# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5731b0cb-1641-57c8-81d4-c3bd8711ee4c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.10.2005 SB 2005 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-24_2005-10-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 24 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Rehli und Hubert
Aktuar ad hoc Walder

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Strafkläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Théo 
Portmann, Alexanderstrasse 1, Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 24. Mai 2005, mitgeteilt am 
23. Juni 2005, in Sachen des Berufungsklägers gegen Y., Z., und U., Beklagte und 
Berufungsbeklagte, alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Riedi, Hartbert-
strasse 11, Chur,

betreffend Ehrverletzung,

hat sich ergeben:

2

A. 1. Am 25. März 2004 fand in Chur die 48. ordentliche Mitgliederversamm-
lung der A. statt. Sie wurde präsidiert von. B., der das Amt des Präsidenten ein Jahr 
zuvor von seinem verstorbenen Vorgänger, Dr. med. C., übernommen hatte. Das 
Protokoll führte der langjährige Sekretär lic. iur. X.. Im Rahmen der Diskussion des 
Jahresberichtes wurde dem Vorstand vorgeworfen, er habe im Zusammenhang mit 
der Entlassung zweier Mitarbeiterinnen einen vermeidbaren Prozess geführt, was 
viel Geld gekostet habe. Ferner wurden die Bezüge des Vorstandes, die zwischen 
12'000 und 18'000 Franken nebst Spesen betragen haben sollen, als ungerechtfer-
tigt hoch gerügt. Schliesslich wurde dem Jahresbericht auf Antrag von Pfarrer D. die 
Genehmigung versagt. Bei der Behandlung der Jahresrechnung verwies der Revi-
sor E. vorerst auf seinen schriftlichen Bericht, in welchem beantragt worden war, die 
Jahresrechnung sei zu genehmigen und es sei der Vorstand zu entlasten. In der 
Folge kam der Revisor auf die schon bei der Behandlung des Jahresberichtes er-
hobenen Beanstandungen zurück und er stellte auch die Zweckmässigkeit des 
Krebsregisters in Frage. Zusammen mit D. beantragte er darauf die Ablehnung der 
Jahresrechnung, welchem Antrag die Versammlung entsprach. Der Vorstand trat 
darauf in corpore zurück.

2. In der Folge wurde auf den 26. Mai 2004 eine ausserordentliche Mit-
gliederversammlung einberufen. Der zurückgetretene Vorstand war an dieser durch 
Dr. B. und Rechtsanwalt X. vertreten; als Tagespräsident amtete U.. Dieser stellte 
die Mitglieder vor, die sich bereit erklärt hatten, einen neuen Vorstand zu bilden; die 
Vorgeschlagenen wurden darauf auch gewählt. X. verlas eine Stellungnahme und 
verliess anschliessend das Lokal, worauf sich U. und B. an die Anwesenden wand-
ten.

3. Das Bündner Tagblatt berichtete in einem von der Journalistin Y. ge-
schriebenen Artikel vom 28. Mai 2004 unter der Schlagzeile „Der Ex-Präsident 
wurde in den Dreck geritten“ über die ausserordentliche Mitgliederversammlung 
der A.. Dem Titel folgte hervorgehoben die Aussage, die A. habe wieder einen Vor-
stand. Dieser habe nun die Statuten zu revidieren und Reglemente zu den Spesen 
sowie Pflichtenhefte zu erlassen; das beanstandete Verhalten des alten Vorstandes 
werde von einer Kommission untersucht. Unter dem Untertitel „Machenschaften“ 
prüfen wurde festgehalten, der Antrag eines Mitgliedes, die „Machenschaften des 
zurückgetretenen Vorstands“ von einer dreiköpfigen Untersuchungskommission 
„unter die Lupe nehmen zu lassen“, habe ein grosses Mehr gefunden. Schliesslich 
wurde wörtlich ausgeführt:

3

„Wie Tagespräsident U. am Mittwoch sagte, tut ihm bei der ganzen 
Angelegenheit der nach nur einem Jahr scheidende Präsident leid. B. 
habe von Anfang an „das Heft aus der Hand gegeben“ und sei vom 
langjährigen Sekretär X. in den Dreck geritten worden. B. bestätigte 
diese Aussage.“

4.a) X. fühlte sich durch den oben zitierten Vorwurf, er habe den ehemali-
gen Präsidenten in den Dreck geritten, in seiner Ehre verletzt. Er wandte sich um-
gehend an die Redaktion der Südostschweiz und an Y. und verlangte eine sofortige 
Bestätigung, dass sein Statement publiziert werde und behielt sich alle Rechte eines 
weiteren Vorgehens ausdrücklich vor. Sein Faxschreiben wurde an den zuständi-
gen Chefredaktor des Bündner Tagblattes, Z., weitergeleitet, der von X. eine Aus-
fertigung des Statements verlangte und sowohl die Prüfung der Angelegenheit als 
auch eine Antwort in Aussicht stellte; das Statement wurde ihm gleichentags über-
mittelt.

Auch unmittelbar nach Erscheinen des fraglichen Artikels im Bündner Tag-
blatt schrieb Dr. B. der Redaktion. Er hielt fest, die Titulierung „Der Ex-Präsident 
wurde in den Dreck geritten“ stamme nicht von ihm und könne folglich auch nicht 
von ihm bestätigt worden sein. Nachdem Rechtsanwalt X. die Versammlung verlas-
sen habe, sei ihm vom Tagespräsidenten, U., suggeriert worden, das Heft von An-
fang an aus der Hand gegeben zu haben. Er habe ihm geantwortet, dass er das 
Präsidium im Sinne des verstorbenen Vorgängers weitergeführt habe. Die alte Crew 
mit Rechtsanwalt X. und F. habe während eines Jahrzehnts für die A. hervorra-
gende Arbeit geleistet; er fühle sich verpflichtet, dem alten Vorstand für seinen Ein-
satz zu danken und erwarte von der Redaktion, dass auf die hetzerische Überschrift 
eine entsprechend gross gedruckte Korrektur in der morgigen Ausgabe erfolge.

b) Chefredaktor Z. liess X. in einer E-Mail-Mitteilung vom 1. Juni 2004 
wissen, er habe als erste Massnahme eine Korrigenda publiziert, sei aber bereit, 
ihm für die Darlegung seiner Sicht der Dinge mehr Platz einzuräumen. Falls dies in 
der Form einer Gegendarstellung erfolgen sollte, bitte er, sich auf die nach seiner 
Sicht falschen Anschuldigungen und Darlegungen im Zeitungsbericht zu konzen-
trieren. Für eine grundsätzliche Darstellung stelle er ihm gerne die Leserbriefseite 
zur Verfügung, die von der Leserschaft stark beachtet werde. Falls er sich durch 
den Beitrag im Bündner Tagblatt verletzt fühlen sollte, tue ihm dies leid und er ent-
schuldige sich dafür. Y. habe sich bemüht, einen fairen und ausgewogenen Bericht 

4

zu verfassen. Dass die angegriffenen Personen über den Bericht trotzdem nicht 
glücklich seien, könne er gut nachvollziehen.

In der Ausgabe des Bündner Tagblatts vom 3. Juni 2004 wurden auf der Le-
serbriefseite die Stellungnahme B.s vom 28. Mai 2004 und diejenige Rechtsanwalt 
X.s vom 31. Mai 2004 zum Interview Y.s mit E. im Wortlaut publiziert. Eine Entschul-
digung blieb allerdings aus.

B. Am 14. Juni 2004 reichte X. beim Kreisamt Chur eine Strafklage gegen 
U., Y. und Z. ein. Er beantragte:

„1. Die Beschuldigten seien wegen Ehrverletzung gemäss den Arti-
keln 173 ff des Schweizerischen Strafgesetzbuches schuldig zu 
sprechen. 

 2. Dafür seien sie mit einer Gefängnisstrafe von je 10 Tagen zu be-
legen und zusätzlich zur Zahlung einer Busse in der Höhe ihres 
jeweiligen Monatsgehalts zu verpflichten.

 3. Ferner seien die Beschuldigten zu verpflichten, mir eine Genugtu-
ungssumme in der Höhe von je Fr. 10'000.--, solidarisch unterein-
ander haftend, zu bezahlen.

 4. Chefredaktor Z. und Redaktorin Y. seien zu verpflichten, das Dis-
positiv des Strafurteils innert 5 Tagen seit dessen Rechtskraft so-
wohl im Bündner Tagblatt als auch in der Südostschweiz zu publi-
zieren.

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschuldig-
ten.“

Der Strafkläger machte geltend, die Beschuldigten hätten ihn mit ihrer an die 
Öffentlichkeit gerichteten Erklärung in seiner Ehre krass verletzt. Erstens habe er 
Dr. B. nicht in den Dreck geritten und zweitens habe dieser solcherlei auch nicht 
bestätigt. Mit ihrer Schlagzeile hätten die Beschuldigten sinngemäss geäussert, 
dass er einen Mangel an Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit offenbart 
habe. Das ihm von den Verzeigten unterstellte Verhalten wäre charakterlich absolut 
unanständig und würde den Ruf erfüllen, sich nicht als ehrbarer Mensch zu verhal-
ten. Die schreibende Redaktorin und der zusätzlich verantwortliche Chefredaktor 
hätten die Erklärung von U. mit dem Mittel der Presse verbreitet, ihn damit absicht-
lich als zwielichtige Person dargestellt und ihn so dem Unwillen und der Verachtung 
der Öffentlichkeit ausgesetzt; das bekomme er jetzt täglich zu spüren.

C. 1. Am 5. Juli 2004 fand vor dem Kreispräsidenten von Chur die Sühne-
verhandlung statt. Es konnte dabei keine Einigung erzielt werden, so dass diese als 

5

gescheitert erklärt und das ordentlichen Verfahren eingeleitet wurde. Der Strafklä-
ger verzichtete noch in der Sühneverhandlung auf die Einreichung einer Klageer-
gänzung. Innert erstreckter Frist reichten darauf die Beschuldigten ihre Stellung-
nahme ein. Sie stellten das folgende Rechtsbegehren:

„1. Auf die Klage gegen Z. sei nicht einzutreten; eventuell sei sie voll-
umfänglich abzuweisen.

 2. Die Klagen gegen Y. und U. seien vollumfänglich abzuweisen.

 3. Das Verfahren sei zu sistieren, bis das Ergebnis der von der aus-
serordentlichen Mitgliederversammlung der A. vom 26. Mai 2004 
eingesetzten Untersuchungskommission vorliegt.

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWSt zulasten 
des Klägers.“

Zur Begründung wurde vorgebracht, die Gegenstand der Untersuchung bil-
denden Vorkommnisse hätten ihren Ursprung vor der Präsidialzeit von Dr. B.. Unter 
diesem Aspekt habe U. diesen mit guten Gründen als Opfer erachtet, sei er doch in 
die Sache wegen Ereignissen verwickelt worden, die nicht durch ihn verursacht wor-
den seien. Er habe das Präsidium eines Vereins übernommen, dessen mehrjährige 
Geschäfts- und Finanzpolitik heute auch ihn belaste. Er werde mit der Geschäfts-
führung, an welche erhebliche Vorwürfe adressiert worden seien, in den gleichen 
Topf geworfen. Tatsache sei, dass anlässlich der ersten von Dr. B. präsidierten Mit-
gliederversammlung das Protokoll, der Geschäftsbericht, die Rechnung und das 
Budget abgelehnt worden seien und dem Vorstand die Entlastung verweigert wor-
den sei. Dies stelle für den Präsidenten eine grosse Niederlage dar. Übermässige 
oder nicht offen gelegte Geldbezüge würden als „Dreck“geschäfte bezeichnet. Dies 
gelte auch, wenn im Zusammenhang mit gemeinnützigen Organisationen von über-
mässigen Entschädigungen die Rede sei. Diese Vorwürfe stünden im Raum und 
seien Gegenstand der Untersuchung. Insofern entsprächen die beanstandeten Äus-
serungen der Wahrheit, was die beschlossene Untersuchung bestätigen werde. 
Das Gerichtsverfahren sei daher zu sistieren, bis der fragliche Bericht vorliege.

2. Nach durchgeführter Untersuchung versetzte der Kreispräsident die 
Beschuldigten durch Anklageverfügung vom 14. Februar 2005 in Anklagezustand 
und überwies die Sache zur Beurteilung an den Bezirksgerichtsausschuss Ples-
sur. Der Bezirksgerichtspräsident ordnete die Edition des Schlussberichts der Mit-
glieder-Untersuchungskommission vom 29. März 2005 an. Dieser wurde vom Prä-
sidenten der A. eingereicht, wogegen der Rechtsvertreter des Strafklägers anläss-
lich der Hauptverhandlung nicht remonstrierte.

6

D. Mit Urteil vom 24. Mai 2005 erkannte der Bezirksgerichtsausschuss 
Plessur:

„1. Y., Z. und U. werden von der Anklage der Ehrverletzung nach Art. 
173 ff. StGB freigesprochen.

 2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

 3. Die Kosten des Kreisamtes von CHF 1'060.— (Sühneverfahren 
CHF 260.--  und Untersuchungskosten CHF 800.--) sowie jene 
des Bezirksgerichtsausschusses Plessur von CHF 3'500.--  gehen 
vollumfänglich zu Lasten des Strafklägers. Letztere werden mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

Der Strafkläger hat ausserdem die Strafbeklagten mit CHF 5'000.-
-  zuzüglich 7.6% MWSt ausseramtlich zu entschädigen.

 4. Rechtsmittel…

 5. Mitteilung an …“

E.  Gegen dieses Urteil liess X. am 14. Juli 2005 Berufung an den Kantons-
gerichtsausschuss von Graubünden erklären. Er stellte das Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

 2. Die Straf- und Berufungsbeklagten seien wegen Ehrverletzung 
schuldig zu sprechen und dafür angemessen zu bestrafen.

 3. Ferner seien die Straf- und Berufungsbeklagten zu verpflichten, 
dem Berufungskläger eine Genugtuungssumme von je CHF 
1'000.--, eventuell eine solche in der Höhe richterlichen Ermes-
sens, zu bezahlen.

 4. Des Weiteren sei Chefredaktor Z. zu verpflichten, das Dispositiv 
des Strafurteils innert fünf Tagen seit dessen Rechtskraft sowohl 
im „Bündner Tagblatt“ als auch in der „Südostschweiz“ zu publi-
zieren.

 5. Alsdann seien die Kosten des Kreisamtes Chur sowie des Be-
zirksgerichtsausschusses Plessur den Straf- und Berufungsbe-
klagten aufzuerlegen, und diese seien zu verpflichten, dem Straf- 
und Berufungskläger für die vorinstanzlichen Verfahren CHF 
5'000.-- zu bezahlen.

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungs-ver-
fahren zu Lasten der Straf- und Berufungsbeklagten.“

Die Straf- und Berufungsbeklagten liessen in ihrer Berufungsantwort vom 29. 
August 2005 die Abweisung der  Berufung und die Bestätigung des erstinstanzli-
chen Urteils unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklä-

7

gers beantragen. – Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften zur Begründung 
der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

I. Gegen Urteile des Bezirksgerichtsausschusses in Ehrverletzungssa-
chen können die Parteien gemäss Art. 168 Abs. 1 StPO Berufung an den Kantons-
gerichtsausschuss erheben. Die Formalitäten der Berufung richten sich nach den 
allgemeinen Bestimmungen über das Berufungsverfahren im Sinne der Art. 141 ff. 
StPO (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Auflage, Chur 1996, Seite 423, Ziff. 8.1).

Die Berufung ist demnach innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröff-
nung des Entscheides beim Kantonsgerichtsausschuss unter Beilage des ange-
fochtenen Urteils in dreifacher Ausfertigung einzureichen. Sie ist zu begründen und 
hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsver-
fahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefoch-
ten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diese Erfordernisse sind prozessual von erheb-
licher Bedeutung, richten sich doch der Umfang und der Inhalt der Prüfungsbefugnis 
des Kantonsgerichtsausschusses nach dem Inhalt der Berufungsschrift, also nach 
dem Willen des Berufungsklägers. Die vom Gesetz vorgeschriebene Begründungs-
pflicht dient somit dazu, die ordnungsgemässe, rationelle und ökonomische Abwick-
lung des Verfahrens zu gewährleisten. Es kann somit nicht von überspitztem For-
malismus gesprochen werden, wenn eine ausreichende Begründung der Berufung 
verlangt wird (PKG 1980 Nr. 31). Als Folge dieser gesetzlichen Regelung ergibt 
sich, dass die Berufungsinstanz nur überprüfen darf, was in der Rechtsschrift des 
Berufungsklägers gerügt worden ist. Enthält das angefochtene Urteil eine Mehrfach-
begründung, so muss sich der Berufungskläger mit jedem im erstinstanzlichen Ent-
scheid enthaltenen Argument auseinandersetzen und dartun, dass das Urteil nach 
jeder dieser Begründungen nicht haltbar ist. Insofern verhält es sich im strafrechtli-
chen Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO gleich wie bei der staatsrechtli-
chen Beschwerde. Kälin (Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 
1994, S. 368 Bst. f) hält in diesem Zusammenhang fest, wenn der Beschwerdefüh-
rer nicht darlege, dass der angefochtene Entscheid nach jeder der vorgebrachten, 
voneinander unabhängigen  Begründungen verfassungswidrig sei, anerkenne er 
stillschweigend die Richtigkeit der nicht kritisierten Entscheidgründe, und ihre Über-
prüfung sei dem Bundesgericht in diesem Falle nicht möglich. Es könne den Ho-
heitsakt auch dann nicht aufheben, wenn sich die Begründungen, die der Beschwer-

8

deführer ausdrücklich ablehne, als verfassungswidrig erweisen sollten. Eine Be-
schwerdeschrift, die sich nicht mit allen Begründungen auseinandersetze, auf de-
nen der Hoheitsakt beruhe, sei daher nicht geeignet, seine Verfassungswidrigkeit 
darzulegen und erfülle die Anforderungen an die Beschwerdebegründung nicht, so 
dass das Bundesgericht auf eine solchermassen unzureichend begründete Be-
schwerde nicht eintreten könne. Nach diesen Gesichtspunkten ist im Folgenden 
auch die vorliegende strafrechtliche Berufung zu beurteilen.

II. 1. a)  Mit Bezug auf den Tatbestand der üblen Nachrede im Sinne von Art. 
173 in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 StGB stellte sich der Bezirksgerichtsausschuss 
auf den Standpunkt, das von Y. in dem vom Strafkläger beanstandeten Artikel des 
Bündner Tagblattes vom 28. Mai 2004 wiedergegebene Zitat, Präsident B. sei von 
X. „in den Dreck geritten“ worden, werde vom Durchschnittsleser, auf dessen Ver-
ständnis abzustellen sei, als sinngemässer Ausdruck für „in Schwierigkeiten brin-
gen“ verstanden. Aus dem Kontext des Artikels gehe hervor, dass dem Strafkläger 
weder ein strafrechtlich relevantes Verhalten zum Vorwurf gemacht, noch ein Urteil 
über Eigenschaften gefällt werde, die ihn als Mensch verächtlich machten und sei-
nen Charakter in ein ungünstiges Licht rücken könnten. Es werde auch nicht Bezug 
genommen auf seine Berufsausübung als Rechtsanwalt, eine Verletzung der damit 
verbundenen Standespflichten oder gar auf seine Privatperson. Die Äusserung sei 
also nicht geeignet, den Ruf des Strafklägers zu schädigen und ihn als nicht ehrba-
ren, charakterlich nicht einwandfreien und anständigen Menschen darzustellen. Da-
mit fehle es bereits in objektiver Hinsicht an einer mit dem Mittel der Druckerpresse 
begangenen üblen Nachrede.

In der  Berufung begegnet der Strafkläger dieser  Betrachtungsweise der Vor-
instanz mit der Begründung, zwischen „Schwierigkeiten“ und „Dreck“ bestehe ein 
grosser sprachlicher Unterschied. Während der erste Begriff auf objektive Widrig-
keiten schliessen lasse, verstehe man unter dem zweiten Ausdruck materiellen oder 
moralischen Schmutz und „reiten“ bedeute in diesem Zusammenhang jemanden 
fremdbestimmen. Wer jemanden in den Dreck reite und nicht bloss in Schwierigkei-
ten bringe, sei kein charakterlich anständiger Mensch. Wenn der Urheber der ehr-
verletzenden Äusserung sodann zusätzlich und wahrheitswidrig vorgebe, der 
Adressat habe die Injurie als zutreffend quittiert, begehe er gleich eine doppelte 
Rechtsverletzung.

b) Mit diesen Ausführungen setzt sich der Berufungskläger mit einem der 
von der Vorinstanz zur Begründung, weshalb nach ihrer Auffassung der Tatbestand 

9

der üblen Nachrede nicht erfüllt sei, angeführten Argumente auseinander. Nun er-
schöpft sich die Argumentation des Bezirksgerichtsausschusses aber nicht in die-
sen Bemerkungen zur Frage, ob objektiv überhaupt eine ehrenrührige Behauptung 
seitens der Beschuldigten vorliegt. Die Vorinstanz führt vielmehr mehrere Eventual-
begründungen an, welche nach ihrer Auffassung zu einem Freispruch führen müss-
ten, selbst wenn die vom Strafkläger beanstandeten Passagen im fraglichen Zei-
tungsartikel als ehrverletzend zu qualifizieren wären. So wird im angefochtenen Ur-
teil unter Hinweis auf die Lehre und Rechtsprechung ausgeführt, Y. könne sich auf 
den ungeschriebenen, aussergesetzlichen Rechtfertigungsgrund der Wahrung be-
rechtigter Interessen berufen, der es den Journalisten ermöglichen soll, im Rahmen 
einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung über öffentlich interessierende Vorgänge 
zu berichten, auch wenn Gegenstand solcher Geschehnisse ehrverletzende Äusse-
rungen oder Gerüchte seien. Die A. finanziere nicht nur ihre Tätigkeit neben Mitglie-
derbeiträgen auch mit zugewendeten Spenden, Legaten und Beiträgen der öffentli-
chen Hand, sondern verfolge zudem einen im öffentlichen Interesse liegenden, ge-
meinnützigen Zweck. Es habe daher ein berechtigtes Interesse und ein Anspruch 
der Öffentlichkeit bestanden, über die ausserordentliche Mitgliederversammlung 
vom 26. Mai 2004 informiert zu werden. Dazu sei die Berichterstattung in einer Ta-
geszeitung ein durchaus angemessenes Mittel gewesen, um einen unbestimmten 
interessierten Personenkreis erreichen zu können. Da die wiedergegebene Äusse-
rung – wenn überhaupt – nur als leichte Ehrverletzung zu qualifizieren wäre, habe 
das Informationsinteresse der Öffentlichkeit offensichtlich überwogen, so dass die 
Beschuldigte die Bemerkung, der Strafkläger habe den ehemaligen Präsidenten „in 
den Dreck geritten“, selbst dann in ihren Bericht habe aufnehmen dürfen, ohne sich 
strafbar zu machen, wenn sie ehrverletzend wäre.

Zu dieser zusätzlichen Begründung im angefochtenen Urteil sucht man in der 
Berufungsschrift vergeblich nach Ausführungen. Es wird mit keinem Wort gerügt, 
weshalb der von der Vorinstanz angerufene aussergesetzliche Rechtfertigungs-
grund der Wahrung berechtigter Interessen im vorliegenden Fall nicht herangezo-
gen werden dürfte. Damit genügt aber die Berufung den oben dargelegten Anforde-
rungen von Art. 142 Abs. 1 StPO nicht. Dies hat zur Folge, dass sich die Berufungs-
instanz mit der Argumentation, welche die Vorinstanz in diesem Punkt zur Begrün-
dung ihres Entscheids anführt, nicht befassen darf und die entsprechende Eventu-
albegründung folglich als unangefochten zu gelten hat. Nach den eingangs wieder-
gegebenen, auch auf das strafrechtliche Berufungsverfahren anwendbaren Aus-
führungen von Kälin zur staatsrechtlichen Beschwerde bedeutet dies, dass auf die 
Berufung allein schon aus diesem Grunde in materieller Hinsicht nicht eingetreten 

10

und folglich offen gelassen werden kann, ob in der von der Beschuldigten gegenü-
ber dem Strafkläger aufgestellten Behauptung, er habe den Präsidenten „in den 
Dreck geritten“ eine üble Nachrede zu sehen ist.

c) Die Vorinstanz befasste sich im Weiteren auch mit der Frage des 
Wahrheits- und des Gutglaubensbeweises im Sinne von Art. 173 Ziff. 2 StGB. Sie 
stellte fest, wenn einer dieser Entlastungsbeweise erbracht werden könne, habe ein 
Freispruch zu erfolgen. Y. habe in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Eine 
überwiegende Beleidigungsabsicht sei nicht auszumachen, zumal der Strafkläger 
in der Überschrift nicht einmal namentlich erwähnt worden sei. Die Wiedergabe der 
Äusserungen im interessierenden Artikel hätten darauf gezielt, B. zu entlasten und 
nicht einen Schuldigen in der Person des Strafklägers zu suchen. Es bestehe an-
gesichts dieser Situation kein Grund, die Beschuldigte nicht zum Entlastungsbeweis 
zuzulassen (Art. 173 Ziff. 3 StGB). Der Schlussbericht der Mitglieder-Untersu-
chungskommission der A. vom März 2005 habe nun ergeben, dass viele der ge-
genüber dem ehemaligen Vorstand erhobenen Vorwürfe hätten bestätigt werden 
müssen. Es seien Subventionen verschwiegen, das Vermögen  bis 2001 nicht aus-
gewiesen und die Mitglieder nicht über die Entschädigungen der leitenden Organe 
informiert worden. Da der Vorstand sich auf die Suche eines anonymen Briefschrei-
bers konzentriert habe, habe er sich zu wenig für die Lösung der eigentlichen Pro-
bleme interessiert. Die Grundsätze für die Erstellung der Jahresrechnung seien oft 
missachtet und Archivakten in grossem Umfang vernichtet worden. Die Vorwürfe 
gingen auf eine Zeit zurück, als Dr. B. noch nicht Präsident der A. gewesen sei und 
der Revisor E. habe bestätigt, dass der Strafkläger im Verein eine Machtstellung 
eingenommen habe. Angesichts dieser Sachlage erachte es das Gericht als erstellt, 
dass X. als führendes Mitglied des ehemaligen Vorstandes für die diesem vorge-
worfenen Ungereimtheiten und Machenschaften mitverantwortlich sei, so dass die 
von der Strafbeklagten wiedergegebene Tatsachenbehauptung sich als wahr er-
weise.

Zu diesen Ausführungen der Vorinstanz zum Wahrheitsbeweis äussert sich 
der Berufungskläger nicht; er geht mit keinem Wort auf die ausführlichen Erwägun-
gen des Gerichts zu diesem Punkt ein. Er macht hingegen einige Bemerkungen zu 
Erwägungen des Bezirksgerichtausschusses zum Gutglaubensbeweis, indem er 
geltend macht, das Gericht habe den von ihm selbst erwähnten Grundsatz miss-
achtet, wonach dieser Entlastungsbeweis nur mit Tatsachen geführt werden könne, 
welche bei der ehrverletzenden Äusserung bekannt gewesen seien, indem es argu-
mentiere der Schlussbericht der dreiköpfigen vereinsinternen Untersuchungskom-

11

mission habe nachträglich einige Vorwürfe von Vereinsmitgliedern gegenüber dem 
Vorstand erhärtet. Zu diesem Einwand ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die vom 
Berufungskläger angeführte Feststellung zum Gutglaubenbeweis im Rahmen ihrer 
allgemeinen Ausführungen zu den Entlastungsbeweisen machte. In ihren Erwägun-
gen zum Gutglaubenbeweis im konkreten Fall hat sie den von ihr genannten Grund-
satz durchaus beachtet, bezog sie sich doch in diesem Teil ihrer Argumentation mit 
keinem Wort auf den Schlussbericht der Untersuchungskommission, sondern be-
gründete ihre Auffassung, wonach Y. ernsthafte Gründe gehabt habe, die wieder-
gegebene Äusserung „in den Dreck geritten“ in guten Treuen für wahr zu halten, mit 
der Situation, wie sie die Beschuldigte am Abend des 26. Mai 2004 erlebt hatte und 
wie sie sie aus Aussagen von Beteiligten beurteilen zu können glaubte. Der Bezirks-
gerichtsausschuss hielt sich also strikte an seine eigenen allgemeinen Ausführun-
gen zu den Voraussetzungen zur Führung des Gutglaubenbeweises, so dass die 
entsprechenden Rügen des Berufungsklägers ins Leere treffen. Den Schlussbericht 
zog die Vorinstanz hingegen bei der Begründung ihrer Auffassung bei, wonach der 
Strafbeklagten der Wahrheitsbeweis gelungen sei, was durchaus zulässig war und 
vom Strafkläger auch nicht bestritten wird. Es muss damit festgestellt werden, dass 
in der Berufung zu den Ausführungen der Vorinstanz zum Wahrheitsbeweis nichts 
und zu jenen zum Gutglaubensbeweis Falsches gerügt wird. Gleich wie im Falle 
des aussergesetzlichen Rechtfertigungsgrundes liegt damit die Situation vor, dass 
der Berufungskläger sich mit einer von mehreren Eventualbegründungen nicht aus-
einandergesetzt hat, was auch an dieser Stelle zur Folge haben muss, dass auf die 
Berufung in materieller Hinsicht nicht eingetreten werden kann.

2. Mit Bezug auf den Tatbestand der Verleumdung im Sinne von Art. 174 
Ziff. 1 StGB verneinte die Vorinstanz den objektiven Tatbestand wie im Falle der 
üblen Nachrede mit dem Argument, in der Weiterverbreitung der Äusserung „in den 
Dreck geritten“ liege keine Verletzung der sittlichen Ehre des Strafklägers. Der sub-
jektive Tatbestand erfordere die Gewissheit über die Unwahrheit der Behauptung; 
da die zitierte Äusserung der Wahrheit entspreche, falle eine Verurteilung wegen 
Verleumdung ausser Betracht. 

Die Berufung setzt sich mit diesen Ausführungen nicht auseinander. Sie geht 
mit keinem Wort auf den Tatbestand der Verleumdung ein, sondern begnügt sich 
mit sehr allgemein gehaltenen und sich offensichtlich viel eher auf Art. 173 StGB 
beziehenden Bemerkungen darüber, dass die Strafbeklagten im Zeitpunkt ihrer Ein-
vernahme durch den Kreispräsidenten keine Fakten hätten namhaft machen kön-
nen, welche ihren Vorwurf, der Strafkläger habe Dr. B. in den Dreck geritten, hätten 

12

rechtfertigen können. Abgesehen davon, dass der Kantonsgerichtsausschuss damit 
mangels konkreter Rügen bezüglich des Tatbestandes der Veruntreuung die erst-
instanzlichen Ausführungen zu diesem Thema nicht überprüfen und auf die Beru-
fung folglich auch in diesem Punkt nicht eintreten kann, müsste bei Y. offensichtlich 
der subjektive Tatbestand, das heisst die Gewissheit über die Unwahrheit ihrer Be-
hauptung (wobei Eventualdolus nicht genügt, vgl. Trechsel, Kurzkommentar zum 
Schweizerischen Strafgesetzbuch, 2. Auflage, Zürich 1997, N. 3 zu Art. 174 StGB) 
verneint werden, nachdem ihr beim Tatbestand der üblen Nachrede der Gutglau-
bensschutz attestiert wurde und dies in der Berufung nicht gerügt worden ist.

3. X. bezog auch Chefredaktor Z. in seine Strafklage ein. Der Bezirksge-
richtsausschuss sprach den Beschuldigten mit der Begründung frei, einerseits falle 
ein Schuldspruch wegen Art. 173 und 174 StGB aus den gleichen Gründen ausser 
Betracht, welche bereits im Falle von Y. zu einem Freispruch geführt hätten, und 
andererseits bezeichne Art. 27 Abs. 1 StGB bei Pressedelikten ohnehin den (be-
kannten) Autoren als primär medienstrafrechtlich verantwortlich. Die in der fragli-
chen Bestimmung statuierte Kaskadenhaftung schliesse die Strafbarkeit weiterer für 
das Medienunternehmen tätiger Personen aus; die Begrenzung der Haftbarkeit auf 
den Autor entfalle nur, wenn beispielsweise ein Redaktor diesen über die unbedingt 
erforderliche pressemässige Mitwirkung hinaus unterstütze. Im vorliegenden Fall 
habe sich aber Y. als alleinige Autorin zu erkenne gegeben und sich für den Inhalt 
verantwortlich gezeigt.

Der Berufungskläger befasst sich in keiner Weise mit diesen Ausführungen 
der Vorinstanz. Z. erscheint ausser unter der Parteibezeichnung eher beiläufig unter 
dem Sachverhalt auf Seite 4 unten der Berufungsschrift, wo festgehalten wird, der 
Chefredaktor habe den fraglichen Zeitungsartikel überarbeitet, doch hätten ihn die 
Meinungen von Dr. B. und X. einstweilen nicht interessiert. In dieser kurzen Bemer-
kung kann offensichtlich keine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Erwägungen 
der Vorinstanz zum Freispruch von Z. gesehen werden. Der Strafkläger stellt im 
fraglichen Satz lediglich eine von der vorinstanzlichen Sachdarstellung abwei-
chende Behauptung auf, ohne diese näher zu begründen, womit er seiner Substan-
tiierungspflicht in keiner Weise zu genügen vermag. Er zeigt im Übrigen auch nicht 
auf, weshalb unter Annahme der von ihm aufgestellten Behauptungen die Erwägun-
gen des Bezirksgerichtsausschusses nicht mehr haltbar sein sollten. Davon abge-
sehen liegt schliesslich ein Beweis für die vom Strafkläger gemachte Feststellung 
schlichtweg nicht vor. Ja, die Aussagen der Angeschuldigten Y. und Z. belegen ge-
rade das Gegenteil. Die Autorin des Artikels sagte klar aus, sie habe den publizier-

13

ten Text vollumfänglich allein geschrieben; bei allfälligen Änderungen handle es sich 
lediglich um redaktionelle Korrekturen, jedenfalls sei ihr nichts anderes bekannt. Der 
Chefredaktor seinerseits sagte aus, er habe den Artikel nicht gesetzt; er habe ihn 
vor der Publikation gelesen und für gut befunden. Angesichts dieser eindeutigen 
Beweislage ist es offenkundig, dass für den beanstandeten Artikel allein die Verfas-
serin verantwortlich war. Selbst wenn diese strafrechtlich zur Verantwortung gezo-
gen werden müsste – was nach dem oben Gesagten nicht der Fall ist -, wäre Z. zu 
Recht freigesprochen worden.

4. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit den von X. gegen U. erhobenen 
Vorwürfen befasst. Sie stellte fest, es lasse sich nicht rechtsgenüglich nachweisen, 
dass sich U., der als Tagespräsident die Versammlung vom 26. Mai 2004 geleitet 
hatte, dahin geäussert habe, B. sei vom Strafkläger „in den Dreck geritten“ worden. 
Zwar habe Y. auf Grund der anlässlich der Versammlung gemachten Notizen die 
Äusserungen des Tagespräsidenten mit diesen Worten wiedergegeben, U. be-
streite aber, diese Formulierung verwendet zu haben. Er habe sich vielmehr dahin 
geäussert, B. sei nach dem Verschwinden X.s vom alten Vorstand allein übrig ge-
blieben und „sitze nun im Dreck“, weil er nicht geführt habe. Von den befragten 
Zeugen könne sich keiner genau an die Aussage erinnern. Dies sei aber insofern 
ohne Relevanz, als die im Zeitungsartikel verwendete Äusserung nicht als ehrver-
letzend zu qualifizieren sei. Überdies erachte das Gericht auch bezüglich der Aus-
sagen von U. den Entlastungsbeweis als erbracht. Eine überwiegende Absicht, den 
Strafkläger zu beleidigen, lasse sich nicht erkennen; der Tagespräsident habe mit 
seiner Aussage vielmehr ausdrücken wollen, dass es nicht recht sei, wenn B. für 
etwas den Kopf hinhalten müsse, für das er zum Teil selbst nicht zuständig gewesen 
sei. Auch in dieser Beziehung habe der Schlussbericht der Untersuchungskommis-
sion den Nachweis erbracht, dass die an den Vorstand gerichteten Vorwürfe be-
rechtigt gewesen seien. Angesichts dieser Sachlage sei auch U. freizusprechen.

Mit dieser eingehenden Begründung des Freispruchs von U. setzt sich der 
Berufungskläger überhaupt nicht auseinander. Man sucht in der Berufungsschrift 
vergeblich nach Ausführungen darüber, weshalb die Schlussfolgerungen des Be-
zirksgerichtsausschusses nicht schlüssig sein sollten. Damit ist es der Berufungsin-
stanz verwehrt, die erstinstanzlichen Erwägungen zu überprüfen, und es kann auf 
die Berufung auch in diesem Punkt nicht eingetreten werden.

5. Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur hat zur Genugtuungsforderung 
des Strafklägers festgestellt, nachdem alle Beklagten freizusprechen seien, komme 

14

als Anspruchsgrundlage für eine Genugtuung nur noch Art. 49 OR in Verbindung 
mit Art. 28a Abs. 3 ZGB in Frage. Das Gericht erachte aber die Voraussetzungen 
für einen Genugtuungsanspruch nicht als erfüllt. Einerseits habe der Strafkläger 
keine Beweismittel angeboten, welche seine erlittene seelische Unbill nachweisen 
könnten, und Umstände, welche auf seinen seelischen Schmerz schliessen liessen, 
seien nicht genügend dargelegt worden. Andererseits sei die Verbreitung wahrer 
Tatsachen durch den Informationsauftrag der Presse gedeckt, solange es sich nicht 
um Tatsachen aus dem Geheim- oder Privatbereich  handle oder die betroffene 
Person in unzulässiger Weise herabgesetzt werde.

X. hat in seiner Berufung auch sein Begehren auf Zusprechung einer Genug-
tuungssumme wieder aufgenommen, wobei er allerdings seinen Anspruch pro Be-
klagten von 10'000 auf 1'000 Franken reduzierte. Der Strafkläger führt zur Begrün-
dung an, er sei durch die beanstandete Publikation in seinen persönlichen Verhält-
nissen schwer getroffen worden, weshalb die Voraussetzungen von Art. 49 OR er-
füllt seien. Entgegen der Annahme der Vorinstanz sei ihm die Ehrverletzungssache 
nahe gegangen, und die Feststellung des Gerichts, es sei ihm einerlei, was die Me-
dien über ihn rapportierten, sei verstiegen. Begreiflicherweise sei die Höhe jeder 
beantragten Genugtuungssumme Ermessenssache. – In diesen kurzen Ausführun-
gen kann keine genügende Rüge an der einlässlichen Begründung gesehen wer-
den, mit welcher die Vorinstanz das Genugtuungsbegehren abgewiesen hat. Der 
Berufungskläger setzt sich mit den Argumenten im angefochtenen Urteil überhaupt 
nicht auseinander und beschränkt sich auf die Bemerkung, er sei in seinen persön-
lichen Verhältnissen schwer getroffen worden. Mit diesem Satz genügt X. seiner 
Substantiierungspflicht nicht, so dass auch auf dieses Berufungsbegehren nicht ein-
getreten werden kann.

III. 1. Der Berufungskläger erhebt in seiner Berufungsschrift zwei formelle 
Einwände. Er macht vorerst geltend, auf Grund des zeitlichen Ablaufs der Urteils-
beratung sei es unmöglich, dass der Schlussbericht der Untersuchungskommission, 
auf den im Urteil Bezug genommen werde, vom Bezirksgerichtsausschuss habe 
geprüft werden können. Zur Stützung dieser Rüge verlangte der Strafkläger den 
Beizug des Verhandlungsprotokolls, welchem Begehren entsprochen wurde. Er 
rügte sodann, dass ihm der Schlussbericht seitens der Berichterstatter nie zur Stel-
lungnahme unterbreitet worden sei, und es übergehe die Vorinstanz absolut willkür-
lich die Grundregel „audiatur et altera pars“. Der Schlussbericht sei aber auch des-
halb unbeachtlich, weil keiner der Berufungsbeklagten sich zurzeit der Ehrverlet-
zung auf einen solchen habe stützen können. Wenn die Vorinstanz diesen Bericht 

15

beigezogen habe, so sei dies mehr als merkwürdig, weder formell- noch materiell-
rechtlich haltbar.

Wie es sich in dieser Sache verhält beziehungsweise ob die diesbezüglichen 
Einwände des Berufungsklägers begründet sind, kann offen bleiben. Selbst wenn 
der Auffassung des Strafklägers zu folgen und der Schlussbericht unbeachtlich 
wäre, führte dies im Ergebnis nicht zu einer vom vorinstanzlichen Urteil abweichen-
den Beurteilung. Wie sich aus den obigen Ausführungen ergibt, diente der Schluss-
bericht der Vorinstanz einzig zur Begründung, dass die Angeklagte den Wahrheits-
beweis erbracht hat. Der Bezirksgerichtsausschuss begnügte sich aber nicht mit 
diesem Argument, sondern schloss eine Bestrafung Y.s auch deshalb aus, weil sie 
den aussergesetzlichen Rechtfertigungsgrund der Wahrung berechtigter Interessen 
für gegeben erachtete und der Beklagten zudem zugestand, auch den Gutglaubens-
beweis erbracht zu haben. Selbst wenn also der Schlussbericht der Untersuchungs-
kommission nicht beigezogen worden wäre, hätten diese beiden weiteren Argu-
mente alternativ zu einem Freispruch führen müssen.

2. In der Berufung wird ausgeführt, nach dem Schluss der Hauptver-
handlung seien der Strafkläger und die Beklagten entlassen worden. Da nachmit-
tags um 14 Uhr eine weitere Verhandlung angesetzt gewesen sei, habe der Bezirks-
gerichtspräsident erklärt, die Urteilseröffnung werde um 17.30 Uhr stattfinden. 
Draussen hätten bereits neue Kontrahenten auf die Durchführung ihres Verfahrens 
gewartet. Zwischen dem Ende der Verhandlung im vorliegenden Fall und dem Be-
ginn der nachfolgenden Verhandlung habe die Zeit für die Urteilsberatung gefehlt, 
schätze doch X., der als Anwalt am zweiten Verfahren beteiligt gewesen sei, den 
Zeitraum zwischen den beiden Verhandlungen auf rund zwanzig Minuten. Rechne 
man die Vorbereitung für die neue Sitzung hinzu, so sei die Urteilsberatung im vor-
liegenden Fall offensichtlich unterbrochen worden. Dies gelte aber grundsätzlich als 
unheilbarer Verfahrensmangel, wobei es gleichgültig sei, wie lange die Urteilsbera-
tung unterbrochen worden sei. Zur Stützung seines Standpunktes verweist der 
Rechtsvertreter des Berufungsklägers auf PKG 1969 Nr. 71 und 1954 Nr. 44 sowie 
auf Karl Peters, Strafprozess, 4. Auflage, Heidelberg 1985.

Aus dem erstinstanzlichen Urteil und dem vom Bezirksgerichtsausschuss 
eingereichten Verhandlungsprotokoll ergibt sich lediglich, dass die Verhandlung im 
vorliegenden Fall um 11 Uhr geschlossen wurde und die Urteilseröffnung um 17.30 
Uhr stattfand; die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung zur Berufung und 
machte folglich auch zum zeitlichen Ablauf des Falles keine zusätzlichen Ausführun-

16

gen. Damit liegen keine genauen Angaben über Beginn und Schluss der Urteilsbe-
ratung vor, so dass nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob diese unterbrochen 
wurde. Geht man angesichts dieser Situation von den zeitlichen Angaben des Be-
rufungsklägers aus, so ist nicht auszuschliessen, dass zwischen der Verhandlung 
und der Urteilsberatung eine Unterbrechung stattfand oder die Beratung selbst un-
terbrochen wurde. Wenn aber in dem vom Berufungskläger zitierten Urteil des Kan-
tonsgerichtsausschusses vom 14. März 1969 unter Hinweis auf PKG 1954 Nr. 44 
festgestellt wurde, bei den Vorschriften von Art. 108 und 124 StPO, nach welchen 
die Hauptverhandlung ohne Unterbrechung durchzuführen sei, handle es sich um 
zwingende Vorschriften, von denen nicht ohne Vorliegen eines im Gesetz selbst 
genannten Grundes abgewichen werden dürfe, so lässt sich diese Aussage nicht 
ohne weiteres auf den vorliegenden Fall übertragen, stand doch damals eine Un-
terbrechung zur Diskussion, welche ohne einen triftigen oder im Gesetz vorgesehe-
nen Grund volle sechs Monate gedauert hatte. Im hier zu beurteilenden Fall liegen 
ganz andere zeitliche Verhältnisse vor. Falls eine Unterbrechung der Verhandlung 
oder der Urteilsberatung stattgefunden haben sollte, so dauerte diese im schlimms-
ten Fall einige wenige Stunden, und es wurde das Urteil noch am gleichen Tag be-
raten und den Parteien eröffnet. Ein solcher zeitlicher Ablauf der Hauptverhandlung 
ist nach Auffassung des Kantonsgerichtsausschusses mit den gesetzlichen Vor-
schriften durchaus vereinbar, zumal in Art. 108 StPO ausdrücklich gesagt wird, die 
geheime Urteilsberatung sollte nicht unterbrochen werden. Das relativiert den 
Grundsatz erheblich und kann nichts anderes heissen, als dass bei Vorliegen von 
triftigen Gründen wie sie im vorliegenden Fall, wo einerseits die mittägliche Ruhezeit 
und andererseits eine bereits angesetzte weitere Verhandlung bevorstand, zu wel-
cher die Parteien bereits erschienen waren, durchaus geringfügig von der Regel 
abgewichen werden darf. Wenn der Rechtsvertreter des Berufungsklägers zur Stüt-
zung seines Standpunktes auf das Lehrbuch von Peters verweist, so ist dies unbe-
helflich. Er selbst gibt die Fundstelle seines Zitats nicht an, und wo der Autor sich 
mit diesem Thema befasst (S. 552), hält er unter dem Titel „Konzentrationsgrund-
satz“ fest, dieser besage, dass die Verhandlung ohne grössere Unterbrechung vor 
sich zu gehen habe, da bei längeren Unterbrechungen die Gefahr bestehe, dass 
ausserhalb der Hauptverhandlung Gehörtes und Gelesenes sich in der Erinnerung 
des Richters festsetze. Er stellte sodann fest, eine Unterbrechung dürfe in der Regel 
nicht länger als zehn Tage dauern. Die von Peters erwähnte Gefahr bestand im 
vorliegenden Fall, wo sich allenfalls eine Unterbrechung von höchstens wenigen 
Stunden ergeben hatte, mit Sicherheit nicht, so dass keinerlei Bedenken bestehen, 
von dem in PKG 1969 Nr. 71 aufgestellten Grundsatz im vorliegenden, ganz anders 
liegenden Fall abzuweichen. Der Einwand des Berufungsklägers erweist sich daher 

17

als nicht stichhaltig. Die Berufung ist somit bezüglich der formellen Rügen abzuwei-
sen und in materieller Hinsicht ist darauf wegen ungenügender Begründung nicht 
einzutreten.

IV. Dem Ausgang des Berufungsverfahrens entsprechend gehen die Kos-
ten des Kantonsgerichtsausschusses zu Lasten des Berufungsklägers, der die Be-
rufungsbeklagten aussergerichtlich angemessen zu entschädigen hat.

18

Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von 1'500 Franken gehen zu Lasten 
des Berufungsklägers, der die Berufungsbeklagten für das Berufungsverfah-
ren ausseramtlich mit insgesamt 2'500 Franken zu entschädigen hat.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 

Der Vizepräsident  Der Aktuar ad hoc