# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5fd5172-661c-5221-8250-55b8472c5b71
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 05.10.2021 UV 2020/84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-84_2021-10-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/84

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.02.2022

Entscheiddatum: 05.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2021
Art. 19 Abs. 1 UVG. Die Einstellung der temporären Versicherungsleistungen 
und die Prüfung der Dauerleistungen erfolgte bei Anwendbarkeit der 
Schleudertrauma-Praxis und noch überwiegend wahrscheinlichem 
Verbesserungspotential verfrüht. Teilweise Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. 
Oktober 2021, UV 2020/84).

Entscheid vom 5. Oktober 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2020/84

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2 / Marktplatz, 

Postfach 42, 9004 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter), gelernter B.___, war seit 1. Januar 2017 in der 

Werkzeuginstandhaltung bei der C.___ AG angestellt und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 10. November 2018 erlitt 

er einen Verkehrsunfall, als eine hinter ihm fahrende Autolenkerin in die rechte hintere 

Seite/Türe seines Fahrzeugs fuhr, als er im Begriff war, rechts abzubiegen (Suva-act. 1, 

10, 32-25 f., 35). Mit Schreiben vom 11. Dezember 2018 teilte die Suva dem 

Versicherten mit, dass sie für die Folgen des Unfalls die Versicherungsleistungen 

übernehmen werde (Suva-act. 5).

A.a. 

Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 25. Januar 2019 diagnostizierte die 

behandelnde Ärztin Dr. med. D.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, welche dem 

Versicherten seit dem Unfalltag eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl. 

Suva-act. 2, 8 f., 13, 16), ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma. Es bestünden 

weiterhin Kopfschmerzen und Schwindel. Die Halswirbelsäule (HWS) sei frei beweglich 

und das MRI des Schädels vom 10. Januar 2019 (Suva-act. 18) unauffällig (Suva-act. 

15). Ab 21. Februar 2019 attestierte Dr. D.___ eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-

act. 21, 30).

A.b. 

Am 21. März 2019 wurde beim Versicherten in der Rehaklinik Bellikon ein 

ambulantes Assessment durchgeführt. Im Assessmentbericht desselben Tages wurde 

als Diagnose eine HWS-Distorsion QTF Grad II genannt. Als aktuelle Probleme wurden 

A.c. 

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Nackenbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörung und 

Konzentrationsprobleme angegeben. Dem Versicherten wurden ein adäquates 

Schmerzverhalten und eine gute Leistungsbereitschaft attestiert. Weiter wurde 

festgehalten, dass eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden und der 

arbeitsbezogenen Belastbarkeit zu erreichen sei und dazu ein- bis zweimal wöchentlich 

ambulante Einzelphysiotherapie (aktive Bewegungstherapie inklusive Medizinische 

Trainingstherapie [MTT]) empfohlen werde. Weitere Abklärungen seien aktuell nicht 

erforderlich. Die psychische Verfassung des Versicherten sei unauffällig und es sei von 

einer raschen Steigerung der aktuell bestehenden 50%-igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen (Suva-act. 36).

Auf den 31. März 2019 wurde das Arbeitsverhältnis bei der C.___ AG aufgelöst 

(Suva-act. 22, 40-1).

A.d. 

Am 9. April 2019 teilte Dr. D.___ der Suva mit, dass sie den Versicherten bei 

depressiver Reaktion seit 1. April 2019 wieder zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben 

habe. Er leide an starken Konzentrationsstörungen und sei nicht in der Lage, 

irgendwelche Arbeiten auszuführen, die Denkarbeit erforderten. Physisch gehe es ihm 

wieder recht gut, der Schwindel trete nur noch selten auf und körperliche Arbeiten 

könne er ausführen. Ferner leide der Versicherte an Schlafstörungen, die er vor dem 

Unfall nicht gehabt habe. Es werde um Kostengutsprache für eine Psychotherapie 

ersucht (Suva-act. 37, 40-2, 45). Diese wurde am 12. April 2019 für vorerst fünf 

Behandlungen erteilt (Suva-act. 43).

A.e. 

Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 7. Mai 2019, erstellt durch Dr. med. 

E.___, Fachärztin für Rechtsmedizin, und Dr. sc. techn. F.___, Geschäftsleiter, dipl.-Ing. 

ETH, Dozent für Trauma-Biomechanik F.___, erfuhr das Fahrzeug des Versicherten 

beim Zusammenstoss eine Geschwindigkeitsänderung hauptsächlich nach links, 

welche unterhalb eines Bereichs von 20 bis 30 km/h lag. Infolgedessen habe sich der 

Versicherte relativ zum Fahrzeug in Richtung der Fahrzeuglängsachse nach rechts und 

leicht nach hinten bewegt. Aus biomechanischer Sicht ergebe sich aufgrund der 

technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen, dass die anschliessend an 

das Ereignis festgestellten von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde 

A.f. 

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allein durch die Kollisionseinwirkung bei Vorliegen eines Normalfalls nicht erklärbar 

seien (Suva-act. 57).

Ab dem 13. Mai 2019 bescheinigte Dr. D.___ eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 

(Suva-act. 62, 64, 69, 81, 89, 97, 105, 114, 116).

A.g. 

In einem Gespräch mit einem Suva-Aussendienstmitarbeiter teilte der Versicherte 

am 11. Juli 2019 mit, dass es ihm körperlich aktuell ziemlich gut gehe. Er sei 

regelmässig in der Physiotherapie und MTT und spüre laufend auch Fortschritte. 

Zwischendurch habe er noch Kopf- und Nackenschmerzen, jedoch seien diese gut 

erträglich und würden kein grosses Problem darstellen. Schwindel habe er noch ab 

und zu, er komme damit aber gut zurecht. Das grösste Problem sei die Konzentration, 

welche meist fehle. Dreimal sei er in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. 

Danach sei die Behandlung beendet worden und weitere Behandlungen seien nicht 

geplant. Medikamente nehme er keine ein. Er sei bei der Arbeitslosenkasse gemeldet, 

er fühle sich aber noch nicht bereit, in der angestammten Tätigkeit zu arbeiten, da er 

Mühe habe sich zu konzentrieren und dies bei der Arbeit zu grossen Schäden führen 

könnte (Suva-act. 66).

A.h. 

Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 26. Juli 2019 beschrieb Dr. D.___ 

persistierende Konzentrationsstörungen. Nach vier Stunden Arbeit sei der Versicherte 

nicht mehr in der Lage an Sachen zu arbeiten, bei denen er sich konzentrieren müsse. 

Es würden eine neuropsychologische Abklärung und eventuell weitere 

psychotherapeutische Behandlungen empfohlen (Suva-act. 70).

A.i. 

Am 3. September 2019 wurde der Versicherte von Dr. med. G.___, Facharzt FMH 

für Neurologie, untersucht. Gemäss Bericht vom 6. September 2019 wurde aufgrund 

des unauffälligen Neurostatus, des normalen EEG-Befunds und des MRI-Befunds vom 

10. Januar 2019 eine strukturelle cerebrale Läsion mit hinreichender Sicherheit 

ausgeschlossen. Im Vordergrund der Symptomatik stünden neuropsychologische 

Minderleistungen, wobei in erster Linie (ohne formale Prüfung) frontale und temporale 

Funktionen betroffen seien. Aufgrund des Unfallmechanismus und des 

Beschwerdebildes sei es wahrscheinlich, dass es beim Unfall zu einer leichten 

traumatischen Hirnverletzung (mild traumatic brain injury) gekommen sei. Die Prognose 

A.j. 

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sei grundsätzlich günstig. Zur rascheren Restitution schlug Dr. G.___ ein kognitives 

Training, gegebenenfalls nach vorausgehender neuropsychologischer Evaluation, vor 

(Suva-act. 75).

Am 4. Oktober 2019 erfolgte ein MRI der HWS. Dieses ergab keinen Nachweis 

posttraumatischer Läsionen (Suva-act. 84).

A.k. 

Am 4. und 11. März 2020 wurde der Versicherte im Rehazentrum H.___ 

neuropsychologisch untersucht. Mit Bericht vom 30. März 2020 beschrieben die 

verantwortlichen Personen Befunde, welche insgesamt einer leichten bis mittelgradigen 

neuropsychologischen Funktionsstörung entsprechen würden. Im Vordergrund stünden 

Defizite in den Aufmerksamkeitsfunktionen und Teilbereichen der Exekutivfunktionen 

sowie eine alltags- und berufsrelevante psychophysische Belastbarkeitsminderung. 

Zudem würden sich im Bereich der mnestischen Funktionen modalitätsunspezifisch 

(verbal und visuell-figural) eine leicht flache Lernkurve sowie vereinzelte leichte 

Auffälligkeiten im freien Gedächtnisabruf objektivieren lassen. Der Versicherte sei in 

seiner quantitativen und qualitativen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Der Verlauf der 

geschilderten Defizite seit dem Unfall erscheine als gut nachvollziehbar und insgesamt 

stimmig. Es werde ein neuropsychologischer Behandlungsversuch zur Steigerung der 

kognitiven Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit mittels psychoedukativer, 

restitutorischer und kompensatorischer Massnahmen empfohlen. Dringend indiziert sei 

zudem ein berufspraktisches Training zur Belastbarkeitssteigerung und 

Leistungserprobung (Suva-act. 118).

A.l. 

Ab dem 16. März 2020 bescheinigte Dr. D.___ dem Versicherten wieder eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 125 ff.).

A.m. 

In der Folge legte die Suva den Fall Kreisarzt Dr. med. I.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vor. Dieser kam mit Beurteilung vom 8. April 2020 zum 

Schluss, dass die ein Jahr und rund vier Monate nach dem Unfall bestehende leichte 

bis mittelgradige neuropsychologische Störung nicht mit strukturellen Unfallfolgen 

begründet werden könne. Sie gründe entsprechend dem aktuellen Wissensstand auf 

einer psychischen Störung, welche überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen, 

A.n. 

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B.

Gegen die Verfügung vom 8. Juni 2020 erhob der Versicherte am 7. Juli 2020 

Einsprache (Suva-act. 162). Diese wurde mit Entscheid vom 16. Oktober 2020 bei 

Anwendung der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen und Verneinung der Adäquanz 

abgewiesen (Suva-act. 173).

teilkausalen Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall vom 10. November 2018 stehe 

(Suva-act. 121).

Mit neuroradiologischem Konsil vom 23. April 2020 beschrieb Prof. Dr. med. J.___, 

Facharzt für Radiologie FMH, speziell Neuroradiologie, in Würdigung der 

Magnetresonanztomographien vom 10. Januar 2019 (Neurocranium) und 4. Oktober 

2019 (HWS) keine posttraumatischen Veränderungen/Befunde (Suva-act. 128).

A.o. 

Ab dem 1. Mai 2020 wurde der Versicherte durch Dr. D.___ zu 50 % arbeitsunfähig 

geschrieben (Suva-act. 132, 148).

A.p. 

Mit Beurteilung vom 7. Mai 2020 kam Kreisarzt Dr. med. K.___, Facharzt für 

Neurolgie, zum Schluss, dass aus neurologischer Sicht (nach neuroradiologischer 

Bestätigung) überwiegend wahrscheinlich keine strukturell objektivierbare 

Hirnschädigung im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 10. November 2018 

vorliege (Suva-act. 137).

A.q. 

Mit Beurteilung vom 7. Juni 2020 führte Dr. I.___ aus, dass die körperlichen 

Beschwerden und Beeinträchtigungen unter regelmässiger Physiotherapie innert 

einiger Wochen bis Monate deutlich zurückgegangen seien und innerhalb der ersten 

acht Monate die psychischen Beschwerden und Einschränkungen deutlich im 

Vordergrund gestanden seien (Suva-act. 152).

A.r. 

Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 stellte die Suva die bisherigen 

Versicherungsleistungen per 21. Juni 2020 ein und verneinte mangels Vorliegens 

adäquater Unfallfolgen einen Anspruch auf weitere Leistungen in Form einer 

Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 155).

A.s. 

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C.  

Erwägungen

1.

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt vorab die Feststellung, dass 

die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juni 2020 wegen eklatanter Mängel 

nichtig sei. Zumindest müsse ihre Anfechtung geschützt und die Streitsache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden. Soweit die Rechtsvertreterin die 

Verfügung als mangelhaft begründet betrachtet, erübrigen sich Weiterungen. Denn 

allfällige Begründungsmängel, welche vorliegend in Beachtung des Urteils des 

Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, E. 3, indes nicht erkennbar sind, 

können durch den angefochtenen Einspracheentscheid als geheilt gelten (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 30. Mai 2008, 8C_549/2007, E. 6.3). Darin hat die 

Gegen den Einspracheentscheid vom 16. Oktober 2020 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin Regula Schmid, St. 

Gallen, am 18. November 2020 Beschwerde erheben. Es sei der Einspracheentscheid 

vom 16. Oktober 2020 aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die Verfügung vom 8. 

Juni 2020 nichtig sei. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur 

Neubeurteilung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Es 

seien dem Beschwerdeführer nach dem 21. Juni 2020 weiterhin Leistungen 

auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 18. November 2020, soweit 

darauf einzutreten sei, und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 16. Oktober 

2020 (act. G 3).

C.b. 

Nachdem die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auf die Einreichung einer 

Replik verzichtet hatte, wurde der Schriftenwechsel am 8. März 2021 geschlossen (act. 

G 5).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

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Beschwerdegegnerin rechtsgenüglich unter Einbezug der einschlägigen 

Rechtsprechung die entscheidrelevanten Überlegungen im konkret zu beurteilenden 

Fall transparent gemacht. Auch die mangelnde Unterzeichnung führt nicht zu einem 

Formmangel (Ueli Kieser, ATSG Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 57 zu Art. 49). Die 

Beschwerde ist damit in diesem Punkt abzuweisen.

2.

Materiell streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum Unfall 

vom 10. November 2018 erbrachten Leistungen (Übernahme der Kosten für die 

Heilbehandlungen, Taggeld [temporäre Leistungen]) auf den 21. Juni 2020 einstellte 

und den Anspruch auf weitere Leistungen (Rente und Integritätsentschädigung 

[Dauerleistungen]) der Unfallversicherung ablehnte.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundes­

gesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf 

die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Die Unfallkausalität 

bildet Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung. Eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis (Art. 4 ATSG) 

zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

2.1. 

Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; 

BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Für die 

Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle 

Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat 

verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen 

werden, wenn die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 

2.2. 

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3.

231) – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomogramm, 

MRI, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009, E. 2). Im Bereich dieser klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen 

spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 

118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) 

fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie 

folgt zu differenzieren ist: Zunächst ist festzustellen, ob der Versicherte beim Unfall ein 

Schleudertrauma der HWS oder einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein 

Schädel-Hirntrauma erlitten hat, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas 

vergleichen lassen, oder ob es sich um einen Unfall mit anderen somatischen 

Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt. Im letzteren Fall erfolgt die 

Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. 

entwickelten Kriterien (sogenannte Psycho-Praxis). Bei Unfällen mit Schleudertrauma 

oder mit einer diesem gleichgestellten Verletzung der HWS oder einem Schädel-

Hirntrauma ist hingegen die Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 ff., präzisiert in BGE 

134 V 126 ff. E. 10 zu beurteilen (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Der 

Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS oder einer 

äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und 

psychischen Unfallfolgen verzichtet wird, während bei den übrigen Unfällen für die 

Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis 

als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren 

objektive Folgen massgebend sind. Als Ausnahme von diesen Regeln greift allerdings 

die auf die objektiven, physischen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbeurteilung auch 

bei Unfällen mit Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung Platz, wenn die 

zum dafür typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise 

gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden, ausgeprägten psychischen Problematik 

aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). Dieselbe 

Ausnahme von der Regel gilt, wenn es sich bei der nach einem Unfall aufgetretenen, 

psychischen Fehlentwicklung nicht um eine mit dem organisch-psychischen 

Beschwerdebild nach Schleudertrauma oder schleudertraumaähnlicher Verletzung eng 

verflochtene Entwicklung handelt, sondern um einen selbstständigen (sekundären) 

psychischen Gesundheitsschaden oder um einen durch den Unfall verschlimmerten 

Vorzustand (vgl. u.a. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 7. 

November 2002, U 377/01, E. 4.3).

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Zur Prüfung steht vorab die Rechtmässigkeit der Einstellung der temporären 

Leistungen auf den 21. Juni 2020.

Nach Gesetz und Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall (unter 

Einstellung der vorübergehenden Leistungen Heilbehandlung und Taggeld sowie mit 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung) 

abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der (unfallbedingten) ärztlichen Behandlung 

keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr 

erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 113 ff. E. 4). 

Die Besserung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 

beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins 

Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht. Diese Frage ist 

prospektiv zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 

7.1). Die Prüfung der Adäquanz bzw. der Fallabschluss ist bei Anwendung der Psycho-

Praxis in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die 

somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 116 E. 6.1; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Juli 2017, 8C_184/2017, E. 2.2). Bei der Schleudertrauma-

Praxis ist dies der Zeitpunkt, in dem von der Fortsetzung der auf das Schleudertrauma-

Beschwerdebild – dessen psychische und physische Komponenten nicht leicht zu 

differenzieren sind – gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung 

mehr zu erwarten ist (BGE 134 V 115 ff. E. 4.3, 6.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. 

August 2018, 8C_114/2018, E. 4). Je nach Anwendbarkeit der Psycho- oder 

Schleudertrauma-Praxis kann sich demnach ein unterschiedlicher Zeitpunkt der 

Adäquanzprüfung bzw. des Fallabschlusses mit Einstellung der temporären Leistungen 

ergeben. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, welche Praxis im vorliegend zu 

beurteilenden Fall zur Anwendung gelangt.

3.1. 

Der Beschwerdeführer hat am 10. November 2018 eine HWS-Distorsion QTF Grad 

II und damit ein Schleudertrauma erlitten (vgl. u.a. Suva-act. 36-1, 137-7). Fassbare 

organische (unfallbedingte) Gesundheitsschäden, welche gemäss Rechtsprechung 

grundsätzlich als objektivierbares Korrelat verlangt werden (vgl. dazu vorstehende E. 

2.2), sind nicht ausgewiesen (vgl. dazu insbesondere Suva-act. 18, 75, 84, 121, 128, 

137). Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist indes bekannt, dass bei 

Schleudertrauma- sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

3.2. 

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Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden objektivierbar sind, 

rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen 

(BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

wie im hier zu beurteilenden Fall (vgl. nachfolgende E. 3.3) vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 379 f. E. 3e).

Der Beschwerdeführer beklagte initial starke Verspannungen im Nackenbereich, 

permanent starke Kopfschmerzen, Sehschwierigkeiten, Schwindel und Übelkeit. 

Ausserdem klagte er bereits im Dezember 2018 über Konzentrationsstörungen (Suva-

act. 10-1, 15). Die Beschwerden haben sich, abgesehen von der 

Konzentrationsproblematik, bis im Sommer 2019 stark verbessert. Am 11. Juli 2019 

berichtete der Beschwerdeführer, dass es ihm körperlich ziemlich gut gehe. Er habe 

zwischendurch noch Kopf- und Nackenschmerzen, welche jedoch gut erträglich seien 

und kein grosses Problem darstellten. Das grösste Problem sei die Konzentration, die 

meist fehle (Suva-act. 66-1). Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 26. Juli 2019 

berichtete Dr. D.___ weiterhin von persistierenden Konzentrationsstörungen (Suva-act. 

70). Dr. G.___ empfahl im September 2019 ein kognitives Training, gegebenenfalls nach 

einer vorausgehenden neuropsychologischen Evaluation (Suva-act. 75). Am 1. 

November 2019 berichtete der Beschwerdeführer von praktisch keinen 

Verbesserungen. Er habe noch immer grosse Konzentrationsschwierigkeiten und leide 

massiv unter der Vergesslichkeit (Suva-act. 90). Die verantwortlichen Fachleute des 

Rehazentrums H.___ diagnostizierten nach zweitägigen Abklärungen im März 2020 eine 

leichte bis mittelgradige neuropsychologische Funktionsstörung. Der Verlauf der 

geschilderten Defizite seit dem Unfall erscheine als gut nachvollziehbar und insgesamt 

stimmig. Es werde ein neuropsychologischer Behandlungsversuch zur Steigerung der 

kognitiven Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit mittels psychoedukativer, 

restitutorischer und kompensatorischer Massnahmen empfohlen. Dringend indiziert sei 

zudem ein berufspraktisches Training zur Belastbarkeitssteigerung und 

Leistungserprobung (Suva-act. 118). Mit Beurteilung vom 8. April 2020 erkannte 

Kreisarzt Dr. I.___ die kognitiven Beeinträchtigungen als in einem natürlichen, 

3.3. 

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teilkausalen Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall vom 10. November 2018 stehend. 

Im Weiteren sah er es als überwiegend wahrscheinlich an, dass diese Unfallfolgen noch 

in einer erheblichen, anhaltenden Weise verbessert werden könnten (Suva-act. 121-9).

Gestützt auf den gesundheitlichen Verlauf und die medizinischen Berichte ist es 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin die Psycho-Praxis für 

anwendbar erklärte. Der Beschwerdeführer leidet seit dem Unfall vom 10. November 

2018 und über den Fallabschluss hinaus ununterbrochen an natürlich kausalen (Suva-

act. 121-9), schleudertraumtypischen kognitiven Beeinträchtigungen, welche die 

Arbeitsfähigkeit durchgehend einschränkten (vgl. u.a. Suva-act. 2, 21, 36 f., 70, 116, 

118, 148, 165). Der Verlauf der kognitiven Defizite seit dem Unfallereignis wird als 

glaubhaft, nachvollziehbar und stimmig qualifiziert (Suva-act. 118-5). Diese haben sich 

zwar, im Gegensatz zu den übrigen schleudertraumatypischen Beschwerden, nicht 

relevant gebessert. Entgegen den Ausführungen von Dr. K.___ (vgl. Suva-act. 137-8) 

sind sie indes nicht erstmals zusammen mit der depressiven Symptomatik (Suva-act. 

37) nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses aufgetreten, womit sich auch nicht 

die Frage stellt, ob es sich bei der genannten Problematik um einen selbständigen 

(sekundären) Gesundheitsschaden allenfalls im Zuge einer nicht unfallkausalen 

depressiven Symptomatik handelt, welcher die Anwendung der Psycho-Praxis 

rechtfertigen würde (vgl. vorstehende E. 2.2). Davon geht auch Dr. I.___ nicht aus, 

ansonsten er die kognitiven Beeinträchtigungen nicht in einen natürlichen, teilkausalen 

Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall gebracht hätte, dies selbst in der Annahme, 

dass die Persistenz einer leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Störung 

rund 16 Monate nach dem Verkehrsunfall ungewöhnlich sei (Suva-act. 121-9). Zwar 

kommt er mit Beurteilung vom 7. Juni 2020 zum Schluss, dass die psychischen 

Beschwerden, wozu die neuropsychologischen Defizite ohne organisches Korrelat 

zählen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1), innerhalb 

der ersten acht Monate deutlich im Vordergrund gestanden seien (Suva-act. 152-14). 

Dies könnte für eine erhebliche (unfallfremde) psychische Überlagerung sprechen, was 

ebenfalls zur Anwendbarkeit der Psycho-Praxis führen würde (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. April 2007, U 128/06, E. 3.3). Eine solche wurde kreisärztlich 

aber nicht derart begründet, dass sie als überwiegend wahrscheinlich bewiesen 

angesehen werden könnte. Insbesondere der Verlauf mit seit dem Unfallereignis 

ununterbrochen relevant bestehender stimmiger kognitiver Problematik spricht 

dagegen. Schliesslich gehen auch die übrigen involvierten Ärzte nicht von einer 

erheblichen psychischen Überlagerung aus, selbst wenn im Verlauf ohne Zweifel auch 

unfallfremde psychosoziale Aspekte (Verlust des Arbeitsplatzes, sozioökonomische 

Sorgen) eingeflossen sind (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 15. Dezember 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/14

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4.  

Entscheid

2016, 8C_651/2015, E. 5.1). Allein diese rechtfertigen indes keine Ausnahme von der 

Regel (Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis bei Vorliegen eines 

Schleudertraumas).

Nachdem Einigkeit darüber besteht, dass die neuropsychologische 

Funktionsstörung überwiegend wahrscheinlich durch ärztliche Behandlung noch in 

einer erheblichen Weise verbessert werden kann (Suva-act. 118-5, 121-9, 165-2, 

169-4), erweist sich die Einstellung der vorübergehenden Leistungen auf den 21. Juni 

2020 samt Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente und/oder 

Integritätsentschädigung als verfrüht und unrechtmässig. Die Beschwerdegegnerin 

hätte den Fall bei Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis (noch) nicht abschliessen 

dürfen. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer über den 

21. Juni 2020 hinaus die temporären Versicherungsleistungen zu erbringen. Erst wenn 

auch der medizinische Endzustand in Bezug auf die unfallkausalen kognitiven Defizite 

erreicht ist, darf die Beschwerdeführerin die temporären Leistungen einstellen, eine 

Adäquanzprüfung vornehmen und über die Dauerleistungen befinden.

3.5. 

Die Beschwerde ist unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids 

vom 16. Oktober 2020 teilweise gutzuheissen und die Sache zur Prüfung und 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen über den 21. Juni 2020 hinaus an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen (formeller Antrag; vgl. vorstehende 

E. 1) ist die Beschwerde abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

4.2. 

Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang (vollständiges Obsiegen 

in materieller Hinsicht) Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es 

rechtfertigt sich, die Entschädigung – wie in vergleichbaren Fällen bei lediglich einem 

Schriftenwechsel üblich – auf pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/14

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 16. Oktober 2020 aufgehoben und die Sache zur Prüfung 

und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen über den 21. Juni 2020 hinaus im Sinne 

der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2021
	Art. 19 Abs. 1 UVG. Die Einstellung der temporären Versicherungsleistungen und die Prüfung der Dauerleistungen erfolgte bei Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis und noch überwiegend wahrscheinlichem Verbesserungspotential verfrüht. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Oktober 2021, UV 2020/84).

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