# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5625921d-a3c0-58a1-acf4-8d344bd91c76
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2011 D-4411/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4411-2011_2011-11-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4411/2011

U r t e i l   v om   1 4 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer,   
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

Parteien A._______, geboren am …,
Sri Lanka, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. August 2011 / N … .

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Sri Lanka tamilischer 
Ethnie  –  reichte  am  11.  Juli  2011  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch  ein, 
worauf  er  vom  BFM  am  19. Juli  2011  summarisch  befragt  und  am  3. 
August 2011 einlässlich zu seinen Gesuchsgründen angehört wurde. 

Dabei  führte er zu seiner Person aus, er stamme ursprünglich aus dem 
Dorf X._______ bei Y._______  (Nordprovinz),  er  habe  jedoch  seit  zirka 
seinem  elften  Lebensjahr  (zirka  1996)  bei  seiner  Schwester  und  ihrem 
Ehemann  in  Z._______  (Zentralprovinz)  gelebt,  wo  er  den  Rest  seiner 
Schulzeit verbracht habe. Aufgrund des im Norden herrschenden Krieges 
seien  damals  auch  seine  Eltern  nach  Z._______  gezogen,  die  Eltern 
seien  jedoch  nach  vier  oder  fünf  Jahren  wieder  nach  Y._______ 
zurückgekehrt,  wo  sie  bis  heute  wohnhaft  seien.  Er  sei  in  Z._______ 
ordentlich  angemeldet  und  wahlberechtigt  gewesen.  Ab  2010  habe  er 
seiner  Schwester  und  seinem  Schwager  in  deren  Geschäft  im 
Lebensmittelgrosshandel  geholfen  und  im  Übrigen  sei  er  von  seinem 
Vater  und  von  einem  seiner  in  Europa  lebenden  Brüder  unterstützt 
worden.  Auf  die  Fragen  nach  seinen  weiteren  familiären  Verbindungen 
gab er an, er habe  in London zwei ältere Brüder, welche beide über die 
britische Staatsangehörigkeit verfügten, eine ältere Schwester halte sich 
als  Flüchtling  in  Indien  auf  und  in  der  Schweiz  lebten  eine  ältere 
Schwester und ein älterer Bruder, welche beide über die schweizerische 
Staatsangehörigkeit verfügten. 

Zur  Begründung  seines  Gesuches  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, er sei in der Vergangenheit an seinem Wohnort in 
Z._______  von  seinem Cousin B._______ besucht worden, welcher  bei 
der  LTTE  sei.  Nach  diesen  Besuchen,  respektive  erstmals  zu  Anfang 
2006  sei  er  von  der  Polizei  zuhause  aufgesucht  oder  auf  der  Strasse 
angehalten  und  nach  der  Person  seines Besuchers  befragt worden.  Zu 
ihm  nach  Hause  sei  die  Polizei  dreimal  gekommen,  wobei  es  auch  zu 
Hausdurchsuchungen  gekommen  sei.  Die  polizeilichen  Fragen  hätten 
über  all  die  Jahre  angedauert,  obwohl  der  Krieg  vorbei  sei  und  er  von 
seinem Cousin schon lange nichts mehr gehört habe. Am 5. Mai 2011 sei 
er schliesslich in Z._______ von der Polizei auf offener Strasse verhaftet 
und  aufgrund  der  in  seiner  Identitätskarte  verzeichneten  Herkunft  aus 
dem Norden  nach Y._______  gebracht  worden.  Bei  dieser Gelegenheit 
habe die Polizei  seine  Identitätskarte  nicht  behalten,  sonder  ihm wieder 

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ausgehändigt.  In  Y._______  sei  er  von  der  Polizei  für  zwei  Tage 
festgehalten, nach dem Aufenthaltsort seines Cousins befragt und dabei 
geschlagen worden. Zwar habe  ihn die Polizei nach zwei Tagen wieder 
freigelassen,  unter  der  Auflage,  im  Ort  zu  bleiben,  fünf  Tage  später 
respektive  bereits  am  7. oder  10.  Mai  2011  sei  er  jedoch  am Wohnort 
seiner Eltern wieder verhaftet worden. Zu einer Hausdurchsuchung sei es 
dort  aber nicht gekommen. Er  sei  daraufhin nochmals  für  vier oder  fünf 
Tage  in  Haft  gekommen,  dabei  wieder  geschlagen  worden  und 
schliesslich  nur  freigekommen,  weil  sein  Vater  jemanden  bestochen 
habe. Gleich nach  seiner Entlassung  sei  er  in  einem Van nach Mannar 
gebracht worden, von wo er Sri Lanka auf dem Seeweg verlassen habe. 

Zu  seinem Reiseweg  brachte  er  vor,  er  habe  seine Heimat  am 17. Mai 
2011 verlassen, indem er mit Hilfe eines Schleppers und ausgestattet mit 
einem  ihm  nicht  zustehenden Reisepass  von Mannar  auf  dem Seeweg 
nach Thailand gereist  sei. Die Seereise habe  rund zehn Tage gedauert 
und  nach  fünfzehn  Tagen  Aufenthalt  in  einem  Haus  an  einem  ihm 
unbekannten Ort habe er Thailand ebenfalls auf dem Seeweg verlassen. 
Die  zweite  Seereise  habe  acht  Tage  gedauert  und  ihn  in  ein  ihm 
unbekanntes  Land  geführt.  Er  habe  dort  in  der  Folge während  zwanzig 
Tagen mit anderen Flüchtlingen in einem geschlossenen Haus an einem 
ihm  unbekannten  Ort  verbracht,  bis  er  von  dort  mit  einem  Auto  in  die 
Schweiz  gebracht  worden  sei.  Die  Autofahrt  habe  rund  zehn  Stunden 
gedauert  und  er  habe  die  Schweiz  in  der  Nacht  auf  den  11. Juli  2011 
erreicht, wobei er  sich an der Grenze mit  einem  ihm nicht  zustehenden 
Reisepass  ausgewiesen  habe.  Anlässlich  der Gesucheinreichung  erhob 
das BFM beim Beschwerdeführer  einen  vom 13. Mai  2011  datierenden 
Auszahlungsbeleg einer  Londoner Bank. Der Beschwerdeführer  erklärte 
diesen Beleg als  ihm nicht zustehend, mithin der Beleg während seines 
20­tägigen  Aufenthalts  in  dem  geschlossenen  Haus  zufälligerweise  in 
seinen Besitz gelangt sei. 

Anlässlich  der  Gesuchseinreichung  legte  er  keine  Reise­  oder 
Identitätspapiere im Original, sondern lediglich die englische Übersetzung 
eines  Geburtsregisterauszuges  vor.  Auf  die  Frage  nach  dem  Verbleib 
seiner Papiere  führte er  in der Folge an, er habe zwar einen Reisepass 
besessen,  dieser  sei  jedoch  schon  vor  fünf  Jahren  abgelaufen  und  er 
wisse nicht, wo sich der Pass heute befinde. Nachdem sich seine Eltern 
und  er  im  Jahre  2004  erfolglos  um  ein  Visum  für  die  Schweiz  bemüht 
hätten, habe er den Pass nicht mehr verlängert. Er verfüge  im Weiteren 
über eine im Jahre 2002 oder 2003 ausgestellte Identitätskarte, diese sei 

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aber  vermutlich  bei  seiner  Schwester  in  Z._______  zurückgeblieben. 
Anlässlich  der  Kurzbefragung  brachte  er  vor,  er  werde  sich  um  die 
Zustellung  seiner  Identitätskarte  bemühen,  und  im  Verlauf  der 
einlässlichen Anhörung gab er an, sein in der Schweiz befindlicher Bruder 
habe die Zustellung der Identitätskarte in die Wege geleitet. 

B. 
Mit Verfügung vom 5. August 2011 – eröffnet am gleichen Tag – trat das 
BFM  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  nicht  ein  und  ordnete  dessen Wegweisung  aus  der 
Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  an.  Auf  die 
Entscheidbegründung wird  –  soweit  wesentlich  –  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen. 

