# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a1b1b50-1cb8-5c86-9963-52fd939c3912
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230219-O1
**Docket/Reference:** SB230219-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230219-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230219-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, und lic. iur. 

M. Langmeier, Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie die

Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle

Urteil vom 18. Dezember 2024

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend Vergewaltigung etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 7. Juli 2022 

(DG220015)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 8. März 2022 

(Urk. 26) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 101 S. 111 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig









der  Vergewaltigung  im  Sinne  von  Art. 190  Abs. 1  StGB  in  Verbindung  mit 

Art. 200 StGB;

der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 200 StGB;

der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

und Ziff. 4 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB sowie

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 10 Mona-

ten, wovon 378 Tage (gerechnet vom 6. Mai 2021 bis und mit 18. Mai 2022) durch 

Untersuchungs-  und  Sicherheitshaft  erstanden  sind,  sowie  einer  Geldstrafe  von 

60 Tagessätzen  zu  Fr. 50.–  (entsprechend  Fr. 3'000.–),  teilweise  als  Zusatzstrafe 

zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 30. September 

2019.

3.

a)

b)

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt.

4.

Auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Winterthur  /  Unterland  vom  30.  September  2019  ausgefällten  Geldstrafe  von 

90 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 2'700.–) wird verzichtet.

5.

Von der Anordnung einer Landesverweisung und deren Ausschreibung im Schenge-

ner Informationssystem wird abgesehen.

- 3 -

6.

Dem Beschuldigten wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 

Abs. 3  lit. b  und  c  StGB  erteilt,  das  jede  berufliche  und  jede  organisierte  ausser-

berufliche Tätigkeit umfasst, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen mit 

sich bringt.

7.

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67b StGB für die Dauer von 5 Jahren ver-

boten, 

a)

b)

sich der Privatklägerin anzunähern und

mit  der  Privatklägerin  direkt  oder  über  Drittpersonen  Kontakt  aufzunehmen, 

namentlich auf telefonischem, schriftlichem oder elektronischem Weg.

8.

Die  folgenden,  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich  vom 

25. Mai 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, 

lagernden Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung bzw. gutscheinenden Verwendung über-

lassen:





Mobiltelefon I-Phone 11 mit SIM-Karte, Rufnummer … (A014'991'389)

Externe Festplatte WD My Passport Ultra (A014'991'425)

9.

Der  Antrag  auf  umgehende  Löschung  bzw.  Vernichtung  des  DNA-Profils  und  des 

erkennungsdienstlichen Datenmaterials wird abgewiesen.

10.

a)

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

den Ereignissen gemäss Dispositiv-Ziffer 1, Spiegelstriche 1 bis 3, dem Grund-

satze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

b)

Der  Beschuldigte  wird  verpflichtet,  der  Privatklägerin  Fr. 12'000.–  zuzüglich 

Zins zu 5 % seit dem 10. April 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Übrigen 

wird das Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

- 4 -

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.00

; die weiteren Kosten betragen:

5'500.00

  Gebühr für das Vorverfahren; 

2'070.00

  Kosten Kantonspolizei Zürich;

960.00

  Beschwerde Obergericht (UB220062-O) im Umfang
  von 4/5 der Gerichtsgebühr;

148.50

  anteilsmässige Kosten Kinderpsychologin für 
  Befragung der Privatklägerin anlässlich der 
  Hauptverhandlung;

Fr.

5'455.45

  Kosten amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt MLaw  
  X2._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.), bereits 
  entschädigt;

Fr.

19'697.80

  Kosten amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. 
  X1._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.); 

Fr.

Fr.

9'783.40

  Kosten unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklä-
  gerin, Rechtsanwältin Dr. iur Y._____ (inkl.
  Barauslagen und MwSt.);

47'215.15

  Total

12. Die  Kosten  gemäss  Dispositiv-Ziffer  11  werden  dem  Beschuldigten  auferlegt,  die-

jenigen  der  amtlichen  Verteidigung  und  der  unentgeltlichen  Rechtsvertretung  der 

Privatklägerin indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachfor-

derung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO sowie Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt vorbehalten.

13. Dem Beschuldigten wird eine auf 1/5 reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von 

insgesamt Fr. 1'215.– (inkl. MwSt.) für die Beschwerdeverfahren UB220042-O und 

UB220062-O aus der Gerichtskasse zugesprochen.

14. Der Antrag des Beschuldigten auf Ausrichtung einer Genugtuung wird abgewiesen.

15.

(Mitteilungen)

16.

(Rechtsmittel)"

- 5 -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 6 f.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 121)

1.

Das  Urteil  des  Bezirksgerichts  Winterthur  vom  07.07.2022  (Geschäfts-Nr. 

DG220015) sei mit Ausnahme von Dispositiv-Ziff. 5 aufzuheben;

2.

der Beschuldigte sei von sämtlichen Anklagevorwürfen vollumfänglich freizu-

sprechen;

3.

Dispositiv-Ziff. 5 des vorinstanzlichen Urteils vom 07.07.2022 sei zu bestäti-

gen  und  es  sei  von  der  Anordnung  eines  Landesverweises  sowie  der  Aus-

schreibung im Schengener Informationssystem abzusehen;

4.

dem  Beschuldigten  sei  für  die  zu  Unrecht  erstandene  Untersuchungs-  und 

Sicherheitshaft  eine  angemessene  Genugtuung  zzgl.  5%  Zins  seit  dem 

11.11.2021 zuzusprechen;

5.

des Weiteren sei dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung für 

die Ausübung seiner Verfahrensrechte sowie für den erlittenen Erwerbsaus-

fall, letzteres zzgl. 5% Zins seit dem 01.12.2021, zuzusprechen;

6.

die  von  der  Privatklägerin  gestellten  Zivilforderungen  seien  sodann  vollum-

fänglich abzuweisen, eventualiter seien diese auf den Zivilweg zu verweisen;

7.

auf die Erteilung eines Tätigkeitsverbots i.S.v. Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB 

sei zu verzichten;

8.

weiter  sei  auch  auf  das  Aussprechen  eines  Kontakt-  und  Rayonverbots  zu 

verzichten;

9.

die beschlagnahmten Gegenstände des Beschuldigten (Mobiltelefon l-Phone 

11  mit  SIM-Karte,  externe  Festplatte  WD  My  Passport  Ultra)  seien  ihm  auf 

erstes Verlangen herauszugeben;

- 6 -

10. sodann sei das vom Beschuldigten erstellte DNA-Profil zu löschen;

11. schliesslich seien sämtliche Verfahrens- und Gerichtskosten auf die Staats-

kasse zu nehmen;

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8.1% MWSt. zu Lasten 

der Staatskasse.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 123)

1.

Es sei eine Landesverweisung von 5 Jahren auszusprechen. Die Landesver-

weisung sei im Schengener Informationssystem auszuschreiben.

2.

Im Übrigen sei das Urteil vom 7. Juli 2022 des Bezirksgerichts Winterthur zu 

bestätigen. 

c)

Der Privatklägerin:

(Urk. 124/3)

Die  Berufung  von  A._____  sei  abzuweisen,  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolge zu Lasten des Staates bzw. des Beschuldigten.

Erwägungen:

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das  vorliegende  Verfahren  ist  Teil  eines  gesamten  Verfahrenskomplexes, 

welcher im Vorverfahren und vor Vorinstanz weitgehend gleichzeitig, formell jedoch 

in getrennten Verfahren, gegen sieben verschiedene Beschuldigte geführt wurde. 

Mit Datum vom 7. Juli 2022 fällten das Jugendgericht Winterthur hinsichtlich vier 

Beschuldigten sowie das Bezirksgericht Winterthur betreffend drei weitere Beschul-

digte die Urteile, welche sodann am 8. Juli 2022 mündlich eröffnet wurden (Prot. I 

S. 323 ff.).

- 7 -

1.2. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, gegen den Beschuldig-

ten gerichtete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur meldete dieser am 12. Juli 2022 

Berufung  an  (Urk. 94).  Das  begründete  Urteil  der  Vorinstanz  wurde  ihm  am 

27. März 2023 zugestellt (Urk. 98).

1.3. Am 14. April 2023 liess der Beschuldigte fristgerecht die Berufungserklärung 

einreichen (Urk. 104).

1.4.

Innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO erhob die Staats-

anwaltschaft I des Kantons Zürich (fortan Staatsanwaltschaft) Anschlussberufung 

(Urk. 109).  Die  Privatklägerin  verzichtete  auf  Erhebung  einer  Anschlussberufung 

und beantragte gleichzeitig die Besetzung des Berufungsgerichts mit Personen bei-

derlei Geschlechts. Überdies sei eine allfällige Befragung der Privatklägerin durch 

eine  weibliche  Person  und  im  Beisein  einer  Spezialistin  gemäss  Art. 154  Abs. 4 

lit. d  StPO  durchzuführen.  Auf  Gegenüberstellung  mit  dem  Beschuldigten  sei  zu 

verzichten und eine Begegnung mit ihm zu vermeiden. Die Öffentlichkeit sei voll-

ständig von der Verhandlung auszuschliessen, eventualiter, für den Fall, dass nicht 

in  allen  Verfahren  die  akkreditierten  Gerichtsberichterstatter  ausgeschlossen 

würden, seien diese auch im vorliegenden Verfahren zuzulassen (Urk. 107).

1.5.

Insgesamt haben sechs der sieben Beschuldigten ihre erstinstanzliche Ver-

urteilung angefochten, wobei innert Frist zur Berufungserklärung ein Rückzug er-

folgte. Aufgrund des Sachzusammenhangs war sodann für die verbleibenden fünf 

Berufungsverfahren  koordiniert  vorzugehen.  Nachdem  die  ersten,  im  November 

2023 für die Monate April, Mai und Juni 2024 offerierten Verhandlungstermine bei 

den  verschiedenen  involvierten  Parteien  keine  Übereinstimmung  fanden,  konnte 

am 29. August 2024 auf den 2., 3., 5. und 6. Dezember 2024 zur Berufungsver-

handlung vorgeladen werden (Urk. 114), wobei bereits mit Präsidialverfügung vom 

30. Mai 2024 die Publikumsöffentlichkeit ausgeschlossen und die Medienbericht-

erstatter unter Auflagen zugelassen wurden (Urk. 111).

1.6. Bereits  am  13. April  2023  und  erneut  am  2.  Dezember  2024  wurde  je  ein 

aktueller Strafregisterauszug eingeholt (Urk. 103 und Urk. 118). 

- 8 -

1.7. Am 2., 3. und 5. Dezember 2024 wurde die Berufungsverhandlung durchge-

führt,  zu  welcher  der  Beschuldigte  in  Begleitung  seines  amtlichen  Verteidigers, 

Rechtsanwalt  lic. iur.  X1._____,  Staatsanwältin  lic. iur.  B._____  sowie  die  unent-

geltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin, Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____, er-

schienen sind (Prot. II S. 6). Das Urteil wurde am 18. Dezember 2024 gefällt und 

den Parteien am 29. Januar 2025 mündlich eröffnet (Urk. 128).

2.

Prozessuales

2.1. Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung – mit Ausnahme des erstin-

stanzlichen Verzichts auf eine Landesverweisung, welchen er nicht anfocht – nicht 

(Urk. 104 S. 2), während die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf die Be-

antragung einer Landesverweisung beschränkt wurde (Urk. 109 S. 2). Mithin ist das 

erstinstanzliche Urteil bisher in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen. 

Aufgrund des im Berufungsverfahren geltenden Verschlechterungsverbots gemäss 

Art. 391 Abs. 2 StPO ist allerdings betreffend den Vorwurf der sexuellen Handlun-

gen die Hauptanklage (betreffend vorsätzliche Handlungen im Sinne von Art. 187 

Ziff. 1 StGB) vom Tisch, nachdem die Vorinstanz diesbezüglich lediglich den even-

tualiter erhobenen Vorwurf der fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 4 StGB als erfüllt ansah (vgl. Urk. 26 S. 9 f.) und dies von 

der Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung nicht gerügt wird. Gleiches gilt 

betreffend  den  Vorwurf  des  Konsums  verbotener  Pornografie,  nachdem  die  Vor-

instanz lediglich den Besitz und die Herstellung (infolge Backup-Speicherung bzw. 

Kopierung) sanktioniert hat (Urk. 101 S. 79 f. und S. 89 f.). 

2.2. Die Vorinstanz verzichtete zudem in Dispositiv-Ziff. 4 auf den Widerruf des 

bedingten Vollzugs der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unter-

land  vom  30.  September  2019  ausgefällten  Geldstrafe  von  90  Tagessätzen  zu 

Fr. 30.– (entsprechend Fr. 2'700.–). Aufgrund des soeben erwähnten Verschlech-

terungsverbots kommt ein Widerruf von vornherein nicht in Betracht. Zudem sind 

zum heutigen Zeitpunkt mehr als drei Jahre seit Ablauf der Probezeit vergangen, 

weshalb ein Widerruf nicht mehr zulässig wäre (Art. 46 Abs. 5 StGB). Im Übrigen 

- 9 -

ist der Beschuldigte diesbezüglich ohnehin nicht beschwert, weshalb auf weitere 

Ausführungen zum Widerruf zu verzichten ist.

2.3. Was den Aufbau der Anklageschrift angeht, so ist darauf hinzuweisen, dass 

den eigentlichen Tatvorwürfen längere "Vorbemerkungen zum Gesamtkontext" vor-

ausgehen,  welche  das  Verhältnis  zwischen  der  Privatklägerin  und  dem  in  einem 

getrennt  geführten,  jugendstrafprozessualen  Verfahren  zu  beurteilenden  Mit-

beschuldigten C._____ betreffen (Urk. 26 S. 3-5). Soweit dort pauschal auf Situati-

onen  und  Gegebenheiten  verwiesen  wird,  welche  in  der  Anklageschrift  gegen 

C._____ umschrieben seien,  mithin  den  Beschuldigten  nicht  direkt  betreffen  und 

auch  nicht  Teil  der  vorliegenden  Akten  sind,  ist  hierauf  nachfolgend  nicht  näher 

einzugehen,  da  ein  pauschales  Verweisen  auf  eine  in  einem  getrennt  geführten 

Verfahren  erhobene  Anklage  dem  Anklageprinzip  nicht  genügen  kann  und  das 

rechtliche  Gehör  des  Beschuldigten  verletzt  (so  sinngemäss  bereits  die  Verteidi-

gung vor Vorinstanz, Urk. 83 S. 3 f.), zumal die Akten des Jugendstrafverfahrens 

betreffend  C._____  auch  nicht  integral  beigezogen  wurden,  sondern  sich  einzig 

verschiedene  Einvernahmen  weiterer  Beschuldigter  sowie  Auskunftsperso-

nen/Zeugen  bei  den  Akten  befinden,  mit  welchen  der  Beschuldigte  jedoch  nicht 

konfrontiert wurde.

3.

Sachverhalt

3.1. Die Vorinstanz hat die bei der Sachverhaltsermittlung zu berücksichtigenden 

Grundsätze  zutreffend  dargestellt  (Urk. 101  S. 8 ff.),  worauf  verwiesen  werden 

kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es am Staat 

liegt, dem Beschuldigten seine Schuld nachzuweisen, ohne dass daran vernünftige 

Zweifel  verbleiben.  Nebst  der  Würdigung  von  Sachbeweisen  kommt  dabei  auch 

den Aussagen der in das Geschehen involvierten Personen entscheidendes Ge-

wicht zu. Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen hängt davon ab, ob die 

Ausführungen grundsätzlich überprüfbar sind (formelle Validität), ob sie in sich kon-

sistent sind (innere Validität) und ob sie mit anderweitig im Verfahren erhobenen 

Fakten  und  Erkenntnissen  übereinstimmen  bzw.  in  Einklang  gebracht  werden 

können  (äussere  Validität)  (vgl.  dazu  Haas,  Validitätsprüfung  von  Argumenten, 

Justice/Justiz/Giustizia 2019/1 S. 6 ff.). In diesem Zusammenhang vermag insbe-

- 10 -

sondere auch eine merkmalsorientierte Aussagenanalyse wertvolle Anhaltspunkte 

für die Einschätzung von deren Glaubhaftigkeit zu erbringen (vgl. dazu im Einzel-

nen  Bender/Häcker/Schwarz,  Tatsachenfeststellung  vor  Gericht,  5. Aufl.  2021, 

S. 77 ff.).

3.2. Auch hinsichtlich der Auflistung der vorliegenden Beweismittel, deren inhalt-

licher Wiedergabe und der allgemeinen Glaubwürdigkeit der in das Verfahren in-

volvierten Aussagepersonen kann auf das erstinstanzliche Urteil verwiesen werden 

(Urk. 101 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Einzig zu korrigieren ist, dass die Privat-

klägerin bei ihren Aussagen zwar der Aussage-, nicht aber einer eigentlichen Wahr-

heitspflicht unterlag (BSK StPO-Kerner, 2023, Art. 180 N 6, Jositsch/Schmid, StPO 

Praxiskommentar, 4. Auflage, Art. 180 N 8). Dies tut ihrer allgemeinen Glaubwür-

digkeit jedoch keinen Abbruch. Sodann ist zu ergänzen, dass auf Aussagen von 

Dritten, welche nicht mit dem Beschuldigten konfrontiert wurden (Urk. 10/1-11), nur 

zu seinen Gunsten abgestellt werden kann. Darüber hinaus sind sie jedoch nicht 

verwertbar (Art. 147 Abs. 4 StPO). Allerdings konnten die Befragten zum den Be-

schuldigten betreffenden Vorfall ohnehin keine Angaben machen. 

Da die Identität des Beschuldigten erst am 8. April 2021 – fast zwei Jahre nach dem 

Vorfall – von D._____ preisgegeben wurde (vgl. Urk. 1/1 S. 3), als die Verfahren 

der übrigen (Mit-)Beschuldigten bereits kurz vor Anklageerhebung standen, konnte 

er  mit  den  am  10. April  2019  ebenfalls  im  Gartenhaus  anwesenden  C._____, 

D._____ und E._____ erst vor Vorinstanz konfrontiert werden. Dies genügt jedoch 

für die Verwertbarkeit ihrer (sämtlichen) Aussagen.

3.3. Wie sich aus der Anklageschrift (Urk. 26) und den Ausführungen der Staats-

anwaltschaft  (Prot. I  S. 232)  ergibt,  wird  dem  Beschuldigten  an  den  Ereignissen, 

die sich zwischen der Privatklägerin und E._____ abgespielt haben, nachdem der 

Beschuldigte  (zusammen  mit  C._____  und  D._____)  das  Gartenhaus  verlassen 

hat, keine Tatbeteiligung vorgeworfen. Dies wurde von der Vorinstanz ebenso ge-

sehen (Urk. 101 S. 76). Entsprechend erübrigt es sich nachfolgend aber auch, die 

konkreten, in der Anklageschrift geschilderten Handlungen dieser beiden Personen 

(vgl. Urk. 26 S. 7) sachverhaltsmässig zu erstellen, da daraus bereits aufgrund des 

- 11 -

Verschlechterungsverbots  gemäss  Art. 391  Abs. 2  StPO  nichts  zulasten  des  Be-

schuldigten abgeleitet werden könnte. 

3.4. Bevor zur detaillierten Sachverhaltserstellung geschritten wird, sind einige 

generelle  Ausführungen  zu  Aussageverhalten  und  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen 

der Hauptakteure, konkret des Beschuldigten, der Privatklägerin und von C._____ 

angebracht. 

3.4.1. Die Privatklägerin sagte im vorliegenden Verfahrenskomplex mehrfach (auch 

vor  Vorinstanz  und  der  Kammer)  aus  (vgl.  die  Transkriptionen  der  Videobe-

fragungen  [Urk. 6/1,  3,  7,  10,  13  und  18],  die  Polizeiberichte  über  die  erfolgten 

weiteren  Videobefragungen  [Urk. 6/19-22],  die  Protokolle  der  polizeilichen  sowie 

der untersuchungsrichterlichen Einvernahmen [Urk. 23+25], die Aussagen vor Vor-

instanz [Prot. I S. 60-93 und S. 174-196] sowie vor der Kammer [Urk. 119]). Das 

erste Mal wurde sie am 26. Februar 2019 als mutmassliches Opfer befragt, wobei 

sie alle gegen C._____ gerichteten Vorwürfe von sich wies, diesen schützte und 

anerkanntermassen  auch  (durchaus  überzeugend)  Lügen  erzählte  (Urk. 6/1).  Ab 

dem  29. Oktober  2019  (Urk. 6/3)  wurde  sie  als  Opfer  bzw.  Privatklägerin  befragt 

und  sagte  sodann  –  im  Rahmen  eines  eigentlichen  "Einvernahmemarathons" – 

inhaltlich  grundsätzlich  konstant  und  widerspruchsfrei  aus,  wobei  sie  auf  Nach-

fragen auch ihre ersten – falschen – Aussagen in einen Kontext setzen und nach-

vollziehbar erklären konnte. Über all diese Einvernahmen liegen Videoaufnahmen 

vor, zumal die Privatklägerin auch im Berufungsverfahren persönlich befragt wurde, 

sodass sich das Berufungsgericht einen umfassenden persönlichen Eindruck über 

ihr verbales und nonverbales Aussageverhalten verschaffen konnte. Die im Zeit-

punkt der Einvernahmen bei den Kantonspolizeien Thurgau und Zürich 14 und 15 

und bei der letzten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft schliesslich 16 Jahre 

alte Privatklägerin sagte insgesamt nachvollziehbar, kohärent und widerspruchsfrei 

aus  und  war  jederzeit  in  der  Lage,  die  einzelnen  Vorfälle  in  einen  persönlichen, 

zeitlichen und sachlichen Kontext zu setzen, ihre eigenen Handlungen zu reflek-

tieren, ihre Emotionen offen zu legen und auf Nachfragen weitergehende, logisch 

überzeugende  Erklärungen  abzugeben  (vgl.  mit  Blick  auf  die  anklagebezogenen 

Aussagen auch die Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 101 S. 49 ff., auf welche in 

- 12 -

Anwendung  von  Art.  82  Abs. 4  StPO  ausdrücklich  verwiesen  wird).  Die  Privat-

klägerin zeigte in ihren Ausführungen ein auffallend gutes situatives Erinnerungs-

vermögen (Beschreibung von Tatorten, Personenbeschreibungen) und viele, selbst 

nebensächliche  Details  konnten  im  Nachhinein  verifiziert  werden.  Zu  den  hier 

interessierenden Vorwürfen wurde sie im Vorverfahren dreimal detailliert befragt. 

Zudem  machte  sie  auch  vor  Vorinstanz  und  im  Berufungsverfahren  nochmals 

gewisse Aussagen dazu. Mit der Vorinstanz (Urk. 101 S. 51; Art. 82 Abs. 4 StPO) 

– und entgegen der amtlichen Verteidigung (Urk. 83 S. 10, Urk. 121 S. 7 und Prot. II 

S. 23)  –  ist  den  Ausführungen  der  Privatklägerin  eine  insgesamt  hohe  Qualität 

einzuräumen,  zumal  ihre  Darstellung  des  äusseren  Ablaufs  nach  anfänglichem 

Leugnen von C._____, D._____ und E._____ sowie auch vom Beschuldigten fast 

durchwegs  bestätigt  wurde  und  damit  extern  validiert  werden  konnte.  Soweit, 

worauf insbesondere die Verteidigung hingewiesen hat (Urk. 83 S. 9 f und Urk. 121 

S. 7), innerhalb ihrer verschiedenen Aussagen gewisse Widersprüche verbleiben, 

die für die Sachverhaltserstellung und/ oder rechtliche Würdigung von Belang sein 

können, wird darauf im Folgenden spezifisch einzugehen sein. 

3.4.2. Der Beschuldigte verweigerte zunächst die Aussage, verlangte hernach aber 

schon bald aus eigenem Antrieb einen Einvernahmetermin, an welchem er seine 

– von  der  Darstellung  der  Privatklägerin  in  den  strafrechtlich  relevanten  Fragen 

deutlich abweichende – Sicht der Dinge darlegte. Bei dieser ist er seither konstant 

und widerspruchsfrei geblieben (Urk. 5/1-6, Prot. I S. 149 ff., Urk. 120). Hierzu ist 

allerdings zu sagen, dass er seine Aussage vor dem Hintergrund der bereits weit 

fortgeschrittenen  Ermittlungen,  deren  Ergebnisse  ihm  dank  umfassender  Akten-

kenntnisse  (vgl.  Urk. 19/3)  bekannt  waren,  tätigte,  womit  ihnen  nicht  die  gleiche 

Qualität  zukommt,  wie  tatnahen,  äusserlich  gänzlich  unbeeinflussten  Erstaus-

sagen. Weiter ist festzustellen, dass er genau im belastenden Kern der Vorwürfe 

– den  konkreten  sexuellen  Handlungen,  wie  es  dazu  kam,  was  genau  gemacht 

wurde – vage und oberflächlich blieb in den Aussagen, zumal er sich in Folgeein-

vernahmen teilweise auch korrigierte, während Details der umspannenden Hand-

lungen trotz des langen Zeitablaufs bis zu den ersten Einvernahmen präsent blie-

ben. Die (Kern-)Aussagen vermögen damit nur wenige Realitätskriterien zu erfüllen 

- 13 -

(so auch die Vorinstanz, Urk. 101 S. 51 f.). Wie dies konkret zu interpretieren ist, 

wird nachfolgend im Rahmen der Sachverhaltserstellung zu würdigen sein. 

3.4.3. C._____  leugnete  zunächst  über  mehrere  Einvernahmen  konsequent 

jegliche (sexuelle) Beziehung zur Privatklägerin bzw. von ihm begangene strafbare 

Handlungen.  Später  wollte  er  einzig  vor  Erreichen  seiner  Volljährigkeit  mit  der 

Privatklägerin Geschlechtsverkehr gehabt haben, während er Gewaltausübungen 

weiterhin von sich wies (Urk. 9/1-4). Im weiteren Verfahren machte er dann keine 

Aussagen mehr (Urk. 7/4, Urk. 9/5-7). Erst vor Vorinstanz tätigte er dann – in um-

fassender Kenntnis der Aktenlage – sachbezogene, den früheren Vorbringen teil-

weise diametral widersprechende Aussagen, wobei er nunmehr mehrfach die Dar-

stellung der Privatklägerin, insbesondere betreffend den äusseren Ablauf gewisser 

Vorfälle, grundsätzlich bestätigte (Prot. I S. 129 ff.), woraus sich ergibt, dass auch 

er – wie die Privatklägerin – die grundsätzliche Fähigkeit und Bereitschaft besitzt, 

gegenüber den (Straf-)Behörden zu lügen. Heute können nebst seinen Aussagen 

vor  Vorinstanz  auch  die  im  Berufungsverfahren  getätigten  Aussagen  mitberück-

sichtigt werden (Urk. 453 in SB230222). Beiden ist jedoch immanent, dass sie erst 

Jahre  nach  den  betreffenden  Ereignissen  erfolgten  und  selektiv  detailliert 

erscheinen,  indem  er  primär  belastende  Details  nicht  zu  erinnern  vermag.  Dass 

C._____  die  Darstellungen  der  Privatklägerin,  was  den  äusseren  Ablauf  der 

Ereignisse angeht, aber nun mehrheitlich bestätigte, kann zumindest als weiteres 

Indiz für die bereits festgestellte hohe Qualität ihrer Aussagen gewürdigt werden. 

Demgegenüber kann aber auch ihm – wie bereits die Vorinstanz zutreffend fest-

gehalten hat (Urk. 101 S. 52 f.), auf deren Ausführungen ergänzend verwiesen sei 

(Art. 82 Abs. 4 StPO) – vor diesem Hintergrund über alles gesehen keine grund-

sätzlich  erhöhte  Aussagequalität  zugesprochen  werden,  auch  wenn  dies  für  den 

Einzelfall noch nichts bedeutet.

3.5.

Zu den Vorbemerkungen der Anklageschrift

3.5.1. Mit  der  Vorinstanz  lässt  sich  die  damals  zwischen  der  Privatklägerin  und 

C._____  bestehende  Beziehung  aus  deren  vorinstanzlichen  Aussagen  wie  folgt 

rekonstruieren:  Die  beiden  lernten  sich  im  Herbst  2017  kennen  und  trafen  sich 

erstmals  zu  zweit  am  6. Dezember  2017,  wo  es  sogleich  zu  einvernehmlichem 

- 14 -

Geschlechtsverkehr,  dem  "ersten  Mal"  für  die  Privatklägerin,  gekommen  ist.  Die 

damals erst zwölf Jahre alte Privatklägerin (geb. tt.mm.2005) verliebte sich hierauf 

unmittelbar und unsterblich in den 16-jährigen C._____ (geb. tt.mm.2001). Sie und 

C._____ standen fortan bis zur fürsorgerischen Unterbringung der Privatklägerin im 

Dezember 2019 dauerhaft und fortwährend in engem Kontakt und nahmen auch 

regelmässig und stets einvernehmlich sexuelle Handlungen miteinander vor. Dies 

obschon C._____ den Kontakt zur Privatklägerin, erstmals nachdem er von deren 

Mutter ihr richtiges Alter erfahren hatte, immer wieder abbrach und ihr ankündigte, 

sie auf Social Media zu blockieren und mit ihr nichts mehr zu tun haben zu wollen. 

Die  Privatklägerin  war  aufgrund 

ihrer  Verliebtheit  bereit,  alles 

für  den 

Mitbeschuldigten  C._____  zu  tun,  in  der  Erwartung  und  Hoffnung,  im  Gegenzug 

Liebe,  Zuneigung  und  Beachtung  von  ihm  zu  bekommen,  obschon  sie  um  die 

Einseitigkeit ihrer Liebe wusste. Diesen Umstand machte sich C._____ zunutze, in 

dem er bereits zu Beginn ihres Verhältnisses begann, von der Privatklägerin Geld 

zu fordern und anzunehmen. Er tat dies im Verlaufe der Beziehung immer öfter und 

in  immer  grösseren  Beträgen  und  indem  er  der  Privatklägerin  vormachte,  in 

Geldnöten  zu  sein  oder  andere  Sorgen  zu  haben.  Die  Privatklägerin  wiederum 

versuchte,  die  Geldforderungen  von  C._____  zu  erfüllen,  nicht  zuletzt  in  der 

Hoffnung und Absicht, von ihm im Gegenzug die ersehnte Liebe und körperliche 

Zuwendung zu erhalten. C._____ – zunächst noch nett und zärtlich – erwiderte die 

übersteigerte  Liebe  der  Privatklägerin  nicht,  stattdessen  wurde  er  zunehmend 

wütend und aggressiv, wenn sie seinen (Geld-) Forderungen nicht nachkam bzw. 

nicht  mehr  nachkommen  konnte.  Seine  Aggressionen  mündeten 

in 

Gewaltausbrüchen,  Schlägen  und  Drohungen  gegenüber  der  Privatklägerin.  Die 

geschilderten und erstellten Umstände führten zu einer emotionalen und faktischen 

Abhängigkeit  der  Privatklägerin  von  C._____  und  verschafften  diesem  eine 

Machtposition,  welche  er  zu  seinem  eigenen  Vorteil  ausnutzte  (Urk. 101  S. 14 f. 

m.w.H; Art. 82 Abs. 4 StPO).

Eine grundsätzlich andere Frage ist jedoch, inwiefern der Beschuldigte um diese 

toxische Beziehung der beiden wusste und inwiefern er dieses allfällige Wissen in 

strafrechtlich relevanter Form zu seinen Gunsten ausnützte (so auch die Verteidi-

gung, Urk. 83 S. 5 und Urk. 121 S. 8).

- 15 -

Hierzu  kam  bereits  die  Vorinstanz  zum  zutreffenden  Schluss,  dass  der  Beschul-

digte – entgegen dem Anklagevorwurf – um die gewalttätige und ausbeuterische 

Beziehung  zwischen  der  Privatklägerin  und  C._____  und  dessen  Machtposition 

über sie keine Kenntnis haben konnte (Urk. 101 S. 62). Weder war er mit C._____ 

verwandt, noch gehörte er zu dessen engerem Kollegenkreis oder auch nur zur … 

Gemeinschaft. Mit D._____ verband ihn bloss ein loses Verhältnis, welches darin 

gründete, dass beide im selben Dorf nahe F._____ aufgewachsen sind. E._____ 

kannte  er  nur  flüchtig  vom  Sehen,  während  er  die  Privatklägerin  an  besagtem 

Abend gar zum ersten Mal getroffen hatte und mangels des gleichen sozialen Um-

feldes  auch  nichts  über  ihren  (angeblichen)  Ruf  in  F._____  wusste  bzw.  wissen 

konnte.  Folgerichtig  konnte  ihn  die  Privatklägerin  denn  auch  weder  namentlich 

identifizieren noch auf den Sozialen Medien von C._____ ausfindig machen, wie ihr 

dies bei D._____ und E._____ gelungen war. An besagtem Abend war er nur des-

halb dabei, weil D._____ einen Fahrer brauchte. 

Der Beschuldigte führte im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen der Pri-

vatklägerin und C._____ glaubhaft aus, dass er an jenem Abend – über die Tatsa-

che, dass sie gemeinsam an den Treffpunkt gekommen waren, hinaus – nicht be-

merkt habe, dass zwischen der Privatklägerin und C._____ überhaupt eine engere 

Beziehung bestand. Dies überrascht nicht. Hatten doch sowohl die Privatklägerin 

als auch C._____ im Verfahren mehrfach darauf hingewiesen, dass sie gegen aus-

sen keine wahrnehmbare Beziehung geführt hätten. Die Privatklägerin selbst defi-

nierte es als "Freundschaft Plus", zu welcher es gehöre, dass man gegen aussen 

das Bestehen einer Beziehung abstreite (Urk. 6/3 S. 7; vgl. auch Prot. I S. 42), wäh-

rend C._____ überhaupt bestritt, eine Beziehung geführt zu haben (Prot. I S. 37 f.). 

Hiervon ist im Folgenden bei der Bewertung der konkreten Interaktionen denn auch 

auszugehen. 

3.5.2. Sodann ist festzuhalten, dass der Beschuldigte am 10. April 2019 das wahre 

Alter  der  Privatklägerin  von  im  damaligen  Zeitpunkt  erst  rund  13  ½  Jahren  nicht 

kannte (ebenso die Vorinstanz, Urk. 101 S. 66).

- 16 -

Dies erhellt bereits daraus, dass er die Privatklägerin vorgängig nicht kannte und 

gemäss übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten ihr Alter an jenem Abend 

auch nie thematisiert wurde. Auch die Privatklägerin äusserte sich derart, dass er 

das nicht habe wissen können (Prot. I S. 189). 

Der  Beschuldigte  machte  hierzu  konstant  geltend,  davon  ausgegangen  zu  sein, 

dass die Privatklägerin mindestens 18 Jahre alt sei. Dies habe er aus ihrem Aus-

sehen  und  Verhalten  geschlossen.  Nachgefragt  habe  er  allerdings  nicht  (vgl. 

Urk. 120 S. 6). Tatsächlich sah die Privatklägerin damals älter als 13 ½ Jahre aus 

(vgl. die Fotografie aus der betreffenden Zeit in den Akten der Parallelverfahren von 

E._____  [SB230221  Urk. 1/17]  bzw.  D._____  [SB230223  Urk. 1/20]),  womit  eine 

Schätzung auf rund 18 Jahre zwar grenzwertig aber zumindest nicht völlig abwegig 

erscheint,  zumal  der  Beschuldigte  –  anders  als  D._____  und  E._____,  welche 

C._____ seit Kindsbeinen an kannten – auch nicht wusste, dass auch C._____ da-

mals noch unmündig war. Mit der Vorinstanz ist damit davon auszugehen, dass er 

sich  betreffend  ihr  Alter  geirrt  hat.  Ob  er  diesen  Irrtum  allerdings  bei  Wahrung 

pflichtgemässer Vorsicht hätte vermeiden können, wird im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung vertieft abzuklären sein. 

3.6. Konkrete Ereignisse vom 10. April 2019

Die  Vorinstanz  hat  die  vorliegenden  Beweismittel  zusammengefasst  wiederge-

geben (Urk. 101 S. 18 ff.), worauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Dabei lohnt es sich, zusätzlich auch die Aussagen der Privatklägerin zum weiteren 

Vorfall  im  Gartenhaus  (Urk. 6/7+20)  kurz  anzuschauen.  Dabei  wird  augenfällig, 

dass sie in ihren ersten Aussagen die drei Ereignisse im Gartenhaus (9./10. April 

2019  und  späterer  Vorfall  mit  G._____  und  H._____)  –  wie  dies  auch  die 

Verteidigung  zu  Recht  angemerkt  hat  (Urk. 83  S. 9)  –  teilweise  vermischt, 

insbesondere was den jeweiligen Beginn der Abende angeht (wo sie sich getroffen 

haben, wie sie zum Gartenhaus gelangt sind, wer später dazu kam, ob es auch mit 

C._____ zu Oralverkehr kam etc.) und überdies zunächst nichts davon erwähnte, 

dass  es  –  nebst  dem  Geschlechtsverkehr  mit  den  erwachsenen  Cousins  von 

C._____ und dem Beschuldigten – auch zu einem Vorfall mit G._____ und H._____ 

gekommen war. Auf Nachfrage machte sie – durchaus nachvollziehbar – geltend, 

- 17 -

das Erlebte im Alltag möglichst zu verdrängen und erst, als ihr geraten worden sei, 

sich  alles  aufzuschreiben,  bzw.  bei  der  Tatortsuche  mit  dem  Polizisten  weitere 

Ereignisse erinnert zu haben (Urk. 6/7 S. 8, vgl. auch S. 38). Auch habe sie bei der 

ersten  Einvernahme  alles  zusammen  erzählen  müssen  und  deshalb  Sachen 

vermischt  (Urk. 6/18  S. 38 ff.).  Den  Abend  vom  9. April  2019  (vgl.  dazu  Prot. I 

S. 175 f.) erwähnte sie demgegenüber bis zum Schluss nicht von sich aus, da sie 

daran keine Erinnerungen hatte.

Darüber, wieso sie über den Vorabend, 9. April 2019, nicht in der Lage war, Anga-

ben zu machen, kann nur spekuliert werden. Möglich ist sowohl, dass damals keine 

sexuellen Handlungen gegen ihren Willen erfolgt sind, womit sich der Abend nicht 

als  erinnerungswürdig  einzuprägen  vermochte,  als  auch,  dass  die  Privatklägerin 

den  Abend  im  Zuge  der  belegten  Traumatisierung  (vgl.  Urk. 67/1)  verdrängt  und 

allfällige  Erinnerungen  daran  gelöscht  hat,  wie  dies  bei  komplexen  posttraumati-

schen Belastungsstörungen (kPTBS; Typ II-Trauma gemäss L. Terr, 1991) – an-

ders  als  bei  einem  Typ  I-Trauma  –  vorkommen  kann.  Ihre  fehlenden  Aussagen 

hierzu indizieren jedoch nicht, dass ihre übrigen Angaben betreffend Ereignisse, an 

die sie sich zu erinnern vermag, falsch bzw. verfälscht sind. Vielmehr zeigt sich in 

der  Gesamtschau  aller  vorliegenden  Beweismittel  sofort,  dass  die  Privatklägerin 

keine haltlosen, jegliche Grundlage entbehrenden Lügen erzählt hat. Denn nach-

dem  zunächst  alle  von  der  Privatklägerin  als  anwesend  bezeichneten  Personen 

jegliche  Beteiligung  weit  von  sich  gewiesen  (bzw.  im  Fall  des  Beschuldigten  die 

Aussage verweigert) hatten, gestanden im Verlaufe der Strafuntersuchung eben-

falls alle ein, dass es am 10. April 2019 im Gartenhäuschen von I._____ mehrfach 

zu  sexuellen  Handlungen  bzw.  Geschlechtsverkehr  gekommen  war.  Einzig  der 

konkrete Ablauf blieb teilweise bestritten und ist somit insoweit zu erstellen, als dies 

zur rechtlichen Würdigung der Handlungen des Beschuldigten notwendig ist. Mithin 

ist zu prüfen, ob die Aussagen des Beschuldigten sowie die weiteren Beweismittel 

die wiederum inhaltlich höchst glaubhafte und grösstenteils bereits bestätigte Dar-

stellung der Privatklägerin in den betreffenden Details zu entkräften vermögen. 

Dass die Privatklägerin zusammen mit C._____ durch J._____ zu den Schreber-

gärten  gefahren  wurde  und  dort  auf  einem  Parkplatz  auf  den  Beschuldigten  und 

- 18 -

D._____ traf, wurde mehrfach bestätigt und kann somit als erstellt angesehen wer-

den. Der Beschuldigte seinerseits war von D._____ als Fahrer aufgeboten worden, 

um jenen nach F._____ zu fahren und dort gemeinsam zu rauchen, wobei glaubhaft 

erscheint, dass ihm weder das konkrete Ziel der Fahrt, noch was sich dort – über 

ein Treffen mit Kollegen hinaus – ereignen sollte, bekannt waren. Dass weder die 

Privatklägerin noch der Beschuldigte im Voraus wussten, dass sie sich an jenem 

Abend im Gartenhaus treffen würden, ist sodann ihren übereinstimmenden Anga-

ben zu entnehmen. Anschliessend ging man vom Parkplatz weiter zum Schreber-

gartenhaus  von  I._____,  wo  die  Gruppe  –  hiervon  ist  nicht  zuletzt  aufgrund  der 

Aussagen des Beschuldigten selbst auszugehen – auf den bereits vor Ort anwe-

senden E._____ traf. 

Zumindest D._____ war aufgrund seiner vorgängigen Absprache mit C._____ be-

reits im Voraus klar, dass es in dieser Nacht zu sexuellen Handlungen zwischen 

ihm und der Privatklägerin kommen würde (vgl. dazu Urk. 7/5 S. 3 und S. 5, Urk. 7/7 

S. 5). Dass er dies auch dem Beschuldigten angekündigt bzw. in Aussicht gestellt 

hatte,  kann  demgegenüber  nicht  rechtsgenügend  erstellt  werden.  D._____  hielt 

dies für möglich (Urk. 7/5 S. 5), während der Beschuldigte es kategorisch abstritt. 

Nachdem  D._____  im  Verfahren  wiederholt  (und  zugestandenermassen,  vgl. 

Urk. 7/7  S. 9  und  S. 11 f.)  gelogen  und  sodann  widersprüchlich  ausgesagt  hat, 

kommt seinen Aussagen keine grössere Glaubhaftigkeit zu als denjenigen des Be-

schuldigten, weshalb zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen ist, dass er 

nicht um die zwischen D._____ und C._____ bestehende Abmachung wusste. 

Sodann machte die Privatklägerin konstant geltend, C._____ habe ihr schon auf 

dem Fussweg vom Parkplatz zum Gartenhaus gesagt, sie solle "es" für ihn machen 

und es geniessen. Mit dem Türken (dem Beschuldigten) solle/müsse sie es nicht 

machen. Da habe sie gewusst, was sie erwarte. Dass sie richtig vermutete, zeigt 

sich  an  der  diesbezüglichen  vorgängigen  Absprache  zwischen  D._____  und 

C._____,  welche  –  wie  oben  erwähnt  –  erstellt  werden  konnte,  zumal  es  ganz 

offensichtlich nicht das erste Mal war, dass C._____ für seine Kollegen Sextreffen 

"arrangierte" (vgl. die diversen vorgenannten Einvernahmen der Privatklägerin und 

von  C._____).  Entsprechend  muss  auch  die  Aussage  von  C._____,  er  habe  der 

- 19 -

Privatklägerin  auf  dem  Hinweg  gesagt,  sie  könne  sagen,  wenn  sie  etwas  nicht 

wolle,  als  Schutzbehauptung  qualifiziert  werden,  da  dies  nicht  mit  seiner 

vorgängigen  Zusicherung  an  D._____,  dass  dieser  mit  der  Privatklägerin  werde 

Sex haben können, korreliert. Im weiteren Verlauf der Befragung schien er diesen 

Hinweis  dann  auf  allfälligen  Sex  mit  dem  Beschuldigten  einzugrenzen,  da  die 

Privatklägerin diesen ja nicht gekannt habe (Prot. I S. 129, 131 und 169). Nachdem 

sie  gemäss  übereinstimmenden  Aussagen  von  D._____  und  der  Privatklägerin 

auch diesen vorgängig nicht kannte, vermag auch dies jedoch nicht zu überzeugen. 

Im Gartenhaus kam es sodann zugestandenermassen zu sexuellen Handlungen 

zwischen D._____ und der Privatklägerin sowie zwischen dem Beschuldigten und 

der Privatklägerin (je Oral- und Vaginalverkehr). Die Privatklägerin schilderte in die-

sem  Zusammenhang  keinen  ausdrücklichen  Befehl  oder  gar  eine  Gewaltanwen-

dung von C._____, dem Beschuldigten oder D._____, aber auch keine wahrnehm-

bare  Ablehnung  ihrerseits.  Sie  habe  einfach  gemacht,  was  die  anderen  wollten 

(Urk. 6/18  S. 44),  sie  habe  es  einfach  so  schnell  wie  möglich  durchziehen  und 

heimgehen wollen, mit der Hoffnung aber, dass sie doch noch mit C._____ nachher 

Geschlechtsverkehr haben könne oder irgend so was (Urk. 6/18 S. 17), sie habe 

sich  normal  verhalten  (Urk. 6/25  S. 10).  Auch  der  Beschuldigte  und  die  übrigen 

Anwesenden  schilderten  –  die  Darstellung  der  Privatklägerin  stützend  –  keine 

objektiv erkennbaren Nötigungshandlungen von C._____ im Gartenhaus oder eine 

verbale oder gar tätlich-abwehrende Verneinung sexueller Handlungen durch die 

Privatklägerin.  Anders  als  die  Privatklägerin  schilderten  sie  jedoch,  mit  ihrem 

ausdrücklichen  verbalen  Einverständnis  gehandelt  zu  haben.  So  habe  zunächst 

D._____  und  später  auch  der  Beschuldigte  vorgängig  zu  den  sexuellen 

Handlungen  explizit  um  Erlaubnis  gefragt,  D._____  gar  mehrfach.  Ebenso 

bestreiten  sie  die  Darstellung  der  Privatklägerin,  dass  es  kurzzeitig  zu 

gleichzeitigen sexuellen Handlungen zwischen allen drei Personen gekommen sei 

sowie  dass  D._____,  nachdem  der  Beschuldigte  seinen  Geschlechtsverkehr 

abgeschlossen hatte, nochmals ins Gartenhaus kam und erneut mit der Privatklä-

gerin sexuell verkehrte. 

- 20 -

Was  die  Einholung  des  Einverständnisses  der  Privatklägerin  durch  D._____  an-

geht, so will der Beschuldigte dies – obwohl er sich sonst an der Kommunikation 

mangels Sprachkenntnissen kaum habe beteiligen können – einmal ausdrücklich 

auf Deutsch gehört haben (Prot. I S. 150 f.). D._____ selbst erhöhte die Anzahl der 

Rückfragen  –  obwohl  die  Privatklägerin  auf  seine  Frage  "Wollen  wir  Sex  haben" 

sofort mitgeteilt habe, "ja, ich will mit dir Sex haben" (Prot. I S. 141) bzw. "mit dir 

will ich sowieso" (Prot. I S. 148) – auf zuletzt drei- bis viermal, da er sich habe sicher 

fühlen wollen (Urk. 7/5 S. 2, Urk. 7/7 S. 13, Prot. I S. 148). Dies wirkt – gerade auch 

vor dem Hintergrund seiner im Verfahren mehrfach geäusserten Verunglimpfungen 

und Schimpftiraden gegen Frauen (vgl. Urk. 7/1 S. 12, Urk. 7/2 S. 8 f., Urk. 7/7 S. 6 

und 10), welche einen gleichberechtigten und respektvollen Umgang völlig missen 

lassen  –  wesensfremd  und  damit  unrealistisch,  nachgeschoben  bzw.  prozess-

taktisch motiviert und passt nahtlos in sein übriges Aussageverhalten, welches sich 

laufend dem Untersuchungsergebnis anpasste, wobei er wiederholt auch bewusst 

gelogen hat, um die Untersuchung ins Leere laufen zu lassen (vgl. bspw. Urk. 7/7 

S. 9). Mithin erscheint es völlig unglaubhaft, dass D._____ die Privatklägerin über-

haupt, geschweige denn mehrfach – sei es nun auf Deutsch oder auf Albanisch – 

gefragt hat, zumal da ihm ihre Kooperation ja vorgängig bereits durch C._____ zu-

gesichert worden war. C._____ erklärte dazu denn auch nur lapidar "der Sex zwi-

schen  D._____  und  K._____  ist  passiert".  Es  sei  normal  geredet  worden  und  ir-

gendwann sei er "geboten" worden rauszugehen (Prot. I S. 129 f.). Seinen weiteren 

Ausführungen ist zu entnehmen, dass er jedenfalls zu keinem Zeitpunkt eine Frage 

nach der Zustimmung der Privatklägerin gehört hat. Vielmehr spekulierte er hierzu, 

er habe angenommen, dass es mit E._____ und D._____ "okay" sei, weil sie schon 

von D._____ wegen dem L._____ erzählt habe und auch gesagt habe, E._____ sei 

der schönste seiner Cousins (Prot. I S. 131). Gemäss E._____ habe gar die Privat-

klägerin  ihrerseits  D._____  gefragt,  was  nicht  einmal  dieser  selbst  so  geltend 

machte.  Man  habe  vorgängig  darüber  gesprochen,  sie  hätten  über  alles  reden 

können und die Privatklägerin habe D._____ "so gut" gefunden. Er (E._____) sei 

dann  von  sich  aus  aus  dem  Gartenhaus  gegangen,  niemand  habe  ihn 

rausgeschickt (Prot. I S. 135 f.). Auf Nachfrage gestand er allerdings ein, dass er 

nicht gehört habe, wie die Privatklägerin ausdrücklich gesagt habe "Ja, ich will Sex" 

- 21 -

(Prot. I S. 137). Seine Darstellung passt insgesamt weder zu den Äusserungen von 

D._____ noch von C._____, zeigt aber sein schon früher offenbartes Bestreben, 

die übrigen Männer nicht zu belasten. Wie sich zeigt, vermögen die im Gartenhaus 

anwesenden Männer die Ereignisse nicht übereinstimmend zu schildern, wobei die 

Abweichungen  den  Kern  der  Frage,  wer  wen  mit  welchem  Wortlaut  nach  Sex 

gefragt  hat,  betrifft.  Dies  ist  nur  nachvollziehbar,  wenn  eben,  den  Aussagen  der 

Privatklägerin entsprechend, diese Frage gar nie gestellt wurde. Mithin erweist sich 

auch  hier  die  Darstellung  der  Privatklägerin  als  glaubhaft  und  überzeugend, 

weshalb diese als erstellt anzusehen ist.

Widersprüchlich bleiben auch die Darstellungen betreffend den Zeitpunkt, wann der 

Beschuldigte  selbst  gefragt  haben  will.  Seiner  Schilderung  nach  habe  er  das 

Gartenhaus betreten, als D._____ den Geschlechtsverkehr bereits beendet hatte, 

am Anziehen und Reden war, und dort dann gefragt, worauf die Privatklägerin mit 

einem  schüchternen,  scheuen  "Ja"  geantwortet  habe  (Urk. 5/4  S. 4,  Urk. 5/6 

S. 10 f.  und  43,  Prot. I  S. 151  und  154).  Darauf  habe  D._____  das  Gartenhaus 

verlassen  (Urk. 5/4  S. 4).  Gemäss  erster  Darstellung  von  D._____  habe  er  das 

Gartenhaus  bereits  verlassen  gehabt,  als  der  Beschuldigte  das  Gartenhaus 

betreten habe (Urk. 7/5 S. 2). Später erklärte er, jener sei dazugekommen, als er 

(D._____)  fertig  gewesen,  als  er  mit  der  Privatklägerin  am  Reden  gewesen  sei 

(Urk. 7/7  S. 14).  An  der  Hauptverhandlung  erklärte  er  sodann,  er  sei  am 

Hinauslaufen  gewesen  (Prot. I  S. 142),  er  habe  nicht  gehört,  was  zwischen  den 

beiden geredet worden sei, er sei draussen gewesen (Prot. I S. 164). Demgegen-

über erklärte C._____, seiner Erinnerung nach habe D._____ den Beschuldigten 

wieder rausgeschickt, "weil er eben gerade dran war" (Prot. I S. 130; auf explizite 

Nachfrage hielt D._____ dies für möglich, Prot. I S. 143). Auch deponierte C._____ 

in  diesem  Zusammenhang,  dass  er  lediglich  glaube,  bzw.  annehme,  dass  der 

Beschuldigte da die Privatklägerin gefragt habe (Prot. I S. 130). Selbst gehört hat 

er es somit gerade nicht, obwohl er gemeinsam mit dem Beschuldigten vor dem 

Gartenhaus und damit in unmittelbarer Nähe stand. Was schliesslich die von der 

Privatklägerin  behauptete  kurzzeitige  Gleichzeitigkeit  der  sexuellen  Handlungen 

angeht,  so  hielt  D._____  dies  im  Vorverfahren  noch  für  grundsätzlich  möglich, 

wobei er sich aber konkret nicht mehr erinnern könne. Er sei auch etwas besoffen 

- 22 -

gewesen (Urk. 7/5 S. 3). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung verneinte er 

dies  dann  ohne  weitere  Erklärung  (Prot. I  S. 144).  Auch  der  Beschuldigte  selbst 

zeigte  sich  im  Vorverfahren  noch  unsicher,  und  erklärte  lediglich,  an  so  etwas 

könne  er  sich  nicht  erinnern,  D._____  habe  sich  eigentlich  nur  im  Gartenhaus 

befunden, als der Wechsel stattgefunden habe (Urk. 5/4 S. 6). Später verweigerte 

er zur Frage nach einem Dreier mit D._____ zunächst die Aussage, bevor er seine 

frühere Aussage korrigierte und erklärte, die Frage nach gleichzeitigen Handlungen 

sage ihm nichts, so etwas sei nicht passiert (Urk. 5/6 S. 15 f. und S. 42). 

Auch wenn der Beschuldigte – insbesondere im Direktvergleich mit D._____ – re-

lativ  konstant  ausgesagt  hat,  so  ist  doch  auffällig,  dass  nicht  alle  Beteiligten  die 

Abläufe gleich zu schildern vermochten. D._____ war offenkundig bemüht, mög-

lichst nichts von den Handlungen des Beschuldigten mitzubekommen, was damit 

korreliert, dass er diesen sehr lange im Verfahren deckte und dessen Beteiligung 

bis kurz vor Abschluss seines eigenen Verfahrens verschwieg. Trotzdem bestätigte 

er nicht, dass der Beschuldigte die Privatklägerin in seiner Anwesenheit um Zustim-

mung zu sexuellen Handlungen gefragt habe. Auch C._____, der sich unmittelbar 

draussen befunden und dessen Kontaktaufnahme mitbekommen haben will, bestä-

tigte  dies gerade  nicht.  Demgegenüber  konnte  die  Privatklägerin  wiederholt,  klar 

und – nach ersten Unklarheiten im Rahmen der ersten, ganz viele Vorfälle gleich-

zeitig abhandelnden Aussagen (vgl. dazu Ziff. 3.4.1 vorstehend) – widerspruchsfrei 

schildern,  dass  der  Beschuldigte  bereits  ins  Gartenhaus  gekommen  sei,  als 

D._____ noch dabei gewesen sei, mit ihr von hinten den vaginalen Geschlechts-

verkehr zu vollziehen. Sodann habe der Beschuldigte seinen Penis entblösst und 

sei vor ihren Kopf hingesessen, womit sie gewusst habe, was gefordert sei, zumal 

C._____ in diesem Moment hineingeschaut und gesagt habe "mach, mach weiter" 

(Urk. 6/18 S. 7, 17, und 24 f., Urk. 6/25 S. 5, 9 f., 13 und 15, Prot. I S. 180 und 194). 

Auch die eigentlichen sexuellen Handlungen konnte sie detailliert, in Einzelheiten 

und einem konstanten Ablauf schildern, welcher vom Beschuldigten (wie auch von 

D._____) auch grundsätzlich, inklusive ganz spezifischer Details (Lecken der Ho-

den, Positionswechsel etc.) anerkannt wurde und in der Anklage Niederschlag ge-

funden hat. Demgegenüber waren der Beschuldigte und D._____ nicht in der Lage 

oder gewillt, in freier Rede eine eigenständige Darstellung zu deponieren oder we-

- 23 -

nigstens  originelle  Details  zur  Schilderung  der  Privatklägerin  beizusteuern.  Viel-

mehr blieben sie blass und vage und versuchten jeweils, schnell über diese Fragen 

hinwegzugehen. Immerhin gab D._____ anlässlich der Konfrontationseinvernahme 

vom  9.  März  2021  zu,  dass  noch  ein  anderer  dabei  gewesen  sei,  sie  hätten  es 

immer  abwechselnd  gemacht  (Urk. 7/4  S. 28).  Als  anderen  Beteiligten  nannte  er 

E._____.  Tatsächlich  war  es  aber  nicht  E._____,  sondern  der  Beschuldigte.  Vor 

dem Hintergrund, dass die Aussagen der Privatklägerin selbst von den Beschuldig-

ten im ganz überwiegenden Umfang schlussendlich bestätigt wurden, sie auch be-

treffend  die  bestrittenen  Punkte  detailliert,  ausführlich  und  lebensnah  berichtete, 

ihre Ausführungen über mehrere Aussagen hinweg konstant blieben und weder Ag-

gravierungstendenzen noch Belastungseifer zu erkennen sind und schliesslich die 

Beschuldigten  nicht  einmal  in  der  Lage  waren,  eine  untereinander  übereinstim-

mende  Darstellung  zu  platzieren,  ist  auch  in  diesen  Punkten  (keine  Anfrage  des 

Beschuldigten um Zustimmung; kurze Gleichzeitigkeit der Handlungen; erneute se-

xuelle Handlungen mit D._____, nachdem der Beschuldigte das Gartenhaus ver-

lassen hat) der Sachverhalt aufgrund ihrer glaubhaften Aussagen als erstellt anzu-

sehen.  Von  der  Privatklägerin  lediglich  vermutet  wurde  hingegen,  dass  der  Be-

schuldigte sich (nur deshalb) zum Handeln entschlossen habe, weil ihm C._____ 

in irgendeiner Art seinen Segen dazu gegeben habe (Urk. 6/25 S. 9 und 13, Prot. I 

S. 195). Konkret gesehen oder gehört hat sie dies nicht. Der Beschuldigte erklärte 

dazu  konsequent,  er  habe  mitbekommen,  dass  D._____  im  Gartenhaus  mit  der 

Privatklägerin Sex gehabt habe und daraufhin auch selber Lust bekommen, wes-

halb er ebenfalls ins Gartenhaus gegangen war. C._____ habe ihm in dieser Hin-

sicht  nichts  signalisiert  (Urk. 5/6  S. 12).  Nachdem  auch  C._____  nichts  Entspre-

chendes schilderte, kann diese Darstellung des Beschuldigten nicht widerlegt wer-

den. Es ist auch nicht einsichtig, weshalb sich der Beschuldigte in dieser Hinsicht 

von  C._____  hätte  die  Erlaubnis  holen  sollen,  nachdem  er  –  wie  vorab  erstellt 

wurde – gar nicht erkannt hatte, dass zwischen der Privatklägerin und C._____ eine 

(missbräuchliche) Beziehung bzw. ein Abhängigkeitsverhältnis bestand in dessen 

Rahmen  C._____  eine  Machtposition  über  die  Privatklägerin  zukam,  sondern  er 

vielmehr davon ausging, in der Privatklägerin einer volljährigen, ungebundenen jun-

gen Frau gegenüber zu stehen.

- 24 -

Nachdem  die  sexuellen  Handlungen  im  Gartenhaus  abgeschlossen  waren,  pas-

sierte zunächst nichts weiter, als dass man gemeinsam im Gartenhaus zusammen-

sass. Gemäss den glaubhaften Angaben der Privatklägerin äusserte sich D._____ 

dabei derart, dass er wisse, dass sie "es" nur für C._____ getan habe. Als sie darauf 

mit Tränen reagierte, wurde C._____ wütend und ging sie tätlich an, wogegen durch 

D._____ und E._____ interveniert wurde. D._____ konnte sich nicht an eine ent-

sprechende Aussage seinerseits, jedoch an Tätlichkeiten von C._____ gegen die 

Privatklägerin  erinnern,  wogegen  er  interveniert  habe  (Prot. I  S. 146  und  161 f.). 

Der Beschuldigte sei in diesem Zeitpunkt jedoch ausserhalb des Gartenhauses am 

Telefonieren gewesen (Prot. I S. 162). Dies deckt sich mit den Angaben des Be-

schuldigten, er sei nach den sexuellen Handlungen zunächst einige Zeit draussen 

geblieben und erst später wieder zu den übrigen Personen gestossen, welche sich 

nun  wieder  gemeinsam  im  Gartenhaus  befunden  hätten  (Urk. 5/4  S. 4,  Urk. 5/6 

S. 16). Die Privatklägerin war zwar der Ansicht, dass sich im Zeitpunkt der geschil-

derten Auseinandersetzung alle Personen im Gartenhaus befunden hätten, schil-

derte  dazu  allerdings  nur  konkrete  Handlungen  bzw.  Reaktionen  von  C._____, 

D._____ und E._____. Generell habe der Beschuldigte kaum etwas gesagt oder 

sich  am  Gespräch  beteiligt  (Urk. 6/18  S. 27  und  36,  Urk. 6/25  S. 5  und  14).  Vor 

diesem Hintergrund bleibt denkbar – zumal es sich um ein nachrangiges und damit 

nicht primär erinnerliches Detail handelt – dass der Beschuldigte tatsächlich erst 

nach dem Disput wieder zur Gruppe gestossen ist. Es kann somit nicht rechtsge-

nügend  ausgeschlossen  werden,  dass  der  Beschuldigte  vom  Ausspruch  von 

D._____ und der folgenden Auseinandersetzung nichts mitbekommen hat. Nach-

dem sich alles aber ohnehin erst nach Abschluss der sexuellen Handlungen ereig-

net hat, kann dies letztendlich auch offen bleiben, da daraus nichts strafrechtlich 

Relevantes abgeleitet werden könnte. 

Später  verliessen  D._____  und  C._____  zusammen  mit  dem  Beschuldigten  (als 

Fahrer)  das  Gartenhaus.  Die  Privatklägerin,  die  zunächst  hätte  mitfahren  sollen, 

blieb auf Bitte von E._____, der nicht allein zurückbleiben wollte, vor Ort. Offenbar 

gingen sie und E._____ – wie im Übrigen auch der Beschuldigte – zunächst davon 

aus, dass die anderen lediglich Zigaretten kaufen und danach wieder zurückkom-

men würden. Das war aber nicht der Fall. Bis am Morgen kam keiner zurück. Was 

- 25 -

hernach zwischen E._____ und der Privatklägerin noch passierte, interessiert an 

dieser Stelle – wie bereits oben unter Ziff. 3.3 ausgeführt – nicht weiter (so auch 

die Vorinstanz, Urk. 101 S. 60).

Auch  hier  ist  auf  die  subjektiven  Sachverhaltselemente  (Wissen  und  Willen  des 

Beschuldigten)  nachfolgend  im  Rahmen  der  rechtlichen  Würdigung  näher  einzu-

gehen.

3.7. Verbotene Pornografie

Schliesslich wird dem Beschuldigten ein Fall verbotener Pornografie vorgeworfen: 

So habe er am 1. März 2019 ein ihm per WhatsApp von D._____ zugesandtes Vi-

deo mit Zoophilie (Hund, welcher von hinten eine Frau vaginal penetriert) zumindest 

teilweise  angeschaut  und  die  Datei  durch  das  Öffnen  innerhalb  der  App  gespei-

chert, was er gewusst habe. Weiter habe er das Video am 21. November 2019 im 

Sinne  eines  iPhone  Backups  gesichert  und  dieses  Backup  am  18.  Januar  2020 

manuell auf eine externe Festplatte kopiert, wo es mit seinem Wissen bis zu seiner 

Verhaftung am 6. Mai 2021 abgespeichert geblieben sei (Urk. 26 S. 10).

Der Beschuldigte machte dazu konstant geltend, dass ihm die Datei unbekannt sei 

und  die  Sicherung  bzw.  Kopie  lediglich  im  Rahmen  einer  umfassenden  Backup-

Kopie bzw. -Sicherung sämtlicher Telefondateien erfolgt sei, wobei er nicht um das 

Vorhandensein besagter Zoophilie-Datei gewusst habe und solches auch nicht ge-

wollt habe (Urk. 5/5 S. 2 ff., Urk. 5/6 S. 49 ff., Prot. I S. 221 und Urk. 120 S. 7). 

Der  Vorwurf  beruht  auf  der  Auswertung  des  Mobiltelefons  des  Beschuldigten. 

Gemäss Ergebnisbericht zur EDV-Datenanalyse vom 8. Dezember 2021 (Urk. 15/4 

S. 2 f.)  befand  sich  die  fragliche  Datei  im  Zeitpunkt  der  Analyse  nicht  auf  dem 

(aktuellen und beschlagnahmten) Mobiltelefon des Beschuldigten, also weder im 

WhatsApp-Chatverlauf noch in der Galerie des Mobiltelefons. Jedoch wurde sie auf 

einer externen Festplatte im Rahmen eines am 18. Januar 2020 dorthin kopierten 

Mobiltelefonbackups  eines  früher  von  ihm  verwendeten  Mobiltelefons,  welches 

Backup  am  21. November  2019  vorgenommen  worden  war,  innerhalb  der 

WhatsApp-Applikation im Chatverlauf – nicht aber als separat gespeicherte Datei 

- 26 -

in der Galerie – vorgefunden (ebenda S. 3 f.), wo sie sich folglich seit dem Erhalt 

am  1. März  2019  (vgl.  Urk. 15/5)  befunden  haben  muss.  Mithin  wurde  die  Datei 

gerade  nicht  im  Sinne  einer  Standardeinstellung  automatisch  in  den  Aufnahmen 

des  Mobiltelefons  (Galerie)  gespeichert,  sondern  war  lediglich  in  der  App  selbst 

nach wie vor abrufbar, da sie durch Antippen automatisch innerhalb der fraglichen 

App  auf  dem  betroffenen  Mobiltelefon  gespeichert  worden  war.  Gemäss  den 

Schlussbemerkungen des Ergebnisberichts bestehen aus technischer Sicht keine 

Hinweise,  dass  die  Datei  bewusst  abgespeichert  wurde  (ebenda  S. 5).  Dass  der 

Beschuldigte die Datei gezielt von D._____ angefordert hätte, kann den Akten nicht 

entnommen  werden,  weshalb  von  einer  uneinverlangten  Zustellung  auszugehen 

ist.  Auch  eine  Weiterleitung  der  Datei  fand  nicht  statt,  jedoch  schickte  der 

Beschuldigte  kurz  nach  Erhalt  der  Datei  D._____  eine  Textnachricht,  worin 

allerdings  nur  das  Wort  "du"  geschrieben  wurde.  Immerhin  lässt  sich  daraus 

schliessen, dass er vom Inhalt Kenntnis genommen hat, zumal die Chat-Mitteilung 

mit dem Film als gelesen markiert ist (Urk. 15/5). Dass er den Chat bzw. die frag-

liche Datei auf seinem damaligen Mobiltelefon über den 21. November 2019 hinaus 

besessen hätte, kann nicht erstellt werden. Wie er hierzu ausführte, pflegt er die 

alten Mobiltelefone zu verkaufen, was es als denkbar erscheinen lässt, dass er das 

Backup im Hinblick auf den Verkauf und vor der Rücksetzung des Geräts vornahm. 

Von  diesem  Sachverhalt  wird  nachfolgend  für  die  rechtliche  Würdigung  und 

insbesondere bei der Beurteilung des subjektiven Tatbestandes auszugehen sein.

4.

Rechtliche Würdigung

4.1. Seit Erlass des vorinstanzlichen Urteils ist per 1. Juli 2024 die breit disku-

tierte Revision des Sexualstrafrechts in Kraft getreten. Diese hat die unter den Titel 

"Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität" gehörenden Straftatbestände 

neu gefasst und die Grenzen strafbaren Verhaltens erweitert. Im Ergebnis ermög-

licht die neue Gesetzeslage jedoch keine mildere Beurteilung des Beschuldigten, 

weshalb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB von der Weitergeltung der bisheri-

gen Normen, im Folgenden bezeichnet als "Art. X aStGB", auszugehen ist. Eben-

falls  ohne  Einfluss  auf  die  konkret  in  Frage  kommenden  Strafnormen  blieb  im 

Übrigen die bereits per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Strafrahmenharmonisierung. 

- 27 -

4.2. Handlungen zum Nachteil der Privatklägerin

4.2.1. Die  Vorinstanz  hat  die  in  Frage  kommenden  Tatbestände  der  Vergewalti-

gung/sexuellen  Nötigung  sowie  der  (fahrlässigen)  sexuellen  Handlungen  mit 

Kindern sowie die Variante der gemeinsamen Tatbegehung (vgl. Art. 187, 189, 190 

und 200 aStGB) beschrieben und aufgezeigt, welche Tatbestandsmerkmale jeweils 

konkret zu erfüllen sind, damit ein Schuldspruch erfolgen kann (Urk. 101 S. 70 ff., 

S. 77 und S. 78 f.). Ebenso hat sie die Voraussetzungen der Mittäterschaft gemäss 

aktueller Bundesgerichtspraxis zutreffend aufgezeigt und festgehalten, dass für die 

Annahme  von  Mittäterschaft  genügt,  wenn  sich  der  Mittäter  einem  bereits  früher 

gefassten Tatentschluss des anderen Mittäters konkludent anschliesst. Nicht vor-

ausgesetzt wird sodann hinsichtlich der hier interessierenden Sexualdelikte, dass 

jeder  Täter  eigenhändig  sexuelle  Handlungen  am  Opfer  vornimmt  (Urk. 101 

S. 75 f.).  Auch  hierauf  sei  ausdrücklich  verwiesen  (Art. 82  Abs. 4  StPO).  Neu  zu 

erwähnen ist an dieser Stelle sodann die mittelbare Täterschaft. Eine solche liegt 

vor,  wenn  die  konkret  handelnde  Person  (Tatmittler/Vordermann)  unter  bestim-

mendem  Einfluss  eines  Hintermannes  (mittelbarer  Täter)  steht.  Während  der 

mittelbare Täter das Delikt vorsätzlich begeht, können beim Tatmittler vorliegende 

zusätzliche Umstände zu einer anderen Einschätzung führen, sodass er lediglich 

(a) als – nicht strafbares – handelndes Werkzeug erscheint, (b) den zur Diskussion 

stehenden Tatbestand bloss eventualvorsätzlich oder allenfalls (c) einen anderen 

–  milderen  –  Tatbestand  als  der  Hintermann  erfüllt  (vgl.  BSK  StGB-Forster,  Vor 

Art. 25 N 28 ff.). 

Weiter  wurde  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  in  Anwendung  von  Art. 344 

StPO  auf  die  mögliche  rechtliche  Würdigung  der  erstellten  Handlungen  als  mit-

täterschaftliches Ausnützen einer in anderer Weise begründeten Abhängigkeit ge-

mäss Art. 193 Abs. 1 aStGB hingewiesen (Prot. II S. 18). Diesen Tatbestand erfüllt, 

wer eine Person veranlasst, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu dulden, 

indem er eine Notlage oder eine durch ein Arbeitsverhältnis oder eine in anderer 

Weise begründete Abhängigkeit ausnützt, ohne aber eine tatsituative Zwangswir-

kung – wie sie Merkmal einer sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung ist – auszu-

üben. Vielmehr ist der auf das Opfer wirkende Zwang bereits vorbestehend. Wer 

- 28 -

ausnützt, der will sich etwas zunutze machen bzw. sich einer Sache bedienen oder 

aus  etwas  einen  Vorteil  ziehen  (BSK  StGB-Maier,  4. Auflage,  Art. 193  N 4,  vgl. 

auch  BSK  StGB-Maier,  4. Auflage,  Art. 189  N 5  ff.).  Das  Delikt  ist  als  Vergehen 

ausgestaltet und damit mit Blick auf den (Verbrechens-)Tatbestand der Vergewal-

tigung  "milder",  weshalb  ein  Schuldspruch  das  Verschlechterungsverbot  gemäss 

Art. 391 Abs. 2 StPO nicht tangieren würde. 

4.2.2. Dahingehend,  dass  der  Beschuldigte  in  objektiver  Hinsicht  sexuelle  Hand-

lungen mit einer Minderjährigen, wie sie Gegenstand von Art. 187 aStGB sind, vor-

genommen hat, bedarf es keiner weiteren Ausführungen. Nachdem die Vorinstanz 

die  Möglichkeit  einer  eventualvorsätzlichen  Tatbegehung  im  Sinne  von  Art. 187 

Ziff. 1 aStGB bereits verbindlich verworfen hat, bleibt heute in rechtlicher Hinsicht 

einzig zu prüfen, ob dem Beschuldigten eine fahrlässige Tatbegehung im Sinne von 

Ziff. 4  der  genannten  Bestimmung  angelastet  werden  muss.  Demgemäss  macht 

sich  strafbar,  wer  in  der  irrigen  Vorstellung  handelt,  das  Opfer  sei  mindestens 

16 Jahre  alt,  diesen  Irrtum  bei  pflichtgemässer  Vorsicht  aber  hätte  vermeiden 

können. 

Der Beschuldigte kannte das effektive Alter der Privatklägerin nicht, ging aber auf-

grund der konkreten Umstände (insb. ihr Aussehen und Verhalten), und ohne dies 

in irgendeiner Form zu verifizieren, davon aus, dass sie mindestens volljährig, also 

18 Jahre alt sei. Er selbst war kurz vor den fraglichen Ereignissen 21 Jahre alt ge-

worden,  womit  der  Altersunterschied  effektiv  über  sieben  Jahre  betrug,  was  als 

doch recht markanter Unterschied zu würdigen ist. 

Während das Bundesgericht insbesondere dort, wo deutlich ältere, erwachsene Tä-

ter davon ausgehen, dass ihr Opfer altersmässig in der Nähe des Schutzalters liegt, 

sehr  hohe  Anforderungen  an  die  zu  wahrende  Sorgfalt  stellt,  differenziert  es  mit 

Blick auf jüngere Täter, indem es tiefere Hürden ansetzt. Allerdings wird selbst in 

Fällen sogenannter "Jugendliebe", wo der tatsächliche Altersunterschied bloss we-

nige Jahre beträgt, verlangt, dass sich der Täter darum bemüht, das Alter in Erfah-

rung zu bringen und dabei eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag zu legen, es 

mithin nicht bei einer einfachen Auskunft des Opfers zu belassen (BGE 119 IV 138; 

BSK StGB-Maier, 2019, Art. 187 N 35). Massgebende Beurteilungsgrundlage hat 

- 29 -

insbesondere  das  äussere  Erscheinungsbild  inkl.  Grösse/Gesichtszüge/  körperli-

che Entwicklung zu sein, wobei dort, wo dieses auf ein nur wenig älteres Alter als 

16 Jahre hinweist, wiederum erhöhte Sorgfalt am Platz ist (a.a.O. N 37 m. H.). 

Wie bereits im Rahmen der Sachverhaltserstellung erwogen, sah die Privatklägerin 

tatsächlich älter aus als 13.5 Jahre (vgl. Ziff. 3.5.2 hiervor). Indessen wäre sie bei 

neutraler Betrachtung auf rund 16-18 Jahre und damit gleichwohl deutlich jünger 

als der Beschuldigte zu schätzen. Daran ändert auch nichts, dass sie sich an jenem 

Abend im Kreise deutlich älterer Männer bewegte, zumal auch C._____ – was dem 

Beschuldigten  mangels  Erkundigungen  allerdings  auch  unbekannt  war –  seiner-

seits  ebenfalls  noch  nicht  volljährig  war.  Mithin  platzierte  sie  ihr  äusserliches  Er-

scheinungsbild  in  eine  Altersgruppe,  die  grundsätzlich  weitere  Abklärungen  ver-

langt. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte die Pri-

vatklägerin überhaupt nicht kannte, nichts von ihr und ihrem Alltag wusste und so-

mit dahingehend auch nicht über weitere Anhaltspunkte verfügte, womit er sie al-

tersmässig näher hätte einordnen können. Auch dass sie bereit war, mit ihm (und 

D._____) sexuelle Handlungen zu vollziehen, kann nicht als Beweis dafür genom-

men werden, dass sie sich nicht mehr im Schutzalter befand, vielmehr wäre dies 

ein  unzulässiger  Zirkelschluss  und  nicht  geeignet,  unterlassene  Sorgfalt  zu  ent-

schuldigen.  Ebenso  wenig  war  die  Tatsache  ihrer  nächtlichen  Anwesenheit  im 

Schrebergartenareal geeignet, ein jugendliches Schutzalter zu widerlegen, können 

doch  bekanntermassen  auch  15  bzw.  knapp  16-jährige  Jugendliche  spätnachts 

noch im Ausgang angetroffen werden, zumal in jenem Zeitpunkt im Wohnkanton 

der Privatklägerin gerade Frühlingsferien waren. Indem der Beschuldigte sich mit 

einer  ihm  wildfremden  jungen  Frau,  mit  welcher  er  zuvor  kein  Wort  gewechselt 

hatte, auf sexuelle Handlungen einliess bzw. konkludent einforderte, erfüllte er ent-

gegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 121 S. 13 ff.) jedenfalls die in jener 

konkreten Situation gebotene Sorgfalt nicht. 

Mithin ist davon auszugehen, dass er den Irrtum über ihr Alter bei pflichtgemässer, 

den  Vorgaben  des  Bundesgerichts  entsprechender  Vorsicht  hätte  vermeiden 

können und müssen, indem er vorab Einsicht in einen amtlichen Ausweis genom-

men  hätte,  bevor  er  sich  in  dieser  äussert  heiklen  Konstellation  auf  einen  One-

- 30 -

Night-Stand  mit  einer  ihm  zuvor  unbekannten,  gemäss  äusserlichem  Erschei-

nungsbild (lediglich) zwischen 16 und 18 Jahre alten jungen Frau einliess. Recht-

fertigungs- und Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich und es liegen auch 

keine Anwendungsfälle von Art. 187 Ziff. 2 und 3 aStGB vor. Entsprechend ist der 

Beschuldigte  in  Bestätigung  des  erstinstanzlichen  Entscheids  der  fahrlässigen 

sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 4 aStGB schuldig zu 

sprechen. Aufgrund des zusammenhängenden Tatablaufs, während dessen es zu 

verschiedenen  sexuellen  Handlungen  kam,  ist  von  einem  einzigen,  (tat-) 

einheitlichen Delikt auszugehen. 

Aufgrund  der  kurzzeitig  gleichzeitigen  sexuellen  Handlungen  zusammen  mit 

D._____ ist von gemeinsamer Tatbegehung im Sinne von Art. 200 aStGB auszu-

gehen. Demgegenüber hat der Beschuldigte nicht wahrgenommen, welche bestim-

mende Rolle C._____ in der Gesamtkonstellation ausübte, weshalb aus Sicht des 

Beschuldigten  nicht  von  einer  Mittäterschaft  ausgegangen  werden  kann,  auch 

wenn für die Privatklägerin von ausschlaggebender Bedeutung war, dass jener ihre 

sexuellen Aktivitäten steuerte und so als mittelbarer Täter im Hintergrund wirkte. 

4.2.3. Angeklagt ist gleichzeitig aber auch der Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne 

von  Art. 190  Abs. 1  aStGB,  begangen  durch  das  Nötigungsmittel  des  Unter-

psychischen-Druck-Setzens.  Wie  bereits  im  Rahmen  der  Sachverhaltserstellung 

festgehalten,  bestand  im  damaligen  Zeitpunkt  zwischen  der  Privatklägerin  und 

C._____ ein emotionales Abhängigkeitsverhältnis, in dessen Rahmen C._____ die 

Privatklägerin finanziell ausbeutete und sie auch regelmässig tätlich anging.

Der Beschuldigte wusste allerdings vorab nicht um dieses Abhängigkeitsverhältnis 

und  die  damit  einhergehende  dominierende  Machtposition,  die  C._____  damals 

über  die  Privatklägerin  inne  hatte  und  auch  die  verübten,  vom  Beschuldigten 

gemäss  erstelltem  Sachverhalt  aber  nicht  wahrgenommenen  Tätlichkeiten  von 

C._____  gegenüber  der  Privatklägerin  erfolgten  erst  nach  vollzogenem 

Geschlechtsverkehr.  Wie  den  in  den  Akten  liegenden  Einvernahmen  der  Privat-

klägerin und von C._____ entnommen werden kann, steht überdies eine Vielzahl 

weiterer  Vorwürfe  betreffend  sexuelle  Ausbeutung  der  Privatklägerin  durch 

C._____  und  weitere  Beschuldigte  im  Raum.  Diese  sind  allerdings  nicht 

- 31 -

Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  und  waren  dem  Beschuldigten  im 

damaligen  Zeitpunkt  ebenfalls  nicht  bekannt.  Während  die  gesamten  Umstände 

(Vorgeschichte  und  konkrete  Situation)  somit  aus  der  Optik  der  Privatklägerin 

durchaus  ausweglos  im  Sinne  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zu  den 

sexuellen Nötigungsdelikten sein konnten (vgl. hierzu BSK StGB-Maier, 4. Auflage, 

Art. 189 N 11 ff.), was ihre fehlende Gegenwehr bzw. Duldung der sexuellen Hand-

lungen hinreichend erklärt und im Verhältnis zu C._____ – der seinerseits um die 

volle  Tiefe  der  gemeinsamen  Erlebnisse  und  das  zwischen  ihnen  aufgrund  der 

grossen  Verliebtheit  der  Privatklägerin  bestehenden  Machtgefälle  wusste  –  die 

Tatbestandsmässigkeit nicht entfallen lässt, so ist mit Blick auf den Beschuldigten 

eine differenzierte Beurteilung vorzunehmen.

Wie die Sachverhaltserstellung ergeben hat, ging der Beschuldigte – irrtümlich – 

davon aus, bei der Privatklägerin handle es sich um eine volljährige junge Frau, 

welche mit keinem der damals anwesenden Männer in einer engeren Beziehung 

stand. Insbesondere das missbräuchliche Abhängigkeitsverhältnis zu C._____ und 

die damit einhergehende, psychisch bedingte Zwangssituation als Nötigungsmittel 

waren  ihm  nicht  bekannt  und  wurden  –  für  ihn  –  an  jenem  Abend  auch  nicht 

erkennbar  gemacht.  Kommt  hinzu,  dass  er  –  gemäss  erstelltem  Sachverhalt  – 

vorab  nicht  darüber  informiert  war,  dass  es  im  Gartenhaus  aufgrund  einer 

vorgängigen Abmachung zwischen D._____ und C._____ zu Geschlechtsverkehr 

mit der Privatklägerin kommen würde. Er selbst sah sich nicht durch C._____ zu 

sexuellen Handlungen mit der Privatklägerin veranlasst oder zumindest zugelassen 

und übte selbst auch keinen Zwang aus, was ihm denn auch gar nicht vorgeworfen 

wird. Dass er sich einfach mit entblösstem Penis vor die Privatklägerin setzte, erfüllt 

die  Anforderungen  an  das  von  Art. 189 f.  aStGB  verlangte  Nötigungsmittel 

jedenfalls nicht. Auch aus der Reaktion der Privatklägerin konnte er nicht erkennen, 

dass sie unter Zwang stand. So führte sie selbst hierzu wörtlich aus, sich "normal" 

verhalten zu haben, sie habe keine Emotionen gezeigt (Urk. 6/25 S. 10). Mithin ist 

C._____  mutmasslich  eine  als  mittelbarer  Täter  begangene  Vergewaltigung 

anzulasten.  Der  Beschuldigte  wusste  allerdings  nicht  um  die 

tatsituative 

Zwangssituation  und  die  Privatklägerin  zeigte  keine  für  ihn  wahrnehmbaren 

Abwehrhandlungen, sondern kooperierte, weshalb mit Bezug auf ihn der Vorwurf 

- 32 -

der  Vergewaltigung  jedenfalls  am  subjektiven  Element  scheitert,  er  lediglich  vor-

satzloses  Tatwerkzeug  bzw.  Tatmittler  war.  Daran  ändert  auch  nichts,  dass  die 

näheren  Umstände  an  jenem  Abend  durchaus  Fragen  aufwerfen  konnten  (vier 

Männer  mit  einer  Frau,  für  welche  zwei  der  Männer  völlig  unbekannt  waren, 

spätnachts  in  einer  abgelegenen  Schrebergartenanlage),  bestehen  doch  unter 

(sexuell selbstbestimmten) Erwachsenen (wovon der Beschuldigte subjektiv aus-

ging) grundsätzlich keine Garantenpflichten, die ihn zu umfassenden Abklärungen 

hätten  veranlassen  müssen.  Die  Verhältnisse  waren  denn  auch  nicht  derart 

ausgestaltet, dass ein strafbarer Hintergrund geradezu augenfällig war, womit er 

die Tatbeteiligung an einem Gewaltverbrechen zumindest in Kauf genommen hätte. 

Mangels vorsätzlicher Tatbegehung ist der Beschuldigte somit von den Vorwürfen 

der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB sowie der Vergewalti-

gung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB freizusprechen.

Ebenso wenig kann ihm angelastet werden, er habe die vorbestehende Abhängig-

keit zwischen der Privatklägerin und C._____ im Sinne von Art. 193 Abs. 1 aStGB 

zu seinen Gunsten ausgenützt, nachdem er gerade nicht um das Abhängigkeits-

verhältnis und die darin begründete Motivation der Privatklägerin, bei den sexuellen 

Handlungen zu kooperieren bzw. um die Machtposition von C._____, wusste. Da-

mit erübrigen sich auch diesbezügliche Weiterungen.

4.3. Was den Pornografievorwurf angeht, so ergab die Sachverhaltserstellung, 

dass der Beschuldigte das Zoophilievideo am 1. März 2019 unverlangt via Whats-

App zugeschickt erhielt, kurz kommentierte und es hernach innerhalb des Chatver-

laufs der WhatsApp-Applikation zumindest bis am 21. November 2019, als er das 

Sicherungsbackup  vornahm,  aufrufbar  blieb,  also  nicht  durch  den  Beschuldigten 

gelöscht wurde. Im Rahmen des erwähnten Gesamtbackups des Mobiltelefoninhal-

tes wurde das Video ebenfalls (als Teil der gesicherten WhatsApp-Chatverläufe) 

gesichert und – als der Beschuldigte besagtes Backup integral transferierte – am 

18.  Januar  2020  auf  seine  externe  Festplatte  kopiert,  wo  es  von  den  Untersu-

chungsbehörden aufgefunden wurde. Das gleichzeitig beschlagnahmte und unter-

suchte,  damals  aktuelle  Mobiltelefon  des  Beschuldigten  enthielt  demgegenüber 

- 33 -

weder diesen Chat (wohl weil es erst später in Betrieb genommen wurde) noch war 

die Datei in dessen Galerie enthalten (vgl. Ziff. 3.7 hiervor). 

Das in den Akten enthaltene Vorschaubild ist derart unklar, dass der Beschuldigte 

alleine  hieraus  jedenfalls  nicht  auf  eine  verbotene  pornografische  Aufnahme 

schliessen  musste.  Mithin  kann  ihm  nicht  angelastet  werden,  dass  er  das  Video 

öffnete  und  –  so  auch  die  Anklage  –  zumindest  teilweise  anschaute.  Allerdings 

musste ihm nach dem Öffnen der Datei schnell deren zoophiler Charakter bewusst 

werden. Ohnehin aber stehen Konsumhandlungen heute auch gar nicht mehr zur 

Diskussion (vgl. dazu Ziff. 2.1 hiervor). Der Beschuldigte hat die Datei innerhalb der 

App nicht an Chatpartner weiterversendet und es bestehen gemäss Ergebnisbe-

richt aus technischer Sicht keine Hinweise, dass die Datei bewusst abgespeichert 

wurde.  Insbesondere  waren  seine  Standardeinstellung  für  WhatsApp  offenbar 

gerade derart eingestellt, dass keine automatische Speicherung sämtlicher in der 

Applikation erhaltener oder erstellter Dateien in seiner Galerie erfolgte und war er 

auch  kein  regelmässiger  Konsument  derartiger  Aufnahmen,  sodass  von  einem 

bewussten  Belassen  (nur)  innerhalb  der  Applikation  auszugehen  wäre,  um  dem 

Vorwurf  der  (automatischen)  Speicherung  in  der  Galerie  zu  entgehen.  Immerhin 

aber waren die Einstellungen wohl derart konfiguriert, dass die Datei innerhalb der 

Applikation  beim  Antippen  automatisch  heruntergeladen  und  sodann  dort  auch 

gespeichert wurde. Andere Grundeinstellungen wären allerdings auch maximal be-

nutzerunfreundlich und damit lebensfremd, da ein Herunterladen ohnehin Voraus-

setzung dafür ist, dass vom Inhalt überhaupt Kenntnis genommen werden kann. 

Mithin kann dem Beschuldigten lediglich der Vorwurf gemacht werden, dass er das 

Video nicht sofort nach dem Erhalt am 1. März 2019 bewusst in der App gelöscht 

und  so  in  Kauf  genommen  hat,  dass  es  bis  mindestens  21. November  2019  auf 

seinem Mobiltelefon gespeichert und damit in seinem Besitz blieb. Dass er bei dem 

Monate später erfolgten Backup und der weitere Monate später erfolgten Speiche-

rung auf einer externen Festplatte noch wusste, dass dabei auch die besagte ver-

botene Datei mitgesichert bzw. kopiert wird, ist jedoch als realitätsfern auszusch-

liessen. Auch dass er solches in Kauf genommen hätte, ist aufgrund des langen 

Zeitablaufs  und  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  zu  verneinen.  Mithin  scheitert 

der Vorwurf der Herstellung verbotener Pornografie am subjektiven Tatbestand. 

- 34 -

4.4.

Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  der  fahrlässigen  sexuellen  Hand-

lungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 4 aStGB sowie des Besitzes einer 

pornografischen  Videoaufnahme  (sexuelle  Handlungen  mit  Tieren)  zum  Eigen-

konsum im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 aStGB schuldig zu sprechen. Von den 

weiteren Vorwürfen ist er freizusprechen. 

5.

Strafzumessung und Vollzug

5.1. Die Vorinstanz hat die anwendbaren Grundsätze der Strafzumessung nach 

Art. 47  StGB  zutreffend  und  überzeugend  dargelegt  (Urk. 101  S. 83 f.).  Hierauf 

kann verwiesen werden. Ergänzend ist zu erwähnen, dass gemäss neuer Recht-

sprechung des Bundesgerichts in Fällen teilweiser retrospektiver Konkurrenz das 

sogenannte Ersturteil eine Zäsur bewirkt, indem nur die davor begangenen Delikte 

(sofern gleichartige Strafen auszufällen sind, vgl. BGE 144 IV 217, BGE 142 IV 265) 

in  Anwendung  von  Art. 49  Abs. 2  StGB  in  eine  Gesamt-  bzw.  Zusatzstrafe  zu 

fassen  sind.  Die  später  begangenen  Delikte  sind  sodann  einer  unabhängigen 

Bewertung zu unterziehen und die Ergebnisse dieser gesonderten Beurteilungen 

hernach zu kumulieren (vgl. zum Ganzen BGE 145 IV 1 E. 1 = Pra 108 Nr. 137, 

BGE 145 IV 377 E. 2.3.2, Urteil 6B_759/2019 vom 11. März 2020 E. 2.3.2, Urteil 

6B_192/2020  vom  19. August  2020  E. 2.4;  Mathys,  Leitfaden  Strafzumessung, 

2. Auflage 2019 N 549 ff.).

5.2. Die fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern datieren vor Erlass des 

Strafbefehls  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  30. September 

2019,  womit  der  Beschuldigte  wegen  grober  Verkehrsregelverletzung  bestraft 

wurde  (Urk. 22/3).  Sie  können  damit  Gegenstand  einer  Zusatzstrafe  sein,  sollte 

dafür eine Geldstrafe sachgerecht erscheinen.

Demgegenüber  begann  der  Besitz  des  zoophilen  Videos  zwar  vor  Erlass  des 

Strafbefehls, dauerte sodann aber darüber hinaus bis zum 21. November 2019 an. 

Entgegen der Vorinstanz, welche hierzu auf BSK StGB-Ackermann (2019, Art. 49 

N 166) verwiesen hat, scheint es angemessen, den Besitz insgesamt als mit seiner 

Beendigung  und  damit  nach  dem  Ersturteil  begangen,  mithin  nur  einmal,  dafür 

eigenständig,  zu  beurteilen.  Dies  vor  dem  Hintergrund  der  neuesten  bundes-

- 35 -

gerichtlichen  Rechtsprechung  zur  retrospektiven  Konkurrenz  bei  gewerbsmässig 

begangenen Delikten (vgl. BGE 145 IV 377 E. 2.3.3 sowie Urteile 6B_93/2021 vom 

6. Oktober 2021 E. 2.2 und 6B_752/2021 vom 27. Januar 2022 E. 1.4-5), welche in 

ihrer Konzeption Dauerdelikten sehr ähnlich sind, und da von einem einzigen, den 

ganzen Tatzeitraum abdeckenden Tatentschluss auszugehen ist. Ansonsten wären 

gedanklich zwei Phasen zu bilden, die Strafe für die erste Phase asperierend zu 

kürzen,  die  zweite  dann  aber  ungekürzt  zu  kumulieren.  Das  gewählte  Vorgehen 

scheint  auch  deshalb  naheliegend  und  sachgerecht,  da  bei  einem  Dauerdelikt 

gerade  die  Dauer  der  Aufrechterhaltung  des  unrechtmässigen  Zustandes  als 

wesentliches Strafzumessungskriterium erscheint und gesamthaft beurteilt werden 

sollte. 

5.3. Bei fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern handelt es sich um ein 

Vergehen  mit  einer  Strafandrohung  von  Freiheitsstrafe  bis  zu  drei  Jahren  oder 

Geldstrafe (vgl. Art. 187 Ziff. 4 aStGB). Art. 200 StGB sieht zudem die Möglichkeit 

der Erweiterung des Strafrahmens um die Hälfte vor. Die gemeinsame Begehung 

ist  mit  der  Vorinstanz  mangels  aussergewöhnlicher  Umstände  im  Rahmen  des 

ordentlichen Strafrahmens straferhöhend zu berücksichtigen. 

Der  damals  21  Jahre  alte  Beschuldigte  vollzog  am  10. April  2019  den  Beischlaf 

bzw. vaginalen Geschlechtsverkehr mit der damals rund 13 ½ Jahre alten, und da-

mit  noch  deutlich  im  Schutzalter  stehenden  Privatklägerin.  Einleitend  und  zwi-

schendurch  anlässlich  eines  Stellungswechsels  kam  es  auch  zu  Oralverkehr,  in-

dem die Privatklägerin den Penis des Beschuldigten mit ihrem Mund befriedigte. 

Die  umschriebenen  Handlungen  gehören  zu  den  schwerwiegendsten  sexuellen 

Handlungen, die unter diesen Tatbestand subsumiert werden können. Bereits vor 

diesem Hintergrund ist die Tatschwere zumindest im mittleren Rahmen anzuset-

zen, auch wenn es sich bei der Privatklägerin nicht um ein (Klein-)Kind, sondern 

um eine pubertierende und sexuell erfahrene Jugendliche handelte. Erschwerend 

kommt sodann dazu, dass kurzzeitig eine gemeinsamer Tatbegehung zusammen 

mit  D._____  vorlag.  Zu  Gunsten  des  Beschuldigte  ist  demgegenüber  zu  berück-

sichtigen,  dass  er  subjektiv  von  einvernehmlichen  Handlungen  ausgegangen  ist 

und selbst keinerlei Zwang ausgeübt hat. Auch erfolgte der Geschlechts- und Ora-

- 36 -

lverkehr zumindest teilweise geschützt und dauerte nur kurze Zeit. Was den kon-

kreten Grad der Fahrlässigkeit angeht, kann angesichts der für den Beschuldigten 

grundsätzlich  erkennbaren,  heiklen  Umstände  (Ungewöhnliche  Überzahlsituation 

in  abgelegener  Umgebung  spätnachts;  One-Night-Stand,  ohne  jegliche  Kennen-

lernphase oder nähere Kenntnisse um die Lebensumstände der Privatklägerin; kei-

nerlei  eigenes  Bemühen,  das  Alter  der  Privatklägerin  zu  erfahren;  äusseres 

Erscheinungsbild  der  Privatklägerin  nicht  deutlich  über  16-18  Jahre;  auch  keine 

näheren Kenntnisse über die übrigen Anwesenden ausser D._____), nicht von ei-

ner nachvollziehbaren Unvorsichtigkeit ausgegangen werden. Dass er insgesamt 

keinerlei  Anstalten  machte,  das  Alter  der  Privatklägerin  in  Erfahrung  zu  bringen, 

muss ihm vielmehr als leichtfertiges, an Gleichgültigkeit grenzendes Verhalten an-

gelastet werden. Insgesamt ist damit von einem nicht mehr leichtem Verschulden 

auszugehen, was eine Einsatzstrafe von 16 Monaten nach sich zieht. 

Betreffend  Vorleben  und  persönlicher  Verhältnisse  kann  den  Akten  (Urk. 5/6 

S. 56 ff., Urk. 22/6, Urk. 108/1-4, Prot. I S. 222 ff.) und dem angefochtenen Urteil 

(Urk. 101  S. 86  und  98 f.)  Folgendes  entnommen  werden:  Der  Beschuldigte, 

Staatsangehöriger  der  Türkei  und  Inhaber  einer  Niederlassungsbewilligung C, 

wurde in der Schweiz geboren. Er wuchs zusammen mit seinem Bruder bei den 

Eltern  in  M._____  auf,  wo  er  die  obligatorische  Schulpflicht  absolvierte  und  die 

Sekundarschule  A  abschloss.  Später  folgte  die  vierjährige  Lehre  zum  Betriebs-

informatiker EFZ, wobei er bis zu seiner Verhaftung im Mai 2021 in seinem Lehr-

betrieb angestellt war, welcher ihm hernach – aufgrund fortgesetzter Inhaftierung – 

per Ende Oktober 2021 kündigte. Die Lohnzahlungen waren bereits ab Juni 2021 

eingestellt worden. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 

aktualisierend aus, dass er als Informatiker arbeite und Fr. 6'900.– brutto pro Monat 

verdiene. Er sei seit Anfang Jahr verheiratet und plane nächstes Jahr eine grössere 

Weiterbildung in der Informatik (Urk. 120 S. 2 ff.). Der im Strafregister eingetragene 

Strafbefehl datiert nach der Tat und beschlägt ein völlig anderes Thema, weshalb 

er ihm – auch nicht im Sinne einer Berücksichtigung des Nachtatverhaltens – nicht 

straferhöhend  anzulasten  ist.  Der  Beschuldigte  zeigte  sich  mit  der  Verteidigung 

(Urk. 121 S. 18) relativ bald geständig, sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin 

vorgenommen  zu  haben.  Allerdings  war  die  Untersuchung  da  schon  weit  fortge-

- 37 -

schritten und die Beweislast entsprechend erdrückend. Gleichwohl kann ihm das 

Geständnis leicht strafmindernd angerechnet werden, zumal er durchaus Reue und 

Einsicht gezeigt hat. Damit rechtfertigt sich aufgrund der Täterkomponenten eine 

Strafreduktion von zwei Monaten auf 14 Monate Freiheitsstrafe.

Mit der Vorinstanz (und der III. Strafkammer, vgl. Urk. 61 S. 13) kann sodann keine 

Rede davon sein, dass das Verfahren bis und mit erstinstanzliche Urteilseröffnung 

überlange gedauert bzw. gegen das Beschleunigungsgebot verstossen hätte. Da 

der Beschuldigte erst spät identifiziert werden konnte, wurde die Untersuchung ge-

gen  ihn  erst  am  3. Mai  2021  (Urk. 1/2)  eröffnet.  Die  Anklageschrift  datiert  vom 

8. März  2022  (Urk. 26)  und  bereits  ab  dem  16. Mai  2022  wurde  die  mehrtägige, 

erstinstanzliche  Hauptverhandlung  durchgeführt  mit  Urteilseröffnung  am  8. Juli 

2022 (Prot. I S. 323; vgl. auch Urk. 101 S. 7 f.). Allerdings benötigte die Vorinstanz 

danach rund achteinhalb Monate für die Erstellung der schriftlichen Begründung. 

Dies erscheint angesichts des Aktenumfangs (fünf Bundesordner sowie ein Akten-

thek) selbst mit Blick darauf, dass das Verfahren in einen gesamten Verfahrens-

komplex, umfassend sieben getrennte Verfahren, eingebunden war, und das Urteil 

schliesslich 116 Seiten umfasste, als doch eher lang. Diesem Aspekt ist deshalb 

durch eine Strafreduktion von zwei Monaten Rechnung zu tragen. 

Mithin ist die Strafe auf zwölf Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. Eine Geldstrafe 

und damit die Ausfällung einer Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 30. September 

2019  fällt  damit  mangels  Gleichartigkeit  der  Strafen  von  vornherein  ausser  Be-

tracht.

5.4. Der Strafrahmen für den Besitz verbotener Pornografie zum Eigenkonsum 

geht von Geldstrafe bis zu Freiheitsstrafe von maximal einem Jahr (vgl. Art. 197 

Abs. 5  Satz 1  aStGB).  Der  Beschuldigte  besass  eventualvorsätzlich  eine  einzige 

zoophile Videodatei, zeigend wie ein Hund eine Frau von hinten penetriert. Diese 

war  ihm  unverlangt  zugesandt  worden  und  er  hatte  sie  während  knapp  neun 

Monaten  innerhalb  seiner  WhatsApp-Applikation  auf  seinem  Mobiltelefon.  Auch 

wenn der Besitz damit längere Zeit andauert, kann doch von einem – insbesondere 

subjektiv – sehr leichten Verschulden gesprochen werden, womit eine Geldstrafe 

von  25  Strafeinheiten  den  Tatkomponenten  angemessen  erscheint.  Dass  er  den 

- 38 -

Besitz  auch  noch  kurze  Zeit  nach  Erlass  der  (nicht  einschlägigen)  Vorstrafe  und 

damit  auch  während  der  dort  gewährten  Probezeit  aufrecht  erhielt,  erscheint  in 

gewissem Masse zufällig und rechtfertigt keine Straferhöhung. Es sind mit Blick auf 

die Täterkomponenten allerdings auch keine strafmindernden Faktoren ersichtlich, 

hingegen ist auch hier die lange Verfahrensdauer leicht strafmindernd zu berück-

sichtigen.

Das Delikt steht in keinem Zusammenhang mit den fahrlässigen sexuellen Hand-

lungen zulasten der Privatklägerin und bedingt auch von seiner Schwere her keine 

Freiheitsstrafe.  Entsprechend  ist  der  Beschuldigte  mit  einer  Geldstrafe  von 

20 Tagessätzen zu bestrafen. 

Das Bezirksgericht hat die Tagessatzhöhe basierend auf den früheren finanziellen 

Verhältnissen  des  Beschuldigten  (Einkommen  Fr. 4'600.–/Monat  zzgl.  Grati-

fikation),  welcher  über  eine  abgeschlossene  Lehre  als  Betriebsinformatiker  EFZ 

verfügt, auf Fr. 50.– festgelegt (Urk. 101 S. 94 f.). Gemäss aktuellen Informationen 

erzielt der Beschuldigte heute ein um rund Fr. 1'000.– höheres Nettoeinkommen 

(Urk. 108/3 und Urk. 120 S. 2). Damit rechtfertigt es sich, den Tagessatz neu auf 

Fr. 80.– festzulegen (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO; BGE 144 IV 198 E. 5.3-4). 

5.5.

Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von zwölf 

Monaten sowie einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 80.– zu bestrafen. 

Daran anzurechnen sind 378 Tage Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft, 

die der Beschuldigte vom 6. Mai 2021 bis 18. Mai 2022 (vgl. Urk. 18/2 und Urk. 78) 

erstanden hat (Art. 51 StGB). 

5.6. Da eine schlechte Legalprognose beim Beschuldigten weder in Anwendung 

von Art. 42 Abs. 2 StGB zu vermuten noch aufgrund der Aktenlage zu erstellen ist, 

kann ihm unter Verweis auf Art. 42 Abs. 1 StGB, welcher von der Vermutung einer 

guten Prognose ausgeht, der bedingte Vollzug gewährt werden. Die Probezeit ist 

auf zwei Jahre anzusetzen, da es sich beim im Strafregister bereits eingetragenen 

Strafbefehl nicht um eine Vorstrafe im eigentlichen Sinne handelt, womit nicht da-

von auszugehen ist, der Beschuldigten habe trotz Vorwarnung erneut delinquiert, 

welchen Bedenken durch eine verlängerte Probezeit Rechnung zu tragen wäre. 

- 39 -

6.

Landesverweisung

6.1. Nachdem  sich  der  Beschuldigte  keiner  Katalogtat  im  Sinne  von  Art. 66a 

Abs. 1  StGB  schuldig  gemacht  hat  (vgl.  Art. 66a  Abs. 1  lit. h  StGB,  welcher  ein-

schränkend auf sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und 

auf Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB verweist, welche Qualifikatio-

nen  der  Beschuldigte  vorliegend  beide  nicht  erfüllt),  scheidet  eine  obligatorische 

Landesverweisung von vornherein aus. 

6.2. Auch wenn das vom Beschuldigten erfüllte Delikt als Vergehen qualifiziert 

und somit Grundlage für eine fakultative Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis 

StGB  sein  kann,  scheint  solches  vorliegend  weder  verhältnismässig  noch  zum 

Schutz der öffentlichen Ordnung und Sicherheit notwendig. Auch dass er sich kurz 

danach noch einer groben Verkehrsregelverletzung schuldig gemacht hat, lässt ihn 

weder  als  unbelehrbaren  Wiederholungstäter  noch  als  Gefahr  für  die  öffentliche 

Sicherheit  erscheinen,  nachdem  weder  davor  noch  seither  wieder  irgendwelche 

Vorfälle zu beklagen sind. Kommt hinzu, dass davon auszugehen ist, dass das vor-

liegende Strafverfahren und insbesondere die äusserst lange Untersuchungs- und 

Sicherheitshaft derart abschreckend wirken, dass sich der Beschuldigte inskünftig 

jedenfalls an die Gesetze halten wird. 

6.3. Damit ist von einer Landesverweisung des Beschuldigten unter jedem Titel 

abzusehen. 

7.

Tätigkeits-, Kontakt- und Rayonverbot

7.1. Was das beantragte Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 StGB angeht, so findet 

dieses in Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB seine Grundlage, nachdem aus der konkreten 

Strafhöhe erhellt, dass jedenfalls nicht von einem leichten Fall im Sinne von Art. 67 

Abs. 4bis StGB ausgegangen werden kann, auch wenn dem Beschuldigten keine 

pädophile Motivation anzulasten ist (vgl. zur Definition des leichten Falles BGE 149 

IV 161 E. 2.5 sowie Urteil 7B_479/2023 vom 21. November 2023 E. 2.2-3). 

- 40 -

Entsprechend  ist  dem  Beschuldigten  in  Anwendung  von  Art. 67  Abs. 3  StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die 

einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu verbieten. 

7.2. Weiter ordnete die Vorinstanz auf Antrag der Privatklägerin ein auf Art. 67b 

StGB fussendes Kontakt- und Rayonverbot an, womit sie dem Beschuldigten für 

die Dauer von fünf Jahren verbot, sich der Privatklägerin anzunähern oder mit ihr 

direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen. Sie führte dazu aus, es sei 

insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich die Privatklägerin be-

reits mehrfach mit Kontaktaufnahmen und Beeinflussungsversuchen von aussen-

stehenden Personen konfrontiert gesehen habe. So habe sie sowohl im Untersu-

chungsverfahren  als  auch  anlässlich  der  Hauptverhandlung  ausgeführt,  dass  sie 

mehrfach und von verschiedenen Personen angesprochen worden sei, weshalb sie 

gewisse Personen in das vorliegende Verfahren miteinbeziehe und Vorwürfe gegen 

diese erhebe. Zudem sei sie auch schon mehrfach bedrängt worden, keine Aus-

sagen zu tätigen bzw. eine Person habe ihr sogar Geld angeboten, um anlässlich 

der  gerichtlichen  Hauptverhandlung  die  Vorwürfe  zurückzunehmen.  Allgemein 

hätten verschiedene Personen versucht, ihr ein schlechtes Gewissen einzureden 

(Urk. 101 S. 101 f.). 

7.3. Die Verteidigung beantragte vor Vorinstanz die Abweisung des beantragten 

Kontaktverbots,  da  bei  einem  –  beantragten  –  Freispruch  hierfür  keine  Rechts-

grundlage  bestehe.  Gleichzeitig  führte  die  Verteidigung  aber  auch  aus,  dass  der 

Beschuldigte den Kontakt zur Privatklägerin nicht suchen, sondern sich freiwillig an 

ein Kontaktverbot halten werde (Prot. I S. 239). Im Berufungsverfahren führte die 

Verteidigung ebenfalls aus, dass es an einer gesetzlichen Grundlage für ein Kon-

takt- und Rayonsverbot gemäss Art. 67b StGB fehle (Urk. 121 S. 23). 

7.4. Die  von  der  Privatklägerin  erwähnten  Kontaktaufnahmen  und  Beeinflus-

sungsversuche Dritter (vgl. Urk. 81 S. 22 f. sowie Prot. I S. 85 f. und 92 f., vgl. auch 

Urk. 6/18  S. 6  und  18)  haben  gemeinsam,  dass  sie  dem  Umfeld  der 

C._____D._____E._____ [Familiennamen] zuzuordnen sind. Ein Bezug zum Be-

schuldigten ist dagegen nicht ersichtlich. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab 

die Privatklägerin zudem an, dass es seit der erstinstanzlichen Verhandlung zu kei-

- 41 -

nen Kontaktversuchen mehr gekommen sei (Urk. 119 S. 7 f.). Entsprechend kön-

nen die bisherigen Ereignisse keine Grundlage für ein straf- (oder zivilrechtliches) 

Kontakt- und Rayonverbot ihm gegenüber bieten. Hinzu kommt, dass weder durch 

den Beschuldigten ausgeübte Gewalt, noch Drohungen oder Nachstellungen zu-

lasten der Privatklägerin im vorliegenden Verfahren je Thema gewesen sind, was 

aber Voraussetzung für ein zivilrechtliches Kontaktverbot wäre (vgl. Art. 28b ZGB) 

und auch nicht einsichtig ist oder substantiiert geltend gemacht wurde, welche Ver-

brechen oder Vergehen des Beschuldigten nach Abschluss des vorliegenden Ver-

fahrens  zum  Nachteil  der  Privatklägerin  zu  befürchten  wären,  wie  dies  Art. 67b 

StGB voraussetzt (vgl. hierzu BSK StGB-Hagenstein, 2019, Art. 67b N 28 f.). 

Damit ist von einem Kontakt- und Rayonverbot abzusehen. 

8. Weitere Massnahmen

8.1. Was die mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (Urk. 14/5) beschlagnahmten Ge-

genstände angeht, so ist das Mobiltelefon des Beschuldigten (iPhone 11 mit SIM-

Karte, Rufnummer …; Asservate-Nr. A014'991'389) ohne Weiteres freizugeben, da 

darauf das anklagegegenständliche Video gerade nicht aufgefunden wurden und 

die im Ergebnisbericht erwähnten Dateien nicht zugreifbar sind, da sie sich lediglich 

in einem Cache-Verzeichnis befinden (Urk. 15/4 S. 2 f.). 

Hinsichtlich der ebenfalls beschlagnahmten externen Festplatte (WD My Passport 

Ultra; Asservate-Nr. A014'991'425), welche das iPhone Backup vom 21. November 

2019, beinhaltend den WhatsApp-Chat mit dem zoophilen Video, enthält, das von 

Gesetzes wegen einzuziehen ist (vgl. Art. 197 Abs. 6 StGB), scheint es aus Grün-

den  der  Verhältnismässigkeit  gerechtfertigt,  diese  dem  Beschuldigten  herauszu-

geben, sofern vorab das besagte Backup auf Kosten des Beschuldigten unwieder-

bringlich gelöscht wurde. Die Kantonspolizei Zürich, als Lagerbehörde, ist entspre-

chend anzuweisen.

8.2. Da  der  Beschuldigte  zu  einer  bedingten  Freiheitsstrafe  zu  verurteilen  ist, 

richtet  sich  die  Löschung  seines  DNA-Profils  nach  Art. 16  Abs. 2  lit. a  des  DNA-

- 42 -

Profil-Gesetzes (SR 363; Löschung nach 10 Jahren; Art. 259 StPO). Sein (schon 

vor Vorinstanz gestellter) Antrag um sofortige Löschung ist damit abzuweisen.

9.

Zivilansprüche

9.1. Die Privatklägerin stellte vor Vorinstanz Antrag auf Feststellung der Scha-

denersatzpflicht  des  Beschuldigten  dem  Grundsatze  nach  sowie  Vormerknahme 

eines  Nachklagevorbehalts.  Weiter  sei  der  Beschuldigte  in  solidarischer  Haftung 

mit D._____ und E._____ zur Leistung einer Genugtuung von Fr. 30'000.–, mit ei-

nem internen Anteil des Beschuldigten von Fr. 12'000.–, zu verurteilen, zuzüglich 

5 % Zins seit 10. April 2019 (Urk. 81 S. 1 f. in Verbindung mit Urk. 66).

Betreffend Schadenersatzforderung dem Grundsatz nach verwies sie zur Begrün-

dung darauf, dass die genaue Höhe des Schadens noch nicht feststehe, da sie erst 

am  Anfang  der  traumatherapeutischen  Aufarbeitung  stehe  (Urk. 66  S. 8  sowie 

Urk. 81 S. 22). 

Was  die  Höhe  der  geforderten  Genugtuung  angeht,  so  bezog  sich  die  Rechts-

beiständin  der  Privatklägerin  in  ihren  vorinstanzlichen  Ausführungen  primär  auf 

gewaltsam ausgeübten sexuellen Missbrauch bei Mehrfachtäterschaft, wobei ihren 

Ausführungen für alle drei erwachsenen Täter Geltung zukam. Gleichzeitig stellte 

sie unter Verweis auf die dazu eingereichten medizinischen Berichte aber auch die 

subjektiven Auswirkungen auf die Privatklägerin dar. Die sexuellen Handlungen mit 

verschiedenen  Kollegen  von  C._____  hätten  an  ihrem  Wohnort  und  in  ganz 

F._____  die  Runde  gemacht.  Fotos  davon  kursierten  immer  noch.  Die  Privat-

klägerin sei aufgrund der fast unermesslich schwierigen Situation nicht in der Lage 

gewesen,  die  Schule  ordentlich  abzuschliessen.  Wenn  auch  nicht  zu  verkennen 

sei,  dass  der  grösste  Anteil  der  Verursachung  des  Leidens  bei  C._____  liege, 

hätten doch die Taten der erheblich älteren Täter für die Privatklägerin etwas ganz 

besonders Abscheuliches und sie sei dadurch massiv belastet, wie die Befragung 

gezeigt habe. Sollte die Taten "lediglich" als sexuelle Handlungen mit einem Kind 

gewürdigt werden, dürften die Genugtuungen nicht wesentlich tiefer liegen als bei 

Vergewaltigung/sexueller  Nötigung,  da  aus  genugtuungsrechtlicher  Sicht  die 

immaterielle Unbill beim Opfer nicht tiefer liege und sich die Tatschwere und die 

- 43 -

dadurch entstehende Belastung nicht in erster Linie an der rechtlichen Qualifikation 

der Taten bemesse. Gemäss Hütte/Landolt belaufe sich diesfalls die Durchschnitts-

Basisgenugtuung selbst ohne orale oder vaginale Penetration auf Fr. 5'000.– bis 

Fr. 10'000.– (Urk. 81 S. 15 ff., S. 19 in Verbindung mit Urk. 66 S. 4 ff.).

9.2. Der Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren die Abweisung der Zivil-

forderungen bzw. deren Verweisung auf den Zivilweg (Urk. 104 S. 2). Dazu führte 

er aus, dass ein Freispruch beantragt werde. Die Zivilforderungen seien zudem im 

Grundsatz als auch im Quantitativ bestritten. Im Falle eines Schuldspruchs nach 

Art.  193  aStGB  dürfte  die  Genugtuung  nicht  höher  als  Fr.  5'000.–  betragen 

(Urk. 121 S. 24, Urk. 125 S. 7).

9.3. Dem  Abschlussbericht  der  Psychiatrischen  Dienste  des  Spitals  Thurgau 

vom  15. April  2020  über  die  vom  1. Oktober  2019  bis  30. Januar  2020  durch-

geführte, schon vor der Heimeinweisung der Privatklägerin begonnene Multisyste-

mische  Therapie  (MST)  ist  zu  entnehmen,  dass  bei  der  stark  traumatisierten 

Privatklägerin der Verdacht auf eine Posttraumatische Belastungsstörung vorliege, 

weshalb  eine  weiterführende  diagnostische  Abklärung  sowie  eine  enge  trauma-

therapeutische Begleitung zwingend notwendig erscheine (Urk. 74/3).

Gemäss dem Therapiebericht der in der Folge beigezogenen Psychotherapeutin 

vom 8. Mai 2022 zeige die Privatklägerin deutliche Zeichen einer komplexen post-

traumatischen Belastungsreaktion (ICD-11 6B41). Sie zeige eine tiefe Traurigkeit. 

Ausserdem fielen im Kontakt mit ihr dissoziative Symptome auf. Zudem schildere 

sie eindrücklich Gefühle tiefer Hilflosigkeit und Ohnmacht. Sie befinde sich trauma-

bedingt in einer ständigen Übererregung (zu hoher Stress im Körper/Gehirn), was 

ihre Belastbarkeit einschränke und sich u.a. in erhöhter Schreckhaftigkeit, Konzen-

trationsstörungen und Schlafstörungen zeige. Ausserdem werde sie von stetigen 

"Flashbacks" in Form von Affekten, Albträumen, Bildern und Körperempfindungen 

belastet. Die Privatklägerin sei durch die über viele Monate andauernden und zahl-

reichen traumatischen Ereignisse schwer belastet. In der Traumatherapie konzen-

triere  man  sich  deshalb  vorerst  auf  Krisenintervention,  psychische  Stabilisierung 

und die Festigung ihres Alltags. Die eigentliche Verarbeitung in Form einer Kon-

frontation  mit  den  traumatischen  Erlebnissen  werde  in  absehbarer  Zeit  nicht 

- 44 -

möglich bzw. nicht angebracht sein (Urk. 67/1). Anlässlich der Berufungsverhand-

lung  führte  die  Privatklägerin  aktualisierend  aus,  dass  sie  die  Therapie  mangels 

Finanzierbarkeit beendet habe (Urk. 119 S. 4 und S. 15). 

9.4. Mit der Vorinstanz, auf deren Ausführungen – um Wiederholungen zu ver-

meiden  –  verwiesen  wird,  sind  die  Voraussetzungen  für  die  Feststellung  einer 

grundsätzlichen  Schadenersatzpflicht  betreffend  aus  den  vorliegenden  sexuellen 

Handlungen resultierende finanzielle Schäden erfüllt (Urk. 101 S. 105 f.), weshalb 

dieser Antrag gutzuheissen ist. Die Festsetzung der genauen Schadenshöhe wird 

dabei  den  zuständigen  Zivilgerichten  vorbehalten  sein,  soweit  sich  die  Parteien 

nicht aussergerichtlich einigen können. Einer Vormerknahme eines Nachklagevor-

behalts bedarf es dafür, wie bereits von der Vorinstanz erwogen, nicht.

9.5. Betreffend die geforderte Genugtuungsleistung ist vorab darauf zu verwei-

sen, dass bereits aus prozessualen Gründen heute keine solidarische Haftbarkeit 

des Beschuldigten festgelegt werden kann, nachdem eine solche bereits von der 

Vorinstanz – einerseits infolge Beurteilung in getrennten Verfahren, anderseits we-

gen fehlender Mittäterschaft – verworfen wurde (Urk. 101 S. 106 f.). Zu beurteilen 

ist somit heute einzig die (finanzielle) Verantwortlichkeit des Beschuldigten. 

Diesbezüglich  kann  ihm  nicht  angelastet  werden,  bewusst  eine  psychische 

Zwangssituation  der  Privatklägerin  verursacht  oder  zumindest  zu  seinem  Vorteil 

ausgenutzt zu haben. Dass er aber durch den Geschlechts- und Oralverkehr mit 

der doch recht deutlich noch im Schutzalter stehenden Privatklägerin schuldhaft in 

deren sexuelle Integrität und Entwicklung eingegriffen hat, steht gleichwohl ausser 

Frage. Auch wenn die von ihr belegten psychischen Probleme (komplexe posttrau-

matische Belastungsstörung, kPTBS) im Wesentlichen durch die nötigenden Über-

griffe von C._____ und weiteren Mittätern verursacht worden sein dürften (gemäss 

den vorliegenden Einvernahmen von C._____ gab es noch zahlreiche sexuelle Nö-

tigungsdelikte zum Nachteil der Privatklägerin), ist doch davon auszugehen, dass 

auch der Geschlechtsverkehr mit dem erwachsenen Beschuldigten, zumal kurzzei-

tig im Sinne eines eigentlichen "Gangbangs" zu dritt, die Psyche der Privatklägerin 

tangiert und ihr seelisches Leiden vergrössert hat. Kommt hinzu, dass sie hier mit 

einem deutlich älteren, ihr vorab völlig unbekannten Mann, der nicht ansatzweise 

- 45 -

ihrem Kollegenkreis angehörte, Geschlechts- und auch Oralverkehr hatte, obwohl 

sie dies innerlich ablehnte. Wie prägend und schwer zu verarbeiten die Ereignisse 

vom 10. April 2019 für die Privatklägerin waren, zeigt sich einerseits darin, dass sie 

diese gar dazu bewegen konnten, (endlich) eine Anzeige gegen C._____ zu erstat-

ten und wahrheitsgetreue Aussagen zu machen (Urk. 6/3 S. 22). Anderseits zeugt 

auch ihre tiefgreifende emotionale Reaktion anlässlich der entsprechenden Befra-

gungen (Urk. 6/3 S. 21 in Verbindung mit Urk. 6/4 S. 1; Prot. I S. 172), wie sehr die 

Ereignisse sie noch Jahre danach belasten. Damit sind die Voraussetzungen einer 

durch die Taten des Beschuldigten verursachten schweren Persönlichkeitsverlet-

zung sowie immaterieller Unbill erfüllt (vgl. dazu Landolt, Genugtuungsrecht, 2. Auf-

lage 2021, S. 203). Unter Verweis auf die obzitierten Ausführungen der Rechtsbei-

ständin der Privatklägerin scheint hier eine Basisgenugtuung am unteren Rand der 

genannten Bandbreite, konkret von Fr. 5'000.–, den Tatumständen angemessen, 

welche aufgrund des zusätzlichen Oralverkehrs auf Fr. 7'500.– zu erhöhen ist (dies 

hält auch einem Quervergleich mit anderen Urteilen stand, vgl. Landolt, Genugtu-

ungsrecht, Datenbank, Urteile Nr. 517, 1224, 1331, 1380, 2281 und 2346). So dau-

erte der eigentliche Geschlechtsverkehr bloss wenige Minuten, erfolgte geschützt 

und gewaltfrei. Auch war die Privatklägerin kein vorpubertäres, sexuell unerfahre-

nes Kind, sondern ein diesbezüglich durchaus erfahrener Teenager. Jedoch reihten 

sich  die  sexuellen  Handlungen  des  Beschuldigen  zwischen  und  kurzzeitig  sogar 

gleichzeitig mit denjenigen von D._____ ein, womit insgesamt von einem länger-

dauernden Martyrium zu sprechen ist. Wie den vorliegenden Unterlagen zu entneh-

men ist, benötigte die Privatklägerin jahrelang eine Therapie, um die Übergriffe in 

ihrer Gesamtheit verarbeiten zu können. Die dem Beschuldigten auferlegte Genug-

tuungsleistung vermag denn auch nur einen Bruchteil der gesamten immateriellen 

Unbill zu entschädigen, wie es seinem bei Gesamtbetrachtung bloss beschränkten 

Tatbeitrag angemessen ist. Die Genugtuungsleistung ist antragsgemäss zu verzin-

sen. 

Im  diese  Summe  übersteigenden  Umfang  ist  die  Genugtuungsforderung  abzu-

weisen.

- 46 -

10. Kosten- und Entschädigungsfolgen

10.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung sind der beschuldigten Person, 

die bei mehreren angeklagten Straftaten nur teilweise schuldig gesprochen, im Üb-

rigen aber freigesprochen wird, die Verfahrenskosten grundsätzlich anteilsmässig 

aufzuerlegen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien nach Massgabe ihres Ob-

siegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 426 StPO bzw. Art. 428 Abs. 1 StPO). 

10.2. Die Kostenfestsetzung für das Vorverfahren und das Gerichtsverfahren vor 

erster  Instanz  gemäss  Dispositivziffer  11  des  Urteils  vom  7. Juli  2022  (Urk. 101 

S. 113) wurde keinerseits beanstandet und ist entsprechend zu bestätigen. 

Aufgrund der Freisprüche sind die Kosten – exklusive diejenigen der amtlichen Ver-

teidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin – jedoch neu bloss 

zur Hälfte dem Beschuldigten aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ver-

tretung der Privatklägerin sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter 

Vorbehalt der Rückforderung der Hälfte dieser Kosten beim Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs.4 StPO, teilweise in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO. 

Sodann  sind  dem  Beschuldigten  auch  die  hälftigen  Kosten  der  bis  4. April  2022 

(vgl. Urk. 58) bestehenden erbetenen Verteidigung in Höhe von Fr. 12'500.– (vgl. 

Urk. 83 S. 24 mit dem Hinweis, dass der geltend gemachte Aufwand von 80 Stun-

den  im  Quervergleich  mit  den  Honorarnoten  der  Mitbeschuldigten  E._____  und 

D._____ als angemessen erscheint) zu entschädigen. Gleich ist zu verfahren hin-

sichtlich der durch die beiden Beschwerdeverfahren (Urk. 34 und 61) generierten 

Kosten (gemäss Urk. 89 belief sich der Aufwand für beide Beschwerden auf insge-

samt 18.8 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 300.–/ Stunde, zzgl. Mehrwertsteuer, 

total rund Fr. 6'000.–). 

Mithin ist der Beschuldigte – unter Vorbehalt des staatlichen Verrechnungsrechts – 

für  erbetene  anwaltliche  Verteidigung  im  Vorverfahren,  vor  erster  Instanz  und  in 

- 47 -

den Beschwerdeverfahren Geschäfts-Nrn. UB220042 und UB220062 mit einer auf 

die Hälfte reduzierten Parteientschädigung von Fr. 15'500.– (inkl. MwSt.) zu ent-

schädigen. 

10.3. Für das Berufungsverfahren ist eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'600.– zu er-

heben (§ 14 Abs. 1 lit. b GebV OG in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG).

Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Berufung mehrheitlich, indem er von gewichti-

gen Vorwürfen neu freizusprechen und auch die Strafe deutlich zu reduzieren ist. 

Demgegenüber unterliegt die Staatsanwaltschaft mit ihrer Anschlussberufung, da 

auch heute keine Landesverweisung auszusprechen ist. Vor diesem Hintergrund 

sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens – ausgenommen die 

Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  und  der  unentgeltlichen  Verbeiständung  der 

Privatklägerin – lediglich zu einem Viertel aufzuerlegen und zu drei Vierteln auf die 

Gerichtskasse zu nehmen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche ausgehend von der eingereichten 

Honorarnote auf Fr. 17'961.10 festzusetzen sind (Urk. 126; § 23 in Verbindung mit 

§ 17 f. AnwGebV), und die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privat-

klägerin  von  Fr. 5'571.65  (vgl.  die  entsprechende  Honorarnote,  Urk. 127;  § 23  in 

Verbindung mit § 17 f. AnwGebV), sind sodann einstweilen auf die Gerichtskasse 

zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückforderung von einem Viertel der Kosten beim 

Beschuldigten (Art. 135 Abs. 4 StPO, teilweise in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 

StPO). 

10.4. Der  Beschuldigte  forderte  Schadenersatz  und  Genugtuung  für  unrecht-

mässig erlittene Haft (Urk. 83 S. 24 f. und Urk. 121 S. 23). 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie unter 

anderem Anspruch auf (a) Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr 

aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind und (b) auf 

Genugtuung  für  besonders  schwere  Verletzung  ihrer  persönlichen  Verhältnisse, 

insbesondere bei Freiheitsentzug (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. b und c StPO). Im Fall 

überlanger Haft besteht der Anspruch, wenn die zulässige Haftdauer überschritten 

- 48 -

wurde und der übermässige Freiheitsentzug nicht an die wegen anderer Straftaten 

ausgesprochenen  Sanktionen  angerechnet  werden  kann  (Art. 431  Abs. 2  StPO). 

Von überlanger Haft wird dann gesprochen, wenn nur die Haftlänge, nicht aber die 

Haft  per  se  ungerechtfertigt  war  (BSK  StPO/JStPO-Wehrenberg/Frank,  2023, 

Art. 431 N 3). Bei der Überhaft nach Art. 431 Abs. 2 StPO war die Haft vor dem 

Urteil durchaus rechtmässig, d.h. sie wurde unter Einhaltung der formellen und ma-

teriellen  Voraussetzungen  angeordnet.  Die  Haftdauer  wird  erst  im  Nachhinein, 

nach Fällung des Urteils übermässig, womit es sich um eine ungerechtfertigte, aber 

gerade nicht rechtswidrige Haft handelt (Urteil 6B_632/2017 vom 22. Februar 2018 

E. 1.5 m. H.; BSK StPO-Wehrenberg/Frank, 2023, Art. 431 N 21). 

Vorliegend war der Beschuldigte während 378 Tagen in Haft (vgl. Ziff. 5.5 hiervor). 

365 Tage davon sind auf die heute auszufällende Freiheitsstrafe von zwölf Monaten 

anzurechnen. Sodann entspricht ein Tag Haft gemäss Art. 51 StGB einem Tages-

satz Geldstrafe, womit die restliche Haftdauer von 13 Tagen vollumfänglich auf die 

Geldstrafe  anzurechnen  ist  (Jositsch/Schmid,  StPO  Praxiskommentar,  4.  Aufl., 

Art. 431 N 6). Mithin resultiert vorliegend keine entschädigungspflichtige Überhaft, 

weshalb die diesbezüglichen Forderungen des Beschuldigten abzuweisen sein. Für 

den  geltend  gemachten  Erwerbsausfall  besteht  ebenfalls  keine  Entschädigungs-

grundlage, da die Haft gerechtfertigt war. 

- 49 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

2.

3.

der fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 
Art. 187 Ziff. 4 aStGB in Verbindung mit Art. 200 aStGB 

sowie



der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 aStGB. 

Von den weiteren Vorwürfen wird der Beschuldigte freigesprochen.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit 

einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 80.–. Die Freiheitsstrafe ist 

durch Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft vollständig erstanden. 

Die Geldstrafe gilt im Umfang von 13 Tagessätzen als durch Haft (insgesamt 

378 Tage) geleistet. 

4.

Der Vollzug der Freiheits- und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

5.

Von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a bzw. 66abis StGB wird 

abgesehen.

6.

Dem Beschuldigten wird lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjähri-

gen umfasst, verboten.

7.

Von der Anordnung eines Kontakt- und Rayonverbotes gegenüber der 

Privatklägerin wird abgesehen. 

8.

Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Mai 

2021 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, 

lagernde Mobiltelefon I-Phone 11 samt SIM-Karte (Asservate-Nr. A014'991' 

389) wird dem Beschuldigten oder einer von ihm bevollmächtigten Person 

nach Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Urteils und auf erstes Verlangen 

herausgegeben.

- 50 -

Wird innert 3 Monaten ab Vollstreckbarkeit kein entsprechendes Begehren 

gestellt, wird der Gegenstand der Lagerbehörde zur Vernichtung bzw. gut-

scheinenden Verwendung überlassen.

9.

Betreffend die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 25. Mai 2021 beschlagnahmte externe Festplatte WD My Passport Ul-

tra (Asservate-Nr. A014'991'425) wird die Kantonspolizei Zürich als Lagerbe-

hörde angewiesen, nach Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Urteils auf Ver-

langen des Beschuldigten das sich darauf befindliche Sicherungsbackup 

iPhone "Backup Januar 2020" vom 21. November 2019 unwiderruflich zu lö-

schen und sodann die Festplatte dem Beschuldigten oder einer von ihm be-

vollmächtigten Person herauszugeben.

Wird innert 3 Monaten ab Vollstreckbarkeit kein entsprechendes Begehren 

gestellt, wird die Festplatte der Lagerbehörde zur Vernichtung bzw. gut-

scheinenden Verwendung überlassen. 

10. Der Antrag auf umgehende Löschung bzw. Vernichtung des DNA-Profils und 

des erkennungsdienstlichen Datenmaterials wird abgewiesen.

11. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

den sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Dispositivziffer 1 dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von 

Fr. 7'500.– zuzüglich 5 % Zins seit 10. April 2019 zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

13. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung gemäss Ziffer 11 des Urteils des Be-

zirksgerichts Winterthur vom 7. Juli 2022 wird bestätigt.

14. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens 

– ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

- 51 -

chen Vertretung der Privatklägerin – werden dem Beschuldigten zur Hälfte 

auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 

werden zur Hälfte definitiv und zur Hälfte einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen, unter Vorbehalt einer Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im 

Umfang der Hälfte gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO, teilweise in Verbindung mit 

Art. 138 Abs. 1 StPO.

15. Dem Beschuldigten wird eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung 

von Fr. 15'500.– für anwaltliche Verteidigung im Vorverfahren, vor erster In-

stanz und in den Beschwerdeverfahren Geschäfts-Nrn. UB220042 und 

UB220062 aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

16. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

17'961.10   amtliche Verteidigung

5'571.65   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin.

17. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, 

werden dem Beschuldigten zu einem Viertel auferlegt und zu drei Vierteln 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden zu drei Vierteln 

definitiv und zu einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, 

unter Vorbehalt einer Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Umfang 

eines Viertels gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO, teilweise in Verbindung mit 

Art. 138 Abs. 1 StPO.

18. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen des Beschuldigten 

werden abgewiesen. 

- 52 -

19. Mündliche Eröffnung (am 29. Januar 2025) und schriftliche Mitteilung im 

Dispositiv an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-
klägerin (übergeben) 

Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, Guisanplatz 1A, 3003 
Bern (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-
klägerin

Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, Guisanplatz 1A, 3003 
Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an



















die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG) betreffend Dispositivziffer 2

die Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, Güterstrasse 33, 
Postfach, 8010 Zürich, gemäss Dispositivziffern 8 und 9.

die lll. Strafkammer des Obergerichts betr.  Dispositivziffer 15

Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ betr. Dispositivziffern 8 und 9

- 53 -

20. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 18. Dezember 2024

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Volken

MLaw T. Künzle

- 54 -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie 

vorerst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.