# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f52bfe73-1d75-5296-bcc8-f8a5d215e313
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-21
**Language:** de
**Title:** Gestaltungsplanung für Seilbahn von Stettbach zum Zoo Zürich (kantonaler Gestaltungsplan «Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich»)
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0095-0099/2020
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_brge_i_nrn._0095-0099-2020_vom_21._august_2020.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nrn. 

BRGE I Nr. 

R1S.2019.05058, R1S.2019.05060, R1S.2019.05061, R1S.2019.05063 
und R1S.2019.05065 
0095/2020, 0096/2020, 0097/2020, 0098/2020 und 0099/2020 

Entscheid vom 21. August 2020 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Walter Linsi, Baurichter Felix Müller, Baurichter Claude 
Reinhardt, Gerichtsschreiber Alain Thiébaud     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2019.05058 
Stadt Dübendorf, Usterstrasse 2, 8600 Dübendorf  

vertreten durch […] 

R1S.2019.05060 
1.  G. A. und S. H. […] 

und weitere 115 Rekurrentschaften  

alle vertreten durch […] 

R1S.2019.05061 
Genossenschaft S. […]  

vertreten durch […] 

R1S.2019.05063 
1.  T. H. […] 
2.  B. H. […] 
3.  C. H. […] 

alle vertreten durch […] 

R1S.2019.05065 
M. B. […] 

vertreten durch […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

R1S.2019.05058 
2.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  
3.  Zoo Seilbahn AG, Zürichbergstrasse 221, 8044 Zürich  

Nr. 3 vertreten durch […] 

R1S.2019.05060, R1S.2019.05061, R1S.2019.05063 + R1S.2019.05065 
2.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  
3.  Stadt Dübendorf, Usterstrasse 2, 8600 Dübendorf  

Nr. 3 vertreten durch […] 

4.  Zoo Seilbahn AG, Zürichbergstrasse 221, 8044 Zürich  

Nr. 4 vertreten durch […] 

betreffend 

Verfügung der Baudirektion vom 26. April 2019; Festsetzung des kantona-
len  Gestaltungsplans  "Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich"  […]  Dübendorf  und 
Zürich  
_______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 
Mit Verfügung Nr. ARE 10-0363 vom 26. April 2019 setzte die Baudirektion 

(Amt  für  Raumentwicklung  [ARE])  den  kantonalen  Gestaltungsplan  "Seil-

bahn Stettbach-Zoo Zürich"  (nachfolgend:  GP)  bestehend  aus  den  Gestal-

tungsplanvorschriften  (GPV),  dem  Situationsplan  und  Längenprofil  (Mass-

stab 1:2500),  dem  Detailplan  Teilgebiete/Baufelder  (Massstab 1:500),  dem 

Detailplan  Massnahmenperimeter  (Teilgebiete F1-F4;  Massstab 1:5000), 

dem  erläuternden  Bericht  nach  Art. 47  der  Raumplanungsverordnung 

(RPV)  sowie  dem  Bericht  zu  den  Einwendungen,  alle  datierend  vom 

4. März 2019, fest. 

R1S.2019.05058 

Seite 2 

 
 
 
B. 

a) 
Hiergegen gelangte zunächst die Stadt Dübendorf mit fristgerechter Einga-

be vom 3. Juni 2019 an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stell-

te die folgenden Rekursbegehren: 

" 1. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben; 

  2. eventualiter sei die Stütze Nr. 2, Baubereich B2, wegzulassen oder es 

sei deren Lage anzupassen; 

  3. eventualiter  seien  Art. 3 B  und  5  Abs. 1  sowie  Art. 6  Abs. 1  der  Vor-
schriften  zum  Gestaltungsplan  (GPV)  dahingehend  zu  ändern,  dass 
das  Gebiet  Heerenschürli  auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Zürich  (neu  F5) 
auch  in  den  Massnahmenperimeter  bzw.  ins  Monitoringkonzept  auf-
genommen wird; 

  4. eventualiter sei Art. 5 GPV in dem Sinne zu ergänzen, dass sämtliche 
Massnahmen zur Vermeidung des unerwünschten Privatverkehrs auf 
Kosten  des  Seilbahnbetreibers  vorzunehmen  sind  und  dieser  Dritte, 
inkl.  Gemeinwesen,  für  entsprechende  Dienstleistungen  vollumfäng-
lich zu entschädigen hat; 

  5. eventualiter  sei  Art. 5  GPV  in  dem  Sinne  anzupassen,  als  der  Seil-
bahnbetreiber  generell  Verkehrsdienste  zur  Verhinderung  von  uner-
wünschten  Auswirkungen  in  den  angrenzenden  Wohnquartieren  an 
Tagen mit erwartetem hohen Besucheraufkommen (z.B. Zoo-Spitzen-
tage) bereitzustellen hat; 

  6. eventualiter sei Art. 5 Abs. 3 lit. b GPV ersatzlos zu streichen; 

  7. eventualiter  sei  Art. 9  Abs. 1  GPV  so  zu  ändern,  dass  im  Perimeter 
des  Gestaltungsplans  lediglich  die  für  die  Erstellung  und  den  Betrieb 
der  Seilbahn  notwendigen  Bauten  und  Anlagen  mit  Betriebseinrich-
tungen und Nebenanlagen zulässig sind; 

  8. eventualiter sei Art. 10 Abs. 2 GPV zu ändern, als nur kleinere, tech-
nisch notwendige Aufbauten die maximale Höhe überschreiten dürfen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Rekursgegne-
rin." 

Der  Rekurs  der  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  wurde  unter  der  G.-Nr. 

R1S.2019.05058 anhand genommen. 

b) 
Weiter erhoben G. A. und S. H. und mit ihnen 115 weitere Rekursparteien 

(gemäss  Rubrum,  im  Einzelnen  nachfolgend  unter  dem  Titel  Legitimation 

aufgeführt;  Ehepaare  usanzgemäss  als  eine  Partei  erfasst)  mit  Rekurs-

schrift  vom  6. Juni 2019  Rekurs  an  das  Baurekursgericht  mit  dem  Antrag, 

R1S.2019.05058 

Seite 3 

 
 
 
der Entscheid der Baudirektion sei aufzuheben und die Genehmigung des 

öffentlichen  Gestaltungsplans  "Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich"  sei  zu  ver-

weigern; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. 

Dieses  Rekursverfahren  wurde  unter  der  G.-Nr.  R1S.2019.05060  anhand 

genommen. 

c) 
Sodann rekurrierte gegen den Entscheid mit Eingabe vom 7. Juni 2019 die 

Genossenschaft S., mit folgenden Anträgen: 

" 1. [prozessualer Antrag: Augenschein] 

  2. Die  Baudirektionsverfügung  Nr. 0363/19  vom  26. April 2019  betref-
"Seil-

des  Kantonalen  Gestaltungsplans 

fend  Festsetzung 
bahn Stettbach – Zoo Zürich" sei aufzuheben. 

  3. Eventuell (für den eventuellen Fall, dass dem Antrag Nr. 2 nicht statt-

zugeben sein sollte): 

    3.1.  Betreffend Stützenhöhe: 

a) Die  Gestaltungsplanvorschriften  seien  durch  folgende  Be-
stimmung  zu  ergänzen  (Art. 10  neuer  Absatz 2bis,  eventuell 
Einfügung an anderer Stelle der Gestaltungsplanvorschriften): 

"Die  Höhe  der  Stützen 2  und  3  beiderseits  der  Düben-
dorferstrasse  sei  so  gering  zu  halten,  dass  nur  der  aus  Si-
cherheitsgründen  erforderliche  minimale  Abstand  zwischen 
den  Gondeln  und  den  von  diesen  überquerten  Fahrleitungen 
der Schienenfahrzeuge eingehalten wird." 

b) Im  Plan  "Situation  und  Längenprofil 1:2'500",  Teilplan  Län-
genprofil, sei für das Teilgebiet B3 (für Stütze 3) in der unters-
ten  Zeile  die  maximale  Höhe  auf  463.00 (m.ü.M.),  eventuell 
auf ein zwischen 463.00 und 470.00 liegendes Mass herabzu-
setzen. 

    3.2.  Betreffend Betriebslärm: 

  Die  Gestaltungsplanvorschriften  seien  durch  folgende  Be-
stimmung  zu  ergänzen  (Art. 10  neuer  Absatz 2bis,  eventuell 
Einfügung an anderer Stelle der Gestaltungsplanvorschriften): 

"Die  Betriebslärmeinwirkungen  auf  die  Nachbarschaft  sind 
insbesondere  durch  wirksame  bauliche,  betriebliche  und  seil-
bahntechnische  Massnahmen  im  Bereich  der  Stationen  und 
der Stützen zu minimieren." 

  4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekurs-

gegnerin." 

R1S.2019.05058 

Seite 4 

 
 
   
 
   
 
 
   
 
   
 
   
 
 
Dem  Rekurs  der  Rekurrentin  Genossenschaft  S.  wurde  die  G.-Nr. 

R1S.2019.05061 zugewiesen. 

d) 
Mit Eingabe vom 11. Juni 2019 erhoben weiter T. H., B. H. und C. H. Re-

kurs  an  das  Baurekursgericht  mit  dem  Begehren,  der  Beschluss 

Nr. 0363/19  vom  26. April  2019  über  die  Festsetzung  des  kantonalen  Ge-

staltungsplans  "Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich"  sei  aufzuheben  und  die 

Festsetzung  des  Gestaltungsplans  sei  zu  verweigern,  eventualiter  sei  die 

Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Rekursgegnerin 

und/oder  der  Vorinstanz.  Dieses  Verfahren  wurde  unter  der  G.-Nr. 

R1S.2019.05063 eröffnet. 

e) 
Schliesslich gelangte M. B. mit Eingabe ebenfalls vom 11. Juni 2019 an das 

Baurekursgericht und stellte folgende Anträge: 

" 1. Die Verfügung der Baudirektion des Kantons Zürich Nr. 0636-19 vom 
26. April 2019 und die Festlegungen im Kantonalen Richtplan für eine 
Luftseilbahn Stettbach-Zoo Zürich  (Objekt  Nr. 10  gemäss  Richtplan-
text, Kapitel 4.3.2, und Eintrag in der Karte des Verkehrsplanes) seien 
ersatzlos aufzuheben; 

  2. [Prozessualer Antrag: Zustellung von Vernehmlassungen] 

  3. [Prozessualer Antrag: Augenschein] 

  4. Dem Rekurrenten sei eine angemessene Umtriebsentschädigung zu-

zusprechen; 

  5. Die Kosten des Verfahrens seien der Rekursgegnerin aufzuerlegen." 

Dieses  Rekursverfahren  wurde  unter  der  G.-Nr.  R1S.2019.05065  anhand 
genommen. 

C. 
Mit  Präsidialverfügungen  je  vom  14. Juni  2019  wurde  von  den  Rekursein-

gängen  Vormerk  genommen  und  wurden  die  Vernehmlassungsverfahren 

eröffnet.  Dem  Rechtsvertreter  der  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  (Verfahren 

G.-Nr. R1S.2019.05060)  wurden  mit  derselben  Präsidialverfügung  ver-

schiedene Fristen betreffend Bevollmächtigung, Adressen und weitere An-

R1S.2019.05058 

Seite 5 

 
 
gaben  (insbesondere  zwecks  Beurteilung  der  Rechtsmittelegitimation)  der 

zahlreichen Rekursparteien angesetzt. 

D. 
Mit  Rekursvernehmlassung  vom  11. Juli  2019  beantragte  die  Baudirektion 

die Abweisung des Rekurses der Rekurrentin Stadt Dübendorf, soweit da-

rauf  einzutreten  sei,  unter  Kostenfolge  zulasten  der  Rekurrentin  Stadt  Dü-

bendorf.  Die  Zoo Seilbahn AG  schloss  mit  Eingabe  vom  17. Juli  2019  auf 

Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Rekurrentin Stadt Düben-

dorf (Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05058). 

Mit Vernehmlassung ebenfalls vom 11. Juli 2019 beantragte die Baudirekti-

on die vollumfängliche Abweisung des Rekurses der Rekurrierenden G. A. 

et al., soweit darauf einzutreten sei; unter der gesetzlichen Kostenfolge zu-

lasten der Rekurrierenden G. A. et al. Mit Rekursantwort vom 17. Juli 2019 

stellte  sodann  die  Zoo Seilbahn AG  Antrag  auf  Abweisung  des  Rekurses, 

soweit  darauf  einzutreten  sei,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen 

(zzgl.  MwSt.)  zulasten  der  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  Die  in  diesem  Ver-

fahren  als  Mitbeteiligte  in  das  Verfahren  aufgenommene  Stadt  Dübendorf 

beantragte per 23. Juli 2019 die Gutheissung des Rekurses; unter Kosten- 

und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Baudirektion  (Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2019.05060). 

Im Rekursverfahren der Rekurrentin Genossenschaft S. schloss die Baudi-

rektion  mit  Vernehmlassung  vom  11. Juli  2019  auf  vollumfängliche  Abwei-

sung  des  Rekurses,  soweit  darauf  einzutreten  sei;  unter  der  gesetzlichen 

Kostenfolge zulasten der Rekurrentin Genossenschaft S. Die Zoo Seilbahn 
AG  beantragte  per  17. Juli  2019  die  Abweisung  des  Rekurses,  soweit  da-

rauf einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) 

zulasten  der  Rekurrentin  Genossenschaft  S.  Die  in  diesem  Verfahren  als 

Mitbeteiligte  in  das  Verfahren  aufgenommene  Stadt  Dübendorf  ersuchte 

per  23. Juli  2019  um  Gutheissung  des  Rekurses;  unter  Kosten-  und  Ent-

schädigungsfolgen 

zulasten 

der  Baudirektion 

(Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2019.05061). 

R1S.2019.05058 

Seite 6 

 
 
Im Verfahren der Rekurrierenden H. [Anm.: T. H., B. H. und C. H.] liess sich 

die Baudirektion per 11. Juli 2019 dahingehend vernehmen, als der Rekurs 

vollumfänglich abzuweisen sei, soweit darauf einzutreten sei, unter der ge-

setzlichen  Kostenfolge  zulasten  der  Rekurrierenden  H.  Vonseiten  der 

Zoo Seilbahn AG  wurde  mit  Rekursantwort  vom  17. Juli  2019  die  Abwei-

sung des Rekurses beantragt, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- 

und  Entschädigungsfolgen  (zzgl.  MwSt.)  zulasten  der  Rekurrierenden  H. 

Die in diesem Verfahren als Mitbeteiligte in das Verfahren aufgenommene 

Stadt Dübendorf beantragte mit Eingabe vom 23. Juli 2019 die Rekursgut-

heissung; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Baudirek-

tion (Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05063). 

Mit Vernehmlassung vom 11. Juli 2019 stellte die Baudirektion sodann An-

trag  auf  Abweisung  des  Rekurses  des  Rekurrenten  M.  B.,  soweit  darauf 

einzutreten sei; unter der gesetzlichen Kostenfolge zulasten des Rekurren-

ten M. B. Die Zoo Seilbahn AG ersuchte um Abweisung des Rekurses, so-

weit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 

MwSt.) zulasten des Rekurrenten M. B. Die in diesem Verfahren als Mitbe-

teiligte in das Verfahren aufgenommene Stadt Dübendorf stellte per 23. Juli 

2019 Antrag auf Rekursgutheissung; unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zulasten der Baudirektion (Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05065). 

Vonseiten des in allen Verfahren ebenfalls als Mitbeteiligten aufgenomme-

nen  Stadtrats  von  Zürich  ging  in  keinem  Rekursverfahren  eine  Stellung-

nahme ein. 

E. 
Mit Präsidialverfügungen je vom 29. Juli 2019 wurde den Parteien der Re-
kursverfahren  –  unter  Hinweis  auf  die  örtliche  Zuständigkeit  sowohl  der 

1. Abteilung als auch der 3. Abteilung des Baurekursgerichts – von der Be-

setzung des Spruchkörpers Kenntnis gegeben. Die rekurrierenden Parteien 

erhielten sodann Gelegenheit zur Replik. 

F. 
Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  hielt  mit  Replik  vom  26. August 2019  im 

Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05058  an  den  im  Rekurs  gestellten  Anträgen 

R1S.2019.05058 

Seite 7 

 
 
fest.  Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05060  ergaben  sich  aus  der  Eingabe 

der  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  vom  19. August  2019  (sinngemäss)  eben-

falls keine neuen Begehren. Die Rekurrentin Genossenschaft S. replizierte 

im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05061  per  19. August  2019  unter  Bekräfti-

gung  der  mit  dem  Rekurs  gestellten  Anträge.  Auch  die  Rekurrierenden  H. 

stellten  mit  Replik  vom  20. August  2019 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2019.05063 unveränderte Anträge. Der Rekurrent im Verfahren G.-Nr. 

R1S.2019.05065 M. B. bekräftigte per 22. August 2019 seinen Rekurs. 

G. 
Am 16. September 2019 führte der aus Mitgliedern der 1. Abteilung und der 

3. Abteilung  des  Baurekursgerichts  bestehende  Spruchkörper  an  den 

Standorten der Seilbahnstationen (Stettbach/Zoo Zürich) sowie an weiteren 

drei  Standorten  in  dem  dazwischenliegenden  Gebiet  (zwischen  Ma-

soalahalle und Bahnhof Stettbach) einen Abteilungsaugenschein durch. 

H. 
Die Zoo Seilbahn AG duplizierte auf den Rekurs der Rekurrentin Stadt Dü-

bendorf  mit  Eingabe  vom  23. September 2019  und  unveränderten  Anträ-

gen. Die Baudirektion liess sich duplicando nicht weiter vernehmen (Verfah-

ren G.-Nr. R1S.2019.05058). 

Im  Verfahren  der  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  duplizierte  die  Baudirektion 

per 17. September 2019 und hielt (sinngemäss) an den gestellten Anträgen 

fest. Auch die Zoo Seilbahn AG duplizierte per 23. September 2019 mit un-

veränderten  Anträgen.  Die  Mitbeteiligte  Stadt  Dübendorf  schloss  sich  am 

23. September 2019 der rekurrentischen Argumentation an und stellte wei-
ter keine neuen Begehren.  

Mit Duplik ebenfalls vom 17. September 2019 hielt die Baudirektion im Re-

kurs  der  Rekurrentin  Genossenschaft  S.  (sinngemäss)  an  den  gestellten 

Anträgen  fest.  Die  Duplik  vom  23. September 2019  der  Zoo Seilbahn AG 

erfolgte  unter  Aufrechterhaltung  der  gestellten  Anträge.  Die  Mitbeteiligte 

Stadt Dübendorf verwies per 23. September 2019 darauf, dass sie sich der 

rekurrentischen Argumentation anschliesse, und stellte weiter keine neuen 

Begehren.  

R1S.2019.05058 

Seite 8 

 
 
Im Verfahren der Rekurrierenden H. stellte die Baudirektion mit Duplik vom 

17. September  2019  (sinngemäss)  ebenfalls  keine  neuen  Anträge.  Die 

Zoo Seilbahn AG  duplizierte  per  23. September 2019  unter  Aufrechterhal-

tung  der  gestellten  Anträge.  Die  Mitbeteiligte  Stadt  Dübendorf  verwies  per 

23. September 2019 auf die rekurrentische Argumentation und erhob weiter 

keine neuen Begehren.  

Auf  den  Rekurs  des  Rekurrenten  M.  B.  duplizierte  die  Baudirektion  per 

17. September  2019  (sinngemäss)  unter  Verzicht  auf  neue  Anträge.  Auch 

die  Zoo Seilbahn AG  hielt  mit  Duplik  vom  23. September 2019  die  gestell-

ten  Anträge  aufrecht.  Die  Mitbeteiligte  Stadt  Dübendorf  schloss  sich  per 

23. September 2019  der  rekurrentischen  Argumentation  an  und  stellte  kei-

ne neuen Begehren.  

Der Mitbeteiligte Stadtrat von Zürich liess sich in sämtlichen fünf Rekursver-

fahren auch duplicando nicht vernehmen. 

I. 
In  den  Rekursverfahren  G.-Nrn.  R1S.2019.05061  und  R1S.2019.05065 

gingen mit Datum vom 4. März 2020 und vom 6. April 2020 weitere Einga-

ben ein. Auf Ersuchen der Zoo Seilbahn AG wurde der Rekursgegnerschaft 

diesbezüglich  mit  Präsidialverfügung  je  vom  8. April  2020  Frist  zur  Stel-

lungnahme angesetzt. 

In der Folge gingen im Verfahren G.-Nr. R1S.2019.05061 Stellungnahmen 

der Zoo Seilbahn AG (vom 30. April 2020) und der Mitbeteiligten Stadt Dü-

bendorf  (vom  26. Mai 2020)  ein;  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2019.05065  je 

eine solche der Baudirektion (per 28. April 2020), der Zoo Seilbahn AG (per 
30. April 2020) sowie der Mitbeteiligten Stadt Dübendorf (per 26. Mai 2020). 

R1S.2019.05058 

Seite 9 

 
 
Es kommt in Betracht: 

1. 
Angesichts dessen, dass die fünf Rekurse dieselbe kantonale Gestaltungs-

planung (Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich) bzw. mit der Verfügung der Baudi-

rektion  vom  26. April 2019  dasselbe  Anfechtungsobjekt  betreffen,  sind  die 

Rekursverfahren 

G.-Nrn. 

R1S.2019.05058, 

R1S.2019.05060, 

R1S.2019.05061, R1S.2019.05063 und R1S.2019.05065 zu vereinigen. 

2.1. 
Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochte-

ne Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung  oder  Änderung  hat.  Dasselbe  gilt  für  die  Anfechtung  von  Erlassen 

(§ 338a des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). 

Das  Erfordernis  des  Berührtseins  beinhaltet,  dass  der  Rekurrent  oder  die 

Rekurrentin in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zum 

Streitgegenstand  stehen  und  stärker  als  beliebige  Dritte  oder  die  Allge-

meinheit  von  diesem  betroffen  sein  muss.  Das  vom  Gesetz  alsdann  ver-

langte  schutzwürdige  Interesse  (Anfechtungsinteresse)  setzt  voraus,  dass 

der  Rekurrent  mit  der  Gutheissung  des  Rekurses  einen  Nutzen  erlangt 

bzw. einen Nachteil abwendet. Sofern und soweit der Rekurs mit hierzu von 

vornherein ungeeigneten Rügen begründet wird, fehlt es am Anfechtungs-

interesse. Das Interesse kann rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein. Das 

Kriterium der Schutzwürdigkeit zeigt indes an, dass nicht jedes beliebige In-

teresse  anerkannt  wird;  ob  ein  Interesse  schutzwürdig  ist,  ergibt  sich  aus 

seiner rechtlichen Würdigung. Der angestrebte Nutzen muss stets ein eige-

ner sein. Allein die Wahrnehmung von öffentlichen Interessen oder Interes-

sen  Dritter  genügt  demnach  nicht.  Der  fragliche  Rekurrent  oder  die  fragli-

che  Rekurrentin  muss  zudem  von  der  Anordnung  unmittelbar  betroffen 

sein.  Schliesslich  ist  zu  verlangen,  dass  das  Anfechtungsinteresse  aktuell 

ist  (Martin  Bertschi,  in:  Kommentar  zum  Verwaltungsrechtspflegegesetz 

[VRG], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 Rz. 10 ff. und 53 ff.). 

Werden  gestützt  auf  § 338a PBG  raumplanungsrechtliche  Festlegungen 

angefochten, sei es durch den Eigentümer einer von der Festlegung erfass-

R1S.2019.05058 

Seite 10 

 
 
ten Parzelle, sei es durch einen Dritten (Nachbarn), entsprechen die Legi-

timationsvoraussetzungen  grundsätzlich  den  vorstehend  dargelegten  für 

die Anfechtung von baurechtlichen Entscheiden. Dies mit dem Unterschied, 

dass  das  Interesse  des  Rekurrenten  oder  der  Rekurrentin  nicht  zwingend 

aktuell  sein  muss.  So  kann  bei  Nachbarrekursen  gegen  Ein-  oder  Aufzo-

nungen die Legitimation nicht mit der Begründung in Frage gestellt werden, 

die Beeinträchtigung trete erst später mit der Ausschöpfung der neuen oder 

erweiterten Baubefugnisse ein. Zudem kann, je nach Geltungsbereich bzw. 

Auswirkungen der angefochtenen raumplanerischen Anordnung, eine Viel-

zahl  von  Grundstücken  bzw.  Personen  betroffen  sein,  ohne  dass  diese 

deswegen  als  –  nicht  legitimierte  –  Allgemeinheit  zu  betrachten  wären 

(Bertschi, § 21 Rz. 14 und Rz. 69). 

2.2. 
Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  sind  Nachbarn  zur  Be-

schwerdeführung  gegen  ein  Bauvorhaben  legitimiert,  wenn  sie  mit  Sicher-

heit  oder  zumindest  grosser  Wahrscheinlichkeit  durch  Immissionen  (Lärm, 

Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkungen) betroffen werden, 

die der Bau oder Betrieb der fraglichen Anlage hervorruft. Bei weiträumigen 

Einwirkungen kann ein grosser Kreis von Personen zur Beschwerdeführung 

legitimiert sein, etwa beim Betrieb eines Flughafens oder einer Schiessan-

lage. 

Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in der Praxis 

die  räumliche  Distanz  zum  Bauvorhaben  bzw.  zur  Anlage.  Die  Rechtspre-

chung  bejaht  in  der  Regel  die  Legitimation  von  Nachbarn,  deren  Liegen-

schaften sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m befinden. Bei grös-

seren  Entfernungen  muss  eine  Beeinträchtigung  aufgrund  der  konkreten 

Gegebenheiten  glaubhaft  gemacht  werden.  So  ergibt  sich  – beispielswei-
se –  bei  Schiessanlagen  (Lärm)  ein  erheblich  weiterer  Radius  von 

ca. 800-1000 m,  oder  wurde  im  Falle  eines  Windparks  eine  Legitimation 

noch in 1,2 km Entfernung bejaht. 

In  der  Rechtsprechung  wurde  auch  stets  betont,  dass  nicht  schematisch 

auf einzelne Kriterien (insbesondere Distanzwerte) abgestellt werden dürfe, 

sondern  eine  Gesamtwürdigung  anhand  der  konkreten  Verhältnisse  erfor-

derlich  sei  (zum  Ganzen  BGE 140 II 214,  E. 2.3;  BGE 136 II 281,  E. 2.3.2; 

BGE 133 II 181, E. 3.2.2; BGr 1C_33/2011 vom 12. Juli 2011, E. 2). 

R1S.2019.05058 

Seite 11 

 
 
2.3. 
Das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen und damit der Legitimation ist 

grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen. Dies entbindet die Rechtsu-

chenden  jedoch  nicht  davon,  ihre  Legitimation  zu  substantiieren.  Dies  gilt 

jedenfalls, wenn die Legitimation nicht offensichtlich ist. An eine anwaltlich 

vertretene oder rechtskundige Partei dürfen punkto Substantiierung höhere 

Anforderungen  gestellt  werden  als  an  Laien,  wobei  auch  letztere  sinnge-

mäss darzulegen haben, welchen persönlichen, konkreten Nachteil sie mit 

dem Rechtsmittel abwenden wollen. Die Anforderungen an die Begründung 

hängen  von  den  Umständen  ab.  Wenn  die  legitimationsbegründenden 

Sachverhaltsumstände  nicht  offensichtlich  sind,  so  sind  sie  soweit  darzu-

tun, dass die Rechtsmittelinstanzen nicht danach zu forschen haben (zum 

Ganzen Bertschi, § 21 Rz. 38). 

2.4.-2.5.5. 
[Ausführungen zur Legitimation der einzelnen Rekurrierenden.] 

2.6. 
Im Ergebnis ist, da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, 

auf die Rekurse der Rekurrentin Stadt Dübendorf, der Rekurrentin Genos-

senschaft S., der Rekurrierenden T. H., B. H. und C. H. sowie des Rekur-

renten M. B. – unter dem Vorbehalt nachfolgender Ausführungen zu einzel-

nen  Rügen  –  einzutreten.  Dasselbe  gilt  für  die  unter  obgenannter  Zif-

fer 2.5.5.  erwähnten  Rekursparteien  des  Rekursverfahrens  G.-Nr. 

R1S.2019.05060.  Nicht  einzutreten  ist  auf  die  Rekurse  der  unter  vorste-

hender Ziffer 2.5.2. als vollmachtlos und unter vorstehender Ziffer 2.5.4. als 

nicht  rekurslegitimiert  bezeichneten  Rekursparteien  des  Rekursverfahrens 

G.-Nr. R1S.2019.05060. 

3.1. 
Die  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  führen  an,  dass  einzelne  von  ihnen  –  zu-

sätzlich – Rechte aus dem Enteignungsgesetz (EntG) geltend machen wür-

den;  die  entsprechenden  Parzellen  seien  in  der  Liste  der  Rekurrierenden 

besonders bezeichnet. 

Das  Bundesrecht  sieht  vor,  dass  dem  Erbauer  oder  Betreiber  einer  Seil-

bahn das Enteignungsrecht gemäss der Bundesgesetzgebung zusteht, so-

R1S.2019.05058 

Seite 12 

 
 
fern die Anlage der Nutzungsplanung entspricht. Das Enteignungsverfahren 

kommt erst zur Anwendung, wenn die Bemühungen für einen freihändigen 

Erwerb  der  erforderlichen  Rechte  oder  für  eine  Landumlegung  nicht  zum 

Ziele führen (Art. 7 des Seilbahngesetzes [SebG]). Gemäss Seilbahngesetz 

kann sodann, wer nach den Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensge-

setzes  (VwVG)  oder  des  EntG  Partei  ist,  während  der  Auflagefrist  beim 

Bundesamt  für  Verkehr  (BAV)  Einsprache  erheben.  Die  Einsprache  ist  für 

die Teilnahme am Verfahren konstitutiv (Art. 13 Abs. 3 SebG). Das weitere 

Verfahren  innerhalb  der  Bundesverwaltung  richtet  sich  nach  dem  kon-

zentrierten  Entscheidverfahren  gemäss  den  Artikeln 62a ff.  des  Regie-

rungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes (RVOG). 

Rechte aus Enteignung sind damit nicht Gegenstand des vorliegenden nut-

zungsplanerischen  Verfahrens  und  können  damit  auch  nicht  Gegenstand 

des  Rechtsmittelverfahrens  sein.  Die  betreffenden  Rekurrierenden  leiten, 

mit  Ausnahme  der  bereits  behandelten  Rekurslegitimation,  gemäss  dem 

gestellten  Rechtsbegehren  aus  der  (allfälligen)  Beeinträchtigung  ihrer  Ei-

gentumsrechte denn auch nichts ab. Auf die Ausführungen betreffend Ent-

eignung  ist  damit  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  weiter  einzugehen.  Ein 

formelles Nichteintreten entfällt. 

3.2. 
Nicht zu prüfen sind im vorliegenden Verfahren die von verschiedenen Re-

kurrierenden erhobenen Rügen zur Wirtschaftlichkeit der Zoo-Seilbahn. Die 

Wirtschaftlichkeit  ist  als  eigentliche  Konzessionsvoraussetzung  einzig  im, 

wie  erwähnt,  bundesrechtlich  zu  führenden  koordinierten  Plangenehmi-

gungsverfahren  zu  beurteilen  (Art. 9  Abs. 3  lit. c  SebG  in  Verbindung  mit 

Art. 19a  Abs. 3  lit. b  der  Seilbahnverordnung  [SebV]).  Soweit  die  Rügen 

mittelbar  die  Zweckmässigkeit  des  Angebots  –  und  damit  eine  Frage  des 
öffentlichen Interesses – betreffen, sind sie indes ohne weiteres beachtlich 

und  in  der  Abwägung  zu  berücksichtigen.  Soweit  die  entsprechenden  Be-

stimmungen  des  SebG  und  der SebV  direkt  angerufen  werden,  ist  auf  die 

Rügen nicht einzutreten. 

3.3. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. verweisen auf ihre Rechtsmitteleingabe ge-
gen  das  frühere  Seilbahnprojekt  –  welches  Gegenstand  des  Entscheides 
des  Verwaltungsgerichts  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  war – 

R1S.2019.05058 

Seite 13 

 
 
vom 29. Juli 2009 und erklären diese mit sämtlichen Beilagen zum integrie-

renden  Bestandteil  des  aktuellen  Rekurses.  Ein  solch  pauschaler  Verweis 

auf  eine  Rechtsschrift  in  einem  anderen  Verfahren  –  noch  dazu  vor  einer 

anderen Instanz – ist, wenngleich es sich vorliegend – wie sogleich zu er-

läutern  sein  wird  –  um  die  Neubeurteilung  nach  der  mit  VB.2013.00722 

vom  4. September 2014  vorgenommenen  Rückweisung  handelt,  nicht  zu-

lässig.  Dasselbe  hat  analog  für  die  ebenfalls  pauschal  angerufenen  Beila-

gen  dieses  Verfahrens  sowie  den  Verweis  auf  einzelne  Ziffern  (Ziff. 13 

bis 23  der  Eingabe  vom  29. Juli 2009)  zu  gelten.  Der  Verweis  ist  mithin 

nicht weiter beachtlich. 

3.4. 
Die  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  führen  weiter  an,  dass  sie  gemäss  Ent-

scheid  des  Verwaltungsgerichts  VB.2013.00722  vom  4. September 2014 

bei der Prüfung des Umweltverträglichkeitsberichts (UVB) begrüsst werden 

müssten und das Recht auf [recte: Teilnahme] an der Beweiserhebung und 

Stellungnahme  haben.  Bei  der  Prüfung  durch  das  zuständige  Bundesamt 

vor  Ort,  bei  Besprechungen  mit  der  Zoo Seilbahn AG  (Schriftenwechseln, 

Telefonaten, etc.) müssten sie künftig begrüsst werden. Dies sei beim Pro-

jekt 2009 nicht der Fall gewesen. 

Der  Rüge  ist  damit  nicht  zu  entnehmen,  bei  welchen  Prozesshandlungen 

die Teilnahmerechte der Rekurrierenden G. A. et al. hätten verletzt werden 

können.  Soweit  sich  die  Rüge  auf  das  Vorgehen  in  dem  im  Vorfeld  des 

Entscheids  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  durchgeführten  Ver-

fahren  bezieht,  ist  sie nicht  zu  hören,  zumal  Entsprechendes  bereits  in  je-

nem  Verfahren  (bzw.  in  den  betreffenden  Rechtsmittelverfahren)  vorge-

bracht  wurde.  Das  Verwaltungsgericht  verwies  in  der  entsprechenden  Er-

wägung  darauf,  dass  der  Gehörsanspruch  bzw.  das  Recht  zur  Stellung-
nahme  zu  den  im  Rahmen  der  Umweltverträglichkeitsprüfung  (UVP)  von 

Fachbehörden abgegebenen Stellungnahmen durchaus bestehe, aber – da 

die  Beurteilung  der  Umweltverträglichkeit  im  Plangenehmigungsverfahren 

(PGV)  vorzunehmen  sei  –  vom  BAV  gewährt  werden  müsse 

(VB.2013.00722  vom  4. September 2014,  E. 7.4.2).  Dies  hat  auch  im  vor-

liegenden  zweiten  Rechtsgang  Geltung.  Soweit  die  Rüge  ansonsten  nicht 

substantiiert ist und insbesondere keinen Bezug auf das von der Vorinstanz 

vor  dem  Erlass  des  angefochtenen  Entscheids  durchgeführte  Verfahren 

nimmt, ist sie nicht weiter beachtlich. 

R1S.2019.05058 

Seite 14 

 
 
Mit der Replik machen die Rekurrierenden G. A. et al. sodann geltend, das 

Gutachten  S.  (Verkehrsgutachten  der  S.  AG  vom  26. April 2016;  im  Fol-

genden: Gutachten S.) sei unter Verletzung der Mitwirkungsrechte der Re-

kurrierenden  erstellt  worden.  Sodann  seien  sie  von  der  kantonalen  Natur- 

und Heimatschutzkommission (NHK) nie begrüsst oder eingeladen worden, 

zu  deren  Erkenntnissen  Stellung  zu  nehmen.  Der  Bericht  der  NHK  (bzw. 

die  Berichte)  seien  nicht  verwertbar,  da  das  rechtliche  Gehör  verletzt  wor-

den sei. 

Entgegen  dem  Dafürhalten  der  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  ergeben  sich 

derartige  Erfordernisse  weder  aus  dem  materiellen  Recht  noch  aus  dem 

Prozessrecht. Diesbezüglich kann auf die Erwägungen des verwaltungsge-

richtlichen  Entscheids  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  (E. 7)  ver-

wiesen  werden.  Zunächst  besteht,  zumal  im  Nutzungsplanverfahren  das 

rechtliche Gehör nur teilweise im Rahmen der Mitwirkung wahrgenommen 

werden  kann  –  welche  höchstens  indirekt  einen  Bestandteil  des  Rechts-

schutzes  bildet  –,  vor  der  Festsetzung  eines  Gestaltungsplans  kein  An-

spruch  auf  vorgängige  Stellungnahme  zu  einzelnen  Berichten  (etwa  dem 

erläuternden Bericht nach Art. 47 RPV). Die Anhörung zu den für die UVP 

massgeblichen Berichten ist im Rahmen des PGV durchzuführen. Sodann 

besteht  aber  auch  diesbezüglich  kein  Anspruch  auf  Mitwirkung  bei  und 

Stellungnahme zu Amtsberichten verwaltungsinterner Fachstellen. Dies hat 

vorliegend  namentlich  für  die  Stellungnahmen  und  Berichte  der  NHK  Gel-

tung, soweit deren Stellungnahme für die UVP überhaupt massgeblich ist. 

Auch  hinsichtlich  der  Erstellung  des  Gutachtens  S.  besteht  kein  grundle-

gender Anspruch, dessen Erstellung eng begleiten zu können. Mangels be-

sonderer Grundlagen hat es vorliegend – im Gegensatz zu den Unterlagen 

der UVP im Rahmen des PGV – durchaus zu genügen, wenn sich die Re-

kurrierenden  G.  A.  et  al.  zum  Gutachten  S.  im  Rechtsmittelverfahren  äus-
sern können. 

3.5.1. 
Die Rekurrentin Genossenschaft S. beantragt – wie vorstehend als Rechts-

begehren wiedergegeben – die Ergänzung der GPV dahingehend, dass die 

Höhe der Stützen 2 und 3 beidseits der D.-Strasse so gering zu halten sei, 

dass  nur  der  aus  Sicherheitsgründen  erforderliche  minimale  Abstand  zwi-

schen  den  Gondeln  und  den  von  diesen  überquerten  Fahrleitungen  der 

Schienenfahrzeuge  eingehalten  wird;  des  Weiteren  sei  im  Plan  "Situation 

R1S.2019.05058 

Seite 15 

 
 
und  Längenprofil 1:2'500",  Teilplan  Längenprofil,  für  das  Teilgebiet B3  (für 

Stütze 3)  die  maximale  Höhe  auf  463 m.ü.M.,  eventuell  auf  ein  zwischen 

463.00 m.ü.M. und 470.00 m.ü.M. liegendes Mass herabzusetzen. Sodann 

seien die GPV dahingehend zu ergänzen, dass die Betriebslärmeinwirkun-

gen auf die Nachbarschaft insbesondere durch wirksame bauliche, betrieb-

liche  und  seilbahntechnische  Massnahmen  im  Bereich  der  Stationen  und 

der Stützen zu minimieren seien (Rekursantrag 3.1). 

Begründet  wird dieser Antrag einerseits damit, dass die Höhe der Seilfüh-

rung und damit auch die Höhe der festen und sich bewegenden Anlageteile 

über der Horizontlinie landschaftlich und für die Nachbarschaft überaus stö-

rend  seien;  letzteres  auch  unter  dem  Aspekt  der  Privatsphäre.  Die  Stüt-

zen 2  und  3  beidseits  der  D.-Strasse  kämen  im  Nahbereich  der  Liegen-

schaft […] der Rekurrentin zu stehen und würden eine Höhe von 15 m bzw. 

gar 21 m aufweisen. Stütze 3 müsse keinesfalls höher sein als Stütze 2; in 

jedem Fall sei die Höhe der Stütze 3 markant (um 6 m bis 8 m) zu reduzie-

ren. Es sei denkbar, die Stützen als Niederhaltestützen oder als Wechsel-

laststützen  auszugestalten.  Umzusetzen  sei  die  Beschränkung  der  Höhe 

der Stützen 2 und 3 sowohl im Gestaltungsplantext als auch im Längenpro-

filplan.  Der  Aussage  im  Einwendungsbericht,  wonach  nur  der  Mindestab-

stand (Lichtraumprofil) zu den Fahrleitungen über der D.-Strasse eingehal-

ten werde, treffe nicht zu. 

Andererseits  sei  gemäss  dem  Betriebslärmgutachten  vom  23. Februar 

2017  beim  Wohngebäude  […]  der  Rekurrentin  mit  Überschreitungen  des 

Planungswerts  um  bis  zu  7 dB (A)  und  damit  auch  einer  Überschreitung 

des  Immissionsgrenzwerts  zu  rechnen.  Das  Gutachten  fordere  zu  Recht 

grosse  Anstrengungen  für  die  Einhaltung  der  Planungswerte  und  nenne 

konkret  mögliche  lärmmindernde  und  lärmabschirmende  Massnahmen 
(bauliche  Massnahmen  bei  den  Stützen  und  Stationen,  Begrenzung  der 

maximalen  Betriebsgeschwindigkeit,  seilbahntechnische  Massnahmen). 

Die Auffassung, wonach solches nicht im Gestaltungsplan geregelt werden 

müsse,  treffe  nicht  zu.  Es  sei  geboten,  die  wirksame  Lärmminderung  be-

reits im Gestaltungsplan zu verlangen. So treffe es nicht zu, dass das Pro-

jekt lärmmindernde Massnahmen bereits konkret vorsehe; der angebrachte 

Hinweis auf das Submissionsverfahren sei unbehelflich. Mit einem Gestal-

tungsplan  könnten  weitergehende  und  konkretisierende  Massnahmen  zur 

Lärmverminderung vorgeschrieben werden; analog der gestaltungsplaneri-

R1S.2019.05058 

Seite 16 

 
 
schen  besonderen  Rücksichtnahme  auf  Schutzobjekte.  Sodann  habe  der 

Gestaltungsplan  die  Aufgabe,  alle  Auswirkungen  einer  Anlage  aus  einer 

Gesamtschau zu betrachten bzw. abzuwägen. 

Des Weiteren beantragt die Rekurrentin Genossenschaft S. – mit Eingabe 

vom 4. März 2020 – für den eventuellen Fall, dass eine Seilbahn von Stett-

bach zum Zoo grundsätzlich in Betracht kommen sollte, eine Rückweisung 

des Gestaltungsplans zur grundlegenden Überarbeitung an die Baudirekti-

on.  Das  Projekt  und  der  Gestaltungsplan  seien  wie  folgt  zu  ändern:  Ver-

schiebung der Talstation auf die Südseite der D.-Strasse; eventuell tiefere 

Seilführung  über  die  D.-Strasse  hinweg  (entsprechend  dem  Rekursan-

trag 3.1); tiefe Seilführung von der Talstation bis zum Beginn des Sagento-

bels,  insbesondere  in  den  Landschaftsräumen  Stettbach  und  in  der  Land-

schaftskammer  Gfeller-Gut;  Niederhaltestütze  beim  Geländeknick  am 

Übergang  von  der  Landschaftskammer  Gfeller-Gut  zum  Sagentobel;  tiefe 

Seilführung über dem Wald (nur wenige Meter über den höchsten Wipfeln), 

soweit das Projekt nicht eine Schneise vorsehe, sowie punktuelle Kürzung 

von  in  Zukunft  allenfalls  ein  kritisches  Mass  erreichenden  Einzelbäumen, 

eventuell  Erweiterung  der  Schneisenführung  anstelle  der  Überwipfelfüh-

rung.  

3.5.2. 
Die  Zoo Seilbahn AG  verweist  auf  die  Ausführungen  im  Einwendungsbe-

richt, wonach bezüglich der Höhe der Stützen 2 und 3 kein Spielraum mehr 

bestehe, da bereits nur der Mindestabstand zu den Fahrleitungen über der 

D.-Strasse  eingehalten  werde;  eine  weitere  Reduktion  würde  zur  Gefähr-

dung der Verkehrsteilnehmer auf der D.-Strasse führen. Bei tieferer Seilfüh-

rung sei zudem die Seillagestabilität gefährdet.  

Sodann würden die lärmrechtlichen Planungswerte an sämtlichen relevan-

ten Eckpunkten eingehalten. Mit der Erstellung eines Lärmgutachtens seien 

die  Lärmeinwirkungen  der  Seilbahn  vertieft  geprüft  worden.  Aufgrund  des 

Gutachtens  seien  Massnahmen  zur  Einhaltung  der  massgebenden  Lärm-

werte vorzusehen, welche unter anderem auch für die Dimensionierung der 

Teilgebiete und Baufelder massgebend gewesen seien. Im Übrigen sei die 

Einhaltung der massgeblichen Grenzwerte im PGV zu überprüfen. 

R1S.2019.05058 

Seite 17 

 
 
3.5.3. 
Die Genossenschaft S. hält dem wiederum entgegen, die Zoo Seilbahn AG 

vermöge  den  geometrischen  bzw.  technischen  Nachweis  für  ihre  Behaup-

tung  nicht  zu  erbringen,  wonach  bei  einer  Höhenreduktion  der  Stützen 2 

und  3  der  erforderliche  Sicherheitsabstand  zu  den  Fahrleitungen  verletzt 

und die Seillagestabilität gefährdet würden. Letztere könne im Übrigen nö-

tigenfalls durch die im Seilbahnbau bewährten Mittel auch bei tiefer liegen-

den Stützen ohne weiteres gewährleistet werden. 

Hiergegen  führt  die  Zoo Seilbahn AG  duplicando  an,  dass  aufgrund  der 

wichtigen  Schonung  des  schützenswerten  Sagentobels  eine  Höhenreduk-

tion  der  Stützen 5-7  nicht  möglich  sei.  Bei  den  Stützen 4-8  würde  die  Hö-

henreduktion  zu  einer  Verringerung  der  Seillagestabilität  führen,  was  mit 

einer zusätzlichen Stütze kompensiert werden müsste. 

3.5.4. 
Art. 11  SebG  statuiert,  dass  für  den  Bau  von  Seilbahnen  mit  Aufgabe  des 

Personentransports  (im  Sinne  von  Art. 2  SebG)  dem  BAV  ein  Plangeneh-

migungsgesuch  einzureichen  ist.  Im  Anschluss  wird  vom  BAV  ein  Ein-

spracheverfahren  durchgeführt  (Art. 13  SebG).  Art. 14  SebG  sieht  für  das 

weitere  Verfahren  innerhalb  der  Bundesverwaltung  –  wie  bereits  im  Zu-

sammenhang  mit  dem  Enteignungsrecht  erwähnt  –  das  konzentrierte  Ent-

scheidverfahren  gemäss  den  Art. 62a ff.  RVOG  vor.  Die  Grundidee  dieser 

mit  dem  Bundesgesetz  über  die  Koordination  und  Vereinfachung  von  Ent-

scheidverfahren  vom  18. Juni 1999  (Sammelerlass)  eingeführten  Konzep-

tion bestand darin, für Vorhaben wie Bauten und Anlagen die Konzentration 

von  Entscheiden  bei  einer  einzigen  Behörde  (Leitbehörde)  vorzusehen, 

welche  alsdann  vor  ihrem  Entscheid  die  Stellungnahmen  der  betroffenen 

Fachbehörden  einzuholen  hat  (vgl.  Art. 62a  RVOG).  Für  die  parallel  zum 
konzentrierten  bundesrechtlichen  Verfahren  erforderlichen  raumplanungs-

rechtlichen Vorkehren sowie für den Erwerb der für Bau und Betrieb erfor-

derlichen Rechte sehen Art. 11 Abs. 1 lit. d und e SebV vor, dass den Bun-

desbehörden  diesbezüglich  ein  Bericht  über  die  erfolgte  Abstimmung 

(Raumplanung)  sowie  entsprechende  Nachweise  (Rechte)  einzureichen 

sind. Damit wird klar, dass die erforderlichen, vom kantonalen Recht gere-

gelten  raumplanerischen  Verfahren  zwar mit  dem  seilbahnrechtlichen  Ver-

fahren  abzustimmen  sind,  der  Grundsatz  der  Koordination  in  dieser  Kon-

stellation aber nicht zur materiellen Obsoleszenz der Vor- oder Parallelver-

R1S.2019.05058 

Seite 18 

 
 
fahren  auf  kantonaler  Stufe  führt.  Dahin  geht  auch  die  Rechtsprechung. 

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich verweist diesbezüglich darauf, 

dass  dem  Koordinationsgebot  und  den  Vorschriften  über  die  UVP  in  den 

unterschiedlichen  Verfahren  betreffend  Nutzungsplanung  einerseits  und 

nach  dem  SebG  andererseits  Rechnung  getragen  werden  müsse,  sofern 

die Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen meh-

rerer Behörden (auch kantonaler Behörden) erfordere. Die projektbezogene 

Nutzungsplanung und das Bewilligungsverfahren seien, auch wenn sie zeit-

lich gestaffelt durchgeführt werden, aufeinander abzustimmen. Möglich sei 

auch  ein  Vorbehalt,  welcher  –  zum  Beispiel  –  die  Rechtskraft  der  Nut-

zungsplanung  bedinge  (oder  umgekehrt).  Allerdings  schliesse  das  an-

wendbare  Recht  faktisch  eine  umfassende  Koordination  aus,  zumal  der 

Rechtsweg betreffend die verschiedenen Anordnungen ohnehin nicht koor-

diniert  werden  könne.  Die  nutzungsplanerischen  Festlegungen  seien  vor 

den kantonalen Behörden anzufechten, während die Plangenehmigung der 

Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht unterliege. Die von Art. 25a 

des Raumplanungsgesetzes (RPG) avisierte gleichzeitige oder gar gemein-

same  Eröffnung  der  Entscheide  könne  folglich  ihren  Zweck,  nämlich  die 

gesamthafte Beurteilung aller Aspekte in einem einheitlichen Rechtsmittel-

verfahren, ohnehin nicht erfüllen (zum Ganzen VB.2013.00722 vom 4. Sep-

tember 2014, E. 5). 

3.5.5. 
Das  PGV  hat  dabei  insbesondere  die  risikoorientierte  Beurteilung  der  si-

cherheitsrelevanten  Aspekte  auf  der  Grundlage  von  Sicherheitsgutachten 

oder  Stichproben  zum  Gegenstand;  daneben  betrifft  dieses  –  wie  bereits 

erwähnt  –  auch  die  Erteilung  des  Enteignungsrechts  (Art. 6 f.  SebG).  Das 

BAV  beurteilt  im  Rahmen  des  PGV  die  eingereichten  Unterlagen  auf  Ein-

haltung der übrigen Vorschriften sowie  – insbesondere – die  Erfüllung der 
sicherheitsrelevanten  Aspekte.  Für  die  Beurteilung  der  Sicherheit  führt  es 

die  Prüfungen  nach  Anhang 2  der  SebV  durch  (Art. 4  Abs. 3  und  Art. 16 

SebV). Anhang 2 der SebV statuiert, dass das BAV die folgenden Aspekte 

risikoorientiert  mit  Stichproben  zu  überprüfen  hat  (hier  auszugsweise  wie-

dergegeben): (1) die Linienführung im Gelände; (2) die Tragkonstruktionen 

der  Stationen  und  Stützen  bzw.  bei  Standseilbahnen  die  Tragkonstruktio-

nen  der  Stationen,  der  Fahrbahn  und  der  Kunstbauten; [(3-8)];  (9)  die  Ab-

stände  bei  Parallelführungen  und  Kreuzungen  mit  anderen  Transportanla-

gen  bzw.  Strassen  und  elektrischen  Leitungen,  die  Abstände  zum  Boden 

R1S.2019.05058 

Seite 19 

 
 
und gegenüber bahnfremden festen Gegenständen sowie die Freiheiten für 

die  Längs-  und  die  Querbewegung  der  Fahrzeuge  auf  der  Strecke  und  in 

den  Stationen;  [(10)];  (11)  die  Gutachten  zu  den  Umwelteinflüssen; 

[(12-15)]. Basis der Prüfung sind die gemäss Anhang 1 SebV im PGV ein-

zureichenden  Unterlagen  (hier  auszugsweise  wiedergegeben):  (1)  Situie-

rung  und  Gesamtkonzeption  sowie  seilbahntechnische  Ausgestaltung  der 

Anlage,  mit  folgenden  Angaben:  (a)  Situationspläne  mit  Angaben  zu  den 

geplanten Bauwerken und den betroffenen Baugrundparzellen, (b) Längen-

profil  sowie  massgebliche  Querprofile  mit  Beurteilung  von  Parallelführun-

gen  und  Kreuzungen  mit  anderen  Transportanlagen,  Strassen  und  elektri-

schen  Leitungen,  (c)  Übersichtspläne  der  Stationen  und  Stützen  mit  den 

Angaben  zu  den  relevanten  Bauabmessungen  und  Raumnutzungen,  zur 

Anordnung  der  Teilsysteme  sowie  zur  Anordnung  von  Leitern  und  Podes-

ten, (d) Übersichtspläne der Stützen oder der Fahrbahn mit den betroffenen 

Parzellen  und  deren  Grenzabständen,  (e)  Lichtraumprofile  mit  Längs-  und 

Querbewegungsfreiheiten  in  den  Stationen  und  auf  der  Strecke  mit  den 

einzuhaltenden  Boden-  und  Sicherheitsabständen  sowie  (f)  Unterlagen 

über  die  elektrischen  Stromversorgungsanlagen  (Transformatorenstation, 

Zuleitungen)  inklusive  Angaben  über  die  Auswirkungen  auf  Mensch  und 

Umwelt; [(2-3)]); (4) technischer Bericht, enthaltend die Gestaltung, die An-

ordnung und den Verwendungszweck der hauptsächlichen Systemelemen-

te (inklusive Übersichtszeichnungen aller Teilsysteme); [(5-7)]. 

3.5.6. 
Angesichts dieser hohen im PGV zu stellenden Anforderungen an die Do-

kumentation und sicherheitsrelevante Prüfung seilbahntechnischer Anlagen 

wird offenkundig, dass sich der Grundsatz der Koordination zwischen dem 

vom  BAV  durchzuführenden  PGV  und  dem  nutzungsplanerischen  Verfah-

ren nicht in allen Einzelheiten verwirklichen lässt. Die Überprüfung der seil-
bahntechnischen  und  sicherheitsrelevanten  Aspekte  obliegt  kraft  der  im 

SebG  und  der  SebV  bundesrechtlich  festgeschriebenen  Grundlagen  den 

Bundesbehörden. Würde im vorliegenden nutzungsplanerischen Verfahren 

auf eine Reduktion der Dimensionierung der Seilbahnstützen erkannt, hätte 

dies  die  faktische  Vorwegnahme  –  bzw.,  im  ungünstigen  Fall,  sogar  die 

Präjudizierung  –  einer  unter  seilbahntechnischen  Aspekten  allenfalls  nicht 

realisierbaren  Konzeption  der  Längenprofile  sowie  der  massgeblichen 

Querprofile,  der  Stützenstandorte,  -höhen  sowie  weiterer  technischer  Ein-

zelheiten  einer  Seilbahn  zur  Folge.  Eine  solche  Präjudizierung  ist  letztlich 

R1S.2019.05058 

Seite 20 

 
 
nicht die Aufgabe eines nutzungsplanerischen Verfahrens. Es ist daher hin-

zunehmen,  wenn  die  Bauherrschaft  ein  konkretes  Projekt  entwickelt,  die-

sem bestimmte Eckwerte zugrunde legt und diese technischen Eckwerte in 

den zu schaffenden nutzungsplanerischen Grundlagen in kohärenter Form 

umsetzt. 

3.5.7. 
Daraus folgt, dass auf die Anträge der Rekurrentin Genossenschaft S. be-

treffend  die  Höhe  der  Stützen 2  und  3  nicht  einzutreten  ist.  Die  im  vorlie-

genden  nutzungsplanerischen  Verfahren  – nachfolgend –  vorzunehmende 

Interessenabwägung ist auf der Grundlage der von der Zoo Seilbahn AG im 

PGV  eingegebenen  und  der  Festsetzung  des  angefochtenen  Gestaltungs-

plans  zugrundeliegenden  Konzeption  vorzunehmen.  Der  diesbezüglich  all-

fällig entstehende – geringfügige – Nachteil ist von der Rekurrentin Genos-

senschaft S. hinzunehmen. Würde auf die Anträge betreffend die Stützen 2 

und  3  eingetreten,  wären  diese  mangels  rechtlicher  Grundlage  für  derart 

detaillierte Anordnungen abzuweisen. Aus allgemeiner baurechtlicher sowie 

nutzungsplanerischer Sicht besteht keine allgemeine Pflicht, die Höhe von 

Bauten und Anlagen möglichst gering zu halten. 

Daraus folgt sodann, dass auch auf den Antrag der Rekurrentin Genossen-

schaft S. auf Ergänzung der Gestaltungsplanvorschriften im Hinblick auf die 

Minimierung  der  Betriebslärmeinwirkungen  nicht  einzutreten  ist.  Die  lärm-

rechtliche  Beurteilung  ist  Teil  der  im  PGV  vorzunehmenden  UVP.  Es  ist 

nicht  darüber  zu  befinden,  ob  die  Festsetzungen  des  rekursgegenständli-

chen Gestaltungsplans im Einzelnen genügende Massnahmen zur Lärmre-

duktion  ermöglichen.  Dass  die  Festlegungen  eine  Lärmreduktion  nachge-

rade verunmöglichen würden, wird – zu Recht – nicht geltend gemacht. Die 

nutzungsplanerische Interessenabwägung ist nach Massgabe der vorgeleg-
ten  –  und  auch  im  PGV  eingereichten  –  Grundlagen  vorzunehmen.  Das 

Bundesrecht sieht sodann vor, dass das BAV die Plangenehmigung mit der 

Auflage  verbinden  kann,  dass  spätestens  fünf  Jahre  nach  Inbetriebnahme 

der  Anlage  festgestellt  wird,  ob  die  im  PGV  verfügten  Massnahmen  zum 

Schutz  der  Umwelt  sachgerecht  umgesetzt  wurden  (Art. 17 SebV).  Letzte-

res  gilt  selbstredend  auch  für  Massnahmen  zur  Minimierung  von  Lärmim-

missionen.  Für  gesonderte  Vorkehren  im  nutzungsplanerischen  Verfahren 

verbleibt mithin kein Raum. 

R1S.2019.05058 

Seite 21 

 
 
3.5.8. 
Daraus folgt weiter, dass auch auf die von der Rekurrentin Genossenschaft 

S. in der Eingabe vom 4. März 2020 – im Übrigen, da sich die beantragten 

Modifikationen  auf  die  Dokumentation  eines  Vorprojekts  aus  dem  Jahr 

2004 beziehen, offenkundig verspätet – gestellten Anträge im vorliegenden 

nutzungsplanerischen  Verfahren  nicht  einzutreten  ist.  Die  beantragten  Än-

derungen  würden  eine  grundsätzliche  Neukonzeption  des  der  rekursge-

genständlichen  Gestaltungsplanung  zugrundeliegenden  Seilbahnprojekts 

erfordern.  Eine  entsprechende  Variantenprüfung  und  -modifikation  über 

den  Perimeter  des  festgesetzten  Gestaltungsplans  hinaus  kann  nicht  Ge-

genstand des vorliegenden Rekursverfahrens sein. 

4.1. 
Wie  bereits  ausgeführt,  handelt  es  sich  bei  dem  zu  beurteilenden  Projekt 

um eine – insgesamt – geringfügige Modifikation des von der Baudirektion 

zunächst  mit  Verfügung  vom  27. Oktober  2011  festgesetzten  und  mit  Ent-

scheid  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  beurteilten  Gestaltungs-

plans. Das Verwaltungsgericht hob die Dispositiv-Ziffern I–III des Beschlus-

ses  des  Regierungsrats  vom  18. September  2013  (ausser  soweit  sie  den 

Rekurs eines Mitbeteiligten betrafen) sowie die Verfügung der Baudirektion 

vom 27. Oktober 2011 auf und wies die Sache im Sinn der Erwägungen zur 

Ergänzung  des  Sachverhalts  und  zum  Neuentscheid  an  die  Baudirektion 

zurück (Dispositiv-Ziffer 1 des VB.2013.00722 vom 4. September 2014). In 

den Erwägungen des Entscheids hielt das Verwaltungsgericht zusammen-

fassend  die  folgenden,  von  der  Baudirektion  neu  vorzunehmenden  Unter-

suchungshandlungen  bzw.  neu  abzuwägenden  und  auszufällenden  Ent-

scheide fest (VB.2013.00722 vom 4. September 2014, E. 13.1): 

-   Beizug des Plans der Flughafenhalterin zu den vorgesehenen Ergän-
zungen  des  Sicherheitszonenplans  sowie  einer  Stellungnahme  des 
Bundesamtes  für  Zivilluftfahrt  (BAZL)  zur  Bewilligung  der  allfälligen 
Durchstossung  der  Sicherheitszone  (und  gegebenenfalls  der  Anpas-
sung des Gestaltungsplans) oder – alternativ – Statuierung einer ent-
sprechenden Auflage durch die Baudirektion 

-   Beizug  einer  Stellungnahme  des  Bundesamtes  für  Kultur  (BAK)  zur 
allfälligen Beeinträchtigung der Siedlungen Mattenhof und Im Klösterli 

-   Vornahme ergänzender Sachverhaltsfeststellungen mit Bezug auf das 
aktuelle und prognostizierte Verkehrsaufkommen des Zoos sowie das 
zu  erwartende  von  der  Seilbahn  generierte  Verkehrsaufkommen  und 
die wegen der Seilbahn zu erwartende Änderung des Modalsplits 

R1S.2019.05058 

Seite 22 

 
 
-   gestützt auf diese Feststellungen zumindest grundsätzliche Regelung 
der Erschliessung der Station Stettbach, allenfalls in Koordination mit 
den von der Stadt Dübendorf zu treffenden Anordnungen oder Statu-
ierung einer entsprechenden Gestaltungsplanvorschrift 

-   gestützt darauf – unter zusätzlicher Berücksichtigung der Möglichkei-
ten  zur  Optimierung  der  Bus-  und  Tramverbindungen  sowie  der  Ge-
staltungsvorschriften über die Erschliessung – Neugewichtung des öf-
fentlichen Interesses an der Erstellung der Seilbahn 

-   Vornahme  einer  Gesamtabwägung  der  betroffenen  öffentlichen  und 
privaten  Interessen  unter  Einbezug  namentlich  der  regionalen  und 
kommunalen  Planung,  des  Grundsatzes,  dass  die  Erschliessung  von 
Baugebiet  durch  das  Siedlungsgebiet  führen  soll,  sowie  des  Interes-
ses an der ungeschmälerten Erhaltung der Landschaft. 

Auf Basis dieser Ausgangslage gab die Baudirektion – gemäss dem ange-

fochtenen  Entscheid  –  zunächst  ein  verwaltungsexternes  Verkehrsgutach-

ten  in  Auftrag,  zwecks  Überprüfung  der  beabsichtigten  Modalsplitverände-

rung  zugunsten  des  öffentlichen  Verkehrs  (ÖV),  aber  auch  zwecks  Über-

prüfung  allfälliger  Auswirkungen  der  Seilbahn  auf  den  Strassenverkehr  im 

Raum Stettbach sowie allfälliger ÖV-Alternativen. Das entsprechende Gut-

achten  S.  datiert  vom  26. April  2016.  Gestützt  darauf  liess  die  Zoo Seil-

bahn AG  zwecks  Darlegens  der  Massnahmen  zur  Verhinderung  der  im 

Gutachten  S.  aufgezeigten  möglichen  Auswirkungen  im  Raum  Stettbach 

bzw.  zur  Verhinderung  unerwünschter  Folgen  für  die  Bewohner  der  an-

grenzenden  Quartiere  ein  Verkehrs-  und  Erschliessungskonzept  erstellen. 

Letzteres wurde per 26. April 2016 von der X. AG vorgelegt (im Folgenden: 

Verkehrs- und Erschliessungskonzept X. AG). Sodann wurde eine gestalte-

rische  Überarbeitung  des  Richtprojekts,  insbesondere  der  beiden  Statio-

nen, vorgenommen; letzteres im Austausch mit der NHK. 

Gestützt hierauf wurde der kantonale Gestaltungsplan Seilbahn Stettbach-
Zoo Zürich  überarbeitet  und  wurden  die  Unterlagen  des  Plangenehmi-

gungsgesuchs  (für  das  vom  BAV  durchzuführende  PGV)  angepasst.  Die 

beiden  Dossiers  wurden,  gleichzeitig  für  beide  Verfahren,  öffentlich  aufge-

legt. In der Folge erging der angefochtene Festsetzungsentscheid.  

4.2. 
Eine Rückweisung bewirkt, dass die Vorinstanz die Sache erneut beurteilen 

muss.  Sie  ist  dabei  an  die  Rechtsauffassung  der  Rechtsmittelinstanz  ge-

bunden  (vgl.  § 64  Abs. 2  Satz 2  VRG).  Nicht  bindend  sind  hingegen  bloss 

allgemeine  Hinweise  der  Rechtsmittelinstanz,  Eventualerwägungen  und 

R1S.2019.05058 

Seite 23 

 
 
sog. "obiter dicta". Die Vorinstanz darf ihrem neuen Entscheid auch weitere 

Gesichtspunkte zugrunde legen, solange sie dabei die Vorgaben des Rück-

weisungsentscheids  nicht  unterläuft  (Alain  Griffel,  in:  Kommentar  VRG, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 28 Rz. 42). 

Wird  die  neue  Verfügung  der  unteren  Instanz  wiederum  an  die  höhere  In-

stanz weitergezogen, so ist auch diese an ihren früheren Entscheid gebun-

den.  Ein  unangefochtener  Rückweisungsentscheid  erwächst  mithin  in  for-

melle Rechtskraft. Die Bindungswirkung des Rückweisungsentscheids ent-

fällt  für  die  nachfolgenden  Rechtsgänge  lediglich  insoweit,  als  aufgrund 

neuer Tatsachenbehauptungen oder Beweismittel oder aufgrund einer Än-

derung  des  Streitgegenstandes  im  zweiten  Rechtsgang  ein  geänderter 

Sachverhalt  zu  beurteilen  ist  oder  in  der  Zwischenzeit  eine  Rechts-  oder 

Praxisänderung erfolgte (zum Ganzen Griffel, § 28 Rz. 44; Bertschi, Vorbe-

merkungen zu §§ 86a-86d Rz. 6). 

Dies hat auch vorliegend – mithin trotz des Wechsels der Zuständigkeit als 

Rekursinstanz  vom  Regierungsrat  zum  Baurekursgericht –  zu  gelten 

(BRGE II  Nr. 0129/2017  vom  26. September 2017,  E. 6.3).  Im  Ergebnis  ist 

vorliegend über die mit Entscheid des Verwaltungsgerichts VB.2013.00722 

vom  4. September 2014  bereits  beurteilten  Sachverhalte  und  Rügen  –  je-

denfalls im Grundsatz – nicht erneut zu befinden. Namentlich besteht eine 

Bindungswirkung  des  Rückweisungsentscheids  insoweit,  als  die  darin  sta-

tuierten Auflagen an die Sachverhaltsermittlung und die Planung zu beach-

ten sind. Letztere Feststellung führt indes – selbstredend – nicht dazu, dass 

die  Rekurrierenden  mit  bereits  gegen  die  Festsetzung  vom  27. Oktober 

2011  erhobenen  Rügen  vorliegend  oder  im  weiteren  Verlauf  des  Verfah-

rens,  insbesondere  bei  einem  –  allfällig  –  nachfolgenden  Weiterzug  des 

Verfahrens  an  das  Bundesgericht,  ausgeschlossen  wären.  Die  entspre-
chenden  Rügen  sind  erneut,  wenngleich  bei  unveränderter  Sachlage  und 

unter Nachachtung der im ersten Rechtsgang von der höheren Instanz ver-

tretenen Rechtsmeinung, zu beurteilen. 

4.3. 
Dies betrifft zunächst die vom Rekurrenten M. B. erhobene Rüge betreffend 

die Koordination mit dem vom BAV durchzuführenden PGV. 

R1S.2019.05058 

Seite 24 

 
 
Im Einzelnen rügt der Rekurrent M. B., das bundesrechtliche PGV sei beim 

BAV noch hängig. Eine Plangenehmigung gleichzeitig mit der Festsetzung 

der rekursgegenständlichen Gestaltungsplanung sei nicht erfolgt. Das Ver-

waltungsgericht 

habe 

im 

Entscheid 

VB.2013.00722 

vom 

4. September 2014  auf  die  unterschiedlichen  Rechtsmittelinstanzen  ver-

wiesen. Dies betreffe aber lediglich die formelle Koordination. Massgebend 

sei  die  materielle  Koordination,  die  sicherstellen  solle,  dass  Erkenntnisse 

des  einen  Verfahrens  auch  im  anderen  Verfahren  berücksichtigt  werden. 

Die  Plangenehmigung  hätte  daher  gleichzeitig  mit  der  Festsetzung  des 

kantonalen Gestaltungsplans  erfolgen müssen. In diesem Zusammenhang 

verweist  der  Rekurrent  darauf,  dass  die  Bestimmungen  des  SebG  –  bzw. 

die  Voraussetzungen  für  eine  Plangenehmigung  gemäss  Art. 9  Abs. 3 

SebG  –  auch  für  die  Festsetzung  des  kantonalen  Gestaltungsplanes  Gel-

tung hätten. Weil, unter Anderem, die Seilbahn nicht wettbewerbsfähig be-

trieben werden könne, lägen die Voraussetzungen für die Festsetzung des 

kantonalen Gestaltungsplans nicht vor. Dass dies bei der geforderten Inte-

ressenabwägung ausser Acht gelassen werde, sei nicht nachvollziehbar. 

Die Rüge einer mangelhaften Koordination wurde bereits mit Entscheid des 

Verwaltungsgerichts  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  geprüft  und 

verworfen (VB.2013.00722 vom 4. September 2014, E. 5). Die Rüge ist da-

her nicht abweichend zu behandeln, zumal der Rekurs des Rekurrenten M. 

B. nicht auf die von der Baudirektion im Hinblick auf die zweite Festsetzung 

des  Gestaltungsplans  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  durchgeführten  Ver-

fahrenshandlungen  Bezug  nimmt.  Was  die  rechtliche  Beurteilung  angeht, 

kann  ohne  weiteres  auf  die  verwaltungsgerichtlichen  Erwägungen  im  Ent-

scheid VB.2013.00722 vom 4. September 2014 (E. 5) verwiesen werden. In 

der Sache ist nicht ersichtlich, inwiefern der geltende Grundsatz der mate-

riellen  Koordination  verletzt  sein  könnte.  Die  blosse  Tatsache,  dass  keine 
gleichzeitige Eröffnung der Entscheide  im Gestaltungsplanverfahren einer-

seits  und  im  PGV  andererseits  erfolgt  ist,  legt  noch  keine  Verletzung  des 

Koordinationsgebots nahe. Insoweit der Rekurrent die Frage der Wirtschaft-

lichkeit – in vollem Umfang – auch im vorliegenden Verfahren geprüft und 

beurteilt haben will, ist er auf die für beide Verfahren verschiedenen materi-

ellrechtlichen  Bestimmungen  zu  verweisen.  Über  den  Umweg  der  Koordi-

nation  eine  doppelte  (volle)  Beurteilung  der  Wirtschaftlichkeit  zu  fordern, 

geht  nicht  an,  zumal  diese  gerade  nicht  raumplanungsrechtliche  Voraus-

setzung für die Nutzungsplanung ist und zumal die Gefahr bestünde, dass 

R1S.2019.05058 

Seite 25 

 
 
sich  widersprechende  Entscheide  ergäben.  Dies  ändert  selbstverständlich 

nichts daran, dass – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – der Nutzwert 

der Seilbahn unter dem Gesichtspunkt des Bedarfs (öffentliches Interesse) 

abzuhandeln  ist,  welches  Kriterium  mit  der  Wirtschaftlichkeit  in  einem  Zu-

sammenhang  steht.  Dass  die  kantonale  Rechtsprechung  in  anderen  Kan-

tonen, beispielsweise im Kanton Schwyz, Leitlinien für eine enger zu hand-

habende  Koordination  entwickelt  habe,  trifft  nicht  zu.  Die  entsprechende 

Praxis  orientiert  sich  an  der  Praxis  anderer  Kantone,  so  auch  derjenigen 

des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  Zürich  (VGer  SZ  III  2017  177  vom 

18. Juli 2018,  E. 4.3.1-4.4.3).  Dass  –  andererseits  –  im  Fall  von  (mit  der 

Baubewilligung  gemeinsam  zu  eröffnenden)  Spezialbewilligungen  eine 

bloss inhaltliche Abstimmung den Anforderungen von Art. 25a RPG grund-

sätzlich nicht genügt, kann vorliegend nicht relevant sein (VGer SZ III 2018 

171,  E. 2.4.2).  Eine  zeitliche  Koordination  der  Nutzungsplanung  einerseits 

und  des  Baubewilligungsverfahrens  (letzteres  vorliegend  in  Gestalt  des 

beim  BAV  hängigen  PGV)  andererseits  kann  nicht  gefordert  werden.  So-

dann braucht mit Bezug auf einen Sondernutzungsplan, der wichtige Rah-

menbedingungen, nicht aber Details zur zukünftigen Gestaltung der Anlage 

enthält,  nicht  zwingend  eine  UVP  auf  der  Stufe  der  Nutzungsplanung 

durchgeführt  zu  werden  (VB.2013.00722  vom  4. September  2014,  E.  6.4, 

mit weiteren Hinweisen). 

Die  Rüge  betreffend  Koordination  ist  damit,  in  Nachachtung  des  verwal-

tungsgerichtlichen Entscheids im ersten Rechtsgang, unbegründet. 

4.4. 
Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  macht  geltend,  dass  mit  dem  rekursge-

genständlichen  Gestaltungsplan  die  Nutzungsplanung  übersteuert  werde, 

da  die  Bergstation  in  der  Freihaltezone  liege  und  für  die  strittigen  Bauten 
und  Anlagen  ausserhalb  des  Baugebietes  keine  Notwendigkeit  bestehe. 

Auch der Rekurrent M. B. verweist darauf, dass Art. 24 ff. RPG für die Be-

urteilung  der  Nutzung  des  Gebiets  ausserhalb  der  Bauzonen  massgeblich 

seien.  Die  entsprechenden  Voraussetzungen  (Erforderlichkeit  des  Stand-

orts  ausserhalb  der  Bauzone;  keine  entgegenstehenden,  überwiegenden 

öffentlichen Interessen) seien nicht erfüllt. Ein bloss besserer Anschluss an 

das Netz des öffentlichen Verkehrs (gemäss Art. 1 GPV) genüge raumpla-

nungsrechtlich  (sowie  gemäss  den  Festlegungen  des  kantonalen  Richt-

R1S.2019.05058 

Seite 26 

 
 
plans Verkehr) für die Inanspruchnahme von Nichtbauzonen in keiner Wei-

se. 

Die Rüge, der Gestaltungsplan für die Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich stelle 

eine  Umgehung  von  Art. 24 ff.  RPG  dar,  wurde  im  Rechtsmittelverfahren 

gegen den am 27. Oktober 2011 festgesetzten Gestaltungsplan bereits be-

urteilt.  Das  Verwaltungsgericht  verwies  darauf,  dass  eine  Schaffung  einer 

Bauzone  bzw.  einer  Spezialnutzungszone  für  ein  konkretes  Projekt  nach 

der Rechtsprechung zulässig sei, wenn die Planungsmassnahme den Zie-

len  und  Grundsätzen  der  Nutzungsplanung  gemäss  RPG  entspreche.  Sei 

dies  der  Fall,  so  stelle  die  Planung  keine  Umgehung  von  Art. 24 ff. RPG 

dar,  auch  wenn  eine  Ausnahmebewilligung  für  das  Bauvorhaben  ausge-

schlossen wäre. Eine Umgehung von Art. 24 ff. RPG sei nur anzunehmen, 

wenn  mit  der  fraglichen  Planungsmassnahme  eine  unzulässige  Kleinbau-

zone geschaffen würde oder wenn diese sonst auf einer sachlich nicht ver-

tretbaren Interessenabwägung beruhe. Für den Fall einer Sondernutzungs-

planung  der  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  sei  nicht  massgeblich,  ob  die 

Seilbahn  standortgebunden  im  Sinne  von  Art. 24  lit. a  RPG  sei.  Eine  Ver-

kehrserschliessung,  welche  Land  ausserhalb  der  Bauzonen  in  Anspruch 

nehme,  um  einen  Anschluss  an  den  ÖV  zu  gewährleisten,  sei  nicht  von 

vornherein  ausgeschlossen.  Massgebend  sei  einzig,  ob  der  Gestaltungs-

plan  sowie  der  akzessorisch  zu  überprüfende  Richtplaneintrag  dem  Sinn 

und  Zweck  der  Raumplanung  entsprächen  (VB.2013.00722  vom  4. Sep-

tember 2014, E. 9.1-9.2, mit Hinweisen). Dieser Rechtsauffassung ist ohne 

weiteres beizupflichten; im vorliegenden zweiten Rechtsgang ist dem nichts 

beizufügen.  Zu  prüfen  verbleibt  –  indes  erst  im  Rahmen  der  nachfolgend 

vorzunehmenden 

raumplanungsrechtlichen 

Interessenabwägung  nach 

Massgabe der Vorschriften des RPG und der RPV –, ob das Projekt für ei-

ne Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich ein genügendes öffentliches Interesse für 
sich  in  Anspruch  nehmen  kann  und  ob  eine  (genügende)  Standortgebun-

denheit  für  die  Beanspruchung  des  ausserhalb  der  Bauzonen  gelegenen 

Gebiets vorliegt. 

Die Rüge betreffend die Umgehung der Art. 24 ff. RPG erweist sich damit, 

ebenfalls  in  Nachachtung  des  verwaltungsgerichtlichen  Entscheids  im  ers-

ten Rechtsgang, als unbegründet. 

R1S.2019.05058 

Seite 27 

 
 
4.5.1. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. kritisieren, die (horizontalen; auf die vertika-

le  Linienführung  ist  nachfolgend  einzugehen)  Linienführungen  der  Seil-

bahn Stettbach-Zoo Zürich  seien  nur  oberflächlich  miteinander  verglichen 

worden.  Alle  Wertungen  seien  zugunsten  der  direkten,  kostengünstigsten 

Varianten  ausgefallen.  Die  betroffene  Bevölkerung  in  Stettbach  und 

Im Klösterli  sowie  das  Naherholungsgebiet  von  Zürich-Nord  hätten,  wenn 

überhaupt,  eine  geringe  Gewichtung  gehabt.  Die  Rekursgegnerin  [recte: 

Projektverfasserin Zoo Seilbahn AG] habe das Projekt Variante 3 als "Best-

variante" eingereicht. Dies möge aus Sicht der Rekursgegnerin [recte: Pro-

jektverfasserin  Zoo Seilbahn AG]  zutreffen,  sei  diese  Variante  doch  der 

schnellste  und  billigste  Weg,  eine  Seilbahn  zum  Zoo  zu  bauen.  Überdies 

sei  die  Umsteigesituation  und  die  Beförderungskapazität  (Fahrzeit)  sowie 

der  Attraktionswert  mit  der  hohen  Seilführung  über  die  Landschaft  für  die 

Zoo Seilbahn AG  tatsächlich  optimal.  Für  die  Bevölkerung  bzw.  die  Natur, 

den  Wald,  das  Sagentobel,  mithin  das  Erholungs-  und  Freizeitgebiet,  sei 

diese Lösung aber die schlechteste und aus Sicht der Anwohner die gröss-

te Belastung. Diese Varianten würden alle  nahe an Häusern vorbeiführen, 

teilweise sogar über Wohnhäuser. Die Bergstation sei ganz in der Nähe der 

Häuser des Quartiers Im Klösterli. Der Reiz und der Charme des ländlichen 

Weilers  Stettbach  und  des  unter  Heimatschutz  stehenden  Quartiers  Im 

Klösterli würden zerstört. 

4.5.2. 
Das Verwaltungsgericht hielt im Entscheid VB.2013.00722 vom 4. Septem-

ber 2014 – auf entsprechende Rügen betreffend die Wahl der horizontalen 

Linienführung  der  Seilbahn,  welche  vor  allem  aufgrund  des  Kostenfaktors 

erfolgt  sei  –  fest,  dass  dem  –  damaligen  –  erläuternden  Bericht  gemäss 

Art. 47 RPV  sowie  der  Verfügung  der  Baudirektion  vom  27. Oktober 2011 
zur  horizontalen  Linienführung  Folgendes  zu  entnehmen  gewesen  sei:  Im 

Rahmen des Vorprojekts hätten in einem umfassenden Evaluationsverfah-

ren  (Nutzwertanalyse)  zwei  Varianten  die  höchste  Nutzwertzahl  erreicht, 

wobei die projektierte Variante (Nr. 3) unter Einbezug der Erstellungs- und 

Betriebskosten die deutlich höchste Nutzwertzahl pro Kosteneinheit erreicht 

habe.  Dem  Bericht  zum  Vorprojekt  bzw.  dessen  Anhang A6-9  lasse  sich 

entnehmen, dass ein Grobvergleich zwischen den sechs ins Auge gefass-

ten Varianten der Linienführung vorgenommen worden sei, bei der die Kri-

terien  (aufgeschlüsselt  in  Unterkriterien)  Umweltaspekte  (Gewichtung: 

R1S.2019.05058 

Seite 28 

 
 
35 %), Standort der Tal- und Bergstation, Realisierbarkeit, Fahrgastattrakti-

vität und Technik berücksichtigt worden seien. Das Kriterium der Realisier-

barkeit  (Gewichtung:  20 %)  habe  unter  anderem  die  Einhaltung  planeri-

scher  Vorgaben  umfasst,  wobei  bei  der  Wahl  der  horizontalen  Linienfüh-

rung auch die Aspekte des Umweltschutzes und der Raumplanung beach-

tet worden seien. Die zweitplatzierte Variante (Nr. 1), so das Verwaltungs-

gericht,  hätte  zwar  einen  grösseren  Abstand  zum  Weiler  Stettbach  einge-

halten und keine Eingriffe in das überkommunale Schutzgebiet Sagentobel 

zur  Folge  gehabt,  jedoch  das  überkommunale  Schutzgebiet  Kiesgrube 

Stettbach  stärker  beeinträchtigt.  Mit  Bezug  auf  die  Prägung  des  Land-

schaftsbildes hätten sich die Varianten nicht wesentlich voneinander unter-

schieden. Wenn unter diesen Umständen die Kosten in die Abwägung ein-

bezogen  worden  seien,  habe  dies  vertretbar  erschienen.  Im  Gestaltungs-

planverfahren habe auf die erneute nähere Prüfung von Varianten verzich-

tet  werden  dürfen  (zum  Ganzen  VB.2013.00722  vom  4. September 2014, 

E. 11.2.7). 

4.5.3. 
Auf  diesen  Feststellungen  punkto  horizontaler  Linienführung  beruht  denn 

auch die rekursgegenständliche Gestaltungsplanung. Der dieser zugrunde-

liegende Bericht nach Art. 47 RPV fasst nochmals die Ergebnisse der Eva-

luation der horizontalen Linienführung zusammen. Untersucht worden seien 

sechs  sowohl  gestreckte  als  auch  geknickte  Linienführungsvarianten;  aus 

wirtschaftlichen  Gründen  nicht  jedoch  Linienführungen  mit  mehr  als  einer 

Knickstelle  (Umlenkstation).  Die  Bestvariante  (Variante 3)  sei  aus  einem 

umfassenden  Evaluationsverfahren  (erwähnte  Nutzwertanalyse)  unter  Be-

teiligung aller massgebender Fachstellen und der Stadt Dübendorf hervor-

gegangen.  Dabei  hätten  die  Varianten 1  (Knickvariante  Gfeller-Gut)  und  3 

die  höchste  Nutzwertzahl  erreicht;  unter  Berücksichtigung  der  Erstellungs-
kosten habe schliesslich die Variante 3 den höchsten Nutzwert erzielt. 

Die bereits der Verfügung der Baudirektion vom 27. Oktober 2011 zugrun-

deliegenden  Abklärungen  überzeugen  ohne  weiteres  und  haben  inhaltlich 

nach  wie  vor  Gültigkeit.  Von  der  verwaltungsgerichtlichen  Beurteilung  im 

Entscheid VB.2013.00722 vom 4. September 2014 ist daher nicht abzuwei-

chen.  Die  Wahl  der  Kriterien  gemäss  Anhang A6-9  des  Vorprojekts  über-

zeugt;  Umweltaspekten  (Gewichtung:  35 %)  wurde  in  der  Abwägung  das 

nötige Gewicht zuerkannt. Punkto Linienführung lässt sich aufgrund den im 

R1S.2019.05058 

Seite 29 

 
 
Anhang 6-2  des  Vorprojekts  aufgeführten  Linienführungsalternativen  nicht 

darauf schliessen, dass die nun projektierte Streckenführung (Nr. 3) zu Un-

recht  gewählt  worden  wäre.  Grundsätzlich  ist  vor  allem  den  –  für  das  Sa-

gentobel  möglicherweise  schonenderen  –  Knickvarianten  eigen,  dass  die 

Streckenführung  länger  und  damit  die  Beeinträchtigung  von  Natur  und 

Landschaft oder auch der Anwohnerschaft (bspw. im Weiler Stettbach) hö-

her wäre. Die einzige ebenfalls direkte Linienführung (Nr. 2) würde das Sa-

gentobel  gerade  in  dessen  Eingangsbereich  markant  überspannen.  Inso-

weit kann nicht darauf geschlossen werden, dass keine sachliche Evaluati-

on durchgeführt worden wäre. 

4.5.4. 
Die Rüge betreffend die horizontale Linienführung erweist sich mit Blick auf 

die bereits mit VB.2013.00722 vom 4. September 2014 vorgenommene Be-

urteilung und in der Sache selbst als unbegründet. 

4.6.1. 
In  Anlehnung  an  den  ersten  Rechtsgang  wird  vom  Rekurrenten  M.  B.  im 

Rekurs  des  Weiteren  geltend  gemacht,  es  sei  entgegen  der  vom  Verwal-

tungsgericht  mit  Entscheid  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  defi-

nierten Mindestanforderung keine Bestimmung in den Gestaltungsplan auf-

genommen worden, wonach der Sicherheitszonenplan des Flughafens Zü-

rich eingehalten werden müsse. 

4.6.2. 
Das Verwaltungsgericht statuierte im ersten Rechtgang – wie erwähnt – die 

Auflage,  den  Plan  der  Flughafenhalterin  zu  den  vorgesehenen  Ergänzun-

gen  des  Sicherheitszonenplans  sowie  eine  Stellungnahme  des  BAZL  zur 

Bewilligung  der  allfälligen  Durchstossung  der  Sicherheitszone  (und  gege-
benenfalls der Anpassung des Gestaltungsplans) beizuziehen oder – alter-

nativ  –  eine  entsprechende  Auflage  durch  die  Baudirektion  statuieren  zu 

lassen. 

4.6.3. 
Die  Baudirektion  verweist  darauf,  dass  die  Höhenbeschränkungen  des  Si-

cherheitszonenplans des Flughafens Zürich nicht tangiert würden. Die Zoo 

Seilbahn AG führt an, die projektierte Seilbahn liege im Bereich der festge-

legten Sicherheitszonen für den Anflug auf Piste 34 des Flughafens Zürich 

R1S.2019.05058 

Seite 30 

 
 
(Südanflug). Die projektierten Stützenhöhen seien anfangs 2017 durch den 

Zonenschutz  (kantonale  Meldestelle  für  Luftfahrthindernisse)  geprüft  und 

von  diesem  als  korrekt  befunden  worden.  Im  entsprechenden  Auszug  aus 

dem Sicherheitszonenplan vom 27. Januar 2017 habe der Zonenschutz für 

jede Stütze die Koordinaten angegeben und den entsprechenden Abstand 

zur  Sicherheitszone.  Da  jede  Stütze  einen  Abstand  zur  Sicherheitszone 

aufweise,  komme  keine  von  ihnen  in  die  unzulässige  Zone  zu  liegen,  was 

der Zonenschutz mit E-Mail vom 27. Januar 2017 bestätigt habe. 

4.6.4. 
Der im Recht liegende Auszug der Abstände zur Sicherheitszone weist für 

die (diesbezüglich relevanten) Stützen 5, 6, 7 und 8 Abstände von 47,10 m, 

9 m, 3 m und 0,6 m auf; die weiteren bergseitigen Stützen 9-11 liegen aus-

serhalb der Sicherheitszone. Eine Tangierung der freizuhaltenden Bereiche 

des Luftraums kann mithin ausgeschlossen werden, was von der kantona-

len  Meldestelle  Luftfahrthindernisse  zuhanden  der  Zoo Seilbahn AG  ent-

sprechend bestätigt wurde. Diese Sachdarstellung zog der Rekurrent M. B. 

replicando  denn  auch  nicht  weiter  in  Zweifel.  Eine  Durchstossung  der  Si-

cherheitszone,  welche  vom  BAZL  zu  bewilligen  wäre,  liegt  beim  rekursge-

genständlichen  Projekt  demgemäss  offenkundig  nicht  (mehr)  vor.  Daraus 

folgt, dass die Statuierung einer entsprechenden Auflage oder die Beibrin-

gung  einer  Stellungnahme  des  BAZL  betreffend  das  in  der  Sache  modifi-

zierte Projekt materiell nicht mehr erforderlich ist.  

4.6.5. 
Die Rüge betreffend den Plan der Flughafenhalterin zu den vorgesehenen 

Ergänzungen des Sicherheitszonenplans erweist sich als unbegründet. 

5.1. 
Der Rekurrent M. B. macht sodann – ebenfalls unter Bezugnahme auf die 

Auflagen gemäss dem verwaltungsgerichtlichen Entscheid – geltend, dass 

betreffend das Seilbahnprojekt, zumal es die im Bundesinventar der schüt-

zenswerten  Ortsbilder  der  Schweiz  von  nationaler  Bedeutung  (ISOS)  ver-

zeichneten Siedlungen Mattenhof und Im Klösterli und damit eine Bundes-

aufgabe betreffe, die Eidgenössische Kommission für den Natur- und Hei-

matschutz (ENHK) zuhanden der Entscheidbehörde ein Gutachten zu ver-

fassen  habe  (Art. 7  Abs. 2  NHG).  Ein  solches  liege  jedoch  nicht  vor,  wes-

R1S.2019.05058 

Seite 31 

 
 
halb  der  Sachverhalt  ungenügend  abgeklärt  worden  sei.  Ein  Bericht  des 

behördenabhängigen BAK genüge nicht. 

5.2. 
Die Baudirektion führt an, dass die aus Gründen der hinreichenden Koordi-

nation  zwingend  einzuholende  Stellungnahme  des  BAK  –  mit  Datum  vom 

28. September 2018 – vorliege, und verweist zudem auf die Stellungnahme 

der  NHK  vom  4. Juli 2018.  Analog  liess  sich  auch  die  Zoo Seilbahn AG 

vernehmen. Zudem verwies sie darauf, dass die Seilbahn die entsprechen-

den Gebiete nicht überfahre, sondern durchwegs ausserhalb der Bauzonen 

verlaufe. 

5.3. 
Ist für die Erfüllung einer Bundesaufgabe der Bund zuständig, so beurteilt je 

nach Zuständigkeit das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das BAK oder das 

Bundesamt für Strassen (ASTRA), ob ein Gutachten durch eine Kommissi-

on  nach  Art. 25  Abs. 1  NHG  erforderlich  ist.  Ist  der  Kanton  zuständig,  so 

obliegt  diese  Beurteilung  der  kantonalen  Fachstelle  nach  Art. 25  Abs. 2 

NHG  (Art. 7  Abs. 1  NHG).  Kann  bei  der  Erfüllung  der  Bundesaufgabe  ein 

Objekt, das in einem Inventar des Bundes nach Art. 5 NHG aufgeführt ist, 

erheblich beeinträchtigt werden oder stellen sich in diesem Zusammenhang 

grundsätzliche  Fragen,  so  verfasst  die  Kommission  zuhanden  der  Ent-

scheidbehörde ein Gutachten. Die Kommission gibt darin an, ob das Objekt 

ungeschmälert zu erhalten oder wie es zu schonen ist (Art. 7 Abs. 2 NHG). 

Eine  Kommission  kann  sodann  in  wichtigen  Fällen  von  sich  aus  in  jedem 

Stadium  des  Verfahrens  ihr  Gutachten  über  die  Schonung  oder  unge-

schmälerte  Erhaltung  von  Objekten  abgeben.  Sie  tut  dies  jedoch  so  früh 

wie möglich. Auf Verlangen sind ihr alle erforderlichen Unterlagen zur Ver-

fügung zu stellen (Art. 8 NHG). 

Art. 7 NHG ist damit keine blosse Ordnungsvorschrift. Könnte bei Erfüllung 

einer Bundesaufgabe der natürliche und kulturelle Wert eines Objektes be-

einträchtigt werden –  könnte also gerade das geschädigt werden, was die 

Objekte einzigartig oder typisch macht, weshalb ihnen nationale Bedeutung 

und verstärkter Schutz zuerkannt wurde – dann ist ein Gutachten zu erstel-

len, und zwar unabhängig davon, ob ein "Abweichen von der ungeschmä-

lerten  Erhaltung"  (Art. 6  Abs. 2  NHG)  droht  oder  nicht.  Gemäss  Botschaft 

zum  revidierten  Art. 7  NHG  fällt  dabei  die  Beurteilung  bzw.  Begutachtung 

R1S.2019.05058 

Seite 32 

 
 
der  Routinegeschäfte  in  die  Zuständigkeit  der  Fachstelle.  Die  Botschaft 

führt  hierzu  aus,  dass  eine  Begutachtung  durch  die  Kommission  nur  noch 

bei  Vorhaben  erfolge,  die  einen  massgeblichen  Eingriff  in  das  Inventarob-

jekt befürchten liessen oder die natur- und landschaftsschützerische Grund-

satzfragen  aufwürfen.  Zu  unterscheiden  ist  dabei  zwischen  Eingriffen  in 

Form von (1) Veränderungen (am Inventarobjekt), welche keine Schutzziele 

tangieren,  (2)  Eingriffen  in  Form  von  Beeinträchtigungen  ohne  Abweichen 

von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  und  (3)  Eingriffen  in  Form  von  Beein-

trächtigungen mit Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung. Ziel der 

Regelung ist es, dass die Bundesämter (BAFU, BAK und ASTRA; bzw. al-

lenfalls zuständige kantonale Fachstellen) im Rahmen ihrer Mitwirkung be-

urteilen können, ob nach Massgabe von Art. 7 NHG ein Gutachten der zu-

ständigen  Fachkommission  des  Bundes  (ENHK,  EKD)  notwendig  ist  (zum 

Ganzen  Leimbacher,  in:  Kommentar NHG,  2. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 

2019, Art. 6 Rz. 12 ff. und Art. 7 Rz. 5 ff.),  

5.4. 
Nach  Kenntnisnahme  des  rekursgegenständlichen  Projekts  äusserte  sich 

das  BAK  zuhanden  der  Baudirektion  –  unter  Hinweis  auf  die  frühere  Stel-

lungnahme vom 23. Juni 2017 und die Stellungnahme der NHK vom 4. Juli 

2018  –  wie  folgt:  Das Vorhaben  stehe  in  keinem  wesentlichen  Konflikt  mit 

den  im  ISOS  für  den  Ortsbildteil  Im Klösterli  stipulierten  Erhaltungszielen. 

Auch erachtet das BAK das für die Bergstation notwendige Bauvolumen im 

Kontext  der  weiteren  grossmassstäblichen  Bauten  auf  dem  Sportgelände 

als  grundsätzlich  akzeptable  Ergänzung  des  Baubestandes  in  der  Umge-

bungszone XIV (Sportgelände Fluntern). 

5.5. 
Wenngleich im Sinne der vorerwähnten Rechtsgrundlagen die Frage nach 
der Notwendigkeit einer Begutachtung durch die ENHK in der Substanz ei-

ner  materiellen  Beurteilung  zu  unterziehen  ist,  erscheint  die  vorliegende 

Stellungnahme  des  BAK  inhaltlich  schlüssig.  Eine  direkte  Veränderung  an 

den  Schutzobjekten  (Siedlungen  Mattenhof  und  Im Klösterli)  findet  durch 

die  projektierte  Seilbahn  nicht  statt.  Auch  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern 

durch  die  benachbarte  Realisierung  des  Seilbahntrassees  von  der  unge-

schmälerten Erhaltung der Objekte abgewichen würde. In der unmittelbaren 

Umgebung der Siedlung Im Klösterli finden sich bereits andere grossmass-

stäbliche  Bauten  bzw.  Anlagen  (Masoalahalle,  Sportanlagen,  FIFA-

R1S.2019.05058 

Seite 33 

 
 
Hauptsitz).  Die  Siedlung  Mattenhof  befindet  sich  ohnehin  am  Rand  des 

Siedlungsgebiets in Stettbach. Den ISOS-Inventareintrag daselbst bzw. die 

darin  statuierten  Erhaltungsziele  ruft  der  Rekurrent  M.  B.  nicht  an.  Eine  – 

nachgerade  –  Verletzung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen 

durch das BAK im Rahmen seiner Beurteilung der Notwendigkeit einer Be-

gutachtung durch die ENHK ist nicht ersichtlich. 

5.6. 
Die Rüge der fehlenden Begutachtung durch die ENHK ist unbegründet. Da 

der  Rekurrent  M.  B.  keine  Zweifel  an  der  Stellungnahme  des  BAK  vom 

4. Juli  2018  zu  erwecken  vermag,  entfällt  die  Einholung  eines  Gutachtens 

der ENHK auch im vorliegenden Rechtsmittelverfahren. 

6. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. bemängeln eine mangelhafte Aussteckung 

der  Seilbahn,  welche  nicht  den  gesetzlichen  Anforderungen  von  Art. 13 

SebV bzw. von § 311 PBG entspreche.  

Im  Rahmen  von  Gestaltungsplänen  werden  gemäss  § 83  PBG  für  ein  be-

stimmtes Gebiet die Zahl, Lage, äussere Abmessungen sowie die Nutzwei-

se und Zweckbestimmung von Bauten bindend festgelegt. Obwohl äussere 

Abmessungen festgelegt werden, werden hierfür keine Bauprofile verlangt. 

Eine  Aussteckung  erfolgt  erst  im  Rahmen  des  nachfolgenden  Baubewilli-

gungsverfahrens  (Carmen  Walker  Späh,  Aussteckung  –  Hilfsmittel  zur  Vi-

sualisierung  von  Bauprojekten,  PBG aktuell 4/2010,  S. 8).  Hinzu  kommt, 

dass, selbst wenn eine Aussteckung als notwendig erachtet und zu Unrecht 

unterlassen  worden  wäre,  deren  Fehlen  von  den  Rekurrierenden  G.  A.  et 

al. nicht erfolgreich gerügt werden könnte. Dies, weil die Rekurrierenden G. 
A. et al. offenkundig in der Lage waren, sich über den Gestaltungsplan und 

seine  Auswirkungen  zu  informieren  und  ihre  Rechte  und  Interessen  zu 

wahren, sodass der vorliegende Rekurs ergriffen werden konnte (BRGE III 

Nr. 0063/2017  vom  3. Mai 2017,  E. 4.2;  bestätigt  mit  VB.2017.00371  vom 

21. Dezember 2017, E. 6.2, mit weiteren Hinweisen). 

Umso mehr erweist sich eine besondere Aussteckung im vorliegenden nut-

zungsplanerischen  Verfahren  als  obsolet.  Die  Vorschrift  von  Art. 13  SebV 

bezieht sich klarerweise auf das vom BAV durchzuführende PGV. Eine ge-

R1S.2019.05058 

Seite 34 

 
 
sonderte  Aussteckung  im  Gestaltungsplanverfahren  ergäbe  mithin  keinen 

Sinn. 

Die Rüge betreffend Aussteckung ist unbegründet. 

7.1. 
Die Rekurrent M. B. führt an, für die Inanspruchnahme des Gewässerraums 

müssten  Ausnahmebewilligungen  in  Anspruch  genommen  werden.  Unzu-

lässigerweise sei darauf verzichtet worden, den Gewässerraum bereits ak-

tuell – im Zeitpunkt der Gestaltungsplanung – festzulegen. 

7.2. 
Die  Zoo Seilbahn AG  hält  dem  entgegen,  für  die  Inanspruchnahme  des 

Gewässerraums  sei  keine  Ausnahmebewilligung  nötig,  da  die  Stationen 

und  Stützen  ausserhalb  des  Gewässerraums  zu  liegen  kämen.  Lediglich 

die Stütze 3 liege innerhalb des provisorischen Uferstreifens. Die Standort-

gebundenheit  dieser  Stütze 3  sei  durch  das  Amt  für  Wasser,  Energie  und 

Luft (AWEL) geprüft und bestätigt worden. 

7.3. 
Die  Baudirektion  hält  unter  Ziffer 3.3.5  des  erläuternden  Berichts  nach 

Art. 47 RPV  fest,  dass  zum  Zeitpunkt  der  Berichterstellung  der  Gewässer-

raum  in  den  Standortgemeinden  Dübendorf  und  Zürich  noch  nicht  festge-

legt  worden  sei.  Bis  zur  Festlegung  des  Gewässerraums  nach  Art. 41  der 

Gewässerschutzverordnung  (GSchV)  komme  eine  Übergangsbestimmung 

zur Anwendung, welche auf beiden Gewässerseiten einen Uferstreifen fest-

lege.  Stationen  und  Stützen  seien  grundsätzlich  so  angeordnet  worden, 

dass  diese  ausserhalb  des  Gewässerraums  (bzw.  Uferstreifens)  zu  liegen 
kämen.  Im  Bereich  der  ÖV-Plattform  Stettbach  sei  der  Sagentobelbach 

eingedolt und die Stütze 3 liege innerhalb des provisorischen Uferstreifens. 

Das  Projekt  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  sei  standortgebunden  (Sicher-

heitsabstände zu Fahrleitungen). Die Stütze komme sodann auf der bereits 

bebauten Fläche der ÖV-Plattform Stettbach zu liegen und nicht im angren-

zenden  Landwirtschaftsland.  Stütze 1-3  sowie  die  Talstation  würden  eine 

abgeschlossene  Einheit  bilden  und  sich 

ideal 

in  die  bestehende 

ÖV-Plattform  einfügen.  Auch  die  Baudirektion  verweist  bezüglich  des 

Standorts der Stütze 3 auf die Prüfung des AWEL. 

R1S.2019.05058 

Seite 35 

 
 
7.4. 
Art. 41a  GschV  sieht  vor,  dass  die  Breite  des  Gewässerraums  für  Fliess-

gewässer  mit  einer  Gerinnesohle  von  weniger  als  2 m  natürlicher  Breite 

11 m  und  bei  einer  Gerinnesohle  von  2-15 m  natürlicher  Breite  die 

2,5-fache Breite der Gerinnesohle plus 7 m betragen muss (Abs. 2). Die so 

berechnete  Breite  des  Gewässerraums  muss  erhöht  werden,  soweit  dies 

zur Gewährleistung des Schutzes vor Hochwasser, des für eine Revitalisie-

rung erforderlichen Raumes, der Schutzziele besonders geschützter Natur-

schutzgebiete  gemäss  Abs. 1  sowie  anderer  Interessen  des  Natur-  und 

Landschaftsschutzes oder einer Gewässernutzung erforderlich ist (Abs. 3). 

Soweit  der  Hochwasserschutz  gewährleistet  ist,  kann  die  Breite  des  Ge-

wässerraums  angepasst  werden,  mithin  beispielsweise  an  die  baulichen 

Gegebenheiten  in  dicht  überbauten  Gebieten  oder  an  die  topografischen 

Verhältnisse in Gewässerabschnitten (Abs. 4). Gemäss Abs. 5 kann auf die 

Festlegung des Gewässerraums – unter anderem – verzichtet werden, so-

fern das Gewässer eingedolt ist. 

Gemäss  den  Übergangsbestimmungen  zur  Änderung  der  GSchV  vom 

4. Mai  2011  legen  die  Kantone  den  Gewässerraum  gemäss  den  Art. 41a 

und 41b GschV bis zum 31. Dezember 2018 fest. Solange sie den Gewäs-

serraum  nicht  festgelegt  haben,  gelten  die  Vorschriften  für  Anlagen  nach 

Art. 41c  Abs. 1  und  2  GSchV  entlang  von  Gewässern  auf  einem  beidseiti-

gen Streifen mit einer Breite von – bei Fliessgewässern mit einer Gerinne-

sohle bis 12 m Breite – 8 m plus die Breite der bestehenden Gerinnesohle. 

7.5. 
Das  für  die  Stütze 3  ausgeschiedene  Baufeld B4  ist  gemäss  Detailplan 

Teilgebiete/Baufelder (Massstab 1:500) gegenüber der (künstlichen) Gerin-

nesohle  des  an  dieser  Stelle  eingedolten  Sagentobelbachs  2 m  entfernt. 
Der Baubereich befindet sich sodann auf dem ca. 6,5-11 m breiten Trottoir-

bereich  der  Dübendorfstrasse,  welcher  seinerseits  konstruktiv  Teil  der 

ÖV-Plattform Stettbach ist. 

7.6. 
Wie erwähnt waren die Kantone gemäss den Übergangsbestimmungen zur 
Änderung  der  GSchV  vom  4. Mai 2011  gehalten,  den  Gewässerraum  ge-

mäss  den  Art. 41a  und  41b  GschV  festzulegen.  Diese  Ausscheidung  war 

im  Zeitpunkt  der  Festsetzung  des  rekursgegenständlichen  Gestaltungs-

R1S.2019.05058 

Seite 36 

 
 
plans durch die Baudirektion am 26. April 2019 mit Bezug auf den Sagen-

tobelbach  noch  nicht  vorgenommen  worden.  Gemäss  den  Übergangsbe-

stimmungen  zur  Änderung  der  GeschV  vom  4. Mai 2011  gelangen  damit 

vorliegend  die  Bestimmungen  von  Art. 41c  Abs. 1  und  2  GSchV  zur  An-

wendung. Art. 41c Abs. 1 GSchV schreibt vor, dass im Gewässerraum nur 

standortgebundene,  im  öffentlichen  Interesse  liegende  Anlagen  wie  Fuss- 

und  Wanderwege,  Flusskraftwerke  oder  Brücken  erstellt  werden  dürfen. 

Sofern  keine  überwiegenden  Interessen  entgegenstehen,  sieht  Art. 41c 

Abs. 2 GSchV die Möglichkeit vor, in dicht überbauten Gebieten zonenkon-

forme Anlagen sowie ausserhalb dicht überbauter Gebiete zonenkonforme 

Anlagen  auf  einzelnen  unüberbauten  Parzellen  innerhalb  einer  Reihe  von 

mehreren überbauten Parzellen zu bewilligen. 

Daraus folgt, dass weder aufgrund der fehlenden Festsetzung des Gewäs-

serraums des Sagentobelbachs noch aufgrund der kraft der Übergangsbe-

stimmungen vom 4. Mai 2011 in einem 8 m breiten Bereich von der Gerin-

nesohle  direkt  anwendbaren  Art. 41c  Abs. 1  und  2  GSchV  im  betroffenen 

(Schutz-)Bereich  auf  ein  absolutes  Bauverbot  geschlossen  werden  kann. 

Der  übergangsrechtliche  Gewässerraum  soll  gewährleisten,  dass  im  Zeit-

raum nach dem Inkrafttreten der Verordnung bis zur definitiven Festlegung 

des  Gewässerraums  keine  unerwünschten  neuen  Anlagen  errichtet  wer-

den. Ihm kommt insoweit die Funktion einer Planungszone zu. Die Erteilung 

einer  Ausnahmebewilligung  nach  Art. 41c  Abs. 1  GSchV  darf  daher  die 

künftige Gewässerraum- und Revitalisierungsplanung nicht erschweren und 

ihr  (soweit  sie  bereits  konkretisiert  ist)  nicht  widersprechen  (BGE 140 II 

437, E. 6.2). 

Bei  der  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  handelt  es  sich,  was  im  Weiteren 

nachfolgend  zu  prüfen  ist,  um  ein  typisches  Beispiel  einer  im  öffentlichen 
Interesse liegenden, standortgebundenen Verkehrsanlage, welche Art. 41c 

Abs. 1  GSchV  bereits  grundsätzlich  von  Restriktionen  ausnimmt.  Dies  gilt 

sowohl für den Standort der Stütze 3 als auch für die weiteren – vom Seil-

bahntrasse  lediglich  in  grosser  Höhe  überfahrenen  –  Gebiete  des  Schutz-

bereichs des Sagentobelbachs. Eine negative Präjudizierung des künftigen 

Gewässerraums  des  Sagentobelbachs  kann  ausgeschlossen  werden.  Der 

Standort  der  Stütze 3  auf  der  ÖV-Plattform Stettbach  ist  bereits  heute  Teil 

eines  rege  genützten  Verkehrsknotenpunkts  mit  zahlreichen  anderen,  im 

grossen öffentlichen Interesse liegenden Verkehrsanlagen. Eine Renaturie-

R1S.2019.05058 

Seite 37 

 
 
rung des Sagentobelbachs in diesem Bereich ist offenkundig ausgeschlos-

sen. Bemerkungsweise ist sodann festzuhalten, dass bereits das Gesetz an 

sich  (bzw.  die  GSchV)  solche  Anlagen  von  einer  besonderen  Bewilligung 

ausnimmt,  weshalb  für  die  Inanspruchnahme  des  übergangsrechtlichen 

Schutzbereichs  –  zumal  im  Stadium  des  nutzungsplanerischen  Verfah-

rens –  keine  gesonderte  und  separat  anfechtbare  Verfügung  erforderlich 

ist. 

7.7. 
Die  Rüge  betreffend  die  Beanspruchung  des  Gewässerraums  ist  unbe-

gründet. 

8.1. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. führen weiter an, der Eintrag der Seilbahn 

Stettbach-Zoo Zürich  im  kantonalen  Verkehrsrichtplan  sei  nichtig,  weil  bei 

dessen  Erlass  das  rechtliche  Gehör  verletzt  worden  sei.  Wie  jeder  Richt-

plan  müsse  auch  der  Verkehrsrichtplan  öffentlich  aufgelegt  werden.  Dies 

sei  zwar  geschehen.  Weil  die  Seilbahn  bei  der  öffentlichen  Auflage  im 

Richtplan  nicht  enthalten  gewesen  sei,  habe  in  diesem  Zeitpunkt  niemand 

mit dem Projekt gerechnet bzw. rechnen müssen. Aus diesem Grund habe 

die  Stadt  Dübendorf  auf  einen  Rekurs  gegen  den  Verkehrsrichtplan  ver-

zichtet.  Als  die  Rekursfrist  abgelaufen  sei,  habe  der  Zoo  dem  Kantonsrat 

die  Eintragung  beantragt.  Die  vorberatende  Kommission  habe  dann  ent-

schieden, die Seilbahn in den Richtplan aufzunehmen und auf eine Neuauf-

lage  mit  Rekursfrist  zu  verzichten,  mit  der  Begründung,  der  nachträgliche 

Eintrag  verhalte  sich  zum  gesamten  Inhalt  marginal,  weshalb  es  keine 

Neuauflage  brauche.  Bei  der  Abstimmung  des  Kantonsrats  sei  es  sodann 

um  den  gesamten  Richtplan  gegangen,  welchen  die  politischen  Parteien 
nicht auf Spiel hätten setzen wollten. Die Stadt Dübendorf habe darum nie 

gegen den Richtplaneintrag opponieren können, weil sie dazu keine Gele-

genheit  bekommen  habe.  Damit  sei  das  rechtliche  Gehör  verweigert  wor-

den. Der Eintrag sei nichtig. 

8.2. 
Eine  Verfügung  –  und  damit  auch  ein  anderweitiger  Rechtsakt  –  ist  nach 

der  Rechtsprechung  nichtig,  wenn  der  ihr  anhaftende  Mangel  besonders 

schwer  und  offensichtlich  oder  zumindest  leicht  erkennbar  ist  und  zudem 

R1S.2019.05058 

Seite 38 

 
 
die Rechtssicherheit dadurch nicht ernsthaft gefährdet wird. Die Nichtigkeit 

kann  grundsätzlich  von  jeder  Behörde  in  jedem  Verfahren  –  indes  aus-

serhalb der ordentlichen Rechtsmittelverfahren bloss vorfrageweise – fest-

gestellt werden. 

Beispielhaft ist eine Zonenplanänderung dann nichtig, wenn sie in Missach-

tung der vom Bundesrecht zwingend festgelegten und im kantonalen Recht 

verankerten  Voraussetzungen  und  Garantien  –  ohne  Veröffentlichung  und 

folglich ohne Möglichkeit der Anfechtung – vorgenommen wurde. Die Ver-

weigerung  des  rechtlichen  Gehörs  allein  zieht  indes  nicht  ohne  Weiteres 

die  Nichtigkeit  einer  Verfügung  (bzw.  eines  Rechtsakts)  nach  sich  (zum 

Ganzen  Ulrich  Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allgemeines  Verwal-

tungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1098 ff., mit Hinweisen). 

8.3. 
Eine  –  allfällige  –  Nichtigkeit  des  kantonalen  Richtplans  Verkehr  (in  der 

Fassung vom 26. März 2007) war im Rahmen der Anfechtung des mit Ver-

fügung  vom  27. Oktober 2011 

festgesetzten  und  mit  Entscheid 

VB.2013.00722 vom 4. September 2014 beurteilten Gestaltungsplans nicht 

Gegenstand  (vgl.  VB.2013.00722  vom  4. September 2014,  E. 11).  Ange-

sichts  der  jederzeitigen  vorfrageweisen  Überprüfbarkeit  der  Nichtigkeit  ei-

nes Rechtsakts ist dennoch auf die Ausführungen der Rekurrierenden G. A. 

et al. einzugehen. Zunächst ist festzuhalten, dass die Rekurrierenden G. A. 

et al. in der Substanz im Wesentlichen vorbringen, es seien ‒ zufolge feh-

lender  öffentlicher  Auflage  des  Richtplaneintrags  Seilbahn  Stettbach-

Zoo Zürich – Mitwirkungsrechte der ebenfalls rekurrierenden Stadt Düben-

dorf verletzt worden (vgl. § 7 PBG). Eine Verletzung derselben ‒ bzw. eine 

damit  begründete  Nichtigkeit  –  wird  von  der  Stadt  Dübendorf  vorliegend 

nicht geltend gemacht. Demgemäss berufen sich die Rekurrierenden G. A. 
et. al. nicht auf eigene, sondern – in grundsätzlich unzulässiger Weise – auf 

Drittinteressen. Materiell schliesst der Verzicht auf eine öffentliche Auflage 

des  kantonalen  Richtplans  Verkehr,  wie  auch  die  Rekurrierenden  G.  A.  et 

al.  konzedieren,  dessen  Anfechtung  durch  die  Stadt  Dübendorf  nicht  aus. 

Darauf  hinzuwiesen  ist  ferner,  dass  der  kantonale  Richtplan  Verkehr  seit 

dem ursprünglichen Eintrag der Seilbahn im Jahr 2007 im Jahr 2014 erneut 

revidiert wurde, wobei eine leichte Anpassung des Richtplaneintrags erfolg-

te, sodass seitens der Stadt Dübendorf erneut ein Rechtsmittel hätte ergrif-

fen  werden  können.  Eine  Gehörsverletzung  liegt  offenkundig  nicht  vor. 

R1S.2019.05058 

Seite 39 

 
 
Kommt hinzu, dass eine allfällige Verletzung von § 7 PBG wohl ein wichti-

ges  Mitwirkungsinstrument  (Mitwirkung  der  nach-  und  nebengeordneten 

Planungsträger)  beträfe,  aber  allein  auf  dieser  Grundlage  noch  kein 

schwerwiegender  Verfahrensfehler  zu  bejahen  wäre.  Die  Festsetzung  des 

Richtplaneintrags  erfolgte  ohne  weiteres  in  dem  dafür  vorgesehenen  Ver-

fahren  durch  die  dafür  zuständige  Instanz  (Kantonsrat).  Die  Annahme  der 

Nichtigkeit des Richtplaneintrags geht daher von vornherein fehl. 

8.4. 
Die  Rüge  betreffend  Nichtigkeit  des  Richtplaneintrags  der  Seilbahn Stett-

bach-Zoo Zürich ist unbegründet. 

9.1. 
Die  Rekurrierenden  H.  verweisen  auf  die  Bestimmung  von  Art. 38a  Abs. 5 

RPG sowie den Anhang zur RPV, wonach die Ausscheidung neuer Bauzo-

nen im Kanton Zürich unzulässig sei, solange der betreffende Kanton nicht 

über  einen  angemessenen  Mehrwertausgleich  nach  den  Anforderungen 

von  Art. 5  RPG  verfüge.  Beim  Erlass  eines  Gestaltungsplans  handle  es 

sich um die Ausscheidung einer neuen Bauzone. 

9.2. 
Gemäss  Art. 38a  Abs. 4  RPG  regeln  die  Kantone  innert  fünf  Jahren  nach 

Inkrafttreten  der  Änderung  vom  15. Juni 2012  den  angemessenen  Aus-

gleich für erhebliche Vor- und Nachteile nach den Anforderungen von Art. 5 

RPG  (Mehrwertausgleich).  Das  kantonale  Recht  hat  diesbezüglich  einen 

angemessenen Ausgleich für erhebliche Vor- und Nachteile, die durch Pla-

nungen  nach  dem  RPG  entstehen,  vorzusehen;  Planungsvorteile  sind  mit 

einem  Satz  von  mindestens  20 Prozent  auszugleichen  (Art. 5  Abs. 1  und 
Abs. 1bis RPG). 

Dergestalt  sieht  das  zürcherische  Recht  aktuell  (noch)  nicht  vor.  Das  In-

krafttreten  des  kantonalen  Mehrwertausgleichsgesetzes  samt  zugehöriger 

Mehrwertausgleichsverordnung ist nicht vor dem 1. Januar 2021 zu erwar-

ten.  Der  Bundesrat  hat  den  Kanton  Zürich  mit  Beschluss  vom  10. April 

2019 gestützt auf Art. 52a Abs. 5 RPV in die Liste der Kantone aufgenom-

men,  für  welche  ab  dem  1. Mai 2019  ein  Einzonungsverbot  gilt.  Seit  dem 

1. Juni 2020 figuriert nur noch der Kanton Zürich auf dieser Liste. 

R1S.2019.05058 

Seite 40 

 
 
9.3. 
Die  soeben  wiedergegebenen  Übergangsbestimmungen  sind  zwar  –  zu-

nächst – im Rekursverfahren auch auf solche (nutzungsplanerischen) Fest-

setzungen  anwendbar,  welche  am  1. Mai  2019  bereits  festgesetzt  worden 

sind (vorliegend: fünf Tage vor Inkrafttreten des Moratoriums; am 26. April 

2019).  Dies,  weil  die  entsprechenden  Regelungen  –  im  zitierten  Beispiel 

das  Moratorium  gemäss  Art. 38a  Abs. 2  RPG  –  einem  wichtigen  öffentli-

chen Interesse entsprechen, sodass die Umsetzung unverzüglich zu erfol-

gen hat, zumal die Rekursinstanz über volle Kognition verfügt (BGE 141 II 

393, E. 2). Dasselbe hat analog für das vorliegend zu beurteilende Morato-

rium gemäss Art. 38a Abs. 5 RPG zu gelten. 

Zu klären ist indes, ob das Moratorium gemäss Art. 38a Abs. 5 RPG auf die 

vorliegende  Ausscheidung  eines  kantonalen  Gestaltungsplans  im  Sinne 

von § 84 Abs. 2 PBG sachlich anwendbar ist. Die Baudirektion verweist in 

ihrem Rundschreiben an die politischen Gemeinden im Kanton Zürich vom 

18. April 2019  darauf,  dass  unter  einer  Einzonung  im  Sinne  von  Art. 38a 

Abs. 5  RPG  die  Zuweisung  von  Land  aus  einer  Nichtbauzone  in  eine 

Bauzone  im  Sinne  von  Art. 15  RPG  (§ 48  Abs. 2  PBG)  oder  die  Festset-

zung einer Spezialzone nach Art. 18 RPG, soweit in dieser Zone grössere 

Baumöglichkeiten für nicht standortgebundene Nutzungen zugelassen wer-

den,  zu  verstehen  sei.  Dies  treffe  etwa  dann  zu,  wenn  in  diesen  Zonen 

neue Hauptbauten erstellt werden dürfen, die dem Wohnen oder gewerbli-

chen Zwecken dienen. Gleich zu behandeln seien auch die projektbezoge-

nen  Sondernutzungsplanungen  (kommunale  oder  kantonale  Gestaltungs-

pläne  nach  § 83 ff. PBG),  mit  denen  die  Rahmenbedingungen  für  nach 

RPG  ausserhalb  der  Bauzonen  zulässige  Vorhaben  erlassen  werden  sol-

len.  Ausnahmen  sind  –  im  Wesentlichen  –  vorgesehen  bei  der  Ausschei-

dung  von  Freihalte-  und  Erholungszonen  nach  § 61 ff.  PBG,  bei  der  Aus-
scheidung  von  Reservezonen  nach  § 65  PBG  und  bei  der  Ausscheidung 

von Zonen für öffentliche Bauten nach § 48 Abs. 2 lit. f PBG, soweit letztere 

der Erfüllung öffentlicher Aufgaben dienen. 

Diese  Definition  der  Einzonung  entspricht  im  Wesentlichen  der  von  der 

Rechtsprechung  zu  Art. 15  RPG  entwickelten  Dogmatik:  Lässt  die  Haupt-

bestimmung einer Zone regelmässige Bautätigkeiten zu, welche weder mit 

bodenerhaltenden  Nutzungen  (vorab  der  Landwirtschaft)  verbunden  noch 

von ihrer Bestimmung her auf einen ganz bestimmten Standort angewiesen 

R1S.2019.05058 

Seite 41 

 
 
sind,  so  liegt  von  Bundesrechts  wegen  eine  Bauzone  vor,  für  welche  die 

Kriterien von Art. 15 RPG Geltung haben. So sind – beispielsweise – Sport- 

und  Freizeitanlagen,  die  mit  einer  erheblichen  baulichen  Veränderung  des 

Raums  verbunden  sind  und  nicht  auf  einen  Standort  ausserhalb  der 

Bauzonen angewiesen sind, grundsätzlich in Bauzonen zu realisieren; wo-

gegen Zonen für Sport und Erholung als "weitere Zonen" zum Nichtbauge-

biet gehören, wenn sie nach Zweck und Lage spezifische Nutzungsbedürf-

nisse ausserhalb der Bauzone abdecken, insbesondere wenn sie Teile des 

Nichtbaugebiets  für  eine  Sport-  oder  Freizeitaktivität  freihalten,  die  grosse 

nichtüberbaute  Flächen  beansprucht  und  hierfür  nur  eine  beschränkte,  für 

die  Sportausübung  notwendige  bauliche  Nutzung  zulassen  (BGE 143 II 

588, E. 2.5.1-2.5.3).  

9.4. 
Die  rekursgegenständliche  Gestaltungsplanung  dient  einzig  der  Realisie-

rung der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich – an welcher, wie an anderer Stelle 

aufzuzeigen sein wird, ein erhebliches öffentliches Interesse besteht – und 

damit  der  Verwirklichung  eines  von  der  Gestalt  her  im  Wesentlichen  be-

stimmten, konkret definierten Einzelvorhabens, wie es der Anwendungsbe-

reich  von  § 84  Abs. 2  PBG  zulässt  (VB.2018.00760  vom  8. Juli 2020, 

E. 4.3.6). Dass ausserhalb der Bauzonen unspezifizierte Baumöglichkeiten 

geschaffen würden, welche zu Wohn- oder Gewerbezwecken genutzt wer-

den  könnten,  trifft  nicht  zu.  Der  Charakter  einer  Bauzone  im  Sinne  von 

Art. 15 ff.  RPG  ist  dem  Gestaltungsplangebiet  daher  nicht  zuzuerkennen. 

Das Projekt ist sodann – wie ebenfalls aufzuzeigen sein wird – ohne weite-

res  standortgebunden.  Daraus  folgt,  dass  das  Einzonungsverbot  gemäss 

Art. 38a  Abs. 5  RPG  im  Lichte  seines  Zweckes  auf  den  vorliegenden  Fall 

eines kantonalen Gestaltungsplans nicht anwendbar ist. Dasselbe kann im 

Übrigen  aus  einer  teleologischen  Reduktion  von  Art. 52a  Abs. 2  lit. b  RPV 
abgeleitet  werden,  wonach  Einzonungen  –  wenngleich  solche  im  Zusam-

menhang  mit  der  Anpassung  der  kantonalen  Richtpläne  –  auch  während 

der  Dauer  des  Moratoriums  gemäss  Art. 38a  Abs. 2  RPG  zulässig  sein 

können, sofern Zonen für öffentliche Nutzungen geschaffen werden, in de-

nen der Kanton sehr wichtige und dringende Infrastrukturen plant. Bei die-

ser Vorschrift handelt es sich um eine notwendige Präzisierung der Vorga-

ben für den Fall, dass für wichtige Vorhaben im öffentlichen Interesse – an-

ders als im vorliegenden Fall einer spezifizierten Sondernutzungsplanung – 

R1S.2019.05058 

Seite 42 

 
 
unspezifizierte  projektbezogene  Sondernutzungsplanungen  notwendig 

werden. 

9.5. 
Die Rüge betreffend das Moratorium im Sinne von Art. 38a Abs. 5 RPG er-

weist sich als unbegründet. 

10.1. 
Verschiedene  Rekurrierende  beanstanden  die  der  Baudirektion  vorliegen-

den  Entscheidgrundlagen,  insbesondere  das  Gutachten  S.,  den  erläutern-

den Bericht nach Art. 47 RPV, den UVB und das Erschliessungskonzept. 

Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  moniert  zunächst,  dass  mit  der  Seilbahn 

Stettbach-Zoo Zürich  vorab  die  Verkehrsprobleme  der  Stadt  Zürich  im  Be-

reich des Zoos teilweise auf Dübendorf abgewälzt werden (sollen). Die Re-

kurrentin Stadt Dübendorf sei nicht bereit, Konsequenzen zu tragen, die sie 

nicht  verursacht  habe.  Bei  der  den  Modellrechnungen  zugrundeliegenden 

Prognosen werde zu Unrecht davon ausgegangen, dass sich die Zoobesu-

cher  streng  rational  und  ökonomisch  verhielten.  Dabei  werde  kritiklos  an-

genommen, dass aus dem errechneten Reisezeitgewinn, welcher durch die 

ÖV-Anbindung  an  den  Bahnhof  Stettbach  entstehe,  auf  ein  tatsächliches 

Verhalten  der  Nutzer  geschlossen  werden  könne.  Eine  der  wichtigsten 

Grössen sei die Elastizität (individuelle Bereitschaft zur Änderung des Mo-

bilitätsverhaltens). Im Freizeitverkehr würden fundierte Grundlagen über die 

Einflussfaktoren  auf  den  Umsteigeeffekt  fehlen.  Letztere  Angaben  würden 

auf  einer  älteren  Studie  basieren  (ICN-Projekt).  Die  Einführung  der  Seil-

bahn  Stettbach-Zoo Zürich  sei  mit  der  Einführung  der  ICN-Züge  nicht  ver-

gleichbar.  Die  im  Verkehrsgutachten  angenommene  hohe  Elastizität  sei 
reine Spekulation. Würden die angenommenen Reisezeiten nur wenig ver-

kürzt,  führe  dies  sehr  schnell  zu  einer  plötzlichen  Verschiebung  der  Grös-

senordnung  und  zu  Veränderungen,  welche  im  Graubereich  lägen.  Zum 

wissenschaftlichen  Standard  würde  sodann  gehören,  dass  die  gewählte 

Methode  anderen  denkbaren  Methoden  gegenübergestellt  und  auch  die 

Zuverlässigkeit bzw. die Genauigkeit der ermittelten Ergebnisse ausgewie-

sen  würde.  Dieser  Nachweis  fehle  gänzlich.  Bei  einer  errechneten  Mo-

dalsplitverschiebung von (lediglich) 4-4.5 % zu Gunsten des ÖV und einer 

etwas  moderateren  Annahme  des  Elastizitätswertes  verschiebe  sich  das 

R1S.2019.05058 

Seite 43 

 
 
Resultat  deutlich  und  schnell  in  einen  Unschärfebereich,  welcher  nicht 

mehr spürbar wäre. Die Rekurrierenden G. A. et al. fügen diesbezüglich an, 

dass  die  im  Gutachten  S.  ausgewiesene  Anzahl  Benutzer  an  Werktagen 

und Wochenenden rein spekulativ bzw. ohne fundierte Grundlage sei. Dies 

treffe  auch  auf  die  Grundlage  zu,  wonach  ein  Anteil  mit  der  Bahn  und  ein 

Anteil mit dem Auto anreise. Die Rekurrentin Genossenschaft S. macht gel-

tend, dass es sich beim Zielpublikum der Seilbahn (gemäss dem erläutern-

den  Bericht  nach  Art. 47  RPV)  aus  der  Nordostschweiz  sowie  dem  süd-

deutschen  Raum  über  Personen  mit  einem  überdurchschnittlichen  Motori-

sierungsgrad  handle.  Bei  diesen  Personen  liege  die  Schwelle  für  ein  Um-

steigen auf den ÖV sehr hoch, da sie bei einer Fahrt mit dem öffentlichen 

Verkehr ab Haustür in den Zoo viele Male umsteigen müssten. Die Rekur-

rierenden  H.  ergänzen  diesbezüglich,  der  motorisierte  Individualverkehr 

(MIV) geniesse gegenüber dem ÖV im konkreten Fall einen Komfortvorteil, 

insbesondere  für  Zoobesucher  mit  Kindern  (mitsamt  Kinderwagen  und 

sonstigem Gepäck). Sowohl das Verstauen von solchem Gepäck als auch 

das  Umsteigen  damit  sei  relativ  umständlich.  Eine  Verbesserung  des  ÖV-

Angebots werde nur in reduziertem Masse zu einer Verlagerung führen.  

Die Rekurrentin Stadt Dübendorf moniert sodann, das Gutachten S. weise 

ein  zu  grosses  Gebiet  aus,  in  welchem  mit  einer  Verkürzung  der  ÖV-

Fahrzeit von 19-22 Minuten bzw. grösser als 22 Minuten zum Zoo zu rech-

nen  sei.  Gemäss  Fahrplan  des  Zürcherischen  Verkehrsverbundes  (ZVV) 

bestehe  bereits  eine  direkte  Busverbindung  zwischen  dem  Bahnhof  Stett-

bach  und  der  Station  Forrenweid  beim  Zoo.  Die  Fahrt  mit  der  Linie 751 

dauere  9 Minuten;  der  Zoo  sei von  der  Busstation  in wenigen  Minuten  gut 

zu Fuss zu erreichen. Über den Bahnhof Stadelhofen gelange man zudem 

via  Bellevue  in  23 bzw.  33 Minuten  zum  Zoo.  Die  reine  Fahrzeit  mit  der 

Seilbahn  betrage  7 min.  An  Spitzentagen,  wenn  Besucher  aus  vollen 
S-Bahnen umsteigen müssten, sei die im Gutachten behauptete Reisezeit-

verkürzung unrichtig. Bereits kurze Wartezeiten bei der Talstation in Stett-

bach würden zu einer wesentlichen Verschlechterung des Modalsplits füh-

ren.  Bereits  bei  Wartezeiten  von  nur  3 Minuten  wäre  nurmehr  von  einer 

Verlagerung von 3,3 % und nicht mehr von 4,5 % auszugehen. Die Alterna-

tive  mit  Shuttlebussen  schneide  daher  besser  ab.  Diese  Darstellung  ver-

fechten auch die Rekurrierenden G. A. et al. An Sonn- und Feiertagen ge-

lange  man  bereits  in  22 Minuten  von  Stettbach  über  den  Bahnhof  Stadel-

hofen mit dem Tram 5 zur Haltestelle Zoo. Da die Fahrzeit mit der Seilbahn 

R1S.2019.05058 

Seite 44 

 
 
mehrere  Minuten  betrage,  sei  eine  Einsparung  von  mehr  als  19 Minuten 

speziell an den besucher- und verkehrsreichen Sonn- und Feiertagen unre-

alistisch. Die Rekurrierenden H. fügen an, das Gutachten S. berücksichtige 

den  im  Langsamverkehr  zurückgelegten  Teil  des  Anreisewegs  (der  MIV- 

oder ÖV-Reise vorgelagerte Fuss- und Veloverkehrsetappen) nicht. Im Er-

gebnis  resultiere  eine  Verlängerung  der  Reisezeit.  Dass  die  Baudirektion 

einerseits  den  Fussweg  vom  Fahrzeugabstellplatz  zur  Seilbahnstation  be-

rücksichtige,  nicht  aber  den  Fussweg  von  der  Haustür  zur  Haltestelle,  sei 

widersprüchlich. 

Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  weist  des  Weiteren  darauf  hin,  dass  die 

Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  gemäss  Modellrechnung  in  Kapitel 4  des 

Gutachtens  S.  an  einem  durchschnittlichen  Tag  von  rund  1'520 Personen 

genutzt werde. Allerdings handle es sich dabei nur bei 1'340 Personen um 

Zoobesucher. Das Gutachten schweige sich darüber aus, welche Ziele die 

restlichen  180 Personen  hätten.  Falls  tatsächlich  rund  10 %  der  Benutzer 

die  Seilbahn  als  Pendler  (bspw.  aus  dem  Quartier  Im Klösterli)  benützen 

würden,  führe  dies  wiederum  zu  einer  deutlichen  Korrektur  am Modalsplit. 

Insgesamt dürfte die tatsächliche Auslastung der Seilbahn etwa bei 10,6 % 

liegen;  was  in  etwa  der  Kapazität  von  neun  Cobra-Trams  entspreche.  Die 

Rekurrierenden G. A. et al. fügen dem an, dass – zufolge Inbetriebnahme 

der  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  –  in  einem  Netzverbund  mit  einer  star-

ken Abnahme der Nachfrage auf den Tramlinien 5 und 6 gerechnet werden 

müsse.  Letztere  Tatsache  verringere  den  (rechnerischen)  Modalsplit.  Die 

Rekurrentin  Genossenschaft  S.  führt  an,  der  UVB  blende  aus,  dass  zwar 

der  Anteil  des  öffentlichen  Verkehrs  leicht  zunehmen  könnte,  aber  dass 

wegen der Seilbahn insbesondere der motorisierte Privatverkehr in absolu-

ten Zahlen zunehmen werde. Dies deshalb, weil die Seilbahn als Attraktion 

insgesamt zu mehr Zoobesuchern führen werde, aber auch Seilbahngäste 
anlocken  werde,  die  den  Zoo  gar  nicht  besuchen  wollten.  Weil  beim  Zoo 

keine  Abstellplätze  abgebaut  würden,  führe  dies  insgesamt  (aufgrund  der 

höheren Kapazitäten) zu mehr Verkehr und damit auch mehr MIV. An den 

relevanten Spitzentagen, so die Rekurrentin Genossenschaft S. weiter, sei 

entgegen  den  Annahmen  der  Baudirektion  zufolge  Wartezeiten  an  den 

Seilbahnstationen mit einer deutlich tieferen (3 % oder noch tiefer) als der 

im  Gutachten  S.  ermittelten  Modalsplitverschiebung  zugunsten  des  ÖV  zu 

rechnen.  Dieser  Wert  sei  noch  schlechter  als  der  ausgewiesene  Wert  von 

3,6 %.  Die  Rekurrierenden  H.  machen  geltend,  das  Gutachten  S.  berück-

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Seite 45 

 
 
sichtige  bei  der  Errechnung  des  Modalsplits  (fälschlicherweise)  die  via 

Park + Ride (P+R) in Stettbach anreisenden Besucher als ÖV-Benützer. An 

Sonn- und Feiertagen würden – ausgehend von 480 Fahrzeugen pro Tag – 

insgesamt  1'050 Personen  auf  der  letzten  Etappe  (Stettbach-Zoo Zürich) 

auf den ÖV umsteigen. Des Weiteren sei die Berechnung der Baudirektion 

im  UVB,  wonach  mit  der  Seilbahn  jährlich  60'000 PW-Fahrten  eingespart 

werden  könnten,  fehlerhaft.  Eine  Verschiebung  um  4 %  würde  heissen, 

dass  von  den  für  das  Jahr 2030  prognostizierten  1,4 Mio.  Besuchern  ein 

zusätzlicher Anteil von 56'000 Besuchern nicht mit dem MIV, sondern dem 

ÖV  anreise;  bei  4,5 %  wären  es  63'000 Besucher.  Der  Mittelwert  betrage 

59'500 Besucher.  Angesichts  der  durchschnittlichen  Belegung  von 

2,2 Personen  pro  Fahrzeug  ergebe  sich  auf  Basis  einer  Reduktion  um 

59'500 Besucher  eine  Reduktion  bzw.  ein  Wegfallen  von  54'000 Fahrten 

(statt  60'000 Fahrten).  Letzteres  entspreche  27'000 Zu-  und  Wegfahrten. 

Diese Reduktion sei kaum spürbar. Auch die Rekurrierenden H. verweisen 

sodann  auf  die  Eignung  der  Seilbahn,  zusätzliche  Besucher  anzuziehen, 

sodass  sich  zwar  der  Modalsplit  zugunsten  des  ÖV  verändere,  nicht  aber 

die Fahrten des MIV verringert würden. 

Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  macht  des  Weiteren  geltend,  dass  das 

Gutachten  S.  trotz  optimistischer  Annahmen  bezüglich  Umsteigepotential 

von  einer  Mehrbelastung  von  über  600 parkierenden  Fahrzeugen  in  Stett-

bach  ausgehe  (Kapitel 6.4.2).  Dabei  bleibe  die  Anzahl  derjenigen,  welche 

‒ entgegen  der  Aussage  in  Kapitel 6.4.1  des  Gutachtens  S.  –  aufgrund 

günstiger Parkplätze die Variante via Forchstrasse und Witikon nach Stett-

bach  wählen  würden,  um  dort  zu  parkieren,  unberücksichtigt.  Die  Darstel-

lung der Parkierungssituation gemäss Abbildung 24 des Gutachtens S. sei 

überholt und damit falsch. Zwar werde im Gutachten eingeräumt, dass die 

künftige  Situation  bezüglich  Abstellplätzen  aufgrund  der  weiteren  Entwick-
lungen nicht prognostiziert werden könne. Bereits mit Bezug auf die aktuel-

le  Situation  entspreche  das  Gutachten  nicht  den  Tatsachen.  Aufgrund  der 

Bautätigkeit seien im Zuge der Neuüberbauung des Areals Mattenhof über 

100  Abstellplätze  aufgehoben  worden.  Auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Zürich 

seien  zudem  nur  halb  so  viele  blaue  Abstellplätze  vorhanden  (als  ausge-

wiesen). Das Angebot an Abstellplätzen rund um die Talstation sei sehr he-

terogen zusammengesetzt und bestehe aus privaten Abstellplätzen in Ein-

kaufsgeschäften,  öffentlichen  Abstellplätzen  bei  der  Sportanlage  Heeren-

schürli, der P+R-Anlage sowie aus Abstellplätzen in der blauen Zone. Dar-

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Seite 46 

 
 
aus  würden  die  nötigen  Schlüsse  nicht  gezogen.  Private  Eigentümer  von 

Abstellplätzen  könnten  mangels  gesetzlicher  Grundlage  nicht  zu  einer  be-

stimmten Bewirtschaftungsform gezwungen werden. Zudem dürften gewis-

se  Parkierungsanlagen  (z.B.  diejenige  der  Sportanlage  Heerenschürli)  nur 

für  Sporttreibende  und  andere  Freizeitnutzungen  zur  Verfügung  stehen, 

weshalb  sie  nicht  für  Zoobesucher  zweckentfremdet  werden  dürften.  Die 

Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  machen  zudem  geltend,  dass  es  weder  im 

Raum Hochbord noch im Raum Schwamendingen oder Stettbach viele öf-

fentliche  Abstellplätze  gebe.  Die  Sportanlage  Heerenschürli  sei  gerade  an 

Wochenenden  stark  ausgelastet.  Sodann  werde  das  Entwicklungskonzept 

Hochbord (mit 2'800-6'800 neuen Einwohnern sowie zahlreichen neuen Ar-

beitsplätzen) ausser Acht gelassen. Es gebe bereits jetzt kaum öffentliche 

Abstellplätze im Raum Hochbord. Zudem komme ein möglicher  Bedarf für 

die  "Samsung-Hall"  (mit  einer  Kapazität  von  5'000 Plätzen)  hinzu.  Die  Re-

kurrentin  Genossenschaft  S.  weist  ebenfalls  darauf  hin,  dass  von  den  in 

Abbildung 24  des  Gutachtens  S.  ausgewiesenen  Parkierungsanlagen  auf 

dem Stadtgebiet Dübendorf wegen der in den letzten Jahren erstellten oder 

derzeit  im  Entstehen  begriffenen  Bauten  einige  gar  nicht  mehr  benützbar 

sein  werden.  Die  Rekurrierenden  H.  monieren,  dass  die  im  Gutachten  S. 

ausgeschiedenen  Szenarien 3  und  4  eine  einheitliche  Bewirtschaftung  der 

Parkierungsflächen in Stettbach erfordern würden, was sich angesichts der 

zumeist  privaten  Anbieter  bzw.  Betreiber  aber  nicht  umsetzen  lasse.  So-

dann verweisen sie darauf, dass bei einer  Reduktion  des zumutbaren Ra-

dius  (betreffend  die  Distanz  von  Abstellplätzen  zur  Seilbahnstation)  von 

800 m  auf  600 m 

in  der  Berechnung  des  Gutachtens  S. 

rund 

400 Abstellplätze  (Möbel  Pfister)  und  ein  grosser  Teil  der  Abstellplätze  in 

der blauen Zone wegfielen. Ein Teil der Abstellplätze stehe nicht für die Öf-

fentlichkeit  zur  Verfügung;  so  müsse  bei  einem  Teil  der  privaten  Anlagen 

angenommen werden, dass die Betreiber Massnahmen treffen würden, um 
eine  Zweckentfremdung  durch  Zoobesucher  zu  verhindern.  Einige  der  be-

rücksichtigten  Abstellplätze  fielen  aufgrund  der  Nutzungen  (Hotel,  Bordell) 

von  vornherein  ausser  Betracht.  Sodann  berücksichtige  das  Gutachten  S. 

die vorbestehende Ausnützung der Abstellplätze nicht.  

Die Rekurrentin Stadt Dübendorf moniert im Übrigen, die Feststellung des 

Gutachtens  S.  zum  Einfluss  der  Preisgestaltung  der  Seilbahn  Stettbach-

Zoo Zürich (Szenario 1: Integration ins ZVV-Tarifsystem), wonach die Seil-

bahn für ÖV-Besucher des Zoos attraktiv sei, da diese bereits im Besitz des 

R1S.2019.05058 

Seite 47 

 
 
entsprechenden Tickets für die Zone 110 seien, treffe in dieser Form nicht 

zu. Zone 110 sei nur bei einer Anreise über den HB oder mit dem Bus be-

reits  im  Ticket  enthalten.  Dieser  Darstellung  schliessen  sich  die  Rekurrie-

renden G. A. et al. an. Sowohl das prognostizierte Verkehrsaufkommen als 

auch  die  Änderung  des  Modalsplits  durch  die  Seilbahn Stettbach-Zoo  Zü-

rich  (insbesondere  auch  die  Fahrgastzahlen)  seien  wertlos,  da  sämtliche 

Berechnungen  auf  der  Annahme  basieren  würden,  dass  die  Seilbahn  in 

den  ZVV  aufgenommen  werde,  was  aber  nicht  der  Fall  sei.  Eine  Berech-

nung ohne Aufnahme in den ZVV sei nicht vorgenommen worden. Aus der 

Ostschweiz anreisende ÖV-Benützer würden den Bahnhof Stettbach errei-

chen,  ohne  die  Zone 110  bezahlen  zu  müssen.  Die  Kosten  mit  Seilbahn 

seien  folglich  schlicht  dieselben  wie  bereits  heute  bei  einer  Anreise  über 

den HB oder mit dem Bus 751. Sodann weisen die Rekurrierenden G. A. et 

al.  darauf  hin,  dass  der  Bahnhof  Stettbach  keine  SBB-Station  sei.  Besu-

cher, welche mit den SBB anreisen, müssten – um die Seilbahn zu benüt-

zen  –  am  HB  auf  das  Tram  umsteigen  und  würden  daher  das  Tram  neh-

men.  Das  Einzugsgebiet  der  Seilbahn  sei  mithin  auf  die  Ostschweiz  be-

schränkt.  Letzterer  Rüge  schliesst  sich  auch  die  Rekurrentin  Genossen-

schaft S. an. 

Als  beste  Alternative  dränge  sich  eine  Zahnradbahn  auf,  für  die  auch  be-

reits ein Trassee (in Form der Verbindung Zürichbergstrasse/Stadtweg) be-

stehe.  Im  erläuternden  Bericht  nach  Art. 47  RPV  werde  ein  sog.  Coaster 

mit  der  Seilbahn  verglichen.  Die  Begründung  zugunsten  der  Seilbahn  sei 

schlicht  ein  Hohn,  absolut  unprofessionell  und  ohne  die  geringste  Prüfung 

oder  sachliche  Begründung.  Dieser  Vergleich  untermauere  eindrücklich, 

dass das Planungsbüro P. AG, welches vom Zoo schon mehrere Aufträge 

erhalten habe, nicht gewillt gewesen sei, Alternativen zur Seilbahn neutral 

und fundiert zu prüfen. 

Die  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  beantragen  insgesamt,  das  Gericht  habe 

ein  neutrales  Verkehrsgutachten  in  Auftrag  zu  geben,  welches  auf  den 

Grundlagen  der  heutigen  Situation  betreffend  Abstellplätze,  die  bauliche 

Entwicklung rund um den Bahnhof Stettbach sowie gestützt auf verlässliche 

Angaben zu den Fahrpreisen einen möglichen Modalsplit errechne. Sodann 

sei  auch  ein  Gutachten  bzw.  eine  Variantenprüfung  zur  Alternative  einer 

Zahnradbahn in Auftrag zu geben. Die Rekurrentin Genossenschaft S. ver-

langt betreffend die Anzahl der auf dem Stadtgebiet Dübendorf verfügbaren 

R1S.2019.05058 

Seite 48 

 
 
Abstellplätze die Erstellung eines Gutachtens bzw. jedenfalls die Einholung 

eines  Amtsberichts  der  Stadt  Dübendorf.  Die  Rekurrentin  Genossenschaft 

S.  verlangt  des  Weiteren  die  Einholung  eines  sich  speziell  auf  die  Zoo-

Spitzentage  beziehenden  Gutachtens  bezüglich  der  Modalsplitverschie-

bung. 

10.2. 
Die  Baudirektion  hält  dem  gesamthaft  entgegen,  das  Gutachten  S.  weise 

nach, dass mit der Seilbahn ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung des öf-

fentlichen  Verkehrs  im  Sinne  einer  namhaften  Verschiebung  des  Mo-

dalsplits resultiere. Der Umsteigeeffekt von insgesamt 4 bis 4,5 % der Zoo-

besucher  entspreche  einer  Steigerung  von  rund  10 %  (bezogen  auf  die 

Zahl heutiger ÖV-Benützer) und einem Wegfall von ca. 60'000 Fahrten des 

MIV.  Die  der  Planung  zugrundeliegende  Interessenabwägung  sei  in  den 

Planungsunterlagen  samt  UVB  und  dem  angefochtenen  Entscheid  umfas-

send begründet worden. Die Erstellung des Gutachtens S. sei durch die In-

stallation  einer  Begleitgruppe  mit  fachlichen  Vertretungen  (Städte  Düben-

dorf  und  Zürich,  Verkehrsbetriebe,  Zoo Seilbahn AG,  Fachvertreter  des 

Kantons)  methodisch  und  fachlich  begleitet  worden.  Insgesamt  bestünden 

in der Schweiz zum Einfluss der Reisezeit auf Umsteigeeffekte im Freizeit-

verkehr  nicht  viele  empirisch  ermittelte  Grundlagen.  Die  Studie  (ICN-

Projekt;  2012)  sei  für  den  Freizeitverkehr  herangezogen  worden,  weil  sie 

die einzige Studie in der Schweiz sei, in welcher entsprechende Werte be-

rechnet  worden  seien.  Deren  Ergebnisse  seien  weltweit  publiziert  und  bei 

verschiedenen 

internationalen  Verkehrsplaner-Konferenzen  vorgestellt 

worden.  Die  Studie  könne  deshalb  als  korrekt  und  die  Inhalte  als  erhärtet 

bezeichnet  werden.  Unter  dem  Aspekt  einer  möglichst  hohen  Elastizität 

weise  eine  Seilbahn  als  Teil  der  ÖV-Reisekette  zum  Zoo  eine  besondere 

Attraktivität  aus,  was  sich  notorisch  positiv  auf  den  gesamträumlich  ange-
strebten Modalsplit auswirken werde. 

Die  Personengruppen  aus  der  Nordostschweiz  und  aus  Süddeutschland 

würden  nur  einen  Teil  der  potentiellen  Zielgruppe  der  Seilbahn  darstellen. 

Der  Umstand  der  Wartezeiten  in  den  Stunden  mit  dem  höchsten  Nachfra-

geaufkommen sei im Gutachten S. berücksichtigt worden. Auch in solchen 

Situationen  dürfte  sich  der  Erlebniswert  im  Ergebnis  positiv  auf  den  Mo-

dalsplit auswirken. Die Wartezeiten müssten zudem in Relation zu den von 

MIV-Benützern  zu  erwartenden  Reisezeitverlusten  aufgrund  von  zuneh-

R1S.2019.05058 

Seite 49 

 
 
menden  Netzüberlastungen  und  Stausituationen  bei  der  Anfahrt  (z.B.  am 

Gubrist  oder  auf  dem  Stadtgebiet  von  Zürich)  in  Relation  gesetzt  werden. 

Die Umsteigevorgänge von der S-Bahn sowie dem Tram bzw. der Glatttal-

bahn seien aus verkehrsplanerischer Sicht unproblematisch. Mit einer Seil-

bahn lasse sich kurzfristig und nachfrageorientiert eine hohe Kapazität be-

reitstellen,  sodass  selbst  ein  hohes  Besucheraufkommen  mit  wenig  oder 

keinen  Wartezeiten  bewältigt  werden  könne.  Der  zusätzliche  Personalauf-

wand  sei  nur  sehr  gering.  Eine  geringe  Auslastung  könne  daher  nicht  als 

Argument  gegen  die  Seilbahn  angeführt  werden,  da  auf  Nachfragespitzen 

schneller reagiert werden könne. Die einzelnen von den Rekurrierenden in-

frage gestellten Elemente des Gutachtens S. vermöchten keine offensichtli-

chen Irrtümer, Lücken oder Widersprüche aufzudecken. 

10.3. 
Die  Zoo Seilbahn AG  verweist  zunächst  auf  den  erhöhten  Beweiswert  des 

durch  die  Baudirektion  in  Auftrag  gegebenen  Gutachtens  S.  Der  behördli-

che Auftrag zur Erstellung dieses Gutachtens sei einem unabhängigen Pla-

nungsbüro (S.) erteilt worden. Ein Gutachten sei auch keine wissenschaftli-

che Arbeit; das Gutachten S. stütze sich auf den aktuellen Stand der fachli-

chen  Erkenntnisse.  Bei  einem  Gutachten  handle  es  sich  um  ein  Grundla-

gen-Dokument.  Verkehrsdaten  seien  nicht  bereits  nach  wenigen  Jahren 

überholt.  Auch  sei  auf  die  Begleitung  des  Gutachtensprozesses  (Begleit-

gruppe) zu verweisen. Die Datengrundlagen im Gutachten S. betreffend die 

Besucherzahlen  des  Zoos  würden  auf  regelmässig  und  über  Jahre  erfolg-

ten  Erhebungen  basieren,  weshalb  umfangreiche,  aussagekräftige  Daten-

grundlagen  vorliegen  würden.  Methodisch  seien  anhand  von  Quell-

Zielmatrizen,  welche  auf  erhobenen  Daten  beruhen,  anhand  des  Gesamt-

verkehrsmodells des Kantons Zürich die Fahrten im Referenz-Zustand Z1.1 

(2030  ohne  Seilbahn)  und  im  Referenz-Zustand  Z1.2  (2030  mit  Seilbahn) 
berechnet  worden.  Zur  Reisezeit-Elastizität  seien  nicht  irgendwelche  An-

nahmen  getroffen,  sondern  die  aktuellen  Forschungserkenntnisse  verwen-

det worden. Die Seilbahn werde nicht etwa ICN-Zügen gleichgestellt, son-

dern  es  seien  generelle  Erkenntnisse  der  Reisezeit-Elastizität  im  Freizeit-

verkehr verwendet (und von anderen Elastizitäten abgegrenzt) worden. 

Im Kern komme das Gutachten S. in keiner Weise zum Schluss, dass die in 

Stettbach  damals  (2015-2016)  verfügbaren  Abstellplätze  für  einen  rei-

bungslosen  Ablauf  des  Besucherverkehrs  benötigt  würden,  sodass  beim 

R1S.2019.05058 

Seite 50 

 
 
Wegfall  gewisser  Abstellplätze  ein  Verkehrsproblem  entstünde.  Das  Gut-

achten  S.  komme  auch  nicht  zum  Schluss,  die  vorhandenen  Parkierungs-

möglichkeiten  könnten  den  von  der  Seilbahn  verursachten  Verkehr  auf-

nehmen  und  seien  aus  diesem  Grund  notwendig.  Das  Gutachten  S.  sage 

sodann namentlich nicht aus, die Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich löse allfäl-

lige Parkierungsprobleme beim Zoo. Vielmehr sei mittels einer Verkehrsbe-

rechnung  aufgezeigt  worden,  mit  wie  vielen  Fahrten  möglicherweise  im 

Raum Stettbach zu rechnen sei, wenn die Seilbahn in Betrieb gehe. Gebe 

es  im  Raum  Stettbach  weniger  Abstellplätze,  führe  dies  nicht  zu  einem 

Verkehrschaos  in  Stettbach  (dafür  sei  die  Menge  Fahrzeuge  zu  gering), 

sondern  zu  weniger  Verkehr.  Die  Wahl  des  Motorfahrzeugs  als  Verkehrs-

mittel hänge unter anderem von der Erwartung ab, am Zielort in vernünfti-

ger  Distanz  einen  Abstellplatz  zu  finden.  Die  Fragestellung  sei  mithin  ge-

wesen,  wie  viel  Verkehr  die  Seilbahn  unter  den  gegebenen  Umständen 

verursache. Die Verhinderung von MIV-Fahrten entspreche dem Zweck des 

Gestaltungsplans (Art. 1 GPV). 

Mit  Bezug  auf  die  Zahl  der  Fahrzeugabstellplätze  im  Raum  Stettbach  sei 

konkret  darauf  zu  verweisen,  dass  das  Gutachten  S.  2015-2016  erstellt 

worden  sei,  weshalb  es  sich  auf  die  zu  diesem  Zeitpunkt  verfügbaren  Da-

tengrundlagen stütze. Das Gutachten führe daselbst aus, dass infolge von 

Bautätigkeiten  nach  deren  Abschluss  mit  weniger  Abstellplätzen  zu  rech-

nen  sei.  Das  Gutachten  weise  sodann  auch  (noch)  nicht  berücksichtigte 

Parkierungsanlagen aus, so beispielsweise die derzeit vorübergehend auf-

gehobene  P+R-Anlage  in  Stettbach,  welche  voraussichtlich  im  September 

2021 wieder zur Verfügung stehe. Es könne auch nicht von einer Mehrbe-

lastung  "über  600 Personenwagen"  ausgegangen  werden.  Diese  Zahl  sei 

einzig  das  Potential  für  einige  wenige  Zoo-Spitzentage  pro  Jahr  mit  über 

10'000 Zoobesuchern.  Sogar  in  der  Kategorie  Sonntag/Feiertag  müsse  in 
den ungünstigsten Szenarien 1 und 2 nur mit 480 zusätzlichen Fahrten ge-

rechnet  werden.  Diese  Fahrten  würden  angesichts  des  Verkehrsaufkom-

mens  auf  der  Zürichstrasse  (8'000 Fahrten  täglich)  nicht  besonders  ins 

Gewicht fallen. 

Zur Rüge mehrerer Rekurrierender, dass an Spitzentagen eine deutlich tie-

fere  als  die  im  Gutachten  S.  ausgewiesene  Modalsplitverschiebung  zu-

gunsten des öffentlichen Verkehrs stattfinde, sei Folgendes anzufügen: Das 

Gutachten S. führe im Rahmen der Sensitivitätsbetrachtung der Ergebnisse 

R1S.2019.05058 

Seite 51 

 
 
zwar  aus,  dass  eine  zusätzliche  3-minütige  Wartezeit  zu  einer  Reduktion 

der  Modalsplitverschiebung  von  4,5 %  in  der  Tageskategorie  Sonn-  und 

Feiertage  auf  3,3 %  führen  würde.  Schliesslich  werde  aber  festgehalten, 

dass bei kleineren Wartezeiten nicht mit einer Änderung der Modalsplitver-

schiebung zu rechnen sei, da die Besucher einer Umlaufseilbahn mit unun-

terbrochener  "Abführung"  der  Passagiere  aus  den  Stationen  im  Voraus  – 

im  Gegensatz  etwa  zu  einem  periodisch  verkehrenden  Shuttlebus –  nicht 

informiert seien. Die Frage der Wartezeit bei einer Seilbahn sei daher nicht 

vergleichbar mit Wartezeiten mit anderen Verkehrsmitteln. Ausserdem wür-

den  –  etwa  von  der  S-Bahn  in  Stettbach  –  nie  alle  Verkehrsteilnehmer 

gleichzeitig bei der Seilbahn eintreffen. Im Schnitt könnten 25 Personen pro 

Minute transportiert werden, was bei 300 Personen aus derselben S-Bahn 

(an  absoluten  Spitzentagen)  eine  Wartezeit  von  4,25 Minuten  bedeute. 

Ausserdem  sei  der  Modalsplit  über  alle  Tage  zu  mitteln.  Die  Baudirektion 

sei  mithin  von  korrekten  Zahlen  bezüglich  Modalsplit-Veränderung  ausge-

gangen.  Das  Gutachten  S.  gehe  sodann  bei  der  Errechnung  der  Mo-

dalsplitverschiebung  von  Shuttlebussen  von  einem  störungsfreien  Betrieb 

auf dem Strassennetz aus, was gerade an Zoo-Spitzentagen (oft) nicht der 

Fall wäre. Letzteres würde bedeuten, dass der für Shuttlebusse angenom-

mene Modalsplit aufgrund von Verzögerungen und Wartezeiten an Spitzen-

tagen ebenfalls reduziert werden müsste. 

Wenn  angeführt  werde,  die  Reisezeit  mit  der  Seilbahn  (7 Minuten)  sei  mit 

derjenigen von Bus 751 (10 Minuten) vergleichbar, lasse dies ausser Acht, 

dass  die  Haltestelle  Forrenweid  rund  600 m  vom  Zoo  entfernt  und  folglich 

mitten im Wald liege. Erforderlich sei ein zusätzlicher Fussmarsch über ei-

nen Schotterweg von ca. 8-10 Minuten. Die Reisezeiten würden daher nicht 

falsch  gewichtet,  schon  gar  nicht  zugunsten  der  Seilbahn.  Das  Gutachten 

S.  berücksichtige  bewusst  nur  die  Reisezeit  und  lasse  andere  Aspekte, 
welche  bei  der  Verkehrsmittelwahl  schwierig  quantifizierbar  seien,  ausser 

Betracht (Zuverlässigkeit, Reisekomfort). Würden letztere berücksichtigt, so 

fiele das Ergebnis zugunsten der Seilbahn noch besser aus. Wenn die Re-

kurrierenden  H.  geltend  machten,  der  der  ÖV-Reise  vorgelagerte  Lang-

samverkehrsteil  werde  nicht  eingerechnet,  würden  sie  das  entsprechende 

Kapitel C.1.4 des Gutachtens S. missverstehen. Dort würden die verschie-

denen Kerngrössen des Modalsplits erläutert. 

R1S.2019.05058 

Seite 52 

 
 
Zu den Fahrpreisen sei auszuführen, dass auf der Seilbahn Stettbach-Zoo 

Zürich  die  ZVV-  und  Z-Pass-Fahrausweise  vollumfänglich  anerkannt  wür-

den. Derzeit sei zwar vorgesehen, dass die Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich 

zu Beginn nicht Teil des ZVV sein werde (keine Vollintegration). Dies werde 

für die Seilbahnbenützer jedoch nicht erkennbar sein; zumal ihre Fahraus-

weise  für  die  Seilbahn  Geltung  hätten.  Die  Zoo Seilbahn AG  und  der  ZVV 

hätten  die  Einzelheiten  in  einem  rechtsverbindlichen  Vorvertrag  geregelt. 

Dass – weil noch unklar sei, wie hoch der Fahrpreis ausfalle – der Umstei-

geeffekt nicht errechnet werden könne, treffe nicht zu. Wie erwähnt könne 

die Seilbahn mit einem in der Zone 110 gültigen Ticket oder einem Z-Pass-

Zonenticket  benützt  werden.  Wie  hoch  der Preis  für  diese  Tickets  im  Zeit-

punkt der Inbetriebnahme der Seilbahn sein werde, sei derzeit zwar unbe-

kannt,  habe  aber  keine  Auswirkungen  auf  die  Modalsplitverschiebung,  da 

es für die Seilbahn keinen Sondertarif geben werde. Was die Besucher aus 

der Ostschweiz angehe, würden diese mit einem Z-Pass-Zonenticket bzw. 

einem  Ostwind-ZVV-Ticket  anreisen.  Reine  Fernverkehrstickets  seien  in-

nerhalb des Z-Pass-Gebiets nicht mehr erhältlich.  

Allfällige Pendler würden – entgegen den Vorbringen der Stadt Dübendorf –

die Modalsplitverschiebung nicht beeinflussen. Das Gutachten S. gehe von 

rund 1'520 Personen aus, welche die Seilbahn täglich nutzen werden, wo-

von rund 180 Personen keine Zoobesucher seien. Bei der Berechnung des 

Modalsplits seien in der Folge auch effektiv nur die 1'340 Zoobesucher be-

rücksichtigt  worden.  Auch  dass  –  wie  die  Rekurrierenden  H.  ausführten  – 

ein  Grossteil  der  "Umsteiger"  auf  die  Seilbahn  nur  die  letzte  Etappe  mit 

dem ÖV (sprich: der Seilbahn) absolvierten, aber zuvor mit dem Motorfahr-

zeug nach Stettbach fahren würden, treffe nicht zu. Die Modalsplitverschie-

bung sei anhand der gewählten Methodik mit dem Verkehrsmodell berech-

net  worden.  Erfasst  worden  seien  dabei  nur  diejenigen  Personen,  welche 
den ganzen Weg mit dem ÖV zurücklegen würden, nicht aber P+R-Nutzer. 

Aus Kapitel 4.4 des Gutachtens S. gehe hervor, dass nur 10 Personen neu 

mit  dem  Motorfahrzeug  nach  Stettbach  fahren  würden.  Das  Potential  der 

übrigen P+R-Benutzer in Stettbach (an Sonntagen bis zu 480) seien ohne-

hin  MIV-Benützer,  welche  statt  beim  Zoo  nunmehr  in  Stettbach  parkieren 

wollten.  Diese  hätten  auf  die  Modalsplitverschiebung  keinen  Einfluss.  Bei 

der  sodann  beanstandeten  Zahl  von  rund  60'000  (reduzierten)  Fahrten 

handle  es  sich  um  eine  Rundung.  Genau  gerechnet  handle  es  sich  um 

R1S.2019.05058 

Seite 53 

 
 
56'210 Fahrten; die Rundung auf die nächstgelegenen 10'000 sei bei Prog-

nosen üblich. 

Auf die vertiefte Prüfung von Alternativen, die von vornherein als unrealis-

tisch oder untauglich erschienen, könne verzichtet werden. So sei auch die 

von einigen Rekurrierenden erwähnte Idee des Coasters nicht näher unter-

sucht  worden.  Auch  das  Verwaltungsgericht  habe 

im  Entscheid 

VB.2013.00722 vom 4. September 2014 festgehalten, dass als Alternativen 

nur  Bus  oder  Tram  in  Frage  kommen  würden.  Diese  Alternativen  seien 

denn  auch  intensiv  und  detailliert  geprüft  worden,  hätten  jedoch  nur  eine 

ungenügende  Wirkung  auf  die  Veränderung  des  Modalsplits  (z.B.  Shuttle-

bus),  seien  vom  Stimmvolk  abgelehnt  worden  (Verlängerung  der  Tramli-

nie 6) oder könnten nur unwirtschaftlich betrieben werden. Zusätzlich sei zu 

berücksichtigen, dass der zwischen 1997 und 2004 bestehende Versuchs-

betrieb  der  Buslinie 751  (Taktverdichtungen  und  Zusatzschlaufe  bis  zum 

Zooeingang)  habe  eingestellt  werden  müssen 

(grosse  Verspätun-

gen/Fahrplanabweichungen  wegen  Staus;  fehlende  Fahrgastfrequenzen). 

Der  Shuttle  vom  Irchelparking  habe  wegen  fehlender  Nachfrage  vorläufig 

sistiert  werden  müssen.  Auch  neue  Buslinien,  die  direkt  zum  Zooeingang 

führen, wären ungeeignet, weil die Strasse Richtung Stettbach insbesonde-

re zu Hauptverkehrszeiten verstopft sei und der Fahrplan nicht eingehalten 

werden  könne.  Der  Bus  sei  gerade  für  Familien  mit  Kinderwagen  kein  ge-

eignetes  Verkehrsmittel.  Sodann  habe  die  Seilbahn  den  Vorteil,  dass  die 

beim  Zoo  kurzfristig  und  unvorhersehbar  auftretenden  Verkehrsspitzen 

besser  abgefangen  werden  könnten  (Geschwindigkeit;  Einsatz  von  mehr 

Gondeln).  

Was  die  von  den  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  geforderte  Alternative  einer 

Zahnradbahn angehe, habe die Zoo Seilbahn AG in einer Grobstudie deren 
Eckdaten  zusammengestellt.  Eine  Zahnradbahn  würde  rund  24 Mal  soviel 

Land für die Erstellung beanspruchen wie eine Seilbahn. Ausserdem stelle 

sich das Problem der Schutzgebiete (Sagentobel, Hohmoos), welche direkt 

durchfahren werden müssten. Insofern würden auch nicht weniger Rodun-

gen resultieren. Auch könnten nicht einfach unbesehen bestehende Wald-

wege  zu  Zahnradbahntrassen  umfunktioniert  werden.  Eine  Zahnradbahn 

sei  zusätzlich  unter  dem  Aspekt  des  Grundwasserschutzes  nachteilig.  Die 

Investitionskosten  wären  mit  ca. Fr. 65 Mio.  doppelt  so  hoch  wie  bei  der 

R1S.2019.05058 

Seite 54 

 
 
Seilbahn mit ca. Fr. 26 Mio. Eine Zahnradbahn habe sodann nicht den Vor-

teil, flexibel auf veränderte Kapazitätsbedürfnisse zu reagieren. 

Indem  die  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  die  Einholung  eines  gerichtlichen 

Universalgutachtens beantragen (welches den UVB, das Gutachten S., die 

Prüfung von ÖV-Alternativen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen ersetzen 

sollen),  würden  sie  übersehen,  dass  es  für  ein  solches  Gutachten  keine 

Rechtsgrundlage  gebe.  Vielmehr  sei  in  den  einschlägigen  Gesetzen  gere-

gelt, wer solche Gutachten und Berichte beizubringen habe und in welchem 

Verfahren sie abzuhandeln seien. Die gesetzlichen Vorgaben seien einge-

halten worden. Beim Gutachten S. handle es sich sodann klarerweise nicht 

um ein Gefälligkeitsgutachten. Die Forderung auf Einholung eines weiteren 

Gutachtens entbehre der Grundlage. 

Die Behauptung der Rekurrentin Genossenschaft S., wonach die Seilbahn 

zu  einer  generellen  Zunahme  des  MIV  führen  werde,  werde  nicht  ausge-

blendet, sondern sei in dieser pauschal im Rekurs geäusserten Form eine 

nicht näher begründete Annahme. Zwar würden der UVB und das Gutach-

ten  S.  aufzeigen,  dass  sich  eine  gewisse,  angesichts  des  bestehenden 

Verkehrsaufkommens  in  Stettbach  aber  vernachlässigbare  Anzahl  Fahr-

zeuglenker  nach  Stettbach  begeben  werden.  Eine  Erhöhung  des  Gesamt-

verkehrs sei damit aber nicht erstellt. Zwar stimme der Satz, wonach mehr 

Verkehrskapazität  mehr  Verkehr  anziehe,  jedoch  brauche  es  dafür  aber 

grössere  Strassen  oder  mehr  Abstellplätze,  was  der  vorliegende  Gestal-

tungsplan  gerade  verbiete.  Bei  der  Erstellung  anderweitiger  öffentlicher 

Verkehrsanlagen werde auch nicht behauptet, dass deren Realisierung zu 

einer Zunahme des MIV führe. Eine Reduktion der Anzahl Abstellplätze in 

Stettbach führe gemäss dieser Regel ohne weiteres zu einer Reduktion der 

MIV-Benützer, welche mit ihrem Fahrzeug zur Seilbahn kommen. 

10.4. 
Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  hält  den  Vernehmlassungen  entgegen, 

dass die an Spitzentagen zu erwartenden Fahrten sehr wohl zu einem Ver-

kehrschaos  im  Raum  Stettbach  führen  würden.  Das  "Prinzip  Hoffnung" 

funktioniere  nicht.  Käme  den  heute  bestehenden  Abstellplätzen  keine  Be-

deutung  zu,  würde  sich  die  Frage  stellen,  weshalb  diese  im  Gutachten 

überhaupt  hätten  thematisiert  werden  müssen.  Das  Gutachten  S.  schätze 

die  Elastizität  der  Nachfrage  absolut  einseitig  bzw.  viel  zu  rosig  ein.  Die 

R1S.2019.05058 

Seite 55 

 
 
Umsteigebereitschaft  der  (noch  nicht  umgestiegenen)  MIV-Nutzer  liege 

massiv  tiefer.  Auch  bei  einer  Seilbahn  könnten  Familien  mit  Kinderwagen 

bzw. deren Einstieg zu Problemen führen. Tariflich sei der Umstieg auf den 

ÖV  insbesondere  für  jene  Familien  schwierig,  die  nicht  über  ein  Halbtax-

Abonnement  verfügen  würden.  Kinder  von  befreundeten  Familien  könnten 

sodann nicht von einem Familienpass profitieren. 

Die  Rekurrierenden  G.  A.  et  al.  verweisen  darauf,  dass  das  Gutachten  S. 

an  Wochenenden  bzw.  an  Spitzentagen  von  zusätzlich  1'500 Fahrzeugen 

ausgehe,  welche  im  Raum  Stettbach  parkieren  wollten.  Dies  führe  unwei-

gerlich  zu  Stau  und  Verkehrschaos.  Auch  die  Strassenverkehrszählungen 

seien nicht aktuell; da die Bauentwicklung in den Quartieren Hochbord und 

Mattenhof  (z.B.  "Jabee-Tower")  nicht  berücksichtigt  worden  sei.  Die  beste 

Verlagerungswirkung  hätte  sodann  die  Tramverlängerung  (Tramlinie 6), 

welche  der  Zoo  allerdings  bekämpft  habe.  Die  von  der  Zoo Seilbahn AG 

erwähnten  Shuttle-Angebote  seien  gar  nicht  angepriesen,  sondern  totge-

schwiegen worden. Ein Bus zur Haltestelle Forrenweid stehe sodann nicht 

zur Debatte, sondern ein Shuttle zum Zoo-Eingang. Die zu einer Zahnrad-

bahn  gemachten  Angaben  punkto  Flächenverbrauch  und  Betriebskosten 

seien unzutreffend. Ausserdem werde daran festgehalten, dass im Gutach-

ten S. der Effekt des Fahrpreises überhaupt nicht berücksichtigt werde. 

Die  Rekurrierenden  H.  halten  den  Vernehmlassungen  entgegen,  dass  bei 

Befragungen  in  der  Regel  mehr  Personen  auf  den  ÖV  umsteigen  wollten, 

als dies tatsächlich der Fall sei (Methode der Stated Preference [SP]). Die 

effektive  Verschiebung  des  Modalsplits  werde  daher  tiefer  ausfallen.  So-

dann ergebe sich bereits aus der Berechnungsmethode, dass die Gesamt-

reisezeit  für  den  Verschiebungseffekt  einer  Reisezeitverkürzung  relevant 

sei. Die Vorstellung, dass fehlende Abstellplätze (in Stettbach) zu weniger 
Verkehr  führen  würden,  sei  unzutreffend.  Dies  habe  sich  im  städtischen 

Gebiet mehrfach gezeigt. Eine Zunahme des Suchverkehrs wäre die Folge. 

Sodann sei beim Verkehrsmodell (verkehrsmittelbezogener Modalsplit) das 

Verkehrsmittel  auf  der  längsten  zurückgelegten  Strecke  für  die  Zuordnung 

zu  MIV  oder  ÖV  massgeblich.  In  welchem  Umfang  die  P+R-Nutzer  dem 

MIV oder dem ÖV zugerechnet würden, hänge demzufolge von ihrem An-

reiseweg  ab.  Dem  Verkehrsgutachten  könne  indes  nicht  entnommen  wer-

den,  in  welchem  Umfang  die  P+R-Nutzer  dem  ÖV  zugerechnet  würden. 

Des Weiteren würde sich eine allfällige Reduktion der (maximalen) Fahrge-

R1S.2019.05058 

Seite 56 

 
 
schwindigkeit  der  Seilbahn  (im  Normalbetrieb)  negativ  auf  den  Modalsplit 

auswirken. Über mögliche Auswirkungen des Verkehrsaufkommens auf die 

durch ÖV-Alternativen bewirkte Modalsplitverschiebung zu sprechen, erüb-

rige  sich.  Wenn  diese  Einfluss  auf  die  Modalsplitverschiebung  hätten, 

müssten sie im Gutachten berücksichtigt werden. Die ÖV-Alternativen sei-

en zur Hauptsache aus wirtschaftlichen Gründen verworfen worden. 

10.5.1. 
Grundlagendaten  über  das  Verkehrsverhalten  der  Bevölkerung  können  in 

der Schweiz über das Bundesamt für Statistik bezogen werden. Die Daten 

beruhen  auf  den  alle  fünf  Jahre  vom  Bundesamt  für  Statistik  (BFS)  und 

vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) im Mikrozensus Mobilität und 

Verkehr  (MZMV)  durchgeführten  Untersuchungen.  Die  letzte  Datenerhe-

bung erfolgte dabei im Jahr 2015. Der MZMV enthält Informationen sozio-

ökonomischer Art über die Haushalte und Personen, zu den Mobilitätstools 

(Fahrzeuge und Abonnemente), zu den an einem Stichtag zurückgelegten 

Wegen,  über  die  Gelegenheitsreisen  und  über  die  politischen  Meinungen 

zum Verkehrsangebot in der Schweiz. Aufgrund der Stichprobengrösse von 

über  57'000 Personen  (Erhebungen  2015)  und  des  umfassenden  Fragen-

katalogs  handelt  es  sich  bei  dieser  Umfrage  um  die  grösste  auf  gesamt-

schweizerischer  Ebene  durchgeführte  Untersuchung  zum  Verkehrsverhal-

ten der Bevölkerung. 

Die  im  Gutachten  S.  vorgenommenen  Berechnungen  betreffend  die  Ver-

schiebung  des  Modalsplits  wurden,  wie  bereits  erwähnt,  aufgrund  eines 

vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) im Jahr 2012 publizierten Be-

richts  ("Übersicht  zu  Stated  Preference-Studien  in  der  Schweiz  und  Ab-

schätzung  von  Gesamtelastizitäten,  Statusbericht 2012",  im  Folgenden: 

Statusbericht 2012)  vorgenommen.  Unter  Federführung  des  Bundesamtes 
für  Raumentwicklung  (ARE)  wurde  sodann  2010/2011  eine  SP-Befragung 

(SP-B 2010) durchgeführt. Die dabei untersuchte Zahl von Beobachtungen 

lag weit über den bisherigen SP-Befragungen in der Schweiz; insbesondere 

auch aufgrund der zusätzlichen Ausdifferenzierung der Situationen mit den 

zusätzlichen Alternativen Velo und Fuss sowie zufolge des Einbezugs von 

Wegen  an  Wochenenden.  Die  Zeitwerte  (VTTS;  Value  of  Travel  Time 

Savings) für den MIV und den ÖV lagen im Rahmen der SP-B 2010 im Be-

reich der vorangegangenen Studien. Das Bundesamt für Raumentwicklung 

(ARE) schätzt die SP-B 2010 als solide und umfangreiche Datengrundlage 

R1S.2019.05058 

Seite 57 

 
 
für verschiedene Modellschätzungen zu unterschiedlichen Fragestellungen 

in  der  Verkehrsplanung  und  -politik  ein  (Statusbericht 2012,  S. III).  Die 

SP-B 2010  wurde  dahingehend  konzipiert  und  durchgeführt,  dass  sie  be-

züglich  der  Wegecharakteristiken  und  der  räumlichen  und  soziodemogra-

phischen  Merkmale  der  Befragten  die  Stichprobe  des  MZMV 2010  reprä-

sentativ widerspiegelt. 

Eine  der  im  Rahmen  der  SP-Befragungen  bzw.  -Studien  durchgeführten 

Untersuchungen war das Projekt "Verifizierung von Prognosemethoden im 

Personenverkehr: Ergebnisse einer Vorher-/Nachher Untersuchung auf der 

Grundlage eines netzbasierten Verkehrsmodells", wobei diese Erhebungen 

erfolgten,  um  die  zu  erwartenden  Nachfrageveränderungen  aufgrund  der 

Einführung von Neigezügen zwischen Zürich und Lausanne (Jurasüdfussli-

nie)  zu  berechnen  (Vrtic,  Axhausen,  Maggi  und  Rossera,  2003;  nachfol-

gend:  ICN-Studie).  Bei  allen  Befragungen  wurden  die  Experimente  als 

Stated Choice-Situation abgefragt, wobei der jeweils Befragte aus einer Al-

ternativenmenge  eine  auswählen  muss  (zum  Ganzen  Statusbericht 2012, 

S. 3 f.). 

10.5.2. 
Untersuchungen  zwecks  Elastizitätsberechnung  können  zunächst  am  Ob-

jekt,  bzw.  als  Vorher-Nachher-Untersuchungen  mit  einem  Vergleich  des 

Verkehrsaufkommens  vor  und  nach  einer  Massnahme,  durchgeführt  wer-

den.  Solchen  Untersuchungen  wird  aufgrund  der  schwierigen  Isolierung 

von  Wirkungen  indes  (fachlich)  eine  geringe  Aussagekraft  zugesprochen. 

Ausserdem  beinhalten  diese  Untersuchungen  die  Probleme  der  Trennung 

von verschiedenen Nachfrageveränderungen, die zeitliche Entwicklung und 

externe  Einflüsse.  Auch  sind  in  solchen  Untersuchungen  Wechselwirkun-

gen  zwischen  ÖV  und  MIV  schwierig  abzuschätzen.  Alternativ  bieten  sich 
ÖV-Gebietsmodelle  an,  was  allerdings  das  Vorliegen  von  Datenreihen  für 

einen längeren Zeitraum bedingt, um kurz- und langfristige Gesamtelastizi-

täten  von  ÖV-Fahrten  im  Nahverkehr  zu  bestimmen  (Statusbericht 2012, 

S. 9 f., mit Hinweisen). 

10.5.3. 
Für die vorliegende Frage der Modalsplitverschiebung aufgrund der Erstel-

lung der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich war bzw. ist, da als Rahmenbedin-

gung die – jedenfalls aus Sicht der ÖV-Nutzer – volle tarifliche Integration in 

R1S.2019.05058 

Seite 58 

 
 
den  ZVV  definiert  wurde,  die  Zeitelastizität  bzw.  die  Frage  nach  dem  Ein-

fluss  von  (Fahr-)Zeitänderungen  auf  die  Verkehrsnachfrage  von  Interesse. 

Dabei  relevant  ist  nicht  die  Eigenelastizität,  sondern  die  Kreuzelastizität, 

welche  die  relative  Veränderung  in  Prozenten  der  Marktanteile  einer  be-

stimmten Alternative in Bezug auf die relative Veränderung eines Attributes 

einer konkurrierenden Alternative misst. 

Eine  Untersuchung  am  Objekt  ist  dabei,  aus  naheliegenden  Gründen,  für 

eine  erst  noch  zu  erstellende  Verkehrsanlage  nicht  möglich.  Besondere 

ÖV-Gesamtverkehrsmodelle sind für den Raum Zürich nicht ersichtlich. Es 

ist deshalb naheliegend, dass für die Erstellung des Gutachtens S. auf die 

für die Schweiz bereits vorhandene Datenlage – in der Substanz bestehend 

in  Form  der  ICN-Studie  –  abgestellt  wurde.  Entsprechende  ausländische 

Datengrundlagen wären, insbesondere aufgrund der unterschiedlichen ört-

lichen Gegebenheiten (Landestopographie), unterschiedlicher ÖV-Systeme 

und -dichten sowie unterschiedlicher ÖV-Tarifmodelle, mit schweizerischen 

Gegebenheiten  nur  sehr  bedingt  vergleichbar.  So  sind  die  ÖV-

Gesamtkreuzelastizitäten gegenüber den Werten aus der europäischen Li-

teraturanalyse höher, weil in weiten Teilen der Schweiz ein signifikant bes-

seres  ÖV-Angebot  vorliegt  und  somit  der  ÖV  zum  MIV  konkurrenzfähiger 

ist als in vielen anderen Ländern (vgl. Statusbericht 2012, S. 15 ff.). 

10.5.4. 
Die ICN-Studie enthält, bezogen auf Wege von mehr als 10 km, ohne wei-

teres  Verkehrsmittelwahl-Elastizitäten  für  Freizeit-  bzw.  Urlaubsaktivitäten, 

welche  sich  doch  erheblich  von  den  Elastizitäten  weiterer  Kategorien 

(Pendler, Geschäft, Einkauf) unterscheiden (Statusbericht 2012, S. 18). 

10.5.5. 
Die  rekurrentische  Kritik,  wonach  fundierte  Grundlagen  über  die  Einfluss-

faktoren  auf  den  Umsteigeeffekt  fehlen  würden,  ist  demzufolge  unberech-

tigt. Im Grundsatz dürfte aus wissenschaftlicher Perspektive ohnehin unbe-

stritten  sein,  dass ÖV-Verkehrsmittel  bei ÖV-Reisezeitgewinnen  attraktiver 

werden,  was  sich  auf  die  Marktanteile  der  Verkehrsträger  auswirkt.  Dem 

Gutachten  S.  liegen  auch  nicht  spekulative,  sondern  durch  die  ICN-Studie 

erhärtete  Werte  zugrunde.  Die  errechneten  Modalsplit-Verschiebungen  er-

scheinen denn auch nicht als unrealistisch, sondern aufgrund der spezifisch 

R1S.2019.05058 

Seite 59 

 
 
schweizerischen  Gegebenheiten  mit 

in  weiten  Gebieten  guter  ÖV-

Anbindung durchaus als realistisch. 

Dass  –  insbesondere  mit  Bezug  auf  den  Vergleich  zwischen  Shuttlebus- 

und  Seilbahn-Lösung  –  keine  sehr  hohen  Differenzen  punkto  Modalsplit-

Veränderung  (ca. 1,1 %)  bestehen,  ergibt  sich  aus  dem  Gutachten  S.  da-

selbst  und  ist  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Interessenabwägung  zu  be-

rücksichtigen.  Eine  methodische  Gegenüberstellung  verschiedener  Erhe-

bungsmethoden drängt sich nicht auf. Einerseits fällt, wie erwähnt, eine hy-

pothetische  Untersuchung  am  konkreten  Objekt  ausser  Betracht. Anderer-

seits  käme,  weil  der  Beizug  der  Ergebnisse  von  auf  andere  Objekte  kon-

zentrierten  Erhebungen  eine  Adaption  auf  den  vorliegenden  Fall  erfordern 

würde, der Adaption von vornherein nur eine geringe Aussagekraft zu. Auf 

andere Fallstudien ist daher nicht zurückzugreifen. 

Es entspricht daher ohne weiteres dem zur Beantwortung der gutachterlich 

zu klärenden Untersuchungsfragen probaten Standard, wenn die Ergebnis-

se  der  spezifisch  auf  Verkehrsmittel-  und  Routenwahlexperimente  ausge-

richteten ICN-Studie – welche sich sachlogisch nicht einfach auf die Nach-

frage  spezifisch  nach  ICN-Reisen  bezieht  bzw.  beziehen  kann  –  beigezo-

gen werden. Zwei der bereits an der ICN-Studie beteiligten Experten (Vrtic, 

Axhausen) wirkten auch an der Erstellung der SP-B 2010 mit. Letztere Un-

tersuchung bestätigte, wie erwähnt, die Ergebnisse der zuvor durchgeführ-

ten  Untersuchungen.  Dass  die  verwendeten  Zahlen  bzw.  die  ICN-Studie 

nicht mehr aktuell wären, kann daher nicht gesagt werden. Die ICN-Studie 

entspricht  durchaus  dem  aktuellen  Stand  der  wissenschaftlichen  Erkennt-

nisse  über  die  Verkehrselastizität  in  der  Schweiz.  Dass  aktuellere  Ergeb-

nisse  des  MZMV  zu  verwenden  wären,  trifft  nicht  zu.  Diese  Untersuchung 

widmet  den  Verkehrselastizitäten  keine  besondere  Betrachtung  bzw.  hat 
eher sozioökonomischen Charakter. 

Die  von  den  Rekurrierenden  erhobenen  Einwände  gegen  die  Stated 

Choice-Methode  (zu  optimistische  Einschätzung  der  Wechselbereitschaft 

auf den ÖV) mögen nur auf den ersten Blick zu verfangen. Angesichts des-

sen, dass eine anderweitige, auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer fo-

kussierte Untersuchung nur an einem konkreten Objekt durchführbar und – 

wie  erwähnt  –  aus  diesem  Grund  mit  erheblichen  Unsicherheiten  behaftet 

wäre,  ist  die  gewählte  Methodik  nicht  zu  beanstanden.  Ein  Vergleich  mit 

R1S.2019.05058 

Seite 60 

 
 
ausländischen Untersuchungen drängt sich aufgrund der doch erheblichen 

Unterschiede der Verkehrssysteme und der Dichte der ÖV-Anbindung nicht 

auf, zumal eine solche Adaption mit noch erheblicheren Unsicherheiten be-

haftet wäre. 

10.5.6. 
Dass  eine  entsprechende  –  am  hypothetischen  Objekt  durchzuführende – 

gutachterliche  Untersuchung  stets  –  ebenfalls  –  hypothetischen  Charakter 

aufweist, ist offenkundig. Die Anzahl der Benutzer an Werktagen und Wo-

chenenden ergibt sich klarerweise aus den von der Zoo Zürich AG daselbst 

zur Verfügung gestellten Datengrundlagen (Besucherzahlen sowie entspre-

chende  Prognosen  bis  2030).  Wenn  die  Rekurrierenden  ausführen,  bei 

Zoobesuchern  handle  es  sich  um  eine  Personengruppe  mit  überdurch-

schnittlichem  Motorisierungsgrad,  so  findet  dies  in  den  aktuellen  –  unbe-

strittenen – Zahlen des Zoos Zürich keine Stütze. Insgesamt beträgt im Ist-

Zustand  der  MIV-Anteil  56,7 %  und  der  ÖV-Anteil  43,3 %  (verkehrsmittel-

bezogener  Modalsplit).  Dass  die  Bereitschaft  eines  Wechsels  der  Ver-

kehrsmittel  mit  zunehmend  bereits  ausgeschöpftem  ÖV-Anteil  statistisch 

tendenziell abnehmen dürfte, ist zwar im Allgemeinen notorisch, kann aber 

aufgrund des gutachterlich durchwegs zwischen 40 % und 60 % verorteten 

Modalsplits keine Rolle spielen. Die Feststellung, wonach der MIV bei Zoo-

besuchern  einen  besonderen  Komfortvorteil  biete,  namentlich  mit  Bezug 

auf  Familien,  kann  in  einer  objektiven  Betrachtung  nicht  von  Belang  sein. 

Die aus der ICN-Studie gezogenen Elastizitätszahlen beziehen sich auf den 

Freizeit- und Urlaubsverkehr. Weil auf Freizeit- und Urlaubsreisen der Fra-

ge  nach  dem  Transport  von  Gepäck,  den  Umsteigevorgängen  und  ähnli-

chen Aspekten im Allgemeinen grosses Gewicht zukommt, berücksichtigen 

die  Erkenntnisse  aus  der  ICN-Studie  bereits,  dass  bei  der  Verkehrsmittel-

wahl  diesbezüglich  Motivationsfaktoren  eine  Rolle  spielen  bzw.  spielen 
können. Sodann ist, zumindest für Familien mit Kindern ab einem gewissen 

Alter, nicht mehr mit einem allzu stark ins Gewicht fallenden Bedürfnis nach 

Gepäcktransport  zu  rechnen.  Nicht  vergessen  werden  sollte,  dass  –  je-

weils – dieselben Bedenken auch auf die untersuchte Alternative bzw. den 

Shuttlebus-Betrieb anwendbar sind, sodass derartige Faktoren allenfalls ei-

ne gesamthafte, nicht aber eine relative Veränderung in der Gunst der ver-

schiedenen Verkehrsmittel zu bewirken vermöchten. 

R1S.2019.05058 

Seite 61 

 
 
10.6. 
Was  die  im  Gutachten  S.  ausgewiesenen  Fahrzeitverkürzungen  angeht, 

trifft die Rüge, dass diesbezüglich mit zu grossen zeitlichen Verkürzungen 

gerechnet werde, nicht zu. Zwar ist der rekurrentische Hinweis auf die be-

stehende  Busverbindung  via  Linie 751  (Bahnhof  Stettbach-Station  Forren-

weid)  korrekt.  Indes  berücksichtigt  das  Gutachten  –  durchaus  korrekter-

weise – Wartezeiten mit Bezug auf die lediglich halbstündlich verkehrende 

Busverbindung  (Gutachten  S.,  Teil C,  Kapitel  C 3.1,  S. 98,  am  Beispiel 

HB Winterthur;  Mo.;  vgl.  www.sbb.ch/fahrplan,  abgefragt  am  10. Februar 

2020,  Abfahrt 13:49  Uhr  ab  Stettbach:  Busverbindungen  jeweils  zur  vollen 

und zur halben Stunde). Die – ebenfalls am Beispiel HB Winterthur – unter-

suchten  Fahrzeiten  mit  Umstieg  am  HB Zürich/Haltestelle Bahnhofquai 

(Tram 6)  betragen 

jeweils  zwischen  49  und  51  Minuten 

(vgl. 

www.sbb.ch/fahrplan, abgefragt am 10. Februar 2020, Abfahrt 13:49 Uhr ab 

Winterthur).  Dieselbe  Verbindung  via  Tramlinie 5  (Via-Station:  Zürich, 

Kunsthaus)  erfordert  um  diese  Zeit  ebenfalls  einen  Zeitaufwand  zwischen 

49  und  51 Minuten,  mit  Umsteigevorgang  am  Bahnhof  Stadelh-

ofen/Bellevueplatz sowie bei der Kirche Fluntern (von Tramlinie 5 auf Tram-

linie 6;  vgl. www.sbb.ch/fahrplan,  abgefragt  am  10. Februar  2020,  Ab-

fahrt 13:49  ab  HB Winterthur).  Selbst  unter  Auslassung  des  Umsteigevor-

gangs bei der Kirche Fluntern – für den hypothetischen Fall einer Verlänge-

rung  der  Tramlinie 5  zum  Zoo  –  resultierte  ein  Zeitaufwand  zwischen  43 

und  45 Minuten.  Zu  den  drei  letzteren  (reinen)  Fahrzeiten  hinzu  käme  der 

Weg von der Haltestelle Zürich, Zoo bis zum Zooeingang (schätzungsweise 

ca. 5 Minuten). Im Vergleich zu der mit der Seilbahn ausgewiesenen Weg-

zeit  vom  HB  Winterthur  (23  Minuten)  resultiert  daraus  ein  Zeitgewinn  zwi-

schen (mindestens) 25 Minuten bis 27 Minuten. Dass die Verbindung über 

den Bahnhof Stadelhofen oder den HB Zürich für Reisende aus Winterthur 

und  Umgebung  generell  vorteilhafter  wäre  als  eine  Verbindung  über  den 
Bahnhof  Stettbach,  trifft  mithin  nicht  zu.  Die  Vorgehensweise  des  Gutach-

tens S., die bestehenden Reisezeiten über den Bahnhof Stettbach zugrun-

de  zu  legen,  ist  demnach  korrekt.  Ebenfalls  unzutreffend  ist  die  Feststel-

lung,  dass  man  an  Sonn-  und  Feiertagen  bereits  in  22 Minuten  von  Stett-

bach  über  den  Bahnhof  Stadelhofen  mit  dem  Tram 5  zur  Haltestelle  Zoo 

gelange.  Die  diesbezüglich  ausgewiesenen  Fahrzeiten  betragen  –  unter 

Auslassung  allfälliger  Wartezeiten  in  Stettbach  und  Wegzeiten  zum  Zoo  – 

durchwegs  zwischen  34  und  37 Minuten  (vgl.  www.sbb.ch/fahrplan,  abge-

R1S.2019.05058 

Seite 62 

 
 
fragt am 10. Februar 2020 für 16. Februar 2020, Abfahrt 14:43 ab Bahnhof 

Stettbach; Via-Station: Zürich, Kunsthaus). 

Nicht zu erschüttern mögen die gutachterlichen Feststellungen auch die re-

kurrentischen  Ausführungen  dahingehend,  dass  bei  der  Seilbahn  an  Spit-

zentagen (Sonn- und Feiertage) mit Wartezeiten zu rechnen sei. Dies mag 

im realen Betrieb, trotz der hohen Kapazitäten der Seilbahn, zutreffen, kann 

aber für die gutachterlichen Feststellungen nicht relevant sein. Sowohl die 

Verbindungen des ÖV als auch des MIV können von Störungen, Wartezei-

ten oder Verspätungen betroffen sein. Diese für jeden Fall gesondert abzu-

bilden, ist nicht möglich. Sodann gehen auch – beispielsweise – die vorste-

hend zitierten Fahrzeiten von standardisierten Umsteigezeiten aus, welche 

in der Realität variieren können. Die Aussagekraft der gutachterlichen Fest-

stellungen schmälert dies nicht. Namentlich liegt keine unzulässige Bevor-

teilung der Verbindung mittels Seilbahn vor, zumal in der Betrachtung auch 

für  die  konkurrierenden  Verkehrsmittel  von  verfügbarer  Kapazität  und 

pünktlichem,  störungsfreiem  Verkehr  ausgegangen  wird.  Sodann  sind, 

ebenfalls  korrekterweise,  Fusswegzeiten  zu  den  Ausgangsstationen  (am 

Beispiel: zum HB Winterthur) nicht einzuberechnen, da diese naturgemäss 

individuell  anfallen.  In  einem  Fahrzeitvergleich  zu  den  bestehenden 

ÖV-Verbindungen  sind  diese  Angaben  ohnehin  nicht  relevant,  da  die 

Fusswegzeiten  von  vornherein  dieselben  sind.  Richtig  ist  es  indes,  von 

ÖV-Teilnehmern  gleich  und  zwingend  zurückzulegende  Fusswegstrecken 

von  der  letzten  ÖV-Haltestelle  zum  Zoo  zu  berücksichtigen,  weil  diese 

Strecken  für  alle  Personen  gleich  anfallen  und  die  Entscheidung  für  oder 

wider eine bestimmte Streckenwahl entscheidend beeinflussen können. Ein 

Fehler liegt darin auch dann nicht, wenn ein Vergleich mit dem MIV ange-

strebt  wird.  Für  das  Gutachten  wurde  der  hauptverkehrsmittelbezogene 

Bimodalsplit  sowie  der  distanzbezogene  Bimodalsplit  gewählt  (Unterschei-
dung nur zwischen den Hauptmodi MIV und ÖV). Für tri- oder quadmodale 

Betrachtungen,  welche  zusätzlich  den  Fuss-  und  Veloverkehr  unterschei-

den, besteht angesichts des geringen direkten Fuss- und Veloverkehrs zum 

Zoo  kein  Anlass;  zudem  würden  entsprechende  für  Berechnungen  ver-

wendbare  Datengrundlagen  fehlen,  da  –  aufgrund  der  erwähnten  ICN-

Studie  –  entsprechende  Grundlagen  nicht  verfügbar  wären.  Weil  die  Me-

thodik  der  ICN-Studie  auf  die  Kreuzelastizität  abstellt,  welche  die  relative 

Veränderung in Prozenten der Marktanteile einer bestimmten Alternative in 

Bezug auf die relative Veränderung eines Attributes einer konkurrierenden 

R1S.2019.05058 

Seite 63 

 
 
Alternative  (ÖV  und  MIV  jeweils  reziprok)  darstellt,  ist  auch  der  Einwand, 

dass vor dem Zusteigen zum ÖV (zusätzlich) eine im Vergleich zum priva-

ten  Motorfahrzeug  längere  Fuss-  oder  Velowegstrecke  zu  berücksichtigen 

wäre,  unbegründet.  Eine  Datengrundlage,  welche  diese  Inkonvenienzen 

bereits  im  Rahmen  der  Eruierung  der  Elastizitäten  berücksichtigt,  bedarf 

keiner  zusätzlichen  Ergänzung  ihrer  Ergebnisse.  Dies  trifft  selbst  bei  der 

Verwendung  der  Stated  Choice-Methode  zu.  Ein  Befragter  oder  eine  Be-

fragte, welche bis zur nächsten ÖV-Haltestelle erhebliche Wegstrecken zu-

rückzulegen hat, wird sich, auf einen Wechsel des Verkehrsmittels von MIV 

zu ÖV angesprochen, eher zurückhaltend äussern. 

10.7. 
Ein  weiteres  Vorbringen  geht  dahin,  dass  die  auf  der  Seilbahnverbindung 

im  Referenzzustand Z1.2  ausgewiesenen  1'510 Personen  allesamt  dem 

Modalsplit zugunsten des ÖV zugerechnet worden seien. Dies trifft nicht zu. 

In der Berechnung geht das Gutachten in den Referenzzuständen Z1.1 und 

Z1.2 

gleichermassen 

von 

(gesamthaft) 

durchschnittlich 

3'860 Besucherinnen  und  Besuchern  pro  Tag  aus,  was  die  zusätzlich  auf 

der Seilbahn verkehrenden 170 reinen Seilbahnnützer (etwa Pendler) nicht 

mit  umfasst.  Eine  Kontrollrechnung  ergibt,  dass  im  Referenzzustand Z1.1 

(2030,  ohne  Seilbahn)  der  Anteil  ÖV-Anreisender  (1'800/3'860*100)  ca. 

46,6 % betragen wird, im Referenzzustand Z1.2 (2030, mit Seilbahn) resul-

tiert ein solcher von ca. 50,5 % (1'950/3'860*100) (verkehrsmittelbezogener 

Modalsplit).  Die  im  Gutachten  S.  ausgewiesenen  Werte  erweisen  sich  da-

her  als  korrekt  bzw.  beinhalten  insbesondere  keine  reinen  Seilbahngäste. 

Dass dabei P+R-Benützer (rechnerisch: 10 MIV P+R) eingerechnet worden 

wären, trifft ebenfalls nicht zu bzw. ist nicht anzunehmen. Der verkehrsmit-

telbezogene Modalsplit wertet bei einer Aufteilung MIV/ÖV die längere der 

Strecken als prävalent. Eine (kurzstreckige bzw. jedenfalls [kilometerbezo-
gen] kürzere als die Seilbahnfahrt) MIV-Anreise zur Station Stettbach kann 

angesichts  der  knappen  Parkierungsverhältnisse  im  Umfeld  der  Station 

Stettbach ausgeschlossen werden. 

Dass  das  Gutachten  S.  sich  über  die  Reiseziele  der  weiteren  Seilbahnbe-

nützer  ausschweigt,  ist  kein  Mangel.  Dass  die  Eröffnung  der  Seilbahn  zu 

einer Reduktion der Nachfrage auf den Tramlinien 5 und 6 führt, ist im Gut-

achten S. ohne weiteres ausgewiesen. Zu korrigieren gewesen wäre in die-

sem  Lichte  freilich  die  Zahl  von  60'000  verhinderten  MIV-Fahrten  jährlich. 

R1S.2019.05058 

Seite 64 

 
 
Die  Differenz  zwischen  den  ausgewiesenen  ÖV-Fahrten  und  MIV-Fahrten 

beträgt,  wie  ohne  weiteres  ersichtlich,  150 Fahrten 

täglich,  was 

in 

365 Betriebstagen  54'750 Fahrten  ergibt.  Unter  Berücksichtigung  einer 

durchschnittlichen  Belegung  von  2,2 Personen  pro  Fahrzeug  ergäbe  sich, 

unter Berücksichtigung des Faktors 2 für An- und Wegfahrt, eine Reduktion 

auf 49'770 Fahrten; gerundet um mithin 50'000 Fahrten. Einen grundlegen-

den Mangel des angefochtenen  Entscheids stellt dies  freilich nicht dar. Im 

Gutachten S. ist von einer absoluten Zahl nicht die Rede. 

10.8. 
Einen  Mangel  des  Gutachtens  S.  stellt  sodann  auch  nicht  dar,  dass  das 

Gutachten S. reine Seilbahngäste, welche zu Vergnügungszwecken (allein) 

die  Seilbahn  nutzen,  nicht  ausweist.  Derartige  Phänomene  lassen  sich 

nicht  sinnvoll  in  Verkehrsmodelle  einbinden,  welche  auf  die  Nutzung  ver-

lässlicher Erfahrungswerte angewiesen sind. Für reine Seilbahngäste spielt 

die Fahrzeit zum Zoo denn auch offenkundig keine Rolle. Insgesamt wäre 

ein gutachterlicher Ausweis solcher Zahlen spekulativ und damit auch nicht 

angebracht. In der Interessenabwägung ist freilich zu berücksichtigen, dass 

sich  ein  solches  Phänomen,  namentlich  in  seiner  problematischen  Form 

(mit MIV-Anreise), durchaus ergeben könnte. 

10.9.1. 
Beanstandet werden sodann die Aussagen des Gutachtens S. zur Parkie-

rungssituation  im  Raum  Stettbach.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  auch 

diesbezüglich  eine  Modellberechnung  (im  Sinne  der  mehrfach  erwähnten 

ICN-Studie) aus objektiven Gründen nicht vorgenommen werden kann. Da-

bei ist – insbesondere – der Umstand relevant, dass nach dieser Methode 

nur  Verkehrsströme  zu  einer  (und  nicht  gleichzeitig  zu  mehreren)  Einrich-

tungen  kohärent  prognostiziert  werden  können.  Die  Aufnahme  eines  zu-
sätzlichen  Reiseziels  (Seilbahnstation  Stettbach)  ist  demzufolge,  gerade 

auch  mangels  –  wie  erwähnt  –  verlässlicher  Besucherzahlen  für  die  Seil-

bahn allein, nicht möglich. Das Verkehrsmodell ist sodann auch nicht in der 

Lage, (Umweg-)Verkehr zufolge überlasteter Parkierungsanlagen beim Zoo 

Zürich abzubilden. Damit einher geht, dass im Gutachten auf Basis der Be-

rechnungsgrundlagen  –  mangels  Attraktivität  für  MIV-Benützer  bei  freier 

Parkierung  beim  Zoo  –  nur  gerade  10 Personen  als  P+R-Gäste  in  Stett-

bach  errechnet  werden.  Da  dies  die  Realität  nicht  bzw.  nur  unvollständig 

abzubilden  vermöchte,  sind,  wie  vom  Verwaltungsgericht  mit  Entscheid 

R1S.2019.05058 

Seite 65 

 
 
VB.2013.00722 vom 4. September 2014 gefordert, zusätzliche Betrachtun-

gen zur Verkehrssituation in Stettbach erforderlich. 

10.9.2. 
Ein Ausweichen auf das Gebiet Stettbach ist für MIV-Benützer im Wesentli-

chen  dann  attraktiv,  wenn  die  dortige  Parkierungssituation  (Verfügbarkeit 

sowie  Kosten)  günstiger  ist  (oder  erscheint)  als  diejenige  direkt  beim  Zoo 

Zürich. Das Gutachten S. daselbst geht im Umkreis von 800 m vom Bahn-

hof  Stettbach  auf  Zürcher  Stadtgebiet  von  ca.  350  öffentlich  verfügbaren 

Abstellplätzen, davon 250 in der blauen Zone, aus (exklusive Abstellplätze 

bei  der  Sportanlage  Heerenschürli).  Auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Dübendorf 

weist  das  Gutachten  in  einem  Umkreis  von  maximal  800 m  Luftlinie  von 

Montag-Samstag  950 Abstellplätze  aus  (Schliessung  zahlreicher  Anlagen 

am Sonntag); hinzu kommen gemäss Gutachten 160 kostenpflichtige bzw. 

zeitlich  eingeschränkt  nutzbare  Abstellplätze.  An  Sonntagen  verweist  das 

Gutachten  S.  auf  knapp  300  kostenlose  und  zeitlich  unbeschränkte  sowie 

150 kostenpflichtige Abstellplätze; letzteres mit Hinweis dahingehend, dass 

viele  dieser  Abstellplätze  für  Ortsunkundige  kaum  auffindbar  seien.  Das 

Gutachten S. weist sodann auch auf künftige Entwicklungen hin, insbeson-

dere  dass  im  Zusammenhang  mi  der  geplanten  Umnutzung  des  Quartiers 

Hochbord davon auszugehen sei, dass im südlichen Bereich einige Gewer-

begebiete  und  Dienstleister  Wohnbauten  weichen  würden.  Das  Gutachten 

verweist auch darauf, dass im Quartier Mattenhof zurzeit neue Wohnüber-

bauungen  realisiert  würden,  wobei  die  Parkierung  unterirdisch  angeordnet 

werde.  Durch  diese  Änderungen  würden  womöglich  nach  Abschluss  der 

Bauarbeiten weniger Abstellplätze in der blauen Zone entlang der Strasse 

angeordnet.  Das  Gutachten  S.  erwähnt  ferner  auch  die  Erstellung  eines 

Kongresszentrums  auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Dübendorf  für  bis  zu  5'000 

Personen  und  mit  250  bewirtschafteten  Abstellplätzen  in  einer  Tiefgarage 
(sog. "Samsung Hall"). Dieses wurde zwischenzeitlich erstellt. 

10.9.3. 
Aus den Gegebenheiten zieht das Gutachten S. – zunächst – den Schluss, 

dass  das  Potential  für  P+R  in  Stettbach  massgeblich  durch  die  Besucher-

herkunft bestimmt werde bzw. dass nur diejenigen Personen P+R in Stett-

bach  in  Betracht  ziehen  werden,  welche  ohnehin  via  Stettbach  bzw.  über 

die  Autobahn A1  nördlich  von  Zürich  mit  dem  Auto  anreisen.  Ausgehend 

davon  wurden  –  gemäss  Gutachten  –  die  erhobenen  Quell-/Zielmatrizen 

R1S.2019.05058 

Seite 66 

 
 
der Besucher ins Verkehrsmodell implementiert und die Fahrten umgelegt. 

Berücksichtigt  wurden  anhand  der  Besucherherkunft  vor  allem  jene  Besu-

cher,  welche  über  die  Dreiwiesenstrasse  (Gockhausen)  anreisen.  Im  Ein-

zelnen  wurden  die  Anreisenden  (aus  dem  Kanton  Zürich)  nach  Herkunfts-

gebieten  geordnet  (Anfahrt  tendenziell  via  Stettbach/Anfahrt  nicht  über 

Stettbach/Anfahrt sowohl via Stadt Zürich als auch via Stettbach denkbar). 

Daraus resultiert die Folgerung, dass maximal 50 % aller (mit dem MIV an-

reisenden) Besucher via Dübendorf/Gockhausen fahren. Unter Berücksich-

tigung dessen, dass von den weiteren 40 % (nicht aus dem Kanton Zürich 

stammenden)  Besucher  ca.  10 %  aus  der  Ostschweiz  stammen  und  die 

restlichen  30 %  aus  der  West-  und  Innerschweiz,  folgert  das  Gutachten, 

dass die über Dübendorf/Gockhausen mit dem MIV anreisenden Besucher 

ca. 25 % aller Besucher ausmachen würden (Gutachten S., C5 Materialien 

zu Kapitel 6, S. 101 ff.). An Sonn- und Feiertagen dürfte, so zeigt sich aus 

der Kartierung der Besucherherkunft auf S. 103 des Gutachtens S., das Po-

tential  leicht  höher  sein  bzw.  etwa  im  Bereich  von  einem  Drittel  aller  MIV-

Anfahrten  liegen.  In  diesem  Bereich  liegt  denn  auch  der  in  Tabelle 14  auf 

S. 66 des Gutachtens S. an Sonn- und Feiertagen ausgewiesene Wert von 

ca. 480 Fahrzeugen in Stettbach, entsprechend 100 % der Zufahrten über 

Stettbach (bei total 1'430 Zufahrten zum Zoo; Szenario 1, ohne besondere 

Massnahmen  und  ohne  einheitliche  Bewirtschaftung).  Die  von  der  Rekur-

rentin Stadt Dübendorf genannte Zahl von 600 Fahrzeugen ist demgegen-

über zu hoch und wird nicht weiter begründet. Die gutachterlich ermittelten 

Werte  sind  im  Ergebnis,  ausgegangen  von  den  beschriebenen  Annahmen 

des  Gutachtens  S.  punkto  Parkierung,  ohne  weiteres  stimmig.  Stimmig  ist 

auch, dass an Wochentagen (Montag bis Freitag) sowie an Samstagen und 

in  den  Ferien  (teilweise)  das  Potential  für  P+R  in  Stettbach  auf  eine  we-

sentlich geringere Anzahl Fahrzeuge eingeschätzt wird. Letzteres deshalb, 

weil eine Anfahrt bzw. Parkierung in Stettbach, bei freien Abstellplätzen di-
rekt beim Zoo, im Vergleich als wenig attraktiv erscheint. Diese grundsätzli-

chen  Feststellungen  im  Gutachten  S.  sind  inhaltlich  ohne  weiteres  nach-

vollziehbar.  Die  Verfügbarkeit  von  Abstellplätzen  wird  diesen  Feststellun-

gen ohne weiteres zugrunde gelegt. 

10.9.4. 
Die rekurrentische Kritik geht vor allem dahin, dass die im Gutachten S. in 

Stettbach  ausgewiesene  Zahl  an  Abstellplätzen  –  zufolge  Bautätigkeit  in 

Stettbach  und  im  Quartier  Hochbord  –  nicht  (mehr)  zutreffe.  Letzteres  ist 

R1S.2019.05058 

Seite 67 

 
 
ohne  weiteres  der  Fall  und  hat  sich  auch  anlässlich  des  durchgeführten 

Augenscheins  manifestiert.  Gerade  in  der  unmittelbaren  Umgebung  der 

projektierten  Seilbahnstation  Stettbach  finden  sich  bloss  vereinzelte  Ab-

stellplätze grossmehrheitlich in der blauen Zone. 

Das  Gutachten  S.  geht  im  weiteren  Umfeld  innerhalb  des  (weiteren)  Um-

kreises von 800 m auf dem Gebiet der Stadt Zürich von 350 Abstellplätzen 

aus.  Indes  treffen  die  Ausführungen  der  Rekurrierenden,  wonach  im  Zuge 

der Neuüberbauung des Areals Mattenhof auf dem Gebiet der Stadt Zürich 

100 Abstellplätze aufgehoben wurden, ohne weiteres zu. Zutreffend ist fer-

ner  der  rekurrentische  Einwand,  dass  die  Abstellplätze  der  Sportanlage 

Heerenschürli  (zusätzliche  100 Abstellplätze)  für  die  Parkierung  von  Fahr-

zeugen von Zoobesuchern, gerade an Wochenenden, nicht zur Verfügung 

stehen. Sollte sich eine Parkierungsproblematik ergeben, würden vonseiten 

der Stadt Zürich bei der Sportanlage Heerenschürli aller Wahrscheinlichkeit 

nach  Massnahmen  ergriffen,  welche  die  Abstellplätze  einer  Inanspruch-

nahme  durch  Zoobesucher  entziehen.  Des  Weiteren  trifft  der  Einwand  zu, 

dass  die  Parkierungsflächen  sehr  heterogen  zusammengesetzt  sind.  Letz-

teres trifft vor allem auf die auf dem Gebiet der Stadt Dübendorf ausgewie-

senen Flächen zu. Ausser Ansatz fallen müssen vorliegend die Flächen di-

rekt beim Bahnhof Stettbach (17 Abstellplätze) mit einer auf maximal 30 Mi-

nuten beschränkten Parkdauer. Die P+R-Anlage direkt beim Bahnhof Stett-

bach  mit  108 ausgewiesenen  Abstellplätzen  steht  (nach  ihrer  Neueröff-

nung,  welche  ohne  weiteres  vor  der  Inbetriebnahme  der  Seilbahn  Stett-

bach-Zoo  Zürich erfolgen wird) für Zoobesucher in rechtlicher Hinsicht un-

eingeschränkt  zur  Verfügung;  faktisch  ist  mit  einer  teilweisen  Belegung 

durch P+R-Besucher mit Ziel Stadt Zürich zu rechnen. In der Parkierungs-

anlage  Stettbacherhof  stehen  32 gebührenpflichtige  Abstellplätze,  be-

schränkt  auf  Montag-Samstag,  zur  Verfügung;  bei  Helsana  an  der  Zürich-
strasse 130  bestehen  22 kostenlose  Kunden-Abstellplätze.  17 weitere  Ab-

stellplätze finden sich im Quartier Hochbord in der blauen Zone. Zur Verfü-

gung  stehen  dürften  Montag  bis  Sonntag  sodann  40 Abstellplätze  an  der 

Stettbachstrasse 10,  25 Abstellplätze  an  der  Stettbachstrasse 2  sowie 

26 Abstellplätze an der Stettbachstrasse 1. Zu erwähnen ist ferner die Par-

kierung bei Möbel Pfister (397 Abstellplätze) und Interio (190 Abstellplätze) 

sowie Micasa (70 Abstellplätze), welche allesamt von Montag bis Samstag 

geöffnet  sind.  Die  weiteren  vom  Gutachten  auf  Dübendorfer  Stadtgebiet 

ausgewiesenen  Abstellplätze  fallen  von  vornherein  ausser  Ansatz,  da  es 

R1S.2019.05058 

Seite 68 

 
 
sich um kleinere Abstellflächen in grösserer Entfernung vom Bahnhof Stett-

bach  handelt,  welche  von  Zoobesuchern  weder  einfach  bzw.  intuitiv  auf-

findbar sein dürften und/oder – jedenfalls im Regelfall – eine private Eigen-

tümerschaft haben, bei welcher eine Duldung der Benützung durch Zoobe-

sucher unwahrscheinlich erscheint (Ringstrasse 12, Industriestrasse, Lumi-

mart,  Hotel  Sonnental,  Neue  Stettbachstrasse  [weisse  Zone],  Stettbach-

strasse [weisse Zone]). 

In der Summe ergibt sich Folgendes: Auf dem Gebiet der Stadt Zürich ste-

hen  für  die  Parkierung  für  Zoobesucher  –  zumindest  grundsätzlich  – 

250 Abstellplätze  (grossmehrheitlich  blaue  Zone)  zur  Verfügung.  Auf  dem 

Gebiet  der  Stadt  Dübendorf  sind,  sofern  weiter  entfernte  grössere  Abstell-

anlagen  nicht  mit  eingerechnet  werden,  total  276 Abstellplätze  ausgewie-

sen  (108 P+R  Bahnhof  Stettbach,  32 Stettbacherhof  [Mo-Sa],  22 Helsana, 

17 Hochbord  [Blaue  Zone]),  6 Industriestrasse  [blaue  Zone]  sowie  total 

91 Stettbachstrasse [Mo-Sa]). Benützbar hiervon sind an Sonn- und Feier-

tagen 153 Abstellplätze. Die weiter entfernten Abstellplätze von Möbel Pfis-

ter, Interio und Micasa (total 657) stehen ebenfalls nur Montag-Samstag zur 

Verfügung.  Rechtlich  gesichert  und  durchgehend  benützbar  sind  auf  Dü-

bendorfer Stadtgebiet 131 Abstellplätze.  

10.9.5. 
Nach dem Gesagten ist eine erneute Begutachtung der Parkierungssituati-

on, wie von einigen Rekurrierenden gefordert, nicht erforderlich. Bereits im 

Gutachten  daselbst  wurde  auf  die  dynamische  Entwicklung  der  Parkie-

rungssituation verwiesen. Das Gutachten S. ist mithin auch nicht fehlerhaft, 

sondern in der Beurteilung an die aktuelle Ausgangslage anzupassen. Die 

aktuelle  Parkierungssituation  lässt  sich  aufgrund  der  Angaben  im  Gutach-

ten S., wie in vorstehender Erwägung vorgenommen, ohne weiteres rekon-
struieren.  Verlässliche  Aussagen  über  die  weitere  bauliche  Entwicklung, 

namentlich  im  Gebiet  Hochbord,  könnten  auch  bei  einer  erneuten  Begut-

achtung nicht getroffen werden. Ebenfalls nicht prognostizieren liesse sich 

– wie bereits erwähnt – eine Zunahme des MIV in Stettbach zufolge Anfahr-

ten von reinen Seilbahngästen (ohne Zoobesuch). 

10.9.6. 
In  der  Gegenüberstellung  des  gutachterlich  ermittelten  Bedarfs  und  des 

Angebots an Parkierungsflächen wird einerseits offenkundig, dass das An-

R1S.2019.05058 

Seite 69 

 
 
gebot  in  Stettbach  die  Nachfrage  an  Wochentagen  sowie  Samsta-

gen/Ferien  ohne  weitere  Probleme  wird  decken  können.  Die  Zahl  von  30 

bis 60 Fahrzeugen pro Tag ist für die Parkierungsanlagen in Stettbach oh-

ne weiteres zu bewältigen, zumal auch private Parkierungsflächen während 

dieser  Zeit  geöffnet  haben  bzw.  kein  offenkundiger  Mangel  an  Abstellflä-

chen  besteht  (Szenario 1;  Durchschnittstage  Montag-Freitag  sowie  Sams-

tag/Ferien). Dies insbesondere dann, wenn für Abstellplätze beim Zoo von 

Montag  bis  Samstag  keine  höheren  Gebühren  erhoben  werden  als  heute 

der  Fall  (Szenario 2).  Problematisch  sind  hingegen  –  nach  wie  vor  –  die 

Zoo-Spitzentage an Sonn- und Feiertagen. Dem Bedarf an 480 Fahrzeugen 

pro  Tag  steht  ein  verfügbares  Angebot  von  381 Abstellplätzen  gegenüber 

(250  auf  dem  Gebiet  der  Stadt  Zürich;  131 Abstellplätze  auf  Stadtgebiet 

Dübendorf).  Angesichts  dessen,  dass  –  in  einer  optimistischen  Betrach-

tung – von dieser Anzahl die Hälfte (191) nicht bereits von Anwohnern oder 

anderweitigen  P+R-Benützern  besetzt  sein  dürfte,  genügt  das  Angebot  an 

Abstellflächen  an  Sonn-  und  Feiertagen  den  Bedürfnissen  nicht.  Eine  ein-

heitliche Bewirtschaftung, wie dies das Gutachten S. als Szenarien 3 und 4 

anregt, erscheint aufgrund der Gegebenheiten in Stettbach nicht als realis-

tisch. Ein wesentlicher Teil der auf dem Gebiet der Stadt Zürich gelegenen 

Abstellplätze  liegen  in  der  blauen  Zone  und  werden  gleichermassen  von 

Anwohnern  benützt.  Eine  sinnvolle  Koordination  der  Parkierung  auf  dem 

Gebiet  der  Stadt  Dübendorf  würde  eine  Mitwirkung  der  Eigentümer  bedin-

gen.  Entsprechende  Bemühungen  der  Zoo Seilbahn AG  mit  Eigentümern 

von Parkierungsflächen sind nicht ersichtlich. 

10.9.7. 
Letzterer  Befund  zur  Parkierung  ist  den  –  nachfolgenden  vorzunehmen-

den –  Betrachtungen  zugrunde  zu  legen.  Ein  grundlegender  Mangel  des 

Gutachtens  S.  liegt,  wie  erwähnt,  nicht  vor.  Sodann  ist  festzuhalten,  dass 
(möglicherweise)  eine  gewisse,  aber  im  Einzelnen  nicht  quantifizierbare 

Anzahl reiner Seilbahngäste mit dem MIV (nach Stettbach) anreisen könn-

ten, um eine Fahrt mit der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich zu unternehmen. 

10.10. 
Eine weitere mit Bezug auf die Sachverhaltsgrundlagen erhobene Rüge be-

trifft die Frage der Preisgestaltung: Ohne feststehende Ticketpreise für eine 

Fahrt  mit  Seilbahn  könne  der  Modalsplit  bzw.  dessen  Veränderung  nicht 

verlässlich errechnet werden. 

R1S.2019.05058 

Seite 70 

 
 
Wie  erwähnt  garantiert  der  Vorvertrag  des  ZVV  mit  der  Zoo Seilbahn AG 

die  –  aus  Sicht  ÖV-Nutzer  –  volle  tarifliche  Integration  der  Seilbahn Stett-

bach-Zoo Zürich  in  den  ZVV.  Dass  die  entsprechenden  Fahrpreise  noch 

nicht  in  Franken  und  Rappen  feststehen, tut  nichts  zur  Sache. Die  Festle-

gung kohärenter Tarifstrukturen auf dem ZVV-Netzgebiet liegt in der Kom-

petenz  des  ZVV,  sodass  eine  vorgängige  Festlegung  der  genauen  Fahr-

preise  für  die  Seilbahn  Stettbach-Zoo  Zürich  systemwidrig  wäre.  Klar  ist, 

dass für eine Fahrt mit der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich künftig ein Ticket 

für die Zone 110 (Stadt Zürich; dieses Gebiet wird vom ZVV wie zwei Zo-

nen gewertet) erforderlich sein wird. Weil eine erhebliche, den Modalsplit zu 

beeinflussen  geeignete  Modifikation  der  Ticketpreise  für  die  Zone  110 

durch den ZVV – zumal die fraglichen Tarife durch den Regierungsrat des 

Kantons  Zürich  zu  genehmigen  sind  –  unwahrscheinlich  ist,  stellt  die  feh-

lende  Detailfestsetzung  des  Preises  für  eine  Seilbahnfahrt  keinen  Mangel 

dar. Das Gutachten S. legt seiner Analyse – wie erwähnt – denn auch keine 

Modifikation  der  ÖV-Tarifierung,  sondern  eine  Modifikation  der 

ÖV-Reisezeiten (bei gleichzeitig mehr oder weniger konstanter Tarifierung) 

zugrunde.  Dass  die  ÖV-Tarifierung  in  der  Schweiz  seit  der  Erhebung  der 

Grundlagendaten (ICN-Studie)  erhebliche  Änderungen erfahren hätte, füh-

ren  die  Rekurrierenden  –  zu  Recht  –  nicht  aus.  Dass  eine  Fahrt  mit  der 

Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich tariflich gleich teuer ist wie die Anreise über 

den HB Zürich oder mit der Buslinie 751 über die Station Forrenweid, liegt 

der  gutachterlichen  Betrachtung  gerade  zugrunde.  Die  Modalsplitverände-

rung  errechnet  sich  allein  aufgrund  der  Verkürzung  der  Fahrzeiten.  Der 

Einwand betreffend die Tarifierung ist daher unbegründet. 

10.11.1. 
Des  Weiteren  wird  bezüglich  des  Gutachtens  S.  die  Prüfung  von 

ÖV-Alternativen beanstandet. 

10.11.2. 
Das  Verwaltungsgericht 

führte 

im  Entscheid  VB.2013.00722  vom 

4. September  2014,  namentlich  gestützt  auf  Art. 2  Abs. 1  lit. b  RPV  und 

Art. 3  NHG,  aus,  dass  zur  Seilbahn  durchaus  auch  Alternativen  zu  prüfen 

seien.  Ein  zusätzliches  –  mithin  im  Verhältnis  zu  diesen  Vorschriften  be-

sonderes –  richtplanerisches  Erfordernis  zur  Prüfung  alternativer  ÖV-

Verbindungen ist mit der am 18. März 2014 in Kraft getretenen Richtplanre-

vision entfallen. Die bundesrechtlichen Anforderungen gehen weniger weit. 

R1S.2019.05058 

Seite 71 

 
 
Die  Praxis  bezieht  sich  dabei,  soweit  ersichtlich,  auf  Varianten  der  Stre-

ckenführung von Erschliessungsträgern, des Standorts von Bauten und An-

lagen  sowie  auf  die  Gegenüberstellung  von  Verkabelung  und  Freileitung 

bei  Stromleitungen.  Eine  Pflicht  zur  Ausarbeitung  völlig  anders  gearterter 

Projektalternativen  kann  aus  den  Bestimmungen  nicht  abgeleitet  werden 

(zum Ganzen VB.2013.00722 vom 4. September 2014, E. 11.1-11.2.7, mit 

Hinweisen). 

10.11.3. 
Im  Gutachten  S. 

(S. 69 ff.)  wird  –  als  gleichsam  naheliegendste 

ÖV-Verbindung  –  eine  Shuttlebusverbindung  vom  Bahnhof  Stettbach  bis 

zum Haupteingang des Zoos, mithin weitgehend auf der Linienführung der 

Buslinie 751,  geprüft.  Das  Angebot  umfasst  den  Busbetrieb  mit  drei  Fahr-

zeugen im 7,5-Minuten-Takt, bei Kosten für den jährlichen Betrieb von jähr-

lich  ca. CHF 1,8 Mio.  Das  Gutachten  schliesst  darauf,  das  sich  mit  dieser 

Variante  eine  Modalsplitveränderung  des  Shuttlebusbetriebs  im  Bereich 

von  2/3  der  Wirkung  der  Seilbahn  erreichen  lässt  (Veränderung  des  Mo-

dalsplits von 2,9 % im Vergleich zu 4,5 % [Seilbahn] an Sonn- und Feierta-

gen). Als kritisch beurteilt wird dabei namentlich die Zufahrt zum Zoo, dies 

angesichts des hohen Parksuchverkehrs auf der Dreiwiesenstrasse und der 

Zürichbergstrasse.  Zudem  wird  der  Knoten  Sonnental  in  Dübendorf  werk-

tags als überlastet eingestuft, wovon auch der Shuttlebus-Betrieb betroffen 

wäre. 

Als weitere Alternative untersucht das Gutachten S. eine Shuttlebusverbin-

dung vom HB Zürich zum Zoo, mit vier Fahrzeugen und in einem Takt von 

10 Minuten,  in  täglichem  Betrieb.  Daraus  würde,  so  das  Gutachten,  eine 

Zeitersparnis  von  9 Minuten  gegenüber  einer  Tramfahrt  (Tram 6)  resultie-

ren.  Diesbezüglich  ergäbe  sich  eine  Modalsplitveränderung  von  2,2 %  im 
Vergleich  zu  4,5 %  (Seilbahn)  an  Sonn-  und  Feiertagen,  bei  Mehrkosten 

von 30 % gegenüber der Seilbahn für den dauernden Betrieb. 

Das  Gutachten  S.  untersucht  sodann  eine  Stärkung  der  Kapazitäten  des 

Tramangebots. Letztere sind teilweise bereits in der Umsetzung (Ersatz der 

"Sänften-Trams" durch "Cobra-Trams") begriffen. Angesichts des vor allem 

an  Sonntagen  auftretenden  Kapazitätsengpasses  zum  Zoo  schlägt  das 

Gutachten  S.  eine  Taktverdichtung  an  Sonntagen  (Intervall  von  7,5  statt 

10 Minuten) vor. Diese Veränderungen stuft das Gutachten S. dahingehend 

R1S.2019.05058 

Seite 72 

 
 
ein,  als  dadurch  keine  merkliche  Modalsplitveränderung  zu  erwarten  sei. 

Letzteres ist angesichts der geringfügigen Modifikation der Fahr- bzw. War-

tezeiten ohne weiteres nachvollziehbar. 

Kumuliert schätzt das Gutachten S. bei gleichzeitiger Einführung von Shut-

tlebussen  ab  HB  und  ab  Stettbach  die  Modalsplitveränderung  auf  3,6 % 

(70 % der Einzelwirkung beider Massnahmen), bei Betriebskosten von ku-

muliert CHF 4,2 Mio. 

10.11.4. 
In  der  Substanz  wird  dieser  Befund  zu  möglichen  Alternativen  rekurrenti-

scherseits nicht infrage gestellt. Bemängelt wird indes die fehlende Prüfung 

weiterer  Alternativen  (insbesondere  einer  Zahnradbahn).  Die  Begründung 

zugunsten der Seilbahn sei abwegig. Sodann sei es unzulässig, die Varian-

te einer Tramverlängerung bis zum Zoo nicht zu berücksichtigen. 

Dass sich die Prüfung im der Gestaltungsplanung zugrundeliegenden Ver-

fahren unzulässigerweise auf die Seilbahn fokussiert habe und Alternativen 

nicht  vertieft  geprüft  worden  seien,  trifft  nicht  zu.  Die  Rechtsprechung  fol-

gert  nicht,  dass  bei  Verkehrsprojekten  jeweils  sämtliche  oder  bestimmte 

mögliche Projekte vertieft geprüft werden. Eine Abwägung der am nächsten 

liegenden  Alternativen  (Busverbindungen  ab  Stettbach  und  ab  HB Zürich, 

Verbesserung der Tramverbindungen) hat stattgefunden und ist in die Be-

urteilung eingeflossen. Von Rechts wegen besteht daher kein Anspruch auf 

Prüfung weiterer, planerisch komplexer Alternativen. Darum handelt es sich 

sowohl  beim  sog.  Coaster  (Kabine,  die  auf  einer  Bodenschiene  als  Fach-

werk ausgebildet verkehrt) als auch bei der rekurrentischerseits angeregten 

Zahnradbahn. Der Forderung, eine einlässliche Prüfung auch solcher Alter-

nativen  vorzunehmen,  kann  im  Planungsprozess  für  eine  Verkehrsanlage, 
zumal  bei  vernünftigem  Zeithorizont  und  tragbaren  Kosten,  nicht  nachge-

lebt  werden,  ansonsten  solche  Vorhaben  faktisch  nicht  mehr  realisierbar 

wären. Die Gründe für die Ablehnung des sog. Coasters (als noch weniger 

invasive Variante denn eine Zahnradbahn) sind ohne weiteres nachzuvoll-

ziehen.  Dass  für  einen  Coaster  oder  eine  Zahnradbahn  bereits  ein  "Tras-

see" vorhanden wäre, trifft nach den Ergebnissen des Augenscheins nicht 

zu.  Die  Verbindung  Zürichbergstrasse/Stadtweg  ist,  von  der  Station  Zoo 

aus  besehen,  ab  ca.  dem  Standort  der  Stütze 7  als  klassischer  Waldweg 

ausgebildet.  Soll  die  Wegfunktion  erhalten  bleiben,  müsste  ein  Trassee 

R1S.2019.05058 

Seite 73 

 
 
sachlogisch neben der Wegfläche erstellt werden. Die Rekurrierenden ver-

kennen sodann den rechtlichen Gehalt des Begriffs der Rodung, unter wel-

che auch die Inanspruchnahme der bisherigen (Wald-)Wegfläche ohne wei-

teres  fiele.  Mithin:  Für  sämtliche  bodennahen  Alternativen  einer  direkten 

Verbindung  vom  Bahnhof  Stettbach  zum  Zoo  wäre  Waldboden  in  erhebli-

chem  Umfang  zu  roden.  Dass  der  erläuternde  Bericht  nach  Art. 47 RPV 

aus  landschaftsschützerischen  Gründen  gegen  eine  bodennahe  Variante 

und  mit  der  Schonung  des  Gebiets  Sagentobel  argumentiert,  ist  ebenfalls 

nicht zu beanstanden. Jedenfalls kann die Erstellung und spätere Führung 

eines  Bahntrassees  im Wald  zwischen  dem Quartier  Im  Klösterli  und  dem 

Weiler  Stettbach  nicht  ohne  weiteres  als  landschaftsverträglich  eingestuft 

werden.  Gegen  eine  Zahnradbahn  wurden  von  der  Zoo Seilbahn AG  ver-

nehmlassungsweise weitere Argumente (Grundwasserschutz, Taktfahrplan, 

Investitionskosten) angeführt. 

Was die Variante einer Tramverlängerung bis zum Zoo angeht, so war die-

se  von  der  Baudirektion  nicht  besonders  auf  eine  Modalsplitveränderung 

hin  zu  untersuchen.  Das  Gutachten  S.  hält  zu  Recht  fest,  dass  eine  Mo-

dalsplitveränderung aufgrund einer Taktverdichtung nur geringfügig ausfal-

len  würde.  Die  im  Gutachten  geprüfte  Lösung  mit  Shuttlebussen  vom 

HB Zürich  (und/oder  vom  Bahnhof  Stettbach  her)  ist  sodann  eine  gegen-

über  einer  Taktverdichtung  der  Tramlinie 6  ungleich  attraktivere  Massnah-

me,  da  sie  eine  direkte  Verbindung  zum  Zooeingang  ohne  Zeitverlust  an 

den  Tram-  oder  Bushaltestellen  von  den  Bahnhöfen,  mit  entsprechend 

ausgewiesener  Fahrzeitersparnis,  darstellt.  Dasselbe  lässt  sich  auch  auf 

die Variante einer Tramverlängerung übertragen. 

