# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6acd0d6f-fc4c-5273-857c-d9fe6a7987af
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 15.12.2008 ZF 2008 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-32_2008-12-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

____________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 15. Dezember 2008 Schriftlich mitgeteilt am:
ZF 08 32

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, , Tomaschett-Murer, Giger und Möhr
Aktuar ad hoc Walder

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. HSG 
Hermann Just, Masanserstrasse 35, Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 16. November 2007, mitgeteilt am 2. 
April 2008, in Sachen der Y., vormals A. AG, Klägerin und Berufungsbeklagte, ver-
treten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Daniel Hunkeler, Bahnhofplatz 9, Zürich, gegen 
die Berufungsklägerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A.  Mit einem Telefax-Schreiben vom 25. Juli 2003 beauftragte die X. die 
heute unter der Firma Y. AG auftretende A. AG mit dem Transport von acht Paletten 
bedruckten Papiers und Umschlägen nach München. Dem Transportauftrag lag 
eine Rechnung an die Buchbinderei C. in I., Ortsteil J., bei München über Fr. 
84'785.-- bei, welche den Vermerk „MWST, Export steuerfrei“ enthält. Die bedruck-
ten Buchseiten waren bei der K. in H., die Umschläge bei der Firma F. im liechten-
steinischen G. abzuholen.

Die A. AG liess den Auftrag durch das Transportunternehmen B. GmbH + 
Co. KG in Ravensburg ausführen. Bei der Einfuhr des Frachtgutes nach Deutsch-
land am 1. August 2003 erhob das Hauptzollamt Ulm Einfuhrabgaben von € 
8'780.32, was zum damaligen Umrechnungskurs einem Betrag von Fr. 13'553.30 
entsprach. Am 15. August 2003 stellte die Transportfirma die Einfuhrumsatzsteuer 
nebst Spesen, total € 8'993.17, der C. GmbH in Rechnung; diese war jedoch nicht 
bereit, die angefallenen Einfuhrabgaben zu bezahlen. Sie begründete dies damit, 
ihr Kunde sei die Firma L. in München. Von welchem Partner ihr die gedruckten 
Manuals/Broschüren geliefert worden seien, entziehe sich ihrer Kenntnis; sie 
komme daher als Auftraggeberin bzw. Rechnungsempfängerin nicht in Frage. Die 
B. GmbH + Co. KG stellte darauf am 23. September 2003 der A. AG Rechnung für 
die Einfuhrumsatzsteuer. Diese leitete die Rechnung am 30. Dezember 2004 mit 
dem Hinweis an die X. weiter, der Kunde sei nicht bereit, die Einfuhrumsatzsteuer 
zu bezahlen, weshalb man gezwungen sei, ihr diese als Auftraggeberin in Rech-
nung zu stellen. Sie wies darauf hin, sie habe schon etwa zehn Mal versucht, mit 
dem Treuhandbüro Montana zu einer Lösung zu gelangen; dies jedoch ohne Erfolg, 
sie sei stets vertröstet worden. Die K. GmbH antwortete am 28. Januar 2005, man 
habe die Sache mit dem Firmenchef der L. besprochen und dieser habe sich bereit 
erklärt, die Rechnung zu bezahlen und den Betrag vom Finanzamt zurückzufordern. 
Dazu kam es jedoch nicht, und trotz verschiedener Schreiben und Telefonge-
spräche zwischen der A. AG und der X. blieb die Rechnung unbezahlt. Schliesslich 
betrieb die nunmehr in Y. AG umbenannte A. AG die X. mit am 9. November 2005 
zugestelltem Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes H. für den Betrag von Fr. 
13'553.30 nebst 7%  Zins seit 20. Januar 2005. Die Betriebene erhob Rechtsvor-
schlag.

B. 1. Am 3. Mai 2006 meldete die Y. AG die Streitsache beim Kreisamt H. 
zur Vermittlung an. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 7. Juni 2006 
bezog sie den Leitschein und prosequierte die Klage durch Prozesseingabe vom 7. 
Juli 2006 an das Bezirksgericht Plessur. Sie stellte das Rechtsbegehren:

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„1. Die Beklagte sei zur Bezahlung von CHF 13'553.30 nebst Zins zu 5 % 
seit dem 20. Januar 2005 zu verpflichten.

 2. Es sei der Klägerin in der Betreibung Nr. 20508085 des Betreibungsam-
tes H. (Ausstellung des Zahlungsbefehls: 7. November 2005) definitive 
Rechtsöffnung für die Forderung gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1 hievor 
zu erteilen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.“

Unter Bezugnahme auf den oben geschilderten Sachverhalt führte die Klä-
gerin aus, sie sei von der Beklagten mit einem Warentransport nach Deutschland 
beauftragt worden, bei welchem Einfuhrsteuern angefallen seien. Über einen im 
Hintergrund stehenden Auftraggeber habe sie erst nach Ausführung des Auftrages 
Kenntnis erhalten. Sämtliche Zollanfertigungsunterlagen habe sie einwandfrei be-
sorgt und der Beklagten übergeben. Nachdem die von dieser bezeichnete Empfän-
gerin, die Buchbinderei C., nicht bereit gewesen sei, die angefallenen Einfuhrabga-
ben zu übernehmen, hafte dafür die Beklagte.

2. Die X. beantragte die kostenfällige Abweisung der Klage. Sie führte in 
ihrer Prozessantwort vom 25. September 2006 aus, ihr Geschäftsführer, E., habe 
der A. AG telefonisch den Auftrag erteilt, Bücher in loser Form nach Deutschland 
und die fertigen Bücher darauf wieder in die Schweiz zu transportieren. Dabei sei 
ausdrücklich erwähnt worden, dass es sich um eine Veredelung handle, und es sei 
auch vereinbart worden, dass alle Formalitäten im Zusammenhang mit der Ein- und 
Ausfuhr und mit dem Zoll von der A. AG erledigt werden sollten. Offenbar sei der 
Rücktransport der fertigen Bücher in Vergessenheit geraten, und der Auftrag erst 
auf Intervention von E. wieder aufgenommen worden. Nun habe sich eine Frau M. 
um die Angelegenheit gekümmert, doch habe die Abwicklung des Auftrages weiter-
hin nicht funktioniert. So sei die Beklagte nicht darüber informiert worden, dass sie 
in Sachen Einfuhrumsatzsteuer etwas hätte unternehmen müssen. Erst Monate 
später habe man von D., dem Sachbearbeiter der Klägerin, erfahren, dass nach der 
Vorstellung der Klägerin die Empfängerin die Einfuhrumsatzsteuer zuerst hätte be-
gleichen und sich diese dann im Rahmen der Vorsteueranmeldung hätte erstatten 
lassen sollen. 

C. Mit Urteil vom 16. November 2007 erkannte das Bezirksgericht Ples-
sur:

„1. Die Klage wird gutgeheissen. Die X. wird verpflichtet, der Y. AG CHF 
13'553.30, zuzüglich 5 % Zins seit dem 10. November 2005 zu bezah-
len.

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 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 20508085 des Betreibungs-
amtes H. wird im Umfang von CHF 13'553.30, zuzüglich 5 % Zins seit 
dem 10. November 2005, beseitigt.

 3. Die Kosten des Kreisamtes H. von CHF 300.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 5'906.50 (Gerichtsgebühren CHF 
4'500.00, Schreibgebühren CHF 758.00, Bargebühren CHF 377.50, 
Streitwertzuschlag CHF 271.00) gehen zu Lasten der X.. Da diese erst 
einen Kostenvorschuss von CHF 5'800.00 geleistet hat, ist der Restbe-
trag von CHF 106.50 innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-3596-3 des 
Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.

     Die X. hat die Y. AG ausseramtlich mit CHF 8'021.75 (inkl. MWSt und 
Auslagen) zu entschädigen.

 4. Mitteilung an …..“

D. Gegen dieses Urteil liess die X. am 23. April 2008 die Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären mit dem Antrag, das angefochtene Urteil 
sei aufzuheben und die Klage vollumfänglich abzuweisen. Durch Verfügung vom 
13. Mai 2008 ordnete das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden die Durchführung 
des schriftlichen Verfahrens im Sinne von Art. 224 Abs. 2 ZPO an. Nachdem ihm 
die Frist zur Einreichung der Berufungsbegründung mehrmals erstreckt worden war, 
reichte der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin am 11. Juli 2008 seine Rechts-
schrift ein, wobei er die Berufungsanträge bestätigte. Nachdem auch der Berufungs-
beklagten mehrere Fristerstreckungen gewährt worden waren, beantragte der klä-
gerische Rechtsvertreter in seiner Berufungsantwort vom 28. Oktober 2008 die voll-
umfängliche Abweisung der Berufung. - Auf die Ausführungen zur Begründung der 
im Berufungsverfahren gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

I. 1. Das Bezirksgericht Plessur stellte fest, die Parteien hätten einen 
Frachtvertrag im Sinne von Art. 440 ff. OR abgeschlossen. Da es sich um einen 
Transportauftrag  handle, bei dem der Ort der Übernahme des Frachtgutes und je-
ner der Ablieferung desselben in zwei verschiedenen Staaten gelegen habe, sei 
grundsätzlich das Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationa-
len Strassengüterverkehr (CMR) anwendbar, das als völkerrechtlicher Vertrag den 
nationalen Kollisionsregeln des IPRG vorgehe. Dieses Übereinkommen enthalte 
aber keine abschliessende Regelung des Rechts betreffend den Transport von 
Gütern auf der Strasse, sondern sei bewusst lückenhaft konzipiert und beschränke 
sich auf die Regelung wichtige Fragenkreise. Für die vorliegend zu beurteilende 
Forderung enthalte die CMR keine Vorschriften, weshalb das schweizerische Recht 

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zur Anwendung gelange. Mit Bezug auf die streitige Frage, ob die Beklagte der A. 
AG den Auftrag erteilt habe, nicht nur das bedruckte Papier zur Weiterverarbeitung 
nach Deutschland zu transportieren, sondern auch die fertig gestellten Bücher wie-
der in die Schweiz zurückzubringen, kam die Vorinstanz zum Schluss, die X. habe 
der Klägerin entgegen ihrer Darstellung lediglich einen Exportauftrag erteilt. Diese 
mache nun die im Rahmen der Zollabfertigung angefallenen Einfuhrabgaben gel-
tend. Sie habe die Zollanmeldung korrekt vorgenommen und habe infolge fehlender 
Anweisungen nicht davon ausgehen müssen, dass der Export steuerfrei erfolgen 
sollte. Die Einfuhrsteuer sei veranlagt, vom Hauptzollamt Ulm in Rechnung gestellt 
und von der Firma B. GmbH + Co. von der Klägerin eingefordert worden. Die Auf-
wendungen der Klägerin seien aus der Sicht eines sorgfältigen Beauftragten in glei-
cher Lage erforderlich gewesen, weshalb gemäss Art. 402 Abs. 1 OR ein Anspruch 
auf Auslagenersatz bestehe. Dem Einwand der Beklagten, das Inkassorisiko für die 
veranlagten Steuern hätten beim Transporteur gelegen, der gestützt auf sein Re-
tentionsrecht die Auslieferung der Ware von der Bezahlung der Einfuhrumsatz-
steuer hätte abhängig machen sollen, begegnete die Vorinstanz mit dem Argument, 
eine Pflicht zur Geltendmachung des Retentionsrechts bestehe nicht. Die Klägerin 
und die von dieser beauftragte B. GmbH + Co. hätten keine Veranlassung gehabt, 
ein solches auszuüben. Die Beklagte habe kein Inkassomandat erteilt, so dass kein 
Grund bestanden habe, bei Ablieferung der Produkte direkte Bezahlung zu fordern 
und bei Weigerung ein Retentionsrecht auszuüben. Die Klägerin habe bei dieser 
Sachlage Anspruch auf Ersatz der bezahlten Einfuhrumsatzsteuer.

2. a) Die Beklagte macht in ihrer Berufungsbegründung geltend, ein Beleg 
dafür, dass die Berufungsbeklagte den von der B. GmbH + Co. geltend gemachten 
Betrag bezahlt und damit eine effektive Auslage gehabt habe, liege sowenig bei den 
Akten wie ein Beleg, dass die B. GmbH + Co. die Einfuhrsteuer tatsächlich habe 
bezahlen müssen. Auf sämtlichen Zahlungsbelegen sei ein Zahlungsaufschub bis 
zum 16. September 2003 vermerkt; aus den Akten ergebe sich also keineswegs, ob 
die Steuer wirklich bezahlt worden sei und insbesondere sei nicht ausgewiesen, 
dass dies durch die Berufungsbeklagte geschehen sei. Die Y. hält diesem Einwand 
entgegen, die Beklagte habe diese Behauptung in den Rechtsschriften des erstin-
stanzlichen Verfahrens nicht vorgebracht. Für alle Fälle lege sie aber mit ihrer Be-
rufungsantwort ein Bestätigungsschreiben ihrer Subunternehmerin ein, aus wel-
chem sich ergebe, dass die Bezahlung beziehungsweise die Abrechnung tatsäch-
lich erfolgt sei.

Die mit der Berufungsantwort erfolgte Akteneinlage durch die Klägerin ist un-
zulässig. Im Berufungsverfahren können nur vor der Vorinstanz fristgemäss ange-

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meldete und nicht abgenommene Beweise neu eingelegt werden. Dieser Fall trifft 
bezüglich des Bestätigungsschreibens der B. GmbH + Co. vom 24. Oktober 2008 
nicht zu, es handelt sich vielmehr um ein erst im Laufe des Berufungsverfahrens 
erstelltes Dokument, das folglich nicht mehr berücksichtigt werden kann und aus 
dem Recht zu weisen ist. Die Klägerin ist auf die Einlage dieses Aktenstückes aber 
überhaupt nicht angewiesen. Die X. liess in ihrer Duplik unter Ziffer 13 ausführen: 
„Zwar hat letztendlich die Klägerin die Einfuhrumsatzsteuer beglichen. Sie hat dabei 
aber keine Auslage für die Beklagte getätigt.“ Mit dieser Feststellung hat die Be-
klagte die Bezahlung der Einfuhrumsatzsteuer durch die Klägerin ausdrücklich an-
erkannt. Gemäss Art. 156 Abs. 1 ZPO müssen aber die von einer Partei vor Gericht 
zugestandenen Tatsachen nicht bewiesen werden. Damit ist jedenfalls erstellt, dass 
die Y. die fragliche Steuer von umgerechnet Fr. 13'553.30 bezahlt hat, ohne dass 
es eines zusätzlichen Beweises bedürfte; der Einwand der Berufungsklägerin ist 
somit unbehelflich. Eine andere Frage ist, ob die Klägerin mit der Bezahlung der 
Einfuhrumsatzsteuer eine Auslage für die Beklagte oder jemanden anders getätigt 
hat.

b) Mit Bezug auf die Frage, ob die K. GmbH der A. AG gleichzeitig mit 
dem Exportauftrag auch den Auftrag zur Wiedereinfuhr der in München gebundenen 
Bücher erteilte, warf die Vorinstanz der Beklagten vor, sie habe die Verhandlungs-
maxime verletzt, indem sie es entgegen der Vorschrift von Art. 118 ZPO versäumt 
habe, den von ihr behaupteten Anspruch in den Rechtsschriften darzulegen und zu 
beweisen. Die Berufungsklägerin wehrt sich zu Recht gegen diesen Vorwurf. Die 
Vorinstanz geht bei ihren diesbezüglichen Erwägungen von einem falschen Begriff 
der Verhandlungsmaxime aus. Die Beklagte hat in den Rechtsschriften behauptet, 
einen Auftrag für den Hin- und Rücktransport gegeben zu haben, wobei sie zum 
Beweis hierfür ihren Geschäftsführer E. anerbot. Damit ist sie ihrer Substantiie-
rungspflicht durchaus nachgekommen, und diese ist auch nicht verletzt, wenn sich 
nachträglich herausstellt, dass der angebotene Beweis die aufgestellte Behauptung 
nicht zu stützen vermag. Die Vorinstanz hätte vielmehr, wenn man ihrer Beweiswür-
digung folgt, erwägen müssen, mangels rechtsgenüglicher Beweise sei von der 
Sachlage auszugehen, dass die Beklagte der Klägerin Ende Juli 2003 lediglich ei-
nen Exportauftrag erteilt habe. Auf die Beurteilung des vorliegenden Falles hat die-
ser Fehler der Vorinstanz jedoch keine Auswirkungen.      

3. a) Die Parteien streiten sich darüber, welches der Inhalt des von der X. 
der A. AG erteilten Transportauftrages war. Die Klägerin stellt die Sache so dar, 
dass sie im Sommer 2003 von der Beklagten den Auftrag erhalten habe, bedrucktes 
Papier von deren Firmensitz in H. und Umschläge von der Firma F. in G. abzuholen 

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und in die Gegend von München zu transportieren. Die Auftraggeberin macht hin-
gegen geltend, der Auftrag habe nicht nur den Transport der losen Blätter und Um-
schläge nach Deutschland umfasst, sondern auch den Rücktransport der gebunde-
nen Bücher in die Schweiz. Es sei vereinbart worden, dass die A. AG alle Forma-
litäten im Zusammenhang mit der Aus- und der Wiedereinfuhr und mit dem Zoll 
erledigen sollte. Beide Parteien stützen ihre Sachdarstellung in erster Linie auf die 
Aussagen von Mitarbeitern, die Klägerin auf jene von D., Angestellter in der Nieder-
lassung Buchs SG, und die Beklagte auf jene ihres Geschäftsführers E.. Diese bei-
den zum Zeugnis aufgerufenen Mitarbeiter der Parteien telefonierten bezüglich des 
auszuführenden Transportes miteinander. - Es ist vorweg festzuhalten, dass sich 
angesichts der Verbindungen dieser Personen mit den Parteien bezüglich beider 
Zeugen eine gewisse Zurückhaltung rechtfertigt. E., der auch Gesellschafter der X. 
ist, hat den fraglichen Auftrag an die damalige A. AG erteilt. D. war zur relevanten 
Zeit Sachbearbeiter der Klägerin für Exporte nach Deutschland; er hatte zudem, 
bevor er als Zeuge befragt wurde, bereits von den Zeugenfragethemata Kenntnis 
erhalten.

b) Das Bezirksgericht Plessur kam mit überzeugenden Argumenten zum 
Schluss, dass die X. der Klägerin Ende Juli 2003 lediglich einen Exportauftrag erteilt 
hat. Sie stellte zu Recht fest, dass E. die Frage, ob gleichzeitig mit dem Auftrag, das 
bedruckte Papier nach Deutschland zu transportieren, die Klägerin auch mit dem 
Rücktransport beauftragt worden sei, nicht eindeutig beantwortete. Tatsächlich 
blieb der Zeuge der Beklagten in seinen Aussagen recht unbestimmt. Auf die kon-
krete Frage, ob er die Vertreter der A. AG darauf hingewiesen habe, dass die Pro-
dukte lediglich zum Binden nach Deutschland zu überführen seien und danach wie-
der in die Schweiz zurück gebracht werden müssten, verwies er darauf, er habe D. 
von der A. AG in der weiter oben geschilderten Form in Kenntnis . An der fraglichen 
Stelle führte E. aus, die Ware habe zum Binden nach München transportiert werden 
müssen, worauf der Rücktransport in die Schweiz hätte erfolgen sollen. Der Auftrag 
habe zeitlich in etwa drei Wochen abgewickelt werden müssen. Es fällt auf, dass E. 
nicht klipp und klar aussagte, er habe mit dem Exportauftrag die Klägerin auch mit 
der  Wiedereinfuhr beauftragt. Zwar liessen sich seine Depositionen im Gesamtzu-
sammenhang in diesem Sinne interpretieren, doch stünden einer solchen Ausle-
gung die klaren Aussagen des Zeugen D. entgegen, der auf die entsprechende 
Frage die eindeutige Antwort gegeben hat, es sei ihm nur der Exportauftrag erteilt 
worden, einen Auftrag zum Rücktransport in die Schweiz habe er nicht erhalten. 

Nach den Aussagen von E. führte er das erste Telefongespräch mit der A. 
AG nicht mit dem allein für Exporte nach Deutschland zuständigen D., sondern mit 

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einer anderen Person; er kann sich aber nicht mehr erinnern, mit wem dies war. Es 
ist damit denkbar, dass E. im ersten Telefonat mit der unbekannten Person einen 
Auftrag für den Hin- und den Rücktransport erteilt hatte, diese dann aber fälschli-
cherweise den Auftrag an den einzig für den Export zuständigen D. weiterleitete. 
Möglich wäre aber auch, dass E. der fraglichen Person einzig den Auftrag für den 
Hintransport erteilt hatte, und diese daher den Auftrag an den hierfür zuständigen 
D. weiterleitete. Welche der beiden Varianten zutrifft, ist nicht ausgewiesen. Insbe-
sondere hat es die Beklagte aber unterlassen, die Angestellte ausfindig zu machen, 
mit welcher das erste Telefongespräch stattgefunden haben soll, und diese Person 
als Zeugin aufzurufen. Aus dem angeblichen ersten Telefongespräch lassen sich 
somit hinsichtlich des Auftrages keine Erkenntnisse gewinnen. 

Der Zeuge E. behauptet nun allerdings, dass er auch D. über den Ablauf des 
Auftrages, nämlich den Hin- und den Rücktransport, in Kenntnis gesetzt habe. Dies 
wird jedoch von D. entschieden bestritten. Es stehen sich somit Aussage gegen 
Aussage gegenüber, wobei angesichts der geschäftlichen Bindungen beider Zeu-
gen keiner Aussage ein entscheidend höheres Gewicht beigemessen werden kann. 
Als Zwischenergebnis ist damit festzuhalten, dass die beweispflichtige Beklagte mit-
tels Zeugenbeweis nicht rechtsgenüglich nachzuweisen vermochte, dass sie der 
Klägerin auch einen Auftrag für den Rücktransport erteilt hatte. Die strittige Frage 
ist daher anhand der weiteren Beweisurkunden zu prüfen. Die Berufung befasst sich 
im Zusammenhang mit dieser Frage allein mit den Zeugenaussagen und äussert 
sich nicht zu den von der Vorinstanz gemachten Erwägungen über die Beweiskraft 
der bei den Akten liegenden Urkunden. Die vom Bezirksgericht vorgenommene Be-
weiswürdigung ist denn auch nicht zu beanstanden. In der Tat ist im schriftlichen 
Transportauftrag vom 25. Juli 2003 mit keinem Wort die Rede davon, dass die nach 
München zu transportierenden Bücher irgendwann wieder in die Schweiz zurück 
gebracht werden sollten. Auch die Tatsache, dass diesem Dokument eine Rech-
nung an die Empfängerin der Ware beigelegt war, sprach eher dafür, dass es sich 
um die Lieferung von Material ging, das für den Verbrauch in Deutschland bestimmt 
war, und auch der auf dieser Rechnung enthaltene Hinweis „MWST, Export steuer-
frei“ musste von der Klägerin nicht dahin interpretiert werden, dass die zu transpor-
tierende Ware von ihr wieder in die Schweiz zurückgebracht werden sollte. Dass 
der Abholauftrag vom 29. Juli 2003 und die Versandanzeige vom 30. Juli 2003 kei-
nen Hinweis auf einen allfällige Rücktransport enthalten, ist naheliegend; diese Do-
kumente sind also für die zu beurteilende Frage bedeutungslos. Zusammengefasst 
ist damit festzustellen, dass die Beklagte den ihr obliegenden Beweis dafür, dass 
sie zusammen mit dem Exportauftrag die A. AG auch mit der Wiedereinführung der 

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verarbeiteten Ware beauftragt hat, nicht zu erbringen vermochte. Es ist somit im 
Folgenden davon auszugehen, dass lediglich ein Auftrag für die Ausfuhr erteilt 
wurde. Wie sich noch herausstellen wird, spielt es für den Ausgang des Verfahrens 
letztlich jedoch keine Rolle, ob die A. AG lediglich mit dem Export oder gleichzeitig 
auch mit dem Rücktransport der zu transportierenden Produkte beauftragt worden 
ist.

4. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit der Frage auseinandergesetzt, 
ob das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien als Speditionsvertrag oder als 
Frachtvertrag zu qualifizieren ist. Mit ausführlicher und überzeugender Begründung 
ist sie zum Schluss gekommen, dass ein Frachtvertrag vorliegt. Diese rechtliche 
Qualifikation ist nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht zu beanstanden und sie 
wird auch in den Berufungsschriften zu Recht nicht bestritten, so dass sich weitere 
Ausführungen zu dieser Frage erübrigen.

5. Die Y. AG stützt ihre Auffassung, wonach die Beklagte für die beim 
Import des Frachtgutes nach Deutschland angefallenen Einfuhrabgaben hafte, 
nachdem die Empfängerin der Ware nicht bereit gewesen sei, diese Kosten zu über-
nehmen, neben den gesetzlichen Bestimmungen über den Frachtvertrag auch auf 
die allgemeinen Bedingungen der SPEDLOGSWISS, also die Verbandsbestimmun-
gen des Verbandes schweizerischer Speditions- und Logistikunternehmen. Die Be-
klagte bestritt in ihrer Prozessantwort die Anwendbarkeit dieses privaten Vertrags-
werks mit der Begründung, die entsprechenden allgemeinen Verbandsbestimmun-
gen seien ihr nie ausgehändigt worden, und ein erster Hinweis auf diese Bestim-
mungen sei erst nach Ausführung des Auftrags in der Versandanzeige vom 8. Au-
gust 2003 erfolgt. Die Vorinstanz führte dazu aus, D. habe als Zeuge erklärt, er 
könne nicht sagen, dass er die Beklagte eigens auf die allgemeinen Bedingungen 
der SPEDLOGSWISS hingewiesen habe. Damit liege kein Beweis vor, dass bei der 
Auftragserteilung auf diese Bedingungen Bezug genommen worden sei, weshalb 
diese nicht zur Anwendung gelangen könnten.

In der Berufung stellt sich die Beklagte nun auf den Standpunkt, die Klägerin 
habe ihren Anspruch unter anderem unter Hinweis auf die allgemeinen Geschäfts-
bedingungen der SPEDLOGSWISS, und insbesondere gestützt auf Art. 30 dersel-
ben begründet. Wenn sich die Y. AG also auf den Standpunkt stelle, dass sie sämt-
liche Aufträge entsprechend dieser Bestimmungen handhabe, so habe sie bei der 
Frage, wie sie den Auftrag verstanden habe, die entsprechenden Bestimmungen 
gegen sich gelten zu lassen, auch wenn diese Bedingungen nicht übernommen wor-
den seien. Die Klägerin hält dem in ihrer Berufungsantwort entgegen, der Hinweis 

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der Berufungsklägerin auf die SPEDLOGSWISS erfolge völlig zu Unrecht. Erstens 
habe die Vorinstanz festgestellt, dass diese Bedingungen gerade keine Anwendung 
fänden und im Übrigen habe die Berufungsklägerin diese offensichtlich nicht richtig 
verstanden.

Die X. verhält sich in dieser Frage widersprüchlich. Sie hat im vorinstanzli-
chen Verfahren die Anwendbarkeit der fraglichen Bestimmungen gänzlich bestritten 
und will diese nun im Berufungsverfahren  - allerdings nur hinsichtlich der Klägerin 
und nur soweit es ihr nach ihrer Auffassung zum Vorteil gereicht - gelten lassen. 
Dieses Vorgehen stellt ein „venire contra factum proprium“, das heisst ein gegen 
Treu und Glauben verstossendes Verhalten dar, das keinen Rechtsschutz verdient. 
Bestritt die Beklagte die Anwendbarkeit dieser Verbandsbestimmungen, weil ihr 
diese nicht zur Kenntnis gebracht worden seien, und stützte das erstinstanzliche 
Gericht aufgrund der Zeugenaussagen diese Behauptung, so ist es treuwidrig, im 
Berufungsverfahren einen teilweise anderen Standpunkt einzunehmen. Es bleibt 
also dabei, dass die Bestimmungen der SPEDLOGSWISS nicht anwendbar sind, 
womit auf die unterschiedliche Meinung der Parteien über den Inhalt der Art. 28 ff. 
nicht weiter eingegangen werden muss. Ob seitens der Klägerin Anspruch auf Aus-
lagenersatz besteht, beurteilt sich - wie dies die Vorinstanz getan hat - allein nach 
Art. 402 Abs. 1 OR.

6. a)  Als Auslage im Sinne von Art. 402 Abs. 1 OR gilt der Geldaufwand 
des Beauftragten. Es handelt sich um eine freiwillige Vermögensentäusserung, die 
der Beauftragte zum Zwecke der Auftragserfüllung  auf sich nimmt oder die sich als 
notwendige Folge der Geschäftsführung ergibt (Walter Fellmann, Berner Kommen-
tar zum schweizerischen Privatrecht, N. 15  zu Art. 402 OR). Auch wenn der Geset-
zestext von Auslagenersatz nur bei richtiger Ausführung des Auftrages spricht, hält 
Fellmann unter Hinweis auf die Judikatur und Literatur fest, dass diesbezüglich 
grundsätzlich kein Zusammenhang bestehe; der Auslagenersatz sei also nicht „von 
gehöriger Leistung abhängig“. Der Beauftragte habe vielmehr Anspruch auf die Auf-
wendungen, die er nach den Umständen als geboten habe erachten dürfen (N. 37). 
Massgebend sei, ob die Auslagen zur Ausführung des Auftrags erforderlich gewe-
sen seien. Dies richte sich danach, was der Beauftragte in seiner Lage bei pflicht-
gemässer, sorgfältiger und vernünftiger Überlegung unter Berücksichtigung der ihm 
bekannten Umstände (…) objektiv für erforderlich halten dürfe (N. 41). Das Bezirks-
gericht hat sich unter Hinweis auf Fellmann zu diesen Fragen mit eingehenden Er-
wägungen, auf die - um Wiederholungen zu vermeiden - gemäss Art. 229 Abs. 3 
ZPO verwiesen werden kann, geäussert. Letztlich geht es um die Frage einer allfäl-
ligen Sorgfaltspflichtverletzung durch die Klägerin.

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b) Die Beklagte misst dem auf der Rechnung an die Buchbinderei C. ent-
haltenen Vermerk „Export steuerfrei“ ein erhebliches Gewicht bei. In der Duplik 
führte sie dazu aus, sie habe durch diesen Hinweis klar zum Ausdruck gebracht, 
dass sie nicht gewillt sei, die Einfuhrumsatzsteuer zu übernehmen. Folglich habe 
die Klägerin dafür zu sorgen gehabt, dass sie diese Steuer von der Firma C. GmbH 
erlange. Sie trage das Risiko, wenn sie die Ware abliefere, ohne sich vorher die 
Steuer von der Empfängerin bezahlen zu lassen. Damit seien ihr die Kosten nicht 
in richtiger Ausführung des Auftrags entstanden. Mit diesen Bemerkungen geht die 
X. zu Recht selbst davon aus, dass beim Export von Ware nach Deutschland eine 
Einfuhrumsatzsteuer erhoben wird. Abgesehen davon, dass es nun nicht an der 
Beklagten lag zu bestimmen, dass die Exportware steuerfrei zu behandeln war, da 
diesbezüglich die deutsche (Zoll-)Gesetzgebung massgebend ist, hat die Beklagte 
den Vermerk „Export zollfrei“ offensichtlich selbst nicht dem Wortsinn nach verstan-
den. Damit ist festzuhalten, dass gemäss Duplik auch die X. davon ausging, dass 
auf der Exportware eine Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten war.

Mit einer schwer nachvollziehbaren Argumentation versuchte die Beklagte 
vor erster Instanz darzulegen, dass der Ausdruck „Export steuerfrei“ in dem Sinne 
zu verstehen gewesen sei, dass die Steuer von der Buchbinderei C. als Empfänge-
rin der Ware zu bezahlen gewesen sei und dass dies auch die B. GmbH + Co. so 
verstanden habe, da sie bei der Einfuhr der Ware am Zoll die Buchbinderei C. als 
Anmelderin und damit als Steuerschuldnerin angegeben habe. Allein aus der An-
meldung kann nun aber entgegen der Auffassung der Beklagten nicht geschlossen 
werden, dass damit auch für die Klägerin beziehungsweise deren Subunternehme-
rin klar gewesen ist, dass die Firma C. die Einfuhrumsatzsteuer zu bezahlen hatte. 
Dies allein schon deshalb, weil nach der zutreffenden Feststellung der Vorinstanz 
gemäss Art. 64 des Zollkodex der Anmelder in der Europäischen Gemeinschaft an-
sässig sein muss. Die Auslegung der Beklagten bezüglich des Begriffs „Export steu-
erfrei“ krankt an ihrer widersprüchlichen Argumentation. Gemäss ihrer Version will 
sie den Auftrag für den Hin- und den Rücktransport der Waren (nach der „Verede-
lung“) erteilt haben. In einem solchen Fall wird aber - wie die Beklagte selbst moniert 
- gar keine Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Werden die Waren nicht in den Wirt-
schaftskreislauf der EG eingespiesen, sondern nach der „Veredelung“ wieder aus 
der EG ausgeführt, werden sie nicht in das ordentliche Zollverfahren überführt, son-
dern in eines der übrigen Zollverfahren. Ein solches wird gewählt, um zum Beispiel 
keine oder geringere Abgaben zu zahlen. In solchen Fällen wird eine Bewilligung 
vorausgesetzt, wobei die Zollanmeldung nur vom Bewilligungsinhaber selbst oder 

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für dessen Rechnung abgegeben werden kann. Als Bewilligungsinhaber ist wohl 
der Exporteur, im vorliegenden Fall also die Beklagte gemeint.

Die Beklagte argumentiert also auch in diesem Punkt wiederum widersprüch-
lich, wenn sie sich einerseits auf den Standpunkt stellt, sie habe einen Auftrag für 
den Hin- und den Rücktransport erteilt, womit auch die Lieferung nach Deutschland 
von der Einfuhrumsatzsteuer befreit worden wäre, und andererseits behauptet, mit 
dem Vermerk „Export steuerfrei“ habe sie zum Ausdruck gebracht, dass diese 
Steuer nicht von ihr, sondern von der Firma C. zu bezahlen sei. In Wirklichkeit 
konnte die Bemerkung „MWST, Export steuerfrei“ nicht als Hinweis darauf verstan-
den werden, dass keine Abgaben an den deutschen Fiskus oder die deutsche Zoll-
behörde zu entrichten seien. Bei diesem Vermerk handelte es sich doch offensicht-
lich um eine die schweizerische Mehrwertsteuer betreffende Feststellung, welche 
besagte, dass auf der zu exportierenden Ware keine Mehrwertsteuer geschuldet 
war. Mit dem deutschen Recht hat der Hinweis also nichts zu tun.

c) Wie durfte und musste nun die Klägerin den ihr von der X. erteilten 
Auftrag verstehen? Wie oben dargestellt, ergibt sich aus dem Beweisergebnis, dass 
die Klägerin einzig von einem Exportauftrag ausgehen durfte und musste. Damit 
stellt sich die Frage, ob sie bei dem von ihr so verstandenen Auftrag den ihr oblie-
genden Sorgfaltspflichten nachgekommen ist. Dass bei blossem Export von Waren 
nach Deutschland eine Einfuhrumsatzsteuer erhoben wird, musste der A. AG als 
professioneller Frachtführerin bekannt sein. Ebenso musste sie wissen, wie in sol-
chen Fällen beim Zoll verfahren wird und welche rechtlichen Möglichkeiten ihr beim 
Vorschuss der Steuer gegenüber dem Empfänger der Ware zur Verfügung stehen. 
Die von der Klägerin mit dem Transport beauftragte Firma B. GmbH + Co. gab beim 
Zoll als Anmelderin die Buchbinderei C. GmbH an. Dies war richtig so, weil diese 
Firma in der EG ansässig ist. Wie sich aus dem Steuerbescheid vom 1. August 2003 
ergibt, wurde die Firma C. als Anmelderin Schuldnerin der Einfuhrabgaben. Auch 
dies musste der Klägerin bekannt sein. Entsteht mit der Annahme der Zollanmel-
dung eine Abgabeschuld, so dürfen die Waren dem Anmelder nach Art. 74 des Zoll-
kodex erst überlassen werden, wenn die Abgabeschuld entrichtet beziehungsweise 
durch Hinterlegung einer Sicherheit abgedeckt wurde. Damit die Ware der Firma C. 
als Anmelderin zugeführt werden konnte, hat die Firma B. GmbH + Co. am Zoll die 
Steuer offenbar selbst vorschussweise bezahlt und alsdann die Rechnung der 
Firma C. GmbH zugestellt. Es scheint ein branchenübliches Vorgehen zu sein, dass 
die Frachtführerin am Zoll die Steuerabgaben bevorschusst; von dieser Übung 
musste die A. AG Kenntnis haben.

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d) Die Beklagte wirft der Klägerin beziehungsweise deren Subunterneh-
merin nun vor, sie habe sich eine Sorgfaltspflichtverletzung zuschulden kommen 
lassen, indem sie von dem ihr zustehenden Retentionsrecht keinen Gebrauch ge-
macht habe. Die Y. AG bringt dagegen vor, es handle sich bei diesem Rechtsinstitut 
um ein Recht und nicht um eine Pflicht. Dieser Einwand überzeugt allerdings nicht. 
Wenn die Frachtfirma von diesem Recht, dessen Ausübung zur Sorgfaltspflicht 
gehört, keinen Gebrauch machen will, so trägt sie auch das Risiko hierfür. Das Be-
zirksgericht befasste sich mit der von der Beklagten aufgeworfenen Frage des dem 
Transporteur gemäss Art. 451 OR zustehenden Retentionsrecht, ging dann aber 
sogleich auf die Ausführungen von Staehelin zur Nachnahme über (Basler Kom-
mentar, N. 5 und 6 zu Art. 451 OR) und hielt fest, dass in den Akten keine Hinweise 
vorlägen, dass betreffend Zollkosten eine Nachnahme vereinbart worden sei. Dar-
aus schliesst sie, dass kein Inkassomandat erteilt worden sei, so dass für die Klä-
gerin beziehungsweise die B. GmbH + Co. keine Veranlassung bestanden habe, 
bei der Ablieferung der Produkte direkte Bezahlung zu fordern und bei Nichtbezah-
lung ein Retentionsrecht - bei dem es sich um ein Recht und nicht um eine Pflicht 
handle - auszuüben.

Die Vorinstanz verkennt mit dieser Argumentation, dass es sich beim Reten-
tionsrecht und bei der Nachnahme um zwei verschiedene Institute handelt, auch 
wenn diese in der praktischen Auswirkung identisch sind. Dem Inhalt nach bezieht 
sich das Retentionsrecht nur auf eine auf dem Frachtgut haftende Forderung des 
Frachtführers, also Transport- und Zollkosten. Die Nachnahme kann demgegenü-
ber weitere Kosten umfassen. Beschränkt sie sich auf Transport- und Zollkosten, 
liegt eine so genannte  Kostennachnahme vor, für die dem Frachtführer ohne wei-
teres auch das Retentionsrecht zusteht (Staehelin, a.a.O. N. 1 zu Art. 451 OR). Aus 
dem Umstand, dass die Parteien keine (Kosten-)Nachnahme vereinbart haben, ist 
nun aber nicht zu schliessen, dass die Klägerin daher auch nicht gehalten war, vom 
Retentionsrecht Gebrauch zu machen, setzt doch dessen Ausübung keineswegs 
voraus, dass der Absender und der Frachtführer eine Nachnahme vereinbart haben. 
Die Frage ist also, ob die Klägerin beziehungsweise die Subunternehmerin bei sorg-
fältiger Ausübung des Auftrages nicht das Retentionsrecht hätte ausüben müssen, 
auch wenn keine Kostennachnahme vereinbart worden ist.

7. a) Gemäss Art. 444 Abs. 1 OR hat der Frachtführer unter anderem dann, 
wenn die Zahlung der auf dem Frachtgut haftenden Forderung nicht geleistet wird, 
den Absender hievon zu benachrichtigen und inzwischen das Frachtgut auf Gefahr 
und Kosten des Absenders aufzubewahren oder bei einem Dritten zu hinterlegen. 
Nach Art. 446 OR hat der Frachtführer bei Ausübung der ihm in Bezug auf die Be-

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handlung des Frachtgutes eingeräumten Befugnisse die Interessen des Eigentü-
mers bestmöglich zu wahren, und er haftet bei Verschulden für Schadenersatz. Be-
streitet der Empfänger die auf dem Frachtgut haftende Forderung, so kann er die 
Ablieferung nur verlangen, wenn er den streitigen Betrag amtlich hinterlegt (Art. 451 
Abs. 1 OR). Der Frachtführer hat also insoweit ein Retentionsrecht; ein solches steht 
ihm für Transport- und Zollkosten zu (Staehelin, a.a.O. N. 6 Zu Art. 451 OR). Das 
Retentionsrecht bezieht sich jeweils auf eine auf dem Frachtgut haftende Forderung 
des Frachtführers. Mit der Bezahlung der Einfuhrumsatzsteuer durch die Firma B. 
GmbH + Co. hat diese somit eine Forderung gegenüber der C. GmbH als Steuer-
schuldnerin erworben, wobei ihr hierfür das Frachtgut haftete. Hat der Absender die 
Frachtkosten nicht im Voraus bezahlt, wird der Frachtführer solche Kosten als Teil 
der frachtvertraglichen Verpflichtungen beim Empfänger beziehen wollen. Weigert 
sich dieser, diese Kosten zu zahlen, so ist die für die Ablieferung gesetzte Bedin-
gung nicht erfüllt, womit der Frachtführer nicht abliefern darf. Tut er es dennoch, so 
auf eigenes Risiko (Staehelin, a.a.O. N. 3 zu Art. 444 OR).

Bei Annahme- oder Zahlungsverweigerung liegt ein so genanntes Abliefe-
rungshindernis vor. In einem solchen Fall hat der Frachtführer zunächst den Absen-
der zu benachrichtigen und dessen Weisungen einzuholen; eine Ablieferung darf 
vorerst nicht erfolgen. Gleichzeitig hat der Frachtführer bis zum Erhalt der Weisun-
gen des Absenders das Frachtgut selbst aufzubewahren oder er hat dieses bei ei-
nem Dritten zu hinterlegen (Staehelin, a.a.O. N. 3 und 5 zu Art. 444 OR).

b) Wie oben dargelegt wurde, ging die Klägerin im Gegensatz zur Be-
klagten von Anfang an davon aus, dass sie lediglich einen Auftrag zum Export der 
Ware nach Deutschland erhalten hatte; diese Darstellung wurde durch das Beweis-
verfahren bestätigt. Will die Klägerin aber nicht auch mit dem Rücktransport der 
Ware in die Schweiz beauftragt worden sein, musste sie wissen, dass beim Import 
des Frachtgutes nach Deutschland eine Einfuhrumsatzsteuer zu bezahlen war. 
Ebenso musste ihr bekannt sein, dass auf dem Zollpapier die Firma C. GmbH als in 
Deutschland ansässige Firma als Anmelderin anzugeben war. Dies hat die Trans-
portunternehmer B. GmbH + Co. als Subunternehmerin der Klägerin denn auch rich-
tigerweise getan. Schliesslich musste die A. AG auch wissen, dass die Anmelderin, 
und damit also die Firma C. GmbH, als Steuerschuldnerin galt. Ob sich dies auch 
aus dem auf der Rechnung angebrachten Vermerk „Export steuerfrei“ ergab, kann 
unter diesen Umständen dahingestellt bleiben.

Mit der Bezahlung der Einfuhrumsatzsteuer am Zoll hat die Firma B. GmbH 
+ Co. somit eine Steuerschuld der C. GmbH beglichen, womit dieser gegenüber 

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eine Forderung entstand, für die das Frachtgut haftete. Ob die Transportunterneh-
mung vor der Ablieferung des Frachtgutes an die Buchbinderei C. von dieser die 
Zahlung der Steuer verlangte und die Empfängerin die Zahlung verweigerte, oder 
ob die B. GmbH + Co. bei der Ablieferung der Ware die Steuer gar nicht einverlangte 
und diese erst später mittels Rechnung einzufordern versuchte, geht aus den Akten 
nicht hervor. Wie es sich damit verhält, kann allerdings offen bleiben, da sich die B. 
GmbH + Co. in beiden Fällen Sorgfaltspflichtverletzungen zuschulden kommen 
liess, und zwar im ersten Fall, weil sie die Beklagte als Absenderin nicht benach-
richtigte und von ihr keine Weisungen einholte, sondern die Ware ohne diese Rück-
frage ablieferte und es zudem unterliess, von ihrem Retentionsrecht Gebrauch zu 
machen, und im zweiten Fall, weil sie der Firma C. die Ware auslieferte, ohne von 
ihr vorgängig die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer zu verlangen.

Diese Sorgfaltspflichtverletzungen werden entgegen der Auffassung der Vor-
instanz nicht dadurch behoben, dass die Parteien keine Nachnahme vereinbart ha-
ben. Die gesetzlichen Rechte und Pflichten des Frachtführers gemäss Art. 444 OR 
gelten unabhängig von einer solchen Vereinbarung. Diesen Pflichten ist die Subun-
ternehmerin B. GmbH + Co. offensichtlich nicht nachgekommen. Indem sie die Ein-
fuhrumsatzsteuer selbst bezahlt und bei der Ablieferung der Ware das Retentions-
recht nicht ausgeübt hat, hat sie auf eigenes Risiko gehandelt.

c) Zusammenfassend kann somit auf Grund der oben angestellten Er-
wägungen festgestellt werden, dass es letztlich für die Frage, ob die X. für den Aus-
lagenersatz im Sinne von Art. 402 Abs. 1 OR aufzukommen hat, keine Rolle spielt, 
ob die Beklagte  der A. AG einen Auftrag bloss für den Hintransport von bedrucktem 
Papier nach Deutschland oder zugleich auch einen solchen für den Rücktransport 
der durch die Buchbinderei zu erstellenden Handbücher erteilt hat. Hätte die Beru-
fungsklägerin der A. AG einen Auftrag für den Hin- und Rücktransport erteilt, wäre 
eine Einfuhrumsatzsteuer entfallen und es hätte die Klägerin wegen falscher Auf-
tragserfüllung (nur Export) die Zollpapiere falsch deklariert und damit die Steuer 
ausgelöst. In dieser fehlerhaften Auftragserfüllung läge eine klare Sorgfaltspflicht-
verletzung. Nimmt man hingegen an, die Klägerin habe von einem blossen Ex-
portauftrag ausgehen dürfen, so ist ihr vorzuwerfen, dass ihr bekannt sein musste, 
dass dadurch eine Einfuhrumsatzsteuer anfiel und sie wissen musste, welche 
Schritte in solchen Fällen vorzukehren sind. Auch die Unterlassung der sich in die-
sem Falle aufdrängenden Vorkehren stellt eine klare Sorgfaltspflichtverletzung dar. 
Das Kantonsgericht kommt damit zum Schluss, dass die Berufung gutzuheissen, 
das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen ist.

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II. Ist die Berufung gutzuheissen und die Klage abzuweisen, gehen die 
Kosten aller Instanzen zu Lasten der Klägerin, welche die Beklagte ausseramtlich 
angemessen zu entschädigen hat. Im Zusammenhang mit der Festsetzung der aus-
sergerichtlichen Entschädigung ist zu bemerken, dass die Vorinstanz die von der 
Klägerin eingereichte Honorarnote von Fr. 11'515.-- durch Reduktion des geltend 
gemachten Stundenansatzes von 350 Franken auf 220 Franken einschliesslich Bar-
auslagen und Mehrwertsteuer auf Fr. 8'021.75 gekürzt hat. Die Honorarnote des 
Anwalts der Beklagten belief sich vor erster Instanz auf Fr. 9'405.60, wobei ein Stun-
denansatz von 220 Franken berechnet und im Gegensatz zur Gegenpartei auch ein 
Interessenwertzuschlag von 650 Franken erhoben worden war, was nicht zu bean-
standen ist. Das Kantonsgericht sieht keine Veranlassung, das von Rechtsanwalt 
Just geltend gemachte Honorar auf die von der Vorinstanz der Klägerin zugespro-
chene aussergerichtliche Entschädigung zu reduzieren. Unter Berücksichtigung ei-
nes angemessenen Aufwandes für das Berufungsverfahren erscheint damit für 
beide Instanzen zusammen eine Parteientschädigung von insgesamt 12'500 Fran-
ken angemessen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird aufgeho-
ben.

2. Die Klage wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Kreisamtes H. von Fr. 300.-- und des Bezirksgerichts Plessur 
von Fr. 5'906.50 sowie die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus 
einer Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 288.-
-, total somit Fr.5'288.--, gehen zu Lasten der Y. AG, die zudem die X. für 
beide Instanzen ausseramtlich mit insgesamt Fr. 12'500.-- (inkl. MWST) zu 
entschädigen hat.

4. Gegen vorliegende, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betref-
fende Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bun-
desgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde an das Schweizerische Bundesge-
richt geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-
tung stellt. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
sei Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung, in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., und Art.90 ff. BGG.

5. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: