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**Case Identifier:** 29d05264-d122-5388-8dd7-62bbeb32d451
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.08.2017 200 2017 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-144_2017-08-21.pdf

## Full Text

200 17 144 IV
KOJ/ABE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. August 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/144, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1994 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte …, meldete sich im Juni 2016 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche-
rung an; dabei verwies sie auf einen Bandscheibenvorfall und auf eine Ar-
beitsunfähigkeit, welche vom 21. Januar bis 31. März 2016 gedauert habe 
(Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB klärte die erwerblichen und medizinischen 
Verhältnisse ab und gewährte – nachdem der Regionale Ärztliche Dienst 
(RAD) zum Schluss gekommen war, dass die bisherige Tätigkeit weiterhin 
zumutbar sei (AB 19/2) – zur Erhöhung der Chancen auf eine neue Stelle 
in der zweisprachigen Wohnregion der Beschwerdeführerin (vgl. IV-
Protokoll [Eintrag vom 28. September 2016]) Frühinterventionsmassnah-
men in Form eines Französischkurses (AB 22, 26). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 27 ff.) verneinte die IVB alsdann einen Anspruch 
auf Leistungen der Invalidenversicherung, da kein die Arbeits- resp. die 
Erwerbsfähigkeit beeinflussender, langandauernder, d.h. invalidisierender 
Gesundheitsschaden vorliege (Verfügung vom 11. Januar 2017 [AB 35]).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, am 
7. Februar 2017 Beschwerde. Sie beantragt die kostenfällige Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung gesetzlicher Leistungen; 
eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zur 
Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, der medizinische 
Sachverhalt sei im Zeitpunkt der Verfügung unzureichend abgeklärt gewe-
sen. Mit dem kurz nach Verfügungserlass verfassten Bericht vom 23. Ja-
nuar 2017 des behandelnden Rheumatologen sei nunmehr erstellt, dass 
die Voraussetzungen für eine Umschulung erfüllt seien.

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Mit Beschwerdeantwort vom 8. März 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin unter Verweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 26. Februar 
2017 (in den Gerichtsakten) die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 31. März 2017 und Duplik vom 26. April 2017 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Januar 2017 
(AB 35). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c).

2.3 Anspruch auf Umschulung besteht, wenn diese infolge Invalidität 
notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten 
oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Als invalid im Sinne von 
Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesund-
heitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der 
bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht. Dabei 
muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; 
nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die versicherte Person in 

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den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbs-
tätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse 
von etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt 
(BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 
24 S. 74 E. 4).

2.4 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Med. pract. C.________, Facharzt für Neurochirurgie, nannte im 
Sprechstundenbericht vom 23. Februar 2016 (AB 16/2) folgende Diagnose: 
Subakutes Low back pain-Syndrom rechtsbetont bei degenerativer Disko-
pathie LWK4/5 und LWK5/SWK1. Bei der jungen Patientin beständen seit 
wenigen Wochen persistierende lumbale Schmerzen rechtsbetont ohne 
Ausstrahlung in die untere Extremität. Anamnestisch sei ein „…unfall vor 
einigen Jahren“ zu eruieren, woraufhin sich offenbar immer wieder
rezidivierende Lumbalgien mit spontaner Rückbildung entwickelt hätten. In 
der Freizeit sei die Patientin sehr sportlich und betreibe … als Kampfsport. 
Er habe ihr Physiotherapie zur Konditionierung der Rumpf- und Rücken-
muskulatur verschrieben und eine „Verlängerung der AUF angeboten“. Bei 
persistierenden Beschwerden könnten infiltrative Massnahmen getroffen 
werden.

3.1.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Rheumatologie und für Allge-
meine Innere Medizin, erwähnte im Bericht vom 26. Oktober 2016 (AB 
30/2) folgende Diagnosen:

• Chronisches lumbospondylogenes Syndrom links ausgeprägter als rechts mit/bei 
leichter Beckenverwringung nach rechts-vorne und gleichsinniger rechts-konvexer 
moderater Torsionsskoliose der LWS mit einem Cobb‘schen Winkel von 13°, 
Chondrose bis Osteochondrose mit medialer Diskusprotrusion L5/S1 ausgeprägter 
als L4/5, segmentale Dysfunktionen L3 bis S1, moderate intramuskuläre Dysbalan-
ce und isometr. Kraftniveau Übergang mittleres/unteres Drittel des Normbereichs 
der LE

• Biopsychosoziale Problematik mit lang dauernder Arbeitsunfähigkeit und Kündi-
gung der bisherigen Anstellung auf den 31. Juli 2016

Die therapieresistenten chronischen lumbosacralen Beschwerden mit in-
termittierenden Ausstrahlungen in den linken Oberschenkel, bei starken 
Schmerzen auch mit Ausstrahlung paravertebral bis gegen den cervico-
thorakalen Übergang, müssten mechanisch-dynamisch gemäss der ge-
nannten Diagnostik erklärt werden. Radikuläre Irritations- oder 
Kompressionszeichen fänden sich keine. Kernspintomografisch fänden sich 
leichte degenerative Veränderungen gemäss Diagnoseliste. Es sei die Indi-

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kation für eine konsequente muskuläre Stabilisationsbehandlung im Sinne 
eines therapeutisch begleiteten medizinischen Krafttrainings an „Med X 
Geräten“ sowie für eine Einführung in ein allgemeines aufbauendes ge-
sundheitsorientiertes Krafttraining gegeben.

3.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Rheumatologie 
und für Allgemeine Innere Medizin FMH, legte am 5. Januar 2017 (AB 34/5) 
dar, es seien keine Gesundheitsschäden ersichtlich, die von dauerhaften 
und nicht korrigierbaren, objektiven bzw. funktionellen Einschränkungen 
begleitet resp. eine dauerhafte signifikante Arbeitsunfähigkeit begründen 
würden. Die im MRI objektivierte Diskopathie (Verlust des Wasserinhalts 
der Disken) sei per se keine Krankheit, sondern ein Prozess, der ca. im 20. 
Altersjahr beginne. Die ebenfalls vorhandenen Diskusprotrusionen würden 
keine Nervenstrukturen berühren. Entscheidend sei, dass der neurologi-
sche Status anlässlich der klinischen Untersuchungen normal gewesen sei. 
Die Reflexe seien normal, es gebe keine sensomotorischen Defizite, die 
Beweglichkeit des Rückens sei normal und es sei keine Instabilität am Rü-
cken objektiviert worden. Objektivierbar sei allein eine Muskelproblematik. 
Diese könne aber mit einer aktiven Physiotherapie korrigiert werden. Dass 
die Beschwerdeführerin keine fixe Analgesie nehme, sei als Hinweis dafür 
zu werten, dass der Leidensdruck nicht hoch sei.

3.1.4 Dr. med. D.________ berichtete am 23. Januar 2017 (Beschwerde-
beilage [BB] 3), es seien 10 Sitzungen therapeutisch begleiteten medizini-
schen Krafttrainings durchgeführt worden. Trotz eines ordentlichen 
Kraftaufbaus und Verbesserung der isometrischen Kraft hätten sich die 
subjektiven Beschwerden leider nicht verbessert, so dass davon ausge-
gangen werden müsse, dass eine therapieresistente Situation vorliege und 
dass die Patientin in ihrer bisherigen Tätigkeit langfristig nicht mehr arbeits-
fähig sein werde. Es müsse „nun unbedingt die Evaluation für eine Um-
schulung über die IV einsetzen“. Die Patientin habe auch nicht mehr … 
fahren und das …-Training besuchen können, da diese Tätigkeiten zu zu-
nehmenden Beschwerden geführt hätten. Bei weiterer Therapieresistenz 
werde sie diese Sportarten „ihr Leben lang“ nicht mehr ausüben können. Er 
bitte die Invalidenversicherung, auf den Entscheid betreffend Umschulung 
zurück zu kommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/144, Seite 8

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ erwog in der Stellungnahme 
vom 26. Februar 2017 (in den Gerichtsakten), die Beschwerdeführerin leide 
an schmerzhaften Muskeldysbalancen; bei Beginn eines Rehabilitations-
programmes würden die Patienten (jedoch) fast immer intensivere Schmer-
zen beklagen. Die Kraft habe sich in den wenigen Wochen schon 
signifikant verbessert. Die Aussage des behandelnden Arztes, dass eine 
therapieresistente Situation vorliege, mache medizinisch keinen Sinn. Zum 
einen würden die Schmerzen nicht (täglich) analgetisch behandelt; zum 
anderen sei eine objektive Verbesserung der Kraft in knapp 10 Sitzungen 
nachgewiesen, was ein therapeutischer Erfolg sei. Aus versicherungsmedi-
zinischer Sicht sei darauf hinzuweisen, dass der behandelnde Arzt keine 
objektiven funktionellen Einschränkungen dokumentiere, mit welchen eine 
signifikante dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründet werden könnte. Inso-
weit liefere Dr. med. D.________ keine Argumente für eine Unzumutbarkeit 
der bisherigen Tätigkeit. Die attestierten Einschränkungen basierten allein 
auf subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Es sei kein erheblicher 
somatischer, psychischer oder geistiger Gesundheitsschaden dokumentiert 
bzw. objektiviert. Ein solcher Schaden werde von keinem involvierten Arzt 
beschrieben. Funktionell sei die Beschwerdeführerin objektiv nicht einge-
schränkt. Weitere Abklärungen seien nicht indiziert; der medizinische 
Sachverhalt sei klar dargelegt.

3.2 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Januar 2017 (AB 
35) hat die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die Einschätzung des 
RAD-Arztes Dr. med. E.________ abgestellt. Dessen Bericht vom 5. Janu-
ar 2017 (AB 34/5) wie auch seine nachträgliche Stellungnahme vom 26. 
Februar 2017 (in den Gerichtsakten) erfüllen die von der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts 
gestellten Anforderungen (E. 2.4.1 hiervor) und überzeugen. Dass es sich 
bei den entsprechenden Berichten von Dr. med. E.________ um Aktenbe-
urteilungen handelt, ist nicht zu beanstanden, ergeben die Akten doch ein 
vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Zustand und 
der RAD-Arzt konnte sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein ge-
samthaft lückenloses Bild machen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4). 
Die Schlüssigkeit der RAD-ärztlichen Feststellungen wird denn auch nicht 
durch Berichte behandelnder Ärzte in Zweifel gezogen (vgl. sogleich).

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3.3 Gestützt auf die nachvollziehbare und überzeugende Einschätzung 
des RAD-Arztes Dr. med. E.________ hat als erstellt zu gelten, dass der 
Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als … aus versicherungs-
medizinischer Sicht nach wie vor zumutbar ist. Es liegt kein Gesundheits-
schaden vor, der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
begründen würde.

An diesem Ergebnis ändert die Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. 
med. D.________ nichts:

3.3.1 Wenn Dr. med. D.________ – in advokatorischer Art und Weise – 
für eine Umschulung plädiert (vgl. BB 3), verkennt er, dass es nicht Aufga-
be des Arztes ist, sich zu versicherungsrechtlichen Fragen zu äussern. Er 
hat vielmehr die medizinischen Angaben zu liefern, auf deren Grundlage 
der Rechtsanwender allfällige Leistungsansprüche der versicherten Person 
beurteilt (vgl. E. 2.4 hiervor). In seinen Berichten vermag Dr. med. 
D.________ jedoch keinen objektivierbaren Gesundheitsschaden zu nen-
nen, der eine langandauernde Einschränkung der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit begründen würde. Insbesondere stellen die Diskopathie im Sinne 
eines Flüssigkeitsverlusts (AB 34/5) und eine Protrusion (AB 30/2) für sich 
allein keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar. Entgegen der An-
nahme der Beschwerdeführerin (AB 1/6) liegt hier denn auch kein Band-
scheibenvorfall (Diskushernie) vor, sondern es bestehen allein leichte (AB 
30/3) bzw. altersentsprechende Abnützungserscheinungen, welche weder 
die Beweglichkeit noch die Stabilität des Rückens einschränken und auch 
keine radikulären Kompressions- oder Irritationszeichen aufweisen (AB 
30/3; vgl. auch Stellungnahme des RAD vom 26. Februar 2017 [in den Ge-
richtsakten]). Gemäss den Angaben von Dr. med. D.________ hat das 
muskuläre Rehabilitationsprogramm – aus objektiver Sicht – zudem zu ei-
ner „Verbesserung der isometrischen Kraft“ und zu einem ordentlichen 
Kraftaufbau geführt (BB 3). Wenn er gleichzeitig angibt, es sei eine Thera-
pieresistenz anzunehmen, ist dies widersprüchlich und es ist davon auszu-
gehen, dass die Prognose, wonach die Beschwerdeführerin langfristig nicht 
mehr in ihrem Beruf arbeiten könne, auf deren subjektiven Angaben beruht. 
Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung ist jedoch stets die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 

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dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). Dass die Beschwerdeführerin 
gelegentlich unter Rückenschmerzen leidet, wird damit nicht in Abrede 
gestellt. Entscheidend ist jedoch, ob und inwiefern es ihr trotz ihres Leidens 
sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren 
Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 
was – wie dargelegt – nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu 
prüfen ist (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). 

3.3.2 Soweit der behandelnde Rückenspezialist die zunehmenden Be-
schwerden auch auf das (für den Rücken belastende [AB 14/2]) Training 
(…, …) zurückführt (BB 3), ist darauf hinzuweisen, dass es der Beschwer-
deführerin unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht (dazu vgl. BGE 
140 V 267 E. 5.2.1 S. 274) ohne weiteres zumutbar ist, auf diese Sportar-
ten – zumindest temporär – zu verzichten. Denn eine versicherte Person 
muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass 
der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt der Invalidität zu ver-
hindern (Art. 7 Abs. 1 IVG). Jedenfalls geht es nicht an, eine schädliche 
Rückenbelastung im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung zu tolerieren und 
gleichzeitig wegen des Rückenleidens die Finanzierung einer Umschulung 
zu verlangen (vgl. auch AB 14/2).

3.4 Schliesslich dringt die Beschwerdeführerin auch insoweit nicht 
durch, als sie geltend macht, die Beschwerdegegnerin hätte vor Erlass der 
Verfügung einen Verlaufsbericht von Dr. med. D.________ einholen resp. 
den angekündigten Eingang abwarten müssen (vgl. Beschwerde, S. 4; vgl. 
auch Replik, S. 1). Denn der medizinische Sachverhalt war hinreichend 
abgeklärt, womit die Beschwerdegegnerin in antizipierter Beweiswürdigung 
auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten durfte (vgl. BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162). In diesem Zusammenhang ist bezüglich des weiteren (vgl. 
schon BB 3) nach Verfügungserlass verfassten Berichts von Dr. med. 
D.________, datierend vom 27. März 2017 (BB 4), festzustellen, dass die-
sem für den hier zur Diskussion stehenden Zeitraum (vgl. AB 35) keine 
neuen Erkenntnisse zu entnehmen sind.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/144, Seite 11

3.5 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin einen invalidi-
sierenden Gesundheitsschaden zu Recht verneint. Die gegen die Verfü-
gung vom 11. Januar 2017 (AB 35) erhobene Beschwerde erweist sich als 
offensichtlich unbegründet und abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, der unterliegenden Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem 
geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des besteht kein Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.