# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20a567b1-7c46-5a9b-93d4-2c8efd265ffb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.09.2023 LB210036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB210036_2023-09-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB210036-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter  

lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler 

sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Urteil vom 8. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____  
Kläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. X._____  

 

gegen 

 

B._____ AG, 
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ und / oder  

Rechtsanwalt MLaw Y2._____ 

 

betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, im  
ordentlichen Verfahren vom 9. Juni 2021 (CG170013-L) 
 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * 
  

- 2 - 

 
Modifiziertes Rechtsbegehren des Klägers (Replik; Urk. 31 S. 2): 

"1. a) Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 718'018.– 
samt Zins zu 5% seit dem 31. August 2010 zu bezahlen. 

  b) Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger einen 
Betrag nach richterlichem Ermessen samt Zins zu 5 % seit dem 
31. August 2010 zu bezahlen. 

  c) Sub-eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger 
einen Betrag unter Berücksichtigung der Zahlen (Performance-
Werte) gemäss Schlussbericht der Beklagten per 31. August 
2010, zu bezahlen, samt Zins zu 5% seit dem 31. August 2010. 

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger einen Schlussbericht 
betreffend das Depot Nr. 1 per 31. August 2010 zuzustellen, ins-
besondere enthaltend die Performance-Zahlen der Jahre 2004 
(ab 6. Juli), 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 (bis 31. Au-
gust) sowie die kumulierte Gesamtperformance (in %) für die 
Zeitperioden a) 30. Juni 2007 bis 31. August 2010 und b) 6. Juli 
2004 bis 31. August 2010. 

 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, im ordentlichen Verfahren 
vom 9. Juni 2021: 

(Urk. 186 S. 36 f. = Urk. 191 S. 36 f.) 

1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 33'500.– festgesetzt und zusammen mit 

der Entscheidgebühr des Obergerichts des Kantons Zürich (LB160027) von 

CHF 25'000.– der klagenden Partei auferlegt. 

3. Die Gerichtskosten werden mit den geleisteten Vorschüssen der Parteien 

(Bezirks- und Obergerichtskasse) verrechnet. Der Fehlbetrag wird von der 

klagenden Partei nachgefordert. Die klagende Partei wird zudem verpflich-

tet, der beklagten Partei den Kostenvorschuss von CHF 1'500.– für die Be-

weiserhebung zurückzuerstatten. 

4. Die klagende Partei wird verpflichtet, der beklagten Partei eine Parteient-

schädigung einschliesslich des Berufungsverfahrens (LB160027) von 

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CHF 59'200.– zu bezahlen. Diese wird der beklagten Partei aus der von der 

klagenden Partei geleisteten Sicherheit (Bezirks- und Obergerichtskasse) 

ausbezahlt. 

5. [Schriftliche Mitteilung] 

6. [Rechtsmittel: Berufung; Frist: 30 Tage]  

 

Berufungsanträge: 

des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 190 S. 2): 
 
"1. In Gutheissung der Berufung und Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils 

vom 9. Juni 2021 (CG170013), sowie unter Mitanfechtung der vorinstanzli-
chen (Beweis-) Beschlüsse vom 27. Juli 2017 und vom 30. Januar 2018 be-
treffend "Beweissatz Nr. 2", sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger 
CHF 718'018.-, eventuell CHF 642'779.20, subeventuell einen Betrag nach 
richterlichem Ermessen, jeweils samt Zins zu 5% seit dem 31. August 2010 
zu bezahlen.  

 
2. Sub-subeventuell sei das vorinstanzliche Urteil in Gutheissung der Berufung 

aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz (mit der 
Weisung einer Neuzuteilung der Sache an eine andere Abteilung) zurück-
zuweisen, namentlich zur Ermittlung des Schadens.  

 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen [Rechtsmittelinstanz (aktuel-

les Berufungsverfahren sowie Berufungsverfahren LB160027) und Vorin-
stanz (CG170031 und CG120009)] (zzgl. 7.7% MWST) zulasten der Beklag-
ten." 

 
 
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 205 S. 2): 
 
"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 
 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Letzteres zzgl. Mehrwertsteuer) 

zu Lasten des Klägers und Berufungsklägers." 
 
 

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Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Sachverhalt 

1.1. Der pensionierte Kläger und Berufungskläger (nachfolgend: Kläger) wohnt 

in C._____ [Land in Asien]. Die Beklagte und Berufungsbeklagte (nachfolgend: 

Beklagte) ist eine in Zürich domizilierte Vermögensverwaltungsgesellschaft, die 

1992 gegründet wurde.  

1.2. Im Rahmen ihrer langjährigen und ununterbrochenen Geschäftsbeziehung, 

die ab März 2001 bestand, schlossen die Parteien drei Vermögensverwaltungs-

verträge ab, welche drei getrennte Vermögensmassen des Klägers betreffen. Der 

erste Vermögensverwaltungsvertrag mit der vom Kläger gewählten Strategie 

"Ausgewogen" datiert vom 15. Februar 2001. Ein weiterer Vermögensverwal-

tungsvertrag, ebenfalls mit der Strategie "Ausgewogen" wurde am 2. März 2001 

abgeschlossen. Im Februar 2004 gelangte der Kläger erneut an die Beklagte hin-

sichtlich einer Vermögensmasse, welche bei der D._____ [Bank] (nachfolgend 

D._____) hinterlegt war, mit dem Wunsch, dass die Beklagte auch diese Vermö-

gensmasse verwalte. Nach einem E-Mail-Wechsel, welcher im vorinstanzlichen 

Urteil wiedergegeben ist (vgl. Urk. 191 S. 5), unterzeichneten die Parteien am 6. 

Juli 2004 den dritten und nunmehr streitgegenständlichen Verwaltungsauftrag, 

welcher in Ziffer 3 das Folgende festhält (Urk. 3/4 S. 1): "Die Anlagezielsetzung ist 

der mittelfristige Kapitalerhalt (Zeitraum 4-5 Jahre) in Schweizer Franken. Hierzu 

sollen vorwiegend handelbare Anlagefonds und Absicherungsprodukte eingesetzt 

werden. Die B._____ AG richtet sich bei der Wahl der Produkte auf die formulier-

ten Anlagezielsetzung aus, kann aber keine Garantie für einen Kapitalerhalt ab-

geben." 

Im Zeitraum Mitte 2007 bis Mitte 2010 erlitt das streitgegenständliche Depot Nr. 1, 

welches von der Beklagten im Rahmen des Verwaltungsauftrags vom 6. Juli 2004 

verwaltet wurde, insbesondere im Zuge der Finanzkrise 2008, massive Verluste 

(Urk. 2 S. 72 N 297 ff., Urk. 3/19 i.V.m. Urk. 3/23). Mit Schreiben vom 30. August 

2010 kündigte der Kläger den Verwaltungsauftrag vom 6. Juli 2004 fristlos und 

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widerrief die damit verbundene Vollmacht der Beklagten hinsichtlich des Depots 

Nr. 1 bei der D._____ mit sofortiger Wirkung (Urk. 3/6 S. 2).  

1.3. Mit der vorliegenden Klage verlangt der Kläger im Hauptbegehren Ersatz 

für den auf dem Depot Nr. 1 geltend gemachten Anlageschaden im Betrag von 

CHF 718'018.- nebst Zins (Urk. 31 S. 2). Die Beklagte beantragt die Abweisung 

der Klage (Urk. 21 S. 2).  

2. Prozessgeschichte 

2.1. Die Klage vom 23. Januar 2012 ging bei der Vorinstanz am 24. Januar 

2012 ein (Urk. 2). Der weitere Verfahrensgang kann dem angefochtenen Ent-

scheid entnommen werden (Urk. 191 E. II. S. 6 ff.). Gegen das vorinstanzliche Ur-

teil vom 9. Juni 2021 erhob der Kläger mit Eingabe vom 7. Juli 2021, hier einge-

gangen am 8. Juli 2021, fristgerecht Berufung (Urk. 190). Der ihm mit Verfügung 

vom 14. Juli 2021 (Urk. 192) auferlegte Kostenvorschuss von CHF 25'000.- wurde 

rechtzeitig geleistet (Urk. 193). Mit Eingabe vom 27. Juli 2021 stellte die Beklagte 

ein Gesuch um Sicherstellung ihrer Parteientschädigung in der Höhe von CHF 

27'170.- (Urk. 194). Mit Präsidialverfügung vom 16. August 2021 wurde dem Klä-

ger Frist angesetzt, um zum Antrag der Beklagten auf Sicherheitsleistung für de-

ren Parteientschädigung Stellung zu nehmen (Urk. 195). Mit Eingabe vom 17. 

August 2021 nahm der Kläger Stellung und beantragte eine reduzierte Kaution 

von CHF 18'500.- (Urk. 196). Der Beklagten wurde die Eingabe des Kläger mit 

Präsidialverfügung vom 2. September 2021 zugestellt und ihr gleichzeitig Frist zur 

Stellungnahme angesetzt (Urk. 197). Mit Eingabe vom 18. Oktober 2021 hielt die 

Beklagte an der Höhe der beantragten Kaution fest (Urk. 199).  

2.2. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 wurde der Kläger verpflichtet, für die 

Entschädigung der Gegenpartei eine Sicherheit von CHF 18'100.- zu leisten (Urk. 

200). Nach dem rechtzeitigen Eingang der Kaution (Urk. 201) wurde der Beklag-

ten mit Verfügung vom 22. November 2021 Frist für die Berufungsantwort ange-

setzt (Urk. 202). Die Berufungsantwort datiert vom 10. Januar 2022 (Urk. 205) 

und wurde dem Kläger mit Verfügung vom 25. Januar 2022 zur Kenntnisnahme 

zugestellt (Urk. 206). Die Berufungsreplik des Klägers ging am 11. Februar 2022 

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ein (Urk. 207) und wurde der Beklagten mit Verfügung vom 4. April 2022 zur 

Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 208). Die Stellungnahme der Beklagten vom 12. 

April 2022 (Urk. 209) wurde dem Kläger mit Verfügung 10. Juni 2022 zugestellt. 

Gleichzeitig wurde den Parteien mitgeteilt, dass kein weiterer Schriftenwechsel 

angeordnet und keine Berufungsverhandlung durchgeführt werde. Ebenfalls wur-

de vorgemerkt, dass das Berufungsverfahren spruchreif und somit in die Phase 

der Urteilsberatung übergegangen sei (Urk. 210). Am 17. Oktober 2022 erkundig-

te sich der Vertreter des Klägers nach dem Stand des Verfahrens (Urk. 211). Der 

Vertreter der Beklagten erkundigte sich am 22. Dezember 2022 nach dem Stand 

des Verfahrens (Urk. 212). Weitere Eingaben erfolgten nicht. Das Verfahren ist 

spruchreif. 

2.3. Infolge Neukonstituierung der Kammer am 1. Juli 2022 wirkt Oberrichter  

lic. iur. A. Huizinga als Vorsitzender mit.  

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

1. Berufungsverfahren 

1.1. Der Kläger ist durch den Entscheid der Vorinstanz beschwert. Es handelt 

sich um eine berufungsfähige Streitigkeit (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Berufung 

wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 Abs. 1 ZPO; Urk. 187, Urk. 190). 

Der verlangte Kostenvorschuss und die Sicherheit gingen rechtzeitig ein (Urk. 193 

und 201). Auf die Berufung ist unter dem Vorbehalt hinreichender Begründung 

(vgl. Art. 310 ZPO; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGE 141 III 569 E. 2.3.3) einzutre-

ten.  

1.2. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung oder gar Wiederholung 

des erstinstanzlichen Verfahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Kon-

zeption als eigenständiges Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 

S. 414 m.Hinw. auf die Botschaft zur Schweizerischen ZPO, BBl 2006 S. 7374). 

Es zeichnet sich dadurch aus, dass bereits eine richterliche Beurteilung des 

Rechtsstreits vorliegt. Sein Gegenstand wird durch die Berufungsanträge und die 

Berufungsbegründung umrissen.  

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1.3. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine uneingeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (BGer 

5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegrün-

dung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanz-

liche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist 

bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Dies setzt (im Sinne einer Eintre-

tensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwä-

gungen bezeichnet, die er anficht, sich inhaltlich mit diesen auseinandersetzt und 

mittels präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Be-

hauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus 

welchen konkreten Aktenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund erge-

ben soll (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375 f.; BGE 141 III 569 E. 2.3.3 

S. 576 f.; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1; BGer 5A_635/2015 vom 

21. Juni 2016, E. 5.2; CHK-Sutter-Somm/Seiler, ZPO 311 N 8 ff.; 

Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 36 ff.; ZK ZPO-Reetz/Theiler, 

Art. 311 N 36). Pauschale Verweisungen auf frühere oder andere Rechtsschriften 

und Vorbringen, deren blosse Wiederholung oder eine neuerliche Darstellung der 

Sach- oder Rechtslage, welche nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vor-

gebracht und von dieser erwogen wurde, genügen den gesetzlichen Begrün-

dungsanforderungen nicht und sind deshalb unbeachtlich. Diese formellen Be-

gründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für die Berufungsantwort, so-

weit darin ebenfalls Kritik am angefochtenen Entscheid erhoben werden soll 

(BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2; BGer 4A_496/2016 vom 

8. Dezember 2016, E. 2.2.2; BGE 144 III 394 E. 4.2 S. 398 f. [je m.w.Hinw.]). 

Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genü-

genden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht über-

prüft zu werden und hat grundsätzlich Bestand. Die Berufungsinstanz ist nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht gehalten, von sich aus wie eine erstin-

stanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fra-

gen zu untersuchen, wenn keine entsprechenden Rügen der Parteien vorliegen. 

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Sie hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die 

Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Beru-

fungsbegründung oder -antwort gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben 

werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 S. 417 m.w.Hinw.; BGer 5A_111/2016 vom 

6. September 2016, E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3). 

Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsver-

fahren eine Relativierung (CHK-Sutter-Somm/Seiler, ZPO 57 N 6; BK ZPO I-

Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). In diesem 

Rahmen ist auf die Parteivorbringen einzugehen, soweit dies für die Entscheidfin-

dung erforderlich ist (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 m.w.Hinw.; BGE 141 III 28 

E. 3.2.4 S. 41; BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70 f.). 

1.4. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfahren 

nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden, 

d.h. wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und trotz zu-

mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten 

(lit. b). Wer sich auf (unechte) Noven beruft, hat deren Zulässigkeit darzutun und 

ihre Voraussetzungen notwendigenfalls zu beweisen (BGE 143 III 42 E. 4.1 S. 43; 

BGer 5A_86/2016 vom 5. September 2016, E. 2.1, je m.w.Hinw.). Neue rechtliche 

Argumente (Vorbringen zum Recht) stellen keine Noven im Sinne von Art. 317 

Abs. 1 ZPO dar und können in der Berufung uneingeschränkt vorgetragen werden 

(BGer 4A_519/2011 vom 28. November 2011, E. 2.1; 5A_351/2015 vom 1. De-

zember 2015, E. 4.3). Sie dürfen sich allerdings nicht auf unzulässige neue Tat-

sachen stützen. 

2. Anfechtung Beweisbeschluss vom 27. Juli 2017 und Beschluss vom 30. Ja-
nuar 2018 

2.1. Der Kläger rügt im Rahmen seiner Berufung den Beweisbeschluss vom 27. 

Juli 2017 und den Beschluss vom 30. Januar 2018, mit welchem u.a. sein Wie-

dererwägungsgesuch abgewiesen worden war.  

2.2. Ein selbständiger Weiterzug einer Beweisverfügung ist ausgeschlossen. 

Sie kann in der Regel erst mit dem Endentscheid angefochten werden. Die hiesi-

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ge Kammer lässt allerdings eine separate Beschwerde gegen eine Beweisverfü-

gung zu, wenn die betroffene Partei nachweist, dass für sie ein nicht wiedergut-

zumachender Nachteil besteht (BSK ZPO-Spühler, Art. 319 N 8). 

2.3. Ein solcher Ausnahmefall wurde nicht geltend gemacht und lag auch nicht 

vor, weshalb die beiden Beschlüsse erst im Rahmen der Berufung angefochten 

werden konnten, wie dies vorliegend zutreffend geschehen ist (Urk. 190 S. 9 Rz. 

28). Die beiden Beschlüsse haben daher als mit der Berufung mitangefochten zu 

gelten. Auf die diesbezüglichen klägerischen Vorbringen ist im Rahmen der nach-

folgenden Erwägungen einzugehen.  

3. Frage der Befangenheit von als Zeuge oder Partei befragten Personen 

3.1. Die Parteibefragung und Beweisaussage ist gemäss Art. 168 Abs. 1 lit. f 

ZPO ein zulässiges Beweismittel. Aufgrund ihrer Gleichrangigkeit mit anderen 

Beweismitteln sind die Parteibefragung und die Beweisaussage vollwertige Be-

weismittel, unterliegen aber wie alle anderen Beweismittel der freien Beweiswür-

digung (BSK ZPO-Hafner, Art. 191 N 4). Die Behandlung der Parteibefragung und 

der Beweisaussage als vollwertiges Beweismittel dient der Herstellung eines pro-

zessualen Gleichgewichts, wenn in einem Verfahren auf der Gegenseite ein am 

Prozessausgang wie eine Partei interessierter Zeuge auftritt oder wenn der Inhalt 

einer Vereinbarung bewiesen werden soll, an der auf der einen Seite ein als Zeu-

ge einzuvernehmender Mitarbeiter einer Partei und auf der anderen Seite die Par-

tei selber beteiligt war. Innere Tatsachen (was eine Partei gewusst, was sie ge-

wollt hat) lassen sich unmittelbar nur durch die Parteiaussage beweisen (BSK 

ZPO Hafner, Art. 191 N 6 f.). Bei der Parteibefragung und der Beweisaussage 

können sowohl Aussagen zu Gunsten wie zu Lasten der aussagenden Partei be-

rücksichtigt werden. Dem Interesse der befragten Partei am Prozessausgang ist 

bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen (BSK-Hafner, Art. 191 N 8, mit 

Hinweis auf OGer ZH, LB140075, E. 5.7.4).  

3.2. Soweit der Kläger bei den von der Vorinstanz befragten Parteivertretern 

der Beklagten und der Zeugen geltend macht, dass diese befangen seien und die 

entsprechenden Befragungen keine tauglichen Beweismittel seien (Urk. 190 S. 13 

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Rz 54), so kann auf das vorstehend Ausgeführte verwiesen werden. Im Rahmen 

der Beweiswürdigung sind die Interessen der befragten Personen zu prüfen und 

ist auf die diesbezüglichen Behauptungen des Klägers einzugehen.  

III. Materielle Beurteilung 

1. Ausgangslage 

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beklagten mit schriftlichem Ver-

trag vom 6. Juli 2004 die Vermögensverwaltung hinsichtlich des klägerischen De-

pots Nr.1 bei der D._____ übertragen worden war. Unbestritten ist auch, dass das 

Vertragsverhältnis bis zur Kündigung durch den Kläger Ende August 2010 Be-

stand hatte.  

2. Vermögensverwaltungsvertrag  

2.1. Wie die hiesige Kammer im Rückweisungsbeschluss vom 26. August 2016 

festhielt, liegt ein Vermögensverwaltungsvertrag vor, auf den die auftragsrechtli-

chen Regeln anwendbar sind (Urk. 92 S. 12 f. Ziff. 4). Die rechtlichen Ausführun-

gen wurden von der Vorinstanz im Wesentlichen übernommen und es kann da-

rauf verwiesen werden (Urk. 191 S. 12 E. IV. 1.1.).  

2.2. Ergänzend ist festzuhalten, dass einen Anlageberater oder Anlagevermitt-

ler, der im Hinblick auf die Vermögensverwaltung oder in deren Rahmen tätig 

wird, neben der Aufklärungspflicht auch Überwachungs-, Beratungs- und Warn-

pflichten treffen (vgl. BGer 4A_364/364/2013 E. 6.2 mit Hinweisen), deren ge-

meinsame Wurzel in der auftragsrechtlichen Sorgfalts- und Treupflicht (Art. 398 

Abs. 2 OR) liegt. Der Kunde ist hinsichtlich der Risiken der beabsichtigten Investi-

tionen aufzuklären, nach Bedarf in Bezug auf die einzelnen Anlagemöglichkeiten 

sachgerecht zu beraten und vor übereilten Entschlüssen zu warnen, wobei diese 

Pflichten inhaltlich durch den Wissensstand des Kunden einerseits und die Art 

des in Frage stehenden Anlagegeschäfts anderseits bestimmt werden. Dabei ob-

liegt es dem Beauftragten, sich namentlich auch durch die Befragung des Kunden 

einlässlich über den Wissensstand und die Risikobereitschaft des Kunden zu in-

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formieren (BGer 4A_364/2013 E. 6.3 mit Hinweisen auf BGE 124 III 155 E. 3a S. 

162 f.). 

2.3. Eine Schlechterfüllung des Vermögensverwaltungsvertrags liegt u.a. bei 

Verletzung von spezifisch vertraglichen Abreden bzw. Weisungen des Klienten 

vor. Hierunter gehören insbesondere Abweichungen von der festgelegten Anlage-

strategie oder von (allfälligen) spezifischen Anlagerichtlinien bzw. Anlagerestrikti-

onen (Schaller, Handbuch des Vermögensverwaltungsrechts, Zürich 2013, S. 159 

Rz. 426).  

2.4. Wendet der Vermögensverwalter in diesem Zusammenhang ein, sein Kun-

de habe die tatsächlich verfolgte, pflicht- und weisungswidrige sowie verlustbrin-

gende Anlagestrategie genehmigt, trägt er dafür die Behauptungs- und Beweis-

last. Ebenfalls trägt der Vermögensverwalter die Substantiierungs- und Beweislast 

für die hierzu relevante Vorfrage, ob ein Kunde/Anleger als Experte oder aber als 

Laie zu qualifizieren ist (Schaller, a.a.O., S. 167 Rz. 449 mit weiteren Hinweisen).  

2.5. Eine stillschweige Genehmigung kommt in Frage, wenn die Abweichung 

vom Vermögensverwaltungsauftrag für den Kunden ohne weiteres erkennbar war. 

Die rechtswirksame Genehmigung setzt daher genaue Kenntnis des zu genehmi-

genden Sachverhalts voraus, d.h. es muss sich um eine sog. "informierte Ge-

nehmigung" handeln, was wiederum von der Sach- und Fachkunde des Anlegers 

abhängt. So muss der Anleger in guten Treuen nicht damit rechnen, dass eine 

vereinbarte Anlagestrategie missachtet wird, selbst wenn dies in krasser Weise 

geschehen sollte (Schaller, a.a.O., S. 167 Rz. 450). Für die Annahme einer still-

schweigenden Genehmigung wird vorausgesetzt, dass der Vermögensverwalter 

in guten Treuen davon ausgehen konnte, der Anleger werde bei fehlendem Ein-

verständnis widersprechen, und dessen Stillschweigen daher nach Treu und 

Glauben (Art. 2 ZGB) als Zustimmung auffassen durfte (Schaller, a.a.O., S. 167 f. 

Rz. 451 mit Hinweis auf BGE 124 III 361). Widerspricht das Risikopotential der in-

vestierten Anlagen den im Vermögensverwaltungsvertrag enthaltenen Weisungen 

(Anlageziele/-strategie oder spezielle weitere Weisungen), sind auf die Genehmi-

gungsfrage besonders strenge Massstäbe anzuwenden, insbesondere bei Klum-

penrisiken (Schaller, a.a.O, S. 168 Rz. 451). 

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3. Produkte der Beklagten und individuelles Mandat 

3.1. Gemäss Produktebeschrieb Fondskonto/-depot B._____ AG (Urk. 23/12) 

bot die Beklagte fünf Strategien an: Defensiv, Ausgewogen, Dynamisch, Aktien 

und Megatrends. Bei der Strategie "Defensiv" sollte der Aktienanteil bei durch-

schnittlich 15% liegen und sich in einer Bandbreite von 5 bis maximal 25% bewe-

gen. Bei der Strategie "Ausgewogen" sollte der Aktienanteil bei durchschnittlich 

40% liegen und sich in einer Bandbreite von 25 bis maximal 55% bewegen. Bei 

der Strategie "Dynamisch" wurde ein Aktienanteil von durchschnittlich 70% be-

schrieben, er sich in einer Bandbreite von 55 bis 85% bewegen sollte. Bei den 

Strategien "Aktien" und "Megatrends" wurde einen Aktienanteil bis 100% vorge-

sehen.  

3.2. Im Vorfeld zum Vertragsabschluss vom 6. Juli 2004 (Urk. 3/4) über den 

vorliegend strittigen individuellen Vermögensverwaltungsvertrag erstellte die Be-

klagte, basierend auf dem Gespräch mit dem Kläger vom 16. Juni 2004, ein für 

ihn passendes Ertrags- und Risikoprofil und stellte ihm eine entsprechende Anla-

gestrategie vor. Unter Ausgangslage war das Folgende festgehalten: "Dieser An-

lagevorschlag basiert auf einer geplanten Investition von rund SFr. 600'000, wo-

bei weitere Mittelzuflüsse geplant sind. Neben diesen Mitteln sind noch weitere 

Wertschriftenvermögen sowie Liegenschaften vorhanden. Die geplante Investition 

dient dem längerfristigen Vermögensaufbau und ist grundsätzlich Teil der langfris-

tigen Altersvorsorge". Unter dem Titel "Anlageziel" und "Ertrag" steht das Folgen-

de: "Sie streben mit diesen Mitteln einen mittelfristigen Kapitalerhalt an. Neben 

der Erhaltung der Kaufkraft wird ein moderater Vermögenszuwachs angestrebt. 

Laufende Erträge aus den Anlagen werden bis auf weiteres nicht benötigt und 

sind wieder anzulegen. Risikotoleranz: Sie sind bereit, vorübergehende gewisse 

Schwankungen in Ihrem Wertschriftenportfolio zu akzeptieren. Diese sollten sich 

jedoch in einem überschaubaren Rahmen bewegen, wobei Erholungen innerhalb 

von drei bis fünf Jahren, wahrscheinlich sind. Einer Gefährdung der eingangs er-

wähnten Ertragsziele soll entgegengewirkt werden". Unter besondere Vorgaben 

wurde folgendes festgehalten: "Zur Erreichung des Anlageziels sollen insbeson-

dere strukturierte Produkte (Zur Dämpfung der Aktienmarktrisiken) eingesetzt 

- 13 - 

werden" (Urk. 23/24 S. 1). Unter dem Vorschlag für die zukünftige Vermögensauf-

teilung wurde in einem Kreisdiagramm folgende Zusammensetzung aufgezeigt: 

Strukturierte Produkte 50%, Obligation CHF 8%, Obligationen EUR 5%, Obligati-

onen Global 3%, Aktien Schweiz 5%, Aktien Europa 5%, Aktien Nordamerika 3%, 

Aktien Asien 2%, Aktien Schwellenländer 2%, Hedge Funds 7%, Privat Equity 3% 

und Diverses 7% (Urk. 23/24 S. 2). Bei der Simulation der Ertragswirkung, basie-

rend auf Indexberechnungen der Vergangenheit mit einem Stichdatum vom 31. 

März 2004 und unter Hinweis, dass sie somit keine Garantie für die zukünftige 

Entwicklung seien, wurde eine Portfolio-Performance (p.a) von 7.1% über die letz-

ten 15 Jahren aufgezeigt. Das Portfolio-Risiko (p.a.) wurde bei 3 Jahren auf 9.8%, 

bei 5 Jahren auf 11.2%, bei 10 Jahren 13.1% und bei 15 Jahren auf 12.3% veran-

schlagt. Dazu wurde das Folgende erläutert: "Portfolio-Risiko (p.a.): Damit wird 

gezeigt, wie die Resultate des Portfolios mit der obigen Aufteilung schwanken. Ein 

Risiko von 12.6% über 15 Jahre bedeutet, dass sich das Gros, nämlich zwei Drit-

tel der jährlichen Resultate in einer Bandbreite von -5.5% (7.1% minus 12.6%) bis 

+19.7% (7.1% plus 12.6%) bewegten". Unter Bemerkungen ist das Folgende 

festgehalten: "Die Wertentwicklung von 7.1% über 15 Jahre erachten wir für die 

Zukunft als eher optimistisch. Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass sich die 

Festverzinslichen in dieser Periode dank einem globalen Zinsrückgang sehr gut 

entwickelten, was in den kommenden 15 Jahren in diesem Ausmass nicht mehr 

möglich sein dürfte. Andererseits rechnen wir mit einer positiven Entwicklung der 

Aktienmärkte. Nach den katastrophalen Jahren 2000 bis 2002 sind wir der An-

sicht, dass Aktien sowohl absolut als auch relativ gegenüber Festverzinslichen at-

traktiv bewertet sind. Wir erachten deshalb eine Wertentwicklung im angepeilten 

Bereich von 4 bis 6 Prozent als realistisch" (Urk. 23/24 S. 3).  

3.3. Aufgrund der obigen Beschreibung der Anlagestruktur und insbesondere 

dem Einbezug von strukturierten Produkten im Umfang von 50% kann das indivi-

duelle Portfolio nicht mehr eindeutig einer der vorgenannten Strategien (vgl. vor-

stehend Ziff. 3.1.) zugeordnet werden.  

- 14 - 

4. Konservative Anlagestrategie gemäss Vertrag vom 6. Juli 2004 

4.1. Die hiesige Kammer erwog im Rückweisungsbeschluss vom 26. August 

2016 (Urk. 93), aufgrund des Wortlautes des Vertrages vom 6. Juli 2004 sei da-

von auszugehen, die Parteien hätten sich auf eine konservative Anlagestrategie 

geeinigt. Im Sinne von Art. 400 OR habe die Beklagte dem Kläger regelmässig 

Rechenschaft über ihre Tätigkeit abgelegt. Von Belang sei, dass die Beklagte 

praktisch in jedem ihrer Rechenschaftsberichte bestätigt habe, dass sie eine kon-

servative Anlagestrategie verfolge. Angesichts dieser Rechenschaftsberichte ha-

be der Kläger ohne weiteres davon ausgehen dürfen, die Beklagte werde die 

Vermögensanlagen vertragsgemäss tätigen, ohne dass er gehalten gewesen wä-

re, die tatsächlichen Vermögensanlagen der Beklagten einer genaueren Prüfung 

zu unterziehen. Bei dieser Ausgangslage spiele daher die Frage, ob der Kläger 

fachkundig sei oder nicht, grundsätzlich keine Rolle (Urk. 92 S. 13 f. Ziff. 4.2.). 

5. Verfolgte "ausgewogene" Anlagestrategie 

5.1. Die hiesige Kammer führte weiter aus, der Kläger werfe der Beklagten vor, 

sie habe entgegen den vertraglichen Abreden keine defensive, sondern eine 

"ausgewogene" Anlagestrategie verfolgt, namentlich ab dem 30. Juni 2007. Die 

Beklagte anerkenne, in der Tat eine ausgewogene Anlagestrategie verfolgt zu 

haben und verweise auf zahlreiche Besprechungen mit dem Kläger, anlässlich 

welcher dieser ihrem Vorgehen zugestimmt haben soll (Urk. 92 S. 14 Ziff. 4.3.).  

Ausgangspunkt sei indessen der Vertrag der Parteien, der die Anlageziele konkret 

umschreibe. Diese Anlageziele seien von der Beklagten in ihren Rechenschafts-

berichten jedenfalls mit Worten immer wieder bestätigt worden. Wenn sie sich in 

der Folge im Ergebnis darauf berufe, dass die Parteien sich in mündlichen Abre-

den auf eine andere Anlagestrategie geeinigt hätten als schriftlich vereinbart, 

dann müsse sie sich als professionelle Vermögensverwalterin doch die Frage ge-

fallen lassen, warum sie denn nicht auf eine Anpassung des Vertrages gedrängt 

und warum sie die Änderung der Anlagestrategie in den Rechenschaftsberichten 

nicht in diesem Sinne mit Worten festgehalten habe: Verträge würden schriftlich 

geschlossen, damit über die getroffenen Abreden Klarheit herrsche. Wenn sich 

- 15 - 

die Beklagte auf Parteiabreden berufe, die vom schriftlichen Vertrag abweichen 

würden, treffe sie jedenfalls für ihre Behauptung die Beweislast (Art. 8 ZGB). Nur 

dann wären die von der Beklagten getroffenen Vermögensanlagen abweichend 

vom Vertrag zu beurteilen, wenn von der Beklagten im Ergebnis zumindest eine 

der folgenden Tatsachen nachgewiesen werden könnte (Urk. 92 S. 16 Ziff. 4.3):  

- Die Parteien haben durch übereinstimmende Willenseinigung die Anlage-

strategie gemäss schriftlichem Vertrag aufgegeben und sich auf eine Strate-

gie "Ausgewogen" geeinigt.  

- Der Kläger hat konkrete Vermögensanlagen bewusst - sei es ausdrücklich 

oder konkludent - genehmigt.  

- Der Kläger hat bewusst die vertragswidrigen Vermögensanlagen hinge-

nommen, um dereinst auf die Beklagte greifen zu können, wenn die Kurs-

entwicklung für ihn ungünstig sein sollte. 

5.2. Zusammenfassend ergebe sich, dass über die Frage, ob der Kläger mit 

den vertragswidrigen Vermögensanlagen durch die Beklagte einverstanden ge-

wesen sei, ein Beweisverfahren stattzufinden habe. Dieses werde mit einer Be-

weisverfügung gemäss Art. 154 ZPO zu eröffnen sein. Zu berücksichtigen seien 

grundsätzlich alle von den Parteien zu den rechterheblich streitigen Tatsachen vor 

Aktenschluss gestellten Beweisanträge (Urk. 92 S. 21 Ziff. 4.5.4.3.). 

6. Beweisverfahren Vorinstanz 

6.1. Den Erwägungen des Rückweisungsbeschlusses vom 26. August 2016 

folgend (Urk. 92 S. 16 Ziff. 4.3), auferlegte die Vorinstanz mit Beweisbeschluss 

vom 27. Juli 2017 der Beklagten den Hauptbeweis für die Behauptungen, die Par-

teien hätten sich durch übereinstimmende Willenseinigung in Abweichung zum 

Wortlaut des schriftlichen Vertrages vom 6. Juli 2004 auf eine Strategie "Ausge-

wogen" geeinigt (Beweissatz I. 1), beim Kläger handle es sich um einen erfahre-

nen, sachkundigen Privatinvestor (Beweissatz I. 2) und der Kläger habe die kon-

kreten Vermögensanlagen verstanden und bewusst - ausdrücklich oder konklu-

- 16 - 

dent - genehmigt (Beweissatz I. 3), und nahm dazu entsprechende Beweise ab 

(Urk. 93 S. 2 ff.).   

6.2. Mit Eingabe vom 22. September 2017 stellte der Kläger ein Wiedererwä-

gungsgesuch betreffend mehrerer Formulierungen und Beweismitteln im Beweis-

beschluss vom 27. Juli 2018 (Urk. 99). Die Stellungnahme der Beklagten datiert 

vom 1. Dezember 2017 (Urk. 110). Mit Beschluss vom 30. Januar 2018 wurde 

das Wiedererwägungsgesuch des Klägers abgewiesen (Urk. 115). 

6.3. Nach durchgeführtem Beweisverfahren kam die Vorinstanz zum Schluss, 

dass der Beklagten der Beweis für die Behauptung, dass die Parteien vor oder 

nach der Vertragsunterzeichnung am 6. Juli 2004 eine explizite, vom Vertrags-

wortlaut abweichende Abrede im Sinne eines "Individualmandates" getroffen hät-

ten (Beweissatz I. 1), nicht gelungen sei. Es sei somit vom schriftlichen Wortlaut 

des streitgegenständlichen Vertrags auszugehen, der gemäss verbindlicher Fest-

stellung des Obergerichts eine konservative Anlagestrategie umschreibe (Urk. 

191 S. 19 Ziff. 3.4.). Diese Erwägungen der Vorinstanz blieben unangefochten.  

6.4. Der Kläger macht in seiner Berufung geltend, aus dem vorinstanzlichen Ur-

teil gehe klar hervor, dass seine Schadenersatzklage allein "aufgrund seiner Ge-

nehmigung" abgewiesen worden sei. Mit diesem Urteil verletze die Vorinstanz er-

neut Bundesrecht. In grundsätzlicher Hinsicht werde den Erwägungen im Rück-

weisungsbeschluss des Obergerichts vom 26. August 2016 (Urk. 92) in (ent-

scheid-) wesentlichen Punkten nicht Folge geleistet. Das betreffe namentlich, 

aber nicht ausschliesslich die Frage, ob er angesichts des nunmehr beweismäs-

sig erstellten Umstands, dass keine der Parteien von einer Pflichtverletzung aus-

gegangen sei, die Pflichtverletzung der Beklagten überhaupt habe genehmigen 

können (was unmöglich und daher zu verneinen sei) (Urk. 190 S. 4 Rz. 11).  

Der Kläger macht konkret geltend, dass es also einzig um eine allfällige Abrede 

bzw. "Genehmigung" entweder einer Anlagestrategie oder von "konkreten" Ver-

mögensanlagen, "die vom schriftlichen Vertrag abweichen", gehe. Es bedürfe 

somit, damit sich die Genehmigungsfrage überhaupt stelle, einer Verhaltenswei-

se, mit der die Parteien vom ursprünglich vereinbarten Vertragsinhalt hätten ab-

- 17 - 

weichen wollen. Gemäss Beweisergebnis seien beide Parteien davon ausgegan-

gen, dass der VV-Vertrag so wie vereinbart umgesetzt worden sei. Mindestens 

die Beklagte sei der Meinung gewesen, den VV-Vertrag zum Kläger stets einge-

halten zu haben. Daher sei seitens der Beklagten auch keine Information erfolgt, 

dass man den Vertrag nicht einhalte, von den vertraglichen Vorgaben abweiche, 

oder ähnliches. Ebenso sei dem Kläger eine entsprechende Vertragsanpassung 

nicht offeriert worden, welche er hernach i.S.v. Art. 6 OR hätte stillschweigend 

genehmigen können. Vielmehr sei der Kläger von der Beklagten in deren Re-

chenschaftsberichten immer wieder im Glauben gelassen worden, man verfolge 

eine konservative Anlagestrategie. Eine Genehmigung einer Vertragsanpassung 

sei somit überhaupt nicht möglich, ja bereits aus Gründen der Rechtslogik ausge-

schlossen. Indem das vorinstanzliche Urteil in ihrer E. IV. 5 in Bezug auf Beweis-

satz Nr. 3, mithin die Genehmigungsfrage, Beweise gewürdigt habe und sodann 

eine "ausdrückliche Genehmigung" bejaht habe, sowie im Anschluss hieran, die 

Schadenersatzklage des Klägers allein "aufgrund seiner Genehmigung" abgewie-

sen habe, die jedoch nicht nur nicht vorgelegen habe, sondern offenkundig über-

haupt nicht habe vorliegen können, wende die Vorinstanz Bundesrecht (Art. 6 OR, 

Art. 2 ZGB) unrichtig an. Das vorinstanzliche Urteil verletze somit bereits insoweit 

Bundesrecht und sei bereits aus diesem Grund aufzuheben (Urk. 190 S. 7 f. Rz. 

23).  

6.5. Die Beklagte macht dazu in der Berufungsantwort geltend, die Vermi-

schung der Themenbereiche Willenseinigung hinsichtlich einer Strategie "ausge-

wogen" mit der Frage, ob der Kläger konkrete Vermögensanlagen genehmigt ha-

be, sei nicht zulässig und absichtlich irreführend. Mithin sei zu keiner Zeit ausge-

schlossen, dass der Kläger konkrete Vermögensanlagen genehmigt habe. Dies 

habe er auch entsprechend getan (Urk. 205 S. 13 Rz. 55). 

6.6. Der Einwand der Beklagten ist zutreffend. Wie bereits ausgeführt, hat das 

Beweisverfahren ergeben, dass der Beklagten der Beweis für die Behauptung, die 

Parteien hätten durch übereinstimmende Willenseinigung die Anlagestrategie 

gemäss schriftlichem Vertrag aufgegeben und sich auf eine Strategie "Ausgewo-

gen" geeinigt, nicht gelungen und vom schriftlichen Wortlaut des streitgegen-

- 18 - 

ständlichen Vertrags auszugehen ist, der gemäss der Feststellung der hiesigen 

Kammer eine konservative Anlagestrategie umschreibt. Die entsprechenden Er-

wägungen der Vorinstanz blieben unangefochten (vgl. vorstehend E. III. 6.3.). 

Damit entfällt die Frage einer allfälligen Strategieänderung und es kann nur noch 

um die konkreten Vermögensanlagen gehen. Eine Genehmigung derselben durch 

den Kläger ist selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn die Beklagte (fälschli-

cherweise) der Auffassung wäre, sie habe den schriftlichen Vermögensverwal-

tungsvertrag stets eingehalten. Davon ist offensichtlich auch die Kammer im 

Rückweisungsbeschluss ausgegangen. Die Beklagte bestritt nämlich bereits in 

der Klageantwort, das Individualmandat nicht korrekt erfüllt zu haben (Urk. 21 Rz 

145 ff.). Trotzdem kam die Kammer im Rückweisungsbeschluss zum Ergebnis, es 

habe über die Frage, ob der Kläger mit den vertragswidrigen Vermögensanlagen 

durch die Beklagte einverstanden gewesen sei und diese genehmigt habe, ein 

Beweisverfahren stattzufinden (Urk. 92 S. 18 ff.). 

7. Beweisthema Erfahrung und Sachkunde des Klägers  

7.1. Die Vorinstanz auferlegte der Beklagten den Hauptbeweis für die Behaup-

tung, beim Kläger handle es sich um einen erfahrenen, sachkundigen Privatinves-

tor (Beweissatz I. 2; Urk. 93 S. 4 f.).  

7.2. Der Kläger macht im Rahmen der Berufung geltend, die Vorinstanz sei in 

Anbetracht der verbindlichen Weisungen der Rechtsmittelinstanz nicht befugt ge-

wesen, zur seiner Sach-/Fachkunde Überlegungen anzustellen, geschweige denn 

überhaupt einen entsprechenden Beweissatz zu formulieren und hierzu ein Be-

weisverfahren durchzuführen (Urk. 190 S. 8 Rz. 25). Die Vorinstanz hätte die 

Sachkunde des Klägers nicht zum Gegenstand eines Beweissatzes bzw. eines 

Beweisverfahrens machen dürfen. Dennoch habe sie das mittels Beweisbe-

schluss vom 27. Juli 2017 getan, worauf er mit Widererwägungsgesuch vom 

22. September 2017 hingewiesen habe. Darüber habe sich die Vorinstanz mit Be-

schluss vom 30. Januar 2018 hinweggesetzt, weshalb die beiden Beschlüsse mit 

der vorliegenden Berufung mitangefochten würden (Urk. 190 S. 9 Rz. 28).  

- 19 - 

Bereits vor Vorinstanz monierte der Kläger im Rahmen seines Wiedererwägungs-

gesuches und in Bezug auf den Beweissatz I.2. des Beweisbeschlusses vom 

27. Juli 2017, es sei unzulässig die Sachkenntnis des Klägers zum Beweis zu 

verstellen, da das Obergericht in seinem Rückweisungsbeschluss explizit festge-

halten habe, dass es auf die Sach- / Fachkunde des Klägers nicht ankomme (Urk. 

99 S. 3).  

7.3. Wie ausgeführt (vgl. vorstehend E. III. Ziff. 2.4.), ist bei der Frage der Ge-

nehmigung einer weisungswidrigen Anlagestrategie oder von einzelnen Geschäf-

ten, die der vereinbarten Anlagestrategie zuwiderlaufen, die Vorfrage zu prüfen, 

ob ein Kunde/Anleger als Experte oder aber als Laie zu qualifizieren ist. Demge-

mäss auferlegte die Vorinstanz der Beklagten den Hauptbeweis für die Behaup-

tung, dass es sich beim Kläger um einen erfahrenen, sachkundigen Privatinvestor 

handelt (Beweissatz I.2.; Urk. 93 S. 4 f.). In ihrem Beschluss vom 30. Januar 2018 

(Urk. 115), in welchem sie u.a. das Wiedererwägungsgesuch des Klägers vom 22. 

September 2018 (Urk. 99) betreffend Beweisbeschluss vom 27. Juli 2017 (Urk. 

93) behandelte, hielt die Vorinstanz fest, dass der Schluss im Rückweisungsbe-

schluss, wonach bei dieser Ausgangslage die Frage, ob der Kläger fachkundig sei 

oder nicht, daher grundsätzlich keine Rolle spiele (Urk. 92 S. 14), ausschliesslich 

in Hinblick auf die Rechenschaftsberichte gezogen worden sei und sich die ent-

sprechende Einschränkung damit auch einzig auf die Thematik der Rechen-

schaftsberichte begrenze. Das vom Obergericht vorgegebene Beweisthema "Ge-

nehmigung der Vermögensanlagen" bedinge zwingend, dass auch zum Thema 

der Fachkunde des Klägers Beweis abgenommen werde. Wenn sich der Kläger 

zur Untermauerung seines Standpunktes auf die Ausführungen der oberen In-

stanz auf S. 20/21 des Rückweisungsbeschlusses stütze, wonach es darum gehe, 

ob er anlässlich verschiedener Besprechungen (…) sein Einverständnis mit den 

von ihm als vertragswidrig erkannten Vermögensanlagen erklärt habe oder nicht 

(Urk. 92 S. 21), verkenne er, dass dieser Vorgabe ohne Klärung seiner Fachkun-

de gar nicht nachgekommen werden könnte, da unter Umständen ausschlagge-

bend sein werde, ob die in den verschiedenen Besprechungen diskutierten Anla-

gen, Anlagethematiken, Fachbegriffe u.ä.m. von ihm überhaupt verstanden wor-

den seien (Urk. 115 Ziff. 2.2. S. 5 f.).  

- 20 - 

7.4. Soweit der Kläger das Beweisthema betreffend seiner Erfahrung und 

Sachkunde rügt, genügt seine Kritik den Anforderungen an eine rechtsgenügende 

Rüge nicht, denn er setzt sich nicht mit den diesbezüglichen Erwägungen der Vor-

instanz in ihrem Beschluss vom 30. Januar 2018, der als mit der vorliegenden Be-

rufung mitangefochten gilt, auseinander. Auf diese Vorbringen, die eine sachbe-

zogene Auseinandersetzung mit den Ausführungen der Vorinstanz vermissen las-

sen (vgl. vorstehend E. II. 1.3.), ist demzufolge nicht weiter einzugehen und es 

bleibt bei der vorinstanzlichen Beweisauflage. 

7.5. Im Rahmen der Würdigung der abgenommenen Beweismittel zur Frage 

der Erfahrung und Sachkunde des Klägers erwog die Vorinstanz, dass es sich 

beim Kläger unbestrittenermassen um einen interessierten Anleger handle. Wie 

der Kläger zu Recht ausführe, sei ein interessierter Anleger indessen nicht gleich-

zusetzen mit einem sach- / fachkundigen Anleger (Urk. 191 S. 20 Ziff. 4.3.1.). Der 

Kläger habe unbestrittenermassen spätestens seit dem Jahr 1993 diverse Portfo-

lios durch mehrere, voneinander unabhängige Vermögensverwalter verwalten 

lassen. Die Vorinstanz listete insbesondere fünf Mandate auf (Urk. 191 S. 21 

Ziff. 4.3.2.) und erwog dazu, dass diesen Portfolios - in Korrelation zu den sehr 

unterschiedlichen Anlagestrategien und -risiken - unterschiedliche Produkte zu-

grunde lägen. So fänden sich in den Portfolios insbesondere verschiedene Bonds, 

Warrants, Aktien und strukturierte Produkte. Damit zeige sich, dass der Kläger 

sich über mehrere Jahre mit verschiedenen Anlageprodukten auseinandergesetzt 

und diese gekannt habe. Gleichzeitig seien ihm auch die dadurch entstandenen 

Risiken bekannt gewesen: Es sei ihm oblegen, sich jeweils für eine Anlagestrate-

gie zu entscheiden. Ansonsten würde der Abschluss verschiedener Strategien 

keinen Sinn ergeben, sei doch der Kläger versucht gewesen, durch den Ab-

schluss verschiedener Produkte eine für ihn möglichst günstige Risikoallokation 

zu erreichen. Dazu habe gehört, dass der Kläger sich im Vorfeld mit den jeweili-

gen Produkten auseinandergesetzt und informiert die entsprechenden Vermö-

gensverwaltungsaufträge erteilt habe. Von Unerfahrenheit des Klägers mit Ver-

mögensverwaltungsverträgen sowie den diesen inhärenten Anlagestrategien und 

-risiken könne damit nicht die Rede sein. Mit seinem Einwand betreffend das 

Mandat E._____ / F._____ (Urk. 31 S. 62 ff. N 282 ff.) zeige sodann der Kläger 

- 21 - 

selbst auf, dass er zumindest so detailliert mit den jeweilig vereinbarten bzw. ef-

fektiv getätigten Anlagegeschäften vertraut gewesen sei, als er Unstimmigkeiten 

selbst erkannt und entsprechend gehandelt habe. Ihm sei aufgrund seiner lang-

jährigen Geschäftsbeziehung mit der Beklagten des Weiteren klar gewesen, was 

eine "ausgewogene" Anlagestrategie beinhalte, habe er nicht zuletzt mit Bezug 

auf den Vertrag vom 15. Februar 2001 genau eine solche verfolgt (Urk. 191 S. 21 

Ziff. 4.3.3.). Insbesondere die Korrespondenz zwischen den Parteien zeige, dass 

der Kläger noch einen Schritt weiter gegangen sei und sich aktiv um die Ausge-

staltung und Umsetzung seiner Anlagestrategie gekümmert habe. Er habe die 

Handlungen der von ihm beauftragten Vermögensverwalter kritisch hinterfragt, 

eloquent nachgefasst und seine eigenen Vorstellungen unterbreitet (Urk. 191 S. 

22 Ziff. 4.3.4.).  

Als Zwischenfazit hielt die Vorinstanz fest, gestützt auf die eingereichten Urkun-

den und die überzeugenden Aussagen von G._____, H._____, F._____, I._____ 

sowie (teilweise) des Klägers selbst, gelinge der Beklagten der Beweis, dass der 

Kläger ein langjähriger, erfahrener Privatinvestor sei, welcher den Inhalt seiner 

Portfolios sowie die verschiedenen Anlagestrategien verstanden und deren Um-

setzung aktiv und selbständig mitgestaltet habe. Der Kläger habe sodann eine 

Vielzahl unterschiedlicher Anlageprodukte gekannt und sich über diese aktiv 

selbst informiert. Er habe damit über überdurchschnittliche Sach- / Fachkenntnis-

se betreffend Vermögensverwaltung verfügt, habe die verschiedenen Anlagestra-

tegien und die diesen inhärenten Risiken sowie die unterschiedlichen, zum Ein-

satz gelangenden Anlageprodukte gekannt. Insbesondere könne festgehalten 

werden, dass die Art und Weise, wie der Kläger mit Vertretern der Beklagten über 

strukturierte Produkte gesprochen habe, die Fragen, die er gestellt habe, und die 

Antworten, die er auf seine Fragen erhalten habe, zeigten, dass der Kläger auch 

diese Produkte verstanden habe und sich der ihnen innewohnenden Risiken be-

wusst gewesen sei (Urk. 191 S. 25 Ziff. 4.4.).  

7.6. Der Kläger rügt in seiner Berufung, die Vorinstanz vermenge in Bezug auf 

die Vermögensverwaltungs-Mandate die Fachkunde jener Vermögensverwalter 

als professionelle, gewerbliche Dienstleister mit seiner eigenen Sachkunde: Ge-

- 22 - 

rade weil er über keine eigene Sachkunde verfügt habe, habe er sich - konse-

quent, daher die mehreren Vermögensverwaltungs-Mandate - gegen eine Eigen-

verwaltung seines Vermögens und für eine Verwaltung durch Dritte, durch hierauf 

spezialisierte Vermögensverwalter, entschieden und jenen Verwaltern auch ein 

entsprechendes Honorar entrichtet (Urk. 190 S. 9 Rz. 31). Das verkenne die Vor-

instanz, wenn sie ihm, dem Kläger, unterstelle, es zeige sich, "dass der Kläger 

sich über mehrere Jahre mit verschiedenen Anlageprodukten auseinandersetzte 

und diese kannte" und ihm "gleichzeitig" "die Risiken" bekannt gewesen seien. 

Richtig sei vielmehr, dass sich die von ihm gerade hierfür mandatierten Vermö-

gensverwalter mit den Anlageprodukten auseinanderzusetzen gehabt hätten. Er 

habe sich für eine Anlagestrategie, vorliegend für die Strategie "konservativ" ent-

schieden. Für deren inhaltliche Umsetzung auf Produkteebene sei jedoch nicht er, 

sondern seine Vermögensverwalter zuständig gewesen (Urk. 190 S. 10 Rz. 32). 

Daher sei es auch mitnichten so, dass er sich "im Vorfeld mit den jeweiligen Pro-

dukten auseinandersetzte", wie die Vorinstanz weiterhin unrichtig festgestellt ha-

be. Woher die Vorinstanz diese tatsachenwidrige Feststellung habe, lege sie nicht 

offen. Dem Beweisergebnis lasse sich diese jedenfalls nicht entnehmen (Urk. 190 

S. 10 Rz. 33).  

7.7. Entgegen der klägerischen Behauptung, hat die Vorinstanz bei der Würdi-

gung der entsprechenden Beweismittel zur Frage der Erfahrung und Sachkunde 

des Klägers auf die von ihr gewürdigten Urkunden verwiesen und diese zum Teil 

auch wörtlich zitiert (Urk. 191 S. 22 f. Ziff. 4.3.5.). Der diesbezügliche Einwand 

des Klägers ist damit unberechtigt.  

7.8. Aus dem Umstand, dass der Kläger sein Vermögen von spezialisierten 

Vermögensverwaltern verwalten liess, kann entgegen seiner Behauptung, nicht 

auf seine fehlende Sachkunde geschlossen werden. Aufgrund der Akten ist näm-

lich ersichtlich (Urk. 23/3), dass der Kläger selber Aktien kaufte und verkaufte und 

diverse Beratungsmandate unterhalten hatte. Er hat damit - zumindest in der Ver-

gangenheit und punktuell - sein Vermögen selber verwaltet. Der Grund seines 

Wechsels zu professionellen Vermögensverwaltern kann an dieser Stellen offen 

gelassen werden. 

- 23 - 

7.9. Soweit der Kläger geltend macht, es sei nicht nur in tatsächlicher, sondern 

auch in rechtlicher Hinsicht unzulässig, aus alten oder anderen Vermögensver-

waltungsmandaten Rückschlüsse seine auf Sachkunde zu ziehen und dabei auf 

die bereits existierende Zürcher Rechtsprechung (ZR 105 (2006) Nr. 4, 

E. IV./3.c.) ff.) verweist, so ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zur Frage der 

Sachkunde des Klägers insbesondere die Korrespondenz zwischen den Parteien 

im Vorfeld zum hier strittigen Vermögensverwaltungsvertrag gewürdigt und damit 

auf die konkreten Umstände zwischen den Parteien abgestellt hat. Die Feststel-

lung der Vorinstanz, dass der Kläger sich mit verschiedenen Anlagestrategien 

auseinander zu setzen hatte und es an ihm gewesen sei, sich jeweils für eine 

konkrete Anlagestrategie zu entscheiden, ist nicht zu beanstanden, liegt es doch 

in der Natur der Sache, dass sich ein Anleger bei einer Auswahl von Risikoprofi-

len für ein bestimmtes entscheiden muss. Ein solcher Entscheid hat der Kläger 

auch beim hier strittigen Mandat getroffen.  

7.10. In Bezug auf die zitierten E-Mails macht der Kläger geltend, die Vorinstanz 

habe den Sachverhalt in erneut willkürlicher Weise unrichtig festgestellt, indem sie 

die Vertrags-/Strategieebene mit der Produkteebene vermengt habe (Urk. 190 S. 

10 f. Rz. 38). Die ersten drei E-Mails (Urk. 23/5, 23/23 und 23/25) handelten von 

der Vertrags-/Strategieebene. Dies habe nichts mit einer auf Produkteebene er-

forderlichen Sachkunde zu tun, um die es vorliegend gehe. Und auch hier würden 

wieder Fragen gestellt (Urk. 23/5 und Urk. 23/25) und Wünsche (Urk. 23/23) vor-

getragen (Urk. 190 S. 11 Rz. 39).  

7.10.1. Die Urkunde 23/5 ist ein Kurzbrief des Klägers an G_____ vom 23. Januar 

2004 mit der Bitte um Durchsicht eines Verwaltungs-Auftrages datiert vom 22. Ja-

nuar 2004, der einen Verwaltungsauftrag vom 8. Dezember 1993 ersetzen sollte. 

Der Kläger schreibt darin das Folgende: "Sehr geehrter Herr G._____. Ich erlaube 

mir, Ihnen in der Beilage eine Kopie eines Verwaltungsvertrages beizulegen, den 

ich unterzeichnen sollte. Darf ich Sie höflich bitten, diesen kurz durchzusehen und 

mir evt. am Donnerstag ihre Meinung dazu zu sagen. Zu erwähnen ist, dass im 

"alten Vertrag" unter Punkt 3 (Anlagerichtlinien) folgendes steht 

**durchschnittliche Risikobereitschaft (max. 50% Aktien) ** ich denke das hat mit 

- 24 - 

der neuen Formulierung wenig zu tun? Will sich da jemand die "Hände waschen"? 

In der Zwischenzeit verbleibe ich (…)".  

Diese Nachricht zeigt, dass der Kläger den bisherigen und den neu zu unter-

zeichnenden Vertrag genau verglich, und im Rahmen dieser Überprüfung eine 

Diskrepanz bei der Anlagerichtlinie bzw. Anlagepolitik zum bisherigen Verwal-

tungsauftrag feststellte und dies von G._____ überprüfen lassen wollte. Mit dem 

Hinweis auf einen Aktienanteil von max. 50% nimmt der Kläger auf die Produkte-

gruppe "Aktien" Bezug.  

7.10.2. Die Urkunde 23/23 ist eine E-Mail Nachricht des Klägers an G._____ vom 

16. Juni 2004. Darin teilt der Kläger mit, dass sich CHF 350'000.- auf dem Konto 

befänden und in den nächsten Tagen noch weitere CHF 250'000.- zur Verfügung 

stehen würden. Auch weist der Kläger auf das Mandat mit F._____ (F._____) hin. 

Sodann hält er Folgendes fest: "Wie ich Ihnen gesagt habe, möchte ich die Gel-

der nach folgenden Kriterien anlegen:   

Fonds oder ähnliche Vehikel 
kapitalgesichert (entsprechendes Rating) 
evt. mit Kapitalgarantie Plus, d.h. Performance kommt dazu 
nicht zu lange Laufzeiten 
vorzugsweise in CHF  
handelbar 

(…)."  

In dieser Nachricht formuliert der Kläger einerseits Anlagekriterien und anderer-

seits nimmt er Bezug auf einzelne Produkte (Fonds oder ähnliche Vehikel) und 

die Eigenschaften, welche die gewählten Produkte aufzuweisen haben. Aus der 

Nachricht geht hervor, dass der Kläger eine klare Vorstellung von Anlagekriterien 

hat und diese auch als zu erfüllende Eigenschaften nennt. Es sind dies seine kla-

ren Vorgaben und nicht etwa Wünsche, wie der Kläger glauben machen will. 

7.10.3. Die Urkunde 23/25 enthält eine, bereits von der Vorinstanz zitierte (Urk. 

191 S. 22 Ziff. 4.3.5.), E-Mail-Nachricht des Klägers an G._____ vom 26. Juni 

2004 betreffend Entwurf Verwaltungsauftrag und eine Antwort von H._____ an 

- 25 - 

den Kläger vom 28. Juni 2004, worin unter Einbezug der Einwände des Klägers 

entsprechende Formulierungsalternativen unterbreitet werden.  

Aus diesem E-Mail-Wechsel geht hervor, dass der Kläger sich mit den beiden 

Mitarbeitern der Beklagten auf hohem Niveau austauscht und klar seine Vorgaben 

bekannt gibt. Auch nimmt der Kläger darin Bezug auf einzelne Produkte, wie z.B. 

Termin- und Optionsgeschäfte.  

7.10.4. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass der Kläger in der Lage 

war, Verwaltungsaufträge inhaltlich zu vergleichen und Diskrepanzen aufzuspü-

ren, verschiedene Anlageprodukte mit ihren Eigenschaften und Wirkungen kannte 

und klare Vorgaben in Bezug auf Anlageziele und zu wählende Produkte formu-

lierte. Ohne vertieftes Wissen wären solche konkreten und präzisen Vorgaben 

nicht denkbar, was klar für eine Sachkunde des Klägers spricht.  

7.11. Der Kläger macht weiter geltend, dass die zweiten vier E-Mails (Urk. 23/16-

19) belegen würden, dass er entweder Informationen von sachkundigen Dritten 

(Urk. 23/16) oder aus Presse-Artikeln (Urk. 23/17-18) weitergeleitet und diesbe-

züglich Fragen an die Beklagte (Urk. 23/16-17, Urk. 23/19) gerichtet habe 

(Urk. 190 S. 11 Rz. 40).  

7.11.1. Die Urkunde 23/16 enthält eine E-Mail-Nachricht des Klägers an G._____ 

vom 24. Mai 2005. Darin schreibt der Kläger folgendes: "Guten Tag Herr 

G._____. Heute hatte ich eine Besprechung mit Herrn J._____ von der Firma 

K._____. Er hat mich dabei auf das Produkt in der Anlage aufmerksam gemacht. 

Ist das etwas für mein Depot? Entspricht es den Anlagekriterien? Eine Rückant-

wort eilt nicht". Die ausführliche und differenzierte Antwort von G._____ an den 

Kläger datiert vom 25. Mai 2005. G._____ schreibt dem Kläger, nachdem er aus-

geführt hat, welche Risiken, Fragen oder offenen Punkte noch geklärt werden 

müssten, das Folgende: "Wenn Sie Ihren Bekannten treffen, fragen Sie ihn doch, 

ob K._____ längere Vergangenheitstest gemacht hat mit diesen 20 Titel[n] und 

was dabei rausgekommen wäre und ob er dies als Dokumentation zur Verfügung 

hat. Zudem würde uns der Handel (wer macht diesen, wie gross ist Spanne zwi-

schen An- und Verkauf etc.) interessieren. Wie gross ist das Volumen dieser Note 

- 26 - 

(die Emission ist ja abgeschlossen) und wer sind hauptsächlich die Investoren 

(viele oder nur ein paar wenige, Private oder Institutionelle)? Auch eine Aussage 

zu den Kosten wäre hilfreich. Abschliessend möchte ich (noch) kein Urteil abge-

ben, doch das Produkt scheint mir nicht unvernünftig, wenn auch etwas teuer (tie-

fe Partizipation, viele Titel, kleiner Minimal-Coupon) auch wenn es heute sehr 

schwierig ist, in CHF etwas Vernünftiges bzw. Attraktives zu kreieren. Gerne er-

warte ich von Ihnen ein Feedback, um einen Entscheid zu fällen." 

Aus dieser Nachricht geht hervor, dass sich der Kläger aktiv nach Produkten um-

schaute, diesbezüglich auch eine Fachperson befragte und dann ein entspre-

chendes Produkt der Beklagten zur Prüfung unterbreitete. Die Nachricht von 

G._____ an den Kläger mit den Fragen zum Produkt, die der Kläger J._____ von 

der Firma K._____ stellen sollte, zeigt, dass die Parteien auf fachlich hohem Ni-

veau kommunizierten und sich austauschten.  

7.11.2. Die Urkunde 23/17 beinhaltet die E-Mail-Korrespondenz des Klägers an 

G._____ vom 19. April 2007 betreffend Fragen zu Indexfonds, über die er in Arti-

keln für Privatanleger gelesen hatte, und der diesbezüglichen Antwort von 

G._____, in der 10 Kriterien aufgelistet und begründet sind, welche es zu beach-

ten bzw. zu bedenken gebe.  

7.11.3. Die Urkunde 23/18 enthält die Anfrage des Klägers vom 22. April 2007 an 

G._____, in der er diesen fragt, ob das Produkt Commodity Alpha mit Kapital-

schutz von MERRILL LYNCH, von dem er das Inserat in der Sonntags-Zeitung 

gesehen habe, etwas wäre. Nach Vorliegen der Angaben von MERRILL LYNCH 

und entsprechendem Studium des Produktes hat G._____ dem Kläger am 24. Ap-

ril 2007 geantwortet und nach entsprechenden Ausführungen und der Abwägung 

der Vor- und Nachteile von einer derzeitigen Investition abgeraten.  

7.11.4. In der Urkunde 23/19 findet sich die E-Mail-Korrespondenz, beginnend mit 

einer Anfrage des Klägers betr. Taurus Finance Fund vom 2. September 2008. 

Darin fragt der Kläger G._____, ob dieser schon etwas von dieser "Gesellschaft" 

gehört habe und ob die etwas besser machen würden als andere. G._____ ant-

wortet und fasst zusammen, dass er von diesem Produkt absehen würde, nicht 

- 27 - 

weil die Resultate schlecht seien, sondern weil er zu wenig Informationen habe, 

um eine fundierte Meinung zu bilden und die darunterliegenden Instrumente ihm 

zu wenig vertraut seien (Urk. 23/19 S. 2).  

Der Kläger antwortet wie folgt: "Guten Tag Herr G._____. Danke für diese Infos, 

habe natürlich die Performance auch gesucht aber keine Infos gefunden, wurde 

von einer guten Bekannten auf dieses Produkt hingewiesen, dachte aber auch in 

Ihre Richtung. Also lassen wir die Finger davon (…)" (Urk. 23/19 S. 1).  

Die Antwort des Klägers ("Performance auch gesucht aber keine Infos gefunden", 

"auch in Ihre Richtung gedacht", d.h. im Sinne der Ausführungen von G._____) 

zeigen, dass der Kläger das Produkt gut "lesen" und einschätzen konnte, was 

wiederum auf seine vertiefte Sachkunde hinweist. 

7.11.5. Aus den vorgenannten Urkunden geht hervor, dass der Kläger G._____ 

von der Beklagten Produkte unterbreitete mit dem Ziel, sollte die Beklagte die An-

lage für gut befinden, diese im Rahmen des Mandates kaufen zu lassen. Bei den 

vorgeschlagenen Produkten handelt es sich um komplexe Anlagen, zu denen ein 

Laie keinen Zugang hat. Damit ist die Würdigung der vorgenannten Urkunden 

durch die Vorinstanz und der daraus gezogene Schluss, dass es sich beim Kläger 

um einen erfahrenen und sachkundigen Anleger handelt, der sich aktiv um die 

Ausgestaltung und Umsetzung seiner Anlagestrategie gekümmert hat, nicht zu 

beanstanden.  

7.12. Die Vorinstanz erwog, dass die aus den Urkunden gezogenen Schlussfol-

gerungen sich mit den Aussagen der Beteiligten decken würden, fasste die Aus-

sagen von G._____ und H._____ sowie der beiden Zeugen F._____ und I._____ 

zusammen und würdigte diese entsprechend (Urk. 191 S. 23 Ziff. 4.3.6.).  

7.12.1. Der Kläger macht dazu geltend, dass die befragten Personen G._____, 

H._____, F._____ und I._____ alle entweder Partei (G._____, H._____) oder an-

derweitig befangen (F._____, I._____) seien (Urk. 190 S. 11 Rz 42). Bereits in 

Bezug auf die Parteivertreter der Beklagten, die Herren G._____ und H._____, sei 

Befangenheit ohne weiteres zu verorten: Wer von einem ehemaligen Kunden auf 

- 28 - 

Schadenersatz belangt werde, sei in keiner Art und Weise unbefangen. Selbiges 

gelte jedoch auch in Bezug auf die zwei Zeugen F._____ und I._____ (Urk. 190 S. 

13 Rz 54). Beide Personen seien ehemalige Vermögensverwalter von ihm gewe-

sen. Beide Verwalter hätten die Gelder von ihm entgegen der vertraglichen Ver-

einbarung und zum Teil auch entgegen ausdrücklicher Weisungen investiert. Dies 

habe zu berechtigten Schadenersatzansprüchen von ihm gegen jene Vermö-

gensverwalter geführt: Mit Herrn F._____ habe er sich aussergerichtlich geeinigt. 

Gegen Herrn I._____ sei, wie von ihm anlässlich seiner eigenen Parteibefragung 

erwähnt (Prot. I S. 88) und von diesem hernach im Rahmen seiner Zeugenaussa-

ge bestätigt (Prot. I S. 129), der Anspruch gerichtlich eingeklagt und (im Grund-

satz; Teilabweisung lediglich im Schadensquantitativ) gutgeheissen worden (Urk. 

190 S. 13 Rz 55). Beiden Zeugen hätten ihm somit erhebliche (Schaden-

)Ersatzzahlungen leisten müssen. Es sei ohne weiteres ersichtlich, dass beide 

Zeugen ihm gegenüber alles andere als gut gesinnt (gewesen) seien und Anlass 

(gehabt) hätten, es ihm "heimzahlen" zu wollen. Damit lasse sich auch das bis-

weilen inkonsistente, sprunghafte und widersprüchliche Aussageverhalten der 

beiden Zeugen erklären. Beide Zeugen seien daher, soweit sie gegen ihn aussa-

gen würden, weder glaubwürdig noch seien jene Aussagen zu seinen Ungunsten 

glaubhaft (Urk. 190 S. 13 f. Rz 56).   

7.12.2. Soweit der Kläger geltend macht, das Aussageverhalten der beiden Zeu-

gen F._____ und I._____ sei inkonsistent, sprunghaft und widersprüchlich, zeigt 

er nicht auf, wo und bei welchen Aussagen dies der Fall sein soll. Damit genügt er 

seiner Begründungspflicht (vgl. vorstehend E. II. 1.3.) nicht, weshalb auf die dies-

bezüglichen Behauptungen nicht weiter einzugehen ist.  

Dem Interesse der befragten Partei am Prozessausgang ist, wie ausgeführt (vgl. 

vorstehend E. II. 3.), im Rahmen der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen.  

7.12.3. Der Kläger macht weiter geltend, dass die Vorinstanz bei den Aussagen 

von G._____, H._____, F._____ und I._____ ihre Pflicht zur Würdigung nach 

pflichtgemässem Ermessen verletzt habe (Urk. 190 S. 11 Rz. 42). Die Vorinstanz 

habe diejenigen Aussagen berücksichtigt und betont, die sich gegen den Kläger 

- 29 - 

richteten, wogegen sie sämtliche entlastenden Aussagen derselben Personen 

(sowie des Zeugen L._____) unbeachtet gelassen habe (Urk. 190 S. 11 Rz. 42 f.).  

7.12.4. Zu den Aussagen von G._____ hält der Kläger fest, nachdem dieser zu-

nächst behauptet habe, dass er über ein "weit überdurchschnittliches Interesse 

und Verständnis für Finanzanlagen" verfügen würde (Prot. I S. 35), was die Vorin-

stanz in ihrem Urteil besonders hervorhebe, habe sich an der Befragung im 

Nachgang zu einer Ergänzungsfrage herausgestellt, dass selbst G._____ be-

wusst gewesen sei, dass lediglich Interesse da gewesen sei, nicht aber das Ver-

ständnis: So habe G._____ seine Auffassung lediglich damit begründet, dass er 

sich "für Anlagen und Vermögensverwaltung interessierte", sich "mit vielen Leu-

ten" "austauschte", "den Wirtschaftsteil in den Zeitungen gelesen" habe und mit 

"Informationen aus dem Internet" zu ihm gekommen sei (Prot. I S. 36). Diese 

Aussagen von G._____ fehlten im angefochtenen Urteil jedoch gänzlich. Die Vo-

rinstanz habe diese im Rahmen ihrer Beweiswürdigung in keiner Weise beigezo-

gen. Dies sei umso mehr unverständlich, als gerade diese Aussagen eines Ver-

treters der Gegenpartei (G._____) nachgerade bestätigt hätten, was unstreitig sei 

und auch bereits vom Handelsgericht des Kantons Zürich in Bezug auf denselben 

Kläger, nämlich ihn, festgestellt worden sei, nämlich, dass es sich bei ihm um ei-

nen interessierten Anleger handle. Fach- und Sachkunde sei damit jedoch mit-

nichten gleichzusetzen geschweige denn erwiesen (Urk. 190 S. 11 f. Rz. 45).  

7.12.4.1. G._____, einer der drei mit der Geschäftsführung betrauten Partner der 

Beklagten und primäre Ansprechperson für den Kläger (Prot. I S. 21 f.), wurde am 

6. November 2018, unter Hinweis auf die Wahrheitspflicht gemäss Art. 160 Abs. 1 

lit. a ZPO und Art. 191 ZPO, als Partei befragt (Prot. I S. 20 ff.). Auf die Frage, 

was der Kläger mit dem Depot bei der D._____ gewollt habe, sagte G._____, 

dass im Vorfeld der Besprechungen zu den beiden anderen Portfolios der Kläger 

Inserate mitgebracht habe und sie über strukturierte Produkte gesprochen hätten. 

Der Kläger habe ihn gefragt, was er davon halte und er habe diesem gesagt, dass 

das auch eine Möglichkeit sei, Anlagen zu tätigen. Der Kläger habe gefragt, ob 

man strukturierte Produkte nicht in das Mandat miteinbeziehen könne. Er habe 

dem Kläger gesagt, das gehe schon und man könne diese aber nicht miteinbe-

- 30 - 

ziehen in die beiden Portfolios, weil das Gefässe seien, die für alle Kunden gleich 

seien. Er habe ihm gesagt, dass es ein separates, individuelles Mandat sein müs-

se, wenn es generell oder ausschliesslich strukturierte Produkte beinhalten solle. 

Die Bezeichnung individuelles Mandat sei in Abgrenzung zu den Standardverträ-

gen zu sehen. Es sei primär um die Chancen und Möglichkeiten dieser strukturier-

ten Produkte gegangen. Wenn man die Inserate gelesen habe, dann seien diese 

immer sehr reisserisch gewesen. Das sei für diese Zeit sehr typisch für struktu-

rierte Mandate gewesen. Er glaube, dass er versucht habe, dem Kläger aufzuzei-

gen, dass es zwar gut klinge, wenn man dabei gegen oben und gegen unten ab-

gesichert sei, dass dies aber einen Preis habe. Darüber hätten sie sehr intensiv 

gesprochen. Der Preis sei "no free lunch". Bei einem Produkt, das auf dem Papier 

gut aussehe, müsse man auch das Kleingedruckte lesen. Es habe einen Preis, 

wenn er nach oben überproportional partizipiere und wenn er einen Coupon aus-

bezahlt erhalte, der weit über dem liege, was eine normale Obligation mit ver-

gleichbarer Qualität vom Schuldner sei. Dieser Preis sei, dass - wenn das Szena-

rio sich nicht so optimal entwickle - er Einbussen erleiden könne, weil er nicht ab-

gesichert sei. Darüber hätten sie intensiv gesprochen. Es habe ja verschiedenste 

Arten solcher strukturierter Produkte gegeben und der Kläger sei mit verschiede-

nen Inseraten auf ihn zugekommen. Er habe versucht aufzuzeigen, was die Rela-

tionen seien und dass man nicht alles für bare Münze nehmen dürfe und nicht nur 

das Grosse lesen sollte. Die Ausgangssituation sei so gewesen, dass der Kläger 

solche strukturierten Produkte und Mandate gewollt habe. Über die hätten sie ge-

sprochen. Dem Kläger sei auch klar gewesen, dass es nicht einfach ein Produkt 

gebe, das einen nur mit Geld bedienen und man nichts verlieren könne. Die Funk-

tion bzw. den Sinn dieser Produkte habe der Kläger sicher verstanden, weil er 

schon mit konkreten Fragen gekommen sei. Sie hätten das anhand von real exis-

tierenden Produkten besprochen (Prot. I S. 23-25).  

G._____ schilderte weiter, dass sie am 16. Juni 2004 besprochen hätten, wie ein 

solches Mandat für strukturierte Produkte aussehen könnte und ob es ein Mandat 

mit nur strukturierten Produkten sein sollte. Der Kläger habe ursprünglich ein 

Mandat nur mit strukturierten Produkten haben wollen. Er habe dazu aber Beden-

ken und entsprechende Einwände gehabt und der Kläger habe sich dann von sei-

- 31 - 

nen Bedenken überzeugen lassen. Er habe versucht, das Besprochene im Vor-

schlag gemäss Urk. 23/24 zu Papier zu bringen. Es sei darum gegangen, dem 

Kläger aufzuzeigen, welche Chancen und Risiken das Mandat berge, so wie sie 

es besprochen hätten. Der Kläger sollte die Unterlagen in Ruhe lesen und sich 

auch anhand von Grafiken ein Bild machen können. Sie hätten auch historische 

Simulationen mit Indizes gemacht, sodass man sehe, wie sich das in der Vergan-

genheit in etwa bewegt habe. Der Vorschlag widerspiegle sich seiner Meinung 

nach im Vertrag (Urk. 3/4). Das sei nach wie vor sein Dafürhalten. Im Vertrag hät-

ten sie bewusst keine exakten Gewichtungen gemacht. Strukturierte Produkte 

könnten sich im Verlauf der Zeit ändern und seien nicht so klar zuordenbar. Ak-

tien, Obligationen, das sei irgendwo zwischendrin und das seien hybride Produk-

te. Er sei noch heute überzeugt, dass der Vertrag, den sie gemacht hätten, die 

Idee des Anlagevorschlags widerspiegelt habe. Das Risikoprofil - die Chancen 

und Risiken des Anlagevorschlages - sei auch das, was im Vertrag stehe. Er wis-

se, dass das Obergericht dazu eine andere Meinung habe. Der Vertrag, den sie 

mit dem Kläger unterzeichnet hätten, sei nicht eine konservative Strategie. Eine 

konservative Strategie sollte einen Aktienanteil von 20 bis 25 Prozent nicht über-

steigen. Mit dem Vertrag, den sie mit dem Kläger abgeschlossen hätten, sei ihnen 

klar gewesen, dass es eine Strategie sei, die sich im Aktienbereich bei durch-

schnittlich 30 bis 35 Prozent bewegen sollte. Das sei ihre Intention gewesen und 

so hätten sie den Vertrag formuliert. Dass es Nuancen gebe, sei klar. Es sei so-

wieso schwierig, exakt zu sagen, wo die Grenze zwischen "konservativ" und 

"ausgewogen" liege (Prot. I S. 25-27).  

Auf die Frage, warum man den Vorschlag umformuliert habe und nicht eins zu 

eins übernommen habe, sagte G._____, dass der Anlagevorschlag kein Vertrag 

sei. Er sei seines Erachtens nicht in dem Sinne umformuliert worden. Der Anlage-

vorschlag sei eine Simulation, die mit Text und Grafiken dem Kunden zeigen sol-

le, wie sich das Mandat in der Vergangenheit entwickelt habe. Dies könne als 

Hinweis für Entwicklungen in der Zukunft dienen. Es stehe zwar überall, dass die 

Vergangenheit keine Garantie sei, jedoch sei es seiner Meinung nach ein proba-

tes Hilfsmittel, die Vergangenheitsbetrachtung als Simulation zu machen. Der 

Vertrag sei dagegen etwas anderes. Sie hätten versucht, sich kurz und knapp zu 

- 32 - 

halten. Es sei darum gegangen, welche Instrumente sie hätten einsetzen dürfen, 

was der Anlagehorizont und was die Referenzwährung sei. Der Anlagevorschlag 

sei viel weiter gegangen (Prot. I S. 27).  

Die Idee sei ein individuelles Mandat mit strukturierten Produkten gewesen. Auf 

Vorhalt des Vertrages (Urk. 3/4) und danach befragt, ob aus Ziffer 2 des Vertra-

ges hervorgehe, um was es ihm und dem Kläger gegangen sei, führte G._____ 

aus, dass die Instrumente aufgelistet seien, die sie hätten einsetzen dürfen. Ins-

besondere gestützt auf den letzten Punkt unter Urk. 3/4 Ziffer 2, der bezeichnen-

derweise auch der letzte sei. Alles andere, was oberhalb des Punktes "Derivate" 

stehe, hätten sie bei allen Kunden drin gehabt. Beim Kläger seien zusätzlich In-

dexzertifikate und strukturierte Bankprodukte dazugekommen. Sie hätten damals 

gesagt, dass nur strukturierte Produkte suboptimal gewesen wären. Sie hätten 

gedacht, dass es besser sei, wenn der Kläger auch normale Anlagefonds, Aktien 

und Obligationen drin habe.  

Auf die Frage, ob der mittelfristige Kapitalerhalt als Zielsetzung für ihn in diesem 

Sinne eine Einschränkung der Risikoneigung des Depots sei, sagte G._____, es 

sei insofern keine Einschränkung, als dass er mit einer solchen Formulierung kein 

reines Aktienmandat haben könne. Mittelfristiger Kapitalerhalt für vier bis fünf Jah-

re heisse für ihn, dass er nach einem Einbruch im Portfolio und bei Korrekturen an 

der Börse vier bis fünf Jahre Zeit habe, um wieder auf den Stand zu kommen, den 

er vorher gehabt hätte. Im Nachhinein behaupte er, wäre das wahrscheinlich so-

gar erreicht worden. Es sei das gewesen, was im Anlagevorschlag gewesen sei 

(Prot. I S. 27 f.).  

G._____ bestätigte, regelmässig mit dem Kläger Kontakt gehabt zu haben. Sie 

hätten sich in der Regel jedes halbe Jahr bei ihnen [der Beklagten] im Büro getrof-

fen. Ab und zu hätten sie per Mail und telefonisch Kontakt gehabt. Wenn sich der 

Kläger per Mail an sie gewendet habe, dann habe dieser meistens spezielle Fra-

gen zu Produkten oder zu Anlagen gehabt, die dieser mit anderen Leuten disku-

tiert habe. Der Kläger habe ja noch andere Mandate gehabt. Zum Teil habe der 

Kläger auch ihre Meinung zu Produkten hören wollen, die dieser mit Leuten aus 

seinem Bekanntenkreis besprochen habe. Während ihren Besprechungen zu ih-

- 33 - 

ren Mandaten sei es primär darum gegangen, die Ergebnisse zu erläutern. Er ha-

be dem Kläger auch ihre neuen Produkte vorgestellt und [die] erklärt, welche im 

Portfolio gewesen seien. Auch habe er ihm mitgeteilt, was sie aufgrund ihrer Ein-

schätzungen zu tun beabsichtigten. Normalerweise habe er sich vorgängig mit 

H._____ jeweils noch kurz besprochen, wie sie positioniert seien und ob es Hand-

lungsbedarf gebe. Das Gespräch mit dem Kläger habe er genutzt, um ihm das zu 

erläutern. Zum Teil sei das die Einschätzung des Marktes gewesen. Wenn es um 

neue Produkte gegangen sei, habe er dem Kläger jeweils auch das Fact-sheet 

dazu gezeigt und ihm die Funktion erklärt, soweit es nicht bereits logisch und klar 

gewesen sei. Speziell sei es vor allem dann gewesen, wenn es um Hedgefonds 

gegangen sei, und es sei die Kategorie des Hedgefonds besprochen worden. Bei 

strukturierten Produkten sei es um die Art des Indexes, des Marktes, die Barrieren 

und darum gegangen, ob es einen Coupon habe oder nicht, und um die Frage, 

weshalb sie dieses Produkt und kein anderes wollten (Prot. I S. 34 f.). 

Auf die Frage, auf welchem Niveau sich diese Gespräche, auch im Vergleich zu 

anderen Kunden, bewegt hätten, sagte G._____, dass er wenige Kunden gehabt 

habe, die von sich aus aktiv mit Produkten und Ideen zu ihm gekommen seien. 

Der Kläger habe sicher über ein weit überdurchschnittliches Interesse und Ver-

ständnis für Finanzanlagen und Geld generell verfügt. Der Kläger habe sicher 

nicht jedes Produkt im Detail verstanden. Sie hätten aber über Details sprechen 

können, über die er mit 95 Prozent seiner Kunden nicht habe sprechen können, 

weil diese es nicht verstanden hätten. Der Kläger habe ein Wissen von Funktio-

nen und Details von Derivaten sowie von Absicherungen und auch ein Verständ-

nis dafür, dass ein Coupon von fünf bis sechs Prozent bei Bundesobligationen 

von zwei bis drei Prozent hoch sei und dass das seinen Preis habe. Das seien 

Zusammenhänge, die man anderen Kunden erklären müsse. Dem Kläger sei das 

alles klar und präsent gewesen. Er habe ihm das nicht erklären müssen. Der Klä-

ger habe es gewusst und auch verstanden. Oftmals seien es recht interessante 

Gespräche gewesen, bei denen nicht nur an der Oberfläche gekratzt worden sei 

(Prot. I S. 35). Er habe festgestellt, dass Anlagen im Bekanntenkreis des Klägers 

auch ein Thema gewesen seien. Mehrheitlich wenn der Kläger mit eigenen Ideen 

über Produkte und Fonds zu ihm gekommen sei, seien es Dinge gewesen, die 

- 34 - 

ihm jemand aus dessen Bekanntenkreis bereits dargelegt oder empfohlen habe. 

Er habe sich offensichtlich mit vielen ausgetauscht. Er sei nicht einfach mit einer 

Frage zu ihm gekommen, sondern habe ihm gesagt "Hey, das musst Du Dir an-

schauen, das ist etwas Spannendes". Der Kläger sei dann zu ihnen gekommen 

und habe gefragt, ob sie das nicht ins Portfolio einbauen könnten. Er habe das 

dann jeweils angeschaut und geprüft, ob das hineinpasse und ob das Sinn mache 

oder nicht. Und über das hätten sie dann diskutiert. Das sei etwas, was er nur mit 

wenigen Kunden gekonnt habe (Prot. I S. 35 f.).  

Unter Hinweis auf den Werdegang und die Ausbildung des Klägers und auf die 

Frage des klägerischen Rechtsvertreters, wie der Kläger über das, aus Sicht von 

G._____, weit überdurchschnittliche Verständnis hätte verfügen sollen und wo der 

Kläger sich dieses hätte beschaffen können, führte G._____ aus, dass er glaube, 

dass der Kläger sich für Anlagen und Vermögensverwaltung interessiere. Der 

Kläger habe sich mit vielen Leuten und insbesondere auch mit ihm ausgetauscht. 

Sie hätten über viele Dinge gesprochen und diskutiert. Der Kläger habe auch re-

gelmässig den Wirtschaftsteil in den Zeitungen gelesen; vor allem der Tages-

Anzeiger sei seine Hauszeitung gewesen. Auch mit Informationen aus dem Inter-

net sei er regelmässig auf ihn zugekommen. Es sei "learning by doing" und Erfah-

rung gewesen. Der Kläger habe sein ansehnliches Vermögen seit Mitte/Ende der 

90er Jahre besessen, habe dieses anlegen lassen - er wisse nicht, ob er auch 

selber angelegt habe - und der Kläger habe sich dafür auch interessiert und sich 

darum gekümmert. So sei es wahrscheinlich bei den meisten Anlegern, die nicht 

das Wirtschaftsstudium oder eine Banklehre hätten (Prot. I S. 36).  

Auf Vorhalt der Grafik "Investitionsverlauf A._____ 2004 - 2010" mit der Entwick-

lung der prozentualen Menge der verschiedenen Produkte (Obligationen(-fonds) / 

Obligationenkorb ZKB, Struk.Prod. mit 100% Kapitalschutz, Wandelobligationen 

mit Obligationencharakter, Offene Immobilienfonds / Insurance Linked Bonds, 

Hedgefunds (of Funds), Rohstoffe, Wandelobligationen mit Kursen über 110%, 

Strukt.Prod. mit Risikopuffer >20% fest verzinst, Strukt.Prod. mit Risikopuffer 

>20% und Bonus, Strukt.Prod. mit gebrochenen Barrieren und Aktien) während 

der Laufzeit des Vertrages (Urk. 21 S. 59) und die Frage, ob er der Auffassung 

- 35 - 

sei, dass der Kläger über alle diese Produkteanlagen ein weit überdurchschnittli-

ches Verständnis gehabt habe, sagte G._____, die hier aufgelisteten Produkte 

seien alles Produkte, die im Mandat gewesen seien. Jedes dieser Produkte bzw. 

der Kategorien habe der Kläger auch verstanden (Prot. I S. 37). 

7.12.4.2. Diese Ausführungen, insbesondere auch die Antworten auf die Fragen 

des klägerischen Rechtsvertreters, zeigen, dass der Kläger nach dem Dafürhalten 

von G._____ über ein weit überdurchschnittliches Wissen und Verständnis von 

Produkten und Anlagen etc. verfügt. Entgegen der Behauptung des Klägers, hat 

G._____ diese Ansicht, auch nach entsprechendem Vorhalt und Ergänzungsfrage 

des klägerischen Rechtsvertreters, bestätigt und nicht etwa relativiert.  

Die Aussagen von G._____ sind sachlich, nachvollziehbar und schlüssig. Über-

treibungen oder widersprüchliche Aussagen sind nicht auszumachen. Über den 

Kläger äussert er sich neutral, jedoch durchaus anerkennend, wenn es um die 

geschilderten Fachdiskussionen geht. Dass diese nicht erfunden sind, zeigt sich 

anhand der vorstehend aufgeführten E-Mail-Korrespondenz. Auf Vorhalt des 

nichtaktualisierten Kundenprofils des Klägers räumte G._____ freimütig ein, dass 

dies eine Unterlassungssünde sei (Prot. I S. 37), was zeigt, dass er auch Fehler 

eingestehen kann.  

7.12.5. Zu den Aussagen von H._____ macht der Kläger geltend, dass dieser ex-

plizit darauf hingewiesen habe, was auch die Vorinstanz erkenne (Urk. 191 S. 23 

Ziff. 4.3.6.), nämlich, dass der Kläger mit Inseraten "aus einer Finanzpublikation" 

auf die Beklagte zugekommen sei. Auch hier wieder: Ja, der Kläger sei ein inte-

ressierter Anleger (gewesen), aber Sachkunde anhand von "Inseraten" zu attes-

tieren, welche der Kläger zum Anlass genommen habe, um auf die Beklagte zu-

zugehen, sei willkürlich (Urk. 190 S. 12 Rz 46).   

7.12.5.1. In seiner Befragung vom 6. November 2018 gab H._____, nach ent-

sprechenden prozessualen Ermahnungen, zu Protokoll (Prot. I S. 62 ff.), dass er 

die Beklagte zusammen mit Herrn M._____ im Jahr 1992 gegründet habe und de-

ren Geschäftsführer sei. Im Rahmen der Stellvertretung von G._____ habe er 

Kontakt mit dem Kläger gehabt (Prot. I S. 63). Innerhalb der Beklagten setze er 

- 36 - 

nur Individualmandate um. Er habe also auch beim Kläger eigentlich nur mit dem 

Individualmandat zu tun gehabt und nicht auch mit den anderen (Prot. I S. 63 f.). 

Auf die Frage, ob er in der Phase der Vertragsverhandlungen im Jahr 2004 mit 

dem Kläger in irgendeiner Art und Weise beim individuellen Mandat involviert ge-

wesen sei, sagte H._____, als man den Vertrag formuliert habe, sei er per E-Mail 

einmal involviert gewesen. G._____ sei nicht da gewesen und er habe auf Nach-

frage hin Präzisierungen vornehmen müssen. Es sei um zwei Dinge gegangen: 

Das eine sei der Anlagehorizont gewesen und das andere habe die Formulierun-

gen betreffend die Derivate betroffen. H._____ bestätigte, dass die Änderungen 

der Wunsch des Klägers gewesen seien (Prot. I S. 65), und ergänzte, dass es für 

ihr schon sehr aussergewöhnlich gewesen sei, dass ein Kunde im Derivatbereich 

Änderungsvorschläge mache. Von Privatkunden habe er das sonst nie erlebt. Das 

kenne er nur von Pensionskassenmanagern oder Finanzchefs, von denen das 

auch zu erwarten sei (Prot. I S. 66). Auf die Frage, wie er den Kläger einschätze 

und warum, führte H._____ aus, dass er der Meinung sei, dass dieser ein erfah-

rener Investor sei. Der Kläger habe hautnah das Platzen der Technologieblase 

2001 bis 2003 erlebt und habe dort gesehen, wie stark der Aktienmarkt einbre-

chen könne. Der Kläger habe vier bis fünf Mal strukturierte Produkte zur Diskussi-

on gestellt, die sie hätten einsetzen sollen. Diese seien nicht im "Blick", diese ha-

be der Kläger aus Finanzpublikationen haben müssen. Es seien zum Teil komple-

xe Produkte gewesen und sie hätten den Kläger bremsen müssen. Wenn jemand 

dieses "Know-how" nicht hätte, dann wäre er nicht mit so einem Inserat gekom-

men, dann hätte er es nicht verstanden. Von ihnen und auch von anderen Ver-

mögensverwaltern sei der Kläger zudem regelmässig darüber informiert worden, 

was sie machten. Von ihrer Seite seien es rund zehn Semestergespräche gewe-

sen, die sie mit dem Kläger geführt hätten. Sie hätten gemerkt, wenn der Kläger 

nicht erfahren gewesen wäre. Diese Informationen sehe man aus den Berichten, 

die sie geführt hätten (Prot. I. S. 69 f.).  

7.12.5.2. Die Aussagen von H._____ sind sachlich und in sich stimmig. Seine 

Bemerkung, es sei sehr aussergewöhnlich, dass ein Kunde im Derivatbereich Än-

derungsvorschläge mache und er so etwas bei Privatkunden sonst nie erlebe, 

zeigt, dass H._____ den Kläger, entgegen der Behauptung des Klägers, aufgrund 

- 37 - 

seines persönlichen Kontaktes im Vorfeld zum streitgegenständlichen Vertrag als 

erfahren einschätzte und nicht nur aufgrund des Umstandes, dass dieser mit Inse-

raten zu komplexen und strukturierten Produkten zur Beklagten gekommen war.  

7.12.6. F._____ wurde am 6. November 2018, unter Hinweis auf seine Pflicht, die 

Wahrheit zu sagen und die strafrechtlichen Folgen eines wissentlich falschen 

Zeugnisses gemäss Art. 307 StGB sowie sein Zeugnisverweigerungsrecht, als 

Zeuge befragt (Prot. I S. 114 ff.). Er führte aus, dass er den Kläger schon seit 20 

Jahren nicht mehr gesehen habe. Dieser sei sein Büronachbar gewesen und sie 

hätten eine Geschäftsbeziehung gehabt. Das Verhältnis sei bis zuletzt gefühls-

mässig neutral gewesen (Prot. S. 114 f.). Er könne sich nur einigermassen an den 

Kläger erinnern. Er habe ein Mandat vom Kläger gehabt und entsprechend die-

sem Mandat habe er gehandelt. Die Vermögensverwaltung sei sicher eher nicht 

konservativ gewesen. Im Detail wisse er es aber nicht mehr. Das Mandat habe 

mit der Kündigung durch den Kläger geendet. Auf den Vorhalt des Vergleiches 

zwischen ihm und dem Kläger vom 5. Juli 2002 (Urk. 23/6) sagte der Zeuge 

F._____, dass er kurz überlegen müsse, und führte dann aus, dass dies ein Ver-

gleich gewesen sei. Er habe dem Kläger argentinische Obligationen reingetan 

und die seien bekanntlich zahlungsunfähig geworden. Er könne sich aber nicht 

mehr daran erinnern, dass er dem Kläger Fr. 20'000.- überwiesen habe. Es könne 

sein, dass er diesem Wertschriften statt Geld gegeben habe (Prot. I S. 116). Auf 

Vorhalt der Behauptung des Klägers, dass er, der Zeuge, das so vereinbart habe, 

weil er das Mandat nicht so geführt hätte, wie der Kläger das gewollt hätte, sagte 

der Zeuge, dass das jeder Klient sage, der nicht zufrieden sei. Er wisse noch, 

dass er den Vergleichsbetrag bezahlt habe, weil er keinen Prozess gewollt habe. 

Er habe es als eine Möglichkeit in Betracht ziehen müssen, dass der Kläger vor 

Gericht gehen würde.  

Auf die Frage, ob er sich noch erinnern könne, wie er den Kläger hinsichtlich sei-

nes fachlichen Wissens eingeschätzt habe, sagte der Zeuge, dass er nicht der 

erste Anlageberater des Klägers gewesen sei. Der Kläger habe davor bereits mit 

anderen zusammengearbeitet. Offensichtlich sei er mit denen nicht zufrieden ge-

wesen. Es sei sicher kein Neuland für den Kläger gewesen. Er nehme an, dass 

- 38 - 

der Kläger die Anlagen und Produkte verstanden habe, weil er laufend Auszüge 

von den verwalteten Depots usw. erhalten habe und er ihn darüber nie etwas 

Spezielles gefragt habe (Prot. I S. 116 f.). Er habe den Eindruck gehabt, dass der 

Kläger verstanden habe, um was es gehe. Allein von dessen Beruf her habe er 

das gedacht. Der Kläger sei ja ein Profi in diesen Dingen und habe mit Immobilien 

gehandelt. Kaufmännisch sei er bewandert gewesen. Er habe den Eindruck ge-

habt, der Kläger kenne sich mit diesen Produkten gut aus. Er könne sich noch an 

einen Einzelfall erinnern, als er einmal einen Optionsschein auf steigende Zinsen 

gekauft habe und er das mit dem Kläger besprochen habe. Der Kläger habe dann 

gesagt, dass das gut sei, er glaube auch, dass die Zinsen steigen würden (Prot. I 

S. 118). Er sei davon überzeugt, dass der Kläger die Unterschiede zwischen ver-

schiedenen Anlageformen wie "ausgewogen", "defensiv" oder "Aktien" gekannt 

habe. Sie hätten am Anfang darüber gesprochen, wie er investieren sollte, ob in 

Aktien oder Obligationen. Das Verhältnis zum Kläger sei einigermassen normal 

gewesen. Solange es gut gelaufen sei, habe es keine Reklamationen gegeben, 

wenn es schlecht gelaufen sei, schon. Wie es halt so sei (Prot. I S. 119). Auf die 

Frage, ob aus seiner Sicht die Vorwürfe, dass er gegen den Vertrag verstossen 

habe, damals zutreffend gewesen seien, sagte der Zeuge klar: "Nein, der Vorwurf 

war nicht berechtigt" (Prot. I S. 119). Auf Ergänzungsfrage, warum der Kläger ihn, 

den Zeugen, engagiert habe, wenn er selbst drausgekommen sei, sagte der Zeu-

ge, dass ein Vermögensverwalter nichts Aussergewöhnliches sei. Es sei absolut 

normal, dass auch eine Person, die drauskomme, einen Vermögensverwalter 

brauche (Prot. I S. 120). Auf die Frage, ob der Kläger eher ein risikofreudiger oder 

-scheuer Anleger gewesen sei, sagte der Zeuge, dass man dies den Kläger selbst 

fragen müsse. Der Kläger habe gesagt, er sei zufrieden mit vier Prozent plus im 

Jahr, daran könne er sich erinnern (Prot. I S. 121). Auf Ergänzungsfrage des klä-

gerischen Rechtsvertreters, wie aus seiner Sicht in diesen Jahren Obligationen 

rentiert hätten, sagte der Zeuge F._____, er habe Argentinien-Bonds gekauft, weil 

die damals sieben Prozent Rendite gehabt hätten. Er habe sich verschätzt mit Ar-

gentinien. Die seien dann ja Pleite gegangen. Die Schweizer Obligationen hätten 

damals nicht viel Gewinn abgeworfen. Wie viel genau, wisse er nicht mehr. Es 

- 39 - 

habe ein "auf und ab" gegeben. Die Zinsen seien kontinuierlich etwas zurückge-

gangen, wenn er sich nicht täusche (Prot. I S. 122).  

Die Ausführungen des Zeugen F._____ sind in sich stimmig und durchwegs sach-

lich. Er erinnert sich an ein besonderes Detail (Optionsschein auf steigende Zin-

sen), anhand dessen er die vertiefte Sachkunde des Klägers erklären konnte. Er 

hat klar deklariert, dass er immer noch der Ansicht ist, dass die Vorwürfe des Klä-

gers ihm gegenüber nicht stichhaltig gewesen sind, aber er den Vergleichsbetrag 

bezahlt hat, weil er damit rechnen musste, dass der Kläger klagt. Seine Äusse-

rung zur Kundenzufriedenheit bzw. -unzufriedenheit, welche vom Wertzuwachs 

der getätigten Anlagen abhängt, zeigt, dass er durchaus realistisch ist, liefert aber 

keinen Hinweis auf eine allfällige Befangenheit.  

7.12.7. Der Zeuge I._____ wurde am 8. November 2018 befragt und auf seine 

Wahrheitspflicht sowie auf das Zeugnisverweigerungsrecht hingewiesen (Prot. I 

S. 128). Er führte aus, dass der Kläger ein ehemaliger Kunde von ihm gewesen 

sei, er aber mit diesem nicht persönlich zu tun gehabt habe. Es sei eine Ge-

schäftsbeziehung betreffend das Vermögensverwaltungsmandat gewesen. Es 

treffe zu, dass das Verhältnis zum Kläger in einer Forderung von diesem gegen 

ihn geendet habe. Er sei aber in der Lage, neutral und wahrheitsgemäss auszu-

sagen (Prot. I S. 129 f.). Das Mandat für den Kläger habe sehr lange gedauert, 

denn es habe 1993 begonnen und bis 2011 gedauert. Bis zum Jahr 2008 sei alles 

sehr toll verlaufen und das Kapital habe sich mehr als verdoppelt. Dann habe es 

einen Einbruch im Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise gegeben. Im Zu-

sammenhang mit einer Veränderung der Offshore-Gesellschaft, in der das Ver-

mögen gewesen sei, sei ein neuer Vertrag diskutiert worden. Dort sei der Kläger 

dann offensichtlich mit RA Prof. X._____ in Verbindung gekommen. Es sei dann 

zur Diskussion gekommen, dass sie Retrozessionen abliefern müssten. Das Gan-

ze sei dann noch auf die Führung von Mandaten ausgeweitet worden. Ihnen sei 

vorgeworfen worden, sie hätten den Klienten nicht genügend über die Risiken 

aufgeklärt bzw. sie hätten diesen aufgeklärt und dieser sei gar nicht in der Lage 

gewesen, ihre Aufklärungen zu verstehen, weil dieser ja als, er glaube, gelernter 

Schreibmaschinenmechaniker, dem nicht habe folgen können (Prot. I S. 130). Der 

- 40 - 

Zeuge bestätigte, dass er nicht für den Kläger persönlich das Mandat geführt ha-

be, sondern dass das Gefässe gewesen seien, die einfach vom Kläger beherrscht 

worden seien. Die Bank habe eine liechtensteinische Stiftung für den Kläger er-

öffnet. Das sei die Familienstiftung "N._____" gewesen. Das Problem sei gewe-

sen, dass liechtensteinische Stiftungen nicht in amerikanische Wertpapiere hätten 

investieren können, weil es keine Persönlichkeiten in dem Sinne gewesen seien. 

Darum habe man zu einem späteren Zeitpunkt eine Panama-Gesellschaft ge-

gründet. Diese habe quasi als Anlagevehikel der N._____ gedient. Für diese Ge-

fässe habe er die ganze Vermögensverwaltung gemacht, wobei diese auf die 

Wertschriftenportfolios eingeschränkt gewesen sei. In Bezug auf das Risiko und 

die Strategie führte der Zeuge aus, dass die Firma, die er geführt habe, dafür be-

kannt gewesen sei, dass sie Spezialisten für nicht konventionelle Anlagen seien. 

Zuerst seien sie sehr stark in Schweizer Immobilienfonds investiert gewesen und 

in den Nuller-Jahren habe sich das sukzessive verlagert auf Emerging Markets. 

Das und ganz speziell Vietnam sei ihre eigentliche Spezialität gewesen (Prot. I 

S. 131).  

Im Portfolio seien vor allem Emerging Market Fonds mit Schwergewicht Vietnam 

gewesen. Das sei mit dem Kunden so abgesprochen gewesen. Man habe sich mit 

dem Kunden mindestens zwei Mal im Jahr, zum Teil auch öfters, für stundenlange 

Gespräche über Makro/Mikro, Asien, Vietnam im Speziellen usw. getroffen. Sie 

hätten jedes halbe Jahr einen Rechenschaftsbericht verfasst, in dem alles noch 

schriftlich festgehalten gewesen sei. Den Bericht hätten sie dem Kläger zur Ver-

fügung gestellt. Aus ihrer Sicht hätten sie deshalb der Aufklärungspflicht mehr als 

Genüge getan. Der Vorwurf sei ja nicht gewesen, dass sie den Kläger nicht auf-

geklärt hätten, sondern dass er gar nicht habe aufgeklärt werden können, weil er 

diese wirtschaftlich-ökonomischen Zusammenhänge nicht habe verstehen kön-

nen. Auf die Frage, ob sich der Kläger aus Sicht des Zeugen mit den Anlagestruk-

turen und den Produkten ausgekannt habe und ihn (den Zeugen) verstanden ha-

be, sagte der Zeuge, aufgrund ihrer Gespräche und der Fragen, die der Kläger 

gestellt habe, sei dies eindeutig der Fall gewesen (Prot. I S. 132). Der Kläger ha-

be sicher einiges verstanden. Dieser habe sein Vermögen als selbständiger Ge-

schäftsmann mit Immobilien gemacht. Dieser sei vor Urzeiten Schreibmaschi-

- 41 - 

nenmechaniker gewesen, wenn er es richtig im Kopf habe. Aufgrund der Frage 

des Klägers sei er der Meinung gewesen, dass dieser ein recht gutes Finanzwis-

sen habe. Der Kläger habe die Entwicklung der Märkte gekannt und volkswirt-

schaftliche Entwicklungen verfolgt und auch verstanden. Dies gelte auch für den 

Bereich, bei dem es um verschiedene Anlagen gegangen sei (Prot. I S. 133).  

Nach Ausführungen des Zeugen zu Satellites- und Core-Investments und ent-

sprechenden Risiken und auf Frage der Referentin, ob er das mit dem Kläger et-

wa so diskutiert habe, wie er das eben gemacht habe, sagte der Zeuge, dass sie 

viel eingehender diskutiert hätten. Die Gespräche mit dem Kläger hätten nie we-

niger als eine Stunde gedauert und seien zum Teil bis zu drei Stunden gegangen. 

Er rede natürlich nicht drei Stunden auf jemanden ein, ohne dass etwas zurück-

komme. Es sei ein reger Gedankenaustausch mit Frage, Antwort usw. gewesen. 

Er habe deshalb die Klage nicht verstanden. Ihnen sei der Vorwurf gemacht wor-

den, der Kläger habe gar nicht verstehen können, was sie gesagt hätten. Ent-

sprechend hätten sie ihrer Aufklärungspflicht halt doch nicht Genüge getan (Prot. 

S. 133 f.). Es sei immer behauptet worden, der Kläger sei gar nicht risikofreudig 

gewesen. Sie hätten im Prinzip, aber eben zu spät den Beweis erbringen können, 

dass das nicht stimme. Der Kläger habe zum Beispiel im Jahr 1999, als sie sich 

geweigert hätten, in sogenannte Dotcom-Unternehmen zu investieren, einen ge-

wissen Betrag abgezogen und selbst Dotcom-Aktien gekauft. Ein bis zwei Jahre 

seien von dieser halben Million schätzungsweise Fr. 50'000.- wieder zurückge-

kommen. Das wisse er konkret aus Gesprächen mit dem Kläger. Dieser habe das 

Geld abgezogen, weil er, der Zeuge, sich geweigert habe, solche Unternehmen 

zu kaufen. Er, der Zeuge, sei ein Value-Investor und nicht ein Momentum-Investor 

und entsprechend habe er in keine Dotcom-Unternehmen investiert, weder für 

den Kläger noch für andere Kunden (Prot. S. 134 f.). Er selber habe keine diesbe-

züglichen Dokumente gesehen, aber der Kläger und er hätten darüber gespro-

chen, dass der Kläger das gemacht habe. Er wisse nicht mehr, ob der Kläger al-

leine, oder gemeinsam mit einem Vermögensverwalter, diese Investitionen getä-

tigt habe. Das liege etwa 18 Jahre zurück. Der Kläger habe ja auch bei einem an-

deren Vermögensverwalter in argentinische Obligationen, also sogenannte high-

risk/high Coupon-Obligationen investiert. Das sei im Jahr 2002 ziemlich schlecht 

- 42 - 

herausgekommen. Argentinien sei ja praktisch bankrott gewesen. Der Kläger ha-

be also nicht risikolose Papiere gesucht, obwohl er behauptet habe, er habe nie 

Risiko gewollt. Zwischen dem, was der Kläger gesagt habe im Nachhinein, und 

dem was dieser gemacht habe, habe es eine relativ grosse Diskrepanz gegeben.  

Was sie für den Kläger getan hätten, seien reine "Plain Vanilla", wie man dem sa-

ge, gewesen. Anlagefonds long only, country fonds. Man habe in einen Fonds in-

vestiert, anstatt in 20 bis 40 Aktien. Dieser sei dann in sich selber wieder diversifi-

ziert gewesen. Das sei aber überhaupt nicht schwierig zu verstehen gewesen. 

Weil es schwierig gewesen wäre, die nötige Diversifikation über Einzelanlagen zu 

erreichen, habe man Fonds gekauft. Das habe der Kläger aus seiner Sicht ver-

standen (Prot. I S. 135). Auf die Frage, ob er den Eindruck gehabt habe, dass der 

Kläger sich auf dem Finanzmarkt bereits ausgekannt habe, als dieser zu ihm ge-

kommen sei, sagte der Zeuge, dass es damals ganz spezifisch um Immobilien-

fonds gegangen sei. Er sei durch Berichte in Finanz- und Wirtschaftsmagazinen 

wie Handelszeitung, Bilanz, NZZ usw. bekannt gewesen als Immobilien-Fonds-

Spezialist in der Schweiz. Deshalb sei die Diskussion zum damaligen Zeitpunkt 

spezifisch um Immobilien gegangen. Da habe der Kläger sowieso ein grosses 

Fachwissen gehabt, denn dieser habe aktiv Immobilien gehandelt und Finanzie-

rungsgeschäfte in Zusammenhang mit Immobilien getätigt. Bei dem, was sie da-

mals besprochen hätten, sei der Kläger absolut ein ebenbürtiger Gesprächs-

partner gewesen. Das Mandat habe sich dann entwickelt, weil irgendwann einmal 

die Immobilienfonds ausgereizt gewesen seien. Man habe andere Anlagen ge-

sucht und über andere Themen gesprochen. Die Dotcom-Krise sei ein bisschen 

eine Zäsur gewesen. Von da an habe die Zentralbank begonnen, die Märkte mit 

Liquidität überzuversorgen. Entsprechend hätten sie begonnen gewissen Anlagen 

zu meiden. Speziell seien sie der Meinung gewesen, dass eine Realwertstrategie 

verfolgt werden sollte. Dass man also nicht in Obligationen anlege, weil der Markt 

der Währungen durch die Zentralbanken ganz bewusst und systematisch "ausge-

höhlt" werde. Zeitlich sei das um die Jahrtausendwende gewesen, als er sich, 

ausgehend von den Immobilienfonds, anders orientiert habe (Prot. I S. 136). Auf 

entsprechende Frage führte der Zeuge weiter aus, dass er eigentlich überzeugt 

gewesen sei, dass der Kläger sich über die Jahre ein ziemlich gutes Wissen zu 

- 43 - 

Emerging Markets allgemein und Vietnam im Speziellen habe aneignen können. 

Zu Vietnam habe er nicht nur in den halbjährlichen Rechenschaftsberichten, die 

sie verschickt hätten, sondern auch in Zusatzberichten, die sie gemacht hätten, 

wenn er wieder da gewesen sei, informiert. Der Kläger habe darauf jeweils mit 

Fragen wieder geantwortet. Aus diesen Fragen habe er eigentlich schliessen 

müssen, dass der Kläger wisse, um was es gehe (Prot. I S. 137).  

Die Frage, ob der Kläger aus seiner Sicht ein erfahrener Investor gewesen sei, 

bejahte der Zeuge und präzisierte, dass, wenn er die Palette seiner Kunden an-

schaue, die er gehabt habe, der Kläger sicher im Drittel der bestinformierten Kun-

den gewesen sei und sich ja auch aktiv interessiert habe. Es habe Kunden gege-

ben, die habe er vielleicht alle zwei Jahre gesehen. Den Kläger habe er dagegen 

bestimmt zwei Mal im Jahr, wenn nicht mehr, gesehen. Der Kläger habe Fragen 

gestellt, während andere einfach entgegengenommen hätten, was er geschickt 

habe. Der Kläger sei also nicht nur ein aktiver Investor gewesen, der wirtschaftli-

che Entwicklungen mitverfolge, sondern auch das Portfolio sei regelmässig mitei-

nander eingehend diskutiert worden (Prot. I S. 137 f.). Der Kläger habe auch Vor-

schläge von ihm abgelehnt, denn es sei nicht so gewesen, dass dieser zu allem 

"Ja und Amen" gesagt hätte. Sie hätten Diskussionen gehabt und gewisse Dinge 

hätten dem Kläger weniger eingeleuchtet und gewisse mehr. Wenn der Kläger 

gesagt habe "lieber nicht", dann habe er gesagt "OK" und das nicht gemacht. 

Die Ergänzungsfrage, ob er mit dem Kläger auch über strukturierte Produkte ge-

sprochen habe, bejahte der Zeuge und führte aus, dass sie selber für diesen im 

Jahr 2006, glaube er, strukturierte Produkte gemacht hätten. Also spezifisch kapi-

talgarantierte Produkte. Diese hätten sie mit dem Kläger besprochen. Es seien 

auch relativ einfache Produkte. Auf den Verfall hin habe man gewusst, was zu-

rückkomme, weil sie mit einem Zero Bond unterlegt gewesen seien. Sie selber 

hätten für den Kläger nie Reverse Convertibles gemacht, er wisse aber, dass der 

Kläger in viele solche über einen anderen Vermögensverwalter oder selber inves-

tiert habe. Dort gebe es natürlich auch ganz verschiedene Konstrukte. Auf die 

Frage, ob der Kläger gewusst habe, dass es auch solche Produkte gebe, die nur 

teilweise oder bedingt Kapitalschutz hätten, sagte der Zeuge, dass sie das disku-

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tiert hätten. Eines ihrer Produkte hätte dann auch nicht mehr 100 Prozent Kapital-

garantie gehabt, sondern 95 oder 90 Prozent. Das habe man diskutiert. Aufgrund 

der tiefen Zinsen habe ein Zero Bond jetzt halt nicht mehr den gleichen Schutz 

wie vorher, als die Zinsen noch höher gewesen seien. Auf die Ergänzungsfrage, 

ob der Kläger gewusst habe, was das heisse, wenn die Barriere breche, sagte der 

Zeuge, dass er meine, dass sie das mit dem Kläger diskutiert hätten, weil sie 

eben gesagt hätten, "dass, wenn ich eine Aktie haben will, ich eine Aktie kaufe, 

und wenn ich eine Obligation haben will, ich die Obligation kaufe". Eine Put-

Option zu kaufen, sei aber nicht das, was er empfehle. Seit 2008 habe der Kläger 

es sicher 100 Prozent gewusst. Weil er dann ja plötzlich ein Aktien-Portfolio ge-

habt habe (Prot. I S. 149).  

Diese sachlichen und in sich stimmigen Ausführungen des Zeugen I._____ zei-

gen, dass er mit dem Kläger über diverse Produkte sprach und aufgrund dieser 

offenbar oft stundenlangen Diskussionen der Meinung war, dass der Kläger ver-

stand, von was sie sprachen. Nachvollziehbar schilderte der Zeuge I._____, wie 

sich über die Jahre ihr Anlagefeld von Immobilien weg hin zu Anlagen in Schwel-

lenländer verschob und wie der Kläger, der dann in Asien wohnte, die wirtschaftli-

chen Entwicklungen verfolgte und auch deuten konnte.  

7.12.8. Der Kläger weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass er in Bezug 

auf das von ihm so bezeichnete "Reverse Convertibles"-Depot, womit das streit-

gegenständliche Depot gemeint sei, zum Zeugen I.