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**Case Identifier:** 45c81cf1-c9b4-505a-a38b-c418a59fd322
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 09.05.2025 VKL.2024.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VKL-2024-17_2025-05-09.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VKL.2024.17 / pm / nl  
Art. 55 

 

 

Urteil vom 9. Mai 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichter Kathriner  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Meier  

 

 
   

Kläger   A._____ 

vertreten durch lic. iur. Michele Santucci, Rechtsanwalt,  

Zentralstrasse 55a, Postfach, 5610 Wohlen AG  

 

 
   

Beklagte 1  Pensionskasse der B._____, 

c/o C._____ AG 

vertreten durch lic. iur. Andreas Gnädinger, Rechtsanwalt, 

Seestrasse 6, Postfach, 8027 Zürich 

 

 

Beklagte 2  BVG-Sammelstiftung D._____, c/o E._____ AG 

 

 
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend BVG 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1979 geborene Kläger war vom 1. September 2012 bis zum 29. Feb-

ruar 2016 bei der F._____ AG, Q._____, angestellt und daher bei der Be-

klagten 2 berufsvorsorgeversichert. Mit Verfügung vom 19. Februar 2019 

sprach ihm die IV-Stelle Basel-Stadt ab dem 1. Februar 2017 eine ganze 

und ab dem 1. Februar 2018 eine bis 30. Juni 2018 befristete Dreiviertels-

rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zu.  

 

1.2. 

Vom 1. Januar bis 30. Juni 2019 war der Kläger sodann bei der G._____ 

AG als Chemikant angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beklagten 1 

berufsvorsorgeversichert. Im März 2020 meldete sich der Kläger erneut bei 

der IV-Stelle Basel-Stadt zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 

22. September 2023 sprach diese dem Kläger ab dem 1. September 2020 

eine bis 28. Februar 2023 befristete halbe Rente (Invaliditätsgrad von 

50 %) zu. Mit Schreiben vom 23. Oktober 2023 teilte die Beklagte 1 dem 

Kläger mit, er habe ihr gegenüber keinen Anspruch auf Invalidenleistungen 

aus beruflicher Vorsorge. Am 20. Februar 2024 verneinte auch die Be-

klagte 2 eine Leistungspflicht für die Erwerbsunfähigkeit, welche zur Zu-

sprache einer ab dem 1. September 2020 bis 28. Februar 2023 befristeten 

halben Rente der Invalidenversicherung geführt hatte. 

 

2. 

2.1. 

Am 22. Mai 2024 erhob der Kläger beim Versicherungsgericht Klage gegen 

die beiden Beklagten und stellte folgende Rechtsbegehren. 

 

"1. Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger für die Zeit vom 
1. September 2020 bis 28. Februar 2023 eine nach den gesetzlichen 
und reglementarischen Bestimmungen festzulegende Invalidenrente 
sowie entsprechende Kinderrenten auf der Basis eines Invaliditätsgra-
des von 50% auszurichten. 

 
 2. Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, auf den bereits fällig gewordenen 

Rentenleistungen ab dem 22. Mai 2024 Verzugszinsen in Höhe von 5% 
für die bis dahin fällig gewordenen Rentenbetreffnisse zu zahlen. 

 
 3. Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpflichten, dem Kläger für die Zeit 

vom 1. September 2020 bis 28. Februar 2023 eine nach den gesetzli-
chen und reglementarischen Bestimmungen festzulegende Invaliden-
rente sowie entsprechende Kinderrenten auf der Basis eines Invalidi-
tätsgrades von 50% auszurichten. 

 
 4. Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpflichten, auf den bereits fällig ge-

wordenen Rentenleistungen ab dem 22. Mai 2024 Verzugszinsen in 
Höhe von 5% für die bis dahin fällig gewordenen Rentenbetreffnisse zu 
zahlen. 

 - 3 - 

 

 

 
 5. Alles unter Entschädigungsfolgen (zzgl. 8,1% MWST) zu Lasten der 

Beklagten 1, eventualiter zu Lasten der Beklagten 2." 

 

2.2. 

Die Beklagte 1 beantragte mit Klageantwort vom 8. Oktober 2024 die Ab-

weisung der Klage. 

 

2.3. 

Die Beklagte 2 beantragte mit Klageantwort vom 9. Oktober 2024 die Ab-

weisung der Klage, soweit damit Ansprüche ihr gegenüber geltend ge-

macht würden, sowie eventualiter, sie sei zu verpflichten, dem Kläger für 

die Zeit vom 1. September 2020 bis 28. Februar 2023 eine nach den ge-

setzlichen Bestimmungen festzulegende Invalidenrente sowie eine ent-

sprechende Kinderrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50 % 

auszurichten. 

 

2.4. 

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2024 zog der Instruktionsrichter die Ak-

ten der IV-Stelle Basel-Stadt bei und stellte diese in der Folge der Beklag-

ten 1, wie von dieser in ihrer Klageantwort beantragt, zu. Mit Eingabe vom 

5. Februar 2025 verzichtete die Beklagte 1 auf eine Stellungnahme zu den 

zugestellten Akten und hielt an ihrer Klageantwort vollumfänglich fest. Mit 

Eingabe vom 12. Februar 2025 verzichtete die Beklagte 2 auf eine Stel-

lungnahme zu der Eingabe der Beklagten 1 vom 5. Februar 2025 und hielt 

an ihrer Klageantwort ebenfalls vollumfänglich fest.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob der Kläger gegenüber einer der beiden Be-

klagten ab 1. September 2020 bis 28. Februar 2023 Anspruch auf Invali-

denleistungen aus beruflicher Vorsorge hat. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Gemäss Art. 23 lit. a BVG haben diejenigen Personen Anspruch auf Inva-

lidenleistungen, die im Sinne der IV mindestens 40 % invalid sind und bei 

Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, ver-

sichert waren. Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vor-

sorge sind von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, bei welcher die 

ansprechende Person bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur 

Invalidität geführt hat, versichert war (Art. 23 lit. a BVG; BGE 135 V 13 

E. 2.6 S. 17 f.). Versichertes Ereignis nach Art. 23 lit. a BVG ist der Eintritt 

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der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, unabhän-

gig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Mass daraus ein An-

spruch auf Invalidenleistungen entsteht (BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68). Für 

die Bestimmung der Leistungszuständigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG 

ist – wie für die Eröffnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG – eine 

erhebliche und dauerhafte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen 

im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich massgebend. Diese muss min-

destens 20 % betragen (BGE 144 V 58 E. 4.4 S. 62 f.; SVR 2017 BVG 

Nr. 25 S. 113, 9C_518/2016 E. 2.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesge-

richts 9C_388/2021 vom 17. November 2021 E. 2.1). 

 

2.1.2. 

Der Anspruch auf Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge setzt einen 

engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der während 

andauerndem Vorsorgeverhältnis (einschliesslich Nachdeckungsfrist nach 

Art. 10 Abs. 3 BVG) bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst 

später eingetretenen Invalidität voraus. Der sachliche Konnex ist gegeben, 

wenn der Gesundheitsschaden, welcher zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, 

im Wesentlichen derselbe ist, wie er der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt. 

Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass 

die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache 

zur Invalidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig 

war (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22 f.). Eine Unterbrechung des zeitlichen Kon-

nexes ist dann anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate eine 

Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer angepassten Erwerbstätigkeit ge-

geben ist (BGE 144 V 58; Urteil des Bundesgerichts 9C_181/2021 vom 

10. Juni 2021 E. 2.1.2). 

 

Eine drei Monate oder länger andauernde (annähernd) vollständige Ar-

beitsfähigkeit (SVR 2014 BVG Nr. 1 S. 1, 9C_98/2013 E. 4.1) ist ein ge-

wichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs, so-

fern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objek-

tiv wahrscheinlich darstellt. Der zeitliche Zusammenhang kann daher auch 

bei einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit gewahrt sein, wenn 

eine dauerhafte berufliche Wiedereingliederung unwahrscheinlich war, 

etwa weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als Eingliede-

rungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des 

Arbeitgebers beruhte (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22 f.; SVR 2010 BVG 

Nr. 18 S. 70, 9C_169/2009 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 9C_569/2013 

vom 18. Februar 2014 E. 1.2.2 und E. 5.3). 

 

2.2. 

2.2.1. 

Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der IV und 

demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der In-

validitätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in 

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der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 

E. 2a S. 271; 120 V 106 E. 3c S. 108 f., je mit Hinweisen). Praxisgemäss 

sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindest-

vorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der in-

validisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung 

des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung auf-

grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhalt-

bar erscheint (BGE 126 V 308 E. 1 S. 311). Diese Konzeption fusst auf der 

Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von ei-

genen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Fest-

stellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversiche-

rungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine In-

validenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2 S. 4 f.). 

 

2.2.2. 

Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spä-

testens) ins Vorbescheidverfahren (Art. 73ter IVV) einbezogen und ihr die 

Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 

9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Unterbleibt ein sol-

ches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festset-

zung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufs-

vorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1 S. 273 f.). 

