# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7033e644-fef5-5165-bec9-d1bb403c5ee2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.06.2021 200 2021 125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-125_2021-06-16.pdf

## Full Text

200 21 125 ALV
SCI/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Juni 2021

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 5. Januar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juni 2021, ALV/21/125, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1982 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
kündigte ihre letzte Anstellung als … für die B.________ AG per 31. De-
zember 2019 (Akten des Amts für Arbeitslosenversicherung des Kantons 
Bern [AVA bzw. Beschwerdegegner], Dossier Arbeitslosenkasse Unia Bern 
[act. II] 49 ff., 56 ff.). Nachdem die Versicherte Ende Dezember 2019 für 
einen Sprachaufenthalt und um ihrem Hobby als … nachzugehen in die ... 
abgereist war, meldete sie sich von dort mit E-Mail vom 23. März 2020 
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung 
an und beantragte Arbeitslosenentschädigung (Akten des AVA, Dossier 
RAV-Region Bern-Mittelland [act. IIB] 163 f., 202; act. II 39 ff.). Nach Ge-
währung des rechtlichen Gehörs (act. IIB 94 f.) entschied das AVA mit Ver-
fügung vom 14. Oktober 2020, die Versicherte sei ab dem 23. März 2020 
nicht vermittlungsfähig und auch nicht anspruchsberechtigt, da eine Rück-
reise aus der ... seit der Antragstellung möglich gewesen wäre (Akten des 
AVA, Dossier Rechtsdienst [act. IIA] 28 - 34). Die dagegen erhobene Ein-
sprache (act. IIA 8 - 10; 26 f.) hiess das AVA mit Entscheid vom 5. Januar 
2021 insoweit teilweise gut, als die Versicherte ab 11. November 2020 
(Rückkehr in die Schweiz) vermittlungsfähig und auch anspruchsberechtigt 
sei, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien. Darüber 
hinaus wurde die Einsprache abgewiesen (act. IIA 2 - 5).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 5. Februar 2021 beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern Beschwerde und beantragte die Aufhebung des 
angefochtenen Einspracheentscheides bzw. die Bejahung der Vermitt-
lungsfähigkeit auch für die Zeit vom 23. März bis zum 10. November 2020.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. März 2021 beantragte der Beschwerde-
gegner die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juni 2021, ALV/21/125, Seite 3

Am 29. März 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme 
samt weiteren Unterlagen – insbesondere einem USB-Stick mit vier Tondo-
kumenten (Beschwerdebeilage [act. I] 20) – ein. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 30. März 2021 stellte der Instruktions-
richter gestützt auf eine erste Sichtung fest, dass die Integrität der Daten 
bzw. Aufnahmen auf dem USB-Stick wohl nicht als erstellt betrachtet wer-
den könnten. Der Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit gegeben, unter 
Einholung der Einwilligung der betreffenden Drittpersonen weitere Unterla-
gen, insbesondere die Tonaufnahmen lückenlos vom 1. März bis zum 
30. April 2020 inklusive vollständigem Chatverlauf einzureichen.

Mit Stellungnahme vom 12. April 2021 lehnte es die Beschwerdeführerin 
ab, die echtzeitliche Korrespondenz einzureichen, da sie die vollständigen 
Aufzeichnungen als zu persönlich erachte. Sie nannte jedoch Personen, 
welche als Zeugen aussagen würden.

Mit prozessleitender Verfügung vom 15. April 2021 wurde der Beschwerde-
führerin eine letzte Frist angesetzt, um Beweismittel einzureichen. Sie wur-
de darauf hingewiesen, dass entsprechende Beweismittel vorab vom Ge-
richt gesichtet würden und es ihr freistehe, Antrag zu stellen, dass gewisse 
Teile der Beschwerdegegnerin nicht zugänglich zu machen seien.

Am 23. April 2021 ging beim Verwaltungsgericht eine Stellungnahme der 
Beschwerdeführerin ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners 
vom 5. Januar 2021 (act. IIA 2 - 5). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung und dabei insbesondere die 
Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom 23. März bis zum 10. November 
2020.

Mangels entsprechender Verfügung nicht Teil des Anfechtungsobjektes 
bildet eine Rückforderung der zunächst ausgerichteten Taggelder ab April 
2020 (vgl. act. II 23, 26, 29 f., 31). Soweit die Beschwerdeführerin sinn-
gemäss den Verzicht auf eine Rückforderung bzw. einen Erlass der Rück-
forderung beantragt (Beschwerde, S. 5; Eingabe vom 12. April 2021, S. 3), 
ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem 
voraus, dass die versicherte Person vermittlungsfähig ist (Art. 8 Abs. 1 lit. f 
i.V.m. Art. 15 AVIG). Als vermittlungsfähig gilt eine arbeitslose Person, 
wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit an-
zunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 
Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Ar-
beitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, 
die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der 
üblichen Arbeitszeit einzusetzen. Die Vermittlungsfähigkeit als Anspruchs-
voraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus. Entweder ist die versi-
cherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Ar-
beit (im Umfang von mindestens 20% eines Normalarbeitspensums; vgl. 
Art. 5 AVIV) anzunehmen, oder nicht. Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt 
sich prospektiv, somit aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie bis 
zum Erlass des Einspracheentscheids bestanden haben (BGE 146 V 210 
E. 3.1 f. S. 212). 

2.2 Nach der Rechtsprechung gelten Arbeitnehmerinnen und Arbeit-
nehmer als vermittlungsfähig, wenn sie aufgrund ihrer körperlichen und 
geistigen Fähigkeiten sowie der persönlichen Verhältnisse in der Lage sind, 
ihre Arbeitskraft auch an einem anderen zumutbaren Arbeitsplatz, inner- 
oder ausserhalb des bisherigen Berufs, zu verwerten. Dagegen sind nicht 
nur Personen vermittlungsunfähig, die wegen ihres Gesundheitszustandes 
keine Arbeit mehr finden, sondern auch solche, die aus persönlichen oder 
familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen können, wie es ein 
Arbeitgeber normalerweise verlangt. Versicherte, die im Hinblick auf an-
derweitige Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände lediglich 
während gewisser Tages- oder Wochenstunden sich erwerblich betätigen 
wollen, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden. 
Denn sind einer versicherten Person bei der Auswahl des Arbeitsplatzes so 
enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stelle sehr ungewiss ist, 
muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen werden. Der Grund für die 
Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle (BGE 
120 V 385 E. 3a S. 388, 115 V 434 E. 2a S. 436; ARV 1998 S. 265 E. 1b).

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2.3 Eine mehrere Tage dauernde Unabkömmlichkeit tangiert die mit 
Blick auf die Kontrollvorschriften verlangte kurzfristige Verfügbarkeit innert 
Tagesfrist für arbeitsmarktliche Massnahmen sowie für Gesprächs- und 
Vorstellungstermine. Ebenfalls bildet die kurzfristige Verfügbarkeit einen 
wesentlichen Bestandteil der Vermittlungsfähigkeit. Die arbeitslose Person 
muss jederzeit erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäftigung oder 
arbeitsmarktlichen Massnahme in der Lage sein (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 8. August 2017, 8C_322/2017, E. 7; vgl. auch Entscheid 
des BGer vom 3. Juli 2020, 8C_318/2020, E. 3.2.2).

3.

3.1 Von den Parteien unbestritten und aufgrund der Akten erstellt ist, 
dass die Beschwerdeführerin ihre letzte Anstellung in der Schweiz per 
31. Dezember 2019 gekündigt hat, per 24. Dezember 2019 in die ... gereist 
ist und sich von dort aus am 23. März 2020 per E-Mail bei der Arbeitslo-
senversicherung zur Arbeitsvermittlung sowie zum Bezug von Arbeitslo-
senentschädigung angemeldet hat. Ferner ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin am 11. November 2020 von der ... zurück in die Schweiz 
geflogen ist (act. IIB 94, 158, 202; act. IIA 2 - 5, 29; act. II 56 ff.; Beschwer-
de). Umstritten ist, ob die (objektive) Vermittlungsfähigkeit der Beschwerde-
führerin für die Zeit vom 23. März bis zum 10. November 2020 gegeben 
war und dabei insbesondere, ob sie in dieser Zeit örtlich und zeitlich ver-
fügbar war (vgl. AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariats für Wirtschaft 
[SECO], Rz. B222 [abrufbar unter: www.arbeit.swiss]). 

3.2 Vorab ist festzuhalten, dass die rechtlichen Sondernormen im Rah-
men der Corona-Pandemie hier keine Rolle spielen. An der Vorschrift, dass 
nur Anspruch auf Arbeitslosentaggelder hat, wer dem Arbeitsmarkt tatsäch-
lich zur Verfügung steht, änderten die Sondernormen für die hier fragliche 
Zeit nichts (vgl. dazu E. 2.2 hiervor). Entgegen dem unspezifischen Ver-
weis der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 29. März 2021 
auf die „Verordnung 2 des Covid-19-Gesetzes“ beinhaltet das im Rahmen 
der Corona-Pandemie erlassene Sonderrecht keine Sondervorschriften, 
welche die Vorgabe zur Vermittlungsfähigkeit betroffen hätten. Die hier 

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massgebenden Art. 8 Abs. 1 lit. f und Art. 15 AVIG wurden zu keinem Zeit-
punkt ausser Kraft gesetzt oder geändert.

Die Auslandsabwesenheit führt deshalb zur fehlenden Vermittlungsfähig-
keit. Die Beschwerdeführerin ist bis zum 11. November 2020 nicht in die 
Schweiz zurückgereist und war damit bis zu diesem Zeitpunkt objektiv nicht 
vermittlungsfähig. Zu Recht macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, 
ihr wäre auch ohne sofortige Rückreise mit Anmeldung zum Leistungsbe-
zug bei Ansprache der Behörden der Arbeitslosenversicherung oder eines 
potentiellen Arbeitgebers eine im Rahmen der höchstrichterlichen Recht-
sprechung hinreichend rasche Rückreise (vgl. E. 2.3 vorstehend) möglich 
gewesen. Die Beschwerdeführerin hätte deshalb spätestens mit der An-
meldung bei der Arbeitslosenversicherung unverzüglich in die Schweiz 
zurückreisen müssen, um (objektiv) vermittlungsfähig zu sein. Daran ändert 
auch die pandemiebedingte besondere Lage nichts. Der Beschwerdeführe-
rin wäre entgegen ihrer Auffassung eine Rückreise möglich und zumutbar 
gewesen (vgl. E. 3.3 ff. hiernach). 

3.3 Die Beschwerdeführerin gab am 30. März 2020 an, sie habe beab-
sichtigt, zwischen dem 22. und 28. März 2020 wieder in die Schweiz 
zurückzufliegen (act. IIB 158). Am 9. September 2020 gab sie an, ein Rück-
flug-Ticket habe sie noch nicht gekauft gehabt, da sie noch nicht genau 
gewusst habe, wann sie mit ihren letzten … fertig werden würde. Am liebs-
ten wäre sie am 22. März 2020 zurückgeflogen, da am 23. März 2020 ein 
Abschiedsessen ihrer Mutter infolge deren Pensionierung stattgefunden 
habe, zu welchem sie ebenfalls eingeladen gewesen sei. Spätestens am 
28. März 2020 habe sie wieder in der Schweiz sein wollen, da sie … in der 
Schweiz (das erste am 28. März 2020 in …) gehabt hätte. Flüge habe es 
(vor der Corona-Pandemie) viele gegeben, weshalb man das so (kurzfris-
tig) habe machen können (act. IIB 94). Zudem habe sie so schnell wie 
möglich wieder anfangen wollen zu arbeiten; dies wegen des Ausfalls des 
Lohnes während des Auslandaufenthaltes und weil die Investition in … 
einiges an Geld gekostet habe (Beschwerde, S. 1). 

3.3.1 Im vorliegenden Fall kann offen gelassen werden, ob die Be-
schwerdeführerin tatsächlich Ende März 2020 in die Schweiz zurück gereist 
wäre. Fest steht immerhin, dass sie bis Mitte März 2020 noch keinen Rück-

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flug gebucht hatte, obwohl gemäss ihrer Darstellung bereits am 23. März 
2020 ein für sie wichtiger Termin in der Schweiz anstand. 

Der Bundesrat hatte am 16. März 2020 die ausserordentliche Lage ausge-
rufen, nachdem sich die Situation bereits ab Januar 2020 für jedermann 
ersichtlich auch in Europa fortlaufend zuzuspitzen begann. Ab diesem Zeit-
punkt musste sich grundsätzlich jede Person im Ausland, vorab in Ländern 
mit tieferem Standard der Gesundheitsversorgung, intensiv mit der Frage 
auseinandersetzen, wie sie sich zu verhalten gedenkt. Wer in der Schweiz 
eine Stelle hatte, musste erkennen, dass zur Sicherstellung der arbeitsver-
traglichen Pflicht eine raschmöglichste Heimreise angezeigt war. Wer keine 
Stelle hatte, jedoch eine suchte und insbesondere Leistungen der Arbeits-
losenversicherung in Anspruch nahm bzw. in Anspruch zu nehmen gedach-
te, konnte zu keinem anderen Schluss gelangen. Die tatsächliche Rei-
setätigkeit bestätigte denn auch, dass – wie allgemein bekannt – in der 
ganzen Welt die meisten Menschen umgehend in ihre Heimatländer 
zurückkehrten. Auch die Schweizer Bevölkerung hat sich nicht anders ver-
halten. Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 23. März 2020 bei der 
Arbeitslosenversicherung angemeldet hatte, war sie bereits mit E-Mail vom 
24. März 2020 vom RAV darauf hingewiesen worden, dass die Rückkehr 
notwendig ist und erste Priorität hat (act. IIB 169). Allerspätestens in die-
sem Zeitpunkt hätte der Beschwerdeführerin hinreichend klar sein müssen, 
dass sie sich unverzüglich und mit aller Kraft um eine Rückreise hätte 
bemühen sollen. Der Umstand, dass das RAV aus der Ferne die konkrete 
Umsetzung nicht näher kommentieren bzw. beurteilen konnte, ändert daran 
nichts. Es gelten auch in einer solchen Situation zuerst die Grundsätze der 
Eigenverantwortung und Schadenminderungspflicht. 

3.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, eine Rückreise sei 
aufgrund der Umstände nicht mehr möglich gewesen, kann ihr nicht gefolgt 
werden. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten 
(EDA) hat auf Anfrage des Beschwerdegegners mit E-Mail vom 18. Sep-
tember 2020 ausgeführt, der kommerzielle internationale Flugverkehr 
zur/von der ... sei vom 16. März bis zum 30. Juni 2020 zwar vollständig 
lahmgelegt gewesen. Jedoch sei in diesem Zeitraum eine Ausreise aus der 
... via staatliche Repatriierungsflüge sehr wohl möglich gewesen. Das EDA 

