# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f738ba43-ad08-5859-aa14-5b338b681fa1
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2010.273
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2010_273_uk.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2010.273 
1 ST.2010.373 

Entscheid 

 27. Januar 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichter 
Anton Tobler und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

Erbin des B,    
, nämlich:  

A, 

vertreten durch BKK Audit AG,  
Technikumstrasse 79, 8400 Winterthur,  

diese vertreten durch RA Dr.iur. Roger Groner,  
Tödistrasse 52, 8002 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführerin/
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. B (nachfolgend der Pflichtige) und seine Ehefrau A (nachfolgend die Pflich-

tige) gründeten im 19. April 2006 die C AG. Mit Aktienanteilen von 50% bzw. 49% wa-

ren  beide  im  Verwaltungsrat  und  in  der  Geschäftsführung  dieser  eine  Sprachschule 

betreibenden Gesellschaft. Der Pflichtige verfügte dort über ein Aktionärskontokorrent, 

welches  per  Ende  2007  bereits  einen  Stand  zu  seinen  Ungunsten  von  Fr.  72'047.- 

aufwies. Im Jahr 2008 erhöhte sich die Aktionärsschuld auf Fr. 165'401.-.  

Mit  Auflage  vom  28.  Juli  2010  untersuchte  die  Steuerkommissärin  im  Ein-

schätzungsverfahren der Pflichtigen für die Steuerperiode 2008, ob diese Entwicklung 

des  Kontokorrents  auf  einem  simulierten  Darlehen  gründet.  Dabei  verlangte  sie  die 

Vorlage  des  Kontokorrentvertrags  und  eine  detaillierte  Zinsabrechnung;  im  Fall  eines 

mündlichen  Vertrags  sei  sodann  darüber  Auskunft  zu  geben,  was  mit  Bezug  auf  den 

Zinssatz,  die  Zinszahlungen,  den  Rückzahlungszeitpunkt  sowie  die  Sicherheiten  ver-

einbart worden sei.  

Die  Pflichtigen  liessen  am  7.  September  2010  antworten,  dass  der  Vertrag 

betreffend  das  Kontokorrent  lediglich  mündlich  abgeschlossen  worden  sei.  Der  per 

2008 bezahlte Zins von Fr. 3'250.- sei nach der Formel "3.25% vom durchschnittlichen 

Saldo von  Fr.  100'000.-"  berechnet  worden;  der Zinssatz  sei  dabei  aufgrund der  Vor-

gaben  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  festgelegt  worden.  Die  Zinsen 

seien  dem  Kontokorrent  belastet  worden.  Die  Rückzahlung  des  Darlehens  werde  in 

den nächsten drei Jahren erfolgen. Sicherheiten seien keine gestellt worden.  

Mit  Einschätzungsentscheid  (Staats-  und  Gemeindesteuer)  bzw.  Veranla-

gungshinweis  (direkte  Bundessteuer)  jeweils  vom  30.  September  2010  setzte  die 

Steuerkommissärin die Steuerfaktoren für die Steuerperiode 2008 wie folgt fest: 

Staats- und Gemeindesteuern 

Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Fr. 267'100.- 

Fr. 259'000.-  

davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen 

Fr. 93'400.- 

Steuerbares Vermögen 

Fr. 0.-. 

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Dabei ging sie insbesondere davon aus, dass die Erhöhung der Kontokorrent-

verschuldung  um  Fr.  93'354.-  als  simuliertes  Darlehen  qualifiziere.  Gegenüber  der 

Selbstdeklaration rechnete sie infolgedessen diesen Betrag als verdeckte Gewinnaus-

schüttung der C AG auf; zudem korrigierte sie im entsprechenden Umfang die vermö-

gensseitig deklarierten Schulden und damit einhergehend die steuermindernd geltend 

gemachten Schuldzinsen. 

Die  Bundessteuerveranlagung  wurde  mit  Schlussrechnung  vom  11.  Oktober 

2010 formell eröffnet.  

B. Die hiergegen am  29. Oktober 2010 erhobenen Einsprachen, mit welchen 

die  Pflichtigen  die  Vornahme  der  Veranlagung  und  Einschätzung  unter  Anerkennung 

des Aktionärsdarlehens beantragt hatten, wurden vom kantonalen Steueramt mit Ent-

scheiden vom 26. November 2010 abgewiesen. In der Begründung wurde jeweils am 

Vorliegen eines simulierten Darlehens festgehalten.  

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  16.  Dezember  2010  liessen  die  Pflichti-

gen  ihre  Einspracheanträge  wiederholen  und  zudem  die  Zusprechung  von  Parteient-

schädigungen verlangen. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

19.  Januar  2011  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  ESTV  liess  sich  nicht  verneh-

men. 

D.  Nachdem  das  Steuerrekursgericht  erfahren  hatte,  dass  der  Pflichtige  am  

9.  Dezember  2010  verstorben  war,  wurde  das  Verfahren  mit  Präsidialverfügung  vom  

8. Februar 2011 bis zur Feststellung der Erben sistiert. In der Folge zeigte sich,  dass 

die  Pflichtige als einzige Erbin des Verstorbenen verblieben war, worauf mit Verfügung 

vom  7.  Dezember  2011  das  Verfahren  unter  entsprechender  Vormerkung  des  Partei-

wechsels wieder aufgenommen wurde. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 20  Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom 

8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-

denden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, Kapitalrückzahlungen für Gratisakti-

en  und geldwerte Vorteile aus  Beteiligungen  aller  Art. Zu  den letztgenannten  Leistun-

gen  gehören  namentlich  auch  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  sowie 

Zuwendungen von Aktiengesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehen-

de  Dritte,  die  einem  Aussenstehenden  nicht  oder  zumindest  nicht  in  gleichem  Masse 

gewährt würden.  

Geldwerte  Leistungen  sind  nach  der  Rechtsprechung  immer  dann  anzuneh-

men,  wenn  (a)  die  Gesellschaft  keine  oder  keine  gleichwertige  Gegenleistung  erhält, 

(b)  der  Aktionär  bzw.  Anteilsinhaber  direkt  oder  indirekt  (z.B.  über  eine  ihm  naheste-

hende  Person  oder  Unternehmung)  einen  Vorteil  empfängt,  der  einem  Dritten  unter 

gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern unge-

wöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkenn-

bar war (vgl. BGE 119 Ib 116 E. 2 S. 119 f.; 115 Ib 274 E. 9b S. 279; ASA 69, 202 E. 2; 

68, 246 E. 3a; je mit weiteren Hinweisen).  

Der  Grund  solcher  Vorteilszuwendungen  liegt  nicht  in  der  Geschäftstätigkeit 

der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwer-

ten  Vorteilen  kommt  die  Gesellschaft  nicht  geschäftlichen  Verpflichtungen  nach,  son-

dern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Art. 660 OR; Markus Reich, Ver-

deckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, in: ASA 54, 621 f.).  

Ob  eine  Leistung  der  Gesellschaft  an  den  Inhaber  von  Beteiligungsrechten 

gerade  wegen  dieser  Eigenschaft  erfolgt  ist  und  einem  Dritten  nicht  erbracht  worden 

wäre,  bestimmt  sich  danach,  ob  die  Leistung  ungewöhnlich  ist  und  sich  mit  einem 

sachgemässen  Geschäftsgebaren  nicht  vereinbaren  lässt,  also  als  geschäftsmässig 

nicht  begründet  erscheint  (BGE  113  Ib  23  E.  2c).  Anzustellen  ist  dazu  ein  Drittver-

gleich. Dabei sind in jedem Einzelfall alle konkreten Umstände des zwischen der Ge-

sellschaft  und  dem  Anteilseigner  abgeschlossenen  Geschäfts  zu  berücksichtigen  und 

es  muss  davon  ausgehend  bestimmt  werden,  ob  das  Geschäft  in  gleicher  Weise  mit 

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einem  der  Gesellschaft  nicht  Verbundenen  auch  abgeschlossen  worden  wäre  

(BGr, 10. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58 und ASA 66, 554 und 559).  

b)  Eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  kann  nicht  nur  in  einem  Wertzufluss 

an den Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch in der 

Verhinderung eines entsprechenden Wertabflusses. Eine derartige Vorteilszuwendung 

wird  insbesondere  angenommen,  wenn  eine  Gesellschaft  den  genannten  Personen 

ohne betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung 

allenfalls dereinst verzichten zu müssen. Unter solchen Umständen erscheint das hin-

gegebene Darlehen als simuliertes, ungültiges Rechtsgeschäft (Art. 18 Abs. 1 OR).  

Als Kriterien, die dafür sprechen, dass ein Dritter das Darlehen nicht gewährt 

hätte, fallen u.a. in Betracht: die Höhe der Darlehenssumme im Verhältnis zu den eige-

nen  Mitteln  des  Darlehensnehmers,  die  Darlehenszinsen  werden  nicht  bezahlt  bzw. 

zum  Kapital  geschlagen,  die  Gewährung  des  Darlehens  steht  mit  dem  statutarischen 

Zweck der darlehensgebenden Gesellschaft in keinerlei Zusammenhang,  die Verwen-

dung  des  Darlehens  für  private  Lebenshaltungskosten,  die  fehlende  Bonität  des 

Schuldners,  das  Fehlen  von  Sicherheiten  und  von  Bestimmungen  über  die  Rückzah-

lung des Darlehens, die tatsächlich fehlende Rückzahlung, die laufende Erhöhung der 

Schuldsumme,  fehlende  Dividendenzahlungen,  das  Fehlen  eines  schriftlichen  Darle-

hensvertrags und ein Klumpenrisiko bei der darlehensgebenden Gesellschaft (vgl. BGr 

Urteile vom 30. April 2002 = StE 2002 B 24.4 Nr. 67, E. 3.2.1 und vom 27. Januar 2003 

=  ASA  72,  736,  E.  2  .2;  Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  II.  Teil,  2004,  Art. 58 

N 114 DBG, je mit Hinweisen).  

Alle vorgenannten Elemente stellen freilich bloss Teile der erforderlichen Ge-

samtbetrachtung des Einzelfalls dar und es darf mithin nicht ein Aspekt zum alles ent-

scheidenden  Kriterium  erhoben  werden  (so  ausdrücklich:  BGr,  23.  August  2007, 

2C_72/2007, unter Bezugnahme auf einen die Schuldnerbonität zu stark gewichtenden 

Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 10. Mai 2006 [SB.2006.00008]).  

c)  Die gebotene Gesamtbetrachtung  hat  grundsätzlich  aus  der  Sicht  im  Zeit-

punkt  des  Vertragsabschlusses  bzw.  der  Hingabe  des  Darlehensbetrags  zu  erfolgen; 

spätere  Entwicklungen  können  nur  insoweit  berücksichtigt  werden,  als  sie  zu  diesem 

Zeitpunkt  bereits  bekannt  oder  zumindest  absehbar  waren  (BGr,  3. Februar  1995  = 

ASA  64,  641  und  646).  Bei  der  in  diesem  Sinn  anzustellenden  Gesamtbetrachtung 

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steht im Vordergrund, ob die Gesellschaft einem unbeteiligten Dritten unter den nämli-

chen Bedingungen das zur Diskussion stehende Darlehen ebenfalls gewährt hätte (vgl. 

VGr,  22. November  2000 =  StE 2001  B 24.4 Nr. 60).  Ist  dies auszuschliessen,  ist  da-

von  auszugehen,  die  Darlehensgewährung  bzw.  -erhöhung  entspreche  nicht  einem 

betrieblichen  Vorgang,  sondern  sei  im  Beteiligungsverhältnis  zwischen  Gesellschaft 

und Aktionär begründet.  

d)  Liegt  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  vor,  ist  die  steuerliche  Gewinn-

korrektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem 

sich der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976 

Nr. 47; Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 

1969, § 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt 

im  Ergebnis  von  Anfang  an  als  simuliert  erweist,  weil  etwa  mit  der  Rückzahlung  der 

Darlehenssumme  aufgrund  der  gegebenen  besonderen  Verhältnisse  nicht  ernsthaft 

gerechnet werden kann. Diesfalls hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei 

der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der Verbuchung einer Wertberichti-

gung  auf  dem  Guthaben  zu  erfolgen  (StE 1989  B 24.4  Nr. 17  mit  Hinweisen;  StRK  I, 

7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschafter wird demgegenüber die verdeckte 

Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt erfasst, in welchem er mit der Abliefe-

rung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50). Dies gilt auch für Dar-

lehen der Gesellschaft an ihren Aktionär oder diesem nahestehende Personen. Bei von 

Anbeginn  an  simulierten  Darlehen  fliesst  die  verdeckte  Gewinnausschüttung  dement-

sprechend bereits  bei  der  Darlehenshingabe  zu  (StRK I,  27. August  1992  =  StE 1993 

B 24.4. Nr. 32; ASA 53, 54 und 64 f.). Wird das Darlehen erst im Lauf der Zeit unein-

bringlich, weil sich die finanzielle Lage des nahestehenden Schuldners erst allmählich 

verschlechtert, ist das Darlehen beim Borger bzw. – bei Darlehen unter Schwesterge-

sellschaften – beim  gemeinsamen  Aktionär  in  dem  Zeitpunkt  und  in  dem  Umfang  als 

verdeckte  Gewinnausschüttung  aufzurechnen,  in  welchem  sich  die  Uneinbringlichkeit 

objektiv verwirklicht hat (vgl. StRK I, 4. Mai 1995, I 87/1994, 17. April 1997, I 65/1996 

sowie VGr, 28. August 1996, SB.95.00043).  

e)  Macht  die  Steuerbehörde  geltend,  ein  Darlehen  sei  simuliert,  hat  sie  auf-

grund ihrer  Untersuchungen  den  steuerbegründenden Tatbestand der  Simulation  auf-

zuzeigen,  mithin  darzutun,  dass  eine  Leistung  der  Gesellschaft  ganz  oder  teilweise 

nicht  geschäftsmässig  begründet  sein  kann  (vgl.  StE 1990  B 24.4. Nr. 25;  Reimann/ 

Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die Anforderungen an den Nachweis der 

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Steuerbehörde  naturgemäss  nicht  allzu  hoch  angesetzt  werden.  Es  genügt  vielmehr, 

dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft macht bzw. dass sich dieser in sach-

gemässer  Würdigung  der  Verhältnisse  als  sehr  wahrscheinlich  erweist  (vgl.  StRK  I, 

16. Dezember  1991,  R 148/90).  Diesfalls  obliegt  es  alsdann  der steuerpflichtigen Ge-

sellschaft  bzw.  dem  begünstigten  Aktionär,  die  begründete  Vermutung  zu  entkräften 

und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung 

zu  erbringen  (vgl.  Reimann/Zuppinger/Schärrer,  § 45  N 83  f.).  Die  Begünstigungsab-

sicht  des  Leistungserbringers  darf  bei  alledem  in  der  Regel  ohne  besonderen  Nach-

weis  der  Steuerbehörden  vorausgesetzt  werden  (vgl.  VGr,  24. November  1977  =  ZBl 

1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 84). 

2.  a)  Ende  2007  betrug die  Kontokorrentschuld des  Pflichtigen  bei  der C  AG 

Fr.  72'047.-.  Bis  zu  diesem  Stand  tolerierte  die Steuerbehörde  die  Aktionärsverschul-

dung  bzw.  stellte  sie  die  Frage  nach  dem  Vorliegen  einer  Darlehenssimulation  noch 

nicht. Letzteres änderte sich, als der Pflichtige per 2008 seinem Aktionärskonto weitere 

Fr.  93'354.-  belastet  hatte  und  die  Gesamtschuld  am  31.  Dezember  2008  damit  auf 

einen Betrag von Fr. 165'401.- angewachsen war.  

Nach  der  vor  diesem  Hintergrund  im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsver-

fahren  durchgeführten  Untersuchung  präsentierte  sich  die  Darlehenserhöhung  per 

2008 im Licht der einschlägigen Beurteilungskriterien wie folgt: 

aa)  Auszugehen  war  zunächst  davon,  dass  die  Vergabe  von  Darlehen  nicht 

zum  Zweck  der  eine  Sprachschule  betreibenden  C  AG  gehört.  Allerdings  ist  es  ge-

schäftsüblich,  dass  bei  personenbezogenen  Aktiengesellschaften  der  Hauptaktionär 

über  ein  Kontokorrent  verfügt,  dessen  Saldo  in  die  eine  oder  andere  Richtung  aus-

schlagen kann, über die Jahre hinweg aber auch immer wieder ausgeglichen wird. Un-

ter  Berücksichtigung  der  Grösse  der  erst  im  Jahr  2006  gegründeten  Gesellschaft 

("Ehepaar-AG" mit einem Aktienkapital von Fr. 100'000.-) kann von einer Kontokorrent-

verschuldung  im  letzteren  Sinn  bei  einem  Saldo  zu  Ungunsten  des  Aktionärs  im  Be-

reich  von  Fr.  165'000.-  indes  keine  Rede  mehr  sein.  Wenn  die  Sprachschule  ihrem 

Hauptaktionär  ein  solches  Darlehen  gewährte,  lag  dies  folglich  ausserhalb  ihres  Ge-

sellschaftszwecks.  

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bb) Der Anteil des Aktionärsdarlehens am gesamten Umlaufvermögen betrug 

im hier betroffenen Geschäftsjahr 2008 rund 51,55% (vgl. Jahresrechnung 2009 der C 

AG mit Vorjahreszahlen im Anhang von T-act. 20). Die Zurverfügungstellung von mehr 

als der Hälfte der liquiden Mittel an einen einzigen Schuldner ist aussergewöhnlich und 

beinhaltet  ein  Klumpenrisiko,  welches  das  Mass  der  Geschäftsüblichkeit  bei  weitem 

sprengt.  Hinzu  kommt,  dass  die  erst  seit  2006  existierende  Sprachschule  noch  gar 

keine  eigenen  liquiden  Mittel  mit  entsprechendem  Anlagebedarf  im  Umlaufvermögen 

erwirtschaftet  hatte;  das  Eigenkapital  betrug  per  Bilanzabschluss  2008  lediglich 

Fr. 103'677.71.  Wie  die  passive  Bilanzposition  "Übrige  Forderungen  von  Dritten: 

Fr. 174'118.89"  aufzeigt,  war  die  Sprachschule  dementsprechend  auf  Fremdkapital 

angewiesen,  um  ihrem  Aktionär  das  fragliche  Darlehen  von  Fr. 165'401.32  zur  Verfü-

gung stellen zu können (vgl. Bilanz 2009 mit Vorjahreszahlen 2008; T-act. 20, Beilage 

4).  Damit  riskierte  sie  mit  Blick  auf  die  Möglichkeit,  dass  das  Darlehen  dereinst  nicht 

zurückbezahlt würde, eine Überschuldung bzw. den Konkurs (vgl. Art. 725 f. OR), was 

im Drittvergleich schlicht undenkbar ist.  

cc) Dividenden richtete die C AG im Geschäftsjahr 2008 keine aus, was nahe-

legt,  dass  womöglich  Gewinn  in  Darlehensform  verdeckt  ausgeschüttet  worden  ist. 

Allerdings  hatte  die  Gesellschaft  nach  dem  vorstehend  Gesagten  in  ihren  ersten  Ge-

schäftsjahren  bis  und  mit  2008  erst  einen  Bilanzgewinn  von  rund  Fr.  3'000.-  erwirt-

schaftet  und entstammten die  Mittel für  das  Aktionärsdarlehen  damit  dem  Eigen-  und 

Fremdkapital. Wenn aber das Guthaben gegenüber dem Aktionär die offenen, frei ver-

wendbaren  Reserven  der  C  AG  überstiegen  hat,  wurde  damit  auch  gegen  das  zivil-

rechtliche Verbot der Einlagenrückgewähr im Sinn von Art. 680 Abs. 2 OR verstossen. 

Nach der letzten Norm steht dem Aktionär nämlich kein Recht zu, den (für die Liberie-

rung seiner Aktien) einbezahlten Betrag zurückzufordern, woraus die Rechtsprechung 

ein Kapitalrückzahlungsverbot ableitet, welches auch die Gesellschaft bindet (BGE 61 I 

147; Urteil 1P.573/1999 vom 3. Januar 2000, E. 4b). Die Missachtung des Verbots der 

Einlagenrückgewähr steht indes bei der Frage, ob ein Darlehen als simuliert erscheint, 

nicht im Vordergrund. Wenn ein simuliertes Darlehen den Bereich des Verbots tangiert, 

liegt vielmehr ein Sonderfall vor, welcher mit Bezug auf die Steuerfolgen beim Aktionär 

an die Möglichkeit der steuerfreien Rückzahlung von einbezahltem Kapital denken lies-

se. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Rückleistung von Kapital-

anteilen  einer  Aktiengesellschaft  an  die  Anteilsinhaber  indes  nur  bei  einer  förmlichen 

Kapitalherabsetzung (Art. 732 OR) oder Liquidation (Art. 745 OR) steuerfrei; nicht da-

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gegen  die  faktische  Rückzahlung  des  Aktienkapitals  durch  ein  simuliertes  Darlehen 

(StE 1997 B. 24.4, Nr. 43, E. 5a).  

dd)  Ein  schriftlicher  Darlehensvertrag  existiert  nicht.  Bei  einem  Darlehensbe-

trag  von  rund  Fr.  165'000.-  ist  das  im  Drittvergleich  ungewöhnlich. Wenn  die  Sprach-

schule einem unabhängigen Dritten (wie z.B. einem angestellten Lehrer) ein Darlehen 

in dieser Höhe gewährt hätte, läge auf der Hand, dass die Modalitäten betreffend Hö-

he,  Verzinsung,  Amortisation,  Kündigungsfrist,  Rückzahlung  und  Sicherheiten  mittels 

eines schriftlichen Vertrags geregelt worden wären.  

ee) Sicherheiten wurden gemäss Angaben der Pflichtigen nicht gestellt; auch 

dies  widerspricht  in  Anbetracht  der  Darlehenssumme  geschäftlicher  Usanz.  Die 

Schwere  dieses  Kriteriums  hängt  dabei  aber  auch  von  der  generellen  Kreditfähigkeit 

des  Schuldners  bzw.  dessen  Bonität  ab.  Deklarierten  die  Pflichtigen  ein  steuerbares 

Vermögen im Negativbereich (- Fr. 263'391.-; vgl. Steuererklärung 2008 in T-act. 4), so 

deutete nichts auf eine generelle Kreditwürdigkeit und eine unproblematische Rückzah-

lung  des  Darlehens hin.  Bei  solchen Vermögensverhältnissen  hätte  die  Sprachschule 

einem  unabhängigen  Dritten  ohne  Einräumung  von  entsprechenden  Sicherheiten  mit 

Bestimmtheit kein Darlehen in der hier in Frage stehenden Höhe gewährt.   

ff) Das Darlehen wurde auch im Folgejahr 2009 nicht amortisiert, sondern im 

Gegenteil  noch  weiter  erhöht  (Stand  Ende  2009  =  Fr.  187'443.26;  vgl.  Bilanz  2009;  

T-act. 20, Beilage 4). Sodann gab der Pflichtige in der Auflageantwort vom 7. Septem-

ber 2010 an, dass zwar ein Zins von 3.25% abgemacht gewesen, dieser aber wieder-

um  dem  Kontokorrent  belastet  worden  sei.  Dass  die  C  AG  bei  einem  unabhängigen 

Dritten die fehlende Amortisation, die Zusatzverschuldung und die Novation der Zinsen 

hingenommen hätte, ist schwer vorstellbar.  

b)  Im  Licht  all  dieser  einschlägigen  Kriterien  konnte  die  Einschätzungs-  und 

Veranlagungsbehörde in sachgerechter Würdigung des Untersuchungsergebnisses nur 

zum Schluss kommen, dass das 2008 gewährte zusätzliche Aktionärsdarlehen einem 

Drittvergleich  nicht  standhält  und  damit  als  simuliert  zu  betrachten  ist,  was  auf  Stufe 

des  Aktionärs  die  einkommensseitige  Erfassung  des  Darlehensbetrags  als  Beteili-

gungsertrag und die Nichtanerkennung der entsprechenden Schuld samt Schuldzinsen 

nach sich zog. 

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c)  Zu  prüfen  bleibt,  ob  es  den  Pflichtigen  gelungen  ist,  im  Rahmen  der  Ein-

sprachen  bzw.  der  Beschwerde  und  des  Rekurses  den  Gegenbeweis  zu  erbringen 

bzw.  das  Vorliegen  eines  einem  Drittvergleich  standhaltenden  Darlehens  nachzuwei-

sen. 

3.  a)  Einspracheweise  liessen  die  Pflichtigen  zunächst  vorbringen,  dass  das 

fragliche Darlehen nicht der Bestreitung ihres privaten Lebensaufwands gedient habe. 

Mit  per  2008  erzielten  Nettoeinkünften  von  Fr.  108'051.-  (Ehemann)  bzw.  Fr. 96'102.- 

(Ehefrau)  hätten  sie  diesbezüglich  über  genügend  Mittel  verfügt;  diese  hätten  auch 

dazu gereicht, die Zinsen des Darlehens zu bezahlen und dieses zu amortisieren. Wei-

ter  seien  sie  Eigentümer  der  C  AG,  welche  in  den  Geschäftsjahren  2009  und  2010 

Reingewinne  von  Fr.  62'000.-  bzw.  Fr.  250'000.-  erwirtschaftet  habe;  dies  bei  einem 

Substanzwert der Gesellschaft von Fr. 165'000.-. Nach der Praktikermethode errechne 

sich damit  ein Unternehmenswert  von  Fr.  600'000.-.  Schliesslich  seien  sie auch noch 

Eigentümer  einer  Liegeschaft  mit  einem  Verkehrswert  von  Fr.  2'480'000.-,  welche  le-

diglich  mit  Fr. 1'050'000.-  belehnt  sei.  Diese  Liegenschaft  solle  denn  auch  in  den 

nächsten  Tagen  für  Fr.  2.5  Mio.  verkauft  werden.  Von  einer  fehlenden  Bonität  bzw. 

einem vorhandenen Klumpenrisiko könne damit keine Rede sein. Ungeachtet des Feh-

lens einer Rückzahlungsvereinbarung liege demzufolge auch kein fehlender Rückzah-

lungswille bzw. keine objektive Unmöglichkeit der Rückzahlung vor. Wenn die Pflichti-

gen nach dem Gesagten zusammen über ein Kapital von ca. Fr. 1.5 Mio. verfügten, sei 

mit  Blick  auf  die  Höhe  des  Darlehens  auch  kein  Missverhältnis  auszumachen.  Das 

Fehlen  eines  Darlehensvertrags  ändere  sodann  nichts  daran,  dass  für  die  Aktionäre, 

welche  das  Darlehen  bezogen  hätten,  immer  klar  gewesen  sei,  dass  dieses  verzinst 

und zurückbezahlt werden müsse.  

In Ergänzung zu diesen Ausführungen wurde eine vom 10. Oktober 2010 da-

tierende  Bestätigung  des  Darlehensnehmers  (des  Pflichtigen)  eingereicht  (T-act.  20, 

Beilage  5).  In  dieser  ist  festgehalten,  dass  Letzterer  von  der  C  AG  einen  Kontokor-

rentkredit von Fr. 165'401.- (Stand Ende 2008) erhalten hat, wobei folgende Vertrags-

modalitäten vereinbart worden seien: 

-  Darlehenszins:   3.25% pro Jahr 

-  Sicherheiten:   keine 

-  Amortisation:  CHF 50'000 pro Jahr, erstmals im April 2011 

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Die Bestätigung – betitelt mit "zu Handen der Steuerverwaltung des Kantons 

Zürich" – schloss mit der Bemerkung, dass bei Nichteinhaltung dieser Modalitäten be-

reits in Rechtskraft erwachsene Veranlagungsverfügungen aufgehoben würden.  

b)  Wie  bereits  erwähnt,  ist  für  die  Frage,  ob  einem  Aktionärsdarlehen  eine 

Simulation  zugrunde  liegt,  grundsätzlich  auf  die  Verhältnisse  im  Zeitpunkt  der  Darle-

henshingabe abzustellen  und  ist  Zukunftsentwicklungen  nur  Rechnung  zu  tragen,  so-

weit  diese  damals  schon  absehbar  waren.  Ist  den  Steuerbehörden  der  Nachweis  ge-

lungen, dass bereits die Darlehensgewährung simuliert ist und eine verdeckte Gewinn-

ausschüttung  darstellt,  so  ergibt  sich  daraus  zwangsläufig,  dass  allfällige  spätere 

Darlehensrückzahlungen  durch  den  Darlehensschuldner  steuerlich  nicht  als  solche 

betrachtet  werden  können,  sondern  als  (verdeckte)  Kapitaleinlagen  zu  qualifizieren 

sind  (vgl.  Louis  Bochud,  Darlehen  an  Aktionäre,  1991,  S. 291;  StRK  II,  7. Februar 

2007,  2  DB.2006.150).  Ein  simuliertes  Darlehen  bzw.  die  damit  einhergehende  ver-

deckte Gewinnausschüttung  an  den  Aktionär  kann  demzufolge  nicht  nach  der  Entde-

ckung durch die Steuerbehörden mittels nachträglichen Dispositionen wieder rückgän-

gig gemacht werden. Gleichermassen kann über eine bei Darlehenshingabe fehlende 

Bonität  des  Schuldners  nicht  hinweggesehen  werden,  wenn  sich  diese  zwischen  der 

Hingabe  und  dem  Zeitpunkt  der  Bonitätsprüfung  (z.B.  aufgrund  eines  Lottogewinns) 

verbessert hat.  

aa)  Bei  dieser  Lage  der  Dinge  vermochte  den  Pflichtigen  die  in  der  vom  

10. Oktober 2010 datierenden Bestätigung in Aussicht gestellte Darlehensrückzahlung 

ab 2011 nicht zu helfen und gibt es keinen Grund, spätere Entwicklungen abzuwarten, 

um  dannzumal  über  die  Darlehensqualifikation  zu  befinden  und  gegebenenfalls  auf 

rechtskräftige  Veranlagungen  zurückzukommen.  Sodann  konnten  sich  die  Pflichtigen 

mit Blick auf das Kriterium der Bonität des Aktionärs auch nicht auf den Wert der C AG 

per 2009 bzw. 2010 berufen, wobei sie dem diesbezüglich behaupteten Wert aber oh-

nehin  keine  fundierte  Unternehmensbewertung  zugrunde  legten,  sondern  bloss  eine 

rudimentäre, nicht transparente Eigenberechnung. Massgebend für die Bonitätsprüfung 

wäre aber so oder anders der Wert der C AG per Darlehenshingabe, d.h. per 2008. Bis 

dahin, d.h. in ihren beiden ersten Geschäftsjahren, hatte die Gesellschaft aber gerade 

einmal  eine  Gewinnreserve  von  insgesamt  rund  Fr. 3'000.-  erwirtschaftet  (vgl.  Bilanz 

2009 mit Vorjahreszahlen 2008; T-act. 20, Beilage 4), so dass mit Blick auf das Fehlen 

von  aussagekräftigen  Ertragswerten  von  einem  Unternehmenswert  im  Bereich  des 

Substanzwerts bzw. des Eigenkapitals (= rund Fr. 100'000.-) auszugehen wäre. Davon 

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gehörten dem Pflichtigen 50%, womit von einem Haftungssubstrat für das streitige Dar-

lehen keine Rede sein kann.  

bb) Als Sicherheiten für Letzteres eignen sich im Übrigen primär Vermögens-

werte  des  Darlehensnehmers  ausserhalb  der  darlehensgebenden  Gesellschaft,  denn 

es  kann  grundsätzlich  nicht  in  deren  Interesse  sein,  die  Rückzahlung  vom  eigenen 

Verkauf  bzw.  einem  Wechsel  der  Beteiligungsverhältnisse  abhängig  zu  machen.  Ge-

mäss  verwaltungsgerichtlicher  Rechtsprechung  sind  im  Rahmen  des  Drittvergleichs 

zwar alle Vermögenswerte des Darlehensnehmers einzubeziehen und damit auch die 

Aktien  der  darlehensgebenden  Gesellschaft;  der  Umstand,  dass  diese  dem  Aktionär 

ein erhebliches Darlehen eingeräumt hat, darf aber in geeigneter Weise in die Bewer-

tung  der  Aktien  einfliessen  (VGr,  10.  Mai  2006  =  StE  2006  B.24.4  Nr.  73).  Letzteres 

kann etwa dadurch geschehen, dass vom ausgewiesenen Wert der Gesellschaft das in 

Frage stehende Darlehen abgezogen wird,  was im vorliegenden Fall  zu  einem  Nega-

tivwert führen würde. Weiter ist zu berücksichtigen, dass bei der Frage der Kreditwür-

digkeit auch die Liquidität des Darlehensnehmers eine entscheidende Rolle spielt. Weil 

vorliegend  für  die  Rückzahlung  des  Darlehens  weder  ein  bestimmter  Termin,  noch 

Kündigungsfristen,  noch  der  Verfall  auf  beliebige  Aufforderung  hin  vereinbart  worden 

sind,  gilt  gemäss  Art.  318  OR  eine  Rückzahlungspflicht  von  sechs  Wochen  von  der 

ersten  Aufforderung  an.  Hätte  demzufolge  die  C  AG  den  ihrem  Aktionär  gewährten 

Kontokorrentkredit mit Blick auf die eigene Liquidität auf  sechs Wochen hin zurückge-

fordert, so hätte der Aktionär die Aktien der noch jungen Gesellschaft mit Blick auf das 

für  die Rückzahlung  benötigte  Geld  in einer  solch kurzen  Zeitspanne  kaum  zu  einem 

guten Preis verkaufen können.  

cc)  Was  sodann  die  Liegenschaft  der  Pflichtigen  anbelangt,  haben  diese  es 

unterlassen, den behaupteten Verkehrswert von Fr. 2.5 Mio. mit geeigneten Unterlagen 

zu  belegen.  Deklariert  wurde  ein  vermietetes  Einfamilienhaus  in  Dübendorf  (Eigen-

tumsverhältnis 2/3 Ehemann, 1/3 Ehefrau) mit einem Steuerwert von Fr. 911'000.-, was 

der  Anzeige  der  Stadt  Dübendorf  betreffend  die  Neubewertung  2009  entspricht  (vgl. 

Beilagen in T-act. 11). In der hier streitigen Steuerperiode 2008 galt noch ein Steuer-

wert gemäss Bewertung 2004 von Fr. 773'000.-, was die Steuerbehörde zugunsten der 

Pflichtigen  denn  auch  korrigiert  hat.  Wieso  dieser  Liegenschaft  per  2008  bereits  ein 

Verkehrswert von Fr. 2'480'000.- hätte zukommen sollen, wäre von den Pflichtigen zu 

belegen gewesen. Indes haben sie ihre diesbezügliche blosse Behauptung weder mit 

einer  Schätzung  noch  mit  Unterlagen  betreffend  den  angeblich  anstehenden  Verkauf 

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für Fr. 2.5 Mio. untermauert. Der Letztere hat, wie die im Rekurs- und Beschwerdever-

fahren  eingereichten  Akten  aufzeigen,  denn  auch  nicht  stattgefunden  (vgl.  Vertrag 

betreffend subjektiv-partielle Erbteilung vom 9. März 2011 in R-act. 13). Die vorstehen-

den Erwägungen betreffend die Liquidität des Darlehensnehmers gelten sodann auch 

für die Liegenschaft; auch diese wäre im Fall der Darlehensrückforderung kaum innert 

sechs Wochen zu verkaufen gewesen, und wenn doch, jedenfalls nicht zum bestmögli-

chen Preis.  

dd) Die Kreditwürdigkeit des Pflichtigen wurde mit den Hinweisen auf die Wer-

te der C AG und der Liegenschaft in Dübendorf demzufolge nicht nachgewiesen. Der 

Hinweis auf ein für den privaten Lebensaufwand genügendes Salär beider Pflichtigen 

hilft diesbezüglich auch nicht weiter, zumal trotz dieser Saläre ja eben weder Zinszah-

lungen  noch  Amortisationen  erfolgten.  Auch  sonst  wurden  einspracheweise  keine  Ar-

gumente  vorgebracht,  welche  im  Licht  der  einschlägigen  Kriterien  gegen  eine  Darle-

henssimulation  sprechen  könnten.  Die  eingereichte  Bestätigung  des  Pflichtigen  über 

den  Inhalt  des  mündlichen  Darlehensvertrags  ändert  daran  auch  nichts.  Zum  einen 

wurde sie nämlich erst nach der steuerbehördlichen Entdeckung der Darlehenssimula-

tion abgefasst, weshalb die Beweiskraft stark eingeschränkt ist; zum andern ist selbst 

der bestätigte Inhalt nicht geeignet, die gewichtigen Kriterien der nicht nachgewiesenen 

Bonität und der fehlenden Sicherheiten in ein anderes Licht zu rücken. Demzufolge hat 

die Vorinstanz die Einsprachen zu Recht abgewiesen. 

4.  a)  Beschwerde-  und  rekursweise  wird  zunächst  vorgebracht,  dass  beide 

Pflichtigen  im  Verwaltungsrat  der  C  AG  gewesen  seien,  wobei  der  Pflichtige  am  22. 

November  2010  ausgetreten  sei;  seither  sei  die  Pflichtige  alleinige  Verwaltungsrätin. 

Schon per 2008 habe der Pflichtige aber die C AG nicht nach Belieben vertreten kön-

nen,  denn  alle  Geschäfte  seien  im  Verwaltungsrat  vorbesprochen  worden  und  Ent-

scheide  seien  nur  bei  Einstimmigkeit  zustande  gekommen.  Daraus  folge,  dass  der 

Pflichtige das Einräumen eines Darlehens nicht habe diktieren können; dieses sei folg-

lich zu marktkonformen Bedingungen abgewickelt worden.  

Der  erwähnten  Einstimmigkeit  im  Verwaltungsrat  bezüglich  aller  Entscheide 

der Gesellschaft ist zunächst entgegenzuhalten, dass der Pflichtige gemäss Handels-

registereintrag über die Einzelunterschrift bei der C AG verfügte und er denn auch die 

nachträgliche  Bestätigung  betreffend  die  Vertragsmodalitäten  allein  unterzeichnet  hat 

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(vgl.  T-act.  20,  Beilage  5).  Eheleute,  welche  gemeinsam  eine  Aktiengesellschaft  füh-

ren, sind sich im Übrigen nahestehend. Wenn die Pflichtige als Verwaltungsrätin dem 

Darlehen an ihren Ehemann zugestimmt hat, so folgt daraus nicht, dass sie bei einem 

ihr  nicht  nahestehenden  Dritten  in  gleichen  finanziellen  Verhältnissen  zur  Darlehens-

hingabe  ebenfalls  Hand  geboten  hätte.  Aus  dem  Umstand,  dass  neben  dem  Darle-

hensnehmer auch dessen Ehefrau im Verwaltungsrat der Darlehensgeberin sass, kann 

damit  nicht  allen  Ernstes  gefolgert  werden,  das  fragliche  Darlehen  halte  einem  Dritt-

vergleich stand und sei zu marktgerechten Bedingungen abgewickelt worden.  

b)  Weiter  wird  vorgebracht,  dass  insbesondere  auch  der  vereinbarte  und 

durchsetzbare Zins von 3.25% marktüblich gewesen sei.  

Ob  dem  so  ist,  kann  dahingestellt  bleiben,  denn  die  Zinshöhe  ist  unter  den 

hier  vorliegenden  Umständen  nicht  entscheidend.  Hielte  nur  der  vereinbarte  Zins  ei-

nem  Drittvergleich  nicht  stand,  so  erschöpfte  sich  die  verdeckte  Gewinnausschüttung 

auf  den  Umfang  der  Differenz  zwischen  dem  vereinbarten  und  dem  marktkonformen 

Zins.  Vorliegend  ist  gestützt  auf  die  einschlägigen  Beurteilungskriterien  indes  davon 

auszugehen,  dass  die  per  2008  erfolgte  Erhöhung  des  Aktionärsdarlehens als  solche 

dem Drittvergleich nicht standhält und mithin als steuerbares Einkommen zu erfassen 

ist. Im Übrigen wurden die Zinsen nach Angaben der Pflichtigen nicht bezahlt, sondern 

bloss  dem  Darlehen  hinzugeschlagen.  Wenn  dergestalt  das  Risiko  der  Nichtrückzah-

lung des Darlehens auf die Darlehenszinsen ausgedehnt wurde, kommt dem Zinsfuss 

keine  besondere  Bedeutung  mehr  zu.  Der  Zinssatz  von  3.25%  ist  im  Übrigen  nicht 

einmal  gesichert,  wurde  doch  im  Schuldenverzeichnis  die  Gesamtschuld  per  Ende 

2008 mit Fr. 165'401.- und der Zins mit Fr. 3'250.- angegeben; Belege zum Kontokor-

rent,  welche  eine  entsprechende  Zinskalkulation  bzw.  eine  Prüfung  des  behaupteten 

Durchschnittssaldos von Fr. 100'000.- erlaubten, wurden nie vorgelegt. 

c) Was die ins Gewicht fallenden Beurteilungskriterien anbelangt, vermag die 

Pflichtige beschwerde- und rekursweise die Beweislage nicht zu ihren Gunsten zu än-

dern:  

aa) Zum Thema Bonität und Sicherheiten wird einerseits auf die diesbezügli-

chen Vorbringen der Einsprache bzw. auf ein vorhandenes Vermögen des Darlehens-

nehmers von Fr. 750'000.- verwiesen (= ½ des in der Einsprache auf Fr. 1.5 Mio. bezif-

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ferten Vermögens beider Pflichtigen). Diese Vorbringen wurden bereits geprüft (vgl. E. 

3.c vorstehend), wobei sie sich als unbehelflich erwiesen haben. 

bb)  Neu  wird  vorgebracht,  das  Aktionärsdarlehen  sei  zwar  "formell  ohne 

Pfandsicherheit"  gewährt  worden,  jedoch  sei  von  Anfang  an  klar  gewesen,  dass  der 

Aktionär  mit  Fr.  108'051.-  netto  per  2008  über  ein  genügendes  Einkommen  verfügt 

habe, um das Darlehen samt Zins zurückzubezahlen. Das Einkommen der pflichtigen 

Ehefrau von Fr. 96'102.- habe nämlich vollends genügt, um den Lebensaufwand zwei-

er Personen zu decken.  

In  letzterem  Zusammenhang  ist  zunächst  festzustellen,  dass  der  Pflichtige 

auch noch Unterhaltszahlungen für einen ausserhalb seines Haushalts lebenden Sohn 

zu bezahlen hatte (vgl. Steuererklärung 2008, S. 1 und 3). Wenn sodann – wie bloss 

behauptet und durch keinerlei konkreten Zahlen untermauert – für die Lebenshaltungs-

kosten 2008 beider Pflichtigen schon das Einkommen 2008 der Ehefrau gereicht hätte, 

wäre zu erwarten gewesen, dass der Pflichtige seine Kontokorrentschuld bei der C AG 

per  2008  reduziert  hätte;  dies  z.B.  durch  Verrechnung  mit  seinem  ebenfalls  von  der 

Darlehensgeberin  ausgerichteten  Geschäftsführerlohn.  Stattdessen  wurde  aber  das 

Darlehen  im  Kalenderjahr  2008  von  Fr.  72'047.-  auf  Fr. 165'401.-  erhöht.  Wieso  der 

Pflichtige neben dem ihm angeblich ausserhalb von Lebenshaltungskosten zur Verfü-

gung  stehenden  Lohn  von  gut  Fr.  100'000.-  noch  ein  Zusatzdarlehen  in  annähernd 

gleicher Höhe benötigte, wurde nicht erklärt. Damit ist auch in keiner Weise nachvoll-

ziehbar,  wie dessen  Geschäftsführerlohn  als  (nicht formelle)  Sicherheit für  das  Darle-

hen hätte qualifizieren sollen. Entscheidend ist letztlich allein der Drittvergleich: Einem 

unabhängigen Dritten ohne nachgewiesenes Vermögen hätte die C AG ein Zusatzdar-

lehen in der Höhe von mehr als Fr. 93'000.- gewiss nicht ohne die schriftliche Einräu-

mung von Sicherheiten bzw. allein mit Blick auf ein Jahressalär von gut Fr. 100'000.- 

gewährt.  

cc) Weiter wird darauf verwiesen, dass die C AG per 2009 und 2010 mit Net-

togewinnen von Fr. 62'000.- bzw. rund Fr. 250'000.- profitabel gewesen sei; der Aktio-

när hätte sich folglich eine Dividende auszahlen lassen und damit das Darlehen prob-

lemlos zurückzahlen können.  

Dem steht indes erneut entgegen, dass die Verhältnisse bei Darlehensgewäh-

rung (hier 2008) entscheidend sind. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gewinne 2009 und 

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2010 noch nicht bekannt und konnten diese folglich die Kreditwürdigkeit des Aktionärs 

und dessen Rückzahlungsmöglichkeiten nicht verbessern. Im Übrigen wurde per 2009 

trotz Gewinn von Fr. 59'152.64 eben keine Dividende ausgerichtet und wurde das Dar-

lehen  per  2009  sogar  noch  weiter  erhöht  (um  rund  Fr.  22'000.-)  und  nicht  amortisiert 

(R-act.  3/6).  Die  weitere  Entwicklung  des  Kontokorrents  stützt  die  Behauptung  der 

problemlosen Rückzahlung folglich nicht.  

dd)  Schliesslich  wird  noch  geltend  gemacht,  dass  die  C  AG  per  2008  und 

2009 Umsätze von Fr. 2'067'000.- bzw. Fr. 3'300'000.- sowie per 2009 und 2010 Ge-

winne von Fr. 62'000.- bzw. Fr. 250'000.- erzielt habe. Angesichts solcher Umsatz- und 

Gewinnzahlen  erscheine  ein  ausstehendes  Darlehen  von  Fr.  93'379.-  (recte:  Fr. 

93'354.- = Erhöhung per 2008) als gering und habe kein Klumpenrisiko bestanden. Das 

Darlehen  habe  denn  auch  nur  einen  Drittel  der  Bilanzsumme  2008  von  Fr.  366'000.- 

bzw.  einen  Fünftel  der  Bilanzsumme  2009  von  Fr. 496'000.-  ausgemacht.  Selbst  bei 

einem  Ausfall  des  Darlehensnehmers  wäre  die Darlehensgeberin  demzufolge  nicht  in 

Konkurs gefallen. Mit den vorhandenen Aktiven habe das Risiko aufgefangen werden 

können bzw. seien Umsatz und Gewinn genügend gross gewesen, um einen solchen 

Ausfall zu verkraften.  

Umsatz-  und  Gewinnzahlen  sind  zunächst  keine  Bezugsgrössen  im  Zusam-

menhang mit der Frage eines vorhandenen Klumpenrisikos. Bei letzterem geht es um 

den  Anteil,  welche  das  (gesamte)  Darlehen  an  den  liquiden  Mitteln  der  Gesellschaft 

ausmacht.  Dieser  betrug  im  hier  betroffenen  Geschäftsjahr  2008  rund  51,55%,  was 

weit  ausserhalb  eines  geschäftsüblichen  Rahmens  liegt  (vgl.  vorn,  E.  2.bb).  Sodann 

trifft es auch nicht zu, dass die Gesellschaft den Ausfall des Darlehens verkraftet hätte. 

Die Pflichtigen sehen darüber hinweg, dass die Gesellschaftaktiven zum grossen Teil 

fremdfinanziert waren und das Aktivdarlehen das vorhandene Eigenkapital überstiegen 

hat.  Ein Ausfall  hätte damit  in die Überschuldung  und nach  Art.  725 f.  OR  letztlich in 

den Konkurs geführt.  

d) Zusammenfassend bleibt es dabei, dass die dem Pflichtigen von der C AG 

per 2008 gewährte Darlehenserhöhung von Fr. 93'354.- als simuliert qualifiziert. Denn 

die  Sprachschule  gewährte  ihrem  Hauptaktionär  dieses  Darlehen  ohne  betrieblichen 

Grund, unter Aufnahme von Fremdkapital sowie ohne jegliche Sicherheiten, obwohl sie 

in Kenntnis der negativen Vermögensdeklaration der Pflichtigen damit rechnen musste, 

auf  eine  Rückzahlung  womöglich  verzichten  zu  müssen.  Die  Darlehensvergabe  per 

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2008  ist  dementsprechend  allein  mit  dem  Nahestehendenverhältnis  zu  erklären.  Im 

entsprechenden  Umfang wurde das  Darlehen  mithin zu Recht  als  steuerbarer  Beteili-

gungsertrag  des  Pflichtigen  erfasst;  ebenfalls  als  korrekt  erweist  sich  die  vermögens-

seitige  Nichtanerkennung  der  deklarierten  Darlehensschuld  und  die  damit  einherge-

hende (anteilsmässige) Aufrechnung der deklarierten Schuldzinsen.  

Die  angefochtenen  Einspracheentscheide  bzw.  die  mit  diesen  festgelegten 

Steuerfaktoren sind demzufolge zu bestätigen. 

5. a) Nach alledem sind die Beschwerde und der Rekurs abzuweisen.  

b) Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen.  

Eine  Parteientschädigung  ist  ihnen  weder  im  Beschwerde-  noch  im  Rekursverfahren 

zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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