# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cc4464f-1137-5df7-97ab-e72cc527e7f8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.09.2014 200 2013 677
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-677_2014-09-03.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 11. Februar 2015 abgewiesen (8C_740/2014).

200 13 677 IV
KNB/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. September 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Juli 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete seit dem 14. März 1994 als … für die D.________ (Dossier der 
Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 17.1 S. 100). Er hatte am 22. 
März 2010 einen Unfall mit einem Motorroller in … (AB 5.36 S. 4; 5.38 S. 1 
ff.), dabei erlitt er u.a. ein Schädelhirntrauma (kleine Kontusionsblutungen 
temporal und temporo-occipital rechts) und Gesichtsschädelfrakturen (im 
Bereich des rechten Oberkiefers einschliesslich der Orbita, des Jochbo-
gens und der Nasenscheidewand), zudem eine Fraktur der Lamina des 5. 
HWS-Körpers, eine Rippenfraktur (8. Rippe links lateral) und eine Kontusi-
on der rechten Schulter (AB 17.1 S. 90 ff.). Vom 25. Mai bis 22. Juli 2010 
hielt sich der Versicherte in der Rehaklinik C.________ auf (AB 17.1 S. 90). 
Ab dem 26. Juli 2010 nahm er die ursprüngliche Tätigkeit zu einem Pen-
sum von 60 % wieder auf (AB 5.16 S. 7). 

Der Versicherte meldete sich im Oktober 2010 bei der IV-Stelle Bern (IVB) 
zum Bezug von Leistungen an (AB 2, 17.1 S. 95 ff.). Die IVB holte die Ak-
ten des Unfallversicherers, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 
(SUVA; AB 5.1-5.38; 17.1 S. 1-278), einen IK-Auszug (AB 6) und einen 
Fragebogen Arbeitgeber (AB 11) ein. Vom 23. Februar bis 30. März 2011 
erfolgte ein weiterer Aufenthalt in der Rehaklinik C.________ (AB 19). Der 
Versicherte erlitt am 5. Dezember 2011 einen Herzinfarkt (AB 24). Mit Mit-
teilung vom 29. März 2012 gewährte die IVB Beratung und Unterstützung 
zum Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes. Der Versicherte nahm die ange-
stammte Tätigkeit vorerst wieder auf mit einem Pensum von 40 %, jedoch 
nicht mehr als Gruppenchef (AB 31). Nachdem der Versicherte in der Folge 
nach einer Herzrehabilitation aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an 
seinen angestammten Arbeitsplatz zurückkehren konnte (vgl. AB 41 S.1), 
wurde vom 4. Juni bis 1. Juli 2012 eine arbeitsmarktlich-medizinische Ab-
klärung (AMA) in der Abklärungsstelle E.________ durchgeführt (Bericht 
vom 3. August 2012 [AB 54]). Es erfolgte weiter eine polydisziplinäre Be-
gutachtung durch das MEDAS (MEDAS-Gutachten vom 22. Januar 2013 
[AB 63.1]). Zudem wurde der Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung 

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vom 18. April 2013 durch den SUVA-Kreisarzt Dr. med. F.________, Fach-
arzt für Allgemeinmedizin FMH, Fähigkeitsausweis manuelle Medizin 
SAMM, eingereicht (AB 74). 

Mit Vorbescheid vom 26. April 2013 stellte die IVB die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens in Aussicht. In der Begründung hielt sie fest, dem Versi-
cherten sei aus medizinischer Sicht nach Ablauf des Wartejahres (März 
2011) eine leichtere Tätigkeit mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
80 % zumutbar. Er sollte in der Lage sein, ein Einkommen von Fr. 44‘575.-- 
zu verdienen. Beim Vergleich mit einem mutmasslichen Valideneinkommen 
von Fr. 62‘198.-- resultiere eine Einbusse von Fr. 17‘623.-- und damit ein 
Invaliditätsgrad von 28 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (AB 75). 
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
Einwände (AB 78). Er beanstandete die Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit, insbesondere brachte er vor, die Beurteilung der ME-
DAS-Gutachter weise in erheblichem Ausmass von den bisherigen Berich-
ten ab und es werde darauf nicht eingegangen. Es sei von einer maximal 
zumutbaren Tätigkeit in einem halben Pensum mit einer Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit von 10 % auszugehen. Weiter beanstandete er die Höhe 
des Valideneinkommens. Mit Verfügung vom 12. Juli 2013 lehnte die IVB 
bei einem Invaliditätsgrad von 28 % die Zusprechung einer Rente ab (AB 
81).

B.

Die SUVA verfügte am 21. Mai 2013 eine UV-Rente bei einer Erwerbsun-
fähigkeit von 33 % und eine Integritätsentschädigung bei einer Integrität-
seinbusse von 33 % (AB 77). Hiergegen erhob der Versicherte Einsprache. 
Mit Einspracheentscheid vom 23. Juli 2013 hiess die SUVA die Einsprache 
gegen die Verfügung vom 21. Mai 2013 teilweise gut, sprach dem Versi-
cherten ab dem 1. Juli 2013 eine UV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 
37 % zu, hob den Integritätsschaden auf insgesamt 45 % an und wies die 
Einsprache soweit weitergehend ab (AB 82). Über die hiergegen am 
23. August 2013 erhobene Beschwerde befindet das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern mit Urteil heutigen Datums (UV/2013/724).

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C.

Am 9. August 2013 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern gegen die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 12. Juli 2013 Beschwerde. Der Versicherte liess beantragen, die Ver-
fügung vom 12. Juli 2013 sei aufzuheben und es sei ihm eine Dreiviertels-
Rente, eventualiter eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzuspre-
chen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2013 beantragte die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
12. Juli 2013. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente, insbe-
sondere umstritten ist die Vollständigkeit der medizinischen Abklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-
fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 
leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Die Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs entbindet die verschiede-
nen Sozialversicherungsträger nicht davon, die Invaliditätsbemessung in 
jedem einzelnen Fall selbstständig vorzunehmen. Keinesfalls dürfen sie 
sich ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen Übernahme des von ei-
nem anderen Versicherer festgelegten Invaliditätsgrades begnügen (BGE 
133 V 549 E. 6.1 S. 553). Die Invaliditätsschätzung des Unfallversicherers 
entfaltet gegenüber der Invalidenversicherung keine Bindungswirkung. Die 
IV-Stelle ist daher nicht zur Einsprache gegen die Verfügung und zur Be-
schwerde gegen den Einspracheentscheid des Unfallversicherers über den 
Rentenanspruch als solchen oder den Invaliditätsgrad legitimiert (BGE 133 
V 549 E. 6.4 S. 555).

3.

3.1 Umstritten ist zunächst die Arbeits- und Leistungsfähigkeit; diesbe-
züglich ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht – gestützt auf den Aufenthalt vom 23. Februar bis 
30. März 2011 – hielten die Ärzte der Rehaklinik C.________ fest, es liege 
eine leichte kognitive Leistungsminderung infolge einer neuropsychologi-

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schen Funktionsstörung vor, die Folge einer primär hirnorganischen Schä-
digung sei. Sie attestierten in der angestammten Tätigkeit, ohne repetitive 
Arbeiten über Kopf mit dem rechten Arm und ohne besondere Kälteeinwir-
kungen, eine Arbeitsfähigkeit von 40 % (zwei Tage pro Woche, günstiger-
weise nicht unmittelbar hintereinander folgend). Eine mittelschwere Arbeit, 
mit leichten bis mittelschweren kognitiven Anforderungen, erachteten sie 
ganztags, mit zusätzlichen Kurzpausen, für zumutbar (AB 19 S. 3).

3.1.2 In der Beurteilung der RAD-Psychiaterin Dr. med. G.________ vom 
11. Juli 2012 wurde festgehalten, dass trotz somatisch gutem Verlauf der 
Beschwerdeführer zunehmend Symptome entwickelt habe, die nicht objek-
tiviert werden könnten (Taubheitsgefühl und Schwäche im Bein und Arm, 
Lärmempfindlichkeit, Augendruck, reduzierte Belastbarkeit, Kopfschmer-
zen, Schlafstörungen und Müdigkeit). Diese seien einer somatoformen 
Schmerzstörung und einer leichten (schwankend bis mittelgradigen), nicht 
remittierten depressiven Episode zuzuordnen. Die Störungen hätten sich 
nach dem Herzinfarkt verstärkt. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ha-
be der Beschwerdeführer seit seiner Kindheit und Jugend eine Persönlich-
keitsstörung entwickelt, die nun zur Beeinträchtigung führe. Die psychi-
schen Störungen, zusammen mit der Persönlichkeitsstörung und den leich-
ten neuropsychologischen Störungen hätten zu einem Gesundheitsscha-
den mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geführt. Eine angepasste 
Tätigkeit in einem halben Pensum mit einer verminderten Leistungsfähig-
keit von 10 % sei dem Beschwerdeführer zumutbar. Eine angepasste Ar-
beit sei eine Tätigkeit ohne Führungsverantwortung, ohne das Bedienen 
gefährlicher Maschinen oder das Erfordernis, komplexe Abläufe zu erfas-
sen. Weiter habe die Möglichkeit zu bestehen, Pausen zu machen; vorteil-
haft sei eine Arbeit mit wenigen Sozialkontakten, mit regelmässigen, über-
schaubaren und strukturierten Abläufen (AB 50 S. 6).

3.1.3 Im MEDAS-Gutachten vom 22. Januar 2013 diagnostizierten die 
Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit das Folgende (AB 63.1 S. 29 
f. Ziff. 5.1):

1. Status nach Polytrauma vom 22. März 2010 (ICD-10 S06.21) mit 
organischem Psychosyndrom (ICD-10 F07.2)

2. Chronische Nacken-Schulter-Armbeschwerden der dominanten 
rechten Seite (ICD-10 M54.2/M79.60)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 8

3. Chronische Kniebeschwerden rechts (ICD-10 M23.51)
4. Koronare 2-Ast-Erkrankung (ICD-10 I25.1)

Die MEDAS-Gutachter hielten zusammenfassend fest, aus orthopädischer 
Sicht bestehe aufgrund der chronischen Nacken-Schulter-Armbeschwerden 
rechts und der chronischen Kniebeschwerden rechts in der angestammten 
Tätigkeit, ebenso wie in jeder anderen körperlich schweren Tätigkeit, eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte, selten mittelschwere 
Tätigkeiten unter Wechselbelastung liege dagegen aus rein orthopädischer 
Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
vor. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten von 10 kg, selten 15 
kg, sollte dabei ebenso wie die Einnahme kniender und hockender Positio-
nen sowie das Überwinden von Treppen und unebenem Grund vermieden 
werden. Aus neurologischer und aus neuropsychologischer Sicht müsse 
aufgrund der vorliegenden leichten bis mittelschweren kognitiven Ein-
schränkungen infolge der traumatischen Hirnverletzung von einer vermin-
derten Belastbarkeit ausgegangen werden. Somit sei die Leistungsfähigkeit 
in jeglicher beruflicher Tätigkeit um 20 % vermindert. Höhergradige Ein-
schränkungen auch in der angestammten beruflichen Tätigkeit könnten aus 
neurologischer Sicht nicht festgestellt werden. Eine zusätzliche psychiatri-
sche Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht festgestellt 
werden. Aus allgemeininternistischer Sicht finde sich keine Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Insgesamt sei aus polydisziplinärer Sicht 
eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in jeder anderen 
körperlich schweren Tätigkeit festzustellen. Für körperlich leichte bis inter-
mittierend mittelschwere Tätigkeiten bestehe hingegen eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80 %, vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem Pau-
senbedarf (AB 63.1 S. 30 f. Ziff. 6.2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 22. Januar 2013 erfüllt 
die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor). 
Die MEDAS-Gutachter hatten Einblick in die Vorakten (AB 63.1 S. 4 f.) und 
sie berücksichtigten die geltend gemachten Beschwerden (AB 63.1 S. 9, 
14, 20, 23, 26). Die Beurteilungen in den einzelnen (psychiatrisch, orthopä-
disch, neurologisch, neuropsychologisch, allgemein-internistisch und kar-
diologisch) Fachgebieten sind schlüssig und sie stimmen mit der Gesamt-
beurteilung insbesondere bezüglich der Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit überein. Damit erbringt das polydisziplinäre MEDAS-
Gutachten vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

Die Beurteilung der MEDAS-Gutachter weicht nicht wesentlich von der Ein-
schätzung der Ärzte der Rehaklinik C.________ im Austrittsbericht vom 
30. März 2011, welche gestützt auf eine neurologische, neuropsychologi-
sche und orthopädische Abklärung erfolgte (AB 19 S. 9), ab. Darin wird 
auch von einer leichten kognitiven Leistungsminderung infolge einer neuro-
psychologischen Funktionsstörung als Folge einer primär hirnorganischen 
Schädigung ausgegangen. Auch die Ärzte der Rehaklinik C.________ er-
achteten eine Arbeit mit leichten bis mittelschweren kognitiven Anforderun-
gen für zumutbar. Sie attestierten in einer solchen angepassten Tätigkeit 
überdies eine volle Arbeitsfähigkeit mit zusätzlichen Kurzpausen (AB 19 S. 
3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 10

3.4 Was der Beschwerdeführer vorbringt, vermag keine Zweifel an der 
Schlüssigkeit des MEDAS-Gutachtens hervorzurufen. Der psychiatrische 
MEDAS-Gutachter hatte Kenntnis, dass die RAD-Psychiaterin Dr. med. 
G.________ eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit einem 
halben Pensum attestiert (AB 50 S. 6) und die Diagnosen einer leichten 
depressiven Episode, einer somatoformen Störung, einer Persönlichkeitss-
törung und einer Schlafstörung gestellt hatte (AB 50 S. 4; 63.1 S. 13). Sie 
war denn auch davon ausgegangen, dass die psychischen Störungen zu-
sammen mit der Persönlichkeitsstörung und den leichten neuropsychologi-
schen Störungen zu einem Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit geführt hätten (AB 50 S. 5). Der psychiatrische MEDAS-
Gutachter hat sich damit auseinandergesetzt und überzeugend begründet, 
weshalb keine vorbestehende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden 
könne. Zudem hat er ausdrücklich festgehalten, dass die Einschränkungen 
weitgehend auf das erlittene Schädel-Hirntrauma zurückzuführen seien. 
Weitere psychische Einschränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
stellte er nicht fest. Da die hirnorganische Störung im Vordergrund steht, ist 
auch nicht zu beanstanden, dass er keine eigene Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit vorgenommen, sondern vielmehr auf die Einschätzung aus neuro-
logisch-neuropsychologischer Sicht verwiesen hat (AB 63.1 S. 13 Ziff. 
4.1.8). 

Ebenso sprechen die Berichte des behandelnden Psychiaters nicht gegen 
die Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens. Dr. med. H.________, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, ging in den Berichten vom 9. September 
2011, 22. Dezember 2011 und 24. Mai 2012 von einer depressiven 
Störung, mindestens mittleren Grades, einer gemischten Angststörung mit 
erheblichen Existenz- und Zukunftsängsten sowie von einer erhöhten Reiz-
barkeit und emotionalen Instabilität im Sinne einer Affektdysregulation, bei 
Status nach traumatischer Hirnverletzung mit nachgewiesenen neuropsy-
chologischen Störungen aus (AB 21 S. 3, 31 S. 1, 41 S. 3). Einerseits wur-
den seine Diagnosen vom psychiatrischen MEDAS-Gutachter, welcher 
Kenntnis seiner Berichte hatte (vgl. AB 63.1 S. 13), nicht bestätigt. Ande-
rerseits hat sich der behandelnde Psychiater lediglich zur Arbeitsfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit geäussert und dazu ausgeführt, dass die bis-
herige Tätigkeit mit einem Pensum von 40 % den Beschwerdeführer an die 

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Limite bringe (AB 21 S. 3, 31 S. 2). Diese Einschätzung ist von den ME-
DAS-Gutachtern insoweit bestätigt worden, als sie (bereits aus orthopädi-
scher Sicht) in der angestammten und jeder anderen körperlich schweren 
Tätigkeit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgingen (AB 63.1 S. 30 f.). 
Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte sich der be-
handelnde Psychiater jedoch nicht. 

Der Beschwerdeführer beanstandete weiter die Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit der MEDAS-Gutachter aus neurologisch-neuropsychologischer 
Sicht: In der neurologischen Beurteilung hat sich der neurologische ME-
DAS-Gutachter mit den vom Beschwerdeführer berichteten chronischen 
Kopfschmerzen, den belastungsabhängigen Schmerzen am rechten Arm 
und der allgemeinen Belastungsintoleranz sowie dem beklagten Muskel-
schwund am rechten Oberschenkel auseinandergesetzt; weiter wurde fest-
gehalten, dass gewisse Sensibilitätsstörungen im Bereich der rechten 
Kopfseite aufgrund des Traumas nachvollziehbar seien, es bestehe jedoch 
kein ausgeprägtes neuropathisches Schmerzsyndrom (AB 63.1 S. 22). Aus 
neuropsychologischer Sicht fiel bei der Testung die Verlangsamung im Be-
reich des visuell-motorischen Arbeitstempos auf, die Aufmerksamkeitsfunk-
tionen waren deutlich unterdurchschnittlich und die Reaktionsgeschwindig-
keit herabgesetzt sowie die Merkfähigkeit für Wörter und Texte deutlich 
reduziert (AB 63.1 S. 26). Die MEDAS-Gutachter haben die verminderte 
Belastbarkeit in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten mit den kognitiven Ein-
schränkungen infolge der traumatischen Hirnverletzung und damit genü-
gend begründet. Weiter haben sie sich auch mit den früheren Einschätzun-
gen aus neurologischer-neuropsychologischer Sicht auseinandergesetzt 
(AB 63.1 S. 23, 26). 

Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, das Ergebnis der AMA in der Ab-
klärungsstelle E.________ sei nicht näher diskutiert worden. In der medizi-
nischen Abklärung wurde festgehalten, dass dem Beschwerdeführer eine 
Tätigkeit im Halbtagespensum zumutbar sei (vgl. AB 54 S. 11), weshalb er 
in der Abklärungsstelle E.________ auch ein Pensum von 50 % hatte, wo-
bei der Leistungsrückgang 50 % betrug, was schliesslich lediglich eine 
Leistungsfähigkeit von 25 % ergab. Die in der AMA gezeigte Leistung 
spricht dennoch nicht gegen die Schlüssigkeit der Beurteilung der Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 12

fähigkeit im MEDAS-Gutachten, da einerseits in der AMA vor allem auch 
die subjektive Arbeitsleistung rapportiert wird und andererseits im Ab-
klärungsbericht AMA vom 3. August 2012 eine polydisziplinäre Begutach-
tung empfohlen wurde (AB 54 S. 12).

Nicht zu beanstanden ist auch die Beurteilung der MEDAS-Gutachter aus 
kardiologischer Sicht. Der am 5. Dezember 2011 erlittene Myokardinfarkt 
hat insoweit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, als dem Beschwerde-
führer schwere körperliche Anstrengungen nicht mehr zumutbar sind (AB 
63.1 S. 28).

3.5 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass dem Beschwerdeführer eine 
körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit mit einer Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, bei vermehrtem Pausenbedarf, 
zumutbar ist (AB 63.1 S. 32).

4.

Zu prüfen bleibt der sich aus dem vorstehend Dargelegten ergebende Inva-
liditätsgrad.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). 

Die Anmeldung erfolgte im Oktober 2010 (AB 2). Zum Beginn und Verlauf 
der Arbeitsunfähigkeit hielten die MEDAS-Gutachter fest, dass eine Ar-
beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit dem Unfall vom 
22. März 2010 angenommen werden könne; ab März 2011 sei von einer 
80%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Nach dem 
Herzinfarkt im Dezember 2011 habe während drei Monaten eine volle Ar-
beitsunfähigkeit bestanden. Ab März 2012 habe wieder eine 80%ige Ar-
beitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten vorgelegen (vgl. AB 63.1 S. 31). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 13

Damit liegt der frühestmögliche Rentenbeginn im März 2011 (Art. 29 Abs. 1 
IVG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.2.2 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 12. Juli 2013 (AB 81) beim Valideneinkommen auf die Angaben des 
ehemaligen Arbeitgebers vom 22. November 2010 ab, worin ab Januar 
2010 ein monatlicher Lohn von Fr. 5‘133.-- angegeben wurde (AB 11 S. 2 
Ziff. 12). Diesen Lohn rechnete sie auf ein Jahr (x12) auf und indexierte auf 
das Jahr 2011, was ein Valideneinkommen von Fr. 62‘198.-- ergab. Ge-
stützt auf die Angaben des Arbeitgebers vom 22. November 2010 ist un-
klar, ob dem Beschwerdeführer ein 13. Monatslohn ausbezahlt wurde. Ge-
genüber der SUVA bestätigte der ehemalige Arbeitgeber am 28. Dezember 
2010 einen Grundlohn von Fr. 5‘133.-- für das Jahr 2010 und einen 
13. Monatslohn von Fr. 5‘133.-- (Akten der SUVA 113 S. 15). Es ist somit 
von einem Jahreslohn von Fr. 66‘729.-- (Fr. 5‘133.-- x 13) auszugehen. 
Indexiert auf das Jahr 2011 (Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex nach Ge-
schlecht, 2011, Bst. F 41-43 Baugewerbe/Bau, Männer, 2011, Veränderung 
zum Vorjahr 1,0 %) resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 67‘396.30.

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 14

turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Für die Bestimmung des Invaliden-
einkommens anhand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt 
des Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht an-
spruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnitt-
lichen monatlichen Bruttolohn („Total“) für Männer oder Frauen bei einfa-
chen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) auszugehen. Da-
bei sind in erster Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massge-
bend (SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc). Da den Tabellenlöhnen gene-
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Um-
rechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit er-
forderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

4.3.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltska-
tegorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV 
Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.3.3 Die Beschwerdegegnerin stellte beim Invalideneinkommen auf die 
LSE 2010, Tabelle TA1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Männer, 
Total von Fr. 4‘901.-- ab, was nicht zu beanstanden ist, da der Beschwer-
deführer bisher keine angepasste Tätigkeit aufgenommen hat. Angepasst 
an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Die 
Volkswirtschaft, Heft 7/8, 2012, Tabelle B9.2, betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit, Total, 2011), aufgerechnet auf ein Jahr und indexiert auf das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 15

Jahr 2011 (Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011, To-
tal, Männer, 2011, Veränderung zum Vorjahr 1,0 %) ergibt dies ein hypo-
thetisches Invalideneinkommen von Fr. 61‘924.60 (Fr. 4‘901.-- / 40 x 41,7 x 
12 + 1 %). Unter Berücksichtigung der Restarbeitsfähigkeit von 80 % (vgl. 
E. 3.5 hiervor) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘539.70 
(Fr. 61‘924.60 x 0,8). Dem vermehrten Pausenbedarf hat die Beschwerde-
gegnerin mit einem Abzug vom Tabellenlohn von 10 % entsprechend 
Rechnung getragen, was nicht zu beanstanden ist (vgl. E. 4.3.2 hiervor). 
Somit ist von einem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 44‘585.70 
auszugehen (Fr. 49‘539.70 x 0,9).

4.4 Die Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 67‘396.30 
und des Invalideneinkommens Fr. 44‘585.70 ergibt eine Einbusse von 
Fr. 22‘810.60 und damit einen Invaliditätsgrad von gerundet 34 % 
(Fr. 22‘810.60 / Fr. 67‘396.30 x 100 = 33,8 %). Damit hat der Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf eine Rente.

Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 12. Juli 2013 erweist 
sich im Ergebnis als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2014, IV/13/677, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.