# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cc8a221-8b1e-5f80-9f10-53835f780b40
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-29
**Language:** de
**Title:** Nichteintreten auf Neuanmeldung erfolgte zu Recht. Keine Glaubhaftmachung einer Veränderung des medizinischen Sachverhalts.
**Docket/Reference:** IV.2014.01069
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01069.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01069
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
29. Februar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1975, meldete sich am 2
2.
März 2011 (Eingangsdatum)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leis
tungs
bezug
an (
Urk.
7/2
; Zusatzgesuch vom 1
7.
Juni 2011,
Urk.
7/5
).
Nach me
di
zinischen und erwerblichen Abklärungen sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
9.
Juli 2013 (
Urk.
7/42; Verfügungsteil 2,
Urk.
7/40) eine
vom
1.
Januar bis zum 3
1.
Oktober 2012 befristete Viertelsrente zu.
Die Beschwerdeführerin meldete sich am
5.
März 2014 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/45)
. Nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (Vorbescheid vom 1
7.
Juni 2014,
Urk.
7/50; Einwand vom 1
3.
Juli 2014,
Urk.
7/52) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
7.
September 2014 auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
3.
Oktober 2014 Beschwerde mit dem
sinn
gemässen Antrag, es sei
die angefochtene
Verfügung auf
zuheben
und ihr Leistungsbegehren neu zu beurteilen
(
Urk.
1
).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
November 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwer
de (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-57), was der Beschwerde
führerin am 1
8.
November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) aus, das
s die Beschwerdeführerin keine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaub
haft dargelegt habe. Die subjektiv zunehmenden Schmerzen seien gemäss ärztlicher Stellungnahme durch
Dekonditionierung
und Gewichtszunahme zu erklären. Die Beschwerden seien mittels adäquater Behandlung gut therapierbar und würden keine langfristige
höhergradige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass sie seit
10 Jahren mit chronischen Rückenschmerzen
,
teils begleitet von starken Kopf
schmerzen und Gelenkschmerzen
,
lebe. Es gebe keine schmerzfreien Tage, nur
die Intensität variiere. Ihr Alltag sei geprägt von Schmerzen und schwerer Er
schöpfung und die Wohnungsreinigung gelinge ihr alle zwei Monate. Aus diesem
Grund arbeite sie seit Juli 20
11 im reduzierten Arbeitspensum und habe einen neuen Antrag an die Beschwerdegegnerin gestellt
(
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
ge
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr
eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen.
Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tat
sa
chen
änderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) er
stellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechts
erheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Ab
klärung werde sich die behaup
tete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhalts
än
de
rung
, wenn angenommen wer
den kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
li
den
rente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig
erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3
mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April
2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage im Zeitpunkt der Verfügung vom
9.
Juli 2013 präsentierte sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1.1
Dr.
med.
Y.___
, Fachärztin für Innere Medizin FMH
,
hielt in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
6.
Oktober 2012 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/28):
-
C
h
r
onisches
thorako-lumbovertebrales
bis -
spondylogenes
Syndrom mit/bei
-
Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
-
m
uskulärer
Dysbalance
,
Dekonditionierung
der rumpf- und
becken
stabilisierenden
Muskulatur
-
n
ormale Darstellung der
Brustwirbeläule
(BWS) ohne Pathologie (MRT BWS 08/2012)
-
s
omatoforme Komponente
-
Chronisch rezidivierende Polyarthralgien
-
a
m ehesten im Rahmen eines benignen Hypermobilitätssyndroms
-
Dysgerminom
Ovar p
T1cpN0 bei/mit
-
Probe-
Laprotomie
mit Hysterektomie und
Adnexektomie
beidseits,
pelvine
Lympho
-
Notektomie,
Teilomentektomie
,
Peritonealbiobsien
01/11
-
a
dditive Chemotherapie
Ohne Auswirkunge
n auf die Arbeitsfähigkeit gab sie folgende Diagnosen
an
:
-
Erhöhte Transaminasen
-
Lebersteatose
-
d
ifferentialdiagnostisch:
Estrofem
-induziert
-
Status nach partieller Ruptur des
Musculus
aductor
longus
links 01/2011
Dr.
Y.___
attestierte der Beschwerdeführerin eine vollumfängliche Arbeits
unfähigkeit vom
3.
J
anuar bis zum
3.
Juli 2011, danach
sei eine
schritt
weise Reduktion erfolgt und
seit
dem 2
5.
November 2011 sei sie zu 40
%
ar
beitsunfähig. Die Beschwerdeführerin sei eingeschränkt durch die Erschöpfung, die rasche Ermüdung bei körperlichen Leistungen und chronische Schmerzen.
Dr.
Y.___
konstatierte, dass die eigentliche Arbeit zumutbar sei, aller
dings sei der lange Arbeitsweg von Winterthur nach Zürich schwierig, da dieser die Beschwerdeführerin sehr erschöpfe. Bei der eigentlichen Arbeit bestehe ihres Erachtens keine verminderte Leistungsfähigkeit, gewisse
Konzentrationsschwie
rigkeiten
seien möglich.
3.1.2
Dr.
med.
Z.___
, Oberarzt der Rheumatologie und
muskuloskelettalen
Rehabilitation des
Spitals A.___
, notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
8.
Januar 2013
(
Urk.
7/32 S.
6 ff.)
folgende Diagnosen mit Au
s
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronisches
thorako-lumbovertebrales
bis -
spondylogenes
Syndrom mit/bei
-
Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
(thorakaler Hyperkyphose, lumba
ler Hyperlordose)
-
m
uskulärer
Dysbalance
,
Dekonditionierung
der rumpf- und
becken
stabilisierenden
Muskulatur, ventralem Überhang/ventraler
Schwer
punktverlagerung
mit
Sacrum
acutum
-
n
ormaler Darstellung der Brustwirbelsäule (BWS) ohne Pathologie (MRT BWS 08/2012)
-
s
omatoformer
Komponente
-
Chronisch rezidivierende Polyarthralgien mit/bei
-
a
m ehesten im Rahmen eines benignen
Hypermobilitätssydnroms
-
f
ehlhaltungsbedingten Knieschmerzen beidseits bei
valgisierender
Bein
achse
beidseits
-
Verdacht auf benignes Hypermobilitätssyndrom mit/bei
-
Beighton
-Score 7/9
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigk
eit diagnostizierte er
:
-
Chronische Kopfschmerzen vom Spann
ungstyp, teils auch migräneform
-
Erhöhte Transaminasen
-
Lebersteatose (CT Abdomen 04/2012)
-
d
ifferentialdiagnostisch
Estrofem
-induziert
-
d
ifferentialdiagnostisch NAFLD bei Prädiabetes und Adipositas
-
Prädiabetes Mellitus
-
HbA1c 6.0 (17.08.2012)¨
-
Schmerzsyndrom Leiste links bei
-
Status nach partieller Ruptur des M.
Adductor
longus
links 01/2011
-
Dysgerminom
Ovar pT1cpNO (0/15) MO, FIGO
lc
bei/mit
-
Probe-
Laparatomie
mit Hysterektomie und
Adnexektomie
beidseits,
pelvine
Lymphonodektomie
,
Teilomentektomie
,
Peritonealbiopsien
am 25.1.2011
-
p
ostoperativ normalem Tumormarker (LDH, AFP, Beta HCG)
-
a
dditiver Ch
emotherapie mit 3 Zyklen BEP (
B
e
l
omycin
,
Etopophos
,
Cisplatin
) am
3.
März 2011 bis Ende April 2011
Die Beschwerdeführerin sei als Sachbearbeiterin in einer Bank ab dem
1.
Septem
ber bis Ende Oktober 2012 zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen, seit
dem
1.
November 2012 bis voraussichtlich zum
5.
März 2013 bestehe eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Sie sei eingeschränkt durch das
chronische,
thorakolum
bovertebrale
bis -
spondylogene
Syndrom
bei Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
(Hohl-/Rundrückenbildung), muskulärer
Dysbalance
und
Dekonditionierung
der
rumpf-/beckenstabilisierenden Muskulatur. Zudem bestünden ch
r
onisch rezidi
vie
rende Polyarthralgien, welche am ehesten im Rahmen eines benignen
Hyper
mobilitätssyndromes
(
Beighton
-Score 7/9) zu interpretieren seien. Die
Knie
ge
lenks
schmerzen
beidseits seien am ehesten fehlhaltungsbedingt bei
val
gi
sieren
der
Beinachse beidseits. Dadurch führe längeres Verweilen/Verharren in stati
schen Zwangspositionen (wie z.B. längeres Sitzen am Schreibtisch/PC) so
wie längeres Stehen und längere Gehbelastung zu einer Schmerzverstärkung
thora
kolumbal
bzw. im Bereich der Kniegelenke. Er könne nicht exakt beur
teilen, ob eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, wahrscheinlich aber nicht.
Die bis
herige Tätigkeit sei als körperlich leichte Tätigkeit zumutbar. Wünschens
wert wäre zusätzlich die Möglichkeit zur vermehrten Wechselbelastung. Durch kom
binierte physiotherapeutische Massnahmen mit dem Ziel einer Verbesserung der Rumpf-/Beckenstabilisation sowie allgemeine
rekonditionierende
Massnah
men würden sich die Einschränkungen reduzieren lassen
und das
Arbeitspen
sum
könnte auf 100
%
gesteigert werden
(
Urk.
7/32 S. 10).
3.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt:
3.2.1
Dr.
Z.___
notierte in seinem Arztbericht vom
8.
Juli 2014
(
Urk.
7/51
; letzte Sprechstunde am 14. März 2014
)
folgende Diagnosen:
-
Chronisches
thorako-lumbovertebrales
bis -
spondylogenes
Syndrom mit/bei
-
Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
(thorakaler Hyperkyphose, lumba
ler Hyperlordose)
-
m
uskulärer
Dysbalance
,
Dekonditionierung
der rumpf- und
becken
stabilisierenden
Muskulatur, ventralem Überhang/ventraler
Schwer
punktverlagerung
-
n
ormaler Darstellung der Brustwirbelsäule (BWS) ohne Pathologie (MRT BWS 08/2012)
-
s
omatoformer
Komponente
-
Chronisch rezidivierende Polyarthralgien mit/bei
-
a
m ehesten im Rahmen eines benigne
n
Hypermobilitätssydnroms
-
f
ehlhaltungsbedingten Knieschmerzen beidseits bei
valgisierender
Bein
achse
beidseits
-
Verdacht auf benignes Hypermobilitätssyndrom mit/bei
-
Beighton
-Score 7/9
-
Chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp, teils auch migräneartig
-
Erhöhte Transaminasen
-
Lebersteatose (CT Abdomen 04/2012)
-
d
ifferentialdiagnostisch
Estrofem
-induziert
-
d
ifferentialdiagnostisch NAFLD bei Prädiabetes und Adipositas
-
Prädiabetes Mellitus
-
HbA1c 6.0 (17.08.2012)
-
Schmerzsyndrom Leiste links bei
-
Status nach partieller Ruptur des M.
Adductor
longus
links 01/2011
-
Dysgerminom
Ovar pT1cpNO (0/15) MO, FIGO
lc
bei/mit
-
Probe-
Laparatomie
mit Hysterektomie und
Adnexektomie
beidseits,
pelvine
Lymphonodektomie
,
Teilomentektomie
,
Peritonealbiopsien
am 25.1.2011
-
p
ostoperativ normalem Tumormarker (LDH, AFP, Beta HCG)
-
a
dditiver Chemotherapie mit 3 Zyklen BEP (
Bleomycin
,
Etopophos
,
Cisplatin
) am
3.
März 2011 bis Ende April 2011
-
Unklare, juckende Hautveränderungen
perimammillär
rechts
-
a
ktuell in dermatologischer Abklärung
Es bestehe weiterhin ein panvertebrales Schmerzsyndrom wechselnder Ausprä
gung mit ausgeprägtem
Dekonditionierungssyndrom
und
Körpergewichtszu
nahme
/Adipositas. Aus rheumatologischer Sicht sei die Wiederaufnahme einer kombinierten physiotherapeutischen Behandlung einschliesslich MTT (MSK und Aquatherapie) zu empfehlen und entsprechende Verordnungen seien ausgestellt.
Die Aquatherapie könne nach der Wundheilung (
Biopsieentnahme
und
Fa
den
ent
fernung
Mamma rechts) beginnen. Bezüglich de
s unklaren Hautbefundes
perimamm
illär
beidseits werde das histologische Ergebnis abgewartet und eine weitere Behand
l
ung erfolge dann durch die Gynäkologin, respektive den Haut
arzt. Aufgrund der zunehmenden Adipositas sei die Beschwerdeführerin bereits von der Gynäkologin im
Adipositaszentrum
im Spital
C.___
angemeldet worden - sie sei bereits im System erfasst, habe allerdings noch keinen Termin erhalten. Vorderhand seien keine weiteren bildgebenden Abklärungen bezüglich der wandernden Ganzkörperschmerzen vorgesehen.
Dr.
Z.___
attestierte folgende Arbeitsunfähigkeiten:
-
40
%
vom
1.
Dezember 2011 bis zum 3
1.
August 2012
-
100
%
vom 1
3.
August bis zum 3
1.
August 2012 (stationärer Aufenthalt Rheuma
klinik
,
Spital A.___
)
-
40
%
vom
3.
September bis
2.
November 2012
-
20
%
vom
5.
November 2012 bis zum 1
5.
September 2013
-
50
%
vom 1
6.
September 2013 bis zum 1
9.
Januar 2014
-
40
%
vom 2
0.
Januar bis 1
1.
Mai 2014, dann gemäss Neubeurteilung
3.2.2
Dr.
med.
B.___
, FMH Allgemeine Medizin, diagnostizierte in ihrem
zuhanden der Beschwerdegegnerin bzw. des hiesigen Gerichts erstellten
Arztbericht vom
9.
Oktober 2014 (
Urk.
3/4)
F
olgendes:
-
Dy
s
germinom
Ovar beidseits pT1c
pNO
(0/15) M0, FIGO IC
-
a
ktuell klinisch und bildgebend kein Hinweis auf ein Tumorrezidiv
-
Anpassungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22)
-
Atopische
Dermatitis
-
Metabolisches Syndrom mit/bei
-
Adipositas Grad II (Ausgangsgewicht 21.05.2014
,
Körpergewicht: 92.2 kg, Körpergrösse: 160.2 cm, BMI: 35.9 kg/m
2
)
-
Insulinresistenz
syndrom mit GGT
oder bereits beginnender DmT2
-
f
am.
Hypercholesterinämie und
Dy
s
lipidämie
mit
Hypertrig
lyceri
dämie
-
Verdacht auf beginnende arterielle Hypertonie St. I n. WHO
-
Steatosis
hepatis
-
Grenzwertige
Hyperandrogenämie
-
Degenerative Gelenks- und Wirbelsäule-Erkrankungen mit/bei
-
c
hronischem
thorakovertebralem
Schmerzsyndrom
-
Fersensporn beidseits
-
Status nach partieller Ruptur des M.
adductor
longus
li (Erstdiagnose 01/2011)
Die Jahre 2010/2011 mit der Diagnosestellung, mehreren Operationen und kom
pliziertem Heilungsverlauf aufgrund der rheumatischen Schmerzen sowie der Chemotherapie h
ätten
die Beschwerdeführerin einschneidend verändert. Einer
seits habe sie eine wie oben beschriebene verlängerte Anpassungsstörung mit
persistierender Depression (Antriebslosigkeit, Morgentief, Trauer und Perspek
tiv
losigkeit) davongetragen. Andererseits habe sie durch die
Eierstockentfer
nung
, trotz entsprechender Hormonsubstitution,
massivst
an Gewicht zuge
nommen.
Die Gewichtszunahme sei bestimmt komplex bedingt, teilweise sicher auch durc
h die Immobilisation aufgrund der rheumatischen Beschwerden. Die Gewichtszu
nahme sei trotzdem so stark, dass heute sogar von einem metaboli
schen Syn
drom gesprochen werden müsse. Die rheumatischen Beschwe
rden und die Ge
wichts
zunahme lä
gen natürlich Hand in Hand und würden sich gegensei
tig negativ beeinflussen. Die Beschwerdeführerin sei sehr g
ewillt
,
Gewicht ab
zu
neh
men, habe auch eingewilligt in eine Überweisung zu einer
Endokrinologin
und gehe dort regelmässig in die Verlaufskontrolle. Die Gewichtsabnahme ge
stalte sich allerdings sehr schwierig, da Barrieren in Form von den bereits vor
handenen metabolischen Begleiterkrankungen, welche für die Gewichtsab
nahme hinderlich seien, bestünden
. Ebenso seien
natürlich
die mechanischen
Begleiter
krankungen
hinderlich. Der Beschwerdeführerin sei klar, dass bei einer Gewichts
abnahme auch die rheumatischen Beschwerden bessern würden, aber der Kampf gegen das Gewicht sei wie oben beschrieben sehr schwierig
. E
ntspre
chend
seien die rheumatischen Beschwerden persistierend und
die degenerati
ven Verände
rungen
sowie
das rheumatische Schmerzsyndrom
würden sich
eher verschlim
mern
.
Nach 35-jähriger ärztlicher Tätigkeit sehe sie die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit und ihrem Alltag eindeutig eingeschränkt, teils wegen der Du
alität Übergewicht/rheumatische Beschwerden, andererseits wegen der verlän
gerten Anpassungsstörung. Sie schätze die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
ein.
4.
4.1
Die von
Dr.
Z.___
gestellten Diagnosen blieben - bis auf die hinzugetretenen
Hautveränderungen - identisch (E.
3.1.2 und E.
3.2.1). Festzuhalten ist, dass selbst
bei veränderten Diagnosen aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht gilt, dass nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend
sind
, sondern die Auswir
kungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 136 V 279 E.
3.2.1). Eine Änderung der erhobenen Diagnosen sagt als
solche nichts aus über die Ent
wi
cklung des Invaliditätsgrades. Dass die
Haut
veränderungen
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen, wird weder im
Arztbericht ausgeführt noch von der Beschwerdeführerin vorgebracht. Es liegen somit keine neuen abklärungsbedürftigen Diagnosen vor.
Des Weiteren ergeben sich aus dem Bericht von
Dr.
Z.___
keine Befunde, wel
che auf eine wesentlich höhere Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin hindeuten würden
(
Urk.
7/51 S.
2)
. Vielmehr ist
unter Berücksichtigung der Aus
führungen von
Dr.
Z.___
(
Urk.
7/51 S.
2) als auch
mit Blick auf die Erfah
rungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pa
tientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc)
davon auszugehen, dass die von
Dr.
Z.___
attestierten Arbeitsunfähig
keiten nicht auf eine erhebliche Veränderung des medizinischen Sachverhaltes zurückzuführen sind, sondern auf die von der Beschwerdeführerin
subjektiv geklagten Beschwerden
. Eine wesentliche Veränderung ist damit nicht glaubhaft gemacht.
4.2
Dr.
B.___
führte aus, dass die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf die ver
längerte Anpassungsstörung sowie die Dualität Übergewicht/rheumatische Beschwerden zurückzuführen sei (
Urk.
3/4).
Dr.
B.___
verfügt
als Fachärztin für Allgemeine Medizin nicht
über die
notwendige Qualifikation eine i
nvalidisierende Verschlechterung des
psychi
schen
Gesundheitszustand
s
der Beschwerdeführerin
glaubhaft zu machen
, wo
mit die von ihr diagnostizierte Anpassungsstörung - gerade auch unter Be
rücksichti
gung, dass aus den Akten keine psychiatrische Behandlung hervorgeht
–
un
be
achtlich
ist
. Ohnehin
ist auch bei allfälligem Vorliegen einer
An
passungsstörung
keine Veränderung
zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Verfügung vom
9.
Juli 2013
glaubhaft
gemacht
, da
die Anpassungsstörung
-
Dr.
B.___
folgend -
auf die Erkrankung der Beschwerdeführeri
n im Jahre 2010/2011 zu
rück
geht
(vgl. E. 3.2.2)
Sowohl das Übergewicht als auch die rheumatischen Beschwerden bestanden bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom
9.
Juli 201
3.
Eine Veränderung oder Verschlechterung dieser Beschwerden wurde durch
Dr.
B.___
nicht be
schrieben, womit keine Veränderung glaubhaft gemacht ist.
4.3
Zusammenfassend genügen
die
Berichte
der behandelnden
Ärzte - insbesondere auch angesichts der kurzen Zeitspanne zwischen Neuanmeldung und letztmali
ger materieller Beurteilung des Leistungsgesuches -
nicht,
um
eine relevante Ver
änderung des medizinischen Sach
verhalts seit dem
9.
Juli 2013
glaubhaft zu machen.
D
ie Beschwerdegegner
in
ist damit
zu Recht
auf die Neuan
meldung
nicht
ein
getreten. Die angefochtene Verfügung ist demnach zu schützen und die Be
schwerde vollumfänglich abzuweisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
20
0.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
500.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler