# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71b73e2c-fbd7-544c-af61-f7ec347717bd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 30.08.2019 NP180027
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP180027_2019-08-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: NP180027-O/U 

 
Mitwirkend: die Oberrichterinnen Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, und 

Dr. D. Scherrer, Oberrichter Dr. M. Kriech und Gerichtsschreiberin 

MLaw K. Peterhans 

Urteil vom 30. August 2019 

in Sachen 

 
A._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 
vertreten durch Fürsprecher B._____,  

 
gegen 

 
1. ... 

2. C._____,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

 
1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 
betreffend Forderung   
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, vom 23. August 2018 (FV170053-L) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 2 S. 2) 

„1. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von 
Fr. 30'000.– nebst Zins von 5% ab dem 30.04.2010 zu bezahlen. 

 2. Der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von 
Fr. 30'000.– nebst Zins von 5% ab dem 30.04.2010 zu bezahlen. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“ 
 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 
23. August 2018: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'350.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des vorliegenden Verfahrens werden dem Kläger aufer-

legt und mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet. 

4. Der Kläger wird verpflichtet, den Beklagten 1 und 2 für die anwaltliche Ver-

tretung eine Parteientschädigung von je Fr. 4'740.– (an den Beklagten 2 

zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer auf Fr. 3'950.– und 7.7% Mehrwertsteuer 

auf Fr. 790.–) zu bezahlen. 

(5./6. Mitteilungen, Rechtsmittelbelehrung) 

Berufungsanträge: 

Des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 58 S. 2): 
 
„1. Es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich vom 23. August 2018 

(FV170053-L/Ue) folgendermassen abzuändern: 
 
 Ziff. 1. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger 

  den Betrag von Fr. 30‘000,-- nebst Zins von 5 % ab dem   
  30.04.2010 zu bezahlen. 

 

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 Ziff. 2. Die Gerichtskosten seien anteilsmässig dem Berufungsbeklagten 
   aufzuerlegen. 
 
 Ziff. 3. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten dem Berufungskläger 
   eine Parteientschädigung auszurichten. 
 
 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des Beru-

fungsbeklagten.“ 
 
 
Des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 70 S. 2): 
 
„(D)ie Klage und die Berufung seien abzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) für das Verfahren vor beiden Gerichtsin-
stanzen zulasten des Klägers und Berufungsklägers.“ 
 
 

Erwägungen: 

I. 

 Am 30. April 2010 ereignete sich bei Arbeiten an der Liegenschaft ... [Adres-

se] ein Arbeitsunfall. Der Kläger stürzte bei seiner Tätigkeit als Elektromonteur 

von einer Bockleiter aus einer Höhe von ca. 2.41 Metern auf den Boden, wobei er 

sich diverse Verletzungen, u.a. ein Schädel-Hirntrauma sowie Verletzungen der 

rechten Hand und des linken Ellbogens, zuzog. Der Kläger war bei der D._____ 

AG (vormals Beklagte 1) angestellt. Der Beklagte 2 (fortan „Beklagter“) stand im 

Zeitpunkt des Unfallereignisses bei der D._____ AG im ersten Lehrjahr als Elekt-

roinstallateur. Er war beim Unfallgeschehen insofern beteiligt, als er zunächst 

selbst versucht hatte, die anstehende Arbeit (Entfernen von Dübeln aus Plastik-

rohren, sog. „Ausdübeln“) vorzunehmen, und dem auf der Leiter stehenden Klä-

ger unmittelbar vor dem Sturz einen für die Verrichtung der Arbeit geeigneten 

Schraubenzieher gereicht hatte. 

 Der Kläger hatte vor Vorinstanz mit Teilklagen beantragt, die D._____ AG 

und der Beklagte seien (als einfache Streitgenossen) zu verpflichten, ihm als Ge-

nugtuung Fr. 30‘000.– zu bezahlen. Die Vorinstanz wies beide Rechtsbegehren 

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ab. Die Klageabweisung gegenüber der D._____ AG wurde vom Kläger nicht an-

gefochten und ist nicht Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens. Ge-

genüber dem Beklagten machte der Kläger sowohl eine Haftung aus Delikt (Art. 

41 OR) als auch aus Gefälligkeit in analoger Anwendung von Art. 422 Abs. 1 OR 

geltend. Im Berufungsverfahren hält der Kläger einzig an der Gefälligkeitshaftung 

als Anspruchsgrundlage fest. 

II. 

