# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23a12a78-9eda-57a4-bc50-b7bff08f4673
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-22
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.02.2023 III 2022 174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2022-174_2023-02-22.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2022 174

Entscheid vom 22. Februar 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Monica Huber-Landolt, Richterin
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

1. Amt für Migration, Steistegstrasse 13, Postfach 454, 
6431 Schwyz, 

2. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, 
Postfach 1260, 6431 Schwyz,
Vorinstanzen,

Gegenstand Ausländerrecht (Androhung des Widerrufs der Niederlassungs-
bewilligung EU/EFTA und Wegweisung)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1979, Staatsbürger von Italien) heiratete am 27. Novem-
ber 1999 in C.________ die Italienerin D.________ und er reiste am 8. März 
2000 in die Schweiz ein. Diese Ehe, welcher ein gemeinsames Kind entsprungen 
war (E.________, Jg. 2001), wurde mit Urteil des Kantonsgerichts F.________ 
vom 13. September 2006 geschieden (nicht 30.11.2006, vgl. angefochtener RRB 
Sachverhalt lit. A) (AFM-act. 15 [Paginierung nicht übereinstimmend mit Akten-
verzeichnis]). Am 24. März 2006 stellte A.________ das Gesuch um Umwand-
lung seiner Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B) in eine Niederlassungsbewilli-
gung (Ausweis C), woraufhin ihm die Niederlassungsbewilligung EG/EFTA (heute 
EU/EFTA) mit Gültigkeit ab 5. Mai 2006 ausgestellt worden war (AFM-act. 13 f.; 
aktuelle Kontrollfrist bis 5.5.2026 [AFM-act. 102]). Am 8. August 2018 heiratete 
A.________ in Freienbach die Italienerin G.________; der Beziehung mit 
G.________ war bereits zuvor die gemeinsame Tochter H.________ entsprun-
gen (Jg. 2012) (AFM-act. 33 ff.). 

B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen vom 6. De-
zember 2018 wurde A.________ wegen der Verletzung von Verkehrsregeln mit 
einer Busse von Fr. 400.-- bestraft (AFM-act. 43). 

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Bezirks March vom 25. November 
2019 wurde er ebenfalls wegen der Verletzung von Verkehrsregeln mit einer 
Busse von Fr. 400.-- bestraft (AFM-act. 89). 

Mit Urteil vom 28. Mai 2020 sprach das Strafgericht Schwyz A.________ der 
schweren Körperverletzung schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe 
von 13 Monaten, wobei der Vollzug bei einer Probezeit von 2 Jahren aufgescho-
ben wurde; von einer obligatorischen Landesverweisung sah das Strafgericht 
Schwyz ab (vgl. AFM-act. 132 f., Disp.-Ziff. 1-4 insbesondere). Die gegen dieses 
Urteil erhobene Berufung des Beschwerdeführers - die Staatsanwaltschaft ver-
zichtete auf eine Anschlussberufung - hiess das Kantonsgericht Schwyz mit Ur-
teil vom 18. Mai 2021 betreffend einen Beschlagnahmegegenstand gut; im Übri-
gen wurde die Berufung abgewiesen und das angefochtene Urteil bestätigt 
(AFM-act. 106, 130 f.). 

C. Nach Einräumung des rechtlichen Gehörs mit Schreiben vom 28. April 
2022 (AFM-act. 136) verfügte das AFM am 28. Juli 2022 (AFM-act. 152):

1. A.________ wird im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AIG verwarnt und es werden ihm 
der Widerruf der Niederlassungsbewilligung EU/EFTA (Ausweis C) und die 
Wegweisung aus der Schweiz unmissverständlich angedroht.

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2. Von A.________ wird erwartet, dass er sich künftig an die schweizerische 
Rechtsordnung hält.

3.-5. (Kosten; Rechtsmittelbelehrung; Zustellung).

D. Gegen diese Verfügung liess A.________ mit Eingabe vom 23. August 
2022 beim Regierungsrat des Kantons Schwyz Beschwerde erheben mit dem 
Antrag, die angefochtene Verfügung vom 28. Juli 2022 sei ersatzlos aufzuheben 
(Vi-act. I-01).

E. Mit Beschluss (RRB) Nr. 828/2022 vom 2. November 2022 hat der Regie-
rungsrat des Kantons Schwyz wie folgt über die Beschwerde vom 23. August 
2022 entschieden: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- 
werden dem Beschwerdeführer auferlegt (…).

3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.

(4.-6. Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). 

F. Gegen diesen RRB Nr. 828/2022 vom 2. November 2022 (Versand: 
8.11.2022) lässt A.________ am 28. November 2022 fristgerecht Beschwerde 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den Anträgen:

1. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und von der Androhung des Wi-
derrufs der Niederlassungsbewilligung EU/EFTA (Ausweis C) und der Wegwei-
sung aus der Schweiz gegenüber dem Beschwerdeführer sei abzusehen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates (für alle In-
stanzen). 

G. Am 1. Dezember 2022 teilt das AFM seinen Verzicht auf die Einreichung 
einer Vernehmlassung mit. Mit Vernehmlassung vom 7. Dezember 2022 bean-
tragt das Sicherheitsdepartement, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulas-
ten des Beschwerdeführers abzuweisen. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Der Beschwerdeführer rügt, der angefochtene Beschluss habe in Verlet-
zung von Bundesrecht und entgegen den Weisungen des Staatssekretariates für 
Migration (SEM) die vom AFM gegenüber dem Beschwerdeführer verfügte An-
drohung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung EU/EFTA (Ausweis C; 
nachfolgend: Niederlassungsbewilligung) und der Wegweisung aus der Schweiz 
bestätigt (Beschwerde S. 3 Ziff. 3). 

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Sinngemäss bringt er vor, bis dato habe die Ausländerbehörde nie eine Mass-
nahme gegen ihn ergreifen müssen - er könne sich auf das FZA berufen, habe 
weder Schulden noch jemals Fürsorgegelder bezogen und sich auch sonst 
während seines 22-jährigen Aufenthalts nichts Nachteiliges zu Schulden kom-
men lassen (S. 3 Ziff. 6-9). Die im angefochtenen Beschluss erwähnten zwei 
Straf-befehle seien lediglich wegen Übertretungen ergangen und seien aussch-
liesslich mit Busse geahndet worden; fälschlicherweise seien diese Übertretun-
gen im angefochtenen Beschlusses als Vergehen bezeichnet worden; ferner sei-
en diese zwei SVG-Übertretungen weder geeignet noch ausreichend, um eine 
ausländerrechtliche Massnahme anzuordnen (S. 4 Ziff. 10). 

Die einzige erhebliche Rechtsgutverletzung stelle die Verurteilung des Be-
schwerdeführers wegen schwerer Körperverletzung dar. Das Strafgericht Schwyz 
habe in seinem Urteil explizit von der Anordnung einer obligatorischen Landes-
verweisung abgesehen. Es sei erkannt worden, dass beim Beschwerdeführer ei-
ne Landesverweisung einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde 
und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung nicht überwiegen wür-
den. Das Strafgericht habe festgehalten, dass der Beschwerdeführer keine Ge-
fahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit darstelle. Diese vom Strafrichter 
gefällte Entscheidung sei für die Ausländerbehörde verbindlich (S. 4 Ziff. 11). 

Es liege die Konstellation von Art. 63 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Aus-
länderinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrati-
onsgesetzes, AIG; SR 142.20) vom 16. Dezember 2005 vor, sodass weder das 
AFM noch die Vorinstanz berechtigt gewesen seien, wegen der Verurteilung des 
Beschwerdeführers wegen schwerer Körperverletzung gegen diesen einen Wi-
derruf seiner Bewilligung zu verfügen und ihn aus der Schweiz wegzuweisen 
oder solches, wie durch den vorinstanzlichen Beschluss geschehen, nur schon 
anzudrohen. Die vorinstanzliche Begründung des Beschlusses unter Hinweis auf 
Art. 96 Abs. 2 AIG sei rechtsfehlerhaft. Diese Bestimmung setze voraus, dass die 
eigentliche Massnahme begründet wäre, jedoch aus Verhältnismässigkeitsgrün-
den auf diese verzichtet werde. Vorliegend sei diese Massnahme, d.h. der Bewil-
ligungswiderruf, gerade eben rechtlich nicht zulässig und damit auch nicht be-
gründet (S. 4 f. Ziff. 12-14). 

Das Prinzip der Verhältnismässigkeit finde seine direkte Anwendung in der Prü-
fung, ob eine Massnahme angemessen sei oder nicht; insofern dürfe eine Vermi-
schung dieser Begriffe nicht beanstandet werden. Aus Art. 96 Abs. 2 AIG folge, 
dass die Massnahme nur angedroht werden könne, wenn diese auch begründet 
wäre. Falls bereits das Verfügen einer Massnahme rechtlich unzulässig sei, kön-
ne eine solche unzulässige Massnahme a priori auch nicht begründet sein. Mit 

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der sinnwidrigen Anwendung von Art. 96 Abs. 2 AIG stelle sich der Regierungsrat 
gegen die Weisungen des SEM (S. 5 Ziff. 15, S. 7 Ziff. 23). 

Der Hinweis der Vorinstanz auf das Urteil BGer 2C_667/2020 vom 19. Oktober 
2021 (bzw. BGE 148 II 1) gehe mehrfach fehl. Der erwähnte Entscheid sei nicht 
einschlägig. Zudem habe ihn die Vorinstanz nicht richtig ausgelegt. Der Be-
schwerdeführer weise kein Integrationsdefizit auf und habe sich nur zwei SVG-
Übertretungen zu Schulden kommen lassen. Vorliegend sei auch nicht wie im 
erwähnten Bundesgerichtsurteil eine Rückstufung der Bewilligung verfügt wor-
den, alsdann lägen weder eine altrechtliche Niederlassungsbewilligung noch ein 
Integrationsdefizit vor. Die Vorinstanz handle willkürlich, da sie einen Sachver-
halt, der nicht ansatzweise mit dem vom Bundesgericht Beurteilten vergleichbar 
sei, vermeintlich gleich beurteilt sehen wolle (S. 5 ff. Ziff. 16-21). 

1.2 Der Regierungsrat seinerseits geht im angefochtenen Beschluss davon 
aus, dass ein strafrechtliches Urteil, in welchem auf die Landesverweisung ver-
zichtet worden ist, die Migrationsbehörde nicht hindert, eine migrationsrechtliche 
Verwarnung auszusprechen (Erw. 3.3.7). 

Die allgemeinen Erwägungen im Urteil BGer 2C_667/2020 vom 19. Oktober 
2021 bzw. BGE 148 II 1, namentlich zur Tragweite von Art. 63 AIG und dem Dua-
lismusverbot, seien sinngemäss für die vorliegende Rechtsfrage zu beachten 
(Erw. 3.2). Das Bundesgericht habe klargestellt, dass der Rückstufung eine ei-
genständige, vom Bewilligungswiderruf mit Wegweisung unabhängige Bedeu-
tung zukomme. Eine Rückstufung könne nicht als mildere Massnahme angeord-
net werden, wenn die Voraussetzungen für den Widerruf erfüllt seien. Dement-
sprechend könne auch die Androhung des Widerrufs nicht als mildere Massnah-
me zur Rückstufung fungieren, weshalb das "a majore ad minus"-Argument des 
AFM für sich alleine zu kurz greife (Erw. 3.2.1). In Bezug auf die Rückstufung 
führe das Bundesgericht aus, diese ziehe unmittelbar keine Wegweisung nach 
sich, weshalb kein Widerspruch zu den Vorgaben von Art. 63 Abs. 3 AIG entste-
he. Sodann bedürfe es, entgegen den Ausführungen des SEM in seinen Wei-
sungen, neben der Straffälligkeit nicht zwingend anderer Integrationsdefizite 
(Erw. 3.2.3). 

Der Gesetzgeber habe die konkrete Regelung der Frage, ob eine migrations-
rechtliche Verwarnung dann möglich sei, wenn eine Strafbehörde auf eine mögli-
che Landesverweisung verzichtet habe, offen gelassen (Erw. 3.3.2). 

Zweck der Verwarnung sei primär, den Ausländer hinzuweisen, dass sein Auf-
enthaltsrecht gefährdet sei, sollte sich sein bisheriges Verhalten in der Zukunft 
wiederholen. Dies gelte auch dann, wenn es sich bei der vorgeworfenen Hand-

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lung um ein erstmaliges strafrechtliches Ereignis handle und nicht von einer Wie-
derholungsgefahr auszugehen sei, wie dies vorliegend beim Beschwerdeführer 
der Fall sei (Erw. 3.3.3). Die Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewil-
ligung mit Wegweisung habe sodann keine unmittelbare Auswirkung auf den 
Aufenthaltstitel. Der Verwarnung und der Androhung komme keine Vorwirkung 
für die zukünftige migrationsrechtliche Massnahme zu. Schliesslich könnten so-
wohl der Widerruf wie die Rückstufung eigenständig mittels Verwarnung ange-
droht werden. Insgesamt sei der Verwarnung analog dem Verständnis von Wi-
derruf und Rückstufung eine unabhängige Bedeutung zuzurechnen (Erw. 3.3.4). 

Zu beachten sei, dass Strafgerichte keine migrationsrechtliche Verwarnung aus-
sprechen könnten, sondern nur eine Landesverweisung aussprechen oder auf 
eine solche verzichten. Der migrationsrechtliche Handlungsspielraum würde oh-
ne koordinationsrechtliche Notwendigkeit beschnitten, wenn ein Strafurteil, in 
dem das Gericht von einer Landesverweisung abgesehen habe, einer migrati-
onsrechtlichen Verwarnung entgegenstünde. Andernfalls könnten Personen mit 
untergeordneten Delikten mittels Verwarnung und Androhung des Widerrufs auf 
die Gefährdung ihres Aufenthaltstitels hingewiesen werden, nicht jedoch Auslän-
der, gegen die eine längerfristige Freiheitsstrafe ausgesprochen worden sei. Eine 
solche Beschränkung könne nicht Sinn und Zweck der Verwarnung und des Dua-
lismusverbots sein (Erw. 3.3.5). 

Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip solle die Androhung einer Massnahme 
im Zeitpunkt ergehen, wenn die Anordnung der Massnahme selber noch nicht 
verhältnismässig sei, sich aber abzeichne, dass diese Voraussetzung erfüllt sein 
werde, wenn die betroffene Person ihr Verhalten nicht ändere. Der Auslegung 
des Beschwerdeführers, wonach der Wortlaut von Art. 96 Abs. 2 AIG vorausset-
ze, dass die angedrohte Massnahme begründet sein müsse, was bedeute, dass 
diese im Zeitpunkt der Androhung rechtlich zulässig sein müsse, jedoch aus Ver-
hältnismässigkeitsgründen auf diese verzichtet werde, könne nicht gefolgt wer-
den (Erw. 3.3.6). 

Auch wenn unbestritten sei, dass beim Beschwerdeführer aktuell keine wesentli-
chen Integrationsdefizite ersichtlich seien und grundsätzlich nicht mit einer erneu-
ten schweren Straffälligkeit zu rechnen sei, möge sein geringes privates Interes-
se - einer migrationsrechtlichen Massnahme, welche keinen unmittelbaren oder 
mittelbaren Einfluss auf seinen aktuellen Aufenthaltsstatus habe, zu entgehen - 
das gewichtige öffentliche Interesse an der Einhaltung der Rechtsordnung nicht 
zu überwiegen (Erw. 4.1). 

1.3 Vernehmlassend hält das Sicherheitsdepartement u.a. fest, der Regie-
rungsrat habe aufgezeigt, dass die Verwarnung als eigenständige migrations-

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rechtliche Massnahme gegenüber dem Widerruf eines Aufenthaltstitels "sowie 
oder Rückstufung" zu verstehen sei (S. 1 Ziff. 2). Entgegen dem Verständnis des 
Beschwerdeführers sei die Verwarnung nicht erst dann auszusprechen, wenn die 
Voraussetzungen für die anzudrohende Massnahme bereits vollständig erfüllt 
seien. Sei dies der Fall, sei die Massnahme selber auszusprechen, weshalb de-
ren Androhung bereits zuvor zu erfolgen habe, andernfalls der Ausländer gar 
nicht erst die Gelegenheit habe, eine Verhaltensanpassung anzustreben. Es er-
gebe sich, dass ein strafrechtliches Urteil, in welchem auf die Landesverweisung 
verzichtet werde, die Migrationsbehörde nicht daran hindere, eine Verwarnung 
auszusprechen. Dies gelte neben der Androhung der Rückstufung auch für die 
Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung. In letzterer sei keine 
unzulässige Umgehung des Dualismusverbots zu erkennen, da die Androhung 
nicht zu einer Beendigung des Aufenthaltsrechts führe (S. 2 Ziff. 4 f.). 

2.1.1  Nach Art. 63 Abs. 1 AIG kann die Niederlassungsbewilligung u.a. widerru-
fen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen 
Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im 
Sinne der Artikel 59 - 61 oder 64 des Schweizerisches Strafgesetzbuches (StGB; 
SR 311.0) vom 21. Dezember 1937 angeordnet wurde (lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 
lit. b AIG) oder die Ausländerin oder der Ausländer in schwerwiegender Weise 
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland 
verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit 
gefährdet (lit. b). 

2.1.2  Als längerfristig gilt eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr, wobei 
mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen. 
Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausge-
sprochen wurde (vgl. Urteil BGer 2C_766/2019 vom 14.9.2020 Erw. 4.1 m.H. u.a. 
auf BGE 139 I 31 Erw. 2.1, 137 II 297 Erw. 2). 

Eine Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt nach Art. 77a 
Abs. 1 lit. a der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
(VZAE; SR 142.201) vom 24. Oktober 2007 vor, wenn die betroffene Person ge-
setzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet. Ein schwerwie-
gender Verstoss besteht in erster Linie, wenn die ausländische Person durch ihre 
Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, 
psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet hat. 
Der Widerrufsgrund ist aber nicht nur erfüllt, wenn besonders hochwertige 
Rechtsgüter verletzt oder gefährdet werden. Ein Widerruf der Niederlassungsbe-
willigung ist nach der Rechtsprechung auch dann möglich, wenn sich eine aus-
ländische Person von strafrechtlichen Massnahmen bzw. ausländerrechtlichen 

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Verwarnungen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch zukünftig 
weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 139 I 16 
Erw. 2.1). 

2.2 Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen und durch eine Aufent-
haltsbewilligung ersetzt werden, wenn die Integrationskriterien nach Artikel 58a 
nicht erfüllt sind (Art. 63 Abs. 2 AIG). 

2.3 Unzulässig ist ein Widerruf, der nur damit begründet wird, dass ein Delikt 
begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme 
verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat (vgl. Art. 63 Abs. 3 
AIG; Art. 62 Abs. 2 AIG). Diese Bestimmung ist zusammen mit Art. 66a ff. StGB 
am 1. Oktober 2016 in Kraft getreten. 

Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB verweist das Gericht den Ausländer, der wegen 
einer im Gesetz aufgezählten Katalogtat verurteilt wird, unabhängig von der 
Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der Schweiz (obligatorische Landesverwei-
sung). Von der Anordnung der (strafrechtlichen) Landesverweisung kann - abge-
sehen von Fällen mit Tatbegehung in entschuldbarer Notwehr oder entschuldba-
rem Notstand (Art. 66a Abs. 3 StGB) - nur "ausnahmsweise" unter den kumulati-
ven Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren persönli-
chen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der Lan-
desverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib 
in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Auslän-
dern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind 
(Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel dient der Um-
setzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101] vom 
18.4.1999; vgl. BGE 146 IV 105). 

Das Gericht kann einen Ausländer für 3-15 Jahre des Landes verweisen, wenn 
er wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das nicht von Artikel 66a erfasst 
wird, zu einer Strafe verurteilt oder gegen ihn eine Massnahme nach den Artikeln 
59-61 oder 64 angeordnet wird (Art. 66abis StGB; nicht obligatorische Landesver-
weisung).

2.4.1  Liegt ein Widerrufsgrund vor, so ist zu prüfen, ob diese Massnahme ver-
hältnismässig erscheint (Art. 96 AIG; BGE 139 I 145 Erw. 2.2). Gemäss Art. 96 
Abs. 2 AIG kann eine ausländische Person unter Androhung einer Massnahme 
verwarnt werden, wenn diese begründet, aber nach den Umständen nicht ange-
messen ist. Eine Verwarnung muss einem Bewilligungswiderruf nicht zwingend 
vorangehen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine einzelne Ver-

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urteilung wegen einer besonders schweren Straftat den Widerruf der Nieder-
lassung rechtfertigen, ohne dass zuvor eine Verwarnung ausgesprochen wird 
(vgl. Urteile BGer 2C_169/2017 vom 6.11.2017 Erw. 4.5; 2C_319/2008 vom 
10.6.2008 Erw. 2). Eine ausländerrechtliche Verwarnung drängt sich auf, wenn 
sich die ausländische Person schon lange in der Schweiz aufhält und keine 
schwere Delinquenz zur Diskussion steht (vgl. Urteile BGer 2C_446/2014 vom 
5.3.2015 Erw. 4.1; 2C_283/2011 vom 30.7.2011 Erw. 2.3). Dies gilt insbesondere 
für Angehörige der zweiten Ausländergeneration (vgl. Urteile BGer 2C_94/2016 
vom 2.11.2016 Erw. 3.3 f.; 2C_453/2015 vom 10.12.2015 Erw. 5.3). Indessen 
kann auch in diesen Fällen - je nach Höhe des öffentlichen Interesses - auf eine 
Verwarnung verzichtet werden (vgl. zum Ganzen Urteile BGer 2C_832/2021 vom 
13.12.2022 Erw. 8.4; 2C_787/2018 vom 11.3.2019 Erw. 3.4.1). 

2.4.2  Sinn und Zweck der Verwarnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AIG ist nicht, 
die Straffälligkeit ausländischer Personen zu verhindern, sondern die Wahrung 
des Verhältnismässigkeitsprinzips gemäss Art. 5 Abs. 2 BV im Bereich des Aus-
länderrechts sicherzustellen (Urteil BGer 2C_787/2018 vom 11.3.2019 Erw. 3.4.2). 
Eine Verwarnung ermöglicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung den 
Behörden, ein Fehlverhalten festzustellen bzw. ein erwünschtes Verhalten im 
Wiederholungs- oder Unterlassungsfall durchzusetzen. Sie greift in die Rechts-
stellung der betroffenen Person ein; sie schwächt deren Anwesenheitsrecht, da 
sie bei späteren ausländerrechtlichen Entscheiden mitberücksichtigt werden 
kann (Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. von Art. 62 
und 63 AIG). Auch ist die Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AIG eine eigenständi-
ge ausländerrechtliche Massnahme, welche das Verfahren mit einer weniger ein-
schneidenden Folge als dem Widerruf oder der Nichtverlängerung der Bewilli-
gung abschliesst (Urteil BGer 2C_816/2020 vom 18.5.2021 Erw. 3.4.1 m.H.a. Ur-
teil BGer 2C_114/2012 vom 26.3.2013 Erw. 1.1). 

2.4.3  Es liegt im Entschliessungsermessen der Migrationsbehörde, ob sie die 
betreffende Verurteilung zum Anlass nimmt, die Niederlassungsbewilligung zu 
widerrufen. Dabei hat sie sämtliche Umstände in einer Gesamtbetrachtung zu 
würdigen. Entschliesst sich die Behörde, die Bewilligung nicht zu widerrufen, 
sondern die ausländische Person aus Gründen der Verhältnismässigkeit 
zunächst lediglich zu verwarnen (Art. 96 Abs. 2 AIG), kann bei erneuter Delin-
quenz grundsätzlich auf den vormalig gesetzten Widerrufsgrund zurückgekom-
men und gestützt darauf eine aufenthaltsbeendende Massnahme angeordnet 
werden. Nicht jedes noch so geringe Delikt, welches nach einer Verwarnung be-
gangen wurde, genügt für den späteren Bewilligungswiderruf, doch ist der Wider-
rufsgrund im Lichte der früheren Verurteilung bereits erfüllt, wenn den Anordnun-

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gen in der Verwarnung nicht Folge geleistet wurde, auch wenn das betreffende 
Fehlverhalten für sich allein keinen Widerrufsgrund darstellen würde (Urteil BGer 
2C_71/2019 vom 14.2.2020 Erw. 3.1 m.H., u.a. Urteil BGer 2C_844/2013 vom 
6.3.2014 Erw. 4.2). Selbstredend ist ineinem allfälligen späteren migrationsrecht-
lichen Verfahren ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung alternativ möglich, 
wenn der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit 
und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet 
hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG), was namentlich der Fall ist wenn (1) die ausländi-
sche Person durch ihr Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder 
in Gefahr gebracht hat oder (2) sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht be-
eindrucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass sie 
auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten 
(vgl. oben Erw. 2.1.2; Urteile BGer 2C_71/2019 vom 14.2.2020 Erw. 3 und 4; 
2C_884/2016 vom 25.8.2017 Erw. 2.2, 3.1). 

2.5 Das Freizügigkeitsrecht kennt den Status der Niedergelassenen nicht; 
vielmehr handelt es sich bei der Niederlassungsbewilligung um eine grundsätz-
lich einzig auf nationalem Recht beruhende Bewilligung. Im Falle des Beschwer-
deführers, einem italienischen Staatsangehörigen, richtet sich die Erteilung der 
Niederlassungsbewilligung demnach nach der Niederlassungsvereinbarung und 
dem AIG (Urteil BGer 2C_938/2018 vom 24.6.2019 Erw. 4.1). Geht es indes um 
den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, ist auch das Freizügigkeitsabkom-
men FZA zu beachten. Neben einem Widerrufsgrund nach AIG setzt der Widerruf 
einer EU-/EFTA-Niederlassungsbewilligung voraus, dass die Vorgaben von Art. 5 
Abs. 1 Anhang I FZA beachtet werden. Danach dürfen die durch das Abkommen 
gewährten Rechtsansprüche "nur durch Massnahmen, die aus Gründen der öf-
fentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind, eingeschränkt 
werden". Nach Art. 3 der Richtlinie 64/221/EWG (ABl. Nr. 56, 1964, S. 850) - auf 
welche Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA verweist - darf bei Massnahmen der öffentli-
chen Ordnung oder Sicherheit ausschliesslich das persönliche Verhalten der be-
treffenden Person ausschlaggebend sein; strafrechtliche Verurteilungen allein 
können nicht ohne Weiteres solche Massnahmen rechtfertigen. Die Straftaten 
dürfen nur insoweit berücksichtigt werden, als die ihnen zugrunde liegenden Um-
stände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, das eine tatsächliche und 
hinreichend schwere, gegenwärtige Bedrohung der öffentlichen Ordnung darstellt 
(BGE 145 IV 364 Erw. 3.5.2; Urteil BGer 2C_4/2022 vom 11.8.2022 Erw. 4.1).

3.1 Nachdem das Strafgericht Schwyz mit Urteil vom 28. Mai 2020 (vgl. Ingress 
Bst. B) auf die obligatorische Landesverweisung verzichtet hatte (und dies im Be-
rufungsverfahren nicht mehr strittig war) ist im vorliegenden Verfahren strittig, ob 

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das AFM am 28. Juli 2022 zu Recht dem Beschwerdeführer den Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung und seine Wegweisung aus der Schweiz androhte 
und ob der Regierungsrat mit dem angefochtenen Beschluss diese Verfügung zu 
Recht geschützt hat oder nicht. 

3.2 Art. 63 Abs. 3 AIG dient der Koordination des straf- und ausländerrechtli-
chen Verfahrens. Um zu vermeiden, dass die Migrations- und die Strafbehörden 
den gleichen Sachverhalt unterschiedlich beurteilen, womit ein Widerspruch zwi-
schen Administrativ- und Strafverfahren entstehen könnte, ist der Widerruf einer 
Niederlassungsbewilligung nur aufgrund eines Delikts, für welches ein Strafge-
richt von der Landesverweisung (implizit oder explizit) abgesehen hat, unzuläs-
sig. Es soll damit der Dualismus vermieden werden, welcher die strafrechtliche 
Landesverweisung im alten Strafgesetzbuch noch geprägt hat (Urteil BGer 
2C_667/2020 vom 19.10.2021 Erw. 4.3.2). Dieser frühere Dualismus zeichnete 
sich dadurch aus, dass die Migrationsbehörde immer noch eine altrechtliche 
Ausweisung oder einen Widerruf der ausländerrechtlichen Bewilligung, verbun-
den mit einer Entfernungsmassnahme, verfügen konnte, auch wenn der Straf-
richter von einer altrechtlichen Landesverweisung abgesehen hatte (vgl. Busslin-
ger/Uebersax, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Auswirkungen der Lan-
desverweisung, in: plädoyer 5/2016, S. 96 ff., S. 106, m.H. auf BGE 129 II 215 
Erw. 3.2 [als Beispiel für den früheren Dualismus]; Spring, Das Verbot des Dua-
lismus von ausländerrechtlichem Bewilligungswiderruf und strafrechtlicher Lan-
desverweisung, in: Jahrbuch für Migrationsrecht 2021/2022, S. 45 ff., S. 48). 

Dass es den Vorinstanzen vor dem Hintergrund dieser Rechtslage und in Anbe-
tracht des Verzichts des Strafgerichts Schwyz auf die obligatorische Landesver-
weisung in Erkennung eines Härtefalls verwehrt gewesen wäre und es insofern 
auch nicht im grundsätzlichen Entschliessungsermessen der Behörde (vgl. oben 
Erw. 2.4.3) lag, den Widerruf der Niederlassungsbewilligung nach Art. 63 Abs. 1 
AIG - sowie die Wegweisung aus der Schweiz - zu verfügen, ist - soweit ersicht-
lich - unbestritten (vgl. angefochtener RRB Erw. 3, 3.1; Verfügung des AFM vom 
28.7.2022 Erw. 3). Weiterungen hierzu erübrigen sich demzufolge. 

3.3.1  Im Urteil WBE.2020.8 vom 7. Juli 2020, welches dem vom Regierungsrat 
erwähnten Urteil BGer 2C_667/2020 vom 19. Oktober 2021 (teilweise publ. in 
und nachfolgend: BGE 148 II 1) vorausging, erwog das Verwaltungsgericht des 
Kantons Aargau u.a. sinngemäss, dass Art. 63 Abs. 3 AIG die jeweilige Zustän-
digkeit des Strafgerichts und der Migrationsbehörden für den Erlass aufenthalts-
beendender Massnahmen koordiniere. Koordinierungsbedarf bestehe nur inso-
weit, als ein Bewilligungswiderruf zur Aufenthaltsbeendigung führen könne, wie 
dies beim Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung gestützt auf 

12

Art. 63 Abs. 1 AIG und der strafrechtlichen Landesverweisung der Fall sei, hin-
gegen nicht bei der Rückstufung in Anwendung von Art. 63 Abs. 2 AIG. Verfüge 
die Migrationsbehörde aufgrund der Straffälligkeit im Rahmen des Integrations-
defizits einer niederlassungsberechtigten Person deren Rückstufung, nachdem 
zuvor das Strafgericht von einer Landesverweisung abgesehen habe, so liege 
darin angesichts der Rechtsfolgen der migrationsrechtlichen Massnahme kein 
Zurückkommen auf den strafrechtlichen Entscheid, mit welchem dem Betroffenen 
der weitere Verbleib in der Schweiz gestattet worden sei. Der migrationsrechtli-
che Handlungsspielraum würde ohne koordinationsrechtliche Notwendigkeit be-
schnitten, stünde ein Strafurteil, in dem das Gericht von einer Landesverweisung 
abgesehen habe, einer Rückstufung wegen Integrationsdefiziten entgegen (vgl. 
zum Ganzen Urteil BGer 2C_667/2020 vom 19.10.2021 Erw. 4.2.1 f.). 

3.3.2  Das Bundesgericht schützte diese Auslegung von Art. 63 Abs. 2 und 3 AIG 
- unter Vorbehalt, dass die Rückstufung im Resultat nicht zu einer unzulässigen 
Umgehung des Dualismusverbots führe, wofür aber in casu keine Anhaltspunkte 
bestünden. Da die Rückstufung unmittelbar keine Wegweisung nach sich ziehe 
und aufgrund fehlender Integration erfolge, entstehe kein Widerspruch zu den 
Vorgaben von Art. 63 Abs. 3 AIG. Eine Rückstufung sei auch bei einem Verzicht 
des Strafgerichts auf eine Landesverweisung möglich und dies nicht nur, wenn 
andere Gründe als die strafrechtliche Verurteilung hierfür sprächen (BGE 148 II 1 
Erw. 4.3.2 f.). 

3.3.3  Es ist nicht zu beanstanden, wenn der Regierungsrat in Erw. 3.2 erkannte, 
dass die allgemeinen Erwägungen in BGE 148 II 1, namentlich jene zur Tragwei-
te von Art. 63 AIG und dem Dualismusverbot gemäss Art. 62 Abs. 2 AIG bzw. 
Art. 63 Abs. 3 AIG sinngemäss auch für die vorliegende Streitfrage zu beachten 
seien. 

Die ausländerrechtliche Verwarnung führt zwar einerseits wie die Rückstufung zu 
einer Schwächung des Anwesenheitsrechts des Ausländers (vgl. oben Erw. 2.4.2; 
Entscheid KG BL 810 19 335 vom 10.6.2020 Erw. 1.3; Meyer, Rückstufung der 
Niederlassungs- in eine Aufenthaltsbewilligung, in: dRSK vom 17.2.2022, Rz. 
15). Anderseits aber zieht sie, was vor dem Hintergrund des Dualismusverbots 
entscheidwesentlich ist, ebenso wenig wie die Rückstufung eine Wegweisung 
nach sich; hinzu kommt, dass sowohl die Rückstufung als auch die Verwarnung 
je eigenständige ausländerrechtliche Massnahmen darstellen. Inwiefern vor die-
sem Hintergrund die Umstände, dass beim Beschwerdeführer angeblich kein In-
tegrationsdefizit bestehe und keine altrechtliche Niederlassungsbewilligung vor-
liege (vgl. Beschwerde S. 5 [unten] f.), einer sinngemässen Berücksichtigung 

13

dieser Rechtsprechung entgegenstehen könnte, ist weder ersichtlich noch wird 
Gegenteiliges vom Beschwerdeführer überzeugend dargelegt. 

3.3.4  Am Ergebnis, dass der Regierungsrat zu Recht sinngemäss auf die Recht-
sprechung gemäss BGE 148 II 1 abgestellt hat, ändert auch nichts, soweit die 
bundesgerichtliche Erwägung 4.3 im zitierten Urteil als Obiter dictum aufzufassen 
sein sollte (kritisch zu diesen Ausführungen des Bundesgerichts: Meyer, a.a.O., 
Rz. 15). Es rechtfertigt sich, trotz Fehlens einer entsprechenden Rüge des Be-
schwerdeführers hierauf kurz einzugehen. Obiter dicta sind mehr oder weniger 
beiläufig geäusserte, letztlich nicht Entscheid tragende Rechtsauffassungen 
(BSK BGG-Biaggini/Haag, Art. 23 N 6). Sie mögen je nach Situation wertvolle 
Hinweise auf die schon bestehende Rechtsprechung, beziehungsweise Andeu-
tungen oder Ankündigungen einer möglichen Rechtsprechungsänderung sein, 
haben im Prinzip jedoch (noch) keine praxisbildende Wirkung. Als Fingerzeig des 
Gerichts für künftige Anwendungsfälle haben sie dies de facto gelegentlich aber 
doch. Amtlich veröffentlicht werden nur die für die wegleitende Rechtsprechung 
und das Verständnis des Urteils massgeblichen Erwägungen (BSK BGG-
Tschümperlin, Art. 27 N 7). 

Das Bundesgericht äusserte sich zur Tragweite von Art. 63 Abs. 3 AIG im Zu-
sammenhang mit der Rückstufung, obwohl Art. 63 Abs. 3 AIG im zu beurteilen-
den Fall gar nicht anwendbar war (vgl. Urteil BGer 2C_667/2020 vom 19.10.2021 
Erw. 4.3.1). Es nahm dabei aber Bezug auf seine bereits bestehende Rechtspre-
chung im Zusammenhang mit dem Bewilligungswiderruf und dem Dualismusver-
bot und zeigte zum einen auf, weshalb "im Übrigen" die vorinstanzliche Ausle-
gung selbst unter der Annahme der grundsätzlichen Anwendbarkeit von Art. 63 
Abs. 3 die Rückstufung nicht zur unzulässigen Umgehung des Dualismusverbots 
führe, und zum andern, weshalb den diesbezüglichen Weisungen des SEM nicht 
zu folgen sei. Es kann bei diesen in fünf gesonderten Erwägungen (4.3.1-4.3.5) 
ergangenen Ausführungen nicht von "mehr oder weniger beiläufig geäusserten" 
Rechtsauffassungen gesprochen werden. Viel mehr ist davon auszugehen, dass 
das Bundesgericht künftig diesen vorgezeigten Linien folgen wird (vgl. auch 
Meyer, a.a.O., Rz. 15), wofür schliesslich auch die Publikation unter BGE 148 II 1 
in der amtlichen Sammlung spricht. 

3.4.1  Nicht zielführend ist die sinngemässe Argumentation des Beschwerdefüh-
rers, dass die Anwendung von Art. 96 Abs. 2 AIG deshalb ausgeschlossen sei, 
weil der Widerruf gemäss Wortlaut "begründet" sein müsse, dies aber von vorn-
herein deshalb nicht der Fall sein könne, da ein Widerruf aufgrund von Art. 63 
Abs. 3 AIG rechtlich gar nicht zulässig und damit auch nicht "begründet" sei. 

14

Würde man dieser Argumentation des Beschwerdeführers folgen, müsste ent-
gegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch eine Rückstufung immer 
dann unzulässig sein, wenn ein Strafrichter auf eine Landesverweisung verzich-
tet hat, wäre doch im Sinne dieser Auffassung auch ein Bewilligungswiderruf 
rechtlich nicht zulässig, mithin nicht begründet. Diesbezüglich gilt es zu erinnern, 
dass anders als bei der Verwarnung bzw. der Androhung bei der Rückstufung 
gar ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung erfolgt, dies aber - wie erwähnt - 
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich keine Umgehung 
des Dualismusverbots bewirken kann. Weiterungen erübrigten sich demzufolge 
grundsätzlich hierzu, zumal das Bundesgericht offensichtlich und anders als der 
Beschwerdeführer bei der Auslegung nicht dem Wortlaut, sondern dem teleologi-
schen Element und den sich aus dem Zweck der Massnahmen ergebenden 
Rechtsfolgen Vorrang beimisst (vgl. Urteil BGer 2C_667/2020 vom 19.10.2021 
Erw. 4.3.2 f.). Ohnehin müsste sich der Beschwerdeführer hinsichtlich Wortlaut 
entgegenhalten lassen, dass nach Art. 63 Abs. 3 AIG bei gegebenen Vorausset-
zungen lediglich "ein Widerruf" unzulässig ist, nicht jedoch eine Verwarnung, bei 
welcher gerade kein Widerruf ausgesprochen wird. 

3.4.2  Im Übrigen ist eine Massnahme wohl i.S.v. Art. 96 Abs. 2 AIG bereits dann 
"begründet", wenn ein Ausländer einen Widerrufsgrund gesetzt hat. Dies ist vor-
liegend aufgrund der Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer längerfristigen 
Freiheitsstrafe zufolge Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG der 
Fall (vgl. BGE 139 I 145 Erw. 2.1). Eine andere Frage ist hiernach indes, ob sich 
das Aussprechen bzw. Verfügen dieser Massnahme in Beachtung der gesamten 
Umstände als angemessen bzw. verhältnismässig i.S.v. Art. 96 Abs. 2 AIG er-
weist (vgl. BGE 139 I 145 Erw. 2.2). Beim Verzicht auf die Landesverweisung 
durch das Strafgericht im vorliegenden Fall ist diese Angemessenheit/Verhält-
nismässigkeit einer anwesenheitsbeendenden Massnahme für die Migrations-
behörden verbindlich bereits im Rahmen einer Härtefallprüfung (als nicht ange-
messen) beurteilt worden (AFM-act. 142); ein Widerruf aufgrund nochmaliger, 
abweichender Beurteilung der Gesamtumstände war diesfalls unzulässig auf-
grund von Art. 63 Abs. 3 AIG. Die vom Strafrichter erkannte Unverhältnismässig-
keit der aufenthaltsbeendenden Massnahme kann bzw. darf mithin im ausländer-
rechtlichen Verfahren grundsätzlich keine Andere sein und entspricht aufgrund 
der gesetzlichen Konzeption letztlich auch derjenigen von Art. 96 Abs. 2 AIG. Da 
es den Migrationsbehörden aber nicht verwehrt ist, einen gesetzten Widerrufs-
grund festzustellen - sondern nur, den Widerruf auch zu verfügen - muss es ih-
nen auch offenstehen, den Ausländer zu verwarnen und ihm ausländerrechtlich 
schwererwiegende Massnahmen anzudrohen. 

15

3.5 Zurecht weist der Regierungsrat sodann einerseits darauf hin, dass Straf-
gerichte eine Landesverweisung nur aussprechen oder aber hierauf verzichten, 
nicht jedoch eine Verwarnung aussprechen können - schon gar keine migrations-
rechtliche - und anderseits, dass der migrationsrechtliche Handlungsspielraum 
ohne koordinationsrechtliche Notwendigkeit beschnitten würde, wenn ein Strafur-
teil, in dem ein Strafgericht auf die Landesverweisung verzichtet hat, einer migra-
tionsrechtlichen Verwarnung entgegenstehen würde. Andernfalls könnte Auslän-
dern mit untergeordneten Delikten mittels Verwarnung eine ausländerrechtliche 
Massnahme angedroht werden, nicht jedoch Ausländern, für welche eine Lan-
desverweisung aufgrund der Deliktsschwere zwar in Frage gekommen (bzw. gar 
obligatorisch gewesen) wäre, hierauf aber verzichtet worden war. Dass dies we-
der Sinn und Zweck der migrationsrechtlichen Verwarnung noch des Dualismus-
verbots sein kann, legt der Regierungsrat zutreffend dar (angefochtener RRB 
Erw. 3.3.5). Mit diesen Überlegungen setzt sich der Beschwerdeführer soweit er-
sichtlich nicht, jedenfalls nicht substantiiert, auseinander. 

3.6 Dass das AFM die Verwarnung explizit im Sinne einer letzten Chance aus-
gesprochen hatte, was der Beschwerdeführer auch vor Verwaltungsgericht kriti-
siert (Beschwerde S. 7 Rz. 21), erachtete der Regierungsrat angesichts der Ge-
samtsituation beim Beschwerdeführer zwar zumindest als fraglich (angefochtener 
RRB Erw. 4.2). Zu Recht weist er indes auch darauf hin, dass diese Formulierung 
keinen Eingang ins Dispositiv gefunden hat. Im Übrigen verhält es sich ohnehin 
so, dass ausländerrechtliche Verwarnungen stets im Sinne einer letzten Chance 
ergehen (vgl. Urteil BGer 2C_1018/2016 vom 22.5.2017 Erw. 3.2). Ob bei weite-
ren Verfehlungen nach einer ausländerrechtlichen Verwarnung eine schärfere 
Massnahme, mithin ein Bewilligungswiderruf, verhältnismässig ist - oder ob sich 
unter Umständen "nur" eine erneute Verwarnung rechtfertigt, ist trotz dieser vor-
gängigen Verwarnung im Sinne einer letzten Chance dannzumal im Entscheid-
zeitpunkt erneut zu beurteilen (vgl. Spescha, OFK-Migrationsrecht, Art. 96 AIG 
N 9), wobei wie erwähnt grundsätzlich nicht ausgeschlossen ist, bei erneuter De-
linquenz auf den vormalig gesetzten Widerrufsgrund zurückzukommen (vgl. oben 
Erw. 2.4.3).  

Soweit der Beschwerdeführer an der gleichen Stelle moniert, die Verurteilung 
wegen schwerer Körperverletzung werde als Integrationsdefizit bewertet, so ist 
dem entgegenzuhalten, dass namentlich die Art eines Delikts Zweifel in Bezug 
auf die soziale Integration ergeben können (vgl. Urteil BGer 2C_736/2020 vom 
5.2.2021 Erw. 5.1), was umgekehrt nicht zwingend bedeuten muss, dass deswe-
gen die Integration gesamthaft betrachtet als mangelhaft bezeichnet werden 
müsste (vgl. auch angefochtener RRB Erw. 4.1, wo von keinen wesentlichen In-

16

tegrationsdefiziten" die Rede ist). Wie oben erwähnt, spielt die Beurteilung der In-
tegration vorliegend für die grundsätzliche Zulässigkeit der Verwarnung keine 
Rolle; die Verwarnung darf wie die Rückstufung nicht nur ausgesprochen wer-
den, wenn andere Gründe als die strafrechtliche Verurteilung hierfür sprechen. 
Soweit der Beschwerdeführer sodann moniert, die SVG-Übertretungen würden 
fälschlicherweise als Vergehen bezeichnet, so handelt es sich bei diesen vor-
instanzlichen Bezeichnungen der Verurteilungen gestützt (namentlich) auf Art. 90 
Abs. 1 SVG (mit Busse bedroht; vgl. oben Sachverhalt lit. B) offensichtlich weni-
ger um eine rechtliche Verwendung des Begriffs des Vergehens, als vielmehr um 
eine umgangssprachliche (vgl. zur Qualifikation der Begriffe Übertretung, Verge-
hen und Verbrechen: Art. 10 StGB sowie Art. 103 StGB). Hieraus kann der Be-
schwerdeführer jedenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

3.7.1  Der Beschwerdeführer beanstandet (S. 7 f. Rz. 23), dass die Vorinstanz 
bewusst gegen die Weisungen des SEM verstossen habe. 

3.7.2  Die vom Beschwerdeführer zitierte Weisung mit Stand am 1. Juli 2022 ent-
spricht der aktuellen Weisung mit Stand am 1. Februar 2023. Eine Verwarnung 
unter den Bedingungen von Art. 96 Abs. 2 AIG sei weiterhin möglich, sofern die-
se nicht einzig durch die strafrechtliche Verurteilung (Gegenstand des Urteils, bei 
dem auf die strafrechtliche Landesverweisung verzichtet werde) begründet sei. 
Lägen hingegen andere Gründe vor, sei die strafrechtliche Verurteilung im Rah-
men der Prüfung der Verwarnung zu berücksichtigen (Gesamtsicht) (vgl. Wei-
sungen Ausländerbereich des SEM, Stand 1.2.2023, Ziff. 8.4.2.3). 

3.7.3  Der Regierungsrat führt zutreffend aus, dass die Verwaltungsjustizbehör-
den bei der Gesetzesauslegung nicht an die Vorgaben des SEM gebunden sind. 
Hierauf kann verwiesen werden (angefochtener RRB Erw. 3.3.1; vgl. Urteil BGer 
2C_667/2020 vom 19.10.2021 Erw. 4.3.5). Entgegen der beschwerdeführeri-
schen Ausführung erweisen sich die Weisungen nach dem oben Erwähnten in-
haltlich gerade nicht als überzeugend. Es wurde bereits dargelegt, dass die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung gemäss BGE 148 II 1 (insbesondere Erw. 4.3.1 
ff.) sinngemäss auch für die Verwarnung Anwendung findet, da - wie bei der 
Rückstufung - bei der Verwarnung das Dualismusverbot gemäss Art. 63 Abs. 3 
AIG deshalb nicht verletzt wird, weil die Verwarnung unmittelbar keine Wegwei-
sung nach sich zieht. Hinzuweisen ist, dass die Weisungen an der gleichen Stelle 
(Ziff. 8.4.2.3) nur einen Absatz später auf diese Rechtsprechung Bezug nehmen 
und festhalten, habe ein Strafgericht oder bereits die Staatsanwaltschaft auf eine 
strafrechtliche Landesverweisung verzichtet, sei eine Rückstufung wegen der 
strafrechtlichen Verurteilung möglich. Bemerkenswert ist hierbei, dass die frühere 

17

Auslegung (Weisungsänderung im Nachgang BGE 148 II 1 per 15.12.2021, ab-
rufbar unter https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/publiservice/weisungen-
kreisschreiben/auslaenderbereich/chronologie.html) des SEM eine Rückstufung 
nach einem Verzicht auf die Landesverweisung durch ein Strafgericht nur zuge-
lassen hätte, wenn zusätzlich zur Straffälligkeit ein anderes Integrationsdefizit 
hinzukommen wäre. Das Bundesgericht folgte diesen früheren Weisungen nicht 
(BGE 148 II 1 Erw. 4.3.4 f.). 

3.8 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz einer-
seits die bundesgerichtliche Rechtsprechung gemäss BGE 148 II 1 (namentlich 
Erw. 4.3.1 ff.) sinngemäss auch für die ausländerrechtliche Verwarnung ange-
wendet hat, und damit anderseits erkannt hat, dass das AFM nicht daran gehin-
dert war, eine ausländerrechtliche Verwarnung bzw. Androhung zu prüfen - und 
auszusprechen -, auch wenn vorgängig zugunsten des Beschwerdeführers in ei-
nem Urteil des Strafgerichts Schwyz auf die (obligatorische) Landesverweisung 
verzichtet worden war (vgl. angefochtener RRB Erw. 3.3.7). Auch die Botschaft 
des Bundesrats hält in den Ausführungen zu Art. 62 AIG und 63 AIG fest, die 
Verwarnung sei unter den Voraussetzungen von Art. 96 Abs. 2 AIG weiterhin 
möglich. Einzelne Teilnehmende (der Vernehmlassung) hätten verlangt, sie sei 
ausdrücklich auch für Fälle zuzulassen, in denen ein Gericht von einer möglichen 
Landesverweisung abgesehen habe. Die Botschaft führt hierzu in rechtlicher 
Hinsicht allerdings nicht überzeugend aus, dies erscheine nicht angezeigt; das 
Gerichtsverfahren, in dem eine Strafe verhängt und eine Landesverweisung ge-
prüft worden sei, sei Verwarnung genug (Botschaft zur Änderung des Strafge-
setzbuches und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 121 Abs. 3-6 BV 
über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und Ausländer] vom 
26.6.2013, BBl 2013 5975 ff., S. 6046). Das Ergebnis der zulässigen Verwarnung 
trotz vorgängigem Verzicht auf die Landesverweisung entspricht im Übrigen auch 
der sich mit der Streifrage (soweit ersichtlich noch) spärlich befassenden Lehr-
meinungen (vgl. Spring, a.a.O., S. 50; Busslinger/Uebersax, a.a.O., S. 107 [mitt-
lere Spalte, oben]) und sowie der Praxis (vgl. z.B. Urteil VG BE 100.2019.139U 
vom 23.3.2021 Erw. 2.6 f. insbesondere [Verzicht auf die Landesverweisung 
durch das Strafgericht, in der Folge ausländerrechtliche Verwarnung durch das 
VG BE]). 

4. Die ausländerrechtliche Verwarnung bzw. Androhung muss verhältnismäs-
sig sein (vgl. Spescha, a.a.O., Art. 96 AIG N 9). Der Regierungsrat kam bei sei-
ner entsprechenden Prüfung zum Ergebnis (angefochtener RRB Erw. 4.1), das 
geringe private Interesse des Beschwerdeführers, einer Massnahme ohne unmit-
telbaren oder mittelbaren Einfluss auf seinen Aufenthaltsstatus zu entgehen, mö-

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ge das gewichtige öffentliche Interesse an der Androhung des Widerrufs der Nie-
derlassungsbewilligung sowie der Einhaltung der Rechtsordnung nicht zu über-
wiegen. Mit dieser Verhältnismässigkeitsprüfung setzt sich der Beschwerdeführer 
nicht explizit auseinander. Weiterungen erübrigen sich insoweit grundsätzlich und 
es kann auf die zu bestätigende Erwägung 4.1 des Regierungsrats verwiesen 
werden (vgl. ferner Verfügung des AFM vom 28.7.2022 Erw. 4). Soweit immerhin 
im Vorbringen, die Verwarnung sei zu Unrecht im Sinne einer letzten Chance er-
gangen, eine Rüge fehlender Verhältnismässigkeit zu erblicken ist, kann auf das 
oben Erwähnte (Erw. 3.6) sowie auf die ebenfalls zu bestätigenden diesbezügli-
chen Ausführungen des Regierungsrats verwiesen werden (angefochtener RRB 
Erw. 4.2). 

5. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unberechtigt, weshalb 
sie abzuweisen ist. 

6. Dem Verfahrensausgang entsprechend werden die Kosten des verwal-
tungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 1’500.-- (Gerichts-
gebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) dem Beschwerdeführer auferlegt (§ 72 
VRP); Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrens-
ausgang keiner (§ 74 VRP). 

19

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Baraus-
lagen) von insgesamt Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 
Der Beschwerdeführer hat am 8. Dezember 2022 einen Kostenvorschuss 
von Fr. 1'500.-- geleistet, womit die Rechnung ausgeglichen ist.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden, sofern das Bundesrecht oder das Völkerrecht 
einen Bewilligungsanspruch einräumt (Art. 42 und 82ff., insbesondere Art. 
83 lit. c Ziffer 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 
173.110).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

4. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- das Amt für Migration (EB)
- den Regierungsrat des Kantons Schwyz
- das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB)
- und das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern (A).

Schwyz, 22. Februar 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

20

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 13. März 2023