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**Case Identifier:** 2160566b-d3ef-5156-9d88-3f1d1fa765fd
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.06.2023 720 2022 165 / 137 (720 22 165 / 137)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-165---137_2023-06-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 15. Juni 2023 (720 22 165 / 137) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung der Arztberichte und des Haushaltsabklärungsberichts; Bemessung der Inva-

lidität  

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit 
Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1962 geborene A.____ arbeitete von Juli 2007 bis Dezember 2019 in einem Teilzeit-
pensum als Raumpflegerin. Ab Mai 2019 war sie aufgrund beidseitiger Kniebeschwerden nicht 
mehr arbeitsfähig. Am 18. September 2019 meldete sie sich unter Hinweis auf einen gerissenen 
Meniskus am linken Knie und Schmerzen am rechten Knie bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte den 
gesundheitlichen, den erwerblichen und den hauswirtschaftlichen Sachverhalt ab. Gestützt auf 

 

 
 
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ihre Abklärungsergebnisse berechnete sie in Anwendung der gemischten Methode (mit den An-
teilen 65 % Erwerb und 35 % Haushalt) für die Zeit vom 13. Mai 2020 bis 30. September 2020 
einen Invaliditätsgrad von 70 % und ab 1. Oktober 2020 einen solchen von 35 %. Dementspre-
chend sprach sie der Versicherten – nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens – mit Verfü-
gung vom 10. Mai 2022 ab 1. Mai 2020 bis Ende Dezember 2020 eine befristete ganze Rente zu. 
Ab 1. Januar 2021 lehnte sie einen Rentenanspruch ab. 
 
B. Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, welche A.____ am 8. Juni 2022 beim 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erhob. 
Sie beantragte, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die gesetzlichen Leis-
tungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorge-
bracht, dass die angefochtene Verfügung in unrichtiger und unvollständiger Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts zustande gekommen sei. Zudem seien die Abklärungen hinsicht-
lich des Invaliditätsgrads nicht vollständig sowie in Verletzung des Bundesrechts vorgenommen 
worden. In formeller Hinsicht wurde vorgebracht, die IV-Stelle habe auch die Begründungspflicht 
und somit das rechtliche Gehör verletzt. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2022 beantragte die IV-Stelle unter Hinweis auf die 
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 2022 die Abweisung der Be-
schwerde.  
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin an den in der 
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den bisherigen Vorbringen fest (Replik vom 10. Sep-
tember 2022). Die IV-Stelle bestätigte in ihrer Duplik vom 4. Oktober 2022 den Antrag auf Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde der Versicherten vom 8. Juni 2022 ist demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entste-
hen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 

 

 
 
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Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der Fassung gültig ab dem 1. Januar 2022 
Anwendung. Erfolgt die Verfügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 
2022, welche – wie hier – einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022 begründet, sind aber 
die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 
massgebend (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gül-
tig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101; Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung 
des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Die Bestim-
mungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3.1 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die angefochtene Verfügung sei ungenügend 
begründet, sind vorab folgende Ausführungen angezeigt: 
 
3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. In Konkretisierung 
dieses verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs statuiert Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die 
grundsätzliche Pflicht der Versicherungsträger, ihre Verfügungen zu begründen, wenn sie den 
Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Zur Frage, welche Begründungsdichte die Verfü-
gung aufweisen muss, äussert sich die genannte Bestimmung nicht. Diesbezüglich ist auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach die Begründung so abgefasst sein 
muss, dass die betroffene Person die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. 
Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person wie auch die Rechtsmittelinstanz sich 
über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Zu diesem Zweck müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 
auf die sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit 
jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. 
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 
136 I 184 E. 2.2.1). 
 
3.3 Gegen den Vorbescheid vom 13. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin durch die 
CAP Rechtschutzversicherungsgesellschaft AG am 13. Dezember 2021 Einwände erheben. Ins-
besondere wurde vorgebracht, dass das von der Beschwerdegegnerin eingeholte bidisziplinäre 
Gutachten von PD Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. 
C._____, Rheumatologie und Innere Medizin, vom 17./20. September 2021 nicht beweiskräftig 
sei. Dies treffe auch auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 15. Februar 2021 zu. In der ange-
fochtenen Verfügung vom 10. Mai 2022 nahm die IV-Stelle nicht konkret zu diesen Vorbringen 
Stellung. Sie verwies jedoch auf die von ihr dazu eingeholten Beurteilungen des regionalen ärzt-
lichen Diensts (RAD) und des Haushaltsabklärungsdiensts. RAD-Arzt Dr. med. D.____, Facharzt 
für Arbeitsmedizin, ging am 12. Januar 2022 eingehend auf die Einwände der Beschwerdeführe-
rin ein und erachtete diese gesamthaft als nicht stichhaltig. Ebenso äusserte sich der zuständige 
Mitarbeiter des Abklärungsdiensts am 4. Januar 2022 zur Kritik am Haushaltsabklärungsbericht. 
Ob die IV-Stelle ihrer Begründungspflicht damit genügend nachgekommen ist oder ob sie die 
Einwände selber hätte in die Verfügung aufnehmen müssen, kann letztlich offenbleiben, denn die 
Beschwerdeführerin konnte sich so oder so ein Bild über die Tragweite des Entscheids machen 

 

 
 
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und diesen sachgerecht anfechten. Aus dem angefochtenen Entscheid kann denn auch mit hin-
reichender Klarheit entnommen werden, von welchen Überlegungen sich die Vorinstanz leiten 
liess, worauf sie ihre Verfügung stützte und aus welchen Gründen sie der Einschätzung im bidis-
ziplinären Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 17./20. September 2021 sowie den Er-
gebnissen des Abklärungsdiensts folgte. Ob diese Schlussfolgerung richtig ist, ist keine Frage 
des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung (Urteil des Bundesgerichts vom 10. 
August 2021, 8C_153/2021, E. 2.3). Die angefochtene Verfügung genügt somit den Anforderun-
gen von Art. 29 Abs. 2 BV.  
 
4. Materiell strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massge-
bend für diese Beurteilung sind die tatsächlichen Verhältnisse bis zum Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 10. Mai 2022. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche 
Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
5.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
5.2 Die Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen o-
der psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder 
Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 Satz 1 ATSG). Bei langer Dauer wird auch 
die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 
Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 
1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Satz 2).  
 
5.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
5.4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 

 

 
 
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der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
5.4.2 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 
Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der 
unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit 
im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 
28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 15 E. 
3.2 mit Hinweisen). Mit der am 1. Dezember 2017 beschlossenen Änderung der IVV und der dazu 
ergangenen Übergangsbestimmung, in Kraft ab 1. Januar 2018 (AS 2017 7581 f.), wird für Teil-
erwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, ein neues Berech-
nungsmodell statuiert (Art. 27bis Abs. 2 bis 4 IVV). Dieses sieht vor, dass für die Ermittlung des 
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbsfähigkeit für das Valideneinkommen nicht mehr auf das 
Einkommen aus einem Teilzeitpensum abgestellt, sondern das entsprechende Einkommen auf 
eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV). Die so 
berechnete prozentuale Erwerbseinbusse wird sodann weiterhin anhand des Beschäftigungs-
grads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. b). 
 
5.4.3 Die IV-Stelle wendete in der angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 2022 die gemischte 
Methode zur Berechnung des Invaliditätsgrads der Beschwerdeführerin an. Die Methodenwahl 
sowie die prozentuale Aufteilung von 65%iger Erwerbs- (vgl. Fragebogen zur Ermittlung der Er-
werbsfähigkeit vom 15. Februar 2021; act. 65) und 35%iger Hausarbeit werden von der Be-
schwerdeführerin zu Recht nicht bestritten, weshalb darauf abgestellt werden kann.  
 
6.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1 in 
fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur-
teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus-
geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach 

 

 
 
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ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut-barerweise noch ver-
richtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät-
zung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialver-
sicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
6.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 
eines Arztberichts ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol-
gerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 
ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge-
reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 
E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
6.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das 
Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf-
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pati-
enten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassen-
den Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder 
Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden 
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die 
einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte 
bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur 
von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungs-
auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil 
des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage 

 

 
 
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zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 
514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be-
urteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 
mit Hinweisen). 
 
7. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs-
grundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
8.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts ist im Wesentlichen das bidiszipli-
näre Gutachten von PD Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 17./20. September 2021 heranzuziehen.  
 
8.2.1 PD Dr. B.____ erhob in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 17. September 2021 
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er stellte fest, dass die Beschwerde-
führerin an einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) und an einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) leide. Diese Diag-
nosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aufgrund seiner Untersuchung schloss er 
das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung aus. Die objektiven Untersuchungsbefunde lauteten 
dahingehend, dass die Beschwerdeführerin sprachmotorisch eine unauffällige Sprachinitiierung, 
eine etwas monotone Sprachmodulation, einen leicht verlangsamten Sprachfluss sowie einen 
etwas abgeschwächten Sprachtonus gezeigt habe. Die Intelligenz und die allgemeinen kognitiven 
Ressourcen hätten im klinischen Eindruck in der Bandbreite der Norm gelegen. Das formale Den-
ken habe eine Einengung auf die Körperschmerzen und eine leichte Verlangsamung gezeigt. Die 
Grundstimmung sei leicht depressiv, jedoch zu keinem Zeitpunkt euthym und weder mittelgradig 
noch schwer depressiv gewesen. Die Beschwerdeführerin habe eine leichte Affektverarmung, 
aber keine -verflachung oder gar eine -starre gezeigt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei 
leicht reduziert, der affektive Rapport aber gut etablierbar gewesen. Es sei weder eine Affektlabi-
lität noch eine -inkontinenz gezeigt worden. Im Rahmen der Diskussion der Affektpathologie hielt 
er fest, dass sich die Versicherte seit 2019 in ihrer Grundstimmung deprimiert erlebe. Sie sei am 
24. Februar 2019 am linken Kniegelenk arthroskopisch operiert worden, nachdem sich wenige 
Monate zuvor der Ehemann aufgrund eines Blasenkarzinoms einer operativen Blasenresektion 
habe unterziehen müssen. Seither sei sie psychisch belastet. PD Dr. B.____ hielt in diesem Zu-
sammenhang fest, aus den subjektiven Angaben der Versicherten bestünden weder Hinweise, 
dass im Vorfeld ein depressives Erleben bestanden, noch solche, dass sich dieses seither jemals 

 

 
 
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im Schweregrad relevant verändert oder gar remittiert hätten. Weiter diskutierte PD Dr. B.____ 
die Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die 
Beschwerdeführerin berichte über Schulterschmerzen sowie über Knieschmerzen, dann aber 
auch über Ganzkörperschmerzen, sodass es zu einer regelrechten Schmerzausweitung gekom-
men sei. Es bestehe dahingehend eine psychosoziale Belastung, als der Ehemann im Rahmen 
seiner Blasenerkrankung nicht mehr arbeitsfähig sei und daher auch kein Einkommen mehr er-
ziele, und dass auch sie aufgrund ihrer Beschwerden arbeitsunfähig sei. Es ergäben sich aber 
keinerlei Hinweise dafür, dass das Schmerzerleben der Beschwerdeführerin bewussten Mecha-
nismen entspringe. Für einen Teil der geklagten Schmerzen lägen gemäss rheumatologischem 
Gutachten von Dr. C.____ organische Korrelate vor, die Ganzkörperschmerzen würden sich aber 
organisch nicht erklären lassen. Die Eingangskriterien für eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren seien damit erfüllt. In Bezug auf die psychosozialen Be-
lastungsfaktoren hielt PD Dr. B.____ fest, dass die Beschwerdeführerin lediglich während drei 
Jahren die obligatorischen Schulen besucht und keine Berufsbildung durchlaufen habe. Dies 
seien invaliditätsfremde Faktoren, weil hierfür keine psychischen Gründe verantwortlich gewesen 
seien. Dasselbe gelte für die fehlende Berufsanamnese, die rudimentären deutschen Sprach-
kenntnisse und die schwierige finanzielle Situation. Hingegen sei die Belastung durch die Krebs-
erkrankung ihres Ehemanns nicht invaliditätsfremd, sondern beeinträchtige die Beschwerdefüh-
rerin und habe zu ihrer depressiven Entwicklung beigetragen. Trotzdem hätten sich keine schwer-
wiegenden psychischen Störungen entwickelt. Insgesamt kam PD Dr. B.____ zum Schluss, dass 
die Beschwerdeführerin in jeglichen beruflichen Tätigkeiten des ersten Arbeitsmarkts aus psychi-
atrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aufweise. 
 
8.2.2 Dr. C.____ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere 
Gonarthrose links und eine mittelschwere Gonarthrose sowie eine Periarthropathia humerosca-
pularis rechts. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Periarthropathia humeros-
capularis links, ein chronisches Lumbo- und ein chronisches Zervikovertebralsyndrom, ein multi-
lokuläres Schmerzsyndrom (Fibromyalgie), Knick-Senk-Spreizfüsse beidseits, eine chronisch-ve-
nöse Insuffizienz beidseits mit Seitenastvarikosis rechtsbetont, eine Adipositas WHO Grad ll (160 
cm, 92,4 kg, BMI 36,0 kg/m2) und ein Schilddrüsenknoten im rechten Lappen. Gestützt auf die 
von ihm erhobenen Befunde erachtete Dr. C.____ die Beschwerdeführerin in der angestammten 
Tätigkeit als Raumpflegerin seit dem 13. Mai 2019 als nicht mehr arbeitsfähig. Zudem seien ihr 
schwere bis mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Eine angepasste leichte Arbeit 
müsse betreffend die Knie folgendes Profil aufweisen: nicht dauernd nur gehen, dauernd nur 
stehen, nicht auf unebenem Boden gehen, sich nicht repetitiv bücken und weder kniend noch 
kauernd arbeiten, nicht Leitern oder Gerüste besteigen sowie nicht dauernd Treppensteigen; ge-
legentliches Treppensteigen sei hingegen erlaubt. In Bezug auf die rechte Schulter sei sie nicht 
in der Lage, mit dem rechten Arm dauernd auf oder über Schulterhöhe zu arbeiten. Sie könne mit 
dem rechten Arm nur vor sich arbeiten und bei sitzender Tätigkeit sollte dieser Arm auf den Tisch 
abgestützt werden können. Der Arm sollte bis auf Schulterhöhe nicht mit über 3 kg belastet wer-
den, wobei es günstig sei, wenn dieses Gewichtslimit nicht repetitiv erreicht werde. Es sei zudem 
ungünstig, wenn sie mit Gewichten am langen Hebel, d.h. mit ausgestrecktem Arm arbeiten 
müsse. Körpernah sei eine derartige Gewichtsbelastung aber zumutbar. Durch die Interaktion der 
verschiedenen Probleme komme es zu einem erheblichen vermehrten Pausenbedarf, welcher 

 

 
 
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notwendig sei, um die Restarbeitsfähigkeit zu erhalten. Für eine leichte Tätigkeit, welche zusam-
mengefasst knie- und schulterschonend sei, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bezogen auf 
ein Ganztagspensum. Im zeitlichen Verlauf erachtete Dr. C.____ die Beschwerdeführerin vom 
13. Mai 2019 bis Ende September 2020 als vollständig arbeitsunfähig. Ab Oktober 2020 bestehe 
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.  
 
8.2.3 In ihrer interdisziplinären Konsensbesprechung kamen die Dres. B.____ und C.____ zu-
sammenfassend zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht keine 
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus diesem Grund gelte die rheumatologische 
Beurteilung als Gesamtbeurteilung für beide Fachrichtungen.  
 
9.1 Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung vom 10. Mai 2022 bei der Beurteilung des Gesund-
heitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf die Ausführungen im bidiszip-
linären Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 17./20. September 2021. Gestützt auf die 
gutachterlichen Ergebnisse ging sie davon aus, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung der 
angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin sowie sämtliche schweren und mittelschweren Tätig-
keiten ab 13. Mai 2019 nicht mehr zumutbar seien. Für eine leichte adaptierte Tätigkeit, welche 
die Vorgaben im Zumutbarkeitsprofil von Dr. C.____ berücksichtige, bestünde ab 1. Oktober 2020 
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), ist den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche auf-
grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das bidisziplinäre Gutach-
ten ist insgesamt umfassend und die dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die vor-
genommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben 
die Versicherte persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einläss-
lich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akten 
liegenden massgebenden medizinischen Berichten auseinander und begründen abweichende 
Einschätzungen in überzeugender Weise. Insgesamt entspricht das Gutachten der der Dres. 
B.____ und C.____ vom 17./20. September 2021 den Anforderungen des Bundgerichts an den 
Beweiswert von medizinischen Berichten, weshalb die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid zu 
Recht darauf abgestützt hat. 
 
9.2.1 Daran ändern die Vorbringen in der Beschwerde nichts. In Bezug auf das rheumatologi-
sche Teilgutachten von Dr. C.____ moniert die Beschwerdeführerin, es sei nicht nachvollziehbar, 
weshalb er ihr mit Wirkung ab 1. Oktober 2020 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiere, sei aus 
den Akten doch ersichtlich, dass sie auch nach diesem Zeitpunkt an erheblichen Schmerzen ge-
litten habe. Diese Argumentation geht fehl. Zunächst ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhal-
ten, dass der Gutachter in seiner Beurteilung keineswegs davon ausging, dass sie ab 1. Oktober 
2020 keine Schmerzen mehr gehabt hätte. Darauf muss insbesondere aufgrund der vorgenom-
menen Zumutbarkeitsbeurteilung geschlossen werden. Demnach sind der Beschwerdeführerin 
nach Auffassung des Gutachters ab diesem Zeitpunkt nur noch leichte knie- und schulterscho-
nende Tätigkeiten zu 50 % zumutbar. Diese Einschätzung der medizinischen Situation stützte Dr. 

 

 
 
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C.____ auf die echtzeitlichen Angaben des behandelnden Orthopäden Dr. med. F.____, FMH 
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparats, vom 1. Oktober 2020 (IV Akte Nr. 55), 
welcher die Beschwerdeführerin im Mai 2020 an der rechten Schulter operierte und die Behand-
lung Ende September 2020 abschloss. Aufgrund dieser Beurteilung durfte Dr. C.____ seitens der 
Schulter von einer stabilen gesundheitlichen Situation ausgehen. Die ab 1. Oktober 2020 attes-
tierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten adaptierten Verweistätigkeit ist daher begründet 
und nicht zu beanstanden. 
 
9.2.2.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert auch das psychiatrische Teilgutachten. Zunächst wird 
geltend gemacht, PD Dr. B.____ habe sich ungenügend mit der abweichenden Meinung des be-
handelnden Psychiaters Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, auseinanderge-
setzt. So habe Dr. E.____ am 22. Februar 2021 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom, eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung und einen Schilddrüsenknoten im rechten Lappen diagnostiziert (vgl. IV Akten 
Nr. 72 und 84). Die Versicherte sei seit 23. September 2020 (Behandlungsbeginn) nicht mehr 
arbeitsfähig. Ein Blick in das Gutachten von PD Dr. B.____ macht deutlich, dass dieser die Be-
richte von Dr. E.____ berücksichtigte. Er hielt im Rahmen seiner Konsistenz- und Plausibilitäts-
prüfung fest, dass die vom behandelnden Psychiater attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit mit 
Blick auf die erhobenen Diagnosen nicht einleuchte. So gebe dieser in seinem Bericht vom 22. 
Februar 2021 im Psychostatus nicht nur objektive Untersuchungsbefunde an, sondern auch sub-
jektive Beschwerdeangaben der Versicherten. Am 7. Juni 2021 werde erneut auf den objektiven 
Psychostatus verwiesen und beschrieben, dass der Affekt deprimiert und die Stimmung gedrückt 
sei. Mit PD Dr. B._____ ist jedoch festzustellen, dass diese Befunde entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin nicht ausreichen, um eine mittelgradige Depression zu untermauern und 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Dies umso mehr, als – wie PD Dr. B.____ ein-
leuchtend darlegt – Dr. E.____ weder die qualitativen Funktionsfähigkeiten der Versicherten noch 
Inkonsistenzen diskutiert und in erster Linie invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren 
wie mangelnde Sprachkenntnisse oder eine fehlende Weiterbildung zur Untermauerung seiner 
Beurteilung aufführte. Zudem sprach insbesondere die objektive Befundlage im Gutachten gegen 
die Diagnose einer mittelgradigen Depression. Demnach habe die Beschwerdeführerin lediglich 
eine leicht depressive Grundstimmung aufgewiesen und die Mimik sowie Gestik hätten ein leicht 
reduziertes Spiel gezeigt. Es hätte sich auch eine leichte Affektverarmung, aber keine -verfla-
chung oder -starre gezeigt. Dass PD Dr. B.____ unter diesen Umständen der Beschwerdeführerin 
eine leichte depressive Episode diagnostizierte und eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestierte, 
leuchtet entgegen ihrer Auffassung ein.  
 
9.2.2.2 Auch der Einwand, dass PD Dr. B.____ sich kaum mit der von Dr. E.____ diagnostizier-
ten somatoformen Schmerzstörung auseinandergesetzt habe, leuchtet nicht ein. Dabei ist insbe-
sondere zu beachten, dass im vorliegenden Fall das Ausmass der geklagten Beschwerden durch 
die somatischen Befunde im rheumatologischen Gutachten von Dr. C.____ weitgehend – mit 
Ausnahme der Ganzkörperschmerzen – erklärt werden konnte. PD Dr. B.____ konnte daher 
keine somatoforme Schmerzstörung diagnostizieren, zeichnet sich diese doch gerade dadurch 
aus, dass sich die behaupteten Beschwerden nicht durch ein somatisches Korrelat objektivieren 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lassen. Folgerichtig und entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin konnte er die Auswir-
kungen der durch Dr. E.____ diagnostizierten Schmerzstörung nicht vertieft diskutieren. In Bezug 
auf seine Beurteilung ist ohnehin der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde 
Ärzte oder Ärztinnen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
mitunter eher zugunsten ihrer Patienten oder Patientinnen aussagen. Dies gilt grundsätzlich nicht 
nur für Hausärzte oder Hausärztinnen, sondern auch für spezialärztlich behandelnde Medizinal-
personen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2023, 8C_660/2023, E. 5.4 mit Hinweisen). Zu 
beachten ist jedoch, dass PD Dr. B.____ bei der Beschwerdeführerin eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhob. 
Diese Diagnose leitete er ausführlich und nachvollziehbar her (vgl. oben E. 8.2.1). Er stellte fest, 
dass auch unter Berücksichtigung der Feststellungen im rheumatologischem Gutachten von Dr. 
C.____, wonach sich die Ganzkörperschmerzen organisch nicht erklären liessen, die Eingangs-
kriterien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischem und psychischen Faktoren erfüllt 
seien. Mangels relevanter Komorbiditäten aus psychiatrischer Sicht und unter Berücksichtigung 
der ICD-10-Kriterien kam er sodann zum Schluss, dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten der 
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht hauptsächlich unbeeinträchtigt seien, sodass im 
ersten Arbeitsmarkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Diese Herleitung der 
erhobenen Diagnosen überzeugt und auch die darauf gestützte Zumutbarkeitsbeurteilung ist 
nicht zu beanstanden. 
 
9.2.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin insbesondere in Bezug auf die von Dr. E.____ diagnos-
tizierte somatoforme Schmerzstörung weiter vorbringt, PD Dr. B.____ habe die Standardindika-
toren nicht rechtsgenügend geprüft, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Ihr ist zwar insofern 
recht zu geben, dass gemäss BGE 143 V 418 grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen 
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Andererseits bleibt ein strukturiertes Beweisverfahren dort 
entbehrlich, wo im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in 
nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird, was vorliegend der Fall ist (BGE 143 V 418 E. 
7.1). Mit Blick auf das Gutachten von PD Dr. B.____ wird dennoch deutlich, dass er die persönli-
chen, familiären und sozialen Aktivitäten der Beschwerdeführerin ausführlich und nachvollziehbar 
in sein Gutachten miteinbezogen hat. Zudem hat er sich mit den vorhandenen Ressourcen aus-
einandergesetzt. Die aus dieser Indikatorenprüfung resultierende Arbeitsfähigkeit erscheint daher 
schlüssig. 
 
9.3 Zusammenfassend ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass die Beschwerdegegne-
rin ihren Entscheid zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ ab-
stützte. Diesem ist nachvollziehbar zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung 
einer angepassten knie- und schulterschonenden Tätigkeit ab 1. Oktober 2020 zu 50 % zumutbar 
ist. Einzig in der Zeit von Mai 2019 bis Ende September 2020 war die Beschwerdeführerin zu 
100 % arbeitsunfähig. Damit anerkannte die Beschwerdegegnerin die von den Gutachtern ein-
leuchtend dargelegten medizinischen Beschwerden und die gestützt darauf abgeleitete Ein-
schränkung in der Leistungsfähigkeit. Eine andere Beurteilung drängt sich, wie vorstehend aus-
geführt, auch unter Berücksichtigung der Berichte des behandelnden Arztes, Dr. E.____, nicht 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf. Damit lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung 
des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu. 
 
10.1 Strittig und zu prüfen ist weiter der Haushaltsabklärungsbericht vom 15. Februar 2021.  
 
10.2 Im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt ist nicht die medizinisch-the-
oretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der 
nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt. Dafür bedarf es in der Regel einer Abklärung an 
Ort und Stelle (Art. 69 Abs. 2 Satz 2 IVV; Urteil des Bundesgerichts vom 6. September 2017, 
9C_373/2017, E. 3.1 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts des Abklärungsberichts sind 
– analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1) – ver-
schiedene Faktoren zu beachten. Eine Haushaltsabklärung ist beweiskräftig, wenn sie durch eine 
qualifizierte Person erfolgt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der 
Beeinträchtigungen und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. 
Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der beteiligten Personen im Bericht aufzuzeigen sind. Schliesslich muss der Berichtstext 
plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein 
sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil des Bun-
desgerichts vom 16. Juni 2021, 9C_80/2021, E. 3.2 mit Hinweisen).  
 
10.3 Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schaden-
minderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz 
auszugehen, dass einer Leistungsansprecherin oder einem Leistungsansprecher im Rahmen der 
Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der glei-
chen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haus-
halt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche 
die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine 
möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann 
die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam 
und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und 
in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditäts-
bedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als 
die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung 
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbs-
einbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Geht es um die Mitarbeit von 
Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft ein-
richten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Die Abklärung erstreckt 
sich im Haushalt daher auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehörigen, wel-
che im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weitergeht als die ohne 
Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit 
Hinweisen).  
 
10.4 Die IV-Stelle führte im vorliegenden Verfahren am 8. Februar 2021 eine Haushaltsab-
klärung durch. Diese erfolgte aufgrund der Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit im 

 

 
 
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Zusammenhang mit den Covid 19-Massnahmen jedoch telefonisch und nicht vor Ort. Dieses Vor-
gehen ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden und entspricht 
auch der Formulierung in Art. 69 Abs. 2 Satz 2 IVV, wonach die IV-Stelle zum Zwecke der Sach-
verhaltsabklärung Abklärungen vor Ort vornehmen kann, aber nicht muss. Die Beschwerdefüh-
rerin konnte sich denn auch direkt zu den Einschränkungen in allen Bereichen der Haushaltsfüh-
rung frei äussern. Der Bericht vom 15. Februar 2021 ist umfassend und die Beschwerden der 
Versicherten sowie die medizinischen Vorakten wurden berücksichtigt. Die verschiedenen Auf-
gabenbereiche (Haushaltsführung, Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf, Wäsche) sind sorgfäl-
tig und ausführlich untersucht und gewichtet worden. Schadensmindernd wurde angerechnet, 
dass der Ehemann der Versicherten, der auch an der telefonischen Abklärung teilnahm, bei der 
Haushaltführung, namentlich bei der Zubereitung der Mahlzeiten sowie der Küchenreinigung, der 
Wohnungspflege, den Einkäufen und der Besorgung der Wäsche, behilflich ist. Weiter ist weder 
ersichtlich noch in der Beschwerde (substantiiert) dargelegt, inwieweit die strittige Haushaltsab-
klärung durch eine fachlich unqualifizierte Person erfolgt sein soll. Auch inhaltlich sind keine kon-
kreten Umstände erkennbar, welche die Angaben der Abklärungsperson im Lichte der dargestell-
ten Grundsätze als ungeeignet oder mangelhaft erscheinen liessen. Die gestützt auf die Abklä-
rung geschätzte Einschränkung von 13,5 % leuchtet ein. Die Beweistauglichkeit des Haushalts-
abklärungsberichts ist damit unzweifelhaft. 
 
10.5.1 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, die Beweiskraft des 
Abklärungsberichts vom 15. Februar 2021 in Frage zu stellen. Dabei ist bereits an dieser Stelle 
darauf hinzuweisen, dass das Gericht, sofern der Bericht – wie vorliegend – eine zuverlässige 
Entscheidungsgrundlage darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein-
greift, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Dies gebietet insbesondere der Um-
stand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als 
das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. Januar 2020, 8C_748/2019, E. 5.2 mit Hinweisen).  
 
10.5.2 Die Beschwerdeführerin moniert, dass die Hilfe des Ehemanns im Haushalt nicht korrekt 
erhoben worden sei und bringt vor, es sei im Abklärungsbericht nicht berücksichtigt worden, dass 
dieser im Abklärungszeitpunkt vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Es handle sich dabei aber 
nicht um einen Dauerzustand, denn sobald es ihm bessergehe, werde er wieder arbeiten. Seine 
Mithilfe sei deshalb so zu berücksichtigen, wie wenn er zu 100 % arbeite. Bei dieser Argumenta-
tion verkennt die Beschwerdeführerin, dass die im Bericht berücksichtigte Mithilfe des Ehemanns 
von 4 Stunden pro Woche im Rahmen der Schadenminderungspflicht auch dann zu erbringen 
wäre, wenn er wieder 100 % berufstätig wäre, ist doch im Rahmen der zumutbaren Mithilfe von 
Familienangehörigen zu berücksichtigen, dass diese weitergeht als die ohne Gesundheitsschä-
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). Aus 
dieser Argumentation kann die Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten ableiten. 
 
10.5.3 Die Beschwerdeführerin vertritt weiter die Auffassung, auf den Abklärungsbericht vom 
15. Februar 2021 könne auch deshalb nicht abgestellt werden, weil sich keine ärztliche Fachper-
son eingehend mit den einzelnen Positionen der Haushaltsführung auseinandergesetzt habe. 
Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, dass im Zusammenhang mit den Einschränkungen im 

 

 
 
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Haushalt nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend ist, sondern wie 
sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch 
eine Abklärung an Ort und Stelle erhoben werden kann. Aus diesem Grund drängt sich der Beizug 
eines Mediziners oder einer Medizinerin nicht grundsätzlich auf. Immerhin nehmen im vorliegen-
den Verfahren die Gutachter Dres. B.____ und C.____ auch zur Einschränkung im Haushalt Stel-
lung. PD Dr. B.____ hält diesbezüglich fest, dass die Beschwerdeführerin über ausreichend in-
takte innerpsychische Ressourcen verfüge und die Haushaltsarbeit flexibel einteilen könne (psy-
chiatrisches Teilgutachten Seite 22). Unter Berücksichtigung der von ihm attestierten vollständi-
gen Arbeitsfähigkeit könne er aus rein psychiatrischer Sicht die im Bericht festgestellte Einschrän-
kung von 13,5 % nicht bestätigen. Dr. C.____ hielt in seinem Teilgutachten (Seite 56) fest, dass 
bei der Erhebung des Alltags klar werde, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr alle Alltagsak-
tivitäten ausüben könne. Sie bereite zwar zusammen mit dem Ehemann die Mahlzeiten zu, könne 
aber im Haushalt eigentlich nur körperlich leichte Tätigkeiten erledigen. Alle körperlich belasten-
den Anteile würden von den Kindern, insbesondere der Tochter, übernommen. Klinisch bestün-
den klare Schonungszeichen der Muskulatur bezüglich der rechten Schulter und bezüglich beider 
Kniegelenke. Es werde deshalb klar, dass die organischen Pathologien Auswirkungen im Sinne 
einer Schonung hätten, was letztlich auch im Rahmen der Haushaltsabklärung festgestellt wor-
den sei. Damit wird deutlich, dass im vorliegenden Verfahren auch aus medizinischer Sicht zur 
Einschränkung im Haushalt Stellung genommen wurde. Die entsprechende Rüge der Beschwer-
deführerin kann daher nicht gehört werden. 
 
10.6 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen wird ersichtlich, dass das Ergebnis des 
Abklärungsberichts, wonach mit Blick auf die Mithilfe des Ehemanns eine Einschränkung der Be-
schwerdeführerin im Tätigkeitsbereich Haushalt von 13,5 % resultiert, nachvollziehbar und 
schlüssig ist.  
 
11. Die IV-Stelle berechnete unter Zugrundelegung der gemischten Methode mit den Antei-
len Erwerb 65 % und Haushalt 35 % den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin (vgl. oben E. 
5.4.2). Dabei berücksichtigte sie, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahrs in der 
Zeit von Mai 2020 bis Ende September 2020 im Erwerbsbereich vollständig arbeitsunfähig war, 
woraus gewichtet ein Invaliditätsgrad von 65 % resultiert. Zusammen mit der ebenfalls gewichte-
ten Einschränkung im Haushalt von 4,73 % (13,5 % x 0,35), ergibt dies (gerundet) einen Invalidi-
tätsgrad von 70 %. Ab 1. Oktober 2020 ging die IV-Stelle davon aus, dass die Beschwerdeführerin 
in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist. Daraus ergab sich im Erwerbsbereich ein 
Invaliditätsgrad von gewichtet 30,75 %. Zusammen mit dem unveränderten Invaliditätsgrad von 
4,73 % im Haushaltsbereich ergab dies einen Invaliditätsgrad von 35 %. In der Folge richtete die 
IV-Stelle der Versicherten von Mai 2020 bis Ende Dezember 2020 (Art. 88a Abs. 1 IVV) eine 
ganze Invalidenrente aus. Ab Januar 2021 lehnte sie einen Rentenanspruch bei einem renten-
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 35 % ab. Da die konkrete Berechnung des Invaliditäts-
grads von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert beanstandet wird und zudem einer Über-
prüfung durch das Gericht standhält, kann diesbezüglich auf die Ausführungen der Beschwerde-
gegnerin im angefochtenen Entscheid verwiesen werden.  
 

 

 
 
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12. Zusammenfassend steht aufgrund der vorstehenden Erwägungen fest, dass die ange-
fochtene Verfügung der IV-Stelle vom 10. Mai 2022 rechtens ist, weshalb die dagegen erhobene 
Beschwerde unbegründet und deshalb abzuweisen ist. 
 
13. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass au erlegt. Vorliegend unterliegt die Beschwerdeführerin, weshalb ihr die Verfah-
renskosten aufzuerlegen sind. Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem 
Verfahrensausgang nicht. 
 

 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwerde-
führerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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