# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed0c0892-e532-57b3-8f85-39d9b57f29d4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.03.2024 D-1085/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1085-2024_2024-03-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1085/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;    

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. Januar 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1085/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge im Oktober 2019 

sein Heimatland und ersuchte am 1. November 2022 um Asyl in der 

Schweiz.  

B.  

Mit Vollmacht vom 7. November 2022 zeigte die dem Beschwerdeführer 

zugewiesene Rechtsvertretung des Bundesasylzentrums (BAZ) (…) ihr 

Mandat an. 

C.  

Am 16. November 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) statt. Dabei 

legte der Beschwerdeführer seine aktuelle und seine abgelaufene türki-

sche Identitätskarte zu den Akten. 

D.  

Mit Verfügung vom 22. November 2022 wurde der Beschwerdeführer dem 

Kanton B._______ zugewiesen und am 6. Oktober 2023 dem erweiterten 

Verfahren zugeteilt.  

E.  

E.a Am 6. Oktober 2023 fand die Anhörung zu den Asylgründen statt.  

E.b Darin führte der Beschwerdeführer zusammenfassend aus, dass er in 

C._______ (Provinz Yalova) geboren und dort mit seinen Eltern und fünf 

Geschwistern aufgewachsen sei. Nach seinem Maturaabschluss habe er 

während ungefähr sechs Jahren als (…) gearbeitet und dabei lediglich den 

Mindestlohn erhalten. Nachdem er durch Vermittlung eines Cousins eine 

Stelle als (…) in Belgien erhalten habe, sei er am 20. September 2019 res-

pektive am 20. Oktober 2019 legal aus der Türkei ausgereist. In Belgien 

habe er ungefähr eineinhalb Jahre gearbeitet, bis er festgestellt habe, dass 

der Cousin einen Teil seines Lohnes für sich behalten habe. Daraufhin 

habe er die Stelle sowie Belgien verlassen. In der Folge habe er sich illegal 

in verschiedenen europäischen Staaten aufgehalten und seinen Lebens-

unterhalt verdient. Er sei aus rein wirtschaftlichen Gründen ausgereist; in 

der Türkei habe er keine Probleme gehabt, sei weder politisch aktiv gewe-

sen, noch habe er als Kurde Benachteiligungen oder Diskriminierungen er-

fahren.  

D-1085/2024 

Seite 3 

F.  

Ebenfalls am 6. Oktober 2023 legte die Rechtsvertretung des BAZ ihr Man-

dat nieder. 

G.  

Mit Verfügung vom 25. Januar 2024 (eröffnet am 31. Januar 2024) lehnte 

die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, verneinte die 

Flüchtlingseigenschaft und wies ihn aus der Schweiz weg. Er wurde ver-

pflichtet, die Schweiz sowie den Schengenraum bis am Tag nach Eintritt 

der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, wobei er ansonsten unter 

Zwang weggewiesen werden könne. Der Kanton B._______ wurde mit 

dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. 

H.  

H.a Mit Eingabe vom 20. Februar 2024 (Datum Poststempel) erhob der Be-

schwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und beantragte, dass die Verfügung des SEM 

vom 25. Januar 2024 vollumfänglich aufzuheben, er als Flüchtling anzuer-

kennen und ihm Asyl zu gewähren sei. Eventualiter sei der Vollzug der 

Wegweisung als unzulässig respektive unzumutbar zu beurteilen und es 

sei die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht er-

suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die Einsetzung 

einer amtlichen Rechtsverbeiständung.  

Der Beschwerde legte er eine Kopie des Entscheids des SEM vom 25. Ja-

nuar 2024 und eine Kopie seines Arbeitsvertrags vom 8. Januar 2024 bei.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine 

D-1085/2024 

Seite 4 

solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, 

weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Da es sich um 

eine solche handelt, ist das Urteil nur summarisch zu begründen (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Seite 5 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, dass 

der Beschwerdeführer sein Heimatland aufgrund eines Stellenangebotes 

verlassen, anschliessend in mehreren europäischen Staaten illegal als (…) 

gearbeitet und erklärt habe, in der Türkei keiner Verfolgung ausgesetzt ge-

wesen zu sein. Seine Vorbringen würden dementsprechend keine Asylre-

levanz aufweisen. Die allgemeine Menschenrechtslage – auch nach der 

Niederschlagung des Militärputschversuches vom 15. respektive 16. Juli 

2016 – lasse den Vollzug der Wegweisung nicht als unzulässig erscheinen.  

5.2 Der Beschwerdeführer entgegnete, dass er aus der Türkei ausgereist 

sei, weil er sich im Ausland ein besseres Leben erhoffe. Nachdem er ein 

Stellenangebot als (…) in Belgien erhalten habe, sei er ausgereist. Nach 

ungefähr eineinhalb Jahren sei er von der Person, die ihm die Stelle ver-

mittelt habe, verraten worden und er habe Belgien verlassen müssen. Er 

sei ein sehr motivierter junger Mann mit guten Deutschkenntnissen und 

beherrsche auch die flämische und holländische Sprache. In der Schweiz 

habe er sich bereits gut integriert und habe per (…) 2024 eine unbefristete 

Arbeit als Aushilfe in einer (…) gefunden. In seinem Heimatland habe er 

keine Zukunft, da er lediglich den Minimallohn erhalte. Seine Familie und 

er hätten davon nur knapp überleben können; er wünsche sich für sich und 

seine Familie ein besseres Leben und eine sichere Zukunft.  

6.  

6.1 Auch wenn die Integrationsbemühungen des Beschwerdeführers 

(seine Deutschkenntnisse und seine erfolgreiche Stellensuche sowie sein 

Bedürfnis nach der finanziellen Unabhängigkeit) bemerkenswert sind, wei-

sen sie offensichtlich keine Asylrelevanz auf. Das Gericht kommt in Über-

einstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es seinen geltend ge-

machten Wünschen nach einem besseren Leben und einer sicheren Zu-

kunft an Asylrelevanz fehlt. Auch der vorgebrachte Umstand, dass er in der 

Türkei für seine Arbeit lediglich eine Minimalbezahlung erhält, erweist sich 

als flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Seinen Ausführungen ist schliesslich 

zu entnehmen, dass er nie polizeilich in Erscheinung getreten ist, sich nicht 

politisch engagiert und auch keine Nachteile aufgrund seiner kurdischen 

Ethnie erfahren hat, und somit auch keine Verfolgung geltend macht.  

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Seite 6 

6.2 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist darzulegen, in seinem Heimatland in 

asylrechtlich relevanter Weise verfolgt worden zu sein oder befürchten zu 

müssen, in naher Zukunft einer solchen Verfolgung ausgesetzt zu werden. 

Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demzufolge zu Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).  

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK; SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

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Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK 

darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe 

oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da der Be-

schwerdeführer keine asylrechtlich erhebliche Gefährdung vorgebracht 

hat, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung 

im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat Türkei ist demnach unter dem 

Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen.  

 

8.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

 

8.3.2 Auch unter Berücksichtigung des Wiederaufflammens des türkisch-

kurdischen Konfliktes sowie der bewaffneten Auseinandersetzungen zwi-

schen der PKK und staatlichen Sicherheitskräften seit Juli 2015 in 

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Seite 8 

verschiedenen Provinzen im Südosten des Landes (im Einzelnen: Batman, 

Diyarbakir, Mardin, Siirt, Urfa und Van, anders als die Provinzen Hakkari 

und Sirnak, zu den Letzteren vgl. BVGE 2013/2 E. 9.6) sowie der Entwick-

lungen nach dem Militärputschversuch im Juli 2016 ist gemäss konstanter 

Praxis nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähn-

lichen Verhältnissen in der Türkei – auch nicht für Angehörige der kurdi-

schen Ethnie – auszugehen (vgl. vgl. statt vieler Urteil des BVGer  

E-4607/2021 vom 12. Januar 2022 E. 9.3.1 m.w.H. sowie das Referenzur-

teil E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 7.3.1). Hierzu ist zudem vollumfäng-

lich auf die vorinstanzliche Verfügung zu verweisen (vgl. SEM-Akte A15/6 

S. 4) 

8.4  

8.4.1 Schliesslich liegen keine individuellen Gründe vor, die gegen einen 

Wegweisungsvollzug sprechen würden. Der Beschwerdeführer verfügt 

über einen (…) und mehrjährige – zum Teil im Ausland erworbene – Be-

rufserfahrung als (…). Bei seiner Rückkehr wird es ihm möglich sein, sei-

nen zuvor ausgeübten Beruf erneut aufzunehmen. Er ist in C._______ in 

der Provinz Yalova aufgewachsen und kann dort auf ein breites soziales 

und familiäres Netzwerk zurückgreifen, welches ihm bei Bedarf zu Seite 

stehen kann. Auch ist die Provinz Yalova nicht vom schweren Erdbeben 

betroffen, welches sich im Februar 2023 ereignete. Auch wenn er und seine 

Familie mit seinem Minimallohn nur knapp hätten leben können (vgl. SEM-

Akte A12/9 F28, F39 und Beschwerde Punkt 4), werden seine arbeitstäti-

gen Geschwister ihn im Bedarfsfall finanziell unterstützend zur Seite ste-

hen können (vgl. SEM Akte A12/9 F24), zumal vier seiner fünf Geschwister 

ebenfalls einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Sodann ist auch seine Wohn-

situation gesichert, zumal er bis zu seiner Ausreise 2019 mit seinen Eltern 

in deren eigenem Haus gelebt hat und dorthin zurückkehren kann. Eben-

falls lässt sein gesundheitlicher Zustand einen Wegweisungsvollzug nicht 

als unzumutbar erscheinen; den Akten ist nicht zu entnehmen, dass er an 

gesundheitlichen Problemen leiden würde. Bezüglich seiner fortgeschritte-

nen Integration respektive seine Integrationsbemühungen ist festzuhalten, 

dass der Grad der Integration als solcher grundsätzlich nicht ein Kriterium 

für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne 

von Art. 83 Abs. 4 AIG darstellt (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.3 am Ende;  

EMARK 2006 Nr. 13 E. 3.5 S. 142 f.; Urteile des BVGer 

D-2453/2014 vom 12. August 2015 E. 7.3.2.4; E-5563/2018 vom 30. Okto-

ber 2018 E. 8.3; D-4535/2019 vom 26. August 2020 E. 10.3).  

http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/2

D-1085/2024 

Seite 9 

8.4.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die Beschwerde ist angesichts der vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu qualifizieren. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und um amtliche Rechtsverbeiständung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG sind deshalb ungeachtet der geltend 

gemachten – jedoch nicht belegten – prozessualen Bedürftigkeit abzuwei-

sen. Der Antrag auf den Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses 

wird mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Einsetzung einer amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Martina von Wattenwyl 

 

 

Versand: