# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 597bd3c6-dc35-50c3-a2c5-fc71f1daf86a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 29.08.2017 ZK2 2016 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2016-49_2017-08-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 29. August 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 16 49 04. September 2017

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Pedrotti und Michael Dürst
Aktuar ad hoc Peng

In der zivilrechtlichen Berufung

der X . _ _ _ _ _ , Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, Poststrasse 43, 7000 Chur, 

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 12. Mai 2016, mitgeteilt 
am 15. August 2016, in Sachen Y._____, Berufungsbeklagte und Anschlussberu-
fungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Bischoff, Schifflände 
22, 8024 Zürich, gegen die Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die X._____ betreibt in der Gemeinde O.1_____ eine zahnärztliche Praxis. 
Zu diesem Zweck beschäftigt sie verschiedene Zahnärztinnen und Zahnärzte. 
Einzelzeichnungsberechtigte Verwaltungsrätin der X._____ ist A._____. Ihr Ehe-
mann, B._____, ist Alleinaktionär der Gesellschaft und arbeitet als selbständiger 
Zahntechniker mit der X._____ zusammen.

B. Zu Beginn des Jahres 2014 trat Y._____ bei der X._____ ein Arbeitsver-
hältnis als Assistenzzahnärztin an. Am 11. Juli 2014 kam es während der Arbeits-
zeit von Y._____ in den Praxisräumlichkeiten der X._____ zu einem Vorfall zwi-
schen den Parteien, in dessen Verlauf die Klägerin ihren Arbeitsplatz verliess. Sie 
sollte ihre Tätigkeit als Assistenzzahnärztin für die X._____ nicht wieder aufneh-
men.

C. Y._____ (Klägerin) reichte am 10. August 2015 beim Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos eine Klage gegen die X._____ (Beklagte) ein, wobei sie die folgenden 
Rechtsbegehren stellte:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 29'455.85 – abzüg-
lich der Sozialversicherungsbeiträge – nebst Zins zu 5 % seit dem 
11. Juli 2014 zu bezahlen.

2. Die Klägerin behält sich die Geltendmachung weiterer Ansprüche aus-
drücklich vor.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 8 % Mehr-
wertsteuer, zulasten der Beklagten.

D. Mit Klageantwort vom 2. Oktober 2015 schloss die X._____ (Beklagte) auf 
kostenfällige Abweisung der Klage.

E. Die Parteien hielten in der Folge an ihren Rechtsbegehren fest. Nach 
Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Bezirksgericht 
Prättigau/Davos mit Urteil vom 12. Mai 2016, mitgeteilt am 15. August 2016, was 
folgt:

1. Die Klage wird im Umfang von brutto CHF 22'765.40 gutgeheissen und 
die X._____ wird verpflichtet, Y._____ netto CHF 18'610.10 zu bezah-
len. Den restlichen Betrag von insgesamt CHF 4'155.30 hat die 
X._____ im Sinne der vorstehenden Erwägungen (insb. E. 14) zuguns-
ten entsprechender Guthaben von Y._____ an die jeweiligen sozial- 
und vorsorgerechtlichen Einrichtungen auszurichten.

2. Die X._____ hat Y._____ eine ausseramtliche Entschädigung von 
CHF 8'611.40 zu bezahlen.

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3. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 4'000.00 werden auf die Ge-
richtskasse genommen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).

F. Gegen diesen Entscheid liess die X._____ (nachfolgend: Berufungskläge-
rin) mit Eingabe vom 15. September 2016 beim Kantonsgericht von Graubünden 
Berufung erheben, wobei sie die folgenden Rechtsbegehren stellte:

1. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 
12. Mai 2016, mitgeteilt am 15. August 2016, sei aufzuheben.

2. Die Klage der Berufungsbeklagten wird im Umfang von CHF 1'585.00 
zzgl. Zins zu 5% seit dem 1. Mai 2014 anerkannt, im Übrigen sei die 
Klage vollumfänglich abzuweisen.

3. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 
die gesetzliche Mehrwertsteuer) für beide Instanzen zu Lasten der Be-
rufungsbeklagten.

G. Mit Berufungsantwort und gleichzeitig erhobener Anschlussberufung vom 
10. Oktober 2016 liess Y._____ (nachfolgend: Berufungsbeklagte und Anschluss-
berufungsklägerin) folgende Anträge stellen:

1. Es sei die Berufung abzuweisen.

2. In Gutheissung der Anschlussberufung sei die Berufungsklägerin zu 
verpflichten, der Berufungsbeklagten den Betrag von CHF 18'610.10 
netto, nebst 5% Zins seit 11. Juli 2014, zu bezahlen.

3. Es sei das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv zu 
bestätigen. Für das zweitinstanzliche Verfahren sei die Berufungsklä-
gerin zu verpflichten, der Berufungsbeklagten eine vollumfängliche 
Parteientschädigung auszurichten.

H. Mit Replik vom 24. November 2016 hielt die Berufungsklägerin an ihren 
bisherigen Rechtsbegehren fest. Mit gleichentags eingereichter Anschlussberu-
fungsantwort liess die Berufungsklägerin (nachfolgend auch: Anschlussberufungs-
beklagte) die kostenfällige Abweisung der Anschlussberufung beantragen.

I. Die Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin hielt mit ihrer Du-
plik und Anschlussberufungsreplik vom 22. Dezember 2016 an ihren bisherigen 
Rechtsbegehren fest.

J. Mit Schreiben vom 02. März 2017 verzichtete die Anschlussberufungsbe-
klagte auf die ihr eingeräumte Möglichkeit zu einer Duplik zur Anschlussberu-
fungsreplik, womit der Schriftenwechsel abgeschlossen wurde.

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Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften, auf die Ausführungen im 
angefochtenen Entscheid vom 12. Mai 2016 sowie auf die im Recht liegenden 
Beweismittel wird, soweit rechtserheblich und erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Beim angefochtenen Entscheid, welcher eine vermögensrechtliche Angele-
genheit mit einem Streitwert von über CHF 10'000.00 zum Gegenstand hat, han-
delt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung ange-
fochten werden kann (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Zuständigkeit des Kan-
tonsgerichts von Graubünden ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgeset-
zes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Gemäss 
Art. 311 ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 
30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids schriftlich und begründet 
einzureichen.

1.1. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos (seit 
1. Januar 2017 Regionalgericht Prättigau/Davos) vom 12. Mai 2016 wurde den 
Parteien am 15. August 2016 begründet mitgeteilt und von der Berufungsklägerin 
am 16. August 2016 entgegengenommen. Die Berufung erfolgte mit Eingabe vom 
15. September 2016 fristgerecht. Da die Rechtsschrift zudem den übrigen Former-
fordernissen entspricht, ist auf die Berufung einzutreten.

1.2. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer vom 19. September 
2016 (act. D.1) wurde der beklagten Partei die Berufung zur schriftlichen Stellung-
nahme zugestellt und darauf hingewiesen, dass die Berufungsantwort innert 30 
Tagen seit Inempfangnahme dieser Verfügung einzureichen sei (Art. 312 Abs. 1 
und 2 ZPO). Art. 313 Abs. 1 ZPO bestimmt, dass in der Berufungsantwort An-
schlussberufung erhoben werden kann. Die mit Eingabe vom 10. Oktober 2016 
eingereichte Berufungsantwort und Anschlussberufung erfolgte fristgerecht, wes-
halb auch darauf einzutreten ist.

2. Mit der Berufung wie auch der Anschlussberufung können unrichtige 
Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht 
werden (Art. 310 ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt 
und vollständig aufzustellen. Im Rahmen der Berufungsbegründung ist darzule-
gen, weshalb die in der Berufungsschrift aufgeführten Berufungsanträge gestellt 

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werden und gestützt auf welche Sachverhaltselemente und Rechtsgrundlagen 
sich diese Berufungsanträge rechtfertigen. Die Begründung hat zu erklären, wes-
halb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten unrichtig sein 
soll, sie hat sich dementsprechend mit den Entscheidgründen der Vorinstanz aus-
einanderzusetzen. Demgemäss darf die Berufungsschrift weder eine pauschale 
Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch eine 
neuerliche eigene Darstellung der Sach- und Rechtslage enthalten, welche nicht 
darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist (vgl. Peter 
Reetz/Stefanie Theiler in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizer Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2016, N 36 zu 
Art. 311 ZPO). 

3.1. Zunächst gilt es die Berufung zu behandeln. Die Parteien sind sich 
grundsätzlich darüber einig, dass das Arbeitsverhältnis durch fristlose Kündigung 
beendet wurde. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist indes, welche Partei die 
fristlose Kündigung ausgesprochen hat. Die Berufungsklägerin stellt sich auf den 
Standpunkt, dass entgegen der Auffassung der Vorinstanz insbesondere aufgrund 
der verschiedenen Zeugenaussagen – in erster Linie von C._____, aber auch von 
B._____ – erstellt sei, dass die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses am 
11. Juli 2014 durch die Berufungsbeklagte ausgesprochen worden sei. Die Zeu-
gen- und Parteiaussagen würden keinen anderen Schluss zulassen, als dass die 
Berufungsbeklagte die Kündigung wohlüberlegt und unmissverständlich gegenü-
ber A._____ ausgesprochen habe. Dass die Vorinstanz im Vorgefallenen am 
11. Juli 2014 eine über einen kurzen Zeitraum entfaltende und emotional aufgela-
dene Situation erkenne, in welcher Missverständnisse entstanden und Äusserun-
gen ohne Rechtsbindungswillen erfolgt seien, sei nicht nachvollziehbar (insb. Be-
rufungsschrift vom 15. September 2016, S. 7-14). Des Weiteren sei das Kündi-
gungsschreiben vom 11. Juli 2014 ohne jegliche Zeichnungsberechtigung seitens 
der Berufungsklägerin durch B._____ versandt und ohnehin unglücklich formuliert 
worden, habe damit doch in Nachachtung der tatsächlichen Gegebenheiten und 
des Vorgefallenen am 11. Juli 2014 die fristlose Kündigung der Berufungsbeklag-
ten einzig schriftlich bestätigt werden sollen. Nicht erklärbar sei sodann die Er-
kenntnis der Vorinstanz, wonach das erwähnte Kündigungsschreiben am 14. Juli 
2014 der Berufungsbeklagten zugegangen sein soll. Wenn denn die Berufungsbe-
klagte tatsächlich nicht mehr an der von ihr am 11. Juli 2014 ausgesprochenen 
Kündigung hätte festhalten wollen, hätte sie nach Ansicht der Berufungsklägerin 
am folgenden Arbeitstag, am Montag, den 14. Juli 2014, wieder zur Arbeit er-
scheinen müssen. Allenfalls sei davon auszugehen, dass an diesem fraglichen 

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Freitagmorgen das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst 
worden sei.

3.2. Die Berufungsbeklagte wendet ihrerseits ein, dass die Berufungsklägerin in 
ihrer Berufung die ihr nicht genehmen Umstände des SMS-Verkehrs zwischen der 
Berufungsbeklagten und B._____ im Laufe des 11. Juli 2014 sowie das von 
B._____ verfasste Schreiben vom 11. Juli 2014 und die damit ausgesprochene 
fristlose Kündigung ausblende. Der Text des Kündigungsschreibens sei alles an-
dere als missverständlich oder unglücklich aufgesetzt worden, sondern halte ledig-
lich fest, was sich am 11. Juli 2014 in tatsächlicher Hinsicht abgespielt habe, näm-
lich die seitens der Berufungsklägerin durch die einzelzeichnungsberechtigte Ver-
waltungsrätin A._____ ausgesprochene fristlose Kündigung. Entgegen der Ansicht 
der Berufungsklägerin habe diese sich das Verhalten B._____s vollkommen an-
rechnen zu lassen. Entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin könne es 
auch keine Rolle spielen, ob der Brief am 14. Juli 2014 oder allenfalls später bei 
der Berufungsbeklagten eingetroffen sei. Die Berufungsbeklagte habe bereits am 
11. Juli 2014 unmissverständlich die Arbeit angeboten und die Berufungsklägerin 
habe die Türe für eine weitere Beschäftigung zugeschlagen. Dass es am fragli-
chen Freitagmorgen, 11. Juli 2014, nicht zu einer einvernehmlichen Aufhebung 
des Arbeitsverhältnisses gekommen sei, sei aufgrund des Kündigungsschreibens 
vom 11. Juli 2014 sowie aufgrund des SMS-Verkehrs mit dem Alleinaktionär der 
Berufungsklägerin im Laufe des 11. Juli 2014 offensichtlich.

3.3. Die entscheidwesentliche Chronologie der Ereignisse im Zusammenhang 
mit der erfolgten fristlosen Kündigung präsentiert sich wie folgt: Am 11. Juli 2014 
fand am Morgen eine verbale Auseinandersetzung zwischen der Berufungsbe-
klagten und der einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsrätin der Berufungsklä-
gerin (A._____) statt. Die Berufungsbeklagte teilte dem Alleinaktionär der Beru-
fungsklägerin (B._____) gleichentags via elektronische Kurznachricht mit, dass sie 
am nächsten Montag, 14. Juli 2014, wieder zur Arbeit erscheinen werde, der Al-
leinaktionär dieser jedoch ebenfalls via elektronische Kurznachricht ausrichtete, 
dass die X._____ ab Montag bis auf Weiteres geschlossen sei (vgl. act. KB 10). 
Mit Schreiben vom 11. Juli 2014 sprach der Alleinaktionär der Berufungsklägerin 
die fristlose Kündigung aus; dieses wurde am nächsten Montag, den 14. Juli 2014, 
postalisch aufgegeben und von der Berufungsbeklagten am Dienstag, den 15. Juli 
2014, in Empfang genommen.

3.4. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass die Aufga-
bebestätigung des Briefes vom 11. Juli 2014 in Anwendung von Art. 317 ZPO als 

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Beweismittel zugelassen wird. Die Parteien gingen im vorinstanzlichen Verfahren 
offensichtlich davon aus, dass jeweils die Gegenpartei am Morgen des 11. Juli 
2014 die fristlose Kündigung ausgesprochen habe. Erst die Ausführungen der Be-
rufungsklägerin in ihrer Berufungsschrift vom 15. September 2016 (S. 12), dass 
die Erkenntnis des Bezirksgerichts, wonach das von B._____ am 11. Juli 2014 
aufgesetzte Schreiben der Berufungsbeklagten am folgenden Montag, den 14. Juli 
2014, zugegangen sein soll, in den Akten keine Stütze finde sowie dass die Beru-
fungsbeklagte am 14. Juli 2014 wieder zur Arbeit hätte erscheinen müssen, wenn 
sie tatsächlich nicht mehr an der von ihr ausgesprochenen Kündigung hätte fest-
halten wollen, veranlasste die Berufungsbeklagte dazu, in ihrer Berufungsantwort 
vom 10. Oktober 2016 die Edition der Aufgabebestätigung des Briefes vom 11. Ju-
li 2014 durch die Berufungsklägerin zu beantragen (S. 5). Diesem Antrag um Edi-
tion ist die Berufungsklägerin mit Replik vom 24. November 2016 einverständlich 
nachgekommen (S. 5). Im Übrigen stellt das Gericht den Sachverhalt in der vorlie-
genden arbeitsrechtlichen Streitigkeit mit einem Streitwert unter CHF 30'000.00 
von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 ZPO) sowie die unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts kann mit Berufung ohne weiteres geltend gemacht wer-
den (Art. 310 lit. b ZPO).

3.5. Mit der Vorinstanz ist sodann in materiell-rechtlicher Hinsicht einig zu ge-
hen, dass die Geschehnisse und die Abläufe des Morgens vom 11. Juli 2014 um 
die ausgesprochene fristlose Kündigung nicht eindeutig und mit hinreichender Si-
cherheit festgestellt werden können. Selbst die Berufungsklägerin gesteht ein, 
dass die Aussagen der Parteibefragungen im entscheidenden Punkt der Ausspre-
chung der fristlosen Kündigung sich widersprechen würden. Zwar spricht nicht nur 
die Vertreterin der Berufungsklägerin von einer durch die Berufungsbeklagte aus-
gesprochenen fristlosen Kündigung, sondern auch zwei Zeugen (C._____ und 
B._____). Die dieser rechtlichen Interpretation zugrundeliegenden Wahrnehmun-
gen von C._____ und B._____ erschöpfen sich jedoch zur Hauptsache darin, die 
Berufungsbeklagte habe gesagt, sie "gehe jetzt" bzw. "sei jetzt weg". Angesichts 
dessen, dass die Berufungsbeklagte nach eigenen Angaben der Berufungskläge-
rin offenbar bereits mehrmals kurzfristig ihren Arbeitsort verlassen und auch er-
klärt habe, sie wolle das Arbeitsverhältnis beenden (vgl. dazu Klageantwort vom 
2. Oktober 2015 Ziff. II B Rz. 3, S. 6) sowie dass C._____ nach wie vor in einem 
Abhängigkeitsverhältnis zur Berufungsklägerin steht und dass B._____ als Allein-
aktionär und Ehemann der Verwaltungsratspräsidentin der Berufungsklägerin 
doch ein erhebliches wirtschaftliches und persönliches Interesse am Ausgang des 
Prozesses hat, ist nach Auffassung des Kantonsgerichts von Graubünden unter 

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Beizug der verschiedenen Zeugen- und Parteiaussagen nicht erstellt, dass die 
Berufungsbeklagte am besagten Freitagmorgen, den 11. Juli 2014, das Arbeits-
verhältnis durch eine fristlose Kündigung auflöste. Umgekehrt vermag gleicher-
massen auch die Parteiaussage der Berufungsbeklagten, wonach die Kündigung 
durch die einzelzeichnungsberechtigte Verwaltungsrätin der Berufungsklägerin am 
Morgen des 11. Juli 2014 erfolgt sei, für sich alleine nicht zu überzeugen. Erwähnt 
sei an dieser Stelle, dass von der Zeugeneinvernahme des D._____ – beantragt 
durch die Berufungsbeklagte (Berufungsantwort vom 10. Oktober 2016, S. 8) – 
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, weshalb im Rahmen der antizipierten 
Beweiswürdigung darauf verzichtet werden kann. Auch die Vorinstanz durfte im 
Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung auf die Zeugeneinvernahme des 
D._____ verzichten, hielt sie in der Beweisverfügung vom 15. Januar 2015 doch 
ausdrücklich fest (S. 2), dass von der Einvernahme weiterer von den Parteien be-
nannter Zeugen zum heutigen Zeitpunkt abzusehen sei, weshalb die berufungs-
beklagtische Rüge einer Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet ist.

Der gleichentags erfolgte SMS-Verkehr zwischen der Berufungsbeklagten und 
dem Alleinaktionär der Berufungsklägerin (vgl. act. KB 10) trägt ebenfalls nicht zur 
Klärung der Geschehnisse am Morgen des 11. Juli 2014 bei. Die Berufungsbe-
klagte teilte dem Alleinaktionär mit, sie werde am kommenden Montag wieder zur 
Arbeit erscheinen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste der Berufungsklägerin 
(bzw. zumindest dem dieser nahestehenden B._____, vgl. zu dieser Thematik die 
folgende E. 3.7.) bewusst geworden sein, dass die Berufungsbeklagte nicht der 
Meinung war, am Vormittag fristlos gekündigt zu haben. Statt die Sache hingegen 
nun klarzustellen, antwortete B._____ zuerst bejahend ("Das ist ja schoen, aber 
[…]"), nur um dann den Gesprächswunsch der Berufungsbeklagten abzulehnen 
("Ich bin nicht hier") und dieser mitzuteilen, sie brauche am kommenden Montag 
nicht zur Arbeit zu erscheinen ("Hallo Y._____, die ZZS ist ab Montag bis aufs 
Weitere geschlossen"). In Berücksichtigung dieser elektronischen Korrespondenz 
zwischen der Berufungsbeklagten und dem Alleinaktionär der Berufungsklägerin 
erscheint es geradezu offensichtlich und bedarf es keiner weiterer Ausführungen, 
dass das Arbeitsverhältnis nicht im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst wor-
den sein kann. Von einer fristlosen sowie unmissverständlich und klar ausgespro-
chenen Kündigung des Arbeitsverhältnisses am 11. Juli 2014 kann – wie die Vor-
instanz zu Recht erwog (vgl. E. 5 f. des angefochtenen Entscheids vom 12. Mai 
2016) – allerdings auch nicht ausgegangen werden. 

3.6. Als weiteres Beweismittel liegt schliesslich ein auf dem Briefpapier der Be-
rufungsklägerin verfasstes, von B._____ unterzeichnetes und an die Berufungsbe-

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klagte adressiertes Schreiben vor (act. KB 3), welches am 11. Juli 2014 und damit 
am Tag der behaupteten Kündigung verfasst wurde (s. Zeugeneinvernahme 
B._____, S. 7, Frage 16). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz wurde das 
Kündigungsschreiben erst am 14. Juli 2014 versandt und am 15. Juli 2014 der 
Berufungsbeklagten zugestellt (vgl. berufungsbeklagtische Beilage 6 und 7, dazu 
auch vorstehende E. 3.4.). Die Kündigung als empfangsbedürftige Willenser-
klärung ist nach dem Vertrauensprinzip aus der Perspektive ihrer Adressatin aus-
zulegen (vgl. Wolfgang Portmann/Roger Rudolph, in: Honsell/Vogt/Wiegand 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl., Basel 2015, N 4 ff. zu 
Art. 335 OR). Es spielt keine Rolle, was sich der Urheber des Schreibens bei des-
sen Verfassung gedacht hat, sondern wie die Empfängerin des Briefes dessen 
Inhalt nach Treu und Glauben verstehen musste. Wie die Berufungsklägerin selbst 
zugesteht, ist in dem Schreiben – unter Beibehaltung der tatsächlichen Wortfolge 
– die fristlose Entlassung, ausgesprochen durch die Berufungsklägerin, formuliert. 
Die Berufungsbeklagte musste den Inhalt des Schreibens nach Treu und Glauben 
als fristlose Kündigung verstehen. Eine "unglückliche Formulierung" des Kündi-
gungsschreibens – wie sie die Berufungsklägerin behauptet – muss sie sich, wenn 
es denn tatsächlich eine ist, anrechnen lassen. Dies muss umso mehr gelten, als 
A._____ selbst das Schreiben für "nicht so glücklich formuliert" hielt (vgl. Parteibe-
fragung A._____, S. 9, Frage 9), ohne allerdings den von ihr behaupteten, vom 
üblichen Verständnis der schriftlichen Nachricht abweichenden Willen der Beru-
fungsbeklagten zum Ausdruck zu bringen. Das Aussprechen dieser fristlosen 
Kündigung mit Schreiben vom 11. Juli 2014 ist im vorliegenden Fall unmissver-
ständlich und eindeutig erfolgt, sowohl was die Kündigung als auch deren Fristlo-
sigkeit betrifft (dazu Wolfgang Portmann/Roger Rudolph, Basler Kommentar, 
a.a.O., N 8 zu Art. 335 OR). Das Kündigungsschreiben enthielt ausserdem ein 
Hausverbot für die Berufungsbeklagte.

3.7. Nicht zu beanstanden ist sodann die Erkenntnis der Vorinstanz, dass 
B._____ zur Vertretung der Berufungsklägerin und damit auch zur Aussprache 
einer Kündigungserklärung an die Berufungsbeklagte bevollmächtigt war, zumal 
die Berufungsklägerin das Vorgehen ihres Aktionärs billigte, ohne dagegen einzu-
schreiten (vgl. Parteibefragung A._____, S. 9). Zur Bevollmächtigung reicht aus, 
dass es die Berufungsklägerin mit ihrem Wissen duldet, dass eine Person als ihr 
Vertreter handelt und objektive Umstände gegeben sind, aus denen die Beru-
fungsbeklagte auf die Ermächtigung schliessen darf (sogenannte Duldungsvoll-
macht, dazu Urteil des Bundesgerichts 4D_56/2016 vom 22. Dezember 2015 
E. 6.3.1). Im Ergebnis Gleiches gilt auch für den zwischen B._____ und der Beru-

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fungsbeklagten geführten SMS-Verkehr im Laufe des 11. Juli 2014, weil B._____ 
in der Vergangenheit offenbar bereits öfters "Verhandlungen" über eine Fortset-
zung des Arbeitsverhältnisses führte (vgl. Klageantwort vom 2. Oktober 2015 
Ziff. II B Rz. 3, S. 6) und damit eine gewisse Vertrauensposition bezüglich der Ver-
tretungsmacht der Berufungsklägerin begründete. Schliesslich zielt deshalb auch 
der Einwand der Berufungsklägerin, dass die Berufungsbeklagte am Montag und 
Dienstag, den 14. und 15. Juli 2014, – mithin vor Zustellung des Kündigungs-
schreibens vom 11. Juli 2014 – wieder zur Arbeit hätte erscheinen müssen, "wenn 
[sie] tatsächlich nicht mehr an der von ihr ausgesprochenen Kündigung hätte fest-
halten wollen" (Berufungsschrift vom 15. September 2016, S. 12) beziehungswei-
se wenn am 11. Juli 2014 gar keine fristlose Kündigung ausgesprochen wurde, ins 
Leere. B._____ teilte der Berufungsbeklagten am 11. Juli 2014 via SMS doch un-
missverständlich mit, dass die X._____ ab Montag bis auf weiteres geschlossen 
sei (dazu vorstehende E. 3.5. in fine).

3.8. Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass die Berufungsbeklag-
te – ungeachtet dessen, dass das Kündigungsschreiben lediglich als Bestäti-
gungsschreiben für das am 11. Juli 2014 Vorgefallene formuliert wurde – am 
Dienstag, den 15. Juli 2014, davon ausgehen musste, dass die Berufungsklägerin 
das Vertragsverhältnis fristlos kündigte. Damit erhielt die empfangsbedürftige Wil-
lenserklärung erst ihre rechtsgestaltende Wirkung und das Vertragsverhältnis zwi-
schen den Parteien endete durch fristlose Kündigung der Berufungsklägerin am 
15. Juli 2014. Im Ergebnis nahm die Vorinstanz zu Recht eine fristlose Kündigung 
der Berufungsklägerin an.

4.1. Mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden alle Forderungen aus 
dem Arbeitsverhältnis fällig (Art. 339 Abs. 1 OR). Die Vorinstanz stellte – ohne 
Berücksichtigung der sozialversicherungs- und vorsorgerechtlichen Abgaben –ei-
nen Gesamtanspruch der Berufungsbeklagten gegen die Berufungsklägerin von 
CHF 20'310.00 (CHF 10'400.00 [Entschädigung aus Art. 337c Abs. 1 OR] + 
CHF 5'200.00 ["Strafentschädigung" aus Art. 337c Abs. 3 OR] + CHF 2'710.00 
[Ferienabgeltung] + CHF 2'000.00 [Provisionsanspruch]) fest. Das Bezirksgericht 
Prättigau/Davos erkannte unter Berücksichtigung der sozialversicherungs- und 
vorsorgerechtlichen Abgaben, dass die Klage im Umfang von brutto 
CHF 22'765.40 gutgeheissen und die Berufungsklägerin verpflichtet werde, der 
Berufungsbeklagten netto CHF 18'610.10 zu bezahlen. Den restlichen Betrag von 
insgesamt CHF 4'155.30 habe die Berufungsklägerin zugunsten entsprechender 
Guthaben der Berufungsbeklagten an die jeweiligen sozial- und vorsorgerechtli-
chen Einrichtungen auszurichten.

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4.2.1. In Bezug auf die finanziellen Folgen der Beendigung des Arbeitsverhältnis-
ses bestreitet die Berufungsklägerin zunächst einen Provisionsanspruch der Beru-
fungsbeklagten. Die Berufungsklägerin führt im Wesentlichen aus, dass die An-
nahme der Vorinstanz, es sei eine Restprovision von CHF 2'000.00 geschuldet, 
aktenwidrig und willkürlich sei. Dies sei im Verfahren dokumentiert und belegt 
worden (act. BB 13). Im Übrigen habe die Berufungsbeklagte jederzeit Einsicht in 
ihr Provisionsguthaben gehabt und eine Beweisvereitelung seitens der Berufungs-
klägerin sei nicht erkennbar.

4.2.2. Bei dieser Argumentation übergeht die Berufungsklägerin wissentlich die 
von der Vorinstanz berücksichtigte Aussage der Berufungsklägerin selbst (insb. 
E. 11.1 des angefochtenen Entscheids vom 12. Mai 2016, vgl. Parteibefragung 
A._____, Frage 31, S. 9 f.), wonach das der Berufungsbeklagten zugestellte Do-
kument "Leistungsprämien 2014" (act. KB 7 respektive act. BB 13) sowie in den 
dem Gericht edierten detaillierten Unterlagen (act. BB 21-28) sämtlicher Umsatz, 
welchen die Berufungsbeklagte im Zusammenhang mit Schulzahnpflegedienstleis-
tungen erwirtschaftet habe, fehle. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, war es 
der Berufungsbeklagten selbst im zwei Jahre nach Beendigung des Arbeitsver-
hältnisses stattfindenden Gerichtsverfahren nicht möglich, vollständig und detail-
liert Auskunft und Einsicht über die von ihr erwirtschafteten Umsatzzahlen zu er-
halten, um den ihr vertraglich unbestritten zugesicherten Anspruch (vgl. act. KB 1, 
S. 2, Ziff. 3.2.) kontrollieren und infolgedessen ihren Provisionsanspruch sustanti-
ieren zu können. Dass es der Berufungsbeklagten nicht möglich war, liege 
gemäss dieser in der Weigerung beziehungsweise im Unvermögen der Beru-
fungsklägerin, die entsprechenden vollständigen Berechnungsgrundlagen zu Ver-
fügung zu stellen. Das Bezirksgericht Prättigau/Davos berücksichtigte dieses Ver-
halten seitens der Berufungsklägerin bei der Beweiswürdigung (Art. 164 ZPO), 
zumal der Vorinstanz der von der Berufungsbeklagten geltend gemachte Provisi-
onsanspruch von CHF 2'000.00 – insbesondere unter Berücksichtigung des in den 
Monaten Januar und Februar 2014 erwirtschafteten Umsatzes – durchaus plausi-
bel erschien. Diese rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden, 
weshalb die Berufung in diesem Punkt betreffend die Provision abzuweisen ist. 
Bei einer Editionsverweigerung eines sich im Besitz der Berufungsklägerin befind-
lichen Dokuments bzw. wenn es sich zumindest dort befinden müsste, kann 
durchaus auf den von der Berufungsbeklagten behaupteten Inhalt geschlossen 
werden (so Zeno Schönmann, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], ZPO 
Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2015, N 3 zu Art. 164 ZPO; wohl auch BGE 140 III 
264). Die eigentliche Berechnung der eingeklagten Provision wird nicht angefoch-

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ten, weshalb darauf auch nicht näher einzugehen ist. Dabei braucht auch der be-
rufungsbeklagtische Einwand (Berufungsantwort vom 10. Oktober 2016, S. 9), 
dass im Zusammenhang mit der Provisionsabrechnung nicht näher ausgeführt 
werde, was an der Begründung der Vorinstanz willkürlich oder aktenwidrig sein 
soll, nicht weiter geprüft zu werden. Die Frage, ob die Berufung in Bezug auf die 
Provision den Begründungsanforderungen von Art. 311 Abs. 1 ZPO (dazu einge-
hend E. 2) genügt, kann somit offen gelassen werden.

4.3. Im Weiteren macht die Berufungsklägerin unter dem Titel "Ungerechtfertig-
tes Verlassen der Arbeitsstelle" verrechnungsweise eine Forderung in der Höhe 
von CHF 1'300.00, die einem Viertel des Lohnes für einen Monat entspricht, be-
ziehungsweise letztlich CHF 1'125.00 geltend. Gleichzeitig hält die Berufungsklä-
gerin fest, dass die der Berufungsbeklagten zugesprochene Ferienentschädigung 
von CHF 2'710.00 nicht angefochten werde, weshalb denn auch im Rechtsbegeh-
ren in der Ziffer 2 (Berufungsschrift, S. 2) der Betrag von den anerkannten 
CHF 1'585.00 aufgeführt sei (CHF 2'710.00 abzüglich CHF 1'125.00). Die zuge-
sprochene Ferienentschädigung von CHF 2'710.00 bildet demnach nicht Gegen-
stand des vorliegenden Berufungsverfahrens. Zu prüfen ist einzig, ob die verrech-
nungsweise geltend gemachte Forderung über CHF 1'125.00 unter dem Titel "Un-
gerechtfertigtes Verlassen der Arbeitsstelle" tatsächlich besteht. Gemäss Art. 337d 
Abs. 1 OR mit der Marginalie "Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Fristlose Auf-
lösung, Folgen bei ungerechtfertigtem Nichtantritt oder Verlassen der Arbeitsstel-
le" hat der Arbeitgeber dann einen Anspruch auf eine Entschädigung, die einem 
Viertel des Lohnes für einen Monat entspricht, wenn die Arbeitnehmerin ohne 
wichtigen Grund die Arbeitsstelle nicht antritt oder sie fristlos verlässt. Weil aber 
die Vorinstanz zu Recht eine fristlose Kündigung der Berufungsklägerin (Arbeitge-
berin) annahm (s. dazu E. 3), kann die Berufungsklägerin den Betrag von 
CHF 1'125.00 (bzw. CHF 1'300.00) wegen Verlassens der Arbeitsstelle nicht zur 
Verrechnung bringen. Die Berufung ist in diesem Punkt betreffend die Verrech-
nungsforderung der Berufungsklägerin wegen ungerechtfertigtem Verlassen der 
Arbeitsstelle unbegründet und demnach ebenfalls abzuweisen.

4.4. Letztlich sei an dieser Stelle bemerkt, dass – mangels diesbezüglicher Rü-
gen – die übrigen Entschädigungsansprüche der Berufungsbeklagten gegen die 
Berufungsklägerin (insbesondere aus Art. 337c Abs. 1 und Abs. 3 OR, Überstun-
denvergütung und Extra-Tage) wie auch die weiteren Verrechnungsansprüche 
(z.B. Minustage, zu viel bezahlte Provision) der Berufungsklägerin gegen die Beru-
fungsbeklagte weder Gegenstand des Berufungsverfahrens noch des Anschluss-
berufungsverfahrens bilden. Ebenfalls nicht Gegenstand der vorliegenden Beru-

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fung bildet die Frage, ob die Berufungsklägerin die fristlose Kündigung aus einem 
wichtigen Grund im Sinne von Art. 337c Abs. 1 OR aussprach, zumal ein solcher 
weder im Kündigungsschreiben vom 11. Juli 2014 erwähnt noch in den Rechts-
schriften geltend gemacht wurde.

5.1. Nachfolgend ist abschliessend die Anschlussberufung zu behandeln. In ih-
rer Anschlussberufung vom 10. Oktober 2016 macht die Anschlussberufungsklä-
gerin geltend, dass die Berufungsklägerin zu verpflichten sei, der Berufungsbe-
klagten den Betrag von CHF 18'610.10 netto, nebst 5% Zins seit 11. Juli 2014, zu 
bezahlen. Bereits mit Klage vom 10. August 2015 sei nebst der Forderung Zins 
von 5% ab 11. Juli 2014 gefordert worden. Die Vorinstanz habe diesen Antrag 
zwar im Sachverhalt aufgeführt, nicht aber behandelt, weshalb sie damit Recht 
verletzt habe.

5.2. Die Anschlussberufungsbeklagte beantragt mit Anschlussberufungsantwort 
vom 24. November 2016 die Abweisung der Anschlussberufung. Mit Berufung 
vom 15. September 2016 anerkannte die Berufungsklägerin allerdings die Forde-
rung der Berufungsbeklagten in Höhe von CHF 1'585.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 
dem 1. Mai 2014 (Rechtsbegehren Ziff. 2). In der Anschlussberufungsantwort vom 
24. November 2016 (S. 8) hält die Anschlussberufungsbeklagte ausdrücklich fest, 
dass die Anschlussberufung in der Tat mit Bezug auf den Zinslauf gutzuheissen 
wäre, sofern die Berufung abgewiesen und die fristlose Auflösung der Zusamme-
narbeit durch die Arbeitgeberin bejaht werde.

5.3. Gegenstand der Anschlussberufung bildet ausschliesslich der Verzugszins. 
In materieller Hinsicht kommt mit der Kündigung die Schuldnerin schon mit Ablauf 
dieses Tages in Verzug und der Verzugszins beträgt sodann 5% (Art. 102 Abs. 2 
OR in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 OR).

Wie vorstehend (vgl. E. 3) erwogen, ist die fristlose Kündigung mit Schreiben vom 
11. Juli 2014, mitgeteilt am 14. Juli 2014 und zugestellt am 15. Juli 2014 (vgl. 
act. B.6), durch die Berufungsklägerin (Arbeitgeberin) ausgesprochen worden. 
Angesichts dessen, dass sodann der Bestand der berufungsbeklagtischen Forde-
rung in Höhe von CHF 18'610.00 netto bestätigt und infolgedessen die Berufung 
abgewiesen wurde, besteht auch der Anspruch auf Verzugszins von 5%. Weil es 
sich bei der Kündigung um eine empfangsbedürftige Willenserklärung handelt und 
das Kündigungsschreiben vom 11. Juli 2014 der Berufungbeklagten am 15. Juli 
2014 zugestellt wurde, besteht der Anspruch auf Verzugszins von 5% grundsätz-
lich erst ab 16. Juli 2014 und nicht – wie von der Anschlussberufungsklägerin gel-

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tend gemacht – seit 11. Juli 2014. Die Anschlussberufung wird nicht infolge Aner-
kennung abgeschrieben, zumal die Anerkennung der Anschlussberufungsbeklag-
ten ausschliesslich bedingt formuliert (Anschlussberufungsantwort vom 24. No-
vember 2016, S. 8) und eine Anerkennung per se bedingungsfeindlich ist (vgl. da-
zu Thomas Engler, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], ZPO Kommentar, 
2. Aufl., Zürich 2015, N 2 zu Art. 241 ZPO). Daran vermag auch die Tatsache, 
dass die Berufungsklägerin bereits in ihrer Berufungsschrift vom 15. September 
2016 die Forderung der Berufungsbeklagten in Höhe von CHF 1'585.00 zuzüglich 
Zins zu 5% seit dem 1. Mai 2014 (Rechtsbegehren Ziff. 2) anerkannte, nichts zu 
ändern. Die Anerkennung der Zinsforderung zu 5% seit dem 1. Mai 2014 bezieht 
sich denn ausschliesslich auf den Betrag in Höhe von CHF 1'585.00, während die 
Anschlussberufungsbeklagte mit Anschlussberufungsantwort vom 24. November 
2016 ausdrücklich auf Abweisung der Anschlussberufung schloss. 

5.4. Nach dem Gesagten wird die Anschlussberufung teilweise gutgeheissen, 
die Anschlussberufungsbeklagte wird verpflichtet, der Anschlussberufungsklägerin 
den Betrag von CHF 18'610.10 netto, zuzüglich Zins von 5% ab 16. Juli 2014, zu 
bezahlen. Im Übrigen wird die Anschlussberufung abgewiesen.

6.1. Zuletzt bleibt über die Prozesskosten zu befinden. Nach Art. 106 Abs. 1 
ZPO werden die Prozesskosten, die sich aus den Gerichtskosten und der Partei-
entschädigung zusammensetzen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), grundsätzlich der unterlie-
genden Partei auferlegt. Gemäss Art. 114 lit. c ZPO werden den Parteien bei 
Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis bis CHF 30'000.00 keine Gerichtskosten 
auferlegt, was auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren gilt (statt vieler Flori-
an Mohs, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Aufl., 
Zürich 2015, N 1 zu Art. 114 ZPO m.w.H.). Laut Teilklageschrift vom 10. August 
2015 wurden vor der Vorinstanz CHF 29'455.85 – abzüglich der Sozialversiche-
rungsbeiträge – nebst Zins zu 5% seit dem 11. Juli 2014 eingeklagt. Da Zinsen 
und Kosten des laufenden Verfahrens sowie allfällige Eventualbegehen nicht zum 
Streitwert hinzugerechnet werden (Art. 91 Abs. 1 ZPO), gelangt vorliegend die 
Kostenbefreiungsbestimmung von Art. 114 lit. c ZPO zur Anwendung, weshalb die 
Gerichtskosten von CHF 4'000.00 zu Lasten des Kantons gehen und aus der Ge-
richtskasse bezahlt werden. 

6.2. Von der Kostenlosigkeit nicht betroffen ist die Verpflichtung, bei einem Un-
terliegen den aussergerichtlichen Vertretungsschaden der obsiegenden Gegen-
partei tragen zu müssen. Im Berufungsverfahren hat die Berufungsbeklagte 
vollständig obsiegt und auch im Anschlussberufungsverfahren hat die Anschluss-

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berufungsklägerin nahezu vollständig obsiegt. Weder die Berufungsklägerin und 
Anschlussberufungsbeklagte noch die Berufungsbeklagte und Anschlussberu-
fungsklägerin haben eine Honorarnote eingereicht. Dem Gericht erscheint für das 
vorliegende Berufungs- und Anschlussberufungsverfahren unter Würdigung aller 
Umstände eine ausseramtliche Entschädigung von insgesamt CHF 2'500.00 (inkl. 
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen, welche die Berufungsklägerin 
und Anschlussberufungsbeklagte der Berufungsbeklagten und Anschlussberu-
fungsklägerin zu bezahlen hat.

6.3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist im Übrigen das erstinstanzliche 
Kosten- und Entschädigungsdispositiv zu bestätigen (Art. 318 Abs. 3 ZPO e con-
trario).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Anschlussberufung wird teilweise gutgeheissen, die X._____ wird ver-
pflichtet, Y._____ den Betrag von CHF 18'610.10 netto, zuzüglich Zins von 
5% ab 16. Juli 2014, zu bezahlen. Im Übrigen wird die Anschlussberufung 
abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 gehen zu Lasten des Kantons und 
werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

4. Die X._____ hat Y._____ für das Berufungsverfahren ausseramtlich mit 
CHF 2'500.00 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 15'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG Beschwer-
de an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt wer-
den. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: