# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 685f0152-35bb-57f5-8d42-664f1bdff984
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.09.2004 SF 2004 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-27_2004-09-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. September 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 27 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

(Abwesenheitsurteil)

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Rehli, Riesen-Bienz und Tomaschett 
Aktuarin ad hoc Bühler

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In der Strafsache

des W., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Ziör-
jen, Sternstrasse 5, 9470 Buchs,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 1. Juni 2004, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. W. wuchs ohne Geschwister in F. bei seinem Grossvater auf. Er be-
suchte sieben Jahre die Volksschule. Danach arbeitete er bei seinem Grossvater, 
welcher Naturheiler ist. Einen Beruf erlernte W. nicht. Im Mai 2003 reiste er in die 
Schweiz ein. Nach einer Woche in Vallorbe/VD kam er am 19. Mai 2003 nach Chur, 
wo er im Durchgangszentrum Foral einquartiert wurde. Er erhielt vom Sozialamt 
jeden zweiten Dienstag Fr. 154.--. Für Arbeiten im Durchgangszentrum erhielt W. 
zusätzlich insgesamt Fr.  224.--. Seit dem 11. Juni 2004 wurde er dort – und auch 
anderenorts in der Stadt Chur – nicht mehr gesehen. 

W. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister nicht verzeichnet.

B. W. wird gemäss Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 1. Juni 2004 der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG angeklagt. Die Staats-
anwaltschaft Graubünden legt dieser Anklage folgenden Sachverhalt zugrunde:

„1. In der Zeit von August 2003 bis zum 8. November 2003 kamen Y. Z. 
und ihr Mann X. Z. ein bis drei Mal pro Woche von H. nach Chur und 
kauften vom Angeklagten durchschnittlich pro Woche 20 Kügelchen Ko-
kain mit einem Gewicht von einem halben Gramm zu mindestens Fr. 
35.-- pro Kugel. Insgesamt kauften sie im genannten Zeitraum ca. 140 
Gramm Kokain und bezahlten hiefür mindestens Fr. 9'800.--.

Während X. Z. beim Interdiscount wartete, begab sich Y. Z. zur RhB-
Station Chur-West, um die zuvor unter der Nummer G. telefonisch be-
stellte Anzahl Kokainkügelchen vom Angeklagten gegen Barzahlung 
entgegenzunehmen. 

Am 27. Oktober 2003 konnte die Polizei bei X. Z. und Y. Z. drei Ko-
kainkügelchen sicherstellen, die sie zuvor vom Angeklagten käuflich er-
worben hatten. Die Analyse ergab einen Reinheitsgrad von 33,7 %.

2. Zwischen Mai 2003 und Ende Juni 2003 kaufte der Angeklagte gemäss 
eigenen Angaben in Chur für mindestens Fr. 60.-- Marihuana von ihm 
unbekannten Personen für den persönlichen Konsum.

3. Am 26. Juni 2003 wurden beim Angeklagten 1,1 Gramm Marihuana si-
chergestellt und am 29. März 2004 vom Untersuchungsrichter be-
schlagnahmt.

Anlässlich einer Zimmer- und Personenkontrolle vom 14. Juli 2003 wur-
den im Durchgangszentrum Foral in Chur im Zimmer des Angeklagten 
Fr. 1'150.-- sichergestellt, die weder dem Angeklagten noch seinem Be-
sucher D., gehören sollen. Am 17. März 2003 beschlagnahmte der Un-
tersuchungsrichter die Fr. 1'150.--.

Am 19. September 2003 und am 12. November 2003 wurde beim An-
geklagten je ein Mobiltelefon mit der Rufnummer G. sichergestellt und 
vom Untersuchungsrichter am 17. März 2004 bzw. 29. März 2004 be-
schlagnahmt.

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Der Angeklagte leistete am 14. Juli 2003 ein Depositum in der Höhe von 
Fr. 300.-- (ES 70213 A) und am 12. November 2003 ein weiteres Depo-
situm in der Höhe von Fr. 160.-- (ES 70217 A).“ 

C. An der Hauptverhandlung vom 13. September 2004 vor der Strafkam-
mer des Kantonsgerichtes von Graubünden war die amtliche Verteidigerin des An-
geklagten, Rechtsanwältin lic. iur. C. Ziörjen, anwesend. Die Anklage wurde von 
Staatsanwalt E. vertreten. Mangels Kenntnis des Aufenthaltsortes des Angeklagten 
konnte diesem die Vorladung nicht zugestellt werden. Anklage und Verteidigung 
waren mit der Durchführung des Kontumazverfahrens gemäss Art. 123 StPO ein-
verstanden. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wur-
den keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der Sache legitimiert er-
klärte. 

Zu Beginn der Verhandlung wurden die Akten zur Person verlesen. Darauf 
folgte zuerst die Verlesung der Akten betreffend Betäubungsmittelverkauf (Dossier 
4) und anschliessend diejenigen betreffend Konsum von Betäubungsmitteln (Dos-
sier 5). Bevor Anklage und Verteidigung dazu aufgefordert wurden, ihre Anträge zu 
stellen und zu begründen, wies der Kantonsgerichtsvizepräsident darauf hin, dass 
diverse weitere Vorfälle nicht zur Anklage gebracht worden seien, da gegen den 
Angeklagten aussagende Drogenabnehmer ihre belastenden Aussagen beim Kon-
front wieder zurückgezogen hätten (Dossiers 3 und 7).

Im Anschluss an das Beweisverfahren beantragte der Staatsanwalt, W. sei 
der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie der mehrfachen Wider-
handlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen. Dafür sei er mit 20 
Monaten Gefängnis zu bestrafen. Zudem habe eine Landesverweisung zu erfolgen, 
wobei die Festsetzung der Dauer derselben dem Gericht überlassen werde. Die 
beschlagnahmten Gegenstände (zwei Mobiltelefone, 1.1 Gramm Marihuana sowie 
Bargeld in Höhe von Fr. 1150.--) seien gemäss Art. 58 bzw. 59 StGB gerichtlich 
einzuziehen. Auf die Erhebung einer Ersatzabgabe könne gestützt auf Art. 59 Ziff. 
2 Abs. 2 StGB verzichtet werden. Schliesslich sei das durch W. geleistete Deposi-
tum im Betrage von insgesamt Fr. 460.-- für die Kostentragung zu verwenden.

Der Anklagevertreter hielt zunächst fest, dass der Angeklagte den Handel mit 
Betäubungsmitteln stets bestritten habe. Im Widerspruch dazu stünden die Aussa-
gen von X. und Y. Z. gegenüber der Kantonspolizei Graubünden, von denen sie 
auch beim Konfront nicht abgewichen seien. Als gewichtige Indizien für die Richtig-
keit des dem Angeklagten angelasteten Sachverhaltes wurden die beiden Rapporte 

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der Kantonspolizei Graubünden vom 19. September 2003 sowie vom 30. März 2004 
genannt (act. 3.1 und 7.1). In diesem Zusammenhang wurde geltend gemacht, dass 
die Aussagen der Drogenabnehmer A. und B. klar für eine Verwicklung des Ange-
klagten in den Drogenhandel sprechen würden. Die diesbezüglichen Verfahren hät-
ten eingestellt werden müssen, da die obgenannten Personen nicht dazu bereit ge-
wesen seien, ihre Aussagen später zu bestätigen. In rechtlicher Hinsicht wurde vor-
gebracht, dass der Verkauf von ca. 140 Gramm Kokain nachgewiesen sei. Bei ei-
nem Reinheitsgrad von 33,7 % – von welchem vorliegend auszugehen sei – ent-
spreche dies einer Menge von 37 Gramm reinen Kokains. Im Rahmen der Strafzu-
messung hob der Anklagevertreter sodann den erheblichen kriminellen Willen des 
W. hervor, welcher sich namentlich darin manifestiere, dass dieser selber nicht 
süchtig sei, mithin nicht aus einem, der Sucht typischerweise innewohnenden 
Zwang, gehandelt habe. Während vorliegend keine Strafmilderungsgründe erfüllt 
seien – auch nicht derjenige des jugendlichen Alters gemäss Art. 64 al. 9 StGB – 
könne die Vorstrafenlosigkeit des Angeklagten immerhin strafmindernd berücksich-
tigt werden. Die Landesverweisung des zur Schweiz ohnehin keine Beziehung auf-
weisenden Angeklagten dränge sich aus Sicherheitsgründen auf.

Die amtliche Verteidigung stellte und begründete folgende Anträge:

„1. W. sei der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG freizuspre-
chen.

2. Das Verfahren betreffend Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
sei aufgrund eines leichten Falles einzustellen oder es sei von einer 
Strafe abzusehen.

3. Sollte eine Schuldigsprechung im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG 
erfolgen, sei der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von maximal 6 Mo-
naten bedingt zu verurteilen. Für den Fall einer Landesverweisung sei 
diese für 3 Jahre bedingt auszusprechen.

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

Zur Begründung brachte die Verteidigung vor, dass die Beweise nicht genü-
gend substantiiert seien, um den an sie gestellten hohen Anforderungen zu genü-
gen, weshalb der Angeklagte in dubio pro reo freizusprechen sei. Insbesondere 
wurde geltend gemacht, dass die Aussagen von X. Z. nicht in allen Teilen mit denen 
von Y. Z. übereinstimmen würden. Ferner widerspreche sich Y. Z. in ihren Angaben 
bezüglich der Häufigkeit, mit der das Ehepaar beim Angeklagten Betäubungsmittel 
gekauft hat sowie des Kaufpreises pro Kügelchen. Auch könne bei einem (nachge-
wiesenen) Reinheitsgrad von 33,7 % nicht, wie X. und Y. Z. dies getan hätten, von 
„guter“ bis „sehr guter“ Qualität gesprochen werden. Weitere Zweifel seien darin 
begründet, dass Y. Z. anlässlich der Konfronteinvernahme die Telefonnummer des 

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Angeklagten verwechselt habe. Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass 
X. Z. seine Aussagen einzig auf die Aussagen seiner Frau gestützt habe. Schliess-
lich sei die Tatsache, dass sowohl A. (act. 3.12) als auch B. (act. 7.9) ihre den An-
geklagten belastenden Aussagen zurückgezogen haben und diesen nicht mehr als 
ihren Drogendealer erkannten, als Indiz für die Unschuld des Angeklagten zu wer-
ten. Es sei immerhin denkbar, dass sein Mobiltelefon von Dritten zum Zwecke des 
Drogenhandels missbraucht wurde. 

Betreffend des dem Angeklagten zur Last gelegten Konsums von Betäu-
bungsmitteln sei W. geständig. Dabei handle es sich – bei einer Menge von höchs-
tens 10 Gramm Marihuana – um einen leichten Fall im Sinne von Art. 19a Ziff. 2 
BetmG, womit das Verfahren einzustellen oder zumindest von einer Strafe abzuse-
hen sei. Eventualiter, das heisst für den Fall, dass das Gericht den Angeklagten der 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG für schuldig befinden sollte, sei bei 
der Strafzumessung dem jugendlichen Alter des Angeklagten strafmildernd Rech-
nung zu tragen und überdies strafmindernd zu berücksichtigen, dass der Ange-
klagte nicht vorbestraft sei. Relativiert werde sein Verschulden zudem durch den 
Umstand, dass er nicht aus reiner Gewinnsucht gehandelt habe, sondern durch 
seine eigene Sucht – wie sie jedenfalls zum damaligen Zeitpunkt bestanden habe 
– zu dem inkriminierten Verhalten getrieben worden sei. Da sich der Angeklagte vor 
und nach der Tat wohl verhalten habe, könne ihm bedenkenlos eine günstige Pro-
gnose bescheinigt werden und spreche damit nichts gegen den bedingten Vollzug 
der verhängten Strafe bzw. der Landesverweisung.

Auf die weitere Begründung der Anträge des Staatsanwaltes sowie der amt-
lichen Verteidigerin wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1a) Art. 19 BetmG stellt den unbefugten Handel mit Betäubungsmitteln un-
ter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich betrach-
tet wird. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Gesetzgeber diejenigen Handlun-
gen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen können, dass Betäubungsmittel 
in Verkehr gebracht und so für potentielle Konsumenten zugänglich gemacht wer-
den (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 1 BetmG ab-
hängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain 
und Cannabis. Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich unter anderem strafbar, 

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wer unbefugt Betäubungsmittel auszieht (Abs. 2), lagert (Abs. 3), anbietet, verteilt, 
verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer 
sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonstwie erlangt (Abs. 5) oder wer 
hierzu Anstalten trifft (Abs. 6). 

Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden verstiess W. von 
anfangs August 2003 bis zum 8. November 2003 gegen das Betäubungsmittelge-
setz, indem er während der genannten Zeitspanne ca. 140 Gramm Kokain in kleinen 
Portionen verkauft hat. Da dieser Sachverhalt vom Angeklagten im Ermittlungsver-
fahren kategorisch bestritten wurde, gilt es vorerst zu prüfen, ob ihm der objektive 
Tatbestand – aufgrund der von der Anklage vorgelegten Akten und Unterlagen so-
wie ihrer Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung – rechtsgenüglich nach-
gewiesen werden kann. 

b) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet der Richter nach Art. 
125 Abs. 2 StPO frei. Dabei muss die Bildung seiner Überzeugung objektivierbar 
und nachvollziehbar sein. Die Beweislast für die dem Beschuldigten zur Last gelegte 
Tat liegt grundsätzlich beim Staat, wobei hohe Anforderungen an den Beweis zu 
stellen sind; verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht jedoch ein 
absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 
EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“, darf sich der Straf-
richter jedenfalls nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen 
Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel beste-
hen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Blosse theoretische Zweifel sind 
indes nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit 
nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu un-
terdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87 f.). Aufgabe des Richters ist es somit, ohne 
Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit 
Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden (zum Ganzen: 
Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2004, N 286 ff.; Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, Chur 1996, S. 306 
f.).

Zu den verschiedenen Beweismitteln bleibt anzufügen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die 
Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige 
Beweismittel mit derselben Beweiseignung. In erster Linie interessiert nicht die per-

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sönliche Glaubwürdigkeit eines Zeugen sondern vielmehr die sachliche Glaubhaf-
tigkeit seiner konkreten Aussage. Wenn Aussage gegen Aussage steht, ist anhand 
sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Dar-
stellung der Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen ver-
mag. Bei der Würdigung der Beweise ist demnach weniger die Form, sondern viel-
mehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie die 
Überzeugungskraft entscheidend (S. Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Straf-
prozessrecht, Diss., Zürich 1999, S. 2).

c) Am 27. Oktober 2003 konnte die Polizei bei den Drogenkonsumenten 
X. und Y. Z. drei Kokainkügelchen sicherstellen. In der Folge machten diese in ge-
trennten Einvernahmen sachdienliche Aussagen bezüglich ihres Lieferanten. Sie 
gaben an, dass sie das Kokain seit anfangs August 2003 fast ausschliesslich bei 
der gleichen Person bezogen haben und äusserten sich zu den Modalitäten der 
Geschäftsabwicklung. Ihren Aussagen ist übereinstimmend zu entnehmen, dass sie 
mehrmals pro Woche nach Chur gefahren sind, um sich nach telefonischer Kon-
taktaufnahme mit dem Angeklagten zu treffen und von ihm Kokain zu kaufen. Dabei 
seien sie regelmässig so vorgegangen, dass Y. Z. mit dem Angeklagten verhan-
delte, während X. Z. in der Nähe auf sie wartete. Die Übergabe habe meistens beim 
Bahnhof Chur-West stattgefunden. Hinsichtlich ihres Wochenbedarfs an Kokain ga-
ben beide unabhängig voneinander an, sie hätten zusammen zwischen 10 und 20 
Halbgramm-Kügelchen konsumiert. Nach der Telefonnummer des Angeklagten be-
fragt, konnte X. Z. diese auswendig und korrekt nennen (G.). Des Weiteren wurde 
W. beim Fotoauswahlkonfront von beiden eindeutig als ihr Drogendealer identifi-
ziert. Sie erkannten ihn sofort und ohne Zögern unter dem Namen “J.“. Hiezu ist zu 
bemerken, dass der Angeklagte schon zu einem früheren Zeitpunkt vom Drogenab-
nehmer A. mit ebendiesem Namen bezeichnet worden war (act. 3.3). Anlässlich der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 12. November 2003 
bestätigten sowohl X. als auch Y. Z., dass es sich bei dem Angeklagten um ihren 
Drogenlieferanten handelte. Der Angeklagte seinerseits wollte die ihn des Drogen-
verkaufs bezichtigenden Personen noch nie gesehen haben und bestritt überdies, 
je “J.“ genannt worden zu sein. Während X. Z. die Telefonnummer des Angeklagten 
in dieser zweiten Einvernahme bestätigte, gab seine Frau zuerst eine falsche Num-
mer an, berichtigte die Verwechslung jedoch unmittelbar nach der Einvernahme von 
sich aus, das heisst ohne auf die Unstimmigkeit aufmerksam gemacht worden zu 
sein. Für eine grundsätzliche Verwicklung des Angeklagten in den Drogenhandel 
sprechen – nebst den Aussagen der Drogenabnehmer – auch die Angaben des 
Polizisten C. vom 18. September 2003 (act. 3.5) und vom 12. November 2003 (act. 

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3.11), wonach beim Angeklagten anlässlich einer Kontrolle Kokainkügelchen im 
Mund sowie eindeutige Schluckbewegungen festgestellt werden konnten. Zu be-
denken ist schliesslich noch, dass X. und Y. Z. sich mit ihren Aussagen selber be-
lastet haben. Anhaltspunkte, weshalb sie W. wahrheitswidrig des Drogenhandels 
bezichtigen sollten, fehlen gänzlich. 

Soweit die Verteidigung geltend machte, X. Z. habe seine Angaben einzig 
auf die Informationen seiner Frau gestützt, ist darauf hinzuweisen, dass dieser am 
27. Oktober 2003 diverse Merkmale des Angeklagten nennen konnte, was nahe 
legt, dass er diesen mehrmals selber gesehen haben musste. Er äusserte sich na-
mentlich dahingehend, dass der Angeklagte meistens einen roten Rollkragenpull-
over getragen habe. Die Tatsache, dass W. von X. Z. beim Fotokonfront sofort er-
kannt wurde, lässt jedenfalls eindeutig darauf schliessen, dass Letzterer den Ange-
klagten aus eigener Wahrnehmung kennen musste. Auch der Umstand, dass A. und 
B. ihre Aussagen nicht bestätigt haben, entlastet den Angeklagten nicht. Im Gegen-
teil ist vielmehr davon auszugehen, dass die beiden Drogenkonsumenten ihre Aus-
sagen aus Furcht zurückgezogen haben; B. hatte denn auch anlässlich der ersten 
Einvernahme ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er nicht dazu bereit sei, seine 
Aussagen anlässlich einer Konfronteinvernahme zu wiederholen. Hervorzuheben 
ist jedenfalls, dass auch diese beiden Personen den Angeklagten bei der Fotokon-
frontation sofort erkannt hatten und zudem seine Mobiltelefonnummer fehlerfrei zi-
tieren konnten. Noch erdrückender wird die Beweislage aufgrund des Umstandes, 
dass A. den durch ihn identifizierten W. unter dem Namen “J.“ kannte und auch er 
sich mit diesem zum Zweck der Kokain-Übergabe beim Bahnhof Chur-West getrof-
fen hatte. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die glaubhaften und im 
Kerngehalt widerspruchsfreien Aussagen der Eheleute Z. objektiv keine Zweifel an 
deren regelmässigen Eindeckung mit Kokain durch W. offen lassen. Die Behaup-
tung des Angeklagten, X. und Y. Z. nicht zu kennen, hat demnach reinen Schutzbe-
hauptungscharakter. Im Ergebnis ist mit der erforderlichen Sicherheit ausgewiesen, 
dass W. den objektiven Tatbestand der Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz erfüllt hat. 

2a) Sind die objektiven Tatbestandsmerkmale des Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 
BetmG erfüllt, so ist entsprechend der Anklageschrift zu prüfen, ob ein schwerer 
Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 BetmG vorliegt. Ein solcher wird namentlich dann 
angenommen, wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Wider-

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handlung auf eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit 
vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG). Viele Menschen 
im Sinne dieser Bestimmung sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 334). Da Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG als 
abstraktes Gefährdungsdelikt ausgestaltet ist, kann jedoch allein massgebend sein, 
wie viele Konsumenten gefährdet werden können und nicht, wie viele tatsächlich 
gefährdet worden sind. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung neue Ab-
nehmerkreise erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 
118 IV 205; 120 IV 338). Angesichts der erheblichen Verschärfung der Strafdrohung 
für einen schweren Fall ist Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG restriktiv auszulegen. Dement-
sprechend ist eine Gesundheitsgefährdung nicht schon zu bejahen, wenn der Ge-
brauch einer Droge psychisch abhängig machen kann, sondern erst dann, wenn der 
Konsum der Droge seelische oder körperliche Schäden verursachen kann, wobei 
die Gefahr für die Gesundheit überdies eine naheliegende und ernstliche sein muss 
(BGE 121 IV 333; 125 IV 93). Das Bundesgericht hat unter Beachtung der in kon-
stanter Rechtsprechung entwickelten Kriterien den massgeblichen Grenzwert bei 
Heroin auf 12 Gramm und bei Kokain auf 18 Gramm festgelegt, wobei es keine 
Rolle spielt, ob der Täter die Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion 
oder in vielen kleinen Teilmengen in den Verkehr bringt (BGE 114 IV 167). Entschei-
dend für die Subsumption unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen 
Stoffes (BGE 122 IV 363).

b) X. und Y. Z. haben anlässlich der ersten Einvernahme übereinstim-
mend eingeräumt, seit anfangs August 2003 wöchentlich 10 bis 20 Kügelchen Ko-
kain à 0.5 Gramm beim Angeklagten bezogen zu haben (act. 4.5 und 4.6). Während 
X. Z. seine Aussage in der Konfronteinvernahme bestätigte (act. 4.10) schätzte Y. 
Z. ihren gemeinsamen Konsum nunmehr auf 28 bis 30 Halbgramm-Kügelchen pro 
Woche (act. 4.11). Dies schafft eine nicht unerhebliche Diskrepanz, die es rechtfer-
tigt, anstatt von 10 bis 20, von 15 bis 20 Kügelchen auszugehen. Während der frag-
lichen Zeitspanne von mindestens 12 Wochen (August/September/Oktober) hat das 
Ehepaar Z. demnach von W. zwischen 180 und 240 Kügelchen käuflich erworben, 
was einer Menge zwischen 90 und 120 Gramm entspricht.

Nach den in SJZ 95 [1999] Nr. 21, S. 511 festgehaltenen wissenschaftlichen Er-
kenntnissen weist Kokain bei Kleinmengen und guter Qualität einen Reinheitsgehalt 
von durchschnittlich 71 % und bei mittlerer Qualität einen solchen von 38 % auf. 
Den Aussagen von X. und Y. Z. zufolge handelte es sich bei dem vom Angeklagten 
angebotenen Kokain um “gute“ bis “sehr gute“ Qualität. Die Analyse des am 27. 

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Oktober 2003 bei ihnen sichergestellten Stoffes auf dessen Reinheitsgehalt ergab 
jedoch einen solchen von lediglich 33,7 % (act. 4.4), was nach dem Dargelegten 
höchstens “mittlerer Qualität“ entspricht. Geht man nun – entgegen der Qualitäts-
angabe der Abnehmer – bei dem gesamten durch den Angeklagten abgesetzten 
Kokain zu seinen Gunsten vom gleichen Reinheitsgehalt aus wie bei dem, welches 
X. und Y. Z. bei der Durchsuchung auf sich trugen, so hat er ihnen 30 - 40 Gramm 
reines Kokain verkauft. Damit hat er die vom Bundesgericht festgelegte Grenze für 
die Annahme eines schweren Falles um ca. das Doppelte überschritten. Somit hat 
der Angeklagte den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG eindeutig 
erfüllt. 

3a) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG – nebst dem 
grundsätzlichen Bewusstsein darüber, dass es sich bei dem verkauften Stoff um 
eine verbotene Substanz, in concreto um Kokain, handelt –, dass der Täter weiss 
oder annehmen muss, dass er mit seinem Verhalten die Gesundheit vieler Men-
schen gefährden kann. Um dies abschätzen zu können ist nicht erforderlich, dass 
der Täter eigene Erfahrungen mit Betäubungsmitteln gemacht hat. Vielmehr ist da-
von auszugehen, dass Händler, mögen sie selber drogenabhängig sein oder nicht, 
über die Art der gehandelten Drogen regelmässig im Bilde sind und angesichts der 
ihnen bekannten Drogensucht, aus der sie bewusst Nutzen ziehen, auch hinrei-
chende Kenntnisse über die Gefährlichkeit ihrer Waren besitzen, um abschätzen zu 
können, ob eine verkaufte Menge für nur wenige oder für viele Menschen zur Gefahr 
werden kann (BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge genügt Eventual-
vorsatz. Entscheidend ist somit, ob der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, 
mit der von ihm gehandelten Menge eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu 
bringen. Ein vorgefasster Entschluss, eine solcherart qualifizierte Menge umzuset-
zen, ist dagegen nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). 

b) Vorliegend kann nicht bezweifelt werden, dass W. vorsätzlich mit Ko-
kain gehandelt hat. Er belieferte seine Kunden regelmässig und ging dabei syste-
matisch vor, indem er über das Mobiltelefon Bestellungen entgegen- nahm und an-
schliessend die Droge in der vereinbarten Menge lieferte. Auch musste er aufgrund 
der ausgewiesenen Häufigkeit seines Verhaltens zumindest in Kauf nehmen, eine 
solche Menge von Betäubungsmitteln abzusetzen, welche die Gesundheit vieler 
Menschen in Gefahr bringen kann. Somit liegt auch subjektiv ein schwerer Fall eines 
Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz vor. 

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Damit steht zusammenfassend fest, dass W. sich im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 
lit. a BetmG einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
schuldig gemacht hat.

4a) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder mit Busse bestraft, 
wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Kon-
sum eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. In leichten Fällen 
kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden. Für die 
Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG kommt es auf die Quantität des konsumierten 
Stoffes nicht an; selbst der einmalige Gebrauch einer geringfügigen Menge ist straf-
bar. Im Übrigen erfasst der Tatbestand nur jene Beschaffungshandlungen, die aus-
schliesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter 
ausgeschlossen ist. 

Ob ein leichter Fall im Sinne von Ziff. 2 der obgenannten Bestimmung vorliegt, ist 
anhand aller objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu prüfen, wobei 
dem Richter ein weiter Ermessensspielraum zusteht. Ein gewichtiges Kriterium, wel-
ches gegen die Annahme eines leichten Falles spricht, ist die Regelmässigkeit beim 
Konsum von Haschisch (BGE 124 IV 44).

b) W. ist überführt und geständig, in der Zeit von Mai 2003 bis Ende Juni 
2003 insgesamt rund 10 Gramm Marihuana konsumiert zu haben. Hinzuzurechnen 
sind die 1.1 Gramm Marihuana, welche anlässlich der Kontrolle vom 26. Juni 2003 
im Durchgangszentrum Foral bei ihm sichergestellt werden konnten. Damit steht 
fest, dass er mehrfach gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG verstossen hat. Beim regelmäs-
sigen Konsum während einer Zeitspanne von immerhin einem bis zu zwei Monaten 
kann vorliegend nicht mehr von einer einmaligen Entgleisung und somit nicht von 
einem leichten Fall im Sinne von Ziff. 2 der genannten Bestimmung gesprochen 
werden. Es ergeht demnach auch in diesem Punkt anklagegemäss Schuldspruch 
wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

5a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des Ver-
schuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere das Ausmass 
des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung sowie die Be-
weggründe des Schuldigen zu beachten, während die Täterkomponente vor allem 

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das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren – beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit – um-
fasst (BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken straf-
mindernd oder straferhöhend. Bei der Gewichtung der einzelnen, im Rahmen der 
Strafzumessung zu beachtenden Komponenten steht dem Sachrichter ein erhebli-
cher Ermessensspielraum zu (BGE 121 IV 4).

Ausgangspunkt der Strafzumessung ist vorliegend der Strafrahmen der qua-
lifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Ziff. 2 
lit. a BetmG, der sich von mindestens einem Jahr Gefängnis bis zu maximal 20 
Jahren Zuchthaus erstreckt. Leicht strafschärfend gelangt Art. 68 Ziff. 1 StGB zur 
Anwendung. Da der Täter zur Tatzeit erst 18jährig war, ist Art. 64 al. 9 StGB in 
Verbindung mit Art. 65 StGB leicht strafmildernd zu berücksichtigen, muss doch da-
von ausgegangen werden, dass der Angeklagte aufgrund seines jugendlichen Al-
ters nicht die volle Einsicht in das Unrecht seiner Tat besass oder zumindest die 
Fähigkeit zu einsichtsgemässem Handeln noch nicht voll entwickelt war (Trechsel, 
Kurzkommentar zum schweizerischen Strafgesetzbuch, 2. Auflage, Zürich 1997, N 
26 zu Art. 64 StGB; ebenso Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht AT II, Bern 
1989, § 7 N 97, wonach es nicht hauptsächlich die Einsicht sei, welche der Jugend 
mangle, sondern die Festigkeit des Willens und die Charakterbildung, weshalb die 
Praxis gut daran tun werde, sich nicht allzu eng an den Wortlaut des Gesetzes zu 
binden; Alex Briner, Die ordentliche Strafmilderung nach dem schweizerischen 
Strafgesetzbuch, unter besonderer Berücksichtigung der Strafmilderungsgründe 
des Art. 64, Diss. Zürich 1977, S. 150 f., wonach der Richter bei der Annahme man-
gelnder Einsicht nicht allzu zurückhaltend, sondern eher etwas grosszügig sein soll; 
ebenso BGE 115 IV 185; Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar zum schweizeri-
schen Strafgesetzbuch, Band I, Basel 2003, N 34 zu Art. 64 StGB, wonach das 
Kriterium der mangelnden Einsicht kaum Bedeutung hat, zumal bei dessen Vernei-
nung umfangreichere Abklärungen erforderlich wären). 

Während das Verschulden des Angeklagten bezüglich des Konsums von Ma-
rihuana nicht allzu schwer wiegt, so ist es hinsichtlich des vorliegend eindeutig im 
Vordergrund stehenden Verkaufs von Kokain als erheblich zu bezeichnen. Dies ins-
besondere, weil es sich bei den 30 bis 40 Gramm reinen Kokains um eine beachtli-
che Menge handelt und W. sich einer Tatbegehung während mindestens drei Mo-
naten schuldig gemacht hat. Erheblich ins Gewicht fällt dabei, dass er selber nicht 
drogenabhängig war, womit kein Fall von Beschaffungskriminalität vorliegt. Viel-
mehr hat er aus reinem Eigennutz, das heisst einzig um seine Lebensverhältnisse 

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zu verbessern, gehandelt. Zugute zu halten – und damit strafmindernd zu berück-
sichtigen – ist dem Angeklagten dagegen seine Vorstrafenlosigkeit.

Insgesamt erscheint eine gegenüber dem Antrag der Staatsanwaltschaft 
leicht reduzierte Strafe von 18 Monaten Gefängnis dem Verschulden und den per-
sönlichen Verhältnissen des Angeklagten angemessen. 

b) Bei diesem Strafmass ist im Weiteren zu prüfen, ob dem Verurteilten 
die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges gewährt werden kann. Die diesbe-
züglichen Anforderungen bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, 
bei deren Vorliegen der Verurteilte einen Rechtsanspruch darauf hat (vgl. Trechsel, 
a. a. O., N 5 zu Art. 41 StGB). In objektiver Hinsicht ist zunächst erforderlich, dass 
die Freiheitsstrafe 18 Monate nicht übersteigt. Sodann ist der Aufschub einer Frei-
heitsstrafe gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung nicht zulässig, wenn der Ver-
urteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich began-
genen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von 
mehr als drei Monaten verbüsst hat. In subjektiver Hinsicht ist der Aufschub der 
Freiheitsstrafe zulässig, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten 
lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten; es 
muss ihm mit anderen Worten eine günstige Prognose gestellt werden können. Der 
Richter soll sich zur Beurteilung dieser Frage ein möglichst vollständiges Bild der 
Täterpersönlichkeit machen. Er muss begründetes Vertrauen haben, dass der Ver-
urteilte in Zukunft dauernd einen klaglosen Lebenswandel führen werde. Man darf 
indes ruhig eingestehen, dass die Zukunft naturgemäss mit Unsicherheiten behaftet 
ist und selbst eine umfassende und sehr intensive Auseinandersetzung mit der 
Täterpersönlichkeit eine absolut verlässliche Voraussage nicht ermöglicht. Es steht 
somit die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteilten 
trotz unsicherer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden darf (PKG 1993 
Nr. 24). 

Da W. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe verbüsst hat und 
beim vorliegend zu beurteilenden Fall eine Strafe von nicht mehr als 18 Monaten 
verhängt wird, sind die objektiven Voraussetzungen für den bedingten Strafvollzug 
erfüllt. Auch in subjektiver Hinsicht erachtet das Gericht – insbesondere aufgrund 
des Umstandes, dass W. strafrechtlich nicht vorbelastet ist und noch in jugendli-
chem Alter steht – die Voraussetzungen als gegeben. Insbesondere kann nicht 
zwingend gesagt werden, er werde sich von der vorliegenden Verurteilung nicht be-

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eindrucken lassen und in Zukunft erneut straffällig werden. Vielmehr besteht mehr 
als eine bloss vage Hoffnung (Trechsel, a. a. O., N 12 zu Art. 41 StGB) auf zukünf-
tiges Wohlverhalten, darf aufgrund der gesamten Umstände doch davon ausgegan-
gen werden, dass er aus der Verurteilung die notwendige Lehre gezogen hat. Die 
Probezeit wird – um der, eine günstige Prognose nicht ausschliessenden Rückfall-
gefahr angemessen Rechnung zu tragen (Trechsel, a. a. O., N 31 zu Art. 41 StGB) 
– auf eine erhöhte Dauer von 3 Jahren festgelegt. 

6a) Nach Art. 55 Abs. 1 StGB kann ein zu Zuchthaus oder Gefängnis ver-
urteilter Ausländer für drei bis fünfzehn Jahre aus dem Gebiet der Schweiz ausge-
wiesen werden. Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und Sicherungsmassnahme 
zugleich (BGE 114 Ib 1 E. 3a mit Hinweisen). Obwohl der zweite Gesichtspunkt im 
Vordergrund steht (BGE 117 IV 229), verlangt die Eigenschaft als Nebenstrafe, dass 
die Verweisung in Anwendung von Art. 63 StGB festgesetzt wird, d. h. nach dem 
Verschulden des Täters unter Berücksichtigung der Beweggründe, des Vorlebens 
und der persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Damit ist der Sicherungszweck 
nicht ausgeschaltet. Es ist Sache des Richters, im Einzelfall dem Straf- und dem 
Sicherungszweck der Landesverweisung Rechnung zu tragen (BGE 104 IV 222 E. 
1b). W. weist als Asylsuchender keinerlei Bindung zur Schweiz auf. Bei der Verhän-
gung einer Landesverweisung ist in derartigen Fällen weniger Zurückhaltung gebo-
ten als bei Ausländern, die seit langer Zeit in der Schweiz leben, hier verwurzelt 
sind, kaum mehr Beziehungen zum Ausland haben und durch eine Landesverwei-
sung folglich hart getroffen würden. Was den Sicherungszweck betrifft, so ist das 
öffentliche Interesse daran, ausländische Drogendealer von der Schweiz fernzuhal-
ten, klar gegeben. W. wird demnach für eine dem Gericht als angemessen erschei-
nende Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. 

b) Unabhängig vom Entscheid über die Hauptstrafe ist zu prüfen, ob für 
die ausgesprochene Landesverweisung der bedingte Vollzug gewährt werden kann. 
Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter deren Vollzug aufschieben, 
wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch 
von weiteren Verbrechen und Vergehen abgehalten. Ob die Landesverweisung be-
dingt aufgeschoben oder vollzogen werden soll, hängt einzig von der Prognose über 
das zukünftige Verhalten des Verurteilten in der Schweiz ab. Es ist aufgrund einer 
Gesamtwürdigung zu entscheiden (BGE 119 IV 195), ob bei W. begründete Aus-
sicht auf zukünftiges Wohlverhalten besteht. Dies ist zu bejahen, ist der Angeklagte 
doch erstmals straffällig geworden und ist zudem davon auszugehen, dass seine 
Einsichtsfähigkeit in das Unrecht der Tat durch sein jugendliches Alter beeinträchtigt 

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war. Das Gericht hat deshalb begründetes Vertrauen, dass W. inskünftig die schwei-
zerischen Gesetze respektieren und sich entsprechend gesetzeskonform verhalten 
wird. Der Vollzug der Nebenstrafe ist daher aufzuschieben, wobei die Probezeit 
nach der Höhe der Rückfallgefahr zu bemessen ist (BGE 95 IV 121). In Erwägung 
dessen wird die Probezeit vom Gericht bei 3 Jahren festgelegt. 

7. Der Richter verfügt gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB die Einziehung von 
Gegenständen, die zur Begehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt wa-
ren, oder die durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn 
diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 
Ordnung gefährden. Der Richter kann anordnen, dass die eingezogenen Ge-
genstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden (Art. 58 Abs. 2 StGB). Ge-
stützt darauf werden die mit Beschlagnahmeverfügung vom 17. März 2004 und vom 
29. März 2004 sichergestellten zwei Mobiltelefone Nokia IMEI Nr. 
350841200478801 und IMEI Nr. 449208101337382 sowie die mit Beschlagnahme-
verfügung vom 29. März 2004 sichergestellten 1.1 Gramm Marihuana gerichtlich 
eingezogen. Letztere werden gemäss Art. 58 Abs. 2 StGB der Vernichtung zuge-
führt. Der am 17. März 2004 beschlagnahmte Geldbetrag in Höhe von Fr. 1'150.-- 
konnte W. nicht zugeordnet werden, weshalb eine Einziehung desselben ausser 
Betracht fällt. Wenn das Gericht – wie vorliegend – keinen Entscheid über verfallen 
erklärte Gegenstände getroffen hat, bestimmt die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 
187 StPO, was damit zu geschehen hat. 

8a) Nach Art. 59 Ziff. 2 Abs. 1 StGB erkennt der Richter auf eine Ersatz-
forderung für nicht mehr vorhandene, unrechtmässig erlangte Vermögenswerte. 
Der Richter kann jedoch gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung von einer Ersatzforde-
rung ganz oder teilweise absehen, wenn eine solche voraussichtlich uneinbringlich 
wäre oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde. Die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung postuliert in diesem Zusammenhang eine dem 
Entscheid vorausgehende umfassende Beurteilung der finanziellen Lage des Be-
troffenen (BGE 122 IV 302). 

b) Der Angeklagte ist als Asylbewerber in die Schweiz gekommen und 
verfügt über kein Vermögen. Zwar hat er durch die wiederholte Verübung des vor-
gängig beurteilten Deliktes einen Gewinn erzielt, welcher sich jedoch nicht genau 
eruieren lässt. Aus diesem Grunde sowie angesichts der Tatsache, dass der Ange-
klagte zur Tragung sämtlicher Verfahrenskosten verpflichtet wird, sieht das Gericht 
infolge Uneinbringlichkeit von der Erhebung einer Ersatzabgabe ab.

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9. Die Kosten der Strafuntersuchung, der amtlichen Verteidigung sowie 
die Gerichtsgebühr gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des Ver-
urteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Das durch diesen geleistete Depositum wird an die 
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden angerechnet. Die Kos-
ten des allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 188 StPO). 

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. W. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird er (in Abwesenheit) mit 18 Monaten Gefängnis bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von 3 Jahren.

4. W. wird gestützt auf Art. 55 Abs. 1 StGB für die Dauer von 5 Jahren des 
Landes verwiesen.

5. Der Vollzug der Landesverweisung wird aufgeschoben unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von 3 Jahren.

6a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 29. März 2004 sichergestellten 1.1 
Gramm Marihuana werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich ein-
gezogen; die Betäubungsmittel sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu ver-
nichten.

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 17. März 2004 und vom 29. März 
2004 sichergestellten zwei Mobiltelefone Nokia IMEI Nr. 350841200478801 
und IMEI Nr. 449208101337382 werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB 
gerichtlich eingezogen. 

c) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 
Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

7. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft 
Graubünden von  Fr. 3'183.50

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--

- dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'000.--

Total somit Fr. 7'183.50

gehen zu Lasten von W.. Das geleistete Depositum von insgesamt Fr. 460.-
- (Fr. 300.-- und Fr. 160.--) wird an die Untersuchungskosten der Staatsan-
waltschaft Graubünden angerechnet.

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Die Kosten des (allfälligen) Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

8. a) Der Beurteilte kann gemäss Art. 123 Abs. 2 StPO innert sechzig Tagen seit 
er von dem gegen ihn ausgefällten Urteil Kenntnis erhalten hat und in der 
Lage ist, sich zu stellen, beim Kantonsgericht von Graubünden die Aufhe-
bung des Abwesenheitsurteils und die Durchführung des ordentlichen Ge-
richtsverfahrens verlangen. Leistet der Angeklagte der Vorladung zur neuen 
Hauptverhandlung unentschuldigt keine Folge, so wird das Wiederaufnah-
megesuch nach Art. 123 Abs. 4 StPO als erledigt abgeschrieben. 

b) Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

8. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: