# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0043646-182c-5593-b994-18b62435800c
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-07
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Solaranlage auf Schutzobjekt in der Landwirtschaftszone.
**Docket/Reference:** BRGE II Nrn. 0164-0165/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_II_0164-0165_2017_554.pdf

## Full Text

BRGE II Nrn. 0164 und 0165/2017 vom 7. November 2017 in BEZ 2018 Nr. 3 

3. Das Baugrundstück liegt am Siedlungsrand des Weilers H und befindet 
sich  gemäss  geltender  Bau-  und  Zonenordnung  der  Stadt  X  (BZO)  in  der 
Landwirtschaftszone. Es ist mit dem Ökonomiegebäude Assek.-Nr. 1 überstellt, 
welches  zusammen  mit  dem  Wohnhaus  Assek.-Nr. 2  auf  dem  Grundstück 
Kat.-Nr. 1 und dem Wohnhaus Assek.-Nr. 3 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 2 mit 
verwaltungsrechtlichem  Vertrag  vom  15. März  2012  in  Anwendung  von  § 205 
lit. d  PBG  unter  Schutz  gestellt  wurde.  Mit  Verfügung  der  Baudirektion  vom 
25. März 2015 und Beschluss der Baukommission X vom 14. April 2015 wurde 
der  Bauherrschaft  die  Bewilligung  zum  Umbau  und  zur  Umnutzung  der 
Scheune  zu  Wohnzwecken  erteilt.  Die  Bauherrschaft  beabsichtigt,  die 
südöstliche Dachfläche der Scheune mit einer vollflächigen Indach-Solaranlage 
einzudecken. 

4.1 Der Rekurrent macht geltend, das Bauvorhaben sei mit dem vertraglich 
vereinbarten Schutzzweck nicht vereinbar. Der Schutzvertrag halte explizit fest, 
dass  die  Gestaltung  der  Fassaden,  der  Dächer  und  deren  Materialisierung 
möglichst  zu  erhalten  seien.  Laut  dem  im  Hinblick  auf  die  Unterschutzstellung 
eingeholten  Gutachten  der  kantonalen  Denkmalpflegekommission  (nach-
folgend: KDK-Gutachten) sei die einheitliche und geschlossene Dachfläche ein 
prägendes  Element  der  Scheune,  das  bei  einer  Renovation  integral  ge-
schlossen  erhalten  bleiben  und  wieder  mit  einer  Eindeckung  mit 
Biberschwanzziegeln  versehen  werden  müsse.  Die  projektierte  Solaranlage 
widerspreche daher dem Kerngehalt der Regelung im Schutzvertrag. Bereits in 
der  Bewilligung  der  Baudirektion  vom  25.  März  2015  betreffend  Umbau  und 
Nutzungsänderung  der  Scheune  zu  Wohnzwecken  sei  darauf  hingewiesen 
worden,  dass  die  äussere  Erscheinung  und  die  bauliche  Grundstruktur  des 
Gebäudes  im  Wesentlichen  unverändert  erhalten  bleiben  müssten.  Ferner 
beeinträchtige die geplante Solaranlage auch die Fernwirkung des geschützten 
Ensembles, zu dem die streitgegenständliche Scheune gehöre, ebenso wie die 
Nahwirkung  der  ausgesprochen  landwirtschaftlich  geprägten  Häusergruppe. 
Die  Baubewilligung  für  die  Errichtung  der  Solaranlage  sei  daher  zu  Unrecht 
erteilt worden, weshalb die angefochtenen Entscheide aufzuheben seien. 

4.2 Die kommunale Vorinstanz ist demgegenüber der Ansicht, die geplante 
Solaranlage  sei  mit  dem  Schutzzweck  vereinbar.  Die  Regel  im  Schutzvertrag, 
wonach  die  Gestaltung  der  Fassaden,  der  Dächer  und  deren  Materialisierung 
möglichst  zu  erhalten  seien,  werde  nicht  verletzt.  Die  Gestaltung  der 
Dachfläche  werde  nicht  verändert.  Die  Änderung  der  Materialisierung  sei  ein 
Eingriff  von  geringer  Natur  und  vertretbar,  zumal  die  Formulierung  «möglichst 
zu  erhalten»  eine  Veränderung  der  Dachfläche  oder  der  Materialisierung  nicht 
explizit ausschliesse. 

Ferner  sei  zu  berücksichtigen,  dass  die  zur  Beurteilung  der  Bewilligungs-
fähigkeit  von  Solaranlagen  einschlägigen  Rechtsgrundlagen  nach  dem 
Abschluss  des  Schutzvertrages  im  Jahre  2012  geändert  hätten.  So  seien  am 
1. Mai  2014  die  revidierten  Fassungen  von  Art. 18a  des  Raumplanungs-
gesetzes (RPG) und von Art. 32a der Raumplanungsverordnung (RPV) in Kraft 
getreten,  was  auch  entsprechende  Änderungen  des  PBG  und  weiteren 

 
 
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Erlassen  nach  sich  gezogen  habe.  § 238  Abs. 4  PBG  sehe  nun  vor,  dass 
sorgfältig in Dach- und Fassadenflächen integrierte Solaranlagen zu bewilligen 
seien, sofern nicht überwiegende öffentliche Interessen entgegen stünden. Der 
Leitfaden des Amtes für Raumentwicklung (ARE) betreffend Solaranlagen halte 
zu  den  Gestaltungsanforderungen  für  Solaranlagen  in  Schutzzonen  fest,  dass 
von  Solaranlagen  innerhalb  der  genannten  Schutzzonen  keine  wesentliche 
Beeinträchtigung  ausgehen  dürfe,  aber  eine  Interessenabwägung  im  Einzelfall 
im  Rahmen  des  Baubewilligungsverfahrens  unter  dem  Aspekt  der  sorgfältigen 
Integration  gemäss  § 238  Abs. 4  PBG  durch  die  zuständige  Baubewilligungs-
behörde  vorzunehmen  sei.  Diese  Interessenabwägung  dürfe  nicht  restriktiver 
sein,  als  die  Anforderungen  nach  Art. 32a  Abs. 1  RPV,  womit  Solaranlagen 
auch  in  Schutzzonen  zu  bewilligen  seien,  wenn  Art. 32a  Abs. 1  RPV  einge-
halten  sei.  Da  die  geplante  Solaranlage  diese  Anforderungen  erfülle,  sei  sie 
bewilligungsfähig. 

Auch habe die geplante Solaranlage weder eine Beeinträchtigung der Nah- 
oder  Fernwirkung  zur  Folge,  noch  könne  von  einer  wesentlichen  Beeinträchti-
gung  der  Schutzzone  gesprochen  werden.  Ein  überwiegendes  öffentliches 
Interesse,  das  der  Solaranlage  entgegenstehe,  sei  nicht  ersichtlich.  Vielmehr 
sei es der Wille des Gesetzgebers, Solaranlagen zu fördern. 

4.3  Der  private  Rekursgegner  bringt  zusammengefasst  wiedergegeben 
vor,  es  bestehe  kein  denkmalpflegerisches  Interesse  am  Erhalt  der  Substanz 
der Dachflächen, da diese neueren Datums sei und nicht dem Originalzustand 
entspreche. Die Dachfläche sei nicht wegen der Ziegel schützenswert, sondern 
wegen  der  von  weither  sichtbaren,  markanten  einheitlichen  Dachfläche  ohne 
Aufbauten. Im KDK-Gutachten werde nur der Situationswert hervorgehoben, ein 
erhöhter  Eigenwert  bestehe  demgegenüber  nicht.  Überhaupt  könne  sich  das 
KDK-Gutachten  nur  zur  Schutzwürdigkeit  äussern.  Die  darauf  gestützte 
Bestimmung  des  Schutzumfanges  und  die  Verhältnismässigkeitsprüfung  sei 
Sache der Behörde. 

Die  Bestimmung  des  Schutzvertrages,  wonach  das  Dach  möglichst  zu 
erhalten  sei,  sei  nicht  restlos  klar  und  damit  auslegungsbedürftig.  Der 
technische  Fortschritt,  der  es  mittlerweile  erlaube,  Solaranlagen  reflexionsarm 
in  die  Dachfläche  zu  integrieren  und  deren  Erscheinungsbild  damit  nicht 
wesentlich  zu  verändern,  sei nicht berücksichtigt  worden.  Die  Vorinstanz  habe 
daher  eine  Auslegung  der  fraglichen  Bestimmung  und  eine  Interessen-
abwägung vorgenommen und dabei zu Recht auf den Schutzzweck abgestellt. 
Dieser  habe  nicht  die  Erhaltung  der  Substanz  zum  Gegenstand,  sondern  die 
Fernwirkung,  die  dem  markanten  Dach  zukomme.  Die  geplante  Indach-
Solaranlage führe daher nicht zu einer Beeinträchtigung des Schutzzwecks. 

Trotz  Schutzvertrag  seien  die  Bestimmungen  des  RPG  und  des  PBG 
massgebend.  Die  Erteilung  der  Baubewilligung  und  die  dabei  vorzunehmende 
Auslegung  von  Schutzbestimmungen  stellten  einen  Akt  der  Rechtsanwendung 
dar,  bei  dem  das  geltende  Recht  zu  berücksichtigen  sei.  Die  Vorinstanz  sei 
daher  verpflichtet  gewesen,  das  erhöhte  öffentliche  Interesse  an  Solaranlagen 
zu  berücksichtigen.  Nach  Art. 18a  RPG  sei  für  eine  genügend  angepasste 
Solaranlage  grundsätzlich  keine  Bewilligung  mehr  nötig.  Nur  wenn  diese  in 

 
 
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einer  vom  Kanton  definierten  Schutzzone  gemäss  Art. 18a  Abs. 2  lit. b  RPG 
liege  oder  auf  Denkmälern  von  kantonaler  oder  nationaler  Bedeutung 
angebracht  werden  sollen,  seien  sie  noch  bewilligungspflichtig.  Wann 
Solaranlagen  genügend  angepasst  seien,  regle  Art. 32a  Abs. 1  RPV.  Die 
vorliegend  zu  beurteilende  Solaranlage  erfülle  die  dort  statuierten  Voraus-
setzungen. 

Was  den  Antrag  auf  Verpflichtung  der  Bauherrschaft  zur  Eindeckung  des 
Daches  mit  Biberschwanzziegeln  betreffe,  so  sei  auf  diesen  nicht  einzutreten, 
da  die  Eindeckung  des  Daches  nicht  Streitgegenstand  der  angefochtenen 
Entscheide und daher auch nicht Rekursgegenstand sei. 

in  Bau-  und  Landwirtschaftszonen 

5. Gemäss § 2a lit. a der Bauverfahrensordnung (BVV) sind Solaranlagen 
auf  Dächern 
im  Bereich  von 
Schutzanordnungen  bewilligungspflichtig.  Als  Schutzanordnung  gilt  auch  die 
Unterschutzstellung  durch  Vertrag  im  Sinne  von  § 205  lit. d  PBG  (vgl.  Irene 
Widmer,  Melde-  und  Baubewilligungspflicht  von  Solaranlagen,  PBG  aktuell 
2016/4  S.  5,  11).  Das  vorliegend  streitbetroffene  Gebäude  wurde  mittels 
verwaltungsrechtlichem  Vertrag  vom  15. März  2012  unter  Schutz  gestellt  und 
unterliegt daher der Bewilligungspflicht. (…) 

6.1 Reicht eine Bauherrschaft ein Bauprojekt ein, das ein Schutzobjekt im 
Sinne von § 203 Abs. 1 PBG betrifft, ist die zuständige Behörde verpflichtet, die 
Schutzzielverträglichkeit des Bauvorhabens zu prüfen. Eine Baubewilligung darf 
nur  erteilt  werden,  wenn  sich  das  Bauvorhaben  als  mit  dem  Schutzzweck 
vereinbar  erweist.  Ob  dies  der  Fall  ist,  ist  bei  durch  Vertrag  geschützten 
Objekten  primär  anhand  des  vertraglich  vereinbarten  Schutzumfangs  bzw. 
Schutzzwecks  zu  prüfen.  Haben  im Vorfeld der Unterschutzstellung  gutachter-
liche  Abklärungen  stattgefunden,  sind  diese  konkretisierend  heranzuziehen. 
Soweit  erforderlich,  ist  auch  die  der  Unterschutzstellung  zugrunde  liegende 
Vorgeschichte zu beachten. 

6.2 Laut Schutzvertrag vom 15. März 2012 sind die äussere Gestaltung der 
Fassaden, der Dächer und deren Materialisierung möglichst zu erhalten. Damit 
ist  die  Materialisierung  der  Dachfläche  ausdrücklich  vom  vertraglich 
festgelegten Schutzumfang erfasst. Dies spricht schon vom Wortlaut her gegen 
die  Auffassung  des  privaten  Rekursgegners,  wonach  die  Dachfläche  nicht 
wegen  der  Ziegel  schützenwert  sei,  sondern  lediglich  wegen  der  von  weither 
sichtbaren,  markanten  und  einheitlichen  Dachfläche.  Zum  gleichen  Ergebnis 
gelangt  man  bei  einer  teleologischen  Auslegung  der  Formulierung.  Entgegen 
der Ansicht des privaten Rekursgegners erschöpft sich der Zweck des Schutzes 
der Materialisierung der Dachfläche keineswegs im Erhalt der Originalsubstanz 
der derzeitigen Dacheindeckung. Vielmehr bezweckt diese auch den Erhalt des 
ursprünglichen  Erscheinungsbildes,  nämlich  einer  Scheune,  deren  Dachein-
deckung  aus  dem  Material  Ziegel  besteht.  Die  Rüge,  es  bestehe  kein 
denkmalpflegerisches  Interesse  am  Erhalt  der  Substanz  der  Dachflächen,  da 
diese  neueren  Datums  sei  und  nicht  dem  Originalzustand  entspreche,  stösst 
daher  ins  Leere.  Die  Auffassung,  dass  die  vom  Schutzumfang  erfasste 
Materialisierung  der  Dachfläche  auch  den  Erhalt  des  ursprünglichen 
Erscheinungsbildes  bezweckt,  wird  zusätzlich  durch  die  Erwägungen  im  KDK-

 
 
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Gutachten  untermauert.  Entgegen  den  Ausführungen  des  privaten 
Rekursgegners  attestiert  das  Gutachten  dem  Schutzobjekt  nicht  bloss  einen 
Situationswert,  sondern  auch  einen  Eigenwert.  So 
lässt  sich  diesem 
entnehmen,  dass  die  Scheune  den  Ort  wesentlich  präge  und  bestimme 
typischer  Vertreter  von  Zweckbauten  dieser 
(Situationswert)  und  ein 
Entstehungszeit  sei  (Eigenwert).  Demnach  kommt  dem  Schutzobjekt  auch  ein 
denkmalpflegerischer  Eigenwert  zu,  nämlich  die  laut  Gutachten  wichtige 
Zeugenschaft  für  «Zweckbauten  dieser  Entstehungszeit»  (1843).  Mit  der 
Installation  der  Solaranlage  wird  nun  aber  diese  Zeugenschaft  zweifellos 
beeinträchtigt, stellt diese doch ein «zeitfremdes» Element dar. 

Nicht zu überzeugen vermag die Auffassung der kommunalen Vorinstanz, 
wonach  die  Änderung  der  Materialisierung  der  Dacheindeckung  lediglich  ein 
Eingriff  von  geringer  Natur  sei.  In  Anlehnung  an  die  bundesgerichtliche 
Rechtsprechung  zur  wesentlichen  Beeinträchtigung  von  Kultur-  und 
Naturdenkmäler von kantonaler oder nationaler Bedeutung durch Solaranlagen 
(Art. 18a  Abs. 3  RPG)  ist  bei  der  Beurteilung  der  Tragweite  eines  baulichen 
Eingriffs an einem kommunalen Schutzobjekt auf das Kriterium abzustellen, ob 
die  geplante  Solaranlage  das  Schutzobjekt  in  jenen  Bereichen  trifft,  die  es 
einzigartig oder charakteristisch machen und aufgrund derer dem Objekt seine 
schutzwürdige Eigenschaft zukommt (BGr, 11. Mai 2016, 1C_179/2015, E. 6.4). 
Dies ist vorliegend beim Scheunendach und dessen Materialisierung zweifellos 
der  Fall,  da  beide  explizit  vom  vertraglich  festgelegten  Schutzumfang  erfasst 
sind.  Auch  das  der  Unterschutzstellung  zugrunde  liegende  KDK-Gutachten 
betont  die  Bedeutung  des  Daches  und  dessen  Materialisierung.  Diesem  lässt 
sich  entnehmen,  dass  die  streitbetroffene  Scheune  über  ein  von  weither 
sichtbares, markantes  Dach  verfügt, das  bei  einer Renovation möglichst  intakt 
bleiben, jedoch wieder mit einer Eindeckung mit Biberschwanzziegeln versehen 
werden  sollte.  Angesichts  der  guten  Einsehbarkeit,  der  Dimensionen  und  der 
Bedeutung  der  Dachfläche  kann  beim  vorliegenden  Bauvorhaben  daher  nicht 
mehr von einem Eingriff von geringer Natur gesprochen werden. 

Die  Vorinstanz  macht  weiter  geltend,  die  im  Schutzvertrag  verwendete 
Formulierung  «möglichst  zu  erhalten»  schliesse  eine  Veränderung  der 
Dachfläche oder deren Materialisierung nicht explizit aus. Dies ist vom Wortlaut 
her  zwar  zutreffend.  Die  Formulierung  ist  jedoch  im  Kontext  des  Schutz-
vertrages  zu  lesen,  der  den  Erhalt  der  Dachfläche  und  deren  Materialisierung 
bezweckt.  Sie  ist  so  zu  verstehen,  dass  von  der  Erhaltungspflicht  nur  dann 
abgewichen  werden  darf,  wenn  dies  zum  Erhalt  oder  zur  Nutzung  des 
Gebäudes unumgänglich ist. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn sich die 
integrale  Erhaltung  einzelner  Gebäudeteile  im  Nachhinein  aus  technischen 
Gründen als unmöglich erweist. Dass vorliegend solche Gründe bestehen, wird 
nicht  geltend  gemacht.  Laut  KDK-Gutachten  ist  der  Zustand  des  Gebäudes  - 
unter  Berücksichtigung  des  Alters  -  sehr  gut  und  das  Mauerwerk  und  die 
Holzkonstruktionen  von  Obergeschoss  und  Dach  sind  durchwegs 
im 
Originalzustand erhalten. 

Gegen  die  Erstellung  der  Solaranlage  spricht  schliesslich  auch  der 
Umstand,  dass  der  Bauherrschaft 
in 
Anwendung von Art. 24d Abs. 2 und 3 RPG eine Ausnahmebewilligung für den 

für  die  streitbetroffene  Scheune 

 
 
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Umbau und die Umnutzung zu Wohnzwecken erteilt wurde. Die Umnutzung des 
in  der  Landwirtschaftszone  gelegenen  Ökonomiegebäudes  war  nach  diesen 
Bestimmungen  nur  unter  der  Voraussetzung  zulässig,  dass  die  äussere 
Erscheinung und die bauliche Grundstruktur im Wesentlichen unverändert bleibt 
(Art. 24d  Abs. 3  lit. b  RPG).  Im  Wesentlichen  heisst,  dass  alle  Merkmale, 
welche  die  Schutzwürdigkeit  ausmachen,  zu  erhalten  sind  (Rudolf  Muggli, 
Praxiskommentar  RPG:  Bauen  ausserhalb  der  Bauzone,  hrsg.  von  Heinz 
Aemisegger/Pierre  Moor/Alexander  Ruch/Pierre  Tschannen,  2017,  Art. 24d 
RPG  Rz.  30).  Dass  die  Dachfläche  und  deren  Materialisierung  ein  solches 
Merkmal  darstellt,  wurde  bereits  ausgeführt.  Dementsprechend  steht  der 
Bewilligung  der  Solaranlage  auch  die  kantonale  Umnutzungsbewilligung 
entgegen. 

6.3  Die  Vorinstanz  und  der  private  Rekursgegner  machen  weiter geltend, 
bei  der  Beurteilung  der  Bewilligungsfähigkeit  des  Bauvorhabens  seien  der 
technische  Fortschritt  und  die  revidierten  Gesetzesbestimmungen  betreffend 
Solaranlagen zu berücksichtigen. 

Zutreffend  ist, dass  im  Rahmen  der gesetzgeberischen  Bestrebungen  der 
letzten Jahre, Solaranlagen auf der Ebene des Raumplanungsrechts weiter zu 
fördern, diverse Gesetzesbestimmungen revidiert oder neu geschaffen wurden. 
Insgesamt  hatten  diese  Revisionen  zum  Ziel,  den  Interessen  an  der  Nutzung 
der  Solarenergie  verstärktes  Gewicht  beizumessen,  insbesondere  gegenüber 
ästhetischen Anliegen. So gilt seit dem 1. Mai 2014 der revidierte Art. 18a RPG, 
wonach in Bau- und Landwirtschaftszonen auf Dächern genügend angepasste 
Solaranlagen  grundsätzlich  keiner  Bewilligung  mehr  bedürfen,  sondern  der 
zuständigen Behörde lediglich zu melden sind (Abs. 1). Wann eine Solaranlage 
als auf  einem  Dach  genügend  angepasst  gilt, führt Art. 32a Abs. 1  RPV  näher 
aus.  Wie  die  kommunale  Vorinstanz  und  der  private  Rekursgegner  zutreffend 
vorbringen,  erfüllt  die  streitgegenständliche  Solaranlage  diese  Anforderungen. 
Die  daraus  gezogene  Schlussfolgerung,  die  Solaranlage  sei  bewilligungsfähig, 
ist  jedoch  falsch.  Art. 32a  RPV  gilt  nur  für  bewilligungsfreie  Solaranlagen.  Die 
Bestimmung  ist  eine  Konkretisierung  von  Art. 18a  Abs. 1  RPG,  welcher 
seinerseits unter dem Vorbehalt von Art. 18a Abs. 2 RPG steht. Gemäss dieser 
Bestimmung kann das kantonale Recht in bestimmten Typen von Schutzzonen 
für  solche  (d.h.  auf  Dächern  genügend  angepasste)  Solaranlagen  eine 
Baubewilligungspflicht  vorsehen.  Wie  bereits  vorstehend  unter  Ziff. 5 
ausgeführt,  hat  der  Kanton  Zürich  gestützt  darauf  in  § 2a  lit. a  BVV  statuiert, 
dass  Solaranlagen  im  Geltungsbereich  einer  Schutzanordnung  bewilligungs-
pflichtig  sind  (zu  den  Begriffen  der  Schutzzonen  und  Schutzanordnungen  vgl. 
Irene  Widmer,  Melde-  und  Baubewilligungspflicht  von  Solaranlagen,  PBG 
aktuell  2016/4  S.  11  f.).  Die  von  der  Rekursgegnerschaft  angerufenen  revi-
dierten Gesetzesbestimmungen sind daher für den vorliegend zu beurteilenden 
Fall  einer  Solaranlage  auf  einem  kommunalen  Schutzobjekt  nicht  einschlägig. 
Soweit  sich  die  kommunale  Vorinstanz  sodann  auf  § 238  Abs. 4  PBG  beruft, 
verkennt  sie,  dass  auch  diese  Bestimmung  unter  dem  Vorbehalt  entgegen-
stehender  überwiegender  öffentlicher 
Interessen,  worunter  namentlich 
Interessen des Natur- und Heimatschutzes zu verstehen sind, steht. Dass sich 
die zu beurteilende Solaranlage vorliegend als mit diesen unvereinbar erweist, 
wurde  bereits  ausgeführt.  Unbehelflich  ist  sodann  der  Verweis  auf  den 

 
 
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technischen Fortschritt. Ein solcher mag durchaus stattgefunden haben, ändert 
aber  nichts  daran,  dass  die  Eindeckung  der  Dachfläche  mit  einer  Solaranlage 
zu  einer  deutlich  sichtbaren  Änderung  der  geschützten  Materialisierung 
derselben führt. (…)  

7.1 Zusammenfassend ist der Rekurs unter Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides gutzuheissen.