# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed6016d0-4134-5423-b9f1-14d738f407f5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 20.03.2025 3-RV.2023.92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2023-92_2025-03-20.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2023.92       
P 43 
 

 

 

 

Urteil vom 20. März 2025 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Elmiger  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiberin Betsche          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion Grundstückschätzung, vom 6. Juni 2023 

betreffend Grundstückschätzung 2020 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

A._____ ist Eigentümer der Parzelle Nr. aaa, C-Strasse, in Q._____. 

Darauf befinden sich ein Einfamilienhaus und ein angebautes 

Mehrfamilienhaus mit (jeweils) der Gebäudenummer bbb. 

 

2. 

Mit Verfügung vom 31. März 2023 legte das Kantonale Steueramt (KStA), 

Sektion Grundstückschätzung (GS), für die Parzelle Nr. aaa folgende 

Werte fest: 

 
 

unüberbaut m2 

 

 

Mietwert-Total 

 

Ertragswert 

 

steuerlicher 

Verkehrswert 

 

 

Steuerwert 

 

Normmietwert 

 

Eigenmietwert 

pro Jahr 

 

 

 

25'500 

 

69'671 

 

386'364 

 

1'088'609 

 

416'093 

 

1'004'671 

 

401'200 

 

1'004'600 

 

 

 

 

 

18'542 

29'229 

 

 

12'781 

20'147 

 

Steuerwert ab Steuerperiode 2020 

 

   

Total Fr. 

 

1'405'800 

  

 

Eigenmietwert ab Steuerperiode 2020 

 

  

 

 

 

 

 

 

Total Fr. 

 

32'928 

 

Als Schätzungsgrund wurde "Wechsel von selbstgenutzt zu Fremdnutzung 

u. umgekehrt (Nutzungsänderung)" angegeben. 

 

3. 

Gegen die Verfügung vom 31. März 2023 erhob A._____ mit Eingabe vom 

28. April 2023 Einsprache. Er stellte folgenden Antrag: 

 

" Ich habe am 31.03.2023 eine neue Schätzung aufgrund von einer 
 Nutzungsänderung ab 2020 erhalten. Diese Änderung, die es nie 
 gegeben hat, fechte ich somit an und erhoffe mir die notwendigen 
 Korrekturen." 

 

4. 

Am 6. Juni 2023 fand eine Einspracheverhandlung mit Besichtigung der 

Liegenschaft statt. 

 

5. 

Mit Entscheid vom 6. Juni 2023 trat das KStA GS auf die Einsprache nicht 

ein. 

 

6. 

Den Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 (Zustellung am 20. Juni 2023) 

hat A._____ mit Rekurs vom 14. Juli 2023 (Postaufgabe am 15. Juli 2023) 

 - 3 - 

 

 

an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, mit folgenden 

Anträgen weitergezogen: 

 

" a)  Meine Eltern bewohnen eine 2.5-Zimmerwohnung (1 Schlafzimmer 
  (Bad/WC) + 1 Wohnzimmer mit Küche) in meinem Eigenheim, sind 
  beide Rentner ([...]) und werden von mir nicht zuletzt auch  
  finanziell unterstützt. 
 
 b) In einer Zeit wo man über die Abschaffung des Eigenmietwerts aus 
  plausiblen Gründen diskutiert, erhöhen Sie meinen. Damit bin ich nicht 
  einverstanden. Ich denke nicht, dass diese neue Bewertung für den 
  genutzten Wohnraum angemessen ist. 
 
 Deswegen bitte ich Sie um eine neue Beurteilung der Sachlage, die auch 
 der tatsächlichen Wohnsituation entspricht und wohlwollend gegenüber 
 guten Steuerzahlern ist." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

7. 

Das KStA GS beantragt die Abweisung des Rekurses. 

 

8. 

A._____ hat keine Replik erstattet. 

 

9. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat weitere Abklärungen beim KStA GS und 

beim Steueramt Q._____ vorgenommen. 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die am 31. März 2023 vorgenommene Ein-

zelschätzung gültig ab der Steuerperiode 2020. Massgebend für die Beur-

teilung des Rekurses sind somit das Steuergesetz vom 15. Dezember 1998 

(StG), die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 2000 (StGV) 

und die Verordnung über die Bewertung der Grundstücke vom 4. Novem-

ber 1985 (VBG). 

 

2. 

2.1. 

Der Rekurrent ist Alleineigentümer der Parzelle aaa. Einsprache und Re-

kurs wurden allein von ihm unterzeichnet und eingereicht. 

 

2.2. 

Verheiratete, welche in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, 

üben die ihnen zukommenden Verfahrensrechte und -pflichten gemeinsam 

aus (§ 172 Abs. 1 StG). Es besteht zudem für Rechtsmittelverfahren eine 

Vertretungsvermutung (vgl. auch § 172 Abs. 3 StG). Die Ehegatten bilden 

bei einer rechtlich und tatsächlich ungetrennten Ehe im Rechtsmittelverfah-

ren eine Art notwendige Streitgenossenschaft, was beide zu Verfahrensbe-

teiligten macht. Demgemäss gelten beide Ehegatten auch dann als Rekur-

renten, wenn ein Rekurs nur von einem Ehegatten eingereicht wird. Dies 

ist bei der Parteibezeichnung zu berücksichtigen und hat entsprechende 

Konsequenzen hinsichtlich der Verfahrenskosten, für welche die Ehegatten 

solidarisch haften (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Februar 2018 [2C_80/ 

2018], Erw. 2.3.; AGVE 2008 S. 126; VGE vom 7. April 2008 [WBE.2007. 

287]). 

 

2.3. 

Es liegen keine Hinweise auf eine rechtlich oder tatsächlich getrennte Ehe 

der Rekurrenten vor. Die nur vom Ehemann unterzeichnete Einsprache 

vom 28. April 2023 sowie der nur vom Ehemann unterzeichnete Rekurs 

vom 14. Juli 2023 wirken somit für beide Ehegatten. Die Ehefrau hat dem-

nach vorliegend ebenfalls Parteistellung, mit den genannten Folgen. 

 

Daran ändert nichts, dass die fragliche Liegenschaft allein im Eigentum des 

Ehemannes steht. Aufgrund der gemeinsamen Steuerpflicht der Ehegatten 

sind beide Ehegatten Partei im Rekursverfahren (vgl. SGE vom 18. Sep-

tember 2014 [3-RV.2014.80], Erw. 12.2., mit Verweis auf RGE vom 25. Juli 

2007 [3-RV.2006.256], Erw. 2.) 

 

 - 5 - 

 

 

3. 

3.1. 

Der Rekurrent hat die Parzelle aaa mit dem darauf bestehenden Einfami-

lienhaus am tt.mm. 2011 erworben. Am tt.mm. 2016 wurde ihm eine 

Baubewilligung zum Umbau des Einfamilienhauses und zum Neubau eines 

Mehrfamilienhauses auf der Parzelle erteilt. 

 

3.2. 

Nach erfolgtem Umbau und Neubau legte das KStA GS mit Verfügung vom 

26. September 2019 für die Parzelle Nr. aaa folgende Werte fest: 

 
 

unüberbaut m2 

 

 

Mietwert-Total 

 

Ertragswert 

 

steuerlicher 

Verkehrswert 

 

 

Steuerwert 

 

Normmietwert 

 

Eigenmietwert 

pro Jahr 

 

 

 

25'500 

69'671 

 

386'364 

1'088'609 

 

416'093 

1'040'984 

 

401'200 

1'040'900 

 

 

 

 

 

29'229 

 

 

20'147 

 

Steuerwert ab Steuerperiode 2018 

 

   

Total Fr. 

 

1'442'100 

  

 

Eigenmietwert ab Steuerperiode 2018 (01.08.2018) 

 

  

 

 

 

 

 

 

Total Fr. 

 

20'147 

 

Als Schätzungsgrund wurde "Umbau / Anbau / Ausbau (Bestandesände-

rung)" angegeben. 

 

3.3. 

Auf diese Verfügung folgte die hier umstrittene Verfügung vom 31. März 

2023, mit der der Eigenmietwert ab Steuerperiode 2020 auf CHF 32'928.00 

erhöht und der Steuerwert ab Steuerperiode 2020 auf CHF 1'405'800.00 

gesenkt wurde. 

 

4. 

In der Folge ist nach Darlegung der Parteivorbringen (Erw. 5.) und der 

Rechtsgrundlagen (Erw. 6.) zunächst auf die Frage einzugehen, ob vorlie-

gend eine Zuständigkeit des KStA GS für die hier umstrittene Erhöhung des 

Eigenmietwertes besteht (Erw. 7.). Anschliessend ist zu prüfen, was sich 

für den vorliegenden Rekurs daraus ergibt (Erw. 8.). 

 

5. 

5.1. 

Im Einspracheentscheid führte das KStA GS aus, die Eröffnung der neuen 

Steuerwerte sei vorgenommen worden, weil die Steuerpflichtigen die Woh-

nung im Erdgeschoss an ihre Eltern vermietet und die Veranlagungsbe-

hörde den vereinbarten Mietzins von CHF 440.00 pro Monat als Vorzugs-

mietzins beurteilt habe. Deshalb sei die Besteuerung des Eigenmietwertes 

für diese Wohnung durch das KStA GS im Auftrag der Veranlagungsbe-

hörde umgesetzt worden. 

 - 6 - 

 

 

Jedoch sei die Frage, ob ein Eigenmietwert voll oder wegen nur teilweiser 

Selbstnutzung nur teilweise besteuert werde, im ordentlichen Veranla-

gungsverfahren zu beurteilen. Deshalb obliege diese Prüfung nicht dem 

KStA GS.   

 

Der Rekurrent habe in der Einsprache keine Einwände zu den einzelnen 

Schätzungsparametern vorgebracht. Die Schätzungsdetails seien deshalb 

nicht zu überprüfen. Folglich werde auf die Einsprache infolge fehlender 

Zuständigkeit des KStA GS nicht eingetreten. 

 

5.2. 

Der Rekurrent macht im Rekurs geltend, er sei mit der Erhöhung des Ei-

genmietwertes nicht einverstanden, zumal die Zweieinhalb-Zimmer-Woh-

nung in seinem Haus an seine Eltern vermietet sei. Ein Eigenmietwert sei 

für die von den Eltern bewohnte Wohnung nicht zu erheben. 

 

5.3. 

In der Vernehmlassung wiederholt das KStA GS seinen Standpunkt, wo-

nach es zur Beurteilung der Einsprache nicht zuständig sei, da die materi-

elle Frage von der Veranlagungsbehörde zu prüfen sei. 

 

6. 

6.1. 

Steuerbar sind gemäss § 30 Abs. 1 StG alle Erträge aus unbeweglichem 

Vermögen, insbesondere alle Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung, 

Nutzniessung oder sonstiger Nutzung (§ 30 Abs. 1 lit. a StG) sowie der 

Mietwert von Liegenschaften oder Liegenschaftsteilen, die der steuerpflich-

tigen Person auf Grund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nut-

zungsrechts für den Eigengebrauch zur Verfügung stehen (§ 30 Abs. 1 

lit. b StG). 

 

6.2. 

Die steuerbaren Einkünfte des Vermieters bemessen sich grundsätzlich an-

hand der vom Mieter effektiv bezahlten Mietzinse. Unbeachtlich sind Ein-

künfte, die einen fiktiven Charakter haben, mithin solche, die der Steuer-

pflichtige bei wirtschaftlich richtigem Verhalten hätte erzielen können, aber 

effektiv nicht erzielt hat. In diesem Zusammenhang interessieren beson-

ders die Fälle, in denen Grundstücke unter Vereinbarung eines unter den 

Marktverhältnissen liegenden Entgelts überlassen werden. Hält der Leis-

tungsaustausch zwischen den Parteien dem Drittvergleich nicht stand, wird 

von einem Vorzugsmietzins gesprochen (Kommentar zum Aargauer Steu-

ergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 30 StG N 36). 

 

6.3. 

Der Vorzugsmietzins stellt keinen Anwendungsfall der Eigennutzung bzw. 

der Eigenmietwertbesteuerung dar. Denn Voraussetzung der Eigenmiet-

 - 7 - 

 

 

wertbesteuerung ist, dass die Liegenschaft dem Steuerpflichtigen aufgrund 

von Eigentum oder einem unentgeltlichen Nutzungsrecht für den Eigenge-

brauch zur Verfügung steht. Ein Vorzugsmietzins kann nur durch einen 

Mietvertrag vereinbart werden. Besteht aber ein Mietvertrag, fällt dieser 

Sachverhalt zwingend unter § 30 Abs. 1 lit. a StG (Kommentar zum Aar-

gauer Steuergesetz, a.a.O., § 30 StG N 38). 

 

6.4. 

Das Bundesgericht hat es als unzulässig erklärt, ohne ausdrückliche ge-

setzliche Grundlage der Veranlagung anstelle des tatsächlich erzielten 

Mietzinses ein erzielbares oder durchschnittliches Einkommen (Mietwert) 

zu Grunde zu legen. Dies habe jedenfalls so lange zu gelten, als bei der 

Mietzinsfestsetzung nicht Motive der Steuerumgehung entscheidend ge-

wesen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2020 [BGE 146 II 

97], Erw. 2.4.1.; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2005, 

[2A.535/2003], Erw. 3. und 4.; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

a.a.O., § 30 StG N 37, mit Hinweisen). War die Festlegung des Mietzinses 

durch eine beabsichtigte Steuerersparnis motiviert, so ist bei der Veranla-

gung anstellte des tatsächlich erzielten Mietzinses auf einen Marktmietwert 

abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2005, 

[2A.535/2003], Erw. 4.; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., 

§ 30 StG N 40a, mit Hinweisen). Bei der Vermietung von Liegenschaften 

an Verwandte ist gemäss Bundesgericht eine Steuerumgehung zu vermu-

ten, wenn der vereinbarte (Vorzugs-) Mietzins weniger als die Hälfte des 

Eigenmietwerts beträgt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2020 

[BGE 146 II 97], Erw. 2.4.1.; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

a.a.O., § 30 StG N 40c). 

 

6.5. 

Bei der Festsetzung der Einkommens- und Vermögenssteuern sind die 

rechtskräftig festgelegten Schätzwerte für die Veranlagungsbehörde ver-

bindlich. Ob ein Eigenmietwert voll oder wegen nur teilweiser Selbstnut-

zung teilweise besteuert werden darf, ist hingegen im ordentlichen Veran-

lagungsverfahren durch die Steuerkommission zu beurteilen, weil sich die 

Zuständigkeit des KStA GS gemäss § 219 Abs. 1 StG nur auf die Höhe des 

Eigenmietwerts und des Vermögenssteuerwerts bezieht (Kommentar zum 

Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 218 StG N 14, mit Hinweisen).  

 

7. 

7.1. 

Gemäss Einspracheentscheid hat das KStA GS den Eigenmietwert in der 

Verfügung vom 31. März 2023 im Auftrag der Veranlagungsbehörde ange-

hoben, weil diese die Differenz zwischen dem (Vorzugs-) Mietzins der El-

tern des Rekurrenten und dem Marktmietwert zu besteuern gedachte.  

 

 - 8 - 

 

 

Tatsächlich hat die Steuerkommission Q._____ in den Veranlagungen für 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2020 und 2021 (beide versandt am 

31. März 2023) für die Wohnung der Eltern einen Mietwert von insgesamt 

CHF 12'794.00 eingesetzt, während die Rekurrenten für die Wohnung der 

Eltern lediglich den vereinbarten Mietzins von CHF 5'280.00 deklariert hat-

ten.  

 

7.2. 

Da eine allfällige Besteuerung der Differenz zwischen Vorzugsmietzins und 

Marktmietwert nicht unter die Eigenmietwertbesteuerung fällt, sondern als 

Immobilienertrag unter § 30 Abs. 1 lit. a StG zu subsumieren ist, obliegt die 

Feststellung dieses Immobilienertrags der Veranlagungsbehörde im Ver-

anlagungsverfahren unter Mitwirkung des Steuerpflichtigen. In diesem 

Sinne erhellt ohne Weiteres, dass das KStA GS für die hier aufgeworfene 

materielle Frage schon allein deshalb nicht zuständig ist, weil deren Beant-

wortung die Höhe des Eigenmietwerts nicht tangiert. 

 

7.3. 

Somit ist für die Frage, ob dem deklarierten Vorzugsmietzins die Differenz 

zum Marktmietwert in der Veranlagung hinzugerechnet werden kann, die 

Veranlagungsbehörde zuständig. Sie hat diese Frage – die den Eigenmiet-

wert unberührt lässt – im Veranlagungsverfahren zu klären. Das KStA GS 

hat im Einspracheentscheid zutreffend ausgeführt, dafür nicht zuständig zu 

sein. 

 

8. 

8.1. 

Trotz dieser Ausgangslage hat das KStA GS den Eigenmietwert mit Verfü-

gung vom 31. März 2023 erhöht. Erst im Einspracheverfahren hat es seine 

Unzuständigkeit erkannt und deshalb auf Nichteintreten geschlossen.  

 

8.2. 

War das KStA GS zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids jedoch nicht 

die zuständige Behörde, um die aufgeworfene materielle Frage zu beant-

worten, so galt dies ebenso für den Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung 

am 31. März 2023. Mithin ist die Unzuständigkeit des KStA  GS nicht nach-

träglich eingetreten, sondern lag bereits vor, als die Verfügung vom 

31. März 2023 erging. Die Verfügung war nicht nur inhaltlich fehlerhaft (die 

Besteuerung der Differenz eines Vorzugsmietzinses zum Marktmietwert er-

folgt nicht über eine höhere Eigenmietwertbesteuerung), sondern ist auch 

von einer unzuständigen Behörde erlassen worden. Zudem genügte die im 

Einspracheentscheid festgestellte Unzuständigkeit mit daraus folgendem 

Nichteintreten in dem Sinne nicht, als damit die Verfügung vom 31. März 

2023 nicht beseitigt wurde.  

 

 - 9 - 

 

 

8.3. 

Vor diesem Hintergrund werden die Verfügung vom 31. März 2023 und der 

Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 ersatzlos aufgehoben.  

  

9. 

9.1. 

Damit ist der Rekurs, insoweit er sich auf die Aufhebung der Verfügung 

vom 31. März 2023  und des Einspracheentscheids vom 6. Juni 2023 rich-

tet, gutzuheissen. Soweit mit dem Rekurs eine materielle Entscheidung 

über den zu veranlagenden Immobilienertrag anbegehrt wird, kann darauf 

nicht eingetreten werden, da diese Prüfung erstinstanzlich der Veranla-

gungsbehörde obliegt. 

 

9.2. 

In diesem Zusammenhang ist auf Folgendes hinzuweisen: Tatsächlich hat 

die Steuerkommission Q._____ in den Veranlagungen für die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2020 und 2021 über diesen Immobilienertrag ent-

schieden, indem in beiden Veranlagungen statt dem Vorzugsmietzins ein 

(an den Eigenmietwert angelehnter) Marktmietwert besteuert wurde.  

 

Auch waren die Veranlagungen für die Kantons- und Gemeindesteuern 

2020 und 2021, die am 31. März 2023 versandt worden waren (vgl. Tele-

fonnotiz vom 18. Februar 2025), zum Zeitpunkt der Einsprache des Rekur-

renten vom 28. April 2023 gegen die Schätzungsverfügung vom 31. März 

2023 noch nicht rechtskräftig.  

 

Dennoch wurden bezüglich der vom Rekurrenten aufgeworfenen Fragen 

keine Einspracheverfahren durchgeführt, auch nachdem das KStA GS mit 

Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 seine Unzuständigkeit erklärt hatte 

(vgl. Telefonnotiz vom 18. Februar 2025).  

 

Dieses Versäumnis ist nachzuholen. Der Rekurrent hat mit seiner Einspra-

che Fragen aufgeworfen, die klarerweise in die Zuständigkeit der Veranla-

gungsbehörde fallen. Die Einsprache erfolgte innert der Rechtsmittelfrist 

der Veranlagungen für die Kantons- und Gemeindesteuern 2020 und 2021. 

Dass die Einsprache bei der unzuständigen Behörde eingereicht wurde, 

schadet nicht (§ 8 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

vom 4. Dezember 2007 [VRPG]).  

 

9.3. 

Vor diesem Hintergrund sind die Veranlagungen für die Kantons- und Ge-

meindesteuern 2020 und 2021 nicht rechtskräftig geworden. Die Steuer-

kommission Q._____ hat über die Einsprache(n) gegen die noch offenen 

Veranlagungen zu entscheiden.  

 

 - 10 - 

 

 

10. 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 1 StG). Nicht vertretenen Rekur-

renten wird keine Parteientschädigung ausgerichtet (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. 

Die Verfügung vom 31. März 2023 und der Einspracheentscheid vom 

6. Juni 2023 werden ersatzlos aufgehoben. 

 

3. 

Die Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse genommen. 

 

4. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Steueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

  

 - 12 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 20. März 2025 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche