# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9f12d9c-cc27-5aa9-9660-68a34decda49
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-09
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Unterschutzstellung eines Mammutbaums und einer Atlaszeder.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0028/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0028-2021_vom_9._maerz_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2020.00227 
0028/2021 

Entscheid vom 9. März 2021 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Ersatzrichter  Antoine  Berger,  Ersatz-
richterin Marlen Patt, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrierende 

H. R. und L. U. […] 

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X […] 

vertreten durch […] 

Mitbeteiligte 

2.  M. M. […] 

vertreten durch […] 

3.  R. H.-R. […] 
4.  Erbengemeinschaft P. H., bestehend aus:  

4.1.  R. H.-R. […] 
4.2.  C. H. […] 

Nrn. 3. - 4.2 vertreten durch […] 

betreffend 

Beschluss  des  Gemeinderates  vom  1. September  2020;  Unterschutzstel-
lung Mammutbaum und Atlaszeder […] 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit  Beschluss  vom  1. September  2020  entschied  der  Gemeinderat  X,  das 

Objekt  Nr. 1  des  kommunalen  Inventars  der  Natur-  und  Landschafts-

schutzobjekte,  bestehend  aus  einem  Mammutbaum  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. 1  und  einer  Atlaszeder  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr. 2  an  der  L.-

Strasse  1  bzw.  2  in  X,  sei  ein  Schutzobjekt  gemäss  § 203  lit. f  des  Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  und  werde  gemäss  § 205 PBG  unter  Na-

turschutz gestellt (Dispositivziffer 1). Zudem wurde angeordnet, das Objekt 

Nr. 1 sei in die Verordnung über den Schutz und die Pflege von Natur- und 

Landschaftsschutzobjekten  von  kommunaler  Bedeutung  (VNLS)  aufzu-

nehmen  und  das  Objektblatt  des  Inventars  sinngemäss  anzupassen  (Dis-

positivziffer 2). 

B. 
Mit Eingabe vom 8. Oktober 2020 erhoben H. R. und L. U. fristgerecht Re-

kurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten, der an-

gefochtene Beschluss sei aufzuheben, eventualiter sei die Unterschutzstel-

lung  unter  dem  Vorbehalt  der  zivilrechtlichen  Rechtsbehelfe  des  Nachbar-

rechts,  insbesondere  des  Kapprechts  gemäss  Art. 687  des  Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vorzunehmen, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolge zulasten des Rekursgegners. 

C. 
Mit  Präsidialverfügung  vom  9. Oktober 2020  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk  genommen  und  das  Vernehmlassungsverfahren  eröffnet,  wobei 

die 

Eigentümer 

der 

streitbetroffenen  Grundstücke,  M.  M. 

(Kat.-Nr. 1; Mitbeteiligte 2)  und  P.  und  R.  H.-R.  (Kat.-Nr. 2; Mitbeteiligte 3) 

als  Mitbeteiligte  in  das  Verfahren  einbezogen  wurden.  Mit  Präsidialverfü-

gung vom 9. Dezember 2020 wurde vom Eintritt der Erbengemeinschaft P. 

H. (Mitbeteiligte 4), bestehend aus R. H.-R. und C. H., anstelle von P. H. in 

das Rekursverfahren Vormerk genommen. 

R2.2020.00227 

Seite 2 

 
 
D. 
Mit  Vernehmlassung  vom  30. Oktober  2020  beantragte  die  Mitbeteiligte 2 

sinngemäss  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die  Vorinstanz  beantragte  mit 

Vernehmlassung  vom  10. November 2020,  der  Rekurs  sei  abzuweisen, 

soweit  darauf  einzutreten  sei,  und  der  angefochtene  Beschluss  sei  zu  be-

stätigen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekur-

rierenden. Die Mitbeteiligte 3 beantragte mit Vernehmlassung vom 12. No-

vember  2020,  der  Rekurs  sei  gutzuheissen,  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen zulasten der Vorinstanz. 

E. 
Mit  Replik  vom  7. Dezember  2020  und  Duplik  vom  6. Januar  2021  hielten 

die Rekurrierenden und die Vorinstanz an ihren Anträgen fest. Die Mitbetei-

ligte 2  beantragte  mit  Duplik  vom  7. Januar  2021  die  Abweisung  des  Re-

kurses, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrieren-

den. Die Mitbeteiligten 3 und 4 verzichteten stillschweigend auf Einreichung 

einer Duplik. 

F. 
Am 26. Januar 2021 führte eine Delegation der 2. Abteilung des Baurekurs-

gerichts im Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 
Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

R2.2020.00227 

Seite 3 

 
 
Es kommt in Betracht: 

1. 
Die  Rekurrierenden  sind  Eigentümer  des  Grundstücks  Kat.-Nr. 3,  welches 

unmittelbar  südlich  des  Grundstücks  Kat.-Nr. 2  (auf  dem  sich  die  Atlasze-

der befindet) liegt und im Bereich des rekurrentischen Gebäudes einen Ab-

stand von minimal ca. 17 m zum Mammutbaum auf dem Grundstück Kat.-

Nr. 1  aufweist.  Aufgrund  dieser  nachbarschaftlichen  Beziehung  sind  die 

Rekurrierenden stärker als beliebige Dritte von der Unterschutzstellung der 

beiden  Bäume  betroffen  und  daher  gemäss  § 338a PBG  zur  Rekurserhe-

bung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, 

ist auf den Rekurs einzutreten. 

