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**Case Identifier:** 2a5a114c-093b-5147-a335-55db7797272c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.03.2013 IV 2011/152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-152_2013-03-15.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/152

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.03.2013

Entscheiddatum: 15.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2013
Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels 
EinkommensvergleichValidenkarriere eines Versicherten, der eine Lehre als 
Carrosseriespengler begonnen, dann behinderungsbedingt abgebrochen 
und durch eine Anlehre als Carrosseriereparateur ersetzt hat (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2013, IV 
2011/152).

Präsident Martin Rutishauser, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-Voney,

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

 

Entscheid vom 15. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ wurde am 21. Februar 2008 von seinem Vater zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet (IV-act. 1, 2). Er hatte am 10. August 1998 eine Lehre als Carrosserie-

Spengler begonnen, die am 9. August 1999 in eine Anlehre als Carrosserie-Reparateur 

umgewandelt worden war (IV-act. 6). Die Arbeitgeberin des Versicherten, die B.___ AG, 

teilte der IV-Stelle am 11. März 2008 mit (IV-act. 19), sie richte dem Versicherten einen 

Lohn von Fr. 3'700.-- (x13) aus. Der Arbeitsleistung würde aber ein Lohn von Fr. 

1'850.-- entsprechen. Die Arbeitsleistung sei nämlich über die Jahre hinweg 

schleichend schlechter geworden. Der Versicherte könne die Vorgabezeiten nicht 

einhalten. Er benötige zwei- bis dreimal mehr Zeit. Aus sozialen Gründen sei immer der 

volle Lohn ausbezahlt worden. Die vom Versicherten erbrachte Leistung betrage etwa 

50%. Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, gab am 29. Februar/8. März 

2008 an, der Versicherte sei als angelernter Carrosserie-Spengler zu ca. 20% 

arbeitsunfähig (IV-act. 20). Der Vater des Versicherten teilte am 5. August 2008 mit (IV-

act. 25), seit dem 1. April 2008 werde nur noch ein Lohn von Fr. 2'200.-- ausgerichtet. 

Dr. C.___ berichtete am 22. Januar 2009 (IV-act. 38-12 f.), der Versicherte scheine nicht 

nur sehr gehemmt, sondern auch in seiner cerebralen Leistungsfähigkeit leicht 

eingeschränkt zu sein. Die Tatsache, dass der Versicherte keine volle Lehre habe 

absolvieren könne, sei typisch für eine relevante Leistungsschwäche. Er schätze die 

Arbeitsunfähigkeit auf 40%. Dr. C.___ stützte sich dabei auf einen Bericht der 

psychiatrischen Klinik Wil vom 22. Dezember 2008 über eine testpsychologische 

Untersuchung (IV-act. 38-2 ff.). Lic. phil. D.___, Psychologe FSP, hatte darin 

ausgeführt, die Intelligenzleistung habe im knapp durchschnittlichen Bereich gelegen. 

Aufgrund der signifikant besseren Leistungen im Bereich der fluiden Intelligenz sei 

jedoch von einem höheren Leistungspotential auszugehen. Das kognitive 

Leistungsprofil habe Teilleistungsschwächen mit leicht reduzierten Leistungen bei der 

komplexen Sprachaufnahme und mit mittelgradig reduzierten Leistungen bei der 

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Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit ergeben. Das verbale Lernen, die 

Reaktionsgeschwindigkeit und die Daueraufmerksamkeit seien grenzwertig gewesen. 

Bei den komplexen Funktionen seien die Handlungsplanung, die mentale Flexibilität, 

die Konzeptbildungsfähigkeit, die verbale Abstraktionsfähigkeit und das 

Arbeitsgedächtnis diskret reduziert gewesen. Alle übrigen getesteten Funktionen 

(verbale Erfassungsspanne, Langzeitgedächtnis, visuell-räumliche Wahrnehmung, 

visuell-räumliches Gedächtnis, selektive Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, geteilte 

Aufmerksamkeit, Handlungskontrolle, analytisches und schlussfolgerndes Denken) 

seien unauffällig gewesen. Die offenbar schon in der Schule und nun auch am 

Arbeitsplatz beobachtete Verlangsamung sei in der Testung nicht durchgehend 

nachweisbar gewesen. Vielmehr seien die Tempoleistungen sehr unterschiedlich 

gewesen, was einerseits aufgabenspezifisch und andererseits durch den zwanghaft 

anmutenden Arbeitsstil begründet gewesen sein könne. Auffällig seien Aussetzer bei 

der Aufmerksamkeitszuwendung bei einigen Tests gewesen, die organisch bedingt 

sein könnten und im beruflichen Kontext ein deutliches Handicap darstellen dürften. 

Der Versicherte habe klinisch deutliche Kontakt- und Kommunikationsstörungen 

gezeigt, was die Untersuchung, die Informationsrelevanz und letztlich die Beurteilung 

deutlich erschwert habe. Diese Entwicklung könnte ev. im Rahmen einer Cluster-C-

Persönlichkeitsstörung nach DSM IV mit vermeidend-selbstunsicheren, zwanghaften 

und insbesondere dependenten Zügen erklärt werden. Differentialdiagnostisch sei auch 

an Entwicklungsstörungen oder an Verhaltens- und emotionale Störungen in der 

Kindheit und Jugend zu denken. Für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit dürften 

insgesamt weniger die kognitiven Defizite als die auffälligen Persönlichkeitsmerkmale 

ausschlaggebend sein. Die IV-Stelle ging von einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20% 

aus. Sie verglich ein Einkommen von Fr. 4'440.-- (Fr. 3'700.-- zuzüglich 20% ohne 

Behinderung) bzw. Fr. 57'720.-- mit einem Einkommen von Fr. 3'700.-- bzw. Fr. 

48'100.-- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 17%. Mit einer Verfügung vom 4. 

Februar 2009 wies sie das Rentenbegehren ab (IV-act. 40). Diese Verfügung wurde 

angefochten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob sie am 25. Juni 

2009 auf (IV-act. 56). Es wies die Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der 

Erwägungen an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung führte es sinngemäss aus, die 

vorhandenen medizinischen Akten reichten nicht aus, um den Arbeitsfähigkeitsgrad 

des Versicherten mit dem erforderlichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

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bestimmen zu können. Die vom Versicherten eingeschlagene Berufskarriere sei durch 

die Behinderung beeinflusst worden. Im fiktiven "Gesundheitsfall" hätte er nämlich 

keine Anlehre absolviert, sondern er hätte den Beruf des Autospenglers erlernt. 

Deshalb bemesse sich das Valideneinkommen nach dem Lohn, den der Versicherte als 

Autospengler erzielen würde. In Bezug auf das zumutbare Invalideneinkommen sei 

nach der Abklärung der Arbeitsfähigkeit eine allfällige berufliche Eingliederung des 

Versicherten zu prüfen.

A.b   Die IV-Stelle beauftragte am 26. August 2009 die Psychiatrie-Dienste Süd, Klinik 

St. Pirminsberg, mit einer psychiatrisch-neuropsychologischen Begutachtung (IV-act. 

61). Der Vater des Versicherten teilte am 3. Dezember 2009 mit (IV-act. 62), letzterer 

habe einen neuen Arbeitgeber, nämlich die E.___ AG. Diese habe den Betrieb und die 

Arbeitnehmer von der B.___AG übernommen. Der Lohn sei unverändert. Gemäss dem 

neuen Arbeitsvertrag belief er sich auf Fr. 28'600.-- (IV-act. 64-2). Die Oberärzte F.___ 

und G.___ führten in ihrem Gutachten vom 28. Mai 2010 aus, die 

Längsschnittbetrachtung der Angaben zur Lebensgeschichte zeige bereits im 

Kindergartenalter auffallende Defizite, die auch in der Schulzeit, während der Lehre 

bzw. Anlehre und schliesslich im Berufsalltag trotz langjähriger Routine aufgetreten 

seien. Es liege also eine Störung mit einem andauernden Charakter vor. In der 

testpsychologischen Untersuchung habe sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der 

fluiden (eher bildungsunabhängigen, theoretischen) und der kristallinen (eher 

bildungsabhängigen) Intelligenz gezeigt. Auch wenn der Gesamt-IQ mit 83 leicht 

unterdurchschnittlich ausgefallen sei, sei aufgrund der einzelnen Ergebnisse von einer 

durchschnittlichen allgemeinen Intelligenz und damit von einem höheren 

Leistungspotential auszugehen. Es gebe keine Hinweise auf eine Hirnschädigung. Die 

Verhaltensbeobachtung bei der testpsychologischen Untersuchung habe eine 

ausgeprägte Selbstunsicherheit gezeigt. Die Einschätzungen, die aus den 

testpsychologischen Untersuchungen herrührten, deckten sich mit der erhobenen 

Psychopathologie und mit der biographischen Anamnese. Aufgrund des biographisch 

tief verwurzelten und anhaltenden Verhaltensmusters, das sich in unterschiedlichen 

persönlichen und sozialen Lebenslagen zeige, sei in erster Linie an eine 

Persönlichkeitsstörung zu denken. Die vom ICD-10 zur Diagnose einer spezifischen 

Persönlichkeitsstörung (F 60) vorgesehenen sechs Eingangskriterien seien erfüllt. Die 

beobachtbaren Eigenschaften und Verhaltensweisen beinhalteten ängstlich-

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verunsichernde Verhaltensmerkmale. Diese zeigten sich in erster Linie im 

zwischenmenschlichen Kontakt, was dazu führe, dass der Versicherte soziale 

Aktivitäten weitestgehend vermeide. Dadurch lägen auch leicht zwanghaft anmutende 

Persönlichkeitsmerkmale vor. Die zwanghaften Verhaltenskomponenten entsprängen 

der Selbstunsicherheit. Mit dem sehr sorgfältigen, zumindest tendenziell zwanghaften 

Arbeitsstil versuche der Versicherte, Fehler möglichst zu vermeiden, was sich 

schliesslich in einer Verlangsamung seines Arbeitstempos niederschlage. Im Sinn eines 

Circulus vitiosus verstärke die Wahrnehmung des vergleichsweise tiefen Arbeitstempos 

den Stress, was wiederum zu einer Akzentuierung der Selbstunsicherheit führe. Aus 

diagnostischer Sicht handle es sich um eine ängstlich-vermeidende 

Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften Anteilen (ICD-10 F 60.6). Diese Störung sei ein 

Vulnerabilitätsfaktor für die Entstehung anderer psychiatrischer Erkrankungen 

(Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, somatoforme Störungen, 

Substanzmittelmissbrauch). Unbehandelt könne keine günstige Prognose gestellt 

werden. Bei einer erfolgreichen Therapie könnte der Versicherte Ängste und 

Unsicherheiten abbauen und hinsichtlich seiner sozialen Kompetenz Fortschritte 

erzielen. Eine erfolgversprechende Behandlung müsste längerfristig (ein bis zwei Jahre) 

angelegt sein. Die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung führe dazu, dass der 

Versicherte nicht in allen Bereichen der Tätigkeit eines Carrosserie-Reparateurs 

eingesetzt werden könne. Grundsätzlich sei die bisherige Tätigkeit aber zumutbar. Der 

Versicherte könne die branchenübliche Tagesarbeitszeit ohne Einschränkung leisten. In 

der Leistungsfähigkeit hingegen sei er eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit betrage 

70%. Andere Tätigkeiten seien grundsätzlich zumutbar. Die durch die ängstlich-

vermeidende Persönlichkeitsstörung bewirkten Einschränkungen würden sich 

allerdings auch dort zeigen. Auf Zeit- und/oder Produktionsdruck würde der 

Versicherte auch in einer anderen Tätigkeit mit einer Verlangsamung des 

Arbeitstempos reagieren, da dann die anankastischen Züge der Persönlichkeit wegen 

der Angst vor Kritik stärker verhaltenswirksam würden. Aus psychiatrischer Sicht sei 

ein Wechsel in eine andere Tätigkeit nicht ohne Bedenken zu empfehlen, denn die 

Berufserfahrung als Carrosserie-Reparateur sei als wesentliche Ressource zu werten. 

Bei einer beruflichen Neuorientierung könnte durch das Wegfallen der vertrauten 

Abläufe eine zusätzliche Verunsicherung auftreten, die im Kontext mit den 

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selbstunsicheren und ängstlichen Persönlichkeitsanteilen zu einer (möglicherweise 

nicht unerheblichen) Destabilisierung führen könnte.

A.c   Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 57'720.-- mit einem 

zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 40'404.-- und ermittelte so einen 

Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 79-2). Mit einem Vorbescheid vom 6. August 2010 

teilte sie dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch abzuweisen 

(IV-act. 81). Am 28. September 2010 verfügte sie entsprechend (IV-act. 84). Der 

Versicherte liess Beschwerde erheben (IV-act. 90). Sein Rechtsvertreter machte 

sinngemäss geltend, das Valideneinkommen müsse anhand des Lohns eines 

qualifizierten Autospenglers ermittelt werden. Das zumutbare invalideneinkommen 

belaufe sich auf Fr. 33'670.--, nämlich auf 70% des früher ausbezahlten Lohns von Fr. 

48'100.-- (Fr. 3'700.--x13). Allenfalls wirke sich die medizinisch-theoretische 

Arbeitsunfähigkeit von 30% im konkreten Berufsalltag höhergradig aus, weshalb die 

Leistungseinbusse eher 40% betrage. Zur definitiven Ermittlung des Invaliditätsgrads 

müsse deshalb eine Arbeitsplatzabklärung erfolgen. Der Berufsberater der IV-Stelle gab 

am 26. November 2010 an (IV-act. 98), gemäss seinen Abklärungen verdiene ein 

Carrosseriespengler mit Fähigkeitszeugnis und langjähriger Berufserfahrung zwischen 

Fr. 5'500.-- und Fr. 6'000.-- (x13). Am 6. Dezember 2010 widerrief die IV-Stelle die 

angefochtene Abweisungsverfügung (IV-act. 102), worauf das Beschwerdeverfahren 

abgeschrieben wurde (IV-act. 108). Die IV-Stelle verglich nun ein Valideneinkommen 

von Fr. 74'750.-- (Fr. 5'750.--x13) mit einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 

41'985.--, das sie ausgehend vom Durchschnitt aller Hilfsarbeiterlöhne und einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% ermittelt hatte. Es resultierte ein Invaliditätsgrad von 

43,83% (IV-act. 109). Der zuständige Sachbearbeiter notierte am 3. Januar 2011 (IV-

act. 110), erst im Bericht der Z.___ vom 2. Dezember 2008 seien deutliche Defizite zum 

Vorschein gekommen. Seit diesem Zeitpunkt sei eine relevante Verminderung der 

Arbeitsfähigkeit medizinisch sicher indiziert. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei 

deshalb auf den 2. Dezember 2008 zu legen, d.h. ein Rentenanspruch bestehe ab 1. 

Dezember 2009. Mit einem Vorbescheid vom 4. Januar 2011 kündigte die IV-Stelle 

dem Versicherten die Zusprache einer Viertelsrente an (IV-act. 112). Der Versicherte 

liess am 26. Januar 2011 einwenden (IV-act. 115), die Validenkarriere sei diejenige 

eines Carrosseriespenglers. Deshalb dürfe nicht auf einen Durchschnittslohn gemäss 

der "LSE 2009" abgestellt werden. Das maximale Einkommen am bestehenden 

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Arbeitsplatz betrage Fr. 48'100.--. Davon seien 70% bzw. Fr. 33'670.-- als 

Invalideneinkommen zu berücksichtigen. Allenfalls ergäbe eine Arbeitsplatzabklärung 

sogar ein noch tieferes Invalideneinkommen. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 

33'670.-- und einem Valideneinkommen von Fr. 74'750.-- resultiere ein Invaliditätsgrad 

von 55%. Mit einer Verfügung vom 28. März 2011 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine Viertelsrente von Fr. 426.-- bzw. 

ab 1. Januar 2011 von Fr. 434.-- zu (IV-act. 120). Die Rentenbeträge beruhten auf einer 

Beitragsdauer von 9 Jahren (Rentenskala 44) und einem massgebenden 

durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 40'368.--. Zur Begründung führte die IV-

Stelle in der Verfügung u.a. aus, es wäre dem Versicherten zumutbar, eine Hilfsarbeit 

auszuüben, mit der er ein Jahreseinkommen von Fr. 41'985.-- erzielen könnte. Bei 

einem Invalideneinkommen in dieser Höhe belaufe sich der Invaliditätsgrad auf 44%.

B.       

B.a   Der Versicherte liess am 18. April 2011 Beschwerde erheben und die Zusprache 

mindestens einer halben Invalidenrente beantragen; eventualiter sei die Sache zur 

Arbeitsplatzabklärung und damit zur Ermittlung des Einkommens eines Carrosserie-

Reparateurs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Rechtsvertreter führte 

zur Begründung sinngemäss aus, zur Ermittlung des Valideneinkommens müsse von 

einem durchschnittlichen Lohn eines Carrosseriespenglers ausgegangen werden, der 

auch den Höchstlohn bei Vorgesetztenfunktion von Fr. 6'300.-- berücksichtige. Das 

ergebe ein Jahreseinkommen von Fr. 76'700.--. Das zumutbare Invalideneinkommen 

sei anhand des konkreten Lohns zu ermitteln, da das im Urteil vom 25. Juni 2009 so 

angeordnet worden sei und da das psychiatrische Gutachten den Sinn einer 

beruflichen Neuorientierung verneint habe. Auszugehen sei deshalb von einem 

maximalen Jahreseinkommen am bestehenden Arbeitsplatz von Fr. 3'700.-- bzw. Fr. 

48'100.--, wenn 70% anzurechnen seien. Die Leistungseinbusse betrage aber wohl 

eher 40% als nur 30%, da der Beschwerdeführer deutlich langsamer als ein gesunder 

Carrosserie-Reparateur arbeite und da er nicht alle Arbeiten ausführen könne, die zu 

diesem Beruf gehörten. Möglicherweise betrage das zumutbare Invalideneinkommen 

also nur Fr. 28'600.--, wie der Arbeitgeber geltend gemacht habe. Das ergäbe einen 

Invaliditätsgrad von 62,7%.

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B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Mai 2011 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Sie führte aus, der Beschwerdeführer habe durchaus die 

Möglichkeit, eine seiner Gesundheitsbeeinträchtigung angepasste Arbeit zu finden. 

Deshalb sei das Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen zu ermitteln. Das 

Valideneinkommen betrage Fr. 74'750.--, denn es sei nicht ausgewiesen, dass der 

Beschwerdeführer jemals eine Führungsposition hätte innehaben können. Da der 

effektiv ausgerichtete Lohn als Soziallohn erscheine, könne zur Ermittlung des 

Invalideneinkommens nicht auf ihn abgestellt werden. Es sei von einem um 30% 

gekürzten durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn von Fr. 41'985.30 auszugehen. Daraus 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 43,8%.

B.c   Der Beschwerdeführer liess am 7. Juni 2011 darauf hinweisen (act. G 6), dass eine 

berufliche Neuorientierung gemäss den Angaben der Gutachter zu einer 

Destabilisierung führen könnte. Deshalb sei es ihm nicht zumutbar, die bestehende 

Arbeitsstelle aufzugeben. Dem Problem des Soziallohns könne dadurch Rechnung 

getragen werden, dass auf den Arbeitgeberbericht vom 11. März 2008 abgestellt werde 

oder dass man den massgebenden Lohn durch einen Berufsberater ermitteln lasse.

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 15. Juni 2011 auf eine Stellungnahme 

(act. G 8).

 

Erwägungen:

1.      

Die Anmeldung zum Bezug einer Invalidenrente datiert vom 21. Februar 2008. Gemäss 

der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung des Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der 

Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Demnach könnte der Beschwerdeführer 

frühestens ab 1. August 2008 einen Anspruch auf eine Invalidenrente begründen. Laut 

einer (lückenfüllend geschaffenen) Übergangsregelung (vgl. das IV-Rundschreiben Nr. 

253 vom 12. Dezember 2007 des Bundesamtes für Sozialversicherungen) ist die 

altrechtliche, am 31. Dezember 2007 ausser Kraft getretene Regelung der Entstehung 

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des Rentenanspruchs weiter anwendbar, wenn der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 

2008 eingetreten ist und die Anmeldung spätestens am 31. Dezember 2008 (gemäss 

BGE 138 V 475 ff. Erw. 3.4 bis 30. Juni 2008) eingereicht wird. In einem solchen Fall gilt 

gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG, dass der Anspruch auf eine Invalidenrente mit der 

Erfüllung des sogenannten Wartejahrs entsteht. Gemäss aArt. 48 Abs. 2 IVG ist die 

Nachzahlung allerdings auf die zwölf der Anmeldung vorausgehenden Monate 

beschränkt. Ist die Anmeldung also beispielsweise achtzehn Monate nach der Erfüllung 

des Wartejahres und damit nach der Entstehung des Rentenanspruchs entstanden, ist 

der Anspruch auf eine Nachzahlung für die ersten sechs Monate verwirkt. Unter 

Berücksichtigung dieser zwölfmonatigen Verwirkungsfrist für Rentennachzahlungen 

kann der Beschwerdeführer frühestens ab 1. Februar 2007 einen Anspruch auf die 

Auszahlung einer Invalidenrente begründen. Massgebend für die Anwendbarkeit dieser 

Übergangsregelung ist der Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls, d.h. der 

Zeitpunkt der Erfüllung des Wartejahres. Der Beschwerdeführer hat im August 1998 

eine Lehre als Carrosserie-Spengler begonnen. Spätestens im August 1999 hat er 

diese Lehre behinderungsbedingt abbrechen müssen. Das bedeutet, dass er in Bezug 

auf den gewählten Beruf des Carrosserie-Spenglers bereits während der Ausbildung in 

einem erheblichen Mass arbeitsunfähig gewesen sein muss. Demnach hat er das 

Wartejahr bereits vor dem Erreichen des 20. Altersjahres (Juni 1999) erfüllt. Es liegt also 

ein Anwendungsfall der Übergangsregelung vor. Ein allfälliger Rentenanspruch ist 

somit ab dem 1. Februar 2007 zu prüfen.

2.      

Anspruch auf eine Invalidenrente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können (Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG, Grundsatz "Eingliederung vor Rente", vgl. 

U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47), die während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG, sogenanntes Wartejahr) und die nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).

2.1    Der Beschwerdeführer hat eine Anlehre als Carrosserie-Reparateur absolviert. 

Seit Sommer 2001 arbeitet er in diesem Beruf. Die Beschwerdegegnerin ist der 

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Auffassung, dass er als Hilfsarbeiter an einem behinderungsadaptierten Arbeitsplatz ein 

höheres Einkommen erzielen könnte als in seinem Beruf. Sie geht deshalb davon aus, 

dass der Beschwerdeführer in Erfüllung seiner beruflichen Eingliederungspflicht eine 

entsprechende Hilfsarbeit aufnehmen müsse. Dabei übersieht sie aber, dass der 

Beschwerdeführer als Berufsmann zu qualifizieren ist, auch wenn sich seine 

Ausbildung auf eine Anlehre beschränkt hat und er nicht alle Arbeiten ausführen kann, 

die zum Beruf des Carrosserie-Reparateurs gehören. Der Wechsel in eine Hilfsarbeit ist 

deshalb mangels qualitativer Gleichwertigkeit nicht zumutbar, selbst wenn der 

Beschwerdeführer damit ein höheres Einkommensniveau erreichen könnte. Die 

berufliche Eingliederung könnte nur in einer Umschulung in einen 

behinderungsadaptierten Beruf bestehen, der dem Beruf des Carrosserie-Reparateurs 

qualitativ mindestens gleichwertig wäre und der das Einkommensniveau des 

Beschwerdeführers in einem rentenrelevanten Ausmass ansteigen liesse. Eine solche 

Umschulung (wie im Übrigen auch ein Wechsel in eine Hilfsarbeit) wäre aber mit dem 

Risiko einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands (und damit einer 

Zunahme der Arbeitsunfähigkeit) behaftet. Die Gutachter der Psychiatrie-Dienste Süd 

haben nämlich überzeugend dargelegt, dass das Fehlen der vertrauten Abläufe und der 

Verlust der Berufserfahrung als Carrosserie-Reparateur eine erhebliche Destabilisierung 

der Persönlichkeit des Beschwerdeführers bewirken könnten. Eine berufliche 

Eingliederungsmassnahme, mit der die Gefahr einer erheblichen Verschlechterung des 

Gesundheitszustands verbunden wäre, ist nicht zumutbar. Mit dem Verzicht auf die 

Durchsetzung einer beruflichen Eingliederung hat die Beschwerdegegnerin also den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" nicht verletzt. Zu prüfen bleibt, ob das auch für 

die von den Gutachtern vorgeschlagene medizinische Eingliederungsmassnahme gilt. 

Die ambulante Psychotherapie ist von den Gutachtern als zumutbar betrachtet worden, 

wenn sie in einem Sicherheit vermittelnden therapeutischen Rahmen durchgeführt 

werde. Einer solchen Ausgestaltung der Psychotherapie steht grundsätzlich nichts im 

Weg. Die Gutachter haben aber auch darauf hingewiesen, dass eine solche Therapie 

nicht erfolgversprechend sei, solange der Beschwerdeführer ihr ablehnend 

gegenüberstehe. Die Motivation für eine Psychotherapie kann nicht mittels eines Mahn- 

und Bedenkzeitverfahrens (Art. 21 Abs. 4 ATSG) erzwungen werden, vor allem wenn 

die ablehnende Haltung - wie im vorliegenden Fall - zumindest teilweise auf die 

Krankheit selbst zurückzuführen ist. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht 

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darauf verzichtet, auf einer medizinischen Eingliederung zu beharren. Da somit weder 

eine berufliche noch eine medizinische Eingliederung möglich gewesen ist, ist die 

Anspruchsvoraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG erfüllt gewesen. Dasselbe 

gilt, wie der vorhergehenden Erwägung zu entnehmen ist, auch für die in Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG geregelte Anspruchsvoraussetzung der Erfüllung des Wartejahres.

2.2    Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 

16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.2.1           Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet die 

Validenkarriere, d.h. die Berufslaufbahn, die der Beschwerdeführer eingeschlagen 

hätte, wenn er gesund geblieben wäre. Es fehlt jedes Indiz dafür, dass der 

Beschwerdeführer den Beruf des Carrosserie-Spenglers bereits unter dem Druck der 

Krankheit gewählt hätte, dass er also im fiktiven "Gesundheitsfall" einen anderen, 

besser entlöhnten Beruf erlernt hätte. Die plausibelste berufliche Laufbahn ist deshalb 

die Tätigkeit als Carrosserie-Spengler mit bestandener Lehrabschlussprüfung und 

langjähriger Berufserfahrung. Ausgehend von dieser Validenkarriere ist das 

Valideneinkommen zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin ist von einem Lohn von Fr. 

5'750.-- (x13) ausgegangen. Sie hat sich dabei auf eine telephonische Auskunft des 

Präsidenten der Ostschweizer Sektion des Schweizerischen Carrosserieverbandes 

abgestützt. Laut der entsprechenden Telephonnotiz (vgl. IV-act. 98) hatte die befragte 

Person angegeben, bei langjähriger Berufserfahrung liege das Einkommen zwischen Fr. 

5'500.- und Fr. 6'000.- (x13), mit der Übernahme einer Führungsfunktion bei maximal 

Fr. 6'300.-- (x13). Rechtsprechungsgemäss stellt eine formlos eingeholte und in einer 

Aktennotiz festgehaltene mündliche oder telephonische Auskunft nur für blosse 

Nebenpunkte ein zulässiges und taugliches Beweismittel dar. Für Auskünfte über 

wesentliche Punkte des massgebenden Sachverhalts kommt nur eine schriftliche 

Anfrage und Auskunft in Betracht (vgl. etwa BGE 117 V 285). Die Telephonnotiz vom 

26. November 2010 ist der auskunftserteilenden Person nicht zur Bestätigung 

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zugestellt worden, obwohl ein wesentliches Sachverhaltselement, nämlich die Höhe 

des Valideneinkommens, Gegenstand der Abklärung gebildet hat. Mit einer solchen 

Bestätigung hätte die Telephonnotiz das Erfordernis der schriftlichen Auskunft erfüllt, 

so dass sie beweistauglich wäre. Da das nicht geschehen ist, steht das von einem 

qualifizierten und erfahrenen Carrosserie-Spengler erzielbare Einkommen - und damit 

das Valideneinkommen des Beschwerdeführers - nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die Beschwerdegegnerin wird 

diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen haben. Dabei wird das durchschnitt­

liche Einkommen ab dem Jahr 2007 massgebend sein, da ein Rentenanspruch ab 

diesem Jahr zur Diskussion steht. Sollte die (schriftliche) Auskunft wieder in einem 

unteren und einem oberen Wert bestehen und einen noch höheren Wert bei der 

Wahrnehmung einer Führungsfunktion angeben, so wird, wie die Beschwerdegegnerin 

zu Recht geltend gemacht hat, nicht von einer möglichen Führungsfunktion des 

Beschwerdeführers ausgegangen werden können, da jeder Hinweis darauf fehlt, dass 

dieser im fiktiven "Gesundheitsfall" fähig gewesen wäre, eine solche Funktion 

wahrzunehmen. Hingegen kann mit ausreichender Plausibilität davon ausgegangen 

werden, dass der Beschwerdeführer im fiktiven "Gesundheitsfall" eine 

durchschnittliche Qualifikation als Carrosserie-Spengler erreicht hätte, so dass er mit 

der bis 2007 erworbenen Berufserfahrung ein durchschnittliches Einkommen erzielt 

hätte.

2.2.2           Da weder eine Umschulung in einen behinderungsadaptierten, besser 

entlöhnten Beruf noch ein Wechsel in eine Hilfsarbeit in Frage kommt, besteht die 

Invalidenkarriere in der weiteren Ausübung des erlernten Berufs des Carrosserie-

Reparateurs. Daraus folgt aber nicht, dass der effektiv ausgerichtete Lohn von Fr. 

2'200.-- (x13) als zumutbares Invalideneinkommen in den Einkommensvergleich 

einzusetzen wäre, obwohl er aus einem langjährigen Arbeitsverhältnis resultiert. Die 

Einschätzung der Leistung bzw. der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch den 

Arbeitgeber stimmt nämlich nicht notwendigerweise mit der massgebenden 

medizinischen Einschätzung überein und im Übrigen ist nicht auszuschliessen, dass 

der Lohn auch im Hinblick auf eine erhoffte Invalidenrente tendenziell zu tief festgelegt 

worden ist. Der früher ausgerichtete Lohn von Fr. 3'700.-- beinhaltete eine - nicht 

genau bestimmbare - Soziallohnkomponente und kann deshalb nicht als Ausdruck der 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers akzeptiert werden. Auch ein Abstellen auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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die im GAV für das Schweizerische Carrosseriegewerbe enthaltenen Mindestlöhne ist 

nicht sinnvoll, da die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers nicht so eingeschätzt 

werden kann, dass sie genau den Mindestlohn rechtfertigt. Anders als beim 

Einkommen des Carrosserie-Spenglers als Grundlage der Bemessung des 

Valideneinkommens hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, nach dem 

Durchschnittslohn eines Carrosserie-Reparateurs zu forschen. Da nur dieser 

Durchschnittslohn als Grundlage der Bemessung des zumutbaren 

Invalideneinkommens in Frage kommt, wird die Beschwerdegegnerin auch in diesem 

Punkt weitere Abklärungen vorzunehmen haben. In Bezug auf den 

Arbeitsfähigkeitsgrad wird die Beschwerdegegnerin auf das überzeugende Ergebnis 

der Begutachtung durch die Psychiatrie-Dienste Süd abstellen, d.h. sie wird von einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% ausgehen. Von Seiten des Arbeitgebers ist zwar 

verschiedentlich geltend gemacht worden, dass der Beschwerdeführer die 

Zeitvorgaben überschreite. Es ist aber nicht objektiv belegt worden, dass das für alle 

Arbeiten gelte und dass die Verlangsamung nicht teilweise durch die sorgfältige und 

sich auf eine grosse Erfahrung stützende Arbeitsweise kompensiert werde. Der 

Arbeitgeber hat weiter behauptet, die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers habe 

in den letzten Jahren stetig abgenommen. Das lässt sich anhand der medizinischen 

Abklärungen nicht belegen. Die Angaben des Arbeitgebers vermögen deshalb die 

Überzeugungskraft der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu 

erschüttern. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragte 

Arbeitsplatzabklärung soll nicht der Überprüfung der medizinischen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung dienen, sondern die Frage beantworten, ob die 

Arbeitsleistung des Beschwerdeführers als Carrosserie-Reparateur tatsächlich die 

Ausrichtung eines Lohns im Umfang von 70% des Durchschnittslohns in diesem Beruf 

rechtfertige. Der Beschwerdeführer weist nämlich als Arbeitnehmer gewisse Nachteile 

auf, die bei einem gesunden zu 70% beschäftigten Carrosserie-Reparateur nicht 

anzutreffen wären (z.B. werden gewisse zum Beruf gehörende Arbeiten nicht 

ausgeführt und der Beschwerdeführer benötigt besondere Rücksichtnahme seitens der 

Vorgesetzten und auch der Kollegen). Es geht also um dieselbe Problematik, die in 

anderen Fällen bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens anhand der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik als Tabellenlohnabzug bekannt 

ist. Da das zumutbare Invalideneinkommen des Beschwerdeführers anhand des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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Durchschnittslohns der Carrosserie-Reparateure zu bemessen ist, steht einem 

zusätzlichen Abzug nichts im Weg. Wenn dem Beschwerdeführer ein Lohn von 70% 

des Durchschnittslohns der Carrosserie-Reparateure als zumutbares 

Invalideneinkommen angerechnet würde, wäre darin unzulässigerweise ein 

Soziallohnanteil enthalten, weil die Arbeitsleistung - unter notwendiger 

Berücksichtigung der aus betriebswirtschaftlicher Sicht als verdeckte 

Lohnnebenkosten zu wertenden Nachteile - nicht 70% des Durchschnittslohns wert ist. 

Die Notwendigkeit eines zusätzlichen Abzugs vom Durchschnittslohn ist also 

ausgewiesen. Allerdings kann die Höhe dieses zusätzlichen Abzugs nur sehr pauschal 

geschätzt werden. Sie dürfte wenigstens 10% des nach Abzug des 

Arbeitsunfähigkeitsanteils verbleibenden Betrags ausmachen.

3.      

Die Rentenberechnung beruht auf einer vollständigen Beitragsdauer (Rentenskala 44) 

und einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 40'368.--, d.h. 

auf der Annahme, dass der Versicherungsfall im Jahr 2009 eingetreten sei. Da der 

Versicherungsfall, wie oben dargelegt, effektiv bereits vor der Vollendung des 20. 

Altersjahrs eingetreten sein dürfte, kann der Beschwerdeführer die 

Mindestbeitragsdauer (bis 31. Dez. 2007: ein Jahr, seither: drei Jahre gemäss Art. 36 

Abs. 1 IVG) als Voraussetzung des Anspruchs auf eine ordentliche Invalidenrente wohl 

nicht erfüllt haben. Demnach steht ein Anspruch auf eine ausserordentliche 

Invalidenrente gemäss Art. 39 Abs. 1 i.V.m. Art. 40 Abs. 3 IVG zur Diskussion. Da 

gemäss den Ausführungen in den Erw. 2.2.1 und 2.2.2 Grund zur Annahme besteht, 

dass der Invaliditätsgrad nach der Durchführung der notwendigen Abklärungen 

wenigstens 50% betragen, d.h. ein Anspruch auf mindestens eine halbe Rente 

bestehen wird, kann im möglichen Wechsel von einer ordentlichen zu einer 

ausserordentlichen Invalidenrente keine i.S. von Art. 61 lit. d ATSG relevante 

Verschlechterung erblickt werden. Deshalb wird auf eine entsprechende Ankündigung 

und auf den Hinweis auf die Rückzugsmöglichkeit (Art. 61 lit. d Satz 2 ATSG) 

verzichtet.

4.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Rentenverfügung in Bezug 

auf die Invaliditätsbemessung auf einem unzureichend abgeklärten, nicht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellten 

Sachverhalt beruht. Damit erweist sie sich als rechtswidrig und ist deshalb aufzuheben. 

Die Sache ist zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Dieser Verfahrensausgang ist im Hinblick auf die Kosten des Beschwerdeverfahrens 

praxisgemäss als vollumfängliches Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten. Die 

Beschwerdegegnerin hat deshalb sowohl für die Gerichts- als auch für die 

Vertretungskosten aufzukommen. Die dem Beschwerdeführer zustehende 

Parteientschädigung ist angesichts des durchschnittlichen Vertretungsaufwands 

praxisgemäss auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen. Die Gerichtsgebühr beträgt auf der Grundlage des ebenfalls 

durchschnittlichen Beurteilungsaufwands Fr. 600.--. Der vom Beschwerdeführer 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zurückzuerstatten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 28. 

März 2011 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer 

zurückerstattet.

 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2013
	Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels EinkommensvergleichValidenkarriere eines Versicherten, der eine Lehre als Carrosseriespengler begonnen, dann behinderungsbedingt abgebrochen und durch eine Anlehre als Carrosseriereparateur ersetzt hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2013, IV 2011/152).

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		2025-07-19T10:53:30+0200
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