# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 315b3387-18af-5c8b-8a63-990c840ffdf9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.05.2020 A-5000/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5000-2018_2020-05-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5000/2018, A-2996/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Maurizio Greppi,  

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,    

Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______,  

beide vertreten durch  

lic. iur. Franz Hess, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

zb Zentralbahn AG,  

Infrastruktur, Bahnhofstrasse 23, 6362 Stansstad,   

Beschwerdegegnerin,  

 

Bundesamt für Verkehr BAV,  

Abteilung Infrastruktur, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Plangenehmigung Doppelspurausbau Hergiswil, 1. Etappe: 

Schlüssel-Matt Linie 470, km 6.770-km 7.600. 

 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 28. Februar 2017 reichte die zb Zentralbahn AG (zb) beim Bundesamt 

für Verkehr (BAV) ein Plangenehmigungsgesuch für den Doppelspuraus-

bau Hergiswil, 1. Etappe: Schlüssel-Matt Linie 470, km 6.770-km 7.600, 

ein. Der Doppelspurausbau dient der Taktverdichtung, der Fahrzeitverkür-

zung sowie der Fahrplanstabilisierung. 

Das Projekt sieht vor, die Eisenbahnstrecke zwischen Hergiswil Schlüssel 

und Hergiswil Matt von Ein- auf Doppelspur auszubauen. Die Linienfüh-

rung soll begradigt werden. Die bestehende Gleisanlage wird abgebrochen 

und es wird durchgehend ein neuer Unter- und Oberbau inkl. Gleisentwäs-

serung, Gleis und Weichen erstellt. Entlang des Eisenbahntrassees sind 

abschnittsweise Lärmschutzwände geplant. Die Gesamtkosten des Pro-

jekts belaufen sich auf geschätzte Fr. 35'500'000.-.  

B.  

Das BAV führte in der Folge ein ordentliches eisenbahnrechtliches Plange-

nehmigungsverfahren durch. Während der öffentlichen Planauflage gingen 

mehrere Einsprachen ein. Zu den Einsprechenden zählten unter anderem 

A._______ und B._______, Eigentümer des an der Bahnlinie angrenzen-

den Grundstückes (…). 

C.  

Mit Verfügung vom 29. Juni 2018 erteilte das BAV der zb die nachgesuchte 

Plangenehmigung mit Auflagen. Die Einsprache von A._______ und 

B._______ hiess es im Sinne der Erwägungen mit Auflagen teilweise gut. 

Im Übrigen wies es die Einsprache ab, soweit es darauf eintrat und sie 

nicht als gegenstandslos abschrieb. 

D.  

D.a Gegen diese Plangenehmigungsverfügung erheben A._______ und 

B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführende) mit Eingabe vom 3. Sep-

tember 2018 gemeinsam Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit 

folgenden Rechtsbegehren (Verfahren A-5000/2018): 

"1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 

2. Die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamtes für Verkehr BAV 

vom 29. Juni 2018 betreffend den Doppelspurausbau Hergiswil, 

1. Etappe: Schlüssel-Matt, sei aufzuheben.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 3 

3. Eventuell sei die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamtes für 

Verkehr BAV vom 29. Juni 2018 betreffend den Doppelspurausbau 

Hergiswil, 1. Etappe: Schlüssel-Matt, im Sinne der Ausführungen des 

Bundesverwaltungsgerichts zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen." 

In ihrer Begründung rügen die Beschwerdeführenden im Wesentlichen Ver-

letzungen von Bundesrecht im Bereich des Lärmschutzes, des Schutzes 

vor nichtionisierender Strahlung sowie des Gewässerschutzes. 

E.  

E.a Das BAV (nachfolgend: Vorinstanz) hält in der Vernehmlassung vom 

2. Oktober 2018 an der angefochtenen Plangenehmigungsverfügung fest 

und schliesst auf Abweisung der Beschwerde vom 3. September 2018, so-

weit darauf einzutreten sei.  

E.b Die zb (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragt in der Be-

schwerdeantwort vom 3. Oktober 2018, es sei die Beschwerde vom 3. Sep-

tember 2018 abzuweisen, sofern darauf einzutreten sei. Der Beschwerde 

sei zudem die aufschiebende Wirkung zu entziehen.  

E.c In der Replik vom 16. November 2018 halten die Beschwerdeführen-

den an ihren Rechtsbegehren fest. Ergänzend beantragen sie, das Gesuch 

der Beschwerdegegnerin um Entzug der aufschiebenden Wirkung sei ab-

zuweisen.  

E.d Mit Zwischenverfügung vom 26. November 2018 wird das Gesuch der 

Beschwerdegegnerin vom 3. Oktober 2018 um Entzug der aufschiebenden 

Wirkung gutgeheissen.  

E.e Die Vorinstanz verzichtet mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 auf die 

Einreichung einer weiteren Vernehmlassung.  

E.f Die Beschwerdegegnerin bleibt in der Duplik vom 7. Januar 2019 bei 

ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vom 3. September 2018, so-

fern darauf einzutreten sei. 

E.g Am 15. Februar 2019 reicht das Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen 

Fachbericht ein.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 4 

E.h Mit Eingaben vom 4. März, 12. März und 5. April 2019 nehmen die Vor-

instanz, die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführenden je Stel-

lung zum Fachbericht des BAFU.  

E.i Mit Stellungnahme vom 18. April und 7. Mai 2019 äussern sich die Be-

schwerdegegnerin und die Vorinstanz nochmals zu einzelnen Streitpunk-

ten. 

E.j Das BAFU reicht am 28. Mai 2019 einen ergänzenden Fachbericht ein.  

E.k In den Schlussbemerkungen vom 1. Juli 2019 halten die Beschwerde-

führenden an ihrer Beschwerde fest.  

F.  

Am 7. Mai 2019 erlässt die Vorinstanz eine Wiedererwägungsverfügung 

zur Plangenehmigung vom 29. Juni 2018. Sie erteilt im Sinne der Erwä-

gungen eine Ausnahmebewilligung nach Ziff. 55 Abs. 2 Anhang 1 der Ver-

ordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender 

Strahlung [NISV, SR 814.710]).  

G.  

G.a Am 14. Juni 2019 erheben die Beschwerdeführenden beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Wiedererwägungsverfügung 

der Vorinstanz vom 7. Mai 2019. Sie beantragen, ihre Beschwerde sei gut-

zuheissen und die angefochtene Wiedererwägungsverfügung sei aufzuhe-

ben. Eventualiter sei die Sache im Sinne der Ausführungen des Bundes-

verwaltungsgerichts zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. Das Bundesverwaltungsgericht nimmt die neue Beschwerde unter der 

Verfahrensnummer A-2996/2019 an Hand. 

G.b Die Vorinstanz lässt sich am 16. Juli 2019 zur Beschwerde vom 

14. Juni 2019 vernehmen.  

G.c In der Beschwerdeantwort vom 15. Juli resp. 12. August 2019 nimmt 

die Beschwerdegegnerin zur Beschwerde vom 14. Juni 2019 Stellung.  

G.d Das BAFU reicht am 2. September 2019 einen Fachbericht ein. 

G.e In einer Stellungnahme vom 13. September 2019 schliesst sich die  

Vorinstanz im Wesentlichen der Einschätzung des BAFU vom 2. Septem-

ber 2019 an.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 5 

G.f Die Beschwerdeführenden reichen am 16. September 2019 Schluss-

bemerkungen ein.  

H.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Aus prozessökonomischen Gründen können einzelne, rechtlich oder 

sachlich zusammenhängende Verfahren vereinigt werden (MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

2. Aufl. 2013, Rz. 3.17 mit Hinweisen). 

Die Verfahren A-5000/2018 und A-2996/2019 hängen inhaltlich eng zusam-

men. Es rechtfertigt sich daher aus prozessökonomischen Gründen, die 

beiden Verfahren unter der erstgenannten Verfahrensnummer zu vereini-

gen. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG gegeben ist und eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG 

entschieden hat.  

Bei der angefochtenen Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 wie auch bei 

der angefochtenen Wiedererwägungsverfügung vom 7. Mai 2019 handelt 

es sich um Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, die von einer Vor- 

instanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG erlassen wurden. Da keine Aus-

nahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur 

Beurteilung der Beschwerden zuständig. Das Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.3 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren 

teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 6 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Der Beschwerdeführenden sind Eigentümer der Parzelle (…), welche di-

rekt an die streitbetroffene Bahnlinie grenzt. Sie sind als Anwohner von 

dem Bauprojekt unmittelbar betroffen, haben als Einsprechende am vo-

rinstanzlichen Verfahren teilgenommen (vgl. dazu Art. 18f des Eisenbahn-

gesetzes vom 20. Dezember 1957 [EBG SR 742.101]) und sind mit ihren 

Anliegen weder in der Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 noch in der 

Wiedererwägungsverfügung vom 7. Mai 2019 vollständig durchgedrungen. 

Sie sind daher zur Beschwerde berechtigt. 

1.4 Die Beschwerdeschrift hat insbesondere die Begehren und deren Be-

gründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten (Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Die Anforderungen an die Formulierung eines Rechtsbegehrens sind im 

Allgemeinen nicht sehr hoch. Aus der Beschwerde muss im Sinne einer 

Mindestanforderung insgesamt klar und deutlich hervorgehen, was die be-

schwerdeführende Partei verlangt und in welchen Punkten sie die ange-

fochtene Verfügung beanstandet. Die Beschwerdeinstanz muss erkennen 

können, in welche Richtung die angefochtene Verfügung zu überprüfen ist 

(vgl. BGE 102 Ib 365 E. 6; Urteil des BVGer A-4929/2017 vom 31. Januar 

2018 E. 1.3.2; SEETHALER/PORTMANN in: Waldmann/Weissenberger 

[Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 52 Rz. 45 ff. [nachfol-

gend: Praxiskommentar]; je mit Hinweisen).  

Unter Einbezug der Beschwerdebegründung geht aus beiden Beschwer-

den hinreichend klar hervor, dass die Beschwerdeführenden zusätzliche 

Massnahmen betreffend Lärmschutz, Schutz vor nichtionisierender Strah-

lung sowie Gewässerschutz einfordern. Entgegen der Ansicht der Be-

schwerdegegnerin genügen die Beschwerden damit den Formvorschriften 

von Art. 52 Abs. 1 VwVG.  

1.5  

1.5.1 Der Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bestimmt sich 

nach dem durch die vorinstanzliche Verfügung geregelten Rechtsverhält-

nis, soweit es angefochten wird. Der Streitgegenstand kann sich im Laufe 

des Beschwerdeverfahrens verengen, darf hingegen nicht erweitert oder 

qualitativ verändert werden (vgl. BVGE 2016/13 E. 1.3.4, 2009/37 E. 1.3.1; 

JÉRÔME CANDRIAN, Introduction à la procedure administrativ fédérale, 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 7 

2013, Rz. 182, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.8 und 2.208). Richtet sich die 

Beschwerde gegen eine im eisenbahnrechtlichen Plangenehmigungsver-

fahren nach Bundesrecht ergangene Plangenehmigungsverfügung, gilt die 

Besonderheit, dass die beschwerdeführende Partei nicht über die im Rah-

men des Einspracheverfahrens gestellten Begehren hinausgehen oder 

diese qualitativ verändern darf. Sämtliche Begehren bzw. Einwände gegen 

das Auflageprojekt müssen zumindest sinngemäss bereits innerhalb der 

Auflagefrist im Einspracheverfahren erhoben werden und können im Be-

schwerdeverfahren nicht mehr nachgetragen werden. So ist gewährleistet, 

dass im Interesse der Konzentration der Entscheidverfahren alle Einwände 

gesamthaft geprüft werden und in den Plangenehmigungsentscheid ein-

fliessen können (Art. 18f Abs. 1 und 2 EBG; vgl. BGE 133 II 30 E. 2.1 ff.; 

Urteil des BVGer A-5292/2017 vom 10. April 2019 E. 1.2.1; je mit Hinwei-

sen). Im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht ist zu be-

achten, dass sämtliche Begehren und Eventualbegehren bereits in der Be-

schwerdeschrift selber vorzubringen sind. Erst in der Replik (oder später) 

gestellte (neue) Begehren sind unzulässig (vgl. BGE 136 II 173 E. 5; BVGE 

2010/12 E. 1.2.1; Urteil de BVGer A-5242/2018 vom 9. März 2020 E. 3.4; 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 147, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 

a.a.O., Rz. 2.215; je mit Hinweisen).  

Wird ein Nichteintretensentscheid angefochten, prüft das Bundesverwal-

tungsgericht nur die Rechtsfrage, ob die Vorinstanz zu Recht nicht einge-

treten ist (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.8 und 2.164). 

Dabei ist die Bezeichnung im Dispositiv allein nicht massgebend, da dieses 

im Sinne der Erwägungen zu verstehen ist (Urteil des BVGer A-4918/2011 

vom 4. Juni 2012 E. 1.3 mit Hinweisen).  

1.5.2 In der Beschwerde vom 3. September 2018 fordern die Beschwerde-

führenden, wie bereits in ihrer Einsprache vom 3. Mai 2017, verstärkte 

Massnahmen zum Schutz vor Lärm sowie zum Schutz vor nichtionisieren-

der Strahlung. Ferner beantragen sie gewässerschutzrechtliche Verbesse-

rungen. Der Doppelspurausbau selbst sowie die angepasste Linienführung 

ist in der Beschwerde vom 3. September 2018 hingegen unangefochten 

geblieben. Äusserungen dazu finden sich weder in den Rechtsbegehren 

noch in der Begründung der Beschwerdeschrift. In der Replik vom  

16. November 2018 bringen die Beschwerdeführenden neu vor, die sog. 

Fahrplanvariante V3B zeige, dass der geplante Fahrplanausbau auch 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 8 

ohne Doppelspurausbau realisierbar sei. Auf die Begradigung der Linien-

führung könne verzichtet werden, sollte wie beantragt die Durchfahrtsge-

schwindigkeit von 70 auf 30 km/h gesenkt werden. Soweit die Beschwer-

deführenden damit den Doppelspurausbau an sich sowie die geänderte  

Linienführung in Frage stellen wollen, gehen diese Rügen über die Be-

schwerde vom 3. September 2018 hinaus. Darauf ist nicht einzutreten. 

In der angefochtenen Plangenehmigung ist die Vorinstanz auf die Einspra-

che nicht eingetreten, soweit die Beschwerdeführenden zusätzliche Ent-

wässerungsmassnahmen beantragt haben. In der Begründung verweist 

die Vorinstanz zunächst auf die gewässerschutzrechtlichen Erwägungen. 

Daneben hält sie fest, dass der verlangte Anschluss an die Kanalisation 

nicht Gegenstand des Verfahrens bilde. Es sei auch nicht Aufgabe der Be-

schwerdegegnerin, eine entsprechende Wasserauffangrille zu erstellen. 

Mit den im Projekt vorgesehenen Massnahmen sowie den angeordneten 

Auflagen werde dem Schutz der Gewässer gebührend Rechnung getragen 

(Plangenehmigung vom 29. Juni 2018, E. 5.3.3, Einsprachepunkt 17). Aus 

diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz gesamthaft eine ma-

terielle Beurteilung des Einsprachepunkts vorgenommen und sich nicht auf 

eine formelle Prüfung beschränkt hat. Diesbezüglicher Streitgegenstand im 

Beschwerdeverfahren ist daher nicht ein Nichteintretensentscheid, son-

dern die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, weitere Ent-

wässerungsmassnahmen seien gewässerschutzrechtlich nicht gefordert.  

1.6  

1.6.1 Mit Einreichung der Beschwerde geht die Zuständigkeit in der Sache 

grundsätzlich auf die Beschwerdeinstanz über (Prinzip des Devolutiv- 

effekts, Art. 54 VwVG). Davon macht Art. 58 Abs. 1 VwVG insofern eine 

Ausnahme, als die Vorinstanz die angefochtene Verfügung in Wiedererwä-

gung ziehen und neu verfügen kann, sofern die Anpassung nicht zu Un-

gunsten der beschwerdeführenden Partei ausfällt (sog. reformatio in peius; 

vgl. zum Ganzen ANDREA PFLEIDERER, Praxiskommentar, Art. 58 Rz. 36 ff. 

mit Hinweisen).  

1.6.2 Die Vorinstanz erliess am 7. Mai 2019 eine Wiedererwägungsverfü-

gung gestützt auf Art. 58 Abs. 1 VwVG. In prozessualer Hinsicht stellt sie 

den Antrag, entsprechend dem Grundsatz des Devolutiveffekts sei im Be-

schwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht über die Wiedererwä-

gungsverfügung zu befinden, da sich diese zu Ungunsten der Beschwer-

deführenden auswirke.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 9 

Vorliegend haben die Beschwerdeführenden sowohl gegen die Plangeneh-

migung vom 29. Juni 2018 als auch gegen die Wiedererwägungsverfügung 

vom 7. Mai 2019 Beschwerde eingereicht. Wie es sich mit der Devolutiv-

effekt in Bezug auf die Wiedererwägungsverfügung verhält und ob es sich 

hier tatsächlich um eine reformatio in peius handelt, braucht nicht ab-

schliessend geklärt zu werden. Denn – wie in E. 17.4 zu sehen sein wird – 

ist die angefochtene Wiedererwägungsverfügung vom 7. Mai 2019 aus ma-

teriellen Gründen ohnehin aufzuheben.  

1.7 Auf die im Übrigen fristgerecht eingereichten Beschwerden (vgl. Art. 50 

Abs. 1 VwVG) ist somit – vorbehältlich den vorstehenden Ausführungen – 

einzutreten. 

Kognition 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich allerdings eine ge-

wisse Zurückhaltung, wenn technische Fragen zu beurteilen sind oder die 

Vorinstanz gestützt auf eigene besondere Fachkompetenz oder die ihr vom 

Gesetzgeber beigegebenen Fachbehörden entschieden hat. Vorausset-

zung für diese Zurückhaltung ist indes, dass im konkreten Fall keine An-

haltspunkte für eine unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststel-

lung vorliegen und davon ausgegangen werden kann, die Vorinstanz habe 

die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erfor-

derlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend vorgenommen (BGE 142 

II 451 E. 4.5.1; BVGE 2016/13 E. 2; Urteil des BVGer A-702/2017 vom 

26. März 2019 E. 2.1; CANDRIAN, a.a.O., Rz. 191, MOSER/BEUSCH/KNEU-

BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.149 ff.; je mit Hinweisen). 

Rechtliches Gehör 

3.  

3.1 In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz 

habe sich im Plangenehmigungsentscheid nicht ausreichend mit den be-

antragten betrieblichen Lärmschutzmassnahmen befasst. Die Vor- 

instanz habe damit die Begründungspflicht missachtet und den Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt. 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 10 

3.2 Die Parteien haben im Verwaltungsverfahren und im verwaltungsge-

richtlichen Verfahren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV, SR 101] und Art. 29 ff. VwVG). Dazu gehört, dass die Behörde 

ihren Entscheid zu begründen hat (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung 

einer Verfügung hat im Allgemeinen den rechtserheblichen Sachverhalt 

und die anwendbaren Rechtsnormen zu enthalten und sodann die rechtli-

che Würdigung (Subsumtion) des Sachverhalts unter die anwendbaren 

Rechtsnormen aufzuzeigen. Die Behörde ist nicht verpflichtet, sich mit je-

der tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausdrück-

lich auseinanderzusetzen. Sie darf sich auf die für den Entscheid wesent-

lichen Überlegungen beschränken. Die Vorinstanz hat sich jedoch insge-

samt mit den verschiedenen rechtlich relevanten Gesichtspunkten ausei-

nanderzusetzen und darzutun, aus welchen Gründen sie den Vorbringen 

einer Partei folgt oder sie diese ablehnt. Die Begründung muss – im Sinne 

einer Minimalanforderung – so abgefasst sein, dass sich der Betroffene 

über deren Tragweite Rechenschaft geben und sie sachgerecht anfechten 

kann. Welchen Anforderungen eine Begründung hinsichtlich Dichte und 

Qualität zu genügen hat, ist im Einzelfall anhand der konkreten Umstände 

und der Interessen der Betroffenen zu bestimmen (vgl. BGE 142 II 324 

E. 3.6,137 II 266 E. 3.2; Urteil des BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 

2014 E. 6.2; KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 35 Rz. 7 ff. [nachfolgend: Kommentar 

VwVG]; je mit Hinweisen). 

3.3 Die Beschwerdeführenden forderten in der vorinstanzlichen Einspra-

che vom 3. Mai 2017 weitergehende Massnahmen zur vorsorglichen Be-

grenzung des Eisenbahnlärms. Konkret verlangten sie, im Bereich ihrer 

Liegenschaft sei die Durchfahrtsgeschwindigkeit von 70 auf 30 km/h zu re-

duzieren sowie ein Kreuzungsverbot zu erlassen. In den Erwägungen weist 

die Vorinstanz vorab auf ihre bisherigen Ausführungen in der Plangeneh-

migung. Ergänzend führt sie aus, der Neubau der Doppelspur habe gerade 

die Angebotsverdichtung und einen stabilen und verbesserten Fahrplan-

ausbau zum Ziel. Ein Kreuzungsverbot und eine Geschwindigkeitslimitie-

rung an der besagten Stelle würde diesem zuwiderlaufen. Das Projekt 

trage dem umweltrechtlichen Vorsorgeprinzip gebührend Rechnung (Plan-

genehmigung vom 29. Juni 2018 E. 5.3.3, Einsprachepunkt 15). Diese vor-

instanzlichen Erwägungen sind zwar eher knapp gehalten, erfüllen aber die 

aufgeführten Anforderungen an eine genügende Begründung. Aus dem 

Gesamtzusammenhang der Erwägungen war für die Beschwerdeführen-

den ersichtlich, von welche Überlegungen die Vorinstanz sich leiten liess 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 11 

und aus welchen Gründen weitergehende Lärmschutzmassnahmen abge-

lehnt wurden. Die Beschwerdeführenden waren sich, wie sich an den Vor-

bringen in der Beschwerde zeigt, über die Tragweite des angefochtenen 

Entscheides im Klaren und ohne Weiteres imstande, diesen sachgerecht 

anzufechten. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist so-

mit zu verneinen.  

Beweisanträge 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführenden stellen in den Rechtsschriften verschiedene 

Beweisanträge. Sie beantragen, es seien Expertisen zu Fragen des Lärm-

schutzes sowie des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung einzuholen. 

Zudem seien die Forschungsergebnisse der SiRENE-Studie zu edieren. 

Ausserdem beantragen sie im Sinne einer Beweisofferte die Durchführung 

eines Augenscheins.  

4.2 Die Behörde stellt den rechtserheblichen Sachverhalt, unter Vorbehalt 

der Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 13 und 52 VwVG), von Amtes we-

gen fest und bedient sich nötigenfalls verschiedener Beweismittel (Art. 12 

VwVG). Eine Behörde hat die ihr angebotenen Beweise nur dann abzu-

nehmen, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen 

(Art. 33 Abs. 1 VwVG). Angebotene Beweise müssen dagegen nicht abge-

nommen werden, wenn sie entweder eine rechtlich nicht erhebliche Frage 

betreffen oder wenn sie von vorneherein am festgestellten Ergebnis nichts 

zu ändern vermögen (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 

E. 5.3, 134 I 140 E. 5.3; Urteil des BVGer A-5278/2018 vom 29. Januar 

2019 E. 3.1; JÉRÔME CANDRIAN, a.a.O., Rz. 61, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-

LER, a.a.O., Rz. 3.144; je mit Hinweisen). 

4.3 In den beiden Beschwerdeverfahren wurde ein mehrfacher Schriften-

wechsel unter Einbezug des BAFU als umweltrechtliche Fachbehörde 

durchgeführt. Wie sich nachfolgend zeigen wird, gehen die rechtlich erheb-

lichen Tatsachen nun mit genügender Klarheit aus den Akten hervor. Es 

kann daher davon ausgegangen werden, dass weitere Beweiserhebungen 

an der rechtlichen Überzeugung nichts ändern würden. Die gestellten Be-

weisanträge sind deshalb in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen. 

  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 12 

Rechtsgrundlagen 

5.  

Mit einer Plangenehmigung nach Art. 18 ff. EBG wird die Erstellung oder 

Änderung von Bauten und Anlagen bewilligt, die ganz oder überwiegend 

dem Bau und Betrieb einer Eisenbahn dienen (Eisenbahnanlagen; Art. 18 

Abs. 1 EBG). Art. 17 Abs. 1 EBG bestimmt, dass Eisenbahnanlagen nach 

den Anforderungen des Verkehrs, des Umweltschutzes und gemäss dem 

Stande der Technik zu erstellen sind. Bei der Plangenehmigung sind nach 

Art. 2 und 3 der Eisenbahnverordnung vom 23. November 1983 (EBV, SR 

742.141.1) die technischen Anforderungen an einen sicheren Bahnbetrieb 

und eine sachgerechte Instandhaltung der Anlagen, aber auch die Belange 

der Raumplanung, des Umweltschutzes und des Natur- und Heimatschut-

zes einzubeziehen (vgl. Urteil des BGer 1C_152/2017 vom 28. August 

2018 E. 4.1; Urteil des BVGer A-5160/2014 vom 14. Juli 2015 E. 2.1; BEAT 

INDERGAND, Das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren, in: Ju-

ristische Festschrift zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels, 2016, S. 35). 

Die Beschwerdeführenden bestreiten mit umweltrechtlichen Einwänden 

die Rechtmässigkeit der Plangenehmigung. Ihre Rügen betreffen – wie be-

reits vorne erwähnt – den Lärmschutz (nachfolgend E. 6 ff.), den Schutz 

vor nichtionisierender Strahlung (nachfolgend E. 14 ff.) sowie den Gewäs-

serschutz (nachfolgend E. 20 ff.).  

Lärmschutzrechtliche Qualifikation des Ausbauprojekts 

6.  

6.1 In lärmschutzrechtlicher Hinsicht rügen die Beschwerdeführenden, die 

Vorinstanz habe das Ausbauprojekt als wesentliche Änderung einer Anlage 

im Sinne von Art. 8 Abs. 3 der Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 

1986 (LSV, SR 814.41) qualifiziert. Diese Betrachtungsweise sei rechts-

widrig und willkürlich. Das Projekt stelle eine Neuanlage dar, werde doch 

der bestehende Teil der Anlage komplett erneuert und in geänderter Form 

mit angepasster Linienführung und Infrastrukturbauten neu errichtet. Nebst 

einer Verschiebung des Trassees erfolge dessen Höherlegung um 

ca. 1.50 m. Ferner werde ein Haus abgebrochen. Das Projekt gehe mit ei-

ner Kapazitätssteigerung von 14 % einher, was zu einer massiven Lärm-

zunahme führe. Als neue Anlage seien nicht nur die Immissionsgrenzwerte, 

sondern die strengeren Planungswerte einzuhalten. Da diese bei ihrer Lie-

genschaft überschritten würden, erweise sich das Projekt als rechtswidrig. 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 13 

6.2 Die Vorinstanz geht von einer wesentlichen Änderung einer Anlage im 

lärmschutzrechtlichen Sinne aus, weshalb die Immissionsgrenzwerte und 

nicht die von den Beschwerdeführenden verlangten Planungswerte mass-

gebend seien.  

6.3 Die Beschwerdegegnerin stützt die Auffassung der Vorinstanz, dass es 

sich lärmschutzrechtlich um eine wesentliche Änderung der Anlage handle. 

Die neue Doppelspur verlaufe im bisherigen Korridor. Das abzubrechende 

Gebäude, welches sie frühzeitig freihändig erworben habe, beeinflusse 

den Korridor nicht. Es fänden demzufolge die Immissionsgrenzwerte und 

nicht die Planungswerte Anwendung. Die Beurteilung entspreche auch 

dem Urteil des Bundesgerichts 1C_104/2017 (Entscheid Walchwil Zuger-

see Ost) vom 25. Juni 2018. Das Bundesgericht qualifiziere den dortigen 

Doppelspurausbau als wesentliche Änderung, obwohl jenes Projekt auch 

nach einer Anpassung der Gleisgeometrie und der Fahrleitungen verlangt 

habe.  

6.4 Das BAFU stuft in seinem Fachbericht das Projekt als wesentliche Än-

derung einer Anlage ein. In seiner Begründung legt es dar, das Projekt um-

fasse den Doppelspurausbau eines bestehenden Linienabschnitts auf ei-

ner Länge von ca. 600 m. Zudem werde die Linienführung gestreckt, indem 

das bestehende Trassee auf einer Länge von ca. 350 m verschoben werde, 

wobei die Achsenverschiebung maximal ca. 16.5 m betrage. Das Ziel des 

Projekts sei eine Fahrplanstabilisierung mit Taktverdichtung, was bis 2030 

zu einer Verkehrszunahme von ca. 14 % führe. Auf gewissen Teilstrecken 

des auszubauenden Abschnitts werde die Geschwindigkeit der Züge er-

höht. Die maximale projektbedingte Zunahme der Lärmimmissionen an 

Gebäuden mit lärmempfindlichen Räumen in der Umgebung betrage 

5.0 dB(A). Im Mittel würden die Stockwerke der Gebäude, bei denen eine 

projektbedingte Zunahme der Lärmimmissionen eintrete, mit zusätzlichen 

2 dB(A) belastet. Infolge der Linienverschiebung gebe es auch Gebäude, 

deren Entfernung zum Trassee künftig grösser sein werde, wobei eine  

maximale Lärmabnahme von 7.5 dB(A) zu erwarten sei. Die angegebenen 

Werte bezögen sich auf den Beurteilungspegel Lr gemäss Anhang 4 LSV 

ohne Berücksichtigung allfälliger Lärmschutzmassnahmen. Angesichts der 

bedeutenden baulichen Massnahmen und der Intensivierung des Betriebs 

sei von einer wesentlichen Änderung der Anlage nach Art. 8 Abs. 2 und 3 

LSV und nicht nur von einer unwesentlichen Änderung auszugehen. 

Gleichzeitig bleibe aber die Linienführung bis auf kleine Abweichungen in-

folge der streckenweise Begradigung bestehen. Auch die Funktion der  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 14 

Linie – Personenverkehr ohne Güterverkehr – bleibe trotz Doppelspuraus-

bau erhalten. Die Anlage werde somit aus Sicht des Lärmschutzes in kon-

struktiver und funktionaler Beziehung nicht so weit verändert, dass die An-

lage wie eine Neuanlage nach Art. 7 LSV zu behandeln wäre (sog. über-

gewichtige Änderung). Diese Beurteilung entspreche der Praxis des BAFU 

in vergleichbaren Fällen.  

7.  

7.1 Das Umweltschutzgesetz vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01) be-

zweckt den Schutz der Menschen, Tiere und Pflanzen gegen schädliche 

und lästige Einwirkungen (Art. 1 Abs. 1 USG). Zu solchen Einwirkungen 

gehören unter anderem Lärmimmissionen, die durch den Bau und Betrieb 

von Anlagen erzeugt werden (Art. 7 Abs. 1 USG). Das USG unterscheidet 

neue, geänderte und bestehende, ortsfeste Anlagen. Neue Anlagen dürfen 

nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen allein erzeugten Lärm-

immissionen, vorbehältlich Erleichterungen, die Planungswerte in der Um-

gebung nicht überschreiten (Art. 25 USG). Für Altanlagen sieht Art. 18 

Abs. 1 USG vor, dass sanierungsbedürftige Anlagen nur umgebaut oder 

erweitert werden dürfen, wenn sie gleichzeitig saniert werden. Art. 8 LSV 

konkretisiert Art. 18 USG und unterscheidet dabei wesentliche und unwe-

sentliche Änderungen: Unwesentliche Änderungen oder Erweiterungen lö-

sen keine Sanierungspflicht für die bestehenden Anlageteile aus (vgl. Art. 8 

Abs. 1 LSV). Die Lärmimmissionen wesentlich geänderter oder erweiterter 

Anlagen müssen die Immissionsgrenzwerte einhalten (vgl. Art. 8 Abs. 2 

LSV). Als wesentliche Änderungen gelten nach Art. 8 Abs. 3 LSV Umbau-

ten, Erweiterungen und vom Inhaber der Anlage verursachte Änderungen 

des Betriebs, wenn zu erwarten ist, dass die Anlage selbst oder die Mehr-

beanspruchung bestehender Verkehrsanlagen wahrnehmbar stärkere Lär-

mimmissionen erzeugen (Satz 1). Der Wiederaufbau von Anlagen gilt in 

jedem Fall als wesentliche Änderung (Satz 2). Nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung kann eine Änderung auch aufgrund anderer Kriterien, wie 

der Umfang der baulichen Massnahmen und die Kosten, als wesentlich 

eingestuft werden (BGE 141 II 483 E. 4.6; vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 

1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 6.3 f.; ALIG/SCHÄRMELI, Die Beurteilung 

geänderter Altanlagen aus lärmschutzrechtlicher Sicht, Umweltrecht in der 

Praxis [URP] 2019/3, S. 195 ff., ROBERT WOLF in: Vereinigung für Umwelt-

recht/Keller [Hrsg.], Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl. 2004, 

Stand 2000, Art. 25 Rz. 47 [nachfolgend: Kommentar USG]). 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 15 

Die wesentliche Änderung einer Anlage ist gemäss Rechtsprechung von 

einer neubauähnlichen Erweiterung abzugrenzen, die lärmschutzrechtlich 

wie ein Neuanlage behandelt wird (sog. übergewichtige Erweiterung). Die 

von einer solchen Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen dürfen die 

Planungswerte nicht überschreiten (Art. 7 Abs. 1 Bst. b LSV). Erleichterun-

gen kann die Vollzugsbehörde gewähren (Art. 7 Abs. 2 LSV). Eine neubau-

ähnliche Erweiterung liegt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dann 

vor, wenn eine bestehende Anlage in konstruktiver oder funktionaler Bezie-

hung so weit verändert wird, dass der weiterbestehende Teil der Anlage 

von geringerer Bedeutung erscheint als der erneuerte Teil. Gleiches gilt bei 

einer vollständigen Zweckänderung nach Art. 2 Abs. 2 LSV. Für die Abgren-

zung sind vor allem ökologische Kriterien, im speziellen des Lärmschutzes, 

und generell die dem Gesetz zugrundliegenden Zielsetzungen der Vor-

sorge massgeblich (vgl. BGE 141 II 483 E. 3.3.3, 123 II 325 E. 4c/aa, 116 

Ib 435 E. 5d/bb; Urteil des BGer 1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 6.4, 

ALIG/SCHÄRMELI, a.a.O., S. 199 f., WOLF, Kommentar USG, Art. 25 Rz. 47). 

7.2 Die angefochtene Plangenehmigung betrifft die Änderung einer Altan-

lage. Zwischen den Parteien ist strittig geblieben, ob es sich um eine we-

sentliche Änderung handelt und die Immissionsgrenzwerte gelten (so die 

Beschwerdegegnerin, die Vorinstanz und das BAFU) oder um eine neu-

bauähnliche Erweiterung, womit die strengeren Planungswerte zu beach-

ten wären (so die Beschwerdeführenden). Gemäss Umweltbericht genügt 

die projektierte Lärmschutzwand, um die Immissionsgrenzwerte bei der 

Liegenschaft der Beschwerdeführenden einzuhalten. 

Das vorliegende Projekt beinhaltet – wie erwähnt –  eine Reihe an bauli-

chen Massnahmen, die dem Ausbau der Strecke auf Doppelspur, aber 

auch dem Substanzerhalt und der Verbesserung der Lärmsituation dienen. 

Die Gesamtkosten belaufen sich auf geschätzte Fr. 35'500'000.-. Wie das 

BAFU in seinem Fachbericht zutreffend dargelegt hat, bleibt die Funktion 

der Anlage trotz des Ausbaus gleich. Die Bahnlinie dient nach wie vor 

hauptsächlich dem regionalen und überregionalen Personenverkehr. Mit 

dem Doppelspurausbau ist eine Kapazitätssteigerung von 14 % verbun-

den. Nach dem Umweltbericht ist bei einer Liegenschaft (…) eine Lärmzu-

nahme um 5.0 dB(A) zu erwarten. Bei den übrigen Liegenschaften liegen 

die Werte teils deutlich tiefer. Die Lärmzunahme infolge der Kapazitätsstei-

gerung erreicht damit – in Berücksichtigung der vorliegenden Gegebenhei-

ten – noch nicht ein Mass, das auf eine neubauähnliche Erneuerung 

schliessen lässt. Der Doppelspurausbau bedeutet, dass die Anlage gradu-

ell ausgebaut wird. Die übrigen baulichen Massnahmen sind von der Art 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 16 

und vom Umfang her eher mit umfassenden Unterhalts- und Lärmsanie-

rungsarbeiten, denn mit der Errichtung einer eigentlichen Neuanlage ver-

gleichbar. Soweit die Beschwerdeführenden sich auf die geänderte Linien-

führung berufen, gilt es die konkreten Verhältnisse zu berücksichtigen. Der 

heutige kurvige Abschnitt zwischen Hergiswil Schlüssel und Hergiswil Matt 

erfährt eine Begradigung der Linienführung. Die Verschiebung fällt hierbei 

jedoch vergleichsweise gering aus. Eine ganz neue Linienführung liegt hier 

nicht vor. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass infolge des Doppel-

spurausbaus eine Liegenschaft abgebrochen werden muss. Gemäss dem 

technischen Bericht bleibt das Eisenbahntrassee in der Höhe praktisch un-

verändert. Doch selbst wenn das Trassee um 1.5 m höher zu liegen käme, 

wie von den Beschwerdeführenden behauptet, wäre eine solche bauliche 

Änderung nicht derart weitreichend, um von einer neubauähnlichen Erneu-

erung auszugehen. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung kann daher we-

der in funktionaler noch in konstruktiver Beziehung davon gesprochen wer-

den, dass der weiterbestehende Teil der Anlage von geringerer Bedeutung 

erscheine als der erneuerte Teil. Die Vorinstanz ist somit zu Recht von einer 

wesentlichen Änderung und nicht von einer neubauähnlichen Erneuerung 

der Anlage ausgegangen. Die strengeren Planungswerte kommen daher 

nicht zur Anwendung. Diese Beurteilung entspricht auch der jüngsten bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung betreffend Doppelspurausbau Goldach-

Rorschach Stadt und betreffend Doppelspurausbau Walchwil Zugersee 

Ost (Urteile des BGer 1C_315/2017 vom 4. September 2018 E. 3.1 und 

1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 6; vgl. in diesem Sinne auch BGE 141 

II 483 E. 2 ff.; Urteil des BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 2014 E. 21).  

Lärmschutzmassnahmen zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung 

8.  

8.1 Ein weiterer lärmschutzrechtlicher Kritikpunkt betrifft die vorsorgliche 

Emissionsbegrenzung. Die Beschwerdeführenden machen geltend, zum 

Schutz vor Eisenbahnlärm sei die Durchfahrtsgeschwindigkeit von 70 auf 

30 km/h zu limitieren und es sei ein Kreuzungsverbot im Bereich ihres 

Grundstückes festzulegen. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die beantrag-

ten Massnahmen, mit denen eine deutliche Lärmreduktion erreicht werden 

könnte, den Zielen einer Angebotsverdichtung bzw. Fahrplanstabilität ent-

gegenstünden. Der Sachverhalt sei diesbezüglich nicht hinreichend abge-

klärt. Die Berechnungen der Beschwerdegegnerin zur Fahrzeitverlänge-

rung seien unzutreffend. Ihr Begehren beschlage nicht den gesamten Stre-

ckenabschnitt von 723 m, sondern allein den Bereich ihrer Liegenschaft. 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 17 

Zudem müssten die Züge bei der Haltestelle Matt sowie bei der engen 

Kurve, welche nur mit 30 km/h befahren werden könnte, ohnehin abbrem-

sen. Gemäss der Fahrplanvariante V3B könne die Haltestelle Matt sogar 

nur mit einem Gleis und tieferem Durchfahrtstempo im Viertelstundentakt 

bedient werden.  

8.2 Die Vorinstanz ist der Ansicht, dass das vorliegende Projekt dem Vor-

sorgeprinzip gebührend Rechnung trage. Eine Geschwindigkeitslimitie-

rung und ein Kreuzungsverbot an der besagten Stelle seien abzulehnen, 

da diese Massnahmen den Zielen des Doppelspurausbaus zuwiderlaufen 

würden. Der Neubau der Doppelspur habe gerade die Angebotsverdich-

tung und einen stabilen und verbesserten Fahrplanausbau zum Ziel. 

8.3 Die Beschwerdegegnerin gibt zu bedenken, dass die von den Be-

schwerdeführenden geforderte Geschwindigkeitsbegrenzung zu einer 

Fahrzeitverlängerung von 50 Sekunden je Zug führe, dies unter Berück-

sichtigung des Wegs für das Abbremsen und Beschleunigen (723 m bei 

8.33 m/s statt 19.44 m/s). Die Fahrzeitverlängerung sei grösser als die Re-

servezeithaltung und bei bis zu 16 Zügen in der Stunde könne die Verzö-

gerung nicht mehr ausgeglichen werden. Darüber hinaus ergäben sich 

Kreuzungskonflikte in Hergiswil und Matt. Durch die Fahrzeitverlängerung 

würden verschiedene Zug- und Busanschlüsse in der Region wegfallen. 

Ausserdem sei es auch aus energetischen Gründen abzulehnen, wenn 

Züge im Bereich der Liegenschaft der Beschwerdeführenden abbremsen 

und kurz danach wieder beschleunigen müssten. Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführenden hätten die Abklärungen ergeben, dass die Fahr-

planvariante V3B keine gleichwertige Alternative zum Doppelspurausbau 

bilde. Diese Variante lasse ein systematischer Viertelstundentakt nicht zu 

und wäre mit der geforderten Geschwindigkeitsreduktion ohnehin nicht 

mehr umsetzbar. Ferner sei anzumerken, dass die von den Beschwerde-

führenden erwähnte sog. Steinibachkurve zwischen km 7.600 und 7.800 

wegen des geringen Radius mit 50 km/h und nicht nur mit 30 km/h befahren 

werde. Für das ebenfalls beantragte Kreuzungsverbot gelte, dass infolge-

dessen die mit dem Doppelspurausbau angestrebte Flexibilität im Betrieb 

wieder dahinfallen würde. Die geforderten betrieblichen Massnahmen hät-

ten somit insgesamt negative Auswirkungen auf das Fahrplanangebot, die 

Fahrplanstabilität und die Kundenzufriedenheit. Zu erwarten sei, dass die 

Streckenkapazität sich um 50 % reduziere. Die gewünschte Einführung des 

Viertelstundentaktes für die Haltestelle Matt wäre unter diesen Umständen 

nicht mehr realisierbar. Es sei daher von beiden Massnahmen dringend 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 18 

abzusehen. Dies umso mehr, als es den Beschwerdeführenden nicht ge-

lungen sei, deren Wirksamkeit zu belegen.  

8.4 Das BAFU erachtet das umweltrechtlichen Vorsorgeprinzip vorliegend 

als gewahrt. Es führt in seinem Fachbericht hierzu aus, die beantragte Ge-

schwindigkeitsreduktion auf 30 km/h bewirke bei der Liegenschaft der Be-

schwerdeführenden eine zusätzliche Abnahme der Lärmimmissionen von 

ca. 4.7 dB(A). Das ebenfalls beantragte Kreuzungsverbot wirke sich auf die 

Beurteilung des Lärms gemäss den Vorgaben von Anhang 4 LSV nicht aus, 

da dieser auf der Basis eines Mittelwerts der gesamten jährlichen Durch-

fahrten ermittelt werde. Die Lärmbelastung werde nur insoweit beeinflusst, 

als die Kreuzung von zwei Zügen den Momentanpegel im Zeitpunkt der 

Durchfahrt erhöhe. Aus technischer Sicht seien beide Massnahmen mög-

lich. Der Zweck des Doppelspurausbaus bestehe aber gerade darin, Kreu-

zungen in flexibler Weise zu ermöglichen. Die Beschwerdegegnerin habe 

nachvollziehbar dargelegt, dass der Bahnbetrieb verzögert und die Fahr-

planstabilität gefährdet werde, wenn die Züge bei der Liegenschaft der Be-

schwerdeführenden auf eine erheblich tiefere Geschwindigkeit abbremsen 

müssten und die dortige Kreuzungsmöglichkeit entfalle. Diese Interessen 

seien bei der Verhältnismässigkeitsprüfung zu berücksichtigen. Die ge-

nauen Auswirkungen auf die Fahrplanstabilität könne das BAFU nicht ab-

schliessend beurteilen.  

9.  

9.1 Nach dem Vorsorgeprinzip sind Emissionen unabhängig von der be-

stehenden Umweltbelastung so weit zu begrenzen, als dies technisch und 

betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (vgl. Art. 7 Abs. 1 Bst. a 

und Art. 8 Abs. 1 LSV, Art. 11 Abs. 2 USG). Massnahmen der Vorsorge sind 

sowohl dann zu treffen, wenn die Schädlichkeits- oder Lästigkeitsgrenze 

(Immissionsgrenzwerte) noch nicht erreicht ist, als auch dann, wenn diese 

erreicht oder bereits überschritten ist. Die materielle Tragweite des Vorsor-

geprinzips wird dabei durch das Verhältnismässigkeitsprinzip beschränkt 

(Art. 5 Abs. 2 BV). Erforderlich ist eine Abwägung der im Einzelfall für und 

wider eine Massnahme sprechenden Interessen. Der Vorsorgegedanke ist 

in diese Abwägung einzubeziehen (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 

1C_315/2017 vom 4. September 2018 E. 3.4; Urteile des BVGer 

A-1625/2018 vom 4. Januar 2019 E. 4.3, A-1251/2012 vom 15. Januar 

2014 E. 24.2 und A-1985/2006 vom 14. Februar 2008 E. 21.7.2; URSULA 

MARTI, Das Vorsorgeprinzip im Umweltrecht, 2011, S. 174 ff., GRIF-

FEL/RAUSCH, Kommentar zum USG, Ergänzungsband zur 2. Aufl., 2011, 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 19 

Art. 11 Rz. 11 ff. [nachfolgend: Ergänzungsband Kommentar USG]; je mit 

Hinweisen). 

9.2 Als betriebliche Massnahmen der umweltrechtlichen Vorsorge beantra-

gen die Beschwerdeführenden, es sei zum Schutz vor Eisenbahnlärm die 

Durchfahrtsgeschwindigkeit von 70 auf 30 km/h zu limitieren sowie ein 

Kreuzungsverbot im Bereich ihrer Liegenschaft zu erlassen. Diese Begeh-

ren wurden von der Vorinstanz unter Verweis auf den Zweck des Doppel-

spurausbaus verworfen.  

Nach Angabe des BAFU würde die beantragte Geschwindigkeitsreduktion 

auf 30 km/h die Lärmsituation bei der Liegenschaft der Beschwerdeführen-

den um zusätzliche 4.9 dB(A) verbessern. Mit einem Kreuzungsverbot 

liesse sich sodann gemäss BAFU der Momentanpegel im Zeitpunkt der 

Zugdurchfahrt reduzieren. Ein Rückgang der Lärmemissionen und -immis-

sionen liegt sowohl im privaten Interesse der Betroffenen als auch im öf-

fentlichen Interesse, zumindest soweit dadurch keine Verlagerung der 

Lärmbelastung zu verzeichnen ist.  

Den lärmschutzrechtlichen Interessen steht das öffentliche Interesse an ei-

nem gut funktionierenden Eisenbahnsystem gegenüber. Der Doppel-

spurausbau dient der Taktverdichtung, der Verkürzung der Fahrzeiten so-

wie der Fahrplanstabilisierung. Es ist mit dem BAFU und der Vorinstanz 

einig zu gehen, dass der Sinn und Zweck des Ausbauprojekts geradezu in 

Frage gestellt wäre, sollte bei der Liegenschaft der Beschwerdeführenden 

eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h sowie ein Kreuzungsver-

bot einzuhalten sein. Gemäss den überzeugenden Ausführungen der Be-

schwerdegegnerin bestehen keine genügenden Reserven, um den Zeit- 

resp. Flexibilitätsverlust, der mit den beantragten Massnahmen verbunden 

wäre, aufzufangen. Ausserdem entstünden, wie von der Beschwerdegeg-

nerin im Einzelnen aufgezeigt, nicht nur neue Kreuzungskonflikte, sondern 

es könnten auch verschiedene Bus- und Zuganschlüsse in der Region 

nicht mehr angeboten werden. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung sind 

diese doch sehr weitreichenden betrieblichen Nachteile höher zu gewich-

ten, als das von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Interesse, 

dass über die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte hinaus zusätzliche be-

triebliche Lärmschutzmassnahmen im Sinne des Vorsorgeprinzips ergrif-

fen werden.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 20 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden ist es ohne Weiteres ein-

sichtig, dass bei einem derart eng getakteten System wie dem schweizeri-

schen Eisenbahnnetz selbst örtlich eng beschränkte betriebliche Massnah-

men die Kapazitäten einer ganzen Strecke deutlich einschränken und sich 

so unmittelbar negativ auf den Fahrplan auswirken können. Dies ist vorlie-

gend der Fall und findet ihre Bestätigung auch in den von der Beschwer-

degegnerin eingereichten Untersuchungen zum Angebotskonzept. Diese 

zeigen auf, dass im Fahrplan insgesamt wenig Spielraum vorhanden ist. 

So wäre auch die von Beschwerdeführenden angeführte Fahrplanvariante 

V3B nur mit einem 10/20 Minutentakt statt eines Viertelstundentaktes um-

setzbar.  

Die von den Beschwerdeführenden im Sinne des Vorsorgeprinzips ange-

strebten betrieblichen Lärmschutzmassnahmen sind somit als unverhält-

nismässig zu erachten, weshalb darauf zu verzichten ist. Die Beschwerde 

erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

Vorfrageweise Überprüfung der Belastungsgrenzwerte für Eisen-

bahnlärm 

10.  

10.1 Ferner fordern die Beschwerdeführenden eine vorfrageweise Über-

prüfung der Belastungsgrenzwerte für Eisenbahnlärm gemäss LSV ein. Es 

sei gerichtsnotorisch bekannt, dass gegenwärtig die Belastungsgrenzwerte 

der LSV im Rahmen eines Forschungsvorhabens wissenschaftlich über-

prüft würden. Die zur Edition beantragten Forschungsergebnisse würden 

belegen, dass die angewandten Belastungsgrenzwerte der LSV gesetzes- 

und verfassungswidrig seien. Das gelte insbesondere für den sog. Schie-

nenbonus, welcher das Gleichheitsgebot verletze und im Widerspruch zum 

aktuellen Stand der Technik stehe. Eine Privilegierung des Bahnlärms ge-

genüber anderen Lärmarten sei nicht angezeigt. Bezeichnenderweise sei 

in Deutschland der entsprechende Schienenbonus denn auch abgeschafft 

worden. In diesem Sinne sei zudem zu beurteilen, dass bei der Lärmermitt-

lung allein auf den energieäquivalenten Dauerschallpegel Leq abgestellt 

werde und die Lärmspitzen, die zu vermehrten Aufwachreaktionen führten, 

nicht berücksichtigt würden. Identisch verhalte es sich mit den Verkehrs-

zahlen, die der Lärmberechnung zugrunde lägen und bei denen auf Mittel- 

statt auf Maximalwerte abgestellt werde. Darauf hinzuweisen sei, dass das 

von der Beschwerdegegnerin zitierte Urteil des Bundesgerichts 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 21 

1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 nahezu zwei Jahre zurückliege. Zwi-

schenzeitlich lägen gesicherte Forschungsergebnisse zur Überprüfung der 

Belastungsgrenzwerte vor. Des Weiteren rügen die Beschwerdeführenden, 

es sei bei der konkreten Lärmberechnung unberücksichtigt geblieben, dass 

das Angebot auf der Brünigstrecke saisonal um drei Zugpaare pro Tag aus-

gebaut werde.  

10.2 Die Vorinstanz hält in der Vernehmlassung an der angefochtenen 

Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 fest.  

10.3 Die Beschwerdegegnerin bestreitet die Vorbringen der Beschwerde-

führenden. In ihrer Begründung verweist sie im Wesentlichen auf die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung zur vorfrageweisen Überprüfung der Be-

lastungsgrenzwerte für Eisenbahnlärm (Urteil des BGer 1C_104/2017 vom 

25. Juni 2018 E. 7). Ferner entgegnet sie, die drei Saisonzüge auf der 

Brünigstrecke seien in der Lärmberechnung sehr wohl enthalten. Sie seien 

im Angebotskonzept 2035 vorgesehen, welches dem Angebotskonzept 

2030 entspreche. Die Lärmberechnung im Umweltbericht sei auf der 

Grundlage des Angebotskonzepts 2030 erfolgt. 

10.4 Das BAFU legt in seinem Fachbericht dar, bekanntermassen würden 

die in der LSV festgelegten Belastungsgrenzwerte gegenwärtig überprüft. 

Im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds und vom BAFU ge-

förderten Forschungsprojekts SiRENE würden die für die Beurteilung der 

Wirkung von Lärm auf den Menschen notwendigen Grundlagen aktuali-

siert. In diesen Arbeiten seien sämtliche Verkehrsträger (Strasse, Schiene, 

Luftverkehr) eingeschlossen. Die Arbeiten würden sich auch mit dem stö-

rungsgerechten Lärmindikator, wie Mittelungspegel oder Maximalpegel, 

sowie mit der Angemessenheit des Schienenbonus befassen. Das umfang-

reiche Datenmaterial der SiRENE-Studie werde derzeit ausgewertet. Nach 

Vorliegen des Schlussberichts der Eidgenössischen Kommission für Lärm-

bekämpfung (EKLB) werde der Bundesrat über eine allfällige Verordnungs-

revision entscheiden. Bis dahin sei nach Erachten des BAFU auf die gel-

tenden Verordnungsbestimmungen in Anhang 4 LSV abzustellen. 

11.  

11.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist berechtigt, Verordnungen des Bun-

desrats vorfrageweise auf ihre Gesetz- und Verfassungsmässigkeit hin zu 

überprüfen. Bei unselbständigen Verordnungen, die sich wie die LSV auf 

eine gesetzliche Delegation stützen, prüft es, ob sich der Bundesrat an die 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 22 

Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnisse gehalten hat. Soweit 

das Gesetz den Bundesrat nicht ermächtigt, von der Verfassung abzuwei-

chen, befindet das Gericht auch über die Verfassungsmässigkeit der un-

selbständigen Verordnung. Wird dem Bundesrat durch die gesetzliche De-

legation ein sehr weiter Ermessensspielraum für die Regelung auf Verord-

nungsstufe eingeräumt, ist dieser Spielraum nach Art. 190 BV für das Bun-

desverwaltungsgericht verbindlich (vgl. BGE 139 II 460 E. 2.3, 136 II 337 

E. 5.1; Urteile des BVGer A-6015/2015 vom 10. Januar 2017 E. 9.1 und 

A-1251/2012 vom 15. Januar 2014 E. 23.2; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 19 Rz. 39 f.; je mit Hinwei-

sen).  

11.2 Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 13 Abs. 1 USG Belastungsgrenz-

werte für Eisenbahnlärm in Anhang 4 LSV festgelegt (Planungs-, Immissi-

onsgrenz- und Alarmwerte; Art. 2 Abs. 5 LSV). Die Immissionsgrenzwerte 

für Lärm und Erschütterungen sind so festzulegen, dass nach dem Stand 

der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte 

die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören (Art. 15 

USG). Wie der Zusammenhang mit Art. 13 Abs. 1 USG zeigt, umfassen 

Störungen des Wohlbefindens sowohl gesundheitliche Beeinträchtigungen 

im engeren medizinischen Sinn als auch Belästigungen. Grosse Bedeu-

tung kommt insbesondere der Vermeidung von Schlafstörungen bzw. dem 

Schutz vor Aufwachreaktionen zu. Insgesamt steht dem Bundesrat bei der 

Festlegung der Immissionsgrenzwerte ein nicht unerheblicher Ermessens-

spielraum zu (vgl. zum Ganzen BGE 137 II 58 E. 5.3.5; Urteile des BVGer 

A-6015/2015 vom 10. Januar 2017 E. 9.4.1 und A-1251/2012 vom 15. Ja-

nuar 2014 E. 23.3; ZÄCH/WOLF, Kommentar USG, Art. 15 Rz. 17; je mit 

Hinweisen).  

11.3 Die Rechtsprechung hat sich bereits verschiedentlich mit der vorfra-

geweisen Überprüfung der Belastungsgrenzwerte für Eisenbahnlärm be-

fasst: 

Die Pegelkorrektur K1 (Schienenbonus) gemäss Ziff. 33 Abs. 1 Anhang 4 

LSV berücksichtigt Lästigkeitsunterschiede zwischen Schienen- und Stras-

senverkehrslärm bei gleicher akustischer Belastung. Die bisherige Recht-

sprechung des Bundesgerichts erklärt den Schienenbonus als mit dem 

Bundesrecht vereinbar. Die Regelung hält grundsätzlich vor dem Gleich-

behandlungsgebot stand (vgl. Urteile des BGer 1C_104/2017 vom 25. Juni 

2018 E. 7.3 und 7.6, 1C_375/2009 vom 10. Mai 2010 E. 6.2 und 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 23 

1A.116/2006 vom 8. November 2006 E. 6.3). Das Bundesgericht weist da-

rauf hin, dass es hinsichtlich des Schienenbonus nicht unbestritten ist, ob 

der Lärm des Schienenverkehrs von der Bevölkerung auch noch bei hohen 

Zugfrequenzen als weniger belästigend empfunden wird als Strassenver-

kehr und ob die Pegelkorrektur K1 auch bei stark frequentierten Strecken 

wissenschaftlich gerechtfertigt ist. In Deutschland wurde der Schienenbo-

nus inzwischen abgeschafft. Nach der Rechtsprechung liegt es jedoch in 

der politischen Verantwortung von Bundesrat und Verwaltung, bei divergie-

renden wissenschaftlichen Erkenntnissen die konkret anwendbaren 

Grenzwerte – und auch eine allenfalls zu berücksichtigende Pegelkorrektur 

– festzusetzen (vgl. Urteil des BGer 1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E 7.6 

mit Hinweisen). 

Weiter schützt das Bundesgericht dem Prinzip nach die Umrechnung des 

Lärms von Eisenbahnverkehr in einen Dauerschall- bzw. Mittelungspegel 

(sog. Lärmverdünnung). Bei dem über den ganzen Tag verteilten Eisen-

bahnlärm verhält es sich zudem anders als bei dem in BGE 137 II 58 

E. 5.3.5 beurteilten Flughafenbetrieb, wo sich der Fluglärm teilweise auf 

eine kurze Zeitspanne während morgendlichen und abendlichen Randzei-

ten konzentriert. Es lassen sich aus diesem Entscheid keine Ergänzung 

der Vorgaben zu den Mittelungspegeln für Eisenbahnlärm ableiten (Urteil 

des BGer 1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 7.3 und 7.7 mit Hinweisen). 

Der vom BAFU und der EKLB eingeleiteten Überprüfung der Belastungs-

grenzwerte für Verkehrslärm ist gemäss bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung nicht vorzugreifen, zumal es mit Blick auf die Rechtsgleichheit ge-

boten erscheint, den Lärm aller Verkehrsträger (Strasse, Schiene, Luftver-

kehr), soweit vergleichbar, nach einheitlichen Grundsätzen zu beurteilen 

(vgl. Urteile des BGer 1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 7.4, 

1C_547/2017 vom 16. Mai 2018 E. 6.2.1 und 1C_6/2017 vom 25. Oktober 

2017 E. 4.4). In diesem Zusammenhang wird vom Bundesgericht allerdings 

kritisch angemerkt, dass die Vorarbeiten zur Überprüfung der Lärmgrenz-

werte schon seit geraumer Zeit im Gange sind. Angesichts der Aktualität 

der angesprochenen Fragen ist die zeitliche Verzögerung, die bei der Über-

prüfung der Lärmgrenzwerte zu verzeichnen ist, unbefriedigend. Es kann 

erwartet werden, dass das BAFU die Auswertung der wissenschaftlichen 

Grundlagen, wie der schweizerischen SiRENE-Studie, zügig vorantreibt 

und gestützt darauf den zuständigen politischen Behörden allfällige Anpas-

sungen der LSV ohne weitere Verzögerungen unterbreitet (Urteil des BGer 

1C_104/2017 vom 25. Juni 2018 E. 7.4 mit Hinweisen). 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 24 

11.4 Da gemäss den vorstehenden Erwägungen die Immissionsgrenz-

werte für Eisenbahnlärm beim vorliegenden Vorhaben massgebend sind, 

kann nur die Regelung in der LSV zu diesen Grenzwerten zur Diskussion 

gestellt werden. Die Beschwerdeführenden wenden sich diesbezüglich ge-

gen den Schienenbonus sowie gegen die Verwendung von Mittelwerten 

statt Maximalwerten für die Bestimmung des Lärmpegels und der Ver-

kehrszahlen. 

Die vorstehenden Ausführungen der Rechtsprechung gelten auch für den 

vorliegenden Anwendungsfall, soweit es um die Auswertung der SiRENE-

Studie und die Neubeurteilung der wissenschaftlichen Grundlagen für die 

Grenzwertfestlegung in der LSV geht. Von den Beschwerdeführenden wird 

zwar zu Recht eingewendet, dass der Entscheid des Bundesgerichts 

1C_104/2017 vom 25. Juni 2018, der sich eingehend mit der Überprüfung 

der Grenzwerte für Eisenbahnlärm befasst, nun schon fast zwei Jahre zu-

rückliegt. Zwischenzeitlich hat sich jedoch nichts ergeben hat, was an je-

nen Erwägungen etwas ändern würde. Namentlich ist der vom BAFU ge-

nannte Schlussbericht der EKLB, soweit ersichtlich, weiterhin ausstehend. 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist daher nach wie vor aktuell. Die 

Begehren der Beschwerdeführenden zur Überprüfung der Belastungs-

grenzwerte für Eisenbahnlärm erweisen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt 

als unbegründet. 

12.  

Schliesslich erachten die Beschwerdeführenden die konkrete Lärmberech-

nung als unvollständig, da nicht berücksichtigt sei, dass das Angebot auf 

der Brünigstrecke saisonal um drei Zugpaare pro Tag ausgebaut werde. 

Was die konkrete Lärmberechnung betrifft, so sind nach Angaben der Be-

schwerdegegnerin die drei Saisonzüge im Angebotskonzept 2035 vorge-

sehen, welches identisch mit dem Angebotskonzept 2030 sei. Die Ausfüh-

rungen der Beschwerdegegnerin sind im Laufe des weiteren Schriften-

wechsels unbestritten geblieben. Der vorliegende Umweltbericht stellt für 

die Lärmberechnung auf das Angebotskonzept 2030 ab. In Berücksichti-

gung der Akten und der Parteivorbringen ergeben sich somit keine Anhalts-

punkte, dass die vorliegende Lärmberechnung hinsichtlich der Saisonzüge 

auf der Brünigstrecke fehlerhaft sein könnte. 

13.  

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Beschwerdeführen-

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 25 

den mit ihren lärmschutzrechtlichen Rügen nicht durchdringen. Die Be-

schwerde vom 3. September 2018 erweist sich insoweit als unbegründet 

und ist abzuweisen. 

Nichtionisierende Strahlung (NIS) 

14.  

14.1 Mit Blick auf den Schutz vor nichtionisierender Strahlung wird in der 

Beschwerde vom 3. September 2018 gerügt, dass in der angefochtenen 

Plangenehmigung das Projekt abschnittsweise als Änderung einer alten 

Anlage (270 m) und als neue Anlage (insgesamt 330 m) im Sinne der NISV 

qualifiziert werde. Dies erweise sich als willkürlich und könne sich auf keine 

gesetzliche Grundlage stützen. Es liege insgesamt eine Neuanlage vor, 

besonders da die gesamten Fahrleitungen aufgrund der geänderten Lini-

enführung neu erstellt würden. Der Anlagegrenzwert sei daher bei ihrem 

Grundstück zwingend einzuhalten.  

14.2 Die Vorinstanz verweist in der Vernehmlassung vom 2. Oktober 2018 

auf die Erwägungen der angefochtenen Plangenehmigung. Demnach sehe 

das Projekt als Massnahmen im Bereich NIS vor, jedes Gleis mit zwei 

Rückleiterseilen (insgesamt vier Rückleiterseile) auszurüsten. Als weitere 

Massnahme würden die Leiter optimal angeordnet. Einzig beim Grund-

stück der Beschwerdeführenden werde der Anlagegrenzwert von 1 µT 

(Mikrotesla) um 0.1 µT knapp überschritten. Da jedoch an diesem Ort mit 

empfindlicher Nutzung (OMEN Nr. 7) gegenüber dem Ausgangszustand 

eine Verbesserung zu verzeichnen sei, indem sich der Anlagewert von 1.2 

auf 1.1 μT reduziere, seien die Anforderungen gemäss Ziff. 57 Abs. 1 Bst. a 

Anhang 1 NISV eingehalten. Beim vorliegenden Projekt werde der Tras-

seeverlauf in gewissen Abschnitten an einen neuen Standort verlegt, so 

dass die Strecke abschnittsweise als Änderung einer alten Anlage und teils 

als neue Anlage im Sinne der NISV zu beurteilen sei. Da der Streckenab-

schnitt beim OMEN Nr. 7 nicht verlegt werde, finde Ziff. 57 Abs. 1 Bst. a 

Anhang 1 NISV (Änderung alter Anlagen) und nicht Ziff. 55 Abs. 1 Anhang 1 

NISV (Neue Anlagen) Anwendung. 

14.3 Die Beschwerdegegnerin bestätigt in der Beschwerdeantwort vom 

3. Oktober 2018 die Ausführungen in der Plangenehmigung. Zum Schutz 

vor nichtionisierender Strahlung sei vorgesehen, jedes Gleis mit zwei 

Rückleiterseilen (insgesamt vier Rückleiterseile) auszurüsten. Dies führe 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 26 

dazu, dass bei der Liegenschaft der Beschwerdeführenden eine Verbesse-

rung gegenüber der aktuellen Situation geschaffen werde. Da das Trassee 

im dortigen Bereich nicht wesentlich verschoben werde, handle es sich um 

eine geänderte Anlage und nicht um eine Neuanlage im Sinne der NISV. 

14.4 Das BAFU weist in seinem Fachbericht vom 15. Februar 2019 auf das 

zwischenzeitlich ergangene Urteil des Bundesgerichts 1C_315/2017 vom 

4. September 2018 hin. Nach dieser Rechtsprechung müsse vorliegend die 

Bestimmung für Neuanlagen gemäss Ziff. 55 Anhang 1 NISV angewendet 

werden. Der Anlagegrenzwert sei einzuhalten, wobei Erleichterungen nicht 

ausgeschlossen seien. Die Magnetfeldbelastung am OMEN Nr. 7 nehme 

aufgrund der zusätzlichen Rückleiterseile von 1.2 auf 1.1 µT ab. Der Anla-

gegrenzwert von 1 µT bleibe damit überschritten. Die Voraussetzungen für 

die Erteilung einer Ausnahmebewilligung dürften nach Erachten des BAFU 

erfüllt sein, da die Beschwerdegegnerin alle verhältnismässigen Massnah-

men zur Reduktion der Magnetfeldbelastung getroffen habe. 

15.  

Am 7. Mai 2019 hat die Vorinstanz eine Wiedererwägungsverfügung zur 

Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 erlassen und im Sinne der Erwägun-

gen beim OMEN Nr. 7 eine Ausnahmebewilligung nach Ziff. 55 Abs. 2 An-

hang 1 NISV erteilt. Zur materiellen Begründung verweist die Vorinstanz 

insbesondere auf die zwischenzeitlich ergangene Rechtsprechung des 

Bundesgerichts 1C_315/2017 vom 4. September 2018 E. 5.5 sowie auf 

den vorgenannten Fachbericht des BAFU vom 15. Februar 2019.  

16.  

16.1 Am 14. Juni 2019 haben die Beschwerdeführenden auch die Wieder-

erwägungsverfügung der Vorinstanz vom 7. Mai 2019 angefochten. Neben 

formellen Rügen bringen sie in ihrer Begründung im Wesentlichen vor, die 

Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung gemäss 

Ziff. 55 Abs. 2 Anhang 1 NISV seien nicht erfüllt.  

16.2 In der Beschwerdeantwort vom 12. August 2019 legt die Beschwer-

degegnerin dar, die neuen Berechnungen der beigezogenen Firma ENOT-

RAC vom 7. August 2019 hätten gezeigt, dass am OMEN Nr. 7 eine Ab-

nahme der magnetischen Flussdichte auf einen Wert von 0.9 µT erreicht 

werden könnte; dies mittels einer Querschnittsvergrösserung der Rücklei-

ter und einer Optimierung der Leiterlagen. Mit diesen neuen Massnahmen 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 27 

könnte der Anlagegrenzwert von 1 µT eingehalten werden. Die geschätz-

ten Mehrkosten inkl. Umplanung würden sich auf ca. Fr. 10'000.- bis 

Fr. 15'000.- belaufen. Negative Auswirkungen auf den Betrieb seien damit 

nicht verbunden.  

16.3 Das BAFU erachtet es in seinem Fachbericht vom 2. September 2019 

als schlüssig, dass mit den von der Beschwerdegegnerin nun vorgeschla-

genen Massnahmen der Anlagegrenzwert am OMEN Nr. 7 eingehalten 

werden könnte. Der Vergleich mit den übrigen Projektunterlagen zeige, 

dass auch keine negativen Auswirkungen auf andere OMEN zu erwarten 

seien. Die Kosten würden sich nur geringfügig erhöhen. Die vorgeschlage-

nen Massnahmen seien nach Erachten des BAFU umzusetzen. Damit er-

fülle das Projekt die Anforderungen der NISV ohne Ausnahme. Das BAFU 

revidiere daher seine Beurteilung vom 15. Februar 2019.  

16.4 In der Vernehmlassung vom 13. September 2019 schliesst sich die 

Vorinstanz der geänderten Beurteilung des BAFU im Wesentlichen an.  

16.5 In den Schlussbemerkungen 16. September 2019 befürworten auch 

die Beschwerdeführenden die von der Beschwerdegegnerin neu einge-

brachten Massnahmen zur Einhaltung des Anlagegrenzwertes am OMEN 

Nr. 7.  

17.  

17.1 Zu den vom Umweltschutzgesetz erfassten Einwirkungen gehören 

auch die nichtionisierenden Strahlen (Art. 7 Abs. 1 USG). Für mit Wechsel-

strom betriebene Eisenbahnen sind die Bestimmungen gemäss Ziff. 5 An-

hang 1 NISV anwendbar. Der massgebliche Anlagegrenzwert für den über 

24 Stunden gemittelten Effektivwert der magnetischen Flussdichte beträgt 

1 µT (Ziff. 54 Anhang 1 NISV). Neue Anlagen müssen an OMEN den Anla-

gegrenzwert einhalten (Ziff. 55 Abs. 1 Anhang 1 NISV). Nach Ziff. 55 Abs. 2 

Anhang 1 NISV bewilligt die Behörde Ausnahmen, wenn der Inhaber der 

Anlage nachweist, dass die Anlage mit einem Rückleiter möglichst nahe 

bei den Hinleitern ausgerüstet ist, welche die grössten Ströme führen 

(Bst. a) und alle anderen Massnahmen zur Begrenzung der magnetischen 

Flussdichte, wie die Errichtung an einem anderen Standort oder Abschir-

mungen, getroffen werden, die technisch und betrieblich möglich und wirt-

schaftlich tragbar sind (Bst. b). Überschreitet eine alte Anlage an OMEN 

den Anlagegrenzwert, so ist die Anlage mit einem Rückleiter auszurüsten 

(Ziff. 56 Anhang 1 NISV). Für die Änderung einer Altanlage genügt es nach 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 28 

Ziff. 57 Abs. 1 Anhang 1 NISV, wenn die magnetische Flussdichte an  

OMEN, bei denen vor der Änderung der Anlagegrenzwert überschritten 

war, nicht zunimmt (Bst. a), und der Anlagegrenzwert an den anderen  

OMEN nicht überschritten wird (Bst. b). Ziff. 57 Abs. 2 Anhang 1 NISV er-

öffnet wiederum die Möglichkeit von Ausnahmebewilligungen nach den Vo-

raussetzungen von Ziff. 55 Abs. 2 Anhang 1 NISV.  

17.2 Im Urteil 1C_315/2017 vom 4. September 2018 betreffend Doppel-

spurausbau Goldach-Rorschach Stadt hält das Bundesgericht fest, dass 

dieses Projekt eine wesentliche Änderung im Sinne von Art. 18 USG bildet, 

die eine Sanierungspflicht auslöst. Ziel der Sanierung ist es, möglichst die 

für Neuanlagen geltenden Umweltschutzbestimmungen einzuhalten. Dazu 

gehört die vorsorgliche Emissionsbegrenzung gemäss Art. 11 Abs. 2 USG, 

d.h. die Einhaltung der Anlagegrenzwerte von Anhang 1 NISV. Es verhält 

sich hier analog wie beim Urteil des Bundesgerichts 1C_172/2011 vom 

15. November 2011 betreffend Änderung bzw. Ersatz einer Hochspan-

nungsleitung. Nach dessen E. 3.7.3 darf sich die Behörde in einem solchen 

Fall nicht mit einem Verschlechterungsverbot begnügen. Art. 9 NISV i.V.m. 

Ziff. 52 Anhang 1 NISV ist daher nicht als Vorbehalt gegenüber der Sanie-

rungspflicht gemäss Art. 18 USG bei einer wesentlichen Änderung der An-

lage zu verstehen. Vielmehr ist in einem solchen Fall grundsätzlich die für 

Neuanlagen erlassene Ziff. 55 Anhang 1 NISV anwendbar. Danach ist die 

Einhaltung des Anlagegrenzwerts vorgeschrieben, Erleichterungen sind 

aber nicht ausgeschlossen (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 1C_315/2017 

vom 4. September 2018 E. 5.5 mit Hinweisen). 

17.3 Wie eingangs erwähnt, sieht die angefochtene Plangenehmigung 

vom 29. Juni 2018 vor, dass zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung 

jedes Gleis mit zwei Rückleiterseilen (insgesamt vier Rückleiterseile) aus-

gerüstet wird. Als weitere Massnahme werden die Leiter optimal angeord-

net. Auf diese Weise wird die Magnetfeldbelastung bei der Liegenschaft 

der Beschwerdeführenden (OMEN Nr. 7) von 1.2 auf 1.1 µT gesenkt. Der 

Anlagegrenzwert von 1.0 µT bleibt aber weiterhin überschritten.  

Nach Erlass der angefochtenen Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 

erging das vorgenannte Urteil des Bundesgerichts 1C_315/2017 vom 

4. September 2018. Die Verfahrensbeteiligten sind sich zu Recht darin ei-

nig, dass diese Rechtsprechung für den vorliegenden Fall unmittelbar ein-

schlägig ist. Die Einhaltung des Verschlechterungsverbots nach Ziff. 57 

Abs. 1 NISV (Änderung alter Anlagen) genügt demgemäss nicht. Vielmehr 

ist grundsätzlich der Anlagegrenzwert am OMEN Nr. 7 in Anwendung von 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 29 

Ziff. 55 Abs. 1 Anhang 1 NISV (Neue Anlagen) einzuhalten. Die angefoch-

tene Plangenehmigung erweist sich insofern als bundesrechtswidrig. Ent-

sprechend zog die Vorinstanz am 7. Mai 2019 die angefochtene Plange-

nehmigung teilweise in Wiedererwägung: Da der Anlagegrenzwert beim O-

men Nr. 7 gemäss Planvorlage überschritten wird, erteilte sie dort eine Aus-

nahmebewilligung nach Ziff. 55 Abs. 2 Anhang 1 NISV. Die Beschwerde-

führenden bestreiten jedoch, dass die Voraussetzungen hierfür gegeben 

sind. 

17.4 Im Anschluss an die vorinstanzliche Wiedererwägungsverfügung liess 

die Beschwerdegegnerin die Sachlage durch eine externe Firma nochmals 

prüfen. Deren Abklärungen ergaben, dass der Anlagegrenzwert beim  

OMEN Nr. 7 mit einer Querschnittsvergrösserung der Rückleiter sowie mit 

einer Optimierung der Leiterlagen doch eingehalten werden könnte. Diese 

Massnahmen könnten ohne betriebliche Nachteile und mit verhältnismäs-

sig geringen zusätzlichen Kosten umgesetzt werden. Der neu eingebrachte 

Vorschlag zur Begrenzung der magnetischen Flussdichte wurde im Rah-

men des vorliegenden Beschwerdeverfahrens von sämtlichen Verfahrens-

beteiligten grundsätzlich begrüsst, soweit der derzeitige Planungsstand 

eine Beurteilung erlaubt. Nach Einschätzung des BAFU sind auch keine 

nachteiligen Auswirkungen auf andere OMEN zu erwarten.  

Unter diesen Umständen sind die Voraussetzungen für die erteilte Ausnah-

mebewilligung nach Ziff. 55 Abs. 2 Anhang 1 NISV nicht gegeben. Die Wie-

dererwägungsverfügung vom 7. Mai 2019 erweist sich deshalb ebenfalls 

als bundesrechtswidrig und ist aufzuheben.  

17.5 Ergeben sich während des Verfahrens wesentliche Änderungen ge-

genüber dem ursprünglichen Projekt, so ist das geänderte Projekt den Be-

troffenen erneut zur Stellungnahme zu unterbreiten oder gegebenenfalls 

öffentlich aufzulegen (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 2. Februar 2000 

über das Plangenehmigungsverfahren für Eisenbahnanlagen [VPVE, SR 

742.142.1]). 

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet nach Art. 61 Abs. 1 VwVG in 

der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Wei-

sungen an die Vorinstanz zurück (vgl. CAMPRUBI, Kommentar VwVG, 

Art. 61 Rz. 7 ff., MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.193 ff., je mit 

Hinweisen). Da die von der Beschwerdegegnerin eingebrachte Projektän-

derung noch nicht ausgearbeitet ist und das Bundesverwaltungsgericht 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 30 

nicht oberste Planungsbehörde ist, kommt vorliegend einzig ein kassatori-

scher Entscheid in Betracht. Die Angelegenheit ist somit im Sinne der Er-

wägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie eine Projektände-

rung durch die Beschwerdegegnerin erarbeiten lässt und hierfür ein (ver-

einfachtes) Plangenehmigungsverfahren durchführt. 

18.  

Bei diesem Ergebnis sind die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden 

im Zusammenhang mit der NISV nicht mehr zu prüfen. Es kann daher of-

fenbleiben, ob die Beschwerdegegnerin ein ausdrückliches Gesuch um Er-

teilung einer Ausnahmebewilligung bei der Vorinstanz hätte stellen müs-

sen. Ebenfalls offenbleiben kann, ob im Rahmen der Wiedererwägungs-

verfügung vom 7. Mai 2019 der Anspruch der Beschwerdeführenden auf 

rechtliches Gehör verletzt wurde. 

19.  

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerde vom 

3. September 2018 in diesem Punkt gutzuheissen und die Angelegenheit 

zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzu-

weisen ist. Die angefochtene Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 ist in 

diesem Umfange aufzuheben.  

Die angefochtene Wiedererwägungsverfügung vom 7. Mai 2019 wird in 

Gutheissung der Beschwerde vom 14. Juni 2019 ebenfalls aufgehoben.  

Gewässerschutz 

20.  

20.1 Ferner beantragen die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerde 

vom 3. September 2018, es sei eine Wasserauffangrille mit dazugehöriger 

Ableitung zu errichten, um ihre Liegenschaft von dem abfliessenden Ober-

flächenwasser des höher gelegenen Eisenbahntrassees zu schützen. Das 

Oberflächenwasser könne am fraglichen Ort nicht versickern. 

20.2 Die Vorinstanz vertritt in der angefochtenen Plangenehmigung vom 

29. Juni 2018 und in der Vernehmlassung vom 2. Oktober 2018 die Ansicht, 

dass das vorliegende Projekt dem Gewässerschutz gebührend Rechnung 

trage.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 31 

20.3 Die Beschwerdegegnerin betont in der Beschwerdeantwort vom 

3. Oktober 2018, dass zur Entwässerung des Gleisbereichs eine Sickerlei-

tung vorgesehen sei, welche das anfallende Oberflächenwasser ableite. 

Die Entwässerungsfrage sei damit ausreichend gelöst.  

20.4 In der Replik vom 16. November 2018 erklären die Beschwerdefüh-

renden, die Beschwerdegegnerin habe die von ihnen aufgeworfene The-

matik nicht erkannt. Sie erläutern, Gegenstand ihrer Beschwerde bilde das 

zwischen der Lärmschutzwand und der Hausfassade anfallende Oberflä-

chenwasser. Das Wasser werde aufgrund des breiten Sockels der Lärm-

schutzwand und mangels Versickerungsmöglichkeit zu ihrer Hausfassade 

hin abgeleitet. Folglich sei das Oberflächenwasser mittels Auffangrille zu 

fassen und einem Vorfluter zuzuleiten. 

20.5 Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 7. Januar 2019 an 

ihrem Standpunkt fest.  

20.6 Das BAFU führt in seinem Fachbericht vom 15. Februar 2019 aus, es 

sei nicht zu erwarten, dass das Oberflächenwasser von der Gleisfläche zur 

Liegenschaft der Beschwerdeführenden abfliesse. Entgegen der Auffas-

sung der Beschwerdeführenden versickere das Abwasser nicht vor Ort, da 

sämtliches Meteorwasser gefasst und via zwei kleine Bäche (Schluchen-

bach und Feldbach) in den Vierwaldstättersee eingeleitet werde.  

21.  

21.1 Mit Eingabe vom 18. April 2019 teilt die Beschwerdegegnerin mit, hin-

sichtlich der Entwässerungsfrage sei es zwischenzeitlich gelungen, eine 

für beide Seite akzeptable Lösung zu finden. Mit einem Abkippen des Fun-

daments der Lärmschutzwand könne dem Anliegen der Beschwerdefüh-

renden Rechnung getragen werden.  

21.2 In der Vernehmlassung vom 7. Mai 2019 erklärt die Vorinstanz, die 

von Beschwerdegegnerin eingebrachte Massnahme dürfte genehmi-

gungsfähig sein. Vorauszusetzen sei, dass es sich hierbei um eine Anpas-

sung des Fundamentquerschnittes handle. Die Standsicherheit des Fun-

daments sowie der darauf gesetzten Lärmschutzwand müsse gewährleis-

tet sein. Sie beantrage, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ein 

Gesuch um Genehmigung der Projektänderung bei der Vorinstanz einzu-

reichen.  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 32 

21.3 Das BAFU erhebt in seinem Fachbericht vom 28. Mai 2019 keine Ein-

wände gegenüber der von Beschwerdegegnerin eingebrachten techni-

schen Lösung. 

21.4 Die Beschwerdeführenden begrüssen in ihre Stellungnahme vom 

1. Juli 2019 den Lösungsvorschlag der Beschwerdegegnerin ebenfalls.  

22.  

22.1 Das Gewässerschutzgesetz vom 24. Januar 1991 (GSchG, 

SR 814.20) bezweckt, die Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen zu 

schützen (Art. 1 GSchG). Gemäss den allgemeinen gewässerschutzrecht-

lichen Sorgfaltspflichten müssen nachteilige Einwirkungen auf Gewässer 

vermieden werden (Art. 3 GSchG). Stoffe, die Wasser verunreinigen kön-

nen, dürfen nicht mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer eingebracht 

oder versickert werden (Art. 6 Abs. 1 GSchG). Verschmutztes Abwasser 

muss vielmehr behandelt werden (Behandlungsgebot) und darf nur mit Be-

willigung der zuständigen Behörde in ein Gewässer eingeleitet oder versi-

ckert werden (vgl. Art. 7 Abs. 1 GSchG). Nicht verschmutztes Abwasser 

hingegen ist im Interesse des quantitativen Gewässerschutzes nach den 

Anordnungen der zuständigen Behörde versickern zu lassen (Versicke-

rungsgebot). Erlauben dies die örtlichen Verhältnisse nicht, so kann es mit 

entsprechender Bewilligung in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet wer-

den. Dabei sind nach Möglichkeit Rückhaltemassnahmen zu treffen, damit 

das Wasser bei grossem Anfall gleichmässig abfliessen kann (Art. 7 Abs. 2 

GSchG; vgl. zum Ganzen BGE 134 II 142 nicht publ. E. 2.2 f., 121 II 378 

E. 16c; HETTICH PETER, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum 

Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, 2016, Art. 7 GSchG, 

Rz. 9 ff.; je mit Hinweisen). 

22.2 In gewässerschutzrechtlicher Hinsicht rügen die Beschwerdeführen-

den – wie erwähnt – die projektierten Entwässerungsmassnahmen als un-

genügend. Konkret machen sie in der Beschwerde vom 3. September 2018 

geltend, zum Schutz ihrer Liegenschaft sei eine Wasserauffangrille mit da-

zugehöriger Ableitung zu erstellen.  

Wie sich gezeigt hat, wurde im Plangenehmigungsverfahren nur geprüft, 

ob die projektierten Entwässerungsmassnahmen im Gleisbereich die Vor-

gaben von Art. 7 GSchG erfüllen. Hingegen wurde nicht umfassend abge-

klärt, wie es sich mit der Entwässerung im Bereich der Lärmschutzwand 

verhält, welche ebenfalls Teil der Planvorlage bildet. Trotz Einsprache der 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 33 

Beschwerdeführenden ist die Entwässerungssituation bei dem vom Gleis 

abgewandten Bereich der Lärmschutzwand unberücksichtigt geblieben. 

Vorliegend bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass diese infolge des pro-

jektierten Fundaments der Lärmschutzwand und bei den örtlichen Gege-

benheiten den Vorgaben von Art. 7 GSchG nicht entspricht. Die Be-

schwerde erweist sich insoweit als begründet. Im Laufe des Schriftenwech-

sels hat die Beschwerdegegnerin eine neue Lösung für die hier strittige 

Entwässerungsfrage präsentiert. Der Vorschlag beinhaltet ein Abkippen 

des Fundaments der Lärmschutzwand, damit das zwischen der Lärm-

schutzwand und der Liegenschaft anfallende Oberflächenwasser versi-

ckern kann. Diese Massnahme wurde von allen Verfahrensbeteiligten als 

grundsätzlich umsetzbar erachtet, soweit der Planungsstand eine Beurtei-

lung zulässt.  

22.3 Die von der Beschwerdegegnerin neu eingebrachte Entwässerungs-

lösung gilt es somit im Rahmen einer Projektänderung näher zu prüfen. Ein 

reformatorischer Entscheid kommt beim derzeitigen Planungsstand nicht 

in Frage (vgl. vorstehend E. 17.5). Die Angelegenheit ist daher auch dies-

bezüglich im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

damit sie eine Projektänderung durch die Beschwerdegegnerin erarbeiten 

lässt und hierfür ein (vereinfachtes) Plangenehmigungsverfahren durch-

führt.  

23.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde vom 3. September 

2018 auch in diesem Punkt gutzuheissen und die Angelegenheit zur Neu-

beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen 

ist. Die angefochtene Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 ist in diesem 

Umfange aufzuheben. 

Ausgang des Beschwerdeverfahrens 

24.  

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass in lärmschutzrechtlichen Hin-

sicht die Vorinstanz zu Recht von einer wesentlichen Änderung der Anlage 

ausgegangen ist, womit die Immissionsgrenzwerte und nicht die beschwer-

deweise geltend gemachten Planungswerte massgebend sind. Soweit die 

Beschwerdeführenden gestützt auf das Vorsorgeprinzip zusätzliche be-

triebliche Massnahmen zur Lärmbegrenzung einfordern, erweisen sich 

diese als unverhältnismässig. Ferner ist zum jetzigen Zeitpunkt der Kritik 

der Beschwerdeführenden an den Belastungsgrenzwerte der LSV nicht zu 

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 34 

folgen. In dem Umfang ist die angefochtene Plangenehmigung vom 

29. Juni 2018 zu bestätigen und die Beschwerde vom 3. September 2018 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

Im Übrigen sind die Beschwerden vom 3. September 2018 und 14. Juni 

2019 gutzuheissen. Die Beschwerdegegnerin hat während laufendem Be-

schwerdeverfahrens neue Lösungsvorschläge zur Einhaltung des Anlage-

grenzwerts nach NISV sowie zur Entwässerungsfrage präsentiert. Die An-

gelegenheit ist im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen, damit sie diese beiden Projektänderungen durch die Beschwerdegeg-

nerin erarbeiten lässt und hierfür ein (vereinfachtes) Plangenehmigungs-

verfahren durchführt. Die angefochtene Plangenehmigung vom 29. Juni 

2018 ist somit teilweise aufzuheben. Die angefochtene Wiedererwägungs-

verfügung vom 7. Mai 2019 ist vollständig aufzuheben, da die Vorausset-

zungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Ziff. 55 Abs. 2 

Anhang 1 NISV nicht erfüllt sind.  

Kosten und Entschädigung 

25.  

25.1 Es bleibt, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen für die vorlie-

genden Beschwerdeverfahren zu befinden. 

25.2 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten 

ermässigt (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorinstanzen werden keine Verfah-

renskosten auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). In Anwendung von Art. 1 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) setzt das 

Bundesverwaltungsgericht die Kosten für die zu vereinigenden Beschwer-

deverfahren auf insgesamt Fr. 3'000.- fest. Diese sind, da ausschliesslich 

planungsrechtliche Rügen erhoben wurden, den Beschwerdeführenden 

und der Beschwerdegegnerin nach den Bestimmungen des VwVG sowie 

der VGKE wie folgt zur Bezahlung aufzuerlegen: 

Die Beschwerdeführenden dringen mit ihren Beschwerden vom 3. Septem-

ber 2018 und vom 14. Juni 2019 im Wesentlichen durch, was die Rechts-

begehren zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung sowie zum Gewäs-

serschutz betreffen. Demgegenüber erweisen sich ihre lärmschutzrechtli-

chen Rechtsbegehren in der Beschwerde vom 3. September 2018 als un-

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 35 

begründet. Des Weiteren unterliegen die Beschwerdeführenden in der Zwi-

schenverfügung vom 26. November 2018. Die Beschwerdeführenden und 

die Beschwerdegegnerin sind daher je zur Hälfte als obsiegend und zur 

Hälfte als unterliegend zu betrachten.  

Nach dem Gesagten haben die Beschwerdeführenden die Hälfte der Ver-

fahrenskosten von Fr. 3'000.-, ausmachend Fr. 1'500.-, zu tragen. Dieser 

Betrag ist dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- zu entnehmen. 

Der Restbetrag von Fr. 500.- ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegen-

den Urteils zurückzuerstatten. Der Beschwerdegegnerin sind die Verfah-

renskosten ebenfalls im Umfang von Fr. 1'500.- aufzuerlegen. 

25.3 Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren eine 

Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Obsiegt die 

Partei nur teilweise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen 

(Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Ver-

tretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). 

Da die Beschwerdeführenden keine Kostennote eingereicht haben, ist die 

Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

Die volle Parteientschädigung wird für beide Verfahren auf Fr. 8'000.- ver-

anschlagt. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführenden lediglich 

zur Hälfte obsiegen, ist ihnen somit eine reduzierte Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.- zuzusprechen. Diese ist der Beschwerdegegnerin als in 

gleichem Mass unterliegende Gegenpartei aufzuerlegen (vgl. Art. 64 Abs. 2 

und Abs. 3 VwVG). Der Beschwerdegegnerin ihrerseits sind keine Kosten 

für eine Vertretung entstanden, weshalb ihr keine Parteientschädigung zu-

steht. 

  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 36 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Verfahren A-5000/2018 und A-2996/2019 werden vereinigt. 

2.  

Die Beschwerde vom 3. September 2018 wird teilweise gutgeheissen. Die 

Plangenehmigung vom 29. Juni 2018 wird teilweise aufgehoben und die 

Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vor-

instanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde vom 3. Septem-

ber 2018 abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.  

3.  

Die Beschwerde vom 14. Juni 2019 wird gutgeheissen. Die Wiedererwä-

gungsverfügung der Vorinstanz vom 7. Mai 2019 wird aufgehoben. 

4.  

Den Beschwerdeführenden werden Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- auf-

erlegt. Dieser Betrag wird dem Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- entnom-

men. Der Restbetrag in der Höhe von Fr. 500.- wird nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

5.  

Der Beschwerdegegnerin werden Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- aufer-

legt. Dieser Betrag ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zahlungsfrist beträgt 

30 Tage ab Rechnungsdatum. Die Zustellung des Einzahlungsscheins 

erfolgt mit separater Post.  

6.  

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den Beschwerdeführenden 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine reduzierte Par-

teientschädigung von Fr. 4'000.- auszurichten. 

  

A-5000/2018, A-2996/2019 

Seite 37 

7.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) 

– das BAFU (zur Kenntnis) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kathrin Dietrich Flurina Peerdeman 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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