# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89851beb-dd73-5882-9da9-34505a78f52d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.11.2017 200 2017 382
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-382_2017-11-14.pdf

## Full Text

200 17 382 IV und
200 17 405 IV (2)
SCI/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. November 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 8. März 2017 und vom 29. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene und 1981 in die Schweiz eingereiste A.________ (Ver-
sicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich Ende Februar 2000 unter 
Hinweis auf Contergan-Folgen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin; act. II] 1). Die IVB nahm in der Folge Abklärungen in medizin-
scher und erwerblicher Hinsicht vor, liess den Versicherten orthopädisch 
begutachten (act. II 5) und sprach ihm mit Verfügung vom 2. Oktober 2001 
bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 50 % eine halbe Invalidenrente 
(IV-Rente) ab September 2000 zu (act. II 19). Im Rahmen einer Revision 
von Amtes wegen im Jahr 2004 (act. II 20) wurde eine praktische Berufs-
abklärung zur Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit (Abklärung der berufli-
chen Abklärungsstelle C.________) durchgeführt (act. II 36, 51) und ein 
Abklärungsbericht Haushalt erstellt (act. II 39). Gestützt darauf wurde am 
19. März 2007 bei einem IV-Grad von weiterhin 50 % die bisher ausgerich-
tete IV-Rente bestätigt (act. II 68). 

Anlässlich der im Jahr 2010 auf Gesuch des Versicherten eingeleiteten 
Revision (act. II 83) wurde der Versicherte zunächst im Juli 2011 psychia-
trisch begutachtet (Gutachten vom 15. Juli 2011 [act. II 89]). Mit Verfügung 
vom 29. November 2011 (act. II 97) erfolgte der Abschluss der beruflichen 
Eingliederung. Nach Eingang eines anonymen Hinweises (act. IIA 159) 
wurde eine Beweissicherung vor Ort (BvO) durchgeführt (Bericht vom 
12. Mai 2016 [act. IIA 160]). Im Jahr 2016 wurde der Versicherte bidiszi-
plinär (orthopädisch/psychiatrisch) begutachtet (Gutachten der D.________ 
(MEDAS) vom 18. April 2016 [Antwortbeilage der IVB, act. IIA 154.1]), ohne 
dass die Gutachter jedoch Kenntnis von der noch laufenden BvO gehabt 
hatten. Nach Abschluss letzterer wurden die Ergebnisse den Gutachtern 
mit der Bitte um Stellungnahme zur Kenntnis gebracht. Sie nahmen am 
7. Juni 2016 Stellung (act. IIA 167). Nach einem Verlaufsgespräch mit dem 
Versicherten (act. IIA 172) sistierte die IVB mit Verfügung vom 17. August 
2016 die laufende Rente per sofort (act. IIA 170). Mit Vorbescheid vom 
23. August 2016 (act. IIA 176) stellte sie die Aufhebung der Rente rückwir-

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kend per 30. Juni 2015 sowie die Rückforderung der für die Zeit ab 1. Juli 
2015 zu Unrecht bezogenen Leistungen in Aussicht. Damit zeigte sich der 
Versicherte – vertreten durch Fürsprecher B.________ – mit Einwand vom 
22. September 2016 (act. IIA 182) nicht einverstanden und reichte am 
27. Oktober 2016 (act. IIA 187), am 10. Januar 2017 (act. IIA 190) und am 
30. Januar 2017 (act. IIA 194) weitere medizinische Berichte zu den Akten. 
Am 8. März 2017 verfügte die IVB – nach Einholen zweier Stellungnahmen 
des RAD (act. IIA 198 und act. IIA 199) – dem Vorbescheid entsprechend 
und hob die bisher ausgerichtete IV-Rente bei einem IV-Grad von 22 % 
rückwirkend per 30. Juni 2015 auf (act. IIA 200). Mit weiterer Verfügung 
vom 29. März 2017 forderte sie die für die Zeit vom 1. Juli 2015 bis zum 
31. August 2016 zu viel erbrachten Rentenleistungen im Betrag von 
Fr. 19‘082.– zurück (act. IIA 201).

B.

Mit Eingabe vom 19. April 2017 liess der Versicherte – weiterhin vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________ – beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. März 2017 (act. IIA 200) 
erheben und deren Aufhebung sowie die Weiterausrichtung einer halben 
IV-Rente beantragen. Gleichentags liess er zudem ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege stellen.

Auch gegen die Rückerstattungsverfügung vom 29. März 2017 
(act. IIA 201) liess der Beschwerdeführer am 27. April 2017 Beschwerde 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern erheben und deren Aufhebung 
beantragen. Zudem sei das Verfahren bis zum Entscheid hinsichtlich der 
Rentenaufhebung zu sistieren. Auch in diesem Verfahren liess der Versi-
cherte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellen.

Am 19. Juni 2017 liess der Beschwerdeführer einen aktuellen Arztbericht 
zu den Akten reichen.

Mit Beschwerdeantworten vom 23. Juni 2017 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der beiden Beschwerden und die Vereinigung der 
beiden Verfahren.

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Mit Eingaben vom 23. August 2017 und 31. August 2017 nahmen die Par-
teien Stellung zur Bedeutung des zur Publikation vorgesehenen Urteils des 
Bundesgerichts (BGer) vom 14. Juli 2017, 9C_806/2016, für das vorliegen-
de Verfahren.

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. September 2017 vereinigte der 
Instruktionsrichter die Verfahren IV/2017/382 (Rentenanspruch) und 
IV/2017/405 (Rückerstattung). Er gab den Parteien zudem die Gelegenheit, 
sich zur Rentenaufhebung mit der substituierten Begründung der zweifello-
sen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung zu äussern. Die ent-
sprechenden Stellungnahmen reichten die Beschwerdegegnerin am 
13. Oktober 2017 und der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 
24. Oktober 2017 ein. Sie wurden den Parteien am 26. Oktober 2017 je 
wechselseitig zur Kenntnis gebracht.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 

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Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
den einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 8. März 2017 
(Rentenaufhebung [act. IIA 200]) und vom 29. März 2017 (Rückforderung 
[act. IIA 201]). Streitig und zu prüfen ist sowohl die Rechtmässigkeit der 
rückwirkenden Rentenaufhebung wie auch der Rückforderung der vom 
Beschwerdeführer seit dem 1. Juli 2015 bis zum 31. August 2016 bezoge-
nen Rentenleistungen in der Höhe von Fr. 19'082.–.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 6

nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-
tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die IV-Rente ist deshalb nicht nur bei 
einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch 
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Aus-
wirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 
S. 349). 

2.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 

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Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.6

2.6.1 Fehlen die in Art. 17 Abs. 1 ATSG genannten Voraussetzungen, so 
kann die Rentenverfügung allenfalls nach den für die Wiedererwägung 
rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert 
werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige 
Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung 
gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig 
erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 
ATSG). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung 
gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ur-
sprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von 
erheblicher Bedeutung ist (BGE 140 V 85 E. 4.2 S. 87, 125 V 368 E. 2 S. 
369).

2.6.2 Nach der Rechtsprechung kann die Wiedererwägung rechtskräftiger 
Verfügungen nur in Betracht kommen, wenn es sich um die Korrektur gro-
ber Fehler der Verwaltung handelt (ZAK 1988 S. 555 E. 2b). Zweifellos ist 
die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die 
Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die 
Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig 
ist eine Verfügung, wenn die notwendigen (fachärztlichen) Abklärungen 
überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wur-
den, oder wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln bzw. ohne 
oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zuge-
sprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414). Zurückhaltung bei der 
Annahme zweifelloser Unrichtigkeit ist stets dann geboten, wenn der Wie-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 8

dererwägungsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren 
Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen und 
damit auf Elementen beruht, die notwendigerweise Ermessenszüge auf-
weisen. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Sach- und Rechtslage 
einschliesslich der Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der (invaliditäts-
mässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein 
(BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 415; SVR 2014 IV Nr. 10 S. 40 E. 4.1; Entscheid 
des BGer vom 28. Juli 2011, 8C_962/2010, E. 3.1).

Um wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkommen zu 
können, genügt es nicht, wenn ein einzelnes Anspruchselement rechtswid-
rig festgelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache auch im 
Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu erweisen. So muss etwa, damit eine 
zugesprochene Rente wegen einer unkorrekten Invaliditätsbemessung 
wiedererwägungsweise aufgehoben werden kann, – nach damaliger Sach- 
und Rechtslage – erstellt sein, dass eine korrekte Invaliditätsbemessung 
hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt 
hätte (BGE 140 V 77 E. 3.1 S. 79).

2.6.3 Auch mehr als zehn Jahre nach Erlass einer zweifellos unrichtigen 
Verfügung ist die Verwaltung befugt, auf diese wiedererwägungsweise 
zurückzukommen (BGE 140 V 514).

3.

Zu prüfen ist zunächst, ob im Vergleichszeitraum zwischen der rentenzu-
sprechenden Verfügung vom 2. Oktober 2001 (act. II 19) und der hier an-
gefochtenen rentenaufhebenden Verfügung vom 8. März 2017 
(act. IIA 200) in den tatsächlichen Verhältnissen eine Änderung eingetreten 
ist, die geeignet ist, den IV-Grad in anspruchsbegründender Weise zu be-
einflussen (vgl. E. 2.5 hiervor). In den diversen Rentenverfügungen der 
Jahre 2012 bis 2015 (vgl. z.B. act. II 99, 108, 115, 135, 137) wurden allein 
administrative Anpassungen vorgenommen (Hinzukommen bzw. Wegfall 
von Kinderrenten sowie Kürzungen wegen Überversicherung). Auch in der 
Verfügung vom 19. März 2007 (act. II 68) wurde der medizinische Sach-
verhalt nicht umfassend überprüft, sondern einzig festgestellt, dass auf-

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grund der durchgeführten Berufsabklärung (berufliche Abklärungsstelle 
C.________, act. II 51) von einem unverändert gebliebenen Gesundheits-
zustand auszugehen sei und die neu beantragten beruflichen Eingliede-
rungsmassnahmen zu keiner wesentlichen Verbesserung des Invalidenein-
kommens geführt hätten. Eine eigentliche umfassende materielle Prüfung 
des Rentenanspruchs erfolgte in all den Jahren jeweils nicht, weshalb die-
se Verfügungen insoweit unbeachtlich sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

3.1 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist den Akten 
Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im orthopädischen Gutachten vom 31. Mai 2000 (act. II 5) dia-
gnostizierten die Fachärzte des Spitals E.________ eine Dysplasie der 
beiden Vorderarme und Ellenbogen im Rahmen eines Contergan-
Schadens mit dysplastischen Ellbogengelenk links mehr als rechts, 
Schmerzen im Bereich Ellbogen/Vorderarm an der rechten dominanten 
Seite und Dysplasie beider Hände mit daumenloser 3-Fingerhand links und 
kleinfingerloser Hand rechts (S. 3). Als ... Angestellter mit Zusatzfunktion ... 
bestehe eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit. Einschränkungen in der jetzigen 
Arbeit beständen vor allem beim Ein- und Ausräumen und Umlagern von 
Lasten. Tätigkeiten, die einen kräftigen Einsatz der Extremitäten erforder-
ten, unterlägen einer starken Einschränkung (S. 4). Administrative Arbeit 
oder Tätigkeiten am PC seien zumutbar. Der Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers habe sich seit der Einreise in die Schweiz (im Jahr 1981) 
objektiv nicht verändert, subjektiv seit ca. einem Jahr (S.5).

3.1.2 Im Bericht vom 8. September 2006 zur Abklärung der beruflichen 
Abklärungsstelle C.________ (act. II 51) wurde auf der Basis der bisheri-
gen medizinischen Abklärungen und unter Beizug von Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, ausgehend von der 
Diagnose einer Dysplasie beider oberen Extremitäten als Contergan-
Schaden sowie einem Status bei jeweils einer vorderen Kreuzbandplastik 
an beiden Beinen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer an die Behinde-
rung angepassten Tätigkeit attestiert (S. 6 f.). Der Beschwerdeführer könne 
in einer behinderungs-angepassten Tätigkeit ganztags arbeiten, wobei er 
wegen der chronischen Schmerzen, der Bewegungseinschränkung in bei-
den Ellbogen und den vielen notwendigen Entlastungspausen nur zu 50 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 10

leistungsfähig sei. Allenfalls sei auch ein halbtägiger Einsatz mit normaler 
Tempoanforderung denkbar. Der Beschwerdeführer habe zur Zeit der Ab-
klärung kein spürbares Interesse an der Wiederaufnahme einer ausser-
häuslichen Tätigkeit gezeigt (S. 8).

3.1.3 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. G.________, Facharzt für 
Psychiatrie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 16. Dezember 2010 
(act. II 85) eine chronifizierte, mittel- bis schwergradige depressive Störung 
bei psychosozialer-familiärer Belastungssituation sowie einen Status nach 
Contergan-Schaden und hielt einen stationären Gesundheitszustand fest. 
Im jetzigen Zustand sei der Beschwerdeführer zu keiner Arbeitsleistung 
fähig (S. 2).

3.1.4 Im psychiatrischen Gutachten vom 15. Juli 2011 (act. II 89) dia-
gnostizierte Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, eine leicht bis mittelgradige depressive Episode mit somatischen 
Symptomen (ICD-10: F32.01 bzw. 32.11) bei akzentuierten narzisstischen 
Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) mit Tendenz auch zu schneller 
Kränkbarkeit, zu rigiden und fixierten Verhaltensweisen, Familienzerrüttung 
durch Trennung oder Scheidung (ICD-10: Z63.5), Abwesenheit eines Fami-
lienangehörigen (ICD-10: Z63.4), Alleinleben (ICD-10: Z60.2) und Proble-
me in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56.x 
[S. 22]). Es bestehe seit dem Jahre 2000 eine 50 %ige Rest-
Arbeitsfähigkeit bei einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % und einer Leistungs-
einbusse von rund 30 % (S. 12).

3.1.5 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 18. April 2016 
(act. IIA 154.1) diagnostizierten Dr. med. I.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, und Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit chronische Kniebeschwerden links wie rechts (ICD-
10: M79.66/M17.2/Z98.8), chronische Beschwerden an den oberen Extre-
mitäten bei Dysplasie der Ellbogen und Hände im Rahmen einer Thalido-
mid-Embryopathie (ICD-10: Q86.80) sowie chronische Schulterbeschwer-
den rechts (ICD-10: M79.61 [S. 23]). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
seien eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0), eine Schmerzverar-
beitungsstörung (ICD-10: F54), ein chronisches lumbovertebrales 

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Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5) 
sowie chronische Fussbeschwerden beidseits (ICD-10: M79.67/M10.07).

Aus somatischer Sicht ständen beim Beschwerdeführer die verschiedenen 
Probleme und Befunde am Bewegungsapparat im Vordergrund. Gravierend 
seien die nachvollziehbaren, chronischen Beschwerden an den oberen 
Extremitäten bei Dysplasie der Ellbogen und Hände im Rahmen der Thali-
domid-Embryopathie (S. 24). In diesem Zusammenhang seien auch die 
chronischen Schulterbeschwerden zu verstehen und die chronischen Knie-
beschwerden seien nachzuvollziehen bei Status nach Eingriffen mit Kreuz-
bandersatzplastiken und erheblichen degenerativen Veränderungen. Das 
Zumutbarkeitsprofil reduziere sich auf nur sehr leichte Tätigkeiten mit Limit 
für Heben und Tragen von Lasten über 5 kg der rechten Hand, ohne Tätig-
keiten oberhalb Schulterniveaus, mit Einsatz der linken Seite lediglich als 
Hilfshand, ohne kniende und kauernde Positionen und teilweise sitzend 
durchzuführen. Für diese Tätigkeiten (zutreffend auf den kaufmännischen 
Bereich) könne aufgrund der gravierenden Befunde mit den nachvollzieh-
baren Schmerzen ein deutlich erhöhter Pausenbedarf nachvollzogen wer-
den, so dass orthopädisch von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen 
sei.

Aus psychiatrischer Sicht könne zum aktuellen Zeitpunkt keine wesentliche 
aktive Diagnose festgestellt werden; es sei eine leichte depressive Episode 
festzustellen, welche nicht das Ausmass erreiche, das die Arbeitsfähigkeit 
tangiere (S. 24). Die Schmerzverarbeitungsstörung sei gemäss geprüften 
Indikatoren ebenfalls ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatri-
scher Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
von 100 % (S. 15). Intermittierend sei die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch von 
Juli bis Dezember 2011 zu 50 % eingeschränkt gewesen (S. 24).

Zusammenfassend attestierten die Gutachter aus bidisziplinärer Sicht eine 
50 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer körperlich leichten, adap-
tierten Tätigkeit (z.B. auch im kaufmännischen Bereich [S. 24]). Das Pen-
sum könne über vier bis sechs Stunden pro Tag umgesetzt werden

3.1.6 Nach Einsicht in die Unterlagen der BvO (act. IIA 160) hielten die 
Fachärzte der MEDAS in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2016 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 12

(act. IIA 167) fest, die dokumentierten umfangreichen Tätigkeiten insbe-
sondere im Sinne des Be- und Entladens des Lieferwagens ständen eben-
so wie die Autofahrten in erheblichem Widerspruch zu den während der 
psychiatrischen und der orthopädischen Begutachtung getroffenen Anga-
ben bezüglich Alltagsgestaltung und Behinderung. Angesichts der umfang-
reich dokumentierten Tätigkeiten, welche klar zumindest körperlich leichten 
Verrichtungen entsprächen, sei die frühere Einschätzung zu relativieren 
und zu korrigieren. Für körperlich sehr leichte Verrichtungen, einschliess-
lich jener im kaufmännischen Bereich, könne von einer zeitlich vollschichti-
gen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, mit einer Leistungsreduktion 
von maximal 10 % (S. 2).

3.1.7 Im Notfallbericht vom 29. August 2016 (act. IIA 182 S. 23 f.) hielten 
die Fachärzte des Notfallzentrums am Spital K.________ den Verdacht auf 
eine Läsion des medialen Meniskus am linken Knie fest, nachdem der Ver-
sicherte nach einem Sprung beim Jagen einer Fliege mit einem Tuch ein-
geknickt sei.

3.1.8 Dr. med. L.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in seinem Bericht vom 
6. September 2016 (act. IIA 182 S. 27) die Diagnose eines eingeschlagen-
en Korbhenkelrisses des medialen Meniskus, Knie links, fest. Es bestehe 
eine klare Indikation für eine Kniearthroskopie. Diese Kniearthroskopie mit 
medialer Teilmeniskektomie und partiellem VKB-Shaving führte Dr. med. 
L.________ am 15. September 2016 durch (act. IIA 187 S. 3).

Im Bericht vom 12. Dezember 2016 (act. IIA 190 S. 8 f.) diagnostizierte 
Dr. med. L.________ eine Pes anserinus-Reizung des Knies links sowie 
einen Status nach Kniearthroskopie rechts im Jahr 2014. Das heutige klini-
sche Bild spreche klar für ein extraartikuläres Problem im Sinne einer Pes 
anserinus-Reizung, die häufig als Folge einer Fehlbelastung auftrete. 

3.1.9 Im Austrittsbericht vom 13. Dezember 2016 (act. IIA 190 S. 5 ff.) 
diagnostizierten die Fachärzte der psychiatrischen Dienste M.________ 
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 32.1). Sie hielten fest, 
dass beim Beschwerdeführer eine zunehmend depressive Symptomatik 
nach Herabstufung der IV-Bezüge vorliege. Nach Installation einer antide-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 13

pressiven Medikation habe der Beschwerdeführer keine unerwarteten Ne-
benwirkungen gezeigt und bei einer leicht gebesserten Symptomatik nach 
zehn Tagen den Austritt aus der stationären Behandlung gewünscht (S. 6).

3.1.10 Der RAD-Arzt Dr. med. N.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, hielt in seinem Bericht vom 23. Februar 2017 (act. IIA 198) 
fest, dass der Beurteilung der MEDAS-Gutachter vom 7. Juni 2016 
(act. IIA 167) uneingeschränkt zuzustimmen sei (S. 4). Die MEDAS-
Fachärzte hätten aufgrund der aktuellen BvO-Ergebnisse sachlich und me-
dizinisch korrekt die mögliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 
korrigiert. Die jetzt dokumentierte psychische „Verschlechterung“ aufgrund 
der Herabstufung der IV-Bezüge müsse als Reaktion bezeichnet und als 
vorübergehend und behandelbar beurteilt werden.

Die RAD-Orthopädin Dr. med. O.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in ihrem 
Bericht vom 23. Februar 2017 (act. IIA 199) aus, dass nach Würdigung des 
kompletten Dossiers und der nachgereichten Befunde im Speziellen aus 
somatischer Sicht von einer vollen Erwerbsfähigkeit in der angestammten 
sowie jeder angepassten Tätigkeit ausgegangen werden könne.

3.2. Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 14

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 In rechtlicher Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob die im Rahmen der 
BvO erlangten Beweismittel (schriftlicher Bericht der Beobachtungen 
[act. IIA 160] sowie Videoaufzeichnungen in Form von drei DVDs) im vor-
liegenden Verfahren Berücksichtigung finden dürfen.

3.3.1 Nach der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Entscheid 
des BGer vom 14. Juli 2017, 9C_806/2016 [zur Publikation vorgesehen; 
bereits publiziert in SVR 2017 IV Nr. 81]) fehlt es in der Invalidenversiche-
rung – gleichermassen wie im Unfallversicherungsrecht (vgl. dazu Urteil 
des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 18. Oktober 
2016 [61838/10] gegen die Schweiz) – an einer genügenden gesetzlichen 
Grundlage, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detail-
liert regelt. Eine unter geltendem Recht durchgeführte Observation verletzt 
damit Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 
0.101) resp. Art. 13 der Bundesverfassung (BV; SR 101), weshalb das 
Bundesgericht seine Rechtsprechung mit erwähntem Entscheid geändert 
hat. An der Rechtsprechung gemäss BGE 137 I 327 wird nicht weiter fest-
gehalten. Hingegen hält das Bundesgericht fest, dass die Frage, ob die 
Ergebnisse von Observationen, die bereits vor der Rechtsprechungsände-
rung abgeschlossen wurden, in einem konkreten Verfahren beweismässig 
verwertbar sind, sich allein nach schweizerischem Recht beantwortet (vgl. 
Entscheid des BGer vom 14. Juli 2017, 9C_806/2016, E. 5). Dazu ist eine 
Abwägung der privaten Interessen des Betroffenen und dem öffentlichen 
Interesse durchzuführen. Wurde der IV-Bezüger nur im öffentlichen Raum 
überwacht resp. nicht beeinflusst und war er keiner systematischen oder 
ständigen Überwachung ausgesetzt und wurde die Observation aufgrund 
ausgewiesener Zweifel eingeleitet, überwiegt das erhebliche öffentliche 
Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs, womit der 
Observationsbericht inkl. Foto- und Videoaufnahmen in die Beweiswürdi-
gung miteinbezogen werden darf (E. 5.1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 15

3.3.2 Beim Beschwerdeführer als von Geburt an Medikamentengeschä-
digter ist ein somatischer Gesundheitsschaden objektiviert und auch unbe-
stritten. Offensichtlich und gleichfalls unbestritten ist, dass dieser Gesund-
heitsschaden zu Beeinträchtigungen im Alltag wie auch in einer Erwerbs-
tätigkeit führt. Auch wenn der Beschwerdeführer mit der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung in die Schweiz eingereist ist und die Schweiz für die 
Schädigung selbst nicht verantwortlich ist, so untersteht er inzwischen der 
schweizerischen sozialversicherungsrechtlichen Rechtsordnung und hat 
dementsprechend bei erfüllten weiteren Voraussetzungen als Versicherter 
Anspruch auf Leistungen. Solche wurden ihm zugesprochen. Mit Blick auf 
die allgemeine, für jede Person rechtsgleich geltende Schadenminde-
rungspflicht sind ihm damit aber – wie jeder anderen versicherten Person – 
Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage 
ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte (BGE 
140 V 267 E. 5.2.1 S. 271). Auch der Beschwerdeführer hat deshalb nur 
dann Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung, wenn der Ge-
sundheitsschaden Grundlage für eine hierfür hinreichende Erwerbsunfähig-
keit ist (vgl. E. 2.1 vorstehend).

Die objektive Gebotenheit der Observation ist im Hinblick auf eine anonyme 
Meldung, wonach der Beschwerdeführer einen ...handel betreibe und zu-
dem „sehr regelmässig“ in einem ... arbeite (act. IIA 159), erstellt. Daran 
ändert auch die Tatsache nichts, dass ein Gesundheitsschaden ausgewie-
sen ist. Dem Beschwerdeführer waren daraus folgend schwerste Beein-
trächtigungen attestiert worden, die gemäss den Akten früher selbst das 
Autofahren verunmöglichten (vgl. z.B. act. II 5 S. 2). Diese schweren Beein-
trächtigungen waren in der Folge kontinuierlich bestätigt worden. Die vor-
getragenen Tätigkeiten im ...handel bzw. ... standen damit in eklatantem 
Widerspruch. Der unbestrittene Gesundheitsschaden stellte damit kein pri-
vates Interesse dar, welches das öffentliche Interesse an einer (zumindest 
kurzen) ersten verdeckten Überprüfung der anonymen Meldung von vorn-
herein überwogen hätte. Nachdem sich bereits anlässlich der ersten Tage 
der Überwachung dann erhebliche, mit den geklagten Beschwerden und 
dem bisherigen medizinischen Zumutbarkeitsprofil nicht in Übereinstim-
mung zu bringende Verhaltensweisen des Beschwerdeführers bestätigten, 
kann schliesslich auch nicht gesagt werden, das private Interesse des ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 16

sundheitlich beeinträchtigen Beschwerdeführers habe im Verlauf das öf-
fentliche Interesse an einer (weiteren) Abklärung in den Hintergrund ge-
drängt. 

Die in Frage stehenden, im Rahmen der BvO erstellten Videoaufnahmen 
sowie der darauf basierende schriftliche Bericht vom 12. Mai 2016 
(act. IIA 160) über den Beschwerdeführer betreffen schliesslich einzig Tat-
sachen, die sich an öffentlich ohne weiteres einsehbaren bzw. der breiten 
Öffentlichkeit zugänglichen Orten verwirklicht haben. Es handelt sich daher 
um Observationen im öffentlichen Raum im Sinne der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung. Von einer systematischen oder ständigen Überwachung 
kann bei den Ermittlungsergebnissen an 17 einzelnen (Halb)Tagen im Zeit-
raum von Juli bis Oktober 2015 sowie an je einem Tag im März und August 
2016 ebenfalls nicht gesprochen werden. Das öffentliche Interesse an der 
Verwertung überwiegt das private Interesse am Schutz der Privatsphäre für 
die Gesamtheit der Observation. Die Ergebnisse der vor der Rechtspre-
chungsänderung stattgehabten BvO sind damit grundsätzlich verwertbar. 
Welche konkrete Bedeutung ihnen innerhalb der Leistungsbeurteilung zu-
kommt, ist nachfolgend zu prüfen.

3.4

3.4.1 Die rentenzusprechende Verfügung 2. Oktober 2001 (act. II 19) 
erfolgte auf der Basis des monodisziplinären orthopädischen Gutachtens 
des Spitals E.________ vom 31. Mai 2000 (act. II 5). Die Einschätzung der 
Fachärzte beruhte dabei massgeblich auf den subjektiv vom Beschwerde-
führer vorgetragenen Schilderungen der Einschränkungen, denn degenera-
tive Veränderungen im Bereich der dysplastischen Ellbogengelenke konn-
ten im Zeitpunkt der Begutachtung explizit nicht festgestellt werden (S. 4 
„Zur Prognose“). Auch sonst konnten die Fachärzte – abgesehen von den 
vom Beschwerdeführer beklagten Schmerzen – keine neuen Befunde er-
heben und hielten allein fest, dass es aufgrund der Bewegungseinschrän-
kung mit Subluxation bei forcierter Extension im Bereich des rechten Ellbo-
gens in Zukunft möglicherweise zu Abnützungserscheinungen im Gelenk 
kommen könne. Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand seit der Ein-
reise des Beschwerdeführers in die Schweiz im Jahr 1981 verändert habe, 
wurde mit „objektiv nein, subjektiv seit ca. einem Jahr“ beantwortet (S. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 17

Psychische und geistige Einschränkungen wurden zudem explizit verneint 
(S. 4). 

Im Lichte dieser Feststellungen erweist sich damit die Rentenzusprache 
vom 2. Oktober 2001 (act. II 19) als zweifellos unrichtig: Dem Beschwerde-
führer war es – trotz der bestehenden körperlichen Einschränkungen auf-
grund des Contergan-Geburtsleidens – nach seiner Einreise in die Schweiz 
noch als Erwachsener möglich gewesen, eine Ausbildung im kaufmänni-
schen Bereich abzuschliessen (vgl. act. II 1 S. 4). Danach war er jahrelang 
erwerbstätig und konnte gemäss Aktenlage im Jahr 1991 trotz der gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen ein Jahreseinkommen von Fr. 50‘050.– erzie-
len (vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto [IK-Auszug] vom 16. März 
2000 [act. II 4). Dies hat der Beschwerdeführer in seiner letzten Stellung-
nahme vom 24. Oktober 2017 ausdrücklich bestätigt. Vor seiner IV-
Anmeldung war er neben den kaufmännischen Tätigkeiten zusätzlich als ... 
(Ein- und Ausräumarbeiten aus … und Heben von mittleren Lasten) einge-
setzt (vgl. act. II 5 S. 2 und S. 3). Eine solche körperlich anspruchsvolle 
Tätigkeit war damals wie heute wenig geeignet. Selbst wenn anlässlich 
dieser (nicht angepassten) Tätigkeit Schmerzen aufgetreten sein sollten, 
belegt dies keine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Eine 
objektivierbare Verschlechterung der gesundheitlichen Situation, welche 
eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zur Folge gehabt 
hätte, war damit im Jahr 2001 (act. II 19) nicht gegeben. Ein invalidisieren-
der Gesundheitsschaden lag deshalb bei der damaligen Rentenzusprache 
nicht vor. Der Beschwerdeführer hätte in einer Tätigkeit im Bereich seiner 
kaufmännischen Ausbildung weiterhin ein rentenausschliessendes Ein-
kommen erzielen können. 

Neben der zweifellosen Unrichtigkeit der ergangenen Verfügung vom 
3. Oktober 2001 (act. II 19) ist schliesslich auch die Erheblichkeit der Be-
richtigung gegeben, denn diese ist bei periodischen Leistungen in jedem 
Fall zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c S. 480).

3.4.2 Zu klären bleibt, ob Entwicklungen im Laufe der Zeit die Renten-
zusprache nachträglich rechtfertigten. Im Vorfeld der Verfügung vom 
19. März 2007 (act. II 68) wurden im Rahmen von Eingliederungsmass-
nahmen verschiedene Abklärungen durchgeführt, wobei der Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 18

führer auch medizinisch beurteilt wurde. Die Beschwerdegegnerin stützte 
sich hiernach auf den Abklärungsbericht der beruflichen Abklärungsstelle 
C.________ vom 8. September 2006 (act. II 51) und ging weiterhin von 
einer 50 %igen Zumutbarkeit einer Tätigkeit im kaufmännischen Bereich 
aus. Eine orthopädisch-fachärztliche Expertise wurde dabei jedoch nicht 
durchgeführt und es hat weder eine umfassende Neubeurteilung noch eine 
objektive Gesamtschau des Gesundheitszustandes des Beschwerdefüh-
rers stattgefunden. Vielmehr hat die an der Abklärung der beruflichen Ab-
klärungsstelle C.________ beteiligte Ärztin Dr. med. F.________ ihre Beur-
teilung (vgl. act. II 51) auf das ursprüngliche orthopädische Gutachten vom 
31. Mai 2000 des Spitals E.________ (act. II 5) abgestellt und ihre Ein-
schätzung wiederum auf der Basis der (subjektiv) geschilderten, jedoch 
orthopädisch nach wie vor nicht objektivierten Schmerzangaben abgege-
ben. Hingegen wurde ausdrücklich auf die fehlende Motivation des Be-
schwerdeführers hingewiesen. Eine Verschlechterung der gesundheitlichen 
Situation bzw. auch das (vorübergehende) Vorliegen einer anspruchsrele-
vanten Gesundheitsschädigung war und ist damit für diesen Zeitpunkt nicht 
erstellt.

3.5 Auch die aktuell zugezogenen Experten haben in ihrem Gutachten 
vom 8. April 2016 (act. IIA 154.1) dargelegt, dass im Vergleich zum frühe-
ren Zustand nie eine ausschlaggebende Veränderung eingetreten ist, d.h. 
der medizinische Zustand weitgehend unverändert geblieben ist. Darauf ist 
abzustellen: 

Das MEDAS-Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten An-
forderungen (E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen 
beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
grundsätzlich einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich 
begründet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 19

3.5.1 In psychiatrischer Hinsicht konnte der Gutachter Dr. med. 
I.________ in seinem Teilgutachten (AB 154.1 S. 7 ff.) schon vor Einsicht 
in die Ergebnisse der BvO überzeugend eine invalidenversicherungsrecht-
lich massgebliche psychische Störung ausschliessen. So hielt er unter an-
derem fest, dass der Beschwerdeführer regelmässig ... spiele, was mit ei-
ner depressiven Störung mittel oder schweren Ausmasses nicht vereinbar 
sei (S. 14). Auch habe der Beschwerdeführer nur beiläufig über seine 
Schmerzen geklagt, jedoch nie berichtet, dass der durch diese im Alltag 
wesentlich eingeschränkt sei; die Diagnose einer anhaltenden somatofor-
men Schmerzstörung könne also nicht gestellt werden, sondern nur dieje-
nige einer leichten depressiven Episode und einer Schmerzverarbeitungs-
störung. Nachvollziehbar setzte sich der Psychiater auch mit den Beurtei-
lungen der behandelnden Ärzte und auch dem früheren Gutachten von 
Dr. med. H.________ vom 15. Juli 2011 (act. II 89) auseinander (S. 14 f.). 
Letztere Einschätzung ist schliesslich schon rein medizinisch weder nach-
vollziehbar noch überzeugend. Sie basierte auf einer Vielzahl reiner Ver-
mutungen und lässt eine leitliniengerechte Diskussion vermissen. Auch 
wenn die geschilderten Befunde allenfalls die Diagnose einer leichten oder 
mittelgradigen Depression zu rechtfertigen vermocht hätten, erscheint da-
mit die damals attestierte hohe (psychisch bedingte) Arbeitsunfähigkeit von 
50 % keinesfalls plausibel. Zumal Dr. med. H.________ die Störung auf der 
Basis verschiedener als Z-Diagnosen codierter psychosozialer Umstände 
attestierte (act. II 89 S. 22). Zu berücksichtigen ist schliesslich auch, dass 
die attestierte Störung – wie dies auch vom RAD-Psychiater Dr. med. 
N.________ festgehalten wurde (act. IIA 198) – als vorübergehend und 
behandelbar einzustufen war und damit invalidenversicherungsrechtlich 
bereits diagnosebedingt nicht massgeblich sein konnte (Entscheid des 
BGer vom 15. Mai 2017, 8C_753/2016 E. 4.4).

An der Massgeblichkeit der Feststellungen von Dr. med. I.________ ändert 
schliesslich insbesondere auch die Beurteilung durch die psychiatrischen 
Dienste M.________ anlässlich einer späteren zehntägigen stationären 
Behandlung nichts: Die Fachärzte der psychiatrischen Dienste M.________ 
verwiesen in ihrem Bericht vom 13. Dezember 2016 (act. IIA 190 S. 5 ff.) 
ausdrücklich auf den reaktiven Charakter der geklagten Beschwerden, die 
nach dem IV-Rentenentzug aufgetreten sind. Solchen reaktiven Depressio-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 20

nen kann wohl Krankheitswert zukommen, sie gehören jedoch nicht zu den 
Gesundheitsschäden, welche eine bleibende und längere Zeit dauernde 
Arbeitsunfähigkeit zu bewirken vermögen (ULRICH MEYER/MARCO REICH-
MUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, 
S. 35). Die Fachärzte der psychiatrischen Dienste M.________ beschrie-
ben denn auch eine rasche Verbesserung der Beschwerden unter antide-
pressiver Medikation, so dass der Beschwerdeführer auf eigenen Wunsch 
austreten konnte.

3.5.2 Auch das orthopädische Teilgutachten von Dr. med. J.________ 
(act. IIA 154.1 S. 15 ff.) überzeugt. Dass der orthopädische Gutachter 
zunächst zu wesentlichen Teilen auf die Korrektheit der seit Jahren unbe-
strittenen Schilderungen des Beschwerdeführers hinsichtlich seines Ren-
dements vertraut hat, ändert daran nichts. Weder aus den ausführlich dar-
gelegten Erhebungen des Gutachters selbst, noch aus den sonstigen – den 
langen Verlauf dokumentierenden – Akten ergaben sich Anhaltspunkte 
dafür, dass der Gutachter Zweifel an den vom Beschwerdeführer geschil-
derten erheblichen Einschränkungen hätte haben müssen. Zumal Dr. med. 
J.________ auch explizit festgehalten hat, dass der Beschwerdeführer sei-
ne Beschwerden anlässlich der Begutachtung sehr klar und konsistent ge-
schildert habe (AB 154.1 S. 21 oben).

Gleichermassen ist schliesslich auch die korrigierte Einschätzung der ME-
DAS-Gutachter Dres. med. I.________ und J.________ vom 7. Juni 2016 
(act. IIA 167), welche sie nach Kenntnis und Sichtung der BvO-Unterlagen 
(act. IIA 160) abgeben haben, schlüssig und überzeugend. Die Diskrepan-
zen, die sich zwischen den anlässlich der Begutachtung durch den Be-
schwerdeführer geschilderten Möglichkeiten und den während der Überwa-
chung festgestellten Tätigkeiten ergaben, sind auch für medizinische Laien 
offensichtlich. Dass die Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2016 
(act. IIA 167) darauf hingewiesen haben, dass sie sich bei ihrem damaligen 
Schluss angesichts der Schwere des Contergan-Geburtsleidens und der 
diesbezüglichen Beschwerdeschilderung des Beschwerdeführers bei der 
Beurteilung auch vom Vergleich mit anderen Einschränkungen und Behin-
derungen hätten leiten lassen, ist nicht zu beanstanden. Es ist damit nur 
folgerichtig, dass sie nun von der ersten Einschätzung im Gutachten vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 21

18. April 2016 (act. IIA 154.1) abgewichen sind. Die schliesslich nach Ein-
sicht in die BvO-Unterlagen erfolgte Beurteilung vom 7. Juni 2016 
(act. IIA 167) überzeugt: Angesichts des über den Tag immer wieder ge-
zeigten vollschichtigen Rendements bestehen keine Anzeichen dafür, dass 
dem Beschwerdeführer die Anwesenheit an einem Arbeitsplatz während 
des ganzen Arbeitstages nicht zumutbar wäre oder dass ein erhöhter Pau-
senbedarf bestände. Die Gutachter haben zudem ausdrücklich weiterhin 
eine allein (sehr) leichte Tätigkeit als zumutbar erklärt. Auch dies über-
zeugt, zumal der Beschwerdeführer anlässlich der Überwachung auch bei 
Betätigungen beobachtet werden konnte, die schwere Arbeiten darstellen. 
Schliesslich ist insbesondere auch darauf hinzuweisen, dass der Be-
schwerdeführer anlässlich des Abklärungsgesprächs bei der Beschwerde-
gegnerin am 16. August 2016 (act. IIA 172) erneut umfassende und dau-
ernde Schmerzen geltend machte und sich damit erneut in Widerspruch zu 
den gleichzeitig erhobenen tatsächlichen Verhältnissen gesetzt hat. Nach 
dem Dargelegten stellen die während der BvO beobachteten Tätigkeiten 
keineswegs allein ein Verhalten dar, bei dem er „nicht oft nach draussen“ 
gegangen wäre (S. 2). 

3.5.3 Was die vom Beschwerdeführer im Einwandverfahren wie auch 
anlässlich der Beschwerdeerhebung eingereichten medizinischen Berichte 
von Dr. med. L.________ betrifft, ist festzuhalten, dass die im Zeitpunkt der 
Begutachtung bestehenden Kniebeschwerden im Gutachten bereits 
berücksichtigt worden sind (vgl. act. IIA 154.1 S. 20). Insoweit nun neue, 
nach einem Sprung bzw. Einknicken aufgetretene (Unfall)Schäden geltend 
gemacht werden (vgl. act. IIA 182 S. 23 f., act. IIA 182 S. 27 und 
act. IIA 190 S. 8 f.), läge damit ein neuer Gesundheitsschaden vor, für den 
das Wartejahr neu zu absolvieren ist (SVR 2009 IV Nr. 27 S. 75 E.7.4; Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 10. Dezember 2001, I 179/01, E. 3a), womit ein allenfalls sich daraus 
ergebender Rentenanspruch nicht innerhalb der hier zu beurteilenden Zeit 
hätte entstehen können. Ob der Beschwerdeführer zufolge der von den be-
handelnden Ärzten attestierten (neuen) Knieproblematik dereinst wieder 
Anspruch auf eine Rente haben könnte, wird im Falle der Neuanmeldung 
zu prüfen sein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 22

3.6 Nach dem Ausgeführten war und ist dem Beschwerdeführer ge-
stützt auf die Akten seit jeher eine angepasste, körperlich sehr leichte 
Tätigkeit mit einer maximalen Leistungsreduktion von 10 % zumutbar.

Wenn hingegen mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen wäre, dass 
die anlässlich der Rentenzusprache angegebenen massiven, angeblich 
selbst das Autofahren verunmöglichenden Beschwerden der Realität ent-
sprochen hätten, medizinisch begründet gewesen wären und damit damals 
zu Recht eine Rente zugesprochen worden wäre, so wäre gestützt auf das 
MEDAS-Gutachten vom 8. April 2016 (act. IIA 154.1) bzw. auf die ergän-
zende Stellungnahme (act. IIA 167) – wie dies durch die BvO eindeutig 
bestätigt wurde (vgl. E. 3.5.2 vorstehend) – hinsichtlich des Gesundheits-
schadens inzwischen offensichtlich eine Verbesserung eingetreten. Die 
Rente wäre diesfalls nach Art. 17 Abs. 1 ATSG bei erwähntem Leistungs-
profil zu revidieren (vgl. E. 2.5.1 vorstehend). 

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind Validen- und Invalidenein-
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-
lass zu berücksichtigen (BGE 129 V 222). Vorliegend ist der Einkommens-
vergleich auf den Zeitpunkt der Begutachtung (vgl. E. 5 nachfolgend) – 
mithin auf das Jahr 2016 – hin durchzuführen.

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 23

fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 
E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik BFS herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

4.3 Der Beschwerdeführer konnte gemäss eigenen Angaben nach 
seiner Einreise in die Schweiz trotz seiner seit Geburt bestehenden Con-
tergan-Folgen und der daraus resultierenden gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen eine kaufmännische Ausbildung mit Fähigkeitsausweis absolvie-
ren (act. II 1 S. 4). Danach war er während Jahren erwerbstätig bzw. zuwei-
len Bezüger von Leistungen der Arbeitslosenversicherung (act. II 4), bevor 
er sich bei der IV angemeldet hat. Zur Festlegung des Valideneinkommens 
ist damit auf entsprechende Werte für den kaufmännischen Bereich abzu-
stellen. In den Akten finden sich weder Belege für den Berufsabschluss 
noch verlässliche Unterlagen zur Höhe eines damals erzielten Verdienstes. 
Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen bleiben, weil selbst wenn zu 
Gunsten des Beschwerdeführers die statistischen Werte für einen ausge-
bildeten kaufmännischen Angestellten zugezogen werden, daraus kein 
rentenbegründender IV-Grad resultiert. Hierzu wird auf die spezifische Ta-
belle T17 der LSE 2014 (welche seit der LSE 2012 im Wesentlichen der 
Tabelle T7 entspricht [vgl. IV-Rundschreiben Nr. 328 des BSV vom 22. Ok-
tober 2014, Anhang]) und dabei auf die Ziffer 43 „Bürokräfte und verwandte 
Berufe“ abgestellt. Davon ging auch die Beschwerdegegnerin aus. Wes-
halb sie dabei auf den Durchschnitt aller Alterskategorien abgestellt hat, ist 
nicht ersichtlich. Für den Beschwerdeführer wäre vielmehr der Wert „>= 50 
Jahre“ und damit auf einen Betrag von Fr. 6‘140.– abzustellen (LSE 2014, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 24

Tabelle T17, Männer, Tätigkeit Ziff. 4, Lebensalter „>= 50 Jahre“). Ange-
passt an die durchschnittliche Arbeitszeit und aufgerechnet auf das Jahr 
2016 resultierte ein Bruttojahreslohn von Fr. 77‘480.60 (Fr. 6‘140.– x 12 
Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.7 Wochenarbeitsstunden [BFS, 
Betriebsübliche Arbeitszeit, Total Sektor III, 2014] / 103.3 x 104.2 [T1.1.10 
Nominallohnindex, Männer, 2011-2016, Sektor 3, Index 2014: 103.3 bzw. 
Index 2016: 104.2]). 

4.4 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, hat sich die Beschwerdegegnerin bei der Er-
mittlung des hypothetischen Invalideneinkommens zulässigerweise auf die 
statistischen Werte der LSE gestützt (vgl. E. 4.2 hiervor). Hierbei kann of-
fen bleiben, ob mit Blick auf die Behinderung, das Rendement und die gel-
tend gemachte Ausbildung nicht auch hier der Einsatz in einer administrati-
ven Tätigkeit ideal wäre. Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers 
auf den tieferen Totalwert der Tabelle TA1 abgestellt wird, ändert sich am 
Ergebnis nichts. Dabei ergibt sich ein Invalideneinkommen – unter Berück-
sichtigung der attestierten Leistungseinschränkung von 10 % und einem 
nicht zu beanstandenden behinderungsbedingten Abzug von 5 % (vgl. 
act. IIA 200 S. 3) – von Fr. 57‘312.90 (Fr. 5‘312.– [BFS, LSE 2014, TA1, 
Männer, Total, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstun-
den x 41.7 [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit, Total, 2014] / 103.2 x 104.1 
[BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2016, Total, Index 
2014: 103.2 Punkte bzw. 2016: 104.1 Punkte] x 0.9 [Leistungseinschrän-
kung] x 0.95 [behinderungsbedingter Abzug]).

4.5 Bei der Gegenüberstellung des hypothetischen Valideneinkom-
mens von Fr. 77‘480.60 und einem hypothetischen Invalideneinkommen 
von Fr. 57‘312.90 resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 20‘167.70 
was einem nicht rentenbegründenden IV-Grad von gerundet 26 % ent-
spricht ([Fr. 77‘480.60 ./. Fr. 57‘312.90] / Fr. 77‘480.60 x 100; zur Rundung 
vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und E. 3.3 S. 123). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 25

5.

Zu prüfen bleibt der Zeitpunkt der Rentenaufhebung und dabei insbesonde-
re die Zulässigkeit der rückwirkenden Rentenaufhebung per 30. Juni 2015 
(act. IIA 200). 

5.1 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten und Hilflosenent-
schädigungen erfolgt – bei zweifelloser Unrichtigkeit der rentenzuspre-
chenden Verfügung – grundsätzlich pro futuro. Hingegen hat sie rückwir-
kend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung zu erfolgen, 
wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, 
dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss 
Art. 77 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung (IVV; SR 831.201) zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist 
(Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV). 

5.2 Wenn die Rente wie dargelegt auf der Basis subjektiver Äusserun-
gen jedoch ohne objektives Korrelat zugesprochen wurde und (wie die 
Gutachter festhalten) seit je der weitgehend gleiche Gesundheitszustand 
bestanden hat (vgl. E. 3.6 vorstehend), fehlt es an einer meldepflichtigen 
(gesundheitlichen) Veränderung. Dass der Beschwerdeführer aus den an-
gegebenen und bei der BvO beobachteten Aktivitäten ein Einkommen er-
zielt hat, das die massgebliche Grenze für einen erwerblichen Revisions-
grund erreichen würde, lässt sich zudem gestützt auf die vorliegenden Ak-
ten nicht erstellen. So wurde der Beschwerdeführer denn auch seit je im 
erwerblichen Bereich rein hypothetisch bemessen (vgl. E. 4 vorstehend). 
Dies gilt auch weiterhin und es ist auch in erwerblicher Hinsicht kein Revi-
sionsgrund gegeben. Insoweit kann dem Beschwerdeführer keine Melde-
pflichtverletzung vorgeworfen werden.

Hingegen ist dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, dass er anlässlich der 
gutachterlichen Abklärungen bei der MEDAS anfangs März 2016 
(act. IIA 154.1) die Auswirkungen seines Gesundheitsschadens wissentlich 
und willentlich falsch dargestellt hat und es unterlassen hat, über seine 
körperlichen Aktivitäten in der Befragung korrekt Bericht zu erstatten. 
Schliesslich hat der Beschwerdeführer auch noch anlässlich des Ab-
klärungsgesprächs bei der Beschwerdegegnerin am 16. August 2016 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 26

(act. IIA 172) unwahre Angaben gemacht und seine gesundheitliche Situa-
tion schlechter dargestellt, als sie tatsächlich war: So hat er etwa – als er 
gefragt wurde, wie er zum Termin angereist sei (S. 2) – ausgeführt, er sei 
von seinem Bruder hergebracht worden und fahre nicht gerne Auto. Dem 
Bericht über die BvO vom selben Tag (act. IIA 177) kann jedoch eindeutig 
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer alleine angereist ist und 
das Fahrzeug selber gelenkt hat. Indem der Beschwerdeführer mit diesem 
Verhalten zu Unrecht Leistungen der IV erwirkt hat, ist die erste Tatbe-
standsvariante im Sinne von Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV erfüllt (vgl. E. 5.1 
vorstehend). Spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung bei der ME-
DAS am 9. März 2016 hat er damit die ab diesem Zeitpunkt ausgerichteten 
Leistungen zu Unrecht erwirkt. Die Rentenaufhebung ist damit auf den 
Zeitpunkt der Begutachtung, d.h. März 2016 zu legen und die Rückforde-
rung entsprechend zu korrigieren. 

6.

Zu prüfen bleibt schliesslich die von der Beschwerdegegnerin am 29. März 
2017 verfügte Rückerstattung der seit Juli 2015 unrechtmässig bezogenen 
Rentenleistungen (act. IIA 201).

6.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). 

6.2 Nach dem Gesagten bezog der Beschwerdeführer bei zweifelloser 
Unrichtigkeit der Rentenzusprache zu Unrecht eine IV-Rente (vgl. E. 5 
hiervor). Diese Leistungen unterliegen der Rückerstattungspflicht. Zur Be-
gründung der Beschwerde vom 27. April 2017 bringt der Beschwerdeführer 
einzig vor, die Rückerstattungsverfügung sei aufzuheben, da bereits die 
Rentenaufhebung vom 8. März 2017 (act. IIA 200) unzulässig gewesen sei, 
weshalb die Rückerstattungspflicht entfalle. Wie hiervor dargelegt ist die 
rückwirkende Rentenaufhebung ab März 2016 wirksam und hat die Rück-
forderung ab diesem Zeitpunkt zur Folge (E. 5 vorstehend). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 27

Die Beschwerde ist damit insoweit teilweise gutzuheissen und die Rücker-
stattungsverfügung vom 29. März 2017 insoweit aufzuheben, als der Rück-
forderungsbetrag Fr. 8‘178.– übersteigt. Dieser Betrag berechnet sich aus 
sechs Monaten (März bis August 2016) zu Fr. 767.– der ordentlichen halb-
en Rente des Beschwerdeführers zuzüglich vier Kinderrenten zu Fr. 149.– 
während sechs Monaten (vgl. act. IIA 201). 

7.

Zusammenfassend ist die Beschwerde vom 19. April 2017 gegen die Ver-
fügung vom 8. März 2017 (Rentenaufhebung, act. IIA 200) dahingehend 
teilweise gutzuheissen, als die Rentenzahlung (erst) ab dem 1. März 2016 
einzustellen ist. In der Folge ist auch die Beschwerde vom 27. April 2017 
gegen die Verfügung vom 29. März 2017 (Rückerstattung, act. IIA 201) 
teilweise gutzuheissen und der Rückerstattungsbetrag auf Fr. 8‘178.– zu 
reduzieren. Soweit weitergehend sind die Beschwerden abzuweisen.

8.

8.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist erstellt (vgl. die beiden Gesu-
che um unentgeltliche Rechtspflege vom 19. April 2017 [im Verfahren 
IV/2017/382] und vom 27. April 2017 [im Verfahren IV/2017/405] inkl. die 
jeweiligen Beilagen sowie die Eingaben vom 24. Oktober 2017 [Beschwer-
debeilage [act. IB] 1 und 2). Auch kann das Verfahren nicht als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden und eine unentgeltliche Verbeistän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 28

dung ist gerechtfertigt. Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung sind 
somit für beide Verfahren gutzuheissen und es ist dem Beschwerdeführer 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Angesichts des Ausgangs des Verfahrens ist von einem hälftigen teilweisen 
Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Verfahrenskosten der 
beiden Verfahren, gerichtlich bestimmt auf insgesamt Fr. 1‘000.–, werden 
somit je hälftig dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin zur 
Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozess-
führung wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. 
Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

8.3 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Die aktualisierte Kostennote vom 31. Oktober 2017 im Verfahren 
IV/2017/382 wie auch die Kostennote vom 4. Juli 2017 im Verfahren 
IV/2017/405 von Rechtsanwalt B.________ und insbesondere der geltend 
gemachte zeitliche Aufwand von 16.52 Stunden (Verfahren IV/2017/382) 
und von 2.25 Stunden (Verfahren IV/2017/405) sind nicht zu beanstanden.

Die reduzierte Parteientschädigung im Verfahren IV/2017/382 ist damit auf 
die Hälfte von Fr. 4‘619.25 (Honorar von Fr. 4‘130.– [16.52 Stunden à 
Fr. 250.–], zuzüglich Auslagen von Fr. 147.10 und MwSt. von Fr. 342.15), 
d.h. auf Fr. 2‘309.65 festzulegen. Im Verfahren IV/2017/405 beläuft sich 
Parteientschädigung auf die Hälfte von Fr. 653.30 (Honorar von Fr. 562.50 
[2.25 Stunden à Fr. 250.–], zuzüglich Auslagen von Fr. 42.40 und MwSt. 
von Fr. 48.40), d.h. auf Fr. 326.65. Insgesamt hat die Beschwerdegegnerin 
dem Beschwerdeführer im Rahmen seines teilweisen Obsiegens eine Par-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 29

teientschädigung von Fr. 2‘636.30 für die beiden vereinigten Verfahren zu 
entrichten.

8.4 Der nicht von der Beschwerdegegnerin geleistete Parteikostener-
satz (vgl. E. 8.3 hiervor) ist über die unentgeltliche Rechtspflege (E. 8.1 
hiervor) zu liquidieren und es ist das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
B.________ festzulegen 

8.4.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.–.

8.4.2 Gestützt auf die beiden angemessenen Kostennoten von Rechts-
anwalt B.________ vom 31. Oktober 2017 im Verfahren IV/2017/382 wie 
auch die Kostennote vom 4. Juli 2017 im Verfahren IV/2017/405 wird der 
tarifmässige Parteikostenersatz auf Fr. 2‘309.65 (d.h. die Hälfte von 
Fr. 4‘619.25 inkl. Auslagen und MwSt. [IV/2017/382]) bzw. auf Fr. 326.65 
(d.h. die Hälfte von Fr. 653.30 inkl. Auslagen und MwSt. [IV/2017/405]), 
total für die beiden vereinigten Verfahren zusammen auf Fr. 2‘636.30, fest-
gesetzt.

Davon ist Rechtsanwalt B.________ aus der Gerichtskasse im Verfahren 
IV/2017/382 ein amtliches Honorar von Fr. 1‘863.60 (die Hälfte von 
Fr. 3‘727.20 [16.52 Stunden x Fr. 200.–, zuzüglich Auslagen von Fr. 147.10 
und MwSt. von Fr. 276.10]) und im Verfahren IV/2017/405 ein solches von 
Fr. 265.90 (die Hälfte von Fr. 531.80 [2.25 x 200.–, zuzüglich Auslagen von 
Fr. 42.40 und MwSt. von Fr. 39.40]), insgesamt also eine Entschädigung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 30

für beide Verfahren von Fr. 2‘129.50, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde im Verfahren IV/2017/382 
(Rentenaufhebung) wird die Verfügung vom 8. März 2017 im Sinne der 
Erwägungen insoweit abgeändert, als der Beschwerdeführer ab dem 
1. März 2016 keinen Anspruch auf eine Rente mehr hat. Soweit wei-
tergehend wird die Beschwerde vom 19. April 2017 abgewiesen.

2. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde im Verfahren IV/2017/405 
(Rückerstattung) gegen die Verfügung vom 29. März 2017 wird der 
Beschwerdeführer zur Rückerstattung von Fr. 8‘178.– verpflichtet.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

4. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1‘000.– für beide Verfahren 
werden dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin je zur 
Hälfte, ausmachend je Fr. 500.–, auferlegt. Aufgrund der gewährten 
unentgeltlichen Prozessführung wird der Beschwerdeführer – unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 82 ZPO – jedoch von 
der Zahlungspflicht befreit.

5. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die anteilsmässi-
gen Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘636.30 (inkl. Auslagen 
und MwSt.), zu ersetzen.

6. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird für 
beide Verfahren auf total Fr. 2‘636.30 (inkl. Auslagen und MwSt.) fest-
gesetzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2017, IV/17/382, Seite 31

Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘129.50 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MwSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

7. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.