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**Case Identifier:** 80f6135f-d60e-5367-885b-43634638148c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 16.09.2025 SBK.2025.180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-180_2025-09-16.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.180  
(STA.2023.459)  

Art. 285 

 

 

Entscheid vom 16. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär 

Gerichtsschreiber i.V. F. Steiner 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…] 

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Kantonale Staatsanwaltschaft,  

Bleichemattstrasse 7, 5001 Aarau  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung der Kantonalen Staatsanwaltschaft vom 8. Juli 2025 

betreffend Abweisung des Gesuchs um amtliche Verteidigung 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Kantonale Staatsanwaltschaft führt gegen A._____ (fortan: Beschwer-

deführer) eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Geldwäscherei 

(Verfahrensnummer KSTA ST.2023.459).  

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 3. Juli 2025 an die Kantonale Staatsanwaltschaft ersuchte 

der Beschwerdeführer um Anordnung einer amtlichen Verteidigung.  

 

2.2. 

Die Kantonale Staatsanwaltschaft wies das Gesuch um Anordnung der 

amtlichen Verteidigung mit Verfügung vom 8. Juli 2025 ab. 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 9. Juli 2025 zugestellte Verfügung erhob der Be-

schwerdeführer gleichentags bei der Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde und ersuchte um Be-

willigung einer amtlichen Verteidigung.  

 

3.2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2025 beantragte die Kantonale 

Staatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.  

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 25. Juli 2025 liess sich der Beschwerdeführer erneut ver-

nehmen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Kantonale Staatsanwaltschaft wies mit der angefochtenen Verfügung 

das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der amtlichen Vertei-

digung ab. Verfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss Art. 393 

Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde anfechtbar. Vorliegend bestehen keine 

Beschwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 StPO. Der Beschwerde-

führer ist durch die Nichtgewährung der von ihm beantragten amtlichen 

Verteidigung beschwert und hat ein rechtlich geschütztes Interesse an der 

Aufhebung oder Änderung dieses Entscheides (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf 

die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 385 Abs. 1 StPO) ist einzutreten.  

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Kantonale Staatsanwaltschaft wies das Gesuch des Beschwerdefüh-

rers um Anordnung einer amtlichen Verteidigung im Wesentlichen mit der 

Begründung ab, es gehe insbesondere um die Klärung von verschiedenen 

Geldflüssen auf zwei Konten des Beschwerdeführers und des Verbleibs der 

Gelder sowie die Ermittlung, ob das Konto des Beschwerdeführers auch 

sonst als "Money Mule-Konto" verwendet worden sei. Aktuell werde davon 

ausgegangen, bei Erhärtung des Tatverdachts einen Strafbefehl zu erlas-

sen. Angesichts des geringen Strafmasses könne erwartet werden, dass 

der Beschwerdeführer die rechtlichen Schwierigkeiten – wobei keine be-

sonderen rechtlichen oder tatsächlichen Schwierigkeiten ersichtlich seien – 

selbst bewältige. Entsprechend handle es sich um einen Bagatellfall.  

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, er verfüge weder über die finanziellen 

Mittel noch über die nötige rechtliche Erfahrung, um sich in diesem Straf-

verfahren angemessen verteidigen zu können. Es gehe um komplexe Vor-

würfe mit mehreren Transaktionen und Bankkonten und er sehe sich aus-

serstande, seine Interessen ohne professionelle Hilfe zu vertreten.  

 

2.3. 

Mit Beschwerdeantwort entgegnet die Kantonale Staatsanwaltschaft im 

Wesentlichen, nach jetzigem Kenntnisstand handle es sich nicht um ein 

besonderes komplexes Geldwäschereiverfahren. Es bestehe der Verdacht, 

der Beschwerdeführer habe zwei Konten für inkriminierte Geldflüsse von 

ca. Fr. 13'000.00 zur Verfügung gestellt und dadurch die Ermittlung der 

Herkunft, die Auffindung und die Einziehung derselben vereitelt. Das Straf-

verfahren sei noch nicht weit fortgeschritten und es habe insbesondere 

noch keine Einvernahme mit dem Beschwerdeführer durchgeführt werden 

können. Bei einer solchen würden sprachliche und inhaltliche Schwierig-

keiten durch Beizug eines Dolmetschers gelöst, die Notwendigkeit eines 

Verteidigers zum Verständnis der nicht komplexen Vorwürfe bestehe nicht. 

Der über die Konten des Beschwerdeführers abgewickelte Zahlungsver-

kehr stelle eine alltägliche Angelegenheit dar. Es sei nicht ersichtlich, wes-

halb der Beschwerdeführer dazu keine Auskunft geben könne oder welche 

komplexen juristischen Probleme sich daraus ergeben würden. Eine amtli-

che Verteidigung scheine auch diesbezüglich nicht geboten. Sodann sei 

von einem geringen Strafmass von weniger als vier Monaten auszugehen. 

Es handle sich somit um einen Bagatellfall. Im Weiteren habe der Be-

schwerdeführer keine Unterlagen hinsichtlich seiner finanziellen Bedürftig-

keit eingereicht.  

 

2.4. 

Mit freigestellter Stellungnahme vom 25. Juli 2025 wiederholte der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen die Vorbringen in seiner Beschwerde.  

 - 4 - 

 

 

3. 

3.1. 

Vorliegend wird ein Fall einer notwendigen Verteidigung i.S.v. Art. 130 

StPO weder geltend gemacht noch ist ein solcher ersichtlich. Da somit kein 

Fall einer amtlichen Verteidigung gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO vor-

liegt, bleibt zu prüfen, ob eine amtliche Verteidigung gestützt auf Art. 132 

Abs. 1 lit. b StPO anzuordnen ist. Gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO wird 

eine amtliche Verteidigung angeordnet, wenn die beschuldigte Person 

nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wah-

rung ihrer Interessen geboten ist. Zur Wahrung der Interessen der beschul-

digten Person ist die Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht 

um einen Bagatellfall handelt und (kumulativ) der Straffall in tatsächlicher 

oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die beschuldigte 

Person allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO). Ein Bagatellfall 

liegt jedenfalls dann nicht mehr vor, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als 

vier Monaten oder eine Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen zu er-

warten ist (Art. 132 Abs. 3 StPO). 

 

3.2. 

Wie sich aus dem Gesetzeswortlaut ("jedenfalls dann nicht") deutlich ergibt, 

sind die Nicht-Bagatellfälle (vom Bundesgericht auch als "relativ schwer" 

bezeichnet, vgl. BGE 143 I 164 E. 3.5) nicht auf die in Art. 132 Abs. 3 StPO 

beispielhaft genannten Fälle beschränkt. Bei der Prüfung, ob eine amtliche 

Verteidigung sachlich geboten ist, sind die konkreten Umstände des Ein-

zelfalls zu berücksichtigen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung kommt es bei der Frage, welche Sanktion der beschuldigten Person 

droht, nicht auf die abstrakte Strafobergrenze an, sondern auf die konkrete 

Sanktion, mit der die beschuldigte Person im Falle einer Anklageerhebung 

und Verurteilung zu rechnen hat (vgl. BGE 124 I 185 E. 2c). Falls das in 

Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposition der be-

troffenen Person eingreift, ist die Bestellung eines amtlichen Rechtsvertre-

ters grundsätzlich geboten. Droht zwar ein erheblicher, nicht aber ein be-

sonders schwerer Eingriff, müssen zur relativen Schwere des Eingriffs be-

sondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen 

die betroffene Person – auf sich allein gestellt – nicht gewachsen wäre. Als 

besondere Schwierigkeiten, die eine Verbeiständung rechtfertigen können, 

fallen auch in der betroffenen Person liegende Gründe in Betracht, insbe-

sondere deren Unfähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden 

(vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5.2). Auch familiäre Interessenkonflikte oder man-

gelnde Schulbildung können tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten 

begründen, welche insgesamt betrachtet, für die sachliche Notwendigkeit 

einer amtlichen Verteidigung sprechen. Bei offensichtlichen Bagatelldelik-

ten, bei denen nur eine Busse oder eine geringfügige Freiheitsstrafe in 

Frage kommt, hat die Bundesgerichtspraxis einen unmittelbaren verfas-

sungsmässigen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

 - 5 - 

 

 

verneint (BGE 128 I 225 E. 2.5.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_170/2013 

vom 30. Mai 2013 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). 

 

3.3. 

Die Kantonale Staatsanwaltschaft zieht in Betracht, bei Erhärtung des Tat-

verdachts gegen den Beschwerdeführer einen Strafbefehl mit einem Straf-

mass von weniger als vier Monaten zu erlassen (angefochtene Verfügung 

S. 2; Beschwerdeantwort S. 2). Hinsichtlich des zu erwartenden Strafmas-

ses darf sich die Beschwerdeinstanz nicht alleine auf die Einschätzung der 

Staatsanwaltschaft verlassen (Urteil des Bundesgerichts 1B_239/2021 

vom 20. August 2021 E. 2.3). Dies muss vorliegend umso mehr gelten, als 

– wie die Kantonale Staatsanwaltschaft selbst erklärt – das Strafverfahren 

noch nicht weit fortgeschritten ist und noch keine Einvernahme mit dem 

Beschwerdeführer durchgeführt wurde (Beschwerdeantwort, S. 2). Derzeit 

besteht laut Kantonaler Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass der Be-

schwerdeführer für inkriminierte Geldflüsse von ca. Fr. 13'000.00 sein 

Bank- bzw. Postkonto zur Verfügung gestellt hat, wobei weiter ermittelt 

wird, ob er seine Konten auch für andere Transaktionen als "Money Mule" 

verwendet hat (angefochtene Verfügung S. 2; Beschwerdeantwort S. 2).  

 

Neben den bereits von der Kantonalen Staatsanwaltschaft erwähnten Zah-

lungen von B._____, C._____ und D._____ im Umfang von insgesamt 

ca. Fr. 13'000.00 fallen bei Durchsicht der Konten des Beschwerdeführers 

weitere Transaktionen auf, insbesondere die Gutschrift vom 10. Okto-

ber 2023 über Fr. 39'271.05 mit der Mitteilung "aaa" und die Gutschrift vom 

13. Oktober 2023 über Fr. 37'174.14 mit der Mitteilung "bbb", jeweils auf 

das Privat Konto IBAN ccc des Beschwerdeführers (act. 5.1 0005 und 

0098). Abgesehen von der ungewöhnlichen Höhe fällt bei diesen Zahlun-

gen auf, dass sie dem Konto des Beschwerdeführers bereits kurz darauf, 

am 11. und 12. Oktober 2023 respektive am 16. Oktober 2023 wieder be-

lastet wurden, offenbar mittels Barbezug (act. 5.1 0005 f. und 0098 f.). Die 

Kantonale Staatsanwaltschaft erliess zu diesen beiden Zahlungen am 

11. März 2025 einen delegierten Ermittlungsauftrag an die Polizei 

(act. 1.4.1). Aus den Akten ergibt sich nicht, dass dieser Auftrag bereits 

abgeschlossen ist, weshalb davon ausgegangen wird, dass auch diese bei-

den Zahlungen unter dem Verdacht der Geldwäscherei stehen.  

 

Dadurch erhöht sich die Summe der potenziell gewaschenen Gelder von 

ca. Fr. 13'000.00 auf beinahe Fr. 90'000.00. Damit würde zwar die für ei-

nen schweren Fall nach Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB – neben der Bedin-

gung der Gewerbsmässigkeit – relevante Umsatzschwelle, welche bei 

Fr. 100'000.00 liegt (Urteil des Bundesgerichts 6B_199/2022 vom 25. April 

2022 E. 3.1), noch knapp nicht überschritten werden, jedoch taxierte das 

Obergericht des Kantons Aargau in der Vergangenheit Beträge von 

€ 64'000.00 (vgl. Urteil des Obergerichts SST.2022.119 vom 13. Oktober 

2022 E. 4.2) oder Fr. 34'336.04 (vgl. Urteil des Obergerichts SST.2022.310 

 - 6 - 

 

 

vom 23. Oktober 2023 E. 2.3.3) zumindest als erheblich. Da vorliegend 

noch keine Einvernahmen durchgeführt wurden und auch sonst anhand der 

Akten keine Schlüsse hinsichtlich der subjektiven Tatbestandsmerkmale 

gezogen werden können, scheint für die Bewertung, ob es sich um einen 

Bagatellfall handelt, der Deliktsbetrag umso entscheidender. Ob nach dem 

Gesagten bei einem Betrag von beinahe Fr. 90'000.00 weiterhin von einem 

Bagatellfall ausgegangen werden kann, scheint nicht gesichert. Zumindest 

kann aber nicht von einem offensichtlichen Bagatelldelikt gesprochen wer-

den.  

 

3.4. 

3.4.1. 

Hinsichtlich "Money Mule-Fällen" hat das Bundesgericht zuletzt ausgeführt, 

dass es nicht von der Hand zu weisen sei, dass der Tatbestand der Geld-

wäscherei tendenziell schwerer zu verstehen sei als andere Straftatbe-

stände. Ausserdem bestehe beim Phänomen "Money Mule" im Besonde-

ren nicht selten die Schwierigkeit, eventualvorsätzliches Handeln von be-

wusster Fahrlässigkeit abzugrenzen. Dies bringe eine erhöhte rechtliche 

Komplexität mit sich. Das Bundesgericht führte mit Blick auf die damalige 

Beschwerdeführerin – der es eine gewisse Prozesserfahrung aufgrund ih-

rer Vorstrafen attestierte – jedoch aus, dass nichtsdestoweniger die recht-

lichen Schwierigkeiten nicht derart gross scheinen würden, dass sie eine 

rechtliche Verbeiständung im Strafverfahren erfordern würden. Insbeson-

dere sei die Beschwerdeführerin gemäss unbestritten gebliebener Feststel-

lung der Vorinstanz in der Lage gewesen, sich in mehreren, teils detaillier-

ten Einvernahmen zu den Tatvorwürfen ausführlich und differenziert zu 

äussern, was zwangsläufig ein entsprechendes Verständnis voraussetze. 

Die Frage, ob sie einen Anwalt oder eine Anwältin beiziehen und die amtli-

che Verteidigung beantragen wolle, habe sie dabei jeweils ausdrücklich 

verneint und sie sei bereit gewesen, ohne anwaltliche Vertretung Aussagen 

zu machen. Sie sei zudem deutscher Muttersprache und in der Lage, Mit-

teilungen und Entscheide der Strafbehörden zu verstehen. Mit Blick auf das 

relativ geringe zu erwartende Strafmass dürfe somit von ihr erwartet wer-

den, auch die rechtlichen Schwierigkeiten des vorliegenden Straffalls sel-

ber zu bewältigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 7B_1092/2024 vom 

11. Februar 2025 E. 2.4.2).  

 

3.4.2. 

Neben der Deliktsumme, welche im Bundesgerichtsfall 7B_1092/2024 

Fr. 11'000.00 betrug, unterscheidet sich der vorliegende Fall in mehreren 

anderen Punkten.  

 

Der Beschwerdeführer mag zwar – wenn auch nicht im Zusammenhang mit 

Geldwäscherei – im polizeilichen System verzeichnet sein (act. 1.3.2 0014), 

sein Strafregisterauszug enthält aber – abgesehen vom vorliegenden Straf-

verfahren – keine Einträge (act. 2.1). Es muss daher davon ausgegangen 

 - 7 - 

 

 

werden, dass der Beschwerdeführer – im Gegensatz zum obenerwähnten 

Fall – keine Prozesserfahrung hat. Dies spiegelt sich auch in der bisherigen 

Prozessgeschichte wider. So reichte der Beschwerdeführer sein Siege-

lungsgesuch per E-Mail ein und musste daraufhin auf die Formvorschriften 

von Art. 110 StPO aufmerksam gemacht werden (act. 1.5.1 0002). Da der 

Beschwerdeführer im Entsiegelungsverfahren sodann innert Frist keine 

Stellungnahme einreichte, galt sein Siegelungsgesuch gemäss Art. 248a 

Abs. 3 StPO als zurückgezogen (act. 3.1 0007 ff.). Weiter richtete der Be-

schwerdeführer sein erstes Gesuch um amtliche Verteidigung bei einer un-

zuständigen Stelle und wiederum formungültig ein (act. 1.5.1 0006). Mit 

Eingabe vom 25. Juli 2025 an die Kantonale Staatsanwaltschaft bat der 

Beschwerdeführer sodann "das Gericht" um wohlwollende Prüfung seines 

Antrags auf amtliche Verteidigung. Dies als Reaktion auf die Verfügung 

vom 16. Juli 2025 des Obergerichts, mit welcher die Kantonale Staatsan-

waltschaft zur Beschwerdeantwort aufgefordert wurde. Aus dem unbedarf-

ten Vorgehen des Beschwerdeführers lässt sich schliessen, dass er über 

kein ausreichendes Verständnis zur selbstständigen Führung des vorlie-

genden Falls verfügt. Aus dem Fakt, dass der Beschwerdeführer überhaupt 

ein Siegelungsgesuch sowie ein Gesuch um eine amtliche Verteidigung 

stellte, lässt sich keine ausreichende Fähigkeit zur selbstständigen Pro-

zessführung ableiten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich dabei 

um Ratschläge "seines" Anwalts E._____ handelte (act. 1.5.1 0007). Das 

Vorliegen eines Mandatsverhältnis ist jedoch angesichts der Eingaben des 

Beschwerdeführers sowie der verpassten Frist im Entsiegelungsverfahren 

äusserst unwahrscheinlich.  

 

Hinzu kommt, dass der aus Q._____ stammende Beschwerdeführer grund-

sätzlich auf Englisch kommuniziert. Die jeweiligen Eingaben auf Deutsch 

scheinen mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms erstellt worden zu sein. 

Die Beschwerdeführerin im erwähnten Urteil des Bundesgerichts 

7B_1092/2024 war deutscher Muttersprache.  

 

Weiter konnte sich die Beschwerdeführerin im erwähnten Bundesgerichts-

fall bereits in mehreren, teils detaillierten Einvernahmen ausführlich und dif-

ferenziert zu den Tatvorwürfen äussern und hat dabei die Frage, ob sie den 

Beizug eines Anwalts wünsche oder eine amtliche Verteidigung beantragen 

wolle, verneint. Vorliegend wurde bislang jedoch noch keine Einvernahme 

durchgeführt. Gerade bei einem komplexeren Straftatbestand wie der Geld-

wäscherei und der in "Money Mule-Fällen" relevanten Unterscheidung zwi-

schen bewusster Fahrlässigkeit und Eventualvorsatz ist das Aussagever-

halten des Beschwerdeführers von Bedeutung. Umso wichtiger erscheint 

daher eine Besprechung mit einem Anwalt vor der ersten Einvernahme, um 

das Aussageverhalten, insbesondere die Frage wann und ob die Aussage 

verweigert werden soll, festzulegen (vgl. DAMIAN BOLL, "Verteidigung der 

ersten Stunde" gemäss schweizerischer StPO, in: ZStV – Zürcher Studien 

zum Verfahrensrecht, 2020, S. 107 ff. mit weiteren Hinweisen).  

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3.5. 

Zusammengefasst lässt sich zur Schwierigkeit des vorliegenden Falls sa-

gen, dass dem Beschwerdeführer ein komplexeres Delikt vorgeworfen 

wird, wobei insbesondere die Schwierigkeit, bewusste Fahrlässigkeit von 

eventualvorsätzlichem Handeln abzugrenzen, besteht. Zusätzlich handelt 

es sich – die Komplexität erhöhend – um Zahlungen von mehreren ver-

schiedenen Parteien, teilweise auch mit Auslandsbezug. So hat die Zah-

lung mit der Mitteilung "aaa" (vgl. E. 3.3) ihren Ursprung vermutlich in Eng-

land, was dadurch indiziert wird, dass es sich bei der in der Mitteilung ge-

nannten F._____ um ein englisches Unternehmen handelt und der eben-

falls in der Mitteilung genannte [...] – die ehemalige Adresse der F._____ – 

ebenfalls in England liegt (vgl. https://find-and-update.company-informa-

tion.service.gov.uk/[...]). Die Zahlung mit der Mitteilung "bbb" (vgl. E. 3.3) 

weist aufgrund der Währung und dass es sich um eine "SEPA-Standard"-

Zahlung (Single Euro Payments Area) handelt ebenfalls Auslandsbezug 

auf. Zudem wurde auch die E-Mail-Adresse, welche für den Betrug an 

B._____ benutzt wurde, in Nigeria erstellt (act. 1.3.1 0010 und 0021). Die 

ebengenannten Auslandsbezüge könnten das Verfahren weiter verkompli-

zieren. Selbst wenn dem Beschwerdeführer ein Dolmetscher bestellt 

würde, ist fraglich, inwieweit er in der Lage ist, ohne anwaltliche Unterstüt-

zung die Akten zu studieren, Beweisanträge zu stellen und bei den aufge-

worfenen Rechtsfragen seine Argumente gezielt vorzutragen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1B_654/2020 vom 22. März 2021 E. 2.5).  

 

3.6. 

Daraus ergibt sich, dass bis zu weiteren Erkenntnissen aus dem Ermitt-

lungsauftrag vom 11. März 2025 (act. 1.4.1) und einer Einvernahme die 

Voraussetzungen für eine amtliche Verteidigung, unter Vorbehalt der Mit-

tellosigkeit (vgl. E. 4), gegeben sind. Es ist an dieser Stelle daran zu erin-

nern, dass diese widerrufen werden kann, wenn nach Erfüllung des Ermitt-

lungsauftrags und Durchführung der Einvernahme die Voraussetzungen 

der amtlichen Verteidigung nicht mehr gegeben sind (Urteil des Bundesge-

richts 6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 6.3).  

 

4. 

4.1. 

Anders als eine amtliche Verteidigung i.S.v. Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO (not-

wendige Verteidigung) setzt eine amtliche Verteidigung i.S.v. Art. 132 

Abs. 1 lit. b StPO stets den Nachweis der finanziellen Bedürftigkeit voraus 

(BGE 139 IV 113 E. 5.1). Dabei obliegt es der Antrag stellenden Partei, ihre 

aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend aufzuzei-

gen und ihre finanziellen Verpflichtungen zu belegen. Kommt sie dieser Ob-

liegenheit nicht nach, ist der Antrag abzuweisen. An die klare und gründli-

che Darstellung der finanziellen Situation dürfen umso höhere Anforderun-

gen gestellt werden, je komplexer diese Verhältnisse sind (Urteil des Bun-

desgerichts 1B_245/2020 vom 23. Juli 2020 E. 3.5 mit weiteren Hinweisen). 

 - 9 - 

 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer führt aus, seine Einkünfte aus Temporärarbeit wür-

den für die Bezahlung eines Anwaltes nicht ausreichen, da er laufende Aus-

gaben wie Miete und Krankenkasse habe (Stellungnahme vom 

25. Juli 2025). Unterlagen, mit denen er seine Mittellosigkeit darlegt, reichte 

der Beschwerdeführer jedoch nicht ein. Zwar lässt sich aus den im Verfah-

ren liegenden Steuerunterlagen entnehmen, dass der Beschwerdeführer 

mittels Temporärarbeit ein vergleichsweise geringes Einkommen erzielt 

(act. 2.2), seiner Substantiierungspflicht kommt er damit jedoch nicht nach, 

zumal auch keine Nachweise seiner finanziellen Verpflichtungen vorliegen. 

Es ist daher nicht möglich, im vorliegenden Entscheid die vom Beschwer-

deführer behauptete Mittellosigkeit zu prüfen. 

 

4.3. 

Die Kantonale Staatsanwaltschaft führt in der Beschwerdeantwort aus, 

dass der Beschwerdeführer fehlende finanzielle Mittel geltend mache, aber 

diesbezüglich, soweit ihr bekannt sei, keinerlei Unterlagen eingereicht 

habe.  

 

Zwar obliegt es der gesuchstellenden Partei, ihre finanziellen Verhältnisse 

substanziiert darzulegen. Unbeholfene Rechtssuchende sind aber auf die 

zur Beurteilung eines Gesuchs erforderlichen Angaben und Unterlagen so-

wie die Folgen ihrer Säumigkeit hinzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 

5A_783/2022 vom 25. Januar 2023 E. 2.1.2). Dass die Kantonale Staats-

anwaltschaft den Beschwerdeführer zur Einreichung aussagekräftiger Un-

terlagen aufgefordert hätte, wird von ihr nicht behauptet. Folglich kann das 

Gesuch derzeit nicht, wie von ihr mit Beschwerdeantwort offenbar gemeint, 

mangels Substantiierung abgewiesen werden.  

 

Die angefochtene Verfügung ist daher in teilweiser Gutheissung der Be-

schwerde aufzuheben und die Sache ist zur Neubeurteilung an die Kanto-

nale Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.  

 

5. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss auf die 

Staatskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO). Entschädigungen sind 

keine auszurichten. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Verfügung der Kantonalen Staatsanwaltschaft vom 8. Juli 2025 wird in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und die Sache zum 

neuen Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Kantonale Staatsanwalt-

schaft zurückgewiesen. 

 - 10 - 

 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 16. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Richli F. Steiner