# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2b50fa6-a059-535e-9219-8c0136d3d7bb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2009 B-505/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-505-2009_2009-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-505/2009
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter David Aschmann (Vorsitz), 
Richter Bernard Maitre, Richter Hans Urech;
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher.

Adissa AG, Ibelweg 18a, 6300 Zug,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Claude Schluep, 
Falkenplatz 7, Postfach 8062, 3001 Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

adidas AG, Adi-Dassler-Strasse 1-2, 
DE-91074 Herzogenaurach,
vertreten durch Patentanwaltsbureau Jean Hunziker AG, 
Schwäntenmos 14, 8126 Zumikon,
Beschwerdegegner,

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Entscheid vom 10. Dezember 2008 in den 
Widerspruchsverfahren Nr. 9349 und 9350 adidas (fig.) 
und ADIDAS / Adissasport home fitness (fig.).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-505/2009

Sachverhalt:

A.
Die Eintragung der Wort-/Bildmarke Nr. CH 561'932 Adissasport home 
fitness (fig.) der Beschwerdeführerin wurde am 20. September 2007 im 
Schweizerischen  Handelsamtsblatt  (SHAB)  veröffentlicht.  Die  Marke 
ist für Waren folgender Klassen registriert:

27 Teppiche,  Fussmatten,  Matten,  Linoleum  und  andere  Boden-
beläge; Tapeten (ausgenommen aus textilem Material).

28 Spiele,  Spielzeug;  Turn-  und  Sportartikel,  soweit  sie  in  dieser 
Klasse enthalten sind; Christbaumschmuck; Spielkarten.

Sie sieht wie folgt aus:

B.
Am 20. Dezember 2007 erhob die Beschwerdegegnerin beim Eidge-
nössischen Institut  für Geistiges Eigentum ("Vorinstanz") zwei Wider-
sprüche gegen diese Eintragung, die sie auf folgende Marken stützte:

IR 487'580 adidas (fig.) (Widerspruch Nr. 9349)
CH 374'068 ADIDAS (Widerspruch Nr. 9350)

C.
Die  erste  Widerspruchsmarke  IR  487'580  adidas (fig.)  (Widerspruch 
Nr. 9349), registriert am 25. August 1984, ist in der Schweiz für folgen-
de Waren geschützt:

18 Sacs et malles à vendre dans les magasins spécialises dans le  
sport et dans les rayons spéciaux de sport des grands magasins.

25 Vêtements,  y  compris  ceux  tissés  à  mailles  et  tricotés,  bas, 
gants, les produits précités étant  utilisés comme vêtements de  
sport;  chaussures,  semelles  intérieures,  pointes  et  crampons 
pour chaussures de sport.

28 Articles de sport, balles, chaussures de sport miniatures, balles  
miniatures.

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Sie sieht wie folgt aus:

Die zweite Widerspruchsmarke CH 374'068 ADIDAS (Widerspruch Nr. 
9350), hinterlegt am 3. Juli 1989, ist als Wortmarke für folgende Waren 
der Klassen 9, 18, 24-25, 28 registriert:

Bas,  chaussures,  coiffures,  bérets,  casques,  foulards,  maillots,  
culottes,  fanions,  protège-genoux,  gants  pour  la  pratique  de 
sports  et  notamment  du  football,  du  basketball,  du  hockey, du 
ski, du cyclisme, du patinage, de la natation, du ski-nautique, de  
la boxe, du curling; ballons de football, cannes et palets (pucks)  
de hockey, balles et  raquettes de tennis,  boules en bois  et  en 
métal,  skis,  patins,  luges,  raquettes,  bob-sleighs,  ski-bobs,  bâ-
tons de ski, sacs de voyage.

Die Beschwerdegegnerin begründete die Widersprüche mit  dem Vor-
liegen  einer  Verwechslungsgefahr  zwischen  den  zu  vergleichenden 
Marken. Die Zeichen seien in höchstem Masse ähnlich und für identi-
sche oder zumindest gleichartige Waren eingetragen. Die Marken der 
Widersprechenden hätten sich über Jahrzehnte im Bereich des Sports, 
im Besonderen für Sportartikel und -ausrüstung etabliert und würden 
Weltruf geniessen. Sinngemäss machte die Beschwerdegegnerin gel-
tend, das in der angegriffenen Marke enthaltene Wortelement „sport“ 
erhöhe die Verwechslungsgefahr vor diesem Hintergrund noch zusätz-
lich.

D.
Am 6. Juni 2008 bezog die Beschwerdeführerin zu den Widersprüchen 
Stellung. Sie bestritt den rechtserhaltenden Gebrauch der Marke Adi-
das für „articles de sport“ in Klasse 28 sowie das Bestehen einer Ver-
wechslungsgefahr. Es gehe zudem im vorliegenden Fall nicht um die 
Kernprodukte, für die die Marke Adidas Bekanntheit geniesse, weshalb 
die  Bekanntheit  in  diesem  Widerspruchsverfahren  nicht  geltend  ge-
macht werden könne. Die Kernprodukte der Marke Adidas sind nach 
Auffassung der Beschwerdeführerin Fussballschuhe und Sportbeklei-
dung.

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E.
Mit Schreiben vom 9. Juli 2008 forderte die Vorinstanz die Beschwer-
deführerin dazu auf zu präzisieren, ob die erhobene Nichtgebrauchs-
einrede beide  Widerspruchsmarken  erfasse  und zudem die  einrede-
betroffenen  Waren  für  jede  Widerspruchsmarke  gesondert  aufzufüh-
ren.

F.
Mit Schreiben vom 16. Juli 2008 teilte die Beschwerdeführerin der Vor-
instanz  mit,  sie  verzichte  auf  eine  Aufrechterhaltung  der  Nichtge-
brauchseinrede.

G.
Mit zwei Verfügungen vom 1. Juni 2007 hiess die Vorinstanz beide Wi-
dersprüche teilweise gut und verfügte den Widerruf der angefochtenen 
Marke für folgende Waren:

Matten (Klasse 27),

Spiele, Spielzeug; Turn- und Sportartikel, soweit sie in dieser Klasse 
enthalten sind (Klasse 28).

Die  Frage,  ob  die  Widerspruchsmarken  aufgrund  ihrer  Bekanntheit 
über eine gesteigerte Kennzeichnungskraft verfügen, liess die Vorins-
tanz offen.

H.
Am 23. Januar 2009 erhob die Beschwerdeführerin gegen die Verfü-
gung Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht mit  den Rechts-
begehren:

1. Der Entscheid des IGE vom 10. Dezember 2008 im Widerspruchs-
verfahren Nr. 9349 und 9350 sei aufzuheben.

2. Die Eintragung der angefochtenen CH-Marke Nr. 561932
„Adissasport home fitness (fig.)” sei vollumfänglich zu bestätigen.

3. Das  Verfahren  sei  auf  schriftlichem  Weg  zu  erledigen;  auf  eine  
mündliche Verhandlung sei zu verzichten.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

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Zur  Begründung  bestritt  die  Beschwerdeführerin,  mangels  Gleichar-
tigkeit der zu vergleichenden Waren und mangels Ähnlichkeit der Zei-
chen,  erneut,  dass  eine Verwechslungsgefahr  zwischen den  Marken 
bestehe. Die Vorinstanz habe den massgeblichen Gesamteindruck der 
Marken nicht berücksichtigt.

I.
Die Vorinstanz beantragte mit Schreiben vom 8. Juni 2009, unter Ver-
weis auf den angefochtenen Entscheid, die Beschwerde unter Kosten-
folge abzuweisen.

J.
Mit  Beschwerdeantwort  vom 7. September  2009  beantragte  die  Be-
schwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde un-
ter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Beschwerdefüh-
rerin. Auf die vorgebrachten Argumente wie auch auf weitere im Ver-
laufe des erstinstanzlichen und des Beschwerdeverfahrens von beiden 
Seiten vorgebrachte Argumente wird soweit nötig in den untenstehen-
den Urteilserwägungen eingegangen.

K.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt  (Art. 40 Abs. 1 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen Verfügungen der Vorinstanz in  Widerspruchsverfahren zustän-
dig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG). Die Beschwerde wurde innerhalb 
der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgesetzes über das Ver-
waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensge-
setz, VwVG; SR 172.021) am 3. Dezember 2008 eingereicht und der 
verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG) 
Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  den  angefochtenen  Entscheid  nur 
besonders berührt und beschwert (Art. 48 Abs. 1 VwVG), soweit er die 
Widersprüche Nr. 9340 und Nr. 9350 gutheisst. Auf die Beschwerde ist 
aber uneingeschränkt  einzutreten,  da die Beschwerdeführerin  jeden-
falls sinngemäss die Verfügung nur soweit anficht, als sie durch sie be-
schwert ist.

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2.
Nach  Art.  3  Abs.  1  Bst.  c  des  Markenschutzgesetzes  vom  28. Au-
gust 1992 (MSchG, SR 232.11) sind Zeichen vom Markenschutz aus-
geschlossen,  wenn  sie  einer  älteren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche 
oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert sind, so dass 
sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt. Die Beurteilung der Ver-
wechslungsgefahr richtet sich nach der Ähnlichkeit der Zeichen im Er-
innerungsbild des Letztabnehmers (BGE 121 III 378 E. 2a  Boss) und 
nach dem Mass an Gleichartigkeit  zwischen den geschützten Waren 
und Dienstleistungen. Zwischen diesen beiden Elementen besteht eine 
Wechselwirkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind umso höhe-
re Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die Produkte sind, und umge-
kehrt  (LUCAS DAVID,  in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht, 
Markenschutzgesetz  Muster-  und  Modellgesetz,  Basel  1999,  Art.  3, 
N. 8). Damit eine Verwechslungsgefahr droht, müssen aber noch wei-
tere  Faktoren  hinzukommen.  Ausschlaggebend  ist,  ob  aufgrund  der 
Ähnlichkeit Fehlzurechnungen zu befürchten sind, welche das besser 
berechtigte  Zeichen  in  seiner  Individualisierungsfunktion  gefährden 
(BGE 127 III 166 E. 2a Securitas). Zu berücksichtigen sind im Einzel-
fall  der Aufmerksamkeitsgrad, mit dem die Abnehmer bestimmte Wa-
ren oder Dienstleistungen nachfragen, sowie die Kennzeichnungskraft, 
da  diese  massgeblich  den  Schutzumfang  einer  Marke  bestimmt 
(CHRISTOPH WILLI, in: Markenschutzgesetz, Kommentar zum schweizeri-
schen Markenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und in-
ternationalen Markenrechts, Zürich 2002, Art. 3, N. 17 ff.). Massenpro-
dukte  des  alltäglichen  Gebrauchs  werden  mit  einem  geringen  Auf-
merksamkeitsgrad nachgefragt, sodass bei entsprechenden Waren im 
Hinblick auf eine allfällige Verwechslungsgefahr ein strengerer Mass-
stab anzulegen ist (BGE 117 II 326 E. 4 Valser).

Eine Verwechslungsgefahr ist anzunehmen, wenn eines der zu verglei-
chenden  Zeichen  für  das  andere  gehalten  wird  ("unmittelbare  Ver-
wechslungsgefahr"),  aber  auch  dann,  wenn  die  massgeblichen  Ver-
kehrskreise die Zeichen zwar auseinanderhalten, dahinter aber unrich-
tige wirtschaftliche Zusammenhänge vermuten und namentlich anneh-
men, dass beide gekennzeichneten Angebote aus demselben Unter-
nehmen stammen ("mittelbare Verwechslungsgefahr", vgl. BGE 127 III 
166  E.  2a  Securitas,  128  III  97  f.  E.  2a  Orfina/Orfina,  Entscheid 
4C.171/2001  vom 5. Oktober  2001  des  Schweizerischen  Bundesge-
richts, veröffentlicht in sic! 2002 S. 99 E. 1b Stoxx/StockX [fig.]). Weiter 
geht der Schutz berühmter Marken, der unabhängig vom Bestehen ei-

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ner  Verwechslungsgefahr  alle  Zeichen  umfasst,  deren  Gebrauch die 
Unterscheidungskraft der berühmten Marke gefährdet, deren Ruf aus-
nützt oder ihn beeinträchtigt (Art. 15 MSchG). Im Widerspruchsverfah-
ren kann dieser Schutz der berühmten Marke allerdings nicht angeru-
fen  oder  gewährt  werden,  da  Art.  31  MSchG  die  Anwendung  von 
Art. 15 MSchG als  Prüfungsgegenstand des Widerspruchsverfahrens 
nicht  vorsieht  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-1085/2008 
vom 13. November 2008 E. 2 Red Bull, B-5325/2007 vom 12. Novem-
ber 2007 E. 3  Adwista/ad-vista  mit weiteren Hinweisen). Hingegen ist 
eine durch den Gebrauch der Widerspruchsmarke im Verkehr erworbe-
ne Bekanntheit  zu  beachten (Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts 
B-7452/2006 vom 17. April 2007 E.2 Martini/martini (fig.), B-7447/2006 
vom 17. April  2007  Martini  baby/martini (fig.) je mit weiteren Hinwei-
sen). Sie führt zu einem erweiterten Schutz der Marke, da starke Mar-
ken einen grösseren Schutzumfang verdienen (BGE 122 III 382 Kamil-
losan).

3.
Als erstes sind die massgeblichen Verkehrskreise für die noch im Wi-
derspruch  stehenden Waren zu bestimmen. Es  sind  dies  die  Waren 
Matten  (Klasse  27)  sowie Spiele,  Spielzeug,  Turn-  und  Sportartikel,  
soweit in Klasse 28 enthalten, auf Seite der angefochtenen Marke, und 
Sporttaschen, die zum Verkauf in Spezialgeschäften für Sport und in 
den  Sportabteilungen  grosser  Warenhäuser  bestimmt  sind  (Klas-
se 18),  Bekleidung,  einschliesslich  gewobene  und  gestrickte  Beklei-
dung,  Kopfbedeckungen,  Handschuhe,  die  vorgenannten  Artikel  als  
Sportbekleidung;  Schuhe,  Einlegesohlen,  Spitzen  und  Stollen  für  
Sportschuhe (Klasse 25), Sportartikel, Bälle, miniaturisierte Bälle und 
Schuhe (Klasse 28) (W 9349) bzw. Strümpfe, Schuhe, Kopfbedeckun-
gen, Baskenmützen, Helme, Halstücher, Leibchen, Kurzhosen, Fähn-
chen,  Knieschützer,  Sporthandschuhe  insbesondere  Fussballhand-
schuhe,  Basketballhandschuhe,  Eishockeyhandschuhe,  Skihandschu-
he, Radhandschuhe, Eislaufhandschuhe, Schwimmhandschuhe, Was-
serskihandschuhe,  Boxhandschuhe,  Curlinghandschuhe;  Fussbälle, 
Eishockeystöcke und -pucks, Tennisbälle und -schläger, Holz- und Me-
tallkugeln,  Ski,  Eisschuhe,  Rodelschlitten,  Schneeschuhe,  Bobschlit-
ten, Skibobs, Skistöcke, Reisetaschen (Klassen 9, 18, 24-25, 28) (W 
9350) auf Seiten der beiden Widerspruchsmarken. Die massgeblichen 
Verkehrskreise für diese Waren sind allem voran Durchschnittskonsu-
menten, die sich mit Bezug auf den grössten Teil der Waren dadurch 
charakterisieren,  dass sie Breitensport  betreiben,  sowie Sportler. Mit 

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Blick auf die  Matten in Klasse 27 und aufgrund des Umstands, dass 
etwa Sportbekleidung auch als Freizeits- und Alltagskleidung getragen 
wird, zählen zu den massgeblichen Verkehrskreisen auch keinen Sport 
treibende Durchschnittskonsumenten.

4.

4.1 Gleichartigkeit bedeutet, dass die massgeblichen Abnehmerkreise 
auf den Gedanken kommen können, die unter Verwendung ähnlicher 
Marken angebotenen Waren würden angesichts ihrer üblichen Herstel-
lungs-  und  Vertriebsstätten  aus  demselben  Unternehmen  stammen 
oder doch wenigstens unter der Kontrolle des gemeinsamen Markenin-
habers hergestellt (LUCAS DAVID, a.a.O., Art. 3, N. 35). Für das Bestehen 
gleichartiger Waren sprechen Übereinstimmungen zwischen den Her-
stellungsstätten der Waren,  dem fabrikationsspezifisch erforderlichen 
Know-how, den Vertriebskanälen, den Abnehmerkreisen und dem Ver-
wendungszweck der Waren, deren Substituierbarkeit, verwandte oder 
gleiche  technologische  Indikationsbereiche  sowie  das  Verhältnis  von 
Hauptware  und  Zubehör  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-7447/2006  vom 17. April  2007  E. 5  Martini  Baby,  Entscheide  der 
Eidgenössischen  Rekurskommission  für  geistiges  Eigentum  [RKGE] 
vom  16.  August  2004  E.  6  Harry  (fig.),  veröffentlicht  in  sic!  2004 
S. 863 f. und vom 25. Mai 2005 E. 5 Käserosette (3D), veröffentlicht in 
sic! 2006 S. 36). Gegen das Vorliegen von Gleichartigkeit sprechen ge-
trennte Vertriebskanäle innerhalb derselben Käuferschicht  sowie das 
Verhältnis von Hilfsware oder Rohstoff zu Haupt-, Zwischen- oder Fer-
tigware  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-7447/2006  vom 
17. April  2007 E. 5  Martini  Baby,  Entscheid der  RKGE vom 16. Au-
gust 2004 E. 6  Harry (fig.), veröffentlicht in sic! 2004 S. 863 f.;  EUGEN 
MARBACH,  in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.],  Schweizerisches 
Immaterialgüter-  und  Wettbewerbsrecht,  Bd.  III/1,  Markenrecht, 
2. Aufl., Basel 2009, N. 845).

4.2 Vorliegend geht es um die Frage nach der Gleichartigkeit der Wa-
ren Matten (Klasse 27) und Spiele, Spielzeug, Turn- und Sportartikel,  
soweit diese in Klasse 28 enthalten sind, auf der einen Seite, und den 
von  den  beiden  Widerspruchsmarken  beanspruchten  Waren  auf  der 
anderen Seite. Die  Beschwerdeführerin  bezweifelt  die  Gleichartigkeit 
von  Turnartikeln mit  den von der Widerspruchsmarke  beanspruchten 
Waren,  namentlich  Sportartikeln  und  Bekleidungsstücken.  Die  Be-
schwerdeführerin spricht sich gegen eine mittelbare Verwechslungsge-

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fahr und damit sinngemäss gegen das Vorliegen einer Gleichartigkeit 
zwischen den obengenannten Waren aus. Sie macht geltend, die Wa-
ren auf  Seite  der angegriffenen Marke würden in  anderen Verkaufs-
stellen  vertrieben  als  die  „Kernprodukte  der  Widerspruchsgegnerin“. 
Turngeräte würden von den beschwerdegegnerischen  Widerspruchs-
marken nicht beansprucht und seien auch nicht vergleichbar mit den 
von diesen in Klasse 25 beanspruchten Waren. Turnartikel seien nicht 
gleichzusetzen mit Sportartikeln. Denn bei Turnartikeln handle es sich 
um Geräte wie Barren, Rudergeräte, Sprossenwände etc. Der durch-
schnittliche Konsument wisse, dass ADIDAS in erster Linie für Sport-
bekleidung Verwendung finde.

4.3
Nach der Internationalen Klassifikation für Waren und Dienstleistungen 
(„Nizza Abkommen“) gehören auch Turnmatten und Gymnastikmatten 
in  Warenklasse  27  und  damit  unter  den  Oberbegriff  „Matten“  (vgl. 
Deutsches Patent- und Markenamt, Marken Klassifikation - Internati-
onale  Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für  die Eintra-
gung von Marken,  9. Aufl.,  München 2006,  S. 95, S. 199). Es kann 
sich demnach bei „Matten“ in der Tat auch um Turn- oder Gymnastik-
matten unterschiedlicher Art und Grösse handeln. Hersteller und Ver-
treiber von Sportwaren warten heute mit einem diversifizierten Ange-
bot von Waren für die unterschiedlichsten Sportarten, aber auch für 
Brillen,  Parfums etc. auf, wie etwa ein Blick auf  die von der Vorins-
tanz zitierte Webseite www.puma.com/us/en/pindex.jsp zeigt. Die hier 
massgeblichen Verkehrskreise können deshalb leicht auf den Gedan-
ken kommen,  diese Waren stammten aus demselben Unternehmen 
wie  Sporttaschen  zum  Verkauf  in  Sportgeschäften,  Sportschuhen 
und Sportbekleidung jeglicher Art und Sportartikeln (Widerspruch Nr. 
9349;  adidas (fig.))  oder  würden  zumindest  unter  der  Kontrolle  ein 
und desselben Unternehmens hergestellt und vertrieben. Dafür spre-
chen  der  gemeinsame  Verwendungszweck  als  Artikel,  Bekleidung 
oder  Gepäck,  um Sport  zu  betreiben. Je  nach Art  und Grösse  der 
Gymnastik- und Turnmatten sind diese ausserdem auch in Sportge-
schäften und grösseren Warenhäusern  mit  Sportabteilungen erhält-
lich,  und da auch  Sporttaschen und -schutzbekleidung aus textilem 
Material hergestellt werden und entsprechende Polsterungen enthal-
ten, ist auch das fabrikationsspezifisch erforderliche Knowhow zu ei-
nem  gewissen  Grad  deckungsgleich  mit  demjenigen,  welches  zur 
Herstellung von Matten  notwendig  ist. Insoweit  besteht  Gleichartig-
keit.

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Zu differenzieren ist  hingegen  mit  Bezug  auf  Spiele und  Spielzeug 
(angefochtene  Marke,  Klasse  27).  Diese  dienen  kaum  körperlicher 
Ertüchtigung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7501/2006 
vom 13. März 2007 E. 6  Inwa International Nordic Walking Associa-
tion).  Damit  unterscheiden  sie  sich  hinsichtlich  ihres  Verwendungs-
zwecks  von  Sportartikeln,  die  die  eine  Widerspruchsmarke  bean-
sprucht  (W 9349). Der Vorinstanz ist  allerdings zuzustimmen,  wenn 
sie feststellt, dass die Abgrenzung zwischen Sportartikeln und  Spie-
len/Spielzeug bloss  unscharf  vorgenommen  werden  kann.  Als  Bei-
spiel dienen etwa Softtennisartikel, die nur schwer entweder dem Be-
reich Sport  oder dem Bereich Spiel  zugeordnet  werden können. Es 
besteht insofern eine entfernte Warengleichartigkeit aufgrund teilwei-
se überlappender Vertriebswege, zum Teil ähnlichen fabrikationsspe-
zifisch  erforderlichem  Knowhow  und  nicht  gänzlich  separierbaren 
Verwendungszwecken. Eine ebensolche besteht zwischen  Spielzeug 
einerseits und miniaturisierten Bällen und miniaturisierten Sportschu-
hen (Widerspruchsmarke in  W 9349) andererseits,  da letztere auch 
zum  Spielen  gebraucht  werden  können.  Im  Ergebnis  ist  auch  bei 
Spielen und Spielzeug von einer (entfernten) Warengleichartigkeit zu 
den von Beschwerdegegnerin beanspruchten Waren auszugehen.

Schliesslich  bleibt  noch die  Gleichartigkeit  von  Turn-  und Sportarti-
keln  mit Waren der Widerspruchsmarken zu prüfen. Auch die beiden 
Widerspruchsmarken sind sowohl für den Oberbegriff Sportartikel (W 
9349) als auch für diverse unter diesen Begriff subsumierbare Waren 
(W  9350)  hinterlegt.  Bei  den  Sportartikeln besteht  damit  Identität. 
Entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  ist  aber  bereits 
sprachlich  die  Abgrenzung  zwischen  Sportartikeln und  Turnartikeln 
nicht derart scharf zu ziehen, dass eine Gleichartigkeit ausser Frage 
stünde.  Namentlich  erscheint  nicht  überzeugend,  dass  Turnartikel 
bloss eigentliche Turngeräte sein können, da Turnen nebst dem Ge-
räteturnen auch andere  Disziplinen,  etwa „rhythmische Gymnastik“, 
kennt. In diesen kommen zum Teil auch Ringe, Bänder, Räder, Bälle 
etc. zum Einsatz,  die den  Sportartikeln bereits  begrifflich nahe ste-
hen, da sie nicht nur im Turnen, sondern im Sport allgemein Verwen-
dung finden können. Aufgrund des weitgehend kongruenten, fabrikati-
onsspezifisch erforderlichen Knowhows, ähnlicher Verwendungszwe-
cke und ähnlicher Vertriebswege ist also auch die Gleichartigkeit zwi-
schen  Turnartikeln und  Sportartikeln (W 9349,  und den hinzugehö-
renden, von der Widerspruchsmarke in W 9350 beanspruchten, ähnli-
chen Waren) gegeben.

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Als Zwischenergebnis ist damit von Gleichartigkeit zwischen den im 
vorliegenden Verfahren noch interessierenden Waren der angegriffe-
nen Marke mit den Waren der Widerspruchsmarken auszugehen und 
nur bei Spielen und Spielzeug eine entfernte Warengleichartigkeit zu 
den  Waren  der  Widerspruchsmarken,  namentlich  zu  den  von  IR 
487'580  adidas (fig.)  (Widerspruch Nr. 9349) beanspruchten Waren, 
festzustellen.

5.
Als nächstes ist die Zeichenähnlichkeit zu prüfen.

5.1 Ob  sich  Zeichen  ähnlich  sind,  wird  aufgrund  ihres  Gesamtein-
drucks  beurteilt  (Entscheid  der  RKGE vom 11. Mai  2006 E. 4  Hero 
(fig.), veröffentlicht in sic! 2006 S. 478). Beim Zeichenvergleich ist von 
den Eintragungen im Register auszugehen (BGE 119 II 475 E. 2b Ra-
dion), doch gilt es zu berücksichtigen, dass das angesprochene Publi-
kum die  beiden Marken in  der  Regel  nicht  gleichzeitig  vor sich  hat. 
Deshalb  ist  auf  das  Erinnerungsbild  abzustellen,  das  die  Abnehmer 
von den eingetragenen Marken bewahren (Entscheid der RKGE vom 
27. April 2006 E. 6 O [fig.], veröffentlicht in sic! 2006 S. 673 f.). Diesem 
Erinnerungsbild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit 
an (MARBACH,  a.a.O., N. 867 f.), weshalb es wesentlich durch das Er-
scheinungsbild der kennzeichnungskräftigen Markenelemente geprägt 
wird (BGE 122 III 386 E. 2a Kamillosan). Schwache oder gemeinfreie 
Markenbestandteile dürfen jedoch bei der Beurteilung der Markenähn-
lichkeit nicht einfach weggestrichen werden (WILLI, a.a.O., Art. 3, N. 65; 
Entscheid  der  RKGE vom 20. Oktober  2005 E. 6  f.  Mictonorm,  ver-
öffentlicht in sic! 2006 S. 91).

Für Kollisionsfälle zwischen komplexen Marken, beispielsweise kombi-
nierten Wort-/Bildmarken, können keine absoluten Regeln darüber auf-
gestellt werden, welchem Zeichenelement auf der einen oder anderen 
Seite die für den Gesamteindruck prägende Bedeutung zukommt. Ent-
hält eine Marke sowohl kennzeichnungskräftige Wort- als auch Bildele-
mente,  können  diese  das  Erinnerungsbild  gleichermassen  prägen. 
Entsprechend kann bereits angesichts einer hohen Zeichenähnlichkeit 
in Bezug auf das Wort- oder das Bildelement eine Verwechslungsge-
fahr resultieren (MARBACH, a.a.O., N. 930 f.). Sind die Bildelemente einer 
kombinierten Wort-/Bildmarke nur wenig kennzeichnungskräftig, treten 
sie  beim Zeichenvergleich  in  den Hintergrund (Entscheid  der  RKGE 
vom 10. Februar 2004 E. 10  SPEEDO / Speed Company [fig.], veröf-

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fentlicht in sic! 2004 S. 578 f.). 

Die Wortelemente von Marken sind nach folgenden Kriterien miteinan-
der zu vergleichen. Zu beachten sind ihr Klang und ihr Schriftbild, ge-
gebenenfalls auch ihr Sinngehalt. Das Silbenmass, die Ausspracheka-
denz und die Aufeinanderfolge  der  Vokale prägen insbesondere den 
Klang,  während  das  Schriftbild  vor  allem  durch  die  Wortlänge  und 
durch  die  Eigenheiten  der  verwendeten  Buchstaben  bestimmt  wird 
(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7492/2006 vom 12. Juli 2007 
E. 4  Aromata mit  Hinweisen). Bei  reinen Wortmarken genügt  grund-
sätzlich schon eine Übereinstimmung unter einem der drei genannten 
Gesichtspunkten,  um die Zeichenähnlichkeit  zu bejahen. Ein klar  er-
kennbarer,  unterschiedlicher  Sinngehalt  im  Widerspruch  stehender 
Marken kann eine festgestellte visuelle oder akustische Ähnlichkeit je-
doch wettmachen. Dazu reicht es aber nicht aus, dass der Sinngehalt 
der einen Marke demjenigen der anderen nicht entspricht, sondern es 
ist  ein  Sinngehalt  erforderlich,  der  sich  den  Wahrnehmenden  sofort 
und  unwillkürlich  aufdrängt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-7460/2006 vom 6. Juli 2007 E. 6 ADIA, Entscheid der RKGE vom 10. 
März 2006 E. 7  Minergie/Sinnergie mit weiteren Hinweisen, veröffent-
licht in sic! 2006 S. 413). 

5.2 Im vorliegenden Fall stehen sich die Zeichen adidas (fig.) (Wider-
spruch Nr. 9349) und  ADIDAS (Widerspruch Nr. 9350) auf der einen 
Seite sowie Adissasport home fitness (fig.) auf der anderen Seite ge-
genüber. Während  es  sich  bei  der  Widerspruchsmarke im Verfahren 
W 9350  bloss  um eine  Wortmarke  handelt,  weist  die  Widerspruchs-
marke  adidas  (fig.) aus  dem  Verfahren  W  9350  mit  der  speziellen 
Schriftgestaltung auch ein figuratives Element  auf. Diesem Umstand 
hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht Rechnung getra-
gen. Die angefochtene, kombinierte Wort-/Bildmarke wird gebildet aus 
den Wortelementen „Adissasport“ und (darunter platziert) den Wörtern 
„home“ und „fitness“. „Adissasport“  ist  zwar  aneinander geschrieben, 
die  Bestandteile  „Adissa“  und  „sport“  sind  aber  je  in  einer  anderen 
Schriftart gehalten und die Buchstaben des Elements „sport“ sind im 
Gegensatz zu „Adissa“ kursiv angeordnet. Schliesslich wird die ange-
fochtene Marke rechts von einem figurativen Element  in  Form eines 
halben, nach beiden Seiten spitz verjüngten Ellipsenrings eingerahmt.

5.3 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vor, die Vorins-
tanz habe eine Zeichenähnlichkeit in den beiden Widerspruchsverfah-

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ren zu Unrecht  angenommen, weil  sie bloss die Ähnlichkeit  der Zei-
chen „ADIDAS“ auf der einen Seite, zum Wortelement „ADISSA“ auf 
der anderen Seite beurteilt und dabei den abweichenden Sinngehalt in 
den  kollidierenden  Marken  ignoriert  habe. Das  figurative  Element  in 
der angefochtenen Marke ist nach Auffassung der Beschwerdeführerin 
kennzeichnungskräftig  und hätte demnach im Rahmen des Zeichen-
vergleichs aufgrund der Massgeblichkeit des Gesamteindrucks, eben-
so wie die Wortelemente „sport“ „home“ und „fitness“ stärker berück-
sichtigt werden müssen. Eine Verwechslungsgefahr sei auszuschlies-
sen, selbst wenn man das in der Widerspruchsmarke enthaltene Bild-
element  ausser  Acht  lasse. Die  Zeichen unterschieden sich  nämlich 
auch in der Wortlänge, da die angefochtene Marke aus einem Wort mit 
22 Buchstaben bestehe, während „Adidas“ bloss aus sechs Buchsta-
ben zusammengesetzt sei. „Adissa“ unterscheide sich auch aufgrund 
des markanten Zischlauts (Doppel-s). Die Zeichenähnlichkeit sei auch 
aufgrund  des  unterschiedlichen  Sinngehalts  abzulehnen,  da  jeder-
mann  wisse,  dass  es  sich  bei  ADIDAS  um  die  Abkürzung  für  „Adi 
Dassler“ handle und dass mit dem Zeichen regelmässig eine bestimm-
te Schreibweise sowie „drei Streifen“ Verwendung fänden. Adissa hin-
gegen sei ein fantasievoller  Name, der sich klar  abhebe. Die Vorins-
tanz habe den Umstand vernachlässigt, dass es sich bei „Adissa“ um 
einen  weitverbreiteten  Namen  handle,  was  die  Beschwerdeführerin 
mittels einer Google-Recherche zu belegen sucht. Bei der Verwendung 
von Namen in Marken nähmen Konsumenten bereits kleinste Abwei-
chungen  wahr,  was  in  der  Regel  gegen  eine  Verwechslungsgefahr 
spreche. 

5.4 In  der  angefochtenen  Marke  wirken  die  Wortelemente  „Adissa“ 
und „sport“ aufgrund der grafisch unterschiedlichen Ausgestaltung klar 
abgegrenzt. Die Wörter  „sport“  „home“ und „fitness“ sind für  die von 
der  Marke  beanspruchten  Waren  allesamt  kennzeichnungsschwach 
und prägen daher  den Gesamteindruck nicht  wesentlich. Nebst  dem 
isoliert  wahrgenommenen  Wortelement  „Adissa“  wirkt  auf  den  Ge-
samteindruck einzig  das  figurative Element  und dessen blaue Farbe 
mitprägend. Das figurative Element prägt den Erinnerungseindruck der 
angefochtenen Marke aber nicht im gleichen Masse wie das Wortele-
ment  Adissa,  da  es  im  Gesamteindruck  der  kombinierten  Wort/Bild-
marke als eine Art  Rahmen weniger prominent im Hintergrund steht. 
Da  es  beim Zeichenvergleich  auf  den Gesamteindruck  ankommt,  ist 
aber auch die Schriftgestaltung des Wortelements „Adissa“ zu berück-
sichtigen: Die Eigenheiten sind eine serifenlose Schrift, Fettdruck und 

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die Besonderheit, dass die Rundungen des kleinen „d“ und kleinen „a“ 
sehr  ausgeprägt  sind,  nämlich  in  Richtung  eines  Kreises  tendieren. 
Dem  stehen  zwei  Marken  Adidas  gegenüber,  die  in  einem  ersten 
Schritt,  ungeachtet  der  Tatsache,  dass auch eine der  beiden Wider-
spruchsmarken als Wort-Bildmarke hinterlegt ist,  mit  dem prägenden 
Wortelement „Adissa“ der angefochtenen Marke nach den obgenann-
ten Kriterien  zu  vergleichen sind. Klanglich  sind  sich  diese Wortele-
mente aufgrund des identischen Silbenmasses, der gemeinsamen Vo-
kalfolge a-i-a und ähnlicher Aussprachkadenz sowie der Übereinstim-
mung im Anfang (ADI) ähnlich. Letzteres gilt auch für die Beurteilung 
der schriftbildlichen Ähnlichkeit. Beide Wortelemente bestehen zudem 
aus sechs Buchstaben, haben daher eine ähnliche Wortlänge, und die 
Unterschiede der zur Zeichenbildung verwendeten Buchstaben (a, d, i, 
s)  bestehen einzig  darin,  dass  in  den Widerspruchsmarken zweimal 
der Konsonant „d“ und einmal der Konsonant „s“ und umgekehrt in der 
angefochtenen Marke einmal der Konsonant „d“ und dafür zweimal der 
Konsonant „s“ vorkommt. Trotz teilweise bestehender Unterschiede in 
der Buchstabenreihenfolge und in der Gross-/Kleinschreibung ist damit 
auch die Ähnlichkeit  im Schriftbild  zu bejahen. Was schliesslich den 
Sinngehaltsvergleich anbelangt,  ist  zweierlei festzustellen: Zwar zeigt 
ein Blick in die Geschichte der Marke Adidas, dass die Marke kreiert 
wurde aus dem Zusammenzug des Übernamens „Adi“ zum Vornamen 
„Adolf“  und den ersten drei  Buchstaben des Nachnamens „Dassler“. 
Dahinter stand der bayrische Schuhmacher Adolf Dassler, der im Jah-
re 1920 zusammen mit seinem Bruder Rudolph einen Gymnastikschuh 
und fünf Jahre später einen Laufschuh erfand. Adolf Dassler hinterleg-
te die Marke erstmals im Jahre 1948 (JEAN WATIN-AUGOUARD, Histoire des 
Marques, 2006, S. 20 f.). All dies dürfte aber nur einem kleinen Teil der 
massgeblichen Schweizer Verkehrskreise bekannt sein, noch werden 
sie leicht auf diese Zusammenhänge schliessen, zumal der Nachname 
„Dassler“ hierzulande selten ist. Er kommt laut einer Online-Recherche 
in  der  Schweiz  gerade  fünf  mal  vor  (http://tel.search.ch  besucht  am 
8. Oktober 2009). Die massgeblichen Verkehrskreise fassen daher bei-
de Widerspruchsmarken überwiegend als  Fantasiewort  auf,  ohne ih-
nen einen bestimmten Sinngehalt zuzuordnen. Dasselbe gilt auch für 
das prägende Wortelement „Adissa“ in der angefochtenen Marke. Zwar 
macht die Beschwerdeführerin unter Verweis auf die Anzahl Treffer bei 
einer (weltweiten) Google-Recherche (Beschwerdebeilage Nr. 7) gel-
tend, es handle sich um einen Vornamen. Weitaus geeigneter, um dar-
über zu urteilen, scheint aber die Beilage Nr. 2 zur Beschwerdeantwort 
der Beschwerdegegnerin, ein Beleg zu einer Recherche im Online Te-

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lefonbuch http://tel.search.ch/, wonach es in der Schweiz gerade eine 
natürliche Person mit dem Vornamen Adissa gibt. Insgesamt ist damit 
kein Sinngehalt von „Adissa“ auf Seiten der angefochtenen Marke er-
kennbar, und es besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdefüh-
rerin kein abweichender Sinngehalt  zwischen den kollidierenden Zei-
chen,  der  die vorhandenen klanglichen und schriftbildlichen Ähnlich-
keiten  zwischen  „Adidas“  und  „Adissa“  aufzuheben  vermöchte.  Dies 
können  auch  die  wenig  kennzeichnungskräftigen,  weiteren  Wortele-
mente der angegriffenen Marke „sport“ / „home“ / „fitness“ im Gesamt-
eindruck nicht herbeiführen.

Insgesamt  besteht  im  Gesamteindruck  Ähnlichkeit  beider  Wider-
spruchsmarken zu der angefochtenen Marke, die sich höchstens durch 
das figurativ ellipsenartige Element und dessen blaue Farbe etwas von 
jenen abgrenzt. Dieses figurative Element prägt den Gesamteindruck 
in  der Erinnerung angesichts seiner rahmenartigen Funktion nicht  in 
einem so hohen Masse, dass es die Zeichenähnlichkeit zu beseitigen 
vermag.  Im  Widerspruch  Nr.  9349  kommt  für  die  Position  der  Be-
schwerdeführerin erschwerend hinzu, dass die Schriftart in der „Adis-
sa“ gehalten einige Ähnlichkeit mit dem Schriftbild der Widerspruchs-
marke IR 487'580 adidas (fig.) aufweist.

6.
Abschliessend ist  über  die  Verwechslungsgefahr  in  einer  Gesamtbe-
trachtung  und  unter  Berücksichtigung  der  Kennzeichnungskraft  der 
beiden Widerspruchsmarken und des Aufmerksamkeitsgrades, den die 
massgeblichen Verkehrskreise bei der Produktenachfrage walten las-
sen, zu urteilen. Diese Aufmerksamkeit ist nicht besonders hoch ein-
zustufen,  da es sich bei den interessierenden Waren um Alltagspro-
dukte handelt. Die beiden Widerspruchsmarken verfügen ursprünglich 
über einen gewöhnlichen Schutzumfang, der insbesondere mit Bezug 
auf Sportschuhe und -bekleidung angesichts der über 60jährigen Mar-
kengeschichte und durch die Präsenz auch in der Medienberichterstat-
tung über Sportereignisse gesteigert wurde. Dieser erweiterte Schutz-
umfang bezieht sich nicht bloss auf die bekannten „drei Streifen“ oder 
auf eine Kombination der Widerspruchsmarke mit  denselben, da das 
Logo „Adidas“ älter als die „drei Streifen" ist und zum Teil eigenständi-
ge Verwendung fand (vgl. zum Ganzen  JEAN WATIN-AUGOUARD, Histoire 
des Marques, 2006,  S. 20 f.). Die Beschwerdführerin macht  zwar zu 
Recht geltend, die angefochtenen Waren bewegten sich nicht nicht im 
Bereich Sportschuhe und -bekleidung,  für  eine  Verwechslungsgefahr 

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spricht aber wiederum, dass das in der angegriffenen Marke enthalte-
ne Element „sport“  direkt auf den angestammten Bereich der Wider-
spruchmarken  hinweist.  Wenn  auch  die  Widerspruchsmarken  einige 
Bekanntheit geniessen, heisst dies zwar nicht, dass jedermann um de-
ren Hintergründe der  Zeichenbildung („Adi  Dassler“)  weiss. Der  Um-
stand, dass zwischen Spielen und  Spielzeug und den Waren der Wi-
derspruchsmarken,  namentlich  der  Widerspruchsmarke  IR  487'580 
adidas (fig.) (W Nr. 9349) nur eine entfernte Warengleichartigkeit be-
steht, wird aber durch die Ähnlichkeit zwischen den Schriftarten von 
„adidas“ und „Adissa“ wieder kompensiert. Im Ergebnis ist von einer 
Verwechslungsgefahr  zwischen beiden Widerspruchsmarken und  der 
angefochtenen  Marke  auszugehen.  Diese  äussert  sich  vor  allem  in 
mittelbarer  Art  und  Weise,  da  die  geringfügigen  Unterschiede  zwi-
schen „Adidas“ und „Adissa“ in der Erinnerung leicht untergehen, na-
mentlich  weil  die  weiteren  Wortelemente  aufgrund  ihrer  Kennzeich-
nungsschwäche der angefochtenen Marke kein eigenständiges Geprä-
ge verleihen und darum die Gefahr besteht,  dass die Verkehrskreise 
fälschlicherweise  davon  ausgehen,  die  von  der  Beschwerdeführerin 
angeboten Waren stünden in einem betrieblichen Zusammenhang mit 
dem Unternehmen der Beschwerdegegnerin.

7.
Die  Beschwerde  ist  damit  abzuweisen  und  die  angefochtene  Verfü-
gung zu bestätigen. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfah-
rens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), und 
die Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin eine Parteient-
schädigung zu bezahlen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

8.

8.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streit-
sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien fest-
zulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfah-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu ver-
anschlagen (Art. 4 VGKE), wobei bei eher unbedeutenden Zeichen ein 
Streitwert zwischen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen wer-
den darf  (BGE 133 III  492 E. 3.3 Turbinenfuss [3D],  mit  Hinweisen). 
Von diesem Erfahrungswert ist im vorliegenden Verfahren auszugehen, 

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da vor allem der Bestand der angefochtenen Marke und nicht der Wert 
der Widerspruchsmarken zur Diskussion steht.

8.2 Die Beschwerdegegnerin hat im Beschwerdeverfahren keine Kos-
tennote  eingereicht.  Die  Parteientschädigung  ist  daher  nach  Art.  14 
Abs. 2 VGKE auf Grund der Akten festzusetzen. In Würdigung der ein-
gereichten  Beschwerdeantwort  erscheint  eine  Parteientschädigung 
von Fr. 1'800.– (exkl. MWST) angemessen. Die Mehrwertsteuer ist nur 
für Dienstleistungen geschuldet, die im Inland gegen Entgelt erbracht 
werden, nicht jedoch im vorliegenden Fall,  in dem die Dienstleistung 
der Rechtsvertreterin  der Beschwerdegegnerin mit  Wohnsitz im Aus-
land  erbracht  worden  ist  (Art.  5  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [Mehrwertsteuergesetz, 
MWSTG, ST 641.20] in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Bst. c MWSTG 
und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE).

9.
Gegen dieses  Urteil  steht  keine Beschwerde ans Bundesgericht  zur 
Verfügung  (Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]). Es ist somit rechtskräftig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen und die angefochtene Verfügung be-
stätigt.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4000.– werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 5000.– verrechnet.  Der  zuviel  geleistete  Kostenvorschuss  in  der 
Höhe von Fr. 1000.– wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.
Der  Beschwerdegegnerin  wird  eine  Parteientschädigung  von 
Fr. 1'800.– exkl. MWST zugesprochen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beilagen:  Rückerstattungs-
formular, Beschwerdebeilagen retour)

- die Beschwerdegegnerin  (Einschreiben; Beilagen: Beschwerdeant-
wortbeilagen retour)

- die  Vorinstanz  (Ref. W 9349-9350 scr/bs; Einschreiben;  Beilagen: 
Vorakten retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand: 22. Oktober 2009

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