# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 507b1942-da76-542c-87a9-f105148fa7da
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.08.2014 200 2013 1018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1018_2014-08-14.pdf

## Full Text

200 13 1018 UV
KOJ/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. August 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Scheidegger 
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2013 (E 2517/13)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) zog 
sich am 14. Oktober 2010 bei einem Unfall auf einer Baustelle (Sturz auf 
einer Kellertreppe) eine Schulterkontusion rechts mit einem Supraspinatus-
sehnenriss zu (Antwortbeilagen der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt [SUVA resp. Beschwerdegegnerin; AB] 6 und 10), welcher in der 
Folge operativ versorgt wurde (AB 96). Die SUVA, bei welcher der Ver-
sicherte gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert war, er-
brachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Nach Beizug verschie-
dener Arztberichte und erfolgten kreisärztlichen Untersuchungen (AB 47, 
213) hielt die SUVA mit Verfügung vom 14. Juni 2013 (AB 224) fest, dass 
von einer weiteren Behandlung keine wesentliche Besserung mehr zu er-
warten sei, weshalb der Schadenfall unter Einstellung der Heilbehand-
lungsleistungen abgeschlossen werde. Zur Verbesserung der muskulären 
Situation würden jedoch die Kosten für zwei Mal neun Einheiten Physiothe-
rapie übernommen, welche im Laufe des nächsten Jahres bei Bedarf abge-
rufen werden könnten. Ferner würden weiterhin die Kosten für die Unter-
wassertherapie sowie das Fitnesstraining, vorläufig für ein Jahr, übernom-
men. Dem Versicherten sei rein unfallbedingt eine körperlich leichte, ange-
passte Tätigkeit (unter Vermeidung von Überkopfarbeiten, ohne repetitive 
Vibrationsbelastung des rechten Arms, ohne Heben und Tragen von Lasten 
über 5 bis 7 kg [sowohl am ausgestreckten als auch am hängenden Arm], 
ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten [wegen der erforderlichen Über-
kopfgreifhaltung beim Leitergehen]) ganztags zumutbar. Die geklagten 
psychischen Beschwerden stünden indessen nicht in einem adäquat kau-
salen Zusammenhang mit dem Unfall. Auf Einsprache hin (AB 228) wider-
rief die SUVA mit Schreiben vom 22. August 2013 (AB 246) ihre Verfügung 
vom 14. Juni 2013 und erklärte das Einspracheverfahren als formlos erle-
digt. Sie wiederholte die Ausführungen betreffend den Fallabschluss und 
die Kostenübernahme der Physio- und Unterwassertherapie sowie des 
Fitnesstrainings. Die Taggeldleistungen würden auf den 31. August 2013 
eingestellt. Ab dem 1. September 2013 erhalte der Versicherte für die blei-
benden Folgen des Unfalls eine Invalidenrente zugesprochen. Mit Verfü-

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gung vom 23. August 2013 (AB 249) sprach die SUVA dem Versicherten 
für die verbliebene unfallbedingte somatische Beeinträchtigung an der 
rechten Schulter ab dem 1. September 2013 eine Invalidenrente aufgrund 
einer 19 %igen Erwerbsunfähigkeit zu; einen weitergehenden Anspruch 
verneinte sie mit der Begründung, die psychogenen Beschwerden stünden 
nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 
14. Oktober 2010. Zuvor hatte die SUVA mit Verfügung vom 12. Juli 2013 
(AB 231) für die verbliebene Beeinträchtigung im Schulterbereich rechts 
eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 15 % 
zugesprochen. Die gegen beide Verfügungen erhobenen Einsprachen (AB 
232 und 256) wies die SUVA mit Entscheid vom 15. Oktober 2013 (AB 269) 
ab und hielt am grundsätzlichen Fallabschluss unter Einstellung der Heil-
behandlungs- und Taggeldleistungen, an der Festsetzung der Erwerbsun-
fähigkeit auf 19 % und des Integritätsschadens auf 15 % sowie an der er-
wähnten Kostenübernahme der Physio- und Unterwassertherapie bzw. des 
Fitnesstrainings fest. 

B.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
C.________, B.________, am 15. November 2013 Beschwerde erheben. 
Er beantragt die Anordnung eines medizinischen Gerichtsgutachtens, unter 
Aufhebung des ergangenen Verwaltungsaktes. Sodann sei über den Ren-
tenanspruch sowie über die Integritätsentschädigung neu zu befinden. 
Eventualiter seien eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad 
(IV-Grad) von mindestens 48 % sowie eine Integritätsentschädigung von 
mindestens 20 % zuzusprechen. 

Auf richterliches Ersuchen hin (vgl. prozessleitende Verfügung vom 18. No-
vember 2013) nahm die Post CH AG am 22. November 2013 zum Zeit-
punkt der Postaufgabe der Beschwerde Stellung. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. November 2013 hielt der Instruk-
tionsrichter fest, dass gestützt auf die derzeitigen Akten von der Einhaltung 
der Beschwerdefrist auszugehen sei. 

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Mit Zuschrift vom 3. Dezember 2013 reichte der Beschwerdeführer einen 
Bericht von Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
FMH, vom 15. November 2013 ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 1. April 2014 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht 
von Dr. med. D.________ vom 20. März 2014 ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG; vgl. prozessleitende Verfügung vom 25. November 2013) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 15. Oktober 
2013 (AB 269). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-

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rers auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung der obligato-
rischen Unfallversicherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.2 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer - sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - die Heilbehandlung 
(und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften 
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verste-
hen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die sozi-
ale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Perso-
nen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu er-
wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit 
unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung 

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des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere 
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbe-
deutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 
Die Frage einer zu erwartenden gesundheitlichen Verbesserung ist nur 
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen 
(SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2).

2.3 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die 
Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, das die ver-
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 
eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 
könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

2.3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin-
reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (AHI 1999 S. 240 E. 3b; Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

2.3.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 

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S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her-
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der 
Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). Bei der Er-
mittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile sind Abzüge 
vom System der DAP her nicht sachgerecht und nicht zulässig (BGE 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 482).

2.4 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt zudem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 
E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.4.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

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2.4.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam-
menhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen 
gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts-
erhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach 
den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat 
die Beantwortung der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer 
Rechtsfrage - im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzu-
sammenhang - nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu erfolgen (BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250, 134 
V 109 E. 2.1 S. 112).

2.4.3 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - aus-
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei ent-
wickelnden Kräften (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 8 E. 5.2) - eine Katalogisierung 
der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere 
Unfälle vorzunehmen ist (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183). Die erlittenen Ver-
letzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall 
entwickelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2). Bei bana-
len Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Über-
treten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen 

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Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwi-
schen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne 
weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, 
aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausge-
gangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheb-
lichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 
115 V 133 E. 6a S. 139). Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate 
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbs-
unfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf 
der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle 
geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken 
(BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6b S. 140). Bei Unfällen aus 
dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psy-
chisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang 
besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Das 
Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv erfassbare Um-
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder 
als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdi-
gung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen (BGE 129 
V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzun-
gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Feh-
lentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 

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sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um einen mittelschweren 
Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung 
der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 
E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Krite-
rien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 359 
E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 
S. 174 E. 4b).

2.5 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer am 14. Oktober 2010 einen Unfall im Rechtssinne erlitten 
hat (AB 10; vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Beschwerden 
aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende 

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Versicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob die über den 
Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldleistungen bzw. des Fallabschlusses 
hinaus (31. August 2013; AB 246 S. 1) geklagten Beschwerden in einem 
anspruchsbegründenden natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang mit dem besagten Unfall stehen und wie weit sich die unfallkausalen 
Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Die massgeblichen medi-
zinischen Unterlagen zeigen diesbezüglich das folgende Bild:

3.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte 
im Arztzeugnis vom 17. Juni 2011 (AB 6) eine Schulterkontusion mit einem 
Supraspinatussehnenriss nach einem Sturz im Oktober 2010 und attestier-
te eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Juni 2011 (Datum der 
Erstbehandlung). 

3.1.2 Im Bericht vom 14. Juli 2011 (AB 12) hielt Dr. med. D.________ 
fest, dass der Beschwerdeführer im Oktober 2010 auf die rechte Schulter 
gestürzt sei. Seither persistierten Schmerzen, dennoch habe der Be-
schwerdeführer weitergearbeitet. Eine MRI-Untersuchung habe einen ante-
rioren kleinen Riss der Supraspinatussehne und im übrigen Bereich der 
Sehne eine posttraumatische Verdickung, ein Impingement, gezeigt. Es 
liege eine posttraumatische frozen shoulder vor (AB 12 S. 1). 

Am 26. August 2011 berichtete derselbe Arzt, dass von Seiten der Schulter 
eine allmähliche, aber zögerliche Besserung eingetreten sei. Die Physio-
therapie müsse fortgesetzt werden. Es bestehe eine 50 %ige Arbeitsfähig-
keit ab dem 29. August 2011 (AB 16 S. 1). 

In einem weiteren Bericht vom 29. November 2011 (AB 37) hielt Dr. med. 
D.________ eine deutlich gebesserte frozen shoulder fest. Eine Beteiligung 
des noch kleinen partiellen Supraspinatusrisses sei wahrscheinlich. Bei 
Progression der Schwäche und Schmerzhaftigkeit der Abduktion wäre 
eventuell eine Dekompression und Rekonstruktion des Teilrisses im Supra-
spinatus zu erwägen. 

3.1.3 Die Kreisärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Orthopädie 
FMH, diagnostizierte im Untersuchungsbericht vom 9. Januar 2012 (AB 47) 
eine traumatische frozen shoulder mit einem kleinen Einriss in der Supra-
spinatussehne rechts. Sie empfahl aufgrund der stetigen Besserung durch 

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die intensive Physiotherapie die Weiterführung derselben. Nach ca. drei bis 
vier Monaten sei mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder mit einer vollen 
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu rechnen. Bis zu diesem 
Zeitpunkt bestehe aber weiterhin eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit (AB 47 
S. 3). 

3.1.4 Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 14. Mai 2012 (AB 68) 
aus, eine MRI-Untersuchung der rechten Schulter habe einen progredien-
ten Supraspinatusriss und eine AC-Arthrose ergeben. Aufgrund der Ände-
rung der Situation und des zunehmenden Supraspinatusrisses müsse die 
Indikation zur operativen Dekompression sowie transossären Reinsertion 
des Supraspinatus gestellt werden. 

3.1.5 Der SUVA-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie FMH, 
hielt im Bericht vom 5. September 2012 (AB 101) fest, der Unfall vom 
14. Oktober 2010 habe zu zusätzlichen strukturellen Läsionen an der rech-
ten Schulter geführt, welche bildgebend nachweisbar seien (AB 101 S. 1). 
Von der Weiterführung der Physiotherapie könne mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits-
zustandes erwartet werden. Der Endzustand sei noch nicht erreicht (AB 
101 S. 2). 

3.1.6 Im Bericht vom 20. September 2012 (AB 109) hielt Dr. med. 
D.________ einen Status nach AC-Resektion, subakromialer Dekompres-
sion und transossärer Reinsertion des Supraspinatus rechts vom 25. Mai 
2012 fest. Der Verlauf sei an und für sich komplikationslos, jedoch von ei-
ner frozen shoulder gekennzeichnet gewesen. Es bestehe in einer Tätigkeit 
ohne Überkopfarbeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. 

3.1.7 Der SUVA-Arzt Dr. med. G.________ führte am 3. Oktober 2012 
aus, es bestehe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ab dem 15. Oktober 
2012 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschwe-
ren, angepassten Tätigkeit (eingeschränkt für Überkopfarbeiten, mit Ge-
wichtsbelastungen bis 10 kg bis Lendenhöhe bzw. bis 5 kg bis Brusthöhe; 
AB 104 S. 1 und AB 111 S. 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 13

3.1.8 Am 26. Oktober 2012 berichtete Dr. med. D.________, es bestehe 
eine residuelle, aber noch deutliche frozen shoulder. Es sei eine weitere 
Serie Physiotherapie notwendig (AB 125). 

3.1.9 Am 31. Oktober 2012 hielt der SUVA-Arzt Dr. med. G.________ 
fest, dass die frozen shoulder weiterer Behandlung bedürfe. Erst danach 
könne die Arbeitsfähigkeit, die Zumutbarkeit sowie ein allfälliger Integritäts-
schaden abschliessend beurteilt werden (AB 124). 

3.1.10 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Bericht vom 28. November 
2012 (AB 130) eine Läsion des Supraspinatus und ein Schulterimpinge-
ment. Am 25. Mai 2012 seien eine AC-Resektion, eine Schulterdekompres-
sion sowie eine transossäre Reinsertion des Supraspinatus rechts durchge-
führt worden. Im postoperativen Verlauf habe sich eine frozen shoulder 
gebildet (AB 130 S. 1). Der Arzt attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % vom 24. Mai bis 14. Oktober 2012 und eine solche von 50 % (für 
körperlich leichte Tätigkeiten) vom 15. Oktober 2012 bis auf weiteres. Bei 
noch nicht voll rehabilitierter Schulter und protrahierter Schmerzkomponen-
te mit residueller frozen shoulder sei die angestammte Tätigkeit als … der-
zeit nicht möglich. Es sei eine bleibende Einschränkung in der bisherigen 
Tätigkeit (bei Tragen von Lasten, bei Überkopfarbeiten) zu erwarten. Mit 
der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit, jedoch einer körperlich 
leichten, angepassten Tätigkeit (ohne Überkopfarbeiten, ohne schwere 
Lasten), könne gerechnet werden (AB 130 S. 2). Unter Weiterführung der 
Physiotherapie sollten Besserungen der Funktion möglich sein (AB 130 
S. 1). 

In einem weiteren Bericht vom 4. Dezember 2012 (AB 132) führte Dr. med. 
D.________ aus, der Beschwerdeführer sei stark beunruhigt durch die Tat-
sache, dass er bezüglich der Beschwerdegegnerin und der Invalidenversi-
cherung offenbar „zwischen Stühle und Bänke“ gefallen sei. Der Be-
schwerdeführer stecke in finanziellen Nöten. Er sei depressiv geworden. 
Die Beschwerdegegnerin habe ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (eine 
100 %ige Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeit) offenbar ohne klinische Untersuchung des Beschwerdeführers 
abgegeben. Aufgrund des jetzigen Zustandes sei die bisherige Tätigkeit als 
… nicht mehr möglich, hingegen bestehe in einer körperlich leichten Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 14

keit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die Einschränkung der Schulterfunktio-
nen sei klar objektivierbar und vorhanden (AB 132 S. 1).

Am 28. Dezember 2012 hielt Dr. med. D.________ fest, es liege nach wie 
vor eine frozen shoulder vor, mit Abduktion von knapp 75° und mit Antever-
sion von 100°. Die Rotation sei zu 50 % eingeschränkt. Der Arzt befürworte 
eine kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers (AB 137). 

3.1.11 Im Austrittsbericht der Klinik H.________ vom 31. Januar 2013 (AB 
158) wurden als Diagnosen eine Distorsion der rechten Schulter, eine fro-
zen shoulder rechts sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegen-
wärtig mittelgradige Episode mit selbst- und fremdgefährdenden Gedanken 
(ICD-10 F33.1), genannt (AB 158 S. 1). Es liege weiterhin eine Kapsulitis 
der rechten Schulter mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit, vor 
allem für die Aussenrotation, vor. Da sich der Beschwerdeführer aktuell 
noch in der medizinischen Behandlungsphase befinde, sei auf die Durch-
führung der Hebe- und Tragetests verzichtet worden. In psychosomatischer 
Hinsicht lägen selbst- und fremdgefährdende Gedanken vor, von deren 
Umsetzung er sich derzeit abgrenzen könne. Seine Verärgerung gegenü-
ber dem sozialen System habe vor vielen Jahren im Rahmen des ihm nicht 
ermöglichten Familiennachzuges begonnen, basiere aber letztlich auch auf 
seiner familiär erlebten Gewalt- und Autoritätsproblematik. Heute fühle er 
sich durch den familiären Versorgungsauftrag für die daheim gebliebenen 
Familienmitglieder bei gleichzeitig wenig Ressourcen enorm unter Druck. 
Es gebe aktuell keine Hinweise für antisoziale Persönlichkeitszüge, hinge-
gen für negativistische sowie leicht schizoide Züge. Das vom Beschwerde-
führer ausgehende Gefahrenpotenzial werde derzeit nicht als akut einge-
stuft, bei weiterer psychosozialer Zuspitzung der Situation sei jedoch ein 
solches nicht auszuschliessen. Trotz kurzer Aufenthaltsdauer habe eine 
leichte Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden können. Die 
körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit hätten beim Training leicht 
gesteigert werden können. Bezüglich der Beweglichkeit der rechten Schul-
ter habe insgesamt eine gewisse Verbesserung erreicht werden können. 
Die Aussenrotation bleibe aufgehoben (AB 158 S. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 15

3.1.12 Im Bericht vom 11. Februar 2013 (AB 160) hielt Dr. med. 
D.________ fest, der Beschwerdeführer sei aus kombinierter Ursache wei-
terhin zu 100 % arbeitsunfähig. 

3.1.13 Im Bericht des Spitals I.________ vom 8. April 2013 (AB 187) wur-
den als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine mittel-
gradig bis schwer ausgeprägte rezidivierende depressive Störung mit 
selbst- und fremdgefährdenden Gedanken (ICD-10 F33.1) und eine Per-
sönlichkeit mit negativistischen und paranoiden Zügen (ICD-10 Z73.1, DD 
F61.0) genannt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien Probleme 
durch die Migration (ICD-10 Z60; AB 187 S. 3). Aufgrund der depressiven 
Erkrankung bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (AB 187 S. 5). 

In einem weiteren Bericht des Spitals I.________ vom 13. Mai 2013 (AB 
201) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer zeige die Tendenz, in sei-
nen somatischen Beschwerden und psychischen Nöten zu verharren, was 
einerseits als Ausdruck der depressiven Erkrankung und andererseits als 
Ausdruck seiner Persönlichkeit zu deuten sei (AB 201 S. 2). 

3.1.14 Der Kreisarzt Prof. Dr. med. J.________, Facharzt für Chirurgie, 
hielt im Untersuchungsbericht vom 10. Juni 2013 (AB 213) einen Status 
nach Schulterdekompression und Rotatorenrekonstruktion nach einem 
Sturz fest. Kernspintomographisch bestünden Vernarbungen im subacro-
mialen Bereich ohne eigentliche Kapselschrumpfung und bei regelrechter 
Reinsertion des Supraspinatus. Allerdings sei im weiteren Verlauf der Su-
praspinatus proximal ca. auf der Höhe des AC-Gelenkes oberflächenver-
dünnt um ca. ein Drittel. Als Unfallfolge bestehe eine schmerzhafte Bewe-
gungseinschränkung der rechten Schulter mit verminderter Belastbarkeit 
(AB 213 S. 8). Die Beweglichkeitsprüfung links habe eine völlig freie Be-
weglichkeit in allen Ebenen ergeben. Rechts lägen eine Abduktion von 80°, 
eine Adduktion von 30°, eine Anteversion von 100°, eine Retroversion von 
30°, eine Aussenrotation rechts von 20° sowie eine Innenrotation von 90° 
vor. Es bestünden jeweils schmerzhafte Endstellungen der Bewegungs-
ausmasse an der rechten Schulter. Die Pro- und Supination seien völlig 
frei. Sämtliche Funktionsgriffe beider Hände seien seitengleich demons-
triert worden (AB 213 S. 7). Von weiteren Behandlungen könne keine nam-
hafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr erwartet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 16

werden. Dem Beschwerdeführer sei auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 
eine körperlich leichte, angepasste Tätigkeit (unter Vermeidung von Über-
kopfarbeiten, ohne repetitive Vibrationsbelastung des rechten Arms, ohne 
Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 7 kg [sowohl am ausgestreckten 
als auch am hängenden Arm], ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten 
[wegen der erforderlichen Überkopfgreifhaltung beim Leitergehen]) ganz-
tags zumutbar (AB 213 S. 8). Zur Aufrechterhaltung der verbleibenden Er-
werbsfähigkeit sei eine Gutsprache von zwei Mal neun Einheiten Physio-
therapie notwendig, welche im Laufe des nächsten Jahres bei Bedarf abge-
rufen werden könnten. Zudem werde die Kostenübernahme für das Fit-
nesstraining und die Unterwassertherapie empfohlen. Durch die Letztere 
könne nach Angaben des Beschwerdeführers noch am ehesten Schmerz-
linderung bzw. Schmerzfreiheit erzielt werden, zumindest für eine gewisse 
Zeit (AB 213 S. 9). 

3.1.15 Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 24. Juni 2013 (AB 228 
S. 5) aus, die Kombination zwischen den Restbeschwerden in der Schulter 
mit der verbliebenen leichten frozen shoulder, den periscapulären und zer-
vikalen Myogelosen und der posttraumatisch exazerbierten psychischen 
Problematik lasse keine realistische Arbeitsfähigkeit von 100 % zu. Die 
gegenseitige Beeinflussung der Faktoren könne gar zu einer 100 %igen 
Arbeitsunfähigkeit führen. 

3.1.16 Dem Bericht des Spitals I.________ vom 4. Juli 2013 (AB 226) ist 
zu entnehmen, dass der Unfall und der damit verbundene Arbeitsverlust mit 
entsprechender finanzieller Notlage die aktuelle depressive Episode aus-
gelöst hätten. Die negativistische und schizoide Persönlichkeitsstruktur des 
Beschwerdeführers vor dessen lebensgeschichtlichem Hintergrund verstär-
ke die Symptomatik zusätzlich und erschwere deren Abklingen (AB 226 
S. 1). 

3.1.17 Im Bericht vom 11. November 2013 (AB 275) hielt Dr. med. 
D.________ fest, es bestehe ein Zustand mit einer unfallbedingten Ein-
schränkung der rechten Schulter, mit einem unfallfremden Impingement 
und einem unfallfremden Limbusschaden anterior im linken Schultergelenk 
ohne grosse Rotatorenruptur, aber mit Beschwerden. Hauptsächlich werde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 17

das Beschwerdebild jedoch durch die chronische Depression ungünstig 
moduliert (AB 275 S. 1). 

Am 15. November 2013 (AB 276) führte Dr. med. D.________ aus, dass 
körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten (ohne Überkopfarbeiten, ohne 
schwere Lasten) mit der rechten Schulter und dem rechten Arm im Sinne 
der kreisärztlichen Zumutbarkeit ab sofort in reduziertem Masse, höchstens 
zu Beginn halbtags, zumutbar seien (AB 276 S. 2). Eine vollzeitliche Tätig-
keit mit der rechten Schulter sei zumindest derzeit nicht möglich. Es lägen 
unfallfremde Schmerzen in der linken Schulter, ein im MRI nachgewiesener 
infero-anteriorer Limbusriss und eine kleine Veränderung im vorderen Su-
praspinatussehnenbereich vor, welche einem unfallfremden eigenständigen 
Krankheitsbild zuzuordnen seien. Es bestehe keine eigentliche Gefahr der 
Überbelastung der linken Schulter wegen der rechten Schulter (AB 276 
S. 1). Zudem würden sich die unfallbedingten Folgen der rechten Schulter 
mit den unfallfremden psychiatrischen Problemen summieren. Zusammen 
mit dem protrahierten Verlauf und dem Restzustand sei eine schulterbe-
dingte Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit von ca. 60 % 
realistisch (AB 276 S. 2). 

Am 20. März 2014 berichtete Dr. med. D.________, es lägen eine Schon-
haltung, Dolenzen vor allem in den abduzierteren und antevertierteren Stel-
lungen mit Rotation und ein Hartspann zervikoskapulär, ohne Hinweise auf 
radikuläre Genese, vor. Es scheine, dass sich die Situation auf diesem Ni-
veau etwas stagnierend verhalte. Die Arbeitsfähigkeit in einer leichten 
Tätigkeit sei auf 50 % zu veranschlagen (Beschwerdebeilage [BB 8]). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 18

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutach-
tens entschieden werden, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen (Entscheid des BGer vom 10. Februar 2014, 
8C_653/2013, E. 4.1). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun-
gen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 
E. 5.2 S. 229 und 135 V 465 E. 4.4 S. 470, je mit Hinweisen).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich im hier angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 15. Oktober 2013 (AB 269) massgeblich auf den Bericht 
des Kreisarztes Prof. Dr. med. J.________ vom 10. Juni 2013 (AB 213) 
gestützt. Dieser erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf ei-
gener Untersuchung und sind in Kenntnis sämtlicher Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Wie sich 
nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum (somatischen) Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit wer-
den nachvollziehbar begründet, so dass darauf abzustellen ist.

3.4 Gestützt auf den besagten Bericht des Kreisarztes und die übrigen 
medizinischen Akten steht fest und ist nicht streitig, dass in somatischer 
Hinsicht ein stabiler Zustand vorliegt und ab dem Zeitpunkt des Fallab-
schlusses per 31. August 2013 (AB 246 S. 1) von einer Fortsetzung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 19

ärztlichen Behandlung in Bezug auf die somatischen Unfallfolgen mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte, ins Gewicht fallende Besse-
rung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war (AB 213 S. 8). Der 
Fallabschluss per Ende August 2013 ist somit nicht zu beanstanden, zumal 
auch die Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung zu diesem 
Zeitpunkt abgeschlossen waren (AB 241; vgl. E. 2.2 hiervor) und die unbe-
strittenermassen bestehenden psychischen Leiden (AB 158 S. 1, AB 187 
S. 3, AB 228) nicht adäquat kausale Unfallfolgen sind (vgl. E. 3.6 f. hier-
nach). 

3.5 Weiter steht aufgrund der Schilderung des Unfallhergangs durch 
den Beschwerdeführer (Sturz auf die rechte Körperseite, reflexartiges Ab-
stützen mit dem rechten Ellbogen, „Anhängen“ der rechten Schulter [AB 10, 
141]) und gestützt auf den kreisärztlichen Bericht vom 10. Juni 2013 (AB 
213 S. 8) fest, dass in somatischer Hinsicht einzig die Beschwerden an der 
rechten Schulter, nicht aber diejenigen an der linken Schulter (vgl. Be-
schwerde, S. 6) unfallkausal sind. Diese Beurteilung findet in den Berichten 
des behandelnden Arztes Dr. med. D.________ vom 11. und 15. Novem-
ber 2013 (AB 275 S. 1, AB 276 S. 2) ihren Rückhalt, wonach die Be-
schwerden an der linken Schulter unfallfremd seien und keine eigentliche 
Gefahr der Überbelastung der linken Schulter wegen der rechten Schulter 
bestehe. Zudem äusserte kein behandelnder oder untersuchender Arzt 
hinsichtlich der Kausalität der Schulterbeschwerden eine hiervon abwei-
chende Meinung. 

3.6 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die bestehenden psy-
chischen Leiden (AB 158 S. 1, AB 187 S. 3, AB 228) einzustehen hat. Die 
Frage, ob zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis 
vom 14. Oktober 2010 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann 
hier offen gelassen werden, da ein allfälliger Kausalzusammenhang - wie 
die nachstehenden Erwägungen zeigen - nicht adäquat und damit nicht 
rechtsgenüglich wäre (zur Zulässigkeit dieser Vorgehensweise: BGE 135 V 
465 E. 5.1 S. 472). Nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegne-
rin die Beurteilung der Adäquanz gemäss den von der Rechtsprechung zu 
den psychischen Unfallfolgen entwickelten Kriterien vorgenommen hat (vgl. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 20

E. 2.4.3 hiervor). Dies wird im Übrigen vom Beschwerdeführer auch nicht 
bestritten. 

Bei dieser Ausgangslage kann auf Abklärungen in psychischer Hinsicht 
verzichtet werden. Es ist nicht von Belang, ob und wie sich die psychischen 
Beschwerden auf die bei der Adäquanzbeurteilung massgeblichen Kriterien 
auswirken, weil solche bei der Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung 
zur Beurteilung psychischer Unfallfolgen ohnehin ausser Betracht zu blei-
ben haben (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140). Daher ist auch nicht 
massgebend, dass die Ärzte der Klinik H.________ und des Spitals 
I.________ von einem nicht stabilisierten psychischen Gesundheitszustand 
ausgehen (AB 158 S. 3 und AB 226 S. 1).

3.6.1 Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist an 
das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im 
Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als 
leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Be-
reich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den 
leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend ist der augenfällige 
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch 
Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallge-
schehen zugeordnet werden können (Entscheid des BGer vom 18. April 
2011, 8C_46/2011, E. 5.1).

Die Beschwerdegegnerin hat den Treppensturz vom 14. Oktober 2010 
(Ausrutschen auf einer Kellertreppe, Sturz auf die rechte Körperseite, re-
flexartiges Abstützen mit dem rechten Ellbogen, „Anhängen“ der rechten 
Schulter [AB 10, 141]) als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den 
leichten Unfällen eingestuft (AB 269 S. 8). Die Frage, ob dieser Sturz in 
Anbetracht vergleichbarer Fälle (vgl. Entscheid des EVG vom 1. Juni 2006, 
U 83/05, E. 3.1) nicht eher als leichter Unfall zu qualifizieren wäre (diesfalls 
wäre der adäquate Kausalzusammenhang ohne weiteres zu verneinen [vgl. 
E. 2.4.3 hiervor]), kann hier offen gelassen werden, da die Adäquanz selbst 
bei der von der Beschwerdegegnerin angenommenen Unfallschwere zu 
verneinen wäre (vgl. E. 3.6.2 ff. hiernach). Demnach wäre die Adäquanz 
hier nur zu bejahen, wenn vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt wären 
oder eines besonders ausgeprägt vorläge (vgl. E. 2.4.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 21

3.6.2 Unbestrittenermassen kann weder von besonders traumatischen 
Begleitumständen noch von einer besonderen Eindrücklichkeit des Un-
fallereignisses gesprochen werden. 

3.6.3 Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 
(somatischen) Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe 
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist bei einem 
anterioren kleinen Riss der Supraspinatussehne bzw. einer frozen shoulder 
(AB 12 S. 1) nicht erfüllt. 

3.6.4 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen 
Behandlung ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. 
Von Bedeutung sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der 
Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu 
erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer 
gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes 
gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen. 
Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes und 
medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen 
Anforderungen nicht. Auch kommt einzig der Abklärung des 
Beschwerdebildes dienenden Vorkehren nicht die Qualität einer 
Heilmethodik in diesem Sinne zu (Entscheid des BGer vom 12. Dezember 
2012, 8C_561/2012, E. 4.2.2). 

Am 25. Mai 2012 wurde der Beschwerdeführer an der rechten Schulter 
operiert (AB 96 S. 1). Die weiteren Behandlungen erschöpften sich weitest-
gehend in der Durchführung ambulanter Physiotherapie, in medizinischen 
Verlaufskontrollen und Medikamentenabgabe (vgl. etwa AB 101 S. 2, AB 
125, AB 130 S. 1), wobei ab Dezember 2012 die Behandlung eines über-
wiegend psychisch bedingten Schmerzsyndroms im Vordergrund stand (AB 
132 S. 1, AB 187), was bei der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu 
bleiben hat (Entscheid des BGer vom 13. Dezember 2007, 8C_36/2007, 
E. 3.2.2). Dass im Januar 2013 ein zweiwöchiger stationärer Aufenthalt in 
der Klinik H.________ erfolgte (AB 158), ändert daran nichts, bestanden 
doch die Vorkehren hier im Wesentlichen in Abklärungsmassnahmen sowie 
physikalischen Massnahmen (AB 158 S. 2 und 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 22

3.6.5 Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann allenfalls als 
erfüllt betrachtet werden. Die Beschwerden weichen jedoch in Intensität 
und Ausmass von den üblicherweise bei einem anterioren kleinen Riss der 
Supraspinatussehne bzw. einer frozen shoulder (AB 12 S. 1) auftretenden 
Beeinträchtigungen nicht derart ab, dass das Kriterium in besonders aus-
geprägter Weise bejaht werden könnte.

3.6.6 Eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbe-
handlung ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht.

3.6.7 Ebenso ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und 
erheblicher Komplikationen nicht erfüllt, wurde doch der weitere Verlauf 
bzw. das Beschwerdebild massgeblich durch die psychische Überlagerung 
geprägt (AB 132 S. 1, AB 158 S. 1, AB 187 S. 3).

3.6.8 Ob schliesslich das Kriterium des Grades und der Dauer der phy-
sisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu bejahen ist, kann offen bleiben, da es 
jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 

3.6.9 Somit liegt keines der massgeblichen Kriterien besonders ausge-
prägt vor und selbst dann, wenn man zugunsten des Beschwerdeführers 
die Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen sowie des Grades und der 
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit als erfüllt erachten würde, 
sind die Kriterien nicht in gehäufter Weise (mindestens vier Kriterien; vgl. 
E. 3.6.1 hiervor) gegeben. Die Adäquanz eines allfälligen 
Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 14. Oktober 2010 
sowie den psychischen Beschwerden ist daher zu verneinen (vgl. E. 3.6 
hiervor). Im Übrigen ist in diesem Kontext auch zu berücksichtigen, dass 
eine ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation mit finanziellen Pro-
blemen für das psychische Beschwerdebild mitverantwortlich ist (vgl. bspw. 
AB 158 S. 3, AB 159 S. 4 und AB 226 S. 1).

3.7 Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
hinsichtlich der unfallbedingten Beeinträchtigungen in der rechten Schulter 
(vgl. E. 3.5 hiervor) ist auf den überzeugenden Bericht des Kreisarztes 
Prof. Dr. med. J.________ vom 10. Juni 2013 (AB 213) abzustellen (vgl. E. 
3.3 hiervor). Dieser legte gestützt auf die detaillierte Befunderhebung (AB 
213 S. 7) nachvollziehbar und schlüssig dar, dass in einer körperlich leich-

https://swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=6f672bea-6989-400d-8a77-bcd2654bf41d&SP=10|5nxqfk#cons_6c

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 23

ten, angepassten Tätigkeit (unter Vermeidung von Überkopfarbeiten, ohne 
repetitive Vibrationsbelastung des rechten Arms, ohne Heben und Tragen 
von Lasten über 5 bis 7 kg [sowohl am ausgestreckten als auch am hän-
genden Arm], ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten [wegen der erfor-
derlichen Überkopfgreifhaltung beim Leitergehen]) eine ganztägige Arbeits-
fähigkeit besteht (AB 213 S. 9). Diese Beurteilung lässt sich ohne weiteres 
in das von den anderen SUVA-Ärzten resp. Kreisärzten gezeichnete Ge-
samtbild einfügen (AB 47, 101, 104, 111, 124). 

Aus den zahlreichen Berichten des behandelnden Arztes Dr. med. 
D.________ (AB 12, 16, 37, 68, 109, 125, 130, 132, 137, 160, 228, 275, 
276 und BB 8) vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten 
abzuleiten. Zunächst bestätigte der Arzt im Bericht vom 15. November 
2013 (AB 276) selber das vom Kreisarzt formulierte Zumutbarkeitsprofil, 
wonach körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten (unter Vermeidung von 
Überkopfarbeiten, mit Einschränkungen beim Lastentragen) zumutbar sei-
en. Der Umstand, dass er dabei von einer 50 bzw. 60 %igen Arbeitsfähig-
keit ausging (AB 276 S. 2), vermag die kreisärztliche Arbeitsfähig-
keitseinschätzung (ganztägige Arbeitsfähigkeit) nicht in Zweifel zu ziehen. 
Zum einen gilt es der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass 
Hausärzte, aber auch behandelnde Fachärzte, mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 
ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; Entscheid 
des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Zum anderen berücksichtig-
te Dr. med. D.________ bei seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (so auch in 
den Berichten vom 11. Februar und 24. Juni 2013 [160 und 228]) auch die 
unfallfremde psychische Problematik. So hielt er im Schreiben vom 15. 
November 2013 (AB 276 S. 2) ausdrücklich fest, dass sich die unfallbeding-
ten Folgen der rechten Schulter mit den nichtunfallbedingten psychiatri-
schen Problemen summieren; zudem liege eine ungünstige Beeinflussung 
der Psyche durch die Angst um die rechte Schulter vor, was einer der 
Hauptgründe für die Nichtannahme einer vollen Arbeitsfähigkeit sei. Der 
vom Beschwerdeführer im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingereichte 
und nach dem Zeitpunkt des Einspracheentscheids ergangene Bericht von 
Dr. med. D.________ vom 20. März 2014 (BB 8), in welchem ein aktueller 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers beschrieben wird, ist für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 24

Beurteilung des vorliegenden Falles unerheblich, da der angefochtene Ent-
scheid die (zeitliche) Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet 
(BGE 131 V 9 E. 1 S. 11).

Auch die Berichte der Klinik H.________ vom 31. Januar 2013 (AB 158) 
sowie des Spitals I.________ vom 8. April, 13. Mai und 4. Juli 2013 (AB 
187, 201 und 226) vermögen keine Zweifel am Beweiswert des kreisärztli-
chen Berichts vom 10. Juni 2013 (AB 213) zu begründen. Entweder äus-
sern sie sich überhaupt nicht zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit oder sie ent-
halten eine Arbeitsfähigkeitseinschätzung aus psychiatrischer Sicht. Damit 
erübrigen sich Weiterungen zu den diesbezüglichen Vorbringen in der Be-
schwerde (vgl. S. 6).

Die Einwände des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde, S. 6) vermögen 
die Schlüssigkeit des kreisärztlichen Berichts vom 10. Juni 2013 (AB 213) 
ebenfalls nicht in Frage zu stellen. Was die fachliche Qualifikation des 
Kreisarztes Prof. Dr. med. J.________ angeht, war der Kreisarzt mit Fach-
arzttitel in Chirurgie gemäss dem Ärzteverzeichnis der FMH 
(www.doctorfmh.ch) von 1996 bis 2008 in der Klinik K.________ tätig, wo-
von mehrere Jahre im operativen Betrieb. Damit verfügt der Kreisarzt über 
das notwendige (hier primär relevante orthopädische) Fachwissen bzw. ist 
dessen fachlich-medizinische Qualifikation hinlänglich gegeben. Sodann 
sahen die Ärzte der Klinik H.________ und auch die übrigen involvierten 
medizinischen Experten - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
- offenbar keinen Anlass für weitere Abklärungen, namentlich für ein schul-
terorthopädisches oder neurologisches Konsilium. Für derartige ärztliche 
Empfehlungen ergeben sich auch aus den Akten keine Anhaltspunkte. Wei-
ter ist aus den fehlenden kreisärztlichen Angaben betreffend Gefahr einer 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. einer Leistungsein-
schränkung bei vollzeitiger Arbeitsleistung und Notwendigkeit eines erhöh-
ten Pausenbedarfs zu schliessen, dass insoweit keine Limitierung besteht 
bzw. die vom Kreisarzt aufgeführten Tätigkeiten im Rahmen des Zumutbar-
keitsprofils eben gerade zumutbar sind.

Schliesslich vermag auch der Bericht der Abklärungsstelle Z.________ 
vom 16. Juli 2013 (AB 241), wonach die Arbeitsleistung des Beschwerde-
führers bei körperlich leichten, geeigneten Tätigkeiten 40 % betragen habe 

http://www.doctorfmh.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 25

(AB 241 S. 3), den Beweiswert des kreisärztlichen Berichts vom 14. Juni 
2013 (AB 213) nicht zu schmälern. Zunächst zeigte sich der Beschwerde-
führer nach Angaben der beruflichen Abklärungspersonen bei der berufli-
chen Abklärung (Aufbautraining) nicht sehr motiviert (AB 241 S. 3). Sodann 
begründete der Kreisarzt Prof. Dr. med. J.________ das Zumutbarkeitspro-
fil mit medizinischen Untersuchungsergebnissen, während die beruflichen 
Abklärungspersonen entscheidend auf ihre subjektive Wahrnehmung und 
die geäusserten Befindlichkeiten des Beschwerdeführers abstellten (vgl. 
AB 241 S. 2). Deshalb begründeten die Abklärungspersonen das Scheitern 
der beruflichen Massnahme vorab mit der hier nicht massgebenden psy-
chischen Belastungssituation (AB 241 S. 3). 

Der medizinische Sachverhalt ist somit hinreichend abgeklärt, auf weitere 
Beweiserhebungen ist in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162) zu verzichten.

3.8 Der Beschwerdeführer bringt bezüglich der Ermittlung des IV-
Grades resp. der Validen- und Invalideneinkommen, welche sich auf die 
unfallbedingten Einschränkungen an der rechten Schulter bezieht, keine 
Rügen vor (vgl. Beschwerde, S. 7 Ziff. 3). Auch in den Akten findet sich 
kein Anhaltspunkt, wonach die Invaliditätsbemessung unzutreffend wäre. 
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Ermittlung des Valideneinkommens zu 
Recht auf den Tabellenlohn für die bisherige Tätigkeit im … (AB 249 S. 2) 
ab (vgl. E. 2.3.1), befand sich doch der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des 
Unfalls nicht in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis (vgl. AB 10). Dies 
ergibt für das massgebliche Jahr des Rentenbeginns (2013) ein 
hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 68'003.25 (AB 249 S. 2). Da der 
Beschwerdeführer seit Eintritt des invalidisierenden Gesundheitsschadens 
nicht mehr erwerbstätig ist, legte die Beschwerdegegnerin das 
mutmassliche Invalideneinkommen anhand von fünf dem kreisärztlichen 
Zumutbarkeitsprofil entsprechenden DAP-Blättern (DAP-Profile Nr. 8289, 
9226, 451, 5, und 9010; AB 244) fest, was nicht zu beanstanden ist (BGE 
129 V 472 E. 4.2.2 S. 480; vgl. E. 2.3.2 hiervor). Dies führt zu einem Invali-
deneinkommen von Fr. 54‘958.-- (AB 249 S. 2). Aus dem Vergleich der 
beiden Einkommen resultiert ein IV-Grad von gerundet 19 % (zur Rundung: 
BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123). Damit bleibt es bei der von der 

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Beschwerdegegnerin aus somatischen Gründen gewährten Invalidenrente 
bei einer Erwerbsunfähigkeit von 19 % ab dem 1. September 2013 (zum 
Rentenbeginn: vgl. E. 3.4 hiervor; AB 269 S. 10; vgl. BGE 110 V 48 E. 4a 
S. 53).

4.

4.1 Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine In-
tegritätsentschädigung.

4.1.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form 
einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden 
Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und 
wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 
Abs. 1 UVG).

4.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung 
über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) 
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein 
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des 
ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, 
wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von 
der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss 
Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die 
Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als 
gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala häufig 
vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 
E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird 
die Entschädigung nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet 
(Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 E. 3a S. 157). In diesem 
Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen 
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 27

Feinraster; abrufbar unter www.suva.ch) erarbeitet. Diese Tabellen sind, 
soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung 
aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV 
vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32).

4.1.3 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem 
medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der 
Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 
bemessen (BGE 124 V 29 E. 3c S. 35). 

4.2 Die Beschwerdegegnerin sprach für die verbleibende Schädigung 
an der rechten Schulter eine Integritätsentschädigung auf der Grundlage 
eines Integritätsschadens von 15 % zu. Sie stützte sich dabei auf die 
Beurteilung des Kreisarztes Prof. Dr. med. J.________ vom 10. Juni 2013 
(AB 212). Dieser bezifferte den Integritätsschaden aus somatischer Sicht 
ausgehend von der SUVA-Tabelle 1, "Integritätsschaden bei 
Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten", „Schulterbeweglichkeit 
bis zur Horizontalen“, auf 15 %; dies mit der Begründung, es bestehe eine 
schmerzhafte Bewegungseinschränkung mit Abduktionsfähigkeit bis 80°, 
Anteversion bis knapp 100° sowie eingeschränkter Aussenrotation nach 
Rotatorenmanschettenrekonstruktion und AC-Gelenksresektion vom 
25. Mai 2012 (AB 212 S. 1). Diese Beurteilung, welche dem erhobenen 
Befund und der SUVA-Feinrastertabelle 1.2 entspricht, ist nachvollziehbar 
und medizinisch hinreichend begründet. Darauf ist abzustellen. 

Aus dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 19. Juli 2013 (AB 235), 
wonach der Beschwerdeführer die Integritätsentschädigung auf 30 % 
schätze und möglicherweise der Mittelweg 20 % wäre, vermag der Be-
schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da Dr. med. 
D.________ allein auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers ab-
stellte und daraus einen Mittelwert ableitete; die Schätzung von Dr. med. 
D.________ ist indes nicht mit den vorerwähnten rechtlichen Grundlagen 
vereinbar und zudem medizinisch nicht begründet. 

Die Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde, S. 7 Ziff. 2) ver-
mögen daran ebenfalls nichts zu ändern. Zwar liegt aufgrund der Akten 

http://www.suva.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 28

(vgl. MRT des rechten Schultergelenks vom 21. März 2013 [AB 203], MRT 
Arthrographie des rechten Schultergelenks vom 8. Mai 2012 [AB 97], Ar-
thro-MRI der rechten Schulter vom 8. Juni 2011 [AB 9]) höchstens eine 
mittelgradige AC-Arthrose vor, jedoch berechtigt gemäss SUVA-Tabelle 5 
(„Integritätsschaden bei Arthrosen“, „AC-Arthrose“) erst eine schwere AC-
Arthrose zu einer Integritätsentschädigung von 5 bis 10 %. Damit hat - ent-
gegen der Auffassung des Beschwerdeführers - Prof. Dr. med. J.________ 
die AC-Arthrose zu Recht in der Beurteilung des Integritätsschadens nicht 
berücksichtigt. Für die weiteren vom Beschwerdeführer angeführten Befun-
de oder Diagnosen (weitere Funktionseinschränkungen, Ruhe-, Nacht- und 
Belastungsschmerzen, Omarthrose, Periarthrosis humeroscapularis) be-
stehen in den Akten keine Anhaltspunkte. Weiter liegen aufgrund der medi-
zinischen Akten keine Anhaltspunkte für eine voraussehbare Verschlimme-
rung nach Art. 36 Abs. 4 UVV vor und wären auch von ergänzenden medi-
zinischen Abklärungen nicht zu erwarten; die blosse Möglichkeit einer Ver-
schlimmerung genügt - wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte 
(vgl. Beschwerdeantwort, S. 10) - nicht (Entscheid des EVG vom 21. April 
2006, U 463/05, E. 2.2.1). Die von der Beschwerdegegnerin 
zugesprochene Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.-- (bei einem 
höchstversicherten Jahresverdienst von Fr. 126'000.-- gemäss Art. 22 Abs. 
1 UVV) bzw. bei einer Integritätseinbusse von 15 % ist daher nicht zu 
beanstanden. Der diesbezügliche Sachverhalt ist ebenfalls hinreichend 
abgeklärt, auf weitere Beweiserhebungen ist in antizipierter Beweiswürdi-
gung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) zu verzichten.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
15. Oktober 2013 (AB 269) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist un-
begründet und deshalb abzuweisen.

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 29

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers 
- SUVA (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 1. April 2014) 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, UV/13/1018, Seite 30

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.