# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 397daefb-02fe-5aab-b37a-17ae9581ec66
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 09.07.2018 110 2018 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-1_2018-07-09.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/1 Bern, 9. Juli 2018

in der Beschwerdesache zwischen

A.________, 
Beschwerdeführende 1 - 4

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

C.________
Beschwerdegegner 1

D.________
Beschwerdegegnerin 2

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wohlen, Departement Bau und Planung, 
Hauptstrasse 26, 3033 Wohlen

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wohlen vom 
6. Dezember 2017 (Baugesuch Nr. 60/17; Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Kombispeicher)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerschaft reichte am 27. Juli 2017 bei der Gemeinde Wohlen ein 

Baugesuch, datiert vom 26. Juli 2017, ein für den Ersatz der bestehenden Elektroheizung 

durch eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Kombispeicher auf Parzelle Wohlen 

Grundbuchblatt Nr. E.________. Die Parzelle liegt im Perimeter der Überbauungsordnung 

RA Nr. 110/2018/1 2

«F.________», die der Empfindlichkeitsstufe II zugeordnet ist. Die von der 

Beschwerdegegnerschaft geplante Wärmepumpe soll aussen an der Südostfassade der 

Liegenschaft G.________ aufgestellt werden und würde den Grenzabstand gegenüber der 

Parzelle Nr. H.________ unterschreiten; die Beschwerdegegnerschaft hat deshalb ein 

entsprechendes Ausnahmegesuch gestellt. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter 

anderen die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 6. Dezember 

2017 erteilte die Gemeinde die Bau- und Ausnahmebewilligung für das Bauvorhaben.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 3. Januar 2018 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die 

Aufhebung des Gesamtentscheids vom 6. Dezember 2017 und die Erteilung des 

Bauabschlags. Die Beschwerdeführenden machen insbesondere geltend, die 

Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausnahmebewilligung seien vorliegend nicht erfüllt.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 führte den 

Schriftenwechsel durch, edierte die Vorakten und holte weitere Planunterlagen bei der 

Beschwerdegegnerschaft ein. Zudem führte es im Beisein der Verfahrensbeteiligten und je 

einer Vertretung des Amts für Umweltkoordination und Energie des Kantons Bern (AUE) 

sowie des Amts für Berner Wirtschaft (beco), Immissionsschutz, einen Augenschein mit 

Instruktionsverhandlung durch. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum 

Protokoll des Augenscheins zu äussern und Schlussbemerkungen einzureichen. Sowohl 

die Vorinstanz als auch die Beschwerdegegnerschaft – Letztere zumindest sinngemäss – 

beantragen die Abweisung der Beschwerde.

4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten sowie auf das Ergebnis des Augenscheins 

wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

RA Nr. 110/2018/1 3

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 

Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG 

i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Einsprachen abgewiesen 

wurden, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist folglich einzutreten.

2. Ausnahmebewilligung

a) Die Beschwerdegegnerschaft beabsichtigt, die bestehende, im Innern ihrer 

Liegenschaft befindliche Elektroheizung durch eine aussen an der Südostfassade 

aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe zu ersetzen. Das Baugrundstück befindet sich 

inmitten einer Wohnsiedlung und grenzt, mit Ausnahme der Nordwestseite, an die Parzelle 

Nr. H.________. Hierbei handelt es sich um eine «Allgemeinparzelle» mit Fussweg und 

Spielplatz, an welcher insbesondere auch die Beschwerdeführenden und die 

Beschwerdegegnerschaft Miteigentum haben. Es ist unbestritten, dass die geplante 

Wärmepumpe in südöstlicher Richtung den in Art. 2 Abs. 1 GBR4 festgelegten kleinen 

Grenzabstand von 4.00 m um ca. 0.90 m unterschreitet und daher einer 

Ausnahmebewilligung gemäss Art. 26 BauG bedarf; die Vorinstanz ist im angefochtenen 

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 Baureglement der Gemeinde Wohlen vom 1. Dezember 2009 (GBR).

RA Nr. 110/2018/1 4

Entscheid fälschlicherweise noch von einer Unterschreitung von bloss 0.50 m 

ausgegangen. Die Beschwerdeführenden machen jedoch geltend, es lägen keine 

besonderen Verhältnisse vor, welche die Erteilung einer Ausnahmebewilligung 

rechtfertigen würden. Einer Ausnahmebewilligung stünden zudem nachbarliche Interessen 

entgegen. So käme es durch die geplante Wärmepumpe auf dem angrenzenden Spielplatz 

und verschiedenen Nachbarparzellen zu Lärmimmissionen, die durch die hofartige 

Anordnung der umliegenden Gebäude zusätzlich verstärkt würden. Im Übrigen beruhe der 

angefochtene Entscheid auf Plänen, in denen die beabsichtigte Unterschreitung des 

Grenzabstands noch mit 0.50 m anstatt 0.90 m angegeben werde.

b) Laut Art. 26 Abs. 1 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften gewährt 

werden, wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen 

Interessen beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen 

nachbarlichen Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch 

Entschädigung vollwertig ausgeglichen werden (Art. 26 Abs. 2 BauG). Diese 

Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein.

Ausnahmebewilligungen sind nur restriktiv zu erteilen. Die Ausnahme muss Ausnahme 

bleiben und darf nicht zur Regel werden, da dies sonst auf eine unzulässige 

Normenkorrektur hinauslaufen würde.5

Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der 

Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend 

erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den 

Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den 

geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den 

Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter 

Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen 

der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen, 

der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber 

keine Ausnahmebewilligung. Es geht vielmehr darum, ausgesprochene Unbilligkeiten und 

Unzweckmässigkeiten zu vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die 

5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Vorbemerkungen zu den Art. 26–31 N. 3.

RA Nr. 110/2018/1 5

Bauwilligen zur Folge hätte. Eine Ausnahmebewilligung rechtfertigt sich deshalb 

insbesondere nicht, wenn zumutbare Alternativen zur Verfügung stehen.

Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund keine absolute Grösse ist. 

Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt von drei Komponenten ab: 

vom Interesse der Baugesuchstellenden an der Ausnahme, von der Bedeutung der 

Vorschrift, von der abgewichen werden soll, und von Art und Mass der verlangten 

Abweichung.6

c) In ihrem Ausnahmegesuch vom 6. September 2017 führt die 

Beschwerdegegnerschaft zusammengefasst aus, die bestehende Elektroheizung könne 

nur durch eine aussen, an der Südostfassade aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe 

ersetzt werden. Denn eine im Gebäudeinnern aufgestellte Wärmepumpe sei aufgrund der 

Raumgestaltung nicht möglich. So weise der Heizungsraum bzw. die Waschküche nur eine 

Aussenwand auf; die erforderliche, separate Zu- und Abluftleitung von bzw. nach draussen 

sei folglich nicht möglich. Eine innenaufgestellte Wärmepumpe würde zudem zur erhöhten 

Lärmimmissionen in den angrenzenden Wohnräumen führen. Ferner seien alternative 

Heizsysteme, wie Öl-, Holzschnitzel- und Pelletheizungen sowie eine Lösung mit 

Erdwärmesonde aufgrund der Platzverhältnisse bzw. der fehlenden Unterkellerung des 

betreffenden Gebäudes ausgeschlossen. Die Erstellung einer zentralen Heizungsanlage 

sei schliesslich aufgrund zu hoher Kosten bzw. mangels genügender Anzahl 

Anschlussinteressenten gescheitert.

Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid, gestützt auf das Ausnahmegesuch der 

Beschwerdegegnerschaft, zum Schluss, aufgrund der Topographie, der Parzellenform und 

der technischen Möglichkeiten sei keine andere als die von der Beschwerdegegnerschaft 

geplante Lösung realisierbar. Folglich lägen besondere Verhältnisse vor, welche die 

Erteilung einer Ausnahmebewilligung rechtfertigen würden. 

d) Die Liegenschaft G.________ ist, wie die Beschwerdegegnerschaft richtig ausführt, 

nicht unterkellert. Vielmehr befindet sich unmittelbar unter dem Gebäude die zur 

Wohnsiedlung gehörende Einstellhalle. Eine Heizungsanlage mit Erdwärmesonde könnte 

die Beschwerdegegnerschaft – wie auch alle anderen Heizsysteme, die eine 

Beanspruchung von Gemeinschaftsräumen voraussetzen – folglich nicht alleine, sondern 

6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 26–27 N. 4 f. mit Hinweisen.

RA Nr. 110/2018/1 6

nur mit Zustimmung aller entsprechenden Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer 

realisieren. Anlässlich des Augenscheins konnte zudem festgestellt werden, dass die 

Platzverhältnisse im privaten Heizungsraum bzw. in der Waschküche der Liegenschaft 

G.________ die Installation eines Öltanks oder eines Holzschnitzel- bzw. Pelletbehälters 

nicht zulassen. Gemäss Planunterlagen verfügt das Gebäude der 

Beschwerdegegnerschaft neben dem genannten Heizungsraum bzw. der Waschküche 

sodann über keinen anderen Raum, der die Installation einer Heizung zulassen würde. Als 

Alternative zur bestehenden Elektroheizung kommt folglich nur eine Luft/Wasser-

Wärmepumpe in Frage. Dies hat auch die am Augenschein anwesende Vertreterin des 

AUE bestätigt.7 Gleichzeitig kommt diese jedoch zum Schluss, dass die Platzverhältnisse 

im Heizungsraum bzw. in der Waschküche grundsätzlich ausreichen würden, um darin eine 

Luft/Wasser-Wärmepumpe zu installieren. Dies sei zwar mit gewissen Schwierigkeiten 

verbunden. So müssten die Rohre, die von den Ansaug- und Abluftöffnungen in der 

Aussenwand zur Wärmepumpe führen würden, möglichst weit auseinander liegen und 

möglichst gerade geführt werden, um einen «Kurzschluss» zu verhindern. Vorliegend sei 

es aber möglich, ein Rohr bzw. eine Öffnung unten rechts und ein Rohr bzw. eine Öffnung 

oben links in der Aussenwand des Heizungs- bzw. Waschraums anzubringen. Eine solche 

Lösung habe zwar zur Folge, dass die betreffenden Rohre nicht direkt, sondern mit Bögen 

geführt werden müssten und dadurch der Wirkungsgrad der Wärmepumpe verringert 

würde. Die betreffende Verminderung sei jedoch vernachlässigbar und daher grundsätzlich 

kein Argument gegen eine Innenaufstellung.8 Das Vorhandensein bloss einer Aussenwand 

spreche also nicht per se gegen eine Innenaufstellung. Idealerweise bräuchte es zwischen 

den Ansaug- und Abluftöffnungen zwar eine Trennwand; eine solche sei aber nicht 

zwingend nötig. Dort, wo die Rohre aus der Wand kämen, bräuchte es aber einen optisch 

nicht unauffälligen Wetterschutz.9

e) Die Einschätzung der Vertreterin des AUE betreffend die Möglichkeit der 

Innenaufstellung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe im Heizungsraum bzw. in der 

Waschküche der Liegenschaft G.________ ist nachvollziehbar und überzeugend. Es ist 

kein Grund ersichtlich, weshalb dieser nicht gefolgt werden sollte. Einerseits handelt es 

sich bei der Vertreterin des AUE um eine ausgewiesene Fachperson für Heizungsfragen. 

Andererseits wird deren Einschätzung weder von der Beschwerdegegnerschaft noch von 

7 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 12, zweites Votum der AUE-Vertreterin.
8 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 10, Votum der AUE-Vertreterin.
9 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 12, erstes Votum der AUE-Vertreterin.

RA Nr. 110/2018/1 7

der Vorinstanz bestritten. Die Beschwerdegegnerschaft bringt in diesem Zusammenhang 

lediglich vor, dass bei einer im Heizungsraum bzw. in der Waschküche aufgestellten 

Luft/Wasser-Wärmepumpe keine feuchte Wäsche mehr im betreffenden Raum aufgehängt 

werden könnte, da Wärmepumpen nicht gut auf Feuchtigkeit reagieren und bei einem 

allfälligen Defekt des Geräts allenfalls die Garantieleistungen verweigert würden. Die 

Installation einer Luft/Wasser-Wärmepumpe im Heizungsraum bzw. in der Waschküche 

würde zudem dazu führen, dass in eben diesem Raum der Waschturm keinen Platz mehr 

hätte. Eine innenaufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe sei schliesslich lauter als 

aussenaufgestellte Modelle.

Die Vertreterin des AUE hat anlässlich des Augenscheins explizit darauf hingewiesen, dass 

es Luft/Wasser-Wärmepumpenmodelle zur Innenaufstellung gebe, denen Feuchtigkeit 

nichts ausmacht und folglich auch in einem Raum installiert werden können, in dem nasse 

Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird; dies sei lediglich eine Frage des Fabrikats bzw. 

des Modells.10 Hinzu kommt, dass die Wäsche nicht zwingend in der Waschküche 

aufgehängt werden muss, sondern auch in anderen Räumen des Gebäudes 

(beispielsweise im angrenzenden Atelier bzw. Büroraum) auf entsprechenden Ständern 

getrocknet werden kann, wie dies in Häusern ohne Waschküche bzw. Trocknungsraum 

üblich ist. Es ist zudem nicht ersichtlich, weshalb im Heizungsraum bzw. in der 

Waschküche nicht genügend Platz für eine innenaufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe 

und den Wäscheturm vorhanden sein sollte. Einerseits wird ein Grossteil des betreffenden 

Raums momentan noch von der bestehenden Elektroheizung eingenommen,11 die durch 

die Wärmepumpe ersetzt werden soll; es sind mithin verhältnismässig grosse 

Platzreserven im fraglichen Raum vorhanden. Andererseits ist es notorisch, dass heute 

Luft/Wasser-Wärmepumpen auf dem Markt sind, die auch bei engen Platzverhältnissen im 

Gebäudeinnern aufgestellt werden können. So bewirbt beispielsweise die STIEBEL 

ELTRON GmbH & Co. KG, von der das von der Beschwerdegegnerschaft geplante 

Wärmepumpenmodell stammt, auf ihrer Webseite, dass die von ihr ausschliesslich für die 

Innenaufstellung konzipierten Wärmepumpenmodelle, aufgrund ihrer kompakten Bauweise 

und hochwertigen Schallisolierung, problemlos auch in Abstellräumen untergebracht 

werden könnten bzw. in fast jedem Keller Platz hätten.12 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, 

10 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 11, erstes Votum der AUE-Vertreterin.
11 Vgl. Fotos Nrn. 13, 15 und 16 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. Mai 2018.
12 Abrufbar unter: <https://www.stiebel-eltron.ch/de/home/produkte-loesungen/erneuerbare_energien/waerme-
pumpe/luft-wasser-innenaufgestellt.html>.

RA Nr. 110/2018/1 8

dass in Liegenschaften, die nicht über gesonderte Waschküchen verfügen, Waschtürme 

oftmals auch in Badezimmern oder sogar Küchen aufgestellt werden. Die zu erwartenden 

Lärmimmissionen bei einer innenaufgestellten Luft/Wasser-Wärmepumpe werden 

schliesslich sowohl von der Vertreterin des beco als auch derjenigen des AUE als 

unproblematisch erachtet. So führte die Vertreterin des beco anlässlich des Augenscheins 

zwar aus, dass die Rohre, welche von den Ansaug- und Abluftöffnungen zur Wärmepumpe 

führen würden, nur eingeschränkt mit einer Schalldämmung versehen werden könnten. Für 

die Nachbarn seien die zu erwartenden Lärmimmissionen bei einer innenaufgestellten 

Wärmepumpe jedoch in etwa vergleichbar mit denjenigen, die bei der von der 

Beschwerdegegnerschaft geplanten Aussenaufstellung entstehen würden bzw. sogar eher 

leiser.13 Um die zu erwartenden Lärmimmissionen im Gebäudeinnern zu reduzieren, 

müsste gemäss den Ausführungen der Vertreterin des AUE am Augenschein, zudem 

einzig die Wärmepumpe auf einen guten Sockel gestellt und der betreffende Raum mit 

einer guten Schalldämmung ausgestattet werden.14

f) Nach dem Gesagten ist die Installation einer Luft/Wasser-Wärmepumpe im 

Heizungsraum bzw. in der Waschküche der Liegenschaft G.________ zwar mit gewissen 

Schwierigkeiten verbunden, technisch und betrieblich ist eine solche jedoch durchaus 

möglich. Insbesondere das Vorhandensein von bloss einer Aussenwand im Technikraum 

stellt kein Hindernis für eine Innenaufstellung dar. Es besteht mit anderen Worten eine 

Alternative zu der von der Beschwerdegegnerschaft beabsichtigten Lösung. Zudem ist 

weder ersichtlich noch wird von der Beschwerdegegnerschaft geltend gemacht, dass die 

Alternative unzumutbar wäre. Die Beschwerdegegnerschaft führt lediglich aus, dass eine 

Innenaufstellung mit enormen Installationsanpassungen im Heizungsraum bzw. in der 

Waschküche verbunden wäre und zu weniger Platz für die Bewohner der Liegenschaft 

führen würde; konkretere Ausführungen macht die Beschwerdegegnerschaft jedoch nicht. 

Es ist zwar denkbar, dass eine Innenaufstellung teurer und aufwändiger zu realisieren ist 

als die von der Beschwerdegegnerschaft geplante Aussenaufstellung. Ferner würde den 

Bewohnern der Liegenschaft selbstverständlich mehr Platz verbleiben, wenn die 

Wärmepumpe nicht im Gebäudeinnern, sondern aussen aufgestellt werden könnte. Rein 

finanzielle Interessen sowie der Wunsch nach einer Ideallösung rechtfertigen aber noch 

keine Ausnahmebewilligung (E. 2b). Dass die bei einer Innenaufstellung zu erwartenden 

13 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 11, Votum der beco-Vertreterin.
14 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 10, Votum der AUE-Vertreterin.

RA Nr. 110/2018/1 9

Lärmimmissionen, insbesondere diejenigen im Gebäudeinnern, unproblematisch sind, 

wurde zudem bereits eingehend dargelegt (E. 2e).

g) Zusammenfassend ergibt sich, dass aufgrund der zumutbaren Alternative keine 

besonderen Verhältnisse vorliegen, welche die geplante Aufstellung der Wärmepumpe an 

der Südostfasse der Liegenschaft G.________ und die damit verbundene Unterschreitung 

des Grenzabstands gegenüber der Parzelle Nr. H.________ rechtfertigen würden. Unter 

diesen Umständen kann offen gelassen werden, ob die von der Beschwerdegegnerschaft 

beabsichtigte Aussenaufstellung negative Auswirkungen auf den angrenzenden Fussweg 

und Spielplatz hätte und/oder zu einer Beeinträchtigung öffentlicher Interessen führen 

würde. Die Vorinstanz hätte der Beschwerdegegnerschaft folglich keine Ausnahme- bzw. 

Baubewilligung erteilen dürfen. Dem Bauvorhaben ist dementsprechend der Bauabschlag 

zu erteilen. Der angefochtene Gesamtentscheid ist aufzuheben und die Beschwerde 

gutzuheissen. Es erübrigt sich daher, die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden 

betreffend Verletzung wesentlicher nachbarlicher Interessen (Lärmimmissionen) und 

Vorliegen falscher Planunterlagen (Unterschreitung des Grenzabstands um 0.90 m anstatt 

0.50 m) zu prüfen.

3. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerschaft. Sie hat 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG15). Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere 

Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben 

werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 900.– 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV16). Für den Augenschein vom 17. Mai 

2018 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 500.– 

erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit insgesamt 

Fr. 1'400.–. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für 

den gesamten Betrag.

15 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
16 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

RA Nr. 110/2018/1 10

b) Die amtlichen Kosten für das erstinstanzliche Baubewilligungsverfahren in der Höhe 

von Fr. 2'043.15 haben in jedem Fall die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner 

als Bauherrschaft zu tragen (Art. 52 Abs. 1 BewD17).

c) Die Beschwerdegegnerschaft hat zudem den Beschwerdeführenden die Parteikosten 

zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwalts der 

Beschwerdeführenden gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegnerschaft 

hat somit den Beschwerdeführenden die Parteikosten von Fr. 2'747.43 zu ersetzen. Die 

Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten 

Betrag.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Gesamtentscheid der Gemeinde Wohlen 

vom 6. Dezember 2017 wird aufgehoben. Dem Baugesuch vom 26. Juli 2017 wird 

der Bauabschlag erteilt.

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'400.– werden der 

Beschwerdegegnerschaft zur Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdegegnerin und der 

Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine separate 

Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

Die Kosten des erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens von Fr. 2'043.15 werden 

der Beschwerdegegnerschaft zur Bezahlung auferlegt. Für das Inkasso dieser 

Kosten ist die Gemeinde zuständig.

3. Die Beschwerdegegnerschaft hat den Beschwerdeführenden die Parteikosten im 

Betrag von Fr. 2'747.43 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Die Beschwerdegegnerin 

und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten Betrag.

17 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).

RA Nr. 110/2018/1 11

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B._________, eingeschrieben

- Frau C.________ und Herrn D._________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wohlen, Departement Bau und Planung, 

eingeschrieben

- Amt für Umweltkoordination und Energie (AUE), zur Kenntnis

RA Nr. 110/2018/1 12

- Amt für Berner Wirtschaft (beco), Immissionsschutz, zur Kenntnis

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident