# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f36d7ca4-5f9a-5b06-840f-595679fbddf1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2020 D-6811/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6811-2019_2020-06-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6811/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Christa Luterbacher, 

Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 

substituiert durch MLaw Laura Kunz, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 20. November 2019 / N (…). 

 

 

 

D-6811/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge 

als Kind illegal in Richtung Sudan. Von dort aus reiste er anfangs 2016 

weiter nach Libyen und anschliessend über das Mittelmeer nach Italien, wo 

er Mitte Juni 2016 ankam. Am 30. Juni 2016 gelangte er schliesslich mit 

dem Zug in die Schweiz, wo er am 2. Juli 2016 um Asyl nachsuchte. 

B.  

B.a Am 14. Juli 2016 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszent-

rum (EVZ) B._______ summarisch zu seiner Person, zum Reiseweg sowie 

zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). 

B.b Aufgrund erheblicher Zweifel an der geltend gemachten Minderjährig-

keit wurde am 18. Juli 2016 vom (…) beim Beschwerdeführer eine Hand-

knochenanalyse durchgeführt. Die Untersuchung ergab dabei ein Kno-

chenalter von 19 Jahren. 

B.c Am 20. Juli 2016 erfolgte eine zusätzliche Befragung zur Anamnese. 

Ausserdem gewährte ihm die Vorinstanz gleichentags im Rahmen einer 

Nachbefragung das rechtliche Gehör zum Ergebnis der Knochenaltersana-

lyse und zum Umstand, dass für das weitere Verfahren von dessen Voll-

jährigkeit ausgegangen werde. 

B.d Am 24. April 2019 hörte ihn das SEM eingehend zu seinen Asylgrün-

den an. 

B.e Anlässlich der Befragungen machte der Beschwerdeführer zu seiner 

Person und Herkunft geltend, er sei ein eritreischer Staatsangehöriger, ge-

höre der Ethnie der (…) an und stamme aus C._______ (Zoba D._______), 

wo er bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Er habe drei oder fünf Jahre lang 

eine Koranschule (Khalwa) besucht, wo er Lesen und Schreiben gelernt 

habe. 

Hinsichtlich seiner Asylgründe führte er im Wesentlichen aus, seine Mutter 

habe ihn im Alter zwischen zehn und elf Jahren ins Ausland geschickt, da-

mit er nicht wie seine Geschwister in den Militärdienst eingezogen werden 

konnte. Er habe in der Folge die nächsten Jahre bei E._______, einer Cou-

sine seiner Mutter, in F._______ gelebt. Aufgrund der schwierigen Lebens-

umstände im Sudan und der Unmöglichkeit nach Eritrea zurückzugehen, 

sei er 2016 via Libyen nach Europa geflüchtet. 

D-6811/2019 

Seite 3 

B.f Im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerdefüh-

rer Kopien der Identitätskarten seiner Eltern zu den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 20. November 2019 – eröffnet am 23. Novem-

ber 2019 – änderte das SEM das Geburtsdatum des Beschwerdeführers 

auf den (…) (Dispositivziffer 1). Weiter stellte es fest, dass er die Flücht-

lingseigenschaft nicht erfülle (Dispositivziffer 2), lehnte sein Asylgesuch ab 

(Dispositivziffer 3), verfügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositiv-

ziffer 4) und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Weg-

weisung (Dispositivziffern 5 und 6). 

D.  

D.a Mit Eingabe vom 20. Dezember 2019 erhob der Beschwerdeführer 

– handelnd durch seinen mandatierten Rechtsvertreter – gegen diese Ver-

fügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, die 

vorinstanzliche Verfügung sei in den Dispositivziffern 2 bis 6 aufzuheben, 

seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen, ihm sei Asyl zu gewähren 

und eventualiter sei eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

samt Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung 

seines Rechtsvertreters lic. iur. LL.M. Tarig Hassan als amtlicher Rechts-

beistand. 

D.b Der Beschwerde lagen eine Vollmacht vom 27. November 2019, eine 

Substitutionsvollmacht vom 27. November 2019, eine Kopie des Asylent-

scheids vom 20. November 2019, ein Schreiben betreffend die Geltendma-

chung von Übersetzungsschwierigkeiten vom 15. April 2017 (welches be-

reits zu den vorinstanzlichen Akten gereicht wurde; vgl. hierzu auch SEM-

Akte A/29), eine Kopie eines handschriftlich verfassten Schreibens von 

E._______ (ohne Übersetzung), eine Kopie der Mitgliedskarte der Eritrean 

National Salvation Front (ENSF) von E._______ (ebenfalls ohne Überset-

zung), ein Gutachten von Dr. Nicole Hirt vom German Institute of Global 

and Area Studies (GIGA) vom 15. April 2018, ein Bestätigungsschreiben 

von G._______, Inhaber der (…) vom 11. Dezember 2019, eine Unterstüt-

zungsbestätigung der (…) vom 18. Dezember 2019 sowie eine provisori-

sche Honorarnote vom 20. Dezember 2019 bei. 

E.  

Mit Schreiben vom 30. Dezember 2019 bestätigte das Bundesverwal-

tungsgericht den Eingang der Beschwerde. 

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Seite 4 

F.  

Mit Eingabe vom 30. Dezember 2019 reichte der Beschwerdeführer das 

mit Beschwerde vorgelegte Bestätigungsschreiben von E._______ vom 

7. Dezember 2019 im Original mitsamt deutscher Übersetzung sowie eine 

undatierte Übersetzung der ebenfalls bereits eingebrachten Mitgliedskarte 

der ENSF von E._______ als weitere Beweismittel zu den Akten. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Januar 2020 stellte der Instruktionsrichter 

fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Beschwerdeverfahrens 

in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess er die Gesuche um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Rechtsverbeiständung gut, 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, ordnete dem Be-

schwerdeführer in der Person von lic. iur. LL.M. Tarig Hassan einen amtli-

chen Rechtsbeistand bei und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Ver-

nehmlassung ein. 

H.  

In seiner Vernehmlassung vom 13. Januar 2020 hielt das SEM vollumfäng-

lich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

I.  

Der Beschwerdeführer replizierte am 23. Januar 2020 unter Beilage eines 

Röntgenbilds und eines nicht übersetzten ärztlichen Berichts (beide im Ori-

ginal) sowie einer aktualisierten Kostennote seines Rechtsbeistands vom 

23. Januar 2020. 

J.  

Mit Eingabe vom 11. Februar 2020 reichte der Beschwerdeführer einen 

Lehrvertrag vom 4. Februar 2020 sowie die undatierte Genehmigung der 

(…) zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

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Seite 5 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist dem-

nach zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines 

Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdefüh-

rende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes [AsylG, SR 142.31]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht 

endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes 

in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Der (vertretene) Beschwerdeführer beantragte unter anderem die Aufhe-

bung der Dispositivziffern 2 bis 6 (Flüchtlingseigenschaft, Asyl, Wegwei-

sung und Wegweisungsvollzug) der vorinstanzlichen Verfügung. Die Ände-

rung seines Geburtsdatums im ZEMIS hat er demgegenüber nicht ange-

fochten, weshalb die entsprechende Dispositivziffer 1 in Rechtskraft er-

wachsen ist und damit nicht mehr Prozessgegenstand des vorliegenden 

Verfahrens bildet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder 

Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 und 2012/5 E. 2.2). 

4.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen 

des Landes – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht 

subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nach-

fluchtgründe können zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von 

Art. 3 AsylG begründen, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss 

des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht miss-

bräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjek-

tive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als 

Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.1).

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Seite 7 

5.  

5.1 Zur Begründung ihres ablehnenden Asylentscheids qualifizierte die 

Vorinstanz die Asylvorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die 

Flüchtlingseigenschaft gestützt auf Art. 3 AsylG entsprechend. 

5.1.1 Unter dem Aspekt der Glaubhafthaftigkeit erwog sie, dass er im Ver-

laufe des vorinstanzlichen Verfahrens zu wesentlichen Punkten wider-

sprüchliche Angaben gemacht habe. So seien insbesondere seine Vorbrin-

gen zum Verschwinden seines Vaters, zu den politischen Aktivitäten seiner 

Familie, zur Inhaftierung seiner Mutter sowie zu seiner Ausreise aus Eritrea 

widersprüchlich und damit unglaubhaft. Des Weiteren würden seine Schil-

derungen zu zentralen Vorbringen der Substantiierung entbehren. So sei 

nicht nachvollziehbar, dass er in den Sudan gebracht worden sei, um 

dadurch seine Einziehung in den Militärdienst zu verhindern. In der Regel 

würden Personen mit Erreichen der Volljährigkeit dienstpflichtig, wobei in 

gewissen Fällen auch ein früherer Einzug denkbar sei. Die behauptete 

Rekrutierung seiner Schwester als Minderjährige erscheine wenig plausi-

bel, weshalb es auch keinen Sinn mache, dass man ihn bereits als 10- oder 

11-Jährigen ins Ausland geschickt habe, da nicht damit gerechnet werden 

müsse, bereits in diesem Alter eingezogen zu werden. Folglich könne nicht 

geglaubt werden, dass er als Minderjähriger mehrere Jahre ohne seine 

Kernfamilie im Sudan verbracht habe. Ausserdem habe er vieles nur vom 

blossen Hörensagen kennen beziehungsweise wissen wollen. 

5.1.2 Im Hinblick auf die geltend gemachte begründete Furcht vor künftiger 

Verfolgung hielt das SEM mit Verweis auf die bundesverwaltungsgerichtli-

che Rechtsprechung fest, die blosse Möglichkeit, in den Nationaldienst ein-

gezogen zu werden, begründe keine Asylrelevanz. Zudem sei eine zukünf-

tige asylrelevante Verfolgungssituation des Beschwerdeführers auch nicht 

aufgrund seiner geltend gemachten illegalen Ausreise anzunehmen, zumal 

keine weiteren Gründe ersichtlich seien, welche ihn in den Augen des erit-

reischen Regimes als missliebige Person erscheinen liessen. Soweit er 

ausführe, dass sowohl die Lebensbedingungen als auch die politische Si-

tuation in Eritrea schlecht seien, mache er Gründe geltend, welche sich auf 

die allgemeine Lage in Eritrea beziehen würden und somit nicht asylrele-

vant seien. Auch die geltend gemachten Benachteiligungen und Übergriffe, 

welche sich im Sudan und in Libyen zugetragen haben sollen, seien asyl-

rechtlich nicht relevant, da sich diese nicht in seinem Heimatstaat, sondern 

in Drittstaaten ereignet hätten. 

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5.2 In Bezug auf allfällige Wegweisungsvollzugshindernisse führte die 

Vorinstanz aus, es würden sich aus den Akten keine konkreten Hinweise 

dafür ergeben, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Erit-

rea mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbo-

tene Strafe oder Behandlung drohe. Die Prüfung, ob ein tatsächliches und 

unmittelbares Risiko einer Verletzung von Art. 4 EMRK bestehe, sei auf-

grund der unglaubhaften Angaben des Beschwerdeführers nicht möglich. 

Vielmehr stünden aufgrund der unglaubhaften Angaben viele Möglichkei-

ten offen, die vom SEM nicht abschliessend hätten geklärt werden können. 

Es könne deswegen nicht von einem tatsächlichen und unmittelbaren Ri-

siko einer Rekrutierung und gegebenenfalls zukünftigen Verletzung von 

Art. 4 EMRK ausgegangen werden. Weiter seien weder allgemeine noch 

individuelle Gründe ersichtlich, welche den Wegweisungsvollzug als unzu-

mutbar erscheinen lassen würden und schliesslich sei der Vollzug tech-

nisch möglich und praktisch durchführbar. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer machte in seiner Rechtsmitteleingabe vorab da-

rauf aufmerksam, dass seine Muttersprache (…) sei und er zwar Arabisch 

beherrsche, jedoch nur den sudanesischen Dialekt gewohnt sei. Da der 

Dolmetscher in der BzP einen syrischen Arabischdialekt gesprochen habe, 

habe er diesen nicht sonderlich gut verstanden. Obwohl er diese Verstän-

digungsschwierigkeiten mit seinem Schreiben vom 15. April 2017 der 

Vorinstanz mitgeteilt habe und sie darum gebeten habe, dies bei der fol-

genden Anhörung entsprechend zu berücksichtigen, habe die Befragung 

wiederum in Arabisch stattgefunden, wobei er den Dialekt des Dolmet-

schers besser verstanden habe und dadurch in der Lage gewesen sei, 

seine Vorbringen dennoch präzise und detailliert darzulegen. Vor diesem 

Hintergrund seien seine im Protokoll der BzP festgehaltenen Aussagen nur 

mit Vorbehalt zu verwerten und unter Berücksichtigung der sprachlichen 

Defizite in der Kommunikation zu würdigen. 

6.2 Sodann vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt, die Vorinstanz 

habe den herabgesetzten Beweisanforderungen an die Glaubhaftmachung 

der Flüchtlingseigenschaft nicht hinreichend Rechnung getragen. Er könne 

die überwiegende Mehrheit der von der Vorinstanz aufgeführten Unge-

reimtheiten entkräften und aufzeigen, dass die angeblichen Widersprüche 

lediglich zusammengefasste Ausführungen gewesen seien, welche er auf 

Nachfrage detaillierter auszuführen vermocht habe. Seine Aussagen wür-

den denn auch viele Realkennzeichen enthalten. Weiter seien die Verstän-

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digungsschwierigkeiten während der BzP entsprechend zu berücksichti-

gen und schliesslich habe er mit den neu eingereichten Beweismitteln die 

politischen Tätigkeiten von einzelnen Familienmitgliedern beweisen und 

seinen Aufenthalt im Sudan bezeugen lassen können. Bei einer Gesamt-

betrachtung sei die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen insgesamt zu beja-

hen. 

6.2.1 Hinsichtlich seinen Ausführungen anlässlich der BzP und während 

der Anhörung zum Verschwinden seines Vaters bestünden – entgegen der 

Ansicht der Vorinstanz – keine Widersprüche. Er habe wiederholt ausge-

sagt, sein Vater sei nicht mehr aus dem Militärdienst zurückgekehrt. Da 

sein Vater verschwunden sei, als er noch ein Kleinkind gewesen sei, habe 

er selber keine Erinnerungen daran und müsse deshalb auf die Erzählun-

gen seiner Familie zurückgreifen, welche auch die Mutmassung enthalten 

würden, dass das Verschwinden im Zusammenhang mit der Verschlep-

pung der Shabia stehe. 

6.2.2 Bezüglich des politischen Engagements seiner Familie verwies der 

Beschwerdeführer auf seine Aussagen in der Anhörung, welche nicht wi-

dersprüchlich, sondern stringent und plausibel seien. Weiter seien seine 

politischen Aktivitäten (Teilnahme an den Sitzungen der Eritrean Liberation 

Front [ELF]), diejenigen seiner Familie (Mitgliedschaft des Vaters in der 

Opposition und bei der Jebah [Anmerkung des Gerichts: Arabisch für Erit-

rean Liberation Front, ELF]) und insbesondere der Cousine seiner Mutter 

(erste weibliche Freiheitskämpferin der ELF) mit den auf Beschwerde-

ebene eingereichten Beweismitteln (handschriftliches Schreiben von 

E._______, Kopie ihres Mitgliederausweises der ENSF sowie Youtube-

Link zu einem ihrer Videointerviews) glaubhaft dargelegt worden. 

6.2.3 Des Weiteren brachte er vor, seine Ausführungen anlässlich der BzP 

zur durch seine Mutter organisierten Ausreise in den Sudan seien keines-

falls widersprüchlich; er habe seine Vorbringen zuerst in zusammengefass-

ter Form vorgebracht und diese dann anschliessend weiter präzisiert. Den 

Entschluss zur Ausreise habe seine Mutter gefasst, wobei er zu diesem 

Zeitpunkt noch ein kleiner Junge gewesen sei. Dementsprechend sei es 

gut möglich, dass er nicht über die gesamten Umstände Bescheid wisse, 

die zu diesem Entscheid führten. Tatsache sei jedenfalls, dass sein Vater 

seit seiner früheren Kindheit verschollen sei, wobei er in der Zeit seines 

Militärdienstes verschwunden sei, und zudem auch sämtliche seiner Ge-

schwister im Militärdienst dienen würden. Seine Schwester sei bei der Rek-

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Seite 10 

rutierung noch minderjährig gewesen, was – mit Verweis auf das Themen-

papier der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 30. Juni 2017 mit 

der Überschrift: «Eritrea: Nationaldienst» – weder eine Seltenheit noch 

ausgeschlossen sei. Dass ihn seine Mutter als jüngstes Kind vor dem end-

losen Dienst habe bewahren wollen und ihn deshalb zu ihrer Cousine ins 

Ausland geschickt habe, sei angesichts dessen nachvollziehbar und glaub-

haft. Weiter überzeuge auch die Argumentation der Vorinstanz nicht, wo-

nach es unglaubhaft sei, dass er einen Grossteil seiner Jugend im Sudan 

verbracht habe, was ferner mit dem eingereichten Brief von E._______ wi-

derlegt werde. 

6.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe nachweisen bezie-

hungsweise glaubhaft machen können, dass er in seinem Heimatland we-

gen seiner politischen Anschauung, namentlich seiner illegalen Ausreise 

zwecks Flucht vor dem Nationaldienst sowie seiner Nähe zu einer hoch-

rangigen ELF-Freiheitskämpferin, an Leib und Leben sowie in seiner Frei-

heit gefährdet sei. Somit erfülle er die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG und habe Anspruch aus Asyl. 

6.4 Seinen Eventualantrag begründete er mit dem Vorhandensein subjek-

tiver Nachfluchtgründe. Er habe beweisen respektive glaubhaft machen 

können, dass er illegal aus Eritrea ausgereist sei. Daneben weise er mit 

seiner Nähe zu einer hochrangigen Freiheitskämpferin, der Mitgliedschaft 

seines Vaters in der ELF sowie durch seine Teilnahme an diversen Sitzun-

gen der Jebah einen zusätzlichen Anknüpfungspunkt auf, wodurch er von 

den heimatlichen Behörden als Terrorist eingestuft werde und in den Augen 

des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheine. 

6.5 Der Beschwerdeführer erachtete schliesslich den Wegweisungsvollzug 

nach Eritrea als unzulässig. Da er die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG erfülle, stünde eine Wegweisung im Widerspruch zu 

Art. 33 FK beziehungsweise Art. 5 AsylG und sei dementsprechend nicht 

mit dem Non-Refoulement-Prinzip vereinbar. Weiter führte er unter Verweis 

auf verschiedene Berichte aus, ihm drohe bei einer Rückkehr das ernst-

hafte Risiko, bereits am Flughafen willkürlich festgenommen, unmensch-

lich behandelt sowie in anschliessenden Verhören gar gefoltert und danach 

willkürlich inhaftiert zu werden. Darüber hinaus werde er – als gesunder 

und sich im militärdienstpflichtigen Alter befindlichen Eritreer – bei seiner 

Rückkehr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den eritrei-

schen Pflichtdienst einberufen, womit die Gefahr einer flagranten Verlet-

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Seite 11 

zung des Verbots der Zwangsarbeit nach Art. 4 Abs. 2 EMRK und des Fol-

terverbots von Art. 3 EMRK bestehe. Schliesslich würden sowohl allge-

meine (schwierige ökonomische und soziale Situation in Eritrea) als auch 

individuelle Gründe (kein Schulabschluss, weder Berufsbildung noch sub-

stantielle Berufserfahrung, kein tragfähiges Beziehungsnetz, Gefahr der 

sofortigen Verhaftung und anschliessendem Einzug in den Militärdienst bei 

Rückkehr sowie überdurchschnittliche Integration in der Schweiz) gegen 

die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Die Wegweisung 

sei daher zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufzuschieben. 

7.  

In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an den Erwägungen der an-

gefochtenen Verfügung vollumfänglich fest. Hinsichtlich des mit der Be-

schwerde eingereichten Briefes und der ENSF-Mitgliedskarte von 

E._______ sowie des Youtube-Links zu einem Videointerview derselben 

führte das SEM aus, dass es sich dabei um keine amtlichen Dokumente 

handle und deren Beweiswert zum Vornherein sehr tief anzusetzen sei. 

Zudem würden diese Dokumente von einer dem Gesuchsteller naheste-

henden Person stammen, womit sie als reine Gefälligkeitsschreiben zu gel-

ten hätten. Das Gutachten des GIGA vom 15. April 2018 beziehe sich so-

dann auf die allgemeine Situation in Eritrea und insbesondere die Einschät-

zung der Folgen illegaler Auswanderung. Diese Situation sei den Schwei-

zer Behörden bekannt und das entsprechende Länderwissen sei bereits in 

den erstinstanzlichen Entscheid eingeflossen. 

8.  

In der Replik entgegnete der Beschwerdeführer, die Vorinstanz verkenne 

den Beweiswert der eingereichten Beweismittel. Das Schreiben von 

E._______ belege, dass er bei ihr im Sudan gelebt habe und sie eine be-

kannte Widerstandskämpferin der ELF gewesen sei. Zusammen mit ihrer 

Identitätskarte und dem Youtube-Link sei sowohl ihre Identität als auch ihr 

politisches Engagement bewiesen. Eine Rückkehr nach Eritrea sei auf-

grund seiner Nähe zu einer dermassen bekannten Widerstandskämpferin 

der ELF sowie seinem eigenen politischen Profil ausgeschlossen, da er an 

Leib und Leben sowie in seiner Freiheit gefährdet wäre. Weiter reichte der 

Beschwerdeführer ein Röntgenbild, welches angeblich vom 17. April 2014 

datiere, sowie einen ärztlichen Bericht, welcher angeblich die Adresse des 

Spitals in F._______ aufweise, als Beweismittel zu den Akten, um damit 

seinen langen Aufenthalt im Sudan zu beweisen.

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Seite 12 

9.  

9.1 Zunächst ist zu prüfen, ob sich das Bundesverwaltungsgericht den 

vorinstanzlichen Erwägungen zur fehlenden Glaubhaftigkeit des vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Sachverhalts anschliessen kann. 

9.2 Das SEM geht von der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Be-

schwerdeführers aus und begründete diese mit einigen Widersprüchen 

zwischen der BzP und Anhörung. 

9.2.1 So führte die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe sich an-

lässlich der Befragungen in Bezug auf das Verschwinden seines Vaters wi-

dersprochen. Da diese Einschätzung vom Bundesverwaltungsgericht ge-

teilt wird, kann auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden. Seine hierzu auf Beschwerdeebene vorge-

brachte Erklärung, wonach er bezüglich der Umstände des Verschwindens 

seines Vaters auf Erzählungen seiner Familie zurückgegriffen habe, wobei 

diese auch die Mutmassung umfasst hätten, sein Verschwinden während 

des Militärdienstes habe im Zusammenhang mit der angeblichen Ver-

schleppung durch die Shabia gestanden, vermag nicht zu überzeugen und 

lässt sich auch nicht den Befragungsprotokollen entnehmen. Zudem wur-

den keine Beweismittel eingereicht, die an dieser Einschätzung etwas zu 

ändern vermöchten. Dem Gesagten zufolge entstehen, trotz des reduzier-

ten Beweismasses der Glaubhaftmachung, aufgrund des festgestellten Wi-

derspruchs erste Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen. 

9.2.2 Dem SEM ist sodann zuzustimmen, dass der Beschwerdeführer hin-

sichtlich den politischen Aktivitäten seiner Familie während des 

vorinstanzlichen Verfahrens unterschiedliche Aussagen machte. Während 

er in der BzP auf die entsprechende Nachfrage antwortete, seine Mutter 

habe sich nicht politisch betätigt und sein Vater sei im militärischen Dienst 

gewesen (vgl. SEM-Akte A/9, Ziffer 7.02), gab er in der Anhörung zu Pro-

tokoll, einige Familienangehörige, darunter sein verschollener Vater und 

die Cousine seiner Mutter, seien in der Opposition und Mitglieder der Jebah 

respektive der ELF (vgl. SEM-Akte A/35, F 50 und F 60). Zwar ist ihm da-

hingehend zuzustimmen, dass er während der Anhörung nicht ausdrück-

lich aussagte, seine Mutter sei ein aktives Mitglied der Jebah, dennoch war 

er nicht in der Lage, diese Widersprüche zwischen der BzP und der Anhö-

rung in seiner Beschwerdeeingabe auszuräumen. Selbst unter Berücksich-

tigung des summarischen Charakters der BzP ist nicht nachvollziehbar, 

weshalb er die angeblichen Verbindungen einzelner Familienmitglieder zur 

D-6811/2019 

Seite 13 

Jebah erst anlässlich der Anhörung erwähnte. Soweit der Beschwerdefüh-

rer hierzu in seiner Rechtsmitteleingabe auf Verständigungsschwierigkei-

ten während der BzP verweist, vermögen diese die vom SEM zu Recht 

festgestellten Unstimmigkeiten nicht zu entkräften. 

9.2.3 Das Gericht schliesst sich darüber hinaus der Einschätzung der 

Vorinstanz an, wonach der Beschwerdeführer sich im erstinstanzlichen 

Verfahren hinsichtlich der durch seine Mutter organisierten Ausreise aus 

Eritrea widersprüchlich geäussert hat. So machte er in der BzP geltend, 

seine Mutter habe ihn aus Eritrea rausgebracht und sei anschliessend wie-

der dahin zurückgekehrt. Auf Nachfrage erklärte er dann, sie sei nicht mit 

ihm in den Sudan gegangen, sondern habe ihn dafür einem Schlepper ab-

gegeben (vgl. SEM-Akte A/9, Ziffer 2.01). Während der Anhörung schil-

derte er seine Ausreise dagegen gänzlich anders und behauptete, seine 

Mutter habe ihn zu ihrer Schwester nach H._______ gebracht und seine 

Tante habe dann einen Bekannten engagiert, welcher ihn schliesslich zur 

Cousine seiner Mutter in den Sudan gebracht habe (vgl. SEM-Akte A/35, 

F 29, F 58 und F 85). Diese unvereinbaren Aussagen erstaunen insbeson-

dere deshalb, weil es sich dabei aus objektiver Sicht um ein prägendes 

Ereignis handelte. Da seine Angaben betreffend die Ausreise aus Eritrea 

zudem auffallend oberflächlich und nur wenig detailliert ausgefallen sind, 

obwohl ihm hierzu wiederholt Ergänzungsfragen gestellt wurden 

(vgl. SEM-Akten A/9, Ziffer 2.01 und A/35, F 79 ff.), ist die behauptete ille-

gale Ausreise insgesamt als unglaubhaft zu erachten. 

9.2.4 Weiter äusserte er sich widersprüchlich, indem er anlässlich der An-

hörung zunächst zu Protokoll gab, er habe gehört, seine Mutter sei nach 

seiner Ausreise von eritreischen Behörden inhaftiert und gefragt worden, 

wo er hingebracht worden sei (vgl. SEM-Akte A/35, F 52). Später machte 

er dann geltend, nicht zu wissen, ob seine Mutter nach seiner Flucht be-

fragt worden sei, weil er keinen Kontakt zu ihr habe (vgl. SEM-Akte A/35, 

F 61). Da hierzu in der Beschwerdeeingabe nichts vorgetragen wurde, hat 

der Beschwerdeführer somit diesen Widerspruch nach wie vor gegen sich 

gelten zu lassen. 

9.3 Nach Ansicht der Vorinstanz kommen ausserdem wesentliche Un-

glaubhaftigkeitselemente hinzu, die sich durch die Substanzlosigkeit der 

Aussagen des Beschwerdeführers ergeben würden. 

9.3.1 Wie das SEM zutreffend festhielt, sind die Angaben des Beschwer-

deführers hinsichtlich des Grundes für seine illegale Ausreise aus Eritrea, 

D-6811/2019 

Seite 14 

nämlich die Verhinderung als Minderjähriger in den Militärdienst eingezo-

gen zu werden, weder nachvollziehbar noch plausibel. Diesbezüglich kann 

auf die zutreffende Argumentation in der angefochtenen Verfügung verwie-

sen werden. In Ergänzung und Präzisierung ist hierzu festzuhalten, dass 

die geltend gemachte Rekrutierung seiner in diesem Zeitpunkt angeblich 

noch minderjährigen Schwester bereits deshalb unglaubhaft erscheint, weil 

der Beschwerdeführer – obwohl es sich dabei um das für ihn ausreiseaus-

lösenden Ereignis gehandelt haben soll – keinerlei weiteren Angaben zu 

ihrer Einziehung durch die eritreische Militärverwaltung machen konnte 

(vgl. SEM-Akte A/35, F 70). Die Beschwerdevorbringen ändern nichts an 

der Einschätzung, dass es ihm nicht gelungen ist, auf glaubhafte Weise 

darzulegen, das Militäraufgebot seiner Schwester habe ihn zur unmittelba-

ren Ausreise aus seinem Heimatland ohne Begleitung von Familienange-

hörigen veranlasst. Auch aus dem Bericht der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe, auf welche der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe 

hinweist (SFH, Themenpapier der SFH-Länderanalyse vom 30. Juni 2017 

zum Thema: «Eritrea: Nationaldienst», https://www.fluechtlingshilfe.ch/as-

sets/herkunftslaender/afrika/eritrea/170170-eri-nationaldienst.pdf, letzt-

mals abgerufen am 4. Juni 2020), geht nichts hervor, was seine Angaben 

stützten könnte. 

9.3.2 Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer – trotz mehrmaligen entsprechenden Nachfragen –

nicht in der Lage war, konkrete Ausführungen zum Militärdienst seiner Ge-

schwister zu machen (vgl. SEM-Akte A/35, F 67 ff.). 

9.3.3 Dadurch, dass der Beschwerdeführer zu seinem langjährigen Aufent-

halt im Sudan ohne Kernfamilie lediglich vage und substanzarme Angaben 

machte (vgl. SEM-Akte A/9, Ziffer 7.02 und A/35, F 40 ff. und F 44 f.), be-

stehen zusätzlich Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Daran 

vermögen auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel 

nichts daran zu ändern. Hinsichtlich des nicht näher erläuterten, auf Ara-

bisch verfassten Arztzeugnisses, welches ohne Übersetzung zu den Akten 

gereicht wurde, und der Röntgenaufnahme eines Unterschenkelbein-

bruchs, welche lediglich eine geringe Qualität aufweist und worauf keine 

Patientendaten zu erkennen sind, ist zu bemerken, dass sich daraus – un-

ter der Annahme, die Dokumente seien authentisch – lediglich ergibt, dass 

der Beschwerdeführer in medizinischer Behandlung gewesen ist, ohne für 

die Dauer eines Aufenthalts im Sudan wesentliche Anhaltspunkte zu lie-

fern. 

D-6811/2019 

Seite 15 

9.3.4 Wie bereits ausgeführt (vgl. hierzu E. 9.2.2), machte der Beschwer-

deführer unerklärlicherweise erst in der Anhörung vom 24. April 2019 gel-

tend, sein Vater sei bis zum Zeitpunkt seines Verschwindens ein Mitglied 

der ELF gewesen. Als Beweis hierfür reichte er ein Schreiben von 

E._______ zu den Akten, worin sie unter anderem bezeuge, dass sein Va-

ter ein Mitglied der Opposition gewesen sei. Diese Bestätigung einer dem 

Beschwerdeführer nahestehenden Person muss allerdings als reines Ge-

fälligkeitsschreiben ohne jeglichen Beweiswert eingestuft werden und ist 

damit nicht geeignet, die politischen Aktivitäten seines Vaters zu belegen. 

Auffällig ist sodann, dass sich die Unterzeichnende im Brief selber als 

Schwester der Mutter des Beschwerdeführers, und nicht wie vom Be-

schwerdeführer angegeben, als deren Cousine, ausgab. Ausserdem ist 

fraglich, ob es sich bei der Verfasserin tatsächlich um E._______ handelt, 

da im Schriftstück aus der Sicht der Aktivistin Fatima berichtet wird. Insge-

samt vermochte der Beschwerdeführer damit das politische Engagement 

seines Vaters nicht glaubhaft zu machen. 

Soweit für die geltend gemachte politische Tätigkeit von E._______ eben-

falls auf den handgeschriebenen Brief verwiesen wird, ist aufgrund seines 

Gefälligkeitscharakters wiederum auf dessen Untauglichkeit hinzuweisen. 

Da ihre Mitgliedschaftskarte der ENSF – wobei es sich im Übrigen entge-

gen den Behauptungen des Beschwerdeführers weder um eine Identitäts-

karte noch um ein amtliches Dokument handelt – lediglich in Kopie einge-

reicht wurde, kommt auch dieser nur eine sehr geringe Beweiskraft zu, da 

entsprechende Dokumente leicht fälschbar sind und zudem problemlos 

käuflich erworben werden können. Schliesslich vermag auch der Verweis 

in der Beschwerde auf den Youtube-Film, in welchem E._______ angeblich 

über ihr politisches Engagement interviewt werden soll, nichts an dieser 

Einschätzung zu ändern. Der genannte Link (https://youtu.be/X8ueJvRy-

raQ, letztmals abgerufen am 4. Juni 2020) führt zu einer rund eineinhalb 

Stunden dauernden Videoaufnahme, in welcher offenbar eine Frau und ein 

Mann in Arabisch ein Gespräch führen, wobei die Identitäten der Personen 

nicht eruiert werden können. Selbst wenn E._______ tatsächlich eine im 

Sudan aktive Widerstandskämpferin wäre, bleibt fraglich, ob sie damit ein 

herausragendes exilpolitisches Profil aufweisen würde, welches sie in den 

Augen des eritreischen Regimes als konkrete Bedrohung erscheinen 

liesse. Sodann kann aus ihrer allfälligen exilpolitischen Tätigkeit nicht ge-

schlossen werden, dass der Beschwerdeführer deshalb in den Fokus der 

eritreischen Behörden geriet. So war sich dieser denn auch selbst nicht 

sicher, ob die eritreischen Behörden überhaupt von seiner Ausreise als 

Kind Kenntnis haben (vgl. SEM-Akte A/35, F 56 f.). 

D-6811/2019 

Seite 16 

Bezüglich seinem eigenen exilpolitischen Engagement ist festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der BzP noch zu Protokoll gab, sel-

ber an keinen politischen Aktivitäten teilgenommen zu haben (vgl. SEM-

Akte A/9, Ziffer 7.03). Stattdessen erklärte er in der Anhörung, zwar kein 

Mitglied gewesen zu sein, aber in Mitten der Mitglieder der Jebah gelebt zu 

haben und auch auf dem Amt der Jebah verkehrt zu haben (vgl. SEM-

Akte A/35, F 89 ff.). Auf Beschwerdeebene wird schliesslich erstmals gel-

tend gemacht, er habe E._______ regelmässig zu Sitzungen der eritrei-

schen Oppositionsgruppe begleitet und auch daran teilgenommen. Insge-

samt sind diese Vorbringen betreffend die eigenen (exil-) politischen Tätig-

keiten als nachgeschoben zu qualifizieren. Es besteht kein Anlass zur An-

nahme, dass er vor dem Verlassen seines Heimatstaates beziehungsweise 

des Sudans, wo er einen Grossteil seiner Jugend verbracht haben will, als 

regimefeindliche Person ins Blickfeld eritreischer Behörden geraten und 

dort in irgendeiner Form als Regimegegner oder politischer Aktivist regis-

triert worden wäre. Es gelingt ihm nicht aufzuzeigen, inwiefern die eritrei-

schen Behörden gerade an ihm ein spezielles Interesse zeigen sollten. 

9.4 Andere Asylgründe hat der Beschwerdeführer nicht vorgetragen. Er hat 

insbesondere explizit ausgeführt, selber nie aufgefordert worden zu sein, 

Militärdienst zu leisten (vgl. SEM-Akte A/35, F 62 f.). Unter Berücksichti-

gung, dass er unbestrittenermassen nicht von heimatlichen Behörden be-

züglich seines Militärdienstes kontaktiert wurde und auch keine persönli-

che Vorladung erhielt, ist eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Hei-

matstaat konkret bevorstehende Einberufung in den Militärdienst nicht 

glaubhaft. Vielmehr handelt es sich bei der Furcht vor einer Rekrutierung 

lediglich um eine rein subjektive Einschätzung. Folglich bestehen keine 

konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er von den eritreischen Behörden als 

Dienstverweigerer beziehungsweise Deserteur angesehen wird und be-

gründete Furcht haben müsste, bei einer Rückkehr einer flüchtlingsrecht-

lich relevanten Bestrafung zu unterliegen. Letztlich ist der Umstand, dass 

der Beschwerdeführer bei seinem Verbleib in Eritrea irgendwann in den 

Militärdienst hätte eingezogen werden können, nicht asylrelevant, da es 

sich dabei nicht um eine Massnahme handelt, die aus asylrechtlich rele-

vanten Motiven erfolgt. Ob eine drohende Einziehung in den Nationaldienst 

unter dem Aspekt von Art. 3 EMRK oder des Verbots der Sklaverei und der 

Zwangsarbeit gemäss Art. 4 EMRK relevant sein könnte, ist bei der Beur-

teilung der Zulässigkeit beziehungsweise Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs zu prüfen. 

D-6811/2019 

Seite 17 

9.5 Schliesslich sind auch die weiteren Ausführungen in der Beschwerde 

nicht geeignet, die Situation des Beschwerdeführers in Eritrea und die 

fluchtauslösenden Ereignisse in einem glaubhafteren Licht erscheinen zu 

lassen. So ist bezüglich der geltend gemachten Verständigungsschwierig-

keiten anlässlich der BzP festzuhalten, dass der Beschwerdeführer er-

klärte, seine Muttersprache sei (…), aber seine arabischen Sprachkennt-

nisse seien genügend für die Anhörung, zudem verstehe er ein wenig Tigri-

nya (vgl. SEM-Akte A/9, Ziffer 1.17.01 ff.). Weiter gab er an, die Dolmet-

scherin, welche die Befragung auf Arabisch übersetzte, gut zu verstehen 

(vgl. SEM-Akte A/9, Buchstabe b und h sowie Ziffer 9.02) und am Schluss 

der BzP bestätigter er mit seiner Unterschrift, das Protokoll entspreche sei-

nen Aussagen und dieses sei ihm in einer ihm verständlichen Sprache 

(Arabisch) rückübersetzt worden (vgl. SEM-Akte A/9, Seite 9). Den Auf-

zeichnungen sind sodann keine Hinweise zu entnehmen, wonach die pro-

tokollierten Aussagen des Beschwerdeführers falsch übersetzt worden wä-

ren. Es besteht somit weder Anlass für die Annahme, der Beschwerdefüh-

rer habe sich während der BzP nicht umfassend äussern können, noch 

dafür, die verwendete Sprache habe das Ergebnis der Glaubhaftigkeitsprü-

fung beeinflusst. 

Vor diesem Hintergrund vermögen auch die wenigen Aspekte, die zu Guns-

ten des Beschwerdeführers erkannt werden können (beispielsweise das 

Eingestehen von Wissenslücken [vgl. SEM-Akte A/35, F 29, F 38, F 46, 

F 54, F 56 f, F 61, F 68 f., F 71, F 74 und F 76], das Nachfragen bei Un-

klarheiten [vgl. SEM-Akte A/35, F 36, F 62 und F 67] sowie das Zeigen von 

Gefühlen durch Weinen [vgl. SEM-Akten A/9, Ziffer 7.02 sowie A/35, F 73 

und F 82]) die festgestellte Unglaubhaftigkeit der Vorbringen in den Kern-

punkten nicht aufzuwiegen. 

9.6 Zusammenfassend ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzuhal-

ten, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund wesentlicher Widersprüche 

und mangelnder Substantiiertheit nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt sei-

ner Ausreise aus Eritrea erlebte Verfolgung, oder eine bestehende oder 

drohende asylrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaub-

haft zu machen. Die Rechtsmitteleingaben halten dem nichts Stichhaltiges 

entgegen. Die eingereichten Beweismittel vermögen ebenfalls keine an-

dere Gesamteinschätzung zu bewirken. Insbesondere der mit der Be-

schwerde eingereichte Bericht des GIGA vom 5. April 2018 zum Diaspora-

Status in Eritrea vermag am Ausgang des vorliegenden Asylverfahrens 

nichts zu ändern, da dieser sich nicht zur persönlichen Situation des Be-

schwerdeführers äussert. 

D-6811/2019 

Seite 18 

10.  

10.1 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer wegen der 

Ausreise aus Eritrea, die illegal erfolgt sein soll (vgl. hierzu SEM-Akten A/9, 

Ziffer 5.01), bei einer Rückkehr wegen – mithin wegen subjektiven Nach-

fluchtgründen gemäss Art. 54 AsylG – befürchten muss, ernsthaften Nach-

teilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 

10.2 Mit Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publi-

ziert) hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass eine illegale Ausreise 

allein zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht ausreicht. Von der 

begründeten Furcht vor intensiven und flüchtlingsrechtlich begründeten 

Nachteilen ist nur dann auszugehen, wenn zur illegalen Ausreise weitere 

Faktoren hinzukommen, welche die asylsuchende Person in den Augen 

der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen 

(vgl. a.a.O. E. 4.1 und 5.1 f.). 

10.3 Vorliegend sind keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte im Sinne der 

geschilderten Rechtsprechung ersichtlich, die darauf schliessen lassen 

würden, der Beschwerdeführer könnte in den Augen der eritreischen Be-

hörden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit als missliebige Person wahr-

genommen werden. Das SEM hat die von ihm genannten Gründe, auf-

grund derer er seine Heimat verlassen habe, berechtigterweise als nicht 

glaubhaft qualifiziert. Zum Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea war der Be-

schwerdeführer noch minderjährig und damit noch nicht im dienstpflichti-

gen Alter. Sodann machte er auch nicht geltend, vor der Ausreise in den 

Militärdienst einberufen worden zu sein respektive sich seiner Dienstpflicht 

entzogen zu haben. Die blosse Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer 

künftigen Rekrutierung für den Nationaldienst ist – wie bereits ausgeführt – 

asylrechtlich nicht relevant. Ungeachtet der fehlenden Glaubhaftigkeit sei-

ner Vorbringen ergeben sich auch sonst weder aus den Vorbringen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten – nebst der mutmasslich illegalen 

Ausreise – andere Anknüpfungspunkte im Sinne des genannten 

Referenzurteils, welche ihn in den Augen des eritreischen Regimes als 

missliebige Person erscheinen lassen beziehungsweise zu einer Schär-

fung seines Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Ver-

folgungsgefahr führen könnten. 

10.4 Soweit der Beschwerdeführer vorbrachte, die Lebensbedingungen 

und die politische Situation in Eritrea seien schlecht, ist der Vorinstanz zu-

zustimmen, dass mögliche Nachteile, die auf die allgemeinen politischen, 

wirtschaftlichen beziehungsweise sozialen Lebensbedingungen in Eritrea 

D-6811/2019 

Seite 19 

zurückzuführen sind, die Anforderungen an eine asylerhebliche Gefähr-

dung im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfüllen. 

10.5 Ferner ist festzuhalten, dass nur im Heimatstaat erlittene oder zu be-

fürchtende Verfolgungsmassnahmen asylrechtliche Relevanz zu entfalten 

vermögen (vgl. Art. 1 Bst. a Ziff. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Auf die vom Be-

schwerdeführer vorgebrachten Probleme im Sudan (schwierige und äus-

serst prekäre Lebensumstände, Status als illegal Anwesender und damit 

verbundene Nachteile in der Berufs- und Arbeitswelt sowie gesundheitliche 

und wirtschaftliche Folgen aufgrund eines Fahrzeugunfalls) und in Libyen 

(Inhaftierung), ist demzufolge – infolge fehlender Asylrelevanz – vorliegend 

nicht näher einzugehen. 

10.6 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer gel-

tend gemachten Asylgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich 

relevante Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise 

Art. 54 AsylG nachzuweisen. Die Vorinstanz hat demnach die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylge-

such abgelehnt. 

11.  

11.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

11.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

12.  

12.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-

der und über die Integration [AIG; SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

D-6811/2019 

Seite 20 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.). 

12.2  

12.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Art. 4 EMRK beinhal-

tet die Verbote der Sklaverei und Leibeigenschaft (Abs. 1) sowie der 

Zwangs- oder Pflichtarbeit (Abs. 2 und 3). 

12.2.2 Die Vorinstanz hielt in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

fest, dass dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigenschaft zukommt. 

Da es ihm nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das flüchtlingsrechtliche 

Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG im vorlie-

genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückschaffung des Be-

schwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach rechtmässig. Die Zuläs-

sigkeit des Vollzugs beurteilt sich deshalb vielmehr nach den allgemeinen 

verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; 

Art. 3 FoK; Art. 3 und 4 EMRK). 

12.2.3 Aufgrund des heutigen Alters des Beschwerdeführers kann ein all-

fälliger Einzug in den Nationaldienst bei seiner Rückkehr nicht ausge-

schlossen werden (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis auch das Refe-

renzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017, E. 13.2–13.4). 

Die Frage kann aber mit Verweis auf die nachfolgenden Erwägungen of-

fenbleiben. 

D-6811/2019 

Seite 21 

12.2.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Grundsatzent-

scheid BVGE 2018 VI/4 vom 10. Juli 2018 mit der Frage befasst, ob der 

Vollzug der Wegweisung auch angesichts einer drohenden Einziehung in 

den eritreischen Nationaldienst als zulässig (Art. 83 Abs. 3 AIG) und zu-

mutbar (Art. 83 Abs. 4 AIG) qualifiziert werden könne. 

Das Gericht prüfte die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs unter den 

Aspekten des Verbots der Sklaverei und der Leibeigenschaft (Art. 4 

Abs. 1 EMRK), des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Fol-

terverbots und der unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung 

(Art. 3 EMRK). Nach einer umfassenden Analyse der verfügbaren Quellen 

gelangte das Bundesverwaltungsgericht im genannten Urteil zum Ergeb-

nis, dass die Bemessung der Dienstdauer und die Gewährung von Urlau-

ben im eritreischen Nationaldienst für die Einzelperson kaum vorhersehbar 

seien. Die durchschnittliche Dienstdauer lasse sich nicht genau beziffern, 

auszugehen sei jedoch davon, dass sie zwischen fünf und zehn Jahre be-

trage und in Einzelfällen darüber hinausgehen könne. Der im eritreischen 

Nationaldienst effektiv zu befürchtende Nachteil, auf unabsehbare Zeit eine 

niedrig entlöhnte Arbeit für den Staat ausführen zu müssen, sei zwar als 

unverhältnismässige Last zu qualifizieren. Der Nachteil verletze aber nicht 

den Kerngehalt von Art. 4 Abs. 2 EMRK (vgl. a.a.O., E. 6.1.5.2). Auch 

handle es sich gemäss diesen Erwägungen weder um Sklaverei noch um 

Leibeigenschaft im Sinne von Art. 4 Abs. 1 EMRK (vgl. a.a.O., E. 6.1.4). 

Mit Blick auf Art. 3 EMRK müsste der Beschwerdeführer ferner das ernst-

hafte Risiko ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 

28. Februar 2008, Nr. 37201/06, §§ 124–127, m.w.H.). Diesbezüglich 

führte das Gericht aus, dass keine hinreichenden Belege dafür existierten, 

Misshandlungen und sexuelle Übergriffe fänden im Nationaldienst derart flä-

chendeckend statt, dass jede und jeder Dienstleistende dem ernsthaften Ri-

siko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es bestehe da-

her kein ernsthaftes Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer 

Einziehung in den eritreischen Nationaldienst bei einer freiwilligen Rück-

kehr nach Eritrea (a.a.O., E. 6.1, insbesondere E. 6.1.6 und 6.1.8). 

12.2.3.2 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den 

Akten ergeben sich – selbst bei einem Einzug in den Nationaldienst – An-

haltspunkte für die Annahme, er müsste bei einer freiwilligen Rückkehr in 

den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach 

D-6811/2019 

Seite 22 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotene Strafe oder Behandlung befürch-

ten. Auch die problematische allgemeine Menschenrechtssituation in Erit-

rea lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt praxisgemäss 

nicht als unzulässig erscheinen. 

12.2.4 Aus den Akten ergeben sich keine weiteren Gründe für die An-

nahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. Dieser erweist sich 

damit im Falle einer freiwilligen Rückkehr sowohl im Sinn der asyl- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig. 

12.3  

12.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 

12.3.2 Im bereits zitierten Grundsatzentscheid BVGE 2018 IV/4 kam das 

Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die drohende Einziehung in 

den Nationaldienst nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

führe (a.a.O., E. 6.2.3–6.2.5). Eine allfällige Einziehung des Beschwerde-

führers in den Nationaldienst bei einer (freiwilligen) Rückkehr nach Eritrea 

führt damit nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

12.3.3 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem 

Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-

weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-

gangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in ei-

nigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor 

schwierig; die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, 

der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der 

Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Kon-

flikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch 

die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil 

der Bevölkerung profitiere. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage 

des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz-

bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. 

Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende 

D-6811/2019 

Seite 23 

individuelle Faktoren nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer 

D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 

12.3.4 Vorliegend sind keine besonderen Umstände ersichtlich, die es als 

wahrscheinlich erscheinen liessen, dass der Beschwerdeführer im Falle ei-

ner Rückkehr nach Eritrea in eine existentiell bedrohliche Situation geraten 

könnte. Seit Einreichung des Asylgesuchs haben sich überdies – wie auch 

die Vorinstanz in ihrer Verfügung festgehalten hat – weitere Verbesserun-

gen ergeben; namentlich haben Äthiopien und Eritrea ein Friedensabkom-

men geschlossen (vgl. zum Beispiel Neue Zürcher Zeitung, Trotz Friedens-

abkommen in Eritrea – Asylpraxis bei Eritreern ändert sich vorerst nicht; 

11. Juli 2018). Zu berücksichtigten ist vorliegend, dass es sich bei ihm um 

einen jungen, volljährigen, gesunden, ledigen und kinderlosen Mann mit 

Schulbildung und intaktem familiären Beziehungsnetz handelt. Die gesam-

melten Auslanderfahrungen beziehungsweise der knapp vierjährige Auf-

enthalt in der Schweiz mit Berufspraktika, Schulbildung und guten Refe-

renzen können sich positiv auf seine berufliche Reintegration in Eritrea 

auswirken. Die in der Schweiz gesammelte Arbeitserfahrung dürfte es ihm 

in seiner Heimat erleichtern, eine Existenz aufbauen zu können. Trotz sei-

nes angeblichen langen Aufenthaltes im Sudan darf ebenso davon ausge-

gangen werden, dass er nach wie vor über ein intaktes Beziehungsnetz 

verfügt, welches ihm – sofern überhaupt notwendig – bei seiner Wieder-

eingliederung behilflich sein kann (so leben gemäss eigenen Aussagen 

seine Mutter sowie seine drei Geschwister in der Gegend von I._______; 

vgl. SEM-Akte A/9, Ziffer 3.01). Vor diesem Hintergrund ist zusammen mit 

der Vorinstanz davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer in Erit-

rea wieder zurechtfinden wird und sich eine Existenzgrundlage wird schaf-

fen können. Es bleibt festzustellen, dass der Beschwerdeführer inzwischen 

– auch nach eigenen Angaben – volljährig ist, weshalb sich im Urteilszeit-

punkt spezifische Abklärungen zur persönlichen Situation des Beschwer-

deführers unter dem Blickwinkel des Kindeswohls erübrigen. Nach dem 

Gesagten stehen somit der Zumutbarkeit keine individuellen Gründe ent-

gegen. Diesbezüglich kann des Weiteren vollumfänglich auf die zutreffen-

den Ausführungen gemäss der angefochtenen Verfügung (dort E. III Zif-

fer 2) verwiesen werden. 

12.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so-

wohl allgemein als auch in individueller Hinsicht als zumutbar im Sinn von 

Art. 83 Abs. 4 AIG. 

D-6811/2019 

Seite 24 

12.4 Mit Blick auf die Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung im Sinne 

von Art. 83 Abs. 2 AIG ist einzuräumen, dass die zwangsweise Rückfüh-

rung abgewiesener Asylsuchender nach Eritrea zurzeit generell nicht mög-

lich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr steht jedoch praxisge-

mäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs ent-

gegen. Es obliegt daher dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und vgl. dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist folglich auch als 

möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

12.5 Im Übrigen steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-

zug nicht entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt vo-

raus, dass ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, son-

dern voraussichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf 

Monate – bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären 

Hindernis bei den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entschei-

dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e und vgl. des Weiteren beispielsweise 

das Urteil des BVGer D-4796/2019 vom 27. April 2020 E 8.9, m.w.H.). Bei 

der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss 

temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmo-

dalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem 

etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatstaat angepasst 

wird. 

12.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die durch die Vorinstanz 

verfügte Wegweisung und deren Vollzug in Übereinstimmung mit den zu 

beachtenden Bestimmungen stehen und zu bestätigen sind. Das SEM hat 

den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich be-

zeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Be-

tracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

13.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-

fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbe-

züglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuwei-

sen.

D-6811/2019 

Seite 25 

14.  

14.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit ver-

fahrensleitender Verfügung vom 7. Januar 2020 das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG gutgeheissen worden ist und weiterhin von der Bedürftigkeit 

des Beschwerdeführers auszugehen ist, sind ihm keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen. 

14.2 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

ebenfalls mit verfahrensleitender Verfügung vom 7. Januar 2020 als amtli-

cher Rechtsbeistand im Sinne von aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG beige-

ordnet worden ist, ist er für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des 

Verfahrens zu entschädigen, soweit dieser sachlich notwendig war 

(vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Der Rechtsvertreter hat mit Ein-

gabe vom 23. Januar 2020 eine aktualisierte Kostennote eingereicht; darin 

wurden die Kosten mit Fr. 3'028.40 beziffert, wobei von einem Stundenan-

satz von Fr. 300.– ausgegangen wurde. Zudem wurde ein zeitlicher Auf-

wand von 9.11 Stunden, Auslagen (für Kopien und Porti) im Betrag von 

Fr. 78.90 sowie ein Mehrwertsteuerzuschlag von Fr. 216.50 geltend ge-

macht. Unter Berücksichtigung der nachfolgenden Eingabe vom 11. Feb-

ruar 2020 erscheint ein zeitlicher Aufwand von insgesamt 10 Stunden an-

gemessen, wobei das amtliche Honorar auf Fr. 150.– zu kürzen ist, da die-

ses für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter, wie bereits in der er-

wähnten Zwischenverfügung sowie in anderen Urteilen mit Hinweis auf ein 

allfälliges Unterliegen festgehalten, in der Regel Fr. 100.– bis Fr. 150.– be-

trägt. Unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) ist dem Rechtsvertreter somit ein aufgerundetes Hono-

rar von gerundet Fr. 1'700.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) 

aus der Gerichtskasse zu entrichten (vgl. Art. 12 und 14 Abs. 2 VGKE). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-6811/2019 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand lic. iur. LL.M. Tarig Hassan wird vom Bun-

desverwaltungsgericht ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 1'700.– 

ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Kathrin Rohrer 

 

 

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