# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9656b41b-201f-574d-9623-8d2c9a89d09f
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 16.01.2024 STK 2023 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2023-32_2024-01-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 16. Januar 2024
STK 2023 32

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Stefan Weber,
Kantonsrichter Walter Züger, Reto Fedrizzi,
Bettina Krienbühl und Ilaria Beringer,
Gerichtsschreiber Claude Brüesch.

In Sachen A.________,
Beschuldigter und Berufungsführer,
erbeten verteidigt durch Advokat B.________,

gegen

Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, SSB, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Anklagebehörde und Berufungsgegnerin,
vertreten durch Staatsanwältin C.________,

betreffend Widerhandlungen gegen das SVG, mehrfache Übertretung des BetmG
(Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 24. Mai 2022, 
SGO 2021 005);-

hat die Strafkammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Mit Urteil vom 24. Mai 2022 sprach das Bezirksgericht Einsiedeln den 
Beschuldigten im Zusammenhang mit den Vorfällen vom ca. 20. Februar 2020 
und vom 19. März 2020 schuldig des vorsätzlichen Führens eines Motorfahr-
zeuges trotz Entzug des Führerausweises, der Entwendung eines Motorfahr-
zeuges zum Gebrauch, der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit, der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln 
durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts, des 
vorsätzlichen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, der vorsätzlichen Verlet-
zung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges sowie der 
mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. Es sprach ihn frei 
von den Vorwürfen des vorsätzlichen Führens eines Motorfahrzeuges trotz 
Entzug des Führerausweises und der Entwendung eines Motorfahrzeuges 
zum Gebrauch (Vorfall vom 30. Januar 2021) sowie vom Vorwurf der vorsätz-
lichen Verletzung der Verkehrsregeln durch Verursachen von unnötigem Lärm 
(Vorfall vom 19. März 2020). Das Bezirksgericht bestrafte den Beschuldigten 
mit einer Freiheitsstrafe von einem Monat, unter Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges bei einer Probezeit von 4 Jahren, sowie mit einer Busse von 
Fr. 500.00. Es widerrief die von der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-
Stadt mit Strafbefehl vom 10. November 2016 gegen den Beschuldigten 
bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 6 Monaten sowie die vom 
Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft mit Urteil vom 3. Juni 2020 gegen 
den Beschuldigten bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen 
zu je Fr. 120.00. Das Bezirksgericht sah von einer Landesverweisung im 
Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB ab, auferlegte die Verfahrenskosten von total 
Fr. 9’091.45 dem Beschuldigten zu 5/6 (Fr. 7’576.20), nahm 1/6 auf die 
Staatskasse und sprach dem Beschuldigten keine Entschädigung i.S.v. 
Art. 429 StPO zu.

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Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte mit Eingabe vom 3. Juni 2022 
"Einspruch" ohne Rechtsbegehren zu stellen, aber mit dem Hinweis, dass 
Punkte aufgelistet seien, die nicht bewiesen und so nicht vorgekommen seien 
(Vi-act. D9). Am 7. Juni 2022 meldete Advokat B.________ mit Einreichung 
der Anwaltsvollmacht vom 5. Juni 2022 Berufung an (Vi-act. D10). Nachdem 
der Beschuldigte das schriftlich begründete Urteil der Vorinstanz am 
20. April 2023 empfangen hatte, erhob er durch seinen Verteidiger am 
9. Mai 2023 Berufung und beantragte, es sei in teilweiser Aufhebung des 
Urteils des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 24. Mai 2022 auf den Widerruf der 
Freiheitsstrafe von 6 Monaten gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Basel-Stadt vom 10. November 2016 und der Geldstrafe von 90 Tagessätzen 
zu je Fr. 120.00 gemäss Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft 
vom 3. Juni 2020 zu verzichten. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien 
dem Staat aufzuerlegen und dem Beschuldigten sei für dessen Anwaltskosten 
im Berufungsverfahren aus der Gerichtskasse eine angemessene 
Parteientschädigung auszurichten (KG-act. 1). Die Staatsanwaltschaft teilte 
mit Eingabe vom 16. Mai 2023 mit, dass kein Nichteintreten auf die Berufung 
beantragt und auf eine Anschlussberufung verzichtet werde (KG-act. 9). An 
der Berufungsverhandlung vom 16. Januar 2024, an der die 
Staatsanwaltschaft nicht teilnahm (KG-act. 9, 13 und 27, S. 1) und für welche 
der Wahlverteidiger dispensiert wurde (KG-act. 26), wurde der Beschuldigte 
zur Person und zur Sache befragt und er hielt an den gestellten 
Berufungsanträgen fest 
(KG-act. 27).

2. Der Beschuldigte focht das vorinstanzliche Urteil vom 24. Mai 2022 aus-
schliesslich betreffend die Widerrufe der beiden Vorstrafen an und die Staats-
anwaltschaft verzichtete auf eine Anschlussberufung. Mit Ausnahme der 
Frage des Widerrufs der Vorstrafen (angef. Urteil, Dispositiv-Ziff. 4), welche 
Dispositiv-Ziffer nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden darf 
(Art. 391 Abs. 2 StPO), erwuchsen somit – unter Vorbehalt von 

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Art. 404 Abs. 2 StPO, wonach das Berufungsgericht zu Gunsten der beschul-
digten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen kann, um gesetz-
widrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern – die Dispositiv-Ziffern 
des angefochtenen Entscheids in Rechtskraft (Art. 437 StPO; Sprenger, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 3. A. 2023, Art. 437 StPO N 29 f. mit Hinweisen).

3. Der Beschuldigte erschien mit einer Verspätung von rund 50 Minuten 

zur Berufungsverhandlung vom 16. Januar 2024. Wie vorab angekündigt, war 

der Wahlverteidiger des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung nicht 

anwesend (KG-act. 27, S. 1 f. N 2).

a) Die Berufung gilt als zurückgezogen, wenn die beschuldigte Partei, die 

sie erklärte, der mündlichen Berufungsverhandlung unentschuldigt fernbleibt 

und sich auch nicht vertreten lässt (Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO; Scheer, in: 

Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], a.a.O., Art. 366 StPO N 18). Der in den 

Art. 368 Abs. 3 und Art. 369 Abs. 4 StPO verwendete Begriff "unentschuldigt" 

bedeutet schuldhaftes Fernbleiben. An die Entschuldbarkeit sind keine stren-

gen Anforderungen zu stellen. Verlangt wird, dass die beschuldigte Person 

der Verhandlung bewusst und freiwillig fernblieb. Sie muss die entschuldigen-

den Gründe glaubhaft vorbringen. Die Abwesenheit ist nicht nur im Falle höhe-

rer Gewalt, d.h. bei objektiver Unmöglichkeit zu erscheinen, gültig entschul-

digt, sondern auch im Falle subjektiver Unmöglichkeit aufgrund der persönli-

chen Umstände oder eines Irrtums. Die Strafbehörden haben die Entschuldi-

gungsgründe zu prüfen (BGer, Urteil 6B_453/2020 vom 23. September 2020 

E. 2.3.2). Parteien, die innert einer halben Stunde nach Verhandlungsbeginn 

nicht erscheinen (Respektzeit), gelten als säumig und werden entschädi-

gungspflichtig (§ 43 Abs. 2 Satz 1 JG).

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b) Das Bezirksgericht Einsiedeln meldete sich am Tag der 

Berufungsverhandlung vom 16. Januar 2024 gegen 09:15 Uhr telefonisch 

beim Sekretariat des Kantonsgerichts und teilte mit, dass der Beschuldigte an 

dessen Standort erschienen sei und sich nun auf dem Weg zum 

Kantonsgericht befinde. Es habe dem Beschuldigten anerboten, das 

Kantonsgericht über diesen Sachverhalt telefonisch zu unterrichten (KG-

act. 27, S. 1). Der Beschuldigte begründete seine Verspätung damit, die letzte 

Verhandlung habe in Einsiedeln stattgefunden, weshalb er Einsiedeln "im Kopf 

gehabt" habe und aus Versehen nach Einsiedeln zum Bezirksgericht gefahren 

sei (KG-act. 27, S. 2 N 3). Es erscheint glaubhaft, dass die über 30-minütige 

Verspätung des Beschuldigten auf einem Irrtum seinerseits betreffend den 

Verhandlungsort gründete und er weder bewusst noch freiwillig der Beru-

fungsverhandlung fernblieb. Daher gilt seine Berufung nicht als zurückgezo-

gen und ist auf sie einzutreten.

4. Der Beschuldigte beantragt zunächst, die mit Urteil des 

Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 3. Juni 2020 ausgesprochene 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 120.00 nicht zu widerrufen. Dieser 

Widerruf sei nicht zulässig, weil die Straftaten, wegen denen er (mit Urteil des 

Bezirksgerichts Einsiedeln vom 24. Mai 2022) verurteilt worden sei, am 

19. März 2020 erfolgt seien und somit nicht in die Probezeit fielen (KG-act. 1).

Die Probezeit beginnt mit der Eröffnung des Urteils, das vollstreckbar wird 

(Art. 44 Abs. 2 StGB). Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Land-

schaft, mit dem für die bedingt vollziehbare Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

je Fr. 120.00 eine Probezeit von 5 Jahren angeordnet wurde, datiert vom 

3. Juni 2020 (U-act. 1.1.06). Der Beschuldigte beging die Straftaten, zu denen 

er mit Urteil des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 24. Mai 2022 verurteilt wurde, 

bereits ca. am 20. Februar 2020 und am 19. März 2020 und somit vor Beginn 

bzw. nicht während der mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-

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Landschaft vom 3. Juni 2020 angeordneten Probezeit. Daher kann der mit 

Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 3. Juni 2020 für eine 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 120.00 gewährte bedingte 

Strafvollzug nicht im Sinne von Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen werden. 

Insoweit ist die Berufung gutzuheissen.

5. Der Beschuldigte beantragt weiter, die mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 10. November 2016 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von 6 Monaten sei nicht zu widerrufen, weil 

ihm eine gute 

Legalprognose gemacht werden könne und nicht zu erwarten sei, dass er 

weitere Straftaten begehen werde (KG-act. 1).

a) Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt sprach mit Strafbefehl 

vom 10. November 2016 eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten aus und schob 

deren Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren auf 

(U-act. 1.1.05). Der Beschuldigte beging die Straftaten, für die er vom 

Bezirksgericht Einsiedeln mit Urteil vom 24. Mai 2022 schuldig gesprochen 

wurde, ca. am 20. Februar 2020 und am 19. März 2020 und somit während 

der vierjährigen Probezeit. Daher ist nachfolgend zu prüfen, ob die 

Gewährung des bedingten Vollzugs der sechsmonatigen Freiheitsstrafe zu 

widerrufen ist.

b) Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Ver-

gehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, 

so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Stra-

fe. Sind die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet es in sinn-

gemässer Anwendung von Artikel 49 eine Gesamtstrafe. Ist nicht zu erwarten, 

dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht 

auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die Probezeit um 

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höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer verlängern. Für die 

Dauer der verlängerten Probezeit kann das Gericht Bewährungshilfe anord-

nen und Weisungen erteilen. Erfolgt die Verlängerung erst nach Ablauf der 

Probezeit, so beginnt sie am Tag der Anordnung (Art. 46 Abs. 1 und 2 StGB). 

Der Widerruf darf nicht mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der 

Probezeit drei Jahre vergangen sind (Art. 46 Abs. 5 StGB).

Aus der gesetzlichen Bestimmung, wonach das Gericht auf einen Widerruf 

verzichtet, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Verurteilte weitere Straftaten 

begehen wird, ist zu schliessen, dass nicht eine günstige Prognose, sondern 

das Fehlen einer ungünstigen Prognose verlangt wird. Eine bedingte Strafe ist 

somit nur dann zu widerrufen, wenn von einer negativen Einschätzung der 

Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straffällig-

keit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.3). An-

ders als bei den Voraussetzungen zur Gewährung des bedingten Strafvoll-

zugs ist bei der Widerrufsfrage nicht von "weiteren Verbrechen oder Verge-

hen" die Rede, sondern von "weiteren Straftaten". Darunter fallen auch Über-

tretungen, weshalb das Gericht bei der Gewährung einer zweiten Chance 

strenger sein muss (Schneider/Garré, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. A. 2019, Art. 46 StGB N 38). "Besonders günsti-

gen Umstände" wie sie Art. 42 Abs. 2 StGB für den bedingten Strafaufschub 

bei entsprechender Vorverurteilung verlangt, sind für den Widerrufsverzicht 

nicht erforderlich. Gleichwohl ist die Art und Schwere der erneuten Delinquenz 

für den Entscheid über den Widerruf insoweit von Bedeutung, als das im 

Strafmass für die neue Tat zum Ausdruck kommende Verschulden Rück-

schlüsse auf die Legalbewährung des Verurteilten erlaubt. Je schwerer die 

während der Probezeit begangenen Delikte wiegen, desto negativer kann die 

Prognose für den Entscheid über den Widerruf ausfallen (BGE 134 IV 140 

E. 4.5; Schneider/Garré, a.a.O., Art. 46 StGB N 43). Die Prüfung der Be-

währungsaussichten des Täters im Falle des Widerrufs des bedingten Straf-

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vollzugs einer Freiheitsstrafe ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesent-

lichen Umstände vorzunehmen (BGE 134 IV 140 E. 4.4). Es sind alle wesent-

lichen Umstände unter spezialpräventiven Gesichtspunkten sorgfältig abzu-

wägen (Schneider/Garré, a.a.O., Art. 46 StGB N 44). In die Beurteilung mit-

einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der 

Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charak-

ter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Relevante 

Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und 

Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen und Hinweise auf Sucht-

gefährdungen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt 

des Entscheids, also bis zum Urteilsdatum, miteinzubeziehen. Es ist unzuläs-

sig, einzelnen Umständen eine vorrangige Bedeutung beizumessen und ande-

re zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen (BGE 134 IV 140 

E. 4.4). In die Beurteilung der Bewährungsaussichten im Falle des Widerrufs 

des bedingten Strafvollzugs einer Freiheitsstrafe ist im Rahmen der Gesamt-

würdigung auch miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt 

ausgesprochen wird. Das Gericht kann zum Schluss kommen, dass vom Wi-

derruf des bedingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, 

wenn die neue Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: 

Wenn die frühere Strafe widerrufen wird, kann unter Berücksichtigung ihres 

nachträglichen Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne 

von Art. 42 Abs. 1 StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen 

werden (BGE 134 IV 140 E. 4.5). 

c) Die vierjährige Probezeit betr. die Freiheitsstrafe von 6 Monaten begann 

am 30. November 2016 (KG-act. 16, S. 3 oben) und wurde mit Urteil des 

Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 3. Juni 2020 um ein Jahr ver-

längert (KG-act. 16, S. 3 Mitte), sodass die Probezeit bis 30. November 2021 

dauerte. Seit dem Ablauf bis heute, 16. Januar 2024, sind noch keine drei 

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Jahre vergangen, weshalb ein allfälliger Widerruf heute noch angeordnet wer-

den dürfte (Art. 46 Abs. 5 StGB).

d) Verbrechen sind Taten, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren 

bedroht sind. Vergehen sind Taten, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder mit Geldstrafe bedroht sind (Art. 10 Abs. 2 und 3 StGB). Übertretungen 

sind Taten, die mit Busse bedroht sind (Art. 103 StGB). Vier der sieben vom 

Beschuldigten am 19. März 2020 begangenen Delikte werden mit Freiheits-

strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG, 

Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 91a Abs. 1 SVG und Art. 90 Abs. 2 SVG). Der 

Beschuldigte beging somit während der Probezeit mehrere Vergehen, sodass 

eine weitere Voraussetzung für den Widerruf der von der Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt mit Strafbefehl vom 10. November 2016 bedingt 

ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 6 Monaten erfüllt ist.

e) aa) Der Beschuldigte wurde nach Eröffnung der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 10. November 2016 

ausgesprochenen, sechsmonatigen Freiheitsstrafe im April und Juni 2018 und 

somit während der vierjährigen Probezeit sowie am 19. März 2020 während 

des laufenden Verfahrens vor dem Strafgericht Basel-Landschaft, das am 

3. Juni 2020 abgeschlossen wurde, erneut straffällig und liess sich dabei 

jeweils mehrere Delikte zuschulden kommen. Hinsichtlich der für den Widerruf 

relevanten Delikte ist der Beschuldigte bezüglich der Widerhandlungen gegen 

das Waffengesetz und gegen das Strassenverkehrsgesetz einschlägig vorbe-

straft. Ausserdem hatte er im Zusammenhang mit den beiden erwähnten Stra-

fentscheiden neben Bussen von total Fr. 3’000.00 auch Verfahrenskosten von 

insgesamt über Fr. 10’000.00 zu bezahlen sowie im Verfahren vor dem Straf-

gericht Basel-Landschaft das Honorar für die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung von mehr als Fr. 4’000.00 zu tragen (U-act. 1.1.05 und 1.1.06). Trotz 

dieser Vorstrafen und den entsprechenden Kostenfolgen liess sich der Be-

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schuldigte nicht beeindrucken und wurde ein drittes Mal mehrfach straffällig, 

was für eine schlechte Prognose der Bewährungsaussichten erheblich ins 

Gewicht fällt. Der Beschuldigte erschien mehr als 50 Minuten zu spät zur 

Hauptverhandlung vom 16. Januar 2024. Auch wenn er weder bewusst noch 

freiwillig der Berufungsverhandlung fernblieb (vgl. E. 3b vorne), deutet sein 

Irrtum betreffend den Verhandlungsort darauf hin, dass er den Ernst der Lage 

noch nicht vollumfänglich erkannte, was für eine ungünstige Prognose spricht. 

Gleiches gilt für den Umstand, dass der Beschuldigte 16 Kreditschulden in der 

Höhe von rund Fr. 16’000.00 sowie weitere Schulden bei seinem Arbeitgeber 

von ca. Fr. 30’000.00 und bei der D.________ hat und zudem der Stadt 

G.________ im Zusammenhang mit dem Strafverfahren V131010 055 noch 

einen Teil der Busse von Fr. 2’500.00 und der Verfahrenskosten von 

Fr. 4’676.80 schuldet (KG-act. 27, Fragen 45-47, 54 und 113), auch wenn er 

sich jüngst keine Vermögensdelikte zuschulden kommen liess. 

Der Beschuldigte verfügt zwar über eine Ausbildung als Sanitär EBA resp. als 

Haustechnikpraktiker, wogegen er die Lehre als Sanitärinstallateur im 

3. Lehrjahr abbrach (KG-act. 27, Fragen 35 f.). Aufgrund dieser eher 

bescheidenen Ausbildung besteht die Gefahr, dass der Beschuldigte etwa bei 

einem Abbau von Personal in Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt geraten 

könnte. In Bezug auf die Bewährungsaussichten ist die Ausbildung des Be-

schuldigten als neutral zu beurteilen.

Demgegenüber sprechen folgende Umstände für eine positive Einschätzung 

der Bewährungsaussichten: Die Vorinstanz schätzte die neuerlichen Strafta-

ten vom 19. März 2020 für das Berufungsgericht verbindlich (vgl. E. 2 vorne) 

nicht als schwerwiegend ein, weil sie wegen der Vergehen, ausgehend von 

einer Einsatzstrafe von drei Monaten, eine Zusatzstrafe von einem Monat und 

wegen der Übertretungen eine Busse von Fr. 500.00 aussprach (angef. Urteil, 

E. 3.6 S. 31-35 und Dispositiv-Ziff. 3). Der Beschuldigte liess sich seit dem 

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19. März 2020 und somit seit bald vier Jahren nichts mehr zuschulden kom-

men. Der der Widerrufsstrafe zugrundeliegende Sachverhalt spielte sich in 

den Jahren 2013 bis 2016 ab und liegt zwischen sieben bis zehn Jahre 

zurück. Im Zeitpunkt der neuen Tatbegehung vom 19. März 2020 lebte der 

Beschuldigte in E.________. Nach seinen Angaben vor Schranken hätten sich 

mit dem Umzug nach F.________ im Mai 2021 (angef. Urteil, E. 3.6.1 S. 32) 

seine sozialen Beziehungen in der Familie und am Arbeitsplatz verfestigt, weil 

er mit seinen Eltern und seinen zwei jüngeren Brüdern, die alle noch in 

G.________ wohnen würden, täglichen Kontakt pflege und mit seinen Brü-

dern, die nie straffällig geworden seien, bei der H.________ GmbH in 

I.________ zusammenarbeite. Er sei dort in der Leitung Personalverleih in 

einem Vollzeitpensum tätig und vermittle Personal in der Baubranche. Er sei 

eine Stufe höher als seine Brüder und für sie verantwortlich (KG-act. 27, 

Fragen 5, 21-24, 33 f., 38, 79-82 und 134). Der Beschuldigte erklärte weiter, 

er stehe seit einem Jahr in einer Beziehung mit einer Partnerin, mit der im 

Januar 2024 die Verlobung geplant sei, um sodann über ein Zusammenzug zu 

entscheiden (KG-act. 27, Fragen 13-17). Zu seinem neuen Freundeskreis 

gehöre ebenso sein bester Freund, mit dem er seit drei Jahren Kontakt habe, 

der bei der J.________ arbeite und der in K.________ wohne (KG-act. 27, 

Fragen 28-30 und 32). Von diesen persönlichen Beziehungen kann eine stabi-

lisierende Wirkung erwartet werden. Der Beschuldigte ist weder in den Betrei-

bungsregistern E.________ und L.________ verzeichnet (KG-act. 25/1 und 

25/2) noch sind sonst Betreibungen gegen ihn bekannt. Stattdessen vermoch-

te er sich mit seinen Gläubigern offenbar stets zu einigen, da er seinen Aus-

sagen gemäss einen Teil seiner Schulden mittels monatlicher Raten von 

Fr. 573.00 regelmässig abzahle (KG-act. 27, Fragen 46-54, 111-113, 122 und 

124). Auf seine Zukunftspläne angesprochen, antwortete der Beschuldigte als 

erstes, er möchte endlich schuldenfrei sein (KG-act. 27, Frage 72). Die Schul-

dentilgung und der Wunsch schuldenfrei zu werden, stimmen überein und 

zeugen von Verantwortungsbewusstsein. Gleiches lässt sich aus dem Bericht 

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des ehemaligen Arbeitgebers des Beschuldigten vom 5. Mai 2021 schliessen, 

führte M.________ darin doch aus, er habe Herrn A.________ zu einem er-

folgreichen und ehrlichen Personalberater ausgebildet. Er sei zuverlässig, 

leiste in vielen Bereichen mehr als erwartet und steche in seiner Arbeit heraus 

(U-act. 1.1.08). Auch wenn der Arbeitgeber den Beschuldigten bereits im 

März 2019 kennenlernte (U-act. 1.1.08) und Letzterer in Folge am 

19. März 2020 nochmals straffällig wurde, unterstreicht dieser Bericht doch die 

seither positive Entwicklung des Beschuldigten. Das Institut für Rechtsmedizin 

der Universität Basel bescheinigte dem Beschuldigten am 13. Januar 2023 

eine THC-Abstinenz von August 2022 bis November 2022 (KG-act. 1/1). 

Gemäss Bestätigung von Dr. med. N.________ vom 20. Dezember 2023 ist 

seitens des Beschuldigten eine Betäubungsmittelabstinenz von Januar 2023 

bis Dezember 2023 nachgewiesen (KG-act. 25/6). Die Psychiatrie Baselland 

bestätigte mit Schreiben vom 30. November 2023, dass der Beschuldigte im 

Zeitraum vom 4. August 2022 bis 27. Oktober 2023 neun ambulante suchtthe-

rapeutische Gespräche in Anspruch nahm (KG-act. 25/5), wobei er nach sei-

nen Erklärungen nur sechsmal hätte teilnehmen müssen (KG-act. 27, Frage 

69). Der Beschuldigte ist sich somit seit mehr als einem Jahr seiner vergan-

genen Betäubungsmittelproblematik bewusst und schloss mit Betäubungsmit-

teln ab, weil er gemäss seinen Ausführungen den Führerausweis zurückerhal-

ten möchte, auf den er beruflich angewiesen sei. Er verspüre nie mehr ein 

Verlangen nach Betäubungsmitteln (KG-act. 27, Fragen 62-65, 67 und 

127-130). Der Beschuldigte erklärte weiter, er sei früher sehr aggressiv, ziem-

lich gegen den Staat eingestellt gewesen, habe sich nicht an Regeln gehalten 

und keinen Wert daraufgelegt, was das Gericht oder sonst jemand gesagt 

habe; es sei ihm alles egal gewesen. Mittlerweile sei er älter geworden, habe 

sich geschäftlich stabilisieren können, habe sich geändert und sei ein anderer 

Mensch. Er wünsche sich, dass man darauf Rücksicht nehmen könnte. Auch 

habe er heute einen anderen Freundeskreis, was aber nichts daran ändere, 

dass er für sein Verhalten selbst verantwortlich sei und man nicht sagen kön-

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ne, der Freundeskreis sei an allem schuld (KG-act. 27, Fragen 78 und 110 

sowie S. 17 N 8). Er lasse sich nicht mehr von aussen beeinflussen und könne 

gut "nein" sagen (KG-act. 27, Frage 133). Der Beschuldigte bestreitet seine in 

Rechtskraft erwachsenen Taten nicht mehr, sondern schildert diese nochmals 

vor Schranken und steht dazu (KG-act. 27, Fragen 87-95 und 97-101). Dem 

Beschuldigten ist es unangenehm, dass wegen ihm vor Schranken so viele 

Personen anwesend sind und Zeit investieren müssen (KG-act. 27, Frage 96). 

Mit einer Verlängerung der Probezeit, so der Beschuldigte, sei er nicht nur 

einverstanden, sondern würde sich dafür bedanken. Selbst wenn die sechs-

monatige Freiheitsstrafe mittels Halbgefangenschaft vollzogen würde und er 

im Gefängnis wieder mit anderen Straftätern zu tun hätte, würde er nicht mehr 

straffällig werden, weil er heute ein anderer Mensch sei und wisse, dass er die 

Hilfe der Psychologin beanspruchen könne, falls dies erforderlich sein sollte 

(KG-act. 27, Frage 132 und S. 17 N 8). Diese Ausführungen des Beschuldig-

ten verdeutlichen seine Einsicht in das Unrecht der Taten und seine Reue, 

was die wichtigsten Voraussetzungen für eine günstige Prognose sind 

(Schneider/Garré, a.a.O., Art. 42 StGB N 75). Er hinterliess insgesamt einen 

positiven persönlichen Eindruck, was von erheblicher Bedeutung ist (Schnei-

der/Garré, a.a.O., Art. 42 StGB N 53). 

Nach dem Gesagten sind trotz der erneuten Straffälligkeit im März 2020 die 

Bewährungsaussichten des Beschuldigten nicht negativ, sondern positiv ein-

zuschätzen, auch wenn das Bezirksgericht Einsieden mit Urteil vom 24. Mai 

2022 für die ausgesprochene Freiheitsstrafe von einem Monat rechtskräftig 

(vgl. E. 2 vorne) den bedingten Strafvollzug gewährte. Daher ist in Gutheis-

sung der Berufung auf einen Widerruf der von der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Basel-Stadt mit Strafbefehl vom 10. November 2016 gegen den 

Beschuldigten bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 6 Monaten in 

Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB zu verzichten. Damit wird auch 

verhindert, dass der Beschuldigte seine Strafe im Normalvollzug im Sinne von 

Kantonsgericht Schwyz 14

Art. 77 StGB verbüssen müsste, falls die zuständige Strafvollzugsbehörde die 

Halbgefangenschaft nach Art. 77b StGB nicht gewähren würde (vgl. dazu 

§ 11 Verordnung über den Straf- und Massnahmevollzug des Kantons Basel-

Landschaft vom 11. Juni 1991, SGS 261.41). Aufgrund der positiven 

Entwicklung des Beschuldigten ist zu verhindern, dass der Beschuldigte seine 

Arbeitsstelle verliert.

bb) Weil der Beschuldigte innert der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt vom 10. November 2016 angeordneten vierjährigen 

Probezeit und während des laufenden Verfahrens vor dem Strafgericht Basel-

Landschaft erneut straffällig wurde und zur Beseitigung verbliebener 

Restzweifel über eine auch weiterhin und langfristig positiven Weiterentwick-

lung des Beschuldigten, ist die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Basel-Stadt vom 10. November 2016 angeordnete Probezeit, die am 

30. November 2021 ablief (vgl. E. 3c vorne), um 2 weitere Jahre zu 

verlängern. Der Beschuldigte ist darauf hinzuweisen, dass bei einer erneuten 

Straffälligkeit innert der Probezeit von 2 resp. 4 Jahren mit hoher Wahrschein-

lichkeit die Vorstrafen oder einzelne davon widerrufen und/oder die neue Stra-

fe unbedingt ausgesprochen würde.

6. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4’000.00 

(vgl. Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 27 GebO) sind dem Staat aufzuerlegen 

(vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO).

b) Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder 

wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf eine nach 

dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung ihrer Aufwendungen für die an-

gemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, wobei beim Anwaltstarif nicht 

unterschieden wird zwischen der zugesprochenen Entschädigung und den 

Honoraren für die private Verteidigung sowie Entschädigung der wirtschaftli-

Kantonsgericht Schwyz 15

chen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren 

entstanden sind (Art. 436 und 429 StPO). Gemäss dem Gebührentarif für 

Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) beträgt das Honorar in Strafsachen 

vor dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz Fr. 300.00 bis Fr. 12’000.00 

(§ 13 lit. c GebTRA). Innerhalb dieses Tarifrahmens bestimmt sich die Höhe 

des Honorars nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem 

Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand 

(§ 2 Abs. 1 GebTRA). Der Beschuldigte reicht keine Kostennote über die 

Tätigkeit und Auslagen ein, weshalb die Vergütung nach pflichtgemässem 

Ermessen festzusetzen ist (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Der Aufwand des Rechtsver-

treters im Berufungsverfahren war nicht gross, weil er lediglich drei Rechts-

schriften im Umfang von insgesamt sechs Seiten einreichte und an der Beru-

fungsverhandlung nicht teilnahm (KG-act. 1, 4, 25 und 27). Mit Blick auf 

diesen Umfang des Berufungsverfahrens, dessen Bedeutung für den 

Beschuldigten, weil es um den Widerruf zweier Vorstrafen ging, sowie dem 

damit verbundenen mutmasslichen Zeitaufwand ist der erbetene Verteidiger, 

Advokat B.________, ermessensweise mit pauschal Fr. 500.00 

(inkl. Auslagen und MWST) aus der Kantonsgerichtskasse zu entschädigen;-

Kantonsgericht Schwyz 16

festgestellt:

Das Urteil des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 24. Mai 2023 (SGO 2021 005) 
erwuchs hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 sowie 5 bis 8 in Rechtskraft.

und erkannt:

1. In Gutheissung der Berufung des Beschuldigten wird die Dispositiv-
Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 24. Mai 2023 
(SGO 2021 005) aufgehoben und wie folgt ersetzt:

a) Auf einen Widerruf der von der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Basel-Stadt (Verfahren Nr. V131010 055) mit Strafbefehl vom 
10. November 2016 gegen den Beschuldigten bedingt 
ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 6 Monaten, bei einer 
Probezeit von 4 Jahren, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 
StGB verzichtet. Hingegen wird die genannte, bereits mit Urteil 
des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 3. Juni 2020 
(Verfahren Nr. 300 19 192) um ein Jahr verlängerte Probezeit in 
Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB um 2 weitere Jahre 
verlängert.

b) Die vom Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft mit Urteil vom 
3. Juni 2020 (Verfahren Nr. 300 19 192) gegen den 
Beschuldigten bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 90 
Tagessätzen zu je Fr. 120.00, bei einer Probezeit von 5 Jahren, 
wird nicht widerrufen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4’000.00 gehen zulasten 
der Kantonsgerichtskasse.

Kantonsgericht Schwyz 17

3. Der erbetene Verteidiger Advokat B.________ wird für das 
Berufungsverfahren mit pauschal Fr. 500.00 (inkl. Auslagen und MWST) 
aus der Kantonsgerichtskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in 
Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die 
Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG 
entsprechen.

5. Zufertigung an Advokat B.________ (2/R), die Staatsanwaltschaft 
(1/A an die 1. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst) 
und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vor-
instanz (1/R, mit den Akten), das Amt für Migration und Bürgerrecht des 
Kantons Basel-Landschaft (1/R), das Amt für Justizvollzug (1/R, zum In-
kasso), das Verkehrsamt des Kantons Schwyz (1/R) und die KOST 
(elektronische Meldung) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Disposi-
tiv).

Namens der Strafkammer
Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 16. Februar 2024  amu