# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3636b36e-7b67-5da5-8480-f12d08d49826
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-05-23
**Language:** de
**Title:** Baumassenziffer. Anrechenbarkeit von überdachtem Balkon.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0117/2000
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_117_2000_570.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 117/2000 vom 23. Mai 2000 in BEZ 2000 Nr. 33

Die  Rekurrenten  beabsichtigen,  den  dem  Quergiebel  im  1.  Dachgeschoss  der 
Südfassade  des  Gebäudes  vorgelagerten,  über  die  gesamte  Breite  der  Wohnung 
führenden Balkon teilweise mit einer Stahl-/Glaskonstruktion zu überdachen. Gegen 
Süden  und  Westen  bleibt  der  Balkon  offen;  nach  Osten  besteht  bereits  heute  eine 
Schutzwand.

3. Die maximal mögliche Baumasse für Hauptbauten wird durch die bestehende
Überbauung  schon  vollständig  konsumiert.  Die  Rekurrenten  halten  indessen dafür, 
die Überdachung lasse den davon betroffenen Teil des Balkons nicht zum umbauten 
Raum und demgemäss auch nicht an die Baumassenziffer anrechenbar werden. Un-
ter  einem  umbauten  Raum  sei  ein  abgeschlossener,  zumindest  allseits  abschliess-
barer Raum zu verstehen.

Die Baumassenziffer bestimmt, wie viele Kubikmeter anrechenbaren Raums auf 
den Quadratmeter Grundfläche entfallen dürfen (§ 254 Abs. 2 PBG). Als anrechen-
bar gilt gemäss § 258 Abs. 1 PBG der «oberirdische umbaute Raum mit seinen Aus-
senmassen«. Dabei fallen Räume ausser Ansatz, die als öffentliche Verkehrsflächen 
benützt  werden  oder  sich  innerhalb  des  Witterungsbereichs  unter  vorspringenden 
freitragenden Bauteilen befinden (§ 258 Abs. 2 PBG).

Entgegen der Ansicht der Rekurrenten ist unter umbautem Raum im Sinne von 
§ 258 PBG nicht nur ein allseitig abgeschlossener Bereich zu verstehen. Dies erhellt
schon daraus, dass mit Bezug auf den unter vorspringenden freitragenden Bauteilen 
befindlichen  und  somit  im  Gesetz  selbst  explizit  als  frei  auskragend  bezeichneten 
Raum eine Privilegierung statuiert worden ist. Der danach zulässige Abzug des so-
genannten Witterungsbereichs wäre bei der rekurrentischen Betrachtungsweise ob-
solet.  Dementsprechend  weist  denn  auch  der  im  Anhang  zur  Allgemeinen  Bauver-
ordnung (ABV) zu § 258 PBG bzw. § 12 ABV in der Skizze zur Berechnung des aus-
ser  Ansatz  fallenden  Witterungsbereiches  dargestellte  Gebäudeteil  keinerlei  seitli-
che  Umwandungen  auf.  Nichts  anderes  ergibt  sich,  wenn  in  Anwendung  von  §  12 
Abs. 1 ABV, wonach als «oberirdisch» alle über dem gewachsenen Boden liegenden 
Gebäudeteile  zu  betrachten  sind,  für  die  konkrete  Bestimmung  des  «umbauten 
Raumes» der Gebäudebegriff im Sinne von § 2 ABV analog übernommen wird. Den 
nach der Legaldefinition für die Qualifizierung eines Bauteiles als Gebäude erforder-
lichen mehr oder weniger vollständigen «Schutz von Menschen oder Sachen gegen 
äussere,  namentlich  atmosphärische  Einflüsse»  vermag  die  beabsichtigte  Überda-
chung ohne weiteres zu erbringen (vgl. BEZ 1982 Nr. 34).

Unabhängig davon, ob der Balkon mit seiner Überdachung für den dauernden 
Aufenthalt von Menschen geeignet ist, bildet er jedenfalls Bestandteil des Hauptge-
bäudes  und  kann  daher  die  in  Art.  33  BZO  für  Besondere  Gebäude  statuierte  zu-
sätzliche Baumassenziffer nicht beanspruchen.

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Aus  alledem  ergibt  sich,  dass  die  Balkonüberdachung  an  die  für  Hauptbauten 
geltende  Baumassenziffer  grundsätzlich  anrechenbar  ist.  Damit  erweist  sich  das 
Vorhaben  als  nicht  bewilligungsfähig.  Besondere  Verhältnisse  im  Sinne  von  §  220 
PBG,  welche  die  Erteilung  eines  Dispenses  von  der  Baumassenziffer  rechtfertigen
würden,  sind  nicht  gegeben.  Weder  die  Architektur  noch  Eigenart  oder  Zweckbe-
stimmung des Bauvorhabens vermögen eine Ausnahmesituation zu begründen.