# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d05d8c1e-605e-5ee2-9569-91b52c0088b3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 24.06.2019 ZK1 2019 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-77_2019-06-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

1 / 12

Entscheid vom 24. Mai 2019

Referenz ZK1 19 77

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Michael Dürst und Pritzi
Fetz, Aktuarin ad hoc

Parteien X._____
Beschwerdeführerin

Gegenstand Fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung Arzt/Ärztin vom 08. Mai 2019, mitgeteilt glei-
chentags

Mitteilung 17. Juni 2019

2 / 12

I. Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 8. Mai 2019 wurde X._____, geboren am _____ 1988, 
durch Dr. med. A._____, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, gestützt 
auf Art. 429 ZGB in der Klinik B._____, in O.1_____ fürsorgerisch untergebracht. 
Als Gründe für die Einweisung wurden angegeben, dass X._____ zu Hause gegen 
ihren Vater aggressiv gewesen sei und eine Glastüre sowie einen Schrank einge-
schlagen habe. Sie sei einem Gespräch nicht zugänglich gewesen und habe eine 
enorme innere Wut beschrieben. Sie habe ausserdem von höheren Mächten ge-
sprochen und eine ausgeprägte Fremdaggression gezeigt. Es bestehe eine psy-
chotische Störung mit Eigengefährdung.

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob X._____ (nachfolgend Be-
schwerdeführerin) mit Eingabe vom 11. Mai 2019 (Datum Poststempel: 12. Mai 
2019) Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, in welcher sie die Auf-
hebung der fürsorgerischen Unterbringung verlangte.

C. Mit Schreiben vom 13. Mai 2019 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden die Klinik B._____ unter Fristansetzung 
bis zum 14. Mai 2019 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, ob die Vor-
aussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung weiterhin gegeben seien, und 
forderte gleichzeitig die Einweisungsverfügung sowie die wesentlichen Klinikakten 
an. 

D. Am 14. Mai 2019 reichte die Klinik B._____ den angeforderten Bericht ein. 
Im Bericht wird u.a. ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei in die fürsorgerische 
Unterbringung (FU) eingetreten, weil sie unter einer akuten Psychose mit Fremd- 
und Eigengefährdung leide. Die Patientin fühle sich verfolgt, bestohlen und habe 
daher die Wohnung demoliert. Sie sei initial erregt, gereizt, misstrauisch und im-
pulsiv sowie weder behandlungs- noch krankheitseinsichtig. Die Patientin sei an-
haltend psychotisch, misstrauisch, verbal aggressiv und beleidigend und habe 
mehrfach die Gesichter der Mitarbeiter auf der Fotowand verkratzt. Die Patientin 
benötige die regelmässige Einnahme einer antipsychotischen Medikation. Weniger 
einschneidende Massnahmen als die Unterbringung auf der geschlossenen Stati-
on seien nicht ersichtlich. Der bisherige Aufenthalt habe zu keiner Änderung der 
zur Aufnahme führenden psychischen Symptomatik geführt.

E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 15. Mai 2019 wurde Dr. med. C._____, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 

3 / 12

i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung von X._____ betraut. Der Gut-
achter wurde ersucht darzulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an der Behandlung 
einer festgestellten psychischen Erkrankung bzw. an der Betreuung der betroffe-
nen Person bestehe und mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder 
das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Be-
handlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterblei-
be. Im Gutachten sei des Weiteren die Frage zu beantworten, ob aufgrund des 
festgestellten Handlungsbedarfs eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung uner-
lässlich sei oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei die Expertin 
auch darüber Auskunft zu geben habe, ob die betroffene Person über glaubwürdi-
ge Krankheits- und Behandlungseinsicht verfüge.

F. Im Gutachten von Dr. med. C._____, datiert vom 16. Mai 2019, stellt der 
Gutachter fest, dass bei X._____ ein akuter Erregungszustand vorliege (Differenti-
aldiagnose im Rahmen einer akuten psychotischen Episode bei möglicherweise 
bereits längerdauerndem psychotischem Zustandsbild sowie Differentialdiagnose 
im Rahmen einer akuten Belastungssituation). Die Beschwerdeführerin habe beim 
Gespräch keine Anzeichen einer akuten Psychose gezeigt. Die vorhandene 
Fremdanamnese (Schlafstörung, Selbstgespräche, Aggressivität), die Beobach-
tungen bei der Einweisung, der raptusartige Aggressionsausbruch und verschie-
dene Beobachtungen legen einen zugrunde liegenden, wahrscheinlich schon län-
ger andauernden psychotischen Prozess nahe. Es liege aber keine akute Fremd- 
oder Selbstgefährdung vor. Die Beschwerdeführerin sei im Gespräch durchaus 
erreichbar, ein affektiver Rapport ist herstellbar und die Beschwerdeführerin habe 
vorgeschlagen, in stationärer Behandlung zu bleiben. Allerdings wünsche sie den 
Wechsel auf eine offene Station und eine psychotherapeutische Weiterbehand-
lung. Der Gutachter hält weiter fest, dass deshalb eine Aufrechterhaltung der für-
sorgerischen Unterbringung nicht mehr initiiert sei. Die Behandlungsbereitschaft 
der Beschwerdeführerin solle aufgegriffen werden, um die Diagnose zu sichern 
und sie für eine geeignete Therapie zu gewinnen. Auch wenn eine neuroleptische 
Behandlung indiziert sei, heisse das nicht, dass ein gesprächstherapeutischer Zu-
gang nicht zu einer Besserung der Symptomatik führe. Bei fehlender Fremd- und 
Selbstgefährdung, aber weiterhin bestehendem Leidensdruck und einer wahr-
scheinlich zugrunde liegenden psychotischen Erkrankung sei eine ambulante Be-
handlung nicht anzuraten. Eine Krankheits- und Behandlungseinsicht gegenüber 
einer psychotischen Grunderkrankung bestehe nicht. Ebenso sehe die Beschwer-
deführerin eine Notwendigkeit einer neuroleptische Behandlung nicht ein. Sie sei 
aber bereit, sich einer psychotherapeutischen und stationären Behandlung zu un-
terziehen. Unter diesen Voraussetzungen sei bei bestehender Kooperation der 

4 / 12

Beschwerdeführerin eine Weiterführung der fürsorgerischen Unterbringung nicht 
notwendig.

G. Mit Schreiben der Vizepräsidentin des Kantonsgerichts von Graubünden 
vom 17. Mai 2019 wurde die Psychiatrische Klinik B._____ über das Gutachten 
informiert und es wurde ihr mitgeteilt, dass aufgrund der Feststellung des Gutach-
ters eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass die fürsorgerische Unterbringung 
nach Durchführung der Hauptverhandlung aufgehoben werde, weshalb die Klinik 
ersucht werde, eine Entlassung allenfalls verbunden mit der Vereinbarung einer 
freiwilligen stationären Massnahme, zu prüfen und dem Kantonsgericht von 
Graubünden den Entscheid bis am 20. Mai 2019 zuzustellen. 

H. Mit Schreiben vom 20. Mai 2019 teilte die Klinik B._____ dem Kantonsge-
richt von Graubünden mit, dass bei der Beschwerdeführerin eine Psychose beste-
he, die dringlich medikamentöser Behandlung bedürfe. Eine rein psychotherapeu-
tische Behandlung und/oder ein freiwilliger Aufenthalt in der Klinik seien nicht ziel-
führend, da eine Psychose sich regelhaft ohne medikamentöse Behandlung nicht 
verbessere. Zusammenfassend bestehe weiterhin eine medikamentös-
behandlungsbedürftige Psychose, weshalb eine Entlassung aus der Unterbrin-
gung medizinisch nicht indiziert sei. 

G. Am 24. Mai 2019 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._____ in Be-
gleitung einer Mitarbeiterin der Klinik B._____ persönlich teilnahm. Bezüglich der 
richterlichen Befragung wird auf das separat angefertigte Protokoll vom 24. Mai 
2019 (nachfolgend: Protokoll Hauptverhandlung) verwiesen. Nach durchgeführter 
Urteilsberatung wurde der Beschwerdeführerin sowie der ärztlichen Leitung der 
Psychiatrischen Klinik B._____ noch gleichentags das vorzeitige Entscheiddisposi-
tiv zugestellt.

H. Auf die Aussagen von X._____ anlässlich der richterlichen Befragung sowie 
die weiteren Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür 
einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und 4 ZGB i.V.m. Art. 
60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100]) 
und dementsprechend zur Behandlung der Beschwerde von X._____ zuständig. 

5 / 12

1.2. Vorliegend handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Un-
terbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene oder eine ihr 
nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Be-
schwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht not-
wendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Die Beschwerde richtet 
sich gegen die am 8. Mai 2019 verfügte fürsorgerische Unterbringung. Die Be-
schwerdefrist wurde mit der Eingabe vom 11. Mai 2019 (Datum Poststempel: 
12. Mai 2019) somit gewahrt (vgl. act. 01). Da keine Begründungspflicht besteht 
und aus besagter Eingabe mit hinreichender Klarheit geschlossen werden kann, 
dass die Beschwerdeführerin mit der fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik 
B._____ nicht einverstanden ist und deren sofortige Aufhebung beantragt, ist auf 
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.

2.1. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sind gemäss Art. 439 
Abs. 3 ZGB die Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Be-
schwerdeinstanz anwendbar, womit die Art. 450 ff. ZGB gemeint sind. Von Bedeu-
tung ist dabei insbesondere Art. 450e ZGB, welcher sich mit verfahrensrechtlichen 
Besonderheiten der fürsorgerischen Unterbringung befasst. Weil es sich hier um 
einen besonders sensiblen Bereich mit schweren Eingriffen in die persönliche 
Freiheit der betroffenen Person handelt, sind ergänzende (teilweise abweichende) 
Bestimmungen unentbehrlich (vgl. Daniel Steck, in: Büchler, Jakob [Hrsg.], Kurz-
kommentar ZGB, N 1 zu Art. 450e). Zu beachten sind sodann die allgemeinen 
Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die 
auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, so-
weit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält 
(Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenen-
schutz, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB 
verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an glei-
cher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. 
Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf 
sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und er-
streckt sich - wenn auch teilweise in abgeschwächter Form - nach dem Grundsatz 
der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwer-
deinstanz (vgl. Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus 
Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass 
das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft 
und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. Weil die Vorinstanz 

6 / 12

jeweils keine Behörde, sondern entweder ein Arzt oder eine Einrichtung ist, hat 
das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vorinstanz 
zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung 
oder Aufrechterhaltung der Massnahme (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 39 
und 41 zu Art. 439 ZGB).

2.2. Gemäss Art. 450e Abs. 3 ZGB, welcher aufgrund von Art. 439 Abs. 3 ZGB 
sinngemäss anwendbar ist, muss bei psychischen Störungen für den Entscheid 
über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein Gut-
achten eingeholt werden. Dieses muss von einer unabhängigen, im laufenden 
Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in 
dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stel-
lenden Fragen äussern muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_83/2017 vom 
23. Februar 2017 E. 3.2 f. = BGE 143 III 189; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB). Mit 
dem Kurzgutachten vom 16. Mai 2019 von Dr. med. C._____, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin am 16. Mai 2019 
persönlich in der Klinik B._____ untersuchte, wurde dieser Vorschrift Genüge ge-
tan.

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chris-
tof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 24. Mai 2019 vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wurde diese Vorgabe umge-
setzt.

3. Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärzte eine 
fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen nicht 
überschreiten darf, anordnen. Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene Per-
son persönlich zu untersuchen und anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr 
anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen 
Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Dr. med. A._____ ist 
Facharzt für Innere Medizin FMH und gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Ver-
bindung mit Art. 22 der Verordnung zum Kindes-  und Erwachsenenschutz (KESV; 
BR 215.010) zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung legitimiert. Zu-
dem enthält  die Verfügung vom 8. Mai 2019 die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vor-

7 / 12

geschriebenen Minimalangaben. Allerdings fehlt die unterschriftli-che Bestätigung 
der Beschwerdeführerin, ein Exemplar  der Verfügung erhalten zu haben. Dieser 
Umstand ist letztlich unbeachtlich, da  die Beschwerdeführerin offensichtlich un-
geachtet dessen in der Lage war, das gerichtliche Verfahren zur Überprüfung ihrer 
Unterbringung in der Klinik B._____ einzuleiten.

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Art. 
426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betroffe-
nen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062). Erste gesetzliche Voraus-
setzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend ge-
nannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behinderung oder 
schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwächezu-
stand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Betreuung. 
Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreu-
ung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise Zurück-
behaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_228/2016 vom 11. Juli 2016, E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedin-
gen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der 
Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu recht-
fertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung 
oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende 
Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung 
nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeits-
prinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit verlangt ausserdem, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur 
verfügt werden darf, wenn und solange mit einer konkreten Selbst- oder Fremdge-
fährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht 
festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreuungsbe-

8 / 12

darfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das 
Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behand-
lung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbliebe (vgl. 
BGE 140 III 101 E. 6.2.2 und 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Urteile des 
Bundesgerichts 5A_312/2007 vom 10. Juli 2007, E. 2.3, und 5A_288/2011 vom 
19. Mai 2011, E. 5.3).

