# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f133d1f-11cd-5adf-a8c5-d88d4bb56ee5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2015 E-5223/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5223-2014_2015-06-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5223/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Esther Karpathakis (Vorsitz), 

Richter Martin Zoller, Richterin Regula Schenker Senn, 

Gerichtsschreiber Peter Jaggi. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Somalia, 

gesetzlich vertreten durch ihre Mutter B._______, 

(…), 

vertreten durch lic. iur. Ursina Bernhard, 

Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, 

Beschwerdeführerin, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland, Familienzusammenführung 

und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 25. August 2014 / N (…). 

 

 

 

E-5223/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 2. August 2007 suchten die Mutter (…) und eine Halbschwester 

der Beschwerdeführerin (…) in der Schweiz um Asyl nach. Mit Verfügung 

vom 27. März 2008 stellte das BFM fest, die Mutter der Beschwerdeführe-

rin und ihre Halbschwester erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. 

Den Vollzug der Wegweisung schob es wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten 

einer vorläufigen Aufnahme auf. 

Am (…) brachte die Mutter in der Schweiz eine weitere Halbschwester der 

Beschwerdeführerin (…) zur Welt. 

A.b Mit schriftlicher Eingabe vom 28. August 2011 (recte: 28. Juli 2011) 

suchte die damalige Rechtsvertreterin (…) beim BFM im Auftrag der Mutter 

als gesetzliche Vertreterin für die in Somalia zurückgebliebene Beschwer-

deführerin und weitere sich in Somalia aufhaltende Verwandte um Bewilli-

gung der Einreise in die Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens nach. 

Die Vollmacht werde nachgereicht. Die Mutter der Beschwerdeführerin sei 

mit Verfügung des BFM vom 27. März 2008 vorläufig aufgenommen worden, 

die dagegen eingereichte Beschwerde sei zurzeit noch beim Bundesverwal-

tungsgericht hängig. 

Zur Begründung führte sie an, die Tochter (Anmerkung des Gerichts: die Be-

schwerdeführerin), die (…) ihrer Mandantin würden in C._______ in Somalia 

leben. Dieses Gebiet werde von den Al-Shabaab-Milizen kontrolliert, inter-

nationalen Organisationen werde der Zugang verweigert. Aus diesem Grund 

seien die Bewohnerinnen und Bewohner von C._______ stark von Dürre 

und Hungersnot betroffen. Die Al-Shabaab-Milizen hätten (…) ihrer Mandan-

tin, (…), der zum Glück habe flüchten können und sich nun versteckt halte, 

(…)mal entführt, ihm (…) und versucht, ihn zu rekrutieren. Eine ihrer (…), 

(…), sei (…) Jahre alt und unverheiratet, weshalb sie Gefahr laufe, gegen 

ihren Willen mit einem Al-Shabaab-Milizionär verheiratet zu werden. Die (…) 

und die Beschwerdeführerin seien Kinder, die dem Bürgerkrieg und dem Ter-

ror durch die Al-Shabaab schutzlos ausgesetzt seien. Die (…) ihrer Mandan-

tin sei nicht in der Lage, die (…) und die Beschwerdeführerin zu betreuen. 

Die Kinder seien weitgehend sich selbst überlassen, es gebe niemanden, 

der sie vor Übergriffen schützen und für ihre Sicherheit sorgen könne. Die 

Familienmitglieder ihrer Mandantin seien von der Hungersnot besonders be-

troffen, zumal ihnen niemand helfe und die internationalen Organisationen 

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Seite 3 

sie in C._______ nicht erreichen könnten. Zusammenfassend sei festzuhal-

ten, dass die im Rubrum genannten Personen ein berechtigtes Schutzbe-

dürfnis hätten. Die Beziehungsnähe zur Schweiz sei durch ihre Mandantin, 

die als vorläufig aufgenommene Person in der Schweiz lebe, ohne weiteres 

gegeben. 

Es sei technisch unmöglich, die Beschwerdeführerin, die (…), (…) und die 

(…) ihrer Mandantin in ihrem Heimatland oder auf der Schweizer Botschaft 

in Addis Abeba zu ihren Asylgründen anzuhören. Zudem sei ihre Mandantin 

heute seit mehr als (…) Jahren von ihren Angehörigen getrennt und sie habe 

nur telefonischen Kontakt mit ihnen. Es sei ihr nicht möglich, die konkrete 

Situation ihrer Angehörigen hinlänglich genau zu umschreiben. Deren recht-

liches Gehör könne nur gewahrt werden, wenn ihnen die Einreise in die 

Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens bewilligt werde. Das Bundes-

verwaltungsgericht habe in einem ähnlich gelagerten Fall (Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts D-6665/2008 vom 31. Oktober 2008) entschieden, 

dass minderjährigen Kindern die Einreise in die Schweiz zur Durchführung 

des Asylverfahrens zu bewilligen sei, weil ihre Anhörung auf einer Schwei-

zerischen Vertretung nicht möglich sei. Deshalb sei den Angehörigen ihrer 

Mandantin in Analogie zum Urteil vom 31. Oktober 2008 die Einreisebewilli-

gung, die ihnen über die Schweizerische Vertretung in Addis Abeba (Äthio-

pien) zuzustellen sei, zu erteilen. 

Als Beilage reichte sie Fotos der im Rubrum genannten Personen zu den 

Akten. 

A.c Am 17. August 2011 reichte die vormalige Rechtsvertreterin die in Aus-

sicht gestellte Vollmacht der Mutter der Beschwerdeführerin vom 4. August 

2011 ein und ersuchte um rasche Gutheissung des Gesuchs. 

B.  

B.a Am 28. Februar 2012 heiratete die Mutter der Beschwerdeführerin den 

in der Schweiz am 5. August 2010 als Flüchtling anerkannten und über den 

Asylstatus verfügenden äthiopischen Staatsangehörigen D._______. 

B.b Mit Entscheid vom 3. August 2012 schrieb das Bundesverwaltungsge-

richt das Beschwerdeverfahren der Mutter und der zwei Halbschwestern 

der Beschwerdeführerin zufolge Rückzugs der Beschwerde vom 28. April 

2008 als gegenstandslos geworden ab. 

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B.c Mit Verfügung vom 18. Oktober 2012 anerkannte das BFM der Mutter 

der Beschwerdeführerin, ihren Töchtern (…) und (…) sowie ihren gemein-

samen Kindern mit D._______ (…) die Flüchtlingseigenschaft gestützt auf 

Art. 51 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) und gewährte ihnen Asyl. 

C.  

C.a Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2013 ersuchte das BFM die 

Rechtsvertretung um Zustellung einer Vollmacht ihrer Mandanten, weil 

eine solche bisher nicht eingereicht worden sei. In Somalia gebe es keine 

Schweizerische Vertretung, weshalb das Verfahren ohne Anhörungen 

durchzuführen sei. Das eingereichte Asylgesuch lasse noch einige für den 

Entscheid relevante Fragen offen, die von ihren Mandanten innert Frist je 

in einem separaten Schreiben vollständig und präzise schriftlich zu beant-

worten seien. Gleichzeitig führte es unter Verweis auf BVGE 2011/39 aus, 

das Einreichen eines Asylgesuches sei ein relativ höchstpersönliches 

Recht, das urteilsfähige Personen selbständig, mithin ohne die Hilfe eines 

Vertreters, ausüben müssten. Das Einreichen eines Asylgesuchs durch 

eine Vertretung sei unzulässig. Der Mangel könne geheilt werden, wenn 

der Inhalt des über eine Vertretung eingereichten Asylgesuchs anlässlich 

einer mündlichen Anhörung oder durch eine persönlich verfasste und zu-

mindest unterzeichnete Stellungnahme zum Fragenkatalog des Bundes-

amtes bestätigt werde. Dieser Mangel müsse jedoch in jedem Fall vor Er-

gehen eines erstinstanzlichen Asylentscheides geheilt werden. 

Eine Durchsicht der Akten ergebe, dass eine klar den Mandanten der 

Rechtsvertretung zurechenbare Willensäusserung, mit der diese zu erken-

nen gäben, dass sie die Schweiz wegen einer asylrelevanten Verfolgung 

um Schutz ersuchten, fehle. Bisher liege somit kein zulässig gestelltes 

Asylgesuch vor. 

Gleichzeitig räumte es der Rechtsvertreterin die Gelegenheit ein, sich zu 

einer allfälligen Ablehnung des Asylgesuchs respektive Nichtbewilligung 

der Einreise zu äussern, und forderte sie unter Hinweis auf die Mitwir-

kungspflicht auf, bis zum 25. Februar 2013 ihre Stellungnahmen einzu-

reichen. Für den Fall, dass ihre Mandanten nicht bereits ein eigenes, von 

ihnen verfasstes und unterzeichnetes Schreiben zusammen mit ihrem Er-

suchen eingereicht hätten, sei es notwendig, dass sie die Antwortschreiben 

selber schreiben oder zumindest unterschreiben müssten, um persönlich 

in Erscheinung zu treten. Es verband diese Aufforderung mit der Andro-

hung, auf das Asylgesuch nicht einzutreten, sollten die Verfahrensvoraus-

setzungen mangels Höchstpersönlichkeit (weiterhin) nicht erfüllt oder die 

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Mitwirkungspflicht schuldhaft verletzt sein. Bei ungenutzter Frist werde auf-

grund der Akten entschieden und das Gesuch gegebenenfalls als gegen-

standslos geworden abgeschrieben. 

C.b Mit Schreiben vom 29. Januar 2013 teilte das BFM der Rechtsvertre-

terin mit, aufgrund ihrer Angaben könne die Einreise der Tochter ihrer Man-

dantin zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewilligt werden. Sie werde gebeten, 

Fotos der Beschwerdeführerin und einen Taufschein im Original respektive 

sonstige für den Nachweis ihrer Identität taugliche Dokumente einzu-

reichen, zudem seien Angaben zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort zu ma-

chen. 

D.  

D.a Mit Eingabe vom 25. Februar 2013 reichte die Rechtsvertreterin ein 

Foto und einen Geburtsschein der Beschwerdeführerin, die sich nach wie 

vor bei ihrer (…) in C._______ aufhalte, ein. Sie gehe somit davon aus, 

dass die Einreisebewilligung für die Tochter ihrer Mandantin erteilt werden 

könne. Gleichzeitig reiche sie Geburtsscheine der anderen Angehörigen 

ihrer Mandantin ein. Hinsichtlich der Vollmachten und der Beantwortung 

des Fragenkatalogs ersuche sie um Fristverlängerung bis zum 25. März 

2013. 

D.b Mit Eingabe vom 19. März 2013 reichte sie nebst der E-Mail-Kopie der 

Vollmacht mit den Fingerabdrücken der Gesuchstellenden (sie seien Anal-

phabetinnen und Analphabeten) sowie der Geburtsurkunden im Original 

den ausgefüllten Fragenkatalog zu den Akten. 

D.c Am 2. Mai 2013 erkundigte sich die Rechtsvertreterin beim BFM per E-

Mail nach dem Verfahrensstand. Sie habe für die Tochter ihrer Mandantin 

kein Gesuch um Familienzusammenführung, sondern ein Asylgesuch aus 

dem Ausland eingereicht. Es sei ihr bekannt, dass die derivativ erworbene 

Flüchtlingseigenschaft der Mutter der Beschwerdeführerin nicht das Recht 

auf Familienasyl gemäss Art. 51 AsylG (SR 142.31) zur Folge habe. Auch 

wenn sie wisse, dass die Behandlung von Auslandsgesuchen im Bundes-

amt keine Priorität habe, wäre sie für eine Behandlung der Fälle innert an-

gemessener Zeit dankbar. 

D.d Am 7. August 2013 beantwortete das BFM eine weitere Anfrage der 

Rechtsvertreterin vom 6. August 2013 nach dem Verfahrensstand. 

E.  

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Seite 6 

E.a Mit Schreiben vom 17. Oktober 2013 fragte das Amt die Rechtsvertre-

terin an, ob sie am Gesuch festhalte und ob sie die rubrizierten Personen 

(…) noch immer vertrete. Für den Fall, dass sie noch keine Vollmachten 

eingereicht habe, werde sie aufgefordert, das Vertretungsverhältnis durch 

eine von den gesuchstellenden Personen unterschriebene Vollmacht im 

Original einzureichen. Darüber hinaus werde sie ersucht, deren aktuellen 

Aufenthaltsort bekannt zu geben; zusätzliche konkrete Informationen zur 

derzeitigen Situation ihrer Mandanten seien für die Gesuchsbehandlung 

ebenfalls nützlich. 

E.b Mit Eingabe vom 24. Oktober 2013 teilte die Rechtsvertreterin mit, sie 

habe zusammen mit ihrer Eingabe vom 19. März 2013 die Vollmacht ihrer 

Mandantinnen und Mandanten, die alle Analphabeten seien, mit ihren Fin-

gerabdrücken eingereicht. Es handle sich um eine elektronisch übertra-

gene Vollmacht, weil es ihnen nicht möglich sei, ihr das Original zukommen 

zu lassen. Sie ersuche aufgrund der Situation in Somalia, das Vertretungs-

verhältnis trotz Fehlens des Originals als bestehend zu erachten. 

Ihre Mandantinnen und Mandanten würden nach wie vor in sehr prekären 

Verhältnissen in C._______ leben. An den Ausführungen in der Eingabe 

vom 19. März 2013 werde festgehalten und um Bewilligung der Einreise 

ersucht. 

F.  

Mit Eingabe vom 6. Juni 2014 ersuchte die Rechtsvertreterin das BFM an-

gesichts der aus ihrer Sicht „überlangen“ Verfahrensdauer, so rasch als 

möglich über das Asylgesuch der Tochter und der weiteren Angehörigen 

ihrer Mandantin, die sehr in Sorge um ihre Tochter sei, zu entscheiden. Sie 

habe sich bisher dafür einsetzen können, dass die Beschwerdeführerin 

nicht beschnitten werde. Angesichts des heranrückenden Heiratsalters be-

fürchte sie jedoch, ihre Tochter aus der Ferne nicht mehr schützen zu kön-

nen. 

G.  

G.a Mit Zwischenverfügung vom 19. Juni 2014 teilte das BFM der Rechts-

vertreterin mit, eine Durchsicht der Akten habe ergeben, dass sie trotz Auf-

forderungen vom 24. Januar 2013 und vom 17. Oktober 2013 keine Voll-

macht im Original ihrer Mandanten eingereicht habe, weshalb sie ersucht 

werde, eine solche nachzureichen. Des Weiteren sei festzustellen, dass 

eine klar den Gesuchstellenden zurechenbare Willensäusserung, in der 

Schweiz um Asyl nachsuchen zu wollen, fehle. Sie werde deshalb gebeten, 

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Seite 7 

eine persönlich verfasste oder zumindest unterzeichnete Stellungnahme 

ihrer Mandanten in einer Amtssprache des Bundes oder in Englisch im Ori-

ginal einzureichen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass kein zulässig 

gestelltes Asylgesuch vorliege, weshalb das BFM beabsichtige, mangels 

Höchstpersönlichkeit darauf nicht einzutreten. Gleichzeitig räumte es der 

Rechtsvertreterin die Gelegenheit ein, sich dazu bis zum 18. Juli 2014 zu 

äussern respektive ein zulässig gestelltes Asylgesuch ihrer Mandanten 

nachzureichen. Bei ungenutzter Frist werde auf das Asylgesuch nicht ein-

getreten. 

G.b Mit Eingaben vom 1. Juli 2014 und vom 25. Juli 2014 ersuchte die 

Rechtsvertreterin um Fristerstreckung bis zum 25. Juli 2014 respektive 18. 

August 2014. 

G.c Mit vom 25. Juli 2014 datierter und am 18. August 2014 beim BFM 

eingelangter Eingabe reichte die Rechtsvertreterin eine persönliche Erklä-

rung der Beschwerdeführerin und der anderen Gesuchstellenden ein, mit 

der sie zum Ausdruck brächten, in der Schweiz um Asyl nachsuchen zu 

wollen. Damit sei die Voraussetzung der Höchstpersönlichkeit der Erklä-

rung, bei der es sich lediglich um eine per E-Mail übermittelte Kopie handle, 

erfüllt. Die Vollmacht sei bereits am 24. Oktober 2013 zu den Akten gereicht 

worden. Den Gesuchstellenden sei es aufgrund der Situation in Somalia 

nicht möglich, die Originale per Post in die Schweiz zu senden. Auf das 

Asylgesuch aus dem Ausland wegen dieses formellen Mangels nicht ein-

zutreten, wäre überspitzter Formalismus und würde das rechtliche Gehör 

verletzen. 

Sie ersuche das Amt, die Asylgesuche aus dem Ausland umgehend zu be-

handeln, und dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerde-

führerin die leibliche Tochter von B._______ sei, die die Flüchtlingseigen-

schaft und das Asyl nur derivativ erworben habe, weshalb sie ihre Tochter 

nicht gestützt auf Art. 51 AsylG einbeziehen könne. Ihre in der Schweiz 

lebenden Kinder seien in die Flüchtlingseigenschaft ihres Stiefvaters 

D._______ miteinbezogen worden. Vor diesem Hintergrund wäre es stos-

send, wenn A._______ die Einreise in die Schweiz und somit die Familien-

vereinigung mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihren Stiefgeschwistern 

nicht bewilligt würde. Hinzu komme, dass gerade die Beschwerdeführerin 

stark gefährdet sei, zwangsverheiratet und gegen ihren Willen ein Opfer 

von FGM (Female Genital Mutilation) zu werden. 

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Seite 8 

H.  

Mit Verfügung vom 25. August 2014 bewilligte das Bundesamt die Einreise 

der Beschwerdeführerin in die Schweiz nicht und lehnte das Asylgesuch 

sowie den Antrag auf Familienzusammenführung ab. 

I.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 16. September 2014 gelangte die Beschwer-

deführerin durch ihre vormalige Rechtsvertreterin an das Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte in materieller Hinsicht die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung mit der Anweisung an die Vorinstanz, ihr die Ein-

reise in die Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens zu bewilligen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie unter Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und gemäss Art. 111a 

AsylG die Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistandes in der Person der 

unterzeichnenden Rechtsvertreterin. Des Weiteren stellte sie eine Fürsor-

gebestätigung betreffend ihre Mutter in Aussicht und reichte nebst der an-

gefochtenen Verfügung im Original eine Honorarnote ihrer Rechtsvertrete-

rin vom 16. September 2014 zu den Akten. 

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

J.  

Am 18. September 2014 bestätigte das Gericht der Rechtsvertreterin den 

Eingang ihrer Beschwerde. 

K.  

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 liess die Beschwerdeführerin die in Aus-

sicht gestellte Bestätigung der Sozialhilfeabhängigkeit ihrer Mutter sowie 

ihres Stiefvaters (ausgestellt am 23. September 2014 vom […]) einreichen. 

L.  

Mit Schreiben vom 23. Dezember 2014 erkundigte sich die Rechtsvertre-

terin nach dem Verfahrensstand und ersuchte das Gericht angesichts die-

ser sehr heiklen Angelegenheit, rasch ein wohlwollendes Urteil zu fällen. 

Die Mutter der Beschwerdeführerin sorge sich sehr um das Schicksal ihrer 

Tochter und befürchte, dass sie sie aus der Distanz nicht mehr länger vor 

der drohenden Beschneidung und der drohenden Zwangsverheiratung 

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Seite 9 

werde schützen können. Zudem sei es nicht sachgerecht, dass der Einbe-

zug in die Flüchtlingseigenschaft nur für Kinder möglich sein solle, die sich 

bereits in der Schweiz aufhalten würden. 

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2015 hiess die Instruktionsrichterin 

den Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG – unter Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung 

der finanziellen Verhältnisse – gut und verzichtete auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. Den (sinngemässen) Antrag auf unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wies sie mit entspre-

chender Begründung ab und lud die Vorinstanz ein, sich bis zum 23. Januar 

2015 zur Beschwerde vernehmen zu lassen. 

N.  

Das SEM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 12. Januar 2015, die 

der Rechtsvertreterin am 13. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde, 

unter Verweis auf seine Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sinn-

gemäss die Abweisung der Beschwerde. 

O.  

Mit Eingabe vom 2. Juni 2015 reichte die neue Rechtsvertreterin (lic. iur. 

Ursina Bernhard von der Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in 

Not) eine Vollmacht der Mutter der Beschwerdeführerin gleichen Datums 

ein und teilte mit, sie habe das Mandat von ihrer Kollegin (…) übernommen. 

Ihre Mandantin habe sie darüber informiert, dass sich die Situation der Be-

schwerdeführerin in Somalia verändert respektive verschlechtert habe. 

Ihre (…) (…) sei verstorben und ihr (…) (…) sei aus Somalia geflüchtet, er 

halte sich zurzeit in (…) auf. Eine ihrer (…) (…) habe Somalia ebenfalls 

verlassen, ihren Aufenthaltsort kenne sie nicht. Die in Somalia verblei-

bende (…) wolle so rasch als möglich aus Somalia flüchten. Sie habe ihrer 

Mandantin (…) Zeit gegeben, um einen neuen Aufenthaltsort für die Be-

schwerdeführerin zu organisieren, die Gefahr laufe, ab (…) auf sich alleine 

gestellt in Somalia leben zu müssen. Die Mutter sei sehr besorgt und es 

wäre für sie äusserst wichtig, baldmöglichst einen Entscheid des Gerichts 

zu erhalten. 

 

 

 

E-5223/2014 

Seite 10 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Für Asylgesuche aus dem Ausland, die vor dem 29. September 2012 (In-

krafttreten der dringlichen Änderung vom 28. September 2012, mit der das 

Auslandverfahren abgeschafft wurde; AS 2012 5359) gestellt wurden, gilt 

das Asylgesetz nach der alten Fassung. In diesen Fällen sind weiterhin 

dessen aArt. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG anwendbar. Die Be-

schwerde ist somit vor dem Hintergrund der alten rechtlichen Bestimmun-

gen zu beurteilen. 

4.  

E-5223/2014 

Seite 11 

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

Schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah-

rens bei der Vertretung sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der 

asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Davon 

kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus or-

ganisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen unmöglich ist, oder 

wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als 

entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine 

Befragung im Ausland nicht möglich, ist die asylsuchende Person aufzu-

fordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). 

Das SEM hat den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung 

zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 368). 

5.2 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die 

Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für 

Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaub-

haft gemacht wird (aArt. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die 

Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für 

die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat 

E-5223/2014 

Seite 12 

nicht zumutbar erscheint (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und damit die Ein-

reise in die Schweiz – ist ihr zu verweigern, wenn keine Hinweise auf eine 

aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuzumu-

ten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 Abs. 2 

AsylG). 

5.3 Gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland 

befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, 

sich in einem andern Staat um Aufnahme zu bemühen. Diese Bestimmung 

trifft keine Unterscheidung zwischen Asylgesuchen aus dem Herkunftsland 

der asylsuchenden Person und solchen, die aus einem Drittstaat gestellt 

werden. Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt 

hat, in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermutung davon aus-

zugehen, die betreffende Person habe in diesem Drittstaat bereits Schutz 

vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort erlangen, weshalb anzuneh-

men ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu verbleiben beziehungsweise sich 

dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl 

in Bezug auf die Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. Entscheidun-

gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [E-

MARK] 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) als auch die Zumutbarkeit der Inan-

spruchnahme des Schutzes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist 

deshalb zu prüfen, ob die asylsuchende Person im Drittstaat Schutz vor 

Verfolgung gefunden hat oder erlangen kann, und – falls dies zu bejahen 

ist – ob der asylsuchenden Person die Inanspruchnahme des Schutzes 

des Drittstaates und somit der Verbleib in diesem Staat objektiv zugemutet 

werden kann. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zu-

fluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen lassen, und 

diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. 

Es gilt also zu prüfen, ob aufgrund der gesamten Umstände geboten er-

scheint, dass es gerade die Schweiz ist, die einer Person den erforderli-

chen Schutz gewähren soll (vgl. Urteil des BVGer D-103/2014 vom 21. Ja-

nuar 2015 E. 7.1 [zur Publikation vorgesehen]; BVGE 2011/10 E. 5.1). 

5.4 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden eine weite Entscheidungsbefugnis zukommt. 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit 

Blick auf den Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die 

Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die praktische Möglichkeit 

und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche und die vo-

E-5223/2014 

Seite 13 

raussichtlichen Eingliederungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Aus-

schlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die 

Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fra-

gen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 

und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsab-

klärung zugemutet werden kann (BVGE 2011/10 E. 3.3). 

5.5 Bei der Beurteilung der Elemente der Flüchtlingseigenschaft im Sinne 

von Art. 3 AsylG und deren Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG handelt 

es sich um Rechtsfragen respektive um einen Beweismassstab, der mittels 

Gesetzesauslegung zu konkretisieren ist. Dem SEM kommt diesbezüglich 

kein Ermessen zu. Die Frage nach der Gefährdung des Beschwerdefüh-

rers im Sinne von Art. 3 AsylG ist gestützt auf Art. 106 Abs. 1 AsylG somit 

vollumfänglich überprüfbar (vgl. Urteil D-103/2014, a.a.O., E. 5.3).  

Auch bei der Frage nach der Schutzgewährung respektive der Zumutbar-

keit der Inanspruchnahme des Schutzes in einem Drittstaat (aArt. 52 

Abs. AsylG) handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, dessen 

Auslegung und Anwendung im Einzelfall das Bundesverwaltungsgericht 

vollumfänglich überprüfen kann Urteil D-103/2014, a.a.O., E. 7.3). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz führt in ihrer Verfügung vom 25. August 2014 an, vorlie-

gend könne keine Einreisebewilligung erteilt werden, weil nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit von einer akuten Gefährdung der Beschwer-

deführerin bei einem Verbleib in ihrem Heimatstaat ausgegangen werden 

müsse. Ohne die Situation in Somalia bagatellisieren zu wollen, sei dem 

BFM bekannt, dass noch immer Teile Somalias von Kampfhandlungen zwi-

schen Kräften der Übergangsregierung und verschiedenen Milizen betrof-

fen seien. Die allgemeine Unsicherheit, die als unausweichliche Folge die-

ses Konflikts in gewissen Teilen des Landes herrsche, betreffe aber die 

gesamte somalische Bevölkerung in gleichem Masse. 

Den Akten könnten keine glaubhaft dargelegten Anhaltspunkte dafür ent-

nommen werden, dass der Beschwerdeführerin im heutigen Zeitpunkt Ver-

folgungsmassnahmen aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Gründe 

drohten. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Drohungen 

und Entführungen der Al-Shabaab gegenüber der Familie der Beschwer-

deführerin gekommen sei, aber es sei andererseits nicht glaubhaft, dass 

die Verfolgung gezielt respektive die Beschwerdeführerin einreiserelevan-

ten Nachstellungen ausgesetzt gewesen sei. Sie könne jedenfalls aus der 

E-5223/2014 

Seite 14 

versuchten Zwangsrekrutierung (…) sowie der Entführung und anschlies-

senden Zwangsheirat (…) vor etwa (…) Jahren für ihre Person keine Ein-

reiserelevanz ableiten. 

Die Al-Shabaab sei gemäss öffentlich zugänglichen Informationsquellen in 

den vergangenen Jahren aus verschiedenen Gebieten Somalias – unter 

anderem im Herbst 2012 auch aus C._______, wo sich die Beschwerde-

führerin aufhalten solle – vertrieben worden. Die Gefahr einer unmittelba-

ren Bedrohung dürfte sich somit für den Fall, dass eine solche je bestanden 

habe, weiter verringert haben. 

Hinsichtlich der Furcht vor einer möglichen Zwangsheirat oder Beschnei-

dung der Beschwerdeführerin genüge es nicht, eine Furcht lediglich mit 

Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher oder später möglicher-

weise ereignen könnten, zu begründen. Es müssten vielmehr hinreichende 

Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die auf einer 

objektiven Betrachtungsweise und nicht auf dem subjektiven Empfinden 

der betroffenen Person beruhten. Dies sei vorliegend nicht der Fall, weil 

die Beschwerdeführerin keinen konkreten Vorfall habe geltend machen 

können. 

Das BFM gehe davon aus, dass seitens der Al-Shabaab oder anderer kri-

mineller Gruppierungen nie ein ernsthaftes Verfolgungsinteresse gegen-

über der Beschwerdeführerin bestanden habe. Zudem lebe sie seit der (…) 

erfolgten Ausreise ihrer Mutter zusammen mit (…). Den Akten sei zu ent-

nehmen, dass auch die Familie des (…) der Beschwerdeführerin in 

C._______ lebe. Selbst wenn zurzeit kein Kontakt bestehen sollte, sei es 

ihr und ihrer Mutter zuzumuten, von diesen Personen oder den im Ausland 

lebenden Familienangehörigen Hilfe in Anspruch zu nehmen, sollte dies 

notwendig sein. Der Begriff der Familie umfasse in Somalia wie in anderen 

afrikanischen Staaten auch mehr als nur die in Europa übliche Kernfamilie. 

Zur Familie gehörten auch die Abkömmlinge der Geschwister der Grossel-

tern, also Verwandte dritten und höheren Grades oder Clanangehörige. 

Zwar solle nicht in Abrede gestellt werden, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin in einer schwierigen Situation befinde, diese stelle aber keinen Grund 

für eine Einreisebewilligung dar. Insgesamt lägen weder realitätsnahe Aus-

führungen noch irgendwelche Beweismittel vor, die die behaupteten Ereig-

nisse plausibel machen würden. Deshalb sei nicht zu erwarten, dass die 

E-5223/2014 

Seite 15 

Beschwerdeführerin bei einem Verbleib in Somalia mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von einreiserelevanter Verfolgung 

betroffen werde. 

Zu prüfen bleibe, ob aufgrund von Beziehungen zu in der Schweiz leben-

den Familienangehörigen allenfalls die Voraussetzungen für einen Famili-

ennachzug im Sinne von Art. 51 AsylG oder Art. 85 Abs. 7 AuG erfüllt sein 

könnten. Damit Art. 51 Abs. 1 AsylG zur Anwendung gelange, müsse die in 

der Schweiz lebende Person, die Familienangehörige in ihren Rechtssta-

tus einbeziehen lassen wolle, die Flüchtlingseigenschaft besitzen und in 

der Schweiz Asyl erhalten haben. Bei Flüchtlingen, die bereits aufgrund 

eines Einbezugs als solche anerkannt worden seien, finde grundsätzlich 

keine automatische weitere Übertragung der Flüchtlingseigenschaft statt. 

Aus den Akten gehe hervor, dass die Mutter der Beschwerdeführerin die 

Flüchtlingseigenschaft nicht originär erfülle. Sie sei mit Verfügung vom 18. 

Oktober 2012 in die Flüchtlingseigenschaft ihres jetzigen Ehemannes ein-

bezogen worden. Somit komme die in Art. 51 Abs. 1 AsylG genannte Aus-

nahmebestimmung, wonach bei "besonderen Umständen" keine Übertra-

gung der Flüchtlingseigenschaft stattfinde, zur Anwendung. Die genannte 

Bestimmung bezwecke ausserdem im Grundsatz und im Kern die Wieder-

vereinigung einer durch Flucht getrennten Familie. Vorliegend werde je-

doch nicht die Wiedervereinigung eines Familienverbandes im eigentlichen 

Sinne, sondern die Zusammenführung der Mutter mit der aus einer frühe-

ren Beziehung entsprossenen Tochter respektive Beschwerdeführerin be-

antragt. Den Akten sei zu entnehmen, dass ihr Vater (…) verstorben sei, 

ihre Mutter Somalia (…) verlassen habe und die Beschwerdeführerin sich 

seither bei (…) in C._______ aufhalte, wo auch die Familie ihres verstor-

benen Vaters lebe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass sich die 

Beschwerdeführerin seit über sieben Jahren nicht mehr in der Obhut ihrer 

Mutter befinde. In Würdigung dieser besonderen Umstände und in Berück-

sichtigung der bundesgerichtlichen Praxis in ähnlich gelagerten Fällen des 

Ausländerrechts sei das Gesuch um Familienzusammenführung abzu-

lehnen. Es werde jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass die Mutter der 

Beschwerdeführerin die Möglichkeit habe, bei den kantonalen Migrations-

behörden ein Gesuch um Familiennachzug einzureichen. 

6.2 In der Beschwerde wird unter Hinweis auf die Prozessgeschichte an-

geführt, die Beschwerdeführerin sei somalische Staatsangehörige, die aus 

(...) in der Region von (…) in Südsomalia stamme und der Ethnie der (…) 

angehöre. Anfang (…) sei ihre Familie von Banditen (hauptsächlich aus 

E-5223/2014 

Seite 16 

dem Clan […]) überfallen, ihr Vater getötet und ihre Mutter vergewaltigt 

worden. In den darauffolgenden Wochen sei (…) bei einem weiteren Über-

fall getötet und ihre Mutter entführt, (…) festgehalten und (…) worden. 

Nach ihrer Flucht habe sie längere Zeit in ihrem Dorf versteckt bei einer 

Familie und getrennt von ihren Familienangehörigen gelebt. Im (…) habe 

die Mutter als Folge der erlittenen Vergewaltigungen ein weiteres Kind zu 

Welt gebracht. Im (…) sei sie dank der Unterstützung von Verwandten aus 

(…) und (…) in die Schweiz gereist, die (…)jährige Beschwerdeführerin 

habe sie bei Angehörigen zurückgelassen. 

Nach der Ausreise ihrer Mutter habe sich ihre (…) um die Beschwerdefüh-

rerin und um (…) der Mutter gekümmert. Sie lebe seither als intern Vertrie-

bene in C._______, Somalia. Dieses Gebiet, zu dem internationale Orga-

nisationen keinen Zugang hätten, werde von der Al-Shabaab-Miliz kontrol-

liert, weshalb die Einwohner stark von Dürre und Hungersnot betroffen 

seien. (…) der Beschwerdeführerin, (…), sei mehrmals von der Miliz ent-

führt worden, ihm sei (…) worden und sie hätten versucht, ihn für ihre 

Dienste zu rekrutieren. 

Es sei technisch unmöglich gewesen, die Beschwerdeführerin zu ihren 

Asylgründen in ihrem Heimatland oder über die Schweizer Botschaft in Ad-

dis Abeba anzuhören. Die Mutter sei heute seit (…) Jahren von ihrer Toch-

ter getrennt und sie habe nur telefonischen Kontakt mit ihr. Es sei ihr des-

halb nicht möglich, die konkrete Situation der Beschwerdeführerin hinläng-

lich genau zu umschreiben. Das rechtliche Gehör könne nur gewahrt wer-

den, wenn sie zur Durchführung des Asylverfahrens in die Schweiz einrei-

sen könne. Das Gericht habe im Urteil D-6665/2008 vom 31. Oktober 2008 

entschieden, dass in einem gleich gelagerten Fall die Einreise zur Durch-

führung des Asylverfahrens zu bewilligen sei, weil die Anhörung der min-

derjährigen Kinder nicht habe stattfinden können. Deshalb müsse auch der 

Beschwerdeführerin die Einreise in Schweiz bewilligt werden. 

Die minderjährige Beschwerdeführerin lebe mit (…) zusammen, sie kön-

nen keinen Schutz durch einen männlichen Angehörigen erhalten, weil ihr 

(…) als einziger männlicher Verwandter ständig auf der Flucht vor der Al-

Shabaab sei. Zudem drohe ihr eine Genitalbeschneidung und sie habe kei-

nen Zugang zu einer funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruktur. 

Des Weiteren laufe sie bereits heute als (…)jähriges Mädchen Gefahr, 

ohne männlichen Verwandten und ohne den Schutz ihrer Mutter durch die 

Al-Shabaab zwangsverheiratet und zu Dienstzwecken entführt zu werden. 

E-5223/2014 

Seite 17 

Überdies werde auf BVGE 2014/27 verwiesen, wonach intern vertriebene 

Frauen ohne männlichen Schutz ein erhöhtes Risiko eingingen, Opfer von 

asylrelevanter Verfolgung zu werden. Im Urteil werde festgehalten, dass 

die mit grosser Wahrscheinlichkeit drohende Verfolgung sich nicht nur aus 

dem Umstand begründe, dass die Beschwerdeführerin eine Frau sei, son-

dern es seien noch weitere Risikoaspekte zu berücksichtigen, die dazu 

führten, dass sie konkret und zielgerichtet gefährdet sei. Sie gehöre zur 

Gruppe der intern vertriebenen, alleinstehenden Frauen ohne männlichen 

Schutz, die einem Minderheitenclan angehören würden. Das Risiko einer 

drohenden Verfolgung für Angehörige dieser Personengruppe sei ungleich 

höher und konkreter als für den Rest der Bevölkerung. Sie seien besonders 

gefährdet, Opfer zielgerichteter Verfolgung zu werden und könnten auf kei-

nen staatlichen Schutz zählen. Vorliegend entspreche die Beschwerdefüh-

rerin als (…)jähriges Mädchen diesem Risikoprofil. Sie sei minderjährig, 

Angehörige eines Minderheitenclans und sie lebe ohne männlichen Schutz 

als intern Vertriebene in C._______. Als Angehörige der im Urteil genann-

ten Personengruppe laufe sie Gefahr, Opfer von zielgerichteter Verfolgung 

zu werden. Zusammenfassend ergebe sich, dass die Gefährdung im Sinne 

von Art. 3 AsylG ohne weiteres zu bejahen sei. 

Die besondere Beziehungsnähe zur Schweiz sei gegeben, weil ihre Mutter 

seit (…) Jahren in der Schweiz lebe und anerkannte Flüchtlingsfrau sei. 

Die Mutter-Kind-Beziehung sei intakt, ein Zusammenleben sei bisher nur 

aufgrund fehlender Bewilligungen nicht möglich gewesen. Zudem lebten 

auch ihre Halbgeschwister in der Schweiz. Es sei ihr nicht zuzumuten, ei-

nen anderen Staat um Schutz zu ersuchen. 

Hinsichtlich des Familiennachzugs gestützt auf Art. 51 AsylG werde das 

Gericht gebeten, die Rechtsprechung in Entscheidungen und Mitteilungen 

der (vormaligen) Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002 

Nr. 22 in dem Sinne weiter zu entwickeln, als auch Stiefkindern, die unfrei-

willig nicht mit ihrem leiblichen Elternteil und ihrem Stiefelternteil zusam-

men leben könnten, die Einreise zwecks flüchtlingsrechtlicher Familienzu-

sammenführung zu bewilligen sei. 

Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass das Kindeswohl von gewichtiger 

Bedeutung sei, wenn Kinder von einem Einreiseantrag betroffen seien. 

Dies ergebe sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung 

von aArt. 20 AsylG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 

20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107). Vorliegend 

E-5223/2014 

Seite 18 

habe die Vorinstanz das Kindeswohl nicht in ihre Überlegungen einbezo-

gen und somit völkerrechtliche Vorgaben verletzt. 

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt vorliegend in Übereinstimmung 

mit den diesbezüglichen Ausführungen im Gesuch um Einreisebewilligung 

zur Durchführung des Asylverfahrens vom 28. August 2011 und auf Be-

schwerdeebene nicht zuletzt auch angesichts der langen Verfahrensdauer 

zum Schluss, dass das rechtliche Gehör der minderjährigen Beschwerde-

führerin nur gewahrt werden kann, wenn ihr die Einreise in die Schweiz 

zwecks richtiger und vollständiger Abklärung des Sachverhalts im Rahmen 

eines Asylverfahrens im Inland bewilligt wird. 

Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz nicht daran zweifelt, dass es 

sich bei der Beschwerdeführerin um die Tochter von B._______ und Halb-

schwester der mit Verfügung vom 18. Oktober 2012 in die Flüchtlingsei-

genschaft des Ehemannes ihrer Mutter (D._______) einbezogenen Kinder 

handelt. Zudem ist sie, ohne sich in der angefochtenen Verfügung explizit 

dazu zu äussern, auch aus der Sicht des Gerichts zu Recht davon ausge-

gangen, es handle sich bei der Eingabe vom 28. August 2011 um ein zu-

lässig gestelltes Asylgesuch respektive die Sachurteilsvoraussetzungen für 

das Eintreten auf das Asylgesuch seien mit den von der vormaligen 

Rechtsvertreterin im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens eingereich-

ten Dokumenten nachträglich hergestellt worden. 

Des Weiteren ist festzustellen, dass die minderjährige Beschwerdeführe-

rin, bei der es sich gemäss Angaben der ersten Rechtsvertreterin um eine 

Analphabetin handelt, bisher nicht zu ihren Asylgründen angehört werden 

konnte. Vorliegend begründete das BFM den Verzicht auf eine persönliche 

Befragung der Beschwerdeführerin in seiner Zwischenverfügung vom 24. 

Januar 2013 mit entsprechendem Verweis in der angefochtenen Verfügung 

vom 25. August 2014 damit, in Somalia gebe es keine Schweizerische Ver-

tretung, weshalb das Verfahren ohne Anhörung durchzuführen sei. In der 

Beschwerde wird vorgebracht, da die Schweiz in Somalia keine Botschaft 

unterhalte, müsse der minderjährigen Beschwerdeführerin im vorliegenden 

Verfahren gestützt auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-

6665/2008 vom 31. Oktober 2008 die Einreise in die Schweiz bewilligt wer-

den. Zwar kann aus dem Umstand, dass keine persönliche Befragung 

durchgeführt wurde, nicht zwingend geschlossen werden, dass der ge-

suchstellenden Person zu deren Anhörung die Einreise in die Schweiz be-

willigt werden muss (vgl. BVGE 2007/30 E. 8.1 S. 371). 

E-5223/2014 

Seite 19 

Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-6665/2008 vom 31. Oktober 

2008 kam das Gericht aufgrund einer Einzelfallprüfung unter Abwägung 

der gemäss Rechtsprechung massgeblichen Kriterien zum Schluss, dass 

den Kindern eine Einreise zu bewilligen sei, weil die schriftlichen Auskünfte 

der Beschwerde führenden Mutter über die Situation ihrer Kinder, von de-

nen sie seit Jahren getrennt war und welche nicht befragt werden konnten, 

zur vollständigen Sachverhaltsermittlung nicht ausreichten. Auch vorlie-

gend präsentiert sich die Sachlage so, dass die Mutter von ihrer minder-

jährigen Tochter, die bisher nicht befragt werden konnte, seit Jahren ge-

trennt ist. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Mutter über ihre 

Rechtsvertretung die Gelegenheit erhielt, in ihrer Eingabe vom 19. März 

2013 zu den in der Zwischenverfügung des BFM vom 24. Januar 2013 ent-

haltenen Fragen ergänzend Stellung zu nehmen. Die Rechtsvertreterin 

führt diesbezüglich zutreffend aus, es sei nicht möglich, die konkrete Situ-

ation der minderjährigen Beschwerdeführerin in Somalia hinlänglich genau 

zu umschreiben. Sie ist seit der Ausreise ihrer Mutter (seit […]) von ihrer 

leiblichen Mutter getrennt und der telefonische Kontakt mit ihr vermag für 

sich alleine ihr rechtliches Gehör nicht zu wahren. Der rechtserhebliche 

Sachverhalt kann mangels Vorhandenseins einer Schweizerischen Vertre-

tung auch nicht mit entsprechenden Abklärungen in Somalia richtig und 

vollständig festgestellt werden. 

Zudem kann aufgrund der in BVGE 2014/27 vorgenommenen Analyse der 

Situation von intern vertriebenen Frauen in Somalia nicht ausgeschlossen 

werden, dass die minderjährige Beschwerdeführerin in objektiv begründe-

ter Weise befürchten muss, als (…)jähriges Mädchen Opfer zielgerichteter 

Verfolgung zu werden. Insbesondere auch aufgrund der Ausführungen in 

der Eingabe der neuen Rechtsvertreterin vom 2. Juni 2015, wonach die 

(…) der Beschwerdeführerin (…) verstorben sei und ihr (…) (…) aus So-

malia geflüchtet und sich zurzeit in (…) aufhalte, eine (…) (…) habe Soma-

lia ebenfalls verlassen und die in Somalia verbliebene (…) (…) wolle so 

rasch als möglich aus Somalia flüchten, weshalb sie der Mutter (…) Zeit 

gegeben habe, um einen neuen Aufenthaltsort für die Beschwerdeführerin 

zu organisieren, weshalb sie Gefahr laufe, ab (…) auf sich alleine gestellt 

in Somalia leben zu müssen, ist davon auszugehen, dass sie als minder-

jähriges Mädchen in Somalia im Sinne von Art. 3 AsylG gefährdet ist. Auch 

das Erfordernis der besonderen Beziehungsnähe zur Schweiz ist als erfüllt 

zu betrachten, zumal die Mutter und die Halbgeschwister der Beschwerde-

führerin als anerkannte Flüchtlinge mit Asylstatus in der Schweiz wohnen. 

Es ist ihr nicht zuzumuten, einen anderen Staat um Schutz zu ersuchen. 

E-5223/2014 

Seite 20 

7.  

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 16. Sep-

tember 2014 gutzuheissen und die Verfügung vom 25. August 2014 aufzu-

heben. Das SEM ist anzuweisen, der Beschwerdeführerin die Einreise in 

die Schweiz zu bewilligen, ihr die erforderlichen Einreisepapiere auszustel-

len und nach ihrer Einreise das ordentliche Asylverfahren durchzuführen. 

Angesichts dieser Sachlage erübrigt es sich, zu prüfen, ob allenfalls entge-

gen den diesbezüglichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

auch die Voraussetzungen für das Familienasyl gemäss Art. 51 Abs. 1 

AsylG erfüllt sein könnten. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2015 

gutgeheissene Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos. 

8.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. In der Kos-

tennote vom 16. September 2014 wird ein Arbeitsaufwand von (…) Stun-

den zu einem Stundenansatz von (…) ausgewiesen, der unter Berücksich-

tigung von Umfang und Schwierigkeit des vorliegenden Verfahrens ange-

messen erscheint. In Berücksichtigung der zusätzlichen Eingaben auf Be-

schwerdeebene seit der Einreichung der Kostennote ist der Beschwerde-

führerin somit eine vom SEM für beide Rechtsvertretungen zu entrichtende 

Parteientschädigung im Betrag von pauschal (…) (inkl. Auslagen und 

MWSt) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-5223/2014 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 25. August 2015 wird aufgehoben. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen, ihr die erforderlichen Einreisepapiere auszustellen 

und nach ihrer Einreise das ordentliche Asylverfahren durchzuführen. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Das SEM hat der Beschwerdeführerin für das Rechtsmittelverfahren eine 

Parteientschädigung von (…) für beide Rechtsvertretungen auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Karpathakis Peter Jaggi 

 

 

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