# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1b468d3-3e3c-5999-884c-b993176dd07b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 15.05.2013 ZVE.2013.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2013-17_2013-05-15.pdf

## Full Text

2013 Zivilprozessrecht 379 

II. Zivilprozessrecht 

 

68 Art. 308 Abs. 1, Art. 319 lit. b ZPO  
Der Entscheid betreffend Überweisung in ein anderes Verfahren ist weder 
als End- noch als Zwischenentscheid zu qualifizieren, weshalb auf eine 
dagegen erhobene Berufung nicht einzutreten ist. Auf eine dagegen erho-
bene Beschwerde ist nur einzutreten, wenn durch den prozessleitenden 
Entscheid ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

Aus dem Entscheid des Obergerichts, 2. Zivilkammer, vom 15. Mai 2013 
i. S. S.R. gegen A. AG (ZVE.2013.17). 

Aus den Erwägungen 

1. 
1.1. 
Mit Berufung sind erstinstanzliche End- und Zwischenent-

scheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Mass-
nahmen anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 ZPO). Der Begriff des Zwi-
schenentscheids wird in Art. 237 Abs. 1 ZPO definiert (vgl. REETZ/ 
THEILER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger (Hrsg.), Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, 2013, 
N. 24 zu Art. 308 ZPO). Nach dieser Bestimmung kann das Gericht 
einen Zwischenentscheid treffen, wenn durch abweichende oberin-
stanzliche Beurteilung sofort ein Endentscheid herbeigeführt und so 
ein bedeutender Zeit- oder Kostenaufwand gespart werden kann. 
Prozessleitende Entscheide, welche die formelle Gestaltung und den 
Ablauf des Prozesses betreffen und bei denen eine abweichende 
oberinstanzliche Beurteilung keinen Endentscheid zur Folge hat, sind 
deshalb nicht als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 237 Abs. 1 
ZPO zu qualifizieren (REETZ/THEILER, a.a.O., N. 24 f. zu Art. 308 
ZPO; HOFFMANN-NOWOTNY, in: Kunz/Hoffmann-Nowotny-Stauber 

380 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2013 

(Hrsg.), ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar 
zu den Art. 308-327a ZPO, 2013, N. 21 zu Art. 308 ZPO). 

1.2. 
1.2.1. 
Mit dem angefochtenen Entscheid vom 12. Februar 2013 wur-

den die Klage und die Widerklage in ein ordentliches Verfahren über-
wiesen. Die Frage, welches Verfahren durchzuführen ist, betrifft die 
Gestaltung des Prozesses. Eine abweichende Beurteilung dieser 
Frage durch die Rechtsmittelinstanz führt nicht zu einem Endent-
scheid. Der Entscheid vom 12. Februar 2013 ist deshalb nicht als 
Zwischenentscheid im Sinn von Art. 237 Abs. 1 ZPO zu qualifizie-
ren. Es handelt sich vielmehr um einen prozessleitenden Entscheid, 
auf welchen das zuständige Gerichtsmitglied bzw. die zuständige 
Kammer grundsätzlich von Amtes wegen oder auf Wiedererwä-
gungsgesuch einer Partei hin zurückkommen und ihn abändern kann 
(vgl. STAEHELIN, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., 
N. 6 zu Art. 124 ZPO). 

1.2.2. 
Die beklagte Partei kann in der Klageantwort Widerklage erhe-

ben, wenn der geltend gemachte Anspruch nach der gleichen Verfah-
rensart wie die Hauptklage zu beurteilen ist (Art. 224 Abs. 1 ZPO). 
Übersteigt der Streitwert der Widerklage die sachliche Zuständigkeit 
des Gerichts, so hat dieses beide Klagen dem Gericht mit der höhe-
ren sachlichen Zuständigkeit zu überweisen (Art. 224 Abs. 2 ZPO). 
In der Literatur zu Art. 224 ZPO wird ausgeführt, der Überweisungs-
entscheid sei ein Zwischenentscheid (NAEGELI, in: Oberhammer 
(Hrsg.), Kurzkommentar ZPO, 2010, N. 7 zu Art. 224 ZPO; FREI/ 
WILLISEGGER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozess-
ordnung, 2010, N. 5 zu Art. 224 ZPO). Beim vorliegend angefochte-
nen Entscheid handelt es sich indessen nicht um einen Überwei-
sungsentscheid im Sinn von Art. 224 Abs. 2 ZPO. Denn das Verfah-
ren wurde mit diesem Entscheid nicht an ein anderes Gericht über-
wiesen. Die Überweisung vom vereinfachten ins ordentliche Verfah-
ren ändert nichts an der sachlichen Zuständigkeit des Arbeitsgerichts 
als Kollegialgericht (vgl. § 8 EG ZPO). Was ändert, ist ausschliess-
lich die Art des Verfahrens. 

2013 Zivilprozessrecht 381 

1.2.3. 
(…) 
1.3. 
Der angefochtene Entscheid ist somit nicht als Zwischenent-

scheid zu qualifizieren. Da es sich auch nicht um einen Endentscheid 
oder um einen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen handelt, ist 
auf die Berufung nicht einzutreten. 

(…) 
1.4. 
Prozessleitende Verfügungen können mit Beschwerde ange-

fochten werden, wenn das Gesetz das Rechtsmittel der Beschwerde 
vorsieht oder wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil droht (Art. 319 lit. b ZPO; vgl. FREIBURGHAUS/AFHELDT, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., N. 11 zu Art. 319 
ZPO). Die ZPO sieht keine Beschwerde vor gegen einen Entscheid 
betreffend Überweisung in ein anderes Verfahren. Der Kläger legt 
auch nicht dar, inwiefern ihm durch den Entscheid vom 12. Februar 
2013 ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Die 
Berufung kann daher auch nicht als Beschwerde entgegengenommen 
werden. 

2. 
(…) 
3. 
(…) 

69 Art. 1 lit. b ZPO; Gerichtliche Anordnungen der freiwilligen Gerichtsbar-
keit 
- Seit der Aufhebung der aZPO mit Inkrafttreten der ZPO am 

1. Januar 2011 fehlt im Aargau eine Verfahrensregelung für diejeni-
gen Akte der freiwilligen Gerichtsbarkeit, für welche nicht das Bun-
desrecht, aber das kantonale Recht eine richterliche Behörde vor-
schreibt. Die bestehende Gesetzeslücke ist dahingehend zu schliessen, 
dass für alle gerichtlichen Anordnungen der freiwilligen Gerichts-
barkeit die Bestimmungen der schweizerischen ZPO, insbesondere 
des summarischen Verfahrens i.S.v. Art. 248 ff., gelten, wobei diese -