# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3f15e52-44dc-5acd-91cb-1907c104744d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-29
**Language:** de
**Title:** Degenerativ bedingte Gesundheitsbeeinträchtigung; Eintritt Status quo sine ausgewiesen; keine richtunggebende Verschlimmerung.
**Docket/Reference:** UV.2016.00180
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2016.00180.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2016.00180
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Käser
Urteil vom 29. Juni 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch AXA-ARAG Rechtsschutz AG
Rechtsdienst Haftpflicht- und Versicherungsrecht, lic. iur. O.___
Affolternstrasse 42, Postfach 6944, 8050 Zürich
gegen
Helsana Unfall AG
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Helsana Versicherungen AG
Recht & Compliance
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Sachverhalt:
1.
Der 1950 geborene
X.___
arbeitete ab dem
1.
November 2006 am
Y.___
, und war damit bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend Helsana) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi
chert, als er am 3
0.
September 2015 beim Aussteigen aus der Badewanne aus
rutschte, auf die Badewannenkante fiel und sich dabei
die linke Schulter
ver
letzte (Bagatell-Unfallmeldung vom
5.
Oktober 2015;
Urk.
8/K36).
Aufgrund persistierender Schmerzen begab sich der Versicherte am
6.
Oktober 2015 zu seinem Hausarzt
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Chirurgie FMH,
A.___
, in ärztliche Behandlung. Am selben Tag wurde ein MRI durchgeführt (
Urk.
9/M13)
,
das unter anderem eine
Partialruptur der Supraspi
natussehne
zeigte.
Dr. Z.___
attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3
0.
September 2015 bis 3
0.
November 2015 und empfahl eine konservative Be
handlung (
Urk.
9/M14-M15).
Nachdem die Helsana die Akten
ihre
n
beratenden Ärzten zur Beurteilung hat
te
zukommen lassen
(Urk. 9/M6, Urk. 9/M2)
, lehnte sie mit Verfügung vom 1
0.
Februar 2016 (
Urk.
8/K10) weitere Leistungen
ab dem
1.
Januar 2016 mit der Begründung ab, durch das Unfallereignis vom 3
0.
September 2015 sei der krankheitsbedingte Vorzustand nur vorübergehend verschlimmert und der Sta
tus quo sine am 1
0.
November 2015 wieder erreicht worden.
Die dagegen vom Versicherten am 19. Februar beziehungsweise 30. März 2016 erhobene Einsprache (Urk. 8/K9 und Urk. 8/K5) wies die Helsana mit Entscheid vom 7. Juli 2016 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 25. August 2016 Beschwerde und bean
tragte die Aufhebung der Verfügung vom 10. Februar 2016 und des Einsprache
entscheids vom 7. Juli 2016 sowie die Zusprache der gesetzlichen Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; Heilungskosten und Taggeld) auch nach dem 31. Dezember 2015; eventualiter sei ein Gerichtsgut
achten zur Frage des Wegfalls der Kausalität einzuholen und subeventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um ein orthopädisches Gutachten einzuholen.
In prozessu
aler Hinsicht ersuchte er um
einen zweiten Schriftenwechsel (S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwer
deantwort vom 21. September 2016 (Urk. 7 und Urk. 10 [Nachtrag vom 22. September 2016]) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 28. Oktober 2016 (Urk. 13) und Duplik vom 25. November 2016 (Urk. 16) hiel
ten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest (vgl. auch Urk. 17).
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
30. September 2015
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
D
en
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/bb/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Be
weiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach
personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139
V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt, es gelte als erstellt, dass per 10. November 2015, nach dem Unfallereignis vom 30. September 2015, an der linken Schulter mit überwiegender Wahrscheinlich
keit ein Status quo sine (vel ante) eingetreten sei. Demzufolge sei die verfügte Leistungseinstellung per 31. Dezember 2015 nicht zu beanstanden (Urk. 2 S. 7 f.). Auf die Berichte ihrer Vertrauensärzte sei abzustellen und das Einholen eines Gerichtsgutachtens sei nicht angezeigt (Urk. 7 S. 4).
In der Duplik (Urk. 16) fügte sie an, eine richtunggebende Verschlimmerung sei röntgenologisch nicht ausgewiesen und müsste von der altersüblichen Progres
sion abzugrenzen sein. Dies treffe in casu nicht zu. Zudem sei der Beschwerde
führer Anfang Juni 2016 vollständig beschwerdefrei gewesen, was gegen eine richtunggebende Verschlimmerung spreche (S. 2). Es sei sicher, dass im Unfall
zeitpunkt degenerative Veränderungen an der linken Schulter vorbestanden hätten. Bewegungseinschränkungen am 28. Januar 2016 würden auf krank
heitsbedingten Ursachen beruhen (S. 3).
2.2
Der
Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, die Beschwerdegegnerin habe das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und UVG, insbesondere den Untersuchungsgrundsatz gemäss
Art.
43 ATSG
,
verletzt. Ebenso
habe sie keine umfassende und pflichtgemässe Beweis
würdigung vorgenommen. Die Kausalität bestehe wegen des protrahierten Ver
laufs aufgrund der Frozen shoulder bis zur Reevaluation per Ende Januar 2016. Es sei notorisch und medizinisch evident, dass eine Frozen shoulder den Heilverlauf deutlich verlängere. Es könne nicht angehen, aufgrund der rechtli
chen Konstruktion bei Vorzuständen (status quo sine) die unfallversicherungs
rechtlichen Leistungen trotz protrahiertem Verlauf faktisch zu verkürzen. Die Ausführungen des Vertrauensarztes Prof. Dr. med. B.___, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, seien widersprüchlich zur Aussage von Dr. med. C.___, praktischer Arzt FMH, und mangels Begründung auch nicht schlüssig. Seiner Aussage komme kein voller Beweiswert zu (Urk. 1 S. 4).
Replicando bekräftigte der Beschwerdeführer, ein Wegfall der Kausalität sei nicht erstellt, weshalb ein entsprechendes Gutachten einzuholen sei (Urk. 13).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin über den 3
1.
Dezember 2015 hinaus leistungspflichtig ist.
3.
3.1
Nach einer telefonischen Konsultation mit dem Hausarzt am Unfalltag (Urk. 9/M14 S. 1) gab Dr. med. D.___, Spezialarzt für Neuroradiologie an der A.___, in seinem auf Zuweisung durch Dr. Z.___ angefer
tigten MRI vom 6. Oktober 2015 in seinem Bericht vom selben Datum (Urk. 9/M13) über den MRI-Befund der linken Schulter Folgendes an:
-
intakte Rotatorenmanschette mit minimaler bursaseitiger Partialruptur der Supraspinatussehne
-
Mukoid verändertes superioranteriores Labrum mit Dislokation und wahr
scheinlich auch Ruptur
-
Knorpelglatze des inferioren, anterioren Anteils des Glenoids
-
SLAP-Läsion Typ 2
Dr. Z.___ bescheinigte daraufhin im Zeugnis vom 12. Oktober 2015 (Urk. 9/M15) eine Arbeitsunfähigkeit
vom 3
0.
September bis 3
0.
November 201
5. Unter dem Eintrag vom 6. Oktober 2015 erwähnte er zudem, dass der Beschwerdeführer wegen eines
Rückenleidens
im Moment
zu 100
%
arbeitsun
fähig sei (Urk. 9/M14).
3.2
Auf Zuweisung durch Dr. Z.___ nannte Dr. D.___ in seinem Röntgenbericht vom 9. Dezember 2015 (Urk. 9/M8) als Befund eine regelrechte Artikulation und osteochondrotische Veränderungen am inferioren Gelenkspalt in der linken Schulter. Frakturen oder Weichteilverkalkung konnte er keine feststellen.
3.3
Hausarzt Dr. Z.___ führte in seinem Bericht vom 15. Dezember 2015 (Urk. 9/M9) aus, wegen der schmerzhaften Bewegungseinschränkung (Frozen shoulder rechts) sei es dem Beschwerdeführer im Moment nicht möglich, seine Arbeit als Anästhesist (mittelschwere, körperliche Tätigkeit, Beatmung der Pati
enten mit der Maske, Intubation, Mithilfe bei Lagerung der Patienten) durchzu
führen. Dr. Z.___ attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall vom 30. September 2015.
3.4
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr. C.___ nahm in seinem Schrei
ben vom 29. Dezember 2015 (Urk. 9/M6) auf die an ihn von der Beschwerde
gegnerin gestellten Fragen (Urk. 9/M7) wie folgt Stellung: Die erhobenen Diag
nosen (MRI vom 6. Oktober 2015) stünden überwiegend wahrscheinlich in ei
nem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 30. September 2015, weil ein Sturz auf die
Schulter mindestens zu einer vorübergehenden Traumati
sierung der Schulter führen könne. Als unfallfremd
seien die
degenerative
n
Veränderungen im Bereich des Knorpels, aber auch im Bereich der Supraspi
natussehne wie auch im Bereich des Limbus
zu bezeichnen
(S. 1). Der bisherige Verlauf mit einer Verschlechterungstendenz der Funktion sei Hinweis dafür, dass das Ereignis vom 3
0.
September 2015 zu einer richtunggebende
n
Ver
schlimmerung des Vorzustandes führen
werde. Der Status quo sine sei noch nicht erreicht. Die vom Hausarzt attestierte Arbeitsunfähigkeit sei nachvollzieh
bar. Er empfehle, ab Ende Januar 2016 die Arbeitsfähigkeit zu überprüfen. Der Heilverlauf sei bisher protrahiert und nicht ganz befriedigend. Eine Physiothe
rapie sei zwingend notwendig, weil die Schulter zu einer zunehmenden Funk
tionseinschränkung im Sinne einer Frozen shoulder tendiere. Die weitere Be
handlung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt notwendig. Da die Läsionen eher degenerativ bedingt seien, seien diese nicht zwingend chirurgisch anzugehen. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei unfallbedingt klar ausgewiesen (S. 2).
3.5
Auf Zuweisung durch Dr. Z.___ erhob Dr. med. E.___, Spezialarzt für Radiolo
gie, A.___, gestützt auf das am 28. Januar 2016 erfolgte MRI der linken Schulter in seinem Bericht vom selben Datum (Urk. 9/M4) fol
genden Befund: Gegenüber dem 6. Oktober 2015 bestehe eine stationäre Omarthrose mit degeneriertem und partiell eingerissenen superioren Labrum (SLAP). Unverändert zeige sich ein feiner Unterflächenriss der Supraspinatus
sehne. Es bestünden keine Muskelatrophien oder ein Hinweis auf ein Impinge
ment.
3.6
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Prof.
Dr. B.___,
führte in sei
ner
Aktenbeurteilung
vom
4.
Februar 2016 (
Urk.
9/M2) aus, die erhobenen Di
agnosen würden nurmehr möglicherweise in einem natürlichen Kausalzusam
menhang zum Ereignis vom 3
0.
September 2015 stehen. Das MRI der linken Schulter vom
6.
Oktober 2015 zeige ausgedehnte degenerative Veränderungen
als Vorzustand. Die bursaseitige minimale Partialruptur gehöre sozusagen dazu. Der Unfall habe die unfallfremden Faktoren vorübergehend verschlimmert. Am 3. beziehungsweise am 10. November 2015 werde eine Verschlimmerung fest
gestellt, die auf das krankhafte Leiden zurückzuführen sei. Der Status quo sine sei daher am 10. November 2015 erreicht (S. 2). Er bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 30. September 2015 bis „heute“ und gab unter „aktuelle Arbeitsunfähigkeit“ eine solche von 100 % an.
3.7
Der behandelnde Dr. Z.___ nannte in seinem Bericht vom 31. März 2016 (Urk. 9/M1) zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers als Diagnose eine Schulterkontusion links vom 30. September 2015 und arthrotische Verän
derungen des linken Schultergelenkes. Bei der Erstuntersuchung am 6. Oktober 2015 habe ein äusserlich unauffälliges Schultergelenk links bestanden. Äusserli
che Läsionen wie Hautläsionen und Blutungen seien keine zu sehen gewesen. Es habe eine massive Bewegungseinschränkung der linken Schulter bestanden    (S. 1). Für eine nicht-degenerativ veränderte Schulterkontusion hätte er mit Be
schwerden während drei Monaten gerechnet. Dies bedeute, dass es ohne arthro
tische Veränderungen bei einer einfachen Schultergelenkskontusion nach drei Monaten zu einer vollständigen Heilung gekommen wäre, so dass die Arbeits
unfähigkeit bis Ende 2015 gerechtfertigt sei (S. 2).
3.8
Die Orthopäden der F.___ führten in ihrem Sprechstunden- be
richt vom 6. Juni 2016 (Urk. 3) aus, es sei für sie nicht mehr möglich, die Arbeitsfähigkeit rückwirkend zu beurteilen. Anhand der
Röntgen
bilder sähen sie jedoch eine Osteopenie, welche auf eine Frozen shoulder hin
weisen könne. Dieses Krankheitsbild verlaufe generell in Stadien ab mit an
fänglich stärksten Schmerzen
, Übergang in Steifigkeit sowie schlussendlich Selbstlimitierung nach durchschnittlich 18 Monaten. Daher sei der zeitliche Ar
beitsausfall von Ende September 2015 bis Ende März 2016 (sechs Monate) mit diesem Krankheitsbild zu erklären (S. 2).
4.
4.1
Gestützt auf die medizinischen Akten, insbesondere aufgrund der bildgebenden Befunde, ist ein krankhafter Vorzustand
zum Unfallzeitpunkt vom 30. September 2015
ausgewiesen
: Das MRI vom 6. Oktober 2015 zeigte unter anderem ein leicht degenerativ verändertes Labrum glenoidale (E. 3.1 hievor). Dem Röntgenbefund von Dr. D.___ vom 9. Dezember 2015 (E. 3.2 hievor) kann entnommen werden, dass in der linken Schulter osteochondrotische Verände
rungen am inferioren Gelenkspalt bestehen. Gemäss MRI-Bericht vom 28. Januar 2016 leidet der Beschwerdeführer an einer stationären Omarthrose mit degeneriertem und partiell eingerissenen superioren Labrum (E. 3.5 hievor).
Unbestritten ist sodann, dass
es durch den Unfall vom 3
0.
September 2015 zu einer Verschlimmerung
dieses Vorzustandes
gekommen ist. Fraglich ist, ob und ab welchem Zeitpunkt beim Beschwerdeführer der Status quo sine eingetreten ist.
4.2
Gemäss
Prof.
Dr. B.___
wurde der Status quo sine am 10. November 2015 erreicht. Seine
diesbezügliche Beurteilung steht im Einklang mit der Ansicht des Hausarztes
Dr. Z.___
. Gestützt
auf die grundsätzlich unauffälligen Befunde (unauffälliges Schultergelenk, keine äusserlichen Läsionen) hielt dieser in sei
nem Bericht
vom 3
1.
März 2016
vorerst fest, dass beim Beschwerdeführer am linken Schultergelenk arthrotische Veränderungen bestünden, und führte schliesslich nachvollziehbar aus, dass eine einfache, nicht-degenerativ verän
derte Schulterkontusion (ohne arthrotische Veränderungen) nach drei Monaten wieder vollständig abgeheilt wäre
(E. 3.7 hievor).
Dies wird auch durch die
zeit
nahen bildgebenden Abklärungen (MRIs und Röntgenbild)
gestützt, welche - abgesehen von den degenerativ bedingten Veränderungen – praktisch intakte Befunde zeigten. Damit ist
rö
ntgenologisch - entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers (Urk. 13 S. 3) - auch keine
richtunggebende Verschlimmerung
ausgewiesen, welche
sich
von der altersüblichen Progression
abhebt.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk.
1 S. 4)
dokumentierte
Dr. C.___ sodann keine unfallkausale Frozen shoulder, sondern sprach ledig
lich von einer Tendenz zu einer solchen. Die Ärzte der F.___ spra
chen sich nicht klar für die Kausalität aus, zogen jedoch die Möglichkeit einer Frozen shoulder lediglich in Betracht (E. 3.8 hievor). Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 13 S. 3) ist dieser Bericht daher nicht geeignet, die Beurteilungen von Prof. Dr. B.___ und Dr. Z.___ in Zweifel zu ziehen, zumal die Fachärzte der F.___ die im Röntgenbild ausgemachte  Osteopenie als Krankheitsbild fassten
und
in diagnostischer Hinsicht arthroti
sche Schulterveränderungen beschrieben. Die im besagten Bericht ebenfalls er
wähnte Partialruptur der Supraspinatussehne wie auch die in den MRIs ausge
machte Labrumläsion schrieb keiner der befassten Ärzte dem Unfallereignis zu, sondern wurde mit degenerativen Ursachen in Verbindung gebracht. Dr. C.___ beschrieb die entsprechenden Veränderungen ausdrücklich als degenerativ (E. 3.4) und Dr. E.___ sprach in diesem Zusammenhang von einem degenerierten, partiell eingerissenen Labrum (E. 3.5). Die Schlussfolgerung von Prof. Dr. B.___, die Partialruptur gehöre zur degenerativen Veränderung dazu, erweist sich daher als plausibel.
4.3
D
ie Beurteilung
en
von Prof.
Dr. B.___
vom
4.
Februar 2016
und
von
Dr. Z.___
vom 3
1.
März 2016
sind
nachvollziehbar und schlüssig begründet
.
Prof. Dr. B.___ Einschätzung i
st in Kenntnis der kompletten Vorakten er
gangen;
mithin ist sie - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2.2)
- beweiskräftig
. Mit seiner fachärztlichen Qualifikation ist Prof.
Dr. B.___
für die Beurteilung der vorliegenden medizinischen Problematik
zudem
kompetent. Sowohl bei Prof.
Dr. B.___
als auch
Dr. Z.___
handelt es sich um Fachärzte (orthopädischer Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates bzw. Chirurgie), während
Dr. C.___
über keine solche Fachqualifikation verfügt.
Der Einschätzung des Prof. Dr. B.___ kann auch nicht allein deshalb der Beweiswert abgesprochen werden, weil er sich nicht mit der abweichenden Mei
nung von Dr. C.___ auseinandersetzte. Dieser begründete die von ihm postu
lierte Unfallkausalität lediglich mit dem unbefriedigenden Heilverlauf, was von vornherein nicht zu überzeugen vermag.
Zudem
erachtete
er eine richtungge
bende Verschlimmerung des Vorzustandes
letztlich bloss mit Blick auf die Zu
kunft für
denkbar. Gleichzeitig ging er bloss von der Möglichkeit einer Trauma
tisierung der Schulter durch den Sturz aus und nannte vorwiegend unfall
fremde, degenerative Veränderungen (E.
3.4 hievor).
Insgesamt kann der Entscheid gestützt auf die Ausführungen
von Prof. Dr. B.___
, welche vom behandelnden
Dr. Z.___
gestützt werden
,
gefällt werden. Das Einholen eines Gerichtsgutachtens ist nicht angezeigt (vgl.
Urk.
1 S. 5 und
Urk.
13 S. 3),
da von weiteren Abklärungen keine massgebenden Er
kenntnisse zu erwarten sind
(antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 90
E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
4.4
Nach dem Gesagten
kam es durch die Kontusion zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung des Vorzustandes. Spätestens ab 1. Januar 2016 stellt der Unfall vom 30. September 2015 jedoch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache der Gesundheitsbeeinträchtigung dar.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
AXA-ARAG Rechtsschutz AG
-
Helsana Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubKäser