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**Case Identifier:** 574854e5-4597-5d86-83a3-987b3e07130d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.02.2024 720 2023 264 / 34 (720 23 264 / 34)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2023-264---34_2024-02-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. Februar 2024 (720 23 264 / 34)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen ist keine erhebliche Verände-

rung des Gesundheitszustands im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin  
Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A.a Die 1964 geborene A.____ meldete sich erstmals mit Gesuch vom 16. September 
1997 unter Hinweis auf chronische Kopfschmerzen und Migräne bei der Eidgenössischen Inva-
lidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesund-
heitlichen Verhältnisse sprach ihr die vormals zuständige IV-Stelle Basel-Stadt mit Verfügung 
vom 17. November 1998 rückwirkend ab 1. August 1997 eine halbe IV-Rente gestützt auf einen 

 

 
 
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Invaliditätsgrad von 50% zu. Im Rahmen von Revisionen wurde die halbe Rente mit Mitteilun-
gen vom 12. September 2000, 30. August 2002 und 23. April 2004 jeweils bestätigt. 
 
A.b Im Zuge einer weiteren Revision gab die Versicherte im entsprechenden Fragebogen 
vom 4. September 2007 an, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe. Sie habe 
dauernd Kopfschmerzen, teilweise Migräne und bei Belastung Schmerzen in der rechten Hand. 
Mit Verfügung vom 22. März 2010 verneinte die IV-Stelle Basel-Stadt einen Anspruch auf eine 
höhere Invalidenrente. Die dagegen geführte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht 
X.____ mit Urteil vom 10. November 2010 (IV.2010.59) ab, wobei es den Invaliditätsgrad auf 
58% festlegte.  
 
A.c In einem weiteren Revisionsgesuch vom 12. Januar 2016 wies die Versicherte darauf 
hin, dass sie seit kurzem wegen schmerzhafter Arthrose in ärztlicher Behandlung sei. Mit Ver-
fügung vom 20. Februar 2017 wurde eine Erhöhung der Invalidenrente erneut abgelehnt, mit 
der Begründung, dass eine körperlich leichte bis maximal mittelschwere wechselbelastende 
vorwiegend sitzende Tätigkeit weiterhin im Rahmen von 50% zumutbar sei und der Invaliditäts-
grad nach wie vor 58% betrage.  
 
Am 7. Januar 2020 teilte die Versicherte der nunmehr zuständigen IV-Stelle Basel-Landschaft 
(IV-Stelle) mit, dass sie in einer gesundheitlich schlechten Verfassung sei. Zur Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhalts veranlasste die IV-Stelle insbesondere ein polydisziplinäres 
Gutachten bei der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH (MEDAS), welches am 1. September 
2022 erstattet wurde. Mit Verfügung vom 15. August 2023 verneinte sie eine Erhöhung des 
Rentenanspruchs. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, mit Eingabe vom 28. August 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Verfügung der 
Beschwerdegegnerin sei aufzuheben und diese sei zu verurteilen, ab 20. Februar 2020 eine 
ganze Invalidenrente zu bezahlen; Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, den 
rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt neu abzuklären; unter o/e-Kostenfolge. Zur Be-
gründung führte sie im Wesentlichen an, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustands 
auf der Basis des Gutachtens der MEDAS ausgewiesen sei. Dem Gutachten zufolge bestehe 
zwar aufgrund der Kopfschmerzproblematik und der Fatigue eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. 
Gemäss gutachterlicher Beurteilung sei die Fatigue-Symptomatik indessen zur ursprünglich 
invalidisierenden Symptomatik hinzuzurechnen, womit sich bei korrekter Umsetzung der Beur-
teilung eine Arbeitsunfähigkeit von 80% ergebe. Damit resultiere ein Anspruch auf eine ganze 
Rente.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. September 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
  

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiter-
entwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 
1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grund-
sätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der Fassung gültig ab dem 1. Januar 2022 Anwendung. Be-
trifft die Verfügung über die Revision des Invaliditätsgrads eine versicherte Person, welche – 
wie im vorliegenden Fall – am 1. Januar 2022 das 55. Altersjahr vollendet hat, finden bis zum 
Erlöschen oder der Aufhebung des Rentenanspruchs immer die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der IVV in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 Anwendung (Kreisschreiben 
über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, 
Rz. 9103; Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des linearen Ren-
tensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Die Bestimmungen werden im 
Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% inva-
lid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Vier-
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Inva-
liditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 

 

 
 
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Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes-
gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier-
ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden 
entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von 
leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentia-
len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig 
von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs-
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, 
wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 
mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3. Streitig und zu prüfen ist die revisionsweise Bestätigung der bisher ausgerichteten hal-
ben Rente. 
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenrenten für die Zukunft zu erhöhen, 
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch er-
heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch 
zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund-
heitszustandes der versicherten Person, wobei die reale Veränderung eines medizinischen 
Sachverhalts von einer bloss nur nominellen Differenz zu unterscheiden ist. Darüber hinaus ist 
eine Rente aber auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 
mit Hinweisen). Es obliegt dem Versicherungsträger, eine erhebliche Veränderung des Invalidi-
tätsgrades nachzuweisen, wenn er eine Rente reduzieren oder aufheben will (SVR 2014 UV 
Nr. 7 S. 21). Hintergrund bildet der Umstand, dass der Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 
ATSG) die Verwaltung verpflichtet, von Amtes wegen Gründe für und gegen das Vorliegen oder 
Fehlen eines Sachumstands heranzuziehen (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.2). Ist eine anspruchser-
hebliche Änderung des Sachverhalts mit Blick auf eine revisionsweise Änderung einer zuvor 
zugesprochenen Versicherungsleistung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit erstellt (BGE 129 V 177 E. 3.1), bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen 
Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2013, 
8C_48/2013, E. 2.4). 
 
3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen un-
veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf ei-
ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von 
revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Dabei ist zu beachten, 
dass eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte 
Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, meist auf eine unterschiedliche Ausübung des 
medizinischen Ermessens zurückzuführen ist (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesge-
richts vom 12. Dezember 2012, 8C_549/2012, E. 2.3). Dabei ist weiter zu berücksichtigen, dass 

 

 
 
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auch eine Veränderung von versicherungsmedizinischen Beurteilungsparametern zu einer ab-
weichenden ärztlichen Schlussfolgerung führen kann (SVR 2012 IV Nr. 18 E. 4.1 mit Hinweisen; 
Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2012, 8C_459/2012, E. 4.2.1).  
 
3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des 
Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts-
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk-
ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht 
(BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Vorliegend beurteilt sich die Frage, 
ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise 
Erhöhung der bis anhin ausgerichteten halben Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachver-
halts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung vom 22. März 2010 (bestätigt durch das Urteil des So-
zialversicherungsgerichts X.____ vom 10. November 2010) bestanden hatte, mit demjenigen im 
Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 15. August 2023.  
 
4.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische 
Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. In der Folge werden in-
dessen lediglich entscheidrelevante Arztberichte und Gutachten wiedergegeben: 
 
4.2.1 Im vorliegend massgebenden Referenzzeitpunkt (Verfügung vom 22. März 2010) stand 
das polydisziplinäre Gutachten der medizinischen Poliklinik des Spitals B.____ vom 19. August 
2008 im Zentrum der medizinischen Beurteilung.  
 
Im rheumatologischen Teilgutachten vom 19. April 2008 wurden als Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch-rezidivierendes zervikovertebrales Schmerzsyndrom mit 
intermittierenden nuchalen Verspannungen sowie belastungsabhängige Handbeschwerden 
unspezifischer Natur erhoben. Die Explorandin leide seit der Jugend an Migränebeschwerden. 
Neu bestünden seit 2006 belastungsabhängige Handbeschwerden rechts. Neben den bekann-
ten, von okzipital nach frontal ausstrahlenden, teils hemisphärischen Kopfschmerzen und Mig-
ränebeschwerden bestünden undulierende Schulter-/Nackenschmerzen, welche parallel zur 
Kopfschmerzsymptomatik auftreten würden. Aus muskuloskelettärer Sicht fänden sich wenig 
Auffälligkeiten. Aufgrund der angegebenen Beschwerden und bei grenzwertig-signifikanter 
Asymmetrie des unteren Achsenskeletts sei eine etwas reduzierte Belastbarkeit des Bewe-
gungsapparats zuzuerkennen, ansonsten bestehe keine signifikante Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit. Für körperlich schwere Tätigkeiten sowie für ausgesprochen das obere Achsenskelett 
und den Schultergürtel belastende Tätigkeiten bestehe nach wie vor eine volle Arbeitsunfähig-
keit. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (ohne monotone Körperhaltungen, ohne ausge-
sprochen schultergürtelbelastende Tätigkeiten, ohne vorwiegend überkopf zu verrichtende Ar-
beiten, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 7 bis 10 kg, ohne 
feinmotorisch oder repetitiv greifend zu verrichtende Tätigkeiten) bestehe eine volle Arbeitsfä-
higkeit. 
 

 

 
 
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Im neurologischen Teilgutachten vom 8. August 2008 wurden eine Migräne ohne Aura sowie 
ein zervikozephales Schmerzsyndrom mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp erhoben. Die 
Explorandin leide etwa seit dem 15. Lebensjahr unter im Verlauf täglich auftretenden teilweise 
heftigsten Kopfschmerzen. Eine stationäre neurologische Abklärung habe keine Hinweise für 
einen sekundären Kopfschmerz ergeben. Nachdem sich verschiedene Therapieversuche als 
wirkungslos erwiesen hätten, sei der Explorandin per August 1997 eine halbe Rente zugespro-
chen worden. Im Verlauf der Jahre habe die Kopfschmerzintensität kontinuierlich abgenommen. 
Rund einmal pro Monat erfolge während circa 24 Stunden eine Schmerzexazerbation, die im-
mobilisierend wirke und maximal 24 Stunden andaure. Sonstige migränetypische Begleiter-
scheinungen im Sinne von Flimmerskotomen oder eine ausgeprägte Licht- und Lärmempfind-
lichkeit seien bisher nicht aufgetreten. Die aktuelle klinisch-neurologische Untersuchung sei 
unauffällig ausgefallen. Einzig im Bereich der nuchalen Muskulatur fänden sich beidseits leicht-
gradige Myogelosen als Ausdruck des chronisch-rezidivierenden HWS-Syndroms. Somit be-
stünden auch aktuell täglich Kopfschmerzen, welche jedoch dem Spannungstyp bzw. differen-
zialdiagnostisch einem zervikozephalen Schmerzsyndrom entsprechen würden. Aufgrund des 
Schmerzerlebens im Rahmen der täglich bestehenden Kopfschmerzen sei die Explorandin für 
jegliche Tätigkeit zu 20% eingeschränkt.  
 
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 4. März 2009 diagnostizierte Dr. med. C.____, FMH Psy-
chiatrie und Psychotherapie, eine Neurasthenie bei chronischem Kopfschmerzsyndrom (ICD-10 
F48.0). Hierzu wurde im Wesentlichen festgehalten, dass es sich eher um eine etwas diffuse 
Symptomatik handle. Hinweise auf ein relevantes depressives Geschehen würden sich nicht 
finden lassen, auch wenn nachvollziehbar sei, dass die Explorandin teilweise unter Stimmungs-
schwankungen leiden würde, insbesondere bei längeren Schmerzphasen, oder wenn sie länge-
re Zeit durch die Kopfschmerzen eingeschränkt sei. Aufgrund der Neurasthenie könne aus psy-
chiatrischer Sicht eine gewisse Leistungseinschränkung nachvollzogen werden, indem die Be-
schwerdeführerin verlangsamt sei und einen erhöhten Pausenbedarf aufweise. Diese Ein-
schränkung würde bei einem Ganztagespensum etwa 30% ausmachen. Die Beschwerdeführe-
rin dürfe keine zu komplexen Tätigkeiten durchführen, insbesondere nicht eine zu grosse Ei-
genverantwortung tragen und keine Arbeit mit zu grossem Publikumsverkehr ausüben. Es sei 
anzunehmen, dass sie diesen Belastungen nicht gewachsen wäre. Grundsätzlich sei eine klar 
überschaubare Tätigkeit möglich. Auch die erlernte Tätigkeit als zahnmedizinische Assistentin 
sei zumutbar. 
 
4.2.2 Am 7./12. August 2009 erfolgte ferner einer Expertise in der Rheumatologischen Uni-
versitätsklinik des Spitals D.____. Im entsprechenden Bericht wurde ein chronisches zerviko- 
und lumbovertebrales Schmerzsyndrom diagnostiziert. In der Gesamtschau aller Befunde finde 
sich ein generalisiertes Schmerzsyndrom ohne klinisches oder radiologisches Korrelat. Die 
Schmerzzustände würden sich unter Belastung verstärken. Für leichte bis mittelschwere Tätig-
keiten könne aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100% angenommen wer-
den.  
 
4.2.3 Der damalige Behandler Dr. med. E.____, FMH Neurologie, attestierte der Versicher-
ten bei der Diagnose einer chronifizierten Migräne ohne Aura in seinen Berichten demgegen-

 

 
 
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über mehrheitlich eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit 
(vgl. hierzu etwa ausführlich Berichte vom 20. Juli 2007, IV-act. 22, S. 4 ff., vom 5. Januar 2009, 
IV-act. 52, S. 3 f., und vom 15. Februar 2010, IV-act. 76, S. 2).  
 
4.3 Gestützt auf die vorstehend zitierte medizinische Aktenlage stellte die vormals zustän-
dige IV-Stelle Basel-Stadt auf das arithmetische Mittel zwischen der gemäss polydisziplinärem 
Gutachten der medizinischen Poliklinik vom 19. August 2008 attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
20% und der seitens Dr. E.____ attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50%, mithin auf eine Ein-
schränkung von insgesamt 35% ab. Anhand dieser Grundlage errechnete sie in ihrer Verfügung 
zwar einen Invaliditätsgrad von 45%, bestätigte aber gleichwohl den Anspruch auf eine halbe 
Rente. Das Sozialversicherungsgericht X.____ erachtete mit rechtskräftigem Urteil vom 
10. November 2010 letztlich die Berichte des Behandlers Dr. E.____ und die von ihm attestierte 
Arbeitsfähigkeit von 50% als massgebend. Diese Einschätzung beurteilte es als wohlwollend, 
aber vertretbar. Die angestammte Tätigkeit als Zahnarztassistentin sei nicht mehr möglich. Bei 
der Verweistätigkeit müsse es sich um eine leichtere Tätigkeit handeln, die feinmotorisch 
durchaus komplex sein könne, abwechslungsweise im Stehen, Sitzen und herumgehen ausge-
führt werden könne und welche die Möglichkeit für genügend Pausen beinhalten würde. Medi-
zinisch-theoretisch würde darum gegenüber der ersten Rentenzusprache eine unveränderte 
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer leichteren Tätigkeit vorliegen (E. 4.3.2 f.). Gestützt darauf 
nahm das Gericht einen neuen Einkommensvergleich vor. Für das Valideneinkommen veran-
schlagte es einen Jahreslohn von Fr. 74'689.--, was dem Lohn bei der letzten Anstellung bei 
den öffentlichen Zahnkliniken entsprach. Das Invalideneinkommen ermittelte es gestützt auf die 
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 3, weil es der Beschwerde-
führerin aufgrund ihres Bildungsstands und ihrer beruflichen Erfahrung mit Diplom als Zahn-
arztgehilfin und über dreijähriger Erfahrung als Büroangestellte zumutbar sei, nicht nur einfache 
und repetitive Tätigkeiten zu verrichten. Unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung 2007 re-
sultierte bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 50% ein Jahreseinkommen von 
Fr. 31'439.40. Ein zusätzlicher Leidensabzug wurde nicht berücksichtigt. Auf dieser Basis ermit-
telte das Gericht einen lnvaliditätsgrad von 58%, der weiterhin zum Bezug einer halben Rente 
berechtigte (E. 5).  
 
5.1 Im Zusammenhang mit dem Revisionsgesuch veranlasste die IV-Stelle ein polydiszipli-
näres Gutachten bei der MEDAS, welches am 1. September 2022 erging.  
 
5.2.1 Darin stellten die beteiligten Fachpersonen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit: ein Fatigue-Syndrom unklarer Ätiologie, ein chronisch generalisiertes 
Schmerzsyndrom (Kriterien für eine Fibromyalgie erfüllt; ICD-10 M89.7) mit erheblicher musku-
lärer Dekonditionierung, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (F45.41), auffällige Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73), eine Neurasthenie (ICD-10 
F48), eine dsyfunktionale Störungsverarbeitung (ICD-10 F54), minimale bis leichte kognitive 
Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Neugedächtnis und Exekutivfunktionen, 
eine episodische Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) sowie chronischer Kopfschmerz, am ehes-
ten chronischer Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2).  
 

 

 
 
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5.2.2 Im neurologischen Fachgutachten wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Explo-
randin eigen- und aktenanamnestisch seit der Jugend unter einer episodischen Migräne ohne 
Aura leide. Hinsichtlich der Kopfschmerzsymptomatik unterscheide die Explorandin aktuell klar 
zwischen zwei Arten von Kopfschmerzen. Die Schmerzen mit wechselnder Lokalisation, starker 
Intensität und Begleitsymptomatik im Sinne von Phono-/Photophobie, Übelkeit und Erbrechen 
würden weiterhin die Kriterien einer episodischen Migräne ohne Aura erfüllen. Die Kriterien für 
eine chronische Migräne seien aktuell nicht erfüllt. Die Episoden würden in etwa gleich bis et-
was seltener im Vergleich zur Erstbeurteilung auftreten. Eine Verschlechterung der Symptoma-
tik seit 2019 lasse sich nicht eruieren. Die Ätiologie der von der Explorandin beschriebenen 
Fatigue-Symptomatik mit chronischen und episodenartigen Komponenten sei aus neurologi-
scher Sicht nicht sicher einzuordnen. Eine Fatigue-Symptomatik könne im Rahmen von chro-
nisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems vorkommen. Im Fall der Ex-
plorandin bestünden aber weder anamnestisch (keine schubverdächtigen neurologischen Er-
eignisse oder progrediente neurologische Symptomatik) noch klinisch (unauffälliger Neurosta-
tus) oder paraklinisch (MRI August 2020 ohne demyelinisierende Läsionen [=Schädigung des 
Nervensystems) Hinweise für eine derartige Erkrankung. Des Weiteren sei von rheumatologi-
scher Seite keine entzündliche Krankheit des rheumatischen Formenkreises diagnostiziert wor-
den, welche einen Teil dieser Symptomatik erklären könnte. Am wahrscheinlichsten erscheine 
eine psychosomatische Erkrankung. Aufgrund der anamnestisch und testdiagnostisch deutli-
chen Fatigue-Symptomatik sei jedoch unabhängig von ihrer Ursache von einer Arbeitsunfähig-
keit von 50% auszugehen. Bezüglich der diffusen Weichteil-Schmerz-Symptomatik bestehe 
anamnestisch und klinisch kein Anhalt für ein polyneuropathisches Syndrom oder radikuläres 
Syndrom. Die durchgeführte elektrophysiologische Abklärung habe keine Pathologien ergeben. 
Passend zur Aktenanamnese bestünden Hinweise auf eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren. Es bestehe hierfür ein typisches Ausbreitungsmuster 
(Schmerzen nicht anatomisch einzuordnen mit wechselnder Lokalisation und Ausbreitung), 
starke Schmerzstärke sowie dem Vorliegen einer psychosozialen Belastungssituation (Tod des 
Vaters, Betreuung der Mutter, begrenzte soziale Kontakte inkl. fehlender Kontakt mit den Brü-
dern, Arbeitsplatzverlust). An störungstypischen Begleitsymptomen bestünden eine Schlafstö-
rung und die Fatigue-Symptomatik. Insgesamt könne wie im Vorgutachten aufgrund der chroni-
schen Kopfschmerzsymptomatik von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% ausgegangen werden. 
Zusätzlich führe die Fatigue zu einer Arbeitsunfähigkeit von 30%, so dass die Arbeitsunfähigkeit 
aus neurologischer Sicht 50% betrage.  
 
5.2.3 In neuropsychologischer Hinsicht ergaben die durchgeführten Testverfahren eine mi-
nimale bis leichte neuropsychologische Störung. Verglichen mit Gleichaltrigen reagiere die Ex-
plorandin geringfügig langsamer, wenn sie sich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren 
müsse. Sie lerne vergleichsweise auch etwas langsamer, so dass die Einarbeitungszeiten ver-
längert seien und bei Aufgabenwechsel benötige sie etwas länger, in die neue Aufgabe zu 
kommen. Daraus ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 10% für die angestammte Tätigkeit 
als zahnmedizinische Assistentin. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf 
eine verminderte zeitliche Belastbarkeit ergeben. Für eine angepasste Tätigkeit würde sie mehr 
Einarbeitungszeit benötigen und sie sollte nicht zu oft zwischen mehreren Aufgaben wechseln 

 

 
 
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müssen. In einer entsprechend angepassten Tätigkeit bestehe eine vollschichtige Arbeitsfähig-
keit.  
 
5.2.4 Im psychiatrischen Fachgutachten konnten keine Hinweise auf ein aktuelles Depres- 
sionsgeschehen ausgemacht werden. In der Begutachtung von Dr. C.____ im Jahr 2009 sei die 
Diagnose einer Neurasthenie beschrieben worden. Hierbei handle es sich um eine neurotische 
Störung. Beschrieben würden Schwäche und Erschöpfung bei nur geringer Anstrengung ("Ab-
fälle"), begleitet von muskulären und anderen Schmerzen und der Unfähigkeit, sich zu entspan-
nen ("ständig unter Stress, ohne zu wissen warum"). Es könnten auch immer wieder Reizbar-
keit, Freudlosigkeit, Depressionserleben und Ängste auftreten, ebenso wie auch Störungen des 
Schlafs. In dieser Beschreibung finde sich sowohl der Zustand der Patientin 2009 wie auch heu-
te durchaus wieder, so dass dieser diagnostischen Einschätzung im Wesentlichen gefolgt wer-
den könne. Das Kapitel F5 der ICD-10 beschäftige sich mit Verhaltensauffälligkeiten in Verbin-
dung mit körperlichen Störungen und Faktoren. Diese Kategorie eigne sich auch zur Klassifika-
tion von Wechselwirkungen zwischen körperlichen Erkrankungen und Verhaltenseinflüssen, 
insofern psychischen Einflüssen oder Verhaltenseinflüssen eine besondere Bedeutung zuge-
schrieben werden könne (ICD-10 F54). Vorliegend würden sich neben einer gewissen Symp-
tomausweitung ("Schmerzen überall") auch Hinweise auf eine Selbstlimitierung (die Unmöglich-
keit jeglicher Tätigkeit nachzugehen), eine als legitim erlebte final ausgerichtete Entschädi-
gungshaltung nach 15-jähriger Absenz vom Arbeitsmarkt, ausgeprägte Dekonditionierungser-
scheinungen sowie auf ein übertriebenes Schonverhalten und möglicherweise auch Verharren 
in der Krankenrolle finden lassen. Das Bild einer Persönlichkeitsstörung habe sich weder an-
lässlich der aktuellen Begutachtung noch bei anderen Behandlern oder vormaligen Gutachtern 
ergeben. Zeitweise werde auf auffällige Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73) hingewiesen, so 
auch im Gutachten von Dr. C.____. Ferner werde im Bericht der Psychosomatik X.____ vom 
16. März 2021 ein Verdacht auf eine Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung diagnos-
tiziert, was als auffällige Persönlichkeitszüge zu kodieren sei, verbunden auch im Übrigen mit 
der biographischen Entwicklung (anhaltendes Leben im Elternhaus). Die Arbeitsfähigkeit wurde 
für die angestammte Tätigkeit mit 50% und für eine angepasste Tätigkeit mit 70% beziffert.  
 
5.2.5 In rheumatologischer Hinsicht wurde im Wesentlichen festgehalten, dass die Versicher-
te seit Jahrzenten unter einem chronischen Schmerzsyndrom leide, was gut dokumentiert sei. 
In den medizinischen Abklärungen habe eine prognostisch/funktionell ungünstige degenerative 
oder entzündliche rheumatologische Erkrankung ausgeschlossen werden können. Es seien 
gelegentlich arthrotische Diagnosen gestellt worden, welche altersentsprechend durchaus ei-
nem normalen Verlauf entsprechen würden. Der rheumatologische Status sei funktionell gese-
hen unauffällig geblieben. Es seien aber die Diagnosekriterien für eine Fibromyalgie erfüllt. 
Rheumatologisch gelte es bei diesem syndromalen Beschwerdebild jeweils eine zugrundelie-
gende degenerative entzündlich-rheumatische Erkrankung auszuschliessen, was vorliegend 
getan worden sei. Das chronische Schmerzsyndrom führe zu einer Einschränkung für schwere 
körperliche Arbeiten. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. 
Auch in retrospektiver Hinsicht könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden, da es an einer 
funktionell einschränkenden degenerativen entzündlich-rheumatischen oder internistischen 
Krankheit fehle, welche das Schmerzsyndrom erklären könnte.  

 

 
 
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5.2.6 Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass 
sowohl in der bisherigen als auch einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 
50% bestehe. In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, dass hin-
sichtlich der Kopfschmerzen seit der Erstbeurteilung keine neuen Aspekte bestünden, womit 
das im Rahmen des letzten IV-Entscheids für zumutbar gehalten Pensum von 50% aus rein 
neurologischer Sicht weiterhin zumutbar sei. Der vom neurologischen Vorgutachter attestierten 
Arbeitsunfähigkeit von 20% (Kopfschmerzen) könnten sie sich anschliessen. Zusätzlich führe 
die Fatigue neu zu einer Arbeitsunfähigkeit von 30%, so dass die Gesamtarbeitsunfähigkeit aus 
neurologischer Sicht 50% betrage, welche sich mit der psychiatrischen Einschätzung decke.  
 
5.3 In seiner Stellungnahme zum vorstehend zitierten Gutachten vom 11. Oktober 2022 
gelangte der RAD-Arzt F.____ Facharzt für Arbeitsmedizin, zum Schluss, dass auf dieser 
Grundlage keine Veränderung des allgemeinen Gesundheitszustands nachgewiesen sei. Test-
diagnostisch sei die anamnestische Fatigue nicht bestätigt worden. Im Gegenteil werde diese 
anhand der entsprechenden Befundaufnahme objektiv nicht nachgewiesen und tauche im neu-
ropsychologischen Testbericht auch nicht auf. Der neurologische Gutachter stelle somit ledig-
lich auf die subjektiven Angaben der Versicherten ab. Er diskutiere die Diskrepanz der von der 
Versicherten angegebenen subjektiven Müdigkeit und dem neuropsychologischen Testbefund 
nicht. Wenngleich der Beurteilung, wonach "neu" und "zusätzlich" eine Einschränkung von 30% 
aufgrund der nicht nachgewiesenen Fatigue bestehe, nicht zugestimmt werden könne, so er-
scheine aber die Einschätzung einer Einschränkung von 20% durch die leicht gebesserte Mig-
räne plausibel. Bei Durchsicht der Akten, die zur Zusprache der halben Rente geführt hätten, 
finde sich ein Arztbericht von Dr. med. G.____, FMH Neurologie, vom 6. September 1998, der 
"eine abnorme Ermüdbarkeit" dokumentiere. Damit sei schon damals eine subjektive Fatigue 
aktenkundig, weshalb es sich hierbei nicht um einen neuen Befund handle. Auch sei die Migrä-
ne, die zur halben Rente geführt habe, wesentlich schwerer in der Symptomatik gewesen.  
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 15. August 2023 bei der 
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf das vorstehend zitierte polydisziplinäre Gut-
achten der MEDAS sowie die RAD-Beurteilung vom 11. Oktober 2022. Gestützt auf diese Ak-
tenlage gelangte sie zur Auffassung, dass keine rentenrelevante Veränderung des Gesund-
heitszustands ausgewiesen sei. Dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist im Ergebnis bei-
zupflichten, wie sogleich darzulegen sein wird.  
 
6.2.1 Ein Vergleich der aktuellen Erhebungen in den einzelnen Fachdisziplinen der MEDAS 
mit den Ergebnissen der massgebenden medizinischen Gutachten und Berichte im Zeitpunkt 
der Verfügung vom 22. März 2010 zeigt ein weitgehend unverändertes Beschwerdebild. Auch 
die jeweils gestellten Diagnosen fallen mehrheitlich identisch aus. Ferner ist auch eine Zunah-
me von Ausmass und Schwere der Beschwerden aus objektiver Sicht zu verneinen. In psychiat-
rischer Hinsicht wurden in Bezug auf die Beschwerdeschilderung der Versicherten damals wie 
heute Stimmungsschwankungen beschrieben, die jedoch keiner depressiven Störung, sondern 
der jeweils im Zentrum stehenden Kopfschmerzproblematik zugeordnet werden konnten (vgl. 
Gutachten Dr. C.____ vom 4. März 2009, S. 6 und E. 4.2.1 hiervor sowie psychiatrisches Fach-
gutachten der MEDAS, S. 6). Nach Auffassung der MEDAS-Gutachter widerspiegelte sich der 

 

 
 
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psychische Gesundheitszustand der Versicherten sowohl im Jahr 2009 als auch im aktuellen 
Zeitpunkt insbesondere in der Diagnose einer Neurasthenie, sodass sie der damaligen diagnos-
tischen Einschätzung folgen konnten (vgl. E. 5.2.4 hiervor). Dr. C.____ anerkannte für die damit 
verbundene Verlangsamung und den erhöhten Pausenbedarf eine Arbeitsunfähigkeit von 30%, 
wie sie nun auch in der aktuellen Begutachtung bei vergleichbarem Verweisprofil attestiert wur-
de (vgl. Gutachten Dr. C.____ vom 4. März 2009, S. 7 sowie E. 4.2.1 und E. 5.2.4 hiervor). Fer-
ner konnte zu keinem Zeitpunkt eine entzündlich-rheumatische Erkrankung erhoben werden. 
Der rheumatologische Gutachter der MEDAS gelangte nach einer umfassenden Prüfung nach-
vollziehbar zum Ergebnis, dass unter Berücksichtigung des formulierten Zumutbarkeitsprofils 
hinsichtlich einer leidensadaptierten Tätigkeit bezogen auf ein Vollpensum keine Leistungsein-
schränkung bestehe, wobei auch in retrospektiver Hinsicht keine weitergehenden Einschrän-
kungen zuerkannt werden konnten (vgl. rheumatologisches Fachgutachten der MEDAS, S. 7 f. 
und E. 5.2.5 hiervor). Auch diese Einschätzung steht weitgehend in Übereinstimmung mit dem 
rheumatologischen Fachgutachten der Poliklinik vom 19. April 2008 sowie der rheumatologi-
schen Beurteilung des Spitals D.____ vom 7./12. August 2009. In neurologischer Hinsicht be-
richtete die Versicherte gar davon, dass die Frequenz der Migräneattacken in den letzten Jah-
ren seltener geworden sei. Diese Aussage lässt sich auch anhand der Akten verifizieren, wo-
nach die Migräne im Referenzzeitpunkt noch als wesentlich schwerer in der Symptomatik be-
schrieben wurde als im Jahr 2022 (vgl. E. 4.2.1 hiervor). In diesem Sinne kam der neurologi-
sche Fachgutachter der MEDAS zur Auffassung, dass die Kriterien für eine chronische Migräne 
aktuell nicht erfüllt seien und die Episoden ungefähr "gleich bis etwas seltener" im Vergleich zur 
Erstbeurteilung auftreten würden (vgl. neurologisches Fachgutachten der MEDAS, S. 14 f. und 
E. 5.2.2 hiervor). Demzufolge wurde nachvollziehbar geschlossen, dass auch die ursprünglich 
anerkannte Einschränkung von 20% nach wie vor Geltung beanspruche.  
 
6.2.2 Aus neurologischer Sicht wurde neu ein Fatigue-Syndrom als eigenständige Diagnose 
aufgeführt, wobei dieser Diagnose auch eine zusätzliche Einschränkung zuerkannt wurde (vgl. 
E. 5.2.2 und 5.2.6 hiervor). Die der Diagnose zugrunde gelegte Symptomatik ist indessen nicht 
neu, sondern die Versicherte berichtete bereits anlässlich der Begutachtung von Dr. C.____ von 
einer erhöhten Ermüdbarkeit und Verlangsamung, welche unter der Diagnose der Neurasthenie 
Berücksichtigung fanden und dadurch entsprechende Einschränkungen zuerkannt wurden. Wie 
der RAD-Arzt Dr. F.____ ferner zu Recht darauf hinwies, hatte bereits Dr. G.____ in einem Be-
richt von 1998 angegeben, dass die Versicherte unter einer abnormen Müdigkeit leide. Auch im 
Bericht von Dr. E.____ vom 20. Juli 2007 (IV-act. 22, S. 5) war neben der Schmerzsituation von 
einer zunehmenden Erschöpfung die Rede. Hierbei kann nicht darüber hinweggesehen werden, 
dass die Neurasthenie in diagnostischer Hinsicht mit dem Fatigue-Syndrom nahezu identisch 
ist. Beide Diagnosen zeichnen sich durch chronische Müdigkeit und Erschöpfung aus. Verdeut-
licht wird dies auch durch die Ausführungen im psychiatrischen Fachgutachten der MEDAS, 
wonach im Kontext der Neurasthenie Schwäche und Erschöpfung bei nur geringer Anstrengung 
("Abfälle"), begleitet von muskulären und anderen Schmerzen und der Unfähigkeit, sich zu ent-
spannen ("ständig unter Stress, ohne zu wissen warum"), beschrieben werden. Ferner treten 
auch immer wieder Reizbarkeit, Freudlosigkeit, Depressionserleben und Ängste auf, ebenso 
wie auch Störungen des Schlafes (vgl. E. 5.2.5 hiervor). Im Ergebnis wird damit unter der erwei-
terten Diagnose das gleiche Beschwerdebild aus unterschiedlichen Fachrichtungen beschrie-

 

 
 
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ben. Ferner umfassen auch das chronisch-generalisierte Schmerzsyndrom bei Fibromyalgie 
und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie teilweise 
auch die chronischen Kopfschmerzen das gleiche Krankheitsbild. Die namentlich auch in die 
Konsensbeurteilung Eingang gefundene Schlussfolgerung, wonach die Fatigue aus neurologi-
scher Sicht "zusätzlich" und "neu" zu Einschränkungen führe, hält vor diesem Hintergrund daher 
nicht stand. Sie beruht auf einer Vernachlässigung der Überlappung der Störungen bzw. der 
damit einhergehenden funktionellen Einschränkungen. Dies umso weniger, als die Gutachter 
selbst nicht von einer additiven Berücksichtigung der Leistungsminderung aus psychiatrischer 
und neurologischer Sicht ausgingen. Hinzu kommt, dass dem Fatigue-Syndrom mangels einer 
entzündlichen rheumatischen Ursache ein psychosomatisches Geschehen zugeschrieben wur-
de. Ob die erhobene Fatigue entsprechend den Ausführungen des RAD ausschliesslich auf den 
subjektiven Schilderungen der Versicherten gründet, ist letztlich nicht von ausschlaggebender 
Bedeutung. Es ist daran zu erinnern, dass eine neu gestellte Diagnose ohnehin allein für den 
Nachweis einer relevanten Änderung des Sachverhalts nicht genügt, weil damit über das quan-
titative Element einer relevanten, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Veränderung des Ge-
sundheitszustands nicht zwingend etwas ausgesagt wird. Im Ergebnis ändert die erweiterte 
diagnostische Einordnung nichts daran, dass es an Anhaltspunkten dafür mangelt, dass sich 
der Gesundheitszustand der Versicherten im Sinne einer Minderung ihrer Leistungsfähigkeit 
verschlechtert hätte. Werden die beiden Sachverhalte, welche sowohl im Jahr 2010 als auch in 
der vorliegend angefochtenen Verfügung zur Bestätigung der halben Rente geführt haben, ver-
glichen, so ergibt sich vielmehr, dass keine wesentliche Veränderung in den gesundheitlichen 
Verhältnissen eingetreten ist. Damit fehlt es an einem Revisionsgrund, wie er für die Erhöhung 
der ursprünglich verfügten Rente nach Art. 17 ATSG indessen vorausgesetzt wäre.  
 
6.3 An diesem Beweisergebnis vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin 
nichts zu ändern. Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten geht namentlich der 
Einwand fehl, wonach eine Verschlechterung des Gesundheitszustands auf der Basis des Gut-
achtens der MEDAS ausgewiesen sei. Bei dieser Sachlage laufen zugleich aber auch die Vor-
bringen in Bezug auf die Gewichtung der Gesamtarbeitsfähigkeit ins Leere. Soweit die Be-
schwerdeführerin geltend macht, dass sich bei korrekter Umsetzung der Beurteilung der 
MEDAS eine Arbeitsunfähigkeit von 80% (und nicht eine solche von 50%) ergebe, da die Fati-
gue-Symptomatik zu einer weiteren Einschränkung von 30% führe, kann vollumfänglich auf das 
unter der Erwägung 6.2.2 hiervor Gesagte verwiesen werden. Zu bekräftigen ist hierbei der 
Umstand, dass die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus den einzelnen Fach-
disziplinen in der Gesamtbeurteilung nicht in Übereinstimmung gebracht wurden, sondern sich 
erhebliche Doppelspurigkeiten ergeben, die sich auch in der Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung aus 
den einzelnen Fachrichtungen bzw. der Gesamtarbeitsunfähigkeit widerspiegeln.  
 
7. Nach dem Gesagten ist gestützt auf das aus den unterschiedlichen Fachrichtungen 
beschriebene Krankheitsbild der MEDAS-Gutachter davon auszugehen, dass keine erhebliche 
Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten ist. Bei diesem 
Ergebnis erübrigt sich eine erneute Durchführung eines Einkommensvergleichs, nach dem 
Grundsatz der materiellen Beweislast bleibt es vielmehr beim bisherigen Rechtszustand (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014, 9C_273/2014, E. 3.1.1 mit Hinweis) − mithin ei-

 

 
 
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nem Invaliditätsgrad von 58%. Damit kann auch auf eine Auseinandersetzung mit dem Einwand 
der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Vergleichseinkommen verzichtet werden. Es besteht 
weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente. Die angefochtene Verfügung vom 15. August 2023 ist 
daher nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.  
 
8. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten 
ihr aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu ver-
rechnen sind. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung 
ausgerichtet.  
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet.  

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  
 
 

 

 

 

 

 

 
 
 
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