# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d60528d5-93ff-535c-8af7-e92a660dee7f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.09.2018 200 2018 474
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-474_2018-09-12.pdf

## Full Text

200 18 474 IV
FUE/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 12. September 2018

Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, IV/18/474, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem der 1974 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) von 2001 bis 2005 wegen einer Sehbehinderung mit
Unterstützung der Invalidenversicherung (IV) eine erstmalige berufliche 
Ausbildung zum … absolviert hatte (vgl. Antwortbeilage [AB] 11, 14, 16, 36, 
38, 40), stellte er im August 2010 aufgrund einer Krebserkrankung ein neu-
es Leistungsbegehren (AB 43). Die damals zuständige IV-Stelle ... vernein-
te einen Leistungsanspruch, da die Erwerbsfähigkeit allein vorübergehend 
eingeschränkt war (unangefochten gebliebene Verfügung vom 11. Juli 
2012 [AB 80]).

B.

Im November 2017 meldete sich der Versicherte – auf Aufforderung des 
Krankentaggeldversicherers (AB 95.1/10; vgl. auch AB 83/8) – erneut zum 
Leistungsbezug an und wies auf eine verstärkte Symptomatik einer post-
traumatischen Belastungsstörung (PTBS) u.a. nach einem Schädelhirn-
trauma hin (AB 83). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, u.a. holte sie die Akten 
des Krankentaggeldversicherers (AB 89, 95) und Berichte behandelnder 
Ärzte ein (AB 97 ff.). Nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD; AB 105/5, 109 f.) teilte sie dem Versicherten am 13. März 
2018 mit, es sei eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung notwen-
dig; sie gab ihm Kenntnis des vorgesehenen Fragenkatalogs und die Mög-
lichkeit, Zusatzfragen einzureichen (AB 113), wovon er keinen Gebrauch 
machte. Mit Schreiben vom 8. Mai 2018 (AB 129) orientierte die IVB den 
Versicherten, dass die Begutachtung durch die MEDAS B.________ AG 
(MEDAS) erfolge und gab ihm die Namen der Gutachter bekannt (Dr. med. 
C.________ [Allgemeine Innere Medizin], Dr. med. D.________ [Neurolo-
gie], Dr. med. E.________ [Psychiatrie] und lic. phil. F.________ [Neuro-
psychologie]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, IV/18/474, Seite 3

Am 15. Mai 2018 erhob der Versicherte Einwand gegen den für die
neuropsychologische Untersuchung vorgesehenen lic. phil. F.________. 
Dieser sei Angestellter des Spitals G.________, welches in die Behandlung 
nach dem tätlichen Angriff involviert gewesen sei (AB 131).

Nach Rückfrage bei der MEDAS (AB 133 ff.) hielt die IVB mit Verfügung 
vom 28. Mai 2018 (AB 136) am Vorgehen bzw. an den vorgesehenen Gut-
achtern fest.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte am 26. Juni 2018 Beschwerde mit dem 
sinngemässen Antrag, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei 
ein anderer Experte mit der neuropsychologischen Abklärung zu betrauen. 
Den hierfür vorgesehenen Sachverständigen lehne er wegen Befangenheit 
ab.

Mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich – da sie das
Administrativverfahren nicht abschliesst – um eine Zwischenverfügung 
(Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]). Solche können unter anderem dann angefochten werden, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für 
das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu beja-
hen, womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich 
vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten wer-
den kann (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 E. 1.2.3, 
137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256).

Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 28. Mai 2018 
(AB 136). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung einer polydisziplinären 
Begutachtung und hierbei einzig, ob der Experte lic. phil. F.________ als 
befangen zu qualifizieren ist.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die 
verfügende Instanz den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, 
aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisan-
träge der Parteien, abklären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle 
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen An-
spruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Ver-
waltungsbehörden zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu 
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich 
aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht 
(BGE 117 V 282 E. 4a S. 283).

2.2 Um den Leistungsanspruch prüfen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.3 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.3.1 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 

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oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele:
unnötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Diszipli-
nen). Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äus-
sern (BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und
bidisziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die 
Namen der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Be-
zeichnung der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder 
formeller) personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 
S. 510, 139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 
E. 3.4.2.7 S. 257).

2.3.2 Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) hat 
jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, 
unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sach-
fremder Umstände entschieden wird.

Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ab-
lehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen sind. Da 
sie nicht Mitglied des Gerichts sind, richten sich die Anforderungen zwar 
nicht nach Art. 30 Abs. 1 BV, sondern nach Art. 29 Abs. 1 BV. Hinsichtlich 
der Unparteilichkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV indessen 
ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu (SVR 
2017 IV Nr. 67 S. 209 E. 3.2). Demnach ist Befangenheit anzunehmen, 
wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unpartei-
lichkeit zu erwecken (BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2015 IV Nr. 23 S. 
70 E. 6.1.1). Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inne-
ren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für 
die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige 
Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vor-
liegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreinge-
nommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins 
der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht 
auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Miss-

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trauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen (BGE 
134 I 20 E. 4.2 S. 21, 133 I 1 E. 6.2 S. 6). Im Hinblick auf die erhebliche 
Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zu-
kommt, ist an die Unparteilichkeit der Gutachterperson ein strenger Mass-
stab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109 f.; vgl. auch BGE 137 V 210 
E. 2.1.3 S. 231).

3.

Zu Recht unbestritten ist, dass – beim multifaktoriellen Beschwerdebild und 
bis anhin nicht erfolgter interdisziplinärer Begutachtung – zur rechtsgenüg-
lichen Sachverhaltsabklärung (vgl. E. 2.1 hiervor) ein polydisziplinäres Gut-
achten erforderlich ist. Ebenfalls unstrittig sind die notwendigen 
Fachrichtungen. Schliesslich wird die Vergabe des Gutachtensauftrags an 
die MEDAS weder beanstandet noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass 
das entsprechende Verfahren nicht regelkonform (vgl. E. 2.3.1 hiervor) 
durchgeführt worden wäre (vgl. AB 117, 121). Uneinig sind sich die Partei-
en jedoch über die Zulässigkeit der Mitwirkung des für die neuropsycholo-
gische Untersuchung vorgesehenen Gutachters lic. phil. F.________.

3.1 Der Beschwerdeführer legt dar, er sei am … niedergeschlagen und 
deshalb im Spital G.________ notfallmässig behandelt worden, wobei er 
seither unter anhaltenden Einschränkungen (fehlender Geruch- und Ge-
schmacksinn, starke Kopfschmerzen, starker Schwindel mit Sturzrisiko) 
leide. Der Strafprozess gegen den Täter sei zurzeit vor dem Gericht 
H.________ hängig. Das Spital G.________ habe ein Interesse daran, all-
fällige Behandlungsfehler oder Ähnliches zu vertuschen. Im Austrittsbericht 
(Beschwerdebeilage [BB] 2) seien die Beschwerden nicht wahrheitsgemäss 
wiedergegeben resp. verharmlost worden; wichtige Aufzeichnungen wür-
den zudem fehlen. Das Spital G.________ habe der Staatsanwaltschaft auf 
Anfrage angegeben, es sei nicht mit bleibenden Schäden zu rechnen (BB 
5); er leide aber nach wie vor unter erheblichen Beeinträchtigungen. Weil 
das Spital G.________ versuche, seine Schädigungen kleinzureden, lehne 
er jegliche Personen ab, die im Zusammenhang mit dieser Institution stän-
den. Lic. phil. F.________ sei Angestellter des Spitals G.________ und 

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stehe deshalb in einem Abhängigkeitsverhältnis zu diesem. Ausserdem sei 
Dr. med.  I.________, praktischer Arzt, der ihn damals im Spital 
G.________ untersucht seine Beschwerden kleingeredet habe, mit lic. phil. 
F.________ bekannt, hätten sie doch schon gemeinsam Vorträge gehalten.

3.2 Zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Ablehnungsgründe berechtigt sind, d.h. ob Umstände vorliegen, die aus 
objektiver Sicht geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit von lic. 
phil. F.________ zu erwecken:

3.2.1 Eine mit einem gutachtlichen Auftrag unvereinbare Vorbefassung 
als behandelnde Fachperson liegt nicht vor: Der Neuropsychologe lic. phil. 
F.________ war weder bei der notfallmässigen Behandlung des Be-
schwerdeführers im Spital G.________ vom ... bis … (vgl. BB 1 f.) oder bei 
der Nachkontrolle (… [vgl. BB 3]) beteiligt noch ist er im Strafprozess invol-
viert (AB 132; vgl. sogleich). Vielmehr ergaben die Abklärungen der Be-
schwerdegegnerin (AB 133 ff.), dass lic. phil. F.________ „nie persönlich“ 
mit dem Beschwerdeführer „zu tun hatte“ (Aktennotiz zum Telefongespräch 
zwischen der Versicherungsfachfrau der Beschwerdegegnerin und des 
CEO der MEDAS vom 28. Mai 2018 [AB 134]; vgl. auch E-Mail des CEO 
der MEDAS vom 25. Mai 2018 [AB 135]). Folglich ist insoweit – d.h. weil lic. 
phil. F.________ keine (vormals) behandelnde Fachperson ist – ein Befan-
genheitsanschein zu verneinen.

3.2.2 Beim hängigen Strafverfahren vor dem Gericht H.________ sind 
lediglich der Beschuldigte/Berufungsführer, die Generalstaatsanwaltschaft 
des Kantons … sowie der Beschwerdeführer (als Straf- und Zivilkläger bzw. 
Anschlussberufungsführer) Partei (vgl. AB 151), womit es um die straf- und 
zivilrechtliche Verantwortlichkeit (einzig) des Beschuldi-
gen/Berufungsführers gehen dürfte. Folglich ist nicht erkennbar, inwiefern 
ein Anstellungsverhältnis mit dem Spital G.________ beim vorgesehenen 
Gutachter den Anschein der Befangenheit erwecken sollte. Die vorliegende 
Konstellation ist insbesondere nicht vergleichbar mit derjenigen, in welcher 
ein Prozess betreffend die zivil- oder strafrechtliche Verantwortlichkeit des 
Spitals bzw. der behandelnden Ärzte hängig wäre (bzw. in Analogie etwa 
mit dem Fall, in welchem eine Richterin in einem Staatshaftungsprozess 
gegen eine Universität Titularprofessorin an der gleichen Universität war, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, IV/18/474, Seite 9

was objektiv einen Anschein der Befangenheit begründete; Urteil des Bun-
desgerichts [BGer] vom 27. März 2017, 8C_642/2016, E. 4). Inwiefern das 
Spital G.________ resp. lic. phil. F.________ ein Interesse daran haben 
könnte, im Rahmen der hier zur Diskussion stehenden Begutachtung „all-
fällige Behandlungsfehler […] zu vertuschen“ (Beschwerde, S. 1), ist bei 
diesen Gegebenheiten nicht nachvollziehbar.

3.2.3 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, lic. phil. 
F.________ und Dr. med. I.________, der ihn nach dem Vorfall vom … 
untersucht und seine Beschwerden kleingeredet habe, seien beide im Spi-
tal G.________ angestellt resp. miteinander „bekannt“ (Beschwerde, S. 1).

Allein die Tatsache, dass die beiden Personen sich kennen resp. im glei-
chen Spital arbeiten, lässt für sich allein nicht auf Voreingenommenheit im 
hier zu beurteilenden Fall schliessen. Abgesehen davon, dass es sich beim 
Spital G.________ nicht um einen Verein oder dergleichen handelt, dessen 
Zweck in der gegenseitigen Förderung und Unterstützung seiner Mitglieder 
besteht, ist der Personenkreis – bei einem Angestelltenvolumen von fast 
1000 Vollzeitstellen (vgl. www…..ch >…) zu gross, um allein wegen des 
gleichen Arbeitgebers den Anschein von Befangenheit zu erwecken (zum 
Ganzen: vgl. BENJAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, Diss. 
Zürich 2002, S. 113).

Auch der Umstand, dass lic. phil. F.________ und Dr. med. I.________ im 
Jahr 2017 beide ein Referat an der gleichen Weiterbildungsveranstaltung 
vor fachärztlich interessiertem Publikum hielten, begründet keinen An-
schein der Befangenheit im hier zu beurteilenden Fall. Eine über die beruf-
liche Tätigkeit hinaus bestehende freundschaftliche, familiäre oder 
anderweitige Verbindung wird weder geltend gemacht noch bestehen ent-
sprechende Anhaltspunkte, zumal selbst eine sog. „Duz-Freundschaft“ 
nicht notwendigerweise mit Voreingenommenheit verbunden zu sein 
braucht (vgl. (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 9 N. 17). Dass zwischen lic. phil. F.________ und Dr. 
med. I.________ einderart besonders freundschaftliches Verhältnis beste-
hen würde, dass die Intensität und Qualität der beanstandeten Beziehung 
vom Mass des sozial Üblichen abwiche und daher geeignet wäre, sich auf 
die gutachtliche Tätigkeit im hier zu beurteilenden auszuwirken (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, IV/18/474, Seite 10

REGINA KIENER, Richterliche Unabhängigkeit, 2001, S. 133), macht der Be-
schwerdeführer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Mithin darf von 
einem als Gutachter tätigen Spezialisten grundsätzlich erwartet werden, 
dass er auch Berichte von Ärzten kritisch und mit der notwendigen profes-
sionellen Distanz würdigt, die ihm persönlich bekannt sind. Der Beschwer-
deführer vermag jedenfalls nicht darzulegen, inwiefern aus einem 
Bekanntenverhältnis zwischen Dr. med. I.________ und lic. phil. 
F.________ eine Interessenkollision entstanden sein könnte.

3.3 Zusammenfassend ist der Anschein der Befangenheit in Bezug auf 
lic. phil. F.________ zu verneinen. Damit ist die angefochtene Verfügung 
vom 28. Mai 2018 (AB 136) nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Bestellung der Gutachter resp. deren Ablehnung ist Bestandteil des 
Verfahrens zur Beurteilung des Leistungsanspruchs (vgl. Beschluss der 
erweiterten Abteilungskonferenz des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 30. April 2013). Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 500.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer 
zu tragen. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe 
entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, IV/18/474, Seite 11

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.