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**Case Identifier:** 999896c7-0ee3-54e8-abe7-a49d989c670a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.05.2017 200 2017 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-18_2017-05-23.pdf

## Full Text

200 17 18 IV
KOJ/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Mai 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2017, IV/17/18, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), seit 2009 in der Funktion als … in einem …betrieb erwerbstätig, 
meldete sich im August 2012 unter Hinweis auf seit Juni 2011 bestehende 
Rückenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern, [nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], [act. II], 2; 8 S. 3). Die IVB klärte den Sachverhalt in 
erwerblicher Hinsicht ab, holte Berichte der behandelnden Ärzte ein, ge-
währte Frühinterventionsmassnahmen in Form von Eingliederungsberatung 
und liess die Versicherte durch Dr. med. C.________, Facharzt für Rheu-
matologie und Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), untersuchen (Untersuchungsbericht vom 1. Juli 2014 [act. II 37 f.]). 
Mit Verfügung vom 29. Mai 2015 (act. II 51) verneinte die IVB bei einem 
Invaliditätsgrad von 6% einen Anspruch auf eine Invalidenrente, wogegen 
die Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversiche-
rungsrechtliche Abteilung (nachfolgend Verwaltungsgericht) Beschwerde 
erhob (act. II 52). Nachdem die IVB vom RAD-Arzt Dr. med. C.________ 
eine Stellungnahme eingeholt hatte (act. II 54), hob sie die angefochtene 
Verfügung während des laufenden Beschwerdeverfahrens wiedererwä-
gungsweise mit der Begründung auf, der retrospektive Verlauf der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit und damit der allfällige Anspruch auf eine befristete 
Rente könnten nicht abschliessend beurteilt werden, weshalb insoweit wei-
tere Abklärungen erforderlich seien (act. II 55 f.). Mit Urteil vom 7. Oktober 
2015 (act. II 59) schrieb das Verwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren 
hinsichtlich der Verfügung vom 29. Juni 2015 als gegenstandslos geworden 
ab. 

In der Folge ersuchte die IVB die behandelnden Ärzte  Dres. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, und E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, um Zustellung weiterer Berichte (act. II 60 f.), wozu sie sich jedoch 
nicht in der Lage sahen (act. II 63; 66). Hierauf holte die IVB zwei weitere 
ärztliche Berichte des RAD-Arztes Dr. med. C.________ ein (act. II 68; 75). 

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Mit Vorbescheid vom 5. September 2016 (act. II 76) stellte die IVB der Ver-
sicherten bei einem Invaliditätsgrad von 6% erneut die Ablehnung eines 
Rentenanspruchs in Aussicht, woran sie – nachdem die Versicherte dage-
gen hatte Einwand erheben lassen (act. II 79) – mit Verfügung vom 29. No-
vember 2016 (act. II 81) festhielt. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 6. Januar 2017 Beschwerde erheben. Sie stellt die fol-
genden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. Juni 2015 (richtig: 
29. November 2016) sei aufzuheben.

2. Es sei ein gerichtliches, polydisziplinäres Gutachten einzuholen und an-
schliessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu ent-
scheiden.

3. Eventuell: Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ein unabhängiges 
polydisziplinäres Gutachten einzuholen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In der Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel-
tend, ihre Rückenbeschwerden seien eine komplexe, von zahlreichen 
rheumatologisch-orthopädischen, radiologischen und psychiatrischen Fra-
gen geprägte Problematik. Sodann seien sich der behandelnde Arzt Dr. 
med. D.________ und der RAD-Arzt Dr. med. C.________ mit Bezug auf 
die Interpretation der radiologischen Befunde, die Diagnose(n), die Thera-
pierbarkeit sowie die funktionellen Auswirkungen der geltend gemachten 
Beschwerden uneinig, womit es sich um einen (mittels eines unabhängigen 
interdisziplinären Gutachtens) zu klärenden Expertenstreit handle. 

Mit Eingabe vom 3. Februar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung der Beschwerde, wobei sie auf eine umfassende Stellungnah-
me im Rahmen einer Beschwerdeantwort verzichtet. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. November 2016 
(act. II 81). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang die Vollständigkeit 
der Sachverhaltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Im vorliegend massgebenden Beurteilungszeitraum bis zur ange-
fochtenen Verfügung vom 29. November 2016 (act. II 81) präsentierte sich 

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der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aufgrund der medizini-
schen Akten im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Am 19. Oktober 2011 (act. II 18 S. 4) wurde bei der Beschwerde-
führerin bei „invalidisierender und immobilisierender Lumboischialgie links“ 
und bekannter Discopathie L5/S1 eine Dekompression daselbst inkl. Se-
questerektomie, Discektomie und Rhizotomie durchgeführt. Der operieren-
de Arzt Dr. med. D.________ attestierte bis am 15. Januar 2012 eine 
100%ige und danach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 12 S. 11), wo-
bei gemäss seinem Bericht vom 19. September 2012 (act. II 11) insbeson-
dere beim Stehen Beschwerden persistierten (S. 2; vgl. auch act. II 12 S. 
3).

3.1.2 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, hielt am 16. Oktober 2012 (act. II 17) fest, auf die Einschätzung 
von Dr. med. D.________ könne abgestellt werden.

3.1.3 Mit Bericht vom 30. November 2012 (act. II 20 S. 2 f.) diagnosti-
zierte Dr. med. D.________ nach durchgeführter radiologischer Abklärung 
(act. II 18 S. 3) eine chronisch therapierefraktäre Lumbago bei erosiver 
Osteochondrose L5/S1 Mobic Typ II, ein Postdiscektomiesyndrom sowie 
einen Zustand nach Dekompression L5/S1 links 10/2011 (act. II 20 S. 2). 
Wahrscheinlich werde eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50% auch 
mit einem chirurgischen Eingriff nicht realisierbar sein. Durch eine berufli-
che Reorientierung mit sogenannt rückenschonender Tätigkeit mit Wech-
selpositionen mit maximal 5kg bis höchstens 10kg Heben oder Tragen 
könne man davon ausgehen, dass 50% erzielt werde, eine 100%ige Rein-
tegration sei mit und ohne Spondylodese L5/S1 nicht sicher (S. 3).

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin, hielt im ärztlichen Bericht vom 19. Februar 2013 (act. II 22) 
fest, die Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. med. D.________ sei 
„weiterhin nachvollziehbar“. Von einem erneuten chirurgischen Eingriff 
(Spondylodese) könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 
anspruchsrelevante Verbesserung erwartet werden. Ob durch konservative 
Massnahmen noch eine Besserung der funktionellen Leistungsfähigkeit zu 
erreichen sei, werde vom Operateur in Frage gestellt. Die Datenlage sei 

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jedoch für eine definitive Beurteilung nicht genügend. Er empfehle, in circa 
sechs Monaten einen Verlaufsbericht einzuholen und bei Unklarheiten al-
lenfalls eine rheumatologisch-orthopädische Begutachtung zu veranlassen 
(S. 3). 

3.1.5 Mit Bericht vom 5. Mai 2014 (act. II 32) bezeichnete Dr. med. 
E.________ den Gesundheitszustand als stationär. Die Beschwerdeführe-
rin leide an einem lumboradikulären Schmerz- und Ausfallsyndrom. Die 
Arbeitsfähigkeit betrage weiterhin 50% (S. 1). 

3.1.6 Im Untersuchungsbericht vom 1. Juli 2014 (act. II 37 f.) stellte der 
RAD-Arzt Dr. med. C.________ im Wesentlichen die folgenden Diagnosen 
(act. II 37 S. 6 f.): 

Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Bursitis retrotrochanterica links 

2. Lumbovertebrales Schmerzsyndrom (chronisch) +/- lumbospondyloge-
nes Schmerzsyndrom bei erosiver Osteochondrose L5/S1

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Leichte depressive Episode F32.0

2. Übergewicht BMI 26.6 kg/m2

3. Chronische venöse Insuffizienz (DD: chronische Einnahme von NSAID)

4. Zystische Transformation Adnex rechts (cf. MRI LWS vom 30. August 
2012)

In der Beurteilung hielt Dr. med. C.________ fest, die Klinik entspreche 
einer Bursitis retrotrochanterica (S. 4), die im Vordergrund stehe und be-
handelbar sei (S. 8). Die Diagnose sei als Folge einer globalen Dekonditio-
nierung mit sekundärer Beckeninstabilität zu interpretieren, welche zu 
dieser Bursitis geführt habe, bei einer Beschwerdeführerin, die in einer rein 
statisch stehenden Position arbeite. Es könne aufgrund der Dokumentation 
nicht gesagt werden, seit wann die klinischen Befunde beständen, die zu 
dieser Diagnose (Bursitis retrotrochanterica [S. 7 unten]) passten (S. 4). Es 
werde ein Konsilium bei einem Rheumatologen empfohlen, der eine Ultra-
schalluntersuchung machen und gegebenenfalls gleichzeitig eine gezielte 
Infiltration durchführen könne. Nach der Behandlung der Bursitis solle mit 

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intensiverer Physiotherapie neu gestartet werden. Sodann seien die Rü-
ckenschmerzen im Rahmen eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms, 
DD im Rahmen eines intermittierend lumbospondylogenen Schmerzsyn-
droms bei degenerativen Veränderungen zu interpretieren. Die während 
der Untersuchung festgestellte muskuläre Dekonditionierung beeinflusse 
diese Problematik negativ. Es bestehe keine Operationsindikation (S. 5). 
Schliesslich liege eine depressive Symptomatik vor, welche gemäss der 
Beschwerdeführerin mit Cipralex seit einem Jahr gut stabilisiert sei; es sei 
eine depressive Stimmung im Status zu beobachten gewesen (S. 6). In der 
angestammten Tätigkeit im …betrieb bestehe eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit; ohne Bursitis sei wegen der Rückenproblematik bei muskulärer 
Dekonditionierung von einer 20%igen Leistungsminderung auszugehen. 
Eine vorwiegend sitzende bzw. halb sitzende Tätigkeit könne ganztags 
ohne Leistungsminderung zugemutet werden (S. 7). 

In der Stellungnahme vom 22. Juni 2015 (act. II 49) hielt Dr. med. 
C.________ unter Bezugnahme auf das Einwandschreiben der Beschwer-
deführerin vom 10. Februar 2015 (act. II 46) im Wesentlichen fest, der Um-
stand, dass eine lumboradikuläre Problematik befundmässig nicht 
dokumentiert sei und die im Oktober 2011 durchgeführte Operation die 
Beschwerden nicht verbessert habe, spreche dafür, dass deren Ursache 
nicht in der (operativ behandelten) Diskushernie gelegen habe (S. 3 f.), 
sondern das Hauptproblem die Bursitis bilde (S. 3 f.; S. 5). Mangels zuver-
lässiger klinischer Daten der behandelnden Ärzte könne nicht gesagt wer-
den, seit wann diese eine signifikante gesundheitliche Beeinträchtigung 
auslöse. Zwischen 2010 und 2014 sei „diese Problematik die Hauptproble-
matik“ geworden (S. 6). 

Mit weiterer, im damaligen Beschwerdeverfahren von der Beschwerdegeg-
nerin eingereichter Stellungnahme vom 15. September 2015 (act. II 54) 
hielt Dr. med. C.________ fest, er habe die Beschwerdeführerin ca. vier bis 
fünf Jahre nach den ersten Konsultationen bei Dr. med. D.________ unter-
sucht. Es sei gut möglich, dass der medizinische Sachverhalt seither an-
ders geworden sei, welche Frage jedoch mangels initialer klinischer Daten 
schwierig zu beantworten sei. Für die Beurteilung der bisherigen Entwick-
lung des Gesundheitszustands seien deshalb – entsprechend der Auffas-

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sung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin – die Berichte der be-
handelnden Ärzte einzuholen (S. 3). 

3.1.7 Mit zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ver-
fasstem und im Rahmen des mit Urteil des Verwaltungsgerichts vom 7. Ok-
tober 2015 (act. II 59) abgeschriebenen Beschwerdeverfahrens 
eingereichtem Bericht („Gutachterliche Stellungnahme“) vom 28. Septem-
ber 2015 (act. II 58 S. 5 ff.) hielt Dr. med. H.________, Facharzt für Dia-
gnostische Radiologie, fest, es bestehe der Verdacht auf ein sogenanntes 
Postnukleotomiesyndrom. Jede erneute Operation könne das bereits bild-
morphologisch nachweisbare Narbengewebe weiter verstärken. Nur bezo-
gen auf das radiologische Bildmaterial bestehe der Verdacht auf eine 
Wurzelaffektion von S1 und L5 links, sowie neu auch auf L5 rechts. 
Rechtsseitige Beschwerden, die z.B. bis in die Kniegegend zögen, wären   
– jeweils belastungsabhängig – mit dem Befund vereinbar. Der Verdacht 
auf ein Facettensyndrom bestehe weiterhin. Die MRT, so genau sie heute 
auch sei, ersetze keine neurologische Untersuchung, sie könne nur Hilfe-
stellung geben beim diagnostischen Ergebnis und beim Festlegen des the-
rapeutischen Procedere. Die in der RAD-Stellungnahme geäusserte 
Verdachtsdiagnose einer Bursitis (Schleimbeutelentzündung) trochanterica 
sei ohne Bildgebung mit dem Ausschluss oder Beweis einer solchen nicht 
haltbar, nachdem in der heutigen Zeit eine solche zuverlässig nachweisbar 
oder auszuschliessen sei. Die Beschwerdeführerin habe aus radiologischer 
Sicht hinreichende Gründe für ähnliche oder vergleichbare Beschwerden 
diskogener/vertebragener Art wie vor der Operation. Die Stellungnahme 
durch den RAD sei insofern fachradiologisch nicht nachvollziehbar. Neuro-
chirurgischerseits sehe aus radiologischer Sicht alles lege artis aus (S. 8).

3.1.8 Im ärztlichen Bericht vom 3. Februar 2016 (act. II 68) hielt der 
RAD-Arzt Dr. med. C.________ fest, die im Bericht vom 15. September 
2015 eingeforderten Dokumentationen der behandelnden Ärzte lägen nicht 
vor, weshalb eine neue Stellungnahme bzw. die Beantwortung der von der 
Beschwerdegegnerin gestellten Fragen (vgl. S. 1) nicht möglich sei (S. 2). 
Sodann helfe die rein radiologische und auf keiner persönlichen Untersu-
chung basierende Beurteilung von Dr. med. H.________ versicherungsme-

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dizinisch nicht für die Klärung der Frage, woran die Beschwerdeführerin 
leide (S. 3). 

Mit weiterem ärztlichem Bericht vom 4. August 2016 (act. II 75) hielt Dr. 
med. C.________ an den im Untersuchungsbericht vom 1. Juli 2014 ge-
stellten Diagnosen (S. 4 f.) sowie am darin formulierten Zumutbarkeitsprofil 
fest (S. 5 f.). Mit Bezug auf die Jahre 2011 bis 2013 könne zur Frage der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht Stellung genommen werden (S. 6). 

3.2

3.2.1 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten resp. der Parteien 
zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, von 
deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 
etwa dann den Untersuchungsgrundsatz, wenn der festgestellte 
Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder wenn eine 
entscheidwesentliche Tatfrage, wie namentlich Gesundheitszustand und 
Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person, auf unvollständiger 
Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 23. Februar 2017, 8C_344/2016, E. 2.1).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

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3.2.3 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 
165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 
353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3 Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen 
Verfügung vom 29. November 2016 (act. II 81) für die Zeit vor der 
Erstellung des RAD-Untersuchungsberichts am 1. Juli 2014 das Vorliegen 
einer Invalidität mit der Begründung, dass die gemäss Art. 8 des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) beweisbelastete 
Beschwerdeführerin trotz von Amtes wegen durchgeführter Abklärungen 
eine potentiell invaliditätsbegründende Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem 
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit habe 
nachweisen können. Für die Zeit danach stützte sich die 
Beschwerdegegnerin auf den nämlichen RAD-Untersuchungsbericht, wobei 
sie einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 6% ermittelte. 

Zunächst folgt aus den in E. 3.1 vorne dargelegten medizinischen 
Berichten, dass seitens der behandelnden Ärzte ab Juni 2011 bis auf 
weiteres (und durchgehend) eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert wurde. Die von der Beschwerdegegnerin dennoch geltend 
gemachte und ihrer Auffassung nach von der Beschwerdeführerin zu 
vertretende Beweislosigkeit mit Bezug auf den Nachweis der Arbeits- und 

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Erwerbsunfähigkeit für die Zeit vor dem 1. Juli 2014 rührt daher, dass die 
behandelnden Ärzte die Beschwerden auf eine therapierefraktäre Lumbago 
zurückführ(t)en, wohingegen der RAD-Arzt Dr. med. C.________ und 
gestützt auf dessen Einschätzungen auch die Beschwerdegegnerin im 
Wesentlichen das Vorliegen einer im Vordergrund stehenden, grundsätzlich 
therapierbaren und zu keiner Erwerbsunfähigkeit führenden Bursitis tro-
chanterica postulieren. Wenngleich der Bericht des RAD-Arztes vom 1. Juli 
2014 auf eigenen Untersuchungen beruht, kann entgegen der Beschwer-
degegnerin für die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht 
abschliessend darauf abgestellt werden, wird die von Dr. med. C.________ 
vertretene Auffassung hinsichtlich der Natur des Gesundheitsschadens 
doch von keiner Seite gestützt: So erachteten auch die RAD-Ärzte Dres. 
med. G.________ und F.________ die von Dr. med. D.________ getroffe-
ne Einschätzung einer grundsätzlich chronisch therapierefraktären Lumba-
go sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch mit Bezug auf deren 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als nachvollziehbar (act. II 17 S. 1; 
22 S. 3). Zudem scheint Dr. med. C.________ selber ein Konsilium bei 
einem Rheumatologen mit gleichzeitiger Ultraschalluntersuchung als erfor-
derlich zu erachten (act. II 37 S. 5), was einen Widerspruch zu seiner 
später vertretenen Auffassung darstellt, wonach die Bursitis trochanterica 
eine (rein) klinische Diagnose sei (vgl. act. II 75 S. 7 f.). Aus den diversen 
Stellungnahmen von Dr. med. C.________ geht hervor, dass dessen Auf-
fassung hinsichtlich der Interpretation der (radiologisch dokumentierten) 
Befunde, deren diagnostischen Einordnung sowie der funktionellen Einbus-
sen von jener aller übrigen vorliegend involvierten Ärzte abweicht, welche 
allein medizinische Kontroverse nicht auf dem Wege der Beweiswürdigung 
entschieden werden kann, sondern gutachterlicher Beurteilung bedarf. 
Daran ändert nichts, dass mit Bezug auf die Zeit vor dem 1. Juli 2014 sich 
die behandelnden Ärzte Dres. med. D.________ und E.________ nicht in 
der Lage sahen, weitere ärztliche Berichte einzureichen, welche retrospek-
tiv (zusätzlichen) Aufschluss über die Befundlage sowie Art und Verlauf der 
geklagten Beschwerden hätten geben können: Zum einen beschlägt die 
hiervor aufgezeigte medizinische Diskrepanz in der Einschätzung des Ge-
sundheitsschadens den gesamten Beurteilungszeitraum bis zum massge-
benden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 29. November 2016 
und nicht nur die Zeit vor der Untersuchung durch den RAD-Arzt Dr. med. 

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C.________; zum andern hat die Beschwerdegegnerin nach den abschlä-
gigen Bescheiden der Dres. med. E.________ und D.________ (act. II 63; 
66 S. 2) keine weiteren Versuche mehr unternommen, die verlangten An-
gaben von diesen Ärzten erhältlich zu machen, obgleich die Ärzte im Rah-
men der von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Anmeldung vom 
Arztgeheimnis entbunden worden waren (vgl. act. II 2 S. 9) und die Be-
schwerdegegnerin demnach auf deren Angaben hätte beharren können, 
weshalb auch insoweit nicht von einem beweislosen Zustand hinsichtlich 
der retrospektiven Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ausgegangen werden 
kann. 

Schliesslich ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin gemäss Unter-
suchungsbericht vom 1. Juli 2014 seit einem Jahr mit Cipralex „stabilisiert“ 
wird, einem Medikament zur Behandlung von Depressionen in der initialen 
Phase und als Erhaltungstherapie gegen Rückfälle (vgl. 
www.swissmedic.ch, Arzneimittelinformationen zu Cipralex unter: Fachin-
formationen, Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten). Dr. med. 
C.________ stellte denn auch eine depressive Stimmung fest, verfügt in-
des nicht über einen psychiatrischen Facharzttitel, weshalb auch insoweit 
keine den beweismässigen Anforderungen genügende Einschätzung des 
Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Er-
werbsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorliegt (vgl. E. 3.2.2 vorne), zumal 
auch die übrigen Akten keinen näheren Aufschluss über den psychischen 
Gesundheitszustand liefern.  

3.4 Indem die Beschwerdegegnerin auf weitere fachmedizinische 
Abklärungen verzichtet hat, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz (vgl. 
E. 3.2.1 vorne). Zwar holte sie nach der wiedererwägungsweise (lite 
pendente) erfolgten Aufhebung der Verfügung vom 29. Juni 2015 (act. II 
51; 55) einen ärztlichen Bericht bei Dr. med. C.________ ein (act. II 75). 
Darin stützt sich der RAD-Arzt jedoch ausschliesslich auf seine eigenen, 
nach dem Dargelegten für eine abschliessende Beurteilung nicht 
ausreichenden Einschätzungen im Untersuchungsbericht vom 1. Juli 2014 
ab, weshalb auch dieser Bericht den beweismässigen Anforderungen nicht 
genügt. Nichts anderes gilt mit Bezug auf seine Stellungnahmen vom 22. 
Juni und 15. September 2015 (act. II 49; 54) sowie hinsichtlich des 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2017, IV/17/18, Seite 14

ärztlichen Berichts vom 3. Februar 2016 (act. II 68). Ebenso wenig kann 
abschliessend auf die (spärlich vorhandenen und bloss rudimentär 
abgefassten) Berichte der behandelnden Ärzte abgestellt werden. 
Schliesslich stellt auch der Bericht von Dr. med. H.________ (act. II 58 S. 5 
ff.) keine beweistaugliche Grundlage dar, mündet dieser doch in diverse 
Verdachtsdiagnosen und äussert er sich nicht rechtsgenüglich zur 
verbliebenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit. 

3.5 Aus dem Dargelegten folgt, dass sich die vorliegenden medizini-
schen Berichte vorab hinsichtlich der Frage nach den Ursachen der Be-
schwerden sowie deren Auswirkungen auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit bis zum massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 29. November 2016 als widersprüchlich und unvollständig 
erweisen (vgl. E. 3.2.1 vorne). Welche Ursache die geklagten Beschwerden 
haben und inwieweit sie sich auf das funktionelle Leistungsvermögen der 
Beschwerdeführerin auswirken, lässt sich anhand der vorliegenden Unter-
lagen nicht zuverlässig beurteilen und bedarf – entsprechend dem Eventu-
alantrag in der Beschwerde vom 6. Januar 2017 – weiterer medizinischer 
Abklärung in Form einer polydisziplinären Begutachtung, wobei nach 
Vervollständigung und Aktualisierung der medizinischen Akten 
insbesondere die orthopädische (bzw. allenfalls rheumatologische), 
neurochirurgische und psychiatrische Fachrichtung zu berücksichtigen sein 
wird. Nachdem vorliegend noch kein Gutachten erstellt worden ist, steht 
nichts entgegen, die Verwaltung damit zu betrauen und die Sache zu 
diesem Zweck an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

3.6 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet. In 
deren Gutheissung ist die Verfügung vom 29. November 2016 aufzuheben 
und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen über den Ren-
tenanspruch neu verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2017, IV/17/18, Seite 15

oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit am 22. Februar 2017 eingereichter Kostennote hat Fürspre-
cher B.________ ein Honorar von Fr. 1‘351.45 (Fr. 1‘728.-- [Aufwand 5.76 
Stunden à Fr. 300.--] + Fr. 829.30 [Auslagen inkl. Gerichtskostenvorschuss] 
+ Fr. 140.60 [Mehrwertsteuer {MWSt} 8% auf Fr. 1‘757.30] abzüglich 
Fr. 1‘346.45 [Beitrag der Rechtsschutzversicherung]) geltend gemacht. 
Indem der geltend gemachte Aufwand auch den Gerichtskostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- umfasst, welcher gemäss E. 4.1 vorne an die 
Beschwerdeführerin zurückzubezahlen ist, ist die Honorarnote entspre-
chend um Fr. 800.-- zu reduzieren, womit der gesamte Parteikostenersatz 
auf Fr. 551.45 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt wird.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2017, IV/17/18, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 29. November 2016 aufgehoben und die Akten 
werden an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Ren-
tenanspruch neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 551.45 (inkl. Auslagen und MWSt), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.