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**Case Identifier:** 9ec10afd-1d63-5f94-8976-927447645c0e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.07.2017 200 2017 325
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-325_2017-07-13.pdf

## Full Text

200 17 325 IV
SCI/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juli 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2017, IV/17/325, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 25. Oktober 2004 unter Hinweis auf eine im November 
1998 diagnostizierte Multiple Sklerose bei der Invalidenversicherung (IV) 
zur Berufsberatung und Umschulung auf eine neue Tätigkeit an (Antwort-
beilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB] 2). Die IVB 
nahm in der Folge Abklärungen in medizinscher und erwerblicher Hinsicht 
vor und erteilte nach durchgeführter Berufsberatung (AB 16) Kostengut-
sprache für eine Umschulung zur … (AB 18 und AB 34). Mit Mitteilung vom 
23. November 2010 (AB 51) wurde das Verfahren nach erfolgreicher beruf-
licher Eingliederung abgeschlossen und festgehalten, dass die Versicherte 
in ihrer 80 %-Anstellung als … rentenausschliessend eingegliedert sei.

Mit Schreiben vom 26. Februar 2015 (AB 67) meldete sich die Versicherte 
wiederum zum Leistungsbezug an. Nach erneuten medizinischen und be-
ruflichen Abklärungen legte die IVB die Akten dem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) vor und stellte gestützt auf dessen Bericht (AB 87) mit Vorbe-
scheid vom 25. August 2015 (AB 92) die Abweisung des Rentenbegehrens 
bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 0 % in Aussicht. Damit zeigte sich 
die Versicherte mit Einwand vom 17. September 2015 (AB 94) nicht einver-
standen und reichte weitere Berichte der behandelnden Ärzte zu den Ak-
ten.

Nach Einholen weiterer Unterlagen wurde die Versicherte neurologisch-
psychiatrisch durch den RAD untersucht (AB 110). Gestützt auf die RAD-
Beurteilung vom 13. Juni 2016 (AB 125) und einen Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 30. Juni 2016 (AB 127) stellte die IVB mit Vorbe-
scheid vom 7. Juli 2016 (AB 129) wiederum die Abweisung des Leistungs-
begehrens in Aussicht, wobei sie neu von einem IV-Grad von 25 % aus-
ging. Damit zeigte sich die Versicherte – nun vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – mit Schreiben vom 2. September 2016 (AB 137) nicht ein-
verstanden und beantragte die Ausrichtung von mindestens einer Dreivier-
telsrente. Nach Rücksprache mit dem RAD (AB 145) und erneutem Vorbe-

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scheidverfahren unter Annahme eines IV-Grades von 37 % (AB 146, 
AB 147) verfügte die IVB am 3. März 2017 (AB 149) dem Vorbescheid ent-
sprechend und wies das Leistungsbegehren mangels rentenbegründendem 
IV-Grad ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________ – am 24. März 2017 Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern. Sie beantragt die Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zur Veranlassung einer bidisziplinären Begutachtung. Zudem seien 
die Kosten für die medizinische Expertise von Dr. med. C.________, 
Fachärztin für Neurologie, vom 15. August 2016 von der Beschwerdegeg-
nerin zu ersetzen.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. April 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. März 2017 
(AB 146). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

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und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.4.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

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ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 26. Februar 2015 
(AB 67) eingetreten und hat den Leistungsanspruch der Beschwerdeführe-
rin materiell geprüft. Die Eintretensfrage ist somit vom Gericht nicht zu 
überprüfen (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114 f.).

Mit Mitteilung vom 23. November 2010 (AB 51) war die berufliche Einglie-
derung der Beschwerdeführerin abgeschlossen worden. Gleichzeitig wurde 
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer 80 %-Anstellung als … 
rentenausschliessend eingegliedert ist. Auf diese Mitteilung hat die Be-
schwerdeführerin keine beschwerdefähige Verfügung verlangt, womit die 
entsprechende Festlegung rechtswirksam wurde. Zu prüfen ist deshalb 
zunächst, ob im Vergleichszeitraum zwischen dieser Mitteilung vom 
23. November 2010 (AB 51) und der hier angefochtenen rentenablehnen-
den Verfügung vom 3. März 2017 (AB 149) in den tatsächlichen Verhältnis-
sen eine Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad in an-
spruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.1 hiervor). 

3.1 In medizinischer Hinsicht lagen im Zeitpunkt des Abschlusses der 
beruflichen Massnahmen im November 2010 (AB 51) verschiedene Berich-
te der behandelnden Ärzte vor. Diagnostiziert wurde damals eine Multiple 
Sklerose mit Geh- und Gangschwierigkeit, zunehmenden Sensibilitätss-

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törungen, neurogener Blasenentleerungsstörung bei Detrusor-Sphinkter-
Dyssynergie bzw. Detrusorüberaktivitäts-Inkontinenz (AB 48 S. 3). Der 
Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 8. September 2010 fest, dass eine stabile Situation 
bezüglich der Gangstörungen und der Sensibilitätsstörungen und eine 
leichte Zunahme der Blasenentleerungsstörung bestehe (S. 4). Eine beruf-
liche Tätigkeit als … sei durchaus möglich.

3.2 Der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 3. März 2017 
(AB 149) lagen folgende medizinischen Akten zu Grunde:

3.2.1 Nach dem stationären Aufenthalt in den Kliniken E.________ vom 
10. November 2014 bis zum 6. Dezember 2014 hielten die Fachärzte der 
dortigen Klinik für Neurologie im Bericht vom 2. Januar 2015 (AB 72 S. 12 
f.) die Diagnosen einer Multiplen Sklerose, sekundär progredient, eines 
inferior-postero-septalen submitralen Aneurysmas des linken Ventrikels 
unklarer Genese und einer symptomatischen, strukturellen Epilepsie fest. 
Für die Zeit des Klinikaufenthaltes habe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit 
und ab dem 7. Dezember 2014 bis zum 1. Januar 2015 eine solche von 
50 % bestanden (S. 13). Ab dem 1. Januar 2015 betrage die Arbeitsfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit als … 80 %.

3.2.2 Im Bericht des Spitals F.________ vom 18. März 2015 (AB 72 S. 7 
ff.) diagnostizierte Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, eine Mul-
tiple Sklerose, eine symptomatische strukturelle Epilepsie, ein grosses infe-
ro-postero-septales submitrales Aneurysma des linken Ventrikels unklarer 
Ätiologie, eine Thrombophilie sowie einen Vitamin B12-Mangel. Die Be-
schwerdeführerin leide seit 1998 an einer Multiplen Sklerose mit schubför-
migem Verlauf, initial mit Urge-Inkontinenz und Visusverschlechterung. In 
den letzten Jahren sei es zu wiederholten spinalen Schüben mit residuell 
linksbetonter Beinschwäche und einer sensiblen Afferenzstörung ebenfalls 
linksbetont gekommen, welche zusammen mit einer leichten zerebellären 
Symptomatik auch zu einer Gehunsicherheit und zu Gleichgewichtsstörun-
gen bei allerdings guter Rumpfstabilität führe (S. 9). Das letzte Schubereig-
nis datiere vom August 2014, wobei die Beschwerdeführerin bei der Gehsi-
cherheit eine Zunahme der Ataxie verspürt habe und sehr rasch bei ver-

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kürzter Gehstrecke ermüdet sei (S. 8). Im Alltag sei sie höchstens durch 
eine gewisse Fatigue eingeschränkt.

Im Bericht vom 12. Mai 2015 (AB 94 S. 9 ff.) wiederholte Dr. med. 
G.________ vom Spital F.________ die bereits gestellten Diagnosen und 
ergänzte die Diagnoseliste um eine neurogene Blasenentleerungsstörung 
unter ISK. Die Beschwerdeführerin stelle weiterhin eine Müdigkeit im Sinne 
einer körperlichen Müdigkeit fest, allerdings bestehe keine Erschöpfung 
(S. 10). Die Fatigue sei allerdings aktuell auch bei einem 40 % Arbeitspen-
sum in den späteren Nachmittags- und Abendstunden vorhanden und im 
Sinne einer Verlangsamung der Denkprozesse und einer gewissen Reiz-
barkeit abends spürbar. Bei einem Arbeitspensum von 40 % sei die Leis-
tungsfähigkeit ohne Einschränkung gegeben. Die Fatigue setze regelmäs-
sig in den Nachmittagsstunden ein, was sich auch auf das Sozialleben 
auswirke.

3.2.3 Dr. med. Verena C.________, Fachärztin für Neurologie am Spital 
F.________, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 23. November 2015 
(AB 108 S. 4 ff.) eine Multiple Sklerose, eine symptomatische strukturelle 
Epilepsie, ein grosses infero-postero-septales submitrales Aneurysma des 
linken Ventrikels unklarer Ätiologie (leicht bis mittelschwer eingeschränkte 
systolische li-ventrikuläre Funktion [ca. 40 %]), eine Thrombophilie, einen 
Vitamin B12-Mangel, eine neurogene Blasenentleerungsstörung unter ISK 
sowie Herpes zoster an Gesäss und dorsalem Oberschenkel rechts. Sie 
hielt fest, im Vordergrund stehe die Blasenstörung. Einschränkend sei vor 
allem die schwere kognitive und motorische Fatigue. Es sei eine Ver-
schlechterung gegenüber der Untersuchung vom März 2015 eingetreten 
(S. 6). Dr. med. C.________ attestierte eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit bei 
einem Pensum von 80 %, d.h. ein faktisch 40 %iges Pensum (vier Halbta-
ge). 

3.2.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie und Fachärztin für Neurologie, führte in ihrem Unter-
suchungsbericht vom 13. Juni 2016 (AB 125) als Diagnosen mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden auf: Multiple Sklerose mit 
schubförmig progredientem Verlauf (ICD-10: G35), ein anamnestisch to-
nisch-klonischer Anfall im Dezember 2014 sowie Untergewicht (BMI 17.4 

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kg/m2) bei Verdacht auf Anorexia nervosa vom asketischen Typus (ICD-10: 
R63.4, F50.00-V [S. 17]). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien 
ein grosses infero-postero-septales submitrales Aneurysma des linken 
Ventrikels unklarer Ätiologie, anamnestisch eine Thrombophilie, anamnes-
tisch ein Vitamin B12-Mangel sowie eine Primärpersönlichkeit vom anan-
kastischen Typus. Unter Berücksichtigung sämtlicher vorliegender Befunde 
und der Ergebnisse der Untersuchung werde die Beschwerdeführerin nur 
noch für fähig erachtet, leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten für 
fünf Stunden täglich zuzüglich der betriebsüblichen Pausen an fünf Tagen 
wöchentlich zu verrichten, wobei diese Tätigkeit folgende Anforderungen 
erfüllen müsse: ohne Heben und Tragen von dauernd mittelschweren oder 
schweren Lasten ohne mechanische Hilfsmittel; ohne Absturzgefahr; über-
wiegend in geschlossenen/klimatisierten Räumen; überwiegend sitzend; 
mit der Möglichkeit, jederzeit die Toilette aufsuchen zu können; mit einem 
klar strukturierten Aufgabengebiet entsprechend den Fähigkeiten und Fer-
tigkeiten; ohne Akkord; ohne Einsatzortwechsel; mit den betriebsüblichen 
Pausen in Früh- oder Spätschicht; ohne Nachtschicht (S. 20). Die ausgeüb-
te Tätigkeit als … sei für mindestens fünf Stunden täglich zuzüglich der 
betriebsüblichen Pausen an fünf Tagen pro Woche mit einer gewissen Re-
gelmässigkeit zumutbar. Dieser Zustand habe – unter rückblickender Be-
trachtung – bereits im Zeitpunkt des erneuten Gesuchs im März 2015 vor-
gelegen.

3.2.5 Dr. med. C.________ führte in ihrer Stellungnahme vom 15. August 
2016 (AB 137 S. 7 ff.) aus, dass der Verlauf der bei der Beschwerdeführe-
rin im Jahr 1998 diagnostizierten Multiplen Sklerose seit vielen Jahren se-
kundär chronisch progredient sei, was bedeute, dass Verschlechterungen 
schleichend aufträten. Kernspintomographisch zeige sich, dass die Krank-
heit vor allem das Rückenmark betreffe und im Verlauf auch eine Epilepsie 
aufgetreten sei. Begleitend zu Blasen- und Gehstörungen bestehe eine 
schwere sowohl kognitive wie auch motorische Fatigue, welche subjektiv 
zunehme. Die Arbeit als … sei komplex und erfordere nicht nur kognitive 
Leistungen, sondern es sei auch Mobilität gefragt (S. 8). Zudem nahm 
Dr. med. C.________ Stellung zu einzelnen Punkten des RAD-Berichts 
vom 13. Juni 2016 (AB 125).

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3.2.6 Die behandelnde Physiotherapeutin I.________ nahm in ihrem Be-
richt vom 18. Juli 2016 (AB 137 S. 13 f.) zum Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin Stellung und hielt fest, dass diese sehr wenig Kompensa-
tionsmöglichkeiten habe und sich die Ermüdung sofort auf das Gangbild, 
auf ihre Gleichgewichtsreaktionen und auf die Qualität selektiver therapeu-
tischer Übungen niederschlage (S. 14). Sie schilderte die Beschwerdefüh-
rerin als weitgehend gehunfähig.

3.2.7 In der Stellungnahme vom 30. Dezember 2016 (AB 145) hielt die 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________ fest, dass sie gestützt auf verschiedene 
Testungen und die Untersuchung keine „schwere Fatigue“ habe feststellen 
können. Auch andere von der behandelnden Neurologin bzw. der Physio-
therapeutin vorgebrachte Einschränkungen hätten nicht ausgemacht wer-
den können (S. 3 f.). Dr. med. H.________ legte hierzu die Ergebnisse ih-
rer Erhebungen dar, welche die Grundlage für das von ihr definierte Zu-
mutbarkeitsprofil darstellten, und hielt fest, dass sich zusammenfassend 
aus den Stellungnahmen keine neuen medizinischen Gesichtspunkte ergä-
ben, um von der Leistungsbeurteilung vom 13. Juni 2016 (AB 125) abzu-
weichen (S. 5).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

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nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund gegeben ist, d.h. ob 
seit der Mitteilung betreffend den Abschluss der beruflichen Massnahmen 
vom 23. November 2010 (AB 51) aus medizinischer Sicht eine hinsichtlich 
des Rentenanspruchs relevante Veränderung eingetreten ist (vgl. E. 2.4 
hiervor). Während im Jahr 2010 eine Multiple Sklerose mit Geh- und Gang-
schwierigkeit, zunehmenden Sensibilitätsstörungen und neurogener Bla-
senentleerungsstörung vorlag (vgl. AB 48), haben die behandelnden Ärzte 
nun festgehalten, dass es bei der Beschwerdeführerin im August 2014 zu 
Schubanfällen gekommen ist, die zu Behandlungen geführt haben (AB 72 
S. 7). Auch die RAD-Ärztin Dr. med. H.________ geht von einer Ver-
schlechterung aus (AB 125). Damit ist ein Revisionsgrund in medizinischer 
Hinsicht ausgewiesen und der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ist 
nachfolgend umfassend zu prüfen (vgl. E. 2.4.3 hiervor).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Ver-
fügung vom 3. März 2017 (AB 149) massgeblich auf den Untersuchungsbe-
richt des RAD vom 13. Juni 2016 (AB 125) gestützt. 

Der Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ vom 
13. Juni 2016 (AB 125) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforde-
rungen (E. 3.3 hiervor) und zeichnet ein schlüssiges und überzeugendes 
Bild des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und deren Arbeits-
fähigkeit. Dr. med. H.________ hat die Beschwerdeführerin selber umfas-
send untersucht und gestützt darauf und auf die vorliegenden medizini-
schen Akten einleuchtend und nachvollziehbar begründet, dass und in wel-
cher Weise sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver-
schlechtert hat. Darauf ist abzustellen.

3.5.1 Die RAD-Ärztin, welche sowohl Inhaberin des Facharzttitels für 
Neurologie als auch Fachärztin für Psychiatrie ist und damit über das nöti-
ge Fachwissen in den beiden hier massgebenden Fachrichtungen verfügt, 

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bestätigte nach eigener Untersuchung der Beschwerdeführerin und in 
Kenntnis der Berichte der behandelnden Ärzte die Diagnose einer schwe-
ren und unumkehrbaren chronisch progredienten Multiplen Sklerose. Ge-
stützt darauf attestierte sie eine Arbeitsfähigkeit von fünf Stunden täglich 
zuzüglich der betriebsüblichen Pausen an fünf Arbeitstagen pro Woche 
(S. 21). 

Bei ihrer Beurteilung hat die RAD-Ärztin die Veränderung der Situation er-
fasst und innerhalb des Leistungsprofils nachvollziehbar und überzeugend 
berücksichtigt, wenn sie ausführt, dass eine Tätigkeit der Beschwerdefüh-
rerin noch im Umfang von vier bis sechs Stunden (AB 125 S. 21 oben) bei 
einer täglichen Arbeitszeit am derzeitigen Ort möglich ist, was bei einem 
Mittelwert von fünf Stunden einer Arbeitsfähigkeit von 59.5 % entspricht 
(100 / 8.4 x 5 [vgl. auch S. 21 unten]). Dies ist insbesondere vor dem Hin-
tergrund der kontinuierlichen Abnahme der Leistungsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin nachvollziehbar. Dass die RAD-Ärztin weder auf das ge-
ringere Attest der Arbeitsunfähigkeit der Klinik E.________, Neurologie, 
von 20 % (AB 72 S. 13) noch das höhere der Dres. med. G.________ und 
C.________ von 60 % (AB 94 S. 10 und AB 108 S. 6) abgestellt hat, über-
zeugt. Denn die sorgfältigen Erhebungen durch die RAD-Ärztin ergaben 
eine derzeit (noch) hohe Selbstständigkeit: So fährt die Beschwerdeführerin 
insbesondere nach wie vor Auto und Elektrodreirad, regelt nach der Arbeit 
ihre Angelegenheiten selbst und liest regelmässig nach der Arbeit die Zei-
tung. Den weiteren Nachmittag verbringt sie in der Regel mit Therapien und 
danach selbst gewählten Aktivitäten ausser Haus. Die aufgrund dieser Er-
hebungen (AB 125 S. 6 ff.) festzustellende Leistungsfähigkeit auch im pri-
vaten Bereich kontrastiert mit der geltend gemachten Einschränkung im 
beruflichen Bereich. Auch wenn nicht zu verkennen ist, dass die körperliche 
Betätigung auch ausserhalb der Therapietermine für die Beschwerdeführe-
rin aus gesundheitlicher Sicht einige Bedeutung hat, wird sie dadurch in 
ihrer Tagesgestaltung nicht derart eingeschränkt, dass sie allein noch 
während 40 % an ihrem Arbeitsplatz anwesend sein könnte. Dabei lässt – 
die mit Blick auf die hier vorliegende Erkrankung durchaus gebotene – Ver-
teilung der Arbeitszeit auf die gesamte Arbeitswoche hinreichend Zeit für 
die Therapien, Erholung und zusätzliche private Verrichtungen. Ob und 
inwieweit die von der Beschwerdeführerin durchgeführten Therapien (vgl. 

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AB 145 S. 2) medizinisch indiziert sind, braucht dementsprechend derzeit 
nicht näher geprüft zu werden.

3.5.2 Die Berichte der behandelnden Neurologin Dr. med. C.________ 
vom 23. November 2015 (AB 108 S. 4 ff.) und vom 15. August 2016 
(AB 137 S. 7 ff.) sind nicht geeignet, Zweifel an der Einschätzung der RAD-
Ärztin zu begründen. Allein der Umstand, dass Dr. med. C.________ eine 
andere Beurteilung abgibt, genügt nicht. Die beiden Einschätzungen der 
behandelnden Ärztin stützten sich weitgehend auf das subjektiv geltend 
gemachte Leistungsvermögen. Im Bericht vom 23. November 2015 hielt 
Dr. med. C.________ zwar eine 60 %ige Arbeitsunfähigkeit fest und 
attestierte gestützt auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin eine 
motorische und kognitive Fatigue (AB 108 S. 7). Eine Abklärung zur 
Objektivierung der behaupteten Einschränkungen und insbesondere eine 
Auseinandersetzung mit der Konsistenzfrage erfolgten dabei jedoch nicht. 
Auch im Bericht vom 15. August 2016 (AB 137 S. 7 ff.) fehlt eine entspre-
chende Konsistenzprüfung. 

Entgegen den Ausführungen von Dr. med. C.________ vom 15. August 
2016 (AB 137 S. 11) hat die RAD-Ärztin Dr. med. H.________ in ihrem 
Bericht vom 13. Juni 2016 (AB 125) die mit der Diagnose der Multiplen 
Sklerose einhergehenden Probleme und Beeinträchtigungen in keiner 
Weise in Abrede gestellt: Vielmehr hat auch sie eine diesbezügliche 
Verschlimmerung erhoben und in der angepassten Tätigkeit eine 
inzwischen höhere Einschränkung von 40.5 % attestiert. Zudem 
berücksichtigte sie schliesslich ebenfalls die Ermüdungskomponente 
(AB 125 S. 9). Dass und weshalb sie deren Auswirkungen geringer 
eingeschätzt hat als die behandelnde Ärztin, hat die RAD-Ärztin nach 
eigener sowohl das Privat- wie das Berufsleben umfassender Erhebung der 
Befunde und der klinisch feststellbaren Auswirkungen der 
(unbestrittenermassen schweren und unumkehrbaren) Erkrankung 
nachvollziehbar und überzeugend dargelegt. Dass die RAD-Ärztin damit 
auch der Fatigue eine – zumindest derzeit noch – geringere Bedeutung 
zugemessen hat als Dr. med. C.________, ist nicht zu beanstanden. Denn 
würde der Einschätzung der behandelnden Ärztin gefolgt, wäre es nicht 
nachvollziehbar, wie diese der Beschwerdeführerin nach wie vor die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2017, IV/17/325, Seite 14

Fahrfähigkeit attestieren kann bzw. wie die Beschwerdeführerin neben den 
durchgeführten Therapien nachmittags und abends zusätzlich ein nicht 
unwesentliches Mass an Aktivitäten aufweisen kann (AB 125 S. 10). 

Schliesslich kann der Kritik von Dr. med. C.________ am Vorgehen der 
Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Abklärung, wonach die Rückmeldung 
der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin (AB 119) nicht hinreichend 
berücksichtig wurde, bzw. dass keine Absprache mit der Arbeitgeberin er-
folgt sei, nicht gefolgt werden. Die Einschätzung der Arbeitgeberin – welche 
mitunter wiederum wesentliche Basis der Einschätzung von Dr. med. 
C.________ war – stützt sich auf die subjektiven Angaben der 
Beschwerdeführerin bzw. das von dieser am Arbeitsplatz gezeigte 
Leistungsvermögen. Der Arbeitgeberin war eine auch den privaten Bereich 
umfassende Konsistenzprüfung wie auch eine medizinische Einordnung, 
wie sie die RAD-Ärztin vorgenommen und nun das Gericht auf der Basis 
der gesamten Akten zu prüfen hat, offensichtlich nicht möglich. 

3.5.3 Nichts an der Massgeblichkeit der RAD-ärztlichen Beurteilung än-
dert weiter auch der anlässlich des Einwandverfahrens erstellte Bericht der 
Physiotherapeutin I.________ vom 18. Juli 2016 (AB 137 S. 13 f.). Dr. med. 
H.________ hat die von der Therapeutin geschilderten Probleme in keiner 
Weise verkannt. Vielmehr hat die RAD-Ärztin in ihrer Beurteilung den Kraft-
verlust wie auch den erhöhten Bedarf an Erholungszeit sehr wohl themati-
siert und in ihre Beurteilung einbezogen (AB 125 S. 18 f. und AB 145 S. 4 
f.).

3.6 Zusammenfassend erweisen sich sowohl der 
Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ vom 13. Juni 
2016 (AB 125) wie auch deren Stellungnahme auf die Einwände vom 
30. Dezember 2016 (AB 145) als sachlich nachvollziehbar und fachärztlich 
überzeugend begründet. Es besteht damit kein Anlass, hiervon 
abzuweichen. Mit Dr. med. H.________ ist deshalb erstellt, dass der Be-
schwerdeführerin seit dem Zeitpunkt der Neuanmeldung im Februar 2015 
(vgl. AB 125 S. 20) eine angepasste Tätigkeit zu fünf Stunden an fünf Ta-
gen pro Woche zumutbar ist. Es besteht damit eine 59.5 %ige Restarbeits-
fähigkeit (AB 125 S. 20 f.). Diese Tätigkeit muss folgende Anforderungen 
erfüllen: ohne Heben und Tragen von dauernd mittelschweren oder schwe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2017, IV/17/325, Seite 15

ren Lasten ohne mechanische Hilfsmittel, ohne Absturzgefahr, überwie-
gend in geschlossenen/klimatisierten Räumen, überwiegend sitzend, mit 
der Möglichkeit, jederzeit die Toilette aufsuchen zu können, mit einem klar 
strukturieren Aufgabengebiet entsprechend den Fähigkeiten und Fertigkei-
ten, ohne Akkord, ohne Einsatzortwechsel. Die von der Beschwerdeführe-
rin ausgeübte Tätigkeit bei der … entspricht dem Anforderungsprofil.

4.

Gestützt auf die festgestellte Arbeitsunfähigkeit (E. 3.7 vorstehend) ist der 
IV-Grad zu ermitteln. Dass die Beschwerdegegnerin im Abklärungsbericht 
Haushalt vom 30. Juni 2016 (AB 127) davon ausgegangen ist, dass die 
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit in einem Arbeitspensum von 
100 % arbeiten würde, und damit einen Status Erwerb von 100 % ange-
nommen hat (S. 5), überzeugt und ist nicht zu beanstanden. Die Be-
schwerdeführerin hat ihr Pensum erst nach Eintritt der Erkrankung auf 
80 % reduziert, weshalb diese Beschränkung bei der Berechnung des IV-
Grades nicht zu berücksichtigen ist.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind Validen- und Invalidenein-
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-
lass zu berücksichtigen (BGE 129 V 222). 

Unter Berücksichtigung einer seit 2014 erhöhten Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit gemäss dem Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
H.________ von 13. Juni 2016 (AB 125) sowie der Neuanmeldung im Fe-
bruar 2015 (AB 67) liegt der frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwen-
dung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG in der zweiten Hälfte des 
Jahres 2015. Der Einkommensvergleich ist deshalb auf diesen Zeitpunkt 
hin durchzuführen.

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2017, IV/17/325, Seite 16

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 
E. 2.2). 

4.3 Zur Ermittlung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegne-
rin im Abklärungsbericht vom 30. Juni 2016 (AB 127 S. 8) auf das durch-
schnittliche Einkommen in den Jahren 2002 bis 2004 abgestellt und dieses 
auf das Jahr 2015 indexiert. Dies ist nicht korrekt. Tatsächlich muss auf das 
zuletzt als Gesunde erzielte Einkommen abgestellt werden. Weder ist damit 
eine Durchschnittsberechnung geboten, noch kann auf das effektiv erzielte 
Einkommen in den Jahren 2002 bis 2004 abgestellt werden, denn in die-
sem Zeitraum war die Multiple Sklerose bei der Beschwerdeführerin bereits 
seit längerer Zeit diagnostiziert. Zu Recht hat denn die Beschwerdeführerin 
im Einwand vom 2. September 2016 (AB 137) darauf hingewiesen, dass 
sie gerade die Ausbildung zur … abgeschlossen gehabt habe, als die Er-
krankung aufgetreten ist, und diese Weiterbildung im Einkommen noch 
nicht abgebildet war. Die Beschwerdeführerin machte deshalb ein Ein-
kommen von monatlich Fr. 6'300.– bis Fr. 6'600.–, d.h. von jährlich 
Fr. 83'850.– (gemittelt Fr. 6‘450.– x 13) geltend (S. 6). Die Beschwerde-
gegnerin hat diesem Argument in der Folge Rechnung getragen und bei 
der IV-Grad-Berechnung in der angefochtenen Verfügung vom 3. März 
2017 auf der Basis der Tabellenlöhne das Kompetenzniveau 4 (Tätigkeiten 
mit komplexer Problemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein gros-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2017, IV/17/325, Seite 17

ses Fakten- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet vorausset-
zen) herangezogen und demzufolge ein gar noch leicht höheres Validen-
einkommen von Fr. 86‘061.00 angenommen (AB 149). Fraglich erscheint, 
ob hier tatsächlich bereits das Niveau 4 und damit die höchstmögliche 
Lohnstufe zu berücksichtigen ist. Wie es sich damit verhält, braucht aller-
dings angesichts des allein geringen Abweichens zur Lohnerhebung der 
Beschwerdeführerin selbst (AB 137 S. 2 bzw. S. 6) und mit Blick auf das 
Ergebnis nicht abschliessend beurteilt zu werden.

4.4 Die Berechnung des Invalideneinkommens durch die Beschwerde-
gegnerin erweist sich insoweit als korrekt, als für dessen Bestimmung auf 
das effektiv als … erzielte und auf 59.5 % reduzierte Einkommen abgestellt 
wurde. Bei einem monatlichen Einkommen von Fr. 5'632.50 bei einem 
80 %-Pensum gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 1. April 
2015 (AB 77) beträgt der Verdienst in einem Vollpensum Fr. 91‘528.15 pro 
Jahr (Fr. 5‘632.50 x 13 / 80 x 100). Bei Berücksichtigung einer verbleiben-
den Arbeitsfähigkeit von 59.5 % resultiert ein Invalideneinkommen von jähr-
lich Fr. 54‘459.25 (Fr. 91‘528.15 x 0.595).

4.5 Bei der Gegenüberstellung des hypothetischen Valideneinkom-
mens von Fr. 86‘061.00 und einem Invalideneinkommen von Fr. 54‘459.25 
resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 31‘601.75 was einem nicht 
rentenbegründenden IV-Grad von gerundet 37 % entspricht ([Fr. 86‘061.00 
./. Fr. 54‘459.25] / Fr. 86‘061.00 x 100; zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 und E. 3.3 S. 123). 

Damit hat die Beschwerdeführerin vorerst keinen Anspruch auf eine IV-
Rente (vgl. E. 2.2 vorstehend). Dass dieses – für die Beschwerdeführerin 
negative – Ergebnis bei anerkannter Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit 
von 40.5 % resultiert, ist nicht unwesentlich darauf zurückzuführen, dass 
die Beschwerdeführerin zufolge der IV-unterstützten Umschulung in ein 
Berufsfeld wechseln konnte, in dem vergleichsweise höhere Löhne bezahlt 
werden. Insoweit hat die IV mit der Umschulung das Ziel, eine Person so 
lange als möglich rentenausschliessend einzugliedern, erreicht. Trotz in-
zwischen erhöhter Arbeitsunfähigkeit in der umgeschulten Tätigkeit liegt 
nach wie vor keine rentenbegründende Invalidität vor. Damit besteht – bei 
allem Verständnis für die schwierige Situation mit einer schwersten unum-

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kehrbaren Erkrankung, die in Zukunft mit einiger Wahrscheinlichkeit zum 
Anspruch auf eine IV-Rente führen wird – derzeit noch kein Anspruch auf 
eine IV-Rente. 

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 3. März 2017 
(AB 149) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde er-
weist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder die Beschwerdefüh-
rerin (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch 
die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des 
Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Ebenso besteht kein Anspruch auf Ersatz der Kosten für den – für die Beur-
teilung des Sachverhalts bzw. der Streitfrage nicht massgebenden (vgl. 
3.5.2 vorstehend) – Bericht von Dr. med. C.________ vom 15. August 2016 
(AB 137 S. 7 ff.; Art. 45 Abs. 1 ATSG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.