# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cecab88-7c6c-5705-b44a-fab5ace2ab9f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2016 100 2015 343
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-343_2016-03-23.pdf

## Full Text

100.2015.343U
MUT/MAM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2016

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführerin 

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Gesundheits- und Fürsorgedirektion, Rathausgasse 1, 
3011 Bern
Beschwerdegegner 

betreffend Kündigung des Arbeitsverhältnisses (Entscheid der Gesundheits- 
und Fürsorgedirektion des Kantons Bern vom 23. Oktober 2015; 
RA Nr. 2015-1112)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2016, Nr. 100.2015.343U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________, geboren am …1958, von Italien, arbeitete seit dem 1. Juni 
1985 als Mitarbeiterin Unterhaltsreinigung im B.________ Mit Verfügung 
vom 14. April 2015 kündigte das B.________ das Anstellungsverhältnis mit 
A.________ per 31. Juli 2015.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 18. Mai 2015 Beschwerde 
bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF). Mit 
Entscheid vom 23. Oktober 2015 wies die GEF die Beschwerde ab.

C.

Hiergegen hat A.________ am 24. November 2015 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde mit folgendem Rechtsbegehren in der Sache erhoben:

«Der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und die Beschwerde-
gegnerin sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin weiter zu beschäfti-
gen.»

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2015 hat der Kanton Bern 
(GEF) die Abweisung der Beschwerde beantragt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 

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Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Strittig ist, ob die Kündigung des Anstellungsverhältnisses zu Recht erfolgt 
ist. 

Die Anstellungsbehörde kann das Arbeitsverhältnis unter Wahrung einer 
Frist von drei Monaten auf das Ende eines Monats durch Verfügung kündi-
gen. Sie hat für die Kündigung triftige Gründe anzugeben (Art. 25 Abs. 1 
und 2 des Personalgesetzes vom 16. September 2004 [PG; BSG 153.01]). 
Ein triftiger Grund liegt insbesondere vor, wenn die oder der Angestellte 
ungenügende Leistungen erbringt, Weisungen der Vorgesetzten wiederholt 
missachtet hat, durch ihr oder sein Verhalten während der Arbeitszeit das 
Arbeitsklima nachhaltig stört oder Arbeitskolleginnen, Arbeitskollegen oder 
in einem Betreuungs- oder Abhängigkeitsverhältnis stehende Personen 
sexuell belästigt (Art. 25 Abs. 2 Bst. a-d PG). Die gesetzliche Aufzählung ist 
nicht abschliessend. Ein Verschulden der betreffenden Person wird nicht 
vorausgesetzt; es genügen auch objektive Gründe (vgl. BVR 2009 S. 443 
E. 2.3, 2007 S. 538 E. 3.5.2). Eine Kündigung ist immer dann sachlich be-
gründet, wenn die Weiterbeschäftigung der betroffenen Person dem öffent-
lichen Interesse, insbesondere demjenigen an einer gut funktionierenden 
Verwaltung, widerspricht (BVR 2012 S. 294 E. 4.1, 2009 S. 443 E. 2.3, 
2007 S. 538 E. 3.3). Kann die übertragene Aufgabe wegen Krankheit oder 
eines Unfalls nicht (mehr) genügend erfüllt werden, so liegt darin grund-
sätzlich ein Kündigungsgrund. Das Gemeinwesen ist nicht verpflichtet, 
seine Angestellten über die Dauer der gesetzlichen Sperrfrist gemäss 

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Art. 28 Abs. 1 Bst. b PG hinaus zu beschäftigen und für einen nicht abseh-
baren Zeitraum entsprechend wenig Arbeit zuzuweisen bzw. auf die Ar-
beitskraft ganz zu verzichten (BVR 2009 S. 107 E. 9.1; VGE 2014/258 vom 
20.2.2015, E. 2.1). Die Voraussetzungen für die Auflösung eines Arbeits-
verhältnisses sind aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalls zu 
würdigen und die Auflösung muss stets verhältnismässig sein (vgl. 
BVR 2010 S. 157 E. 3.2.2, 2009 S. 107 E. 9.1, 2009 S. 447 E. 2.3).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Die Beschwerdeführerin war ab 1. Juni 1985 mit einem Beschäfti-
gungsgrad von 50 % (mit Erhöhung auf 90 % per 1.7.1999) beim 
B.________ als Mitarbeiterin Unterhaltsreinigung tätig (vgl. 
Kündigungsverfügung vom 14.4.2015 und Zwischenzeugnis vom 
24.4.2013, in Akten B.________ [act. 3B], Beilagen 2 und 3). 

3.2 Am 30. Januar 2014 musste sich die Beschwerdeführerin einer 
Operation am Karpaltunnel der rechten Hand unterziehen und war in der 
Folge zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. Operationsbericht vom 30.1.2014, in 
Beschwerdebeilage 3). Aufgrund postoperativer Beschwerden konnte sie 
die Arbeit nicht wie geplant am 2. März 2014 wieder aufnehmen, sondern 
blieb weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. ärztliche Aufzeichnungen vom 
12.2.2014, 19.2.2014 und 10.3.2014, in Beschwerdebeilage 3). Seit dem 
24. März 2014 beklagt die Beschwerdeführerin auch Schmerzen in der 
rechten Schulter (vgl. ärztliche Aufzeichnungen vom 24.3.2014, in Be-
schwerdebeilage 3). Am 20. Mai 2014 musste sie an der rechten Hand er-
neut operiert werden (vgl. Operationsbericht vom 20.5.2014, in Beschwer-
debeilage 3). Aufgrund einer vertrauensärztlichen Überprüfung der medizi-
nischen Akten ging die Krankenversicherung am 25. August 2014 davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin ab sofort wieder zu 100 % arbeitsfähig 
sei und die Arbeit per 15. September 2014 wieder aufzunehmen habe (vgl. 
Schreiben der Krankenversicherung vom 25.8.2014, in Akten B.________ 
[act. 3B], Beilage 6). Die Arbeitsaufnahme war ihr indessen nicht möglich, 

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musste sie doch am 2. September 2014 die zuvor eingesetzte Metallplatte 
im Handgelenk operativ entfernen lassen (vgl. ärztliche Aufzeichnungen 
vom 25.8.2014 und 15.9.2014, in Beschwerdebeilage 3). Aufgrund anhal-
tender Beschwerden im Bereich des Handgelenks und der Schulter wurde 
sie in der Folge weiterhin für voraussichtlich drei Monate arbeitsunfähig 
geschrieben (vgl. ärztliche Aufzeichnungen vom 11.8.2014, 25.8.2014 und 
15.9.2014, in Beschwerdebeilage 3; Arztzeugnis vom 15.9.2014, in Akten 
B.________ [act. 3B], Beilage 7). 

3.3 Im Dezember 2014 plante das B.________ nach Rücksprache mit 
dem behandelnden Arzt und der Beschwerdeführerin einen 
Wiedereingliederungsversuch (vgl. E-Mail-Verkehr B.________, in Akten 
B.________ [act. 3B], Beilagen 8-10). Es bot der Beschwerdeführerin an, 
stundenweise «leichte Trainingsarbeit» zu absolvieren. Vorerst sollte sie in 
der Wäscherei beispielsweise Frotteewäsche falten, um später wieder in 
die Reinigung zurückkehren zu können (E-Mail vom 13.4.2015, in Akten 
B.________ [act. 3B], Beilage 10). Dieser Wiedereingliederungsversuch 
scheiterte (vgl. E-Mail vom 8.12.2014, in Akten B.________ [act. 3B], 
Beilage 9). Die Beschwerdeführerin ging in der Folge davon aus, dass sie 
einen Arbeitsplatz in der Wäscherei erhalte – vorerst zur Evaluation von 
Einsatzmöglichkeiten, aber mit Aussicht auf eine definitive Versetzung –, 
wobei sie die Arbeiten in der Wäscherei wohl als körperlich leichter 
einschätzte als diejenigen in der Reinigung (vgl. Beschwerde Rz. 11). 
Daher liess sie sich mit Arztzeugnis vom 21. Januar 2015 eine 
Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 %-100 % in der Wäscherei ab dem 
1. Februar 2015 attestieren (Arztzeugnis vom 21.1.2015, in Akten 
B.________ [act. 3B], Beilage 12). Gemäss dem «detaillierten Arztzeugnis 
zwecks Eingliederung» vom Januar 2015 sah der behandelnde Arzt einen 
Arbeitsversuch mit dem «überwiegenden Ziel der Arbeitspräsenz», aber 
kaum «formaler Arbeitsleistung» vor. Es sei weitgehend nur eine 
«einhändige Tätigkeit» möglich. Die rechte Hand dürfe auch für «geringe 
Kraftanwendungen» nicht eingesetzt werden (vgl. Akten B.________ 
[act. 3B], Beilage 11). Die ausgewiesene Einschränkung (nur einhändiges 
Arbeiten links) war indes weder mit den in der Wäscherei anfallenden 
Arbeiten noch mit anderen Arbeiten zu vereinbaren, weshalb seitens des 
B.________ auf einen Wiedereingliederungsversuch verzichtet wurde (vgl. 

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Beschwerdevernehmlassung B.________ vom 19.6.2015, in Akten GEF 
[act. 3A], pag. 37 f.). Die Beschwerdeführerin liess sich deshalb 
rückwirkend ab 21. Januar 2015 wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
attestieren (Arztzeugnis vom 2.3.2015, in Akten B.________ [act. 3B], 
Beilage 12; verlängert mit Arztzeugnissen vom 15.4.2015 und 29.5.2015, in 
Akten B.________ [act. 3B], Beilage 5). 

3.4 Mit Schreiben vom 13. März 2015 teilte die Unfallversicherung dem 
B.________ mit, dass die Beschwerdeführerin weiterhin arbeitsunfähig sei 
und unklar sei, ob sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder in ihrer 
angestammten Tätigkeit werde arbeiten können (vgl. Akten B.________ 
[act. 3B], Beilage 4). Daraufhin stellte das B.________ der 
Beschwerdeführerin am 19. März 2015 die Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses in Aussicht und gewährte ihr das rechtliche Gehör (vgl. 
Akten B.________ [act. 3B], Beilagen 15 und 16). Nach Eingang der 
Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 10. April 2015 verfügte das 
B.________ am 14. April 2015 die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 
31. Juli 2015 (Stellungnahme vom 10.4.2015, in Akten GEF [act. 3A], 
pag. 28 ff.; Kündigungsverfügung vom 14.4.2015, in Akten B.________ 
[act. 3B], Beilage 2). 

3.5 Zusammenfassend steht fest, dass die Beschwerdeführerin beim 
B.________ seit dem 30. Januar 2014 keine Arbeitsleistung mehr erbracht 
hat und eine Wiederaufnahme der Arbeit im Kündigungszeitpunkt nicht 
absehbar war.

4.

Zu prüfen ist zunächst, ob ein triftiger Grund für die Kündigung vorliegt.

4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, der triftige Grund der ungenü-
genden Leistung infolge Krankheit liege nicht vor. Gestützt auf die Arzt-
zeugnisse könne nicht geschlossen werden, dass eine Wiedereingliede-
rung nicht möglich gewesen wäre. Sie hätte sehr gerne einen Arbeitsver-
such in der Wäscherei unternommen (Beschwerde Rz. 10 ff.). – Die Vor-
instanz hat demgegenüber in der seit 30. Januar 2014 andauernden 

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100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin einen triftigen Grund 
erblickt. Da sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen könne, seien die Leistun-
gen der Beschwerdeführerin ungenügend im Sinn von Art. 25 Abs. 2 Bst. a 
PG (angefochtener Entscheid, E. 2.c und 2.d). 

4.2 Es ist unstrittig, dass die Beschwerdeführerin am 30. Januar 2014 
aus gesundheitlichen Gründen am Arbeitsplatz ausgefallen und seitdem 
arbeitsunfähig ist (vgl. vorne E. 3.5). Sie kann die ihr übertragenen Aufga-
ben nicht mehr erfüllen. Damit liegt ein triftiger Grund für die Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses nach Art. 25 Abs. 1 Bst. a PG vor. Vor dem Hinter-
grund der nicht bestrittenen Arbeitsunfähigkeit ist nicht ersichtlich, was die 
Beschwerdeführerin aus dem misslungenen Wiedereingliederungsversuch 
in der Wäscherei zu ihren Gunsten ableiten will. Auf die Wiedereingliede-
rungsthematik wird allerdings unter dem Gesichtspunkt der Fürsorgepflicht 
des Arbeitgebers und der Verhältnismässigkeit der Kündigung näher ein-
zugehen sein (vgl. E. 5 hiernach). Inwiefern schliesslich der Umstand, dass 
von der Besprechung vom 19. März 2015 keine Gesprächsnotiz abgefasst 
worden ist, den Kündigungsgrund berühren soll, ist nicht dargetan und 
auch nicht ersichtlich. 

4.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet schliesslich zu Recht nicht, dass 
die Sperrfrist nach Art. 28 Abs. 1 Bst. b PG (180 Tage seit Beginn der Ar-
beitsunfähigkeit) eingehalten wurde. Das B.________ hat erheblich länger 
als 180 Tage seit Krankheitsbeginn mit der Kündigung zugewartet und 
folglich mit der am 14. April 2015 erlassenen Kündigungsverfügung die 
Sperrfrist eingehalten. 

5.

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Kündigung unter Berücksich-
tigung der dem Kanton als Arbeitgeber obliegenden Fürsorgepflicht.

5.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei bereits 57 Jahre alt und 
habe während 30 Jahren für das B.________ gearbeitet, weshalb dem 
B.________ eine «erhöhte Fürsorgepflicht» obliege. Das B.________ habe 
diese Pflicht verletzt, indem es Wiedereingliederungsmassnahmen vereitelt 

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und nicht Hand zu einer Versetzung geboten habe. Zudem habe ihr das 
B.________ zu einer «nicht korrekten Anmeldung bei der 
Unfallversicherung» geraten. Die Kündigung stelle insgesamt eine 
unverhältnismässige Härte dar, zumal ihr die Stellensuche aufgrund ihres 
Alters und Gesundheitszustands massiv erschwert, wenn nicht gar 
verunmöglicht sei (vgl. Beschwerde Rz. 14 ff.). – Die Vorinstanz hat die 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses als verhältnismässig beurteilt und dabei 
berücksichtigt, dass die Kündigung nach mehr als acht Monaten seit Ablauf 
der gesetzlichen Sperrfrist ausgesprochen wurde. Das B.________ habe 
damit lange über den gesetzlich vorgesehenen Zeitraum hinaus zugewartet 
und das Arbeitsverhältnis erst aufgelöst, nachdem sich an der 
Ungewissheit des Heilungsverlaufs über Monate hinweg nichts verändert 
hatte. Angesichts der vorliegenden Umstände sei auch keine Versetzung 
innerhalb des Betriebs in Frage gekommen (vgl. angefochtener Entscheid, 
E. 3c und 3d). 

5.2 Die Fürsorgepflicht des Kantons entspricht derjenigen, die Art. 328 
des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) für das privatrechtli-
che Arbeitsverhältnis vorsieht. Zwar ist die Fürsorgepflicht nicht ausdrück-
lich im bernischen Personalrecht geregelt. Der Art. 328 OR zugrunde lie-
gende Rechtsgedanke ist indessen von allgemeiner Gültigkeit und kommt 
in Art. 4 Bst. g PG zum Ausdruck. Demnach trifft der Kanton Vorkehren 
zum Schutz der persönlichen Integrität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 
Ausserdem ist in Art. 55 PG das Gegenstück zur Fürsorgepflicht, die Treu-
epflicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, verankert 
(vgl. BVR 2009 S. 443 E. 5.1, 2007 S. 538 E. 4.4; vgl. auch BGE 137 I 58 
E. 4.2.3 [Pra 100/2011 Nr. 71]). 

5.2.1 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat das 
B.________ einen Wiedereingliederungsversuch in der Wäscherei nicht 
vereitelt. Aktenkundig ist, dass ihr das B.________ im Dezember 2014 
anbot, in der Wäscherei «leichte Trainingsarbeit» zu absolvieren. Dieser 
Wiedereingliederungsversuch scheiterte. Der Versuch vom Februar 2015 
unterblieb, da der Beschwerdeführerin gemäss dem detaillierten 
Arztzeugnis zwecks Eingliederung jeglicher (Arbeits-)Einsatz der rechten 
Hand verunmöglicht war und die in der Wäscherei zu verrichtenden 

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Tätigkeiten – namentlich für die Hände und Schultern – körperlich ebenso 
stark fordernd sind wie in der Reinigung (vgl. vorne E. 3.3). Das 
B.________ hat sich somit um eine Wiedereingliederung der 
Beschwerdeführerin bemüht und das ihm Zumutbare unternommen. Auch 
hat es durch das Zuwarten mit der Kündigung namentlich dem Umstand 
Rechnung getragen, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine 57-
jährige, langjährige Mitarbeiterin handelt. Damit ist das B.________ seinen 
Fürsorgepflichten gegenüber der Beschwerdeführerin hinreichend 
nachgekommen (vgl. BVR 2009 S. 443 E. 5.1 und 5.2, 2007 S. 538 E. 4.4; 
VGE 2014/212 vom 21.8.2015, E. 6.2; ferner auch BGer 4A_384/2014 vom 
12.11.2014, E. 5.2). 

5.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das B.________ habe 
seine Fürsorgepflicht auch insoweit verletzt, als es sie mit Blick auf die 
Vorgehensweise bei der Schadensmeldung (Unfall statt Krankheit) falsch 
beraten habe, ergibt sich Folgendes: Zum einen ist nicht dargetan und 
auch nicht ersichtlich, inwiefern dieser Umstand für das vorliegende 
Verfahren von Bedeutung sein sollte. Zum anderen übersieht die 
Beschwerdeführerin, dass die Unfallversicherung ihre Leistungen nicht im 
Sinn einer Sanktionierung für die Vorgehensweise bei der 
Schadensmeldung eingestellt hat. Die Einstellung erfolgte vielmehr, weil 
die Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nicht auf den gemeldeten 
Unfall zurückzuführen, sondern krankheitsbedingt sein dürften (vgl. 
Verfügung der Unfallversicherung vom 28.10.2015, in 
Beschwerdebeilage 3). 

5.3 Jedes staatliche Handeln ist an den verfassungsrechtlichen Grund-
satz der Verhältnismässigkeit gebunden (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfas-
sung [BV; SR 101]). Es genügt demnach nicht, die Kündigungsverfügung 
lediglich mit dem Nachweis eines triftigen Grunds zu versehen. Darüber 
hinaus muss die Auflösung des Anstellungsverhältnisses stets auch vor 
dem Verhältnismässigkeitsprinzip standhalten. Demnach muss die Kündi-
gung erstens ein geeignetes Mittel zur Verwirklichung der auf dem Spiel 
stehenden öffentlichen Interessen und zweitens in dem Sinn erforderlich 
sein, dass nicht weniger einschneidende Massnahmen ebenfalls zum Ziel 
führen würden; drittens muss eine Abwägung der gegenseitigen Interessen 

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die Kündigung als gerechtfertigt bzw. zumutbar erscheinen lassen 
(BVR 2009 S. 443 E. 5.4.1 mit Hinweisen; vgl. auch BVR 2010 S. 157 
E. 4.5.1). 

5.4 Im Rahmen der Verhältnismässigkeit sind die langjährige Tätigkeit 
beim B.________ (30 Jahre) und das Alter der Beschwerdeführerin (57 
Jahre) in die Würdigung einzubeziehen. Das B.________ hat sich bemüht, 
die Beschwerdeführerin wieder einzugliedern (E. 5.2.1 hiervor). Zudem hat 
es dargelegt, dass eine Versetzung in die Wäscherei aufgrund der 
Einschränkung (nur einhändige Tätigkeit links) ausser Betracht fällt. Mit 
Blick auf die eingeschränkten Deutschkenntnisse und die fehlende 
Berufsausbildung besteht auch keine andere Versetzungsmöglichkeit 
innerhalb des Betriebs des B.________. Kommt hinzu, dass das 
anwendbare Personalrecht keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung oder 
auf Versetzung begründet; die Anstellungsbehörde muss nicht 
anderweitige Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten, damit die Kündigung 
zulässig bzw. verhältnismässig ist (vgl. BVR 2007 S. 538 E. 4.3 mit 
Hinweisen; von Kaenel/Zürcher, Personalrecht, in Müller/Feller [Hrsg.], 
Bernisches Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2013, S. 73, Fn. 86). Das 
Verwaltungsgericht verkennt nicht, dass die Beschwerdeführerin durch die 
Kündigung aufgrund ihres Alters, ihrer gesundheitlichen Situation und der 
langen Anstellungsdauer hart getroffen wird. Indessen geht das Interesse 
des B.________ an arbeitsfähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dem 
Interesse der Beschwerdeführerin vor, ihre Stelle zu behalten (vgl. 
BVR 2007 S. 538 E. 4.3; VGE 2013/418 vom 11.11.2015, E. 7.3). Somit 
erweist sich die Kündigung als verhältnismässig. 

6.

Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Die Beendigung des Anstellungsverhältnisses mit der Beschwerde-
führerin ist aus triftigem Grund erfolgt (vgl. vorne E. 4) und erweist sich als 
verhältnismässig (vgl. vorne E. 5). Die Beschwerde ist somit in allen Teilen 
unbegründet und abzuweisen. Offensichtlich unbegründete Beschwerden 
beurteilt das Verwaltungsgericht in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2016, Nr. 100.2015.343U, 
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Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine an-
gefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1ʹ500.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- dem Beschwerdegegner
- dem B.________ 

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2016, Nr. 100.2015.343U, 
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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. BGG erreicht Fr. 15‘000.--.