# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 549a8cc6-1a95-51fb-8e19-ddc3ecc561b5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.09.2016 SB160107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160107_2016-09-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160107-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, und lic. iur. B. Gut,  

Ersatzoberrichterin Dr. iur. S. Bachmann sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Maurer 

Urteil vom 22. September 2016 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. U. Krättli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  
sexuelle Nötigung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  

2. Abteilung - Einzelgericht, vom 9. Dezember 2015 (GG150243) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 28. September 

2015 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 41 S. 59 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu Fr. 60.– (ent-

sprechend Fr. 12'600.–), als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 6. Juli 

2012, sowie mit einer Busse von Fr. 2'500.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 25 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 

1. Januar 2008 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbe-

gehren abgewiesen. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 27. Januar 2015 beschlag-

nahmte und derzeit bei der Bezirksgerichtskasse lagernde Replikagewehr (Sachkaution 

Nr. …) wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes 

Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der 

Lagerbehörde vernichtet. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.  1'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 13'050.50   amtliche Verteidigung  

Fr. 9'421.70   Vertreterin Geschädigte / Privatklägerin 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

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8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privat-

klägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der 

Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforde-

rung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 71 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

2. Auf die Zivilforderungen von B._____ sei nicht einzutreten.  

3. Die Kosten für das erstinstanzliche Verfahren und für das Berufungsverfah-

ren seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 47) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin: 

(Urk. 48) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

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Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung - Einzelgericht, vom 

9. Dezember 2015 wurde der Beschuldigte A._____ der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 

210 Tagessätzen zu Fr. 60.–, als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts 

Horgen vom 6. Juli 2012, sowie mit einer Busse von Fr. 2'500.– bestraft. Der Voll-

zug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre ange-

setzt. Betreffend die Busse wurde entschieden, dass diese zu bezahlen sei. Bei 

schuldhafter Nichtbezahlung der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

25 Tagen festgesetzt. Zudem wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privat-

klägerin eine Genugtuung von Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2008 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 

abgewiesen. Das beschlagnahmte Replikagewehr wurde dem Beschuldigten auf 

erstes Verlangen herausgegeben. Die Kosten der Untersuchung und des gericht-

lichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, wurden dem Beschul-

digten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung der Privatklägerin wurden unter dem Nachforderungs-

vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 41 

S. 59 f.). 

2. Gegen dieses am 9. Dezember 2015 eröffnete Urteil liess der Beschuldigte 

mit Eingabe vom 10. Dezember 2015 innert Frist die Berufung anmelden 

(Urk. 36). Nachdem das begründete Urteil dem Beschuldigten bzw. seinem Ver-

teidiger am 22. Februar 2016 zugestellt worden war (Urk. 40/2), ging die Beru-

fungserklärung vom 8. März 2016 hierorts ebenfalls fristgerecht ein (Urk. 42). In 

der Folge wurde der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 

23. März 2016 Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung oder ein 

Nichteintreten auf die Berufung beantragen würden. In der gleichen Verfügung 

wurde der Privatklägerin Frist angesetzt, um zu erklären, ob dem urteilenden Ge-

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richt eine Person gleichen Geschlechts angehören müsse, sie für den Fall einer 

Befragung von einer Person gleichen Geschlechts einvernommen werden wolle 

und ob sie für diese Befragung eine Übersetzung durch eine Person gleichen Ge-

schlechts verlange (Urk. 45). Innert Frist teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie ver-

zichte auf Anschlussberufung und die Stellung eines Antrages (Urk. 47). Ebenfalls 

innert Frist teilte die Privatklägerin mit, sie erkläre keine Anschlussberufung und 

beantrage kein Nichteintreten. Sie sei mit dem Urteil der Vorinstanz einverstan-

den. Bezüglich der Zusammensetzung des Gerichts und der Auswahl der über-

setzenden Person stelle sie keinen Antrag (Urk. 48). 

3. Vom Beschuldigten nicht angefochten wurde die Herausgabe des beschlag-

nahmten Replikagewehrs an den Beschuldigten gemäss Dispositivziffer 6 des an-

gefochtenen Entscheides sowie die Kostenfestsetzung gemäss Dispositivziffer 7 

(Urk. 43; Prot. II S. 6). Die Rechtskraft des vorinstanzlichen Entscheids betreffend 

diese beiden Punkte ist entsprechend vorzumerken (Art. 404 Abs. 1 in Ver-

bindung mit Art. 402 StPO). 

4. Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden somit der Schuld- und Straf-

punkt, die von der Privatklägerin beantragte Genugtuung sowie die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen mit Ausnahme der vorinstanzlichen Kostenfestsetzung. 

II.  Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, an einem nicht genauer 

bestimmten Tag im Dezember 2007 an der Wohnungstüre der Privatklägerin ge-

läutet und ihr angeboten zu haben, sie mit dem Auto zum Deutschkurs zu fahren. 

Unterwegs habe er sie eingeladen, ihr seine Wohnung zu zeigen, da es noch zu 

früh für den Deutschkurs gewesen sei. Nachdem beide die dunkle Wohnung des 

Beschuldigten betreten hätten, habe der Beschuldigte die Türe abgeschlossen 

und bewusst ein Replikagewehr zur Hand genommen und dieses von innen vor 

die Wohnungstüre gestellt. Die Privatklägerin sei heftig erschrocken, als sie das 

vermeintlich echte Gewehr gesehen habe. Sie habe sich am Wohnzimmertisch 

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auf einen Stuhl gesetzt. Als sie dem Beschuldigten gesagt habe, sie wolle nun in 

den Kurs gehen, habe dieser erwidert, es sei noch zu früh, sei hinter die sitzende 

Privatklägerin gestanden und habe begonnen, sie zu massieren. Dann habe er 

die Privatklägerin an Hals, Nacken, Wangen, Stirn und auf die Lippen geküsst und 

habe versucht, mit der Zunge in den Mund der Privatklägerin einzudringen, wel-

che jedoch die Zähne zusammengebissen habe. Der Beschuldigte sei vor die Pri-

vatklägerin hinuntergekniet, habe seinen Kopf auf ihre Oberschenkel gelegt und 

über der Kleidung ihre Scham und ihre Brüste betatscht und ihre Scham geküsst. 

Er habe Ihren Pullover und ihr T-Shirt nach oben gezogen und ihren Büstenhalter 

geöffnet und weggezogen. Er habe ihre nackten Brüste geküsst und habe die ei-

ne Brust mit der Hand so stark gedrückt, dass es geschmerzt habe, während er 

die andere Brust geküsst und an ihr gesaugt habe. Die Privatklägerin habe 

mehrmals zum Beschuldigten gesagt, er solle sie gehen lassen, sie müsse in den 

Kurs. Sie habe das Tun des Beschuldigten versucht mit ihren Händen abzu-

wehren und mehrmals ihre hochgeschobene Oberbekleidung wieder nach unten 

gezogen. Der Beschuldigte habe sie weiter betatscht und geküsst, sie vom Stuhl 

hochgezogen und in einer drängenden Art, indem er sie umarmte, kräftig festhielt 

und weiter küsste, in sein Schlafzimmer geführt. Dort habe er sie auf das Bett ge-

stossen, sich mit erigiertem Glied auf die Privatklägerin gelegt, sie weiter geküsst 

und ihr mit den Händen zwischen die Beine an die Scham gegriffen. Er habe ihre 

Hosen und den Reissverschluss geöffnet, obschon sie versucht habe, seine  

Hände wegzuschieben bzw. mit ihren abzuhalten. Die Privatklägerin habe immer 

wieder in gebrochenem Englisch gesagt, sie müsse jetzt in den Kurs, er solle sie 

gehen lassen. Damit er sie gehen lassen würde, habe sie ihm versprochen, an ei-

nem anderen Tag wieder zu kommen. Der Beschuldigte habe daraufhin von der 

Privatklägerin abgelassen und mit ihr die Wohnung verlassen (Urk. 22 S. 2 f.). 

2. Beweismittel 

Die Anklagebehörde stützt sich zum Beweis des von ihr behaupteten Sachver-

halts im Wesentlichen auf die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 4/1; Urk. 6/1-2), 

des Beschuldigten (Urk. 4/2; Urk. 5/1-3; Prot. I S. 6 ff.), von C._____ (Urk. 4/3; 

Urk. 7/1), von D._____ (Urk. 7/2), von E._____ (Urk. 7/3), von F._____ (Urk. 7/4) 

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und von G._____ (Urk. 7/5). Im Weiteren berücksichtigt die Anklagebehörde Ur-

kunden betr. Übersetzung (Urk. 3/2), Adresszettel (Urk. 6/3/1), das Angebot des 

Beschuldigten zur Erledigung des Strafverfahrens (Urk. 9/1) und die Telefona-

genda der Privatklägerin (Urk. 10/1). 

3. Aussagen des Beschuldigten 

Die Vorinstanz unterliess es, die Aussagen des Beschuldigten zusammenzufas-

sen. Dies ist vorliegend nachzuholen. 

3.1 Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. Juli 2014 gab der Be-

schuldigte zu Protokoll, er kenne die Privatklägerin durch C._____. Sie sei eine 

sympathische Frau. Sie habe ihm an einer Grillparty gesagt, dass sie noch weite-

re Kolleginnen und auch Verwandtschaft habe. Sie habe ein Fotoalbum, welches 

sie ihm zeigen wolle. Zu einem späteren Zeitpunkt sei die Privatklägerin zu ihm 

mit dem Fotoalbum gekommen, wobei sie erwähnt habe, dass sie noch in die 

Schule müsse. Er habe gesagt, dass er sie gerne fahren könne. Also seien sie bei 

ihm gewesen, hätten Wein getrunken und er habe sich das Fotoalbum angese-

hen. Sie hätten auch über die Kleideränderung, die die Privatklägerin mache, ge-

sprochen. Er habe ihr gesagt, dass er Hosen habe, die gekürzt werden müssten. 

Sie hätten dann langsam gehen wollen und die Privatklägerin sei ihm beim Ver-

abschieden etwas näher gekommen. Sie habe ihn am Schritt angefasst und er sei 

dadurch erregt gewesen. Er habe ihr gesagt, dass er noch auf die Toilette gehen 

würde und sie noch wegen den Hosen schauen müssten. Als er zurück-

gekommen sei, sei die Privatklägerin mit offener Bluse auf dem Bett gelegen. Die 

Privatklägerin habe ihn bedrängt. Er habe sie vermutlich auch geküsst und ver-

mutlich habe er sie auch an der Brust angefasst. Das Gewehr, das vermutlich 

noch angesprochen werde, habe er schon seit ca. 10 Jahren und es stehe seit 

damals immer am gleichen Platz. Als er die Privatklägerin dann zur Schule gefah-

ren habe, habe sie ihm gesagt, er solle das nicht C._____ erzählen. Er habe nur 

gesagt, dass das ein Abenteuer gewesen sei und er nichts sagen werde (Urk. 4/2 

S. 1 f.). Weiter führte der Beschuldigte aus, er habe die Privatklägerin seither 

nicht mehr viel gesehen. Er habe sie auf der Strasse gesehen, sie habe recht 

apathisch gewirkt. Sie habe ein neues Geschäft aufgebaut und er habe ihr Hosen 

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bringen wollen. Er glaube, sie anfangs 2008 zum letzten Mal gesehen zu haben 

(a.a.O. S. 2). Auf weiteres Befragen gab der Beschuldigte ferner an, die Privatklä-

gerin habe ihm ihre Telefonnummer bereits an der Grillparty gegeben. Sie habe ja 

vorbeikommen wollen (a.a.O. S. 2 f.). Auf Vorhalt der Aussagen der Privatkläge-

rin, wonach der Beschuldigte die Privatklägerin an ihrem Wohnort besucht und sie 

anschliessend zu sich nach Hause genommen habe, räumte der Beschuldigte 

ein, es stimme, dass er die Privatklägerin zu sich genommen habe. Sie habe ihn 

bedrängt. Mehr oder weniger sei alles einvernehmlich gewesen. Er habe aber 

noch nie eine Frau bedrängt, geschweige denn vergewaltigt. Die Initiative sei von 

der Privatklägerin ausgegangen. Er habe ihr den BH nicht ausgezogen, es könne 

aber sein, dass er versucht habe, die Privatklägerin zu küssen und an die Brüste 

zu fassen (a.a.O. S. 3). Er habe sich nicht abgewendet, als die Privatklägerin mit 

offener Bluse auf dem Bett gelegen habe, da er ihr einfach Ciao habe sagen wol-

len. Er habe sie in der Wohnung verabschieden wollen. Zur sichergestellten Waffe 

erklärte der Beschuldigte, er habe die Privatklägerin nicht damit bedroht. Er habe 

die Waffe in den letzten 10 Jahren sicher nur ca. 10 Mal in den Händen gehabt. 

Er habe sie vielleicht erklärt, mehr aber nicht (a.a.O. S. 4). Es sei ein gegenseiti-

ges sexuelles Erlebnis gewesen. Er habe gedacht, dass es keinen Sex gebe, er 

schmuse sehr gerne, aber wisse, wo seine Grenzen seien. Ihm habe es gefallen 

und er habe gedacht, dass es das der Privatklägerin auch getan habe. Er sei ver-

führt worden, er habe einfach mitgemacht (a.a.O. S. 5). 

3.2 Im Rahmen der Einvernahme vom 4. Juni 2015 bei der zuständigen Staats-

anwältin schilderte der Beschuldigte den Vorfall folgendermassen: Er habe sich 

am späteren Nachmittag zur Familie BC._____ begeben. Er habe einen Termin 

wegen Hosenänderungen abmachen und den Mann der Privatklägerin sehen wol-

len, weil das ein flüchtiger Kollege gewesen sei. Dieser sei nicht zuhause gewe-

sen, weshalb er mit der Privatklägerin kurz zusammen gewesen sei. Sie habe 

dann gesagt, sie müsse zur Schule, worauf er ihr gesagt habe, er bringe sie zur 

Schule, auf dem Weg könnten sie noch bei ihm zu Hause die Hosen holen. Sie 

seien in seine Wohnung gegangen. Er habe dann vermutlich die Türe abge-

schlossen und den Schlüssel stecken lassen. Die Privatklägerin sei an den Tisch 

gesessen. Er glaube, nachher Musik gemacht und sie gefragt zu haben, ob sie 

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etwas trinken möchte. Sie hätten eine Flasche Wein geöffnet und angestossen. Er 

sei dann auf das Sofa gesessen. Von jetzt an werde der Ablauf schwierig, weil er 

sich nicht mehr an die einzelnen Details erinnern könne. Er glaube, aufgestanden 

zu sein, um der Privatklägerin einzuschenken und er habe sich dann nicht mehr 

gesetzt. Er sei hinter ihr gestanden und habe sie an den Schultern berührt. Er ha-

be ihr gesagt, sie müssten nun die Hose holen. Sie sei dann auch aufgestanden 

und das habe sich dann ergeben. Sie hätten sich dann in die Arme genommen, 

sehr leicht, und zur Musik getanzt. Es sei mehr ein Festhalten gewesen. Sie seien 

dann Richtung Schlafzimmer gegangen. Sie hätten sich dann berührt und vor der 

Schlafzimmertüre habe sie ihm in den Schritt gegriffen. Sie habe sich aufs Bett 

gesetzt. Zwanzig Zentimeter neben der Schlafzimmertüre sei eine Souvenirholz-

waffe gestanden, welche die Privatklägerin direkt vom Bett aus gesehen habe. 

Eventuell habe sie Fragen zur Waffe gestellt, in die Hand genommen hätten sie 

die Waffe nie. Dann habe er die Hose vom Stuhl in die Hand genommen und er 

habe den Reissverschluss der Hose, die er angehabt habe, öffnen wollen. Der 

Sinn sei ja gewesen, dass die Länge der Hose hätte geändert werden sollen, 

weshalb er sie habe anprobieren müssen. Er sei neben die Privatklägerin auf das 

Bett gesessen und sie habe ihm aufs Knie gelangt. Er habe das als kleine Zärt-

lichkeit oder Annäherung angeschaut. Vor allem, weil sie ihn schon zuvor erregt 

habe. Wahrscheinlich habe er sie dann ganz leicht küssen wollen. Die Details 

könne er nicht mehr beschwören. Er wisse nur, dass sie ihn ein zweites Mal ange-

fasst habe und das fester, sie habe ihn am Penis berührt. Bis dahin sei er noch 

gesessen, dann habe er sich "es bizeli neben sie gelegt". Er habe sie wahrschein-

lich auch an den Brüsten berührt. Aber sie habe ihre Kleider getragen. Sie habe 

höchstens ein wenig die Bluse geöffnet gehabt. Dann sei es irgendwie ein wenig 

komisch geworden, die Zeit sei fortgeschritten gewesen. Sie seien beide ziemlich 

schnell aufgestanden, er sei noch zur Toilette gegangen (Urk. 5/1 S. 2 ff.). Ir-

gendwann habe sie ihm ihre Natelnummer aufgeschrieben, er könne aber nicht 

mehr sagen, ob das im Auto, bei ihm zu Hause oder bei ihr zu Hause gewesen 

sei. Sie hätten, als sie vom Bett aufgestanden seien, abgemacht, dass sie sich 

wieder verabreden würden. Es sei möglich, dass er da bereits die Natelnummer 

gehabt habe (a.a.O. S. 4). Es sei alles 100% einvernehmlich gewesen. Es habe 

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nie Gegenwehr gegeben. Keine Sekunde. Im Gegenteil, die Privatklägerin habe 

ihn bedrängt, er habe ihre Annäherungen nur erwidert wie das jeder Mann ma-

chen würde (a.a.O. S. 6). Der Grillabend mit dem Fotoalbum habe nach dem Vor-

fall im Dezember 2007 stattgefunden (a.a.O. S. 7).  

3.3 Am 17. September 2015 gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe ihr in all 

den Jahren bis 2014 Arbeit gegeben. Das sei kein Drängen gewesen. Sie habe 

ihm Zeichen gegeben, dass sie ihn wieder sehen wolle. Sie sei auch wieder an 

diese Anlässe gekommen. Die Privatklägerin habe sich nie konsequent abgeneigt 

oder versteckt (Urk. 5/2 S. 2 f.). Es stimme nicht, dass er die Privatklägerin aktiv 

gesucht und angesprochen habe. Er habe einen Grund gehabt, das seien seine 

Kleider gewesen (a.a.O. S. 3). Im weiteren Verlauf der Einvernahme bestritt der 

Beschuldigte, sich im Rahmen von Vergleichsverhandlungen bereit erklärt zu ha-

ben, der Privatklägerin Fr. 5'000.– zu bezahlen. Er sehe vielleicht eine gewisse 

moralische Schuld, aber das Ganze sei einvernehmlich gewesen und zu mehr sei 

es ja nicht gekommen. Er habe nicht den ersten Schritt gemacht (a.a.O. S. 6 f.).  

3.4 Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 

18. September 2015 verwies der Beschuldigte auf seine bisherigen Aussagen und 

fügte nichts anderes mehr an (Urk. 5/3 S. 1 ff.).  

3.5 Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung bestritt der Beschuldigte, das 

Gewehr beim Betreten der Wohnung gegen die Türe gestellt zu haben. Die Pri-

vatklägerin habe dieses erst gesehen, als sie ins Schafzimmer gegangen seien. 

Ferner gab der Beschuldigte an, die Privatklägerin sei auf einem Stuhl, er auf dem 

Sofa gesessen und er habe Musik eingeschaltet. Er sei aufgestanden und habe 

der Privatklägerin wahrscheinlich ein Glas Wein einschenken wollen und habe sie 

an den Schultern berührt. Es sei nur zum Schulterkontakt gekommen als sie auf 

dem Stuhl gesessen sei. Sie hätten vermutlich gesagt, sie würden die Hose an-

schauen gehen. Sie seien ins Schlafzimmer gegangen, wobei er die Privat-

klägerin höchstens an der Schulter und an der Hand gehalten habe. Vorher im 

Wohnzimmer habe er die Privatklägerin vielleicht an den Schultern und am Na-

cken berührt, mehr nicht. Er habe sie angefasst; die Initiative sei von ihm aus-

gegangen (Urk. 69 S. 2 ff.). Er habe keine Anzeichen von Abneigung oder Wider-

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stand gespürt. Erst im Schlafzimmer habe die Privatklägerin die Zähne zusam-

mengebissen als er sie habe küssen wollen. Die Adressen seien auch noch aus-

getauscht worden, als sie am Tisch gesessen sei. Die Privatklägerin habe eine 

gewisse Zuneigung gezeigt, sie hätten über ihren Mann gesprochen und sie habe 

wohl auch gesagt, dieser sei krank. Das Gespräch sei sehr, sehr locker verlaufen. 

Vermutlich seien seine Berührungen auch etwas zwischen Zuneigung und Erbar-

men gewesen (a.a.O. S. 4). Sie seien ins Schlafzimmer gegangen, wo die Hose 

gewesen sei. Er habe auch zur Toilette gehen müssen, welche sich beim Schlaf-

zimmer befinde. Im Schlafzimmer sei die Hose irgendwo bereit gelegen. Er habe 

sie der Privatklägerin gezeigt. Irgendwie seien diese Berührungen wieder ge-

kommen. Die Privatklägerin habe nie Widerstand geleistet. Nur beim Küssen. Sie 

habe ihn auch umarmt. Es sei gegenseitig gewesen. Sie habe sich aufs Bett ge-

legt, wobei er vielleicht etwas nachgeholfen habe. Er habe sich neben sie gelegt 

a.a.O. S. 5). Ganz am Schluss sei er sexuell erregt gewesen, die Privatklägerin 

habe ihn mehr als einmal am Penis berührt und auch die Privatklägerin sei sicher 

ein bisschen erregt gewesen. Sie hätten dann aufgehört und die Wohnung verlas-

sen, da das Ganze nicht vorgesehen gewesen sei (a.a.O. S. 6).  

4. Aussagen der Privatklägerin 

4.1 Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammenge-

fasst. Vorab kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 41 S. 9 ff.). 

4.2 Heute gab die Privatklägerin zu Protokoll, der Beschuldigte habe sie in seine 

Wohnung gebracht, was dessen Idee gewesen sei. Sie habe nicht gewusst, was 

passieren würde. Der Beschuldigte habe die Türe geöffnet und diese gleich abge-

schlossen; die Wohnung sei im Dunkeln gewesen. Sie habe diese zunächst nicht 

betreten wollen, der Beschuldigte habe aber gemeint, sie solle etwas trinken 

kommen. Sie sei in die Wohnung gekommen und habe plötzlich ein Gewehr ge-

sehen. Es sei neben der Tür gewesen. Der Beschuldigte habe es in die Hand ge-

nommen und dorthin gestellt. Sie habe gedacht, sie würde sterben (Urk. 69 S. 5). 

Sie sei an einem Tisch gesessen, der Beschuldigte ihr gegenüber. Er sei zu ihr 

gekommen und habe begonnen, sie zu massieren und den Nacken zu küssen. 

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Dann sei er auf den Boden gekniet und habe den Kopf auf ihre Oberschenkel ge-

legt. Er habe die Bluse und den Pullover nach oben geschoben und auch den BH 

geöffnet. Er habe ihre Brüste geküsst und an ihnen gesaugt. Sie habe nichts ge-

sagt, sie sei so geschockt gewesen. Sie habe dem Beschuldigten keine Zärt-

lichkeiten gegeben und immer die Zähne zusammengebissen, als er sie geküsst 

habe. Sie sei nicht einverstanden gewesen, sie sei aber still geblieben. Sie habe 

aber gezeigt, dass sie nicht einverstanden gewesen sei, sie habe die Zähne zu-

sammengebissen und auch ihre Bluse immer wieder hinuntergeschoben. Er habe 

sie dann weitergeküsst und ins Schlafzimmer getragen, aber nicht komplett in die 

Luft gehoben. Er sei immer neben ihr gewesen und habe sie geküsst. Sie habe 

mit ihm gehen müssen. Im Schlafzimmer habe er ihre Hose ausziehen wollen. Sie 

habe den Reissverschluss aber immer wieder nach oben gezogen. Er habe sie 

geküsst und seine Hände auf ihrem Körper gehabt. Er habe ihre Hand auf seinen 

Penis gelegt, welcher heiss und steif gewesen sei, was sie nicht gewollt habe. Sie 

habe ihm gesagt, dass sie in den Deutschkurs müsse, sie würde wieder kommen. 

Wie genau ihre Hand an den Penis des Beschuldigten gekommen sei, wisse sie 

nicht genau. Er habe sie immer berührt und ihre Hand dorthin gelegt (a.a.O. S. 6 

ff.). Als sie ihm gesagt habe, sie würde ihn morgen wieder treffen, sie müsse zur 

Schule, habe er auf die Uhr geschaut, er sei aufgestanden und zur Toilette ge-

gangen. Dann habe er seine Adresse und Telefonnummer in ihre Agenda ge-

schrieben (a.a.O. S. 9).  

5. Aussagen von C._____ 

Die Vorinstanz hat die Aussagen von C._____ korrekt zusammengefasst. Darauf 

kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 41 S. 16 f.). Anzufügen ist, 

dass C._____ ausführte, die Privatklägerin habe keine sichtbaren Verletzungen 

oder Rötungen im Bereich der Brust gehabt (Urk. 4/3 S. 3). Auf Vorhalt eines 

handschriftlichen Zettels mit dem Namen von C._____ und zwei Telefonnummern 

(Urk. 6/3/1) antwortete er, er kenne die Telefonnummer. Es könnte sein, dass die 

Privatklägerin den Zettel geschrieben habe. Aber es sei nicht ganz gleich wie sie 

schreibe. Die Zahlen seien nicht gleich. Er habe den Zettel nicht geschrieben. Er 

habe keine Ahnung, wer diesen Zettel geschrieben habe (Urk. 7/1 S. 7). 

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6. Aussagen von D._____ 

Die Vorinstanz hat die Aussagen von D._____ korrekt zusammengefasst. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO; Urk. 41 S. 17 f.). 

7. Weitere Beweismittel 

Auf die Aussagen von E._____, F._____ und G._____ wird, soweit nötig, im 

Rahmen der Aussagewürdigung eingegangen. Das Gleiche gilt für die im Recht 

liegenden Urkunden. 

8. Aussagewürdigung 

8.1 Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Partei- und Zeugenaussagen 

hat sich in der Rechtsprechung die so genannte Aussageanalyse durchgesetzt 

(vgl. BGE 129 I 49 E. 5 f.). Ausgangspunkt ist der Umstand, dass die wahre und 

die falsche Schilderung eines Sachverhalts unterschiedliche geistige Leistungen 

erfordern. Es liess sich nachweisen, dass Aussagen über selbst erlebte Ereignis-

se sich deshalb in ihrer Qualität von Aussagen unterscheiden, die auf nicht erleb-

ten Vorgängen beruhen. Wahre Aussagen über selbst Erlebtes weisen so ge-

nannte Realitätskriterien auf; umgekehrt zeigen sich bei Aussagen über nicht 

selbst Erlebtes so genannte Phantasie- oder Lügensignale (vgl. die Hinweise in 

den zitierten Bundesgerichtsentscheiden, insb. Volker DITTMANN, in: Plädoyer 

2/1997, S. 28 ff., m.w.H.; vgl. auch BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung 

vor Gericht, 4. Aufl., München 2014, N 313 ff.). Realitätskriterien sind zum Bei-

spiel Detailreichtum, Originalität (im Sinne von Einzigartigkeit), Kohärenz und 

Homogenität trotz einer natürlichen Sprunghaftigkeit. Phantasiesignale sind zum 

Beispiel Kargheit der Schilderung, vor allem der Begleitumstände, andererseits 

Übertreibungen und namentlich übertriebene Bestimmtheit (DITTMANN, a.a.O.; 

BENDER/NACK/TREUER, a.a.O.; und BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurtei-

lung von Zeugenaussagen, in: SJZ 81 (1985), S. 56). Zu prüfen ist, ob die aus-

sagende Person unter Berücksichtigung aller Umstände, ihrer intellektuellen Leis-

tungsfähigkeit und ihrer Motive ihre Aussage auch machen könnte, ohne dass ein 

realer Erlebnishintergrund besteht. Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass die 

-   14   - 

Schilderung eines Ereignisses sich aus wirklich Erlebtem und aus Unwahrem zu-

sammensetzen kann. Eine besondere Bedeutung kommt schliesslich der Bewer-

tung der Entstehungsgeschichte der Aussagen ("Aussagegenese") zu (BGE 129 I 

49 E. 6; DITTMANN, a.a.O., S. 33). 

Entsprechend dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" verlangt das Bun-

desgericht, dass bei der Würdigung der Aussagen von der Hypothese ausgegan-

gen wird, "dass die Aussage nicht realitätsbegründet" sein könne (BGE 129 I 49 

E. 5 f.). Es könne erst dann angenommen werden, die Aussage sei wahr, wenn 

die Prüfung ergebe, "dass diese Unwahrheitshypothese (Nullhypothese) mit den 

erhobenen Fakten nicht übereinstimmen kann". Das heisst: Die Hypothese, die 

Aussagen seien unwahr, muss widerlegt werden. Solange sie nicht widerlegt wer-

den kann, muss – zugunsten des Beschuldigten – davon ausgegangen werden, 

die Aussagen seien unwahr. 

8.2 Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von Beschuldigten ist 

sowohl auf ihren jeweiligen Inhalt als auch auf das Aussageverhalten in seiner 

Gesamtheit abzustellen. In Bezug auf seine generelle Glaubwürdigkeit ist zu be-

rücksichtigen, dass der Beschuldigte – direkt in das vorliegende Strafverfahren in-

volviert und an seinem Ausgang naturgemäss am meisten interessiert – versucht 

sein könnte, sich durch seine Aussagen in einem möglichst günstigen Licht er-

scheinen zu lassen. Entsprechend sind seine Aussagen mit der gebotenen Zu-

rückhaltung zu würdigen. Dies darf jedoch nicht zur Folge haben, dass der gene-

relle Schluss gezogen wird, die Aussagen eines Beschuldigten seien deshalb 

stets mit grosser oder grösster Zurückhaltung zu würdigen. Dies liefe auf eine 

rechtsstaatlich unhaltbare Benachteiligung des Beschuldigten hinaus, indem zu-

mindest der Anschein oder Eindruck erweckt würde, man glaube ihm von vornhe-

rein weniger als etwa einem Belastungszeugen. Die besondere Motivationslage 

ist dennoch insofern von Belang, als der Beschuldigte bei einzelnen Sachver-

haltsbereichen ein zusätzliches und offenkundiges Interesse haben kann, nicht 

die Wahrheit zu sagen, was bei einem blossen Zeugen in der Regel nicht der Fall 

ist. Andererseits darf auch dem Opfer nicht einfach mit dem Hinweis, sie habe als 

Zeugin bzw. Privatklägerin (Auskunftsperson) unter Strafandrohung ausgesagt, 

-   15   - 

eine erhöhte Glaubwürdigkeit attestiert werden. Eine andere Beurteilung würde 

dazu führen, dem Opfer generell eine erhöhte Glaubwürdigkeit zuzusprechen, 

was allen strafprozessualen Grundsätzen widerspräche.  

8.3 C._____, D._____, F._____, E._____ und G._____ haben als Zeugen unter 

der Strafandrohung von Art. 307 StGB ausgesagt. C._____ ist mit der Privatkläge-

rin seit dem tt. Dezember 2003 verheiratet (Urk. 4/3 S. 2). Den Beschuldigten ha-

be er durch einen Kollegen im Jahre 2003 kennengelernt. Sie seien nicht be-

freundet und würden sich flüchtig kennen (Urk. 4/3 S. 2; Urk. 7/1 S. 3). D._____ 

hat eine freundschaftliche Beziehung zur Privatklägerin und deren Ehemann 

(Urk. 7/2 S. 3). Zum eingeklagten Vorfall selber konnten C._____ und D._____ 

keine unmittelbaren eigenen Wahrnehmungen schildern, sondern nur vom Hören-

sagen anhand der Erzählungen der Privatklägerin berichten. Soweit C._____ in-

des den Gemütszustand der Privatklägerin am Tag des Vorfalls sowie das Verhal-

ten von ihr und dem Beschuldigten in der Folgezeit schilderte, tat er dies aus ei-

gener Wahrnehmung. Gleiches gilt für die Schilderungen von D._____ über des-

sen Kontakte mit der Privatklägerin und dem Beschuldigten nach dem Vorfall. 

E._____ ist eine Kundin der Privatklägerin und bringt ihr seit vielen Jahren Kleider 

zum Abändern. Sie bezeichnet die Privatklägerin nicht als enge Freundin. Zudem 

gehen die Zeugin und ihr Ehemann für Schröpfbehandlungen zur Privatklägerin 

(Urk. 7/3 S. 3). Zwischen F._____ und dem Beschuldigten besteht eine langjähri-

ge Freundschaft. Zudem kennt F._____ den Ehemann der Privatklägerin seit 40 

Jahren. Dieser ist ein alter Freund von ihm (Urk. 7/4 S. 2 und 6). C._____, 

D._____, E._____ und F._____ stehen alle in einer zumindest freundschaftlichen 

Beziehung zur Privatklägerin oder zum  

Beschuldigten. Ihre Aussagen sind daher unter dieser Prämisse zu würdigen. 

G._____ war die Deutschlehrerin der Privatklägerin im Kurs, den die Privatkläge-

rin im Zeitraum der inkriminierten Handlungen besuchte. Sie steht in keiner Be-

ziehung zu den Parteien und ist glaubwürdig. 

8.4 Unbestrittenermassen hat sich der Beschuldigte am späteren Nachmittag 

zur Wohnung der Privatklägerin begeben. Die Privatklägerin sagte, sie müsse zur 

Schule, worauf der Beschuldigte ihr anbot, sie zur Schule zu fahren. Unterwegs 

-   16   - 

entschieden sich die beiden, noch bei der Wohnung des Beschuldigten vorbei-

zugehen. In der Wohnung hat der Beschuldigte die Wohnungstüre mit dem 

Schlüssel abgeschlossen. Die Privatklägerin hat sich an den Tisch und der Be-

schuldigte auf das Sofa gesetzt. Danach ist der Beschuldigte aufgestanden, ist 

hinter die Privatklägerin gestanden und hat ihre Schultern berührt. Anschliessend 

begaben sie sich ins Schlafzimmer, wo es zu Küssen kam. Die Privatklägerin hat 

den Beschuldigten über den Kleidern am Penis und der Beschuldigte hat die Pri-

vatklägerin an den Brüsten berührt. Der Beschuldigte hat die Privatklägerin dann 

zur Schule gefahren und sich dort mit einem Kuss von ihr verabschiedet. Die Um-

stände der sexuellen Handlungen sowie weitere sexuelle Handlungen sind um-

stritten. Gemäss dem Beschuldigten erfolgten die sexuellen Handlungen einver-

nehmlich. 

8.5 Die Aussagen der Privatklägerin enthalten sehr viele Details. Die Schilde-

rungen sind nachvollziehbar, ergeben ein Ganzes und wirken homogen. Die vie-

len Details schilderte die Privatklägerin von sich aus, ohne sich in wesentliche 

Widersprüche zu verwickeln. Auch die auf Nachfragen erfolgten Aussagen fügen 

sich nahtlos in die Schilderungen der Privatklägerin ein. Die Privatklägerin hielt in 

ihren Einvernahmen die Abläufe des Geschehens auseinander und zeigte auf, 

dass sie damit einverstanden war, dass der Beschuldigte sie zur Schule und sei-

ner Wohnung fuhr, obwohl sie offenbar ein ungutes Gefühl hatte. Sie zeigte auch 

auf, dass sie mit den nachfolgenden Handlungen des Beschuldigten nicht mehr 

einverstanden war und wie sie ihm das zu verstehen gab. Das Verhalten des Be-

schuldigten und ihr eigenes schildert die Privatklägerin sehr präzise. Dass sich die 

Privatklägerin so detailgenau und mit inhaltlicher Konstanz an den Vorfall erinnert, 

ist erstaunlich, ereignete er sich doch im Dezember 2007. Zudem erfolgte die ers-

te Einvernahme der Privatklägerin im Juli 2014 und die weiteren Einvernahmen 

etwa ein Jahr später. Dass sich die Privatklägerin so genau an den Vorfall erin-

nern kann, ist damit zu erklären, dass dieser für sie sehr einschneidend war, sie 

sehr darunter litt und sogar Selbstmordgedanken hegte. Andererseits erinnerte 

der Beschuldigte durch seine Telefonanrufe und sein Aufsuchen der Privatkläge-

rin diese immer wieder an den Vorfall, so dass sie sich auch nach einer Begeg-

-   17   - 

nung mit dem Beschuldigten zur Anzeige des inkriminierten Vorfalles entschied. 

Dies alles spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin. 

Der erwähnte Detailreichtum in den Aussagen der Privatklägerin findet sich bei-

spielsweise darin, dass der Beschuldigte nach dem Betreten der Wohnung Erd-

nüsse konsumiert habe (Urk. 4/2 S. 2; Urk. 6/1 S. 6); er ihr von seinen Ess-

gewohnheiten erzählt habe (Urk. 4/1 S. 2); sie etwas zu spät in die Schule ge-

kommen sei und sich nicht mehr auf den Unterricht habe konzentrieren können. 

Es seien ihr fast die Tränen gekommen. Die Lehrerin habe sie gefragt, was mit ihr 

los sei, aber sie habe nicht reden können. Sie habe in der Nähe der Lehrerin  

sitzen wollen. Sie sei sehr traurig und geschockt gewesen. Sie habe nicht mehr 

gewusst, wer sie sei. Die Lehrerin habe sie gefragt, was los sei. Sie habe nicht 

antworten können (Urk. 4/1 S. 2; Urk. 6/1 S. 6). Auch die Wohnung des Beschul-

digten beschreibt sie sehr detailliert (Urk. 4/1 S. 3 f.). Solche detailreichen Schil-

derungen über nebensächliche Begleitumstände sind Realitätskriterien und damit 

Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen. 

Besonders eindrücklich ist die Schilderung der Privatklägerin, wonach sie dem 

Beschuldigten gesagt habe: "No no" und "let me go to Schule. I have no time, can 

be tomorrow or after tomorrow i have time, i come to you". Der Beschuldigte habe 

darauf nicht reagiert, sei an ihr "geklebt" und habe weitergemacht (Urk. 6/2 S. 9). 

Der Beschuldigte habe einen Eindruck hinterlassen, als ob er Hunger nach Frau-

en habe. Er habe alles relativ schnell und stark gemacht (Urk. 4/2 S. 8). 

Neben der detailreichen Schilderung des Geschehens durch die Privatklägerin 

sagte sie grundsätzlich konstant aus und verwickelte sich nicht in wesentliche Wi-

dersprüche. So schilderte sie übereinstimmend, dass der Beschuldigte in seiner 

Wohnung die Türe abgeschlossen und eine lange Waffe vor die Türe gestellt ha-

be. Das Licht habe er nicht eingeschaltet, sondern eine Kerze angezündet. Sie 

habe dem Beschuldigten dann gesagt, sie müsse zur Schule gehen, worauf der 

Beschuldigte gesagt habe, sie hätte noch Zeit. Der Beschuldigte sei dann aufge-

standen und habe ihre Schultern massiert, sie an diversen Orten geküsst, ihre 

Oberbekleidung nach oben gezogen, ihre Brüste gedrückt und daran gesaugt. 

Dann habe er sie zum Bett gezogen, habe sich dort auf sie gelegt, weiter gemacht 

-   18   - 

und geküsst, ihre Hose geöffnet und versucht diese herunterzuziehen. Sein Ge-

schlechtsteil sei hart gewesen. Sie habe dann erneut gesagt, sie müsse in den 

Kurs und habe ihm angeboten ein anderes Mal zu kommen. Der Beschuldigte ha-

be seine Adressangaben in ihre Agenda geschrieben und habe sie zur Schule ge-

fahren. Nach diesem Vorfall habe der Beschuldigte ihr telefoniert, sie aufgesucht 

und auf den Vorfall angesprochen (Urk. 4/1; Urk. 6/1; Urk. 69). 

Widersprüche gibt es in Bezug auf das von der Privatklägerin geschilderte Berüh-

ren des Penis des Beschuldigten. Die Privatklägerin führte zunächst aus, sie habe 

den Penis nur leicht über der Hose berührt und zwar in der Absicht, dass der Be-

schuldigte ihr vertraue und sie loslasse (Urk. 4/1 S. 2). In der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme gab die Privatklägerin demgegenüber zu Protokoll, sie habe 

sich gewehrt, aber eine ihrer Hände sei auf seinem Geschlechtsteil gelegen, weil 

sie sich habe stützen müssen (Urk. 6/1 S. 6). Sie habe den Beschuldigten nicht 

absichtlich am Penis berührt. Sie möge ihn überhaupt nicht, seit dem ersten Mo-

ment an (Urk. 6/2 S. 5). Heute erklärte sie, der Beschuldigte habe ihre Hand ge-

nommen und auf seinen Penis gelegt (Urk. 69 S. 8). Mit der Verteidigung (Prot. II 

S. 8) ist festzustellen, dass die Privatklägerin betreffend die Position ihrer Hand 

mit Bezug auf den Penis des Beschuldigten verschiedene Versionen zu Protokoll 

gab. Dieser Widerspruch betrifft jedoch einen dynamischen Handlungsablauf und 

führt nicht per se dazu, dass die Aussagen der Privatklägerin vollumfänglich un-

glaubhaft wären. Im Gegenteil würde ein konformes Aussageverhalten den Ein-

druck einer einstudierten Geschichte machen.  

Ein weiterer Widerspruch in den Schilderungen der Privatklägerin erblickt die Ver-

teidigung darin, dass die Privatklägerin bei der polizeilichen Einvernahme mit kei-

nem Wort schilderte, dass der Beschuldigte seinen Kopf auf ihren Oberschenkel 

gelegt hat. Anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft machte die 

Privatklägerin zunächst geltend, der Beschuldigte habe sich im Wohnzimmer zu 

ihr nieder gekniet und seinen Kopf auf ihren Oberschenkel gelegt (Urk. 6/1 S. 6). 

Auf Nachfrage der Staatsanwältin, wie der Beschuldigte sie am Geschlechtsteil 

berührt habe, antwortete die Privatklägerin, der Beschuldigte habe auch seinen 

Kopf/Gesicht an ihrem Geschlechtsteil gehabt. Auf die Frage, ob es richtig sei, 

-   19   - 

dass der Beschuldigte seinen Kopf zwischen ihre Beine gelegt habe, antwortete 

die Privatklägerin mit "Ja, er legte seinen Kopf auf meine Oberschenkel und sein 

Gesicht war gegen meine Scham gerichtet." Die weitere Frage, ob der Beschul-

digte ihre Scham geküsst habe, bejahte die Privatklägerin und fügte an, dies sei 

über der Hose geschehen. Die weitere Frage, wo dies geschehen sei, beantwor-

tet sie mit im Wohnzimmer, in seinem Schlafzimmer (Urk. 6/1 S. 10). Dazu gilt es 

zu sagen, dass die Privatklägerin in beiden Einvernahmen zunächst den Vorfall 

frei schilderte und danach vom Befrager nachgefragt wurde. Dass solche Nach-

fragen die vorher erfolgte Schilderung konkretisieren, ist Sinn und Zweck der 

Nachfragen. Daraus kann der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

Richtig ist, dass die Privatklägerin – im Gegensatz zur heutigen (vgl. Urk. 69 S. 6) 

und der staatsanwaltlichen Befragung – in der polizeilichen Einvernahme nicht 

ausführte, der Beschuldigte habe seinen Kopf auf ihre Oberschenkel gelegt. Nicht 

richtig ist jedoch, dass die Privatklägerin in der polizeilichen Einvernahme nichts 

vom Küssen der Scham über der Hose erwähnte. So führte sie aus, der Beschul-

digte habe sie auf das Bett geworfen und habe sich auf sie gelegt. Dann habe er 

zuerst ihren Mund geküsst, dann ihren Hals und ihre Brüste, dies unter dem Pul-

lover und T-Shirt, welches er hochgezogen habe, und er sei weiter zu ihrem Ge-

schlechtsteil gegangen. Dies über der Hose (Urk. 4/1 S. 5). Somit könnte die vom 

Beschuldigten vorgebrachte Erschwerung der Vorwürfe höchstens darin liegen, 

dass die Privatklägerin in der polizeilichen Einvernahme nicht auch erwähnte, der 

Beschuldigte habe sie im Wohnzimmer an der Scham geküsst. Das Nichterwäh-

nen des Küssens der Scham im Wohnzimmer stellt jedoch keine Steigerung der 

Vorwürfe gegen den Beschuldigten dar, zumal dieser bereits – wie erwähnt – vor-

gebracht worden ist. Legt jemand einer anderen, sitzenden Person den Kopf auf 

die Oberschenkel, befindet sich dieser zudem – bereits aus anatomischen Grün-

den – im Bereich der Scham. Ein für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin relevanter Widerspruch bzw. Aggravation liegt somit nicht vor. 

Ebenfalls nur in der staatsanwaltlichen Einvernahme schildert die Privatklägerin, 

der Beschuldigte habe bereits im Wohnzimmer versucht, ihre Hose herunterzu-

ziehen (Urk. 6/1 S. 11). Auch damit erschwert die Privatklägerin ihre Vorwürfe ge-

gen den Beschuldigten nicht. Zudem handelt es sich hierbei nicht um eine sexuel-

-   20   - 

le Handlung und nimmt dieser Punkt eine untergeordnete Stellung ein im Rahmen 

des gesamten von der Privatklägerin geschilderten Ablaufes des Vorfalls. Die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin wird damit nicht beeinträchtigt. Im 

Gegenteil zeigen die Aussagen der Privatklägerin, dass sie eben keine einstudier-

te Geschichte zu Protokoll gibt. 

Zur Frage der Gegenwehr führte die Privatklägerin bei der Polizei aus, sie habe 

die Zähne zusammengebissen, sodass der Beschuldigte mit seiner Zunge nicht in 

ihren Mund habe eindringen können. Sie habe, als der Beschuldigte versucht ha-

be, ihre Hose herunterzuziehen, seine Hand gehalten und ihm gesagt, er solle 

das bitte nicht tun, sie müsse zur Schule (Urk. 4/1 S. 2). Im Wohnzimmer habe sie 

aus Angst und wegen der Sprache nicht mehr sprechen können. Sie habe immer 

nur das Gleiche gesagt, dass sie zur Schule müsse. Der Beschuldigte habe ihren 

Pullover und BH hochgezogen. Sie habe nur versucht, seine Hand zu halten 

(Urk. 4/1 S. 4). Sie habe ihm immer wieder gesagt, dass sie zur Schule müsse. 

Sie habe auch mehrmals nein gesagt. Sie habe sogar nein geschrien. Sie habe 

fast nicht mehr sprechen können aus Angst. Der Beschuldigte habe nicht reagiert 

und weiter gemacht. Sie habe mehr sprechen wollen, aber in dem Moment habe 

sie nur nein sagen können. Sie habe immer wieder nein gesagt und seine Hand 

gehalten (Urk. 4/1 S. 5). Bei der Staatsanwaltschaft führte die Privatklägerin zur 

Frage der Gegenwehr aus, sie habe die Zähne zusammengebissen, als er sie auf 

den Mund geküsst habe. Auf dem Weg ins Schlafzimmer habe sie ihm immer 

wieder gesagt, sie müsse in den Kurs gehen. Sie habe ihm gesagt, er solle sie bit-

te gehen lassen. Sie komme ein anderes Mal. Als er ihre Hose geöffnet und diese 

habe herunterziehen wollen, habe sie sich dagegen gewehrt, weil sie nicht gewollt 

habe, dass er ihre Hosen öffne. Sie habe ihm gesagt, sie müsse jetzt wirklich in 

den Kurs gehen (Urk. 6/1 S. 6). Sie habe ihn einmal gestossen. Doch mehrmals. 

Sie habe sich mehrmals gewehrt. Sie habe ihm gesagt, sie wolle das nicht und 

möchte in den Kurs. Sie habe nein gesagt. Sie habe die ganze Zeit die Zähne zu-

sammengebissen. Sie habe immer wieder ihr T-Shirt und den Pullover nach unten 

gezogen. Sie habe auch nein geschrien (Urk. 6/1 S. 9). Der Beschuldigte sei mit 

seiner Zunge vorgefahren und habe in sie eindringen wollen, obwohl sie die Zäh-

ne zusammengebissen habe (Urk. 6/1 S. 10). Sie habe "nein" und "sie müsse in 

-   21   - 

die Schule" gesagt. Sie habe sich gewehrt. Sie habe versucht seine Hände abzu-

wehren (Urk. 6/1 S. 11). Sie habe ihn mit ihren Händen abgewehrt und immer ge-

sagt, sie müsse in ihren Kurs (Urk. 6/1 S. 12). Heute erklärte die Privatklägerin, 

sie habe nichts gesagt, da sie so geschockt gewesen sei. Sie habe immer ge-

dacht, hinter ihr warte ein Gewehr. Sie müsse ruhig bleiben und dürfe keinen 

Lärm machen. Sie habe immer die Zähne zusammengebissen, als der Beschul-

digte sie habe küssen wollen. Sie sei still geblieben und habe nicht schreien kön-

nen. Sie habe dem Beschuldigten gezeigt, dass sie nicht einverstanden sei, sie 

habe die Zähne zusammengebissen und auch ihre Bluse immer wieder hinunter 

geschoben (Urk. 69 S. 6 f.). Sie habe nichts dagegen tun können, weil sie Angst 

gehabt habe, zu sterben. Sie habe dem Beschuldigten beim Gehen ins Schlaf-

zimmer daher gesagt, sie würde wieder kommen. Sie habe den Reissverschluss 

immer wieder nach oben gezogen, worauf sie gesagt habe, sie müsse in den 

Deutschkurs, sie würde aber wieder kommen (Urk. 69 S. 7 f.). Die Privatklägerin 

schilderte ihre Gegenwehr somit konstant und ohne wesentliche Widersprüche 

bzw. sind die minimen Widersprüche von untergeordneter Bedeutung. An ihrer 

Einvernahme an der Berufungsverhandlung hinterliess die Privatklägerin sodann 

überzeugend den Eindruck, das Geschilderte tatsächlich erlebt zu haben. 

Die Privatklägerin belastet den Beschuldigten auch nicht übermässig. So spricht 

sie nie davon, dass der Beschuldigte mit dem Replikagewehr auf sie gezielt hätte 

oder ihr mit dem Einsatz des Gewehrs gedroht hätte (vgl. auch Urk. 69 S. 9). 

Auch macht sie nicht geltend, der Beschuldigte habe grobe Gewalt gegen sie an-

gewendet oder es sei zu schwerwiegenderen sexuellen Handlungen gekommen. 

Ferner erklärte sie konstant, der Beschuldigte habe ihre Scham lediglich über den 

Kleidern geküsst.  

Weitere Realitätskriterien in den Aussagen der Privatklägerin finden sich in den 

zahlreich geschilderten eigenen Gefühlen. So führte sie aus, dass ihr der Anblick 

der Waffe Angst gemacht habe. Als der Beschuldigte sie beim Esstisch sexuell 

angegangen sei, habe sie grosse Angst gehabt und sich geschämt. Nachdem der 

Beschuldigte sie mit einem Kuss vor der Schule verabschiedet habe, habe sie ei-

ne grosse Wut verspürt (Urk. 4/1 S. 2). Der Beschuldigte habe sie im Lager immer 

-   22   - 

darauf angesprochen und sie habe eine solche Wut gehabt. Es habe sie sehr 

traurig gemacht, dass ihr Mann sie nicht vor dem Beschuldigten geschützt habe. 

Die Tat des Beschuldigten habe sie so unglücklich und wütend gemacht. Sie habe 

das Land verlassen und sich umbringen wollen (Urk. 4/1 S. 3). Sie habe wegen 

der Waffe Angst gehabt, sich stärker zu wehren. Er hätte sie töten können 

(Urk. 4/1 S. 4). Wenn sie an den Vorfall denke, bedrücke es sie. Ihr würden dann 

fast die Tränen kommen und sie könne nicht reden. Und: Sie habe Angst vor der 

Anzeige, weil sie befürchte, der Beschuldigte töte sie oder ihren Mann (Urk. 4/1 

S. 8). Im Kurs sei sie sehr traurig und geschockt gewesen. Sie sei unter Schock 

gestanden. Als der Kurs fertig gewesen sei und ihr Mann sie abgeholt habe, habe 

sie aus Wut mit der Tasche gegen ihren Mann gestossen (Urk. 6/1 S. 6). Der Be-

schuldigte habe sie immer wieder verfolgt. Sie sei erschöpft von dieser Ver-

folgung, sodass sie am liebsten Selbstmord gemacht hätte. Sie sei sehr traurig 

gewesen, weil ihr niemand habe helfen können, weshalb sie D._____ vom Vorfall 

erzählt habe (Urk. 6/1 S. 8). Auch anlässlich der Einvernahme der Privatklägerin 

an der heutigen Berufungsverhandlung wirkte sie authentisch bei ihrer Schilde-

rung, als sie das Gewehr gesehen habe, sei sie wie gelähmt gewesen und habe 

nicht gewusst, was sie tun solle (Urk. 69 S. 5). Sie sei geschockt gewesen und 

habe immer gedacht, hinter ihr warte ein Gewehr (Urk. 69 S. 6).  

Trotz einiger Widersprüche betreffend Nebenumstände sind die Aussagen der 

Privatklägerin gesamthaft als glaubhaft zu qualifizieren. So sagte sie im Wesentli-

chen konstant und sehr detailliert aus, sie belastete den Beschuldigten nicht 

übermässig und machte ihre Gefühle kenntlich, was alles Kennzeichen von wahr-

heitsgemässen Aussagen und tatsächlich Erlebtem sind.  

8.6 Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, äusserte sich C._____ durchwegs 

nüchtern und sachlich. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass er versuchen wür-

de, den Beschuldigten übermässig zu belasten. Er verzichtete auch auf die Be-

antwortung der Frage, wozu er den Beschuldigten für fähig halte (Urk. 4/3 S. 4). 

Auch stellte er sich selbst nicht in einem guten Licht dar, indem er zugab, die Pri-

vatklägerin bei ihrem Wunsch nach einer Anzeige nicht unterstützt bzw. ihr gar 

davon abgeraten zu haben. Seine Aussagen vom Hörensagen stimmen mit den-

-   23   - 

jenigen der Privatklägerin überein. Auf die glaubhaften Aussagen von C._____ 

kann somit mit der gebotenen Vorsicht abgestellt werden. 

8.7 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass D._____ sehr detailliert schilderte, 

wie die Privatklägerin ihm von den Vorfällen erzählt hat und dabei emotional sehr 

aufgewühlt gewesen sei; auch die emotionalen Ausbrüche und die Wutanfälle der 

Privatklägerin in den Wochen danach. Sehr anschaulich schildert D._____ auch 

das Unverständnis der Privatklägerin darüber, dass er und C._____ ihr von einer 

Anzeige abgeraten hätten, womit D._____ auch selbst sich in ein schlechtes Licht 

rückt. Im Kerngehalt stimmen seine Aussagen von Hörensagen sowie über selbst 

Erlebtes mit denjenigen der Privatklägerin und von C._____ überein. Dies gilt 

auch für den Telefonanruf des Beschuldigten, welcher von diesem nicht bestritten 

wurde (Urk. 5/2 S. 5; Prot. I S. 27). Die Aussagen von D._____ sind daher glaub-

haft. Es kann mit der gebotenen Vorsicht auf sie abgestellt werden. 

8.8 Die Aussagen von E._____ sind detailliert, geben teils eigene Wahrneh-

mungen und teils ihr von der Privatklägerin Geschildertes wieder. Auch räumt 

E._____ ein, nicht mehr zu wissen, ob sie den Beschuldigten schon einmal gese-

hen hat. Ihre Aussagen sind daher als glaubhaft einzustufen. Mit der gebotenen 

Vorsicht kann auf sie abgestellt werden. F._____ beschreibt vorwiegend seine 

Beziehung und seine Kontakte zum Beschuldigten und zu C._____. Er schildert, 

dass sein Kontakt zu C._____ vor Jahren nicht im Guten beendet worden sei. 

Auch macht er die Privatklägerin und C._____ schlecht, indem er anführt, sie 

würden versuchen, hier etwas Geld herauszuholen. Insgesamt fünf Mal muss ihm 

die Frage gestellt werden, was ihm der Beschuldigte gesagt, erzählt bzw. geschil-

dert hat (Urk. 7/4 S. 5 f.). Die gestellte Frage beantwortet er wiederholt nicht, was 

als Fluchtsignal zu werten ist. Kommt hinzu, dass sich F._____ auf die Seite sei-

nes Freundes – des Beschuldigten – stellt, ohne dass er den Vorfall miterlebt hat, 

einfach weil der Beschuldigte in seinen Augen ein korrekter, guter und ehrlicher 

Typ sei (Urk. 7/4 S. 7), und ohne die Angaben des Beschuldigten zu reflektieren. 

F._____ führt in seiner eigenen Schilderung aus, die Privatklägerin habe Fotoal-

ben mit Bildern von jungen …innen [Angehörige des Staates H._____] an den 

Grillplatz mitgebracht (Urk. 7/4 S. 4). Erst die späteren Ergänzungsfragen der Ver-

-   24   - 

teidigung sprechen von einem Fotoalbum (Urk. 7/4 S. 7). Der Beschuldigte selbst 

spricht auch immer nur von einem Fotoalbum (Urk. 5/1 S. 4 f.; Prot. II S. 9). Seine 

Aussagen sind daher nicht glaubhaft und es kann nicht auf sie abgestellt werden. 

8.9 Aus eigener Wahrnehmung schilderte C._____, dass die Privatklägerin ihm 

unmittelbar nach dem Vorfall davon erzählt habe. Er habe sie von der Schule ab-

geholt und sie sei sehr aufgebracht gewesen und habe geweint. Sie habe einen 

Schock gehabt. Sie habe auch etwas von einer Waffe erzählt. Mit einem Über-

setzungsbuch hätte die Privatklägerin ihm gesagt, was geschehen sei, dass der 

Beschuldigte versucht habe, sie zu vergewaltigen. Sie sei zu spät zur Schule ge-

kommen und die Lehrerin habe sie gefragt, was los sei, weil sie in einem Schock-

zustand gewesen sei. Er habe ihr dann von einer Anzeige abgeraten, weil er ge-

dacht habe, sie hätten keine Beweise. Der Beschuldigte habe dann immer wieder 

den Kontakt gesucht (Urk. 4/3; Urk. 7/1). Diese Aussagen von C._____ stützen 

die Aussagen der Privatklägerin und zwar auch dort, wo C._____ von eigenen 

Wahrnehmungen berichtet und nicht nur dort, wo er wiedergibt, was die Privatklä-

gerin ihm erzählt hat. Die einzige Ungereimtheit zwischen den Aussagen von 

C._____ und der Privatklägerin besteht darin, dass die Privatklägerin schilderte, 

sie habe nach dem Vorfall eine gerötete Brust gehabt. Demgegenüber führte 

C._____ aus, die Privatklägerin habe keine Rötungen an der Brust gehabt 

(Urk. 4/3 S. 3). Angesichts der langen Zeit, die seit dem Vorfall vergangen ist, ist 

es mehr als nachvollziehbar, wenn sich C._____ nicht mehr an Rötungen an der 

Brust erinnert. 

8.10 D._____ schildert, dass die Privatklägerin ihm im Jahre 2008 vom Vorfall er-

zählt habe. In seiner Einvernahme erfolgt eine sehr detaillierte Schilderung von 

dem, was die Privatklägerin ihm damals erzählte. Sie habe eine "long gun" er-

wähnt, die der Beschuldigte vor die Türe gestellt habe und dass der Beschuldigte 

Sex mit ihr haben wollte. Sie habe nur noch im Kopf gehabt, dort wieder heraus-

zukommen. Sie habe sich so verhalten, dass sich der Beschuldigte wohl gefühlt 

habe und von ihr ablasse. Auch habe sie ihn auf später vertröstet. Zudem habe 

sie ihm gesagt, sie müsse in die Schule. Der Beschuldigte habe sie dann in die 

Schule gefahren. In der Schule habe sie nur noch geweint. Die Lehrerin habe ge-

-   25   - 

fragt, warum sie weine. C._____ habe die Privatklägerin von der Schule abgeholt. 

Weil die Privatklägerin so stark reagiert habe, habe er (D._____) ihr gesagt, sie 

solle zur Polizei gehen. Zusammen mit C._____ sei er dann zum Schluss ge-

kommen, dass sie keine Beweise hätten und deshalb von einer Anzeige absahen. 

Die Privatklägerin sei dann aggressiv gewesen, weil ihr niemand geholfen habe. 

Später habe C._____ ihn angerufen und gesagt, die Privatklägerin liege nur noch 

im Bett, heule und habe gesagt, sie bringe sich um. Später habe er gehört, dass 

der Beschuldigte in den Laden gekommen sei und sie im Tram getroffen habe, wo 

er anzügliche Bemerkungen gemacht habe. Auch sei er bei ihnen zuhause vor-

beigekommen. Nachdem er letzten Sommer oder Herbst wieder vorbeigekommen 

sei, habe sich die Privatklägerin zu einer Anzeige entschieden. Diese Aussagen 

von D._____ stützen die Aussagen der Privatklägerin, auch wenn seine Aussagen 

auf Schilderungen der Privatklägerin basieren. Auch gilt es zu beachten, dass die 

Privatklägerin D._____ den Vorfall bereits im Jahre 2008 geschildert hat und er 

diesen trotz des grossen Zeitablaufs noch genau gleich wie die Privatklägerin 

schildert. 

8.11 E._____ führte als Zeugin aus, sie habe sich in einem Winter im Nähatelier 

der Privatklägerin aufgehalten, als ein Kunde hereingekommen sei, Kleider ge-

bracht und die Privatklägerin diese abgelehnt habe. Die Privatklägerin habe ihr 

gesagt, sie wolle für diesen Mann keine Kleideränderungen machen. Er habe sie 

vergewaltigen wollen und sie wolle ihn deshalb nicht sehen. Auf die Äusserung 

der Zeugin hin habe die Privatklägerin die Kleider entgegengenommen und dem 

Kunden gesagt, er solle gehen und irgendwo warten, bis sie es gemacht habe. 

Die Privatklägerin habe ihr gesagt, dieser Mann habe sie in seine Wohnung ge-

lockt. Er sei ein Kollege von ihrem Mann. Die Zeugin konnte nicht bestätigen, ob 

es sich beim Mann, der damals ins Atelier der Privatklägerin gekommen sei, um 

den Beschuldigten handelt (Urk. 7/3 S. 3 ff.). Mit diesen Aussagen bestätigt auch 

E._____ die Aussagen der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte einige Zeit 

nach dem Vorfall eine weisse und eine gelbe Hose vorbeigebracht habe und die-

se geändert haben wollte. Sie habe ihn fortgejagt. Eine Freundin sei zu dieser Zeit 

mit ihr im Geschäft gewesen. Diese habe sie nicht verstanden und habe ihr ge-

sagt, wie sie ihn wegschicken könne, wo es doch so viele Nähateliers gebe. Die 

-   26   - 

Privatklägerin habe ihr gesagt, sie verstehe das nicht, dieser Mann habe versucht, 

sie zu vergewaltigen. Nachdem ihre Freundin sie so gerügt habe, habe sie ihr 

Gesicht nicht verlieren wollen und habe die zwei Hosen angenommen, um die 

Änderungen vorzunehmen (Urk. 6/1 S. 17 f.). 

8.12.1  Betreffend die Aussagen des Beschuldigten hat bereits die Vorinstanz 

festgestellt, dass seine Schilderungen zum Tatablauf von Widersprüchen, Weiter-

entwicklungen und Anpassungen geprägt seien und in zentralen Punkten von-

einander abweichen würden (Urk. 41 S. 19). Dies trifft zu: 

Zunächst fällt auf, dass der Beschuldigte zu Beginn erklärte, die Privatklägerin sei 

wegen des Fotoalbums zu ihm nach Hause gekommen. Erst auf Vorhalt der An-

gaben der Privatklägerin räumte er ein, dass er sie bei ihr zu Hause abgeholt ha-

be (Urk. 4/2 S. 2 f.). Zudem gab der Beschuldigte anlässlich seiner ersten Einver-

nahme zu Protokoll, die Privatklägerin habe ihn am Schritt gefasst und als er von 

der Toilette zurückgekommen sei, sei die Privatklägerin mit offener Bluse auf dem 

Bett gelegen. Demgegenüber führte er bereits in der nächsten Einvernahme aus, 

es habe sich ein romantischer Tanz ergeben, während welchem die Privatklägerin 

dem Beschuldigten in den Schritt gegriffen habe, worauf es auf dem Bett zu wei-

teren Berührungen gekommen sei und er sich "es bizeli neben sie gelegt" habe, 

wobei die Privatklägerin höchstens ein bisschen die Bluse geöffnet gehabt habe 

(Urk. 5/1 S. 3). Heute führte der Beschuldigte nun aus, die Initiative sei von ihm 

ausgegangen (Urk. 70 S. 3). Es ist evident wie der Beschuldigte im Laufe des 

Verfahrens seine Aussagen den Aussagen der Privatklägerin angepasst bzw. er 

in ganz wesentlichen und entscheidenden Punkten äusserst widersprüchlich aus-

gesagt hat. Widersprüchlich sagte der Beschuldigte auch betreffend die Gegen-

wehr der Privatklägerin aus. Während er im Untersuchungsverfahren noch erklär-

te, es habe nie Gegenwehr gegeben (Urk. 5/1 S. 6), räumte er heute ein, beim 

Küssen habe sie sich gewehrt, sie habe den Kuss nicht erwidert. Sodann habe er 

"nachgeholfen", damit sie sich aufs Bett gelegt habe (Urk. 70 S. 5).  

Ferner muss das Aussageverhalten des Beschuldigten als stark beschönigend 

bezeichnet werden. Heute erklärte er auf die Frage, ob vorher im Wohnzimmer 

schon etwas geschehen sei, er habe die Privatklägerin vielleicht an den Schultern 

-   27   - 

und am Nacken berührt. Mehr nicht. Auf die Anschlussfrage, was man sich da-

runter vorzustellen habe, erklärte er dann, dass er sie angefasst habe. Weitere 

Beispiele sind, dass der Beschuldigte sich "es bizeli neben sie", die Privatklägerin, 

auf das Bett gelegt habe (Urk. 5/1 S. 3), er habe die Privatklägerin "wahrschein-

lich ganz leicht küssen wollen" (a.a.O.), das (dass die Privatklägerin ihm an den 

Schritt gegriffen habe) "habe ihn ein wenig erregt, aber nicht sehr stark" (a.a.O.) 

und "ganz am Schluss sei er sexuell erregt gewesen" (Urk. 70 S. 6).  

Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte häufig ausweichend und vage antwortete. 

Er benutzt oft Relativierungen wie wahrscheinlich, vielleicht, vermutlich (z.B. 

Urk. 70 S. 3; Urk. 6/1 S. 3). Selbstverständlich ist diesbezüglich zu berücksichti-

gen, dass der inkriminierte Vorfall bereits längere Zeit zurückliegt, aber angesichts 

des Umstandes, dass der Beschuldigte sich an gewisse Dinge sehr präzise erin-

nert, mutet das vage und ausweichende Aussageverhalten seltsam an.  

Schliesslich ist unbestritten, dass der Beschuldigte über seinen Verteidiger der 

Privatklägerin Fr. 5'000.– und eine Entschuldigung angeboten hat, wenn sie ihr 

Desinteresse an der Strafverfolgungen erklärt (Urk. 9/1; Urk. 70 S. 8). Trotz den 

Erklärungsversuchen des Beschuldigten (vgl. Urk. 70 S. 8 f.) ist diesbezüglich 

festzuhalten, dass man eine solche Summe lediglich anbietet, wenn man ein ge-

wisses Unrechtsbewusstsein hat. Wäre der Beschuldigte überzeugt, dass er sich 

keinerlei Fehlverhalten vorwerfen lassen müsse und alles tatsächlich einvernehm-

lich geschah, hätte er kein solches Angebot unterbreiten müssen.  

Die Privatklägerin ist fast 30 Jahre jünger als der Beschuldigte und sie hat ihm im 

Vorfeld des heute zu beurteilenden Vorfalles nie Avancen gemacht, was der Be-

schuldigte eingestand (Urk. 70 S. 5). Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung 

des Beschuldigten, die Privatklägerin, die ihn kaum kannte, habe ihn noch kurz 

vor ihrem Deutschkurs in seiner Wohnung verführen wollen, lebensfremd. 

8.12.2  Bei den Aussagen des Beschuldigten fällt schliesslich auch auf, dass sie 

abgesehen vom Kerngeschehen, in welchem sich seine Aussagen und jene der 

Privatklägerin widersprechen, auch in weiteren Punkten nicht mit den übrigen 

Beweismitteln übereinstimmen: 

-   28   - 

So führte der Beschuldigte aus, die Privatklägerin habe ihm im Verlaufe des in-

kriminierten Vorfalles ihre Natelnummer und die Adresse (von ihrem Atelier) auf-

geschrieben (Urk. 5/1 S. 4). Zum Beweis dafür reichte er einen Zettel ein, der den 

Namen des Ehemannes der Privatklägerin, eine Festnetztelefonnummer, eine 

Natelnummer und eine Strassenbezeichnung enthält (Urk. 6/3/1). Bereits die An-

gaben auf dem Zettel widersprechen der Aussage des Beschuldigten, trägt dieser 

doch nicht den Namen der Privatklägerin, sondern jenen ihres Ehemannes und ist 

darauf auch eine Festnetztelefonnummer aufgeführt. Die Privatklägerin bestreitet, 

dem Beschuldigten die Adresse ihres Nähateliers aufgeschrieben zu haben. Zu-

dem führte die Privatklägerin aus, dass die Schrift auf dem Zettel nicht von ihr 

stamme. Das sei nicht ihre Handschrift (Urk. 6/2 S. 4). Gemäss C._____ könnte 

die Privatklägerin den Zettel geschrieben haben, aber die Zahlen seien nicht so 

geschrieben wie die Privatklägerin schreibe. Er wisse nicht, wer den Zettel ge-

schrieben habe (Urk. 7/1 S. 7). Schliesslich reichte der Beschuldigte heute eine 

Visitenkarte ein, die die Privatklägerin ihm damals übergeben haben soll (Prot. II 

S. 7). Es kann daher nicht erstellt werden, dass die Privatklägerin diesen Zettel, 

wie vom Beschuldigten behauptet, geschrieben hat. Vielmehr führte die Privatklä-

gerin konstant aus, der Beschuldigte habe ihr seinen Namen, seine Adresse und 

Telefonnummer in ihre Agenda geschrieben (Urk. 4/1 S. 5; Urk. 69 S. 9). Zum 

Beweis dafür reichte die Privatklägerin ihre Agenda ein, von welcher Kopien zu 

den Akten genommen wurden (Urk. 10/1). Der Beschuldigte hat nie bestritten, der 

Privatklägerin diese Angaben in ihre Agenda geschrieben zu haben. Kommt hin-

zu, dass die Privatklägerin glaubhaft ausführte, der Beschuldigte habe sie nach 

dem Vorfall diverse Male auf dem Festnetz angerufen. Die Nummer habe er von 

einem Kollegen ihres Ehemannes erhalten (Urk. 4/1 S. 6). Der Beschuldigte wi-

derspricht sich auch selbst, indem er ausführte, er habe die Privatklägerin auf 

dem Handy erreichen wollen. Da dies nicht möglich gewesen sei, sei er im Atelier 

vorbeigegangen (Urk. 5/1 S. 4). 

Gemäss Angaben des Beschuldigten war die Privatklägerin mit ihrem Ehemann 

ein bis zwei Mal im Sommer an einer Grillparty am …see. Das erste Mal habe sie 

dem Beschuldigten das Fotoalbum zeigen wollen. Sie hätten aber fast keine Zeit 

dazu gehabt. Er habe ihr gesagt, sie solle das Fotoalbum auch an eine Grillparty 

-   29   - 

mitnehmen, was die Privatklägerin dann auch einmal gemacht habe (Urk. 5/1 S. 4 

f. und 7). Dies wird von F._____ gestützt, der als Zeuge zu Protokoll gab, die Pri-

vatklägerin habe irgendwann einmal Fotoalben mit Bildern von jungen …innen, 

die heiratswillig gewesen seien, an den Grillplatz mitgenommen (Urk. 7/4 S. 4). 

Die Privatklägerin führte dazu aus, sie habe dem Beschuldigten nie von einem 

Fotoalbum erzählt, welches sie ihm habe zeigen wollen (Urk. 6/1 S. 16). C._____ 

sagte bei der Polizei aus, er habe an diesem Grillfest keinen Kontakt zwischen 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin bemerkt. Es habe noch andere asiati-

sche Frauen dort gehabt und diese hätten untereinander Kontakt gehabt (Urk. 4/3 

S. 4). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme führte C._____ aus, 

er habe mit der Privatklägerin Grillanlässe besucht, bei denen auch der Beschul-

digte anwesend gewesen sei. Sie habe dann sofort gehen wollen. Die Privatklä-

gerin habe bei einem solchen Grillfest kein Fotoalbum dabei gehabt, welches sie 

dem Beschuldigten habe zeigen wollen. Er habe nie ein Fotoalbum bei der Privat-

klägerin gesehen. Der Beschuldigte habe ihn nicht auf den Vorfall angesprochen. 

Er (C._____) und die Privatklägerin hätten das Grillfest im Zusammenhang mit 

dem Beschuldigten jedes Mal verlassen. Wenn die Privatklägerin den Beschuldig-

ten gesehen habe, habe sie gesagt, dass sie sofort gehen müssten (Urk. 7/1 S. 5 

f.). Auf die wenig glaubhaften Aussagen von F._____ kann – wie bereits darge-

stellt – nicht abgestellt werden. Die Privatklägerin und C._____ schildern demge-

genüber übereinstimmend und damit glaubhaft, dass die Privatklägerin dem Be-

schuldigten nie ein Fotoalbum gezeigt hat (Urk. 7/1 S. 5 f.; Urk. 6/1 S. 16). 

Weiter führte der Beschuldigte aus, er habe sich beim Ehemann der Privatkläge-

rin entschuldigt. Dieser habe die Entschuldigung sehr oberflächlich angenommen 

(Urk. 5/1 S. 5). Demgegenüber gab C._____ zu Protokoll, der Beschuldigte habe 

sich nie bei ihm entschuldigt (Urk. 7/1 S. 6). Der Vorfall zwischen der Privatkläge-

rin und dem Beschuldigten war beim Ehepaar BC._____ von Beginn an ein The-

ma. C._____ würde sich daher daran erinnern, wenn sich der Beschuldigte bei 

ihm entschuldigt hätte. Es ist diesbezüglich auf die glaubhaften Aussagen von 

C._____ abzustellen. 

-   30   - 

D._____ führte aus, er sei bei der Privatklägerin zuhause gewesen, als diese ihm 

den Telefonhörer in die Hand gedrückt habe. Am Telefon sei der Beschuldigte 

gewesen. Dieser habe gesagt, er habe diese Woche die Einvernahme bei der Po-

lizei gehabt und er und der Polizist, der den Fall bearbeite, hätten die Sache be-

sprochen und seien sich einig gewesen, man solle das untereinander lösen. Er 

(D._____) habe das zur Kenntnis genommen und habe gesagt "aber Herr 

A._____, irgendetwas muss ja geschehen sein". Der Beschuldigte habe das Gan-

ze ins Lächerliche gezogen, sozusagen, was die Privatklägerin da bei der Polizei 

erzählt habe. Der Beschuldigte habe ihm dann gesagt, ob er glauben würde, er 

habe es nötig, mit so einer Frau etwas anzufangen. Es sei in dem Sinne gewe-

sen, was er für Chancen bei Frauen habe. Er habe es so halb locker ins Lächerli-

che gezogen (Urk. 7/2 S. 7). Der Beschuldigte führte zum Telefongespräch mit 

D._____ aus, es sei möglich, dass dieser ans Telefon gekommen sei. Er (der Be-

schuldigte) könne nicht mehr sagen, was er ihm gesagt habe. Er habe sicher ge-

sagt, dass es ihm leid tue und habe gefragt, ob sie über die Sache reden könnten. 

Es gebe verschiedene Dinge, die nicht stimmen würden. Viel mehr sei nicht ge-

sprochen worden. Sein Telefonpartner habe gesagt, er wisse nicht viel von der 

Sache. Sie müssten selber sehen. Er könne sich nicht vorstellen und glaube nicht, 

dass er die ganze Sache ins Lächerliche gezogen habe und gesagt habe, ob er 

denn glaube, dass er es nötig habe, mit so einer Frau etwas anzufangen (Urk. 5/2 

S. 5). D._____ schildert das Telefongespräch aus eigener Wahrnehmung. Es sind 

keine Gründe ersichtlich, aus welchem Grund er so etwas sagen sollte, wenn das 

Gespräch nicht so verlaufen wäre. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte in ande-

rem Zusammenhang ausführte, ein Kollege habe ihm erzählt, dass C._____ ihm 

gesagt habe, er hätte seine Ehefrau (die Privatklägerin) belästigt. Sie hätten dar-

über gelacht und er habe gesagt, es sei nicht so (Urk. 5/1 S. 6). Damit schildert 

der Beschuldigte zumindest eine ähnliche Reaktion, wie sie D._____ schildert. Es 

kann daher auf die glaubhafte Schilderung von D._____ abgestellt werden. 

D._____ führte aus, er wisse davon, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 

Fr. 5'000.– angeboten habe, um diese Angelegenheit zu regeln. Ihm sei der Brief 

gezeigt worden. Er glaube, dies sei kurz vor der ersten Einvernahme der Privat-

klägerin bei der Staatsanwaltschaft gewesen (Urk. 7/2 S. 8). Im Nachgang zu sei-

-   31   - 

ner Einvernahme reichte D._____ das entsprechende Schreiben der Staatsan-

waltschaft ein (Urk. 9/1-2). Der Beschuldigte bestritt zunächst, dass er sich im 

Rahmen von Vergleichsbemühungen bereit erklärt habe, der Privatklägerin 

Fr. 5'000.– zu bezahlen (Urk. 5/2 S. 6 f.). Anlässlich der Hauptverhandlung vor 

Vorinstanz machte der Beschuldigte auf Vorhalt von Urk. 9/1 geltend, er habe der 

Privatklägerin nie selber ein Angebot gemacht. Sein Verteidiger und er hätten 

darüber gesprochen und habe Kenntnis von diesem Angebot gehabt. Er habe 

kein Angebot über Geld oder so gemacht. Sie hätten einfach über eine allfällige 

Genugtuungssumme gesprochen. Er habe seinem Verteidiger die Genehmigung 

gegeben, das einmal anzuschauen und mit diesen Leuten zu sprechen. Er selber 

habe nur mit seinem Verteidiger gesprochen, sonst mit niemandem (Prot. I S. 27; 

ähnlich auch heute, Urk. 70 S. 9). Es ist nichts Verwerfliches darin zu sehen, dass 

der Beschuldigte offenbar mit einer Zahlung von Fr. 5'000.– versucht hat, das vor-

liegende Verfahren abzuwenden, zumal auch der zuständige Polizeibeamte dazu 

geraten zu haben scheint. Was jedoch ein schlechtes Licht auf ihn wirft, ist die 

Tatsache, dass er dies anfänglich abstritt. 

8.13 In einer Gesamtwürdigung ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privat-

klägerin einerseits glaubhaft sind und viele Realitätskriterien aufweisen sowie 

trotz einiger weniger Widersprüche nicht den Eindruck hinterlassen, sie gebe eine 

einstudierte Geschichte zu Protokoll. Zudem werden die Aussagen der Privat-

klägerin gestützt durch die Aussagen von C._____, D._____ und  

E._____. Demgegenüber enthalten die Aussagen des Beschuldigten Ungereimt-

heiten, indem er sich selbst in Widersprüche verwickelt, oder seine Aussagen 

durch die glaubhaften Aussagen der Zeugen widerlegt werden. Ferner legte er ein 

beschönigendes Aussageverhalten an den Tag, so dass auf seine Aussagen nicht 

abgestellt werden kann.  

Im Übrigen ist kein Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldigten durch die 

Privatklägerin zu erkennen. Beim Beschuldigten handelt es sich – wie bereits dar-

getan – um einen losen Bekannten des Ehemannes der Privatklägerin, den diese 

vor dem inkriminierten Vorfall erst ein Mal gesehen hat. Auch ein finanzielles Mo-

tiv kann in Anbetracht der Tatsache, dass die Privatklägerin die Genugtuungszah-

-   32   - 

lung von Fr. 5'000.– ausgeschlagen hat, ausgeschlossen werden. Schliesslich hat 

die Privatklägerin auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung bzw. ihrer 

Einvernahme nicht den Eindruck hinterlassen, eine einstudierte Geschichte depo-

nieren zu wollen und nicht tatsächlich Erlebtes wiederzugeben. Dazu machte sie 

einen emotional zu aufgewühlten Eindruck. Es war deutlich erkennbar, dass der 

Vorfall sie nach wie vor stark mitnimmt und etwas gegen ihren Willen geschehen 

ist (vgl. Urk. 69). Eine Falschbelastung kann deswegen ausgeschlossen werden. 

Daran ändert auch der Umstand, dass die Privatklägerin erst im Jahr 2014, mithin 

7 Jahre nach dem Vorfall, Anzeige erstattete, nichts. Die Privatklägerin kam erst 

wenige Monate vor dem inkriminierten Vorfall in die Schweiz und war daher mit 

dem hiesigen (Rechts-)System nicht vertraut. Zudem sprach sie kaum Englisch 

oder Deutsch. Dass sie sich unter diesen Umständen – ihr Ehemann, notabene 

ihre einzige Vertrauensperson in der Schweiz, rät von einer Anzeige ab – nicht an 

die Polizei wendet, erstaunt nicht. Der auch nach Jahren nicht endende Leidens-

druck hat sie dann aber offensichtlich doch noch zur Anzeigeerstattung motiviert. 

Es besteht somit kein Zweifel daran, dass sich der Vorfall so zugetragen hat, wie 

ihn die Privatklägerin konstant schildert. Der Sachverhalt der Anklage ist damit 

grundsätzlich erstellt. 

Mit der Vorinstanz kann jedoch – selbst gestützt auf die Depositionen der Privat-

klägerin – nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte das Replikagewehr mit der 

Absicht, die Privatklägerin damit zu bedrohen bzw. ihr Angst einzujagen, in die 

Hand genommen und bei der Türe hingestellt hat. Dass er das Gewehr nach dem 

Betreten der Wohnung in die Hand genommen und bei der Türe platziert hat, hat 

die Privatklägerin glaubhaft geschildert. Ebenfalls überzeugend gab sie zu Proto-

koll, dass sie davon eingeschüchtert war und Angst hatte (vgl. z.B. Urk. 69 S. 5). 

Sie verneinte indes, dass der Beschuldigte sie irgendwie bedroht bzw. unter 

Druck gesetzt habe (Urk. 69 S. 9). Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Be-

schuldigte die Privatklägerin mit der Absicht, sie zu verführen, in seine Wohnung 

gebracht hat. Beim Betreten der Wohnung bemerkte der Beschuldigte die im 

Schlafzimmer stehende Waffe und um eine erhoffte romantische Ambiance später 

nicht zu stören, entfernte er die Waffe aus dem Schlafzimmer und stellte sie vor 

-   33   - 

die (Eingangs-)Türe (vgl. Urk. 3/3). Eine entsprechende Nötigungsabsicht kann 

dem Beschuldigten demnach nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden.  

III. Rechtliche Würdigung 

1. Der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB macht sich 

schuldig, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer ande-

ren sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwen-

det, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Zwi-

schen der Nötigungshandlung und der sexuellen Handlung muss ein Kausal-

zusammenhang bestehen. Da es sich bei diesem Tatbestand um ein Delikt gegen 

die Willensfreiheit handelt, muss der Täter aktiv auf den Willen des Opfers einwir-

ken und diesem die Entscheidungsfreiheit in sexueller Hinsicht nehmen. Der Täter 

muss tatsituativ handeln, also kurz vor oder während der sexuellen Handlung eine 

Zwangssituation schaffen, die das Opfer kapitulieren lässt. Das Ausnützen vor-

bestehender Abhängigkeits- und Machtverhältnisse oder einer Notlage genügt 

deshalb nicht. Bei der Tatbestandsvariante des Unter-psychischen-Druck-Setzens 

kann es genügen, dass dem Opfer eine Widersetzung nicht zumutbar ist, ohne 

dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet. Diese Umstände müssen eine Quali-

tät erreichen, die sie in ihrer Gesamtheit als instrumentalisierte sogenannte struk-

turelle Gewalt erscheinen lässt. Auch in diesen Konstellationen wird aber ein tatsi-

tuatives Handeln des Täters verlangt, mit welchem er kurz vor oder während der 

sexuellen Handlung eine Zwangssituation schafft (BSK StGB II-MAIER, Art. 189 

N 10 ff. mit zahlreichen Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

Im Übrigen kann auf die im vorinstanzlichen Urteil aufgezählten Nötigungsmittel, 

die Manifestation des entgegenstehenden Willens und die tatbestandsmässigen 

(sexuellen) Handlungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 41 S. 41 ff.). 

2. Vorweg kann festgehalten werden, dass es sich bei folgenden in der Ankla-

geschrift beschriebenen Vorgängen offensichtlich und unbestrittenermassen um 

sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB handelt: Küssen, Anfas-

sen, Drücken und Saugen der nackten Brüste; kräftig festhalten und Küssen; sich 

-   34   - 

mit erigiertem Glied auf die Privatklägerin legen; versuchte Zungenküsse; Küssen 

und Anfassen der Scham. 

3. Ferner braucht es – wie dargestellt – eine Nötigungshandlung, welche unter 

anderem in der Anwendung von Gewalt oder im Unter-psychischen-Druck-Setzen 

bestehen kann. Vorliegend finden sich sowohl Elemente der Gewaltanwendung 

als auch des Unter-psychischen-Druck-Setzens. 

Bezüglich der Anwendung von Gewalt ist folgendes festzustellen: Der Beschuldig-

te drängte die Privatklägerin ins Schlafzimmer, indem er sie umarmte und dabei 

kräftig festhielt. Im Schlafzimmer stiess er die Privatklägerin zunächst auf das Bett 

(er habe etwas "nachgeholfen"; Urk. 70 S. 5) und er legte sich mit vollem Körper-

gewicht auf die ihm körperlich unterlegene Privatklägerin. Der Beschuldigte wirkte 

somit auch physisch intensiv auf die Privatklägerin ein: gemäss (erstelltem) An-

klagesachverhalt zog er sie nämlich neben den bereits erwähnten Elementen 

(Stossen aufs Bett, Legen auf die Privatklägerin, kräftiges Festhalten) auch vom 

Stuhl hoch und führte sie in drängender Art in sein Schlafzimmer. Der Beschuldig-

te setzte sich damit physisch über die Gegenwehr der Privatklägerin hinweg, wie 

auch die Vorinstanz richtigerweise ausführte. Die Privatklägerin wehrte sich näm-

lich mehrfach mit den Händen gegen den Beschuldigten, beispielsweise indem 

sie seine Hand wegschob, ihren Pullover immer wieder nach unten zog und ihre 

Zähne gegen die Zungenküsse zusammenbiss. Auch verbal manifestierte die Pri-

vatklägerin immer wieder unmissverständlich ihren Willen, dass sie mit den vom 

Beschuldigten vorgenommenen sexuellen Handlungen nicht einverstanden war. 

So sagte sie unmissverständlich "no" und bat ihn mehrmals, sie gehen zu lassen, 

da sie in den Deutschkurs müsse. Damit hat die Privatklägerin dem Beschuldigten 

körperlich und verbal immer wieder und von Anfang an unmissverständlich zu 

verstehen gegeben, dass sie mit seinen Handlungen nicht einverstanden war. Der 

Beschuldigte setzte seine Handlungen trotzdem fort und signalisierte der Privat-

klägerin damit, ihre Abwehr nicht ernst zu nehmen. Zudem war der Beschuldigte 

der Privatklägerin körperlich überlegen. Die nur 157 cm grosse und 54 Kilogramm 

schwere Privatklägerin (Urk. 4/1 S. 7) war dem – nach eigenen Angaben zumin-

-   35   - 

dest zum Tatzeitpunkt auch sehr sportlichen (Prot. I S. 8) – Beschuldigten phy-

sisch stark unterlegen.  

Es kommt hinzu, dass im Zeitpunkt der inkriminierten Handlung die Privatklägerin 

noch nicht einmal zwei Monate in der Schweiz und sonst nie alleine zuhause war. 

Ihre Englisch- und Deutschkenntnisse waren gemäss D._____ schwach (Urk. 7/2 

S. 7). Auch F._____ führte aus, man habe mit der Privatklägerin schlecht spre-

chen können. Sie habe sehr schlecht englisch gesprochen. Deutsch habe sie da-

mals gar nicht gekonnt (Urk. 7/4 S. 4). Und selbst der Beschuldigte musste ein-

räumen, dass sie nicht gut Deutsch konnte (Urk. 70 S. 4). Zudem war der Be-

schuldigte kurz vor dem Vorfall bei der Privatklägerin zuhause, weil C._____ ihn 

kannte. Dies erweckte bei der Privatklägerin Vertrauen in ihn. Diese Umstände 

hat der Beschuldigte für seine Zwecke ausgenutzt. In seiner Wohnung angekom-

men schloss der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen die Wohnungstüre ab, 

und schaltete das Licht nicht an. In der Wohnung des Beschuldigten muss es an 

einem Dezemberabend gegen 18.00 Uhr bereits dunkel gewesen sein. Damit be-

fand sich die Privatklägerin in einem fremden Land, in einer fremden dunklen ab-

geschlossenen Wohnung mit einem fremden Mann, mit dem sie sich mangels 

Sprachkenntnissen nicht bzw. kaum unterhalten konnte. Ferner setzte der Be-

schuldigte die Privatklägerin bereits kurz nach dem Betreten der Wohnung unter 

einen gewissen (psychischen) Druck, indem er die Wohnungstüre abschloss, 

selbst wenn er den Schlüssel stecken liess. Das Abschliessen einer Tür vermittelt 

einem nämlich das Gefühl des Eingesperrt-Seins trotz steckendem Schlüssel. Bei 

einer Gesamtbetrachtung ist der objektive Tatbestand der sexuellen Nötigung 

damit aufgrund des Vorliegens sowohl von Elementen der Gewaltanwendung wie 

auch des Unter-psychischen-Druck-Setzens bezüglich der Privatklägerin – in Be-

achtung ihrer speziellen Situation (Ausländerin, erst kurzer Aufenthalt in der 

Schweiz, keine Bekannten in der Schweiz, kaum Deutsch- und Englischkenntnis-

se, 27 Jahre jünger als der Beschuldigte, eher ängstliche Person, fremde dunkle 

Wohnung) – erfüllt. 

4. Was den subjektiven Tatbestand betrifft, musste dem Beschuldigten sehr 

schnell auffallen, dass die Privatklägerin mit seinem Handeln nicht einverstanden 

-   36   - 

war. Unmittelbar nach den ersten Berührungen des Beschuldigten äusserte die 

Privatklägerin verbal und körperlich ihren Unwillen. Sie biss die Zähne zusam-

men, wehrte mit den Händen ab bzw. zog ihr T-Shirt wieder hinunter, und sagte 

sowohl "nein" wie, sie müsse in die Schule. Diese Gesten und Äusserungen der 

Privatklägerin konnten dem Beschuldigten nicht entgehen. An der Berufungsver-

handlung räumte er diesbezüglich immerhin ein, die Privatklägerin habe beim 

Küssen Widerstand geleistet und er habe beim Sich-Hinlegen nachgeholfen 

(Urk. 70 S. 5). Dennoch setzte sich der Beschuldigte einfach über den Willen der 

Privatklägerin hinweg und fuhr mit den sexuellen Handlungen an ihr fort. Auch der 

nachfolgende wiederholte körperliche und verbale Widerstand der Privatklägerin, 

dass sie mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden ist, konnte dem Be-

schuldigten nicht entgangen sein, selbst wenn sie ihm versprach, an einem ande-

ren Tag wiederzukommen. Indem er trotzdem handelte, erfüllte er den subjektiven 

Tatbestand mit direktem Vorsatz. Die Vorinstanz ging noch von einer eventual-

vorsätzlichen Tatbegehung aus. Diesbezüglich liegt keine Verletzung des Ver-

schlechterungsverbotes vor, sofern die direktvorsätzliche Tatbegehung nicht zu 

einer höheren als von der Vorinstanz ausgefällten Strafe führt (BGE 139 IV 282 

E. 2.5). 

5. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor und wurden 

auch nicht geltend gemacht. Der Beschuldigte ist daher der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung 

1. Grundlagen 

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 6. Juli 2012 

wegen mehrfacher Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB und mehrfachen 

Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB mit einer 

unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 40.– sowie mit einer Busse 

von Fr. 200.– bestraft (Urk. 44). Vorliegend hat sich der Beschuldigte der sexuel-

len Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Die sexuelle 

-   37   - 

Nötigung beging der Beschuldigte im Dezember 2007. Es stellen sich daher  

Fragen der retrospektiven Konkurrenz und der Bildung einer Gesamtstrafe. Die 

Vorinstanz hat die Grundlagen der retrospektiven Konkurrenz, der Bildung einer 

Gesamtstrafe und den Strafrahmen von Art. 189 Abs. 1 StGB korrekt angeführt 

sowie die allgemeinen Regeln der Strafzumessung zutreffend umschrieben. Es 

kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StGB; Urk. 41 S. 44-48).  

2. Tatkomponenten Sexuelle Nötigung 

2.1 Bei der objektiven Tatschwere ist, was die Art und Weise des Vorgehens 

anbelangt, zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten vor der 

Tat einmal gesehen hat, als dieser die Privatklägerin und ihren Ehemann 

(C._____) zuhause besuchte. Der Ehemann der Privatklägerin war ein Kollege 

des Beschuldigten. Zudem war die Privatklägerin erst kurze Zeit in der Schweiz, 

konnte weder auf Deutsch noch auf Englisch ausreichend kommunizieren und 

hatte praktisch keine sozialen Kontakte. Der Beschuldigte nutzte das Vertrauen 

der Privatklägerin und die ganzen Umstände perfide und schamlos für seine Zwe-

cke aus, indem er sich anbot, sie zum Deutschkurs zu fahren und sie noch in sei-

ne Wohnung einlud. In seiner Wohnung liess der Beschuldigte die Privatklägerin 

trotz ihren Bitten, sie gehen zu lassen, nicht gehen. Er versetzte sie in eine aus-

weglose Situation, machte sie zum Objekt seiner Begierde und beachtete ihren 

Willen nicht. Das Handeln des Beschuldigten war jedoch nicht von langer Hand 

geplant, sondern ergab sich spontan aufgrund der Situation, welche er ausnutzte. 

Das Vorgehen des Beschuldigten zeugt auch von einer nicht unerheblichen 

Rücksichtslosigkeit. 

Ein gewisses Mass an Rücksichtslosigkeit beinhaltet der Straftatbestand der se-

xuellen Nötigung bereits. Aufgrund des Doppelverwertungsverbotes darf die 

Rücksichtslosigkeit, die zur Erfüllung des Straftatbestandes erforderlich ist, nicht 

noch zusätzlich erschwerend in die Verschuldensbewertung einbezogen werden. 

Das rücksichtslose Vorgehen des Beschuldigten geht jedoch über die blosse Er-

füllung des Straftatbestandes hinaus. Trotzdem war die Einwirkung des Beschul-

digten auf die Privatklägerin bei allen denkbaren Möglichkeiten zur Erfüllung des 

Straftatbestandes nicht sehr intensiv. Es fand keine massive Gewaltanwendung 

-   38   - 

statt und es wurden auch keine expliziten massiven Drohungen ausgesprochen; 

vielmehr nutzte der Beschuldigte die Wehr- und Hilflosigkeit der Privatklägerin 

sowie die vorliegende Konstellation aus.  

Nichtsdestotrotz sind leichtere Fälle einer sexuellen Nötigung denkbar. Immerhin 

berührte der Beschuldigte die Privatklägerin unter den Kleidern und küsste ihre 

nackten Brüste und saugte an ihnen. Schliesslich befand man sich am Ende auf 

dem Bett im Schlafzimmer, wo der Beschuldigte gar versuchte, der Privatklägerin 

die Hose auszuziehen.  

Die Tat des Beschuldigten hatte für die Privatklägerin offenbar einschneidende 

und mehrjährige psychische Auswirkungen, die bis zu Selbstmordgedanken reich-

ten.  

Insgesamt wiegt die objektive Tatschwere – angesichts des weiten Spektrums 

des unter diesem Tatbestand Möglichen – noch leicht. 

2.2 Beim subjektiven Tatverschulden ist zu konstatieren, dass es dem Be-

schuldigten lediglich um seine eigene sexuelle Befriedigung ging. Er handelte 

egoistisch und nahm auf die Privatklägerin keine Rücksicht. 

Was die Intensität des verbrecherischen Willens anbelangt, so handelte der Be-

schuldigte mit direktem Vorsatz. 

Weiter ist das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten zu berücksichti-

gen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm übertretene Norm zu res-

pektieren, desto schwerer wiegt seine Entscheidung gegen sie und damit seine 

Schuld (BGE 127 IV 101 E. 2a). Er besass hinsichtlich des Entscheides, sexuelle 

Übergriffe an der Privatklägerin vorzunehmen, jegliche Entscheidungsfreiheit. 

Das subjektive Verschulden vermag die objektive Tatschwere somit nicht zu rela-

tivieren. 

2.3 Insgesamt ist das Tatverschulden – angesichts des weiten Strafrahmens 

von Art. 189 Abs. 1 StGB (Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren) – als noch leicht zu 

qualifizieren. Die von der Vorinstanz angesetzte hypothetische Einsatzstrafe von 

240 Tagessätzen erscheint damit als deutlich zu tief. Schuldangemessen ist viel-

-   39   - 

mehr eine Einsatzstrafe sicher nicht unter 360 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 

12 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Tatkomponenten Beschimpfung 

Der Beschuldigte versandte zwischen dem 10. Dezember 2010 und dem 

12. Januar 2011 diverse beleidigende SMS an seinen Bruder vor dem Hinter-

grund eines familiären Streits über die Benutzung eines Ferienhauses (Beizugs-

akten GB120002 Bezirksgericht Horgen). Mit der Vorinstanz ist das Tatverschul-

den als leicht zu qualifizieren und die Einsatzstrafe minim zu erhöhen. 

4. Täterkomponente 

4.1 Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann 

auf die Akten sowie die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 41 

S. 50) verwiesen werden. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung ergaben 

sich keine wesentlichen Änderungen. Der Beschuldigte erklärte lediglich, aktuell 

Single zu sein; eine Beziehung sei Anfang Jahr auseinander gegangen (Urk. 70 

S. 1). 

Aus dem Werdegang des Beschuldigten und seinen persönlichen Verhältnissen 

ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

4.2 Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

15. September 2006 wegen Hausfriedensbruchs, unrechtmässiger Aneignung 

und geringfügiger Sachbeschädigung mit 60 Tagen Gefängnis bedingt, bei einer 

Probezeit von fünf Jahren, bestraft (Urk. 44; Urk. 66). Diese Vorstrafe ist minim 

straferhöhend zu berücksichtigen, zumal diese demnächst aus dem Strafregister 

gelöscht werden wird. 

4.3 Zum Nachtatverhalten kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 41 S. 51). Daraus ergibt sich keine Strafminderung. 

4.4 Es sind keinerlei Anhaltspunkte für eine erhöhte Strafempfindlichkeit des 

Beschuldigten ersichtlich und es wurden auch keine solchen vorgebracht. 

-   40   - 

4.5 Aufgrund der Täterkomponente ist bis hierher eine leichte Straferhöhung 

angezeigt. 

5. Merklich strafmindernd ist indes zu berücksichtigen, dass die vorliegend zu 

beurteilende Tat bereits mehr als acht Jahre zurückliegt und sich der Beschuldigte 

mit Ausnahme eines Bagatelldelikts (Beschimpfung seines Bruders per SMS) in 

dieser Zeit nichts mehr zu Schulden kommen liess. Die lange Zeitdauer von der 

Begehung der Tat bis zur Verurteilung kann nicht dem Beschuldigten angelastet 

werden. Einziger Grund dafür ist, dass die Privatklägerin erst im Jahre 2014 

Strafanzeige erstattete.  

6. Insgesamt würde sich somit eine Strafe im Bereich von 300 Tagessätzen 

Geldstrafe bzw. 10 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erweisen.  

Vorliegend ist bereits aufgrund des Verbots der reformatio in peius eine Geldstra-

fe – und keine Freiheitsstrafe (was bei Strafen im Bereich von sechs Monaten bis 

zu einem Jahr möglich wäre) – auszufällen. Von diesem Strafmass ist in Anwen-

dung von Art. 49 Abs. 2 StGB die bereits vom Bezirksgericht Horgen mit Urteil 

vom 6. Juli 2012 ausgefällte Strafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe abzuziehen. 

Der Beschuldigte wäre daher mit einer Strafe von 280 Tagessätzen Geldstrafe als 

Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 6. Juli 2012 zu bestra-

fen. 

7. Tagessatzberechnung 

Die Höhe des Tagessatzes bestimmt sich nach den persönlichen und wirt-

schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach 

Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unter-

stützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Aus-

gangspunkt für die Bemessung bildet das Einkommen, das dem Täter durch-

schnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter 

wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so laufende Steuern, die Beiträge an 

die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung sowie die notwendigen Be-

rufsauslagen bzw. die branchenüblichen Geschäftsunkosten. Das so errechnete 

Nettoeinkommen ist um die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu redu-

-   41   - 

zieren, soweit der Täter diesen tatsächlich nachkommt. Anderweitige finanzielle 

Lasten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt wer-

den. Grössere Zahlungsverpflichtungen des Täters, die schon unabhängig von 

der Tat bestanden haben, fallen dabei grundsätzlich ausser Betracht. Insbesonde-

re können Abzahlungs- und Leasingverpflichtungen, aber auch Hypothekar- und 

Mietzinse in der Regel nicht in Abzug gebracht werden. Fehlendes oder vorhan-

denes Vermögen wirkt sich in der Regel auf die Höhe des Tagessatzes ebenso 

wenig aus wie der Lebensaufwand. Beide Kriterien dienen lediglich als Hilfsargu-

mente bei der Bemessung des strafrechtlich relevanten Nettoeinkommens, und 

zwar dann, wenn der Lebensunterhalt nicht aus Einkommen finanziert wird bzw. 

die Einkommensverhältnisse geschätzt werden müssen (BGE 134 IV 60 E. 6). 

Der Beschuldigte erhält eine monatliche AHV-Rente von Fr. 1'400.– und eine mo-

natliche Pensionskassenrente von Fr. 800.–. Hinzu kommt ein Vermögensertrag 

von jährlich Fr. 2'000.– bis Fr. 4'000.– (Prot. I S. 6). Ausgehend vom Mittelwert 

des Vermögensertrages betragen die monatlichen Einnahmen des Beschuldigten 

Fr. 2'450.–. Daneben hat der Beschuldigte ein Vermögen von Fr. 250'000.– bis 

Fr. 300'000.–, von dem er gemäss eigenen Angaben lebt (Urk. 70 S. 2; Prot. I 

S. 6 und 9). Würde der Beschuldigte lediglich von seinen Einnahmen leben, 

müsste er als einkommensschwache Person bezeichnet werden, bei der für die 

Berechnung der Tagessatzhöhe die Nettoeinnahmen um mindestens die Hälfte 

herabgesetzt werden müssten. Weil die vorliegende Strafe über 90 Tagessätzen 

liegt, müsste eine Reduktion um weitere 10 % bis 30 % erfolgen (BGE 134 IV 60 

E. 6.5.2). Da der Beschuldigte jedoch auch von seinem Vermögen lebt (BGE 134 

IV 60 E. 6.2), rechtfertigt es sich vorliegend, auf eine Herabsetzung seiner Netto-

einnahmen zu verzichten. Mangels Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen 

ist davon auszugehen, dass er Fr. 300.– für die Krankenkasse und Fr. 200.– für 

Steuern je monatlich bezahlt. Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge hat der Be-

schuldigte keine geltend gemacht. Es würde sich damit eine Tagessatzhöhe von 

Fr. 65.– ergeben. Wegen des Verbots der reformatio in peius hat es indes bei 

dem von der Vorinstanz festgesetzten Tagessatz von Fr. 60.– zu bleiben.  

-   42   - 

8. Verbindungsbusse 

Fällt das Gericht eine bedingte Strafe aus – was, wie noch zu zeigen sein wird, 

vorliegend der Fall ist – so kann die bedingte Strafe gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB 

mit einer unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB ver-

bunden werden, wie dies die Vorinstanz entschieden hat. Mit der Verbindungs-

strafe soll einerseits die Schnittstellenproblematik zwischen der unbedingten  

Busse für Übertretungen und der bedingten Geldstrafe für Vergehen entschärft 

werden; sie hat insoweit nach Auffassung des Bundesgerichts auch eine general-

präventive Funktion. Die unbedingte Verbindungsstrafe bzw. Busse trägt ferner 

dazu bei, das unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher gerin-

ge Drohpotential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Sie kommt daher insbe-

sondere in Betracht, wenn dem Täter zusätzlich zur bedingten Grundstrafe ein so-

fort spürbarer Denkzettel verpasst werden soll; die Verbindungsstrafe hat damit 

auch eine spezialpräventive Bedeutung. Die Strafkombination darf aber nicht zu 

einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen (DONATSCH/ 

FLACHSMANN/HUG/WEDER, Kommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 

19. Aufl., Zürich 2013, S. 111 m.w.H.). 

Vorliegend ist vom Aussprechen einer Verbindungsbusse abzusehen. Es liegt 

kein Fall eines sogenannten Massendelikts vor, bei dem die Schnittstellenproble-

matik entschärft werden müsste. Es ist ferner zufolge des langen Zeitablaufs seit 

der Tat auch nicht mehr angezeigt, dem Beschuldigten einen Denkzettel zu ver-

passen.  

9. Widerruf 

Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 41 S. 53). Ein Widerruf der vom Bezirksgericht Horgen am 15. September 

2006 ausgefällten Strafe von 60 Tagen Freiheitsstrafe ist nicht mehr möglich. 

10. Gesamtwürdigung 

Insgesamt wäre somit eine gegenüber der von der Vorinstanz ausgefällten Strafe 

von 210 Tagessätzen deutliche höhere Sanktion auszufällen. Dem steht jedoch 

das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) entgegen. Die vorinstanzlich 

-   43   - 

ausgesprochene Sanktion ist daher zu bestätigen und der Beschuldigte mit einer 

Strafe von 210 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 60.–, als Zusatzstrafe zum Urteil 

des Bezirksgerichts Horgen vom 6. Juli 2012, zu bestrafen.  

V. Vollzug 

Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug, was 

schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu bestätigen ist. Die Probezeit 

wurde auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren beschränkt, was ebenfalls 

zu bestätigen ist. 

VI. Zivilansprüche 

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten zur Bezahlung einer Genugtuung 

von Fr. 4'000.– nebst 5 % Zins seit 1. Januar 2008. Sie erwog dazu, der Beschul-

digte habe widerrechtlich und schuldhaft in die psychische, physische und insbe-

sondere die sexuelle Integrität und somit die Persönlichkeitsrechte der Privatklä-

gerin eingegriffen, weshalb eine Genugtuungspflicht zu bejahen sei. Bei einem 

Teil der sexuellen Handlungen habe der Beschuldigte tatsächlich eine gewisse 

Grobheit an den Tag gelegt und der Privatklägerin an den Brüsten Schmerzen 

zugefügt. Von einem gewalttätigen Vorgehen, das erhebliche Schmerzen oder gar 

Verletzungen verursacht hätte, könne indes keine Rede sein. Während der Tat 

habe sich die Privatklägerin geängstigt und sich dem Beschuldigten schutz- und 

hilflos ausgeliefert gefühlt. Gemäss glaubhaften Ausführungen der Privatklägerin 

leide sie seither an den Auswirkungen der Tat und habe in H._____ psychologi-

sche Hilfe in Anspruch nehmen müssen (vgl. Urk. 31 S. 3). Mit Arztzeugnissen 

belegt sei dies allerdings ebenso wenig, wie es die behaupteten anhaltenden ak-

tuellen psychischen Probleme der Gesuchstellerin und deren Medikamentenein-

nahme infolge des Übergriffs seien (Urk. 41 S. 56 f.).  

Unter Verweis auf die im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegebenen 

rechtlichen Grundlagen (vgl. Urk. 41 S. 56) sowie die soeben dargestellte zutref-

fende Würdigung der Umstände erscheint die von der Vorinstanz festgesetzte 

-   44   - 

Genugtuung von Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2008 als der Inten-

sität der erlittenen Unbill und dem Verschulden des Beschuldigten angemessen 

und ist zu bestätigen, zumal sich auch anlässlich der Einvernahme der Privatklä-

gerin anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung offenbarte, dass dieser Vor-

fall die Privatklägerin nach wie vor stark beschäftigt und sie emotional aufwühlt 

(vgl. Urk. 69). 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'000.– anzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und 

§ 14 Abs. 1 lit. a GebV OG). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung prak-

tisch vollständig. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

daher vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Dass auf die Ausfällung einer (Verbindungs-)Busse verzichtet wird, rechtfertigt 

keine andere Kostenverteilung, da es sich dabei lediglich um einen Nebenpunkt 

handelt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertre-

tung der Privatklägerin sind unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht (Art. 135 

Abs. 4 StPO, Art. 138 Abs. 2 StPO) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten reichte im Berufungsverfahren 

zwei Honorarnoten über einen Aufwand von insgesamt 20.42 Stunden sowie Aus-

lagen von total Fr. 53.– ein (Urk. 65 und Urk. 67), was total einer Forderung von 

Fr. 4'909.05 entspricht. Der geltend gemachte Aufwand ist ausgewiesen und zu 

entschädigen. Weiter ist ein Zuschlag für die Dauer der Berufungsverhandlung 

(4 Stunden plus Weg; Prot. II S. 5 ff.), das Studium des Urteils sowie eine Be-

sprechung zu entschädigen. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung ist 

somit auf pauschal Fr. 6'500.–, inklusive Barauslagen und MwSt., festzusetzen. 

Die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin reichte dem Gericht im Beru-

fungsverfahren zwei Honorarnoten über total Fr. 1'007.45 ein (