# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79240972-c2c5-51a4-9c86-2e0e9e5adcfa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.05.2008 C-923/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-923-2006_2008-05-09.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-923/2006

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  M a i  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

1. N._______,
2. K._______,
beide vertreten durch Dr. iur. Barbara Wyler, 
Rechtsanwältin,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-923/2006

Sachverhalt:

A.
Der  aus  Kolumbien  stammende  N._______  (geboren  am  [...]  1976, 
nachfolgend:  Gesuchsteller  bzw. Beschwerdeführer/Rekurrent)  bean-
tragte am 15. September 2006 bei der Schweizerischen Botschaft  in 
Bogotá die Erteilung eines Einreisevisums für die Dauer von 30 Tagen. 
Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, seine im Kanton Thur-
gau wohnhafte Freundin,  die Schweizerbürgerin  K._______ (nachfol-
gend: Gastgeberin bzw. Beschwerdeführerin/Rekurrentin) besuchen zu 
wollen. Nach formloser Verweigerung übermittelte die Schweizerische 
Vertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorin-
stanz.

B.
In  ihrer  (negativen)  Stellungnahme  vom  24.  Oktober  2006  hielt  die 
Migrationsbehörde  des  Kantons  Thurgau  gegenüber  der  Vorinstanz 
unter anderem fest, der frühere Ehemann der Gastgeberin, ebenfalls 
aus  Kolumbien  stammend  und  nunmehr  als  Jahresaufenthalter  im 
Kanton Thurgau lebend, sei im Jahre 2003 im Rahmen des Familien-
nachzuges in die Schweiz übersiedelt. 

C.
Mit Verfügung vom 27. Oktober 2006 wies die Vorinstanz das Einreise-
gesuch mit der Begründung ab, der Gesuchsteller stamme aus einer 
Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort herr-
schenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse bekannter-
weise nach wie vor stark anhalte. Viele seiner Landsleute versuchten, 
ihren Aufenthalt in der Schweiz durch Ausschöpfung sämtlicher rechtli-
cher Mittel  zu verlängern,  um sich so in  Umgehung der bundesrätli-
chen  Begrenzungsmassnahmen  eine  vermeintlich  bessere  Zukunft 
aufzubauen. Dem Gesuchsteller  oblägen im Heimatland weder zwin-
gende berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen, noch familiäre 
Verantwortlichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte 
Rückkehr bieten könnten.

D.
Mit  Verwaltungsbeschwerde vom 27. November  2006  an das  Eidge-
nössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  lassen  die  Be-
schwerdeführer  durch ihre  gemeinsame Rechtsvertreterin  die Aufhe-
bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des gewünsch-

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ten  Besuchervisums für  einen Aufenthalt  von drei  Monaten beantra-
gen. Zur Begründung wird ausgeführt, der Beschwerdeführer sei zwar 
Kolumbianer, komme aber nicht vom Festland, sondern von der in der 
Karibik liegenden Insel San Andrés. Im Gegensatz zu den schwierigen 
politischen  und  gesellschaftlichen  Verhältnissen  auf  dem  Festland 
herrschten dort politisch, gesellschaftlich und sozial geordnete Verhält-
nisse vor, die jedem Inselbewohner ein gesichertes Leben garantier-
ten. Der Rekurrent befinde sich seit vier Jahren in ungekündigter Stel-
lung als Chauffeur eines Motorradtaxi-Unternehmens, welches ihm ei-
nen dreimonatigen Urlaub gewähre. Zudem unterhalte er sehr enge fa-
miliäre Beziehungen zu seinen ebenfalls auf der Insel lebenden Eltern 
und Geschwistern sowie zu seinem, allerdings auf dem Festland woh-
nenden,  ausserehelichen  Sohn  (geb. 1996). Da  dieser  jeweils  seine 
Ferien auf San Andrés verbringe, sei es zwingend notwendig, dass er 
(der Beschwerdeführer) in sein Heimatland zurückkehre.

Zur Bekräftigung der Vorbringen wurden zahlreiche sowohl den Rekur-
renten als auch die Rekurrentin betreffende Beweismittel in Kopie zu 
den Akten gereicht.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2006 spricht sich die Vor-
instanz  für  die  Abweisung  der  Beschwerde  aus  und  hält  ergänzend 
fest, dass angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes und der schlech-
ten sozialen  Absicherungen  im Heimatland  selbst  ein  festes  Anstel-
lungsverhältnis  den  jungen  und  unverheirateten  Beschwerdeführer 
nicht davon abhalten könnte, ins Ausland zu emigrieren.

F.
Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom 22. Januar  2007  wurde  den 
Beschwerdeführern die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  BFM  betreffend  Einreiseverweigerung  unterlie-
gen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31, 
Art. 32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

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1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsge-
setzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schieds-
kommissionen oder bei Beschwerdediensten der Departemente hängi-
gen  Rechtsmittel.  Für  die  Beurteilung  gilt  das  neue  Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Artikel 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungs-
verfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit dieses 
Gesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 
VGG  i.V.m.  Art.  83  Bst.  c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.4 Nebst dem Beschwerdeführer als Verfügungsbetroffenem ist auch 
die Beschwerdeführerin gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde legiti-
miert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-
zutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazu gehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten Recht. Massgebend sind daher das Bundesgesetz vom 26. März 
1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 
121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum 
AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und 
Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu 
fällen (Art. 4  und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 

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und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

4.
4.1 Der Beschwerdeführer bedarf aufgrund seiner Nationalität zur Ein-
reise in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz ver-
weigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hin-
reichend gesichert.

4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin oder des Besuchers ergeben. 

Kolumbien  zählt  aufgrund  der  dort  herrschenden  politischen,  gesell-
schaftlichen und damit verbunden auch wirtschaftlichen Verhältnissen 
zu  denjenigen  Ländern,  deren  Staatsangehörige  erfahrungsgemäss 
nach einer Einreise versucht sein können, nicht mehr in ihr Heimatland 
zurückzukehren. Die Sicherheitslage im lateinamerikanischen Land ist 
weiterhin prekär, hat doch Kolumbien eine der weltweit höchsten Krimi-
nalitätsraten; Schwerverbrechen wie Mord, Entführungen und Erpres-
sung von Lösegeldern sind an der Tagesordnung. Auch wenn Kolumbi-
ens Wirtschaft in den letzten Jahren gewachsen ist, sind nach wie vor 
breite  Bevölkerungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen  wirt-

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schaftlichen und sozialen Lebensbedingungen betroffen. So betrug die 
Höhe der Arbeitslosigkeit im Jahre 2006 rund 12 % und die Unterbe-
schäftigung  über  35  %  (Quelle:  www.auswaertiges-amt.de  ,  Länder- 
und Reiseinformationen > Kolumbien > Wirtschaftspolitik [Stand Okto-
ber  2007,  besucht  am 30. April  2008]).  Das  Bruttoinlandprodukt  pro 
Kopf der Bevölkerung belief sich im Jahre 2007 nur gerade auf 3'144 
USD (Quelle: www.seco.admin.ch  , Themen > Aussenwirtschaft > Län-
derinformationen  >  Kolumbien  [Stand  Februar  2008,  besucht  am 
30. April 2008]). Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, 
ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebensbedingun-
gen eine bessere Existenz sichern zu können. Der Trend zeigt sich er-
fahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von 
Verwandten  oder  Bekannten  bereits  ein  minimales  soziales  Bezie-
hungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies ange-
sichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung 
ausländerrechtlicher Bestimmungen. 

4.4 Die schwierigen politischen und sozioökonomischen Bedingungen 
in  Kolumbien werden denn auch von den Beschwerdeführern  grund-
sätzlich nicht in Frage gestellt. Allerdings weisen sie darauf hin, dass 
der  Rekurrent  nicht  vom  Festland  stamme,  sondern  auf  der  (bloss 
27 km² grossen) Karibik-Insel San Andrés lebe, in der politisch, gesell-
schaftlich und sozial geordnete Verhältnisse herrschten.

Obwohl rund 800 km vom Festland entfernt, ist die fragliche Inselgrup-
pe nicht unabhängig, sondern gehört  als Provinz ("Departamento de 
San  Andrés  y  Providencia")  zu  Kolumbien.  Insbesondere  die  wirt-
schaftlichen Verhältnisse auf dem Festland dürften sich somit auch auf 
den Lebensstandard  der  Inselbewohner  auswirken,  die  auf  begrenz-
tem Raum einen rapiden Bevölkerungszuwachs zu verkraften haben. 
Nur am Rande sei erwähnt, dass sich der Ex-Ehemann der Beschwer-
deführerin, ebenfalls aus San Andrés stammend, in der Vergangenheit 
jedenfalls nicht davon abhalten liess, seine (berufliche) Zukunft in der 
Schweiz zu suchen.

Allerdings wäre es in der Tat zu schematisch und nicht haltbar, gene-
rell und ohne spezifische Anhaltspunkte, ausschliesslich aufgrund der 
politischen  und/oder  wirtschaftlichen  Situation  im  Herkunftsland  auf 
eine  nicht  hinreichend  gesicherte  Wiederausreise  zu  schliessen.  Im 
Rahmen einer Gesamtwürdigung können jedoch aus der allgemeinen 
Lage im Herkunftsland und der Zuwanderungssituation Anhaltspunkte 

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http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.seco.admin.ch/

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zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise gewonnen werden. 
Die  Berücksichtigung dieser  Umstände ergibt  sich somit  implizit  aus 
Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA. So können insbesondere Einreisegesuche 
von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch 
oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen  darauf 
hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht 
mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in 
Einklang steht. 

4.5 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch, wie oben erwähnt,  sämtliche 
Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt 
einem Gesuchsteller  oder  einer  Gesuchstellerin  im  Heimatstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei Ge-
suchstellern,  die in  der  Heimat  keine der  erwähnten Verpflichtungen 
haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, auf-
grund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich 
nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu ei-
nem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

5.
5.1 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen 32-jährigen, un-
verheirateten Mann,  der sich anlässlich der Gesuchseinreichung als 
selbständiger  Fischer  ("Pescador  independiente")  bezeichnete  (vgl. 
Ziff. 9 des persönlichen Einreisegesuches vom 15. September 2006), 
jedoch keine näheren Angaben zu seinen Erwerbseinkünften bzw. Ver-
mögensverhältnissen  machen  konnte.  Demgegenüber  wies  die  Be-
schwerdeführerin auf entsprechende Frage gegenüber der kantonalen 
Migrationsbehörde darauf  hin,  ihr  Freund arbeite als "Moto-Taxi-Fah-
rer" (vgl. den ausgefüllten Fragebogen vom 10. Oktober 2006). Auf Be-
schwerdeebene  wird  unter  Vorlage  entsprechender  Dokumente  (Ar-
beits- und Urlaubsbestätigung, Motorrad-Führerschein, Versicherungs-
ausweis  und  Zulassungsschein  des  Motorrad-Taxis)  ausgeführt,  der 
Rekurrent befinde sich seit vier Jahren in ungekündigter Stellung als 
Chauffeur eines Motorradtaxi-Unternehmens und sei ohne Probleme in 
der Lage, sich zu ernähren. 

Diese  nachgereichten  Beweismittel,  die  weder  Hinweise  zu  den  Ar-
beitsbedingungen  noch  zur  Höhe  des  erzielten  Erwerbseinkommens 

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enthalten, stehen einerseits in klarem Widerspruch zu den ursprüngli-
chen Angaben des Beschwerdeführers. Sollte es sich dabei tatsächlich 
um Kopien echter Dokumente handeln, ist andererseits nicht nachvoll-
ziehbar, wieso ein allenfalls bestehender Arbeitsvertrag vom Rekurren-
ten nicht bereits anlässlich seiner Gesuchseinreichung vorgelegt oder 
zumindest erwähnt wurde. Abgesehen davon lässt der Umstand, dass 
der  Beschwerdeführer  ungeachtet  der  behaupteten  beruflichen  Ver-
pflichtungen die maximal zulässige Aufenthaltsdauer von drei Monaten 
voll ausschöpfen möchte, zweifellos nicht auf eine starke Verwurzelung 
im Berufsleben schliessen.

5.2 Auf Beschwerdeebene wird im Weitern geltend gemacht, der Re-
kurrent  unterhalte  sehr  enge familiäre Beziehungen zu seinen eben-
falls auf der Insel lebenden Eltern und Geschwistern sowie zu seinem, 
allerdings  auf  dem Festland  wohnenden,  minderjährigen  Sohn,  wel-
cher jeweils seine Ferien auf San Andrés verbringe. Dieses Argument 
vermag nach Ansicht  des Bundesverwaltungsgerichts  schon deshalb 
nicht zu überzeugen, weil der Umstand, dass gleich eine dreimonatige 
Landesabwesenheit geplant ist, nicht ohne weiteres darauf schliessen 
lässt, die Präsenz des Beschwerdeführers sei für die Belange seiner 
Familie unverzichtbar. Insofern darf bezweifelt werden, dass dem Re-
kurrenten im Heimatland zwingende Verpflichtungen obliegen, die ihn 
ernsthaft  von einer  Emigration abzuhalten vermöchten,  zumal  er  mit 
der Gastgeberin und Beschwerdeführerin, bei der es sich um die lang-
jährige Freundin handeln soll,  bereits über eine wichtige Bezugsper-
son in der Schweiz verfügt. 

5.3 Berücksichtigt  man  zudem  die  oben  erwähnte  allgemeine  wirt-
schaftliche Lage in Kolumbien, dürften die mittelfristigen Zukunftsaus-
sichten  des  Beschwerdeführers  zumindest  als  schwierig  einzustufen 
sein. In Anbetracht  feststellbarer  Differenzen betreffend Lebensquali-
tät,  sozialer  Absicherung und  des  Lohnniveaus kann  nämlich  selbst 
eine  regelmässig  ausgeübte  Erwerbstätigkeit  im Heimatland für  sich 
alleine nicht  verlässlich vom Entschluss abhalten,  aus dem Land zu 
emigrieren. Eine entsprechende Gewähr kann auch aus der Existenz 
zurückbleibender Familienangehöriger nicht unbedingt abgeleitet wer-
den. Vielmehr könnte die Absicht auszuwandern gar von der Hoffnung 
getragen sein, die im Heimatland lebenden Angehörigen aus dem Aus-
land wirtschaftlich besser unterstützen zu können. Vor diesem Hinter-
grund  müssen  die  Vorbringen  auf  Beschwerdeebene,  wonach  genü-
gend Garantien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden sei-

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en, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. Im Übrigen hegte 
auch  die  Schweizerische  Vertretung  in  Bogotá,  welche  mit  den 
sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen im Herkunfts-
staat des Beschwerdeführers gut vertraut ist und sich somit durchaus 
ein  Bild  des  Einreisewilligen  machen  kann,  grosse  Bedenken  be-
züglich der anstandslosen Wiederausreise und verweigerte formlos die 
Einreisebewilligung.

5.4 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon 
ausgehen,  die  Wiederausreise  des  Beschwerdeführers  sei  im Sinne 
der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. Zwar lässt sich die-
se  Einschätzung  nicht  zu  einer  gesicherten  Feststellung  verdichten; 
sie reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums – auf das, 
wie erwähnt,  kein Rechtsanspruch besteht  – abzulehnen. Gastgeber 
können  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im  Zusammenhang  mit 
dem Besuchsaufenthalt,  nicht aber für  ein bestimmtes Verhalten des 
Gastes garantieren. Denn eine Garantie für die rechtzeitige Rückreise 
ist  trotz  bester  und  ehrlicher  Absichten  nicht  möglich  bzw. rechtlich 
nicht  durchsetzbar  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6). Wie bereits mehrfach betont, 
ist  bei  der  Beurteilung  von Einreisebegehren  in  erster  Linie  auf  die 
persönlichen Verhältnisse der eingeladenen Personen – und nicht der 
Gastgeber – abzustellen. Der durchaus verständliche Wunsch der  Be-
schwerdeführerin, ihrem kolumbianischen Freund das Lebensumfeld in 
der Schweiz zeigen zu können,  hat  demnach in  den Hintergrund zu 
treten. Als Schweizerbürgerin steht ihr weiterhin die Möglichkeit offen, 
den Rekurrenten im Heimatland zu besuchen.

6.
Aus diesen Gründen ist  somit nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und dem Beschwerdeführer die 
Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt daher Bun-
desrecht  nicht.  Der  rechtserhebliche  Sachverhalt  wurde  richtig  und 
vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Er-
messen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die 
Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

7.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die unterliegen-
den Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver-

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fahrenskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Sie werden mit dem am 2. Februar 2007 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Thurgau

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

Versand: 

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