# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06388a8b-5f25-57b1-a9e6-9c5b6247355d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 21.08.2013 SK2 2013 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2013-8_2013-08-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 21. August 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 13 8          2. September 2013

Beschluss 
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Richter Hubert und Schlenker 
Aktuar ad hoc Egli

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X.______, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Chri-
stoph Grether, Lautengartenstrasse 7, 4052 Basel, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. Januar 
2013, mitgeteilt am 21. Januar 2013, in Sachen der Y._____, Beschwerdegegne-
rin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, Poststrasse 43, 7002 Chur, 
gegen die Beschwerdeführerin,

betreffend Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ ist am _____1959 in O.3_____ geboren und in Italien aufgewach-
sen. Nach absolvierter Matura in Italien kam sie in die Schweiz. Aus der im Jahre 
1998 geschlossenen Ehe gingen zwei Kinder hervor. Y._____ ist beruflich als Im-
mobilienhändlerin tätig. 

B. X.______ war seit dem Jahre 2006 auf der Suche nach einer Wohnung im 
O.4_____ für sich und ihre Familie. In der Folge stiess sie auf das Neubauprojekt 
„A._____“ in O.5_____ und nahm mit Y._____ bzw. deren Aktiengesellschaft, der 
Y._____ AG, welche von der Bauherrin und Eigentümerin, Frau B._____, mit dem 
Verkauf der im entstehen begriffenen Wohnungen beauftragt worden war, im Ja-
nuar/Februar 2007 Kontakt auf. Es folgten im Beisein des Ehemannes von 
X.______, C._____, mehrere Gespräche, welche am 12. Februar 2007 zur Unter-
zeichnung eines Kaufversprechens („Promessa di acquisto proprieta privata“) be-
züglich der Wohnungen W 1.2 und W 2.2 zu einem Preis von CHF 7‘500'000.00, 
ursprünglich CHF 7‘687‘500.00, führten. Anlässlich der Preisdiskussion haben sich 
die Parteien darüber geeinigt, dass X.______ Y._____ bzw. deren Gesellschaft 
CHF 185‘000.00 vergütet. Bis heute ist streitig, ob es sich dabei um eine Kommis-
sion bzw. Provision für den Verkauf der beiden Eigentumswohnungen handelte 
oder um eine Vergütung für die Begleitung der Bauarbeiten, da die beiden Woh-
nungen im Rohbau gekauft wurden. Unstreitig scheint zu sein, dass zumindest ein 
Teil der besagten Summe als Entgelt für die Überwachung der künftigen Änderun-
gen an den Kaufobjekten bezahlt wurde. Diese Tätigkeit wurde von der Architektin 
D._____, einer Angestellten von Y._____, wahrgenommen. Am 27. März 2007, 
also vier Tage nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages für die beiden Woh-
nungen, wurde X.______ Rechnung über die umstrittene Vergütung in der Höhe 
von CHF 185‘000.00, ursprünglich CHF 226‘500.00, gestellt. Diese Rechnung 
wurde am 26. Juli 2007 - wie X.______ ausführt - irrtümlicherweise beglichen. In 
der Folge habe man vergeblich versucht, die geleistete Zahlung von der Be-
schwerdegegnerin herauszuverlangen. 

C. Mit Eingabe vom 15. Februar 2011 erstattete X.______, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Grether, Strafanzeige gegen Y._____ wegen Ver-
dachts des Betruges. 

D. Am 8. März 2011 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden, Zweigstelle 
Samedan, eine Strafuntersuchung gegen Y._____ wegen Verdachts des Betrugs. 

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E. Mit Verfügung vom 14. Januar 2013, mitgeteilt am 21. Januar 2013, stellte 
die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen Y._____ wegen Betrugs gemäss 
Art. 146 Abs. 1 StGB ein. Im Wesentlichen begründete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden diesen Entscheid damit, dass unter Berücksichtigung zweier mögli-
cher Konstellationen der Tatbestand des Betrugs im einen wie im anderen Fall 
nicht erfüllt wäre. Ginge man davon aus, dass die Vergütung tatsächlich eine Pro-
visionszahlung dargestellt hätte, könne das Verhalten von Y._____ dennoch nicht 
als treuwidrig, insbesondere arglistig, qualifiziert werden. Es fehle damit an einer 
Voraussetzung des Betrugs. Qualifiziere man die Zahlung als Vergütung für die 
Begleitung der ausgeführten Arbeiten, so wie dies Y._____ behaupten würde und 
zumindest teilweise auch zutreffen dürfte, fehle es ebenfalls an einem Betrugstat-
bestand. Weitere Beweismittel, welche das Untersuchungsergebnis beeinflussen 
könnten, seien nicht ersichtlich, weshalb man auch den Antrag von X.______ vom 
2. August 2012 und 6. September 2012, es seien weitere Personen als Zeugen zu 
vernehmen und fünf Ordner zum Verfahren hinzuzuziehen, abgelehnt habe. 

F. Gegen diese Einstellungsverfügung vom 14. Januar 2013 erhob X.______ 
(nachstehend Beschwerdeführerin) am 31. Januar 2013 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht von Graubünden und beantragte die Gutheissung der Beschwerde und 
die Aufhebung der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 14. Januar 2013. Die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Verfahren fort-
zusetzen und Anklage zu erheben, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
Die Beschwerdeführerin begründete die Begehren damit, dass sich Y._____ 
durchaus arglistig verhalten habe. Sie habe gewusst, dass in Italien von beiden 
Parteien Mäklerprovisionen genommen würden und genommen werden dürften 
und dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund dessen nicht bei ihrem damaligen 
Rechtsanwalt rückversichern würde. Da ihr damaliger Rechtsvertreter selbst an 
solchen Provisionen interessiert gewesen sei, sei auch nicht klar, ob sie von ihm 
eine zutreffende Auskunft oder Beratung erhalten hätte. Somit habe sich Y._____ 
der arglistigen Täuschung durch Verschweigen schuldig gemacht. Zur Frage der 
Vergütung an sich bemerkt die Beschwerdeführerin, dass es sich eben doch um 
eine Provision gehandelt habe und nicht um ein Entgelt für die Begleitung der 
ausgeführten Arbeiten. Dies habe auch die frühere Angestellte von Y._____, Frau 
D._____, bestätigt. Man habe denn auch immer von „Kommission“ gesprochen, so 
sei das Wort „commissione“ auch auf der Rechnung vom 27. März 2007 ersicht-
lich. Zudem sei es ungewöhnlich, dass eine Vergütung für die Baubegleitung pau-
schal und unmittelbar nach Unterzeichnung eines Kaufvertrages geltend gemacht 
würde. Die Beschwerdeführerin habe die Wohnungen im Rohbau gekauft. Der 

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Ausbau sei über Dritte erfolgt, weshalb für Y._____ lediglich noch wenig Arbeit 
übrig geblieben sei. Des Weiteren habe Y._____ bei anderen Käufern von Woh-
nungen der A._____ auch eine Mäklerprovision und nicht etwa ein Honorar für die 
Baubegleitung verlangt. Ein Honorar von CHF 185‘000.00 für die Begleitung der 
Bauarbeiten sei in Anbetracht der Kosten der Änderungswünsche von rund CHF 
40‘000.00 völlig ausgeschlossen. 

Die Doppeltätigkeit als Vermittlungsmäklerin sei nicht erlaubt gewesen, da sie von 
der Verkäuferin und der Beschwerdeführerin eine Provision erhalten habe. In An-
betracht der Ausführungen bestünden zumindest erhebliche Zweifel darüber, ob 
die Staatsanwaltschaft Graubünden den Grundsatz „in dubio pro duriore“ richtig 
angewandt habe. Der Antrag der Beschwerdeführerin, es seien weitere Be-
weisabnahmen bzw. die Einvernahme weiterer Zeugen notwendig, sei zudem zu 
Unrecht abgelehnt worden.

G. Mit Eingabe vom 20. Februar 2013, am 21. Februar 2013 dem Kantonsge-
richt von Graubünden überbracht, nahm die Staatsanwaltschaft innert der mit Ver-
fügung vom 4. Februar 2013 gesetzten Frist Stellung zu der Beschwerde und 
reichte die Untersuchungsakten ein. Die Staatsanwaltschaft Graubünden bean-
tragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die Akten 
und die Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung. Ergänzend 
hielt die Staatsanwaltschaft Graubünden unter anderem fest, dass bei Würdigung 
sämtlicher Umstände die Möglichkeit einer Verurteilung im Falle einer Anklage 
derart unwahrscheinlich gewesen wäre, sodass das Verfahren eingestellt werden 
musste. 

H. Y._____ (nachstehend Beschwerdegegnerin) reichte innert der mit Verfü-
gung vom 25. Februar 2013 erstreckten Frist am 25. März 2013 die Beschwerde-
antwort ein und begehrte, dass die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen sei, 
unter Kosten und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwertsteuer auf die aus-
seramtliche Entschädigung zu Lasten der Beschwerdeführerin. Zusammenfassend 
brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass eben kein Provisionsgeschäft vorliegen 
würde, sondern ein Entgelt für die Begleitung der Bauarbeiten abgemacht gewe-
sen sei. Im Weiteren wäre eine Doppelmäkelei, abgesehen von besonderen Fäl-
len, weder in zivilrechtlicher noch in strafrechtlicher Hinsicht unzulässig. Es würde 
auch an der Arglist und an einem für den Betrugstatbestand erforderlichen Lügen-
konstrukt fehlen. Es habe infolge des bereits festgelegten Mindestkaufpreises kein 

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Interessenkonflikt vorgelegen, weshalb auch ein Verhalten gegen Treu und Glau-
ben zu verneinen sei. 

I. Auf die Erwägungen der angefochtenen Einstellungsverfügung, die Be-
gründungen in der Beschwerde, der Beschwerdeantwort und der Stellungnahme 
zur Beschwerde wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die 
Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 
Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen 
dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 StPO nicht nur die Parteien, 
sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach Art. 105 StPO, soweit sie 
ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Ent-
scheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert sind. 
Geschädigte können die Einstellungsverfügung nur anfechten, wenn sie sich als 
Privatkläger im Strafpunkt nach Art. 119 StPO konstituiert haben (Art. 118 Abs. 1 
StPO; Grädel/ Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 6 zu Art. 322 StPO; 
Landshut, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, N 9 zu Art. 322 StPO), wobei der 
Strafantrag der Konstituierung gleichgestellt ist (Art. 118 Abs. 2 StPO; Mazzuc-
chelli/ Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg], Basler Kommentar zur Schwei-
zerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 6 zu Art. 118 StPO). Wer Strafan-
trag stellt, tritt somit  automatisch in die Stellung der Privatklägerschaft ein (Lieber, 
in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO], Zürich 2010, N 4 zu Art. 118 StPO). Dies gilt gemäss Art. 
301 Abs. 3 StPO nicht automatisch für die anzeigende Person bzw. kommt dieser 
durch die Anzeige alleine keine besondere Rechtsposition zu. Ist die anzeigende 
Person auch geschädigt, hat sie das Recht sich als Privatklägerschaft zu konstitu-
ieren. Andernfalls gilt sie als „andere Verfahrensbeteiligte“ im Sinne von Art. 105 
Abs. 1 lit. b StPO und hat darzulegen, dass sie unmittelbar in ihren Rechten tan-

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giert wurde (Riedo/Falkner, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 22 f. zu Art. 301 StPO; 
Schmid, Praxiskommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
Zürich/St.Gallen 2009, N 4 zu Art. 301 StPO; Mazzucchelli/ Postizzi, a.a.O., N 6 
und N 7 zu Art. 118 StPO). 

b) Die Beschwerdeführerin hat vorliegend am 15. Februar 2011 Strafanzeige 
gegen die Beschwerdegegnerin erstattet. Es kann jedoch dahingestellt bleiben, ob 
die Beschwerdeführerin im konkreten Fall bereits mit der Strafanzeige den Willen, 
die Parteirechte beanspruchen zu wollen, rechtsgenüglich kundgetan hat oder 
nicht, da sie bzw. ihr bevollmächtigter Rechtsvertreter am 10. Februar 2012 im 
Sinne von Art. 119 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StPO gegenüber der Staatsanwalt-
schaft die Erklärung abgab, sich als Strafklägerin am Verfahren beteiligen zu wol-
len (vgl. Akten Staatsanwaltschaft, Dossier 1, act. 14). Die Konstituierung als Pri-
vatklägerschaft erfolgte damit noch vor dem Abschluss des Vorverfahrens und 
damit rechtzeitig im Sinne von Art. 118 Abs. 3 i.V.m. Art. 318 Abs. 1 StPO. Die 
Beschwerdeführerin ist damit zur Beschwerde legitimiert (Art. 382 StPO) und auf 
die ansonsten frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 31. Januar 
2013 ist somit einzutreten. 

2. Die Beschwerde stellt nach Art. 393 Abs. 2 StPO ein umfassendes ordentli-
ches Rechtsmittel dar. Die Rechtsmittelinstanz verfügt über volle Kognition und mit 
der Beschwerde können sämtliche Mängel eines angefochtenen Entscheids gel-
tend gemacht werden (Stephenson/Thiriet, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 15 
zu Art. 393 StPO; Keller, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, N 38 f. zu Art. 393 
StPO; Schmid, a.a.O., N 16 zu Art. 393 StPO).

3. Es gilt im Folgenden zu prüfen, ob die Staatsanwaltschaft Graubünden auf-
grund der Aktenlage berechtigterweise Zweifel an einem gerichtlichen Schuld-
spruch haben und daher unter Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO das Ver-
fahren einstellen durfte.

4.a) Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren unter anderem 
dann einzustellen, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfer-
tigt. Erforderlich ist, dass bei erfolgter Anklageerhebung nicht mit einem verurtei-
lenden Erkenntnis des Gerichts zu rechnen ist (Schmid, a.a.O., N 5 zu Art. 319 
StPO). Die Beurteilung der Prozessaussicht ist dem Ermessen der Staatsanwalt-

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schaft anheimgestellt (BGer vom 6.4.2009, 6B_915/2008, Erw. 3.1; Landshut, 
a.a.O., N 16 zu Art. 319 mit Verw.). Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei 
der Frage, ob ein genügender Tatverdacht besteht, Zurückhaltung aufzuerlegen. 
In Zweifelsfällen sachverhalts- sowie beweismässiger und vor allem rechtlicher Art 
ist in Beachtung des Grundsatzes „in dubio pro duriore“ und eben nicht „in dubio 
pro reo“ von einer Einstellung abzusehen, da in diesen Fällen das Urteil dem Ge-
richt überlassen bleiben soll (Landshut, a.a.O., N 16 zu Art. 319 StPO; Schmid, 
a.a.O., N 5 zu Art. 319 StPO). „In dubio pro duriore“ bedeutet, dass eine Einstel-
lung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit bezie-
hungsweise offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden 
darf. Hingegen ist – sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage 
kommt – Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint 
als ein Freispruch (BGer vom 11.04.2008, 6B_588/2007, Erw. 3.2.3; BGer vom 
13.8.2009, 6B_115/2009, Erw. 2.4). Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Frei-
spruches und einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich nach dem 
genannten Grundsatz in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls 
eine Anklageerhebung auf (BGer vom 27. März 2012, 1B_687/2011, E. 4.1.2; 
BGer vom 3. Juli 2012, 1B_78/2012, E. 4.1). Erscheint dagegen die Möglichkeit 
einer Verurteilung bei Würdigung sämtlicher Umstände im Sinne dieser Recht-
sprechung als unwahrscheinlich oder jedenfalls deutlich geringer als ein Frei-
spruch, so ist das Verfahren einzustellen.

b) Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit b StPO ist ein Strafverfahren unter anderem 
dann einzustellen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist. Dies ist dann der Fall, 
wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre – nicht den 
objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. So kann eine Einstellung in Fällen 
erfolgen, in denen ein Tatbestandselement (z.B. beim Betrug die Arglist oder bei 
der Gefährdung des Lebens die Skrupellosigkeit) ganz offensichtlich nicht gege-
ben ist, wobei in solchen, in denen schwer fassbare Gesetzesbegriffe wie z.B. 
Arglist oder Fahrlässigkeit die Grenze zwischen strafbarem und straflosem Verhal-
ten ziehen, besondere Zurückhaltung geboten ist. In Befolgung des erwähnten 
Grundsatzes „in dubio pro duriore“ ist bei solchen Fällen grundsätzlich Anklage zu 
erheben, da in den wenigsten Fällen ein Freispruch mit Sicherheit oder grösster 
Wahrscheinlichkeit von vornherein feststeht (Grädel/Heiniger, a.a.O., N 9 zu Art. 
319 StPO; Landshut, a.a.O., N 19 f. zu Art. 319 StPO). 

5. Einen Betrug nach Art. 146 StGB begeht, „wer in Absicht, sich oder einen 
andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unter-

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drückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig 
bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich 
selbst oder einen andern am Vermögen schädigt […]“. Die objektiven Tatbe-
standsmerkmale des Betrugs sind die arglistige Täuschung, der Irrtum, die Ver-
mögensdisposition und der Vermögensschaden und ein entsprechender Motivati-
ons- und Kausalzusammenhang. Täuschung ist jedes Verhalten, das darauf ge-
richtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung - 
folglich einen Irrtum - hervorzurufen (Trechsel/Crameri, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 
Praxiskommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, Zürich/St.Gallen 2013, 
N 2 zu Art. 146 StGB). Die Täuschung kann konkludent oder auch ausdrücklich 
durch die Sprache oder Gesten erfolgen (Trechsel/Crameri, a.a.O., N 3 zu Art. 146 
StGB; Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Besonde-
rer Teil I, Bern 2010, N 13 ff. § 15; Arzt, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Strafrecht II, Basel 2013, N 42 ff. zu Art. 146 StGB). Durch die 
Vorspiegelung wird beim zu Täuschenden der Anschein erweckt, in Wirklichkeit 
nicht vorhandene relevante Umstände liegen vor bzw. bei der Unterdrückung, vor-
handene relevante Umstände liegen nicht vor. Bei beiden Konstellationen handelt 
es sich um eine Täuschung durch aktives Tun (Stratenwerth/Jenny/Bommer, 
a.a.O., N 16 zu § 15). Die Aufgabe der Rechtsprechung ist es festzustellen, wel-
chen Erklärungsinhalt der Verhaltensweise zukommt (Trechsel/Crameri, a.a.O., N 
3 zu Art. 146 StGB). Auch mit blossem Schweigen wird unter Umständen ein ge-
wisser Erklärungsinhalt vermittelt. Dann spricht man von qualifiziertem Schweigen 
im Gegensatz zum einfachen Schweigen, welches nur bei Vorliegen einer Auf-
klärungspflicht eine durch Unterlassung begangene Täuschung sein kann (Stra-
tenwerth/Jenny/Bommer, a.a.O., N 15 und N 21 ff. zu § 15; Trechsel/Crameri, 
a.a.O., N 4 zu Art. 146 StGB). Eine entsprechende Aufklärungspflicht kann sich 
durch Gesetz, Vertrag oder Treu und Glauben ergeben. Täuschen kann dem Ge-
setzeswortlaut entsprechend auch, wer jemanden in einem Irrtum arglistig 
bestärkt. Die Täuschung muss sich stets auf Tatsachen beziehen, so hält es be-
reits der Gesetzeswortlaut fest. Wer täuscht, handelt dann im Sinne der gesetzli-
chen Voraussetzung arglistig, wenn er ein ganzes Lügengebäude errichtet oder 
besondere Machenschaften anwendet (qualifizierte falsche Angaben) (Trech-
sel/Crameri, a.a.O., N 8 zu Art. 146 StGB; Stratenwerth/Jenny/Bommer, a.a.O., N 
17 ff. zu § 15). Bedient er sich dagegen einfacher Lügen bzw. verschweigt er et-
was, dann handelt er arglistig, wenn die Überprüfung derselben nicht oder nur mit 
besonderer Mühe vorgenommen werden kann, der Täter weitere Vorkehrungen 
trifft, um die Überprüfung zu verhindern, die Überprüfung dem Dritten nicht zuge-

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mutet werden kann oder er diese voraussehbar unterlassen wird, wobei sich letz-
teres aufgrund besonderer Umstände, wie z.B. wegen einer langjährigen Ge-
schäftsbeziehung, aufdrängen muss (Trechsel/Crameri, a.a.O., N 7 zu Art. 146 
StGB; Stratenwerth/Jenny/Bommer, a.a.O., N 18 ff. zu § 15). Strafrechtlich ist der-
jenige jedoch nicht zu schützen, der sich mit einem Mindestmass an Aufmerksam-
keit selbst hätte schützen können und den Irrtum durch ein Minimum an zumutba-
rer Vorsicht hätte vermeiden können (BGE 72 IV 128, E. 1; BGE 100 IV 274, E. 1; 
BGE 99 IV 77 f., E. 4 f.). „Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei 
jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das be-
trügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt“ (BGE 135 IV 81 
ff., E 5.2 mit Verw. auf BGE 128 IV 18 E. 3a; BGE 126 IV 165 E. 2a; BGE 122 IV 
146 E. 3a mit Hinweisen). Die die Strafbarkeit ausschliessende Opfermitverant-
wortung ist nur in Ausnahmefällen zu bejahen (BGer vom 6. November 2006, 
6S.168/2006, E. 1.2 und vom 1. Februar 2007, 6S.167/2006 E. 3.4; BGE 135 IV 
81 ff., E 5.2).

6.a) Es ist also zunächst die Frage zu beantworten, über welche Tatsachen die 
Beschwerdeführerin behauptet getäuscht worden zu sein und ob dies arglistig ge-
schah.

b) Die Beschwerdegegnerin habe von der Beschwerdeführerin, ohne für diese 
als Maklerin tätig gewesen zu sein, eine Provision verlangt und mit Ausstellung 
der Rechnung glaubhaft gemacht, dass eine Pflicht zur Zahlung bestehe (vgl. Ak-
ten Staatsanwaltschaft, Dossier 3, act. 1, S. 7). Sie habe denn auch verschwie-
gen, dass sie bereits für die Verkäuferin als Maklerin tätig sei und aufgrund dieses 
Vertragsverhältnisses bereits eine Provision erhalten würde (vgl. Beschwerde, 
S.12 und Akten Staatsanwaltschaft, Dossier 3, act. 1, S. 7). Sollte ein Vertrags-
verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ange-
nommen werden, würde eine Doppelmäkelei und damit ein Interessenkonflikt der 
Beschwerdegegnerin vorliegen. Zum Zwecke der Kassierung einer doppelten Pro-
vision hätte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin willentlich und wis-
sentlich nicht über den Interessenkonflikt aufgeklärt (Akten Staatsanwaltschaft, 
Dossier 3, act. 1, S. 8). Die Beschwerdegegnerin habe gewusst, dass in Italien 
von beiden Parteien Mäklerprovisionen genommen werden und genommen wer-
den dürfen und habe deshalb auch gewusst, dass die Beschwerdeführerin von 
dieser Rechtslage ausgehen würde und sich nicht weiter bei ihrem damaligen 
Rechtsanwalt versichern würde (vgl. Beschwerde, S. 12). 

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c) Das der Beschwerdegegnerin vorgeworfene Verhalten ist die aktive Forde-
rung einer Vergütung und damit einhergehend die Erklärung, es bestehe eine 
Schuldpflicht, sowie das Schweigen über eine bereits vorliegende Mäklerverpflich-
tung gegenüber der Verkäuferin. Inwiefern bei der Beschwerdeführerin dadurch 
ein Irrtum hervorgerufen wurde geht aus den Rechtsschriften nicht klar hervor. 
Einerseits rügt die Beschwerdeführerin, sie sei nicht Auftraggeberin gewesen und 
habe sich über die Zahlungspflicht geirrt und andererseits über die Tatsache, dass 
die Beschwerdegegnerin bereits als Maklerin für die verkaufende Partei tätig ge-
wesen sei und dort eine Provision erhalten würde. Zu Letzterem ist zunächst an-
zumerken, dass in keinster Weise nachvollzogen werden kann, inwiefern es für die 
Beschwerdeführerin nicht klar gewesen sein soll, dass die Beschwerdegegnerin 
für die Verkäuferin der Eigentumswohnung der Liegenschaft A._____ als Maklerin 
beschäftigt war. Die Beschwerdeführerin selbst erklärte, dass sie anfangs 2007 an 
der Baustelle der besagten Liegenschaft vorbei ging und der Bautafel entnehmen 
konnte, „dass die Beschwerdegegnerin 1 bzw. deren Aktiengesellschaft, die 
Y._____ AG, von der Bauherrin und Eigentümerin, Frau B._____, mit dem Verkauf 
dieser Wohnungen beauftragt worden war“ (Beschwerde, S. 4; vgl. auch Akten 
Staatsanwaltschaft, Dossier 3, act. 1, S. 1 ). Dass im Rahmen eines solchen Man-
dats auch eine Provision vereinbart wird, muss für die Beschwerdeführerin klar 
gewesen sein und kann von ihr nicht ernsthaft abgestritten werden. Dies auch in 
Anbetracht, dass entsprechende Provisionsvereinbarungen zwischen Makler und 
Verkäufer auch in Italien üblich zu sein scheinen, wie die Beschwerdeführerin 
selbst ausführt. Folglich kann diesbezüglich kein Irrtum vorgelegen haben. Die 
Unzulässigkeit einer Doppelmäkelei wäre diesfalls ausgeschlossen, da die Be-
schwerdeführerin über den möglichen Interessenkonflikt Bescheid wissen musste 
und damit ein allfälliges Doppelmandat genehmigt wurde. Auf weitere zivilrechtli-
che Ausführungen zur Zulässigkeit einer Doppelmäkelei kann deshalb verzichtet 
werden. 

Wieso die Beschwerdeführerin auf eine Provisionszahlung mit Sicherheit verzich-
tet hätte, wenn sie von der Provisionszahlung der Verkäuferin gewusst hätte, kann 
ebenfalls nicht nachvollzogen werden. Denn diese Argumentation würde konse-
quenterweise bedeuten, dass sich die Beschwerdeführerin über die eigene 
Schuldpflicht nicht geirrt hat bzw. die eigene Zahlung nicht beanstandet worden 
wäre, wäre die Beschwerdegegnerin nicht bereits gegenüber der Verkäuferschaft 
provisionsberechtigt gewesen. Geht die Beschwerdeführerin tatsächlich von der 
italienischen Rechtslage aus, bei welcher es ihren Ausführungen nach üblich ist, 
sich von beiden Seiten Provisionen versprechen und auszahlen zu lassen, wäre ja 

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nichts gegen die Zahlung der Provision zwischen der Verkäuferin und der Be-
schwerdegegnerin einzuwenden gewesen bzw. hätte dies keinen Einfluss auf die 
eigene Vertragspflicht. 

