# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 437fe0e3-7cff-56e1-86ff-601f04dab944
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 04.11.2022 510 2022 48 (510 22 48)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-2022-48_2022-11-04.pdf

## Full Text

Seite 1 

Urteil vom 4. November 2022 (510 22 48) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Verpflegungsmehraufwand 

 

Besetzung Vizepräsident Dr. L. Schneider, Gerichtsschreiber D. Kambanas 
 
 

Parteien A.B.____ und B.B.____  
 
 Rekurrenten 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Staatssteuer 2020 
 
 

http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html

 
 
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A.  

Mit Verfügung der Staatssteuer 2020 vom 18. November 2021 wurde den Pflichtigen statt des 

geltend gemachten Abzugs für die Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von Fr. 2'062.-- 

nur ein Abzug in Höhe von Fr. 825.-- gewährt. In der Folge wurde das steuerbare resp. das 

satzbestimmende Einkommen auf Fr. 110’901.-- resp. Fr. 53'528.-- festgesetzt. 

 

 

B.  

Mit Eingabe vom 15. Dezember 2021 erhoben die Pflichtigen Einsprache mit dem Antrag, es sei 

der Abzug für die Verpflegung zu gewähren. Zur Begründung führten sie aus, dass die Pflichti-

ge im Januar 2020 zu 80 %, ab Februar bis Dezember 2021 zu 100 % in C.____ arbeitete. Die 

Mittagspause von 45 Min. reiche nicht aus, um zum Wohnort und wieder zurückzufahren. 

 

Die Steuerverwaltung hiess die Einsprache mit Entscheid vom 11. Mai 2022 teilweise gut, wo-

bei der angefochtene Abzug für die Mehrkosten für auswärtige Verpflegung bei Fr. 825.-- belas-

sen wurde. Zur Begründung führte die Steuerverwaltung aus, dass Essenskosten grundsätzlich 

private Lebenshaltungskosten darstellten und deshalb in der Regel steuerlich unbeachtlich sei-

en. Ein Abzug käme nur in Betracht, wenn die auswärtige Verpflegung aus beruflichen Gründen 

unumgänglich sei und soweit dadurch Mehrkosten gegenüber der Verpflegung zu Hause ent-

stünden. Für jede auswärtige Hauptmahlzeit, in der Regel nur für das Mittagessen, dürften ma-

ximal Fr. 15.-- pro Tag, bei ständiger auswärtiger Verpflegung Fr. 3’200.-- pro Jahr vom steuer-

baren Einkommen in Abzug gebracht werden. Werde die Hauptmahlzeit durch den Arbeitgeber 

verbilligt, z.B. durch eine Kantine oder ein Personalrestaurant, durch Kostenbeiträge in bar oder 

durch Abgabe von Mahlzeitengutscheinen, würde die Steuerverwaltung für diese Mahlzeit den 

halben Abzug gewähren. Kein Abzug sei mangels Mehrkosten zulässig, wenn die Hauptmahl-

zeiten der steuerpflichtigen Person weniger als Fr. 10.-- kosteten bzw. wenn der Arbeitgeber bei 

der Bewertung allfälliger Naturalbezüge gewisse Werte unterschreite. Bei einem Vollzeitpensum 

werde praxisgemäss von 220 Arbeitstagen ausgegangen, wobei bei Teilpensen in der Regel 

eine der Pensenquote entsprechende Kürzung erfolge. Der Arbeitgeber Spital D.____ habe im 

Lohnausweis 2020 der Pflichtigen 55 Schichttage bescheinigt, weshalb die Steuerverwaltung 

einen Abzug von Fr. 825.-- (55 Arbeitstage à Fr. 15.-.) gewährt habe. Eine Kombination des 

Abzugs für die Schicht- oder Nachtarbeit mit dem Abzug für die auswärtige Verpflegung sei je-

doch nicht möglich. Gemäss Feld «G» des Lohnausweises bestünde für die Pflichtige die Mög-

lichkeit von Kantinenverpflegung. Der Kurzmitteilung Nr. 546 der Steuerverwaltung Kanton Ba-

sel-Landschaft vom 4. Januar 2021, welche eine «Liste der Kantinen mit Menüpreisen unter 

CHF 10.-- » beinhalte, könne entnommen werden, dass der Arbeitgeber Spital D.____ an der 

X.____strasse ihren Mitarbeitenden Verpflegungsmöglichkeiten für weniger als Fr. 10.-- anbie-

te, sodass in einem solchen Fall davon auszugehen sei, dass keine Mehrkosten gegenüber der 

Verpflegung zu Hause entstünden. Für die gewöhnlichen Arbeitstage sei daher mangels Vorlie-

gens von Verpflegungsmehrkosten kein Abzug zulässig 

 

C.  

Mit undatiertem Schreiben (Poststempel: 31. Mai 2022) erheben die Pflichtigen Rekurs mit dem 

Begehren, es sei der Abzug für die auswärtige Verpflegung zu gewähren. Zur Begründung füh-

ren sie aus, dass die Rekurrentin die Mahlzeit in die Kantine beim Arbeitgeber Spital D.____ 

 
 
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wegen der Entfernung und der Dauer der Mittagspause nicht einnehmen könne. Zur Bestäti-

gung legen sie diverse Bestätigungen der HR Administration des Arbeitgebers Spital D.____ 

bei, welche Angaben zur Mittagspause der Mitarbeitenden in der Abteilung E.____ enthalten 

und die begrenzte Zeit für die Mittagspause veranschaulichen sollen. 

 

Die Steuerverwaltung beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 23. August 2022 die Abweisung 

des Rekurses und begründet dies im Wesentlichen damit, dass sich der Arbeitsort der Rekur-

rentin an der Y.____strasse 91 in C.____ und das Personalrestaurant des Arbeitgebers Spital 

D.____ sich an der X.____strasse 31 in C.____ befinde. Die beiden Standorte seien also mittels 

Fussmarsches in rund 7 Minuten zu erreichen. Auf den ersten Blick erscheine eine 45-minütige 

Mittagspause deshalb grundsätzlich als ausreichend, um vom Angebot des Personalrestaurants 

profitieren zu können. lm Lohnausweis der Pflichtigen sei denn auch das Feld «G» mit einem 

Kreuz versehen worden, was bedeute, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Möglichkeit 

einräume, verbilligt das Mittag- oder Abendessen in einem Personalrestaurant einzunehmen. 

Mache die steuerpflichtige Person allerdings (freiwillig) von der Möglichkeit einer preisgünstige-

ren Verpflegung keinen Gebrauch, obwohl ihr das zumutbar wäre, so berechtigten die daraus 

entstehenden Mehrkosten keinen vollen Abzug. Die Steuerverwaltung sehe sich in solchen Fäl-

len regelmässig mit der Frage konfrontiert, welche «Bestätigung» nun gelte: Sei ein nachträgli-

ches Schreiben des Arbeitgebers grundsätzlich höher zu gewichten als der Lohnausweis selbst, 

obwohl auch der Lohnausweis eine auf eine Person individuell ausgestellte Bestätigung darstel-

le? Es sei für die Steuerverwaltung deshalb häufig schwierig, den wahren Aussagegehalt sol-

cher Schreiben zu ermitteln und richtig zu würdigen. Im Schreiben vom 14. Juni 2022 werde 

ausgeführt, dass aufgrund der örtlichen Distanz zwischen dem Arbeitsort und der Personalkan-

tine und den damit verbundenen Umständen wie Umziehen, Anstehen, Sitzplatz suchen und 

Bezahlen etc. das Mittagsangebot des Arbeitgebers nicht genutzt werden könne. Vor diesem 

Hintergrund stelle sich allerdings dann auch die Frage, inwiefern überhaupt effektive Mehrkos-

ten entstanden seien. Schenke man nämlich dieser Bestätigung glauben, könnten gar keine 

Mehrkosten angefallen sei; denn auch beim Einkaufen bei Coop oder Migros über Mittag oder 

einem Restaurantbesuch stellten sich dieselben Schwierigkeiten von Umziehen, Fussmarsch 

zum Laden bzw. Restaurant, Anstehen und Bezahlen etc. Schliesslich stelle sich die Frage, ob 

die steuerpflichtige Person zwingend eine kurze Mittagspause einlegen müsse oder ob dies 

freiwillig geschehe: In der Bestätigung für das Jahr 2020 werde ausgeführt, die Arbeitszeiten in 

der Abteilung seien fix und würden eine Mittagspause von 45 Minuten beinhalten. «Fixe Ar-

beitszeit» müsse jedoch die Zeitspanne im Verlauf eines Arbeitstages (bei gleitender Arbeits-

zeit) sein, während der die Arbeitnehmer anwesend zu sein haben. Oft würden Personen aus 

eigenen Interessen eine kurze Mittagspause machen, um am früheren Abend bereits die effek-

tive Sollzeit erreicht zu haben. Wenn nun jemand aus eigenen Interessen eine kurze Mittags-

pause einlege und freiwillig auf die Möglichkeit der Kantine verzichte, stelle dies keinen Grund 

dar, der Mehrkosten bei der auswärtigen Verpflegung rechtfertige. Damit sei die Benutzung des 

Personalrestaurants zumutbar bzw. habe die Rekurrentin den Nachweis, dass ihr wirklich 

Mehrkosten entstanden seien, nicht erbracht. 

 

An der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Anträgen und Vorbringen fest. 

 

 

 
 
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Erwägungen: 

 

1. 

Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und 

Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses 

zuständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im 

vorliegenden Fall Fr. 3’000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuerge-

richts als Einzelrichter beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden An-

forderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 

 

 

2. 

2.1. Strittig ist vorliegend, ob der von den Rekurrenten geltend gemachte Abzug für den Ver-

pflegungsmehraufwand in Höhe von Fr. 2'062.-- - statt des gewährten Abzugs von Fr. 825.-- - 

für die auswärtige Verpflegung zu gewähren ist. 

 

2.2. Bei unselbständig Erwerbstätigen können nach § 29 Abs. 1 lit. a StG von den steuerbaren 

Einkünften die Erwerbsunkosten, wie Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, 

Mehrkosten der Verpflegung und für Schichtarbeit, die Kosten für Berufskleider, Schwerarbeit, 

besonderen Kleiderverschleiss, Berufswerkzeuge und Fachliteratur, ferner die mit der Aus-

übung des Berufes zusammenhängenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten und die 

statutarischen Mitgliederbeiträge des Berufsverbandes sowie ein zusätzlicher Pauschalabzug 

von Fr. 500.-- für weitere Berufsauslagen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Der 

Umfang dieser Erwerbsunkosten wird durch den Regierungsrat näher geregelt. 

 

Gemäss § 3 Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 13. Dezember 2005 zum Steuergesetz (Vo StG; 

SGS 331.11) können die unselbständig Erwerbenden die Mehrkosten für auswärtige Verpfle-

gung: Fr. 15.-- für jede auswärtige Hauptmahlzeit (in der Regel nur für das Mittagessen), bei 

ständiger auswärtiger Verpflegung Fr. 3‘200.-- pro Jahr vom steuerbaren Einkommen abziehen. 

Wird die Hauptmahlzeit durch den Arbeitgeber verbilligt (Kantine, Personalrestaurant, Kosten-

beitrag in bar, Abgabe von Mahlzeitengutscheinen), so wird für diese Mahlzeit der halbe Abzug 

gewährt. Wer wegen kurzer Essenspausen gezwungen ist, mindestens einmal pro Tag eine 

Hauptmahlzeit beim Arbeitgeber einzunehmen (wie z.B. beim Gastgewerbe), kann pro Tag (al-

lenfalls pro Jahr) einen halben Abzug vornehmen; die Einnahme weiterer Mahlzeiten beim Ar-

beitgeber gibt keinen Anspruch auf mehr als diesen halben Abzug. Kein Abzug ist mangels 

Mehrkosten zulässig, wenn die Hauptmahlzeiten den Steuerpflichtigen auf weniger als Fr. 10.-- 

zu stehen kommen bzw. wenn der Arbeitgeber bei der Bewertung allfälliger Naturalbezüge fol-

gende Werte unterschreitet: Mittagessen Fr. 10.--, Abendessen Fr. 8.-- oder Fr. 21.50 pro Tag 

für Morgen-, Mittag- und Abendessen. 

 

2.3. Mehrkosten für die Verpflegung können pauschal abgezogen werden. Voraussetzung für 

den pauschalen Abzug ist, dass die Hauptmahlzeit nicht zu Hause eingenommen werden kann, 

sei es wegen der Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsplatz oder wegen einer kurzen Es-

senspause, die eine Rückkehr nach Hause zum Zwecke der Verpflegung nicht zulässt. Es wur-

de als zumutbar qualifiziert, sich zu Hause zu verpflegen, wenn für das Mittagessen zu Hause 

 
 
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inkl. Hin- und Rückweg nicht mehr als 90 Minuten benötigt werden und die Aufenthaltsdauer am 

Mittagstisch mindestens 30 Minuten beträgt (vgl. Der Steuerentscheid [StE] 2019, B 22.3 

Nr. 76; Baselbieter Steuerbuch, Band 1 - Einkommen, 29 Nr. 2, Ziff. 1.2). 

 

Nur der halbe Abzug (Fr. 1'600.-- pro Jahr) ist hingegen zu gewähren, wenn die Hauptmahlzei-

ten von der Arbeitgeberfirma durch Beiträge in bar, durch die Abgabe von Gutscheinen (Lunch-

Checks) sowie im Vergleich zu Restaurantpreisen in einer Kantine, einem Personalrestaurant 

oder einer Gaststätte verbilligt eingenommen werden können (§ 3 Abs. 1 Bst. b Vo StG). Be-

steht die Möglichkeit der vergünstigten Verpflegung, so hat die Arbeitgeberin dies auf dem 

Lohnausweis im Feld «G» anzukreuzen, was hier geschehen ist (Baselbieter Steuerbuch, Band 

1 - Einkommen, 29 Nr. 2, Ziff. 1.2). Sofern die Verpflegung in einer Kantine unter Fr. 10.-- mög-

lich ist, kann kein - auch nicht der hälftige - Verpflegungsmehrkostenabzug getätigt werden. Es 

wird in einem solchen Fall davon ausgegangen, dass keine Mehrkosten gegenüber der Verpfle-

gung zu Hause entstehen. (Baselbieter Steuerbuch, Band 1 - Einkommen, 29 Nr. 2, Ziff. 1.3). 

Macht die steuerpflichtige Person (freiwillig) von der Möglichkeit einer preisgünstigeren Verpfle-

gung keinen Gebrauch, obwohl ihr das zumutbar wäre, so berechtigten die daraus entstehen-

den Mehrkosten keinen vollen Abzug. Ist es der steuerpflichtigen Person aufgrund des tatsäch-

lichen Arbeitsorts, der konkreten Arbeitszeiten oder der Öffnungszeiten der Kantine nicht mög-

lich, eine Mahlzeit vergünstigt einzunehmen, so ist vom vollen Abzug auszugehen. Die Verhin-

derungsgründe müssen als steuermindernde Tatsache von der steuerpflichtigen Person nach-

gewiesen werden. Unzumutbar könnte die Kantinenbenützung auch dann sein, wenn der steu-

erpflichtigen Person die Kantinenkost nicht zuträglich ist. Dies ist allerdings mit einem Arzt-

zeugnis zu belegen (Baselbieter Steuerbuch, Band 1 - Einkommen, 29 Nr. 2, Ziff. 1.2). 

 

2.4. Die Rekurrentin arbeitet in C.___ und wohnt in F.____. Da der Hin- und Rückweg die Netto-

fahrzeit von einer Stunde übersteigt, ist die Gewährung des Abzugs grundsätzlich möglich. 

Zwar bestätigt die HR Administration des Arbeitgebers Spital D.____ das Bestehen der Mög-

lichkeit einer vergünstigten Verpflegung mittels Ankreuzen des Feldes «G» auf dem Lohnaus-

weis 2019 der Rekurrentin, was zur Folge haben müsste, dass kein Verpflegungsmehrkosten-

abzug getätigt werden kann. Die Rekurrentin wiederum erbringt mittels der Bestätigungsschrei-

ben der HR Administration des Arbeitgebers Spital D.____ vom 25. Februar 2021 und vom 

14. Juni 2022 den Nachweis für die fehlende Möglichkeit, aufgrund des tatsächlichen Ar-

beitsorts wie auch der konkreten Arbeitszeiten, die Mahlzeiten vergünstigt einnehmen zu kön-

nen: Das Schreiben vom 14. Juni 2022 enthält detaillierte Angaben zur Mittagspause der Mitar-

beitenden in der Abteilung E.____, welche die begrenzte Zeit und teilweise mangelnde Mög-

lichkeit für eine Mittagspause veranschaulichen. So besteht aufgrund der örtlichen Distanz zwi-

schen dem Arbeitsort und der Personalkantine und den damit verbundenen Umständen wie 

Umziehen, Anstehen für die Menüwahl, Bezahlen sowie einen Sitzplatz suchen, praktisch keine 

Möglichkeit, das Mittagsangebot des Arbeitgebers zu nutzen, da die Mittagspause dann mit 

rund 15 Minuten ausfallen würde. Schliesslich könne bei hohem Arbeitsvolumen auch nicht im-

mer gewährleistet werden, dass die Mittagszeit von 45 Minuten zur Verfügung stehe, da sich 

ein Spital nach den Patienten zu richten habe. 

 

Die Steuerverwaltung führt aus, dass sie sich regelmässig mit der beweisrechtlichen Frage kon-

frontiert sehe, ob ein nachträgliches Schreiben des Arbeitgebers grundsätzlich höher zu ge-

 
 
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wichten sei als der Lohnausweis selbst, obwohl auch der Lohnausweis eine auf eine Person 

individuell ausgestellte Bestätigung darstelle. Es sei deshalb häufig schwierig, den wahren Aus-

sagegehalt solcher Schreiben zu ermitteln. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass lediglich ein 

Nachweis verlangt wird, welcher dem Beweismass der hohen Wahrscheinlichkeit entspricht 

(Entscheid des Verwaltungsgerichts Basel-Stadt Nr. VD.2015.149 und 150 vom 10. April 2017 

in: BStP 2017, Nr. 15, S. 3 f.; vgl. LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, III. Teil, Art. 102 - 222 DBG, Basel 2015, Einführung zu Art. 122 ff. N 31 f.). Be-

züglich der - praktisch kaum überprüfbaren - effektiven täglichen Verpflegungskosten wendet 

denn auch die Steuerverwaltung diese Praxis an, indem sie nämlich keine methodische Über-

prüfung des tatsächlichen Aufwands bei der Gewährung der Pauschale für Verpflegungsmehr-

kosten vornimmt, wenn das Feld «G» auf dem Lohnausweis nicht angekreuzt ist. Ohne diese 

Praxis beanstanden zu wollen, leuchtet ohne Weiteres ein, dass es vor diesem Hintergrund 

sehr stossend wäre, die Gewährung eines Pauschalabzugs mit Hinweis auf den fehlenden strik-

ten Beweis zu verweigern, dass tatsächlich Essenskosten angefallen sind. Das stattdessen an-

zuwendende Beweismass der hohen Wahrscheinlichkeit erachtet das Steuergericht im vorlie-

genden Zusammenhang als erfüllt an, wenn ein Steuerpflichtiger substantiiert und glaubhaft 

darlegt, dass er faktisch keine Möglichkeit hat, das Mittagsangebot des Arbeitgebers zu nutzen. 

 

Ebenfalls geht die Steuerverwaltung mit der Argumentation fehl, dass wenn jemand aus eige-

nen Interessen eine kurze Mittagspause einlege und freiwillig auf die Möglichkeit der Kantine 

verzichte, dies keinen Grund darstelle, der Mehrkosten bei der auswärtigen Verpflegung recht-

fertige. Denn damit sei die Benutzung des Personalrestaurants zumutbar bzw. habe die Rekur-

rentin den Nachweis, dass ihr wirklich Mehrkosten entstanden seien, nicht erbracht. So sieht 

das Baselbieter Steuerbuch in Band 1 - Einkommen, 29 Nr. 2, Ziff. 1.2 explizit vor, dass wenn 

es der steuerpflichtigen Person aufgrund des tatsächlichen Arbeitsorts, der konkreten Arbeits-

zeiten oder der Öffnungszeiten der Kantine nicht möglich ist, eine Mahlzeit vergünstigt einzu-

nehmen, vom vollen Abzug auszugehen ist. Weshalb nun in diesem ausgesuchten Einzelfall 

von dieser langjährigen Praxis abgewichen werden soll, erschliesst sich dem Gericht nicht. 

Vielmehr würde ein solch willkürliches Abweichen von einer langjährigen, überdies im kantona-

len Steuerbuch publizierten Praxis den Grundsatz von Treu und Glauben verletzen, welcher ein 

loyales Verhalten im Rechtsverkehr gebietet. Sowohl die Steuerbehörde wie der Steuerpflichti-

ge haben sich so zu verhalten, wie es Treu und Glauben gebieten, woraus u.a. das Verbot wi-

dersprüchlichen Verhaltens folgt. So dürfen sie beispielsweise nicht einen einmal in einer be-

stimmten Angelegenheit eingenommenen Standpunkt ohne sachlichen Grund wechseln. Ein 

widersprüchliches Verhalten der Behörden stellt zugleich eine Verletzung des Vertrauensprin-

zips im Sinne von Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

18. April 1999 (BV; SR 101) dar, sofern der Private auf das ursprüngliche Verhalten der Behör-

den vertrauen durfte (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, 

Zürich 2020, Rz. 654 ff.; WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 

Band I, Bern 2012, Rz. 1964). 

 

 

3. 

Nach dem Ausgeführten ist der Rekurs gutzuheissen und zur Korrektur im Sinne der Erwägun-

gen an die Steuerverwaltung zurückzuweisen. 

 
 
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Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Partei in an-

gemessenem Ausmass aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 

16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [Verwaltungspro-

zessordnung, VPO; SGS 271]). Vorliegend wurde der Rekurs gutgeheissen, weshalb die Ge-

richtskosten in der Höhe von Fr. 500.-- der Steuerverwaltung aufzuerlegen sind. Der bereits 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist den Rekurrenten zurückzuerstatten. 

 

  

 
 
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Demnach erkennt das Steuergericht: 

 

1. 

Der Rekurs wird gutgeheissen und die Steuerverwaltung angewiesen, den Abzug für den Ver-

pflegungsmehraufwand auf Fr. 2'062.-- zu erhöhen. 

 

2. 

Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 500.-- werden der Steuerverwaltung Basel-Landschaft auf-

erlegt. Der bereits bezahlte Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 500.-- wird den Rekurrenten zu-

rückerstattet. 

 

3. 

Mitteilung an die Rekurrenten (1), die Gemeinde F.____ (1) und die Steuerverwaltung des Kan-

tons Basel-Landschaft (3).