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**Case Identifier:** 0dcad56a-9fc2-51a8-8973-c5313d2118f9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.11.2017 IV 2015/393
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-393_2017-11-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/393

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 21.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 21.11.2017
Art. 7 ATSG; Art. 16 ATSG: Test- und neuropsychologischer 
Untersuchungen, der behandelnde Psychiater sowie ein Arbeitsversuch und 
eine berufliche Abklärung stimmen im Ergebnis überein, dass die 
Beschwerdeführerin in einer kaufmännischen Tätigkeit ohne hohe 
Anforderungen an Belastbarkeit und Flexibilität in wohlwollender 
Atmosphäre zu 60% bis 70% arbeitsfähig ist. Die rechtliche Frage, ob die 
Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich verwertbar ist, ist zu bejahen 
(Nischenarbeitsplatz). Aufgrund eines Prozentvergleichs ergibt sich ein 
Invaliditätsgrad von 45% und somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. 
November 2017, IV 2015/393).

Entscheid vom 21. November 2017

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela

Machleidt Lehmann, Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2015/393

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 10. Mai 2001 bei der Invalidenversicherung (IV) an und 

beantragte aufgrund einer hereditären sensomotorischen Neuropathie mit schweren 

Fussdeformitäten, Status nach Fussoperationen beidseits (vgl. Verordnung von Dr. 

med. B.___, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 30. April 2001, IV-act. 4-3) als 

Hilfsmittel orthopädische Massschuhe (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 22. Juni 2001 (IV-

act. 5) und Mitteilung vom 21. April 2011 (IV-act. 10) erteilte ihr die IV-Stelle hierfür 

jeweils Kostengutsprache.

A.b  Die über das Fähigkeitszeugnis als kaufmännische Angestellte verfügende 

Versicherte (IV-act. 14-2) war ab dem 1. Oktober 2008 (ab 1. Januar 2010 in einem 

80%-Pensum) als Sachbearbeiterin Logistik (Prüfung, Erfassung und Überwachung 

von Rechnungen, Verträgen und Bestellungen, telefonische Abklärungen) bei der 

C.___AG angestellt. Die Arbeitgeberin kündigte die Arbeitsstelle auf den 29. Februar 

2012 (Angaben Arbeitgeberin vom 23. November 2012, IV-act. 24).

A.c  Am 30. Oktober 2012 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an unter Hinweis auf psychische Einschränkungen seit Beginn des 

Berufslebens (IV-act. 12). Med. pract. D.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, hatte der IV-Stelle mit Schreiben vom 16. Oktober 2012 

mitgeteilt, er behandle die Versicherte seit 31. Mai 2012 (IV-act. 11-1). Er hatte auf eine 

von ihm veranlasste neuropsychologische Abklärung durch Dr. phil. E.___, Psychologin 

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FSP/Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, Bezug genommen. Diese hatte 

gemäss Bericht vom 20. September 2012 leichte bis mittelschwere kognitive 

Funktionsstörungen bzw. vordergründig leichte bis mittelschwere Störungen der 

Wahrnehmung und der exekutiven Funktionen, exekutiv-motorische Unsicherheiten 

sowie leichte Störungen der Aufmerksamkeit, des Lernens und des Gedächtnisses 

ergeben. Die Neuropsychologin hatte ausgeführt, zur besseren Klärung der Situation 

und bei fehlenden Vorbefunden sei eine neurologische Untersuchung bei 

wahrscheinlich fortschreitender peripherer Muskelschwäche notwendig. Die 

Leistungsfähigkeit der Versicherten sei weniger kognitiv als vielmehr im Bereich der 

Wahrnehmung, der schnellen Handlungs- und der psychomotorischen Ausführung 

beeinträchtigt. Hinzu komme, dass mit einer Persönlichkeit zu rechnen sei, die 

Schwächen in der emotionalen Wahrnehmung und in der sozialen Kognition aufweise. 

In diesem Sinne sei die Versicherte je nach beruflichen Anforderungen im KV-Bereich 

vermindert einsetzbar. Es sei bei einer 100%igen Anwesenheit von einer 60%igen bis 

maximal 70%igen Leistungsfähigkeit auszugehen (IV-act. 11-18 ff.). Med. pract. D.___ 

diagnostizierte gemäss Bericht vom 16. Oktober 2012 eine Anpassungsstörung mit 

einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F43.21) sowie eine nicht näher 

bezeichnete organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer 

Erkrankung, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10: F07.9). Die 

Arbeitsfähigkeit betrage im KV vorbehältlich der von Dr. E.___ beschriebenen 

qualitativen Einschränkungen 60% bis 70% und werde durch die zusätzlich 

bestehende Anpassungsstörung nicht zusätzlich eingeschränkt (IV-act. 11-1 ff., 

insbesondere S. 7).

A.d  Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 28. Januar 2013 mit, sie spreche ihr 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 36). Vom 1. Mai bis 31. Oktober 2013 erfolgte ein 

Arbeitsversuch im Sekretariat der Klinik F.___ in einem Pensum von 80% bis 100% (IV-

act. 40, 41, 45 [Mitteilung] und 47 [Taggeldverfügung]). Im Arbeitszeugnis vom 29. 

Oktober 2013 wurde festgehalten, die Leistung betrage ca. 60% des Pensums einer 

voll leistungsfähigen Person im ersten Arbeitsmarkt (IV-act. 54).

A.e  Vom 10. November 2014 bis 15. Mai 2015 wurde in der G.___ eine berufliche 

Abklärung durchgeführt (IV-act. 59, 61, 66, 75). Im Schlussbericht vom 13. Mai 2015 

wurde festgehalten, die Erhöhung des Pensums auf 100% und erhöhte 

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Leistungsanforderungen über längere Zeit hinweg schienen zu einer Überforderung 

geführt zu haben, welche bis in die Freizeit hinein nachgewirkt habe. Daraus 

resultierend habe sich eine verminderte Stresstoleranz sowie gelegentlich ein nicht 

adäquater Kommunikationsstil gezeigt. Der Leistungsgrad bei einem Arbeitspensum 

von 100% liege bei 60%-65%. Diesen Leistungsgrad erreiche die Versicherte bei 

einfacheren administrativen Tätigkeiten und in einem wohlwollenden Umfeld. Die 

Chancen einer Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien gegeben, wenn 

Rücksicht auf die körperlichen und psychischen Ressourcen genommen werde. 

Empfehlenswert sei daher ein Arbeitspensum von maximal 80%, eher 70% (IV-act. 

82-7 f.). Med. pract. D.___ bestätigte im Bericht vom 22. April 2015 eine medizinisch-

theoretische Arbeitsfähigkeit von 60% bis 70% im kaufmännischen Berufsfeld und 

ergänzte, Arbeiten, bei denen der zwischenmenschliche Kontakt wichtig sei, seien 

weniger sinnvoll (IV-act. 83-2 f.).

A.f  Die IV-Stelle schloss am 8. Juni 2015 die Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 84-33) und 

teilte der Versicherten am 12. Juni 2015 mit, es bestehe kein Anspruch auf (weitere) 

berufliche Massnahmen, nachdem es nicht gelungen sei, sie in den Arbeitsmarkt zu 

integrieren (IV-act. 86).

A.g  Mit Vorbescheid vom 18. August 2015 stellte sie der Versicherten die Abweisung 

des Leistungsbegehrens betreffend Rente in Aussicht, da der Invaliditätsgrad lediglich 

25% betrage (IV-act. 93). Dagegen erhob die Versicherte am 11. September 2015 

Einwand (IV-act. 98). Sie stützte sich dabei auf einen Bericht von med. pract. D.___ 

vom 10. September 2015 (IV-act. 98-2 ff.). Der behandelnde Psychiater führte im 

Wesentlichen aus, die von der G.___ angegebene Arbeitsfähigkeit von 60% bis 65% 

beziehe sich auf Leistungen, die eher einer Arbeit im geschützten Bereich entsprächen. 

Die Versicherte sei den Anforderungen im KV-Bereich im ersten Arbeitsmarkt nicht 

mehr gewachsen. Bei einer Arbeit im KV-Bereich im ersten Arbeitsmarkt sei wichtig, 

dass man schnell arbeiten könne, mit zwischenmenschlichen Belastungen gut 

umgehen könne, auch unter Zeitdruck freundlich sein könne, flexibel sei und 

gleichzeitig an mehrere Sachen denken und mehrere Sachen durchführen könne. Dies 

alles könne die Versicherte wegen ihrer Einschränkungen nicht. Die Situation sollte 

nicht nur psychiatrisch beurteilt werden, sondern auch körperlich (IV-act. 98-2 ff.).

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A.h  Nach Einholung einer RAD-Stellungnahme vom 22. Oktober 2015 (IV-act. 99) wies 

die IV-Stelle den Leistungsanspruch mit Verfügung vom 4. November 2015 ab (IV-act. 

100).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 4. November 2015 erhebt A.___ am 23. November 2015 

Beschwerde und beantragt, es seien weitere Abklärungen und ein Gutachten 

durchzuführen (act. G 1).

B.b  Med. pract. D.___ hält in einer Stellungnahme vom 21. Januar 2016 fest, es könne 

angenommen werden, dass die Einschränkungen unter den Bedingungen des ersten 

Arbeitsmarktes noch stärker ausgeprägt sein könnten oder noch neue qualitative 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auftreten oder festgestellt werden könnten. Die 

drei letzten Arbeitsstellen seien der Beschwerdeführerin jeweils gekündigt worden, weil 

sie die Anforderungen nicht erfüllt habe. Es zeige sich insgesamt, dass die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im KV-Bereich im ersten Arbeitsmarkt und 

auch für alle anderen Arbeiten im ersten Arbeitsmarkt zu 100% eingeschränkt sei. Weil 

die Beschwerdeführerin unter einer organischen Erkrankung des Gehirns leide, die 

nicht behandelt werden könne, sei anzunehmen, dass die verschiedenen qualitativen 

Einschränkungen auch in Zukunft weiter bestehen werden und die Beschwerdeführerin 

auch weiterhin keine Arbeiten im ersten Arbeitsmarkt mehr durchführen könne (act. G 

3).

B.c  Die Beschwerdegegnerin beantragt mit ihrer Beschwerdeantwort vom 3. März 

2016 die Abweisung der Beschwerde. Beim Arbeitsversuch gehe es darum, die 

Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu testen. Die Angaben in der 

neuropsychologischen Untersuchung und dem zweiten Schlussbericht der G.___ 

stimmten überein. Die Leistungsfähigkeit sei um 30% bis 40% eingeschränkt. Die 

G.___ gehe von einer Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt aus. Das Valideneinkommen betrage Fr. 73'000.-- und das 

Invalideneinkommen Fr. 46'520.-- (bei einer Arbeitsfähigkeit von 69% und gestützt auf 

die Salärempfehlungen 2015 des Kaufmännischen Verbandes), woraus ein 

Invaliditätsgrad von 36% resultiere (act. G 6).

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B.d  Die Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik (act. G 8).

Erwägungen

1. 

1.1  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3  Der für die Bestimmung des Invalideneinkommens massgebliche ausgeglichene 

Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot 

und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten 

auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von 

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realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

(Art. 16 ATSG) umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr 

gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter 

Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder 

sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vornherein ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 

9C_277/2016, E. 4.1, mit weiteren Verweisen).

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1).

1.5  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

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nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 

E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2. 

2.1  Die angefochtene Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht auf die 

Stellungnahmen von RAD-Ärztin Dr.med. H.___, Fachärztin für Allgemeine Innere 

Medizin FMH, vom 17. August 2015 (IV-act. 90) und vom 22. Oktober 2015 (IV-act. 99). 

Sie hielt fest, im Abschlussbericht der beruflichen Abklärung bei der G.___ werde ein 

Arbeitspensum von 70% bis 80% angenommen, sofern ein künftiger Arbeitgeber 

Verständnis für das etwas langsamere Arbeitstempo der Versicherten habe, wenn dafür 

eine gute Arbeitsqualität erzielt werde (IV-act. 99). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

durch das KSSG und die G.___ seien plausibel und nachvollziehbar. Es bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 70% bis 80% in einer kaufmännischen Tätigkeit mit moderatem 

Leistungs- und Zeitdruck (IV-act. 90).

2.2  Die Leistungsbeurteilung der G.___ vom 13. Mai 2015 ergab bei einem 

Arbeitspensum von 100% einen Leistungsgrad von 60% bis 65% bei einfachen 

administrativen Tätigkeiten und in einem wohlwollenden Umfeld. Empfehlenswert sei 

ein Arbeitspensum von maximal 80%, eher 70% (Schlussbericht vom 13. Mai 2015, IV-

act. 82-7 ff.). Gemäss früherem Bericht vom 20. Februar 2015 hatte die G.___ einen 

Leistungsgrad gemessen an den Anforderungen des Allgemeinen Arbeitsmarktes von 

86% bei einem Pensum von 80% ermittelt, wobei die Testungen in einer entspannten 

und wohlwollenden Atmosphäre stattgefunden hätten (IV-act. 72-5). Dieses Ergebnis 

würde, wie in der Beschwerdeantwort festgehalten (act. G 6, Ziff. 5), einer 

Leistungsfähigkeit von rund 69% (0,8 x 86%) entsprechen.

2.3  Die Beurteilungen der G.___ stimmen mit der Einschätzung von Dr. E.___ überein, 

wonach bei einer 100%igen Anwesenheit von einer 60%igen bis maximal 70%igen 

Leistungsfähigkeit auszugehen sei (Bericht vom 20. September 2012, IV-act. 11-22). 

Sie steht auch mit dem Arbeitszeugnis des F.___ vom 29. Oktober 2013 im Einklang, 

wo festgehalten wurde, die quantitative Leistung der Beschwerdeführerin habe im 

Durchschnitt etwa 60% des Pensums, welches von einer voll leistungsfähigen Person 

im ersten Arbeitsmarkt erwartet würde, betragen (IV-act. 54). Dr. E.___ führte aus, im 

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Vordergrund bestünden leichte bis mittelschwere Störungen der Wahrnehmungen und 

der exekutiven Funktionen mit einerseits quantitativen, andererseits aber deutlichen 

qualitativen Auffälligkeiten in der Problemanalyse, in der Wahrnehmung von wichtig/

unwichtig, in der Handlungsplanung und -ausführung mit ebenfalls qualitativen 

Auffälligkeiten, sowie in der Handlungs- und Aufmerksamkeitsüberwachung. Es zeigten 

sich exekutiv-motorische Unsicherheiten (Sprache, Bedienung der Computermaus) 

sowie leichte Störungen im Bereich der Aufmerksamkeit, des Lernens und des 

Gedächtnisses (IV-act. 11-21). Die Beschwerdeführerin war bereits am 20./28. Juni 

2006 ausführlich testpsychologisch abgeklärt worden. Ähnlich wie durch Dr. E.___ 

wurden damals diskret bis leicht ausgeprägte neuropsychologische 

Teilleistungsschwächen in eng umschriebenen Funktionsbereichen erhoben. Diese 

beträfen vor allem die attentionalen Funktionsbereiche, die meist mit den exekutiven 

Funktionen interagierten. Aufgrund dieser Schwächen ergebe sich, dass die 

Beschwerdeführerin wahrscheinlich Mühe habe, eine Aufgabe (sofort) ausreichend zu 

überblicken und systematisch anzugehen. Die beschriebenen Schwächen wirkten sich 

vor allem beim selbständigen Arbeiten und bei wenig vorstrukturierten Aufgaben aus. 

Die psychomotorische Geschwindigkeit erweise sich als extrem verlangsamt, die 

Daueraufmerksamkeit sei eingeschränkt und die Konzentrationsfähigkeit könne bei 

Bedarf nicht genügend gesteigert werden. Im Weiteren zeigten sich diskret bis leicht 

ausgeprägte mnestische Schwächen (IV-act. 11-25 f.). Die von Dr. E.___ dargelegten 

Befunde und sich daraus ergebenden Einschränkungen entsprechen somit dem 

Ergebnis der testpsychologischen Voruntersuchung. Med.prakt. D.___ bestätigte die 

von Dr. E.___ auf 60% bis 70% geschätzte Arbeitsfähigkeit aus fachärztlicher Sicht und 

hob hervor, diese bestehe vorbehältlich der von Dr. E.___ beschriebenen qualitativen 

Einschränkungen (IV-act. 11-7). In quantitativer Hinsicht attestieren somit die G.___, die 

F.___, Dr. E.___ und med.prakt. D.___ übereinstimmend Arbeitsfähigkeiten von 60% bis 

70%. Demgegenüber erweist sich die Annahme der RAD-Ärztin, bei der 

Beschwerdeführerin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70% bis 80%, als nicht fundiert. 

Dass bei einem gemäss G.___ als ideal erachteten Arbeitspensum von 70% bis 80% 

keine reduzierte Arbeitsfähigkeit bestehen sollte, steht vielmehr im Widerspruch zu den 

Ergebnissen der beruflichen Abklärung. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der RAD-

Ärztin kann daher nicht abgestellt werden, sie scheint - wie sich auch aus der 

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Beschwerdeantwort sinngemäss ergibt - auf einem offenkundigen Versehen zu 

beruhen.

3. 

3.1  Neben den quantitativen zeigen sämtliche vorhandenen Berichte auch qualitative 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auf. So hielt Dr. E.___ fest, die 

Beschwerdeführerin sei je nach beruflichen Anforderungen im KV-Bereich vermindert 

einsetzbar. Schnelle Wechsel von Tätigkeiten würden sie überfordern; sie brauche eine 

gewisse Einarbeitungszeit, dann seien die Leistungen recht gut. Aufgrund der 

exekutiven Störungen und der Störungen in den Theory of mind-Fähigkeiten sei die 

Beschwerdeführerin nicht in der Lage, sich genügend selbständig in Arbeits- und/oder 

sozialen Umfeldern zu regulieren. Sie benötige dazu ein Coaching von aussen (IV-act. 

11-22). Bereits der Bericht vom 19. Juni 2006 zur damaligen testpsychologischen 

Untersuchung hielt fest, hilfreich und unterstützend wäre ein gut betreuter Rahmen mit 

Verständnis für die Teilleistungsschwächen sowie für die psychische Problematik. Auch 

sollte beim Aufgabenbereich der Zeitfaktor sowie die Zusammenarbeit im Team nicht 

im Vordergrund stehen (IV-act. 11-35). Bei F.___ war die Beschwerdeführerin mit dem 

Zusammenstellen und Archivieren von Krankenakten betraut. Dabei sei zu Gunsten der 

qualitativ hochstehenden Leistung auf eine Maximierung der quantitativen Leistung 

verzichtet worden, weshalb nicht beurteilt werden könne, welche Leistung die 

Beschwerdeführerin unter Zeitdruck und in einem Bereich mit vielen verschiedenen 

Aufgaben erbringen würde (Arbeitszeugnis vom 29. Oktober 2013, IV-act. 54). Der 

Aufgabenbereich der Beschwerdeführerin bei der G.___ umfasste vor allem Druck-, 

Scan- und Ausfertigungsarbeiten sowie die Kontierung (IV-act. 72-5, IV-act. 82-9). Zu 

den Testungen, die den Beurteilungen des Leistungsgrades zugrunde liegen, wurde 

festgehalten, diese seien in einem wohlwollenden Umfeld erfolgt. Die Bereichsleiterin 

Fachstelle Berufliche Integration bemerkte, die Chancen einer Integration auf dem 

Allgemeinen Arbeitsmarkt seien gegeben, wenn Rücksicht auf die körperlichen und 

psychischen Ressourcen der Beschwerdeführerin genommen werde (IV-act. 82-9; IV-

act. 72-5). Die ehemalige Arbeitgeberin führte aus, die Beschwerdeführerin sei für 

administrative Routinearbeiten geeignet und arbeite sehr genau und zuverlässig, wenn 

sie ein klar definiertes Aufgabenspektrum habe. Sie habe Probleme, wenn der 

Tagesablauf nicht strukturiert sei und wenn sie mehrere Aufgaben parallel zu erledigen 

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habe sowie mit Telefonaten (Angaben Arbeitgeberin vom 23. November 2012, IV-act. 

24). Auch in Bezug auf die qualitativen Anforderungen an den Arbeitsplatz ergibt sich 

somit sowohl aus den test- bzw. neuropsychologisch ermittelten Einschränkungen als 

auch aus den Berichten über den Arbeitsversuch bei F.___ und den beruflichen 

Abklärungen bei der G.___, dass die Beschwerdeführerin durch ein vorgegebenes 

Arbeitstempo, durch ein Nebeneinander verschiedener Aufgaben und bei neuen 

Aufgaben, wie sie an üblichen Arbeitsplätzen im kaufmännischen Bereich auftreten, 

überfordert bzw. insoweit auf ein entgegenkommendes Arbeitsumfeld angewiesen ist.

3.2  In seinem Bericht vom 10. September 2015 führte med.prakt. D.___ aus, die 

Abklärungen bei F.___ und bei der G.___ hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin 

auch bei diesen Arbeiten, die eher einer Arbeit im geschützten Bereich entsprächen, 

wesentliche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gehabt habe. Die Versicherte sei 

einer Arbeit im KV-Bereich im ersten Arbeitsmarkt nicht gewachsen. Diese verlange, 

dass man schnell arbeite, mit zwischenmenschlichen Belastungen gut umgehen und 

auch unter Zeitdruck freundlich sein könne, flexibel sei und gleichzeitig an mehrere 

Sachen denken und mehrere Sachen durchführen könne. Dies alles könne die 

Versicherte wegen ihrer Einschränkungen nicht (IV-act. 98-5). Im Bericht vom 21. 

Januar 2016 ergänzte er, es könne angenommen werden, dass die Einschränkungen 

unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes noch stärker ausgeprägt sein 

könnten oder noch neue qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auftreten 

oder festgestellt werden könnten. Die drei letzten Arbeitsstellen seien der 

Beschwerdeführerin jeweils gekündigt worden, weil sie die Anforderungen nicht erfüllt 

habe. Es zeige sich insgesamt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im 

KV-Bereich im ersten Arbeitsmarkt und auch für alle anderen Arbeiten im ersten 

Arbeitsmarkt zu 100% eingeschränkt sei (act. G 3-3, 5).

3.3  Med.prakt. D.___ begründet in den Berichten vom 10. September 2015 (IV-act. 

98-2 ff.) und vom 21. Januar 2016 (act. G 3) die Notwendigkeit eines geschützten 

Rahmens nicht medizinisch, insbesondere nicht mit einer seit dem Bericht vom 22. 

April 2015 (IV-act. 83) eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustands. Er 

nimmt vielmehr eine neue Würdigung der bereits der Einschätzung vom 22. April 2015 

zugrundeliegenden Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin vor. Diese lässt sich 

mit den übrigen Akten nicht vereinbaren. So bestimmte die G.___ den Leistungsgrad 

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ausdrücklich "gemessen an den Anforderungen des allgemeinen 

Arbeitsmarktes" (Bericht vom 20. Februar 2015, IV-act. 72-5, 7; Bericht vom 13. Mai 

2015, IV-act. 82-7, 9). Der Leistungsbeurteilung lagen verschiedene Leistungstests 

zugrunde, bei denen es gerade darum ging, Resultate über die Arbeitsqualität und -

quantität gemessen an den Leistungsanforderungen des Allgemeinen Arbeitsmarktes 

zu gewinnen (IV-act. 82-9). Auch F.___ bewertete die Leistungsfähigkeit mit 60% des 

Pensums "einer voll leistungsfähigen Person im ersten Arbeitsmarkt" (Arbeitszeugnis, 

IV-act. 54). Die G.___ führte zu den Chancen der Beschwerdeführerin auf dem 

Allgemeinen Arbeitsmarkt aus, diese seien gegeben, wenn Rücksicht auf ihre 

körperlichen und psychischen Ressourcen genommen werde. Ein zukünftiger 

Arbeitgeber sollte Verständnis zeigen, dass das Arbeitstempo der Beschwerdeführerin 

zwar langsamer sei, sie mit diesem Arbeitstempo jedoch eine gute Arbeitsqualität 

erzielen könne. Der Zeit-/und oder Leistungsdruck sollte moderat sein. Dabei könne es 

auch zu Spitzenzeiten kommen, wenn diese nicht länger andauerten und dadurch zu 

einer Überforderungssituation führten. Einen adäquaten Kommunikationsstil sowie 

Stresstoleranz vermöge die Beschwerdeführerin dann zu zeigen, wenn sie nicht in eine 

Überforderungssituation gerate. Wichtig sei darüber hinaus, dass ihr Zeit eingeräumt 

werde, um Routine aufzubauen. Langes Stehen und häufiges Gehen führten laut der 

Beschwerdeführerin zu zunehmenden Schmerzen in den Füssen und Beinen. Diese 

wiederum bewirkten, dass sie in Alltagssituationen gereizter reagiere (IV-act. 82-8). Die 

Feststellung von med.prakt. D.___, wonach ein geschützter Rahmen notwendig sei, 

weil die Restarbeitsfähigkeit von 60% bis 70% auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt nicht 

verwertbar sei, geht damit über die ihm obliegende Aufgabe, die Arbeits- bzw. 

Leistungsfähigkeit zu schätzen, hinaus. Aus medizinischer Sicht weist sie auf 

Adaptationskriterien hin, welche - zusammengefasst - in einer reduzierten Belastbarkeit 

und Flexibilität bestehen. Im nach der Rechtsprechung auch Nischenarbeitsplätze 

umfassenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind solche Arbeitsplätze enthalten, so 

dass nicht von einer fehlenden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen 

werden kann. Die Anforderungen an einen angepassten Arbeitsplatz sind vielmehr im 

Rahmen der Bemessung des Invaliditätseinkommens zu berücksichtigen (vgl. dazu 

nachfolgend E. 4.2).

3.4  Zusammenfassend erscheint nachvollziehbar und mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit 

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(Bürobereich, ohne hohe Anforderungen an Belastbarkeit und Flexibilität, ohne langes 

Gehen und Stehen) zu 60% bis 70% arbeitsfähig ist. Dabei ist auf den 

Durchschnittswert von 65% abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 

9C_730/2012, E. 4.2). Aufgrund des Übereinstimmens der Beurteilungen von Dr. E.___, 

des F.___ und der G.___, die vom behandelten med.prakt. D.___ in quantitativer 

Hinsicht fachärztlich bestätigt wurden, ist nicht davon auszugehen, dass weitere 

Abklärungen zu neuen wesentlichen Erkenntnissen führen könnten (sog. antizipierte 

Beweiswürdigung, BGE 134 I 148 E. 5.3). Auch in somatischer Hinsicht drängen sich 

keine weiteren Abklärungen auf. Der medizinische Sachverhalt ist vielmehr ausreichend 

abgeklärt.

4. 

4.1  Die Beschwerdeführerin arbeitete vom 1. Oktober 2008 bis zum 29. Februar 2012 

im Bürobereich, wobei das Arbeitspensum per 1. Januar 2010 von 100% auf 80% 

reduziert wurde (Angaben Arbeitgeberin vom 23. November 2012; IV-act. 24). Im 

Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die 

Beschwerdeführerin am 16. Juli 2015 an, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung wäre 

sie zu 100% als kaufmännische Angestellte erwerbstätig (IV-act. 89-1). Sodann liegt 

aufgrund der Ergebnisse der beruflichen Abklärungen nahe, dass die 

Pensumsreduktion aus gesundheitlichen Gründen erfolgte, zumal die 

testpsychologische Untersuchung vom Juni 2006 bereits Einschränkungen aufzeigte 

und ein leicht reduziertes Arbeitspensum für sinnvoll erachtet wurde (IV-act. 11-34 f.). 

Das Valideneinkommen ist daher aufgrund eines 100%-Pensums zu bemessen. Im 

Jahr 2011 erzielte die Beschwerdeführerin hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum einen 

Jahreslohn von Fr. 73'000.-- (Fr. 58'000.-- : 80% x 100%; vgl. Auszug aus dem 

individuellen Konto [IK], IV-act. 23-1). Da unklar erscheint, ob bzw. inwieweit sich der 

bereits vor Antritt dieser Stelle bestehende Gesundheitsschaden auf dieses 

Einkommen auswirkte, ist für die Bestimmung des Valideneinkommens davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einen durchschnittlichen 

Lohn einer kaufmännischen Angestellten erzielt hätte. Der Invaliditätsgrad kann somit 

anhand eines Prozentvergleichs bestimmt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2).

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4.2  Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beträgt 65% (E. 2.3 und 3.4). Die 

zusätzlichen qualitativen Einschränkungen sind durch einen Tabellenlohnabzug zu 

berücksichtigen. Dabei sind jene Faktoren auszuklammern, die bereits in die 

quantitative Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen sind (Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1). Vorliegend ist vor allem der erhöhte Zeit- 

und Erholungsbedarf bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten. Der 

Tabellenlohnabzug hat die verminderte Belastbarkeit und Flexibilität beziehungsweise 

den Umstand, dass an die Beschwerdeführerin nicht die Anforderungen eines 

durchschnittlichen KV-Stellenprofils gestellt werden können, abzugelten. Mit Blick auf 

den Unterschied zwischen dem Lohnband Kauffrau/Kaufmann EFZ Median einerseits 

und dem Lohnband Kauffrau/Kaufmann EFZ 1. Quartil andererseits von rund 13% (KV 

Schweiz, Salärempfehlungen 2015, S. 18, jeweils Altersgruppe 45-49 J.; act. G 6.1; Fr. 

67'420.-- : Fr. 77'570.-- x 100) rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 15%. Der 

Invaliditätsgrad beträgt somit 45% (1-[0,85 x 65%]).

4.3  Die Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine Viertelsrente. Aufgrund der 

Anmeldung vom 30. Oktober 2012 besteht dieser frühestens ab dem 1. April 2013 (Art. 

29 Abs. 1 und 3 IVG). Da mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerdeführerin die letzte Arbeitsstelle wegen gesundheitsbedingter 

Überforderung verloren hat bzw. ihr diese Arbeitsstelle nicht mehr zumutbar war (vgl. 

act. G 6 E. 7), war das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG am 1. März 2013 

bestanden. Somit hat die Beschwerdeführerin ab 1. April 2013 Anspruch auf eine 

Viertelsrente.

5. 

5.1  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 4. November 

2015 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2013 eine 

Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

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als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. November 2015 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2013 eine 

Viertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von 

der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr 

zurückerstattet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.11.2017
	Art. 7 ATSG; Art. 16 ATSG: Test- und neuropsychologischer Untersuchungen, der behandelnde Psychiater sowie ein Arbeitsversuch und eine berufliche Abklärung stimmen im Ergebnis überein, dass die Beschwerdeführerin in einer kaufmännischen Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an Belastbarkeit und Flexibilität in wohlwollender Atmosphäre zu 60% bis 70% arbeitsfähig ist. Die rechtliche Frage, ob die Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich verwertbar ist, ist zu bejahen (Nischenarbeitsplatz). Aufgrund eines Prozentvergleichs ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 45% und somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. November 2017, IV 2015/393).

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