# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab92a64a-6db1-5c0e-8183-9d2a33b62127
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2008 D-5583/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5583-2006_2008-10-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5583/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richterin Marianne Teuscher, Richter Fulvio Haefeli; 
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...),
Nepal,
vertreten durch Thomas Wenger, Fürsprecher, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
21. Juni 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5583/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Hei-
matstaat  am 20. März  2005  und  gelangte  am 30. April  2005  in  die 
Schweiz, wo er gleichentags im Empfangszentrum B._______ um Asyl 
nachsuchte. Dazu wurde er am 13. Mai 2005 vom BFM im Empfangs-
zentrum B._______ befragt und am 6. Juni 2005 vom Migrationsdienst 
des Kantons C._______ angehört. 

Im  Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer  dabei  geltend,  er 
stamme  aus  D._______,  Distrikt  E._______,  und  habe  in  der 
Landwirtschaft  gearbeitet.  Er  sei  Mitglied  der  Jugend  der 
Kongresspartei  gewesen. Als  die  Maoisten an die  Macht  gekommen 
seien, hätten diese begonnen, alle unter Druck zu setzen. Am 3. Juni 
2003  seien  zehn  bis  fünfzehn  Angehörige  der  Maoisten  zum  Haus 
seiner Familie gekommen und hätten ihn geschlagen. Sie hätten von 
ihm  und  seiner  Familie  Spendengelder  und  Unterkunft  verlangt.  An 
einem  Fest  seiner  Partei  am  14.  Januar  2005  seien  er  und  seine 
Kollegen  von  etwa  25  Maoisten  attackiert  worden.  Zwei  seiner 
Kollegen seien von den Maoisten mitgenommen worden; er  und ein 
weiterer Kollege hätten nach F._______ entkommen können. Er habe 
nicht in sein Dorf zurückkehren können, da er Informationen erhalten 
habe, dass es dort für ihn zu gefährlich sei. Sein Onkel habe ihm den 
Rat  gegeben,  sich  in  Sicherheit  zu  bringen,  da  die  Lage  für  ihn  in 
Nepal  zu  gefährlich  sei.  Deshalb  habe  er  sich  nach  Neu  Delhi 
begeben. Von dort sei er mit dem Flugzeug nach Paris geflogen und 
weiter mit dem Auto illegal in die Schweiz eingereist.

B.
Abklärungen  des  BFM  ergaben,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
28. Februar 2005 in Belgien unter der Identität G._______ ein Asylge-
such eingereicht hatte. Nach Erkenntnissen der belgischen Behörden 
hatte er bereits am 13. März 2004 in den Niederlanden ein Asylgesuch 
eingereicht.

Zu diesen Abklärungsergebnissen wurde dem Beschwerdeführer  am 
7. Juni 2006 das rechtliche Gehör gewährt und ihm Frist zur Stellung-
nahme bis zum 17. Juni 2006 eingeräumt. Der Beschwerdeführer liess 
sich dazu nicht vernehmen.

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C.
Mit Verfügung vom 21. Juni 2006 - eröffnet am 27. Juni 2006 - stellte 
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 
nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Weg-
weisung aus der Schweiz und deren Vollzug.

D.
Mit  Beschwerde vom 27. Juli  2006 (Poststempel)  an die damals zu-
ständige  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  liess  der  Be-
schwerdeführer beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzu-
heben,  seine  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  und  ihm  Asyl  zu 
gewähren. Eventuell sei die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-
sung festzustellen und das BFM anzuweisen, für den Beschwerdefüh-
rer von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme anzuordnen.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 3. August 2006 stellte der zuständige Inst-
ruktionsrichter  der  ARK fest,  der  Beschwerdeführer  könne den Aus-
gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig verzichtete 
er infolge des auf dem Sicherheitskonto des Beschwerdeführers vor-
handenen Betrages auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und 
überwies die Akten dem BFM zur Vernehmlassung.

F.
Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  11.  August 
2006 die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 

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[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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4.  

4.1 Das Bundesamt  lehnte  das  Asylgesuch mit  der  Begründung ab, 
angesichts der aktuellen Lage in Nepal sei zu betonen, dass sich die 
Situation im Heimatland des Beschwerdeführers seit dessen Ausreise 
massgeblich verändert  habe. Die Maoisten würden seit  dem Waffen-
stillstand  Ende  April  2006  von  der  neuen  nepalesischen  Regierung 
nicht  mehr als verbotene Terrororganisation betrachtet  und seien mit 
dieser  an  den  Friedensgesprächen  mitbeteiligt.  Diese  Entwicklung 
habe insgesamt zu einer Entspannung und zu einer deutlichen Verbes-
serung der Menschenrechtssituation im ganzen Land geführt. Für Per-
sonen, welche trotz dieser veränderten Situation weiterhin Bedrängun-
gen durch die Maoisten befürchten würden, bestehe die Möglichkeit, 
sich diesen befürchteten Massnahmen - gestützt auf die in Nepal ge-
währte Niederlassungsfreiheit - durch Wohnsitznahme in einem ande-
ren Teil Nepals zu entziehen. Sie seien daher nicht auf den Schutz der 
Schweiz angewiesen. Der Beschwerdeführer habe zudem erklärt, mit 
den Behörden in Nepal habe er keine Probleme gehabt. Die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers hielten  demnach den Anforderungen an 
die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Zudem sei 
der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich.

4.2 In der Beschwerde wird vom Beschwerdeführer demgegenüber im 
Wesentlichen geltend gemacht,  es  stimme ausserordentlich  bedenk-
lich, dass die Vorinstanz erste Kontaktaufnahmen der Konfliktparteien, 
die  zu  einer  momentanen  Entspannung  führen  würden,  dazu  miss-
brauche, um mit schnellen Entscheiden Gesuche vom Tisch zu schaf-
fen, die vorher nicht behandelt worden seien. Es bestehe der Verdacht, 
es gehe dem BFM ganz offensichtlich darum, die Betroffenen aus der 
Schweiz wegzuweisen, bevor die erst am 26. Mai 2006 aufgenomme-
nen  Friedensverhandlungen  scheitern  könnten.  Zur  Entwicklung  der 
politischen Lage in Nepal seien derzeit noch sehr viele Fragen offen, 
die  beantwortet  werden  müssten,  bevor  sich  die  Beurteilung  der 
Vorinstanz als  zutreffend erweisen könne. Die Verfügung der  Vorins-
tanz erweise sich somit ganz klar als Kurzschluss-Entscheid. Im jetzi-
gen Zeitpunkt hätte er - der Beschwerdeführer - aufgrund der unsiche-
ren Entwicklung in Nepal bei einer Rückkehr in seine Heimat nach wie 
vor  begründete  Furcht  vor  künftiger,  asylrelevanter  Verfolgung durch 
Übergriffe durch die Maoisten.

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4.3 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die 
Situation im Zeitpunkt  des Asylentscheides. Ausgangspunkt  der Prü-
fung ist  die  Frage nach der  im Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen 
Furcht vor einer absehbaren Verfolgung im Heimatstaat. Veränderun-
gen  der  objektiven  Situation  im Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und 
Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der Asylgesuch stellenden 
Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).

4.4 Das BFM stellte zutreffend fest, dass sich die allgemeine Lage in 
Nepal seit der Ausreise des Beschwerdeführers wesentlich verändert 
hat. Bereits die als Vorgängerorganisation des Bundesverwaltungsge-
richts tätige ARK hat die allgemeine Situation in Nepal ausführlich be-
urteilt  und  festgestellt,  die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschen-
rechtslage habe sich seit  der  Aufnahme von Friedensverhandlungen 
zwischen  den  Maoisten  ("Communist  Party  of  Nepal"  [CPN-M])  und 
der  Regierung  beziehungsweise  der  Verkündung  der  Maoisten  vom 
28. Juli 2006, den Waffenstillstand zu verlängern, erheblich verbessert 
(vgl. dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 31 E. 4.3.4. und 4.3.5. S. 332 ff.).

Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21. Novem-
ber  2006 unterzeichneten die  Regierung und die  Maoisten ein  Frie-
densabkommen. Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten 
am  Übergangsparlament  und  stellten  73  der  330  Abgeordneten.  Im 
Dezember  2006  wurde  die  Interimsverfassung  verabschiedet.  Am 
15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung 
und  es  erfolgte  die  Neubestellung  des  interimistischen  Parlaments, 
welchem  83  Abgeordnete  der  Maoisten  angehörten.  Nach  einigen 
Verzögerungen wurde am 16. Januar  2007 mit  der  Entwaffnung  der 
Maoisten  begonnen.  Am  10.  April  2008  erfolgte  die  Wahl  der 
verfassungsgebenden Versammlung. Dabei  wurden die  Maoisten vor 
dem Nepali Congress zur stärksten Kraft (vgl. Maoisten gewinnen die 
Wahl,  NZZ  Online,  International,  24. April 2008;  Mehr  Sitze  für  die 
Maoisten  in  Nepal,  NZZ  Online,  International,  25. April 2008).  Am 
28.  Mai  2008  kam  die  verfassungsgebende  Versammlung  zu  ihrer 
ersten  Sitzung  zusammen.  Gleich  zu  Beginn  der  konstituierenden 
Sitzung schuf die Versammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab 
und erklärte das Land zur Republik (vgl. Nepal schafft die Monarchie 
ab;  NZZ  Online,  International,  29.  Mai  2008).  Am  11. Juni 2008 
verliess der entmachtete Monarch Nepals, König Gyandendra, seinen 
Palast  in  Kathmandu  (vgl.  Nepals  entmachteter  König  verlässt  den 

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Palast,  NZZ Online, International,  12. Juni 2008). Die verfassungsge-
bende Versammlung wählte schliesslich am 21. Juli 2008 Ram Baran 
Yadav vom Nepali Congress zum ersten Präsidenten der Republik (vgl. 
Erster  Präsident  Nepals  gewählt,  NZZ  Online,  International, 
21. Juni 2008)  und  am  15. August 2008  wählte  sie  den  Chef  der 
Maoisten, Pushpa Kamal Dahal (Prachanda), zum Ministerpräsidenten 
(vgl.  Maoisten-Chef  neuer  Ministerpräsiden  in  Nepal,  NZZ  Online, 
International, 15. August 2008).

In  Anbetracht  dieser  vorstehend  dargelegten  Entwicklung  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass für den Beschwerdeführer 
im heutigen Zeitpunkt - entgegen den Vorbringen in der Rechtsmittel-
schrift - keine begründete Furcht vor einer künftigen Verfolgung durch 
die  Maoisten  besteht.  Zudem  hielt  sich  der  Beschwerdeführer  am 
13. März  2004  in  den  Niederlanden  auf  und  stellte  am 28. Februar 
2005  in  Belgien  ein  Asylgesuch,  weshalb  die  geltend  gemachte 
Verfolgung am 14. Januar 2005 sowie die nachfolgenden Verfolgungs-
handlungen  als  unglaubhaft  zu  qualifizieren  sind.  Es  kann  daher 
darauf verzichtet werden, auf die Ausführungen in der Beschwerde im 
Einzelnen  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  offensichtlich  nichts  zu 
ändern vermögen.

4.5 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
keine Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft  machen oder nachweisen 
konnte.  Die  Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers 
demnach zu Recht abgelehnt.

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

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6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers nach Nepal ist demnach unter dem 
Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner Ausschaffung nach Nepal dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Ben-
said gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des 
arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation in Nepal lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 
Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Ge-
sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.5 Wie bereits vorstehend unter Ziffer 4.4 ausführlich dargelegt, hat 
sich die allgemeine Lage in Nepal seit der Ausreise des Beschwerde-
führers wesentlich verändert. Aktuell  ist  die  Situation in  Nepal  somit 
nicht dergestalt, als dass von einer Situation allgemeiner Gewalt ge-
sprochen werden kann, weshalb die Rückkehr nach Nepal generell als 
zumutbar zu bezeichnen ist.

Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers sind 
keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs sprechen. Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass der Be-
schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Nepal aufgrund seiner mehr-
jährigen Landesabwesenheit mit gewissen Schwierigkeiten konfrontiert 
werden  könnte.  Indes  hat  der  -  soweit  aktenkundig  -  gesunde  Be-
schwerdeführer bis zu seiner Ausreise den weitaus grössten Teil sei-
nes Lebens in seinem Heimatstaat verbracht und in der Landwirtschaft 

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gearbeitet. Überdies hat er dort während 4 Jahren die Schule besucht. 
Neben Gurung spricht der Beschwerdeführer auch Nepali. Zudem le-
ben seine Eltern und seine Geschwister nach wie vor in seinem Hei-
matdorf.  Bei  dieser  Sachlage  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Be-
schwerdeführer  über  ein  soziales  Beziehungsnetz  verfügt,  welches 
ihm eine Reintegration erleichtern kann. Blosse soziale und wirtschaft-
liche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allge-
meinen betroffen ist, genügen nicht, um eine Gefährdung im Sinne von 
Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis 
der ARK in EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1. S. 215). Sodann steht es dem 
Beschwerdeführer frei und ist ihm auch zuzumuten, sich an einem an-
deren als seinem bisherigen Wohnort niederzulassen. Der Vollzug der 
Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Nepal  erweist  sich  dem-
nach als zumutbar (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 31).

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

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