# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa88c130-29d5-5f20-8704-9dc9e8922473
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.02.2015 200 2014 1007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1007_2015-02-20.pdf

## Full Text

200 14 1007 IV
MAW/SHE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Februar 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Schnyder

Krankenkasse SLKK 
Hofwiesenstrasse 370, Postfach, 8050 Zürich
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

in Sachen 
A.________
gesetzlich vertreten durch ihre Mutter B.________

betreffend Verfügung vom 26. September 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1007, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 29. März 2012 wurde die 2005 geborene A.________ (nachfolgend 
Versicherte) mit Hinweis auf eine Bindungsstörung mit Enthemmung (ICD-
10 F94.2) und eine kombinierte Entwicklungsstörung (ICD-10 F83) bei der 
IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leis-
tungsbezug für Minderjährige angemeldet (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 2). Diese veranlasste daraufhin medizinische Abklärungen. Mit Mittei-
lung vom 10. September 2012 (AB 13) sicherte die IVB die Übernahme der 
Kosten für Psychotherapie vom 9. Mai 2011 bis 30. September 2013 zu. 

Am 10. September 2013 stellte C.________, Fachpsychologe für Psycho-
therapie und Kinder- und Jugendpsychologie FSP (nachfolgend Fachpsy-
chologe) für die Versicherte ein Gesuch um Verlängerung der Kostengut-
sprache für ambulante Psychotherapie (AB 31). Nach Einholen weiterer 
medizinischer Unterlagen stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid 
vom 4. Juni 2014 (AB 47) in Aussicht, die Kosten für Psychotherapie nach 
ärztlicher Verordnung bis zum 31. Juli 2014 zu übernehmen. Eine Verlän-
gerung der Kostengutsprache durch die IVB ab August 2014 sei aufgrund 
der dauerhaft notwendigen Behandlung nicht möglich. Hiergegen erhob die 
Beiständin der Versicherten am 26. Juni 2014 (AB 55/1) mit Hinweis auf 
den Bericht des Fachpsychologen vom 12. Juni 2014 (AB 55/4) Einwand. 
Am 1. Juli 2014 (AB 58) erhob die obligatorische Krankenversicherung der 
Versicherten, die Krankenkasse SLKK (nachfolgend SLKK oder Beschwer-
deführerin), Einwand gegen den Vorbescheid der IVB. Nach Einholung 
einer Stellungnahme bei Dr. med. D.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH, vom Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) vom 5. August 2014 (AB 64) entschied die IVB in ihrer Verfü-
gung vom 26. September 2014 (AB 68), die Kosten für Psychotherapie 
nach ärztlicher Verordnung bis zum 31. Dezember 2014 zu übernehmen. 
Eine Verlängerung der Kostengutsprache durch die IVB ab Januar 2015 sei 
aufgrund der dauerhaft notwendigen Behandlung nicht möglich.

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B.

Mit Eingabe vom 23. Oktober 2014 erhob die SLKK hiergegen Beschwer-
de, welche sie nach entsprechender Fristgewährung mit Eingabe vom 
17. November 2014 ergänzte. Dabei stellte sie folgendes Rechtsbegehren: 

„ Die Verfügung der Invalidenversicherung des Kantons Bern (nachfolgend IV ge-
nannt) betreffend die Beschränkung der Kostenübernahme für die psychotherapeu-
tische Behandlung unserer Versicherten, A.________ sei aufzuheben. Die Kosten 
seien zum Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses zu übernehmen und dieser sei 
durch geeignete medizinische Abklärungen rechtsgenüglich zu bestimmen, bzw. 
festzulegen, die Leistungspflicht der IV sei jedoch mindestens bis zum 30. Juni 
2015 (mutmasslicher Behandlungsabschluss gemäss Schreiben der psychiatri-
schen Dienste E.________) festzusetzen.“

Der Beschwerdeergänzung beigelegt war der Bericht von Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -
psychotherapie FMH, von den psychiatrischen Diensten E.________ vom 
5. November 2014 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage 
[BB] 6). 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Eingabe vom 15. Dezember 2014 auf 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist Krankenversichererin der Versicherten. Ihre 
Leistungspflicht ist durch die angefochtene Verfügung berührt. Sie ist dem-

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nach zur Beschwerde legitimiert (Art. 49 Abs. 4 bzw. Art. 59 ATSG). Die 
örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Ver-
waltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 26. September 
2014 (AB 68). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf medizinische 
Massnahmen nach Art. 12 IVG in Form von Psychotherapie über den 
1. Januar 2015 hinaus, bis mindestens 30. Juni 2015.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Zu diesen 
Massnahmen gehören nach Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG i.V.m. Art. 12 f. IVG me-
dizinische Massnahmen. 

2.2 Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf 
medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an 
sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 

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den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und 
wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu be-
wahren (Art. 12 Abs. 1 IVG). Der Bundesrat ist befugt, die Massnahmen 
gemäss Abs. 1 von jenen, die auf die Behandlung des Leidens an sich ge-
richtet sind, abzugrenzen. Er kann zu diesem Zweck insbesondere die von 
der Versicherung zu gewährenden Massnahmen nach Art und Umfang 
näher umschreiben und Beginn und Dauer des Anspruchs regeln (Art. 12 
Abs. 2 IVG). 

2.2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) gelten als medizinische 
Massnahmen im Sinne von Art. 12 IVG namentlich chirurgische, physiothe-
rapeutische und psychotherapeutische Vorkehren, die eine als Folgezu-
stand eines Geburtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls einge-
tretene Beeinträchtigung der Körperbewegung, der Sinneswahrnehmung 
oder der Kontaktfähigkeit zu beheben oder zu mildern trachten, um die Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 
dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchti-
gung zu bewahren. Die Massnahmen müssen nach bewährter Erkenntnis 
der medizinischen Wissenschaft angezeigt sein und den Eingliederungser-
folg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben.

2.2.2 Nach Art. 12 IVG sind nur solche Vorkehren von der Invalidenversi-
cherung zu übernehmen, die "nicht auf die Behandlung des Leidens an 
sich", also nicht auf die Heilung oder Linderung labilen pathologischen Ge-
schehens gerichtet sind. Bei nichterwerbstätigen Minderjährigen können 
medizinische Vorkehren schon dann von der Invalidenversicherung über-
nommen werden, wenn ohne Behandlung das Leiden mit hinreichender 
Wahrscheinlichkeit zu einem schwer korrigierbaren, die spätere Ausbildung 
und Erwerbsfähigkeit erheblich behindernden stabilen pathologischen Zu-
stand führen würde. Dabei muss prognostisch erstellt sein, dass ohne die 
vorbeugende Behandlung in naher Zukunft eine bleibende Beeinträchti-
gung eintreten würde. Gleichzeitig muss ein ebenso stabiler Zustand her-
beigeführt werden können, in welchem vergleichsweise erheblich verbes-
serte Voraussetzungen für die spätere Ausbildung und Erwerbsfähigkeit 

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bestehen. Daraus folgt, dass eine therapeutische Vorkehr, deren Wirkung 
sich in der Unterdrückung von Symptomen erschöpft, nicht als medizini-
sche Massnahme im Sinne des Art. 12 IVG gelten kann, selbst wenn sie im 
Hinblick auf die schulische und erwerbliche Eingliederung unabdingbar ist. 
Denn sie ändert am Fortdauern eines labilen Krankheitsgeschehens nichts 
und dient dementsprechend nicht der Verhinderung eines stabilen patholo-
gischen Zustandes. Deswegen genügt auch eine günstige Beeinflussung 
der Krankheitsdynamik allein nicht, wenn eine spontane, nicht kausal auf 
die therapeutische Massnahme zurückzuführende Heilung zu erwarten ist, 
oder wenn die Entstehung eines stabilen Defekts mit Hilfe von Dauerthera-
pie lediglich hinausgeschoben werden soll. Ein Zustand, der sich nur dank 
therapeutischer Massnahmen einigermassen im Gleichgewicht halten lässt, 
ist keine stabile Folge von Krankheit, Unfall oder Geburtsgebrechen. Ein 
solcher Zustand ist zwar, solange er im Gleichgewicht bewahrt werden 
kann, stationär, nicht aber im Sinne der Rechtsprechung stabil. Um eine 
von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmende Behandlung des 
Leidens an sich geht es somit in der Regel bei der Heilung oder Linderung 
eines labilen pathologischen Geschehens. Eine Psychotherapie bei Minder-
jährigen kann von der Invalidenversicherung nur übernommen werden, 
wenn sie keinen Dauercharakter hat, also nicht - wie dies etwa bei Schizo-
phrenien oder manisch-depressiven Psychosen zutrifft - zeitlich unbegrenzt 
erforderlich sein wird (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Janu-
ar 2011, 8C_648/2010, E. 2.2). Die Frage der Dauerbehandlung ist 
prognostisch zu beurteilen (vgl. Entscheid des BGer vom 29. November 
2012, 9C_355/2012, E. 3.1).

2.2.3 Art. 12 IVG bezweckt namentlich, die Aufgabenbereiche der Invali-
denversicherung einerseits und der sozialen Kranken- und Unfallversiche-
rung andererseits gegeneinander abzugrenzen. Diese Abgrenzung beruht 
auf dem Grundsatz, dass die Behandlung einer Krankheit oder einer Ver-
letzung ohne Rücksicht auf die Dauer des Leidens primär in den Aufga-
benbereich der Kranken- und Unfallversicherung gehört (Entscheid des 
BGer vom 23. November 2010, 9C_430/2010, E. 2.3). 

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3.

In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Die psychiatrischen Dienste E.________ diagnostizierten in ihrem 
Bericht vom 18. Juli 2011 (AB 6/4) eine Bindungsstörung des Kindesalters 
mit Enthemmung (ICD-10 F94.2), eine kombinierte umschriebene Entwick-
lungsstörung (ICD-10 F83), eine durchschnittliche Intelligenz sowie Krank-
heiten des Atmungssystems (Asthma bronchiale) / einen Status nach Epi-
lepsie im Kleinkindalter. Bei der Versicherten handle es sich um ein Mäd-
chen in gutem Allgemeinzustand mit kognitiven Fähigkeiten im Durch-
schnittsbereich, auditiven Merk- und Differenzierungsproblemen sowie 
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen. Die Verhaltensprobleme 
würden neben der Sprachentwicklungsverzögerung und dem motorischen 
Entwicklungsrückstand vor allem im Zusammenhang mit einer Bindungs-
störung gesehen, welche als Folge starker Vernachlässigung im Säuglings- 
und Kleinkindalter verstanden werde. Sie sei ein sehr betreuungsintensives 
Mädchen. Während ihrem Aufenthalt in der Vorschultagesklinik habe sie 
vom strukturierten Förderrahmen und dem Setting profitiert, welche ihren 
Bedürfnissen adäquat hätten begegnen können und habe die Gelegenheit 
erhalten, korrektive Beziehungs- und Erziehungserfahrungen zu machen. 
Die ergotherapeutische und logopädische Einzelförderung einerseits sowie 
die milieutherapeutische und heilpädagogische Förderung in der Klein-
gruppe andererseits hätten sich gegenseitig ergänzt. Zusätzlich könnte die 
vorübergehende Einstellung des Besuchsrechts der leiblichen Mutter dazu 
beigetragen haben, die Versicherte vor wiederkehrenden Enttäuschungen 
zu schützen und sie dadurch emotional zu stärken. Sie zeige Verbesserun-
gen in den Bereichen Aufmerksamkeit und Ausdauer, Emotionsregulation 
sowie Sozialverhalten. Dennoch bestehe nach wie vor ein Förderbedarf, 
vor allem bezüglich des Umgangs mit Konfliktsituationen, der niedrigen 
Frustrationstoleranz, der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit 
sowie der Sprache. Die Empfehlung eines dritten Kindergartenjahrs sei 
durch die Beobachtungen im heilpädagogischen Kindergarten entstanden. 
Vorteile hiervon würden vor allem darin gesehen, dass die Versicherte in 
einem strukturierten Setting ohne Leistungsanspruch ihre emotionale und 

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sprachliche Retardierung weiter kompensieren könne und dadurch die not-
wendige Schulreife erlange (S. 6). 

3.1.2 Gemäss dem Bericht des Fachpsychologen vom 17. April 2012 (AB 
6/2) zeige die Versicherte ein sehr anspruchsvolles, teilweise belastendes 
Verhalten. Ihr Verhalten übersteige zeitweise die Tragfähigkeit sowohl der 
Pflegeeltern als auch des Kindergartens, weshalb sie während eines Jah-
res in einer Tagesklinik betreut worden sei. Die Bindungsstörung der Versi-
cherten bringe es mit sich, dass sie emotional sehr unausgeglichen und 
teilweise retardiert sei. Ihre Bedürfnisse seien oft noch kleinkindlich, was 
zur Folge habe, dass sie sich schlecht in der Gleichaltrigengruppe einord-
nen könne und Grenzen und Forderungen nur sehr schwer akzeptieren und 
einhalten könne. Von den Pflegeeltern werde dadurch eine grosse Belast-
barkeit und Geduld gefordert. Im Kindergarten zeige sie grosse Verhaltens-
schwankungen (S. 1). Die Zeit von Herbst 2011 bis jetzt sei von vielen Kon-
fliktsituationen geprägt. Immer wieder komme es zu so heftigen Eskalatio-
nen, dass die Versicherte von der Pflegemutter nach Hause geholt werden 
müsse. Aus diesem Grund werde zur Zeit abgeklärt, wo sie im nächsten 
Sommer eingeschult werden könne. Der Besuch einer Regelklasse sei 
nicht denkbar. Die Versicherte habe sich emotional auf die Einzeltherapie 
erfreulich eingelassen. Im therapeutischen Spiel gelinge es ihr, ihre emoti-
onalen Bedürfnisse auszudrücken und es seien deutliche Entwicklungsfort-
schritte sichtbar, die sie aber bis jetzt im Alltagsverhalten noch nicht umset-
zen könne. Die Pflegeeltern würden vom Fachpsychologen in Gesprächen 
in ihren erzieherischen Bemühungen unterstützt. Er helfe ihnen, das verwir-
rende Verhalten der Versicherten als Symptom der Bindungsstörung bes-
ser zu verstehen und angemessene Erziehungsstrategien zu entwickeln 
und umzusetzen. Sie hätten dadurch deutlich an Sicherheit und Kompetenz 
gewonnen. Die ambulante Psychotherapie müsse auf jeden Fall weiterge-
führt werden, damit die psychische Entwicklung der Versicherten unter-
stützt und ihre soziale und schulische Integration gelingen könne (S. 2). 

3.1.3 Gemäss der Stellungnahme von Dr. med. G.________, Facharzt für 
Kinder- und Jugendmedizin FMH, vom RAD vom 5. September 2012 (AB 
12) seien aufgrund der vorhandenen fachärztlichen Berichte aus medizini-

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scher Sicht die Voraussetzungen für eine Zusprache medizinischer Mass-
nahmen (Kostengutsprache für Psychotherapie) gemäss Art. 12 IVG erfüllt. 

3.1.4 Mit Schreiben vom 10. September 2013 (AB 31) bat der Fachpsy-
chologe die Beschwerdegegnerin um Verlängerung der Kostengutsprache 
für Psychotherapie. Die Versicherte lebe seit August 2012 mit Ausnahme 
der Ferienwochen und einiger Wochenenden in einem Schulheim. Sie habe 
die 1. Klasse erfolgreich absolviert und sei nun in der 2. Klasse. Sie habe 
sowohl die Lehrkraft als auch die Betreuungspersonen auf der Wohngrup-
pe mit ihrem emotional unstabilen Verhalten sehr gefordert. Sie habe im-
mer wieder Regeln und Grenzen ausgetestet und tue dies weiterhin. Dank 
dem Umstand, dass der Schulunterricht in einer sehr kleinen Klasse erfolgt 
sei, sei es möglich gewesen, die emotionalen und sozialen Schwierigkeiten 
der Versicherten aufzufangen, so dass sie trotzdem den Schulstoff gut ha-
be aufnehmen können. Bei den Pflegeeltern habe sie stark unterschiedli-
che Verhaltensweisen zwischen Rückzug, Anhänglichkeit und Provokation 
(z.B. mit Lügen und Entwendungen) gezeigt. Die Verhaltensweisen seien 
im Zusammenhang mit ihrer Bindungsstörung und als Reaktion auf die 
Platzierung im Schulheim zu sehen und seien Ausdruck von Verunsiche-
rung und Anpassungsschwierigkeiten an die neue Situation. Der Fachpsy-
chologe habe sich darauf konzentriert, im Spiel und im Gespräch der Versi-
cherten die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle und Gedanken auszudrü-
cken. Gelegentliche Gespräche mit den Pflegeeltern hätten dazu gedient, 
diesen das schwierige Verhalten der Versicherten zu erklären und nach 
Wegen zu suchen, wie sie damit hätten umgehen können (S. 1). Die ambu-
lante Psychotherapie sollte auf jeden Fall weitergeführt werden, damit die 
psychische Entwicklung der Versicherten unterstützt und ihre soziale und 
schulische Integration weiter gelingen könne (S. 2). 

3.1.5 Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 26. Februar 
2014 (AB 43/2) eine Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung 
(ICD-10 F94.2), eine kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung (ICD-
10 F83), eine durchschnittliche Intelligenz, Krankheiten des Atmungssys-
tems (Asthma bronchiale) / einen Status nach Epilepsie im Kindesalter, 
psychische Störungen eines Elternteils, eine abweichende Elternsituation 
sowie eine institutionelle Erziehung. Die Versicherte sei ein körperlich weit-

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gehend altersentsprechend entwickeltes und durchschnittlich intelligentes 
Mädchen in einer sehr komplexen familiären Situation (Unterbringung seit 
klein in Pflegefamilie, seit August 2012 Platzierung in einem Schulheim, 
seit August 2013 Wiederaufnahme der Kontakte zur leiblichen Mutter), bei 
dem eine Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung vorliege. 
Auffallend seien die retardierte emotionale Entwicklung der Versicherten, 
ihre deutlich verminderte Frustrationstoleranz, ihre Defizite im sozialen Be-
reich sowie ihr zum Teil impulsives Verhalten. Sie brauche mittelfristig eine 
hoch strukturierte Umgebung in Schule und Alltag sowie heilpädagogisch-
therapeutische Massnahmen. Eine regelmässige Psychotherapie beim 
(möglichst) gleichen Therapeuten sei bis auf Weiteres klar indiziert, um ihre 
schulische Entwicklung und ihre spätere berufliche Eingliederung nicht zu 
gefährden. Insbesondere auch angesichts der in zwei bis drei Jahren an-
stehenden Pubertät sei die Versicherte auf Psychotherapie angewiesen. 
Ziel der Psychotherapie sei unter anderem die Erweiterung der sozialen 
Kompetenz, die Entwicklung von adäquaten Strategien im Umgang mit 
Emotionen sowie die Möglichkeit, die komplexe familiäre Situation zuneh-
mend besser einordnen zu können. Zudem seien die Pflegeeltern auf ein 
Coaching in Erziehung und Umgang der Versicherten angewiesen (S. 2). 

3.1.6 Gemäss dem Bericht von Dr. med. D.________ vom RAD vom 26. 
März 2014 (AB 46) werde im vorliegenden Fall wegen einer Bindungs-
störung des Kindesalters mit Enthemmung (ICD-10 F94.2) seit dem Mai 
2010 eine Psychotherapie durchgeführt, seit Mai 2011 übernehme die Be-
schwerdegegnerin die Kosten nach Art. 12 IVG. Das bedeute, dass die 
gesamte Behandlungsdauer sich bald über vier Jahre erstrecke. Gemäss 
Schreiben von Dr. med. F.________ sei die Dauer der Behandlung unbe-
stimmt, über die Diagnosen äussere sie sich nicht. Somit seien die Voraus-
setzungen für die Kostenübernahme nach Art. 12 IVG nicht erfüllt. Dr. med. 
D.________ empfahl trotzdem noch eine einmalige Verlängerung der Kos-
tengutsprache bis zu den Sommerferien 2014 (S. 3). 

3.1.7 Gemäss dem Bericht des behandelnden Fachpsychologen vom 
12. Juni 2014 (AB 55/4) leide die Versicherte an einer massiven Bindungs-
störung, welche im Zusammenhang mit den mehrfachen, länger dauernden 
traumatischen Belastungssituationen in ihrer frühen Kindheit stehe (psychi-

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sche Krankheit ihrer Mutter, ungenügende Betreuungssituationen). Bin-
dungsstörungen seien erkennbar an einer ganzen Reihe von Verhaltens-
auffälligkeiten. Kernpunkt dieser Verhaltensauffälligkeiten seien aber eine 
Retardierung in der emotionalen Entwicklung. Das Aufholen dieses Ent-
wicklungsdefizites sei unter stabilen Erziehungsbedingungen und mit the-
rapeutischer Unterstützung oftmals möglich, brauche aber sehr viel Zeit 
und „einen langen Atem.“ Es handle sich um Therapien die fünf und mehr 
Jahre dauern würden. Die Versicherte sei seit Herbst 2010 in therapeuti-
scher Behandlung, d.h. seit dreieinhalb Jahren. Die Tatsache, dass nach 
dieser Zeit immer noch Bedarf für Therapie bestehe, bedeute aus oben 
erwähnten Gründen nicht, dass keine Chance auf Besserung bestehe oder 
die Therapie nicht wirksam sei. Wenn irgendwie möglich, sollte mit der Ver-
sicherte noch zwei weitere Jahre therapeutisch gearbeitet werden. Ent-
scheidend sei, dass ihre psychische Stabilisierung möglichst vor der Puber-
tät erfolgen müsse. Wenn die Therapie vorzeitig abgeschlossen werden 
müsse, werde sie ohne genügende psychische Stabilisierung in die Puber-
tät eintreten und ihre Probleme würden sich massiv verstärken und kompli-
zieren. Erschwerend komme in ihrer Situation dazu, dass die Kinder- und 
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu Beginn dieses Jahres verfügt hät-
te, dass die Versicherte an einen anderen Pflegeplatz umplatziert werden 
müsse. Wenn die Therapie in dieser Phase grosser Veränderungen und 
Unsicherheiten abgebrochen werden müsse, sei dies unverantwortbar (S. 
1). Der Psychologe ersuchte um Erteilung der Kostengutsprache für die 
Fortsetzung der ambulanten Psychotherapie für weitere zwei Jahre, zumin-
dest aber für ein halbes Jahr, bis sich die Versicherte an einem neuen 
Pflegeplatz einigermassen eingelebt habe (S. 2). 

3.1.8 Im Bericht vom 5. August 2014 (AB 64) empfahl Dr. med. 
D.________ vom RAD die Kostenübernahme für die Psychotherapie bis 
am 31. Dezember 2014 zu verlängern, da tatsächlich ein ungünstiger Zeit-
punkt für deren Beendigung vorliege (S. 2).

3.1.9 Gemäss dem im vorliegenden Verfahren aufgelegten Bericht von 
Dr. med. F.________ vom 5. November 2014 (BB 6) benötige die Versi-
cherte nach wie vor deutliche Unterstützung sowohl in der Schule wie im 
häuslichen Alltag. Insbesondere ihre emotionale Entwicklung sei deutlich 

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retardiert, zum Teil zeige sie geringe Frustrationstoleranz und impulsives 
Verhalten. Die Versicherte werde seit dem 20. Oktober 2010 psychothera-
peutisch behandelt, d.h. länger als vier Jahre. Inwieweit sie ihr Entwick-
lungsdefizit in der emotionalen Entwicklung aufholen könne, hänge von 
mittelfristig stabilen Erziehungsbedingungen und therapeutischer Unter-
stützung ab. Ob mit einer vollständigen Heilung zu rechnen sei, bleibe of-
fen. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Fachpsychologen könne 
davon ausgegangen werden, dass die Psychotherapie voraussichtlich in 
sechs Monaten abgeschlossen werden könne (S. 1). Geringe Frustrations-
toleranz, impulsives Verhalten und fehlende soziale Integration könnten 
zurückbleiben, wenn sie ihr Entwicklungsdefizit im emotionalen Bereich 
nicht ausreichend aufholen könne. Hinzu komme, dass bei der Versicher-
ten in zwei bis drei Jahren die Pubertät anstehe und noch offen sei, wie sie 
auf diese, für Jugendliche mit einer komplexen Vorgeschichte, wie sie bei 
ihr vorliege, meist sehr herausforderungsreiche Zeit reagieren werde. Bei 
ihr liege eine Disharmonie in der kognitiven, emotionalen und sozialen 
Entwicklung vor. Auffallend sei ihr Defizit in der emotionalen Entwicklung. 
Die Psychotherapie stehe im direkten Zusammenhang mit dem Entwick-
lungsdefizit in diesem Bereich und der damit verbundenen Symptomatik (S. 
2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

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tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 
26. September 2014 (AB 68) im Wesentlichen auf die Berichte von 
Dr. med. D.________ vom 26. März 2014 (AB 46) und vom 5. August 2014 
(AB 64). Danach sei die Dauer der Behandlung unbestimmt und über die 
Prognose äussere sich Dr. med. F.________ nicht. Entsprechend der Emp-
fehlung der RAD-Ärztin hatte die Beschwerdegegnerin letztmals eine jewei-
lige Verlängerung bis zu den Sommerferien 2014 (AB 46/3) bzw. bis zum 
31. Dezember 2014 (AB 64/2) vorgesehen. Unter Berücksichtigung der der 
RAD-Ärztin damals zur Verfügung gestandenen Unterlagen überzeugt de-
ren Einschätzung in einer Betrachtung ex ante. Gestützt auf die Aussagen 
der behandelnden Ärzte musste die RAD-Ärztin damals unweigerlich zum 
Schluss kommen, dass die der Versicherten erbrachte Psychotherapie in-
zwischen Dauercharakter aufweist, mithin zeitlich unbegrenzt erforderlich 
sein wird (vgl. E. 2.2.2 vorstehend), womit im Sommer 2014 kein Anspruch 
mehr auf Kostenübernahme durch die Invalidenversicherung bestanden 
hätte. Hinreichende Aussagen zum Therapieende fehlten. Entgegen der 
Beschwerdeführerin kann der Beschwerdegegnerin denn auch keine Ver-
letzung des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen werden.

Gleichzeitig ist jedoch auch zu beachten, dass der behandelnde Fachpsy-
chologe in seinen Berichten vom 17. April 2012 (AB 6/2), 10. September 
2013 (AB 31/2) und 12. Juni 2014 (AB 55/4) wie auch Dr. med. F.________ 
in ihren Berichten vom 18. Juli 2011 (AB 6/4), 26. Februar 2014 (AB 43) 
und 5. November 2014 (BB 6) Verbesserungen dokumentierten. Dabei 
kann den Berichten und auch den Akten entnommen werden, dass und 
weshalb es Rückschläge (Probleme in der Pflegefamilie mit notwendiger 
Umplatzierung der Versicherten) gab und wie sich dadurch der Eintritt des 
Erfolges verzögert hat. Dr. med. F.________ hat in ihrem im vorliegenden 
Verfahren aufgelegten Bericht erstmals ein prognostisches Ende festgelegt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1007, Seite 14

Sie geht davon aus, dass die Therapie per 30. Juni 2015 abgeschlossen 
werden könne. Werden die Entwicklung der Psychotherapie mit von aussen 
bewirkter Verzögerung auf der einen Seite und die Behandlungsdauer seit 
Mai 2010, d.h. inzwischen knapp fünf Jahre, auf der anderen Seite berück-
sichtigt, so ist in Ergänzung der Beurteilung des RAD das Anspruchsende 
entsprechend der im vorliegenden Verfahren aufgelegten überzeugenden 
Beurteilung des Behandlungsabschlusses durch Dr. med. F.________ nun 
definitiv und abschliessend auf Ende Juni 2015 zu legen. Sollten die be-
handelnden Ärzte eine Psychotherapie danach medizinisch weiterhin für 
indiziert erachten, so müsste dies hingegen als Behandlung eines (Rest-
)Leidens mit Dauercharakter betrachtet werden, womit diese keinesfalls 
mehr zu Lasten der Beschwerdegegnerin, sondern gegebenenfalls der Be-
schwerdeführerin ginge.

3.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
26. September 2014 (AB 68) insofern aufzuheben, als die medizinische 
Massnahme lediglich bis zum 31. Dezember 2014 gewährt wurde und die 
Beschwerdegegnerin ist anzuweisen, die Kosten für die Psychotherapie bis 
zum 30. Juni 2015 zu übernehmen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die besonderen Umständen des vorliegenden Falls rechtfertigen es jedoch, 
auf das Erheben von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 108 Abs. 1 VR-
PG; BGE 138 V 122 E. 1 S. 124). Der geleistete Kostenvorschusses von 
Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Ur-
teils zurückzuerstatten.

4.2 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer Prozessent-
schädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen Verfahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1007, Seite 15

grundsätzlich aus. Der Wendung "obsiegende Beschwerde führende Per-
son" liegt die gesetzgeberische Absicht zu Grunde, den Sozialversicherern 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung einzuräumen (BGE 128 V 124 E. 
5b S. 133). Es besteht demnach kein Anspruch auf Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 26. September 2014 aufgehoben und die Be-
schwerdegegnerin angewiesen, die Kosten für die Psychotherapie der 
Versicherten bis zum 30. Juni 2015 zu übernehmen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten ge-
sprochen. Der geleistete Kostenvorschusses von Fr. 700.-- wird der 
Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurücker-
stattet.

3. Zu eröffnen (R):
- Krankenkasse SLKK 
- IV-Stelle Bern 
- B.________ z.H. A.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.