# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fece5b4-55e2-5062-8b78-44ea3be30382
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 12.09.2023 100 2022 264
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2022-264_2023-09-12.pdf

## Full Text

100 22 264
200 22 207
Gemeinde: X.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 14.9.2023 RNA/NWE/aae

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 12. September 2023

Es wirken mit: die hauptamtliche Richterin Nanzer, die Fachrichter Antenen und Junod sowie 
Werren als Gerichtsschreiberin 

In der Rekurs- und Beschwerdesache 

Von 

A.________ (GR)

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend die kantonalen Steuern und die direkte Bundessteuer 2016

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:

A. In der Steuererklärung pro 2016 machte A.________ (Rekurrent) einen Verlust aus sei-
nem Anlagegeschäft von CHF 240'192.-- geltend. Mit Veranlagungsverfügungen vom 20. Mai 

2020 (Akten der Steuerverwaltung, pag. 135-128) wurde der Rekurrent von der Steuerverwal-

tung des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland (Steuerverwaltung), für das Steuerjahr 2016 auf 

ein steuerbares Einkommen bei den kantonalen Steuern von CHF 76'028.-- (pag. 131) und ein 

solches bei der direkten Bundessteuer von CHF 84'328.-- (pag. 129) veranlagt. Das steuerbare 

Vermögen wurde auf CHF 449'851.-- (pag. 130) festgesetzt. Dabei wich die Steuerverwaltung 

u.a. insofern von der Selbsteinschätzung des Rekurrenten ab, als sie die Verluste aus dem An-

lagegeschäft des Rekurrenten mangels selbstständiger Erwerbstätigkeit (gewerbsmässiger 

Wertschriftenhandel) nicht gewährte. Dagegen erhob der Rekurrent mit Eingabe vom 14. Juni 

2020 Einsprache (pag. 157-136). Die Steuerverwaltung begründete ihre beabsichtigten Abwei-

chungen im Schreiben vom 4. Mai 2022, welches sie dem Rekurrenten zusammen mit den Vor-

abdrucken der Steuerveranlagung (pag. 283-276) zugestellt hatte, mit der ausdrücklichen Mög-

lichkeit zur Stellungnahme. Der Rekurrent liess sich daraufhin nicht vernehmen, weshalb die 

Steuerverwaltung dessen Einsprachen mit Entscheiden vom 7. Juli 2022 grösstenteils abwies 

(pag. 291-286).

B. Gegen die Einspracheentscheide hat der Rekurrent mit Eingabe vom 2. August 2022 Re-
kurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskom-

mission) erhoben. Er beantragt darin die Aufhebung der Einspracheentscheide sowie der Ent-

scheidrechnungen unter Kostenfolge. Des Weiteren sei das steuerbare Einkommen bei den 

kantonalen Steuern und der direkten Bundessteuer auf CHF Null zu setzen und die bezahlten 

Steuern inkl. Verzugszinsen zurückzuerstatten. Zur Begründung bringt er zusammengefasst 

vor, dass er im Anlagegeschäft tätig sei, wobei er bis und mit 2015 eine strikte "buy and hold"-

Strategie verfolgt habe. Dieses Vorgehen habe er im Jahr 2016 geändert und einen Teil seines 

Vermögens in Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter B.________ (nachfolgend 

B.________; vgl. Vermögensverwaltungsvertrag vom 18.4.2016, Beilage der Eingabe vom 

15.4.2022) "extrem aggressiv" investiert (statt Aktien- nur noch Derivatekauf, täglicher Handel, 

hohes Transaktionsvolumen, kurzfristige Spekulation getrieben von Gewinnstrebigkeit). Dieses 

Prozedere habe verlässlich Gewinne generiert, bis zum weltweiten Absturz der Finanzmärkte 

nachdem Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt worden sei. In der Folge habe er 

einen grossen Teil des eingesetzten Vermögens (CHF 240'192.--) endgültig verloren. Aufgrund 

dessen sei er wieder zur "buy and hold"-Strategie zurückgekehrt, weshalb auch die Transaktio-

nen wieder abgenommen hätten. Nichtsdestotrotz erfülle er sämtliche Voraussetzungen 

gemäss Rechtsprechung für den gewerblichen Wertschriftenhandel, da die Indizien und Kriteri-

en einer über die private Vermögensverwaltung hinausgehenden Tätigkeit eindeutig vorhanden 

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und erfüllt gewesen seien. So habe die Zusammenarbeit mit B.________ ein planmässiges, 

gewinnorientiertes Agieren mit mehreren Transaktionen pro Tag ermöglicht. Indem seine Mittel 

aus Verkäufen umgehend in Derivate investiert worden seien, sei das Transaktionsvolumen in 

unglaubliche Höhen gestiegen. Seine Ausbildung und die berufliche Tätigkeit im Finanzbereich 

hätten für sein Anlagegeschäft eine ideale Grundlage geboten. Das Kriterium des Einsatzes 

fremder Mittel sei hingegen gemäss dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern nicht zwingend 

und würde durch das spezielle Fachwissen seinerseits sowie der B.________ kompensiert. Die 

Steuerverwaltung habe die von ihm zitierte Rechtsprechung missachtet und sich nicht mit all 

seinen Vorbringen in der Einsprache auseinandergesetzt. Dies stelle eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs dar.

C. Die Steuerverwaltung beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 26. September 2022 die 
kostenpflichtige Abweisung von Rekurs und Beschwerde. Sie verweist zur Begründung im We-

sentlichen auf ihre Ausführungen in den Einsprachebegründungen und -vorbescheiden vom 

4. bzw. 10. Mai 2022 (pag. 283-276) bzw. den Einspracheentscheiden vom 7. Juli 2022 

(pag. 291-286). Sie führt u.a. aus, dass die Gewinnerzielungsabsicht für sich allein nicht als 

Kriterium herangezogen werden könne. Wie vom Rekurrenten vorgebracht, sei es nachvollzieh-

bar, dass die Dauer einer Erwerbstätigkeit betriebswirtschaftlich Sinn machen müsse. Hingegen 

sei es aus betriebswirtschaftlicher Sicht ebenfalls logisch, einen Verlust aus dem Vorjahr mit 

einem (potentiellen) Gewinn im nächsten Jahr aufzuwiegen. Dies habe der Rekurrent zwar un-

terlassen. Er habe jedoch auch keine Buchhaltung geführt. Insbesondere habe er sein Anlage-

geschäft in den Vor- sowie den Folgejahren des in Frage stehenden Steuerjahres 2016 als pri-

vate Vermögensverwaltung deklariert. Es bestehe kein Wahlrecht des Steuerpflichtigen, bei 

einem einmaligen Verlust aus dem Wertschriftenhandel im fraglichen Steuerjahr von der priva-

ten Vermögensverwaltung in die selbstständige Erwerbstätigkeit zu wechseln, um den Verlust 

steuerlich geltend zu machen und im nächsten Jahr wieder in die private Vermögensverwaltung 

zu optieren. Ferner habe der Rekurrent sein Anlagegeschäft vollumfänglich aus Eigenkapital 

finanziert, womit ein wichtiges Indiz für die Annahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit 

nicht erfüllt sei. Das vorgebrachte vorhandene Fachwissen habe sich der Rekurrent des Weite-

ren nicht speziell für den Wertschriftenhandel angeeignet, sondern bereits durch sein Studium 

der Wirtschaftswissenschaften darüber verfügt. Schliesslich liege keine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs vor, da dem Rekurrenten die Möglichkeit zur Stellungnahme zum Vorabdruck ge-

währt worden sei, dieser sie aber nicht genutzt habe.

D. Der Rekurrent hat mit Eingabe vom 10. Oktober 2022 seine Stellungnahme zur Vernehm-
lassung der Steuerverwaltung eingereicht.

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E. Mit Schreiben vom 26. Oktober 2022 hat die Steuerverwaltung zur Replik des Rekurren-
ten Stellung genommen.

F. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat sich nicht vernehmen lassen.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermö-
gensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde an-

gefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 

Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; 

SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten 

Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und ört-

lich zuständig. Der Rekurrent ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durch-

gedrungen. Er ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und 

Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Eingabe ist deshalb einzutreten.

2. Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung 
beurteilt, da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Geset-

zes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 

[GSOG; BSG 161.1]).

3. Vorab ist festzuhalten, dass soweit das Vorgehen und Verhalten der Steuerverwaltung 
bzw. einzelner Mitarbeiter dieser beanstandet wird, die Steuerrekurskommission Rechtsmittel-

behörde und nicht Aufsichtsbehörde der Steuerverwaltung ist. Es steht ihr nicht zu, über das 

Vorgehen oder Verhalten der Steuerverwaltung bzw. von deren Mitarbeitenden zu urteilen. Für 

aufsichtsrechtliche Belange ist die Finanzdirektion des Kantons Bern zuständig und der Rekur-

rent hätte sich mit allfälligen aufsichtsrechtlichen Belangen an diese zu wenden. Auf diesbezüg-

liche Vorbringen kann somit nicht eingetreten werden.

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3.1 Verfahrensrechtlich macht der Rekurrent eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch 
die Steuerverwaltung geltend. Dies ist vor der Prüfung der materiellen Vorbringen des Rekur-

renten zu prüfen.

3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101), Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) sowie Art. 21 ff. 

VRPG garantiert namentlich das Recht, dass die Behörde auf die Vorbringen der vom Ent-

scheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung 

berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen 

(vgl. Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG), wobei nicht erforderlich ist, dass sich diese mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die 

Begründung muss zumindest so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung oder den 

Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten können (BGE 142 II 154 E. 4.2 [Pra 105/2016 

Nr. 98], BGE 140 II 262 E. 6.2; VGE 100 2016 104 vom 14.9.2017, E. 2.1 mit Hinweisen; Michel 

Daum in: Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., 2020, N. 6 ff. zu 

Art. 52 VRPG).

3.3 Nach Eingang der Einsprache forderte die Steuerverwaltung beim Rekurrenten mit 
Schreiben vom 26. Juni 2020 diverse Unterlagen ein (pag. 194), welche dieser zusammen mit 

einigen Ausführungen am 23. Juli 2020 nachgeliefert hat. Daraufhin erstellte die Steuerverwal-

tung einerseits einen Vorabdruck der Veranlagungsverfügungen (pag. 279-276) sowie eine aus-

führliche Einsprachebegründung (pag.283-280). Darin führte die Steuerverwaltung aus, der ge-

werbsmässige Wertschriftenhandel könne aufgrund der Vorprüfung gem. Kreisschreiben Nr. 36 

der ESTV vom 27. Juli 2012 (nachfolgend KS Nr. 36, einsehbar unter: <htt-

ps://www.estv.admin.ch>, Rubriken "Direkte Bundessteuer DBST > Fachinformationen > Kreis-

schreiben > Kreisschreiben Nr. 36: Gewerbsmässiger Wertschriftenhandel" [abgerufen am 

7.6.2023]) nicht ausgeschlossen werden, weshalb eine Einzelfallprüfung vorgenommen werden 

müsse. Bei dieser Beurteilung würden das Transaktionsvolumen, die Fremdfinanzierung sowie 

der Einsatz von Derivaten als Indizien in den Vordergrund treten. Der vom Rekurrenten vorge-

brachten Argumentation, wonach die Fremdfinanzierung durch spezielles Fachwissen kompen-

siert werde, könne nicht gefolgt werden. Darüber hinaus sei den Unterlagen keine Fremdfinan-

zierung zu entnehmen, womit ein wichtiges Indiz für die selbstständige Erwerbstätigkeit nicht 

erfüllt sei. Ferner habe der Rekurrent die Tätigkeit als Wertschriftenhändler nicht ausgeführt, um 

seinen Lebensunterhalt zu verdienen, da er zusätzlich mehrere unselbstständige Erwerbstätig-

keiten ausgeführt habe. Sie komme somit aufgrund der Gesamtwürdigung zum Schluss, dass 

die Tätigkeit des Rekurrenten als private Vermögensverwaltung zu qualifizieren sei. 

https://www.estv.admin.ch
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Abschliessend gab sie dem Rekurrenten die Möglichkeit eine Stellungnahme einzureichen, so-

fern er mit den Ausführungen nicht einverstanden sei (pag. 280). Von dieser Möglichkeit hat der 

Rekurrent keinen Gebrauch gemacht. Entsprechend hat die Steuerverwaltung im Anschluss die 

Einspracheentscheide gemäss den Vorentscheiden und deren Begründung dem Rekurrenten 

eröffnet.

3.4 Die Steuerverwaltung hat dem Rekurrenten ihre Überlegungen einerseits mit den Vorab-
drucken der Steuerveranlagung und andererseits mit den Einsprachebegründungen in ihrem 

Schreiben vom 4. Mai 2020 ausführlich dargelegt. Darüber hinaus hat sie dem Rekurrenten die 

Möglichkeit zur Stellungnahme vor der Eröffnung der Einspracheentscheide eingeräumt, welche 

dieser nicht genutzt hat. Ferner war der Rekurrent in der Lage begründet Rekurs und Be-

schwerde einzureichen. Es kann somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs festgestellt 

werden.

4. Materiell ist strittig, ob der Rekurrent seinen beim Wertschriftenhandel erlittenen Verlust in 
der Höhe von CHF 240'192.-- vom steuerbaren Einkommen abziehen kann.

4.1 Die Abzugsfähigkeit des vom Rekurrenten erlittenen Verlusts hängt davon ab, ob der von 
ihm ausgeübte Wertschriftenhandel als selbstständige Erwerbstätigkeit (gewerbsmässiger 

Wertschriftenhandel) oder als blosse private Vermögensverwaltung zu qualifizieren ist: Nur im 

ersten Fall unterliegen allfällige Erträge der Einkommenssteuer (Art. 21 Abs. 1 und 2 StG; 

Art. 18 Abs. 1 und 2 DBG), womit die eingetretenen und verbuchten Verluste auf Geschäfts-

vermögen von den gesamten steuerbaren Einkünften abgezogen werden können (Art. 32 

Abs. 2 Bst. b StG; Art. 27 Abs. 2 Bst. b DBG; vgl. BGer 2C_375/2015 vom 1.12.2015, E. 2.1). 

Unter der selbstständigen Erwerbstätigkeit wird eine Tätigkeit verstanden, bei der die natürliche 

Person auf eigenes Risiko, unter Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und gegebe-

nenfalls Boden, in einer von ihr frei gewählten Arbeitsorganisation, dauernd oder vorüberge-

hend, haupt- oder nebenberuflich, in jedem Fall aber gewinnstrebig am Wirtschaftsverkehr teil-

nimmt (BGer 2C_864/2021 vom 7.7.2022, E. 4.1.).

4.2 Im Zusammenhang mit dem Wertschriftenhandel gelten als Indizien für die selbstständige 
Erwerbstätigkeit die systematische oder planmässige Art und Weise des Vorgehens, die Häu-

figkeit der Transaktionen, die kurze Besitzesdauer, der enge Zusammenhang mit der berufli-

chen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person, der Einsatz spezieller Fachkenntnisse oder erhebli-

cher fremder Mittel zur Finanzierung der Geschäfte sowie die Verwendung der erzielten Gewin-

ne bzw. deren Wiederanlage in gleichartige Vermögensgegenstände. Jedes dieser Indizien 

kann zusammen mit anderen, unter Umständen jedoch auch für sich alleine zur Annahme einer 

selbstständigen Erwerbstätigkeit ausreichen. Dass einzelne typische Elemente einer 

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selbstständigen Erwerbstätigkeit im Einzelfall nicht erfüllt sind, kann auch durch andere Elemen-

te kompensiert werden, die besonders ausgeprägt vorliegen. Entscheidend ist, dass die Tätig-

keit in ihrem gesamten Erscheinungsbild auf Erwerb ausgerichtet ist (BGE 125 II 113 E. 5e, 

VGE 100 2016 120/121 vom 31.8.2017, E. 2.2). Im Hinblick auf diese Indizien erwog das Bun-

desgericht im Urteil 2C_868/2008 vom 23. Oktober 2009 E. 2.7 für die Frage, ob gewerbsmäs-

siger Wertschriftenhandel vorliege, seien insbesondere die Höhe des Transaktionsvolumens 

(d.h. der Summe aller Kaufpreise und Verkaufserlöse) sowie der Einsatz erheblicher fremder 

Mittel zur Finanzierung der Geschäfte als massgebliche Kriterien zu berücksichtigen. Demge-

genüber hätten die Indizien des systematischen und planmässigen Vorgehens sowie des Ein-

satzes spezieller Fachkenntnisse nur noch untergeordnete Bedeutung, etwa im Sinn von "Aus-

schlusskriterien" (BGer 2C_375 vom 1.12.2015, E. 2.2 mit Hinweisen).

4.3 Gemäss Praxisfestlegung der Steuerverwaltung kann gewerbsmässiger Wertschriften-
handel grundsätzlich ausgeschlossen werden, wenn: 

- der durchschnittliche Wertschriftenbestand gemäss Wertschriftenverzeichnis weniger als 

CHF 200'000.-- beträgt,

ODER

- jährlich weniger als 100 Transaktionen (Käufe oder Verkäufe) stattfinden (wenn kein 

Fremdkapital eingesetzt wird und keine Optionen gekauft werden, sind bis zu 200 

Transaktionen zulässig)

(vgl. TaxInfo, Praxis der Steuerverwaltung des Kantons Bern zum gewerbsmässigen Wertschrif-

tenhandel, einsehbar unter: <https://www.taxinfo.fin.be.ch>, Rubriken "Themen > Einkommens- 

und Vermögenssteuern > Artikel 21 StG > Gewerbsmässiger Wertschriftenhandel" [abgerufen 

am 7.6.2023]).

Ferner ist gemäss Ziff. 3 des KS Nr. 36 gewerbsmässiger Wertschriftenhandel immer ausge-

schlossen, wenn die folgenden Kriterien kumulativ erfüllt sind:

1. Die Haltedauer der veräusserten Wertschriften beträgt mindestens 6 Monate.

2. Das Transaktionsvolumen (entspricht der Summe aller Kaufpreise und Verkaufserlöse) 

pro Kalenderjahr beträgt gesamthaft nicht mehr als das Fünffache des Wertschriften- 

und Guthabenbestands zu Beginn der Steuerperiode.

https://www.taxinfo.fin.be.ch

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3. Das Erzielen von Kapitalgewinnen aus Wertschriftengeschäften bildet keine Notwendig-

keit, um fehlende oder wegfallende Einkünfte zur Lebenshaltung zu ersetzen. Das ist re-

gelmässig dann der Fall, wenn die realisierten Kapitalgewinne weniger als 50 % des 

Reineinkommens in der Steuerperiode betragen.

4. Die Anlagen sind nicht fremdfinanziert oder die steuerbaren Vermögenserträge aus den 

Wertschriften (wie z.B. Zinsen, Dividenden, usw.) sind grösser als die anteiligen Schuld-

zinsen.

5. Der Kauf und Verkauf von Derivaten (insbesondere Optionen) beschränkt sich auf die 

Absicherung von eigenen Wertschriftenpositionen.

Sind diese Kriterien nicht kumulativ erfüllt, kann gewerbsmässiger Wertschriftenhandel nicht 

ausgeschlossen werden. Die entsprechende Beurteilung erfolgt dann aufgrund sämtlicher Um-

stände des konkreten Einzelfalls. Bei der vertieften Beurteilung treten die Höhe des Transakti-

onsvolumens (Häufigkeit der Geschäfte und kurze Besitzdauer), der Einsatz erheblicher frem-

der Mittel zur Finanzierung der Geschäfte und der Einsatz von Derivaten als Indiz zur Annahme 

der selbstständigen Erwerbstätigkeit in den Vordergrund (vgl. Ziff. 4.3.2 des KS Nr. 36).

4.4 Beim Kreisschreiben der ESTV handelt es sich um eine generell-abstrakte Dienstanwei-
sung und mithin um eine Verwaltungsverordnung. Solche richten sich formell nur an die Verwal-

tungsbehörden. Behörden und ihr Personal sind insoweit durch die Verwaltungsverordnungen 

gebunden, als die verwaltungsinternen Vorschriften keinen offensichtlich verfassungs- oder ge-

setzeswidrigen Inhalt aufweisen. Aufgrund der blossen Behördenverbindlichkeit stehen Rechts-

unterworfene und Gerichte – wie die Steuerrekurskommission – regelmässig ausserhalb des 

Adressatenkreises. Ihnen gegenüber stellen sich Verwaltungsverordnungen als zwar standardi-

sierte (generell-abstrakte), jedoch rechtsunverbindliche Ansichtsäusserungen der Verwaltungs-

behörde über die Auslegung und Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen 

dar. Dennoch weichen die Gerichte von einer rechtmässigen Verwaltungsverordnung nicht oh-

ne triftigen Grund ab, sofern die generell-abstrakte Ansichtsäusserung eine dem individuell-

konkreten Fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen 

zulässt und überdies eine überzeugende Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben enthält 

(vgl. statt vieler BGer 2C_758/2020 vom 29.7.2021, E. 6.2).

4.5 Aufgrund der vorangehend aufgeführten Kriterien der Berner Steuerrechtspraxis sowie 
derjenigen im KS Nr. 36 hat eine entsprechende Einzelfallbeurteilung aufgrund der gesamten 

Umstände zu erfolgen, ob gewerbsmässiger Wertschriftenhandel gegeben ist, oder nicht. Dies 

wird nachfolgend geprüft und es werden dabei insbesondere auch die Höhe des 

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Transaktionsvolumens, die Fremdfinanzierung und der Einsatz von Derivaten zu berücksichti-

gen sein (vgl. Ziff. 4.3.2 des KS Nr. 36).

4.5.1 Betreffend die Höhe des Transaktionsvolumens sind die Häufigkeit der Geschäfte und 
die (kurze) Besitzdauer massgebend. Eine kurze Besitzdauer deutet darauf hin, dass die steu-

erpflichtige Person nicht vorwiegend Anlagezwecke verfolgt, sondern vielmehr an einer raschen 

Erzielung eines Gewinns interessiert ist. Unter Umständen kann schon eine einzige Transaktion 

dazu führen, dass eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt. Die Häufigkeit der Geschäfte 

und die Kürze der Besitzdauer der Wertschriften sind Indizien dafür, dass die steuerpflichtige 

Person zumindest keine mittelfristige Kapitalanlage anstrebt, sondern auf eine rasche Erzielung 

eines Kapitalgewinns angewiesen ist und auch in Kauf nimmt, dass bedeutende Verluste ent-

stehen können. Den Kriterien der systematischen oder planmässigen Art und Weise des Vor-

gehens, des engen Zusammenhangs der Geschäfte mit der beruflichen Tätigkeit der steuer-

pflichtigen Person sowie dem Einsatz spezieller Fachkenntnisse ist gemäss dem Bundesgericht 

(BGer 2C.868/2008 vom 23.10.2009, E. 2.7) eine untergeordnete Bedeutung beizumessen (vgl. 

Ziff. 4.3.2 des KS Nr. 36).

4.5.2 Das Kriterium des hohen Transaktionsvolumens sei bei ihm augenscheinlich gegeben, 
bringt der Rekurrent vor. So habe es Dutzende Transaktionen pro Tag gegeben (vgl. Rekurs 

und Beschwerde vom 2.8.2022, S. 5). Die Steuerverwaltung bestreitet nicht, dass ein hohes 

Transaktionsvolumen vorgelegen habe (vgl. Vernehmlassung vom 26.9.2022, S. 3).

Aufgrund der Angaben in der Steuererklärung betreffend das Steuerjahr 2015 und 2016 war 

das Transaktionsvolumen jedoch eher tief. So wurde das Kapital in der Höhe von 

CHF 541'081.-- (Wertschriftenbestand am 31.12.2015 gem. Steuererklärung 2015, pag. 10) 

gemessen am Umsatz im Jahr 2016 von CHF 922'971.-- (pag. 51) knapp zwei Mal (genau 

1.7 Mal) umgesetzt. Ferner sind den Akten lediglich teilweise Aufstellungen zu entnehmen, aus 

welchen hervorgeht, welche Wertschriften wann zu welchem Preis gekauft und wiederverkauft 

worden sind. Folglich ist die genaue Haltedauer der jeweiligen Titel nicht nachvollziehbar. Es ist 

jedoch ersichtlich, dass zumindest zeitweise sehr viele Transaktionen stattgefunden haben 

(vgl. pag. 112-75). Über das ganze Jahr hinweg betrachtet, erscheint das Transaktionsvolumen 

mit einem Gesamtumsatz von knapp zwei Mal des Wertschriftenbestands hingegen eher klein, 

zumal weit unter dem Fünffachen des Wertschriften- und Guthabenbestands zu Beginn der 

Steuerperiode (vgl. Ziff. 2 des KS Nr. 36). Darüber hinaus wurde auch nicht eine einzige bedeu-

tende Transaktion getätigt, welche auf eine selbstständige Erwerbstätigkeit hindeuten würde. 

Folglich kann aus diesem Kriterium objektiv noch kein Hinweis auf gewerbsmässigen Wert-

schriftenhandel abgeleitet werden.

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4.5.3 In der privaten Vermögensverwaltung ist der Einsatz von erheblichen Fremdmitteln eher 
atypisch. Normalerweise wird bei der gewöhnlichen Anlage von privaten Vermögen darauf ge-

achtet, dass die Erträge den Aufwand übersteigen. Ist aber eine Fremdfinanzierung vorhanden, 

trägt die steuerpflichtige Person ein erhöhtes Risiko, welches ein Indiz für eine selbstständige 

Erwerbstätigkeit darstellt. Sofern die Schuldzinsen und Spesen nicht durch periodische Einkünf-

te gedeckt werden können, sondern mittels Veräusserungsgewinn beglichen werden müssen, 

kann von einer privaten Vermögensverwaltung nicht mehr die Rede sein. Der Umstand, dass 

die steuerpflichtige Person auf die Geltendmachung des Schuldzinsen- und Schuldenabzugs 

verzichtet, hat nicht automatisch zur Folge, dass die durch fremde Mittel finanzierten Wertschrif-

ten als Privatvermögen qualifiziert werden. Vielmehr ist im Einklang mit der einschlägigen 

Rechtsprechung aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen, ob die 

Wertschriften dem Privat- oder Geschäftsvermögen zuzuordnen sind (vgl. Ziff. 4.3.2 des 

KS Nr. 36).

Hierzu führt die Steuerverwaltung aus, aus den Unterlagen sei kein Einsatz von Fremdkapital 

für den Wertschriftenhandel ersichtlich. Damit sei ein wichtiges Indiz für die Annahme der 

selbstständigen Erwerbstätigkeit nicht erfüllt (vgl. Vernehmlassung vom 26.9.2022, S. 3). Der 

Rekurrent bringt hingegen – mit Verweis auf VGE 100 2016 120/121 – vor, dass gemäss den 

Verwaltungsrichtern der Einsatz von erheblichen fremden Mitteln nicht zwingend sei (vgl. Re-

kurs und Beschwerde vom 2.8.2022, S. 7). Die Bilanz in der Steuererklärung sei eine Stich-

tagsbetrachtung und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass vorangehend kein Fremd-

kapital eingesetzt worden sei (vgl. Rekurs und Beschwerde vom 2.8.2022, S. 9). Ferner habe er 

nur im Jahr 2016 Fremdkapital für den Wertschriftenhandel eingesetzt (vgl. Schreiben vom 

15.8.2022, S.4).

Der Rekurrent führt zwar korrekt aus bzw. zitiert das Verwaltungsgericht richtig, wenn er 

schreibt, dass der Einsatz von erheblichen fremden Mitteln nicht zwingend ist. Dabei verkennt 

er, dass die Fremdfinanzierung bei der Gesamtbetrachtung des Einzelfalls ein gewichtiges Indiz 

darstellt, wenn der gewerbsmässige Wertschriftenhandel aufgrund der Vorprüfung nicht ausge-

schlossen werden kann. Dies ist vorliegend der Fall. Den Akten ist keine Fremdfinanzierung in 

Bezug auf den Wertschriftenhandel zu entnehmen. Der Rekurrent macht hierzu bis auf die vor-

erwähnten Äusserungen auch auf ausdrückliche Nachfrage der Steuerrekurskommission im 

Schreiben vom 3. August 2022 keine weiteren Angaben. Entsprechend ist das Kriterium des 

Einsatzes von Fremdkapital zur Untermauerung des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels 

nicht erstellt.

4.5.4 Ein Handel mit Derivaten kann der Absicherung namentlich des Aktienvermögens die-
nen. Übersteigt der Einsatz von Derivaten aber die Absicherung von Risiken und wird im 

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Verhältnis zum Gesamtvermögen ein grosses Volumen umgesetzt, so ist der Handel mit Deriva-

ten als spekulativ zu qualifizieren, was auf gewerbsmässiges Vorgehen hindeutet (vgl. 

Ziff. 4.3.2 des KS Nr. 36).

Hierzu bringt der Rekurrent vor, er habe sein Anlageverhalten 2016 von "buy and hold" in ein 

"extrem aggressives" geändert. Dies, indem er einen Teil seines Vermögens zu vier ausländi-

schen Brokern transferiert und in Zusammenarbeit mit B.________ bewirtschaftet habe. Dabei 

habe er statt mit Aktien nur noch mit Derivaten gehandelt. Diese Strategie habe er bis zur Prä-

sidentschaftswahl in den USA und den damit zusammenhängenden negativen Auswirkungen 

auf den Devisenhandel verfolgt. Nach dem schockierenden Vorfall habe er eine "unfreiwillige 

Pause" vom aktiven Handel eingelegt und sei zum "buy and hold" Konzept zurückgekehrt (vgl. 

Rekurs und Beschwerde vom 2.8.2022, S. 3 f.). Hierzu hat sich die Steuerverwaltung nicht ver-

nehmen lassen.

Wie bereits ausgeführt, kann den Akten nicht genau entnommen werden, welche Wertschriften 

wann zu welchem Preis gekauft bzw. wiederverkauft worden sind. Es kann somit weder 

bestätigt noch verneint werden, dass der Rekurrent mit Derivaten gehandelt hat. Jedoch ist den 

Akten zu entnehmen, dass entgegen dem Vorbringen des Rekurrenten, er nicht nur noch mit 

Derivaten gehandelt hat. Gemäss der eingereichten Steuererklärung pro 2016 hatte der Rekur-

rent einen Wertschriftenbestand in der Höhe von insgesamt CHF 475'051.--, wovon er 

CHF 355'146.-- als Privatvermögen und CHF 119'905.-- als Geschäftsvermögen deklariert hat. 

Bei den Wertschriften im Privatvermögen – und damit rund 75 % des gesamten Wertschriften-

bestands – handelt es sich um Aktien. Ob die vom Rekurrenten im Geschäftsvermögen dekla-

rierten Wertschriften – rund 25 % des gesamten Wertschriftenbestands ausmachend – aussch-

liesslich zum Derivatehandel eingesetzt wurden, kann den Akten nicht entnommen werden. 

Ebenfalls nicht ersichtlich ist, dass der Rekurrent die Derivate zur Sicherung seines Aktienver-

mögens verwendet hat. Bezüglich des Verhältnisses des Umsatzvolumens der Derivate zum 

Gesamtvermögen ist den Akten zu entnehmen, dass das Gesamtvermögen dem Total der 

Wertschriften entspricht, ausmachend CHF 475'051.--. Es wird angemerkt, dass beim Gesamt-

vermögen die vom Rekurrenten in der Steuererklärung pro 2016 vorgenommene Aufteilung der 

Wertschriften in Privat- und Geschäftsvermögen nicht zu beachten ist, da es vorliegend um die 

Beurteilung, ob gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt und die entsprechende Auftei-

lung rechtmässig ist, geht. Somit ist eine Unterteilung zu diesem Zeitpunkt unbeachtlich. Der 

Umsatz der vom Rekurrenten als Geschäftsvermögen deklarierten Wertschriften/Derivate be-

trug gemäss Steuererklärung pro 2016 CHF 922'971.--. Demzufolge entspricht das umgesetzte 

Volumen im Verhältnis zum Gesamtvermögen im Jahr 2016 knapp dem Doppelten (genau 1.7 

- 12 -

Mal). Dies kann nicht als grosses Volumen bezeichnet werden und entsprechend gelingt auch 

bezüglich dieses Kriteriums der Nachweis des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels nicht.

4.6 Aufgrund der vorangehenden Gesamtbetrachtung des Einzelfalls qualifiziert die Steuerre-
kurskommission das Anlagegeschäft des Rekurrenten als private Vermögensverwaltung. Zwar 

konnte aufgrund der von der Steuerverwaltung vorgenommenen Vorprüfung geschäftsmässiger 

Wertschriftenhandel nicht ausgeschlossen werden, jedoch kann den Akten nicht entnommen 

werden bzw. gelingt es dem Rekurrenten nicht, die vom Bundesgericht als in den Vordergrund 

zu rückendenden Kriterien (Höhe des Transaktionsvolumens, Einsatz von Fremdkapital und 

Handel mit Derivaten, vgl. E. 4.5.1) nachzuweisen. Auch ist darauf zu verweisen, dass der Re-

kurrent sein Anlagegeschäft in den Vor- sowie den Folgejahren des in Frage stehenden Steuer-

jahres 2016 als private Vermögensverwaltung deklariert hat. Die Steuerverwaltung führt diesbe-

züglich korrekt aus, dass kein Wahlrecht des Steuerpflichtigen besteht, bei einem einmaligen 

Verlust aus dem Wertschriftenhandel im fraglichen Steuerjahr von der privaten Vermögensver-

waltung in die selbstständige Erwerbstätigkeit zu wechseln, um den Verlust steuerlich geltend 

zu machen und im nächsten Jahr wieder in die private Vermögensverwaltung zu optieren. Der 

Rekurs und die Beschwerde sind dementsprechend abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Rekurrent kostenpflichtig. Er hat die gesam-
ten Verfahrenskosten zu tragen, einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten oder andere 

externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 

und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungs-

gebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; 

BSG 161.12]). Die Kosten des Verfahrens vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von CHF 1'200.--, werden dem Rekurrenten zur Zahlung auferlegt und mit dem 

geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

Ist der Rekurrent vertreten, so kann bei ganz- oder teilweisem Obsiegen eine Parteikostenent-

schädigung gesprochen werden. Da der Rekurrent im vorliegenden Fall unterliegt, werden kei-

ne Parteikosten gesprochen (Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwal-

tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]).

- 13 -

Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs betreffend die kantonalen Steuern pro 2016 wird abgewiesen, soweit darauf 

eingetreten wird.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer pro 2016 wird abgewiesen, soweit 

darauf eingetreten wird.

3. Die Kosten des Verfahrens vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine Pau-

schalgebühr von CHF 1'200.--, werden dem Rekurrenten zur Bezahlung auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Gegen den Entscheid betreffend die kantonalen Steuern kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechts-
schrift am letzten Tag der Frist einer schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Be-

schwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung einzureichen. Sie muss von der beschwer-
deführenden Person selbst oder von einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten 

ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechts-

schrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und die Begründung zu enthalten. Der 
angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Gegen den Entscheid betreffend die direkte Bundessteuer kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden (Art. 145 DBG i.V.m. Art. 9 Abs. 3 BStV). 
Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer schweizeri-

schen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung 
einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von einem zur 

Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet 

sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und 
die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Wird beim Verwaltungsgericht für die kantonalen Steuern und die direkte Bundes-
steuer Beschwerde erhoben, können diese, soweit den gleichen Gegenstand betref-
fend, in einer gemeinsamen Rechtsschrift eingereicht werden. Sie hat insbesondere 
die jeweiligen Rechtsbegehren sowie die Begründungen zu enthalten.

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6. Zu eröffnen an:

▪ A.________

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern 

▪ Eidgenössische Steuerverwaltung

▪ X.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Richterin Die Gerichtsschreiberin

Nanzer Werren