# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23f61d04-4de3-52cd-a835-4adb942109ae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.02.2023 200 2021 749
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-749_2023-02-18.pdf

## Full Text

200 21 749 IV
MAK/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Februar 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. September 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Januar 2019 unter Hinweis auf eine am 6. August 2018 
erlittene Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) und eine mediale Menis-
kusläsion im rechten Knie bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV [act. II] 4.6, 5). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen; 
namentlich veranlasste sie eine psychiatrisch-rheumatologische Begutach-
tung (Gutachten vom 21. März 2021 [act. II 48.1 - 48.3] und Stellungnahme 
vom 18. Mai 2021 [act. II 58]). Nach entsprechender vorbescheidweiser 
Ankündigung (act. II 62) verneinte sie mit Verfügung vom 28. Septem-
ber 2021 (act. II 75) einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 
38 %.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________ mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 Beschwerde mit den fol-
genden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 28. September 2021 
sei aufzuheben.

2. Die Angelegenheit sei zur weiteren Abklärung der Anspruchsbe-
rechtigung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 
8. Januar 2019 bis auf Weiteres eine Viertelsrente zuzusprechen.

4. Subeventualiter sei der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 
8. Januar 2019 bis zum 22. März 2021 eine Viertelsrente zuzu-
sprechen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 2. De-
zember 2021 die Abweisung der Beschwerde.

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Mit Eingabe vom 10. Januar 2023 reichte die Beschwerdegegnerin eine ihr 
zugestellte E-Mail des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) … 
vom 4. Januar 2023 zu den Akten, wonach die Beschwerdeführerin sich 
per 2. Januar 2023 vom RAV und der Arbeitslosenkasse abgemeldet habe. 
Grund dafür sei ihr Stellenantritt bei der … C.________ AG in …. Sie ver-
füge über einen befristeten Arbeitsvertrag (ein Jahr) mit einem Arbeitspen-
sum von 100 % als … in der ….

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. September 2021 
(act. II 75). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 

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IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 

2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

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3.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im "Arztzeugnis UVG" vom 25. August 2018 (act. II 4.2 
S. 16) eine Läsion des vorderen Kreuzbands und des medialen Meniskus 
im rechten Knie. Die Patientin sei am 6. August 2018 auf glattem Boden 
ausgerutscht und habe sich das Knie verdreht. Es bestünden Knieschmer-
zen und eine Druckdolenz, Gehen und Belasten seien schmerzhaft. Die 
Arbeitsunfähigkeit betrage 100 %.

3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte gemäss Operationsbericht 
vom 3. September 2018 (act. II 4.2 S. 12 ff.) am 31. August 2018 eine dia-
gnostische Kniearthroskopie mit Meniskusnaht und eine arthroskopisch-
assistierte VKB-Plastik durch. Am 9. Oktober 2018 (act. II 4.2. S. 11) be-
richtete er über ein günstiges Zwischenergebnis und attestierte für vier Wo-
chen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Anschliessend sei eine Teilar-
beitsfähigkeit zu beurteilen. In einem weiteren Bericht vom 27. November 
2018 (act. II 4.2 S. 6) erwähnte der Arzt einen ungünstigen Verlauf, was die 
Belastbarkeit angehe. Die Ursache sei momentan allerdings unklar. Es 
persistierten mediale Schmerzen auf Kniegelenkshöhe bzw. auf Höhe des 
Seitenbandes und dorsal. Am 11. Dezember 2018 (act. II 4.2 S. 1) hielt 
Dr. med. E.________ fest, im Verlaufs-MRI habe sich eine korrekte VKB-
Transplantatlage ohne Riss gezeigt. Das Zwischenergebnis habe sich nach 
einem Wechsel des Physiotherapeuten nun verbessert. Die Kortison- und 
NSR-Therapie würden fortgeführt.

3.1.3 Im Bericht vom 9. Mai 2019 (act. II 19.2 S. 3 f.) hielt Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, fest, die aktuelle Problematik liege in einer massiven 
muskulären Dekonditionierung, insbesondere mit Insuffizienz der Hüftab-
duktoren mit sekundärer Reizung des Semimembranosuseck, sekundärem 
Hypertonus der Hüftabduktion und Hoffaitis. Bis Ende Mai bestehe eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Am 17. Juli 2019 (act. II 21.2 S. 2 f.) führte 
der Arzt aus, die Patientin berichte weiterhin über belastungsabhängige 
Schmerzen auf der Knieinnenseite rechts. Sowohl klinisch als auch MR-
tomographisch seien die Beschwerden nicht klar "zuordenbar". Möglicher-
weise handle es sich um eine Reizung des Ramus infrapatellaris. Für wei-

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tere drei Wochen bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Schliesslich 
hielt Dr. med. F.________ im Bericht vom 12. September 2019 (act. II 21.2 
S. 1) fest, aus orthopädischer Sicht könne er keinen weiteren Beitrag zur 
Besserung der Situation leisten.

3.1.4 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 9. März 2020 (act. 
II 22 S. 9 f.) wurde festgehalten, es sei eine ambulante strahlentherapeuti-
sche Behandlung bei guter "Tolerabilität" durchgeführt worden. Nach der 
ersten Bestrahlungsfraktion sei es (ungewöhnlicherweise) zu einer 
Schmerzfreiheit des Resttages gekommen. Danach seien die Belastungs-
schmerzen im rechten Knie unverändert geblieben. Zwischenzeitlich seien 
Knieschmerzen links aufgetreten, was im Rahmen einer aktivierten Arthro-
se gewertet worden sei.

3.1.5 Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
attestierte im Bericht vom 9. Juli 2020 (act. II 26) weiterhin eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei schlecht, Rücken- und Knieschmerzen 
stünden einer Eingliederung im Wege.

3.1.6 Dem von den Dres. med. I.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin und für Rheumatologie, und J.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, verfassten bidisziplinären Gutachten vom 
21. März 2021 (act. II 48.1 - 48.3) sind die folgenden Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen:

Chronischer Knieschmerz rechts (ICD-10 M25.56), "Failed knee surgery" 
nach Distorsion Knie rechts 06.08.2018 mit VKB- und medialer Meniskus-
Hinterhornläsion Knie rechts (ICD-10 M23.61, M23.32) 
- 31.08.2018: Diagnostische Arthroskopie des Knies mit Meniskusnaht 

rechts mit VKB-Plastik Monobündel (Semitendinosus).
- 29.11.2018: MRI Knie rechts (Intaktes VKB-Transplantat in normaler 

Ausrichtung. Normale Position des Innenmeniskushinterhorns nach 
Meniskusnaht).

- 28.06.2019: MRI Knie rechts (reguläre Situation, kein eigentliches Kno-
chenmarksödem tibial medial, reaktives Knochenmarksödem bei tibialer 
Fixationsschraube [normal]).

- Serieninfiltration mit Lokalanästhesie und Glucocorticoiden, ohne Er-
folg.

- Botox-Behandlung bei Tendinopathie Ligamentum meniscofemorale 
und Pes anserinus rechts, ohne Erfolg.

- 17.02. bis 09.03.2020: Oberflächentherapie (X-Strahl) bis 3 Gy (6 x 0.5 
Gy).

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- Beginnende medial betonte Gonarthrose und popliteale Zyste (act. II 
48.1 S. 6 Ziff. 4.2).

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, aus 
psychiatrischer Sicht bestünden keine Befunde oder gar Diagnosen. Aus 
rheumatologischer Sicht zeige sich biomechanisch keine Einschränkung im 
rechten Kniegelenk, bei guter Flektions- und Extensionsfähigkeit und erhal-
tener Stabilität. Das postoperative Ergebnis sei rein biomechanisch gut. Es 
zeige sich eine beginnende, medialbetonte Gonarthrose mit leichten 
osteophytären Ausziehungen. Dies könne auch im Rahmen der Adipositas 
interpretiert werden als isolierter Risikofaktor für die Entstehung einer 
Gonarthrose. Das Beschwerdebild sei jedoch ein chronifizierter Schmerz, 
unabhängig von der Biomechanik, auftretend postoperativ, im medialen und 
subpatellären Kniekompartiment. Eine leichte Reizung im rechten Knie sei 
vorhanden, bei Ausbildung einer zystischen Formation in der medialen Po-
plitea. Diese könne jedoch auch durch die degenerativen Veränderungen 
bedingt sein. Das subjektive Beschwerdebild könne nicht objektiviert werden 
und gelte vorderhand als "Failed knee surgery". Gesamthaft bestehe 
aufgrund der subjektiven Beschwerden eine Einschränkung der 
Belastbarkeit für eine gehende und stehende Tätigkeit, insbesondere 
Treppengang und Gehen auf unebenem Gelände. Hierfür bestehe eine qua-
litative und quantitative Einschränkung der Belastbarkeit. Gesamthaft könne 
in einer adaptierten Tätigkeit jedoch lediglich eine qualitative Einschränkung 
(richtig wohl: "quantitative" bei erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf) der 
Belastbarkeit attestiert werden (act. II 48.1 S. 7 Ziff. 4.3). Die körperlichen 
Ressourcen seien reduziert aufgrund der chronifizierten 
Schmerzsymptomatik, jedoch könnten adaptierte körperliche Leistungen 
erbracht werden. Dies zeige die normale Funktion als Hausfrau und Mutter 
sowie die Arbeitstätigkeit als … (act. II 48.1 S. 7 Ziff. 4.5). Die bisherige 
Tätigkeit habe die … von … umfasst. Die Tätigkeit habe dominant sitzend 
ausgeführt werden können und wäre somit ideal für die Versicherte. Das 
Tragen schwerer … in Kisten könnte allenfalls abgegeben werden, 
mindestens im Zeitraum der weiteren Behandlung. Die Versicherte traue 
sich diese Arbeit selber weniger zu, da sie aktuell über neue 
Einschränkungen klage, die kleinen Teile richtig zu sehen. Die vorgängig 
ausgeführte Tätigkeit in der … wäre denkbar und könnte in einer 
hochprozentigen Ausführung erfolgen. Dabei sei insbesondere die … 

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möglich, da diese Arbeit sitzend ausgeführt werde. Erschwert seien die 
Tätigkeiten am … sowie die …, da diese Tätigkeiten stehend ausgeführt 
würden. Gesamt können aus bewegungsapparatmedizinischer Sicht für die 
obengenannten angestammten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % 
attestiert werden. Die Einschränkungen ergäben sich aufgrund des erhöhten 
Pausen- sowie Erholungsbedarfs bei Schmerz (act. II 48.1 S. 8 Ziff. 4.7). 
Eine aktuell ideale angepasste Tätigkeit sei sitzend zu 80 % und 20 % leicht 
gehend. Dabei sei eine Arbeitstätigkeit quantitativ zu 80 % umsetzbar. Die 
20 % Reduktion seien noch notwendig bei erhöhtem Pausen- und 
Erholungsbedarf (act. II 48.1 S. 9 Ziff. 4.8 sowie act. II 58 S. 23).

In der Stellungnahme vom 18. Mai 2021 (act. II 58) führte der Gutachter 
Dr. med. I.________ aus, eine ideal angepasste Tätigkeit zu 80 % sitzend 
und zu 20 % leicht gehend und stehend sei ab April 2019 zumutbar. Eine 
zeitliche Einschränkung ergebe sich nicht, eine leistungsmässige Ein-
schränkung aufgrund der chronischen Schmerzsituation bestehe zu 20 %.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

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Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 In medizinischer Hinsicht erging die angefochtene Verfügung vom 
28. September 2021 (act. II 75) gestützt auf das von den Dres. med. 
I.________ und J.________ verfasste bidisziplinäre Gutachten vom 
21. März 2021 (act. II 48.1 - 48.3). Dieses erfüllt die vorerwähnten höch-
strichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen Beweis. Die Gut-
achter haben sich in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit 
den geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun-
gen auch gestützt auf eigene Untersuchungen in den Fachrichtungen 
Rheumatologie und Psychiatrie getroffen. Die Ausführungen in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und insbesondere 
zum vorliegend relevanten Beweisthema (Restarbeitsfähigkeit, Zumutbar-
keitsprofil) nachvollziehbar begründet. Was die Beschwerdeführerin dage-
gen vorträgt, vermag daran nichts zu ändern.

3.3.1 Nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens spricht, dass die 
Gutachter die diagnostische Zuordnung als vage beurteilten und den chro-
nifizierten Schmerz nicht klar zuordnen konnten (act. II 48.2 S. 22 Ziff. 7.3; 
Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Damit bringen die Gutachter zum Ausdruck, dass 
sie die Beschwerden nicht für restlos objektivierbar halten, was denn auch 
der Einschätzung des behandelnden Orthopäden Dr. med. F.________ 
entspricht (vgl. act. II 19.2 S. 3 f.). Im Übrigen spricht der Umstand, dass 
ein Gutachter die diagnostischen Schwierigkeiten offenlegt, nicht gegen, 
sondern für den Beweiswert der Expertise (vgl. Entscheide des Bundesge-

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richts [BGer] vom 21. Juni 2016, 9C_614/2015, E. 5.1, und vom 27. Juni 
2016, 8C_261/2016, E. 4.).

3.3.2 Die Beschwerdeführerin rügt, aus dem Gutachten gehe hervor, 
dass sie – nebst den untersuchten Fachgebieten – zusätzlich an Rücken-
problemen sowie einer Sehschwäche und Schwindel leide. Weiter führten 
insbesondere auch Rumpfbewegungen und Rumpfdehnungen zu Schmer-
zen (Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Die Gutachter haben sich mit diesen Be-
schwerden auseinandergesetzt (vgl. act. II 48.1 S. 8 Ziff. 4.6), ihnen jedoch 
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (act. II 48.1 S. 6 
Ziff. 4.2). Aus den Akten ergeben sich denn auch keine Hinweise, dass 
über die von den Gutachtern beurteilten Beschwerden hinaus weitere Ge-
sundheitsschäden bestünden, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Ar-
beitsfähigkeit einschränken würden. Entsprechendes wird denn auch sei-
tens der behandelnden Ärzte nicht konkret festgehalten. Soweit die Gut-
achter auf Dr. med. F.________ und dessen "demnächst" erfolgende inter-
disziplinäre Fallbesprechung zwecks Ableitung der notwendigen therapeu-
tischen Massnahmen verweisen (act. II 48.1 S. 9 Ziff. 4.11), hat dies keine 
Auswirkung auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus gutachterlicher 
Sicht (vgl. dazu auch die nachfolgende Erwägung).

3.3.3 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, im Gutachten wer-
de auf August 2021 verwiesen, zu welchem Zeitpunkt mehr über den weite-
ren Verlauf gesagt werden könne. Sinngemäss bringt sie vor, die Be-
schwerdegegnerin hätte diesen Zeitpunkt abwarten müssen (Beschwerde 
S. 5 Ziff. 10). Die entsprechende Äusserung der Gutachter bezieht sich 
allerdings auf eine allfällige (und zu erwartende weitere) Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit, die zu erwarten wäre, falls die gutachterlich empfohlenen 
(die Dekonditionierung aufhebenden) therapeutischen Massnahmen (Ge-
wichtsreduktion, Teilnahme an einem multimodalen Schmerzverarbei-
tungsprogramm, Coaching) durchgeführt würden. Dabei handelt es sich um 
die Antwort auf eine "fallspezifische Frage" der Beschwerdegegnerin nach 
der Zumutbarkeit von schadenmindernden Massnahmen und nach dem 
Zeitpunkt, zu dem der Erfolg dieser Massnahmen beurteilt werden kann 
(act. II 48.1 S. 10 Ziff. 4.12). Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin 
verfügt hat, ohne zunächst den Erfolg schadenmindernder Massnahmen 

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abzuwarten, wirkt sich nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus, 
würde bei der zu erwartenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit doch ein 
tieferer Invaliditätsgrad resultieren.

3.3.4 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwer-
de S. 6 Ziff. 13) hat der psychiatrische Gutachter ausgeführt, weshalb die 
Schmerzen im rechten Knie nicht im Rahmen einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung zu beurteilen sind (act. II 48.3 S. 15). Die entspre-
chenden Diagnosekriterien (vgl. https://www.dimdi.de/static/de/klassifika-
tionen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2021/block-f40-f48.htm; Eintrag zu 
F45.4) sind klarerweise nicht erfüllt. Insbesondere finden sich weder in den 
Akten Hinweise auf emotionale Konflikte oder psychosoziale Belastungen, 
denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Auf-
rechterhaltung der Schmerzen zukommt, noch hat die Beschwerdeführerin 
solche im Rahmen der Anamneseerhebung benannt (vgl. act. II 48.3 S. 8). 

Hinsichtlich des Vorbringens, wonach fraglich sei, wie im Zeitfenster von 
55 Minuten eine einlässliche und abschliessende Beurteilung möglich sei, 
ist darauf hinzuweisen, dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen 
Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt. 
Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im 
Ergebnis schlüssig ist. Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersu-
chung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beur-
teilenden Psychopathologie angemessen sein. Wie hoch dieser im Einzel-
fall zu veranschlagen ist, unterliegt letztlich aber der Fachkenntnis und dem 
Ermessensspielraum des damit befassten Experten (SVR 2021 IV Nr. 12 
S. 34 E. 3.2.3.2, 2019 IV Nr. 85 S. 280 E. 6, 2017 IV Nr. 75 S. 232 E. 4.3). 
Das psychiatrische Teilgutachten erweist sich – wie vorstehend dargelegt – 
als vollständig und schlüssig. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass der 
zeitliche Aufwand, der im Übrigen nicht nur aus der Untersuchung selbst 
besteht, der Fragestellung und der zu beurteilenden Sachlage nicht ange-
messen gewesen wäre.

3.3.5 Schliesslich ist mit Blick auf das formulierte Zumutbarkeitsprofil in 
einer angepassten Tätigkeit (vgl. act. II 48.1 S. 9 Ziff. 4.8) – welche für die 
Invaliditätsbemessung und dabei konkret für die Festsetzung des Invali-
deneinkommens massgebend ist (vgl. E. 4.3.1 hiernach) – nicht entschei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 13

dend, wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit genau ausgestaltet war, und ob 
ein interner Wechsel beim bisherigen Arbeitgeber möglich gewesen wäre 
(Beschwerde S. 5 Ziff. 9).

3.3.6 Gestützt auf das nach dem Gesagten voll beweiskräftige Gutach-
ten der Dres. med. I.________ und J.________ vom 21. März 2021 (act. II 
48.1 - 48.3) ist ab April 2019 von einer (grundsätzlich auch weiter steiger-
baren) Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von (mindestens) 
80 % auszugehen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Mit Blick auf die im Januar 2019 erfolgte Anmeldung 
(act. II 5) fällt – entgegen der Beschwerde (S. 2, Rechtsbegehren 3 und 4) 
– der frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung der sechsmo-
natigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 1. Juli 2019. Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). 

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen zu Recht anhand der 
Lohnangaben der früheren Arbeitgeberin (K.________ AG) ermittelt (vgl. 
act. II 75 S. 1), bei welcher die Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2016 
bis 31. Mai 2019 als … angestellt war (act. II 5 S. 6, 24 S. 2). Es bestehen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 14

keine Anzeichen dafür, dass sie ohne den erlittenen Gesundheitsschaden 
nicht weiterhin dort arbeiten würde. Ausgehend von einem Monatslohn von 
Fr. 4'425.-- (act. II 14 S. 3) ergibt sich zunächst ein Jahreseinkommen von 
Fr. 57'525.-- (Fr. 4'425 x 13 [vgl. act. II 16.2-16.4]). Ebenfalls zu berücksich-
tigen ist die der AHV-Beitragspflicht unterliegende, monatlich ausgerichtete 
Krankenkassenzulage von Fr. 175.-- (act. II 16.2 - 16.4) im Gesamtbetrag 
von Fr. 2'100.-- (Fr. 175.-- x 12; vgl. dazu Bundesamt für Sozialversiche-
rungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung [KSIR] Rz. 3201; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen 
vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). Daneben hat 
die Beschwerdegegnerin korrekterweise auch das mit der bereits vor Ein-
tritt des Gesundheitsschadens ausgeübten … erzielte jährliche Einkommen 
von Fr. 12'220.-- (in der Verfügung fälschlicherweise mit Fr. 12'222.-- bezif-
fert [act. II 75 S. 1]) berücksichtigt (vgl. dazu die Einträge im IK-Auszug für 
die Jahre 2016 - 2018 (act. II 51 S. 2). Insgesamt resultiert damit ein Vali-
deneinkommen von Fr. 71'845.-- (Fr. 57'525.-- + Fr. 2'100.-- + Fr. 12'220.--
). Unerheblich ist, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2020 voraussicht-
lich einen um ca. Fr. 50.-- höheren Monatslohn erhalten hätte (Beschwerde 
S. 4), ist doch für die Invaliditätsbemessung das Jahr 2019 massgebend 
(vgl. E. 4.1 hiervor).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 15

nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.3.1 Gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil besteht in einer lei-
densangepassten Tätigkeit eine (mit schadenmindernden Massnahmen 
jedoch grundsätzlich steigerbare [act. II 56.1 S. 26]) Arbeitsfähigkeit von 
(mindestens) 80 % (vgl. E. 3.3.6 hiervor). Da die Beschwerdeführerin die 
ihr zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht vollumfänglich umsetzt, ist das Invali-
deneinkommen anhand eines LSE-Tabellenlohnes zu bestimmen. Gestützt 
auf Tabelle TA1 der LSE 2018, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1, und 
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit, der Nomi-
nallohnentwicklung sowie der gutachterlich festgestellten medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 80 % ergibt sich ein Invalideneinkommen 
von Fr. 44'175.-- (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2018] / 101.7 x 
102.7 [Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen 2016-2020, Total, Indi-
ces 2018 bzw. 2019] x 0.8).

4.3.2 Korrekterweise nahm die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom 
Tabellenlohn vor (vgl. act. II 75 S. 1). Zunächst rechtfertigt sich bei der im 
massgebenden Zeitpunkt 39-jährig gewesenen Beschwerdeführerin kein 
Abzug mit der Begründung des fortgeschrittenen Alters. Die gutachterlich 
attestierte Leistungsfähigkeit von 80 % kann im Rahmen einer ganztägigen 
Anwesenheit verwertet werden (act. II 58 S. 1), womit auch unter dem Titel 
"Beschäftigungsgrad" kein Abzug vorzunehmen ist (Entscheid des BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 16

vom 25. November 2021, 8C_627/2021, E. 5.1). Der herangezogene Ta-
bellenlohn berücksichtigt die leidensbedingten körperlichen Einschränkun-
gen der Beschwerdeführerin angemessen, sodass unter diesem Gesichts-
punkt ebenfalls kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn zu begründen 
ist. Abgesehen davon, dass mit geeigneten, von der Beschwerdeführerin 
selbständig vorzunehmenden Massnahmen die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit weiter gesteigert werden könnte (act. II 56.1 S. 26). Schliesslich 
rechtfertigt die Nationalität/Aufenthaltskategorie keinen Abzug. Mit Blick auf 
die ausländische Herkunft der Beschwerdeführerin ergibt sich, dass Frauen 
mit Niederlassungsbewilligung C (vgl. act. II 6) ohne Kaderfunktion zwar 
weniger als Schweizerinnen verdienen (LSE 2018, Tabelle TA12 [Monatli-
cher Bruttolohn, Schweizer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher 
Stellung und Geschlecht]), aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung 
herangezogene Durchschnittseinkommen (LSE 2018, Tabelle TA1; vgl. 
Entscheid des BGer vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 5.2). 

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re-
sultiert ein Invaliditätsgrad von aufgerundet (vgl. dazu BGE 130 V 121 
E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1) maximal 39 % 
([Fr. 71'845.--./. Fr. 44'175.--] / Fr. 71'845.-- x 100). Damit besteht kein An-
spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 2.4 hiervor).

Vorliegend massgebend sind die Verhältnisse bis zum Verfügungszeitpunkt 
vom 28. September 2021 (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 
E. 2.1 S. 140). Die Eingabe der IVB vom 10. Januar 2023 (samt E-Mail des 
RAV vom 4. Januar 2023; vgl. S. 3 oben) hat demnach unberücksichtigt zu 
bleiben. Diese geht mit dem Urteil zur Kenntnis an die Beschwerdeführerin.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Feb. 2023, IV/21/749, Seite 17

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Einga-

be der Beschwerdegegnerin vom 10. Januar 2023)
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.