# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a180ff3-df8a-595d-acce-83d4d15a5130
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.08.2020 F-3884/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3884-2019_2020-08-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3884/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  

Richter Gregor Chatton,    

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

(…),   

vertreten durch Angelo Fedi, Rechtsanwalt,  

Raggenbass Rechtsanwälte,  

(…)  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen.  

 

 

 

F-3884/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

B._______ (geboren […], Mutter des Beschwerdeführers) ersuchte zusam-

men mit ihren Kindern C._______ (geboren […], Schwester des Beschwer-

deführers) und D.________ (geboren […], Bruder des Beschwerdeführers; 

alle Staatsangehörige von Syrien; nachfolgend: Gesuchstellende) in Beirut 

bei der Schweizerischen Botschaft (nachfolgend: Botschaft) um Ausstel-

lung von humanitären Visa. Gemäss Aktennotiz der Botschaft habe sie (die 

Mutter) ausgeführt, in Kamischli gelebt zu haben. D._______ habe dort re-

gelmässig die Schule besucht. Ihr in der Schweiz wohnhafter Sohn (Be-

schwerdeführer) sende ihr regelmässig Geld. In Deutschland würden drei 

andere Kinder als anerkannte Flüchtlinge leben; von weiteren Kindern sei 

der Aufenthaltsort unbekannt. Die Familie sei beim United Nations High 

Commissioner for Refugees (UNCHR) in Syrien registriert, erhalte jedoch 

keine finanzielle Unterstützung. Sie benötige dringend eine […]operation, 

weshalb sie dazu in die Schweiz reisen wolle. Die Botschaft verweigerte 

mit Fomularverfügung vom 15. Januar 2019 (eröffnet am 25. Februar 2019) 

die Ausstellung von humanitären Visa mit der Begründung, es habe keine 

unmittelbare und konkrete Gefährdung an Leib und Leben festgestellt wer-

den können. 

B.  

Am 15. März 2019 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid 

Einsprache bei der Vorinstanz und legte einen Arztbericht von Dr. med. 

E._______, Internist und Kardiologe, vom 3. September 2018 sowie zwei 

Berichte des Nationalspitals Kamischli vom 13. November 2018 (seine 

Mutter und seine Schwester betreffend; alle mit deutscher Übersetzung) zu 

den Akten. Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 an die Vorinstanz erkundigte 

sich der Beschwerdeführer nach dem Stand des Verfahrens und machte 

geltend, seine Mutter sei ganz alleine in Syrien, weil seine Geschwister 

mittlerweile in den Nordirak geflohen seien. Die Vorinstanz wies mit Verfü-

gung vom 2. Juli 2019 (eröffnet am 4. Juli 2019) die Einsprache ab.  

C.  

Gegen diese vorinstanzliche Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 

29. Juli 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte 

die Aufhebung der Verfügung und die Ausstellung der Visa. Eventualiter sei 

die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung. Als Beweismittel reichte er einen Arztbericht 

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des Nationalspitals Kamischli vom 10. Juli 2019 betreffend seine Mutter ein 

(inklusive deutscher Übersetzung).  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. August 2019 lehnte das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung mangels Bedürftigkeit ab und setzte dem Beschwerdeführer Frist zur 

Bezahlung eines Kostenvorschusses. Dieser ging fristgerecht ein.  

E.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 23. September 

2019 die Abweisung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer wurde die 

Vernehmlassung zur Kenntnisnahme zugestellt.  

F.  

Mit Eingabe vom 28. November 2019 ergänzte der Beschwerdeführer 

seine Beschwerde, legte Kopien der zwei Arztberichte vom 10. Juli 2019 

(Mutter) und 13. November 2018 (Schwester) sowie diverse Zeitungsbe-

richte und Rapporte des UNHCR zu den Akten.   

G.  

In ihrer Duplik vom 28. Februar 2020 hielt die Vorinstanz an ihren Ausfüh-

rungen fest. Mit Triplik vom 1. April 2020 reichte der Beschwerdeführer ak-

tuelle Fotos der Gesuchstellenden ein.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide betreffend huma-

nitäre Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfecht-

bar (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). In diesem Bereich entscheidet 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraus-

setzungen sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (vgl. 

Art. 50 und Art. 52 VwVG). 

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Seite 4 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt wer-

den (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das bundes-

recht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die 

Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

3.1 Als Staatsangehörige von Syrien unterliegen die Gesuchstellenden für 

die Einreise in die Schweiz der Visumpflicht. Mit ihren Gesuchen beabsich-

tigen sie einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb nicht die Erteilung von 

Schengen-Visa zu prüfen ist, sondern mit Art. 4 der Verordnung vom 

15. August 2018 über die Einreise und die Visumerteilung (VEV, 

SR 142.204) nationales Recht zur Anwendung gelangt.  

3.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann ein humanitäres Visum erteilt werden, 

wenn die betreffende Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und 

konkret an Leib und Leben gefährdet ist. Befindet sich eine Person auf-

grund eines konkreten Einzelfalls im Heimat- oder Herkunftsstaat offen-

sichtlich in einer Notlage, die ein behördliches Eingreifen zwingend erfor-

derlich macht, ist ihr ausnahmsweise ein nationales Visum aus humanitä-

ren Gründen zu erteilen, sofern sich dies im Gegensatz zu anderen Perso-

nen in derselben Lage rechtfertigt. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen 

Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individuellen Gefährdung, die 

sie mehr als alle anderen Personen betrifft, gegeben sein. Befindet sich die 

betroffene Person bereits in einem Drittstaat oder ist sie nach einem Auf-

enthalt in einem solchen freiwillig in ihr Heimat- oder Herkunftsland zurück-

gekehrt und hat sie die Möglichkeit, sich erneut in den Drittstaat zu bege-

ben, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Gefährdung mehr be-

steht (vgl. dazu Urteil des BVGer F-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 

E. 3.2 m.w.H.). 

3.3 Das Visumsgesuch ist unter Berücksichtigung der aktuellen Gefähr-

dung, der persönlichen Umstände der betroffenen Person und der Lage im 

Heimat- oder Herkunftsland sorgfältig zu prüfen. Dabei können auch wei-

tere Kriterien wie das Bestehen von Bindungen zur Schweiz und die hier 

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bestehenden Integrationsaussichten oder die Unmöglichkeit, in einem an-

deren Land um Schutz nachzusuchen, berücksichtigt werden (vgl. Urteil 

des BVGer F-4631/2018 vom 27. Dezember 2018 E. 3.3). 

4.   

4.1 Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Zusammenhang mit 

der Erteilung von humanitären Visa führte die Vorinstanz hauptsächlich 

aus, die Gesuchstellenden seien nach der Einreichung ihrer Visaanträge 

im Libanon wieder nach Syrien zurückgekehrt und würden in Kamischli le-

ben. Kamischli gehöre zur Demokratischen Föderation Nordsyrien. Der 

sog. Islamische Staat (IS) übe dort keinen Einfluss aus und das Gebiet sei 

nicht als Kriegsgebiet mit akuten kriegerischen Ereignissen zu bezeichnen. 

Die Gesuchstellenden seien damit grundsätzlich nicht unmittelbar, ernst-

haft und konkret an Leib und Leben gefährdet. Im Vergleich zum Rest der 

Bevölkerung in Syrien würden sie sich nicht in einer Notsituation befinden, 

die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich machen und die Er-

teilung von Einreisevisa rechtfertigen würde. Der Bruder des Beschwerde-

führers habe gemäss Aktennotiz der Schweizer Vertretung in Beirut vom 

11. Januar 2019 regelmässig die Schule besucht und die Familie sei beim 

UNHCR in Syrien registriert. Der Beschwerdeführer unterstütze die Ge-

suchstellenden finanziell. Bezüglich der geltend gemachten akuten Ge-

sundheitsprobleme der Mutter des Beschwerdeführers ([…] und […]) habe 

er nicht nachgewiesen, dass alles unternommen worden sei, um die nöti-

gen Behandlungen in Syrien selbst oder im nahen Ausland sicherzustellen. 

Es könne davon ausgegangen werden, dass mit der finanziellen Hilfe des 

Beschwerdeführers und seiner Geschwister in Deutschland eine Behand-

lung durchgeführt werden könnte. Grundsätzlich würden humanitäre Visa 

nur für die betroffene Person selbst ausgestellt werden; dies sei auch vor-

liegend der Fall. Nicht belegt und aufgrund der Situation in Kamischli wenig 

glaubhaft sei sodann, dass die Mutter inzwischen alleine sei, da seine 

Schwester und sein Bruder in den Nordirak geflohen seien. Die Gesuch-

stellenden würden zudem auch nicht die Voraussetzungen für Schengen-

Visa erfüllen. Die Schweizer Vertretung in Libanon habe zu Recht die Aus-

stellung der Einreisevisa verweigert.  

4.2 Dieser Argumentation hält der Beschwerdeführer im Wesentlichen ent-

gegen, die Gesuchstellenden hätten im Libanon ihre Grundbedürfnisse 

nicht decken können und wären ohne Unterkunft gewesen, weshalb sie 

nach Syrien zurückgekehrt seien. Dort hätten sie zwar eine Unterkunft, je-

doch fehle es an der medizinischen Versorgung. Im Libanon seien die Be-

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handlungskosten zudem sehr hoch. Syrische Flüchtlinge würden keine Un-

terstützung, kein Geld, keine Arbeit und keine medizinische Behandlung 

erhalten. Ein langfristiger Verbleib im Libanon sei zufolge der mangelnden 

Ressourcen nicht möglich. Seine Mutter benötige medizinische Betreuung, 

die in Syrien fehle und in den Nachbarländern nicht gratis angeboten 

werde. Für ihn und seine Geschwister in Deutschland sei es unmöglich, die 

Operation für die Mutter zu bezahlen, da diese allenfalls 30'000 bis 70'000 

US-Dollar kosten könne. Der vorinstanzlichen Verfügung könne nicht ent-

nommen werden, weshalb keine konkrete Gefährdung für Leib und Leben 

vorliege. Seinen Vorbringen sei nicht genügend Rechnung getragen wor-

den und die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig festgestellt. 

Die Gesuchstellenden würden weder im Libanon noch in Syrien über ein 

soziales Beziehungsnetz verfügen. Sämtliche Verwandten und Bekannten 

seien geflohen. Auch seine Schwester und sein Bruder würden sich mitt-

lerweile auf der Flucht nach Europa befinden, weshalb seine Mutter ganz 

auf sich allein gestellt sei. Sie lebe in Syrien in einem Flüchtlingscamp in 

der Nähe der nordsyrischen Stadt Al-Malikiya unter extrem schwierigen Le-

bensbedingungen. Seine Mutter sei auf medizinische Versorgung angewie-

sen, die in Syrien nicht gewährleistet sei. Seine Schwester habe ebenfalls 

medizinische Probleme, was die Vorinstanz nicht berücksichtigt habe. Sein 

fünfzehnjähriger Bruder sei nicht in der Lage, für Mutter und Schwester zu 

sorgen. Seine Mutter könne auch nicht nach Deutschland reisen. Ein An-

walt habe seinen dort lebenden Geschwistern mitgeteilt, dass dies nicht 

möglich sei. Die Schweiz sei das einzige Land, in welchem seine Mutter 

die nötige Hilfe erhalten könne.  

4.3 Die Vorinstanz bemerkt in ihrer Vernehmlassung, die Beschwerde-

schrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die 

eine Änderung ihres Entscheides rechtfertigen könnten. An ihrer Verfügung 

werde deshalb festgehalten.   

4.4 In seiner Beschwerdeergänzung (Replik) weist der Beschwerdeführer 

auf die Verschlechterung der Situation in Nordsyrien hin. Seine Familie be-

fände sich nun in einem Gebiet, in welchem akute Kriegshandlungen statt-

finden würden. Seine Mutter habe im Flüchtlingslager F._______ keinen 

Zugang zur dringend benötigten fachärztlichen Unterstützung. Im Winter 

werde sich ihre Situation noch verschärfen. Als Kurdin sei sie sodann vom 

Einmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien besonders betroffen, wes-

halb nun eine unmittelbare Gefährdung an Leib und Leben vorliege. Seine 

Schwester und sein Bruder hätten nach dem Einmarsch der türkischen 

Truppen fliehen müssen. Ihr Aufenthaltsort sei im Moment unbekannt und 

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er habe nur noch gelegentlich Kontakt zu ihnen. Seinem Bruder drohe so-

dann eine Zwangsrekrutierung durch die Yekîneyên Parastina Gel (YPG) 

und damit eine direkte Involvierung in Kampfhandlungen. Seine Schwester 

könne die psychische Belastung nicht bewältigen und leide an starken 

Stimmungsschwankungen mit neurologischen Anfällen. Sie habe akusti-

sche sowie visuelle Halluzinationen und leide an einer […]. Sie sei dringend 

auf medizinische Unterstützung angewiesen.   

4.5 In ihrer Duplik hält die Vorinstanz an ihrer Einschätzung fest. Die Si-

cherheitslage in Syrien sei schwierig, doch betreffe dies die Mehrheit der 

Zivilbevölkerung in gleichem Masse. Den Akten könne nicht entnommen 

werden, dass die Gesuchstellenden eine gezielt gegen sie gerichtete asyl-

relevante Verfolgung zu befürchten hätten. Insgesamt lasse sich kein eth-

nisch bedingtes Verfolgungsmuster gegenüber Kurden feststellen. Beim 

Konflikt infolge der türkischen Militäroffensive im Oktober 2019 handle es 

sich in erster Linie um einen Kampf um die militärische Vorherrschaft und 

nicht um eine gezielt gegen das Kollektiv der Kurden gerichtete Verfol-

gungsmassnahme.  

4.6 Triplizierend macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz sei 

in ihrer Duplik nicht auf die aktuelle, individuelle Lage der Gesuchstellen-

den eingegangen. Seine Mutter leide weiterhin an chronischen und lebens-

bedrohlichen Krankheiten und befände sich immer noch im Flüchtlingsla-

ger. Eine Behandlung ihrer Krankheiten sei dort nicht möglich. Aufgrund 

ihrer einschlägigen Vorerkrankungen und ihres Alters gehöre sie zudem 

zur Hochrisikogruppe bezüglich einer Infektion mit dem Coronavirus. Die 

Hygieneregeln könnten im Flüchtlingslager nicht eingehalten werden und 

aufgrund der fehlenden medizinischen Mitteln in Syrien würde eine Infizie-

rung mit hoher Wahrscheinlichkeit für sie tödlich enden. Ihre Situation habe 

sich deshalb verschlechtert und sie sei weiterhin unmittelbar an Leib und 

Leben bedroht. Seine Geschwister hätten inzwischen in ein Flüchtlingsla-

ger im Nordirak fliehen können. Jedoch seien sie auch dort nicht sicher. 

Bei Kampfhandlungen der türkischen Armee gegen kurdische Rebellen 

komme es immer wieder zu zivilen Opfern und die Coronaviruspandemie 

führe zu Versorgungsengpässen in den Flüchtlingslagern.  

5.   

5.1 Die Vorinstanz ist in ihrer Verfügung zum zutreffenden Ergebnis ge-

langt, die Gesuchstellenden würden die Voraussetzungen für die Erteilung 

eines humanitären Visums nicht erfüllen. Die Gesuchstellenden begaben 

sich zwecks Einreichung des Gesuchs um Ausstellung von humanitären 

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Visa in den Libanon und kehrten danach freiwillig nach Syrien zurück. Zum 

Zeitpunkt der Gesuchseinreichung besuchte der Bruder des Beschwerde-

führers offenbar regelmässig die Schule und die Situation in Kamischli war 

nicht prekär. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist nunmehr davon aus-

zugehen, dass die Geschwister des Beschwerdeführers in den Nordirak 

geflüchtet sind und sich die Mutter im Flüchtlingscamp in F._______ auf-

hält. Dieses befindet sich an der Grenze zum Nordirak und ist nicht unmit-

telbar von der türkischen Militäroffensive betroffen. Es war ihr sodann auch 

möglich, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen und sie sandte dem 

Beschwerdeführer verschiedene Arztberichte zu. Diesen lässt sich entneh-

men, dass sie die nötige Behandlung erhalten habe und einen […] benötige 

(Arztbericht vom 3. September 2018). Gemäss den Arztberichten vom 

13. November 2018 und 10. Juli 2019 habe ein […] gelegt werden können, 

sie benötige jedoch dringend eine […]-Operation, welche in Syrien nicht 

durchgeführt werden könne. Nicht geltend gemacht wird jedoch, dass es 

sich dabei um eine lebensnotwendige Operation handle. Weiter belegt der 

Beschwerdeführer nicht, dass diese Behandlung in ganz Syrien oder im 

nahe gelegenen Ausland nicht möglich wäre. Lediglich pauschal merkt er 

an, eine solche Operation würde zwischen 30'000 und 70'000 US-Dollar 

kosten. Belege dazu reicht er jedoch nicht ein und legt auch nicht dar, dass 

sich die Gesuchstellenden konkret über die Operationsmöglichkeiten infor-

miert hätten. Aus der Coronaviruspandemie vermögen die Gesuchstellen-

den nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal eine Infizierung auch in der 

Schweiz nicht ausgeschlossen werden kann. Die psychischen Beschwer-

den der Schwester des Beschwerdeführers sind ebenfalls nicht lebensbe-

drohend. Anzumerken bleibt, dass offenbar eine zumindest minimale me-

dizinische Grundversorgung gewährleistet ist und die Gesuchstellenden 

auch Zugang dazu haben. Der Bruder des Beschwerdeführers hält sich 

nicht mehr in Syrien auf, weshalb keine konkrete, unmittelbare und ernst-

hafte Gefährdung zufolge einer befürchteten Rekrutierung vorliegt. Zwei-

fellos ist die Situation der Gesuchstellenden in Syrien (Mutter) beziehungs-

weise im Nordirak (Geschwister) belastend. Allerdings ist nicht davon aus-

zugehen, dass sich ihre Situation massgeblich von derjenigen anderer Kur-

den in Syrien unterscheidet. Der Beschwerdeführer und die Familienmit-

glieder in Deutschland unterstützen die Gesuchstellenden sodann finanzi-

ell und sie können damit ihre Grundversorgung decken. Die Vorinstanz hat 

den Sachverhalt damit richtig und vollständig abgeklärt und ist auf die Vor-

bringen des Beschwerdeführers genügend eingegangen  

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Seite 9 

5.2 Gestützt auf die Akten ist insgesamt keine substantiierte unmittelbare 

Gefährdung der Gesuchstellenden erkennbar, die die Ausstellung humani-

tärer Visa rechtfertigen würde. 

6.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gesuchstellenden die Vor-

aussetzungen für die Ausstellung von humanitären Visa für die Einreise in 

die Schweiz nicht erfüllen. Die angefochtene Verfügung hat somit Bundes-

recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollstän-

dig feststellt und ist angemessen (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen und auf Fr. 700.– festzusetzen (vgl. Art. 63 

VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe am 13. August 2019 ge-

leisteten Kostenvorschuss gedeckt.  

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 700.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt.  

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (mit den Akten Ref-Nr. […] + […] + […]) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Annina Mondgenast 

 

 

Versand: