# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a15486a-e50d-518b-9e18-c50f94683b74
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 06.10.2020 S 2020 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-8_2020-10-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 8

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Ott

URTEIL

vom 6. Oktober 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Procap Schweiz,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ wurde im August 2006 wegen eines psychoorganischen Syn-

droms (POS) bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-

Stelle) zum Leistungsbezug angemeldet. In Anerkennung des Geburtsge-

brechens Ziffer 404 kam die IV-Stelle für medizinische Massnahmen auf 

und gewährte Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen im Sinne 

einer Legastheniebehandlung sowie für ambulante Psychotherapie.

2. Im November 2014 ging bei der IV-Stelle erneut eine Anmeldung von 

A._____ ein unter anderem unter Hinweis auf Konzentrationsschwierigkei-

ten und geistige Abwesenheit. In ihrem Arztbericht vom 27. November 

2014 diagnostizierten Dr. med. B._____ und Dr. med. C._____ eine Lese- 

und Rechtschreibstörung (ICD-10 F81.0) und wiesen darauf hin, dass 

A._____ bei Aufgaben, die ein hohes Mass an Selbstorganisation und 

Konzentration verlangten, Schwierigkeiten haben werde. Nachdem 

A._____ zwei Wochen als Küchenangestellte in der D._____ in E._____ 

schnuppern konnte, wurde ihr ein Ausbildungsplatz im Bereich der Küche 

angeboten. Um ihren Leistungsanspruch auf eine erstmalige berufliche 

Ausbildung prüfen zu können, liess die IV-Stelle sie bei lic. phil. F._____ 

neuropsychologisch abklären. In seinem Bericht vom 22. Januar 2015 hielt 

er fest, gesamthaft bestehe eine leichte Hirnfunktionsschwäche mit funkti-

onell-hirnlokalisatorisch, hauptsächlich rechtshemisphärischem (frontal, 

parietal) Schwerpunkt. Funktionell seien schwerpunktmässig Strukturen 

involviert, welche unter anderem bei steuernden und stabilisierenden Pro-

zessen (Aufmerksamkeit, Inhibitionsfähigkeit etc.) involviert seien. Auf-

grund der anamnestischen Angaben sei davon auszugehen, dass diese 

Schwierigkeiten schon seit jeher im Sinne einer Disposition bestünden. Mit 

Blick auf die angestrebte Ausbildung führte lic. phil. F._____ aus, aus neu-

ropsychologischer Sicht sei klar davon auszugehen, dass die Vorausset-

zungen für eine erfolgreiche Absolvierung einer Ausbildung grundsätzlich 

sehr gut seien. A._____ sei aber – trotz guter Intelligenz – auf konstante 

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äussere Strukturierung angewiesen und werde ein hohes Mass an guter 

Betreuung benötigen.

3. Mit Mitteilungen vom 16. Juli 2015 und 23. Juli 2015 wurden A._____ ei-

nerseits Berufsberatung und andererseits eine Kostengutsprache für die 

erstmalige berufliche Ausbildung zur Küchenangestellten EBA in der 

D._____ in E._____ vom 1. August 2015 bis 31. Juli 2017 gewährt. Nach-

dem die Leistung und Präsenz im zweiten Ausbildungsjahr nachgelassen 

hatten, wurde eine Zielvereinbarung zur erforderlichen Grundhaltung für 

eine erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung abgeschlossen. Da es 

A._____ im März 2017 psychisch schlechter ging, trat sie in die Tagesklinik 

der Klinik J._____ ein. Nachdem sie sich nicht mehr bei der IV-Stelle ge-

meldet hatte, wurde sie mit Schreiben vom 2. Mai 2017 zur Schadenmin-

derung aufgefordert. Da sie auf dieses Schreiben nicht geantwortet hatte, 

wurden die beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 2. Oktober 2017 

nach Durchführung eines Vorbescheidsverfahrens abgeschlossen, wobei 

darin Bedingungen formuliert wurden, unter denen die beruflichen Mass-

nahmen wiederaufgenommen würden. A._____ nahm die Ausbildung 

nicht wieder auf.

4. In dem von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 6. Juli 2017 berichtete 

Oberarzt G._____ von den psychiatrischen Diensten Graubünden 

(PDGR), es werde von einer mittelgradig verminderten kognitiven Leis-

tungsfähigkeit ausgegangen. Es bestehe ein Gesundheitsschaden mit 

Krankheitswert, der eine länger dauernde oder bleibende Einschränkung 

der Ausbildungs- bzw. Arbeitsfähigkeit begründe. Oberarzt G._____ attes-

tierte A._____ am 11. August 2017 für den Zeitraum vom 21. März 2017 

bis zum 31. August 2017 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 

100 %. Dr. med. H._____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz 

(RAD) hielt in seiner Beurteilung vom 14. Juli 2017 dazu fest, dass aus 

dem Bericht von Oberarzt G._____ die bekannten kognitiven Beeinträch-

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tigungen hervorgingen. Es lägen keine weiteren Beschwerden (wie zum 

Beispiel eine depressive Symptomatik) vor. Er erachtete A._____ in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit (entsprechend einer stark von aussen ange-

leiteten, strukturierten und kontrollierten Aufgaben) seit jeher zu 100 % ar-

beitsfähig.

5. Mit Verfügung vom 17. November 2017 verneinte die IV-Stelle einen An-

spruch von A._____ auf eine Invalidenrente, da es ihr gemäss den medi-

zinischen Abklärungen zumutbar sei, ein rentenausschliessendes Ein-

kommen zu erzielen. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechts-

kraft.

6. Am 23. Januar 2019 meldete sich A._____ namentlich unter Hinweis auf 

eine Borderline-Störung sowie Nervosität bei Menschenansammlungen 

erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) 

an und wies mittels Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von Oberarzt G._____ 

und Dr. med. I._____ (PDGR) eine seit März 2017 bestehende 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit aus. In seinem Bericht an die IV-Stelle vom 8. April 

2019 diagnostizierte Oberarzt G._____ eine mittelgradige depressive Epi-

sode (ICD-10 F32.1) sowie eine emotional instabile Persönlichkeitss-

törung: Borderline-Typ (ICD-10 F60.31). Er wies darauf hin, dass sich 

A._____ vom 26. Juni bis zum 17. August 2018 aufgrund einer psychi-

schen Dekompensation mit Suizidgedanken in stationärer Behandlung in 

der Klinik J._____ befunden habe. Obwohl sie sich in psychischer Hinsicht 

deutlich stabilisiert habe, zeige sie sich weiterhin in vielen Lebensberei-

chen als unselbständig und sei sozial zurückgezogen. Es bestehe ein Ge-

sundheitsschaden mit Krankheitswert, der eine länger dauernde oder blei-

bende Einschränkung der Ausbildungs- bzw. Arbeitsfähigkeit begründe. 

A._____ sei weiterhin wenig belastbar, bei unkomplizierten Angelegenhei-

ten schnell überfordert und in Stress- und Belastungssituationen bestehe 

eine reduzierte Vulnerabilität. 

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Nachdem RAD-Arzt Dr. med. H._____ am 7. Mai 2019 gestützt auf diesen 

Bericht befunden hatte, es bestünden objektive Anhaltspunkte für eine we-

sentliche Verschlechterung, trat die IV-Stelle gleichentags auf das Leis-

tungsbegehren ein. In dem von der IV-Stelle eingeholten Bericht von Ober-

arzt G._____ vom 11. Juni 2019 wurde zusätzlich zu den bereits bekann-

ten psychiatrischen Diagnosen eine sonstige organische Persönlichkeits- 

und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funk-

tionsstörung des Gehirns (ICD-10 F07.8) festgehalten. A._____ sei wei-

terhin zu 100 % arbeitsunfähig; eine Tätigkeit im geschützten Rahmen sei 

bis zu einem Pensum von 50 % möglich. Auf Nachfrage der IV-Stelle hin, 

ob sich der Gesundzustand seit dem Bericht vom 6. Juli 2017 verändert 

habe, antwortete Oberarzt G._____ am 6. August 2019, dieser hätte sich 

nur minimal verändert. In der Abschlussbeurteilung vom 27. August 2019 

hielt RAD-Arzt Dr. med. H._____ dafür, es bestehe ein im Wesentlichen 

unveränderter Gesundheitszustand im Vergleich zum Zeitpunkt des letz-

ten materiellen Entscheids.

7. Gestützt auf diese Beurteilung stellte die IV-Stelle A._____ mit Vorbe-

scheid vom 28. August 2019 die Abweisung des Leistungsbegehrens bzw. 

die Ablehnung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht. Glei-

chentags wurde ihr wiederum mitgeteilt, unter welchen Bedingungen die 

Wiederaufnahme der beruflichen Massnahmen beantragt werden könne. 

Gegen den Vorbescheid vom 28. August 2019 liess A._____ durch ihren 

Beistand am 26. September 2019 vorsorglich und sodann durch Procap 

Grischun am 19. November 2019 einen begründeten Einwand erheben.

8. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbe-

gehren ab und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente, zumal 

sich der Gesundheitszustand von A._____ seit dem 17. November 2017 

nicht wesentlich verändert, insbesondere nicht verschlechtert, habe. 

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A._____ sei es nach wie vor zumutbar, ein rentenausschliessendes Ein-

kommen zu erzielen.

9. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 17. Januar 

2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden er-

heben und in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember 

2019 beantragen, es seien ihr Rentenleistungen zuzusprechen ab wann 

rechtens. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an 

die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um un-

entgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. Im Wesentlichen machte 

sie geltend, ihr psychischer Gesundheitszustand habe sich verschlechtert; 

es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ihr sei im geschützten 

Rahmen nur ein Pensum von 50 % zumutbar.

10. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in der Vernehm-

lassung vom 24. Januar 2020 auf Abweisung der Beschwerde und verwies 

zur Begründung primär auf die Verfügung vom 2. Dezember 2019, wobei 

sie ihren Standpunkt punktuell vertiefte. Dabei machte sie wiederum gel-

tend, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem 

Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung am 17. November 2017 nicht 

wesentlich veränderte habe. Aus dem Bericht von Oberarzt G._____ vom 

11. Juni 2019 und dem Bericht von Dr. med. I._____ vom 23. August 2018 

betreffend den stationären Aufenthalt vom 26. Juni bis zum 17. August 

2018 in der Klinik J._____ gehe deutlich hervor, dass die Beschwerdefüh-

rerin bereits seit März 2017 an einer mittelgradigen depressiven Episode 

und einer Persönlichkeitsstörung vom Typ Borderline leide und deswegen 

zu 100 % arbeitsunfähig erachtet werde. Oberarzt G._____ halte zudem 

im Bericht vom 6. August 2019 ausdrücklich fest, dass sich der Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführerin seit seinem Bericht vom 6. Juli 2017 

nur minimal verändert habe.

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11. Die Beschwerdeführerin reichte am 27. Februar 2020 bei unveränderten 

Anträgen eine Replik ein und wies insbesondere darauf hin, dass im Zeit-

punkt der Verfügung vom 17. November 2017 gemäss Beschwerdegeg-

nerin weder eine depressive Erkrankung noch eine Persönlichkeitsstörung 

einen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hätten. Wei-

ter bestritt sie die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach der 

Streitgegenstand einzig das Vorliegen eines Neuanmeldungsgrundes sei 

und der Verfügungsgegenstand einen (allfälligen) Anspruch auf berufliche 

Massnahmen und/oder Integrationsmassnahmen nicht mitumfasse. 

Schliesslich erachtete sie eine Wiedererwägung bzw. eine prozessuale 

Revision nach Art. 53 ATSG der Verfügung vom 17. November 2017 als 

angezeigt, weil im Jahre 2017 neben den kognitiven Beeinträchtigungen 

nicht von weiteren Beschwerden mit Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit, na-

mentlich eine depressive Symptomatik, ausgegangen worden sei.

12. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend das Vorliegen eines 

Neuanmeldungsgrundes wies die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik am 

11. März 2020 mit dem Argument zurück, die mittelgradige depressive 

Episode und die Persönlichkeitsstörung – obwohl in der Verfügung vom 

17. November 2017 nicht berücksichtigt – hätten gemäss den medizini-

schen Berichten bereits damals vorgelegen. Weiter stellte sie sich weiter-

hin auf den Standpunkt, dass berufliche Massnahmen nicht vom Verfü-

gungsgegenstand mitumfasst seien. Schliesslich verneinte sie das Vorlie-

gen der Voraussetzungen für eine prozessuale Revision gemäss Art. 53 

Abs. 1 ATSG betreffend die Verfügung vom 17. November 2017.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die an-

gefochtene Verfügung vom 2. Dezember 2019 sowie die weiteren Akten 

wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 2. Dezember 2019. Eine solche An-

ordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsge-

richt am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige 

Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle 

und materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit zur Be-

schwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). 

Darauf ist somit, vorbehaltlich der Erwägung 2.1, einzutreten.

2. Vorliegend ist in Anbetracht der im Januar 2019 erfolgten Anmeldung 

gemäss Art. 29 Abs. 1 ATSG hauptsächlich strittig, ob die Beschwerde-

gegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente 

ab dem 1. Juli 2019 zu Recht verneint hat (siehe Art. 29 Abs. 1 IVG). 

2.1. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde insoweit, als dass von der Be-

schwerdeführerin geltend gemacht wird, für die Verfügung vom 17. No-

vember 2017 sei eine Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG bzw. 

eine prozessuale Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG zu prüfen gewesen, 

weil im Jahre 2017 neben den kognitiven Beeinträchtigungen nicht von 

weiteren Beschwerden, namentlich einer depressiven Symptomatik, mit 

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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden sei. Denn ein 

Wiedererwägungsgesuch, auf dessen Eintreten ohnehin kein gerichtlich 

durchsetzbarer Anspruch besteht (siehe BGE 133 V 50 E.4.1 und 117 V 8 

E.2; Urteile des Bundesgerichts 9C_432/2018 vom 3. September 2018 

E.3.1 und 8C_89/2014 vom 24. Juli 2014 E.2.1), wäre genauso wie ein 

Antrag auf prozessuale Revision der Verfügung vom 17. November 2017 

im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG beim Versicherungsträger anhängig zu 

machen. Dementsprechend liegt die funktionale Zuständigkeit zur Beurtei-

lung dieser Frage nicht beim streitberufenen Gericht als Rechtsmittelin-

stanz, sondern bei der Beschwerdegegnerin, welche den wiederzuerwä-

genden bzw. zu revidierenden Entscheid erlassen und in der vorliegend 

angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember 2019 mangels entsprechen-

den Gesuchs zu Recht nicht darüber entschieden hat (siehe IV-act. 189; 

siehe auch den begründeten Einwand vom 19. November 2019 [IV-

act. 185], wo die Verfügung vom 17. November 2017 betreffend den ver-

neinten Rentenanspruch nicht spezifisch erwähnt wird; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_291/2015 vom 12. Juni 2015 E.3.2 und 8C_128/2008 

vom 10. Oktober 2008 E.5.2; FLÜCKIGER, in: Frésard-Fellay/Klett/Leuziger-

Naef (Hrsg.), Basler Kommentar zum Allgemeinen Teil des Sozialversi-

cherungsrechts, Basel 2020, Art. 53 Rz. 38 und 90). Damit bildet nament-

lich die Frage nach dem Vorliegen eines prozessualen Revisionsgrundes 

im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG kein möglicher Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens (zum Prozessthema siehe auch nachstehende Erwä-

gung 2.2; siehe zum Anfechtungs- und Streitgegenstand im verwaltungs-

gerichtlichen Verfahren: BGE 131 V 164 E.2.1 und Urteil des Bundesge-

richts 9C_520/2007 vom 9. Januar 2008 E.1.1).

2.2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. De-

zember 2019 mit dem Betreff "Kein Anspruch auf eine Invalidenrente" 

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(siehe IV-act. 189). Darin entschied die Beschwerdegegnerin einzig über 

den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, auch wenn das Dispositiv 

auf Abweisung des Leistungsbegehrens lautet. Letzteres umfasst gemäss 

der Überschrift des Anmeldeformulars Massnahmen der beruflichen Inte-

gration und/oder eine Rente (siehe IV-act. 149). Der in der Beschwerde 

vorgebrachte Anspruch auf berufliche Massnahmen bzw. auf Integrations-

massnahmen bildete aber nicht Gegenstand der angefochtenen Verfü-

gung. Gestützt auf die Anmeldung vom 23. Januar 2019 hätte über diesen 

Anspruch indes verfügt werden können. Stattdessen teilte die Beschwer-

degegnerin der Beschwerdeführerin letztmals am 28. August 2019 mit, 

dass berufliche Massnahmen wiederaufgenommen würden, wenn sie den 

Beweis dafür erbringe, dass sie während sechs Monaten zuverlässig, kon-

tinuierlich und motiviert in einem 100%-Pensum einer beruflichen Tätigkeit 

im geschützten Rahmen oder in der freien Wirtschaft nachgehe und 

während dieser Zeit regelmässig in psychologisch-psychiatrischer Be-

handlung sei (siehe IV-act. 172). Rechtsprechungsgemäss darf die Be-

schwerdegegnerin unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnah-

men über den Rentenanspruch entscheiden, wenn ein rentenbegründen-

der Invaliditätsgrad bereits vor der Eingliederung verneint werden kann 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_769/2019 vom 30. März 2020 E.2.2, 

9C_534/2018 vom 15. Februar 2019 E.2.1 und 8C_187/2015 vom 20. Mai 

2015 E.3.2.1 m.H.). Der Invaliditätsgrad wird aber erst ermittelt, wenn 

(nach dem Eintreten auf das Revisionsbegehren bzw. die Neuanmeldung) 

überhaupt ein Neuanmelde- bzw. Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 

ATSG ausgewiesen ist (siehe dazu nachstehende Erwägungen 3.1 ff.; 

BGE 141 V 9, 130 V 343 E.3.5.1 ff.; Urteile des Bundesgerichts 

9C_787/2019 vom 15. Januar 2020 E.2.2, 9C_626/2019 vom 26. Novem-

ber 2019 E.2, 8C_354/2019 vom 22. August 2019 E.2.2, 8C_379/2019 

vom 21. August 2019 E.2.2, 9C_27/2019 vom 27. Juni 2019 E.2 und 

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9C_291/2017 vom 20. September 2018 E. 7.2 f.), was vorliegend zu un-

tersuchen ist.

3. Zu prüfen ist also, ob eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver-

hältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

auch den Rentenanspruch zu beeinflussen. Denn während die Beschwer-

degegnerin eine solche (und insbesondere eine Verschlechterung) ver-

neint, erblickt die Beschwerdeführerin einen Neuanmelde- bzw. Revisions-

grund in einer Verschlechterung ihres psychischen Gesundheitszustands, 

wobei vom behandelnden Facharzt eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

bestätigt werde.

3.1. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, 

wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person 

glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den An-

spruch erheblichen Weise geändert hat. Dabei kommt der Untersuchungs-

grundsatz nach Art. 43 Abs. 1 bzw. Art. 61 lit. c ATSG erst zum Tragen, 

wenn die versicherte Person eine massgebliche Änderung ihres Gesund-

heitszustandes seit der letzten rechtskräftigen Leistungsverweigerung 

glaubhaft gemacht hat (siehe BGE 130 V 64 E.5.2.5; Urteil des Bundes-

gerichts 9C_353/2017 vom 25. Juli 2017 E.2). Hinsichtlich der Glaubhaft-

machung einer anspruchserheblichen Änderung im Sinne von Art. 87 

Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 831.201) ist zu bemerken, dass bei einer neu gestellten Diagnose (aus 

einem anderen medizinischen Fachbereich und somit neuen potenziellen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) ein medizinisch veränderter Sach-

verhalt als glaubhaft gemacht zu beurteilen ist (siehe Urteile des Bundes-

gerichts 8C_735/2019 vom 25. Februar 2020 E.4.5 und 8C_110/2019 vom 

6. Juni 2019 E.6.1). Ist eine anspruchserhebliche Änderung von tatsächli-

chen Verhältnissen glaubhaft gemacht, hat die Verwaltung auf das neue 

Leistungsbegehren bzw. das Revisionsbegehren einzutreten und es ist in 

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tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (siehe 

BGE 141 V 9; Urteile des Bundesgerichts 8C_207/2020 vom 5. August 

2020 E.4.2, 8C_541/2019 vom 23. Dezember 2019 E.5.3, 9C_626/2019 

vom 26. November 2019 E.2, 8C_454/2018 vom 16. November 2018 

E.4.1, 9C_247/2017 vom 7. August 2017 E.2.1 und 9C_894/2015 vom 25. 

April 2016 E.5 und 6.4). Bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistun-

gen der Invalidenversicherung finden die Grundsätze zur (Renten-)Revi-

sion analog Anwendung (vgl. Art. 17 ATSG; Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; 

BGE 133 V 108 E.5.1 ff., 130 V 71 E.3.2.3; Urteile des Bundesgerichts 

8C_367/2020 vom 4. August 2020 E.2.1, 9C_841/2019 vom 30. März 

2020 E.2.1, 8C_647/2019 vom 31. Januar 2020 E.2.1 und 9C_342/2018 

vom 19. September 2018 E.1), weshalb zunächst eine anspruchsrele-

vante Veränderung des Sachverhalts erforderlich ist (siehe Urteile des 

Bundesgerichts 9C_787/2019 vom 15. Januar 2020 E.2.2, 9C_626/2019 

vom 26. November 2019 E.2, 8C_354/2019 vom 22. August 2019 E.2.2, 

8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2 und 9C_27/2019 vom 27. Juni 

2019 E.2). Im Rahmen einer solchen umfassenden Prüfung ist die Rente 

bzw. der frühere Entscheid insbesondere bei einer wesentlichen Änderung 

des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich 

gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf 

den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung oder wenn eine an-

dere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt. Hingegen 

ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich 

(siehe BGE 144 I 103 E.2.1 und 141 V 9 E.2.3 m.H.). Weder eine im Ver-

gleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeits-

unfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel-

tend gemachten Leidens oder der Wegfall oder das Hinzutreten einer Dia-

gnose genügt somit per se, um auf einen verbesserten Gesundheitszu-

stand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage 

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(Urteile des Bundesgerichts 9C_156/2020 vom 9. Juli 2020 E.2.2, 

9C_346/2019 vom 6. September 2019 E.2.1.1, 9C_59/2019 vom 29. Mai 

2019 E.4.3.2, 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E.5.3.2.1, 8C_419/2018 

vom 11. Dezember 2018 E.4.3 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 

E.4.2, publ. in: SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81). Zeitlicher Referenzpunkt für die 

Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung ist die letzte rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches 

mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 

Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine 

Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) 

beruht (siehe BGE 134 V 131 E.3, 133 V 108 E.5.1 ff.; Urteile des Bundes-

gerichts 8C_301/2020 vom 19. Juni 2020 E.3 und 8C_735/2019 vom 

25. Februar 2020 E.3.2).

3.2. Im hier zu beurteilenden Fall ist somit als Vergleichsbasis auf die Verfü-

gung vom 17. November 2017 abzustellen, mit welcher das Leistungsbe-

gehren der Beschwerdeführerin nach als angezeigt erachteten medizini-

schen Abklärungen abgewiesen wurde (siehe IV-act. 141).

3.2.1. Vorliegend wurde der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin am 

17. November 2017 gestützt auf die neuropsychologische Abklärung von 

lic. phil. F._____ vom 22. Januar 2015 (siehe IV-act. 82), den Bericht von 

Oberarzt G._____ vom 6. Juli 2017 (siehe IV-act. 133) und den (Ab-

schluss-)Beurteilungen von RAD-Arzt Dr. med. H._____ vom 28. Januar 

2015 und 14. Juli 2017 verneint (siehe IV-act. 142 S. 8 und 10 f.; vgl. auch 

RAD-Abschlussbeurteilung vom 27. August 2019 [IV-act. 188 S. 18]). Aus 

den damals vorliegenden ärztlichen Berichten geht was folgt hervor:

3.2.1.1. In seinem Bericht vom 22. Januar 2015 führte lic. phil. F._____, Fachpsy-

chologe für Neuropsychologie FSP und zertifizierter neuropsychologischer 

Gutachter SIM, zusammenfassend aus, es liege eine leichte Hirnfunkti-

- 14 -

onsschwäche mit funktionell-hirnlokalisatorisch, hauptsächlich rechtshe-

misphärischem (frontal, parietal) Schwerpunkt vor, wobei funktionell 

schwerpunktmässig steuernde und stabilisierende Strukturen (Aufmerk-

samkeit, Inhibitionsfähigkeit etc.) betroffen seien. Aufgrund der anamnes-

tischen Angaben sei davon auszugehen, dass diese Schwierigkeiten 

schon seit jeher im Sinne einer Disposition bestünden. Gemäss lic. phil. 

F._____ betreffen die festgestellten Defizite die höheren kognitiven Funk-

tionen (Exekutivfunktionen) und in diesem Bereich die Fokussierung und 

Inhibitionsfähigkeit, die kognitiv-sprachlichen Funktionen im Bereich der 

Rechtschreibung sowie die das Rechnen betreffenden Funktionen (siehe 

IV-act. 82 S. 9). Deutliche Auswirkungen auf die Arbeitsleistung seien zu 

befürchten, wenn die Beschwerdeführerin, unabhängig von der Komple-

xität der Anforderungen, selbstständig Probleme lösen müsse oder sich 

selbstständig organisieren und strukturieren müsse (siehe IV-act. 82 

S. 10). Einen Einsatz in der freien Wirtschaft erachtete lic. phil. F._____ 

aus neuropsychologischer Sicht als denkbar. Es wäre jedoch ein sehr ho-

hes Mass an äusserer Kontrolle, Führung und Betreuung seitens der Aus-

bildner notwendig. Wenn diese nicht vorhanden sei, wäre zu befürchten, 

dass die Beschwerdeführerin schnell abgelenkt und abwesend sei bzw. es 

zu Fehlern komme (siehe IV-act. 82 S. 11).

3.2.1.2. Oberarzt G._____ ging in seinem Bericht vom 6. Juli 2017 von einer mit-

telgradig verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit aus. Abweichungen 

von der altersentsprechenden Norm lägen im Sinne eines schwankenden 

Affekts vor. Wahrscheinlich bestünden zudem Probleme bei der Kommu-

nikation bei verminderter Konzentration und Auffassung. Auch sei die 

Selbstständigkeit, persönliche Unabhängigkeit sowie die Übernahme von 

Verantwortung reduziert. Es bestehe ein Gesundheitsschaden mit Krank-

heitswert, der eine länger dauernde oder bleibende Einschränkung der 

Ausbildungs- bzw. Arbeitsfähigkeit begründe. Es werde von einer leichten 

- 15 -

kognitiven Störung ausgegangen. Auswirkungen des Gesundheitsscha-

dens könnten eine reduzierte Belastbarkeit und schnelle Überforderung in 

Stresssituationen, eine problematische Kommunikation, eine Wahrneh-

mungsstörung, eine reduzierte Vulnerabilität (wohl gemeint: erhöhte Vul-

nerabilität bzw. reduzierte Resilienz) sowie (reduzierte) Bewältigungsme-

chanismen bei Belastungssituationen sein (siehe IV-act. 133).

3.2.1.3. In seiner Beurteilung vom 14. Juli 2017 hielt RAD-Arzt Dr. med. H._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dafür, aus dem Bericht von 

Oberarzt G._____ vom 6. Juli 2017 gingen die bekannten kognitiven Be-

einträchtigungen hervor. Es lägen keine weiteren Beschwerden (wie zum 

Beispiel eine depressive Symptomatik) vor. Er halte daher an seiner Ab-

schlussbeurteilung vom 28. Januar 2015 fest (siehe IV-act. 142 S. 8). 

Darin führte er gestützt auf die neuropsychologische Abklärung von 

lic. phil. F._____ vom 22. Januar 2015 aus, es lägen eine normale Intelli-

genz und weitgehend unauffällige neurokognitive Fähigkeiten vor. Defizite 

zeigten sich in der Selbststeuerung und -stabilisierung. Langandauernde 

Anforderungen unter Eigenregie führten zu einem deutlichen Leistungsab-

fall. Indes sei die Beschwerdeführerin in optimal von aussen angeleiteten, 

strukturierten und kontrollierten Aufgaben in der Lage, gute bis sehr gute 

Leistungen zu erbringen. Sie sei zwar in ihrer Berufswahl eingeschränkt, 

ein Gesundheitsschaden, der eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

in adaptierter Tätigkeit zu begründen vermöge, liege aber nicht vor. Es sei 

also zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätig-

keit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne. Als zumut-

bare Tätigkeiten umschrieb Dr. med. H._____ stark von aussen angelei-

tete, strukturierte und kontrollierte Aufgaben wie beispielsweise einfache 

Produktionsprozesse oder "Fliessbandarbeit". Für solche Tätigkeiten er-

achtete er die Beschwerdeführerin seit jeher zu 100 % arbeitsfähig (siehe 

IV-act. 142 S. 10 f.).

- 16 -

3.2.2. In der angefochtenen Verfügung verneinte die Beschwerdegegnerin das 

Vorliegen eines Neuanmeldungs- bzw. Revisionsgrundes gestützt auf den 

Bericht von Dr. med. I._____ vom 23. August 2018 zum stationären Auf-

enthalt vom 26. Juni bis zum 17. August 2018 in der Klinik J._____ (siehe 

IV-act. 170 S. 2 ff.), die Berichte von Oberarzt G._____ vom 11. Juni und 

6. August 2019 (siehe IV-act. 166 und IV-act. 170 S. 1) sowie die Beurtei-

lung von Dr. med. H._____ vom 27. August 2019 (siehe IV-act. 188 S. 18). 

Daraus geht – nach Ansicht der Beschwerdegegnerin – übereinstimmend 

hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 

dem 17. November 2017 nicht (massgeblich) verändert habe. Im Einzel-

nen lässt sich Folgendes aus diesen Berichten entnehmen:

3.2.2.1. Aus dem Bericht von Dr. med. I._____ vom 23. August 2018 zum statio-

nären Aufenthalt vom 26. Juni bis zum 17. August 2018 in der Klinik 

J._____ wegen einer psychischen Dekompensation mit Suizidgedanken 

geht in der Hauptsache hervor, dass die Beschwerdeführerin seit März 

2017 wegen einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) und 

einer Persönlichkeitsstörung vom Typ Borderline (ICD-10 F60.31) in der 

Klinik bekannt sei (siehe IV-act. 170 S. 2 f.). 

3.2.2.2. Im Bericht vom 11. Juni 2019 diagnostizierte Oberarzt G._____ eine mit-

telgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) sowie eine sons-

tige organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer 

Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10 

F07.8). Zum Verlauf führte er aus, die Beschwerdeführerin sei seit März 

2017 aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode und einer Per-

sönlichkeitsstörung vom Typ Borderline bekannt. Aufgrund dieser Diagno-

sen sei die Beschwerdeführerin vom 26. Juni bis 17. August 2018 statio-

när behandelt worden. Während des Klinikaufenthalts hätten einige Ver-

besserungen beobachtet werden können. Sie habe aktiver gewirkt und ab 

- 17 -

und an auch den Kontakt zu anderen Patienten gesucht. Da soziale Situa-

tionen für sie jedoch weiterhin unangenehm gewesen seien und es ihr 

schwergefallen sei, neue Kontakte zu knüpfen, sei ein Selbstbewusst-

seinstraining durchgeführt worden. Insgesamt habe ihr der Klinikaufenthalt 

gutgetan, sie habe viel lernen können und sei ruhiger und stabiler gewor-

den. Seit der stationären Behandlung sei insgesamt ein positiver Verlauf 

zu beobachten. Die Krisen- oder Notfallsituationen seien weniger gewor-

den und die Stimmung sowie die Schlafqualität hätten sich verbessert. Es 

bestehe kein Hinweis auf Eigengefährdung. Obwohl sie sich psychisch 

stabilisiert habe, zeige sie sich jedoch weiterhin in vielen Lebensbereichen 

unselbstständig und sei sozial zurückgezogen. Aufgrund einer, am ehes-

ten auf einen hypoxischen Hirnschaden im Alter von zwei Wochen zurück-

zuführende, leichte kognitive Störung, sei die aktuelle Symptomatik wahr-

scheinlich irreversibel. Es bestehe ein Gesunheitsschaden mit Krankheits-

wert, der eine länger dauernde oder bleibende Einschränkung der Ausbil-

dungs- bzw. Arbeitsfähigkeit begründe. Die Beschwerdeführerin sei wei-

terhin wenig belastbar, bei unkomplizierten Angelegenheiten schnell über-

fordert und in Stress- sowie Belastungssituationen bestehe eine reduzierte 

Vulnerabilität (wohl gemeint: erhöhte Vulnerabilität bzw. reduzierte Resili-

enz). Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Eine 

Tätigkeit im geschützten Rahmen sei bis zu einem Pensum von 50 % mög-

lich. Es bestünden Funktionseinschränkungen im Sinne einer reduzierten 

Konzentration und Merkfähigkeit, Selbstunsicherheit, eine verminderte 

Belastbarkeit bei Stresssituationen, ein sozialer Rückzug, Nervosität so-

wie eine verminderte Frustrationstoleranz. Im Juni 2019 habe sie eine 

Tätigkeit in einem geschützten Rahmen im Umfang von 20 % begonnen 

(siehe IV-act. 166 S. 3 ff.).

3.2.2.3. Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin, ob sich der Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin seit dem Bericht vom 6. Juli 2017 (siehe IV-

- 18 -

act. 133) verändert habe, führte Oberarzt G._____ am 6. August 2019 was 

folgt aus: Seit dem Bericht vom 6. Juli 2017 habe sich der Gesundheitszu-

stand minimal verändert. Die Krisensituationen sowie die Selbstverlet-

zungstendenzen seien aktuell nicht mehr vorhanden. Die Stimmung sei 

etwas stabiler sowie die Schlafqualität viel höher. In der Belastbarkeit sei 

auch eine leichte Verbesserung zu verzeichnen. Die Beschwerdeführerin 

zeige sich jedoch weiterhin in vielen Lebensbereichen unselbstständig und 

in unkomplizierten Situationen schnell überfordert (siehe IV-act. 170 S. 1).

3.2.2.4. Dr. med. H._____ hielt in der RAD-Abschlussbeurteilung vom 27. August 

2019 fest, der letzte materielle Entscheid vom 17. November 2017 basiere 

auf der neuropsychologischen Abklärung von lic. phil. F._____ vom 

22. Januar 2015 und sei unter Würdigung des Berichtes von Oberarzt 

G._____ vom 6. Juli 2017 erfolgt. Letzterer bestätige nun am 6. August 

2019, dass sich der Gesundheitszustand seit seinem letzten Bericht nur 

minimal verändert habe. Er schildere eine leichtgradige Verbesserung, 

keinesfalls aber eine Verschlechterung. Es bestehe daher ein im Wesent-

lichen unveränderter Gesundheitszustand im Vergleich zum Zeitpunkt des 

letzten materiellen Entscheids (siehe IV-act. 188 S. 18).

3.2.3. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass sich ihr Gesundheits-

zustand wesentlich verändert habe. Der Standpunkt der Beschwerdegeg-

nerin, wonach im Vergleich zur letzten materiellen Entscheidung unverän-

derte Verhältnisse vorlägen, werde bestritten. Denn er stehe im Wider-

spruch zur klaren RAD-Beurteilung vom 14. Juli 2017 (siehe IV-act. 142 

S. 8), dass neben den kognitiven Beeinträchtigungen keine weiteren Be-

schwerden wie z.B. eine depressive Symptomatik vorgelegen hätten. Aus 

der von Oberarzt G._____ im Jahr 2019 gemachten Aussage, seit dem 

Bericht vom 6. Juli 2017 habe sich der Gesundheitszustand nur minimal 

verändert, könne die Beschwerdegegnerin nichts zu ihren Gunsten ablei-

ten. Denn Oberarzt G._____ habe in besagtem (echtzeitlichen) Bericht 

- 19 -

überhaupt keine psychiatrische Diagnose gestellt, sondern sei von einer 

leicht bis mittelgradig verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit ausge-

gangen (siehe dazu IV-act. 133 S. 1). Weiter habe er festgehalten, dass 

die Auswirkungen des Gesundheitsschadens eine reduzierte Belastbar-

keit und schnelle Überforderung sein könnten (siehe IV-act. 133 S. 2). Zu 

kritisieren sei sodann ein in sich widersprüchliches Verhalten und eine 

Verletzung der Abklärungspflicht. Denn wenn auf der einen Seite auf den 

Bericht von Oberarzt G._____ abgestellt werde, so seien konsequenter-

weise auch die von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit anzuerkennen.

3.2.4. Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen zwar zu Recht vor, dass Ober-

arzt G._____ in seinem Bericht vom 6. Juli 2017 lediglich auf die ihm von 

der IV-Stelle mit Schreiben vom 10. Mai 2017 gestellten Fragen (siehe IV-

act. 120 und 133) geantwortet hat, ohne sich zu den nun vorliegenden Dia-

gnosen zu äussern, und RAD-Arzt Dr. med. H._____ in seiner Beurteilung 

vom 14. Juli 2017 einzig zum vorgenannten Bericht Stellung genommen 

hat (siehe IV-act. 142 S. 8). Indes mag dies nicht darüber hinwegzutäu-

schen, dass aus dem Vergleich der im Verfügungszeitpunkt am 2. Dezem-

ber 2019 gegebenen medizinischen Situation und derjenigen, wie sie sich 

anlässlich der Verfügung vom 17. November 2017 bot und darin berück-

sichtigt wurde, für den hier massgebenden Zeitraum ab Juli 2019 mit Blick 

auf die Befundlage ein im Wesentlichen veränderter Gesundheitszustand 

hervorgeht. Denn wie die Beschwerdegegnerin in der Duplik selbst ein-

räumt, wurden die mittelgradige depressive Episode und die Persönlich-

keitsstörung vom Borderline-Typ, an denen die Beschwerdeführerin unbe-

strittenermassen leidet (siehe dazu die die Berichte von Oberarzt G._____ 

vom 8. April 2019 [IV-act. 157] und vom 11. Juni 2019 [IV-act. 166 S. 3 f.] 

sowie von Dr. med. I._____ vom 23. August 2018 zum stationären Aufent-

halt vom 26. Juni bis zum 17. August 2018 in der Klinik J._____ [IV-

act. 170 S. 2 ff.]), in der Verfügung vom 17. November 2017 nicht berück-

- 20 -

sichtigt. Vielmehr fokussierte letztere auf die kognitiven Einschränkungen 

der Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt 

darauf eine quantitative Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. Dafür, dass 

bereits damals psychische Leiden festgestellt worden wären bzw. solche 

Gesundheitsschäden eine in der Verfügung vom 17. November 2017 ge-

würdigte Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

verursacht hätten, finden sich keine Anhaltspunkte. Vielmehr führte 

Dr. med. H._____ in seiner Beurteilung vom 14. Juli 2017 ausdrücklich 

aus, es bestünden (seinerzeit) keine weiteren Beschwerden wie zum Bei-

spiel eine depressive Symptomatik (siehe IV-act. 142 S. 8). Wenn im Ver-

gleich dazu nun aber nachweislich psychische Leiden namentlich im Sinne 

einer mittelgradigen depressiven Episode und einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ vorliegen, stellt dies eine revi-

sionsrechtlich relevante veränderte Befundlage dar. Dass die psychischen 

Beschwerden bereits seit März 2017, d.h. vor Erlass der Verfügung vom 

17. November 2017, bestehen sollen (vgl. die Berichte von Dr. med. 

I._____ vom 23. August 2018 zum stationären Aufenthalt vom 26. Juni bis 

zum 17. August 2018 in der Klinik J._____ [IV-act. 170 S. 2 ff.] und Ober-

arzt G._____ vom 11. Juni 2019 [IV-act. 166 S. 3]), wäre insbesondere im 

Sinne einer Wiedererwägung zu prüfen, wozu die Beschwerdegegnerin in-

des durch das streitberufene Gericht nicht angehalten werden kann (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_666/2017 vom 6. September 2018 E.3.3; 

FLÜCKIGER, in: Frésard-Fellay/Klett/Leuziger-Naef (Hrsg.), Basler Kom-

mentar zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020, 

Art. 53 Rz. 90). Andererseits ist die Veränderung des gesundheitlichen Zu-

stands zumindest in revisionsrechtlicher Hinsicht im Sinne von Art. 17 

ATSG zu berücksichtigen. Denn auch wenn nun Dr. med. I._____ und 

Oberarzt G._____ in ihren Berichten aus den Jahren 2018 und 2019 aus-

führten, dass die Beschwerdeführerin ihnen seit März 2017 infolge einer 

mittelgradigen depressiven Episode und einer Persönlichkeitsstörung vom 

- 21 -

Borderline-Typ bekannt sei (siehe IV-act. 166 S. 2 und IV-act. 170 S. 2), 

ging die Beschwerdegegnerin anlässlich der als Referenzzeitpunkt mass-

geblichen Verfügung vom 17. November 2017, namentlich gestützt auf die 

Beurteilung von Dr. med. H._____ vom 14. Juli 2017, selbst davon aus, 

dass bei der Beschwerdeführerin keine psychischen Leiden (mit Auswir-

kungen auf die Ausbildungs- bzw. Arbeitsfähigkeit) vorlägen und lediglich 

gewisse neurokognitive Defizite die Berufswahlmöglichkeiten einschränk-

ten, in einer adaptierten Tätigkeit aber ein rentenausschliessendes Ein-

kommen erzielt werden könne (siehe IV-act. 142 S. 8 und 10 f.). Entspre-

chend wurde in der Verfügung vom 17. November 2017 festgehalten, dass 

die medizinischen Abklärungen ergeben hätten, dass der Versicherten die 

Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens zumutbar sei. Zu-

sätzlich wurde festgehalten, dass die Unterstützung im Bereich der beruf-

lichen Massnahmen habe beendet werden müssen, weil die Beschwerde-

führerin sich trotz Hinweis auf die ihr obliegenden Schadenminderungs-

pflicht der zumutbaren Eingliederung wiedersetzt habe (siehe IV-act. 141 

S. 1). Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren 

duplicando am 11. März 2020 zugestanden, dass die mittelgradige de-

pressive Episode und die Persönlichkeitsstörung in der Verfügung vom 

17. November 2017 nicht berücksichtigt wurden (siehe Duplik vom 

11. März 2020 S. 3). Wenn aber diese psychischen Gesundheitsschäden 

in der Verfügung vom 17. November 2017 unberücksichtigt geblieben 

sind, nun aber in den vorliegenden fachärztlichen Beurteilungen sowohl 

retrospektiv als auch für den nun massgebenden Zeitraum ab Juli 2019 

diagnostiziert und ihnen auch gewichtige Auswirkungen auf die Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin attestiert werden (siehe IV-act. 150 und 

IV-act. 166 S. 2 ff.), dürfen diese psychischen Leiden nicht in den Bestand 

derjenigen Tatsachen einbezogen werden, anhand derer zu ermitteln ist, 

ob eine anspruchserhebliche Änderung des Sacherhalts eingetreten ist 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_262/2019 vom 23. März 2020 E.3.2 

- 22 -

und 4.3 f. sowie 9C_468/2009 vom 9. September 2009 E.2.3.2). Vielmehr 

sind diese fachärztlich ausgewiesenen psychischen Gesundheitsschäden 

mit Blick auf den nun massgebenden Zeitraum ab Juli 2019 als nunmehr 

sicher diagnostiziert und mit gewichtigen Auswirkungen auf die Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin zu betrachten (siehe IV-act. 166 S. 4 f.; 

vgl. auch den Zwischenbericht über die berufliche Massnahme bei der 

K._____ vom 7. Oktober 2019 [IV-act. 185 S. 4 ff.]).

3.2.5. Darüber hinaus ist anzumerken, dass Dr. med. H._____ in seiner Ab-

schlussbeurteilung vom 27. August 2019 auf den (Zusatz-)Bericht von 

Oberarzt G._____ vom 6. August 2019 (siehe IV-act. 170 S. 1) abstellte, 

wonach sich der Gesundheitszustand der Patientin seit dem Bericht vom 

6. Juli 2017 nur minimal verändert habe, um daraus zu folgern, es bestehe 

ein im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand im Vergleich zum 

Zeitpunkt des letzten materiellen Entscheids (siehe IV-act. 188 S. 18). Die 

Erklärung von Oberarzt G._____ für den praktisch stationären Zustand 

nimmt aber keinen Bezug zu der im Bericht vom 6. Juli 2017 festgestellten, 

sehr wahrscheinlich auf einen hypoxischen Hirnschaden im Alter von zwei 

Wochen zurückzuführenden, irreversiblen (leichten) kognitiven Störung 

(siehe IV-act. 133 S. 1 f.). Vielmehr wird ausgeführt, die Krisensituationen 

sowie die Selbstverletzungstendenzen seien aktuell nicht mehr vorhan-

den. Die Stimmung sei etwas stabiler sowie die Schlafqualität viel höher. 

In der Belastbarkeit sei auch eine leichte Verbesserung zu verzeichnen. 

Die Beschwerdeführerin zeige sich jedoch weiterhin in vielen Lebensbe-

reichen unselbstständig und in unkomplizierten Situationen schnell über-

fordert (siehe IV-act. 170 S. 1, vgl. auch bereits die Berichte von Oberarzt 

G._____ vom 8. April und 6. Juni 2019 [IV-act. 157 S. 1 und IV-act. 166 

S. 2 ff.]). Diese Beurteilung scheint sich vielmehr auf die psychischen Lei-

den der Beschwerdeführerin zu beziehen, welche erstmals im Bericht zum 

Aufenthalt vom 26. Juni bis zum 17. August 2018 in der Klinik J._____ ein-

- 23 -

gehend thematisiert wurden und den seitherigen Verlauf beschreiben. 

Denn es werden darin die entsprechenden Feststellungen der Berichte 

von Dr. med. I._____ vom 23. August 2018 und von Oberarzt G._____ 

vom 8. April und 11. Juni 2019 aufgegriffen (vgl. IV-act. 157 S. 1, IV-

act. 166 S. 4 und IV-act. 170 S. 2 ff.). So sprach Oberarzt G._____ in sei-

nem Bericht vom 6. August 2019 explizit von einer Krisensituation sowie 

Selbstverletzungstendenzen, wobei der Eintritt in die Klinik J._____ am 

26. Juni 2018 namentlich infolge eines seit Tagen, trotz Medikamenten-

einnahme, zunehmend verschlechterten Befindens der Beschwerdeführe-

rin bzw. einer psychischen Dekompensation mit Suizidgedanken erfolgte 

(siehe IV-act. 170 S. 2 ff.). Insofern erweist sich die Einschätzung von 

Oberarzt G._____ vom 6. August 2019 – und gestützt darauf die Ab-

schlussbeurteilung von RAD-Arzt Dr. med. H._____ vom 27. August 2019 

– als ungeeignet, um als verlässliche Grundlage für die Beurteilung der 

Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit dem 

17. November 2017 zu dienen. 

3.3. Unter Berücksichtigung der Beweiswürdigungsgrundsätze für medizini-

sche Berichte (siehe BGE 143 V 124 E.2.2.2, 134 V 231 E.5.1 und 125 V 

351 E.3) ist angesichts der dargelegten, sich per Dezember 2019 darstel-

lenden medizinischen Situation im Vergleich zu derjenigen, welche dem 

letzten, massgelblichen Entscheid am 17. November 2017 zugrunde lag, 

in Gesamtwürdigung der Sachlage eine wesentliche Veränderung des ge-

sundheitlichen Zustandes bzw. eine anspruchsrelevante Veränderung des 

Sachverhalts ausgewiesen. Da vorliegend ein Neuanmelde- bzw. Revisi-

onsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG somit gegeben ist, ist gemäss 

BGE 141 V 9 eine umfassende Prüfung des (Renten-)Anspruchs, mithin 

auch eine erneute ärztliche Beurteilung der gesundheitlichen Situation und 

der Arbeitsfähigkeit, durch die Beschwerdegegnerin vorzunehmen. Ein re-

formatorischer Entscheid im Sinne einer Zusprache einer Invalidenrente, 

- 24 -

wie dies von der Beschwerdeführerin im Hauptbegehren beantragt wird, 

erweist sich mangels allseitiger Prüfung des Anspruchs in rechtlicher und 

tatsächlicher Hinsicht als verfrüht und aufgrund der vorliegenden Akten-

lage als nicht möglich. Im Rahmen der Rückweisung sind ebenfalls ein-

gliederungsspezifische Abklärungen in rechtsgenügender Weise vorzu-

nehmen. Denn immerhin absolviert die Beschwerdeführerin seit dem 

1. Juni 2019 nachweislich ein Einsatzprogramm bei der K._____ (im ge-

schützten Rahmen) mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit weiter zu steigern 

(siehe IV-act. 185 und Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 4). Zugleich 

befindet sie sich gemäss Bericht von Oberarzt G._____ vom 11. Juni 2019 

in einer ambulanten psychiatrischen Behandlung sowie mehrmals pro Wo-

che in einem tagesklinischen allgemeinpsychiatrischen Setting (IV-

act. 166 S. 2 ff.).

4. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist im Eventualan-

trag gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Angelegenheit wird 

im Sinne der Erwägungen zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen 

und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

5. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten über Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versi-

cherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-

aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen gilt pra-

xisgemäss als vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei 

bezüglich der Verteilung der Gerichtskosten und der Zusprache einer Par-

teientschädigung, unabhängig davon, ob sie beantragt worden ist (vgl. 

BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1 und 132 V 215 E.6.2; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_304/2018 vom 6. Juli 2018 E.4.3.1 und 1C_621/2014 

vom 31. März 2015 E.3.3; vgl. auch Urteil des Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden S 19 72 vom 9. Juni 2020 E.9). Vorliegend sind die 

- 25 -

Kosten auf Fr. 700.-- festzusetzen und im Anwendung von Art. 73 Abs. 1 

VRG der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

6. Die Beschwerdeführerin hat aufgrund des Ausgang des Verfahrens zudem 

Anspruch auf einen aussergerichtlichen Parteikostenersatz (Art. 61 lit. g 

ATSG). Als Bemessungskriterien für dessen Höhe nennt Art. 61 lit. g 

ATSG die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozes-

ses. Im Übrigen wird die Bemessung dem kantonalen Recht überlassen 

(siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_98/2017 vom 27. Oktober 2017 

E.4.1 f. und 8C_136/2016 vom 11. August 2016 E.2.1 f.). Art. 78 Abs. 1 

VRG bestimmt, dass im Rechtmittel- und Klageverfahren die unterlie-

gende Partei in der Regel verpflichtet wird, der obsiegenden Partei die 

durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. 

Nach Art. 16a des kantonalen Anwaltsgesetzes (Anwaltsgesetz; 

BR 310.100) bemisst sich die Parteientschädigung für die Kosten der an-

waltlichen Vertretung in Verfahren vor Gerichts- und kantonalen Verwal-

tungsbehörden nach dem für eine sachgerechte Prozessführung notwen-

digen Zweitaufwand sowie der Schwierigkeit und der Bedeutung der Sa-

che. Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Ho-

norars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, 

HV; BR 310.250) setzt die urteilende Instanz die Parteientschädigung der 

obsiegenden Partei nach Ermessen fest. Ausgangspunkt ist dabei 

grundsätzlich der Betrag, welcher der entschädigungsberechtigten Partei 

für die (anwaltliche) Vertretung in Rechnung gestellt wird (Art. 2 Abs. 2 

HV).

Vorliegen reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin trotz Auf-

forderung keine Honorarnote ein. Der Beschwerdeführerin ist deshalb un-

ter Berücksichtigung des praxisgemäss geltenden, reduzierten Stunden-

ansatzes für die Vertretung durch Hilfsorganisation, zu denen auch die 

Procap Schweiz zu zählen ist (vgl. PVG 2010 Nr. 31 und 32), eine pau-

- 26 -

schale Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'000.-- (inkl. Spesen und 

MWST) zuzusprechen. In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin 

die Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu entschädigen. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

und Verbeiständung gegenstandslos.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und die 

angefochtene Verfügung vom 2. Dezember 2019 aufgehoben. Die Ange-

legenheit wird zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und 

neuem Entscheid an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewie-

sen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ ausserge-

richtlich mit insgesamt Fr. 2'000.-- (inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]