# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32c24193-d27f-5535-af53-64a4b5b2ad6c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 11.03.2014 B 2013/66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2013-66_2014-03-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2013/66

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 11.03.2014

Entscheiddatum: 11.03.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 11.03.2014
Steuerrecht. Art. 249 Abs. 1 StG.Versuchte Steuerhinterziehung. Die 
Umstände liessen nicht zwingend darauf schliessen, dass die 
Beschwerdeführerin mit der unterlassenen Deklaration von 
Mutterschaftsentschädigungen eine Steuerverkürzung (willentlich) in Kauf 
nahm; eine blosse Nachlässigkeit bzw. (grobe) Fahrlässigkeit erschien 
mindestens gleich wahrscheinlich. Der Nachweis des 
(eventual-)vorsätzlichen Unterlassens der Deklaration konnte damit nicht mit 
hinlänglicher Sicherheit als erbracht gelten (Verwaltungsgericht, B 2013/66).

Urteil vom 11. März 2014

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. W. 

Schmid

_______________

In Sachen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

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und

X.Y.,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

versuchte Steuerhinterziehung (Staats- und Gemeindesteuern 2011)

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y. wohnt zusammen mit ihrem Ehemann und dem am 16. Februar 2011 

geborenen Sohn in Buchs. Im Jahr 2011 war sie bei verschiedenen Arbeitgebern 

angestellt und bezog zudem Leistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV) sowie der 

AHV-Ausgleichskasse (vgl. act. G 7/4/5 Beilagen). Das Ehepaar reichte die 

Steuererklärung 2011 am 1. April 2012 elektronisch ein und stellte der Steuerbehörde 

das von beiden Steuerpflichtigen unterzeichnete Steuererklärungsformular zusammen 

mit weiteren Belegen zu. Die Steuerbehörde forderte das Ehepaar Y. im Rahmen des 

Veranlagungsverfahrens mit Schreiben vom 30. April 2012 auf, die Lohnausweise der 

Ehefrau für die Zeit von Februar bis Mai 2011 einzureichen bzw. mitzuteilen, ob in 

dieser Zeit Ersatzeinkünfte erzielt worden seien (act. G 7/4/5 Beilage). X.Y. reichte 

daraufhin eine am 4. Mai 2012 ausgestellte Bestätigung der AHV-Ausgleichskasse 

(EXFOUR) über die von ihr vom 16. Februar bis 24. Mai 2011 bezogenen 

Mutterschaftsentschädigungen von Fr. 13'230.-- ein (act. G 7/4/5 Beilage). Am 14. 

August 2012 leitete das kantonale Steueramt gegen X.Y. ein Untersuchungsverfahren 

wegen Steuerhinterziehung ein. Es warf ihr vor, im Jahr 2011 die 

Mutterschaftsentschädigungen nicht deklariert zu haben und stellte eine Busse in der 

Höhe von Fr. 1'500.-- hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern in Aussicht (act. 

G 7/4/7). X.Y. nahm dazu am 15. August 2012 telefonisch Stellung und legte dar, sie 

habe Kenntnis der Zahlungen gehabt, sei jedoch nicht im Besitz der Bestätigung der 

AHV-Ausgleichskasse gewesen, als die Steuererklärung ausgefüllt worden sei. Sie 

habe deshalb vergessen, die Entschädigungen zu deklarieren. Es sei zudem ein 

"Riesentheater" gewesen, die Mutterschaftsentschädigungen überhaupt zu erhalten. 

Dies werde im Normalfall über den Arbeitgeber abgewickelt und auf dem Lohnausweis 

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aufgeführt (act. G 7/4/8). Mit Strafbefehl vom 24. August 2012 wurde X.Y. wegen 

versuchter Steuerhinterziehung mit Fr. 1'500.  gebüsst. Zudem wurden ihr die 

Verfahrenskosten von Fr. 100.-- auferlegt (act. G 7/2).

B./ Gegen den Strafbefehl erhob X.Y. mit Eingabe vom 27. August 2012 Einsprache 

(act. G 7/3). Das kantonale Steueramt überwies die Strafsache am 10. September 2012 

der Verwaltungsrekurskommission zur Beurteilung. Nach Durchführung einer 

öffentlichen Verhandlung am 21. Februar 2013 (act. G 7/12) eröffnete die 

Verwaltungsrekurskommission den Verfahrensbeteiligten mit Entscheid vom 21. 

Februar 2013, dass X.Y. vom Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung (Staats- und 

Gemeindesteuern 2011) freigesprochen werde (Kurzbegründung; act. G 7/13). Der auf 

Begehren des Steueramtes ausgefertigte ausführlich begründete Entscheid wurde am 

13. März 2013 versandt (act. G 7/15).

C./ Gegen diesen Entscheid erhob das Kantonale Steueramt mit Eingabe vom 26. März 

2013 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und der Strafbefehl 

vom 24. August 2012 sei zu bestätigen; unter Kostenfolge (act. G 1).

In der Vernehmlassung vom 4. April 2013 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid (act. G 6). In der Stellungnahme vom 10. April 2013 bestätigte die 

Beschwerdegegnerin ihre im vorinstanzlichen Verfahren gemachten Darlegungen (act. 

G 9).

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin bei der Veranlagung des Steuerjahres 2011 

eine versuchte Steuerhinterziehung im Sinn von Art. 249 Abs. 1 StG begangen hat. Die 

Bestimmung entspricht den Vorgaben in Art. 56 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

abgekürzt: StHG) und deckt sich inhaltlich mit Art. 176 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG). Das Versuchsstadium 

beginnt mit der Ausführung der Tat und endet unter anderem, wenn der Taterfolg 

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ausbleibt. Eine versuchte Steuerverkürzung kann demnach solange vorliegen, als die 

betreffende Veranlagung noch im ordentlichen Verfahren durchgeführt oder abgeändert 

werden kann (R. Sieber, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 

2. Aufl. 2008, N 2 und 3 zu Art. 176 DBG). In objektiver Hinsicht setzen die versuchte 

und die vollendete Steuerhinterziehung unrichtige (unwahre oder unvollständige) 

Angaben oder das Verschweigen von Tatsachen voraus, die für eine gesetzeskonforme 

Veranlagung erheblich sind. Dazu zählt insbesondere die Nichtdeklaration von 

steuerbaren Leistungen, aber auch das Verschweigen anderer steuererheblicher 

Tatsachen (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische 

Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 425f). Nach Art. 168 Abs. 2 StG muss die steuerpflichtige 

Person die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen und persönlich 

unterzeichnen. Nach Art. 179 StG regelt das kantonale Steueramt die Voraussetzungen 

für den elektronischen Austausch von Daten zwischen der steuerpflichtigen Person und 

der Steuerbehörde.

2.1. Die Beschwerdegegnerin unterzeichnete am 1. April 2012 die "eTaxes 2011-

Quittung", auf der ein steuerbares Einkommen von Fr. 68'500.-- aufgeführt war. Sie 

stellte diese Quittung zusammen mit dem Original des Steuererklärungsformulars und 

weiteren Belegen der Steuerbehörde zu. Das nicht ausgefüllte 

Steuererklärungsformular unterzeichnete sie ebenfalls und bestätigte damit, die 

Steuererklärung mit allen Beilagen vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt zu haben 

(act. G 7/4/5 Beilagen). Mit der Vorinstanz (act. G 2 E. 3a Absatz 3) ist in diesem 

Zusammenhang festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin damit die Richtigkeit des 

auf der "e-Taxes 2011-Quittung" aufgeführten steuerbaren Einkommens von Fr. 

68'500.-- bescheinigte. Mit der doppelten Unterzeichnung übernahm sie die 

Verantwortung für die unvollständige Steuererklärung. Aus dem Umstand, dass sie es 

an der notwendigen Sorgfalt mangeln liess, indem sie ihrem (als Steuersekretär in einer 

Nachbargemeinde tätigen) Steuerberater die Erledigung der Steuerangelegenheiten 

vollständig überliess und die Beträge nicht kontrollierte (vgl. act. G 3 S. 3), lässt sich 

keine Entlastung von der Verantwortung ableiten (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 13 zu Art. 174 DBG). Der objektive 

Tatbestand der unvollständigen Steuerdeklaration ist somit erfüllt.

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2.2. Der Steuerhinterziehungsversuch ist nur bei vorsätzlicher Tatbegehung strafbar; 

Fahrlässigkeit genügt dafür nicht (vgl. BGer 2A.168/2006 vom 8. März 2007, E. 3 mit 

Hinweis auf Sieber, a.a.O., N 5 zu Art. 176 DBG). Der Versuch einer 

Steuerhinterziehung setzt ein Wissen und Wollen des Täters voraus, das sich nicht nur 

auf die Unvollständigkeit oder Unrichtigkeit der Angaben, sondern auch auf deren 

Folgen - eine unrichtige Veranlagung - bezieht. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung gilt der Nachweis des Vorsatzes als erbracht, wenn mit hinreichender 

Sicherheit feststeht, dass sich die beschuldigte Person der Unrichtigkeit oder 

Unvollständigkeit der gemachten Angaben bewusst war. Ist dieses Wissen erwiesen, 

so muss angenommen werden, dass sie auch mit Willen handelte, d.h. eine Täuschung 

der Steuerbehörden beabsichtigte und eine zu niedrige Veranlagung zumindest in Kauf 

nahm (Eventualvorsatz). Diese Vermutung lässt sich nicht leicht entkräften, weil in der 

Regel ein anderer Beweggrund für die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der 

gemachten Angaben nur schwer vorstellbar ist. Lediglich fahrlässig handelt der 

Steuerpflichtige demgegenüber, wenn er die Folgen seines Verhaltens aus 

pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen 

hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Steuerpflichtige die Vorsicht nicht 

beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen 

verpflichtet ist (BGer 2A.194/2002 vom 25. April 2003, E. 2.3, mit Hinweisen). Ein 

Steuerpflichtiger kann sich jedoch der Verantwortung für die Richtigkeit und 

Vollständigkeit der Angaben in der Steuererklärung nicht dadurch entziehen, dass er 

seine Steuerangelegenheiten durch einen vertraglichen Vertreter besorgen lässt. Hat 

der Vertreter in der Steuererklärung unrichtige Angaben gemacht und damit eine 

Steuerverkürzung bewirkt, so hat sich der Steuerpflichtige dessen Verhalten 

anzurechnen, wenn er in der Lage gewesen wäre, die Fehler zu erkennen. Namentlich 

nimmt er den Versuch einer Steuerverkürzung in Kauf, wenn er die Erstellung der 

Steuererklärung ohne klare Instruktionen und ohne jegliche Kontrolle einem Treuhänder 

überträgt und sich nicht darum kümmert, ob die in der Steuererklärung enthaltenen 

Angaben richtig und vollständig sind (BGer 2C_29/2011 vom 16. Juni 2011, E. 2.3 und 

2.4 mit Hinweis auf BGer 2A.194/2002, a.a.O., E. 2.5.1 mit Hinweisen).

Der Nachweis der subjektiven Tatbestandselemente obliegt der Steuerbehörde (vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 39 zu Art. 175 DBG). Beim Vorwurf der 

versuchten Steuerhinterziehung hat sie insbesondere zu beweisen, dass die 

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betreffende Person sich der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten 

Angaben bewusst war. Dieses Wissen muss mit hinlänglicher Sicherheit nachgewiesen 

werden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 46 und N. 57 zu Art. 175 DBG); 

blosse Wahrscheinlichkeit genügt nicht. Die Veranlagungsbehörde darf grundsätzlich 

darauf vertrauen, dass die Steuerpflichtige den massgebenden Sachverhalt zutreffend 

deklarierte. Die steuerpflichtige Person muss damit rechnen, dass die Steuerbehörde 

auf ihre Angaben abstellt, ohne diese näher zu überprüfen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/

Meuter, a.a.O., N. 48 und N. 57 zu Art. 175 DBG).

2.3. Gemäss Bescheinigung der Ausgleichskasse vom 4. Mai 2012 (act. G 7/11) 

wurden der Beschwerdegegnerin im Zeitraum vom 16. Februar bis 24. Mai 2011 

Mutterschaftsentschädigungen von insgesamt Fr. 13'230.-- ausgerichtet. Diese 

Bestätigung hatte die Beschwerdegegnerin angefordert, nachdem sie vom 

Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. April 2012 aufgefordert worden war, 

Unterlagen und Informationen zur Einkommenssituation im erwähnten Zeitraum 

einzureichen. Nach Auskunft der Ausgleichskasse vom 6. Februar 2013 werden 

Steuerausweise (Gesamtübersicht) für die Mutterschaftsentschädigung jeweils nur auf 

Verlangen ausgestellt, da die meisten Mütter die Abrechnungen der 

Mutterschaftsentschädigung als Steuerausweis verwendeten. Diese würden von den 

Steuerverwaltungen ebenfalls akzeptiert (act. G 7/10). Die Beschwerdegegnerin führte 

anlässlich der mündlichen Verhandlung unter anderem aus, die Deklaration der 

Einkünfte sei aufgrund des fehlenden Auszugs vergessen worden (act. G 7/12 S. 1f).

2.4. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, bei der sorgfältigen 

Kontrolle bzw. Unterzeichnung der "eTaxes 2011-Quittung" hätte der 

Beschwerdegegnerin auffallen müssen, dass das steuerbare Einkommen im Vergleich 

zum Vorjahr (Fr. 86'118.--) ungewöhnlich tief ausgefallen sei. Eine Veränderung um 

rund 20 Prozent bleibe bei gehöriger Sorgfalt nicht unbemerkt. Dieses bestreite auch 

die Beschwerdegegnerin nicht. Sie habe an der Verhandlung eingeräumt, die Zahlen 

weder genau angeschaut noch nachgerechnet zu haben. Im Zusammenhang mit der 

Steuererklärung habe sie nichts selbst gemacht. Sie habe sämtliche Unterlagen dem 

Steuerberater übergeben, wie sie das jedes Jahr tue. Die Vorinstanz erachtete diese 

Aussagen als glaubhaft und vermerkte zu der vom Beschwerdeführer angeführten 

Rechtsprechung (BGer 2C_898/2011 vom 28. März 2011), wonach bei nicht 

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deklarierten Beträgen von einer gewissen Höhe nicht mehr von Fahrlässigkeit 

auszugehen sei, dass diese Praxis nicht davon entbinde, den konkreten Einzelfall zu 

prüfen. Habe sich das Bundesgericht im zitierten Fall mit einem erfahrenen 

Immobilienhändler auseinandersetzen müssen, der über gute Kenntnisse des 

Steuerverfahrens verfügt habe, sei bei der Beschwerdegegnerin von lediglich 

rudimentären Steuerkenntnissen auszugehen. Ihr beruflicher Hintergrund lasse auf 

nichts anderes schliessen. Gegen eine Hinterziehungsabsicht spreche weiter die 

Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin nicht versucht habe, die 

Mutterschaftsentschädigungen zu verheimlichen, nachdem sie von der 

Anklagebehörde aufgefordert worden sei, Auskunft über allfällige Einkünfte in der 

Periode von Februar bis Mai 2011 zu geben; vielmehr habe sie die von der 

Ausgleichskasse nachträglich eingeforderte Bestätigung unverzüglich zugestellt. Aus 

den gesamten Umständen könne nicht geschlossen werden, die Beschwerdegegnerin 

habe zumindest in Kauf genommen, Steuern zu hinterziehen. Soweit sie die von einem 

Dritten erstellte Steuererklärung nur mangelhaft oder gar nicht kontrolliert und 

dementsprechend das Fehlen der Zahlungen nicht bemerkt habe, sei ihr kein Vorsatz, 

sondern lediglich Fahrlässigkeit vorzuwerfen. Denn fahrlässig handle, wer die Folge 

seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenke oder darauf nicht 

Rücksicht nehme. Pflichtwidrig sei die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht 

nicht beobachtete, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen 

Verhältnissen verpflichtet sei (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 53 zu Art. 175 

DBG). Zu berücksichtigen sei schliesslich, dass die Beschwerdegegnerin ihren 

Steuerpflichten in der Vergangenheit stets nachgekommen sei (act. G 2 S. 9f).

Der Beschwerdeführer wendet ein, das Vorgehen eines Steuerpflichtigen könne 

vernünftigerweise nur mit der Absicht der Erwirkung einer gesetzwidrigen 

Steuerersparnis erklärt werden, wenn ein erheblicher Betrag, der vom Pflichtigen 

unmöglich habe übersehen werden können, nicht in dessen Steuererklärung erscheine. 

Eventualvorsatz sei von der Rechtsprechung unter anderem bejaht worden bei nicht 

deklarierten Nebeneinkünften im Umfang eines Viertels bzw. Drittels der 

Haupterwerbseinkünfte. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, sie hätte die 

Mutterschaftsentschädigung "vergessen" zu deklarieren, sei als Schutzbehauptung zu 

betrachten. An Einkommen, das man nur mit einem "Riesentheater" erhältlich machen 

könne und welches zwischen dem 16. Februar und 24. Mai 2011 das einzige 

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Einkommen darstelle, müsse eine Steuerpflichtige auch dann denken, wenn sie die 

Steuerklärung von einem Dritten ausfüllen lasse. Es sei das erste Mal gewesen, dass 

die Beschwerdegegnerin Mutterschaftsentschädigung erhalten habe. Ebenso würden 

auf dem Ausweis der Arbeitslosenversicherung genau die Monate März bis Mai 2011 

fehlen, was die Beschwerdegegnerin hätte bemerken müssen. Wer in einer solchen 

Situation die Steuererklärung unterzeichnet, ohne die Mutterschaftsentschädigung 

anzugeben, nehme eine Steuerhinterziehung in Kauf und erfülle damit den 

Eventualvorsatz (act. G 1 S. 3f).

2.5. Hinsichtlich der Abgrenzung der (im Fall der versuchten Steuerhinterziehung 

straflosen) bewussten Fahrlässigkeit vom (strafbaren) Eventualvorsatz ist festzuhalten, 

dass die Person in beiden Fällen mit Wissen vorgeht. Der Unterschied liegt auf der 

Willensseite: Wer leichtfertig auf den Nichteintritt des Erfolgs vertraut, handelt nicht mit 

Eventualvorsatz, sondern nur mit bewusster Fahrlässigkeit. Wer dagegen die 

Verwirklichung eines Tatbestandes zwar nicht mit Gewissheit voraussieht, aber doch 

ernsthaft für möglich hält und die Erfüllung des Tatbestandes für den Fall, dass sie 

eintreten sollte, auch mindestens in Kauf nimmt, handelt eventualvorsätzlich (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 49 und N. 57 zu Art. 175 DBG sowie N. 3 und N. 4 zu 

Art. 176 DBG, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung spielt bei der Klärung der 

Frage, ob eine versuchte Steuerhinterziehung absichtlich (vorsätzlich) begangen wurde 

oder einer Nachlässigkeit (Fahrlässigkeit) zuzuschreiben ist, die Höhe der in Frage 

stehenden Beträge eine nicht zu vernachlässigende Rolle, indem das Fehlen eines 

Betrages auf der Steuererklärung dem Pflichtigen umso weniger entgehen könne, je 

höher die Summe sei (BGer 2C_898/2011 E. 2.2 zweiter Absatz am Schluss mit 

Hinweisen).

Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin bei den jeweiligen Auszahlungen der 

Mutterschaftsentschädigung von der Ausgleichskasse entsprechende Abrechnungen 

zugestellt erhielt und diese der Steuerbehörde als Beleg hätte einreichen können (vgl. 

act. G 7/10). Eines zusätzlichen Steuerausweises hätte es damit für die 

Steuerdeklaration nicht bedurft. Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, dass nicht 

deklarierte Mutterschaftsentschädigungen von Fr. 13'230.-- rund einem Drittel des 

gesamten Einkommens der Beschwerdegegnerin im Jahr 2011 (Fr. 13'230.-- + Lohn 

und ALV-Taggeld von Fr. 19'373.--) entspreche (act. G 1 S. 3), ist festzuhalten, dass 

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die von der Beschwerdegegnerin mitunterzeichnete Steuererklärung 2011 das gesamte 

Familieneinkommen beinhaltete; bezogen auf letzteres beträgt der nicht deklarierte 

Anteil - wie von der Vorinstanz berechnet - rund 20% (vgl. vorstehende E. 2.4). Mit 

diesem (für sich gesehen erheblichen) Prozentwert ist allerdings eine Inkaufnahme einer 

Steuerverkürzung auf Seiten der Beschwerdegegnerin für sich allein noch nicht 

dargetan. Auch das Argument des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin, 

welche vor und nach der Geburt des Sohnes nicht mehr erwerbstätig gewesen sei, 

habe nach ihren eigenen Darlegungen bei der Einforderung der 

Mutterschaftsentschädigung bei der Ausgleichskasse Mühe gehabt (act. G 1 S. 3), 

lässt nicht zwingend darauf schliessen, dass sie eine Steuerverkürzung (willentlich) in 

Kauf nahm; eine blosse Nachlässigkeit bzw. (grobe) Fahrlässigkeit erscheint 

mindestens gleich wahrscheinlich. Der Nachweis des (eventual-)vorsätzlichen 

Unterlassens der Deklaration kann damit nicht mit hinlänglicher Sicherheit (vgl. 

vorstehende E. 2.2 am Schluss) als erbracht gelten. Insbesondere erscheint auch das 

generelle Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach es das grössere Unrecht sei, 

von 500 Steuerhinterziehern nur 5 ehrliche Dumme zu bestrafen, als 500 zu bestrafen, 

von denen 5 allenfalls nur (grob)fahrlässig gehandelt hätten (act. G 1 S. 4), nicht 

geeignet, diesen Nachweis im konkreten Fall zu führen. Unter Berücksichtigung aller 

Umstände kann die Folgerung der Vorinstanz, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug 

auf die Nichtdeklaration der Mutterschaftsentschädigung den Tatbestand der 

versuchten Steuerhinterziehung gemäss Art. 249 Abs. 1 StG mangels vorsätzlichen 

Handelns nicht erfüllt habe und sie dementsprechend vom Vorwurf der versuchten 

Steuerhinterziehung freizusprechen sei, nicht als unhaltbar bezeichnet werden. Der 

angefochtene Entscheid lässt sich dementsprechend nicht beanstanden.

3. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Der Beschwerdeführer trägt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

Fr. 1'500.--.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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V.          R.           W.

Der Präsident:                            Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Beda Eugster                  Dr. Walter Schmid

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