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**Case Identifier:** 1f76b9cc-4ed7-5a8e-aa36-f033cf666144
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.12.2014 IV 2012/452
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-452_2014-12-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/452

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 15.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2014
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Die 
Krankheitsentwicklung ist im Verfügungszeitpunkt nicht soweit 
fortgeschritten gewesen, dass eine zuverlässige Diagnose gestellt werden 
kann (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. 
Dezember 2014, IV 2012/452).

IV 2012/452

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 15. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 29. Juli 2000 wegen Ekzemen an den Händen bei der IV-

Stelle des Kantons St. Gallen für eine Umschulung an (IV-act. 1). Er gab an, in Serbien 

acht Jahre lang die Primarschule und während eines Jahres das Gymnasium besucht 

zu haben. Die B.___ AG berichtete am 8. September 2000, sie habe den Versicherten 

vom 26. Oktober 1998 bis 31. August 2000 in der Abteilung Autobatterien beschäftigt 

(Fragebogen für Arbeitgeber, IV-act. 3). Das Arbeitsverhältnis sei wegen einer 

Nichteignungsverfügung der Suva gekündigt worden (vgl. act. G 4.2, Verfügung vom 3. 

Juli 2000: Nichteignung für alle Arbeiten mit Kontakt zu glasfaserhaltigen 

Isolationsmaterialien). Mit Verfügung vom 11. August 2000 wies die IV-Stelle das 

Gesuch um berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, dass der Versicherte 

zwischenzeitlich eine Festanstellung bei der C.___ AG erhalten habe (IV-act. 17).

A.b  Am 19. April 2002 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle erneut für eine 

Umschulung an (IV-act. 18). Als Grund gab er Schulter- und Nackenschmerzen sowie 

Kraftlosigkeit an. Der Hausarzt Dr. med. D.___ berichtete am 3. Mai 2002, dass der 

Versicherte an einem Zervikalsyndrom leide und seit dem 30. Januar 2002 bis auf 

Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 23). In einer leichten körperlichen 

Tätigkeit sei er zu 100 % arbeitsfähig. Die C.___ AG gab am 7. Mai 2002 an, dass sie 

den Versicherten vom 23. Oktober 2000 bis 30. Juni 2002 als Produktionsmitarbeiter 

beschäftigt habe (Fragebogen für den Arbeitgeber, IV-act. 24). Mit Verfügung vom 17. 

Juli 2002 (IV-act. 30) wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen ab, da 

der Versicherte in sämtlichen Tätigkeiten ohne mechanisch-toxischen Kontakt zu 100 

% arbeitsfähig sei.

A.c  Am 1. Juni 2006 meldete sich der Versicherte zum dritten Mal bei der IV-Stelle zum 

Bezug von IV-Leistungen an (Umschulung/Rente, IV-act. 37). Er gab an, vom 17. März 

2004 bis 8. März 2006 als Diamantschleifer für die F.___ AG gearbeitet zu haben. Seit 

dem 25. November 2005 sei er wegen Kontaktekzemen der Hände und Juckreiz am 

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ganzen Körper bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Der Hausarzt berichtete am 

17. Juli 2006 (IV-act. 52), dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit 

wegeneines arbeitsabhängigen, toxisch-kumulativen Kontaktekzems ab 25. November 

2005 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sei. Seit dem 10. Januar 2006 sei er bis auf 

Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig.

A.d  Die F.___ AG berichtete am 26. Juli 2006, dass sie den Versicherten vom 22. März 

2004 bis 31. Mai 2006 als Mitarbeiter Schleiferei beschäftigt habe (Fragebogen für 

den Arbeitgeber, IV-act. 62). Der Monatslohn habe zuletzt Fr. 4'430.-- (zzgl. 13. 

Monatslohn) betragen. Die Kündigung sei wegen der Nichteignungsverfügung der Suva 

vom 20. März 2006 (vgl. act. G 4.2) erfolgt (IV-act. 62 - 4: Keine Arbeiten mit Kontakt zu 

Kühlschmieremulsion auf Mineralölbasis und synthetischer Art sowie zu Bioziden für 

Kühlschmieremulsionen).

A.e  Dr. med. G.___, Spezialarzt für Hautkrankheiten FMH, berichtete am 5. August 

2006 (IV-act. 63), dass der Versicherte seit dem Jahr 2000 bei ihm in Behandlung sei. 

Er gab die folgenden Diagnosen an: Kumulativ-toxisches Kontaktekzem der Hände bei 

Arbeiten in einer Diamantschleiferei (seit 1. Mai 2004), fragliche Sensibilisierung vom 

Spättyp auf Metall vom Lötstift und Nitrobutylmorpholin/

Ethylnitrotrimethylendimorpholin, Status nach arbeitsabhängigem, mechanisch-

toxischem Kontaktekzem der Hände, wahrscheinlich Glasfaserdermatitis (etwa 

November 1999 bis zur Nichteignungsverfügung), Status nach kumulativ-toxischem 

Kontaktekzem der Hände bei Arbeit in der Metallindustrie (ab 23. Oktober 2000 bis ca. 

Januar 2003) und Sensibilisierung vom Spättyp auf Methylisothiazolon. Der Versicherte 

sei als Diamantschleifer ab 27. Januar 2006 zu 100 % und ab 6. März 2006 zu 50 % 

arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 8. März 2006 sei er bis auf Weiteres wieder zu 100 

% arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihm wegen den wiederholten 

Exzemschüben an den Händen nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit 

(trockene manuelle Arbeit ohne grosse chemische und physikalische Belastung der 

Hände oder nicht manuelle Tätigkeit) sei dem Versicherten zu 100 % zumutbar.

A.f   Mit Vorbescheid vom 7. Dezember 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit 

(IV-act. 71), dass die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei. Er sei in einer 

leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.

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A.g  Dr. med. H.___, Oberarzt im Psychiatrie-Zentrum I.___, berichtete am 1. April 2008 

(IV-act. 99), der Versicherte sei wegen einer Anpassungsstörung, längere depressive 

Reaktion (ICD-10: F43.21) vom 20. Februar bis 28. März 2007 (Behandlungszeitraum) in 

seiner bisherigen Tätigkeit als angelernter Arbeiter wegen einer leicht gedrückten 

Grundstimmung zu 20 % arbeitsunfähig gewesen. Der Versicherte habe angegeben, 

sein Hauptproblem sei seine Gereiztheit. Die sozialen Folgen seines Hautproblems 

würden ihn aggressiv machen. Früher sei er geduldig gewesen, heute werde er wegen 

Kleinigkeiten aggressiv und schlage deshalb auch seine Kinder. Er habe 

Schlafstörungen und sei tagsüber oft müde. Dr. H.___ gab weiter an, anlässlich der 

letzten Konsultation am 28. März 2007 habe der Versicherte erklärt, es gehe ihm gut. 

Seither bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

mehr. Falls der Versicherte jedoch längerfristig keine Stelle finden sollte, bestehe die 

Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung des psychischen Zustandes. Die letzte 

Untersuchung habe am 5. November 2007 stattgefunden.

A.h  Ab 29. April 2009 absolvierte der Versicherte in der Firma J.___ AG ein

Arbeitstraining (vgl. IV-act. 119). Am 9. Juni 2009 berichtete die J.___ AG anlässlich 

eines Standortgesprächs, dass der Versicherte bereits am zweiten Arbeitstag über 

Schlafstörungen und Stress geklagt habe (Protokoll vom 14. September 2009, IV-

act. 129). Er habe Einsatz gezeigt, sich selber jedoch Druck aufgesetzt. Am 15. Mai 

2009 habe er den Arbeitsplatz wegen starker Kopfschmerzen verlassen, woraufhin ihn 

sein Hausarzt bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben habe. Der 

Hausarzt habe ihn in der Folge an das Psychiatrie-Zentrum I.___ überwiesen. Der 

Versicherte habe nach diesem "Knick" nur noch zu 25 % arbeiten wollen. Weil dies aus 

betrieblichen Gründen nicht möglich gewesen sei, habe er zu 50 % gearbeitet. Er sei 

jedoch motivationslos gewesen und habe nicht selbständig arbeiten und nur leichte 

Tätigkeiten ausführen können. Bei körperlich anstrengenderen Arbeiten habe der 

Versicherte zu schwitzen begonnen und Hautausschläge bekommen. Anlässlich des 

Schlussgesprächs am 11. August 2009 erklärte die J.___ AG, dass sich der Versicherte 

nicht für den Logistikbereich eigne. Er brauche klar strukturierte Aufgaben und nur eine 

Ansprechperson. Ein weiteres Handicap seien seine mangelhaften Deutschkenntnisse. 

Während der Arbeit seien keine Handekzeme aufgetreten. Problematisch sei die 

Psyche. Am 15. Juni 2009 hatte Dr. H.___ über die Erstkonsultation am 4. Juni 2009 

berichtet (IV-act. 126). Er hatte angegeben, dass der Versicherte an einer 

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mittelgradigen depressiven Episode (F32.1) leide. Aktuell wolle der Versicherte zu 50 % 

arbeiten; aufgrund des schlechten psychischen Zustandes könnte ihm aber auch eine 

volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.

A.i   Das Psychiatrie-Zentrum I.___ berichtete am 18. September 2009 (IV-act. 131), der 

Versicherte leide seit Februar 2007 an einer Anpassungsstörung, längere depressive 

Reaktion (F43.21). Er befinde sich seit dem 7. Juli 2009 in teilstationärer Behandlung 

(Tagesklinik) bei Dr. H.___. Der Versicherte leide unter einer depressiven Symptomatik 

mit erhöhter Reizbarkeit und einer gewissen Beeinträchtigung im Umgang mit 

Frustration und Konflikten. Der psychische Zustand sei eine Folge der Auswirkungen 

der körperlichen Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit mit Verlust des 

Arbeitsplatzes und vielfachen negativen Bewerbungsversuchen. Aufgrund der längeren 

Arbeitslosigkeit sei es zu einem sozialen Rückzug, einem Antriebsverlust, 

Gedankenkreisen verbunden mit Durchschlafstörungen, einer vermehrten Labilität und 

einer erhöhten Vulnerabilität gekommen. Wenn auf einmal viel Arbeit schnell zu 

erledigen sei oder unvorhergesehene Prozesse im Arbeitsablauf auftauchten, fühle sich 

der Versicherte schnell unter Druck gesetzt; er sei dann zeitweise blockiert. Im Rahmen 

des Aufenthaltes in der Tagesklinik sei es zu einer sukzessiven Besserung und 

Stabilisierung insbesondere der depressiven Symptomatik hinsichtlich der 

niedergedrückten Stimmung und dem Antriebsdefizit gekommen. Aufgrund der 

eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit bestehe aktuell eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Prinzipiell sei die Arbeitsfähigkeit innerhalb weniger 

Wochen auf 100 % steigerbar.

A.j   Vom 1. Dezember 2009 bis 26. Februar 2010 absolvierte der Versicherte ein 

Arbeitstraining im K.___ (vgl. IV-act. 141). Das Arbeitstraining wurde bis 30. April 2010 

verlängert, da der Versicherte Ende Januar 2010 bei einem Pensum von 80 % lediglich 

eine Leistung von 30-40 % erbracht hatte und eine weitere Leistungssteigerung als 

möglich erachtet wurde (IV-act. 144-146). Gemäss dem Arbeitstrainingsbericht 

Verzahnungsprogramm des K.___ vom 30. April 2010 (IV-act. 159) war die 

Arbeitsfähigkeit kontinuierlich von 50 % auf 100 % gesteigert worden. Der Versicherte 

hatte bei leichter Demontagearbeit und im Kreativbereich eine durchschnittliche 

Leistungsfähigkeit von 30 % gezeigt. Bei der Arbeit im Recycling hatte er sich unter 

Druck gesetzt, einerseits durch die Konzentration beim Lösen von Schrauben und 

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andererseits sei er sich seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit bewusst geworden. 

Dies habe zu Blockaden geführt. Nach etwa drei Wochen seien seine Finger 

stellenweise leicht rot geworden und er habe ein Juckgefühl gespürt. Bei der Arbeit 

im Kreativatelier, wo er Wandbilder gestaltet habe, habe er keine Probleme mit den 

Händen gehabt. Als das Pensum ab 8. März 2010 auf 100 % erhöht worden sei, sei 

es dem Versicherten merklich schlechter gegangen. Seither habe er mehr Phasen mit 

Blockaden wegen innerem Druckgefühl gehabt, so dass er die Arbeit habe 

unterbrechen müssen.

A.k  Am 3. Mai 2010 startete der Versicherte ein zweimonatiges Arbeitstraining in der 

freien Wirtschaft bei der L.___ AG mit Aussicht auf eine Festanstellung (IV-act. 154). Die 

L.___ AG berichtete der Eingliederungsverantwortlichen am 5. Mai 2010 (IV-act. 156 S. 

3), dass sie das Arbeitstraining bereits am zweiten Arbeitstag aus Sicherheitsgründen 

habe abbrechen müssen. Der Versicherte habe abwesend, unter Druck und verkrampft 

gewirkt. Er habe erklärt, er habe Angst, wegen der Verkrampftheit mit dem Stapler 

irgendwo hineinzufahren. Am 12. Mai 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei (IV-act. 160).

A.l   Die Klinik M.___ berichtete am 20. Juli 2010 (IV-act. 166), der Versicherte sei 

wegen der Verschlechterung der depressiven Störung sowie einer suizidalen Ein­

engung vom 7. Mai bis am 18. Juni 2010 in der Klinik stationär behandelt worden. Er 

leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome (F33.2). Sein Zustand habe sich während des Aufenthaltes 

zwar deutlich verbessert. In seiner bisherigen Tätigkeit sei er wegen der depressiven 

Symptomatik mit erhöhter Reizbarkeit, schwachem Selbstwert, Antriebs- und 

Energielosigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen, 

einer sozialen Phobie sowie einer verringerten Stresstoleranz eingeschränkt. Es sei mit 

einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Juli 2010 zu rechnen. Dr. H.___ berichtete am 19. 

Januar 2011 (IV-act. 176), dass die rezidivierende depressive Störung gegenwärtig 

weitgehend remittiert sei (F33.4). Es bestehe jedoch seit vielen Jahren einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen Anteilen (F61). 

Der Versicherte sei als angelernter Arbeiter seit dem 23. Juni 2010 bis auf Weiteres zu 

70 % arbeitsunfähig (Leistungsfähigkeit von 30 % bei mind. 50 %-Pensum). Die 

psychischen Einschränkungen bestünden in einem raschen Auftreten eines 

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depressiven Syndroms mit Antriebsstörung im Sinne einer Blockade, Angstgefühlen 

und einer erheblichen Einschränkung der Auffassung und der Konzentrationsfähigkeit, 

wenn das Arbeitspensum überschritten werde. Die Einschränkungen wirkten sich durch 

mangelnde Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit aus. Mit einer Erhöhung der 

Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden.

A.m Der RAD-Arzt Dr. med. N.___ erklärte am 3. Februar 2011 auf interne Anfrage hin 

(IV-act. 177), dass die von Dr. H.___ diagnostizierte Persönlichkeitsstörung während 

der intensiven Behandlungen in der Klinik M.___ und der Tagesklinik des Psychiatrie-

Zentrums I.___ bei täglichen Kontakten mit dem Versicherten hätte auffallen müssen. 

Dr. H.___ habe die Arbeitsunfähigkeit von 70 % mit der Persönlichkeitsstörung 

begründet. Eine in diesem Fall zu unterstellende schwere Persönlichkeitsstörung mit 

erheblichem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte sich jedoch schon in der Biographie 

und den fachärztlichen Beurteilungen seit 2007 zeigen müssen. Die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung sei daher fachlich nicht nachvollziehbar.

A.n  Die ABI GmbH untersuchte den Versicherten am 10. Mai 2011 (psychiatrische und 

dermatologische Untersuchung; Gutachten vom 10. August 2011, IV-act. 183). Die 

Sachverständigen gaben folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit an: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode 

(F32.0; gemeint wohl: F33.0), chronisch rezidivierendes Ekzem der Hände (L24) bei 

Status nach kumulativ-toxischem Kontaktekzem der Hände bei Arbeiten in der 

Diamantschleiferei, Status nach kumulativ-toxischem Kontaktekzem der Hände bei 

Arbeiten in der Metallindustrie, Status nach arbeitsabhängigen, mechanisch-toxischem 

Kontaktekzem der Hände, wahrscheinlich sog. Glasfaserdermatitis (persistierender, 

möglicherweise chronisch-eigengesetzlicher Ekzemverlauf), Typ IV Sensibilisierung 

vom Spättyp auf Methylisothiazolon, fragliche Typ IV Sensibilisierung auf Metall von 

Lötstift und Nitrobutylmorpholin/Ethylnitrotrimethylendimorpholin und Keratosis pilaris 

am Rumpf und an den Oberarmen. Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten 

die abhängigen Persönlichkeitszüge (Z73.0), die Adipositas, die arterielle Hypertonie, 

der chronische Nikotinabusus und anamnestisch der Status nach rezidivierendem 

Zervikalsyndrom. Dr. med. O.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, gab an, dass 

die Schwierigkeiten in der Arbeitswelt, das Scheitern der Arbeitsbemühungen und die 

zunehmenden psychosozialen Belastungen aufgrund der angespannten finanziellen 

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Situation den Versicherten belasteten. Er leide vor allem unter morgendlichen 

Antriebsstörungen, einem sozialen Rückzug, Freudlosigkeit und latenter Suizidalität. Er 

zeige auch eine ausgesprochene Passivität, sei bezüglich einer Wiederaufnahme der 

beruflichen Tätigkeit resigniert und habe wenig Hoffnung auf Besserung. Es bestünden 

Spannungen mit seiner Ehefrau, die Schwierigkeiten habe, mit seiner Passivität 

umzugehen. Seine Schwester habe sich deswegen von ihm zurückgezogen. Der 

Versicherte gehe sehr passiv mit seinen Beschwerden um, habe auch die Erwartung, 

dass die Umgebung ihm helfe, aus seiner Situation heraus zu finden. Neben der 

depressiven Symptomatik bestünden auch abhängige Persönlichkeitszüge. Es falle auf, 

dass der Versicherte seine Arbeitsstellen nicht nur wegen eines Handekzems, sondern 

auch wegen Nacken-, Schulter- und Magenbeschwerden und Kraftlosigkeit 

aufgegeben habe. Er habe Mühe, sich in die Berufswelt zu integrieren. Auch jetzt fühle 

er sich von der Situation überfordert, flüchte in die Passivität. In der psychiatrischen 

Klinik, d.h. in einer strukturierten Umgebung, sei er jedoch aufgeblüht. Aufgrund der 

depressiven Störung bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. Dem 

Versicherten sei ein ganztätiges Arbeitspensum zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit 

um 20 % vermindert sei. Die abhängigen und passiven Persönlichkeitszüge schränkten 

die Arbeitsfähigkeit nicht ein: Trotz dieser Persönlichkeitszüge sei der Versicherte 

während Jahren in der Lage gewesen, berufliche Leistungen zu erzielen. Eine 

eigentliche Persönlichkeitsstörung könne nicht diagnostiziert werden, da er während 

Jahren in seiner Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt gewesen sei und auch in seinen 

sozialen Beziehungen keine Schwierigkeiten gehabt habe. Es bestünden keine 

Hinweise darauf, dass der Versicherte während längerer Zeit an einer mittelgradigen 

oder schweren depressiven Störung gelitten hätte. Auch retrospektiv könne daher aus 

psychiatrischer Sicht keine höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Der Versicherte 

selbst fühle sich kaum arbeitsfähig. Er leide nicht unter Schlafstörungen: Die 

Einschlafschwierigkeiten rührten daher, dass er meistens bis zehn Uhr schlafe. Es 

bestehe eine leichte morgendliche Antriebsstörung. Der Versicherte habe die Tendenz, 

den Kopf in den Sand zu stecken, sich zurück zu ziehen und sich nicht aktiv mit seinen 

Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Dies hänge mit den passiven, abhängigen 

Persönlichkeitszügen zusammen und sei nicht Ausdruck der depressiven Störung. Er 

beklage gelegentlich Suizidphantasien, eine ausgeprägte Suizidalität bestehe aber 

nicht. Dr. med. P.___, FMH Dermatologie, gab an, insbesondere aufgrund der 

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Chronizität der bestehenden Hauterscheinungen mit Rhagaden, Lichenifizierung und 

wiederholt nässenden Superinfekten müsse von einem schweren Handekzem 

ausgegangen werden, auch wenn aktuell die Hauterscheinungen als mild zu 

bezeichnen seien. Die Ursache des dyshidrosiformen Ekzems sei unklar; es könnte sich 

beispielsweise um eine atopische Diathese handeln. Die Erwerbsfähigkeit sei um 20 % 

vermindert. Da schon geringste mechanische Belastungen zu einer Schubauslösung 

führten, kämen nur Tätigkeiten mit geringsten respektive fehlenden chemischen oder 

physikalischenIrritationen in Frage. Saubere, trockene Arbeiten im manuellen oder nicht 

manuellenBereich seien zumutbar. Aufgrund der starken Hautempfindlichkeit sei 

jedoch eine Arbeit im ausser-manuellen Bereich anzustreben. Zudem seien die 

Nichteignungsverfügungen zu beachten. In der Gesamtbeurteilung kamen die 

Sachverständigen zum Schluss, dass die psychische Symptomatik im Vordergrund 

stehe. In der somatischen Untersuchung habe sich eine frei bewegliche Wirbelsäule in 

sämtlichen Abschnitten wie auch eine freie Beweglichkeit an der oberen und unteren 

Extremität bei guter Kraftentwicklung gezeigt. Aus allgemein-internistischer Sicht 

bestehe aufgrund der körperlichen Konstitution eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich 

schwere Tätigkeiten. Aus polydisziplinärer Sicht sei der Versicherte für körperlich 

leichte bis mittelschwere, dermatologisch adaptierte Tätigkeiten zu 80 % arbeitsfähig. 

Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit einem Pausenbedarf bis 10 

Minuten pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement. Die geringen 

Leistungseinbussen aus somatischer und psychiatrischer Sicht wirkten sich nicht 

additiv aus. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei retrospektiv somatisch auf das Jahr 

2006 und psychiatrisch auf das Jahr 2007 festzulegen. Dr. N.___ vom RAD erklärte am 

20. September 2011 (IV-act. 184), dass das ABI-Gutachten in sich widerspruchsfrei sei 

und dass die medizinischen Schlussfolgerungen versicherungsmedizinisch plausibel 

nachzuvollziehen seien.

B.    

B.a  Mit Vorbescheid vom 28. September 2011 (IV-act. 187) teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei. Zur 

Begründung führte sie an, dass der Versicherte in dermatologisch adaptierten 

Tätigkeiten zu 80 % arbeitsfähig sei. Die leichtgradig ausgeprägte depressive Störung 

begründe hingegen keine Arbeitsunfähigkeit. Für die Bemessung des 

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Valideneinkommens zog sie das Einkommen des Versicherten des Jahres 2006 (Fr. 

57'590.--) heran und passte es der Nominallohnentwicklung bis 2009 an (Fr. 58'716.--). 

Grundlage des Invalideneinkommens bildete der durchschnittliche Lohn eines 

Hilfsarbeiters im Jahr 2009 (Fr. 59'979.--; LSE, privater Sektor, Stufe 4, Männer). Das 

Invalideneinkommen betrug Fr. 47'983.--. Hieraus resultierte ein IV-Grad von 18 %.

B.b  Dagegen liess der Versicherte am 2. November 2011 einen Einwand erheben (IV-

act. 188). Sein Rechtsvertreter machte zusammengefasst geltend, dass das ABI-

Gutachten diverse fachliche Mängel aufweise. Zudem sei die psychiatrische 

Exploration eine Katastrophe gewesen. Es habe ein aggressiver Befragungsstil 

vorgeherrscht, was beim Versicherten eine entsprechende Reaktion ausgelöst habe. 

Nicht einmal eine Pause sei ihm zugestanden worden. Bezeichnend sei auch die 

Reaktion des internistischen/allgemeinmedizinischen Fallführers gewesen, welcher 

erklärt habe, er wisse, dass er von Dr. O.___ überfordert worden sei. Das 

Belastungsprofil während den Arbeitstrainings habe gezeigt, dass der Versicherte aus 

psychiatrischer Sicht nur zu 30 % arbeitsfähig sei. Dr. G.___ habe die Arbeitsfähigkeit 

aus dermatologischer Sicht auf 50 % festgelegt. Dem Versicherten stehe daher 

mindestens eine halbe IV-Rente zu. Am 4. November 2011 reichte der Rechtsvertreter 

einen Bericht von Dr. H.___ ein (IV-act. 189 - 1). Dieser hatte am 3. November 2011 

berichtet (IV-act. 190), dass der Versicherte an einer sonstigen andauernden 

Persönlichkeitsänderung (F62.8) leide. Das depressive Syndrom habe sich in den 

letzten Wochen stark verschlechtert. Der Versicherte leide vor allem unter starken Ein- 

und Durchschlafstörungen, Grübelzwang, Hoffnungslosigkeit, dysphorischer 

Gereiztheit, Antriebslosigkeit und Erschöpfbarkeit. Er habe erstmals von 

Suizidphantasien im Sinne eines erweiterten Suizids gesprochen. Die Einschätzung 

eines sich ständig verschlechternden psychischen Zustandes ergebe sich jedoch 

weniger aus dem depressiven Syndrom, sondern aus den Schilderungen eines 

zunehmenden Mangels an Affektkontrolle. So habe der Versicherte erstmals nach 

einem Konflikt mit der Ehefrau diese körperlich angegriffen und bei einer anderen 

Gelegenheit aus nichtigem Anlass eines der Kinder geschlagen und in die Wange 

gebissen. An den letztgenannten Kontrollverlust könne er sich nicht mehr voll erinnern. 

Dieses zunehmend bedrohliche Verhalten erscheine dem Versicherten wie auch seiner 

Ehefrau als wesensfremd und als Kontrast zu seiner früher ausgeglichenen, 

freundlichen und beliebten Persönlichkeit. Diagnostisch sei deshalb aufgrund der 

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langen Dauer der Entwicklung von einer anhaltenden Persönlichkeitsänderung 

auszugehen. Für diese Diagnose werde das Kriterium eines ursächlichen oder 

zeitlichen Zusammenhangs mit Extrembelastung, anhaltender Belastung, Anspannung 

oder mit psychiatrischen Erkrankungen gefordert. Beim Versicherten finde sich in der 

Anamnese nur der zeitliche Zusammenhang mit der Entwicklung einer auffallend 

starken Kontaktallergie bei der Berufstätigkeit mit psychischer Belastung durch die 

dadurch bedingten psychosozialen Folgewirkungen. Die Gründe für die verursachten 

Defizite seien völlig unklar. Insbesondere gebe es keine Hinweise dafür, dass der 

Versicherte vor Ausbruch der Erkrankung Energie habe aufwenden müssen, um eine 

Dekompensation abzuwenden. Die krisenhafte Verschlechterung im Zusammenhang 

mit der ABI-Begutachtung habe die enorme Abhängigkeit des Versicherten von einem 

stabilen, wohlwollenden und strukturierten Umfeld gezeigt. Aufgrund der in den letzten 

Jahren durchgehend vorhandenen Blockierung und schnellen Überforderung bestehe 

auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Am 7. 

November 2011 reichte der Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. G.___ ein (IV-act. 

191). Dieser hatte am 3. November 2011 berichtet (IV-act. 192), er könne nicht 

nachvollziehen, weshalb Dr. P.___ trotz der Diagnose eines schweren Handekzems die 

Arbeitsunfähigkeit auf nur 20 % geschätzt habe. Ein schweres Handekzem führe zu 

Beschwerden, die den Gebrauch der Hände massiv erschwerten oder 

verunmöglichten. Das Ekzem habe sich bei allen bisherigen handwerklichen Tätigkeiten 

verschlechtert, sei ohne Arbeit aber relativ wenig ausgeprägt. Die Sachverständige 

habe die adaptierten Tätigkeiten sehr gut umschrieben. Ideal wäre eine Tätigkeit im 

nicht manuellen Bereich; dies sei aufgrund der übrigen Fähigkeiten des Versicherten 

jedoch illusorisch.

B.c  Med. pract. Q.___, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva Z.___, untersuchte den Versicherten am 

21. November 2011 (act. G 4.2). Anlass war die Einschätzung eines allfälligen 

Integritätsschadens. Er berichtete, der Versicherte habe angegeben, dass er sich ‒

jedoch nicht sofort ‒ zu 50 % arbeitsfähig fühle. Die Mimik und Gestik des Versicherten 

hätten oft übertrieben und z.T. theatralisch gewirkt. Konzentrationsblockaden und eine 

Niedergeschlagenheit im Sinne einer depressiven Stimmung habe er nicht feststellen 

können. Es sei schwierig, das vorhandene Beschwerdebild klassifikatorisch 

einzuordnen. Die Beschwerden und das Verhalten erinnerten einerseits, vor allem 

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wegen des auffälligen, z.T. theatralischen Verhaltens mit dissoziativähnlicher partieller 

Amnesie, Blockaden bei übermässigem eigenen Leistungsdruck sowie einer gewissen 

Ich-Bezogenheit mit Unverständnis auf die Reaktionen der Umgebung auf das 

Verhalten, zum Teil an ein neurotisches Störungsbild. Zudem könne, obwohl nicht im 

Vordergrund eruierbar, eine ausgeprägte Ängstlichkeit nicht ganz ausgeschlossen 

werden. Andererseits erinnerten ein Teil der psychischen Beschwerden an die negative 

Symptomatik schizophrener Krankheitsbilder, gegebenenfalls einer schizoaffektiven 

Störung. Das Beschwerdebild reiche gesamthaft betrachtet jedoch nicht aus, um eine 

dieser Diagnosen ohne Zweifel festzulegen. Med. pract. Q.___ empfahl eine 

internistische bzw. hirnneurologische Abklärung. Hinweise auf eine 

entwicklungsbedingte Persönlichkeitsstörung fehlten. Die Persönlichkeitsveränderung 

könnte auf die seit vier Jahren dauernden psychosozialen Belastungen zurückgeführt 

werden. Es sei eher unwahrscheinlich, dass die psychischen Beschwerden eine direkte 

Folge der dermatologischen Erkrankung seien. Als Alternative zu einer 

Persönlichkeitsveränderung könnte eine langdauernde Anpassungsstörung 

diagnostiziert werden, welche sich anfänglich eher durch depressive Beschwerden, 

mittlerweile vor allem aber in Form von Störungen des Sozialverhaltens, ausdrücke. 

Solche Anpassungsstörungen nach langdauernden Belastungen seien nicht atypisch 

und zum Teil kulturell bedingt. Dafür sprächen die Stabilisierung während der 

stationären Behandlung, das Wiedererlangen von Fertigkeiten während einem wohl­

tuenden Arbeitstraining und der Wechsel der affektiven Lage bei Behandlungs- und 

Untersuchungssituationen. Unter Beachtung der weiterbestehenden Belastungen sei 

es nachvollziehbar, dass der Versicherte, der sich womöglich massgeblich durch die 

Arbeit definiert habe, hilflos in eine Passivität gerutscht sein könnte. Die kaum 

vorhandene Möglichkeit, eine neue, auf seine dermatologische Erkrankung sowie auf 

seinen Bildungsgrad adaptierte Tätigkeit zu finden, sei ein zusätzlicher ungünstiger 

Faktor. Es sei daher vorerst davon auszugehen, dass beim Versicherten ein Status 

nach einer depressiven Störung, zuletzt leichte depressive Episode, sowie eine 

andauernde Persönlichkeitsveränderung (DD: langdauernde Anpassungsstörung) 

bestehe.

B.d  Die ABI GmbH nahm am 4. Januar 2012 Stellung zu den medizinischen 

Einwänden (IV-act. 199): Wie ihrem Gutachten zu entnehmen sei (vgl. IV-act. 183 - 22), 

habe der Versicherte nach einer halben Stunde das Ansinnen geäussert, die 

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psychiatrische Untersuchung zu unterbrechen. Als dies abgelehnt worden sei, habe er 

während drei Minuten eine Pause gemacht und kurz geweint. Anschliessend habe die 

Untersuchung ohne Schwierigkeiten fortgesetzt werden können. Die Atmosphäre 

während der Untersuchung sei, abgesehen von dieser kurzen Phase, ruhig und 

entspannt gewesen. Die Konfrontation mit zahlreichen Fragen sei Teil einer 

psychiatrischen Untersuchung. Der Vorwurf, die psychiatrische Untersuchung sei in 

einer aggressiven Art und Weise durchgeführt worden, werde zurückgewiesen. Des 

Weiteren habe Dr. H.___ die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung fallen gelassen und 

nun eine andauernde Persönlichkeitsänderung diagnostiziert. Diese Diagnose könne 

jedoch nicht gestellt werden, da keine Extrembelastungen vorlägen. Dass der 

Versicherte aufgrund der schwierigen psychosozialen Situation und wegen der 

Ablehnung des Rentengesuchs mit depressiven Verstimmungen, Gereiztheit und einer 

vorübergehenden Impulskontrollstörung reagiert habe, sei auf die belastenden 

Lebensumstände zurückzuführen und nicht auf eine psychiatrische Störung.

B.e  Dr. N.___ vom RAD erklärte am 24. Januar 2012 (IV-act. 200), dass weiterhin auf 

das ABI-Gutachten abgestellt werden könne. Med. pract. Q.___ sei sich bezüglich der 

Diagnosen nicht sicher gewesen und er habe keine Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgegeben. Zudem sei nicht klar, ob es sich bei der neurotisch anmutenden 

Verhaltensauffälligkeit um eine soziokulturelle Reaktion auf eine (IV-fremde) sozial 

angespannte Situation handle oder ob eine psychiatrisch klassifizierbare Anpassungs­

störung vorliege.

B.f   Dr. med. R.___, Facharzt für Arbeitsmedizin und Dermatologie FMH, Suva, 

untersuchte den Versicherten am 29. Mai 2012 (act. G 4.2). Dr. R.___ erklärte, Dr. P.___ 

habe zur Schätzung der Arbeitsfähigkeit wohl das "Bamberger Merkblatt", ein 

berufsdermatologisches Grundlagenwerk, hinzugezogen. Dieses habe bei der 

Bezifferung der Arbeitsfähigkeit jedoch keinen Stellenwert. Faktisch sei der Versicherte 

aufgrund der Wiedereingliederungserfahrungen in allen Tätigkeiten mit mechanischer 

Belastung, Feuchtarbeit, stärkerer Hautverschmutzung sowie in allen Tätigkeiten, die 

das permanente Tragen von Schutzhandschuhen erforderten, zu 50 % eingeschränkt. 

Aus dermatologischer Sicht wäre eine Tätigkeit als Taxifahrer oder als Kurier zumutbar, 

wobei wegen der Handarbeit nicht ohne Weiteres von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden könne. Reine Überwachungstätigkeiten seien in der freien 

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Wirtschaft kaum zu finden und für administrative Tätigkeiten sei der Versicherte nicht 

qualifiziert.

B.g  Am 9. Februar 2012 äusserte sich der Rechtsvertreter im Rahmen einer zweiten 

Anhörung (IV-act. 201) zu den Stellungnahmen des RAD und der ABI GmbH (IV-

act. 203): Der Versicherte sei in den letzten vier Jahren sehr wohl Extrembelastungen 

ausgesetzt gewesen. Nach einer noch durchzuführenden neurologischen Abklärung 

zum Ausschluss einer hirnneurologischen Störung seien berufliche Massnahmen 

einzuleiten. Am 14. August 2012 teilte der Rechtsvertreter mit (IV-act. 205), die Suva 

habe dem Versicherten im Rahmen eines Einspracheverfahrens eine 50 %-Rente 

offeriert (Vergleich vom 26. Juni resp. 19. Juli 2012, act. G 4.2). Zudem habe Dr. R.___ 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus dermatologischer Sicht bestätigt. Zurzeit arbeite 

der Versicherte mit grossem Willen zu 30-40 % im Rahmen eines S.___-Projektes. Er 

setzte dort Kunststoffteile zusammen. Es komme jedoch immer wieder zu längeren 

gesundheitlich bedingten Ausfällen wegen der Ekzeme.

B.h  Am 28. September 2012 nahm Dr. N.___ vom RAD Stellung zur zweiten Anhörung 

(IV-act. 210). Er erklärte, dass es dem Rechtsanwender überlassen sei, ob er auf die 

60 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (50 %ige Arbeitsunfähigkeit 

aus somatischer Sicht und 20 %ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht) abstelle 

oder eine zusätzliche polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag gebe. Am 28. 

September 2012 (IV-act. 211-213) teilte der Rechtsvertreter mit, dass der 

Arbeitsversuch in der S.___ AG wegen des wieder ausgebrochenen Ekzems und einer 

psychischen Verschlechterung per 30. September 2012 abgebrochen worden sei.

B.i   Mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den 

im Vorbescheid angegeben Gründen ab (IV-act. 214). Zum Einwand des 

Rechtsvertreters nahm sie wie folgt Stellung: Die Invalidenversicherung sei nicht an den 

Vergleich der Suva gebunden. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten würden rechtsprechungsgemäss keine übermässigen 

Anforderungen gestellt. Als Beispiele könnten vorliegend einfache Überwachungs-, 

Prüf- und Kontrolltätigkeiten und die Arbeit als Museumswärter oder Parkplatzwächter 

genannt werden.

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B.j   Mit Schreiben vom 2. November 2012 erklärte Dr. G.___ (IV-act. 217), dass die 

Verfügung aus medizinischer Sicht unhaltbar und falsch sei. Ein schweres, chronisches 

Handekzem führe zu einer mindestens 50 %igen, andauernden Invalidität. Zwar gebe 

es theoretisch Tätigkeiten, die der Versicherte zu 100 % ausüben könnte. Diese fielen 

aber wegen seiner minimalen Schulbildung und seines Migrationshintergrundes ausser 

Betracht. Dr. P.___ habe ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung weder begründet noch mit 

Literaturangaben abgestützt. Deshalb sei diese Schätzung willkürlich.

C.    

C.a  Gegen die Verfügung vom 25. Oktober 2012 liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 26. November 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache 

mindestens einer halben IV-Rente spätestens ab 1. November 2010; eventualiter sei 

eine neue polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen. Der Rechtsvertreter brachte 

zusammengefasst vor, dass es sich bei den von der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) aufgezählten adaptierten Tätigkeiten wie Parkplatzwächter nicht 

um realistische Tätigkeiten handle. Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten 

würden schon am beeinträchtigten Konzentrationsvermögen und der starken 

Medikation scheitern. Die Begutachtung durch die ABI GmbH sei unhaltbar. Einem der 

Beschwerde beigelegten Bericht von Dr. H.___ vom 21. November 2012 war zu 

entnehmen (act. G 1.2), dass es beim Arbeitstraining in der S.___ AG nach Steigerung 

des Pensums von 30 % auf 40 % rasch zu einer deutlichen Überforderung mit 

abnormer Erschöpfung, Müdigkeit und Reizbarkeit gekommen sei. Da der 

Beschwerdeführer im Haushalt und bei der Kinderbetreuung nur noch reduziert habe 

mithelfen können, sei es zu belastenden Konflikten gekommen, die seine emotionale 

Instabilität weiter verstärkt hätten. Das Arbeitstraining sei abgebrochen worden, weil 

keine Arbeitsleistung von 50 % habe erreicht werden können. Es habe sich bestätigt, 

dass die Hautprobleme deutlich vom Stressniveau abhingen. Die Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit müsse aufgrund des letzten Arbeitsversuchs auf 20 % 

reduziert werden.

C.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 22. Januar 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Das ABI-Gutachten erfülle die von der Rechtsprechung aufge­

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stellten formellen und materiellen Voraussetzungen an ein lege artis abgefasstes 

beweiskräftiges Gutachten. Die Argumentation von Dr. R.___, dass es aufgrund der 

Erfahrungen im Zusammenhang mit den Wiedereingliederungsversuchen nicht 

realistisch sei, von einer höheren Arbeitsfähigkeit als 50 % auszugehen, sei nicht 

stichhaltig, da für den Misserfolg der beruflichen Eingliederungsmassnahmen in erster 

Linie die psychische Symptomatik verantwortlich gewesen sei. Auch bedinge die 

Qualifikation eines Leidens als schwerwiegend nicht ohne Weiteres die Annahme einer 

höhergradigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, zumal davon auszugehen sei, dass 

sich bei einer Vermeidung von Kontakten mit ungeeigneten Stoffen und Materialien das 

bei der Begutachtung festgestellte leichtgradige Erscheinungsbild des Handekzems 

nicht verschlimmere. Die von der ABI GmbH geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 20 % 

aus somatischer Sicht sei somit plausibel und nachvollziehbar. Weiter gebe es keinerlei 

Anhaltspunkte dafür, dass der psychiatrische Sachverständige bei der Untersuchung 

nicht sachgerecht vorgegangen wäre. Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich unter 

starken Druck gesetzt worden, hätte er unmittelbar nach der Begutachtung Kritik 

geäussert. Der psychiatrische Sachverständige habe sich mit der abweichenden 

Diagnosestellung von Dr. H.___ auseinandergesetzt. Auch der RAD-Arzt habe Kritik an 

der Diagnose von Dr. H.___ geäussert. Dr. H.___ habe nicht begründet, inwiefern der 

Beschwerdeführer eine tiefgreifende, existenzielle extreme Erfahrung gemacht haben 

solle, die zu einer andauernden Persönlichkeitsänderung geführt hätte. Plausibler 

erscheine die Auffassung des psychiatrischen Sachverständigen, dass die depressiven 

Verstimmungen, die Gereiztheit und die vorübergehende Impulskontrollstörung auf 

belastende Lebensumstände und nicht auf eine psychische Störung zurückzuführen 

seien. Daher sei auf die Diagnosen des psychiatrischen Sachverständigen der ABI 

GmbH abzustellen. Dagegen überzeuge dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht: Denn 

rechtsprechungsgemäss seien leichtgradige depressive Störungen in der Bevölkerung 

ubiquitär verbreitet und begründeten keine Invalidität. Weiter sei davon auszugehen, 

dass es auf dem Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten gebe, 

auch wenn das Spektrum der zumutbaren Hilfstätigkeiten aufgrund des Handekzems 

eingeschränkt sei. Und schliesslich sei beim Einkommensvergleich kein 

Tabellenlohnabzug vorzunehmen, da die gesundheitlichen Beschwerden in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung bereits abschliessend berücksichtigt worden seien.

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C.c  In seiner Replik vom 22. Mai 2013 (act. G 12) machte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers geltend, dass die Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht durch die 

Reaktion der Hände während der Wiedereingliederungsversuche objektiv habe 

festgestellt werden können. Lediglich der Arbeitsversuch in der L.___ AG sei wegen der 

psychischen Probleme gescheitert. Der Versicherte sei aus dermatologischer Sicht zu 

mindestens 50 % arbeitsunfähig. Für eine Persönlichkeitsänderung genüge ein 

ursächlicher oder zeitlicher Zusammenhang mit anhaltender Belastung oder 

Anspannung. Die psychosozialen Probleme seien eine Folge der starken 

Kontaktallergie und der Ekzeme sowie der daraus resultierenden depressiven Störung. 

Im Übrigen sei die Erfahrung, dass der Beschwerdeführer mit seinen Händen fast 

nichts mehr berühren könne, ohne dass das Ekzem wieder ausbreche, genug 

traumatisch, um als Extrembelastung eingestuft zu werden. Die Ekzeme würden ja 

nicht nur an den Händen, sondern zum Teil auch an den Armen und am Oberkörper 

auftreten. Letztes Jahr habe er auch in beiden Gehörgängen Ekzeme gehabt. Weiter sei 

es sehr wohl wichtig, die Ursache der chronischen Ekzeme zu kennen. Daher sei eine 

serologische Untersuchung durchzuführen. Sodann sei das Invalideneinkommen zu 

hoch bemessen worden und es müsse ein Tabellenlohnabzug wegen Teilzeitarbeit 

vorgenommen werden. In einem der Replik beigelegten Schreiben vom 3. Mai 2013 

hatte Dr. H.___ berichtet (act. G 12.2), dass der für eine Persönlichkeitsänderung 

geforderte ätiologische Faktor in Form einer tiefgreifenden, existenziell extremen 

Erfahrung durchaus auch einen beträchtlichen Anteil subjektiven Erlebens des 

Betroffenen beinhalte. Der Verlust des Rollenbildes und alle anderen Folgen durch eine 

unkontrollierbare, chronische Erkrankung könnten bei entsprechender Disposition auch 

zu einer solchen Erfahrung werden.

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

C.e  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 19. September 2013 

weitere medizinische Unterlagen ein (act. G 16). Dr G.___ hatte am 31. August 2013 

berichtet (act. G 16.5), dass der Beschwerdeführer während eines Arbeitsversuchs 

relativ viele Putzarbeiten mit Gummihandschuhen habe ausführen müssen, weshalb es 

zu einem Schub des Ekzems gekommen sei. Am 19. Mai 2014 reichte der 

Rechtsvertreter erneut medizinische Berichte ein (act. G 18). Dr. med. T.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Suva Z.___, hatte am 25. März 2014 berichtet 

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(act. G 18.2), der Beschwerdeführer leide unter einer rezidivierenden depressiven 

Erkrankung, gegenwärtig leichtgradige Ausprägung (F32.0; gemeint wohl: F33.0) und 

einer sonstigen andauernden Persönlichkeitsänderung (F62.8). Als Differentialdiagnose 

gab er einen Verdacht auf eine abhängige und passive Persönlichkeit (F60.7) an. Seit 

2011 sei eine leichte, partielle Besserung des psychischen Zustandsbildes mit 

Symptomschwankungen zu verzeichnen. Die rezidivierenden depressiven Symptome 

mit krisenhaften Zuspitzungen und Schwankungen hätten bis heute keine nachhaltige 

und dauerhafte Besserung und Stabilisierung erfahren. Aus den vorliegenden 

Unterlagen sei eine abschliessende Diagnosezuordnung der psychischen Symptomatik 

noch nicht möglich. Der weitere Behandlungsverlauf (drei bis neun Monate) sollte 

abgewartet werden. Des Weiteren sollte die empfohlene organische/hirnorganische 

Abklärung durchgeführt werden, um eine organische Ursache für die psychisch-

psychiatrische Symptomatik auszuschliessen. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf 

eine Stellungnahme zu den neu eingereichten Unterlagen (act. G 19).

Erwägungen:

1.     

1.1   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 

28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) hat 

eine versicherte Person Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens 40 % 

invalid ist, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens 50 % invalid ist, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist und auf eine ganze Rente, wenn 

sie mindestens 70 % invalid ist. Für die Ermittlung des Invaliditätsgrads wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

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Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.2   Die Feststellung des Gesundheitsschadens, das heisst die Befunderhebung und 

die sich darauf stützende Diagnose, aber auch die Prognose und die Ätiologie, die 

durch den festgestellten Gesundheitsschaden verursachte Arbeitsunfähigkeit sowie 

das noch vorhandene funktionelle Leistungsvermögen oder das Vorhandensein und die 

Verfügbarkeit von Ressourcen sind Tatfragen (BGE 132 V 398 E. 3.2), deren 

Beantwortung entsprechendes Fachwissen voraussetzt. Im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) hat die IV-Stelle daher in aller Regel 

ärztliche Sachverständige zur Beantwortung dieser Fragen beizuziehen (vgl. Art. 43 

Abs. 2 ATSG und Art. 69 Abs. 2 IVV), so etwa jene des IV-internen regionalen Ärztlichen 

Dienstes (RAD; vgl. Art. 49 Abs. 1 IVV) oder solche einer MEDAS. Aufgabe der IV-Stelle 

und des Versicherungsgerichts ist es, diese Tatsachen rechtlich zu würdigen, das 

heisst zu beurteilen, ob die ärztlichen Aussagen und Schätzungen die zuverlässige 

Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben und, falls dies der Fall ist, den 

Invaliditätsgrad zu bemessen (vgl. BGE 132 V 398 f. E 3.2 f.).

1.3   Unter den dermatologischen Fachpersonen ist unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer an einem chronisch rezidivierenden Ekzem der Hände leidet, 

weshalb er in seiner früheren Tätigkeit als Diamantschleifer zu 100 % arbeitsunfähig ist. 

Die teilweise an anderen Körperstellen (Gehörgang etc.) auftretenden Hautausschläge 

haben gemäss den Angaben der Fachärzten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 

Einigkeit besteht auch darüber, dass dem Beschwerdeführer nur noch saubere und 

trockene Arbeiten mit geringsten respektive fehlenden chemischen oder physikalischen 

Irritationen im manuellen oder nicht manuellen Bereich zumutbar sind und dass eine 

Tätigkeit im ausser-manuellen Bereich optimal wäre. Auffallend ist, dass die 

Handekzeme nur während den Arbeitstrainings im manuellen Bereich aufgetreten sind: 

Während der Beschwerdeführer im Arbeitstraining als Logistiker in der J.___ AG sowie 

bei der Arbeit im Kreativatelier im K.___ beschwerdefrei gewesen ist, sind bei der 

Tätigkeit im Recycling im K.___ (Demontieren von Elektro- und Informatikgeräten, 

sortenreines Trennen der gewonnenen Materialien; IV-act. 159 - 3) und bei der Arbeit in 

der S.___ AG (Zusammensetzen von Kunststoffteilen) Handekzeme aufgetreten. Bei 

manuellen Tätigkeiten handelt es sich um Handarbeiten, die mit geringen 

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Kraftanstrengungen und erhöhter Häufigkeit/Dauer in gleicher Art und Weise, wie z.B. 

bei der Feinmontage, ständig wiederholt werden. Ein Handgriff pro Sekunde ist eine 

übliche Häufigkeit (Portal Gefährdungsbeurteilung, http://

www.gefaehrdungsbeurteilung.de/ de/gefaehrdungsfaktoren/physische_belastung/

manuelle_arbeit, besucht am 21. November 2014). Bei manuellen Tätigkeiten werden 

die Hände also weit mehr beansprucht als bei nicht-manuellen Arbeiten. Daher ist es 

nachvollziehbar, dass das Handekzem jeweils bei manuellen Tätigkeiten, nicht aber bei 

nicht-manuellen Tätigkeiten ausgebrochen ist. Als (optimal) adaptierte Tätigkeit kommt 

somit aus dermatologischer Sicht nur eine nicht-manuelle Tätigkeit in Betracht. 

Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters gibt es auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt sehr wohl entsprechende Hilfsarbeitertätigkeiten, die der 

Beschwerdeführer ausüben könnte. Wie die Beschwerdegegnerin richtig dargelegt hat, 

könnte es sich hierbei um Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten handeln. 

Bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist folgendes festzuhalten: Dr. G.___ und 

Dr. R.___ haben die Arbeitsfähigkeit auf 50 % geschätzt. Beide Fachärzte haben sich 

bei ihrer Einschätzung jedoch auf nicht voll-adaptierte, d.h. auf manuelle Tätigkeiten 

bezogen und sie haben IV-fremde Faktoren (Qualifikation, Migrationshintergrund) 

mitberücksichtigt; ihre Einschätzungen überzeugen deshalb nicht. Da der dem 

Vergleich mit der Suva zugrunde liegende Erwerbsunfähigkeitsgrad von 50 % 

hauptsächlich auf der Einschätzung von Dr. R.___ (und damit auf dem 

Arbeitsfähigkeitsgrad in einer nicht vollständig behinderungsadaptierten 

Erwerbstätigkeit) basiert, kann er nicht übernommen werden. Dr. P.___ hat angegeben, 

der Beschwerdeführer sei bei einem Vollpensum zu 20 % vermindert leistungsfähig. Sie 

hat allerdings nicht begründet, weshalb der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Tätigkeit, bei der kein Hautekzem auftreten würde, vermehrte Pausen benötigen würde. 

Auch ihre Einschätzung ist deshalb nicht überzeugend. Dr. G.___ und Dr. P.___ haben 

erklärt, dass das Handekzem in den Zeiten, in denen der Beschwerdeführer keiner 

Arbeitstätigkeit nachgegangen sei, relativ wenig ausgeprägt gewesen sei. Deshalb ist 

fraglich, ob der Beschwerdeführer in einer voll-adaptierten Tätigkeit aus 

dermatologischer Sicht überhaupt in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit fiele wohl 

einzig dann in Betracht, wenn ein Zusammenhang zwischen der psychischen 

Verfassung des Beschwerdeführers und dem Handekzem bestünde. Dr. H.___ hat im 

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Anschluss an die Tätigkeit in der S.___ AG erklärt, dass die Hautprobleme deutlich vom 

Stressniveau abhingen. Diese Aussage wird zwar dadurch relativiert, dass es sich bei 

der Tätigkeit in der S.___ AG um eine nicht-optimal adaptierte Tätigkeit gehandelt hat. 

Allerdings ist allgemein bekannt, dass die Psyche Auswirkungen auf Hauterkrankungen 

haben kann. Die Sache ist deshalb gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG zur Abklärung, ob 

es einen Zusammenhang zwischen dem Handekzem und dem psychischen 

Gesundheitszustand gibt, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

1.4   Als Nächstes ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen in 

seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. Die im Recht liegenden psychiatrischen 

Einschätzungen weisen grosse Differenzen auf. Als mögliche Diagnosen sind eine 

rezidivierende depressive Störung, eine Persönlichkeitsänderung, eine langandauernde 

Anpassungsstörung und ein Verdacht auf eine abhängige und passive Persönlichkeit 

genannt worden. Zudem hat med. pract. Q.___ erklärt, dass ihn ein Teil der 

psychischen Beschwerden und des Verhaltens des Beschwerdeführers an ein 

neurotisches Störungsbild und ein anderer Teil an die negative Symptomatik 

schizophrener Krankheitsbilder, gegebenenfalls eine schizoaffektive Störung, erinnert 

hätten. Auf das psychiatrische Teilgutachten der ABI GmbH kann aus den folgenden 

Gründen nicht abgestellt werden: Erstens stehen der Einschätzung des ABI, dass keine 

Persönlichkeitsänderung vorliege, die Einschätzungen von drei psychiatrischen 

Fachärzten gegenüber. Zweitens ist fraglich, ob die zahlreichen beschriebenen 

Beschwerden tatsächlich nur auf die schwierige psychosoziale Situation zurückgeführt 

werden können. So hat der im Verfügungszeitpunkt erst __-jährige Beschwerdeführer in 

den letzten Jahren eine Adipositas, eine Gereiztheit und Aggressivität sowie eine 

ausgesprochene Passivität entwickelt und bei den beruflichen Abklärungen eine sehr 

tiefe Leistungsfähigkeit, eine stark verminderte Belastbarkeit und 

Konzentrationsfähigkeit sowie eine starke Anspannung gezeigt. Drittens ist der 

Beschwerdeführer entgegen der Aussage von Dr. O.___ nicht während Jahren 

unbeeinträchtigt einer Arbeitstätigkeit nachgegangen: Von 1998 bis 2000 hat er für die 

B.___ AG gearbeitet. Nachdem ihm diese gekündigt hatte, hat er sich erstmals bei der 

Invalidenversicherung angemeldet. Von 2000 bis 2002 hat er für die C.___ AG 

gearbeitet. Als ihm diese Stelle gekündigt wurde, hat er sich erneut bei der 

Invalidenversicherung angemeldet. In der Folge hat er von 2004 bis 2006 bei der F.___ 

AG gearbeitet. Auch diese Stelle ist ihm gekündigt worden, woraufhin sich der 

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Beschwerdeführer zum dritten Mal bei der Invalidenversicherung angemeldet hat. Zwar 

sind die Kündigungen und die IV-Anmeldungen (vordergründig) aus somatischen 

Gründen erfolgt. Dr. O.___ hat jedoch selbst erklärt, dass der Beschwerdeführer seine 

Arbeitsstellen nicht nur wegen des Handekzems, sondern auch wegen der Nacken- 

und Schulterbeschwerden, der Magenbeschwerden und der Kraftlosigkeit aufgegeben 

habe und dass er Mühe gehabt habe, sich in die Berufswelt zu integrieren. Und 

schliesslich ist auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nachvollziehbar: So hat Dr. 

O.___ nicht angegeben, aufgrund welcher Symptome der Beschwerdeführer in seiner 

Leistungsfähigkeit zu 20 % eingeschränkt sein soll. Festzuhalten bleibt jedoch, dass 

auch das Verhalten und die Aussagen des Beschwerdeführers teilweise 

widersprüchlich bzw. schwierig zu erklären sind: So hat Dr. H.___ am 3. November 

2011 berichtet, dass der Beschwerdeführer erstmals nach einem Konflikt mit der 

Ehefrau diese körperlich angegriffen und bei einer anderen Gelegenheit aus nichtigem 

Anlass eines der Kinder geschlagen und in die Wange gebissen habe. Aus dem Bericht 

von Dr. H.___ vom 1. April 2008 geht jedoch hervor, dass der Beschwerdeführer seine 

Kinder bereits im Jahr 2007 "wegen Kleinigkeiten" geschlagen habe. Weiter hat der 

Beschwerdeführer gegenüber Dr. H.___ angegeben, sich an den Vorfall, als er eines 

seiner Kinder gebissen und geschlagen habe, nicht mehr voll erinnern zu können. Med. 

pract. Q.___ hat diesen Erinnerungsverlust als dissoziativähnliche partielle Amnesie 

qualifiziert. In den Akten sind jedoch keine weiteren Erinnerungsverluste verzeichnet. 

Es stellt sich daher die Frage, ob der Beschwerdeführer den Erinnerungsverlust nicht 

einfach vorgibt, weil er sich an diesen Vorfall nicht erinnern bzw. nicht darüber 

sprechen will. Weiter haben weder Dr. O.___ noch med. pract. Q.___ die während den 

beruflichen Abklärungen ausgeprägt vorhandenen Konzentrationsstörungen bzw. 

Blockaden feststellen können. Und schliesslich hat der Beschwerdeführer während 

eines Wiedereingliederungsversuchs (scheinbar problemlos) die Staplerprüfung 

abgelegt, dann jedoch das Arbeitstraining als Staplerfahrer bei der L.___ AG am 

zweiten Tag aus Angst, irgendwo hineinzufahren, abbrechen müssen. Med. 

pract. Q.___ hat angegeben, dass es sehr schwierig sei, das Beschwerdebild 

klassifikatorisch einzuordnen. Und Dr. T.___ hat im März 2014, d.h. eineinhalb Jahre 

nach Verfügungserlass, erklärt, dass aus den vorliegenden Akten keine abschliessende 

Diagnosezuordnung der psychischen Symptomatik möglich sei und deshalb der 

weitere Behandlungsverlauf abzuwarten sei. Beide Suva-Ärzte haben zudem eine 

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hirnorganische/hirnneurologische Abklärung empfohlen. Aufgrund der Unsicherheiten 

der Fachärzte und der divergierenden Diagnosen muss davon ausgegangen werden, 

dass die Krankheitsentwicklung im Verfügungszeitpunkt noch nicht soweit 

fortgeschritten gewesen ist, dass eine zuverlässige Diagnose gestellt werden kann. Die 

Sache ist deshalb gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG zur Durchführung einer 

hirnorganische/hirnneurologische Abklärung und zur anschliessenden psychiatrischen 

Neubegutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

1.5   Demnach ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache ist wegen 

der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird zum einen 

abklären müssen, ob die psychische Verfassung einen Einfluss auf das Handekzem 

hat. Zum anderen wird sie nach Durchführung einer hirnneurologischen/

hirnorganischen Untersuchung eine neue psychiatrische Begutachtung in Auftrag 

geben müssen. Allerdings wird die psychiatrische Begutachtung erst erfolgen dürfen, 

wenn der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sich soweit entwickelt hat, dass 

eine (zuverlässige) Diagnosestellung möglich ist.

2.     

2.1   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem 

Beschwerdeführer zurückerstattet.

2.2   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In einem 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

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Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine 

Pauschalentschädigung von  Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat 

den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

25. Oktober 2012 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2014
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Die Krankheitsentwicklung ist im Verfügungszeitpunkt nicht soweit fortgeschritten gewesen, dass eine zuverlässige Diagnose gestellt werden kann (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2014, IV 2012/452).

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		2025-07-19T09:25:14+0200
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