# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc483f2b-e7f1-5b1b-8626-8903fa1c6357
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 02.07.2019 SK 2018 462
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-462_2019-07-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 462

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Juli 2019 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Obergerichtssuppleantin 
Friederich Hörr, Oberrichter Kiener
Gerichtsschreiber Kupper

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilkläger 1

und

D.________

Straf- und Zivilkläger 2

und

E.________

Straf- und Zivilkläger 3

und

F.________

Straf- und Zivilklägerin 4

und

G.________

Strafkläger  

2

Gegenstand Raub, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Sachbeschädigung, 
etc. sowie Widerrufsverfahren
Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 22.8.2018 (PEN 2017 510 + 18 
556/557/558)

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 22.8.2018 (pag. 2337 ff.) sprach das Regionalgericht Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung, nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nach-
folgend Beschuldigter) frei von den Anschuldigungen des Raubes, angeblich ban-
denmässig sowie teilweise unter Offenbarung besonderer Gefährlichkeit u.a mit 
H.________ und I.________, begangen am 19.11.2016 in Bern, z.N. von 
J.________ (Deliktsbetrag CHF 1‘000.00), D.________ und E.________ (Delikts-
betrag CHF 180.00 und CHF 280.00) sowie G.________ (Deliktsbetrag CHF 
150.00), und der Hinderung einer Amtshandlung, angeblich begangen am 
15.9.2017 in Freiburg, M.________ (Strasse), unter Auferlegung der anteilsmässi-
gen Verfahrenskosten (50%) von CHF 7‘987.85 an den Kanton Bern und unter 
Ausrichtung einer Entschädigung (50%) an Rechtsanwalt B.________  für die amt-
liche Verteidigung des Beschuldigten von CHF 14‘019.20 (inkl. Auslagen und 
MwSt). Demgegenüber wurde der Beschuldigte schuldig erklärt des Raubes, be-
gangen am 19.11.2016 in Bern z.N. von C.________ gemeinsam u.a. mit 
I.________ und H.________ (Deliktsbetrag CHF 1‘655.00); der Gewalt und Dro-
hungen gegen Beamte, mehrfach begangen, am 5.3.2017 und am 3.8.2017 in 
Freiburg, X.________ (Ort); der Sachbeschädigung in Form eines geringfügigen 
Vermögensdelikts, begangen am 15.9.2017 in Freiburg, Allée des Grandes-Places 
(Sachschaden CHF 80.00); des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, 
mehrfach begangen in Freiburg am 20.2.2017, am 23.2.2017 (unter zwei Malen), 
am 3.3.2017 (unter zwei Malen), am 4.3.2017, am 5.3.2017 und am 6.3.2017; der 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 4.8.2017 in 
Freiburg durch Besitz und Konsum von Marihuana sowie der Widerhandlung gegen 
das Personenbeförderungsgesetz, begangen am 22.5.2017 auf der Strecke Frei-
burg-Marly. 

Der Beschuldigte wurde verurteilt zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 14 Mo-
naten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Ministère public du canton de Fri-
bourg vom 20.6.2017 und unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 49 Tagen, 
zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘500.00 und zu den anteilsmässigen Verfah-
renskosten (50%), insgesamt bestimmt auf CHF 7‘987.85. Zudem wurde gegen 

3

den Beschuldigten eine Landesverweisung von 6 Jahren ausgesprochen. Weiter 
wurde der dem Beschuldigten mit den Urteilen des Ministère public du canton de 
Fribourg vom 1.12.2016 (240 Tage [recte: Stunden]) gemeinnützige Arbeit) und 
21.2.2017 (360 Tage [recte: Stunden]) gemeinnützige Arbeit) gewährte bedingte 
Vollzug widerrufen und ihm die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von 
CHF 400.00 auferlegt. Im Zivilpunkt verurteilte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
den Beschuldigten zur Bezahlung von CHF 1‘500.00 Genugtuung an C.________ 
(unter solidarischer Haftbarkeit mit I.________ und H.________) sowie 
CHF 200.00 Schadenersatz an die F.________. Die Zivilforderungen von 
E.________ und D.________ wies das Gericht ab. Es sprach für die Behandlung 
des Zivilpunkts keine Kosten. Weiter setzte das Gericht das Honorar der amtlichen 
Verteidigung des Beschuldigten fest.

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, am 30.7.2018 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 2358). 
Mit ebenfalls form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 15.11.2018 (pag. 
2429 ff.) beschränkte Rechtsanwalt B.________ die Berufung auf den Schuld-
spruch wegen Raubes, angeblich begangen am 19.11.2016 z.N. von C.________, 
gemeinsam u.a. mit I.________ und H.________ mit einem Deliktsbetrag von 
CHF 1‘655.00 (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. II.1), sowie damit zusammenhän-
gend die Strafbemessung (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. II.1), die Landesverwei-
sung (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. II.3), deren Ausschreibung im Schengener 
Informationssystem (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. VI.3), die Zivilforderung von 
C.________ (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. V.1.1) sowie die Regelung von Ver-
fahrenskosten und anwaltlicher Entschädigung, soweit die prozentuale Verteilung 
auf Schuld- und Freispruch betroffen ist (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. I und IV).  

Die Berufungsverhandlung fand am 2.7.2019 vor dem Obergericht des Kantons 
Bern statt.

3. Beweisanträge und oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurde von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug eingeholt (pag. 2492 ff.). Im Weiteren wurde der Beschuldigte 
in der oberinstanzlichen Verhandlung zur Person und zur Sache einvernommen 
(pag. 2498 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der Berufungsver-
handlung vom 2.7.2019 namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 2505 
ff.):

1. Es sei festzustellen, dass Ziff. I des Urteils vom 22. August betreffend die Freisprüche (ausge-
nommen jedoch die Verfahrenskosten- und Entschädigungsregelung) in Rechtskraft erwachsen 
ist.

2. Es sei festzustellen, dass Ziff. II/2-6 des Urteils vom 22. August 2018 betreffend die übrigen 
Schuldsprüche in Rechtskraft erwachsen ist. 

4

3. Es sei festzustellen, dass Ziff. III. des Urteils vom 22. August 2018 betreffend die beiden Widerrufs-
verfahren (inkl. Verfahrenskosten) in Rechtskraft erwachsen ist.

4. Es sei festzustellen, dass Ziff. V/1.2, V/2 und V/3 des Urteils vom 22. August 2018 betreffend Gut-
heissung der Zivilforderung der F.________, Abweisung der übrigen Zivilforderungen und Kosten-
regelung im Zivilpunkt in Rechtskraft erwachsen sind.

5. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung des Raubes, angeblich begangen am 19. 
November 2016 in Bern zum Nachteil von C.________ gemeinsam u.a mit I.________ und 
H.________ mit einem Deliktsbetrag von CHF 1‘655.00.

6. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von gesamthaft CHF 15‘975.65 seien zu einem Viertel 
(ausmachend CHF 3‘993.92) dem Beschuldigten und zu drei Vierteln (ausmachend 
CHF 11‘981.75) dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

7. A.________ sei eine Entschädigung auszurichten in der Höhe von drei Vierteln der sich in den Ak-
ten befindlichen Honorarnote von Rechtsanwalt B.________. 

8. A.________ sei zu verurteilen:

a. zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 75 Tagen, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des 
Ministère public du canton de Fribourg vom 20. März 2017. Die Untersuchungshaft von 49 Ta-
gen sei vollumfänglich an die Freiheitsstrafe anzurechnen. 

b. zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘500.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung auf 25 Tage festzusetzen sei. 

9. Die Anordnung einer Landesverweisung von 6 Jahren sei aufzuheben. 

10. Die Anordnung zur Ausschreibung des Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweige-
rung) im Schengener Informationssystem sei aufzuheben. 

11. Die amtliche Entschädigung von Rechtsanwalt B.________ im erstinstanzlichen Verfahren sei 
auf einen Viertel der sich in den Akten befindlichen Kostennote festzusetzen.

12. Es sei anzuordnen, dass A.________ dem Kanton Bern diese amtliche Entschädigung zurück-
zuerstatten habe, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

13. Die Zivilforderung von C.________ sei abzuweisen.

14. Die Anordnungen betreffend Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) sowie 
der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten seien gerichtlich zu treffen.

15. Die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens seien gerichtlich festzusetzen und vollumfäng-
lich dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

16. A.________ sei für die angemessene Ausübung seiner Verteidigungsrechte im Berufungsverfah-
ren eine Entschädigung in der Höhe der noch einzureichenden Kostennote auszurichten.

Die Generalstaatsanwaltschaft, v.d. Staatsanwältin N.________, stellte und be-
gründete anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2.7.2019 folgende Anträge 
(pag. 2508 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 22. August 2018 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

5

1.  der Freisprüche von den Anschuldigungen 

1.1 des Raubes, angeblich bandenmässig sowie teilweise unter Offenbarung besonderer Ge-
fährlichkeit u.a. mit H.________ und I.________ begangen am 19. November 2016 in Bern 
zum Nachteil von J.________, D.________ und E.________ sowie G.________;

1.2 der Hinderung einer Amtshandlung, angeblich begangen am 15. September 2017 in Frei-
burg;

2. der Schuldsprüche wegen 

2.1 Gewalt und Drohung gegen Beamte, mehrfach begangen am 5. März und am 3. August 
2017 in Freiburg;

2.2 Sachbeschädigung in Form eines geringfügigen Vermögensdelikts, begangen am 15. Sep-
tember 2017 in Freiburg;

2.3 Ungehorsams gegen amtliche Verfügung, mehrfach begangen am 20. und 23. Februar, 3., 
4., 5. und 6. März 2017 in Freiburg;

2.4 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 4. August 2017 in Frei-
burg durch Besitz und Konsum von Marihuana;

2.5 Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz, begangen am 22. Mai 2017 auf der 
Strecke Freiburg-Marly;

3. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘500.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 25 Ta-
gen);

4. der Widerrufsverfahren betreffend Urteil des Ministère public du canton de Fribourg vom 1. De-
zember 2016 (Widerruf der Strafe von 240 Tagen gemeinnütziger Arbeit, abzüglich 2 Tage Unter-
suchungshaft) und des Urteils des Ministère public du canton den Fribourg vom 21. Februar 2017 
(Widerruf der Strafe von 360 Tagen gemeinnütziger Arbeit).

II.

A.________ sei schuldig zu erklären wegen Raubes, begangen am 19. November 2016 in Bern zum 
Nachteil von C.________ gemeinsam u.a. mit I.________ und H.________ (Deliktsbetrag 
CHF 1‘655.00). 

III. 

A.________ sei gestützt darauf sowie gestützt auf den rechtskräftigen Schuldspruch wegen Gewalt 
und Drohung gegen Beamte in Anwendung von Art. 40, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 66a Abs. 1 lit. c, 140 
Ziff. 1, 285 Ziff. 1 StGB; Art. 426 ff. StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Ministère public 
du canton de Fribourg vom 20. März 2017, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 49 Tagen;

2. zu einer Landesverweisung von 6 Jahren;                                                   

3. zur Bezahlung der anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten und den gesamten oberin-
stanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

6

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung im 
Schengener Informationssystem anzuordnen. 

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) sei nach Ablauf der 
Frist durch das zuständige Bundesamt anzuordnen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO]; 
SR 312.0). Mit Blick auf den Umfang der Berufung (dazu Ziff. 2 hiervor) ist vorab 
festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 22.8.2018 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als der Beschuldigte freigesprochen wurde 
von den Anschuldigungen des Raubes, angeblich bandenmässig sowie teilweise 
unter Offenbarung besonderer Gefährlichkeit begangen, u.a mit H.________ und 
I.________ am 19.11.2016 in Bern, z.N. von J.________ (Deliktsbetrag 
CHF 1‘000.00), D.________ und E.________ (Deliktsbetrag CHF 180.00 und 
CHF 280.00) sowie G.________ (Deliktsbetrag CHF 150.00), und der Hinderung 
einer Amtshandlung, angeblich begangen am 15.9.2017 in Freiburg, 
M.________(Strasse). Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen sind die Schuldsprüche 
wegen Sachbeschädigung in Form eines geringfügigen Vermögensdelikts, began-
gen am 15.9.2017 in Freiburg, M.________ (Strasse) (Sachschaden CHF 80.00); 
des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, mehrfach begangen in Freiburg 
am 20.2.2017, am 23.2.2017 (unter zwei Malen), am 3.3.2017 (unter zwei Malen), 
am 4.3.2017, am 5.3.2017 und am 6.3.2017; der Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, begangen am 4.8.2017 in Freiburg durch Besitz und Kon-
sum von Marihuana; sowie der Widerhandlung gegen das Personenbeförderungs-
gesetz, begangen am 22.5.2017 auf der Strecke Freiburg-Marly. Ebenfalls in 
Rechtskraft erwachsen ist der Widerruf des dem Beschuldigten mit Urteil vom 
21.2.2017 des Ministère public du canton de Fribourg gewährten bedingten Voll-
zugs der 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit sowie die in diesem Zusammenhang 
erfolgte Auferlegung der Verfahrenskosten.

Nicht mehr Verfahrensgegenstand bildet zudem der Widerruf des Urteils des Mi-
nistère public du canton de Fribourg vom 1.12.2016. Der mit diesem Urteil gewähr-
te bedingte Vollzug von 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit wurde mittlerweile mit 
Urteil des Ministère public du canton de Fribourg vom 12.2.2019 widerrufen, womit  
die Berufung in Bezug auf diesen Punkt gegenstandslos wird.

Zu überprüfen bleiben somit der erstinstanzliche Schuldspruch wegen Raubes, an-
geblich begangen am 19.11.2016 zum Nachteil von C.________, gemeinsam u.a. 
mit I.________ und H.________ mit einem Deliktsbetrag von CHF 1‘655.00 (erstin-
stanzliches Dispositiv Ziff. II.1), der Sanktionenpunkt (erstinstanzliches Dispositiv 

7

Ziff. II.1 und II.3), der Zivilpunkt soweit C.________ betreffend (erstinstanzliches 
Dispositiv Ziff. V.1.1), der Kosten- und Entschädigungspunkt (erstinstanzliches Dis-
positiv Ziff. I. und IV) sowie die Verfügung über die Ausschreibung der Landesver-
weisung im Schengener Informationssystem (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. VI.3). 
Praxisgemäss neu zu verfügen ist auch über das DNA-Profil (erstinstanzliches Dis-
positiv Ziff. VI.1.) und die erkennungsdienstlichen Daten (erstinstanzliches Disposi-
tiv Ziff. VI.2.). Dabei verfügt die Kammer bei der Überprüfung der angefochtenen 
Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Da Rechtsanwalt B.________ 
sowohl in der Berufungserklärung als auch anlässlich der Berufungsverhandlung 
die Bestätigung der Übertretungsbussen von CHF 2‘500.00 beantragt hat, ist auch 
dieser Punkt mangels Beschwer in Rechtskraft erwachsen.

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zum 
Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsver-
bot (Verbot der «reformatio in peius») zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Bezüglich der Anklage wegen Raubes ist – soweit ersichtlich – seitens des Be-
schuldigten fast nichts unbestritten geblieben, jedenfalls nicht was seine Beteili-
gung betrifft. Unbestritten ist, dass sich in der Nacht vom 18./19.11.2016 eine 
Gruppe junger Männer und Frauen von Freiburg her mit dem Zug zur Reitschule in 
Bern begab. Dort kam es anschliessend zu einer Auseinandersetzung zwischen 
verschiedenen Personen, welche eine Intervention der Security und den Einsatz 
von Pfefferspray zur Folge hatte. In derselben Nacht entfernte sich eine Gruppe 
junger Männer von der Reithalle und begab sich auf einen Streifzug durch das 
Länggassquartier. In der Folge kam es in der Region V.________ zu mehreren 
Überfällen, wobei eine von der Polizei in dieser Umgebung angehaltene Gruppie-
rung von jungen Nordafrikanern als Täterschaft in Frage kam, worunter sich auch 
der Beschuldigte befand. Während die anderen grundsätzlich bestätigten, dass es 
zu Raubüberfällen gekommen war, ohne sich jedoch selbst als direkt Beteiligte 
darzustellen, bestritt der Beschuldigte, etwas von Raubüberfällen zu wissen und 
wies eine Beteiligung seinerseits strikt von sich. Hingegen sei er in eine Auseinan-
dersetzung vor der Reithalle involviert gewesen und habe dabei Pfefferspray in die 
Augen bekommen, weshalb er bei der Reithalle zurückgeblieben sei.  

7. Beweismittel

Es ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die von der Vorinstanz aufgeführten ob-
jektiven und subjektiven Beweismittel von dieser korrekt ins Verfahren eingebracht 
und zutreffend wiedergegeben wurden. Darauf kann einfachheitshalber verwiesen 
werden (vgl. pag. 2384 ff., S. 4 ff. der Entscheidbegründung). Auf eine erneute 
Wiedergabe wird verzichtet bzw. wird auf die einzelnen objektiven und subjektiven 
Beweismittel – soweit erforderlich – direkt im Rahmen der Beweiswürdigung einge-
gangen. Ergänzend zu den bereits erstinstanzlich vorliegenden Beweismitteln sind 
insbesondere die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhand-

8

lung hinzugekommen. Auf diese Aussagen wird – soweit erforderlich – ebenfalls di-
rekt im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung eingegangen.

8. Beweiswürdigung

8.1 Würdigung der objektiven Beweismittel

8.1.1 Würdigung durch die Vorinstanz

Die Vorinstanz führte aus, dass die Opfer/Privatkläger angegeben hätten, sie seien 
u.a mit Schlägen und Tritten zur Herausgabe von Wertgegenständen genötigt wor-
den. Die Arztberichte untermauerten die geschilderte Gewalt. Die diagnostizierten 
Verletzungen gäben aber keine Hinweise auf eine mögliche Täterschaft und damit 
auf die Zusammensetzung der Gruppierung. Der Beschuldigte sei gemeinsam mit 
weiteren Männern nach einer Serie von Raubüberfällen angehalten worden, was 
grundsätzlich auf eine mögliche Beteiligung hinweise. Er habe sich laut Wahrneh-
mungsbericht der Kantonspolizei Bern vom 21.11.2016 (pag. 189) in einer zweiten 
Gruppe junger Männer befunden, die erst mit gewisser Verzögerung beim Kontroll-
platz eingetroffen sei. Weitergehend erlaubten die Sachbeweise keine eindeutigen 
Rückschlüsse auf eine Mitwirkung des Beschuldigten bei den Raubüberfällen, na-
mentlich habe er kein Deliktsgut auf sich getragen. Dass er kurz vor der Anhaltung 
einen Gegenstand weggeworfen haben soll, laut Polizei mutmasslich das in der 
Nähe am Boden sichergestellte Messer, lasse ihn vordergründig als tatverdächtig 
erscheinen. Auch dieser Umstand erlaube aber keinen zwingenden Rückschluss 
auf eine Beteiligung. Dass Messer oder Waffen bei einer sich anbahnenden Poli-
zeikontrolle vorsichtshalber weggeworfen würden, um sich nicht weitergehend in 
Schwierigkeiten zu bringen, sei grundsätzlich nachvollziehbar. 

8.1.2 Würdigung durch die Kammer

Der Würdigung der Vorinstanz schliesst sich die Kammer vorbehaltlos an. Die ob-
jektiven Beweismittel alleine lassen keine eindeutigen Rückschlüsse auf eine mög-
liche Beteiligung des Beschuldigten an den Raubüberfällen zu. Ergänzend ist im-
merhin festzuhalten, dass der in der Tatnacht um 3.31 Uhr durchgeführte Atemluft-
test des Beschuldigten einen Blutalkoholwert von 0.30 Promille ergab (pag. 209). 
Rechnet man diesen Wert zurück auf die Zeit, zu welcher der vorliegend Verfah-
rensgegenstand bildende Raubüberfall auf C.________ erfolgte (ca. 1.45 Uhr), so 
stellt man fest, dass der Beschuldigte zu besagter Zeit etwa einen Alkoholwert von 
0.60 Promille aufwies. Aufgrund dieses Wertes kann gesagt werden, dass der Be-
schuldigte zur Tatzeit zwar leicht angetrunken war, jedoch keine massive Alkoholi-
sierung aufwies. Der Beschuldigte befand sich demnach körperlich und geistig 
noch in einem relativ guten Zustand. Dies ist insofern von Bedeutung, als von den 
einvernommenen Personen mehrfach ausgesagt wurde, dass an diesem Abend 
getrunken worden sei. Im Falle von I.________ resultiert nach der Rückrechnung 
ein Wert von ca. 0.90 Promille, bei O.________ ein Wert von 0.80 Promille. Bei den 
anderen Angehaltenen verlief der Atemalkoholtest negativ. 

8.2 Aussagen der Opfer/Privatkläger

8.2.1 Würdigung durch die Vorinstanz

9

Die Vorinstanz erwog, es lägen Schilderungen von fünf Opfern vor, vier davon hät-
ten sich als Privatkläger konstituiert. Sie hätten soweit möglich detaillierte, stimmige 
und differenzierte Angaben gemacht. Es habe sich um ein dynamisches Gesche-
hen gehandelt, um jeweils kurze Sequenzen. Es sei alles sehr schnell gegangen. 
Für die Opfer seien es angsterfüllte Situationen gewesen. In drei Vorfällen sei ein 
Messer zum Einsatz gekommen. Es sei verständlich, dass sie nach den jeweils 
überraschenden Angriffen die Handlungen nicht ohne Weiteres einzelnen Tätern 
hätten zuordnen können. Sie hätten gleichwohl versucht, möglichst genaue Anga-
ben zu machen. Dabei hätten sie sich auf Vorlage der Fototableaus zurückhaltend 
geäussert, um niemanden zu Unrecht zu belasten. Das Gericht erachte die Aussa-
gen der Opfer/Privatkläger als glaubhaft. Sie seien stimmig, reich an Details und 
ohne Aggravierungen. Es gebe auch Parallelen im geschilderten Tatvorgehen. Die 
in den Arztberichten festgehaltenen Verletzungen liessen sich mit den von den Op-
fern beschriebenen Ereignissen in Übereinstimmung bringen. Zusammenfassend 
seien ihre Aussagen für das vorliegende Beweisverfahren von Relevanz. Gerade 
zur Frage, ob der Beschuldigte bei den einzelnen Überfällen mitgewirkt habe, hät-
ten sie sich aber nicht äussern können. Zu Gunsten des Beschuldigten könne zu-
mindest festgehalten werden, dass ihn keiner der Männer auf den Fototableaus er-
kannt habe, was ihn allerdings aus den bereits genannten Gründen nicht zwingend 
entlaste. 

8.2.2 Würdigung durch die Kammer

Zu Recht hat die Vorinstanz die Aussagen der Opfer/Privatkläger als stimmig und 
reich an Details bezeichnet. Insbesondere die Aussagen von C.________ erschei-
nen in Anbetracht der Ausnahmesituation, in welcher er sich befand, erstaunlich. 
Unter Vorlage des Fototableaus (pag. 232 f.) hat er mit I.________, O.________ 
und P.________ drei Täter richtig bezeichnet, auch wenn er dies nur zögerlich tat, 
um niemanden unrechtmässig zu belasten (pag. 296 ff.). Diese drei Identifikationen 
zeigen klar, dass C.________ gut wahrgenommen hat, was um ihn herum ge-
schah. Er sprach zudem davon, dass er von rund sechs Männern angegriffen wor-
den sei (pag. 219). Mit der Identifizierung von drei Tätern hat C.________ somit die 
Hälfte der Angreifer wiedererkannt, was ein deutliches Indiz für den Wahrheitsge-
halt seiner Aussagen darstellt. Seine Schilderungen werden schliesslich durch die 
Aussagen der anderen Opfer gestützt. Wie die Vorinstanz treffend ausführt, gibt es 
eindeutige Parallelen im geschilderten Tatvorgehen. Mit der Vorinstanz ist jedoch 
festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht als Täter identifizierte werden konnte. 
Daraus kann jedoch noch nichts zu Gunsten des Beschuldigten abgeleitet werden. 
Immerhin war es zur Tatzeit dunkel. Ausserdem hat C.________ trotz seiner guten 
Wahrnehmung «nur» drei der sechs Täter wiedererkannt, womit klar ist, dass der 
Beschuldigte ohne Weiteres Bestandteil der von C.________ unerkannt gebliebe-
nen 50% der Gruppierung gewesen sein kann.

8.3 Aussagen von I.________

8.3.1 Würdigung durch die Vorinstanz
Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von I.________ dahingehend, dass sich die-
ser nicht nur zu seinen mutmasslichen Mittätern geäussert, sondern sich auch sel-
ber belastet habe. Er habe zugegeben, dass er Gewalt gegen die Opfer ausgeübt 

10

und an der Beute partizipiert habe. Differenziert habe er sich auch zur Beteiligung 
des Beschuldigten geäussert. Übereinstimmend mit ihm habe er ausgeführt, dass 
dieser vom Pfeffersprayeinsatz betroffen gewesen sei. Die Security habe ihm ins 
Gesicht gesprüht (pag. 1‘909 Z. 13). Dies mache deutlich, dass er den Beschuldig-
ten während der Ereignisse vor der Reitschule wahrgenommen habe. Soweit er 
sich zur Rolle und zum Verhalten des Beschuldigten geäussert habe, könne daher 
nicht von einer Verwechslung ausgegangen werden. Auch für den weiteren Verlauf 
der Ereignisse habe er den Beschuldigten nicht pauschal belastet. I.________ ha-
be wiederholt und ausdrücklich festgehalten, dass der Beschuldigte nur beim ers-
ten Vorfall dabei gewesen sei und sich anschliessend wieder entfernt habe. Diese 
klare Unterscheidung habe er anlässlich der Befragungen unmittelbar nach den 
fraglichen Ereignissen und auch noch mit bemerkenswerter Klarheit ein Jahr später 
vor der Vorinstanz gemacht. 

Wer jemanden mutwillig und ungerechtfertigt belasten wolle, dürfte kaum eine sol-
che Unterscheidung vornehmen. I.________ habe sich im Verlaufe der Untersu-
chung offenbar entschlossen, die Ereignisse so zu schildern, wie sie sich abge-
spielt hätten, ohne sich selber oder andere dabei zu schonen. Seine Aussagen sei-
en differenziert und glaubhaft. Sie seien für das Beweisverfahren von vorrangiger 
Relevanz. Mit seinen Aussagen belaste er den Beschuldigten hinsichtlich einer 
Mitwirkung beim ersten Überfall. Gleichzeitig entlaste er ihn aber in Bezug auf die 
weiteren angeklagten Raubüberfälle. 

Es sei weiter festzuhalten, dass I.________ diesen «ersten Vorfall», bei welchem 
der Beschuldigte dabei gewesen sein soll, klar von der Auseinandersetzung vor der 
Reitschule unterschieden habe. Der «erste Vorfall» habe sich nach seiner Darstel-
lung in einer Distanz von ca. 10 Minuten von der Reitschule entfernt zugetragen 
(pag. 1098 Z. 54). Er könne sich nicht mehr an das Gesicht des Opfers erinnern, 
aber er glaube, dass dieses erste Opfer als Privatkläger im Gerichtssaal anwesend 
gewesen sei (pag. 1909 Z. 27). Damit könne eine Verwechslung mit den Ereignis-
sen vor der Reitschule, bei welchen der Beschuldigte interveniert habe, ausge-
schlossen werden. Diese hätten sich nicht in 10-minütiger Entfernung von der Reit-
schule entfernt zugetragen und auch die beiden Afghanen, die sich dort gestritten 
hätten, dürften sich im Aussehen klar von den im Gerichtssaal anwesenden Privat-
klägern unterschieden haben.

8.3.2 Würdigung durch die Kammer

Es kann auch bezüglich der Beweiswürdigung zu den Aussagen von I.________ 
vorab auf die ausführlichen, sorgfältigen und umfassenden Erwägungen der Vorin-
stanz verwiesen werden. Diese ist nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass auf 
die Aussagen von I.________ abgestellt werden kann. So weist die Vorinstanz völ-
lig zu Recht darauf hin, dass es angesichts der Deliktserie seitens von I.________ 
widersinnig wäre, den Beschuldigten nur wegen eines Sachverhalts zu Unrecht zu 
belasten. Daneben ist für die Kammer nicht ersichtlich, weswegen I.________ den 
Beschuldigten überhaupt fälschlicherweise belasten sollte. In den Akten finden sich 
jedenfalls keine Hinweise, wonach das Verhältnis zwischen I.________ und dem 
Beschuldigten getrübt gewesen wäre. Zwar äusserte sich der Beschuldigte anläss-
lich der Berufungsverhandlung zu einem möglichen Motiv, indem er ausführte, dass 

11

I.________ Hass auf ihn gehabt habe, weil er (der Beschuldigte) ihn zwei Tage vor 
dem Vorfall in Bern vor allen Leuten geschlagen habe (pag. 2501 Z. 29 f.). Die 
Kammer folgt dieser Darstellung jedoch nicht. Zum einen, weil der Beschuldigte 
dies vor oberer Instanz erstmals zu Protokoll gab, was seltsam erscheint, hätte er 
sich betreffend eines derartiges Motivs von I.________ doch schon bedeutend 
früher im Verfahren äussern können. Zum anderem erschiene es nach wie vor 
nicht nachvollziehbar, wieso I.________ den Beschuldigten nur wegen eines einzi-
gen Vorfalls belasten sollte, hätte er – wie der Beschuldigte es ausdrückt – tatsäch-
lich Hass auf ihn gehabt. Für den Wahrheitsgehalt der Aussagen von I.________ 
spricht ferner, dass er den Beschuldigten auch im Rahmen der Schilderungen zum 
Überfall auf C.________ nicht übermässig belastet hat. Gemäss seinen Aussagen 
war er lediglich Teil des Kollektivs, welches den am Boden liegenden C.________ 
geschlagen und getreten hat. Auch hier wäre es I.________ ohne Weiteres möglich 
gewesen, den Beschuldigten in einem deutlich schlechteren Licht dastehen zu las-
sen, indem er etwa ausgeführt hätte, er sei derjenige gewesen, welcher das Mes-
ser eingesetzt habe. I.________ unterscheidet zudem klar zwischen dem Streit der 
beiden Afghanen bei der Reitschule und dem ersten Überfall, also demjenigen auf 
C.________. 

Die Verteidigung führte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung aus, dass 
I.________ auf die Frage, ob der Beschuldigte dabei gewesen sei, geantwortet ha-
be, ja, er sei beim ersten Mal dabei gewesen. Die Vorinstanz sei davon ausgegan-
gen, dass dieser besagte erste Vorfall der Raub an C.________ gewesen sei. Im 
Einvernahmeprotokoll von I.________ stehe jedoch unmittelbar nach dieser Aus-
sage, dass der Beschuldigte nicht dabei gewesen sei, als ein Messer eingesetzt 
worden sei. Bei C.________ sei jedoch gerade ein Messer eingesetzt worden. Es 
müsse also klar festgehalten werden, dass I.________ mit dem ersten Vorfall den-
jenigen vor der Reithalle gemeint habe (pag. 2507). Diesen Ausführungen kann 
nicht gefolgt werden. I.________ unterscheidet klar zwischen dem Vorfall vor der 
Reithalle und dem Raubüberfall auf C.________, was aus seinen Aussagen klar 
hervorgeht. So führte er bereits in seiner polizeilichen Einvernahme vom 12.1.2017 
Folgendes aus: «Ein Mann heisst O.________ und dieser hatte ein Messer dabei 
gehabt. Er stritt mit zwei Afghanen und wir waren in einer Diskothek. Der Security 
hat uns alle drei rausgeschmissen. O.________ und Q.________ haben einen 
Mann durchsucht. Der Mann hat versucht, uns zu verweigern, aber wir alle, 7 Per-
sonen, haben den Mann geschlagen. Dann haben wir die Örtlichkeit verlassen und 
O.________ hat den Mann nochmals mit dem Messer bedroht. Sie haben sein 
Handy und das Portemonnaie genommen» (pag. 1097 Z. 32 ff.).  Bereits bei diesen 
Aussagen wird klar, dass I.________ die Vorfälle ohne Weiteres voneinander tren-
nen kann. Er sagte zudem explizit, dass alle sieben Personen den Mann geschla-
gen hätten. In derselben Einvernahme wurde er sodann gefragt, wer die von ihm 
angesprochenen sieben Personen gewesen seien, worauf er antwortete: «Das wa-
ren alles Leute, die die Polizei verhaftet hat» (pag. 1098 Z. 57). Auf Vorlage der Fo-
todokumentation erkannte er zudem den Beschuldigten (die Nr. 14). Er kenne das 
Gesicht, den Namen wisse er nicht (pag. 1098 Z. 64). Nochmals angesprochen auf 
den Vorfall vor der Reithalle, antwortete I.________: «Es war ein Streit zwischen 
zwei Afghanen und die Security musste den Pfefferspray einsetzen. Wir haben 

12

dann die Örtlichkeit verlassen» (pag. 1101 Z. 244 f.). Auf Frage, wen er mit «wir» 
meine, sagte er: «Wir alle 7. Diejenigen, die ich auf dem Foto benannt habe» (pag. 
1102 Z. 247).  In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 3.4.2017 wurde 
I.________ nochmals detailliert zum Raubüberfall auf C.________ befragt. Dabei 
wurden ihm die Aussagen von C.________ vorgehalten, wobei er die Schilderun-
gen des Opfers zum Tathergang weitestgehend bestätigte. Gefragt nach den Per-
sonen, die den am Boden liegenden Mann (C.________) getreten und geschlagen 
hätten, sagte er: «Nr. 9 (O.________), Nr. 7 (Q.________), Nr. 4 (H.________), Nr. 
14 (A.________) und ich selber Nr. 10» (pag. 1117 Z. 164 f). Damit bestätigte 
I.________ erneut, dass der Beschuldigte beim Überfall auf C.________ anwesend 
war und sich aktiv beteiligt hat. Auch anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung zählte I.________ die Namen der Beteiligten nochmals auf, wobei der 
Name des Beschuldigten erneut fiel. Entscheidend sind zudem die darauf folgen-
den Aussagen von I.________ zur Beteiligung des Beschuldigten. Nachdem er 
ausführte, dass der Beschuldigte von der Reithalle-Security Pfefferspray abbe-
kommen habe, erklärte er auf die Frage, ob der Beschuldigte anschliessend mit auf 
die Tour gekommen sei: «Zuerst ging er mit uns und nachher ist er zurückgegan-
gen» (pag. 1909 Z. 18). Und gleich darauf: «Beim ersten Opfer war er dabei. Da-
nach ist er zurückgegangen» (pag. 1909 Z. 22). Für die Kammer ist aufgrund all 
dieser soeben aufgezeigten Aussagen und den darin enthaltenen mehrmaligen 
konkreten Belastungen des Beschuldigten klar, dass unmöglich eine Verwechslung 
mit dem Vorfall vor der Reithalle vorliegen kann. I.________ sagte unmissverständ-
lich, dass der Beschuldigte beim ersten Opfer dabei gewesen sei. Der Vorfall mit 
diesem ersten Opfer ereignete sich nach seinen Aussagen aber eindeutig nach 
dem Vorfall vor der Reithalle, womit es sich klarerweise um den Raubüberfall auf 
C.________ handeln muss. Die Argumentation der Verteidigung, es liege eine 
Verwechslung mit der Situation vor der Reithalle vor, ist somit unbehelflich und fin-
det in den Einvernahmeprotokollen keine Stütze. Die Aussagen von I.________ 
stimmen ausserdem mit denjenigen der Opfer überein und sind als überzeugend zu 
bezeichnen. Auf dessen Ausführungen ist abzustellen.

8.4 Aussagen von H.________

8.4.1 Würdigung durch die Vorinstanz
Die Vorinstanz führte aus, H.________ habe sich im Verlaufe der Befragungen un-
terschiedlich geäussert. Unverändert habe er im Grundsatz festgehalten, dass er 
sich nicht an Raubüberfällen beteiligt habe. Auch seine Stellungnahmen zur Rolle 
von A.________ seien variantenreich ausgefallen. Teils habe er ihn belastet, dann 
wiederum entlastet. Seine Aussagen hätten insgesamt nicht zu überzeugen ver-
mocht. Von Interesse seien die aus seiner Sicht noch unverfänglichen Schilderun-
gen der Auseinandersetzung vor der Reitschule. Der Streit habe angefangen, als 
ein Afghane ihn, H.________, angegriffen und seine Mutter beleidigt habe. 
H.________ sei auch afghanischer Staatsangehöriger. Seine Darstellung, wonach 
sich demzufolge zwei Afghanen gestritten hätten, entspreche auch den Aussagen 
von I.________ und des Beschuldigten. Damit ergebe sich auch aus den Aussagen 
von H.________, dass der Streit vor der Reitschule unter Landsleuten vom ersten 
Raubüberfall, bei welchem das Opfer zunächst wegen Zigaretten angefragt worden 

13

sei, zu unterscheiden sei. Diese Feststellung sei für das nachfolgende Beweisver-
fahren insofern von Relevanz, als der Beschuldigte anfänglich eingeräumt habe, 
bei einem ersten Vorfall, bei welchem das Opfer nach Zigaretten angefragt worden 
sei, mitgewirkt zu haben. Er habe aber nur schlichtend interveniert. Dann habe er 
weiter ausgeführt, dass es sich hierbei um einen Streit zwischen zwei Afghanen 
gehandelt habe.

8.4.2 Würdigung durch die Kammer
Aus den Aussagen von H.________ geht tatsächlich hervor, dass er und ein ande-
rer Afghane in einen Streit verwickelt waren, der sich in keiner Art und Weise um 
eine Zigarette drehte. Die Schilderungen des Beschuldigten bezüglich des ersten 
Vorfalls, bei welchem zu Beginn nach einer Zigarette gefragt worden sei, erhalten 
dadurch ein anderes Gewicht (vgl. hierzu Ziff. 8.10.2 unten). Wenn der Beschuldig-
te nicht dabei gewesen wäre, könnte er nicht wissen, dass es zu Beginn um eine 
Zigarette ging. Insofern sind die diesbezüglichen Aussagen von H.________ ge-
eignet, die Aussagen des Beschuldigten richtig einzuordnen. Den Aussagen von 
H.________ zum Vorfall vor der Reitschule kann grundsätzlich Glauben geschenkt 
werden, belastet er sich damit doch nicht selbst und erscheinen die Ausführungen 
für ihn unverfänglich. Auf die weitergehenden Angaben von H.________, insbe-
sondere betreffend die Rolle des Beschuldigten, kann hingegen nicht abgestellt 
werden. Wie die Vorinstanz korrekt ausgeführt hat, fielen seine diesbezüglichen 
Aussagen variantenreich aus, wobei er den Beschuldigten teilweise belastete, teil-
weise entlastete. H.________ hat zu Protokoll gegeben, in der Nacht von Freitag 
auf Samstag mit den Nrn. 3, 10, 13, 14, 7 und 9 unterwegs gewesen zu sein (pag. 
285). Jedoch hat sich H.________ von I.________ (Nr. 10), A.________ (dem Be-
schuldigten, Nr. 14) und O.________ (Nr. 9) zugleich distanziert, weil sie immer 
Streit gesucht hätten (pag. 290 Z. 172 f.). Des Weiteren blieb er über die gesamten 
Einvernahmen bei seiner Darstellung, er habe mit den Raubüberfällen nichts zu 
tun. Jedoch wurde H.________ von C.________ anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung als möglicher Täter wiedererkannt. Sodann ist festzustellen, 
dass H.________ das gegen ihn ausgesprochene Urteil – wie im Übrigen auch 
I.________ – letztlich akzeptiert hat, was impliziert, dass er in jener Nacht doch mit 
denen unterwegs war, von welchen er sich zu distanzieren versucht hat. Mit der 
Vorinstanz ist somit festzuhalten, dass die Aussagen von H.________ mit den obi-
gen Einschränkungen nicht zu überzeugen vermögen. 

8.5 Aussagen von O.________

8.5.1 Würdigung durch die Vorinstanz
O.________ habe bereits am Abend des 19.11.2016, als er noch keine Kenntnis 
gehabt habe von den Schilderungen der Opfer, teilweise sehr detaillierte Aussagen 
gemacht. Dabei habe er auch den Beschuldigten belastet, und zwar weitergehend 
als I.________ dies gemacht habe. Der Beschuldigte solle bei sämtlichen Überfäl-
len aktiv und teilweise führend mitgewirkt haben. Auffallend sei auch, dass 
O.________ den Beschuldigten bereits anlässlich der ersten polizeilichen Befra-
gung massiv belastet habe, dieser solle mit seinem Messer sogar seine eigenen 
Kollegen aus der Gruppe bedroht haben. O.________ habe die Überfälle auf die 
Privatkläger ausführlich beschrieben und dabei auch spezielle Einzelheiten er-

14

wähnt, teilweise in bemerkenswerter Übereinstimmung mit den Aussagen der Op-
fer. Ausgehend von seinen Aussagen müsse es sogar noch weitere Überfälle ge-
geben haben. Entsprechende Anzeigen lägen aber nicht vor. Die Schilderungen 
von O.________ erschienen vordergründig nachvollziehbar und zuverlässig. 
Gleichwohl seien wie bereits bei H.________ Vorbehalte angebracht. Er habe sich 
ausgesprochen bereitwillig zur Rolle seiner Begleiter, geäussert, er selber wolle 
sich aber nur im Hintergrund aufgehalten haben. Auf die mutmassliche Rolle von 
O.________ sei vorliegend nicht einzugehen. Es sei aber im Hinblick auf die Prü-
fung der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen festzuhalten, dass er mit der Darstellung 
seiner eigenen Verantwortlichkeit bei den Raubüberfällen in deutlichem Wider-
spruch stehe zu Aussagen von Mitbeteiligten. Es bestünden deshalb hinsichtlich 
der von O.________ gemachten Rollenzuteilungen gewisse Zweifel. Die deutliche 
Belastung des Beschuldigten falle zusätzlich auf und es könne nicht ausgeschlos-
sen werden, dass hier eine persönliche Abrechnung eine Rolle spielen könnte. 
Keine der befragten Auskunftspersonen habe ausgeführt, dass der Beschuldigte 
immer wieder bedrohlich mit dem Messer hantiert und dieses sogar gegen die ei-
genen Kollegen eingesetzt habe. Es sei vielmehr wiederholt darauf hingewiesen 
worden, dass gerade O.________ ein Messer mitgeführt habe. Zusammenfassend 
könne nicht vorbehaltlos auf die Aussagen von O.________ abgestellt werden, so-
weit er sich zur Rolle des Beschuldigten geäussert habe und ihn für sämtliche 
Raubüberfälle mit- oder sogar hauptverantwortlich gemacht habe. Sie seien im 
Beweisverfahren nicht stärker zu gewichten als die Aussagen von I.________.

8.5.2 Würdigung durch die Kammer
Die Vorinstanz äusserte sich kritisch bezüglich des Wahrheitsgehalts der Aussagen 
von O.________. Auch die Verteidigung bezeichnete sein Aussageverhalten an-
lässlich der oberinstanzlichen Verhandlung als schlichtweg inakzeptabel und ge-
spickt mit Falschaussagen und Lügen (pag. 2507). Die genannten Bedenken sind 
zwar aus Sicht der Kammer aus den bereits von der Vorinstanz dargelegten Grün-
den durchaus angebracht, dennoch sind die Aussagen differenzierter zu betrach-
ten. So hat etwa gemäss Wahrnehmungsbericht der Polizei der Beschuldigte un-
mittelbar vor der polizeilichen Anhaltung ein Messer weggeworfen (pag. 189). Es 
trifft zu, dass der Beschuldigte ausser von O.________ von keiner der befragten 
Auskunftspersonen dahingehenden belastet worden wäre, dass er mit einem Mes-
ser hantiert hätte. Dennoch zeigt der Wahrnehmungsbericht, dass der Beschuldigte 
offenbar zumindest unmittelbar vor der polizeilichen Anhaltung ein Messer auf sich 
trug. Weiter schildert O.________, wie die Augen des Beschuldigten nach dem 
Pfeffersprayeinsatz vor der Reithalle gebrannt hätten (pag. 1010 Z. 242 ff.). Auch 
sonst wartet O.________ mit recht detaillierten Schilderungen auf. Es ist zumindest 
fraglich, ob – wie dies die Vorinstanz getan hat – von einer deutlich auffallenden 
Belastung des Beschuldigten sowie von einer allfälligen persönlichen Abrechnung 
gesprochen werden kann, selbst wenn O.________ seine eigene Rolle dem An-
schein nach bedeutend heruntergespielt haben dürfte, was deutlich wird, wenn 
man die zahlreichen belastenden Aussagen der Mitbeschuldigten betrachtet. Zwar 
spricht der Beschuldigte selbst davon, dass er und O.________ Probleme mitein-
ander gehabt hätten. Jedoch geht aus seinen bis und mit der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung gemachten Angaben ebenso hervor, dass O.________ ihn (den 
Beschuldigten) geschlagen hat, nicht umgekehrt. Gemäss dem Beschuldigten hat 

15

sich O.________ zudem dafür entschuldigt. Diese Aussagen des Beschuldigten 
zeigen demnach auf, dass grundsätzlich kein Anlass für eine persönliche Abrech-
nung von O.________ mit dem Beschuldigten bestand. Erst anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung sprach der Beschuldigte plötzlich davon, dass er (der Be-
schuldigte) O.________ nur zwei Tage vor den Überfällen in Bern geschlagen ha-
be, ebenso wie I.________ (pag. 2501 Z. 30 f.). Darauf, wieso dieser Darstellung 
nicht gefolgt werden kann, wurde bereits im Zusammenhang mit dem möglichen 
Motiv für die Belastungen durch I.________ eingegangen (vgl. Ziff. 8.3.2 oben). 
Dieselben Überlegungen gelten grundsätzlich auch hier. Mithin erscheint es nicht 
nachvollziehbar, ein mögliches Motiv für eine Belastung durch eine Drittperson erst 
vor oberer Instanz zu nennen. Diese Feststellung vermag gleichwohl nicht dazu zu 
führen, dass auf die Aussagen von O.________ vorbehaltlos abgestellt werden 
könnte. Zusammenfassend ist vielmehr festzustellen, dass die bereits von der Vor-
instanz geäusserten Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen von O.________ 
aus den genannten Gründen nach wie vor bestehen bleiben. Nach dem Grundsatz 
«in dubio pro reo» sind die Aussagen von O.________ jedenfalls nicht glaubhafter 
anzusehen als diejenigen von I.________. Sie bestätigen diese indessen teilweise. 

8.6 Aussagen von Q.________

8.6.1 Würdigung durch die Vorinstanz
Soweit sich Q.________ zu Aussagen bereit erklärt habe, habe auch er grundsätz-
lich Überfälle auf junge Männer bestätigt, welche er, wie bereits die Mehrheit seiner 
Begleiter, nur untätig und aus einer gewissen Distanz wahrgenommen haben wolle. 
Ausdrücklich ausgenommen habe er den Beschuldigten. Sie seien nur zu fünft ge-
wesen. Auch hier wiederum sei nicht auf die mutmassliche Rolle von Q.________ 
einzugehen. Unter Hinweis auf die übereinstimmenden Aussagen der Opfer dürfte 
es aber nicht zutreffen, dass die Mehrheit der Täter lediglich beobachtend und im 
Abstand von einigen Metern zugeschaut habe. Auch den Aussagen von 
Q.________ sei im Beweisverfahren kein stärkeres Gewicht einzuräumen als den 
Aussagen von I.________, welcher den Beschuldigten ebenfalls hinsichtlich der 
Mehrheit der angeklagten Überfälle entlaste, dessen Mitwirkung beim ersten Vorfall 
aber klar bestätigt habe. 

8.6.2 Würdigung durch die Kammer
Die zutreffenden vorinstanzlichen Überlegungen sind insofern zu ergänzen, als 
Q.________ nicht gerade als aussagefreudig bezeichnet werden kann. Er hat nicht 
viel Preis gegeben, weswegen auch seiner Beteuerung, der Beschuldigte sei bei 
den Überfällen nicht dabei gewesen, entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht 
viel Gewicht beigemessen werden kann. Q.________ hat offensichtlich keine 
Hemmungen, zu lügen, zu beschönigen und zu verheimlichen (pag. 665 Z. 216; 
pag. 666 Z. 32 ff., pag. 670 Z. 387 f.).

8.7 Aussagen von P.________

8.7.1 Würdigung durch die Vorinstanz
Auch bei P.________ finde sich das bekannte Aussageverhalten. Er habe die 
Überfälle nur aus Distanz wahrgenommen, habe sogar versucht darauf hinzuwir-
ken, dass man mit den Raubüberfällen aufhöre. Man habe aber nicht auf ihn 

16

gehört. Zur Rolle des Beschuldigten habe er sich ähnlich wie I.________ geäus-
sert. Er sei Teil der Gruppe gewesen, sei aber zurückgegangen, als die Gruppe 
sich in die Stadt begeben habe. Der erste Überfall auf C.________ habe sich an 
der Engehaldestrasse zugetragen, dann erst habe man sich nach oben «in die 
Stadt» begeben. 

8.7.2 Würdigung durch die Kammer
Die Aussagen von P.________ lassen sich ohne Weiteres mit denjenigen von 
I.________ in Einklang bringen. Die Aussage von P.________, der Beschuldigte 
und R.________ seien zuerst dabei gewesen und dann zurückgegangen, teilt letz-
terer im Übrigen nicht. Es ist nicht ersichtlich, warum P.________ diesbezüglich ge-
logen haben sollte, belastet er die beiden anderen mit dieser Feststellung doch gar 
nicht. Aus Sicht von R.________ macht ein Abstreiten des Mitgehens im Übrigen 
nur Sinn, wenn etwas passiert ist, bei welchem er nicht hätte dabei gewesen sein 
wollen, namentlich beim Überfall auf C.________. Die Aussage von P.________, 
der Beschuldigte und R.________ seien erst dazugestossen, kurz bevor die Polizei 
gekommen sei (pag. 838 Z. 181 f.), widerspricht hingegen klar sowohl der Darstel-
lung von I.________ als auch dem Wahrnehmungsbericht der Polizei. Die Verteidi-
gung stützte sich anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung unter anderem auf 
die Aussage von P.________, wonach dieser auf die Frage, wer alles dabei gewe-
sen sei, H.________, Q.________, O.________, I.________ und sich selbst ge-
nannt habe (pag. 2056). Tatsächlich sagte P.________ jedoch: «Als wir gelaufen 
sind waren wir zu fünft. Es waren Nr.4, Nr. 7, Nr. 9 und Nr. 10 und ich» (pag. 861 Z. 
83). Und konkret angesprochen auf die Nr. 14 (den Beschuldigten) führte er aus: 
«Nr. 14 und Nr. 13 waren auch mit uns. Aber als wir in die Stadt gegangen sind, 
sind die beiden zurück in die Disco gegangen. Sie waren nicht mit uns unterwegs» 
(pag. 861 Z. 85 f.). Bei genauerer Betrachtung dieser Aussagen wird somit deutlich, 
dass P.________ zwar die zuvor genannten fünf Personen aufzählt, direkt in An-
schluss jedoch ebenfalls klar zu Protokoll gibt, dass der Beschuldigte zu Beginn 
auch dabei war, jedoch zur Reithalle zurückkehrte, als die Gruppe in die Stadt (und 
damit ins Länggassquartier) ging. Für diese Interpretation spricht auch, dass sie 
gemäss P.________ eben erst dann zu fünft gewesen seien, als sie «gelaufen» 
seien, wobei davon auszugehen ist, dass P.________ damit den Streifzug durchs 
Länggassquartier meint. Die Aussagen von P.________ bestätigen damit insofern 
weitgehend die bereits als glaubhaft eingestuften Aussagen von I.________.

8.8 Aussagen von R.________ 

8.8.1 Würdigung durch die Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog, R.________ wolle den Abend mit dem Beschuldigten vor der 
Reitschule verbracht haben. Sie hätten sich erst kurz vor der Anhaltung gemein-
sam von dort entfernt. Mit seinen Aussagen scheine er den Beschuldigten vorder-
gründig vollständig zu entlasten. Dies sei aber nur mit einer Einschränkung der 
Fall. Der Beschuldigte habe geltend gemacht, er sei bei der Auseinandersetzung 
vor der Reitschule in führender Position beteiligt gewesen. Er habe versucht, den 
Streit zu schlichten und sei deshalb vom Pfefferspray der Security stark betroffen 
gewesen. Er habe sich deshalb gemeinsam mit seinem Kollegen auf eine Treppe 
gesetzt und sei längere Zeit dort geblieben. Die Security habe ihm Zitronensaft ge-

17

bracht, um die Beschwerden zu lindern. Diese Vorgänge habe R.________ offen-
bar nicht wahrgenommen. Während der Auseinandersetzung solle der Beschuldig-
te zwar neben ihm gestanden haben, gleichwohl habe er nicht festgestellt, dass 
dieser an vorderster Front vom Pfefferspray abgekommen habe. Als mögliche Er-
klärung habe er angegeben, dass er (R.________) nach der Schlägerei für ca. 10 – 
15 Minuten in die Reitschule gegangen sei, während der Beschuldigte draussen 
geblieben sei. Für die Ereignisse unmittelbar nach der Auseinandersetzung vor der 
Reitschule habe R.________ damit nicht schlüssig darlegen können, dass sich der 
Beschuldigte konstant neben ihm befunden hätte. Die Darstellung von I.________, 
wonach der Beschuldigte mit der Gruppe mitgegangen sei, beim ersten Überfall auf 
C.________ mitgewirkt habe, aber anschliessend wieder weggegangen sei, lasse 
sich mit den Aussagen von R.________ in Übereinstimmung bringen. Der Be-
schuldigte habe sich laut I.________ wieder von der Gruppe entfernt und sich of-
fenbar, dies gestützt auf die weiteren Aussagen von R.________, wieder zur Reit-
schule begeben. Die beiden Männer hätten sich später hinauf ins Quartier bege-
ben, wo sie als zweite Gruppierung von der Polizei angehalten worden seien. Zu-
sammenfassend seien auch die Aussagen von R.________ grundsätzlich geeignet, 
den Beschuldigten hinsichtlich der angeklagten Raubüberfälle zum Nachteil von 
J.________, D.________, E.________ und G.________ zu entlasten. Er habe so-
weit glaubhaft geschildert, dass er sich gemeinsam mit dem Beschuldigten ins 
Quartier begeben habe, was eine zeitgleiche Mitwirkung des Beschuldigten bei 
Überfällen unmittelbar vor der Anhaltung ausschliesse. Für den ersten Raubüberfall 
zum Nachteil von C.________ könne R.________ den Beschuldigten aber aus den 
dargelegten Gründen nicht entlasten. 

8.8.2 Würdigung durch die Kammer

Gemäss den Aussagen des Beschuldigten sass er fast zwei Stunden mit schmer-
zenden Augen bei einer Treppe, wobei ihm ein Iraker und R.________ Wasser und 
eine Zitrone geholt hätten, um die Augen waschen zu können (pag. 1057 Z. 178 
ff.). R.________, quasi als Kronzeuge angerufen, kann sich indessen nicht an eine 
solche Gegebenheit, die aufgrund ihrer Dramatik und Ausgefallenheit wohl nicht 
einfach so vergessen ginge, erinnern. Er glaubt sogar, der Beschuldigte habe kei-
nen Pfefferspray abgekommen (pag. 933 Z. 69 f.). Weiter will R.________ nicht 
mitbekommen haben, dass der Beschuldigte vor seiner Anhaltung etwas wegge-
worfen hat (pag. 934 Z. 137 ff.). Der Beschuldigte hat jedoch selbst zugestanden, 
etwas weggeworfen zu haben (ein Hölzchen), was R.________ mitbekommen ha-
ben müsste. Aufgrund der Aussagen von R.________ ist demnach davon auszu-
gehen, dieser sei nicht die ganze Zeit mit dem Beschuldigten zusammen gewesen. 
Folgerichtig hat er zu Protokoll gegeben, er sei  nach der Schlägerei in die Reit-
schule gegangen und könne keine Angaben dazu machen, was der Beschuldigte in 
dieser Zeit gemacht habe. Schliesslich hat R.________ den Namen seines Beglei-
ters nicht nennen wollen, damit dieser keine Probleme erhält (pag. 921 Z. 40 ff.), 
was keinen Sinn ergeben würde, wenn sich der Beschuldigte und R.________ so 
verhalten hätten, wie sie es ausgeführt haben. Es ist demnach davon auszugehen, 
R.________ (wie auch der Beschuldigte) hätte etwas zu verbergen. Er hat ausser-
dem als einziger nichts vom Pfeffersprayeinsatz erzählt. Darauf angesprochen 
meinte er: «Ich kann mich nicht daran erinnern, es ist möglich. Ich ging dann in die 

18

Reitschule rein, das war nach der Schlägerei. Ich war ca. 10 – 15 Minuten in der 
Reithalle drin, als ich wieder raus ging war er immer noch draussen» (pag. 934, Z. 
99 ff.). Ebenso gab er zu Protokoll, dass es vorgekommen sei, dass er, abgesehen 
von diesen 10 – 15 Minuten, in die Reithalle rein gegangen und der Beschuldigte 
draussen geblieben sei (pag. 934 Z. 107). Aufgrund dieser Aussagen wird deutlich, 
dass R.________ keine hilfreichen Angaben zu den Aktivitäten des Beschuldigten 
in jener Nacht machen kann, da sich die beiden offensichtlich zwischenzeitlich aus 
den Augen verloren, was auch der Beschuldigte selbst bestätigte (pag. 1927 Z. 21). 
Aus den Aussagen von R.________ kann daher nichts zur Rolle des Beschuldigten 
beim Überfall auf C.________ abgeleitet werden. 

Die Verteidigung kritisiert, dass die Aussagen von R.________ von der Vorinstanz 
zu Ungunsten des Beschuldigten gewertet worden seien. Das sei bemerkenswert, 
da auf der belastenden Seite nur die Aussagen von I.________ stünden, welche 
aber wie aufgezeigt falsch gewürdigt worden seien (pag. 2507). Diese Kritik er-
scheint aus Sicht der Kammer unbegründet. So sah die Vorinstanz unter anderem 
die Aussagen von R.________ als Nachweis dafür, dass der Beschuldigte an den 
Überfällen im Länggassquartier nicht beteiligt war. Insofern wirkten die Aussagen 
für den Beschuldigten also gerade ent- und nicht belastend. Betreffend den Überfall 
auf J.________ hat die Vorinstanz lediglich nachvollziehbar ausgeführt, wieso 
R.________ hierzu keine hilfreichen Angaben machen kann, nämlich weil er selbst 
eben nicht den ganzen Abend mit dem Beschuldigten verbrachte und somit über 
dessen Aktivitäten nicht Bescheid wissen kann. Zum Nachteil des Beschuldigten 
wurde durch die Vorinstanz lediglich ausgeführt, dass die Aussagen von 
R.________ die als glaubhaft eingestuften Aussagen von I.________ nicht entkräf-
ten könnten, was zutrifft. 

Die Verteidigung bringt im Übrigen vor, dass der Beschuldigte und R.________ bei 
der Anhaltung durch die Polizei einfach am falschen Ort gewesen seien (pag. 
2507). Auch diesem Einwand kann nicht gefolgt werden, zeichnen doch die diver-
sen objektiven und subjektiven Beweismittel ein gänzlich anderes Bild.

8.9 Aussagen der Zeuginnen S.________ und T.________

8.9.1 Würdigung durch die Vorinstanz

Die Zeuginnen hätten sich grundsätzlich differenziert geäussert und betont, dass 
sie sich nicht mehr gut an Einzelheiten erinnern könnten. Das sei bei einem fast 
zwei Jahre zurückliegenden Ereignis soweit verständlich, umso mehr als sie betont 
hätten, dass man immer wieder in Bern im Ausgang gewesen sei. Gleichwohl hät-
ten beide geglaubt, sagen zu können, dass der Beschuldigte in der fraglichen 
Nacht immer bei ihnen gewesen sei. Auch die Aussagen, mit welchen sie dem Be-
schuldigten vordergründig ein Alibi verschafft hätten, würden Fragen aufwerfen. Die 
Zeuginnen hätten beide darauf hingewiesen, dass es vor der Reitschule immer 
wieder Prügeleien gebe, die einen Pfeffersprayeinsatz zur Folge hätten. Sie könn-
ten sich daher nicht mehr an die Auseinandersetzung und die Intervention der Se-
curity erinnern. Der deutlich weniger spektakuläre Teil des Abends, nämlich der 
Aufenthalt vor der Reitschule oder in der Disco, immer vermeintlich gemeinsam mit 
dem Beschuldigten, sei ihnen demgegenüber klar präsent gewesen. Ein derart se-

19

lektives Erinnerungsvermögen erstaune, zumal T.________ ergänzend darauf hin-
gewiesen habe, dass sie damals stark alkoholisiert gewesen sei, aber immerhin 
noch bei Bewusstsein. Zudem hätten beide Zeuginnen dieses Zusammensein ganz 
anders geschildert als der Beschuldigte selbst. Dieser habe ausgeführt, er habe 
sich auf eine Treppe gesetzt und sei längere Zeit dort geblieben, weil er sich aus 
«medizinischen Gründen» nicht mehr habe fortbewegen können. Eine solche Be-
einträchtigung hätte den Zeuginnen auffallen müssen. Davon sei bei ihren Schilde-
rungen aber keine Rede gewesen. Zusammenfassend würden die Aussagen der 
Zeuginnen für die hier relevante Phase, nämlich die Minuten nach der Intervention 
der Security, nicht überzeugen. Ihr pauschale Behauptung, wonach sie in der 
Nacht vom 18./19.11.2016 «immer» mit dem Beschuldigten zusammen gewesen 
seien und ihn dementsprechend stets im Blick gehabt hätten, sei bei dem grossen 
Besucheranmarsch an den Wochenenden vor der Reitschule ohnehin kaum nach-
vollziehbar, zumal sie auch nicht enger befreundet gewesen seien. Dementspre-
chend sei ihnen auch die Auseinandersetzung, in welche der Beschuldigte unbe-
strittenermassen involviert gewesen sei, entgangen. Ausgehend von der Darstel-
lung von  I.________ habe sich der Beschuldigte nach der Auseinandersetzung vor 
der Reitschule nur kurz mit der Gruppe entfernt und sei anschliessend wieder 
zurückgegangen. Ein solcher Ablauf lasse sich mit der weiteren Darstellung der 
Zeuginnen, wonach diese sich später mit dem Beschuldigten ins Quartier begeben 
hätten, in Übereinstimmung bringen. Dies schliesse aber eine Beteiligung des Be-
schuldigten am Überfall auf C.________ an der L.________strasse nicht aus. Die 
Aussagen der Zeuginnen seien vergleichbar mit den Aussagen von R.________ 
geeignet, den Beschuldigten hinsichtlich des Vorwurfs des Raubes zum Nachteil 
von J.________, D.________, E.________ und G.________ zu entlasten. Sie sei-
en aber nicht geeignet, die Darstellung des Beschuldigten zu stützen, wonach er 
konstant bei der Reitschule geblieben sei. 

8.9.2 Würdigung durch die Kammer

Aus Sicht der Kammer erscheint es angebracht, die Aussagen der beiden Zeugin-
nen S.________ und T.________ je einzeln zu betrachten und zu würdigen. 

Betreffend S.________ ist vorweg darauf hinzuweisen, dass diese der ersten Vor-
ladung der Vorinstanz unentschuldigt keine Folge geleistet hat, was als mangeln-
der Einsatz zur Aufklärung einer Straftat qualifiziert werden kann. Weiter macht 
S.________ sehr selektive Angaben, indem sie sich betreffend Einsatz von Pfeffer-
spray nicht äussern will und diesbezüglich alkoholbedingte Erinnerungslücken gel-
tend macht. Daneben sei die Gruppe normal im Ausgang gewesen, was erstaunt, 
weil im Zug von Freiburg nach Bern ein Sachschaden von CHF 10‘000.00 verur-
sacht worden ist. S.________ hat offensichtlich die Tendenz, unangenehme Bege-
benheiten geflissentlich zu übergehen. Weiter will S.________ den Abend mit 
A.________, U.________ und V.________ verbracht haben, wobei nach den Aus-
sagen von R.________ und des Beschuldigten R.________ dabei gewesen sein 
soll, welcher jedoch wiederum V.________ in seinen Aussagen nicht erwähnt hat. 
Der Beschuldigte hielt dafür, V.________ sei kurz vor der Anhaltung zu ihnen ge-
kommen und habe sie zu den anderen führen wollen, um zu trinken (pag. 1058 Z. 
186 ff.). Überdies gab S.________ an, sie laufe nie um die Reitschule (pag. 2318 

20

Z. 22), wohingegen T.________ ausführte: «Ja, wir laufen auf dem Trottoir rund um 
die Reithalle, weil wir nicht immer am selben Ort bleiben wollen. Wir Frauen ma-
chen dies zusammen. Manchmal kommen die Männer auch mit» (pag. 2322 Z. 13 
ff.). Nicht nachvollziehbar ist sodann die Schilderung von S.________, wonach sie 
auf die Gruppe stiessen, welche gerade von der Polizei angehalten worden war, 
und sie sagt: «A.________ war mit ihnen» (pag. 2317 Z. 36 ff.). Eine solche Dar-
stellung erscheint nicht korrekt, da der Beschuldigte gemäss Wahrnehmungsbe-
richt der Polizei erst als Teil der zweiten Gruppe dazu stiess und sich ausserdem 
auch gemäss den übrigen Aussagen von S.________ erst nach dem vermeintli-
chen Anruf nach oben in die Länggasse begab, angeblich stets in Begleitung der 
beiden Zeuginnen. 

Erhebliche Unklarheiten bestehen für die Kammer hinsichtlich der Frage, wieso 
sich die zweite Gruppe überhaupt nach oben in die Länggasse begab. Die Aussa-
gen dazu, was denn der Auslöser dafür war, sich nach oben zu begeben, divergie-
ren stark (entweder es wurde telefoniert oder sie wurden geholt). Als Grund für die 
Verlagerung wurde seitens des Beschuldigten das Trinken genannt. Es kann je-
doch mit Sicherheit gesagt werden, dass es nachts um 2:45 Uhr (Zeitpunkt der An-
haltung) in der Länggasse, einem Wohnquartier, offiziell nichts mehr zu trinken 
gab. Um zu trinken, hätte man auch weiterhin bei der Reithalle bleiben können. Aus 
diesem Grund ist die Argumentation nicht nachvollziehbar. Schliesslich will nicht 
recht überzeugen, dass S.________ gemäss eigener Aussage mit den anderen nie 
über den doch sehr denkwürdigen Abend gesprochen haben will. 

Zusammenfassend kann gestützt auf die selektiven, vagen und mit den anderen 
Aussagen nicht übereinstimmenden Ausführungen von S.________ nicht davon 
ausgegangen werden, diese sei den ganzen Abend mit dem Beschuldigten zu-
sammen gewesen. Auf ihre Aussagen kann demnach zur Klärung der  Frage, ob 
der Beschuldigte am Raubüberfall auf C.________ beteiligt war oder nicht, nicht 
abgestellt werden.

Betreffend die Aussagen von T.________ fällt auf, dass sich die Zeugin an den 
Vorfall mit der Security vor der Reitschule nicht von sich aus zu erinnern vermoch-
te. Sie erinnert sich auch nicht an einen Pfeffersprayeinsatz. Weggeworfen soll der 
Beschuldigte vor der Anhaltung auch nichts haben und mit diesem will T.________ 
nach dem Vorfall auch nicht gesprochen haben, obwohl die anderen Involvierten 
darüber sprachen. Am fraglichen Abend hat T.________, welche gemäss eigenen 
Angaben ein Alkoholproblem hatte, viel getrunken. 1.5 bis 2 Flaschen starker Alko-
hol sollen es über die Nacht verteilt gewesen sein (pag. 2323 Z. 5 ff.). Für die 
Kammer ist nicht recht nachvollziehbar, dass T.________ bezüglich des fraglichen 
Abends aufgrund des Alkoholkonsums angeblich nicht mehr viel weiss, mit Sicher-
heit aber, dass der Beschuldigte den ganzen Abend mit ihr, S.________ und 
V.________ zusammen gewesen sein soll. An einen – doch recht einprägsamen – 
Vorfall mit Pfefferspray vor der Reitschule vermag sie sich aber nicht zu erinnern. 
Auf den Widerspruch zur Aussage von S.________ zum Thema, ob sie manchmal 
eine Runde um die Reitschule drehen, wurde bereits hingewiesen. Weiter gab 
T.________ an, V.________ sei angerufen worden, sie sollten nach oben kommen, 
wohingegen der Beschuldigte ausführte, V.________ sei persönlich zu ihnen ge-

21

kommen, während R.________ in seinen Schilderungen V.________ überhaupt 
nicht erwähnte, obwohl dieser gemäss den Zeuginnen T.________ und 
S.________ auch den ganzen Abend mit der gleichen Gruppe verbracht haben soll 
(pag. 2318 Z. 10 f. und pag. 2322 Z. 1 f.). 

Alles in allem kann gestützt auf die selektiven, vagen und zudem mit alkoholbe-
dingten Lücken versehenen Aussagen von T.________ ebenfalls nicht davon aus-
gegangen werden, diese sei den ganzen Abend mit dem Beschuldigten zusammen 
gewesen. Entweder war T.________ anlässlich des Vorfalls mit dem Pfefferspray 
nicht zugegen oder sie vermag sich überhaupt nicht mehr an den fraglichen Abend 
zu erinnern, was dann zur Folge hat, dass sie keine hilfreichen Aussagen machen 
kann. So oder anders ist somit auch auf die Aussagen von T.________ hinsichtlich 
der Frage nach der Beteiligung des Beschuldigten am Raubüberfall auf 
C.________ nicht abzustellen.

8.10 Aussagen des Beschuldigten 

8.10.1 Würdigung durch die Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog, soweit der Beschuldigte geltend gemacht habe, sich nicht an 
einer Serie von Raubüberfällen im Länggassquartier beteiligt zu haben, seien seine 
Aussagen von I.________ gestützt worden und auch R.________, S.________ und 
T.________ hätten soweit nachvollziehbar bestätigt, dass man sich gemeinsam 
und in Begleitung des Beschuldigten von der Reitschule nach oben begeben habe, 
wo man unverhofft in eine Polizeikontrolle geraten sei. Der Beschuldigte bestreite 
weitergehend auch eine Mitwirkung am ersten Überfall auf der Höhe Engehalde-
strasse, dies namentlich unter Hinweis auf seine gesundheitliche Beeinträchtigung 
als Folge des Pfeffersprayeinsatzes. Es falle allerdings auf, dass er die Ereignisse 
vor der Reitschule und damit ein an sich noch unverfängliches Rahmengeschehen, 
sehr unterschiedlich dargestellt habe. Die vom Beschuldigten geltend gemachten 
Beeinträchtigungen seien bei jeder Befragung schlimmer und gravierender gewor-
den. Zuletzt habe er gewissermassen einen medizinischen Notfall beschrieben, in-
dem er sich über längere Zeit nicht habe von der Stelle bewegen können. Während 
der ersten ausführlichen Befragungen sei davon aber noch keine Rede gewesen. 
Eine Beeinträchtigung sei nicht einmal angedeutet worden. Es sei davon auszuge-
hen, dass er in Bezug auf seine Beschwerden als Folge der Intervention der Secu-
rity stark übertrieben habe. Weder R.________ noch die beiden Zeuginnen hätten 
solche Probleme wahrgenommen. 

Widersprüche fänden sich auch in der Schilderung der Auseinandersetzung, die er 
beobachtet und bei der er auch mitgewirkt haben wolle. Anlässlich der polizeilichen 
Befragung habe er eine Beteiligung bei einem Vorfall bestätigt, bei welchem das 
Opfer anfänglich wegen Zigaretten angefragt worden sei. Es sei zu einer Eskalation 
und zu Übergriffen auf das Opfer gekommen. Er habe interveniert, um das Opfer, 
einen Afghanen, zu beschützen. 

Es könne soweit als erstellt gelten, dass zwei Afghanen vor der Reitschule anein-
ander geraten seien, u.a. mit Beteiligung von H.________, der sich gegen die Be-
leidigung seiner Mutter zur Wehr gesetzt haben wolle. Bei dieser Auseinanderset-
zung sei es nicht um Zigaretten gegangen, wie der Beschuldigte ausgeführt habe. 

22

Erst bei den nachfolgenden Raubüberfällen seien die jeweiligen Opfer zunächst 
nach Zigaretten gefragt worden, bevor man sie weitergehend angegriffen und aus-
geraubt habe. Der vom Beschuldigten zunächst geschilderte Vorfall entspreche 
denn auch im Ablauf exakt dem Überfall auf C.________ an der 
L.________strasse. Der Beschuldigte wolle selber auch eingegriffen haben, laut 
seiner Darstellung allerdings nur, um die anderen davon abzuhalten, weiterzuma-
chen. Eine solche Intervention zu Gunsten des Opfers sei von C.________ aller-
dings nicht wahrgenommen worden. 

Die Aussagen des Beschuldigten seien hinsichtlich der umstrittenen Phase vor der 
Reitschule und nach der Intervention der Security in mehreren Punkten wider-
sprüchlich und würden daher nicht überzeugen. Seine Erklärungen seien insge-
samt nicht geeignet, die Darstellung des I.________ in Zweifel zu ziehen. 

8.10.2 Würdigung durch die Kammer

Der Würdigung der Vorinstanz schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. Die 
Vorinstanz hat nachvollziehbar und ausführlich erläutert, wieso auf die Aussagen 
des Beschuldigten nicht abgestellt werden kann. Anschaulich hat die Vorinstanz 
insbesondere das stetig veränderte Aussageverhalten des Beschuldigten hinsicht-
lich des Vorfalls vor der Reitschule beschrieben. Auch die Kammer hält an dieser 
Stelle noch einmal fest, dass der Beschuldigte den Pfeffersprayeinsatz der Security 
anlässlich seiner ersten Einvernahme bei der Polizei am 19.11.2016 mit keinem 
Wort erwähnt hat. Anlässlich der Hafteröffnung vom 20.11.2016 war der Pfeffer-
sprayeinsatz dann erstmals ein Thema und der Beschuldigte sprach von schmer-
zenden Augen. Jedoch liess sich der Beschuldigte nach wie vor nicht dahingehend 
vernehmen, dass er durch den Pfefferspray völlig ausser Gefecht gesetzt gewesen 
wäre. Von einem Zustand, gemäss welchem er zeitweise bewegungsunfähig ge-
wesen und von R.________ gepflegt worden sei, sprach der Beschuldigte erst an 
den folgenden Einvernahmen. Dieses Aussageverhalten ist bei einem reinen Ge-
wissen nicht erklärbar. Vielmehr ist dieses so zu deuten, dass der Beschuldigte 
seine Aussagen im Laufe der Zeit an das Beweisergebnis angepasst hat, er also 
die Folgen des Pfeffersprayeinsatzes von dem Moment an gravierender darstellte, 
als er merkte, dass die Beweislage für ihn eng werden könnte. Dem Beschuldigten 
war in der ersten Befragung zudem durchaus bewusst, dass es um Raubüberfälle 
oder Diebstähle geht und nicht um die Auseinandersetzung vor der Reithalle (pag. 
1026 Z. 88). Von daher kann nicht gesagt werden, er habe wegen dieser Ausein-
andersetzung nicht die Wahrheit sagen wollen. 

Anlässlich der Hafteröffnung entgegnete der Beschuldigte gegenüber der Staats-
anwaltschaft auf den Vorhalt, dass er an der ersten Befragung durch die Polizei 
(am Tag zuvor) nichts von einem Pfefferspray erzählt habe: «Doch das habe ich 
gesagt» (pag. 1043 Z. 98 f.), was wider aller Evidenz ist, können dem Einvernah-
menprotokoll vom 19.11.2019 doch eindeutig keine derartigen Äusserungen ent-
nommen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 
hingegen als Begründung aus, er sei an dieser ersten Einvernahme unter Drogen-
einfluss gestanden. Er habe sich plötzlich an einem Tisch wiedergefunden und es 
seien Fragen gestellt worden. Er habe gedacht, dass es um den Konsum von Ha-
schisch gehe (pag. 2502 Z. 18 ff.). Es gilt zu beachten, dass diese erste Einver-

23

nahme immerhin fast vier Stunden dauerte, sich im gesamten Einvernahmeproto-
koll jedoch nicht der geringste Hinweis darauf finden lässt, dass der Beschuldigte 
unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden hätte. Auch andere Auffälligkeiten 
wie etwa rote Augen oder Müdigkeit sind dem Protokoll nicht zu entnehmen. Insbe-
sondere ist kein entsprechendes Verbal auszumachen, welches darauf hindeuten 
würde. Sodann ist zu berücksichtigen, dass an der besagten Einvernahme auch 
der Verteidiger des Beschuldigten anwesend war, welcher nicht intervenierte. Die 
Frage, ob er der Befragung weiterhin folgen könne, beantwortete der Beschuldigte 
ausserdem explizit mit «ja» (pag. 1030 Z. 313 f.). Auch die übrigen Umstände las-
sen nicht auf einen schlechten Zustand des Beschuldigten anlässlich seiner ersten 
Einvernahme vom 19.11.2016 schliessen: Die Einvernahme fand nachmittags um 
16:47 Uhr statt. Der Beschuldigte wurde aus der vorläufigen Festnahme zugeführt 
und hatte seit seiner Anhaltung in der vorangegangenen Nacht genügend Zeit, sich 
auszuschlafen. Wie bereits festgestellt, wies der Beschuldigte zur Tatzeit zudem 
einen relativ geringen Alkoholwert von 0.60 Promille auf (vgl. Ziff. 8.1.2 oben). Auf-
grund all dieser Gegebenheiten kann den Erklärungsversuchen des Beschuldigten, 
er sei zum Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahme unter Drogeneinfluss gestan-
den und somit in einem schlechten Zustand gewesen, kein Glaube geschenkt wer-
den. Überdies ist auch seine Aussage, er habe gedacht, es gehe um den Konsum 
von Haschisch, als blosse Schutzbehauptung anzusehen. Dem Einvernahmeproto-
koll vom 19.11.2016 ist klar zu entnehmen, dass der Beschuldigte im Rahmen der 
rechtlichen Belehrung zu Beginn der Einvernahme über den Gegenstand des Ver-
fahrens (Raub sowie Diebstahl) in Kenntnis  gesetzt worden war (pag. 1024 Z. 14 
ff.). Von einem anderen Verfahrensgegenstand konnte und musste der Beschuldig-
te demnach nicht ausgehen. 

Der Beschuldigte wurde an der Berufungsverhandlung ebenfalls gefragt, wieso die 
Auswirkungen des Pfeffersprays in seinen Schilderungen immer schlimmer gewor-
den seien, je öfter er befragt wurde. Der Beschuldigte erklärte dies damit, dass 
man sich mit der Zeit Stück für Stück an das Ganze erinnere, was vorgefallen sei. 
Man könne solche Vorfälle nicht wie einen Film von Anfang bis Ende erzählen 
(pag. 2502 Z. 26 ff.). Dem ist entgegenzuhalten, dass der Beschuldigte zuletzt ge-
radezu von einem medizinischen Notfall gesprochen hat, aufgrund dessen er an-
geblich eine Zeit lang weder sehen noch richtig laufen konnte. Es darf erwartet 
werden, dass man sich an einen derartigen Vorfall mit solch gravierenden Folgen 
bereits in der ersten Einvernahme erinnert hätte. Auch erscheint es seltsam, wenn 
der Beschuldigte einerseits ausführt, er habe nach dem Zwischenfall zum Bahnhof 
gehen und mit dem Zug nach Freiburg fahren wollen (pag. 1042 Z. 74 f.), anderer-
seits aber geltend macht, er habe nicht mehr richtig laufen können (pag. 1927 Z. 
44) bzw. von 1:00 Uhr bis 2:45 Uhr nichts mehr sehen können (pag. 1055 Z. 78). 
Als Grund, wieso er letztlich nicht an den Bahnhof gegangen sei, nennt der Be-
schuldigte denn auch nicht etwa eine der soeben erwähnten körperlichen Ein-
schränkungen, sondern erklärt, dass es für den Zug bereits zu spät gewesen sei 
(pag. 1042 Z. 75 f.). Die Schilderungen des Beschuldigten zu den Auswirkungen 
des Pfeffersprayeinsatzes finden schliesslich auch in den Aussagen der anderen 
Personen keine Stütze. Insbesondere fällt auf, dass sich selbst die vom Beschul-

24

digten eigens angerufenen Zeuginnen S.________ und T.________ nicht an einen 
derartigen Vorfall zu erinnern vermögen.

Der Beschuldigte unterschied im Rahmen der ersten Einvernahme zwei Auseinan-
dersetzungen. Er sprach zum einen von einem Streit vor der Reithalle, bei dem 
auch Leute aus Freiburg beteiligt gewesen seien und den er von weitem ange-
schaut habe (pag. 1025 Z. 40 f.). Zum anderen sagte der Beschuldigte auf Vorhalt 
der Aussagen von J.________, das habe er gesehen. Alle der Gruppe hätten den 
Mann schlagen wollen und er (der Beschuldigte) sei in der Mitte gestanden und 
habe dem Herrn gesagt, er könne gehen (pag. 1028 Z. 201 ff.). Die Gruppe habe 
den Mann geschlagen, weil er keine Zigaretten gegeben habe (pag. 1029 Z. 236). 
Ganz abgesehen davon, dass sich eine Person bei einer gewalttätigen Gruppe von 
fünf Personen wohl nicht derart aufopfernd in die Mitte stellen würde und sich die 
Gruppe sicherlich nicht ohne Weiteres zum Aufhören hätte bewegen lassen, stimmt 
diese Schilderung in Entstehung (Fragen nach Zigarette) und weiterem Ablauf mit 
den Sachverhalten C.________ und J.________ überein. Es stellt sich die Frage, 
wie der Beschuldigte davon hätte erfahren sollen, wenn er nicht dabei gewesen 
wäre. Zum eingesetzten Messer führte der Beschuldigte aus, er habe dieses einem 
der schlagenden Männer weggenommen (pag. 1028 Z. 213 f.). Der schlagende 
Mann sei H.________ gewesen (pag. 1032 Z. 394 f.). Er kenne das fragliche Mes-
ser nicht (pag. 1033 Z. 448). Es sei aber dasselbe wie dasjenige, welches im Zug 
von Freiburg nach Bern mit Abfahrt um 0:18 Uhr dabei gewesen und gebraucht 
worden sei (pag. 1033 Z. 440 f.). Auch diese Aussagen rund um das Messer wären 
nicht erklärbar, wenn der Beschuldigte ein reines Gewissen gehabt hätte und bele-
gen zudem, dass der Beschuldigte keine Hemmungen hat, zu lügen. In diesem Zu-
sammenhang ist ebenfalls darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte ausführte, 
H.________ nicht zu kennen (pag. 1060 Z. 312), wobei er unmittelbar zuvor die 
Gegenfrage gestellt hatte, ob H.________ auch befragt worden sei (und nicht nur 
O.________, pag. 1059 Z. 249). Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte Fragen 
mit Gegenfragen quittiert und umgehend nach Beweisen verlangt hat, was durch-
aus als Lügensignal gewertet werden kann.

Auch die Ausführungen der Vorinstanz betreffend den vom Beschuldigten geschil-
derten Vorfall sind nicht zu beanstanden. Fest steht, dass der Beschuldigte anläss-
lich seiner ersten Einvernahme bei der Polizei am 19.11.2016 einen Vorfall ge-
schildert hat, welcher nicht im Geringsten demjenigen vor der Reithalle entspricht, 
hingegen sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Überfall auf C.________ aufweist. Dass 
es bei dem ihm vorgehaltenen Sachverhalt effektiv um den Überfall auf J.________ 
ging, ist aus Sicht der Kammer unerheblich, kann doch der Beschuldigte ohnehin 
weder mit den Namen der Opfer (J.________/C.________) noch mit den Örtlichkei-
ten (K.________strasse/L.________strasse) etwas anfangen, da er sich gemäss 
eigener Aussage in Bern nicht auskennt (pag. 1027 Z. 148 f.). Die Ähnlichkeiten 
zwischen dem vom Beschuldigten geschilderten Vorfall und dem Überfall auf 
C.________ sind nicht von der Hand zu weisen. Namentlich stimmen das Fragen 
nach einer Zigarette, die Schläge ins Gesicht sowie der Einsatz des Messers übe-
rein. Zudem beschreibt der Beschuldigte das Opfer als langhaarigen Herrn (pag. 
1029 Z. 226 f.). Diese Beschreibung trifft ebenfalls auf C.________ zu, wie den Bil-

25

dern des Kriminaltechnischen Dienstes zu entnehmen ist (vgl. pag. 221 ff.). Diese 
Angaben erfolgten zudem zu einem Zeitpunkt, als der Beschuldigte noch nicht 
wusste, was die anderen angehaltenen jungen Männer aussagen würden. Eine 
derartige Geschichte kann man nicht einfach so erfinden, sondern es wird deutlich, 
dass der Beschuldigte den Überfall auf C.________ selbst miterlebt haben muss. 

Schliesslich sagte der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhandlung, er sei 
an jenem Abend mit dem Alkoholkonsum sehr vorsichtig gewesen, weil er irgend-
wie geahnt habe, dass etwas Schlimmes passieren könnte (pag. 2502 Z. 38 f.). 
Auch diese Aussage erscheint der Kammer äusserst seltsam und rundet den vom 
Beschuldigten hinsichtlich seines Aussageverhaltens gewonnenen Eindruck ab. 
Nicht zuletzt wirft diese Aussage auch Fragen auf, wenn man bedenkt, dass der 
Beschuldigte ebenfalls geltend macht, an der ersten Einvernahme (und dement-
sprechend auch in der Nacht zuvor) unter Drogeneinfluss gestanden zu sein. Wie-
so der Beschuldigte demnach beim Trinken aufgepasst haben, sich gleichzeitig je-
doch angeblich derart mit Drogen zugedröhnt haben will, dass er an der Einver-
nahme am darauffolgenden Tag vermeintlich unrichtige Angaben gemacht hat, er-
schliesst sich der Kammer nicht. 

In den Aussagen des Beschuldigten lassen sich weitere Auffälligkeiten finden: Die 
anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung getätigte Aussage, dass I.________ 
Hass auf ihn gehabt habe, erscheint nachgeschoben, nachdem der Beschuldigte 
mittlerweile im Besitz der erstinstanzlichen Urteilsbegründung war, in welcher 
I.________ als wichtiger Belastungszeuge fungiert. Wie bereits ausgeführt (vgl. 
Ziff. 8.3.2 oben), findet eine solche Darstellung in den Akten keine Stütze. Vielmehr 
ist gerichtsnotorisch, dass das Schlechtreden anderer – insbesondere, wenn diese 
die beschuldigte Person mit ihren Aussagen belasten – ein typisches und häufig 
anzutreffendes Lügensignal darstellt. Im selben Licht ist auch die Aussage des Be-
schuldigten an der Berufungsverhandlung zu würdigen, er habe sowohl I.________ 
als auch O.________ geschlagen, und dass diese Freunde seien. Gemäss dem 
Beschuldigten sei dies zudem lediglich zwei Tage vor den hier interessierenden 
Vorfällen in Bern geschehen (pag. 2501 Z. 29 ff.). Der Beschuldigte scheint mit die-
sen neuen Äusserungen vor der Kammer seine Schilderungen an das Beweiser-
gebnis der Vorinstanz anzupassen, könnte eine solche Auseinandersetzung aus 
der Sicht des Beschuldigten doch allenfalls erklären, wieso dieser im Verfahren von 
beiden belastet wurde. Betreffend die angesprochene Freundschaft zwischen 
I.________ und O.________ gilt es zudem festzuhalten, dass I.________ mit sei-
nen Aussagen auch O.________ – insbesondere hinsichtlich des Messereinsatzes 
– erheblich belastet hat, was letztlich als weiterer Hinweis dafür anzusehen ist, 
dass die Angaben von I.________ der Wahrheit entsprechen. 

Völlig absurd und aus der Luft gegriffen erscheint schliesslich die Aussage des Be-
schuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung, er erinnere sich nun plötzlich 
daran, dass er Pläne gehabt habe, mit der Polizei zusammenzuarbeiten und diese 
bei der Suche nach Verbrechern, Drogenbanden und Terroristen zu unterstützen 
(pag. 2499 Z. 21 ff.). Dem Beschuldigten scheint offenbar jedes Mittel recht, sich 
selbst in ein möglichst gutes Licht zu stellen bzw. sich der strafrechtlichen Verant-

26

wortung zu entziehen und er hat keine Hemmungen, hierfür auch noch vor oberer 
Instanz die kuriosesten Geschichten zu präsentieren.   

Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass mitnichten auf die 
Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden kann. Diese überzeugen nicht, wi-
derspricht sich der Beschuldigte doch teilweise selbst oder hat er seine Aussagen 
im Verlaufe des Verfahrens angepasst. Seine Aussagen weisen diverse Lügensi-
gnale auf. 

8.11 Beweisergebnis/Fazit

8.11.1 Beweisergebnis der Vorinstanz
Die Sachbeweise und die Aussagen der Geschädigten erlaubten gemäss der Vor-
instanz keine eindeutigen Rückschlüsse auf die mutmassliche Zusammensetzung 
der Tätergruppe. Die Aussagen der Mitbeschuldigten und Auskunftspersonen seien 
mehrheitlich widersprüchlich und für das Beweisverfahren daher nicht von Rele-
vanz gewesen. Anders verhalte es sich mit den Aussagen von I.________. Wie bei 
der Würdigung seiner Aussagen ausgeführt, habe er sich als Einziger nicht nur 
zum Verhalten der anderen geäussert, sondern offen auch eigene Verfehlungen 
eingeräumt. Er habe zur Rolle des Beschuldigten sachlich und differenziert Stellung 
genommen. Er habe wiederholt und auch nach Rückfragen erklärt, dass der Be-
schuldigte beim ersten Vorfall dabei gewesen sei, womit er nicht die Auseinander-
setzung vor der Reitschule gemeint habe. Ebenso deutlich und dezidiert habe er 
ihn für die weiteren Überfälle entlastet. Der von ihm geschilderte Ablauf werde dem 
Grundsatz nach auch von P.________ bestätigt. Und selbst der Beschuldigte habe 
erwähnt, dass er einen Überfall, bei welchem das Opfer anfänglich nach Zigaretten 
gefragt worden sei, gesehen und dabei auch eingegriffen habe. Erst im weiteren 
Verlauf der Befragung habe er offenbar versucht, dieses Ereignis wiederum mit 
dem Streit zwischen zwei Afghanen vor der Reitschule in Zusammenhang zu brin-
gen. 

Die Aussagen der beiden Zeuginnen und der Auskunftsperson R.________, wel-
che dem Beschuldigten laut seiner Darstellung ein Alibi für sämtliche Raubüberfälle 
geben könnten, hätten sich hinsichtlich der relevanten Phase als zu wenig schlüs-
sig erwiesen. 

Das Gericht erachte es als erstellt, dass der Beschuldigte, trotz einer gewissen Be-
einträchtigung durch den Pfefferspray, in der Lage gewesen sei, sich fortzubewe-
gen. Er habe die Reitschule mit der Gruppe junger Männer verlassen und sei nach 
wenigen Minuten auf der L.________strasse auf C.________ getroffen. Dieser sei 
nach Zigaretten gefragt und dann unvermittelt geschlagen, mit einem Messer be-
droht und ausgeraubt worden. Dass einer der Täter ausschliesslich zu seinen 
Gunsten interveniert hätte und sich als Schutz vor ihn gestellt hätte, habe 
C.________ nicht wahrgenommen. Der Beschuldigte habe sich am Überfall betei-
ligt und sei, auch wiederum gestützt auf die glaubhaften Aussagen von I.________, 
in der Gruppe aktiv gewesen. Danach seien die Männer weiter nach oben in die 
Länggasse gezogen. Der Beschuldigte sei – aus welchem Grund auch immer – zur 
Reitschule zurückgekehrt und dort geblieben, gemeinsam mit R.________, ande-
ren Kollegen und den beiden Zeuginnen S.________ und T.________. Eine Mitwir-
kung bei den weiteren drei angeklagten Raubüberfällen zum Nachteil von 

27

J.________, D.________, E.________ und G.________ lasse sich nicht rechts-
genüglich nachweisen. Etwas später habe sich der Beschuldigte ebenfalls ins 
Quartier begeben, um sich seinen Kollegen anzuschliessen. Dabei sei er beim 
Bierhübeliweg als Teil der sogenannt zweiten Gruppe von der Polizei angehalten 
worden.

8.11.2 Beweisergebnis der Kammer
Die Ausführungen der Vorinstanz überzeugen die Kammer vollumfänglich. Darauf 
ist zu verweisen. Nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» ist insbesondere der 
Schluss, der Beschuldigte sei bei den Überfällen im Quartier nicht dabei gewesen, 
nicht zu beanstanden. Hingegen lassen die diversen Aussagen der Mitbeteiligten, 
der Zeugen als auch der Aussagen des Beschuldigten selbst keine Zweifel beste-
hen, dass der Beschuldigte beim Überfall auf C.________ beteiligt war. Abzustellen 
ist – wie dies bereits die Vorinstanz getan hat – insbesondere auf die überzeugen-
den Aussagen von I.________, welcher sich als einziger auch erheblich selbst be-
lastet hat. Gemäss seinen Aussagen schlug oder trat auch der Beschuldigte den 
am Boden liegenden C.________. Die Aussagen des Beschuldigten vermochten 
die Kammer hingegen nicht zu überzeugen. Sie sind teilweise widersprüchlich, be-
schönigend, wurden im Verlaufe des Verfahrens an das Beweisergebnis angepasst 
und müssen allgemein als nicht glaubhaft bezeichnet werden. Die Verteidigung 
vermochte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung das Beweisergebnis 
der Vorinstanz auch nicht ernsthaft in Zweifel zu ziehen. So führte Rechtsanwalt 
B.________ etwa aus, die Opfer seien in jener Nacht alle auf Deutsch oder 
Französisch angesprochen worden. Der Beschuldigte spreche jedoch ausschliess-
lich Arabisch (pag. 2506). Dieses Argument erscheint der Kammer als unbehelflich, 
wurde doch von keiner Seite her geltend gemacht, es sei der Beschuldigte gewe-
sen, welcher die Opfer angesprochen habe. Jedenfalls lässt sich daraus nicht ab-
leiten, der Beschuldigte könne sich nicht an den Schlägen bzw. Fusstritten gegen 
C.________ beteiligt haben. Auf die weiteren Argumente der Verteidigung wurde 
bereits im Rahmen der jeweiligen Würdigung der Aussagen der einzelnen Perso-
nen eingegangen. Schliesslich ist festzuhalten,  dass die Behauptung des Beschul-
digten, er habe sich für das Opfer C.________ eingesetzt, mit den glaubhaften 
Aussagen von C.________ klar zu verneinen ist. 

III. Rechtliche Würdigung

9. Für die rechtliche Würdigung kann auf die eher kurzen, aber zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2410 f., S 30 f. der Urteilsbegrün-
dung). Diese führte aus, dass der Beschuldigte beim Überfall auf C.________ als 
Mittäter anzusehen und sämtliche objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkma-
le des einfachen Raubes gegeben seien. Den Vorwurf des Raubes unter Offenba-
rung besonderer Gefährlichkeit verneinte die Vorinstanz. Ergänzend ist festzuhal-
ten, dass das sichergestellte Messer auch keine gefährliche Waffe i.S.v. Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 3 aStGB (zur Anwendbarkeit des alten Rechts vgl. Ziff. 10 unten) dar-
stellt (BK-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, N. 153ff. ad Art. 139). Der Beschuldigte hat 
sich demnach des einfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 aStGB  straf-
bar gemacht.

28

IV. Strafzumessung

10. Anwendbares Recht

Am 1.1.2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des StGB in 
Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten des 
neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so 
ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn dieses für ihn 
das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnormen ist nach der 
sogenannten konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende Beurtei-
lungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzustellen 
sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder 
das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlos-
sen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Handlungen begangen, so ist in 
Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, ob das alte oder das neue 
Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach welchem der beiden Rechte der 
Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt (vgl. zum Ganzen STE-
FAN TRECHSEL / HANS VEST, in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], Schweizerisches Strafge-
setzbuch Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N 11 zu Art. 2 StGB mit Hinweisen; AN-
DREAS DONATSCH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Aufl., Zürich 2013, S. 34 
N 10 sowie BGE 126 IV 5 – je mit Hinweisen). Der Gesetzesvergleich hat sich aus-
schliesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2). 
Massgebend ist dabei das Ausmass der mit einer Sanktion verbundenen Be-
schränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich der Bewegungsfreiheit, des 
Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der Beziehungsfreiheit. Unter den 
möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die strengste zu gelten, gefolgt 
von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist 
altes Recht anzuwenden (BSK StGB-POPP/BERKEMEIER, Art. 2 N 20 mit weiteren 
Hinweisen). 

Der Beschuldigte hat die zur Diskussion stehenden Taten vor Inkrafttreten des 
Strafgesetzbuches in der Fassung vom 1.1.2018 begangen, die Beurteilung erfolgt 
aber erst nachher. Sah das alte Recht für den einfachen Raub noch eine Sanktion 
von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen 
Geldstrafe vor, ist nach der neuen Gesetzesfassung mindestens eine Freiheitsstra-
fe von 6 Monaten auszusprechen. Den Raub, wegen welchem der Beschuldigte in 
diesem Verfahren zu verurteilen ist, beging er am 19.11.2016 während laufendem 
Verfahren zum Urteil vom 1.12.2016 des Ministère public du canton de Fribourg. 
Die Delikte des im vorliegenden Verfahren erstinstanzlich zu einer Verurteilung ge-
führt habenden und bereits in Rechtskraft erwachsenen Schuldspruchs der mehr-
fachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte datieren vom 5.3.2017 
und vom 3.8.2017, mithin kurz nach Entlassung aus der Untersuchungshaft im hier 
zu beurteilenden Verfahren. Unter diesen Umständen ist evident, dass eine Gelds-
trafe den Beschuldigten nicht zu beeindrucken vermöchte. Es sei daher bereits an 
dieser Stelle vorweggenommen, dass die Kammer angesichts der teilweisen Vor-
strafen und der stetigen Delinquenz des Beschuldigten während laufendem Verfah-

29

ren einzig eine Freiheitsstrafe als zweckmässig erachtet. Es kommt hinzu, dass der 
Beschuldigte seit Jahren von der Sozialhilfe unterstützt wird und eine Geldstrafe, 
die unbedingt auszufällen wäre, nicht bezahlen könnte. Da das neue Gesetz für 
den Beschuldigten somit nach der konkreten Methode nicht das mildere ist, ist in 
Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB und entgegen der Vorinstanz altes Recht, d.h. 
das StGB in der Fassung vor dem 1.1.2018 (bezeichnet als aStGB), anzuwenden.

11. Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 aStGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponente zu un-
terscheiden. Die Tatkomponente umfasst das Ausmass des verschuldeten Erfol-
ges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Beweg-
gründe des Täters. Zur Täterkomponente sind die persönlichen Verhältnisse des 
Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und im Straf-
verfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und -erhöhende 
Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 aStGB hat das Gericht in der Urteilsbegründung 
die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung zu 
begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte Strafe rechtferti-
gen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17, E. 2.1).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das gesetz-
liche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 aStGB). Bei der Bildung 
der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 aStGB ist vorab der Strafrahmen für die 
schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste 
Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Die Bildung einer Gesamtstrafe im 
Sinne von Art. 49 Abs. 1 aStGB ist indes nur bei gleichartigen Strafen möglich. Un-
gleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann somit nur auf 
eine Gesamtstrafe erkennen, wenn es im konkreten Fall für die einzelnen Norm-
verstösse gleichartige Strafen ausfällen würde (vgl. JÜRG-BEAT ACKERMANN, in: 
Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 84 ff. zu Art. 49 StGB, sowie BGE 
138 IV 120 E. 5.2).

Bei der Wahl der Sanktionsart sind als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit einer 
bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 
sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhält-
nismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen die Geldstra-
fe, welche stets die mildere Sanktion ist, gewählt werden (BGE 134 IV 97 E. 4.2 ff.). 
Auf eine Freiheitstrafe kann mithin erkannt werden, wenn zu erwarten ist, dass eine 
Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit nicht vollzogen werden kann. Zu denken ist 
dabei unter anderem an die Fälle, in denen der Täter die Schweiz nach der Straf-
verbüssung verlassen muss bzw. wenn davon ausgegangen werden muss, die 
Geldstrafe werde nicht bezahlt (MARKUS HUG, in: Donatsch [Hrsg.], StGB Kommen-
tar, 19. Aufl. 2013, N. 2 zu Art. 41 StGB).

30

12. Strafrahmen und Strafart

Der Beschuldigte hat sich des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB straf-
bar gemacht, weswegen der ordentliche Strafrahmen zwischen 180 Tagessätzen 
Geldstrafe und 10 Jahren Freiheitsstrafe liegt. Ausserordentliche Umstände, die 
ausnahmsweise zu einem Abweichen vom ordentlichen Strafrahmen führen wür-
den, liegen nicht vor. Die angemessene Strafe ist daher vorliegend innerhalb des 
ordentlichen Strafrahmens festzulegen. Es wurde bereits ausgeführt, dass die 
Kammer hierbei einzig eine Freiheitsstrafe als zweckmässige Sanktion erachtet 
(vgl. Ziff. 10 oben). 

13. Einzelstrafe wegen Raubes, begangen am 19.11.2016 z.N. von C.________

13.1 Objektives Tatverschulden

13.1.1 Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Der Beschuldigte ist mit anderen jungen Männern gegen C.________, der alleine 
unterwegs war, aus dem Nichts heraus recht massiv tätlich geworden, wobei dieser 
zusätzlich mit einem Messer bedroht worden ist. C.________ muss angesichts der 
mitten in der Nacht angreifenden und schlagenden Gruppe junger Männer ganz er-
hebliche Ängste ausgestanden haben und es verwundert nicht, dass dieser Vorfall 
sein Leben bis heute beeinflusst. C.________ war deswegen in medizinischer Be-
handlung, hat in gewissen Situationen nach wie vor Angst und musste sein Verhal-
ten anpassen, indem er etwa ein Taxi nimmt. Die physische Beeinträchtigung von 
C.________ ist nicht zu unterschätzen. In finanzieller Hinsicht ist der Schaden hin-
gegen überblickbar. 

13.1.2 Art und Weise des Vorgehens

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Überfall nicht geplant war. Die 
von den Beteiligten an den Tag gelegte Brutalität ist jedoch erschreckend. Mehrere 
Männer haben ohne Vorwarnung mehrmals zugeschlagen. Daneben wurde 
C.________ zwei Mal mit einem Messer bedroht. Auch wenn der Messereinsatz 
nicht dem Beschuldigten zugeordnet werden kann, ist er diesem gleichwohl in ei-
nem gewissen Masse anzurechnen. Das Vorhandensein eines Messers in Verbin-
dung mit einer Gruppe schlagender Männer hat die Gefahr einer ungewollten Ver-
letzung erhöht und hat den Beschuldigten gleichwohl nicht veranlasst, sich von der 
Tat zu distanzieren, was von einer gewissen Skrupellosigkeit zeugt. Dieselbe Über-
legung gilt auch für den Umstand, Teil eines dermassen ungleichen Kräfteverhält-
nisses zu sein. 

13.1.3 Zwischenfazit zum objektiven Tatverschulden

Der Vorinstanz kann angesichts des Strafrahmens nicht gefolgt werden, wenn sie 
von einem «leichten Verschulden, leicht unter der Mitte» ausgeht, und für die ob-
jektive Tatschwere lediglich eine Strafe von 12 Monaten bestimmt. Für das als 
leicht bis mittel zu bezeichnende Verschulden rechtfertigt sich nach Ansicht der 
Kammer mit Blick auf den konkreten Strafrahmen vielmehr eine Einsatzstrafe von 
mindestens 20 Monaten.

31

13.2 Subjektives Tatverschulden

13.2.1 Willensrichtung und Beweggründe

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz, was die Gewalt durch Schläge 
anbelangt. Hinsichtlich des Messereinsatzes ist von Eventualvorsatz auszugehen. 
Seine Beweggründe waren egoistischer Natur, hat er doch aus dem (vermeintli-
chen) Recht des Stärkeren, Langeweile, Gruppendruck oder mit dem Streben nach 
einer (bescheidenen) Beute gehandelt. Auch der nicht übermässige Alkoholkonsum 
kann beigetragen haben, den Beschuldigten ein gewisses Mass zu enthemmen. Zu 
entlasten vermag den Beschuldigten keines der vorgenannten Elemente. 

13.2.2 Vermeidbarkeit

Der Beschuldigte war in der Tatnacht leicht alkoholisiert, jedoch nicht in einem 
Masse, dass seine Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen 
wären. Die Tat des Beschuldigten wäre demnach auch ohne Weiteres vermeidbar 
gewesen. 

13.2.3 Zwischenfazit zum subjektiven Tatverschulden

Das subjektive Tatverschulden ist vorliegend als neutral zu werten, weshalb sich 
keine Erhöhung der Strafe rechtfertigt.

13.3 Fazit zum Gesamtverschulden

Unter Einbezug der objektiven und der subjektiven Tatkomponenten erscheint der 
Kammer eine Freiheitsstrafe von mindestens 20 Monaten als verschuldensange-
messen.

13.4 Täterkomponenten

13.4.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Zum Vorleben und zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann 
vorweg auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. pag. 2414 ff., 
S. 34 ff. der Urteilsbegründung). Es ist jedoch festzuhalten, dass über den Be-
schuldigten insgesamt wenig bekannt ist. Er hat während laufendem Strafverfahren 
des Ministère public du canton de Fribourg (JLM F 16 8714) delinquiert, wobei es in 
diesem um fünf verschiedene strafrechtlich relevante Sachverhalte ging, die sich 
vor dem 19.11.2016 ereignet haben und welche schliesslich zum Urteil vom 
1.12.2016 des Ministère public du canton de Fribourg führten. Diesbezüglich kann 
im vorliegenden Verfahren nicht von einer einmaligen Entgleisung gesprochen 
werden. Die durch das hier zu beurteilende Verhalten vorliegende Delinquenz 
während laufendem Verfahren ist leicht straferhöhend zu gewichten. Der Vorin-
stanz ist ferner nicht beizupflichten, dass die angeblich schwere Biographie des 
Beschuldigten zu einer leichten Strafreduktion führen soll. Über das Vorleben des 
Beschuldigten ist schlicht zu wenig bekannt, um eine Strafminderung zu gewähren. 
Der Beschuldigte lebt im Zeitpunkt dieses Urteils seit gut 3.5 Jahren in der 
Schweiz, ist jedoch nicht integriert. An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab 
der Beschuldigte zu Protokoll, er wolle gerne arbeiten und wie jeder normale 
Mensch später eine Familie gründen. Deutsch lernen wolle er nicht mehr. Mittler-
weile geht der Beschuldigte gemäss eigenen, nicht belegten Angaben einer Arbeit 

32

auf einer Baustelle im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms nach, welche je-
doch wöchentlich lediglich sechs Stunden umfasst (pag. 2498 Z. 39 ff.). Inzwischen 
wohnt der Beschuldigte auch in einem eigenen Zimmer in W.________ (Ortschaft). 
In den Deutschunterricht gehe er während zwei Stunden pro Woche (pag. 2500 Z. 
29). Daneben erklärte der Beschuldigte vor oberer Instanz, seine Freundin sei 
schwanger von ihm, was er erst seit zwei Tagen wisse (pag. 2503 Z. 39 f.). Auch 
wenn seit der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gewisse Bestrebungen erkenn-
bar sind, welche auf eine Verbesserung der persönlichen Verhältnisse hindeuten, 
müssen diese doch nach wie vor als kritisch bezeichnet werden. 

13.4.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren
Trotz abgeschlossenem und hängigem Strafverfahren hat der Beschuldigte weiter 
delinquiert. Zuletzt wurde er mit Urteil vom 12.2.2019 des Ministère public du can-
ton de Fribourg wegen Hinderung einer Amtshandlung vom 15.12.2018 und einer 
Übertretung gegen das BetmG vom 13.12.2018 verurteilt. Der Beschuldigte wies 
die gegen ihn erhobenen Vorwür