# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae901f1d-f7b9-5dd1-8743-80bb13c12b00
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-08
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2018.193
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2018.193--2-st.2018.233.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2018.193 
2 ST.2018.233 

Entscheid 

 8. April 2020 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

1.  A ,    
2.  B ,    

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der  bzw.  die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen) 

deklarierten 

in  der  Steuererklärung  2015  einen  Haupterwerb  Ehemann  von 

Fr. 300'000.- und einen solchen der Ehefrau von Fr. 59'814.-. Gemäss Aufstellung zur 

Steuererklärung  hatte  der  Pflichtige  am  …  2015  von  seiner  in  (Nord-)Mazedonien  le-

benden  Grossmutter  einen  Erbvorbezug  von  Euro 300'000.-  bzw.  Fr. 320'434.-  (Euro 

umgerechnet  zum  Kurs  von  Fr. 1.06811464)  erhalten.  Mit  Auflagen  vom  28.  Februar 

2018 und 9. April 2018 verlangte der Steuerkommissär den "Nachweis des Erhalts der 

Erbschaft aus Mazedonien anhand des Zahlungsbelegs oder eines anderen aussage-

kräftigen Dokuments". Nachdem die Pflichtigen dieser Aufforderung nicht nachgekom-

men  waren,  erging  am  17.  Mai  2018  eine  gleichlautende  Mahnung  unter  Hinweis  auf 

die  gesetzlichen  Säumnisfolgen.  Daraufhin  liess  die  Vertreterin  der  Pflichtigen  am 

5. Juni 2018 folgende Stellungnahme abgeben: 

"Gemäss  Aussage  unseres  Mandanten  sind  keine  Zahlungsbelege  oder  andere  aus-
sagekräftigen  Dokumente  vorhanden,  da  es  in  Mazedonien  Usanz  ist,  Schenkungen 
und Erbschaften bar auf die Hand ohne Belege zu überreichen." 

Mit Veranlagungsverfügung direkte Bundessteuer 2015 sowie Einschätzungs-

entscheid  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  vom  12.  Juni  2018  setzte  der  Steuer-

kommissär  die  Einkünfte  des  Pflichtigen  aus  unselbstständigem  Haupterwerb  –  ent-

sprechend  dem  Lohnausweis  –  auf  Fr.  111'256.-  und jene der  pflichtigen Ehefrau  auf 

Fr.  59'814.-  fest.  Sodann  erfasste  er  "nach  pflichtgemässem  Ermessen"  geschätzte 

weitere  Einkünfte  von  Fr.  300'000.-.  Dementsprechend  setzte  er  das  steuerbare  Ein-

kommen der Pflichtigen auf Fr. 400'600.- (direkte Bundessteuer) bzw. auf Fr. 402'800.- 

(Staats-  und  Gemeindesteuern)  fest;  das  steuerbare  Vermögen  belief  sich  auf  

Fr. 174'000.-. 

B.  Mit  Einsprache  vom  11.  Juli  2018  hielten  die  Pflichtigen  an  ihrem  Stand-

punkt fest, dass es sich beim Zufluss von Fr. 300'000.- um einen Erbvorbezug von der 

Grossmutter aus (Nord-)Mazedonien handle. Weil es dort üblich sei, Schenkungen und 

Erbschaften "bar auf die Hand ohne Belege zu überreichen", gebe es keine Zahlungs-

belege  oder  andere  aussagekräftigen  Dokumente.  Das  kantonale  Steueramt  wies  die 

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Einsprache  am  4.  Oktober  2018  ab.  Im  Verfahren  betreffend  Staats-  und  Gemeinde-

steuern wurden den Pflichtigen Verfahrenskosten von Fr. 420.- auferlegt. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 2./5. November 2018 liessen die Pflichti-

gen  dem  Steuerrekursgericht  beantragen,  dass  die  "weiteren  Einkünfte  bei  Ziffer  5.4 

von  Fr. 300'000.-  […]  zu  streichen"  seien.  Das  steuerbare  Einkommen  sei  daher  auf  

Fr. 100'610.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 102'810.- (Staats- und Gemeindesteuern) 

festzusetzen. 

In  seiner  Beschwerde-/Rekursantwort  vom  26.  November  2018  schloss  das 

kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Mit Replik vom 4. Januar 2019 

und Duplik vom 16. Januar 2019 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. 

Auf die Begründung der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen Bezug genommen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Der Einkommenssteuer unterliegen gemäss Art. 16 Abs.  1 des Bundesge-

setzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 

des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle wiederkehrenden und einmaligen Ein-

künfte. Damit wird die Besteuerung sämtlicher Einkünfte ohne Rücksicht auf ihre Quel-

le  statuiert  (Einkommensgeneralklausel).  Davon  kann  nur  abgewichen  werden,  wenn 

das  Gesetz  bestimmte  Einkünfte  ausdrücklich  von  der  Besteuerung  ausnimmt  oder 

einer  anderen  Besteuerungsordnung  (Erbschafts-,  Schenkungs-,  Grundstückgewinn-

steuer)  unterwirft  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A., 

2016,  Art. 16  N 1 ff.  DBG  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  

§ 16 N  1 ff.  StG mit  Verweisungen).  Laut  Art.  24  lit. a  DBG  und  dem gleichlautenden  

§ 24  lit.  a  StG  sind  der  Vermögensanfall  infolge  Erbschaft,  Vermächtnis,  Schenkung 

oder güterrechtlicher Auseinandersetzung der Einkommenssteuer nicht unterworfen. 

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2. a) Die Steuerbehörden stellen zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für 

eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtli-

chen Verhältnisse fest (Art. 123 Abs. 1 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG). Der Steuerpflich-

tige muss alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Auf 

Verlangen der Veranlagungsbehörde hat er mündlich oder schriftlich Auskunft zu ertei-

len, Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den 

Geschäftsverkehr  vorzulegen  (Art.  126  Abs.  1  und  2  DBG  bzw.  §  135  Abs.  1  und  2 

StG).  

b) Hat ein Steuerpflichtiger trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht er-

füllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwand-

frei  geschätzt  werden,  so  nimmt  die  Steuerbehörde  nach  Art.  130  Abs.  2  DBG  bzw. 

§ 139  Abs.  2  StG  die  Veranlagung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vor.  Als  Verlet-

zung  von  Verfahrenspflichten  gelten  namentlich  die  Nichterfüllung  oder  mangelhafte 

Erfüllung  von  Auflagen  bzw.  Anordnungen,  die  aufgrund  von  Art.  125  f.  DBG  bzw. 

§§ 134 f. StG ergangen sind. 

c) Gelingt der Steuerbehörde der Nachweis eines Einkommenszuflusses, be-

gründet  dies  die  natürliche  Vermutung,  dass  dieser  Zufluss  steuerbares  Einkommen 

darstellt. Dies entspricht dem in Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. § 16 Abs. 1 StG verankerten 

Konzept der Einkommensgeneralklausel. 

3.  a)  Das  kantonale  Steueramt  erwog  in  den  Einspracheentscheiden,  die 

Pflichtigen  hätten  nicht nachgewiesen,  dass  der  Einkommenszufluss aus  der  angebli-

chen  Erbschaft  stamme.  Aufgrund  der  Einkommensgeneralklausel  seien  sie für  diese 

Behauptung  beweisbelastet.  Weil  daher  weiterhin  Unklarheit  über  die  tatsächlichen 

Verhältnisse  bestehe,  sei  die  Ermessensveranlagung  zu  Recht  erfolgt.  Damit  bleibe 

nur noch zu prüfen, ob die Höhe der getroffenen Schätzung offensichtlich unrichtig sei, 

was hier nicht zutreffe. 

In  der  Beschwerde-/Rekursantwort  hält  das  Amt  an  seinem  Standpunkt  fest. 

Angesichts der fehlenden Kontrollmöglichkeiten hätten Erbschaften sowie Erbvorbezü-

ge  aus  dem  Ausland  strengen  Beweisanforderungen  zu  genügen.  Zumindest  hätten 

die  Pflichtigen  den  Sachverhalt  und  alle  Zahlungsflüsse  umfassend  darzulegen.  Im 

Veranlagungs- und Einspracheverfahren sei dieser Nachweis in keiner Weise erbracht 

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worden.  Die  erst  vor  Steuerrekursgericht  präsentierte,  auf  Deutsch  verfasste  Bestäti-

gung einer Person namens D lasse deren Identität ebenso offen wie den Wahrheitsge-

halt der Erklärung, gemäss welcher der Pflichtige auf das eigentliche Erbe "Land" ver-

zichtet  und  dafür  Euro 300'000.-  in  bar  als  Erbvorbezug  erhalten  habe.  Dass  ein  so 

bedeutendes  Geschäft  ohne  schriftlichen  Nachweis  getätigt  worden  sei,  lasse  sich 

nicht  nachvollziehen;  denn  angesichts  der  tiefen  Preise  für  einen  Quadratmeter  Bau-

land in (Nord-)Mazedonien müsste es sich bei dem in bar abgegoltenen  Land um ein 

sehr  grosses  Grundstück  handeln.  Falls  die  Pflichtigen  tatsächlich  Euro  300'000.-  er-

halten  hätten,  gäbe  es  verschiedene  Belege,  zunächst  anlässlich  des  Bezugs  dieser 

Summe  durch  die  Grossmutter  bei  einer  mazedonischen  Bank,  anschliessend  beim 

Umtausch der mazedonischen Währung Denar in Euro und schliesslich beim Transfer 

des Geldes in die Schweiz. Unter diesen Umständen sei der behauptete Transfer un-

glaubwürdig.  Der  Pflichtige  sei  als  Unternehmer  in  der  E  tätig.  Nachdem  zwei  seiner 

Gesellschaften in Konkurs gefallen seien, führe er zurzeit die F GmbH. Anlässlich einer 

2018 durchgeführten Revision durch die SUVA für die Jahre 2014-2016 habe das Amt 

für Wirtschaft und Arbeit einen Verdacht auf Schwarzarbeit gemeldet. Zudem habe der 

Revisor einen Bargeldverkehr in beträchtlichem Umfang festgestellt. So lägen etwa für 

2015  zwei  Rechnungen über  Fr.  283'000.-  vor,  die bar  bezahlt  worden seien;  weitere 

2014  ausgestellte  Rechnungen  über  insgesamt  Fr. 424'000.-  seien  2015  bar  bezahlt 

worden. Schliesslich weise das Konto … für 2015 zahlreiche Barbezüge des Pflichtigen 

in der Höhe von Fr. 600'000.- auf. 

b)  Zur  Begründung von Beschwerde und  Rekurs  erneuern  die  Pflichtigen  die 

Behauptung, dass es sich bei den aufgerechneten Fr. 300'000.- nicht um Einkommen, 

sondern  um  einen  Erbvorbezug  von  der  Grossmutter  in  (Nord-)Mazedonien  handle. 

"Da diese  Begründung  in der  Einsprache  nicht ausreichend  war,  hat  sich unser  Man-

dant  die  Mühe  genommen  und  ist  nach  (Nord-)Mazedonien  gereist,  um  sich  von  der 

Grossmutter  eine  schriftliche  Bestätigung  geben  zu  lassen,  dass  es  sich  effektiv  um 

einen Erbvorbezug handelt". 

In ihrer Replik bestätigen die Pflichtigen, dass es sich bei D tatsächlich um die 

Grossmutter  handle.  Die  auf  Deutsch  verfasste Erklärung sei mit  ihr  besprochen  wor-

den. Land sei nicht verkauft worden; vielmehr habe der Pflichtige sich den Verzicht auf 

das  Land  durch  eine  Geldzahlung  abgelten  lassen.  Die  Grossmutter  habe  ihr  Geld 

nicht  einer  Bank  anvertraut,  sondern  versteckt.  "Das  Geld  wurde  'en  Bloc'  in  die 

Schweiz  transferiert  aber  nicht  von  einer  Person.  Das  Geld  wird  am  Abfahrtsort  in 

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(Nord-)Mazedonien  an  Busreisende  welche  in  die  Schweiz  kommen  übergeben,  der 

Empfänger  wartet  hier  auf  die  Personen  und  nimmt  das  Geld  gleich  in  Empfang.  Bei 

einem Bus mit 60 Sitzplätzen aufgeteilt auf 30 Personen mit je 10'000.00 Euro ist das 

möglich, auch wenn es 2 oder 3 Fahrten gebraucht hat." Die vom kantonalen Steuer-

amt  erwähnten  Konkurse  hätten  mit  der  Steuerperiode  2015  nichts  zu  tun.  Die  Auf-

rechnung  im  Anschluss an  die  Revision  durch  die  SUVA  habe  die  F  GmbH  nicht  ak-

zeptiert;  eine  hiergegen  erhobene  Beschwerde  sei  beim  Sozialversicherungsgericht 

des Kantons Zürich noch hängig. Obwohl die Pflichtigen alles wahrheitsgemäss dekla-

riert  hätten,  würden  sie  nun  aufgrund  von  Vermutungen  und  Annahmen  von  den  Be-

hörden  schikaniert.  "Sämtliche  Beweise,  welche  ihm  zur  Verfügung  standen,  wurden 

eingereicht. Es kann nicht sein, dass hier die gleichen Verhältnisse wie in Mazedonien 

herrschen". 

4.  a)  Die  Pflichtigen  bestreiten  nicht,  dass  sie  die  vom  Steuerkommissär  am 

17.  Mai  2018  erlassene  "Mahnung  Einforderung  Aktenunterlagen",  wonach  sie  den 

behaupteten Empfang der Erbschaft aus (Nord-)Mazedonien anhand des Zahlungsbe-

legs  oder  eines  anderen  aussagekräftigen  Dokuments  hätten  nachweisen  müssen, 

trotz des Hinweises auf die gesetzlichen Säumnisfolgen nicht erfüllt haben. Die Veran-

lagung  nach  pflichtgemässem  (Teil-)Ermessen  erging  daher  zu  Recht.  Desgleichen 

stellen sie nicht in Abrede, dass sie dieses Versäumnis auch im Einspracheverfahren 

nicht behoben haben. 

b) Wie die Pflichtigen  bereits  in  der  Steuererklärung  2015  zum  Ausdruck ge-

bracht haben und sie in Beschwerde und Rekurs wiederholen, ist ihnen ein Betrag von 

(mindestens)  Fr.  300'000.-  tatsächlich  zugeflossen.  Mithin  spricht  nach  dem  in  E. 2c 

Gesagten  kraft  Art.  16  Abs.  1  DBG  bzw.  §  16  Abs.  1  StG  eine  natürliche  Vermutung 

dafür, dass es sich bei diesem Zufluss um steuerbares Einkommen handelt. 

c)  Wie  das  kantonale  Steueramt  in  den  Einspracheentscheiden  zutreffend 

erwogen  und  in  der  Beschwerde-/Rekursantwort  verdeutlicht  hat,  erscheint  die  Sach-

darstellung  der  Pflichtigen  im  Zusammenhang  mit  dem  behaupteten  Erbvorbezug  als 

höchst  unglaubwürdig.  Zunächst  ist  schwer  nachzuvollziehen,  dass  der  Pflichtige  

eigens  nach  (Nord-)Mazedonien  gereist  sein  soll,  um  von  seiner  Grossmutter  die 

schriftliche  Bestätigung  des  Erbvorbezugs  zu  erhalten.  Sodann  ist  ungewiss,  ob  die 

genannte  Bestätigung  tatsächlich  von  der  Grossmutter  des  Pflichtigen  stammt;  eine 

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notarielle Beglaubigung der Unterschrift oder ein gleichwertiger Nachweis ist nicht ge-

leistet worden. Selbst wenn in (Nord-)Mazedonien bescheidenere formelle Anforderun-

gen an Rechtsgeschäfte gestellt werden sollten als hierzulande, erscheint es als gera-

dezu abwegig, dass weder ein Vertrag noch ein Zahlungsnachweis einen Erbvorbezug 

in  einem  solchen  Umfang  belegen  kann.  An  der  Bestätigung  dieses  Vorgangs  waren 

insbesondere die – mutmasslich vorhandenen – weiteren Erben der Grossmutter inte-

ressiert. Sodann ist dem kantonalen Steueramt darin beizupflichten, dass für den Be-

zug  dieser  Summe  durch  die  Grossmutter,  den  allfälligen  Umtausch  in  Euros  sowie 

den  Transfer  des  Geldes  in  die  Schweiz  Belege  vorhanden  sein  müssten.  Wenn  die 

Pflichtigen dem in der Replik entgegenhalten, dass die Grossmutter Bargeld in mindes-

tens sechsstelliger Höhe in einem Versteck aufbewahrt habe, erscheint diese Behaup-

tung  als  abwegig.  Sollte  sie  den  Finanzinstituten  in  (Nord-)Mazedonien  misstraut  ha-

ben,  hätte  sie  ihr  Vermögen  – wie  jeder  wirtschaftlich  denkende  Mensch  –  an  einem 

sicheren  Ort  im  Ausland  angelegt.  Als  geradezu  abenteuerlich  erscheint  schliesslich 

der  behauptete  Bargeldtransport  durch  eine  Vielzahl  von  Personen  im  Auftrag  des 

Pflichtigen.  Abgesehen  davon,  dass  die  Vertrauenswürdigkeit  all  dieser  Überbringer 

Bedenken weckt, bestünde im Fall einer Zollkontrolle die ernsthafte Gefahr, dass diese 

Bargeldbeträge  wegen  des  Verdachts  auf  Geldwäscherei  beschlagnahmt  werden 

könnten. 

d) Wenn das kantonale Steueramt in seiner Beschwerde-/Rekursantwort fest-

hält, dass der Pflichtige innert weniger Jahre zwei Gesellschaften in Konkurs hat fallen 

lassen, bei der heutigen F GmbH aufgrund einer Revision der SUVA der Verdacht auf 

Schwarzarbeit besteht und 2014 wie 2015 Bargeldverkehr in weit unüblich hohem Um-

fang  stattgefunden  hat,  besteht  zwar  tatsächlich  kein  Zusammenhang  mit  der  vorlie-

gend  zu  beurteilenden  Streitfrage.  Indessen  muss  sich  der  Pflichtige  entgegenhalten 

lassen, dass sein Geschäftsgebaren der Glaubwürdigkeit seiner Vorbringen mit Bezug 

auf den behaupteten Erbvorbezug keineswegs förderlich ist. 

e)  Das  in  der  Veranlagungsverfügung  direkte  Bundessteuer  2015  sowie  im 

Einschätzungsentscheid  Staats-  und  Gemeindessteuern  2015  auf  Fr. 111'256.-  

bemessene  Einkommen  des  Pflichtigen  aus  unselbstständigem  Haupterwerb  stimmt 

mit  dem  Lohnausweis  überein und wird denn  auch nicht  beanstandet.  Die  aufgerech-

neten  weiteren  Einkünfte  wurden  auf  Fr. 300'000.-  festgesetzt  und  in  dieser  Höhe  in 

den  angefochtenen  Einspracheentscheiden  bestätigt.  Bei  diesem  Betrag  handelt  es 

sich  nach  dem  Gesagten  um  eine  Schätzung.  Diese  wird  durch  den  Umstand  nicht 

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erschüttert,  dass  die  Pflichtigen  behaupten,  einen  Erbvorbezug  im  Umfang  von  

Euro 300'000.- und nicht von Fr. 300'000.- erhalten zu haben. 

Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs. 

5.  a)  Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Verfahrenskosten  den  Pflichtigen 

aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

b)  Die  Kostenauflage  des  Einspracheverfahrens  betreffend  Staats-  und  Ge-

meindesteuern 2015 ist zu bestätigen, da die Pflichtigen zu Recht nach pflichtgemäs-

sem  Ermessen  eingeschätzt  worden  sind  (§  142  Abs.  2  Satz  2  StG  i.V.m.  §  18  der 

Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 (VO StG) und sich auch die Kosten-

höhe von Fr. 420.- als angemessen erweist (§ 21 Abs. 2 VO StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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