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**Case Identifier:** 650b2fe3-bd56-5d17-9ee2-e8555c9b2c61
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 08.08.2013 ZK 2013 230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2013-230_2013-08-08.pdf

## Full Text

ZK 13 230, publiziert November 2013

Entscheid der 2. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern

vom 8. August 2013

Besetzung 

Oberrichter Vicari (Referent), Oberrichtern Apolloni Meier und Oberrichter Studiger 
Gerichtsschreiberin Mosimann

Verfahrensbeteiligte

A AG
Gesuchstellerin/Beschwerdeführerin

gegen

B 
Gesuchsgegner/Beschwerdegegner

Gegenstand
provisorische Rechtsöffnung

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 10. April 2013

Regeste: 
 Art. 82 SchKG, Art. 9 Abs. 2 lit. j KKG
 Gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. j KKG muss der Vertrag den pfändbaren Teil des Einkommens, 

der der Kreditfähigkeitsprüfung nach Art. 28 KKG zu Grunde gelegt worden ist, angeben. 
„Einzelheiten“ können in einem vom Konsumkreditvertrag getrennten Schriftstück 
festgehalten werden, das einen integrierenden Bestandteil des Vertrags bildet.

Redaktionelle Vorbemerkungen:
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für eine Forderung nebst Zins 
betrieben. Nach Zustellung des Zahlungsbefehls erhob der Beschwerdegegner „Teil-
Rechtsvorschlag“. Auf separatem Schreiben erklärte der Beschwerdeführer: „Ich möchte 
Rechtsvorschlag machen wegen Verzugszinsen“. Gegen die geltend gemachte Forderung 
wurde somit kein Rechtsvorschlag erhoben. 

Auszug aus den Erwägungen:

(...)

IV.

(…)

2. Die Vorinstanz hat den von der Beschwerdeführerin als Rechtsöffnungstitel 
eingereichten Vertrag zu Recht als Konsumkreditvertrag qualifiziert (siehe dazu die 
Ausführungen der Vorinstanz in Ziff. 6 des Entscheids vom 10. April 2013, pag. 17 ff.). 

3. Der Konsumkreditvertrag bildet grundsätzlich einen tauglichen Rechtsöffnungstitel für 
die Rückzahlung des Darlehens sowie die Bezahlung von Verzugszinsen, insbesondere 
wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden (vgl. BSK SchKG I-STAEHELIN, N. 122 zu Art. 
82 SchKG und N. 31 f. zu Art. 82 SchKG). In Ziff. 5 der Vertragsbedingungen haben die 
Parteien vereinbart, dass der Kreditnehmer im Verzugsfall auf dem ausstehenden 
Betrag bis zur Tilgung weiterhin den im Vertrag aufgeführten Zins und somit 13.95 % 
Zins schuldet (GB 2 bzw. BB 3). 

4. Das Rechtsöffnungsverfahren untersteht jedoch einer beschränkten Untersuchungs-
maxime. Das Rechtsöffnungsgericht hat auch bei Abwesenheit oder Schweigen des 
Schuldners aufgrund der Angaben der Parteien und der von ihnen eingereichten 
Unterlagen von Amtes wegen zu prüfen, ob ein Rechtsöffnungstitel vorliegt (BSK SchKG 
I-STAEHELIN, N. 50 zu Art. 84 SchKG). Ein Rechtsöffnungsgesuch ist von Amtes wegen, 
ohne dass es einer entsprechenden Behauptung des Schuldners bedürfte, abzuweisen, 
wenn sich aus der Schuldanerkennung selbst deren Nichtigkeit ergibt. Die Nichtigkeit ist 
vom Gericht indes nur zu beachten, wenn sie entweder aus der Schuldanerkennung 
selbst hervorgeht, oder wenn die entsprechenden Nichtigkeitsgründe vom Schuldner 
glaubhaft gemacht werden. Dabei darf es sich auf eine summarische Prüfung 
beschränken (BSK SchKG I-STAEHELIN, N. 48 f. zu Art. 82 SchKG). 

5. Vorliegend ist somit zu prüfen, ob die Form- und Inhaltsvorschriften des KKG gemäss 
den Art. 9 – 11, 12 Absätze 1, 2 und 4 lit. a, sowie gemäss den Art. 13 und 14 KKG 
eingehalten sind. Wird eine oder werden gar mehrere dieser Bestimmungen verletzt, ist 
der Konsumkreditvertrag nichtig (Art. 15 KKG). 

6. Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Konsumkreditgesetz vom 20. März 2001 
verfolgt – nebst der Schaffung einer einheitlichen Rechtsgrundlage für Konsum-
kreditgeschäfte – das Ziel, den Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten zu 
verbessern. In der Botschaft wird dazu ausgeführt, dass namentlich diejenigen 
Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen sind, die nicht in der Lage sind, ihre 
wirtschaftliche Situation richtig einzuschätzen, bzw. die nicht der Versuchung wider-
stehen können, einen für sie ruinösen Konsumkredit zu beanspruchen (Botschaft 
betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über den Konsumkredit vom 14. 
Dezember 1998, BBl 1999 3155 ff., S. 3165). 

Mit der Revision des Konsumkreditgesetzes wurde eine gesetzliche Kreditfähigkeits-
prüfungspflicht zur Vermeidung der Konsumentenüberschuldung eingeführt (Art. 28 
KKG; vgl. KOLLER-TUMLER, Konsumkreditverträge nach revidiertem KKG – eine 
Einführung, in: JKR 2002, S. 11 f.). Ein Konsument soll nur dann einen Kredit auf-

nehmen können, wenn er kreditfähig ist. Dies ist dann der Fall, wenn er den 
Konsumkredit zurückzahlen kann, ohne den nicht pfändbaren Teil des Einkommens 
nach Art. 93 Abs. 1 SchKG beanspruchen zu müssen (Art. 28 Abs. 2 KKG). 

Gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. j KKG muss der Vertrag den pfändbaren Teil des Einkommens, 
der der Kreditfähigkeitsprüfung nach Art. 28 KKG zu Grunde gelegt worden ist, angeben. 
„Einzelheiten“ können in einem vom Konsumkreditvertrag getrennten Schriftstück 
festgehalten werden, das einen integrierenden Bestandteil des Vertrags bildet. Diese in 
Art. 9 Abs. 2 lit. j KKG explizite Erwähnung der „Einzelheiten“ und der Möglichkeit, dass 
dafür ein vom Vertrag getrenntes – jedoch integrierender Bestandteil bildendes – 
Schriftstück verwendet werden darf, ergibt nur dann einen Sinn, wenn der „pfändbare 
Teil des Einkommens“, also das Ergebnis der Berechnung, in der Konsumkredit-
vertragsurkunde selber, vorliegend im „Barkredit Vertrag“, genannt wird. 

Unter Berücksichtigung der Zielsetzung des KKG wird klar, dass dem Konsumenten auf 
einen Blick vor Augen geführt werden soll, wie hoch die Monatsraten sind und welche 
finanziellen Mittel ihm überhaupt zur Verfügung stehen, um die Raten abzubezahlen. 
Dies ist in dem Sinne nur möglich, wenn der pfändbare Teil des Einkommens und die 
Höhe der abzuzahlenden Raten auf ein und derselben Seite neben oder untereinander 
aufgeführt werden (vgl. in diesem Sinne auch RONCORONI, Konsum auf Pump, Das 
Recht, Kommentar des Bundesgesetzes über den Konsumkredit (KKG) für die Praxis, 
Berner Schuldenberatung [Hrsg.], Bern 2011, S. 23; KOLLER-TUMLER, a.a.O., S. 30 f.). 

7. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin genügt es somit nicht, dass der 
pfändbare Teil des Einkommens in einem separaten Schriftstück – der Budget-
berechnung – genannt wird. Die Budgetberechnung wird von den Parteien selber als 
„integrierender Bestandteil“ des Barkreditvertrages bezeichnet. Ein solcher Hinweis wäre 
überflüssig, wenn die Budgetberechnung gewissermassen Seite 2 des Hauptdokuments 
wäre. Die Beschwerdeführerin war sich somit bewusst, dass es sich bei der 
„Budgetberechnung“ um das gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. j KKG vom Vertrag getrennte 
Schriftstück handelt. 

8. Der von der Beschwerdeführerin als Rechtsöffnungstitel eingereichte Konsumkredit-
vertrag ist somit nichtig (Art. 9 Abs. 2 lit. j i.V.m. Art. 15 KKG), weshalb keine 
Rechtsöffnung für die Verzugszinsen erteilt werden kann. 

(…)

Hinweis:
Der Entscheid ist rechtskräftig.