# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4064166d-889a-533f-84a6-e23302e6df39
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-24
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 24.02.2022 C1 21 167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_C1-21-167_2022-02-24.pdf

## Full Text

C1 21 167 

 

URTEIL VOM 24. FEBRUAR 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

I. Zivilrechtliche Abteilung 

 

Dr. Lionel Seeberger, Einzelrichter; Dr. Milan Kryka, Gerichtsschreiber  

in Sachen 

 

W _________, Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt  

Marc Truffer, 

X _________, Beklagter und Berufungskläger 

Y _________, Beklagter und Berufungskläger 

 

gegen 

 

Z _________, Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt  

Lars Rindlisbacher, 

 

(Erbrecht: Enterbung / Auskunftsbegehren) 

Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Leuk und Westlich-Raron  

vom 7. Juli 2021 [LEU Z1 19 22] 

  

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Verfahren 

 

A.  Am 5. Juni 2019 reichte Z _________ beim Bezirksgericht Leuk und Westlich-Raron 

eine Klage ein gegen ihre Mutter, ihre drei Geschwister sowie ihre beiden Kinder mit den 

folgenden Rechtsbegehren (S. 2 f.): 

A. Klage gegen die Beklagte 1 – 6 

1.  Es sei die in Ziffer 4 der letztwilligen Verfügung vom 27. März 2014 angeordnete Enterbung der Klägerin 

für ungültig zu erklären und festzustellen, dass die Klägerin mit einem Pflichtteil von 1/8 am Nachlass 

des 

 A _________, verstorben am xxx, 

 beteiligt ist. 

B. Klage gegen die Beklagten 1 – 4 

2.  Es sei die Verfügung bzgl. Einsetzung der Beklagten 1 als Alleinerbin des Erblassers zu Gunsten der 

Klägerin um 1/8 herabzusetzen, und es sei festzustellen, dass die Klägerin somit Miterbin mit einem 

Erbteil bzw. Pflichtteil von 1/8 ist. 

3.a.Die Beklagten 2 und 3 seien unter Androhung der Unterlassungsstrafen nach Art. 343 Abs. 1   

lit. a — c ZPO zu verurteilen, der Klägerin dokumentiert Auskunft zu erteilen über sämtliche ganz 

oder teilweise unentgeltlichen Zuwendungen, welche sie vom Erblasser zu dessen Lebzeiten erhal-

ten haben. 

3.b.Es sei festzustellen, dass sämtliche Zuwendungen gemäss Ziffer I.3.a hievor der pflichtteilsrechtli-

chen Hinzurechnung und Herabsetzung unterliegen; 

 diese Zuwendungen seien sodann in die Pflichtteilsberechnungsmasse zu integrieren, und die Beklagten 

2 und 3 seien zu verpflichten, der Klägerin je denjenigen Betrag zu bezahlen, um welchen der Pflicht-

teilsanspruch der Klägerin, beruhend auf der Pflichtteilsberechnungsmasse, aus dem reinen Nachlass 

nicht befriedigt werden kann, nebst Zins von 5 % seit wann rechtens, spätestens aber ab dem Todes-

zeitpunkt der Beklagten 1. 

 Im Hinblick darauf sei der Güterstand des Erblassers und der Beklagten 1 auseinanderzusetzen, sei der Nach-

lass des Erblassers unter Berücksichtigung einer allfälligen Herausschuldigkeit des Erblassers zu Gunsten 

der Beklagten 1 bzw. einer allfälligen Forderung des Erblassers bzw. des Nachlasses (der Erben) gegen die 

Beklagte 1 festzustellen und zu teilen (wobei die Beklagten 1 – 3 entsprechend Ziffer I.3.a hievor zu verurteilen 

seien, auch über sämtliche Nachlassaktiven und Nachlasspassiven dokumentiert Auskunft zu erteilen), und 

es sei gegebenenfalls die Beklagte 1 zu verurteilen, der Klägerin mindestens denjenigen Geldbetrag zu be-

zahlen, welcher zur Deckung des Pflichtteilsanspruchs (berechnet anhand der Pflichtteilsberechnungsmasse) 

der Klägerin erforderlich ist, sofern andernfalls der Pflichtteilsanspruch der Klägerin nicht erfüllt werden kann, 

nebst Zins zu 5 % seit wann rechtens, spätestens aber ab dem Todeszeitpunkt der Beklagten 1; und dies, 

bevor die Beklagten 2 und 3 zu den erwähnten Zahlungen verpflichtet werden (eventualiter. nachdem die 

Beklagten 2 und 3 zu den erwähnten Zahlungen verpflichtet worden sind; subeventualiter: proportional zu den 

erwähnten Zahlungen, zu denen die Beklagten 2 und 3 verpflichtet werden). 

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3.c. Die Beklagten 1 – 3 seien zu verurteilen, der Klägerin über die in Ziffer 6 der letztwilligen Verfügung 

vom 27. März 2014 enthaltenen lebzeitigen Zuwendungen umfassend Auskunft zu erteilen und die ent-

sprechenden Unterlagen offenzulegen. 

 Die Auskunftserteilung sei unter Androhung der Unterlassungsstrafen nach Art. 343 Abs. 1 lit. a und c 

ZPO zu erlassen. 

4. Es sei festzustellen, dass keine ausserordentlichen Unterstützungsleitungen gemäss Ziffer 7 der letzt-

willigen Verfügung vom 27. März 2014 erfolgt sind. 

5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Klägerin sich die Präzisierung und Ergänzung der Rechts-

begehren hievor vorbehält. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer. 

B.  Die Beklagten erstatteten separate Klageantworten wie folgt: 

a. Die Schwester B _________ am 12. Februar 2020 mit den Anträgen (S. 37): 

Unentgeltlicher Rechtsbeistand 

1. Frau B _________ ist der totale unentgeltliche Rechtsbeistand zu gewähren. Frau Rechtsanwältin  

C _________ ist als Offizialanwältin zu ernennen. 

Hauptklage 

1. Die Klage ist gutzuheissen mit der Präzisierung, dass der Pflichtteil von Frau Z _________ unter dem 

Vorbehalt der Gutheissung der Klage von Frau B _________ vom 5. Februar 2020 einem Anteil von 3/32 

anstelle von 1/8 entspricht. 

2. Die Kosten gehen zu Lasten der Klägerin respektive der Beklagten 1,2,3,5 und 6 welche eine angemes-

sene Parteientschädigung zu Gunsten von Frau B _________ zu entrichten haben. 

b. Die Mutter W _________ am 24. Februar 2020 mit den Anträgen (S. 67): 

1. Die Klage sei vollständig abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.  

 Eventualiter: 

 Zu A. 1 und B. 2: Es sei festzustellen, dass die Klägerin mit einem Pflichtanteil von 3/32 am Nachlass 

des Herrn A _________, verstorben am xxx, beteiligt ist. 

2. Der Beklagten ist eine angemessene Parteientschädigung nach GTar zuzusprechen. 

3. Sämtliche Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten der Klägerin. 

c. Die Brüder Y _________ und X _________ antworteten ebenfalls am 24. Februar 

2020; dabei stellten sie die exakt gleichen Begehren (S. 75 bzw. 81) wie ihre Mutter. 

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d. Die Kinder der Klägerin liessen sich nicht vernehmen und gingen laut Feststellung 

des Bezirksgerichts säumig (S. 82). 

C.  Auf Rückfrage des Bezirksgerichts teilte die Klägerin am 19. Oktober 2020 mit, dass 

sie ihre Klage gegen alle Beklagten ausser ihrer Schwester aufrechterhalte (S. 88). Da-

raufhin verfügte das Bezirksgericht am 26. Oktober 2020, dass Letztere infolge Klage-

rückzugs nicht mehr Verfahrenspartei sei (S. 89). 

In der Folge replizierte die Klägerin am 31. Oktober 2020 (S. 90 ff.) und die nicht säumi-

gen Beklagten duplizierten mit separaten Eingaben am 23. November 2020  

(S. 109 ff., 113 ff. und 116 ff.). 

Mit Verfügung vom 16. Februar 2021 beschränkte das Bezirksgericht das Verfahren ge-

stützt auf Art. 125 lit. a ZPO auf die drei Fragen, (1) ob der Vater und Erblasser die 

Klägerin als seine Tochter gültig enterbt habe, (2) ob diese im Falle einer Ungültigerklä-

rung der Enterbung mit einem Pflichtteil von 1/8 oder 3/32 am Nachlass beteiligt sei und 

(3) ob die Klägerin ein Recht auf Auskunft wie eingeklagt habe. Dazu reichten die Klä-

gerin am 30. April 2021 (S. 126 ff.) und die nicht säumigen Beklagten am 29. April 2021 

(S. 134 ff., 143 ff. und 152 ff.) jeweils schriftliche Parteivorträge ein.  

D.  Das Bezirksgericht fällte am 7. Juli 2021 folgenden Teilentscheid (S. 175): 

1. Es wird zunächst ein Teilentscheid über die Klagebegehren Ziff. 1 und 2 sowie über das in Klagebegeh-

ren Ziff. 3 enthaltene Auskunftsbegehren entschieden. Über die weiteren Klagebegehren wird später 

entschieden. 

2. Die Klage gegen D _________ und E _________ wird abgewiesen. 

3. In teilweiser Gutheissung der Klage in den Begehren Ziff. 1 und 2 gegen Y _________, X _________ 

und W _________ wird die Enterbung von Z _________ in der letztwilligen Verfügung des Erblassers 

A _________ vom 27. März 2014 für ungültig erklärt und Z _________ nimmt im Umfang ihres Pflichtteils 

von 3/32 als gesetzliche Erbin an der Erbschaft von A _________ teil. 

 Soweit weitergehend wird die Klage gegen Y _________, X _________ und W _________ in den Be-

gehren Ziff. 1 und 2 abgewiesen. 

4. X _________, Y _________ und W _________ werden verpflichtet, der Klägerin Z _________ innert  

30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Teilentscheids sämtliche Dokumente zu den Nachlassaktiven 

und Nachlasspassiven sowie zu den Vermögensverschiebungen zwischen dem Erblasser einerseits und 

X _________ und Y _________, deren Ehegattinnen sowie Nachkommen andererseits auszuhändigen, 

die eine Auswirkung auf die Höhe des Pflichtteils von Z _________ haben können, auszuhändigen, und 

diesbezügliche Informationen zu erteilen. 

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5. Y _________, X _________ und W _________ werden darauf hingewiesen, dass sie nach Art. 292 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen mit 

Busse bis zu Fr. 10'000.-- bestraft werden können, wenn sie Ziffer 4 hiervor nicht Folge leistet. 

6. Über die Prozesskosten wird im verfahrensabschliessenden Endentscheid befunden. 

E.  Gegen dieses am gleichen Tag versandte und von ihnen tags darauf in  

Empfang genommene Urteil erhoben die Beklagten am 19. Juli 2021 beim Kantonsge-

richt je eigenständig Berufung mit inhaltlich gleichlautenden Rechtsbegehren  

(S. 190, 220 sowie 250): 

1. Die Berufung gegen das Urteil Z1 19 22 des Bezirksgerichts Leuk und Westlich-Raron vom 7. Juli 2021 

ist gutzuheissen, der vorinstanzliche Entscheid ist in Bezug auf die Dispositivziffer Nr. 3, ausschliesslich 

in Bezug auf den 1. Absatz sowie die Dispositivziffern Nrn. 4 und 5 aufzuheben und die Klage der Klä-

gerin ist abzuweisen. 

2. Eventualiter ist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Dem Berufungskläger ist eine angemessene Parteientschädigung nach GTar sowohl für das erst- als 

auch das zweitinstanzliche Verfahren zuzusprechen. 

4. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens und Entscheides sind der Berufungsbeklagten 

aufzuerlegen. 

Die erstinstanzliche Klägerin erstatteten am 22. September 2021 ihre Berufungsantwort 

und stellten folgende Anträge (S. 272): 

1. Die Berufungen seien, soweit darauf einzutreten ist, abzuweisen, und der Teilentscheid des Bezirksge-

richts Leuk und Westlich-Raron vom 7. Juli 2021 sei in Bezug auf alle angefochtenen Punkte zu bestä-

tigen. 

2. An den Rechtsbegehren gemäss Klageschrift wird festgehalten. 

3. Der Gesuchstellerin sei für das Berufungsverfahren ab dessen Beginn die vollumfängliche unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren unter Beiordnung des Unterzeichnenden als unentgeltlicher Rechtsbeistand. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer z. L. der Berufungsführer, vorbehalt-

lich der unentgeltlichen Rechtspflege.  

Die Berufungskläger replizierten am 4. Oktober 2021 (S. 285 ff., 291 ff. und 298 ff.). Die 

Berufungsbeklagte duplizierte am 6. Oktober 2021 (S. 305 ff.). 

F.  Auf Aufforderung des Kantonsgerichts erläuterte und belegte die Berufungsbeklagte 

am 8. November 2021 ihr Gesuch um unentgeltlichen Rechtsbeistand (S. 310 ff.),  

worüber mit Ausnahme der Parteikosten in einem separaten Entscheid befunden wird. 

 

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Sachverhalt und Erwägungen 

1. 

1.1  Das Kantonsgericht beurteilt als Rechtsmittelinstanz Beschwerden und Berufungen, 

die im neunten Titel des zweiten Teils der Schweizerischen Zivilprozessordnung vorge-

sehen sind (Art. 308 ff. ZPO; Art. 5 Abs. 1 lit. b EGZPO). Gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 

ZPO sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide mit Berufung anfechtbar, in ver-

mögensrechtlichen Angelegenheiten indes nur wenn der Streitwert entsprechend den 

zuletzt aufrechterhalten Rechtsbegehren (vgl. Art. 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO) über 

Fr. 10‘000.-- liegt. Für die Anschlussberufung gilt keine Streitwertgrenze (Reetz/Hilber, 

in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zi-

vilprozessordnung, 3. A., 2016, N. 32 zu Art. 313 ZPO). 

