# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c0cb26c-917a-5bf9-9126-63bf2aabe664
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.08.2011 RR.2011.124
**Docket/Reference:** RR.2011.124
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2011-124_2011-08-22

## Full Text

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 Abs. 1 IRSG).
Kontosperre (Art. 33a IRSV). Verspäteter Eingang Kostenvorschuss.
;;Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 Abs. 1 IRSG).
Kontosperre (Art. 33a IRSV). Verspäteter Eingang Kostenvorschuss.
;;Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 Abs. 1 IRSG).
Kontosperre (Art. 33a IRSV). Verspäteter Eingang Kostenvorschuss.
;;Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 Abs. 1 IRSG).
Kontosperre (Art. 33a IRSV). Verspäteter Eingang Kostenvorschuss.

Entscheid vom 22. August 2011  
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Roy Garré,  
Gerichtsschreiberin Marion Schmid  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Müller, 
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

STAATSANWALTSCHAFT I DES KANTONS ZÜ-
RICH, 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen  an 
Deutschland  
 
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 Abs. 1 IRSG); 
Kontosperre (Art. 33a IRSV); verspäteter Eingang 
Kostenvorschuss 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2011.124 sowie RP.2011.31 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 
- die Staatsanwaltschaft Köln gegen B. ein Strafverfahren führt wegen Men-

schenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, räuberischer Erpres-
sung, gefährlicher Körperverletzung sowie Steuerhinterziehung etc.; 

 
- die Staatsanwaltschaft Köln mit Rechtshilfeersuchen vom 8. März sowie 

4. April 2011 an die Schweiz gelangte und um Bankenermittlung bei der Bank 
C. AG hinsichtlich B. für die Zeit ab Juli 2008 bis dato sowie um Sperrung von 
dessen Vermögenswerten ersuchte; 

 
- die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich mit Eintretens- und Zwischenver-

fügung vom 12. April 2011 eine Aktenedition sowie Kontensperre bezüglich 
der Konten mit der Stammnr. 1, lautend auf B., sowie der Stammnr. 2, lau-
tend auf A., bei der Bank C. AG anordnete; die Bank C. AG am 19. April 2011 
die geforderten Bankunterlagen übermittelte und die massgeblichen Kunden-
beziehungen sperrte; 

 
- die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich mit Schlussverfügung vom 

21. April 2011 die Herausgabe von Unterlagen der vorgenannten Konten ver-
fügte sowie die angeordnete Kontensperre bestätigte (act. 1.2); 

 
- A. mit Beschwerde vom 1. Juni 2011 an die II. Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts gelangte und die vollumfängliche Aufhebung der Ziffer 1 so-
wie Ziffer 2 lit. b sowie die Aufhebung der Ziffern 3 bis 5 – soweit er be-
schwert sei – der Schlussverfügung beantragt, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (act. 1); 

 
- der Beschwerdeführer am 7. Juni 2011 eingeladen wurde, bis zum 20. Ju-

ni 2011 einen Kostenvorschuss von CHF 7'000.-- zu leisten und darauf auf-
merksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht einge-
treten wird, die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn 
der Betrag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post  
übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden 
ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG) und die Rechtzei-
tigkeit im Zweifelsfall vom Pflichtigen zu beweisen ist (act. 3);  

 
- bei einer im Ausland getätigten Überweisung massgebend ist, dass das Geld 

innert Frist an die Schweizerische Post gelangt (KATHRIN AMSTUTZ/PETER 
ARNOLD in NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER, Basler Kommentar, Bundesge-
richtsgesetz, Basel 2008, Art. 48 N. 27; Urteil des Bundesgerichts 

- 3 - 

 

 

1C_93/2011 vom 19. April 2011, E. 2.3); das Risiko der verspäteten Belas-
tung, etwa bedingt durch eine Informatikpanne, die zahlungspflichtige Partei 
zu tragen hat (vgl. URS PETER CAVELTI in AUER/MÜLLER/SCHINDLER, Kom-
mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 
2008, Art. 21 N. 21; KATHRIN AMSTUTZ/PETER ARNOLD a.a.O., Art. 48 N. 29 
m.w.H.); 

 
- dem Beschwerdeführer die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses unter 

zwei Malen bis zum 12. Juli 2011 verlängert wurde (act. 4, 5); 
 

- dem Konto des Bundesstrafgerichts mit Valutadatum vom 26. Juli 2011 
CHF 7'000.-- als Kostenvorschuss im vorliegenden Verfahren gutgeschrieben 
wurden (act. 8); dieser Betrag aufgrund eines Buchungsfehlers erst am 
19. Juli 2011 bei der deutschen Bank D. einbezahlt worden sein soll 
(act. 7.3); das, angeblich von der deutschen Bank D. ausgestellte Schreiben 
vom 19. Juli 2011 (act. 7.2) keine fristwahrende Wirkung hat, da gemäss der 
oben zitierten Lehre das Risiko eines solchen Fehlers ohnehin die zahlungs-
pflichtige Person zu tragen hat, und der Beschwerdeführer den verlangten 
Kostenvorschuss somit nicht innert der ihm angesetzten Frist bezahlt hat; 

 
- der Beschwerdeführer am 4. Juli 2011 zwar ein Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung gestellt hat und ihm die Frist zur Einreichung des betreffen-
den Formulars und der notwendigen Unterlagen bis zum 25. Juli 2011 ge-
währt wurde (RP.2011.31 act. 1, 2); diese Frist – welche in keinem Zusam-
menhang mit derjenigen zur Bezahlung des Kostenvorschusses steht – bis 
zum 4. August 2011 verlängert wurde (RP.2011.31 act. 4); der Beschwerde-
führer mit Schreiben vom 4. August 2011 das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege zurückgezogen hat (RP.2011.31 act. 5); dieses somit als ge-
genstandslos geworden abzuschreiben ist; 

 
- aufgrund des zu spät geleisteten Kostenvorschusses und des Rückzugs des 

Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege auf die Beschwerde androhungs-
gemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 lit. b 
StBOG); 

 
- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterliegende 

Partei zu gelten und grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hat 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 lit. b StBOG); für die Berechnung 
der Gerichtsgebühr das Reglement des Bundesstrafgerichts vom 31. Au-
gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstraf-
verfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung gelangt (Art. 53 Abs. 2 
lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR); 

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die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 5 und 8 
Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des (verspätet) geleisteten Kostenvor-
schusses von Fr. 7'000.--; die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem 
Beschwerdeführer den Restbetrag von Fr. 6'500.-- zurückzuerstatten. 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos ge-

worden abgeschrieben. 
 
3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un-

ter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 7'000.--. Die 
Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den Be-
trag von Fr. 6'500.-- zurückzuerstatten. 

 
 

Bellinzona, 22. August 2011 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:      Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Rolf Müller 
- Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).