4.1.1. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Dr. med. C._____ stützt sich in seinem Kurzgutachten vom 16. Mai 
2019 (vgl. act. 07) nebst einer persönlichen Konsultation zulässigerweise auch 
auf die Akten der Psychiatrischen Dienste Graubünden (insbesondere den Stel-
lungnahmen der behandelnden Ärzte der Klinik B._____, Herr Dr. med. D._____, 
Co-Chefarzt Akutpsychiatrie, und Herr Dr. med. E._____, Oberarzt) sowie auf Ge-
spräche mit der Stationsleiterin, F._____, Dr. med. D._____ und dem Vater der 
Beschwerdeführerin. Der Gutachter gelangt zum Schluss, dass bei der Beschwer-
deführerin derzeit ein akuter Erregungszustand vorliege (Differentialdiagnose im 
Rahmen einer akuten psychotischen Episode bei möglicherweise bereits länger-
dauerndem psychotischem Zustandsbild sowie Differentialdiagnose im Rahmen 
einer akuten Belastungssituation). Dr. med. C._____ kann in seinem Gutachten 
die Diagnose der ärztlichen Leitung der Klinik B._____ nicht vollends bestätigen. 
Seiner Ansicht nach liege zwar mit grosser Wahrscheinlichkeit eine akute psycho-
tische Episode bei zugrunde liegender, schon längerer psychotischer Erkrankung 
vor, jedoch sei zur Bestätigung eine längere Beobachtungszeit und eine ausführli-
chere Fremdanamnese notwendig. Die übrigen dem Gericht vorliegenden Akten 
attestieren der Beschwerdeführerin nicht klar und widerspruchslos eine psychi-
sche Störung im Sinne der gesetzlichen Bestimmung von Art. 426 Abs. 1 ZGB. So 
hält der Eintrittsstatus der ärztlichen Leitung der Klinik B._____ zwar ausdrücklich 
fest, dass die Beschwerdeführerin an einer akuten wahnhaften psychotischen 
Störung (DD: erste Episode einer Schizophrenie oder schizoaffektiven Störung) 
leide. Aus den weiteren Berichten der Klinikleitung geht zudem hervor, dass die 
Patientin sich anhaltend psychotisch, misstrauisch, verbal aggressiv und beleidi-
gend verhalte und mehrfach die Gesichter der Mitarbeiter auf der Fotowand ver-
kratzt habe. Trotzdem finden sich in den Unterlagen keine weiterreichenden Hin-
weise, welche die Diagnose bestätigen. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es 
zumindest zweifelhaft ist, ob die erste Voraussetzung für eine  fürsorgerische Un-
terbringung – nämlich das Vorliegen eines Schwächezustandes im Sinne einer 
psychischen Störung – überhaupt vorlag bzw. vorliegt. Auch anlässlich der münd-
lichen Hauptverhandlung vom 24. Mai 2019 hat sich die Beschwerdeführerin in 
einer guten Verfassung präsentiert und in der Gesamtbetrachtung einen allseits 

9 / 12

orientierten und adäquaten Eindruck hinterlassen. Auf die Fragen des Vorsitzen-
den antwortete sie eloquent und in einer gepflegten Sprache. Sie trat anständig 
und zugewandt auf und offenbarte – soweit das Gericht dies zu beurteilen in der 
Lage ist – keine Symptome einer psychotischen Störung.

4.1.2. Sodann gilt es, auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit näher einzuge-
hen. Dieser besagt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur 
solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremd-
gefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesge-
richt festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreu-
ungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder 
das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Be-
handlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe 
(vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die 
Bundesgerichtsurteile 5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 
vom 19. Mai 2011 E. 5.3). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlas-
sen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. 
Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum 
bisherigen Recht restriktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen, welche 
der sog. Drehtürpsychiatrie entgegen wirken sollte (vgl. Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7063). Bei richtiger Auslegung 
galt indessen bereits unter altem Recht, dass eine Entlassung zu unterbleiben hat-
te, solange die Voraussetzungen für eine Einweisung gegeben waren. Insofern hat 
sich die Rechtslage nicht verändert. Der Entscheid über die Entlassung ist stets 
anhand des Zustandes des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenab-
wägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die 
Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlas-
sungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit er-
gibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders 
erfolgen können darf als mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Wor-
ten muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der be-
absichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende 
Massnahme genügen würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu 
Art. 426 ZGB, und Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], Fam-
Komm, Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den 
ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhil-

10 / 12

fe entscheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 
ZGB).

4.1.3. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. C._____ hat die Beschwerdeführerin 
während des Gesprächs keine Anzeichen einer akuten Psychose gezeigt. Aktuell 
liege auch keine Selbstgefährdung bei der Beschwerdeführerin vor. Ebenfalls 
kann bei der Beschwerdeführerin nicht von einer Fremdgefährdung aus-gegangen 
werden. Weder aus den Akten noch aufgrund der richterlichen Befragung lassen 
sich irgendwelche Hinweise auf eine konkrete und aktuelle Gefähr-dungssituation 
für Dritte erkennen. Auch der Bericht der ärztlichen Leitung der Klinik B._____ 
(act. 05.2) führt aus, dass bei der Beschwerdeführerin aktuell kein Hinweis mehr 
auf Fremdgefährdung vorhanden sei, obwohl die Beschwerdeführerin im Vorfeld 
zu Hause gegen ihren Vater aggressiv gewesen sei, Türen und Sachen zerschla-
gen habe, weshalb der Vater die Polizei verständigt habe. In der richterlichen Be-
fragung führt die Beschwerdeführerin aus, sie habe die Glastür nicht zerschlagen, 
diese sei bereits bei ihrer Ankunft zerbrochen gewesen. Sie sei an diesem Tag 
genervt gewesen, weil ihr Magnesium verschwunden sei und habe sich deshalb 
aufgeregt. Dr. med. C._____ hält in seinem Gutachten fest, dass der Vater der 
Beschwerdeführer ausführe, dass seine Tochter in letzter Zeit mehrfach aggressiv 
gewesen sei, nie aber so stark wie in der jetzigen Situation. Die Glastür sei aber 
nicht anlässlich der Situation mit seiner Tochter beschädigt worden, sondern be-
reits früher. Der Gutachter hält abschliessend fest, dass aktuell keine konkrete 
Gefahr für Gesundheit und Leben der betroffenen Person oder Dritte bestehe. Da 
die Ursache des Erregungszustandes jedoch nicht mit letzter Sicherheit festge-
stellt worden sei, könne jedoch bei völligem Abbruch der Betreuung ein erneuter 
Erregungszustand nicht ausgeschlossen werden. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 24. Mai 2019 machte die Beschwerdeführe-
rin einen ruhigen und kontrollierten Eindruck und war durchaus in der Lage, die 
Ereignisse am Tag der Einweisung in die fürsorgerische Unterbringung zu er-
klären. Sie sei bereit, sich freiwillig auf der offenen Abteilung behandeln zu lassen, 
da es gewisse Themen gebe, welche sie beschäftigen würden. Sie wolle jedoch 
keine medikamentöse Behandlung, sondern Gespräche mit einem Psychologen. 
Gegenüber der Klinikleitung und dem Personal sei sie deshalb abweisend, weil sie 
sich bei der Einweisung massivem Zwang ausgesetzt gefühlt habe und diese sie 
gegen ihren Willen zwingen wollten, Medikamente zu nehmen. Der Gutachter hält 
fest, dass eine medikamentöse psychopharmakologische Behandlung bei fehlen-
der Selbst- und Fremdgefährdung gegen den Willen der Beschwerdeführerin nicht 
indiziert sei. Vielmehr solle die Behandlungsbereitschaft der Beschwerdeführerin, 

11 / 12

etwas gegen ihren psychischen Leidensdruck zu unternehmen, aufgegriffen wer-
den und es solle versucht werden, mit ihr ein Arbeitsbündnis zu schliessen. So 
könne zum einen die Fremdamanese weiter erhoben werden, die Diagnose gesi-
chert und die Beschwerdeführerin für eine geeignete Therapie gewonnen werden. 
Auch wenn eine neuroleptische Behandlung wahrscheinlich indiziert sei, heisse 
dies nicht, dass ein gesprächstherapeutischer Ansatz im jetzigen Zeitpunkt nicht 
zur Besserung der Symptomatik führen könne. Dies könne aktuell auch im offenen 
Rahmen durchgeführt werden.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB nicht (mehr) vorliegen. Die 
Beschwerdeführerin ist jedoch bereit, sich freiwillig für einige Wochen auf der am-
bulanten Station der Klinik B._____ behandeln zu lassen. Aufgrund der vorliegen-
den Umstände ist daher eine mildere Massnahme in Form einer ambulanten The-
rapie gegeben. Aus diesen Gründen ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen 
und die fürsorgerische Unterbringung aufzuheben. 

6. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Antrag auf sofortige Entlassung 
aus der Klinik B._____ umfassend durchgedrungen. Bei diesem Verfahrensaus-
gang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'750.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'250.00 Gutachterkosten) beim Kanton 
Graubünden. Ausseramtliche Entschädigungen sind keine zu sprechen.

12 / 12

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Das Kantonsgericht von Graubünden nimmt davon Vormerk, dass X._____ 
freiwillig in der offenen Abteilung der Klinik B._____ bleibt. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'750.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'250.00 Gutachterkosten) gehen 
zu Lasten des Kantons Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: