# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ef6e094-863a-553e-a875-f0ec85c62636
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.04.2024 720 23 194 / 81 (720 2023 194 / 81)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-194---81_2024-04-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. April 2024 (720 23 194 / 81) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Medizinische Massnahmen; Die Voraussetzungen gemäss Art. 23bis Abs. 3 IVV für eine sta-

tionäre Auslandsbehandlung sind vorliegend nicht erfüllt.  

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Katja 
Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, gesetzlich vertreten durch B.____ 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Medizinische Massnahmen  

 
 
 
A. Der 2022 geborene A.____ leidet im Rahmen des Geburtsgebrechens Ziffer 312 an ei-
nem primären Lymphödem beider Beine (rechts ausgeprägter als links). Am 6. September 2022 
reichten die Eltern von A.____ für ihren Sohn ein Gesuch um Ausrichtung von medizinischen 
Massnahmen sowie Hilfsmitteln (Kompressionsstrümpfe) bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) ein. Mit Mitteilung vom 3. Oktober 2022 stellte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Stelle) fest, dass sie die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 312 überneh-
men werde und erteilte Kostengutsprache für medizinischen Massnahmen für den Zeitraum vom 
24. August 2022 bis 31. Juli 2027. Am 15. November 2022 teilte die IV-Stelle zudem mit, dass 
sie die Kosten für Kompressionsbandagen übernehmen werde.  
 
Am 19. Dezember 2022 ersuchten die Eltern von A.____ die IV-Stelle ferner um Kostengutspra-
che für eine stationäre Auslandsbehandlung in der Klinik C.____ in X.____ (D). Mit Mitteilung vom 
22. Februar 2023 bewilligte die IV-Stelle Kostengutsprache für Physiotherapie (1x wöchentlich) 
im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziffer 312 nach ärztlicher Verordnung für die Zeit 
vom 7. September 2022 bis 31. August 2024. Mit Verfügung vom 23. Mai 2023 verneinte sie 
jedoch einen Anspruch auf Kostenübernahme für medizinische Massnahmen im Ausland  
 
B.  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 16. Juni 2023, vertreten 
durch seinen Vater B.____, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung und die Neuentscheidung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen auf die Notwen-
digkeit eines stationären Aufenthalts in der Klinik C.____ und der dort angewandten Methode der 
komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE) hingewiesen. Dabei stützte sich der Be-
schwerdeführer auf die Berichte von Dr. med. D.____, FMH Dermatologie und Venerologie, vom 
1. Juni 2023 und Dr. med. E.____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (D), vom 5. Juni 2023.  
 
C.   In ihrer Vernehmlassung vom 24. August 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D.  In seiner Replik vom 4. November 2023 bekräftigte der Beschwerdeführer seinen Stand-
punkt und reichte einen weiteren Bericht von Dr. D.____ vom 2. November 2023 sowie von Dr. 
med. Ina Rüsing-Kohsiek, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitationsmedizin (D), vom 
2. Oktober 2023 ein.  
 
E.  Mit Duplik vom 27. November 2023 hielt die IV-Stelle unter Verweis auf eine Stellung-
nahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 22. November 2023 an ihrem Abwei-
sungsantrag fest.  
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen ein-
zugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Lai-
enbeschwerde vom 16. Juni 2023 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für eine stationäre 
Auslandsbehandlung in der Klinik C.____ in X.____ zu übernehmen hat. Massgebend ist der 
Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 2023 entwi-
ckelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Später eingereichte ärztliche Berichte sind aus-
nahmsweise zu berücksichtigen, wenn daraus Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand im 
Zeitpunkt des Verfügungserlasses gezogen werden können (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b in fine). 
 
3.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch 
auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen 
Massnahmen. Nach Art. 14ter Abs. 1 lit. b IVG bestimmt der Bundesrat die Geburtsgebrechen, für 
welche medizinische Massnahmen nach Art. 13 IVG gewährt werden. Das Eidgenössische De-
partement des Innern (EDI) erstellte eine entsprechende Liste (Art. 3bis Abs. 1 der Verordnung 
über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Die als Geburtsgebrechen anerkann-
ten Leiden, für die ein Anspruch auf Leistungen der IV besteht, sind in der seit 1. Januar 2022 in 
Kraft stehenden abschliessenden Liste gemäss Anhang zur Verordnung des EDI über Geburts-
gebrechen (GgV-EDI) aufgeführt. Wie eingangs dargelegt, stellte die Beschwerdegegnerin mit 
Mitteilung vom 3. Oktober 2022 fest, dass sie die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebre-
chens Ziffer 312 übernehmen werde und erteilte Kostengutsprache für medizinischen Massnah-
men für den Zeitraum vom 24. August 2022 bis 31. Juli 2027. Ferner gewährte sie auch Kosten-
gutsprache für Physiotherapie (1x wöchentlich) sowie Kompressionsbandagen.  
 
3.2 Erweist sich die Durchführung einer Eingliederungsmassnahme in der Schweiz als un-
möglich, insbesondere weil die erforderlichen Institutionen oder Fachpersonen fehlen, so über-
nimmt die Versicherung die Kosten einer einfachen und zweckmässigen Durchführung im Aus-
land (Art. 9 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 23bis Abs. 1 IVV). Die Versicherung übernimmt die 
Kosten für die einfache und zweckmässige Durchführung medizinischer Massnahmen, die not-
fallmässig im Ausland durchgeführt werden (Art. 23bis Abs. 2 IVV). Wird eine Eingliederungsmass-
nahme aus anderen beachtlichen Gründen im Ausland durchgeführt, so vergütet die Versiche-
rung die Kosten bis zu dem Umfang, in welchem solche Leistungen in der Schweiz zu erbringen 
gewesen wären (Art. 23bis Abs. 3 IVV).  
 
3.3 Rechtsprechungsgemäss sind beachtliche Gründe im Sinne von Art. 23bis Abs. 3 IVV 
lediglich solche von erheblichem Gewicht, was prognostisch zu beurteilen ist (Urteil des Bundes-
gerichts vom 3. Mai 2022, 8C_782/2021, E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 143 V 190 E. 7.2; 110 V 99 
E. 2). Andernfalls würde nicht nur Abs. 1 von Art. 23bis IVV bedeutungslos, sondern auch Art. 9 
Abs. 1 IVG unterlaufen, wonach Eingliederungsmassnahmen (nur) "ausnahmsweise" im Ausland 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gewährt werden. So führt beispielsweise bei Vornahme einer komplizierten Operation der Um-
stand, dass eine spezialisierte Klinik im Ausland über mehr Erfahrung auf dem betreffenden Ge-
biet verfügt, für sich allein noch nicht zu einer Anwendung von Art. 23bis Abs. 3 IVV. Wenn eine 
besonders seltene Krankheit vorliegt, mit welcher ein in der Schweiz tätiger Spezialist noch kaum 
konfrontiert wurde und deren Behandlung eine genaue Diagnose erfordert, ist Art. 23bis Abs. 3 
IVV hingegen praxisgemäss anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2022, 
8C_782/2021, E. 5.2; SVR 2007 IV Nr. 12 S. 43, I 120/04 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Beacht-
liche Gründe können sodann vorliegen, wenn die vorangegangenen, im Inland verfügbaren The-
rapien erfolglos waren, oder wenn ein durch die nachhaltige Empfehlung der behandelnden Ärzte 
geschaffenes alleiniges Vertrauen in die neue, im Inland nicht verfügbare Therapieform begrün-
det wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2022, 8C_782/2021, E. 5.2; SVR 2007 IV Nr. 
12 S. 43, I 120/04 E. 4.2.1). Gemäss den Urteilen 8C_800/2009 vom 1. Juni 2010 E. 2.2.2 und 
601/06 vom 12. März 2008 E. 5.5.3 (mit Hinweisen) ist für die Gewährung einer Auslandbehand-
lung vorausgesetzt, dass vorgängig ärztlicherseits eine dringliche Empfehlung vorgelegen haben 
muss. Ergänzend sei auf das Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) 
über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME) […] ver-
wiesen. Danach liegen beachtliche Gründe für die Durchführung medizinischer Massnahmen im 
Ausland insbesondere vor, wenn die Fortsetzung oder der Abschluss einer begonnenen Behand-
lung durch den gleichen Arzt nur im Ausland möglich ist, spezialisierte Kliniken im Ausland über 
mehr Erfahrung auf dem Gebiet für seltene und komplizierte Operationen und in der Nachbe-
handlung verfügen und dadurch das Operationsrisiko nachweislich deutlich vermindert werden 
kann, oder bei einem längeren Geschäfts- oder Sprachaufenthalt im Ausland (Urteil des Bundes-
gerichts vom 3. Mai 2022, 8C_782/2021, E. 5.2).  
 
4.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung – 
wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas-
send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-
anspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be-
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Den Berichten und 
Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen kommt rechtsprechungsgemäss nicht derselbe 
Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fach-
personen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge 
Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4, Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 
8C_879/2014, E. 5.3). 
 
4.2 Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen und ohne Bindung 
an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen 
(BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a). Dabei schliesst der Untersuchungsgrundsatz die Be-
weislast im Sinne einer Beweisführungspflicht begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen in der 
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. 
Demzufolge liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen bei jener Partei, die den 
Anspruch geltend macht (Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2018, 9C_523/2018, 
E. 1.2). Diese Beweisregel kommt allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 
Wahrheit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen). 
 
5.1 Zur Beurteilung des Leistungsanspruchs sind im Wesentlichen die nachfolgenden Be-
richte von Relevanz: 
 
5.2 Mit Bericht zuhanden des Hausarztes des Versicherten vom 24. August 2022 diagnosti-
zierte Dr. med. F.____, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (D), ein primäres 
Lymphödem am rechten Unterschenkel sowie am rechten Vorfuss (fraglich diskret auch links). 
Beim Patienten bestehe seit Geburt eine Schwellung des rechten Fusses und deutlich diskreter 
auch auf der linken Seite. Diese sei seither nicht schlimmer geworden. Vor zwei Monaten sei eine 
Kompression über das Spital G.____ erfolgt. Die bereits begonnene Kompression sei zur Ver-
meidung einer Befundzunahme und langfristigen Minimierung einer sekundären Gewebefibrose 
weiterzuführen. Eine zusätzliche Einweisung in eine häusliche Lymphdrainage sei zu befürwor-
ten, wobei der Nutzen dieser Therapie bei den primären Lymphödemen im jungen Kindesalter 
nicht sicher sei. Ausserdem sei eine regelmässige Hautpflege notwendig, um Traumata zu mini-
mieren, da ein Risiko von Erysipelen bestehe. Diese würden im Kindesalter aber nur selten auf-
treten. Es gebe im Spital H.____ eine Spezialsprechstunde für primäre Lymphödeme, für die eine 
Zuweisung im Verlauf zu empfehlen sei.  
 
5.3 Am 24. Oktober 2022 berichtete Prof. Dr. med. I.____, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin (D), betreffend eine ambulante Vorstellung des Versicherten. Der Versicherte sei in den 
Universitätskliniken G.____ und H.____ bekannt. Eine Entstauungstherapie und manuelle 
Lymphdrainagen seien bereits im April 2022 eingeleitet worden. Sie empfahl die Fortführung der 
manuellen Lymphdrainagen (1-2x wöchentlich). Die Kompressionstherapie sollte in adäquater 
und adaptierter Form erfolgen, nachdem der Versicherte laufen gelernt habe. Sie habe den Eltern 
empfohlen, die Methode der lymphologischen Kompressionsbandagierung bei Kleinkindern in der 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Fachklinik (Klinik C.____ in X.____) zu erlernen. Ebenso könnten während eines kurzen statio-
nären Aufenthalts in der Klinik medizinische Kompressionsstrümpfe für die nachstationäre Zeit 
angepasst werden.  
 
5.4 Mit Stellungnahme zuhanden der IV-Stelle führte der Hausarzt Dr. med. J.____, FMH 
Kinder- und Jugendmedizin, am 3. Dezember 2022 aus, dass der Versicherte zukünftig von sei-
nen Eltern mit geeignetem Kompressionsmaterial und in geeigneter Technik versorgt werden 
müsse. Hierfür sei die Anleitung der Eltern notwendig. Ein geeignetes Setting sei dafür in der 
Schweiz nicht zu finden. Diesbezüglich verfüge die Klinik C.____ in X.____ über Expertise, wes-
halb dort ein circa einwöchiger Aufenthalt im Sinne einer Vorsorge der Progression des Geburts-
gebrechens zu empfehlen sei.  
 
5.5 Am 16. Januar 2023 legte die IV-Stelle das Dossier PD Dr. med. K.____, Fachärztin für 
Kinder- und Jugendmedizin, Kinderendokrinologie und Diabetologie, RAD, vor. Diese kam im Be-
richt vom 16. Januar 2023 zum Schluss, dass derzeit keine medizinische Indikation für einen 
stationären Aufenthalt in Deutschland bestehe. Der Versicherte erhalte die aktuell notwendigen 
Therapien in Basel. Die Lymphdrainage-Therapie erfolge seit September im Spital G.____. Auch 
die Kompressionsbandagen seien bereits bezogen worden, weshalb davon ausgegangen wer-
den müsse, dass diese Therapieform sowie auch die Schulung der Eltern bereits in der Schweiz 
erfolgt sei. 
 
5.6 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte der Beschwerdeführer eine Stellung-
nahme von Dr. D.____ betreffend die in Aussicht gestellte Ablehnung der Kostengutsprache vom 
9. März 2023 ein. Darin ersuchte die Behandlerin um Wiedererwägung der Kostenübernahme für 
einen zwei- bis dreiwöchigen stationären Aufenthalt in der Klinik C.____. Die etablierte Methode 
in der Behandlung eines kongenitalen Lymphödems sei die Komplexe Physikalische Entstau-
ungstherapie (KPE), welche die manuelle Lymphdrainage und eine Kompressionsbehandlung 
beinhalte, neben Hautpflege und Bewegungstherapie. Da es sich bei einem primären 
Lymphödem um eine chronisch progressive Erkrankung mit im Verlauf irreversibler Fibrosierung 
der Haut und Umwandlung in ein Lipödem handle, lohne es sich, bereits im Kindesalter die Ent-
stauungstherapie regelmässig durchzuführen und die Eltern darin zu schulen. Gemäss Guide-
lines bestünden Erhaltungs- und Intensivphasen. Eine Intensivphase beinhalte zweimal täglich 
Lymphdrainage und kompliziert anzulegende Kompressionsbandagen. Dies könne nur im statio-
nären Setting erfolgen, um auch die Eltern korrekt zu instruieren. In der Schweiz gebe es keine 
Möglichkeit für diese Behandlung im Kindesalter, weshalb die Lymphödem-Patienten im Kindes-
alter die Klinik C.____ besuchen würden. Für den Langzeitverlauf inkl. Komplikationen sei diese 
Behandlung essentiell und gehöre für die betroffenen Patienten zum Standard.  
 
5.7 Am 16. März 2023 äusserte sich die RAD-Ärztin PD Dr. K.____ erneut zur Angelegen-
heit. Sie gelangte zur Auffassung, dass sich aktuell keine medizinischen Gründe für die Kosten-
übernahme von medizinischen Massnahmen im Ausland ergeben würden. Eine medizinische Be-
gründung für die intensive Lymphdrainage könne nicht nachvollzogen werden. Auch der Nutzen 
dieser Therapieform sei im jungen Kindesalter nicht sicher gegeben (wie Dr. F.____ in ihrem 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Bericht vom 24. August 2022 festhalte). Unter Berücksichtigung der bereits durchgeführten The-
rapien und Voraussetzungen im Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung (KSME) könne eine Kostenübernahme nicht empfohlen werden. 
Das Dossier sei dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) vorzulegen.  
 
5.8 Mit Stellungnahme vom 20. April 2023 setzte sich das BSV zunächst mit den bis dahin 
ergangenen medizinischen Beurteilungen sowie den AMWF-Leitlinien ("S2K Leitlinie Diagnostik 
und Therapie der Lymphödeme AWMF Register Nr. 058-001, Mai 2017") auseinander. Hierbei 
gelangte es zur Auffassung, dass aus der Literatur und den Leitlinien hervorgehe, dass eine pro-
fessionelle Betreuung durch Fachleute, die in der Behandlung von Lymphödemen bei Kindern 
und Erwachsenen geschult seien, unabdingbar sei. Patienten mit einem primären Lymphödem 
würden eine Intensivbehandlung benötigen, gefolgt von einer Erhaltungstherapie, wobei bei ei-
nem mässigen Lymphödem eine alleinige Erhaltungstherapie möglich sei. Der klinischen Be-
schreibung zufolge scheine das Ödemvolumen mässig zu sein. Aus diesem Grund habe Prof. Dr. 
I.____ eine Frequenz von 1-2x wöchentlicher manueller Lymphdrainage empfohlen. Weiter emp-
fehle Prof. Dr. I.____, dass die Kompressionstherapie erfolgen solle, wenn das Kind Laufen ge-
lernt habe. Zusammenfassend besuche der Versicherte einmal wöchentlich die Physiotherapie 
zur Lymphdrainage im Spital G.____ und gemäss RAD-Beurteilung erfolge in diesem Rahmen 
auch die elterliche Instruktion. Der Versicherte sei von Dr. F.____ an Dr. D.____ des Spitals 
H.____ verwiesen worden, wobei letztere einen Aufenthalt in der Klinik C.____ empfehle. Die 
Dermatologie-Abteilung des Spitals H.____ habe multidisziplinäre Sprechstunden für 
Lymphödeme (und lymphatische Malformationen) etabliert und sei 2022 als "Center of 
Excellence" beim internationalen Lymphatic Education & Research Network anerkannt und stelle 
somit ein spezialisiertes Zentrum dar. Es sei davon auszugehen, dass für die Behandlung des 
Versicherten in der Schweiz die Fachkompetenzen nicht fehlen würden, weshalb in Übereinstim-
mung mit dem RAD die Übernahme der Kosten für eine Behandlung in der Klinik C.____ nicht zu 
empfehlen sei.  
 
5.9 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Versicherte weitere Berichte ein. So 
bekräftigte Dr. D.____ am 1. Juni 2023, dass die Fachkompetenzen für die Behandlung in der 
Schweiz nicht fehlen würden und dass die Dermatologie-Abteilung des Spitals H.____ ein spezi-
alisiertes Zentrum darstelle. Es werde jedoch keine KPE angeboten und die Behandlung ersetze 
keinen stationären Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik.  
 
5.10 Am 5. Juni 2023 hielt Dr. E.____ im Wesentlichen fest, dass gemäss den AMWF-
Leitlinien die KPE die adäquate Therapie sei. Insbesondere sei bei Kindern bei Vorliegen eines 
Lymphödems eine entsprechend Phase 1 der KPE, bestehend aus Hautpflege, 2x täglicher 
Lymphdrainage mit entsprechenden manuellen Grifftechniken zur Fibroselockerung, lymphologi-
scher Kompressionsbandagierung sowie spielerischer Bewegungstherapie, medizinisch sinnvoll. 
Wesentlicher Punkt sei allerdings die Anwesenheit zumindest eines Elternteils, um eine entspre-
chend optimale Schulung durchführen zu können. Während eines stationären Aufenthalts in einer 
entsprechend versierten Fachklinik werde der anwesende Elternteil in die Haut- bzw. vor allem 
Nagelpflege sowie in die Lymphdrainagegriffe und lymphologische Bandagierung gemäss Aus-

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

prägung des Ödems eingewiesen. Abhängig vom Grad des Ödems müsse auch eine entspre-
chende Kompressionsversorgung mit nach Mass gefertigten flachgestrickten Kompressions-
strümpfen durchgeführt und vor allem auch medizinisch kontrolliert werden. Durch diese Mass-
nahmen sei eine optimale Ödemversorgung gewährleistet und es würde so weiteren Komplikati-
onen wie z.B. Erysipele vorgebeugt. Die Klinik C.____ habe in der Therapie der primären 
Lymphödeme bei Kleinkindern eine entsprechend hohe Expertise. Dieses Vorgehen sei ambulant 
in der erforderlichen Qualität so nicht abbildbar. 
 
5.11 Nachdem die RAD-Ärztin PD Dr. K.____ mit Beurteilung vom 5. Juli 2023 zahlreiche 
Rückfragen an die Behandler als medizinisch notwendig und sinnvoll erachtet hatte, hielt 
Dr. E.____ am 11. Juli 2023 fest, dass sich anlässlich der ambulanten Untersuchung von Prof. Dr. 
I.____ am 21. Oktober 2022 ein unterschenkelbetontes Beinlymphödem mit bombierten Fussrü-
cken und tiefen Hautfalteneinziehungen im Bereich der Zehengrundgelenke gezeigt habe. Es sei 
eine möglichst frühzeitige Behandlung mit Schulung der Eltern erforderlich, um Gewebsverände-
rungen zu verhindern und Nagelwachstumsstörungen mit der Gefahr einer Nagelbettinfektion zu 
vermeiden.  
 
5.12 Dr. J.____ äusserte sich am 12. Juli 2023 dahingehend, dass es sich beim primären 
Lymphödem um eine chronische Krankheit handle, die über die Lebensjahre stetig progredient 
verlaufe. Innerhalb von wenigen Monaten seien keine massiven Veränderungen zu erwarten. In 
den ersten Lebensjahren sei keine Bewegungseinschränkung zu erwarten. Eine frühe Behand-
lung helfe, dies zu minimieren im späteren Leben. Er habe dem Versicherten im Mai Zehenkap-
pen verschrieben, da er aus den bisherigen Kompressionsbandagen herausgewachsen sei.  
 
5.13 Gemäss Auskunft der "Leitung Therapien Spital G.____" vom 13. Juli 2023 finde im Rah-
men der Physiotherapie eine dauernde Schulung der Eltern statt. Die Schulung stelle ein grosser 
Anteil an der Therapie dar. Ein Elternteil sei bei jeder Therapiesitzung dabei. Dies sei ein dauern-
der Prozess. Die Behandlung und die Bandagierung würden dauernd dem Entwicklungsstand 
des Versicherten angepasst. Das vorhandene Krankheitsbild würden sie nicht oft haben. Die Phy-
siotherapie sei vernetzt mit anderen Zentern, auch mit der Klinik C.____, welche auf dem Gebiet 
renommiert sei.  
 
5.14 Mit RAD-Beurteilung vom 26. Juli 2023 kam PD Dr. K.____ zum Schluss, dass sich aus 
den vorstehend zitierten Berichten keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergeben würden. 
Aus den eingereichten Stellungnahmen sowie nach telefonischer Rücksprache mit dem Spital 
G.____ sei ersichtlich, dass derzeit regelmässig Lymphdrainagen und Bandagierungen erfolgen 
würden. Eine elterliche Instruktion werde regelmässig und dauerhaft im Spital G.____ durchge-
führt. Gemäss Beurteilung von Dr. J.____ bestünden keine klinischen Beschwerden, keine Be-
wegungseinschränkungen und keine Zunahme der Ödeme. Das Dossier sei erneut dem BSV 
vorzulegen.  
 
5.15 Im Rahmen seiner Stellungnahme vom 17. August 2023 würdigte das BSV die neu vor-
liegenden medizinischen Berichte. Hierbei kam es zum Schluss, dass es mit dem RAD keine 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

neuen medizinischen Erkenntnisse sehen würde, die eine Zusprache medizinischer Massnah-
men im Ausland begründen könnten. Es würden sich keine eindeutigen Hinweise darauf ergeben, 
dass eine stationäre Behandlung in der Klinik C.____ in Deutschland notwendig wäre. Die erfor-
derliche Schulung der Eltern erfolge bereits seitens des SPITAL G.____, sodass der von Dr. 
E.____ erwähnte Einbezug der Eltern bereits gewährleistet sei. Prof. Dr. L.____ erwähne keine 
Notwendigkeit einer intensiven stationären komplexen physikalischen Entstauungstherapie. Dr. 
D.____ äussere sich zwar zur Möglichkeit solcher Therapien in der Schweiz, nehme aber nicht 
Stellung dazu, ob diese beim Versicherten notwendig sei. Des Weiteren sei, wie im Rahmen der 
ersten Stellungnahme angegeben, bei mässigen Lymphödemvolumen eine alleinige Erhaltungs-
therapie möglich. In Ermangelung spezifischer Studien seien die therapeutischen Ansätze nicht 
einheitlich und Krankenhausaufenthalte seien selten notwendig.  
 
5.16 Im Bericht der Klinik C.____ vom 2. Oktober 2023 betreffend die Behandlung mittels der 
KPE (stationärer Aufenthalt vom 19. Juli 2023 bis 27. Juli 2023) wurde zum Ödembefund festge-
halten, dass der rechte Unterschenkel eine weich bindegewebige Volumenvermehrung aufweise 
mit mässiger Dekonturierung des Sprunggelenks und weich bindegewebigem Ödempolster des 
Fussrückens. Das Stemmer’sche Hautfaltenzeichen sei positiv. Es bestehe nur eine mässige Na-
geldysplasie. Unter der hier durchgeführten Therapie sei das Lymphödem innerhalb des kurzen 
stationären Aufenthalts im Bereich des Vorfusses etwas rückläufig und die Gewebekonsistenz 
etwas weicher. Als weitere Massnahmen wurde die Fortsetzung der Kompressionstherapie in 
Form des Tragens von Kompressionsstrümpfen der Klasse 1 plus Zehenkappen der Klasse 1 
sowie nächtliche Bandagen durch die Mutter und die Forstsetzung der manuellen Lymphdraina-
gen 1-2x wöchentlich beim Fachtherapeuten, sowie an den übrigen Tagen durch die Mutter, emp-
fohlen.  
 
5.17 Mit Stellungnahme vom 2. November 2023 bekräftigte Dr. D.____, dass sie in ihrer 
Lymphödem-Sprechstunde knapp 40 Kinder mit primärem Lymphödem aus der gesamten 
Schweiz betreuen würde. Viele seien in der Klinik C.____ zu einer Intensivbehandlung gewesen. 
Aus Erfahrung sei das Setting ideal für eine Intensivbehandlung, die am Anfang der Kompressi-
onsbehandlung stehe. Zudem erfolge die Schulung der Eltern in einem etablierten und hochpro-
fessionellen Umfeld. Für eine ideale Behandlung sei ein solcher Aufenthalt notwendig. Was den 
Schweregrad des Ödems anbelange, so liege es bei einem mässigen Ödem im Ermessen des 
Arztes bzw. der Ärztin, eine Intensivbehandlung zu verordnen oder nicht. Auch ihre Kolleginnen 
aus Frankreich würden bei einem mässigen Ödem regelmässig eine Intensivbehandlung durch-
führen. Eine alleinige Erhaltungstherapie sei möglich, aber nicht ideal.  
 
5.18 Am 22. November 2023 äusserte sich PD Dr. K.____ zu den Vorbringen in der Replik 
und den neu eingereichten Berichten. Hierbei gelangte sie zur Auffassung, dass beim Versicher-
ten ein leichtes bis mildes Ödem im Bereich des Fussrückens bestehe, welches seit dem zweiten 
Lebensmonat regelmässig und durchgehend in der Schweiz durch Lymphdrainage, Kompressi-
onsbandagen und Schulung der Eltern therapiert werde. In dem mit der Replik beigebrachten 
Bericht betreffend den stationären Aufenthalt in der Klinik C.____ werde eine leichte bis moderate 
Form des Ödems festgehalten. Als Folgetherapie würden Kompressionsbandagen der Klasse 1 
verordnet. Diese seien in 4 Klassen unterteilt, wobei die Klasse 1 die Bandage mit dem leichtesten 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Kompressionsdruck von 18-21 mmHG sei, was medizinisch nur bei einer leichten Form von Öde-
men verordnet werde. Bei einem Lymphödem Grad II müssten gemäss einem medizinischen Ar-
tikel von Prof. Dr. I.____ aus dem Jahr 2017 zusätzlich zur reinen Umfangs- bzw. Volumenver-
mehrung der betroffenen Extremität auch eine krankhafte, chronisch-entzündliche Veränderung 
des Interstitiums selbst auftreten. Als Folge der chronischen Lymphostase komme es zu soge-
nannten lymphostatischen Fibrosen. Diese würden zu Verhärtungen der Haut und des Unterge-
webes führen. Im klinischen Untersuchungsbefund der Klinik C.____ würden diese klinischen 
Kriterien für die Diagnose eines Ödems Stadium II nicht erhoben. Es werde keine Fibrose und 
keine Veränderung der Haut beschrieben. Auch deshalb könne aus versicherungsmedizinischer 
Sicht davon ausgegangen werden, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine leichte bis 
milde Form des Ödems vorliege. Aus medizinischer Sicht bestünden derzeit keine beachtlichen 
Gründe, die für die Durchführung von medizinischen Massnahmen im Ausland sprechen würden. 
An der Ablehnung der Kostenübernahme könne festgehalten werden (vgl. hierzu ausführlich 
RAD-Bericht vom 22. November 2023).  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 2023 
bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts bzw. der Ablehnung des Leistungsanspruchs 
in erster Linie auf die vorstehend zitierten RAD-Beurteilungen vom 16. Januar 2023 und 16. März 
2023 sowie die Stellungnahme des BSV vom 20. April 2023. Auf dieser Grundlage gelangte sie 
zur Auffassung, dass die Anspruchsvoraussetzungen für eine stationäre Intensivbehandlung in 
der Klinik C.____ in X.____ nicht erfüllt seien.  
 
6.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Be-
urteilungen von PD Dr. K.____ erfüllen sämtliche Voraussetzungen, die das Bundesgericht an 
eine beweistaugliche Beurteilungsgrundlage stellt (vgl. E. 4.1 hiervor).  
 
6.3.1 Aktenkundig ist, dass die medizinische Behandlung des vorliegenden Geburtsgebre-
chens in der Schweiz ohne weiteres möglich ist. Unbestrittenermassen sind hierzu sowohl Be-
handlungsstellen als auch Fachpersonen vorhanden. In diesem Sinne wurde sowohl von fach-
ärztlicher Seite als auch seitens des BSV bestätigt, dass die Fachkompetenzen für die Behand-
lung in der Schweiz nicht fehlen würden und namentlich die Dermatologie-Abteilung des Spitals 
H.____ ein spezialisiertes Zentrum darstelle (vgl. E. 5.8 und 5.9 hiervor). Ferner steht ausser 
Frage, dass eine entsprechende Behandlung in der Schweiz regelmässig stattfindet. Den Akten 
zufolge werden eine Entstauungstherapie sowie manuelle Lymphdrainagen seit April 2022 im 
Spital G.____ durchgeführt. Zudem bestätigte die "Leitung Therapien" des Spitals G.____ am 13. 
Juli 2023, dass die Schulung der Eltern im Rahmen der Physiotherapie ein dauernder Prozess 
sei und die Bandagierung dem Entwicklungsstand des Versicherten angepasst werde (vgl. E. 
5.13 hiervor). Es liegen auch keine Hinweise dafür vor, dass eine Behandlung in der Schweiz 
unmöglich oder nicht ausführbar gewesen wäre, was denn auch nicht geltend gemacht wird.  
 
6.3.2 In der Beschwerdeschrift wird vielmehr vorgebracht, dass darüber hinaus ein stationärer 
Aufenthalt in der Klinik C.____ und die dort angewandte Methode der KPE notwendig sei. Hierzu 
beruft sich der Beschwerdeführer unter anderem auf die Berichte von Dr. D.____ vom 1. Juni 
2023 und Dr. E.____ vom 5. Juni 2023.  

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Wie aus dem medizinischen Sachverhalt erhellt, wird die sog. KPE zweifellos ausschliesslich in 
der Klinik C.____ angeboten. Hierbei steht vorliegend die Bestandteil dieser Methode bildende 
stationäre Intensivbehandlung im Vordergrund, welche auch eine umfassende Instruktion zumin-
dest eines Elternteils umfasst. In seinem Bericht vom 5. Juni 2023 äusserte sich Dr. E.____ zwar 
sehr ausführlich zu den einzelnen Komponenten dieser Behandlungsmethode und wies darauf 
hin, dass dadurch eine optimale Ödemversorgung gewährleistet sei (vgl. E. 5.10 hiervor). Weder 
aus diesen sehr allgemein gehaltenen Ausführungen von Dr. E.____ noch aus weiteren Berichten 
lässt sich im vorliegenden Fall aber auf eine medizinische Notwendigkeit einer stationären Inten-
sivtherapie in der besagten Klinik schliessen. Hierbei fällt insbesondere ins Gewicht, dass Dr. 
D.____ im Bericht vom 2. November 2023 selbst darauf hinwies, dass eine stationäre lntensivbe-
handlung bei einem mässigen Ödem im Ermessen der behandelnden Ärztin liege. Gleiches muss 
demnach erst recht für den Fall gelten, wenn mit der IV-Stelle bzw. ihrem RAD von einem leichten 
Ödem auszugehen wäre. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ergibt sich diese Not-
wendigkeit im vorliegenden Fall auch nicht aus den von ihm in der Replik zitierten AMWF-
Leitlinien. In diesem Kontext macht er insbesondere geltend, dass bei einem Stadium II des 
Lymphödems eine Intensivtherapie zwingend vorgesehen sei. Zwar trifft es zu, dass die AMWF-
Leitlinien für das Stadium II des Lymphödems unter anderem eine intensivere Behandlung be-
schreiben. Eingangs wird zur Dosierung der KPE ausgeführt, dass die Frequenz und Intensität 
der Komponenten der KPE vom klinischen Befund und vom Stadium des Lymphödems bestimmt 
seien, wobei eine scharfe Trennung der Stadien der Lymphödeme schwierig sei (vgl. "S2K Leitli-
nie Diagnostik und Therapie der Lymphödeme AWMF Register Nr. 058-001, Mai 2017", S. 41 f.). 
Hierbei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass die RAD-Ärztin PD Dr. K.____ unter Zuhand-
nahme einschlägiger Literatur schlüssig darlegte, dass aufgrund des dokumentierten Befunds der 
Behandler die klinischen Kriterien eines Ödems Stadium II vorliegend gerade nicht erfüllt sind 
(vgl. E. 5.18 hiervor). Die Feststellungen der RAD-Ärztin stehen im Einklang mit der medizini-
schen Aktenlage. Ferner wies auch das BSV darauf hin, dass bei einem mässigen Lymphödem-
volumen eine alleinige Erhaltungstherapie möglich sei und hob gleichzeitig hervor, dass die the-
rapeutischen Ansätze in Ermangelung spezifischer Studien nicht einheitlich seien (vgl. E. 5.15 
hiervor). Massgebend bleiben jedoch stets die konkreten Umstände im Einzelfall. Ausschlagge-
bend ist hierbei, dass keine medizinische Indikation für eine stationäre Intensivbehandlung er-
kennbar ist. Vielmehr äussern sich die involvierten medizinischen Fachpersonen im Ergebnis je-
weils dahingehend, dass es sich bei der stationären Intensivtherapie um die bestmögliche Be-
handlungsform handelt. So spricht beispielsweise auch Dr. D.____ von einer "idealen Behand-
lung". Auch wenn nachvollziehbare Motive zum Entscheid der Eltern des Versicherten, die opti-
malste Behandlungsform im Ausland durchführen zu lassen, vorliegen mögen, ist in Erinnerung 
zu rufen, dass die Invalidenversicherung nicht für die bestmögliche Versorgung aufzukommen 
hat, sondern nur für das, was im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Sofern auch wie-
derholt die Bedeutung der Instruktion eines Elternteils im Rahmen eines stationären Aufenthalts 
hervorgehoben wird, ist darauf hinzuweisen, dass die Einführung in die Pflege- und Therapie-
massnahmen nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil der durchgeführten Behandlung in der 
Schweiz bildet (vgl. E. 5.13 und E. 6.3.1 hiervor). Hinweise darauf, dass die Massnahmen in der 
Schweiz erfolglos geblieben wären, finden sich ebenfalls nicht, zumal auch der Hausarzt des 
Versicherten keine klinischen Beschwerden und Bewegungseinschränkungen feststellen konnte.  

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7. Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen nach Art. 23bis Abs. 3 IVV nicht erfüllt, 
womit die Beschwerdegegnerin die Kosten für eine stationäre Intensivbehandlung in der Klinik 
C.____ in X.____ zu Recht abgelehnt hat. Die angefochtene Verfügung vom 23. Mai 2023 ist 
daher nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.  
 
8. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli-
gung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 
durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in 
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 
Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemesse-
nem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die 
Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- zu verrechnen sind.  
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 800.-- verrechnet.