# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74af9b5c-c90d-5396-883c-9cd4135ac7c3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 03.02.2021 810 20 229
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-20-229_2021-02-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 3. Februar 2021 (810 20 229)  
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Ausländerrecht 
 
 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Ersetzung durch eine Aufenthaltsbewilli-
gung / mangelhafte Prüfung der Integrationskriterien 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clau-

sen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiberin Stepha-
nie Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____ und B.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Nicolas 
Roulet, Advokat 
 

 gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Ersetzung durch eine 

Aufenthaltsbewilligung  
(RRB Nr. 1264 vom 15. September 2020) 

 
 
 
 
 
 

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A. Der kosovarische Staatsangehörige A.____ (geb. 1960) arbeitete mit Unterbrüchen in 
den Jahren 1985 und 1986 von 1982 bis 1991 als Saisonnier in der Schweiz. Im Juni 1991 wur-
de seine Saisonbewilligung in eine Jahresaufenthaltsbewilligung zur Erwerbstätigkeit umge-
wandelt. Am 13. Juli 1992 reiste seine Ehefrau B.____ (geb. 1966) zusammen mit den Töchtern 
C.____ (geb. 1988) und D.____ (geb. 1991) in die Schweiz ein. Ihnen und dem 1993 in E.____ 
geborenen Sohn F.____ wurden im Rahmen des Familiennachzugs Aufenthaltsbewilligungen 
erteilt. 1995 ist ihr Sohn G.____ in H.____ geboren.  
 
B. Im Jahr 1997 wurde A.____ von der Fremdenpolizei des Kantons Basel-Landschaft 
(heute: Amt für Migration und Bürgerrechte [AfMB]) aufgrund der beim Betreibungsamt re-
gistrierten Betreibungen in der Höhe von Fr. 43'795.60 und Verlustscheine in der Höhe von 
Fr. 23'545.70 ermahnt und insbesondere darauf hingewiesen, dass fremdenpolizeiliche Mass-
nahmen geprüft würden, sollte er sich nicht bemühen, seine Schulden abzubezahlen.  
 
C. A.____ und den Kindern wurde im Jahr 1999 und B.____ im Jahr 2002 die Niederlas-
sungsbewilligung erteilt.  
 
D. Die Familie wurde von Dezember 2004 bis September 2007 von der Sozialhilfebehörde 
I.____ mit Leistungen im Umfang von Fr. 85'800.-- unterstützt.  
 
E. Mit Schreiben vom 26. September 2007 verwarnte das Amt für Migration des Kantons 
Basel-Landschaft (AfM, heute: AfMB) A.____ und B.____ ausländerrechtlich aufgrund ihrer So-
zialhilfeabhängigkeit sowie der auf A.____ registrierten zahlreichen Betreibungen und der offe-
nen Verlustscheine von gesamthaft Fr. 59'676.--.  
 
F. Von September 2007 bis Dezember 2011 arbeitete A.____ im Bereich Hausdienst. 
Abgesehen von einem Unterbruch in den Jahren 2012 bis 2015 ist B.____ seit dem Jahr 2001 
in geringem Umfang erwerbstätig. Seit 2012 ist A.____ selbständig. 
 
G. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 20. Oktober 2016 wurde 
A.____ wegen mehrfacher Nichtabgabe der entzogenen Fahrzeugausweise und Kontrollschil-
der trotz behördlicher Aufforderung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessät-
zen à Fr. 70.-- sowie einer Busse in der Höhe von Fr. 500.-- verurteilt.  
 
H. Im Rahmen der Verlängerung der Kontrollfrist stellte das AfM fest, dass der Beschwer-
deführer mit 165 Verlustscheinen von gesamthaft Fr. 371'450.-- beim Betreibungsamt verzeich-
net ist. Es forderte ihn auf, Stellung zu nehmen, was er mit Hilfe einer in der Folge aufgesuch-
ten Schuldenberatungsstelle gemacht hat.  
 
I. Mit Schreiben vom 22. Juli 2019 gewährte das AfMB A.____ und B.____ das rechtliche 
Gehör bezüglich des beabsichtigten Widerrufs ihrer Niederlassungsbewilligungen. Daraufhin 
haben sie verschiedene Unterlagen eingereicht (Eingangsstempel beim AfMB: 19. August 
2019). Mit Schreiben vom 20. Februar 2020 forderte das AfMB die Ehegatten auf, weitere Un-

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terlagen einzureichen, was sie am 10. März 2020 gemacht haben, ohne darüber hinaus Stel-
lung zu nehmen. 
 
J. Mit Strafbefehl vom 16. September 2019 wurde A.____ wegen Verfügung über mit Be-
schlag belegte Vermögenswerte (Verstrickungsbruch) zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe 
von 10 Tagessätzen à Fr. 50.-- sowie einer Busse in der Höhe von Fr. 300.-- verurteilt. 
 
K. Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 widerrief das AfMB die Niederlassungsbewilligungen 
von A.____ und B.____ und ersetzte diese durch Aufenthaltsbewilligungen mit einer Gültig-
keitsdauer von einem Jahr (Rückstufung). Die dagegen von A.____ und B.____, vertreten durch 
Dr. Nicolas Roulet, Advokat in Basel, erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kan-
tons Basel-Landschaft (Regierungsrat) mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1264 vom 
15. September 2020 ab. In der Begründung führte der Regierungsrat im Wesentlichen aus, 
dass aufgrund der qualifiziert vorwerfbaren Verschuldung ein Verstoss gegen die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung vorliege und dieser die übrigen erfüllten Kriterien überschatten würde 
und demzufolge die verfügte Rückstufung verhältnismässig und damit nicht zu beanstanden sei. 
 
L. Dagegen erheben A.____ und B.____, vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, 
substituiert durch MLaw Paula Müller, mit Eingabe vom 22. September 2020 Beschwerde beim 
Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den 
Rechtsbegehren, es sei Ziffer 1 des RRB Nr. 1264 vom 15. September 2020 aufzuheben und 
es sei ihnen die Niederlassungsbewilligung zu belassen, eventualiter seien sie zu verwarnen, 
subeventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen, alles unter o/e-Kostenfolge, wobei ihnen eventualiter die unentgeltliche Prozessführung 
und Verbeiständung zu gewähren sei. In ihrer Begründung vom 25. November 2020 bringen die 
Beschwerdeführer zusammengefasst vor, im vorliegenden Fall handle es sich bei der Anwen-
dung von Art. 63 Abs. 2 AIG um eine unzulässige Rückwirkung. Soweit die Gesetzesbestim-
mung anwendbar sei, würden sie die Integrationskriterien erfüllen, weil keine mutwillige Schul-
denwirtschaft gegeben sei. Darüber hinaus würde sich eine Rückstufung ohnehin als unverhält-
nismässig erweisen. 
 
M. Mit Vernehmlassung vom 4. Januar 2021 beantragt der Regierungsrat die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Ausführungen im angefoch-
tenen Entscheid.  
 
N. Mit Verfügung vom 19. Januar 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über-
wiesen und den Beschwerdeführern die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung 
bewilligt.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-

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rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein 
Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vor-
liegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Beschwerde gegeben. Die 
weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutre-
ten ist. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsge-
richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 
lit. c VPO e contrario). 
 
3. Materiell umstritten ist, ob das AfMB zu Recht gestützt auf Art. 63 Abs. 2 des Bundes-
gesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, AIG) vom 16. Dezember 2005 die Niederlassungsbewilligungen der Be-
schwerdeführer widerrufen und durch Aufenthaltsbewilligungen ersetzt hat. 
 
4.1 Am 1. Januar 2019 sind diverse neue Bestimmungen des AIG in Kraft getreten (Ände-
rung vom 16. Dezember 2016, Amtliche Sammlung [AS] 2017 S. 6521 und 2018 S. 3171). Ins-
besondere wurden die Bestimmungen zur Integration grundlegend überarbeitet. Um die gesell-
schaftliche Bedeutung der Integration zu unterstreichen, wurde das bis dahin geltende "Bun-
desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer" (AuG) vom 16. Dezember 2005 in "Bun-
desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration" (Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG) vom 16. Dezember 2005 umbenannt (Botschaft zur Änderung des 
Ausländergesetzes [Integration] vom 8. März 2013, Bundesblatt [BBl] 2013 S. 2403). Mit der 
Gesetzesänderung wurde eine neue ausländerrechtliche Massnahme geschaffen: die soge-
nannte Rückstufung von der Niederlassungsbewilligung zur Aufenthaltsbewilligung (Art. 63 
Abs. 2 AIG). Die Massnahme basiert ursprünglich auf der von Philipp Müller eingereichten par-
lamentarischen Initiative 08.406 "Rückstufung eines niedergelassenen integrationsunwilligen 
Ausländers zum Jahresaufenthalter". Nachdem der Bundesrat unter anderem unter Hinweis 
darauf, dass die Schaffung der Massnahme zu neuen, komplizierten und langwierigen Verfah-
ren führe, vorgeschlagen hatte, die Initiative nicht umzusetzen (vgl. Zusatzbotschaft zur Ände-
rung des Ausländergesetzes [Integration] vom 4. März 2016, BBl 2016 S. 2822), wurde im Ver-
lauf der parlamentarischen Debatte ein gegenteiliger Antrag angenommen und die Rückstufung 
mit Art. 63 Abs. 2 AIG in der heute geltenden Form beschlossen und ins Gesetz aufgenommen. 
 
