# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52134505-bb89-5e4e-b0b1-43ae4030903c
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-04
**Language:** de
**Title:** Gebäudeversicherung. Schaden an Horizontalfaltstore. Sturmwind und Hagel als versicherte Ereignisse (Kasuistik).
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0041/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0041-2021_vom_4._maerz_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2020.00178 
0041/2021 

Entscheid vom 4. März 2021 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Reto  Philipp,  Baurichter  Alexander  Seiler,  Baurichter 
Andreas Madianos, Gerichtsschreiber Christoph Forster     

in Sachen 

Rekurrierende 

M. und D. D. P. […] 

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerin 

Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Versicherung, Thurgauerstrasse 56, 
Postfach, 8050 Zürich  

betreffend 

Einspracheentscheid  vom  25. September 2020;  […]  Sturmschaden  vom 
13. August 2020 an Horizontalfaltstoren […]  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Am 13. August 2020 wurde am Gebäude Nr. 1 am B.-Weg 1 in X eine Hori-

zontalfaltstore anlässlich eines Unwetters beschädigt.  

Mit  Verfügung  vom  19. August  2020  lehnte  die  Gebäudeversicherung  des 

Kantons Zürich (GVZ) eine Übernahme des Schadens ab. 

Die  dagegen  von  M.  und  D.  D.  P.  erhobene  Einsprache  vom  22. August 

2020 wies die GVZ mit Einspracheentscheid vom 25. September 2020 ab. 

B. 
Gegen den Einspracheentscheid erhoben M. und D. D. P. mit gemeinsamer 

Eingabe  vom  23. Oktober  2020  rechtzeitig  Rekurs  beim  Baurekursgericht 

des  Kantons  Zürich  und  beantragten  dessen  Aufhebung  und  die  Zuspre-

chung  der  gesetzlichen  Leistung  bzw.  die  GVZ  sei  zu  verpflichten,  den  in 

der Folge des Ereignisses vom 13. August 2020 eingetretenen Schaden zu 

ersetzen.  Ferner  beantragten  sie die  Rückweisung  der  Sache  an die  GVZ 

zur Ermittlung der konkreten Schadenhöhe; all dies unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zzgl. 7,7 % MwSt. zulasten der GVZ.  

C. 
Mit  Verfügung  vom  26. Oktober  2020  wurde  vom  Rekurseingang  Vormerk 

genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 
Mit Eingabe vom 25. November 2020 beantragte die Vorinstanz die Abwei-

sung des Rekurses.  

E. 
Mit Replik vom 18. Dezember 2020 bzw. Duplik vom 15. Januar 2021 hiel-

ten die Parteien an ihren Anträgen fest.  

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Es kommt in Betracht: 

1. 
Als  Eigentümer  des  beschädigten  Gebäudes  und  als  Adressaten  des  ab-

schlägigen  Einspracheentscheids  sind  die  Rekurrierenden  ohne  Weiteres 

zum Rekurs legitimiert (§ 76 des Gesetzes über die Gebäudeversicherung 

[GebVG]  i.V.m.  § 21  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Auch 

die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  (§§ 22 ff. VRG)  sind  erfüllt.  Auf  den 

Rekurs ist daher einzutreten. 

2. 
Bezüglich  des  Streitwerts  ist  festzuhalten,  dass  einerseits  eine  Offerte  für 

den  Ersatz  des  beschädigten  Storens  (inkl.  Demontage)  in  der  Höhe  von 

Fr. 16'380.35 vorliegt (s. act. 5.2). Andererseits reichten die Rekurrierenden 

mit  der  Replik  eine  Rechnung  in  der  Höhe  von  Fr. 24'961.55  ins  Recht 

(s. act. 19) und bringen vor, dass darin nebst dem Storen auch Zusatzteile 

enthalten seien, die durch das Ereignis ebenfalls beschädigt worden seien 

und  hätten  ersetzt  werden  müssen  (act. 18,  S. 3).  Im  Streit  liegt  damit  die 

Leistung einer Versicherungssumme in der Höhe von Fr. 24'961.55, womit 

der Streitwert im vorliegenden Fall die für die Einzelrichterkompetenz mass-

gebende  Höhe  von  Fr. 20'000.--  übersteigt  (s. § 335  Abs. 2  lit. b  des  Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  [PBG]).  Über  den  Fall  ist  damit  in  Dreierbeset-

zung zu entscheiden (§ 335 Abs. 1 PBG).  

3.1. 
Die  GVZ  begründet  den  angefochtenen  Einspracheentscheid  zusammen-

gefasst damit, dass zum Ereigniszeitpunkt an der Ereignisörtlichkeit weder 

von einem Sturmwind noch von Hagel als versicherte Elementarereignisse 

auszugehen  sei.  Zudem  könnten  ausgestellte  Sonnenstoren  bereits  bei 

mässiger  Einwirkung  durch  Elementarkräfte  beschädigt  werden,  weshalb 

sie vor Unwettern zu schützen seien, indem sie rechtzeitig und insbesonde-

re beim Verlassen der Wohnung und über Nacht eingezogen werden müss-

ten. Ferner sei der Schaden durch das Unterlassen zumutbarer schadens-

verhindernder  Massnahme  "verursacht"  worden,  zumal  der  Schaden  nicht 

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eingetreten wäre, wenn der Storen am Ereignistag nicht ausgestellt gewe-

sen wäre.  

3.2. 
Die  Rekurrierenden  bringen  im  Rekurs  zusammengefasst  vor,  dass  dem 

angefochtenen  Entscheid  lediglich  die  tiefsten  Windmesswerte  aus  Stalli-

kon,  Neuheim  und  Cham  zu  Grunde  gelegt  worden  sei.  Dabei  sei  ausser 

Acht  gelassen  worden,  dass  in  Wädenswil  Winde  von  69 km/h  bzw. 

44 km/h registriert worden seien. Diese Station liege ebenfalls in der Nähe 

von  X.  Damit  bestehe  zumindest  ein  gewichtiges  Indiz  dafür,  dass  die 

Windgeschwindigkeiten  am  Nachmittag  des  13. August  2020  die  Grenze 

von  63 km/h  im  10-Minuten-Mittel  überstiegen  und  auch  in  der  Region  X 

hohe Windgeschwindigkeiten geherrscht hätten. Auch aufgrund des erheb-

lichen Schadens am Objekt müsse auf ein Sturmereignis geschlossen wer-

den.  Entgegen  der  Annahme  der  GVZ  handle  es  sich  beim  beschädigten 

Objekt nicht um einen Sonnenstoren, sondern um einen robusten Horizon-

talfaltstoren  mit  wartungsarmen  Auszugsmechaniken  und  herausragender 

Windstabilität  bis  zu  maximal  70 km/h.  Der  Storen  diene  als  Sonnen-  und 

Regenschutz  und  sei  mit  Wasserabläufen  versehen.  Durch  das  Unwetter 

am  13. August  2020  sei  diese  solide  und  stabile,  dem  Wetterschutz  die-

nende  Konstruktion  komplett  zerstört  worden.  Die  gesamte  Horizontal-

faltstore  sei  gänzlich  aus  ihren  Verankerungen  gerissen  worden.  Es  seien 

nicht nur einzelne Risse in den Stoffbahnen zu finden. Unter Berücksichti-

gung  der  Beschaffenheit  des  Horizontalfaltstoren  und  dem  Ausmass  des 

Schadens,  sowie  der  gemessenen  Windgeschwindigkeiten  von  über 

63 km/h in der Region müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein 

Sturmereignis  geschlossen  werden.  Überdies  sei  auch  ein  heftiger  Hagel-

schlag  über  dem  Haus  der  Rekurrenten  niedergegangen.  Dies  gehe  aus 

einer  Videoaufnahme  und  aus  Fotografien  hervor.  Auch  aus  einer Wetter-
meldung  sei  zu  schliessen,  dass  am  13. August 2020  um  ca. 14.34 Uhr 

Hagel niedergegangen sei. Damit sei bewiesen, dass der Schaden infolge 

von  starken  Winden  und  heftigem  Hagelschlag  eingetreten  sei.  Auf  dem 

Niederschlagsprotokoll  der  GVZ  sei  demgegenüber  nicht  ersichtlich,  für 

welchen Zeitraum diese Messungen gemacht worden seien.  

3.3. 
Die GVZ entgegnet vernehmlassungsweise, dass es in X am Ereignistag im 

Sinne  des  Gebäudeversicherungsgesetzes  weder  gestürmt  noch  gehagelt 

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habe. Aus X seien ihr denn auch nur vereinzelte, marginale weitere Hagel-

schäden  gemeldet  worden.  Es  komme  nicht  jeder  Hagelschlag  als  versi-

chertes  Ereignis  in  Frage.  Es  müsse  sich  um  einen  Hagelschlag  von  aus-

serordentlicher Heftigkeit handeln. Ein nach den Regeln der Baukunde er-

stelltes Gebäude müsse gewöhnlichen Hagelschauern standhalten können. 

Beim Unwetter in X vom 13. August 2020 seien nur wenige und nur kleine 

Hagelkörner angefallen. Diese Hagelkörner hätten zu keinem Schaden am 

beschädigten Horizontalfaltstoren geführt. Sie hätten diesen an keiner Stel-

le durchgeschlagen und diesen auch nicht durch ihr Gewicht aus der Befes-

tigung gerissen oder gedrückt. Aufgrund der geringen angefallenen Menge 

sei  auch  der  Wasserabfluss  vom  Storen  durch  den  Hagel  nicht  entschei-

dend  behindert  worden.  Der  Schaden  am  Storen  sei  wohl  durch  Wasser-

sackbildung  durch  das  Gewicht  des  Regenwassers  entstanden,  das  nicht 

schnell genug habe abfliessen können. Dabei handle es sich um kein versi-

chertes Schadenereignis. Die Windmessstation Wädenswil liege weiter von 

X  entfernt  als  diejenige  von  Stallikon,  Neuheim  und  Cham.  Aufgrund  der 

exponentiellen  Zunahme  von  Kraft  in  Relation  zur  Geschwindigkeit  sei  ein 

Wind von 44 km/h nicht halb so stark wie einer von 63 km/h. Deshalb seien 

auch  die  Messwerte  der  Station  in Wädenswil  ein  klares  Indiz  dafür,  dass 

es in X am 13. August 2020 nicht gestürmt habe. Horizontalfaltstoren seien 

nicht  sturmfest.  Aus dem  Schaden an  einem  solchen  könne deshalb  nicht 

auf  das  Vorliegen  von  Sturmwind  geschlossen  werden.  Es  sei  auch  nicht 

erwiesen,  dass  der  beschädigte  Storen  besonders  wetterfest  gewesen  sei 

und  eine  besondere  Windstabilität  von  bis  zu  maximal  70 km/h  aufgewie-

sen habe. Dies gelte nur für den neuen Storen und werde einzig vom Her-

steller erwähnt. Beide Storen – sowohl der alte als auch der neue – müss-

ten jedoch gemäss Herstellerangaben wohl bei stärkeren Unwettern einge-

zogen  werden  bzw.  eingezogen  bleiben,  ansonsten  die  Eigentümerschaft 

für  allfällige  Schäden  selber  aufzukommen  habe.  Es  hätten  somit  weder 
Winde noch Hagel, sondern der heftige Regenfall, der kein versichertes Er-

eignis sei, zum Schaden geführt.  

3.4. 
Im weiteren Schriftenwechsel blieben die Parteien im Wesentlichen bei ih-

ren Standpunkten.  

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4.1. 
Im  Gesetzesabschnitt  "Versicherte  Schäden"  erklärt  § 19 GebVG  unter 

dem Randtitel "Elementarschäden" die Gebäude als gegen Schäden versi-

chert, die unter anderem durch "Sturmwind" (Ziffer 1) oder "Hagel" (Ziffer 2) 

entstanden  sind.  Keine  Elementarschäden  sind  nach  § 20 GebVG  Schä-

den,  die  nicht  durch  plötzliche  Einwirkung  von  Naturgewalten  entstanden 

sind,  wie  Feuchtigkeitseinwirkungen,  Bodensenkungen,  Frostschäden  (Zif-

fer 1),  Schäden,  die  verursacht  wurden  durch  Stauseen  oder  sonstige 

künstliche  Wasseranlagen,  wie  Rückstau  aus  Kanalisationen  (Ziffer 2)  so-

wie solche Schäden, die voraussehbar waren und deren Entstehung durch 

zumutbare Massnahmen hätte verhindert werden können, wie Schäden zu-

folge schlechten Baugrundes, unsachgemässer oder unsolider Ausführung 

oder Abdichtung oder mangelhaften Gebäudeunterhalts (Ziffer 3).  

4.2. 
Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat der-

jenige, der ein Recht behauptet, die Sachumstände zu beweisen, die nach 

dem  massgebenden  Rechtssatz  diese  Rechtsfolge  erzeugen.  In  diesem 

Sinne hat im Versicherungsrecht der Versicherungsnehmer den Eintritt des 

Versicherungsfalls zu beweisen. Hingegen obliegt der Beweis einer Tatsa-

che,  welche  die  Leistungspflicht  ausschliesst  oder  herabsetzt,  dem  Versi-

cherer. Diese Grundsätze der Beweislastverteilung gelten auch im öffentli-

chen Gebäudeversicherungsrecht (vgl. RB 1983 Nr. 117).  

In  Bezug  auf den  Beweisgrad  gilt  Folgendes:  Grundsätzlich  darf  eine Ver-

waltungsbehörde bzw. ein Gericht Tatsachen erst als bewiesen annehmen, 

wenn der volle Beweis erbracht ist. Da absolute Gewissheit häufig nicht er-

langt werden kann, ist dies bereits dann der Fall, wenn die entscheidende 

Behörde  vom  Vorhandensein  der  zu  beweisenden  Tatsache  derart  über-
zeugt  ist,  dass  das  Gegenteil  als  unwahrscheinlich  erscheint.  Unter  Um-

ständen  reicht  sogar  bereits  der  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahr-

scheinlichkeit  (Alfred Kölz/Isabelle Häner/Martin Bärtschi,  Verwaltungsver-

fahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  3. Aufl.,  Zürich 2013, 

Rz. 482).  

4.3. 
Umstritten ist zunächst, ob der Schaden am Horizontalfaltstoren der Rekur-

rierenden  auf  die  versicherten  Elementarereignisse  Sturmwind  oder  Hagel 

im Sinne von § 19 Ziffer 1 und 2 GebVG zurückzuführen ist.  

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Als Sturmwinde gelten nur Winde, die eine gewisse Stärke aufweisen. Für 

die Rekonstruktion der Windstärke anlässlich des vorliegend fraglichen Er-

eignisses  ist  nach  der  Rechtsprechung  primär  auf  das  sog.  Kollektivscha-

densbild  abzustellen.  Dies  ist  deshalb  gerechtfertigt,  weil  Windgeschwin-

digkeiten örtlich verschieden sind und Windmessungen in der Regel nur im 

Sinne  von  Indizien  Aufschluss  darüber  geben  können,  welche  Windstärke 

an  einem  bestimmten  Ort  zu  einem  bestimmten  Zeitpunkt  geherrscht  hat. 

Ein direkter Beweis ist mithin regelmässig nicht zu erbringen. Von Kollektiv-

schäden  ist auszugehen,  wenn  gleichzeitig  mehrere  Gebäude  vom  selben 

Sturmereignis,  allenfalls  an  verschiedenen  Orten,  betroffen  werden 

(s. VB.2008.00099  vom  17. September 2008,  E. 4.1.,  auch  zum  Folgen-

den).  

Gemäss der einschlägigen versicherungsrechtlichen Sturmdefinition des In-

terkantonalen  Rückversicherungsverbandes  wird  das  Vorliegen  eines 

Sturmes vermutet, wenn in der Umgebung des versicherten Objekts an ei-

ner Mehrzahl von ordnungsgemäss erstellten und unterhaltenen Gebäuden 

insbesondere Dächer ganz oder zum Teil abgedeckt oder gesunde Bäume 

erheblich  geschädigt  wurden.  Ist  hingegen  ein  solches  Kollektivschadens-

bild  nicht  gegeben,  kann  der  Schaden  vergütet  werden,  wenn  bezüglich 

des  versicherten  Objekts  eine  Windgeschwindigkeit  von  mindestens 

63 km/h im 10-Minuten-Mittel erreicht wurde oder wenn mehrere Böenspit-

zen von mindestens 100 km/h gemessen wurden. Gemäss der Sturmscha-

dendefinition  des  Interkantonalen  Rückversicherungsverbandes  kann  die 

Gebäudeversicherung Sturmschäden auch dann vergüten, wenn zwar kein 

Kollektivschadensbild vorliegt, aber dennoch aufgrund des Schadensbildes 

am  versicherten  Objekt  davon  ausgegangen  werden  muss,  dass  die  er-

wähnten Windgeschwindigkeiten erreicht worden sind.  

In Bezug auf "Hagel" im Sinn von § 19 Ziffer 2 GebVG ist zu berücksichtig-

ten, dass nicht jedes Unwetter, bei welchem Hagel auftritt, als versichertes 

Ereignis  zu  qualifizieren  ist.  Es  sind  nur  Schäden  versichert,  die  –  worauf 

der Randtitel hinweist – auf ein Elementarereignis zurückzuführen sind. Da-

runter  ist  ein  Naturereignis  zu  verstehen,  das  plötzlich  und  mit  ausseror-

dentlicher  Heftigkeit  auf  versicherte  Sachen  einwirkt  (Dieter  Gerspach,  in: 

Kommentar Gebäudeversicherung, Basel 2009, Rz. 2.87 f., 2.102).  

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Wie  vorstehend  dargelegt,  haben  die  Rekurrierenden  als  Versicherungs-

nehmer  den  Beweis  für  ein  versichertes  Ereignis  (Sturmwind  oder  Hagel) 

zu beweisen.  

4.4. 
Zunächst ist festzuhalten, dass die GVZ das Vorliegen eines Kollektivscha-

densbildes vorliegend zu Recht verneint hat. Es bestehen keinerlei Hinwei-

se  für  Schäden  an  anderen  Gebäuden,  aufgrund  deren  von  einem  versi-

cherten Sturmwind im Ereigniszeitpunkt an der Ereignisörtlichkeit auszuge-

hen wäre. Auch die Rekurrierenden vermögen solches nicht nachzuweisen. 

Ihnen  gelingt  der  Nachweis  eines  Sturmwindes  auch  nicht  anhand  von 

Windmessdaten.  Die  beim  Ereignisort  nächstgelegenen  Stationen  von 

Cham  und  Neuheim  registrierten  Böenspitzen  von  lediglich  49 km/h  bzw. 

42 km/h  sowie  Windgeschwindigkeiten  im  10-Minuten-Mittel  von  28 km/h 

bzw.  26 km/h  (s. act. 5.1).  Bei  der  in  Wädenswil  gemessenen  Windge-

schwindigkeit von 69 km/h handelt es sich sodann um den Wert für die Bö-

enspitzen  (s.  den  entsprechenden  Hinweis  auf  der  Windmesskarte, 

act. 5.1).  Die  als  Indiz  für  einen  Sturmwind  geltende  Böenspitze  von  min-

destens  100 km/h  wurde  in  Wädenswil  somit  nicht  ansatzweise  erreicht. 

Sodann  hat  keine  dieser  Messstationen  Windgeschwindigkeiten  von  min-

destens  63 km/h  im  10-Minuten-Mittel  registriert.  Der  höchste  diesbezügli-

che  Wert  gemäss  der  Windmesskarte  betrug  44 km/h,  registriert  in  Wä-

denswil. Der Beweis für einen versicherten Sturmwind gelingt den Rekurrie-

renden  ferner  auch  nicht  anhand  der  von  ihnen  zu  den  Akten  gereichten 

Videoaufnahme. Darauf ist zwar erkennbar, dass es auch gewindet hat. Die 

für die Annahme eines Sturmwindes verlangte Geschwindigkeit des Windes 

(Böenspitzen  von  100 km/h  bzw.  Windgeschwindigkeit  von  63 km/h  im 

10-Minuten-Mittel) lässt sich daraus indes nicht ableiten. Es mangelt hierfür 

an optisch sichtbaren Schadenwirkungen, wie etwa das Umfallen oder Her-
umschleudern  von  Gegenständen,  woraus  auf  die  erwähnten  Windge-

schwindigkeiten  geschlossen  werden  könnte  (s.  dazu  die  im  Bericht  der 

Präventionsstiftung  der  Kantonalen  Gebäudeversicherungen  über  die  Si-

cherheit  von  Dächern  und  Fassaden  bezüglich  schadensverursachendem 

Wind  auf  S. 8 f.  abgedruckte  TORRO-Skala,  welche  die  möglichen  Scha-

denwirkungen von Böen beschreibt; abrufbar unter www.vgz.ch).  

Die  Rekurrierenden  sind  der  Auffassung,  dass  aufgrund  des  Schadensbil-

des  am  versicherten  Objekt  selbst  davon  ausgegangen  werden  müsse, 

dass  die  für  die  Annahme  eines  Sturmwindes  massgebenden  Windge-

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schwindigkeiten erreicht worden seien, da es sich um eine robuste Horizon-

talfaltstore  mit  wartungsarmer  Auszugsmechanik  und  "herausragender 

Windstabilität bis zu maximal 70 km/h" handle. Auch dieser Argumentation 

kann nicht gefolgt werden. Im Lichte der registrierten Windgeschwindigkei-

ten  sowohl  bei den nächstgelegenen Stationen  in  Cham  und  Neuheim  als 

auch in Wädenswil, die allesamt doch erheblich unter den als Indiz für ein 

versichertes  Sturmereignis  geltenden  Windgeschwindigkeiten  liegen,  kann 

entgegen  der  Auffassung  der  Rekurrierenden  trotz  dem  Schadensbild  am 

Storen gerade nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein Sturmer-

eignis  geschlossen  werden.  Es  kann  nicht  derart  überzeugt  vom  Vorhan-

densein der zu beweisenden Tatsache (Sturmwind) ausgegangen werden, 

dass  das  Gegenteil  als  unwahrscheinlich  erscheint,  zumal  hierfür  ange-

sichts  der  nicht  unerheblichen  Regenintensität  tatsächlich  ebenfalls  wahr-

scheinlich ist, dass – wie die Vorinstanz vorbringt – der Schaden durch das 

Gewicht  des  Regenwassers  entstanden  ist,  das  nicht  schnell  genug  ab-

fliessen konnte. Unbehelflich in diesem Zusammenhang ist der Hinweis der 

Rekurrierenden,  dass  der  Storen  mit  Wasserabläufen  versehen  gewesen 

sei.  Es  ist  zwar  durchaus  davon  auszugehen,  dass  der  Storen  aufgrund 

dieser Eigenschaft sowie der Beschichtung der Stoffbahnen mit PVC einen 

gewissen  Schutz  vor  Regen  hat  bieten  sollen.  Indes  kann  trotzdem  nicht 

erwartet werden, dass der Storen auch grössere Wassermengen abzufüh-

ren  vermochte.  Die  F.  AG  schliesst  auf  ihrer  Website  den  "garantierte[n] 

Wasserablauf"  denn  auch  unter  anderem  bei  "Starkregen"  und  Hagel  aus 

[…].  

4.5. 
Was  den  Hagel  anbelangt,  ist  grundsätzlich  unbestritten,  dass  solcher  am 

Ereignisort  zum  Zeitpunkt  des  fraglichen  Ereignisses  angefallen  ist.  Dies 

ergibt sich auch aus der erwähnten Videoaufnahme. Umstritten ist indessen 
die  Heftigkeit  des  Hagels  bzw.  der  angefallenen  Menge.  Diesbezüglich  ist 

zunächst festzuhalten, dass das Schadensbild (wenige Risse in den Stoff-

bahnen [s. act. 5.3, 5.5 und 15.3]) nicht darauf hinweist, dass der Schaden 

am  Storen  durch  Hagelschlag  an  sich,  d.h. durch  die Wucht  des Aufpralls 

der  einzelnen  Hagelkörner,  entstanden  ist.  Solches  machen  –  soweit  er-

sichtlich – auch die Rekurrierenden nicht geltend. Es sind hierfür denn auch 

viel  zu  kleine  Körner angefallen,  wie  auf der  besagten  Videoaufnahme  er-

sichtlich  ist.  Dies  deckt  sich  mit  den  Ergebnissen  von  Radaraufzeichnun-

gen, die in X Hagelkörner von maximal 1 cm registrierten […]. Ferner sind 

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auch nicht erhebliche Mengen an Hagel angefallen, was sich ebenfalls aus 

der  Videoaufnahme  und  den  zu  den  Akten  gereichten  Fotografien  (insbe-

sondere  act. 5.8)  ergibt.  Es  ist  demnach  davon  auszugehen,  dass  zum 

fraglichen  Zeitpunkt  bei  der  Liegenschaft  der  Rekurrierenden  zwar  Hagel 

niederging, dieser aufgrund der fehlender Heftigkeit bzw. Ausserordentlich-

keit  (s. E. 4.3)  indes  nicht  als  versichertes  Elementarereignis  zu  qualifizie-

ren  ist.  Der  Vorinstanz  ist  deshalb  darin  zuzustimmen,  dass  nicht  wahr-

scheinlich  ist,  dass  der  Storen  durch  das  Gewicht  des  darauf  liegenden 

Hagels aus der Befestigung gedrückt wurde oder dass der Hagel den Was-

serabfluss behinderte. Aufgrund der doch grossen Menge an angefallenem 

Regenwasser  (gemäss  Videoaufnahme)  ist  viel  eher  davon  auszugehen, 

dass das Wasser allein zur Beschädigung des Storens führte.  

4.6. 
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Rekurrierenden  weder  einen 

Sturmwind  noch  Hagel  im  Sinne  von  § 19  Ziffer 1  und  2 GebVG  als  versi-

cherte  Elementarereignisse  als  Ursache  für  den  Schaden  am  Horizontal-

faltstoren  nachzuweisen  vermögen.  Der  Rekurs  erweist  sich  bereits  des-

halb  als  unbegründet  und  die  Frage  nach  der  Voraussehbarkeit  und  Ver-

meidbarkeit  des  Schadens  im  Sinne  von  § 20 Ziff. 3 GebVG  kann  unter 

diesen Umständen offenbleiben.  

5.1. 
Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den solidarisch haftenden Re-

kurrierenden aufzuerlegen (§ 13 VRG).  

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 
nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  mit  bestimmbarem  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 1  GebV VGr).  In  besonders  aufwendigen  Verfahren  kann  die  Ge-

richtsgebühr bis auf das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). 

Der vorliegende Streitwert von Fr. 24'961.55 hält sich innerhalb des Streit-

wertrahmens  von  Fr. 20'000.--  bis  Fr. 50'000.--,  womit  der  massgebliche 

Gebührenrahmen Fr. 2'200.-- bis Fr. 4'400.-- beträgt. Demzufolge sowie mit 

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Blick auf die Schwierigkeit des Falls und den Zeitaufwand des Gerichts ist 

die Gerichtsgebühr auf Fr. 2'600.-- festzusetzen.  

5.2. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  steht  den  Rekurrierenden  die  bean-

tragte Umtriebsentschädigung von vornherein nicht zu.  

[…] 

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