Eine  Tramverlängerung  zum  Zoo  (bzw.  eine  entsprechende  Volksinitiative 

des  Verkehrs-Clubs  der  Schweiz  [VCS])  hatten  die  Zürcher  Stimmberech-
tigten am 30. November 2008 klar verworfen. Dieser Entscheid war bei der 

Planung  zu  respektieren.  Aus  einer  Tramverlängerung  liesse  sich  ‒ so-

dann – im Verhältnis  zum vorliegenden Projekt nichts gewinnen. Das Gut-

achten  S.  prüft,  wie  erwähnt,  die  für  Zoobesucher  wesentlich  attraktivere 

Variante  einer  Shuttle-Verbindung  sowohl  vom  HB Zürich  als  auch  vom 

Bahnhof Stettbach aus. Eine – nur leicht – höhere Attraktivität der im Ver-

gleich  zu  den  direkten  Shuttlebussen  langsameren  Tramverbindungen 

vermöchte den Modalsplit nicht entscheidend zu beeinflussen. 

R1S.2019.05058 

Seite 74 

 
 
Im  Ergebnis  kann  der  Vorinstanz  eine  ohne  weiteres  überzeugende  Prü-

fung alternativer Verkehrsmittel attestiert werden. 

10.12. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. halten dem Gutachten S. sowie den weite-

ren Planunterlagen eine Beurteilung des Planungsbüros J. vom 15. August 

2019 entgegen. Auf diese – kursorische – verkehrsplanerische Beurteilung 

ist indes nicht weiter Bezug zu nehmen. Ein pauschaler Verweis auf Beila-

gen, als in gewisser Weise Bestandteil des Rekurses, ist nicht zulässig. Die 

Beurteilung wurde dem Gericht sodann nicht mit dem Rekurs, sondern erst 

mit der Replik eingereicht. Damit ist die Beurteilung des Planungsbüros J. 

vom 15. August 2019 auch zufolge Verspätung nicht weiter beachtlich.  

10.13. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. machen sodann geltend, das die Zoo Seil-

bahn  AG  betreuende  Planungsbüro  P.  AG  stehe  der  Sache  nicht  neutral 

gegenüber und sei, da es vom Zoo schon mehrere Aufträge erhalten habe, 

nicht gewillt, Alternativen zur Seilbahn neutral und fundiert zu prüfen. 

Wie bereits im Entscheid VB.2013.00722 vom 4. September 2014 (E. 7.3.2) 

erwähnt,  war  das  fragliche  Planungsbüro  bereits  am  Vorprojekt  beteiligt. 

Indes  ist  auch  vorliegend  nicht  erkennbar,  inwiefern  die  Zoo Seilbahn AG 

die  Planung  aktiv  beeinflusst  haben  könnte.  Die  erarbeiteten  Grundlagen 

sind, wie auch im verwaltungsgerichtlichen Entscheid erwähnt, weitgehend 

einem  Parteigutachten  gleichzustellen.  Auf  das  vorliegend  bedeutsame 

Gutachten  S.  trifft  dies  jedoch  gerade  nicht  zu,  zumal  letzteres  von  der 

Baudirektion  daselbst  in  Auftrag  gegeben  wurde,  sodass  diesem  der  Stel-

lenwert  eines  behördlichen  Gutachtens  zuzuerkennen  ist.  Bei  der  Bewer-

tung  der  Mitwirkung  des  Planungsbüros  P.  AG  ist  sodann  massgeblich, 
dass vorliegend – entgegen dem bei Verkehrsanlagen ansonsten üblichen 

Vorgehen – mit der Zoo Seilbahn AG eine privatrechtliche Gesellschaft als 

Projektträgerin auftritt. Private sind mangels eigener Fachkompetenzen bei 

der Erarbeitung von Planungsgrundlagen auf die Mitwirkung einer fachkun-

digen  Projektverfasserin  angewiesen.  Dieses  Vorgehen  bereits  grundsätz-

lich  zu  beanstanden  hiesse,  private  Projektträgerschaften  von  der  Erstel-

lung  von  Verkehrsanlagen  weitgehend  auszuschliessen.  Dass  die  Baudi-

rektion  bei  der  Festsetzung  des  rekursgegenständlichen  Gestaltungplans 

von der Projektverfasserin P. AG in unzulässiger Weise beeinflusst worden 

R1S.2019.05058 

Seite 75 

 
 
wäre, tun die Rekurrierenden G. A. et al. nicht im Einzelnen dar. Eine Vor-

eingenommenheit  kann  auch  nicht  insofern  erkannt  werden,  als  im  erläu-

ternden Bericht gemäss Art. 47 RPV kursorisch ein sog. Coaster als Alter-

native zur Seilbahn geprüft wurde. Angesichts der örtlichen Gegebenheiten 

war es, wie erwähnt, naheliegend, eine – im Vergleich etwa zu einer Zahn-

radbahn  –  möglichst  minimalinvasive  bodennahe  Alternative  zu  einer  Seil-

bahn darzustellen. 

Der Beizug des Planungsbüros P. AG zur Erstellung der Planungsgrundla-

gen durch die Zoo Seilbahn AG ist, wie aufgezeigt, nicht zu beanstanden. 

10.14.1. 
Verschiedene der Rekurrierenden wenden sich sodann gegen die Beurtei-

lungen  der  umweltrelevanten  Aspekte  der  Seilbahn  Stettbach-Zoo Zürich. 

Die Rekurrentin Stadt Dübendorf rügt, es würden Unterlagen bezüglich der 

Auswirkungen  durch  Lärm  und  Luftverschmutzung  (zufolge  Mehrverkehrs 

im Raum Stettbach) fehlen. Die umweltrechtlichen Abklärungen im Bereich 

der  Seilbahnstationen  würden  nicht  überzeugen.  Mit  Bezug  auf  die  Sied-

lung  Mattenhof  würden  gemäss  dem  Lärmgutachten  (Kapitel 5.2.3)  Über-

schreitungen der Immissionsgrenzwerte nachgewiesen. Das Gutachten se-

he  sodann  Massnahmen  zur  Einhaltung  der  Grenzwerte  vor.  Diese  müss-

ten  direkt  in  den  Gestaltungsplan  aufgenommen  werden.  Die  Rekurrieren-

den G. A. et al. bringen vor, dass sich das vorliegende Seilbahnprojekt le-

diglich in der Höhe der Masten und zufolge grösserer Gondeln vom von der 

Baudirektion  am  27. Oktober  2011  festgesetzten  Gestaltungsplan  unter-

scheide. Weil die Masten im freien Feld im Gebiet Gfellergut von 48 m auf 

62 m  erhöht  worden  seien,  werde  die  Verschandelung  des  Naherholungs-

gebiets  verändert  und  die  Wohnqualität  in  Stettbach  verschlechtert.  Der 

UVB (für das im Jahr 2011 festgesetzte Projekt) könne daher nicht einfach 
übernommen  werden.  Die  veränderte  Situation  müsse  neu  abgeklärt  wer-

den. Laut herrschender Lehre sei bei der Festsetzung der Gestaltungspla-

nung  die  Durchführung  einer  UVP  nötig.  Der  UVB  vom  26. April  2018  sei 

mangelhaft,  einseitig,  tendenziös  und  fachlich  nicht  überzeugend.  So  sei 

schlicht  vergessen  worden,  dass  die  Häuser  im  Quartier  Im Klösterli  unter 

Heimatschutz  stünden;  die  Beschreibung  des  Quartiers  Im Klösterli  sei 

mangelhaft.  Sodann  werde  im  UVB  die  gesamte  Vorbelastung  von  Stett-

bach,  Schwamendingen  und  Dübendorf  unterdrückt.  Gerade  am  Samstag 

sei Zürich-Nord vom Verkehr massiv belastet (Einkaufsgebiet rund um das 

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Seite 76 

 
 
Glattzentrum mit zahlreichen Märkten [Dübendorf: Möbel Pfister, Interio, Li-

po, Coop Bau+Hobby; Dietlikon: Media Markt, Conforama, Ikea und weite-

re]; Schwamendingen: Kehrichtverbrennungsanlage, Fernheizkraftwerk; so-

dann die Autobahn). Die Rekurrentin Genossenschaft S. führt an, der UVB 

weise nicht nach, dass die Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich umweltverträglich 

sei.  Es  werde  zwar  davon  ausgegangen,  dass  bei  den  Zoobesuchern  der 

Anteil der ÖV-Benützer leicht zunehmen könnte. Ausgeblendet werde aber, 

dass – in absoluten Zahlen – der MIV zufolge der Seilbahn zunehmen wer-

de. Zufolge ihres Attraktionswerts ziehe die Seilbahn reine "Seilbahngäste" 

an.  Die  GPV  sähen  zudem  nicht  vor,  dass  im  Bereich  des  Zoos  im  Sinne 

einer  flankierenden  Massnahme  Fahrzeugabstellplätze  abgebaut  würden. 

Es sei davon auszugehen, dass diese Abstellplätze auch künftig belegt sein 

werden. Mehr Verkehrskapazität führe in diesem Zusammenhang zu mehr 

Verkehr.  Sodann  würden,  selbst  wenn  im  Gebiet  um  die  Seilbahnstation 

Stettbach die kritischen lufthygienischen Grenzwerte (für Stickoxyde, Fein-

staub, etc.) eingehalten sein sollten, die Autofahrten ins Gebiet dieser Tal-

station durch Gebiete mit diesbezüglichen Grenzwertüberschreitungen füh-

ren. Die Rekurrierenden H. machen geltend, die Seilbahn führe zu einer er-

heblichen Lärmbelastung der Anwohner von bis zu 55 dB (A). Sodann führe 

auch der in Stettbach zu erwartende Mehrverkehr (960 Fahrten an Spitzen-

tagen) zu zusätzlichen Lärmimmissionen. Auch der Rekurrent M. B. beruft 

sich darauf, dass die Verkehrswege in Stettbach bereits heute stark belas-

tet  seien;  eine  zusätzliche  Belastung  der  Strassen  in  und  nach  Stettbach 

sei unerwünscht und mithin unzulässig. 

10.14.2. 
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist bezüglich der Notwendigkeit der Durch-

führung  einer  UVP  auf  den  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts 

VB.2013.00722 vom 4. September 2014 zu verweisen. Art. 5 Abs. 1 USG in 
Verbindung  mit  Anhang Ziff. 60.1  der  Verordnung  über  die  Umweltverträg-

lichkeitsprüfung (UVPV) erklärt das Plangenehmigungsverfahren zum mas-

sgeblichen Verfahren, in welchem die UVP durchzuführen ist. Letzteres hat 

auch dann zu gelten, wenn ein  Projekt der Sondernutzungsplanung unter-

liegt,  zumal  angesichts  der  Verschiedenartigkeit  der  kantonalen  Planungs-

instrumente die Durchsetzung einer landesweit einheitlichen Praxis erleich-

tert  werden  soll.  Mit  Bezug  auf  einen  Sondernutzungsplan,  der  wichtige 

Rahmenbedingungen,  nicht  aber  Details  zur  zukünftigen  Gestaltung  der 

Anlage enthält, ist eine vollständige UVP nicht zwingend auf der Stufe der 

R1S.2019.05058 

Seite 77 

 
 
Nutzungsplanung durchzuführen. Massgebend ist für den vorliegenden Fall 

einzig,  ob  alle  für  den  Nutzungsplanungsentscheid  wesentlichen  Auswir-

kungen des Projekts auf die Umwelt in der für den Planungsentscheid not-

wendigen  Tiefe  ermittelt  worden  sind.  Letzteres  war  bereits  bei  der  ersten 

Festsetzung  der  Gestaltungsplanung  durch  die  Baudirektion  am 

27. Oktober 2011  der  Fall 

(zum  Ganzen  VB.2013.00722 

vom 

4. September 2014, E. 6.3-6.5).  

10.14.3. 
Vorliegend  genügt,  soweit  die  Vollständigkeit  der  Unterlagen  sowie  der 

‒ bereits erwähnte und geprüfte – Aspekt der Koordination infrage stehen, 

der  (geringfügig)  modifizierte,  aber  im  Wesentlichen  auf  den  gleichen 

Grundlagen  beruhende  UVB  vom  26. April 2018  den  Anforderungen  im 

GPV  vollumfänglich.  Im  Einzelnen  wird  die  UVP  nach  dem  Gesagten  im 

vom BAV  durchzuführenden PGV vorzunehmen sein. Die Rüge, im vorlie-

genden Verfahren hätte eine (vollständige) UVP durchgeführt werden müs-

sen, ist mithin unbegründet. 

10.14.4. 
Die  von  den  Rekurrierenden  vorgebrachte  inhaltliche  Kritik  an  einzelnen 

Aspekten des UVB ist vorliegend nur insoweit zu prüfen, als sie für die Inte-

ressenabwägung im vorliegenden nutzungsplanerischen Verfahren relevant 

erscheint.  Diesbezüglich  unerheblich  ist  die  Frage  nach  dem  detaillierten 

Ausweis der Lärmbelastung – sie ist im Wesentlichen im Bereich der Stati-

onen  von  Belang  –  bei  den  Liegenschaften  Mattenhof  und  dem  Quartier 

Klösterli.  Der  UVB  geht  von  einer  Überschreitung  der  Planungswerte  um 

1 dB (A)  (Klösterli)  und  um  6-7 dB (A)  (Mattenhof)  aus.  Der  UVB  sieht  so-

dann  diverse  lärmhemmende  bzw.  -absorbierende  Massnahmen  an  der 

Gebäudestruktur,  zur  Reduktion  der  Stützenemissionen  bei  den  Stützen 1 
bis  3,  die  Erstellung  einer  Abschirmung  (z.B.  Lärmschutzwand)  sowie  die 

Dämmung  des  Antriebsmotors  in  der  Bergstation  vor.  Letztere  Massnah-

men sind im Einzelnen, wie bereits erwähnt, nicht bereits auf der Stufe der 

Gestaltungsplanung zu regeln. Der UVB ist auch nicht insofern unvollstän-

dig,  als  darin  nicht  auf  die  ISOS-Einträge  der  Siedlungen  Mattenhof  und 

Klösterli  verwiesen  worden  wäre.  In  den  Beilagen  des  UVB  findet  sich  ein 

mit  Datum  vom  17. November  2016  aktualisierter  Fachbericht  des  Teams 

Landschaftsarchitekten,  W.  Dass  darin  die  beiden  ISOS-Objekte  Siedlung 

Mattenhof  und  Im Klösterli  durch  die  Seilbahn,  zumal  gar  kein  physischer 

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Seite 78 

 
 
bzw.  baulicher  Eingriff  in  die  Siedlungen  oder  deren  Struktur  erfolgt,  als 

nicht  massgeblich  beeinträchtigt  eingestuft  werden,  ist  nicht  zu  beanstan-

den.  Dass  –  ferner  –  die  Höhe  der  (nunmehr  erhöhten)  Masten  im  freien 

Feld im Gebiet Gfellergut (62 m Höhe) nicht akkurat dargestellt würde, trifft 

nicht zu (vgl. Fachbericht, S. 8 und S. 10). Sodann ist die Feinstaubbelas-

tung in Dübendorf in den letzten Jahren unter den Grenzwert gesunken; die 
im  Jahr  2030  zu  erwartende  Konzentration  liegt  bei  18-20 Mikrogramm/m3 
(Grenzwert  gemäss  Luftreinhalteverordnung  [LRV]:  20 Mikrogramm/m3). 
Die  Stickstoffdioxid-Belastung  im  Bereich  der  Seilbahn  –  namentlich  auch 
im Bereich der Talstation – liegt mit maximal 15-20 Mikrogramm/m3 deutlich 
unter dem Grenzwert von 30 Mikrogramm/m3. Die projektierte Seilbahn da-
selbst  wird  zudem  nicht  als  Verhaltensverursacherin,  sondern  –  allenfalls 

indirekt – höchstens als Zweckveranlasserin (des MIV) in Erscheinung tre-

ten.  Der  bereits  zuvor  gezogene  Schluss,  dass  (möglicherweise)  eine  ge-

wisse, aber im Einzelnen nicht quantifizierbare Anzahl reiner Seilbahngäste 

mit  dem  MIV  anreisen  könnte,  macht  die  Seilbahn  für  sich  noch  nicht  zur 

verkehrsintensiven Anlage. Von einem öffentlichen Nahverkehrsmittel, wel-

ches  selber  keine  der  fraglichen  Emissionen  verursacht,  zufolge  allfälliger 

Attraktivität für MIV-Benützer die Einhaltung von Grenzwerten bei der Luft-

reinhaltung  zu  verlangen,  ginge  fehl.  Auch  muss  –  sachlogisch  –  in  Kauf 

genommen  werden,  dass  die  Anreise  einzelner  MIV-Benützer  mit  einiger 

Wahrscheinlichkeit  durch  Gebiete  (etwa  im  Bereich  der  Autobahn A1  Zü-

rich-Winterthur)  führt,  in  welchen  die  Grenzwerte  punkto  Feinstaubbelas-

tung  überschritten  werden.  Eine  Zurechnung  dieser  nicht  näher  quantifi-

zierbaren  und  beeinflussbaren  Faktoren  ist  nicht  angezeigt,  ansonsten  im 

weiteren  Umfeld  dieser  Streckenabschnitte  der  Autobahn A1  Zürich-

Winterthur  gar  keine  grösseren,  (auch)  für  den  MIV  zu  erschliessenden 

Bauten  und  Anlagen  mehr  realisiert  werden  könnten.  Für  sich  genommen 

ist es zwar richtig – und auch offenkundig – dass im Glatttal insgesamt eine 
hohe  verkehrliche  und  anderweitige  Belastung  (Strassenverkehr,  Luftver-

kehr,  Kehrichtverbrennungsanlage,  Fernheizkraftwerk)  besteht.  Dass  die 

projektierte Luftseilbahn Stettbach-Zoo Zürich in dieser Hinsicht als erhebli-

che  Zusatzbelastung  gesehen  werden  müsste,  trifft  aber  nicht  zu.  Wenn 

überhaupt,  werden  allenfalls  gewisse  Mehrbelastungen  (Lärm,  Luft)  durch 

das Verhalten Dritter (MIV-Benützer) auftreten. Indes erscheint der Attrakti-

onswert  einer  Seilbahn  für  die  Wohnbevölkerung  –  zumal  angesichts  der 

von  MIV-Benützern  zusätzlich  zu  entrichtenden  Fahrpreise  –  auch  nicht 

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Seite 79 

 
 
derart hoch, als dass mit erheblicher Zusatzbelastung des Strassennetzes 

klarerweise gerechnet werden müsste.  

10.14.5. 
Erhebliche  umweltrechtliche  Bedenken  oder  Einwände,  wie  sie  die  Rekur-

rierenden  anführen,  sind  im  vorliegenden  Verfahren  im  Ergebnis  nicht  er-

sichtlich. Indes sind die erwähnten Auswirkungen der Seilbahn durch Lärm 

oder Luftbelastung durchaus in die nachfolgende Interessenabwägung ein-

zubeziehen. 

10.15. 
Die Rekurrierenden G. A. et al. stellen sodann den Antrag, es sei eine Um-

weltverträglichkeitsprüfung  zur  Gewichtung  der  Natur,  der  Landschaft,  der 

Ortsbilder,  des  Einflusses  auf  die  betroffenen  Anwohner  infolge  Vorbelas-

tung  Südanflüge  und  Infrastruktur  (Lärm,  Verkehr,  Luft  [Kehrichtverbren-

nung]) durchzuführen sowie ein fundiertes gerichtliches Gutachten zur Va-

riante einer Zahnradbahn von Stettbach zum Zoo einzuholen. Ferner bean-

tragen die Rekurrierenden G. A. et al. Gutachten zum Verkehrsaufkommen 

(MIV) im Gebiet um den Bahnhof Stettbach, zur Parkierungssituation rund 

um den Bahnhof Stettbach sowie zur Wirtschaftlichkeit. Letzteres beantragt 

auch  die  Rekurrentin  Genossenschaft  S.,  insbesondere  betreffend  die  Be-

triebs-  und  Amortisationskosten  im  Vergleich  zur  Einführung  von  Shuttle-

bussen.  Die  Genossenschaft  S.  verlangt  sodann  ebenfalls  die  Einholung 

eines Gutachtens bzw. eines Amtsberichts betreffend die Abnahme der Ab-

stellplätze im Bereich der Station Stettbach. 

Zunächst  beschlagen  diese  Gutachtensanträge  nur  teilweise  den  Gegen-

stand  des  vorliegenden  Gestaltungsplanverfahrens.  Detaillierte  Wirtschaft-

lichkeitsberechnungen  zur  Seilbahn  sind,  wie  erwähnt,  Bestandteil  des 
PGV. Der Einwand bezüglich Investitionskosten ist in der nachfolgenden In-

teressenabwägung  zu  berücksichtigen;  die  Erstellung  eines  detaillierten 

Gutachtens  ist  diesbezüglich  nicht  erforderlich.  Ob  der  im  Hinblick  auf  die 

vom  BAV  vorzunehmende  UVP  erarbeitete  UVB  genügt,  wird  im  PGV  zu 

beurteilen  sein.  Für  die  geforderte  umfassende  Begutachtung  aller  für  die 

Umwelt, die Landschaft und die Anwohner massgeblichen Faktoren fehlt im 

vorliegenden  nutzungsplanerischen  Verfahren  eine  rechtliche  Grundlage. 

Sodann würde eine derart umfassende Begutachtung die gerichtliche Beur-

teilung der relevanten Einflussfaktoren vorwegnehmen, was als Delegation 

R1S.2019.05058 

Seite 80 

 
 
gerichtlicher  Entscheidbefugnisse  unzulässig  wäre.  Die  Parkierungssituati-

on  um  den  Bahnhof  Stettbach  lässt  sich,  wie  erwähnt,  aufgrund  des  Gut-

achtens  S.  ohne  weiteres  klären  bzw.,  soweit  erforderlich,  aktualisieren. 

Sodann genügt, wie erwähnt, die im Hinblick auf den vorinstanzlichen Ent-

scheid  vorgenommene  Prüfung  von  ÖV-Alternativen  den  Anforderungen, 

sodass  auch  diesbezüglich  von  weiteren  Erhebungen  abgesehen  werden 

kann.  Auf  die  Frage  der  Auswirkungen  der  Seilbahn  auf  den  MIV  in  Stett-

bach wird nachfolgend Bezug zu nehmen sein. 

10.16. 
Im Ergebnis sind in der Erarbeitung der Grundlagen für den angefochtenen 

Entscheid  der  Baudirektion  weder  verfahrensrechtliche  noch  inhaltliche 

Mängel zu erkennen. Was die Parkierungssituation in Stettbach angeht, ist 

diese  nachfolgend  ohne  weiteres  unter  Verwendung  der  vorhandenen 

Grundlagen,  aber  aufgrund  der  –  wie  erwähnt  –  veränderten  Verhältnisse 

zu würdigen. 

10.17. 
An  diesem  Ergebnis  vermögen  die  vom  Rekurrenten  M.  B.  mit  Eingabe 

vom  6. April  2020  vorgebrachten  Einwände  nichts  zu  ändern.  Der  Rekur-

rent M. B. weist darauf hin, dass die Baudirektion per 5. Februar 2020 den 

kantonalen  Gestaltungsplan  Zoo  Zürich  (neu)  festgesetzt  habe.  Dessen 

Festlegungen  seien  im  vorliegenden  Verfahren  relevant.  Gemäss  Art. 10 

der  (revidierten)  Vorschriften  des  Gestaltungsplans  zum  Zoo  Zürich  (GPV 

Zoo Zürich) habe der Zoo Zürich an Spitzentagen zur besseren Erschlies-

sung  des  Zooareals  Shuttlebusverbindungen  zwischen  dem  Zoo  und  dem 

Ausweichplatz  Dolder  sowie  der  Bergstation  der  Dolderbahn  anzubieten 

und für den dazu notwendigen Verkehrsregelungsdienst zu sorgen. Ferner 

habe der Zoo Zürich im Rahmen eines Informations- und Marketingkonzep-
tes Massnahmen zur besseren Nutzung des öffentlichen Verkehrsangebots 

zu  treffen  sowie  im  Rahmen  der  mit  dem  Zoo  Zürich  in  Zusammenhang 

stehenden  Verkehrskonzepte  der  Stadt  Zürich  zur  Erhöhung  der  Benutzer 

des öffentlichen Verkehrs und zur Reduktion des MIV mitzuwirken; gemein-

sam  beschlossene  Massnahmen  seien  umzusetzen  und  deren  Wirkung 

durch den  Zoo Zürich zu überprüfen. Diese Vorschriften würden eine  Ver-

besserung des Anteils des öffentlichen Verkehrs an der Erschliessung des 

Zoos Zürich, insbesondere an Spitzentagen, ausreichend sicherstellen. Da-

R1S.2019.05058 

Seite 81 

 
 
raus folge, dass der Zweck des Gestaltungsplanes Seilbahn Stettbach-Zoo 

Zürich in Form einer Verbesserung des Modal-Split entfalle. 

Die  Baudirektion  hält  dem  –  zu  Recht  –  entgegen,  dass  an  den  Gestal-

tungsplanvorschriften  des  GPV  Zoo  Zürich  lediglich  der  fünfte  Absatz  von 

Art. 10 GPV  modifiziert  worden  sei.  Letzterer  beschreibe  im  Sinne  einer 

Selbstverpflichtung des Zoo Zürich die Mitwirkung bei der Erarbeitung von 

Verkehrskonzepten, die Umsetzung von gemeinsam beschlossenen Mass-

nahmen  und  eine  Wirksamkeitsüberprüfung.  Der  neue  Art. 10  Abs. 5 GPV 

Zoo Zürich kodifiziere dabei die bereits in den vergangenen Jahren gelebte 

Usanz in der Zusammenarbeit zwischen dem Zoo und der Stadt Zürich. Der 

Bestimmung gehe daher ein eigenständiger materieller Gehalt ab. 

Letztere  Einschätzung  trifft  ohne  weiteres  zu.  Der  (nicht  revidierte)  Art. 10 

Abs. 4 GPV Zoo Zürich enthält (einzig) die Verpflichtung zur Sicherstellung 

der  bereits  in  den  vergangenen  Jahren  praktizierten  Shuttles  zum  Zoo  ei-

nerseits  und  zum  Ausweichparkplatz  Dolder  andererseits.  Das  Vorbringen 

ist mithin auch offenkundig verspätet. Der revidierte Art. 10 Abs. 5 GPV Zoo 

Zürich  avisiert  eine  –  angesichts  der  bestehenden  Verkehrsprobleme  oh-

nehin  gebotene  –  Zusammenarbeit  zwischen  dem  Zoo  Zürich  und  den 

städtischen Behörden. Der Fokus liegt dabei, wie auch beim Projekt für ei-

ne  Seilbahn  von  Stettbach  zum  Zoo  Zürich,  auf  einer  Reduktion  des  MIV. 

Ein  Widerspruch  zu  den  Grundlagen  der  rekursgegenständlichen  Gestal-

tungsplanung ist nicht ersichtlich. 

11.1. 
Wie bereits angesprochen, beanstanden die Rekurrierenden die Verkehrs- 

und insbesondere die Parkierungssituation in Stettbach, wobei sie die Ent-
stehung  eines  Verkehrschaos  (gerade  an  Zoo-Spitzentagen  bzw.  Sonn- 

und  Feiertagen)  befürchten.  Sodann  beanstanden  sie  das  in  Art. 4 ff.  der 

GPV festgesetzte Verkehrs-, Massnahmen- und Monitoringkonzept. 

Die Rekurrentin Stadt Dübendorf weist – wie bereits erwähnt – darauf hin, 

dass  mit  der  Seilbahn  die  Verkehrsprobleme  der  Stadt  Zürich  im  Bereich 

des Zoos teilweise auf Dübendorf abgewälzt würden. Die Seilbahn generie-

re  ein  Verkehrsaufkommen  in  Stettbach  und  den  umliegenden  Wohnquar-

tieren, welches trotz der geplanten Massnahmen nicht hingenommen wer-

R1S.2019.05058 

Seite 82 

 
 
den  könne.  Der  Verlagerungseffekt  punkto  Abstellplätze  (bzw.  Parksuch-

verkehr) bewege sich mindestens in der Grössenordnung wie die Änderung 

des Modalsplits. Die unstrittig zu erwartende zusätzliche Verkehrsbelastung 

im Raum Stettbach müsse mangels zusätzlicher Abstellplätze durch geeig-

nete  Massnahmen  abgefangen  werden.  Das  Verkehrs-  und  Erschlies-

sungskonzept  X.  sehe  dafür  vor  Inbetriebnahme  (Stufe  0)  die  Tarifgestal-

tung  der  Seilbahn  und  die  Vermarktung  der  Seilbahn  als  Bestandteil  der 

ÖV-Kette  vor.  Weiter  sollen  mittels  Verkehrsschildern  mit  Hinweisen  in 

Stettbach auf Abstellplätze beim Zoo sowie durch Unterstützung der Eigen-

tümer der Abstellplätze unerwünschte Auswirkungen des zusätzlichen Ver-

kehrs  abgefangen  werden.  Als  einzige  Massnahme  sei  in  Art. 2  lit. e  GPV 

die  Bereitstellung  eines  Verkehrsdienstes  bzw.  Verkehrskadetten  an  Spit-

zentagen  vorgesehen,  allerdings  nur  während  des  ersten  Betriebsjahres. 

Sodann  würden  die  nach  den  GPV  vorgesehenen  Massnahmen  nicht  ge-

nügen,  zumal  Fahr-  und  Parkverbote  nur  durch  die  Polizei  durchgesetzt 

und  Eigentümer  lediglich  unterstützt  werden  könnten.  Diese  Massnahmen 

seien  weder  geeignet,  den  gewünschten  Umsteigeeffekt  zu  erzielen,  noch 

das Quartier im Raum Stettbach vor negativen Auswirkungen zu schützen. 

Hinweistafeln  bzw.  Hinweise  auf  Abstellplätze  beim  Zoo  würden  den  Um-

steigeeffekt nicht verbessern; den Verkehrsdiensten würden die rechtlichen 

Möglichkeiten zur Verhinderung des Suchverkehrs fehlen. Neue Behörden 

mit  hoheitlichen  Befugnissen  könnten  mittels  der  GPV  nicht  geschaffen 

werden. Die Unterscheidung von Autofahrern in Zoobesucher oder Anwoh-

ner  bzw.  Kunden  eines  ansässigen  Geschäfts  sei  nicht  möglich.  Der  Hin-

weis  auf  die  polizeiliche  Ahndung  fehlbarer  Lenker  sei  ebenfalls  gut  ge-

meint,  aber  ungeeignet.  Indem  die  vorgesehenen  Massnahmen  auf  den 

Stufen 2 und 3 die Dienste der Polizei und der privaten Eigentümer in die 

Pflicht nähmen, versuche die Zoo Seilbahn AG nichts anderes, als die von 

ihr generierten Probleme auf Dritte abzuschieben, statt sie selber zu lösen. 
Dieses  Vorgehen  sei  unzulässig  und  rechtlich  nicht  vertretbar.  Die  Mass-

nahmen  dienten  lediglich  der  Abfederung  unerwünschter  Effekte  und  wür-

den  ‒ weitgehend –  "toter  Buchstabe"  bleiben.  Die  Richtplanvorgabe,  wel-

che vor Inbetriebnahme der Seilbahn ein für die Anwohner verträglich aus-

gestaltetes  Parkplatz-  und  Verkehrsregime  verlange,  werde  nicht  erfüllt. 

Unberücksichtigt  blieben  die  Auswirkungen  der  Zooseilbahn  auf  das  Be-

triebsregime der Glatttalbahn und den Glatttalbus. Ohne griffige Massnah-

men habe sich in naher Umgebung (am Beispiel der sog. "Samsung Hall") 

gezeigt,  dass  aufgrund  der  engen  Platzverhältnisse  und  der  zu  erwarten-

R1S.2019.05058 

Seite 83 

 
 
den  Besucherströme  von  der  S-Bahn  zur  Seilbahnstation  mit  erheblichen 

Verspätungen gegenüber den Fahrplanzeiten gerechnet werden müsse.  

Die Rekurrentin Genossenschaft S. moniert unter Verweis auf den Eintrag 

der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich analog, die Massnahmen gemäss Art. 5 

GPV seien nicht geeignet, den zu erwartenden grossen MIV der Zoo- und 

Seilbahn-  Besucher  relevant  zu  reduzieren.  Die  Zahl  der  öffentlichen  Ab-

stellplätze im Bereich um die Station Stettbach sei ungenügend. Die einzel-

nen  Bestimmungen  seien  nicht  justiziabel.  Der  "Begleitgruppe"  gemäss 

Art. 6 Abs. 3 GPV kämen keine hoheitlichen Befugnisse zu; ihre Anordnun-

gen  hätten  keinen  Verfügungscharakter  und  könnten  nicht  angefochten 

werden. Die Anordnung der vorgesehenen Massnahmen bzw. deren Erwir-

kung  auf  dem  Rechtsmittelweg  sei  folglich  in  keiner  Weise  gesichert.  Der 

Parkplatzsuchverkehr in Stettbach werde drastisch zunehmen; auch Drop- 

und Pick-up-Verkehr sowie unerlaubtes Parkieren auf privatem und öffentli-

chem Grund würde praktiziert.  

Die Rekurrierenden H. machen übereinstimmend geltend, die Massnahmen 

nach Art. 5 GPV seien nicht justiziabel. Da es sich bei den meisten Zoobe-

suchern um regelmässige Kundschaft handle, sei diese über Möglichkeiten 

der  Anreise  bestens  informiert.  Eine  Benützung  der  um  die  Station  Stett-

bach  bestehenden  (ca. 450)  Abstellplätze  lasse  sich  nicht  verhindern;  ge-

gen  die  Parkierung  auf  diesen  Feldern  könne  mit  der  zweiten  Massnah-

menstufe nichts ausgerichtet werden. Absperrungen würden zu einer künst-

lichen  Verschlechterung  der  Verkehrssituation  führen.  Diese  Massnahme 

würden  insbesondere  die  Einwohner  von  Stettbach  treffen;  dasselbe  gelte 

für hohe Parkgebühren in der blauen Zone in Stettbach. Massnahmen zur 

Erschwerung der Parkierung würden des Weiteren zur Zunahme des Park-

platzsuchverkehrs  und  des  unerlaubten  Parkierens  führen.  Personen,  wel-
che  in  Stettbach  keinen  Abstellplatz  fänden,  würden  danach  möglicher-

weise doch noch mit dem Auto zum Zoo fahren. 

Der  Rekurrent  M.  B.  schliesst  sich  dem  Gesagten  an.  Blosse  Beschilde-

rungsanweisungen  bzw.  -verbote  könnten  keine  Anwohnerverträglichkeit 

sicherstellen.  Das  Monitoring  und  allfällige  nachgelagerte  Massnahmen 

könnten allenfalls geringfügige Verbesserungen erzielen. Es bestehe mithin 

keine rechtliche Grundlage dafür, die Seilbahn zum Bestandteil des öffentli-

chen Verkehrs zu erklären.  

R1S.2019.05058 

Seite 84 

 
 
11.2. 
Die  Baudirektion  verweist  auf  Art. 4  GPV,  wonach  die  Seilbahn  ein  Be-

standteil des ÖV sei und wonach für Seilbahnbenutzer (in Stettbach) keine 

Abstellplätze erstellt werden dürften. Eine Attraktivitätssteigerung im Raum 

Stettbach  solle  gerade  vermieden  werden.  Die  Baudirektion  gehe  davon 

aus,  dass  die  in  Art. 5  Abs. 2  GPV  festgehaltenen  unerwünschten  Ver-

kehrsauswirkungen  einerseits  durch  das  Monitoring  gemäss  Art. 6  GPV 

frühzeitig erkannt und ihnen mit den im Gestaltungsplan festgelegten Mass-

nahmen  begegnet  werden  könne.  Sollte  sich  gestützt  auf  das  Monitoring 

zeigen,  dass  weitere  Missstände  auftreten,  seien  weitere  Massnahmen 

gemäss Art. 5 Abs. 3 und 4 GPV zu treffen. Die Baudirektion weist sodann 

darauf  hin,  dass  sich  für  Besucher  aus  dem  Raum  Winterthur  und 

St. Gallen  absehbare  Verlängerungen  der  MIV-Fahrzeiten  unter  anderem 

aufgrund  von  zunehmenden  Netzüberlastungen  und  Stausituationen  am 

Gubrist und bei der Anfahrt auf dem Stadtgebiet von Zürich ergäben. 

Die Zoo Seilbahn AG verweist auf das den in Art. 5 und 6 GPV vorgesehe-

nen Massnahmen zugrundeliegende Verkehrs- und Erschliessungskonzept 

X  AG.  Die  Massnahmen  hätten  nicht  etwa  –  oder  nur  indirekt  –  zum  Ziel, 

einen Umsteigeeffekt zu erzielen. Sie hätten zum Zweck, in den an die Tal-

station  angrenzenden  Wohngebieten  unerwünschte  Auswirkungen  zu  ver-

meiden.  Dazu  würden  neben  rein  präventiven  Massnahmen  (Massnah-

menstufe 1)  auch  konkrete  Schutzmassnahmen  (Massnahmenstufe 2)  de-

finiert. Die Situation werde von Anfang an und ungeachtet von allfälligen ef-

fektiven  Störungen  in  zeitlich  engen  Abständen  erfasst  und  beurteilt.  Die 

paritätische Zusammensetzung der Begleitgruppe stelle sicher, dass die In-

teressen  der  Standortgemeinden,  insbesondere  der  Stadt  Dübendorf,  bei 

der  Auswertung  und  Anordnung  der  Massnahmen  berücksichtigt  würden. 

Würden  trotz  allem  unerwünschte  Auswirkungen  auftreten,  habe  die  Be-
gleitgruppe  Schutzmassnahmen  der  Stufe 2  anzuordnen  und  könne  dies 

aufgrund  der  zeitlich  engmaschigen  Überwachung  auch  sehr  rasch  tun 

(Absperrungen  der  Zufahrten  zu  den  einzelnen  Quartieren,  Zusammenar-

beit  mit  der  örtlichen  Polizei,  Sicherstellung  der  Ahndung  von  Verstössen, 

Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern von Abstellplätzen zur Verhinderung 

der  Benützung  der  privaten  Anlagen  durch  Seilbahnbenützer).  Die  Zoo 

Seilbahn AG  räumt  sodann  ein,  dass  weder  sie  selber  als  Betreiberin  der 

Seilbahn  noch  der  Gestaltungsplan  (bzw.  die  GPV)  Dritten  verbindliche 

Vorschriften,  etwa  zur  Nutzung  rechtmässig  bewilligter  Abstellplätze,  ma-

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Seite 85 

 
 
chen  könnten.  Auch  Verkehrskadetten  hätten  keine  hoheitlichen  Befugnis-

se;  indes  zeigten  die  Erfahrungen  beim  Zoo  deren  Wirksamkeit  auf.  Die 

meisten Verkehrsteilnehmer würden den Weisungen der Verkehrskadetten 

sehr wohl Folge leisten. Die Kompetenz zum Erlass hoheitlicher Massnah-

men obliege sodann von Gesetzes wegen den Behörden. Nach der Regel, 

wonach  mehr  Kapazität  zu  mehr  Verkehr  führe,  sei  im  Umkehrschluss  zu 

folgern,  dass  bei  weniger  Abstellplätzen  in  Stettbach  mit  weniger  Besu-

chern zu rechnen sei, welche mit dem MIV anreisen. Soweit die Rekurrie-

renden ein öffentliches Interesse an der Beseitigung der Kapazitätsengpäs-

se  bei  der  Parkierung  (in  Stettbach)  anführen  würden,  würden  sie  implizit 

nichts  anderes  als  den  Ausbau  des  Angebots  an  Abstellplätzen  fordern. 

Letzteres sei eine verkehrspolitische Frage, welche im vorliegenden Gestal-

tungsplanverfahren nicht zur Diskussion stehe. Der Zoo daselbst  sei ohne 

weiteres genügend erschlossen.  

11.3. 
Im  Text  des  kantonalen  Richtplans  Verkehr  ist  die  Luftseilbahn  Stettbach-

Zoo Zürich  als  Objekt/Strecke  Nr. 10  (mit  Realisierungshorizont  kurz-  bis 

mittelfristig)  eingetragen.  Das  Vorhaben  wird  dabei  umschrieben  als  Neu-

bau  Luftseilbahn  zur  Erschliessung  des  Zoos  Zürich  und  nennt  als  Rah-

menbedingungen  Folgendes:  Landschaftliche  Eingliederung  sicherstellen; 

vor Inbetriebnahme Parkplatz- und Verkehrsregime im Raum Stettbach für 

die Anwohner verträglich ausgestalten. 

Das Verwaltungsgericht hat diesen Rahmen mit Entscheid VB.2013.00722 

vom  4. September  2014  als  verbindlich  eingestuft.  Mit  Bezug  auf  die  –  in 

der  bis  am  18. März  2014  in  Kraft  stehenden  Fassung  des  kantonalen 

Richtplans  –  enthaltene  zusätzliche  Formulierung  "alternative  direkte  ÖV-

Verbindung  prüfen"  hielt  das  Verwaltungsgericht  fest,  es  ergebe  sich  mit 
Bezug  auf  die  Prüfung  von  Alternativen  als  logischer  Schluss  aus  dem 

Richtplantext daselbst, dass es sich diesbezüglich um eine Voraussetzung 

handle. Wenn der Kantonsrat der Ansicht gewesen wäre, dass die Seilbahn 

unabhängig  vom  Ergebnis  dieser  Prüfung  hätte  gebaut  werden  können, 

hätte  es  sich  bei  dieser  Vorgabe  um  eine  leere  Formalität  gehandelt.  Zu-

dem  sei  auch  aus  der  Beratung  des  Richtplaneintrags  im  Kantonsrat  klar 

geworden,  dass  die  Luftseilbahn  nur  beim  Fehlen  besserer  Alternativen 

verwirklicht werden sollte. Die beiden anderen Vorgaben ("Landschaftliche 

Eingliederung  sicherstellen;  vor  Inbetriebnahme  Parkplatz-  und  Verkehrs-

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Seite 86 

 
 
regime im Raum Stettbach für die Anwohner verträglich ausgestalten") sei-

en jedenfalls insoweit als Voraussetzungen zu qualifizieren, als sie Elemen-

te  der  Gesamtabwägung  darstellen  würden  und  demnach  deren  Ergebnis 

beeinflussen  könnten.  Letzteres  ergebe  sich  im  Übrigen  bereits  aus  dem 

Bundesrecht und dem kantonalen Planungs- und Baurecht. Es handle sich 

daher  um  grundsätzlich  kumulative  Voraussetzungen,  wobei  sich  jedoch 

nicht  je  einzeln  und  ohne  Blick  auf  die  anderen  Elemente  der  Gesamtab-

wägung  beantworten 

lasse,  ob  sie  erfüllt  seien 

(zum  Ganzen 

VB.2013.00722 vom 4. September 2014, E. 11.1). 

Ein  apodiktisch  zu  handhabender,  für  sich  allein  massgeblicher  Gehalt 

kann der Voraussetzung, vor Inbetriebnahme (der Seilbahn) das Parkplatz- 

und Verkehrsregime im Raum Stettbach für die Anwohner verträglich aus-

zugestalten,  folglich  nicht  zuerkannt  werden.  Dagegen  spräche  auch  die 

Formulierung  daselbst,  wonach  die  Bedingung  (erst)  auf  den  Betriebsbe-

ginn  der  Seilbahn,  nicht  aber  schon  vor  deren  Erstellung  unweigerlich  zu 

erfüllen sei. Im rechtlichen und faktischen Kontext ergibt die Bedingung be-

treffend  das  Parkplatz-  und  Verkehrsregime  im  Raum  Stettbach  dabei 

durchaus  Sinn.  Zunächst  sind,  wie  vom  Verwaltungsgericht  erwähnt,  im 

Rahmen eines Gestaltungsplans auch die Erschliessung sowie die gemein-

schaftlichen Ausstattungen und Ausrüstungen zu ordnen; der Gestaltungs-

plan kann insoweit auch Festlegungen über die weitere Umgebungsgestal-

tung  enthalten  (§ 83  Abs. 3  PBG).  Sodann  schreiben  die  allgemeinen 

raumplanerischen Grundsätze vor, dass für die öffentlichen oder im öffentli-

chen  Interesse  liegenden  Bauten  und  Anlagen  sachgerechte  Standorte  zu 

bestimmen  sind.  Dabei  sollen  Einrichtungen  wie  Schulen,  Freizeitanlagen 

oder öffentliche Dienste für die Bevölkerung gut erreichbar sein und nach-

teilige  Auswirkungen  auf  die  natürlichen  Lebensgrundlagen,  die  Bevölke-

rung und die Wirtschaft vermieden oder gesamthaft gering gehalten werden 
(Art. 3 Abs. 4 lit. b und c RPG). Diese Grundsätze fanden in der Bedingung, 

vor Inbetriebnahme der Seilbahn das Parkplatz- und Verkehrsregime für die 

Anwohner  verträglich  auszugestalten,  ihren  Niederschlag.  Nicht  gefolgert 

werden kann aus dem Wortlaut des Richtplantexts – wie aus den erwähn-

ten  rechtlichen  Grundlagen  daselbst  –,  dass  bei  öffentlichen  Bauten  und 

Anlagen selbst relativ geringfügige nachteilige Auswirkungen auf die Bevöl-

kerung generell vermieden werden müssten. 

R1S.2019.05058 

Seite 87 

 
 
11.4. 
Nach  den  erwähnten  Grundsätzen  bzw.  dem  Wortlaut  der  Bestimmungen 

des RPG wird zudem klar, dass der Erstellung von im öffentlichen Interesse 

liegenden  Bauten  und  Anlagen  durch  private  Trägerschaften  keine  grund-

sätzlichen  rechtlichen  Hindernisse  entgegen  stehen.  Bereits  Art. 3  Abs. 4 

RPG  hält  fest,  dass  Bauten  und  Anlagen  sowohl  öffentlich  sein  können 

(mithin  von  der  öffentlichen  Hand  erstellt)  oder  aber  (privat  erstellt)  im  öf-

fentlichen  Interesse  liegen  können.  Dass  bei  Planungen  von  öffentlichen 

oder  im  öffentlichen  Interesse  liegender  Bauten  und  Anlagen  das  öffentli-

che Interesse in beiden Fällen umfassend und unter Einbezug aller plane-

risch  relevanten  Gesichtspunkte  geprüft  werden  muss,  versteht  sich  von 

selbst.  Dass  dabei  verschiedene  Trägerschaften  als  Ersteller  auftreten 

können, entspricht bewährter Praxis. Die Rüge, Art. 4 GPV erkläre die Seil-

bahn Stettbach-Zoo Zürich  zu  Unrecht  zur  öffentlichen  Anlage,  ist  demzu-

folge unbegründet. Art und Umfang des öffentlichen Interesses sind in der 

nachfolgenden Interessenabwägung zu beleuchten. 

11.5. 
Nach  dem  Gesagten  kann  die  Verpflichtung  zur  verträglichen  Ausgestal-

tung des Parkplatz- und Verkehrsregimes im Raum Stettbach nicht weiter-

gehen, als dass im Rahmen der Gestaltungsplanung sinnvolle und, soweit 

möglich, auch wirksame flankierende Massnahmen vorzusehen sind. 

Letzteres ist ohne weiteres der Fall. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass 

die  direkt  auf  der  ÖV-Plattform  Stettbach  zu  erstellende  Seilbahnstation 

Stettbach mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen wird. Der Ge-

staltungsplan  sieht  in  Art. 5  Abs. 2  GPV  auch  vor,  dass  die  Zugänge  zur 

Station das Umsteigen von Zug, Tram und Bus möglichst erleichtern sollen, 

und  dass  die  ZVV-Fahrausweise  anzuerkennen  sind.  Sodann  hat  die  Zoo 
Seilbahn AG darauf hinzuwirken, dass die gesamte Anreise mit dem öffent-

lichen  Verkehr  gefördert  wird  (z.B.  SBB-Angebot  Railaway).  Die  Zoo  Seil-

bahn AG ist verpflichtet, in Kundeninformationen aller Art die Seilbahn ein-

zig  als  Teil  des  ÖV-Netzes  darzustellen  und  dabei  darauf  hinzuweisen, 

dass  in  Stettbach  keine  Abstellplätze  verfügbar  sind;  eine  Ausschilderung 

der Seilbahnstation Stettbach für den MIV ist nicht gestattet. Das Verkehrs-, 

Massnahmen-  und  Monitoringkonzept  sieht  (auf  Massnahmenstufe 1)  eine 

quartalsweise  Dokumentation  (Monitoring)  der  unerwünschten  Auswirkun-

gen  (unverträgliche  Parkierung  auf  öffentlichem  Grund;  Suchverkehr)  vor 

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Seite 88 

 
 
sowie den Einsatz von Verkehrsdiensten an Tagen mit erwartet hohem Be-

sucheraufkommen  (Zoo-Spitzentage).  Treten  im  ersten  Betriebsjahr  trotz 

der  Massnahmen  unerwünschte  Auswirkungen  auf,  sind  gemäss  Art. 5 

Abs. 3 GPV (auf Massnahmenstufe 2) die Verkehrsdienste zeitlich oder ört-

lich bzw. mit weitergehenden Massnahmen (z.B. Absperrungen) zu intensi-

vieren; die Zoo Seilbahn AG hat auf eine konsequente Ahndung der beste-

henden  Park-  und  Fahrverbote  hinzuwirken  und  private  Anbieter  von  Ab-

stellplätzen  bei  Massnahmen  zur  Verhinderung  der  Benützung  durch  Seil-

bahnbenutzer  zu  unterstützen.  Überdies  ist  darauf  hinzuwirken,  dass  die 

Parkierungsgebühren  im  Raum  Stettbach  mit  denjenigen  des  Raums  Zoo 

harmonisiert werden. 

Vor Inbetriebnahme der Seilbahn ist von der Zoo Seilbahn AG ein Monito-

ringkonzept  zu  erstellen.  Die  Einführung  der  Massnahmen  wird  von  einer 

Begleitgruppe  mit  je  einer  Vertretung  der  Zoo  Seilbahn  AG,  der  Standort-

gemeinden, der Verkehrsbetriebe Glattal AG sowie dem kantonalen Amt für 

Verkehr  (AfV)  verfolgt,  welche  über  die  Einführung  und  Aufhebung  von 

Massnahmen befinden kann. 

Dass  das  Verkehrs-,  Massnahmen-  und  Monitoringkonzept  den  Anforde-

rungen  nicht  genügen  würde,  kann  nicht  gesagt  werden.  Ein  Konzept  zu 

fordern,  welches  den  rechtlichen  Rahmen  –  bzw.  des  Möglichen  und  im 

Rahmen  von  § 83  Abs. 2  und  3  PBG  Zulässigen  –  sprengt,  geht  nicht  an. 

Die Möglichkeiten im Rahmen der Gestaltungsplanung gehen nicht soweit, 

als dass im Verhältnis zu den allgemeinen polizeilichen Vorschriften, zu de-

ren Erlass die Standortgemeinden befugt sind, parallele Kompetenzen (der 

Betreiberin  Zoo  Seilbahn  AG  oder  der  Begleitgruppe)  begründet  werden 

könnten.  Ebenfalls  zu  weit  ginge  die  Forderung  nach  dem  –  in  gewisser 

Weise vorsorglichen – Erlass rechtlich verbindlicher und mit Bussen sankti-
onierbarer  Massnahmen  gegen  fehlbare  Fahrzeuglenker.  Eine  Pflicht  zur 

Erstellung  zusätzlicher,  speziell  für  die  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  vor-

gesehener  Abstellplätze  könnte  die  Gestaltungsplanung  wohl  vorsehen, 

doch  würde  eine  solche  geradewegs  den  Zielen  der  Gestaltungsplanung 

und  der  flankierenden  Massnahmen  (Verhinderung  der  Anreise  mit  dem 

MIV;  Stärkung  des  ÖV)  zuwiderlaufen.  Für  eine  solche  Anordnung  fehlt 

nach  hier  vertretener  Ansicht  im  Übrigen  eine  rechtliche  Grundlage.  Die 

Seilbahn wird angesichts der gesamten Umstände der Planung, insbeson-

dere der optimalen Anbindung an den ÖV-Knoten Stettbach, auch inhaltlich 

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Seite 89 

 
 
zu  Recht  als  ÖV-Anlage  bezeichnet.  Sie  mit  einer  anderweitigen  (MIV-

)verkehrsintensiven  Anlage,  bei  welcher  die  Erschliessung  besonders  zu 

ordnen  wäre,  zu  vergleichen,  ginge  fehl.  Etwas  Anderes  würde  bedeuten, 

dass  bei  der  Erstellung  von  Anlagen  des  ÖV  wie  Bahnhöfen,  Tramlinien, 

Busverbindungen und dergleichen zwingend Parkierungsanlagen zu schaf-

fen  wären,  sofern  die  Möglichkeit  besteht,  dass  diese  in  grösserer  Zahl 

durch  umsteigende  MIV-Benützer  (z.B.  im  Sinne  einer  P+R-Nutzung)  auf-

gesucht werden. Dergestalt sieht die Rechtsordnung nicht vor und ist weder 

aufgrund  des  für  die  Seilbahn  bestehenden  Richtplaneintrags  noch  auf-

grund von Art. 3 Abs. 4 lit. b und c RPG zu folgern. 

Was  die  Auswirkungen  auf  die  Anwohner  in  Stettbach  angeht,  ist  ein  ge-

wisses Potential einer Inanspruchnahme der Seilbahn durch MIV-Benützer 

nicht  von  der  Hand  zu  weisen.  Die  vorgesehenen  Massnahmen  genügen 

freilich, die Auswirkungen nach menschlichem Ermessen gering zu halten. 

Ein  Anspruch  der  Anwohner  auf  absoluten  Schutz  vor  negativen  Auswir-

kungen  besteht,  wie  erwähnt,  auch  aufgrund  des  Richtplaneintrags  der 

Seilbahn  nicht.  Ein  gewisses  Mass  an  Mehrverkehr  ist,  zumal  im  Gross-

raum  Zürich,  durchaus  hinzunehmen.  Nach  dem  Ergebnis  des  Augen-

scheins  sind  die  meisten  Wege  und  Strassen  (mit  Ausnahme  der  Düben-

dorfstrasse)  in  Stettbach,  gerade  in  den  Wohnquartieren,  nicht  derart  viel-

befahren,  als  dass  eine  Kontrolle  etwa  durch  Verkehrskadetten  illusorisch 

erschiene. Eine übermässige Beeinträchtigung der Anwohner durch allfälli-

ge Absperrungen ist nicht zu erwarten, da die Anwohnerschaft sachlogisch 

davon  ausgenommen  ist  bzw.  sein  muss.  Ein  entsprechender  Nachweis 

‒ etwa  mit  einem  Badge –  könnte  von  der  Begleitgruppe  ohne  weiteres 

vorgesehen  werden.  Schliesslich  besteht  kein  positivrechtlicher  Anspruch 

der  Anwohnerschaft  auf  günstige  Abstellplätze  im  öffentlichen  Raum.  Im-

merhin  ist  darauf  zu  verweisen,  dass  sich  das  für  die  Anwohner  geltende 
Regime  bezüglich  der  Abstellplätze  in  der  blauen  Zone  nicht  wesentlich 

verändern  wird.  Einwohnerinnen  und  Einwohner  der  Stadt  Zürich  werden 

von  der  Dienstabteilung  Verkehr  (DAV)  nach  wie  vor,  zum  in  der  ganzen 

Stadt  Zürich  anwendbaren  Tarif,  eine  Anwohnerparkkarte  beziehen  kön-

nen.  Allfällige  Unannehmlichkeiten  für  Besucher  können  bei  Anwendung 

der  Massnahmenstufe 2  nicht  verhindert  werden,  liegen  aber  ebenfalls  im 

Bereich  des  – zumal  auf  dem  Gebiet  der  Städte  Zürich  und  Dübendorf – 

allgemein Hinzunehmenden. Eine – auf Sonn- und Feiertage beschränkte – 

Inanspruchnahme  öffentlicher  Abstellplätze  durch  Seilbahnbenützer  wird 

R1S.2019.05058 

Seite 90 

 
 
sich, diesbezüglich ist den Rekurrierenden zuzustimmen, nicht vollumfäng-

lich verhindern lassen. Auch lässt sich eine einheitliche Bewirtschaftung al-

ler  Parkierungsflächen  –  insbesondere  im  Gebiet  Hochbord  der  Stadt  Dü-

bendorf  –  rechtlich  nicht  durchsetzen.  Eine  einheitliche  Bewirtschaftung 

vorzusehen, würde wiederum den rechtlichen Rahmen des bei der Gestal-

tungsplanung  Zulässigen  sprengen.  Insgesamt  erscheinen  die  zu  erwar-

tenden  Auswirkungen  aber  nicht  als  besonders  gravierend.  Insbesondere 

fällt ins Gewicht, dass sich die – möglichen – Probleme bezüglich der Par-

kierungssituation im Umfeld der Seilbahnstation Stettbach gemäss Gutach-

ten S. im Wesentlichen auf Sonn- und Feiertage beschränken. 

11.6. 
In  der  Abwägung  erweisen  sich  die  Vorschriften  von  Art. 4 ff.  GPV  als  mit 

den  Anforderungen  der  Richtplanung  sowie  den  nutzungsplanerischen 

Grundlagen  ohne  weiteres  vertretbar.  Die  Rügen  betreffend  die  Parkie-

rungssituation  in  Stettbach  sind  unbegründet.  Auf  die  von  der  Rekurrentin 

Stadt  Dübendorf  beantragten  Modifikationen  der  GPV  ist  nachfolgend  ein-

zugehen. 

12.1. 
Die  Baudirektion  verweist  –  im  angefochtenen  Entscheid  sowie  im  vorlie-

genden  Verfahren  vernehmlassungsweise  –  betreffend  die  Interessenab-

wägung  zunächst  darauf,  dass  die  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  rechts-

gültig  im  kantonalen  Richtplan  verankert  ist.  Die  Seilbahn  solle  nach  dem 

Willen des obersten kantonalen Planungsträgers Bestandteil des Verkehrs-

konzepts im Raum Stadt Zürich-Glatttal sein.  

Eine  Verlagerung  der  Verkehrsströme  auf  öffentliche  Verkehrsmittel  ent-
spreche  in  Zeiten  zunehmender  Verkehrsüberlastung  und  den  damit  ver-

bundenen  negativen  Umwelteinwirkungen  einem  gewichtigen  öffentlichen 

Interesse.  Die  Seilbahn  Stettbach-Zoo Zürich  führe  gemäss  Gutachten  S. 

zu  einem  erheblichen  Umsteigeeffekt  von  insgesamt  4  bis  4,5 %  aller  Be-

sucher  des  Zoos,  was  einer  Steigerung  von  rund  10 %  der  heutigen 

ÖV-Benützer  bzw.  dem  Wegfall  von  ca.  60'000 Autofahrten  entspreche 

(gemäss vorstehenden Erwägungen zu korrigieren auf ca. 50'000 Fahrten). 

Die  übrigen  realistischen  ÖV-Alternativen  (Shuttlebusse  von  Stettbach 

und/oder  HB,  Verdichtung  Tramfrequenz  und  deren  Kombination)  würden 

R1S.2019.05058 

Seite 91 

 
 
nicht  den  gleichen  Effekt  zeitigen.  Insbesondere  würden  sie  aufgrund  der 

Überlastung  der  Zufahrtsstrassen  an  den  Zoo-Spitzentagen  gerade  dann 

nicht  oder  nicht  im  erforderlichen  Umfang  greifen,  an  denen  sie  benötigt 

würden.  Eine  Effizienzsteigerung  der  genannten  Alternativen  wäre  nur  mit 

unverhältnismässigem  Aufwand  und  mit  unerwünschten  Nebenwirkungen 

möglich. Die Seilbahn erweise sich daher als effizienteste Ergänzung zum 

bestehenden ÖV-Angebot. 

Die  Notwendigkeit  einer  ergänzenden  ÖV-Erschliessung  habe  sich  seit 

dem Entscheid des Verwaltungsgerichts VB.2013.00722 vom 4. September 

2014 weiter akzentuiert. Die beiden Tramlinien 5 und 6, welche das Zooge-

lände  von  Seiten  des  HB Zürich  erschliessen,  würden  zugleich  das  Hoch-

schulgebiet  Zürich-Zentrum  (HGZZ  mit  Universität Zürich  [UZH],  Universi-

tätsspital Zürich 

[USZ]  und  Eidgenössischer  Technischer  Hochschule 

[ETHZ])  erschliessen.  Im  Rahmen  einer  Gebietsplanung  mit  den  drei  ge-

nannten  Institutionen  und  unter  Beteiligung  der  Gesundheits-  und  der  Bil-

dungsdirektion  sowie  der  zuständigen  Departemente  der  Stadt  Zürich  sei 

für dieses Gebiet ein Masterplan 2014 sowie ein Synthesebericht erarbeitet 

worden, welchem sowohl der Regierungsrat als auch der Stadtrat von Zü-

rich zugestimmt hätten. Der Kantonsrat Zürich habe am 13. März 2017 die 

Teilrevision des kantonalen Richtplans HGZZ beschlossen, welcher mit Be-

schluss  des  Bundesrats  vom  14. Dezember  2018  genehmigt  worden  sei. 

Das aufgrund der Planungen zur erwartende Personenwachstum wirke sich 

mittel- bis langfristig in verschiedener Hinsicht aus. 

Gewisse Auswirkungen der Seilbahn auf den Verkehr in Stettbach an den 

Zoo-Spitzentagen könnten nicht ausgeschlossen werden. Mit dem MIV zur 

Seilbahn anreisende Zoobesucher könnten versucht sein, Stettbach für die 

Parkierung  zu  benützen.  Selbst  im  ungünstigsten  Fall  wären  diese  MIV-
Benützer aber nur an Zoo-Spitzentagen überhaupt massgeblich. Im Raum 

Stettbach sei eine markante städtebauliche Entwicklung im Gange, welche 

ihrerseits  einen  entsprechenden  (Grund-)Verkehr  mit  sich  bringe.  Aus  die-

sen Gründen enthalte der Gestaltungsplan die – bereits genannten – Mas-

snahmen,  wobei  der  Einbezug  der  massgeblichen  Akteure,  insbesondere 

der Stadt Dübendorf, garantiert sei.  

Dass für die Verbindung der beiden benachbarten Stadträume (Zürich und 

Stadt  Dübendorf/Glatttal)  auch  Nichtbauland  in  Anspruch  genommen  wer-

R1S.2019.05058 

Seite 92 

 
 
den  müsse,  ergebe  sich  aus  der  Landschaft  und  der  Topografie  im  fragli-

chen  Gebiet.  Zwischen  Stettbach  und  dem  Zürichberg/Zoo  gebe  es  nur 

Wald und Land ausserhalb der Bauzonen, sodass auch ein allfälliger Aus-

bau  der  Strasse  zwecks  Erhöhung  der  Kapazität  bzw.  zur  Sicherstellung 

der  Einhaltung  des  Fahrplans  eines  allfälligen  Shuttlebusses  Nichtbauland 

in Anspruch nehmen müsste. Eine Seilbahn stelle die landschafts- und bo-

denschonendste  Variante  einer  direkten  Verbindung  dar.  Durch  die  Opti-

mierung  der  Linienführung  auch  in  vertikaler  Hinsicht  mit  dem  Überfahren 

des  Sagentobels  zur  gänzlichen  Schonung  desselben  als  auch  mit  dem 

Durchfahren  des  Waldes  im  oberen  Streckenbereich  könnten  die  Eingriffe 

in Schutzobjekte (Sagentobel) und Landschaft (im übrigen Bereich) auf ein 

Minimum  begrenzt  werden.  Den  Bedenken  zur  sorgfältigen  Eingliederung 

sei  umfassend  Rechnung  getragen  worden  (Fachberichte  Landschaft, 

Ortsbild, Erholungsnutzung in den Beilagen zum UVB). 

Bei der Interessenabwägung sei sodann zu berücksichtigen, dass der frag-

liche Landschaftsabschnitt im urbanen Raum liege. Durch die in enger Ab-

stimmung  mit  der  NHK  vorgenommene  Überarbeitung  des  Richtprojekts 

trage  dieses  den  hohen  Anforderungen  des  Landschaftsschutzes  und  der 

Einordnung angemessen Rechnung. Das Projekt werde durch das Amt für 

Städtebau  (Stadt  Zürich)  und  die  NHK  fachlich  begleitet. Gemäss  Beurtei-

lung des BAK würden die beiden ISOS-Objekte Siedlung Mattenhof und Im 

Klösterli durch die Seilbahn nicht massgeblich beeinträchtigt. Zwar bestehe 

ohne  weiteres  ein  öffentliches  Interesse  am  ungeschmälerten  Erhalt  der 

von  der  Seilbahn  betroffenen  Landschaftsabschnitte.  Insgesamt  könnten 

die  Auswirkungen  aufgrund  der  Wahl  des  Verkehrsmittels  und  die  Weiter-

entwicklung  des  Richtprojektes  aber  auf  ein  verträgliches  Mass  reduziert 

werden. 

Private  Interessen  würden  nur  wenige  direkt  tangiert;  mithin  werde  eine 

einzige Wohnliegenschaft überfahren. Die Seilbahn erfordere keinerlei Ent-

eignung von Grund und Boden und keine bauliche Anpassung bestehender 

Gebäude.  Einzig  die  Stütze 6  werde  auf  einer  privaten  Parzelle  errichtet. 

Die Beeinträchtigung bestehe insbesondere in der Überfahrt von Grundstü-

cken  durch  die  Seilbahn;  verbunden  mit  einem  gewissen  Verlust  an  Pri-

vatsphäre  und  geringen  Lärmimmissionen  (bei  Überfahrten  von  Stützen 

und bei Einfahrt in die Stationen).  

R1S.2019.05058 

Seite 93 

 
 
12.2. 
Die  Zoo Seilbahn AG  fügt  dem  an,  der  Zoo  Zürich  sei  zwar  –  rein  recht-

lich – genügend erschlossen, was auch in verschiedenen jüngeren Baube-

willigungsentscheiden festgestellt worden sei. Die Seilbahn erfülle indes ei-

ne wichtige öffentliche Funktion, weil sie mit der bis heute nicht bestehen-

den  direkten  Verbindung  vom  Raum  Zürich-Nord  auf  den  Zürichberg  eine 

sinnvolle  Ergänzung  des  ÖV-Netzes  darstelle  und  den  Modalsplit  zuguns-

ten  des  öffentlichen  Verkehrs  wie  kein  anderes  öffentliches  Verkehrsmittel 

verbessere und den MIV reduziere. Die Seilbahn könne damit am effektivs-

ten zu einer Entlastung des Nachfrageüberhangs an Abstellplätzen an Zoo-

Spitzentagen beitragen. 

12.3. 
Gemäss  Lehre  und  Rechtsprechung  hat  sich  die  Rekursinstanz  bei  der 

Überprüfung  von  Nutzungsplänen  und  Sondernutzungsplänen  einschliess-

lich  Quartierplänen  unbesehen  ihrer  grundsätzlich  uneingeschränkten 

Überprüfungsbefugnis  (vgl.  § 20  Abs. 1  VRG)  aus  Gründen  der  aus  der 

Gemeindeautonomie  (Art. 50  der  Bundesverfassung  [BV]  und  Art. 85  der 

Zürcher Kantonsverfassung [KV]) abgeleiteten Planungsautonomie Zurück-

haltung  aufzuerlegen.  Diese  Zurückhaltung  gilt  insbesondere  dann,  wenn 

es  auf  die  Beurteilung  der  örtlichen  Verhältnisse  ankommt.  Zudem  ist  das 

den  Gemeindebehörden  bei  der  Nutzungsplanung  zustehende  erhebliche 

prospektiv-technische  Ermessen  zu  berücksichtigen.  Die  Rechtsmittelbe-

hörde darf nicht unter mehreren verfügbaren und angemessenen Lösungen 

wählen  bzw.  eine  zweckmässige  Würdigung  der  Gemeinde  durch  ihre  ei-

gene  ersetzen.  Beruht  der  kommunale  Entscheid  auf  einer  vertretbaren 

Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekursinstanz zu 

respektieren.  Indessen  ist  ein  Einschreiten  der  Rekursinstanz  nicht  erst 

dann  verlangt,  wenn  die  Würdigung  der  Gemeinde  schlechthin  unhaltbar 
oder willkürlich ist; es genügt, wenn sich die kommunale Planung auf Grund 

überkommunaler Interessen als unzweckmässig erweist, den wegleitenden 

Zielen  und  Grundsätzen  der  Raumplanung  widerspricht  oder  wenn  sie  of-

fensichtlich  unangemessen  ist.  Insofern  ist  die  Gemeindeautonomie  durch 

übergeordnetes  Recht  eingeschränkt  und  die  Gemeinde  hat  ihrem  Pla-

nungsentscheid eine nachvollziehbare Würdigung der massgebenden Ver-

hältnisse  des  Einzelfalls  sowie  eine  vertretbare  Interessenabwägung  zu 

Grunde  zu  legen  (Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/ 

Basel/Genf 2014,  § 20  Rz. 77 ff.;  VB.2018.00151  vom  6. September  2018, 

R1S.2019.05058 

Seite 94 

 
 
E. 4.2.;  VB.2014.00077  vom  9. April  2015,  E. 2.1;  BGr 1C_428/2014  vom 

22. April 2015,  E. 2.2).  Diese  Grundsätze  haben  (sinngemäss)  auch  für 

planerische Entscheide kantonaler Behörden Geltung. 

12.4. 
Das  zwischen  den  grossmehrheitlich  zusammenhängenden  Siedlungsge-

bieten Zürichberg, Schwamendingen, Dübendorf und Gockhausen gelege-

ne Sagentobel ist im Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte von 

überkommunaler  Bedeutung  als  Objekt  von  regionaler  Bedeutung  ver-

zeichnet. Der Inventareintrag lautet im Einzelnen wie folgt: 

"Eines der grössten Tobel im mittleren Glattal. Der weitgehend unkorrigierte 
Bach  und  das  tief  in  die  Molasse  eingeschnittene  Tobel  bieten  ein  umfas-
sendes Bild der Geologie der Gegend und der Entwicklung von Bachtobeln. 

Ziel: 
Vermeiden menschlicher Einflüsse auf Struktur und Entwicklung dieses To-
bels. 

Massnahmen: 
Keine  beeinträchtigenden  Bauchverbauungen  und  Geländeveränderun-
gen." 

Sodann  findet  sich  auf  dem  Stadtgebiet  von  Dübendorf,  unmittelbar  zwi-

schen dem Weiler Stettbach und dem Siedlungsgebiet von Schwamendin-

gen,  das  im  Inventar  der  Natur-  und  Landschaftsschutzobjekte  von  über-

kommunaler Bedeutung ebenfalls als Objekt von regionaler Bedeutung ver-

zeichnete  Kiesgrubenareal  bei  Stettbach.  Dessen  Inventareintrag  hat  fol-

genden Wortlaut: 

"Ruderalfläche mit Bäumen und Büschen. Tümpel und Weiher. Das Gelän-
de  bietet  durch  seine  topografische  Vielfalt  eine  grosse  Anzahl  Kleinbioto-
pe, besonders für Insekten und andere Wirbellose. Es ist überdies einer der 
reichsten Amphibienstandorte der Gegend. 

Grasfrosch (sehr grosse Population), Bergmolch. 
Einziger Biotop von Kreuzkröte, Unke und Fadenmolch in der Gemeinde. 

Ziel: 
Uneingeschränkte  Erhaltung  dieses  vor  allem  für  Kleintiere  wertvollen 
Standorts. 

Massnahmen: 
Weitere Tümpel anlegen. Gelegentlich Gebüsche etwas auslichten." 

Die  Lage  und  räumliche  Ausdehnung  des  Sagentobels  (hellgrün  ausge-

schiedener  Bereich)  sowie  des  Kiesgrubenareals  bei  Stettbach  (blau  aus-

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Seite 95 

 
 
geschiedener Bereich) ist auf folgender kartographischer Darstellung (Aus-

zug aus dem GIS-Browser; www.gis.zh.ch) erkennbar: 

Sodann  ist  ein  Teil  des  Landschaftsschutzobjekts  Sagentobel  im  Inventar 

der  Waldstandorte  von  naturkundlicher  Bedeutung  (WNB)  eingetragen 

(Auszug aus dem GIS-Browser; www.gis.zh.ch): 

R1S.2019.05058 

Seite 96 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das  Inventar  umschreibt  diesen  Bereich  als  Kombination  von  Waldgesell-

schaften  (Extremstandorte  und  Sonderstandorte,  selten  im  Kanton  Zürich) 

und  Biotopstrukturen  (Fliessgewässer/Bachtobel),  mithin  auch  als  fast  un-

erschlossener  Waldkomplex  mit  relativ  seltenen  Standorten  (Zahnwurz-

Buchenwald) und Vorkommen des Alpen-Geissblattes. 

Nach  Massgabe  der  Plandokumente  der  rekursgegenständlichen  Gestal-

tungsplanung  wird  das  Inventarobjekt  Sagentobel  von  der  projektierten 

Seilbahn  zweifach,  zum  einen  mittig  zwischen  den  Stützen 5  und  7  und 

zum anderen im unteren Bereich, in der Nähe des Weilers Stettbach, über-

fahren. Im Inventarobjekt Sagentobel projektiert ist allein die Stütze 6, wenn 

auch nicht mittig im Sagentobel, so doch an dessen östlicher Flanke (neben 

dem  Martin-Krieg-Gedenkweg).  Das  Sagentobel  wird  von  der  projektierten 

Seilbahn daher ohne Frage tangiert. Ein direkter physischer Eingriff in das 

WNB-Objekt Sagentobel findet hingegen nicht statt, zumal Stütze 6 nördlich 

desselben  projektiert  ist.  Freilich  wird  auch  der  Bereich  des  WNB-Objekts 

von der projektierten Seilbahn, in grosser Höhe, überfahren. 

Von Stützen nicht tangiert wird – entgegen dem Dafürhalten des Rekurren-

ten M. B. – das Kiesgrubenareal bei Stettbach. Die Stütze 4 soll nach Mas-

sgabe  der  Gestaltungsplanung,  inklusive  eines  allfälligen  Auslegers,  ein-

deutig in den Bereich der Parzellen Kat.-Nrn. 1 und 2 (welche nicht zum In-

ventarobjekt  gehören)  zu  liegen  kommen.  Dass  ein  sehr  kleiner  Teil  der 

Parzelle Kat.-Nr. 3 bzw. wenige Quadratmeter an der östlichsten Ecke des 

Inventarobjekts  zum  Niederhaltebereich  der  Seilbahn  gehören  werden, 

kann  angesichts  der  Ziele  des  Inventareintrags  nicht  als  Beeinträchtigung 

des Erhaltungsziels gelten. Die für den ökologischen Ausgleich sowie Fau-

na  und  Flora  wertvolle  Ruderalfläche  und  die  Tümpel  werden  nicht  beein-

trächtigt. Eine Berücksichtigung des Kiesgrubenareals bei Stettbach in der 
Interessenabwägung entfällt. 

12.5. 
Die projektierte Seilbahn führt in ihrem oberen Bereich entlang der Zürich-

bergstrasse  und  befindet  sich  damit  in  unmittelbarer  Nachbarschaft  des 

ISOS-Objekts  Wohnkolonie  Im  Klösterli.  Das  ISOS  umschreibt  diese  wie 

folgt (Eintrag Nr. 10; ISOS-Blatt Fluntern): 

"Im  Klösterli:  gartenstadtähnliche  Wohnkolonie  im  Grünen  auf  kammarti-
gem Erschliessungsnetz; zweigeschossige, nach Süden orientierte Doppe-

R1S.2019.05058 

Seite 97 

 
 
leinfamilienhäuser  mit  durchgehendem  Pultdach  und  schlichten,  schmuck-
losen Fassaden im Stil der Neuen Sachlichkeit, an den Schmalseiten klei-
ne, halbrunde Balkone, 1937, verschiedene kleinere Eingriffe." 

Die Wohnkolonie Im Klösterli figuriert unter der Aufnahmekategorie AB; sta-

tuiert wird das Erhaltungsziel A. 

Auf  die  Umgebung  des  ISOS-Objekts  nimmt  das  ISOS-Blatt  Fluntern  be-

schreibend wie folgt Bezug:  

"Das  Zoogelände,  das  seit  seiner  Eröffnung  im  Jahr  1929  mehrmals  und 
zuletzt  2014  um  den  weitläufigen  Elefantenpark  erweitert  wurde,  umgibt 
heute  fast  vollständig  die  1937  fertiggestellte  Wohnsiedlung  Im Klösterli 
(10). Die für den Stadtteil ungewöhnlich bescheidene, aber einzigartige An-
lage auf einem kammartigen Wegnetz besteht aus zweigeschossigen Dop-
pelhäusern mit nach Süden geneigtem Pultdach. Die Bauten sind mit leich-
tem Versatz zu beiden Seiten der privaten Erschliessungswege aufgereiht. 
Vor  den  südlichen  Längsfassaden  breiten  sich  Gärten  aus.  Zwischen  der 
Siedlung und dem Friedhof Fluntern hat sich das abgelegene Wohnquartier 
entlang  der  Zürichbergstrasse  mit  Mehrfamilienhäusern  der  1980er-Jahre 
erweitert  (XV).  Den  Rest  der  Hangmulde  belegen  Sportanlagen  (XIV)  und 
der Hauptsitz des Weltfussballverbandes (XIV.0.3)." 

Im  ISOS  verzeichnet  ist  sodann  auch  die  Siedlung  Mattenhof  (ISOS-Blatt 

Schwamendingen). Diese wird umschrieben wie folgt: 

"Genossenschaftssiedlung  Mattenhof,  Teil  südlich  der  Dübendorfstrasse: 
locker am Hang verteilte zweigeschossige Einfamilienhauszeilen, eine drei-
geschossige  Mehrfamilienhauszeile  sowie  eine  Reihe  mit  Doppelhäusern; 
schlichte Giebelbauten mit privaten Gärten sowie grösseren gemeinschaft-
lichen Grünbereichen, 1946/47." 

Beim Weiler Stettbach auf dem Gebiet der Stadt Dübendorf handelt es sich 

nicht um ein ISOS-Objekt. Im Weilerkern sind indes diverse Objekte inven-

tarisiert bzw. im Inventar der schützenswerten Kulturobjekte der Stadt Dü-

bendorf verzeichnet. Unter Schutz stehen die Liegenschaften auf den Par-

zellen Kat.-Nrn. 4 und 5. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Bauern-

haus an der B.-Strasse 1 (Unterschutzstellung mit Bezug auf die noch vor-

handenen  Aussenmauern  und  die  markante  Südostfassade)  sowie  an  der 

S.-Strasse 1  um  ein  umgenutztes  ehemaliges  Bauernhaus  mit  geknicktem 

Satteldach,  welches  wesentlicher  Bestandteil  des  Stettbacher  Dorfplatzes, 

mit  entsprechend  raumbildender  Funktion,  ist  (Einträge  und  Inventarisie-

rungen 

gemäss 

Online-Ortsplan 

der 

Stadt 

Dübendorf; 

R1S.2019.05058 

Seite 98 

 
 
vgl. www.geoglatt.ch).  Insgesamt  verfügt  der  Weiler  Stettbach  –  was  auch 

anlässlich des durchgeführten Abteilungsaugenscheins erkennbar war – im 

Zentrum über ein durchaus intaktes Ortsbild, wobei ein grosser Teil der ur-

sprünglichen Struktur noch vorhanden ist. 

12.6. 
Was  die  vertikale  Linienführung  angeht,  so  ist,  zumal  es  sich  bei  der  re-

kursgegenständlichen Gestaltungsplanung um eine modifizierte Version der 

vom  Verwaltungsgericht  mit  Entscheid  VB.2013.00722  vom  4. September 

2014 beurteilten Gestaltungsplanung handelt, vorliegend von entsprechend 

modifizierten  Grundlagen  auszugehen.  Im  Entscheid  VB.2013.00722  vom 

4. September 2014  war  eine  (vertikale)  Linienführung  nicht  im  Einzelnen 

Prozessthema  (vgl.  VB.2013.00722  vom  4. September 2014,  E. 11.2.7  am 

Ende). Sodann ist angesichts der vorgenommenen Modifikationen ohnehin 

von einer neuen Sachlage auszugehen. 

Bereits  dem  mit  Entscheid  VB.2013.00722  vom  4. September 2014  beur-

teilten Projekt lagen Überlegungen zur (vertikalen) Linienführung zugrunde. 

Die  kantonale  NHK  hatte  zunächst  mit  Gutachten  Nr. 10/2009  vom  3. Au-

gust 2009 zum Projekt Stellung genommen und darin keine grundsätzlichen 

natur-  oder  ortsbildschützerischen  Gründe  gegen  die  projektierte  Seilbahn 

erkannt. Die NHK stellte bereits damals Anträge zur Stellung, Dimensionie-

rung  und  Gestaltung  der  Bauten  und  Anlagen,  welche  in  den  Vorschriften 

zum  Gestaltungsplan  berücksichtigt  wurden.  Zudem  äusserte  die  NHK 

zahlreiche  Vorbehalte  von  Details  (Bepflanzung,  Gestaltung  von  Stützen 

und  Stationen,  Terrainveränderungen;  Verfügung  der  Baudirektion  vom 

27. Oktober 2011  betreffend  Festsetzung  kantonaler  Gestaltungsplan  Seil-

bahn Stettbach-Zoo Zürich,  Erw. D).  Das  vorliegend  zu  beurteilende,  fertig 

revidierte Auflageprojekt entspricht gemäss Schreiben der NHK vom 4. Juli 
2018 den zuvor im Planungsprozess gestellten Anforderungen. 

Betreffend  die  vertikale  Linienführung  wurde  im  Verlauf  des  Planungspro-

zesses  auch  eine  Variantenevaluation  durchgeführt.  Im  Rahmen  seiner 

Stellungnahme  vom  8. Juli 2010  verlangte  das  BAFU  von  der 

Zoo Seilbahn AG  eine  Variantenstudie  mit  einer  Reduktion  der  Seilhöhe 

und  einer  Gegenüberstellung  dieser  Variante  und  des  –  damals  aktuellen, 

mit  dem  vorliegenden  weitgehend  ähnlichen  –  Projekts.  Die  daraufhin  er-

stellte Variantenstudie des Planungsbüros P. AG datiert vom 9. März 2011. 

R1S.2019.05058 

Seite 99 

 
 
Darin wurde der Schluss gezogen, dass die Variante mit hoher Seilführung 

gegenüber  der  tiefen  Variante  zu  bevorzugen  sei.  Nach  einer  Begehung 

der Strecke am 17. März 2011 kam das BAFU zum Schluss, dass sich bei 

einer tieferen Seilführung mit Niederhaltung landschaftliche Vorteile vor al-

lem für den Blick von Südosten her ergäben. Diese Vorteile vermöchten die 

grossen zusätzlichen Eingriffe im Sagentobel (bei tieferer Seilführung) nicht 

aufzuwiegen. In seiner Eingabe vom 22. Oktober 2018 an das für das PGV 

zuständige BAV hielt das BAFU an dieser Einschätzung fest. 

12.7. 
Das von der Baudirektion angeführte öffentliche Interesse an der Seilbahn 

Stettbach-Zoo Zürich ist durchaus gewichtig. Zunächst kann zwar – wie die 

Rekurrierenden zu Recht anführen – der Eintrag der Seilbahn im kantona-

len  Richtplan  deren  Erstellung  nicht  per  se  legitimieren  bzw.  vermag  da-

selbst kein öffentliches Interesse zu begründen. Dennoch ist aufgrund des 

Eintrags  im  kantonalen  Richtplan  für  das  vorliegende  Verfahren  durchaus 

von  einem  –  politisch  legitimierten  –  Konsens  insofern  auszugehen,  als 

dass zwischen dem Zoo Zürich und der ÖV-Plattform Stettbach eine öffent-

lich  zugängliche  und  mithin  zum  Zürcher  Nahverkehrssystem  gehörende 

Seilbahnverbindung  geschaffen  werden  soll.  An  einem  solchen  Nahver-

kehrsmittel  besteht  angesichts  der  konkreten  örtlichen  Gegebenheiten  wie 

auch der Lage mitten im Ballungsraum zwischen der Stadt Zürich und dem 

Siedlungsgebiet  in  Zürich-Nord  (bestehend  aus  den  Stadtteilen  Oerlikon/ 

Schwamendingen,  dem  angrenzenden  Dübendorf  sowie  [insbesondere] 

den  Flughafengemeinden;  planerisch  oft  als  "Glatttalstadt"  beschrieben) 

ohne  weiteres  ein  öffentliches  Interesse.  Dass  mit  der  Zoo Seilbahn AG 

(eine  Tochtergesellschaft  der  Zoo Zürich AG)  eine  privatrechtlich  organi-

sierte  Projektträgerin  Betreiberin  sein  wird,  tut  dem  keinen  Abbruch.  Die 

nahtlose  Integration  des  Nahverkehrsmittels  in  das  System  des  ZVV  ist 
aufgrund  des  Vorvertrags  der  Zoo Seilbahn  mit  dem  ZVV  gesichert.  Der 

Vorvertrag  garantiert  die  Anerkennung  der  ZVV-Fahrausweise  (Zone 110) 

auf der Seilbahn. Damit wird für die Öffentlichkeit eine von der Fahrzeit her 

attraktive und vor allem in sehr dichter und von Behinderungen des Stras-

senverkehrs  unbeeinträchtigter  Taktfrequenz  verfügbare  Verbindung  vom 

Zürichberg (Quartier Klösterli, aber auch die angrenzenden Wohnquartiere) 

zur  ÖV-Plattform  Stettbach  sowie  den  dort  angrenzenden  Quartieren 

(Schwamendingen  und  Hochbord)  geschaffen.  Damit  besteht  an  der  Seil-

bahn Stettbach-Zoo Zürich  bereits  grundsätzlich  ein  erhebliches  öffentli-

R1S.2019.05058 

Seite 100 

 
 
ches Interesse. Es ginge zu weit, für die Erstellung einer öffentlichen Nah-

verkehrsverbindung  in  Stadträumen  einen  strikten  –  hypothetischen  –  mit-

tels  Verkehrsstudien  zu  belegenden  Bedarfsnachweis  zu  fordern,  zumal 

dies  die  (stets  sukzessive  erfolgende)  Weiterentwicklung  städtischer  Nah-

verkehrsnetze  erheblich  erschweren  bis  gänzlich  verunmöglichen  würde. 

Dies gilt entgegen der Ansicht der Rekurrierenden auch dann, wenn – wie 

vorliegend – für das öffentliche Verkehrsmittel Land ausserhalb der Bauzo-

nen  beansprucht  werden  muss.  Vorliegend  ist  offenkundig,  dass  aufgrund 

der  geographischen  Gegebenheiten  und  der  bereits  weitgehend  ausge-

schöpften Kapazitäten im Strassenverkehr im Grunde bloss ein alternatives 

Projekt  (bzw.,  nach  der  vorgenommenen  Prüfung  der  Alternativen,  eine 

Seilbahn)  den  Anforderungen  zu  genügen  vermag.  Zu  bedenken  ist,  dass 

an der fraglichen Stelle zwischen Zürichberg und Stettbach ein für eine ver-

lässliche  Verbindung  mit  Shuttlebussen  erforderlicher  Strassenausbau  auf 

weiten  Streckenabschnitten  einen  Ausbau  auf  (mindestens)  drei  Fahrspu-

ren  bedingen  würde,  unter  entsprechenden  Kostenfolgen  und  erheblicher 

Landbeanspruchung  für  die  Streckenführung  sowohl  in  der  Nichtbauzone 

als auch mitten in der Gemeinde Gockhausen. Die projektierte Seilbahn ist 

– und  wären  womöglich  auch  weitere  Seilbahnen  auf  dem  Gebiet  und  in 

der  Agglomeration  der  Stadt  Zürich –  als  alternative  Variante  einer  für 

Fussgänger  niederschwelligen,  weil  direkten  und  bequemen  innerstädti-

schen  Verbindung  zu  würdigen.  Zu  Recht  verweist  die  Baudirektion  denn 

auch  auf  die  offenkundigen  Herausforderungen  bei  der  Erschliessung  des 

Hochschulquartiers Zürich-Zentrum (HGZZ). Dieses wird in absehbarer Zeit 

einer  Erschliessung  durch  neue  Verkehrsträger  bedürfen.  Diesbezüglich 

wäre  eine  Seilbahnverbindung  einerseits  zum  HB Zürich  und  andererseits 

via Zoo nach Stettbach durchaus zu prüfen; ein solches Projekt würde von 

den mit der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich gemachten Erfahrungen erheb-

lich  profitieren.  Dass,  wie  die  Rekurrierenden  anführen,  die  Planungen  für 
das  Hochschulquartier  und  dessen  Erschliessung  noch  nicht  spruchreif 

sind,  tut  der  Legitimität  der  Forderung  nach  einer  neuartigen  Verkehrser-

schliessung keinen Abbruch. Keine Rolle spielt in diesem Zusammenhang 

auch, dass sich die Auslastung der Tramlinen 5 und 6 durch den Zoo und 

die Universität komplementär verhält, da die Tramverbindung vom HB Zü-

rich oder Bellevue zum Zoo von ihrer Kapazität her an ihre Grenzen stösst. 

Im Übrigen sind Reisezeiten auf den Tramstrecken weniger attraktiv. Dass 

die  Seilbahn  –  auch  –  zu  einer  Verlagerung  der  ÖV-Passagiere  von  den 

Tramlinien 5 und 6 führt, ist insoweit kein Nachteil. Neben dieser Verlage-

R1S.2019.05058 

Seite 101 

 
 
rung  bewirkt  die  Realisierung  der  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich,  dass 

‒ wie  bereits  anhand  des  Gutachtens  S.  erwähnt  und  geprüft  –  unter  den 

Zoobesuchern für den Zustand Z1.2 (im Jahr 2030, mit Seilbahn) eine Mo-

dalsplitveränderung  zwischen  4,2 %  und  4,5 %  (verkehrsmittelbezogener 

Modalsplit)  hin  zum  ÖV  eintritt  (Gutachten  S.,  S. 44).  Dass  bei  erhöhten 

Wartezeiten  an  den  Seilbahnstationen  mit  einer  geringeren  Modalsplitver-

änderung  zu  rechnen  wäre,  trifft  zwar  zu  (3,3 %;  Gutachten  S.,  S. 99).  In-

des  dürfte  sich,  was  auch  die  Rekurrierenden  konzedieren,  das  Aufkom-

men von Verspätungen an den Seilbahnstationen auf die Zoo-Spitzentage 

beschränken. Sodann fusst das Gutachten S. – wie erwähnt – methodisch 

auf  einem  Vergleich  abstrakter  Reisezeiten  ohne  Berücksichtigung  allfälli-

ger Kapazitätsengpässe.  

Insgesamt  weist  das  Gutachten  S.  doch  einen  erheblich  höheren  Nutzen 

der Seilbahnverbindung nach, als dies für die realistischen ÖV-Alternativen 

(Shuttlebusse, Taktverdichtung der Tramlinien 5 und 6) angenommen wer-

den  kann.  Was  ferner  die  Prüfung  weiterer  alternativer  Verkehrsträger  an-

geht,  ist  nach  hier  vertretener  Ansicht  keine  weitere  Auslegeordnung  vor-

zunehmen. Wie erwähnt fällt eine Standseilbahn oder Zahnradbahn infolge 

ihres  Landbedarfs  sowie  der  für  ihren  Bau  erforderlichen  erheblichen  Ein-

griffe in Wald und Landschaft im Gebiet des Sagentobels ausser Betracht. 

Für die Seilbahn sprechen, zumal am vorgesehenen Ort, von allen Alterna-

tiven die mit Abstand überzeugendsten Argumente. 

12.8. 
Nicht zu unterschlagen ist in der Betrachtung ferner auch ein – wenngleich 

untergeordnetes  –  privates  Interesse  des  Zoos  bzw.  der  Zoo Zürich AG. 

Diese  bemüht  sich  seit  geraumer  Zeit  um  die  Errichtung  einer  neuen  Er-

schliessungsvariante  bzw.  der  projektierten  Seilbahn  nach  Stettbach.  Der 
Zoo  Zürich  hat  zwar  –  in  baupolizeilicher  Hinsicht  –  ohne  weiteres  als  er-

schlossen zu gelten. Dies ändert nichts daran, dass die Zoo Zürich AG und 

mit  ihr  die  Zoo Seilbahn AG  an  der  Bewältigung  der  –  gerade  an  Zoo-

Spitzentagen – erheblichen Verkehrsströme ein legitimes Interesse verfolgt. 

Dies ist auch im Lichte dessen zu berücksichtigen, dass der Zoo Zürich da-

selbst im kantonalen Richtplan (Kultur, Sport, Messe und Kongresswesen) 

eingetragen ist. 

R1S.2019.05058 

Seite 102 

 
 
12.9.1. 
Zu  berücksichtigen  sind  im  Lichte  der  Verhältnismässigkeit  aber  auch  die 

der  Realisierung  der  Seilbahn  entgegenstehenden  Interessen.  Zunächst 

kommt auch die projektierte Seilbahn nicht ohne (für Stütze 6 sogar direkte 

bauliche)  Eingriffe  in  das  Inventarobjekt  Sagentobel  aus  und  ist  dies  mit 

dem Ziel des Vermeidens menschlicher Einflüsse auf Struktur und Entwick-

lung dieses Tobels nicht unbesehen vereinbar. Sodann stellt das Sagento-

bel und dessen weitere ausserhalb der Bauzonen liegende sowie grössten-

teils  bewaldete  Umgebung  für  die  angrenzenden  Quartiere  bzw.  Wohnge-

biete (am Zürichberg, in Stettbach, in Schwamendingen, in Dübendorf) eine 

der  wenigen  im  Grossraum  Zürich  noch  vorhandenen  "grünen  Lungen" 

bzw.  Naherholungsgebiete  dar,  welcher  für  die  Erholung  der  Bevölkerung 

eine zentrale Funktion zukommt. Deren Beeinträchtigung ist daher mit be-

sonderer  Sorgfalt  zu  prüfen.  Zu  berücksichtigen  ist  dabei  auch  die  Über-

fahrt der Seilbahn über das im WNB eingetragene, bislang weitgehend un-

berührte  Waldgebiet.  Die  projektierte  Seilbahn  kann  aber  (noch)  als  mit 

dem  Erhaltungszweck  gemäss  den  Inventaren  und  dem  Erholungszweck 

des  Gebiets  vereinbar  gelten.  Dies  insbesondere  aufgrund  der  gewählten 

hohen Seilführung, welche (ausser im Bereich der Stütze 6) direkte Eingrif-

fe  in  Fauna  und  Flora  des  Landschaftsschutzobjekts  minimiert.  Wie  er-

wähnt  kommt  das  Projekt  sodann  gänzlich  ohne  Eingriffe  in  das  im  WNB 

eingetragene  Gebiet  aus.  Einflüsse  durch  Lärm  und  Licht  sind  minimiert, 

sodass das Sagentobel auch als bekanntes Wildeinstandsgebiet – die for-

melle Ausscheidung von Wildeinstandsgebieten wird im Kanton Zürich erst 

mit Inkrafttreten eines neuen Jagdgesetzes vorgenommen werden – in sei-

ner Funktion nur geringfügig beeinträchtigt wird. Sodann konnte der Land-

bedarf  und  der  –  im  oberen  Teil  einzig  aufgrund  der  Sicherheitszone  des 

Flughafens  Zürich  erforderliche  –  Niederhaltebereich  auf  das  erforderliche 

Minimum  reduziert  werden.  Eine  in  Skigebieten  häufig  anzutreffende,  von 
weitherum erkennbare Schneise durch das Waldgebiet entfällt. 

12.9.2. 
Kehrseite  der  hohen  Seilführung  ist  indes,  dass  die  Seilbahn  aus  land-

schaftsschützerischer  Sicht  weitherum  sichtbar  sein  wird.  Einerseits  liegt 

darin  ein,  wenngleich  erforderlicher,  zusätzlicher  Eingriff  in  das  Land-

schaftsschutzobjekt  Sagentobel.  Andererseits  wird  die  Seilbahn  von  den 

umliegenden  Siedlungsgebieten  her  –  unter  Umständen  als  störend  – 

wahrzunehmen sein. In Anschlag zu bringen ist sodann die – von der Re-

R1S.2019.05058 

Seite 103 

 
 
kurrentin  Stadt  Dübendorf  monierte  –  Abweichung  vom  Planungsziel  der 

Freihaltung  des  Landschaftsraums  zwischen  dem  Siedlungsgebiet  (in 

Stettbach/Dübendorf)  und  dem  Zürichberg.  Freilich  erscheint  der  Eingriff 

durch die hohe Seilführung, aber auch angesichts der filigranen Statur einer 

Seilbahn  insgesamt  als  vertretbar.  Die  meisten  der  umliegenden  Wohnge-

biete befinden sich von der projektierten Seilbahn mehrere hundert Meter, 

wenn  nicht  gar  kilometerweit  entfernt.  Um  ein  von  Einflüssen  unberührtes 

Landschaftsgebiet handelt es sich in Zürich-Nord gerade nicht. Die Bautä-

tigkeit rund um den Bahnhof Stettbach mit zum Teil grossvolumigen, in zu-

nehmende  Höhe  vordringenden  Bauvorhaben  (z.B.  "Jabee-Tower")  sowie 

die weitläufigen Einkaufs- und Vergnügungsanlagen (z.B. Möbelmärkte so-

wie  sog.  "Samsung Hall"  im  angrenzenden  Gebiet  Hochbord)  verleihen 

dem  umliegenden  Gebiet  ein  grossstädtisches  Flair.  Dass  –  schliesslich  – 

die  Landschaftskammer  zwischen  diesem  Siedlungsgürtel  und  den  bewal-

deten  Hängen  des  Zürichbergs  umfassend  freigehalten  worden  wäre,  trifft 

nicht zu. Im fraglichen Bereich wird die Trennung namentlich vom zur Stadt 

Dübendorf gehörenden Weiler Stettbach unterbrochen. Landschaftlich kann 

die projektierte Seilbahn nach dem Gesagten ohne weiteres als verträglich 

angesehen werden. 

12.9.3. 
Sodann  ist  die  –  von  einigen  der  Rekurrierenden  als  ungenügend  berück-

sichtigt  gerügte  –  räumliche  Beziehung  der  Seilbahn  zum  im  ISOS  ver-

zeichneten Quartier Im Klösterli, der Siedlung Mattenhof sowie dem Weiler 

Stettbach  zu  würdigen.  Entgegen  der  Auffassung  der  Rekurrierenden 

kommt  diesem  Aspekt  vorliegend  ein  eher  untergeordnetes  Gewicht  zu. 

Nicht  zutreffend  ist,  dass  –  wie  bereits  ausgeführt  –  mit  Bezug  auf  das 

Quartier  Im Klösterli  und  die  Siedlung  Mattenhof  besondere,  zusätzliche 

Abklärungen  erforderlich  wären.  Angesichts  der  weiteren  Sachumstände 
genügen  die  Stellungnahmen  des  BAK  und  der  NHK  den  Anforderungen 

ohne  weiteres.  Das  ISOS  erwähnt  daselbst,  dass  in  unmittelbarer  Umge-

bung der genannten Siedlungen jeweils (Wohn-)Neubauten (1980er-Jahre; 

2002)  bestehen,  welche  wohl  nicht  die  Qualität  der  Siedlungen  an  sich, 

aber doch deren räumliche Wirkung bereits erheblich beeinträchtigen. Wird 

– im Fall der Siedlung Mattenhof – berücksichtigt, dass die Seilbahn doch 

in einigem Abstand dazu errichtet wird (Strasse Oberes Hohmoos, Parkie-

rung auf der Parzelle Kat.-Nr. 6), wobei in unmittelbarer Nachbarschaft der 

Siedlung  (ennet  der  Dübendorfstrasse)  moderne  Wohnbauten  errichtet 

R1S.2019.05058 

Seite 104 

 
 
wurden,  kann  keine  besondere  Beeinträchtigung  vorliegen.  Enger  sind  die 

Verhältnisse  mit  Bezug  auf  das  Quartier  Im  Klösterli.  Nebst  den  im  ISOS 

erwähnten Neubauten fällt diesbezüglich ins Gewicht, dass sich in ebenfalls 

unmittelbarer Umgebung des Quartiers weitere Bauten und Anlagen (gröss-

tenteils  des  Zoos;  aber  auch  Sportanlagen  und  der  FIFA-Hauptsitz)  befin-

den, mit welchen sich die Siedlung die Umgebung seit geraumer Zeit teilt. 

Was  den  Weiler  Stettbach  angeht,  so  kann  sich  die  vorliegende  Betrach-

tung nicht auf dessen intaktes Ortsbild im Zentrum beschränken. Zwischen 

dem  Zentrum  und  der  projektierten  Seilbahn  befinden  sich  nach  den  Er-

gebnissen des Augenscheins Wohnsiedlungen (Reihen- und Mehrfamilien-

häuser sowie Villen) allesamt neueren Datums (in welchen auch Rekurrie-

rende  leben).  Diese  erfüllen  punkto  Gestaltung  und  Architektur  keine  be-

sonderen  Anforderungen.  Es  wäre  mithin  verfehlt,  die  Seilbahn  in  dieser 

Umgebung  als  besonders  störend  zu  empfinden.  Aus  raumplanerischer 

Sicht  ist  daher  von  einer  eher  geringfügigen  Beeinträchtigung  der  ISOS-

Objekte  Quartier  Im  Klösterli  und  Siedlung  Mattenhof  auszugehen.  Eine 

besondere negative Wirkung der Seilbahn auf den Weiler Stettbach ist nicht 

auszumachen. 

12.9.4. 
Dem  öffentlichen  Interesse  entgegenzuhalten  ist  schliesslich  die  –  wie  er-

wähnt – mögliche Beeinträchtigung der Verkehrs- und Parkierungssituation 

in Stettbach durch MIV-Benützer, welche die projektierte Seilbahn als Ver-

bindung  zum  Zoo  nutzen.  Dabei  fällt  –  wie  ebenfalls  erwähnt  –  aber  ins 

Gewicht,  dass  nach  Massgabe  des  Gutachtens  S.  bzw.  der  ermittelten 

Fahrtenzahlen  eine  merkbare  Beeinträchtigung  der  Verkehrs-  und  Parkie-

rungssituation  einzig  an  Sonn-  und  Feiertagen  (besonders  an  Zoo-

Spitzentagen) überhaupt in Betracht kommt. Diese Beeinträchtigungen lie-

gen  ohne  weiteres  im  Bereich  des  im  Grossraum  Zürich  Vertretbaren  und 
werden durch die in den GPV zusätzlich vorgesehenen flankierenden Mas-

snahmen gemildert. Schliesslich wäre es auch verfehlt, die Realisierbarkeit 

einer Anlage des öffentlichen Nahverkehrs, welche selber sachlogisch kei-

nen  oder  nur  geringen  MIV-Mehrverkehr  zu  generieren  vermag,  von  der 

Verkehrs- und Parkierungssituation in der unmittelbaren Umgebung abhän-

gig zu machen. Dies auch dann, wenn die Richtplanung – wie im vorliegen-

den Fall – die Voraussetzung statuiert, dass das Parkplatz- und Verkehrs-

regime im umliegenden Raum für die Anwohner verträglich auszugestalten 

sei.  Dass  eine  neue  ÖV-Verbindung  auch  unerwünschten  MIV  anziehen 

R1S.2019.05058 

Seite 105 

 
 
kann, ist in der heutigen Zeit, in welcher aufgrund der Verkehrssituation ein 

zunehmendes  Bedürfnis  nach  P+R-Möglichkeiten  besteht,  grundsätzlich 

hinzunehmen. Damit einher gehen die möglichen Auswirkungen dieses un-

erwünschten  MIV  mit  Bezug  auf  (zusätzliche)  Lärmimmissionen  und  Luft-

qualität.  Wenn  bei  der  Erstellung  öffentlicher  Nahverkehrsanlagen  (bspw. 

der  Glatttalbahn  oder  der  Limmattalbahn)  stets  auch  die  Verkehrs-  und 

Parkierungssituation  in  der  Umgebung  gelöst  werden  müsste,  wären  Nah-

verkehrsanlagen  im  städtischen  Umfeld  letztlich  nur  in  Kombination  mit 

Parkierungsanlagen  realisierbar.  Letzteres  wäre  weder  planerisch  noch 

verkehrspolitisch  zielführend.  Eine  mögliche  Beeinträchtigung  der  Anwoh-

ner  in  Stettbach  ist  in  der  Abwägung  daher  zwar  als  der  Realisierung  der 

Seilbahn  Stettbach-Zoo  Zürich  entgegenstehendes,  aber  für  sich  allein 

nicht  besonders  gewichtiges  (öffentliches  wie  privates)  Interesse  zu  be-

rücksichtigen.  

12.9.5. 
Schliesslich sind der Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich auch entgegenstehen-

de private Interessen entgegenzuhalten. Zunächst fallen darunter die Inte-

ressen  derjenigen  Rekurrierenden,  deren  (Wald-)Grundstücke  von  der 

Seilbahn  überfahren  werden.  Da  die  Seilbahn  die  Waldfunktion  und 

-nutzung,  zumal  angesichts  der  hohen  Seilführung,  nicht  erheblich  beein-

trächtigen  wird,  ist  diesen  Interessen  kein  besonderes  Gewicht  beizumes-

sen. Kein besonderes Gewicht kommt auch den – dennoch angeführten – 

Interessen  einzelner  im  und  um  das  Sagentobel  erholungssuchender  An-

wohnerinnen  und  Anwohner  zu.  Die  Erholungsfunktion  des  Waldes  wird, 

jedenfalls  aus  objektiver  Sicht,  durch  die  Seilbahn  nicht  erheblich  einge-

schränkt. Gondeln und Masten befinden sich erheblich über dem Sichtfeld; 

auch die Bewegung der Gondeln kann nicht von vornherein als störend gel-

ten.  Dies  hat  auch  für  weiter  entfernte  Anwohnerinnen  und  Anwohner  zu 
gelten,  welche  von  der  Seilbahn  nicht  besonders  gestört  werden  dürften. 

Stärker  beeinträchtigt  werden  von  der  Seilbahn  indes  offenkundig  Anwoh-

nerinnen  und  Anwohner  in  unmittelbarer  Nähe  des  Seilbahntrassees  oder 

von  Masten.  Namentlich  sind  dies  Einwohnerinnen  und  Einwohner  des 

Quartiers  Im Klösterli  mit  Sicht  auf  die  Seilbahn,  Anwohnerinnen  und  An-

wohner in den Aussenquartieren des Weilers Stettbach (wie bspw. der Re-

kurrent M. B.) sowie in der Neubausiedlung der rekurrierenden Genossen-

schaft  S.  wohnhafte  Genossenschafterinnen  und  Genossenschafter.  Dem 

privaten  Interesse,  im  Bereich  der  eigenen  Liegenschaft  oder  Wohnung 

R1S.2019.05058 

Seite 106 

 
 
(Garten,  Balkone,  Wohnräume)  nicht  von  Seilbahnbenützern  beobachtet 

oder  von  allfälligen  –  bereits  erwähnten  –  Lärmimmissionen  betroffen  zu 

werden, kommt ein gewisses, hier nicht zu vernachlässigendes Gewicht zu. 

Allerdings  haben  die  meisten  Nahverkehrsmittel  (bspw.  aufgrund  des 

Quietschens  eines  Trams)  auf  Anwohnerinnen  und  Anwohner  ähnliche 

Auswirkungen  und  können  aufgrund  derselben  noch  nicht  als  unzulässig 

gelten. 

12.9.6. 
Als  für  die  Interessenabwägung  nicht  relevant  haben  folgende,  von  den 

Rekurrierenden ebenfalls genannte Aspekte zu gelten: 

Die Rekurrentin Stadt Dübendorf bringt vor, die Seilbahn werde zufolge der 

Besucherströme  Auswirkungen  auf  das  Betriebsregime  der  Glatttalbahn 

und des Glatttalbusses haben, und verweist dabei auf Erfahrungen mit der 

benachbarten Eventhalle (sog. "Samsung Hall"). 

Dieses Argument ist inhaltlich nicht nachvollziehbar. Zum einen ist bei der 

Seilbahn mit einem stetigen und nicht mit einem plötzlichen, massiven Be-

sucheransturm  zu  rechnen.  Maximal  werden  –  bei  Zugshalten  in  Stett-

bach –  realistischerweise  wenige  hundert  Zoobesucher  gleichzeitig  an-

kommen. Die Situation ist daher nicht vergleichbar mit einem Konzertende 

in  einer  Halle  mit  Platz  für  5'000 Besucher  wie  der  sog.  "Samsung Hall". 

Vom Bahnhof Stettbach bzw. von den Perrons ist zudem kein Fussmarsch 

zur Seilbahnstation und insbesondere keine Überquerung von Strassen er-

forderlich, zumal die Talstation auf der ÖV-Plattform Stettbach direkt neben 

den oberirdischen Bahnhofsanlagen erstellt werden wird. Eine Behinderung 

der Glatttalbahn oder des Glatttalbusses kann damit faktisch ausgeschlos-

sen werden. 

Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  macht  weiter  geltend,  beim  Erlass  der 

Gestaltungsplanung sei dem Wunsch des BAFU und der Abteilung Koordi-

nation  Bau  und  Umwelt  (KOBU),  ein  Fahrradtransportverbot  zu  erlassen, 

nicht  entsprochen  worden.  Es  sei  bloss  angeordnet  worden,  dass  die 

Zoo Seilbahn AG ein entsprechendes Verbot zu erlassen habe, sollten sich 

negative  Entwicklungen  ergeben.  Mangels  einer  Regelung  in  den  GPV 

könne  die  Zoo Seilbahn AG  sodann  nicht  zum  Erlass  eines  Verbots  ge-

zwungen werden. 

R1S.2019.05058 

Seite 107 

 
 
Diese Ausführungen sind vorliegend deshalb nicht von Belang, weil es die 

Stadt Dübendorf unterlässt, die Verankerung eines Fahrradtransportverbots 

in den GPV zu beantragen. Wenn die Zoo Seilbahn AG ausführt, dass auf 

den  Erlass  eines  Fahrradtransportverbots  aus  Verhältnismässigkeitsgrün-

den zunächst verzichtet werden soll, ist diese Argumentation nachvollzieh-

bar.  Neben  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Verhinderung  eines  uner-

wünschten  "Seilbahn-Bikertourismus"  im  Waldgebiet  zwischen  der  Station 

Zoo und der Station Stettbach besteht ein gegenläufiges, berechtigtes Inte-

resse  des  Publikums,  auf  der  Seilbahn  (beispielsweise  zwecks  Pendelns) 

auch  Fahrräder  transportieren  zu  können.  Dass  zunächst  Erfahrungen  im 

Betrieb  gesammelt  werden  sollen,  ist  nachvollziehbar.  Ein  der  Erstellung 

der Seilbahn grundsätzlich entgegengesetztes Interesse vermag die Frage 

nach den Fahrradtransporten nicht zu begründen. 

12.9.7. 
In  Abwägung  aller  Sachumstände  ist  klar  von  einem  Überwiegen  des  öf-

fentlichen Interesses an der Seilbahn als neuem Nahverkehrsmittel auszu-

gehen. Die Beeinträchtigung des Sagentobels und des Naherholungsgebie-

tes  an  der  Nordflanke  des  Zürichbergs  ist  nicht  derart  erheblich,  als  dass 

sie  dieses  Interesse  zu  überwiegen  vermöchte.  Der  möglicherweise  resul-

tierende  MIV-Mehrverkehr  in  Stettbach  beschränkt  sich,  wenn  überhaupt 

erheblicher  Mehrverkehr  anfallen  sollte,  auf  Sonn-  und  Feiertage.  Die  Be-

einträchtigung der – nicht besonders zahlreichen – unmittelbaren Anwohne-

rinnen und Anwohner erscheint vertretbar. 

13. 
Ein Eingriff in das von der Vorinstanz im Übrigen pflichtgemäss ausgeübte 

Ermessen fällt unter diesen Umständen ausser Betracht. Die Rekurse sind 
damit,  soweit  die  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids  bzw.  der  re-

kursgegenständlichen  Gestaltungsplanung  beantragt  worden  ist,  abzuwei-

sen, soweit auf sie einzutreten ist. Auf einzelne Begehren bezüglich einzel-

ner Modifikationen der GPV ist, soweit diese nicht bereits behandelt worden 

sind, nachfolgend Bezug zu nehmen. 

R1S.2019.05058 

Seite 108 

 
 
14.1. 
Dies  betrifft  die  von  der  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  gestellten  und  noch 

zu  behandelnden  Anträge  zum  Verkehrs-,  Massnahmen-  und  Monitoring-

konzept (Art. 4 ff. GPV) sowie betreffend Nebenanlagen und maximale Hö-

he von Aufbauten. 

14.2. 
Eine  Aufnahme  des  (gesamten)  Gebiets  Heerenschürli  in  den  Massnah-

menperimeter bzw. das Monitoringkonzept ist nicht erforderlich. Die südlich 

der  Sportanlagen  gelegenen  Abstellplätze  sind  im  Perimeter  des  Mass-

nahmen-  und  Monitoringkonzepts  erfasst  (Teilgebiet F3 Mattenhof).  Die 

nördlich der Anlagen direkt an der Überlandstrasse gelegenen Abstellplätze 

derselben sind zu Recht nicht in das Konzept einbezogen worden. Zum ei-

nen  befinden  sie  sich  ausserhalb  des  Perimeters  von  600 m  und  damit 

nicht mehr in vernünftiger Gehdistanz zur Seilbahnstation Stettbach. Ande-

rerseits ist, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, im Falle einer unberech-

tigten Benützung der Sportanlage Heerenschürli vonseiten der Stadt Zürich 

mit Massnahmen zu rechnen. Eine Ausdehnung des Perimeters der Mass-

nahmen  ist  daher  nicht  erforderlich.  Der  Antrag  gemäss  Ziffer 3  des 

Rechtsbegehrens  der  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  ist  folglich,  zumal  auf-

grund des Ermessensspielraums der Baudirektion bei der Festsetzung des 

Gestaltungsplans, abzuweisen. 

14.3. 
Eine genügende Rechtsgrundlage für eine Überwälzung von Kosten hoheit-

licher  Massnahmen  der  Stadt  Dübendorf,  der  zuständigen  Polizeiorgane 

oder Dritter betreffend die Verhinderung von unerwünschtem MIV in Stett-

bach  ist  im  vorliegenden  raumplanungsrechtlichen  Verfahren  nicht  ersicht-

lich. Soweit die Kosten für die in Art. 5 f. GPV vorgesehenen Massnahmen 
infrage  stehen,  treffen  die  entsprechenden  Verpflichtungen  ohne  weiteres 

die  Zoo Seilbahn AG  bzw.  die  Seilbahnbetreiberin,  welche  für  die  Kosten 

des Verkehrs-, Massnahmen- und Monitoringkonzepts, soweit letzteres Be-

standteil  des  Gestaltungsplans  ist,  aufzukommen  hat.  Der  Antrag  gemäss 

Ziffer 4 des Rechtsbegehrens der Rekurrentin Stadt Dübendorf ist gesamt-

haft abzuweisen. 

R1S.2019.05058 

Seite 109 

 
 
14.4. 
Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  begründet  den  Antrag  auf  zeitliche  Aus-

dehnung  der  flankierenden  Massnahmen  zur  Verhinderung  von  uner-

wünschtem MIV damit, dass die Bereitstellung von Verkehrsdiensten (nur) 

während  des  ersten  Betriebsjahres  der  Seilbahn  nicht  genüge.  Es  könne 

nach Ablauf eines Jahres nicht der Begleitgruppe überlassen werden, was 

mit dem zu erwartenden hohen Aufkommen geschehe.  

Dabei  verkennt  die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf,  dass  der  klare  Wortlaut 

von  Art. 5  Abs. 3  GPV  und  Art. 5  Abs. 5  GPV  für  den  Fall  des  Auftretens 

unerwünschter  Auswirkungen  vorsieht,  dass  die  Massnahmen  aufrechtzu-

erhalten  und  überdies  weitere  Massnahmen  vorzukehren  sind  (Massnah-

menstufe 2). Eine zwingende Ausdehnung der Massnahmen (insbesondere 

der  Verkehrsdienste)  über  das  erste  Betriebsjahr  hinaus  wäre,  sofern  in 

Stettbach  gar  keine  unerwünschten  Auswirkungen  auftreten,  nicht  (mehr) 

erforderlich und damit auch nicht (mehr) verhältnismässig. Ausserdem sieht 

das Konzept daselbst vor, dass auch die Folgen der Aufhebung der Mass-

nahmen zu evaluieren und im Bedarfsfall wieder Massnahmen vorzusehen 

seien.  Zu  einer  Modifikation  der  GPV  mit  Bezug  auf  die  Dauer  der  Mass-

nahmen besteht mithin kein Anlass. Ein Eingriff in das bei der Festsetzung 

des  Gestaltungsplans  bestehende  Ermessen  ist  nicht  angezeigt.  Der  An-

trag  gemäss  Ziffer 5  des  Rechtsbegehrens  der  Rekurrentin  Stadt  Düben-

dorf ist abzuweisen. 

14.5. 
Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  begründet  den  weiter  gestellten  Antrag 

auf Streichung von Art. 5 Abs. 3 lit. b GPV damit, dass die Zoo Seilbahn AG 

kaum  wirksam  erreichen  könne,  dass  die  zuständigen  Polizeiorgane 

Verstösse gegen Fahr- und Parkverbote konsequent feststellen und sankti-
onieren bzw. geeignete Massnahmen erlassen. Dazu würden der Zoo Seil-

bahn AG die nötigen Mittel fehlen; mit dem Gestaltungsplan könnten keine 

hoheitlichen Befugnisse geschaffen werden. 

Diese Ausführungen sind für sich genommen ohne weiteres zutreffend. Der 

Zoo Seilbahn AG  werden  bei  Anwendung  der  GPV  keine  hoheitlichen  Be-

fugnisse  zukommen; solche  Massnahmen  würden,  wie  erwähnt,  den  Rah-

men des bei der Gestaltungsplanung Möglichen und Zulässigen sprengen. 

Indes  ergibt  Art. 5  Abs. 3 

lit. b  GPV 

insoweit  Sinn,  als  er  die 

R1S.2019.05058 

Seite 110 

 
 
Zoo Seilbahn AG  zur  aktiven  Zusammenarbeit  mit  den  lokalen  Polizeibe-

hörden und weiteren Behörden verpflichtet. Diese Verpflichtung zur Mitwir-

kung  und  Mithilfe  ist  durchaus  begründet.  Der  Antrag  gemäss  Ziffer 6  des 

Rechtsbegehrens der Rekurrentin Stadt Dübendorf ist, auch unter Hinweis 

auf den Ermessenspielraum der Baudirektion, abzuweisen. 

14.6. 
Die Rekurrentin Stadt Dübendorf verlangt weiter, dass Art. 9 Abs. 1 GPV so 

zu ändern sei, dass im Perimeter des Gestaltungsplans lediglich die für die 

Erstellung und den Betrieb der Seilbahn notwendigen Bauten und Anlagen 

mit Betriebseinrichtungen und Nebenanlagen zuzulassen seien. Der aktuel-

le  Wortlaut  von  Art. 9  Abs. 1  GPV  öffne  Tür  und  Tor  für  sachfremde  Ne-

benanlagen, wie sie landauf und landab an vielen SBB-Bahnhöfen vorhan-

den  seien.  Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  wehre  sich  gegen  derartige 

Nebenanlagen,  zumal  die  Seilbahnstation  nicht  zu  einem  verkappten  Ein-

kaufszentrum  werden  solle,  was  die  die  verkehrliche  Situation  weiter  ver-

schlechtern würde. 

Der  Wortlaut  von  Art. 9  Abs. 1  lit. a  GPV  –  bezüglich  die  Teilgebiete A1 

und A2 – ist diesbezüglich klar. Weitere Nebenanlagen (neben Ticketshop, 

Technikräumen  und  WC-Anlagen)  sind  erlaubt,  soweit  sie  innerhalb  des 

Baukörpers  zu  liegen  kommen  und  ein  Bezug  zur  Seilbahn  gegeben  ist. 

Möglich  wird  damit  namentlich  der  Verkauf,  wie  beispielhaft  erwähnt,  von 

Zooartikeln.  Ebenso  klar  ist  indes,  dass  Verkaufseinrichtungen  für  andere 

Waren  oder  Dienstleistungen  (etwa  des  täglichen  Bedarfs)  mangels  des 

Bezugs  zum  Zoo  ausgeschlossen  bleiben.  Die  Einrichtung  der  ansonsten 

an  Bahnhöfen  weitherum  verbreiteten  Verkaufsstellen  (Kioske,  AVEC-

Shops,  Migrolino,  Coop  Pronto  etc.)  bleibt  ausgeschlossen.  Vor  diesem 

Hintergrund  ist  eine  weitere  Einschränkung  der  Nebenanlagen  nicht  erfor-
derlich.  Der  Verkauf  etwa  von  Zoo-Artikeln  (bspw.  im  Ticketshop)  wird  so-

dann offenkundig nicht zu zusätzlichen verkehrlichen Auswirkungen führen. 

Eine  Verletzung  der  Ermessensausübung  ist  nicht  ersichtlich.  Der  Antrag 

gemäss Ziffer 7 des Rechtsbegehrens der Rekurrentin Stadt Dübendorf ist 

abzuweisen. 

14.7. 
Die  Rekurrentin  Stadt  Dübendorf  verlangt  ferner  eine  Anpassung  von 

Art. 10 Abs. 2 GPV (Lage und Dimensionen der Gebäude, Stützen und An-

R1S.2019.05058 

Seite 111 

 
 
lagen) dahingehend, als nur kleinere, technisch notwendige Aufbauten die 

maximale Höhe überragen dürften. Aufbauten seien auf das technisch Nö-

tige zu beschränken, damit die Baukörper nicht aufgebläht würden. Indem 

Art. 10  Abs. 2  GPV  generell  kleinere,  technisch  bedingte  Aufbauten  zulas-

se, sei die Bestimmung zu grosszügig. Der bestehende Wortlaut öffne Tür 

und Tor für jedwelche Installationen über den maximalen Gebäudehöhen. 

Da  bereits  der  erste  Satz  von  Art. 10  Abs. 2  GPV  vorsieht,  dass  die  Aus-

senmasse  der  Seilbahnstationen  in  den  Teilgebieten A1  und  A2  möglichst 

gering  zu  halten  und  auf  das  technisch  Notwendige  zu  beschränken  sind, 

erweist  sich  die  rekurrentische  Befürchtung  als  unbegründet.  Diese  Ein-

schränkung gilt selbstredend auch für die im zweiten Satz des Abs. 2 vor-

gesehenen  technischen  Aufbauten  (unter  Ausnahme  von,  sinnigerweise, 

Solarstromanlagen). Aufbauten dürfen mithin die maximale Höhe der Bau-

ten  nur  im  Rahmen  des  technisch  Notwendigen  überschreiten.  In  diesem 

Licht wären gerade sachfremde Aufbauten (z.B. die Errichtung einer Mobil-

funkantenne) unter dem Titel des Gestaltungsplans nicht zulässig. Sodann 

sind  die  gesamten  Stationen  –  was  selbstredend  auch  die  Aufbauten  be-

trifft –  besonders  gut  zu  gestalten  (Art. 11 GPV).  Letzteres  dürfte  die  An-

ordnung einer grossen Anzahl oder unschön in Erscheinung tretender Auf-

bauten ohnehin verhindern. Für die beantragte weitere Einschränkung des 

Wortlauts von Art. 10 Abs. 2 GPV besteht weder ein sachlicher Anlass noch 

– im Sinne der Formulierung der Bestimmung – überhaupt Raum. Die Bau-

direktion  hat  das  ihr  zustehende  Ermessen  ohne  weiteres  rechtmässig 

ausgeübt.  Der  Antrag  gemäss  Rechtsbegehren  Ziffer 8  der  Rekurrentin 

Stadt Dübendorf ist abzuweisen. 

15. 
Im  Ergebnis  sind  die  gegen  die  Festsetzungsverfügung  der  Baudirektion 

vom 26. April 2019 gerichteten Rekurse vollumfänglich abzuweisen, soweit 

auf sie einzutreten ist.  

16. 
Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  grundsätzlich  und  anteilmäs-

sig  den  Rekurrierenden  aufzuerlegen.  Im  Dossier  G.-Nr. R1S.2019.05060 

rechtfertigt es sich – nachdem von den in der Liste gemäss act. 4.1 dieses 

R1S.2019.05058 

Seite 112 

 
 
Verfahrens  aufgeführten  Einzelpersonen  von  13  keine  Vollmacht  einge-

reicht  wurde  (was  bei  154 vollmachtsbedürftigen  Einzelpersonen  [155  ab-

züglich Rechtsanwalt […] in eigener Person] einem Anteil von knapp 12 % 

entspricht) –  den  Rechtsvertreter  […]  mit 1/8 des grundsätzlich auf dieses 

Dossier entfallenden Fünftels (insgesamt also mit 1/40 der gesamten Kos-

ten) zu belasten. Die restlichen 7/8 dieses Fünftels (also 7/40 der Gesamt-

kosten)  gehen  anteilmässig  und  unter  Solidarhaftung  zulasten  der  übrigen 

Rekursparteien der Rekurrierenden G. A. et al., auf deren Rekurse entwe-

der zufolge mangelnder Legitimation nicht einzutreten war (79) oder die in-

haltlich  abzuweisen  waren  (33).  Bei  demgemäss  112  solchen  Rekurspar-

teien  entspricht  dies  rechnerisch  7/4480  pro  solcher  Rekurspartei  (§  13 

VRG). 

Nach  § 338  Abs. 1  PBG  bzw.  § 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV VGr).  In  besonders  aufwendigen  Verfahren  kann  die  Ge-

richtsgebühr  bis  auf  das  Doppelte  erhöht  werden  (§ 4  Abs. 1  GebV VGr). 

Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser 

Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar VRG,  3. Aufl.,  Zü-

rich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). Im Lichte des vorliegend gegebenen 

tatsächlichen  Streitinteresses,  der  Anzahl  Rekursdossiers,  des  auf  der 

Strecke  durchgeführten  Abteilungsaugenscheins,  der  zahlreichen  Rügen 

sowie des Umfangs des vorliegenden Entscheids ist die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 35'000.-- festzusetzen.  

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung  richtet  sich  nach  § 8  GebV VGr.  Der  Beizug  eines 

Rechtsbeistandes  ist  in  aller  Regel  als  Grund  für  die  Zusprechung  einer 

Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom  16. Oktober 

R1S.2019.05058 

Seite 113 

 
 
2003,  E. 3.1).  Demnach  ist  vorliegend  der  Zoo Seilbahn AG  zulasten  der 

jeweiligen Rekurrierenden (bei einer Mehrzahl anteilmässig und solidarisch 

pro  Rekursdossier)  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemes-

sen  erscheint  ein  Betrag  von  Fr. 2'500.--  pro  Rekursdossier  (total 

Fr. 12'500.--).  Da  die  Umtriebsentschädigungen  pauschal  festgelegt  wer-

den, entfällt die Zusprechung von Mehrwertsteuerzusätzen von vornherein 

(BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56). 

[…] 

R1S.2019.05058 

Seite 114 

 
 
 
Anlässlich der Beratung des Geschäfts wurde der folgende Minderheitsan-
trag gestellt: (vgl. § 18 Abs. 5 der Organisationsverordnung des Baurekurs-
gerichts vom 12. November 2010, OV BRG) 

"Die  Rekurse  sind  gutzuheissen  und  der  mit  Verfügung  der  Baudirektion 

vom 26. April 2019 festgesetzte Gestaltungsplan ist aufzuheben." 

Erwägungen: 

Mit der Seilbahn zwischen der Station Stettbach und dem Zoo Zürich wird 

ein  neues  Verkehrssystem  eingeführt,  das  verschiedene  Probleme  lösen 

soll.  Das  öffentliche  Interesse  eines  neuen  Verkehrsträgers  im  Gebiet  Zü-

richberg-Nordhang muss gegen verschiedene andere öffentliche Interessen 

abgewogen werden. 

Das  Gutachten  S.  (S. 46)  geht  von  durchschnittlich  1'510  Seilbahnbenüt-

zern  täglich  aus,  was  bedeutet,  dass  innerhalb  der  täglichen  Betriebszeit 

von  9 Stunden  gerade  einmal  150-180 Fahrgäste  stündlich  befördert  wer-

den sollen. Die Projektverfasserin Zoo Seilbahn AG geht von einer Anlage-

kapazität  von  1'800  Fahrgästen  pro  Stunde  aus  (www.zooseilbahn.ch/de/ 

das-projekt/das-wichtigste-kuerze;  besucht  am  21. Februar 2020).  Die 

durchschnittliche  Auslastung  der  geschaffenen  Kapazität  wird  mithin  unter 

10 %  liegen.  Letzteres  wirft  die  Frage  auf,  ob  die  Seilbahn  Stettbach-

Zoo Zürich  je  wirtschaftlich  wird  betrieben  werden  können.  Das  Gutachten 

S.  schätzt  die  jährlichen  Kosten  des  laufenden  Betriebs  auf  jährlich 

CHF 1,9 Mio. Auf die erwartete Fahrgastzahl (total 551'150 Fahrgäste/Jahr) 

umgelegt, würde dies allein für den laufenden Betrieb einen Ertrag von ge-

rundet  CHF 3,45  pro  Fahrgast  erfordern.  Die  Erzielung  dieses  Betrags  er-

scheint,  zumal  von  der  Anreise  der  meisten  Benützer  mit  dem  ÖV  ausge-

gangen  wird,  nicht  realistisch.  Hinzu  käme  die  Amortisation  der  veran-

schlagten Investition von CHF 26 Mio. (www.zooseilbahn.ch/de/fakten-stim-

men/oft-gestellte-fragen; besucht am 21. Februar 2020). Es ist damit offen-

sichtlich,  dass  der  Betrieb  nur  mittels  Querfinanzierung  durch  die  Zoo Zü-

rich AG  oder  mittels  Defizitbeiträgen  der  öffentlichen  Hand  sichergestellt 

werden kann. Angesichts der geringen durchschnittlichen Auslastung stellt 

sich sodann die Frage nach dem objektiven Nutzen des Projekts. Die ver-

kehrsmässige  Erschliessung  des  Zoos  ist  auch  anderweitig  vollumfänglich 

sichergestellt. 

R1S.2019.05058 

Seite 115 

 
 
 
 
Zu  Kritik  Anlass  gibt  sodann  die  koordinative  planerische  Einbettung  des 

Projekts  vor  dem  Hintergrund  des  von  der  Baudirektion  und  der  Zoo Seil-

bahn AG verschiedentlich betonten Ziels, zusätzliche MIV-Fahrten von und 

nach  Stettbach  (zwecks  Zoobesuchs  und/oder  Seilbahnfahrt)  zu  verhin-

dern. Die Annahme, dass die Erstellung der Seilbahn nicht (oder nur unter-

geordnet) zu einer Verlagerung des MIV (bzw. des beim Zoo bestehenden 

Parkplatzproblems)  nach  Stettbach  führen  werde,  ist  zu  hinterfragen.  Die 

Baudirektion  (und  mit  ihr  der  Regierungsrat  des  Kantons  Zürich)  verhält 

sich  in  dieser  Hinsicht  widersprüchlich:  Noch  mit  Beschluss  vom  26. Sep-

tember 2012  änderte  der  Regierungsrat  den  regionalen  Richtplan  Glatttal, 

Teilrichtplan  Verkehr.  Dabei  legte  er  unter  anderem  die  bestehenden 

P+R-Anlagen in Dübendorf sowie den Bahnhof Stettbach ohne Ausbauziel 

fest. Eine gegen diesen Entscheid gerichtete (Autonomie-)Beschwerde der 

Stadt  Dübendorf,  welche  beantragte,  im  Bereich  des  Bahnhofs  Stettbach 

240 Abstellplätze  (statt  der  aktuell  bestehenden  ca. 100)  im  Verkehrsplan 

des  regionalen  Richtplans  Glatttal  vorzusehen,  wies  das  Verwaltungsge-

richt  mit  Entscheid  VB.2012.00713  vom  3. April 2014  ab.  In  diesem  Lichte 

ist nicht nachzuvollziehen, weshalb der Kanton Zürich einerseits die Errich-

tung  zusätzlicher  P+R-Abstellplätze  am  Bahnhof  Stettbach  planerisch  ver-

hindert  und  andererseits  mit  der  rekursgegenständlichen  Gestaltungspla-

nung eine Verkehrsanlage festsetzt, welche offenkundig das Potenzial hat, 

MIV (bzw. Parkplatzsuchverkehr) vom Zürichberg nach Stettbach zu verla-

gern.  Das  Gutachten  S.  sieht  daselbst  vor,  dass  an  Spitzentagen  mit 

480 zusätzlich in Stettbach parkierenden MIV-Benützern zu rechnen ist. Ei-

ne Bündelung dieser Nachfrage fällt angesichts der einerseits grösstenteils 

in privater Hand befindlichen (Einkaufszentren) und andererseits zum gros-

sen  Teil  von  Anwohnern  genützten  Abstellplätze  (blaue  Zone)  ausser  Be-

tracht. Das materielle Koordinationsgebot (Art. 25a RPG) ist verletzt. 

Zu beanstanden ist sodann, dass die verkehrliche und lufthygienische Vor-

belastung weiter Teile des Glatttals nur unvollständig in die Betrachtungen 

(insbesondere den UVB) eingeflossen ist. Die entsprechenden kartographi-

schen Darstellungen im UVB beschränken sich unmittelbar auf das Gebiet 

des  Seilbahntrassees  und  der  Stationen.  Objektiv  unzutreffend  ist  weiter 

auch  die  im  UVB  getroffene  Annahme,  dass  die  Seilbahn  eine  Verschie-

bung  des  Modalsplits  bewirke  und  damit  positive  lufthygienische  Auswir-

kungen  zeitige.  Zunächst  ist  das  Gutachten  S.  insoweit  planwidrig  unvoll-

ständig,  als  dass  es  das  Potenzial  der  Parkierung  in  Stettbach  einzig  auf-

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grund  der  (maximal)  vorhandenen  Abstellflächen  –  und  nicht  unabhängig 

davon  in  einer  Betrachtung  mit  uneingeschränkter  Verfügbarkeit  von  Ab-

stellplätzen  in  Stettbach  –  eruiert.  Das  Potenzial  der  Parkierung  lässt  sich 

mangels solcher Angaben nicht abschätzen. Sodann negieren die Betrach-

tungen im Gutachten S. wie auch der UVB, dass die zumindest an Samsta-

gen, in den Ferien und an Sonntagen zu erwartende Verlagerung des MIV 

vom  Zoo  nach  Stettbach  zu  einem  entsprechend  grösseren  Angebot  der 

ansonsten  stark  ausgelasteten  Abstellflächen  in  der  Nähe  des  Zoos  (Zoo, 

Dolder) führen wird. Angesichts dessen muss aufgrund des allgemeinen Er-

fahrungssatzes, dass eine Zunahme des Angebots an Verkehrs- bzw. Par-

kierungsflächen zu höherer Attraktivität für den MIV und damit zu Mehrver-

kehr  führt,  an  den  entsprechenden  Tagen  mit  einer  generellen  Zunahme 

des  MIV  gerechnet  werden.  Die  Seilbahn  hat  in  dieser  Hinsicht  den  (fakti-

schen) Effekt der Erschliessung neuer Parkierungsflächen für den Zoo Zü-

rich.  Diese  Umstände  widersprechen  nachgerade  dem  raumplanerischen 

Gebot, bei der Planung öffentlicher oder im öffentlichen Interesse liegender 

Bauten und Anlagen nachteilige Auswirkungen auf die natürlichen Lebens-

grundlagen,  die  Bevölkerung  und  die  Wirtschaft  möglichst  zu  verhindern 

(Art. 3  Abs. 4  lit. c  RPG).  Die  Parkierungsprobleme  des  Zoos  Zürich  sind 

nach  planerischen  Grundsätzen  nicht  mittels  der  Erstellung  von  Verkehrs-

anlagen  an  andere  Orte  zu  verlagern,  sondern,  falls  sachlich  erforderlich, 

direkt am Zielort (bzw. direkt beim Zoo) zu lösen. 

Vor diesem Hintergrund sind – ferner – die in den GPV vorgesehenen Mas-

snahmen  gegen  unerwünschten  MIV  in  Stettbach  objektiv  ungenügend. 

Quelle  der  Problematik  ist  die  vorgesehene  (blosse)  Teilintegration  der 

Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich  in  den  ZVV.  Diese  hat  –  im  Gegensatz  zu 

einer  Vollintegration,  welche  alle  Seilbahnbenützer  zur  Entrichtung  des 

Fahrpreises für die Zone 110 verpflichten würde – den unerwünschten Ne-
beneffekt,  dass  die  Benützung  der  Seilbahn  für  Zoobesucher  (da  im  Zoo-

eintritt mit grosser Wahrscheinlichkeit inklusive) mit keinerlei Opportunitäts-

kosten verbunden sein wird. Letzteres fördert die Anreise per MIV in Stett-

bach  erheblich.  Die  Gestaltungsplanung  hätte  diesen  Effekt  ausschliessen 

können,  indem  in  den  GPV  als  Nebenbestimmung  statuiert  worden  wäre, 

dass (unter Ausnahme von ÖV-Kombitickets mit Zooeintritt) Zoobesuchern 

ihr  (inkludiertes)  Seilbahnticket  nicht  bereits  in  Stettbach  (oder  im  Vorver-

kauf), sondern nur unmittelbar an der Zookasse bzw. der Station Zoo aus-

gehändigt werden dürfte. Dergestalt wäre die Attraktivität einer Parkierung 

in Stettbach gebannt. 

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In  der  Abwägung  überwiegt  das  öffentliche  Interesse  an  der  Freihaltung 

und  ungeschmälerten  Erhaltung  des  im  Inventar  der  Natur-  und  Land-

schaftsschutzobjekte von  überkommunaler  Bedeutung  sowie  im  WNB  ver-

zeichneten Gebiets «Sagentobel» die verkehrspolitischen (öffentlichen wie 

privaten)  Interessen  an  der  Anlage  klar.  Bei  dem  fraglichen  Gebiet  am 

Nordhang des Zürichbergs handelt es sich um eines der nur wenigen ver-

bliebenen,  (halbwegs)  unberührten  Naherholungsgebiete  (und  Rückzugs-

gebiete für Fauna und Flora) im Umfeld der Stadt Zürich. In Anbetracht aller 

Sachumstände muss, wenn man die Zielsetzungen der Raumplanung und 

des Schutzes von Natur und Landschaft ernst nimmt, der Erhaltung solcher 

Gebiete  ein  überaus  grosses  Gewicht  beigemessen  werden.  Das  Gutach-

ten S. zeigt sodann klar auf, dass sich eine Modalsplitverschiebung mittels 

Shuttlebussen fast ebenso wirksam bewerkstelligen liesse wie mit der pro-

jektierten Seilbahn. Die im Gutachten S. ausgewiesenen Differenzen in der 

Wirksamkeitsberechnung  zwischen  Seilbahn  und  Shuttlebus-Lösung 

(ca. 1,3-1,5 %,  je  nach  Tag)  liegen  nahe  derjenigen  Unsicherheiten,  mit 

welcher  Prognosen  punkto  Verkehrsentwicklung  im  Allgemeinen  behaftet 

sind. 

Zu  rechtfertigen  vermag  die  Erstellung  der  Seilbahn Stettbach-Zoo Zürich 

auch  nicht  ein  Verweis  auf  die  Entwicklungen  im  Hochschulgebiet  Zürich-

Zentrum  (HGZZ).  Angesichts  dessen,  dass  aktuell  und  in  absehbarer  Zu-

kunft keine Tramverbindung (Tramverlängerung) bis zum Zoo in Planung ist 

bzw.  sein  wird,  besteht  von  der  Bergstation  der  Seilbahn  her  kein  alltags-

tauglicher  Anschluss  an  den  öffentlichen  Nahverkehr  in  Richtung  der  Uni-

versitäten.  Eine  –  allfällige  –  Weiterführung  der  Seilbahnverbindung  bis 

zum Hochschulgebiet/HB Zürich ist angesichts des zu erwartenden Wider-

stands vonseiten der Anwohner des Zürichbergs weder planerisch noch po-

litisch realistisch. 

[…] 

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