4.2 Art. 63 Abs. 2 AIG sieht vor, dass die Niederlassungsbewilligung widerrufen und durch 
eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden kann, wenn die Integrationskriterien nach Art. 58a 
AIG nicht erfüllt sind. Mit der Rückstufung soll erreicht werden, dass die betroffene Person zu-
künftig ihr Verhalten ändert und sich besser integriert. Die Rückstufung hat somit auch einen 
präventiven Charakter (Staatssekretariat für Migration [SEM], Weisungen AIG, Stand 
1. November 2019, Ziff. 8.3.3). Die Rückstufung kann gemäss Art. 62a Abs. 1 der Verordnung 
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 mit einer Integ-

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rationsvereinbarung oder einer Integrationsempfehlung nach Art. 58b AIG verbunden werden. 
Wird die Verfügung nicht mit einer Integrationsvereinbarung oder Integrationsempfehlung ver-
bunden, so muss sie gemäss Art. 62a Abs. 2 VZAE mindestens folgende Elemente enthalten: 
lit. a) die Integrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG, die die Ausländerin oder der Ausländer 
nicht erfüllt hat; lit. b) die Gültigkeitsdauer der Aufenthaltsbewilligung; lit. c) die Bedingungen, an 
die der weitere Verbleib in der Schweiz geknüpft wird (Art. 33 Abs. 1 AIG) und lit. d) die Folgen 
für den Aufenthalt in der Schweiz, wenn die Bedingungen nach lit. c) nicht eingehalten werden 
(Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG). 
 
4.3 Mit der per 1. Januar 2019 in Kraft gesetzten Gesetzesänderung wurden die massge-
benden Integrationskriterien neu auf Gesetzesstufe in Art. 58a AIG explizit und abschliessend 
definiert. Gemäss Art. 58a Abs. 1 AIG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Beurtei-
lung der Integration folgende Kriterien: 

a. die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung; 
b. die Respektierung der Werte der Bundesverfassung; 
c. die Sprachkompetenzen; und  
d. die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung.  

 
Der Situation von Personen, welche die Integrationskriterien von Art. 58a Abs. 1 lit. c und d AIG 
aufgrund einer Behinderung oder Krankheit oder anderen gewichtigen persönlichen Umständen 
nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen erfüllen können, ist gemäss Art. 58a Abs. 2 AIG 
angemessen Rechnung zu tragen. Die in Art. 58a Abs. 1 AIG genannten Integrationskriterien 
wurden in den verschiedenen migrationsrechtlichen Erlassen (AIG, Asylgesetz [AsylG] vom 
26. Juni 1998 und Bundesgesetz über das Schweizer Bürgerrecht [Bürgerrechtsgesetz, BüG] 
vom 20. Juni 2014) vereinheitlicht und aufeinander abgestimmt (Botschaft zur Änderung des 
Ausländergesetzes [Integration] vom 8. März 2013, BBl 2013 S. 2399). Die in Art. 58a Abs. 1 
AIG genannten Integrationskriterien bilden den Massstab zur Beurteilung der Integration im 
Hinblick auf Bewilligungserteilungen sowie Änderungen des Aufenthaltsstatus. Die Integrations-
beurteilung hat immer im Rahmen einer zukunftsgerichteten Gesamtbetrachtung zu erfolgen. 
Defizite bei einzelnen Kriterien können durch ausgeprägt vorhandene andere Kriterien aufge-
wogen werden (vgl. MARC SPESCHA, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kom-
mentar Migrationsrecht, 5. Auflage, 2019, N 1 zu Art. 58a AIG). 
 
5.1 Das AfMB führte in der Rückstufungsverfügung aus, der Beschwerdeführer sei mit 78 
Betreibungen in der Höhe von Fr. 278'205.45 sowie Verlustscheinen in der Höhe von insgesamt 
Fr. 490'083.67 beim Betreibungsamt registriert. Ferner seien die Beschwerdeführer bis ins Jahr 
2007 von der Sozialhilfe mit Leistungen im Umfang von Fr. 85'000.-- unterstützt worden. Trotz 
der in den Jahren 1997 und 2007 ausgesprochenen Verwarnungen sei es ihnen nicht gelungen, 
ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, und ihre Schulden hätten kontinuierlich zu-
genommen. Es sei zudem nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführer nach der Verwarnung 
besondere Anstrengungen für einen Schuldenabbau unternommen hätten. Darüber hinaus ha-
be der Beschwerdeführer trotz Pfändungsverfügung keine Zahlungen ans Betreibungsamt ge-
leistet, sodass es zu einer Strafanzeige gekommen sei. Trotz Bestehens entsprechender finan-
zieller Möglichkeiten hätten die Beschwerdeführer keine Schulden abbezahlt. Die Beschwerde-

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führerin sei zwar beim Betreibungsamt nicht registriert, doch seien ihr die hohen Schulden des 
Beschwerdeführers aufgrund der solidarischen Haftung unter Ehegatten zuzurechnen. Zudem 
sei die Beschwerdeführerin lediglich in einem Umfang von 20 % arbeitstätig und es seien keine 
Umstände aktenkundig, welche einer Erhöhung des Pensums entgegenstehen könnten. Trotz 
der hohen Schulden habe sie nicht mehr gearbeitet und es seien keine Bemühungen ersicht-
lich, dass sie versucht habe, ihr Arbeitspensum zu erhöhen. Das jahrelange Anhäufen von 
Schulden trotz zweier Verwarnungen sowie das unkooperative Verhalten des Beschwerdefüh-
rers würden auf eine mutwillige Nichterfüllung der Verpflichtungen schliessen lassen. Aufgrund 
der massiven Verschuldung sei die wirtschaftliche Integration als gescheitert zu betrachten. Das 
AfMB kam zudem zum Schluss, dass ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung gegeben und das entsprechende Integrationskriterium nicht erfüllt sei. Mit der Rückstu-
fung gehe zwar eine Schwächung der Rechtsstellung der Betroffenen einher, weil die Aufent-
haltsbewilligung im Gegensatz zur Niederlassungsbewilligung befristet erteilt werde und mit 
Bedingungen verbunden werden könne. Eine Abwägung der relevanten Kriterien ergebe je-
doch, dass das grosse öffentliche Interesse an der Rückstufung die relativ geringen privaten 
Interessen der Betroffenen an der Belassung der Niederlassungsbewilligungen klar überwiegen 
würde. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung bei gleichzeitiger Erteilung einer Aufent-
haltsbewilligung erweise sich somit als verhältnismässig. Das AfMB verband die auf ein Jahr 
befristeten Aufenthaltsbewilligungen mit den Bedingungen, dass die Beschwerdeführer nicht 
mehr gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit verstossen oder diese gefährden dürften, 
sie einer dauerhaft existenzsichernden Erwerbstätigkeit nachzugehen hätten, keine neuen 
Schulden mehr generieren dürften, die mit einer Verfügung (jeglicher Behörden) verbundenen 
Bedingungen einhalten und im Rahmen der Möglichkeiten die Schulden sanieren, insbesondere 
die Lohnpfändungsquote fristgerecht einbezahlen müssten sowie den künftigen finanziellen 
Verpflichtungen fristgemäss nachzukommen hätten. Das AfMB drohte den Beschwerdeführern 
bei Nichteinhalten der Bedingungen an, dass sie mit dem Widerruf oder der Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung aus der Schweiz rechnen müssten.  
 
5.2 Der Regierungsrat bestätigte die angefochtene Verfügung und führte in seiner Begrün-
dung aus, dass der Rückstufung eine eigenständige, vom Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung gemäss Art. 63 Abs. 1 AIG unabhängige Bedeutung zukomme. Sei jedoch im Einzelfall 
ein Widerrufsgrund gegeben und verhältnismässig, bestehe kein Spielraum für eine Verwar-
nung oder Rückstufung. Er hielt fest, das AfMB werfe den Beschwerdeführern aufgrund ihrer 
Verschuldung einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung und mangelnde Teilnahme am 
Wirtschaftsleben vor. Es habe die Gesamtwürdigung sämtlicher Integrationskriterien zwar nicht 
im Rahmen der Prüfung von Art. 63 Abs. 2 AIG (Rückstufung), aber bei der Verhältnismässig-
keitsprüfung vorgenommen. Im Hinblick auf die Anwendbarkeit der gesetzlichen Bestimmung 
von Art. 63 Abs. 2 AIG hielt der Regierungsrat zunächst fest, dass sich keine Übergangsbe-
stimmung finden lasse, und erwog, dass es sich bei der Integration um eine facettenreiche 
Dauerobliegenheit handle, weshalb es durchaus denkbar sei, bei der Würdigung der Integra-
tionskriterien an Sachverhaltsmomente anzuknüpfen, welche vor Inkrafttreten des AIG eingetre-
ten seien und im Zeitpunkt der Anordnung einer Rückstufung noch fortdauern würden (unechte 
Rückwirkung). Vorliegend habe die Vorinstanz die Rückstufung damit begründet, dass die Be-
schwerdeführer über viele Jahre hinweg und bis zum Beurteilungszeitpunkt Schulden angehäuft 

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hätten. Das den Beschwerdeführern in der Verfügung vorgehaltene Verhalten habe nicht ab-
schliessend unter dem alten Recht stattgefunden, sondern habe bis zum Verfügungszeitpunkt 
und darüber hinaus angedauert. Bei dieser Konstellation sei es im Rahmen einer Gesamtwürdi-
gung zulässig, auf Sachverhalte abzustellen, die sich vor dem 1. Januar 2019 verwirklicht hät-
ten. Die Frage, ob die Verschuldung qualifiziert vorwerfbar sei oder nicht, könne nur beantwor-
tet werden, wenn die Entwicklung der Schulden über einen längeren Zeitraum untersucht wer-
de. Fraglich sei, ob die Verschuldung im vorliegenden Fall einen Verstoss gegen die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung darstelle. Eine Nichtbeachtung der öffentlichen Ordnung sei zu beja-
hen, wenn die betroffene Person öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen 
mutwillig nicht erfülle, d.h. die Verschuldung müsse selbstverschuldet und qualifiziert vorwerfbar 
sein. Es sei nicht leichthin von der Mutwilligkeit des Schuldenmachens auszugehen. Vorliegend 
sei mit Pfändungsurkunde vom 13. Juni 2018 eine monatliche Lohnpfändung in der Höhe von 
Fr. 1'230.-- verfügt worden. Da der Beschwerdeführer dieser Lohnpfändung nicht nachgekom-
men sei, sei es zu einer entsprechenden Verurteilung gekommen. Im vorliegenden Fall könne 
festgestellt werden, dass per 4. Juni 2019 auf den Namen des Beschwerdeführers beim Betrei-
bungsamt 188 Verlustscheine im Umfang von Fr. 465'000.-- registriert gewesen seien. Darunter 
hätten sich öffentlich-rechtliche Zahlungsverpflichtungen wie Steuerschulden und Krankenkas-
senforderungen gefunden. Der Beschwerdeführer habe in den Jahren 2008 bis 2017 jeweils ein 
Jahreseinkommen zwischen Fr. 59'148 und Fr. 88'500.-- erzielt, wobei das Einkommen ab dem 
Jahr 2013 eher am oberen Rand dieses Bereichs angesiedelt gewesen sei. Die Beschwerde-
führerin habe von 2008 bis 2019 mit einem Unterbruch von 2012 bis 2015 gearbeitet und ein 
Jahreseinkommen zwischen Fr. 7'960.-- und Fr. 16'316.-- erzielt. Seit dem 1. April 2020 habe 
sie zudem eine Stelle in der Firma des Beschwerdeführers angetreten und so ihr Arbeitspen-
sum von bisher 20 % auf 60 % erhöhen können. Der Regierungsrat kam gestützt auf die vor-
stehenden Ausführungen zum Schluss, dass die hohe Verschuldung den Beschwerdeführern 
qualifiziert vorwerfbar sei. Er hielt zudem fest, dass die Beschwerdeführer im Jahr 2007 wegen 
der Schulden verwarnt worden seien. Trotzdem seien die Schulden ungebremst angestiegen. 
Dies insbesondere auch in der jüngeren Vergangenheit, obwohl nach der Berechnung des Be-
treibungsamts bei den Beschwerdeführern ein Überschuss bestanden habe und demzufolge 
eine pfändbare Quote festgelegt worden sei. Dennoch habe der Beschwerdeführer keine Zah-
lungen geleistet, sodass es deswegen zu einer strafrechtlichen Verurteilung gekommen sei. 
Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführer mehrfach amtlich hätten eingeschätzt werden 
müssen, gehe hervor, dass sie sich trotz der hohen Schuldenlast nicht ernsthaft um ihre finan-
ziellen Angelegenheiten gekümmert hätten. Damit seien die Schulden nicht nur in ihrer enor-
men Höhe untragbar, sondern auch das Verhalten der Beschwerdeführer im Zusammenhang 
mit ihren finanziellen Verpflichtungen sei fragwürdig. Das AfMB habe in nachvollziehbarer Wei-
se aufgezeigt, dass ein grosser Teil der Schulden als eheliche Solidarschulden auch der Be-
schwerdeführerin anzulasten sei. Zudem sei auch sie bereits ausländerrechtlich verwarnt wor-
den. Hinsichtlich der sprachlichen Integration hält der Beschwerdegegner fest, dass bei den 
Beschwerdeführern von einer gelungenen Integration auszugehen sei. Auch würden die Be-
schwerdeführer die Werte der Bundesverfassung respektieren und dieses Kriterium sei als er-
füllt zu betrachten. Schliesslich hätten sich die Beschwerdeführer im September 2007 von der 
Sozialhilfe abgelöst und seither ein regelmässiges Einkommen erzielt. Soweit dieses nicht aus-
reichend gewesen sei, müsse ihnen vorgeworfen werden, dass die Beschwerdeführerin ihr Ar-

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beitspensum nicht erhöht habe, obwohl es aufgrund des Alters der Kinder möglich gewesen 
wäre. Hinzu komme insbesondere, dass sie zwischen 2012 und 2015 gar nicht gearbeitet habe. 
Das Kriterium der Teilnahme am Wirtschaftsleben sei dennoch knapp erfüllt. Bei einer zu-
kunftsgerichteten Gesamtwürdigung der Integrationskriterien sei die Bilanz jedoch klar negativ. 
Die enorme Verschuldung überschatte die positiven Kriterien, welche nicht ausgeprägt vorhan-
den seien. Es sei deshalb nicht zu beanstanden, dass das AfMB die Integrationskriterien als 
nicht erfüllt beurteilt habe. Der Tatbestand von Art. 63 Abs. 2 AIG sei damit erfüllt und die ge-
setzliche Grundlage für die Rückstufung gegeben. Die Rückstufung erweise sich zudem als 
verhältnismässig.  
 
5.3 Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, dass nicht auf Sachverhalte 
abgestellt werden dürfe, welche sich vor dem 1. Januar 2019 verwirklicht hätten, und vertreten 
die Auffassung, dass ohne spezifische intertemporale Bestimmungen die rechtlichen Wirkungen 
von Tatsachen nach demjenigen Recht zu beurteilen seien, welches im Zeitpunkt des Eintritts 
der Tatsache gegolten habe. Aufgrund des Rückwirkungsverbots könnte höchstens ein Verhal-
ten nach Inkrafttreten dieser Bestimmung zur Begründung eines allfälligen Verstosses gegen 
die öffentliche Sicherheit und Ordnung angeführt werden, sodass bereits aus diesem Grund 
vorliegend keine Verletzung angenommen werden könne. Die Begründung des Beschwerde-
gegners, welche das Verhalten der Beschwerdeführer vor dem 1. Januar 2019 umfasse, kom-
me einer unzulässigen strafschärfenden Rückwirkung gleich. Die Niederlassungsbewilligungen 
der Beschwerdeführer seien mehrfach und letztmals im Juli 2018 verlängert worden, sodass 
namentlich der Vertrauensschutz gegen eine rückwirkende Anwendung bzw. Gesamtwürdigung 
spreche. Soweit Art. 63 Abs. 2 AIG zur Anwendung gelange, sei zunächst festzuhalten, dass 
die beiden Vorstrafen des Beschwerdeführers keinen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit 
und Ordnung zu begründen vermöchten. Darüber hinaus sei nicht ersichtlich, weshalb den Be-
schwerdeführern die hohe Verschuldung qualifiziert vorwerfbar sei. Der Beschwerdeführer habe 
im Jahr 2005 infolge der Diskushernie unverschuldet seine Arbeitsstelle verloren. Bis Ende 
2007 sei er Alleinverdiener einer sechsköpfigen Familie gewesen und sein Einkommen habe 
nicht ausgereicht, um den Bedarf der Familie zu decken. Nach der Verwarnung vom 
26. September 2007 hätten sich die Beschwerdeführer von der Sozialhilfe abgelöst und der 
Beschwerdeführer habe eine Stelle im Bereich Hausdienst angenommen und die Beschwerde-
führerin sei neben der Betreuung der vier Kinder seit dem Jahr 2008 in geringem Umfang ar-
beitstätig. Nach dem Stellenverlust Ende 2011 habe der Beschwerdeführer Schwierigkeiten 
gehabt, eine neue Stelle zu finden, weshalb er sich im Jahr 2012 selbständig gemacht habe. 
Trotz seiner Bemühungen sei es ihm nicht gelungen, ein ausreichendes Einkommen zu erzie-
len, um den Familienbedarf abzudecken. Die Verschuldenssituation der Beschwerdeführer sei 
entstanden, weil das Ehepaar neben der Kinderbetreuung im Bereich der Hauswartung nur ein 
geringes Einkommen habe erzielen können. Sodann seien gesundheitliche Probleme beim Be-
schwerdeführer hinzugekommen, welche die Situation zusätzlich erschwert hätten. Demzufolge 
hätten die Beschwerdeführer die Schulden unverschuldet angehäuft. Zudem sei ein Grossteil 
der Schulden vor dem 1. Januar 2019 generiert worden. Im angefochtenen Entscheid sei nicht 
ausgewiesen worden, welche Schulden die Beschwerdeführer seit dem 1. Januar 2019 ange-
häuft hätten. Seit Juni 2019 leiste der Beschwerdeführer regelmässige Zahlungen an das Be-
treibungsamt und bezahle seine Schulden ab. Dabei sei die bundesgerichtliche Rechtspre-

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chung zu beachten, dass wer der Lohnpfändung unterliege zum vornherein keine Möglichkeit 
habe, ausserhalb des Betreibungsverfahrens Schulden zu tilgen. Dies habe gleichermassen für 
die Pfändung zu gelten; ein allfälliger Schuldenzuwachs seit dem Beginn der Pfändung wäre 
demnach auch deswegen nicht mutwillig. In Bezug auf die Beschwerdeführerin sei festzuhalten, 
dass diese die Kinder betreut habe und zwei Kinder noch immer im Elternhaus wohnen würden. 
Sie möchte ihr Arbeitspensum aufstocken. Zudem sei sie beim Betreibungsamt nicht registriert 
und habe keine Vorstrafen. Es werde bestritten, dass sie Schulden angehäuft und gegen die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen habe. Sie sei bislang auch nicht wegen – solida-
rischer – Schulden verwarnt worden. Vor diesem Hintergrund erweise sich die Rückstufung für 
sie als völlig unvorhersehbar und damit unzulässig. Soweit Art. 63 Abs. 2 AIG i.V.m. Art. 58a 
lit. a AIG Anwendung finde, was bestritten werde, würden sie beide das Integrationskriterium 
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (sowie auch die weiteren Integrationskriterien) erfüllen. 
Überdies würde sich die Rückstufung ohnehin als unverhältnismässig erweisen. Ihr privates 
Interesse an der Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligungen überwiege das öffentliche 
Interesse klar. Eine Rückstufung sei nicht erforderlich, da der Beschwerdeführer seit Juni 2019 
regelmässige Zahlungen an das Betreibungsamt vornehme und seine Schulden begleiche. Eine 
Ermahnung oder Verwarnung wäre vorliegend ausreichend. 
 
6.1 Da die Niederlassungsbewilligung ihrer Rechtsnatur nach unbefristet und nicht an Be-
dingungen geknüpft ist (Art. 34 Abs. 1 AIG), rechtfertigen Integrationsdefizite eine Rückstufung 
nicht leichthin, sondern nur, wenn sie derart sind, dass auch ein Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung samt Wegweisung aus der Schweiz ernsthaft in Betracht fällt (vgl. SPESCHA, a.a.O., 
N 23 zu Art. 63 AIG). Voraussetzung für eine Rückstufung nach Art. 63 Abs. 2 AIG ist eine Prü-
fung der Integrationskriterien nach Art. 58a AIG im Rahmen einer zukunftsgerichteten Gesamt-
betrachtung. Im Rahmen dieser Gesamtbetrachtung sind alle vier in Art. 58a Abs. 1 AIG ab-
schliessend genannten Kriterien zu prüfen. Erforderlich ist eine Gesamtwürdigung aller mass-
geblichen Aspekte im Einzelfall (SPESCHA, a.a.O., N 1 zu Art. 58a AIG; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts F-4152/2016 vom 27. Juni 2018 E. 4.5). Eine gleichartige Gesamtwürdigung 
ist auch im Einbürgerungsverfahren vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1D_7/2019 
vom 18. Dezember 2019 E. 3.4). Die Anforderungen an die Integration sind umso höher, je 
mehr Rechte einer ausländischen Person mit dem angestrebten Rechtsstatus verliehen wer-
den. Sinn dieser Gesamtbetrachtung und Gesamtwürdigung ist, dass Defizite bei einzelnen 
Kriterien durch ausgeprägt vorhandene andere Kriterien aufgewogen werden können. Im Ge-
gensatz dazu muss beim Widerruf einer Niederlassungsbewilligung nach Art. 63 Abs. 1 AIG nur 
ein Widerrufsgrund geprüft und bejaht werden. Die Rückstufung setzt weiter voraus, dass die 
betroffene Person in der Lage ist, ihr Verhalten zu steuern, d.h. ihre Integration zu verbessern, 
was zum Beispiel im Falle von Sozialhilfeabhängigen dann nicht der Fall ist, wenn der Sozialhil-
febezug aufgrund persönlicher Umstände im Sinne von Art. 77f VZAE entschuldbar erscheint 
(SPESCHA, a.a.O., N 26 zu Art. 63 AIG).  
 
6.2 Das AfMB führte in seiner Rückstufungsverfügung lediglich aus, dass die Beschwerde-
führer aufgrund ihrer Verschuldung gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen 
hätten, da der Beschwerdeführer mit 78 Betreibungen in der Höhe von Fr. 278'205.45 sowie 
Verlustscheinen in der Höhe von insgesamt Fr. 490'083.67 beim Betreibungsamt registriert sei 

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und die Beschwerdeführer bis ins Jahr 2007 von der Sozialhilfe mit Leistungen im Umfang von 
Fr. 85'000.-- unterstützt worden seien. Folglich könne die Niederlassungsbewilligung widerrufen 
und durch eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden. Wie der Beschwerdegegner richtig fest-
gestellt hat, nahm das AfMB keine Gesamtbetrachtung der Integrationskriterien vor, sondern 
beurteilte einzig das Integrationskriterium der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ord-
nung. Es äusserte sich zwar im Rahmen der Verhältnismässigkeit kurz zu den Sprachkenntnis-
sen der Beschwerdeführer sowie zur Teilnahme der Beschwerdeführerin am Wirtschaftsleben. 
Das weitere Integrationskriterium prüfte das AfMB jedoch nicht. Eine derart kurze und unvoll-
ständige Beurteilung kann für eine Rückstufung nicht ausreichend sein. Zudem ist darauf hin-
zuweisen, dass die Prüfung der Integrationskriterien gemäss Art. 58a AIG bei der Rückstufung 
nach Art. 63 Abs. 2 AIG im Hinblick auf die Bewilligungserteilung bzw. Änderung des Aufent-
haltsstatus und nicht im Rahmen der Verhältnismässigkeit vorzunehmen ist. Die Prüfung der 
Integration setzt überdies eine zukunftsgerichtete Gesamtbetrachtung voraus. Im Gegensatz 
zum AfMB prüft der Beschwerdegegner die einzelnen Integrationskriterien im angefochtenen 
Entscheid und kommt zum Schluss, dass die Beschwerdeführer einzig das Kriterium nach 
Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG (Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung) aufgrund der 
qualifiziert vorwerfbaren Verschuldung nicht erfüllen würden. Die übrigen drei Kriterien erachtet 
er als erfüllt. Im Rahmen der verlangten zukunftsgerichteten Gesamtwürdigung beschränkt sich 
der Beschwerdegegner allerdings darauf, auszuführen, dass die Bilanz klar negativ sei, weil die 
enorme Verschuldung die positiven Kriterien, welche nicht ausgeprägt vorhanden seien, über-
schatte. Die Gesamtbetrachtung fällt beim Beschwerdegegner derart knapp aus, dass sie den 
Anforderungen an die Beurteilung der Integration ebenfalls nicht genügen kann. Damit hat auch 
die Vorinstanz keine ausreichende Prüfung der Integrationskriterien nach Art. 58a AIG bzw. 
Gesamtwürdigung vorgenommen. Beide Vorinstanzen haben es zudem versäumt, für die Be-
schwerdeführer je eine separate Beurteilung ihrer Integration vorzunehmen. Die Beschwerde ist 
deshalb aus den genannten Gründen gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuhe-
ben. Bei diesem Ergebnis muss nicht näher auf die weiteren Rügen eingegangen werden.  
 
6.3 Sollte sich das AfMB im Rahmen seines Ermessens erneut dazu entschliessen, die 
Niederlassungsbewilligungen der Beschwerdeführer zu widerrufen und diese durch Aufent-
haltsbewilligungen zu ersetzen, wird es alle in Art. 58a AIG explizit und abschliessend aufge-
zählten Integrationskriterien zu prüfen haben. Dabei müsste es die jeweilige Integration des 
Beschwerdeführers und der Beschwerdeführerin separat prüfen, zumal es sich bei den allen-
falls anzuordnenden Massnahmen um individuell-konkrete Hoheitsakte handelt. Zudem wäre zu 
beachten, dass es sich bei der Verfügung betreffend Erteilung einer Niederlassungsbewilligung 
um eine sog. Dauerverfügung handelt, die einen Sachverhalt für eine längere Zeitspanne regelt. 
Die Verfügung entfaltet damit nicht bloss Wirkung für ein einmaliges und zeitlich abgeschlosse-
nes Ereignis, sondern entfaltet auch Rechtsfolgen für die Zukunft. Diese Qualifikation ist insbe-
sondere bei Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen – wie die Rückstufung – ent-
scheidend, da sich die Regelungen des Status im Laufe seiner Gültigkeit ändern können 
(vgl. ANNE KNEER UND BENJAMIN SCHINDLER, Schutz des Kontinuitätsvertrauens in die Rechts-
ordnung bei Rückstufung und Widerruf von Niederlassungsbewilligungen, in: Achermann et. al. 
[Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2019/2020, Bern 2020, S. 38 f.). Der Gesetzgeber hat für 
die Änderung von Art. 63 Abs. 2 AIG keine Übergangsbestimmung erlassen, weshalb die Mög-

Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lichkeit der Rückstufung grundsätzlich für alle Niederlassungsbewilligungen ohne Differenzie-
rung der bisherigen Aufenthaltsdauer ab dem 1. Januar 2019 gilt (KNEER UND SCHINDLER, 
a.a.O., S. 41). Neues Recht darf jedoch keine Wirkungen für Sachverhalte vorsehen, die sich 
abschliessend unter altem Recht verwirklicht haben (sog. Rückwirkungsverbot). Nicht als 
Rückwirkung gelten demgegenüber Situationen, in denen ein neuer Erlass auf einen zeitlich 
offenen Sachverhalt angewendet wird (vgl. KNEER UND SCHINDLER, a.a.O., S. 50). Ein zentraler 
Gedanke des intertemporalen Rechts ist, dass neues Recht nicht an Tatbestandselemente an-
knüpft, die von den betroffenen Personen nicht mehr beeinflusst werden können. Es dürfte zu-
lässig sein, auf Umstände abzustellen, die sich vor dem 1. Januar 2019 zugetragen haben. 
Doch müssten sich die ausschlaggebenden Sachverhaltselemente in der Regel nach dem 
1. Januar 2019 verwirklicht haben (KNEER UND SCHINDLER, a.a.O., S. 52 f.). Im vorliegenden Fall 
wäre für die Beurteilung des Integrationskriteriums "Beachtung der öffentlichen Sicherheit und 
Ordnung" insbesondere die Verschuldung ab dem 1. Januar 2019 aufzuzeigen, wobei diese 
unter Berücksichtigung des vergangenen Verhaltens der Beschwerdeführer zu würdigen wäre. 
Auch die weiteren Integrationskriterien müssten geprüft werden und dabei wären allfällige Defi-
zite oder ausgeprägtes Vorhandensein von Kriterien darzulegen und gegeneinander abzuwä-
gen. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die 
Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- dem unterliegenden Beschwerdegeg-
ner auferlegt.  
 
7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens 
ist den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung zulasten des Regierungsrats zuzuspre-
chen. In seiner Honorarnote vom 28. Januar 2021 macht der Rechtsvertreter der Beschwerde-
führer einen Aufwand von rund 6.4 Stunden à Fr. 250.-- geltend. Dazu kommen Auslagen von 
Fr. 82.20. Die Honorarnote ist tarifkonform und nicht zu beanstanden. Der Regierungsrat hat 
den Beschwerdeführern folglich eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'816.20 
(inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. 
 

Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Regierungs-

rats des Kantons Basel-Landschaft vom 15. September 2020 aufgeho-
ben. Die vorliegende Angelegenheit wird zur Neubeurteilung im Sinne 
der Erwägungen an das Amt für Migration und Bürgerrecht zurückgewie-
sen. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 
 
 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat den Beschwerde-

führern eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'816.20 
(inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin