# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f17d96f-8688-55f8-932a-00a5d28a5890
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-10-30
**Language:** de
**Title:** Nichteintreten auf Rentenerhöhungsgesuch erfolgte zu Unrecht; Veränderung des Gesundheitszustands ist glaubhaft gemacht.
**Docket/Reference:** IV.2012.00918
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00918.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00918
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil
vom
30. Oktober 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
Antoniadis
Advokaturbüro
Badenerstrasse
89, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1955 geborene
X.___
meldete sich am 1
9.
Dezember 2003 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (
Urk.
6/2). Nachdem die Verwaltung medizinische und erwerbliche Abklärungen durchgeführt und die Versicherte am
7.
und
8.
Februar 2005
von den Ärzten der
Medas
Y.___
hatte begutachten lassen (Expertise vom 2
1.
Oktober 2005 [
Urk.
6/22]), sprach sie ihr mit
Einspracheentscheid
vom
2
8.
November 2006
(
Urk.
6/46 mit
Urk.
6/49)
bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
ab
1.
Dezember 2003 eine halbe Rente und –
nach
Inkrafttreten der Bestimmungen der
4.
Revision des Gesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG) – mit Wirkung ab
1.
Januar 2004 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
6/52). Die dagegen beim hiesigen Gericht erhobene Beschwerde vom 1
8.
Januar 2007 (
Urk.
6/53/3-18) zog
X.___
mit Ein
gabe vom 19. September 2007 zurück (
vgl.
Urk.
6/55).
Im Rahmen eines im Jahr 2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
6
/56) wurde die Ausrichtung der
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung mit Mit
teilung vom
2.
März 2011 bestätigt (
Urk.
6/61).
Am
4.
Februar 2012 stellte die Versicherte
ein Gesuch um Rentenerhöhung
(Urk.
6/64). Nachdem sie von der IV-Stelle dazu aufgefordert w
o
rde
n war
(Schreiben vom 2
0.
Februar 2012 [
Urk.
6/65]), legte sie zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung Berichte der behandelnden Ärzte auf (
Urk.
6/66-68).
Nach Erlass des Vorbescheids
reichte sie einen weiteren Bericht ein (
Urk.
6/81). Mit Verfügung vom 1
3.
August 2012 trat die Verwaltung auf das Rentenerhöhungsgesuch nicht ein (
Urk.
6/84 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
September 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, auf
das
Leistu
ngsbegehren einzutreten (Urk. 1
S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Oktober 2012 schloss die Ver
waltung auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Am 2
3.
Oktober 2012 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
7).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil [ATSG]). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Wird ein Gesuch um Revision
eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (
Art.
87
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]).
Nach Eingang eines Revisionsgesuchs ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Dabei wird sie u.a. zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter zu respektieren hat (BGE 109 V 262 E. 3).
Mit
Art.
87
Abs.
3
i.V.m
.
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahinge
hend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaub
würdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue
Leis
tungsbegehren
einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und 200 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihr Nichteintreten auf das
Rentener
höhungs
gesuch
damit, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht habe, dass es seit der Revisionsmitteilung vom
2.
März 2011
zu einer erhebli
chen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse gekommen sei. Es liege ledig
lich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
die eingereichten medizinischen Berichte würden genügend An
halts
punkte für eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands enthalten.
Aus psychischer Sicht sei es zu einer Exazerbation einer seit Jahren bekannten schweren depressiven Störung gekommen, weshalb sie diverse A
ntidepressiva einnehme. In physischer Hinsicht seien neu
Foraminalstenosen
aufgetreten und sie leide
nun auch
unter einer Polyneuropathie (
Urk.
1).
3.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin am 1
3.
August 2012 zu Recht nicht auf das Rentenerhöhungsgesuch (
Urk.
6/64) eingetreten ist (
Urk.
2).
Mangels einer fundierten materiellen Prüfung der psychischen Beschw
erden im Rahmen des im Jahr 2010
eingeleiteten Revisionsverfahrens erstreckt sich der
Prüfungszeit
raum
vom Erlass
des
Einspracheentscheids
vom
2
8.
November 2006
(
Urk.
6/46 mit
Urk.
6/49
)
bis zum
Gesuch um
die
Rentenerhöhung
vom 4.
Februar 2012 (
Urk.
6/64
).
4.
4.1
Der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/46)
erging im Wesent
li
chen gestützt auf das Gutachten der
Medas
Y.___
vom 2
1.
Oktober 2005 (
Urk.
6/22).
Gestützt auf die Ergebnisse der internistischen, rheumato
logischen und psychiatrischen Untersuchung stellten die Experten fol
gende sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Diagnosen
(S. 14)
:
-
Spondylogene
Syndrome
bei degenerativen Wirbelsäulenveränderungen auf allen Abschnitten mit muskulärer
Dys
balance
-
Fibromyalgiesyndrom
-
Somatoforme
Schmerzentwicklung mit Angst und depressiven Sympto
men sowie übermässigem Analgetika- und
Benzodiazepingebrauch
Die Gutachter führten aus,
die Beschwerdeführerin
leide im Weiteren
– ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit – unter einer arteriellen Hypertonie, ei
ner Adipositas per magna und einer
(substituierten)
Hypothyreose (S. 14). Für leichte
re
, den rheumatologischen Beschwerden Rechnung tragende Arbeiten be
stehe
gesamthaft
eine
Resta
rbeitsfähigkeit von 60 % (S. 17).
4.
2
Die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom
2.
März 2011 betreffend den un
ver
änderten Rentenanspruch (
Urk.
6/61) basierte auf den
nachstehenden
medi
zinischen Akten:
Die Ärzte der
Z.___
stellten
am 1
0.
Februar 2011 (Urk. 6/58/5-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Cervicobrachialgien
bei multisegmentaler Degeneration der
Halswirbel
säule
, Betonung der Segmente C4-7 mit
foraminellen
Stenosen C5/6 und C6/7
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
ohne morphologisches Korrelat
Sie massen dem
Diabetes mellitus Typ II, der arteriellen Hypertonie und de
r
Hashimoto-Thyreoiditis keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1).
Die betreffenden Ärzte berichteten weiter, die
Beschwerdeführerin habe sich über
Lumboischialgien
und
Cervicobrachialgien
mit Schmerzausstrahlung und
Kribbel
parästhesien
in beiden Beinen respektive Armen beklagt. Sie leide zude
m unter Spannungskopfschmerzen (S. 1). Es bestehe eine
endgradige
Schmerzhaf
tigkeit bei allen Bewegungen der Halswirbelsäule (S. 2).
4.3
Dr.
med.
A.___
,
Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
stellte am 2
4.
Januar 2011 (
Urk.
6/59/2-6) nachstehende Diagnosen mit
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei generalisierten degene
rati
ven Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit linksbetonten
Spon
dyl
arthrosen
L3-S1 und
Neuroforamenstenosen
L3/4 und L4/5
links
betont
-
Bilaterale
Protrusion
L3/4 und L4/5 und
ossär
diskale
Neuroforamenste
nose
L5/S1 rechts
-
Chronisches
cervicospondylogenes
und rezidivierendes
cervicoradikulä
res
Reizsyndrom C6 beidseits bei
Osteochondrosen
mit bilateralen
Pro
trusionen
C5/6 und C6/7 und einer
ossären
Neuroforamenstenose
C5/6 und C6/7 beidseits
-
Diskushernie C4/5
-
Beginnende
Coxarthrose
beidseits
-
Arterielle Hypertonie
-
Hashimoto-Thyreoiditis mit Hypothyreose unter Substitution
-
Depressive Entwicklung
Sie führte aus, bei der Beschwerdeführerin bestünden fortgeschrittene degenera
tive Veränderungen sowohl im Bereich der Hals
-
wie auch der
Lendenwirbel
säule
mit multiplen
Osteochondrosen
, bilateralen
Protrusionen
und
Diskusher
nien
. Jegliche Steigerung der körperlichen Belastung führe zur Exazerbation der
Cervicalgien
und der Lumbalgien. Zudem bestehe eine deutlich depressive Ent
wicklung. Die Beschwerdeführerin sei deshalb auf Antidepressiva und
auf eine
psychiatrische Behandlung angewiesen (S. 3).
4.4
Aus den von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit ihrem Gesuch um Rentenerhöhung eingereichten medizinischen Akten geht im
Wesentlichen Fol
gendes hervor:
Dr.
A.___
stellte am
5.
März 2012
(
Urk.
6/67)
nachstehende
Diagnosen
(S. 1)
:
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
periphere diabetische Neuropathie
-
Magenmotilitätsstörung
-
Chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 rechts bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit links betonten
Spondylar
throsen
L3-S1
-
Neuroforamenstenose
L3/4 und L4/5
-
bilaterale
Protrusion
L3/4 und L4/5
-
diskale
Neuroforamenstenose
L5/S1 rechts
-
Chronisches
cervicospondylogenes
und rezidivierendes
cervicoradikulä
res
Reizsyndrom C6 beidseits bei multisegmentaler Deg
e
neration der
Hals
wirbelsäule
mit Betonung C4-C7
-
foraminale
Stenosen C5/6 und C6/7
-
Status nach Facettengele
nksinfiltrationen C4/5
und C5/6 beidseits
-
bilaterale
Protrusionen
C5/6 und C6/7
-
ossäre
Neuroforamenstenosen
C5/6 und C6/7 beidseits
-
Diskushernie C4/5
-
Beginnende
Coxarthrose
beidseits
-
Arterielle Hypertonie
-
Hashimoto-Thyreoiditis mit Hypothyreose unter Substitution
-
Depressive Entwicklung
Dr.
A.___
berichtete, die Besc
hwerdeführerin leide unter einer progredient
en Polyneuropathie beider Hände und Füsse mit permanenten
Dysästhesien
und
Parästhesien
.
In letzter Zeit hätten z
udem die Rückenschmerzen
zu
genommen.
Aufgrund
dieser
Schmerzen
und der diabeti
schen Polyneuropathie
habe sich ein Erschöpfungszustand mit konsekutiver Depression entwickelt. Angesichts der beschriebenen Gesamtsituation könne der Beschwerdeführerin keine Arbeit mehr zugemutet werden (
Urk.
6/67
S. 1 f.
).
4.5
Dem Bericht von
Dr.
med.
B.___
,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom
9.
März 2012 kann entnommen werden, dass die Zuwei
sung der Beschwerdeführerin wegen einer Exazerbation
einer seit Jahren bekannten schweren depressiven Störung mit multiplen therapieresistenten psy
chosomatischen Beschwerden erfolgt
e
. Die Versicherte
sei allseits orientiert, wobei ihr formales Denken eingeengt sei.
Es bestehe eine eingeschränkte Auf
merksamkeit und Konzentrationsstörungen seien vorhanden.
Ihr Stimmungsbild sei depressiv. Sie wirke wenig schwingungsfähig und habe resigniert
.
Anhalts
punkte für ein psychotisches Erleben seien
aber
keine ersichtlich.
Die behan
delnde Ärztin führte weiter aus, sie schätze die Arbeitsunfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht auf 100
%
.
Angesichts der langen Entwicklung der depressi
ven Störung sei
zukünftig
nur ein behutsamer Wiedereinstieg
ins Arbeitsleben
ohne Zeitdruck und ohne besondere Anforderungen an die nervliche Belastbar
keit
vorstellbar (
Urk.
6/66).
4.
6
Dr.
C.___
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, stellte am 1
6.
März 2012
(6/68/1-2)
nachstehende Diagnosen
(S. 1)
:
-
Chronische Rückenschmerzen –
Panvertebralsyndrom
(chronisches Hals-,
Brust- und Lendenwirbelsyndrom) im Sinne:
-
Chronische Lumbalgie mit L5/
S1-Radikulopathie (chronisches
l
umbo
spon
dylogenes
und
lumbovertebrales
Syndrom)
-
Chronische
Zervikalgie
mit Reizsymptomen links
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Periphere Polyneuropathie, wahrscheinlich diabetischer Genese
-
Arterielle Hypertonie
-
Substituierte Hypothyreose bei Hashimoto-Thyreoiditis
-
Dyslipidämie
und Adipositas per magna
-
Leichte Eisenmangelanämie und Hypovitaminose D3
-
Langjährige
d
epressive
Störung sowie
Angststörung
-
Stressinkontinenz der Harnblase
Dr.
C.___
führte aus,
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit Erlass der letzten Verfügung verschlechtert. Es sei zu psychiatrischen Ausfällen und Krisen gekommen und es hätten
neurologische Ausfallerschei
nungen in den Extremitäten
beobachtet werden können (Urk.
6/68/1-2).
4.7
Dr.
D.___
,
Facharzt FMH für Neurologie, diagnostizierte am 2
1.
Februar 2012 eine beginnende periphere Polyneuropathie und eine chronische Lumbalgie (
Urk.
6/68/3-4).
4.8
Nach Erlass des Vorbescheids legte
die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme von
Dr.
B.___
vom
3.
Juli 2012 auf
. Die betreffende Ärztin stellte die Diagnose einer langdauernden mittel
gradigen
bis schweren depressiven Episode. Unter der medikamentösen antidepressiven Therapie sei es zwar zu einer leich
ten Besserung des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin
gekommen, im Vergleich aber zum Zustand bei der Begutachtung durch die
Medas
habe sich dieser deutlich verschlechtert. Angesichts der lang anhaltenden depressiven Symptome bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/81).
5.
5.1
Aus den im Rahmen
des Rentenerhöhungsgesuchs aufgelegten medizinischen Berichten wird ersichtlich, dass sich die schon bei der Begutachtung durch die
Medas
-Ärzte festgestellte chronische Rückensymptomatik zwischenzeitlich wei
ter verschlechtert hat und die Beschwerdeführerin zusätzlich an
Foraminalste
nosen
samt neurologischen Ausfallerscheinungen
leidet
(Urk.
6/67
68).
Dr.
A.___
attestierte deshalb – anders
als im letzten Bericht vom 24.
Januar 2011 (
Urk.
6/59/2-6 S. 3; siehe auch Urk. 6/16/1-2 S. 1) – neu eine vollständige Arbeits
unfähigkeit.
Dem Bericht von
Dr.
D.___
vom 21.
Februar 2012 ist zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin – unter anderem – an einer peripheren Polyneuropathie leidet (
Urk.
6/68/3-4 S. 1). Diese Diagnose ist – soweit auf
grund der Aktenlage ersichtlich – erstmals gestellt worden.
Dr.
B.___
wiederum berichtete am 9. März 2012 von einer Exazerbation der psychischen Erkrankung
(
Urk.
6/66 S. 1). Vier
Monate später
diagnostizierte sie
eine mittel
gradige bis schwere depressive Episode und attestierte deshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
.
Den momentanen Gesundheitszustand
der Beschwerde
führerin
beurteilte sie im Vergleich zum Zustand anlässlich der Begutachtung durch die
Medas
-Ärzte als deutlich verschlechtert
(
Urk.
6/81).
Damit ist eine
anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts zumindest glaubhaft gemacht, weshalb die Beschwerdegegnerin auf das
Rentenerhöhungsgesuch
einzutreten und dieses
materiell zu beurteilen hat
.
Davon scheint
im Übrigen
selbst die
Verwaltung implizit
auszugehen, nimmt sie doch in der angefochtenen Verfü
gung bereits eine materielle Prüfung vor
(Urk.
2).
5.2
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin auf das
Rentenerhöhungsge
such
zu Unrecht nicht eingetreten, weshalb die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur materiellen Beurteilung
und Entscheidung
an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen ist.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
).
6.2
B
ei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
Art.
61
lit
. g ATSG). Die Entschädigung wird unab
hängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierig
keit des Prozesses bemessen (
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘
9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
3.
August 2012 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zurückgewiesen wird, damit diese auf das
Rentener
höhungsgesuch
vom
4.
Februar 2012 eintrete und darüber materiell entscheide.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1'
9
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher
DM/CL/MPversandt