 

3. 

3.1. 

Die IV-Stelle Basel-Stadt sprach dem Kläger mit Verfügung vom 19. Feb-

ruar 2019 – ausgehend von einer seit Februar 2016 ununterbrochen beste-

henden Arbeitsunfähigkeit in erheblichem Ausmass – ab dem 1. Februar 

2017 eine ganze und ab dem 1. Februar 2018 eine bis 30. Juni 2018 be-

fristete Dreiviertelsrente zu (Akten der IV-Stelle Basel-Stadt [IV act.] 119). 

Diese Verfügung wurde der Beklagten 2 formgültig eröffnet (vgl. IV act. 119 

S. 4 unten). Die Beklagte 2 wurde zudem ins Vorbescheidverfahren mitein-

bezogen (vgl. den Vorbescheid vom 5. November 2018 in IV act. 109 S. 1). 

Sie ist daher an die Feststellungen in der Verfügung vom 19. Februar 2019 

gebunden. In dieser (rechtskräftigen) Verfügung ging die IV-Stelle Basel-

Stadt von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Klägers in jeglichen Tätig-

keiten seit März 2018 aus (IV act. 119 S. 7). Somit wurde rechtskräftig und 

gegenüber der Beklagten 2 verbindlich eine seit März 2018 bestehende 

und in der Folge weit über drei Monate dauernde 100%ige Arbeitsfähigkeit 

in sämtlichen Tätigkeiten festgestellt. 

 

Sodann bestand gemäss dem von der IV-Stelle Basel-Stadt eingeholten 

psychiatrischen Gutachten von Dr. med. H._____, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 8. November 2022 von Juli 2018 bis April 2019 

eine Arbeitsfähigkeit von 100 % sowohl in der bisherigen als auch in einer 

angepassten Tätigkeit (IV act. 236 S. 22 f.). Dies ist nachvollziehbar. So 

 - 6 - 

 

 

ging der behandelnde Arzt des Klägers, med. pract. I._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Bericht vom 9. Oktober 2018 

(unter anderem) von derzeit remittierten rezidivierenden depressiven Epi-

soden mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3) aus. Unter psycho-

therapeutischer und psychopharmakologischer Behandlung habe eine Ver-

besserung der Symptomatik erzielt werden können. Das im Mai 2016 eröff-

nete Strafverfahren gegen den Kläger sei "im Sommer dieses Jahres" be-

endet worden. Mit Entkräftigung der gegen den Kläger erhobenen Vorwürfe 

habe sich der Zustand des Klägers zunehmend verbessert. Die Prognose 

sei weiterhin gut bei Wegfall der Stressoren, insbesondere des Strafverfah-

rens. Seit Juni 2018 bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr (IV act. 104 

S. 3).  

 

3.2. 

In seinem Bericht vom 20. August 2019 attestierte med. pract. I._____ 

dann dem Kläger ab dem 8. Mai 2019 bis zum 27. Mai 2019 eine 100%ige, 

ab dem 28. Mai 2019 eine 50%ige und ab dem 1. Juli 2019 wiederum eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV act. 129 S. 14). Zum davorliegenden Zeit-

raum nahm er dabei nicht Stellung. Im Bericht vom 2. Januar 2022 ging er 

dagegen von einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig-

keit seit Dezember 2017 aus (IV act. 216 S. 3 f.). Zur Arbeitsfähigkeit in 

einer angepassten Tätigkeit äusserte er sich jedoch nicht und begründete 

auch nicht, weshalb er abweichend zu seinem Bericht vom 9. Oktober 2018 

bereits ab Dezember 2017 von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus-

ging. Diese Einschätzung steht denn auch im Widerspruch zu den tatsäch-

lichen Verhältnissen. So arbeitete der Kläger ab 1. Januar 2019 bei der 

G._____ AG während rund vier Monaten in einem 100%-Pensum (vgl. IV 

act. 156 S. 2; vgl. auch den Arbeitsvertrag in Klageantwortbeilage Beklagte 

1 [AB 1] 11) und es sind keine Hinweise aktenkundig, wonach der Kläger 

in dieser Zeit die beruflichen Leistungen nicht hinreichend erbracht hätte. 

Gemäss Angaben der damaligen Arbeitgeberin habe der Beschwerdefüh-

rer weiterhin die ausgeübten Tätigkeiten ausführen können (IV act. 156 S. 

3) und sein erzielter Lohn habe der Arbeitsleistung entsprochen (IV act. 156 

S. 5). Gemäss Bericht von med. pract. I._____ vom 9. Oktober 2018 habe 

der Kläger angegeben, er wünsche derzeit keine weiteren Massnahmen 

der IV-Stelle, wolle wieder eine 100% Arbeitsstelle antreten und fühle sich 

in seiner Arbeitsfähigkeit auch nicht mehr eingeschränkt (IV act. 104 S. 4). 

Entgegen der Ansicht der Beklagten 1 kann daher auch nicht bloss von 

einem Arbeitsversuch ausgegangen werden. 

 

Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeits-

unfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 

mit Hinweisen) echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht 

durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt wer-

den (Urteile des Bundesgerichts 9C_368/2008 vom 11. September 2008 

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E. 2, 9C_273/2012 vom 20. November 2012 E. 4.1.1 und 9C_849/2012 

vom 18. März 2013 E. 2.1.2). Auf den Bericht von med. pract. I._____ vom 

2. Januar 2022, in dem er abweichend zu seinem echtzeitlichen Bericht 

vom 9. Oktober 2018, demzufolge ab Juni 2018 keine Arbeitsunfähigkeit 

mehr bestehe, ohne Begründung dieser anderen Beurteilung bereits ab De-

zember 2017 von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausging, kann da-

her nicht abgestellt werden. Dem nachvollziehbaren und schlüssigen Gut-

achten von Dr. med. H._____ vom 8. November 2022 kommt dagegen für 

die vorliegend streitigen Belange voller Beweiswert zu (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 E. 5.1.4 mit Verweis auf 

BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105).  

 

Damit ist von einer nach der Arbeitsunfähigkeit, die gemäss Verfügung der 

IV-Stelle Basel-Stadt vom 19. Februar 2019 – basierend auf einer seit Feb-

ruar 2016 ununterbrochen bestehenden Arbeitsunfähigkeit in erheblichem 

Ausmass – ab dem 1. Februar 2017 zu einer ganzen und ab dem 1. Feb-

ruar 2018 zu einer bis 30. Juni 2018 befristeten Dreiviertelsrente geführt 

hat, echtzeitlich nachgewiesenen uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit von 

mehr als drei Monaten auszugehen (vgl. diesbezüglich etwa Urteile des 

Bundesgerichts 9C_399/2022 vom 31. Mai 2023 E. 2.4; 9C_52/2018 vom 

21. Juni 2018 E. 3.2). Somit wurde der zeitliche Zusammenhang zwischen 

der ab Februar 2016 (während des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklag-

ten 2; vgl. IV-Akten act. 119 S. 6) aufgetretenen und per Februar 2017 in 

einer Invalidität resultierenden Arbeitsunfähigkeit und der in der Folge im 

Jahr 2019 neu aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit, die zur erneuten Renten-

zusprache für die Zeit vom 1. September 2020 bis 28. Februar 2023 führte 

(vgl. IV act. 260), unterbrochen (vgl. E. 2.1.2. hiervor). Eine Verpflichtung 

der Beklagten 2 zur Erbringung von Invalidenleistungen ab 1. September 

2020 fällt daher ausser Betracht. 

 

4. 

Die erneute Anmeldung des Klägers zum Bezug von IV-Leistungen erfolgte 

im März 2020 (IV-act. 138; Klage S. 3 unten). Die IV-Stelle Basel-Stadt war 

unter Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 1 lit. b sowie Art. 29 Abs. 1 IVG 

damit lediglich verpflichtet, den Gesundheitszustand des Klägers ab Sep-

tember 2019 abzuklären. Eine (teilweise) Arbeitsunfähigkeit war indes ge-

mäss Aktenlage bereits im Mai 2019 eingetreten (vgl. IV act. 238 S. 4; Kla-

geantwortbeilage der Beklagten 1 [AB 1] 3 S. 3), weshalb von einer verspä-

teten Anmeldung auszugehen ist. Die Bindungswirkung einer Verfügung 

der Invalidenversicherung für eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge 

vermag sich lediglich nicht auf Feststellungen zu erstrecken, welche für die 

Festlegung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung nicht 

entscheidend waren (Urteil des Bundesgerichts 9C_100/2023, 

9C_175/2023 vom 21. Juli 2023 E. 3.3 unter anderem mit Hinweis auf Urteil 

des Bundesgerichts 9C_896/2015 vom 16. Dezember 2016 E. 4.2). Ist für 

den Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge der Verlauf 

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der Arbeitsunfähigkeit in der weiter zurückliegenden Periode entscheidend, 

besteht keine Bindung der betroffenen Vorsorgeeinrichtung an die Feststel-

lungen der IV-Stelle zum Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit 

(HANS-ULRICH STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 3. Auflage 2019, Rz. 1019).  

 

Die Arbeitsunfähigkeit, welche zur Zusprache einer halben Rente ab 

1. September 2020 bis 28. Februar 2023 (Verfügung der IV-Stelle Basel-

Stadt vom 22. September 2023 [IV act. 268]) führte, ist im Mai 2019 und 

somit während des Vorsorgeverhältnisses zwischen dem Kläger und der 

Beklagten 1 eingetreten (vgl. Klage S. 8; AB 1 S. 4, 8). Dies geht unter 

anderem aus dem Bericht von Dr. med. J._____, Facharzt für Arbeitsmedi-

zin, Regionaler Ärztlicher Dienst, vom 10. November 2022 hervor (IV act. 

238 S. 4) und ergibt sich auch aus dem Umstand, dass der Beschwerde-

führer ab Mai 2019 nicht mehr imstande war, seine Tätigkeit als Chemikant 

im Pensum von 100 % auszuüben. Somit ist die Beklagte 1 leistungspflich-

tig (vgl. E. 2.1). Die Klage gegen die Beklagte 2 ist dementsprechend ab-

zuweisen. Die Verfügung vom 22. September 2023 (IV act. 268) wurde der 

Beklagten 1 nach Lage der Akten sodann formgültig eröffnet (IV act. 268 

S. 3). Dasselbe gilt für den Vorbescheid vom 6. Januar 2023 (IV act. 241 

S. 1). In Bezug auf den Anspruchsbeginn sowie den Invaliditätsgrad ist die 

Verfügung für die Beklagte 1 somit bindend. Diese ist somit zu verpflichten, 

dem Kläger eine nach den gesetzlichen und reglementarischen Bestim-

mungen festzulegende Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad 

von 50 % sowie entsprechende Kinderrenten auszurichten. 

 

5. 

5.1. 

Weiter fordert der Kläger die Bezahlung von Verzugszinsen von 5 % ab 

Datum der Klageerhebung, sofern die Beklagten nach Massgabe ihres je-

weiligen Reglements keinen tieferen Verzugszins geltend machten (Klage 

S. 10; Rechtsbegehren Ziff. 2 und 4).  

 

5.2. 

Rechtsprechungsgemäss haben die Vorsorgeeinrichtungen auf den Invali-

denrenten erst ab jenem Zeitpunkt Verzugszins zu bezahlen, an dem der 

Gläubiger die Betreibung angehoben oder gerichtliche Klage eingereicht 

hat (Art. 105 OR). Der Verzugszins beträgt 5 %, sofern das Stiftungsregle-

ment nicht eine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c S. 135). 

Anwendbar ist dasjenige Stiftungsreglement, welches zu dem Zeitpunkt in 

Kraft war, in dem der Anspruch auf Verzugszins entstand (vgl. BGE 121 

V 97 E. 1a S. 100). 

 

5.3. 

Der Anspruch auf Verzugszins entstand vorliegend mit Klageerhebung vom 

22. Mai 2024. Gemäss Anhang 4 (Grenzbeträge, Umwandlungs- und 

Zinssätze) des Vorsorgereglements der Beklagten 1 entspricht der Ver-

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zugszinssatz 2 % (AB 1 12). Dem Kläger ist folglich ab dem 22. Mai 2024 

für die jeweils fälligen Rentenbetreffnisse ein Verzugszins von 2 % zuzu-

sprechen. 

 

6. 

6.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG). 

 

6.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beklagte 1 dem Kläger eine richterlich festge-

setzte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'300.00 zu entrichten 

(Art. 64 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der Beklagten 2 steht 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 128 V 323; 128 V 143) kein Anspruch 

auf eine Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der gegen die Beklagte 1 gerichteten Klage wird 

die Beklagte 1 verpflichtet, dem Kläger ab dem 1. September 2020 bis 

28. Februar 2023 eine nach den gesetzlichen und reglementarischen Best-

immungen festzulegende Invalidenrente basierend auf einem Invaliditäts-

grad von 50 % sowie entsprechende Kinderrenten nebst einem Verzugs-

zins von 2 % ab dem 22. Mai 2024 für die jeweils fälligen Rentenbetreff-

nisse auszurichten. Die Klage gegen die Beklagte 2 wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beklagte 1 wird verpflichtet, dem Kläger eine Entschädigung von 

Fr. 3'300.00 zu bezahlen. Der Beklagten 2 wird keine Prozessentschädi-

gung zugesprochen. 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

 - 10 - 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 9. Mai 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Meier