der 

Arbeitsfähigkeit als Technische Kauffrau grundsätzlich nicht eingeschränkt sei – weder 

aus psychischen noch aus somatischen Gründen. Eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit könne jedoch aus dem Umstand resultieren, dass immer wieder 

operative Eingriffe (zwecks Entfernung der störenden Osteochondrome) notwendig 

würden. Während die Gutachter die entsprechende Leistungseinbusse im Jahr 2005 

auf 10-20% geschätzt hatten (und dabei durchschnittlich von einer Operation pro Jahr 

ausgegangen waren), führten sie im Gutachten vom 19. Januar 2009 aus, die noch 

vorliegenden Osteochondrome seien "stammnah und somit einer operativen 

Entfernung nicht mehr so gut zugänglich, [sie] dürften jedoch auch mechanisch eher 

wenig stören" (IV-act. 144-25). Die Experten gingen also davon aus, operative Eingriffe 

mit entsprechenden Phasen von vollständiger Arbeitsunfähigkeit seien in Zukunft 

weniger häufig notwendig als in der Vergangenheit. Wie die seit der letzten 

Begutachtung der Beschwerdeführerin eingegangenen medizinischen Berichte zeigen, 

haben sich die Einschätzung und die Prognose der ABI-Gutachter nicht bestätigt. Nicht 

nur ist seit Mitte 2009 noch eine massgebliche psychische Beeinträchtigung 

hinzugetreten, auch in somatischer Hinsicht hat sich der Gesundheitszustand 

verschlechtert und die Häufigkeit notwendiger operativer Eingriffe hat weiter 

zugenommen. Dass die Beschwerdegegnerin aufgrund des in den medizinischen Akten 

abgebildeten Krankheitszustands zum Schluss gelangt ist, eine verwertbare 

Arbeitsfähigkeit liege bei der Beschwerdeführerin nicht mehr vor, ist nachvollziehbar 

und nicht zu beanstanden. Sie hat ihr daher zu Recht eine ganze Rente zugesprochen.

4.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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Strittig ist der Beginn des Rentenanspruchs, welcher in der angefochtenen Verfügung 

vom 17. Oktober 2012 auf den 1. Juli 2008 festgesetzt worden ist.

4.1  Die Beschwerdeführerin hat sich am 17. April 2004 (erneut) mit dem Begehren um 

IV-Leistungen angemeldet (IV-act. 71). Damit richtet sich der Rentenbeginn nach den 

bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Gesetzesbestimmungen (vgl. E. 1).

4.2  Der Eintritt des Rentenfalls wird durch aArt. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der Renten­

anspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem 

Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

war (lit. b). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der 

Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 

aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  der Verordnung über die 

Invalidenversicherung, SR 831.201 [IVV]; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor der Anmeldung 

liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich 

Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 1. A. 1997, S. 238; BGE 

117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des EVG i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99).

4.3  Im Falle einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen 

notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach 

Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen. Bei 

der rückwirkenden stufenweisen Rentenzusprache richtet sich der Zeitpunkt einer 

Rentenherabsetzung oder -aufhebung ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 1 IVV, 

derjenige einer Erhöhung nach Art. 88a Abs. 2 IVV. Art. 88  Abs. 2 IVV findet keine 

Anwendung (vgl. BGE 106 V 16; BGE 109 V 125). Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die 

anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für 

die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu 

berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere 

Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin 

andauern wird. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung bei 

ter

bis

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einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29  IVV ist sinngemäss 

anwendbar.

4.4  Nach aArt. 48 Abs. 2 IVG können Leistungen für die zwölf der Anmeldung voran­

gehenden Monate ausgerichtet werden. Da die IV-Anmeldung im April 2004 erfolgt ist, 

könnte ein allfälliger Rentenanspruch frühestens am 1. April 2003 entstanden sein.

5.

5.1  Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenbeginn auf den 1. Juli 2008 festgesetzt. 

Dabei ist sie – gestützt auf die ABI-Gutachten – davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeführerin bis Ende März 2008 in der als adaptiert geltenden Tätigkeit als 

Technische Kauffrau grundsätzlich zu 100% arbeitsfähig gewesen sei, den 

vorübergehend vollständigen Arbeitsunfähigkeiten infolge der wiederkehrend 

notwendigen Operationen (nach Annahme der Beschwerdegegnerin zwei Mal jährlich) 

allerdings mit der Anerkennung einer Leistungseinbusse von 20% Rechnung getragen 

werden müsse (IV-act. 242-2). Dieser Einschätzung kann so nicht gefolgt werden. In 

Übereinstimmung mit der Einschätzung der ABI-Gutachter ist zwar anzunehmen, dass 

die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Technische Kauffrau medizinisch 

theoretisch zu 100% arbeitsfähig war. Diese Tätigkeit ist als körperlich leicht 

anzusehen und war der Beschwerdeführerin zeitlich und leistungsmässig 

uneingeschränkt zumutbar. Der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich 

wiederkehrend Operationen unterziehen muss, kann aber nicht mit einer Reduktion 

(von i.c. 20%) der geschätzten Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen werden. Eine 

solche "Mischrechnung" ist nicht zulässig. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin grundsätzlich jeweils bis zum Zeitpunkt des notwendigen Eingriffs 

100%ig arbeitsfähig war. Daraufhin folgten Phasen der vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

während des Spitalaufenthalts und der Dauer der Rekonvaleszenz. Daran schlossen 

wieder Zeiten vollständiger Arbeitsfähigkeit bis zum nächsten Eingriff.

5.2  Die ABI-Gutachter sind davon ausgegangen, dass sich die Beschwerdeführerin 

jährlich einer Operation unterziehen müsse. Diese Prognose hat sich als zu optimistisch 

erwiesen. Tatsächlich wurden bei ihr bereits ab dem Jahr 2005 – im Abstand von drei 

bis

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bis sieben Monaten – rund zwei Exostosenabtragungen jährlich vorgenommen. Davon 

ist denn auch die Beschwerdegegnerin ausgegangen. In den Phasen zwischen den 

Eingriffen aber war die Beschwerdeführerin in der als adaptiert geltenden Tätigkeit als 

Technische Kauffrau jeweils wieder zu 100% arbeitsfähig. Für die Zeit vor 2008 ist 

anzunehmen, dass es der Beschwerdeführerin möglich war, diese Arbeitsfähigkeit 

erwerblich zu verwerten. Mit durchschnittlich zwei Operationen jährlich kam es noch 

nicht zu derart häufigen Ausfällen, dass anzunehmen wäre, es hätte sich kein 

Arbeitgeber mehr gefunden, der bereit gewesen wäre, sie anzustellen.

5.3  Aus den Akten ergibt sich, dass im Jahr 2008 die Zahl der Eingriffe zugenommen 

hat und die Abstände zwischen den Operationen (samt Rekonvaleszenzzeiten) deutlich 

kürzer geworden sind. Seither muss davon ausgegangen werden, dass die Phasen, in 

denen die Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreicht, so kurz 

geworden sind, dass auch auf dem theoretisch ausgeglichenen (modernen) 

Arbeitsmarkt, welcher flexible Jahreszeitarbeitsmodelle und Möglichkeiten von 

kurzzeitigen Arbeitseinsätzen kennt, keine Verwertbarkeit mehr anzunehmen ist. Denn 

der Beschwerdeführerin wäre die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nur noch bei einem 

nicht realistischen Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2, 

Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2014, 8C_669/2013, E. 4.3.2). Es ist damit 

davon auszugehen, dass unter Berücksichtigung der Situation der Beschwerdeführerin 

ihre Arbeitskraft auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt wird 

und ihr damit die Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit auch unter Berücksichtigung der 

Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1).

5.4  Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin vor April 2008 damit zu Recht verneint. Die Beschwerde ist 

dementsprechend abzuweisen.

6.

6.1  Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 30. Januar 

2013 bewilligt (act. G 8). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann sie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist der 

unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege 

ist sie aber von der Bezahlung der Gebühr zu befreien.

6.3  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen 

einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine 

pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (AnwG; sGS 963.70). Somit 

entschädigt der Staat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 

V 201) mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin wird zufolge unentgeltlicher Rechtspflege von der 

Bezahlung der Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- befreit.

3.  Der Staat hat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 2’800.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.02.2015
	Art. 28 IVG. Würdigung medizinischer Gutachten und Arbeitsfähigkeitsschätzung. Verwertbarkeit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit, die wiederkehrend von Phasen vollständiger Arbeitsunfähigkeit wegen häufiger operativer Eingriffe unterbrochen wird. Festsetzung Rentenbeginn (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2015, IV 2012/446).

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