Trotz der soeben erwähnten Argumentation deutet die Beschwerdeführerin in ih-
ren Eingaben an, dass sie über das Bestehen einer Schuldpflicht im Generellen 
getäuscht worden sei und eine Nichtschuld bezahlt habe. Die Beschwerdegegne-
rin sei von der Beschwerdeführerin nie formell mit der Vermittlung einer Liegen-
schaft beauftragt worden. Würde man hiervon ausgehen, wäre bereits deshalb 
das Vorliegen eines Irrtums über die Schuldpflicht kritisch zu betrachten, da die 
Beschwerdeführerin ja selbst zugibt, keinen Vertrag abgeschlossen zu haben. 
Hätte sich die Beschwerdeführerin tatsächlich in einem Irrtum betreffend einer zu 
zahlenden Schuld befunden, welcher durch das Fordern einer Kommission, das 
Ausstellen und Mahnen der entsprechenden Rechnung - vor dem Hintergrund der 
von der Beschwerdeführerin dem Sachverhalt zugrunde gelegten italienischen 
Rechtsordnung - verursacht und glaubhaft gemacht worden wäre, müsste man 
zumindest die Arglistigkeit des Vorgehens der Beschwerdegegnerin verneinen. Es 
fehlt an qualifiziert falschen Angaben seitens der Beschwerdegegnerin. Sie bedi-
ente sich weder besonderer Machenschaften noch errichtete sie ein sog. Lügen-
gebäude. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin nicht von der 
Überprüfung der Rechtmässigkeit der in Rechnung gestellten Provision abgehal-
ten. Für die Beschwerdeführerin wäre es zumutbar gewesen - wenn nicht sogar 
angezeigt -, das tatsächliche Vorliegen der Pflicht zur Zahlung einer Kommission 
zu überprüfen, gerade weil sie keinen formellen Auftrag erteilt haben will. Es war 
für die Beschwerdegegnerin nicht erkenntlich, dass die Beschwerdeführerin die 
Rechnung nicht überprüfen werde - im Gegenteil. Sie musste damit rechnen, dass 
eine Rechnung in dieser Höhe in Anbetracht des Wissens der Beschwerdeführe-
rin, der Beschwerdegegnerin keinen entsprechenden Mäklerauftrag erteilt zu ha-
ben, überprüft werden würde. Zur Annahme von besonderen Umständen oder ei-
ner besonderen Vertrauensbeziehung, aufgrund welcher eine Überprüfung er-
kenntlich unterlassen worden wäre, besteht kein Anlass.

Das von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegte E-Mail vom 20. März 2007 mit 
Betreff „A._____ in O.5_____“, in welchem die Beschwerdegegnerin in einer Sa-
che betreffend eines Herrn „E._____ “ dem damaligen Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin anzeigt, eine „commissione“ von 3 %, wovon die Hälfte für ihn 
sei, verlangen zu wollen, ändert an den gemachten Erwägungen nichts. Dieses 
Dokument wirft zwar durchaus Fragen auf. Es ist jedoch unklar, welche Rolle dem 

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besagten Herr E._____ zukommt, ob dieser ein Kaufinteressent war, inwiefern die 
Hälfte einer an die Mäklerin zu zahlenden Provision dem damaligen Rechtsvertre-
ter der Beschwerdeführerin zugute kommen sollte und wie das Ganze im Zusam-
menhang zu dem vorliegenden Verfahren steht. Dies ist jedoch in concreto auch 
unerheblich, da daran gezweifelt werden kann, ob die Beschwerdeführerin über-
haupt einem Irrtum unterlag. Würde man dennoch davon ausgehen, dass keine 
Schuldpflicht bestand und die Beschwerdeführerin diesbezüglich irrte, kann das 
Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht als arglistig qualifiziert werden und der 
Irrtum ist der Beschwerdeführerin im Rahmen der Eigenverantwortlichkeit zuzu-
schreiben. Denn wie die Beschwerdeführerin selbst angibt, hat sie darauf vertraut, 
dass eine solche Zahlung geschuldet ist, weshalb sie sich auch nicht mit dem da-
maligen Rechtsvertreter diesbezüglich beriet. Es ist Sache des Zivilgerichts, fest-
zustellen, wie die Vereinbarung über die Zahlung von CHF 185‘000.00 rechtlich zu 
beurteilen ist bzw. welche Gegenleistung damit vergütet wurde und ob evtl. ein 
Missverhältnis vorliegt. Würde man ein Vertragsverhältnis bejahen, wäre eine 
Täuschung über eine Nichtschuld ohnehin nicht denkbar.  

Aufgrund des Gesagten drängt sich die Annahme auf, dass die Beschwerdeführe-
rin der Zahlung der in Rechnung gestellten Vergütung in der Höhe von CHF 
185‘000.00 ein anderes Motiv zugrunde legte. Anders kann nicht erklärt werden, 
weshalb sie in Annahme einer fehlenden Beauftragung dennoch eine entspre-
chende Kommission zahlte.

d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Staatsanwaltschaft 
Graubünden das Strafverfahren berechtigterweise mit der Verfügung vom 14. Ja-
nuar 2013, mitgeteilt am 21. Januar 2013, einstellte. In Erhellung der vorstehen-
den Erwägungen erscheint die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung sehr gering. 
Der Tatverdacht konnte im Sinne von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO nicht erhärtet 
werden, zudem fehlt es an einer arglistigen Täuschung. Ein allfälliger Irrtum über 
die Leistungspflicht ist der Eigenverantwortung der Beschwerdeführerin zuzu-
schreiben.

7.a) Die Beschwerdeführerin moniert weiter, dass die von ihr gestellten Beweis-
anträge vom 2. August 2012 und 6. September 2012 von der Staatsanwaltschaft 
zu Unrecht abgelehnt worden seien. 

b) Die Einvernahme von F._____, G._____, H._____, I._____, J._____ und 
der Beizug der genannten fünf Bundesordner erübrigt sich vor dem Hintergrund 
der gemachten Erwägungen. Alle diese Zeugen hätten gemäss der Beschwerde-

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führerin bestätigen können, dass die Beschwerdegegnerin bzw. deren Gesell-
schaft nicht massgeblich an den Arbeiten beteiligt war. Das gleiche ginge aus den 
diversen Akten aus den fünf Ordnern hervor. Dies würde jedoch unter Umständen 
lediglich den Schluss zulassen, dass die Vergütung für die Aufsicht der Bauarbei-
ten in Anbetracht der tatsächlichen Verrichtungen zu hoch gewesen wäre. Zu den 
Fragen, inwiefern eine Provision/Kommission verlangt und über die Pflicht zur 
Zahlung derselben getäuscht wurde, können die Zeugen sowie die Dokumente in 
den fünf Ordnern keine weiteren Aufschlüsse liefern. Das Gleiche hat für die Ehe-
gatten K._____ und L._____ als Zeugen bzw. für die von denselben mit der Be-
schwerdeführerin abgeschlossenen Vereinbarung als Beweismittel zu gelten.

8. Vorliegend konnte keine Rechtsverletzung, keine unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des Sachverhalts und keine Unangemessenheit des Ent-
scheides der Staatsanwaltschaft Graubünden ausgemacht werden, weshalb das 
Strafverfahren nach Massgabe von Art. 319 Abs. 1 lit. a und lit. b StPO zu Recht 
eingestellt worden ist. Die Staatsanwaltschaft Graubünden durfte mit grosser 
Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass ein Gericht die Erfüllung des Tatbe-
standes des Betrugs durch die Beschwerdegegnerin verneinen würde. 

9.a) Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen und die Be-
schwerde wurde im Sinne der Erwägungen vollumfänglich abgewiesen. Demnach 
gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin. 
Für Entscheide im Beschwerdeverfahren wird eine Gerichtsgebühr von            
CHF 1'000.00 bis Fr. 5‘000.00 erhoben (vgl. Art. 8 der Verordnung über die Ge-
richtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens werden auf Fr. 1‘500.-- festgelegt und mit dem von der 
Beschwerdeführerin geleisteten Vorschuss verrechnet. 

b) Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich die Ansprüche auf Entschädi-
gung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 - 434 StPO. 
Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die anwaltlich vertretene Beschwerde-
gegnerin deshalb unter analoger Anwendung von Art. 432 Abs. 1 in Verbindung 
mit Art. 436 Abs. 1 StPO ausseramtlich zu entschädigen (vgl. Entscheide des Kan-
tonsgerichts von Graubünden, SK2 11 15 und SK2 11 23). Unter Berücksichtigung 
des zeitlichen Aufwands sowie der Schwierigkeit der Sache erscheint eine Ent-
schädigung in der Höhe von CHF 1‘500.00 einschliesslich Mehrwertsteuer als an-

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gemessen. Die Beschwerdeführerin ist daher zu verpflichten, die Beschwerdegeg-
nerin mit CHF 1‘500.00 einschliesslich Mehrwertsteuer ausseramtlich zu entschä-
digen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1‘500.00 gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet. 

3. Die Beschwerdeführerin hat die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin 
ausseramtlich mit CHF 1‘500.00 einschliesslich Mehrwertsteuer zu ent-
schädigen. 

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschrie-
benen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimati-
on, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gel-
ten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: