# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 861ecf61-0e55-5c25-92bc-82037cc644b5
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-10
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 10.01.2022 605 2020 258
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2020-258_2022-01-10.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2020 258
605 2020 259

Urteil vom 10. Januar 2022

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marianne Jungo
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin Anna 
Gruber

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz

Gegenstand Invalidenversicherung – Berufliche Massnahmen; Rente

Beschwerde vom 11. Dezember 2020 gegen die Verfügung vom 30. Novem-
ber 2020

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Sachverhalt

A. A.________, Staatsbürger von Kroatien, geboren 2000 in der Schweiz, ledig, wohnhaft in 
B.________, konnte bis zum 3. Primarschuljahr den Regelunterricht besuchen. Wegen Verhaltens-
auffälligkeiten und schulischer Leistungsmängel wurde er in der Folge in einer Kleinklasse beschult 
und parallel dazu heilpädagogisch und kinderpsychiatrisch betreut. Ab ca. 2013 kam es zu Canna-
bis-Konsum.

Am 4. Mai 2015 meldete ihn seine Mutter aufgrund von psychischen Problemen (mittelgradige post-
traumatische Belastungsstörung [PTBS] sowie kombinierte Störung der schulischen Fertigkeiten bei 
guten Rechenleistungen) bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: 
IV-Stelle) an.

Mit Verfügungen vom 8. Februar, 12. September und 12. Dezember 2016 wurden ihm berufliche 
Massnahmen gewährt. Diese wurden per 30. Juni 2017 abgebrochen und mit rechtskräftiger Verfü-
gung vom 2. Mai 2018 wurde das Leistungsgesuch wegen mangelnder Mitwirkung abgewiesen.

B. Am 7. November 2018 nahm A.________ eine Neunanmeldung betreffend berufliche Mass-
nahmen vor.

Am 28. Januar 2020 ordnete die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung im C.________ bei 
Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. E.________, Fach-
psychologe für Neuropsychologie und Psychiatrie FSP, an. Im Gutachten vom 28. Mai 2020 wurde 
festgehalten, aufgrund von Malingering (Simulation/Aggravation) könne die Arbeitsfähigkeit nicht 
beurteilt werden. Dringend indiziert sei eine stationäre Begutachtung.

Mit Verfügung vom 30. November 2020 verneinte die IV-Stelle den Leistungsanspruch erneut.

C. Am 11. Dezember 2020 erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwältin Anna Gruber, 
Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Verfügung vom 30. November 2020 
sei aufzuheben und ihm seien berufliche Massnahmen bzw. eine Rente zu gewähren, eventualiter 
sei eine stationäre Begutachtung über seinen Gesundheitszustand bzw. subeventualiter eine berufli-
che Abklärung vorzunehmen. Ferner stellt er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (URP-
Gesuch). Zur Begründung bringt er u. a. vor, die IV-Stelle habe ihre Abklärungspflicht verletzt. Wie 
von den Gutachtern empfohlen, sei eine stationäre Begutachtung notwendig.

Die IV-Stelle bestätigt in ihren Bemerkungen vom 3. Februar 2021, gestützt auf eine Stellungnahme 
von Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD), vom 19. Januar 2021, ihre 
Ausführungen in der Verfügung und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Auch die Indikation 
für eine stationäre Begutachtung sei nicht gegeben, da auch unter stationären Bedingungen keine 
validen Ergebnisse zu erwarten seien.

In seinen spontanen Gegenbemerkungen vom 29. Juni 2021 macht der Beschwerdeführer geltend, 
seit dem 2. Februar 2021 befinde er sich in der G.________ in einer langfristigen stationären Abklä-
rung. Aus dem Zwischenbericht ergebe sich, dass die bisherigen beruflichen Massnahmen nicht an 
der mangelnden Motivation, sondern den kognitiven Einschränkungen gescheitert seien.

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In ihren Schlussbemerkungen vom 12. Oktober 2021 beantragt die IV-Stelle weiterhin die Abwei-
sung der Beschwerde. Gestützt auf den Bericht des RAD-Psychiaters vom 5. Oktober 2021 könne 
jedoch die Beschwerde als Neuanmeldung entgegen genommen werden.

Am 11. November 2021 reicht der Beschwerdeführer einen weiteren Bericht der G.________ ein. 
Diese Eingabe wird am 12. November 2021 der IV-Stelle zur Kenntnisnahme zugestellt.

Mit Eingabe vom 26. November 2021 reicht der Beschwerdeführer den Abschlussbericht der 
G.________ vom 25. November 2021 ein. Die IV-Stelle hält in ihrer Stellungnahme vom 9. Dezem-
ber 2021 an ihrer Sichtweise fest. Diese wird dem Beschwerdeführer am 15. Dezember 2021 zur 
Kenntnisnahme zugestellt.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massgebend 
sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 11. Dezember 2020 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 30. November 
2020 ist durch einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und 
örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat ein schutz-
würdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob er 
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwendung 
kommt, ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 
Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche 
Gesundheitsschäden eine Invalidität i. S. v. Art. 4 Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 8 ATSG bewirken. Nicht 
als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich 
nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 

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Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; 
das Mass des Förderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz 
ATSG; BGE 141 V 281 E. 3.7.1 mit Hinweisen).

Die Anerkennung des Vorliegens einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit setzt auch 
eine fachärztliche auf der Grundlage der Kriterien eines anerkannten Klassifikationssystems gestell-
ten Diagnose voraus (BGE 141 V 281 E.  2.1 und 2.1.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich müssen alle 
psychischen Störungen einem strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 unterzogen 
werden (BGE 143 V 418). So muss der behindernde Charakter psychischer Gesundheitsstörungen 
im Rahmen einer Gesamtuntersuchung unter Berücksichtigung verschiedener Indikatoren, 
einschliesslich der funktionellen Einschränkungen und Ressourcen des Versicherten sowie des 
Kriteriums der Resistenz der psychischen Störung gegenüber einer ordnungsgemäss durchgeführ-
ten Behandlung, festgestellt werden (BGE 143 V 409 E. 4.4).

2.3. Mit BGE 145 V 215 hat das Bundesgericht die bisherige Rechtsprechung, wonach primäre 
Abhängigkeitssyndrome bzw. Substanzkonsumstörungen zum Vornherein keine invalidenversiche-
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschäden darstellen können und ihre funktionellen Auswirkun-
gen deshalb keiner näheren Abklärung bedürfen, fallen gelassen. So könne – fachärztlich einwand-
frei diagnostizierten – Abhängigkeitssyndromen bzw. Substanzkonsumstörungen nicht zum vornher-
ein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden (BGE 145 V 215 
E. 5.3.3). Fortan ist – gleich wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen (vgl. BGE 143 V 409 
und 418) – auf der Grundlage eines strukturierten Beweisverfahrens (Standardindikatorenprüfung) 
nach BGE 141 V 281 zu ermitteln, ob und gegebenenfalls inwieweit sich ein fachärztlich diagnosti-
ziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirkt. 
Dabei kann und muss im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbesondere dem Schwere-
grad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem kommt nicht zu-
letzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen – wie auch bei anderen psychi-
schen Störungen – oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und 
soziokulturellen Faktoren vorliegt. Letztere sind selbstverständlich auch bei Abhängigkeitserkran-
kungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen. Eine krankheitswer-
tige Störung muss umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle 
Faktoren das Beschwerdebild mitprägen. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann immerhin dort 
von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeignet ist. 
Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine – länger dauernde – Arbeitsunfähigkeit nach 
bestehender Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger fach-
ärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen 
Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert 
beigemessen werden kann (BGE 145 V 215 E. 6.3 und E. 7 mit Hinweisen).

2.4. Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte 
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, 
die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (Bst. a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzel-
nen Massnahmen erfüllt sind (Bst. b;). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unab-
hängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der 
Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen 
(Art. 8 Abs. 1bis IVG). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in Massnahmen beruflicher Art 
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; 
Art. 8 Abs. 3 Bst. b IVG).

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2.5. Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem 
sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc mit Hinweisen). Dies 
gilt auch für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt 
mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz 
zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Urteil BGer 8C_913/2013 vom 11. April 2014 E. 4.4.3 mit 
Hinweisen).

3.

Es ist streitig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.

3.1. Mit Verfügung vom 8. Februar 2016 (IV-Akten, S. 116 f.) gewährte ihm die IV-Stelle eine 
Berufsberatung und übernahm die Kosten für eine berufliche Abklärung im Bereich Automobilassis-
tent EBA durch die H.________ GmbH mit Sitz in Bern. Aus deren Schlussbericht vom 11. März 
2016 (IV-Akten, S. 123 ff.) ergab sich, dass sowohl die Qualität als auch die Quantität klar ungenü-
gend seien. Die Ausbildungsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt sei nicht erfüllt.

Am 12. September 2016 (IV-Akten, S. 175 ff.) gewährte ihm die IV-Stelle eine Berufswahlabklärung 
und am 12. Dezember 2016 (IV-Akten, S. 180 ff.) eine erstmalige berufliche Ausbildung mit der 
Übernahme der behinderungsbedingten Mehrkosten für die Vorbereitung auf eine berufliche Ausbil-
dung, beides bei der Stiftung I.________ in J.________. Gemäss dem Austrittsbericht vom 28. Juni 
2017 (IV-Akten, S. 274 ff.) habe der Beschwerdeführer das Vorbereitungsjahr mit Interesse und 
Einsatz in Angriff genommen und auch teilweise angedeutet, dass er über gewisse berufliche und 
soziale Grundlagen verfüge, von guter Ausdauer sein könne und die nötige Kraft habe. Jedoch habe 
er seit Anfang Oktober 2016 eine Haltung angenommen, welche die Zusammenarbeit bezüglich 
einer beruflichen, schulischen und sozialen Ausbildung verunmögliche. Er brauche in fast allen 
Bereichen einen sehr klaren und strukturierten Rahmen um den Lebensanforderungen gerecht zu 
werden und sei auf eine sehr enge und stetige Begleitung angewiesen. Die Massnahme werde per 
30. Juni 2017 beendet, wobei der Beschwerdeführer bereits per 14. Juni 2017 seinen Aufenthalt bei 
der I.________ abgebrochen habe.

Mit Einschreiben vom 17. August 2017 (IV-Akten, S. 280) forderte ihn die IV-Stelle zur Mitwirkung 
auf. Er solle bis zum 18. September 2017 mitteilen, ob er an beruflichen Massnahmen interessiert 
sei. Auf die Mahnungen vom 21. November 2017, 8. und 29. Januar 2018 (IV-akten, S. 300 ff.) 
reagierte die Mutter am 14. Februar 2018 (IV-Akten, S. 303 f.) mit der Forderung, es sollen noch 
medizinische Abklärungen abgewartet werden. Mit rechtskräftiger Verfügung vom 2. Mai 2018 (IV-
Akten, S. 314 ff.) verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Kostengutsprache für IV-Leistungen. 
Der Beschwerdeführer sei seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen.

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3.2. Für die hier streitige Verfügung stützte sich die IV-Stelle auf das Gutachten der C.________ 
vom 28. Mai 2020 (IV-Akten, S. 475 ff.). In ihrer interdisziplinären Beurteilung diagnostizierten die 
Gutachter eine Cannabisabhängigkeit (F12.20) sowie einen IQ von 81, beides ohne Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit. Formal liege eine schwerste, aber nicht authentische neuropsychologische 
Störung vor. Allfällig vorhandene kognitive Teilleistungsschwächen liessen sich auf dieser Grundla-
ge in ihren beruflichen wie ausserberuflichen funktionellen Auswirkungen nicht beurteilen. Die aktuell 
erhobenen neuropsychologischen Befunde seien als nicht valide bzw. nicht authentisch zu beurtei-
len. Es lägen grosse Inkonsistenzen vor. So antworte der Beschwerdeführer meistens mit "weiss ich 
nicht" oder "kann ich mich nicht erinnern". Dringend indiziert sei die Durchführung einer stationären 
Begutachtung, die Klarheit bezüglich Diagnosen, Therapieempfehlungen und der Arbeitsfähigkeit 
bringen könne. Er gebe an, hierfür grundsätzlich motiviert zu sein.

Der psychiatrische Gutachter hielt in seinem Teilgutachten vom 25. Mai 2020 (IV-Akten, S. 494 ff.) 
fest, der Beschwerdeführer gehe davon aus, an einer durch eine Borreliose verursachten Nerven-
schädigung zu leiden, welche dazu führe, dass er Konzentrationsschwierigkeiten, Nervenschmer-
zen, Übelkeit und Erektionsprobleme habe. Er rauche fünf Zigaretten/Tag, Joints schon seit einigen 
Wochen nicht mehr. Er sehe sich aufgrund der Konzentrationsschwierigkeiten und Schmerzen als 
gänzlich arbeitsunfähig an. Wegen des deutlich ausgeprägten Malingerings könnten keine zuver-
lässigen Aussagen zu weiteren Diagnosen (depressive Störung, somatoforme Störung, Anpas-
sungsstörung) gemacht werden, was jedoch nicht den Rückschluss zulasse, er sei zu 100% arbeits-
fähig. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die schwierige Kindheit, mit intensivsten heilpädagogi-
schen und psychologischen Behandlungsmassnahmen in Kombination mit dem deutlich unterdurch-
schnittlichen IQ und einer Cannabisabhängigkeit ein komplexes psychiatrisches Bild entstehen liess, 
welches im Rahmen einer stationären psychiatrischen Begutachtung abgeklärt werden sollte.

In seinem Teilgutachten vom 20. Mai 2020 (IV-Akten, S. 511 ff.) gab der Neuropsychologe an, der 
Beschwerdeführer zeige kein emotionales Ausdrucksgebaren. Gleichwohl mache er keinen depres-
siven oder antriebsarmen/hypobulen, sondern eher einen psychisch trägen und unmotivierten/lust-
losen Eindruck. Er habe mit seinem Verhalten und seinen Antworten insgesamt einen sehr zwie-
spältigen Eindruck hinterlassen. In den Tests gebe er sich äusserlich zwar motiviert, zugleich zeige 
er sich aber abnorm träge und verlangsamt, wobei die Langsamkeit zu einem grossen Teil mutwillig 
zu sein scheine. In den meisten Tests zeige er abnorm schlechte Leistungen. Phasenweise antworte 
er beinahe beliebig, zuweilen auch gezielt falsch. Das neuropsychologische Befundbild sei im 
Ausmass der formal ausweisbaren Funktionsausfälle unglaubwürdig und in sich inkonsistent. Mögli-
cherweise dennoch vorhandene Einschränkungen der kognitiven Funktionalität liessen sich weder 
mit Gewähr identifizieren, noch genauer quantifizieren/qualifizieren. Da etliche der erhobenen Test-
leistungen klar unter der Zufallstrefferrate lagen, sei von einer Aggravation auszugehen. Infolge der 
nicht gesicherten Authentizität der Befunde könnten weder die Arbeitsfähigkeit noch die Ausbil-
dungsfähigkeit zuverlässig beurteilt werden, bzw. eine Einschränkung weder belegt noch ausge-
schlossen werden. Auf der Grundlage der Akten scheine letztere allerdings fraglich zu sein.

3.3. Der Beschwerdeführer bringt vor, entgegen der Darstellung der IV-Stelle sei das Gutachten 
nicht zum Schluss gekommen, er liege eine Simulation bzw. Aggravation vor, sondern der Gesund-
heitsschaden und damit die Arbeitsfähigkeit könne nur in einer dringend indizierten stationären 
Begutachtung beurteilt werden und eine Ausbildungs- und Arbeitsfähigkeit könne weder belegt noch 
ausgeschlossen werden. Es sei deshalb nicht ersichtlich, weshalb die IV-Stelle ihre Verfügung erlas-
sen habe, ohne vorgängig eine stationäre Begutachtung durchzuführen. Zwar habe sich die IV-Stelle 
dazu bereit erklärt, habe aber darauf verwiesen, die Begutachtung sei durch den Beschwerdeführer 
zu organisieren. Anschliessend habe sie die Organisation wieder selbst in die Hand genommen, um 

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schliesslich gestützt auf eine RAD-Einschätzung auf eine stationäre Begutachtung zu verzichten. 
Das Verhalten der IV-Stelle sei äusserst irreführend und diese habe ihre Abklärungspflicht verletzt. 
Die Ansicht des RAD-Psychiaters, der ohne Angabe von Gründen die Notwendigkeit einer stationä-
ren Begutachtung verneint habe, überzeuge nicht. Da der medizinische Sachverhalt nicht klar sei, 
könne auf die reinen Aktenbeurteilungen der RAD-Ärzte nicht abgestellt werden. Weiter leide er an 
kognitiven Einschränkungen, weshalb es notwendig gewesen wäre, die zunächst angekündigte 
neuropsychologische Begutachtung mit IQ-Testung durchzuführen. Zudem lägen somatische und 
psychosomatische Beschwerden vor, wobei erstere im Gutachten überhaupt nicht berücksichtigt 
worden seien. Eine als notwendig angesehene psychosomatische Abklärung sei ebenso nicht 
erfolgt.

3.3.1. Was die kritisierte fehlende Abklärung der geltend gemachten somatischen Beschwerden 
betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass Dr. med. K.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation des RAD, in ihrem Bericht vom 6. August 2020 (IV-Akten, S. 566 f.) festhielt, bis heute 
seien keine medizinischen objektiven Befunde mit Berichten von somatischen Ärzten vorgelegt wor-
den. Ebenso fehle ein Bericht, der eine gut therapierbare Borreliose oder eine durchgemachte Mono-
nukleose unter symptomatischer Therapie laborchemisch bestätige. Der eingereichte Laborbefund 
zur Borreliose vom 18. Dezember 2008 (IV-Akten, S. 350) sei sowohl für B. burgdorferi IgM als auch 
IgG negativ gewesen, womit damals keine aktive Borreliose bestanden habe und aufgrund der nega-
tiven IgG-Werte, bei fehlenden Antikörpern, auch keine Borrelioseinfektion durchgemacht worden 
sei. Weiter fehle es an einer Bestätigung über einen Zeckenunfall und dessen Meldung bei der 
Unfallversicherung.

Diese Ansicht überzeugt. Ebenfalls im laufenden Verfahren macht der Beschwerdeführer geltend, 
er leide an Schmerzen und Gelenksschmerzen, was bis anhin nicht auf eine eindeutig somatische 
Ursache zurückgeführt habe werden können. Er reichte jedoch keinerlei somatische Berichte ein. 
Auch aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine relevante somatische Problematik. So 
attestierte z. B. Dr. med. L.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, am 17. September 2019 
(IV-Akten, S. 394 ff.) auf seinem Fachgebiet keine Arbeitsunfähigkeit. Zudem erwähnte bereits 
Dr. med. M.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, am 20. Juli 2015 (IV-Akten, 
S. 70 ff.), in Krisensituationen könne er schnell somatisieren, was Dr. med. N.________, seit 2020 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, am 10. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 407 ff.), damals 
stellvertretende Oberärztin der O.________ des P.________ bestätigte: Unter Stresssituationen 
tendiere er, sich auf somatische Symptome zu fokussieren. Dies scheint weiterhin der Fall zu sein. 
Gemäss dem Bericht zur Standortbestimmung vom 25. Mai 2021 (nachgereicht mit den Gegenbe-
merkungen) der G.________, Institution bei welcher der Beschwerdeführer am 2. Februar 2021 zur 
umfassenden Abklärung eintrat, reagiere er oft mit körperlichen Beschwerden, wenn es ihm nicht 
gut gehe, was von den Bezugspersonen beobachtet worden sei. Vor wichtigen Terminen oder 
während dem Entzug von Cannabis und Tabak habe er vermehrt Schmerzen. Auch der Wechsel 
seines Umfeldes an den Wochenenden oder wichtige Termine scheinen für ihn eine Herausforde-
rung zu sein, bei denen er körperlich reagiere. Weiter reagiere er gemäss dem Zwischenbericht vom 
24. Juni 2021 (nachgereicht mit den Gegenbemerkungen) der G.________ auf für ihn schwierige 
Situationen häufig mit Klagen über verschiedenste diffuse Schmerzen, hinter welchen sich meist 
andere Bedürfnisse verstecken würden. Dies sind eindeutige Hinweise darauf, dass die Ursache der 
somatischen Beschwerden auf psychischer Seite liegt, weshalb sich weitere Abklärungen in soma-
tischer Hinsicht erübrigen und der IV-Stelle diesbezüglich nicht eine Verletzung ihrer Abklärungs-
pflicht vorgeworfen werden kann.

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3.3.2. Hinsichtlich der psychischen Seite des Falls hielten die Gutachter entgegen der Ansicht des 
Beschwerdeführers explizit ein Malingering fest. Gegenüber dem Psychiater gab er so gut wie keine 
Antworten, weshalb sich jener nicht vertieft zu allenfalls vorliegenden Diagnosen äussern konnte. 
Ferner waren die neuropsychologischen Befunde nicht nachvollziehbar, da die Testresultate derart 
schlecht waren, dass sogar mit Zufallsantworten bessere Leistungen erzielt worden wären. 
Beispielsweise benötigte der Beschwerdeführer 1035 Sekunden, um die Zahlen von 1 bis 90 mitein-
ander zu verbinden und war so 3-mal langsamer, als der allerlangsamste Proband der altersgleichen 
Vergleichspopulation sowie deutlich langsamer als der langsamste aller 71-80-jährigen Vergleichs-
probanden. Dennoch erklärte der Psychiater, daraus könne nicht geschlossen werden, es liege eine 
vollständige Arbeitsfähigkeit vor. Auch der Neuropsychologe gab an, bezüglich der Arbeits- und Aus-
bildungsfähigkeit könnten Einschränkungen weder belegt noch ausgeschlossen werden. Deshalb 
erachteten die Gutachter eine stationäre Begutachtung als dringend indiziert an, um Klarheit hin-
sichtlich der Diagnosen, Therapieempfehlungen und der Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Auf die Frage, welche Fachdisziplinen in einer stationären Begutachtung durchzuführen seien, 
antwortete die RAD-Ärztin im vorerwähnten Bericht vom 6. August 2020 (IV-Akten, S. 566 f.), wie im 
Gutachten vermerkt, in Psychiatrie und Neuropsychologie mit Symptomvalidierung und IQ Erhe-
bung. Die IV-Stelle war am 10. August 2020 (IV-Akten, S. 568) einverstanden, eine stationäre Begut-
achtung in Auftrag zu geben, vertrat jedoch anlässlich eines Telefonates mit der Rechtsvertreterin 
vom 13. August 2020 (IV-Akten, S. 569) die Ansicht, der Auftrag müsse durch den Hausarzt erfol-
gen. Die Rechtsvertreterin wies die IV-Stelle am 13. August 2020 (IV-Akten, S. 570) darauf hin, die 
IV-Stelle verletze ihre Abklärungspflicht, erklärte sich aber dennoch bereit, so vorzugehen, falls von 
der IV-Stelle ein offizieller Auftrag mit Garantie der Kostenübernahme erteilt werde. Diese war am 
9. September 2020 (IV-Akten, S. 573) bereit, die Kosten zu übernehmen. In der Folge fragte die IV-
Stelle am 10. September und 23. September 2020 (IV-Akten, S. 574 und 579) die Q.________ an, 
ob eine stationäre Begutachtung möglich sei. Die Q.________ verneinte dies am 25. September 
2020 (IV-Akten, S. 580) und schlug eine ambulante Begutachtung vor, womit die RAD-Ärztin am 
21. Oktober 2020 (IV-Akten, S. 584) einverstanden war. In der Folge wurde das Dossier dem RAD-
Psychiater vorgelegt, der am 17. November 2020 (IV-Akten, S. 591 ff.) angab, unter Prüfung und 
Einbezug der Standardindikatoren ergäben sich ausreichend Ausschlussgründe, weshalb keine Indi-
kation für eine stationäre neuropsychologische und psychiatrische Begutachtung bestehe. Nachdem 
die RAD-Ärztin am 19. November 2020 (IV-Akten, S. 599) diese Ansicht teilte, erliess die IV-Stelle 
die hier streitige Verfügung. Die Vorgehensweise der IV-Stelle erstaunt und es ist durchaus nach-
vollziehbar, dass der Beschwerdeführer diese als irreführend bezeichnet.

3.3.3. Zwar ergeben sich aus den Angaben im Gutachten zum Verhalten des Beschwerdeführers 
Ausschlussgründe, v. a. wegen der von den Gutachtern festgestellten Aggravation/Simulation, 
gestützt auf welche grundsätzlich eine Leistungsablehnung, wie von der IV-Stelle vorgenommen, 
erfolgen könnte. Jedoch wird bei dieser Sichtweise die im Dossier regelmässig erwähnte Suchtpro-
blematik komplett ausgeblendet.

So hatte Dr. med. N.________ 10. Oktober 2019 neben einer somatoformen Störung (F 45.1) mit 
Verdacht auf eine hypochondrische Störung (F 45.2), einer Bindungsstörung des Kindesalters mit 
Enthemmung (F 94.2) und einer Anpassungsstörung nach einer lang andauernden familiären Belas-
tungssituation, mit vorwiegender Störung des sozialen Verhaltens (F 43.24) die Diagnose Psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom (F 12.2) gestellt und 
darauf hingewiesen, die Eingliederung werde durch die Suchtproblematik beeinträchtigt mit einer 
linearen Kausalität zwischen Drogenabhängigkeit, Anhedonie, Motivationslosigkeit und antisozialem 
Verhalten. Die Suchtanamnese sei bei ständigem Konsum von Cannabinoiden (täglich 5-10 Joints) 

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auffällig. Das R.________ des P.________ bestätigte am 14. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 430 f.), 
nach stationärem Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 27. September bis 4. Oktober 2019, das 
Abhängigkeitssyndrom (F 12.2). Ferner gab Dr. med. L.________ am 17. September 2019 an, der 
Beschwerdeführer rauche 20 Zigaretten und mindestens 8 Joints pro Tag. Zudem komme es wohl 
im Ausgang zu exzessivem Trinken von Wodka. Als einzige Diagnose mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit nannte er eine wahrscheinliche Marihuana-Abhängigkeit und vermerkte, zunächst 
müsse das Suchtproblem gelöst werden, welches auch die Eingliederung behindere.

Die IV-Stelle war sich der Suchtproblematik durchaus bewusst, wie dem überzeugenden Bericht der 
RAD-Ärztin vom 22. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 426 ff.) zu entnehmen ist. Diese gab an, die IV 
verlange im Rahmen von beruflichen Massnahmen eine mindestens sechsmonatige Abstinenz. 
Hierzu müsse erst einmal geklärt werden, welche Drogen der Beschwerdeführer überhaupt konsu-
miere. Sie empfahl diverse Abklärungen. Bei insgesamt sechs Monaten laborchemisch ausgewiese-
ner totaler Abstinenz, würde dann eine neuropsychologische und psychiatrische Begutachtung wäh-
rend der unter den beruflichen Massnahmen aufrecht zu erhaltenen totalen Abstinenz Sinn machen, 
um die mit 12 Jahren unter Cannabis festgestellte Lernproblematik genauer zu verifizieren, sowie 
die unter Drogenkonsum gestellten psychiatrischen Diagnosen zu überprüfen.

Deshalb wurde der Beschwerdeführer am 22. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 423 f.) auf seine Schaden-
minderungs- und Mitwirkungspflicht hingewiesen und darüber informiert, zur Leistungsüberprüfung 
sei eine neuropsychologische und psychiatrische Abklärung und hierfür vorgängig eine sechsmona-
tige vollständige Abstinenz von jeglichen Suchtmitteln notwendig. Da der Beschwerdeführer dieses 
Schreiben nicht abholte, wurde es ihm am 12. November 2019 (IV-Akten, S. 438) erneut zugestellt 
mit einer Fristverlängerung bis zum 30. November 2019 für die erste Einreichung von Laborwerten.

Es muss davon ausgegangen werden, dass im weiteren Verlauf diese Kontrollen jedoch nicht statt-
fanden, da sich im Dossier keine diesbezüglichen Akten finden. Der RAD-Psychiater wies ebenfalls 
darauf hin, aus den Akten ergäben sich keine Angaben zu stattgefundenen Laboruntersuchungen 
und auch anlässlich der Begutachtung habe offenbar keine stattgefunden.

Es erstaunt deshalb, dass bereits am 28. Januar 2020 (IV-Akten, S. 448 ff.) das Gutachten angeord-
net wurde, obwohl zu diesem Zeitpunkt eine kontrollierte sechsmonatige vollständige Abstinenz gar 
nicht vorliegen konnte. Damit kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 
werden, dass anlässlich der Begutachtung durch die C.________ – die Untersuchung des 
Beschwerdeführers fand am 15. und 25. Mai 2020 statt – die Suchtproblematik nicht mehr aktuell 
war. Zwar gab dieser gegenüber den Gutachtern an, seit einigen Wochen keine Joints mehr zu 
rauchen, jedoch wurde diese Aussage nicht mit einer Laboruntersuchung überprüft. Zudem ergeben 
sich Zweifel an seiner Aussage aus den mit den Gegenbemerkungen nachgereichten Unterlagen 
der G.________. So ist dem Bericht zur Standortbestimmung vom 20. Mai 2021 zu entnehmen, zu 
Beginn der Platzierung habe er an den Wochenenden Cannabis und übermässig Alkohol konsu-
miert, er habe jedoch vor zwei Monaten, somit im März 2021, mit dem Konsum von Cannabis und 
Tabak aufgehört. Gemäss dem Zwischenbericht der G.________ vom 24. Juni 2021 an die Rechts-
vertreterin waren alle abgegebenen Urinproben negativ auf Amphetamin, Metamphetamin, Kokain, 
Morphium und Cannabis getestet worden, womit offenbar die Suchtproblematik nicht mehr besteht. 
Dies war auch im weiteren Verlauf der Fall gemäss den vom Beschwerdeführer nachgereichten 
Berichte der G.________ vom 21. September und 25. November 2021. Gemäss letzterem, bestehe 
an den Wochenenden weiterhin Alkoholkonsum.

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Auch wenn die Berichte der G.________ aus der Zeit nach der hier streitigen Verfügung datieren 
und deshalb grundsätzlich nicht berücksichtigt werden müssen, ergeben sich aus diesen dennoch 
Hinweise darauf, dass unter Abstinenz die Motivation und die Leistungen des Beschwerdeführers 
besser waren. Zu Beginn der Abklärung habe er viel bei der Gastfamilie mitgearbeitet, habe z. B. 
den Gewölbekeller renoviert und ausgebaut, habe neue Hobbies entdeckt, besuche ein Theater, 
gehe ins Jiu-Jitsu und spiele Fussball beim S.________ (vgl. Bericht Standortbestimmung). Die 
Motivation gab zwar zwischendurch nach, gleichwohl wurde im Zwischenbericht bezüglich der Test-
psychologie festgehalten, während der Testdurchführung werde deutlich spürbar, wie er ein gutes 
Ergebnis erzielen möchte. Er arbeite, seinen Möglichkeiten entsprechend, konzentriert und ausdau-
ernd. Jedoch wies auch die G.________ in ihrem Zwischenbericht auf klare Defizite hin. Im Arbeits-
alltag sei aufgefallen, dass selbstständiges Arbeiten für ihn eine Überforderung sei, er sei auf sehr 
enge Begleitung angewiesen und brauche viel Aufmerksamkeit. Im schulischen Bereich seien allge-
mein erhebliche Lücken auszumachen. Seine kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration, Merkfähig-
keit, Aufmerksamkeit, Auffassung und Gedächtnis wirken in der Exploration beeinträchtigt. Es sei 
davon auszugehen, dass er in vielen Lebensbereichen auf Unterstützung angewiesen sein werde. 
Damit ergeben sich Hinweise auf auch bei Abstinenz bestehende Leistungseinschränkungen. Auch 
aus den nachgereichten Berichten der G.________ vom 21. September und 25. November 2021 
ergibt sich, dass der Beschwerdeführer motiviert ist, jedoch in der Schule und auch bei der Gastfa-
milie teilweise viel Unterstützung brauchte. So wurde im Abklärungsbericht vom 25. November 2021 
darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer benötige namentlich für seine berufliche Integration 
interdisziplinäre Unterstützung und professionelle Begleitung.

Der RAD-Psychiater bestätigte in seinem Bericht vom 5. Oktober 2021 (nachgereicht mit den 
Schlussbemerkungen) die unter Drogen-Abstinenz veränderte Situation. Das Verhalten des 
Beschwerdeführers scheine sich geändert zu haben. Aus RAD-psychiatrischer Sicht erscheine 
aufgrund der nachgezeichneten Entwicklung und unter der Voraussetzung einer ausreichenden 
Kooperation des Beschwerdeführers nunmehr die Indikation für eine erneute ambulante psychiatri-
sche und neuropsychologische Begutachtung gegeben, zumal gemäss dem Zwischenbericht der 
G.________ alle abgegebenen Urinproben negativ auf Cannabis getestet worden seien. Gestützt 
darauf erklärte sich die IV-Stelle in ihren Schlussbemerkungen vom 12. Oktober 2021 sowie in ihrer 
Stellungnahme vom 9. Dezember 2021 bereit, die Beschwerde vom 11. Dezember 2020 als Neuan-
meldung zu weiteren Abklärungen (medizinisch und allenfalls hinsichtlich beruflicher Eingliederungs-
massnahmen) entgegenzunehmen.

Diesem Antrag kann nicht gefolgt werden. Vorliegend fand die Begutachtung im C.________ in dem 
Sinne zu früh statt, als es die IV-Stelle unterlassen hat, entgegen den Anweisungen der RAD-Ärztin, 
im Vorfeld der Begutachtung zu prüfen, ob eine Abstinenz vorliegt. Dies ist namentlich deshalb von 
Bedeutung, da im vorliegenden Fall davon ausgegangen werden muss, dass der Cannabis-Konsum 
dazu geführt hat, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung nicht mitwirkte. So hatte 
Dr. med. N.________, wie dargestellt, explizit darauf hingewiesen, es bestehe eine lineare Kausalität 
zwischen Drogenabhängigkeit, Anhedonie, Motivationslosigkeit und antisozialem Verhalten.

Die Angelegenheit ist deshalb für eine erneute psychiatrische und neuropsychologische Abklärung 
nach Kontrolle der Abstinenz, wofür allenfalls auf die von der G.________ durchgeführten Kontrollen 
zurückgegriffen werden könnte, an die IV-Stelle zurückzuweisen. Nach Erhalt des Gutachtens ist 
der Anspruch auf IV-Leistungen, namentlich berufliche Massnahmen, erneut zu prüfen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Ausführungen zu dem vom Beschwerdeführer 
geltend gemachten Anspruch auf berufliche Massnahmen.

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4.

Zusammenfassend ist die Angelegenheit für eine erneute psychiatrische und neuropsychologische 
Abklärung nach Kontrolle, ob eine Drogen-Abstinenz vorliegt, an die IV-Stelle zurückzuweisen. Im 
Anschluss daran ist der Anspruch auf IV-Leistungen erneut zu prüfen. Die Verfügung vom 
30. November 2020 ist aufzuheben und die Beschwerde gutzuheissen.

Es werden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 800.- zu Lasten der IV-Stelle erhoben.

Da der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen obsiegt, hat er Anspruch auf eine Entschädigung 
seiner Parteikosten.

Am 19. Oktober 2021, aktualisiert am 11. November 2021, hat seine Rechtsvertreterin ihre Kosten-
liste eingereicht. Mit ihrer Eingabe vom 26. November 2021 ersuchte sie ferner, für die Analyse des 
Abklärungsberichts der G.________ vom 25. November 2021 weitere zwei Stunden Aufwand zu 
berücksichtigen. Damit werden insgesamt ein Aufwand von 22 Stunden 20 Minuten sowie Pauschal-
spesen von 5% geltend gemacht. Bezüglich des Aufwands erscheint dies im vorliegenden Fall, der 
sich nicht durch aussergewöhnliche Komplexität auszeichnet, mit einem dreifachen Schriftenwech-
sel und den bereits vorhandenen Kenntnissen aus dem Vorverfahren, als zu viel. Vielmehr ist von 
einem objektiv notwendigen Zeitaufwand von 17 Stunden auszugehen. Ferner entspricht eine 
Auslagenpauschale nicht den gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 8 ff. und insbesondere Art. 11 
Abs. 1 des kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 über die Verfahrenskosten und Entschädi-
gungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]), weshalb einzig die konkret ausgewiesenen 
Auslagen von CHF 67.60 zu berücksichtigen sind.

Damit und unter der Berücksichtigung von Art. 146 ff. des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) ist die Parteientschädigung auf CHF 4'250.- 
(17 Stunden à CHF 250.-) festzusetzen. Zu diesem Betrag kommen die Auslagen von CHF 67.60 
sowie die Mehrwertsteuer in der Höhe von CHF 332.45 (7.7% von CHF 4'317.60) hinzu. Der Total-
betrag von CHF 4'650.05 geht zu Lasten der IV-Stelle.

Das URP-Gesuch (605 2020 259) erweist sich somit als gegenstandslos und kann vom Geschäfts-
verzeichnis abgeschrieben werden.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde (605 2020 258) von A.________ wird gutgeheissen.

Die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen für weitere Abklärungen an die Invalidenver-
sicherungsstelle des Kantons Freiburg zurückgewiesen.

II. Es werden Gerichtskosten von CHF 800.- zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg für das 
vorliegende Verfahren eine Parteientschädigung für Honorar und Auslagen von CHF 4'317.60, 
zuzüglich der Mehrwertsteuer von CHF 332.45 und damit insgesamt CHF 4'650.05 zugespro-
chen.

IV. Das Gesuch um vollständige unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos vom 
Geschäftsverzeichnis abgeschrieben (605 2020 259).

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 10. Januar 2022/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: