# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0aad8294-3472-56ff-9bd2-a55a125fd7cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-01-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.01.2018 D-254/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-254-2018_2018-01-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-254/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  J a n u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis,  

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer,  

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staat unbekannt,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 11. Dezember 2017 / N (…). 

 

 

 

D-254/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 20. Februar 2013 wurde von 

der Vorinstanz am 5. Juli 2013 abgelehnt. Die Wegweisung aus der 

Schweiz wurde angeordnet, sowie der Vollzug, unter Ausschluss einer 

Wegweisung in die Volksrepublik China. Die Vorinstanz begründete ihren 

Entscheid im Wesentlichen damit, dass die tibetische Beschwerdeführerin 

zur Hauptsache ausserhalb des von ihr angegebenen Herkunftsgebietes 

sozialisiert worden sei, weshalb es bezüglich der Asyl- und Ausreisegründe 

an der Glaubhaftigkeit mangle (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt schützte mit seinem Urteil D-4226/2013 vom 25. August 2014 den 

Entscheid der Vorinstanz und dieser erwuchs in Rechtskraft.  

B.  

Das Migrationsamt des Kantons B._______ ersuchte nach einem Ausrei-

segespräch mit der Beschwerdeführerin am 22. Juli 2013 die Vorinstanz 

am 23. Juli 2013 um Vollzugsunterstützung.  

C.  

Anlässlich eines weiteren Ausreisegesprächs am 5. September 2014 er-

klärte die Beschwerdeführerin, die Schweiz nicht verlassen zu können, da 

sie nicht wisse wohin sie gehen solle. 

D.  

Am 4. Juli 2017 beantragte das Migrationsamt beim SEM die vorläufige 

Aufnahme der Beschwerdeführerin aufgrund technischer Unmöglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs, mit der Begründung, das Gesuch um Vollzugs-

unterstützung habe keine Wirkung gezeitigt, es seien der Beschwerdefüh-

rerin bis anhin keine Reisepapiere ausgestellt worden. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme ermögliche eine Ablösung der Beschwerdeführerin 

aus der Nothilfe, da diese dann eine Arbeitsbewilligung erhalten könne, 

was auch im öffentlichen Interesse liege. 

E.  

Mit Schreiben vom 11. Oktober 2017 ersuchte das SEM das Migrationsamt 

innert Frist um ergänzende Informationen betreffend das Ausweisungsver-

fahren und die Mitwirkung der Beschwerdeführerin. Am 18. Oktober 2017 

wurde auch der Beschwerdeführerin eine Frist zur Stellungnahme gesetzt, 

insbesondere betreffend ihre Bemühungen bei der Beschaffung von Rei-

sepapieren sowie ihren Identitätspapieren aus dem Heimat- oder Her-

kunftsstaat.  

D-254/2018 

Seite 3 

F.  

Im Schreiben vom 26. Oktober 2017 informierte das Migrationsamt, die Be-

schwerdeführerin sei nicht bereit, die Schweiz zu verlassen und habe auch 

keinen Reisepass oder Identitätsnachweis vorgelegt.  

G.  

In ihrer Stellungnahme vom 14. November 2017 erklärte die Beschwerde-

führerin, sie könne in kein anderes Land gehen. Sie lebe in der Schweiz 

schon länger mit ihrem Verlobten, einem Landsmann, zusammen und habe 

keine Familienangehörigen im Ausland. Da sie eine Familie planten, wolle 

sie die Schweiz nicht verlassen. Sie verfüge über kein Reisedokument oder 

sonstige Ausweispapiere, das habe sie bereits im Asylverfahren dargelegt. 

Sie wisse auch nicht, welche Schritte sie unternehmen könne, um ein Rei-

sedokument zu erhalten. Der Kontakt zu Tante und Onkel in Tibet sei vor 

Jahren abgebrochen.  

H.  

Am 11. Dezember 2017 wies das SEM den Antrag auf vorläufige Aufnahme 

der Beschwerdeführerin ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, ein Kanton 

könne eine vorläufige Aufnahme wegen technischer Unmöglichkeit des 

Vollzugs nur beantragen, sofern die ausreisepflichtige Person die Unmög-

lichkeit des Vollzugs nicht durch ihr eigenes Verhalten verursacht habe. 

Der vorliegende Sachverhalt sei jedoch anders, da die Beschwerdeführerin 

bereits während des Asylverfahrens ihre Identität und ihren Herkunftsort 

nicht offengelegt habe, obwohl sie die grossen Zweifel an der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Vorbringen betreffend Herkunft und Flucht aus China/Tibet 

nicht habe entkräften können und entsprechende Abklärungen ergeben 

hätten, ihre Hauptsozialisierung sei aller Wahrscheinlichkeit in der tibeti-

schen Diaspora in Nepal oder Indien erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe 

die Folgen dieser mangelhaften Mitwirkung dahingehend zu tragen, als der 

Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als möglich erachtet werde, da es 

ihr zuzumuten sei, sich bei den zuständigen Behörden des Heimatstaates 

um Reisepapiere zu bemühen. Bis heute habe die Beschwerdeführerin we-

der bei der Beschaffung von Reisepapieren mitgewirkt noch ihre Identität 

offen gelegt. Unter diesen Umständen habe das SEM keine Möglichkeit, 

weitere Abklärungen zur Identitätsfeststellung und Papierbeschaffung zu 

tätigen. Eine selbständige Rückkehr stehe der Beschwerdeführerin jedoch 

entgegen eigener Angaben offen. Aus diesem Grund bestehe kein Voll-

zugshindernis im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen, selbst wenn die 

kantonale Behörde ihren Vollzugsauftrag aufgrund der andauernden Mit-

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Seite 4 

wirkungspflichtverletzung nicht erfüllen könne. Das Gebot der Rechts-

gleichheit verbiete es, die Beschwerdeführerin für ihr unkooperatives Ver-

halten mit einer vorläufigen Aufnahme zu belohnen. Es bestehe auch kein 

öffentliches Interesse an einer Regelung des Aufenthaltes und auch der 

Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz in einer Beziehung 

lebe, stehe dem Vollzug nicht entgegen. Diese Verfügung wurde am 

13. Dezember 2017 eröffnet. 

I.  

In der Beschwerde vom 11. Januar 2017 beantragte die Beschwerdeführe-

rin die Aufhebung dieses Entscheids und die Feststellung der Unmöglich-

keit des Vollzugs ihrer Wegweisung, weshalb sie vorläufig aufzunehmen 

sei. Eventualiter beantragte sie die Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Pro-

zessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Es sei eine Tatsache, dass Tibeter keine gültigen Reisepapiere erhalten 

würden. Dies bestätige auch die mehrmalige Unterbreitung des Antrages 

auf vorläufige Aufnahme an das SEM. Sie könne keine Papiere beschaffen. 

Persönlich sei sie inzwischen in der Schweiz gut integriert, spreche gut 

Deutsch und verfüge über ein breites soziales Netzwerk. Sie wolle gerne 

einer Arbeit nachgehen und ihren Verlobten heiraten, der in der Schweiz 

als Flüchtling vorläufig aufgenommen worden sei.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

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Seite 5 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin verlangt einzig die Feststellung der Unmög-

lichkeit des Vollzugs der Wegweisung beziehungsweise die Prüfung von 

Wegweisungsvollzugshindernissen.  

4.2  Das SEM regelt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern, sofern der 

Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich 

ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. De-

zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

Der Vollzug ist nicht möglich, wenn die ausländische Person nicht in den 

Heimat-, den Herkunfts- oder in einen Drittstaat ausreisen oder nicht dort-

hin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

4.3 Ist der Vollzug der Wegweisung aufgrund fehlender Transportmöglich-

keiten, oder weil keine Reisedokumente beschafft werden können, nicht 

möglich, kann die kantonale Migrationsbehörde die vorläufige Aufnahme 

beantragen (Artikel 17 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Aus-

weisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen 

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Seite 6 

[VVWAL]; SR 142.281). Die vorläufige Aufnahme wird indessen nicht ver-

fügt, wenn der Vollzug der Wegweisung aufgrund des Verhaltens der weg-

gewiesenen Person nicht möglich ist (Artikel 83 Abs. 7 Bst. c AuG). Falls 

eine Person bei der Beschaffung von Reisedokumenten nicht mitwirkt oder 

sich weigert, selbständig bei der heimatlichen Vertretung um gültige Reise-

dokumente zu ersuchen, wird sie von der vorläufigen Aufnahme ausge-

schlossen, da sie die Unmöglichkeit des Vollzugs der Weg- oder Auswei-

sung durch ihr eigenes Verhalten verursacht hat. 

4.4 Diese Sichtweise entspricht auch der verwaltungsrechtlichen Praxis, 

wonach der Adressat oder die Adressatin einer rechtskräftigen Verfügung 

primär verpflichtet ist, selbst dieser Verfügung nachzukommen. Die be-

hördliche Vollstreckung (vgl. Art. 39 ff. VwVG) gilt als „Ultima ratio", falls die 

betroffene Person ihrer Verpflichtung nicht nachkommt. Unterbleibt aus ir-

gendwelchen Gründen die behördliche Vollstreckung oder ist sie nicht 

möglich, so entbindet das die Verfügungsadressaten nicht von ihrer 

Rechtspflicht, die Verfügung zu befolgen. Dies gilt auch betreffend das 

Wegweisungsverfahren. Eine die Beschwerdeführerin begünstigende 

Rechtsfolge kann gemäss Bundesgericht (BGE 138 I 246 E. 3.3.4) nur 

dann eintreten, wenn sowohl die behördliche Ausschaffung als auch ihre 

selbständige Rückkehr aus nicht von ihr zu vertretenden Gründen unmög-

lich sind. Eine solche Unmöglichkeit wird in der Regel angenommen, wenn 

der Vollzug auch bei gesicherter Kenntnis der Identität oder der Nationalität 

der betroffenen Person beziehungsweise trotz ihres Mitwirkens bei der Pa-

pierbeschaffung mit grosser Wahrscheinlichkeit als ausgeschlossen er-

scheint (vgl. die Beispiele in den Urteilen 2C_252/2008 vom 10. Juni 2008 

E. 2.2; 6B_85/2007 vom 3. Juli 2007 E. 2.2). Solange eine selbständige 

Rückkehr möglich ist, kann nicht davon gesprochen werden, die faktische 

Anwesenheit müsse im Sinne von BGE 138 I 246 E. 3.3.1 „aus objektiven 

Gründen hingenommen werden". Anders zu entscheiden, würde bedeuten, 

dass eine Person, die bewusst ihre gesetzlichen Pflichten missachtet, bes-

ser gestellt wird als eine Person, die sich rechtsgetreu verhalten hat. Eine 

solche Konsequenz wäre mit dem Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 

BV) unvereinbar (vgl. BGE 141 I 78 E. 9.4 und 9.5 S. 92 ff.).  

4.5 Diese Ausführungen treffen auch auf den vorliegenden Fall zu. Die Be-

schwerdeführerin hat sich nie um die Beschaffung von Reisepapieren be-

müht. Sie hat ihre Identität nicht offen gelegt. Dies ist aktenkundig bereits 

im Anhörungsprotokoll vermerkt – und wird auch von ihr selbst nicht be-

stritten (vgl. Stellungnahme vom 14. November 2017). Gemäss der in sei-

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Seite 7 

nem Grundsatzurteil BVGE 2014/12 dargestellten Praxis, geht das Bun-

desverwaltungsgericht davon aus, dass für Angehörige der tibetischen Eth-

nie – bei welchen die Sozialisierung aller Wahrscheinlichkeit auch nicht in 

Tibet, sondern in Nepal oder Indien stattgefunden hat – sowohl in Nepal 

als auch in Indien die Möglichkeit besteht, unter gewissen Bedingungen 

eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, beziehungsweise dass es unter 

engen Voraussetzungen auch möglich ist, die entsprechende Staatsange-

hörigkeit zu erwerben, womit die chinesische Staatsangehörigkeit durch 

den Erwerb einer neuen Staatsangehörigkeit wegfällt. Daneben muss aber 

davon ausgegangen werden, dass ein grosser Teil der in Nepal und Indien 

lebenden Exil-Tibeterinnen und -Tibeter keine neue Staatsangehörigkeit 

erworben haben und nach wie vor die chinesische Staatsangehörigkeit be-

sitzen. Das Grundsatzurteil beschreibt die entsprechenden Varianten 

(E. 5.8). 

4.6 Auch die Beschwerdeführerin ist – wie der Beschwerdeführer im 

Grundsatzurteil BVGE 2014/12 – unbestrittenermassen tibetischer Ethnie 

und auch sie hatte im Asylverfahren unglaubhafte Angaben zu ihrer  

Sozialisierung, zu ihrer Herkunft und zu ihren bisherigen Aufenthaltsorten 

vor der Einreise in die Schweiz gemacht. Aufgrund dieser unglaubhaften 

Angaben konnte seitens der Asylbehörden nicht eruiert werden, welche der 

in BVGE 2014/12 E. 5.8 genannten Fallkonstellationen auf sie zutrifft.  

4.7 Die Abklärungspflicht der Asylbehörden findet ihre Grenze an der Mit-

wirkungspflicht der asylsuchenden Person. Vorliegend verunmöglicht die 

Beschwerdeführerin durch die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht die Ab-

klärung, welchen effektiven Status sie in Nepal respektive in Indien innehat 

oder -hatte, beziehungsweise die Prüfung, welche Staatsangehörigkeit sie 

besitzt. Die Beschwerdeführerin hat durch die Verheimlichung respektive 

Verschleierung ihrer wahren Herkunft die ihr obliegende Mitwirkungspflicht 

verletzt. Sie hat die Folgen ihrer fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, 

als seitens der Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spre-

che nichts gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da sie 

keine konkreten, glaubhaften Hinweise geliefert hat, die gegen eine ent-

sprechende Rückkehr sprechen würden. 

4.8 Aus diesem Grund ist ihre Rückkehr als möglich zu bezeichnen, da es 

bei dieser Ausgangslage zwar den Vollzugsbehörden unmöglich ist, für sie 

entsprechende Reisepapiere zu beschaffen, dies jedoch nicht für sie per-

sönlich gilt, da ihr eine individuelle und eigenständige Rückreise in das 

Land ihres letzten Aufenthalts beziehungsweise ihrer Herkunft möglich sein 

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Seite 8 

dürfte. Die Beschwerdeführerin hat jedenfalls nichts substanziiert vorgetra-

gen, was darauf schliessen liesse, eine Rückkehr nach Nepal oder Indien 

könnte für sie nicht möglich, zumutbar oder zulässig sein. Ihre Vorbringen 

erschöpfen sich in pauschalen Aussagen, die sie bereits im Asylverfahren 

vorbrachte. Es sind auch keine eigenen Anstrengungen aktenkundig, wo-

nach sie sich selbständig um die Beschaffung von Reisepapieren für eine 

Rückkehr nach Indien oder Nepal bemüht hätte. Aufgrund dieses Verhal-

tens gilt das bereits unter E. 4.3 und 4.4 Gesagte und sie kann daher aus 

der faktischen Vollzugsunmöglichkeit einer Zwangsrückführung für sich 

nichts ableiten. 

5.  

5.1 Schliesslich vermögen auch die Vorbringen, sie lebe inzwischen in ei-

ner Beziehung in der Schweiz und sei gut integriert, nichts an dieser Ein-

schätzung zu ändern. 

5.2 Die Ausführungen betreffend die fortgeschrittene Integration bleiben 

bei der Beurteilung der technischen Unmöglichkeit aussen vor, sie wären 

allenfalls im Rahmen einer Härtefallprüfung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG 

i.V.m. Art. 31 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Auf-

enthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) zu prüfen. 

5.3 Gleiches gilt auch für den Sachverhaltsaspekt der Beziehung zu einem 

anerkannten Flüchtling in der Schweiz. Auch betreffs dieses Vorbringens 

ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin derzeit einen Anspruch 

auf Regularisierung oder Regelung ihres Aufenthalts haben könnte, zumal 

ihre diesbezüglichen Ausführungen sehr wenig detailliert waren.  

 

5.4 Das SEM hat ferner zutreffend festgehalten, dass die Beschwerdefüh-

rerin sich hinsichtlich ihrer Lebenssituation nicht auf ein überwiegendes öf-

fentliches Interesse berufen kann. Zwar ist richtig, dass eine Regularisie-

rung ihres Aufenthalts möglicherweise ihre Sozialhilfeunabhängigkeit zur 

Folge hätte. Sie ist jedoch nur deshalb auf Leistungen der Nothilfe ange-

wiesen, weil sie ausreisepflichtig ist und die Schweiz verlassen müsste. 

Nur daher ist ihr auch eine Erwerbstätigkeit nicht gestattet.  

 

6.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Vollzug der Wegweisung der 

Beschwerdeführerin in den (nur ihr bekannten) Heimat-, beziehungsweise 

Herkunftsstaat möglich ist, da keine Vollzugshindernisse ersichtlich sind 

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Seite 9 

(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihr obliegt, bei der Beschaffung gültiger Rei-

sepapiere mitzuwirken, beziehungsweise sich um diese zu kümmern 

(vgl. auch BVGE 2008/34 E. 12), Die Beschwerdeführerin verfügt weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf die Erteilung einer solchen. Das Gesuch um Anordnung einer 

vorläufigen Aufnahme wurde demnach zu Recht abgewiesen. Eine Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 2 

i.V.m. Abs. 7 Bst. c AuG). Zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

besteht nach dem Gesagten kein Anlass. 

 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege ist damit abzuweisen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

D-254/2018 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Susanne Bolz 

 

 

Versand: