# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14817345-b31f-5747-8931-0ac3aaecd13a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 03.07.2018 R 2011 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-120_2018-07-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 11 119 und R 11 120

5. Kammer

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi, von Salis und Schnyder

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 3. Juli 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Pro Natura, Schweizerischer Bund für Naturschutz,
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP),
World Wide Fund for Nature Schweiz (WWF),
und
A._____,
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg,

Beschwerdeführer
gegen 

Regierung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin

betreffend Genehmigung Umfahrung Schmitten Süd (Landwasserstrasse) 
bzw. Rodungsbewilligung für Umfahrung Schmitten Süd (Landwasser-
strasse)

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1. Die H417b Landwasserstrasse ist Bestandteil des schweizerischen Haupt-

strassennetzes. Sie verbindet Tiefencastel und Davos durch das Albula- 

und Landwassertal. In Ausnahmesituationen dient sie als Ausweichroute 

der Prättigauerstrasse. Das auf 1'280 m ü.M. gelegene Dorf Schmitten wird 

von der Landwasserstrasse durchfahren. In den letzten 40 Jahren wurden 

verschiedene Abschnitte der Landwasserstrasse ausgebaut. Als Engpass 

zurückgeblieben ist die Ortsdurchfahrt Schmitten. Der Strassenquerschnitt 

innerorts ist schmal und unübersichtlich. Im gesamten Innerortsbereich 

fehlt ein Trottoir. Das Kreuzen zweier Personenwagen ist auf weiten Teilen 

der Ortsdurchfahrt nicht möglich. In der Vergangenheit wurden verschie-

dene Umfahrungsvarianten geprüft und wieder verworfen.

2. Vom 8. November bis 8. Dezember 2010 lag das 2'270 m lange Strassen-

projekt Plan Nr. 417b.4510 für die Umfahrung Schmitten Süd zusammen 

mit dem Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) vom November 2010 öffent-

lich auf. Gleichzeitig und koordiniert erfolgte auch die Auflage des Ro-

dungsgesuchs mit den Angaben über die Ersatzaufforstungen. Das Projekt 

bezweckt die Befreiung der Gemeinde Schmitten vom Durchgangsverkehr 

und die Entlastung von dessen schädlichen Auswirkungen. Es beginnt bei 

der Gemeindegrenze Alvaneu/Schmitten unterhalb des Quartiers Chappali 

und endet rund 280 m nach dem Ostanschluss oberhalb der Schluocht bei 

km 11.75. Die Linienführung wurde so gewählt, dass die Südumfahrung 

nach dem Anschluss Schmitten West entlang der Geländekante hinunter 

in Richtung Annawisa taucht. Anschliessend überquert sie den Schmittner-

bach auf einer ca. 21 m langen Brücke und verläuft unterhalb des Osterhu-

bels parallel zur Terrassenkante auf dem Guot und weiter unterhalb der 

Parfurka und der Allmei und mündet beim Anschluss Schmitten Ost wieder 

in die Landwasserstrasse.

3. Im November 2010 passte die Regierung des Kantons Graubünden den 

kantonalen Richtplan an (neu Südumfahrung Schmitten als Festsetzung) 

und wies darauf hin, dass die Festlegung als Zwischenergebnis auf dem 

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Auflageprojekt von 1982 (Nordumfahrung mit Tunnel östlich des Schmitt-

nerbachs) basiert habe. Grundlage für die Festsetzung sei das aktuelle 

Projekt aus dem Jahr 2010.

4. Gegen das Umfahrungsprojekt erhoben unter anderem am 7. Dezember 

2010 die Stiftung World Wide Fund for Nature Schweiz (nachfolgend 

WWF), der Verein Pro Natura, Schweizerischer Bund für Naturschutz 

(nachfolgend Pro Natura) sowie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 

(nachfolgend SL-FP) zwei Einsprachen und beantragten in der einen Ein-

sprache, die Umfahrung Schmitten Süd sei nicht zu genehmigen. Es sei mit 

einer transparenten Analyse eine ausgewogene Interessensabwägung vor-

zunehmen, um eine auch natur- und landschaftsverträgliche Lösung der 

Verkehrsproblematik im Dorf Schmitten zu finden. In der anderen Einspra-

che (ebenfalls vom 7. Dezember 2010) beantragten sie, das Rodungsge-

such für den Bau der Umfahrung Schmitten Süd sei abzulehnen. Gleichen-

tags reichten sie eine Stellungnahme zum aufgelegten kantonalen Richt-

plan ein und beantragten die Ablehnung der Anpassung des kantonalen 

Richtplans Region Mittelbünden, Teilbereich Verkehr, Strassenverkehr.

5. Am 18., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, erteilte das Bau-, Verkehrs- und 

Forstdepartement Graubünden (BVFD) die Bewilligung zur Rodung von 

11'336 m2 Waldareal zwecks Realisierung des Projekts Umfahrung Schmit-

ten Süd im öffentlichen und privaten Wald, Territorium der Gemeinde 

Schmitten unter Auflagen und Bedingungen. Die dagegen erhobene Ein-

sprache des WWF, der Pro Natura und der SL-FP wies das BVFD ab.

6. Am 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, genehmigte die Regierung das 

aufgrund der Einsprachen und Stellungnahmen abgeänderte Auflagepro-

jekt für die Korrektion der Landwasserstrasse Bauabschnitt Umfahrung 

Schmitten Süd unter Auflagen und der Erteilung spezialrechtlicher Bewilli-

gungen (Abwasserbeseitigung gemäss Art. 7 GSchG; Überdecken von 

Fliessgewässern gemäss Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG; Feststellung des Vor-

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liegens der Hecken- und Feldgehölzbeseitigungsbewilligung gemäss Art. 2 

Abs. 4 KWaG). Unter anderem verfügte die Regierung, dass die im UVB 

und im Baugesuch enthaltenen Massnahmen zum Schutz der Umwelt und 

Verminderung der Umweltbelastung vollumfänglich umzusetzen seien. Die 

Umweltbaubegleitung (UBB) habe die getroffenen Massnahmen zu doku-

mentieren und in einem Schlussbericht dem Amt für Natur und Umwelt 

(ANU) zuzustellen. Das Tiefbauamt Graubünden (TBA) habe im Benehmen 

mit dem ANU, der Gemeinde und weiteren kantonalen Stellen den land-

schaftspflegerischen Begleitplan (LBP) zu erarbeiten und umzusetzen. Die 

Massnahmen für den Lärmschutz seien durch die UBB zu überwachen. Auf 

den Einbau eines lärmarmen Asphaltbelags von unter 0 dB werde aus Wirt-

schaftlichkeitsüberlegungen verzichtet. Allenfalls seien für die Gebäude auf 

Parzellen 53 und 54 Massnahmen zur Emissionsbegrenzung zu treffen. Die 

Massnahmen für die Luftreinhaltung seien durch die UBB zu überwachen. 

Das TBA sei anzuweisen, die verkehrstechnischen Fragen mit der Arbeits-

gemeinschaft für Wanderwege (BAW), der Kantonspolizei Graubünden 

(KAPO) und dem Amt für Jagd und Fischerei (AJF) zu lösen. Die Einspra-

che des WWF, der Pro Natura und der SL-FP wies die Regierung ab. Be-

gründend führte die Regierung im Wesentlichen aus, dass es sich beim 

Auflageprojekt 2010 um jene Variante handle, welche von den drei denk-

baren Varianten für eine Südumfahrung unter dem Gesichtspunkt von Kos-

ten und Nutzen am besten abschneide. Die Entlastungswirkung der Sü-

dumfahrung sei innerorts grösser als bei der Nordumfahrung. Ansonsten 

müsste der Tunnel der Nordumfahrung mit entsprechenden Kostenfolgen 

erheblich verlängert werden. In Bezug auf Natur und Landschaft habe jede 

geprüfte Linienführung Vor- und Nachteile in verschiedenen Bereichen. In 

Berücksichtigung der Hauptkriterien Verkehr, Umwelt und Wirtschaftlichkeit 

schneide das Auflageprojekt 2010 jedoch am besten ab. Eine Interessen-

abwägung sei zulässig. Die Regierung messe der Erhöhung der Wohnqua-

lität im geschützten Dorfzentrum und der Aufwertung des inneren Ortsbil-

des ein grösseres Gewicht zu als den negativen Einflüssen des Strassen-

bauvorhabens.

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7. Dagegen erhoben Pro Natura, die SL-FP und der WWF (nachfolgend Be-

schwerdeführer) am 28. November 2011 Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden (Beschwerdeverfahren R 11 119) mit fol-

genden Anträgen:

"1. Der Regierungsbeschluss vom 25./26. Oktober 2011 sei vollumfänglich aufzu-
heben.

2. Die Streitsache sei zur Beweisergänzung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Die Beweisergänzung soll zum Gegenstand haben:
▪ Einholung eines unabhängigen Ingenieurs-Gutachtens zur Machbarkeit der 

Süd-Variante mit teilweiser Untertunnelung sowie zur Variante Ortsdurch-
fahrt mit signalgesteuerter Lichtsignalanlage[;]

▪ Ergänzung des UVB nach Vorliegen der Ergebnisse der zusätzlichen Ab-
klärungen[;]

▪ Beurteilung des angepassten und ergänzten UVB durch eine verwaltungs-
unabhängige Instanz[;]

▪ Einholung eines Gutachtens bei der ENHK nach Art. 8 NHG[.]

3. Die Regierung habe gestützt auf die erfolgte Beweisergänzung eine neue aus-
gewogene Interessenabwägung und Beurteilung vorzunehmen und neu zu ent-
scheiden.

4. Dieses Beschwerdeverfahren sei mit dem Beschwerdeverfahren gegen die De-
partementsverfügung vom 18. Oktober 2011, mitgeteilt am 26. Oktober 2011, 
zu vereinigen.

5. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten des Kantons Graubünden."

Begründend führten die Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass die 

Regierung die erforderlichen zusätzlichen Abklärungen hinsichtlich einer 

umweltschonenderen Lösung pflichtwidrig unterlassen habe. Zudem seien 

bei der Güterabwägung durch die Regierung wichtige öffentliche Interes-

sen wie die Tatsache, dass das Dorf Schmitten im Perimeter des Parc Ela 

liege, vergessen gegangen. Die von der Regierung vorgenommene Güter-

abwägung sei nicht vertretbar und unrechtmässig, weil die Südumfahrung 

einen äusserst schweren Eingriff in das Landschaftsbild und in Teilgebieten 

auch in das Ortsbild zur Folge habe. Das Projekt stehe im Widerspruch zu 

den grundlegenden Zielen des Landschaftsschutzes.

8. Ebenfalls am 28. November 2011 erhoben die Beschwerdeführer gegen 

die Verfügung des BVFD vom 18., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, Be-

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schwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Be-

schwerdeverfahren R 11 120) mit folgenden Anträgen:

"1. Der [recte: Die] Verfügung vom 18./26. Oktober 2011 sei vollumfänglich aufzu-
heben und an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Die Rodungsangelegenheit sei nach Vorliegen der Beweisergänzung und Neu-
beurteilung des Umfahrungsprojekts durch die Regierung ebenfalls erneut zu 
entscheiden.

3. Die Beweisergänzung gemäss der Beschwerde gegen den Regierungsbe-
schluss sei auch der Neubeurteilung durch das BVF zugrunde zu legen, näm-
lich

a) ein unabhängiges Ingenieurs-Gutachtens zur Machbarkeit der Süd-Varia-
nte mit teilweiser Untertunnelung sowie zur Variante Ortsdurchfahrt mit si-
gnalgesteuerter Lichtsignalanlage[;]

b) Ergänzung des UVB nach Vorliegen der Ergebnisse der zusätzlichen Ab-
klärungen[;]

c) Beurteilung des angepassten und ergänzten UVB durch eine verwaltungs-
unabhängige Instanz[;]

d) Gutachten nach Art. 8 NHG[.]

4. Dieses Beschwerdeverfahren sei mit dem Beschwerdeverfahren gegen den 
Regierungsbeschluss vom 25./26. Oktober 2011 betreffend Projektgenehmi-
gung Südumfahrung Schmitten zu vereinigen.

5. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten des Kantons Graubünden."

Begründend führten die Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass die 

Rodung für sich allein betrachtet vertretbar wäre. Die Beschwerdeerhe-

bung erfolge in erster Linie wegen der Projektgenehmigung der Umfahrung 

Süd. Weil dieses Projekt nicht umweltverträglich sei, dürfe auch die Rodung 

nicht bewilligt werden.

9. Am 3. Januar 2012 verzichtete das ANU unter Verweis auf dessen Beurtei-

lungsbericht vom 28. Juni 2011 auf die Einreichung einer eigenen Stellung-

nahme in den Beschwerdeverfahren R 11 119 und R 11 120.

10. Die Regierung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegne-

rin) beantragte mit Vernehmlassung vom 22. Februar 2012 im Beschwer-

deverfahren R 11 119 was folgt:

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"1. Die Beschwerde sei mit Ausnahme von Ziff. I/4 des Rechtsbegehrens (Vereini-
gung der Verfahren R 11 119 und R 11 120) abzuweisen, soweit darauf einge-
treten werden kann.

2. Der Antrag Ziff. I/4 der Beschwerdeführer um Vereinigung der Beschwerdever-
fahren R 11 119 und R 11 120 sei gutzuheissen.

3. Unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer."

Begründend führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass 

das genehmigte Projekt das Resultat langjähriger Bemühungen um eine 

möglichst ausgewogene Lösung sei. Das TBA habe ein Variantenvergleich 

vorgenommen und alternativen Linienführungen die nötige Beachtung ge-

schenkt. Die angefochtene Planfestsetzung sei zweckmässig und ange-

messen. Die Beschwerdegegnerin habe erkannt, dass die Auswirkungen 

auf die Umwelt mit den im Auflageprojekt vorgesehenen Massnahmen nicht 

kompensiert werden könnten und habe im angefochtenen Entscheid auf-

gezeigt, wie mit zusätzlichen Massnahmen eine substanzielle Aufwertung 

erzielt werden könne. Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Mass-

nahmen habe sie eine Interessenabwägung vorgenommen und sei dabei 

zum Schluss gelangt, dass die Erhöhung der Wohnqualität im geschützten 

Dorfzentrum und die Aufwertung des inneren Ortsbildes grösseres Gewicht 

habe als die negativen Einflüsse des fraglichen Vorhabens. Daran ändere 

sich nichts. Die Rückweisung zur Beweisergänzung sei eine unzulässige 

Ausdehnung des Rechtsbegehrens, weil im Einspracheverfahren nur eine 

ausgewogene Interessensabwägung beantragt worden sei. Eine Pflicht zur 

Begutachtung durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommis-

sion (ENHK) gebe es nicht, weil das Projekt nicht in einem Inventar gemäss 

Art. 5 NHG enthalten sei.

11. Im Beschwerdeverfahren R 11 120 stellte die Beschwerdegegnerin mit se-

parater Vernehmlassung, ebenfalls vom 22. Februar 2012, dieselben 

Rechtsbegehren wie im Beschwerdeverfahren R 11 119 (vgl. vorstehend 

Ziff. 10). Begründend führte sie aus, dass der Rodungsentscheid für das 

zugrundeliegende Strassenprojekt zwingend präjudiziell sei. Werde die Be-

willigung verweigert, scheitere auch das Strassenprojekt. Vorliegend habe 

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im Rahmen der Projektgenehmigung eine sorgfältige Abwägung der Inter-

essen an der Walderhaltung und der Interessen am Strassenbau stattge-

funden und das BVFD habe die Voraussetzungen für die Erteilung der Ro-

dungsbewilligung zu Recht als gegeben betrachtet.

12. Am 19. April 2012 hielten die Beschwerdeführer im Verfahren R 11 119 re-

plicando an ihren Anträgen fest und vertieften ihre Argumentation. Dabei 

bekräftigten sie, dass das ANU zwar für den Bereich schutzwürdige Le-

bensräume, nicht aber für die Bereiche Landschaft und Ortsbild Ersatzleis-

tungen verfügt habe. Die Eingriffe in die Landschaft und das Ortsbild seien 

schwer, ohne dass mit entsprechenden Ersatzmassnahmen eine Kompen-

sation erfolgen könne. Des Weiteren sei die Wirtschaftlichkeit im Rahmen 

der Interessenabwägung zwar zu berücksichtigen, aber nicht als aus-

schlaggebendes Kriterium. Die Beschwerdegegnerin habe die Wirtschaft-

lichkeit zu stark gewichtet. Zudem habe sich die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Entscheid mit den alternativen Varianten einer Südumfah-

rung sowie mit der Variante Innerortsausbau nicht bzw. nicht ausreichend 

auseinandergesetzt, weshalb die Beweise, wie beantragt, zu ergänzen 

seien.

13. Am 7. Juni 2012 hielt die Beschwerdegegnerin im Verfahren R 11 119 du-

plicando an ihren Anträgen fest und führte dabei im Wesentlichen aus, dass 

der LBP auch Ersatzmassnahmen für Landschaftspflege und den Schutz 

des Ortsbildes enthalte. Sie habe keineswegs nur auf das Kriterium der 

Wirtschaftlichkeit, sondern auf die Kriterien Verkehr, Umwelt und Wirt-

schaftlichkeit abgestellt. Unter Berücksichtigung dieser Hauptkriterien 

schneide das Auflageprojekt 2010 am besten ab. Die Nordumfahrung sei 

nicht finanzierbar und auch die Variante Innerortsausbau komme nicht in 

Frage, weil sie völlig ungeeignet sei.

14. Am 1. Oktober 2012 fragte das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den die ENHK an, ob sie im vorliegenden Fall eine fakultative Begutachtung 

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gemäss Art. 8 NHG vornehmen wolle. Mit Schreiben vom 5. Dezember 

2012 antwortete die ENHK, dass vorliegend keine obligatorische Begutach-

tung zu erfolgen habe. Aus ihrer Sicht seien im UVB und im Prüfbericht des 

ANU sowohl die Bedeutung der durch das Vorhaben betroffenen Natur- 

und Kulturlandschaft als auch die Auswirkungen des Projekts auf diese 

Qualitäten und Werte hinreichend geklärt worden. Die Umfahrungsstrasse 

führe danach zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Kulturlandschaft 

und der Lebensräume. Diese Beurteilung sei für die ENHK vollständig und 

nachvollziehbar. Auch für die Prüfung einer teilweisen Untertunnelung der 

Südumfahrung wären keine zusätzlichen Grundlagen im Bereich von Na-

tur-, Landschafts- und Ortsbildschutz erforderlich. Allerdings lägen für eine 

Prüfung und adäquate Beurteilung einer mit der zur Genehmigung vorge-

legten vergleichbaren Variante keine ausreichenden Projektpläne vor. Ob 

die Prüfung und Projektierung neuer Varianten im heutigen Verfahrens-

stand vorgenommen werden solle, sei eine verfahrensrechtliche Frage, die 

zu beantworten nicht zu den Aufgaben der ENHK gehöre. Ebenfalls nicht 

in den Aufgabenbereich der ENHK falle die Beurteilung, ob das Projekt in 

der gesamthaften Interessenabwägung gerechtfertigt sei. Vor diesem Hin-

tergrund verzichte sie auf die Abgabe eines fakultativen Gutachtens. Falls 

das Gericht zum Schluss komme, dass weitere Projektvarianten näher zu 

prüfen und zu beurteilen seien, stehe die ENHK für eine vergleichende Be-

gutachtung zur Verfügung.

15. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2012 nahm die Beschwerdegegnerin die 

Feststellung der ENHK zur Kenntnis, wonach im UVB und im Prüfbericht 

des ANU die Bedeutung der durch das Vorhaben betroffenen Natur- und 

Kulturlandschaft sowie die Auswirkungen des Projekts auf diese Qualitäten 

und Werke hinreichend geklärt seien. Der Beschwerdegegnerin sei das 

Auflageprojekt 2010 zur Genehmigung unterbreitet worden, nachdem in 

der Planungsphase parallel und zeitlich gestaffelt mehrere Varianten erör-

tert und einander gegenübergestellt worden seien. Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens sei nur das angefochtene Auflageprojekt. Somit sei im 

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jetzigen Verfahrensstadium auf die Prüfung und allfällige Begutachtung von 

Projektvarianten zu verzichten.

16. Am 21. Dezember 2012 nahmen die Beschwerdeführer dazu Stellung und 

ergänzten ihre Rechtsbegehren wie folgt:

"1. Unverändert

2. Ergänzung der Ziffer 2 des Rechtsbegehrens mit den nachfolgenden 2 Punkten:

• Ausarbeitung von Projektplänen für eine neue Variante Südumfahrung mit 
teilweiser Untertunnelung zum Zweck der vergleichbaren Prüfung der ver-
schiedenen Varianten.

• Ausarbeitung von Plänen für eine Variante Sanierung Ortsdurchfahrt mit si-
gnalgesteuerter Lichtsignalanlage zum Zweck der vergleichbaren Prüfung 
der verschiedenen Varianten.

3. unverändert

4. Vereinigung der Verfahren: bereits erfüllt

5. Es sei zum weiteren Verfahrensablauf vor dem Verwaltungsgericht eine Refe-
rentenaudienz nach Art. 41 VRG durchzuführen.

6. unverändert (vormalige Ziffer 5)"

Begründend führten sie im Wesentlichen aus, dass die Konkretisierung der 

Rechtsbegehren Bezug nehme auf die Stellungnahme der ENHK, welche 

bemängelt habe, dass die erforderlichen Unterlagen für eine vergleichbare 

Prüfung und adäquate Beurteilung der verschiedenen Varianten fehlten. 

Dies sei keine Erweiterung der Rechtsbegehren. Über das Verfahren habe 

das Gericht zu entscheiden. Es sei aber nicht Aufgabe des Gerichtes, ein 

aufwändiges Beweisverfahren durchzuführen. Wenn eine unvollständige 

Erhebung des Sachverhaltes vorliege, spreche dies für die Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids und für eine Rückweisung. Aufgrund der vorlie-

genden Beweislage sei ein Entscheid in der Sache nicht möglich. Die 

ENHK stufe es als unzulässig ein, dass sich das ANU unter Hinweis auf die 

von der Beschwerdegegnerin vorzunehmende Interessenabwägung dazu 

ausschweige. Korrekt wäre, dass sich das ANU darüber klar geäussert 

hätte, wogegen es Aufgabe der Beschwerdegegnerin gewesen wäre, in 

Kenntnis dieser Einschätzung der Fachstelle ihre eigene Interessenabwä-

gung vorzunehmen.

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17. Am 29. Januar 2013 nahm die Beschwerdegegnerin zur Eingabe der Be-

schwerdeführer vom 21. Dezember 2012 Stellung und führte dabei im We-

sentlichen aus, dass die ENHK den UVB und den Beurteilungsbericht des 

ANU als vollständig und nachvollziehbar beurteilt und auf die Abgabe eines 

Gutachtens verzichtet habe, womit die Frage, ob als Beweisergänzung ein 

fakultatives Gutachten der ENHK mitberücksichtigt werden müsse, absch-

liessend beantwortet sei. Die Beschwerdeführer hätten den Schriftenwech-

sel erneut zu einer unzulässigen Ausdehnung ihrer Rechtsbegehren ge-

nutzt. Auf die beantragte Rückweisung zur Beweisergänzung und auf die 

Ergänzung von Ziff. 2 des Rechtsbegehrens sei daher nicht einzutreten. 

Die Beschwerdegegnerin stehe nach wie vor hinter dem genehmigten Pro-

jekt.

18. Am 30. Januar 2013 verzichtete das ANU auf die Einreichung einer Stel-

lungnahme zum Schreiben der ENHK vom 5. Dezember 2012.

19. Am 1. Mai 2013 forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin 

auf, dem Gericht sämtliche vom TBA im Rahmen der Prüfung der drei al-

ternativen Linienführungen für eine Südumfahrung erarbeiteten und ver-

wendeten sachdienlichen Dokumente einzureichen.

20. Mit Schreiben vom 16. Mai 2013 stellte die Beschwerdegegnerin dem Ge-

richt Pläne der Varianten Dezember 2010 und August 2011 sowie der Tun-

nelvariante vom Dezember 2011 zu. Zudem reichte sie eine Vorstudie des 

TBA vom September 2009 und eine Planungsstudie vom November 2009 

ein. Erklärend führte die Beschwerdegegnerin aus, dass das TBA als Fach-

stelle für das Strassenwesen in einem ersten Schritt mögliche Linienführun-

gen für eine Südumfahrung geprüft habe. In dieser Projektierungsphase 

seien auch die Varianten untersucht worden, welche im späteren Einspra-

cheverfahren in Plänen aufgezeichnet worden seien (Varianten Dezember 

2010 und August 2011). Linienführungen, welche aufgrund der Erfahrung 

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des TBA mit erheblichen Nachteilen belastet gewesen seien, seien nicht 

mehr weiterverfolgt und auch nicht elektronisch archiviert worden. Auf Ba-

sis des Resultats der Vorstudie sei eine Planungsstudie erarbeitet worden, 

mit welcher die gewählte Linienführung weiter konkretisiert und verifiziert 

worden sei. Nach Durchführung eines Einladungsverfahrens sei der Auf-

trag erteilt worden, aufgrund der Planungsstudie das Auflageprojekt auszu-

arbeiten. Die Beschwerdegegnerin habe im angefochtenen Beschluss aus-

führlich dargelegt, inwiefern sich die Auflagevariante − verglichen mit den 

alternativen Linienführungen einer Südumfahrung − unter Abwägung bau-

technischer, umweltrelevanter sowie wirtschaftlicher Gesichtspunkte als 

zweckmässig erweise.

21. Mit Schreiben vom 28. Juni 2013 bemängelten die Beschwerdeführer, dass 

die Beschwerdegegnerin bloss Pläne bzw. Planungsstudien zu den fragli-

chen drei Varianten, aber keine Kostenschätzungen sowie Dokumentatio-

nen über Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten gegenüber dem 

Auflageprojekt 2010 eingereicht habe. Die eingereichten Unterlagen seien 

ungenügend, um eine Gesamtbeurteilung der Variantenprüfung zu vollzie-

hen. Zudem sei nicht bekannt, aus welchen Gründen die Tunnelvariante 

Süd, welche aus landschaftsschützerischer Sicht wohl zu bevorzugen 

wäre, nicht weiter verfolgt worden sei. Die Beschwerdeführer könnten sich 

weitere Optimierungen dieser Variante aus Sicht von Natur und Landschaft 

vorstellen. Diese Variante habe der Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer 

Interessenabwägung nicht oder zumindest nicht genügend dokumentiert 

vorgelegen. Die vorgenommene Interessenabwägung habe damit nicht 

umfassend sein können, so dass sich die Rückweisung der Angelegenheit 

an die Vorinstanz aufdränge.

22. Am 16. September 2013 teilte das Gericht den Parteien mit, dass im Rah-

men des Beschwerdeverfahrens ein Augenschein in Schmitten und eine 

Instruktionsverhandlung in Chur durchgeführt würden. Anlässlich des Au-

genscheins würden die örtlichen Gegebenheiten betreffend das Auflage-

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projekt 2010, die Tunnelvariante Nord, die Variante Ortsdurchfahrt mit si-

gnalgesteuerter Lichtsignalanlage und die Varianten der Umfahrung Süd in 

Augenschein genommen. Anlässlich der Instruktionsverhandlung werde 

das TBA dem Gericht und den Beteiligten die Resultate seiner Erarbeitung 

und Prüfung der beiden Südvarianten Dezember 2010 und August 2011 

sowie der Tunnelvariante Süd Dezember 2011 im Vergleich mit dem Auf-

lageprojekt 2010 darstellen.

23. Am 23. Oktober 2013 fand der Augenschein mit sämtlichen Verfahrensbe-

teiligten in Schmitten statt (vgl. dazu das bereinigte Augenscheinprotokoll 

vom 21. November 2013 samt Beilagen).

24. Mit Schreiben vom 21. November 2013 stellte das Gericht den Verfahrens-

beteiligten die vom TBA im Hinblick auf die Instruktionsverhandlung vom 

29. November 2013 erarbeitete Dokumentation zu.

25. Am 26. November 2013 reichten die Beschwerdeführer Unterlagen über 

das Verkehrsregime von Epesses (VD) ein und teilten mit, am Antrag auf 

Einholung eines Gutachtens eines Verkehrsingenieurs für die Sanierung 

der Innerortsdurchfahrt festzuhalten.

26. Am 29. November 2013 fand die Instruktionsverhandlung in Chur statt (vgl. 

das bereinigte Protokoll der Instruktionsverhandlung vom 29. Januar 

2014). 

27. Am 28. Januar 2014 hielten die Beschwerdeführer an ihren Beweisanträ-

gen fest und führten aus, dass die Dokumentation vom November 2013 

inklusive Ergänzung vom Dezember 2013 keine ausreichende Grundlage 

für einen neutralen Variantenvergleich bilde.

28. Im März 2014 wurde im Auftrag des TBA der Zusatzbericht zum UVB 2010 

erstellt. Darin wurden die vier Varianten zum Auflageprojekt beschrieben 

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und hinsichtlich der wichtigsten Umweltaspekte (Siedlung, Landschaft, Le-

bensräume, Wald, Lärm, Boden und Bauphase) beurteilt.

29. Am 6. Mai 2014 nahm das ANU zum Zusatzbericht zum UVB 2010 vom 

März 2014 Stellung und führte aus, dass es die Ausführungen als weitest-

gehend korrekt erachte. Alle vier Varianten wiesen, wie das Auflageprojekt 

2010, gewisse Vor- und Nachteile auf. Aus umweltrechtlicher Sicht könne 

keine Variante eindeutig bevorzugt werden. Sowohl das Auflageprojekt 

2010 als auch die Varianten 1 - 4 seien einer Interessenabwägung durch 

die Beschwerdegegnerin zugänglich.

30. Am 2. Oktober 2014 nahm die Beschwerdegegnerin zu den Unterlagen seit 

der Instruktionsverhandlung und zur Frage, ob sie an ihrem Genehmi-

gungsbeschluss für die Umfahrung Schmitten Süd vom 25., mitgeteilt am 

26. Oktober 2011, festhalte, Stellung und führte dabei im Wesentlichen 

aus, dass die seit der Instruktionsverhandlung zusätzlich vorliegenden Ak-

ten den von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Unterlagen und Vor-

arbeiten des TBA getroffenen Entscheid bestätigten. Das Auflageprojekt 

schneide im Vergleich mit den Varianten für eine Südumfahrung unter Ab-

wägung bautechnischer, wirtschaftlicher und umweltrelevanter Gesichts-

punkte insgesamt deutlich am besten ab und erfülle die Anforderungen an 

eine kantonale Strassenverbindung. Das Projekt sei zweckmässig und ge-

eignet, die damit verfolgten Ziele zu erreichen. Demgegenüber liefe eine 

lichtsignalgesteuerte Ortsdurchfahrt den verfolgten Zielen zuwider, weswe-

gen sie als unzweckmässig abzulehnen sei. Am Genehmigungsbeschluss 

werde festgehalten.

31. Am 14. Oktober 2014 stellte das Gericht den Parteien die Stellungnahme 

der Beschwerdegegnerin vom 2. Oktober 2014 zu und teilte mit, dass sich 

das Gericht in Abweichung zum an der Instruktionsverhandlung vom 

29. September 2013 geschilderten Vorgehen auch aus prozessökonomi-

schen Gründen entschlossen habe, vor Gewährung des rechtlichen 

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Gehörs zum Entscheid der Beschwerdegegnerin die ENHK anzufragen, ob 

sie aufgrund der weiteren Abklärungen und des Entscheids der Beschwer-

degegnerin nun eine Begutachtung gemäss Art. 8 NHG vornehmen wolle. 

Im Anschluss an die Stellungnahme der ENHK zu dieser Anfrage bzw. an 

das Vorliegen des allfälligen Gutachtens werde das Gericht den Parteien 

dazu und zum vorgenannten Entscheid der Beschwerdegegnerin das 

rechtliche Gehör gewähren und über die in den Stellungnahmen der Be-

schwerdeführer zu den Unterlagen der Instruktionsverhandlung gestellten 

Anträge entscheiden. Gleichentags fragte das Gericht die ENHK an, ob sie 

aufgrund der bis anhin erfolgten weiteren Abklärungen, der zusätzlich era-

rbeiteten Grundlagen und der Stellungnahme der Beschwerdegegnerin 

vom 2. Oktober 2014 eine Begutachtung gemäss Art. 8 NHG vornehmen 

wolle.

32. Am 13. November 2014 teilte die ENHK dem Gericht mit, dass sie bereit 

sei, das Vorhaben und die Projektvarianten vertieft zu prüfen und in Berück-

sichtigung der zusätzlichen Unterlagen ein Gutachten nach Art. 8 NHG zur 

umstrittenen Strassenführung abzugeben.

33. Nachdem die ENHK am 10. Juni 2015 unter Mitwirkung des TBA einen Au-

genschein in Schmitten durchgeführt hatte, stellte sie dem Gericht am 

29. Februar 2016 ihr Gutachten zur umstrittenen Umfahrungsstrasse 

Schmitten Süd zu. Darin kam sie zum Schluss, dass das Auflageprojekt 

2010 eine schwere Beeinträchtigung der Lebensräume und der Kulturland-

schaft im Sinne der Schutzziele darstelle. Dies gelte auch für alle Varianten 

einer Südumfahrung. Die festgestellte massive Beeinträchtigung durch die 

ökologische und landschaftliche Zerschneidung der Terrasse südlich von 

Schmitten und ihre Entwertung als Erholungsraum sei angesichts der im 

UVB aufgeführte Verkehrszahlen von durchschnittlich 1‘500 Motorfahrzeu-

gen pro Tag absolut unverhältnismässig. Gestützt darauf beantragte die 

ENHK, auf den Bau einer Umfahrungsstrasse südlich von Schmitten zu ver-

zichten. Die Beschwerden sollten deshalb gutgeheissen und die Genehmi-

- 16 -

gung des Bauvorhabens sowie die Rodungsbewilligung aufgehoben wer-

den. Stattdessen empfahl die ENHK, die Verkehrsprobleme von Schmitten 

unter Einbezug minimaler baulicher Massnahmen und neuster verkehrs-

technischer Technologien und Möglichkeiten sowie unter Schonung der 

ortsbildrelevanten Bauten mit verkehrslenkenden Massnahmen auf dem 

bestehenden Strassentrassee zu lösen. In zweiter Priorität empfahl die 

ENHK die Weiterführung der Planung einer Tunnelvariante Nord.

34. Mit Schreiben vom 19. April 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und beantragte überdies die Abweisung des Antrags der 

ENHK. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass ein minimaler In-

nerortsausbau mit Lichtsignalanlage weder für die Schmittner Bevölkerung 

noch für die Verkehrsteilnehmenden befriedigend sei, weshalb diese Vari-

ante abgelehnt werde, selbst wenn sie funktionierte. Mit der Nordumfah-

rung habe sie sich ausführlich auseinandergesetzt. Dabei sei sie zum 

Schluss gelangt, dass diese in absehbarer Zeit nicht finanzierbar und somit 

unverhältnismässig sei. Daran habe sich nichts geändert. Verkehrstech-

nisch und wirtschaftlich nachhaltig sei nur die offene Südumfahrung. Das 

Gutachten der ENHK erachte sie als nicht gänzlich überzeugend. Das 

Mass der Beeinträchtigung der Lebensräume und der Kulturlandschaft 

könne entgegen den Ausführungen der ENHK nicht undifferenziert als 

schwerwiegend beurteilt werden und auch bezüglich des Ortsbildes könne 

nicht von einem schwerwiegenden Eingriff gesprochen werden. In umfas-

sender Abwägung komme die Beschwerdegegnerin erneut zum Schluss, 

dass das nationale, kantonale, regionale und private Eingriffsinteresse 

höher zu gewichten sei als das Interesse an der ungeschmälerten Erhal-

tung der Lebensräume und der Kulturlandschaft südlich von Schmitten.

35. Am 31. Mai 2016 nahmen die Beschwerdeführer zum ENHK-Gutachten 

und zur Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2016 Stel-

lung und schlossen sich dabei den Ausführungen der ENHK vollumfänglich 

an. Sie wiesen darauf hin, dass einem ENHK-Gutachten nach der Recht-

- 17 -

sprechung grosses Gewicht zukomme und nur aus triftigen Gründen davon 

abgewichen werden dürfe.

36. Am 22. Juni 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen und Be-

gründungen fest und bekräftigte nochmals, dass die Innerortsdurchfahrt 

von Schmitten aufgrund der bestehenden Engpässe selbst mit flankieren-

den Massnahmen wie einer Lichtsignalanlage in verkehrstechnischer Hin-

sicht den heutigen Anforderungen nicht genüge. Eine verkehrstechnisch 

und wirtschaftlich nachhaltige Lösung biete nur eine offene Strassen-

führung südlich von Schmitten. Der Bau einer Nordumfahrung sei nicht fi-

nanzierbar und somit unverhältnismässig.

37. Mit Schreiben vom 27. Juni 2016 verzichteten die Beschwerdeführer auf 

die Einreichung einer weiteren Stellungnahme.

38. Am 16. September 2016 kündigte das Gericht an, ein Fachgutachten ein-

zuholen zur Frage, ob eine Lichtsignalanlage als Verkehrssteuerungskon-

zept für die Ortsdurchfahrt Schmitten technisch möglich und geeignet sei. 

Am 15. Februar 2017 erteilte der Instruktionsrichter der Erb + Partner Inge-

nieurbüro AG den Auftrag zur Erstellung eines entsprechenden Fachgut-

achtens.

39. Mit Schreiben vom 9. November 2016 teilte Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg 

dem Gericht mit, dass er neu zusätzlich auch die Interessen des Beschwer-

deführers A._____ vertrete. Die Umweltschutzorganisationen (Beschwer-

deführer) seien ausdrücklich damit einverstanden, dass sich A._____ ihnen 

anschliesse.

40. Am 28. Juni 2017 stellte die Erb + Partner Ingenieurbüro AG dem Gericht 

das Fachgutachten Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpasssteuerung vom 

27. Juni 2017 zu. Im entsprechenden Fachgutachten kamen die Gutachter 

im Wesentlichen zum Schluss, dass eine Ortsdurchfahrt mit Engpasssteu-

- 18 -

erung technisch möglich sei. Aufgrund der äusserst beschränkten Platzver-

hältnisse, der vielen Einflüsse und der voraussichtlich sehr beschränkten 

Betriebszeit erachteten die Gutachter eine Lichtsignalanlage mit wechsel-

seitigem Verkehrsregime und LED-Verkehrszeichen, welche die jeweils an-

stehende Lastrichtung für den Schwerverkehr sichtbar machten, Orientie-

rung schüfen und bei geringem Verkehr zusätzlich Warnhinweise absetzen 

könnten, als einfachste und zweckmässigste Lösung.

41. Am 4. Juli 2017 äusserten sich die Beschwerdeführer zum Fachgutachten 

Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpasssteuerung vom 27. Juni 2017 und stell-

ten sich dabei auf den Standpunkt, dass die Engpasssteuerung optimal auf 

das Dorf Schmitten zugeschnitten sei. Zudem beantragten sie eine Ergän-

zung des Fachgutachtens zur Frage, an wie vielen Stunden pro Jahr die 

maximale Wartezeit von 270 Sekunden im ungünstigsten Fall auftrete bzw. 

an wie vielen Stunden pro Jahr mit Wartezeiten von 120 Sekunden oder 

weniger zu rechnen sei.

42. Am 19. September 2017 nahm die Beschwerdegegnerin zum Fachgutach-

ten Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpasssteuerung vom 27. Juni 2017 Stel-

lung und bemängelte, dass das Gutachten nichts über die Geeignetheit der 

vorgeschlagenen Engpasssteuerung aussage. Aus verkehrsrechtlicher 

Sicht sowie gemäss den an diese gestellten Anforderungen sei die vorge-

schlagene Engpassteuerung mit zahlreichen, teilweise schwerwiegenden 

Mängeln oder Unzulänglichkeiten behaftet. Nur die wenigsten Anforderun-

gen bzw. Ziele erreichten einen zufriedenstellenden Erfüllungsgrad. Die 

Beschwerdegegnerin sehe sich in ihrer bisherigen Auffassung in Bezug auf 

die signalgesteuerte Ortsdurchfahrt Schmitten gänzlich bestätigt. Eine ver-

kehrstechnisch sinnvolle und wirtschaftlich tragbare Lösung biete nur die 

offene Strassenführung südlich von Schmitten.

43. Am 16. Oktober 2017 stellte die Erb + Partner Ingenieurbüro AG dem Ge-

richt die Ergänzung vom 12. Oktober 2017 des Fachgutachtens vom 

- 19 -

27. Juni 2017 zu. Darin führten die Gutachter unter anderem noch aus, 

dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der maximalen Wartezeit von 

270 Sekunden während 5 h im Jahr sehr gross sei. Es könne aber nicht 

ausgeschlossen werden, dass es auch darüber hinaus einmal zu einer 

solch langen Wartezeit kommen könne. Unter günstigen Verhältnissen 

seien mittlere Wartezeiten von 120 Sekunden oder weniger möglich. Eine 

zuverlässige Prognose, wie oft solche günstigen Verhältnisse vorkämen, 

sei nicht möglich, da es zu viele Variablen gebe.

44. Am 29. November 2017 nahm die Beschwerdegegnerin zum bereinigten 

Fachgutachten Stellung und bekräftigte abermals ihre Auffassung, wonach 

die Engpasssteuerung erhebliche Schwachstellen aufweise.

45. Am 30. November 2017 nahmen die Beschwerdeführer zum bereinigten 

Fachgutachten Stellung und vertieften ihre Argumentation, wonach die vor-

geschlagene Engpassteuerung optimal auf Schmitten zugeschnitten sei. 

Die Lösung sei nicht nur technisch machbar, sondern auch aus volkswirt-

schaftlicher, landschafts-, natur- und ortsbildschützerischer Sicht geeignet 

und der Südumfahrung weit überlegen.

46. Am 23. Januar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Position fest, 

wonach die mit Schwachstellen behaftete Engpasssteuerung nicht die ge-

eignete Lösung für das Dorf Schmitten sei.

47. Ebenfalls am 23. Januar 2018 reichten die Beschwerdeführer eine weitere 

Stellungnahme ein und führten dabei aus, dass es für die Verkehrsproble-

matik in Schmitten keine Lösung gebe, welche keine Nachteile aufweise. 

Allerdings schneide die Engpasssteuerung bei einer Gegenüberstellung 

der Vor- und Nachteile sehr viel besser ab als die bewilligte Umfahrungs-

strasse, welche von der ENHK als absolut unverhältnismässig und als 

schwere Beeinträchtigung der Lebensräume und der Kulturlandschaft be-

urteilt worden sei. Mittels Engpasssteuerung könne mit verhältnismässigen 

- 20 -

Mitteln eine deutliche Verbesserung der Verkehrsproblematik erreicht wer-

den.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

im angefochtenen Genehmigungsbeschluss der Beschwerdegegnerin vom 

25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, bzw. in der angefochtenen Verfügung 

des BVFD vom 18., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, sowie auf die Erkennt-

nisse des Augenscheins vom 23. Oktober 2013 und die eingereichten Be-

weismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 6 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) kann die Behörde im Interesse einer zweckmässigen Erledi-

gung die Verfahren bei getrennt eingereichten Eingaben zum gleichen Ge-

genstand durch verfahrensleitende Verfügung vereinigen. Die Beschwer-

deführer haben eine Vereinigung des verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens R 11 119 betreffend Genehmigung Umfahrung Schmitten 

Süd (Landwasserstrasse) mit dem verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren R 11 120 betreffend Rodungsbewilligung für Umfahrung Schmit-

ten Süd (Landwasserstrasse) beantragt (vgl. Ziff. 4 der Rechtsbegehren 

der beiden Beschwerden vom 28. November 2011). Die Beschwerdegeg-

nerin hat sich in ihren Vernehmlassungen vom 22. Februar 2012 dem be-

schwerdeführerischen Vereinigungsantrag angeschlossen bzw. dessen 

Gutheissung beantragt (vgl. Ziff. 2 der Rechtsbegehren der Vernehmlas-

sungen vom 22. Februar 2012). Weil die angefochtene Rodungsbewilli-

gung vom 18., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, projektbezogen erteilt wurde 

und das Schicksal der Bewilligung des Auflageprojekts für die Umfahrung 

Schmitten Süd teilt und überdies zwei sich widersprechende Urteile in die-

ser Angelegenheit zu vermeiden sind (was indes auch anderweitig sicher-

- 21 -

gestellt werden könnte), steht einer Vereinigung der beiden verwaltungs-

gerichtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 und R 11 120 sachlich nichts 

im Weg. Vielmehr erscheint eine Vereinigung der beiden Beschwerdever-

fahren aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs und des bisheri-

gen Verfahrensverlaufs gar angezeigt und zweckmässig. Folglich werden 

die beiden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 und 

R 11 120 − entsprechend der Anträge der Verfahrensparteien − vereinigt 

und mit einem Urteil entschieden.

2. Die Beschwerde R 11 119 richtet sich gegen den Genehmigungsbeschluss 

vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, betreffend Genehmigung Umfah-

rung Schmitten Süd (Protokoll Nr. 962), mit welchem die Beschwerdegeg-

nerin das aufgrund der Einsprachen und Stellungnahmen abgeänderte Auf-

lageprojekt für die Korrektion der Landwasserstrasse Bauabschnitt Umfah-

rung Schmitten Süd unter Auflagen und der Erteilung spezialrechtlicher Be-

willigungen genehmigt und gleichzeitig die Einsprache der heutigen Be-

schwerdeführer abgewiesen hat. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. d VRG beurteilt 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen 

Entscheide der Regierung über öffentlichrechtliche Streitigkeiten, soweit 

diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. 

Der angefochtene Genehmigungsbeschluss ist weder nach kantonalem 

noch nach eidgenössischem Recht endgültig, weshalb er ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht darstellt. 

Anfechtungsobjekt des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens 

R 11 120 bildet die Departementsverfügung vom 18., mitgeteilt am 26. Ok-

tober 2011, mit welcher das BVFD die Bewilligung zur Rodung von 

11'336 m2 Waldareal zwecks Realisierung des Projekts Umfahrung Schmit-

ten Süd im öffentlichen und privaten Wald, Territorium der Gemeinde 

Schmitten unter Auflagen und Bedingungen erteilt und gleichzeitig die da-

gegen erhobene Einsprache der heutigen Beschwerdeführer abgewiesen 

hat. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c VRG beurteilt das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen De-

- 22 -

partemente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem 

Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz angefochten werden 

können. Die vorliegend angefochtene Departementsverfügung ist weder 

nach kantonalem oder eidgenössischen Recht endgültig noch kann sie bei 

einer anderen Instanz angefochten werden, weshalb auch sie ein taugli-

ches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar-

stellt. Somit ist das angerufene Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheiten örtlich und sachlich 

zuständig. Das Verwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 43 Abs. 2 lit. a 

VRG in Fünferbesetzung über Beschwerden gegen Entscheide der Regie-

rung, womit das vorliegende, in Fünferbesetzung ergangene Urteil auch 

hinsichtlich der funktionellen Zuständigkeit die gesetzlichen Vorgaben er-

füllt. Bei den Beschwerdeführern handelt es sich − mit Ausnahme des Be-

schwerdeführers A._____ (dessen Legitimation aber ohnehin unbestritte-

nermassen gegeben ist) − um Umweltschutzorganisationen, welchen 

gemäss Art. 1 der Verordnung über die Bezeichnung der im Bereich des 

Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes beschwerdebe-

rechtigten Organisationen (VBO; SR 814.076) die Beschwerdeberechti-

gung nach Art. 55 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG; SR 

814.01) sowie nach Art. 12 des Bundesgesetzes über den Natur und Hei-

matschutz (NHG; SR 451) zukommt (vgl. Ziff. 3, 6, und 13 des Anhangs zur 

VBO). Unbestritten ist des Weiteren, dass die Beschwerdeführer durch den 

angefochtenen Regierungsbeschluss in ihren statutarisch verankerten 

Tätigkeitsgebieten betroffen sind (vgl. Art. 55 Abs. 2 USG bzw. Art. 12 

Abs. 2 NHG). Durch den angefochtenen Regierungsbeschluss vom 25., 

mitgeteilt am 26. Oktober 2011, sowie die angefochtene Departementsver-

fügung vom 18., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, sind die Beschwerdefüh-

rer überdies beschwert und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind. Auf die 

im Übrigen frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden vom 28. No-

vember 2011 ist daher einzutreten.

- 23 -

3.1. In formeller Hinsicht gilt es zunächst auf die von der Beschwerdegegnerin 

gerügte angebliche Verletzung des Gewaltenteilungsprinzips einzugehen. 

Die Beschwerdegegnerin stösst sich daran, dass das streitberufene Ge-

richt im Rahmen des Instruktionsverfahrens für die vorliegende Streitsache 

R 11 119 sowohl die Beschwerdegegnerin als auch das ANU und das TBA 

je einzeln und direkt zur Einreichung einer Vernehmlassung aufgefordert 

hat. Dies vertrage sich schlecht mit dem Grundsatz der Gewaltenteilung 

gemäss Art. 4 der Verfassung des Kantons Graubünden (KV; BR 110.100) 

im Allgemeinen und auch mit Bezug auf die organisatorische Gewaltentei-

lung im Besonderen. Die Formulierung in der verwaltungsgerichtlichen Auf-

forderung zur Vernehmlassung vom 29. November 2011 ("Beschwerde: 

Pro Natura und Mitbeteiligte gegen Regierung des Kantons Graubünden, 

ANU Graubünden und TBA Graubünden, betreffend Genehmigung Umfah-

rung Schmitten Süd [Landwasserstrasse]") und insbesondere die Verwen-

dung des Wortes "gegen" machten deutlich, dass das Verwaltungsgericht 

das ANU und das TBA nicht als weitere Betroffene im Sinne von Art. 54 

Abs. 1 VRG zur Stellungnahme eingeladen habe, sondern dass es diese 

Amtsstellen versehentlich als Gegenpartei betrachtet habe. Das ANU und 

das TBA seien somit nicht als Fachbehörde gebeten worden, zu konkreten 

Fragestellungen Auskunft zu geben. Die Beschwerdegegnerin ersuche das 

Gericht, in Beachtung der geltenden Zuständigkeiten künftig auf solche di-

rekten Eingriffe in die Organisation der Regierung und Verwaltung verzich-

ten zu wollen und sich auf die für den angefochtenen Entscheid allein ver-

antwortliche Instanz zu beschränken.

3.2. Dem halten die Beschwerdeführer entgegen, dass es jahrzehntelanger 

Praxis entspreche, dass einzelne Amtsstellen der kantonalen Verwaltung 

in Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht direkt zur Vernehm-

lassung eingeladen würden. Es sei nicht Sache des Verwaltungsgerichtes 

zu prüfen, ob eine Amtsstelle im Einzelfall der Ermächtigung durch die Be-

schwerdegegnerin bedürfe oder ob diese von sich aus tätig werden könne.

- 24 -

3.3. Dazu gilt es festzuhalten, dass mit der Erhebung einer Beschwerde gegen 

einen Regierungsbeschluss die Verfahrensherrschaft von der Regierung 

auf das Verwaltungsgericht übergeht. Für das Verfahren vor Verwaltungs-

gericht gilt gemäss Art. 11 Abs. 1 VRG die Untersuchungsmaxime, d.h. der 

Sachverhalt ist von Amtes wegen zu ermitteln. Das Gericht erhebt die not-

wendigen Beweise, wobei es an Begehren zur Ermittlung des Sachverhalts 

nicht gebunden ist. Als Beweismittel dienen dem Gericht insbesondere 

auch amtliche Akten, Amtsberichte sowie Befragungen und Mitteilungen 

von Auskunftspersonen (Art. 12 Abs. 1 VRG). Behörden sind dabei zur 

Herausgabe von Urkunden und Akten sowie zur Auskunftserteilung ver-

pflichtet (Art. 13 Abs. 1 VRG). Gestützt auf diese Bestimmungen ist es dem 

Verwaltungsgericht unbenommen, direkt und ohne Begrüssung der Be-

schwerdegegnerin von Verwaltungsbehörden amtliche Akten beizuziehen, 

Amtsberichte einzufordern sowie Auskunftspersonen aus der Verwaltung 

zu befragen und von diesen Mitteilungen zu verlangen. Entgegen der be-

schwerdegegnerischen Auffassung handelt es sich hierbei nicht um eine 

Frage der Gewaltenteilung, sondern um die Frage, wem im Verfahren vor 

Verwaltungsgericht die Verfahrensherrschaft zukommt und wie der Sach-

verhalt zu ermitteln ist. Aufgrund des soeben Gesagten ist dies klar das 

Verwaltungsgericht. Eine Verletzung des Grundsatzes der Gewaltenteilung 

liegt folglich nicht vor. Recht zu geben ist der Beschwerdegegnerin inso-

fern, als sie beanstandet, dass das ANU und das TBA in der verwaltungs-

gerichtlichen Aufforderung zur Vernehmlassung vom 29. November 2011 

im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 als Gegen-

partei aufgeführt sind. Dies stellt ein Versehen dar, ist im verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 doch einzig die Beschwerde-

gegnerin als Gegenpartei der Beschwerdeführer zu betrachten. Das Ver-

waltungsgericht hat in den weiteren Aufforderungen zur Stellungnahme im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 denn auch da-

von abgesehen, die beiden Amtsstellen als Gegenparteien der Beschwer-

deführer aufzuführen. Weil die Beschwerdegegnerin diesbezüglich für die 

vorliegenden Verfahren keinen Antrag gestellt hat und weil das ANU ge-

- 25 -

genüber dem Verwaltungsgericht mit Schreiben vom 3. Januar 2012 aus-

drücklich auf die Einreichung einer Vernehmlassung verzichtet hat und 

auch das TBA keine eigene Stellungnahme zu den Beschwerden vom 

28. November 2011 eingereicht hat, kann es mit diesen Bemerkungen sein 

Bewenden haben.

4.1. Weiter gilt es in formeller Hinsicht auf die von der Beschwerdegegnerin gel-

tend gemachte unzulässige Ausdehnung der Rechtsbegehren einzugehen.

4.2.1. In ihrer Einsprache ans BVFD vom 7. Dezember 2010 haben die Be-

schwerdeführer beantragt, die Umfahrung Schmitten Süd, H417b, Land-

wasserstrasse, sei nicht zu genehmigen und es sei mit einer transparenten 

Analyse eine ausgewogene Interessensabwägung vorzunehmen, um eine 

auch natur- und landschaftsverträgliche Lösung der Verkehrsproblematik 

im Dorf Schmitten zu finden (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

3 Beilage 16). 

4.2.2. In ihrer Beschwerde ans Verwaltungsgericht vom 28. November 2011 im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 haben die Be-

schwerdeführer sodann die Aufhebung des Regierungsbeschlusses vom 

25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, beantragt; die Streitsache sei zur Be-

weisergänzung an die Vorinstanz zurückzuweisen; es sei ein unabhängi-

ges Ingenieurs-Gutachten zur Machbarkeit der Südvariante mit teilweiser 

Untertunnelung sowie zur Variante Ortsdurchfahrt mit signalgesteuerter 

Lichtsignalanlage einzuholen; der UVB sei nach Vorliegen der Ergebnisse 

der zusätzlichen Abklärungen zu ergänzen; der angepasste und ergänzte 

UVB sei durch eine verwaltungsunabhängige Instanz zu beurteilen; es sei 

ein Gutachten bei der ENHK nach Art. 8 NHG einzuholen; gestützt auf die 

erfolgte Beweisergänzung habe die Beschwerdegegnerin eine neue aus-

gewogene Interessenabwägung und Beurteilung vorzunehmen und neu zu 

entscheiden.

- 26 -

4.2.3. Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, die von den Beschwerdefüh-

rern in der Beschwerde vom 28. November 2011 beantragte Rückweisung 

zur Beweisergänzung heisse, dass die Beschwerdegegnerin die Linien-

führung des Auflageprojekts grundsätzlich überprüfen müsste. Nachdem 

im Einspracheverfahren weder eine Untertunnelung noch eine Signalsteu-

erung, sondern nur eine ausgewogene Interessensabwägung gefordert 

worden sei, stelle dies eine unzulässige Ausdehnung der Rechtsbegehren 

gemäss Art. 51 Abs. 2 VRG dar. Weil die Untertunnelung nicht beantragt 

worden sei, habe sich die Beschwerdegegnerin damit zu Recht nicht aus-

einandergesetzt. Der Vorschlag sei nicht Gegenstand des vorinstanzlichen 

Verfahrens gewesen (vgl. Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 

22. Februar 2012 im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

R 11 119 S. 13 Ziff. 3.4).

4.2.4. In ihrer Eingabe vom 21. Dezember 2012 haben die Beschwerdeführer so-

dann Stellung zum Schreiben der ENHK vom 5. Dezember 2012 genom-

men und dabei ihre Rechtsbegehren dahingehend ergänzt, dass Projekt-

pläne für eine neue Variante Südumfahrung mit teilweiser Untertunnelung 

und Pläne für eine Variante Sanierung Ortsdurchfahrt mit signalgesteuerter 

Lichtsignalanlage zum Zweck der vergleichbaren Prüfung der verschiede-

nen Varianten auszuarbeiten seien. Die Konkretisierung des Rechtsbegeh-

rens nehme Bezug auf die Stellungnahme der ENHK, welche bemängelt 

habe, dass die erforderlichen Unterlagen für eine vergleichbare Prüfung 

und adäquate Beurteilung der verschiedenen Varianten fehlten. Dies sei 

keine Erweiterung der Rechtsbegehren. Es sei nicht Aufgabe des Verwal-

tungsgerichtes, ein aufwändiges Beweisverfahren durchzuführen. Eine 

Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz dürfte daher angezeigt 

sein.

4.2.5. Dem hält die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 19. Dezember 

2012 (vgl. S. 2) entgegen, dass die ENHK für eine vergleichende Begut-

achtung zur Verfügung stehen würde, falls das Verwaltungsgericht zum 

- 27 -

Schluss käme, weitere Projektvarianten seien zu prüfen und zu beurteilen. 

Zu dieser Thematik habe sich die Beschwerdegegnerin eingehend geäus-

sert. Ihr sei das Umfahrungsprojekt Schmitten Süd zur Genehmigung un-

terbreitet worden, nachdem in der Planungsphase parallel und zeitlich ge-

staffelt mehrere Varianten erörtert und einander gegenüber gestellt worden 

seien. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei allein das angefoch-

tene Auflageprojekt. Im jetzigen Verfahrensstadium sei auf die Prüfung und 

allfällige Begutachtung von Projektvarianten zu verzichten. In ihrer Stel-

lungnahme vom 29. Januar 2013 (vgl. S. 2 f.) führt die Beschwerdegegne-

rin sodann noch aus, dass die Beschwerdeführer ihre Stellungnahme vom 

21. Dezember 2012 zum Schreiben der ENHK vom 5. Dezember 2012 er-

neut zu einer unzulässigen Ausdehnung ihrer Rechtsbegehren genutzt hät-

ten. Die ENHK habe nicht bemängelt, dass die erforderlichen Unterlagen 

fehlten, um eine Prüfung der verschiedenen Varianten vorzunehmen; sie 

habe nur das Fehlen von Projektplänen für eine teilweise Untertunnelung 

festgestellt. Daraus könne nicht geschlossen werden, es liege hier keine 

Ausdehnung der Rechtsbegehren vor. Auf die am 28. November 2011 be-

antragte Rückweisung zur Beweisergänzung und auf die Ergänzung von 

Ziff. 2 der beschwerdeführerischen Rechtsbegehren gemäss Stellung-

nahme vom 21. Dezember 2012 sei daher nicht einzutreten.

4.3. Die Beschwerdeführer haben in ihrer Beschwerde vom 28. November 2011 

im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 materiell die 

Aufhebung des Genehmigungsbeschlusses vom 25., mitgeteilt am 26. Ok-

tober 2011, beantragt. Dies ist sicherlich keine Erweiterung des Rechtsbe-

gehrens gegenüber der Einsprache ans BVFD vom 7. Dezember 2010. Ge-

genteiliges wird von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht behauptet. 

Sie stellt sich indes auf den Standpunkt, dass der Rückweisungsantrag zur 

Beweisergänzung (vgl. Ziff. 2 der Rechtsbegehren der Beschwerde vom 

28. November 2011 im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

R 11 119) eine Erweiterung der Rechtsbegehren gegenüber der Einspra-

che vom 7. Dezember 2010 darstellt. Dabei verkennt die Beschwerdegeg-

- 28 -

nerin jedoch, dass es sich beim Antrag auf Rückweisung zur Beweisergän-

zung letztlich um einen Beweisantrag handelt, mit der Besonderheit, dass 

der Beweis nicht vom Gericht (welchem im verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahren die Verfahrensherrschaft zukommt [vgl. vorstehend 

E.3.3]), sondern von der Vorinstanz zu erheben ist. Neue Beweisanträge 

sind aber im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren gemäss 

Art. 51 Abs. 3 VRG vom Ausdehnungsverbot von Art. 51 Abs. 2 VRG aus-

genommen und somit zulässig. Dies gilt aufgrund der im verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahren herrschenden Untersuchungsmaxime 

auch für solche Beweisanträge, die im vorinstanzlichen Verfahren nicht ein-

gebracht worden sind, obschon sie hätten eingebracht werden können. 

Ähnlich sieht es bezüglich der beschwerdeführerischen Anträge aus, wel-

che in deren Stellungnahme vom 21. Dezember 2012 zum Schreiben der 

ENHK vom 5. Dezember 2012 neu gestellt worden sind (Ausarbeiten von 

Projektplänen für eine neue Variante Südumfahrung mit teilweiser Unter-

tunnelung sowie von Plänen für eine Variante Ortsdurchfahrt mit signalge-

steuerter Lichtsignalanlage zum Zweck der vergleichbaren Prüfung der ver-

schiedenen Varianten). Auch hierbei handelt es sich um Beweisanträge im 

Sinne von Art. 51 Abs. 3 VRG, die nach dem vorstehend Gesagten keine 

unzulässige Ausdehnung der Rechtsbegehren darstellen. Auf die mit Be-

schwerde vom 28. November 2011 im verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahren R 11 119 beantragte Rückweisung zur Beweisergänzung und 

auf die Ergänzung von Ziff. 2 der beschwerdeführerischen Rechtsbegehren 

gemäss Stellungnahme vom 21. Dezember 2012 ist somit − entgegen der 

beschwerdegegnerischen Auffassung − einzutreten. Ob die entsprechen-

den Beweisanträge begründet sind, ist alsdann eine Frage der (antizipier-

ten) Beweiswürdigung bzw. der materiellen Beurteilung.

5. Des Weiteren kann in formeller Hinsicht davon ausgegangen werden, dass 

nach dem vom Gericht durchgeführten Beweisverfahren mit der Möglich-

keit zur Stellungnahme die von den Beschwerdeführern verschiedentlich 

vorgebrachten Rügen betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs hinfäl-

- 29 -

lig geworden sind oder aber die Heilung allfälliger Verletzungen im vorlie-

genden Verfahren erfolgt ist. Weitere Ausführungen zu einer allfälligen 

Gehörsverletzung erübrigen sich vor diesem Hintergrund.

6. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es sodann festzuhalten, dass sich die be-

schwerdeführerischen Anträge auf Einholung eines unabhängigen Ingeni-

eurs-Gutachtens zur Machbarkeit der Südvariante mit teilweiser Untertun-

nelung sowie zur Variante Ortsdurchfahrt mit signalgesteuerter Lichtsignal-

anlage, Ergänzung des UVB nach Vorliegen der Ergebnisse der zusätzli-

chen Abklärungen sowie Einholung eines Gutachtens bei der ENHK nach 

Art. 8 NHG mittlerweile erledigt haben. Denn einerseits ist die grundsätzli-

che Machbarkeit der Südvariante mit teilweiser Untertunnelung ("Variante 

Dezember 2011") unbestritten und anderseits ist die Beurteilung der Vari-

ante Ortsdurchfahrt mit signalgesteuerter Lichtsignalanlage mittlerweile 

durch einen im gegenseitigen Einverständnis der Parteien bestimmten, un-

abhängigen Gutachter erfolgt und auch das TBA hat diesbezüglich sach-

bezogene Abklärungen getroffen bzw. unabhängige Fachleute beigezo-

gen. Zudem wurde im März 2014 im Auftrag des TBA der Zusatzbericht 

zum UVB 2010 erstellt und dabei die vier Varianten zum Auflageprojekt 

(Varianten Dezember 2010 [Variante 1] und August 2011 [Variante 2], Va-

riante Tunnel Süd Dezember 2011 [Variante 3] und Variante Innerortsaus-

bau [Variante 4]) beschrieben und hinsichtlich der wichtigsten Umweltas-

pekte beurteilt. Und schliesslich hat das streitberufene Gericht am 14. Ok-

tober 2014 die ENHK angefragt, ob sie im vorliegenden Fall aufgrund der 

bis anhin erfolgten weiteren Abklärungen sowie der zusätzlich erarbeiteten 

Grundlagen eine Begutachtung gemäss Art. 8 NHG vornehmen wolle, wor-

auf die ENHK dem Gericht am 29. Februar 2016 ihr Gutachten zur umstrit-

tenen Umfahrungsstrasse Schmitten Süd zugestellt hat. Weitere Aus-

führungen zu den erwähnten beschwerdeführerischen Beweisanträgen 

erübrigen sich daher. Bezüglich des beschwerdeführerischen Beweisan-

trags auf Beurteilung des angepassten und ergänzten UVB durch eine ver-

waltungsunabhängige Instanz gilt es sodann festzuhalten, dass von Geset-

- 30 -

zes wegen das ANU und nicht eine verwaltungsunabhängige Instanz den 

UVB zu prüfen hat (vgl. Art. 10c Abs. 1 USG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 der Ver-

ordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV; SR 814.011]). Der 

Beweisantrag auf Beurteilung des angepassten und ergänzten UVB durch 

eine verwaltungsunabhängige Instanz ist somit abzuweisen.

7.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Beschwerdegegnerin habe 

sich mit den verschiedenen Varianten zum Auflageprojekt (insbesondere 

mit der Südumfahrung mit teilweiser Untertaglegung und der Variante In-

nerortsausbau) nur ungenügend auseinandergesetzt und damit ihre Prü-

fungspflicht hinsichtlich umweltschonender Varianten verletzt. Der Sach-

verhalt sei unrichtig resp. unvollständig festgestellt worden.

7.2. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass allein das Auflagepro-

jekt 2010 Gegenstand des Projektgenehmigungsverfahrens bilde. Sie dürfe 

die Genehmigung nicht verweigern, wenn das Vorhaben rechtmässig sei. 

Daran ändere die von Art. 2 Abs. 1 lit. b der Raumplanungsverordnung 

(RPV; SR 700.1) geforderte Prüfung von Varianten nichts. Diese habe auf 

Planungsstufe zu erfolgen. Die Plangenehmigungsbehörde habe nur dann 

verschiedene Varianten zu vergleichen, wenn sie genügend konkretisiert 

und im Sinne von echten Varianten vorlägen. Der Entscheid, ob eine Vari-

ante im Detail projektiert und weiterverfolgt werde, liege jedoch im Ermes-

sen der Planungsbehörde. Diese dürfe Varianten, welche mit erheblichen 

Nachteilen belastet seien, nach summarischer Prüfung vom Auswahlver-

fahren ausschliessen. Die Beschwerdegegnerin habe nur abzuklären, ob 

bei der Projektierung bzw. der Ausarbeitung des Auflageprojekts alternati-

ven Linienführungen die nötige Beachtung geschenkt worden sei. Dies sei 

hier der Fall. Die Beschwerdegegnerin habe im angefochtenen Beschluss 

ausführlich dargelegt, inwiefern sich die Auflagevariante − verglichen mit 

den Varianten Nordumfahrung, Innerortsausbau und den alternativen Lini-

enführungen einer Südumfahrung − unter Abwägung bautechnischer, um-

weltrelevanter sowie wirtschaftlicher Gesichtspunkte als zweckmässig er-

- 31 -

weise und weshalb das unbestrittenermassen grosse öffentliche Interesse 

an deren Realisierung stärker zu gewichten sei als die entgegenstehenden 

Interessen. Damit sei zweifellos erstellt, dass alternativen Linienführungen 

im Rahmen der Projektierung und auch seitens der Beschwerdegegnerin 

die nötige Beachtung geschenkt worden sei und die Beschwerdegegnerin 

eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen habe.

7.3. Die Kritik der Beschwerdeführer wirft die Frage auf, unter welchen Umstän-

den und in welchem Verfahren die Plangenehmigungsbehörde Projektvari-

anten zu prüfen hat. Geltend gemacht wird eine unvollständige Sachver-

haltsabklärung. Nachfolgend ist somit die Pflicht der Beschwerdegegnerin 

zur Variantenprüfung zu erörtern.

7.4. Die Plangenehmigungsbehörde hat in ihrem Entscheid eine umfassende 

Interessenabwägung vorzunehmen, indem sie alle im konkreten Fall rele-

vanten Interessen ermittelt, bewertet und gegeneinander abwägt, um so-

dann zu entscheiden, welcher der möglichen Varianten der Vorzug zu ge-

ben ist (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. b RPV). Diese Anforderung ergibt sich auch 

aus Art. 3 NHG (BGE 137 II 266 E.4 mit Hinweisen) sowie aus dem Erfor-

dernis der Standortgebundenheit des Werks für die mit dem Strassenbau 

erforderliche Rodung (Art. 5 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Wald [WaG; SR 921.0]). Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob andere, 

Landschaft bzw. Wald und Umwelt schonendere Standorte bzw. Strecken-

führungen vorhanden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1A.191/2003 

vom 1. Juli 2004 E.6). Der Vergleich verschiedener Lösungen ist insbeson-

dere dann angezeigt, wenn die Varianten, die einander gegenübergestellt 

werden, echte Alternativen sind, d.h. sie müssen realistisch und einiger-

massen ausgereift sein. Zudem sind nur dort Varianten zu prüfen, wo 

tatsächlich auch ein Konflikt mit den einschlägigen Vorschriften zu erken-

nen ist. Nicht verlangt werden kann hingegen, dass alle in Betracht fallen-

den Alternativen im Detail projektiert werden. So dürfen insbesondere Va-

rianten, die mit erheblichen Nachteilen belastet sind, schon nach einer ers-

- 32 -

ten summarischen Prüfung aus dem Auswahlverfahren ausgeschlossen 

werden. Zudem muss nicht jede möglicherweise auch bundesrechtskon-

forme Lösung dem vorgelegten Projekt gegenüber gestellt werden. Der 

Entscheid, welche von mehreren rechtskonformen und zweckmässigen 

Varianten umgesetzt wird, liegt grundsätzlich im Ermessen der Planungs-

behörde. Diese kann mit der Feststellung, dass ein eingereichtes Projekt-

gesuch alle Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt und bundesrechtskon-

form ist, die Prüfung anderer Varianten ausschliessen. Denn die Einhaltung 

des einschlägigen Bundesrechts impliziert, dass den berührten Interessen 

genügend Rechnung getragen worden ist (vgl. BGE 139 II 499 E.7.3.1; Ur-

teile des Bundesgerichtes 1C_556/2013, 1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 

21. September 2016 E.5.2, 1C_108/2014, 1C_110/2014 vom 23. Septem-

ber 2014 E.4.3, 1C_648/2013 vom 4. Februar 2014 E.4.1; Urteile des Bun-

desverwaltungsgerichtes A-7810/2010 vom 15. Juli 2011 E.4.1, A-

594/2009 vom 10. November 2009 E.4.2 f.). Beim Variantenentscheid steht 

der Planungsbehörde ein Ermessensspielraum offen. Dieser Ermessens-

entscheid, welcher regelmässig durch die politischen Entscheidungsträger 

vorgeprägt wird, wird im gerichtlichen Verfahren nur mit Zurückhaltung 

überprüft. Das Gericht soll nicht aus eigenem Gutdünken, sondern nur aus 

triftigen Gründen von der Beurteilung durch die zuständige Fachbehörde 

abweichen (vgl. BGE 139 II 185 E.9.3; Urteil des Bundesgerichtes 

1C_556/2013, 1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 21. September 2016 

E.5.2).

7.5. Im vorliegenden Fall bemängeln die Beschwerdeführer zu Recht, dass die 

Beschwerdegegnerin ihren Genehmigungsentscheid vom 25., mitgeteilt 

am 26. Oktober 2011, aufgrund einer ungenügenden Beurteilungsgrund-

lage gefällt hat. Vor diesem Hintergrund musste das angerufene Gericht im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren − obschon es grundsätz-

lich nach dem vorstehend Gesagten nicht Aufgabe des Gerichtes ist, ein 

aufwändiges Beweisverfahren bezüglich allfälliger Alternativvarianten 

durchzuführen − nachholen, was die Beschwerdegegnerin unterlassen hat, 

- 33 -

nämlich die Durchführung eines Augenscheins und einer Instruktionsver-

handlung, die Einholung von zusätzlichen Unterlagen bezüglich allfälliger 

Varianten zum Auflageprojekt sowie die Einholung eines ENHK-Gutach-

tens und eines Verkehrsgutachtens. Erst dadurch − insbesondere durch 

die vom TBA gelieferten Informationen und Pläne − konnte nachträglich 

nach und nach Transparenz bezüglich der verschiedenen Varianten zum 

Auflageprojekt hergestellt werden. Als Alternative zur Durchführung dieses 

aufwändigen Beweisverfahrens im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren hätte aus Sicht des Gerichtes auch die Möglichkeit bestanden, 

die Beschwerden nach Durchführung eines ein- bzw. zweifachen Schriften-

wechsels gutzuheissen, die angefochtenen Entscheide zu kassieren und 

die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Weil sich dadurch die Angelegenheit indes wohl noch 

mehr verzögert hätte, hat sich das Gericht dagegen entschieden und die 

entsprechenden Beweise selber erhoben. Vor diesem Hintergrund er-

scheint aber die Einreichung der Beschwerden durch die Beschwerdefüh-

rer gerechtfertigt, lagen doch zum damaligen Zeitpunkt noch kaum Unter-

lagen vor, welche eine Beurteilung bezüglich der allfälligen Varianten zum 

Auflageprojekt ermöglicht hätten. Dieser Tatsache wird im vorliegenden 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren bei der Kostenverteilung 

sowie bei der Festlegung der Parteientschädigung Rechnung zu tragen 

sein (vgl. nachstehend E.16). Nach dem vom Gericht durchgeführten um-

fangreichen Beweisverfahren mit der Möglichkeit zur Stellungnahme ist der 

Sachverhalt mittlerweile aber ausreichend abgeklärt, was von den Be-

schwerdeführern denn auch nicht (mehr) bestritten wird. Mit den bei den 

Akten liegenden Unterlagen lässt sich insbesondere auch die Frage beur-

teilen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht das Auflageprojekt 2010 als 

zweckmässigste Lösung gewählt hat oder ob sich eine alternative Linien-

führung als zweckmässiger erwiesen hätte. Darauf wird nachstehend noch 

vertieft einzugehen sein (vgl. insbesondere E.13).

- 34 -

8.1. Gemäss Art. 78 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) sind für den Natur- und Heimatschutz 

grundsätzlich die Kantone zuständig. Bundeskompetenzen bestehen ledig-

lich im Bereich des Biotop- und Artenschutzes (Art. 78 Abs. 4 BV) und zum 

Schutz von Mooren und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung 

(Art. 78 Abs. 5 BV). Gemäss Art. 78 Abs. 2 BV nimmt der Bund bei der Er-

füllung seiner Aufgaben Rücksicht auf die Anliegen des Natur- und Heimat-

schutzes und schont Landschaften, Ortsbilder, geschichtliche Stätten so-

wie Natur- und Kunstdenkmäler; er erhält sie ungeschmälert, wenn das öf-

fentliche Interesse es gebietet. Was unter der Erfüllung einer Bundesauf-

gabe im Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV bzw. Art. 3 NHG zu verstehen ist, führt 

Art. 2 Abs. 1 NHG in nicht abschliessender Weise aus: Dazu gehören ins-

besondere die Planung, Errichtung und Veränderung von Werken und An-

lagen durch den Bund, wie z.B. Bauten und Anlagen der Bundesverwal-

tung, Nationalstrassen oder Bauten und Anlagen der Schweizerischen 

Bundesbahnen (lit. a), die Erteilung von Konzessionen und Bewilligungen, 

wie zum Bau und Betrieb von Verkehrsanlagen, Transportanstalten, Wer-

ken und Anlagen zur Beförderung von Energie, Flüssigkeiten oder Gasen 

oder zur Übermittlung von Nachrichten sowie Bewilligungen zur Vornahme 

von Rodungen (lit. b) sowie die Gewährung von Beiträgen an Planungen, 

Werke und Anlagen, wie Meliorationen, Sanierungen landwirtschaftlicher 

Bauten, Gewässerkorrektionen, Anlagen des Gewässerschutzes und Ver-

kehrsanlagen (lit. c). Entscheide kantonaler Behörden über Vorhaben, die 

voraussichtlich nur mit Beiträgen nach Abs. 1 lit. c verwirklicht werden, sind 

der Erfüllung von Bundesaufgaben gleichgestellt (Art. 2 Abs. 2 NHG). Nach 

ständiger Rechtsprechung kann eine Bundesaufgabe auch dann vorliegen, 

wenn eine kantonale Behörde eine bundesrechtliche Aufgabe wahrnimmt. 

Dies ist beispielsweise zu bejahen bei der Erteilung einer raumplanungs-

rechtlichen Ausnahmebewilligung (grundlegend BGE 112 Ib 70 E.4b). Aus-

drücklich in Art. 2 Abs. 1 lit. b NHG erwähnt ist die Erteilung einer Rodungs-

bewilligung: Muss für ein Projekt eine Rodung in einem koordinierten Ver-

fahren bewilligt werden oder wird die Rodungsbewilligung gemäss Art. 21 

- 35 -

Abs. 3 UVPV verbindlich in Aussicht gestellt, liegt nach ständiger Recht-

sprechung eine Bundesaufgabe vor (BGE 138 II 281 E.4.4, 121 II 190 

E.3c/cc,120 Ib 27 E.2c/aa). Das umstrittene Strassenprojekt Umfahrung 

Schmitten Süd betrifft nach dem soeben Gesagten eine Bundesaufgabe im 

Sinne von Art. 2 NHG, weil für das Projekt im Rahmen des koordinierten 

Verfahrens unter anderem eine Rodungsbewilligung gemäss dem Bundes-

gesetz über den Wald erteilt wurde (zur Frage der Rechtmässigkeit der Ro-

dungsbewilligung vgl. nachstehend E.15). Somit liegt hier eine Bundesauf-

gabe vor.

8.2. Bei der Erfüllung von Bundesaufgaben im Sinne von Art. 2 NHG sorgen der 

Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone dafür, dass das hei-

matliche Landschafts- und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- 

und Kulturdenkmäler geschont werden und, wo das allgemeine Interesse 

an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben (Art. 3 Abs. 1 NHG). 

Diese Pflicht gilt unabhängig von der Bedeutung des Objektes im Sinne 

von Art. 4 NHG, welcher Objekte von nationaler Bedeutung von solchen mit 

regionaler oder lokaler Bedeutung unterscheidet. Eine Massnahme darf 

nicht weitergehen, als es der Schutz des Objektes und seiner Umgebung 

erfordert (Art. 3 Abs. 3 NHG). Art. 3 NHG verlangt keinen absoluten Schutz 

der Landschaft, sondern "nur", dass das heimatliche Landschafts- und 

Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenkmäler ge-

schont und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmä-

lert erhalten bleiben. Auch bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen von 

Lebensräumen und Kulturlandschaften ist somit eine Bewilligung möglich, 

wenn sich im Rahmen der Interessenabwägung das Eingriffsinteresse als 

höher erweist als das Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung der Le-

bensräume und der Kulturlandschaft. Der Eingriff ist jedoch nur gestattet, 

wo ein überwiegendes allgemeines Interesse dies erfordert (vgl. BGE 

137 II 266 E.4). Zur Beurteilung dieser Frage ist eine möglichst umfas-

sende Abwägung aller für und gegen das Vorhaben sprechenden öffentli-

chen und privaten Interessen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerich-

- 36 -

tes 1C_108/2014, 1C_110/2014 vom 23. September 2014 E.4.3). Dabei ist 

nicht nur zu prüfen, ob auf die geplanten Bauten und Anlagen gänzlich ver-

zichtet werden könnte (so ausdrücklich Art. 3 Abs. 2 lit. a NHG), sondern 

es müssen auch Alternativen geprüft werden, sofern diese ernsthaft in Be-

tracht fallen (vgl. vorstehend E.7.4). Demgegenüber sind inventarisierte 

Objekte von nationaler Bedeutung gemäss Art. 6 Abs. 1 NHG ungeschmä-

lert zu erhalten, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- 

oder angemessenen Ersatzmassnahmen grösstmöglichst zu schonen. Ein 

Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare darf 

bei Erfüllung einer Bundesaufgabe gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG nur in Erwä-

gung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige In-

teressen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen. Passend zu 

den unterschiedlichen Schutzniveaus divergieren auch die Anforderungen 

an die Interessenabwägung. Während nach Art. 3 NHG eine umfassende 

Abwägung aller für und gegen das Vorhaben sprechenden öffentlichen und 

privaten Interessen vorzunehmen ist (vgl. BGE 137 II 266 E.4), lässt Art. 6 

NHG nur eine eingeschränkte Interessenabwägung zu: Ist das Interesse, 

welches der ungeschmälerten Erhaltung entgegensteht, nicht von nationa-

ler Bedeutung, so ist der Eingriff a priori unzulässig; denn der Gesetzgeber 

hat für diesen Fall verbindlich zugunsten der ungeschmälerten Erhaltung 

entschieden. Liegt hingegen ein Eingriffsinteresse von ebenfalls nationaler 

Bedeutung vor, muss aufgrund sämtlicher relevanter Gesichtspunkte ent-

schieden werden, ob dieses im konkreten Fall überwiegt oder zumindest 

gleichwertig ist (vgl. GRIFFEL, Die Grundprinzipien des schweizerischen 

Umweltrechts, Zürich 2001, Rz. 396 m.w.H.).

8.3. Darüber hinaus sind die Vorschriften von Art. 1 und 3 des Gesetzes über 

den Natur- und Heimatschutz im Kanton Graubünden (KNHG; BR 496.000) 

einzuhalten, wonach schutzwürdige Landschaften, die Lebensräume der 

einheimischen Tiere und Pflanzen (Biotope), wertvolle Ortsbilder, Gebäu-

degruppen und Einzelbauten, deren Umgebung sowie archäologische 

Fundstellen zu schonen und, wo das öffentliche Interesse an ihrer Erhal-

- 37 -

tung überwiegt, soweit als möglich zu erhalten sind. Das Schonungsgebot 

hinsichtlich Landschaft gilt auch aufgrund von Art. 1 und 3 des Bundesge-

setzes über die Raumplanung (RPG; SR 700). Insbesondere sollen 

gemäss Art. 3 Abs. 2 RPG der Landwirtschaft genügende Flächen geeig-

neten Kulturlandes, insbesondere Fruchtfolgeflächen, erhalten bleiben 

(lit. a), Siedlungen, Bauten und Anlagen sich in die Landschaft einordnen 

(lit. b) naturnahe Landschaften und Erholungsräume erhalten bleiben (lit. d) 

und die Wälder ihre Funktionen erfüllen können (lit. e). Wohngebiete sind 

gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen 

wie Luftverschmutzung, Lärm und Erschütterung möglichst zu verschonen. 

Für die öffentlichen oder im öffentlichen Interesse liegenden Bauten und 

Anlagen sind gemäss Art. 3 Abs. 3 RPG sachgerechte Standorte zu be-

stimmen. Insbesondere sollen regionale Bedürfnisse berücksichtigt und 

störende Ungleichheiten abgebaut (lit. a) sowie nachteilige Auswirkungen 

auf die natürlichen Lebensgrundlagen, die Bevölkerung und die Wirtschaft 

vermieden oder gesamthaft gering gehalten werden (lit. c; vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes 1C_108/2014, 1C_110/2014 vom 23. September 2014 

E.4.4).

9.1. Wer eine Anlage, die der Umweltverträglichkeitsprüfung untersteht, planen, 

errichten oder ändern will, muss der zuständigen Behörde gemäss Art. 10b 

Abs. 1 USG einen Umweltverträglichkeitsbericht unterbreiten. Dieser bildet 

die Grundlage der Umweltverträglichkeitsprüfung. Der Bericht hat gemäss 

Art. 10b Abs. 2 USG alle Angaben zu enthalten, die zur Prüfung des Vor-

habens nach den Vorschriften über den Schutz der Umwelt nötig sind. Er 

wird nach den Richtlinien der Umweltschutzfachstellen erstellt und umfasst 

den Ausgangszustand (lit. a), das Vorhaben, einschliesslich der vorgese-

henen Massnahmen zum Schutze der Umwelt und für den Katastrophen-

fall, sowie einen Überblick über die wichtigsten allenfalls vom Gesuchsteller 

geprüften Alternativen (lit. b) und die voraussichtlich verbleibende Belas-

tung der Umwelt (lit. c). Zur Vorbereitung des Berichts wird gemäss Art. 10b 

Abs. 3 USG eine Voruntersuchung durchgeführt. Werden in der Vorunter-

- 38 -

suchung die Auswirkungen auf die Umwelt und die Umweltschutzmassnah-

men abschliessend ermittelt, so gelten die Ergebnisse der Voruntersu-

chung als Bericht. Gemäss Art. 10c Abs. 1 USG beurteilen die Umwelt-

schutzfachstellen die Voruntersuchung und den Bericht und beantragen 

der für den Entscheid zuständigen Behörde die zu treffenden Massnah-

men. Der Bericht und die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung 

können von jedermann eingesehen werden, soweit nicht überwiegende pri-

vate oder öffentliche Interessen die Geheimhaltung erfordern (Art. 10d 

Abs. 1 USG).

9.2. Vorliegend lag der UVB vom November 2010 (Bg-act. 2 Beilage 13) zu-

sammen mit dem strittigen Strassenprojekt Umfahrung Schmitten Süd vom 

8. November bis 8. Dezember 2010 öffentlich auf. Er kommt aufgrund der 

Resultate der durchgeführten Untersuchungen zum Schluss, dass mit den 

im Rahmen der Projektierung vorgesehenen Massnahmen das Projekt hin-

sichtlich der Umweltbereiche Wald, Lärm, Luft, Hydrologie, Bodenschutz, 

Entsorgung und Störfall umweltverträglich sei und die relevanten gesetzli-

chen Bestimmungen zum Schutz der Umwelt eingehalten würden. Betref-

fend Raumentwicklung müsse einerseits der kantonale Richtplan ange-

passt und anderseits die Nutzungsplanung der Gemeinde in Bezug auf die 

dritte Nutzungsetappe überprüft werden. Bezüglich der übrigen Umweltbe-

reiche seien mit dem Bau der Umfahrung teilweise schwerwiegende Aus-

wirkungen verbunden, welche mit den vorgesehenen Massnahmen nicht 

genügend kompensiert werden könnten. Die wichtigsten seien die Auswir-

kungen auf das Landschafts- und Ortsbild, auf die Nutzungen, auf die Le-

bensräume, auf den Wald sowie auf den Boden und die Entsorgung.

9.3. Im Beurteilungsbericht zum UVB gemäss Art. 8 der kantonalen Verordnung 

über die Umweltverträglichkeitsprüfung (KVUVP; BR 820.150) vom 

28. Juni 2011 (Bg-act. 3 Beilage 2) hält das ANU zunächst fest, dass eine 

eigentliche Voruntersuchung gemäss Art. 8a UVPV nicht durchgeführt wor-

den sei, indessen der UVB als Bericht im Sinne dieser Bestimmung aner-

- 39 -

kannt werden könne. Der UVB sei nahezu vollständig, sachlich neutral und 

weitestgehend richtig abgefasst. Er stelle eine genügende Grundlage für 

die Beurteilung der Umweltrechtskonformität des Bauvorhabens dar. Er 

zeige die zum heutigen Zeitpunkt absehbaren Konfliktpunkte mit dem in 

Art. 3 Abs. 1 UVPV angeführten Umweltrechtsbereichen nahezu vollstän-

dig auf. Eine Beurteilung der grundsätzlichen Machbarkeit sowie der 

Rechtskonformität aus umweltrechtlicher Sicht sei gestützt auf die vorlie-

genden Unterlagen sowie die im ANU und in den beigezogenen Ämtern 

vorhandenen Informationen möglich. Zusammenfassend kommt das ANU 

zum Schluss, dass das Auflageprojekt 2010 unter namentlich erwähnter 

Auflagen und vorbehältlich der Güterabwägung als den bundesrechtlichen 

und kantonalen Vorschriften über den Schutz der Umwelt entsprechend be-

urteilt werden könne. Vorbehältlich der Projektgenehmigung und der erfor-

derlichen Bewilligungen könne aus Sicht des ANU im Sinne der Erwägun-

gen die Zustimmung erteilt werden.

9.4. Im März 2014 wurde im Auftrag des TBA der Zusatzbericht zum UVB 2010 

erstellt. Darin wurden die vier Varianten zum Auflageprojekt 2010 (Varian-

ten Dezember 2010 [Variante 1] und August 2011 [Variante 2], Variante 

Tunnel Süd Dezember 2011 [Variante 3] und Variante Innerortsausbau 

[Variante 4]) beschrieben und hinsichtlich der wichtigsten Umweltaspekte 

(Siedlung, Landschaft, Lebensräume, Wald, Lärm, Boden und Bauphase) 

beurteilt. Unter dem Titel zusammenfassende Ergebnisse stellen die Be-

richterstatter die wichtigsten Unterschiede der vier beurteilten Varianten im 

Vergleich zum Auflageprojekt 2010 dar, ohne eine quantitative Bewertung 

der Varianten vorzunehmen und ohne Abgabe einer Empfehlung der zu 

realisierenden Lösung.

9.5. Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2014 führt das ANU zum Zusatzbericht zum 

UVB 2010 vom März 2014 aus, dass das ANU die Varianten eingehend 

studiert habe und die Ausführungen als weitestgehend korrekt erachte (un-

ter Hinweisen zur Präzisierung des Lärmschutzes, sofern eine der Varian-

- 40 -

ten weiterverfolgt werde, aber ohne Auswirkungen auf die Beurteilungen 

des Lärmschutzes im Bericht). Das ANU komme zum Schluss, dass per se 

alle vier Varianten, ebenso wie das Auflageprojekt 2010, jeweils gewisse 

Vor- und Nachteile aufwiesen. Allerdings könne aus umweltrechtlicher 

Sicht keine Variante eindeutig bevorzugt werden. In der Beurteilung des 

ANU seien sowohl das Auflageprojekt 2010 (gemäss Beurteilungsbericht 

des ANU vom 28. Juni 2011) als auch die Varianten 

1 - 4 einer Interessenabwägung durch die Beschwerdegegnerin zugäng-

lich.

9.6. Nach dem Gesagten sowie basierend auf den Ausführungen des ANU in 

dessen Beurteilungsbericht vom 28. Juni 2011 sowie der Stellungnahme 

vom 6. Mai 2014 taugen der UVB vom November 2010 und seine Ergän-

zung vom März 2014 als Grundlage für die Interessenabwägung. Zu dieser 

Interessenabwägung ist neben den erwähnten Stellungnahmen des ANU 

zwingend auch das Gutachten der ENHK zur umstrittenen Umfahrungs-

strasse Schmitten Süd vom 29. Februar 2016 beiziehen. Ebenfalls beizu-

ziehen ist das Fachgutachten Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpasssteue-

rung vom 27. Juni 2017 sowie dessen Ergänzung vom 12. Oktober 2017.

10.1. Von der geplanten Umfahrungsstrasse Schmitten Süd (Auflageprojekt 

2010) sind − wie die ENHK bereits in ihrem Schreiben vom 5. Dezember 

2012 festgestellt hat − keine Objekte betroffen, welche in einem Inventar 

des Bundes nach Art. 5 NHG enthalten sind. Als Trockenstandort von nati-

onaler Bedeutung ist lediglich das 1.1 ha grosse Objekt Nr. 8480 marginal 

betroffen (vgl. UVB vom November 2010 [Bg-act. 2 Beilage 13] Anhang 

6.4.1). Eine obligatorische Begutachtung durch die ENHK nach Art. 7 NHG 

entfällt daher. Indessen kann die ENHK nach Art. 8 NHG i.V.m. Art. 25 der 

Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) in wichti-

gen Fällen von sich aus in jedem Stadium des Verfahrens ein Gutachten 

über die Schonung oder ungeschmälerte Erhaltung von Objekten abgeben. 

Diese fakultative Begutachtung bezieht sich insbesondere auf Objekte, die 

- 41 -

nicht in einem Bundesinventar nach Art. 5 NHG aufgeführt sind (vgl. LEIM-

BACHER, Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 8 Rz. 1; siehe auch Art. 25 

Abs. 1 lit. d NHV). Eine fakultative Begutachtung nach Art. 8 NHG kann 

auch zum Zug kommen, wenn das ENHK-Gutachten von einer Verfahrens-

partei beantragt wird, wobei die ENHK selbst entscheidet, ob sie ein Gut-

achten abgibt (vgl. LEIMBACHER, a.a.O., Art. 8 Rz. 4).

10.2.1. Vorliegend haben die Beschwerdeführer bereits in ihren Beschwerden vom 

28. November 2011 die Einholung eines Gutachtens bei der ENHK nach 

Art. 8 NHG beantragt. Im Anschluss fragte das Gericht am 1. Oktober 2012 

die ENHK an, ob sie eine fakultative Begutachtung gemäss Art. 8 NHG vor-

nehmen wolle. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 stellte die ENHK im 

Wesentlichen fest, dass im UVB und im Prüfbericht des ANU sowohl die 

Bedeutung der durch das Vorhaben betroffenen Natur- und Kulturland-

schaft sowie die Auswirkungen des Projekts auf diese Qualitäten und Werte 

hinreichend geklärt worden seien. Die Umfahrungsstrasse führe danach zu 

einer erheblichen Beeinträchtigung der Kulturlandschaft und der Lebens-

räume. Diese Beurteilung sei für die ENHK vollständig und nachvollziehbar. 

Für die Prüfung einer teilweisen Untertunnelung der Südumfahrung wären 

keine zusätzlichen Grundlagen im Bereich von Natur-, Landschafts- und 

Ortsbildschutz erforderlich. Allerdings lägen für eine Prüfung und adäquate 

Beurteilung einer mit der zur Genehmigung vorgelegten vergleichbaren Va-

riante keine ausreichenden Projektpläne vor. Gemäss Bericht des ANU 

bleibe offen, ob die genehmigte und umstrittene Umfahrung Schmitten Süd 

dem in Art. 3 NHG verankerten allgemeinen Schonungsgebot genüge. Ob 

die Prüfung und Projektierung neuer Varianten im heutigen Verfahrens-

stand vorgenommen werden solle, sei eine verfahrensrechtliche Frage, die 

zu beantworten nicht zu den Aufgaben der ENHK gehöre. Ebenfalls nicht 

in den Aufgabenbereich der ENHK falle die Beurteilung, ob das vorliegende 

Projekt in der gesamthaften Interessenabwägung zwischen dem im kanto-

nalen oder noch weitergehenden Quervergleich geringen Verkehrsaufkom-

men, den verkehrstechnischen Problemen des Engpasses der Ortsdurch-

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fahrt, dem Ortsbild, der als schwerwiegend beurteilten Zerschneidung einer 

bisher nicht belasteten Landschaftskammer, den finanziellen Aufwendun-

gen etc. gerechtfertigt sei. Aufgrund des Sachverhalts und da weder die 

Vornahme noch die Prüfung der Interessenabwägung Aufgabe der ENHK 

sei, verzichte sie auf die Abgabe eines fakultativen Gutachtens.

10.2.2. In der Folge forderte das Gericht die Beschwerdegegnerin mit Schreiben 

vom 1. Mai 2013 auf, neben den bereits eingelegten Planunterlagen sämt-

liche vom TBA im Rahmen der Prüfung der drei alternativen Linienführun-

gen für eine Südumfahrung erarbeiteten und verwendeten sachdienlichen 

Dokumente einzureichen. Dieser Aufforderung kam die Beschwerdegeg-

nerin am 16. Mai 2013 nach. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs und 

nachdem von Seiten des Gerichtes am 23. Oktober 2013 ein Augenschein 

sowie am 29. November 2013 eine Instruktionsverhandlung durchgeführt 

wurde, forderte das Gericht am 15. Mai 2014 die Beschwerdegegnerin auf, 

zu den Resultaten des gerichtlichen Augenscheins, der Instruktionsver-

handlung und der dazu und in der Folge erarbeiteten Dokumente Stellung 

zu nehmen und zu entscheiden, ob sie an ihrem Genehmigungsentscheid 

für die Umfahrung Schmitten Süd festhalten wolle. Mit Schreiben vom 

2. Oktober 2014 teilte die Beschwerdegegnerin dem Gericht mit, dass für 

sie kein Grund bestehe, von der ursprünglichen Beurteilung abzuweichen, 

weshalb sie am Genehmigungsentscheid vom 25., mitgeteilt am 26. Okto-

ber 2011, festhalte. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass das 

Auflageprojekt 2010 im Vergleich mit den Varianten für eine Südumfahrung 

unter Abwägung bautechnischer, wirtschaftlicher und umweltrelevanter 

Gesichtspunkte insgesamt deutlich am besten abschneide und die von 

Art. 15 des Strassengesetzes des Kantons Graubünden (StrG; BR 

807.100) verlangten Voraussetzungen an eine kantonale Strassenverbin-

dung erfülle. Das Auflageprojekt sei zweckmässig und geeignet, die mit 

dem Projekt verfolgten Ziele zu erreichen. Eine lichtsignalgesteuerte Orts-

durchfahrt für Schmitten liefe den verfolgten Zielen zuwider, weswegen 

eine solche Lösung als unzweckmässig abzulehnen sei.

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10.2.3. Daraufhin fragte das Gericht die ENHK am 14. Oktober 2014 erneut an, ob 

sie aufgrund der weiteren, vorstehend geschilderten Abklärungen und des 

Entscheids der Beschwerdegegnerin vom 2. Oktober 2014 nun eine Begut-

achtung gemäss Art. 8 NHG vornehmen wolle. Am 13. November 2014 

teilte die ENHK dem Gericht mit, dass sie bereit sei, das Vorhaben und die 

Projektvarianten vertieft zu prüfen und in Berücksichtigung der zusätzlichen 

Unterlagen ein Gutachten nach Art. 8 NHG zur umstrittenen Strassen-

führung abzugeben. Nachdem die ENHK unter Mitwirkung des TBA am 

10. Juni 2015 einen Augenschein durchgeführt hatte, stellte sie dem Ge-

richt am 29. Februar 2016 ihr Gutachten zur umstrittenen Umfahrungs-

strasse Schmitten Süd zu. In der Folge konnten sich die Verfahrensparteien 

zum Gutachten der ENHK zur umstrittenen Umfahrungsstrasse Schmitten 

Süd vom 29. Februar 2016 äussern. Damit wurde die fakultative Begutach-

tung im Sinne von Art. 8 NHG unter Wahrung der Verfahrensrechte der 

Parteien ermöglicht. Gegenteiliges wird von den Beschwerdeführern bzw. 

der Beschwerdegegnerin denn auch nicht behauptet.

10.3. Nach der Rechtsprechung kommt einem Gutachten der ENHK grosses Ge-

wicht zu. Vom Ergebnis der Begutachtung darf nur aus triftigen Gründen 

abgewichen werden, auch wenn der entscheidenden Behörde eine freie 

Beweiswürdigung zusteht (BGE 127 II 273 E.4b, 125 II 591 E.7a). Dies trifft 

namentlich auch für die dem Gutachten zugrunde liegenden tatsächlichen 

Feststellungen zu (BGE 127 II 273 E.4b; Urteil des Bundesgerichtes 

1A.185/2006 vom 5. März 2007 E.6.1). Diese Grundsätze gelten sowohl für 

die gestützt auf Art. 7 NHG erforderliche Begutachtung durch die ENHK als 

auch für die fakultative Begutachtung gemäss Art. 8 NHG. Bei der Erfüllung 

ihrer Aufgaben ist der ENHK ein gewisses Ermessen zuzuerkennen. So 

darf sie sich auf das für den Entscheid Wesentliche beschränken. Sie soll 

namentlich darlegen, ob das Ausmass und das Gewicht der Beeinträchti-

gung minimiert werden könnten, wobei sie für den Fall der Realisierung, 

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soweit nötig, Auflagen vorschlagen kann (BGE 136 II 214 E.5, 127 II 273 

E.4b).

11.1. Für die Beurteilung des Auflageprojekts 2010 sowie der alternativen Lini-

enführungen hat die ENHK in ihrem Gutachten vom 29. Februar 2016 fol-

gende Schutzziele formuliert:

- "Erhaltung der offenen, reich strukturierten Terrassenlandschaft bei Schmitten mit 
der durch die historischen Verkehrswerge, die Böschungen der ehemaligen Acker-
terrassen sowie die Hecken und Lesesteinhaufen ablesbaren Nutzungsgeschichte.

- Erhaltung der nach NHG bzw. nach NHV geschützten und/oder schützenswerten 
Lebensräume mit ihren ökologischen Voraussetzungen, insbesondere für seltene 
Pflanzen- und Tierarten.

- Erhaltung der ausgedehnten artenreichen Fromentalwiesen.
- Erhaltung der im Gebiet vorkommenden geschützten und schützenswerten Tier- und 

Pflanzenarten.
- Erhaltung des grossflächigen Lebensraumverbundes und der ökologischen Vernet-

zung in der Landschaft.
- Freihaltung des Kirchhügels und des sich darum ausdehnenden Wieslandes (Um-

gebungszonen U-Zo I und U-Zo IV).
- Erhaltung der für die Struktur und den Charakter des Ortsbildes wichtigen histori-

schen Bausubstanz.
- Erhaltung der Naherholungslandschaft mit ihrer Ruhe."

Unter Beachtung dieser Schutzziele hält die ENHK zunächst dafür, dass im 

konkreten Fall insbesondere die offene und zusammenhängende, ökolo-

gisch wertvolle Terrassenlandschaft mit dem Verbund von grossflächigen 

Fromentalwiesen, Trockenwiesen und kleineren geschützten und schüt-

zenswerten Lebensräumen und Strukturen wie Hecken, Gebüsche und Le-

sesteinhaufen von Bedeutung sei.

Hinsichtlich des Auflageprojekts 2010 führt die ENHK aus, dass die Quer-

profile des Strassenprojekts grosse bis sehr grosse Geländeeingriffe auf 

praktisch dem ganzen Trassee zeigten. Verschiedene bestehende Land-

schaftsstrukturen wie Terrassierungen würden zerstört. Die durchgehende 

lineare Infrastruktur der Strasse zerschneide sowohl landschaftlich wie 

ökologisch die heute weitgehend intakte Kulturlandschaft. Die landschaftli-

che Zerschneidung sei besonders stark aus dem Projektgebiet selber sicht-

bar, wo die Strasse dominant und landschaftsprägend sei. Auch aus der 

Ferne werde das Strassenprojekt als lineare Infrastruktur das Landschafts-

bild zerschneiden. Sowohl als Bauwerk als auch wegen der zu erwartenden 

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Lärmimmissionen führe die Strasse ebenfalls zu einer Entwertung der Ter-

rasse als Naherholungsgebiet. Auch das Ortsbild werde durch das Aufla-

geprojekt 2010 beeinträchtigt. Es durchquere die Umgebungsrichtung III 

und die Umgebung IV, welche beide zur Wahrung der Qualität des Ortsbil-

des und insbesondere dessen Einbettung in die Kulturlandschaft freigehal-

ten werden sollten. Sowohl von Süden als auch im Nahbereich entlang der 

geplanten Strasse und auch aus der Ferne werde das Ortsbild durch die 

Strasseninfrastruktur beeinträchtigt. Ortsbildprägende oder historisch wert-

volle Bauten seien aber nicht betroffen. Der Lebensraumverbund würde 

durch die Zerstörung grosser Flächen an Fromentalwiesen stark ge-

schwächt. Für zahlreiche Kleintiere stelle die Strasse ein unüberwindbares 

Hindernis dar. Besonders schwer wiege die Zerstörung von schützenswer-

ter Vegetation im Bereich der Trockenwiesen von regionaler und nationaler 

Bedeutung sowie der betroffenen Kleinlebensräume wie Hecken, Sträu-

cher und Lesesteinhaufen. Im UVB 2010 werde der Verlust von 14'900 m2 

schützenswerter Vegetation ausgewiesen. 60 % davon beträfen inventari-

sierte Trockenstandorte von nationaler und regionaler Bedeutung, 30 % 

beträfen ebenfalls Trockenstandorte, die erst im Rahmen des UVB als sol-

che erkannt worden seien und 10 % Hecken und Lesesteinhaufen. Das 

Auflageprojekt 2010 stehe im Widerspruch zu den Schutzzielen der offenen 

und zusammenhängenden Terrassenlandschaft und der nach NHG bzw. 

nach NHV geschützten und/oder schützenswerten Lebensräume, den aus-

gedehnten, artenreichen Fromentalwiesen, des grossflächigen Lebens-

raumverbundes, der ökologischen Vernetzung, der Einbettung des Dorfes 

Schmitten in die Kulturlandschaft sowie der Naherholungslandschaft mit ih-

rer Geräuschkulisse. Auch das ANU sei im Bericht vom 28. Juni 2011 ge-

stützt auf den UVB 2010 zu Recht zum Schluss gekommen, dass die Um-

fahrungsstrasse im Widerspruch zu den grundlegenden Zielen des Land-

schaftsschutzes stehe.

In Bezug auf die weiteren Varianten für eine Südumfahrung kommt die 

ENHK gestützt auf ihre eigenen Feststellungen sowie auf die Resultate des 

Zusatzberichtes zum UVB 2010 vom März 2014 zum Ergebnis, dass so-

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wohl die Variante Dezember 2010 (Variante 1) als auch die Variante August 

2011 (Variante 2) sowie auch die Tunnelvariante Dezember 2011 (Variante 

3) in gesamthafter Beurteilung, wie auch das Auflageprojekt 2010, eine 

schwerwiegende Beeinträchtigung im Sinne der formulierten Schutzziele 

darstellten. Alle drei Varianten für die Südumfahrung und das Auflagepro-

jekt würden bezüglich der Schutzziele gewisse Vor- und Nachteile aufwei-

sen. In der Summe führten aber all diese Varianten zu einer schwerwie-

genden Beeinträchtigung der Landschaft und der Lebensräume im Sinne 

der Schutzziele.

Bezüglich der Variante Ortsdurchfahrt mit Verkehrsmanagement führt die 

ENHK aus, dass diese Variante gemäss Zusatzbericht zum UVB 2010 vom 

März 2014 besser abschneide als die geprüften Südumfahrungen. Auch 

bezüglich der formulierten Schutzziele sei diese Variante mit Abstand die 

schonendste. Zwar müsse bei einer Realisierung mit baulichen Auswirkun-

gen im wertvolleren Baugebiet 0.3 und im geringer eingestuften Baugebiet 

1 gerechnet werden. Die ENHK gehe aber davon aus, dass diese Eingriffe 

so geplant und ausgestaltet werden könnten, dass keine ortsbildprägenden 

und historisch wertvollen Bauten in ihrer Substanz beeinträchtigt würden. 

Alle anderen formulierten Schutzziele würden durch diese Variante nicht 

oder nur geringfügig beeinträchtigt. Die am Augenschein von den Vertre-

tern des Kantons vorgetragenen Vorbehalte bezüglich dieser Variante 

seien aus Sicht der ENHK nicht überzeugend und die ENHK empfehle eine 

vertiefte Prüfung moderner Verkehrsführungstechnologien durch ausge-

wiesene und unabhängige Fachpersonen.

Hinsichtlich der Nordumfahrung führt die ENHK sodann noch aus, dass 

diese auf einer grossen Strecke durch einen Tunnel führe und auch diese 

Variante mit störenden Landschaftseingriffen und Terrainveränderungen 

für die Portale, die Einschnitte und die Anschlüsse verbunden sei. Diese 

seien aber von geringerer Tragweite als bei der Südumfahrung, da sie in 

einem deutlich weniger empfindlichen Landschaftsausschnitt erfolgten. Zu-

dem würden auch deutlich weniger geschützte oder schützenswerte Le-

bensräume tangiert. Da keine Plangrundlagen vorlägen, könne diesbezüg-

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lich keine abschliessende Beurteilung vorgenommen werden. Bezüglich 

der Schutzziele sei diese Variante aber deutlich positiv zu beurteilen. Mit 

dieser Variante könne erreicht werden, dass die zusammenhängende und 

wertvolle Kulturlandschaft südlich von Schmitten mit ihren Lebensräumen 

langfristig erhalten bleibe.

Zusammenfassend beurteilt die ENHK sowohl das Auflageprojekt 2010 als 

auch alle zur Diskussion stehenden Varianten einer Umfahrungsstrasse 

südlich von Schmitten als schwere Beeinträchtigung der Lebensräume und 

der Kulturlandschaft im Sinne der formulierten Schutzziele. Dabei erachtet 

die ENHK die festgestellte massive Beeinträchtigung durch die ökologische 

und landschaftliche Zerschneidung der Terrasse südlich von Schmitten und 

ihre Entwertung als Erholungsraum angesichts der im UVB aufgeführte 

Verkehrszahlen von durchschnittlich 1‘500 Motorfahrzeugen pro Tag als 

absolut unverhältnismässig. Vor diesem Hintergrund sowie im Sinne des in 

Art. 3 NHG formulierten allgemeinen Gebots zur ungeschmälerten Erhal-

tung des heimatlichen Landschafts- und Ortsbildes und des in Art. 18 NHG 

verankerten Schutzes von Lebensräumen, Pflanzen- und Tierarten, bean-

tragt die ENHK, auf den Bau einer der im Gutachten besprochenen Varia-

nte für eine Umfahrungsstrasse südlich von Schmitten zu verzichten. Die 

Beschwerden sollten deshalb gutgeheissen und die Genehmigung des 

Bauvorhabens sowie die Rodungsbewilligung aufgehoben werden. Die 

ENHK empfiehlt zur bestmöglichen Schonung gemäss Art. 3 NHG, die Ver-

kehrsprobleme von Schmitten unter Einbezug minimaler baulicher Mass-

nahmen und unter Schonung der ortsbildrelevanten Bauten mit verkehrs-

lenkenden Massnahmen auf dem bestehenden Strassentrassee zu lösen, 

unter Einbezug neuster verkehrstechnischer Technologien und Möglichkei-

ten (differenzierte Verkehrsregelung). In zweiter Priorität empfiehlt die 

ENHK die Weiterführung der Planung einer Tunnelvariante Nord.

11.2. Während sich die Beschwerdeführer durch das Gutachten der ENHK zur 

umstrittenen Umfahrungsstrasse Schmitten Süd vom 29. Februar 2016 in 

ihrer Auffassung bestärkt fühlen, erachtet die Beschwerdegegnerin dieses 

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als nicht gänzlich überzeugend. Zur Begründung bringt sie vor, dass ein 

minimaler Innerortsausbau mit Lichtsignalanlage weder für die Schmittner 

Bevölkerung noch für die Verkehrsteilnehmenden befriedigend sei, wes-

halb sie gegen eine solche Variante sei, auch wenn sie funktionierte. Dies 

zumal die Variante Innerortsausbau auch aus verkehrstechnischer Sicht 

ungenügend sei und eine Gefahrenstelle darstelle. Die Strasse sei deshalb 

den heutigen Anforderungen anzupassen, was mit dem von der ENHK 

empfohlenen Strassenausbau nicht oder nur ungenügend bewerkstelligt 

werden könne. Verkehrstechnisch und wirtschaftlich nachhaltig sei nur die 

offene Südumfahrung. Mit der Nordumfahrung habe sich die Beschwerde-

gegnerin ausführlich auseinandergesetzt. Die 1994 überarbeitete Variante 

des Projekts 1982 sei, da zu teuer, nicht in das Strassenbauprogramm auf-

genommen und entsprechend auch nicht aufgelegt worden. Aus heutiger 

Sicht müsste die Nordumfahrung deutlich grossräumiger projektiert wer-

den, um den angestrebten Nutzen einer Umfahrung zu erzielen. Bei der 

überarbeiteten Variante 1982 würden sich die beiden Portale heute im Dorf-

bereich befinden und die angrenzenden Wohnhäuser würden trotz Schutz-

massnahmen von den dortigen Lärmemissionen stark betroffen. Somit 

wäre nur ein Teil der Bevölkerung Nutzniesser der damaligen Var