# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44ae80f3-6474-5774-8af8-881545f8fc18
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.04.2014 200 2013 322
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-322_2014-04-08.pdf

## Full Text

200 13 322 IV
SCP/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. April 2014

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Stirnimann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. März 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete ab dem 1. Januar 2004 in der … bei der C.________ (Dossier der 
Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 12). Sie meldete sich am 18. 
November 2010 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an 
(AB 2). Die IVB holte einen Bericht des Neurologen Dr. med. D.________ 
vom 14. Dezember 2010, zusammen mit weiteren Arzt- und Spitalberichten 
(AB 9), einen Fragebogen Arbeitgeber (AB 10), einen Bericht der Klinik 
E.________ vom 9. Februar 2011 (AB 13) sowie des Spitals F.________ 
vom 7. Juni 2010 (AB 19.4) ein. Vom 19. November 2010 bis 16. Februar 
2011 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Klinik E.________ (Bericht 
vom 15. März 2011 [AB 21/26 S. 6 ff.]). Die IVB holte den Bericht der be-
handelnden Psychiaterin Dr. med. G.________ vom 29. April 2011 zu den 
Akten (AB 26 S. 2 ff.) und veranlasste weiter eine Begutachtung bei der 
H.________ (MEDAS-Gutachten vom 15. September 2011 [AB 30.1]; neu-
rologisches Teilgutachten vom 23. August 2011 [AB 30.2]; orthopädisches 
Teilgutachten vom 2. August 2011 [AB 30.3]; internistisches Teilgutachten 
vom 4. August 2011 [AB 30.4]). 

Mit Vorbescheid vom 7. Oktober 2011 stellte die IVB die Abweisung des 
Rentenbegehrens in Aussicht (AB 33). Hiergegen erhob die Versicherte, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________, Einwand (AB 36, 39, 
46). Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. G.________ reichte den Zwi-
schenbericht vom 16. Januar 2012 ein (AB 41). Es erfolgte eine Stellung-
nahme des RAD-Arztes Dr. med. I.________, Facharzt für orthopädische 
Chirurgie FMH, vom 30. Mai 2012 (AB 48 S. 8 ff.) und eine Begutachtung 
durch die RAD-Psychiaterin Dr. med. J.________ (Untersuchungsbericht 
vom 23. Juli 2012 [AB 54]). Es wurde weiter der Bericht der behandelnden 
Psychiaterin Dr. med. K.________ vom 8. August 2012 eingereicht (AB 
57). 

Mit neuem Vorbescheid vom 31. August 2012 stellte die IVB die Abweisung 
des Gesuchs auf Leistungen der Invalidenversicherung mangels eines Ge-

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sundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne in Aus-
sicht (AB 58). Hiergegen erhob der Rechtsvertreter der Versicherten Ein-
wand (AB 61, 63, 71) und reichte den Bericht der behandelnden Psychiate-
rin Dr. med. K.________ vom 17. Dezember 2012 ein (AB 71 S. 5 ff.). Mit 
Verfügung vom 1. März 2013 wies die IVB das Leistungsbegehren ab (AB 
72).

B.

Am 22. April 2013 lässt die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde 
erheben und das Folgende beantragen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 1. März 2013 sei vollumfänglich aufzuheben.

2. a) Es sei festzustellen, dass die Eröffnung der Verfügung vom 1. März 2013 nich-
tig war.

b) Eventualiter: Es sei die Beschwerdesache zur korrekten Durchführung des Ab-
klärungs- und Vorbescheidverfahrens an die IV-Stelle Bern zurückzuweisen.

c) Subeventualiter: Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen IVG-
Leistungen (berufliche Eingliederungsmassnahmen, vorgängige Integrations-
massnahmen, Invalidenrente) nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von 
mindestens 40 %, zzgl. einem Verzugszins zu 5 % ab wann rechtens, auszu-
richten.

d) Subsubeventualiter: es sei ein psychiatrisches Gerichtsgutachten einzuholen.
e) Subsubsubeventualiter: es sei die Beschwerdesache zu weiteren medizinischen 

Abklärungen (Einholung eines psychiatrischen Gutachtens) sowie zu weiteren 
beruflich-erwerbsbezogenen Abklärungen (ergebnisorientierte berufliche Ein-
gliederungsmassnahmen) an die IV-Stelle Bern zurückzuweisen.

3. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzuführen mit zu-
sätzlicher Partei- und Zeugenbefragung.

4. Es sei in Bezug auf die angefochtene Verfügung eine Stellungnahme von Frau Dr. 
med. J.________, RAD, einzuholen. Dabei seien ihr die Ergänzungsfragen der Be-
schwerdeführerin vom 12. November 2012 zur Beantwortung vorzulegen und sie 
sei aufzufordern, sich mit dem Bericht von Frau Dr. med. K.________ vom 17. De-
zember 2012, den dortigen Befunden, Diagnosen und Schlussfolgerungen ausein-
ander zusetzen.

5. Der Beschwerdeführerin sei die integrale unentgeltliche Rechtspflege und –
verbeiständung unter Beiordnung des unterzeichneten Rechtsanwaltes als unent-
geltlichen Rechtsbeistand zu bewilligen.

6. Die Beschwerdeführerin sei von der Leistung eines Gerichtskostenvorschusses zu 
dispensieren.

7. Dem unterzeichneten Rechtsanwalt sei vor Erlass des materiellen Endentscheids 
Gelegenheit zu geben, eine detaillierte Kostennote einzureichen.

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

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Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2013 beantragt die IVB die Abweisung 
der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 14. Februar 2013 wurde das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege gutgeheissen und die beantragte öffentliche Schlussverhand-
lung angesetzt auf den 3. März 2013.

An der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK vom 
3. März 2014 ergänzte Rechtsanwalt lic. iur. B.________ die beschwerde-
weise gestellten Rechtsbegehren der Ziff. 2d und 2e dahingehend, als dass 
ein psychiatrisches und ein neurologisches Gerichtsgutachten bzw. Gut-
achten einzuholen sei. Rechtsanwalt lic. iur. B.________ reichte zudem 
den Bericht des Röntgeninstituts N.________ vom 17. Januar 2014 und 
den Fachpsychiatrischen Bericht von Dr. med. K.________, Praxis Klinik 
L.________, vom 27. Februar 2014 ein. Ferner erhielt er Gelegenheit die 
Kostennote vom 3. März 2014 einzureichen.

Am 8. April 2014 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 
161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-

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bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
1. März 2013 (AB 72). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der 
Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.1.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 

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nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

2.1.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 
3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ei-
nen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder 
seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – 
Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend 
auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 

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zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Aufgabe des begutachtenden Arztes im Rahmen der Invaliditätsbemessung 
bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ist, sich 
dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände 
gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung im Hinblick auf eine 
erwerbliche Tätigkeit behindern. Gestützt darauf haben die 
rechtsanwendenden Behörden zu entscheiden, ob der 
Gesundheitsschaden invalidisierend ist, d.h. zu prüfen, ob eine festgestellte 
psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder 
mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und 
Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf 
eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung 
überwindbare Schmerzstörung zu erlauben. Die Prüfung schliesst die 
Beurteilung der Frage ein, inwiefern die ärztliche Einschätzung der 
psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit invaliditätsfremde Gesichtspunkte 
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 
mitberücksichtigt (SVR 2012 IV Nr. 1 S. 2 E. 3.4.1).

3.

3.1 Zum medizinischen Sachverhalt ergibt sich Folgendes:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals F.________ vom 20. Dezember 2010 
wurde eine chronische generalisierte Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine rezidivierende ängstlich ge-
färbte Depression mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), eine Belas-
tungsinkontinenz, ein Verdacht auf ein metabolisches Syndrom und chroni-
sche bilaterale Beinödeme diagnostiziert. Die Ärzte führten aus, es bestehe 
zum einen eine generalisierte chronische Schmerzstörung mit somatofor-
men und zentralisiert neuropathischen Anteilen sowie eine prolongierte 
aktuell mittelschwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen. 
Als Chronifizierungsfaktoren gälten eine zumeist passive Schmerzbewälti-
gung mit chronischem Analgetikaabusus, eine ausgeprägte Paarproblema-
tik mit dem Ehemann, die subjektiv fehlende Wertschätzung am Arbeits-

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platz, die angespannte Situation und eine subsyndromale PTSD-
Symptomatik (AB 26 S. 10 f.).

3.1.2 Am 9. Februar 2011 diagnostizierten die Ärzte der Klinik 
E.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 
depressive Störung mit starker Somatisierung und Suizidalität bei PTSD 
und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F33.2, F43.1, 
F45.4), bestehend seit 2005. Sie attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % ab dem 19. November 2010 bis auf weiteres (AB 13 S. 8 f.). Im Aus-
trittsbericht vom 15. März 2011 – nach einem stationären Aufenthalt vom 
19. November 2010 bis 16. Februar 2011 – bestätigten die Ärzte der Klinik 
E.________ die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit 
starker Somatisierung und Suizidalität bei PTSD (ICD-10 F33.2, F43.1). Mit 
den Therapiemassnahmen habe eine Tagesstrukturierung erreicht werden 
können. Nach einem Ausbau der Medikation sei die Beschwerdeführerin 
emotional stabiler geworden (AB 21 S. 2 ff.).

3.1.3 Im Bericht vom 29. April 2011 diagnostizierte die behandelnde 
Psychiaterin Dr. med. G.________ eine rezidivierende depressive Störung 
mit starker Somatisierung bei PTSD (ICD-10 F33.2, F43.1) und eine chro-
nische generalisierte Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41). Sie beschrieb körperliche Einschränkungen 
(generalisierte Schmerzstörung mit somatischen Faktoren) und psychische 
durch depressive Symptomatologie (Müdigkeit, Erschöpfung, Freud- und 
Interesslosigkeit, Antriebsschwäche, mangelnde Motivation, Kraftlosigkeit, 
Existenzängste und gelegentlich innere Unruhe). Die Beschwerdeführerin 
sei seit dem 28. Juni 2010 zu 100 % arbeitsunfähig (AB 26 S. 2 ff.).

3.1.4 Im Bericht vom 31. Mai 2011 zuhanden der Krankentaggeldversi-
cherung führte der Psychiater Dr. med. M.________ aus, am Vorliegen 
einer mittelgradigen depressiven Episode liege aufgrund der Aktenlage 
kein Zweifel vor. Es bestehe der Verdacht auf eine posttraumatische Belas-
tungsstörung. Bezüglich der somatoformen Schmerzstörung könne er sich 
nicht mit genügender Sicherheit äussern, da in der vorliegenden Untersu-
chung das depressive Geschehen im Vordergrund gestanden habe. Zurzeit 
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine Prognose zu stellen sei 
schwierig (AB 39 S. 13).

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3.1.5 Im interdisziplinären (mit neurologischer, orthopädischer, internisti-
scher und psychiatrischer Untersuchung) MEDAS-Gutachten vom 15. Sep-
tember 2011 diagnostizierten die Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige depressive 
Episode (ICD-10 F33.1) und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine histrioni-
sche Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73), eine primärepisodische 
Migräne, ein Wirbelsäulensyndrom mit Betonung im LWS-Bereich bei Adi-
positas-bedingten Bewegungs- und Belastungsbeschränkungen der Wir-
belsäule, einen Status nach Ganglionexzision des rechten Handgelenks, 
einen Fersensporn beidseits mit konsekutiver Fasziitis plantaris, einen Sta-
tus nach Lungentuberkulose 1992 und einen Status nach Pneumonie 
(04/2011) sowie Adipositas (BMI 33.4 kg/m2). Die Gutachter hielten fest, die 
in der Vergangenheit mittelschwere bis schwere depressive Episode lasse 
sich auf der Basis der erhobenen Befunde nicht bestätigen. Die diagnosti-
schen Merkmale einer posttraumatischen Belastungsstörung seien nicht 
erfüllt. Die beschriebenen chronischen Schmerzen am gesamten Stütz- 
und Bewegungsapparat seien massgeblich einer anhaltenden somatofor-
men Schmerzstörung einerseits sowie einer histrionisch bedingten 
Schmerzverarbeitungsstörung andererseits zuzuordnen. Insgesamt sei die 
Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als auch in Ver-
weistätigkeiten um 30 % reduziert. Zumutbar seien leichte bis mittelschwe-
re Tätigkeiten einfacher geistiger Art mit geringer Verantwortung, ohne be-
sonderen Zeitdruck und ohne Nachtarbeitsbedingungen, möglichst in ei-
nem konfliktarmen Arbeitsumfeld. Das subjektive Überforderungsgefühl 
und wiederholt angedeutete Konflikte im letzten Arbeitsumfeld seien bei der 
medizinisch-theoretischen Bewertung der Arbeitsfähigkeit nicht zu berück-
sichtigen (AB 30.1 S. 16 f.).

3.1.6 In der Stellungnahme vom 30. Mai 2012 – nach Kritik des MEDAS-
Gutachtens durch die Beschwerdeführerin – erachtete der RAD-Orthopäde, 
Dr. med. I.________, das MEDAS-Gutachten vom 15. September 2011 – 
soweit es den somatischen Teil betreffe – für uneingeschränkt nachvoll-
ziehbar. Die abschliessende Beurteilung lasse sich medizinisch begründen 
und decke sich schlussendlich auch mit der Beurteilung der behandelnden 

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Ärzte des Spitals F.________ vom Oktober 2006 und Juli 2010 (AB 48 S. 
11).

3.1.7 Die RAD-Psychiaterin Dr. med. J.________ diagnostizierte im Un-
tersuchungsbericht vom 23. Juli 2012 eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1), eine dissoziative 
Störung (ICD-10 F44.0/F44.1), ein subsyndromales PTSD (ICD-10 F43.1), 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und eine 
Schmerzverarbeitungsstörung im Rahmen akzentuierter histrionischer und 
narzisstischer Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73) sowie DD eine leichte 
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit histrionischen und narzisstischen 
Anteilen (ICD-10 F61.0). Sie führte aus, im Rahmen ihrer Untersuchung 
habe sich eine deutlich mittelschwere depressive Störung mit unbefriedi-
genden Behandlungsergebnissen trotz adäquater Behandlung gezeigt. Es 
bestehe eine mehrjährige Chronifizierung. Neben der somatoformen 
Schmerzstörung sowie Schmerzverarbeitungsstörung im Rahmen einer 
Persönlichkeitsakzentuierung, DD Persönlichkeitsstörung, finde sich zu-
sätzlich eine dissoziative Störung mit Krankheitswert, basierend auf einer 
zurückliegenden Traumatisierung mit z.T. Erinnerungsverlust, z.T. deutlich 
erhöhten vegetativen Reaktionen beim Erzählen der Kriegserlebnisse. Es 
gebe Hinweise auf eine dissoziative Fugue ohne Nachweis einer Identi-
tätsstörung, wo die Beschwerdeführerin an verschiedenen Orten auftauche, 
ohne zu wissen, wie sie dahin gekommen sei. Es bestünden Hinweise auf 
Depersonalisationserlebnisse mit Fremdheitsgefühlen dem eigenen Körper 
gegenüber. Ansonsten finde sich eine subsyndromale Traumafolgestörung. 
Auf diesem Boden habe sich jedenfalls ein primärer Krankheitsgewinn aus-
gebildet. Daneben liege eine Vielzahl an psychosomatischen Beschwerden 
mit grossen subjektiven Leiden vor. Es gebe keine chronische körperliche 
Erkrankung mit Relevanz. Es fänden sich Hinweise auf teilweisen sozialen 
Rückzug. Die RAD-Psychiaterin attestierte eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit 
(AB 54 S. 13 f.).

3.1.8 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. K.________ diagnostizierte 
am 8. August 2012 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2, seit 2010), 
einen Status nach Dissoziation möglicherweise im Rahmen der obgenann-

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ten Diagnose im Sinne eines psychosenahen Geschehens (ICD-10 F43.1), 
DD posttraumatisch, eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und 
eine chronifizierte Schmerzproblematik. Sie attestierte eine 100 %ige Ar-
beitsunfähigkeit seit dem 28. Juni 2012 (AB 57). Im Bericht vom 17. De-
zember 2012 diagnostizierte sie eine rezidivierende depressive Störung mit 
Somatisierung und intermittierenden suizidalen Phasen und psychotischen 
Symptomen (ICD-10 F33.2), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-
10 F61.0) sowie eine PTBS mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F43.1). 
Sie attestierte eine 80 bis 100 %ige Arbeitsunfähigkeit und hielt fest, auch 
unter hochdosierter antidepressiver und neuroleptischer Therapie liege ein 
mittelschweres, depressives Störungsbild mit deutlich einschränkenden 
Stimmungsschwankungen vor (AB 71 S. 5 ff.).

3.1.9 Im – im Rahmen der öffentlichen Schlussverhandlung vom 3. März 
2014 eingereichten – Bericht des Röntgeninstituts N.________ vom 17. 
Januar 2014 wurde nach einem MRT des Neurocraniums mit inneren 
Gehörgängen festgehalten, es lägen unspezifische supratentorielle Markla-
gerläsionen vor, DD: Migränebezogen, leichtgradige Durchblutungsstörun-
gen, „ferner MS?“. Es sei kein pathologischer Befund im Bereich der In-
nenohrorgane nachgewiesen (Beschwerdebeilage [BB] 3).

3.1.10 Im – im Rahmen der öffentlichen Schlussverhandlung vom 3. März 
2014 eingereichten – psychiatrischen Bericht vom 27. Februar 2014 dia-
gnostizierte Dr. med. K.________ eine rezidivierende depressive Störung 
mit Somatisierung und intermittierenden suizidalen Phasen und psychoti-
schen Symptomen (ICD-10 F33.2), eine posttraumatische Belastungs-
störung mit psychotischen Symptomen PTBS (ICD-10 F43.1) und eine 
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0). Das aktuelle Be-
schwerdebild entspreche einer mittelgradigen (depressiven) psychischen 
Beeinträchtigung bei komorbiden psychischen Störungen mit zum Teil Sta-
tus nach psychotischer Symptombildung. Aufgrund der innerpsychischen 
Verfestigung und Chronifizierung bei psychiatrischen Mehrfachdiagnosen 
sei die Arbeitsfähigkeit nach wie vor deutlich eingeschränkt mindestens 80 
% (BB 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 13

3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 
3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.2.3 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 14

bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

3.3 Die Beschwerdeführerin lässt vorab die Verletzung des Gehörsan-
spruchs und der Verfahrensrechte nach BGE 137 V 210 rügen. Die Verga-
be des Gutachtens vor Erlass des BGE 137 V 2010 (28. Juni 2011) führt 
nicht dazu, dass das Gutachten seinen Beweiswert verlieren würde. Da die 
Beschwerdegegnerin der H.______ den Gutachterauftrag bereits am 
5. April 2011 erteilte (AB 24), erweist sich die erhobene Rüge als unbe-
gründet.

Soweit sie weiter geltend macht, die Mitwirkungsrechte seien auch bei der 
RAD-internen Untersuchung verweigert worden, weist die Beschwerdegeg-
nerin im Rahmen der Beschwerdeantwort, worauf verwiesen wird, mit zu-
treffender Begründung nach, dass sich für die anwaltlich vertretene Be-
schwerdeführerin im Verwaltungsverfahren hinreichend Gelegenheiten er-
gaben, um auf die nunmehr geltend gemachten Mitwirkungsrechte hinzu-
weisen. Ungeachtet der Frage, ob diese auch durchsetzbar gewesen 
wären, erweist sich deshalb auch diese formelle Rüge als unbegründet. 

3.4 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 15. September 2011 
erfüllt die rechtsprechungsgemäss massgebenden Anforderungen an Ex-
pertisen. Die Gutachter hatten Kenntnis der Vorakten, sie haben sich mit 
ihnen sowie den unterschiedlichen Diagnosen auseinandergesetzt 
(AB 30.1 S. 3 ff., S. 17, S. 21) und sie berücksichtigten die geklagten Be-
schwerden. Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 15. September 
2011 sowie die Teilgutachten (internistisch, neurologisch und orthopädisch) 
beruhen auf allseitigen Untersuchungen (AB 30.2 S. 3 ff.; 30.3 S. 2 ff.; 30.4 
S. 2 f.). Es liegen keine Widersprüche zwischen dem Hauptgutachten und 
den Teilgutachten vor. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge in der Synthese und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind begründet 
(AB 30. 1 S. 18 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 15

3.5 Aus somatischer Sicht besteht keine relevante Beeinträchtigung des 
funktionellen Leistungsvermögens. Die im Rahmen der hierzu ergangenen 
Teilgutachten (internistisch, neurologisch und orthopädisch) – einschliess-
lich der Stellungnahme des RAD-Orthopäden vom 30. Mai 2012 (AB 48 
S. 11) – gezogenen Schlussfolgerungen werden denn von der Beschwer-
deführerin auch nicht beanstandet. Sie sind nachvollziehbar begründet und 
stehen in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten. Aus neu-
rologischer Sicht wurden die beschriebenen Cervicalgien und Lumbalgien 
berücksichtigt, es ergaben sich jedoch keine Befunde für einen Gesund-
heitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 30.1 S. 15 
Ziff. 2.1). Ebenso fanden sich aus orthopädischer und internistischer Sicht 
keine objektivierbaren Beeinträchtigungen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit, auch wenn die Beschwerdeführerin über Schmerzen im gesam-
ten Bewegungsapparat klagte (AB 30.1 S. 15 Ziff. 2.2 und Ziff. 2.3). Es be-
stehen deshalb für das Gericht keine Zweifel, dass das Arbeits- und Leis-
tungsvermögen der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht nicht in 
relevanter Weise beeinträchtigt wird.

An dieser Beurteilung vermag auch der anlässlich der öffentlichen Schluss-
verhandlung aufgelegte radiologische Befundbericht vom 17. Januar 2014 
nichts zu ändern, wurde doch vom Radiologen hinsichtlich der anlässlich 
der MRT des Neurocraniums mit inneren Gehörgängen erhobenen unspe-
zifischen supratentoriellen Marklagerläsionen keine klare Diagnose gestellt. 
Mit Blick auf die klinisch-differenzialdiagnostische Diskussion wurde dieser 
Befund als migränebezogen oder mit leichtgradigen Durchblutungsstörun-
gen und ferner mit einer MS-Symptomatik in Zusammenhang gebracht. Da 
die Diagnosen insoweit massgebend sind, als ihnen Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit bescheinigt wird und zudem die Auswirkungen der Sym-
ptomatik auf das funktionelle Leistungsvermögen im Fokus der rechtlichen 
Beurteilung stehen, muss es mit Blick auf den vorliegend relevanten Über-
prüfungszeitpunkt (angefochtene Verfügung vom 1. März 2013) mit der 
Feststellung sein Bewenden haben, dass die Beschwerdesymptomatik, die 
Anlass zum MRT vom 17. Januar 2014 gegeben hat, bereits im Rahmen 
des neurologischen Teilgutachtens vom 23. August 2011 umfassend ge-
würdigt und – unter Berücksichtigung, dass auch bei der Mutter der Be-
schwerdeführerin eine entsprechende Migräne vorlag – als primäre episo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 16

dische Migräne unter den Diagnosen ohne Relevanz auf die Arbeitsfähig-
keit aufgeführt wurde (AB 30.2, S. 5). 

3.6

3.6.1 Aus psychiatrischer Sicht wird im MEDAS-Gutachten vom 15. Sep-
tember 2011 eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige depres-
sive Episode mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Ent-
gegen der Begründung der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 
Verfügung vom 1. März 2013 (AB 72) ist die Rechtsprechung zur somato-
formen Schmerzstörung hier nicht anwendbar, denn einerseits führten die 
MEDAS-Gutachter das entsprechende Krankheitsbild unter den Diagnosen 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (AB 30.1 S. 16). Andererseits 
stellt eine depressive Störung (hier mittelgradige Episode; ICD-10 F33.1) – 
wie sie von den MEDAS-Gutachtern als einzige Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt wurde (AB 30.1 S. 16) – für sich keinen 
pathogenetisch (ätiologisch) unklaren syndromalen Zustand dar, bei wel-
chem die Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zur 
Anwendung gelangen würde (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 137 V 
64 E. 4.2 S. 68; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. Januar 
2013, 8C_217/2012, E. 5.3). Auf die von der Beschwerdeführerin zur 
Überwindbarkeitspraxis vorgebrachte Kritik (Beschwerde S. 11 unten sowie 
anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung) ist deshalb nicht weiter 
einzugehen.

3.6.2 Aus psychiatrischer Sicht ist mit Blick auf das schlüssige MEDAS-
Gutachten vom 15. September 2011 davon ausgehen, dass die Beschwer-
deführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige Epi-
sode, leidet. Dabei gingen die MEDAS-Gutachter davon aus, dass in der 
zuletzt ausgeübten und in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
von 70 % bestehe (AB 30.1 S. 18). Bezüglich der weiteren Gesundheits-
störungen hielten die MEDAS-Gutachter nachvollziehbar fest, dass diese 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (AB 30.1 S. 16). 

Die Berichte der RAD-Psychiaterin Dr. med. J.________ und der behan-
delnden Fachärzte sind nicht geeignet, das schlüssige MEDAS-Gutachten 
in Zweifel zu ziehen: auf die Angaben der RAD-Psychiaterin Dr. med. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 17

J.________ im Untersuchungsbericht vom 23. Juli 2012 kann hier nicht 
abgestellt werden: mit der Aussage der RAD-Psychiaterin Dr. med. 
J.________ im Untersuchungsbericht vom 23. Juli 2012, es habe sich im 
Rahmen ihrer Untersuchung nun eine deutlich mittelgradige depressive 
Störung mit unbefriedigenden Behandlungsergebnissen trotz adäquater 
Behandlung gezeigt (AB 54 S. 13 unten), könnte zwar auf eine Verschlech-
terung verwiesen worden sein, letztlich geht sie jedoch vom Vorliegen einer 
somatoformen Schmerzstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aus, nimmt sie doch vor allem eine Prüfung der entsprechenden Kriterien 
vor (primärer Krankheitsgewinn, innerseelischer Konflikt etc.; AB 53 S. 4 / 
AB 54 S. 14). Die von Dr. med. J.________ erwähnte Diagnose einer dis-
soziativen Störung mit Krankheitswert, basierend auf einer zurückliegenden 
Traumatisierung mit z.T. Erinnerungsverlust, z.T. deutlich erhöhten vegeta-
tiven Reaktionen beim Erzählen der Kriegserlebnisse (AB 53 S. 4), wird im 
MEDAS-Gutachten nicht gestellt und von der behandelnden Psychiaterin 
Dr. med. K.________ sogar ausdrücklich verworfen (AB 57, 71 S. 7; Be-
schwerdebeilage [BB] 4 S. 3). Dr. med. K.________ diagnostizierte ihrer-
seits u.a. eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; AB 71 S. 6; BB 
4 S. 2) und berücksichtigte sie in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (AB 
71 S. 7; BB 4 S. 4). Wie nachfolgend darzulegen sein wird (vgl. E. 3.6.3 
hiernach), erweist sich die Diagnose einer PTBS nach den Kriterien der 
ICD-10 als nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Zudem wäre dafür 
praxisgemäss vorauszusetzen, dass sich eine erlittene PTBS binnen einer 
Latenzzeit von einigen Wochen bis Monaten hätte auswirken müssen, was 
hier nicht der Fall ist, denn das subjektiv belastende Ereignis (Flucht) er-
folgte im Jahr 1992 (vgl. AB 21 S. 2; AB 53 S. 4). Auf die Beurteilung von 
Dr. med. K.________, die Beschwerdeführerin sei aufgrund der innerpsy-
chischen Verfestigung und der Chronifizierung bei psychiatrischen Mehr-
fachdiagnosen 80% arbeitsunfähig (BB 4 S. 2), kann deshalb nicht abge-
stellt werden. 

Im anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung zu den Akten gegebe-
nen Verlaufsbericht vom 27. Februar 2014 hielt Dr. med. K.________ dafür, 
vor dem Hintergrund der Komplexität der Problematik werde man der Be-
schwerdeführerin nicht gerecht, wenn man das Leiden als eine somatofor-
me Phänomenologie betrachte, weshalb zur Beurteilung der syndromalen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 18

Diagnosen die Befragung von Dr. med. J.________ dringend erforderlich 
sei (BB 4 S. 3). Da hier gestützt auf das MEDAS-Gutachten ohnehin nicht 
von einer somatoformen Schmerzstörung mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ausgegangen wird (vgl. E. 3.6.1 hiervor), erübrigt sich diesbezüg-
lich eine weitere Befragung der RAD-Psychiaterin. Auch für Dr. med. 
M.________ stand im Rahmen seines Kurzgutachtens vom 31. Mai 2011 
das depressive Geschehen im Vordergrund (AB 39 S. 13), es kann jedoch 
auch ihm bezüglich der Diagnose einer PTBS, wie nachfolgend dargelegt 
wird (vgl. E. 3.6.3 hiernach), nicht gefolgt werden (vgl. Entscheid des BGer 
vom 26. Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2 f.).

3.6.3 Festzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass die unterschiedli-
chen psychiatrisch-fachärztlichen Einschätzungen der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit insbesondere auf unterschiedlichen Annahmen über die 
Umstände beruhen, unter welchen die Beschwerdeführerin ihre Heimat 
verlassen hat. So gehen vor allem die behandelnden Fachärzte (vgl. AB 13 
S. 9, 26 S. 3 Ziff. 1.4, S. 6 Anamnese), aber auch die RAD-Psychiaterin 
(AB 54 S. 13) davon aus, die Beschwerdeführerin sei während des Krieges 
schweren Traumatisierungen ausgesetzt gewesen, welche sich nachhaltig 
auf die Psyche ausgewirkt hätten (vgl. auch AB 54 S. 13 unten). Nicht für 
diese Annahme sprechen jedoch die Angaben der Beschwerdeführerin 
gegenüber dem psychiatrischen MEDAS-Gutachter, wonach sie im Bus 
nach … zu ihrem Bruder geflüchtet und daraufhin in die Schweiz gereist sei 
(AB 30.1 S. 13 Ziff. 1.3; vgl. auch AB 30.1 S. 10), mithin aufgrund dieser 
Annahmen – wie der Gutachter es ausdrückt – davon auszugehen ist, die 
Beschwerdeführerin habe ihre Heimat im Wissen darum, nie mehr in ihr 
eigenes Haus zurückkehren zu können, unter schwierigen, aber keines-
wegs traumatisierenden Bedingungen verlassen (AB 30.1 S. 10 und 13 f.). 
Auf diese Sachverhaltsannahme ist denn auch abzustellen, steht sie doch 
auch in Übereinstimmung mit den echtzeitlichen Aufzeichnungen des Spi-
tals F.________ anlässlich der ersten stationären Behandlung vom 3. Au-
gust bis 16. September 2006. Darin wurde die Übersiedlung in die Schweiz 
nicht als Flucht, sondern als Evakuation während des Krieges bezeichnet 
(AB 25 S. 5). Auch gegenüber dem psychiatrischen MEDAS-Gutachter 
hatte die Beschwerdeführerin auf gezieltes Befragen das unmittelbare Er-
leben von kriegerischen Auseinandersetzungen verneint (AB 30.1 S. 14). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 19

Insoweit wird im MEDAS-Gutachten vom 15. September 2011 nachvoll-
ziehbar und überzeugend begründet, dass die Diagnose einer PTBS nicht 
zu stellen ist (AB 30.1 S. 14, 16 f.). Auch wenn nachvollzogen werden 
kann, dass eine Evakuation aus einem Kriegsgebiet mit Spannungen, 
Ängsten und Verlusterlebnissen (vgl. dazu AB 30.1 S. 10: „im Jahr 1992 
habe sie durch den Krieg in … alles verloren“) verbunden sein kann, ist 
aber auch festzustellen, dass diese Erlebnisse die Beschwerdeführerin 
nicht gehindert haben, in der Schweiz über längere Zeit einer vollzeitlichen 
Erwerbstätigkeit (AB 12) nachzugehen. Für die später aufgetretenen ge-
klagten Ganzkörperschmerzen, aufgrund welcher die Beschwerdeführerin 
von den behandelnden Ärzten seit dem 28. Juni 2010 (AB 19.3) arbeitsun-
fähig geschrieben wurde, gibt es weder ein somatisches Korrelat noch ei-
nen sonstigen ‚äusseren Auslöser‘ (AB 30.2 S. 2). Insoweit kann auf die 
von den behandelnden Ärzten und der RAD-Psychiaterin getroffenen An-
nahmen nicht abgestellt werden, womit auch den daraus gezogenen 
Schlüssen, es liege eine Arbeitsunfähigkeit (von 50 bis 100 %) vor, nicht 
gefolgt werden kann. Ist auf die Beurteilung der RAD-Psychiaterin nicht 
abzustellen, erübrigt sich im Gerichtsverfahren auch die von der Be-
schwerdeführerin beantragte Beweismassnahme. 

3.6.4 Zu prüfen ist nachfolgend, ob es sich hier bei der depressiven 
Störung mittleren Grades um eine verselbständigte psychische Störung mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit handelt (vgl. E. 2.1.3 hiervor).

Wie den Erhebungen zu entnehmen ist, liegen erhebliche psychosoziale 
und soziokulturelle Belastungen vor: nach Überforderung und Konflikten mit 
Vorgesetzten am Arbeitsplatz reagierte die Beschwerdeführerin im Rahmen 
eines schleichenden Verlaufs mit der Entwicklung einer primär körperlichen 
Schmerzproblematik in Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung und danach entwickelte sie depressive Symptome (AB 30.1 S. 13 
f.). Als psychosoziale Belastungsfaktoren nannte der psychiatrische ME-
DAS-Gutachter denn auch die chronische Überforderung am Arbeitsplatz 
und Entwurzelung bei Migrationsproblematik (AB 30.1 S. 14). Es wurde 
zudem erwähnt, dass es im Rahmen eines schleichenden Verlaufs einer 
primär körperlichen Schmerzproblematik und des daraus resultierenden 
psychisch-körperlichen Niedergangs der Beschwerdeführerin zunehmend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 20

zu Spannungen mit dem Ehemann gekommen sei. Als belastende Um-
stände wurden zudem die finanziell schwierige Lage und das Gefühl, vom 
persönlichen und medizinischen Umfeld nicht verstanden zu werden, er-
achtet (vgl. Bericht von Dr. med. M.________ vom 31. Mai 2011 [AB 39 
S. 12], Bericht der behandelnden Ärzte des Spitals F.________ vom 
20. Dezember 2010 [AB 26 S. 11 unten]). Die erwähnten Faktoren – Über-
forderung am früheren Arbeitsplatz, die Ehe- und Migrationsproblematik 
sowie finanzielle Probleme – vermögen medizinisch zwar die Diagnose 
einer mittelschweren Depression zu begründen, führen rechtlich aber nicht 
ohne weiteres zu einer Invalidität. Diese Faktoren sind sukzessive aufgetre-
ten und haben die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin nach 
und nach destabilisiert. Ob vor diesem Hintergrund eine von der soziokultu-
rellen oder psychosozialen Belastungssituation unzweideutig zu unter-
scheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störung mit 
Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit gegeben ist, erscheint 
mehr als zweifelhaft. Vielmehr enthält die Aktenlage deutliche Anhaltspunk-
te dafür, dass sich die invaliditätsfremden Elemente nicht klar vom medizi-
nischen Leiden selbst trennen lassen. Angesichts dieses Umstands und mit 
Blick darauf, dass leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem 
depressiven Formenkreis als therapierbar gelten (Entscheid der BGer vom 
14. August 2013, 9C_917/2012, E. 3.2 mit Hinweis), ist zu folgern, dass die 
psychische Beeinträchtigung hier keinen invalidisierenden Charakter auf-
weist. Es liegen denn auch keine Hinweise vor, dass der Beschwerdeführe-
rin nicht die Willenskraft zugesprochen werden könnte, trotz psychischer 
Einschränkungen eine erwerbliche Tätigkeit auszuüben. Vielmehr liegt bei 
der Beschwerdeführerin eine starke subjektive Überzeugung vor, sie sei 
krank und arbeitsunfähig (vgl. AB 30.1 S. 11 oben). Im MEDAS-Gutachten 
vom 15. September 2011 wurde erwähnt, dass der Beschwerdeführerin die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit prinzipiell weiterhin möglich sei. Dass sie diese 
als subjektiv überfordernd und konfliktbeladen erlebte (AB 30.1 S. 18 Ziff. 
2), ist hier jedoch nicht zu berücksichtigen (vgl. auch AB 30.1 S. 17 oben).

Bei der erforderlichen Gesamtbetrachtung gibt es keine hinreichenden 
Gründe, dem depressiven Leiden der Beschwerdeführerin invalidisierende 
Wirkung beizumessen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 21

3.7 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei Annahme, 
beim depressiven Geschehen handle es sich um einen eigenständigen 
psychischen invalidisierenden Gesundheitsschaden, dieser in Anbetracht 
der strukturiert und zielgerichteten Willenskräfte – wie sie der Beschwerde-
führerin im MEDAS-Gutachten vom 15. September 2011 attestiert werden 
– nicht in ausgeprägter Form als gegeben zu betrachten wäre (AB 30.1 S. 
16). Die von den MEDAS-Gutachtern geschätzte Einschränkung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit betrüge diesfalls 30 % (AB 30.1 S. 19).

Bei einem Valideneinkommen – berechnet auf das Jahr 2010 – von 
Fr. 50‘700.-- (13 x Fr. 3‘900.-- [vgl. AB 12 S. 3]) und einem Invalidenein-
kommen von Fr. 36‘909.-- (Fr. 4‘225.-- [LSE 2010, Total, Anforderungsni-
veau 4, Frauen] ./. 40 x 41,6 [Die Volkswirtschaft, Heft 7,8, 2012, Tabelle 
B9.2, Total] x 12 x 0,7) ergäbe dies eine Erwerbseinbusse von Fr. 13‘791.-- 
und somit einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 
27 %.

3.8 Die angefochtene Verfügung vom 1. März 2013 erweist sich somit 
als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege (Verfügung vom 14. Februar 2014) wird die Beschwerdeführerin – 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht nach Art. 123 der schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) i.V.m Art. 113 
VRPG – von der Zahlungspflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 22

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 
lit. g ATSG).

4.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote 3. März 2014 macht Rechtsanwalt lic. iur. B.________ eine 
Parteientschädigung von Fr. 3‘777.60 (Aufwand 13,81 Stunden à Fr. 240.--, 
somit Fr. 3‘314.40, zuzüglich Auslagen von Fr. 183.40 und MWSt von 
Fr. 279.80 [8 % auf Fr. 3‘497.80]) geltend. Das amtliche Honorar beträgt 
somit Fr. 2‘762.-- (13.81 Stunden à Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von 
Fr. 183.40 und Mehrwertsteuer von Fr. 235.60 (8 % auf Fr. 2‘945.40), somit 
insgesamt Fr. 3‘181.-- und ist Rechtsanwalt lic. iur. B.________ aus der 
Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin nach Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 113 VRPG.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2014, IV/13/322, Seite 23

die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘777.60 festgesetzt. Davon wird Rechtsanwalt 
lic. iur. B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der 
Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘181.-- (inkl. Auslagen und MWSt) festge-
setzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin 
  (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 
  EMRK vom 3. März 2014)
- IV-Stelle Bern (samt Berichten des Röntgeninstituts N.________ vom 
  17. Januar 2014 und von Dr. med. K.________ vom 27. Februar 
  2014 sowie des Protokolls der öffentlichen Schlussverhandlung ge-
  mäss Art. 6 EMRK vom 3. März 2014)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
  3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.