# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f4a678b-4537-5245-ae95-893f2a291a93
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.11.2010 D-8095/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8095-2010_2010-11-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8095/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Blaise Pagan;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Russland,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 11. November 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8095/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat  am  23.  Oktober  2010  auf  dem  Landweg  verliess  und  un-
kontrolliert in die Schweiz einreiste,

dass er im Terminal 2 der Abflughalle des Flughafens M._______ an-
getroffen wurde und er in der Folge am 30. Oktober 2010 im Flughafen 
M._______ um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  31.  Oktober  2010  zur 
Person (BzP)  im Flughafen M._______ sowie der  direkten Anhörung 
vom 5. November 2010 durch das BFM zur Begründung seines Asyl-
gesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  russischer  Staats-
angehöriger tschetschenischer Ethnie und habe von 1971 bis 2003 mit 
seiner  Familie  abwechselnd  in  Tschetschenien,  Kasachstan  und 
Inguschetien  und  danach  bis  im  Jahre  2010  in  N._______ 
(Inguschetien) gelebt,  wo er seinen Lebensunterhalt  als (...)  verdient 
habe,

dass er Mitte April 2010 mit dem Auto unterwegs gewesen sei, als ihn 
zwei  uniformierte  Männer  angehalten  und  dazu  aufgefordert  hätten, 
sie mitzunehmen,

dass sich die beiden Männer, die er für Rebellen gehalten habe, nach 
seiner  Arbeit  sowie  seinem Wohnsitz  und  seiner  Telefonnummer  er-
kundigt hätten, und drei bis vier Tage danach einer der beiden zu ihm 
nach Hause gekommen sei und ihn gebeten habe, Warentransporte für 
ihn auszuführen,

dass er zugesagt habe und zwei bis drei Mal Ware von Grosny nach 
O._______, einer Ortschaft  an der Grenze zwischen Tschetschenien 
und Inguschetien, transportiert habe,

dass er am 2. Mai 2010 von sieben bis acht maskierten Männern bei  
ihm zu Hause festgenommen, ins Gefängnis (...) in Grosny überführt 
und  während  der  Haft  regelmässig  befragt  und  misshandelt  worden 
sei,

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dass  ihm  die  Behörden  vorgeworfen  hätten,  mit  den  Rebellen  zu-
sammenzuarbeiten,  weshalb  er  vermute,  seine  Verhaftung  stehe  im 
Zusammenhang mit dem Vorfall vom April 2010,

dass er am 9. Mai 2010 auf freien Fuss gesetzt worden sei, nachdem 
seine Familie Lösegeld bezahlt habe,

dass er  ab Mai  2010 aus beruflichen Gründen zwischen N._______ 
und Grosny hin und her gereist sei,

dass  er  am  17.  Mai  2010  an  einem  Picknick  von  seiner  Ehefrau 
dahingehend informiert  worden sei,  es seien erneut  Unbekannte bei 
ihm zu Hause aufgetaucht und hätten nach ihm gesucht, was ihm ge-
hörige Angst eingejagt und ihn dazu motiviert habe, sich fortan zu ver-
stecken,

dass er bis zur Ausreise im Oktober 2010 noch mehrere Male gesucht 
und von den Behörden vorgeladen worden sei,

dass der  Beschwerdeführer keine Identitätsdokumente zu den Akten 
reichte,  dies mit  der Begründung,  er  habe sämtliche Dokumente bei 
sich zu Hause gelassen,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom 
30. Oktober 2010 die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte und 
ihm für die Dauer von maximal 60 Tagen den Transitbereich des Flug-
hafens M._______ als Aufenthaltsort zuwies,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 11. November 2010 – eröffnet am 12. November 2010 – ablehnte 
und  die  Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens 
M._______ sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  das  Vor-
bringen des Beschwerdeführers, wonach er im April zwei uniformierte 
Männer, vermutlich Rebellen, mitgenommen und später für sie Waren 
transportiert  habe,  vermöge  aus  verschiedenen  Gründen  nicht  zu 
überzeugen,

dass  der  Beschwerdeführer  unbekannten  uniformierten  Männern 
seinen  Namen sowie seine Telefonnummer  und Adresse angegeben 

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haben  wolle,  doch  sei  dies  im  tschetschenischen  Kontext  eher  un-
gewöhnlich,

dass zudem festzustellen sei, der Beschwerdeführer habe nur wenige 
Angaben zu den  beiden Männern  gemacht  und  beispielsweise nicht 
gewusst, ob es sich bei ihnen um Polizisten oder Rebellen gehandelt  
habe,

dass er sich insofern widersprüchlich geäussert habe, als er anlässlich 
der BzP gesagt habe, einer der beiden unbekannten Männer, die er im 
April 2010 nach P._______ gebracht habe, sei im Nachhinein bei ihm 
zu  Hause  erschienen  und  habe  von  ihm  verlangt,  Waren  zu  trans-
portieren, und er diese Aufgabe mehrmals ausgeführt habe,

dass er während der Direktanhörung demgegenüber erklärt habe, die 
beiden Männer hätten nach der ersten Begegnung telefonisch mit ihm 
Kontakt aufgenommen, woraufhin er sie zum Abendessen eingeladen 
habe,

dass  sie  ihn  während  des  Essens  gefragt  hätten,  ob  er  sie  herum-
chauffieren könne, was er zwei Mal gemacht habe,

dass  er  diese  wesentlichen  Widersprüche  nicht  auf  überzeugende 
Weise habe aufklären können, habe er doch lediglich gesagt, er wisse 
nicht  mehr genau, ob die zwei  Männer  noch Waren bei  sich gehabt 
hätten,

dass  auch  das  Vorbringen,  er  sei  von  maskierten  uniformierten 
Männern  festgenommen,  ins  Gefängnis  (...)  verbracht  und  gegen 
Zahlung eines Lösegeldes eine Woche später wieder aus der Haft ent -
lassen worden, nicht zu überzeugen vermöge,

dass  der  Beschwerdeführer  nämlich  nicht  gewusst  habe,  welcher 
Sicherheitsbehörde  die  maskierten  Männer  angehört  hätten,  und  er 
auch auf Nachfrage hin nichts Weiteres über diese Männer habe be-
richten können,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  nur  dürftige  Angaben  zu  seiner 
Haft  in  (...)  gemacht  und  sich  auf  Nachfrage  hin  mit  kurzen,  nichts 
aussagenden Antworten begnügt habe, etwa in dem Sinne, er sei zwei  
Mal  am  Tag verhört  und  geschlagen  worden,  während  detailliertere 
Angaben demgegenüber ausgeblieben seien,

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dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei am 17. Mai 2010 
anlässlich eines Picknicks erneut von uniformierten Männern zu Hause 
gesucht  worden,  unglaubhaft  erscheine,  weil  er  auf  Nachfrage  hin 
lediglich kurze und unsubstanziierte Antworten zu Protokoll  gegeben 
habe  und  ausserdem  nicht  ersichtlich  sei,  weshalb  die  Sicherheits-
behörden den Beschwerdeführer  kurze Zeit  nach seiner  Freilassung 
erneut hätten suchen sollen,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers schliesslich weitere Un-
gereimtheiten  wie  etwa das  Vorbringen  enthielten,  die  zwei  Männer, 
die er mit dem Auto mitgenommen habe, könnten ebenfalls Polizisten 
und nicht, wie ursprünglich vermutet, Rebellen gewesen sein,

dass  zudem  seine  Angaben  zum  Reiseweg  von  Moskau  via  Basel 
nach  M._______  unglaubhaft  erschienen,  zumal  insbesondere  nicht 
anzunehmen  sei,  der  Beschwerdeführer  sei  aus  reinem  Zufall  zum 
Flughafen M._______ gelangt, weil er in Basel kein Asylgesuch habe 
einreichen können,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  demnach  den  An-
forderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten, weshalb das 
Asylgesuch abzulehnen sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  19. November 2010 
gegen diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
erheben  und  dabei  die  nachfolgend  aufgeführten  Rechtsbegehren 
stellen liess:

1. Der Entscheid des BFM vom 11. November 2010 sei aufzuheben.
2. Es sei die Unrechtmässigkeit der Zuweisung des Aufenthaltsortes 
am Flughafen festzustellen.
3. Der Beschwerdeführer sei von seinem Aufenthaltsort im Flughafen 
einem EVZ zuzuführen,  und  es  sei  ein  Asylverfahren  im  Sinne  von 
Art. 21 AsylG einzuleiten.
4. Eventualiter sei ihm Asyl zu gewähren oder jedenfalls die Flücht-
lingseigenschaft festzustellen.
5. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbar-
keit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige 
Aufnahme anzuordnen.
6. Es sei auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 
und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren,

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dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM 
auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31 - 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde – unter Vor-
behalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist  (Art. 108 
Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass die Verweigerung der Einreise nach Art. 22 Abs. 2 AsylG bis zum 
Zeitpunkt  der  Eröffnung  einer  Verfügung  nach  Art.  23  Abs. 1  AsylG 
angefochten werden kann (Art. 108 Abs. 3 AsylG),

dass die angefochtene Verfügung des BFM vom 11. November 2010 
dem Beschwerdeführer am 12. November 2010 eröffnet  wurde, wes-
halb  die  Frist  zur  Anfechtung  von  Ziffer  1  des  Dispositivs  der 
Zwischenverfügung  vom  30.  Oktober  2010  am  12.  November  2010 
abgelaufen ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG),

dass demnach auf das sinngemässe, aber verspätete Rechtsbegehren 
vom 19. November 2010 auf Aufhebung von Ziffer 1 der Zwischenver-
fügung vom 30. Oktober 2010 nicht einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben hält, 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Beschwerdeschrift 
im Wesentlichen geltend macht, in casu sei die Rechtmässigkeit und 
Angemessenheit  der  Zuweisung  des  Aufenthaltsortes  (Ziff.  2  der 
Zwischenverfügung vom 30. Oktober 2010) nicht gegeben,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  genannten  Fluchtgründe  klar  asyl-
relevant seien, zumal dieser unter anderem geltend gemacht habe, er 
sei  in  seiner  Heimat  festgehalten  und  gefoltert  worden,  weshalb  er 
Furcht vor künftiger Verfolgung hege,

dass der Dolmetscher anlässlich der Direktanhörung nicht alles über -
setzt  und stattdessen versucht  habe,  ihn zu verwirren,  was gewisse 
Unstimmigkeiten erkläre,

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dass die politische Lage in Tschetschenien entgegen den Erwägungen 
in der angefochtenen Verfügung nicht stabil geworden sei,

dass nicht nur Zivilisten, sondern auch Polizisten umgebracht würden, 
und man auch ihn umgebracht hätte, wenn kein Lösegeld für ihn ge-
zahlt worden wäre,

dass  er  nach  der  Rückkehr  in  Russland  umgebracht  oder  in  Ge-
fangenschaft genommen werden könnte,

dass bei dieser Sachlage zumindest die vorläufige Aufnahme des Be-
schwerdeführers in der Schweiz anzuordnen sei,

dass  diese  Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift  indessen  nicht  zu 
einer veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen,

dass die Zuweisung des Transitbereiches als vorläufiger Aufenthaltsort 
durch das BFM nicht zu beanstanden ist,

dass die Zuweisung des Beschwerdeführers in den Transitbereich des 
Flughafens  M._______  und  die  damit  verbundene  Freiheits-
beschränkung  im  Rahmen  der  gesetzlichen  Maximaldauer  und  ent-
sprechend  den  von  der  Praxis  definierten  Bedingungen  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission  [EMARK]  1998  Nr. 7)  keine  unrechtmässige  Freiheits-
entziehung im Sinne von Art. 5 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR  0.101)  darstellt  (WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/ 
Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009, 
Rz. 11.188),

dass dem Beschwerdeführer das Protokoll auch anlässlich der Direkt -
anhörung vom 5. November 2010 rückübersetzt wurde, weshalb er all-
fällige  Unstimmigkeiten  im  Zusammenhang  mit  dem  Protokollinhalt 
hätte rügen können und müssen,

dass  sämtliche  Dolmetscher  vorgängig  ihres  Einsatzes  hinsichtlich 
ihrer  fachlichen  Fähigkeiten  und  charakterlichen  Eignung  überprüft 
werden,  weshalb  nicht  davon  auszugehen  ist,  irgendjemand  habe 
versucht, den Beschwerdeführer zu verwirren, dies umso weniger, als 
sich  in  den  Akten  keine  Hinweise  auf  derartige  Praktiken  finden 
lassen,

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dass  der  Hilfswerkvertreter  anlässlich  der  Direktanhörung  vom 
5. November 2010 keine Einwände vorbrachte,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  dementsprechend  bei  seinen  Er-
klärungen, wie sie in die Protokolle Eingang fanden, behaften lassen 
muss,

dass die Vorbringen in der Beschwerdeschrift sowie der persönlichen 
Stellungnahme des Beschwerdeführers nicht zu einer veränderten Be-
trachtungsweise zu führen vermögen,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers widersprüchlich und un-
substanziiert, somit unglaubhaft ausgefallen sind, zumal er zahlreiche 
wesentliche  Begleitumstände  der  geltend  gemachten  Verfolgungs-
situation  widersprüchlich  schilderte  und  sich  dementsprechend  der 
Eindruck  aufdrängt,  er  habe  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf  Er-
innerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  können, 
sondern stattdessen eine Verfolgungssituation lediglich erfunden,

dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  Unstimmigkeiten  im  Einzelnen  einzu-
gehen,  zumal  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zu-
treffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

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dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  (Schweizerische  Asylrekurskommission) 
der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das 
heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  droht 
(siehe  Art.  3  EMRK  und  Art.  3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere grausame,  unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der  Wegweisung vorliegend zumutbar  ist  (siehe  Entscheide des 

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Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2009/52 E.10.2.5 
S. 761/2),

dass der junge und den Akten zufolge gesunde Beschwerdeführer im 
Heimatstaat  insbesondere  auf  ein  soziales  Netz  zurückgreifen  kann 
(A6 Ziff. 12 S. 5 und 6),  und auch ausserhalb des Heimatstaats be-
ziehungsweise  in  Westeuropa  zu  zahlreichen  Verwandten  enge  Be-
ziehungen unterhält,

dass er seinen Lebensunterhalt weiterhin in Russland als (...) und (...) 
verdienen kann, weshalb nicht davon auszugehen ist, die Rückkehr in 
den Heimatstaat führe für ihn zu einer existenziellen Bedrohung,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  in  casu gestützt  auf  Art. 6  Abs. 1  Bst  b  des Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  auf  die  Erhebung 
von Verfahrenskosten zu verzichten ist, weshalb das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG gegenstandslos wird,

dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils auch das Gesuch um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Es werden keine Kosten gesprochen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren  (per  Telefax  zu  den  Akten 
Ref.-Nr. N )

- die  Flughafenpolizei,  Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  Asyl  (per 
Telefax),

- (die zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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