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**Case Identifier:** 6245b62f-d566-5bec-b114-8165be68438a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.09.2017 200 2017 521
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-521_2017-09-05.pdf

## Full Text

200 17 521 IV
SCI/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. September 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), gelernte … und in dieser Tätigkeit bis Juni 2012 – zuletzt im 
Rahmen eines 60%-Pensums – erwerbstätig, meldete sich im Mai 2011 
unter Hinweis auf eine seit … 2011 bestehende Krebserkrankung (Ade-
nokarzinom der Zervix) mit diversen operativen Eingriffen sowie anschlies-
sender Radio- und Chemotherapie bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdeführerin], [act. II], 1; 11 S. 5; 44 
S. 2 f.). Die IVB klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab, zog 
Berichte behandelnder Ärzte bei und gewährte – nachdem die Tätigkeit als 
… in gesundheitlicher Hinsicht als nicht mehr (uneingeschränkt) zumutbar 
erachtet worden war (act. II 21 S. 2; 28; 51 S. 1) – Beratung und Unterstüt-
zung bei der Stellensuche (Arbeitsvermittlung; act. II 30; 34; 36; 41 f.). Im 
April 2013 trat die Versicherte ein unbefristetes Arbeitsverhältnis als Ver-
käuferin an (act. II 56 S. 1; 65 S. 4). Aufgrund seit Sommer 2013 zuneh-
mend auftretender Bauchschmerzen (act. II 101.1 S. 20) blieb die 
Versicherte ab Oktober 2013 der Arbeit fern (Akten der IVB, [act. IIA], 170.1 
S. 8). Im Dezember 2013 erfolgte wegen breitflächigen Adhäsionen mit 
chronischem Darmverschluss („Verwachsungsbauch“) ein operativer Ein-
griff mit anschliessender Rehabilitation (act. II 68 S. 4 f.) sowie psychiatri-
scher Behandlung ab März 2014 (act. II 79 S. 2). Nachdem die IVB weitere 
Berichte der behandelnden Ärzte und ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) sowie eine vom zuständigen Krankentaggeldversicherer bei der Be-
gutachtungsstelle D.________ in Auftrag gegebene rheumatologisch-
psychiatrische Expertise vom 20. April 2015 (act. II 101.1) eingeholt hatte, 
erteilte sie Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (act. IIA 140). 
Die von den Eingliederungsfachpersonen im entsprechenden Bericht als 
möglich erachtete Arbeitsleistung von 2 Stunden täglich (act. IIA 145 S. 2) 
beurteilte der RAD als nicht nachvollziehbar (act. IIA 149 S. 3), worauf die 
IVB die Versicherte auf dessen Empfehlung durch die Dres. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Werner 
F.________, Facharzt für Rheumatologie sowie Physikalische Medizin und 

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Rehabilitation, bidisziplinär begutachten liess (psychiatrisches Gutachten 
[act. IIA 170.1] sowie interdisziplinäre Beurteilung [act. IIA 174] vom 
30. September 2016 und rheumatologisches Gutachten [act. IIA 173.1] vom 
10. Oktober 2016). Mit Vorbescheid vom 15. Dezember 2016 (act. IIA 181) 
stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 23% die Ablehnung eines 
Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte Einwand er-
heben (act. IIA 183), woraufhin die IVB beim RAD eine Stellungnahme ein-
holte (act. IIA 188). Am 1. Mai 2017 (act. IIA 189) verfügte die IVB wie im 
Vorbescheid in Aussicht gestellt, wobei sie den Invaliditätsgrad auf 31% 
festsetzte. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecherin B.________, 
mit Eingabe vom 30. Mai 2017 Beschwerde erheben. Sie stellt den folgen-
den Antrag: 

Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 1. Mai 2017 sei aufzuheben 
und die Akten seien zu einem neuen Entscheid in der Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, verbunden mit der Anweisung, vorgängig 
den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig abzuklären und feststellen zu 
lassen;

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - 

In der Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel-
tend, der Sachverhalt sei in gastroenterologischer Hinsicht zu wenig abge-
klärt worden. Nach wie vor bestehe ein sog. Verwachsungsbauch mit 
chronischen rezidivierenden Darmverschlüssen, welche das tägliche Leben 
erheblich beeinträchtigten (S. 4 f., Ziffer 10 f.). Entgegen dem RAD-Arzt Dr. 
med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Physikalische 
Medizin und Rehabilitation sowie Tropenmedizin und Reisemedizin, hätten 
die Gutachter Dres. med. F.________ und C.________ – entsprechend 
ihrer Fachrichtung – die gastroenterologische Problematik gerade nicht in 
die Beurteilung miteinfliessen lassen (S. 5, Ziffer 12 f.). In psychiatrischer 
Hinsicht sei aufgrund der Aktenlage von einer Therapieresistenz auszuge-
hen; zumindest sei die Frage gutachterlich nicht vertieft abgeklärt worden 
(S. 7, Ziffer 19). Ferner sei eine Überschneidung der rheumatischen und 

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psychiatrischen Beschwerden nicht ersichtlich, weshalb eine bloss teiladdi-
tive Berücksichtigung der psychiatrischen und rheumatologischen Ein-
schränkungen bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit – entgegen dem 
Gutachten der Dres. med. F.________ und C.________ – nicht gerechtfer-
tigt sei (S. 8, Ziffer 20). Schliesslich seien die Ergebnisse des Arbeitstrai-
nings – insbesondere die Auswirkungen der Lymphödem-Problematik – im 
besagten Gutachten ungenügend berücksichtigt worden (S. 8 f., Ziffer 21 
ff.). 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juni 2017 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde. In der Begründung macht die Beschwerdegegnerin 
im Wesentlichen geltend, die Einschätzung von Dr. med. E.________ 
(RAD) beruhe auf einer vollständigen gastroenterologischen Befundlage, 
weshalb es insoweit keiner ergänzenden Abklärung bedürfe (S. 2, Ziffer 7). 
Sodann bestehe mit Bezug auf die rezidivierende depressive Störung mit 
gegenwärtig leicht- bzw. mittelgradiger Episode keine Therapieresistenz, 
nehme die Beschwerdeführerin doch nur alle 2-3 bzw. 3-4 Wochen thera-
peutische Behandlungen in Anspruch und habe sie die Medikation „aus 
eigenem Gutdünken“ abgesetzt. Zudem liessen die von Dr. med. 
C.________ im Gutachten festgestellten Diskrepanzen den Schluss zu, 
dass die Beschwerdeführerin aggraviere; insgesamt sei somit im Lichte der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung kein invalidisierender psychischer Ge-
sundheitsschaden erstellt (S. 3 f., Ziffer 9), weshalb auch eine Addition der 
rheumatologisch und psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeiten entfalle 
(S. 4 f.; Ziffer 11). 

Mit Replik vom 17. Juli 2017 und Duplik vom 9. August 2017 halten Be-
schwerdeführerin und -gegnerin an ihren jeweiligen Rechtsbegehren und 
Standpunkten fest. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 1. Mai 2017 (act. IIA 
189). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
präsentieren sich die medizinischen Akten im Wesentlichen wie folgt: 

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3.1.1 Im … 2011 wurde bei der Beschwerdeführerin ein Adenokarzinom 
der Zervix festgestellt. Es erfolgte eine Hysterektomie mit pelviner Lympha-
denektomie, eine Adnexektomie beidseits sowie eine paraaortale Lympha-
denektomie mit unterstützender Radio- und Chemotherapie (act. II 11 S. 5). 
Es wurde ab … 2011 eine 100%ige, ab Juli 2011 eine 50-70%ige und ab 
September 2011 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II 14.1; 21; 
27).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 19. Oktober 2011 (act. II 21) fest, der Gesundheitszu-
stand habe sich gebessert (S. 1). Es beständen keine geistigen, jedoch 
körperlichen Einschränkungen, indem die Beschwerdeführerin nach 6 
Stunden Arbeitszeit als … vermehrt Schmerzen in Bauch, Beckengürtel 
und Beinen empfinde. Auch das Lymphödem reagiere auf die stehende 
Arbeit. Insbesondere bei den Bauchdecken sammle sich ein Ödem an 
(S. 2).

Mit Bericht vom 1. Februar 2013 (act. II 51 S. 1) hielt Dr. med. G.________ 
fest, als Folge der Eingriffe leide die Beschwerdeführerin nun an einem 
Lymphödem des linken Beines. Das linke Bein schwelle häufig an und 
müsse mit entsprechender Physiotherapie wieder behandelt werden. Die 
Beschwerdeführerin wechsle deshalb den Beruf, da die bisherige rein ste-
hende Tätigkeit als … ungünstig gewesen sei. Ebenso wenig jedoch sei 
eine rein sitzende Tätigkeit sinnvoll. Deshalb seien Arbeitsstellen, an denen 
nur Bürotätigkeiten an einem festen Arbeitsplatz ausgeführt würden, eben-
falls ungünstig. Wünschbar sei eine Tätigkeit, bei der die Beschwerdeführe-
rin jede Stunde die Gelegenheit habe, aufzustehen und etwas 
herumzugehen. 

3.1.3 Mit Bericht vom 23. Mai 2013 (act. II 58 S. 2-6) hielt Dr. med. 
H.________, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Adenokarzinom der Zervix, ein 
postoperatives Lymphödem im linken Bein sowie eine depressive Anpas-
sungsstörung fest (S. 2). Ab März 2013 sei eine wechselbelastende Tätig-
keit im Umfang von 4-6 Stunden pro Tag zumutbar (S. 6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 8

3.1.4 Vom 14. bis 19. August 2013 war die Beschwerdeführerin auf-
grund eines Dünndarmileus hospitalisiert (act. II 64 S. 4), wobei eine kon-
servative Behandlung erfolgte (act. II 68 S. 4). 

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ hielt im ärztlichen Bericht vom 
8. November 2013 (act. II 63 S. 2 f.) fest, es bestehe eine allgemein ver-
minderte Belastbarkeit, eine erhöhte Ermüdbarkeit sowie Beschwerden 
wegen Anschwellen des linken Beines beim längeren Stehen. Eine körper-
lich leichte Arbeit mit Gewichten bis zu 10kg sei zumutbar. Die Tätigkeit 
sollte wechselbelastend sein, mit möglichst freier Positionswahl. Ein Pen-
sum von mindestens 6 Stunden pro Tag, 5 Tage pro Woche, sei ohne Leis-
tungseinschränkung zumutbar. Eine Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes habe sich seit März 2013 nicht eingestellt (S. 3). 

3.1.6 Am … 2013 erfolgte eine ausgedehnte Adhäsiolyse bei breitflächi-
gen Adhäsionen. In der Folge war die Beschwerdeführerin vom … bis … 
zwecks Rehabilitation stationär hospitalisiert. Im entsprechenden Austritts-
bericht des … vom 28. Januar 2014 (act. II 68 S. 4 f.) wurde festgehalten, 
die Rehabilitation habe sich erfreulich gestaltet und die Beschwerdeführerin 
habe ihre Leistungsfähigkeit deutlich steigern können (S. 5).

3.1.7 Ab März 2014 erfolgte eine ambulante psychiatrische Behandlung 
durch das Spital I.________. Im Bericht vom 14. August 2014 (act. II 79 S. 
2 ff.) wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine „An-
passungsstörung, längere depressive Episode, ICD-10 F43.21, auf dem 
Hintergrund einer veränderten sozialen Situation durch ungenügende fami-
liäre Unterstützung, ICD-10 Z63.2, bei einer bösartigen Neubildung in der 
Eigenanamnese, ICD-10 Z85“ festgehalten (S. 2). Die Prognose hänge 
stark von der körperlichen Befindlichkeit der Beschwerdeführerin ab (S. 4). 
Es beständen körperliche Einschränkungen aufgrund der somatischen Er-
krankungen (Zustand nach mehreren Operationen; Lymphflussstau im lin-
ken Bein und im Bauch, Verwachsungen im Bauchraum mit 
einhergehenden Darmilei); sodann verfüge die Beschwerdeführerin über 
eine eingeschränkte Stresstoleranz. Es bestehe seit dem 31. März 2014 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 5).

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3.1.8 Vom …. bis …. 2014 war die Beschwerdeführerin aufgrund eines 
erneuten Dünndarmileus hospitalisiert (act. II 83 S. 7). Die Behandlung 
erfolgte konservativ (S. 8).

3.1.9 Dr. med. E.________ (RAD) hielt im ärztlichen Bericht vom 
11. September 2014 (act. II 81 S. 2 ff.) fest, der Beruf als … könne nicht 
mehr zugemutet werden. Dies gelte seit dem 13. August 2013. Seit dem 
29. März 2011 sei diese Tätigkeit noch mit 6 Stunden täglich zumutbar ge-
wesen, mit der Einschränkung, dass nur Lasten bis 10kg hätten gehoben 
und getragen werden müssen. Eine angepasste Tätigkeit sei bei einem 
Pensum von 6 Stunden täglich ohne Leistungseinschränkung zumutbar. 
Dies gelte seit dem 29. März 2011. Zu beachten seien Perioden mit voller 
Arbeitsunfähigkeit wegen schwerer Krankheit, Operationen, etc. Aktuell 
betrage die Arbeitsunfähigkeit 100% seit dem 14. August 2013, wegen 
lleus, Abmagerung, Operation und psychischen Problemen. Nach einer 
Steigerungsphase von 3-4 Stunden täglich sollte innerhalb von 1-3 Mona-
ten ein Pensum von 6 Stunden erreicht werden. Eine somatische Begut-
achtung sei nicht notwendig, da eine angepasste Tätigkeit auf Grund des 
Beschwerdebildes gut formuliert werden könne und da der weitere Verlauf 
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht absehbar sei, auch nicht von 
einem Gutachter. Somit hänge die Realisierung des Zumutbarkeitsprofils 
davon ab, ob noch weitere Komplikationen dazu kämen oder ob sich die 
Situation mit dem Verwachsungsbauch stabilisiere (S. 3). Falls sich weitere 
Komplikationen einstellten, müsse die Zumutbarkeit einer beruflichen 
Tätigkeit neu beurteilt werden (S. 4). 

3.1.10 Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
berichtete am 26. September 2014 (act. II 83 S. 1-6), die Beschwerdeführe-
rin habe beim langen Stehen und Sitzen immer wieder Schmerzen im Bein 
mit starker Schwellung und sei vor allem in stressigen Situationen sehr 
erschöpft; auch sei die Konzentrationsfähigkeit deutlich schlechter gewor-
den. Die bisherige Tätigkeit als … sei nicht mehr zumutbar. Mit der Wie-
deraufnahme einer Tätigkeit im Umfang von 20% könne im November 2014 
gerechnet werden (S. 3). 

3.1.11 Mit ärztlichem Bericht vom 16. Januar 2015 (act. II 94 S. 2 f.) hielt 
der RAD-Arzt Dr. med. E.________ fest, aktuell scheine das Pensum von 4 

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Stunden täglich, 5 Tage die Woche, mit normaler Leistung, das „Optimum 
des Erreichbaren“ zu sein. Eine Steigerung auf 6 Stunden sei nicht mög-
lich, da die Beschwerdeführerin nicht beschwerdefrei sei und wegen des 
Untergewichts und der Mangelernährung sowie den Problemen mit dem 
Verwachsungsbauch an erhöhter Ermüdbarkeit und verminderter Belast-
barkeit leide (S. 2). 

3.1.12 Im Gutachten der Begutachtungsstelle D.________ vom 20. April 
2015 (act. II 101.1) wurden im Wesentlichen die folgenden Diagnosen fest-
gehalten (S. 39 f.): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

Anhaltende schwere psychophysische Erschöpfung bei: 
• Status nach Adenokarzinom der Zervix
• Mindestens mittelgradiger, eher schwerer depressiver Episode, ohne 

psychotische Symptome (ICD-10 F32.1/F32.2) bei primären Belas-
tungen aufgrund der limitierenden somatischen Erkrankung

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Radiologisch beginnende Coxarthrose links
• Unverträglichkeit betreffend verschiedener NSAR und Tramal
• Anfang 2000: Dreimalige Operationen bei wiederholten OSG-

Distorsionen
• Januar 2011: Vordere Kreuzbandruptur links mit kleiner, begleitender 

Spongiosafraktur an der latero-dorsalen Tibia

In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin müs-
se ausgehend von der medizinischen Vorgeschichte, d.h. basierend auf der 
Tatsache, dass sie seit April 2010 mehreren, z.T. komplikationsreichen 
operativen Eingriffen unterzogen worden sei, darüber hinaus wiederholte 
Phasen mit Subileus aufgewiesen habe, ferner unter anderem unter rele-
vanten, behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden gelitten habe 
und zumindest vor dem letzten Eingriff vom Dezember 2013 sich in einem 
bedenklichen Ernährungs- und Allgemeinzustand befunden habe, als 
Hochrisikopatientin für verzögerte Erholung und Erreichung der Funktions-
fähigkeit vor dem Hintergrund der somatischen Pathologien betrachtet wer-
den. Zudem bestehe eine chronische Schmerzsituation, welche 
multifaktoriell, jedoch primär vor dem Hintergrund von somatischen Fakto-
ren entstanden sei und welche die Funktionsfähigkeit und die Reintegration 
der Beschwerdeführerin relevant beeinträchtige (S. 38). 

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Die bisherige Tätigkeit als … sei nicht mehr zumutbar (S. 42 und 46). Sit-
zende bzw. körperlich leicht belastende Tätigkeiten seien nach Erreichung 
der psychischen Stabilität im Sinne einer stufenweisen Reintegration 
schliesslich mit einem 100%-igen Pensum (abhängig von der Besserung 
der psychischen Störung) zumutbar (S. 43 und 46). 

3.1.13 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ führte am 12. Mai 2015 aus 
(act. II 102), das Gutachten könne nicht überzeugen. Weder ein Internist, 
ein Gastroenterologe noch ein Gynäkologe habe Stellung genommen. Die 
psychiatrische Diagnose „psychophysischer Erschöpfungszustand“ sei 
zwar verständlich, könne aber so nicht codiert werden und entspreche kei-
ner anerkannten psychiatrischen Diagnose. Unklar sei auch die Aussage 
zur Arbeitsfähigkeit (S. 1).

Mit ärztlichem Bericht vom 1. Juli 2015 (act. IIA 111 S. 3) hielt er dann hin-
gegen fest, die Beschwerdegegnerin könne sich auf das Gutachten der 
Begutachtungsstelle D.________ abstützen. Demnach sei die Tätigkeit als 
… nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei mit vollem Pensum 
bei rezidivfreiem Verlauf des Zervixkarzinoms nach erfolgreicher psychiatri-
scher Behandlung zu 100% zumutbar.

3.1.14 Dr. med. Markus K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, hielt im Bericht vom 24. August 2015 (act. IIA 120) als Dia-
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive 
Episode (ICD-10 F32.1) sowie einen ausgedehnten Verwachsungsbauch 
im Rahmen von wiederholten abdominellen Eingriffen nach einem Ade-
nokarzinom der Zervix fest (S. 1). Die Behandlung habe am … 2015 be-
gonnen und erfolge alle 14 Tage in Form einer ambulanten integrierten 
psychiatrischen Therapie; eine psychiatrische Medikation erfolge aktuell 
nicht. Durch den ausgedehnten Verwachsungsbauch und das chronische 
Lymphödem beständen chronische Schmerzen, namentlich beim Tragen 
von schweren Gewichten oder bei längeren Tätigkeiten im Stehen. Ferner 
beständen Konzentrationsschwierigkeiten, Kraftlosigkeit, leichte Erschöpf-
barkeit und Stressintoleranz (S. 2). 

Mit Bericht vom 14. Februar 2016 (act. IIA 144 S. 2 f.) hielt Dr. med. 
K.________ fest, der Verlauf sei stationär. Der Arbeitsversuch im Rahmen 

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des Belastbarkeitstrainings (vgl. act. IIA 145) sei abgebrochen worden. Es 
seien nur noch sehr leichte Tätigkeiten in stressfreier Umgebung von 2-2,5 
Stunden pro Tag zumutbar (S. 3). 

3.1.15 Dr. med. J.________ berichtete am 4. März 2016 (act. IIA 147), 
die Beschwerdeführerin könne aufgrund des Lymphödems nicht länger als 
2 Stunden pro Tag arbeiten (S. 3).

3.1.16 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ hielt im ärztlichen Bericht vom 
14. März 2016 (act. IIA 149 S. 3) fest, die von der Hausärztin (Dr. med. 
J.________) und vom behandelnden Psychiater (Dr. med. K.________) 
attestierte geringe Arbeitsleistung könne objektiv nicht nachvollzogen wer-
den, weshalb eine Begutachtung erforderlich sei. 

3.1.17 Vom … bis …. 2016 erfolgte im Rahmen einer stationären Hospi-
talisierung aufgrund einer störenden Narbe nach medialer Laparatomie 
sowie einer chronischen Subileus-Symptomatik ein weiterer operativer Ein-
griff (act. IIA 173.2).

3.1.18 Im bidisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten der 
Dres. med. F.________ und C.________ wurden im Wesentlichen die fol-
genden Diagnosen festgehalten (act. IIA 173.1 S. 38 ff.): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Lymphödem an beiden Beinen, aktuell vor allem links
• Adenokarzinom der Zervix 
• Rezidivierender Dünndarmileus bei Verwachsungsbauch
• Rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episo-

de

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Status nach mehreren Operationen am rechten Unterschenkel wegen 
Knochenzysten und Neurombildung nach 1990

