# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 352db81b-203b-5a85-ba38-4055e3dbbbe6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 17.10.2022 PS220160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS220160_2022-10-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde 
über Schuldbetreibung und Konkurs  
 
 

Geschäfts-Nr.: PS220160-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. E. Pahud 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Würsch 

Beschlüsse vom 17. Oktober 2022 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer, 

 

gegen 

 

B._____ Baugenossenschaft,  
Ersteigerin und Beschwerdegegnerin, 

 

betreffend Steigerungszuschlag 
(Beschwerde über das Betreibungsamt Hinwil) 
 
Beschwerde gegen einen Entscheid des Bezirksgerichtes Hinwil vom 12. 
September 2022 (CB220009) 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

1. 

1.1. Die C._____ GmbH (Grundpfandgläubigerin an 2. Pfandstelle) stellte in der 

Betreibung auf Pfandverwertung (Nr. 1) gegen A._____ (Schuldner) am 

1. September 2020 das Verwertungsbegehren (act. 9/1). Am tt. Juni 2022 war das 

im Eigentum von A._____ stehende Grundstück (GBBl 2, Kataster Nr. 3, Plan 4, 

D._____, Mehrfamilienhaus) an der E._____-strasse … in … F._____ ZH verste-

gert worden. Die B._____ Baugenossenschaft (Ersteigerin und Beschwerdegeg-

nerin, nachfolgend Ersteigerin) hatte für Fr. 1'400'000.00 den Zuschlag erhalten 

(act. 9/7).  

1.2. Mit Eingabe vom 28. Juni 2022 (Datum Poststempel: 29. Juni 2022) erhob 

A._____ (fortan Beschwerdeführer) eine betreibungsrechtliche Beschwerde am 

Bezirksgericht Hinwil als untere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetrei-

bung und Konkurs (fortan Vorinstanz; act. 1). Die Vorinstanz setzte dem Be-

schwerdeführer mit Verfügung vom 11. Juli 2022 Frist zur Verbesserung seiner 

Beschwerde an (act. 3). Der Beschwerdeführer reichte eine verbesserte Be-

schwerdeschrift samt Beilagen innert erstreckter Frist ein (act. 5, act. 7-8/1-2). Die 

Vorinstanz zog die Akten des Betreibungsamtes Hinwil ZH betreffend die Grund-

pfandverwertung bei (act. 9/1-7). Auf die Einholung einer Vernehmlassung und 

Beschwerdeantwort verzichtete sie. Mit Urteil und Beschluss vom 12. September 

2022 trat die Vorinstanz auf das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege nicht ein. Die Beschwerde gegen den Steige-

rungszuschlag wies die Vorinstanz ab. Sie erhob keine Kosten und sprach keine 

Parteientschädigungen zu (act. 11 = act. 14 S. 5). 

2. 

2.1. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 12. September 2022 führt der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. September 2022 (Datum Poststempel) 

rechtzeitig Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich als obere kantonale 

Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs. Er stellt folgende Anträge 

(act. 12; act. 15 S. 2): 

- 3 - 

"1. Es sei das Urteil sowie der Beschluss vom 12. September 2022 vollum-
fänglich aufzuheben und an die erste Instanz zurückzuweisen. 

 2. Es sei die Steigerung als ungültig zu erklären, da der Verkaufswert weit 
unter dem geschätzten Wert erfolgte. 

 3. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege, wegen 
Mittellosigkeit zu bewilligen. 

 4. Dem Beschwerdeführer sei ein Rechtsanwalt als unentgeltlicher 
Rechtspfleger an die Seite zu stellen." 

2.2. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-16). Von der Einho-

lung einer Beschwerdeantwort und einer Vernehmlassung wurde abgesehen 

(Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. § 18 EG SchKG i.V.m. § 84 GOG i.V.m. Art. 322 

und 324 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

3. 

Für das Beschwerdeverfahren nach Art. 18 SchKG sind die Regelungen von 

Art. 319 ff. ZPO anwendbar (Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. § 18 EG SchKG i.V.m. 

§ 84 GOG). Mit der Beschwerde können (a) die unrichtige Rechtsanwendung und 

(b) die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht 

werden (Art. 320 ZPO). Dabei sind konkrete Beschwerdeanträge zu stellen und 

zu begründen. Die Beschwerde führende Partei hat sich hierbei mit der Begrün-

dung des vorinstanzlichen Entscheides im Einzelnen auseinander zu setzen und 

anzugeben, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach 

leidet (Art. 321 ZPO; vgl. im Einzelnen auch BK ZPO-Sterchi, Bd. II, Bern 2012, 

Art. 321 N 15 ff.). Bei Parteien ohne anwaltliche Vertretung wird an diese Erfor-

dernisse ein weniger strenger Massstab angelegt. Bei fehlender Auseinanderset-

zung bzw. Begründung ist jedoch auf die Beschwerde ohne Weiteres nicht einzu-

treten (ZR 110 Nr. 80; OGer ZH PS110192 vom 21. Februar 2012, Erw. 5.1). 

Neue Anträge, neue Tatsachen und neue Beweismittel (Noven) sind im Be-

schwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 ZPO). Das gilt auch im zweitin-

stanzlichen betreibungsrechtlichen Beschwerdeverfahren (vgl. OGer ZH 

PS110019 vom 21. Februar 2011, Erw. 3.4). 

 

- 4 - 

4. 

4.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Beschwerdeführer rüge sinngemäss die Verlet-

zung des Deckungsprinzips nach Art. 142a SchKG i.V.m. Art. 126 Abs. 1 SchKG. 

Sie erwog im Wesentlichen, der Verwertungsgegenstand werde dem Meistbieten-

den nach dreimaligem Aufruf zugeschlagen, sofern das Angebot den Betrag allfäl-

liger, dem betreibenden Gläubiger (auf dessen Begehren die Verwertung ange-

ordnet wurde) im Range vorgehender pfandgesicherter Forderungen übersteige 

bzw. erreiche. Für die Bestimmung des Mindestzuschlagspreises sei bei der 

Pfandverwertungsbetreibung die Forderung, für welche der betreibende Gläubiger 

die Verwertung verlange, nicht zu berücksichtigen. Zudem dürften nur diejenigen 

pfandgesicherten Forderungen berücksichtigt werden, die im Lastenverzeichnis 

enthalten und unbestritten geblieben oder gerichtlich gutgeheissen worden seien. 

Die C._____ GmbH (mit Pfandrecht auf der zweiten Pfandstelle) habe die Verwer-

tung des Grundstückes verlangt. Ihrer Forderung würden gemäss unbestritten 

gebliebenem Lastenverzeichnis lediglich die auf der ersten Pfandstelle gesicher-

ten Forderungen der Bank G._____ Genossenschaft von insgesamt 

Fr. 1'187'835.35 vorgehen. Das Deckungsprinzip sei mit dem Zuschlag zum 

Höchstgebot von Fr. 1'400'000.00 somit eingehalten worden (act. 14 S. 3 f. 

Erw. 3.1.-3.2.). Schliesslich erwog die Vorinstanz, das Beschwerdeverfahren sei 

nach Art. 20a Abs. 2 Ziffer 5 SchKG kostenlos, weshalb beim nicht vertretenen 

Beschwerdeführer kein Rechtsschutzinteresse an der Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege bestehe und auf seinen diesbezüglichen Antrag nicht einzutre-

ten sei (act. 14 S. 4 Erw. 4). 

4.2. In der Beschwerde des Beschwerdeführers vom 24. September 2022 an die 

Kammer fehlt es an einer Begründung. Lediglich aus dem Rechtsbegehren lässt 

sich herauslesen, dass er die Steigerung für ungültig hält, weil er der Ansicht ist, 

der "Verkaufswert" resp. Zuschlag sei weit unter dem geschätzten Grundstück-

wert erfolgt (vgl. act. 15 S. 2, Rechtsbegehren Ziffer 2). Dieses Vorbringen genügt 

allerdings auch den für Laien herabgesetzten Anforderungen an die Beschwer-

debegründung nicht (vgl. oben Erw. 3.).  

- 5 - 

Der Beschwerdeführer führt im Übrigen in seiner Eingabe an die Kammer vom 

24. September 2022 an, er verfüge weder über juristische Erfahrung noch eine ju-

ristische Ausbildung. Es werde Aufgabe des (beantragten) unentgeltlichen 

Rechtspflegers resp. Rechtsanwaltes sein, die Begründung der Beschwerde zu 

verfassen und dem Gericht einzureichen. Die Kammer möge derzeit einstweilen 

auf die Begründung verzichten, bis eben dieser eingesetzt sei. Derzeit, so der Be-

schwerdeführer, verfüge er weder über ein zugreifbares Vermögen (gepfändet) 

noch über ein geregeltes Einkommen, andernfalls seine Liegenschaft auch nicht 

versteigert würde (act. 15 S. 3). 

4.3. Gemäss Sendungsverfolgung der Post wurde der Entscheid der Vorinstanz 

vom 12. September 2022 dem Beschwerdeführer am 16. September 2022 zuge-

stellt (act. 12). Die zehntägige Beschwerdefrist lief damit am 26. September 2022 

ab. Der Beschwerdeführer gab seine Eingabe am 24. September 2022 und damit 

rechtzeitig auf; sie ging am 27. September 2022 und damit nach Ablauf der 

Rechtsmittelfrist beim Obergericht ein (vgl. act. 15).  

Bei der Beschwerdefrist handelt es sich um eine gesetzliche Frist. Als solche ist 

sie nicht erstreckbar (Art. 31 SchKG; Art. 144 Abs. 1 ZPO; vgl. BGE 126 III 30 ff.). 

Nachdem die Eingabe des Beschwerdeführers erst nach Ablauf der gesetzlichen 

Beschwerdefrist beim Obergericht eingegangen ist, könnte auch ein Rechtsvertre-

ter nicht mehr rechtzeitig (im Sinne der Nachreichung einer Beschwerdebegrün-

dung) tätig werden. Überdies ist anzufügen, dass es grundsätzlich an der Partei 

selbst liegt, ihre Interessen im Verfahren zu vertreten oder (rechtzeitig) einen 

Rechtsanwalt ihrer Wahl zu mandatieren, welcher – bei Vorliegen der entspre-

chenden Voraussetzungen – beantragen kann, dass er als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bestellt wird (vgl. Art. 117-118 ZPO). Das Gericht stellt einer Par-

tei nur einen Rechtsanwalt zur Seite, wenn diese offensichtlich nicht imstande ist, 

den Prozess zu führen oder selbst einen Anwalt zu mandatieren (vgl. Art. 69 Abs. 

1 ZPO; BGer 5D_191/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2.1.). Diese Voraussetzun-

gen sind hier nicht erfüllt. Der Antrag des Beschwerdeführers, das Gericht habe 

ihm einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zur Seite zu stellen (Beschwerdeantrag 

Ziffer 4), ist folglich abzuweisen.  

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Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass dem Beschwerdeführer auch nicht 

geholfen wäre, wenn sein Vorbringen, er habe keine juristische Erfahrung sowie 

Ausbildung, im weitesten Sinne als Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur 

Einreichung der Beschwerdebegründung verstanden werden könnte: Die Wieder-

herstellung einer Frist ist an das Vorhandensein eines absolut unverschuldeten 

Hindernisses (wie beispielsweise Unfall, schwere plötzliche Erkrankung und Mili-

tärdienst) geknüpft. Das Hindernis muss dergestalt sein, dass der Rechtsuchende 

selbst davon abgehalten wurde innert Frist zu handeln, oder dass er unfähig war, 

eine Drittperson mit der entsprechenden Handlung zu betrauen (BSK SchKG I-

Nordmann/Oneyser, 3. Aufl. 2021, Art. 33 N 10 f.). Dies ist vorliegend nicht darge-

tan sowie nicht ersichtlich, insbesondere stellt die blosse Rechtsunkenntnis kei-

nen Wiederherstellungsgrund dar (vgl. etwa BGer 5A_969/2018 vom 6. Mai 2019 

Erw. 2.2.3.). Nach dem Gesagten fehlt es der Beschwerde des Beschwerdefüh-

rers (betreffend die Beschwerdeanträge Ziffer 1-2) an einer – innert Rechtsmittel-

frist vorgebrachten – genügenden Begründung, was zu einem Nichteintreten auf 

dieselbe führt. 

5. 

Für das Beschwerdeverfahren sind keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 20a Abs. 2 

Ziff. 5 SchKG und Art. 61 Abs. 2 GebV SchKG). Das Gesuch des Beschwerdefüh-

rers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Beschwerdeantrag Ziffer 3) 

erweist sich damit als gegenstandslos und ist abzuschreiben. Parteientschädi-

gungen dürfen in diesem Verfahren nicht zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 

GebV SchKG). 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgeschrieben. 

2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Bestellung eines unentgeltlichen 

Rechtsbeistandes für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Entscheid. 

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Sodann wird beschlossen: 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter 

Beilage eines Doppels von act. 15, unter Rücksendung der erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz sowie an das Betreibungsamt Hinwil ZH, je gegen 

Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um einen Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetrei-
bungs- und Konkurssachen im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Würsch 
 
versandt am: 
18. Oktober 2022 
 
 

	Beschlüsse vom 17. Oktober 2022
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	Sodann wird beschlossen:
	1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Beilage eines Doppels von act. 15, unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten an die Vorinstanz sowie an das Betreibungsamt Hinwil ZH, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...