# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03d29c39-cd68-5dfd-95b0-8d0622609aa4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2007 C-43/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-43-2006_2007-02-27.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-43/2006
{T 0/2}

Urteil vom 27. Februar 2007 

Mitwirkung: Richter Trommer (Vorsitz); Richter Vuille; Richterin Beutler; 
Gerichtsschreiber Longauer.

X._______,
Beschwerdeführerin, 
vertreten durch Rechtsanwältin Nicole Allemann,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Einreisesperre.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Die  Beschwerdeführerin  (geb.  1982)  ist  brasilianische  Staatsangehörige. 
Am  21. Juli  2005  wurde  sie  anlässlich  einer  Polizeikontrolle  in  der  ein-
schlägig bekannten "Kontakt-Bar Braui-Chäller" in Büron angetroffen und 
am 22. Juli  2005 als Auskunftsperson im Ermittlungsverfahren gegen die 
verantwortlichen  Betreiber  des  Lokals  polizeilich  einvernommen.  Dabei 
gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll,  dass sie am 12. März 2005 als 
Besuchsaufenthalterin  in  die  Schweiz  gelangt  sei  und seit  dem 22. Juni 
2005 ein Zimmer im Hotelbetrieb des Braui-Chällers angemietet habe. Von 
Prostitution in den Räumlichkeiten des Braui-Chällers habe sie nichts ge-
merkt.  Gestützt  auf  die  Einvernahme  wurde  die  Beschwerdeführerin  am 
25. Juli  2005 wegen dringenden Verdachts  der  illegalen Erwerbstätigkeit 
(Prostitution) verzeigt.

B. Mit Strafverfügung vom 25. Juli 2005 sprach das Amtsstatthalteramt Sur-
see die Beschwerdeführerin des illegalen Aufenthaltes, des Stellenantritts 
ohne  fremdenpolizeiliche  Bewilligung  und  der  Missachtung  der  Melde-
pflicht, begangen vom 22. Juni 2005 bis 21. Juli 2005, schuldig und verur-
teilte sie in Anwendung von Art. 1a, Art. 2 Abs. 1, Art. 3 Abs. 3 und Art. 23 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nie-
derlassung der Ausländer (ANAG, SR 142.20) zu zehn Tagen Gefängnis, 
bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Geld-
busse von Fr. 300.--. Am 26. Juli 2005 erklärte die Beschwerdeführerin un-
terschriftlich die Annahme der Strafverfügung.

C. Am 28. Juli 2005 verhängte das BFM gegen die Beschwerdeführerin eine 
dreijährige Einreisesperre wegen grober Zuwiderhandlung gegen fremden-
polizeiliche  Bestimmungen  (illegale  Einreise  ohne  Visum zum Stellenan-
tritt, Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung). Einer allfälligen Beschwerde wur-
de vorsorglich die aufschiebende Wirkung entzogen.

D. Mit Verwaltungsbeschwerde an das Eidgenössische Justiz- und Polizeide-
partement (EJPD) vom 3. August 2005 beantragt die Beschwerdeführerin, 
nunmehr handelnd über ihre Rechtsvertreterin, die Aufhebung der Einrei-
sesperre und die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Zur Be-
gründung  beteuert  sie,  sie  habe  sich  völlig  legal  als  Touristin  in  der 
Schweiz  aufgehalten  und müsse  sich  keine Straftaten  vorwerfen lassen. 
Was die Annahme der Strafverfügung anbetrifft, so beruhe diese auf einem 
Irrtum. Wegen fehlender Sprachkenntnisse sei sie irrtümlich davon ausge-
gangen, sie gebe mit ihrer Unterschrift  eine blosse Empfangsbestätigung 
ab. Dementsprechend habe sie mit Eingabe vom 3. August 2005 an das 
Amtsstatthalteramt Sursee die "Nichtannahme der Strafverfügung" erklärt 
und die Einstellung des Strafverfahrens beantragt.

E. Das EJPD lehnte mit  Zwischenverfügung vom 11.  August  2005 das Ge-
such  der  Beschwerdeführerin  um Wiederherstellung  der  aufschiebenden 
Wirkung ab.

F. Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 28. September 2005 auf 
Abweisung der Beschwerde.

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G. In einer Replik vom 21. Oktober 2006 hält die Beschwerdeführerin an den 
gestellten Rechtsbegehren und deren Begründung fest.

H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Verfügungen des BFM betr. Einreisesperre unterliegen der Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 ANAG i.V.m. Art. 31 ff. des 
Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
[VGG, SR 173.32]). Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsge-
richtsgesetzes bereits  beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden 
vom Bundesverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach 
neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

2. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Massnahme 
zur  Beschwerdeführung  legitimiert;  auf  die  frist-  und  formgerecht  einge-
reichte  Beschwerde ist  einzutreten (Art.  48  ff.  des Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]).

3. Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 
VwVG).  Das Bundesverwaltungsgericht  wendet  im Beschwerdeverfahren 
das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4 
VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sach- und Rechtsla-
ge zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 
teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

4. Die eidgenössische Behörde kann, für höchstens drei Jahre, die Einreise-
sperre verhängen über Ausländer, die sich grobe oder mehrfache Zuwider-
handlungen  gegen  fremdenpolizeiliche  oder  andere  gesetzliche  Bestim-
mungen und gestützt darauf erlassene behördliche Verfügungen haben zu-
schulden kommen lassen (Art.  13 Abs. 1 Satz 2 ANAG). Als grob gelten 
unabhängig  vom  Verschulden  des  Ausländers  Zuwiderhandlung  gegen 
fremdenpolizeiliche Bestimmungen, die für das Funktionieren der fremden-
polizeilichen Ordnung von zentraler Bedeutung sind. Dazu zählen illegaler 
Aufenthalt  und  illegale  Erwerbstätigkeit.  Während  der  Einreisesperre  ist 
dem Ausländer jeder Grenzübertritt ohne ausdrückliche Ermächtigung der 
verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 Satz 3 ANAG).

5.

5.1 Gemäss Art. 1a ANAG sind Ausländerinnen und Ausländer zur Anwesen-
heit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthaltsbewilligung besit-
zen oder keiner solchen bedürfen. Keiner Bewilligung bedarf der rechtmäs-
sig  eingereiste  Ausländer  während  der  für  ihn  geltenden  Anmeldefrist, 
ebenso nach richtig erfolgter Anmeldung bis zum Entscheid über das mit 
ihr einzureichende Gesuch um Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlas-

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sung (der so genannte bewilligungsfreie Aufenthalt, Art. 1 Abs. 1 der Voll-
ziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer [ANAV, SR 142.201]). Daraus folgt, dass 
der  Aufenthalt,  der  sich  nicht  auf  eine  individuelle  Bewilligung  oder  das 
Gesetz stützen kann, ohne weiteres als widerrechtlich gelten muss und der 
betroffene Ausländer deshalb von Gesetzes wegen zur Ausreise verpflich-
tet ist (NICOLAS WISARD, Les renvois et leur exécution en droit des étrangers 
et en droit d'asile, Basel und Frankfurt am Main 1997, S. 100).

5.2 Die Anmeldefrist, die gemäss den oben stehenden Ausführungen die Dau-
er des bewilligungsfreien Aufenthaltes definiert, beträgt bei einem Aufent-
halt ohne Erwerbstätigkeit  grundsätzlich drei Monate. Erfolgt die Einreise 
zum Zwecke der Erwerbstätigkeit, hat sich der Ausländer binnen acht Ta-
gen, auf jeden Fall  aber vor Antritt  der Stelle anzumelden (Art. 2 Abs. 1 
ANAG). Er darf eine Stelle erst antreten und von einem Arbeitgeber zum 
Antritt  der  Stelle  nur  zugelassen  werden,  wenn  ihm der  Aufenthalt  zum 
Stellenantritt bewilligt ist (Art. 3 Abs. 3 ANAG). Dagegen benötigt der ohne 
Stellenantritt  erwerbstätige Ausländer während der Dauer der für ihn gel-
tenden achttägigen Meldefrist keiner Bewilligung (Art. 3 Abs. 8 ANAV).

5.3 Kann oder will der rechtmässig eingereiste Ausländer innert der für ihn gel-
tenden Anmeldefrist nicht ausreisen, ist er von Gesetzes wegen gehalten, 
sich  rechtzeitig  zwecks  Regelung  seiner  weiteren  Anwesenheit  bei  der 
Fremdenpolizeibehörde  des  Aufenthaltsortes  anzumelden  (Art.  2  Abs.  1 
ANAG, Art. 2 Abs. 1 ANAV). Tut er dies nicht, hat er nicht nur die Melde-
pflicht verletzt. Sein weiterer Aufenthalt ist widerrechtlich und kann jeden-
falls dann zu administrativen Sanktionen führen, wenn seine Dauer die In-
tensität  des  "Verweilens"  erreicht  (vgl. VALENTIN ROSCHACHER,  Die  Strafbe-
stimmungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der 
Ausländer, Zürich 1991, S. 42 f.).

6. Kern der gegen die Beschwerdeführerin  erhobenen Anschuldigungen bil-
det der Vorwurf der illegalen Erwerbstätigkeit durch Ausübung der Prostitu-
tion ohne fremdenpolizeiliche Bewilligung. Die Beschwerdeführerin bestrei-
tet diese Vorhaltung und beteuert, sie habe sich legal als Touristin in der 
Schweiz aufgehalten und müsse sich nichts vorwerfen lassen. Unter ande-
rem verweist  sie  in  diesem Zusammenhang  darauf,  dass  sie  gegen  die 
Strafverfügung  des Amtsstatthalteramtes  Sursee  vom 25.  Juli  2005 Ein-
sprache eingelegt habe.

6.1 Der Argumentation der Beschwerdeführerin ist vorweg entgegenzuhalten, 
dass die Einreisesperre keine Strafe im Sinne eines sozialethischen Un-
werturteils darstellt,  sondern eine präventivpolizeiliche Administrativmass-
nahme zum Schutz der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bildet. Wegen 
der unterschiedlichen Zielsetzung von Strafe und Einreisesperre sind bei-
de  Massnahmen  voneinander  grundsätzlich  unabhängig,  auch  wenn  sie 
auf  demselben  Lebenssachverhalt  beruhen.  Die  Einreisesperre  kann  in 
einem solchen Fall ergehen, obwohl ein rechtskräftiges Strafurteil fehlt, sei 
es weil ein Strafverfahren nicht eröffnet wurde oder noch hängig ist. Es ge-
nügt,  wenn  die  Behörde  auf  Grund  eigener  Würdigung  der  Beweismittel 
zur Überzeugung gelangt, dass der Ausländer die Voraussetzungen für die 

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Verhängung  der  Einreisesperre  erfüllt.  Die  Unschuldsvermutung  gemäss 
Art.  6  Abs.  2  der  Konvention  vom 4.  November  1950  zum Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101) und gemäss Art. 32 Abs. 
1  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999 (SR 101) wird dadurch nicht verletzt  (vgl.  BGE 130 II 176 
E. 4.3.3 S. 189 mit Hinweisen zum verwandten Tatbestand der fremdenpo-
lizeilichen Ausweisung, 122 II 359 E. 2b und c S. 363 f. zum verwandten 
Institut des Sicherungsentzuges eines Führerausweises; Entscheid der Eu-
ropäischen Kommission für Menschenrechte Nr. 11436/85 vom 9. Oktober 
1985  in  Sachen  S.  gegen  die  Schweiz,  auszugsweise  veröffentlicht  in 
VPB 51.80;  ferner  JOCHEN ABR.  FROWEIN /  WOLFGANG PEUKERT,  Europäische 
MenschenRechtsKonvention: EMRK-Kommentar, 2. Aufl., Kehl usw. 1996, 
Rz. 163 und 170 in fine zu Art. 6; THEO VOGLER, in: Internationaler Kommen-
tar zur Europäischen Menschenrechtskonvention, Köln usw. 1986, Rz. 388 
zu Art.  6  EMRK).  Die  Beschwerdeführerin  kann somit  unmittelbar  nichts 
aus der Tatsache ableiten, dass das Einspracheverfahren vor dem Amts-
statthalteramt Sursee nach wie vor hängig ist.