• Status nach Sectio caesarea
• Vordere Kreuzbandruptur, bestehend seit 3. Januar 2011
• Status nach Sehnenoperationen an den Handgelenken beidseits, bei Fi-

brose nach Schwangerschaft, aktenanamnestisch
• Medikamenten-Allergien
• Substitution mit Vitamin B12, Vitamin D und Zink
• Hypermobilität
• Verdacht auf Dysfunktion des Beckenringes und des linken Iliosakralge-

lenkes
• Muskeldekonditionierung und Dysbalance

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• Aktenanamnestisch Status nach Lupus erythomatodes mit 20 Jahren, ak-
tuell diesbezüglich klinisch unauffällig

• Akzentuierte Persönlichkeitszüge 

Dr. med. F.________ hielt fest (act. IIA 173.1), aus rein rheumatologischer 
Sicht liege am Bewegungsapparat keine relevante Pathologie vor. Rein 
rheumatologisch imponiere vordergründig das Bild einer Schmerzstörung 
am linken Bein. Allerdings sei zu betonen, dass wegen der Lymphstauung 
am linken Bein eine sitzende Tätigkeit nicht zumutbar sei. Zwecks Abpum-
pen der Lymphe im linken Bein benötige die Beschwerdeführerin Bewe-
gung, bei gleichzeitigem Tragen von hohen Kompressionsstrümpfen. Sie 
sollte auch die Möglichkeit haben, mehr Pausen machen zu können, um 
das Bein hoch zu lagern. Dann benötige sie zweimal wöchentlich Zeit, um 
die Lymphdrainagemassage besuchen zu können. Das zumutbare Arbeits-
pensum, bei voller Leistungsfähigkeit liege bei 70%, unter der Vorausset-
zung, dass die Arbeit adaptiert sei. Es sollte sich dabei um eine leichte 
Arbeit mit Wechselbelastung handeln, wo die Möglichkeit bestehe, sich 
zwischendurch bewegen zu können, wie auch das Bein zwischendurch 
hoch zu lagern. Die bisherige Tätigkeit als … sei seit Januar 2011 nicht 
mehr zumutbar (S. 46).

In der Diskussion und versicherungsmedizinischen Würdigung (act. IIA 
170.1) hielt der psychiatrische Gutachter Dr. med. C.________ fest, auf-
grund der Beschwerden von Seiten der rezidivierenden depressiven 
Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode, insbesondere der schnel-
leren Ermüdbarkeit, der oft bedrückten Stimmung, einer gewissen Verlang-
samung des Arbeitstempos, der Stressintoleranz sowie der 
Versagensängste und der zeitweiligen Schweissausbrüche, lasse sich eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten wie 
auch in einer alternativen Tätigkeit von 20% begründen; dabei sei eine ge-
wisse gleichzeitige Verminderung der Leistungsfähigkeit mitberücksichtigt. 
Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe aus rein psychiatrischer 
Sicht seit der Diagnosestellung und der Behandlung des Zervixkarzinoms 
im Jahre 2011 Gültigkeit. Dabei handle es sich um eine gemittelte Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%, zwischendurch sei es auch zu 
einer vorübergehenden Verbesserung und zeitweise auch zu einer vorü-
bergehenden Verschlechterung der Beschwerden gekommen (S. 18). Als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 14

Ursache der depressiven Störung sei einerseits das im Jahre 2011 dia-
gnostizierte und behandelte Zervixkarzinom und andererseits die unter an-
derem damit in Zusammenhang stehenden abdominalen Verwachsungen 
und Komplikationen, respektive der deswegen bis heute erfolgten fünf ope-
rativen Eingriffe, zu nennen. Darüber hinaus seien in ursächlicher Hinsicht 
auch die intermittierend auftretenden Schmerzen insbesondere im Zusam-
menhang mit dem Lymphödem im linken Bein zu erwähnen (S. 16).

Interdisziplinär bzw. gesamtmedizinisch sei teiladditiv von einer Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit von maximal 40% auszugehen (act. IIA 174). 

3.1.19 In der Stellungnahme vom 28. März 2017 (act. IIA 188) hielt der 
RAD-Arzt Dr. med. E.________ zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, 
im Gutachten fehle eine gastroenterologische Beurteilung (act. IIA 183 S. 
3), fest, aufgrund der vorliegenden Arztberichte und der auch kürzlich er-
folgten zahlreichen Abklärungen auf gastroenterologischem Gebiet könne 
jeder somatisch orientierte Arzt die daraus folgenden Einschränkungen und 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beurteilen. Die aus somatischen 
Gründen bedingte Reduktion der Erwerbsfähigkeit um 30% resultiere unter 
anderem auch aus dem vermehrten Pausenbedarf bei Bauchbeschwerden. 
Eine darüber hinausgehende stärkere Einschränkung der Erwerbsfähigkeit 
könne gemäss dem Gutachter nicht attestiert werden, was nachvollziehbar 
sei. Fachspezifische weitere Abklärungen auf gastroenterologischem Ge-
biet könnten nicht empfohlen werden, da die medizinische Situation auf-
grund fachärztlicher Berichte gut eingeschätzt werden könne. Insgesamt 
könne auf das im Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil abgestellt wer-
den (act. IIA 188 S. 3). 

3.2

3.2.1 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten respektive der 
Parteien zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 15

etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 
Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie 
namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit einer versicherten 
Person, auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Februar 2017, 
8C_344/2016, E. 2.1).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.3 Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen 
Verfügung vom 1. Mai 2017 (act. IIA 189) einen Anspruch auf eine 
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 31%. Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrades stützte sie sich auf das bidisziplinäre rheumatologisch-
psychiatrische Gutachten der Dres. med. F.________ und C.________ 
(act. IIA 173.1, 170.1; 174) sowie die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. 
med. E.________ vom 28. März 2017 ab (act. IIA 188). Dabei ist unter den 
Parteien unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten 
Tätigkeit als … dauerhaft eingeschränkt ist. Uneinigkeit besteht 
demgegenüber hinsichtlich der Frage der Restarbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit. 

3.4 Die Beschwerdeführerin beanstandet, die Beschwerdegegnerin 
habe das Problem der chronischen rezidivierenden Darmverschlüsse zu 
wenig berücksichtigt bzw. der Sachverhalt erweise sich in 
gastroenterologischer Hinsicht als ungenügend abgeklärt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 16

3.4.1 Nach der Aktenlage steht fest, dass die Beschwerdeführerin 
während des gesamten Beurteilungszeitraums bis zum Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 1. Mai 2017 insbesondere an 
Bauchschmerzen litt und diesbezüglich aufgrund mehrerer 
Dünndarmverschlüsse wiederholt – zuletzt im … 2016 – Hospitalisierungen 
mit operativen Eingriffen notwendig waren (act. II 64 S. 4; 68 S. 4 f.; 83 S. 
7; act. IIA 173.2). Die Beschwerdeführerin gab im Rahmen der 
rheumatologischen Begutachtung durch Dr. med. F.________ denn auch 
an, das „grosse Problem“ seien die Schmerzen im Oberbauch (act. IIA 
173.1 S. 24). Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ korrigierte im Verlauf der 
sachverhaltlichen Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin 
insbesondere aufgrund der Situation mit dem Verwachsungsbauch und der 
wiederholten Darmverschlüsse sowie der damit einhergehenden 
Komplikationen das zumutbare Leistungsvermögen nach unten (vgl. act. II 
63 S. 3; 81 S. 3; 94 S. 2). Der Gutachter Dr. med. F.________ listete die 
rezidivierenden Dünndarmilei bei Verwachsungsbauch unter den 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. IIA 173.1 
S. 38), hielt jedoch weiter fest, um die Bauchschmerzen als Gutachter zu 
beurteilen, habe er nicht die nötige fachliche Kompetenz; es erscheine 
jedoch nachvollziehbar, dass nach so vielen operativen Eingriffen mit 
narbigen Veränderungen dadurch schmerzhafte Motilitätsstörungen mit 
rezidivierendem Dünndarmileus entstehen könnten. Möglicherweise 
spielten bei diesen klar ausgewiesenen mechanischen Bauchschmerzen 
zusätzlich noch funktionelle Beschwerden im Sinne eines Colon irritabile 
eine Rolle (vgl. S. 35). 

Unter diesen Umständen erweist sich die Kritik der Beschwerdeführerin als 
berechtigt: Dr. med. F.________ verfügt weder über den Facharzttitel des 
Gastroenterologen noch über jenen des Chirurgen. Konsequenterweise hat 
er selber auf seine fehlende fachärztliche Kompetenz hingewiesen, zur 
Frage Stellung zu nehmen, ob und wenn ja in welchem Ausmass die von 
der Beschwerdeführerin geltend gemachten – seiner Auffassung nach im 
Übrigen klar ausgewiesenen – Bauchschmerzen funktionelle 
Einschränkungen mit Bezug auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zeitigen. 
Dass im Rahmen dieser Begutachtung in somatischer Hinsicht (erneut) 
allein eine rheumatologische Untersuchung erfolgte, erstaunt denn auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 17

insofern, als bereits im Vorfeld der Begutachtung in der 
Begutachtungsstelle D.________ dasselbe Vorgehen seitens der 
damaligen Gutachter kritisiert und geltend gemacht wurde, es erscheine 
fraglich, inwieweit die Rheumatologie wesentlich zur Klärung der 
gesundheitlichen Probleme und der daraus resultierenden möglichen 
Folgen für die Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin beitragen könne 
(vgl. act. II 100 S. 2). Der RAD hat das Gutachten nach dessen Vorliegen 
denn auch (zunächst) als nicht verwertbar erklärt (vgl. act. II 102). 

Indem im Lichte der medizinischen Aktenlage sowohl der 
Verwachsungsbauch als auch die rezidivierenden Dünndarmilei die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (seit jeher) potentiell 
einschränken, das bidisziplinäre Gutachten der Dres. med. F.________ 
und C.________ eine entsprechende fachärztliche Einschätzung jedoch 
nicht bieten kann – worauf der Gutachter lege artis hingewiesen hat –, ist 
die Expertise in somatischer Hinsicht für die streitigen Belange nicht 
umfassend und somit nicht beweiswertig (vgl. E. 3.2.2 vorne). Zu klären 
bleibt, ob eine Beurteilung in Kombination mit oder allein gestützt auf die 
weiteren Arztberichte möglich ist. Auch dies ist zu verneinen: 

3.4.2 Nachdem die Beschwerdeführerin bereits im 
Vorbescheidverfahren eine ungenügende Abklärung in 
gastroenterologischer Hinsicht geltend gemacht hatte (vgl. act. IIA 183 S. 
3), holte die Beschwerdegegnerin beim RAD-Arzt Dr. med. E.________ 
eine Stellungnahme ein. Soweit er darin postuliert, aufgrund der 
zahlreichen Abklärungen auf gastroenterologischem Gebiet könne jeder 
somatisch orientierte Arzt die daraus resultierende Arbeitsfähigkeit 
beurteilen (vgl. act. IIA 188 S. 3), steht dies in Widerspruch zu seiner 
bereits erwähnten – an sich berechtigten (vgl. E. 3.4.1 vorne) – Kritik vom 
12. Mai 2015 (act. II 102 S. 1) am Gutachten der Begutachtungsstelle 
D.________ (act. II 101.1), mit welcher Dr. med. E.________ damals 
geltend machte, die Expertise vermöge nicht zu überzeugen, da weder ein 
Internist, ein Gastroenterologe noch ein Gynäkologe Stellung genommen 
habe. Dass er sich im ärztlichen Bericht vom 1. Juli 2015 (act. IIA 111 S. 3) 
auf den gegenteiligen Standpunkt stellte, wonach auf das Gutachten der 
Begutachtungsstelle D.________ abgestellt werden könne, ändert an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 18

diesem Widerspruch nichts, begründete Dr. med. E.________ doch nicht 
weiter, warum nunmehr und entgegen seiner ursprünglichen Auffassung 
auf die als notwendig erachteten fachärztlichen Abklärungen verzichtet 
werden könnte. Sodann lässt sich seine Einschätzung, wonach die von den 
Gutachtern attestierte Reduktion der Erwerbsfähigkeit um 30% auch aus 
dem vermehrten Pausenbedarf wegen der Bauchschmerzen resultiere, 
aufgrund des Gutachtens von Dr. med. F.________ nicht nachvollziehen: 
Wie in E. 3.4.1 vorne dargelegt, hat der Rheumatologe explizit gerade 
keine gutachterliche Beurteilung der Bauchschmerzen vorgenommen. Die 
70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit begründete er 
ausschliesslich mit der Lymphstauung im linken Bein (vgl. act. IIA 173.1 S. 
46); eine gastroenterologische bzw. chirurgische Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit fand nach dem Dargelegten nicht statt. Unter diesen 
Umständen überzeugt die Einschätzung von Dr. med. E.________, welcher 
seinerseits nicht über die entsprechenden Facharzttitel verfügt, nicht und 
sie lässt sich auch nicht anhand der übrigen im Recht liegenden Akten – 
namentlich auch nicht gestützt auf das Gutachten der Begutachtungsstelle 
D.________ vom 20. April 2015 (act. II 101.1) – hinreichend 
nachvollziehen, liegt doch Letzterem ebenso wenig eine 
gastroenterologische bzw. chirurgische Untersuchung zugrunde. Zudem 
fehlt im nämlichen Gutachten eine hinreichend klare Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit. Ergeben die 
Akten somit kein vollständiges Bild hinsichtlich des (fach)medizinischen 
Sachverhalts, kann auf die gestützt darauf erfolgte (rein aktenmässige) 
Beurteilung des RAD-Arztes nicht abgestellt werden.

3.4.3 Ferner erlauben auch die Ergebnisse des vom 9. November 2015 
bis 7. Februar 2016 durchgeführten Belastbarkeitstrainings keine 
zuverlässige Beurteilung: Zwar ist nach der Rechtsprechung den 
Erkenntnissen der Eingliederungsfachpersonen im Rahmen von beruflichen 
Abklärungen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
eine gewisse Aussagekraft zuzuerkennen. Solche Berichte basieren in der 
Regel jedoch nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern 
auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in erster Linie die von ihnen 
erhobene, subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben. 
Die Frage nach der Ursache von Beschwerden und der daraus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 19

resultierenden Einschränkungen lässt sich gestützt darauf nicht restlos 
beantworten (vgl. Entscheid des BGer vom 16. März 2017, 9C_646/2016, 
E. 4.2.2). Vorliegend verhält es sich nicht anders, basiert die Einschätzung 
der Eingliederungsfachpersonen, wonach allein eine Tätigkeit von 2 
Stunden täglich möglich sei (vgl. act. IIA 145 S. 2), auf dem tatsächlich 
gezeigten und nicht dem medizinisch zumutbarerweise möglichen, 
invalidenversicherungsrechtlich allein massgebenden Leistungsniveau. 
Soweit die behandelnden Ärzte die Einschätzungen der 
Eingliederungsfachpersonen auch ihren Beurteilungen zu eigen machten 
(vgl. act. IIA 144 S. 3; 147 S. 3), kann dem deshalb – wie Dr. med. 
E.________ im ärztlichen Bericht vom 14. März 2016 insoweit 
überzeugend festhielt (act. IIA 149) – nicht gefolgt werden. 

3.5 Mit Blick auf die bereits aus somatischer Sicht notwendigen 
Abklärungen ist schliesslich in psychischer Hinsicht auf das Folgende 
hinzuweisen: Im psychiatrischen Gutachten vom 30. September 2016 (act. 
IIA 170.1) diagnostizierte Dr. med. C.________ eine rezidivierende 
depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode und attestierte 
eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten wie auch in 
einer den Leiden angepassten Tätigkeit (S. 24). Die Beschwerdegegnerin 
stellt sich auf den Standpunkt, mit Bezug auf die depressive Störung liege 
keine Therapieresistenz vor, weshalb eine psychisch bedingte Invalidität im 
Rechtssinne nicht erstellt sei. Zudem macht sie in der Beschwerdeantwort 
geltend, es liege eine Aggravation vor, welche gleichermassen das 
Ausserachtlassen der psychiatrisch attestierten Einschränkung rechtfertige. 

3.5.1 Nach der Rechtsprechung wird bei leichten bis mittelschweren 
Störungen aus dem depressiven Formenkreis, seien sie im Auftreten 
rezidivierend oder episodisch, grundsätzlich angenommen, dass – 
aufgrund der nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung regelmässig guten 
Therapierbarkeit – hieraus keine invalidenversicherungsrechtlich relevante 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert. Dementsprechend fehlt es 
leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen, solange sie 
therapeutisch angehbar sind, an einem hinreichenden Schweregrad der 
Störung, um diese als invalidisierend anzusehen (vgl. Entscheid des BGer 
vom 6. Juli 2017, 8C_222/2017, E. 5.2). Diese Rechtsprechung gilt jedoch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 20

nicht absolut: So kann auch eine leichte depressive Episode im Einzelfall 
die Arbeitsfähigkeit unter anderem dann erheblich beeinträchtigen, wenn 
sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa einer ernsthaften 
Persönlichkeitsstörung – auftritt (Entscheid des BGer vom 4. August 2017, 
8C_35/2017, E. 3.1 f.). Gleiches muss dann gelten, wenn sich eine 
psychische Störung bzw. eine (leichte) Depression auf dem Boden einer 
schweren somatischen Krankheit entwickelt hat und Letztere die 
Therapierbarkeit des psychischen Leidens erschwert oder gar 
verunmöglicht.

3.5.2 Sowohl Dr. med. C.________ wie auch die Gutachter der 
Begutachtungsstelle D.________ verorteten die Ursache der 
rezidivierenden depressiven Störung im Wesentlichen im durchgemachten 
Adenokarzinom der Zervix sowie in den damit einhergehenden 
Komplikationen und diversen operativen Eingriffen (vgl. act. II 101.1 S. 38; 
act. IIA 170.1 S. 16). Aufgrund der Akten steht zwar fest, dass die Be-
schwerdeführerin allein eine niederschwellige Therapie für die Behandlung 
der als aktuell leicht eingestuften Depression in Anspruch nimmt (vgl. act. 
IIA 120 S. 2; 170.1 S. 17). Allerdings hielt Dr. med. C.________ im Gutach-
ten fest, von einer Vernachlässigung oder Nichtinanspruchnahme thera-
peutischer Optionen könne nicht ausgegangen werden (S. 24); gleichzeitig 
postulierte er, dass die Weiterführung der Gesprächsbehandlung sowie – 
darüber hinaus – die Verordnung eines Antidepressivums zu empfehlen sei 
und hiervon eine Stabilisierung und auch eine Verbesserung des psychi-
schen Gesundheitszustandes erwartet werden könne (S. 20). 

Zur Frage, inwieweit hiervon bzw. vor dem Hintergrund der somatischen 
Problematik eine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes zu 
erwarten ist, äussert sich der Gutachter Dr. med. C.________ nicht in einer 
den beweismässigen Anforderungen genügenden Weise. Soweit die Be-
schwerdegegnerin deshalb gestützt auf dessen allein monodisziplinäre 
Einschätzung unter Hinweis auf die fehlende Therapieresistenz des psychi-
schen Leidens die rechtliche Relevanz der aktuell leichtgradigen depressi-
ven Episode verneint hat, lässt sich dieser Schluss aufgrund der 
vorliegenden medizinischen Akten – insbesondere auch in Anbetracht der 
in somatischer Hinsicht nicht hinreichenden Entscheidgrundlagen – nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 21

zuverlässig ziehen. Damit bedarf auch die Frage nach der Therapierbarkeit 
des psychischen Leidens weiterer Abklärung. 

3.6 Indem die Beschwerdegegnerin entscheidwesentlich auf die den 
beweismässigen Anforderungen (vgl. E. 3.2.2 vorne) nicht genügenden, 
allein bidisziplinären Abklärungen der Dres. med. F.________ und 
C.________ (act. IIA 173.1; 170.1; 174) sowie die bloss auf den Akten 
basierenden Einschätzungen des RAD-Arztes Dr. med. E.________ in der 
Stellungnahme vom 28. März 2017 (act. IIA 188 S. 3) abgestellt und auf 
weitere Abklärungen verzichtet hat, verletzte sie den 
Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 3.2.1 vorne). Die medizinischen Berichte 
erweisen sich demnach vorab hinsichtlich der Frage, ob und wenn ja 
inwieweit die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 
Bauchbeschwerden das funktionelle Leistungsvermögen beeinflussen, als 
unvollständig. In psychischer Hinsicht wird insbesondere unter dem Aspekt 
der Therapierbarkeit abzuklären sein, ob und wenn ja inwieweit eine 
(medikamentöse) Behandlung vor dem Hintergrund der somatischen 
Problematik möglich und im Hinblick auf eine Verbesserung des 
Gesundheitszustandes zielführend ist. Mithin bedarf der Sachverhalt 
weiterer medizinischer Abklärung in Form eines polydisziplinären 
Gutachtens, wobei nach Vervollständigung der medizinischen Akten 
insbesondere die gastroenterologische, chirurgische, onkologische, 
psychiatrische und – mit Blick auf die in der Vergangenheit stattgehabten 
diversen Verletzungen am Bewegungsapparat (vgl. act. II 101.1 S. 40; 
173.1 S. 39 f.) – die orthopädische (oder rheumatologische) Fachrichtung 
zu berücksichtigen sein wird. 

3.7 Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfü-
gung vom 1. Mai 2017 aufzuheben und die Sache antragsgemäss an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu ver-
füge. 

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 22

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit am 18. Juli 2017 eingereichter und nicht zu beanstandender 
Kostennote hat Fürsprecherin B.________ ein Honorar von Fr. 3‘000.-- (12 
Stunden à Fr. 250.--), Auslagen von Fr. 62.-- und die Mehrwertsteuer 
(MWSt) von Fr. 244.95 geltend gemacht. Der gesamte Parteikostenersatz 
wird somit auf Fr. 3‘306.95 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 23

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 1. Mai 2017 aufgehoben und die Akten werden an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Rentenan-
spruch neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘306.95 (inkl. Auslagen und MWSt), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2017, IV/17/521, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.