# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c6daa90-7696-5325-bfd5-354677b43631
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.08.2017 720 17 73 / 203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-17-73---203_2017-08-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. August 2017 (720 17 73 / 203) 

___________________________________________________________________ 

 

Invalidenversicherung 

 

Hormoninaktiver Tumor beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit nicht 

 

 

 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, 

Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina 
Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Bahnhofstrasse 1, 4133 Pratteln, Beschwerdeführer, vertre-
ten durch Dr. Michael Kull, Advokat, Marktplatz 18, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1958 geborene A.____ arbeitete zuletzt in einem 100%-Pensum als Bauarbeiter. 
Am 28. September 2012 rutschte er auf der Baustelle auf einem Kantholz aus und erlitt ein Dis-
torsionstrauma des linken oberen Sprunggelenkes (OSG). Die MRT-Abklärung ergab Stress-

 

 
 
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frakturen der Metatarsalia (Mittelfussknochen) I, II und IV links. Am 21. August 2013 meldete er 
sich zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Zu den Sprunggelenksbeschwer-
den kam im Dezember 2013 eine Rotatorenmanschetten-Problematik hinzu und im März 2015 
wurde ein hormoninaktiver Tumor (Makroadenom) der Hypophyse diagnostiziert. Für die unfall-
kausalen Fussbeschwerden sprach die Suva A.____ eine IV-Rente von 18% ab 1. März 2015 
zu (vgl. Verfügung vom 20. Februar 2015). Zusätzlich richtete sie ihm eine Integritätsentschädi-
gung von Fr. 12'600.-- bei einer Integritätseinbusse von 10% aus. Die IV-Stelle gewährte ihm 
mit Verfügung vom 8. Februar 2017 eine befristete ganze IV-Rente für den Zeitraum 1. Februar 
2014 bis 30. November 2014. Darüber hinaus lehnte sie eine Leistungspflicht ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Michael Kull, mit Eingabe vom 3. März 
2017 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantragte die 
Ausrichtung einer unbefristeten ganzen IV-Rente. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neu-
beurteilung der Sachlage für den Zeitraum ab 1. Dezember 2014 an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be-
schwerde. 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 3. März 2017 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine unbefristete IV-
Rente hat.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 

 

 
 
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2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 
128 V 30 E. 1). 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass 
die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

 

 
 
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versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
4. Die IV-Stelle ging gestützt auf die überwiegend unfallmedizinische Aktenlage davon aus, 
dass dem Versicherten ab dem 23. August 2014 eine adaptierte Tätigkeit im Umfang von 80% 
zumutbar sei. Die im März 2015 diagnostizierte Hirntumorerkrankung habe keinen Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer sieht sich dagegen gesundheitsbedingt nicht in der 
Lage, das attestierte Pensum zu leisten. 
 
5.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache ist der medizinische Verlauf seit dem 
Unfall vom 28. September 2012 massgebend. Den SUVA-Akten ist zu entnehmen, dass der 
Beschwerdeführer beim Distorsionstrauma des linken OSG Stressfrakturen der Metatarsalia I, II 
und IV links erlitten hatte. Der Heilverlauf erwies sich als schwierig und der Versicherte wurde 

 

 
 
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an Dr. med. B.____, FMH Orthopädie, zur weiteren Behandlung überwiesen. Dr. B.____ ver-
ordnete zur Versorgung des verletzten Sprunggelenkes ein VACOped (Orthese mit Vakuumkis-
sen; vgl. Zwischenberichte vom 19. Februar 2013, 5. April 2013 und 22. April 2013). Die Be-
schwerden besserten sich dadurch und die Wiederaufnahme der Arbeit zu 50% wurde für den 
8. April 2013 vorgesehen. Die Tätigkeit im Strassenbau erwies sich jedoch als zu belastend für 
den Fuss und der Arbeitsversuch musste abgebrochen werden. Da die Beschwerden wieder 
zunahmen, wurde eine SPECT-CT angeordnet. Der Befund vom 26. April 2013 sprach für eine 
erneute Stessfraktur im Köpfchen des Metatarsale IV links und differenzialdiagnostisch für eine 
Pseudarthrose bei fehlender Konsolidation nach Stressfraktur im September 2012. Es bestan-
den auch Hinweise für einen Morbus Sudeck. Ferner waren schwere, entzündlich aktivierte de-
generative Veränderungen im Lisfranc-Gelenk des 2. Strahles links erkennbar. Die weiteren 
konservativen Behandlungen brachten keine Besserung des Zustandes. Dr. B.____ meldete 
den Versicherten deshalb zur Schmerztherapie an (vgl. Schreiben vom 7. August 2013 sowie 
Notiz vom 19. November 2013). Es folgte eine neue medikamentöse Behandlung zur Linderung 
der Schmerzen. Zur Durchführung der empfohlenen Infiltration im Rückenbereich konnte sich 
der Versicherte dagegen nicht durchringen (vgl. Bericht von Dr. med. C.____, FMH Orthopädie 
und Facharzt für interventionelle Schmerztherapie, vom 12. Dezember 2013). 
 
5.2 Gemäss Zwischenbericht von Dr. B.____ vom 3. Februar 2014 traten neu Schulter-
schmerzen links auf. Er verwies diesbezüglich auf den MRT-Arthrographie-Bericht vom 
24. Dezember 2013, wonach eine Tendinitis der Rotatorenmanschette vorlag. Eine Ruptur sei 
fraglich. Die Beschwerden an der linken Schulter wurden als degenerativer Natur beurteilt (vgl. 
Bericht von Dr. med. D.____, FMH Chirurgie, vom 1. April 2014). Der Versicherte liess schliess-
lich die von Dr. C.____ vorgeschlagenen Infiltrationen am 8., 16. und 25. April 2014 durchfüh-
ren. Dr. C.____ berichtete, dass sich nach dieser Serie lumbaler Grenzstrang-Blockaden eine 
bis heute anhaltende 50%ige Beschwerdereduktion eingestellt habe. Da der Versicherte aber 
weiterhin sowohl im Alltag als auch in der Arbeitsfähigkeit massiv eingeschränkt sei, sei eine 
stationäre Rehabilitation mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit angezeigt (vgl. 
Schreiben vom 8. Mai 2014 und 25. Juni 2014). 
 
5.3 Der Versicherte hielt sich vom 4. August 2014 bis zum 23. August 2014 stationär in der 
Klinik E.____ auf. Als Diagnosen wurde ein chronisches Schmerzsyndrom am linken Fuss und 
an der linken Schulter genannt. Trotz des multimodalen Therapieprogrammes und der medika-
mentösen analgetischen Therapie habe bis zum Austritt keine Linderung der Schmerzen er-
reicht werden können, jedoch eine Verbesserung hinsichtlich Gangbild und Gehdistanz. Eine 
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit erfolge grundsätzlich nicht während eines statio-
nären Rehabilitationsaufenthaltes. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht (vgl. 
Austrittsbericht vom 1. September 2014). 
 
5.4 Am 3. Oktober 2014 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Dr. D.____ 
führte als unfallrelevante Diagnosen einen Status nach OSG-Distorsion links am 28. September 

 

 
 
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2012, einen Status nach Stressfrakturen der Metatarsalia I, II und IV links sowie ein chronisches 
Schmerzsyndrom des linken Fusses an. Es liege ein Endzustand vor mit Minderbelastbarkeit 
und eingeschränkter Abrollfunktion des linken Fusses. Die Schulterbeschwerden seien nicht 
unfallbedingt, sondern degenerativer Natur. Die angestammte Tätigkeit als Tiefbauarbeiter kä-
me für den Versicherten nicht mehr in Frage; die Belastungen seien zu gross. Tätigkeiten über-
wiegend sitzender Natur seien dagegen ganztags zumutbar, auch mit kurzen stehenden oder 
gehenden Phasen, sofern der Grund eben sei. Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten, Gehen in 
unebenem Gelände und Tätigkeiten in Zwangshaltung wie in kauernder Stellung seien unge-
eignet. 
 
5.5 Wegen diffuser Kopfschmerzen und einer Karzinophobie wurde am 19. März 2015 eine 
MRT des Neurocraniums veranlasst, welche ein Hypophysenmakroadenom von 14x12x14 mm 
zeigte. Zur weiteren Beurteilung wurde der Versicherte seitens Dr. med. F.____, FMH Endokri-
nologie/Diabetologie, an den Spezialisten für Hirn- und Schädelbasis-Tumore, Prof. Dr. med. 
G.____, FMH Neurochirurgie, überwiesen. Prof. G.____ untersuchte den Versicherten am 
8. Juni 2015. Als Diagnosen nannte er ein mutmassliches, hormoninaktives Makroadenom der 
Hypophyse sowie ein chronisches Schmerzsyndrom "linker Fuss, linke Schulter, linke Rücken-
hälfte und nun Kopf". Der Hypophysenbefund sei als Inzidentalom (ein zufällig durch bildgeben-
de Verfahren diagnostizierter Tumor) zu werten. Ein Grossteil dieser Befunde bleibe relativ lan-
ge stationär. In Anbetracht der Gesamtsituation, der fehlenden Hypophysen-Ausfälle und des 
fehlenden Kontakts mit dem Chiasma opticum empfehle er eine bildgebende Nachkontrolle mit 
Sella (Schädelbasis)-MRT im März 2016 mit anschliessender Kontrolle in seiner Sprechstunde. 
Bei Wachstumstendenz wäre aufgrund der langen Lebenserwartung eine Operationsindikation 
zu stellen. Das Schmerzsyndrom sei polytopisch. Ein Zusammenhang zwischen den angege-
benen Kopfschmerzen und dem hypophysären Befund sei äusserst unwahrscheinlich, zumal 
keine Zeichen für eine intratumorale Blutung hätten festgestellt werden können (vgl. Bericht 
vom 9. Juni 2015). 
 
5.6 Am 14. März 2016 fand die Nachkontrolle bei Prof. G.____ statt. Dem Versicherten gehe 
es unverändert mit chronischen, vermutlich zervikogenen Kopfschmerzen sowie Schmerzen an 
der Schulter und am rechten Fuss. Die heutige MRT-Untersuchung zeige eine in etwa stationä-
re Grösse des Makroadenoms der Hypophyse mit einem max. Durchmesser von 14-15mm. 
Indiziert seien endokrinologische und ophthalmologische Kontrollen einmal pro Jahr. Die Opera-
tionsindikation sei aktuell nicht gegeben. Die Erwartung des Versicherten, dass ein Eingriff eine 
Besserung der Kopfschmerzen zur Folge hätte, sei unrealistisch. Die nächste Sella-MRT-
Kontrolle sei erst wieder in zwei Jahren geplant.  
 
5.7 Der RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Arbeitsmedizin, nahm am 25. Februar 2016 sowie 
am 28. April 2016 Stellung zum medizinischen Sachverhalt. Er erachtete die Zumutbarkeitsbe-
urteilung von Dr. D.____ als nachvollziehbar und schlüssig. Zudem habe das hormoninaktive 
Makroadenom der Hypophyse bisher keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Bei langsamem 

 

 
 
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Wachstum könne das noch Jahre so bleiben. Aufgrund der chronischen Kopfschmerzen seien 
dem Versicherten jedoch vermehrte Pausen zuzugestehen. Hinweise für eine psychosomati-
sche Komponente gebe es nicht. Eine angepasste Verweistätigkeit von 80% sei zumutbar. 
 
6. Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf verschiedene fach-
ärztliche Berichte. Als Basis diente die Einschätzung von Dr. D.____ vom 3. Oktober 2014, wel-
cher die im Vordergrund stehende OSG-Verletzung beurteilte. Dr. D.____ hat sich eingehend 
mit dem Verletzungsbild auseinandergesetzt, den Versicherten selbst untersucht und die Be-
richte von Dr. B.____, Dr. C.____ sowie der Ärzte der Klinik E.____ in seine Abschlussbeurtei-
lung miteinbezogen. Die Diagnosen sind breit abgestützt und die attestierte Arbeitsfähigkeit ist 
nachvollziehbar begründet. Auf die Würdigung von Dr. D.____ kann ohne weiteres abgestellt 
werden. Der Beschwerdeführer bringt denn auch konkret nichts vor, das gegen die Richtigkeit 
der Einschätzung sprechen würde. Es stellt sich hingegen die Frage, ob die Schulterbeschwer-
den, die wegen fehlender Kausalität unfallversicherungsrechtlich unberücksichtigt geblieben 
sind, im IV-Bereich gewichtet worden sind. Davon ist auszugehen. Dr. H.____ ergänzte das 
Belastungsprofil von Dr. D.____ dahingehend, dass auch repetitive Überkopfarbeiten zu ver-
meiden seien. Des Weiteren attestierte der RAD-Arzt im Vergleich zu Dr. D.____ eine reduzier-
te Arbeitsfähigkeit von 80%, zwar um dem Pausenbedarf wegen der chronischen Kopfschmer-
zen gerecht zu werden. Mit dieser Reduktion und dem angepassten Arbeitsprofil darf aber da-
von ausgegangen werden, dass auch den Schulterbeschwerden hinreichend Rechnung getra-
gen worden ist. 
 
7.1 Der Versicherte ist jedoch der Auffassung, dass das attestierte Arbeitspensum von 80% 
über seinen Möglichkeiten liege. Er sei voll arbeitsunfähig. Beleg dafür sei, dass er den Einsatz 
bei I.____, welcher vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum für den Zeitraum 25. Januar 
2016 bis 24. April 2016 organisiert worden sei, am ersten Tag aus gesundheitlichen Gründen 
habe abbrechen müssen, obwohl es sich um eine angepasste leichte Tätigkeit gehandelt habe. 
Von seinem Hausarzt, Dr. med. J.____, FMH Allgemeinmedizin, sei er ab dem 26. Januar 2016 
zu 100% krankgeschrieben worden. Andererseits leide er nun auch an einem Hirntumor, wel-
cher seine Arbeitsfähigkeit zusätzlich beeinflusse. 
 
7.2 In den Akten befinden sich drei Arztzeugnisse von Dr. J.____, welche eine volle Arbeits-
unfähigkeit wegen Krankheit vom 26. Januar 2016 bis 6. März 2016 bestätigen. Über die Grün-
de für die attestierte Arbeitsunfähigkeit und den Krankheitsverlauf werden keine Angaben ge-
macht. Aus den Akten des KIGA geht lediglich hervor, dass der Versicherte wegen "massiven 
Einschränkungen des Beines" seinen Einsatz habe beenden müssen. Diese vagen Angaben 
reichen nicht aus, um eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu begründen. Insbeson-
dere gibt es keine Anhaltspunkte, die für eine aktuelle Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes sprechen würden. 
 

 

 
 
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7.3 In Bezug auf den im März 2015 diagnostizierten Hirntumor ist gestützt auf die neurochi-
rurgischen Abklärungen davon auszugehen, dass dieser zurzeit die Arbeitsfähigkeit nicht beein-
trächtigt. Insbesondere wurde ein Zusammenhang zwischen dieser Diagnose und den Kopf-
schmerzen als äusserst unwahrscheinlich bezeichnet. Selbst der Hausarzt ist hinsichtlich der 
Auswirkungen des Tumors auf die Arbeitsfähigkeit zu keinem anderen Schluss gekommen. 
 
8. Im Ergebnis bieten die vorliegenden ärztlichen Unterlagen ein schlüssiges Bild über die 
gesundheitliche Situation des Versicherten und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch 
Dr. D.____ mit Ergänzungen von Dr. H.____ ist plausibel. Weitere medizinische Abklärungen 
sind daher nicht angezeigt. Folglich ist heute mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass dem 
Beschwerdeführer ab 23. August 2014 den Einschränkungen angepasste Tätigkeiten zu 80% 
zumutbar sind. 
 
9. Gegen den Einkommensvergleich hat der Beschwerdeführer keine Einwände vorge-
bracht. Dieser erweist sich denn auch als korrekt, weshalb auf die vorinstanzliche Berechnung 
verwiesen werden kann. Bei einem ermittelten IV-Grad von 35% ab dem 23. August 2014 be-
steht über den 30. November 2014 hinaus kein Anspruch mehr auf eine IV-Rente (vgl. Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961). Die Be-
schwerde ist demgemäss abzuweisen. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der 
unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Dem Beschwerdeführer ist mit 
Verfügung vom 3. April 2017 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem 
Grund werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig auf die Gerichtskasse 
genommen. 
 
10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung (vgl. Verfügung vom 3. April 2017) 
wird dem Rechtsvertreter ein Honorar in der Höhe von Fr. 841.40 (inkl. Auslagen und 8% 
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Dabei wurden praxisgemäss die Aufwen-
dungen erst ab Verfügungszeitpunkt berücksichtigt. 
 
11. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 841.40 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-
kasse ausgerichtet. 

 

  
 

 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht