# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72eea594-5908-53c0-9b22-cabf2e5dfa78
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.01.2022 VG.2021.00072 (VG.2022.1110)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2021-00072_2022-01-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Januar 2022

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Michael Schlegel,
  Verwaltungsrichterin Jolanda Hager und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2021.00072

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch lic.
    iur. Susanne Pälmke, Rechtsanwältin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Regierungsrat des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staatshaftung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], verunfallte am
  31. Januar 2013 während seiner Arbeitstätigkeit, als er von einer
  Klapparbeitsbühne 13 Meter in die Tiefe stürzte, nachdem diese aus ihrer
  rechten Wandhalterung gehoben wurde. Dabei zog er sich schwere Verletzungen
  zu.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 4. Oktober 2019 erhob die Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus im Zusammenhang mit dem Unfallereignis
  vom 31. Januar 2013 Anklage gegen fünf Personen, wobei sich A.______ in
  diesen Strafverfahren als Privatkläger konstituierte. Mit Beschluss vom 3.
  Dezember 2019 wies das Kantonsgericht des Kantons Glarus die Sache zur
  Beweisergänzung an die Staatsanwaltschaft zurück. In der Folge hielt diese
  mit Schreiben vom 10. Dezember 2019 unverändert an ihren
  Anklageschriften fest und beantragte dem Kantonsgericht unter
  Berücksichtigung der Verjährung per 31. Januar 2020 die umgehende
  Ansetzung einer mündlichen Hauptverhandlung. Mit Beschluss vom
  19. Februar 2020 stellte das Kantonsgericht die Strafverfahren ein. Dies
  mit der Begründung, es fehlten für eine Urteilsfällung weiterhin unabdingbare
  Beweise und stehe ausser Zweifel, dass diese vor Ablauf der siebenjährigen
  Verjährungsfrist nicht mehr beigebracht werden könnten. Es liege eine auf das
  Verhalten der Staatsanwaltschaft zurückzuführende massive Verletzung des
  Beschleunigungsgebots vor.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Am 28. August 2020 machte A.______ gegenüber dem
  Regierungsrat des Kantons Glarus eine Verletzung des Beschleunigungsgebots
  geltend. Mit Schreiben vom 10. September 2020 sowie vom 3. November
  2020 setzte ihm Letzterer Frist an, um seine Eingabe gestützt auf das Gesetz
  über die Haftung der Gemeinwesen und ihrer Amtsträger vom 5. Mai 1991 (SHG)
  zu substantiieren. Dieser Aufforderung kam er am 3. Dezember 2020 nach
  und legte weitere Belege ins Recht.

  
	
   

  
	
  2.2 Nachdem der Regierungsrat das
  Staatshaftungsverfahren zu Gunsten eines informellen Vorverfahrens durch die
  Betriebshaftpflichtversicherung sistiert hatte, verneinte er einen Anspruch auf
  Schadenersatz und Genugtuung. Daraufhin hielt A.______ am 3. März 2021
  an seinem Staatshaftungsbegehren fest, worauf der Regierungsrat das Verfahren
  wieder aufnahm und die Staatsanwaltschaft vernehmen liess. Überdies lud er
  verschiedene Amtsträger ins Verfahren bei und gab ihnen die Möglichkeit zur
  Stellungnahme.

  
	
   

  
	
  2.3 Nachdem A.______ am 21. Juni 2021 unaufgefordert
  eine Stellungnahme eingereicht hatte, wies der Regierungsrat das
  Staatshaftungsbegehren am 17. August 2021 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen den Entscheid des
  Regierungsrats vom 17. August 2021 gelangte A.______ mit Beschwerde vom
  3. September 2021 ans Verwaltungsgericht und beantragte dessen Aufhebung
  sowie die Rückweisung der Sache an den Regierungsrat zur Neubeurteilung;
  alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen (inkl. Mehrwertsteuer) zu
  Lasten der Staatskasse. Am 4. September 2021 ersuchte er überdies um
  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung.

