# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d2affd8-cdbc-50d3-9de4-64832c53a22e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.12.2022 SB210347
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210347_2022-12-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210347-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Bertschi 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Kessler sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Meier 

 

Urteil vom 16. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Vergewaltigung etc. und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
19. April 2021 (DG200224) 
 

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. Oktober 2020 

(Urk. D1/34) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 95 S. 54 ff.) 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte ist der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 

StGB nicht schuldig und wird diesbezüglich freigesprochen.  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 440 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 Monate abzü-

glich 440 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe voll-

zogen. 

5. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

des Kantons Nidwalden vom 6. Dezember 2017 ausgefällten Geldstrafe von 

5 Tagessätzen à Fr. 10.00 wird widerrufen. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes 

verwiesen. 

7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem 

wird angeordnet. 

- 3 - 

8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. Oktober 

2020 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten innert ei-

ner Frist von zwei Monaten ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ers-

tes Verlangen hin herausgegeben, ansonsten sie der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen werden:  

Bei der KaPo, Asservate-Triage, unter der Geschäfts-Nr. 77204127 lagernd: 

− 1 iPad weiss (Asservat Nr. A013'489'275), 

− 1 iPhone 6s, defekt (Asservat Nr. A013'489'297), 

− 1 iPhone 5s (Asservat Nr. A013'489'344), 

− 1 Mobiltelefon OnePlus inkl. Ladekabel (Asservat Nr. A013'489'355), 

− 1 Notebook HP, defekt (Asservat Nr. A013'489'366), 

− 1 MacBook Pro, inkl. Ladekabel (Asservat Nr. A013'489'388), 

− 1 Ladekabel Apple iPhone und Adapter USB Huawei (Asservat Nr. 
A013'489'424). 

9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. Oktober 

2020 beschlagnahmten Gegenstände werden der Privatklägerin B._____ in-

nert einer Frist von zwei Monaten ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

auf erstes Verlangen hin herausgegeben, ansonsten sie der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen werden:  

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K200121-059 / 77204127 lagernd: 

− 1 Hose (Asservat Nr. A013'461'319), 

− 1 String (Asservat Nr. A013'461'331).  

10. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K200121-

059 / 77204127 lagernden Spurenasservate werden nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils vernichtet. 

11. Die beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich, Forensische Ge-

netik, unter der Referenznummer 19-03316 lagernden Spurenasservate wer-

den nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet. 

- 4 - 

12. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 15'000.00 

zuzüglich 5 % Zins ab 21. September 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 1'680.00   Auslagen Untersuchung 
Fr. 19.20   Zeugenentschädigung 
Fr. 38'460.00   amtliche Verteidigung (inkl. Fr. 24'652.20 akonto) 
Fr. 14'159.50   unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen jedoch die Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten zu 

vier Fünfteln auferlegt und im Übrigen (ein Fünftel) definitiv auf die Staats-

kasse genommen. 

16. Der amtliche Verteidiger wird mit Fr. 38'460.00 (inkl. MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt, wovon Fr. 24'652.20 mittels Akontozahlung bereits 

entschädigt wurden. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung im Umfang von 

vier Fünftel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

17. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin wird mit Fr. 14'159.50 

(inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

- 5 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 135 S. 1) 

1. Dispositivziffern 1, 3-7, 9, 12, 13 und 15 (bezüglich Auferlegung der 

Kosten zu 4/5) des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben. 

2. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.  

3. Vom Widerruf des mit Strafbefehls der Staatsanwaltschaft des Kantons 

Nidwalden vom 6. September 2017 für eine Geldstrafe von 5 Tagess-

ätzen zu Fr. 10.– unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren ge-

währten bedingten Strafvollzugs sei abzusehen. 

4. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Haft (5. Februar 2020 bis 3. 

August 2021) eine Genugtuung von Fr. 200.– pro Tag zzgl. 5% Zins 

seit mittlerem Verfall zuzusprechen. 

5. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien abzuweisen. 

6. Die Kosten der Untersuchung, der gerichtlichen Verfahren, der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung seien voll-

ständig auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:  

(Urk. 112, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

  

- 6 - 

c) Der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerschaft: 

(Urk. 138 S. 1) 

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. April 2021, 3. Abteilung 

(DG200224) sei zu bestätigen. 

3. Unter Kostenfolgen zu Lasten des Beschuldigten. 

 

_________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 
 

1. Mit Urteil der 3. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 19. April 2021 

wurde der Beschuldigte der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

sowie der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig ge-

sprochen. Vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 

StGB wurde er freigesprochen. Der Beschuldigte wurde mit 36 Monaten Frei-

heitsstrafe bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im Umfang von 18 Mo-

naten aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 

Monate, abzüglich 440 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden waren) 

wurde die Freiheitsstrafe vollzogen. Weiter wurde der bedingte Vollzug bezüglich 

der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwalden vom 6. De-

zember 2017 ausgefällten Geldstrafe von 5 Tagessätzen à Fr. 10.– widerrufen. 

Der Beschuldigte wurde sodann im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Lan-

des verwiesen und es wurde die Ausschreibung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem angeordnet. Es wurde über die Verwendung der 

beschlagnahmten Gegenstände und die Spurenasservate entschieden. Weiter 

- 7 - 

wurde festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ 

(nachfolgend Privatklägerin) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze 

nach schadenersatzpflichtig ist und er wurde verpflichtet, ihr Fr. 15'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 21. September 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Die 

Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen der-

jenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerin, wurden dem Beschuldigten zu vier Fünfteln auferlegt und zu einem Fünf-

tel definitiv auf die Staatskasse genommen, wobei die Kosten der amtlichen Ver-
teidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin – unter dem 

Nachforderungsvorbehalt gemäss Art. 135 Abs. 4 und Art. 426 Abs. 4 StPO – 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen wurden (Urk. 95 S. 54 ff.). 

2. Mit Eingabe vom 21. April 2021 liess der Beschuldigte durch seinen Vertei-

diger innert Frist die Berufung anmelden (Urk. 64). Mit Verfügung der Vorinstanz 

vom 25. Mai 2021 wurde in Bewilligung des Gesuches des Beschuldigten 

Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ als amtlicher Verteidiger entlassen und Rechts-

anwältin lic. iur. X1._____ neu als amtliche Verteidigerin bestellt (Urk. 80). Das 

begründete Urteil wurde der Verteidigerin am 22. Juni 2021 zugestellt (Urk. 92/2). 

Mit Eingabe vom 12. Juli 2021 reichte die Verteidigerin fristgemäss die Beru-

fungserklärung ein (Urk. 108). Mit Präsidialverfügung vom 14. Juli 2021 wurde der 

Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl Frist angesetzt, um An-

schlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen (Urk. 109). Mit Eingabe vom 19. Juli 2021 verzichtete die Staats-

anwaltschaft Zürich-Sihl auf Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung, was bewilligt wurde (Urk. 112). Die Privatklägerin verzich-

tete mit Eingabe vom 5. August 2021 ebenfalls auf Anschlussberufung. Gleichzei-

tig stellte sie den Antrag, dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Ge-

schlechts angehört und die Privatklägerin im Fall einer Befragung von einer Per-

son gleichen Geschlechts einvernommen werde (Urk. 116). 

3. Mit Präsidialverfügung vom 5. Juli 2021 wurde dem Beschuldigten der vor-

zeitige Strafantritt bewilligt (Urk. 103). Mit Präsidialverfügung vom 28. Juli 2021 

- 8 - 

wurde er sodann per 3. August 2021 (Ablauf des Vollzugs des unbedingten Straf-

anteils von 18 Monaten Freiheitsstrafe) aus dem vorzeitigen Strafvollzug entlas-

sen und dem Migrationsamt des Kantons Zürich zugeführt (Urk. 113). 

4. Die auf den 10. Mai 2022 angesetzte Berufungsverhandlung musste wegen 

Erkrankung der amtlichen Verteidigerin auf den 28. Oktober 2022 verschoben 

werden (Urk. 122 und 123). Bei der Festsetzung des neuen Termins ging unter, 

dass die Privatklägerin mit Eingabe vom 5. August 2021 den Antrag gestellt hatte, 

dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehören und 

die Privatklägerin im Falle einer Befragung von einer Person gleichen Ge-

schlechts einvernommen werden solle (Urk. 116). Zudem stellte die amtliche Ver-

teidigerin kurz vor der Verhandlung u.a. den Beweisantrag, dass die Privatkläge-

rin vor Gericht als Auskunftsperson zu befragen sei (Urk. 125). Diesem Antrag 

wurde mit Präsidialverfügung vom 20. Oktober 2022 stattgegeben und die Beru-

fungsverhandlung auf den 14. Dezember 2022 verschoben (Urk. 127). Mit Be-

schluss vom 12. Dezember 2022 wurde sodann in Gutheissung des mit Eingabe 

der Privatklägerin vom 8. Dezember 2022 gestellten Antrags die Öffentlichkeit von 

der Befragung der Privatklägerin anlässlich der Berufungsverhandlung 

ausgeschlossen (Urk. 130 und 131). Am 14. Dezember 2022 fand schliesslich die 

Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seiner 

amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, sowie die unentgeltli-

che Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, er-

schienen sind (Prot. II S. 10). Zu Beginn der Verhandlung wurde die Privatklägerin 

unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch eine Person gleichen Geschlechts be-

fragt (Prot. II S. 13 ff.). Im Einverständnis der Parteien wurde auf eine mündliche 

Urteilseröffnung verzichtet. Die Urteilsberatung und -fällung erfolgte am 

16. Dezember 2022. Das Urteil wurde den Parteien schriftlich eröffnet (Prot. II 

S. 34 ff.).  

 

  

- 9 - 

II. Prozessuales 

1. Umfang Berufung 

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschieben-

de Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementsprechend 

gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in 

den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Berufungs-

gericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein insge-

samt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche Punkte 

bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGer 6B_482/2012 vom 3. April 

2013, E. 5.3. und 6B_99/2012 vom 14. November 2012, E. 5.3.; BSK StPO-

EUGSTER, Art. 402 N 2; ZH StPO-HUG, Art. 401 N 2). 

 Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch von Schuld 

und Strafe. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen sämtli-

che Dispositivziffern mit Ausnahme des Freispruchs von der Pornographie (Dis-

positivziffer 2) und die Kostenaufstellung (Dispositivziffer 14). Soweit der Be-

schuldigte Dispositivziffer 9 (Herausgabe von Gegenständen an die Privatkläge-

rin) anfechten lässt (Urk. 108 S. 2), ist er diesbezüglich nicht beschwert, weshalb 

auch diese Dispositivziffer in Rechtskraft erwächst. Somit ist mittels Beschluss 

festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich dieser Dispositivziffern in 

Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Beweisanträge 

2.1. Die Verteidigung stellte für den Fall, dass ihr Antrag auf Freispruch abge-

wiesen werde, anlässlich der Berufungsverhandlung den Eventualantrag, dass 

C._____ als Zeuge zu befragen sei (Urk. 135 S. 1). Diesen Beweisantrag hat der 

Beschuldigte bereits im Vorfeld der Verhandlung mit Eingabe vom 19. Oktober 

2022 stellen lassen (Urk. 125). Er lässt geltend machen, dass C._____ – ein Kol-

lege, der an jenem Abend (an der Party im I._____ etc.) dabei gewesen sei –, zu-

fällig eine Kollegin der Privatklägerin getroffen habe, welche ihm mitgeteilt habe, 

dass die Privatklägerin dies alles erfunden habe und ihn zu Unrecht belaste. 

- 10 - 

C._____ habe ihm (dem Beschuldigten) dies mitgeteilt, als der Beschuldigte aus 

dem Gefängnis entlassen worden sei. C._____ habe ihm dies schriftlich bestätigt 

(Urk. 125 S. 2 in Verbindung mit Urk. 126). Dieser Antrag wurde mit Präsidialver-

fügung vom 20. Oktober 2022 abgewiesen. Dies mit der Begründung, dass es 

sich beim erstmals als Zeugen genannten C._____ um einen Zeugen vom Hören-

sagen handelt, der keine unmittelbaren Wahrnehmungen vom Vorfall gemacht 

habe, er zudem nicht mal in der Lage sei, den Namen der fraglichen "Kollegin" zu 

nennen, er diese wohl auch sonst nicht identifizieren könne (vgl. Urk. 126) und er 

überdies allenfalls ohnehin nur die Vermutung einer weiteren Person ("friend" 

bzw. Kollegin der Privatklägerin) wiedergeben könnte (Urk. 127). Diese Erwägun-

gen überzeugen und es besteht kein Anlass, davon abzuweichen. Entgegen dem 

Vorbringen der Verteidigerin (Prot. II S. 30) hat C._____ sodann im Chat mitge-

teilt, dass er diese Kollegin wohl nicht erkennen würde (Urk. 126: "I would even 

have a hard time remembering her face"). Die Vertreterin der Privatklägerin betont 

sodann zutreffend, dass in dem Chat mit C._____ nicht die Rede davon sei, dass 

die Privatklägerin der Freundin erzählt habe, sie habe dies alles erfunden 

(Urk. 138 S. 3). Es geht also offensichtlich – falls solche Äusserungen von einer 

Kollegin gegenüber C._____ überhaupt je gemacht wurden – um die persönliche 

Einschätzung einer Drittperson, die beim Vorfall nicht anwesend war. Der Be-

weisantrag ist daher abzuweisen. 

2.2. Die Privatklägerin brachte in der Berufungsantwort vor, sie sei wegen dieses 

Vorfalles zwei Jahre in eine Psychotherapie gegangen. Daraufhin erklärte die Ver-

teidigung in der Replik, sie hätte vor diesem Hintergrund einen Therapiebericht 

erwartet und stelle daher den Antrag, es sei die Krankengeschichte der Privatklä-

gerin beizuziehen. Sie wies auch darauf hin, dass in der eingereichten Behand-

lungsbestätigung der PUK vom 9. Dezember 2022 die Diagnose emotional-

instabile Persönlichkeitsstörung Boderline-Typ gestellt werde (Prot. II S. 32, 

Urk. 138 Beilage 2). Die Vertreterin der Privatklägerin stellt sich auf den Stand-

punkt, dass dieser Antrag abzuweisen sei. Der Persönlichkeitsschutz des Opfers 

stehe dem entgegen und die Krankengeschichte der Privatklägerin sei nicht Ge-

genstand des Strafverfahrens. Zudem würden andere aussagekräftige Beweismit-

tel bei den Akten liegen, insbesondere zahlreiche Therapieberichte, die bereits 

- 11 - 

vor Vorinstanz eingereicht worden seien (Prot. II S. 32). Die Argumente der Pri-

vatklägerin überzeugen. Die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist belegt 

und wurde von ihr nie verheimlicht. Diese Störung macht die Privatklägerin vorab 

nicht generell unglaubwürdig. Sodann ist ohnehin die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussagen weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine 

Glaubwürdigkeit (vgl. etwa BGE 133 I 33, E. 4.3. mit Hinweisen und Urteile des 

Bundesgerichts 6B_331/2020 vom 7. Juli 2020 E. 1.2.). Des Weiteren liegen be-

reits diverse Berichte bei den Akten (vgl. Urk. 58/1-7). Der Beweisantrag ist daher 

abzuweisen. 

3. Weitere prozessuale Anträge 

Die Verteidigung hat im Rahmen ihrer Berufungsbegründung weitere prozessuale 

Anträge gestellt (Urk. 135 S. 2). Auf diese ist aufgrund des inneren Zusammen-

hangs nachfolgend bei der Würdigung des Sachverhaltes einzugehen (vgl. unten 

Ziffer III.3.4.). 

III. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklage – die sich im Wesentlichen auf die Aus-

sagen der Privatklägerin stützt – zusammengefasst vorgeworfen, am 

21. September 2019 im D._____ in Zürich zwischen ca. 21.30 Uhr und 22.45 Uhr 

mit der Privatklägerin, gegen deren Willen unter Anwendung von Gewalt, vagina-

len Verkehr vollzogen und sie danach für ein paar Sekunden gegen deren Willen 

an der Vagina und im Pobereich geleckt zu haben (Urk. D1/34 S. 2-4). Die Privat-

klägerin sei zusammen mit dem Beschuldigten in den (geschlossenen) D._____ 

gegangen und man habe sich zuerst einvernehmlich auf einer Sitzbank geküsst. 

Der Beschuldigte habe sich dann mit geöffneter Hose vor die Privatklägerin ge-

stellt und ihren Kopf zu seinem entblössten und erigierten Penis hingezogen, so 

dass sie diesen mit ihren Lippen und Wangen berührt habe. Die Privatklägerin 

habe dies nicht gewollt, sei sofort aufgestanden und habe sich von der Sitzbank 

entfernt. Der Beschuldigte sei ihr gefolgt, habe sie mit beiden Händen an den 

- 12 - 

Oberarmen festgehalten, ihr ein Bein gestellt und sie geschubst, so dass sie auf 

den Rücken gefallen sei. Die Privatklägerin habe zum Beschuldigten gesagt, er 

solle aufhören, sie wolle das nicht. Sie habe wieder aufstehen können und der 

Beschuldigte habe ihr beim Weggehen erneut mit dem Fuss das Bein gestellt, wo-

rauf die Privatklägerin wieder zu Boden gefallen sei. Der Beschuldigte habe sich 

auf das Becken der Privatklägerin gesetzt und beide Hände von ihr neben ihrem 

Kopf in den Boden gedrückt. Sie habe durch drehen und hin und her bewegen 

versucht, ihre Arme freizumachen, was ihr jedoch nicht gelungen sei, da der Be-

schuldigte jeweils fester zugedrückt habe, wenn sie sich bewegt habe. In der Fol-

ge habe der Beschuldigte mit einer Hand die Hose der Privatklägerin geöffnet und 

ihre Hose nach unten gezogen. Er habe sie unter die Unterhose gefasst und ihren 

Vaginalbereich berührt, worauf die Privatklägerin gesagt habe, er solle aufhören. 

Weiter habe sie versucht, mit ihrer freigewordenen linken Hand ihren Intimbereich 

von einem Eindringen zu schützen. Der Beschuldigte habe dann (auch) ihre linke 

Hand (wieder) neben ihrem Kopf auf den Boden gedrückt und sei mit seinem Pe-

nis gegen den Willen der Privatklägerin vaginal in sie eingedrungen. Er habe dann 

seinen Penis herausgezogen und auf ihren Bauch ejakuliert. Als die Privatklägerin 

auf dem Bauch liegend und die Unterarme abstützend habe aufstehen wollen, 

habe der Beschuldigte die Privatklägerin von hinten an den Hüften festgehalten 

und sie gegen ihren Willen für ein paar Sekunden an der Vagina und im Pobe-

reich geleckt (vgl. dazu im Detail die Anklageschrift vom 29. Oktober 2020, 

Urk. D1/34 S. 2-4).  

2. Stellungnahme bzw. Darstellung Beschuldigter 

Der Geschlechtsverkehr wird vom Beschuldigten nicht in Abrede gestellt. Er macht 

geltend, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe. Es sei keine Ge-

walt im Spiel gewesen, sondern eine gegenseitige Anziehung. Die Privatklägerin 

habe während dem Sex Spass gehabt, sie sei "geil" gewesen und habe ihn an 

sich "geschlungen" und ihn geküsst (vgl. etwa Urk. D1/8/1 Fragen 79, 119 und 

139; Urk. D1/8/2 Frage 24, Urk. D1/8/8 Frage 7). Im Wesentlichen gab er an, sie 

seien 5-10 Minuten im Park gewesen. Das Vorspiel habe rund 5 Minuten gedauert 

und der Sex anschliessend ebenfalls ca. 5 Minuten. Während des Sex habe die 

- 13 - 

Privatklägerin eine Bluse angehabt, die nach oben gezogen gewesen sei. Ihre Ho-

se sei entweder ganz nach unten gezogen oder ein Bein "ganz raus" gewesen, er 

könne sich nicht genau daran erinnern. Seine Hose sei ganz nach unten gezogen 

gewesen. Die Privatklägerin habe seine Hose aufgemacht und seinen Penis in 

den Mund genommen. Dann habe sie ihn gebeten, dass er dasselbe mit ihr ma-

che, was er dann auch getan habe. Auf der Wiese liegend habe er die Privatkläge-

rin oral befriedigt. Sie habe sich selbst hingelegt, ihr Höschen runtergezogen und 

die Beine gespreizt (Urk. D1/8/2 F 21). Er wisse nicht, ob er einen Samenerguss 

gehabt habe, ein Kondom habe er nicht benutzt (Urk. D1/8/1 S. 9 ff.). Nach dem 

Oralverkehr seien sie dann beide gemeinsam auf die Wiese gegangen. Die Privat-

klägerin habe noch einige bzw. 2-3 Anrufe entgegengenommen und unter ande-

rem gesagt, "ich komme ja, ich komme ja", einige habe sie nicht beantwortet. Er 

habe ihr Telefon nicht berührt (Urk. D1/8/1 S. 14 f.; Urk. D1/8/2 S. 4 ff.). Der Be-

schuldigte bestritt, die Privatklägerin mit Gewalt auf den Boden geworfen zu haben 

und ihre Hände über ihrem Kopf festgehalten zu haben. Es sei im Gegenteil so 

gewesen, dass sie ihn festgehalten habe. Er habe ihr auch kein Bein gestellt. Dies 

sei gar nicht möglich, da die Privatklägerin grösser und kräftiger sei als er. Die Ho-

se der Privatklägerin (Knopf und Reissverschluss) sei schon im Club beim Tanzen 

kaputt gewesen (Urk. D1/8/2 S. 2-8; Urk. D1/8/6 S. 2-8). Es habe eine gegenseiti-

ge Anziehung gegeben, es sei keine Gewalt im Spiel gewesen. Er selber habe 

Erektionsprobleme gehabt, weshalb er nicht ganz habe eindringen können. Da-

raufhin habe sie ihm vorgeschlagen, dass er sich selbst befriedigen und auf ihren 

Bauch ejakulieren dürfe. Er sei dann schnell gekommen (Urk. D1/8/1 S. 16; 

Urk. D1/8/2 S. 2-8). Nach dem Sex habe er die Privatklägerin nicht im Intimbereich 

geleckt. Er habe ihr nach dem Sex geholfen, die Hose zuzumachen. Das Telefon 

sei während des Sex auf dem Boden gelegen, er habe es dann aufgehoben und 

ihr übergeben (Urk. D1/8/1 S. 17 f.). Auf Wunsch der Privatklägerin habe er sie 

dann zur Wohnung einer Kollegin von ihr begleitet und sie habe eigentlich gewollt, 

dass er sie noch in den Club E._____ begleite, was ihre Kolleginnen nicht gewollt 

hätten. Er habe sich dann von ihr verabschiedet. Zum Zürcher Hauptbahnhof sei-

en sie nicht gegangen. Sie sei traurig gewesen, als sie sich getrennt hätten und 

habe ihm noch ihre Nummer gegeben, damit sie in Kontakt bleiben könnten 

- 14 - 

(Urk. D1/8/1 S. 3 f. und S. 18 f.; Urk. D1/8/2 S. 2 ff.). Anschliessend sei er selbst in 

den Club E._____ gegangen, habe die Privatklägerin nicht gefunden und dann mit 

einer anderen Frau "Zärtlichkeiten ausgetauscht" bzw. Oralverkehr gehabt 

(Urk. D1/8/6 S. 3 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldig-

te keine Aussagen mehr zur Sache (Prot. II S. 28).  

3. Beweisgrundsätze 

Die Vorinstanz hat sich mit den Grundlagen der Sachverhaltserstellung auseinan-

dergesetzt. Dem ist nichts hinzuzufügen, weshalb auf die entsprechenden Aus-

führungen verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 7f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die vom 

Beschuldigten bestrittenen Teile des angeklagten Sachverhalts sind demnach 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente 

nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu würdigen. 

4. Beweismittel, insbesondere Aussagen der Privatklägerin und des Beschul-

digten 

Die Vorinstanz hat vorab die relevanten Aussagen des Beschuldigten und der Pri-

vatklägerin korrekt wiedergegeben (Urk. 95 S. S. 8-16). Die Verteidigung bemän-

gelt, dass die Vorinstanz die Aussagen der beiden Hauptbeteiligten einseitig zu 

Ungunsten des Beschuldigten gewürdigt habe, attestiert der Vorinstanz aber, die 

Aussagen des Beschuldigten korrekt wiedergegeben zu haben (Urk. 135 S. 3). 

Die Verteidigung beantragt indessen, es sei das Protokoll der Befragung vom 8. 

April 2020 (Urk. D1/8/4) aus den Akten zu weisen, da es damals Übersetzungs-

probleme gegeben habe und die Rückübersetzung sowie die Unterschreibung 

über einen Monat nach der Einvernahme nicht mehr zulässig sei (Urk. 135 S. 2). 

Diese Befragung wurde von der Vorinstanz in der Zusammenfassung der Aussa-

gen des Beschuldigten nicht erwähnt und enthält auch keine relevanten (zusätzli-

chen) Aussagen. Von daher ist der Antrag der Verteidigung obsolet. Es ist indes-

sen ohnehin festzuhalten, dass die damalige amtliche Verteidigung ausdrücklich 

mit dem Vorgehen einer späteren Rückübersetzung (und Unterzeichnung) einver-

standen gewesen war (Urk. D1/8/4 S. 6), weshalb die Befragung nicht aus den 

Akten zu weisen ist. Weiter moniert die amtliche Verteidigung – wie teilweise be-

- 15 - 

reits vor Vorinstanz (vgl. Urk. 95 S. 5) –, dass die Videobefragung der Privatkläge-

rin teilweise nicht korrekt protokolliert worden sei. Insbesondere sei statt "schub-

sen" "stossen" aufgeschrieben worden und daraus sei im vorinstanzlichen Urteil 

ein "werfen" geworden (Urk. 135 S. 2). Dem ist entgegenzuhalten, dass im vorlie-

genden Zusammenhang die Ausdrücke "stossen" bzw. "schubsen" gleichbedeu-

tend zu verstehen sind, nämlich die Privatklägerin mit diesem Vorgehen aus dem 

Gleichgewicht zu bringen, insbesondere mit dem gleichzeitigen Beinstellen (vgl. 

etwa Urk. D1/9/7 S. 5 unten). Sodann hat die Privatklägerin die Frage 12 tatsäch-

lich mündlich so wie von der Verteidigung vorgebracht beantwortet, nämlich "er 

hat es (ihr Natel) weggenommen, damit ich es nicht mehr abnehme .. oder ich 

weiss nicht" (Urk. 135 S. 2, Urk. D1/9/7, Urk.D1/9/9). Letzteres "... oder ich weiss 

es nicht" wurde nicht protokolliert. Was die Verteidigung daraus zu Gunsten des 

Beschuldigten ableiten will, ist nicht ersichtlich. Offensichtlich wollte die Privatklä-

gerin sodann damit lediglich sagen, sie vermute er habe ihr das Telefon wegge-

nommen, damit sie es nicht abnehme, wobei sie sich bezüglich dem Beweggrund 

des Beschuldigten nicht sicher sei. Dieser nicht protokollierte Zusatz ist nicht ent-

scheidrelevant und daher nicht wörtlich zu protokollieren (Art. 78 Abs. 3 StPO). 

Hinzu kommt aber vor allem, dass die einvernehmende Staatsanwältin die Ant-

worten der Privatklägerin im Nachgang zusammenfasste, diese vorlas und die 

Privatklägerin jeweils ihr Einverständnis dazu gab, dass dies ihre Antwort sei und 

teilweise auch noch Korrekturen bzw. Ergänzungen machte (vgl. etwa Urk. D1/9/9 

zu Antwort 34), weshalb ohne Weiteres auf das schriftliche Protokoll abgestellt 

werden kann. Gleiches gilt für die monierte Antwort 35 dieser Einvernahme. Die 

Privatklägerin sagte zwar nicht, sie habe wie protokoliert ein "schlechtes Gefühl" 

gehabt, sondern sie habe "sich geschämt", dass sie danach mit dem Beschuldig-

ten gegangen sei. Der Ausdruck "schlechtes Gewissen" bezog sich auf den Zu-

stand ihrer Kollegin F._____. Auch hier ist indessen nicht ersichtlich, was die Ver-

teidigung daraus ableiten will, und hat die Privatklägerin auch hier die ihr vorgele-

sene zusammengefasste Aussage als zutreffend bezeichnet (vgl. Urk. D1/9/9). 

Nicht nachvollziehbar ist sodann das Vorbringen der Verteidigung, die Vorinstanz 

habe aktenwidrig auf Urk. D1/9/4 Frage 55 verwiesen, wonach die Privatklägerin 

dem Beschuldigten gesagt habe "hör uf" und "ich will das nicht". An dieser Stelle 

- 16 - 

stehe nichts davon (Urk. 135 S. 4). Die Frage an dieser Stelle lautete, "Haben Sie 

etwas zum Beschuldigten gesagt?", die Antwort, "Ja, ich sagte ihm 'Hör auf, ich 

will das nicht.' Er fing dann an, auf mich einzureden. Dass alles gut sei.".  

 Es kann somit vorab zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die kor-

rekte Zusammenfassung der Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten 

durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 95 S. 8-16; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Anzufügen ist, dass die Privatklägerin auf Antrag der Verteidigung anlässlich der 

Berufungsverhandlung nochmals befragt wurde (Prot. II S. 13 ff.). Die Privatkläge-

rin bestätigte ihre Aussagen in groben Zügen, konnte sich indessen an keine Ein-

zelheiten mehr erinnern. Die Verteidigung verzichtete auf Ergänzungsfragen (vgl. 

Prot. II S. 14 ff.). 

5. Würdigung 

5.1. Die Vorinstanz hat die konkrete Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der 

Privatklägerin korrekt gewürdigt. Des Weiteren hat die Vorinstanz die Aussagen 

des Beschuldigten und der Privatklägerin wie auch die weiteren Zeugenaussagen 

sorgfältig sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit zutreffend und nachvoll-

ziehbar gewürdigt und die vorliegenden Indizien (geführte Telefongespräche bzw. 

nicht abgenommene Telefonanrufe während Tatzeit; Natelstandorte; Chatauszü-

ge, Arztberichte, weitere Zeugenaussagen etc.) ebenfalls sorgfältig und umfas-

send beurteilt. Sodann ist sie auf die von der Verteidigung vor Vorinstanz ge-

machten Einwendungen eingegangen und hat dazu überzeugende Erwägungen 

gemacht (Urk. 95 S. 16-30). Es kann vorab auf diese sehr sorgfältigen und zutref-

fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

nachfolgenden Ausführungen erfolgen teilweise im Sinne einer Rekapitulation der 

vorinstanzlichen Erwägungen, wobei ergänzend auf die zahlreichen im Rahmen 

der Berufung von der (neu eingesetzten) amtlichen Verteidigerin neu vorgebrach-

ten Einwendungen (Urk. 135 S. 1-48, Prot. II. S. 30 ff) einzugehen ist. Das rechtli-

che Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des 

von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, 

prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist aller-

dings, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 

- 17 - 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die 

für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz 

die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen 

und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1.; BGE 139 IV 179 

E. 2.2.; BGE 138 IV 81 E. 2.2.; Urteile des Bundesgerichts 6B_770/2020 vom 25. 

November 2020 E. 1.3.2.; 6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 E. 1.1.; je mit weiteren 

Hinweisen). 

5.2. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Privatklägerin dem Beschuldigten 

rund eineinhalb Tage nach dem Vorfall auf Englisch ein WhatsApp schrieb, wo-

nach der Sex gegen ihr "Nein" stattgefunden habe, sie keinen Sex mit ihm gewollt 

habe (Urk. D1/12/1-2: "Hello I didn't want what happened on Saturday. I was drunk as you 
were. But you have to learn when a woman say no to something and respect that. I didn't want to 

have sex with you. I know it's stupid of me to have gone with you to this park, first i liked you and 

your friends that night, but i really didn't want that happened in the park. You hurt me, which is 

something I'm only beginnig to realizie. I don't know why we went together after sex, it was a big 

mistake that i regret."; vgl. Übersetzung in Urk. D1/12/2). Weiter führte die Privatklä-

gerin bereits in diesen WhatsApp-Nachrichten explizit aus, dass er sie auf den 

Boden geschubst und ihre Arme gehalten habe ("I enjoyed the time dancing too. But 
when i said no in the park, you shouldn't have gone on. I didn't try to get up an walk for nothing. 

You shoved me to the floor an held my arms. You convinced me everything was okay, I believed 

you"; vgl. Urk. D1/12/1 und Übersetzung in Urk. D1/12/2). Daraufhin verschickte 

der Beschuldigte Printscreens der Konversation mit der Privatklägerin an 36 Kol-

legen in einem Gruppenchat und schrieb dazu als Kommentar "Another rape re-

port" (Urk. D1/14/1/11 S. 82-84). Weiter fragt der Beschuldigte im Chat nach, wie 

er reagieren solle, damit die Privatklägerin sich besser fühle und wegen dem Vor-

gefallenen keine schlechten Entscheidungen treffe (Urk. D1/14/1/11 S. 85: "not 

take a bad decision on what happened"). Nach erhaltenen Tipps hielt er fest, dass er 

wohl aufzeigen müsse, dass sie beide betrunken gewesen seien, er sich nicht er-

innern könne, was vorgefallen sei und er der Privatklägerin sagen müsse, daran 

interessiert zu sein, sie besser kennenzulernen (Urk. D1/14/1/11 S. 87). Vorab ist 

hierzu zu bemerken – wie die Vorinstanz zu Recht festhält – , dass von jeman-

dem, der zu Unrecht einer Vergewaltigung bezichtigt wird, zu erwarten wäre, dass 

er überrascht oder gar aufgebracht ist und etwas vehementer auf solche Vorwürfe 

- 18 - 

reagiert wie dies der Beschuldigte tat. Er hielt dazu im Wesentlichen lediglich fest, 

alles sei ok und sie hätten eine grosse Zeit gehabt, er habe nie etwas gemacht, 

was sie nicht tun wollten (Urk. D1/12/1: "Babe everything was ok and we had a great time, 

i never did nothing we didn't want to do"). Seine laue Reaktion sowie das Stellen der 

Konversation auf den Gruppenchat mit der Bemerkung "Another rape report" und 

seine weiteren Bemerkungen sprechen in der Tat gegen den Beschuldigten und 

lassen ihn wenig überzeugend erscheinen. Vor allem aber ist festzuhalten, dass 

der Beschuldigte gewarnt war und davon auszugehen ist, dass er sich diesen 

Vorfall bzw. Geschlechtsverkehr gemerkt haben muss. Er selber betonte denn 

auch, dass er wegen dieser Nachricht diese Momente in seinem Kopf durchge-

gangen sei, um zu verstehen, was los gewesen sei und er es deswegen detailliert 

beschreiben könne (Urk. D1/1/8 Frage 63). Gerade vor diesem Hintergrund – 

auch wenn die Befragung einige Monate später stattfand – erscheinen seine wi-

dersprüchlichen Angaben zu einem Orgasmus (Samenerguss) von ihm anlässlich 

des Geschlechtsverkehrs nicht nachvollziehbar. Zuerst gab er an, sich nicht daran 

zu erinnern, ob er einen Orgasmus hatte oder nicht. Erst auf Vorhalt der Aussa-

gen der Privatklägerin führte er dann aus, sich selbst befriedigt und auf dem 

Bauch der Privatklägerin ejakuliert zu haben (Urk. D1/1/8 Fragen 97 und 140). 

Ebenfalls erst nach Vorhalt der Darstellung der Privatklägerin führte er dazu de-

taillierter aus, Erektionsprobleme gehabt zu haben. Es erstaunt, dass er dies nicht 

von sich aus angab. Erektionsprobleme und Ejakulieren auf den Bauch sind doch 

Geschehnisse, die ihm vor dem erwähnten Hintergrund hätten präsent sein sol-

len. Des Weiteren machte er dabei widersprüchliche Angaben, ob er wegen sei-

ner Probleme gar nicht in der Lage gewesen sei, in die Privatklägerin einzudrin-

gen oder aber doch mit der Penisspitze 3-4 cm eingedrungen sei. Schliesslich will 

er dann wissen, dass es dann nicht lange gedauert habe, danach auf den Bauch 

der Privatklägerin zu ejakulieren (Urk. D1/8/2 Fragen 11 und 30, Prot. I S. 19). Es 

ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass dieses ausweichende Aussageverhalten 

des Beschuldigten und das Anpassen seiner Darstellung nach Konfrontation mit 

den Angaben der Privatklägerin nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

sprechen.  

- 19 - 

 Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung geht es bei der Würdigung der 

Chats nicht darum, dass der Beschuldigte mit seinen Kollegen im jugendlichen 

Jargon unschöne Worte ("bitch, whore, black chick") verwendete und er sich brüs-

tet, mit zwei Frauen Sex gehabt zu haben (Urk. 135 S. 6/7). Es ist vielmehr be-

reits an dieser Stelle festzuhalten, dass die Deponierungen der Privatklägerin 

während der Untersuchung im Wesentlichen mit ihren Äusserungen in diesem 

WhatsApp-Verkehr kurz nach Vorfall übereinstimmen, was wiederum für ihre 

Glaubhaftigkeit spricht. Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung (Urk. 135 

S. 31-33) belasten die Chat-Nachrichten den Beschuldigten jedenfalls insoweit, 

als dass diese belegen, dass die Privatklägerin bereits kurz nach dem Vorfall ihm 

gegenüber schriftlich festhielt, dass er ihr gegenüber mit Gewalt (und auf sie Ein-

reden) vorgegangen ist. 

5.3.1. Die Vorinstanz hat zutreffend hervorgehoben, dass die Darstellung des Be-

schuldigten, wonach die sexuellen Handlungen eindeutig von der Privatklägerin 

gewünscht und initiiert worden seien – nachdem er den Vorschlag gemacht habe, 

im Wald Sex zu haben – angesichts der vom Beschuldigten selber geschilderten 

Episode beim Tanzen zuvor im I._____, doch erstaunt und nicht wirklich einleuch-

tend erscheint. Der Beschuldigte hat bei der Polizei auf Vorhalt der Darstellung 

der Privatklägerin angegeben, dass es sein könne, dass er ihre Brüste (über dem 

T-Shirt) berührt habe und dass es stimme, dass sie ihm gesagt habe, er solle da-

mit aufhören (Urk. D1/8/1 F 127). Dass die Privatklägerin keine Berührungen an 

den Brüsten wollte, aber Geschlechtsverkehr, erscheint entgegen dem Vorbringen 

der Verteidigung (Urk. 135 S. 12-14) doch überraschend. Ebenso wenig, dass die 

Initiative von ihr gekommen sei, ihn oral zu stimulieren, von ihm seinerseits orale 

Befriedigung verlangt und sich zu diesem Zweck auf den Boden gelegt und die 

Beine gespreizt habe und schliesslich den Wunsch gehabt habe, dass er auf ih-

rem Bauch ejakuliere. All dies passt nicht dazu, dass sie vom Beschuldigten nicht 

einmal an den Brüsten berührt werden wollte. Es ist zwar zutreffend, dass die Pri-

vatklägerin wie von der Verteidigung vorgebracht allenfalls ihre Meinung zu einem 

Geschlechtsverkehr zwischenzeitlich geändert haben könnte. Dennoch passt die-

se Episode nicht wirklich ins Bild. Die Privatklägerin hat denn auch nachvollzieh-

bar angegeben, dass es für sie klar und in Ordnung gewesen wäre, sich draussen 

- 20 - 

weiter zu küssen und der eigentliche Grund des Rausgehens gewesen sei, "eine 

zu rauchen" (Urk. D1/9/1 F 83). Der Einwand der Verteidigung, dass man dafür 

nicht in einen einsamen Park hätte gehen müssen (Urk. 135 S. 14), ist zwar rich-

tig. Es kann aber auch nicht umgekehrt geschlossen werden, dass das Mitgehen 

in den Park beweist, dass die Privatklägerin Oral- und Geschlechtsverkehr beab-

sichtigte. Es mag zwar recht naiv erscheinen, dass ein 18-jähriges Mädchen mit 

einem ihr fast fremden 26-jährigen Mann in einen einsamen Park geht, nachdem 

sie beide leicht angetrunken waren, zuvor miteinander getanzt, sich geküsst und 

es lustig hatten. Auf der anderen Seite durfte die Privatklägerin dies tun und 

schliesst all dies nicht aus, dass die 18-jährige Privatklägerin im Park lediglich 

weiterhin küssen und auch rauchen wollte (vgl. Urk. D1/9/1 Frage 83). Selbst die 

Verteidigerin räumt ein, dass es nicht gegen die Privatklägerin spreche, dass sie 

sich vom Beschuldigten habe überreden lassen, über die Mauer in den verschlos-

senen Park zu steigen (Urk. 135 S. 15). Wenn die Verteidigung dann allerdings 

anfügt, dieser Umstand dürfte auch nicht gegen den Beschuldigten sprechen und 

könne allein aus dem Umstand, dass der Beschuldigte die Privatklägerin mehr-

fach gebeten habe in den Park mitzukommen, nicht geschlossen werden, dass er 

dies in der Absicht gemacht habe, sie zu vergewaltigen (Urk. 135 S. 15), verkennt 

die Verteidigung, dass ihm dies auch nicht vorgeworfen wird. Es kann dem Be-

schuldigten zugebilligt werden, dass wenn er mit der Privatklägerin in den Park 

ging und sich dabei sexuelle Handlungen erhofft hat, er sich einvernehmliche se-

xuelle Handlungen erhoffte. Dies schliesst indessen nicht aus, dass sich in der 

Folge das Geschehen gemäss Anklagevorwurf abgespielt hat. 

5.3.2. Die Vorinstanz hat auch bereits darauf hingewiesen, dass es ebenfalls nicht 

einleuchtet, weshalb die Privatklägerin, die eine Woche zuvor noch nicht zum Ge-

schlechtsverkehr mit ihrem Kollegen/Freund G._____ bereit gewesen sei, sich 

nun aber ohne Weiteres von einem praktisch Wildfremden in einem Park entjung-

fern lassen wolle. Ihre diesbezügliche Aussage, sie habe ihre Jungfräulichkeit 

nicht so verlieren wollen, erscheint jedenfalls nachvollziehbar und glaubhaft 

(Urk. D1/9/1 S. 3 F/A 17). Zu Letzterem ist zu erwähnen, dass die Privatklägerin 

im oben genannten WhatsApp an den Beschuldigten vom 21. September 2019 

ausführt, noch Jungfrau gewesen zu sein (Urk. D1/12/1). Ihre gute Freundin 

- 21 - 

H._____ hat denn auch auf die Bemerkung der Privatklägerin per WhatsApp, sie 

habe einen Fehler gemacht, noch in der gleichen Nacht via WhatsApp sofort 

nachgefragt, ob sie aber noch Jungfrau sei (Urk. D1/13/7 S. 2). Anzufügen ist, 

dass vor diesem Hintergrund die Angaben der Privatklägerin mit ihrem Kollegen 

G._____ zuvor schon intimen Kontakt gehabt zu haben, sie aber keinen Ge-

schlechtsverkehr (auch keinen Oralverkehr) gewollt habe, was dieser auch akzep-

tiert hätte (Urk. D1/9/5 S. 8f.), glaubhaft wirken. Insgesamt erscheint es aufgrund 

dieser Erwägungen eher merkwürdig, dass die Privatklägerin die sexuellen Hand-

lungen im Park initiiert und ein sexuelles Erlebnis mit dem Beschuldigten wie von 

ihm geschildert gesucht haben soll. Der Umstand, dass sie vom Beschuldigten 

nicht an der Brust angefasst werden wollte, sowie, dass sie mit ihrem damaligen 

Kollegen G._____ weder Oral- noch Geschlechtsverkehr wollte, spricht jedenfalls 

eher dagegen, dass sie nach einer rund einstündigen Bekanntschaftszeit mit dem 

Beschuldigten mit diesem sowohl Oral- wie auch Geschlechtsverkehr wollte bzw. 

initiierte. Dem Einwand der Verteidigung, diese Erwägung sei reine Spekulation, 

ist entgegenzuhalten, dass dieses Argument sicherlich nicht zwingend erscheint 

und keinen sicheren Beweis für die Richtigkeit der Aussagen der Privatklägerin 

darstellt, aber doch eine vernünftige und lebensnahe Überlegung darstellt.  

5.3.3. Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschuldigte vor Vo-

rinstanz ausweichend bzw. sinngemäss angab, dass seine frühere Aussage, wo-

nach die Privatklägerin ihm gesagt habe, sie wolle nicht an den Brüsten berührt 

werden, nicht korrekt sei. Es sei am Schluss der langen von insgesamt 150 Fra-

gen gewesen und er sei unter psychischem Druck gestanden (Prot. I S. 17-18). 

Dieser Einwand vermag allerdings nicht zu überzeugen, umso mehr als es sich 

um eine ausdrückliche handschriftliche Ergänzung seiner Antworten handelte 

(Urk. D1/8/1 S. 13). Im Berufungsverfahren hat der Beschuldigte durch seine Ver-

teidigerin denn auch vorbringen lassen, dass es tatsächlich so gewesen sei, dass 

er der Privatklägerin an die Brust gefasst habe und sie ihn gebeten habe aufzuhö-

ren, was er dann auch getan habe (Urk. 135 S. 13). Dass der Beschuldigte sich 

diesbezüglich widersprüchlich äussert und sich windet spricht jedenfalls gegen 

seine Glaubhaftigkeit.  

- 22 - 

5.3.4. Dass die Privatklägerin im Park einen bis mehrere Anrufe (ihrer Freundin-

nen) entgegengenommen habe, wie dies der Beschuldigte jeweils deponierte, er-

scheint aufgrund der ausgewerteten Telefondaten (Urk. D1/19/8) unwahrschein-

lich. Sodann zeigen die Telefondaten auf, dass die beiden länger als wie vom Be-

schuldigten behauptet im Park waren und dass der Beschuldigte danach doch am 

Hauptbahnhof gewesen ist. Auch hat sich das Vorbringen des Beschuldigten als 

falsch erwiesen, wonach die Privatklägerin ihm ihre Telefonnummer nach dem 

Vorfall gegeben habe, hat er sie doch bereits um 19:46:41 Uhr angerufen 

(Urk. D1/5 S. 13). Die von der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung 

neu vorgebrachte Behauptung, die Privatklägerin habe vor dem Vorfall im Park im 

I._____ Fotos (Selfies) von sich und dem Beschuldigten mit dem Mobiltelefon des 

Beschuldigten gemacht und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich 

in diesem Moment (19:46:41 Uhr) selber auf ihr eigenes Telefon angerufen habe 

(Urk. 135 S. 12), ist zwar eine theoretische Möglichkeit, erscheint aber eher ab-

wegig. Vorab lässt sich entgegen dem Vorbringen der Verteidigung nicht erstel-

len, dass die Privatklägerin diese Fotos überhaupt machte (vgl. Urk. D1/14 Seiten 

8, 9, 12, 13, 14, 16, 17). Des Weiteren ist es nahezu unmöglich, sich während ei-

nem Selfie gleichzeitig anzurufen. Zudem bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, 

dass die Privatklägerin dies heimlich so gemacht haben soll. Der Beschuldigte 

selber hat nie vorgebracht, dass die Privatklägerin Selfies von ihr und ihm mit sei-

nem Telefon gemacht habe und sie sich an seinem Telefon zu schaffen gemacht 

habe. Er hat vielmehr erklärt, dass ihm die Privatklägerin nach dem fraglichen 

Vorfall ihre Handynummer gegeben habe (Urk. D1/8/2 Frage S. 8). Am Rande – 

da die "Erstellt-Daten" mit Vorsicht zu geniessen sind – ist sodann darauf hinzu-

weisen, dass die von der Verteidigung angeführten Fotos gemäss Zeitangabe 

soweit ersichtlich um 20.21 Uhr bzw. 20.22 Uhr erstellt wurden (vgl. Urk. D1/14 

Seiten 8, 9, 12, 13, 14, 16, 17). Die Zeitangaben unter "Erstellt" könnten sich al-

lerdings gemäss Bemerkung des Sachbearbeiters auch auf den Zeitpunkt bezie-

hen, an dem die Fotos über WhatsApp Messenger versendet wurden (vgl. 

Urk. D1/14 S. 4). Sollte es sich allerdings um (an den Beschuldigten) versendete 

Fotos handeln, würde die Theorie der Verteidigung ohnehin in sich zusammenfal-

len. Die Verteidigung hat sodann eingewendet, dass es sich bei der Aussage des 

- 23 - 

Beschuldigten, er sei nicht zum Hauptbahnhof mitgegangen – was durch den 

Natelstandort widerlegt ist – um ein Missverständnis gehandelt habe (Urk. 135 S. 

11). Dem kann nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte hat dies in aller Klarheit so 

ausgesagt (Urk. D1/8/1 Frage 160). Es ist zwar mit der Verteidigung davon aus-

zugehen, dass dieser Umstand nicht wesentlich ist (bzw. ist die Darstellung der 

Privatklägerin, dass sie gemeinsam zum Hauptbahnhof gingen gar vorteilhafter 

für den Beschuldigten). Es zeigt aber auf, dass der Beschuldigte die Geschehnis-

se nicht verlässlich schildert. Gleiches gilt für die vom Beschuldigten geschilderte 

Aufenthaltsdauer im Park. Die Verteidigerin macht dazu geltend, es sei aktenwid-

rig, dass der Beschuldigte von einer Aufenthaltsdauer im Park von 5-10 Minuten 

gesprochen habe. Er habe nur gesagt, der Sex habe 5 bis 10 Minuten gedauert 

(Urk. 135 S. 11). Der Beschuldigte hat indessen in der von der Verteidigung zitier-

ten Aktenstelle auf die Frage "Wie lange waren Sie mit B._____ im Park?" geant-

wortet, "Im Park selber waren wir ca. 5-10 Minuten, wenn ich mich nicht irre" 

(Urk. D1/8/1 Frage 83). Die erwähnten Umstände sind zwar Details und könnten 

daher auch falsch in Erinnerung bleiben. Es belegt indessen, dass die mit den Te-

lefondaten übereinstimmenden Angaben der Privatklägerin im Vergleich zu den-

jenigen des Beschuldigten verlässlicher sind. Weiter ist auch hier das Bemühen 

des Beschuldigten ersichtlich, Tatsachen vorzubringen, welche gegen die Privat-

klägerin sprechen könnten, würden doch angenommene Telefonanrufe der 

Freundinnen durch die Privatklägerin im Park gewichtig gegen einen Ge-

schlechtsverkehr mit Gewalt sprechen und gegen ihr Vorbringen, dass der Be-

schuldigte ihr Natel während dem Geschlechtsverkehr zur Seite getan habe. Zu 

letzterem Punkt ist anzufügen, dass die Verteidigung einwendet, die Privatkläge-

rin habe nie behauptet, dass der Beschuldigte sie daran gehindert habe, Anrufe 

entgegen zu nehmen. Es sei möglich, dass er es ihr nicht aus der Hand genom-

men habe und es irgendwo gelegen sei. Es erscheine – so die Verteidigung unter 

Hinweis auf diverse Aussagen der Privatklägerin – offensichtlich, dass es nur da-

rum gegangen sei, dass das störende Klingeln sie (beim einvernehmlichen Sex) 

nicht mehr unterbrechen sollte (Urk. 135 S. 9). Dieses Vorbringen überzeugt 

nicht, hat die Privatklägerin jedenfalls mehrfach davon gesprochen, dass der Be-

schuldigte ihr das Natel weggenommen habe und es nicht einfach irgendwo gele-

- 24 - 

gen sei. In ihrer ersten Befragung gab sie dazu an, "Er tat dann mein Handy zur 

Seite, damit ich es nicht bei mir hatte. Er nahm es mir eigentlich weg" (Urk. D1/9/1 

Frage 15). Sie habe dem Beschuldigten auch gesagt, "dass sie ihr Handy wieder 

wolle" und "Er hat mir ja das Telefon weggenommen." (Urk. D1/9/1 Frage 19 und 

Urk. D1/9/4 S. 18 Frage 111). Wie oben angeführt, hat sie auch ausgesagt, er ha-

be dies getan, damit sie "nicht mehr abnehme .. oder ich weiss nicht". Die Weg-

nahme impliziert natürlich auch das Verunmöglichen der Entgegennahme von Te-

lefonaten oder von eigenen Anrufen. In der Folge wurden denn auch 7 Anrufe auf 

die Combox weitergeleitet. 

5.3.5. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Aussagen des Beschuldig-

ten zu den Fragen eines Samenergusses, Abspritzen auf den Bauch sowie zu sei-

nen Erektionsproblemen nicht überzeugend wirken. Sein Aussageverhalten ist in 

diesen Punkten ausweichend und er passt seine Darstellung an die belastenden 

Angaben der Privatklägerin an, was nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

spricht. Die Verteidigung macht im Berufungsverfahren sinngemäss geltend, dass 

es für die Glaubhaftigkeit des Beschuldigten spreche, dass er seine Erektions-

probleme angesprochen habe. Die ganzen Befragungen bezüglich Orgasmus und 

Erektionsproblemen seien für den Beschuldigten offensichtlich sehr peinlich ge-

wesen und es sei erstaunlich, dass er von sich aus von Erektionsproblemen 

spricht (Urk. 135 S. 16). Wie eingangs erstellt, war der Beschuldigte durch die 

Chat-Nachrichten der Privatklägerin gewarnt, dass diese den Sex als gegen ihren 

Willen erfolgt betrachtete ("Another rape report"; vgl. Urk. D1/14/1/11 S. 82-84). 

Vor diesem Hintergrund und den schweren Anschuldigungen von sexuellen Hand-

lungen gegen den Willen der Privatklägerin ist nicht einzusehen, weshalb der Be-

schuldigte in den Befragungen nicht von sich aus und von Anfang an auf Erekti-

onsprobleme im fraglichen Moment hinwies. Entgegen dem Vorbringen der amtli-

chen Verteidigung (Urk. 135 S. 16) wäre es bei dieser Konstellation keineswegs 

erstaunlich, dass der Beschuldigte von sich aus über Erektionsprobleme gespro-

chen hätte. Anzufügen ist, dass der Beschuldigte in der Tat in den Chats vom 22. 

September 2019 mit seinen Kollegen tatsächlich von Erektionsproblemen – wegen 

dem Alkohol – sprach. Dies weist aber auch daraufhin, dass er keine Probleme 

hat, über solche Dinge zu sprechen, zumal dies ja auf zu viel Alkohol zurückzufüh-

- 25 - 

ren sein soll. Des Weiteren kann wohl nicht von wirklichen bzw. ernsthaften Erek-

tionsproblemen gesprochen werden, wenn er dann sehr schnell auf den Bauch der 

Privatklägerin ejakulierte und sich am gleichen Abend gemäss eigenen Angaben 

auf Vorhalt von Fotos etc. später noch von einer anderen Frau oral befriedigen 

liess. Sein Vorbringen von (echten) Erektionsproblemen, die ein Eindringen ver-

hinderten, erscheint daher als Schutzbehauptung.5.3.6. Zusammenfassend sind 

aufgrund der oben dargestellten widersprüchlichen, teilweise widerlegten und 

ausweichenden sowie wenig plausiblen Angaben des Beschuldigten seine Aussa-

gen als nicht verlässlich zu erachten und es kann zur Sachverhaltserstellung der 

von ihm bestrittenen Sachverhaltselemente nicht auf diese abgestellt werden. 

6.1. Die Privatklägerin hat das Kerngeschehen im Park in der Untersuchung weit-

gehend konstant, nachvollziehbar und zurückhaltend geschildert. Für die Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen spricht sodann, dass sie den Vorfall bereits keine zwei 

Stunden danach ihrer Freundin H._____ – wie diese als Zeugin glaubhaft bestätig-

te – im Kernbereich übereinstimmend schilderte und rund 2 Tage später dem Be-

schuldigten die oben bereits erwähnte WhatsApp-Nachricht schickte, worin sie 

ebenfalls ausführte, dass sie keinen Sex mit dem Beschuldigten wollte und er ler-

nen müsse zu respektieren, wenn eine Frau "nein" sage. Auch schrieb sie darin, 

dass der Beschuldigte sie gestossen und an den Händen gehalten habe. Am Tag 

nach dem Geschehen schilderte sie gegenüber der Apothekerin J._____, bei wel-

cher sie in Begleitung ihrer Freundin H._____ die "Pille danach" holte, dass es 

sich um einen Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung gehandelt habe, was durch 

den handschriftlichen Kommentar auf dem von der Apothekerin J._____ unter-

zeichneten Abgabeprotokoll der oralen Notfallkontrarezeption (Urk. D1/16/19) und 

der damit übereinstimmenden Darstellung der Zeugin H._____ (Urk. D1/10/1 Fra-

ge 13, Urk. D1/10/10 S. 5) glaubhaft gemacht ist. Im Rahmen der Überweisung 

der Apothekerin an die Gynäkologie im Stadtspital Triemli gab die Privatklägern 

dort dann am gleichen Tag nach dem Vorfall am 22. September 2019 ebenfalls 

an, beim Park um die Ecke vom I._____ auf den Boden gestossen und vaginal 

penetrierend vergewaltigt worden zu sein, mit Kontakt von Ejakulat mit äusserem 

Genitale, wie dem Arztbericht der Erstuntersuchung zu entnehmen ist 

(Urk. D1/16/4). Diese gleichbleibende Schilderung gegenüber Apothekerin und 

- 26 - 

Gynäkologin stärkt die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin, hatte sie 

doch keinen Anlass, gegenüber diesen medizinischen Personen kurz nach dem 

Vorfall falsche Angaben zu machen, zumal sie damals ausdrücklich noch keine 

Strafanzeige machen wollte. Diese Überzeugung reifte erst mit der Zeit nach vier 

Monaten und Beratungen sowie Gesprächen.  

6.2. H._____ hat sowohl gegenüber der Polizei wie auch in ihrer Zeugeneinver-

nahme bestätigt, dass die Privatklägerin in der fraglichen Nacht nach Mitternacht 

zu ihr nach Hause kam und ihr von diesem Vorfall erzählte. Als die Privatklägerin 

zu ihr gekommen sei, sei sie ganz verweint und unter Schock gewesen. Sie habe 

einen Fehler gemacht, habe die Privatklägerin gesagt. Die Privatklägerin sei ge-

mäss ihren Erzählungen zweimal vom Beschuldigten auf die Wiese geschubst 

worden; die Privatklägerin habe ihr auch den Rücken gezeigt, auf welchem leichte 

Kratzspuren ersichtlich gewesen seien. Die Hände der Privatklägerin seien auf 

Kopfhöhe in den Boden gedrückt worden. Der Beschuldigte habe sie dann geleckt. 

Er habe sie gegen ihren Willen missbraucht. Dies alles habe die Privatklägerin ihr 

noch in der Nacht auf dem Balkon erzählt, wobei sie ihr nicht jedes Detail erzählt 

habe, was der Beschuldigte alles genau gemacht habe. Dann habe sie (H._____) 

versucht, der Privatklägerin klarzumachen, dass das eine Vergewaltigung gewe-

sen sei. Die Privatklägerin habe anfangs gar nicht realisiert, dass es sich um eine 

Vergewaltigung gehandelt habe. Sie habe damals nicht zur Polizei gehen wollen. 

Am nächsten Tag seien sie dann zusammen in die Apotheke gegangen, um die 

"Pille danach" zu holen. Die Apothekerin habe sie ins Spital weiterverwiesen 

(Urk. D1/10/1 Frage 12). Auch vor dem Hintergrund, dass es sich bei H._____ um 

eine gute Freundin der Privatklägerin handelt und nicht auszuschliessen ist, dass 

die beiden vor der Zeugenbefragung noch miteinander sprachen, erscheinen die-

se Angaben überzeugend und besteht kein Anlass, an diesen zu zweifeln. Für die 

Glaubhaftigkeit spricht der von ihr geschilderte Umstand, dass sie es gewesen sei, 

die der Privatklägerin klar gemacht habe, sie sei vergewaltigt worden. Es erscheint 

kaum vorstellbar, dass die beiden zuvor ein solch originelles, eher ausgefallenes 

Detail vorher abgesprochen haben sollen. Auch fällt beispielsweise auf, dass die 

Zeugin das Verhalten der Privatklägerin hinsichtlich Alkohol- und Drogenkonsum 

keineswegs beschönigte (Urk D1/10/1 F 65 ff.). Weiter kann festgehalten werden, 

- 27 - 

dass H._____ auch schon gegenüber der Polizei die Angaben der Privatklägerin 

ihr gegenüber kurz nach dem Vorfall im Wesentlichen gleich schilderte, insbeson-

dere dass diese vom Beschuldigten zu Boden gestossen, an den Händen festge-

halten und gegen ihren Willen sexuell missbraucht worden sei. Weiter werden ihre 

Aussagen durch den Chat-Verkehr zwischen ihnen beiden gestützt (Urk. D1/13/7). 

Dass H._____ einen versuchten Oralverkehr nicht erwähnte, stellt entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (Urk. 135 S. 19) keinen Widerspruch dar, hat doch die 

Zeugin von sich aus ausdrücklich erklärt, dass die Privatklägerin nicht in der Lage 

gewesen sei, Details zu nennen. Im weiteren stand offensichtlich der geschilderte 

vaginale Geschlechtsverkehr im Zentrum des Gespräches und nicht die weiteren 

Details. Anzufügen ist schliesslich noch, dass H._____ auch vom Sperma auf der 

Unterhose berichtete und insbesondere auch von den Kratzern am Rücken, wel-

che durch die ärztlichen Akten und Fotos belegt sind (Urk. D1/16/18/6). Die Anga-

ben der Zeugin H._____ erscheinen glaubhaft und es kann zur Erstellung des 

Sachverhalts auf diese abgestellt werden.  

6.3. Aus der lediglich zu Gunsten des Beschuldigten verwertbaren polizeilichen 

Befragung der Apothekerin lässt sich nichts zu seinen Gunsten ableiten 

(Urk. D1/10/5 Fragen 13 und 38). Die Verteidigung erkennt allerdings aus deren 

Aussagen indessen ein widersprüchliches Aussageverhalten der Privatklägerin 

(Urk. 135 S. 23 mit Hinweisen). Die Privatklägerin habe ausgesagt, die Apotheke-

rin habe H._____ zum Gespräch beigezogen, da sie nicht in der Lage gewesen 

sei, es zu schildern (recte Urk. D1/9/7 S. 9). Die Apothekerin J._____ habe aber 

im Widerspruch dazu ausgesagt, H._____ habe nichts erzählt (Urk. D1/10/5 S. 3). 

Hier ist zu präzisieren, dass die Privatklägerin ausgesagt hat, sie habe der Apo-

thekerin gesagt, sie habe das (Geschlechtsverkehr) nicht gewollt und sei dann in 

Tränen ausgebrochen. Frau J._____ sagte dazu aus, die Kollegin (H._____) habe 

tröstend eingewirkt und es sei überhaupt nicht viel erzählt worden. Im Wesentli-

chen gab sie an, die Privatklägerin habe ihr auf Frage hin erzählt, es sei nicht ihr 

fester Partner gewesen und der Geschlechtsverkehr sei nicht im gegenseitigem 

Einvernehmen erfolgt (Urk. D1/10/5 S 2 Frage 13; vgl. dazu auch Urk. D1/16/9 

S. 2). Gemäss ihren Ausführungen sei der Abgabe der Pille nichts mehr im Wege 

gestanden und sei es danach um Spitalabklärungen etc. gegangen. Weitere De-

- 28 - 

tails des Vorfalls (wie Gewalt etc.) wurden gemäss ihren Angaben nicht bespro-

chen. Die Privatklägerin habe geweint und die Kollegin habe tröstend eingewirkt. 

Auf jeden Fall sei es glaubwürdig gewesen (a.a.O. S. 2 ff.). Die Aussagen der Pri-

vatklägerin und der Apothekerin decken sich somit im Kerngeschehen und es 

kann insoweit entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht von Widersprüchen ge-

sprochen werden.  

6.4. Zutreffend hat die Verteidigung darauf hingewiesen, dass gemäss dem ärztli-

chen Protokoll der Beschuldigte die Privatklägerin nach der Vergewaltigung zu-

rückgelassen habe (Urk. 135 S. 31 unter Hinweis auf Urk. D1/16/4 S. 2: "Danach zu-

rückgelassen. Keine sonstige Gewaltanwendung oder Verletzungen"). Ob damit wie von der 

Verteidigung interpretiert, ein Zurücklassen im Park gemeint ist – was nicht der 

späteren Schilderung der Privatklägerin entspricht – kann letztlich offengelassen 

werden, da es bei der gynäkologischen Abklärung lediglich um die groben Um-

stände des Vorfalles ging und nicht um eine genauere Abklärung des Geschehens 

wie in der Strafuntersuchung. Die Verteidigung wendet im Berufungsverfahren 

weiter erstmals ein, die Aussagen der Privatklägerin würden wesentliche Wider-

sprüche zu den medizinischen Akten aufweisen. Die Privatklägerin habe im Ge-

gensatz zu den medizinischen Akten Risse in der Schleimhaut beschrieben 

(Urk. 135 S. 30). Die Beschuldigte sei gefragt worden, ob sie im Intimbereich Ver-

letzungen davon getragen habe. Sie habe dazu angegeben, dass sie im Spital am 

nächsten Tag Risse an den Schleimhäuten entdeckt hätten (recte: Urk. D1/9/4 

S. 15). Davon ist im Arztbericht nicht die Rede (Urk. D1/16/4). Insoweit ist die Kri-

tik der Verteidigung berechtigt. Es ist aber zu relativieren, dass die Privatklägerin 

bereits zuvor differenzierter dazu ausgesagt und zunächst angegeben hatte, die 

Ärzte hätten ihr nicht gesagt, ob es Verletzungen gehabt habe und verwies darauf, 

dass dies vielleicht im Bericht stehe. Dann fügte sie an "sie sprachen von Rissen 

in der Schleimhaut". Sie habe zwei Arztberichte erhalten und könne diese der Po-

lizei zukommen lassen (Urk. D1/9/1 S. 14). In der Tat sind hier die Angaben der 

Privatklägerin zumindest ungenau. Da sie indessen gleichzeitig auf die dann ein-

gereichten Arztberichte verwies, zeigt sie damit an, dass sie diese als wesentlich 

erachtet.  

- 29 - 

6.5. Wie oben ausgeführt, lassen sich sodann die ausgewerteten Telefondaten 

ohne Weiteres mit den Aussagen der Privatklägerin in Einklang bringen (vgl. auch 

Urk. 95 S. 16 f.).  

6.6. Des Weiteren schildert die Privatklägerin die vom Beschuldigten ausgeübte 

Gewalt sachlich und zurückhaltend. Im Wesentlichen berichtet sie, dass er sie mit 

Schubsen und Beinstellen auf den Boden gebracht habe, sich auf sie "drauf" ge-

setzt und ihre Hände über ihrem Kopf auf den Boden gedrückt habe. Sie habe 

versucht, ihre Arme frei zu bekommen. Wenn sie sich bewegt bzw. gewehrt habe, 

habe er fester zugedrückt an den Händen. Sie habe Angst gehabt und sei dann 

einfach ruhig liegen geblieben. Teilweise habe er eine Hand losgelassen 

(Urk. D1/9/1 Fragen 52 ff.; Urk. D1/9/4 S. 13 f.). Diese konstanten Schilderungen 

der ausgeübten Gewalt erscheinen zurückhaltend und authentisch. Ginge man 

von falschen Anschuldigungen aus, wäre es auch ohne viel Fantasie für die Pri-

vatklägerin leicht möglich gewesen, weit dramatischere Gewalthandlungen (wie 

Ohrfeigen, Haare reissen) darzustellen oder beispielsweise auszuführen, er habe 

ihr gegenüber Drohungen ausgesprochen. Entgegen der Verteidigung (Urk. 135 

S. 18) sind diese Überlegungen nicht spekulativ, sondern zeigen auf, dass es der 

Privatklägerin nicht darum ging, dem Beschuldigten zu schaden und jedenfalls ei-

nen Schuldspruch zu erwirken. Die Privatklägerin hat den Beschuldigten gar als 

eher lieb umschrieben, der während dem Geschlechtsverkehr ruhig und gelassen 

auf sie eingeredet habe. Er habe ihr danach auch geholfen den Reissverschluss-

schieber anzubringen bzw. die Hose zu reparieren. Auffallend ist auch, dass die 

Privatklägerin bereits zu Beginn, als sie den WhatsApp-Verkehr mit dem Beschul-

digten erwähnte, von sich aus darauf hinwies, dass dieser ihr zurückgeschrieben 

habe, nichts gemacht zu haben, was sie beide nicht gewollt hätten und sie eine 

schöne Zeit gehabt hätten. Die damals 18-jährige Privatklägerin fügte dazu nach-

vollziehbar an, dass diese Nachrichten sie verwirrt hätten und sie diese generell 

komisch gefunden habe. Sie sagte auch aus, dass sie sich zuvor (im I._____ und 

bei der ersten Rauchpause) gegenseitig geküsst hätten und er sie berührt habe, 

aber nicht schlimm (Urk. D1/9/1 Fragen 17ff.; Urk. D1/9/4 S. 6 f. und S. 13 f.). Ins-

gesamt ist die Privatklägerin keineswegs bemüht, ihn übermässig zu belasten und 

herabzuwürdigen, sondern nimmt ihn teilweise schon fast in Schutz. Auch dies 

- 30 - 

lässt ihre Ausführungen lebendig wirken, so wie sie nur von jemandem zu erwar-

ten sind, der das Geschilderte auch tatsächlich erlebt hat.  

6.7. Die Vorinstanz hat am Rande bemerkt, dass der Beschuldigte nicht derart 

auf die Privatklägerin hätte einreden müssen, wenn sie derart willig gewesen wä-

re, wie er behaupte (Urk. 95 S. 20). Die Verteidigung erachtet dies als reine Spe-

kulation und meint, der Beschuldigte habe die Privatklägerin gedrängt und meine 

damit – wegen ihrem nachträglichen schlechten Gewissen – eigentlich, dass er sie 

vor allem überredet habe. Weiter fügt die Verteidigung an, dass sie mit der Vo-

rinstanz davon ausgehe, dass die Privatklägerin kaum so willig gewesen sei, wie 

das der Beschuldigte behaupte (Urk. 135 S. 19 und S. 20). Entgegen dem Vor-

bringen der Verteidigung ist auch dies nicht eine reine Spekulation der Vorinstanz. 

Wie oben ausgeführt, gab der Beschuldigte an, die Privatklägerin sei "geil" gewe-

sen und habe ihn an sich geschlungen, geküsst und beim Sex Spass gehabt. Sie 

habe, nachdem sie zuerst Oralverkehr mit dem Beschuldigten gehabt habe, ge-

wünscht, von ihm oral befriedigt zu werden, sich dazu selbst hingelegt, ihr Hös-

chen runtergezogen und die Beine gespreizt. Von daher ist die Bemerkung der 

Vorinstanz zutreffend, dass der Beschuldigte nicht auf die Privatklägerin hätte ein-

reden müssen, wenn sie derart willig gewesen wäre. Die Verteidigung geht in ih-

rem Plädoyer immer wieder mal von der Schilderung des Beschuldigten und dann 

wieder von derjenigen der Privatklägerin aus, was nicht überzeugt. 

6.8. Die Schilderungen der Privatklägerin enthalten sodann ausgefallene Einzel-

heiten, wie etwa, dass der Beschuldigte nach dem Vorfall auf den Boden urinierte, 

sie den beim Geschehen abgefallenen Reissverschlussschieber ihrer Hose such-

te, diesen fand und erfolglos versucht habe, diesen wieder anzubringen, wobei ihr 

auch der Beschuldigte dabei geholfen habe. Originell ist auch entgegen der An-

sicht der Verteidigung (Urk. 135 S. 24) die Schilderung der Privatklägerin, dass sie 

– als der Beschuldigte ihre linke Hand losgelassen habe – versucht habe, ihren In-

timbereich mit der Hand abzudecken, damit er nicht in sie eindringe (Urk. D1/9/4 

Frage 73-76). Dies erscheint schon von daher originell, weil dieser Versuch zwar 

ein Reflex ist, aber eine weitgehend hilflose Abwehrhandlung darstellt. Das Vor-

bringen der Verteidigung, sie würde auch nicht ausschliessen, dass die Privatklä-

- 31 - 

gerin sich beim einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit ihrer Hand in ihren In-

timbereich fasst z.B. um sich selber zu stimulieren (Urk. 135 S. 24), ist sodann als 

reine Stimmungsmache abzutun. Solches wurde im Übrigen vom Beschuldigten 

selber auch nicht vorgebracht. Die Verteidigung räumt im Übrigen ein, dass es 

glaubhaft erscheint, dass die Privatklägerin über das Lecken im Analbereich un-

glaublich überrascht gewesen sei, weil das ein Gefühl gewesen sei, dass sie zuvor 

nie gespürt und nicht damit gerechnet habe (Urk. 135 S. 18). Jedenfalls hinterlas-

sen diese Details den Eindruck, dass die Privatklägerin tatsächlich Erlebtes schil-

dert.  

6.9. Neben diesen Realitätskriterien beschreibt die Privatklägerin entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (Urk. 135 S. 18) durchaus auch innere Vorgänge, ihr 

Empfinden und ihre Gedanken, was ein weiteres Element der Glaubhaftigkeit ih-

rer Aussagen darstellt. So berichtet sie wie erwähnt, dass sie sich eine Vergewal-

tigung ganz anders (gewalttätiger) vorgestellt habe. Der Beschuldigte habe mit 

lieber und gelassener Stimme auf sie eingeredet, dass alles gut sei, was ihr ko-

misch vorgekommen sei (Urk. D1/9/4 S. 6 f. und S. S. 13). Sie habe Schmerzen 

empfunden durch das Drücken ihrer Hände und darum auch aufgehört, sich zu 

wehren. Weiter schilderte sie ihre Angst, als sie rücklings auf dem Boden gelegen 

sei und sich der Beschuldigte sich auf sie drauf gesetzt und ihre Hände neben ih-

rem Kopf auf den Boden gedrückt habe. Sie habe Angst gehabt und sei einfach 

ruhig liegen geblieben (Urk. D1/9. /4 S. 13). Sie umschrieb sachlich und zurück-

haltend, dass das "Eindringen" ziemlich weh getan habe (Urk. D1/9/4 S. 14). Auch 

hat sie ihr Empfinden fühlbar geschildert, als er auf ihren Bauch ejakuliert habe, 

was sie als "gruusig" befunden habe (Urk. D1/9/1 S. 11). Ihr Erschrecken beim für 

sie überraschenden späteren Lecken der Vagina schilderte sie anschaulich und 

plausibel, dass sie stark zusammengezuckt sei, weil sie auf einmal etwas Nasses 

gespürt habe und damit nicht mehr gerechnet habe, da sie gedacht habe, der Be-

schuldigte sei fertig, da er ja "gekommen" sei (Urk. D1/9/1 S. 11). Weiter hat sie 

nachvollziehbar deponiert, dass seine späteren Nachrichten, sie hätten das beide 

gewollt und sein "immer alles gut reden", sie verwirrt und verunsichert hätten, so 

dass sie begonnen habe, die Schuld bei sich zu suchen. Diese Gedanken er-

scheinen aufgrund des vorgefallenen nachvollziehbar und authentisch. Es ist als 

- 32 - 

Realkennzeichen zu werten, wie sich die Privatklägerin mit dem für sie "komi-

schen" und verunsichernden Verhalten des Beschuldigten auseinandersetzt und 

anfängt, an ihrem Verhalten bzw. ihrem Nichteinverständnis zum Sex zu zweifeln.  

6.10. Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin spricht sodann, 

dass sie ihr eigenes Verhalten nicht beschönigt und auch offen über ihren Alko-

hol- und Cannabiskonsum spricht. Sie gibt an, dass es ein Fehler von ihr gewe-

sen sei, in den Park zu gehen. Vor allem aber deponiert sie, sich in der Folge 

nicht mehr gewehrt zu haben, weil sie Angst gehabt habe und wie unter Schock 

gewesen sei. Sie sei dann einfach dort gelegen und habe – blöd gesagt – gewar-

tet, bis es vorbei gewesen sei. Die Privatklägerin führte an, sie sei eigentlich eine 

Person, die sage, wo die Grenzen seien. Sie sei eine grosse, starke Frau – die 

Privatklägerin ist 183 cm gross und war damals 83 kg schwer –, die sich wehren 

könne. Sie denke im Nachhinein, dass sich die Angst darin geäussert habe, dass 

sie sich nicht gewehrt habe (Urk. D1/9/1 S. 4 und S. 2, Urk. D1/9/4 S. 6). Diese 

Schilderungen enthalten mit den Beschreibungen von Eindrücken, Gedankenvor-

gängen und Reaktionen zahlreiche Realitätskriterien und bestärken den Eindruck, 

die Privatklägerin berichte von tatsächlich Erlebtem.  

6.11. Auch dass die Privatklägerin Erinnerungslücken eingestand und offen mit-

teilte, wenn sie sich an gewisse Punkte nicht mehr erinnerte oder welche Bege-

benheiten sie nicht mitbekommen hat, spricht für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussa-

gen. So räumte sie beispielsweise ein, dass sie nicht mehr wisse, ob sie über-

haupt noch etwas gesagt habe, als sie dann am Boden – zuvor habe sie ihm 

"Stopp", "Hör uff", "Ich will das nicht" gesagt – gelegen sei (Urk. D1/9/4 S. 13). Die 

Privatklägerin gab ferner an, nicht mehr zu wissen, ob sie dem Beschuldigten ge-

sagt habe, dass das Eindringen ihr Schmerzen mache (Urk. D1/9/4 S. 14). Auch 

gab sie zu, nicht mehr zu wissen, wie sie von der einen Seite der Bank im Park, 

wo es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, zur anderen Seite der Bank ge-

kommen sei, wo es zum kurzen Lecken gekommen sei (vgl. Urk. D1/9/1 Frage 35 

i.V.m. Urk. D1/9/3 sowie Urk. D1/15/1 S. 7 ff.). Diese Schilderung der Lücken las-

sen sich nur damit erklären, dass die Privatklägerin bemüht ist, nur tatsächliche 

Erinnerungen zu schildern, ansonsten es ein leichtes gewesen wäre - ginge man 

- 33 - 

von absichtlichen Falschbelastungen aus –, diese Fragen mit plausiblen (fal-

schen) Äusserungen zu beantworten.  

6.12. Die Vorinstanz hat sich sodann zutreffend mit den leicht widersprüchlichen 

bzw. nicht gänzlich übereinstimmenden Schilderungen der Privatklägerin hinsicht-

lich der Position des Beschuldigten beim Packen mit den Händen an den Ober-

armen sowie dem Schubsen auseinandergesetzt. Darauf kann verwiesen werden 

(Urk. 95 S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO). Wo genau der Beschuldigte gestanden ist, 

als er sie geschubst und ihr ein Bein gestellt hat, ob neben oder hinter ihr, ist letzt-

lich entgegen dem Vorbringen der Verteidigung (Urk. 135 S. 19-22) nicht von ent-

scheidender Bedeutung. Abgesehen davon, dass es sich dabei um ein dynami-

sches Geschehen handelte, ist zentral, dass die damals erst 18-jährige, leicht an-

getrunkene Privatklägerin gleichbleibend von einem Packen mit den Händen an 

ihren Oberarmen und einem Schubsen sowie Beinstellen durch den Beschuldig-

ten sprach, welches sie zum Liegen auf dem Rücken auf der Wiese gebracht ha-

be, er sich auf ihr Becken gesetzt habe und ihre Hände über ihren Kopf auf den 

Boden gedrückt habe. Die Differenz in der Schilderung hinsichtlich der genauen 

Position des Beschuldigten beim zu Boden bringen spricht nicht für die generelle 

Unglaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin. Im Übrigen ist hervorzuheben, 

dass die Privatklägerin vom ganzen Vorgang ein folgerichtiges, kohärentes und 

stimmiges Geschehen schildert, wie etwa, dass der Beschuldigte zu Beginn ihr 

Mobiltelefon weggelegt habe, er bevor er gekommen sei, gefragt habe, ob sie die 

Pille nehme, er in der Folge auf den Bauch ejakuliert habe, sie danach das Sper-

ma mit Gras oder Blättern weggeputzt habe, sie sich angezogen und den Schie-

ber des Reissverschlusses gesucht habe, der Beschuldigte ihr das Mobiltelefon 

zurückgegeben habe etc. Stimmig ist im Weiteren hinsichtlich der von ihr geschil-

derten "milden" Gewalt und dem ansonsten eher als lieb geschilderten Verhalten 

des Beschuldigen, dass dieser während dem gegen ihren Willen erfolgten Ge-

schlechtsverkehr ihr immer wieder gesagt habe, dass sie das auch wolle 

(Urk. D1/9/4 Frage 79). Ebenso sind ihre Darstellungen der fraglichen Örtlichkei-

ten, der Telefonanrufe sowie der weiteren Umstände präzise und kohärent. Dies 

braucht hier nicht alles wiederholt zu werden. Zum Einwand der Verteidigung hin-

sichtlich der Beschreibungen "schubsen" und "stossen" wurde bereits dargetan, 

- 34 - 

dass diese im vorliegenden Zusammenhang als gleichbedeutend zu verstehen 

sind und es gemäss Schilderung der Privatklägerin vor allem darum ging, sie – 

insbesondere mit dem gleichzeitigen Beinstellen und ihrem angetrunkenen Zu-

stand – aus dem Gleichgewicht und zu Fall zu bringen. Die Interpretation der Ver-

teidigung, es sei allenfalls gar ein gemeinsames Hinfallen oder Stolpern gewesen 

und es habe zwischen den beiden ein Gerangel in der Erregung gegeben und 

beide seien aufgrund des Alkoholkonsums nicht mehr standhaft gewesen (Urk. 

135 S. 23), findet in den Akten jedenfalls keine Stütze. Die Privatklägerin hat sol-

ches nicht geschildert und der Beschuldigte selber ein gänzlich anderes Gesche-

hen. Gemäss seiner Darstellung gab es kein Schubsen und kein Stolpern und 

Hinfallen.  

6.13. Hervorzuheben ist schliesslich, dass die Privatklägerin länger zögerte, sich 

an die Polizei zu wenden und eindrücklich schilderte, aus welchen Gründen sie 

letztlich eine Anzeige machte (vgl. dazu Urk. D1/9/1 S. 14 und 15). Sie war auch 

ohne Weiteres bereit, die sie behandelnde Psychologin vom Berufsgeheimnis zu 

entbinden (a.a.O.). Es ist denn auch kein einsichtiges Motiv ersichtlich, weshalb 

sie den Beschuldigten zu Unrecht -– und zudem nach so langer Zeit – belasten 

sollte. Sie hat den Beschuldigten zuvor nicht gekannt und auch danach – bis auf 

den erwähnten WhatsApp-Nachrichtenaustausch – keinen Kontakt zu ihm gehabt. 

Es erscheint glaubhaft, dass sie diese Anzeige hauptsächlich deshalb einreichte, 

weil sie nicht wollte, dass der Beschuldigte das mit anderen Frauen nochmals 

macht. Der Beschuldigte brachte vor Vorinstanz als Erklärung für eine falsche An-

schuldigung der Privatklägern vor, dass diese ein schlechtes Gefühl und ein 

schlechtes Gewissen gegenüber ihren Kolleginnen und ihrem Freund G._____ 

gehabt habe, weil sie ihre Kolleginnen an diesem Abend vernachlässigt habe (An-

rufe nicht entgegengenommen, Zeit nicht mit ihnen verbracht etc.) und ihren 

Freund G._____ mit ihm betrogen habe. Die Privatklägerin habe dafür eine schul-

dige Person finden müssen (Prot. S. 25, Urk. 60 S. 5). Diese Vorbringen vermö-

gen nicht zu überzeugen. Vorab scheint es eher abwegig, dass die Privatklägerin, 

weil sie allenfalls ihre Kolleginnen an diesem Abend mit ungenügender Aufmerk-

samkeit verärgert haben soll, eine falsche Strafanzeige einreichen sollte und dies 

zudem erst nach dem Verstreichen von vier Monaten. Anzufügen ist, dass diese 

- 35 - 

Kolleginnen im Falle einer nachhaltigen Verärgerung – was vernünftiger Weise 

ohnehin auszuschliessen ist – wohl schon dadurch hätten besänftigt werden kön-

nen, wenn die Privatklägerin ihnen den Vorfall geschildert hätte. Das gleiche gilt 

hinsichtlich ihrem Bekannten G._____. Die Privatklägerin hat diesbezüglich im 

Übrigen diesen G._____ von sich aus erwähnt und ausgeführt, dass sie mit ihm 

keine Beziehung führe bzw. geführt habe (Urk. D1/9/7 Frage 46). Es ist insgesamt 

kaum vorstellbar, dass die Privatklägerin aus den vom Beschuldigten genannten 

Gründen, ein belastendes und langwieriges Strafverfahren mit falschen Anschul-

digungen einleitet und zudem das Risiko eingeht, ihrerseits als Lügnerin entlarvt 

zu werden. Die These des Beschuldigten erklärt auch nicht, weshalb sie nicht nur 

gegenüber ihrer Freundin H._____, sondern am Tag danach auch gegenüber der 

Apothekerin und gegenüber der Frauenärztin bei der Erstuntersuchung von einem 

gegen ihren Willen erfolgten Geschlechtsverkehr berichten sollte. In diesem Zu-

sammenhang hätte es genügt, einen ungeschützten Geschlechtsverkehr vorzu-

bringen.  

6.14. Die Verteidigung hat ferner vorgebracht, dass die Privatklägerin es bereue, 

sich auf den Beschuldigten eingelassen zu haben und sich deshalb im Nachhinein 

einrede, mit den sexuellen Handlungen gar nicht einverstanden gewesen zu sein, 

bis sie selber daran geglaubt habe (Urk. 60 S. 4 f.). Dagegen spricht wie bereits 

mehrfach erwähnt das Verhalten der Privatklägerin kurz nach der Tat, insbeson-

dere die von ihr noch am gleichen Abend gegenüber der Freundin H._____ ge-

schilderte Gewalt, die sie dann auch gegenüber dem Beschuldigten im Chat und 

gegenüber der Apothekerin und der Ärztin äusserte. Alleine ein Bereuen des Ein-

lassens auf den Beschuldigten und den sexuellen Handlungen wäre sodann – 

ohne Gewalthandlungen des Beschuldigten (schubsen, Beinstellen, Hände um-

klammern etc.) – kein verständlicher Grund, ein belastendes Strafverfahren einzu-

leiten. Die Vorinstanz hat es sodann auf den Punkt gebracht, wenn sie ausführt: 

"Wer eine Vergewaltigung erfindet, schildert keine atypische Vergewaltigung 

durch einen lieben Vergewaltiger." (Urk. 95 S. 30). Folgte man der These der Ver-

teidigung, dass die Privatklägerin aus einem Bereuen der (einvernehmlichen) se-

xuellen Handlungen heraus ein mit Gewalt verbundenes Geschehen erfindet, 

ergibt es wirklich keinen Sinn, von sich aus zu schildern, der Beschuldigte habe 

- 36 - 

dann während dem Vorfall lieb und gelassen auf sie eingeredet. Im Berufungsver-

fahren hat die Verteidigung vorgebracht, bei den Schilderungen der Privatklägerin 

handle es sich um Scheinerinnerungen (falsche Erinnerungen) infolge Fremdsug-

gestion. Die Privatklägerin sage aufgrund von suggestiven Beeinflussungen (Aus-

sagen erst vier Monate nach dem Vorfall und nach intensiver Betreuung durch die 

Frauenberatung für sexuelle Gewalt, psychologischer Behandlung, rechtlicher Be-

ratung und zig Gesprächen mit diversen Freundinnen und Familienangehörigen) 

so aus, obwohl kein realer Hintergrund vorhanden sei (Urk. 135 S. 34 ff. und S. 38 

ff.). Hierzu ist zu erwägen, dass hinsichtlich ihrer Mutter, Schwester, der Frauen-

beratung, der Psychologin und Anwältin keinerlei Hinweise auf eine suggestive 

Beeinflussung durch diese vorhanden sind. Zur behaupteten suggestiven Beein-

flussung durch die sehr gute Freundin der Privatklägerin, H._____, ist festzuhal-

ten, dass dieser Einwand der Verteidigung an einem grundsätzlichen Überle-

gungsfehler krankt. Es ist zwar richtig, wenn die Verteidigung vorbringt, dass 

H._____ als Erste von einer Vergewaltigung sprach. Dies aber nach der Schilde-

rung der Privatklägerin ihr gegenüber, dass der Beschuldigte sie geschubst habe, 

die Privatklägerin wieder aufgestanden und sich gewehrt habe und erneut ge-

schubst und zu Boden gegangen sei. Er habe ihr – so die Schilderung der Privat-

klägerin gegenüber H._____ – beide Arme auf den Boden gedrückt und sie habe 

sich nicht mehr wehren können. Die Privatklägerin sei nicht in der Lage gewesen 

ins Detail zu gehen, habe geweint und sei geschockt gewesen. Diese Gewalt-

schilderungen stammen nicht von H._____, sondern von der Privatklägerin. Erst 

nach diesen Schilderungen ihr gegenüber stellte H._____ dann als Erste fest, 

dass es sich aufgrund des Geschilderten um eine Vergewaltigung handle. Dies 

sind zwei verschiedene Sachen. Die Schilderung der Gewalthandlungen kamen 

von der Privatklägerin, nicht von H._____. Die Feststellung, dies sei eine Verge-

waltigung, kam von H._____. Die amtliche Verteidigung hält dies nicht auseinan-

der. Es bestehen mithin keinerlei Hinweise, dass H._____ die Privatklägerin be-

züglich der von dieser geschilderten Gewalthandlungen des Beschuldigten in ir-

gend einer Weise suggestiv beeinflusst haben soll. Es ist nochmals daran zu er-

innern, dass H._____ ihre diesbezüglichen Aussagen (Urk. D1/10/1 Frage 12, 

Urk. D1/10/10 S. 3) unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB deponiert hat. 

- 37 - 

Anzufügen ist, dass auch nicht ersichtlich ist, weshalb sie die Privatklägerin sug-

gestiv in die Richtung hätte beeinflussen sollen, dass solche Gewalthandlungen 

vor dem Geschlechtsverkehr passiert seien. Wenn die Verteidigerin unter Bezug-

nahme auf Urk. D1/9/1 S. 4 f. vorbringt, die Privatklägerin habe gemäss ihren ei-

genen Angaben H._____ gegenüber keine Gewalt des Beschuldigten geschildert, 

dann ist dies zumindest ungenau. Es ist sich bei der Würdigung bzw. beim Lesen 

dieser ersten polizeilichen Befragung vor Augen zu halten, dass die Privatkläge-

rin, bevor sie zu den Gesprächen mit H._____ befragt wird, gerade eben gegen-

über der Polizei geschildert hatte, was passiert ist (also u.a., dass der Beschuldig-

te Sex haben wollte, sie das nicht gewollt, sie habe weggehen wollen, der Be-

schuldigte sie an den Oberarmen gefasst und ihr das Bein gestellt habe, sie zu 

Boden gefallen sei, im Gras gelegen sei, versucht habe aufzustehen, der Be-

schuldigte ihr dasselbe nochmals gemacht und wieder das Bein gestellt habe, so 

dass sie auf dem Rücken am Boden gelegen sei, der Beschuldigte auf Becken-

höhe auf sie gesessen sei, ihre Hände auf Kopfhöhe auf den Boden gedrückt ha-

be, die Privatklägerin ihm gesagt habe, "Hör uf" etc.; vgl. Urk. D1/9/1 Antwort 16 

und 17) und dann in Antwort 21 aussagt, "Ich erzählte ihr (H._____), was passiert 

war". Dies ist im Gesamtzusammenhang entgegen der Verteidigung natürlicher-

weise so zu verstehen, dass sie ihr auch die Gewalt des Beschuldigten geschil-

derte hatte ("was passiert ist"), was ja H._____ als Zeugin denn auch so ausge-

sagt hatte. Erst danach habe H._____ die Privatklägerin angeschaut und sie ge-

fragt, ob sie wisse, was sie gerade erzählt habe (Urk. D1/9/1 Frage 21). Insge-

samt liegt kein einen Zweifel begründendes Motiv für eine falsche Belastung – sei 

es durch bewusstes Lügen oder durch Scheinerinnerungen infolge Fremdsugges-

tion – durch die Privatklägern vor.  

Die Privatklägerin machte kohärente, detaillierte und nachvollziehbare Aussagen 

sowohl zum Kerngeschehen als auch zu Nebenschauplätzen. Ihre Schilderungen 

sind differenziert und zurückhaltend, und sie räumt auch eigenes Fehlverhalten 

ein. Reaktionen und Gefühle beschreibt sie authentisch. Aufgrund ihrer überzeu-

genden Angaben ergibt sich, trotz der erwähnten, untergeordneten Unklarheiten, 

ein stimmiges Gesamtbild. Hinweise, dass die Privatklägerin lügen und den Be-

schuldigten falsch belasten sollte, sind keine vorhanden. Auf die Aussagen der 

- 38 - 

Privatklägerin kann daher zur Erstellung des bestritten Sachverhalts grundsätzlich 

abgestellt werden.  

6.15. Anzufügen ist, dass sich die Vorinstanz auch mit den Umständen der be-

schädigten Hose der Privatklägerin sorgfältig und überzeugend auseinanderge-

setzt hat. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 95 S. 21 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Gemäss Privatklägerin geschah die Beschädigung der Hose, als der Beschuldigte 

ihr die Hose öffnete. Das Vorbringen des Beschuldigten, die Hose sei bereits im 

I._____ beschädigt gewesen, findet in den Akten keine Stütze. Auf Fotos im Vor-

feld der Party im I._____ ist ersichtlich, dass die Hose unbeschädigt und auch 

nicht zu eng war (Urk. D1/5 S. 14; Urk. D1/10/4 und D1/13/2). Der Zeugin 

K._____ (Kollegin der Privatklägerin) ist zuvor nichts aufgefallen, aber später; 

"man hat es schon gesehen" (Urk. D1/10/11 S. 4). Dies spricht dafür, dass die 

Beschädigung beim Geschehen im Park stattfand, hat die Privatklägerin ihre 

Freundin K._____ doch erst nach dem Vorfall (später) wieder getroffen. Mit der 

Vorinstanz ist es im Übrigen eher unwahrscheinlich, dass die Privatklägerin mit 

defektem Reissverschluss in den Ausgang und im I._____ inmitten anderer Leute 

tanzen geht. Entgegen dem Vorbringen der amtlichen Verteidigung (Urk. 135 

S. 24 f.) wurde von keiner Seite ausgesagt, dass die Hose beim Schubsen ka-

puttgegangen sei. Wie oben erwogen sind denn auch die Aussagen der Privatklä-

gerin zu diesem Punkt entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 135 S. 25) 

zudem originell, detailliert und glaubhaft, gerade weil es eben speziell ist, dass 

jemand, der auch gewalttätige Handlungen ausübte, ihr danach bei der Hose ge-

holfen hat. Wie erwähnt erzählte sie, den Schieber des Reisverschlusses nach 

dem Geschehen auf der Wiese gesucht zu haben und anschliessend erfolglos 

versucht zu haben, diesen wieder anzubringen, wobei ihr der Beschuldigte gar 

geholfen habe. Es besteht kein Anlass anzunehmen, dass dies erfunden ist. Zu-

dem erscheint es nachvollziehbar, dass der Reissverschluss beschädigt wurde, 

als der Beschuldigte ihr gegen ihren Willen mit einer Hand die Hose öffnete und 

runterzog. Teilweise sprach die Privatklägerin davon, dass auch der Knopf der 

Hose beschädigt gewesen sei – wie übrigens auch der Beschuldigte – , was 

nachweislich falsch ist (vgl. Foto in Urk. D1/18/5). Dies lässt indessen ihre Glaub-

haftigkeit nicht zweifelhaft erscheinen, zumal es ihr in den Beschreibungen vor al-

- 39 - 

lem um den kaputten Reissverschluss ging. Ebenso wenig leidet die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Darstellung daran, dass sie, – wie das der Beschuldigte bzw. die Ver-

teidigung (Urk. 135 S. 24 f.) vorbringt – nicht von sich aus erwähnt hat, dass sie 

noch einen Gürtel getragen habe. Letzterer Umstand ist unwesentlich, war doch 

wie erwähnt trotz Gurt auch für Dritte auffallend, dass die Hose beschädigt war. 

Im Übrigen hat ja die Privatklägerin selber ihre Hose mit Gürtel (Urk. D1/18/5) als 

Beweismittel abgegeben. Es ist demnach rechtsgenügend erstellt, dass der Reis-

sverschluss anlässlich des Vorfalls im Park beschädigt wurde. Die von der amtli-

chen Verteidigung erwähnte theoretische Möglichkeit, der Reissverschluss sei 

wegen Materialfehler kaputt gegangen, kann tatsächlich wie von ihr vorgebracht 

nicht 100%ig ausgeschlossen werden. Dies ist eine theoretische Möglichkeit. Auf-

grund der gemachten Erwägungen erscheint dies aber nicht wahrscheinlich. Es ist 

demnach rechtsgenügend erstellt, dass der Reissverschluss entgegen der Dar-

stellung des Beschuldigten anlässlich des Vorfalls im Park beschädigt wurde.  

6.16. Der Beschuldigte wendet ein, aufgrund des Körpergewichts der Privatkläge-

rin von 84 Kilogramm sei es für ihn kaum möglich gewesen, mit einer Hand ihre 

Hose zu öffnen und diese mitsamt der Unterhose gegen ihren Willen herunterzu-

ziehen. Sie sei grösser und stärker als er, so dass ihre Darstellung grundsätzlich 

nicht möglich sei (Urk. 60 S. 12 ff, Urk. 135 S. 28). Auch hierzu hat die Vorinstanz 

überzeugende Erwägungen gemacht (Urk. 95 S. 22 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Er-

gänzend ist anzuführen, dass der Beschuldigte ebenfalls gross gewachsen ist 

(180 cm) und durchaus durchschnittlich kräftig erscheint. Er ist ferner acht Jahre 

älter als die damals 18jährige Privatklägerin und es kann daher davon ausgegan-

gen werden, dass er körperlich durchaus in der Lage war, ihr mit einer Hand die 

Hose zu öffnen und runterzuziehen. Hinzu kommt, dass er die Privatklägerin ge-

mäss ihren Angaben zuvor durch Schubsen und Beinstellen zu Fall gebracht – 

was auch bei geringerem Körpergewicht des Beschuldigten möglich ist – und sie 

dadurch in Angst und einen Schock versetzt hat. Danach hat sie sich nach eige-

nen Angaben auch nicht mehr gewehrt, sondern sei einfach dort gelegen (bis es 

vorbei sei). Eine solche immer wieder geschilderte Reaktion des Sich-nicht-mehr-

Wehrens erscheint trotz der Grösse und des Gewichts der Privatklägerin aufgrund 

der zuvor angewendeten Gewalt, ihres noch sehr jungen Alters sowie der Um-

- 40 - 

stände (überraschendes Vorgehen, nachts im abgeschlossenen Park) als nach-

vollziehbar.  

6.17. Ebenfalls nicht verfängt der Einwand des Beschuldigten, er und die Privat-

klägerin hätten sich gar nicht richtig verständigen können. Die beiden haben sich 

zuvor miteinander unterhalten, sind gemeinsam Rauchen, zum Alkoholversteck 

und zum D._____ gegangen. Der Chatverlauf belegt weiter, dass sich die beiden 

problemlos verständigen konnten. Auch konnte der Beschuldigte anlässlich der 

vorinstanzlichen Verhandlung die Privatklägern zitieren, wonach sie ihrer Kollegin 

am Telefon auf Schweizerdeutsch gesagt habe "Ich komme, ich komme, Alter" 

(Prot. I S. 22). Im Übrigen lebt der Beschuldigte seit Oktober 2015 in der Schweiz, 

also im Zeitpunkt des angeklagten Geschehens seit rund vier Jahren. Gemäss ei-

genen Angaben und auch in einem beigelegten Zeitungsartikel aus dem Jahre 

2017 über ihn, besuchte der Beschuldigte schon 2017 Deutschkurse bzw. "lernt 

fleissig deutsch" (Urk. D1/17/3: Zeitungsartikel sowie Protokoll Anhörung zu den 

Asylgründen nach Art. 29 Abs. 1 AsylG vom 11. Juli 2017 S. 22 Frage 165). Das 

Wort "Stopp" ist für den englisch sprechenden Beschuldigten ohnehin verständ-

lich und es kann davon ausgegangen werden, dass er auch die Worte "Hör uuf" 

und "ich will das nicht" verstehen konnte. Im Übrigen will niemand mit Schubsen 

und Beinstellen auf den Boden geworfen werden. Weiter versuchte die Privatklä-

gerin, sich aus seinem Handgriff zu befreien und zwar mehrfach. Des Weiteren 

versuchte sie ihren Intimbereich abzudecken und ihn so am Eindringen zu verhin-

dern. Insgesamt erscheint es als offensichtliche Schutzbehauptung, wenn der Be-

schuldigte vorbringen will, mangels Verständigungsmöglichkeit mit der Privatklä-

gerin nicht realisiert zu haben, dass der Sex gegen ihren Willen stattfand. In der 

Berufungsverhandlung hat die Verteidigung auf eine Aussage der Privatklägerin 

Bezug genommen, wonach sie selbst zu jenem Zeitpunkt nicht gewusst habe, 

dass sie keinen Geschlechtsverkehr wolle ("Erst da war mir bewusst, dass ich das gar 

nicht wollte und, dass es nicht in Ordnung war, was er gemacht hat"). Es stelle sich daher der 

Verteidigung die Frage, wie der Beschuldigte hätte merken sollen, dass sie keinen 

Geschlechtsverkehr wollte, wenn die Privatklägerin das selber zu jenem Zeitpunkt 

noch gar nicht gemerkt habe (Urk. 135 S. 36 f.; Urk. D1/9/1 S. 4 f.). Die Verteidi-

gung reisst diese Aussage der Privatklägerin aus dem Zusammenhang und stellt 

- 41 - 

sie ungenau dar. Wie oben dargetan hat die Verteidigung zu dieser Stelle – an 

welcher die Privatklägerin schildert, wie sie ihrer Freundin einige Stunden nach 

dem Vorfall erzählte, was passiert sei – ungenau vorgebracht, die Privatklägerin 

habe gegenüber H._____ keine Gewalthandlungen geschildert. Auch hier bei der 

Frage, ob die Privatklägerin den Sex gewollt habe, vermischt die Verteidigung 

Verschiedenes. Die Privatklägerin sagte, nachdem sie H._____ erzählt hatte, was 

passiert sei und diese sie gefragt hatte, ob sie wisse, was sie gerade erzählt ha-

be: "Erst an diesem Punkt begann ich zu realisieren was passiert war. Zuvor 

checkte ich nicht, keine Ahnung... Ich verstand es erst, nachdem ich ihr in Ruhe 

erzählt hatte. Erst da war mir bewusst, dass ich das gar nicht wollte und dass es 

nicht in Ordnung war, was er gemacht hat." (Urk. D1/9/1 S. 4 f.). Diese Erkenntnis 

hatte nichts damit zu tun, dass sie nicht gemerkt haben soll, dass sie keinen Ge-

schlechtsverkehr gewollt habe, wie dies die amtliche Verteidigung zitiert. Dies hat-

te die Privatklägerin zuvor unter Schilderung der Gewalt, ihrem mehrfach versuch-

tem Weggehen und dem "Hör uf" in aller Deutlichkeit aufgezeigt. Die Privatkläge-

rin "checkte" bzw. realisierte durch das Erzählen vielmehr, dass da etwas passiert 

war, was nicht richtig gewesen war, nämlich dass sie das gar nicht wollte und 
dass es nicht in Ordnung war, was er gemacht hat. Auch hier ist wiederum zu be-

denken, dass die Privatklägerin damals erst 18 Jahre alt war und zum ersten Mal 

in ihrem Leben vaginalen Geschlechtsverkehr hatte und der ältere erfahrene Be-

schuldigte ihr nach der eher "milden" Gewaltanwendung sagte, das sei gut so. Es 

ist daher durchaus nachvollziehbar, dass sie danach einige Zeit und ein Gespräch 

mit ihrer besten Freundin brauchte, um dies richtig einzuordnen. Die amtliche Ver-

teidigerin geht denn auch selber in ihren weiteren Ausführungen davon aus, dass 

es für sie völlig nachvollziehbar sei, dass die Privatklägerin keinen Sex gewollt 

habe, dies durchaus gesagt habe und sich wohl das eine oder andere Mal ge-

wunden habe oder nicht habe mitgehen wollen. Das was geschehen sei, sei Sex 

gegen den Willen der Privatklägerin gewesen, was selbstverständlich nicht in 

Ordnung gewesen sei, aber de lege lata – da ihr keine Gewalt angetan worden 

war – nicht strafbar sei (Urk. 135 S. 37). Die (neue) Verteidigung gehe – anders 

als die Verteidigung bisher – davon aus, dass die Privatklägerin an jenem Abend 

sehr wohl verbal ihren Willen kundgetan habe, dass sie keinen Geschlechtsver-

- 42 - 

kehr mit dem Beschuldigten wolle, dieser sie dann aber überredet habe, vermut-

lich etwas drängender als der normale Anstand dies gebiete (Urk. 135 S. 43). 

Auch hier schwankt die Verteidigung zwischen den Schilderungen des Beschul-

digten und der Privatklägerin sowie einer eigenen "Wahrheit" nach Gutdünken hin 

und her, hat sich doch der Beschuldigte stets auf den Standpunkt gestellt, dass 

die Privatklägerin "geil" gewesen sei, ihn küsste und ihn aufforderte, sie oral zu 

befriedigen etc., dass also mithin auch die Privatklägerin klar gewollt habe. Weiter 

verharmlost die Verteidigung in einer eigenen Version des Geschehens, dass es 

nur ein sich winden gewesen sei, was von keiner Partei so geschildert worden ist. 

Des Weiteren übergeht sie die Schilderungen der Gewalt durch die Privatklägerin 

als lediglich suggestive Einbildung, was wie erwähnt nicht überzeugt.  

6.18. Abschliessend ist noch der Umstand zu würdigen, dass die Privatklägerin – 

auch gemäss ihrer eigenen Schilderung – nach dem Geschehen im D._____ zu-

sammen mit dem Beschuldigten an den Zürcher Hauptbahnhof fuhr und von dort 

aus weiter zur Wohnung ihrer Kollegin F._____. Aufgrund unter anderem der 

glaubhaften Aussage des Zeugen L._____ ist davon auszugehen, dass die Pri-

vatklägerin durchaus wollte, dass der Beschuldigte weiterhin mit ihr und ihren Kol-

leginnen mitkomme, hingegen die Wohnungsinhaberin (F._____) vehement da-

gegen gewesen sei. Der Beschuldigte ist dann weiter gegangen. Die Kolleginnen 

der Privatklägerin gingen dann noch weiter in den Ausgang. Die Privatklägerin 

wollte nicht mehr mit und hat sich in der Folge mit H._____ getroffen 

(Urk. D1/10/12 insbesondere S. 4 f.; Urk. D1/9/1 Fragen 20 f.). In der Tat macht 

das Verhalten der Privatklägerin nach dem Geschehen im Park, wonach sie of-

fensichtlich weiterhin in Begleitung ihres Peinigers sein wollte, stutzig und wirkt 

befremdend bzw. eben schwer nachvollziehbar. Auch mit dieser Thematik hat 

sich die Vorinstanz erschöpfend und überzeugend auseinandergesetzt, worauf 

vorab zu verweisen ist (Urk. 95 S. 24 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist zu wiederho-

len, dass es kein stereotypisches Nachtatverhalten bzw. "richtiges" Verhalten 

nach einem gegen den Willen erfolgten Geschlechtsverkehr gibt. Die noch junge, 

damals 18-jährige Privatklägerin hat ihren Gemütszustand nach dem Vorfall an-

schaulich und letztlich doch nachvollziehbar beschrieben. Vorab merkte sie selber 

an, dass sie ihr Verhalten im Nachhinein selber komisch finde. Sie frage sich, wa-

- 43 - 

rum sie noch mit ihm mitgegangen sei und gab gar an, sich in dem Moment mit 

ihm irgendwie sicherer gefühlt zu haben, als wenn sie alleine mit zerrissenen Ho-

sen an den Bahnhof gegangen wäre. Vor allem aber erläuterte die Privatklägerin, 

dass sie noch wisse, dass sie das Ganze in diesem Moment irgendwie nicht rich-

tig realisiert habe. Sie habe zwar alles mitbekommen, es sei ihr aber nicht be-

wusst gewesen, dass der Beschuldigte sie gerade vergewaltigt habe. Es sei wie 

eine Geschichte gewesen, die sie kenne, aber irgendwie nicht ihr passiert sei. Als 

ihre Kolleginnen noch weiter in den Ausgang hätten gehen wollen, sei es ihr auf 

einmal schlecht gegangen. Sie habe dann ihre beste Kollegin und Nachbarin 

(H._____) angerufen und als sie ihr erzählt habe, was passiert sei, habe diese die 

Privatklägerin gefragt, ob sie wisse, was sie gerade erzählt habe. Erst da sei ihr 

bewusst geworden, dass sie das gar nicht gewollt habe und es nicht in Ordnung 

gewesen sei, was der Beschuldigte gemacht habe. Zuvor habe sie es nicht "ge-

checkt". Sie habe dann weinen müssen und sich "dreckig, sehr dreckig" gefühlt 

und sei dann nach Hause gegangen, um zu duschen (Urk. D1/9 Frage 20 bis 22). 

Diese Gefühlslage und das langsame Dämmern, was eigentlich vorgefallen ist 

und dass dies ihr passiert ist, wurde von der Privatklägerin nachvollziehbar und 

eindrücklich geschildert. Hält man sich weiter vor Augen, dass der um einige Jah-

re ältere Beschuldigte nur eher "milde" Gewalt angewendet und zusätzlich wäh-

rend dem Sexualverkehr immer wieder ruhig und gelassen auf sie eingeredet ha-

be, dass sie das auch wolle, ihr danach mit der beschädigten Hose half, ihr das 

Natel übergab, eigentlich fast lieb gewesen sei und nicht gewalttätig, wenn sie 

sich nicht wehrte, erscheint ihr Verhalten nachvollziehbar. Umso mehr als die Pri-

vatklägerin erst 18 Jahre alt war und es sich glaubhaft um ihren ersten Ge-

schlechtsverkehr handelte. Weiter ist zu beachten, dass die Privatklägerin von 

sich aus bereits zu Beginn ihr "komisches" Verhalten nach der Tat selber zu Pro-

tokoll gab. Insgesamt bleibt ihr Verhalten nach dem Vorfall