Das angefochtene Urteil bringt das Verfahren vor Bezirksgericht in Hinblick auf die be-

antragten Auskünfte zu Ende, weshalb es sich hierbei insoweit um einen Endentscheid 

handelt. Bezüglich des Herabsetzungsanspruchs liegt dagegen ein berufungsfähiger 

Zwischenentscheid vor. Der vorliegend strittige Herabsetzungsanspruch ist vermögens-

rechtlicher Natur und beläuft sich laut korrekter E. 1.3 der Vorinstanz auf Fr. 11'400.--. 

Die Streitwertgrenze für die Berufung ist damit überschritten. Anwendbar ist das verein-

fachte Verfahren (Art. 243 Abs. 1 ZPO), so dass ein einzelner Kantonsrichter die Beru-

fung beurteilt (Art. 5 Abs. 2 lit. c EGZPO i.V.m. Art. 20 Abs. 3 RPflG i.V.m. Art. 20  

Abs. 1 Organisationsreglement der Walliser Gerichte). 

Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Berufungskläger haben 

das am 7. Juli 2021 versandte Urteil frühestens am Tag darauf in Empfang genommen, 

womit die allesamt am 19. Juli 2021 während den Sommergerichtsferien (Art. 145 Abs. 1 

lit. b ZPO) erhobenen Berufungen offensichtlich fristgerecht erhoben wurden. 

1.2  Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet einzureichen. Zwar 

nennt dieser Artikel einzig die Begründung der Berufung, die aber auch der Erläuterung 

der Begehren dient und solche damit voraussetzt. Aus einer Rechtsschrift muss hervor-

gehen, dass und weshalb der Rechtsuchende einen Entscheid anficht und inwieweit die-

ser abgeändert oder aufgehoben werden soll (BGE 137 III 617 E. 4.2.2 und 134 II 244 

E. 2.4.2). In der Berufungseingabe sind somit Rechtsbegehren zu stellen, welchem letz-

teren Erfordernis die Berufungsschriften genügen. 

1.2.1  Die Begründungspflicht in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 311 Abs. 1 

ZPO in fine i.V.m. Art. 310 ZPO) verlangt vom Berufungskläger, dass er jeweils in den 

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Schranken von Art. 317 ZPO der Rechtsmittelinstanz im Einzelnen darlegt, aus welchen 

Gründen der angefochtene vorinstanzliche Entscheid falsch ist und abgeändert werden 

soll (Begründungslast). Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er 

in seiner Berufungsschrift lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen 

verweist oder diese wiederholt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zu-

frieden gibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Die Be-

gründung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Berufungsinstanz 

mühelos verstanden werden zu können. Dies setzt voraus, dass der Berufungskläger im 

Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht und die Aktenstü-

cke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 141 III 569 E. 2.3.3, 138 III 374 E. 4.3.1; 

Bundesgerichtsurteile 5D_148/2013 vom 10. Januar 2014 E. 5.2.1 und 5A_438/2012 

vom 27. August 2012 E. 2.2, in: SZZP 2013 S. 29 f.; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Ha-

senböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

3. A., 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). 

So ist in der Begründung nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, 

wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist auch aufzuzeigen, weshalb der Entscheid 

fehlerhaft ist bzw. weshalb Noven oder neue Beweismittel zulässig sind (vgl. dazu nach-

stehende E. 1.2.2) und einen anderen Schluss aufdrängen. Die Rechtsmittelinstanz 

muss nicht nach allen denkbaren, möglichen Fehlern eigenständig forschen  

(vgl. Reetz/Theiler, a.a.O., N. 36 zu Art. 311 ZPO; Hungerbühler/Bucher, in: Brun-

ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommen-

tar, 2. A., 2016, N. 30 ff. zu Art. 311 ZPO). Vielmehr hat der Berufungskläger diese auf-

zuzeigen, indem er sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt. Stützt 

sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich 

der Berufungskläger in seiner Berufungsschrift mit jeder einzelnen von ihnen auseinan-

dersetzen; ansonsten hat der angefochtene Entscheid aufgrund der nicht beanstandeten 

Begründung Bestand (Bundesgerichtsurteil 4A_525/2014 vom 5. Mai 2015 E. 3; Hun-

gerbühler/Bucher, a.a.O., N. 42 f. zu Art. 311 ZPO). Vermag die Berufung den Anforde-

rungen an die Begründung nicht zu genügen, ist auf die Berufung nicht einzutreten  

(Bundesgerichtsurteile 4A_290/2014 vom 1. September 2014 E. 3.1 und 4A_97/2014 

vom 26. Juni 2014 E. 3.3; vgl. auch BGE 138 III 374 E. 4.3.2). Ob die Berufungsschrift 

den gesetzlichen Vorgaben genügt, ist nachfolgend bei deren Behandlung zu prüfen. 

1.2.2  Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO, welcher gleichermassen für die Kla-

geantwort (Art. 222 Abs. 2 ZPO) sowie einen zweiten Schriftenwechsel gilt,  

 

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müssen die Klage bzw. die nachfolgenden Rechtsschriften die Tatsachenbehauptungen 

und die Bezeichnung der einzelnen Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen enthal-

ten. Mit erfolgtem doppeltem Schriftenwechsels tritt der Aktenschluss ein.  

Danach können neue Tatsachen in der Hauptverhandlung nur noch berücksichtigt wer-

den, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und es sich dabei entweder um echte 

Noven handelt oder um unechte Noven, welche trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher 

beigebracht werden konnten (Art. 229 Abs. 1 ZPO; BGE 146 III 55 E. 2.3.1 und  

140 III 312 E. 6.3.2). Unter echten Noven sind Tatsachen oder Beweismittel zu verste-

hen, welche (erst) nach dem Zeitpunkt entstanden sind, in welchem die jeweilige Partei 

sich vor der Urteilsfällung letztmals äussern konnte. Demgegenüber sind unechte Noven 

Tatsachen und Beweismittel, welche bereits im Zeitpunkt der letztmaligen Äusserungs-

möglichkeit bestanden, die jedoch aus irgendwelchen Gründen damals nicht geltend ge-

macht worden sind. Nach Massgabe von Art. 229 ZPO können die Parteien echte oder 

unechte Noven ausnahmsweise auch noch in ihren Schlussvorträgen vortragen, na-

mentlich wenn im Beweisverfahren Tatsachen und/oder Beweismittel entdeckt werden, 

welche der beweislasteten Partei vorher unbekannt waren (Killias, Berner Kommentar, 

2012, N. 5 zu Art. 232 ZPO). 

Im Berufungsverfahren können neue Tatsachen und Beweismittel nach Art. 317 Abs. 1 

ZPO ebenfalls nur noch beschränkt berücksichtigt werden. Während echte Noven im 

Berufungsverfahren zulässig bleiben, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vor-

gebracht werden, ist die Zulassung unechter Noven weitergehend begrenzt. Sie sind 

ausgeschlossen, wenn sie nicht ohne Verzug vorgebracht werden oder bei zumutbarer 

Sorgfalt schon vor erster Instanz hätten vorgebracht werden können (Art. 317 Abs. 1  

lit. a und b ZPO). Dabei hat stets der Berufungskläger und gegebenenfalls der An-

schlussberufungskläger darzulegen, weshalb er diese erst jetzt und nicht schon früher 

im Verfahren vorbringt. 

1.2.3  Laut Art. 310 ZPO können mit der Berufung die unrichtige Rechtsanwendung 

(lit. a) und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden. 

Die Berufungsinstanz verfügt mithin über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache ("plein pouvoir d'examen de la cause") und kann das erstinstanzliche Urteil 

sowohl auf rechtliche wie tatsächliche Mängel hin überprüfen (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1). Sie hat denn auch als Vorinstanz des Bundesgerichts gemäss Art. 112 Abs. 1 

BGG den Lebenssachverhalt, welcher der Streitigkeit zugrunde liegt, sowie den  

Prozesssachverhalt des kantonalen Verfahrens so vollständig und verständlich  

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darzustellen, dass den Parteien eine sachbezogene Anfechtung und dem Bundesgericht 

eine Überprüfung im Lichte der nach Art. 95 ff. BGG zulässigen Rügen möglich ist 

(vgl. dazu Art. 105 BGG; BGE 140 III 16 E. 1.3.1). Dies bedeutet aber nicht, dass die 

Berufungsinstanz gehalten ist, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde 

alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die Par-

teien diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie darf sich – abgesehen von offen-

sichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der in der schriftlichen Begrün-

dung (Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erho-

benen Beanstandungen beschränken (vgl. auch Bundesgerichtsurteile 4A_290/2014 

vom 1. September 2014 E. 5 sowie 4A_651/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.2, wonach 

das Berufungsgericht nicht von Grund auf eine eigene Prüfung sich stellender Rechts- 

und Tatfragen vornimmt, sondern den erstinstanzlichen Entscheid aufgrund von erhobe-

nen Beanstandungen überprüft; zum Ganzen BGE 142 III 413 E. 2.2.4).  

Inhaltlich ist das Berufungsgericht hingegen weder an die Argumente, welche die Par-

teien zur Begründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der 

ersten Instanz gebunden; es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb es die Berufung auch mit einer ande-

ren Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumentation der ers-

ten Instanz abweichenden Begründung abweisen kann (Bundesgerichtsurteile 

4A_397/2016 vom 30. November 2016 E. 3.1 und 4A_376/2016 vom 2. Dezember 2016 

E. 3.2.1 und 3.2.2). 

1.2.4   Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen 

Entscheides im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Abweisung der Klage 

gegen die Töchter der Klägerin gemäss Ziff. 2 des Judikatums der Vorinstanz ist unan-

gefochten in Rechtskraft erwachsen. 

2.   

2.1  Der am xxx verstorbene Erblasser hinterliess als gesetzliche und grundsätzlich 

pflichtteilsgeschützte Erben (Art. 462 und Art. 457 ZGB sowie Art. 471 ZGB) seine Witwe 

W _________, seine Söhne X _________ und Y _________ sowie seine Töchter  

B _________ und Z _________. 

Am 27. März 2014 hatte der Erblasser durch einen Notar ein öffentliches Testament 

beurkunden lassen mit folgendem Inhalt: 

 

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ÖFFENTLICHES TESTAMENT 

Im Jahre zweitausendundvierzehn, den siebenundzwanzigsten März (27.03.2014) 

Vor mir, 

F _________, 

öffentlicher Notar mit Sitz in Brig-Glis, beurkundend im Büro G _________, H _________ und F _________, 

in Brig-Glis, 

erscheint 

 Herr A _________, I _________ und J _________, K _________, geb. am xxx, verheiratet mit  

L _________, heimatberechtigt von M _________, wohnhaft in N _________, 

welcher erklärt, vollständig verfügungsfähig zu sein und welcher mich ersucht, nachfolgende letztwillig 

Verfügung öffentlich zu beurkunden: 

 

Der letzte Wille des Testators lautet wie folgt: 

  

I. WIDERRUF VON LETZTWILLIGEN VERFÜGUNGEN 

Ich widerrufe sämtliche Verfügungen von Todes wegen, die ich jemals getroffen haben sollte.  

 

II. VERFÜGUNGEN 

Ich verfüge hiermit letztwillig was folgt: 

1. Einleitend verweise ich auf den Ehevertrag mit meiner Ehefrau W _________ vom 20. September 1993. 

2. Für den Fall meines Vorversterbens vor meiner Ehefrau W _________ setze ich diese als Alleinerbin 

meines gesamten Nachlasses ein. 

3. Für den Fall meines gleichzeitigen Versterbens mit oder meines Nachversterbens nach meiner Ehefrau 

W _________ setze ich meine beiden Söhne X _________ und Y _________ — neben ihrem gesetzli-

chen Erbteil von aktuell je einem Viertel - je zu einem weiteren Viertel, bei deren Fehlen deren Nach-

kommen in allen Graden nach Stämmen, als Erben ein. Folglich beerben mich meine beiden Söhne im 

Rahmen dieser Ziffer je hälftig. 

4. Im Sinne von Art. 477 ff. ZGB enterbe ich aus den nachfolgenden Gründen meine beiden Töchter  

Z _________ und B _________: 

 Meine Tochter Z _________ hat sich früh ungerechtfertigt vollständig von unserer Familie abgewendet 

und ihre familiären Pflichten schwerstens vernachlässigt. Ihre schwere Drogenabhängigkeit hat sie dazu 

gebracht, unserer gesamten Familie wiederholt und langjährig schwerste ehrverletzende, in keiner  

Art und Weise gerechtfertigte Vorwürfe zu machen. Schlussendlich hat dieses Laster und die damit ein-

hergehenden Gesetzesverstösse (insbesondere gegen das BetmG) meines Wissen zu mehreren Ankla-

gen und Verurteilungen geführt. 

 Meine Tochter B _________ hat sich früh ungerechtfertigt vollständig von unserer Familie abgewendet 

und ihre familiären Pflichten schwerstens vernachlässigt. Ihre schwere Drogenabhängigkeit hat sie dazu 

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gebracht, unserer gesamten Familie wiederholt und langjährig schwerste ehrverletzende, in keiner  

Art und Weise gerechtfertigte Schuldzuweisungen zu machen und diesbezüglich enormen Druck auf die 

ganze Familie aufzubauen. Schlussendlich haben dieses Laster und die damit einhergehenden Geset-

zesverstösse (insbesondere gegen das BetmG) meines Wissen zu mehreren Anklagen und Verurteilun-

gen geführt. 

 Meine beiden Töchter haben schweres Leid über mich und meine Familie gebracht und unsere Famili-

engemeinschaft nachhaltig und dauernd untergraben. Sie haben durch ihr Verhalten ihre familienrecht-

lichen Beistands-, Rücksichts- und Achtungspflichten auf das Schwerste verletzt, was ich ihnen niemals 

verzeihen kann. 

5. Für den Fall, dass die hiervor verfügten Enterbungen wider Erwarten erfolgreich angefochten werden 

sollten, verfüge ich, dass meine beiden Töchter Z _________ und B _________ auf jeden Fall je einzig 

ihren Pflichtteil erhalten sollen. 

6. Ich dispensiere meine beiden Söhne X _________ und Y _________ sowie deren Nachkommen und 

Ehegattinnen von sämtlichen Ausgleichungspflichten für alle von mir erhaltenen unentgeltlichen lebzei-

tigen Zuwendungen. Dies gilt auch für alle künftigen derartigen Zuwendungen. 

7. Meine Ehegattin W _________ und ich haben für unsere Töchter Z _________ und B _________ wie-

derholt ausserordentliche Unterstützungsleistungen, die über die gesetzlichen Pflichten hinausgingen, 

erbringen müssen. Für den Fall meines Vorversterbens vor meiner Ehefrau W _________ haben diese 

dafür je CHF 50'000.00 (für den Fall meines gleichzeitigen Versterbens mit meiner Ehefrau  

W _________ je CHF 25'000.00) als ausgleichungspflichtigen Erbvorbezug an ihren Erbteil anrechnen 

zu lassen, sofern ihnen wider Erwarten Erbenstellung zukommen sollte. 

8. Ich setze meine Ehefrau W _________, bei deren Fehlen meine beiden Söhne X _________ und  

Y _________, als Willensvollstreckerin respektive Willensvollstrecker ein. 

  

SCHLUSSVERBAL 

Diese Urkunde ist von mir Notar nach dem Willen von Herr A _________ aufgesetzt worden. Herr  

A _________ hat die Urkunde persönlich gelesen und erklärt, sie enthalte genau seinen letzten Willen. Un-

mittelbar danach unterzeichnet Herr A _________ die Urkunde vor mir Notar. 

 

sign. A _________ 

 

Sodann datiere ich Notar die Urkunde und unterzeichne sie ebenfalls. 

Brig-Glis, 27.03.2014 

sign. P. F _________ / NOTAR 

Hierauf werden als Zeugen herbeigezogen die gesetzlich hierzu befähigten Personen, nämlich: 

 Frau O _________, geb. P _________, geb. am xxx, Q _________,  

 Frau R _________, geb. am xxx, S _________. 

Herr A _________ erklärt vor dem Notar und den beiden Zeugen, er habe die Urkunde gelesen und diese  

- 12 - 

 

enthalte seinen letzten Willen; die Urkunde sei unmittelbar vorher datiert und unterzeichnet worden. 

 

Erklärung der Zeugen 

Wir, die unterzeichneten Zeugen, bestätigen: 

- dass der Testator soeben vor uns und in Gegenwart des Notars erklärt hat, dass er die vorliegende Ur- 

 kunde gelesen hat und dass sie seinen letzten Willen enthält; die Urkunde sei unmittelbar vorher datiert 

und unterzeichnet worden; 

 

- dass sich der Testator nach unserer Wahrnehmung im Zustand der Verfügungsfähigkeit befindet. 

  sign. R _________ 

  sign. O _________ 

Brig-Glis, 27.03.2014 

  sign.  F _________ / NOTAR 

 

2.2  Mit ihrer Klage beansprucht die erstinstanzliche Klägerin ihren Pflichtteil. Laut der 

von der Vorinstanz in ihrer E. 3.1 korrekt zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

und Lehre, auf welche Ausführungen an dieser Stelle verwiesen werden darf, handelt es 

sich dabei um eine besondere Art der Herabsetzungsklage (Art. 522 ff. ZGB). Zentraler 

Streitpunkt bildet in diesem Zusammenhang die Frage, ob die vom Erblasser verfügte 

Enterbung gültig ist. Davon hängt letztlich die Erbenstellung der Klägerin ab (Bundesge-

richtsurteil 5A_753/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.2.6). 

2.3  Gemäss Art. 477 ZGB mit der Marginalie «Enterbung» ist der Erblasser befugt, 

durch Verfügung von Todes wegen einem Erben den Pflichtteil zu entziehen, wenn der 

Erbe entweder gegen den Erblasser oder gegen eine diesem nahe verbundene Person 

eine schwere Straftat begangen (Ziff. 1) oder gegenüber dem Erblasser oder einem von 

dessen Angehörigen die ihm obliegenden familienrechtlichen Pflichten schwer verletzt 

hat (Ziff. 2). Art. 479 ZGB regelt die Beweislast und die Folgen der Beweislosigkeit: Eine 

Enterbung ist nur dann gültig, wenn der Erblasser den Enterbungsgrund in seiner Verfü-

gung angegeben hat (Abs. 1). Ficht der Enterbte die Enterbung wegen Unrichtigkeit die-

ser Angabe an, so hat der Erbe oder Bedachte, der aus der Enterbung Vorteil zieht, 

deren Richtigkeit zu beweisen (Abs. 2). Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden 

oder ist ein Enterbungsgrund nicht angegeben, so wird die Verfügung insoweit aufrecht 

erhalten, als sich dies mit dem Pflichtteil des Enterbten verträgt; vorbehalten bleibt ein 

offensichtlicher Irrtum des Erblassers über den Enterbungsgrund (Abs. 3). 

- 13 - 

 

In E. 3.4.1 des angefochtenen Teilentscheids hat die Vorinstanz die Lehre und die Recht-

sprechung zu den Art. 477 sowie 479 ZGB, insbesondere zur Konkretisierung des Ent-

erbungsgrundes in der Verfügung von Todes wegen (zu den diesbezüglichen Anforde-

rungen bei professioneller Beratung s. Breitschmid, Enterbung - knappe aktuelle Über-

legungen zu differenzierter Handhabung eines alten Instituts, successio 2021  

S. 209-212, 212 FN 10) – sowie zur Beweislast der aus der Enterbung Begünstigten, 

treffend dargetan, worauf verwiesen sei. Zu betonen bleibt, dass das schwere Verbre-

chen gemäss Art. 477 Ziff. 1 ZGB allein dann als Enterbungsgrund gilt, wenn es entwe-

der gegen den Erblasser oder gegen eine diesem nahestehende Person gerichtet war 

(BGE 106 II 304 E. 2). Wesentlich ist weiter, dass ein Enterbungsgrund im Sinne von 

Art. 477 Ziff. 2 ZGB einzig dann vorliegt, wenn der Enterbte schuldhaft (vorsätzlich oder 

fahrlässig) und rechtswidrig in gesinnungs- und wirkungsmässig schwerer Weise gegen 

seine familienrechtlichen Pflichten verstossen hat. Widerrechtlichkeit ist nicht schon 

dann gegeben, wenn das dem Enterbten zur Last gelegte Verhalten sittenwidrig oder 

den Wünschen des Erblassers entgegengesetzt war oder bloss moralische Pflichten ver-

letzte, sondern nur bei einer Gesetzesverletzung im Bereich des Familienrechts, die 

dazu angetan ist, die Familiengemeinschaft zu untergraben, und die diese Wirkung im 

einzelnen Fall auch tatsächlich gehabt hat. Ob eine schwere Verletzung der familien-

rechtlichen Pflichten vorliegt oder nicht, hängt von den Umständen des konkreten Ein-

zelfalles, von den Sitten und Anschauungen der betreffenden Kreise und auch vom Ver-

halten des Erblassers selbst ab. Bei der Beurteilung der verschiedenen Umstände ist 

dem richterlichen Ermessen ein weiter Spielraum gewährt (BGE 106 II 304 E. 3a und b). 

Verlangt wird eine schwere Form einer Verletzung der familiären Solidaritäts- und Loya-

litätspflicht, ein qualifiziert unbotmässiges Verhalten, eine systematische Illoyalität, wo-

bei eine blosse Entfremdung im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern als Enterbungs-

grund nicht ausreicht (vgl. Breitschmid, a.a.O., S. 209 ff. N. 1-2, 6-7). Ob der Vater seine 

verheiratete Tochter, welche mit ihrem Geliebten durchbrennt und Ehemann sowie 

kleine Kinder zurücklässt, in jedem Fall enterben darf – so der in der Berufung angeru-

fene, vor gut hundert Jahren ergangenen BGE 46 II 9 –, darf hier offenbleiben, weil vor-

liegend unbestreitbar nicht dieser Sachverhalt gegeben ist. 

2.3.1  Der Erblasser wirft der Klägerin (bzw. seinen beiden Töchtern) in seinem Testa-

ment vor, sich früh ungerechtfertigt vollständig von der Familie abgewendet und ihre 

familiären Pflichten schwerstens vernachlässigt zu haben. Im Zusammenhang mit ihrer 

schweren Drogenabhängigkeit soll(en) sie der gesamten Familie wiederholt und  

 

- 14 - 

 

langjährig schwerste ehrverletzende, in keiner Weise gerechtfertigte Vorwürfe gemacht 

haben und soll es aufgrund der damit einhergehenden Gesetzesverstösse, insbeson-

dere gegen das BetmG, zu mehreren Anklagen und Verurteilungen gekommen sein. Die 

beiden Töchter sollen schweres Leid über den Erblasser und seine Familie gebracht und 

die Familiengemeinschaft nachhaltig und dauernd untergraben und durch ihr Verhalten 

ihre familienrechtlichen Beistands-, Rücksichts- und Achtungspflichten auf das 

Schwerste verletzt haben, was er ihnen niemals verzeihen könne. 

Eventuelle Betäubungsmitteldelikte haben sich nicht gegen den Erblasser und die Fami-

lie gerichtet, weshalb der Enterbungsgrund von Art. 477 Ziff. 1 ZGB ausscheidet. Was 

die Verletzung familienrechtlicher Pflichten nach Art. 477 Abs. 2 ZGB betrifft, bleibt der 

Erblasser in seinem Testament – trotz professioneller Beratung durch einen Notar – weit-

gehend allgemein und vage. Etwas konkreter ist immerhin das frühe und vollständige 

Abwenden von der Familie, ohne allerdings die Umstände zu benennen, sowie die 

schwere nicht näher umschriebene Drogenabhängigkeit, während die ehrverletzenden 

Vorwürfe wiederum in keiner Weise substantiiert werden. Zu alldem haben die Beklag-

ten, welche aufgrund der Bestreitung der Klägerin nach Art. 479 Abs. 2 ZGB beweisbe-

lastet sind, in ihren Klageantworten und Dupliken keinerlei Tatsachenbehauptungen auf-

gestellt. Sie haben sich damit begnügt, den bekannten, inhaltlich vagen Wortlaut des 

Testamentes wiederzugeben. Mit Abschluss des doppelten Schriftenwechsels tritt der 

Aktenschluss ein. Unechte Noven, ausschliesslich um solche handelt es sich beim Ver-

halten der Klägerin zu Lebzeiten des Erblassers, sind danach grundsätzlich ausge-

schlossen (s. vorne E. 1.2.2). Das Beweisverfahren bezweckt die Klärung behaupteter 

und in der Folge bestrittener Tatsachen. Soweit es an Tatsachenbehauptungen fehlt o-

der diese nicht bestritten werden, unterbleibt das Beweisverfahren. Dieses dient nicht 

dazu, versäumte Tatsachenbehauptungen, etwa im Rahmen der Parteibefragung, nach-

zuschieben (Bundesgerichtsurteil 4A_462/2017 vom 12. März 2018 E. 6.2.3). Der von 

den Beklagten in ihrer Berufung erhobene Einwand, die Vorinstanz habe durch den Ver-

zicht auf die Durchführung des Beweisverfahrens mit Parteibefragung ihr rechtliches Ge-

hör sowie ihren Anspruch auf Beweisführung verletzt, geht daher fehl. Vielmehr bleibt es 

bezüglich der Gründe der Enterbung bei den rudimentären Angaben im Testament. Oh-

nehin wurde die Parteibefragung nicht zum Beweis der Enterbungsgründe offeriert, son-

dern lediglich betreffend allfälliger lebzeitiger Zuwendungen.  

Ein frühes Abwenden von der Familie, welches so nicht belegt ist, vermag vorliegend 

eine Enterbung nicht zu begründen, insbesondere weil die Umstände und damit die feh-

- 15 - 

 

lende Entschuldbarkeit eines solchen Handelns nicht aktenkundig sind. Bei einer schwe-

ren Drogenabhängigkeit, wie sie im Testament geltend gemacht wird und welche das 

familiäre Umfeld zweifellos stark belastet, handelt es sich gemäss Klassifikation nach 

ICD-10 um eine Krankheit. Eine solche stellt grundsätzlich keinen Enterbungsgrund dar; 

jedenfalls haben die Beklagten keine Umstände dargetan, welche zu einem anderen 

Schluss führen könnten. Ehrverletzende Äusserungen sind nicht dokumentiert, obwohl 

diese wiederholt, über Jahre hinweg und auf massivste Weise erfolgt sein sollen. Aus-

serdem standen diese selbst nach Darstellung des Erblassers im Zusammenhang mit 

der Suchterkrankung seiner Tochter. Ebenso wenig rechtfertigen im Allgemeinen Geset-

zesverstösse ausserhalb des Familienrechts und Verurteilungen für Straftaten, die sich 

nicht gegen ein Familienmitglied richteten,eine Enterbung (s. die Veruntreuungen und 

Betrügereien in BGE 106 II 304 E. 3c und d). Bei Betäubungsmitteldelikten müsste in 

jedem Falle der Suchtproblematik der Täterin Rechnung getragen werden. Eine subjek-

tiv schwere Verletzung familienrechtlicher Pflichten durch die Klägerin ist damit nicht 

dargetan. Liegt damit kein gesetzlicher Enterbungsgrund vor, so ist das Testament inso-

weit unbeachtlich und die Klägerin hat Anspruch auf ihren gesetzlichen Pflichtteil. 

3.  Mit der (Wieder-)Erlangung der Erbenstellung hat die Klägerin gegenüber den Be-

klagten als ihren Miterben gestützt auf Art. 607 Abs. 3 sowie Art. 610 Abs. 2 ZGB einen 

umfassenden Informationsanspruch bezüglich der Erbschaft und deren jeweiligen Ver-

hältnisses zum Erblasser, soweit dies für die gleichmässige und gerechte Verteilung des 

Nachlasses in Betracht fällt. Es kann dazu auf die ausführlichen und zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche in ihrer E. 4 Rechtsprechung und 

Lehre einlässlich darlegt. 

Die Rügen der Berufungskläger im Zusammenhang mit dem klägerischen Auskunftsbe-

gehren betreffen mehrheitlich den Fall, dass die Enterbung gültig wäre, womit sie mit der 

Gutheissung der Herabsetzungsklage dahinfallen. Der gesetzliche Informationsan-

spruch bezweckt, jeden einzelnen Erben, vorliegend die Berufungsbeklagte, in die Lage 

zu versetzen, sich selbst ein vollständiges Bild über den Nachlass bilden zu können, um 

gestützt darauf allfällige Ausgleichungs- und Herabsetzungsansprüche einschätzen und 

ihre Erbansprüche geltend machen und beziffern zu können. Dies ist nur dann möglich, 

wenn jeder einzelne Erbe bzw. hier die Berufungsbeklagte nicht nur über den aktuellen 

Bestand des Nachlassvermögens Auskunft erhält, sondern auch über frühere, lebzeitige 

Zuwendungen des Erblassers an Miterben und/oder Dritte. Dabei obliegt es im Streitfall 

dem Gericht zu entscheiden, ob ein Geschäft mit Blick auf die Erbteilung, Ausgleichung 

oder Herabsetzung, von Relevanz ist (vgl. dazu die Verweise auf Rechtsprechung und 

- 16 - 

 

Lehre in E. 4.4 des angefochtenen Entscheids). Die Miterben und Berufungskläger dür-

fen der Berufungsbeklagten demzufolge nicht Geschäfte mit dem Erblasser oder Zuwen-

dungen desselben verschweigen mit dem Argument, diese seien erbrechtlich nicht von 

Belang. Es ist vielmehr jede Auskunft zu erteilen, die für die korrekte Teilung des Nach-

lasses nach Gesetz oder letztwilliger Verfügung erforderlich ist. Gemeint sind damit alle 

Angaben, die bei einer objektiven Betrachtungsweise möglicherweise geeignet erschei-

nen, die Teilung in irgendeiner Weise zu beeinflussen (BGE 132 III 677 E. 4.2.1). Das 

Auskunftsrecht erstreckt sich ebenfalls auf Vermögenswerte, etwa Bankkonten, an  

welchen der Erblasser zwar nicht formell, aber wirtschaftlich Berechtigter war  

(BGE 142 III 116 E. 3.1.3). Die Regeln über die Beweislast und die Folgen der Beweis-

losigkeit sind für das Auskunftsbegehren, entgegen der Berufung, nicht von Belang. 

Aufgrund der Zielrichtung der Informationsansprüche im vorstehend umschriebenen 

Sinne ist die Auskunftspflicht jedes einzelnen Erben umfassend. Dass sich laut Berufung 

ein Autor für eine Beschränkung der Auskunftspflicht auf persönlich erhaltene Zuwen-

dungen ausspricht, vermag daran sowie an der diesbezüglichen Rechtsprechung und 

vorherrschenden Lehre, welche die Vorinstanz in ihrer E. 4.4 treffend dargetan hat und 

mit welcher sich die insoweit den Begründungsanforderungen nicht genügende Beru-

fung nicht auseinandersetzt, nichts zu ändern. Regelmässig wird der überlebende Ehe-

gatte aufgrund des jahrelangen Zusammenlebens den besten Überblick über die Erb-

schaft und frühere, eventuell gemeinsame Handlungen mit dem Erblasser, welche sich 

auf das Nachlassvermögen auswirkten, haben. Vorliegend standen aber offenbar auch 

die beiden Söhne dem Erblasser nahe. Zudem hat der Erblasser in Ziff. 8 seines Testa-

mentes primär seine Ehefrau und sekundär seine beiden Söhne als Willensvollstrecker 

eingesetzt, was darauf schliessen lässt, dass diese Personen Kenntnis der Erbschaft 

sowie der diesbezüglichen Geschäfte haben, und woraus sich für die Berufungskläger 

eine zusätzliche Verpflichtung zur Auskunftserteilung gegenüber der Klägerin als Miter-

bin ergibt (vgl. BGE 132 III 677 E. 4.2.3). 

4.  Das Gericht entscheidet in der Regel im Endentscheid über die Prozesskosten, die 

einerseits die Gerichtskosten, welche mit den von den Parteien geleisteten Kostenvor-

schüssen verrechnet werden (Art. 98 und Art. 111 ZPO), und anderseits die Parteient-

schädigung umfassen (Art. 104 Abs. 1, 105 Abs. 1 und 95 ZPO). Die Höhe der Prozess-

kosten richtet sich nach kantonalen Tarifen (Art. 96 und 105 Abs. 2 Satz 1 ZPO), im 

Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen 

vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden (GTar) vom 11. Februar 2009. Die Verteilung 

der Prozesskosten richtet sich grundsätzlich nach dem Ausgang des Verfahrens, indem 

- 17 - 

 

die Prozesskosten im Allgemeinen der unterliegenden Partei auferlegt werden (Art. 106 

Abs. 1 und 2 ZPO). Während die Gerichtskosten von Amtes wegen festgesetzt und ver-

teilt werden (Art. 105 Abs. 1 ZPO), wird eine Parteientschädigung einer Partei nur auf 

Antrag hin zugesprochen; sie kann hierfür eine Kostenliste einreichen (Art. 105 Abs. 2 

Satz 2 ZPO). 

Die Berufung der Berufungskläger wird, soweit darauf eingetreten wird, abgewiesen, 

weshalb sie sämtliche Kosten des Rechtsmittelverfahrens zu tragen haben. Gemäss 

nicht angefochtener Ziff. 6 des erstinstanzlichen Judikatums wird das Bezirksgericht  

über seine Prozesskosten im verfahrensabschliessenden Endentscheid befinden  

(vgl. Art. 104 Abs. 1 ZPO). 

4.1  Die Gerichtskosten setzen sich zusammen aus Pauschalen, insbesondere für den 

Entscheid (Entscheidgebühr), sowie aus bestimmten bei Gericht angefallenen Kosten 

(Art. 95 Abs. 2 ZPO; ‚Auslagen’ nach der Terminologie von Art. 7 ff. GTar). Die Gerichts-

gebühr wird aufgrund des Streitwerts, des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der 

Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation festgesetzt  

(Art. 13 Abs. 1 GTar). Sie bewegt sich zwischen einem Minimum und einem Maximum 

und wird unter Berücksichtigung des Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzips festge-

setzt (Art. 13 Abs. 2 GTar); besondere Umstände können eine Verdoppelung der An-

sätze oder eine verhältnismässige Kürzung der Gebühr rechtfertigen, Letzteres nament-

lich wenn bloss eine Teilfrage entschieden wird (Art. 13 Abs. 3 und Art. 14 Abs. 1 GTar). 

Bei einem Streitwert von Fr. 11’400.-- bewegt sich die Gerichtsgebühr in einem ordentli-

chen Rahmen von Fr. 900.-- bis Fr. 3’600.-- (Art. 16 Abs. 1 und 3 GTar). Für das Beru-

fungsverfahren gelten die gleichen Ansätze; dabei kann ein Reduktions-Koeffizient von 

höchstens 60% berücksichtigt werden (Art. 19 GTar). 

Gegenstand der Berufungen bildete ein Teilentscheid. Im Berufungsverfahren waren 

Fragen vorab rechtlicher Natur von durchschnittlicher Schwierigkeit zu prüfen. Es wurde 

ein einziger Schriftenwechsel ohne mündliche Verhandlung angeordnet, wobei die Par-

teien in zulässiger Weise replizierten bzw. duplizierten. Die Parteien legten ihre Stand-

punkte und ihre Einwände gleichermassen umfassend wie auch konzis dar. Die Beru-

fungskläger erhoben je einzeln Berufung und erstatteten jeweils separate Eingaben, wel-

che indessen inhaltlich übereinstimmten. Das Dossier war insgesamt nicht umfangreich. 

- 18 - 

 

Deshalb ist unter Berücksichtigung der vorstehend angeführten Kriterien eine Gerichts-

gebühr im mittleren Bereich von Fr. 2’000.-- angemessen. Diese ist mit dem von den 

Berufungsklägern geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

4.2  Die Parteientschädigung umfasst den Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten der 

berufsmässigen Vertretung und, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist, in 

begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung (Art. 95 Abs. 3  

lit. a, b und c ZPO). Das Honorar des Rechtsbeistands richtet sich in der Regel nach 

dem Streitwert (Art. 27 Abs. 2 und 28 Abs. 1 GTar).  

Laut Art. 32 Abs. 1 und 3 GTar beläuft sich das ordentliche Honorar beim gegebenen 

Streitwert auf Fr. 2’300.-- bis Fr. 3'300.-- resp. mit einem Reduktions-Koeffizienten von 

60% für das Berufungsverfahren vor Kantonsgericht (Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar) auf im 

Prinzip minimal Fr. 920.-- und maximal Fr. 1'320.--, in welchen Honoraransätzen die 

Mehrwertsteuer inbegriffen ist (Art. 27 Abs. 5 GTar). Bei ausserordentlicher Arbeit darf 

ein höheres Honorar zugesprochen werden (Art. 29 Abs. 1 GTar). Besteht ein offensicht-

liches Missverhältnis zwischen Streitwert und Prozessinteresse oder zwischen der Ent-

schädigung gemäss Tarif und der effektiven Arbeit des Rechtsbeistands, darf das er-

wähnte Minimum des Honorars unterschritten werden (Art. 29 Abs. 2 GTar; vgl. auch 

Art. 29 Abs. 3 GTar). Innerhalb des vorgegebenen Rahmens bemisst das Gericht das 

Honorar mit Rücksicht auf die Natur und Bedeutung des Falles, dessen Schwierigkeit 

und Umfang sowie der vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit und der finanzi-

ellen Situation der Partei (Art. 27 Abs. 1 GTar).  

Im Berufungsverfahren wurde im Ergebnis ein zweifacher Schriftenwechsel durchge-

führt. Die Berufungsbeklagte nahm zu den einzelnen Punkten der inhaltlich übereinstim-

menden Berufungen gleichzeitig umfassend wie gerafft Stellung. Eine mündliche Beru-

fungsverhandlung fand nicht statt. Die Streitpunkte bzw. die Rechtsfragen waren die 

gleichen wie vor erster Instanz und auf den Teilentscheid begrenzt. In Anwendung der 

oben genannten Kriterien, insbesondere mit Rücksicht auf die Schwierigkeit des Falls 

und den Arbeitsumfang, ist es gerechtfertigt, die Entschädigung für die Berufungsbe-

klagte auf Fr. 1’450.-- (Honorare für Berufungsverfahren und Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege mitsamt Auslagen und inkl. MWST) festzusetzen. Ausgangsgemäss schul-

den die Berufungskläger diesen Betrag, in Anwendung von Art. 106 Abs. 3 ZPO unter 

solidarischer Haftung.  

- 19 - 

 

Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. Die Berufung wird, soweit darauf eingetreten wird, abgewiesen und das Urteil des 

Bezirksgerichts Leuk und Westlich-Raron vom 7. Juli 2021, dessen Ziff. 1, 2 und 6 

unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind, bestätigt wie folgt: 

1. Es wird zunächst ein Teilentscheid über die Klagebegehren Ziff. 1 und 2 sowie über das in Klage-

begehren Ziff. 3 enthaltene Auskunftsbegehren entschieden. Über die weiteren Klagebegehren 

wird später entschieden. 

2. Die Klage gegen D _________ und E _________ wird abgewiesen. 

3. In teilweiser Gutheissung der Klage in den Begehren Ziff. 1 und 2 gegen Y _________,  

X _________ und W _________ wird die Enterbung von Z _________ in der letztwilligen Verfü-

gung des Erblassers A _________ vom 27. März 2014 für ungültig erklärt und Z _________ nimmt 

im Umfang ihres Pflichtteils von 3/32 als gesetzliche Erbin an der Erbschaft von A _________ teil. 

 Soweit weitergehend wird die Klage gegen Y _________, X _________ und W _________ in den 

Begehren Ziff. 1 und 2 abgewiesen. 

4. X _________, Y _________ und W _________ werden verpflichtet, der Klägerin Z _________ 

innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Teilentscheids sämtliche Dokumente zu den 

Nachlassaktiven und Nachlasspassiven sowie zu den Vermögensverschiebungen zwischen dem 

Erblasser einerseits und X _________ und Y _________, deren Ehegattinnen sowie Nachkommen 

andererseits auszuhändigen, die eine Auswirkung auf die Höhe des Pflichtteils von Z _________ 

haben können, auszuhändigen, und diesbezügliche Informationen zu erteilen. 

5. Y _________, X _________ und W _________ werden darauf hingewiesen, dass sie nach Art. 292 

des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügun-

gen mit Busse bis zu Fr. 10'000.-- bestraft werden können, wenn sie Ziffer 4 hiervor nicht Folge 

leistet. 

6. Über die Prozesskosten wird im verfahrensabschliessenden Endentscheid befunden. 

2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens, bestimmt auf Fr. 2’000.--, werden den 

Berufungsklägern auferlegt und mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet. 

3. Die Berufungskläger bezahlen, unter solidarischer Haftung, der Berufungsbeklagten 

für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'450.--. 

 

Sitten, 24. Februar 2022