# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf9d05b1-1c3d-5fd2-846e-7ba08c12c744
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-30
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb der Bauzonen. Abstellplätze. Notwendigkeit für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder als Erweiterung eines zonenwidrig gewordenen Gewerbebetriebes. Beschränkungen.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0118/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_IV_0118_2018_423.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0118/2018 vom 30. August 2018 in BEZ 2018 Nr. 36 

Mit  der  angefochtenen  Gesamtverfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich 
wurde der Rekurrentin die nachträgliche raumplanungsrechtliche Bewilligung für 
eine  Parkierungsfläche  mit  sieben  Fahrzeugabstellplätzen  verweigert.  Das 
Baugrundstück befindet sich in der Landwirtschaftszone und ist mit einem nicht 
landwirtschaftlichen  Wohnhaus  mit  integriertem  Architekturbüro  überstellt.  Die 
Rekurrentin gelangte mit dem Antrag auf Aufhebung dieses Entscheides an das 
Baurekursgericht des Kantons Zürich. 

Aus den Erwägungen: 

4.1  Die  Rekurrentin  macht  geltend,  die  Baudirektion  und  der 
Gemeinderat X  würden  unberücksichtigt  lassen,  dass  im  Gebäude  Vers.-Nr.  1 
seit  der  Erstellung  im  Jahr  1963  ein  Architekturbüro  domiziliert  sei.  Das 
Gebäude Vers.-Nr. 1 sei vor dem 1. Juli 1972 rechtmässig erstellt worden. (…) 
Das  Architekturbüro  sei  der  Gemeinde  X  bekannt  gewesen,  zumal  zahlreiche 
Bauten  unter anderem auch für die  Gemeinde  geplant  und  ausgeführt  worden 
seien. Letztlich sei dies aber gar nicht relevant, weil der Betrieb des Architektur-
büros  in  den  Untergeschossräumen  im  Jahr 1963  ohne  weiteres  bewilligungs-
fähig  gewesen  wäre.  Heute  sei  das  Architekturbüro  Y  in  der  Liegenschaft 
domiziliert.  Alle  drei  Mitarbeiter  seien  für  Fahrten  zum  Arbeitsplatz  auf  ihren 
Personenwagen  angewiesen.  Weitere  Fahrzeugabstellplätze  würden  für  Be-
sprechungen  mit  Bauherrschaften  und  für  Handwerker  sowie  Lieferanten 
benötigt.  (…)  Ein  zusätzlicher  Bedarf  an  Fahrzeugabstellplätzen  ergebe  sich 
aufgrund  der  Besuche  der Kinder  und  Enkel  der  Rekurrentin  an  den Wochen-
enden. Entgegen den Ausführungen im Entscheid der Baudirektion sei objektiv 
nicht  genügend  Abstellfläche  vorhanden.  Eine  Limitierung  auf  maximal  zwei 
offene  Aussenparkplätze  lasse  sich  Gesetz  und  Verordnung  nicht  entnehmen. 
(…) 

4.3  Die  Baudirektion  führt  an,  die  Rekurrentin  habe  bis  jetzt  keinen 
Nachweis erbracht, der den behaupteten Zustand am 1. Juli 1972 beweise. Aus 
Sicht  der  Baudirektion  sei  das  im  Wohnhaus  betriebene  Architekturbüro  nie 
rechtmässig  als  Gewerbefläche  bewilligt  worden.  Deshalb  lasse  sich  unter 
Verweis  auf  das  Architekturbüro  kein  Bedarf  an  Abstellplätzen  rechtfertigen. 
Auch  der  Verweis  der  Rekurrentin  auf  den  Baueingabeplan  mit  Arbeitsplätzen 
für  Architekten  und  Zeichner  sowie  auf  den  Baubeschrieb  vermöge  den 
genügenden  Nachweis  der  strengen  Voraussetzungen  von  Art. 43  Abs. 1  der 
Raumplanungsverordnung  (RPV;  in  Verbindung  mit  Art. 37a  des  Raum-
planungsgesetzes  [RPG])  nicht  zu  erfüllen.  Der  Baubeschrieb  sei  für  die 
bewilligte  Nutzung  nicht  massgebend  und  zudem  erst  nach  Erteilung  der 
Baubewilligung  vom  Ehemann  der  Rekurrentin  verfasst  worden.  Massgebend 
seien die bewilligten Baueingabepläne und die darin bezeichneten Nutzungen. 
Eine rechtmässig bewilligte Gewerbenutzung lasse sich nicht gestützt auf das in 
den  Plänen  eingezeichnete  Mobiliar  ableiten.  Das  Architekturbüro  geniesse 
daher einzig den Schutz der einfachen Bestandesgarantie. 

Für  altrechtliche  Wohnbauten  dürften  maximal  zwei  offene  Aussenab-
stellplätze  zugelassen  werden,  sofern  das  altrechtliche  Wohnhaus  nicht  über 

 
 
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Abstellplätze  verfüge.  Die  Rekurrentin  verfüge  nicht  nur  über  zwei  Garagen, 
sondern  auch  über  mehrere  Aussenabstellplätze  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr.  2. 
Nördlich  des  Gebäudes  bestehe  eine  Abstellmöglichkeit  für  zwei  Fahrzeuge. 
Ausserdem bestehe in der Ecke vor dem Haus sowie auf dem Vorplatz vor dem 
Haus  auch  je  eine  Abstellmöglichkeit,  ohne  dass  die  Eingänge  zu  den 
Garagenplätzen  beeinträchtigt  würden.  Zusätzlich  zu  diesen  vier  möglichen 
Aussenabstellplätzen  bestehe  am  Anfang  des  zum  Gebäude  Vers.-Nr.  1 
führenden  Wegs  eine  Abstellmöglichkeit.  Die  bereits  vorhandenen  Abstell-
möglichkeiten  gingen  damit  über  die  erlaubte  maximale  Anzahl  Aussenab-
stellplätze  hinaus.  Auch  aus  der  erweiterten  Besitzstandsgarantie  lasse  sich 
kein  Anspruch  auf  Erstellung  neuer  Fahrzeugabstellplätze  ableiten.  Die  re-
alisierten  Abstellplätze  würden  weder  eine  teilweise  Änderung  noch  eine 
massvolle  Erweiterung  der  bestehenden  Wohnbauten  darstellen.  Eine  solche 
Erweiterung verändere das äussere Erscheinungsbild (Art. 24c Abs. 4 und Abs. 
5  RPG).  Das  Grundstück  befinde  sich  im  BLN-Gebiet  1403  (Glaziallandschaft 
zwischen  Thur  und  Rhein),  in  welchem  nicht  befestigte  Flächen  frei  bleiben 
müssten  und  die  Erhaltung  der  charakteristischen  Strukturelemente  der 
Landschaft  (Wiesen,  Weiden,  Hecken,  Obstgärten  und  Rebberge)  verfolgt 
werde. Die Rekurrentin begründe den behaupteten Bedarf an Parkplätzen nach 
subjektiver  Ansicht. 
Indes  müssten  gemäss  Art. 24c  Abs. 4  RPG  Ver-
änderungen am äusseren Erscheinungsbild für eine zeitgemässe Wohnnutzung 
nötig sein. Im vorliegenden Fall seien die sieben zusätzlichen, bereits erstellten 
Fahrzeugabstellplätze gar nicht notwendig. (…) 

6.1  Die  von  der  Rekurrentin  erstellten 

rekursgegenständlichen 
Fahrzeugabstellplätze sind in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform. Die 
Rekurrentin  macht  geltend,  für  die  Abstellplätze  müsse  eine  Ausnahmebe-
willigung gestützt auf Art. 24c Abs. 1 RPG erteilt werden. 

6.2 Das Wohngebäude Vers.-Nr. 1 auf der Parzelle Kat.-Nr. 2 wurde 1963 
erstellt.  Die  Liegenschaft  ist  damit  seit  dem  1.  Juli  1972  (Inkrafttreten  des 
Gewässerschutzgesetzes [GschG]) Bestand des Nichtbaugebiets im Sinne des 
Bundesrechts  (Christoph  Fritzsche/Peter  Bösch/  Thomas  Wipf,  Zürcher 
Planungs- und Baurecht, Bd. 2, 5. A., 2011, S. 1180). Art. 24c RPG ist damit im 
Grundsatz ohne weiteres anwendbar. 

6.3  Gemäss  Art. 24c  Abs. 1  und  2  RPG  werden  bestimmungsgemäss 
nutzbare  Bauten  und  Anlagen  ausserhalb  der  Bauzonen,  die  nicht  mehr 
zonenkonform  sind,  in  ihrem  Bestand  grundsätzlich  geschützt  und  können  mit 
Bewilligung  der  zuständigen  Behörde  erneuert,  teilweise  geändert,  massvoll 
erweitert  oder  wiederaufgebaut  werden,  sofern  sie  rechtmässig  erstellt  oder 
geändert worden sind. Der Begriff der «massvollen Erweiterung» wird in Art. 42 
RPV präzisiert, welcher im Rahmen der Teilrevision des RPG und der RPV im 
Jahre  2012  angepasst  wurde.  Diese  Teilrevision  zielte  in  die  Richtung, 
Erweiterungen  innerhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  zu  erleichtern, 
solche  ausserhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  hingegen  zu 
erschweren  (Bundesamt  für  Raumentwicklung  [ARE],  Erläuternder  Bericht  zur 
Teilrevision der RPV, Oktober 2012, S. 9). Entsprechend dürfen Erweiterungen 
ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens, wie dies bei den streitgegen-
ständlichen  Fahrzeugabstellplätzen  der  Fall  ist,  seit  der  Teilrevision  2012  nur 

 
 
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in  Art. 24c  Abs. 4  RPG 
bewilligt  werden,  wenn  mindestens  eine  der 
abschliessend genannten drei Voraussetzungen erfüllt ist. Sie müssen für eine 
zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig oder darauf 
ausgerichtet  sein,  die  Einpassung  in  die  Landschaft  zu  verbessern.  Die 
gesamte  Erweiterung  darf  in  diesem  Fall  sowohl bezüglich  der anrechenbaren 
Bruttogeschossfläche  als  auch  bezüglich  der  Gesamtfläche  (Summe  von 
anrechenbarer  Bruttogeschossfläche  und  Brutto-Nebenfläche)  weder  30 
Prozent  noch  100 m2  überschreiten  (Art. 42  Abs. 3  lit. b  RPV)  und  muss  die 
Identität  der  Baute  einschliesslich  ihrer  Umgebung  in  den  wesentlichen  Zügen 
wahren (Art. 42 Abs. 1 RPV; zum Ganzen BRGE II Nr. 0147/2016 vom 13. Sep-
tember 2016, E. 5.3). 

Die  umstrittenen  Fahrzeugabstellplätze  dienen  weder  der  energetischen 
Sanierung  des  Wohnhauses  noch  sind  sie  darauf  ausgerichtet,  dessen 
Einpassung in die Landschaft zu verbessern. Es stellt sich jedoch die Frage, ob 
die Abstellplätze für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig sind. 

Der Begriff der zeitgemässen Wohnnutzung wird in Art. 42a Abs. 1 RPV im 
Zusammenhang  mit  der  Änderung  neurechtlicher  landwirtschaftlicher  Wohn-
bauten 
im  Sinne  von  Art. 24d  Abs. 1  RPG  verwendet.  Allerdings  sind 
Erweiterungen  dort nur zulässig,  wenn  sie  für eine  zeitgemässe Wohnnutzung 
unumgänglich  sind.  Gemäss  den  Erläuterungen  des  ARE  ist  eine  Erweiterung 
für  eine  zeitgemässe  Wohnnutzung  nur  dann  unumgänglich,  wenn  und  soweit 
der  aktuelle  Zustand  der  Wohnbaute  deren  Vermietung  oder  Verkauf  nicht 
zulassen  würde  und  die  Voraussetzungen  für  ein  zeitgemässes Wohnen  nicht 
durch  bauliche  Vorkehren  innerhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens 
geschaffen  werden  können.  Das  letzte  Kriterium,  wonach  eine  Erweiterung 
innerhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  nicht  möglich  oder  nicht 
zumutbar sein darf, wurde bei der Teilrevision 2012 von Art. 42 RPV gestrichen, 
da  es  neben  den  neuen  Voraussetzungen  von  Art. 24c  Abs. 4  RPG  keine 
praktische  Bedeutung  mehr  gehabt  hätte  (ARE,  Erläuternder  Bericht,  S.  9). 
Auch  die  Anforderungen  an  die  Voraussetzung  der  Änderung  zugunsten  einer 
zeitgemässen  Wohnnutzung  sind  dem  gesetzlichen  Wortlaut  entsprechend 
nicht unbesehen von der Praxis zu Art. 42a Abs. 1 RPV zu übernehmen, zumal 
anstelle des Begriffes «unumgänglich» derjenige von «nötig» verwendet wurde. 
Dennoch legt auch diese Wortwahl eine zurückhaltende Handhabung nahe (…) 
(zum Ganzen BRGE II Nr. 0147/2016 vom 13. September 2016, E. 5.3). 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  beruft  sich  im  angefochtenen  Entscheid 
darauf,  dass  gemäss  langjähriger  Praxis  und  Merkblatt  «Altrechtliche  Wohn-
bauten»  bei  zonenfremden Wohnhäusern  maximal  zwei  Fahrzeugabstellplätze 
pro  Wohneinheit  bewilligt  würden.  Dies  ist  im  Lichte  der  vorstehenden 
Ausführungen  nicht  zu  beanstanden.  Die  erstellten  sieben  Fahrzeugabstell-
plätze  gehen  weit  über  das  gemäss  Art. 24c  Abs. 1  und  2  RPG  für 
Erweiterungen  ausserhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  Zulässige 
hinaus.  Selbst  gemäss  den  Ausführungen  der  Rekurrentin  bestehen  aktuell 
nebst der ohne Bewilligung erstellten und auf sieben Fahrzeuge ausgerichteten 
chaussierten  Fahrzeugabstellfläche  noch  Abstellplätze  für  drei  weitere  Motor-
fahrzeuge (Garagen im Untergeschoss, Platz nördlich des Gebäudes). Dass für 
alle  möglichen  privaten  Besucher  der  Liegenschaft  ein  Fahrzeugabstellplatz 

 
 
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vorzusehen  sei,  kann  ungeachtet  der  peripheren  Lage  der  Parzelle  Kat.-Nr.  2 
nicht unter den Begriff der zeitgemässen Wohnnutzung subsumiert werden. Die 
Liegenschaft  ist  mit  drei  Fahrzeugabstellplätzen  ohne  weiteres  verkehrs-  bzw. 
marktfähig. 

6.4  Die  Rekurrentin  macht  weiter  geltend,  die  zusätzlichen  sieben  Fahr-
zeugabstellplätze seien unter dem Titel der (erweiterten) Bestandesgarantie für 
das bestehende Architekturbüro zu bewilligen. 

6.5  Gewerbebauten  ausserhalb  der  Bauzonen  wurden  nicht  durch  das 
Inkrafttreten  des  revidierten  GschG  am  1.  Juli  1972,  gestützt  auf  welches 
Gesetz  zum  ersten  Mal  die  Trennung  von  Bauland  und  Nichtbauland  normiert 
wurde, sondern erst durch das Inkrafttreten des Raumplanungsgesetzes am 1. 
Januar 1980 zonenwidrig. Dem trägt das Raumplanungsrecht Rechnung, indem 
es  verschiedene  Ausnahmetatbestände  für  die  Besitzstandgarantie  getroffen 
hat. Während  Bauvorhaben  im  Zusammenhang  mit  Bauten,  welche  durch  das 
Inkrafttreten des revidierten GschG am 1. Juli 1972 rechtswidrig geworden sind, 
gestützt  auf  Art. 24c  RPG  zu  beurteilen  sind,  ist  auf  Bauvorhaben  im 
Zusammenhang mit gewerblichen Bauten, welche durch die Inkraftsetzung des 
Raumplanungsgesetzes  am  1.  Januar  1980  zonenwidrig  geworden  sind, 
Art. 37a RPG in Verbindung mit Art. 43 RPV anwendbar. 

6.6  Die  Unterscheidung  nach  Nutzungsart  wurde  vom  Gesetzgeber 
anlässlich der Revision des RPG von 1998 eingeführt. Der Bundesgesetzgeber 
beabsichtigte  anlässlich  dieser  Revision,  für altrechtliche  Gewerbebauten  über 
den  Grundtatbestand  des  Art. 24c  RPG  hinaus  zusätzliche  Spielräume  für 
Modernisierungen und Umstrukturierungen einzuführen. Er konnte sich bei der 
Umsetzung  dieses  Ziels  dann  aber  nicht  einigen  und  delegierte  den  Erlass  in 
Art. 37a RPG an den Bundesrat (BGE 140 II 509, E. 2.2; VB.2003.00416 = BEZ 
2004 Nr. 61; BRGE I Nr. 0195/2011 vom 30. September 2011 = BEZ 2012 Nr. 
24).  Dieser  hat  demnach  gemäss  Art. 37a  RPG  zu  bestimmen,  unter  welchen 
Voraussetzungen Zweckänderungen gewerblich genutzter Bauten und Anlagen 
ausserhalb  von  Bauzonen  zulässig  sind,  die  vor  dem  1.  Januar  1980  erstellt 
wurden oder seither als Folge von Änderungen der Nutzungspläne zonenwidrig 
geworden  sind.  Von  seiner  Kompetenz  machte  der  Bundesrat  in  Art. 43  und 
Art. 43a RPV  Gebrauch.  Nach  diesen  Bestimmungen  können  Zweck-
änderungen  und  Erweiterungen  von  zonenwidrig  gewordenen  gewerblichen 
Bauten und Anlagen bewilligt werden, wenn die Baute oder Anlage rechtmässig 
erstellt  oder  geändert  worden  ist,  keine  wesentlich  neuen  Auswirkungen  auf 
Raum  und  Umwelt  entstehen  und  die  neue  Nutzung  nach  keinem  anderen 
Bundeserlass  unzulässig  ist  (Art. 43  Abs. 1  lit. a-c  RPV;  ferner  gelten  fünf 
weitere  Einschränkungen  gemäss  Art. 43a  lit. a-e  RPV).  Die  zonenwidrig 
genutzte Fläche darf um 30 Prozent erweitert werden; Erweiterungen innerhalb 
des  bestehenden  Gebäudevolumens  werden  nur  zur  Hälfte  angerechnet 
(Art. 43 Abs. 2 RPV). Soll die zonenwidrig genutzte Fläche ausserhalb des be-
stehenden  Gebäudevolumens  um  mehr  als  100 m2  erweitert  werden,  so  darf 
dies  nur  dann  bewilligt  werden,  wenn  die  Erweiterung  für  die  Fortführung  des 
Betriebs erforderlich ist (Art. 43 Abs. 3 RPV). 

 
 
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6.7  Der  vorliegende  Fall  verhält  sich  insofern  speziell,  als  nicht  die 
Erweiterung  einer  Gewerbeliegenschaft  ausserhalb  der  Bauzone  infrage  steht, 
sondern  eines  in  einer  hauptsächlich  dem  Wohnen  dienenden  Liegenschaft 
untergebrachten  Architekturbüros.  Der  Gesetzgeber  beabsichtigte  mit  Art. 37a 
RPG,  im  ländlichen  Raum  Gewerbebetriebe  zu  erhalten,  worunter  nach  dem 
allgemeinen  Sprachgebrauch  kleine  und  mittlere  (produzierende)  Betriebe 
verstanden werden. Demnach fällt das Vermieten von Wohnungen als blosses 
entgeltliches  Überlassen  von  Räumen  ohne  gewerbliche,  d.h.  dem  Erwerb 
dienende  berufliche  Tätigkeit  nicht  unter  den  Begriff  des  Gewerbes  bzw.  des 
Gewerbebetriebs  im  Sinne  von  Art. 37a  RPG  (BGE  140  II  509,  E.  3.3).  Ein 
Architekturbüro ist notwendigerweise mit einer beruflichen Tätigkeit verbunden, 
weshalb  eine  Privilegierung  gemäss  Art. 37a  RPG  angezeigt  ist.  Eine  rein 
emissionsbezogene  Betrachtung,  welche  beispielsweise  Büro-  oder  Hotel-
nutzungen ausschliesst, wäre fehl am Platz (vgl. BGE 140 II 509, E. 3.1 und E. 
3.3).  Dass  eine  kombinierte  Wohn-  und  Gewebenutzung  zu  beurteilen  ist, 
schadet nicht. Die Zulässigkeit von Änderungen bzw. Erweiterungen ist für jede 
Nutzungsart gesondert zu prüfen. 

6.8  Art. 37a  RPG  hat  –  wie  erwähnt  –  das  Ziel,  den  sich  ausserhalb  der 
Bauzonen  befindlichen  Gewerbebetrieben 
jene  Umstrukturierungen  und 
Strukturbereinigungen  zu  ermöglichen,  die  zwecks  Erhaltung  der  Konkurrenz-
fähigkeit  erforderlich  sind.  Hierfür  dehnt  die  Sondernorm  von  Art. 43  RPV  die 
Grenzen der Bestandesgarantie für Gewerbebauten gegenüber der Grundnorm 
von  Art. 24c  RPG  etwas  aus, 
insbesondere  auch  vollständige 
lässt 
Zweckänderungen  zu  und  zieht  für  Erweiterungen  weniger  restriktive  quantita-
tive  Grenzen  (VGr,  28.  Februar  2013,  VB.2012.00558,  E.  2.1,  mit  Hinweisen). 
Namentlich  ist  nicht  erforderlich,  dass  Veränderungen  am  äusseren  Er-
scheinungsbild  für  eine  zeitgemässe  Nutzung  (oder  energetische  Sanierung) 
nötig  oder  darauf  ausgerichtet  sind,  die  Einpassung  in  die  Landschaft  zu 
verbessern  (vgl.  Art. 24c  Abs. 3  RPG).  Die  Zielsetzung,  Erweiterungen 
innerhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  zu  erleichtern,  solche  ausser-
halb des bestehenden Gebäudevolumens hingegen zu erschweren, gilt gemäss 
Art. 37a  RPG  in  Verbindung  mit  Art. 43 RPV  für  Gewerbebetriebe  nicht 
unbenommen. 
Immerhin  beschränken  Art. 43  Abs. 2  und  3  RPV  die 
Erweiterung  der  zonenwidrig  genutzten  Fläche  auf  30 Prozent,  und  eine 
Erweiterung  ausserhalb  des  bestehenden  Gebäudevolumens  um  mehr  als 
100 m2  darf  nur  bewilligt  werden,  wenn  diese  für die  Fortführung  des  Betriebs 
erforderlich ist. 

6.9  Art. 43  RPV  kann angesichts  der  Zielsetzung  von  Art. 37a  RPG  indes 
nicht  so  ausgelegt  werden,  dass  Erweiterungen  bei  zonenwidrig  gewordenen 
Gewerbebetrieben  bis  zur  Grenze  von  30  Prozent  bzw.  von  100 m2  bar  jedes 
erkennbaren  betrieblichen  oder  wirtschaftlichen  Bedürfnisses  zulässig  seien. 
Vorauszusetzen  ist,  dass  sich  der  Gewerbebetrieb  betrieblich  zu  entwickeln 
beabsichtigt; eine Erweiterung ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens 
von  mehr  als  100 m2  setzt  zusätzlich  eine  potentielle  Gefährdung  des 
wirtschaftlichen Fortbestands des Betriebs voraus. Beim in der rekurrentischen 
Liegenschaft  domizilierten  Architekturbüro  Y  sind  drei  Mitarbeiter  beschäftigt. 
Eine  Erweiterung  ist  nicht  beabsichtigt.  Damit  ist  für  den  aktuellen  Betrieb  ein 
Bedarf von drei Fahrzeugabstellplätzen ausgewiesen. Angesichts der geringen 

 
 
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(Bauherrschaften,  Handwerker, 
für  Dritte 
Grösse  des  Betriebs  genügt 
Lieferanten)  ein  zusätzlicher  Besucher-Abstellplatz.  Zusammen  mit  den  –  wie 
bereits dargelegt – für die Wohnnutzung der Liegenschaft auf Parzelle Kat.-Nr. 
2  erforderlichen  zwei  Fahrzeugabstellplätzen  rechtfertigen  sich  allenfalls 
maximal sechs Fahrzeugabstellplätze. 

6.10  Nach  den  Ausführungen  der  Rekurrentin  bestehen  auf  der 
Liegenschaft  aktuell  zwei  in  das  Untergeschoss  integrierte  Garagenplätze  und 
nördlich des Gebäudes Raum für einen weiteren Abstellplatz. Die Baudirektion 
geht  demgegenüber  von  drei  zusätzlichen  Abstellmöglichkeiten  (einer  im  Eck 
vor  dem  Wohnhaus,  einer  auf  dem  Vorplatz  vor  den  Garagen  und  einer  am 
Anfang des zum Gebäude Vers.-Nr. 1 leitenden Wegs) aus. Wie es sich damit 
verhält, braucht vorliegend mangels Streitgegenständlichkeit nicht im Einzelnen 
überprüft  zu  werden.  Die  bereits  erstellten  zusätzlichen  sieben  Fahrzeug-
abstellplätze  an  der  südöstlichen  Grundstücksgrenze  sind  in  dieser  Form 
jedenfalls  nicht  bewilligungsfähig.  Die  allenfalls  zu  rechtfertigende  Anzahl  an 
Fahrzeugabstellplätzen  würde  von  vornherein  deutlich  überschritten.  Die 
anderslautende Rüge ist unbegründet. 

6.11  Bei  diesem  Ergebnis  sind  die  weiteren  Voraussetzungen  der 
(erweiterten)  Bestandesgarantie  nicht  zu  prüfen.  Insbesondere  kann  offen 
gelassen  werden,  ob  und  in  welchem  Umfang  das  in  der  Liegenschaft  auf 
Parzelle  Kat.-Nr.  2  domizilierte  Architekturbüro  überhaupt  bereits  vor  dem 
massgeblichen  Stichtag  vom  1.  Januar  1980  betrieben  wurde  (Art. 37a  RPG) 
und ob dieses dannzumal als rechtmässig erstellt gelten konnte (Art. 43 Abs. 1 
lit. a  RPV).  Der  Rekurrentin  bleibt  es  unbenommen,  bei  den  Vorinstanzen  um 
die  Bewilligung  einer  anderen  Anordnung  und  (geringeren)  Anzahl  Fahrzeug-
abstellplätze zu ersuchen.