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**Case Identifier:** 3934d4f4-9212-5b2d-abc2-a055c4ae9642
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-08
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** ST.2017.50
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2017_50_wc.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2017.50 

Entscheid 

8. August 2017 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 

A ,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrent,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2013 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  ist  Aktionär  und  Verwaltungsrat  der  B  AG.  

In  der  Steuererklärung  2013  deklarierte  er  1800  Aktien  dieser  C-Gesellschaft  

(=  15%-Beteiligung)  mit  einem  Wert  von  Fr.  210'000.-,  was  einem  Stückpreis  von 

Fr. 116.67 entspricht. Zur Erklärung der Abweichung gegenüber dem rund viermal hö-

heren Vorjahreswert brachte er im Wertschriftenverzeichnis den Vermerk an:  "Steuer-

wert gemäss effektivem Verkauf unter Dritten vom …".  

Im Einschätzungsentscheid für die Steuerperiode 2013  vom 27. Januar 2015 

korrigierte  die  Steuerkommissärin  den  Vermögenssteuerwert  der  Beteiligung  auf 

Fr. 851'400.-  (=  Fr.  473.-  pro  Aktie).  Bei  ihrer  Aktienbewertung  stützte  sie  sich  wie  in 

den Vorjahren auf die einschlägige Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne 

Kurswert für die Vermögenssteuer. Eröffnet wurde dem Pflichtigen dergestalt ein steu-

erbares  Vermögen  von  Fr.  2'813'000.-;  das  steuerbare  Einkommen  wurde  deklarati-

onsgemäss  auf  Fr. 277'200.-  festgesetzt  (hiervon  Ertrag  aus  qualifizierter  Beteiligung: 

Fr. 91'500.-).  

B. Mit Einsprache vom 4. Februar 2015 wandte sich der Pflichtige gegen diese 

Vermögensaufrechnung.  Sein  Festhalten  am  deklarierten  Aktienwert  begründete  er 

wiederum  damit,  dass  Mitte 2013  eine  Handänderung  von  Aktien  der  B AG  zum glei-

chen Preis unter unabhängigen Dritten stattgefunden habe. 

Nachdem  das  kantonale  Steueramt  Einblick  in  die  vom  Pflichtigen  im  Ein-

spracheverfahren  eingeforderten  Unterlagen  (Aktionärbindungsvertrag  [ABV]  und  Ar-

beitsvertrag) genommen hatte, wies es die Einsprache am 16. Januar 2017 ab. 

C.  Mit  Rekurs  vom  15.  Februar  2017  lässt  der  Pflichtige  unter Wiederholung 

des  Einspracheantrags verfechten,  das  steuerbare  Vermögen  um  Fr.  641'400.-  zu  re-

duzieren  und  dementsprechend  auf  Fr.  2'172'486.-  festzusetzen;  eventualiter  wurde 

eine Reduktion um Fr. 538'400.- und damit die Neufestsetzung auf Fr. 2'275'548.- ver-

langt.  

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Das kantonale Steueramt schloss am  17. März 2017 auf Abweisung des Re-

kurses. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Das  steuerbare  Vermögen  bemisst  sich  nach  dem  Stand  am  Ende  der 

Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Das Vermö-

gen – und damit insbesondere auch das Wertschriftenvermögen – wird zum Verkehrs-

wert bewertet (§ 39 Abs. 1 StG sowie § 39 Abs. 2 StG e contrario). Massgeblich für die 

Bestimmung  des  Verkehrswerts  ist  dabei  eine  "technisch-"  bzw.  "rechtlich-objektive" 

und  nicht  eine  "subjektiv-wirtschaftliche"  Betrachtungsweise  (RB  1998  Nr.  140,  1989 

Nr. 26).  

b)  Der  Verkehrswert  nichtkotierter  Wertpapiere  –  um  solche  handelt  es  sich 

bei  den  hier  im  Streit  liegenden  Aktien  der  B  AG  –  ist  gemäss  Ziff.  B.I.2.  der 

Weisung der Finanzdirektion 12. November 2010 (ZStB I Nr. 22/202) nach der Weglei-

tung  der  Schweizerischen  Steuerkonferenz  zur  Bewertung  von  Wertpapieren  ohne 

Kurswert  für  die  Vermögenssteuer  (Kreisschreiben  Nr.  28  vom  28.  August  2008; 

www.steuerkonferenz.ch,  nachfolgend  Wegleitung)  zu  ermitteln.  Davon  ist  nach  der 

Rechtsprechung nur dann abzuweichen, wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrs-

werts dies gebietet (StE 1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das Bundesgericht in 

StE 1997 B 22.2 Nr. 13).  

2.  a)  Gemäss  Wegleitung  entspricht  der  Verkehrswert  nichtkotierter  Wertpa-

piere, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren Wert. Er wird nach den 

Bewertungsregeln der vorliegenden Wegleitung in der Regel als Fortführungswert be-

rechnet.  Privatrechtliche  Verträge  wie  beispielsweise  Aktionärbindungsverträge,  wel-

che die Übertragbarkeit der Wertpapiere beeinträchtigen, sind für die Bewertung unbe-

achtlich  (Rz  2,  Abs.  4).  Hat  eine  massgebliche  Handänderung  unter  unabhängigen 

Dritten stattgefunden, dann gilt als Verkehrswert der entsprechende Kaufpreis. Dieser 

Wert  wird  solange  berücksichtigt,  als  sich  die  wirtschaftliche  Lage  der  Gesellschaft 

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nicht wesentlich verändert hat. Gleiches gilt für Preise, welche von Investoren anläss-

lich von Finanzierungsrunden bzw. Kapitalerhöhungen bezahlt wurden (Rz 2, Abs. 5). 

b) Der Pflichtige stützt den deklarierten Vermögenswert seiner Beteiligung an 

der B AG auf eine Handänderung von deren Aktien, welche Mitte 2013 stattgefunden 

habe. In der Einsprache führte er dazu aus:  

aa)  Mit  Kaufvertrag  vom  …  2013  habe  D  im  Sinn  einer  Nachfolgeregelung 

seine 15%-Beteiligung an der in der C-Branche tätigen B AG an E veräussert; dies mit 

Wirkung per … 2013. Beim Letzteren handle es sich um einen unabhängigen Dritten, 

welcher  anfangs  2013  bei  der  B  AG  als  Arbeitnehmer  eingestiegen  und  nach  einer 

kurzen "Kennenlernphase" dann das Aktienpaket von D übernommen habe. Der Kauf-

preis sei nach den effektiven Verhältnissen ermittelt worden, weshalb nicht einzusehen 

sei,  weshalb  er  nicht  als  Verkehrswert  anerkannt  werden  sollte.  Nachdem  er,  der 

Pflichtige, ebenfalls eine 15%-Beteiligung halte, habe er also bei deren Bewertung für 

die Vermögenssteuer 2013 zurecht auf den bei der Handänderung Mitte 2013 bezahl-

ten Kaufpreis abgestellt.  

bb) Im Rahmen des vorinstanzlichen Auflageverfahrens ergänzte der Pflichti-

ge  mit  Eingabe  vom  21.  April  2015  seine  Schilderungen  zur  angerufenen  Handände-

rung  mit  genaueren  Angaben  zur  damaligen  Kaufpreisberechnung.  So  führte  er  aus, 

dass bei der Bewertung von KMU's bzw. kleinen Beratungsfirmen der C-Branche ganz 

allgemein vom Substanzwert zuzüglich eines Goodwills in Höhe von Umsatzprozenten 

auszugehen sei. Im Aktionärbindungsvertrag habe die B AG demensprechend festge-

legt, dass sich bei einem Verkauf einer Beteiligung deren Wert aus dem Substanzwert 

zuzüglich  30%  des  durchschnittlichen  Umsatzes  der  beiden  letzten  Geschäftsjahre 

zusammensetze; dies ohne Einbezug des Umsatzes des ausscheidenden Gesellschaf-

ters,  sofern  dessen  Ausscheiden  zu  einem  Mandatsabgang  führe.  Weil  diese  Bewer-

tungsformel  im  Aktionärbindungsvertrag  der  Marktbewertung  entspreche,  gelte  sie 

nicht nur für Gesellschafter, sondern auch für Dritte. E sei ein solcher Dritter gewesen, 

als er Mitte 2013 die 15%-Beteiligung für Fr. 210'000.- erworben habe. Dem letzteren 

Betrag habe folgende konkrete Berechnung zugrunde gelegen: 

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Durchschnittlicher Umsatz 2011/2012  
nach Wegfall der Mandate des Verkäufers 

hiervon 30% 

Substanz per 31.12.2012 

Wert der Gesellschaft 

Davon 15% 

Fr. 3'778'294.- 

Fr. 1'133'488.- 

Fr.    325'539.- 

Fr. 1'459'027.- 

Fr.    218'854.-. 

Im  Rahmen  der  finalen  Kaufpreisverhandlung  sei  der  errechnete  Wert  dann 

noch auf Fr. 210'000.- korrigiert worden.  

cc) Das kantonale Steueramt hielt im Einspracheentscheid an der Bewertung 

gemäss  Wegleitung  fest.  Zur  Begründung  wurde  darauf  verwiesen,  dass  die  ver-

gleichsweise  herangezogene  Handänderung  nicht  unter  unbeteiligten  Dritten  stattge-

funden habe. Die 15%-Beteiligung sei von einem Aktionär und Verwaltungsratsmitglied 

an einen Mitarbeiter und späteres Verwaltungsratsmitglied verkauft worden; damit ha-

be  es sich um  Mitarbeiteraktien gehandelt.  Die vom  Pflichtigen  vorgelegte  Bewertung 

entspreche  im  Übrigen  lediglich  dem  "Mindestwert"  gemäss  Aktionärbindungsvertrag. 

Der Verkäufer sei sodann weiterhin für die B AG tätig. Ferner fehle es an einem freien 

und  offenen  Markt  unter  aussenstehenden  Dritten.  Der  Kaufpreis  von  Fr. 116.66  pro 

Aktie stehe in einem offensichtlichen Missverhältnis zum Verkehrswert gemäss Weglei-

tung von Fr. 473.- und halte damit dem Drittmannsvergleich nicht stand. Folglich könne 

er  steuerlich  nicht  als  Verkehrswert  anerkannt  werden  bzw.  Grundlage  für  die  Ermitt-

lung  des  Vermögenssteuerwerts  der  Aktien  bilden.  Der  Pflichtige übersehe bei  seiner 

Auffassung  im  Übrigen,  dass  es  vorliegend  nicht  um  die  Gewinn-  und  Kapitalsteuer 

einer  juristischen  Person  gehe,  sondern  um  die  Vermögenssteuer  einer  natürlichen 

Person. 

dd) Rekursweise untermauert der Pflichtige seine Ansicht, wonach bei der von 

ihm vergleichsweise herangezogenen Handänderung ein Verkauf unter unabhängigen 

Dritten stattgefunden habe, mit folgenden Ergänzungen zum Sachverhalt: Der operativ 

tätige D habe sich damals aus der B AG zurückziehen, ein Time-Out nehmen und neu 

orientieren  wollen.  Er  habe  nach  einer  längeren  Auszeit  später  eine  eigene  Gesell-

schaft gegründet, sei aber aus revisonsaufsichtstechnischen Gründen nach wie vor als 

Zeichnungsberechtigter  bei  der  B  AG  eingetragen  und  für  diese  auch  als  Freelancer 

tätig.  Im  Lauf  des  Jahrs  2012  sei  ein  externer  Nachfolger  mit  demselben  fachlichen 

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Qualifikationen gesucht und  in  der  Person  von  E  gefunden worden.  Dieser  sei  am  … 

2013 als Arbeitnehmer in die B AG eingetreten unter der vereinbarten Bedingung, dass 

er das Aktienpaket von D nach einer kurzen "Kennenlern- und Eingewöhnphase" wür-

de  übernehmen  können.  Der  Kaufvertrag  sei  dann  nach  nur  sechs  Monaten  abge-

schlossen  worden.  Bei  E  handle  es  sich  folglich  um  einen  unabhängigen  Dritten,  der 

nach  intensiven  Kaufpreisverhandlungen  und  einer  relativ  kurzen  Kennenlernphase 

von  sechs  Monaten  das  Aktienpakete  von  D  übernommen  habe,  um  diesen  in  der 

Funktion  als  Leiter  Wirtschaftsprüfung  und  Mitglied  des  Verwaltungsrats  abzulösen. 

Dies  entspreche  einem  durchaus  üblichen  Prozedere  bei  der  Implementierung  eines 

Nachfolgers. Zu erwähnen sei, dass hier nicht eine altersbedingte Nachfolgeregelung, 

sondern  eine  Neuorientierung  des  ausscheidenden  Aktionärs  vorgelegen  habe.  Bei 

den Kaufpreisverhandlungen sei es also nicht darum gegangen, einem jungen, finanzi-

ell  schwachen  Nachfolger  einen  günstigen  Einstieg  zu  ermöglichen.  Es  hätten  echte 

Verhandlungen stattgefunden;  dies mit  dem  Ziel,  das  wirtschaftliche  Fortkommen  des 

ausscheidenden  Aktionärs  möglichst  zu  begünstigen.  Die  Tatsache,  dass  der  Käufer 

bereits  zuvor  formell  für  eine  kurze  Zeit  als  Mitarbeiter  der  B  AG  angestellt  gewesen 

sei, mache ihn nicht zum Nahestehenden. Die Gesellschaft sei als solche in keiner Art 

und  Weise  an  diesem  Verkauf  bzw.  an  der  Kaufpreisfindung  beteiligt  gewesen.  Zu-

sammengefasst  hätten  Kaufpreisverhandlungen  zwischen  zwei  Parteien  mit  unter-

schiedlichen  Interessen  auf  Basis  von  echten  wirtschaftlichen  Fakten  stattgefunden. 

Hier zu behaupten, dass Nahestehende den Aktienwert künstlich tief gehalten hätten, 

sei realitätsfremd und rein fiskalisch motiviert. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso D als 

Wirtschaftsprüfer Geschenke an einen Nichtverwandten hätten machen sollen. 

Er habe im Übrigen nie behauptet, dass sich der Verkaufspreis auf den Aktio-

närbindungsvertrag gestützt habe. Selbst wenn dem so wäre, handle es sich trotzdem 

um einen echten Verkaufspreis unter Dritten, weil der Aktionärbindungsvertrag lediglich 

die Bewertungspraxis für C-Gesellschaften wiedergebe. Auch wenn sodann der von D 

und E vereinbarte Wert ein Mindestwert wäre, bewegte er sich gleichwohl im Rahmen 

der Bewertungspraxis für C-Unternehmen. Die Steuerbehörde hätte allenfalls monieren 

können, dass bei der Kaufpreisberechnung der Umsatz von D nicht hätte ausgeschie-

den werden dürfen und der Substanzwert nicht um die ausgeschüttete Dividende hätte 

gekürzt werden dürfen. Auf Basis einer entsprechenden Neuberechnung resultiere ein 

Aktienwert von Fr. 174.- und betrage der Wert seiner Beteiligung mithin Fr. 313'000.-. 

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Diese  Korrektur  habe  er  der  Steuerbehörde  bereits  vorgeschlagen  und  liege  nun  sei-

nem Eventualantrag zu Grunde.  

c)  Der  vom  Pflichtigen  für  die  Begründung  seiner  Aktienbewertung  herange-

zogene Kaufvertrag vom  … 2013 ist nicht aktenkundig. Geht man davon aus, die Ak-

tienübertragung von D auf E habe sich wie geschildert abgespielt, so bleibt zu prüfen, 

ob  diese  als  Handänderung  unter  unabhängigen  Dritten  qualifiziert  werden kann.  Aus 

dem Aktionärbindungsvertrag ergibt sich diesbezüglich Folgendes:  

aa) Per Vertragsschluss  … 2003 wurden die Aktien der B AG von vier Aktio-

nären  gehalten.  D  sowie  der  Pflichtige  besassen  dabei  je  15%;  die  beiden  weiteren 

Aktionäre hatten höhere Quoten von 33.33% bzw. 36.66%. In Art. 4 ABV wird ein Vor-

handrecht  festgehalten.  Diesem  gemäss  räumt  jede  Vertragspartei  den  anderen  Par-

teien ein ausschliessliches Vorhandrecht an seinen Aktien ein; gleichzeitig verpflichtet 

sich jeder Aktionär, seine Aktien nicht ohne Zustimmung ihrer Vertragspartner  zu ver-

kaufen  (ABV,  Ziff.  4.1).  Bei  Verkaufsabsichten  hat  sodann  ein  Aktionär  die  anderen 

schriftlich  zu  benachrichtigen,  worauf  diese  ihr  Vorhandrecht  innert  90  Tagen  geltend 

machen  können.  Der  Kaufpreis  der  Aktien  wird  dabei  wie  folgt  definiert  (vgl.  ABV, 

Ziff. 4.2): 

"Wirklicher  Wert  der  Aktien,  mindestens  jedoch  Substanzwert  +  30% 

des  durchschnittlichen  Umsatzes  der  beiden  letzten  Geschäftsjahre, 

wobei  der  Umsatz  des  ausscheidenden  Aktionärs  nicht  miteinbezo-

gen wird, sofern das Ausscheiden zu einem Mandatsabgang oder ei-

ner Mitnahme der Mandate führt. 

  Der  wirkliche  Wert  ist  durch  eine  anerkannte  unabhängige  Gesell-

schaft oder die Revisionsstelle der Gesellschaft für alle Parteien ver-

bindlich  festzulegen.  Der  Auftrag  an  die  C-Gesellschaft  ist  von  den 

vorhandberechtigten  und  vorhandbelasteten  Parteien  gemeinsam 

und  umgehend  nach  Bekanntgabe  der  Veräusserungsabsicht  zu  er-

teilen. […]" 

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bb)  Fest  steht  damit,  dass  D  die  Aktien  gar  nicht  im  freien  Markt  bzw.  dem 

Meistbietenden  verkaufen  konnte.  Er  brauchte  für  den  Verkauf  die  Zustimmung  aller 

anderen  Aktionäre,  wobei  diese  zudem  das  Recht  hatten,  gegebenenfalls  unter  An-

wendung  der  im  Aktionärbindungsvertrag  vorgegebenen  Preisbestimmung  ihr  Vor-

handrecht  auszuüben,  um  dergestalt  die  Aufnahme  eines  neuen  Aktionärs  zu  verhin-

dern.  Der  vom  Pflichtigen  herangezogenen  Handänderung  lag  damit  zugrunde,  dass 

ein  potentieller  Käufer  der  15%-Beteiligung  von  D  den  anderen  drei  Aktionären  "ge-

nehm" sein musste bzw. vor Aufnahme in den Partnerpool zunächst sein Können und 

seine Teameignung unter Beweis stellen musste. Der erzielte Verkaufserlös widerspie-

gelt  damit  nicht  den  inneren Wert  der  Aktien  der  B  AG,  sondern  einen  Wert,  welcher 

massgeblich von im Aktionärbindungsvertrag vorgegebenen Interessen der Partner im 

Hinblick  auf  die  Eingliederung  eines  neuen  Aktionärs  als  Mitarbeiter  beeinflusst  wird. 

Zurecht  spricht  die  Vorinstanz  in  diesem  Sinn  also  von  Mitarbeiteraktien.  Folglich  hat 

kein  Verkauf  im  freien  Markt  unter  unabhängigen  Dritten  stattgefunden  und  kann  auf 

den von E für den Erwerb der 15%-Beteiligung bezahlten Preis bei der Ermittlung des 

Verkehrswerts  der  einzelnen  Aktien  für  die  hier  im  Streit  liegende  Vermögenssteuer 

nicht abgestellt werden.  

cc)  Soweit  der  Pflichtige  den  Zusammenhang  mit  dem  Aktionärbindungsver-

trag  entschärfen  will,  indem  er  die  darin  vorgegebene  Preisbestimmung  als  durchaus 

branchenüblich  bezeichnet,  hilft  ihm  dies  nicht  weiter.  Zunächst  steht  fest,  dass  beim 

Verkauf der 15%-Beteiligung von D der wirkliche Wert der Aktien nicht – wie im Aktio-

närbindungsvertrag  vorgegeben  –  durch  eine  C-Gesellschaft  ermittelt  worden  ist.  Ab-

gestellt  wurde  stattdessen  auf  einen  Mindestwert  nach  der  Formel  "Substanzwert  + 

30%  des  Umsatzes  der  letzten  beiden  Geschäftsjahre",  wobei  der  Umsatz  des  aus-

scheidenden Aktionärs ausgeklammert wurde. Wieso eine Formel, welche bloss einen 

Mindestwert definieren soll, gegenüber der sogenannten Praktikermethode, welche der 

Wegleitung  zugrunde  liegt  (vgl.  nachfolgend),  zu  einer  besseren  Erkenntnis  des  Ver-

kehrswerts führen sollte, ist von vornherein nicht nachvollziehbar.  

dd) Ganz allgemein gibt es verschiedene Methoden zur Ermittlung des Werts 

einer  Unternehmung.  Dieser  Wert  kann  dabei  stark  schwanken,  je  nachdem  welche 

internen  oder  externen  Parameter  angelegt  werden,  aber  auch  in  Abhängigkeit  vom 

jeweiligen Blickwinkel der betroffenen Parteien und dem jeweiligen Bewertungsanlass 

(vgl.  Schweizerische  Eidgenossenschaft,  KMU-Portal  für  kleinere  und  mittlere  Unter-

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nehmen,  abrufbar  unter  "www.kmu.admin.ch";  auch  zum  Folgenden).  Die  Steuerbe-

hörde  folgt  bei  der  Bewertung  von  Dienstleistungsunternehmen  bzw.  der  Bewertung 

von deren Aktien für die Vermögenssteuer der sogenannten Praktikerkermethode; die-

se basiert auf dem doppelt gewichteten Ertragswert sowie dem Substanzwert des Un-

ternehmens (vgl. Weisung, Rz 34) und ist tendenziell auf kleinere Unternehmen zuge-

schnitten (BGr, 18. September 2013, 2C_309/2013 und 2C_310/2013). Die Mitberück-

sichtigung des Ertragswerts ist immer dann angezeigt, wenn nicht primär das aktuelle 

Vermögen  eines  Unternehmens,  sondern  die  Wahrscheinlichkeit  künftiger  Gewinne 

bzw.  Verluste,  d.h.  die  Ertragskraft,  für  den Wert  einer  Gesellschaft  entscheidend  ist. 

Auf operativ tätige Dienstleistungsunternehmen wie die B AG trifft dies regelmässig zu 

(BGr, 12. Juni 2009, 2C_800/2008).  

Neben  der  Praktikermethode  existieren  aber  weitere  Methoden,  welche  etwa 

am Discounted Cash Flow oder am EBIT Mass nehmen oder auf Multiplikatorverfahren 

basieren.  Bei  der  Letzteren  werden  bestimmte  Betriebskennzahlen  (z.B.  Umsatz)  mit 

einer entsprechenden branchenspezifischen Verhältniskennzahl multipliziert.  

Die hier  im  Streit  liegende  Bewertungsformel  im  Aktionärbindungsvertrag  der 

B AG geht vom Substanzwert aus und fügt diesem einen sich vom Umsatz ableitenden 

Goodwill  hinzu.  Dass  auch  diese  Methode  bei  der  Bewertung  von  Schweizer  KMU-

Dienstleistungsbetrieben  zur  Anwendung  kommt,  lässt  sich  der  vom  Pflichtigen ange-

führten Bewertungsliteratur entnehmen (vgl. Carl Helbling, Der Schweizer Treuhänder, 

1996,  937 f.).  Allerdings  wird dort  festgestellt,  dass für  die  Bemessung des  Goodwills 

auf Null bis 200% des Umsatzes abzustellen sei. Eine solche beträchtliche Bandbreite 

bei  der  Goodwill-Berechnung  legt  nahe,  dass  für  die  Bestimmung  des  Umsatz-

Prozentsatzes eine individuelle Prüfung des betroffenen Unternehmens erforderlich ist. 

Eine solche hat hier jedoch nicht stattgefunden; stattdessen wurde bei der Goodwillbe-

rechnung  kurzerhand  auf  einen  vorgegebenen  Mindestsatz  von  30  Umsatzprozenten 

abgestellt. Die vom Pflichtigen vertretene Bewertungsmethode führt folglich nicht zum 

Verkehrswert, sondern zu einem Wert, welcher mit Blick auf eine Nachfolgeregelung im 

Kontext  des  Aktionärbindungsvertrags  bzw.  der  darin  geregelten  Interessen  der  Ge-

sellschafter bloss einen Mindestwert definiert.  

Nicht  einzusehen ist  im Übrigen,  wieso  für  die hier  in Frage  stehende  Unter-

nehmensbewertung  per  Ende  2013  der  vergangenheitsbezogene  Umsatz  von  D  aus-

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zuscheiden wäre, wovon gemäss Eventualantrag selbst der Pflichtige ausgeht.  Schei-

det  man  den  letzteren  Umsatz  nicht  aus,  so  würde  bei  einem  (ohne  weiteres  in  der 

vorerwähnten Bandbreite liegenden) Umsatzprozentsatz von 129% (Fr. 3.8384 x 1.3 = 

Fr. 4.95  Mio.)  bereits  derselbe  Unternehmenswert  für  die  B AG  erreicht,  wie  er  sich 

aufgrund  der  von  der  Steuerbehörde  angewandten  Praktikermethode  ergeben  hat. 

Dies unter Berücksichtigung des korrekten Substanzwerts von Fr. 935'539.00, welcher 

im Rahmen des Beteiligungsverkaufs von D an E aufgrund der Kürzung um die ausge-

schüttete  Dividende  bloss  mit  Fr.  325'539.-  berücksichtigt  worden  ist.  Von  dieser  

Substanzwertkorrektur  geht  gemäss  Eventualantrag  auch  der  Pflichtige  aus.  Die  hier  

in  Frage  stehenden  Bewertungsmethoden  "Substanzwert  +  Ertragswert"  bzw.  "Sub-

stanzwert  +  Goodwill"  sind  damit  durchaus  miteinander  vereinbar  und  führen  bei  An-

wendung  von  sachgerechten  Parametern  (insb.  Umsatzprozentsatz  bei  der  Goodwil-

lermittlung) auch zu ähnlichen Ergebnissen. Entgegen der Ansicht des Pflichtigen kann 

damit  keine  Rede  davon  sein,  dass  die  Praktikermethode  "völlig  realitätsfremd  und 

fiskalisch motiviert" sei. 

ee)  Nach  alledem  hat  es  bei  der  Bewertung  der  Aktien  der  B-AG  gemäss 

Wegleitung  zu  bleiben.  Die  der  Bewertung  zugrundeliegende  Berechnung  wird  vom 

Pflichtigen nicht beanstandet und erweist sich als korrekt. 

3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten des Verfahrens dem Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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