  
	
   

  
	
  Der Kanton Glarus liess sich am 1. Oktober 2021 vernehmen
  und beantragte die Abweisung der Beschwerde; unter Kostenfolgen zu Lasten von
  A.______.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 105
  Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4.
  Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 12 Abs. 1 SHG zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvor-aussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Beschwerde können gemäss Art. 107
  Abs. 2 lit. g VRG i.V.m. Art. 21 Abs. 3 SHG alle Mängel
  des Verfahrens und des strittigen Entscheids einschliesslich der Unangemessenheit
  gerügt werden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 SHG haftet das Gemeinwesen für
  den Schaden, den seine Amtsträger in amtlicher Tätigkeit Dritten rechtswidrig
  zufügen, und dies ohne Rücksicht auf ein Verschulden der Amtsträger. Art. 6
  Abs. 1 SHG stellt eine Kausalhaftung dar. Voraussetzungen für Schadenersatz
  bildet neben dem Schaden die Widerrechtlichkeit. Daneben ist nach den
  Grundsätzen des allgemeinen Haftungsrechts ein adäquater Kausalzusammenhang
  zwischen dem zur Diskussion stehenden Ereignis und dem eingetretenen Schaden
  erforderlich (VGer-Urteil VG.2016.00090 vom 13. April 2017
  E. II/3).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Haftung des Staats setzt den Eintritt eines
  Schadens voraus. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen zwei
  Vermögensständen, demjenigen nach Eintritt des schädigenden Ereignisses und
  demjenigen, der ohne dieses Ereignis bestünde. Unter bestimmten
  Voraussetzungen kann zudem ein Anspruch auf Ersatz von immateriellen Schäden
  durch Leistung einer Geldsumme als Genugtuung geltend gemacht werden (Ulrich
  Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A.,
  Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 2101; vgl. auch Art. 8 Abs. 1
  SHG).

  
	
   

  
	
  2.3 Die schädigende Handlung muss rechtswidrig sein. Die
  Verletzung von absolut geschützten Rechtsgütern, zu denen Leib, Leben,
  Freiheit, Persönlichkeit und Eigentum gezählt werden, ist immer
  widerrechtlich. Bei einer Beeinträchtigung des Vermögens muss hingegen ein
  Verstoss gegen ein Ge- oder Verbot der Rechtsordnung vorliegen, welches dem
  Schutz des verletzten Rechtsguts dient (Häfelin/Müller/Uhlmann,
  Rz. 2114). Ein Eingriff in das Vermögen, der zu einem reinen
  Vermögensschaden führt, ist angesichts des lediglich relativen Schutzes nur
  dann widerrechtlich, wenn das schädigende Verhalten gegen eine Norm
  verstösst, die den Schutz des betroffenen Rechtsguts vor Schäden dieser Art
  bezweckt. Die Bestimmung des Schutzzwecks einer Schutznorm erfolgt durch
  Auslegung, wobei zwischen dem Zweck einer Norm und deren Wirkungen zu
  unterscheiden ist. Es genügt nicht, dass als Folge der angestrebten
  Schutzwirkung im Sinne einer Reflexwirkung auch andere Interessen von der
  vorgeschriebenen Tätigkeit profitieren. Eine haftungsbegründende Schutznorm
  liegt nur dann vor, wenn sie das Vermögen gegen Schädigungen dieser Art
  schützt, wenn sich der Schaden demnach als Verwirklichung einer Gefahr
  qualifiziert, welche die vom Schädiger verletzte Norm gerade hätte bannen
  sollen (Marianne Ryter, in Giovanni Biaggini et al. [Hrsg.], Fachhandbuch
  Verwaltungsrecht, Zürich/Basel/Genf 2015, Rz. 29.89 ff.).

  
	
   

  
	
  2.4 Die natürliche Kausalität ist gegeben, wenn ein Handeln
  Ursache im Sinne einer nicht wegzudenkenden Bedingung für den Eintritt des
  Schadens ist. Ob dies zutrifft, ist eine Tatfrage. Rechtsfrage ist dagegen,
  ob zwischen der Ursache und dem Schadenseintritt ebenfalls ein adäquater
  Kausalzusammenhang besteht. Dies ist dann der Fall, wenn die Ursache nach dem
  gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist,
  einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen. Der adäquate
  Kausalzusammenhang fehlt oder ist unterbrochen, wenn eine Schadensursache
  gegenüber einer anderen völlig in den Hintergrund tritt. Dazu zählt auch ein
  überwiegendes Selbstverschulden des Geschädigten oder ein entsprechendes
  Drittverschulden (vgl. zum Ganzen: BGer-Urteil 2C_1059/2014 vom
  25. Mai 2016 E. 5.1). 

  
	
   

  
	
  2.5 Das
  Gemeinwesen haftet gemäss Art. 10 Abs. 1 SHG unter anderem dann
  nicht, wenn ein Geschädigter die ordentlichen Rechtsmittel, die ihm zur
  Verfügung standen, um sich der schädigenden Handlung oder Unterlassung zu
  widersetzen, nicht ergriffen hat, obwohl ihm dies zumutbar war.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Jede Person hat in
  Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und
  gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist
  (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV]). Strafbehörden nehmen
  Strafverfahren unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete
  Verzögerung zum Abschluss (Art. 5 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom
  5. Oktober 2007 [StPO]).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die erlittene
  schwere Körperschädigung habe eine volle Erwerbsunfähigkeit in seinem angestammten
  Beruf als Bauarbeiter zur Folge gehabt, weshalb er für den Verdienstausfall
  bzw. bei der Substantiierung des diesbezüglichen Schadens eine Annahme
  habe treffen müssen. Ein durchschnittlicher Verdienst im Land B.______
  betrage mindestens EUR 600.- pro Monat. Dieser Betrag sei bis zur
  Vollendung seiner Arbeitstätigkeit im 65. Altersjahr berechnet worden
  und ergebe umgerechnet einen Betrag in der Höhe von Fr. 344'088.-. Des
  Weiteren entrichte ihm die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) ein Unfalltaggeld von monatlich
  EUR 130.-. Dieses sei vom geschätzten Einkommen von EUR 600.- pro
  Monat in Abzug zu bringen. Sodann könne er sich aufgrund seiner
  Erwerbsunfähigkeit keiner Krankenkasse mehr anschliessen und obschon er sich
  habe behandeln lassen müssen, verfüge er über keine ordentlichen
  Abrechnungen. Die von ihm selbst getragenen Heilungskosten könne er daher
  nicht belegen, sondern habe diese auf Fr. 20'000.- geschätzt. Der
  Beschwerdegegner habe hierbei offengelassen, ob er den Bestand und die Höhe
  des Schadens rechtsgenüglich substantiiert habe. Dies sei deshalb zu seinen
  Gunsten zu bejahen. Ferner liege die Widerrechtlichkeit darin, dass die
  Staatsanwaltschaft das Verfahren zwar zeitnah im Jahr 2013 eröffnet,
  dieses aber während Jahren liegen gelassen und wichtige Beweisanträge
  abgelehnt habe. Erst im Jahr 2018 sei das Verfahren wieder an die Hand
  genommen worden. Dies sei zu spät erfolgt, um vor Eintritt der Verjährung ein
  erstinstanzliches Urteil zu erwirken. Dadurch seien die Amts- und Dienstpflichten
  sowie das Beschleunigungsgebot verletzt worden. Darüber hinaus habe er sich
  drei Mal nach dem Verfahrensstand erkundigt. Die Verzögerung sei in den
  ersten Jahren geschehen, als noch kein Grund bestanden habe, neben den
  Auskunftsersuchen eine Rechtsverzögerungsbeschwerde zu verfassen. Als das
  Verfahren im Jahr 2018 von der Staatsanwältin C.______ übernommen worden
  sei und diese Befragungen durchgeführt habe, habe kein Grund mehr bestanden,
  sich über den schleppenden Gang des Verfahrens zu beschweren. Schliesslich
  wäre eine Zivilklage bei fünf Beschuldigten, die verschiedene und teilweise
  auch ausländische Wohnorte hätten, von vornherein ohne Erfolg geblieben.
  Damit liege im Ergebnis kein grobes Selbstverschulden vor, welches den
  Kausalzusammenhang unterbrochen habe.

  
	
   

  
	
  4.2 Der Beschwerdegegner vertritt die Auffassung, das
  Eintreten auf das Staatshaftungsbegehren sei zu Gunsten des Beschwerdeführers
  erfolgt. Indem er die Frage der genügenden Substantiierung offengelassen habe
  und auf das Staatshaftungsgesuch eingetreten sei, habe der Beschwerdeführer
  eine materiell-rechtliche Überprüfung durch das Verwaltungsgericht verlangen
  können. Aus diesem Umstand könne jedoch nicht geschlossen werden, die
  einzelnen Haftungsvoraussetzungen seien genügend substantiiert worden. So sei
  zunächst der Schaden ungenügend begründet worden. Es werde ein Einkommen von
  mindestens EUR 600.- behauptet, wobei Angaben darüber fehlten, ob es
  sich hierbei um Brutto- oder Nettoeinkommen handle, in welcher Branche ein
  solches Einkommen erzielt werden könne, welche Ausbildungen vorausgesetzt
  würden, wie hoch die Arbeitslosenquote im Land B.______ sei, ob der
  Beschwerdeführer auch ohne Unfall überwiegend wahrscheinlich ohne Unterbruch
  bis zur ordentlichen Pensionierung hätte arbeiten können und ob im Land
  B.______ auch bis zu einem Alter von 65 gearbeitet werde. Ferner habe er die
  selbstgetragenen Heilungskosten auf Fr. 20'000.- geschätzt, ohne dabei
  zu belegen, bei wem, wo, weshalb und wie lange er sich welchen Behandlungen
  unterzogen habe. Sodann sei aufgrund der ungenügenden Eingabe des
  Beschwerdeführers davon auszugehen, dass die adhäsionsweise geltend gemachten
  Zivilforderungen mangels Begründung im Strafverfahren nicht materiell
  abschliessend hätten behandelt werden können. Selbst bei einer
  strafrechtlichen Verurteilung der Beschuldigten wären die Zivilansprüche auf
  den Zivilprozessweg verwiesen worden. Schliesslich habe der Beschwerdeführer
  es in der Hand gehabt, seine Zivilansprüche ungeachtet des Strafverfahrens
  rechtzeitig auf dem zivilprozessualen Weg gegenüber den Beschuldigten geltend
  zu machen. Dieses Säumnis habe er sich als kausalitätsunterbrechendes
  Selbstverschulden zuzuschreiben. Gleiches gelte für die unterbliebene
  Intervention gegen die lange Verfahrensdauer bzw. das diesbezüglich
  versäumte Ergreifen einer Rechtsverzögerungs- oder
  Rechtsverweigerungsbeschwerde.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des
  Beschleunigungsgebots durch die Amtsträger der Staatsanwaltschaft gemäss
  Art. 5 Abs. 1 StPO und verweist diesbezüglich auf den Beschluss des
  Kantonsgerichts vom 19. Februar 2020. Darin hielt Letzteres fest, dass
  sich der strafrechtlich relevante Unfallhergang am 31. Januar 2013
  ereignet habe, worauf die Kantonspolizei Glarus umgehend Untersuchungshandlung
  vorgenommen habe. Es stehe jedoch fest, dass die Staatsanwaltschaft lange
  Zeit gar keine bzw. kaum Untersuchungshandlungen vorgenommen habe und
  dem Kantonsgericht die Anklageschrift erst am 4. Oktober 2019, mithin
  kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist, habe zukommen lassen. Es liege eine auf
  das Verhalten der Staatsanwaltschaft zurückzuführende massive Verletzung des
  Beschleunigungsgebots vor.

  
	
   

  
	
  5.2 Vom Beschwerdeführer wird ein reiner
  Vermögensschaden ohne gleichzeitigen Eingriff in absolute Rechte geltend gemacht.
  Ein solcher ist nur dann widerrechtlich, wenn er auf der Verletzung einer
  Amtspflicht beruht, die dem Schutz vor solchen Schädigungen dient
  (vgl. vorstehende E. II/2.3). Zudem begründet er den Anspruch auf
  Schadenersatz und Genugtuung mit einer Unterlassungshandlung vonseiten der
  Staatsanwaltschaft. Für Schädigungen infolge einer Unterlassung setzt eine
  Haftung eine Garantenstellung voraus. Eine solche kann lediglich durch
  rechtliche Vorschriften begründet werden (vgl. BGE 144 II 281
  E. 3.1, 136 II 187 E. 4.2, 133 V 14
  E. 8.1, je mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.3 Unbestritten ist, dass die Staatsanwaltschaft das
  Beschleunigungsgebot von Art. 5 Abs. 1 StPO verletzt hat. Der
  Beschwerdegegner gibt diesbezüglich die zutreffende bundesgerichtliche
  Rechtsprechung wieder, wonach sich neben dem Beschuldigten auch der
  Privatkläger in einem Strafverfahren auf das Beschleunigungsgebot von
  Art. 5 Abs. 1 StPO berufen kann und Rechtsverzögerungen eine
  Haftung des Gemeinwesens nach sich ziehen können (vgl. BGE 144 I 318
  E. 7.3.2, BGer-Urteil 2C_227/2020 vom 21. August 2020 E. 9.1,
  1B_441/2019 vom 23. März 2020 E. 2.1, je mit Hinweisen). Sodann ist
  der Kanton zur Gewährung einer ordnungsgemässen Rechtspflege verpflichtet und
  hat unmittelbar auf die Behebung eines personellen Missstands einzuwirken,
  ansonsten er für seine Versäumnisse haftbar gemacht werden kann
  (vgl. BGE 119 III 1 E. 3, mit Hinweis). Vor diesem
  Hintergrund rechtfertigt es sich, Art. 5 Abs. 1 StPO dahingehend
  auszulegen, dass eine haftungsbegründende Schutznorm vorliegt, welche die
  Vermögensinteressen des Beschwerdeführers schützt, womit der Kanton Glarus
  als Garant für die angemessene Verfahrensdauer einzustehen hat
  (vgl. BGer-Urteil 2C_852/2019 vom 20. November 2020 E. 5.2.2).
  Die Verletzung des Beschleunigungsgebots durch die Staatsanwaltschaft ist
  somit als widerrechtlich zu qualifizieren.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Der Beschwerdeführer machte als Privatkläger im
  Strafverfahren gegenüber den Beschuldigten adhäsionsweise Schadenersatz- und
  Genugtuungsansprüche geltend. Seinen Schaden in der Höhe von
  Fr. 346'968.- (EUR 600.- [durchschnittliches Monatseinkommen]
  x 1.08 [Umrechnungskurs Stand Dezember 2020] x 12 Monate
  x 44.25 Jahre [bis zum ordentlichen Rentenalter]
  + Fr. 2'880.- Zins) begründet er damit, dass die bei ihm verursachte
  schwere Körperverletzung zu einer vollen Erwerbsunfähigkeit in seiner
  angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter geführt habe. Ohne gesundheitliche
  Beeinträchtigungen könnte er im Land B.______ auf dem Bau ein
  durchschnittliches monatliches Einkommen in der Höhe von mindestens
  EUR 600.- erzielen. Seit dem Unfallereignis vom 31. Januar 2013 sei
  er arbeitslos, weshalb ihm rückwirkend ab dem 1. Februar 2013 eine
  monatliche Erwerbsausfallrente in der Höhe von EUR 600.- (zuzüglich Zins
  von 5 %) zuzusprechen sei.

  
	
   

  
	
  6.2 Der Beschwerdeführer informierte das
  Verwaltungsgericht mit Schreiben vom 4. November 2021, dass das
  Rentenalter im Land B.______ bei 65 Jahren liege und der
  Brutto-Durchschnittslohn gemäss dem Amt für Statistik im Land B.______
  im Jahr 2020 EUR 466.- betragen habe. Netto habe der Durchschnittslohn
  im Jahr 2020 EUR 416.- betragen. Überdies erhalte er von der Suva
  monatlich ein Unfalltaggeld von EUR 130.- bzw. Fr. 202.-. Wie
  der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, ist dieser Betrag vom geltend gemachten
  Schaden in Abzug zu bringen. Da er weiterhin arbeitslos ist und
  dementsprechend keine Einkünfte erzielt, ist für die Berechnung seines
  Einkommens auf statistische Werte des Amts für Statistik des Lands B.______
  zurückzugreifen, welches im privaten Sektor für das Jahr 2020 ein
  Durchschnittseinkommen von EUR 380.- brutto bzw. EUR 342.-
  netto ermittelt hat. Ungewiss bleibt dabei aber insbesondere, ob dieses
  Einkommen auch im Baugewerbe erzielt wird und welche Ausbildungen dafür
  vorausgesetzt werden. Immerhin wäre für den geltend gemachten Schaden
  allenfalls ein Nettoeinkommen in der Höhe von EUR 342.-
  (vgl. BGE 129 III 135 E. 2.2 f.) anstatt den geltend
  gemachten EUR 600.- heranzuziehen. Ferner geht aus den Akten hervor,
  dass dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit auf dem Bau zwar nicht mehr möglich,
  ihm jedoch eine wechselbelastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit
  zumutbar ist. Aufgrund der auf das Unfallereignis vom 31. Januar 2013
  zurückzuführenden Beeinträchtigungen ging die Suva in der Folge von einer
  Erwerbsfähigkeit von 40 % auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aus.
  Inwiefern sich dies geändert haben soll und der Beschwerdeführer nicht
  zumindest eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 40 % leisten könnte,
  kann weder den im Recht liegenden Akten entnommen werden noch wird dies vom
  Beschwerdeführer nachvollziehbar dargelegt. Schliesslich fordert er durch
  Versicherungen nicht gedeckte Heilungskosten von Fr. 20'000.- sowie eine
  Genugtuung in der Höhe von Fr. 100'000.-. Auch wenn er aufgrund seiner
  Arbeitslosigkeit im Land B.______ nicht krankenversichert ist, wäre es
  ihm dabei zumindest zuzumuten gewesen, die Belege für die von ihm
  beanspruchten medizinischen Leistungen sowie für die von ihm gekauften
  Medikamente aufzubewahren bzw. diese ins vorliegende Verfahren
  einzubringen.

  
	
   

  
	
  Im Ergebnis hat der
  Beschwerdeführer den Bestand und die Höhe des Schadens nicht rechtsgenüglich
  substantiiert. Dies obschon er offenbar über die notwendigen Belege zu
  verfügen scheint (vgl. dazu den Hinweis auf S. 8 der Beschwerdeschrift).

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1

  
	
  7.1.1 Selbst wenn Bestand und Höhe des Schadens
  rechtsgenüglich substantiiert wären, wäre dem vorliegend zu beurteilenden
  Staatshaftungsgesuch aufgrund der Kausalitätsprüfung kein Erfolg beschieden.
  So hält der Beschwerdeführer dem Vorbringen des Beschwerdegegners, wonach ihm
  das versäumte Ergreifen von Rechtsmitteln, wie der Rechtsverzögerungs- und
  Rechtsverweigerungsbeschwerde, als kausalitätsunterbrechendes
  Selbstverschulden zuzuschreiben ist (vgl. Art. 10 Abs. 1 SHG),
  nämlich nichts Stichhaltiges entgegen.

  
	
   

  
	
  Hierzu
  ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Staatshaftung bis zu einem
  gewissen Grad subsidiär zur Rechtsverzögerungsbeschwerde ist. Wer keine
  Rechtsverzögerungsbeschwerde führt und die Behörden auch sonst nicht um eine
  raschere Abwicklung des Verfahrens ersucht, muss sich ein Selbstverschulden
  entgegenhalten lassen. Dieses kann so schwer wiegen, dass es den adäquaten
  Kausalzusammenhang zwischen der Rechtsverzögerung und dem Schaden unterbricht
  (vgl. BGE 107 Ib 155 E. 2b; BGer-Urteil 2C_852/2019
  vom 20. November 2020 E. 5.4.1, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  7.1.2 Zwar kann dem Beschwerdeführer
  darin gefolgt werden, dass er sich am 13. Februar 2014, am 19. Mai
  2014 und am 23. Februar 2018 bei der Staatsanwaltschaft nach dem
  Verfahrensstand erkundigt hat. Festzuhalten ist jedoch, dass er sich nach dem
  19. Mai 2014 während fast vier Jahren nicht über den Verfahrensstand
  orientiert und entsprechend die Staatsanwaltschaft nicht auf den
  möglicherweise drohenden Schaden aufmerksam gemacht hat. Diese Untätigkeit
  hat er sich entgegenhalten zu lassen, zumal bereits bei einer
  Rechtshängigkeit von 33 Monaten und bei einer Behandlungsreife von
  27 Monaten von einer Rechtsverzögerung auszugehen ist und die
  diesbezüglichen prozessualen Mitwirkungspflichten verletzt werden, wenn
  während dieser Zeit keine Auskunftsbegehren über den Verfahrensstand gestellt
  werden (vgl. BGE 125 V 373 E. 2b/cc). Vor diesem
  Hintergrund erscheint es unerheblich, dass mit der neuen Verfahrensleitung im
  Jahr 2018 kein Grund mehr bestanden habe, sich über den schleppenden Gang des
  Verfahrens zu beschweren. Da der Beschwerdeführer im gesamten Strafverfahren
  nicht um Beschleunigung des Verfahrens ersuchte und auch keine
  Rechtsverzögerungsbeschwerde einreichte, hat er nicht alles unternommen, was
  ihm zur Abwehr des Schadens hätte zugemutet werden können.

  
	
   

  
	
  7.2 Ferner weist der Beschwerdeführer
  zwar zu Recht darauf hin, dass dieselben Schadenersatz- und
  Genugtuungsansprüche nicht parallel in einem zivilrechtlichen und
  strafrechtlichen Verfahren geltend gemacht werden können
  (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen
  Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]). Wird hingegen das
  Strafverfahren eingestellt, so wird die Klage auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126
  Abs. 2 lit. a StPO). Da die Verweisung auf den Zivilweg einem
  Nichteintreten auf die Zivilklage entspricht, kann die Rechtshängigkeit
  aufrechterhalten werden, wenn die Klage innert einem Monat seit dem
  Nichteintretensentscheid bei der zuständigen Stelle eingeleitet wird (vgl. Annette
  Dolge, in Marcel Alexander Niggli/Marianne Heer/Hans Wiprächtiger [Hrsg.],
  Basler Kommentar, Strafprozessordnung/Jungendstrafprozessord-

  nung, Art. 1-457 StPO, 2. A., 2014, Art. 126 N 30). 

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer hätte somit nach Erhalt des Nichteintretensentscheids
  des Kantonsgerichts seine Ansprüche auf dem Zivilweg durchsetzen können.
  Ausserdem hätte er seine Zivilklage vor Abschluss der erstinstanzlichen
  Hauptverhandlung zurückziehen und diese auf dem Zivilweg erneut geltend
  machen können (Art. 122 Abs. 4 StPO). Zu beachten ist schliesslich, dass
  für eine Klage aus unerlaubter Handlung ebenfalls das Gericht am Handlungs-
  oder Erfolgsort zuständig ist (vgl. Art. 36 ZPO und Art. 129 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht vom 18. Dezember 1987
  [IPRG]), weshalb die verschiedenen Beschuldigten mit teilweise ausländischen
  Wohnorten an einem Ort hätten eingeklagt werden können. Hierfür wäre es ihm
  zumutbar gewesen, ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu stellen (vgl. Art. 117 ff.
  ZPO).

  
	
   

  
	
  Im Ergebnis liegt damit ein Selbstverschulden vor,
  welches den Kausalzusammenhang zwischen der widerrechtlichen Handlung und dem
  Vermögensschaden zu unterbrechen vermag (vgl. Art. 10 Abs. 1 SHG).

  
	
   

  
	
  7.3 Schliesslich ist mit dem Beschwerdegegner darin
  einig zu gehen, dass Art. 8 SHG im gleichen Sinne wie die Bestimmungen
  von Art. 47 und Art. 49 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR)
  auszulegen ist (vgl. Memorial für die Landsgemeinde des Kantons Glarus
  vom Jahre 1991 S. 10). Demgemäss wird für die Geltendmachung eines
  Genugtuungsanspruchs gestützt auf Art. 8 SHG vorausgesetzt, dass die
  Voraussetzungen von Art. 6 SHG erfüllt sind. Da dies wie dargelegt nicht der
  Fall ist und Art. 8 SHG keine selbständige Haftungsnorm darstellt,
  sondern vielmehr bei der Bemessung der Leistungspflicht zum Tragen kommt
  (vgl. Martin A. Kessler, in Corinne Widmer Lüchinger/David Oser [Hrsg.],
  Basler Kommentar, Obligationenrecht I, Art. 1- 29 OR, 7. A., 2020,
  Art. 47 N 14), besteht kein Anspruch auf Genugtuung.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass die Haftungsvoraussetzungen gemäss Art. 6 Abs. 1 SHG
  nicht erfüllt sind. So scheitert eine Haftung des Beschwerdegegners bereits
  an einem rechtsgenüglich substantiierten Schaden. Darüber hinaus hat der
  Beschwerdeführer nicht alle ihm zur Verfügung gestandenen und ihm zumutbaren
  Vorkehrungen getroffen, um auf eine Beschleunigung des Verfahrens
  hinzuwirken. Überdies wäre es ihm zumutbar gewesen, seine Ansprüche
  rechtzeitig in einem Zivilverfahren geltend zu machen. Diese Untätigkeit ist
  ihm als Selbstverschulden anzurechnen, wodurch der Kausalzusammenhang
  zwischen der beanstandeten Amtshandlung der Staatsanwaltschaft und dem
  geltend gemachten Schaden unterbrochen wird.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung. Gemäss Art. 139 Abs. 1 VRG befreit
  die Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt
  für sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin
  ganz oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das
  Verfahren nicht aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie
  der Partei auf Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als
  Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die gehörige Interessenwahrung
  erforderlich ist (Art. 139 Abs. 2 VRG). Der Nachweis der
  Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden
  Partei.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers erscheint
  aufgrund der Aktenlage als offensichtlich. Zudem kann das vorliegende
  Verfahren nicht ohne Weiteres als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch
  um unentgeltliche Prozessführung ist deshalb gutzuheissen. Da der
  Beschwerdeführer überdies auf eine rechtliche Vertretung angewiesen war, ist
  auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihm
  ist in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Susanne Pälmke eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.
  Diese ist mit Fr. 1'800.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu
  entschädigen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen
  Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 1'500.- dem Beschwerdeführer
  aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist indessen zufolge Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung einstweilen zu verzichten. Ausgangsgemäss ist
  ihm schliesslich keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 138 Abs. 3 lit.
  a VRG e contrario).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass eine
  Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, für den
  Fall, dass sie später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt, zur
  Nachzahlung der Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art. 139a
  VRG).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden
    gutgeheissen. Ihm wird in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Susanne Pälmke eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.

    
	
    2.

    	
    Die Rechtsbeiständin wird zu
    Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 1'800.- (inkl. Auslagen und
    Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die Nachzahlungspflicht gemäss
    Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im Januar 2027 zu prüfen, ob die
    Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von Fr. 1'500.- auferlegt,
    auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird.

    
	
    3.

    	
    Es
    wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]