# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8ccaa79-7529-5238-a81b-d6d9979e6636
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.11.2021 200 2021 595
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-595_2021-11-08.pdf

## Full Text

200 21 595 ALV
JAP/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 8. November 2021

Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Juli 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, ALV/21/595, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war vom 1. Dezember 2018 bis 31. Dezember 2019 als … für die 
B.________ GmbH tätig (Dossier Arbeitslosenkasse …, [act. IIB] 207 f.). 
Diese Arbeitsstelle wurde ihr wegen Konkurses der Gesellschaft gekündigt 
(act. IIB 149). Sie meldete sich im Kanton … bei der Regionalen Arbeits-
vermittlung (RAV) an und stellte im Juni 2020 Antrag auf Arbeitslosenent-
schädigung im Umfang von 50 % (act. IIB 172 ff.). Die Versicherte zog im 
November 2020 nach … um (act. IIB 53, 56 f.) und meldete sich am 3. De-
zember 2020 bei RAV … zur Arbeitsvermittlung an (Dossier RAV-Region 
Emmental-Oberaargau, [act. II] 133 ff.). Bei Gesprächen vom 17. und 21. 
Dezember 2020 forderte die RAV-Beraterin die Versicherte zum Nachweis 
der Kinderbetreuung für den Sohn (geb. ... … 2016 [act. IIB 178]) auf (act. 
II 3, 53). Nachdem diese eine bestehende externe Kinderbetreuung ver-
neint hatte (vgl. auch act. II 109), forderte das Amt für Arbeitslosenversi-
cherung des Kantons Bern, Rechtsdienst (AVA bzw. Beschwerdegegner), 
die Versicherte im Rahmen der Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit zur 
Stellungnahme auf (act. II 90, 95 f.). Am 26. Februar 2021 bestätigte die 
Versicherte, es bestehe zurzeit keine externe Betreuung (act. II 83). Mit 
Verfügung vom 23. März 2021 verneinte das AVA die Vermittlungsfähigkeit 
der Versicherten und damit deren Anspruchsberechtigung ab 1. Dezember 
2020 (act. II 78 ff.). Die hiergegen erhobene Einsprache vom 20. April 2021 
(act. II 68) wies das AVA mit Entscheid vom 16. Juli 2021 ab (act. II 23 ff.; 
Dossier Rechtsdienst [act. IIA] 3 ff.).

B.

Am 31. August 2021 erhob die Versicherte Beschwerde und beantragte 
sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und 
ihr sei Arbeitslosenentschädigung ab 1. Dezember 2020 zuzusprechen.  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, ALV/21/595, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2021 schloss der Beschwerdegeg-
ner auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 16. Juli 
2021 (act. IIA 3 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Arbeitslos-
entschädigung (ALE) ab dem 1. Dezember 2020 und hierbei insbesondere 
die Frage der Vermittlungsfähigkeit.   

1.3 Umstritten ist der Anspruch auf ALE vom 1. Dezember 2020 bis 
31. August 2021 (gemäss Beschwerde [S. 2] "Anspruchsberechtigung ab 

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dem 1. Dezember 2020 bis dato", d.h. wegen Anstellung per 1. September 
2021 mit gewünschtem Beschäftigungsgrad von 50 % und Abmeldung vom 
RAV per Ende August 2021 [Beschwerdeantwort Ziff. III Art. 4]). Unter 
Berücksichtigung des versicherten Verdienstes von Fr. 1'733.-- (act. IIB 94, 
107) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.-- (Fr. 1'733.-- x 0.8 x 9 [Monate]; 
vgl. Art. 22 Abs. 1 AVIG; vgl. auch act. IIB 11, 14, 31 f., 63, 69, 120), wes-
halb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem 
voraus, dass die versicherte Person vermittlungsfähig ist (Art. 8 Abs. 1 lit. f 
i.V.m. Art. 15 AVIG). Als vermittlungsfähig gilt eine arbeitslose Person, 
wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit an-
zunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 
Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Ar-
beitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, 
die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der 
üblichen Arbeitszeit einzusetzen. Die Vermittlungsfähigkeit als Anspruchs-
voraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus. Entweder ist die ver-
sicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare 
Arbeit (im Umfang von mindestens 20 % eines Normalarbeitspensums; vgl. 
Art. 5 AVIV) anzunehmen, oder nicht. Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt 
sich prospektiv, somit aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie bis 
zum Erlass des Einspracheentscheids bestanden haben (BGE 146 V 210 
E. 3.1 f. S. 212). 

2.2 Nach der Rechtsprechung gelten Arbeitnehmerinnen und Arbeit-
nehmer als vermittlungsfähig, wenn sie aufgrund ihrer körperlichen und 
geistigen Fähigkeiten sowie der persönlichen Verhältnisse in der Lage sind, 
ihre Arbeitskraft auch an einem anderen zumutbaren Arbeitsplatz, inner- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, ALV/21/595, Seite 5

oder ausserhalb des bisherigen Berufs, zu verwerten. Dagegen sind nicht 
nur Personen vermittlungsunfähig, die wegen ihres Gesundheitszustandes 
keine Arbeit mehr finden, sondern auch solche, die aus persönlichen oder 
familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen können, wie es ein 
Arbeitgeber normalerweise verlangt. Versicherte, die im Hinblick auf an-
derweitige Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände lediglich 
während gewisser Tages- oder Wochenstunden sich erwerblich betätigen 
wollen, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden. 
Denn sind einer versicherten Person bei der Auswahl des Arbeitsplatzes so 
enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stelle sehr ungewiss ist, 
muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen werden. Der Grund für die 
Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle 
(BGE 120 V 385 E. 3a S. 388, 115 V 434 E. 2a S. 436; ARV 1998 S. 265 
E. 1b).

2.3 Eine versicherte Person mit betreuungsbedürftigen Kindern muss 
hinsichtlich der Vermittlungsfähigkeit, namentlich in Bezug auf die Verfüg-
barkeit, die gleichen Bedingungen erfüllen wie alle anderen Personen. Es 
liegt somit an ihr, das Privat- und Familienleben so zu gestalten, dass sie 
nicht daran gehindert ist, im Umfang des geltend gemachten Beschäfti-
gungsgrades bzw. Arbeitsausfalles einer unselbstständigen Erwerbstätig-
keit nachzugehen (AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariats für Wirtschaft 
[SECO], Rz. B225 [abrufbar unter: www.arbeit.swiss]; zur Verbindlichkeit 
von Verwaltungsweisungen für das Gericht: BGE 146 V 224 E. 4.4.2 
S. 228). 

2.4 Die Vermittlungsfähigkeit darf nicht leichthin unter Verweis auf fami-
liäre Betreuungsaufgaben verneint werden. Dies gilt namentlich dann, 
wenn eine Person schon vor Eintritt der Arbeitslosigkeit den Tatbeweis er-
bracht hat, dass sie trotz Betreuungsaufgaben eine (Vollzeit-)Beschäftigung 
auszuüben bereit und in der Lage war, und sie die bisherige Stelle nicht 
aus Gründen der fehlenden Betreuungsmöglichkeit aufgeben musste. Erst 
wenn im Verlaufe des Leistungsbezugs der Wille oder die Möglichkeit, die 
Kinder einer Drittperson anzuvertrauen, als zweifelhaft erscheint, muss die 
zuständige Amtsstelle die Vermittlungsfähigkeit im Hinblick auf die konkrete 
Möglichkeit einer Kinderbetreuung prüfen und einen Obhutsnachweis ver-

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langen. Ausser bei offensichtlichem Missbrauch ist somit nicht schon zum 
Zeitpunkt des Einreichens des Entschädigungsgesuchs der Nachweis der 
Betreuung zu prüfen, sondern auf plausible Angaben abzustellen (Ent-
scheide des Bundesgerichts vom 5. Mai 2015, 8C_674/2014, E. 4.2.2, und 
10. März 2008, C 29/07, E. 4.1). Indizien für die Zweifelhaftigkeit sind na-
mentlich ungenügende Arbeitsbemühungen, Aufgabe der vorangehenden 
Stelle wegen Betreuungspflichten, unhaltbare Anforderungen für die An-
nahme einer Stelle, Ablehnung zumutbarer Arbeit oder nicht erfüllbare An-
sprüche an die Arbeitszeiten (AVIG-Praxis ALE, Rz. B225a; vgl. zum Gan-
zen: BARBARA KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Aufl. 2013, 
S. 80 ff.).

2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin verlor ihre frühere Arbeitsstelle wegen des 
Konkurses der ehemaligen Arbeitgeberin (act. IIB 143, 203), weshalb da-
von auszugehen ist, dass beim Antrag auf ALE im Kanton … (act. IIB 60 ff.) 
die Betreuung des Kindes (noch) gewährleistet war. Nach ihrem Umzug 
nach … (act. II 135; act. IIB 56 f.) und Anmeldung beim RAV … zur Ar-
beitsvermittlung anfangs Dezember 2020 (act. II 133) ist die Beschwerde-
führerin zum Nachweis der gewährleisteten Obhut des Sohnes aufgefordert 
worden (act. II 3, 53). Am 17. Dezember 2020 hat sie erstmals beim Ge-
spräch mit der RAV-Beraterin angegeben, es sei keine (externe) Kinderbe-
treuung vorhanden (act. II 53). Die fehlende Kinderbetreuung hat sie im 

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Formular "Obhutsnachweis" vom 8. Januar 2021 (act. II 109) bestätigt. Der 
Beschwerdegegner sah sich somit zu Recht veranlasst, die Vermittlungs-
fähigkeit näher abzuklären, wobei den weiteren Akten das Folgende zu 
entnehmen ist:

3.1.1 Nach Aufforderung zur Stellungnahme betreffend Überprüfung der 
Vermittlungsfähigkeit (act. II 95 f.) teilte die Beschwerdeführerin mit E-Mail 
vom 26. Februar 2021 mit, ihr Sohn beanspruche zurzeit keine externe 
Betreuung, weil sie vor kurzem nach … gezogen und alle Spielgrup-
pen/Betreuungen besetzt seien. Daher sehe sie sich gezwungen, ihr Kind 
bis zum Kindergarteneintritt selber zu betreuen. Ihr Ehemann und sie wür-
den, sobald einer von ihnen eine Arbeitsstelle habe, die Betreuung planen 
(act. II 83).

3.1.2 Bei einem Gespräch am 22. März 2021 mit der RAV-Beraterin teilte 
die Beschwerdeführerin mit, es seien erst ab August 2021 freie Plätze für 
die Spielgruppe und den Kindergarten vorhanden (act. II 3).

3.1.3 Gemäss Bestätigung der Stadt C.________ vom 12. April 2021 für 
das Schuljahr 2021 bis 2022 besuche der Sohn der Beschwerdeführerin 
den Kindergarten D.________ ab 16. August 2021, wobei er am Freitag frei 
habe und jeweils am Montag- oder Dienstagnachmittag den Unterricht be-
suchen werde (act. II 69).

3.1.4 Am 20. April 2021 führte die Beschwerdeführerin an, der Sohn wer-
de zurzeit von ihr und ihrem Ehegatten, welcher ebenfalls bei der Arbeitslo-
senversicherung angemeldet sei, betreut. Im Fall einer Anstellung habe sie 
"jegliche Bekannte", welche den Sohn versorgen würden (act. II 68).

3.1.5 In der Stellungnahme zur Kinderbetreuung vom 21. Juni 2021 führte 
die Beschwerdeführerin aus, der Ehegatte habe seit 1. Juni 2021 eine An-
stellung, sein Arbeitgeber komme ihm entgegen, weshalb er sich während 
ihren Arbeitszeiten um den Sohn kümmern könne. Der Ehemann könne 
Wochenend-Einsätze und Spätdienst leisten (act. II 32; vgl. auch "Obhuts-
nachweis" [act. II 33]). Am 23. Juni 2021 hielt sie fest, sie könne von 8 bis 
12 Uhr arbeiten. Sie bestätigte, der Ehemann habe eine Teilzeitstelle inne 
und suche weiterhin eine Vollzeitarbeitsstelle (act. II 27).

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3.2 Die Beschwerdeführerin vermag nicht – wie nachfolgend dargelegt 
– den Nachweis für eine Kinderbetreuung des am ... … 2016 geborenen 
Sohns (act. IIB 178) im Hinblick auf einen allfälligen Stellenantritt mit einem 
Pensum von 50 % mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 2.5 hier-
vor) zu erbringen: Im Verlaufsprotokoll des RAV wird dargelegt, dass die 
Beschwerdeführerin bei Gesprächen mit der RAV-Beraterin am 9. und 17. 
Dezember 2020 jeweils ihren Sohn mitnahm (act. II 53), was auf eine feh-
lende (auch kurzzeitige) Betreuungsmöglichkeit hinweist. Das am 8. Januar 
2021 unterzeichnete Formular "Obhutsnachweis" (act. Il 109) enthält den 
expliziten Vermerk, dass keine (Dritt-)Betreuung erfolge. Die Beschwerde-
führerin hat mit E-Mail vom 26. Februar 2021 (act. II 83) bestätigt, dass 
wegen des Umzugs in den Kanton Bern (per 1. November 2020 [act. IIB 56 
f.]) und weil die Spielgruppen über keine freien Plätze verfügten, bis zum 
Beginn des Kindergartens (am 16. August 2021 [act. II 69]) keine externe 
Betreuung möglich gewesen ist. Im Formular vom 11. Juni 2021 (act. ll 33) 
hat der Ehegatte der Beschwerdeführerin zudem lediglich unspezifisch er-
klärt, die Betreuung erfolge durch ihn nach seinem Arbeitseinsatz. Entge-
gen der Meinung der Beschwerdeführerin steht der Ehegatte der Be-
schwerdeführerin für die Kinderbetreuung nicht zur Verfügung, da er selbst 
arbeitslos gemeldet ist und ALE beansprucht sowie dabei eine Arbeitsstelle 
mit Vollpensum sucht (vgl. act. II 27 Ziff. 4). Nichts daran ändert, dass er 
per 1. Juni 2021 eine Teilzeitstelle angetreten hat (act. II 28, 32). Zwar hat 
der Arbeitgeber, E.________, Hand für eine flexible Einsatzplanung gebo-
ten (act. II 28), es handelt sich jedoch um eine Zwischenverdienst-Tätigkeit 
des Ehegatten, der weiterhin eine Vollzeitstelle sucht (act. II 27) und damit 
ausserhalb der Arbeitszeiten formal nicht für die Kinderbetreuung zur Ver-
fügung stehen kann (vgl. auch act. IIA 5; Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. Ill 
Art. 4).

Sodann reduziert sich der Betreuungsaufwand durch die Einschulung des 
Sohnes per 16. August 2021 (act. ll 69) zwar, wobei in ersten Kindergarten-
jahr der Unterricht am Freitag nicht besucht wird und lediglich an einem 
Nachmittag pro Woche (Montag oder Dienstag) Kindergartenunterricht 
stattfindet (act. II 69). Selbst wenn der Kindergarten (ohne Reduktion) von 
Montag bis Freitag am Morgen besucht würde, ergeben sich aus den kurz-
en Unterrichtszeiten (22 bis 25 Lektionen wöchentlich; vgl. Art. 11a Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, ALV/21/595, Seite 9

des Volksschulgesetzes vom 19. März 1992 [VSG; BSG 432.210], Direkti-
onsverordnung über den Lehrplan 21 des Kantons Bern [DVLP 21] Anhang 
1 [Lehrplan 21], Allgemeine Hinweise und Bestimmung [AHB] Ziff. 4.1.1 Fn. 
A [https://be.lehrplan.ch/index.php?code=e|92|4]) sowie der notwendigen 
Betreuung vor und nach dem Unterricht lediglich kurze und feste Zeitfens-
ter, die es der Beschwerdeführerin nicht erlauben, sich im erforderlichen 
Ausmass flexibel dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Die Be-
schwerdeführerin gibt auch nicht an, sie habe ihren Sohn an der Tages-
schule der Stadt C.________ (abrufbar unter: www….; der Standort … be-
findet sich beim Kindergarten D.________, welchen der Sohn der Be-
schwerdeführerin besucht [vgl. act. II 69]) angemeldet, welche allenfalls 
eine Früh- und Mittagsbetreuung erlauben würde.

Die Beschwerdeführerin hat zwar in der Einsprache vom 20. April 2021 
(act. II 68) und in der Beschwerde angegeben, sie habe Bekannte, welche 
für kurzfristige Einsätze einspringen könnten. Sie hat jedoch die Personali-
en der Bekannten nicht bekanntgegeben und auch keine schriftlichen 
Bestätigungen eingereicht; stattdessen hat sie am 11. Juni 2021 noch er-
klärt, es werde auf die Betreuung durch Drittpersonen verzichtet (act. Il 32). 
Auch das Argument, die … Eltern der Beschwerdeführerin verfügten über 
den "Green Pass" und seien jederzeit bereit und in der Lage, bei Bedarf in 
die Schweiz einzureisen (Beschwerde S. 1), überzeugt nicht. Der "Green 
Pass" stellt ein digitales COVID-Zertifikat der EU (Digital Covid Certificate 
[DCC]) dar, welches auch von der Schweiz anerkannt ist. Die Beschwerde-
führerin hat zur Begründung lediglich Passkopien eingereicht (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 1 f.) Wie es sich mit dem geltend gemachten 
"Green Pass" und der Einreise der Eltern in die Schweiz unter Pandemie-
Bedingungen verhält (die … als ausserhalb des Schengen-Raums gelege-
ner Staat galt im massgebenden Zeitpunkt ab 1. Dezember 2020 [vgl. E. 
1.2 hiervor] als Risikoland im Sinne des Anhangs 1 der Verordnung 3 vom 
19. Juni 2020 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Covid-
19; SR 818.101.24 [Covid-19-Verordnung 3]; vgl. auch Art. 3 Abs. 1 lit. a 
der Covid-19-Verordnung 3) muss mit Blick auf die weiteren Ausführungen 
nicht weiter abgeklärt werden. Grundsätzlich ist die Einreise in die Schweiz 
für die Eltern als Staatsangehörige der … (kein Mitglied der Europäischen 
Union oder der Europäischen Freihandelsassoziation) – unabhängig von 

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der Pandemiesituation – nur mit Schengen-Visum für höchstens 90 Tage 
innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen möglich (Touristenvisum; vgl. 
Art. 2 lit. a der Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise und die 
Visumserteilung [VEV; SR 142.204]), was den Eltern erlauben würde, 
zweimal jährlich für je drei Monate im Sinne einer Gefälligkeit die Kinderbe-
treuung zu übernehmen; dies auch nur soweit die Einreisevoraussetzungen 
der Eltern der Beschwerdeführerin für kurzfristige Aufenthalte (Art. 3 VEV) 
erfüllt wären. Wenngleich eine versicherte Person prinzipiell als vermitt-
lungsfähig gilt, wenn sie dem Arbeitsmarkt für mindestens drei Monate zur 
Verfügung steht (vgl. AVIG-Praxis ALE, Rz. 227), ist dabei offen, ob die 
Möglichkeit von Drittpersonen im Rahmen eines solchen kurzfristigen Auf-
enthalts i.S. einer Gefälligkeit die Kinderbetreuung zu übernehmen, gene-
rell genügt, um die Vermittlungsfähigkeit zu bejahen (vgl. Urteil des Verwal-
tungsgerichts vom 8. Juni 2021, ALV/2021/253, E. 3.3). Wie es sich damit 
verhält kann offenbleiben, denn so oder anders fehlt ohnehin jegliche un-
terschriftliche Bestätigung der Eltern, womit der Obhutsnachweis weiterhin 
nicht erbracht ist. 

3.3 Nach dem Dargelegten hat der Beschwerdegegner die Vermitt-
lungsfähigkeit und damit den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ar-
beitslosenentschädigung ab 1. Dezember 2020 zu Recht verneint. Der an-
gefochtene Einspracheentscheid vom 16. Juli 2021 (act. IIA 3 ff.) ist nicht 
zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

4.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, ALV/21/595, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.   

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.