6.2 Aus den Akten  ergibt  sich folgendes Bild:  Die  Beschwerdeführerin,  eine 
zum Zeitpunkt der Einreisesperre 23-jährige Brasilianerin mit Wohnsitz in 
Brasilien,  dort  ohne Beruf  und Arbeit,  wurde im Abstand von anderthalb 
Monaten zwei Mal in der einschlägig bekannten "Kontakt-Bar Braui-Chäl-
ler"  in  Büron  polizeilich  kontrolliert.  Die  erste  Kontrolle  fand  am 5.  Juni 
2005 statt und die zweite erfolgte am 21. Juli 2005. Im Anschluss an die 
zweite Kontrolle wurde sie am 22. Juli 2005 polizeilich einvernommen. Da-
bei gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, dass sie am 12. März 2005 
als Besuchaufenthalterin in die Schweiz gekommen sei. Bis ungefähr am 
15. Juni 2005 habe sie bei einem Freund ihrer Cousine in Kriens gewohnt. 
Wegen Problemen mit dessen Sohn, der auf die Cousine eifersüchtig ge-
wesen sei, hätten sie und ihre Cousine ein günstiges Hotel gesucht und ab 
dem 22. Juni 2005 auf Empfehlung des Freundes, der von einem Kollegen 
einen entsprechenden Tipp erhalten habe, in Gestalt von zum Braui-Chäl-
ler  gehörenden  Zimmern  eine  geeignete  Unterkunft  auch  gefunden.  Die 
Kosten für Unterkunft und Essen im Betrag von je 400 Franken im Monat 
habe der Freund übernommen. Von Prostitution im Braui-Chäller wisse sie 
nichts. Mit ihrer Cousine habe sie die Bar nur zwischendurch besucht, um 
etwas zu trinken. Alles andere habe sie nicht interessiert.  Sie habe stets 
gedacht, es handle sich um eine ganz normale Bar und um ein ganz nor-
males Hotel. Die Beschwerdeführerin wurde schliesslich zu einzelnen Per-
sonen aus dem Umkreis des Braui-Chällers befragt, die sie allesamt per-
sönlich  kannte.  Die Frage,  ob sie sich  über  Machenschaften von Seiten 
des Betreibers des Braui-Chällers zu beklagen habe, verneinte sie und er-
gänzte, "wir Frauen reden eigentlich nur mit Y._______ (Barkeeper). Er ist 
immer anständig mit uns."

6.3 Der Ort und die Art der Unterkunft, welche die Beschwerdeführerin einen 
Monat  lang bewohnte,  die Tatsache,  dass  sie trotz  der  dort  verbrachten 
Zeit und trotz der Bekanntschaft mit Personen aus dem engsten Umkreis 
des Braui-Chällers nichts von Prostitution zu wissen vorgibt, und der Um-

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stand, dass sie entgegen ihren Aussagen den Braui-Chäller bereits einige 
Zeit  vor  dem  15.  Juni  2005  kannte,  sind  nicht  geeignet,  ihren  Beteue-
rungen Glauben entgegenzubringen. Die Art und Weise, wie sie sich zum 
Verhältnis  der  Frauen  zum Barkeeper  des  Braui-Chällers  äusserte,  ent-
spricht denn auch eher dem Verhältnis zum Zuhälter als dem zum Barkee-
per in einer gewöhnlichen Bar eines ganz normalen Hotels. Erklärungsbe-
dürftig ist auch die angebliche Grosszügigkeit des Freundes ihrer Cousine, 
der den beiden Frauen einen Monat lang die Unterkunft und die Lebens-
haltungskosten bezahlt haben soll und der in der Replik nur als "Bekann-
ter"  bezeichnet  wird.  Das  Bild  wird  abgerundet  durch  den  persönlichen 
Hintergrund  der  Beschwerdeführerin.  Er  deckt  sich  mit  dem Profil  zahl-
reicher junger Frauen aus Südamerika, die ihren Besuchsaufenthalt in der 
Schweiz ausnützen, um durch Prostitution zu Geldmitteln zu gelangen. Al-
les in allem ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin tatsäch-
lich  der  Prostitution  nachgegangen  ist.  Es  muss  ihr  deshalb  illegale  Er-
werbstätigkeit  und �  damit zusammenhängend �  Missachtung der für er-
werbstätige Personen geltenden Meldepflicht sowie �  nach Ablauf der Mel-
defrist �  illegaler Aufenthalt vorgehalten werden. Doch selbst dann, wenn 
sie nicht erwerbstätig gewesen wäre, hätte sie den bewilligungsfreien Auf-
enthalt  von drei  Monaten weit  überschritten,  ohne sich polizeiliche anzu-
melden. Auch in diesem Fall hätte ihr Missachtung der Meldepflicht und il-
legaler Aufenthalt vorgehalten werden müssen. In Anbetracht des eindeu-
tigen  Beweisergebnisses  erübrigen  sich  weitere  Beweiserhebungen.  Na-
mentlich besteht kein Anlass, den von der Beschwerdeführerin als Zeugen 
angerufenen schweizerischen Bekannten einzuvernehmen, zumal das ein-
zige ersichtliche Beweisthema (die gegenseitigen Besuche in Brasilien und 
der Schweiz) für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung sind.

6.4 Es ist bereits weiter oben dargelegt worden, dass illegaler Aufenthalt und 
illegale Erwerbstätigkeit als grobe Zuwiderhandlungen gegen fremdenpoli-
zeiliche Bestimmungen im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 2 ANAG gelten. 
Mit ihrem Verhalten hat die Beschwerdeführerin somit den entsprechenden 
Fernhaltegrund gesetzt.

7. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Ermes-
sens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhältnismässig-
keit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wer-
tende  Abwägung  vorzunehmen  zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an 
der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beeinträchtigten 
privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletz-
ten oder gefährdeten Rechtsgüter,  die Besonderheiten des ordnungswid-
rigen  Verhaltens  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Verfügungsbe-
lasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vie-
ler ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER / FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-
recht, 5. Aufl., Zürich und St. Gallen 2006, S.127 f.).

7.1 An der Einhaltung der fremdenpolizeilichen Ordnung im Allgemeinen und 
der  Vorschriften  über  Aufenthalt  im Besonderen  besteht  ein  gewichtiges 
öffentliches Interesse. Die Einreisesperre wirkt hier einerseits generalprä-
ventiv,  indem sie Ausländerinnen und Ausländer  angesichts  der nachtei-

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ligen Folgen von Zuwiderhandlungen dazu anhält, sich an die fremdenpoli-
zeilichen Vorschriften des Gastlandes zu halten. Andererseits ist eine spe-
zialpräventive  Wirkung  der  Massnahme darin  zu  erblicken,  dass  sie  die 
Betroffenen ermahnt, inskünftig den für sie geltenden Regeln nachzuleben. 
Eine konstante und konsequente Praxis der Verwaltungsbehörden ist un-
abdingbar, denn nur eine solche verschafft der fremdenpolizeilichen Ord-
nung  Nachachtung.  Im  vorliegenden  Fall  ist  festzustellen,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  in  erheblichem Umfang  gegen  zentrale  Bestimmungen 
des Fremdenpolizeirechts verstossen hat. Es besteht deshalb ein gewich-
tiges öffentliches Interesse an der angefochtenen Massnahme.

7.2 Dem hält die Beschwerdeführerin nur entgegen, dass sie in der Schweiz 
viele Freunde und Bekannte habe, die sie regelmässig besuche. Weitere 
Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen fehlen. In dieser unsubstan-
tiierten Form sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin jedoch nicht ge-
eignet, gegen das öffentliche Interesse aufzukommen. 

7.3 Eine wertende Gewichtung der  sich entgegenstehenden Interessen führt 
das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass die auf drei Jahre be-
fristete  Einreisesperre  eine  verhältnismässige  und  angemessene  Mass-
nahme zum Schutz der öffentlichen Ordnung darstellt.

8. Aus den obenstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-
gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwer-
de ist deshalb abzuweisen.

9. Dem Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende  Be-
schwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63 Abs.  1 VwVG).  Die Verfahrens-
kosten  bestehend  aus  einer  Gerichtsgebühr  und  den  Auslagen  sind  auf 
Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 11. De-
zember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [SR 173.320.2]).

10. Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht [SR 173.110]).

Dispositiv S. 8

8

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 700.-- (Gerichtsgebühr und Auslagen) 
werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie sind durch den am 30. Au-
gust 2005 geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (Einschreiben)

- das Amt für Migration des Kantons Luzern mit den kantonalen Akten

- der Vorinstanz mit ihren Akten

Bern, 27. Februar 2007

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

A. Trommer J. Longauer

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