# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 456decce-b360-519e-b340-6209bd82fd62
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2023 200 2023 393
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-393_2023-09-15.pdf

## Full Text

200 23 393 IV
LOU/ISD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. September 2023

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch B.________, dipl. Rechtsfachfrau HF C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog aufgrund eines psychischen Gesundheitsschadens seit dem 1. März 
2005 eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV; Akten der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 78). Seither 
wurden wiederholt Eingliederungsmassnahmen zugesprochen (vgl. AB 81, 
88, 97, 107, 113 f., 126) und der Rentenanspruch wurde mit Mitteilungen 
vom 18. April 2013 (AB 128) bzw. vom 16. Mai 2017 (AB 140) jeweils 
bestätigt. Im April 2021 liess der Versicherte durch seinen behandelnden 
Psychiater eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes 
melden und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Rente (AB 142). Die 
IVB traf medizinische Abklärungen, insbesondere holte sie ein vom 
16. April 2022 datierendes psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten ein 
(AB 173.1-173.3, 174.1). Gestützt darauf, nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (vgl. AB 175, 179, 188, 190, 194) und Eingang von zwei 
ergänzenden gutachterlichen Stellungnahmen vom 9. bzw. 18. November 
2022 (AB 187) hob die IVB die Rente mit Verfügung vom 21. April 2023 
(AB 196) per Ende des auf die Zustellung folgenden Monats auf. Einer all-
fälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung.

B.

Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch dipl. Rechtsfach-
frau HF C.________, B.________, mit Eingabe vom 19. Mai 2023 Be-
schwerde und stellte folgende Anträge:

"1. Die Verfügung vom 21. April 2023 sei aufzuheben.

 2. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung wieder herzu-
stellen. 

 3. Es sei eine ganze Rente zu sprechen. 

 4. Es sei durch das Gericht ein Obergutachten zu veranlassen.

 5. Gestützt auf das Obergutachten seien Eingliederungsmassnahmen 
zu prüfen und sofern angezeigt durchzuführen und bei erfolgloser 

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Eingliederung der Rentenanspruch erneut zu prüfen und mindes-
tens eine halbe Rente zuzusprechen.

 6. Eventualiter: Es sei die Sache der Beschwerdegegnerin zur Durch-
führung eines Obergutachtens und weiteren Abklärungen zurück-
zuweisen und anzuweisen, die halbe Rente sei weiterhin zu leis-
ten. Gestützt auf das Obergutachten seien Eingliederungsmass-
nahmen zu prüfen und sofern angezeigt durchzuführen und bei er-
folgloser Eingliederung der Rentenanspruch erneut zu prüfen und 
mindestens eine halbe Rente zuzusprechen.

 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin."

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2023 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Juni 2023 wies der Instruktions-
richter das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der auf-
schiebenden Wirkung ab. 

Mit Eingabe vom 27. Juli 2023 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er sich 
per 1. Juni 2023 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung gemeldet ha-
be und reichte zwei Arztzeugnisse des behandelnden Arztes ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. April 2023 
(AB 196). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Gemäss lit. c der Überg-
angsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 gilt für Ren-
tenbezügerinnen und -bezüger das bisherige Recht, sofern der Rentenan-
spruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und sie bei Inkraft-
treten dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben (Weiterentwick-
lung der IV; vgl. auch Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV], Kreis-
schreiben des über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR], Rz. 9100 ff.). Zwar erging die hier angefochtene Verfügung vom 
21. April 2023 (AB 196) nach dem 1. Januar 2022. Jedoch ist der Renten-
anspruch bereits vor dem Inkrafttreten der Änderungen entstanden und der 

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1963 geborene Beschwerdeführer (vgl. AB 1/1 Ziff. 1.3) war am 1. Januar 
2022 bereits 59 Jahre alte. Damit beurteilt sich die vorliegende Streitigkeit 
allein nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage (nach-
folgend: aArt.).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-
den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

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und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV 
Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 

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Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]). 

2.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

3.

3.1 Der revisionsrechtlich massgebende Vergleichszeitpunkt (vgl. 
E. 2.5.3 hiervor) bildet die ursprüngliche Rentenzusprache vom 18. Januar 
2008 (AB 78), als dem Beschwerdeführer ab dem 1. März 2005 bei einem 
Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente zugesprochen wurde. Der die-
ser Verfügung zugrundeliegende Sachverhalt ist mit demjenigen zu verglei-
chen, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
21. April 2023 (AB 196) entwickelt hat. Revisionsrechtlich unbeachtlich sind 
dagegen die formlosen Mitteilungen vom 18. März 2013 (AB 128) und vom 
16. Mai 2017 (AB 140), da diese nicht auf einer umfassenden materiellen 
Prüfung des Rentenanspruchs nach Massgabe der Rechtsprechung beruh-
ten (vgl. E. 2.5.3 hiervor). 

3.2 Die Verfügung vom 18. Januar 2008 (AB 78) basierte in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
16. März 2004 (AB 13) und der ergänzenden gutachterlichen Stellungnah-
me vom 21. Juni 2004 (AB 15), dem Schreiben von Dipl. Psych. 
E.________ und Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 

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Medizin, vom 12. September 2005 (AB 39), dem Schreiben von Dr. med. 
G.________, Facharzt für Neurologie, vom 8. Juni 2006 (AB 49) und dem 
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. H.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. September 2006 (AB 55) und der 
ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme vom 1. März 2007 (AB 58).

3.2.1 Dr. med. D.________ diagnostizierte eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung mit narzisstisch-depressiven Anteilen (ICD-10 F61.0). In 
Drucksituationen brächen depressive Anteile auf; aktuell bestünde eine 
mittelschwere depressive Störung (ICD-10 F32.2). In Übereinstimmung mit 
dem Hausarzt und dem behandelnden Psychotherapeuten seien berufliche 
Massnahmen angezeigt. Gelinge es, die sprachliche Integration des Be-
schwerdeführers zu erreichen, sollte es möglich sein, dass er wieder freibe-
ruflich Arbeiten finden könne, etwa in … oder …. Die Prognose sei offen, 
da der Beschwerdeführer die Tendenz habe, bei ihm nicht angemessenen 
Tätigkeiten narzisstisch-depressiv zu dekompensieren. Inhaltlich könne 
sich der Beschwerdeführer in intellektuellen Tätigkeiten psychisch entfal-
ten; in strafferen Hierarchien dürften freilich schwierige Autoritätsfragen 
aufbrechen. Der beruflich erfahrene … komme sich dann schikaniert vor, 
die … Vergangenheit und der emotional unerspriessliche familiäre Hinter-
grund holten ihn dann wieder ein (AB 13/6).

In der ergänzenden Stellungnahme vom 21. Juni 2004 (AB 15) hielt 
Dr. med. D.________ unter Verweis auf das Gutachten fest, beim Be-
schwerdeführer bestehe die Disposition, bei ihm nicht zusagenden Arbeiten 
narzisstisch-depressiv-suizidal einzubrechen. Während er sich im … habe 
entfalten und sich als wertvolle Person erleben können, fühle er sich durch 
Hilfsarbeitstätigkeiten emotional vernichtet, wertlos und überflüssig. Ent-
sprechend müsse der Beschwerdeführer für Hilfsarbeiten zu mehr als 80 % 
arbeitsunfähig bezeichnet werden. 

3.2.2 Dem Schreiben von Dipl. Psych. E.________ und Dr. med. 
F.________ vom 12. September 2005 (AB 39) ist im Wesentlichen zu ent-
nehmen, der Beschwerdeführer stehe aufgrund einer mittelschweren bis 
schweren Depression (ICD-10 F32.1) seit zwei Jahren in psychotherapeuti-
scher Behandlung. Wenn der Beschwerdeführer über ausreichende 
Deutschkenntnisse verfüge, werde er sich ohne Zweifel dauerhaft in die 

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Gesellschaft integrieren. Es werde daher beantragt, den aktuellen …-Kurs 
(vgl. dazu AB 35) für mindestens ein halbes Jahr zu unterbrechen und ei-
nen Deutsch-Intensivkurs zu bewilligen. Um eine auch für das soziale Netz 
befriedigende und anhaltende Lösung zu erreichen, sollte eine finanzielle 
oder anderweitige Unterstützung in dieser Richtung ernsthaft erwogen wer-
den. 

3.2.3 Im Bericht vom 8. Juni 2006 (AB 49) hielt Dr. med. G.________ fest, 
der Beschwerdeführer befinde sich seit Februar 2006 bei ihm in neuro-
psychiatrischer Behandlung in monatlichen Abständen. Bei der ersten Kon-
sultation habe eine schwere Depression bestanden. Es habe sich heraus-
gestellt, dass für den Beschwerdeführer neben vielen belastenden Ereig-
nissen in seiner politischen und beruflichen vergangenen Tätigkeit bzw. in 
seinem soziokulturellen und familiären Umfeld der Besuch der … (vgl. dazu 
AB 35) eine grosse Belastung darstelle. Er habe bis jetzt überhaupt keinen 
Sinn in dieser Umschulung gefunden. Er habe auch keinen mentalen und 
emotionalen Bezug zur Schule. Wegen der ausgeprägten Konzentrations-
störungen habe er auch Mühe, dem Unterricht zu folgen respektive am 
Lehrmaterial zu arbeiten, was aus medizinischer Sicht nachvollziehbar sei. 
Die erfolgte Krankschreibung für die Schule habe eine gewisse Beruhigung 
und Besserung hervorgebracht. Realistisch gesehen sei es sehr schwierig 
bis fast unmöglich, den Beschwerdeführer in der Schweiz in die Gesell-
schaft beruflich wieder zu integrieren. Er könne seine bisherigen Erfahrun-
gen als … in der Schweiz aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen. 
Seine Belastbarkeit sei stark reduziert. Er sei immer suizidgefährdet und 
könne nicht einmal kleine Probleme bzw. Belastungen ertragen. Man müs-
se ihn in jeder Hinsicht sorgfältig und schonend betreuen. Der vernünftigste 
und auch therapeutisch wirksamste Weg sei, den Beschwerdeführer zu 
berenten und ihn damit finanziell etwas zu entlasten. Eine IV-Rente wäre 
von grosser therapeutischer Bedeutung.

3.2.4 Im Gutachten vom 15. September 2006 (AB 55) diagnostiziert 
Dr. med. H.________ eine mittelgradige depressive Episode mit somati-
schen Symptomen (ICD-10 F32.11), eine narzisstische Persönlichkeitss-
törung (ICD-10 F60.8), eine Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 
F43.1) und einen episodischen Alkoholabusus (ICD-10 F10.1) mit Auswir-

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kung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 55/7 Ziff. 6.1). In der angestammten 
Tätigkeit als ungelernter freiberuflicher … oder … bestehe eine circa 
40%ige Arbeitsfähigkeit. Wenn es eine solche Arbeitsstelle gäbe, die dem 
Beschwerdeführer das Arbeiten bzw. Schreiben in … Sprache erlaube, 
wäre er in der Lage, in einer 70 bis 80%igen Präsenzzeit zu arbeiten, wobei 
während dieser Zeit eine massive Leistungsminderung wegen der depres-
siven Niedergeschlagenheit, der Antriebsminderung, der Verlangsamung, 
der Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie 
der reduzierten psychischen Belastbarkeit aufgrund von Kritikunfähigkeit 
und Frustrationsintoleranz bestehe, was zu der resultierenden effektiven 
Arbeitsfähigkeit von etwa 40 % führe. Aufgrund der Neigung des Be-
schwerdeführers, mit seinen Vorgesetzten in Konflikt zu geraten, sei eine 
selbstständige Tätigkeit einer angestellten vorzuziehen. Ungelernte körper-
liche Hilfsarbeiten seien dem Beschwerdeführer nicht zumutbar. Bei der 
Verweisung auf eine solche Tätigkeit, die der Beschwerdeführer als mas-
sivste Kränkung erleben würde, würde er mit akuter Suizidalität mit einem 
sehr hohen Risiko des Umsetzens seiner suizidalen Absichten reagieren. 
Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, seine persönlichkeitsbedingt 
erhöhte Kränkbarkeit willentlich zu überwinden (AB 55/8 f.).

In der ergänzenden Stellungnahme vom 1. März 2007 (AB 58) hielt 
Dr. med. H.________ daran fest, dem Beschwerdeführer sei eine Tätigkeit 
als ungelernter … nicht zumutbar, da dies höchstwahrscheinlich zu einer 
depressiv-suizidalen Dekompensation führen würde mit einem sehr hohen 
Risiko eines erfolgreichen Suizides. Immerhin aber bestehe in einer …-… 
Tätigkeit, welche nicht ein eigenständiges produktives Arbeiten wie im … 
beinhalte, sondern mit vorgegebenen und wiederkehrenden Aufgabenstel-
lungen verbunden sei, eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Bei einer solchen 
Tätigkeit wäre der Beschwerdeführer durch seine depressive Symptomatik 
weniger eingeschränkt; die persönlichkeitsbedingte Problematik würde sich 
jedoch ebenfalls in Form von zwischenmenschlichen Konflikten äussern. 
Dass der Beschwerdeführer für solche Tätigkeiten nicht über ausreichende 
Sprachkenntnisse verfüge, sei ein invaliditätsfremder Faktor. Die unter an-
derem diagnostizierte mittelgradige depressive Episode sei grossteils reak-
tiv bedingt, grundsätzlich behandelbar und unterliege der Willensanstren-
gung des Beschwerdeführers. Ebenso sollte der wahrscheinlich episodi-

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sche, sekundäre Alkoholkonsum in einer ambulanten Therapie angegan-
gen werden. Hierzu wären ein Medikamentenspiegel und Laborkontrollen 
der Leberwerte hilfreich. Diesen beiden Störungen komme aber im Ver-
gleich zur Persönlichkeitsstörung nur eine untergeordnete Rolle bezüglich 
der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu. Die seit mindestens Sommer 
2006 (Abbruch der Umschulungsmassnahme wegen schwerer Depression 
laut Berufsberaterin) bestehende derzeitige Arbeitsfähigkeit von 40 % in 
der angestammten Tätigkeit als … könne selbst bei gesicherter Compli-
ance und Alkoholabstinenz, bei professionell durchgeführter "erfolgreicher" 
Behandlung durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit 
Besserung der depressiven und posttraumatischen Symptomatik realistisch 
nur um 10 bis 20 % gesteigert werden. 

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 21. April 2023 (AB 196) basiert in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem bidisziplinären psychia-
trisch-rheumatologischen Gutachten der Dres med. I.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, und J.________, Facharzt für Rheuma-
tologie, vom 16. April 2022 (AB 173.2 [Konsensbeurteilung], AB 173.1, 
174.1). 

3.3.1 Im rheumatologischen Teilgutachten stellte Dr. med. J.________ 
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen 
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Fibromyalgie, Span-
nungskopfschmerzen, Migräne und einen Verdacht auf durch Analgetika 
induzierte Kopfschmerzen, eine Muskeldekonditionierung, eine anamnesti-
sche Behandlung wegen Schlafapnoe, aktenanamnestisch am ehesten 
eine pseudomembranöse Colitis, aktenanamnestisch eine Lebersteatose, 
eine Splenomegalie, einen Status nach cavernöser Lungen TBC 1983, 
anamnestisch einen Status nach dreimaligen Operationen wegen Polypen 
in der Nase (letztmals vor zehn Jahren), anamnestisch einen Status nach 
Leistenhernienoperationen links vor sieben und rechts vor vier Jahren und 
anamnestisch zwei Mal Operationen wegen Hämorrhoiden (AB 174.1/17 f. 
Ziff. 6). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … bestehe aus rheumatolo-
gischer Sicht weder aktuell eine Arbeitsunfähigkeit noch habe je eine sol-
che bestanden. Bezüglich einer angepassten Tätigkeit könne der Be-
schwerdeführer aufgrund der Muskeldekonditionierung derzeit nur leichte 

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bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten ausführen. Wenn es gelinge, die 
Muskulatur zu kräftigen, wäre auch eine mittelschwere Arbeit zumutbar 
(AB 174.1/20).

3.3.2 Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. med. 
I.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Restsymptomatik 
einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), ein Alkoholab-
hängigkeitssyndrom mit andauerndem Substanzgebrauch (ICD-10 F10.25) 
und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor allem narzisstischen, 
zum Teil aber auch zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0). Als Diagnosen 
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Verdacht auf eine 
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54; AB 173.1/20 f. Ziff. 6.3). 

Im Rahmen der medizinischen Beurteilung hielt Dr. med. I.________ unter 
anderem fest, die vom Beschwerdeführer angenommene dauerhafte 
vollständige Arbeitsunfähigkeit könne aufgrund der aktuellen Untersuchung 
nicht objektiviert werden. Die Angaben des Beschwerdeführers könnten 
nicht immer als konsistent beurteilt werden und seien manchmal auch wi-
dersprüchlich. So ergäben sich etwa bezüglich der geklagten Schmerzen 
Diskrepanzen und die subjektiv bestehenden erheblichsten Beeinträchti-
gungen der Konzentrationsfähigkeit hätten nicht festgestellt werden kön-
nen. Die beklagten Stimmungsbeeinträchtigungen hätten sich rein klinisch 
ebenfalls nicht feststellen lassen. Insgesamt und unter Berücksichtigung 
aller Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten seien die Angaben des 
Beschwerdeführers als nicht sehr plausibel zu beurteilen. Die Frequenz der 
psychiatrischen Behandlung sei angesichts der vom behandelnden Arzt 
diagnostizierten erheblichen und schweren psychischen Krankheit unzurei-
chend. Es müsse ferner davon ausgegangen werden, dass der Beschwer-
deführer die ihm verordneten Psychopharmaka nicht regelmässig einneh-
me (AB 173.1/18-20). Bezüglich der erheblichen Diskrepanzen zwischen 
der subjektiv geklagten Intensität der Beschwerden und der während der 
Untersuchung feststellbaren Befunde, Inkonsistenzen und Widersprüch-
lichkeiten könne eine gewisse bewusstseinsnahe Aggravationstendenz 
nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer klage 
auch über eine gewisse Angst vor Mitmenschen, weswegen er die Woh-
nung nicht mehr verlasse, obwohl er gleichzeitig alleine mit dem öffentli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 13

chen Verkehr zu seinem Psychiater nach … fahre, täglich spazieren gehe 
und mit seiner Partnerin die Einkäufe erledige. Zu Hause scheine er einen 
vorwiegend passiven Lebensstil zu führen. Er beteilige sich nicht an den 
Haushaltsarbeiten und überlasse diese seiner zu 100 % berufstätigen Part-
nerin. Während der psychiatrischen Untersuchung habe der Beschwerde-
führer zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hinterlassen, unter einer schwe-
ren Depression zu leiden. Im Vergleich mit den Befunden des Gutachtens 
von Dr. med. H.________ vom 25. September 2006 (AB 55) sei es diesbe-
züglich zu einer deutlichen Verbesserung gekommen. Insbesondere lies-
sen sich aktuell keine Antriebsminderung sowie keine mittelschwer bis 
schwer depressive Niedergeschlagenheit, keine starre Mimik und auch 
keine deutlich reduzierte affektive Schwingungsfähigkeit feststellen. Nach 
wie vor sei jedoch von einer leichten psychomotorischen Verlangsamung 
auszugehen. Des Weiteren liessen sich auch deutliche Verbesserungen in 
Zusammenhang mit der posttraumatischen Belastungsstörung feststellen. 
Während der aktuellen Untersuchung liessen sich keine Ängstlichkeit, kei-
ne Schreckhaftigkeit und keine Hypervigilanz sowie keine Dissoziationen 
nachweisen (AB 173.1/23). Es sei festzuhalten, dass sich der Beschwerde-
führer im Zeitraum von 2005 bis 2018 in keiner fachärztlichen psychiatri-
schen/psychotherapeutischen Behandlung befunden habe; grundsätzlich 
gar bis zur Behandlungsaufnahme bei Dr. med. K.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, im Mai 2020. Im Gegensatz zur vom be-
handelnden Arzt diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, 
gegenwärtig schwergradige depressive Episode mit psychotischen Sym-
ptomen, lasse sich aufgrund der aktuellen Untersuchung keine depressive 
Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung 
mehr feststellen (AB 173.1/25). Es bestehe schliesslich eine psychische 
und Verhaltensstörung durch Alkohol im Sinne eines Alkoholabhängigkeits-
syndroms. Dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der 
aktuellen Untersuchung als lediglich geringgradig zu beurteilen 
(AB 173.1/26).

In der versicherungsmedizinischen Beurteilung führte Dr. med. I.________ 
aus, aufgrund der vielen Inkonsistenzen, der Widersprüchlichkeiten und der 
fehlenden Plausibilität liessen sich keine relevanten Aussagen betreffend 
die Ressourcen machen. In diagnostischer Hinsicht sei unter anderem von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 14

einer kombinierten Persönlichkeitsstörung auszugehen. Der Schweregrad 
derselben sei jedoch unter Berücksichtigung aller Faktoren als leichtgradig 
zu beurteilen, insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen Untersu-
chungssituation, in welcher keine schwerwiegenden narzisstischen Psy-
chopathologien hätten festgestellt werden können. Es hätten auch keine 
schwerwiegenden Zwangsstörungen festgestellt werden können. Funkti-
onseinschränkungen bestünden aufgrund der Restsymptomatik der PTBS 
und der leichtgradigen kombinierten Persönlichkeitsstörung. Diese führten 
zu einer verminderten psychophysischen Belastbarkeit und einer vermin-
derten Arbeitsfähigkeit (AB 173.1/27 Ziff. 7.2).

Insgesamt bestehe sowohl in der bisherigen als auch einer angepassten 
Tätigkeit spätestens seit 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 5.6 Stunden pro 
Tag bzw. 70 %. Es könne davon ausgegangen werden, dass es kurze Zeit 
nach der Begutachtung durch Dr. med. H.________ zu einer gewissen 
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen sein 
müsse. Im Vergleich mit den Befunden des Vorgutachtens liessen sich ak-
tuell etwa keine depressiven Befunde mehr erheben (AB 173.1/27 ff.). 

3.3.3 In der gutachterlichen Konsensbeurteilung hielten die Dres. med. 
J.________ und I.________ fest, da sich aus rein rheumatologischer Sicht 
keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen lasse, könne 
als gemeinsame Konsensbeurteilung diejenige des psychiatrischen Gut-
achtens uneingeschränkt übernommen werden (AB 173.2/4 Ziff. 4.1).

3.3.4 Dr. med. J.________ hielt in der ergänzenden Stellungnahme vom 
9. November 2022 (AB 187/1 f.) im Wesentlichen fest, aus rein rheumato-
logischer Sicht könnten die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden 
nicht erklärt werden. Der Beschwerdeführer erfülle die Kriterien für eine 
Fibromyalgie. Hierbei handle es sich um ein rein subjektives Beschwerde-
bild. Eine rheumatologische Somatose sei gezielt ausgeschlossen worden, 
weshalb von einer psychiatrisch zu beurteilenden Schmerzstörung auszu-
gehen sei.

3.3.5 In der ergänzenden Stellungnahme vom 18. November 2022 
(AB 187/3-7) führte Dr. med. I.________ unter Bezugnahme auf den Be-
richt des behandelnden Psychiaters vom 22. Juni 2022 (vgl. dazu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 15

AB 179/8-17) im Wesentlichen aus, die darin vertretene Diagnostik stütze 
sich im Wesentlichen auf die subjektiv geklagten Beschwerden, während 
keine objektiven Befunde beschrieben würden. Sie stehe zudem in einem 
unübersehbaren Widerspruch zur (vergangenen) Nichtinanspruchnahme 
von therapeutischen Optionen, den gutachterlich beschriebenen Inkonsis-
tenzen und Widersprüchlichkeiten und den erhobenen objektiven Befun-
den. Den Einwänden des Beschwerdeführers (vgl. dazu AB 179/1-7) ent-
gegnete Dr. med. I.________, aufgrund der recht eindeutigen und klaren 
klinischen Verhältnisse sei aus gutachterlicher Sicht auf testpsychologische 
Zusatzuntersuchungen verzichtet worden. Die zwischen 2005 und 2020 
erfolgte, nicht fachärztliche Therapie sei in keiner Art und Weise lege artis 
durchgeführt worden. Insgesamt vermöchten die Argumente der Rechtsver-
treterin des Beschwerdeführers nicht zu überzeugen, so dass – nach 
nochmaliger Konsensbeurteilung mit Dr. med. J.________ – an den Dia-
gnosen und Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit im Gutachten festzuhalten 
sei.

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 16

E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).3.5

3.5

3.5.1 Das bidisziplinäre Gutachten vom 16. April 2022 (AB 173.2) einsch-
liesslich der Teilgutachten (AB 173.1, 174.1) und die ergänzenden gutach-
terlichen Stellungnahmen vom 9. bzw. 18. November 2022 (AB 187) erfül-
len die vorerwähnten Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweis-
kräftige versicherungsexterne medizinische Expertise und erbringen vollen 
Beweis (vgl. E. 3.4 hiervor). Die gutachterlichen Feststellungen und Aus-
führungen beruhen auf umfassenden fachärztlichen Abklärungen und sind 
in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie der geklagten Einschrän-
kungen getroffen worden. Gestützt darauf sowie die durchgeführte Zusatz-
diagnostik (vgl. dazu AB 173.3, 174.1/17) legten die Gutachter die medizi-
nischen Zusammenhänge einleuchtend dar und begründeten die daraus 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur medi-
zinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Die Gut-
achter nahmen zudem zur Frage nach der revisionsbegründenden Verän-
derung des Gesundheitszustandes respektive der Arbeitsfähigkeit Stellung 
(vgl. SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1) und bejahten eine solche 
unter anderem aufgrund der im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung 
erhobenen objektiven Befunde, insbesondere eines deutlich verbesserten 
psychischen Gesundheitszustandes. Sie begründeten dies ferner mit den 
erheblichen Widersprüchlichkeiten und Inkonsistenzen im Sinne einer nicht 
auszuschliessenden bewusstseinsnahen Aggravationstendenz, der fehlen-
den Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen und der während 
Jahren erfolgten vollständig inadäquaten psychotherapeutischen Behand-
lung – entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung (vgl. 
Beschwerde S. 8) – einlässlich und umfassend (vgl. AB 173.1/21 ff.). Das 
Gutachten ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei, schlüssig sowie über-
zeugend. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag dessen 
Beweiswert nicht zu schmälern.

3.5.2 Die übrigen medizinischen Akten, insbesondere die abweichende 
Beurteilung des seit Mai 2020 behandelnden Psychiaters, Dr. med. 
K.________ (vgl. AB 142, 179/8-17), – zu welchen sich der psychiatrische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 17

Gutachter ausführlich äusserte (vgl. AB 187/3 ff.) – sind demgegenüber 
nicht geeignet, Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit der gutach-
terlichen Beurteilung zu wecken. Dies bereits deshalb nicht, weil die be-
handelnden Ärzte keine wichtigen neuen Aspekte benannten, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären, so-
dass die gestützt auf denselben medizinischen Sachverhalt erfolgten ab-
weichenden Einschätzungen das Gutachten nicht in Frage zu stellen ver-
mögen (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). 
Vielmehr stützte sich namentlich Dr. med. K.________ (zur beweisrechtli-
chen Bedeutung der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung von Hausärz-
ten und behandelnden Spezialärzten vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
statt vieler: Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. April 2021, 
8C_129/2021, E. 3 in fine mit Hinweisen) sowohl hinsichtlich der von ihm 
vertretenen, durchwegs als gravierend qualifizierten Diagnostik als auch in 
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit – wie bereits von Dr. med. I.________ kriti-
siert (vgl. AB 173.1/25) – direkt auf die unkritisch übernommenen, indes 
hier nicht massgebenden subjektiven Beschwerdeangaben respektive die 
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (vgl. dazu BGE 143 V 124 E. 
2.2.2 S. 127, 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296). Demgegenüber leitete er weder 
die von ihm vertretene Diagnostik nachvollziehbar her, noch nahm er eine 
sorgfältige Plausibilisierung der geklagten Beeinträchtigungen vor, insbe-
sondere mit Blick auf die Anforderungen des strukturierten Beweisverfah-
rens (vgl. vorne E. 2.3) her. Nichts anderes ergibt sich aus den vom Be-
schwerdeführer mit Eingabe vom 27. Juli 2023 eingereichten Arztzeugnisse 
(Beschwerdebeilage), da diese weder eine Diagnose noch eine Begrün-
dung für die darin attestierte Arbeitsunfähigkeit beinhalten und überdies als 
nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung datierend vorliegend ohne-
hin nicht zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 
138 E. 2.1 S. 140).

Demgegenüber leitete Dr. med. I.________ die von ihm gestellten Diagno-
sen gestützt auf eine umfassende klinische Untersuchung des Beschwer-
deführers (vgl. dazu Entscheid des BGer vom 18. November 2021, 
8C_534/2021, E. 4.1) und unter Berücksichtigung der geklagten Einschrän-
kungen sowie der Ergebnisse der rheumatologischen Abklärung nachvoll-
ziehbar und überzeugend begründet her (vgl. AB 173.1/18 ff., 187/3 ff.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 18

Dabei waren ihm sowohl der bisherige (psychiatrische) Behandlungsverlauf 
als auch die vom rheumatologischen Gutachter – bei gleichzeitiger Vernei-
nung eines Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(vgl. AB 174.1/17 Ziff. 6.1) – gemäss den formalen Kriterien aufgeworfene 
Diagnose einer Fibromyalgie (vgl. AB 174.1/19) bekannt und er nahm hier-
zu respektive zu den Schmerzangaben des Beschwerdeführers einlässlich 
Stellung (vgl. AB 173.1/21). Ohnehin aber kommt es für die Belange der 
Invalidenversicherung nicht auf die (genaue) Diagnose an, sondern einzig 
darauf, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat 
(Entscheid des BGer vom 17. August 2022, 8C_287/2022, E. 5.1.2 mit 
Hinweisen). Insgesamt ist entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen 
Auffassung (vgl. Beschwerde S. 7 f.) nicht ersichtlich, inwieweit das psych-
iatrische Teilgutachten unvollständig sein sollte. Für dessen Aussagegehalt 
kommt es zudem nicht in erster Linien auf die Dauer der Untersuchung an, 
sondern darauf, ob die Beurteilung inhaltlich vollständig und im Ergebnis 
schlüssig ist. Ebenso ist es grundsätzlich Sache des Gutachters zu ent-
scheiden, ob und welche Abklärungen und Untersuchungen für eine um-
fassende Expertise notwendig sind (Entscheid des BGer vom 3. August 
2020, 9C_355/2020, E. 3.2.1). Soweit Dr. med. I.________ mit Blick auf die 
vollständig erhobenen klinischen Befunde, die übrigen medizinischen Akten 
und das rheumatologische Teilgutachten auf weitere Explorationen respek-
tive zusätzliche (testpsychologische) Abklärungen verzichtete, stand dies in 
seinem Ermessen und ist nicht zu beanstanden.

3.6 Dem Voranstehenden zufolge bilden das bidisziplinäre Gutachten 
vom 16. April 2022 (AB 173.2) einschliesslich der Teilgutachten (AB 173.1, 
174.1) und die ergänzenden gutachterlichen Stellungnahmen vom 9. bzw. 
18. November 2022 (AB 187) eine zuverlässige Grundlage für die Beurtei-
lung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. Gestützt dar-
auf ist erstellt, dass sich der psychische Gesundheitszustand im massge-
benden Vergleichszeitraum insbesondere infolge Wegfalls des depressiven 
Geschehens erheblich verbessert hat und spätestens seit 2018 lediglich 
noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % für sämtliche Tätig-
keiten besteht (vgl. AB 173.1/23 und 28). Damit ist im Vergleichszeitraum 
unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten eine massgebende Verände-
rung der medizinischen Verhältnisse erstellt, die geeignet ist, den Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 19

ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. vorne 
E. 2.5.1). Der Rentenanspruch ist daher nachfolgend allseitig neu zu prüfen 
(vgl. vorne E. 2.5.3). Die Beschwerdegegnerin hat den medizinischen 
Sachverhalt hinreichend abgeklärt und von weiteren medizinischen Ab-
klärungen sind keine entscheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwar-
ten, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Angesichts der aus psychiatrischer Sicht ausgewiesenen hohen Arbeits-
fähigkeit für sämtliche Tätigkeiten erübrigt sich die Durchführung eines 
strukturierten Beweisverfahrens nach Massgabe von BGE 141 V 281 und 
143 V 209 (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 369; Entscheid des BGer vom 6. 
November 2018, 8C_445/2018, E. 5.5; E. 2.2.3 hiervor). Denn unabhängig 
davon, ob aus rechtlicher Sicht weiterhin von einem invalidenversiche-
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden mit Krankheitswert auszu-
gehen und folglich auf die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit von min-
destens 70 % abzustellen ist, besteht kein rentenbegründender Invali-
ditätsgrad (vgl. E. 4 hiernach). Abgesehen davon kann aus einer Indikato-
renprüfung keine höhere Arbeitsunfähigkeit resultieren als die medizinisch 
attestierte (vgl. Entscheid des BGer vom 29. Oktober 2020, 9C_507/2020, 
E. 3.2.1). 

4.

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens 
stellte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 
21. April 2023 (AB 196) für beide Vergleichseinkommen auf den ge-
schlechtsspezifischen Totalwert der Tabellenlöhne der Schweizerischen 
Lohnstrukturerhebung (LSE) ab und ermittelte in Anwendung der allgemei-
nen Methode des Einkommensvergleichs per 2021 einen rentenaussch-
liessenden Invaliditätsgrad von 30 % (vgl. AB 196/2 f.; vgl. vorne E. 2.4). 
Der von der Beschwerdegegnerin herangezogene LSE-Tabellenlohn ist 
angesichts des invalidenversicherungsfremden Verlusts der letzten Ar-
beitsstelle (vgl. AB 39/2, 55/6) und der Umstände, dass der Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 20

führer in der angestammten Tätigkeit dieselbe Arbeitsfähigkeit aufweist wie 
in einer angepassten Tätigkeit, über keine Berufsausbildung verfügt (vgl. 
AB 102; vgl. dazu BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 
153 E. 6.2.3) und die ihm zumutbare Resterwerbsfähigkeit nicht ausschöpft 
(vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2), nicht 
zu beanstanden. Einen Abzug vom lohnstatistisch ermittelten Invalidenein-
kommen (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481) gewährte die Beschwerdegegnerin insbesondere angesichts der ho-
hen Restarbeitsfähigkeit und bei einem nicht weitergehend einschränken-
den medizinischen Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 173.1/29 erstes Lemma) zu 
Recht nicht. Nachdem Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom 
selben Tabellenlohn zu berechnen sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Ta-
bellenlohn (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2), mithin im vorliegenden Fall 
30 % (100 % ./. 70 %; vgl. auch AB 196/2 f.). Dies wird denn auch vom 
rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer nicht bestritten. Daran ändert 
die vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Juli 2023 geltend gemach-
te Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung nichts, da sie nach Erlass 
der angefochtenen Verfügung erfolgte.

5.

5.1

5.1.1 Die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit richtet sich gemäss Art. 7 
Abs. 2 ATSG ausschliesslich nach den gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen, was auch im Revisionsfall (aArt. 17 Abs. 1 ATSG in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung) gilt. Nicht gesundheitlich beding-
te Eingliederungshindernisse haben daher bei der Invaliditätsbemessung 
auch im Revisionszusammenhang ausser Acht zu bleiben. Daher geht die 
ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, dass eine 
medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf 
dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist; praktisch bedeutet dies, 
dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 21

damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines 
tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann, und zwar auch bei 
langjährigem Rentenbezug. Diese Rechtsprechung entspricht dem Grund-
satz "Eingliederung statt Rente", wonach grundsätzlich keine Invalidenrente 
zugesprochen oder weiterhin ausgerichtet werden darf, solange und sobald 
eine Eingliederung einen rentenanspruchserheblichen Erfolg verspricht 
(SVR 2016 IV Nr. 27 S. 82 E. 5.1, 2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.2).

5.1.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist jedoch 
bei Personen, deren Rente revisions- oder wiedererwägungsweise herab-
gesetzt oder aufgehoben werden soll und die während mindestens fünf-
zehn Jahren eine Rente bezogen oder das 55. Altersjahr zurückgelegt ha-
ben, trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorder-
hand weiterhin eine Rente auszurichten, bis mit Hilfe medizinisch-
rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoreti-
sche Leistungspotential ausgeschöpft werden kann, weil in jedem Einzelfall 
feststehen muss, dass die (wiedergewonnene) Erwerbsfähigkeit auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (erneut) verwertbar ist. Eine unmittelbare 
Anrechenbarkeit des auf der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit 
beruhenden (höheren) Invalideneinkommens ist dann zu verneinen, wenn 
Eingliederungsmassnahmen entweder aus medizinischer oder aus beruf-
lich-erwerblicher Sicht unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung des 
(potentiellen) funktionellen Leistungsvermögens sind. Aus medizinischer 
Sicht fällt der Schluss der (vorläufigen) Nichtanrechenbarkeit eines (höhe-
ren) Invalideneinkommens in Betracht, wenn das grundsätzlich attestierte 
Leistungsvermögen in der ärztlichen Beurteilung unter den ausdrücklichen 
Vorbehalt der Durchführung befähigender Massnahmen gestellt wird. Aus 
beruflich-erwerblicher Sicht können im Einzelfall Erfordernisse des Ar-
beitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungs-
fähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, 
wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines 
bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigen-
der Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Per-
son nicht möglich ist (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211, 141 V 5 E. 4.1 S. 7; 
SVR 2019 IV Nr. 38 S. 121 E. 5.2, 2016 IV Nr. 27 S. 81 E. 5.1, 2011 IV 
Nr. 30 S. 88 E. 4.2.1 und 4.2.2, Nr. 73 S. 222 E. 3.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 22

5.1.3 Ist einer versicherten Person die Verwertung einer Restarbeitsfähig-
keit seit Jahren zumutbar und die berufliche Selbstintegration seither allein 
aus invaliditätsfremden Gründen unterblieben, ist die arbeitsmarktliche 
Desintegration nicht invaliditätsbedingt. In einem solchen Fall besteht vor 
der Rentenaufhebung kein Anspruch auf Abklärung bzw. Durchführung 
beruflicher Eingliederungsmassnahmen (SVR 2018 IV Nr. 11 S. 36 E. 4.3).

5.1.4 Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen vor Rentenaufhe-
bung setzt Eingliederungswillen bzw. eine subjektive Eingliederungsfähig-
keit voraus; fehlt es daran, so entfällt der Anspruch auf Eingliederungs-
massnahmen, ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
durchgeführt werden müsste (SVR 2019 IV Nr. 3 S. 9 E. 7).

5.2

5.2.1 Aufgrund der Akten erstellt und insoweit zwischen den Parteien 
denn auch zu Recht unbestritten ist, dass beim 1963 geborenen Be-
schwerdeführer sowohl aufgrund seines fortgeschrittenen Alters als auch 
zufolge der Rentenbezugsdauer von mehr als 15 Jahren im Zeitpunkt der 
Rentenaufhebung mit Verfügung vom 21. April 2023 (AB 196; zum mass-
gebenden Zeitpunkt vgl. BGE 141 V 5 E. 4.2.1 S. 7; Entscheid des BGer 
vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021 [zur Publikation vorgesehen], E. 7.3.2) 
rechtsprechungsgemäss nicht ohne weiteres von der Möglichkeit der 
Selbsteingliederung auszugehen ist, sondern der Beschwerdeführer 
grundsätzlich vorgängig Anspruch auf Wiedereingliederungsmassnahmen 
hat (vgl. vorne E. 5.1.2; Beschwerde S. 15 f.; AB 196/2). Der Beschwerde-
führer verfügt denn auch weder über eine abgeschlossene Berufsausbil-
dung (vgl. AB 102) noch eine breite Berufserfahrung und ist überdies nicht 
anderweitig als besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben 
integriert zu qualifizieren, sodass sich hieraus eine Ausnahme von der 
grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer 
Selbsteingliederung ergäbe (vgl. BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211). 

5.2.2 Hinsichtlich der beruflichen Selbstintegration im Vergleichszeitraum 
ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer gemäss den Einträgen auf 
dem individuellen Konto (IK) seit 2005 nicht mehr erwerbstätig ist (vgl. 
AB 136; siehe auch AB 102). Indes wäre der Beschwerdeführer seit der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 23

ursprünglichen Rentenzusprache mit Verfügung vom 18. Januar 2008 
(AB 78) medizinisch-theoretisch für … und …-… Tätigkeiten durchwegs im 
Umfang von 50 % arbeitsfähig gewesen (vgl. AB 55/8 f., 58). Vor dem Hin-
tergrund dieser Restarbeitsfähigkeit wurden dem Beschwerdeführer im 
Oktober 2008 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche zugespro-
chen (AB 81). Diese Massnahme wurde nach wiederholt nicht eingehalte-
nen Besprechungsterminen aufgrund Wirkungslosigkeit und da der Be-
schwerdeführer nicht die geringste Flexibilität betreffend seine berufliche 
Zukunft zeigte ergebnislos eingestellt (vgl. AB 86, 88). Nach einer Neuan-
meldung zur beruflichen Wiedereingliederung von Januar 2012 (AB 91) 
wurde dem Beschwerdeführer wiederum Berufsberatung (AB 97) und ein 
Arbeitstraining in Form eines … (vgl. AB 107-112) zugesprochen. Letzteres 
wurde nicht verlängert und abgeschlossen, da sich der Beschwerdeführer 
nach wiederholten krankheitsbedingten Terminabsagen nicht mehr meldete 
(vgl. AB 124/2, 126). Medizinische Gründe für den Abbruch der begonne-
nen Arbeitsintegration bestanden angesichts der vom behandelnden Arzt 
echtzeitlich attestierten unveränderten Gesundheitszustand bzw. Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit (vgl. AB 121/6 f.) nicht. Weitere Versuche der beruf-
lichen Wiederintegration lassen sich den Akten nicht entnehmen, obwohl 
diese dem Beschwerdeführer unverändert zumutbar gewesen wären. In-
soweit ist namentlich mit Blick auf die fehlende Berufsausbildung und die 
limitierten Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers (vgl. AB 102) von ei-
ner im wesentlichen nicht invaliditätsbedingt unterbliebenen beruflichen 
Selbstintegration auszugehen (vgl. vorne E. 5.1.3). 

Daran vermögen die vom Beschwerdeführer eingereichten persönlichen 
Arbeitsbemühungen für den Zeitraum August 2013 bis Dezember 2022 
(vgl. Beschwerdebeilage USB-Stick, Sammelbeilage) nichts zu ändern. Im 
Gegenteil ist daraus ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer während 
der ganzen Zeit zwar für eine Vielzahl von Arbeitsstellen bewarb, viele da-
von aber wenig ansprechende Spontanbewerbungen mit einem standardi-
sierten Bewerbungsschreiben waren und sich der Beschwerdeführer 
während etlicher Jahre – entgegen dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil 
– ausschliesslich auf qualifizierte … Tätigkeiten bewarb. Nicht nur für diese 
Bewerbungen, sondern auch für spätere im … Bereich verfügt der Be-
schwerdeführer aus invalidenversicherungsfremden Gründen weder über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 24

eine abgeschlossene Erstausbildung noch hinreichende sprachliche Fähig-
keiten, womit diese Stellenbewerbungen für eine tatsächliche berufliche 
Integration offenkundig ungeeignet waren. Insgesamt erscheinen damit die 
– im Hinblick auf den Bezug von Ergänzungsleistungen zur IV – getätigten 
Arbeitsbemühungen als oberflächlich bzw. nicht zielgerichtet und wenig 
erfolgversprechend. Sie vermögen damit keine invaliditätsbedingt geschei-
terte Verwertung der Restarbeitsfähigkeit trotz entsprechender Bemühun-
gen zu begründen. 

5.2.3 Weiter gab der Beschwerdeführer im Rahmen der psychiatrischen 
Begutachtung ausdrücklich an, er suche Arbeit, obwohl er nicht arbeiten 
könne, er wisse dies. Er müsse jedoch Arbeit suchen wegen der IV 
(AB 173.1/14). Befragt zu seinen Zukunftsvorstellungen wiederholte er, 
dass er nicht arbeiten könne. Er könne sich nicht konzentrieren, habe keine 
Lust, etwas zu machen, fühle sich immer müde. Zudem habe er Albträume 
und Halluzinationen (AB 173.1/15 Ziff. 3.2.11). Auch gegenüber dem rheu-
matologischen Gutachter gab der Beschwerdeführer an, er könne keine 
Arbeit mehr ausüben (AB 174.1/13). Damit bestand bzw. besteht – wie dies 
bereits aus den zwischen 2013 und 2022 getätigten Bewerbungen zu er-
kennen ist – kein hinreichender Eingliederungswille bzw. fehlt es an der 
subjektiven Eingliederungsfähigkeit (zum Erfordernis der objektiven und 
subjektiven Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person: SILVIA BU-
CHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Diss. 2011, Rz. 124 
und 539). Berufliche Massnahmen können zwar unter anderem dazu die-
nen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheitsüber-
zeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch 
diesfalls eines Eingliederungswillens beziehungsweise einer entsprechen-
den Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die gegenü-
ber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen 
betreffend Krankheitsüberzeugung beziehungsweise Arbeitsmotivation zu 
berücksichtigen (statt vieler: Entscheid des BGer vom 5. Juli 2023, 
8C_93/2023, E. 3.2 mit Hinweisen). Insoweit ist gestützt auf die eindeutigen 
Angaben des Beschwerdeführers und das bisher von ihm demonstrierte 
Verhalten in Bezug auf die arbeitsmartkliche Eingliederung mit der Be-
schwerdegegnerin von einer erstellen fehlenden subjektiven Eingliede-
rungsfähigkeit auszugehen (vgl. vorne E. 5.1.4). Schliesslich stand die gut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 25

achterlich attestierte Arbeitsfähigkeit nicht unter ausdrücklichem Vorbehalt 
irgendwelcher Massnahmen und auch aus den übrigen Akten ergibt sich 
nicht, dass aufgrund der Erfordernisse des Arbeitsmarktes vorgängig spezi-
fische befähigende Massnahmen durchzuführen gewesen wären (vgl. vor-
ne E. 5.1.2).

5.3 Zusammenfassend ging die Beschwerdegegnerin zu Recht von ei-
ner nicht invaliditätsbedingten arbeitsmarktlichen Desintegration (vgl. vorne 
E. 5.1.3) sowie dem fehlenden Eingliederungswillen (vgl. vorne E. 5.1.4) 
aus. Sie war daher befugt, die laufende Rente ohne vorgängige Prüfung 
von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung aufzuheben. 

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 21. April 2023 
(AB 196) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen. 

7.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2023, IV/23/393, Seite 26

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (inkl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 27. Juli 

2023
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.