# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fff6c05c-145a-5b3f-9bbe-a1b4720545b4
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-02
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 02.05.2024 V 2024 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2024-48_2024-05-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

DIE HAFTRICHTERIN

V E R F Ü G U N G  vom 2. Mai 2024  [rechtskräftig]

in Sachen

Amt für Migration des Kantons Zug
Antragsteller

gegen

A.________, c/o Strafanstalt Zug
Abteilung Ausschaffungshaft, An der Aa, 6301 Zug
Antragsgegner

betreffend

Überprüfung der Anordnung der Ausschaffungshaft
(Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c sowie
Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG)

V 2024 48

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Haftrichterverfügung 2024 48

A. A.________, geboren 1987, nigerianischer Staatsangehöriger, reiste am 26. Ok-
tober 2020 von Italien herkommend illegal in die Schweiz ein und reichte am gleichen Tag 
im Bundesverfahrenszentrum Zürich ein Asylgesuch ein. Am 19. April 2021 wurde er für 
die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Zug zugewiesen. In der Folge wurde festge-
stellt, dass er am 4. Mai 2016 in Italien schon um Asyl ersucht hatte und er als Flüchtling 
anerkannt wurde. Mit (rechtskräftiger) Verfügung vom 28. Mai 2021 trat das SEM auf das 
Asylgesuch nicht ein und wies ihn aus der Schweiz weg. Der Kanton Zug wurde mit dem 
Vollzug der Wegweisungsverfügung beauftragt. Am 4. Oktober 2021 wurde er im Auftrag 
des Amtes für Migration des Kantons Zug (AFM) gestützt auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG 
in Ausschaffungshaft genommen, welche in der Folge richterlich bis vorläufig 3. Januar 
2022 bestätigt wurde. Am 22. Oktober 2021 erliess das Staatssekretariat für Migration 
SEM gegen A.________ ein Einreiseverbot in das schweizerische und liechtensteinische 
Gebiet sowie die Schengen-Staaten, geltend vom 27. Oktober 2021 bis 26. Oktober 2025. 
Am 25. April 2024 reiste er von Italien herkommend illegal in die Schweiz ein. Er trug keine 
Ausweispapiere auf sich und wurde daraufhin wegen Widerhandlung gegen das Auslän-
der- und Integrationsgesetz verhaftet und in das Gefängnis Zürich West verbracht, wo er 
eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüssen musste. Am 29. April 2024 wurde er entlassen und 
nach Zug überführt und gleichentags auftrags des AFM in Ausschaffungshaft genommen. 
Am 1. Mai 2024 eröffnete das Amt ihm die auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art, 75 Abs. 
1 lit. c sowie Art, 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG gestützte Haft und am 2. Mai 2024 formell sei-
ne Wegweisung.  

B. Am 30. April 2024 ersuchte das AFM das Verwaltungsgericht um Prüfung der 
Haftanordnung und um Bestätigung der Haft für die Dauer von drei Monaten.

C. Am 2. Mai 2024, 14:00 Uhr, fand in Anwesenheit des Antraggegners und des Ver-
treters des AFM die gesetzlich vorgeschriebene mündliche Verhandlung unter Mitwirkung 
eines Dolmetschers statt. Das Protokoll und die Tonaufnahme der Verhandlung einsch-
liesslich der mündlichen Eröffnung des Entscheides stehen den Parteien bis zum Eintritt 
der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zur Verfügung. 

Die Haftrichterin erwägt:

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1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) sind die 
Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch ei-
ne richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen. Kantonale 
richterliche Behörde im Sinne des AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner Mit-
te den Haftrichter oder die Haftrichterin bezeichnet (§ 5 des Einführungsgesetzes zum 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und zum Asylgesetz [EG AuG, 
BGS 122.5] i.V.m. § 56 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG, BGS 162.1] 
und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichts [GO VG, BGS 
162.11]). Der Antragsgegner befindet sich auf Anordnung des AFM gestützt auf Art. 76 
AIG seit 29. April 2024, 09:00 Uhr, in Ausschaffungshaft. Mit Durchführung der richterli-
chen Haftüberprüfung am 2. Mai 2024, 14:00 Uhr, und unmittelbar anschliessender Ent-
scheideröffnung ist die gesetzliche Frist für die Haftüberprüfung gewahrt. 

2. Die zuständige Behörde kann einen Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs ei-
nes Weg- oder Ausweisungsentscheides in Ausschaffungshaft nehmen, soweit die Vor-
aussetzungen von Art. 76 AIG erfüllt sind. Danach ist erforderlich, dass ein erstinstanzli-
cher, nicht notwendigerweise auch ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsentscheid 
vorliegt, dessen Vollzug (z.B. wegen fehlender Reisepapiere, Unklarheiten bezüglich Iden-
tität usw.) noch nicht möglich, jedoch absehbar ist. Zudem muss einer der in Art. 76 Abs. 1 
lit. b Ziff. 1–5 AIG genannten Haftgründe gegeben sein. Namentlich stellt die Missachtung 
eines Einreiseverbotes einen Haftgrund dar (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 mit Verweis auf Art. 
75 Abs. 1 lit. c AIG). Sodann muss die Haft verhältnismässig und die Ausschaffung recht-
lich und tatsächlich möglich sein (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG). Auf Seiten der Behörden sind 
die für den Vollzug der Wegweisung notwendigen Vorkehrungen (wie Identitäts- und Her-
kunftsabklärungen, Papierbeschaffung) umgehend zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AIG, Be-
schleunigungsgebot; vgl. zum Ganzen etwa BGer 2C_37/2023 vom 16. Februar 2023 
E. 3.1.1 mit Hinweisen). Schliesslich sind die gesetzlichen Anforderungen an die Haftbe-
dingungen zu beachten (z.B. geeignete Räume, geeignete Beschäftigung; vgl. Art. 81 Abs. 
2 AIG). Der Betroffene muss überdies hafterstehungsfähig sein.

3. Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, ist u.a. ein 
Haftgrund gegeben, wenn eine ausländische Person trotz Einreiseverbot das Gebiet der 
Schweiz betritt und nicht sofort weggewiesen werden kann (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 
i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG) oder ihr bisheriges Verhalten darauf schliessen lässt, dass 
sie sich behördlichen Anordnungen widersetzt. 

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3.1 Der Antragsgegner ist in Italien als Flüchtling anerkannt und besitzt dort – mut-
masslich immer noch – ein Aufenthaltsrecht. Sein im Jahr 2021 in der Schweiz trotz seines 
Aufenthaltsrechts gestelltes Asylgesuch wurde mit Verfügung des SEM vom 28. Mai 2021 
rechtskräftig abgewiesen und er wurde aus der Schweiz weggewiesen. Da er seiner Aus-
reisepflicht nicht nachkam, er behördliche Anordnungen regelmässig nicht befolgte und 
straffällig wurde, dann auch untertauchte, wurde er, als er am 3. Oktober 2021 in Zürich 
aufgegriffen werden konnte, in Ausschaffungshaft genommen, welche damals bis 3. Janu-
ar 2022 bestätigt wurde (Verfahren V 2021 76). In der Folge konnte er nach Italien ausge-
schafft werden. Am 25. April 2024 reiste er trotz geltendem Einreiseverbot illegal und ohne 
Ausweispapiere in die Schweiz ein. Nachdem seine Identität von der Tessiner Polizei ge-
klärt werden konnte, wurde er nach Zürich überführt, wo er dann bis 29. April 2024 im Ge-
fängnis Zürich West eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüssen musste. Im Kanton Tessin wurde 
gegen ihn ein Strafverfahren ihn wegen Verletzung des AIG (Illegaler Grenzübertritt resp. 
illegale Einreise) eingeleitet. Am 2. Mai 2024 verfügte das AFM die Wegweisung des An-
tragsgegners und eröffnete sie ihm formell.

3.2 An der Haftrichterverhandlung vom 2. Mai 2024 bestätigte der Antragsgegner die 
schon aus dem letzten Verfahren bekannten Personalien. Neu sei, dass er mit einer Le-
benspartnerin eine zweijährige Tochter in Como habe. Bis zu seinem Gefängnisaufenthalt 
in Italien habe er mit dieser Frau in ihrem Haus zusammengewohnt. Eine eigene Unter-
kunft in Italien habe er nicht. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis habe er seine 
Familie in Como suchen wollen. Er habe sein Gepäck, worin sich auch seine Ausweispa-
piere befänden, in einem Kiosk in Mailand zurückgelassen. Er sei krank, müsse deswegen 
Medikamente einnehmen, und sei damals verwirrt, crazy gewesen. Er sei dann in einen 
Zug nach Como eingestiegen, eingeschlafen und in Chiasso geweckt worden. Er habe nie 
in die Schweiz reisen wollen; das sei einfach so passiert. Er habe in der Strafanstalt ges-
tern eine Spritze bekommen wegen seiner psychischen Erkrankung, aber sie wirke nicht. 
Er könne nicht essen, da er seine Tochter sehen wolle. Sein Anwalt in Italien habe ihn be-
reits gesucht, da er seine Medikamente nicht abgeholt habe. Er habe aus dem Gefängnis 
in der Schweiz keinen Kontakt mit seiner Freundin aufgenommen. Auch sein Anwalt in Ita-
lien habe sie nicht finden können. Er sei mittellos. Er bitte um Entlassung und er werde in-
nert einer Stunde die Schweiz in Richtung Italien verlassen.

3.3 Der Vertreter des Antragstellers erklärte an der Haftrichterverhandlung, dass die 
Voraussetzungen für die Ausschaffungshaft für den Antragsgegner erfüllt seien. Mit der 

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Verletzung des Einreiseverbotes habe er einen Haftgrund gesetzt. Ein Strafverfahren sei 
im Tessin hängig, so dass auch davon auszugehen sei, dass er sich behördlichen Anwei-
sungen widersetzen würde. Im Falle einer Entlassung wäre mit seinem sofortigen Unter-
tauchen zu rechnen. Die Identität des Antragsgegners sei geklärt. Da aber keine Ausweise 
vorhanden seien, sei nicht gesichert, dass er immer noch über ein Aufenthaltsrecht in Itali-
en verfüge. Das Rückübernahmegesuch sei in Italien bereits deponiert. Erfahrungsgemäss 
sei mit fünf Arbeitstagen zu rechnen, bis eine Antwort eintreffe, und weiteren fünf Arbeits-
tagen, bis die Rücküberstellung vollzogen werden könne. An der beantragten Bestätigung 
der Haft für drei Monate werde aber festgehalten für den Fall, dass Italien einer Rücküber-
nahme nicht zustimmen würde. Der Antragsgegner habe nach einer Arztvisite am Dienst-
tag am Mittwoch einen Psychiater sehen können und eine Depotspritze bekommen. Die 
Hafterstehungsfähigkeit sei gegeben. Die weitere Haft werde in Zürich (ZAA) vollzogen 
werden, wohin er am Freitagvormittag, am 3. Mai 2024, gebracht werde.  

3.4 In Würdigung der Akten der Akten und der Aussagen der Parteien ergibt sich, 
dass vorliegend mit der Verletzung des Einreiseverbotes der Haftgrund gemäss Art. 76 
Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG gegeben ist. Der Haftgrund von Art. 76 
Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG dürfte auch gegeben werden, bot der Antragsgegner doch an, im 
Falle seiner Entlassung sofort zu verschwinden, dies notabene ohne finanzielle Mittel und 
ohne gültige Identifikationspapiere.  

4. Die Ausschaffungshaft stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit des 
Betroffenen dar. Anordnung und Aufrechterhaltung sind daher nur zulässig, wenn sie dem 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit und Angemessenheit zu genügen. Der Antragsgegner 
hat keine rechtlich zu beachtende Beziehung zur Schweiz. Ab dem 3. Mai 2024 wird die 
weitere Haft im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA) vollzogen, wel-
ches die Vorgaben gemäss Art. 81 Abs. 2 AIG erfüllt. Er hat bekannte gesundheitliche 
Probleme, doch ist die ärztliche Versorgung in der Strafanstalt gewährleistet. Er ist somit 
hafterstehungsfähig. Das AFM hat in Nachachtung des Beschleunigungsgebotes bereits 
das Rücknahmeverfahren mit Italien eingeleitet. Sofern sein Aufenthaltsrecht noch gege-
ben ist – und davon ist auszugehen – sollte seine Haft nur kurz dauern. Mildere Mittel an-
stelle der Haft zur Sicherstellung der Wegweisung sind keine ersichtlich. In Berücksichti-
gung aller Aspekte und des gewichtigen Interesses der Schweiz – wie auch der anderen 
Staaten – an einer geordneten und kontrollierten Ausreise erweist sich die Haft und deren 
beantragte Dauer von drei Monaten als verhältnismässig. Da alle gesetzlichen Vorausset-

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zungen erfüllt sind, wird die Ausschaffungshaft antragsgemäss für die Dauer von drei Mo-
naten bis 28. Juli 2024 bestätigt. 

5. Der Antragsgegner wird in Nachachtung von § 10 Abs. 2 EG AuG abschliessend 
darauf hingewiesen, dass er gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG das Recht hat, einen Monat nach 
der Haftüberprüfung beim Haftrichter ein Haftentlassungsgesuch einzureichen. Über die-
ses Gesuch wäre wiederum aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu entscheiden.

6. Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der 
Regel keine Verfahrenskosten erhoben. 

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Die Haftrichterin verfügt:
___________________

1. Die vom Amt für Migration angeordnete Ausschaffungshaft wird vorläufig für drei 
Monate, d.h. bis zum 28. Juli 2024, bestätigt.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen seit der schriftlich begründeten Mit-
teilung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung in schriftlich begründeter Form (nach vorgängiger mündlicher Eröffnung 
des Dispositivs und der wesentlichen Entscheidgründe unmittelbar im Anschluss 
an die Verhandlung) an:

- A.________, c/o Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA) in 
Zürich (Zustellung an die Direktion zur Aushändigung und mit der Bitte um 
Rücksendung der separaten Empfangsbescheinigung)

- Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA), Zürich (im Dispositiv)
- Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, 6301 Zug 
- Staatssekretariat für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern.

Zug, 2. Mai 2024
Die Haftrichterin

lic. iur. Jacqueline Iten-Staub

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