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**Case Identifier:** f5f3fed6-6eb0-5b90-953e-8b3a0b689334
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.10.2008 IV 2006/280
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-280_2008-10-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/280

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.05.2020

Entscheiddatum: 28.10.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2008
Festsetzung des Rentenbeginns bei einer fachärztlich festgestellten 
Diagnose, bestehend aus einer Kombination von 
Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit emotional instabilen Anteilen seit 
Adoleszenz und rezidivierender depressiver Störung im Zusammenhang mit 
dem Abbruch der erstmaligen beruflichen Ausbildung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2008, IV 
2006/280).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 28. Oktober 2008

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rentenbeginn

Sachverhalt:

A.   

A.a  Die im März 1986 geborene R.___ meldete sich am 23./26. November 2004 zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte Berufsberatung, 

Umschulung, Arbeitsvermittlung, Hilfsmittel (Hörgerät) und eine Rente. Sie habe zwei 

Jahre lang die Realklasse und dann das 10. Schuljahr besucht. Seit 2001 werde sie von 

der Amtsvormundschaft betreut (Beistandschaft) und in den Jahren 2002/2003 hätten 

sich die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen (KJPD) mit ihrer 

Behinderung befasst. Ab August 2003 habe sie in einer Lehre als Malerin gestanden. 

Im November 2003 habe sie an eine andere Lehrstelle gewechselt und sei dort bis 

Mitte September 2004 (Auflösung/Abbruch) geblieben. Sie leide seit Jahren an 

psychischen Störungen und seit drei Jahren an einer Hörbehinderung (IV-act. 1). Die 

Beiständin der Versicherten ergänzte im Begleitschreiben vom 25. November 2004, die 

Versicherte sei seit dem 8. August 2004 in der Psychiatrischen Klinik Pfäfers 

hospitalisiert. Erst vor ein paar Wochen sei eine Hörbehinderung festgestellt worden, 

die bei der neuen Berufsfindung mitberücksichtigt werden müsse (IV-act. 2). Die 

Versicherte teilte der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 9. 

Dezember 2004 (Eingang) mit, sie sei zurzeit arbeitslos, plane ab ca. Sommer 2005 

eine Umschulung/ein Praktikum und habe aus gesundheitlichen Gründen ihre 

Lehrstelle (Erstausbildung) abbrechen müssen (IV-act. 7).

A.b Gemäss dem Arztbericht vom 14. Dezember 2004 diagnostizierte die 

Psychiatrische Klinik St. Pirminsberg (med. prakt. A.___) bei der Versicherten eine 

rezidivierende depressive Störung, eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit 

emotional instabilen Anteilen (beides seit der Adoleszenz), einen Tinnitus, eine 

Hörminderung (beides seit dem 16. Lebensjahr) und eine Teilleistungsstörung, 

sprachlicher Bereich (POS; seit der Kindheit). Die Versicherte sei seit dem 

15. September 2004 (Behandlungsbeginn) und bis auf weiteres zu 100 % 

arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen verbessert 

werden. Berufliche Massnahmen seien angezeigt und ein Hilfsmittel werde benötigt. 

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Die Versicherte habe berichtet, im Sommer 2003 das erste Lehrjahr als Malerin 

begonnen zu haben. Ihre Lebenssituation sei unsicher gewesen, da sie erstmals allein 

gewohnt und keine Orientierungshilfen durch Bezugspersonen mehr gehabt habe. Es 

sei ihr vorgeworfen worden, dass sie nicht genug arbeite, doch habe sie aufgrund ihrer 

seelischen Verfassung keine Leistung von 100 % erbringen können. Dies wiederum 

habe sie nicht akzeptieren wollen und sei mit sich selber ungeduldig geworden. Im 

weiteren Verlauf habe sie eine Depression entwickelt. Die Klinik berichtete, die 

Persönlichkeitsentwicklungsstörung der Versicherten habe (im ersten Ausbildungsjahr) 

zu einer Orientierungslosigkeit mit Affektlabilität und wechselnder Konzentration 

geführt, sodass die Versicherte den beruflichen Anforderungen nicht habe entsprechen 

können. Zudem dürfte die Hörminderung zu einer Beeinträchtigung der 

Kommunikationsfähigkeit beigetragen haben. Eine angepasste Tätigkeit setze aus 

fachärztlicher Sicht ein für die Versicherte überschaubares Tätigkeitsfeld mit klar 

vorgegebenen Strukturen und einem wertschätzenden Bezugsnetz voraus. Hierdurch 

liesse sich eine Nachreifung der diagnostizierten Persönlichkeitsentwicklungsstörung 

fördern. Ohne entsprechende Berufsberatung lasse sich die Frage jedoch nicht im 

Detail beantworten. Die Versicherte strebe zurzeit eine Ausbildung zur Coiffeuse an. 

Der Leistungsumfang dürfte begrenzt sein; das lasse sich jedoch ohne abschliessende 

Beurteilung des laufenden Arbeitsversuches (ganztägige klinikinterne Arbeitstherapie) 

nicht eindeutig beurteilen. Es empfehle sich eine ganztägige Tätigkeit unter reduzierten 

Leistungsanforderungen. Im Rahmen der stationären Verlaufsbeobachtung sei bei 

vorliegender Persönlichkeitsentwicklungsstörung eine mangelnde Orientierung 

bezüglich der beruflichen Perspektiven deutlich geworden. Die Versicherte habe einer 

engen Führung (im Sinne klarer Vereinbarungen) bedurft. Unter Berücksichtigung der 

notwendigen längerfristigen Persönlichkeitsnachreifung seien während der 

anzustrebenden beruflichen Reintegration erhebliche Schwierigkeiten nur allzu 

wahrscheinlich. Die Versicherte benötige deshalb dabei eine enge Betreuung. Im 

beigelegten Arztbericht vom 27. Oktober 2004 hatte PD Dr. Dr. B.___, Facharzt für 

HNO und für Allergologie und klinische Immunologie, der Klinik St. Pirminsberg über 

die Anamnese der Versicherten berichtet, sie leide seit dem neunten Lebensjahr unter 

Depressionen und sei seither in psychiatrischer Behandlung (act. 10-6 f./9).

A.c  Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, bei welchem die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle einen Arztbericht hatte einholen wollen, liess am 

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5. Januar 2005 mitteilen, die Versicherte stehe seit dem Jahr 2002 nicht mehr in seiner 

Behandlung. Neue Berichte seien beim Hausarzt einzuholen.

A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. D.___) 

hielt am 10. Januar 2005 (act. 15) dafür, die Invalidität sei ausgewiesen, werde die 

Versicherte doch in der Malerlehre als nicht mehr arbeitsfähig betrachtet und 

entsprächen die Bedingungen für eine angepasste Tätigkeit einem geschützten 

Rahmen.

A.e In der Folge wurde die IV-Berufsberatung beauftragt.

A.f Die Beiständin der Versicherten führte in einem Schreiben vom 29. Juni 2005 aus, 

die Versicherte leide an psychischen Auffälligkeiten und Entwicklungsstörungen. 

Bereits in der Schulzeit habe sie die Hilfe der KJPD in Anspruch nehmen müssen. Für 

ihre Förderung sei sie auch verschiedentlich fremdplatziert gewesen. Die erste 

Lehrstelle als Malerin in einem Grossbetrieb sei nach drei Monaten wegen 

Überforderung aufgelöst worden. Auch das Lehrverhältnis in einem Kleinbetrieb, in 

dem die Voraussetzungen für die Ausbildung recht gut gewesen seien und eine 

intensive Unterstützung stattgefunden habe, habe aufgelöst werden müssen, denn der 

Versicherten habe die psychische Stabilität für das Erlernen eines Berufs weiterhin 

gefehlt. Auch die schulischen Leistungen seien ungenügend gewesen. Nach erneuten 

Suizidabsichten sei die Versicherte Mitte September 2004 in die Klinik St. Pirminsberg 

eingetreten. Die Ärzte hätten ein betreutes Wohnen empfohlen. Es erweise sich 

ausserdem eine Ausbildung in geschütztem Rahmen als notwendig. Der 

Berufsfindungsprozess brauche Zeit und es sei eine gründliche Abklärung nötig. Die 

Belastungen durch den plötzlichen Tod des Vaters am 12. März 2005 hätten aber das 

Suizidrisiko wieder erhöht. Die Versicherte sei am 13. April 2005 in die Psychiatrische 

Klinik Wil eingetreten. Die Abklärung verzögere sich. Die Versicherte nehme während 

dieser Vorbereitungszeit die Hilfe der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle St. Gallen 

in Anspruch. Die Beiständin erkundigte sich, ob die Versicherte, welche bereits vor 

dem 18. Altersjahr psychische Probleme gehabt habe, Anspruch auf Rentenleistungen 

habe, bevor sie die Berufsausbildung anfangen könne und ob die Invalidität ab dem 18. 

Altersjahr oder nach dem Karenzjahr seit der Auflösung des Lehrverhältnisses beginne 

(IV-act. 24).

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A.g Die IV-Berufsberaterin berichtete am 22. September 2005, seit Mai 2005 sei die 

Versicherte psychisch relativ stabil, und es könne an Berufsberatung gedacht werden. 

Am 21. November 2005 schlug sie berufliche Massnahmen (berufsbezogene 

Förderung/Lehrvorbereitung: Abklärung, Training und Ausbildung) vor. In der Folge 

wurden berufliche Massnahmen und ein Taggeld für die Zeit ab 14. November 2005 

zugesprochen (act. 39 und 44).

A.h Am 21. Dezember 2005 (act. 43) wurde bei der Sachbearbeitung festgehalten, der 

Versicherten sei bei Abbruch der Lehre im September 2004 aufgrund von 

Dauerinvalidität und ohne Wartefrist eine ganze Rente zu gewähren, weil sie aus 

psychischen Gründen bisher keine zureichende Ausbildung habe bestehen können. 

Dem wurde entgegengehalten, der Rentenanspruch beginne bei langdauernder 

Krankheit ab 1. September 2005. Am 11. März 2006 wurde dies bestätigt; der Eintritt 

der Invalidität sei erst nach Beginn der Lehre erfolgt (act. 51). Am 23. März 2006 wurde 

eine erstmalige berufliche Ausbildung (Arbeitstraining im Fotobereich im E.___) 

vorgeschlagen und am 18. April 2006 zugesprochen.

A.i  Am 20. April 2006 (act. 60) wurde der Beiständin und damaligen Rechtsvertreterin 

der Versicherten mitgeteilt, es sei die Zusprechung einer ganzen Rente ab 

1. September 2005 bis 30. November 2005 beschlossen worden.

A.j  Am 23. Juni 2006 beantragte die IV-Berufsberaterin, ein stationäres Vorlehrjahr im 

Fotobereich des E.___ durchzuführen. Die IV-Stelle sprach der Versicherten am 

28. Juni 2006 entsprechend die Mehrkosten zu.

A.k  Mit Vorbescheid vom 19. Juli 2006 (act. 76) teilte die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle der damaligen Rechtsvertreterin der Versicherten mit, die Versicherte habe 

zufolge langdauernder Krankheit in der Zeit vom September 2004 bis zur 

Lehrvorbereitung ab 14. November 2005 für die Zeit vom 1. September 2005 bis 

31. November 2005 Anspruch auf eine ganze Rente.

A.l  Die damalige Rechtsvertreterin der Versicherten wandte am 24. Juli 2006 ein, dem 

Arztbericht der Klinik St. Pirminsberg sei zu entnehmen, dass die gesundheitlichen 

Störungen der Versicherten bereits in der Kindheit, ab dem 16. Altersjahr und in der 

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Adoleszenz bestanden hätten. Diese Störungen hätten Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit besessen, und zwar schon vor dem 18. Altersjahr. Die attestierte volle 

Arbeitsunfähigkeit ab 15. September 2004 habe sich auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

bezogen. A.___ habe aber in einem beigelegten Schreiben vom 12. Juni 2006 zum 

Krankheitsbeginn noch differenziert Stellung genommen. Bereits mit 14 Jahren sei 

aufgrund der psychischen Instabilität der Versicherten eine Platzierung in einer 

sozialpädagogischen Institution notwendig gewesen. Nach einem kurzen Aufenthalt bei 

der Mutter sei eine weitere Platzierung erforderlich gewesen. Die Versicherte habe sich 

mit sich und ihrem Umfeld nicht zurechtgefunden. Sie sei in ambulanter Therapie bei 

den KJPD gewesen. Das 10. Schuljahr habe sie dank intensiver Unterstützung durch 

die Betreuungspersonen im Durchgangsheim, der Therapie bei den KJPD und des 

Verständnisses der Lehrpersonen erfüllen können. Die beiden Lehrverhältnisse seien 

wegen Überforderungen aufgelöst worden. Auch dem Unterricht in der Berufsschule 

habe die Versicherte nicht umfassend folgen können. Sie scheitere immer wieder an 

den eigenen Erwartungen, Vorstellungen und Möglichkeiten. Auf die 

Überforderungssituationen reagiere sie seit der Adoleszenz jeweils mit Suizidversuchen 

oder speziellen Unfallereignissen. Aufgrund der Abklärung und der Arztberichte sei im 

Nachhinein festzustellen, dass die Versicherte die psychischen Voraussetzungen für 

den Berufsweg nicht mitgebracht habe. Die Lehrversuche seien als 

Eingliederungsversuche zu verstehen. In der Zwischenzeit habe den Störungen mit der 

erstmaligen beruflichen Ausbildung im E.___ und der betreuten Wohnform begegnet 

werden können. Der Krankheitsbeginn habe vor dem 18. Altersjahr gelegen. Die Rente 

sei daher ab der Volljährigkeit, somit ab März 2004, auszurichten (bis zur 

Eingliederungsmassnahme im November 2005; act. 78). Die Fachstelle für 

Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (FSP; med. prakt. A.___) hatte am 12. Juni 2006 

festgehalten, im Bericht vom 31. November 2004 sei der in der Adoleszenz liegende 

Krankheitsbeginn der Versicherten schlüssig dargelegt worden. Insbesondere die 

emotional instabilen Anteile der Persönlichkeitsentwicklungsstörung seien vor dem 

14. Lebensjahr aufgetreten. Der Krankheitsbeginn der Versicherten dürfte deutlich 

weiter (sc. wohl: als der 15. September 2004) zurückliegen (IV-act. 79).

A.m Der IV-Sachbearbeiter stellte sich am 9. August 2006 auf den Standpunkt, als 

Geburts- oder Frühinvalide sei die Versicherte nicht einzustufen, da sie doch mit 

entsprechender Unterstützung zureichende berufliche Kenntnisse (Volllehre als 

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Fotofachfrau) werde erwerben können. Ihre Invalidität sei anhand der Einschränkung im 

Tätigkeitsvergleich als Malerlehrling zu bemessen. Eine rentenbegründende 

Einschränkung in der Ausbildung zur Malerin sei für die Zeit vor September 2004 nicht 

belegt. Es sei noch ein Lohnausweis beim Lehrmeister des letzten 

Anstellungsverhältnisses einzuholen (IV-act. 81).

A.n Dieser gab in der Arbeitgeberbescheinigung vom 18. August 2006 an, das 

Arbeitsverhältnis sei (auf 10. September 2004) im gegenseitigen Einvernehmen 

aufgelöst worden, weil die Versicherte von Schule und Arbeitsplatz ferngeblieben sei 

und ihr der Wille zur Fortsetzung der Lehre gefehlt habe. Telefonisch ergänzte er am 

22. August 2006, zu Beginn der Anstellung und bis Februar 2004 habe sich die 

Versicherte im Betrieb sehr gut eingefügt und mindestens durchschnittliche Leistungen 

erbracht. Nach Erreichen des 18. Lebensjahres habe sie sich selbständig eine 

Wohnung genommen, sei in den Ausgang gegangen und habe die Schule geschwänzt. 

Im Mai 2004 habe eine Krisensitzung mit der Beiständin und dem Gewerbeschullehrer 

stattgefunden. Das Gespräch habe aber nichts gebracht, im Gegenteil: Die Versicherte 

habe sich zu Hause eingeschlossen und sei gar nicht mehr zur Arbeit erschienen (act. 

84).

A.o Am 22. August 2006 erklärte die IV-Stelle der damaligen Rechtsvertreterin der 

Versicherten, sie werde zu den Einwänden in der Verfügung Stellung nehmen. Mit 

Verfügung vom 10. November 2006 (IV-act. 89) sprach sie der Versicherten ab 1. 

September 2005 bis 30. November 2005 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad 

von 100 % zu. Der Krankheitsbeginn könne nicht mit dem Eintritt der Invalidität 

gleichgesetzt werden. Eine Einschränkung (der Arbeitsfähigkeit) in der Ausbildung als 

Malerin sei vor September 2004 nicht belegt. Seither sei sie indessen bis zum Beginn 

der Lehrvorbereitung am 14. November 2005 arbeitsunfähig gewesen und habe eine 

entsprechende Erwerbseinbusse erlitten. Nach Ablauf der Wartezeit im September 

2005 stehe ihr daher eine ganze Rente zu (vgl. IV-act. 86).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Amtsvormundin für die Betroffene 

am 8. Dezember 2006 erhobene Beschwerde. Die damalige Rechtsvertreterin der 

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Beschwerdeführerin beantragt, der Rentenbeginn sei auf das Erreichen des 18. 

Altersjahres zu legen und der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren. Bei der Beschwerdeführerin liege eine Frühinvalidität im 

Sinne von Art. 26 IVV vor, wie den Berichten der Klinik St. Pirminsberg vom 

14. Dezember 2005 und von A.___ vom 12. Juni 2006 zu entnehmen sei. Das am 

4. August 2003 aufgenommene Lehrverhältnis sei am 30. September 2003 aufgrund 

von Konflikten wegen Verhaltensauffälligkeiten bzw. psychischer Überforderung 

aufgelöst worden. Am 1. November 2003 habe die Beschwerdeführerin die Ausbildung 

bei einem andern Lehrmeister fortsetzen können. Am 28. Januar 2004 habe die 

Berufsschule mitgeteilt, es habe erneut Konflikte gegeben. Die psychische Instabilität 

habe sich auf die Noten und vor allem auf das Lernverhalten in der Schule und in der 

praktischen Arbeit ausgewirkt, es sei zu Schulabsenzen und Prüfungsängsten 

gekommen. Dank dem Wohlwollen und der Unterstützung des Ausbildners sei das 

Lehrverhältnis weitergeführt worden, dann aber im September 2004 doch aufgelöst 

worden, weil die Beschwerdeführerin die erwarteten Leistungen nicht habe erbringen 

können und gesundheitliche Probleme gehabt habe. Die Beschwerdeführerin habe auf 

die Belastungen und Überforderungen mit einem Suizidversuch reagiert. Da sie infolge 

ihrer Invalidität keine genügenden beruflichen Kenntnisse habe erwerben können, stehe 

ihr ab Erreichen der Volljährigkeit eine Rente zu.

B.b In ihrer Beschwerdeergänzung vom 31. Januar 2007 beantragt Rechtsanwältin lic. 

iur. Gabriela Grob Hügli, procap, als neu beauftragte Rechtsvertreterin für die 

Beschwerdeführerin, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin ab dem 18. Altersjahr eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter 

die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 

ausserdem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin auf 

den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5 % ab wann rechtens zu bezahlen und 

es sei der Beschwerdeführerin für die Gerichtskosten die unentgeltliche 

Prozessführung zu bewilligen und sie sei von der Pflicht zur Leistung eines 

Kostenvorschusses zu befreien, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Bestritten sei der Zeitpunkt des Rentenbeginns. Bei der 

Beschwerdeführerin seien bereits in der Kindheit gesundheitliche Störungen 

aufgetreten, insbesondere hätten sich die emotional instabilen Anteile der 

Persönlichkeits- und Entwicklungsstörung vor dem 14. Altersjahr gezeigt. Es werde 

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somit aus fachärztlicher Sicht davon ausgegangen, dass bei der Beschwerdeführerin 

bei Beginn ihrer Erstausbildung am 4. August 2003 aufgrund ihrer schweren 

psychischen Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe (unter Hinweis auf 

einen beigelegten Bericht von A.___ vom 21. Dezember 2005, recte: 2006). Das finde 

Bestätigung im Lehrabbruch aufgrund krankheitsbedingter Verhaltensauffälligkeiten 

kurz nach deren Beginn. Die Erkrankung habe bereits vor der Aufnahme der 

Erstausbildung zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt. Deshalb habe die 

Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung absolvieren können. Der Arztbericht vom 

14. Dezember 2004 beziehe sich nur auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und reflektiere 

den Beginn der Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg. Bei der Beschwerdeführerin 

liege aber nachweislich eine Frühinvalidität vor. Die Entstehung des Rentenanspruchs 

liege bereits mehr als 24 Monate zurück und die Beschwerdeführerin habe ihre 

Mitwirkungspflicht erfüllt. Sie habe deshalb Anspruch auf Verzugszinsen. A.___ von der 

FSP hatte im Schreiben vom 21. Dezember 2006 mitgeteilt, den vorliegenden 

Unterlagen und der Biographie der Beschwerdeführerin sei zu entnehmen, dass sie 

bereits im Jahr 2003 im Rahmen ihrer Ausbildung als Malerin deutliche 

Verhaltensauffälligkeiten gezeigt habe. Es seien dann verschiedenste Interventionen 

der Amtsvormundschaft nötig geworden, um das Lehrverhältnis aufrecht zu erhalten. 

Aus fachärztlicher Sicht sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bereits im 

Jahr 2003 aufgrund ihrer schweren psychiatrischen Erkrankung im Grunde unter den 

damaligen Bedingungen überfordert und arbeitsunfähig gewesen sei. Es müsse daher 

von einer Frühinvalidität ausgegangen werden.

C.  

Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Die Lehrverhältnisse der Beschwerdeführerin seien wegen 

Problemen mit dem Vorgesetzten bzw. wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem 

Arbeitgeber aufgelöst worden. Bis September 2004 sei sie somit im Stande gewesen, 

auf dem Beruf als Malerin zu arbeiten. Sie habe auch die Regelschule einschliesslich 

des 10. Schuljahrs absolviert. Eine Invalidität vor September 2004 sei nicht 

ausgewiesen. Der Bericht der FSP ändere daran nichts, da es sich dabei um eine 

medizinisch-theoretische Einschätzung handle, welche die tatsächliche schulische und 

berufliche Laufbahn nicht ausreichend berücksichtige und für die Belange der IV nicht 

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aussagekräftig sei. Im Übrigen sei eine längere Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auch nach September 2004 fraglich, denn sie verfüge über die 

notwendigen kognitiven und psychischen Ressourcen, eine Erwerbstätigkeit 

auszuüben. Das zeige sich auch darin, dass sie zurzeit erfolgreich eine Eingliederung 

im Fotobereich absolviere. Ihre Schwierigkeiten seien grösstenteils psycho-sozialer 

Natur und demnach IV-rechtlich unbeachtlich.

D.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) wurde 

am 4. April 2007 von der Gerichtsleitung bewilligt.

E.  

Mit Replik vom 6. Juni 2007 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vor, 

insbesondere dem Bericht von Dr. B.___ vom 27. Oktober 2004 sei zu entnehmen, 

dass die Beschwerdeführerin seit ihrem neunten Altersjahr unter Depressionen leide 

und seither in psychiatrischer Behandlung stehe. Dazu kämen als belastende Momente 

ein Tinnitus rechts seit dem 13. und eine eigentliche Hörschädigung seit dem 

16. Lebensjahr. Zu den Problemen mit den Vorgesetzten sei es wegen der 

behinderungsbedingten Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin gekommen. 

Sie habe sich aufgrund der schweren psychiatrischen Erkrankung nicht eingliedern 

können. Die Absolvierung einer Regelausbildung sei ihr gesundheitsbedingt gar nicht 

möglich gewesen; hierfür habe demnach keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Dieser 

Umstand sei fachärztlich belegt, zeige sich aber auch darin, dass die 

Beschwerdeführerin die berufliche Eingliederung durch die IV habe in Anspruch 

nehmen müssen. Von fachärztlicher Seite (nämlich der Klinik St. Pirminsberg) sei auch 

eine enge Betreuung bei der beruflichen Integration gefordert worden. Wenn die 

Beschwerdegegnerin bemängle, die schulische und berufliche Laufbahn werde in den 

medizinischen Einschätzungen zuwenig berücksichtigt, sei dem entgegenzuhalten, 

dass die Beschwerdeführerin sich seit dem neunten Lebensjahr permanent in 

psychiaterischer Behandlung befinde. Ihre Mutter habe sich wegen entsprechender 

Verhaltensauffälligkeiten und den sich daraus ergebenen Erziehungsproblemen 

regelmässig beraten lassen müssen. Die Platzierung in einer Jugendwohngruppe 

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(Dezember 2000 bis Juli 2001, vgl. act. G 14.1) sei bereits auf die psychischen 

Beeinträchtigungen zurückzuführen gewesen. Die Mutter der Beschwerdeführerin habe 

bereits ein psychiatrisches Gutachten über die Beschwerdeführerin beantragt, als diese 

16-jährig gewesen sei. Die psychischen Beeinträchtigungen hätten zu massiven 

Verhaltensauffälligkeiten geführt, die damals als "Erziehungs- und 

Beziehungsschwierigkeiten" zusammengefasst worden seien. Allenfalls seien weitere 

Abklärungen zur schulischen und beruflichen Laufbahn nachzuholen.

F.   

Am 8. Juni 2007 hat die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik 

verzichtet.

G.   

G.a Mit Schreiben vom 29. Mai 2008 hat sich die Gerichtsleitung bei Dr. C.___ nach 

den erhobenen Diagnosen und einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin erkundigt. Dr. C.___ hat am 4./6. Juni 2008 berichtet, er habe die 

Beschwerdeführerin am 25. September 2001 erstmals wegen des Verdachts auf eine 

Schlüsselbeinfraktur gesehen, im Januar 2002 dann wegen einer Gastroenteritis und im 

April 2002 wegen einer Sprunggelenksdistorsion rechts. Im Mai 2002 sei sie im 

Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation bei familiärem Konflikt bei ihm 

gewesen und er habe sie den KJPD überwiesen. Die Beschwerdeführerin sei damals 

noch in die Schule gegangen, weshalb keine Arbeitsunfähigkeit im eigentlichen Sinne 

bestanden habe. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantragt in der 

Stellungnahme vom 1. Juli 2008, einen Bericht der KJPD einzuholen, wo die 

Beschwerdeführerin über längere Zeit in Therapie gewesen sei. In der Zwischenzeit 

habe sich ferner die Situation insofern verändert, als die Weiterführung der Vorlehre 

aufgrund des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nicht angezeigt sei und ab 

1. März 2007 wieder eine ganze Rente ausgerichtet werde.

G.b Am 14. Juli 2008 hat die Gerichtsleitung die KJPD um Berichterstattung ersucht. 

Diese (Dr. med. F.___) haben mit Schreiben vom 18./19. August 2008 dargelegt, 

gemäss den Akten sei die Beschwerdeführerin dreimal betreut worden. Erstmals vom 

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30. August 1995 bis 16. April 1996 wegen Schulschwierigkeiten bei POS mit 

Schwierigkeiten vor allem im sprachlichen Bereich und mit emotionaler Unreife. 

Diagnostiziert worden seien eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens, eine 

kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten, eine abweichende Elternsituation und der 

Verlust einer liebevollen Beziehung. Eine zweite Behandlung sei am 17. Mai 2002 

erfolgt (Krisenintervention). Im Anschluss daran habe die dritte Behandlung von Juli 

2002 bis Juli 2003 stattgefunden. Beigelegt wurden eine Aktennotiz über die 

Krisenintervention und Berichte an Dr. C.___ vom 18. März 2003, an die 

Amtsvormundschaft vom 28. Mai 2003 und an Dr. med. G.___ vom 29. September 

2003. Zur Frage der Arbeitsunfähigkeit könne nicht abschliessend Auskunft gegeben 

werden. Hierüber wäre eine psychiatrische Begutachtung zu veranlassen. Die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat am 9. September 2008 festgehalten, 

bereits in den Jahren 1995 und 1996 sei eine hyperkinetische Störung diagnostiziert 

worden. Die immer wiederkehrenden familiären Belastungssituationen und 

Kriseninterventionen seien offensichtlich Ausdruck der gesundheitlichen Probleme. 

Aufgrund der Diagnosen liege auf der Hand, dass die psychoorganischen 

Beeinträchtigungen zu den sozialen Problemen geführt hätten. Der Abbruch der 

Erstausbildung sei nicht erstaunlich. Eine allfällige Arbeitsunfähigkeit sei im Schulalter 

noch nicht relevant gewesen. Die Ausbildungsfähigkeit sei aber ganz offensichtlich 

nicht vorhanden gewesen. Die KJPD hatten etwa in dem Bericht vom 29. September 

2003 erklärt, es sei eine Krankschreibung der Beschwerdeführerin für einige wenige 

weitere Tage eventuell indiziert. Es werde versucht, den Lehrvertrag aufzulösen. Aus 

jugendpsychiatrischer Sicht scheine aktuell eine weitere Verschlechterung des 

psychischen Zustands anzustehen, wenn die Beschwerdeführerin sich gezwungen 

sehen sollte, die Lehrstelle weiterhin zu besuchen.

Erwägungen:

1.   

1.1  Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 10. November 2006 entwickelt hat, sind die auf den 

1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.

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1.2  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. September 2005 bis 30. November 2005 

(Taggeld ab 14. November 2005) eine ganze Rente zugesprochen. Strittig ist 

insbesondere der Anspruchsbeginn. Zum Streitgegenstand gehört angesichts des 

Rentenanspruchs notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin 

zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen hat.

2.   

2.1  Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs 

auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). 

Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Für in Ausbildung begriffene versicherte Personen erfolgt die Bemessung der 

Invalidität nach Art. 26  IVV gemäss Art. 28 Abs. 2  IVG, sofern ihnen die Aufnahme 

einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann. Nach jener Bestimmung wird bei 

nicht erwerbstätigen Versicherten, welche im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, für die Bemessung der 

Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie 

behindert sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs. 2  IVG; vgl. Art. 8 

Abs. 3 ATSG). Versicherten, die das 18. Altersjahr vollendet haben, steht daher ein 

Rentenanspruch zu, wenn und soweit sie invaliditätsbedingt in der Berufsausbildung 

behindert sind (vgl. ZAK 1982 S. 497). 

2.3  Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der 

Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte 

mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im 

bis bis

bis

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Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte 

qualitative und/oder quantitative Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Auch vor 

der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 

1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).

2.4  Der Versicherungsfall kann ausserdem frühestens am ersten Tag des der 

Vollendung des 18. Altersjahres folgenden Monats eintreten (ZAK 1984 S. 445; vgl. 

Rz 1030 des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH): Die Rente wird 

gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der 

Anspruch entsteht, jedoch frühestens von jenem Monat an, der auf die Vollendung des 

18. Altersjahres folgt.

3.   

3.1  Dem Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 14. Dezember 2004 lässt sich 

entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin seit der Kindheit eine 

Teilleistungsstörung im sprachlichen Bereich (POS), seit der Adoleszenz eine 

rezidivierende depressive Störung und eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit 

emotional instabilen Anteilen sowie seit dem 16. Lebensjahr ein Tinnitus und eine 

Hörminderung vorlagen. Die Beschwerdeführerin sei als Auszubildende im Malerberuf 

seit dem 15. September 2004 voll arbeitsunfähig. Die Beschwerdegegnerin stellt darauf 

ab, dass in diesem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei, während zuvor 

keine Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Ausbildungsfähigkeit vorgelegen habe. Nach 

Auffassung des RAD vom 10. Januar 2005 ist die Invalidität (ab diesem Zeitpunkt) 

ausgewiesen, da die Beschwerdeführerin in der Lehre nicht mehr arbeitsfähig sei und 

die Bedingungen für eine angepasste Tätigkeit einem geschützten Rahmen 

entsprächen. Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber beantragen, ihr sei bereits 

ab dem 18. Altersjahr eine ganze Rente zuzusprechen (somit nach dem oben 

Erwähnten ab dem 1. April 2004).

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3.2  Dass der Krankheitsbeginn in der Adoleszenz liegt und die emotional instabilen 

Anteile der Persönlichkeitsentwicklungsstörung der Beschwerdeführerin vor dem 

14. Altersjahr aufgetreten sind, ist für sich allein nicht ausschlaggebend. Massgebend 

ist vielmehr der Zeitpunkt des Eintritts einer dadurch verursachten relevanten 

Einschränkung im Aufgabenbereich.

3.3  Bei den Akten liegt kein Attest einer Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor dem 

15. September 2004. Indessen hat die Klinik St. Pirminsberg (A.___) die erhobenen 

Diagnosen als solche bezeichnet, die von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind. Daraus 

lässt sich schliessen, dass mit dem Auftreten der entsprechenden Leiden vor geraumer 

Zeit bereits eine - wenn auch im Ausmass nicht quantifizierte - Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit verbunden war. Aus dem Bericht geht denn auch des Weiteren hervor, 

dass die Auswirkungen der Persönlichkeitsentwicklungsstörung (Orientierungslosigkeit 

mit Affektlabilität und wechselnder Konzentration) bewirkt hätten, dass die 

Beschwerdeführerin den Anforderungen im ersten Ausbildungsjahr nicht habe 

entsprechen können. Gemäss der Beurteilung der KJPD vom 29. September 2003 

schien damals aus jugendpsychiatrischer Sicht eine weitere Verschlechterung des 

psychischen Zustands anzustehen, falls die Beschwerdeführerin sich gezwungen 

sehen sollte, die (erste) Lehrstelle weiterhin zu besuchen. Unter diesen Umständen 

muss schon für die Zeit vor dem 15. September 2004 von einer Ausbildungsunfähigkeit 

der Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Hiergegen spricht nicht, dass die 

Beschwerdeführerin tatsächlich noch bis September 2004 in ihrer Ausbildung 

verblieben ist und der Arbeitgeber davon berichtete, die Beschwerdeführerin habe bis 

Februar 2004 mindestens durchschnittliche Leistungen erbracht. Die Schwierigkeiten 

zur Aufrechterhaltung des Lehrverhältnisses sind nach der Aktenlage dokumentiert, 

ebenso der Umstand, dass gesundheitliche Störungen dafür verantwortlich zu machen 

sind. Im Übrigen ist die Arbeitsfähigkeit in einer Weise eingeschränkt, dass dennoch 

eine ganztägige Arbeit möglich ist, allerdings lediglich eine solche, bei welcher die 

Beschwerdeführerin nur reduzierten Leistungsanforderungen ausgesetzt ist 

(act. 10-5/9). Dass die Klinik St. Pirminsberg eine Arbeitsunfähigkeit dennoch erst ab 

dem 15. September 2004 attestierte, mag sich damit erklären lassen, dass die 

Beschwerdeführerin damals stationär in die Klinik aufgenommen wurde, und dass 

vorher kein Attest erstellt wurde anderseits damit, dass die Beschwerdeführerin noch in 

der Ausbildung stand (vgl. Schreiben von Dr. C.___ vom 4./6. Juni 2008). A.___ (für die 

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FSP) stellte sich wohl deshalb mit Schreiben vom 12. Juni 2006 sinngemäss auf den 

Standpunkt, bei der Festlegung des Arbeitsunfähigkeitsbeginns auf den 15. September 

2004 (durch die Beschwerdegegnerin) könne es sich nur um einen Irrtum handeln.

3.4  Von weiteren Abklärungen in medizinischer Hinsicht können zur Frage des Beginns 

der Arbeitsunfähigkeit keine zusätzlichen Erkenntnisse erwartet werden, sodass es sich 

rechtfertigt, angesichts der gegebenen Aktenlage von einer Unfähigkeit der 

Beschwerdeführerin, sich in ihrem Aufgabenbereich der Ausbildung zu betätigen, 

auszugehen, die einen Rentenanspruch bereits im frühesten möglichen Zeitpunkt des 

Vollendens des 18. Altersjahrs, nämlich am 1. April 2004, entstehen lässt, und zwar 

einen solchen auf eine ganze Rente.

4.   

Die Beschwerdeführerin lässt die Zusprechung eines Verzugszinses beantragen. 

Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen, 

sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen 

ist, nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 

12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Die Verzugszinspflicht 

beginnt nach der Rechtsprechung zwei Jahre nach dem Beginn der 

Rentenberechtigung als solcher, nicht erst jeweils zwei Jahre nach Fälligkeit jeder 

einzelnen Monatsrente (BGE 133 V 9). Die Voraussetzungen einer Zusprechung von 

Verzugszins sind vorliegend erfüllt. Der Satz für den Verzugszins beträgt gemäss Art. 7 

Abs. 1 ATSV 5 Prozent im Jahr.

5.   

5.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Abänderung der 

angefochtenen Verfügung vom 10. November 2006 insofern zu schützen, als der 

Anspruch auf eine ganze Rente am 1. April 2004 beginnt. Ausserdem ist der 

Beschwerdeführerin ab 1. April 2006 ein Verzugszins von 5 % zuzusprechen. 

5.2  Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

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festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 

VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.  

5.3  Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 10. 

November 2006 im Sinne der Erwägungen insofern abgeändert, als der Anspruch auf 

eine ganze Rente am 1. April 2004 beginnt.

2.  Der Beschwerdeführerin wird ab 1. April 2006 ein Verzugszins von 5 % 

zugesprochen.

3.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

4.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2008
	Festsetzung des Rentenbeginns bei einer fachärztlich festgestellten Diagnose, bestehend aus einer Kombination von Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit emotional instabilen Anteilen seit Adoleszenz und rezidivierender depressiver Störung im Zusammenhang mit dem Abbruch der erstmaligen beruflichen Ausbildung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2008, IV 2006/280).

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