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**Case Identifier:** 115903a5-478a-5872-a92a-37219c7ba511
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 05.05.2020 ZK1 2018 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2018-144_2020-05-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Urteil vom 05. Mai 2020

Referenz ZK1 18 144

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Pedrotti und Brunner
Richter, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach
Poststrasse 43, Postfach, 7001 Chur 

Gegenstand Schuldneranweisung

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 
10. September 2018, mitgeteilt am 28. September 2018 
(Proz. Nr. 135-2018-654)

Mitteilung 06. Mai 2020

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I. Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1969, und B._____, geboren am _____ 1981, 
heirateten am _____ 2007 vor dem Zivilstandsamt in O.1_____. Sie sind die Eltern 
der beiden Kinder B._____, geboren am _____ 2006, und C._____, geboren am 
_____ 2011. A._____ ist zudem Vater von D._____, geboren am _____ 2006. Seit 
dem _____ 2015 leben die Parteien getrennt.

B. Mit Eheschutzentscheid vom 29. Februar 2016 regelte der Einzelrichter am 
Bezirksgericht Plessur (ab 1. Januar 2017 Regionalgericht Plessur) das Getrennt-
leben der Parteien und genehmigte deren Trennungsvereinbarung vom 18. Fe-
bruar 2016. Soweit hier interessierend verpflichtete der Einzelrichter A._____, an 
den Unterhalt der Kinder B._____ und C._____ mit Wirkung ab dem 1. Dezember 
2015 monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats je 
CHF 1'000.00 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. Gemäss der gerichtlich ge-
nehmigten Trennungsvereinbarung verpflichtete sich A._____ zudem, B._____ 
persönlich mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2015 Ehegattenunterhaltsbeiträge 
von CHF 4'000.00 pro Monat zu bezahlen. Der Unterhaltsberechnung legten die 
Parteien ein hypothetisches Einkommen von A._____ in der Höhe von 
CHF 11'000.00 (inkl. politischer Mandate, exkl. Kinderzulagen) und ein Einkom-
men von B._____ in der Höhe von CHF 0.00 zugrunde. Den Bedarf von A._____ 
bezifferten die Parteien auf CHF 5'000.00 (inkl. CHF 1'025.00 Unterhalt an 
D._____ [exkl. Kinderzulagen]), denjenigen von B._____ mit den Kindern B._____ 
und C._____ auf insgesamt CHF 5'400.00.

C. Am 22. Dezember 2017 reichten die Parteien ein gemeinsames Schei-
dungsbegehren beim Regionalgericht Plessur ein (Proz. Nr. 135-2017-836).

D. Mit Gesuch vom 17. Januar 2018 ersuchte A._____ beim Einzelrichter am 
Regionalgericht Plessur um Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des 
Scheidungsverfahrens bzw. um Abänderung der Eheschutzmassnahmen. Unter 
anderem verlangte er eine Reduktion bzw. Aufhebung der Unterhaltsbeiträge an 
die Ehefrau und die Kinder B._____ und C._____. Der Einzelrichter wies dieses 
Gesuch mit Entscheid vom 26. Juli 2018 ab. Dagegen erhob A._____ Berufung 
beim Kantonsgericht von Graubünden (ZK1 18 127). 

E. Am 10. August 2018 beantragte B._____ beim Einzelrichter am Regional-
gericht Plessur eine Schuldneranweisung. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei die Arbeitgeberin des Gesuchsgegners, die E._____, 
_____strasse 15, O.2_____, unter Androhung einer Strafe i.S.v. 

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Art. 292 StGB (Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO), wonach mit Busse bestraft 
wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen 
Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn er-
lassenen Verfügung nicht Folge leistet, anzuweisen, vom monatlichen 
Nettolohn des A._____ den Betrag von CHF 6'440.00 ab sofort bis auf 
Widerruf dieser Anweisung an die Gesuchstellerin zu leisten, wobei die 
jeweilige Zahlung auf das Konto von B._____ bei der F._____ (IBAN 
Nr. _____) zu erfolgen habe.

2. Die beantragte Zahlungsanweisung gemäss Ziffer 1 hiervor sei super-
provisorisch zu erlassen.

3. Unter vollumfänglicher gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten des 
Gesuchsgegners.

F. Mit Verfügung vom 14. August 2018 wies der Einzelrichter den Antrag auf 
superprovisorische Schuldneranweisung ab. Gleichzeitig setzte er A._____ Frist 
zur schriftlichen Stellungnahme an. A._____ liess sich innert Frist nicht verneh-
men.

G. Auf die Durchführung einer Hauptverhandlung verzichtete der Einzelrichter.

H. Mit Entscheid vom 10. September 2018, den Parteien mit schriftlicher Be-
gründung mitgeteilt am 28. September 2018, erkannte der Einzelrichter wie folgt:

1. Die E._____, _____strasse, O.2_____, wird angewiesen, vom Netto-
lohn von A._____ mit Wirkung ab sofort bis auf Widerruf dieser Anwei-
sung den Betrag von CHF 6'440.00 (CHF 2'000.00 Kinderunterhalt, 
CHF 4'000.00 Ehegattenunterhalt und CHF 440.00 Kinderzulagen) zu-
handen von B._____,_____strasse, O.2_____, auf ihr Konto bei der 
F._____ mit der IBAN _____ zu überweisen. Die E._____ wird darauf 
aufmerksam gemacht, dass ein Nichtbefolgen dieser Anweisung eine 
Doppelzahlung zur Folge haben kann.

2. Im Übrigen wird das Gesuch abgewiesen.

3. a) Die Gerichtskosten von CHF 600.00 gehen zu Lasten von 
A._____.

b) A._____ hat B._____ eine Parteientschädigung von
CHF 554.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

4. (Rechtsmittelbelehrungen betreffend Hauptentscheid und Kostenent-
scheid samt Hinweis auf Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO)

5. (Mitteilung)

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I. Gegen diesen Entscheid liess A._____ mit Eingabe vom 11. Oktober 2018 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden führen. Er stellte folgende An-
träge:

1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

J. Mit Berufungsantwort vom 7. November 2018 schloss B._____ auf Abwei-
sung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (zzgl. MwSt.) für beide Instanzen zulasten von A._____. Dabei sei 
Letzterer als Ausfluss der ehelichen Beistandspflicht unabhängig vom Ausgang 
des Verfahrens zur entsprechenden Kostentragung zu verpflichten. Im Rahmen 
der Berufungsantwort beantragte B._____ zudem den Beizug der Akten des Paral-
lelverfahrens ZK1 18 127 (Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters am 
Regionalgericht Plessur betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen).

K. Beide Parteien stellten ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege, unter Einsetzung ihrer jeweiligen Rechtsanwälte als unentgeltliche 
Rechtsvertreter (ZK1 18 145 [A._____] und ZK1 18 161 [B._____]).

L. Mit Schreiben vom 11. April 2019 teilte der frühere Vorsitzende der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien mit, dass sich 
das Verfahren ab dem 24. April 2019 in der Entscheidphase befinde. 

M. Aufgrund längerer krankheitsbedingter Abwesenheit des früheren Vorsit-
zenden erfolgte ein Wechsel im Vorsitz der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden. Neu übernahm Kantonsgerichtsvizepräsidentin Ursula Michael 
Dürst die Verfahrensleitung in vorliegender Streitsache (einschliesslich der damit 
zusammenhängenden Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege 
[ZK1 18 145 und ZK1 18 161]). Als Beisitzer wirken Kantonsgerichtspräsident 
Norbert Brunner und Kantonsrichter Davide Pedrotti in der Gerichtsbesetzung mit. 
Die Vorsitzende setzte die Parteien mit Schreiben vom 15. Januar 2020 über die 
definitive Kammerbesetzung in Kenntnis. Darüber hinaus stellte sie, wie von 
B._____ beantragt, den Beizug der Akten des Verfahrens ZK1 18 127 für die Be-
urteilung der vorliegenden Berufung in Aussicht.

N. Mit Verfügung vom heutigen Tag heisst die Vorsitzende das Gesuch von 
B._____ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, unter Einsetzung von 
Rechtsanwalt Claudio Allenspach als unentgeltlicher Rechtsvertreter, gut und er-
teilt ihr die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 118 
Abs. 1 ZPO (ZK1 18 161). Demgegenüber weist die Vorsitzende das Gesuch von 

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A._____ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, ebenfalls mit Verfü-
gung vom heutigen Tag (ZK1 18 145), ab.

O. Im parallel geführten und ebenfalls mit Urteil vom heutigen Tag erledigten 
Verfahren (ZK1 18 127) tritt die erkennende Kammer, soweit hier interessierend, 
auf die Berufung von A._____ betreffend die Abänderung der von ihm gemäss 
Eheschutzentscheid zu leistenden Unterhaltsbeiträge mangels rechtsgenügender 
Begründung nicht ein. Überdies legte die Kammer dar, weshalb das Abände-
rungsbegehren betreffend die Unterhaltsbeiträge auch in materieller Hinsicht ab-
zuweisen gewesen wäre.

P. Die Akten aus dem Parallelverfahren betreffend Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens (ZK1 18 127) sind beigezogen.

Q. Auf die weitergehenden Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Ent-
scheid sowie in den Rechtsschriften ist, soweit erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen einzugehen.

II. Erwägungen

1.1. Angefochten ist vorliegend ein Entscheid, mit welchem der Einzelrichter am 
Regionalgericht Plessur ein Gesuch um Schuldneranweisung gemäss Art. 177 
ZGB gutgeheissen und die E._____ als Arbeitgeberin von A._____ (fortan Ehe-
mann) angewiesen hat, von dessen Nettolohn mit sofortiger Wirkung einen dem 
gerichtlich festgesetzten Unterhalt (samt Kinderzulagen) entsprechenden Betrag 
auf ein Bankkonto von B._____ (fortan Ehefrau) zu überweisen. Ein solcher Ent-
scheid kann – wie das Bundesgericht kürzlich bestätigt (BGE 145 III 255 E. 5.6) 
und die urteilende Kammer bereits vorher wiederholt erkannt hat (vgl. PKG 2018 
Nr. 3 E. 1.1 m.w.H.) – mit Berufung gemäss Art. 308 ff. ZPO angefochten werden. 
Zwar handelt es sich bei der Schuldneranweisung – unabhängig davon, ob sich 
diese auf Art. 132 ZGB, Art. 177 ZGB oder Art. 291 ZGB stützt – nach der kon-
stanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung um eine privilegierte Zwangsvoll-
streckungsmassnahme sui generis, welche an die Stelle einer definitiven 
Rechtsöffnung mit nachfolgender Pfändung tritt (BGE 137 III 193 E. 1.2 mit Ver-
weis auf BGE 134 III 667 E. 1.1; 130 III 489 E. 1.2 und 110 II 9 E. 1). Seine Grund-
lage hat das Institut der Schuldneranweisung jedoch im Zivilrecht. Dementspre-
chend hat es auch in der ZPO eine eigenständige Regelung erfahren (vgl. nach-
stehend E. 1.2), was darauf schliessen lässt, dass der Gesetzgeber die Schuld-
neranweisung nicht als Vollstreckung im Sinne von Art. 335 ff. ZPO aufgefasst hat. 
In der Tat hat der Anweisungsrichter in weit stärkerem Masse als der Vollstre-

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ckungsrichter auch gewisse materiell-rechtliche Fragen zu beurteilen. Dem Anwei-
sungsentscheid kommt somit nicht bloss Vollstreckungs-, sondern auch Erkennt-
nischarakter zu. Ein Ausschluss der Berufung gemäss Art. 309 lit. a ZPO und die 
damit einhergehende Beschränkung der Kognition im Rechtsmittelverfahren wäre 
daher nicht sachgerecht. Ist der Streitwert von CHF 10'000.00 erreicht (Art. 308 
Abs. 2 ZPO), wie dies vorliegend mit Blick auf den vor erster Instanz gestellten 
Antrag der Ehefrau und die unbestimmte Dauer der Massnahme (Art. 92 Abs. 2 
ZPO) offenkundig der Fall ist, erweist sich die Berufung somit als das zutreffende 
Rechtsmittel.

1.2. Über Begehren um Schuldneranweisungen gemäss Art. 177 ZGB wird – 
gleich wie über solche nach Art. 132 ZGB (für den nachehelichen Unterhalt) oder 
Art. 291 ZGB (für den Kindesunterhalt) – im summarischen Verfahren entschieden 
(Art. 271 lit. a und i sowie Art. 302 Abs. 1 lit. c ZPO). Für die Anfechtung des be-
treffenden Entscheides gilt daher in allen Fällen eine zehntägige Berufungsfrist 
(Art. 314 Abs. 1 ZPO). Der vorliegend angefochtene Entscheid des Einzelrichters 
am Regionalgericht Plessur vom 10. September 2018 ging dem Ehemann in be-
gründeter Form am 1. Oktober 2018 zu. Die dagegen mit Eingabe vom 11. Okto-
ber 2018 erhobene Berufung erfolgte demnach fristgerecht (RG act. V./3; 
act. A.1). Sie entspricht zudem den in Art. 311 ZPO stipulierten Formerfordernis-
sen. Der Ehemann beantragt zwar die blosse Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids. Es fehlt mithin an einem reformatorischen Rechtsbegehren. Aus der Be-
rufungsbegründung, die für die Auslegung des Berufungsantrages beizuziehen ist 
(vgl. BGE 137 III 617 E. 4.2.2), wird jedoch hinreichend klar, dass er mit seiner 
Berufung eine Abweisung des Begehrens um Schuldneranweisung unter Kosten-
folge zulasten der Ehefrau anstrebt (act. A.1, S. 2 ff.). Auf die Berufung ist folglich 
einzutreten. Deren Beurteilung fällt gemäss Art. 6 lit. a der Verordnung über die 
Organisation des Kantonsgerichts (KGV; BR 173.100) in die Zuständigkeit der 
I. Zivilkammer. 

2. Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 
ZPO die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit gel-
tend gemacht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vor-
instanzlichen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Peter Reetz/Stefanie 
Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 5 ff. zu 
Art. 310 ZPO).

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3.1. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Be-
weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden 
(lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 
werden konnten (lit. b). Zu beachten ist allerdings, dass von der strittigen Schuld-
neranweisung auch der Kindesunterhalt erfasst ist. Darüber hinaus beträfe ein 
allfälliger Eingriff ins Existenzminimum des Ehemannes auch den Unterhalt von 
D._____ als minderjähriges Kind. Es geht damit um Kinderbelange in einer famili-
enrechtlichen Angelegenheit, sodass das Gericht nach Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO 
den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht (Untersuchungsmaxime) und über-
dies ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet (Offizialmaxime). Die Unter-
suchungs- und die Offizialmaxime gelangen in allen Verfahrensstadien und vor 
allen kantonalen Instanzen, mithin auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren, als 
allgemeine Grundsätze zur Anwendung (BGE 137 III 617 E. 4.5.2; Jonas 
Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 3 u. 5 
zu Art. 296 ZPO). In Verfahren, welche der uneingeschränkten Untersuchungsma-
xime unterstehen, ist nach jüngster bundesgerichtlicher Rechtsprechung die strikte 
Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gerechtfertigt. Wie erwähnt, hat auch 
das Berufungsgericht nach Art. 296 Abs. 1 ZPO den Sachverhalt von Amtes we-
gen zu erforschen und kann daher von Amtes wegen die Erhebung aller zur Fest-
stellung der rechtserheblichen Tatsachen erforderlichen und geeigneten Beweis-
mittel anordnen, um einen dem Wohl des Kindes entsprechenden Entscheid zu 
treffen. Insofern ist es zuzulassen, dass die Parteien – unterliegt das Verfahren 
der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime – im Berufungsverfahren Noven 
einreichen können, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO 
nicht erfüllt sind (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1 m.w.H. = Pra 2019 Nr. 88; Urteil des 
Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 16 105 vom 17. September 2018 E. 2.2.2).

3.2. Ungeachtet vorstehender Ausführungen ist es den Parteien verwehrt, so-
wohl echte als auch unechte Noven vorzubringen, wenn der Berufungsprozess 
aufgrund der Spruchreife der Berufungssache in die Phase der Urteilsberatung 
übergeht. Denn in der Phase der Urteilsberatung muss der Prozessstoff absch-
liessend so fixiert sein, dass das Gericht die Berufungssache gestützt darauf sorg-
fältig beraten und ein Urteil ausfällen kann. Die Phase der Urteilsberatung beginnt 
mit dem Abschluss einer allfälligen Berufungsverhandlung (vgl. BGE 138 III 788 E. 
4.2) oder aber mit der förmlichen Mitteilung des Berufungsgerichts, dass es die 
Berufungssache für spruchreif halte und nunmehr zur Urteilsberatung übergehe 
(BGE 142 III 413 E. 2.2.5 f.; BGE 138 III 788 E. 4.2). Vorliegend begann die Bera-

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tungsphase (Entscheidphase) gemäss Ankündigung des früheren Vorsitzenden 
am 24. April 2019 (act. D.4). Massgebliche Grundlage der nachstehenden Erwä-
gungen bildet demzufolge allein der Aktenstand (Parteivorbringen und Beweismit-
tel), wie er sich bei Eintritt des Aktenschlusses am 24. April 2019 präsentierte. 
Soweit der Ehemann in den ihn betreffenden Verfahren betreffend unentgeltliche 
Rechtspflege mit Eingabe vom 30. Januar 2020 neue Tatsachen und Beweismittel 
vorgebracht hat (act. A.2 u. act. B.2 bis B.10 [ZK1 18 128] bzw. act. A.3 u. act. B.2 
bis B.10 [ZK1 18 145]), können diese somit trotz Geltung der Untersuchungsma-
xime im vorliegenden Verfahren keine Berücksichtigung mehr finden.

4.1. Gemäss Art. 177 ZGB kann der Richter die Schuldner des unterhaltspflich-
tigen Ehegatten anweisen, ihre Zahlungen ganz oder teilweise dem anderen Ehe-
gatten zu leisten, wenn der betreffende Ehegatte seine Unterhaltspflicht gegenü-
ber der Familie nicht erfüllt. Von dieser Bestimmung erfasst werden auch die Kin-
desunterhaltsbeiträge, weshalb die Anweisung nach Art. 291 ZGB in derjenigen 
nach Art. 177 ZGB aufgeht (vgl. Jann Six, Eheschutz, 2. Auflage, Bern 2014, N 
8.01 mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 5A_249/2013 vom 27. August 
2013 E. 3.2). Der systematischen Stellung nach handelt es sich bei der Anweisung 
nach Art. 177 ZGB, genau gleich wie bei der (in der Regel vorgängig erfolgten) 
Festsetzung der geschuldeten Geldbeiträge (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), um eine 
Massnahme zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft im Sinne von Art. 271 ZPO. 
In formeller Hinsicht sind bei deren Anordnung daher die besonderen Vorschriften 
von Art. 272 und 273 ZPO zu beachten. Nach Art. 272 ZPO stellt das Gericht den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest. Diese sog. soziale oder eingeschränkte Un-
tersuchungsmaxime verpflichtet das Gericht nicht zur eigentlichen Erforschung 
des Sachverhalts. Sie auferlegt ihm bloss die Pflicht, eine unbeholfene oder 
schwächere Partei zu unterstützen. Im Wesentlichen trifft das Gericht eine ver-
stärkte Fragepflicht während der nach Art. 273 ZPO im Regelfall durchzuführen-
den mündlichen Verhandlung sowie die Pflicht, die Parteien zur Einreichung feh-
lender Beweismittel aufzufordern und in diesem Sinn auf die Vervollständigung 
des Sachverhalts hinzuwirken. Umfangreiche Ermittlungen sind nicht notwendig 
und namentlich bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien hat sich das Gericht 
bei der Feststellung des Sachverhaltes wie im ordentlichen Prozess zurückzuhal-
ten (Thomas Sutter-Somm/Yannick Sean Hostettler, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 8 ff. zu Art. 272 ZPO; Daniel 
Bähler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, N 3 ff. zu Art. 272 ZPO). Wie erwähnt, gilt demgegenüber 
nach Art. 296 Abs. 1 ZPO die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime, soweit in 

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familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange betroffen sind (vorstehende 
E. 3.1). Das Gericht hat in diesen Fällen den Sachverhalt von Amtes wegen zu 
erforschen, bis über die Tatsachen, die für die Beurteilung des strittigen An-
spruchs erforderlich sind, hinreichende Klarheit besteht (vgl. weiterführend Jonas 
Schweighauser, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 296 ZPO; Stephan Mazan/Daniel Steck, in: 
Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, N 10 ff. zu Art. 296 ZPO). Die in Kindesbelangen geltende Untersu-
chungsmaxime dient zwar naturgemäss primär dem Schutz der Kinder als der 
schwächeren Partei. Sie gilt aber – wie das Bundesgericht bereits für das frühere 
Recht erkannt (BGE 128 III 441 E. 3.2.1) und unter dem neuen Recht bestätigt hat 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_745/2014 vom 16. März 2015 E. 2.3) – auch 
zugunsten des unterhaltspflichtigen Elternteils (Myriam A. Gehri, in: Spühler/Ten-
chio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 
N 22 zu Art. 55 ZPO; Thomas Sutter-Somm/Claude Schrank, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 68 zu 
Art. 55 ZPO). 

4.2. Dass die Schuldneranweisung der Sache nach eine besondere Form der 
Vollstreckung des rechtskräftig festgelegten Unterhalts darstellt, vermag am so-
eben Gesagten nichts zu ändern. Wie schon in Zusammenhang mit der Beru-
fungsfähigkeit des Anweisungsentscheides festgestellt wurde, beschränkt sich das 
Anweisungsverfahren nicht auf die blosse Prüfung der Vollstreckbarkeit, sondern 
es sind darüber hinaus gewisse materiell-rechtliche Fragen zu beurteilen. Dazu 
sind auch Sachverhaltselemente abzuklären, die sich nicht aus dem zu vollstre-
ckenden Entscheid ergeben (BGE 145 III 255 E. 5.5.2). Dies spricht dafür, dass 
die für den Erlass von Eheschutzmassnahmen geltenden Verfahrensmaximen 
auch beim Entscheid über die Schuldneranweisung zum Tragen kommen.

5.1. Der Ehemann liess sich im erstinstanzlichen Verfahren nicht vernehmen. 
Berufungsweise macht er in Bezug auf seine Säumnis geltend, vor Vorinstanz sei-
en verschiedene Verfahren in Sachen der Parteien hängig (Scheidungsklage, Ge-
such betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen [Abänderung des Eheschut-
zentscheides], Gesuch betreffend unentgeltliche Rechtspflege, Gesuch betreffend 
Bezahlung eines Kostenvorschusses an die Ehefrau). In all diesen Verfahren habe 
der Ehemann seine verschlechterten finanziellen Verhältnisse rechtsgenügend 
dargetan. Ob durch die Schuldneranweisung ein Eingriff in das Existenzminimum 
des Verpflichteten vorliege, habe der Richter von Amtes wegen abzuklären. Aus 
diesem Grunde schade es dem Ehemann nicht, dass er im erstinstanzlichen Ver-
fahren auf das Gesuch keine Stellungnahme eingereicht habe. Er hätte nicht mehr 

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vorbringen können, als dem Vorderrichter durch die verschiedenen Verfahren be-
reits bekannt gewesen sei, nämlich dass der Ehemann heute nicht mehr als etwas 
knapp über CHF 6'000.00 (inkl. Kinderzulagen) verdiene (act. A.1, S. 4).

5.2. Demgegenüber stellen nach Ansicht der Ehefrau sämtliche Vorbringen des 
Ehemannes in seiner Berufung Noven dar, welche in Anwendung von Art. 317 
Abs. 1 ZPO nicht zu berücksichtigen seien. Gleichermassen unbeachtlich seien 
die mit der Berufungsschrift eingereichten Urkunden (act. A.2, S. 3).

5.3. Die Ehefrau leitete das Gesuch um Schuldneranweisung am 10. August 
2018 beim Vorderrichter ein. Mit prozessleitender Verfügung vom 14. August 2018 
setzte der Vorderrichter dem Ehemann Frist zur Stellungnahme betreffend das 
Gesuch um Schuldneranweisung an. Am 15. August 2018 teilte der Vorderrichter 
den Parteien seinen Entscheid in Sachen Erlass vorsorglicher Massnahmen ohne 
Begründung mit. Dabei wies er das Gesuch des Ehemannes um Abänderung der 
Eheschutzmassnahmen, insbesondere auch betreffend Reduktion bzw. Aufhe-
bung der Unterhaltsbeiträge, vollumfänglich ab (act. B.0 [ZK1 18 127]). Der Ehe-
mann entschied sich somit im Wissen um den abschlägigen Entscheid des Einzel-
richters hinsichtlich seines Abänderungsgesuches, sich im vorliegenden Verfahren 
vor erster Instanz nicht vernehmen zu lassen. Hätte sich die erkennende Kammer 
vorliegendenfalls einzig mit Angelegenheiten betreffend die Ehegatten zu befas-
sen, wären die Berufungsvorbringen lediglich nach Massgabe von Art. 317 Abs. 1 
ZPO zulässig. Da jedoch auch Kinderbelange betroffen sind (vorstehend E. 3.1), 
gilt die Novenbeschränkung gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO grundsätzlich nicht. Sinn 
und Zweck der privilegierenden prozessualen Regelungen in Kinderbelangen kann 
jedoch nicht sein, den Parteien die Möglichkeit zu bieten, mutwillige Versäumnisse 
vor erster Instanz im Rechtsmittelverfahren nachzuholen. Zumal das Sammeln 
des Prozessstoffes auch unter der Geltung der unbeschränkten Untersuchungs-
maxime in erster Linie Sache der Parteien verbleibt, welche nach dem Grundsatz 
von Treu und Glauben zur Mitwirkung verpflichtet sind, da sie den Prozessstoff am 
besten kennen (Jonas Schweighauser, a.a.O., N 10 zu Art. 296 ZPO). Im ange-
fochtenen Entscheid stellte der Vorderrichter allerdings selbst auf die Erkenntnisse 
aus den Akten des Abänderungsverfahrens ab. Er zog die Akten des Abände-
rungsverfahrens mithin von Amtes wegen bei (act. B.0). In seiner Berufungsschrift 
stellt der Ehemann in tatsächlicher Hinsicht auf die aus dem Parallelverfahren be-
kannten Tatsachen ab. Was die rechtlichen Ausführungen in der Berufungsschrift 
anbelangt, so ist der Ehemann mit jenen auch im Säumnisfall von vornherein nicht 
ausgeschlossen. Die Vorbringen des Ehemannes in der Berufungsschrift stellen 
daher keine unzulässigen Noven dar. Entgegen der Ansicht der Ehefrau ist der 

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Ehemann mit seinen Vorbringen und Urkunden im Berufungsverfahren somit zu-
zulassen.

6.1. Die Vorinstanz erwog, mit vollstreckbarem Eheschutzentscheid des Regio-
nalgerichts Plessur vom 29. Februar 2016 sei der Ehemann verpflichtet worden, 
an den Unterhalt der Kinder B._____ und C._____ sowie der Ehefrau mit Wirkung 
ab dem 1. Dezember 2015 monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines je-
den Monats insgesamt CHF 6'000.00 zuzüglich Kinderzulagen (derzeit insgesamt 
CHF 440.00) zu bezahlen. Das Gesuch des Ehemannes um vorsorgliche Mass-
nahmen betreffend Abänderung Eheschutz – in dessen Rahmen er auch die Re-
duktion bzw. Aufhebung seiner Unterhaltsverpflichtung beantragt habe –, sei mit 
Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 26. Juli 2018 abge-
wiesen worden, soweit darauf habe eingetreten werden können, wobei das (Beru-
fungs)Verfahren noch vor Kantonsgericht hängig sei. Des Weiteren führte die Vor-
instanz aus, der Ehemann sei seinen Unterhaltspflichten trotz ausdrücklicher 
Mahnung seitens der Ehefrau in erheblichem Umfang nicht nachgekommen. Die-
ses Verhalten – wie auch das Verhalten des Ehemannes im vorliegenden Prozess 
– lasse den Schluss zu, dass der Ehemann auch weiterhin nicht gewillt sei, seine 
Unterhaltspflicht zu erfüllen. Zudem gebe es keine Hinweise darauf, dass sich die 
tatsächlichen finanziellen Verhältnisse des Ehemannes seit dem Erlass des Ehe-
schutzentscheids massgeblich verändert hätten. Vielmehr könne der Ehemann, 
wie mit Entscheid vom 26. Juli 2018 bereits festgestellt, in seiner Stellung in der 
Aktiengesellschaft selbst grossen Einfluss auf sein Einkommen nehmen und of-
fensichtlich auch sein Pensum eigenmächtig steuern. Insgesamt seien folglich die 
Voraussetzungen einer Schuldneranweisung erfüllt und die Arbeitgeberin des 
Ehemannes, die E._____, sei anzuweisen, vom Nettolohn des Ehemannes mit 
Wirkung ab sofort bis auf Widerruf dieser Anweisung den Betrag von 
CHF 6'440.00 (CHF 2'000.00 Kinderunterhalt, CHF 4'000.00 Ehegattenunterhalt 
und CHF 440.00 Kinderzulagen) zuhanden der Ehefrau zu überweisen (act. B.0, 
E. 2.3).

6.2. Der Ehemann bringt in der Berufung zusammengefasst vor, er habe aus 
verschiedenen Gründen sein Arbeitspensum reduzieren müssen. Im Vordergrund 
stehe dabei, dass neu der Sohn D._____ bei ihm lebe und er ihn zu 100 % be-
treue. Im Eheschutzverfahren seien die Parteien von einem hypothetischen Ein-
kommen des Ehemannes von insgesamt CHF 11'000.00 (inkl. politische Mandate, 
exkl. Kinderzulagen) ausgegangen. Ein solches Einkommen erziele er heute bei 
weitem nicht mehr. Dies habe er im Verfahren betreffend Erlass vorsorglicher 
Massnahmen im Scheidungsverfahren nachgewiesen. Heute betrage sein monat-

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licher Bruttolohn noch CHF 7'000.00; netto würden ihm CHF 6'218.80 (inkl. Kin-
derzulagen für alle drei Kinder) ausbezahlt. Politische Mandate habe er keine 
mehr inne, was im Kanton Graubünden allgemein bekannt sei. Dass er mit einem 
solchen Einkommen unmöglich in der Lage sei, den im Eheschutzentscheid fest-
gelegten Betrag in Höhe von CHF 6'440.00 zu bezahlen, liege auf der Hand. Aus-
gehend vom effektiven belegten Einkommen des Ehemannes stelle die Schuld-
neranweisung nicht nur einen Eingriff in das Existenzminium dar, sondern die 
E._____ werde gar angehalten, höhere Beträge zu bezahlen, als dem Ehemann 
zustünden. Darüber hinaus bringt der Ehemann vor, dass gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung bei der Schuldneranweisung, gleich wie bei der Pfändung, 
nicht von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen werden dürfe. Beim 
Einkommen des Ehemannes gemäss Eheschutzverfahren handle es sich jedoch 
eindeutig um hypothetisches Einkommen, wie bereits in der Formulierung festge-
halten werde (act. A.1).

6.3. Die Ehefrau bestreitet die Ausführungen des Ehemannes. In ihrer Beru-
fungsantwort entgegnet sie im Wesentlichen, es bestehe nicht der geringste An-
lass zur Annahme, die wirtschaftliche Situation des Ehemannes habe sich derart 
verschlechtert, als dass ihn die Unterhaltspflicht übermassig belasten könnte. 
Dass der Ehemann sein Einkommen auch im vorliegenden Verfahren weiterhin 
lediglich anhand seiner eigenen Lohndeklaration und seinen Lohnauszahlungen 
an sich selber festgelegt haben möchte, sei unverständlich. So stehe ausser Fra-
ge, dass auch die Reingewinne der E._____, deren Alleineigentümer der Ehe-
mann sei, als dessen Einkommen gelten. Ebenso seien die Gelder, welche der 
Ehemann für sich privat aus der Unternehmung nehme und vorderhand als Darle-
hen deklariere, zum Einkommen zu zählen. Der Ehemann sei sehr wohl in der La-
ge, die geschuldeten Unterhaltszahlungen aufzubringen, ohne dass er dafür sein 
Existenzminimum anzehren müsse. Fakt sei leider, dass er sich seit Monaten wei-
gere, diesen Betrag zu bezahlen. Der Ehemann habe für die Monate Juni und Juli 
2018 jeweils lediglich CHF 4'000.00 an die Ehefrau und die Kinder überwiesen. 
Für die Monate August, September und Oktober 2018 habe er den Unterhaltsbei-
trag nochmals eigenmächtig reduziert und bloss noch CHF 3'000.00 an die Ehe-
frau und die Kinder überwiesen. Die Unterhaltszahlung für November 2018 habe 
schliesslich gerademal CHF 2'440.00 betragen (act. A.2, S. 2 ff.).

7. Die Schuldneranweisung gemäss Art. 177 ZGB setzt voraus, dass ein Ehe-
gatte seine in einem Eheschutzentscheid oder einer gültigen Vereinbarung zwi-
schen den Ehegatten festgehaltenen Unterhaltspflichten gegenüber der Familie 
nicht erfüllt. Die Anweisung knüpft an eine verschuldensunabhängige Vernachläs-

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sigung der Unterhaltspflicht. Dabei ist eine gewisse Schwere der Pflichtverges-
senheit erforderlich. Die Anweisung ist namentlich dann unzulässig, wenn nur 
ausnahmsweise ein Unterhaltsbeitrag ganz oder teilweise ausbleibt oder sich ver-
zögert und darin kein Indiz für künftige Wiederholungen erblickt werden kann. Sind 
die Voraussetzungen aber erfüllt, ist die Anweisung für den im Unterhaltstitel fest-
gesetzten Betrag grundsätzlich auszusprechen, ohne dass sich der Anweisungs-
richter mit dem Sachverhalt und den rechtlichen Themen des Eheschutz- oder 
Scheidungsverfahrens erneut befasst. Gleichwohl dürfen die grundlegenden Per-
sönlichkeitsrechte des Schuldners nicht verletzt werden. Im Rahmen der Anwei-
sung sind deshalb die Grundsätze über das pfändbare Einkommen und den 
Schutz des Existenzminimums zu beachten. In diesem Sinne ist es unzulässig, auf 
ein hypothetisches Einkommen des Schuldners abzustellen, wenn die Schuld-
neranweisung bei Zugrundelegung des tatsächlichen Einkommens einen (un-
zulässigen) Eingriff in dessen Existenzminimum bewirkt. Ebenso hat der Anwei-
sungsrichter seit der Vollstreckbarkeit des Unterhaltstitels eingetretene Verände-
rungen zu berücksichtigen, namentlich, wenn sich die finanzielle Lage des Unter-
haltsschuldners seit Erlass des Unterhaltstitels in einer Weise verschlechtert hat, 
dass die Anweisung in sein Existenzminimum eingreift (vgl. dazu wiederum 
BGE 145 III 255 E. 5.5.2 mit zahlreichen Hinweisen). Aus dem Gesagten ergibt 
sich, dass die Verteidigungsmittel des unterhaltspflichtigen Ehegatten in einem 
Anweisungsverfahren beschränkt sind. Der mit dem Anweisungsbegehren befass-
te Richter darf die Begründetheit der Unterhaltsverpflichtung oder die Höhe der 
Unterhaltsbeiträge nicht überprüfen. Allfällige Änderungen der tatsächlichen Ver-
hältnisse, die für die Unterhaltspflicht relevant sind, wären vom Unterhaltspflichti-
gen vielmehr in einem Abänderungsverfahren geltend zu machen. Beruft sich der 
Unterhaltsschuldner auf den Schutz seines Existenzminimums, hat der Anwei-
sungsrichter aber – ähnlich wie dies der Betreibungsbeamte im Falle einer Pfän-
dung tun müsste – eine summarische Prüfung des Existenzminimums sowie des 
aktuellen Einkommens des unterhaltspflichtigen Ehegatten vorzunehmen und die 
Anweisung in ihrem Umfang nötigenfalls zu beschränken. Abgesehen davon kann 
der Unterhaltsschuldner gegen die beantragte Schuldneranweisung lediglich ein-
wenden, er habe seine Unterhaltspflicht überhaupt nicht vernachlässigt oder die 
Anweisung sei nicht verhältnismässig (vgl. zum Ganzen Jann Six, a.a.O., 
Rz. 8.09 f. m.w.H.; Martina Patricia Steiner, Die Anweisungen an die Schuldner, 
Die Voraussetzungen der Massnahmen nach Art. 132 Abs. 1, Art. 177 und 
Art. 291 ZGB sowie nach Art. 13 Abs. 3 PartG, Diss. Zürich 2015, N 430 ff.).

8.1. In der zwischen den Parteien geschlossenen Trennungsvereinbarung vom 
18. Februar 2016 verpflichtete sich der Ehemann mit Wirkung ab dem 1. Dezem-

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ber 2015 zur Leistung von monatlichen Kinderunterhaltsbeiträgen von je 
CHF 1'000.00 zuzüglich Kinderzulagen (derzeit CHF 440.00; Ziffer 4 der Tren-
nungsvereinbarung) sowie zur Leistung eines Ehegattenunterhalts von 
CHF 4'000.00 pro Monat (Ziffer 5 der Trennungsvereinbarung). Mit Eheschutzent-
scheid vom 29. Februar 2016 genehmigte der Einzelrichter am Bezirksgericht 
Plessur diese Trennungsvereinbarung (RG act. II./1). Dieser Entscheid blieb un-
angefochten. Es liegt somit ein rechtskräftiger Entscheid über die vom Ehemann 
an die Ehefrau und die Kinder zu leistenden Unterhaltsbeiträge vor. Aufgrund der 
Akten ist zudem erstellt, dass der Ehemann seinen in der Trennungsvereinbarung 
festgelegten Unterhaltsverpflichtungen gegenüber der Ehefrau und den Kindern 
bereits seit Längerem nicht bzw. nicht vollumfänglich nachkommt. Dies wird im 
Übrigen auch vom Ehemann selbst nicht bestritten. Zu prüfen bleibt, ob die 
Schuldneranweisung einen unzulässigen Eingriff ins Existenzminimum des Ehe-
mannes darstellt.

8.2. Gemäss der Trennungsvereinbarung legten die Parteien der Berechnung 
der Unterhaltsbeiträge ein hypothetisches Einkommen des Ehemannes von 
CHF 11'000.00 (inkl. politische Mandate, exkl. Kinderzulagen) sowie einen Bedarf 
von CHF 5'000.00 (inkl. CHF 1'025.00 Unterhalt an D._____ [exkl. Kinderzulagen]) 
zugrunde. Unter Berücksichtigung des Parallelverfahrens (ZK1 18 127) steht fest, 
dass sich der Ehemann darauf beruft, infolge der Betreuung seines Sohnes 
D._____ sein Arbeitspensum ab Oktober 2017 auf 90 % und ab August 2018 auf 
70 % reduziert zu haben. Dabei erziele er lediglich noch ein monatliches Nettoein-
kommen von CHF 7'971.70 (90 %; zzgl. Kinderzulagen; RG act. I./1 [ZK1 18 127]) 
bzw. CHF 6'218.80 (70 %; inkl. Kinderzulagen; act. A.1, S. 3; act. B.3; act. A.1 
[ZK1 18 127]). Die Vorinstanz erliess eine Schuldneranweisung in Höhe von 
CHF 6'440.00. Damit ist evident, dass – sollten die Angaben des Ehemannes zu-
treffen – die angeordnete Anweisung einen unzulässigen Eingriff in sein Exis-
tenzminimum darstellt. Die Zulässigkeit der Schuldneranweisung setzt somit wei-
teres tatsächlich erzielbares Einkommen des Ehemannes voraus (vgl. vorstehend 
E. 7). 

9.1. Der Ehemann ist alleiniger Aktionär und einziger Verwaltungsrat in der 
E._____ und in dieser tätig. Es besteht mithin eine wirtschaftliche Einheit zwischen 
ihm und dieser Firma. Entsprechend hielt die erkennende Kammer im Parallelver-
fahren fest, dass der Ehemann als Selbständigerwerbender zu betrachten ist (Ur-
teil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 18 127 vom 5. Mai 2020). Als 
Selbständigerwerbender kann der Ehemann sein Einkommen selbst bestimmen 
und mittels offenen oder verdeckten Gewinnausschüttungen bzw. Gewinnrückbe-

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halten erheblich steuern. Es darf nicht dazu kommen, dass rechtskräftig festge-
setzte Unterhaltsbeiträge von einem zahlungsunwilligen Unterhaltsverpflichteten 
nicht bezahlt werden, weil er sich so einzurichten weiss, dass im Falle einer 
Schuldneranweisung kein genügendes Einkommen mehr übrigbleibt (vgl. betref-
fend Einkommenspfändung BGE 123 III 332 E. 2). Für die Ermittlung des Ein-
kommens des Ehemannes ist nebst dem Nettolohn, welcher er sich selbst ausbe-
zahlt, somit auch der Reingewinn, der als Saldo einer ordnungsgemässen Ge-
winn- und Verlustrechnung ausgewiesen wird, massgeblich (vgl. statt vieler 
BGE 143 III 617 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). In Bezug auf den zu berück-
sichtigenden Reingewinn aus der E._____ rechtfertigt es sich, entsprechend dem 
Parallelverfahren, auf die Jahre 2016 und 2017 abzustellen. Das Jahr 2015 bleibt 
als Gründungsjahr unbeachtlich. Im Jahr 2016 generierte die E._____ einen Rein-
gewinn von CHF 63'308.00 (RG act. III./11 [ZK1 18 127]) und im Jahr 2017 einen 
solchen von CHF 51'821.00 (RG act. III./12 [ZK1 18 127]). Durchschnittlich ergibt 
sich somit ein Reingewinn von CHF 57'564.00. Dieser Gewinn ist dem Ehemann 
als Einkommen anzurechnen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der 
Ehemann beklagt, die wirtschaftliche Situation in der Arbeitsvermittlungsbranche 
im Baugewerbe als dem Tätigkeitsbereich der E._____ habe sich verschlechtert 
(act. A.1, S. 3). Auf diesen Einwand geht die erkennende Kammer im Parallelver-
fahren ebenfalls ein und hält fest, dass dieser Behauptung des Ehemannes, kein 
Glaube zu schenken ist. Konkrete Anhaltspunkte für schlechte Konjunkturprogno-
sen in der Baubranche brachte der Ehemann weder im Massnahme- noch im An-
weisungsverfahren vor. Den Konkurs einer Baufirma anzuführen reicht hierfür je-
denfalls nicht aus. Aus den Ausführungen des Ehemannes zur wirtschaftlichen 
Lage der E._____ kann daher nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Darü-
ber hinaus legt der Ehemann nicht dar, dass er infolge der Betreuung des Sohnes 
D._____ einen solchen Gewinn nicht mehr erzielen könnte. Dem Einkommen des 
Ehemanns ist daher CHF 4'797.00 pro Monat (CHF 57'564.00 / 12) aus Gewinn 
hinzuzurechnen. Des Weiteren verfügt der Ehemann über ein Aktionärsdarlehen 
bei der E._____. Im Jahr 2015 betrug dieses Darlehen CHF 201'258.25, im Jahr 
2016 stieg es auf CHF 263'992.86 und im Jahr 2017 auf CHF 275'764.91 
(RG act. II./17 [ZK1 18 127]; RG act. III./10, 11 u. 12 [ZK1 18 127]). Dieses Darle-
hen, welches nicht der Erfolgsrechnung, sondern der Bilanz zuzuordnen ist, ist 
erfolgsneutral. Es zeitigt mithin keinen Einfluss auf den Gewinn. Entgegen der An-
sicht der Ehefrau geht es daher nicht an, dem Ehemann den gesamten Reinge-
winn und zusätzlich auch noch das Darlehen als Einkommen aufzurechnen (vgl. 
vorstehend E. 6.3; act. A.2, S. 5). Auch Erträge aus öffentlichen Ämtern (Sit-
zungsgeldern) sind dem Ehemann nicht zusätzlich als Einkommen anzurechnen. 

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Der Ehemann vermag hinreichend glaubhaft darzutun, dass er keine Einkünfte 
aus politischen Mandaten mehr erzielt. 

9.2. Basierend auf den Akten aus dem Parallelverfahren steht fest, dass für den 
Ehemann durch offene Gewinnausschüttungen bzw. Dividendenbezüge die Mög-
lichkeit besteht, ein effektiv höheres Einkommen als den monatlichen Nettolohn, 
den er sich selbst ausbezahlt, zu erzielen. Ausgehend von einem Nettolohn von 
CHF 7'971.70 (exkl. Kinderzulagen; 90 %-Pensum) ergibt sich somit ein effektiv 
erzielbares Einkommen von CHF 12'768.70 pro Monat (inkl. Kinderzulagen; 
CHF 7'971.70 + CHF 440.00 + CHF 4'797.00). Der Bedarf des Ehemannes beläuft 
sich gemäss Eheschutzentscheid auf CHF 5'000.00 (inkl. CHF 1'025.00 als da-
mals noch geschuldeter Unterhalt für D._____). Bei einem Arbeitspensum von 
90 % verfügt der Ehemann auch nach Abzug der Schuldneranweisung noch über 
genügend effektives Einkommen, um seinen Bedarf und denjenigen von D._____ 
zu decken. Mit der erstinstanzlich erlassenen Schuldneranweisung in Höhe von 
CHF 6'440.00 resultiert somit kein Eingriff ins Existenzminimum des Ehemannes. 
Die Schuldneranweisung erweist sich als zulässig. Soweit sich der Ehemann auf 
ein 70 % Pensum beruft, gilt Nachstehendes.

9.3. Wie einleitend dargelegt, handelt es sich bei der Schuldneranweisung nach 
konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung um eine privilegierte Zwangsvoll-
streckungsmassnahme sui generis, welche an die Stelle einer definitiven 
Rechtsöffnung mit nachfolgender Pfändung tritt (vorstehend E. 1.1 mit Hinweisen). 
Das Gericht lässt sich im Rahmen der Anweisung an den Schuldner von den 
Grund-sätzen leiten, welche für das Betreibungsamt bei der Einkommenspfändung 
mass-gebend sind, und beachtet den Schutz des Existenzminimums (vorstehend 
E. 7). Hintergrund der (grundsätzlichen) Wahrung des Existenzminimums des Un-
terhaltsschuldners durch den Anweisungsrichter ist letztlich, dass der Schuldner 
im Zuge der Schuldneranweisung nicht schlechter gestellt werden soll als bei einer 
Einkommenspfändung (vgl. Art. 93 SchKG). Geschützt ist folglich nicht der im 
rechtskräftigen Unterhaltstitel festgelegte Bedarf des Unterhaltsschuldners, son-
dern lediglich sein betreibungsrechtliches Existenzminimum (sog. Notbedarf; vgl. 
Kreisschreiben vom 18. August 2009 der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung 
und Konkurs betreffend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG). Bei Annahme eines ausbe-
zahlten Nettolohnes von CHF 6'218.80 (inkl. Kinderzulagen; 70 %-Pensum) geht 
es demnach nicht an, dem Ehemann nach wie vor den Bedarf in Höhe von 
CHF 5'000.00 gemäss Eheschutzentscheid zuzugestehen. Dem tieferen Einkom-
men ist vielmehr das aktuelle, betreibungsrechtliche Existenzminimum des Ehe-

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mannes (inkl. D._____) gegenüberzustellen. Der Ehemann unterlässt es, den gel-
tend gemachten Eingriff in sein Existenzminimum zu beziffern (act. A.1). Es fehlt 
mithin an Behauptungen zu seinem betreibungsrechtlichen Existenzminimum. 
Einzig im Gesuch des Ehemannes betreffend Abänderung des Eheschutzent-
scheides finden sich Ausführungen zu seinem Bedarf (RG act. I./1, S. 5 f. [ZK1 18 
127]). Unter Berücksichtigung Letzterer ist das betreibungsrechtliche Existenzmi-
nimum des Ehemannes (inkl. D._____) auf rund CHF 3'630.00 zu beziffern. Im 
Einzelnen setzen sich die dem Ehemann und D._____ anzurechnenden Bedarfs-
positionen wie folgt zusammen: Aus dem Parallelverfahren erhellt sich, dass der 
Ehemann mit seiner Lebenspartnerin zusammenlebt (vgl. act. A.2, act. A.3, S. 4 u. 
act. A.4 [ZK1 18 127]; act. B.0, S. 9 f. [ZK1 18 127]), weshalb von einem zufolge 
Konkubinats verminderten Grundbetrag von CHF 850.00 auszugehen ist. Für 
D._____ ist praxisgemäss ein Grundbetrag von CHF 600.00 zu berücksichtigen. 
Als Wohnkostenanteil rechtfertigt es sich dem Ehemann und D._____ rund 2/3 der 
effektiven Wohnkosten von CHF 2'600.00 für die 5 ½ Zimmer-Wohnung in Chur 
anzurechnen, sprich CHF 1'750.00 (rund 2/3 für den Ehemann und D._____ sowie 
1/3 für die Lebenspartnerin; RG act. II./8 [ZK1 18 127]). Die Krankenkassenprämi-
en der Grundversicherung nach KVG belaufen sich für den Ehemann auf 
CHF 341.60 und für D._____ auf CHF 72.50. Insgesamt sind gerundet 
CHF 430.00 als Kosten für die Krankenkasse in die Berechnung aufzunehmen 
(RG act. II./9 u. 10 [ZK1 18 127]). Die Zusatzversicherung nach VVG kann dem-
gegenüber im betreibungsrechtlichen Existenzminimum nicht angerechnet werden 
(RG act. II./11 [ZK1 18 127]). Ebenso wenig sind nach konstanter bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung laufende oder aufgelaufene Steuern im betreibungsrechtli-
chen Existenzminimum zu berücksichtigen (RG act. I./1, S. 5 [ZK1 18 127]). Denn 
Schulden gegenüber Dritten, insbesondere auch gegenüber dem Fiskus, gehen 
der familienrechtlichen Unterhaltspflicht nach und gehören damit nicht zum Exis-
tenzminimum eines Unterhaltsschuldners, wie es hier für die vorliegende Berech-
nung massgebend ist. Ansonsten hätte es der Unterhaltspflichtige in der Hand, 
seine effektive Leistungsfähigkeit durch das Eingehen von Drittschulden zulasten 
der Unterhaltsberechtigten zu mindern. Deshalb gehören Schuldverpflichtungen 
nicht zum Existenzminimum (vgl. BGE 127 III 289 E. 2a/bb m.w.H.). 

Dem Existenzminimum von CHF 3'630.00 steht ein effektiv erzielbares Einkom-
men von CHF 11'015.00 (inkl. Kinderzulagen; CHF 6'218.20 + CHF 4'797.00) ge-
genüber. Nach Deckung seines Existenzminimums (inkl. D._____) sowie nach 
Abzug der Schuldneranweisung von CHF 6'440.00, verbleibt dem Ehemann nach 
wie vor ein monatlicher Überschuss von rund CHF 940.00. Die Schuldneranwei-

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sung erweist sich demnach selbst unter Annahme eines 70 %-Pensums als zuläs-
sig.

9.4. Nach dem Gesagten vermag der Ehemann aufgrund der massgeblichen 
Aktenlage eine Verletzung seines betreibungsrechtlichen Existenzminimums im 
Sinne des erforderlichen Beweismasses nicht glaubhaft darzutun. Es kann somit 
offengelassen werden, ob in casu mit der Schuldneranweisung ausnahmsweise 
sogar in das Existenzminimum des Ehemannes eingegriffen werden dürfte, da die 
Ehefrau zur Deckung ihres eigenen Notbedarfs und desjenigen der gemeinsamen 
Kinder B._____ und C._____ auf die Unterhaltsbeiträge angewiesen ist (vgl. 
BGE 123 III 332; 116 III 10; 111 III 13 E. 5).

10. Beizufügen bleibt, dass auch der Verweis des Ehemannes auf das Urteil 
des Bundesgerichts 5A_490/2012 vom 23. November 2011 nicht sticht. In jenem 
Entscheid rief das Bundesgericht in Erinnerung, dass bei Schuldneranweisungen 
nicht auf ein hypothetisches Einkommen des Schuldners abgestellt werden darf, 
wenn bei Zugrundelegung des effektiven Einkommens ein unzulässiger Eingriff in 
dessen Existenzminimum resultiere (vgl. so bereits vorstehend E. 7). Die Parteien 
bezeichneten das Einkommen des Ehemannes in der Trennungsvereinbarung 
zwar als hypothetisch, der Ehemann verkennt indessen zweierlei: Zum einen ge-
lingt es dem Ehemann, wie gesehen, gerade nicht glaubhaft zu machen, dass bei 
Berücksichtigung seines tatsächlichen Einkommens ein Eingriff in sein Existenz-
minium erfolgt (vorstehend E. 9.2, 9.3 u. 9.4). Zum anderen ist unter einem hypo-
thetischen Einkommen im Sinne der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
in der Regel ein Einkommen zu verstehen, das der Unterhaltspflichtige erzielen 
könnte, wenn er die ihm zumutbare und mögliche Erwerbsfähigkeit vollumfänglich 
nutzen würde. Wie im Parallelverfahren aufgezeigt, basierte indessen bereits die 
Bemessung und Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Trennungsvereinba-
rung der Parteien auf tatsächlich erzieltem Einkommen des Ehemannes. So war 
der Ehemann im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Trennungsvereinbarung effek-
tiv in der Lage, in seiner AG ein Einkommen von CHF 11'000.00 zu beziehen (Ur-
teil des Kantonsgerichts ZK1 18 127 vom 5. Mai 2020). Es ist deshalb davon aus-
zugehen, dass die Parteien mit der Bezeichnung des Einkommens als hypothe-
tisch vielmehr beabsichtigten, Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen 
sowie eine Bewertung des Unternehmens des Ehemannes zu vermeiden. Mit Blick 
auf die Vollstreckung ist die Bezeichnung des Einkommens als hypothetisch un-
glücklich gewählt, steht der vorliegenden Schuldneranweisung jedoch nicht entge-
gen.

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11. Im Ergebnis erfolgte die erstinstanzlich erlassene Schuldneranweisung zu 
Recht. Die Berufung ist abzuweisen.

12.1. Ausgangsgemäss sind sämtliche Prozesskosten des Berufungsverfahrens 
dem Ehemann aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr ist in 
Anwendung von Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren 
(VGZ; BR 320.210) auf CHF 2'000.00 festzusetzen.

12.2. Ob die Prozesskosten gestützt auf Art. 159 Abs. 3 ZGB und/oder Art. 107 
Abs. 1 lit. b ZPO und unabhängig vom Prozessausgang dem Ehemann zu über-
binden wären, wie dies die Ehefrau beantragte, braucht dementsprechend nicht 
geprüft zu werden (act. A.2 S. 2 u. 7 f.).

12.3. Mit Honorarnote vom 20. März 2019 macht der Rechtsvertreter der Ehefrau, 
Rechtsanwalt Claudio Allenspach, einen Aufwand von 5.8 Stunden und Barausla-
gen von CHF 48.90 geltend (act. G.1). Dieser Aufwand erscheint in Anbetracht der 
sich stellenden Sach- und Rechtsfragen als angemessen. Gemäss der bei den 
Akten liegenden Honorarvereinbarung ist bei der Bemessung des Honorars ein 
Stundenansatz von CHF 250.00 zu berücksichtigen (RG act. VI./1). Es resultiert 
ein Honoraranspruch in Höhe von CHF 1'614.30 (inkl. Spesen und 7.7 % MwSt.). 
Auch diese Kosten hat der Ehemann aufgrund seines Unterliegens vollständig zu 
tragen. Der Ehemann ist daher zu verpflichten, die Ehefrau für das Berufungsver-
fahren im entsprechenden Umfang zu entschädigen.

12.4. Die Vorsitzende der erkennenden Kammer bewilligte der Ehefrau mit Ver-
fügung vom heutigen Tag die unentgeltliche Rechtspflege (ZK1 18 161). Da die 
Ehefrau mit ihren Anträgen obsiegt, hat sie keine Prozesskosten zu tragen und 
erhält eine Parteientschädigung zulasten des Ehemannes zugesprochen (soeben 
vorstehend E. 12.3). Nichtsdestotrotz muss vorliegend die Entschädigung, welche 
ihrem Rechtsvertreter aufgrund der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
zusteht, festgesetzt werden, da ein Rechtsbeistand auch bei Obsiegen der unent-
geltlich prozessführenden Partei durch den Kanton angemessen zu entschädigen 
ist, falls die der Gegenpartei auferlegte Parteientschädigung nicht oder voraus-
sichtlich nicht einbringlich ist (Art. 122 Abs. 2 Satz 1 ZPO in Verbindung mit Art. 12 
Abs. 3 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[EGzZPO; BR 320.100]; Frank Emmel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, 
Zürich 2016, N 11 zu Art. 122 ZPO). Ausgehend von dem auch der Parteientschä-
digung zugrundeliegenden Zeitaufwand von 5.8 Stunden und einem reduzierten 
Stundenansatz von CHF 200.00 (Art. 5 der Verordnung über die Bemessung des 

20 / 21

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [HV; BR 310.250]) ergibt sich 
ein Honoraranspruch von CHF 1'160.00. Hinzu treten die Barauslagen von 
CHF 48.90 sowie die Mehrwertsteuern von CHF 93.10 (7.7 % MwSt. von 
CHF 1'208.90). Die im Falle der Uneinbringlichkeit aus der Gerichtskasse zu leis-
tende Entschädigung ist damit auf CHF 1'302.00 inklusive Spesen und Mehrwert-
steuer festzusetzen (act. G.2). Mit der Zahlung geht der Anspruch auf die Partei-
entschädigung im entsprechenden Umfang auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 
Satz 2 ZPO).

21 / 21

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 2'000.00 werden A._____ 
auferlegt.

3. A._____ wird verpflichtet, B._____ eine Parteientschädigung von 
CHF 1'614.30 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

Sofern sich die Parteientschädigung als uneinbringlich erweist, wird der 
Rechtsvertreter von B._____, Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach ge-
stützt auf die mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 
5. Mai 2020 gewährte unentgeltliche Rechtspflege (ZK1 18 161) zulasten 
des Kantons Graubünden mit CHF 1'302.00 (inkl. Spesen und MwSt.) aus 
der Gerichtskasse entschädigt. Die Uneinbringlichkeit ist in der Regel durch 
Verlustschein nachzuweisen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: