# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e70ab18-c309-52b1-b06e-63bd28afb5a1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.08.2015 200 2014 1145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1145_2015-08-17.pdf

## Full Text

200 14 1145 IV
SCI/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. August 2015

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich im Dezember 2007 unter Hinweis auf chronische 
Schmerzen und eine massive Schlaflosigkeit bei der IV-Stelle Bern (fortan 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, 
Antwortbeilage [AB] 1). Diese gewährte ihm mit Verfügung vom 11. No-
vember 2008 (AB 33) bei einem Invaliditätsgrad von 80 % ab 1. März 2008 
eine ganze Invalidenrente. Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleite-
ten Rentenrevision bestätigte sie diesen Anspruch mit formloser Mitteilung 
vom 24. Mai 2011 (AB 47).

B.

Anlässlich einer weiteren ordentlichen Rentenrevision stellte die IVB dem 
Versicherten nach einer polydisziplinären Begutachtung (AB 69.1) mit Vor-
bescheid vom 8. Juli 2014 (AB 70) in Aussicht, die Rentenverfügung wegen 
zweifelloser Unrichtigkeit in Wiedererwägung zu ziehen und die laufende 
Rente für die Zukunft aufzuheben. Nach erhobenem Einwand (AB 73) und 
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 76) erliess 
die IVB am 29. Oktober 2014 eine Verfügung (AB 77), mit der sie entspre-
chend dem Vorbescheid die ursprüngliche Rentenverfügung wiedererwä-
gungsweise aufhob, die Invalidenrente auf Ende des der Verfügungszustel-
lung folgenden Monats aufhob und einer allfälligen Beschwerde die auf-
schiebende Wirkung entzog.

C.

Mit Eingabe vom 1. Dezember 2014 erhob der Versicherte, vertreten durch 
lic. iur. C.________ vom B.________, Beschwerde und beantragte die kos-
tenfällige Aufhebung der Verfügung.

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In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2015 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, wobei sie unter anderem vor-
brachte, die angefochtene Verfügung sei gegebenenfalls mit der sub-
stituierten Begründung einer materiellen Rentenrevision bzw. in Anwen-
dung der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-
Revision, erstes Massnahmenpaket) zu schützen.

Replicando hielt der Beschwerdeführer am 9. April 2015 an seinem 
Rechtsbegehren fest und am 11. Mai 2015 bestätigte die Beschwerdegeg-
nerin ihren Antrag.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Oktober 2014 
(AB 77). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch bzw. ob die Be-
schwerdegegnerin die laufende ganze Invalidenrente zulässigerweise auf 
Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats, mithin per 30. No-
vember 2014 (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. II Ziff. 1 i.V.m. Akten des Be-
schwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 2), aufhob.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). Dabei verpflichtet das Prinzip 
der Rechtsanwendung von Amtes wegen das Gericht, auf den festgestell-
ten Sachverhalt jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffen-
den ansieht, und ihm auch die Auslegung zu geben, von der es überzeugt 
ist (BGE 122 V 34 E. 2b S. 36; ARV 2005 S. 223 E. 2.1). In der Rechtsan-
wendung von Amtes wegen ist die Substitution der Motive inbegriffen, ge-
stützt auf die das Gericht eine im Ergebnis richtige, aber falsch begründete 
Verfügung mit anderen rechtlichen Überlegungen bestätigt (BGE 122 V 34 
E. 2b S. 36). Das Gericht hält dabei im Rahmen der nachträglichen Verwal-
tungsrechtspflege fest, eine im Ergebnis richtige, aber falsch begründete 
Verfügung sei aus anderen rechtlichen Überlegungen haltbar. Es schützt 
die angefochtene Verfügung mit der zutreffenden Begründung. Dabei han-
delt es sich nicht um eine unzulässige Vermischung der Aufgaben der Ver-
waltung und des Gerichts, weil das Gericht keine Verfügung in Wiederer-
wägung zieht (BGE 125 V 368 E. 3b S. 370).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr hat im Rahmen eines strukturierten, 
normativen Prüfungsrasters anhand eines Katalogs von Indikatoren eine 
ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren 
Leistungsvermögens zu erfolgen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014, E. 3.6 [zur Publikation vorgese-
hen]).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 
V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 
E. 3.1.1).

2.5.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 
IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung H.________ücksichtigen (BGE 130 
V 343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 
E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-

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stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). Die 
weitere Ausrichtung einer Invalidenrente nach einer von Amtes wegen 
durchgeführten Revision, sofern dabei keine leistungsbeeinflussende Ände-
rung der Verhältnisse festgestellt wurde, bedarf gemäss Art. 74ter lit. f der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 
831.201) keiner Verfügung. Die blosse Mitteilung eines solchen Revisions-
ergebnisses ist, wenn keine Verfügung verlangt wurde (Art. 74quater Abs. 1 
IVV; bis 31. Dezember 2011 Art. 74quater IVV), in Bezug auf den Vergleichs-
zeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (SVR 2013 IV Nr. 
44 S. 135 E. 3.1.2, 2010 IV Nr. 4 S. 8 E. 3.1).

2.6 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Wiedererwägung dient der nachträglichen Kor-
rektur einer ursprünglich unrichtigen Rechtsanwendung oder Sachverhalts-
feststellung durch die Verwaltung (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17, SVR 2014 IV 
Nr. 10 S. 40 E. 4.1).

Nach der Rechtsprechung kann die Wiedererwägung rechtskräftiger Verfü-
gungen nur in Betracht kommen, wenn es sich um die Korrektur grober 
Fehler der Verwaltung handelt (ZAK 1988 S. 555 E. 2b). Eine gesetzwidri-
ge Leistungszusprechung gilt regelmässig als zweifellos unrichtig (BGE 
126 V 399 E. 2b bb S. 401 ARV 2002 S. 181 E. 1a). Zweifellos ist die Un-
richtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Ver-
fügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die 
Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (BGE 138 V 324 E. 3.3 S. 328; 
SVR 2014 IV Nr. 7 S. 30 E. 4.1). Zurückhaltung bei der Annahme zweifello-
ser Unrichtigkeit ist stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund 
eine materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung mass-
geblich auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen und damit auf Elemen-
ten beruht, die notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem 
Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der 
(invaliditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos 
unrichtig sein (SVR 2014 IV Nr. 10 S. 40 E. 4.1; Entscheid des BGer vom 

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28. Juli 2011, 8C_962/2010, E. 3.1). Hingegen ist das Erfordernis in der 
Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falscher Rechtsre-
geln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig 
angewandt wurden (BGE 140 V 77 E. 3.1 S. 79).

3.

3.1 Der Anspruch auf die ursprünglich zugesprochene ganze Invali-
denrente wurde mit formloser Mitteilung vom 24. Mai 2011 (AB 47) 
bestätigt. Auch eine blosse Mitteilung kann für eine materielle Rentenrevi-
sion im Sinne von Art. 17 ATSG in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer 
rechtskräftigen Verfügung gleichgestellt sein (vgl. E. 2.5.3 hievor). Der Mit-
teilung vom 24. Mai 2011 ging jedoch keine allseitige Sachverhaltsab-
klärung und Beweiswürdigung voraus; es wurden lediglich der Auszug aus 
dem individuellen Konto (IK-Auszug; AB 44) ediert, ein Verlaufsbericht des 
behandelnden Psychiaters (AB 46) eingeholt und seitens der Arbeitgeberin 
ein neuer Fragebogen ausgefüllt (AB 45). Folglich ist zur Prüfung einer 
materiellen Rentenrevision der Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenverfü-
gung vom 11. November 2008 (AB 33) mit jenem im Zeitpunkt der ange-
fochtenen Verfügung vom 29. Oktober 2014 (AB 77) zu vergleichen und zu 
prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine Änderung eingetreten 
ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsrelevanter Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.5.1 hievor).

3.2 In Bezug auf die rechtskräftige Rentenverfügung vom 11. Novem-
ber 2008 (AB 33) lassen sich in medizinischer Hinsicht den Akten im We-
sentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Auf Veranlassung des behandelnden Chiropraktors wurde der Be-
schwerdeführer wegen Rückenbeschwerden am 8. Oktober 2001 von Dr. 
med. D.________, Facharzt für Radiologie FMH, bildgebend untersucht. 
Nebst einer beginnenden beidseitigen Spondylarthrose auf Stufe L4/5 ver-
merkte dieser im entsprechenden Befundbericht (AB 11/49) eine 
Osteochondrose ebendort mit Nachweis einer medianen subligamentären 
Diskushernie. Er erklärte, der Duralschlauch werde imprimiert und beide 

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L5-Wurzeln seien tangiert, wobei diese jedoch nicht wesentlich beeinträch-
tigt würden. 

Nachdem zusätzlich Schmerzen im Iliosakralgelenk (ISG) beklagt worden 
waren, beschrieb der Radiologe nach weiteren Untersuchungen im Januar 
2003 die Spondylarthrose bzw. die Imprimierung des Duralschlauchs durch 
die Diskushernie als geringgradig und ein MRI des ISG, des Sakrums so-
wie des Beckens fiel normal aus (AB 11/40-42).

3.2.2 Vom 17. März bis 8. Mai 2003 war der Beschwerdeführer in der Kli-
nik E.________ hospitalisiert, gleichzeitig fanden in diesem Zeitraum ein-
zelne Abklärungen in der Klinik F.________ statt (AB 11/24-37). Im Aus-
trittsbericht der Klinik E.________ vom 30. Mai 2003 (AB 11/24-26) wurden 
als Diagnosen hauptsächlich ein chronisches lumbovertebrales Schmerz-
syndrom (ICD-10: M54.8) sowie eine mittelschwere Erschöpfungsdepressi-
on (ICD-10: F32.11) festgehalten.

3.2.3 Zur Standortbestimmung bezüglich der unklaren Beschwerden 
überwies der Hausarzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin FMH, den Beschwerdeführer im November 2004 (AB 11/16) 
an Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates FMH. Dieser liess am 3. März 2005 
eine Skelettszintigraphie der Lendenwirbelsäule, beider ISG, des Beckens 
sowie der Hüftgelenke durchführen, die jedoch keine pathologischen Be-
funde offenbarte (AB 11/21). Er konnte auch keine ISG-Dysfunktion fest-
stellen (AB 11/17), nahm jedoch bei Verdacht auf eine symptomatische 
Kokzygodynie im März 2005 eine Infiltration vor (AB 11/19 f.).

3.2.4 Im Rahmen von ambulanten Untersuchungen im Spital I.________ 
im Dezember 2006 und Januar 2007 ergab sich nebst einer leichten de-
pressiven Episode (ICD-10: F32.0) zunächst ein Verdacht auf eine anhal-
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4; AB 11/11-13, 12/17 
f.). Im Konsiliarbericht vom 29. März 2007 (AB 11/8, 12/14-16) wurde die 
somatoforme Schmerzstörung diagnostisch bestätigt und gleichzeitig ein 
Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit 
unreifen, vermeidenden und narzisstischen Elementen erwähnt. Dabei er-
klärten die Ärzte unter anderem, die Intensität der Schmerzen, denen ur-
sprünglich organische Korrelate zugrunde gelegen hätten, habe parallel zur 

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psychosozialen Belastung zugenommen. Sie wiesen auf psychosoziale 
Belastungsfaktoren hin und gaben an, die Schmerzen hätten sich ver-
selbständigt und könnten heute nicht mehr den peripheren Innervationsge-
bieten zugeordnet werden.

3.2.5 Am 30. Juli 2007 schätzte Dr. med. G.________ die Arbeitsfähigkeit 
gegenüber Dr. med. J.________, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, vom 
… der K.________ (der zur vertrauensärztlichen Abklärung seitens der 
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers herangezogen worden war 
[AB 12/19-21, 13/6-8]), auf 30 % bis 50 % (AB 12/12). In einem Telefonat 
vom 14. August 2007 erklärte Dr. med. G.________ ihr gegenüber zudem, 
dass der Beschwerdeführer grundsätzlich sollte arbeiten können, er als 
Hausarzt aber noch nie einen Patienten gesehen habe, der so massiv so-
matisiere (AB 12/11).

3.2.6 Nachdem der seit September 2006 behandelnde Dr. med. Christoph 
L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, am 3. Sep-
tember 2007 gegenüber Dr. med. J.________ ebenfalls Bericht erstattet 
hatte (AB 12/8-10), orientierte Dr. med. M.________, Facharzt für Arbeits-
medizin FMH und Allgemeine Innere Medizin FMH, vom … die Arbeitgebe-
rin am 7. September 2007, dass der Psychiater die Einschätzung des 
Hausarztes betätigt habe. Das Leiden sei therapeutisch sehr schwierig zu 
beeinflussen und es sei praktisch unmöglich, eine Prognose zu stellen. Bei 
weiter andauernder Arbeitsunfähigkeit bestehe aufgrund der gängigen 
Rechtsprechung voraussichtlich keine Aussicht auf Invalidenversicherungs-
leistungen (AB 12/7, 13/4).

3.2.7 Im Dezember 2007 erfolgte die IV-Anmeldung (AB 1) und im dar-
aufhin eingeholten Bericht vom 28. Januar 2008 (AB 17) hielt Dr. med. 
L.________ gegenüber der Beschwerdegegnerin die folgenden Diagnosen 
fest:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängig-

vermeidenden Zügen
- Rezidivierende ängstlich-depressive Dekompensationen mit 

Suizidgedanken
- Ausgeprägte Schlafstörung

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

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- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) bei 
degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule (kann mit Hilfs-
mitteln kompensiert werden)

Er erklärte, in einer frei wählbaren Arbeitsposition (auch liegend) und in 
stressarmer sowie sicherer Anstellung sei ein Arbeitspensum von zirka 
40 % möglich. Allerdings könnten längere Sitzungen nicht absolviert wer-
den und führten stressassoziierte Arbeiten immer wieder zu Ausfällen. Pro-
gnostisch sollte mit Hilfsmitteln eine Arbeitsfähigkeit zwischen 40 % und 
50 % möglich werden.

3.2.8 Der Hausarzt vermerkte im Bericht vom 13. Februar 2008 (AB 11/1-
7) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 
Schmerzleiden sowie eine chronische Müdigkeit/Insomnie. Unter Beilage 
diverser Konsiliarberichte (AB 11/8-51) gab er an, die klinische Untersu-
chung zeige eine reproduzierbare konstante Druckschmerzhaftigkeit im 
lumbosakralen Übergang rechtsbetont und über dem Sitzbeinhöcker 
rechts; neurologische Ausfälle bestünden aktuell jedoch nicht. Er attestierte 
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für eine Verweisungstätigkeit entsprechend 
dem von Dr. med. L.________ formulierten Zumutbarkeitsprofil. 

3.2.9 In seiner Stellungnahme vom 14. April 2008 (AB 21) hielt der RAD-
Arzt Dr. med. N.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, gestützt auf die Aktenlage in diagnostischer Hinsicht eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie einen Verdacht auf 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) fest, wobei er von 
einer schweren Milieuschädigung mit konsekutiver neurotischer Persön-
lichkeitsfehlentwicklung ausging. Er mass der psychischen Störung Krank-
heitswert zu und qualifizierte sie aufgrund der langen Dauer als invalidisie-
rend. Er bescheinigte eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % für die bishe-
rige sowie jede andere durch «Hilfsmittel» (im untechnischen, weiteren 
Sinn) adaptierte Tätigkeit und erachtete zusätzliche medizinische Ab-
klärungen für nicht erforderlich; der Sachverhalt sei klar und die Zumutbar-
keit medizinisch-theoretisch festgelegt.

3.3 Die Rentenverfügung vom 11. November 2008 (AB 33) basiert ei-
nerseits auf der Einschätzung von Dr. med. N.________ (AB 21) und ande-
rerseits auf einer «Arbeitsplatzabklärung» (AB 22, 24), wobei entsprechend 

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dem damals faktisch geleisteten Arbeitspensum und der geplanten Ände-
rung des Beschäftigungsgrades von einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit 
von 20 % ausgegangen wurde (zwar fehlt in den amtlichen Akten der Be-
gründungsteil der IV-Stelle [die Verfügung soll aus fünf Seiten bestehen, 
umfasst aber – ohne Deckblatt – lediglich drei Seiten], die betreffenden 
Erwägungen finden sich jedoch im Vorbescheid [AB 28], gegen den kein 
Einwand erhoben worden war, womit davon ausgegangen werden kann, 
die Verfügung habe dem Vorbescheid entsprochen).

3.4 Der weitere medizinische Verlauf nach dieser Rentenverfügung prä-
sentierte sich nach der Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:

3.4.1 Im Rahmen der ordentlichen Rentenrevision beschrieb Dr. med. 
L.________ den Gesundheitszustand am 22. Mai 2011 als stationär. Bei 
stressarmen Bedingungen und der Möglichkeit beim Arbeiten zu liegen sei 
die bisherige Arbeit mit einem Pensum von 20 % zumutbar, wobei eine 
Steigerung auf 40 % bis 50 % weiterhin anzustreben sei (AB 46). Dieselbe 
Einschätzung gab der Psychiater anlässlich des weiteren Revisionsverfah-
rens im Verlaufsbericht vom 4. November 2013 (AB 51) ab, wobei er an-
gab, eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit scheine zunehmend unrealistisch.

3.4.2 Dr. med. G.________ berichtete am 7. November 2013 ebenfalls 
über einen stationären Gesundheitszustand, erwähnte als neuen medizini-
schen Befund unter Beilage zweier Berichte von Dr. med. O.________, 
Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie FMH (AB 52/4-6 [= AB 60/2-4]), je-
doch einen Tinnitus. Er erachtete ein auf mehrere Tage verteiltes Arbeits-
pensum von 20 % als möglich (AB 52/1-3).

3.4.3 In seiner Stellungnahme vom 15. November 2013 (AB 54) vertrat 
der RAD-Arzt Dr. med. N.________ die Auffassung, dass mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit von einer unveränderten medizinischen Situation 
auszugehen sei.

3.4.4 Im seitens der Beschwerdegegnerin daraufhin eingeholten Gutach-
ten der P.________ (Medizinische Abklärungsstelle der Invalidenversiche-
rung [MEDAS]) vom 21. Mai 2014 (AB 69.1) wurde als einzige Diagnose 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1) 
gestellt (AB 69.1/38 Ziff. 2.5.3). Der psychiatrische Gutachter erklärte, die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 13

derzeitige vegetative Instabilität im Rahmen der sozialen Phobie könne 
allenfalls eine partielle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf aktuell 70 % 
begründen, eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit auf 100 % sei unter einer leitliniengerecht psychiatrisch geführten 
Therapie jedoch spätestens per Ende August 2014 zu erwarten 
(AB 69.1/40 Ziff. 2.5.4). In der zusammenfassenden Konsensbeurteilung 
(AB 69.1/41 ff. Ziff. 3) wurde die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss 
psychiatrischem Teilgutachten bestätigt und unter anderem ausgeführt, 
bereits die anamnestisch zweifelsfrei aufscheinende recht rege Freizeit- 
und Alltagsaktivität sowie der allenfalls geringgradig beeinträchtigte klini-
sche Gesamteindruck seien mit der bislang attestierten hochgradigen Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit nicht vereinbar. Die bisherige psychiatri-
sche Fehlbewertung habe zu einer negativen, chronifizierenden Bestärkung 
eines Vermeidungsverhaltens des Versicherten geführt, dessen therapeuti-
sche Auflösung eine aktuell noch auf 70 % limitierte Arbeitsfähigkeit bis 
Ende August 2014 rechtfertige. Die vorangehende Einschätzung durch den 
RAD-Arzt Dr. med. N.________ beruhe auf unbegründeten Diagnosen, der 
fehlerhaften Annahme einer klinisch und bildmorphologisch tatsächlich gar 
nicht vorliegenden spinalen Erkrankung, allenfalls auf spekulativen Erwä-
gungen und anhand des klinischen Befunds nicht nachvollziehbaren weite-
ren Spekulationen.

3.4.5 Im Rahmen des Einwands gegen den Vorbescheid nahm Dr. med. 
L.________ am 28. Juli 2014 gegenüber der Beschwerdegegnerin Stellung 
zum MEDAS-Gutachten und vertrat dabei die Auffassung, dass die Exper-
tise gravierende Fehler und Lücken aufweise (AB 73/4-6).

3.4.6 Auch Dr. med. N.________ hielt in seiner Stellungnahme vom 
17. Oktober 2014 (AB 76) dafür, auf das MEDAS-Gutachten könne nicht 
abgestellt werden. Darin sei die medizinische Situation bzw. die psychische 
Störung wie die effektive, arbeitspraktisch überprüfte Leistungsfähigkeit 
nicht realistisch beurteilt worden. Er erachte die Argumentation des behan-
delnden Psychiaters als zutreffend und empfehle, auf die Eingabe der Ar-
beitgeberin (AB 73/7-9) abzustellen, wonach ein maximales zeitliches Pen-
sum von 30 % bis 40 % mit minimiertem Zeitdruck für terminierte Arbeiten 
zumutbar sei.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 14

3.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.6 Das polydisziplinäre (internistische, neurologische, neurochirurgi-
sche, rheumatologische und psychiatrische) MEDAS-Gutachten vom 
21. Mai 2014 (AB 69.1) erfüllt die höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
(vgl. E. 3.5 hievor) und bringt damit vollen Beweis. Die Expertise ist einläss-
lich und nachvollziehbar begründet. Von sämtlichen beteiligten Experten 
wurde eine eigenständige Befunderhebung durchgeführt, die ein konsisten-
tes Bild ergibt. Die von den Gutachtern gestützt auf die vollständige Ana-
mnese sowie die klinischen Explorationen gezogenen Schlussfolgerungen 
überzeugen. 

Nicht gefolgt werden kann den Gutachtern einzig insoweit, als sie in ihrer 
Beurteilung selbst in gewissem Sinne von einer unterschiedlichen Beurtei-
lung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts ausgehen. 
Zwar bestehen tatsächlich einige Anzeichen hierfür, mit dem massgeben-
den Beweisgrad lässt sich dies jedoch nicht (mehr) erstellen (vgl. auch E. 4 
hienach). So haben denn auch die Gutachter selbst festgehalten, die attes-
tierte Arbeitsfähigkeit gelte an sich grundsätzlich auch retrospektiv, eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 15

nähere quantifizierende und zeitliche Eingrenzung sei mangels eigener 
Vorbefunde und ausreichend detaillierter Vorberichte aber nicht mit der 
gebotenen Wahrscheinlichkeit möglich (AB 69.1/44 Ziff. 4/6). Vielmehr er-
gibt die Prüfung der medizinischen Akten eine revisionsrechtlich relevante 
Veränderung des Gesundheitszustandes.

3.6.1 Was vorab die somatische Situation anbelangt, ist aus dem Ver-
gleich der gutachterlichen Befunde mit jenen aus den früheren ärztlichen 
Berichten ersichtlich, dass die Symptome nach wie vor nicht im geklagten 
Umfang auf eine somatische Grundlage zurückzuführen sind. Das MRI der 
Lendenwirbelsäule vom 14. März 2014 zeigte – wie bereits die früheren 
bildgebenden Untersuchungen durch Dr. med. D.________ (AB 11/49, 
11/40-42) – zwar insbesondere eine Diskushernie auf Stufe L4/5 mit Tan-
gieren der L5-Wurzel, eine relevante Neurokompression oder eine Nerven-
läsion ergab sich jedoch nicht (AB 69.1/21 Ziff. 2.2.3, 69.1/24 Ziff. 2.3.4, 
69.2). Auch aus der neu als Verdachtsdiagnose in Betracht gezogenen 
leichtgradigen Enthesiopathie des äusseren Hüftlochmuskels (AB 69.1/30 
Ziff. 2.4.3) ergeben sich keine namhaften Einschränkungen (AB 69.1/31 
Ziff. 2.4.4). Dasselbe gilt im Übrigen für den im März 2013 zwischenzeitlich 
aufgetretenen Tinnitus (AB 52/4; zur Frage der Organizität dieses Sym-
ptoms: vgl. 138 V 248 E. 5.10 S. 257), zumal der Beschwerdeführer zwar 
als Akustiker arbeitet, dabei aber nicht auf sein Gehör angewiesen, son-
dern hauptsächlich mit dem Erarbeiten von Grundlagenberichten beschäf-
tigt ist (AB 22/1).

Hingegen sind die Befunde im psychiatrischen Bereich nicht mehr ver-
gleichbar. Nachdem im Rahmen der Rentenzusprache von verschiedenen 
Ärzten unter Darlegung eines massiv eingeschränkten Funktionsniveaus 
und dem (umfassenden) Schmerzerleben eine erhebliche Beeinträchtigung 
attestiert worden war (AB 12/15, 15/18, 15/36, 17/3), präsentierte sich die 
Situation anlässlich der MEDAS-Begutachtung verbessert. Der Beschwer-
deführer war weitgehend entspannt und nicht schmerzgequält wirkend, 
ohne Schonsitz, -haltung und -gang, frei beweglich und mobil (AB 69.1/41 
Ziff. 2.5.4). Eine namhafte Depressivität bestand nicht (mehr) und es erga-
ben sich auch keine Anhaltspunkte für Suizidgedanken oder -pläne 
(AB 69.1/37 f. 2.5.2, 69.1/40 Ziff. 2.5.4). Bezüglich der subjektiven Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 16

schwerden im Bereich des Beckens und lumbal erreichte der Beschwerde-
führer nach eigenen Angaben sogar eine Beschwerdefreiheit (AB 69.1/25 
Ziff. 2.4.1). Dieses Bild einer im Verlauf eingetretenen Beschwerdeverbes-
serung korreliert letztlich auch insoweit mit den Feststellungen von Dr. 
med. N.________ und der Arbeitgeberin, als beide davon ausgingen, dem 
Beschwerdeführer sei nun ein höheres als das früher von der Arbeitgeberin 
für maximal zumutbar erklärte effektiv ausgeübte und als Basis für die Be-
rentung herangezogene Arbeitspensum von 20 % möglich (AB 73/9, 76/4). 
Die Arbeitgeberin hatte zudem bereits im Oktober 2009 den Eindruck, dass 
der Beschwerdeführer sich stärker und gesünder fühle als noch zuvor 
(AB 73/8).

3.6.2 Die Diagnose der sozialen Phobie (ICD-10: F40.1) wie auch die 
Beurteilung der Gutachter, dass die Störung keine massgebliche Arbeitsun-
fähigkeit bzw. Leistungseinschränkung begründet, leuchtet ein, auch – und 
insbesondere – vor dem Hintergrund der klinisch-diagnostischen Leitlinien 
(vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy-
chischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 
9. Aufl. 2014, S. 193 f.). Die Störung hat beim Beschwerdeführer keine be-
sonders schwere Ausprägung (mehr). Vielmehr bestehen erhebliche Res-
sourcen: So nimmt er offensichtlich hauptsächlich (noch) im engeren Fami-
lienkreis eine passive Rolle ein; hingegen beschreibt er sich als sozial gut 
eingebunden, lädt gerne Freunde ein, pflegt in der Freizeit nach wie aus-
giebig Bewegungshobbies (Fahrradfahren, Spazierengehen, Wandern, 
Nordic Walking) und führt ein Fahrzeug (AB 69.1/13 Ziff. 2.1.1, 69.1/17 f. 
Ziff. 2.2.1, 69.1/22 Ziff. 2.2.5, 69.1/31 Ziff. 2.4.4, 69.1/35 Ziff. 2.5.1.7). Er ist 
zudem in der Lage seinen Tagesablauf zu gestalten, seine Arbeit gewis-
senhaft und korrekt auszuführen und sich auch auf Selbstbeobachtung, 
Achtsamkeitsübungen und Beweglichkeitsmeditation einzulassen 
(AB 69.1/10 Ziff. 2.1.1, 69.1/13 Ziff. 2.1.1, 69.1/18 Ziff. 2.1.1, 69.1/25 
Ziff. 2.4.1, 69.1/35 Ziff. 2.5.1.7, 73/7-9). Dies deckt sich auch mit den dia-
gnostischen Leitlinien, wonach sich soziale Phobien auf einzelne Lebens-
bereiche beschränken können (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O.). 
Die mobilisierbaren Ressourcen belegen ohne weiteres, dass die Gutachter 
die verbliebene Störung zu Recht als durch hinreichende Therapie behan-
delbar erklärten. Dass der Beschwerdeführer von Kolleginnen und Kollegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 17

im Büro für sehr sensibel gehalten wird (AB 69.1/36 Ziff. 2.5.1), bedeutet 
nicht, dass hierdurch bei hinreichender Therapie und eigener Anstrengung 
die Arbeitsfähigkeit massgeblich eingeschränkt bliebe. Die Gutachter ha-
ben damit in einer nachvollziehbaren und vollumfänglich überzeugenden 
medizinischen Beurteilung dargelegt, dass sich die früher festgestellte psy-
chische Störung gebessert hat und der heute noch zu diagnostizierenden 
Störung der sozialen Phobie in ihrer vorhandenen Ausprägung, unter 
Berücksichtigung der Ressourcen des Beschwerdeführers, kein invaliden-
versicherungsrechtlich massgeblicher Krankheitswert zukommt.

3.6.3 Der im Rahmen des Vorbescheidverfahrens seitens des Beschwer-
deführers aufgelegte Bericht des behandelnden Psychiaters vom 28. Juli 
2014 (AB 73/4-6) ist nicht geeignet, die Beweiskraft des Administrativgut-
achtens zu erschüttern, benannte Dr. med. L.________ doch keine wichti-
gen – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringenden – 
Aspekte, die im Rahmen der MEDAS-Begutachtung unerkannt oder unge-
würdigt geblieben wären (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Auch 
wenn er dem MEDAS-Gutachten widersprach, so anerkannte er zunächst 
selbst eine Verbesserung im Bereich der früher diagnostizierten anhalten-
den somatoformen Schmerzstörung. Er stellte diese Diagnose nicht mehr 
und erklärte unter anderem, die chronischen Schmerzen seien schliesslich 
nicht mehr im Vordergrund gestanden; zudem sei es dem Beschwerdefüh-
rer gelungen, stabiler zu werden. Wenn Dr. med. L.________ eine PTBS 
(ICD-10: F43.1) diagnostiziert und zur vorher voll ausgebildeten kombinier-
ten Persönlichkeitsstörung diagnostisch «Teilbereiche einer kombinierten 
Persönlichkeitsstörung» als erfüllt betrachtet, so überzeugt dies nicht. Eine 
PTBS wurde von ihm zwar bereits im Bericht vom 28. Januar 2008 (AB 17) 
erwähnt, bildete aber nicht Basis der Rentenzusprache; entgegen der An-
nahme des Beschwerdeführers (A 73/1) ging der RAD-Arzt in seiner Stel-
lungnahme vom 14. April 2008 (AB 21/3-6) nämlich nicht von dieser Dia-
gnose aus. Des Weiteren fehlt es für eine PTBS an einem initialen Ereignis 
und den hierfür notwendigen Störungsbildern. Die PTBS setzt ein belas-
tendes Ereignis oder eine Situation von aussergewöhnlicher Bedrohung 
oder katastrophenartigen Ausmasses voraus, die bei fast jedem eine tiefe 
Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören beispielsweise eine durch 
Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 18

handlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes anderer 
oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder ande-
ren Verbrechen zu sein (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 207). 
Wohl führte der Psychiater in seinem Bericht «entscheidende Definitionskri-
terien» für eine PTBS auf (AB 73/5), er unterliess es aber seine diagnosti-
sche Einschätzung zu begründen; er legte nicht im Ansatz anhand objekti-
vierter Befunde dar, dass – und weshalb – er die Diagnosekriterien vorlie-
gend als erfüllt betrachtet. Weder aus dem umfassenden pluridisziplinären 
MEDAS-Gutachten (AB 69.1) noch aus den übrigen Akten ergeben sich 
denn auch Anzeichen für eine PTBS. Dr. med. L.________ soll nach Anga-
be des Beschwerdeführers vermuten, dass dieser als Säugling durch den 
Brutkastenaufenthalt ein Trauma erlitten habe, was ihn bis heute präge und 
die Symptomatik erkläre (AB 69.1/33 Ziff. 2.5.1.3). Der Psychiater selbst 
erwähnte in früheren Berichten häusliche Gewalt (AB 17/3 Ziff. 3), was sich 
mit der Anamneseerhebung im Rahmen der Begutachtung deckt 
(AB 69.1/13 Ziff. 2.1.1). Ein Aufenthalt im Inkubator als Säugling führt man-
gels eines bewussten Erinnerungsvermögens jedoch kaum zu den typi-
schen «flashbacks» und dadurch, dass das Verhältnis zum Vater konflikt-
behaftet war und der Beschwerdeführer allenfalls gewisse Übergriffe in der 
Kindheit bzw. Adoleszenz erlitt (insbesondere Schläge mit dem Gürtel), 
wurde er – auch wenn ein solches Verhalten des Vaters zweifellos un-
zulässig war – grundsätzlich nicht Opfer einer schweren Gewalthandlung 
im Sinne der diagnostischen Kriterien (vgl. Entscheid des BGer vom 
15. November 2012, 9C_671/2012, E. 4.2 f.); zudem entwickelt sich die 
PTBS in der Regel mit einer Latenz von in der Regel höchstens sechs Mo-
naten (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 207 f.), was vorliegend 
offensichtlich nicht zutraf. Auf die vom behandelnden Dr. med. L.________ 
angenommene psychische Störung kann – weil die klassifikatorischen Vor-
gaben nicht erfüllt sind (vgl. betreffend anhaltende somatoforme Schmerz-
störung: BGer 9C_492/2014 E. 2.1.1 [zur Publikation vorgesehen]) und der 
psychiatrische MEDAS-Gutachter die PTBS mit begründeten Argumenten 
ausschloss (AB 69.1/39 Ziff. 2.5.4) – somit nicht abgestellt werden.

3.6.4 Auch die Stellungnahme von Dr. med. N.________ vom 17. Oktober 
2014 (AB 76) ist nicht geeignet, Zweifel am Beweiswert des schlüssigen 
MEDAS-Gutachtens (AB 69.1) zu begründen. Zum einen handelt es sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 19

nicht um einen RAD-Untersuchungsbericht, der den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten genügt (vgl. SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2), ex-
plorierte der RAD-Arzt den Beschwerdeführer doch nie persönlich. Zum 
anderen erweist sich seine Auffassung, wonach in Bezug auf das MEDAS-
Gutachten eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vorliegen 
soll (AB 76/3), als unzutreffend. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 3.6.1 hievor) 
überzeugt die MEDAS-Expertise und haben die Gutachter im Ergebnis eine 
eingetretene Veränderung festgestellt. Selbst Dr. med. L.________ – auch 
wenn er schliesslich davon ausging, dass sein Patient nach wie vor kaum 
arbeitsfähig sei – nahm letztlich einen veränderten Gesundheitszustand an 
(vgl. E. 3.6.3 hievor). Wenn sich Dr. med. N.________ der Ansicht von Dr. 
med. L.________ anschliesst und damit seine frühere Beurteilung bestätigt 
sehen will, so verkennt er, dass der behandelnde Arzt durchaus von einer 
entsprechenden Sachverhaltsentwicklung und lediglich in der Schlussbeur-
teilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von einem weiterhin massiv ein-
geschränkten Patienten ausging. Der RAD-Arzt stellte trotz schlüssig erho-
benen gutachterlichen Befunden ohne eigene Untersuchung und ohne kriti-
sche Prüfung im Rahmen seiner Aktenbeurteilung hauptsächlich auf die 
subjektive Darstellung des Beschwerdeführers ab, der eine stationäre Si-
tuation beschrieb. Die Einschätzung von Dr. med. N.________ ist schliess-
lich auch insoweit inkonsistent, als er in seinem früheren Bericht vom 14. 
April 2008 (AB 21) medizinisch-theoretisch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
bescheinigt hatte, sich nun aber einerseits der Beurteilung des behandeln-
den Arztes anschliesst, der eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert 
(AB 46/1 Ziff. 5), andererseits aber auch den Arbeitgeberbericht vom 1. 
September 2014 (AB 73/7-9) für korrekt hält, in dem eine 30-40%ige Ar-
beitsfähigkeit für möglich gehalten wird. Letztlich ging der RAD-Arzt denn 
auch selbst davon aus, dass jedenfalls eine höhere Arbeitsfähigkeit beste-
he als jene, die im Rahmen der Berentung angenommen wurde.

3.7 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass aufgrund der insgesamt 
kohärenten und widerspruchsfreien Beurteilung der MEDAS-Gutachter zwi-
schen dem Referenzzeitpunkt vom 11. November 2008 (AB 33) und der 
hier angefochtenen Verfügung vom 29. Oktober 2014 (AB 77) nach dem 
massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 
138 V 218 E. 6 S. 221) eine wesentliche Gesundheitsverbesserung einge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 20

treten und der Rentenanspruch demzufolge ohne Bindung an die frühere 
Invaliditätsschätzung frei zu prüfen ist (vgl. E. 2.5.2 hievor). Auszugehen ist 
dabei von einer medizinisch-theoretisch uneingeschränkten Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit spätestens ab 1. Sep-
tember 2014. Es fehlt damit von vornherein an einer invalidenversiche-
rungsrechtlich relevanten Invalidität. Damit erübrigen sich auch Weiterun-
gen in Bezug auf die anwendbare Bemessungsmethode (Statusfrage; vgl. 
Beschwerde S. 4 Ziff. IV Ziff. 1 lit. a; Beschwerdeantwort S. 4 lit. C lit. b 
Ziff. 10; Replik S. 1 ad Ziff. 10). Die Aufhebung der laufenden ganzen Inva-
lidenrente per Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monat (vgl. 
Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV) ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die 
gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2014 (AB 77) erhobene Beschwerde 
erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

4. Bei dieser Ausgangslage kann offen bleiben, ob – wie von der Be-
schwerdegegnerin angenommen – in Bezug auf die Rentenverfügung vom 
11. November 2008 (AB 33) ein Wiedererwägungsgrund im Sinne von 
Art. 53 Abs. 2 ATSG vorliegt (vgl. E. 2.6 hievor). Immerhin ist in diesem 
Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass für die Ermittlung des Invali-
ditätsgrades damals das faktisch präsentierte Leistungsvermögen des Be-
schwerdeführers von 20 % herangezogen wurde. Auf die davon abwei-
chende Einschätzung des RAD-Arztes, der lediglich eine Aktenbeurteilung 
vorgenommen hatte, sich unter anderem auf eine blosse Verdachtsdiagno-
se stützte und hinsichtlich der prognostischen Leistungsminderung vage 
blieb (AB 21), wurde nicht abgestellt. Tatsächlich wurde in Missachtung der 
– mittlerweile durch BGer 9C_492/2014 modifizierten – Rechtsprechung 
gemäss BGE 130 V 352 (sog. Überwindbarkeits-, Schmerzstörungs- oder 
Zumutbarkeitspraxis) die eingehende Prüfung der einzelnen Morbiditätskri-
terien sowohl vom RAD-Arzt als auch von der rechtsanwendenden Verwal-
tung (zur diesbezüglichen Aufgabenteilung nach der damals geltenden 
Praxis: vgl. SVR 2011 IV Nr. 57 S. 171 E. 4.2.2) unterlassen und trotz der 
Überwindbarkeitsvermutung von der Diagnose einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung auf eine Invalidität geschlossen. Wenn die Be-
schwerdegegnerin vor diesem Hintergrund die ursprüngliche Rentenverfü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 21

gung zunächst für zweifellos unrichtig erachtete, so ist dies auf jeden Fall 
nicht von vornherein abwegig. Angesichts aller früheren Berichte und der 
damaligen klinischen Erhebungen mit im Ergebnis massiven Einschrän-
kungen liegt im Vergleich zur heutigen Situation jedoch – wie dargelegt 
(vgl. E. 3.6 hievor) – nicht eine zweifellose Unrichtigkeit vor, sondern ist 
vielmehr eine seit der Rentenzusprache eingetretene Verbesserung des 
Gesundheitszustandes erstellt.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2015, IV/14/1145, Seite 22

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.