 Der Kläger hatte das Verfahren am 27. Oktober 2016 bei der Vorinstanz an-

hängig gemacht (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf vor Vorinstanz kann dem 

angefochtenen Urteil entnommen werden (Urk. 59 S. 2 ff.). Gegen das am 

23. August 2018 gefällte Urteil hat der Kläger hinsichtlich des Beklagten mit Beru-

fungsschrift vom 7. November 2018 rechtzeitig Berufung erhoben (Urk. 58). Der 

Kläger hat einen Kostenvorschuss von Fr. 3‘950.– geleistet (Urk. 65). Die Beru-

fungsantwortschrift datiert vom 21. Februar 2019 (Urk. 70). Der Kläger hat mit 

Eingabe vom 11. März 2019 unaufgefordert eine Stellungnahme zur Berufungs-

antwort eingereicht, welche dem Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt wurde 

(Urk. 74). Das Verfahren ist spruchreif. 

III. 

 1. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch 

die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig 

aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine 

tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Reetz/Theiler, 

in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mit-

tels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz 

zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen kritisierten Erwä-

gungen des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre 

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Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_580/2015 

vom 11.04.2016, E. 2.2 [nicht publiziert in BGE 142 III 271]). Was nicht in einer 

den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. Es ist näm-

lich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der 

Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt 

hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine pauschale Verwei-

sung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch eine neuerli-

che Darstellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, welche nicht darauf 

eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Pauschale Verweisungen 

auf die vor der Vorinstanz eingebrachten Rechtsschriften sind namentlich dann 

unzulässig, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausführungen des Berufungsklägers 

auseinandergesetzt hat. Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere 

selbständige Begründungen, muss sich der Berufungskläger in der Berufungs-

schrift mit allen Begründungen auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von 

Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier muss sich der Berufungskläger mit 

beiden Begründungen auseinandersetzen (Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-

ZPO, Art. 311 N 42 f.). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das Beru-

fungsgericht nicht gehalten, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehör-

de alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, 

wenn keine entsprechenden Rügen der Parteien vor der zweiten Instanz vorlie-

gen. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht 

grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort ge-

gen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die 

Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz 

vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin 

zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des 

Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen 

der ersten Instanz noch an die Argumente der Parteien gebunden. In tatsächlicher 

Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des erstinstanzlichen Gerichts gebun-

den, auch wenn mangels entsprechender Sachverhaltsrügen der Parteien im Be-

rufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid nach dem Gesagten in der Regel 

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als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient (BGE 144 III 394 E. 4.1.4 

m.w.H.). 

 2. Wer sich auf neue Tatsachen beruft (Art. 317 Abs. 1 ZPO), hat zu sub-

stantiieren und zu beweisen, dass er die entsprechenden Noven unverzüglich 

nach ihrer Entdeckung vorgebracht hat und dass er sie trotz Anwendung zumut-

barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz hat vorbringen können (Reetz/Hilber, 

in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., Art. 317 N 34). 

 Vorab unzulässig – wenn auch irrelevant für das vorliegende Verfahren – ist 

die neue Behauptung des Klägers, sämtliche Mitarbeiter der D._____ AG seien 

grundsätzlich durch eine Betriebshaftpflichtpolice bei der E._____ Versicherungs-

Gesellschaft gegen ausservertragliche Haftpflichtansprüche mitversichert Urk. 58 

S. 3). 

IV. 

A. Haftung 

 1. Der Kläger hatte vor Vorinstanz zum Unfallhergang zusammengefasst 

ausgeführt, der Beklagte habe wegen seiner Körpergrösse das „Ausdübeln“ von 

der Leiter aus nicht erfolgreich durchführen können, sei daher zum deutlich grös-

seren Kläger gegangen und habe ihn gebeten, diese Arbeit zu übernehmen. Der 

Kläger sei dann mit gespreizten Beinen links und rechts auf den zweitobersten 

Leitersprossen gestanden, während der Beklagte die Leiter links und rechts mit 

der Hand fixiert habe. Als er realisiert habe, dass der ihm vom Beklagten überge-

bene Schraubenzieher für die Arbeit ungeeignet gewesen sei, habe er dem Be-

klagten aufgetragen, einen passenden Schraubenzieher zu holen. Als der Beklag-

te mit dem Schraubenzieher zurückgekommen sei, sei er auf der Leiter drei 

Sprossen emporgestiegen, während er, der Kläger, auf den zweitobersten Spros-

sen stehengeblieben, in die Knie gegangen sei und die Hand ausgestreckt habe, 

um den Schraubenzieher entgegenzunehmen. Der Beklagte sei nach der Über-

gabe auf den Boden zurückgekehrt, worauf die Leiter gewankt habe. Der Kläger 

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habe versucht, sich durch einen Absprung von der wankenden bzw. kippenden 

Leiter zu retten, was ihm nicht gelungen sei: Er habe sich dabei in/an den Leiter-

sprossen verheddert, sei praktisch kopfvoran hinabgestürzt und habe auf dem 

Boden aufgeschlagen. Der Beklagte habe noch versucht, sich gegen die Leiter zu 

sperren, habe aber den Fall des Klägers nicht mehr verhindern können (Urk. 2 

S. 6 ff.; Urk. 59 S. 6 f.). 

 Dieser Darstellung widersprach der Beklagte vor Vorinstanz nur in einem 

Punkt: Nachdem er festgestellt habe, dass er aus seiner Position – unter der dritt-

obersten Sprosse stehend – den Verschluss des Plastikrohrs nicht habe erreichen 

können, habe er den in seiner Nähe tätigen Kläger informiert, dass die Leiter zu 

klein sei, und sei davon ausgegangen, sie würden nun gemeinsam die grössere 

Bockleiter aus dem Innenraum des Gebäudes holen. Zu seiner Überraschung ha-

be der Kläger erklärt, er würde diesen kleinen Handgriff gleich rasch selbst erledi-

gen (Urk. 17 S. 6 f.; Urk. 59 S. 11). 

 Im Hinblick auf die Billigkeitshaftung analog zur Geschäftsführung ohne Auf-

trag (Art. 422 Abs. 1 OR) machte der Kläger vor Vorinstanz geltend, auch wenn er 

und der Beklagte beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt gewesen seien, habe für 

den Kläger keine Verpflichtung bestanden, seine eigene Arbeit liegenzulassen 

und diejenige des Beklagten zu erledigen. Der Kläger hätte den Beklagten um 

Geduld bitten oder auf einen Kollegen verweisen können. Der gutmütige und kol-

legial eingestellte Kläger habe sich jedoch nicht zweimal bitten lassen und habe 

die Aufgabe des Beklagten übernommen. Das Verhalten des Klägers sei als Ge-

fälligkeit zu qualifizieren (Urk. 2 S. 16 f.). 

 2. Die Vorinstanz erwog zur Billigkeitshaftung, Art. 422 Abs. 1 OR komme 

zum Zug, wenn jemand eine Geschäftsbesorgung übernehme, die durch das Inte-

resse des Geschäftsherrn geboten sei. Es erscheine fraglich, ob der Kläger die 

Geschäftsführung wirklich im Interesse des Beklagten übernommen habe. Zwar 

erscheine die Formulierung des Beklagten, wonach er die Übernahme der Tätig-

keit durch den Kläger gar nicht gewollt habe, da ihm so ein Zugewinn an Erfah-

rung entgangen wäre, als doch eher lebensfremd. Umgekehrt sei es aber auch 

nicht so, dass der Beklagte der eigentliche Profiteur von der Arbeitsübernahme 

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durch den Kläger gewesen sei. Vielmehr habe die Arbeitsübernahme durch den 

Kläger – wie generell alle Arbeiten des Klägers auf der Baustelle und generell 

auch alle zur Arbeitserledigung notwendigen Abmachungen zwischen den einzel-

nen Arbeitern – der D._____ AG gedient. Diese sei es nämlich, welche ein Inte-

resse daran gehabt habe, dass die Arbeiten auf der Baustelle so schnell und so 

effizient wie möglich vorgenommen würden, und diese sei es, welche wirtschaft-

lich davon profitiere, wenn eine Arbeit besonders schnell erledigt werden könne. 

Gegenüber der D._____ AG habe der Kläger aber nicht ohne Auftrag gearbeitet, 

sondern im Gegenteil im Rahmen eines Arbeitsvertrages, weshalb die entspre-

chenden rechtlichen Regelungen zur Anwendung gelangen würden. Aus densel-

ben Gründen komme hier auch nicht die "Birnbaum-Praxis" des Bundesgerichts 

[vgl. BGE 61 II 95] zur Anwendung. Der Kläger habe nicht als Altruist, sondern als 

Arbeitnehmer der D._____ AG gehandelt. Abgesehen davon wäre selbst im ge-

genteiligen Fall keine Genugtuung zu Lasten des Beklagten zuzusprechen, denn 

eine solche erschiene ohnehin als unbillig; wenn schon erschiene eine Genugtu-

ungspflicht der D._____ AG – welche die eigentliche Profiteurin einer schnellen 

Arbeitserledigung gewesen sei – als billig, wobei aber für eine solche Billigkeits-

haftung keine gesetzliche Grundlage bestehe (Urk. 59 S. 32 f.). 

 In Bezug auf den Beklagten komme hinzu, dass Art. 422 OR auch deshalb 

nicht anwendbar sei, weil keine Geschäftsführung ohne Auftrag vorgelegen habe. 

Ganz im Gegenteil mache der Kläger ja selber geltend, dass er vom Beklagten 

darum gebeten worden sei, die Arbeit des „Ausdübelns“ zu übernehmen. Wenn 

nun aber eine Bitte vorliege, eine Arbeit zu übernehmen, so erfolge diese Arbeits-

übernahme nicht "ohne Auftrag". Daran vermöge auch der Umstand nichts zu än-

dern, dass der Kläger (angeblich oder tatsächlich) nicht verpflichtet gewesen sei, 

die Arbeit zu übernehmen. Denn die Geschäftsführung ohne Auftrag zeichne sich 

nicht dadurch aus, dass der Geschäftsführer eine Tätigkeit ohne Verpflichtung 

übernehme, sondern vielmehr dadurch, dass er sie ohne Veranlassung durch den 

Geschäftsherrn übernehme. Genau dies sei hier aber nicht der Fall, sei die Ar-

beitsübernahme doch unstreitig auf Veranlassung des Beklagten erfolgt, auch 

wenn der genaue Wortlaut der Veranlassung umstritten sei. Wenn schon käme 

eine Haftung gemäss der "Birnbaum-Praxis" in Frage, wobei aber auch dies nicht 

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der Fall sei, da der Kläger für seine Tätigkeit auf der Baustelle bezahlt gewesen 

sei – wenn auch durch die D._____ AG und nicht den Beklagten und wenn auch 

nicht separat für jeden einzelnen Arbeitsschritt –, weshalb er seine Handlungen 

auf der Baustelle im Rahmen seiner Aufgabe als Arbeitnehmer und nicht im Rah-

men eines altruistischen Engagements vorgenommen habe (Urk. 59 S. 33 f.). 

 3. a) Der Kläger rügt in seiner Berufungsschrift, die Vorinstanz habe das 

Tatbestandselement des Interesses des Geschäftsherrn rein ökonomisch ausge-

legt. Der Beklagte habe sehr wohl ein eigenes Interesse gehabt, den Kläger um 

Hilfe zu bitten. Er beschreibt dazu folgende Interessenlagen (Urk. 58 S. 8 ff.): 

- Es sei ein menschliches und nachvollziehbares Verhalten, nicht zum Vorge-

setzten (i.e. Bauleiter F._____) zu gehen und um Hilfe zu bitten, wenn eine 

Aufgabe nicht erfüllt werden könne. Der Beklagte hätte das Problem selber 

lösen können, indem er in die Mehrzweckhalle gegangen wäre, wo F._____ 

und der Kläger mit einer offenbar passend langen Leiter hantiert hätten, und 

hätte darum bitten können, diese Leiter borgen zu dürfen. Erweise sich ein 

Lehrling tendenziell als unbeholfen, weil er wegen jedem unvorhergesehe-

nen Problem den Vorgesetzten oder Lehrlingsbetreuer beiziehe, werde sich 

dies in seiner Mitarbeiter- bzw. Lehrlingsbeurteilung negativ niederschlagen. 

- Das gesamte Team habe sich am Vormittag des Unfalltags in Eile befunden, 

da F._____ rechtzeitig zu Mittag habe daheim sein wollen. Der Beklagte ha-

be daher ein handfestes Interesse gehabt, den von ihm nicht erfüllten Auf-

trag durch den Kläger rasch und unkompliziert erledigen zu lassen, um nicht 

das gesamte Team von einem rechtzeitigen Aufbruch in die Mittagspause 

oder gar ins Wochenende abzuhalten. 

- Es sei notorisch, dass die Arbeit auf Leitern stark gefahrenträchtig sei. Der 

Beklagte habe daher ein immanentes Interesse daran gehabt, diese gefähr-

liche Arbeit durch den Kläger ausführen zu lassen. 

- Wäre der Auftrag unerledigt geblieben oder hätte der Beklagte den Baustel-

lenleiter oder weitere Kollegen involvieren müssen, so sei anzunehmen, 

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dass dies zu einem nachteiligen Bild des Beklagten im Team geführt hätte, 

indem man ihm künftig wenig(er) zugetraut oder ihn als unbeholfen wahrge-

nommen hätte. 

 Diese – teilweise hypothetischen und vom Beklagten bestrittenen (Urk. 70 

S. 6 f.) – Tatsachenbehauptungen wurden weitestgehend erstmals im Berufungs-

verfahren aufgestellt und sind daher unbeachtlich; der Kläger unterlässt denn 

auch entsprechende Hinweise auf die Vorakten (s. vorn E. III/2). Einzig die Be-

hauptung, das gesamte Team habe sich am Vormittag des Unfalltags in Eile be-

funden, da F._____ rechtzeitig zu Mittag habe daheim sein wollen, wurde bereits 

vor Vorinstanz – wenn auch in anderem Zusammenhang – erhoben (Replik {= Urk 

25} S. 3 und nicht Klageschrift, wie der Kläger fälschlicherweise zitiert {Urk. 58 S. 

9 Rz 18.2}). Das Vorbringen ist aber nicht nur mit dieser einen Ausnahme verspä-

tet, sondern auch unsubstantiiert. So bleibt offen, ob der Beklagte schon wieder-

holt andere Mitarbeiter bei Arbeiten, welche er selber hätte erledigen können, um 

Hilfe ersucht hat, woraus sich erst eine negative Beurteilung für ihn hätte ergeben 

können. Ebenso wenig macht der Kläger Angaben über den zeitlichen Umfang 

der vom Beklagten zu verrichtenden Arbeiten, so dass nicht beurteilt werden 

kann, ob die beabsichtigte Hilfeleistung des Klägers bei seinem Tagespensum 

und der behaupteten Eile überhaupt ins Gewicht gefallen wäre. Die Behauptung, 

der Beklagte habe ein immanentes Interesse gehabt, die Arbeit auf der Leiter dem 

Kläger zu überlassen, weil Arbeit auf Leitern stark gefahrenträchtig sei, erfolgt 

ebenfalls ohne jegliche Konkretisierung und zudem ohne Beweisofferte. Die Ar-

beit auf Leitern gehört zum Berufsalltag des Elektroinstallateurs, ansonsten nicht 

schon in der Ausbildung grosses Gewicht auf die richtige Handhabung gelegt 

würde (vgl. Urk. 19/2). Es ist keineswegs notorisch, dass Lehrlinge wegen des 

Gefahrenpotentials ein generelles Interesse daran haben, Arbeiten auf Leitern 

andern Mitarbeitern zu überlassen. Dass es beim Beklagten so war, als er den 

Auftrag des „Ausdübelns“ erhielt, bleibt unbewiesen. 

 Wenn man von der klägerischen Darstellung zum Unfallhergang ausgeht, 

bleibt es also dabei, dass der Beklagte den Kläger fragte, ob er das „Ausdübeln“ 

übernehmen könne, weil der Beklagte für diese Arbeit zu klein gewesen sei. Ein 

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darüber hinausgehendes Interesse des Beklagten, dass der Kläger diese Arbeit 

übernehme, wurde von diesem vor Vorinstanz nicht bzw. nicht rechtsgenügend 

behauptet. 

 b) Art. 422 Abs. 1 OR bestimmt für die Geschäftsführung im Interesse des 

Geschäftsherrn, dass dieser verpflichtet ist, den Schaden, welcher der Geschäfts-

führer durch die Geschäftsbesorgung erleidet, nach Ermessen des Richters zu 

ersetzen. Es handelt sich um eine Kausalhaftung, weshalb ausreicht, dass der 

Geschäftsführer im Rahmen der Geschäftsbesorgung und damit im Interesse des 

Geschäftsherrn tätig geworden ist. Nicht nur das Handeln im Interesse eines an-

dern bildet den Haftungsgrund, sondern gegebenenfalls auch der Umstand, dass 

sich der Geschäftsführer dabei in Gefahr begibt. Die Risikohaftung beruht auf 

dem Prinzip, dass das Risiko schadensgeneigter, gefährlicher Tätigkeit von jenem 

zu tragen ist, in dessen Interesse und zu dessen Nutzen sie ausgeführt wird (BGE 

129 III 181 E. 4). Die echte berechtigte Geschäftsführung ohne Auftrag lässt ein 

gesetzliches Schuldverhältnis entstehen. Sie besteht darin, dass jemand willent-

lich und ohne rechtsgeschäftliche oder gesetzliche Verpflichtung im Interesse ei-

nes andern tätig wird. Demgegenüber sind Gefälligkeiten Leistungen, die unent-

geltlich und uneigennützig sind und die ohne Rechtsbindungswillen erbracht wer-

den. Der Gefälligkeitsempfänger hat nach der zitierten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung analog den Bestimmungen zur Geschäftsführung ohne Auftrag 

kausal für den Schaden des Gefälligkeitserbringers einzustehen (CHK-Jenny/ 

Maissen/Huguenin, OR 419 N 1 und 5, m.w.H.; BSK OR II-Weber, Art. 422 N 11). 

 Sowohl bei der (echten) Geschäftsführung ohne Auftrag wie auch bei der 

Gefälligkeit muss sich die Tätigkeit auf eine fremde Angelegenheit beziehen, in 

einen fremden Rechts- oder Interessenkreis eingreifen. Ein Geschäft ist fremd, 

sobald es zur Interessensphäre einer andern Person gehört und nicht aus-

schliesslich den Rechtsbereich des Handelnden beschlägt (ZK OR-Schmid, 

Art. 419 N 14). Im Vordergrund steht jeweils der Einsatz des Geschäftsführers 

zugunsten des Geschäftsherrn. Die Früchte der Tätigkeit sollen – nach dem Wil-

len des Geschäftsführers – jenem zukommen (Lischer, Die Geschäftsführung oh-

ne Auftrag im schweizerischen Recht, Basler Studien zur Rechtswissenschaft, 

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Bd. 20, Basel und Frankfurt am Main 1990, S. 27). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist die Unterscheidung zwischen Gefälligkeit und Geschäftsfüh-

rung ohne Auftrag von den Umständen des Einzelfalls abhängig, insbesondere 

von der Art der erbrachten Leistung, deren Grundlage und Ziel, von deren öko-

nomischen und juristischen Bedeutung, den Umständen, unter welchen sie er-

bracht wurde, sowie von der Interessenlage der beteiligten Parteien. Es muss 

insbesondere untersucht werden, ob die Tätigkeit durch objektive Interessen des 

Geschäftsherrn geboten war, weil dieser sie nicht selber wahrnehmen konnte, 

oder ob es bloss eine nützliche Handlung war, die der Geschäftsherr auch selber 

hätte vornehmen oder vornehmen lassen können und die der Geschäftsführer aus 

reiner Kulanz übernahm (BGer 4A_326/2008 vom 16.12.2008, E. 3.2). 

 c) Sowohl der Kläger als auch der Beklagte waren im Unfallzeitpunkt Arbeit-

nehmer der D._____ AG und auf derselben Baustelle beschäftigt. Gemäss 

Art. 321a Abs. 1 OR hat der Arbeitnehmer die berechtigten Interessen des Arbeit-

gebers in guten Treuen zu wahren. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, alles zu tun, 

was den Erfolg, den sein Arbeitgeber aus der Arbeit des Arbeitnehmers ziehen 

will, herbeiführt, und alles zu unterlassen, das diesen Erfolg hindert. Vorausge-

setzt ist dabei, dass dieser Erfolg dem Arbeitnehmer bekannt ist. Die Treuepflicht 

deckt sich somit in ihrem Umfang mit der Arbeitspflicht. Arbeitet ein Arbeitnehmer 

in einem Verband von Mitarbeitern, ergibt sich daraus die Verpflichtung zur Zu-

sammenarbeit innerhalb eines bestimmten Kreises des Betriebs. Sie gehört zur 

Arbeitspflicht (Geiser, Die Treuepflicht des Arbeitnehmers und ihre Schranken, 

Diss. Bern 1983, S. 61 und 63; Nawiasky, Die Betriebs- und Berufsgemeinschaft 

als Rechtsproblem, in: Festgabe für den Schweizerischen Juristentag 1944, 

St. Gallen 1944, S. 198). 

 Der Kläger macht im Berufungsverfahren geltend, er habe keinerlei Lehr-

lingsbetreuungsaufgaben gehabt. Vorgesetzter sei F._____ gewesen (Urk. 58 S. 

8). Es gebe keinen allgemein gültigen Grundsatz, dass ein Mitarbeiter einem an-

dern Mitarbeiter bzw. Lehrling umgehend zu Hilfe eilen müsse, wenn es von die-

sem verlangt werde. Als Arbeitnehmer und Mitglied eines Teams könne man 

durchaus bis zu einem gewissen Grad Dienst nach Vorschrift machen, sich den 

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Kollegen weniger oder mehr hilfsbereit erweisen (Urk. 58 S. 11). Dem wider-

spricht der Beklagte nach zum zuvor Gesagten zu Recht, wenn er ausführt, auf-

grund der arbeitsrechtlichen Treuepflicht sei der Kläger gehalten gewesen, dem 

Lehrling beizustehen und diesen zu unterstützen, weshalb er eine arbeitsrechtli-

che Pflicht zu erfüllen gehabt habe (Urk. 70 S. 5). Die Früchte der klägerischen 

Hilfeleistung wären der gemeinsamen Arbeitgeberin der Parteien, der D._____ 

AG, zugekommen. Für die Annahme einer blossen Gefälligkeit gegenüber dem 

Beklagten bleibt damit kein Raum; dieser haftet nicht, weil er den Kläger bei der 

Erfüllung der Arbeitspflicht um Unterstützung bat (vgl. für die Betriebsgruppe Vi-

scher/Müller, Der Arbeitsvertrag, SPR VII/4, 4. A., Basel 2014, S. 121 Rz 66 f.). 

Dass es sich um eine Geschäftsführung ohne Auftrag zugunsten des Beklagten 

gehandelt habe, behauptet der Kläger zu Recht nicht. 

B. Verjährung 

 1. Der Beklagte hatte bereits vor Vorinstanz die Verjährungseinrede erhoben 

(Urk. 34 S. 14; Urk. 59 S. 19) und hält im Berufungsverfahren an dieser fest. Die 

Vorinstanz hat die Frage offengelassen (Urk. 59 S. 34). Der Beklagte verweist da-

rauf, dass Ansprüche aus Geschäftsführung ohne Auftrag gestützt auf Art. 60 OR 

ein Jahr nach Kenntnis des Schadens verjähren würden. Die Kenntnis des Scha-

dens liege vor, wenn dieser in groben Zügen geschätzt werden könne. Wenn der 

Schaden darin bestehe, dass die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden 

könne, so beginne die Verjährung zum Zeitpunkt der Kenntnis der Notwendigkeit 

des Berufswechsels. Die Rentenfestlegung durch den Sozialversicherer sei für die 

verjährungsauslösende Kenntnis nicht entscheidend. Der stabilisierte medizini-

sche Zustand des Klägers habe seit dem letzten, anfangs 2012 durchgeführten 

operativen Eingriff festgestanden. Spätestens im Juni 2013 sei dem Kläger auch 

die Notwendigkeit eines Berufswechsels bekannt gewesen, wie dies im Schluss-

bericht vom 7. Juni 2013 zur am 22. Mai 2013 abgeschlossenen BEFAS-Abklä-

rung im … festgehalten worden sei, so dass zu diesem Zeitpunkt die einjährige 

Verjährungsfrist (zu laufen) begonnen habe. Am 19. November 2014, als erstmals 

im Namen des Beklagten der Verzicht auf die Einrede der Verjährung erklärt wor-

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den sei, sei die Verjährung bereits eingetreten gewesen, worauf im entsprechen-

den Schreiben auch ausdrücklich hingewiesen worden sei (Urk. 70 S. 2 und 3). 

 2. Der Kläger beruft sich auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wo-

nach angesichts der Kürze der Verjährungsfrist kein allzu strenger Massstab an-

zusetzen sei und der Gläubiger je nach den Umständen des Einzelfalls eine ge-

wisse Zeit verstreichen lassen dürfe, um das endgültige Ausmass des Schadens 

abschätzen zu können. Weiter müsse der Gläubiger die einzelnen Schadenspos-

ten seines Gesamtschadens kennen, der erst feststehe, wenn das letzte Element 

eingetreten sei. Bei einem Dauerschaden wie vorliegend sei dies der Zeitpunkt 

des Rentenentscheids der Invaliden- oder der UVG-Versicherung. Die IV habe bis 

heute nicht rechtskräftig entschieden, ob mindestens teilweise eine unfallkausale 

Invalidität vorliege. Die IV habe berufliche Massnahmen aufgenommen, welche 

Ende April 2014 abgeschlossen worden seien. Per 1. Mai 2014 habe der Kläger 

die behinderungsangepasste Tätigkeit bei der Firma G._____ AG antreten kön-

nen – unfallbedingt allerdings nur in einem Teilpensum –, welche er heute noch 

ausübe. Am 21. August 2015 habe die IV verfügt, dass der Kläger keinen Ren-

tenanspruch habe. Die dagegen erhobene Beschwerde habe das kantonale Ver-

sicherungsgericht gutgeheissen und die IV verpflichtet, weitere Abklärungen vor-

zunehmen (Urk. 74 S. 2 f.; Urk. 25 S. 14). 

 3. Unbestritten ist, dass ein allfälliger Genugtuungsanspruch des Klägers in 

einem Jahr von dem Tage hinweg verjährt, wo er Kenntnis vom Schaden und von 

der Person des Ersatzpflichtigen erlangt hat (Art. 60 Abs. 1 OR). Der Gläubiger 

kennt den Schaden genügend, wenn er mit Bezug auf sein Vorhandensein, seine 

Natur und seine Elemente die zur Begründung einer gerichtlichen Klage geeigne-

ten Umstände erfährt; dem Gläubiger ist es nicht erlaubt, seine Klage bis zum 

Zeitpunkt hinauszuschieben, in dem er den absolut genauen Umfang seines 

Nachteils kennt, denn der Schaden – auch ein künftiger – kann gemäss Art. 42 

Abs. 2 OR geschätzt werden (BGE 131 III 61 E. 3.1.1; BGer 4A_454/2010 vom 

06.01.2011, E. 3.1; 5A_86/2017 vom 13.06.2018, E. 2.3; 2C_245/2018 vom 

21.11.2018, E. 7.3). Bei Körperverletzungen sind im Hinblick auf die Verjährung 

die Heilungs- und Spitalaufenthaltskosten, der vorübergehende Erwerbsausfall 

- 15 - 

und der Invaliditätsschaden nicht separat zu betrachten (Prinzip des Gesamt-

schadens; BGer A_454/2010 vom 06.01.2011, E. 3.1 Abs. 5; BSK OR I-Däppen, 

Art. 60 N 7; BK OR-Brehm, Art. 60 N 29). Bei Invalidität liegt genügende Kenntnis 

vor, wenn der Invaliditätsgrad feststeht, in der Regel spätestens mit dem Renten-

entscheid des Unfallversicherers. Die Höhe der Leistungen des Unfallversicherers 

muss aber nicht endgültig bekannt sein (BGer 2C_707/2010 vom 15.04.2011, 

E. 4.4; BK OR-Brehm, Art. 60 N 41, 43 und 45).  

 Der Beklagte stützt sich für die Kenntnis des Schadens auf den Schlussbe-

richt BEFAS vom 7. Juni 2013 (Urk. 35). Unbestritten blieb, dass der stabilisierte 

medizinische Zustand des Klägers seit dem letzten, anfangs 2012 durchgeführten 

Eingriff feststand. Der Kläger hat zudem nicht bestritten, im Berichtszeitpunkt ge-

wusst zu haben, dass er seine bisherige Tätigkeit nicht mehr würde ausüben kön-

nen (Urk. 74 S. 2). Weiter heisst es im BEFAS-Bericht, dass dem Kläger unter op-

timal behinderungsangepassten Arbeitsverhältnissen ein uneingeschränktes Ar-

beitszeitpensum zugemutet werden könne (Urk. 35 S. 11). Gemäss Brehm, den 

der Beklagte zitiert, beginnt die Verjährung frühestens zu laufen, wenn über die 

Notwendigkeit eines Berufswechsels Gewissheit besteht (BK OR-Brehm, Art. 60 

N 39). Diese Gewissheit bestand aufgrund der BEFAS-Abklärung. Laut Schluss-

bericht wurde initial eine ca. 70 %ige Gesamtarbeitsleistung erwartet. Unter all-

mählicher Gewöhnung an arbeitsspezifische behinderungsgerechte Arbeitsbelas-

tungen sollte im Verlauf die Gesamtarbeitsleistung gegen 80 bis 100 % ange-

strebt werden können, was im Rahmen des vorgesehenen einjährigen Praktikums 

als Elektroplaner in Abhängigkeit vom weiteren Verlauf zu konkretisieren sein 

werde (Urk. 35 S. 11). Damit war der Schaden zufolge Berufswechsels und allen-

falls leicht eingeschränkter Erwerbsfähigkeit dem Kläger in groben Zügen bekannt 

(vgl. BK OR-Brehm, Art. 60 N 41). Zudem hatte sich der Gesundheitszustand sta-

bilisiert, weshalb auch die Grundlagen für die Bezifferung des weiteren Schadens 

und einer Genugtuung vorhanden waren. Auch wenn der Rentenentscheid oft die 

entscheidende Information für die Kenntnis des Schadens liefert, löst nicht erst 

die Mitteilung des Entscheids systematisch die relative Verjährungsfrist aus (BGer 

4A_136/2012 vom 18.07.2012, E. 4.2 Abs. 3 und E. 4.3; 4A_499/2014 vom 

28.01.2015, E. 3.2). Dies ist vorliegend der Fall. Die Verjährung des eingeklagten 

- 16 - 

Anspruchs war daher im Laufe des Juni 2014 und insbesondere im Zeitpunkt, als 

die involvierte Versicherungsgesellschaft E._____ namens des Beklagten den 

Verzicht auf Erhebung der Verjährungseinrede erklärte, eingetreten. Gemäss 

Verzichtsschreiben vom 19. November 2014 erfolgte der Verzicht unter der Vor-

aussetzung, dass die Verjährung nicht bereits eingetreten sei (Urk. 27/21). Die 

Verjährungseinrede wurde somit gültig erhoben. 

 4. Der eingeklagte Anspruch besteht wegen der eingetretenen Verjährung 

und mangels Haftung nicht. Die Vorinstanz hat die Klage zu Recht abgewiesen. 

Die Berufung ist daher abzuweisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen. 

V. 

 Ausgangsgemäss wird der Kläger für das zweitinstanzliche Verfahren kos-

ten- und entschädigungspflichtig. Bei der Parteientschädigung ist antragsgemäss 

ein Zuschlag für die Mehrwertsteuer (7,7 %) vorzunehmen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung – Einzelgericht, vom 23. August 2018 wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3‘950.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Kläger 

auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten für das zweitinstanzliche Verfah-

ren eine Parteientschädigung von Fr. 3‘000.– zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

- 17 - 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 30‘000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 30. August 2019 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw K. Peterhans 
 
 
versandt am: 
am 

	Urteil vom 30. August 2019
	Rechtsbegehren: (Urk. 2 S. 2)
	Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 23. August 2018:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'350.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des vorliegenden Verfahrens werden dem Kläger auferlegt und mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet.
	4. Der Kläger wird verpflichtet, den Beklagten 1 und 2 für die anwaltliche Vertretung eine Parteientschädigung von je Fr. 4'740.– (an den Beklagten 2 zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer auf Fr. 3'950.– und 7.7% Mehrwertsteuer auf Fr. 790.–) zu bezahlen.
	(5./6. Mitteilungen, Rechtsmittelbelehrung)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	V.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 23. August 2018 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3‘950.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Kläger auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3‘000.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...