# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c92150d1-f4ef-5c31-8465-be762542876f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 27.04.2010 SK1 2010 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-9_2010-04-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 27. April 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 9 [nicht mündlich eröffnet]

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Kantonsrichterin Michael Dürst und Präsident Brunner
Redaktion Aktuarin ad hoc Ambühl

In der strafrechtlichen Berufung

der C. und des B., Angeklagte und Berufungskläger, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, Quaderstrasse 5, 7001 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein vom 14. Januar 2010, 
mitgeteilt am 28. Januar 2010, in Sachen der Angeklagten und Berufungskläger 
gegen E., Strafkläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Marco Ettisberger, Hinterm Bach 40, 7002 Chur,

betreffend üble Nachrede,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. B. ist am 12. April 1945 in X. geboren. Er ist unverheiratet und wohnt 
zusammen mit C., unverheiratet, geboren am 28. Mai 1951 in Rastatt, 
Bundesrepublik Deutschland, auf dem X. in Y.. Gemäss Auskunft des 
Gemeindesteueramtes Y. vom 6. Oktober 2009 verfügt B. über ein steuerbares 
Einkommen von Fr. 35’000.- (Bund) beziehungsweise von Fr. 27'700.- (Kanton) 
und ein steuerbares Vermögen von Fr. 345’400.-. Daneben kann er ein 
Reinvermögen von Fr. 387'474 ausweisen. C. verfügt weder über steuerbares 
Einkommen noch über steuerbares Vermögen. Ihr Reinvermögen beträgt Fr. 
30'573.-. Weder B. noch C. sind im Schweizerischen Zentralstrafregister 
verzeichnet.

B. Am 2. Mai 2009 schrieben B. und C. an ihren Nachbarn E. einen Brief mit 
der Überschrift „Verwarnung“. In diesem Schreiben werden zwei Vorfälle näher 
beschrieben, welche sich zwischen C., deren Hündin F. und E. zugetragen haben. 
Der erste Vorfall habe sich am 24. Mai 2008 ereignet. Nachdem F. die Katze von 
E. in einen Schopf gejagt habe, habe E. C. angeschrien, sollte dies noch einmal 
vorkommen, werde er den Hund zerfetzen. Ähnliches habe sich am 28. April 2009 
zugetragen. Als C. vor dem Haus darauf gewartet habe, bis F. ihr Geschäft 
verrichtet habe, sei E. mit erhobenen Fäusten und Schimpfworten auf den Hund 
los gestürmt. Er habe C. gedroht, er warte nur darauf von F. gebissen zu werden, 
dann habe er einen Grund, diese und auch C. „kaputt“ zu machen. C. und B. 
führten schliesslich aus, E. könne es nicht lassen, sie und ihren Hund immer 
wieder zu provozieren und darum würden sie reagieren, bevor etwas passiere. 
Zudem baten sie ihn, in Zukunft solche Ausrastungen und Attacken gegen sie zu 
unterlassen und führten weiter aus, in seiner Position als Vollzugsangestellter 
beim Kanton Graubünden sollte er als Vorbild auftreten und anständig mit seinen 
Lohngebern umgehen. Dieser Brief wurde als Kopie auch an die Kantonspolizei 
Graubünden und an den Arbeitgeber von E., G., _, verschickt.

C. Am 22. Mai 2009 instanzierte E. beim Kreisamt Thusis eine Klage gegen B. 
und C. wegen Ehrverletzung und Verleumdung. 

D. Im Rahmen der Sühneverhandlung vom 14. Juli 2009 konnte keine 
Einigung zwischen den Parteien erzielt werden. Nachdem E. innert Frist keine 
Klageergänzung eingereicht hatte, wurden B. und C. mit Schreiben vom 11. 
August 2009 zur Vernehmlassung aufgefordert. Mit Eingabe vom 31. August 2009 
wurden handschriftliche Notizen von C. eingereicht, welche aufzeigen sollen, dass 

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schleichende Provokationen über längere Zeit vorgefallen seien. Des Weiteren 
wird noch einmal darauf hingewiesen, dass man durchaus bereit sei, sich beim 
Arbeitgeber von E., dem _, schriftlich erkenntlich zu zeigen, wie man es bereits 
anlässlich der Sühneverhandlung vom 14. Juli 2009 anerboten habe.

E. In der Folge führte der Kreispräsident Thusis die Untersuchungen durch. 
Insbesondere wurden C. und B. als Angeschuldigte einvernommen. Die 
Untersuchung wurde mit Verfügung vom 6. Oktober 2009 für geschlossen erklärt.

F. Mit Anklageverfügung vom 20. Oktober 2009 versetzte der Kreispräsident 
Thusis B. und C. wegen übler Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) in Anklagezustand und 
überwies den Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein zur Beurteilung.

G. Mit Urteil vom 14. Januar 2010, mitgeteilt am 28. Januar 2010, erkannte der 
Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein was folgt:

„1. A. und C. sind schuldig der üblen Nachrede im Sinne von Art. 
173 Abs. 1 StGB.

2. A. wird zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 
60.00 bedingt auf zwei Jahre sowie zu einer Busse von CHF 
300.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von fünf Tagen 
verurteilt.

3. C. wird zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 
10.00 bedingt auf zwei Jahre sowie zu einer Busse von CHF 
100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen 
verurteilt.

4. (Kostenfolge).

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

Begründet wurde dieser Entscheid insbesondere damit, B. und C. hätten E. 
beschuldigt, zu Gewalttätigkeit zu neigen, indem er die Bereitschaft geäussert 
habe, Tiere (F.) und gar Menschen (C.) in grober Weise anzugreifen und sogar 
„kaputt zu machen“. Zudem werde E. vorgeworfen, nicht anständig zu sein. Diese 
Äusserungen von C. und B. seien ehrverletzend im strafrechtlichen Sinne, werde 
doch E. ein nach allgemeiner Auffassung verpöntes Verhalten und fehlender 
Anstand vorgeworfen. Der Entlastungsbeweis im Sinne von Art. 173 Ziff. 2 StGB 
sei B. und C. nicht gelungen. Insbesondere möge sich die Zeugin D. an nichts 
erinnern, was bestätigen könne, dass die von B. und C. gemachten 

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ehrverletzenden Äusserungen wahr seien, insbesondere dass E. gesagt habe, er 
werde F. und C. „kaputt“ machen.

H. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein liessen C. 
und B. mit Eingabe vom 18. Februar 2010 beim Kantonsgericht Graubünden 
Berufung mit folgenden Rechtbegehren erheben:

„1. Das angefochtene Urteil sei vollständig aufzuheben.

2. C. und B. seien vom Vorwurf der üblen Nachrede 
freizusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das erstinstanzliche 
und für das Berufungsverfahren zulasten des 
Berufungsbeklagten E..“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, das Urteil blende die 
Vorgeschichte und die vom Nachbarn provozierten und zu vertretenden Umstände 
aus, mit welchen die Äusserungen der Berufungskläger zusammenhängen. Die 
Berufungskläger bestreiten, mit ihrem Schreiben vom 2. Mai 2009 eine 
Ehrverletzung beabsichtigt zu haben. Schliesslich habe die Vorinstanz die 
Bestimmungen über den Entlastungsbeweis nicht richtig angewendet. Der 
Wahrheitsbeweis sei ihnen vor allem aufgrund dessen gelungen, weil der 
Berufungsbeklagte gemäss dem vorinstanzlichen Urteil sogar selber nicht 
ausschliessen könne, davon gesprochen zu haben, dass er den Hund „F.“ kaputt 
machen könnte.

I. In der Vernehmlassung vom 23. März 2010 liess E. die vollumfängliche 
Abweisung der strafrechtlichen Berufung von C. und B. beantragen. Die 
Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 24. Februar 2010 auf die Einreichung 
einer Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil und in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse 
sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgericht 

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Berufung einreichen. Auch Urteile der Bezirksgerichtsausschüsse in 
Ehrverletzungssachen sind von den Parteien mit Berufung beim Kantonsgericht 
von Graubünden anfechtbar (Art. 168 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes über die 
Strafrechtspflege; StPO; BR 350.000). Die Formalitäten richten sich dabei nach 
den allgemeinen Bestimmungen über das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. 
StPO (W. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 
Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, Ziff. 8.1 zu Art. 162-168 StPO, S. 423). Die 
Berufung ist innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen 
Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel 
des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob 
das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. 
StPO).

b) Diesen Anforderungen vermag die im Übrigen form- und fristgerecht 
eingereichte Berufung von C. und B. vom 18. Februar 2010 zu genügen, weshalb 
darauf einzutreten ist.

2.a) Das Ehrverletzungsverfahren ist ein besonderes Verfahren und richtet sich 
nach den Bestimmungen der Art. 162 ff. StPO. Ergänzend finden die 
Bestimmungen über das ordentliche Verfahren und subsidiär jene der 
Zivilprozessordnung (ZPO; BR 320.000) Anwendung (W. Padrutt, a.a.O., S. 418 
Ziff. 2). Den Vergehen gegen die Ehre ist eigen, dass sie nur auf Antrag des 
Verletzten verfolgt werden und dass der Prozess grundsätzlich in einem dem 
zivilprozessualen Zweiparteienverfahren angenäherten Verfahren geführt wird. 
Wesentliche Elemente im Sinne des Privatstrafklageverfahrens sind etwa die 
Einleitung des Verfahrens durch schriftliche Klage des Verletzten, der Ablauf der 
Hauptverhandlung, an welcher die Parteien ihre Sache selbst beziehungsweise 
durch ihre privat bestellten Anwälte zu vertreten haben, sowie die Möglichkeit 
beider Parteien, gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung beim Kantonsgericht 
einzulegen. Ein Parteivortritt findet gemäss Art. 168 Abs. 2 StPO im 
Berufungsverfahren nicht statt. Davon abgesehen kann von einer mündlichen 
Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz abgesehen werden, soweit die erste 
Instanz tatsächlich mündlich verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen oder 
Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den Akten beurteilen lassen, 
ferner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sache von geringer 
Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person und deren Charakter stellen (vgl. 
BGE 119 Ia 316 E. 2b; PKG 2001 Nr. 19; ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem 
nichtöffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegenstehen. 
Der Betroffene kann aber auch von sich aus auf eine mündliche Verhandlung 

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verzichten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich 
erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt. 

b) Die Berufungskläger beantragen in ihrer Berufung vom 18. Februar 2010 
trotz der klaren Vorschrift in Art. 168 Abs. 2 StPO, wonach in 
Ehrverletzungsverfahren vor der Berufungsinstanz kein Parteivortritt stattfindet, 
dennoch die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung und eine 
einlässliche Befragung der Berufungskläger durch das Kantonsgericht. Das 
angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein wurde am 14. 
Januar 2010 im Anschluss an eine mündliche Hauptverhandlung, an welcher die 
Berufungskläger anwesend waren, erlassen. Die Frage der reformatio in peius 
(Art. 146 Abs. 1 StPO) stellt sich vorliegend nicht, da lediglich die Berufungskläger 
gegen das vorinstanzliche Urteil Berufung erhoben haben und das Kantonsgericht 
mithin die Strafe nicht verschärfen darf. Im Weiteren stellen sich keinerlei Fragen 
zur Person und zum Charakter der Berufungskläger, die sich nicht auch aufgrund 
der Akten beantworten liessen. Die Tat- und Rechtsfragen lassen sich leicht nach 
den Akten beurteilen und die Angelegenheit ist von geringer Tragweite. Im 
vorliegenden Fall steht einem nichtöffentlichen Verfahren auch kein wichtiges 
öffentliches Interesse entgegen. Die streitige Strafsache kann demnach auch 
aufgrund der allgemeinen Grundsätze gestützt auf die vorliegenden Akten ohne 
mündliche Verhandlung sachgerecht entschieden werden. Auch eine einlässliche 
Befragung der Berufungskläger ist nicht notwendig, weshalb diese Anträge 
abzuweisen sind.

3.a) Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsgericht als 
Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kognition zukommt 
(Art. 146 Abs. 1 StPO), es jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im 
Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft. Es gilt dabei aber zu 
berücksichtigen, dass das Kantonsgericht auch weitere Urteilspunkte abändern 
oder ergänzen kann und muss, wenn sonst der Würdigung aller Umstände 
unzureichend Rechnung getragen würde beziehungsweise einzelne Fragen aus 
dem Sachzusammenhang gerissen würden und damit Bundesrecht verletzt würde 
(vgl. BGE 117 IV 104 ff.).

b) Vorliegend bestritten sind gemäss der Berufungsschrift unter anderem der 
von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt und dessen rechtliche Würdigung. 
Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob der den Berufungsklägern zur Last gelegte 
Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt ist und ob die Berufungskläger zu Recht 

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wegen übler Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen 
wurden.

4.a) Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder 
anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 
verdächtigt, wird gestützt auf Art. 173 Ziff. 1 StGB, auf Antrag, mit einer Geldstrafe 
bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Gegenstand dieser Bestimmung bilden 
ehrenrührige Tatsachenbehauptungen über eine Person, die gegenüber einem 
Dritten erhoben werden. Die Tatsachenbehauptung muss ehrrührig sein, das 
heisst geeignet, den Ruf des Betroffenen zu schädigen. Dabei ist gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung Ehre der Anspruch einer Person auf Geltung 
(BGE 114 IV 16). Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, also sich 
so zu benehmen, wie ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten 
pflegt (BGE 117 IV 28 f.; BGE 116 IV 206; BGE 103 IV 158). Entscheidend dafür, 
ob die eingeklagte Äusserung ehrverletzend sein kann, ist der Sinn, welchen ihr 
der unbefangene Hörer nach den Umständen beilegen musste (BGE 119 IV 47). 
Die Ehre ist unter anderem beim Vorwurf betroffen, vorsätzlich eine strafbare 
Handlung begangen zu haben (Riklin, Basler Kommentar zum StGB, Band II, 
Basel 2003, N 18 vor Art. 173 StGB; Trechsel et al., Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich 2008, N 1 ff. zu Art. 173 StGB). 
Subjektiv ist lediglich erforderlich, dass sich der Täter der Ehrenrührigkeit seiner 
Behauptung bewusst ist und diese mindestens eventualvorsätzlich einem Dritten 
gegenüber geäussert hat (vgl. Donatsch/Flachsmann/Hug/Maurer/Riesen-
Kupper/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, 18. Auflage, 
Zürich 2010, N 20 zu Art. 137; Rehberg/Schmid/Donatsch, Donatsch, Strafrecht 
III, Delikte gegen den Einzelnen, 9. Auflage, Zürich 2008, S. 327). Nicht zum 
Vorsatz gehört dagegen das Bewusstsein der Unwahrheit der Äusserung. Auch 
bedarf es keiner besonderen Beleidigungs- oder Kränkungsabsicht (Trechsel et 
al., a.a.O., N 11 zu Art. 173).

b) Der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein sprach B. und C. der üblen 
Nachrede im Sinne von Art. 173 Abs. 1 (recte: Ziff. 1) StGB schuldig. 
Ausschlaggebend war der Brief vom 2. Mai 2009, welchen B. und C. zu Handen 
von E. verfassten und anschliessend auch in Kopie an dessen Arbeitgeber 
zustellten. Der Inhalt dieses Briefes, welcher sich bei den Akten befindet, kann als 
ausgewiesen gelten. Einerseits wird E. unterstellt, er habe C. gedroht, „er warte 
nur darauf von F. gebissen zu werden, um einen Grund zu haben sie kaputt zu 
machen und C. dazu“. Des Weiteren wird er von C. und B. aufgefordert, „in 
Zukunft solche Ausrastungen und Attacken gegen uns zu unterlassen. In Deiner 

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Position als Vollzugsangestellter beim Kanton Graubünden solltest Du als Vorbild 
auftreten und anständig mit Deinen Lohngebern umgehen“. Aufgrund dieser 
Ausführungen wird E. implizit beschuldigt, gewalttätig sowohl gegenüber 
Menschen wie auch gegenüber Tieren zu sein und zu aggressivem Verhalten zu 
neigen. Darüber hinaus wird ihm insbesondere vorgeworfen, er verhalte sich nicht 
anständig. Durch diese Ausführungen wird ohne Zweifel der Ruf von E., ein 
ehrbarer Mensch zu sein, also sich so zu benehmen, wie ein charakterlich 
anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt, geschädigt. Da dieses Schreiben 
zudem an seinen Arbeitgeber zugestellt wurde und die Äusserung damit 
gegenüber einem Dritten erfolgte, ist der objektive Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 
StGB erfüllt. Die Ausführungen im Brief vom 2. Mai 2009 wurden zudem anlässlich 
der Einvernahmen von C. und von B. am 29. September 2009 bestätigt. Der 
Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein ist aufgrund der Ausführungen der 
Berufungskläger in diesem Brief zu Recht zum Schluss gekommen, dass diese 
damit E. eines unehrenhaften Verhaltens beschuldigten. Insbesondere ist darauf 
hinzuweisen, dass es im vorliegenden Verfahren nicht um die Beurteilung der 
Differenzen zwischen den Nachbarn geht, welche anscheinend schon seit 
längerem bestehen, sondern einzig um die Ausführungen im Schreiben vom 2. 
Mai 2009 sowie dessen Versand an den Arbeitgeber von E.. Die Vorinstanz ist 
damit zu Recht zum Schluss gekommen, aufgrund dieser Äusserungen seien die 
objektiven Voraussetzungen von Art. 173 Ziff. 1 StGB erfüllt.

c) In subjektiver Hinsicht wird von den Berufungsklägern vorgebracht, es fehle 
ihnen an jeder Art von Vorsatz. Sie hätten nicht die Absicht gehabt, E. zu 
verunglimpfen oder bei seinem Arbeitgeber anzuschwärzen. Die Äusserungen der 
Berufungskläger erfolgten willentlich und im Wissen darum, dass diese 
Äusserungen ehrverletzend sind. Die diesbezüglichen Ausführungen in der 
Berufungsschrift vom 18. Februar 2010, insbesondere, dass im ganzen Briefinhalt 
keine Beleidigungsabsicht erkennbar sei, sondern vielmehr der Wunsch nach 
Normalisierung der Beziehungen, erweisen sich als nicht nachvollziehbar. Es ist 
nicht im Entferntesten ersichtlich, inwieweit solche Äusserungen und insbesondere 
deren Mitteilung an den Arbeitgeber im Sinne eines angeblichen Hilferufs zu einer 
Besserung der nachbarschaftlichen Beziehungen beitragen sollten. Da in 
subjektiver Hinsicht zudem keine besondere Beleidigungs- oder Kränkungsabsicht 
verlangt wird, sind die diesbezüglichen Vorbringen der Berufungskläger 
unbeachtlich. Die Vorinstanz hat damit zu Recht auch das Vorliegen des 
subjektiven Tatbestandes von Art. 173 Ziff. 1 StGB bejaht.

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d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt 
rechtsgenüglich festgestellt hat und auch die rechtliche Würdigung zutreffend 
vorgenommen worden ist. Sowohl C. als auch B. erfüllen damit den objektiven und 
subjektiven Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 StGB.

5.a) Die Berufungskläger führen in ihrer Berufung vom 18. Februar 2010 des 
Weiteren aus, man sei nicht damit einverstanden, dass die Vorinstanz davon 
ausgehe, ihnen sei der Wahrheitsbeweis misslungen. Nebst den Aussagen der 
Zeugin D. könne insbesondere aufgrund der Eingeständnisse von E. zweifelsohne 
festgestellt werden, dass es zwischen den Parteien zu einem unschönen 
Wortwechsel gekommen sei. Indem die Berufungskläger E. an seine allgemeine 
Anstandspflicht erinnert hätten, habe man in Wahrnehmung berechtigter 
Interessen gehandelt. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht 
festgestellt hat, dass der Entlastungsbeweis gescheitert sei.

b) Der Beschuldigte macht sich gemäss Art. 173 Ziffer 2 StGB nicht strafbar, 
wenn er zu beweisen vermag, dass die von ihm vorgebrachte oder 
weiterverbreitete Äusserung der Wahrheit entspricht (Wahrheitsbeweis), oder dass 
er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten 
(Gutglaubensbeweis). In Umkehr der üblichen Beweislast ist somit der Verletzer 
für die Wahrheit seiner ehrverletzenden Äusserung beweispflichtig. Der Grundsatz 
„in dubio pro reo“ spielt nicht. Der Wahrheitsbeweis ist erbracht, wenn alle 
wesentlichen Punkte der Äusserung bewiesen sind, verhältnismässig 
unbedeutende Übertreibungen werden nicht geahndet. Beim Gutglaubensbeweis 
genügt es nicht, wenn der Beschuldigte nachweist, dass er die Tatsache, auf die 
er seinen Verdacht gestützt hat, für wahr halten durfte. Er muss darüber hinaus 
dartun, dass er gestützt auf diese Tatsachen den Antragsteller in guten Treuen 
und aus ernsthaften Gründen des ehrenrührigen Verhaltens verdächtig halten 
durfte (vgl. Riklin, a.a.O., N. 10 ff. zu Art. 173 StGB; PKG 1985 Nr. 34). Gemäss 
Art. 173 Ziffer 3 StGB wird der Beschuldigte von diesen so genannten 
Entlastungsbeweisen ausgeschlossen, wenn kumulativ einerseits eine Wahrung 
öffentlicher Interessen oder sonst wie eine begründete Veranlassung für die 
Äusserung fehlte und andererseits der Täter in der überwiegenden Absicht, 
jemandem Übles vorzuwerfen gehandelt hat, insbesondere, wenn sich die 
Äusserungen auf das Privat- oder Familienleben beziehen (vgl. Art. 173 Ziffer 3 
StGB). Von einem Handeln aus begründeter Veranlassung kann aber nicht schon 
dann die Rede sein, wenn eine solche objektiv bestand. In der begründeten 
Veranlassung muss auch der Beweggrund für die Äusserungen gelegen haben 
(BGE 82 IV 91; BGE 89 IV 190). Die beiden Voraussetzungen (fehlendes 

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öffentliches Interesse/fehlende begründete Veranlassung einerseits und 
bestehende Absicht, Übles vorzuwerfen, andererseits) müssen kumulativ erfüllt 
sein (Riklin, a.a.O., N 23 zu Art. 173). Die bündnerische Strafprozessordnung sieht 
in Art. 166 vor, dass der Beschuldigte einen allfälligen Entlastungsbeweis in seiner 
Vernehmlassung zur Strafklage zu beantragen hat. Weitere formelle 
Voraussetzungen werden nicht genannt (vgl. PKG 2006 Nr. 21). Aufgrund der 
gesetzlichen Regelung in Art. 173 Ziff. 3 StGB tritt der Fall, dass jemand nicht zum 
Entlastungsbeweis zugelassen werden kann, selten ein, was bedeutet, dass die 
Zulassung die Regel bildet (vgl. BGE 132 IV 116; Trechsel et al., a.a.O., N 21 zu 
Art. 173 StGB; PKG 2006 Nr. 21).

c) Der Antrag zum Entlastungsbeweis ist wohl in der Vernehmlassung an das 
Kreisamt Thusis vom 31. August 2009 zu erblicken, worin einerseits das Motiv der 
Äusserungen der Berufungskläger erläutert und andererseits beantragt wird, D. 
und H. als Zeugen einzuvernehmen, welche das Vorgefallene bestätigen könnten. 
Hinsichtlich der Frage der Zulassung zum Entlastungsbeweis macht der 
Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein keine näheren Ausführungen. Die 
Zulassung zum Entlastungsbeweise kann im vorliegenden Fall allerdings bejaht 
werden. Einerseits stellt die Zulassung zum Entlastungsbeweis die Regel dar. 
Andererseits kann objektiv betrachtet, aufgrund gewisser aktenkundiger 
nachbarschaftlicher Spannungen, nicht ohne Weiteres davon ausgegangen 
werden, dass es den Berufungsklägern an einer begründeten Veranlassung für 
ihre Äusserungen fehlte. Dieses angespannte nachbarschaftliche Verhältnis 
zwischen E., C. und B. kann zudem auch der Beweggrund für das Verhalten der 
Berufungskläger gewesen sein. Schliesslich kann auch nicht leichthin davon 
ausgegangen werden, dass die Berufungskläger vorwiegend in der Absicht 
handelten, E. Übles vorzuwerfen. Nachfolgend ist demnach zu prüfen, ob die 
Vorinstanz zu Recht davon ausging, der Entlastungsbeweis im Sinne von Art. 173 
Ziff. 2 StGB sei nicht gelungen.

d) Gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO entscheidet das Gericht bei der Würdigung 
der Beweismittel nach freier Überzeugung. Dieser Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die 
Bundesstrafrechtspflege (BStP; SR 312.0). Der Richter hat danach von 
Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner 
persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden 
Beweise darüber zu entscheiden, ob er eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht 
(vgl. BGE 115 IV 268 f.). Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die 
materielle Wahrheit wegleitend, so kann für diese Beurteilung nur die freie 

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Meinung des Richters massgebend sein (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 2, S. 244). Allein 
auf diese Weise kann der Richter ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen. 
Aufgabe des Richters ist es sodann, ohne Bindung an Beweisregeln an sich 
mögliche Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten 
Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und 
nachvollziehbar sein muss. Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzuführen, 
dass der Grundsatz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. 
Insbesondere sind die Aussagen von Zeugen und Angeschuldigten voll gültige 
Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist 
weniger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und 
Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft massgebend. Entscheidend 
ist mit anderen Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im 
Einzelfall (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 5, S. 246).

e) Die Berufungskläger stützen sich hinsichtlich des Entlastungsbeweises 
einerseits auf die Aussagen der Zeugin D., deren Einvernahme anlässlich der 
Hauptverhandlung vom 14. Januar 2010 vor dem Bezirksgerichtsausschuss 
stattgefunden hat. D. führte aus, sie könne sich an eine Begegnung zwischen C., 
deren Hündin F. sowie E. erinnern, nicht hingegen an das genaue Datum. Auch 
könne sie sich nicht daran erinnern, was die genannten Personen zueinander 
gesagt haben. Diese Zeugenaussage vermag folglich in keiner Weise zu belegen, 
dass die E. vorgeworfenen Äusserungen tatsächlich gemacht worden sind. 
Andererseits wird das Gelingen des Wahrheitsbeweises damit begründet, im Urteil 
des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein vom 14. Januar 2010 werde 
ausgeführt, E. bestreite zwar das ihm vorgeworfene Verhalten, bestätige aber, 
allenfalls sinngemäss gesagt zu haben, er könnte F. kaputt machen, was so zu 
verstehen sei, dass er sie kaputt machen könnte, wenn er wollte, was aber nie 
seine Absicht gewesen sei (vgl. act. 04/1, S. 10). Diesbezüglich teilt das 
Kantonsgericht Graubünden die Ansichten der Vorinstanz, wonach darin 
keineswegs ein umfassendes Geständnis zu erblicken sei. Insbesondere vermag 
diese Aussage in keiner Weise zu belegen, dass sich die Ereignisse so 
zugetragen haben, wie sie im Schreiben vom 2. Mai 2009 von C. und B. 
dargestellt werden. Diese Aussage reicht für sich allein nicht aus, den 
Wahrheitsbeweis zu erbringen. Des Weiteren bringen die Berufungskläger vor, sie 
hätten ernsthaften Anlass und Gründe gehabt, ihre Vorwürfe gegenüber E. für 
wahr zu halten. Die Berufungskläger machen allerdings keine weiteren 
Ausführungen darüber, aufgrund welcher Anhaltspunkte sie berechtigt wären, ihre 

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Äusserungen bezüglich E. für wahr zu halten. Insbesondere können die 
Berufungskläger weder nachweisen noch kann aufgrund der Akten darauf 
geschlossen werden, dass E. in irgendeiner Weise zu gewalttätigem Verhalten 
neigt beziehungsweise dass er die im Schreiben vom 2. Mai 2009 aufgeführten 
Äusserungen gemacht haben soll. Da nicht bewiesen werden konnte, dass sich E. 
den Ausführungen im Schreiben vom 2. Mai 2009 entsprechend verhalten 
beziehungsweise die geschilderten Aussagen tatsächlich geäussert hat, können 
die Berufungskläger auch nicht dartun, dass sie ernsthafte Gründe hatten, ihre 
Ausführungen in guten Treuen für wahr zu halten. In Würdigung aller Umstände 
gelangt das Kantonsgericht zur Überzeugung, dass die angerufenen Beweise zu 
keinem anderen als dem bereits ermittelten Ergebnis führen. Der Nachweis, dass 
E. sich tatsächlich in der ihm vorgeworfenen Art und Weise gegenüber C. 
geäussert hatte, konnte von den Berufungsklägern nicht rechtsgenüglich erbracht 
werden. Auch vermögen die Berufungskläger selbstredend nicht zu beweisen, 
dass sie ernsthafte Gründe hatten, ihre Äusserungen in guten Treuen für wahr zu 
halten. Der Entlastungsbeweis wurde von der Vorinstanz zu Recht als misslungen 
beurteilt. Die Berufung ist demnach auch in diesem Punkt abzuweisen.

6.a) Der Bezirksgerichtsauschuss Hinterrhein verurteilte B. zu einer Geldstrafe 
von 10 Tagsätzen zu je Fr. 60.00, bedingt auf zwei Jahre sowie zu einer Busse 
von Fr. 300.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen. C. wurde zu 
einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 bedingt auf zwei Jahre sowie 
zu einer Busse von Fr. 100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen 
verurteilt. Der Verteidiger der Berufungskläger hat in der Berufungsschrift vom 18. 
Februar 2010 kein Wort über die Strafzumessung verloren. Bei der Überprüfung 
der Strafzumessung ist zu beachten, dass die I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
ihr Ermessen zwar an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt und die Regeln 
über die Strafzumessung selbständig anwendet. Jedoch steht der Vorinstanz bei 
der Gewichtung der einzelnen Strafzumessungsfaktoren innerhalb des jeweiligen 
Strafrahmens ein erheblicher Ermessensspielraum zu. In diesen greift die I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts nur mit grosser Zurückhaltung ein. In 
Ergänzung zu den nachfolgenden Ausführungen sei deshalb auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen.

b) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem 
Verschulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. 
Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

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Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen 
wäre, die von ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die 
Entscheidung gegen sie und damit seine Schuld (vgl. Trechsel et al., a.a.O., N 21 
zu Art. 47 StGB; Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 
2007, N 65 zu Art. 47 StGB). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe 
grundsätzlich auf die Schuld bezieht. Wie nach altem soll auch nach geltendem 
Recht das Verschulden die Strafe begründen und nach oben begrenzen, wobei 
Verschulden im Sinne dieser Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des 
Rechtsbruchs ist (vgl. Wiprächtiger, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 47 StGB). Folglich ist 
die Strafzumessung innerhalb des zulässigen Strafrahmens und unter 
Berücksichtigung allfälliger Strafminderungs- sowie Strafmilderungsgründe im 
Wesentlichen eine Frage des Ermessens, bei dessen Überprüfung sich das 
angerufene Gericht als Rechtsmittelinstanz Zurückhaltung aufzuerlegen hat und 
nicht ohne Not in das Ermessen der Vorinstanz eingreift.

c) Die üble Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB wird auf Antrag mit einer 
Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB 
beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze, wobei das Gericht deren Zahl 
nach dem Verschulden des Täters bestimmt. Ein Tagessatz beträgt höchstens Fr. 
3'000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen 
und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich 
nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und 
Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (vgl. Art. 34 Abs. 2 
StGB). Dem Gericht verbleibt dabei ein erheblicher Ermessensspielraum. In 
Bezug auf die Bemessung der Geldstrafe kann vollumfänglich auf die korrekten 
Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden. Die Vorinstanz hat die 
Strafzumessung nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommen. Da die 
Strafzumessung darüber hinaus in der Berufung nicht thematisiert wird, muss 
darauf nicht näher eingegangen werden.

d) Eine Geldstrafe ist in der Regel aufzuschieben, wenn vom Fehlen einer 
ungünstigen Prognose ausgegangen werden kann (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB). Im 
vorliegenden Fall ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr, 
zumal die Berufungskläger keine Vorstrafen aufweisen. Eine unbedingte Strafe 
erscheint nicht notwendig, um die Berufungskläger von der Begehung weiterer 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Eine bedingte Strafe kann jedoch mit 
einer unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden 

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werden (vgl. Art. 42 Abs. 4 StGB). Das Bundesgericht hat sich in zwei 
Grundsatzentscheiden zu den Verbindungsstrafen geäussert (vgl. BGE 134 IV 1; 
BGE 134 IV 60). Diese kommen insbesondere in Betracht, wenn man dem Täter 
den bedingten Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewähren möchte, ihm 
aber dennoch in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden 
Geldstrafe  oder Busse einen Denkzettel verabreichen möchte. Die 
Strafenkombination dient hier spezialpräventiven Zwecken. Das Hauptgewicht 
liegt auf der bedingten Freiheits- oder Geldstrafe, während der unbedingten 
Verbindungsstrafe beziehungsweise Busse nur untergeordnete Bedeutung 
zukommt (vgl. BGE 135 IV 188). Somit ist die Kombination der Geldstrafe mit 
einer Busse aufgrund der neuen Rechtssprechung korrekt vorgenommen worden. 
Das Gericht bemisst die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass 
dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (vgl. Art. 106 
Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist auch der finanziellen 
Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Täters relevant 
sind die gleichen Kriterien wie bei der Geldstrafe, somit Einkommen, Vermögen, 
Lebensaufwand, Unterstützungspflichten und Existenzminimum. In BGE 135 IV 
188 hat das Bundesgericht entschieden, dass es als sachgerecht erscheine, die 
Obergrenze der Verbindungsstrafe grundsätzlich auf einen Fünftel 
beziehungsweise 20% festzulegen. Abweichungen von dieser Regel sind im 
Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der Verbindungsstrafe 
nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt. Gemäss Art. 106 Abs. 2 
StGB spricht der Richter für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten 
aus. Die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe bemisst sich nach Auffassung des 
Bundesgerichts unabhängig von den finanziellen Verhältnissen nach dem 
Verschulden. Bei der Festlegung der Ersatzfreiheitsstrafe muss das Gericht also 
die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von der Schuld abstrahieren und hernach 
eine täter- und tatangemessene Ersatzfreiheitsstrafe bilden. Finanziell starken und 
finanziell schwachen Verurteilten soll für die gleiche Tat die Freiheit für eine gleich 
lange Dauer entzogen werden. Im Unterscheid zum Tagessatzsystem besteht hier 
ein grösseres Ermessen und der Zusammenhang zwischen Verschulden und den 
finanziellen Verhältnissen sowie der Bussenhöhe und der Ersatzfreiheitsstrafe 
muss nicht wie bei der Berechnung der Geldstrafe gleichsam mathematisch 
aufgezeigt werden (vgl. BGE 134 IV 60; Heimgartner, Basler Kommentar zum 
StGB, Band I, 2. Auflage, Basel 2007, N 10 ff. zu Art. 106; Donatsch/ Flachsmann/ 
Hug/ Maurer/ Riesen-Kupper/Weder, a.a.O., N 5 zu Art. 106). 

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e.) Die von der Vorinstanz ausgesprochenen Geldstrafen können als tief 
bezeichnet werden. Eine bedingte Geldstrafe von 10 Tagsätzen zu Fr. 60.00 
beziehungsweise Fr. 10.00 sowie eine Busse von Fr. 300.00 beziehungsweise Fr. 
100.00 scheinen unter den gegebenen Umständen somit als angemessen. 
Insbesondere in Anbetracht der tiefen Strafen und dem der Vorinstanz bei der 
Strafzumessung zukommendem Ermessensspielraum, erscheint dem 
Kantonsgericht die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe als durchaus 
angemessen. Hinsichtlich der angeordneten Ersatzfreiheitsstrafen von fünf 
beziehungsweise zehn Tagen im Sinne von Art. 106 StGB muss der 
vorinstanzliche Entscheid allerdings korrigiert werden. Wie ausgeführt, bemisst 
sich die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe nach dem Verschulden, welches im 
vorliegenden Fall bei beiden Berufungsklägern gleich hoch ist. Demnach 
rechtfertigt es sich, Ziffer 2 und Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben 
und die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe für beide Berufungskläger auf drei Tage 
festzulegen. 

7.a) Gemäss Art. 167 Abs. 5 StPO werden der unterliegenden Partei die Kosten 
des Verfahrens und eine Prozessentschädigung an die Gegenpartei auferlegt. Von 
dieser Regel darf nur abgewichen werden, wenn besondere Verhältnisse dies 
rechtfertigen. Art. 167 StPO regelt die amtliche und ausseramtliche 
Kostenverteilung im gewöhnlichen Ehrverletzungsverfahren abschliessend. Die 
allgemeinen Grundsätze über die Verfahrenskosten gemäss Art. 156 ff. StPO 
finden daher keine Anwendung (vgl. Entscheid der Beschwerdekammer des 
Kantonsgerichts Graubünden BK 02 34 vom 30. Oktober 2002 E. 9; PKG 1984 Nr. 
58; Padrutt, a.a.O., S. 422). Da die Berufungskläger von der Vorinstanz der üblen 
Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen wurden und 
auch mit der beim Kantonsgericht eingelegten Berufung nicht durchgedrungen 
sind, ist der Kostenspruch der Vorinstanz nicht zu beanstanden.

b) Wie eben ausgeführt, findet Art. 156 ff. StPO und damit auch Art. 160 StPO, 
der ansonsten die Kosten- und Entschädigungsfolge im Rechtsmittelverfahren 
regelt, keine Anwendung. Gestützt auf Art. 167 Abs. 5 StPO sind demnach die 
Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von Fr. 3’000.- den Berufungsklägern zu 
überbinden, welche den Berufungsbeklagten zudem mit Fr. 1'500.- (inkl. MwSt.) zu 
entschädigen hat. Die Tatsache, dass die Berufungsinstanz eine Korrektur der 
Ersatzfreiheitsstrafen vornimmt, rechtfertigt keine andere Kostenverteilung, zumal 
diese Korrektur von absolut untergeordneter Bedeutung ist und zudem auch von 
den Berufungsklägern nicht thematisiert worden ist.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Ziffern 2 und 3 des angefochtenen Urteils werden aufgehoben und wie 
folgt neu formuliert:

„2. A. wird zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 60.00 bedingt auf 
zwei Jahre sowie einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von drei Tagen verurteilt.

3. C. wird zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 10.00 bedingt auf 
zwei Jahre sowie zu einer Busse von CHF 100.00, ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von drei Tagen verurteilt.“

2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.- gehen zu Lasten der 
Berufungskläger, welche den Berufungsbeklagten für das 
Berufungsverfahren mit Fr. 1'500.- (inkl. MwSt.) zu entschädigen haben.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: