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**Case Identifier:** 0948a450-219b-5c72-9151-67bf4851b658
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.09.2018 UV 2017/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-56_2018-09-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/56

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.09.2018

Entscheiddatum: 11.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2018
Art. 6 UVG: Ungenügende medizinische Aktenlage in Bezug auf die 
Beurteilung der Frage der Unfallkausalität einer radiologisch objektivierten 
Meniskusläsion. Art. 56 ATSG: Frage des Devolutiveffekts offengelassen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
September 2018, UV 2017/56).

Entscheid vom 11. September 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; a.o. 

Gerichtsschreiberin Nina Ermanni           

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/56            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Urs Kröpfli, S-E-K Advokaten,

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Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld, 

gegen

Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de Milan, Case postale 

120, 1001 Lausanne,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Informatiker bei der B.___ GmbH tätig 

und dadurch bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG 

(nachfolgend: Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. Januar 2017 

liess er durch seine Arbeitgeberin einen Unfall vom 29. Dezember 2016 mit folgendem 

Sachverhalt melden: „Beim Aussteigen aus dem Lift geschlipft.“ Dadurch habe er sich 

am rechten Knie verletzt (UV-act. 1). Eine Erstbehandlung erfolgte am 3. Januar 2017 

durch med. pract. C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, welcher den Versicherten 

infolge eines Verdachts auf einen Innenmeniskusriss rechts für ein MRT an Dr. med. 

D.___, FMH Radiologie, überwies. Das MRT vom 4. Januar 2017 bestätigte eine Ruptur 

des medialen Meniskus (UV-act. 2), worauf med. pract. C.___ den Versicherten ab 5. 

Januar 2017 bis 12. Januar 2017 100 % arbeitsunfähig schrieb und ihn für weitere 

Abklärungen an die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates des Spitals E.___ überwies (UV-act. 3). Deren Ärzte untersuchten 

den Versicherten am 12. Januar 2017 und diagnostizierten eine Innenmeniskusläsion 

rechts sowie eine Distorsion des medialen Kollateralbandes (UV-act. 4).

A.b  Am 20. Januar 2017 führte Dr. med. F.___ beim Versicherten eine diagnostisch/

therapeutische Kniegelenksarthroskopie rechts mit Teilmeniskektomie des Hinterhorns 

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des Innenmeniskus durch (UV-act. 5). Der Versicherte wurde daraufhin vom 21. Januar 

2017 bis 5. Februar 2017 100 % arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 6).

A.c  Am 22. Januar 2017 liess der Versicherte der Vaudoise den ausgefüllten 

Fragebogen "Unfallbegriff-mit AU" zukommen (UV-act. 7).

A.d  Am 31. Januar und 9. Februar 2017 stellte med. pract. C.___ weitere Zeugnisse für 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bis 12. (UV-act. 8) bzw. 26. Februar 

2017 aus (UV-act. 9).

A.e  Nach Einholung einer Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. G.___, 

Facharzt Chirurgie FMH, Spez. Allgemeinchirurgie und Traumatologie FMH, vom 3. 

März 2017, teilte die Vaudoise dem Versicherten mit Verfügung vom 15. März 2017 mit, 

dass die Kniebeschwerden rechts nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 29. Dezember 2016 

zurückgeführt werden könnten. Die Vaudoise könne daher keine 

Versicherungsleistungen erbringen (UV-act. 11).

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 28. März 2017 liess sich med. pract. C.___ zur 

Leistungsablehnung vernehmen (UV-act. 12), worauf ihm die Vaudoise mit Schreiben 

vom 4. April 2017 mitteilte, dass er nicht zur Einsprache legitimiert sei (UV-act. 13).

B.b  Mit Schreiben vom 16. April 2017 erhob der Versicherte Einsprache gegen die 

Verfügung vom 15. März 2017 (UV-act. 14).