2.1. 
Die Grundstücke Kat.-Nrn. 1 und 2, auf denen die beiden streitbetroffenen 

Bäume stehen, liegen in der Wohnzone W2/25 gemäss BZO der Gemeinde 

X. Sie befinden sich an der L.-Strasse, welche sich innerhalb der Gemeinde 

vom unteren, am See gelegenen Dorfteil in drei grossen Kehren den Hang 

hinaufzieht, wobei die genannten Grundstücke (zusammen mit dem rekur-

rentischen  Grundstück  sowie  den  weiteren  Grundstücken  Kat.-Nrn. 4  und 

5) innerhalb der zweiten dieser Kehren liegen, so dass die Gesamtheit der 

genannten fünf Parzellen ost-, süd- und westseitig von der L.-Strasse um-

schlossen  wird.  Das  rekurrentische  Grundstück  Kat.-Nr. 3  ist  am  südlichs-

ten gelegen; nördlich schliesst sich die Parzelle Kat.-Nr. 2 (mit der Atlasze-

der)  an.  Nordwestlich  derselben  befindet  sich  das  Grundstück  Kat.-Nr. 1 

(mit dem Mammutbaum), wobei zwischen den beiden Parzellen Kat.-Nrn. 1 

und  2  die  Wegparzelle  Kat.-Nr. 6  liegt,  die  im  Miteigentum  der  jeweiligen 

Eigentümerschaft  der  fünf  genannten  Parzellen  steht.  Der  Mammutbaum 

befindet sich etwa mittig an der südöstlichen Grenze von Kat.-Nr. 1, mithin 

unmittelbar  neben  dem  genannten  Weg.  Jenseits  desselben  und  damit 

leicht östlich versetzt steht an der nordwestlichen Grenze von Kat.-Nr. 2 die 

Atlaszeder. Im südwestlichen Bereich von Kat.-Nr. 2 und im westlichen Be-

reich von Kat.-Nr. 3 befindet sich ein künstlich angelegter Weiher. Im östli-

chen Bereich dieser beiden Grundstücke befinden sich zwei zusammenge-

baute  Einfamilienhäuser;  zwei  solche  befinden  sich  auch  auf  den  Grund-

stücken Kat.-Nrn. 1 und (nördlich daran anschliessend) 4. 

R2.2020.00227 

Seite 4 

 
 
2.2. 
Aufgrund eines vom 29. Oktober 2019 datierenden Provokationsbegehrens 

der  Mitbeteiligten 2  (act. 12.1)  holte  die  Gemeinde  zunächst  bei  der  Q. 

GmbH  eine  Schutzabklärung  betreffend  das  Inventar-Objekt  Nr. 1  ein.  Die 

vom 4. Dezember 2019 datierende Schutzabklärung kam unter Verweis da-

rauf, dass es sich bei den beiden Bäumen nicht um einheimische Baumar-

ten  handle,  zum  Schluss,  die  Kriterien  für  eine  Unterschutzstellung  seien 

"formal" nicht erfüllt (act. 12.3). 

Auf  Betreiben  des Gemeinderats  wurde  in  der  Folge  ein  weiteres  Gutach-

ten  über  die  Schutzwürdigkeit  im  Hinblick  auf  das  Ortsbild  eingeholt.  Ge-

mäss dem vom 22. März 2020 datierenden Gutachten des Büros A. bilden 

die auf halber Höhe des L.-Hanges gelegenen, nahe beieinanderstehenden 

und so als Einheit wahrgenommenen beiden Bäume in der dichten Bebau-

ung  des ausgedehnten Wohnquartiers einen  von  weitem  sichtbaren  Merk-

punkt,  der  nicht  nur  alle  Gebäude,  sondern  auch  alle  Bäume  in  der  Nähe 

erheblich überragt. Infolge des exponierten Standorts in einer engen Schlei-

fe  der  L.-Strasse  träten  die  beiden  Bäume  von  mehreren  Seiten  noch  au-

genfälliger  in  Erscheinung.  Dem  imposanten,  immergrünen  Baumpaar  sei 

auch  eine  ästhetische  Bereicherung  des  Ortsbildes  kaum  abzusprechen, 

zumal  die  Erscheinung  des  Quartiers  wesentlich  von  den  Gärten  und  ins-

besondere  deren  Bäumen  geprägt  werde.  Bei  beiden  Bäumen  sei  von  ei-

nem Alter von mindestens 120 Jahren auszugehen, womit sie zum ältesten 

Baumbestand der Gemeinde gehörten und einen historischen Wert an sich 

darstellten. Sie dürften als typische Vertreter ihrer Zeit gelten, als exotische 

Pflanzungen noch als interessante Bereicherung gewertet wurden, und sei-

en zudem die letzten Überbleibsel des einstigen kleinen Gehölzes, das die 

Parkanlage der 1910-11 erbauten Villa "L." an ihrem südlichen Ende kom-

plettierte. Sie seien damit ein Zeugnis vergangener grossbürgerlicher Gar-
tenkultur und ein Relikt aus der Epoche, als sich das Rebland des L. in eine 

bevorzugte Wohnlage zu verwandeln begonnen habe, mithin ein lebendes 

und  erlebbares  Dokument  der  örtlichen  Siedlungsgeschichte.  Zusammen-

fassend sei das Baumpaar im Hinblick auf das Ortsbild und die Landschaft 

als besonders prägend und im Hinblick auf die Siedlungsgeschichte als his-

torisch  bedeutend  zu  werten.  Beide Bäume erfüllten die  Bedingungen,  die 

gemäss § 203 Abs. 1 lit. f PBG an die Schutzwürdigkeit gestellt würden. Ei-

ne  Unterschutzstellung  nach  § 205  PBG  sei  damit  aus  ortsbildlicher  und 

geschichtlicher Sicht ohne Zweifel angezeigt und gerechtfertigt (act. 12.5). 

R2.2020.00227 

Seite 5 

 
 
In  der  Folge  holten  die  Gemeindebehörden  ein  weiteres  Gutachten  zum 

Zustand der beiden Bäume ein. Das entsprechende vom 30. Juli 2020 da-

tierende  Gutachten  der  M.  B.  AG  gelangte  aufgrund  optischer  und  mess-

technischer  Baumuntersuchungen  zum  Schluss,  beide  Bäume  seien  sta-

tisch  sicher  und  würden  als  schutzfähig  erachtet,  unter  der  Bedingung, 

dass die Wurzeln an der Grenze des Nachbargrundstücks bzw. im Bereich 

des  Gehwegs  nicht  gekappt  würden.  Eine  Kappung  hätte  eine  irreversible 

Schädigung  der  Vitalität  zur  Folge  und  würde  mit  grosser Wahrscheinlich-

keit zum Absterben der Bäume führen. Zudem würde dadurch die statisch 

wirksame  Wurzelplatte  peripher  empfindlich  tangiert,  was  die  Standfestig-

keit  des 

jeweiligen  Baumes  ebenfalls  gefährlich  vermindern  könnte 

(act. 12.9). 

3.1. 
Im  angefochtenen  Beschluss  führte  die  Vorinstanz  nach  Wiedergabe  der 

gutachterlichen  Feststellungen  aus,  die  beiden  Bäume  seien  zwar  nicht 

einheimisch, jedoch auch keine invasiven Neophyten; zudem seien sie ge-

sund und hätten insbesondere Mammutbäume an der Goldküste durchaus 

Tradition. Im Übrigen könne der Argumentation aus dem Gutachten von A. 

gefolgt  werden.  Das  Objekt  sei  daher  unter  Naturschutz  zu  stellen,  wobei 

das  Kapprecht  explizit  auszuschliessen  sei,  da  die  Bäume  mit  einer  Wur-

zelkappung  ihre  Schutzfähigkeit  verlieren  würden.  Als  Pflegemassnahme 

werde  vom  unabhängigen  Baumexperten  ein  jährlicher  optischer  Sicher-

heitscheck  (alternierend  Sommer/Winter)  empfohlen,  was  angebracht  er-

scheine.  Diese  Massnahme  sei  für  die  Eigentümer  zumutbar  und  daher 

gemäss § 207 Abs. 2 PBG von diesen selber durchzuführen. 

3.2. 
Dem  halten  die  Rekurrierenden  entgegen,  die  beiden  Bäume  seien  keine 

botanische  Besonderheit  und  hätten  als  nichteinheimische  Baumarten  ei-

nen niedrigen ökologischen Wert. Zudem missachte der angefochtene Be-

schluss  die  strengen  Massstäbe,  wonach  Bäume  in  dicht  besiedelten  Ge-

bieten nur dann schutzwürdig seien, wenn sie aufgrund des Standorts und 

ihrer  Erscheinung  in  markanter  Weise  einen  dominierenden,  ausserge-

wöhnlichen  Akzent  setzten  und  damit  das  Quartier-  oder  Strassenbild  we-

sentlich mitprägten. Allein die Tatsache, dass die Bäume alles in der Nach-

barschaft überragten, genüge hierfür sicherlich nicht. Die im Gutachten wei-

R2.2020.00227 

Seite 6 

 
 
ter angeführte Funktion der ästhetischen Bereicherung werde genauso von 

jedem  anderen  Baum  im  Quartier  erfüllt.  Die  streitbetroffenen  Bäume  er-

schienen  im Gegenteil  deplatziert  und  völlig  überdimensioniert.  Zudem  sei 

ein historischer Wert in der heutigen Situation nicht mehr zu erkennen. Die 

Schutzwürdigkeit  der  beiden  Bäume  sei  daher  klarerweise  nicht  gegeben. 

Im  Übrigen  verletze  die  Unterschutzstellung  auch  das  Verhältnismässig-

keitsprinzip.  Die  Verhältnismässigkeit  sei  im  angefochtenen  Entscheid  gar 

nicht geprüft worden. Eine allfällige (bestrittene) Schutzwürdigkeit wäre vor-

liegend sehr gering, die entgegenstehenden privaten Interessen der Rekur-

rierenden jedoch gewichtig: Deren Haus werde von den Bäumen quasi zu-

gedeckt, zudem könne es durch herabfallende Äste Schaden nehmen. So-

dann  zögen  sich die Wurzeln  der Bäume  durch  den  gesamten  Garten der 

Parzelle  Kat.-Nr. 2  bis  auf  den  Gartensitzplatz  der  Rekurrierenden,  wo  sie 

diverse  Rissbildungen  verursacht  hätten.  Auch  die  Wegparzelle  weise 

durch  Einwirkung  der Wurzeln eine erhebliche  Schrägstellung  und  diverse 

Unebenheiten auf. Aufgrund der Tatsache, dass Mammutbäume und Atlas-

zedern extrem hoch wachsen und mehrere hundert bzw. tausend Jahre alt 

würden,  müsse  mit  einer  stetigen  Zunahme  der  Beeinträchtigungen  ge-

rechnet  werden.  Auch  ein  Verkauf  und  eine  allfällige  Neuüberbauung  des 

rekurrentischen Grundstücks würden durch die Unterschutzstellung nahezu 

verunmöglicht. Die Unterschutzstellung erweise sich daher auch als unver-

hältnismässig.  Hinsichtlich  des  Eventualantrags  wird  schliesslich  ausge-

führt,  die  Schutzmassnahmen  seien  im  angefochtenen  Beschluss  nicht 

bzw.  völlig  ungenügend  umschrieben  worden.  Der  Ausschluss  des  Kapp-

rechts  sei  klar  unverhältnismässig.  Zumindest  hätte  geprüft  werden  müs-

sen, welches der statisch relevante Wurzel-/Kronenbereich der Bäume sei. 

Würden  entsprechende  Abklärungen  ergeben,  dass  eine  Kappung  an  der 

Grenze  des  rekurrentischen  Grundstücks  die  Bäume  in  ihrer  Existenz  ge-

fährde,  sei  die  Unterschutzstellung  zufolge  Unverhältnismässigkeit  aufzu-
heben;  andernfalls  sei  sie  unter  dem  expliziten  Vorbehalt  der  zivilrechtli-

chen Rechtsbehelfe des Nachbarrechts vorzunehmen. In der Replik weisen 

die Rekurrierenden überdies darauf hin, die Gutachten von A. sowie der M. 

B.  AG  seien  unvollständig  bzw.  in  wesentlichen  Punkten  nicht  schlüssig. 

Zudem wird hinsichtlich des Eventualantrags ausgeführt, im Falle einer Un-

terschutzstellung  wäre  festzuschreiben,  dass  die  Gemeinde  für  die  Pflege 

der Bäume und die durch diese verursachten Schäden aufzukommen habe. 

R2.2020.00227 

Seite 7 

 
 
Die Mitbeteiligten 3 (und 4), die sich generell im Sinne der Rekurrierenden 

äussern, verweisen ergänzend spezifisch darauf, der Mammutbaum dürfte 

am  Ende  seiner  Lebensdauer  angekommen  sein  und  drohe  umzustürzen. 

Auch  verfügten  die  Bäume  nur  noch  über  einen  ungenügenden  Wurzel-

raum mit entsprechend prekärer Wasser- und Nährstoffzufuhr, weshalb der 

Mammutbaum atypische, dicke, oberflächliche Wurzeln bilde, aufgrund de-

ren eine Beschädigung des Gebäudes der Mitbeteiligten 3 und 4 zu erwar-

ten sei. Weiter sei zu beachten, dass das Kapprecht durch die Kantone nur 

für fruchttragende Bäume eingeschränkt werden könne, wozu die  streitbe-

troffenen  Bäume  nicht  gehörten.  Generell  dürften  die  Kantone  im  Bereich 

des Bundeszivilrechts nur öffentlich-rechtliche Vorschriften erlassen, sofern 

der  Bundesgesetzgeber  nicht  eine  abschliessende  Ordnung  geschaffen 

habe, was aber mit Art. 687 ZGB der Fall sei. Schliesslich wäre im Falle ei-

ner  Unterschutzstellung  sicherzustellen  gewesen,  dass  die  Gemeinde  für 

die Pflege der Bäume aufzukommen habe und für sämtliche Folgen, insbe-

sondere auch Schäden im Falle eines Umsturzes, hafte. 

3.3. 
Die Vorinstanz verweist im Rahmen der Vernehmlassung zunächst auf den 

erhöhten  Beweiswert  von  Gutachten.  Was  sodann  die  Bedeutung  der 

Bäume für das Orts- und Strassenbild von X betreffe, sei zu beachten, dass 

es sich bei der L.-Strasse um eine von drei kommunalen Sammelstrassen 

handle,  die  der  örtlichen  Bevölkerung  als  Hauptzubringer  in  Richtung  Y 

bzw. in Richtung S.-Srasse diene und ein erhebliches Fahrzeug- und Fuss-

gängeraufkommen  aufweise.  Aufgrund  des  Strassenverlaufs  und  der  aus-

geprägten Hangsituation würden die beiden Bäume vom öffentlichen Raum 

her  bestens  wahrgenommen.  Hinsichtlich  der  behaupteten  Unverhältnis-

mässigkeit  erwiesen  sich  die  rekurrentischen  Ängste  mit  Blick  auf die  gut-

achterlich festgestellte statische Sicherheit als konstruiert. Auch hätten die 
Bäume  ihre  Endwuchshöhe  praktisch  erreicht.  Nicht  nachvollziehbar  sei 

auch,  wie  eine  allfällige  Neuüberbauung  des  rekurrentischen  Grundstücks 

durch die Unterschutzstellung nennenswert in Frage gestellt sein sollte. Die 

Unebenheiten im Gehweg- und Gartenbereich könnten mit minimalen bau-

lichen Massnahmen ohne weiteres behoben werden. Hinsichtlich des Even-

tualantrags  wird  schliesslich  ausgeführt,  wie  sich  aus  dem  Gutachten  von 

M. B. (act. 12.9) und dem darauf gründenden angefochtenen Beschluss er-

gebe, werde das zivilrechtliche Kapprecht lediglich im Zusammenhang mit 

dem Wurzelwerk, nicht aber der Kronenbildung, ausgeschlossen. Einzelne 

R2.2020.00227 

Seite 8 

 
 
Äste der Baumkronen könnten gekappt werden, sofern dies für die ordentli-

che  Grundstücksnutzung  zwingend  erforderlich  sei,  mit  der  kommunalen 

Denkmalschutzbehörde explizit vorabgesprochen sei und nach vorgängiger 

baumschonender Sondierung fachmännisch ausgeführt werde. Das Nämli-

che gelte für das periphere Wurzelwerk. Im Rahmen der Duplik wird ergän-

zend darauf hingewiesen, der behördliche Sachverständige M. B. habe im 

Zuge  der  Rekurserhebung  die  Sachlage  nochmals  verifiziert  und  ausge-

führt,  dass  die  Endwuchshöhe  der  beiden  Bäume  praktisch  erreicht  sei. 

Hinsichtlich  des  Kapprechts  wird  festgehalten,  dieses  übersteuere  die  na-

tur- und heimatschutzrechtlich motivierte Vorschrift von § 205 PBG nicht. 

Die  Mitbeteiligte 2  verweist  darauf,  schon  beim  Verkauf  der  fünf  Parzellen 

sei auf den bestehenden alten Baumbestand speziell hingewiesen worden, 

so dass dieser Umstand den Rekurrierenden bekannt gewesen sei. In der 

Duplik wird überdies dargelegt, Mammutbäume seien heute in der Schweiz 

selten  und  würden  langsam  aussterben,  so  dass  es  sich  um  eine  botani-

sche Besonderheit handle. Sodann werde die Schutzwürdigkeit der Bäume 

nicht  generell  aus  historischen  Gründen  abgeleitet;  dennoch  seien  aber 

auch diese nicht zu vernachlässigen. Weiter lasse sich dem angefochtenen 

Beschluss entnehmen, dass die Vorinstanz auf Grundlage der eingeholten 

Abklärungen  inklusive  Stellungnahmen  der  Mitbeteiligten  eine  Diskussion 

geführt  habe,  weshalb  die  Verhältnismässigkeit  geprüft  worden  sei.  Die 

Wurzelbildung der Bäume sei normal; zudem vermöchten die Wurzeln nicht 

ins Mauerwerk einzudringen. 

4.1. 
Schutzobjekte im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. f PBG sind wertvolle Park- und 

Gartenanlagen, Bäume, Baumbestände, Feldgehölze und Hecken. Der Be-
griff "wertvoll" umfasst dabei nicht nur den biologischen oder ökologischen 

Wert  (als  besonders  seltene  Gattung  oder  als  biotopischer  Lebensraum), 

sondern  auch  den  gestalterisch-ästhetischen  Wert,  der  einem  Baum  in 

überbautem Gebiet im Hinblick auf seine Umgebung, also für das Quartier- 

und Strassenbild, zukommt (VB.2018.00494 vom 23. Mai 2019, E. 5.2, mit 

weiteren  Hinweisen).  Gemäss  der  verwaltungsgerichtlichen  Rechtspre-

chung  können  somit  Bäume  und  Baumgruppen  –  obgleich  primär  Objekte 

des Landschafts- oder Naturschutzes – unter Umständen wegen ihrer prä-

genden  Wirkung  für  ein  Quartier-  oder  Strassenbild  unter  Schutz  gestellt 

R2.2020.00227 

Seite 9 

 
 
werden.  Dabei  sind  allerdings  strenge  Massstäbe  anzulegen,  da  Bäume 

und Baumgruppen in dicht besiedelten Gebieten nicht generell besonderen 

Schutz geniessen. Bäume bzw. Baumgruppen sind nur dann schutzwürdig, 

wenn sie aufgrund des Standorts und ihrer Erscheinung in markanter Wei-

se einen dominierenden, aussergewöhnlichen Akzent setzen und damit das 

Quartier-  oder  Strassenbild  wesentlich  mitprägen  (VB.2018.00494  vom 

23. Mai 2019,  E. 5.4.1,  mit  weiteren  Hinweisen).  Im  Gegensatz  zu  Schutz-

objekten im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG (Ortskerne, Quartiere, Stras-

sen und Plätze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von 

solchen,  die  als  wichtige  Zeugen  einer  politischen,  wirtschaftlichen,  sozia-

len  oder  baukünstlerischen  Epoche  erhaltenswürdig  sind  oder  die  Land-

schaften oder Siedlungen wesentlich mitprägen, samt der für ihre Wirkung 

wesentlichen  Umgebung),  bei  denen  dem  historischen  Gehalt  massgebli-

che  Bedeutung  zukommt,  spielen  bei  den  Schutzobjekten  gemäss  § 203 

Abs. 1 lit. f PBG historische Umstände und damit auch die Frage der histo-

rischen Originalität keine Rolle. Relevant sind einzig die heute vorhandene 

Substanz und das gegenwärtige Erscheinungsbild (BRGE I Nr. 0071/2011, 

E. 4.4.1, in BEZ 2011 Nr. 41). 

Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse  liegen  und  verhältnismässig  sein  (Art. 36  Abs. 2  und  3  der  Bundes-

verfassung  [BV]).  Das  Verhältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  ver-

langt,  dass  eine  Schutzmassnahme  durch  ein  das  private  Interesse  über-

wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt ist. Nur in diesem Fall ist sie 

den  Privaten  zumutbar  (Ulrich  Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allge-

meines  Verwaltungsrecht,  8. Aufl.,  Zürich/St. Gallen 2020,  Rz. 556 ff.).  Ein 

durch  Schutzmassnahmen  verursachter  Grundrechtseingriff  ist  namentlich 

dann unverhältnismässig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung 

für den angestrebten Erfolg ausreicht. 

4.2. 
Bei  der  Beantwortung  der  Frage,  was  unter  einem  biologisch  oder  ökolo-

gisch  wertvollen  Baum  bzw.  Baumbestand  zu  verstehen  ist,  steht  den 

kommunalen Behörden kein besonderer Beurteilungsspielraum zu; insofern 

hat das Baurekursgericht volle Kognition. In gestalterisch-ästhetischer Hin-

sicht verfügen sie dagegen, insbesondere bei der vorzunehmenden Würdi-

gung  örtlicher  Verhältnisse,  über  eine  besondere  Entscheidungsfreiheit  im 

Grenzbereich  zwischen  Rechtsanwendung  und  Ermessensbetätigung 

R2.2020.00227 

Seite 10 

 
 
(VB.2018.00494 vom 23. Mai 2019, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). Gene-

rell gilt, dass bei sich auf § 203 Abs. 1 PBG stützenden Schutzentscheiden 

den  kommunalen  und  kantonalen  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse 

Entscheidungsfreiheit zukommt. Diese bezieht sich vor allem auf die Quali-

fikation  eines  Objektes  als  Schutzobjekt,  auf  den  konkreten  Umfang  einer 

Schutzmassnahme, gegebenenfalls auf die Auswahl unter mehreren in Be-

tracht  fallenden  Schutzobjekten  oder  aber  auf  den  Verzicht  auf  Schutz-

massnahmen.  Insoweit  hat  sich  die  Rekursinstanz  bei  der  Entscheidüber-

prüfung Zurückhaltung aufzuerlegen. Beruht der kommunale Entscheid auf 

einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn die 

Rekursinstanz zu respektieren. Die Rekursinstanz darf nur dann einschrei-

ten, wenn die Behörde ihren Ermessensspielraum überschreitet, indem sie 

sich von unsachlichen, dem Zweck der in Frage stehenden Regelung frem-

den  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine  Rechtsprinzipien,  wie  das 

Verbot  von  Willkür  oder  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit,  verletzt. 

Dabei darf  sich  die  Rekursinstanz  jedoch nicht  auf  eine  blosse Willkürprü-

fung  beschränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffsschwelle  tiefer  gesetzt  wer-

den  (vgl. BGE 145 I 52,  E. 3.6.,  mit  Hinweisen).  Die  Entscheidungsfreiheit 

der  Denkmalpflegebehörde  ist  stets  gegen  den  Anspruch  auf  wirksamen 

Rechtsschutz abzuwägen (Art. 77 der Kantonsverfassung [KV] und Art. 29a 

der Bundesverfassung [BV]; Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 64 ff.), zumal Schutzmassnahmen in der 

Regel einen schweren Eingriff in das Grundeigentum bilden. 

Behördlich  angeordneten  Gutachten  kommt  in  der  Regel  ein  erhöhter  Be-

weiswert zu. Zwar würdigen die rechtsanwendenden Behörden das Ergeb-

nis der Sachverhaltsfeststellung – und mithin auch die Stellungnahmen von 

Fachpersonen  –  frei  (§ 7  Abs. 4  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

[VRG]). Von einem seitens der Behörden eingeholten vollständigen, nach-
vollziehbaren und schlüssigen Gutachten darf aber nicht ohne triftige Grün-

de  abgewichen  werden.  Ein  Grund  zum  Abweichen  liegt  namentlich  dann 

vor, wenn das Gutachten Irrtümer, Lücken oder Widersprüche enthält oder 

wenn die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifel-

haft erscheint (Alain Griffel, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2014, § 7 Rz. 146 f.; VB.2019.00731 vom 30. April 2020, E. 4.3, mit weite-

ren Hinweisen). 

R2.2020.00227 

Seite 11 

 
 
5.1. 
Bei den beiden streitbetroffenen Bäumen, einem Riesenmammutbaum (se-

quoiadendron  giganteum)  und  einer  Atlaszeder  (cedrus  atlantica)  handelt 

es  sich  nicht  um  einheimische  Baumarten.  Ein  besonderer  biologischer  

oder ökologischer Wert kann ihnen daher nicht attestiert werden. Auch führt 

der  Umstand,  dass  insbesondere  der  Bestand  von  Mammutbäumen  ten-

denziell  rückläufig  ist,  weil  abgehende  Exemplare  in  der  Regel  nicht  mehr 

ersetzt werden, nicht dazu, dass von einer botanischen Besonderheit aus-

zugehen wäre, die für sich allein die Schutzwürdigkeit der fraglichen Bäume 

begründen  würde.  Ebenso  wenig  lässt  sich eine  Schutzwürdigkeit  aus  der 

im  Gutachten  von  A.  attestierten  historischen  bzw.  siedlungsgeschichtli-

chen  Bedeutung  herleiten.  Wie  dargelegt,  kommt  diesem  Kriterium  im 

Rahmen  der  Beurteilung  potentieller  Schutzobjekte  gemäss  § 203  Abs. 1 

lit. f PBG keine Bedeutung zu. Der fragliche Aspekt wäre zwar gegebenen-

falls geeignet eine Schutzwürdigkeit gemäss § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu be-

gründen. Auf eine solche beruft sich die Vorinstanz jedoch zu Recht nicht: 

Die Unterschutzstellung eines Baumes unter diesem Titel würde vorausset-

zen,  dass  ein  Orts-,  Quartier-,  Strassen-  oder  Platzbild  bzw.  ein  mit  dem 

Baum im Zusammenhang stehendes Gebäude oder Gebäudeensemble als 

solches ein schützenswertes Objekt bildet (VB 90/0052 und VB 90/0127 in 

RB 1990 Nr. 71). Eine solche Konstellation besteht vorliegend gerade nicht, 

ist doch insbesondere die im Gutachten erwähnte Parkanlage der Villa "L." 

durch  spätere  Parzellierung  und  Überbauung  zu  weitgehend  zerstört  wor-

den, als dass den beiden fraglichen Bäumen als Überbleibseln dieser Anla-

ge in diesem Kontext (mithin in Verbindung mit bestimmten baulichen Ob-

jekten) eine Schutzwürdigkeit attestiert werden könnte. 

Äusserst bedeutsam erscheint demgegenüber der gestalterisch-ästhetische 

Wert der beiden Bäume, der ihnen im Hinblick auf das Quartier- und Stras-
senbild  zukommt.  Festzuhalten  ist  zunächst, dass es  sich  um eine beson-

ders  markante  Baumgruppe  handelt,  die  von  zwei  äusserst  stattlichen 

Bäumen (Mammutbaum: Höhe von 33 m, Stammdurchmesser von 2,05 m; 

Atlaszeder:  Höhe  von  31,5 m,  Stammdurchmesser  von  1,03 m)  gebildet 

wird. Dabei heben sich die beiden Bäume nicht lediglich aufgrund ihrer Di-

mensionen  von  den  in  der  Umgebung  vorhandenen  Bäumen  ab;  vielmehr 

führt  der  Umstand,  dass  die  Bäume  aufgrund  ihrer  konkreten  Anordnung 

ein eigentliches Ensemble bilden und im Kronen- (wie im übrigen auch im 

Wurzel-)Bereich ineinander verwachsen sind, dazu, dass ihre Erscheinung 

R2.2020.00227 

Seite 12 

 
 
besonders  einprägsam  ist  und  innerhalb  der  Umgebung  recht  eigentlich 

hervorsticht (vgl. insbesondere Protokoll, Fotos 6, 7 und 10; act. 12.5 S. 1). 

Der räumliche Bezug der beiden Bäume führt überdies dazu, dass das En-

semble auch von Standorten, von denen aus weniger klar zwei Einzelbäu-

me  erkennbar  sind,  überaus  mächtig  erscheint  und  einen  von  seiner  Ge-

staltung her unmittelbar ins Auge springenden Kronenbereich aufweist (vgl. 

Protokoll,  Fotos 1,  2  und  8).  Mammutbaum  und  Atlaszeder  dominieren  in-

sofern ihre Umgebung klar (vgl. zu den umliegenden Bäumen insbesondere 

Protokoll, Fotos 3, 4, 5, 22, 23 und 25-28). Entsprechend setzen sie denn 

auch  von  weiter  entfernten  Standorten aus einen  aussergewöhnlichen Ak-

zent,  wobei  namentlich  bei  einer  Frontalansicht  von  der  Seeseite  her  die 

vertikale Achse, die sich in Bezug auf den Kirchturm und den neben diesem 

befindlichen  Einzelbaum  ergibt,  hervorsticht  (vgl. act. 12.5  S. 14).  Die 

Baumgruppe  liegt  sodann  insofern  an einem  besonderen  Standort,  als  die 

L.-Strasse,  bei  der  es  sich  um  eine  innerhalb  des  Gemeindegebiets  be-

deutsame  Verkehrsachse  handelt,  an  dieser  Stelle  die  mittlere  von  insge-

samt drei Haarnadelkurven beschreibt. Diese herausgehobene Lage an ei-

ner  ihrerseits  markanten  Stelle  des  Verkehrsnetzes  führt  sowohl  zu  einer 

erhöhten  Wahrnehmbarkeit  der  beiden  Bäume  im  öffentlichen  Raum  als 

auch zu einer Orientierungsfunktion innerhalb des Dorfbilds. Entgegen den 

Rekurrierenden kann daher nicht gesagt werden, dass sich dieses ohne die 

streitbetroffenen  Bäume  nicht  wesentlich  anders  präsentieren  würde;  viel-

mehr prägen diese im Sinne der einschlägigen Rechtsprechung das Quar-

tier- und Strassenbild wesentlich mit. 

Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  somit  die  Schutzwürdigkeit  der  bei-

den  Bäume  zu  Recht bejaht  bzw.  sich  dabei  klarerweise  innerhalb  des  ihr 

zustehenden  Ermessens  gehalten.  Der  angefochtene  Entscheid  stimmt 

denn auch mit dem Gutachten von A. überein, welches sich bezüglich der 
entscheidenden Frage der ortsbildprägenden Wirkung der Bäume (vgl. zur 

Bindungswirkung,  die  ein  Gutachten  hinsichtlich  dieses  Aspekts  entfalten 

kann,  BGr 1C_318/2020  vom  10. Dezember  2020,  E. 5.3)  als  vollständig, 

nachvollziehbar  und  schlüssig  erweist.  Im  Gegensatz  dazu  war  das  erste 

seitens der kommunalen Behörden eingeholte Gutachten der Q. GmbH of-

fensichtlich  lückenhaft,  indem  es  einzig  aufgrund  der  nichteinheimischen 

Baumart zu einer Verneinung der Schutzwürdigkeit gelangte (wobei im Üb-

rigen bereits in diesem Gutachten von einem landschaftsprägenden Stand-

ort  ausgegangen  worden  war,  vgl.  act. 12.3  S. 2).  Das  Vorgehen  der  Vo-

R2.2020.00227 

Seite 13 

 
 
rinstanz, nach Erstattung dieser ersten Schutzabklärung ein weiteres, spe-

zifisch  die  Frage  der  ortsbildprägenden  Wirkung  betreffendes  Gutachten 

einzuholen,  erweist  sich  daher  als  geboten,  womit  auch  in  dieser  Hinsicht 

einer Berücksichtigung des Gutachtens der A. nichts entgegensteht. 

5.2. 
Ist  demnach  die  Schutzwürdigkeit  der  beiden  Bäume  im  angefochtenen 

Beschluss zu Recht bejaht worden (wobei sich nach dem Ausgeführten ei-

ne Unterschutzstellung  zwangsläufig auf das bereits gemeinsam inventari-

sierte Baumpaar beziehen muss), so stellt sich die Frage nach der Verhält-

nismässigkeit von Schutzmassnahmen. Dabei ist zum einen das öffentliche 

Interesse an der Unterschutzstellung als hoch einzustufen, da nach dem in 

E. 5.1.  Dargelegten  von  einer  hohen  Schutzwürdigkeit  der  beiden  Bäume 

auszugehen ist. Demgegenüber erweisen sich die seitens der Rekurrieren-

den (wie auch der Mitbeteiligten 3 und 4) geltend gemachten entgegenste-

henden privaten Interessen als vergleichsweise geringfügig: Nicht substan-

tiiert  sind  zunächst  sämtliche  Befürchtungen  hinsichtlich  der  Stabilität  der 

beiden Bäume, nachdem diese in einem dritten Gutachten ausdrücklich be-

jaht worden ist und weder substantiiert geltend gemacht wird noch ersicht-

lich ist, weshalb auf dieses Gutachten der M. B. AG nicht abgestellt werden 

könnte.  Ebenso  wenig  vermögen  die  ebenfalls  unsubstantiierten  Hinweise 

auf eine Gefährdung durch herabfallende Äste ein massgebliches privates 

Interesse  zu  begründen.  Was  sodann  die  monierte  Überdeckung  der 

Grundstücke Kat.-Nrn. 2 und 3 durch den Kronenbereich der beiden Bäume 

anbelangt,  so  hat  sich  anlässlich  des  Augenscheins  gezeigt,  dass  dieses 

Vorbringen unbegründet ist, da insbesondere die Seesicht aufgrund der re-

lativ  hoch  angesetzten  Äste  nicht  beeinträchtigt  wird  (vgl. Protokoll,  Fo-

tos 16, 18 und 21). Weiter stellen auch allfällige Schäden, welche das Wur-

zelwerk  der  beiden  Bäume  an der Wegparzelle  Kat.-Nr. 6  verursacht,  kein 
hoch  zu  veranschlagendes  privates  Interesse  dar,  sind  doch  bauliche  Lö-

sungen, die zu einer Bereinigung der im Übrigen nicht dramatischen Situa-

tion  führen  würden,  ohne  weiteres  ersichtlich  (vgl.  Protokoll,  Fotos 9,  11 

und 12). Was schliesslich die Beeinträchtigung des rekurrentischen Grund-

stücks durch die Wurzeln der beiden Bäume anbelangt, so ist vorab festzu-

halten,  dass  auf  dem  fraglichen  Grundstück  gar  keine  entsprechenden 

Wurzeln  sichtbar  sind  und  auch  nicht  offenkundig  erscheint,  dass  die  auf 

dem rekurrentischen Sitzplatz bestehenden Risse (Protokoll, Fotos 19 und 

20)  durch  entsprechendes  Wurzelwerk  verursacht  worden  wären.  Selbst 

R2.2020.00227 

Seite 14 

 
 
wenn  aber  von  einem  Kausalzusammenhang  ausgegangen  würde,  würde 

das  erhebliche  öffentliche  Interesse  an  einer  Unterschutzstellung  der  ver-

gleichsweise  geringfügigen  Beeinträchtigung  des  privaten  Eigentums  der 

Rekurrierenden  vorgehen.  Gleiches  gilt  schliesslich  auch  in  Bezug  auf  die 

durch Wurzelwerk  verursachte  Beeinträchtigung  des  Grundstücks  der  Mit-

beteiligten 3 und 4 (soweit diese Beeinträchtigung aufgrund der prozessua-

len  Stellung  der  Mitbeteiligten  überhaupt  als  massgebliches  privates  Inte-

resse zu berücksichtigen ist). Zwar sind auf diesem Grundstück (Kat.-Nr. 2) 

die Wurzeln  sichtbar  (vgl. Protokoll,  Fotos 14,  16 und 17),  wobei  eine  ent-

sprechende Wurzelbildung  bei  den  in  Frage  stehenden  Bäumen  durchaus 

normal  und  nicht  Ausdruck  einer  ungenügenden  Versorgung  mit Nährstof-

fen und Wasser ist. Eine gewisse damit einhergehende Einschränkung der 

Nutzung  des  Gartens  von  Kat.-Nr. 2  ist  jedoch  nicht  so  gravierend,  dass 

das wesentlich bedeutsamere öffentliche Interesse an der Unterschutzstel-

lung  des  Baumpaars  nicht  deutlich  überwiegen  würde.  Unbehelflich  sind 

schliesslich  auch  die  rekurrentischen  Behauptungen  zur  angeblichen  Ein-

schränkung der Überbaubarkeit ihres Grundstücks, zumal dieses sich in ei-

ner gewissen Entfernung von den beiden fraglichen Bäumen befindet, ober-

flächliche Wurzeln nicht ersichtlich sind und mit Blick auf die bereits beste-

hende  Überbauung  nicht  von  einer  massgeblichen  Einschränkung  der 

Baumöglichkeiten  aufgrund  einer  Unterschutzstellung  ausgegangen  wer-

den kann. Die Unterschutzstellung erweist sich damit als verhältnismässig. 

Abzuweisen ist schliesslich auch der rekurrentische Eventualantrag auf Un-

terschutzstellung  unter  Vorbehalt  der  zivilrechtlichen  Rechtsbehelfe  des 

Nachbarrechts,  namentlich  des  Kapprechts  gemäss  Art. 687 ZGB.  Entge-

genzutreten ist vorab der Argumentation der Mitbeteiligten 3 und 4, wonach 

das  bundeszivilrechtliche  Kapprecht  per  se  nicht  (und  insbesondere  nicht 

durch eine auf kantonales öffentliches Recht gestützte Unterschutzstellung) 
beschränkt  werden  könne.  Weder  ergibt  sich  solches  e  contrario  aus 

Art. 688 ZGB  (der  lediglich  eine  Möglichkeit  des  Erlasses  von  abweichen-

dem kantonalen Zivilrecht betrifft), noch kann in der Statuierung des Kapp-

rechts eine abgeschlossene Ordnung erblickt werden, die es den Kantonen 

verbieten würde, dieses im Rahmen des Natur- und Heimatschutzes mittels 

entsprechender Schutzmassnahmen zu übersteuern. In der Sache erweist 

sich  sodann  der  in  den  Erwägungen  des  angefochtenen  Beschlusses  er-

wähnte Ausschluss des Wurzelkapprechts als gerechtfertigt. Wie in E. 2.2. 

dargelegt, hat das einschlägige Gutachten der M. B. AG auf die ausseror-

R2.2020.00227 

Seite 15 

 
 
dentlich  grosse  Gefährdung  der  beiden  Bäume  durch  Wurzelkappungen 

hingewiesen  und  einen  zumindest  teilweisen  Ausschluss  des  Kapprechts 

als Voraussetzung der Schutzfähigkeit der beiden Bäume bezeichnet. Ent-

sprechend  argumentieren  denn  auch  sowohl  die  Rekurrierenden  als  auch 

die  Mitbeteiligten 3  und  4  zum  Teil  gerade  dahingehend,  nach  Vornahme 

der (aus ihrer Sicht zulässigen) Kappungen werde die statische Sicherheit 

der  Bäume  voraussichtlich  nicht  mehr  gewährleistet  sein  (vgl.  act. 16 

Rz. 18; act. 22 Rz. 24). Genau dies ist mit der im angefochtenen Beschluss 

angeordneten  Unterschutzstellung  zu  verhindern.  Zwar  vertritt  die  Vo-

rinstanz  im  Rahmen  der  Vernehmlassung  (unter  Verweis  auf  die  konkrete 

Formulierung im Gutachten der M. B. AG) den Standpunkt, gegebenenfalls 

könnte eine Kappung peripheren Wurzelwerks unter sehr einschränkenden 

Voraussetzungen  und  in  Absprache  mit  der  kommunalen  Denkmalschutz-

behörde erfolgen. Selbst ein solches Vorgehen, bei dem nach dem Gesag-

ten  grösste  Zurückhaltung  angebracht  wäre,  könnte  aber  jedenfalls  nicht 

dazu  führen,  dass  die  Unterschutzstellung  im  Sinne  des  rekurrentischen 

Eventualantrags generell "unter dem Vorbehalt der zivilrechtlichen Rechts-

behelfe  des  Nachbarrechtes, 

insbesondere  des  Kapprechts  gemäss 

Art. 687 ZGB" vorzunehmen wäre. Mit Blick auf das Kapprecht im Kronen-

bereich ist eine solche Präzisierung sodann nicht erforderlich, nachdem die 

vorinstanzlichen  Erwägungen  zum  Entzug  des  Kapprechts  ausschliesslich 

den  Wurzelbereich  betreffen.  Entsprechend  ist  auch  dem  Eventualantrag 

nicht stattzugeben. Soweit schliesslich in der Replik (wie bereits in der Ver-

nehmlassung der Mitbeteiligten 3 und 4) ohne förmlichen Antrag die Über-

nahme von Baumpflege und Haftung durch die Gemeinde geltend gemacht 

wird,  so  erweist  sich  dieses  Vorbringen  einerseits  als  verspätet,  anderer-

seits aber auch als unbegründet, da der vorgesehene jährliche Sicherheit-

scheck  den  Grundeigentümern  ohne  Weiteres  zumutbar  ist  (§ 207  Abs.  2 

PBG e contrario). 

6. 
Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen. 

7.1. 
Ausgangsgemäss  und  entsprechend  ihrem  Unterliegen  sind  die  Verfah-

renskosten  zur  Hälfte  den  Rekurrierenden  sowie  (unter  solidarischer  Haf-

R2.2020.00227 

Seite 16 

 
 
tung für die Hälfte der Verfahrenskosten) zu 3/8 R. H.-R. (1/4 als Mitbetei-

ligte 3, 1/8 als Mitbeteiligte 4) und zu 1/8 C. H. aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'200.-- festzusetzen. 

7.2. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend der Mitbeteiligten 2 zu-

lasten der Rekurrierenden und der Mitbeteiligten 3 und 4 eine Umtriebsent-

schädigung  zuzusprechen.  Angemessen  erscheint  ein  Betrag  von  insge-
samt  Fr. 2'000.--,  zahlbar  nach  Massgabe  des  Verfahrenskostenverteilers. 

Da  die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zu-

sprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein 

(BRKE II 

Nrn. 0247  und  0248/2007  in  BEZ  2007  Nr.  56;  www.baurekursgericht-

zh.ch). 

Auch  die  Vorinstanz  beantragt  die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädi-

gung. Vorliegend handelt es sich zwar nicht um einen einfachen Fall. Des-

sen ungeachtet hatte die Behörde im Rechtsmittelverfahren keinen beson-

R2.2020.00227 

Seite 17 

 
 
deren,  über  die  Bearbeitung  im  Unterschutzstellungsverfahren  erheblich 

hinausgehenden Zusatzaufwand zu treiben. Die Voraussetzungen von § 17 

Abs. 2 lit. a VRG sind daher nicht erfüllt, so dass von der Zusprechung ei-

ner Umtriebsentschädigung an die Vorinstanz abzusehen ist. 

[…] 

R2.2020.00227 

Seite 18