# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c690cdf0-fa07-5a09-a6da-5f55ba652e7d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.01.2022 200 2021 746
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-746_2022-01-18.pdf

## Full Text

200 21 746 IV
KOJ/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 18. Januar 2022

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. September 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2022, IV/21/746, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mehrere Leis-
tungsbegehren des 1981 geborenen und nach Absolvierung der Grund-
schule als Ungelernter temporär tätigen A.________ (Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer; Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1, 31, 48) insbe-
sondere infolge Verletzung seiner Mitwirkungspflichten abgewiesen hatte 
(AB 23 bzw. 30, 44, 51), meldete dieser sich nach Absolvierung einer Lehre 
zum ... und entsprechenden Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt sowie im 
geschützten Rahmen im August 2018 abermals zum Leistungsbezug an 
(AB 52; vgl. auch Beschwerde, S. 3 Ziff. 4).

B.

Auf dieses neue Leistungsbegehren beabsichtigte die IVB mangels einer 
wesentlichen Änderung der beruflichen bzw. medizinischen Situation mit 
Vorbescheid vom 23. Oktober 2018 nicht einzutreten (AB 61), worauf der 
Versicherte Berichte einreichen liess (AB 62 f.) und die IVB – auch auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 72) – weitere 
Abklärungen einleitete (AB 64, 67, 71, 77 f., 80 f.). Nach Konsultation des 
RAD (AB 82) stellte sie mit neuem Vorbescheid vom 27. August 2019 
mangels eines IV-relevanten Gesundheitsschadens die Abweisung des 
Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 83). Auf Einwand des Versicherten 
(AB 87, 89 f.) und Stellungnahme des RAD (AB 94) hin gab die IVB ein 
psychiatrisch-neuropsychologisches Gutachten beim D.________ (ME-
DAS), in Auftrag (Expertise vom 25. Mai 2021 [AB 115.1]), dessen Diagno-
sen und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der RAD auch nach entspre-
chenden Erläuterungen (AB 124) als nicht nachvollziehbar erachtete 
(AB 117, 126). In der Folge teilte die IVB dem Versicherten mit Schreiben 
vom 11. August 2021 mit, dass eine erneute Begutachtung in der Fachdis-
ziplin Psychiatrie bei Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, notwendig sei (AB 128), womit sich der Versicherte nicht 
einverstanden erklärte (AB 134 f.). Nach Konsultation des RAD (AB 137) 

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hielt die IVB mit Verfügung vom 28. September 2021 an ihrem Vorgehen 
fest (AB 138).

C.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch B.________, lic. iur. 
C.________, mit Eingabe vom 28. Oktober 2021 Beschwerde erheben und 
beantragen, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm gestützt 
auf das MEDAS-Gutachten eine Rente zuzusprechen, unter Entschädi-
gungsfolge. Gleichzeitig ersuchte er für das Beschwerdeverfahren um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege (betreffend Verfahrenskosten).

Mit Beschwerdeantwort vom 8. November 2021 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 9. November 2021 gewährte der Instruktionsrichter die 
unentgeltliche Rechtspflege (betreffend Verfahrenskosten).

Am 11. November 2021 reichte der Beschwerdeführer, wie in der Be-
schwerde in Aussicht gestellt, eine Stellungnahme seines behandelnden 
Psychiaters ein. Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 
26. November 2021 Stellung.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. 

Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine 
Zwischenverfügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver-
fahren [VwVG; SR 172.021]); solche können unter anderem dann 
angefochten werden, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden 
Nachteil bewirken können. Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für das 
erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu bejahen, 
womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich 
vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten 
werden kann (BGE 138 V 271 E. 1.2.1 S. 275 und E. 1.2.3 S. 276, 137 V 
210 E. 3.4.2.7 S. 256).

Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. jedoch E. 1.2 
nachfolgend).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. September 2021 
(AB 138), mit welcher an der am 11. August 2021 mitgeteilten (weiteren) 
psychiatrischen Begutachtung (AB 128) festgehalten wurde. Streitig und zu 
prüfen ist die Durchführung dieser psychiatrischen Begutachtung.

Soweit der Beschwerdeführer (bereits in diesem Verfahrensstadium) die 
Zusprache einer Rente verlangt, wurde darüber (noch) nicht verfügt, wes-
halb es diesbezüglich an einem Anfechtungsobjekt mangelt (BGE 131 V 
164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1) und auf die Beschwer-
de nicht einzutreten ist.

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1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; BBl 2020 5535 ff.) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). 

Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und 
ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, 
abklären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von 
deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden 
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn 
hiezu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 
ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 
E. 4a S. 283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht 
uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der 

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Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 
IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

2.2 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(aArt. 44 ATSG).

2.3 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 
Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bidis-
ziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Namen 
der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Bezeichnung 
der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) 
personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510, 
139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 
S. 257).

2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4.1 Die Frage, ob ein Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, beurteilt 
sich im konkreten Einzelfall danach, ob sich gestützt auf die Expertise die 
rechtsrelevanten Fragen beantworten lassen oder nicht. Mit anderen Wor-
ten verletzt das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten Art. 43 Abs. 1 
ATSG nicht allein schon deshalb, weil einem Teilgutachten der Beweiswert 
abgesprochen wird. Dies hat auch umgekehrt zu gelten, wenn sich die 
Schlussfolgerungen im Hauptgutachten, das nicht in einer interdisziplinären 
Konsensbesprechung der beteiligten Fachärzte entstand, nicht nachvoll-
ziehen und sich nicht mit den Teilgutachten vereinbaren lassen, die Beur-
teilungen in allen Teilgutachten jedoch als schlüssig zu bezeichnen sind. 
Eine Beweiswürdigung, welche überzeugenden Teilkonsilien vollen Be-
weiswert zuerkennt, kann somit nicht allein deshalb als bundesrechtswidrig 
bezeichnet werden, weil einem weiteren Teil des Gutachtens die Beweis-
kraft fehlt (BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 
E. 4.2.2).

2.4.2 Die Rechtsprechung hat die Qualitätsleitlinien für psychiatrische 
Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizeri-
schen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) als aner-
kannten Standard für eine sachgerechte und rechtsgleiche (versicherungs-) 
psychiatrische Begutachtung bezeichnet. Sie verstehen sich als Empfeh-
lung, wovon im begründeten Einzelfall abgewichen werden kann. Ein sich 
formal und inhaltlich nach den Leitlinien richtendes Gutachten soll demnach 
den Regelfall bilden. Als Standard bei der Begutachtung sind die Leitlinien 
dem Rechtsanwender bei der Beurteilung der Gutachtensqualität nützlich 
(BGE 140 V 260 E. 3.2.2 S. 262). Sie sollen die gutachterliche Ermessens-
ausübung strukturieren und diese – insbesondere für die Rechtsanwen-
dung – nachvollziehbar machen. Ein Gutachten verliert jedoch nicht auto-
matisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die Leitlinien anlehnt oder 
(zeitlich) noch gar nicht anlehnen konnte. Der Nichtbefolgung der Begut-
achtungsleitlinien ist aber bei der Beurteilung des Beweiswertes Rechnung 
zu tragen, wobei massgebend bleibt, ob ein Gutachten gesamthaft gese-

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hen nachvollziehbar begründet und überzeugend ist (SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 3.3).

2.4.3 Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische 
Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine An-
spruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der 
Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebil-
dern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichti-
gung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten 
oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschrän-
kungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu 
berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen 
der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Be-
schwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303, 130 V 352) regelmässig 
zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht 
beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297)

3.

3.1 Zwischen den Parteien ist umstritten, ob zur Beurteilung des Leis-
tungsanspruchs eine erneute psychiatrische Begutachtung erforderlich ist. 
Den medizinischen Akten lässt sich hierzu im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

3.1.1 Der Beschwerdeführer wird seit Herbst 2007 in der Praxis 
F.________ wegen Problemen mit der Aufmerksamkeit und Konzentration 
sowie depressiver Verstimmung psychiatrisch und psychotherapeutisch 
betreut. In diesem Zusammenhang wurde dessen Arbeitsfähigkeit durch 
die Praxis F.________, Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, im Bericht vom 18. Oktober 2018 (AB 62) wie folgt beur-
teilt (vgl. AB 63/6): Ausgehend von einem unauffälligen Psychostatus ohne 
kognitive Einschränkungen, aber geltend gemachter Konzentrationsstörun-
gen und leichter Ablenkbarkeit (AB 62/2 Ziff. 1.4), diagnostizierte Dr. med. 
G.________ eine ADHS (ICD-10 F90) und eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4; AB 62/1 Ziff. 1.1). Es beste-

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he eine sehr grosse Stressresistenz, es träten häufig Stimmungsschwan-
kungen mit länger andauernden depressiven Phasen auf, die Arbeitsge-
schwindigkeit sei sehr gering und der Beschwerdeführer reagiere in subjek-
tiv empfundenen Stresssituationen mit Depressionen. Das Funktionsniveau 
sei derart gering, dass er als ... für den ersten Arbeitsmarkt mit grösster 
Wahrscheinlichkeit nicht infrage komme; so arbeite er denn auch zu 75 % 
an einem geschützten Arbeitsplatz (AB 62/4 Ziff. 1.7). Auch mit Berichten 
vom 15. November 2018 und 18. April 2019 schätzte die Praxis 
F.________ die Arbeitsfähigkeit aufgrund der moderat ausgeprägten ADHS 
und der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode 
(ICD-10 F33.0; AB 63/6, 71/3 Ziff. 2.5), auf dem ersten Arbeitsmarkt "aktu-
ell als bei 0 % liegend" (AB 63/7) und im geschützten Rahmen auf 80 % 
(AB 71/4 Ziff. 2.7) ein.

3.1.2 Nach Meinung der RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, sprächen der unauffällige Psychostatus 
ohne kognitive Einschränkungen und ohne Hinweise auf eine depressive 
Erkrankung, die Bewältigung eines Pensums von 80 % im Beschäftigungs-
programm sowie der Alltagsgestaltung und schliesslich verschiedene psy-
chosoziale Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkei-
ten) gegen das Vorliegen einer versicherungsmedizinisch relevanten Er-
krankung im psychiatrischen Fachgebiet. Zudem sei übermässiger Alkohol-
konsum und regelmässiger Amphetaminkonsum aktenkundig (Bericht vom 
16. Mai 2015 [AB 72/7]). Anlässlich einer entsprechenden Laborkontrolle 
fiel das Screening auf Betäubungsmittel negativ aus, während sich eine 
regelmässige Einnahme von ärztlich verordneten Benzodiazepinen (vgl. 
AB 78) sowie laborchemisch Hinweise auf schädlichen Gebrauch von Al-
kohol zeigten (AB 81). Mit Bericht vom 21. August 2019 verneinte Dr. med. 
H.________ auf psychiatrischem Fachgebiet das Vorliegen von Befunden, 
die eine versicherungsmedizinisch relevante Erkrankung begründen könn-
ten; zudem sei möglicherweise von einer iatrogen erzeugten Benzodiaze-
pinabhängigkeit auszugehen (AB 82/4 f.).

3.1.3 Auf Empfehlung des RAD (AB 94) wurde der Beschwerdeführer 
durch die D.________ (MEDAS) psychiatrisch-neuropsychologisch begut-
achtet. Unter Einbezug der neuropsychologischen Untersuchungsergebnis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2022, IV/21/746, Seite 10

se (AB 115.3; vgl. auch AB 115.1/12) diagnostizierte der psychiatrische 
Gutachter Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie sowie für Psychia-
trie und Psychotherapie, im Gutachten vom 25. Mai 2021 mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeits-
störung (ICD-10 F90.9), mittelschwere kognitive Störungen (ICD-10 F06.7), 
rezidivierende depressive Störungen, gegenwärtig leichte depressive Epi-
sode (ICD-10 F33.0), und schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 
F10.1) sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Zustand nach 
Polytoxikomanie ohne Morphine (AB 115.1/14 oben). Beim Beschwerde-
führer liege ein langjähriges, bis in die Jugendzeit zurückreichendes Auf-
merksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) vor, welches die persönliche Entwick-
lung seit dem Jugend- und frühen Erwachsenenalter und den beruflichen 
Werdegang bis heute massgeblich beeinflusse. Es handle sich um einen 
typischen Verlauf dieser Erkrankung, in welchem es dem Beschwerdefüh-
rer dauerhaft nicht gelungen sei, einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit 
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit der erforderlichen Konstanz sowie 
der kognitiven und affektiven Belastbarkeit nachzugehen. Die Auffälligkei-
ten seiner Persönlichkeitsentwicklung mit vorübergehenden, zum Teil 
hochaggressiven und gereizten Verhaltensmustern, der zeitweilige polyto-
xikomane Drogenkonsum ohne Morphine und der bis heute praktizierte 
missbräuchliche Konsum von Alkohol seien in der Komorbidität zur vorlie-
genden Grundstörung – das ADS sei klinisch deutlich führend (vgl. 
AB  115.1/13 Ziff. 6) und selbst bei dauerhafter Alkoholabstinenz bleibe 
eine wesentliche Besserung der emotionalen und kognitiven Belastbarkeit 
unwahrscheinlich (vgl. AB 115.1/15 Ziff. 7.2) – typisch und belegten die 
hochgradig emotionale Irritierbarkeit bei einer dauerhaft deutlich reduzier-
ten affektiven Belastbarkeit. So spielten beachtliche kognitive Leistungsein-
schränkungen, die im Rahmen der neuropsychologischen Testung objekti-
viert werden könnten, eine zusätzliche wesentliche Rolle in Bezug auf die 
deutlich herabgesetzte Belastbarkeit im Erwerbsleben (AB 115.1/14 
Ziff. 7.1). Im Zusammenhang mit der Verschlechterung der kognitiven Leis-
tungsfähigkeit spielten eine Vielzahl reaktiver Einflüsse, die zu einer rezidi-
vierenden depressiven Störung führten, und ein langjähriger schädlicher 
Gebrauch von Alkohol eine zusätzliche symptomverstärkende Rolle. In der 
aktuellen Psychopathologie ergäben sich Anhaltspunkte für eine leichte 
depressive Symptomatik in Form einer leichten Antriebsstörung verbunden 

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mit einer vermehrten Grübelneigung und Zukunftsängsten sowie psycho-
vegetativen Begleiterscheinungen. Der fortgesetzte schädliche Gebrauch 
von Alkohol ohne Anhaltspunkte für Abstinenzerscheinungen bzw. eines 
Kontrollverlusts sei nach wie vor klinisch relevant und könne eine zusätzli-
che Verschlechterung der emotionalen Belastbarkeit bedingen 
(AB 115.1/13 Ziff. 6). Trotz eines gewissen Nachreifungsprozesses, der 
dem Beschwerdeführer vor allem auf der Beziehungsebene zu einer mitt-
lerweile mehrjährigen stabilen Partnerschaft verhelfe und der zu einer ver-
besserten vernunftbasierten Introspektion und Reflektion seiner früheren 
Handlungsmuster beitrage, seien die kognitiven und emotionalen konflikt-
zentrierten Bewältigungsmechanismen weiterhin deutlich begrenzt. Im Kon-
text der beschriebenen Zusammenhänge sei trotz der positiven persönlich-
keitsgebundenen Ressourcen eine kontinuierliche berufliche Belastbarkeit 
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht realisierbar (AB 115.1/15 oben). 
Demnach bestehe im Ausbildungsberuf als .... eine Arbeitsfähigkeit von 
0 %, während in seiner gegenwärtigen Tätigkeit unter geschützten Bedin-
gungen (ohne Tätigkeiten mit einem besonderen Verantwortungs- und 
Zeitdruck in einem wohlwollenden Arbeitsmilieu mit begrenzten An-
sprüchen an das Durchhaltevermögen und die Konzentrationsfähigkeit) 
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % vorliege (AB 115.1/16 Ziff. 7.4). 

3.1.4 Mit Stellungnahme vom 1. Juli 2021 wies die RAD-Ärztin Dr. med. 
H.________ darauf hin, dass die im MEDAS-Gutachten gestellte Diagnose 
ICD-10 F06.7 (vgl. E. 3.1.3 hiervor) eigentlich eine "leichte kognitive 
Störung" umschreibe (AB 117/2 unten). Gemäss ICD-10 könne diese 
Störung vor, während oder nach einer Vielzahl von zerebralen oder syste-
mischen Infektionen und körperlichen Erkrankungen auftreten. Die Diagno-
se dürfe nicht bei Vorliegen einer anderen psychischen oder Verhaltens-
störung aus irgendeinem anderen Abschnitt der ICD-10 gestellt werden. Da 
beim Beschwerdeführer keine zerebralen und systemischen Infektionen 
und körperliche Erkrankungen dokumentiert seien und zudem andere psy-
chische und Verhaltensstörungen (u.a. würden eine rezidivierende depres-
sive Störung [ICD-10 F33], eine ADHS [ICD-10 F90.9] und ein schädlicher 
Gebrauch von Alkohol [ICD-10 F10.1] genannt) vorlägen, sei die Vergabe 
der Diagnose ICD-10 F06.7 durch den psychiatrischen Gutachter medizi-
nisch nicht plausibel. Differentialdiagnostisch sei beim Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2022, IV/21/746, Seite 12

als Ursache für die "mittelschwere neuropsychologische Störung" (AB 
115.3/6 Ziff. 7) die langjährige, ärztlich verschriebene Einnahme von Ben-
zodiazepinen zu berücksichtigen. So sei im Rahmen der Begutachtung ein 
über dem therapeutischen Referenzbereich liegender Bromazepam-
Serumsspiegel festgestellt worden. Die andauernde Einnahme von Benzo-
diazepinen könne zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen, 
häufige Nebenwirkungen seien Konzentrationsstörungen und eine Verlän-
gerung der Reaktionszeit. Medizinisch nicht plausibel seien im Gutachten 
weder eine aktenkundig durch die behandelnden Ärzte verursachte Benzo-
diazepinabhängigkeit diagnostisch berücksichtigt noch deren Auswirkungen 
auf die kognitive Leistungsfähigkeit diskutiert und auch keine Überlegungen 
zur Schadenminderung geäussert worden (AB 117/3).

3.1.5 Damit konfrontiert (vgl. AB 119) führte der psychiatrische Gutachter 
Dr. med. I.________ am 26. Juli 2021 aus, massgeblich für das Ergebnis 
der psychiatrischen Begutachtung und die daraus resultierende Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit sei das Ergebnis der umfänglichen neuropsycho-
logischen Untersuchung, die mittelschwere kognitive Defizite erbracht ha-
be. Diese hätten sich im Rahmen des psychopathologischen Befundes, 
welcher ausschliesslich auf dem klinischen Eindruck basiere, nicht erge-
ben, was aber keinen Widerspruch bedeute (AB 124).

3.1.6 Mit Stellungnahme vom 9. August 2021 erachtete die RAD-Ärztin 
die Rückfragen an die Gutachter (vgl. AB 119) als nicht beantwortet. Ent-
sprechend empfahl sie zur diagnostischen Klärung, zur Beurteilung des 
funktionellen Leistungsvermögens sowie zur Beantwortung der verwal-
tungsseitigen Fragen eine weitere psychiatrische Begutachtung, wobei ins-
besondere die Untersuchungsergebnisse des neuropsychologischen Teil-
gutachtens (AB 115.3) zu berücksichtigen und die Therapieadhärenz und 
Suchtmittelabstinenz mittels Laboruntersuchung zu objektivieren seien 
(AB 126/3).

3.1.7 Der behandelnde Psychiater der Praxis F.________, Dr. med. 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wiederholte im 
Bericht vom 6. September 2021 die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefi-
zitstörung, welche die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtige. Mittlerweile 
sei man sich in der Fachwelt einig, dass neuropsychologische Tests nicht 

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geeignet seien, eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung zu diagnostizieren; da 
hier vor allem die übergeordneten exekutiven Funktionen betroffen seien, 
könnten sich Betroffene in einer geeigneten Situation sehr wohl zeitweise 
konzentrieren. Der klinische Eindruck und die Psychopathologie seien 
ebenfalls nicht konklusiv; nicht das klinische Erscheinungsbild, sondern die 
aktuell vorliegenden alltagsrelevanten Defizite seien hier massgeblich. Die 
Benzodiazepinmedikation sei wegen der Angststörung beim Beschwerde-
führer indiziert und beeinträchtige ihn nicht. Die vermutete Verschlechte-
rung beim Beschwerdeführer sei reaktiv; er stehe seit einiger Zeit unter 
einem erheblichen Druck aufgrund des protrahierten Verlaufs der Ab-
klärungen (AB 135/2 f.).

3.1.8 Mit Stellungnahme vom 21. September 2021 wies die RAD-Ärztin 
darauf hin, dass im MEDAS-Gutachten die Diagnose einer Aktivitäts- und 
Aufmerksamkeitsstörung bestätigt worden sei und diese Diagnose nicht 
bestritten werde. Nicht nachvollziehbar sei indessen die Diagnose einer 
mittelschweren kognitiven Störung. Im Bericht vom 6. September 2021 (vgl. 
E. 3.1.7 hiervor) nenne Dr. med. J.________ in diagnostischer Hinsicht neu 
eine Angststörung, die er indessen nicht nach ICD-10 codiere. Medizinisch-
theoretisch würden Angststörungen (nach ICD-10 F4) in medikamentöser 
Hinsicht mit Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Aufnahme-
Hemmer, der Serotonin- und Noradrenalin-Aufnahme-Hemmer oder der 
Trizyclika behandelt; die Leitlinien zur Behandlung von Angststörungen 
äusserten sich aufgrund der gravierenden Nebenwirkungen (Abhängig-
keitsentwicklung) ausgesprochen kritisch zum Einsatz von Benzodiazepi-
nen bei Angsterkrankungen und empfählen deren Einsatz nur zeitlich be-
fristet und nur in Ausnahmefällen. Die jahrelange Behandlung des Be-
schwerdeführers mit einem Benzodiazepin aufgrund einer "Angststörung" 
lasse sich somit medizinisch nicht plausibel begründen und missachte die 
Leitlinien (AB 137/3 f.).

3.1.9 Mit Stellungnahme vom 8. November 2021 bezeichnete Dr. med. 
J.________ das MEDAS-Gutachten (vgl. E. 3.1.3 hiervor) in jeder Hinsicht 
als einwandfrei und professionell, wogegen die Einwände der RAD-Ärztin 
(vgl. E. 3.1.4, 3.1.6 und 3.1.8 hiervor) bemüht wirkten. Es werde versucht, 
anhand des Handbuches des ICD-10 Widersprüche zu konstruieren, die 

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entsprechend realitätsfremd erschienen und an der Fachkompetenz zwei-
feln liessen. Die implizite Unterstellung, dass die verschriebenen Benzodia-
zepine "in hohen Dosen" eine iatrogene Ursache der Beeinträchtigungen 
sein könnten, sei ähnlich verstiegen und grenze an Rufschädigung; die 
Dosierungen bewegten sich stets im Rahmen des im Compendium emp-
fohlenen Rahmens. Eine erneute Begutachtung sei in keiner Weise ge-
rechtfertigt (Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilag [BB] 3).

3.2

3.2.1 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. I.________ erhob anlässlich 
der Begutachtung weitestgehend unauffällige Befunde (AB 115.1/10 f.) und 
wies daneben auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Teilbegutach-
tung hin (AB 115.1/12). Er diagnostizierte neben der bekannten ADS, einer 
gegenwärtig leichten depressiven Episode und schädlichem Alkoholge-
brauch eine mittelschwere kognitive Störung F06.7 (AB 115.1/14). Die 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________ weist indes zu Recht darauf hin, dass 
diese Diagnose unter Berücksichtigung der ICD-10-Kriterien nicht über-
zeugt (AB 117; vgl. dazu auch E. 2.4.2 hiervor): So steht der Code F06.7 
für eine leichte kognitive Störung, soll die Diagnose nur in Verbindung mit 
einer (hier nicht ersichtlichen) körperlichen Krankheit gestellt werden und 
sie soll bei Vorliegen einer anderen Diagnose gemäss F10-F99 – also auch 
den Diagnosen F10.1, F33.0 und F90.9 (vgl. E. 3.1.3 hiervor) – nicht ver-
wendet werden. Die Diagnose wird vom Gutachter denn auch nicht näher 
begründet. Ebenso setzt sich dieser nicht bzw. nur ungenügend mit den 
Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs und der Benzodiazepinabhängig-
keit auseinander und fehlen diesbezügliche Ausführungen zur allfälligen 
Schadenminderung. Die Stellungnahme vom 26. Juli 2021 (AB 124) enthält 
keine substanziierte Auseinandersetzung mit diesen Punkten. Insgesamt 
fehlt unter dem Blickwinkel der Konsistenz auch eine plausible Begrün-
dung, weshalb der Beschwerdeführer trotz geregeltem Privatleben 
(AB 115.1/9) keinerlei Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachgehen kann 
(vgl. auch E. 2.4.3 hiervor). Das psychiatrische Gutachten der D.________ 
(MEDAS) ist demnach nicht schlüssig.

3.2.2 Die Ausführungen von Dr. med. J.________ (AB 135, BB 3) ändern 
nichts. In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der 

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Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein prakti-
zierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt 
und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem be-
sonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [heute Bundesgericht] vom 20. März 
2006, I 655/05, E. 5.4). Inkonsistent begründet der behandelnde Arzt denn 
auch die Benzodiazepinmedikation, welche seiner Meinung nach trotz aus-
serhalb des (therapeutischen) Referenzbereichs liegendem Kontrollresultat 
(AB 81/4; vgl. auch AB 117/3) stets im empfohlenen Rahmen erfolgt sei 
(BB 3), mit einer (nicht näher umschriebenen) Angststörung des Be-
schwerdeführers (AB 135/2 unten), ohne dass er oder ein anderer Arzt eine 
solche je diagnostiziert hätte.

3.3 Unter diesen Umständen ist eine weitere Begutachtung – unter 
Berücksichtigung des neuropsychologischen Teilgutachtens vom 25. Fe-
bruar 2021 (AB 115.3; vgl. dazu E. 2.4.1 hiervor) – angezeigt.

Damit erübrigen sich Ausführungen zur Indikatorenprüfung (vgl. Beschwer-
deantwort, S. 2 Ziff. 4); eine solche ist ohnehin erst gestützt auf beweiskräf-
tige Unterlagen vorzunehmen (vgl. auch E. 2.4.3 hiervor).

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Zwischenverfügung vom 
28. September 2021 (AB 138) nicht zu beanstanden und die dagegen er-
hobene Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2022, IV/21/746, Seite 16

tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen. Aufgrund der insoweit gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 9. November 2021) ist der Beschwerde-
führer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 113 VRPG).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

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Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

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fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.