B.c  Mit Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 wies die Vaudoise die Einsprache des 

Versicherten ab (UV-act- 16).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) durch Fürsprecher Urs Kröpfli, S-E-K Advokaten, Frauenfeld, mit 

Eingabe vom 30. Juni 2017 Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen: 1. Der 

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Einspracheentscheid der Vaudoise (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei 

aufzuheben. 2. Es seien gegenüber dem Beschwerdeführer die gesetzlichen 

Leistungen auszurichten. 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren 

Sachverhaltsabklärung im Rahmen eines externen medizinischen Gutachtens an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

den Beschwerdeführer angemessen ausserrechtlich zu entschädigen (act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids (act. G 5). Zusammen mit der Beschwerdeantwort reichte sie die 

Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. G.___ vom 8. Oktober 2017 ein (act. G 5.1).

C.c Mit Replik vom 15. Dezember 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Beschwerdeanträgen fest (act. G 9).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 4. Januar 2018 auf eine 

Duplik (act. G 11).

C.e Am 15. Januar 2018 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine 

Honorarnote über insgesamt Fr. 2'899.75 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

ein (act. G 13).

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, 

nachdem ein Ereignis vom 29. Dezember 2016 zu beurteilen ist, die bis 31. Dezember 

2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

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2.1  Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat 

der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen 

Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 

(ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung 

der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 177 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen 

Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 

3a). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten als 

Teilursache nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit 

Hinweisen). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; 

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THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. 

Aufl., Bern 2014, § 70 Rz. 58 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4). Bei der Frage, 

ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben war, handelt es sich um eine 

anspruchsbegründende Tatfrage. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der 

versicherten Person, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten 

ausfällt. Selbstverständlich greift die genannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die 

Verwaltung und – im Beschwerdefall – das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz 

rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 

206 S. 328 E. 3b).

2.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, N 120 zu 

Art. 61 ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. 

der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis 

versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die Beurteilungen der 

beratenden Ärzte der Vaudoise gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur 

geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 

5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 

8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV, Nr. 4, S. 12, E. 3.2). Sollten solche geringen 

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Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465, E. 4.6).

3.   

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer am 29. 

Dezember 2016 einen Unfall im Sinne von Art. 4 UVG erlitten hat (vgl. Ziff. 1-3 act. G 

1-3 f.; lit. B act. G 5-2; Ziff. 2.2 UV-act. 16). Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist 

hingegen, ob zwischen dem Unfallereignis vom 29. Dezember 2016 und der am 4. und 

20. Januar 2017 kernspintomographisch bzw. arthroskopisch diagnostizierten medialen 

Meniskusruptur am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers ein natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist. Diese Frage wird von der Beschwerdegegnerin 

insbesondere gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. G.___ vom 8. 

Oktober 2017 (act. G 5.1) verneint. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht 

demgegenüber beschwerdeweise geltend, die Beurteilung von Dr. G.___ könne nicht 

zu einer Leistungsverweigerung führen, da dieser jegliche Begründung vermissen lasse 

und ausschliesslich behaupte, dass der Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sei (Ziff. Act. G 1-3). Med. 

pract. C.___ weise in seinem Bericht vom 28. März 2017 (UV-act. 14a) nachvollziehbar 

und begründet darauf hin, dass ein adäquates Trauma vorgelegen habe und die 

medizinischen Befunde in eindeutigem und unbestrittenem Kausalzusammenhang zu 

diesem Ereignis stünden (Ziff. 9 act. G 1-6).

4.   

4.1  Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sprechen tatsächlich verschiedene 

Gründe gegen die Zuverlässigkeit bzw. Vollständigkeit der Beurteilung von Dr. G.___ 

vom 8. Oktober 2017 (act. G 5.1).

4.2  Im Rahmen der von Dr. D.___ am 4. Januar 2017 durchgeführten MRT-

Untersuchung des rechten Kniegelenks wurden ein kleinvolumiger Gelenkserguss, ein 

Kapselödem medial, eine Ober- und Unterfläche erreichende Signalveränderung des 

medialen Meniskushinterhorns und der Pars intermedia, eine Ödemzone der Tibia 

medial gegen aussen hin, ein mässiger Knorpelschaden des lateralen Femurkondylus 

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zentral bis dorsal sowie eine Volumenminderung und diffuse Signalveränderungen des 

lateralen Meniskusvorderhorns erhoben. Die Signalveränderung des medialen 

Meniskushinterhorns beurteilte Dr. D.___ als mediale Meniskusruptur (UV-act. 2). Bei 

der am 20. Januar 2017 durchgeführten Kniegelenksarthroskopie rechts des 

Hinterhorns des Innenmeniskus zeigte sich im medialen Kompartiment eine flächige 

Chondropathie femoral und tibial II-III° sowie ein degenerativ in seiner gesamten Länge 

mit mehreren Horizontalrissen bis an die Basis heranreichend aufgefasertes Hinterhorn 

(UV-act. 5). In Bezug auf Meniskusläsionen gilt es zu beachten, dass diese als Folge 

eines Traumas auftreten können und dass Kniegelenksmenisken grundsätzlich zur 

Degeneration neigen (vgl. dazu ALFRED BÜHLER, Die unfallähnliche 

Körperschädigung, in: SZS 1996; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1056; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. 

Aufl. München 2003, S. 1204, 1852; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch 2014, 

267. Aufl. Berlin 2017, S. 997, 1146, 1829).

4.3  Gemäss Dr. G.___ reisst ein normaler Meniskus nur bei entsprechend starker 

Gewalteinwirkung und dann nicht isoliert. Es seien immer auch andere Strukturen 

(Bänder/Knochen) mitverletzt (Ziff. 3, act. G 5.1-3). Der medizinischen Lehre kann 

jedoch nicht entnommen werden, dass es für eine traumatische Meniskusläsion 

zwingend einer starken Gewalteinwirkung bedarf. Als entscheidend für eine 

traumatische Meniskusläsion wird hingegen der Bewegungsmechanismus 

beschrieben, welcher im Rahmen des Unfallereignisses stattgefunden hat. Gemäss 

medizinischer Literatur ist eine Distorsion bzw. ein Rotationstrauma (Verletzung durch 

Drehbewegung) dazu geeignet, eine Meniskusläsion hervorzurufen (vgl. zum Ganzen H. 

BILOW/S. WELLER, in: Marx (Hrsg.), Medizinische Begutachtung, Grundlagen und 

Praxis, S. 394; ALFRED M. DEBRUNNER, a.a.O., S. 1057; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 

1146). Der Beschwerdeführer beschrieb den Unfallhergang vom 29. Dezember 2016 

folgendermassen: "Beim Wegrutschen des Fusses rechtes Kniegelenk verdreht." (UV-

act. 3), was ein Rotationstrauma vermuten lässt. Des Weiteren diagnostizierte das 

Spital E.___ am 16. Januar 2017 eine Distorsion des medialen Kollateralbandes (UV-

act. 12b), was auf einen für eine Meniskusläsion typischen Bewegungsmechanismus 

hinweist. Gemäss medizinischer Literatur werden der Meniskusriss sowie Verletzungen 

anderer Strukturen des Knies sodann als Kombinationsverletzungen und auch als 

eigenständige bzw. isolierte Verletzung beschrieben (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 

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950 f., 997, 1146; DEBRUNNER, a.a.O., S. 1060, 1098). Dass Verletzungen 

verschiedener Strukturen zwingend gleichzeitig auftreten müssten, wird nirgends 

gesagt. Insofern kann ein Meniskus auch isoliert reissen. Vor diesem Hintergrund lässt 

sich aufgrund der obengenannten Begründung von Dr. G.___ eine traumatische 

Meniskusläsion nicht ohne Weiteres ausschliessen.

4.4  Dr. G.___ führt in seiner Beurteilung weiter aus, dass eine akute 

Zusammenhangstrennung einer Struktur sofortige starke Beschwerden verursache, 

welche die Gebrauchsfähigkeit des betroffenen Körperteils stark einschränken würde 

(Ziff. 3, act. G 5.1-4). Im Fragebogen "Unfallbegriff - mit AU" der Beschwerdegegnerin 

hielt der Beschwerdeführer am 22. Januar 2017 fest, dass er gleich bzw. direkt nach 

dem Unfallereignis Schmerzen verspürt habe (UV-act. 7). Gegenüber den 

untersuchenden Ärzten des Spitals E.___ berichtete er sodann am 12. Januar 2017, seit 

dem Unfall Schmerzen im linken (richtig wohl: rechten) Kniegelenk zu haben. Die 

Schmerzen äusserten sich wie ein Stich und würden ohne erkennbares 

Bewegungsmuster auftreten. Zudem weise er eine starke Schwellung auf. Die klinische 

Untersuchung der Ärzte des Spitals E.___ bestätigte sowohl die geklagten Schmerzen 

als auch die Schwellung des rechten Kniegelenks (UV-act. 4). Insofern finden sich in 

den Akten durchaus zeitnah zum Unfall Hinweise auf eine Sachlage, wie sie von Dr. 

G.___ als auf eine traumatische Meniskusläsion hinweisend beschrieben wird. 

Allgemein ist ausserdem anzufügen, dass gemäss medizinischer Literatur Blockaden 

eines Gelenks nur kurze Augenblicke andauern oder sogar ganz fehlen können. Selbst 

akute Schmerzen können innerhalb von Tagen zurückgehen (DEBRUNNER, a.a.O., S. 

1058). Typisch ist hingegen ein unvermittelter, plötzlicher starker Schmerz, so wie ihn 

der Beschwerdeführer direkt nach dem Unfallereignis angeblich verspürt hat (UV-act. 

7), oftmals einhergehend mit einem Gelenkerguss (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1146). 

Wie bereits erwähnt, hat das MRT vom 4. Januar 2017 beim Beschwerdeführer einen 

kleinvolumigen Gelenkerguss zur Darstellung gebracht (UV-act. 2). Gemäss Dr. G.___ 

bedarf es eines ausgeprägten und schmerzhaften Gelenkergusses. Weshalb dies der 

Fall sein soll, erläutert er nicht und auch der medizinischen Literatur ist nicht zu 

entnehmen, wie "gross" ein Gelenkerguss zu sein hat (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 

1146). Dass der Erguss des Beschwerdeführers nicht schmerzhaft gewesen sein soll, 

ist im Übrigen nicht erstellt. Insofern ist nicht nachvollziehbar, weshalb nicht bereits 

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aufgrund eines kleinvolumigen Gelenkergusses auf eine Meniskusläsion infolge des 

Unfallereignisses geschlossen werden kann.

4.5  Für Dr. G.___ erfolgte die Operation vom 20. Januar 2017 ausschliesslich aufgrund 

der degenerativen Meniskusveränderungen und nicht aufgrund des Unfallereignisses. 

Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.1), genügt es jedoch für die Bejahung einer 

Leistungspflicht des Unfallversicherers bereits, wenn der Unfall eine Teilursache der 

gesundheitlichen Störung darstellt. Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom 

Bundesgericht noch vom Gesetzgeber ein Mindestmass bestimmt. Insofern vermag 

auch eine Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers zu begründen. Gemäss medizinischer Literatur führt eine plötzlich 

hohe Impulseinwirkung (Trauma) auch bei einem degenerativen Vorzustand dazu, dass 

es zu einem Meniskusriss bzw. einer Vergrösserung desselben kommen kann, was 

dann als teilkausale Unfallfolge anzuerkennen wäre (H. BILOW/S. WELLER, a.a.O., S. 

392 und 394; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1829). Vorliegend bezweifelt Dr. G.___ nicht, 

dass der Beschwerdeführer am 29. Dezember 2016 ein Knietrauma erlitten hat (UV-act. 

3-3). Betrachtet man dieses Knietrauma im Zusammenhang mit dem MRT-Bericht vom 

4. Januar 2017, so erscheint auch bei einem degenerativ vorgeschädigten Meniskus 

nicht ausgeschlossen, dass es eine Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation 

bewirkt hat. Die Frage einer allfälligen Verschlimmerung eines Vorzustandes bleibt von 

Dr. G.___ jedoch vollständig unbeantwortet. Die Beschwerdegegnerin selbst beruft sich 

in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 auf Fälle "wie den vorliegenden, wo 

es darum geht, zu prüfen, ob das Unfallereignis zu einer richtunggebenden 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes geführt hat." (act. G 5-3).

4.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilungen von Dr. G.___ (act. G 

5.1) keine zuverlässige medizinische Grundlage für den Entscheid bildet, ob das 

Unfallereignis vom 29. Dezember 2016 zumindest Teilursache für die beim 

Beschwerdeführer am 4. und 20. Januar 2017 kernspintomographisch bzw. 

arthroskopisch diagnostizierte und am 20. Januar 2017 operativ behandelte mediale 

Meniskushinterhornläsion rechts ist. Dem Gericht ist es nicht möglich, mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob die mediale 

Meniskushinterhornläsion am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers die Folge 

einer am 29. Dezember 2016 erlittenen traumatischen Verletzung bzw. 

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Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes ist oder aber einen rein 

degenerativen Zustand darstellt. Für eine Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin 

genügt diese Beweislage nicht. Die Beschwerdegegnerin wäre gemäss Art. 43 Abs. 1 

ATSG zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen hinsichtlich der 

Unfallkausalität verpflichtet gewesen. Da bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit 

ärztlicher Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich machen, wird sie solche 

nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist mithin zur Veranlassung weiterer 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.   

Grundsätzlich kommt der Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht als 

ordentlichem Rechtsmittel Devolutiveffekt zu (Art. 56 ATSG); die Behandlung der Sache 

geht also mit Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über. Insoweit 

ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der 

Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der 

Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie z.B. das Einholen von 

Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen) zugelassen. Wegleitende 

Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im kantonalen Verfahren noch 

zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bilden die inhaltliche Bedeutung der 

Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität allfälliger weiterer 

Abklärungsmassnahmen (vgl. BGE 136 V 2 E. 2.7 mit Hinweis auf BGE 127 V 228 E. 

2b/aa und bb; KIESER, a.a.O., N 123 zu Art. 61 ATSG). Die Beschwerdegegnerin stützt 

ihren Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 auf die von Dr. G.___ vorgenommene 

Beurteilung anhand eines Fragenkatalogs mit vorformulierten Fragen vom 8. Oktober 

2017 ohne medizinische Erläuterungen des beratenden Arztes (UV-act. 10). Mit 

Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 reichte die Beschwerdegegnerin einen 

neuen, ausführlich begründeten 5-seitigen Bericht von Dr. G.___ ein (act. G 5.1). Mit 

Blick auf das Ergebnis (Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen) kann 

jedoch offengelassen werden, ob dieses Vorgehen vor der obengenannten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung standhält oder der Devolutiveffekt durch als 

verletzt zu betrachten ist.

6.   

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6.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 gutzuheissen und die Streitsache zu 

ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g 

ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht 

nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten 

(HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers reichte eine Honorarnote über Fr. 2‘899.75 (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) ein (act. G 13). Diese erscheint vorliegend als angemessen, womit 

die Beschwerdegegnerin die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit diesem 

Betrag zu entschädigen hat.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 30. Mai 2017 

aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägung 

und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

2'899.75 zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2018
	Art. 6 UVG: Ungenügende medizinische Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage der Unfallkausalität einer radiologisch objektivierten Meniskusläsion. Art. 56 ATSG: Frage des Devolutiveffekts offengelassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. September 2018, UV 2017/56).

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		2025-07-19T05:45:00+0200
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