# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7dd40b4c-ab00-58c5-a287-5c6788dbe3de
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 05.04.2012 ZK1 2012 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2012-8_2012-04-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 05. April 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 12 8         16. April 2012

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 27. August 2012 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin Thöny

In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch die Amtsvormundin Z., wiedervertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt, Obergasse 19, 8402 Winterthur, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 10. Januar 2012, mit-
geteilt am 18. Januar 2012, in Sachen der Y., Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Andri Vital, Chesa Planta, 7524 Zuoz, gegen den Beru-
fungskläger,

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y. und X. heirateten am 26. August 2006 vor dem Zivilstandsamt A.. Aus 
dieser Ehe gingen die Kinder B., geboren am 18. Oktober 2006, C., geboren am 29. 
März 2008, und D., geboren am 16. Januar 2010, hervor. X. wurde mit Beschluss 
der Vormundschaftsbehörde vom 15. Februar 2011 gemäss Art. 370 ZGB entmün-
digt. Das dagegen erhobene Beschwerdeverfahren ist noch hängig. 

B. Am 23. Juni 2011 liess Y. beim Bezirksgerichtspräsidenten Inn ein Gesuch 
um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen einreichen, worin sie die Zuweisung 
der Obhut über die Kinder unter Einräumung eines angemessenen Besuchsrechts 
für den Vater sowie die Verpflichtung von X. zur Bezahlung eines monatlichen Un-
terhalts von Fr. 700.-- pro Kind und eines monatlichen Unterhalts von Fr. 1'770.-- an 
sich beantragte. Darüber hinaus stellte sie das Begehren, es sei X. superproviso-
risch anzuweisen, die eheliche Wohnung unverzüglich zu verlassen und ihr den 
Schlüssel auszuhändigen.

C. In seiner Vernehmlassung vom 11. Juli 2011 liess X. mitteilen, dass er die 
eheliche Wohnung bereits am 26. Juni 2011 verlassen habe. Des Weiteren erklärte 
er sich mit der Zuteilung der Obhut über die drei Kinder an die Ehefrau einverstan-
den, wobei er beantragte, die Kinder nach vorgängiger telefonischer Ankündigung 
auf eigene Kosten jederzeit besuchen beziehungsweise zu sich auf Besuch nehmen 
zu können. Hinsichtlich des Kindesunterhalts ersuchte er um Verpflichtung zur Zah-
lung des Anteils seines Nettoeinkommens, welcher sein Existenzminimum von Fr. 
2'487.00 übersteige. Der Antrag der Ehefrau auf Zusprechung eines nachehelichen 
Unterhalts sei abzuweisen.

D. Am 1. September 2011 fand vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Inn eine 
mündliche Verhandlung statt. In der Folge schlossen die Parteien am 3. Septem-
ber/18. Oktober/2. November 2011 einen gerichtlichen Vergleich ab, in welchem sie 
sich über die Obhutszuteilung und das Besuchsrecht einigten. Über die Höhe der 
Unterhaltszahlungen an die Kinder und die Ehefrau konnte demgegenüber keine 
Einigung erzielt werden. 

E. Mit Entscheid vom 10. Januar 2012, mitgeteilt am 18. Januar 2012, erkannte 
der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn wie folgt:

„1. Die von den Parteien unterzeichnete Vereinbarung wird wie folgt ins Dis-
positiv aufgenommen:

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1. Die Parteien leben seit dem 1. Juli 2011 getrennt.

2. Die Kinder B., geb. am 18. Oktober 2006, C., geb. am 29. März 2008, und 
D., geb. am 16. Januar 2010, sollen unter die Obhut der Mutter gestellt 
werden.

3. Die Eltern sprechen sich jeweils über die Regelung des persönlichen Ver-
kehrs ab, wobei die Parteien vereinbaren, dass sich der Vater höchstens 
einmal pro Tag telefonisch meldet und nach 19.00 Uhr keine Telefonanrufe 
und Besuche mehr stattfinden. Der Vater soll wie in den letzten beiden Mo-
naten die Kinder wenn möglich jeden Tag sehen.

Als Minimalregelung für den Fall, dass sich die Eltern nicht einigen können, 
wird vereinbart, dass der Vater das Recht hat, die Kinder unter Vorankün-
digung von einer Woche einen halben Tag pro Woche zu besuchen.

Aufgrund des Alters der Kinder wird vorerst auf die Regelung eines Ferien-
rechts verzichtet. 

4. Da sich die Parteien über die Unterhaltszahlungen an die Kinder und die 
Ehefrau nicht einig sind, soll das Gericht darüber entscheiden.

5. Der Ehemann bzw. die Vormundin geben der Mutter Auskunft über das 
Einkommen und Vermögen bzw. Schulden.

6. Die Gerichtskosten tragen die Parteien je zur Hälfte und verzichten gegen-
seitig auf eine Prozessentschädigung. 

2. X. wird verpflichtet, rückwirkend ab 1. Juli 2011 für die Dauer des Ge-
trenntlebens im Voraus monatlich insgesamt CHF 2'827.00 (für die Kin-
der je CHF 700.00, für Y. CHF 727.00) zuzüglich gesetzlicher und/oder 
vertraglicher Kinder- bzw. Ausbildungszulagen zu bezahlen.

3.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 3'000.00 gehen je zur Hälfte zu 
Lasten der Parteien und gehen - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu 
Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen.

   b) Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien gegenseitig auf 
eine Prozessentschädigung verzichten.

   c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der gesuchstellenden Partei wird - 
unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden 
mit CHF 5'336.30 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Ent-
schädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt. 

   d) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der gesuchgegnerischen Partei wird 
- unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubün-
den mit CHF 4'511.70 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die 
Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

F. Gegen diesen Entscheid liess X. mit Eingabe vom 6. Februar 2012 beim Kan-
tonsgericht von Graubünden Berufung erheben, wobei er die folgenden Anträge 
stellte:

„1.a) Ziff. 2 des Urteilsdispositivs des Bezirksgerichtspräsidenten Inn vom 
10. Januar 2012 sei aufzuheben.

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   b) Stattdessen sei der Berufungskläger zu verpflichten, der Berufungs-
beklagten ab 1. Juli 2011 an den Unterhalt der drei Kinder zusammen 
monatlich im Voraus den Anteil seines Nettoeinkommens (inkl. Kin-
derzulagen und Anteil 13. Monatslohn) zu zahlen, welcher sein Exis-
tenzminimum von CHF 2'422.00 übersteigt.

   c) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten 
jede Änderung seines Nettoeinkommens durch Vorlage neuer Ar-
beitsverträge, Lohnabrechnungen und dergleichen zu belegen und 
ihr jeweils die Lohnausweise des Vorjahres vorzulegen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbe-
klagten.“

Gleichentags ersuchte X. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, welche 
mit Verfügung des Vorsitzenden vom 21. Februar 2012 (ERZ 12 47) gewährt wurde.

G. In ihrer Berufungsantwort vom 20. Februar 2012 liess Y. die Abweisung der 
Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers 
beantragen. Auch sie ersuchte gleichentags um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege, welche ebenfalls mit Verfügung des Vorsitzenden vom 22. März 2012 
(ERZ 12 67) gewährt wurde.

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen Entscheid 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Entscheide des Bezirksgerichtspräsidenten zum Schutze der ehelichen Ge-
meinschaft ergehen im summarischen Verfahren (vgl. Art. 271 lit. a ZPO i.V.m. Art. 
4 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[EGzZPO; BR 320.100]). Dagegen kann gemäss Art. 308 und Art. 314 ZPO Beru-
fung an das Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden. Zuständig für die 
Beurteilung von solchen Berufungen ist die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts (Art. 
7 Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, EGzZPO, BR 
320.100 und Art. 6 lit. a der Verordnung über das Kantonsgericht, KGV, BR 
173.100). 

2.a) Gemäss Art. 421 Ziff. 8 ZGB bedarf die Prozessführung einer bevormundeten 
Partei, soweit keine Dringlichkeit gegeben ist, der Bewilligung der Vormundschafts-
behörde. Auf die Bedeutung des Rechtsstreits kommt es nicht an. Die Bestimmung 

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gilt sowohl für Zivil- wie auch für Verwaltungsstreitigkeiten. Die Genehmigung ist 
nicht nur notwendig, wenn das Mündel auf der Aktivseite steht, sondern auch, wenn 
es die beklagte Partei ist. Das Gericht hat das Vorliegen der Zustimmung als Pro-
zessvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen. Stimmt die Vormundschafts-
behörde in einem Passivprozess nicht rechtzeitig zu, so ist das Mündel säumig. Das 
Gericht muss von Bundesrechts wegen dem Vormund eine Frist ansetzen, in der er 
die befürwortende Stellungnahme der Vormundschaftsbehörde beibringen kann. 
Für die Notwendigkeit der Zustimmung ist entscheidend, dass es sich um einen 
Streit handelt, den das Mündel nicht selber führen kann, sondern für den es vom 
Vormund vertreten werden muss. Geht es um die Geltendmachung höchstpersön-
licher Rechte, kann das urteilsfähige Mündel den Prozess selber führen und die 
Vormundschaftsbehörde hat kein Mitbestimmungsrecht. Das urteilsfähige Mündel 
kann somit selbständig in einem Scheidungsprozess auftreten. Es kann entspre-
chend auch ohne Zustimmung des Vormundes und auch ohne Genehmigung der 
Behörde seinen Scheidungswillen ausdrücken. Soweit es aber um die Regelung der 
wirtschaftlichen Scheidungsfolgen geht, hat der Vormund mitzuwirken und damit ist 
auch die Zustimmung der Vormundschaftsbehörde erforderlich. Gleiches hat auch 
für das vorliegende Eheschutzverfahren, in welchem es um die Regelung der wirt-
schaftlichen Folgen der Trennung geht, zu gelten (vgl. zum Ganzen Thomas Geiser 
in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 4. Auflage, Basel 2010, N. 20 zu Art. 421 
mit weiteren Hinweisen). 

b) Im vorliegenden Fall reichte Y. am 23. Juni 2011 bei der Vorinstanz ein Ge-
such um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen, namentlich auch um Rege-
lung der wirtschaftlichen Folgen der Trennung von X., ein. X., vertreten durch die 
Amtsvormundin Z., trat somit auf der Passivseite auf. Wie aus dem angefochtenen 
Entscheid (vgl. insbesondere S. 8 Ziff. 10.a) hervorgeht, wurde X. mit Beschluss der 
Vormundschaftsbehörde Val A. vom 15. Februar 2011 gemäss Art. 370 ZGB ent-
mündigt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist noch hängig. Für das vorliegende 
Berufungsverfahren, in welchem X. im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren 
als Aktivpartei auftritt, wurde - soweit von der Vollständigkeit der Akten ausgegan-
gen werden kann - keine Genehmigung der Vormundschaftsbehörde eingeholt. Auf 
das Ansetzen einer Nachfrist zur Behebung dieses Mangels kann jedoch im vorlie-
genden Fall verzichtet werden, zumal - wie die nachfolgende Erwägung zeigt - auf 
die Berufung ohnehin nicht eingetreten werden kann.

3.a) Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO ist die 
Berufung bei der Rechtsmittelinstanz schriftlich und begründet einzureichen. Wie 

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bereits die Eingabe an die erste Instanz muss auch die Berufungseingabe ein 
Rechtsbegehren enthalten. Zwar nennt Art. 311 ZPO einzig die Begründung, die 
aber gerade auch der Erläuterung der Begehren dient und diese damit voraussetzt. 
Aus einer Rechtsmittelschrift muss jedoch hervorgehen, dass und weshalb der 
Rechtsuchende einen Entscheid anficht und inwieweit dieser geändert oder aufge-
hoben werden soll. Demzufolge sind auch in der Berufungseingabe Rechtsbegeh-
ren zu stellen. Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt sein, dass es im Falle der 
Gutheissung der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann. Aus diesem 
Prozessgrundsatz folgt demnach im vorliegenden Verfahren, dass die auf Geldzah-
lung gerichteten Berufungsanträge zu beziffern sind, das heisst, es muss gesagt 
werden, in welchem konkreten Betrag die angefochtenen Unterhaltsbeiträge abge-
ändert werden sollen. Daran ändert auch nichts, dass es im vorliegenden Fall unter 
anderem um Kinderunterhalt geht, auf welchen die Offizialmaxime Anwendung fin-
det. Nach Art. 296 Abs. 3 ZPO entscheidet das Gericht bei Kinderbelangen in fami-
lienrechtlichen Angelegenheiten ohne Bindung an Parteianträge. Die Offizialma-
xime gilt in diesen Angelegenheiten auch vor der kantonalen Rechtsmittelinstanz. 
Ob ein Rechtsmittel ergriffen werden soll und in welchem Umfang, steht in der Dis-
position der Parteien, unabhängig davon, ob sie über das streitige Recht verfügen 
können oder nicht. Die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens setzt damit auch unter 
der Offizialmaxime voraus, dass eine Partei ein form- und fristgerechtes Rechts-
schutzersuchen an die Rechtsmittelinstanz richtet. Während somit die formellen 
Voraussetzungen der Berufungsschrift die (gültige) Einleitung des Berufungsverfah-
rens betreffen, geht es bei der Offizialmaxime darum, dass das Gericht in der Folge 
nicht an die Parteianträge gebunden ist und von diesen abweichen kann, zumal das 
Verschlechterungsverbot unter der Offizialmaxime nicht zum Tragen kommt. Damit 
sind im vorliegend zu behandelnden Berufungsverfahren auch für den Kinderunter-
halt Anträge erforderlich, die den aufgezeigten Anforderungen an die Bezifferung 
genügen müssen (vgl. zum Ganzen BGE 137 III 617 E. 4 S. 618 ff. mit zahlreichen 
Hinweisen).

b) Ein Rechtsbegehren muss - wie bereits ausgeführt wurde - so bestimmt sein, 
dass es im Falle der Gutheissung zum Urteil erhoben werden kann. Fehlt es im Falle 
von Geldforderungen an einem bezifferten Rechtsbegehren, so ist auf das Rechts-
mittel grundsätzlich nicht einzutreten. Dieser Prozessgrundsatz galt schon unter 
dem bisherigen kantonalen Zivilprozessrecht (vgl. hierzu PKG 2006 Nr. 5; PKG 
1995 Nr. 15) und gilt weiterhin unter Herrschaft der eidgenössischen Zivilprozess-
ordnung (vgl. BGE 137 III 617 E. 4 S. 618 ff.). Das Rechtsbegehren der vorliegend 
zu beurteilenden Berufung vermag dieser Anforderung nicht zu genügen. Der Be-

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trag, der für den Unterhalt der Kinder zu leisten ist, wird nicht beziffert, sondern vom 
erzielten Einkommen und dem Existenzminimum des Berufungsklägers abhängig 
gemacht. Da diese Positionen variabel sind, lässt sich der monatlich zu leistende 
Betrag nicht aus dem Rechtsbegehren bestimmen, weshalb bei allfälliger Über-
führung dieses Antrags ins Dispositiv auch kein vollstreckbarer Titel vorliegen 
würde. Auch lässt sich weder aus dem Rechtsbegehren noch aus den dazugehöri-
gen Erklärungen ein Höchstbetrag ableiten. Der Unterhaltsbeitrag ist somit auch 
bezüglich Maximalhöhe nicht hinreichend begrenzt, was ebenfalls dazu führt, dass 
auch dieser Punkt dem richterlichen Ermessen überlassen wird. Dies, obwohl der 
anwaltlich vertretene Berufungskläger in der Lage ist und ihm zugemutet werden 
kann, die Höhe des von ihm als angemessen erscheinenden Unterhaltsbeitrags ge-
nau anzugeben. Indem der Berufungskläger das Rechtsbegehren nicht beziffert, 
sondern lediglich den jeweiligen Überschuss zwischen seinem Einkommen und sei-
nem Existenzminimum als Richtlinie angibt, kann auf sein Begehren nicht eingetre-
ten werden.

c) Die Rechtsfolge des Nichteintretens steht jedoch unter dem Vorbehalt des 
überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV). Daraus folgt, dass auf eine Berufung 
mit formell mangelhaftem Rechtsbegehren ausnahmsweise einzutreten ist, wenn 
sich aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Ent-
scheid, ergibt, was der Berufungskläger in der Sache verlangt - oder im Falle zu 
beziffernder Rechtsbegehren - welcher Geldbetrag zuzusprechen ist. Rechtsbegeh-
ren sind im Lichte der Begründung auszulegen (BGE 137 II 313 E. 1.3 S. 317). Im 
vorliegenden Fall lässt sich auch der Begründung nicht entnehmen, auf welchen 
konkreten Betrag die Unterhaltszahlungen nach Ansicht des Berufungsklägers fest-
zulegen sind. Hierzu führt er nämlich einzig aus, dass ihm gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung das Existenzminimum zu belassen sei. Da seine Einkom-
mensentwicklung nach Ablauf seines Arbeitsvertrags ungewiss sei und Abände-
rungsverfahren zu vermeiden seien, sei der Unterhaltsbeitrag so festzusetzen, dass 
er zu verpflichten sei, der Berufungsbeklagten ab 1. Juli 2011 an den Unterhalt der 
drei Kinder zusammen monatlich im Voraus den Anteil seines Nettoeinkommens 
inklusive Kinderzulagen und Anteil 13. Monatslohn zu zahlen, welcher sein Exis-
tenzminimum von Fr. 2'422.-- übersteige. Auch daraus lässt sich nicht ermitteln, auf 
welchen Betrag der Berufungskläger den Kinderunterhalt insgesamt reduziert ha-
ben möchte. Ist - wovon der Berufungskläger ausgeht - das monatliche Nettoein-
kommen variabel beziehungsweise müsste es laufend aufgrund von Arbeitsverträ-
gen, Lohnabrechnungen und Lohnausweisen überprüft werden, wie dies der Beru-
fungskläger in Ziffer 1 lit. c seines Rechtsbegehrens beantragt, so könnte - würde 

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solches zum Urteil erhoben - gar kein bezifferter Unterhalt festgesetzt werden. Die 
Berufungsbeklagte hätte so gesehen gar keinen Vollstreckungstitel in ihren Händen, 
weil ja die Höhe des gesamten Unterhaltsbeitrags fortlaufend entsprechend den 
Einkommensschwankungen erst noch festgesetzt werden müsste. Ein Urteil muss 
aber ohne weitere Verdeutlichung vollstreckt werden können (vgl. PKG 2006 Nr. 5 
S. E. 2.a). Auch die Vorinstanz ist somit im Ergebnis zu Recht auf das vom Beru-
fungskläger bereits im erstinstanzlichen Verfahren formulierte Rechtsbegehren 
nicht weiter eingegangen und hat den Unterhaltsbeitrag insgesamt - ausgehend 
vom bezifferten Rechtsbegehren der Berufungsbeklagten - ziffernmässig und voll-
streckbar festgesetzt. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass selbst 
unter Beizug der Berufungsbegründung und des angefochtenen Entscheids das 
Rechtsbegehren nicht hinreichend interpretiert und kein genau bezifferter Unter-
haltsbeitrag, sei es für die Kinder, sei es für die Ehefrau, ermittelt werden kann. 
Vorliegend steht somit das Verbot des überspitzten Formalismus einem Nichtein-
tretensentscheid nicht entgegen.

d) Ist von einem ungenügenden Rechtsbegehren auszugehen, ist auf die Beru-
fung nicht einzutreten. Es ist dem Berufungskläger auch keine Nachfrist gemäss 
Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO zur Ergänzung des Begehrens einzuräumen. Diese Be-
stimmung entspricht Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur 
ZPO, BBl 2006, S. 7306 Ziff. 5.9.2), wonach im Rechtsmittelverfahren eine Nachfrist 
zur Ergänzung von Rechtsschriften, die den formellen Anforderungen, wie sie sich 
aus Gesetz und Rechtsprechung ergeben, nicht genügen, nicht gewährt werden 
kann (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.4.2 S. 247 f.). 

4.a) Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden 
Partei auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, 
bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. Vorliegend ist X. – 
da auf seine Berufung nicht eingetreten werden konnte – vollständig unterlegen, 
weshalb ihm die gesamten Verfahrenskosten auferlegt werden. Angesichts der ihm 
mit Verfügung des Vorsitzenden vom 21. Februar 2012 (ERZ 12 47) gewährten un-
entgeltlichen Rechtspflege werden die Kosten für das Berufungsverfahren von Fr. 
1'000.-- jedoch unter dem Vorbehalt der Rückforderung dem Kanton Graubünden 
in Rechnung gestellt und aus der Gerichtskasse bezahlt. Darüber hinaus hat der 
Berufungskläger aufgrund seines Unterliegens der Berufungsbeklagten eine Partei-
entschädigung zur Abgeltung der notwendigen Auslagen und Kosten der berufs-
mässigen Vertretung zu leisten. Dabei gelangt der Normaltarif zur Anwendung. Der 
Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten reichte mit Datum vom 28. März 2012 eine 

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Honorarnote über den Betrag von Fr. 1'349.45 zu den Akten, wobei ein zeitlicher 
Aufwand von 4.75 Stunden à Fr. 250.-- sowie Barauslagen und Mehrwertsteuer gel-
tend gemacht wurden. Dieser Aufwand erscheint als angemessen und ist der Beru-
fungsbeklagten zu Lasten des Berufungsklägers zuzusprechen. Sollte sich die Par-
teientschädigung als uneinbringlich erweisen, so wäre der Rechtsvertreter aufgrund 
der Y. mit Verfügung vom 22. März 2012 (ERZ 12 67) gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege vom Kanton Graubünden zu entschädigen. Dabei wäre jedoch nur ein 
reduzierter Stundentarif von Fr. 200.-- zu vergüten, was einem Honorar von total Fr. 
1'092.95 entspräche. Unter dem Vorbehalt der Uneinbringlichkeit ist dem unentgelt-
lichen Rechtsbeistand der Berufungsbeklagten somit eine reduzierte Entschädi-
gung von Fr. 1'092.95 einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer zuzuspre-
chen. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 ZPO)

b) Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Berufungsklä-
gers wird ebenfalls unter dem Vorbehalt der Rückforderung dem Kanton Graubün-
den in Rechnung gestellt und aus der Gerichtskasse bezahlt, wobei die Rückforde-
rung gemäss Art. 123 ZPO vorbehalten bleibt. Der Rechtsvertreter des Berufungs-
klägers machte unter Anwendung des reduzierten Stundentarifs von Fr. 200.-- ein 
Honorar von Fr. 1'787.40 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)geltend. 
Dieses erscheint unter Berücksichtigung des notwendigen Aufwands und der 
Schwierigkeit der Sache als angemessen. Die Entschädigung des unentgeltlichen 
Rechtsvertreters von X. wird dementsprechend auf Fr. 1'787.40 (einschliesslich 
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von Fr. 1'000.-- gehen zu Las-
ten des Berufungsklägers. 

3.a) Der Berufungskläger hat die Berufungsbeklagte für das Berufungsverfahren 
mit Fr. 1'349.45 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu ent-
schädigen. 

   b) Für den Fall der Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung wird dem 
Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten vom Kanton Graubünden infolge ge-
währter unentgeltlicher Rechtspflege (ERZ 12 67) ein Honorar von 
Fr. 1'092.95 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) ausgerichtet.

4.a) Die X. auferlegten Gerichtskosten und die Kosten seiner Rechtsvertretung im 
Berufungsverfahren werden gestützt auf die ihm gewährte unentgeltliche 
Rechtspflege (ERZ 12 47) dem Kanton Graubünden in Rechnung gestellt und 
aus der Gerichtskasse bezahlt.

   b) Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters von X. wird auf Fr. 
1'787.40 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.

   c) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch den Kanton Graubün-
den im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bun-
desgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Aus-
fertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

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6. Mitteilung an: