# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a7a2718-71b2-54ad-b7a5-c6d2f18c69cc
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 16.05.2024 SST.2023.145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-145_2024-05-16.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.145 
(ST.2022.60; StA.2021.559) 

 

 

Urteil vom 16. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichter Cotti 

Gerichtsschreiber Fehlmann 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden 

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1977, von Basel, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Kim Attenhofer,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Ungetreue Geschäftsbesorgung, mehrfache Urkundenfälschung, 

Betrug usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft erhob am 15. Juli 2022 Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, 

mehrfacher Urkundenfälschung, Betrugs sowie versuchter Nötigung. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Rheinfelden sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 

22. März 2023 von den Vorwürfen der ungetreuen Geschäftsbesorgung, 

der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der versuchten Nötigung frei 

und wegen Betrugs schuldig. Es verurteilte ihn als Zusatzstrafe zum Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 9. Februar 

2021 zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 1'350.00 und verwies die Zivilklagen auf den 

Zivilweg. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 20. Juni 2023 beantragte die Staats-

anwaltschaft zusätzliche Schuldsprüche wegen ungetreuer Geschäfts-

besorgung, mehrfacher Urkundenfälschung sowie versuchter Nötigung, 

eine Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, einer 

bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen als teilweise Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 

9. Februar 2021 sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 5'000.00 und einen 

Verzicht auf den Widerruf des mit ebendiesem Strafbefehl für die 

Geldstrafe gewährten bedingten Strafvollzugs bei einer Verlängerung der 

Probezeit um 1 Jahr. 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft reichte am 13. Juli 2023 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 10. August 2023 beantragte der 

Beschuldigte die Abweisung der Berufung. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung fand am 16. Mai 2024 statt. 

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die vorinstanzlichen 

Freisprüche von den Vorwürfen der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der 

mehrfachen Urkundenfälschung sowie der versuchten Nötigung und damit 

einhergehend die Strafzumessung. Im Übrigen ist das Urteil der Vorinstanz 

unangefochten geblieben. Eine Überprüfung dieser unbestrittenen Punkte 

findet somit grundsätzlich nicht statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Dem Beschuldigten wird ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Er 

habe bei der B._____ GmbH, wo er ab tt. April 2015 als faktischer 

Geschäftsführer bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses im August 

2019 tätig gewesen sei, unerlaubte private Zahlungen zu seinen Gunsten 

oder in seinem Interesse zugunsten anderer ausgeführt (Fr. 600.00 monat-

licher Mietzins für Geschäftsräumlichkeit seiner [damaligen] Ehefrau 

C._____, nicht werthaltige Kontokorrentschuld von Fr. 109'691.84 per Aus-

tritt im August 2019, Verbuchung nicht erfolgter Bareinlagen/Rück-

zahlungen von Fr. 169'000.00). Er habe gewusst, dass er nicht zur Rück-

zahlung fähig sei und darauf vertraut, dass D._____ [im Handelsregister 

eingetragener Gesellschafter und Geschäftsführer der B._____ GmbH] 

wegen des Verwandtschaftsverhältnisses sowie dessen mangelnden 

Deutschkenntnissen seine Tätigkeiten nicht weiter überprüfe. 

 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten freigesprochen und im Wesentlichen 

ausgeführt, dass er zwar faktischer Geschäftsführer gewesen sei, die von 

der Steuerbehörde gesetzte Frist zur Rückzahlung der Kontokorrent-

schulden des Beschuldigten gegenüber der B._____ GmbH sei im 

Zeitpunkt der Entlassung aber noch nicht abgelaufen gewesen, so dass 

unklar sei, ob ihm eine Rückzahlung mithilfe seines Vaters nicht gelungen 

wäre. Ob eine Vereinbarung mit dem Vater bereits vorher gescheitert sei, 

sei unbekannt und könne nicht zuungunsten des Beschuldigten gewertet 

werden. Die Freundin des Beschuldigten, E._____, habe, da die B._____ 

GmbH finanzielle Schwierigkeiten gehabt habe und D._____ nicht 

kreditwürdig sei, einen Kredit aufgenommen. Der Vater des Beschuldigten 

habe immer wieder Geld in die B._____ GmbH gegeben, was als 

Bareinlage verbucht worden sei. Sodann sei zwar die Miete für das 

Geschäft von C._____ von der B._____ GmbH bezahlt worden, allerdings 

sei auch dessen Ertrag an die B._____ GmbH geflossen. Überdies 

bestreite D._____ nicht, dass er die Anmeldung für eine Ergänzung des 

Gesellschaftszwecks betreffend Kosmetik unterschrieben habe. Auch der 

subjektive Tatbestand wäre angesichts der Bemühungen mit Unterstützung 

durch seine Freundin betreffend den Kredit sowie die Einzahlungen des 

Vaters des Beschuldigten nicht erfüllt. 

 - 4 - 

 

 

 

Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass eine 

Begleichung der Kontokorrentschuld aufgrund der finanziellen Situation 

des Beschuldigten in absehbarer Zeit gar nicht möglich gewesen wäre. 

Eine angeblich von den Steuerbehörden gesetzte Frist zur Rückzahlung sei 

für die Beurteilung einer ungetreuen Geschäftsbesorgung unbeachtlich. 

Eine blosse Rückzahlungsbereitschaft reiche nicht aus, sondern eine 

Rückzahlung müsse zügig möglich sein. Zudem widerspreche sich der 

Beschuldigte, so habe es sich einmal um eine Abgeltung für geleistete 

Überzeit gehandelt, dann habe nie eine Abmachung zur Rückzahlung 

bestanden und dann handle es sich doch um eine Schuld. Nicht 

nachvollziehbar sei, warum der Vater des Beschuldigten – hätte er 

tatsächlich über die Mittel verfügt – dem Beschuldigten das Geld nicht 

einfach geliehen hätte. E._____ habe den aufgenommenen Kredit nicht 

umgehend sowie vollständig der B._____ GmbH zukommen lassen, 

sondern habe nach eigenen Angaben selber Rechnungen für diese 

beglichen, während vor Vorinstanz die Verteidigung ausgeführt habe, der 

Beschuldigte hätte von ihr jeweils Kreditbeträge bar erhalten und 

Rechnungen beglichen. Demgegenüber habe der Beschuldigte dem Buch-

halter gegenüber jeweils gesagt, er habe das Geld für Zahlungen vom 

Vater oder Kollegen aus der Türkei. Der Beschuldigte habe am 3. April 

2017 eine per 31. Dezember 2016 bestehende Kontokorrentschuld von 

Fr. 102'864.35 unterschriftlich bestätigt und weiter mit der B._____ GmbH 

vereinbart, dass er keine weiteren privaten Zahlungen mehr tätige. 

 

Der Beschuldigte führt im Wesentlichen aus, dass ihm keine faktische 

Geschäftsführung zugekommen sei. Er sei bloss weisungsgebundener 

Mitarbeiter ohne eigenständige Entscheidungsbefugnis gewesen bzw. 

habe grossmehrheitlich nur auf Anweisung oder in Absprache mit D._____ 

gehandelt. Es sei nicht unüblich, dass Mitarbeiter mit einem Geschäfts-

zweig sowie Korrespondenz mit Dritten betraut seien. Der Beschuldigte 

habe wegen seinen Deutschkenntnissen eine Übermittlungs- und 

Übersetzungsfunktion wahrgenommen. Es habe keine unerlaubten 

privaten Zahlungen gegeben. Die Kontokorrentschuld sei transparent und 

werde nicht bestritten. Die privaten Zahlungen habe der Buchhalter jeweils 

einem speziellen Kontokorrentkonto belastet, so dass die B._____ GmbH 

keinen Schaden erlitten habe. Die Schuld sei bereits teilweise verringert 

worden. Im angeklagten Zeitraum sei allerdings nie eine Aufforderung zur 

Rückzahlung erfolgt, so dass die Forderung nicht fällig gewesen sei. Das 

gewählte Vorgehen bei der Kreditaufnahme durch E._____ möge eher 

ungewöhnlich sein, liege aber im Vertrauen aufgrund der Verwandtschaft 

begründet. Dieser Kredit sei wegen der finanziell schlechten Lage der 

B._____ GmbH auf Bitte von D._____ aufgenommen worden, während der 

Beschuldigte vom Vater sowie Freunden Geld für Zahlungen erhalten habe. 

 

 - 5 - 

 

 

2.2. 

Wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines 

Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten, 

und dabei in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu 

bereichern, unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt, dass der andere am 

Vermögen geschädigt wird, macht sich der qualifizierten ungetreuen 

Geschäftsbesorgung strafbar (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 StGB; 

vgl. BGE 142 IV 346 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_511/2020 vom 

10. März 2021 E. 2.3). 

 

Die Stellung als Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an 

Selbständigkeit, mit welcher dieser über das fremde Vermögen oder über 

wesentliche Bestandteile desselben, über Betriebsmittel oder das Personal 

eines Unternehmens verfügen kann. Der Tatbestand ist namentlich 

anwendbar auf selbständige Geschäftsführer sowie auf operationell 

leitende Organe von juristischen Personen bzw. Kapitalgesellschaften. 

Geschäftsführer ist aber auch, wem die Stellung nur faktisch zukommt und 

ihm nicht formell eingeräumt worden ist. Nicht als (faktischer) 

Geschäftsführer erscheint in der Regel, wer der ständigen Kontrolle und 

Überwachung eines anderen unterliegt, wer durch Weisungen derart 

eingeschränkt ist, dass ihm nur ein sehr begrenzter Handlungsspielraum 

zur Verfügung steht, oder wer lediglich in untergeordneter Stellung bei der 

Vermögensverwaltung mitwirkt oder als Berater hinzugezogen wird (Urteil 

des Bundesgerichts 7B_133/2022 vom 14. August 2023 E. 4.3). 

 

2.3. 

2.3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass der Beschuldigte über eine Kontokorrentschuld für private 

Zahlungen gegenüber der B._____ GmbH verfügt hat und dass der 

Mietzins des Geschäfts von C._____ für den Zeitraum von März 2017 bis 

Juli 2019 über die B._____ GmbH bezahlt worden ist. Umstritten ist, ob der 

Beschuldigte faktischer Geschäftsführer gewesen ist, ob tatsächlich 

Einzahlungen von Fr. 169'000.00 erfolgt sind und ob die Handlungen im 

Einverständnis mit D._____ erfolgt sind oder nicht. 

 

2.3.2. 

Der Beschuldigte wurde im Jahr 2014 noch vom Vorgänger von D._____ 

bei der B._____ GmbH als Chauffeur eingestellt. Per tt. April 2015 hat sein 

Cousin D._____ die Gesellschaft übernommen (Beschuldigter: 

vorinstanzliche Akten [VA] act. 48; D._____: Untersuchungsakten [UA] 

act. 246 f.). Die Gesellschaft, über welche am tt. August 2022 der Konkurs 

eröffnet und die am tt. Juni 2023 aus dem Handelsregister gelöscht worden 

ist, hat hauptsächlich Transporte von Waren sowie Personen angeboten 

und hat daher über ein Taxi verfügt. Aufgrund der verwandtschaftlichen 

Beziehung sowie der Deutschkenntnisse hat D._____ dem Beschuldigten 

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verschiedene Aufgaben übertragen. D._____ sagte aus, dass er, D._____, 

zwar [in formeller Hinsicht] der Geschäftsführer gewesen sei, der 

Beschuldigte aber die Gesellschaft geführt habe; er habe dem 

Beschuldigten, der dann «alles gemacht» habe, vertraut (UA act. 246, 360). 

Der Beschuldigte verfügte über eine Bankvollmacht für Zahlungen, zahlte 

Rechnungen, war Post- bzw. Rechnungsadresse der B._____ GmbH 

(D._____: UA act. 246; UA act. 363; Beschuldigter: UA act. 288, VA 

act. 49), verkehrte mit dem Buchhalter F._____ als Einziger (D._____: UA 

act. 246; F._____: UA act. 312 f.), bereitete Verträge vor (VA act. 50) und 

informierte D._____ über die Situation [der Gesellschaft] (VA act. 49). Der 

Beschuldigte hat weiter verschiedene Dokumente – darunter auch Verträge 

und zumindest eine Kündigung (vgl. UA act. 368) – für D._____ unter-

schrieben, und zwar mit dessen Namen und nicht etwa in Vertretung (VA 

act. 57). Dass diese Handlungen «jeweils» in Absprache mit bzw. «im 

Wissen» von D._____ erfolgt seien, erscheint nicht nur wenig praktikabel, 

zumal der Beschuldigte nicht das Befolgen von (generellen) Weisungen 

behauptet. Nicht nur sprach der Beschuldigte selber hinsichtlich Zahlungen 

zunächst bloss von «meistens». Es wäre auch komplett unglaubhaft, dass 

er jede einzelne Zahlung mit D._____ besprochen hätte (so aber der 

Beschuldigte: UA act. 360) und explizit beispielsweise für einen Eintritt ins 

«[…]» für private Zwecke (UA act. 290). Mithin konnte der Beschuldigte mit 

dem Namen von D._____ für die Gesellschaft unterschreiben und mit der 

Bankvollmacht über das Vermögen der Gesellschaft verfügen, was für eine 

hinreichende Selbständigkeit spricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6S.711/2000 vom 8. Januar 2003 E. 4.3). Dass diese Handlungen im 

Interesse der Gesellschaft hätten liegen sollen, war abgemacht (vgl. explizit 

beispielsweise hinsichtlich Ein- und Auszahlungen, D._____: UA act. 247), 

was sich denn auch im Verhalten des Beschuldigten gezeigt hat (siehe 

nachstehend). Die Pflicht zur Beachtung genereller Weisungen 

hierarchisch übergeordneter Stellen ändert nichts an der Selbständigkeit 

des Geschäftsführers (Urteil des Bundesgerichts 7B_133/2022 vom 

14. August 2023 E. 4.4). Der Beschuldigte hat sich denn auch dem 

Buchhalter F._____ gegenüber als von D._____ eingesetzter 

Geschäftsführer der B._____ GmbH ausgegeben (UA act. 312 f.). Erst als 

im August 2019 Betreibungen gekommen seien, habe D._____ die 

Tätigkeit des Beschuldigten kontrolliert und die Bankvollmacht widerrufen 

(UA act. 245). Als D._____ erfahren habe, was der Beschuldigte alles über 

die Gesellschaft gemacht habe, habe er ihm fristlos gekündigt (UA 

act. 246). Dass der Beschuldigte diese fristlose Kündigung soweit 

akzeptiert und hinsichtlich des Grunds auf Nachfrage bloss ausgeführt hat, 

es sei «etwas darauf» gestanden (UA act. 289), wäre kaum zu erwarten, 

wenn alles mit D._____ abgesprochen gewesen wäre. Dem Beschuldigten 

kam somit ab tt. April 2015 bis zu seiner Entlassung im August 2019 

faktisch die Stellung eines Geschäftsführers zu. 

 

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2.3.3. 

Zur angeklagten, nicht werthaltigen Kontokorrentschuld von Fr. 109'691.84 

per Austritt bzw. Entlassung des Beschuldigten aus der B._____ GmbH im 

August 2019 ergibt sich Folgendes: 

 

Private Bezüge des Beschuldigten ergeben sich aus seinem Kontokorrent-

konto, das per 31. Dezember 2018 Fr. 82'895.54 betragen hat (UA 

act. 798). Diese Höhe hat er weder gegenüber dem Rechtsvertreter der 

B._____ GmbH (UA act. 59) noch in der Untersuchung (UA act. 290: 

«schlecht abstreiten», wenn in der Buchhaltung) in Frage gestellt. 

Gegenüber dem Buchhalter F._____ hat der Beschuldigte keinen Grund 

dafür angegeben, weshalb er private Zahlungen über die Gesellschaft 

bezahlt hat, geschweige denn angegeben, dass eine entsprechende 

Absprache mit D._____ bestehen würde (UA act. 314 f.). Wäre – wie es der 

Beschuldigte behauptet – die Bezahlung privater Schulden über die 

Gesellschaft mit D._____ abgesprochen gewesen, wäre zu erwarten, dass 

er zu dieser Absprache sowie dem Grund dafür konkrete Aussagen 

machen könnte. Seine diesbezüglichen Aussagen sind aber nicht konstant, 

sondern widersprüchlich. Einmal hätten diese privaten Zahlungen seine 

geleistete Überzeit abgedeckt (UA act. 289). Dann habe er es der 

Gesellschaft geschuldet, da es der «Buchhaltungsrevisor» sonst nicht 

akzeptiert hätte (UA act. 295). Später sei eine Rückzahlung nicht 

abgemacht gewesen (UA act. 362), während er gegenüber dem Rechts-

vertreter der B._____ GmbH – ohne Zweifel über die Rückzahlungspflicht 

zu äussern – einen Abzahlungsplan angestrebt habe (UA act. 37; UA 

act. 362). Schliesslich sagte er dann doch aus, dass er gewusst habe, dass 

er es zurückzahlen müsse (UA act. 659, vgl. die vom Beschuldigten vor 

Vorinstanz eingereicht Vereinbarung betreffend Rückzahlung der getätig-

ten Privatbezüge vom 3. April 2017). Die Aussagen des Beschuldigten 

erweisen sich als widersprüchlich sowie nicht nachvollziehbar. Nicht nur 

wäre dies bei einer Absprache für private Bezüge nicht zu erwarten, 

sondern es bestätigt, dass der Beschuldigte nicht bloss ein weisungs-

gebundener Mitarbeiter ohne eigenständige Entscheidungsbefugnis ge-

wesen sein kann (siehe vorstehend). Ebenso passt es zum Verhalten des 

Beschuldigten, der die fristlose Kündigung soweit akzeptiert hat (siehe 

vorstehend). Vor diesem Hintergrund hat der Beschuldigte sich eine Art 

zinsloser, sukzessiver Darlehen gewährt (vgl. Berufungsbegründung, S. 4; 

F._____: UA act. 314). 

 

Ob der Betrag von Fr. 82'895.54 (ab einem Zeitpunkt nach Entlassung) zu 

verzinsen ist – die Inverzugsetzung soll erst im Dezember 2020 zu einem 

Verzugszins von 5 % erfolgt sein (UA act. 40) –, ab wann sowie mit 

welchem Verzugszins, ist für die Frage der ungetreuen Geschäftsbesor-

gung nicht von wesentlicher Bedeutung und kann vorliegend offen bleiben. 

 

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2.3.4. 

Zu den angeklagten Einzahlungen von Fr. 169'000.00 ergibt sich, dass bei 

einer aus dem ganzen Verfahren gewonnenen Überzeugung nicht zu 

unterdrückende Zweifel daran bestehen, dass es sich bloss um fiktive 

Einzahlungen gehandelt hat: 

 

Gemäss Buchhalter F._____ habe er vom Beschuldigten «cash» bzw. am 

Postschalter bezahlte Kreditoren bzw. Rechnungen als Einzahlung 

verbucht. Er habe Ende Jahr ein paar Daten mit den Beträgen für solche 

Rückzahlungen erhalten und in die Kasse nachgebucht. Als Belege habe 

er Quittungen mit einem Poststempel erhalten. Dieses Geld habe er zwar 

nie gesehen. Er habe aber davon ausgehen müssen, dass Geld vorhanden 

gewesen sei, ansonsten der Beschuldigte die Geschäftsrechnungen nicht 

hätte bezahlen können. Er sei überzeugt, dass Geld effektiv zugunsten der 

B._____ GmbH verwendet worden sei und die Rückzahlungen richtig seien 

(zum Ganzen: UA act. 622 ff., vgl. bereits UA act. 314). 

 

Der Beschuldigte hat auf Vorhalt der als Kasseneinlagen verbuchten 

Gutschriften hin zunächst ausgesagt, dass er es nicht (mehr) wisse und 

nichts dazu sagen könne. Auf Nachfrage hin hat er ausgesagt, er habe 

Zahlungen privat getätigt, wofür Darlehen von seinem Vater sowie von 

E._____ aufgenommen worden seien (UA act. 364 f.). In der folgenden 

Einvernahme verweigerte er die Aussage (UA act. 660 ff.), während er vor 

Vorinstanz ausgesagt hat, dass seine Freundin E._____ Darlehen für die 

Gesellschaft aufgenommen habe und sie hätten dann Rechnungen bezahlt 

oder er habe ihr die Rechnungen gegeben, worauf sie die dann bezahlt 

habe (VA act. 52). 

 

Auch wenn es zumindest auffällig und wenig schlüssig erscheint, dass der 

Beschuldigte Ein- bzw. Rückzahlungen nicht über die Kasse oder ein Konto 

der Gesellschaft vorgenommen hat und die Aussagen des Beschuldigten 

nicht restlos überzeugen – unabhängig davon, dass er den Begriff der 

Kasseneinlagen wohl einfach nicht verstanden haben dürfte –, war doch 

der Buchhalter von einem erfolgten Geldfluss überzeugt und hat diese 

Rückzahlungen so verbucht. Dem Buchhalter wird – soweit ersichtlich – in 

diesem Zusammenhang kein strafbares Verhalten vorgeworfen. Es ist auch 

weder eine Fälschung der (angeblich) eingereichten Rechnungen mit 

Poststempel noch eine Unmöglichkeit des (angeblich) erfolgten 

Geldflusses nachgewiesen. Angesichts der Erklärung des Buchhalters zur 

Verbuchung als Einzahlung in die Kasse kann vorliegend auch nicht 

ausschlaggebend sein, dass die B._____ GmbH über keine solche Kasse 

verfügt hat, zumal der Beschuldigte dem Buchhalter gegenüber auch keine 

Einzahlung in diese (nicht existente) Kasse behauptet hat. 

  

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Vor dem Hintergrund ist nicht (mehr) entscheidend, dass die Aussagen des 

Beschuldigten hinsichtlich der Darlehen – angeblich neben E._____ auch 

vom Vater sowie weiteren Personen – nicht restlos überzeugen. E._____ 

habe vier Kredite über gesamthaft Fr. 118'500.00 (UA act. 713 ff.) auf 

mehrere Jahre verteilt aufgenommen, und zwar für die B._____ GmbH. Sie 

habe Rechnungen ausgehändigt erhalten, Geld abgehoben, es bar 

einbezahlt und die auf ein weisses Blatt geklebte Quittung dem 

Beschuldigten oder D._____ gegeben (VA act. 62 f.). Dergestalt erstellte 

Quittungen hätte der Beschuldigte auch Ende Jahr dem Buchhalter – in 

Übereinstimmung mit dessen Aussagen – abgegeben haben können. 

Insoweit würde immerhin eine plausible Möglichkeit für die Herkunft von 

mehreren Zehntausend Franken bestehen. 

 

2.3.5. 

Zu den angeklagten, monatlichen Mietzinsen für die Geschäftsräumlichkeit 

von C._____ ergibt sich Folgendes: 

 

D._____ hat bestätigt – wenn auch erst auf Vorhalt –, dass er die 

Ausdehnung bzw. Änderung des Gesellschaftszwecks auf Kosmetik[…] 

(UA act. 379 f.) selber unterschrieben hat (UA act. 369 f.). Vom Geschäft 

habe er allerdings nichts gewusst und es sei auch nie «ein Franken» von 

einem Kosmetikbetrieb in die Gesellschaft geflossen (UA act. 370). 

 

Ist aber «Kosmetik» vom Gesellschaftszweck gedeckt und hat D._____ den 

Beschuldigten ohne grössere Kontrolle – jedenfalls solange es im Interesse 

der Gesellschaft gewesen sei – die Geschäftsführung überlassen, ist von 

einem grundsätzlichen Einverständnis hinsichtlich des Betriebs eines 

Kosmetikstudios auszugehen. Der Beschuldigte hat es denn auch nach 

eigenen Angaben als neuer «Geschäftszweig» gemietet (UA act. 292). 

C._____ hat dieses Geschäft für Kosmetik geführt (UA act. 339: «mein 

Geschäft»). Wie hohe Erträge das Geschäft erwirtschaftet hat, wollte sie 

zunächst nicht wissen bzw. hat sie die Aussage dazu verweigert (UA 

act. 340). Gemäss Aussage auf Nachfrage zur Verwendung der 

Einnahmen habe sie das Geld für ihre eigene Miete sowie die Kinder 

verwendet (UA act. 341). Wenn auch ihre Aussagen – insbesondere im 

Zusammenhang des Abschlusses des Mietvertrags – weitgehend wenig 

schlüssig sowie nachvollziehbar sind, so besteht kein Grund daran zu 

zweifeln, dass tatsächlich nicht «ein Franken» zur B._____ GmbH 

geflossen ist. Dass diese Einnahmen jedenfalls nicht in die B._____ GmbH 

gelangten, bestätigte der Beschuldigte selber. Er habe nämlich nicht 

gewusst, wohin die Einnahmen aus diesem Geschäft geflossen seien (UA 

act. 665), bzw. C._____ habe damit «knapp» ihren Lohn bezahlen können 

(UA act. 292). Mithin sind die Einnahmen jedenfalls nicht in die B._____ 

GmbH geflossen, wovon der Beschuldigte denn auch nicht 

fälschlicherweise ausgegangen sein konnte. Vor dem Hintergrund ist nicht 

(mehr) entscheidend, dass auch die Aussagen des Beschuldigten im 

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Zusammenhang des Abschlusses des Mietvertrags, der die B._____ 

GmbH sowie C._____ als Mieter bzw. als Solidarmieter ausgewiesen hat 

und schliesslich von C._____ unterzeichnet wurde, nicht überzeugen. 

 

2.4. 

Der Beschuldigte war als faktischer Geschäftsführer mit der Verwaltung 

des Vermögens der B._____ GmbH betraut. Die Pflichtwidrigkeit 

hinsichtlich der Kontokorrentschuld ergibt sich daraus, dass sich der 

Beschuldigte eine Art zinsloser, sukzessiver Darlehen gewährt hat, die 

nicht gesichert und offensichtlich erheblich risikobehaftet bzw. gefährdet 

waren. Er hat selber keinen Kredit aufnehmen können, was er selbst 

explizit eingeräumt hat (vgl. Beschuldigter: VA act. 52). Auch wäre sonst 

keine Kreditaufnahme durch E._____ notwendig gewesen. Die 

Pflichtwidrigkeit hinsichtlich des monatlichen Mietzinses für die 

Geschäftsräumlichkeit von C._____ ergibt sich daraus, dass der 

Beschuldigte der B._____ GmbH diese monatlichen Kosten belastete, 

ohne dass «ein Franken» des Ertrags dieses Geschäfts zurück in die 

Gesellschaft geflossen wäre. Mithin hat letztlich die B._____ GmbH mit den 

Zahlungen nicht eigene Verbindlichkeiten beglichen bzw. dafür keine 

Gegenleistung erhalten. 

 

Der Beschuldigte hätte sein Verhalten am Gesellschaftsinteresse der 

B._____ GmbH ausrichten und eigene Interessen zurückstellen müssen. 

Besteht die Gefahr eines Interessenkonflikts, hätte der Beschuldigte als 

faktischer Geschäftsführer mittels geeigneter Massnahmen sicherzu-

stellen, dass die Interessen der Gesellschaft gebührend berücksichtigt 

werden. Er hat offensichtlich und für ihn erkennbar nicht im Interesse der 

B._____ GmbH gehandelt, deren faktischer Geschäftsführer er gewesen 

ist. Er hat insoweit seine Sorgfalts- bzw. Treupflicht verletzt. 

 

Bei der Gewährung von zinslosen, sukzessiven Darlehen, die ungesichert 

und offensichtlich erheblich risikobehaftet bzw. gefährdet waren, liegt ein 

(kausaler) Vermögensschaden nicht erst bei einem definitiven Ausfall der 

Forderung von Fr. 82'895.54 – wie er schlussendlich denn auch tatsächlich 

eingetreten ist – vor, sondern es lag bereits eine qualifizierte Vermögens-

gefährdung vor, da unter den vorliegenden Umständen im Rahmen einer 

sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstellung dem 

objektivierbaren, sehr grossen Ausfallrisiko hätte Rechnung getragen 

werden müssen. Im Umfang der bezahlten, monatlichen Mietzinse für die 

Geschäftsräumlichkeit von C._____ für den Zeitraum von März 2017 bis 

Juli 2019 von gesamthaft Fr. 17'400.00 ist der B._____ GmbH mangels 

Gegenleistung durch Verminderung der Aktiven in diesem Umfang (kausal) 

ein Vermögensschaden entstanden. 

  

 - 11 - 

 

 

Der Beschuldigte wusste als faktischer Geschäftsführer, dass die 

Gewährung zinsloser und nicht gesicherter Darlehen an ihn nicht im 

Interesse der B._____ GmbH ist bzw. sein kann, wenn er selber keinen 

Kredit hat aufnehmen können. Weiter wusste er, dass er monatliche 

Mietzinse für die Geschäftsräumlichkeit von C._____ über die B._____ 

GmbH bezahlt hat, ohne dass der Ertrag aus diesem Geschäft in die 

B._____ GmbH geflossen wäre bzw. diese Gesellschaft eine 

Gegenleistung erhalten hätte. Dadurch nahm er zumindest in Kauf, dass er 

die B._____ GmbH im Umfang der bezahlten Mietzinse schädigt und im 

Umfang der zinslosen, sukzessiven Darlehen deren Vermögen (zunächst) 

gefährdet, was schlussendlich zu einem tatsächlichen Vermögensschaden 

von Fr. 82'895.54 geführt hat. Gestützt auf die obigen Ausführungen ist 

offensichtlich, dass der Beschuldigte zudem in der Absicht handelte, sich 

bzw. C._____ unrechtmässig zu bereichern. 

 

Nach der Rechtsprechung kann die Ersatzbereitschaft im Rahmen der 

ungetreuen Geschäftsbesorgung jedenfalls dann Bedeutung erlangen, 

wenn die Pflichtverletzung des Täters darin besteht, dass er Vermögens-

werte in seinem Nutzen verwendet (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 5.2.2 mit Verweis auf BGE 121 IV 104 

E. 2e). Der Täter muss aber nicht nur ersatzbereit, sondern auch 

ersatzfähig sein. Ersatzfähigkeit darf nur dann bejaht werden, wenn das 

Geld für den Täter griffbereit ist. Sie setzt voraus, dass der Täter aus 

eigenen Mitteln leisten kann; sie fehlt, wenn ein Dritter zur Leistung (an den 

Täter) nicht verpflichtet ist. Blosse Aussichten, das für den Ersatz benötigte 

Geld von Dritten zu erhalten, reichen nicht aus (BGE 118 IV 27 E. 3b). Der 

Umstand, dass der Beschuldigte seinen Vater oder E._____ für Geld 

anfragen musste bzw. angefragt hat, zeigt deutlich auf, dass er 

offensichtlich kein Geld griffbereit gehabt hat. Er hatte ihnen gegenüber 

auch keinen Anspruch auf Leistung. Eine vage, angeblich zukünftige 

Absicht einer Übertragung der Schuld auf den Vater genügt jedenfalls nicht. 

Geradezu offensichtlich nicht massgebend ist für die Frage der 

Ersatzbereitschaft eine offenbar von den Steuerbehörden gesetzte Frist zur 

Rückzahlung der Kontokorrentschulden. 

 

Aufgrund der Mehrzahl von Handlungen (zahlreiche zinslose, sukzessive 

Darlehensbezüge, die ungesichert und offensichtlich erheblich risiko-

behaftet bzw. gefährdet waren; monatliche Zahlung eines Mietzinses ohne 

Gegenleistung) und mangels Vorliegens eines Kollektivdelikts liegen an 

sich mehrere Einzelhandlungen vor. Da der Beschuldigte sukzessiv Geld 

der Gesellschaft für sich verwendet hat, ist jedoch von einem einheitlichen 

Willensentschluss auszugehen. Jedenfalls ist bei solchen Einzel-

handlungen, die räumlich sowie zeitlich eng zusammenhängen, mithin 

innerhalb weniger Tage ohne grösseren Unterbruch erfolgt sind, von einer 

natürlichen Handlungseinheit auszugehen. Entsprechend handelt es sich 

mitunter bei den Einzelhandlungen vom 31. Dezember 2018 von 

 - 12 - 

 

 

gesamthaft Fr. 28'090.95, denjenigen zwischen 9. Juli 2018 und 23. Juli 

2018 von gesamthaft Fr. 10'803.45, denjenigen zwischen 5. November 

2018 und 29. November 2018 von gesamthaft Fr. 9'215.45, denjenigen 

zwischen 2. Juni 2018 und 25. Juni 2018 von gesamthaft Fr. 9'215.30 

sowie denjenigen zwischen 10. September 2018 und 14. September 2018 

von gesamthaft Fr. 5'507.90 je um natürliche Handlungseinheiten. 

 

2.5. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Staatsanwaltschaft in 

diesem Punkt als teilweise begründet. Der Beschuldigte ist der mehrfachen 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 3 StGB [in der ab 1. Juli 2023 geltenden Fassung, da sich diese 

aufgrund des Wegfalls der Mindeststrafe von einem Jahr für den 

Beschuldigten konkret als milder erweist; sog. «lex mitior», siehe Art. 2 

Abs. 2 StGB] schuldig zu sprechen. 

 

3. 

3.1. 

Dem Beschuldigten wird eine mehrfache Urkundenfälschung vorgeworfen. 

Er habe das Anmeldeformular für Mietinteressenten vom 20. Januar 2017 

für eine Geschäftsräumlichkeit im Namen der B._____ GmbH sowie unter 

Fälschung der Unterschrift von D._____ als Einzelzeichnungsberechtigter 

sowie Geschäftsführer unterschrieben und eingereicht, um durch 

Involvierung der B._____ GmbH die Chancen für den Abschluss eines 

Mietvertrags zu erhöhen. Als Mieter seien vom Beschuldigten die B._____ 

GmbH sowie C._____ aufgeführt und der Mietvertrag schliesslich von 

C._____ unterzeichnet worden. 

 

Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe einen Antrag für eine 

Vorfahrtenbewilligung vom 18. Februar 2018 beim Flughafen Zürich für 

einen Tesla im Namen der B._____ GmbH sowie unter Fälschung der 

Unterschrift von D._____ als Einzelzeichnungsberechtigter sowie 

Geschäftsführer unterschrieben und eingereicht, um über die Involvierung 

der B._____ GmbH zu täuschen, obwohl gemäss ebendiesem Formular die 

rechtsgültige Unterschrift einer zeichnungsberechtigte Person verlangt 

worden wäre. 

 

Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe am 15. November 

2018 ohne Berechtigung im Namen der B._____ GmbH die 

Steuererklärung 2017 unterzeichnet und bei den Steuerbehörden 

eingereicht, um seine gegenüber der B._____ GmbH ausgewiesene 

Schuld vor D._____ verborgen zu halten. Als Geschäftsführer sei D._____ 

aufgeführt gewesen und es sei eine rechtsgültige Unterschrift verlangt 

worden. 

 

 - 13 - 

 

 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten freigesprochen und im Wesentlichen 

ausgeführt, dass hinsichtlich des Mietinteressentenformulars, der Vor-

fahrtenbewilligung sowie der Steuererklärung aufgrund des Wissens von 

D._____ keine unechte Urkunde vorliege. 

 

3.2. 

Wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu 

schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu 

verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift 

oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten 

Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig 

beurkundet oder beurkunden lässt, macht sich der Urkundenfälschung 

strafbar (Art. 251 Ziff. 1 StGB; vgl. BGE 146 IV 258; BGE 142 IV 119; BGE 

138 IV 130 E. 2; BGE 132 IV 12 E. 8.1; BGE 129 IV 130 E. 2; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1161/2021 vom 21. April 2023 E. 7.2; zur verdeckten 

Stellvertretung: Urteil des Bundesgerichts 6B_1161/2021 vom 21. April 

2023 E. 7.2.3.2). 

 

3.3. 

3.3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass der Beschuldigte das Formular für Mietinteressenten (UA 

act. 52), die Vorfahrtenbewilligung (UA act. 53) sowie die Steuererklärung 

2017 der B._____ GmbH (UA act. 258) mit der Unterschrift von D._____ 

unterzeichnet hat. Umstritten ist, ob Letzterer ihn dazu ermächtigt hat. 

 

3.3.2. 

Angesichts des Umstands, dass «Kosmetik» und Transporte von Personen 

vom Gesellschaftszweck gedeckt sind, sind Vorbereitungen im Hinblick auf 

die Miete einer entsprechenden Geschäftsräumlichkeit und eine Bewilli-

gung zum Bringen sowie Abholen von Personen am Flughaften Zürich als 

grundsätzlich im Interesse der Gesellschaft liegend anzusehen. Nachdem 

D._____ den Beschuldigten ohne grössere Kontrolle – jedenfalls solange 

es im Interesse der Gesellschaft gewesen sei – die Geschäftsführung 

überlassen hat, ist hinsichtlich dieser Handlungen von einem 

Einverständnis auszugehen. Es war sodann nicht erforderlich, dass diese 

beiden Erklärungen eigenhändig zu errichten bzw. zu unterzeichnen waren 

(vgl. BGE 128 IV 265 E. 1.1.3). Eine mit dem Namen von D._____ unter-

zeichnete Erklärung ist unter den vorliegenden Umständen daher 

grundsätzlich echt, weshalb keine Urkundenfälschung vorliegt. Somit kann 

offen bleiben, ob dem Formular für Mietinteressenten überhaupt Urkunden-

charakter zukommt. 

  

 - 14 - 

 

 

Eine Steuererklärung stellt keine Urkunde gemäss Art. 110 Abs. 4 StGB 

dar (SCHADE, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Aufl. 2023, 

N. 16 zu § 180 StG; TRECHSEL/ERNI, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, 5. Aufl. 2025, N. 23 vor Art. 251 StGB, S. 1460), so dass 

es hinsichtlich der Steuererklärung 2017 der B._____ GmbH bereits an der 

Urkundenqualität mangelt. Damit kann offen bleiben, ob eine eigenhändige 

Unterschrift notwendig gewesen wäre, was eine verdeckte Stellvertretung 

ausschliessen würde. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Staatsanwaltschaft in 

diesem Punkt als unbegründet. Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der 

mehrfachen Urkundenfälschung freizusprechen. 

 

4. 

4.1. 

Dem Beschuldigten wird eine versuchte Nötigung vorgeworfen. Er habe 

ungefähr am 19. März 2021 gegenüber G._____ gesagt, dass D._____ die 

Strafanzeige zurückziehen solle, ansonsten er, der Beschuldigte, bei einer 

Verurteilung dem Umfeld von D._____ schaden würde. Letzterer habe die 

Anzeige nicht zurückgezogen. 

 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten freigesprochen und im Wesentlichen 

ausgeführt, dass D._____ sich nicht bedroht, sondern eher genervt gefühlt 

habe. Es liege «allenfalls» ein untauglicher Versuch vor. 

 

4.2. 

Wer jemanden vorsätzlich durch Gewalt oder Androhung ernstlicher 

Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit 

nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden, macht sich der 

Nötigung strafbar (Art. 181 StGB; BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; BGE 

134 IV 216 E. 4; BGE 122 IV 322 E. 1a und E. 2a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_780/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 3). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Umstritten ist, ob der Beschuldigte die angeklagte Äusserung gemacht hat 

und wie sie rechtlich zu würdigen ist. 

 

4.3.2. 

Der Sachverhalt basiert auf der Aussage von D._____, dass der 

Beschuldigte, der die angeklagte Äusserung bestreitet (UA act. 665, 372), 

ihn über seine Verwandten in der Person von G._____ bedroht habe (UA 

act. 248, 252 f., 371). Mithin hat D._____ die von ihm geschilderte, allfällige 

Nötigung nicht selbst wahrgenommen. Es handelt sich bei ihm somit um 

einen blossen Zeugen vom Hörensagen (vgl. zum Zeugen vom 

Hörensagen: Urteil des Bundesgerichts 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 

 - 15 - 

 

 

E. 2.3, nicht publ. in BGE 146 IV 153). Diesen Aussagen kommt daher nur 

bedingt ein Beweiswert zu. Die Staatsanwaltschaft hat es nicht für 

notwendig erachtet, G._____ überhaupt dazu zu befragen bzw. befragen 

zu lassen. Aufgrund der weit mehr als drei Jahre zurückliegenden 

(mutmasslichen) Äusserung und des Umstands, dass sich gemäss 

D._____ offenbar auch G._____ nicht bedroht gefühlt habe (UA act. 372), 

erscheint eine derart späte Erstbefragung wenig erfolgsversprechend. Und 

selbst wenn sie eine entsprechende Aussage auf Befragung hin bestätigen 

sollte, wäre ihre Aussage aufgrund des Zeitablaufs mit einer gewissen 

Zurückhaltung zu würdigen. Überdies wäre auch die verwandtschaftliche 

Nähe zu D._____ zu berücksichtigen. So oder anders lässt sich der 

angeklagte Sachverhalt nicht zweifelsfrei erstellen. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Staatsanwaltschaft in 

diesem Punkt als unbegründet. Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der 

versuchten Nötigung freizusprechen. 

 

5. 

5.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

5.2. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter Beach-

tung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die Zweck-

mässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter 

und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf. Er wurde mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 27. Mai 2014 wegen 

Missbrauchs von Ausweisen und Schildern zu einer bedingten Geldstrafe 

von 15 Tagessätzen sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 200.00 ver-

urteilt. Es handelt sich dabei angesichts der nicht sehr hohen Anzahl 

Tagessätze um eine bedingte Geldstrafe im Bereich der leichten Kriminali-

tät. Auch wenn mit den neuen Straftaten eine starke Zunahme sowie Aus-

dehnung der deliktischen Tätigkeit stattgefunden hat, reicht die Vorstrafe 

mangels weiterer Umstände für die Annahme, nur eine Freiheitsstrafe und 

nicht auch eine (unbedingte) Geldstrafe könne den Beschuldigten 

inskünftig von der Begehung neuer Straftaten abhalten, nicht aus. Somit ist 

hinsichtlich jener Straftaten, bei denen dies bei einer Einzelbetrachtung 

aufgrund der Schwere des Verschuldens noch möglich ist, auf eine 

Geldstrafe zu erkennen. 

 

 - 16 - 

 

 

5.3. 

5.3.1. 

Die Einsatzstrafe für die qua Verschulden mit einer Freiheitsstrafe zu 

ahndenden Straftaten ist für die konkret schwerste qualifizierte ungetreue 

Geschäftsbesorgung festzusetzen. Es handelt sich dabei um den Bezug 

von Fr. 28'090.95 am 31. Dezember 2018. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB [in der als milderem Recht seit 1. Juli 2023 

geltenden Fassung; siehe dazu oben] sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu 

fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Das Gericht misst die Strafe innerhalb 

des ordentlichen Strafrahmens nach dem Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 

StGB). Ausgangspunkt bildet die Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Die ungetreue Geschäfts-

besorgung schützt den Wert des Vermögens als Ganzes (BGE 148 IV 170 

E. 3.3.1). 

 

Der Beschuldigte war als faktischer Geschäftsführer der B._____ GmbH 

damit betraut, deren Vermögensinteressen zu wahren und im Grundsatz 

alles zu unterlassen, was ihr hätte schaden können. In Verletzung dieser 

Pflichten hat er, der selber keinen Kredit hat aufnehmen können, sich ein 

zinsloses Darlehen von gesamthaft Fr. 28'090.95, das nicht gesichert und 

offensichtlich erheblich risikobehaftet bzw. gefährdet war, gewährt, was in 

diesem Umfang zumindest zunächst zu einer qualifizierten Vermögens-

gefährdung geführt hat. Es handelt sich um einen erheblichen, wenn auch 

noch nicht besonders hohen Deliktsbetrag. 

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit des Handelns ist nicht wesent-

lich über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen. Der Be-

schuldigte musste aufgrund des von D._____ in ihn gesetzten Vertrauens 

nicht besonders raffiniert vorgehen, was sich aber neutral auswirkt. 

 

Die mitunter rein monetären Beweggründe des Beschuldigten werden bei 

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung bereits durch das 

Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherungsabsicht erfasst 

und sind jedem Vermögensdelikt immanent, so dass sie sich bei den 

Tatkomponenten neutral auswirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.4.1). 

 

Der Beschuldigte verfügte über ein sehr grosses Ausmass an Ent-

scheidungsfreiheit. Er wusste, dass er die Vermögenswerte der B._____ 

GmbH nicht für seine eigenen Zwecke oder für diejenigen von Dritten wie 

C._____ hätte einsetzen dürfen. Er befand sich zudem nicht in einer 

Notlage oder dergleichen. Vielmehr wurde er von E._____ oder seinem 

Vater finanziell unterstützt. Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, bei 

seinem Handeln die Interessen der B._____ GmbH zu wahren und seinen 

 - 17 - 

 

 

Pflichten entsprechend zu handeln, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

dagegen und damit das Verschulden (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; BGE 

117 IV 112 E. 1 S. 114; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 

18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheits-

strafe und unter Berücksichtigung der von der qualifizierten ungetreuen 

Geschäftsbesorgung erfassten Vermögensverwaltern, Deliktsbeträgen und 

Handlungsweisen von einem vergleichsweise nicht mehr leichten bis 

mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe 

von 12 Monaten sowie einer Verbindungsbusse (siehe nachstehend) als in 

ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen. 

 

5.3.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für die weiteren qualifizierten ungetreuen 

Geschäftsbesorgungen, die aufgrund der Schwere des jeweiligen 

Verschuldens mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden sind, in Anwendung des 

Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. 

 

Der Beschuldigte ist grundsätzlich in gleicher Art und Weise wie bei der 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, für welche die Einsatzstrafe 

festgesetzt worden ist und worauf verwiesen werden kann, vorgegangen. 

Er hat sich zwischen 9. Juli 2018 und 23. Juli 2018 gesamthaft 

Fr. 10'803.45, zwischen 5. November 2018 und 29. November 2018 

gesamthaft Fr. 9'215.45 sowie zwischen 2. Juni 2018 und 25. Juni 2018 

gesamthaft Fr. 9'215.30 zinslose Darlehen, die nicht gesichert und 

offensichtlich erheblich risikobehaftet bzw. gefährdet waren, gewährt. Auch 

diese Deliktsbeträge sind keinesfalls zu bagatellisieren. Insgesamt ist von 

einem in Relation zum Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe 

knapp noch leichten Verschulden und – bei isolierter Betrachtung – dafür 

angemessenen Einzelstrafen von je acht Monaten auszugehen. Im 

Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass die einzelnen 

Tathandlungen in einem sehr engen sachlichen sowie einem gewissen 

zeitlichen Zusammenhang stehen. Der Gesamtschuldbeitrag dieser 

weiteren Taten ist allerdings nicht zu vernachlässigen. Die Einsatzstrafe ist 

angemessen um 12 Monate auf 24 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 

5.3.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf (siehe vorstehend). Diese 

Vorstrafe ist straferhöhend zu berücksichtigen, da der Beschuldigte daraus 

nicht genügende Lehren gezogen hat (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). Es ist 

allerdings zu beachten, dass aus dem täterbezogenen Strafzumessungs-

kriterium der Vorstrafen nicht indirekt ein tatbezogenes Kriterium gemacht 

wird. Die Vorstrafe darf deshalb nicht wie ein eigenständiges Delikt 

 - 18 - 

 

 

gewürdigt werden, weil dies auf eine Doppelbestrafung hinausliefe (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hin-

weisen). Als ungünstiger Faktor im Rahmen des Nachtatverhaltens ist die 

Verurteilung mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufen-

burg vom 9. Februar 2021 wegen betrügerischen Missbrauchs einer Daten-

verarbeitungsanlage zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen 

sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 600.00 zu berücksichtigen. 

 

Der Beschuldigte hat den Sachverhalt teilweise eingestanden, teilweise mit 

einer (angeblichen) Ersatzbereitschaft oder einem Einverständnis zu recht-

fertigen versucht. Ein Leugnen wäre allerdings aufgrund der Verbuchung 

unter seinem Kontokorrent sowie seiner damaligen Ehefrau als aus der 

Miete schlussendlich Begünstigte und der damit einhergehenden klaren 

Beweislage weitgehend zwecklos gewesen. Das teilweise Geständnis hat 

die Strafverfolgung nicht erleichtert und ist daher auch nicht strafmindernd 

zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_855/2023 vom 15. Juli 

2024 E. 2.8.2). Es ist bei ihm sodann auch keine nachhaltige Einsicht oder 

aufrichtige Reue ersichtlich, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht. 

Vielmehr versucht er die Verantwortung auf D._____ abzuschieben. 

 

Aus den persönlichen und beruflichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren. Er ist 

geschieden, hat zwei Kinder und ist arbeitstätig. Die Rechtsprechung hat 

wiederholt betont, dass ein Freiheitsentzug für jede Person eine (gewisse) 

Härte bewirkt und eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei ausser-

gewöhnlichen Umständen – die in casu nicht vorliegen – zu bejahen ist 

(statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 

E. 2.4.3 sowie 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4). 

 

Insgesamt halten sich die positiven und negativen Faktoren knapp noch die 

Waage, weshalb sich die Täterkomponente neutral auswirkt. 

 

5.4. 

5.4.1. 

Hinsichtlich der aufgrund des jeweiligen Verschuldens sowie der fehlenden 

Unzweckmässigkeit mit einer Geldstrafe zu ahndenden weiteren 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgungen sowie des Betrugs ergibt 

sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte hat diese Straftaten verübt, bevor er mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 9. Februar 2021 wegen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage zu einer 

bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen verurteilt worden ist. Es liegt 

damit ein Fall retrospektiver Konkurrenz vor, so dass die Geldstrafe als 

Zusatzstrafe zum vorgenannten Strafbefehl auszusprechen ist. 

 

 - 19 - 

 

 

Vorliegend handelt es sich bei der qualifizierten ungetreuen Geschäfts-

besorgung mit einem Bezug von Fr. 5'507.90 zwischen 10. September 

2018 und 14. September 2018 – bei gleichem abstraktem Strafrahmen – 

um die konkret schwerste Tat. Die Zusatzstrafe ist deshalb die gedankliche 

Gesamtstrafe der neuen Taten abzüglich der bei der Grundstrafe (d.h. der 

Geldstrafe gemäss obgenanntem Strafbefehl) durch Asperation einge-

tretenen Reduzierung (vgl. BGE 142 IV 265 E. 2.4.4; BGE 138 IV 113 

E. 3.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_721/2021 vom 22. Dezember 2021 

E. 3.4.1). 

 

Der Beschuldigte ist grundsätzlich in gleicher Art und Weise wie bei der 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, für welche die Einsatzstrafe 

bei den mit einer Freiheitsstrafe zu ahndenden Delikte festgesetzt worden 

ist und worauf verwiesen werden kann, vorgegangen. Er hat sich zwischen 

10. September 2018 und 14. September 2018 gesamthaft Fr. 5'507.90 als 

zinsloses Darlehen, das nicht gesichert und offensichtlich erheblich risiko-

behaftet bzw. gefährdet war, gewährt. Auch wenn der Deliktsbetrag nicht 

zu bagatellisieren ist, liegt mit Blick auf das weite Spektrum möglicher 

Deliktsbeträge noch ein vergleichsweise leichter Taterfolg vor. 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren und unter Berücksichtigung der von der qualifizier-

ten ungetreuen Geschäftsbesorgung erfassten Vermögensverwaltern, 

Deliktsbeträgen und Handlungsweisen von einem vergleichsweise gerade 

noch leichten Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe 

von 150 Tagessätzen Geldstrafe auszugehen. 

 

5.4.2. 

Diese Einsatzstrafe wäre in Anwendung des Asperationsprinzips um die 

weiteren qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgungen, den Betrug 

sowie die Grundstrafe von 50 Tagessätzen wegen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der in keinem Zusammen-

hang zu den vorliegend zu beurteilenden Delikten steht und dessen 

Gesamtschuldbeitrag entsprechend hoch zu veranschlagen wäre, 

angemessen zu einer hypothetischen Gesamtstrafe zu erhöhen. Da die 

Geldstrafe gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB jedoch höchstens 180 Tagessätze 

beträgt, ein Wechsel der Strafart ausgeschlossen ist (vgl. BGE 144 IV 313) 

und sich die Täterkomponente auch hinsichtlich der mit einer Geldstrafe zu 

ahndenden Delikte neutral auswirkt (siehe vorstehend; vgl. überdies Urteil 

des Bundesgerichts 7B_1047/2023 vom 4. Juli 2025 E. 3.2.2, demzufolge 

sich strafmindernd auswirkende Täterkomponenten von der zumindest 

gedanklich asperierten Gesamtstrafe abzuziehen wären), bleibt es bei 

einer hypothetischen Gesamtgeldstrafe von 180 Tagessätzen. Davon ist 

die rechtskräftige Grundstrafe von 50 Tagessätzen in Abzug zu bringen, 

was zu einer Zusatzstrafe von 130 Tagessätzen führt. 

 

 - 20 - 

 

 

5.4.3. 

Die Höhe des Tagessatzes ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen 

Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils zu bemessen, ins-

besondere nach dem Einkommen, dem Vermögen, dem Lebensaufwand, 

allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie dem Existenz-

minimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Das Bundesgericht hat die Kriterien für die 

Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 

135 IV 180 E. 1.4; BGE 134 IV 60 E. 5 f.). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Ausgehend von einem durchschnittlichen Nettoeinkommen des 

Beschuldigten von Fr. 3'000.00 (Protokoll, S. 18), einem allgemeinen 

Abzug in Höhe von 20 % für Krankenkasse, Steuern und notwendige 

Berufskosten, den Unterhaltzahlungen für die beiden Kinder von 

Fr. 1'100.00 und einem weiteren Abzug von 20 % wegen der hohen Anzahl 

Tagessätze (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.5.2), ergibt sich ein Tagessatz von 

gerundet Fr. 30.00. 

 

5.5. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

 

Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf und es liegt – zumindest 

hinsichtlich der Freiheitsstrafe, nicht aber hinsichtlich der als Zusatzstrafe 

dazu auszusprechenden Geldstrafe – als ungünstiger Faktor im Rahmen 

des Nachtatverhaltens ein weiterer Strafbefehl vor (siehe vorstehend). Es 

handelt sich um bedingte Geldstrafen im Bereich der leichten Kriminalität. 

Die Einstellung und das Verhalten des Beschuldigten weisen aber 

angesichts der über mehrere Jahre hinweg erfolgten neuen Delinquenz 

eine erhebliche Gleichgültigkeit gegenüber den bestehenden Normen auf, 

zumal er über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt hat. Die 

familiären Verhältnisse waren während der Deliktsperiode (verheiratet, 

zwei Kinder), formal sogar besser als aktuell (geschieden). Bei einer 

Gesamtwürdigung aller Umstände ist eine eigentliche Schlechtprognose 

knapp nicht anzunehmen, da der Beschuldigte noch nie zu einer 

Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Den verbleibenden Bedenken an seiner 

Legalbewährung ist jedoch neben der auszusprechenden Verbindungs-

busse (siehe nachstehend) mit einer erhöhten Probezeit von 3 Jahren 

Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

5.6. 

Vorliegend ist die Verbindung der bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe 

mit einer Busse angezeigt, um dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der 

Sanktion und die Konsequenzen seines Handelns deutlich vor Augen zu 

führen. Zudem soll er gegenüber einem Täter, der sich bloss wegen einer 

 - 21 - 

 

 

Übertretung – hier eines geringfügigen Vermögensdelikts gemäss 

Art. 172ter StGB – zu verantworten hat und dafür mit einer Busse bestraft 

wird, nicht bessergestellt werden (sog. Schnittstellenproblematik). 

 

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten Be-

deutung der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und des 

nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschuldens des Beschuldigten 

sowie des Umstands, dass das Bundesgericht die Obergrenze der 

Verbindungsstrafe auf 20 % der in der Summe schuldangemessenen 

Sanktion – bestehend aus einer bedingt ausgesprochenen Hauptstrafe 

kombiniert mit einer Verbindungsbusse – festgelegt hat (BGE 149 IV 321 

E. 1.3; BGE 135 IV 188 E. 3.4.4), ist die Verbindungsbusse auf 

Fr. 5'000.00 festzusetzen. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist 

ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz 

von Fr. 30.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3) auf das gesetzliche Maximum von 

drei Monaten festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.1). 

 

Die Staatsanwaltschaft obsiegt hinsichtlich des zusätzlichen Schuld-

spruchs wegen (mehrfacher) qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung 

gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB [Kontokorrentschuld; Mietzinse] und 

damit zusammenhängend der Strafzumessung. Hinsichtlich der weiteren 

beantragten Schuldsprüche unterliegt sie zwar, allerdings ist der für die 

mehrfache Urkundenfälschung sowie die versuchte Nötigung erforderliche 

Arbeitsaufwand für die Beurteilung gering und bei der Kostenverteilung als 

nicht massgeblich zu erachten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

7B_829/2023 vom 19. September 2024 E. 4.2 und 6B_176/2019 vom 

13. September 2019 E. 2.2 sowie E. 2.4). Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens sind die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 

(§ 18 VKD) zu ¾ mit Fr. 3'000.00 dem Beschuldigten aufzuerlegen und im 

Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

  

 - 22 - 

 

 

6.2. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die 

von ihr eingereichte Honorarnote – jedoch angepasst an die effektive Dauer 

der Berufungsverhandlung – aus der Staatskasse mit gerundet Fr. 5'450.00 

zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis 

AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 4'087.50 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7. 

7.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte trägt im erstinstanzlichen Verfahren die 

Verfahrenskosten, wenn er verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). 

Wird er nur teilweise schuldig gesprochen, so sind ihm die Verfahrens-

kosten grundsätzlich nur anteilsmässig aufzuerlegen. Er kann in diesem 

Fall aber auch vollumfänglich kostenpflichtig werden, wenn die ihm zur Last 

gelegten Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen 

und alle Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts not-

wendig waren. Bei einem einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom 

Grundsatz der vollständigen Kostenauflage nur abzuweichen, wenn die 

Strafuntersuchung im freisprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 3.3 mit 

Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte wurde zwar von den Vorwürfen der versuchten Nötigung 

sowie der mehrfachen Urkundenfälschung und eines Teils der (mehr-

fachen) qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung freigesprochen. Die 

letzten beiden Vorwürfe stehen aber in einem sehr engen sowie direkten 

Zusammenhang mit den weiteren ungetreuen Geschäftsbesorgungen. Es 

sind insoweit keine ausscheidbaren Untersuchungskosten ersichtlich. Es 

rechtfertigt sich daher, die erstinstanzlichen Verfahrenskosten dem 

Beschuldigten zu ¾ aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

 

7.2. 

Die der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 17'277.35 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 

vom 10. März 2023 E. 2.1). 

 

 - 23 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 12'958.00 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7.3. 

Die Löschung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung aus dem 

Handelsregister führt zum Verlust der Rechtspersönlichkeit. Die Gesell-

schaft kann gegenüber Dritten nicht mehr auftreten und verliert ihre 

Prozessfähigkeit (Urteile des Bundesgerichts 4A_527/2020 vom 22. April 

2021 E. 5.2 sowie 6B_557/2010 vom 9. März 2011 E. 6.3.1). Nachdem die 

B._____ GmbH nach dem Urteil der Vorinstanz aus dem Handelsregister 

gelöscht wurde und es daher an einem Rechtssubjekt fehlt, kann der 

Beschuldigte auch nicht zu einer Bezahlung einer Entschädigung 

verpflichtet werden (vgl. Verfügung des Bundesgerichts 5A_92/2021 vom 

24. August 2023 E. 2). 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO; Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

- der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB [Bareinlagen]; 

- der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB; 

- der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB [Kontokorrentschuld; Mietzinse]; 

- des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB. [in Rechtskraft erwachsen] 

 

3. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss der in Ziff. 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 StGB 

und Art. 106 StGB 

 

 - 24 - 

 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, und 

einer Verbindungsbusse von Fr. 5'000.00, ersatzweise 3 Monate Freiheits-

strafe, 

 

sowie als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Rheinfelden-Laufenburg vom 9. Februar 2021 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 130 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 3'900.00, Probezeit 3 Jahre, 

 

verurteilt. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Zivilklagen werden auf den Zivilweg verwiesen. 

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden zu ¾ mit 

Fr. 3'000.00 dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

5.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für 

das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 5'450.00 auszu-

richten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 4'087.50 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'222.90 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 2'300.00) werden zu ¾ mit Fr. 3'917.20 dem 

Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. 

 

6.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 17'277.35 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 12'958.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

  

 - 25 - 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

 - 26 - 

 

 

   

Aarau, 16. Mai 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Six Fehlmann