C. 
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  der  Beschwerdeführer  am  10.  August 
2011  Beschwerde,  wobei  er  in  seiner  Eingabe  die  Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache ans BFM zwecks 
Eintreten  auf  sein  Asylgesuch,  eventualiter  die  Feststellung  der 
Unzulässigkeit  und Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges  und  die 
Gewährung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantragte sowie 
um  Erlass  der  Verfahrenskosten  und  um  Befreiung  von  der 
Kostenvorschusspflicht  ersuchte.  Mit  der  Beschwerde  reichte  er  eine 
Identitätskarte  im Original  und  ein  Zustellcouvert  aus  Sri  Lanka  zu  den 
Akten. Auf die Beschwerdebegründung und die vorgelegten Beweismittel 
wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  16.  August  2011  wurde  dem  Gesuch  um 
Erlass  der  Verfahrenskosten  entsprochen  und  auf  das  Erheben  eines 
Kostenvorschusses antragsgemäss verzichtet (Art. 65 Abs. 1 und Art. 63 
Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Gleichzeitig wurde das BFM 
unter Zustellung der Akten zur Vernehmlassung eingeladen (Art. 57 Abs. 
1 VwVG).  

E. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  24.  August  2011  hielt  das  BFM  unter 
Verweis  auf  seine  bisherigen  Erwägungen  an  der  angefochtenen 
Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die 

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vorinstanzliche  Vernehmlassung  wurde  dem  Beschwerdeführer  am  24. 
August  2011  zur  Kenntnisnahme  zugestellt,  und  nachdem  dieser 
Zustellungsversuch erfolglos war, nochmals am 29. September 2011.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  unter  anderem  zuständig  für  die 
Behandlung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM;  dabei 
entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. 
dazu  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  und  33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2. Auf dem Gebiet des Asyls kann mit Beschwerde die Verletzung von 
Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3. Das Verfahren  richtet  sich nach dem VwVG,  soweit  das VGG oder 
das AsylG nichts anderes bestimmen (vgl. dazu Art. 37 VGG sowie Art. 6 
und 105 AsylG). 

1.4.  Auf  die  frist­  und  formgerechte  Beschwerde  des  legitimierten 
Beschwerdeführers  ist  einzutreten  (vgl.  dazu Art. 108 Abs.  2 AsylG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG sowie Art. 48 Abs.1 VwVG). 

2. 
Gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  wird  auf  ein  Asylgesuch  nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von  48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgeben.  Diese  Bestimmung  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), 
oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG). 

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3.  
3.1. Im Rahmen der Begründung seines Entscheides hält das BFM vorab 
fest,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  der  Frist  von  48  Stunden  nach 
Einreichung  seines  Asylgesuchs  und  auch  noch  bis  zur  Anhörung  vom 
3. August 2011 keine Reise­ oder  Identitätspapiere abgegeben, sondern 
lediglich  eine  nicht  rechtsgenügliche  englische  Übersetzung  eines 
Geburtsregisterauszuges,  und  für  das  Fehlen  hinreichender  Papiere 
lägen  keine  entschuldbaren  Gründe  vor.  So  dürfte  dem 
Beschwerdeführer  sehr  wohl  bewusst  gewesen  sein,  dass  er  mit  der 
Übersetzung  eines  Geburtsregisterauszuges  keinesfalls  ein 
rechtsgenügliches  Dokument  vorgelegt  habe.  Aufgrund  der  Akten  sei 
zudem  davon  auszugehen,  er  bediene  sich  bei  der  Beschaffung  von 
Papieren  aus  der  Heimat  einer  Hinhaltetaktik.  Schliesslich  seien  auch 
seine  mangelhaften  Angaben  über  den  angeblich  verwendeten 
Reisepass,  über  welchen  er  nichts  berichten  könne,  nicht 
nachvollziehbar.  Daran  anschliessend  führt  das  Bundesamt  aus, 
aufgrund  einer  offenkundig  mangelnden  Substanziierung  der 
Gesuchsvorbringen,  welche  jeden  Eindruck  subjektiven  Erlebens  und 
einer  persönlichen  Betroffenheit  vermissen  liessen,  sowie  aufgrund  von 
Widersprüchen  im Sachverhaltsvortrag sei offenkundig, dass es sich bei 
den  Verfolgungsvorbringen  um  ein  Sachverhaltskonstrukt  handle.  Der 
Beschwerdeführer erfülle daher die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 
und  7  AsylG  nicht,  und  aufgrund  der  Aktenlage  seien  auch  keine 
zusätzlichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegeweisungsvollzugshindernisses  erforderlich.  Bei  dieser 
Sachlage sei nach der Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf 
das  Asylgesuch  nicht  einzutreten.  Dabei  wird  vom  Bundesamt  im 
Rahmen  der  Erwägungen  zur  Frage  des  Wegweisungsvollzuges 
angemerkt,  der  Beschwerdeführer  habe  bereits  seit  1996  in  Z._______ 
(Zentralprovinz) gelebt und die dort herrschende Sicherheitslage spreche 
nicht gegen den Wegweisungsvollzug. 

3.2.  In  seiner  Beschwerde  macht  der  Beschwerdeführer  unter  Vorlage 
einer  Identitätskarte  im Original und eines Zustellcouverts aus Sri Lanka 
(mit Poststempel mutmasslich vom 26. Juli 2011) vorab geltend,  ihm sei 
erst im Rahmen der Kurzbefragung bewusst geworden, dass der von ihm 
anlässlich  der  Gesuchseinreichung  vorgelegte  Geburtsregisterauszug 
unzureichend  sei.  Er  habe  sich  in  der  Folge  umgehend  über  seinen 
Bruder um die Beschaffung seiner Identitätskarte bemüht, welche jedoch 
erst  im Verlauf  der  ersten Augustwoche bei  seinem Bruder  eingetroffen 
sei.  So  treffe  es  zwar  zu,  dass  er  die  gesetzliche  Frist  zur  Beibringung 

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dieses  Papiers  versäumt  habe,  jedoch  seien  seine  Bemühungen  zu 
dessen  Beschaffung  klar  erkennbar,  womit  entschuldbare  Gründe 
vorlägen.  Im  Folgenden  führt  er  an,  ein  Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  müsse  auch  von  daher 
ausser  Betracht  fallen,  da  er  in  seiner  Heimat  gefährdet  sei  und  die 
Flüchtlingseigenschaft  erfülle.  So  sei  er  wegen  seines  Cousins 
B._______ zweimal verhaftet, befragt und misshandelt worden. Dabei sei 
ergänzend anzumerken, dass er damals von der Polizei auch noch nach 
zwei weiteren  engen Freunden  befragt worden  sei,  sowie  insbesondere 
nach  seinem  in  London  lebenden  Bruder,  welcher  in  England  Asyl 
erhalten  habe.  Die  Beamten  hätten  ihn  damals  gefragt,  ob  diese 
Personen  zur  LTTE  gehörten  oder  die  Tigers  unterstützt  hätten.  In 
diesem  Zusammenhang  macht  er  geltend,  aufgrund  seiner  schlimmen 
Erlebnisse  in der Heimat sei er bei der Kurzbefragung und  ihm Rahmen 
der einlässlichen Anhörung nicht in der Lage gewesen, alles zu erzählen. 
So  habe  das  BFM  seine  Angstblockade  nicht  erkannt,  womit  der 
Sachverhalt  ungenügend  erstellt  sei.  Ihm  sei  daher  die  Möglichkeit 
einzuräumen,  seine  Vorbringen  zu  ergänzen.  In  seinen  weiteren 
Ausführungen  hält  er  an  seinen  Gesuchsvorbringen  betreffend  eine 
zweimalige Verhaftung und betreffend erlittene Misshandlungen fest, und 
er macht Ausführungen über eine LTTE­Unterstützungstätigkeit seiner im 
Ausland  befindlichen  Geschwister,  aufgrund  welcher  er  ebenfalls 
gefährdet sei. Da er aus X._______ bei Y._______ stamme und wegen 
vermuteter  LTTE­Kontakte  bereits  Nachstellungen  erlitten  habe,  sei  in 
seinem  Fall  von  einem  erheblich  gesteigerten  Verfolgungsrisiko 
auszugehen,  weshalb  ihm  zumindest  eine  vorläufige  Aufnahme  in  der 
Schweiz  zu  gewähren  sei.  Entgegen  dem  BFM  könne  nicht  von  einer 
grundsätzlichen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges (mit Ausnahme 
des  Vanni­Gebietes)  ausgegangen  werden,  sondern  aufgrund  der  im 
Lande  herrschenden  Verhältnisse  sei  für  Angehörige  der  tamilischen 
Minderheit,  insbesondere  wenn  der  Verdacht  auf  eine  LTTE­
Zugehörigkeit bestehe, der Wegweisungsvollzug weiterhin als unzulässig 
und  unzumutbar  zu  erkennen,  sei  doch  die Gefahr  einer mit  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  unvereinbaren  Behandlung 
absehbar.

4. 
4.1. Der  Beschwerdeführer  hat  im  erstinstanzlichen  Verfahren  lediglich 
die  englische  Übersetzung  eines  Geburtsregisterauszuges  vorgelegt, 
welche  –  wie  vom  BFM  zu  Recht  erkannt  –  den  gesetzlichen 

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Anforderungen an ein Reise­ oder Identitätspapier in keiner Weise genügt 
(vgl.  für die diesbezüglichen Anforderungen BVGE 2007/7 E. 4  ­ 6). Da 
demzufolge  innert  der  gesetzlichen  Frist  von  48  Stunden  nach 
Einreichung  des  Gesuches  kein  rechtsgenügliches  Papier  vorgelegt 
wurde,  ist die Grundvoraussetzung  für einen Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  erfüllt.  Zwar  hat  der 
Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene eine  Identitätskarte  im Original 
nachgereicht,  das  verspätete  Nachreichen  führt  jedoch  praxisgemäss 
nicht  zu  einer  Aufhebung  des  Nichteintretensentscheides  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1999 Nr. 16 E. 5/c/aa). 

Nachdem die Grundvoraussetzung  für  einen Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist, ist im Folgenden zu 
prüfen,  ob  dem  vorinstanzlichen  Entscheid  einer  der  Ausschlussgründe 
nach Art. 32 Abs. 3 Bst. a ­ c AsylG entgegen steht. 

4.2. 
4.2.1.  Entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG 
liegen  grundsätzlich  dann  vor,  wenn  dem  Umstand,  dass  die 
asylsuchende  Person  nicht  in  der  Lage  ist,  innerhalb  von  48  Stunden 
Reise­  oder  Identitätspapiere  abzugeben,  nicht  die  Absicht  zugrunde 
liegt,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz  unrechtmässig  zu  verlängern. 
Vermag  die  asylsuchende  Person  glaubhaft  darzutun,  dass  sie 
beispielsweise deshalb nicht in der Lage ist, Reise­ oder Identitätspapiere 
innerhalb von 48 Stunden seit Einreichung des Gesuchs abzugeben, weil 
sie ihre Reise­ oder Identitätspapiere im Heimatstaat zurückgelassen hat, 
und  bemüht  sie  sich  umgehend  und  ernsthaft  um  deren  Beschaffung 
innert  angemessener  Frist,  ist  die Anwendung  von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG ausgeschlossen (vgl. BVGE 2010/2 E. 5.6 und E. 6). 

4.2.2. Der Beschwerdeführer macht in seiner Eingabe das Vorliegen einer 
entschuldbaren  Verspätung  im  vorgenannten  Sinne  geltend.  So  will  er 
anlässlich seiner Ausreise aus Sri Lanka sowohl seinen angeblich bereits 
abgelaufenen Reisepass  als  auch  seine  Identitätskarte  zurückgelassen, 
sich dann aber nach seiner Einreise  in die Schweiz über seinen Bruder 
innert nützlicher Frist und erfolgreich um die Beschaffung immerhin seiner 
Identitätskarte  bemüht  haben.  Zwar  legt  er  dabei  gleichzeitig  ein 
mutmasslich am 26. Juli 2011 in Sri Lanka abgestempeltes Zustellcouvert 
vor,  die  Vorbringen  betreffend  eine  angeblich  insgesamt  entschuldbare 
Verspätung können jedoch aufgrund der Akten nicht überzeugen. 

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4.2.3.  In  dieser  Hinsicht  ist  vorab  festzuhalten,  dass  sich  die 
Ausführungen des Beschwerdeführers zu seinem angeblichen Reiseweg 
als insgesamt haltlos erweisen. Zunächst werfen bereits die Angaben zur 
Reise  auf  dem Seeweg  von Mannar  in  zehn  Tagen  nach  Thailand  und 
von  dort  in  nur  acht  Tagen  nach  Europa  gewichtige  Zweifel  auf.  Diese 
Zweifel  werden  durch  die  unsubstanziierten  und  vagen  Aussagen  zum 
Reiseweg  bestätigt.  So  war  der  Beschwerdeführer,  welcher  auch 
Englisch  spricht,  ausserstande,  nähere  Angaben  zu  seinen 
Aufenthaltsorten  während  seiner  Reise  zu  machen.  Der 
Beschwerdeführer will sich dabei während einer beachtlichen Zeitdauer – 
nämlich während  fast drei Wochen und zusammen mit vielen anderen – 
nur zehn Autostunden von der Schweiz entfernt aufgehalten haben, über 
diesen  Ort  jedoch  gar  nichts  berichten  können,  was  nicht  überzeugen 
kann. Das Vorbringen,  er  habe  die  ganze  Zeit  in  einem  geschlossenen 
Haus verbracht und  in der ganzen Zeit nichts über den Ort  in Erfahrung 
bringen  können,  ist  daher  als  blosse  Schutzbehauptung  zu  erkennen. 
Schliesslich  wurde  beim  Beschwerdeführer  ein  Auszahlungsbeleg  einer 
Londoner Bank vom 13. Mai 2011 gefunden, was auf einen Aufenthalt in 
England,  wo  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  über  sehr  enge 
persönliche  Anknüpfungspunkte  verfügt,  hinweist.  Das  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers,  der  Beleg  sei  durch  einen  Kleidertausch  mit  einer 
ihm unbekannten Person an dem  ihm unbekannten Ort  in seinen Besitz 
gelangt, muss als unglaubhafte Schutzbehauptung qualifiziert werden. 

4.2.4. Zusammenfassend sind die Vorbringen des Beschwerdeführers zu 
seinem  Reiseweg,  und  damit  auch  zum  angeblichen  Verbleib  seiner 
Papiere  in  der  Heimat  und  der  angeblichen  erst  nach  der 
Gesuchseinreichung  möglichen  Beschaffung  seiner  Identitätskarte,  als 
offenkundig  haltlos  zu  erkennen.  Im Resultat  ist  aufgrund  der  Akten  zu 
schliessen,  vom  Beschwerdeführer  seien  nicht  nur  die  Angaben  zu 
seinem tatsächlichen Reiseweg, sondern bis dahin auch ihm zustehende 
Reisepapiere  bewusst  unterdrückt  worden,  was  nach  dem  Willen  des 
Gesetzgebers sanktioniert werden soll (vgl. BVGE 2010/2 E. 5 S. 24 ff.).

4.3. 
4.3.1. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in BVGE 2007/8 zur Frage 
des Prüfungsumfangs bei der Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Abs.  3  AsylG  respektive  der  Anwendung  der  Ausschlussbestimmungen 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. b und c AsylG geäussert, wobei es das Folgende 
festgehalten  hat:  Führt  eine  summarische  Prüfung  zum  Ergebnis,  dass 
der  Asylgesuchsteller  die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  erfüllt,  ist 

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auf  das  Asylgesuch  einzutreten  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG).  Führt 
umgekehrt eine ebenso summarische Prüfung im Sinne von Art. 40 AsylG 
zum  Ergebnis,  dass  der  Asylgesuchsteller  die  Flüchtlingseigenschaft 
offenkundig  nicht  erfüllt  und  offenkundig  keine 
Wegweisungsvollzugshindernisse  bestehen,  wird  auf  sein  Asylgesuch 
nicht eingetreten. 

Anzumerken  bleibt  in  diesem  Zusammenhang,  dass  als 
"Wegweisungsvollzugshindernisse" nach Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG nur 
Hindernisse  geltend,  die  sich  auf  die  Zulässigkeit  des  Vollzuges 
auswirken  können,  nicht  aber  solche,  welche  (bloss)  die  Zumutbarkeit 
oder Möglichkeit des Vollzuges betreffen (vgl. BVGE 2009/50 E. 5 ­ 8 S. 
725 ff.).

4.3.2.  Unter  Beachtung  dieser  Praxis  ist  vorliegend  dem  Schluss  der 
Vorinstanz,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
offenkundig  nicht,  zu  folgen,  wobei  sich  die  Vorinstanz  auf  eine 
summarische Prüfung  beschränken  konnte.  So  blieben  die Angaben  zu 
den angeblich verfolgungsauslösenden Besuchen des Cousins  inhaltlich 
völlig vage und in zeitlicher Hinsicht widersprüchlich. Nicht zu überzeugen 
vermag auch, dass die Polizei  jahrelang nachgefragt, sich aber stets mit 
der  Antwort  begnügt  haben  soll,  bei  dem  Besucher  habe  es  sich  um 
einen  Kollegen  gehandelt.  Diese  Ausführungen  lassen  sich  denn  auch 
nicht  ansatzweise  mit  dem  bis  heute  überaus  konsequenten  Vorgehen 
der  srilankischen  Sicherheitskräfte  in  Sicherheitsfragen  vereinbaren. 
Auch  die  Ausführungen  zur  Haft  im  Jahre  2011  erweisen  sich  als  in 
keiner  Weise  substanziiert,  obwohl  sie  Ereignisse  unmittelbar  vor  der 
Ausreise betreffen sollen, und auch bei diesen Vorbringen bestehen klare 
Widersprüche  in  zeitlicher  Hinsicht.  Aufgrund  der  aktenkundigen 
Befragungs­  und Anhörungsprotokolle  ist  schliesslich mit  der Vorinstanz 
darin einig zu gehen, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers den 
Eindruck  einer  persönlichen  Betroffenheit  vermissen  lassen  und 
insgesamt  von  konstruierten  Gesuchsvorbringen  auszugehen  ist.  Zwar 
macht  der  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene  geltend,  er  sei 
wegen  einer  Angstblockade  nicht  zu  grundsätzlich  übereinstimmenden, 
hinreichend  vertieften  und  damit  insgesamt  nachvollziehbaren 
Schilderungen  in  der  Lage  gewesen.  Dieses  Vorbringen  findet  in  den 
Akten jedoch keinerlei Stütze und muss als Schutzbehauptung qualifiziert 
werden. Erst auf Beschwerdeebene macht der Beschwerdeführer sodann 
geltend, er sei einer Reflexverfolgung ausgesetzt, weil seine Geschwister 
in  Europa  die  LTTE  finanziell  unterstützen  würden.  Auch  dieses 

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Vorbringen  muss  jedoch  als  offensichtlich  nachgeschoben  und 
unglaubhaft  beurteilt  werden.  Wäre  den  srilankischen  Behörden  das 
Verhalten  der  Geschwister  in  Europa  aufgefallen,  so  hätten  sie  den 
Beschwerdeführer  zweifellos  bereits  vor  seiner  Ausreise  dazu  befragt, 
befinden sich die Geschwister doch bereits seit Jahren im Ausland. 

4.3.3.  Der  Beschwerdeführer  macht  schliesslich  auf  Beschwerdeebene 
geltend, er sei ein junger Tamile aus dem Norden, weshalb er nur schon 
aufgrund  der  allgemeinen  Lage  in  seiner  Heimat  gefährdet  sei.  Seine 
diesbezüglichen Ausführungen gehen jedoch an den Akten vorbei, da er 
im Zeitpunkt seiner Ausreise bereits seit Jahren in Z._______ lebte, wo er 
ordentlich  angemeldet  und  stimmberechtigt  war.  Alleine  aus  der 
ursprünglichen  Herkunft  aus  dem  Norden  lässt  sich  keine  Gefährdung 
ableiten, und es besteht weder aufgrund seiner ursprünglichen Herkunft 
noch  seines  ethnischen  Hintergrundes  ein  Bedarf  an  weiteren 
Abklärungen (vgl. dazu auch nachfolgende Erwägungen). 

4.4. Nach vorstehenden Erwägungen sind die Voraussetzungen für einen 
Nichteintretensentscheid  nach  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  erfüllt,  und  einer 
Anwendung dieser Bestimmung steht auch keiner der Ausschlussgründe 
nach Art. 32 Abs. 3 Bst. a ­ c AsylG entgegen. Bei dieser Sachlage ist der 
Nichteintretensentscheid des BFM zu bestätigen. 

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. auch BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.).

6. 
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

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Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  sowie  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2. 
6.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner 
Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr 
Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG 
gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches 
Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33 
Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  [FK,  SR 0.142.30]).  Sodann  darf  gemäss  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK 
niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder 
Behandlung unterworfen werden.

6.2.2. Die  Vorinstanz  weist  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von  Art. 5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte 
dafür, dass er für den Fall einer Rückführung in den Heimatstaat dort mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 

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des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Dies  gelingt  dem  Beschwerdeführer  nicht,  da  die 
geltend  gemachte  Bedrohungslage  wegen  eines  angeblichen  "LTTE­
Cousins" sich als offensichtlich unglaubhaft erwiesen hat. Zwar macht der 
Beschwerdeführer  das  Vorliegen  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  seines  ethnischen 
Hintergrundes  als  Tamile  geltend.  Die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  in  der  Zentralprovinz  –  dem  Heimatort  des 
Beschwerdeführers  seit  1996  –  lässt  indes  den  Wegweisungsvollzug 
nicht  als  unzulässig  erscheinen  (vgl.  dazu  auch  nachfolgende 
Erwägungen).

6.2.3. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung festgestellt, so ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

6.3.1. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich  letztmals  in BVGE 2008/2 
ausführlich  mit  der  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  auseinandergesetzt 
(Grundsatzurteil).  Dabei  hat  es  –  in  Bestätigung  und  Fortsetzung  der 
Praxis  der  ARK  –  den  Wegweisungsvollzug  in  die  Nord­  und  die 
Ostprovinz  von  Sri  Lanka  als  unzumutbar  erkannt,  und  gleichzeitig  für 
Asylsuchende tamilischer Ethnie, welche aus diesen Gebieten stammen, 
die  Inanspruchnahme  einer  innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  im 
Süden  des  Landes  nur  unter  der  Voraussetzung  günstiger 
Einzelfallumstände  als  zumutbar  erklärt.  Die  bisherige  Praxis  dürfte 
aufgrund  der  seitherigen  Entwicklungen  in  Sri  Lanka,  namentlich  der 
kompletten Niederlage der LTTE und einer zunehmenden Beruhigung im 
Lande,  in  nächster  Zeit  einer  Überprüfung  unterzogen  werden.  Auf 
Erwägungen dazu kann in vorliegender Sache jedoch verzichtet werden, 
da der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz vor der Ausreise nicht wie auf 
Beschwerdeebene sinngemäss behauptet im Norden, sondern schon seit 

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1996  in  der  Stadt  Z._______ 
– …  [ein  grosser  Ort  in  der]  Zentralprovinz  –  und  damit  im  Süden  des 
Landes hatte. Der Vollzug der Wegweisung in dieses Gebiet wurde stets 
als grundsätzlich zumutbar eingeschätzt (vgl. diesbezüglich EMARK 2006 
Nr. 6, EMARK 2001 Nr. 16 und EMARK 1994 Nr. 3). 

6.3.2.  Beim  Beschwerdeführer  handelt  es  sich  gemäss  den  Akten  um 
einen jungen und gesunden Mann, dessen Eltern angeblich in Y._______ 
leben  sollen.  Er  selbst  war  jedoch  von  seiner  Kindheit  an  und  bis  zu 
seiner  Ausreise  aus  Sri  Lanka  ununterbrochen  in  Z._______  ansässig, 
wo er ordentlich angemeldet und stimmberechtigt war.  In Z._______ hat 
er  soweit  ersichtlich  stets  bei  seiner  Schwester  und  seinem  Schwager 
gelebt,  welche  dort  ein  Geschäft  im  Lebensmittelgrosshandel  führen. 
Nachdem  der  Beschwerdeführer  seinen  Lebensmittelpunkt  schon  seit 
dem Jahre 1996 und damit mehr als sein halbes Leben in Z._______ hat, 
darf davon ausgegangen werden, er verfüge dort neben seiner Schwester 
und  seinem  Schwager  auch  noch  über  mannigfache  andere 
Anknüpfungspunkte. Wird weiter berücksichtigt, dass er seinen Angaben 
zufolge nicht nur  tamilisch,  sondern auch gut  singhalesisch spricht,  darf 
davon ausgegangen werden, er könne sich  in Z._______ ohne weiteres 
reintegrieren.  Zusammenfassend  sind  keine  Gründe  ersichtlich,  welche 
gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs sprechen würden. 

6.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.5. Nachdem sich  der Vollzug  der Wegweisung als  zulässig,  zumutbar 
und  möglich  erweist,  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 ­ 4  AuG).  Die  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzuges ist demnach zu bestätigen. 

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

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8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Verfahrenskosten 
grundsätzlich  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG).  Aufgrund  der  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne  von  Art. 65  Abs.  1  VwVG  ist  jedoch  von  einer  Kostenauflage 
abzusehen. 

9. 
Die  vom  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene  vorgelegte 
Identitätskarte  ist  zuhanden  des  BFM  sicherzustellen  (Art.  10  Abs.  2 
AsylG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Die nachgereichte Identitätskarte wird zuhanden des BFM sichergestellt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

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