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habe aus ... am 1. April 2020 einen Repatriierungsflug und am 12. Juni 
2020 einen Sonderflug organisiert. Ausserdem habe die Firma Edelweiss 
Air unmittelbar vor und nach der Grenzschliessung im März 2020 in Zu-
sammenarbeit mit Schweizer Reiseveranstaltern mindestens sechs eigene 
Ferry-Flights von ... nach Zürich organisiert. Die Tickets dafür seien öffent-
lich für den Verkauf ausgeschrieben gewesen. Daneben habe es in diesem 
Zeitraum auch etliche Repatriierungsflüge von Drittstaaten aus ... oder ... 
nach Europa gegeben. Eine Ausreise sei, natürlich unter erschwerten Be-
dingungen, mit Zusatzaufwand und via Drittstaaten laufend möglich gewe-
sen. Rückkehrwillige Personen hätten sich proaktiv für die Rückreise ein-
setzen müssen. In dieser Phase hätten mehr als tausend Schweizer das 
Land verlassen können. Zurzeit sei der Flugraum in der ... wieder offen und 
einige internationale Fluggesellschaften hätten ihren Betrieb, wenn auch 
nur eingeschränkt, wieder aufgenommen (act. IIB 92). Im E-Mail vom 
1. Oktober 2020 gab das EDA auf Anfrage ergänzend an, dass es auch 
aus ..., staatliche Repatriierungsflüge (z.B. nach Deutschland und Kanada) 
ab ca. Ende März 2020 gegeben habe. Blockierte Reisende in ... hätten 
zudem jederzeit die Möglichkeit gehabt, sich selbstständig mit einem priva-
ten Transportmittel in fünf bis sechs Fahrtstunden nach ... oder in drei 
Fahrtstunden nach ... zu verschieben, von wo aus ebenfalls Repatriierungs-
flüge stattgefunden hätten. Seit März 2020 habe die Möglichkeit bestanden, 
von ... nach ... zu reisen. Die aufgrund des Ausnahmezustandes im ganzen 
Land verhängte Nachtsperre habe jeweils von 17.00 Uhr nachmittags bis 
5.00 Uhr morgens gedauert. Damit sei die interne Mobilität und ein recht-
zeitiges Erreichen von weiteren Destinationen im Land (via Uber, Taxi, Bus, 
Privatwagen, u.a.) jederzeit gewährleistet gewesen. Sie hätten Kenntnis 
davon, dass einige Touristen problemlos von ... nach ... – ohne „Laissez-
Passer“ ihrer Vertretung – hätten reisen können (act. IIB 86). 

Gestützt auf diese Darlegungen des EDA, an welchen zu zweifeln das Ge-
richt keinen Anlass hat, wäre für die Beschwerdeführerin eine Rückkehr in 
die Schweiz mit hinreichender eigener Anstrengung zeitnah möglich gewe-
sen. Dies gilt sowohl hinsichtlich des Erhaltes eines Fluges wie des Trans-
ports zum Flughafen. Die dagegen von der Beschwerdeführerin erhobenen 
Vorbringen vermögen – wie nachfolgend dargelegt wird – nicht zu über-
zeugen.

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3.3.3 Wenn die Beschwerdeführerin gestützt auf Auskünfte der Flugge-
sellschaft (act. I 3, 9) geltend macht, die angebotenen Rückflüge seien 
ausgebucht gewesen (Beschwerde, S. 3), handelt es sich dabei um eine 
unzulässige Betrachtung ex post. Es ist durchaus nachvollziehbar und all-
gemein bekannt (vgl. auch die Ausführungen des EDA), dass anlässlich der 
Repatriierung die Flugzeuge bis auf den letzten Platz ausgelastet wurden 
und im Rahmen der innereuropäischen Unterstützung, soweit noch Plätze 
frei waren, Flugzeuge in zweiter Priorität mit Bürgerinnen und Bürgern be-
freundeter ausländischer Staaten aufgefüllt wurden. Eine solche Betrach-
tung besagt nicht, dass die Beschwerdeführerin, hätte sie sich rechtzeitig 
und ernsthaft darum gekümmert, nicht einen Platz in einem der Flugzeuge 
erhalten hätte. Immerhin hat das EDA überzeugend dargelegt, dass eine 
grosse Zahl von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in der gleichen Situa-
tion wie die Beschwerdeführerin waren und zeitnah aus der ... repatriiert 
wurden (act. IIB 92). Daran ändern auch die beigelegten, zeitlich nicht 
einordenbaren Screenshots nichts, wonach die Suche nach einem einfa-
chen Flug für den 17., 18., 19. und 23. März 2020 von der ... nach Zürich 
oder Frankfurt (bei Swiss und Condor) ergeben habe, dass zu dieser Ein-
gabe kein Flug gefunden werden konnte bzw. der entsprechende Flug nicht 
buchbar sei (act. I 2; 21, S. 3 f.). Es sind keine hinreichenden Anstrengun-
gen der Beschwerdeführerin belegt, zeitnah einen Rückflug zu erhalten.

3.3.4 Zum ersten Mal erwähnte die Beschwerdeführerin in der Beschwer-
de, dass sie für den Flug am 2. April 2020 einen Fahrer benötigt hätte, wel-
cher sie – unter Berücksichtigung der Ausgangssperre – von … nach ... 
gefahren hätte, da der öffentliche Verkehr zu dieser Zeit lahmgelegt gewe-
sen sei und Taxis nicht gefahren seien. Zudem hätte sie als Frau in einem 
kriminellen Land alleine reisen müssen (S. 3 f.). Diese Vorbringen über-
zeugen nicht. Wie vom EDA dargelegt, bestand durchgehend die Möglich-
keit auf einen sicheren Transport (vgl. act. IIB 86, 92). Dies wird denn auch 
von dem durch die Beschwerdeführerin kontaktierten Mitarbeiter der 
Schweizer Botschaft in ... bestätigt, welcher im E-Mail vom 6. Januar 2021 
ausführte, dass es auf dem Edelweiss-Rückflug vom 2. April 2020 auch 
Personen aus ... gehabt habe, was belegt, dass ein Transport nach ... mög-
lich war (act. I 9). 

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3.4 Soweit die Beschwerdeführerin erstmals in der Beschwerde vor-
bringt, sie habe den Repatriierungsflug am 2. April 2020 – auf welchen sie 
durch die Schweizer Botschaft mit E-Mail vom 31. März 2020 aufmerksam 
gemacht worden sei (act. I 5) – nicht wahrnehmen können, weil sie von 
Mitte März bis Mitte April 2020 an Grippesymptomen gelitten habe (Be-
schwerde, S. 3), kann ihr nicht gefolgt werden. Zunächst widerspricht diese 
nachgeschobene Begründung ihrer anderweitigen Argumentation, einen 
Flug ernsthaft gesucht zu haben. Die Beschwerdeführerin verweist diesbe-
züglich in der Beschwerde auf den Chat-Verlauf mit ihrer Kollegin. Diesem 
Auszug vom 21. März 2020 (act. I 4) ist jedoch allein zu entnehmen, dass 
die Beschwerdeführerin mit ihrer Kollegin über Medikamente (Oseltamivir, 
Virostatika) diskutierte. Es ist gestützt auf den Chat-Auszug hingegen nicht 
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin selbst erkrankt gewesen wäre und 
unter welcher Krankheit sie gelitten haben soll. Zur Bestimmung der Dauer 
einer allfälligen Erkrankung ist der Auszug ebenfalls unbehilflich. Ein ent-
sprechendes Arztzeugnis liegt nicht vor. Daran ändern auch die mit Stel-
lungnahme vom 29. März 2021 auszugsweise eingereichten Sprachnach-
richten nichts. Diese stellen, wie von der Beschwerdeführerin selbst 
bestätigt (vgl. Eingabe vom 12. April 2021, S. 1), allein unvollständige Aus-
züge in der Kommunikation dar, deren technische Authentizität seitens des 
Gerichts nicht geprüft werden kann. Mit den prozessleitenden Verfügungen 
vom 30. März und 15. April 2021 wurde der Beschwerdeführerin die Gele-
genheit geboten, beweistaugliche Unterlagen einzureichen. Hierauf hat sie 
verzichtet. Die von der Beschwerdeführerin willkürlich zusammengestellten 
und gekürzten Beweise bilden keine hinreichende Grundlage, um über die 
sich hier stellenden Fragen Beweis führen zu können. So beginnen sie mit 
Aussagen mitten in einer Sprachnachricht. Die unmittelbar vorher und 
nachher getätigten Äusserungen, die mit einer gewissen Wahrscheinlich-
keit ebenfalls in einem Zusammenhang gestanden haben müssten, wurden 
dem Gericht vorenthalten. Zudem fehlt die in der Kommunikation wichtige 
Gegenseitigkeit der Aussagen der Gesprächspartner, insbesondere weil 
die Beschwerdeführerin geltend macht, ihre Freundin habe Abklärungen für 
sie getätigt. Anhand der allein lückenhaften Auszüge wären dies höchst 
beschränkte, allgemeine Abklärungen gewesen. Schliesslich wird auch mit 
diesen Sprachnachrichten weder eine allfällige Erkrankung noch deren 
Dauer belegt. Auf die eingereichten Tondokumente kann nicht abgestellt 

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werden. Die angebotenen Zeugen sind schliesslich nicht geeignet, daran 
etwas zu ändern.

3.5 Betreffend den am 12. Juni 2020 durchgeführten Repatriierungsflug 
führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie diesen nicht gebucht habe, 
weil ihre Kollegin – angeblich am 9. Juni 2020 – bereits einen Flug für den 
12. Juli 2020 gebucht habe. Dass der Flug vom 12. Juli 2020 storniert wur-
de (act. I 17), ist zwar nicht von der Beschwerdeführerin verschuldet. Dies 
ändert allerdings nichts daran, dass diese – wie schon dargelegt – eigen-
verantwortlich möglichst zeitnah zur Anmeldung beim RAV bereits im März 
2020 eine Ausreise hätte organisieren (sowie antreten) müssen und kön-
nen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der hier massgebenden 
Zeit weder einen der vom Bund angebotenen Repatriierungsflüge noch 
eine alternative Rückreisemöglichkeit genutzt hat, hat sie selbst zu vertre-
ten. Vor diesem Hintergrund kann denn auch offen bleiben, ob die Be-
schwerdeführerin den Repatriierungsflug vom 12. Juni 2020 bei hinrei-
chender Bemühung nicht gar noch früher, d.h. bereits vor dem 9. Juni 2020 
hätte buchen können. Immerhin bliebt festzuhalten, dass der Flug vom 
12. Juni 2020 – wie sämtliche Repatriierungsflüge – vom Bund vorfinanziert 
wurde, womit die von ihr geltend gemachten damaligen finanziellen 
Schwierigkeiten betreffend Ticketkosten (act. IIA 8 f.; Beschwerde, S. 4) 
nicht überzeugen. 

3.6 Soweit die Beschwerdeführerin sodann physische und psychische 
Probleme infolge der Corona-Pandemie (Schmerzen am Körper infolge des 
Bewegungsmangels, Isolation, wenig Kontakt mit der Aussenwelt, Angst-
zustände, Angst vor sozialen Kontakten) geltend macht (act. IIA 9; Be-
schwerde, S. 2), ist dem entgegenzuhalten, dass kein echtzeitliches Arzt-
zeugnis vorliegt. So wurde auch nicht dargelegt, dass sie sich in der ... in 
psychiatrische Behandlung hätte begeben müssen. Der Umstand, dass sie 
gemäss ihren Angaben über Monate nur mit Personen im Haus Kontakt 
gehabt habe, ändert nichts daran, dass ihr eine möglichst zeitnahe Rück-
reise möglich gewesen wäre. Der Effekt dieses Rückzuges (Isolation) hatte 
am Anfang der Pandemie noch nicht bestanden. Mit einer zeitnahen Rück-
kehr in die Schweiz hätte sie diese Einschliessung im Ausland gar verhin-
dern können. Auch die erstmals in der Beschwerde (S. 4) erwähnten Pa-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juni 2021, ALV/21/125, Seite 13

nikattacken beim Fliegen vermögen nichts zu ändern, immerhin hatte sie 
ihre Flugangst bereits beim Hinflug (wobei sie offenbar bereits früher Flug-
reisen unternommen hatte) wie auch beim Rückflug zu gewärtigen. Der 
Zeitpunkt spielte dabei grundsätzlich keine Rolle. Zwar wird in der ärztli-
chen Bescheinigung vom 4. Februar 2021 dargelegt, dass sich die Pa-
nikstörungen durch die Corona-Pandemie und das monatelange einge-
sperrt sein verschlimmert habe (act. I 13). Eine Rückreise bzw. ein Rück-
flug in die Schweiz war jedoch unausweichlich und wurde im November 
2020 denn auch (offenbar problemlos) angetreten.

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass auch das Arztzeugnis vom 
31. März 2021, wonach die Beschwerdeführerin die Rückreise aus der ... 
zwischen dem 10. September und 29. Oktober 2020 aus medizinischen 
Gründen nicht habe antreten können (act. I 23), nichts ändert. Hätte die 
Beschwerdeführerin den Rückflug rechtzeitig organisiert, wäre sie zu die-
sem Zeitpunkt bereits seit Monaten zurückgekehrt gewesen. Dazu kommt, 
dass dem Arztzeugnis nicht zu entnehmen ist, unter welcher 
(allgemein-)medizinischer Krankheit die Beschwerdeführerin gelitten haben 
soll, und das Attest lediglich auf anamnestische Angaben beruht. In diesem 
Zusammenhang ist denn auch darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde-
führerin bereits in der Stellungnahme vom 9. September 2020 selber zuge-
standen hat, dass sie nach der Stornierung des Fluges vom 12. Juli 2020 
entschieden habe, abzuwarten, bis sich die „politische Richtung etabliert“ 
und sich der Flugverkehr wieder eingependelt habe (act. IIB 95). In der 
Beschwerde gab sie zudem an, dass eine Ausreise ab Ende Juli 2020 
möglich gewesen wäre (S. 5).

3.7 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass eine zeitnahe Rückreise aus 
der ... – wenn auch unter erschwerten Bedingungen – möglich und zumut-
bar gewesen wäre. Durch den Verbleib in der ... bis zum 10. November 
2020 war die objektive Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. 
E. 2.3 hiervor) in der Zeit vom 23. März bis zum 10. November 2020 nicht 
gegeben. 

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juni 2021, ALV/21/125, Seite 14

4.1 Schliesslich beruft sich die Beschwerdeführerin sinngemäss auf den 
Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung [BV; SR 
101]) bzw. den Vertrauensschutz, indem sie vorbringt, dass im Juni 2020 
– nach monatelangen Abklärungen vom RAV und der Unia – die Vermitt-
lungsfähigkeit trotz Landesabwesenheit bejaht und ihr rückwirkend ab April 
2020 Taggelder ausbezahlt worden seien (Stellungnahme vom 29. März 
2021, S. 1 Ziff. 1).

4.2 Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben, welcher die 
Bürgerin und den Bürger in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches 
Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden 
unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abwei-
chende Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten. Gemäss Lehre 
und Rechtsprechung (BGE 143 V 341 E. 5.2.1 S. 346, 131 V 472 E. 5 
S. 480) ist dies der Fall,

1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf 
bestimmte Personen gehandelt hat;

2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zustän-
dig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde 
aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte;

3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne 
weiteres erkennen konnte;

4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dis-
positionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig 
gemacht werden können, und

5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung 
keine Änderung erfahren hat.

4.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin trifft es nicht zu, 
dass die Vermittlungsfähigkeit von der diesbezüglich zuständigen Stelle 
bejaht worden wäre. Wie die Beschwerdeführerin selbst erwähnte, wurde 
ihr mit E-Mail vom 25. März 2020 von der RAV-Beraterin mitgeteilt, dass 
sie aufgrund ihrer Landesabwesenheit nicht verfügbar und damit nicht ver-
mittelbar sei. Wie es in Anbetracht der Covid-19-Situation aussehe, stehe 
„in den Sternen“. Das Dossier müsse juristisch abgeklärt werden (act. IIB 
165). Der Umstand, dass die Arbeitslosenkasse Leistungen ausgerichtet 
hat, ändert daran nichts. Es beschlägt die hier nicht Gegenstand bildende 
Frage des guten Glaubens im Falle einer Rückforderung. Zudem kann die 

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Beschwerdeführerin aus der E-Mail-Korrespondenz vom 3. Juni 2020, wo-
nach die Beschwerdeführerin „gut vermittelbar“ sei (act. II 32), keine Ver-
trauensschutzposition ableiten. So handelt es sich dabei um interne 
E-Mails des RAV, welche der Beschwerdeführerin nicht zugestellt wurden. 
Sie waren ihr daher echtzeitlich nicht bekannt, weshalb sie sich bei ihren 
persönlichen Entscheiden auch nicht darauf abstützen konnte. Somit fehlt 
es bereits an einer falschen Auskunft des AVA. Nach dem Dargelegten ist 
der Berufung auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes kein Erfolg be-
schieden.

5.

Zusammenfassend wurde der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für 
die Zeit vom 23. März bis zum 10. November 2020 zu Recht verneint. Da-
mit ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 5. Januar 2021 (act. II 2 
- 5) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzu-
weisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

6.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

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2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.