# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e72ba521-d9cd-54a9-9fee-56cedccb7d73
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.02.2023 E-503/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-503-2023_2023-02-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-503/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Georgien,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. Januar 2023 / N (…). 

 

 

 

E-503/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben am 9. September 2022 auf dem Luftweg in Richtung B._______. Am  

10. Oktober 2022 reiste er in die Schweiz ein und suchte am folgenden Tag 

um Asyl nach.  

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) 

ergab, dass der Beschwerdeführer am 27. Oktober 2015 in Deutschland 

um Asyl nachgesucht hatte.  

C.  

C.a Am 19. Oktober 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) statt.  

C.b Gleichentags ersuchte die Vorinstanz die deutschen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger und das 

bilaterale Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der 

Regierung der Bundesrepublik Deutschland über die Rückübernahme von 

Personen mit unbefugtem Aufenthalt (Rückübernahmeabkommen) vom 

20. Dezember 1993.  

D.  

Die deutschen Behörden führten mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 aus, 

der Aufenthalt des Beschwerdeführers sei ihnen seit dem 18. Mai 2017 

nicht bekannt, weshalb das Asylverfahren abgeschrieben worden sei. 

Gleichzeitig lehnten sie das Übernahmegesuch der Vorinstanz ab. 

E.  

Am 5. Januar 2023 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm zuge-

wiesene Rechtsvertretung.  

F.  

Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 12. Januar 2023 einläss-

lich zu seinen Asylgründen an. 

Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er stamme 

aus C._______. Vor seiner Ausreise habe er in D._______ gelebt. Dort lebe 

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Seite 3 

seine Mutter. Sein Vater und sein Bruder wohnten in E._______. Er habe 

zahlreiche weitere Verwandte in Georgien. Seine Partnerin, welche er seit 

seiner Kindheit kenne, lebe in der Schweiz. Seit (…) 2022 seien sie ein 

Paar. Er habe an der F._______ (…) in D._______ (…). Danach habe er 

mit seinem Vater zusammengearbeitet. Beide hätten eine (…) geführt. Seit 

2014 habe er keine Einkünfte mehr gehabt, da er politisch verfolgt worden 

sei. In der Folge habe er mit Gelegenheitsjobs und mit der Hilfe von Ver-

wandten sowie Freunden seinen Lebensunterhalt finanziert. 

Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer aus, er stamme aus 

einer politischen Familie. Im Jahr (…) seien sein Bruder und er Mitglied der 

Jugendsektion der damaligen Regierungspartei «(…)» gewesen. Sie hät-

ten vor den Wahlen Anlässe organisiert. Seine Familie habe (…) in 

E._______ an die damalige Regierungspartei (…). Aufgrund dieses Enga-

gements hätten sie Konflikte mit Mitgliedern der damaligen Oppositions-

partei gehabt. Eines Tages, als ein Leader der Oppositionspartei nach 

E._______ gekommen sei, sei es zu Zusammenstössen zwischen Anhä-

ngern der Regierung und Oppositionellen gekommen. Mit einem Gegen-

stand sei seine (…) und seine (…) worden. Das Leben sei für seine Familie 

nach dem Regierungswechsel im Jahr 2012 zur Hölle geworden. Sein Va-

ter, welcher damals (…) E._______ gewesen sei, sei der (…) beschuldigt 

worden und (…) lang inhaftiert gewesen. Wenige Tage nach der Verhaftung 

seines Vaters sei er von unbekannten Personen, vermutlich Mitglieder des 

Sicherheitsdienstes, zu einem Treffen gebeten worden. Diese hätten sich 

nach seinen Familienmitgliedern erkundigt. Danach sei er nicht mehr poli-

tisch tätig gewesen. Seine Familienmitglieder hätten versucht, nicht mehr 

aufzufallen. Nach der Freilassung seines Vaters im (…) sei er nach 

Deutschland gereist und habe dort um Asyl nachgesucht. Nach einem 

(…)monatigen Aufenthalt habe er sein Asylgesuch zurückgezogen und sei 

nach Georgien zurückgekehrt. Seine Mutter sei (…) und im Jahr (…) als 

(…) in einen (…) worden. Er selbst habe mit seinen Familienmitgliedern an 

zwei Demonstrationen gegen das Regime teilgenommen. In der Folge 

seien sie von unbekannten Personen gebeten worden, ihr politisches En-

gagement zu beenden. 

Zum medizinischen Sachverhalt führte der Beschwerdeführer aus, er leide 

an (…). Er sei bereits in Georgien in psychologischer Behandlung gewe-

sen. Ferner habe er Probleme beim (…).  

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Seite 4 

Als Beweismittel gab er seinen Pass und seine Identitätskarte im Original 

sowie eine Kopie der Niederlassungsbewilligung seiner Partnerin zu den 

Akten. 

G.  

Mit Eingabe vom 18. Januar 2023 reichte der Beschwerdeführer ein Kün-

digungsschreiben seines Bruders vom 31. Dezember 2012, einen Brief be-

treffend die Anschuldigungen gegen seine Familie vom 28. April 2013, di-

verse berufliche Unterlagen die Mutter betreffend, einen Spitalbericht vom 

24. Oktober 2012, einen Zeitungsbericht vom 8. September 2014 sowie di-

verse Strafakten aus den Jahren (…) und (…) – alles seinen Vater betref-

fend – ein. 

H.  

Am 19. Januar 2023 stellte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den Ent-

scheidentwurf zu und gewährte ihm das rechtliche Gehör. Der Beschwer-

deführer nahm gleichentags Stellung. 

I.  

Mit Verfügung vom 23. Januar 2023 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Weg-

weisung an. Die editionspflichtigen Akten wurden gemäss Aktenverzeich-

nis ausgehändigt. 

J.  

Mit Eingabe vom 27. Januar 2023 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm 

Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Weg-

weisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und es sei die vorläu-

fige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhaltsabklä-

rungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei ihm 

die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses sei zu verzichten. Im Sinne vorsorglicher Mass-

nahmen sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und 

die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, vom Vollzug der Wegweisung ab-

zusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Be-

schwerde entschieden habe.  

 

E-503/2023 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt von E. 1.3 – einzutreten. 

1.3 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung 

zu (Art. 55 VwVG) und diese wurde vorliegend von der Vorinstanz nicht 

entzogen. Auf den entsprechenden Antrag ist mangels Rechtsschutzinte-

resse nicht einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 112 Abs. 1 AIG (SR 142.20) i.V.m. Art. 49 VwVG. 

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise eines 

zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist  

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Soweit der Beschwerdeführer zunächst geltend macht, er habe die Be-

schwerde mangels Kapazität der Rechtsvertretung selbst verfassen müs-

sen, ist darauf hinzuweisen, dass ihn die Rechtsvertreterin mit Schreiben 

vom 24. Januar 2023 informierte, dass eine Beschwerde aus ihrer Sicht 

keine Chance auf Erfolg haben und sie deshalb das Mandat niederlegen 

werde. Ferner händigte sie ihm eine Liste mit Adressen von Rechtsbera-

tungsstellen in der Nähe seines Aufenthaltsortes aus. Der Beschwerdefüh-

rer bestätigte den Erhalt der Informationen mit seiner Unterschrift. Es hätte 

ihm demnach freigestanden, eine Rechtsvertretung zu bevollmächtigen. Im 

Übrigen hat er fristgerecht eine in korrektem Deutsch verfasste vollständige 

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Seite 6 

Beschwerde eingereicht, mithin ist davon auszugehen, dass er Unterstüt-

zung erhielt. Eine Verletzung von Verfahrensrechten ist nicht ersichtlich, 

weshalb sich die entsprechende Rüge als unbegründet erweist. Ferner 

wird in der Beschwerde weder substanziiert noch ist ersichtlich, inwiefern 

die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig erstellt 

haben sollte. Der subeventualiter gestellte Antrag auf Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz ist abzuweisen.  

5.  

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-

lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, 

in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-

gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-

schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 

AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Lei-

bes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-

lichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.  

Der Bundesrat habe Georgien gemäss Art. 6 Abs. 2 Bst. a AsylG als ver-

folgungssicheren Staat bezeichnet. Bei solchen bestehe die gesetzliche 

Regelvermutung, dass staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Es werde zwar nicht in Ab-

rede gestellt, dass der seit dem politischen Wandel im Jahr 2012 auf den 

Beschwerdeführer und dessen Familie ausgeübte Druck und die Schika-

nen von unbekannten Personen eine belastende Situation darstelle. Den 

erlittenen Nachteilen fehle es aber an der asylrelevanten Intensität. Die Fa-

milienmitglieder, welche gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers 

politisch aktiver seien als er, lebten weiterhin in Georgien. Sie könnten wei-

terhin einer Arbeitstätigkeit nachgehen, am gesellschaftlichen sowie politi-

schen Leben teilnehmen und seiner Mutter sei es sogar möglich, ein (…) 

auszuüben. Der Beschwerdeführer habe sich Identitätspapiere ausstellen 

und sich regelmässig medizinisch untersuchen lassen können. Ferner sei 

er im Jahr 2017 freiwillig von Deutschland nach Georgien zurückgekehrt. 

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Seite 7 

Die geltend gemachten Vorfälle stellten Übergriffe von Drittpersonen dar. 

Diese würden vom georgischen Staat weder unterstützt noch gebilligt. Es 

sei dem Beschwerdeführer demnach zuzumuten, sich bei künftigen Bedro-

hungen an den georgischen Staat zu wenden. Es sei ihm nicht gelungen, 

die vorstehend erwähnte gesetzliche Regelvermutung umzustossen. Die 

eingereichten Beweismittel vermöchten daran nichts zu ändern, zumal 

diese Vorfälle beträfen, welche vom SEM nicht bestritten worden seien.  

6.2 In der Rechtsmitteleingabe rügt der Beschwerdeführer sinngemäss, die 

Vorinstanz habe ihn zu Unrecht nicht als Flüchtling anerkannt und damit 

Bundesrecht verletzt. Er und seine Familienmitglieder seien politisch aktiv 

und gehörten der Opposition an. Er sei wiederholt von Mitgliedern der Re-

gierungspartei bedroht worden, worauf er nach Deutschland geflüchtet sei. 

Im Jahr 2017 habe sich die Situation gebessert, weshalb er nach Georgien 

zurückgekehrt sei. Seine Mutter sei im Jahr (…) als (…) worden. Daraufhin 

sei er erneut bedroht und eingeschüchtert worden. Entgegen der Ansicht 

der  

Vorinstanz sei der georgische Staat weder schutzwillig noch schutzfähig.  

7.  

7.1 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Benachteiligungen und Schikanen durch Drittpersonen 

nicht asylrelevant sind. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei von 

Mitgliedern der Regierung bedroht worden, ist festzuhalten, dass er anläss-

lich der Anhörung ausführte, es seien ihm unbekannte Personen gewesen. 

Dass es sich um staatliche Sicherheitskräfte handeln könnte, stellt lediglich 

eine Vermutung seinerseits dar (vgl. SEM-Akten 1203462-17/16 F70 und 

F81 f.). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist der georgische 

Staat sodann schutzwillig und schutzfähig. Der Beschwerdeführer ist dem-

nach gehalten, sich bei allfälligen künftigen Bedrohungen an die zuständi-

gen Behörden zu wenden. Im Übrigen erscheint nicht nachvollziehbar, 

weshalb er aufgrund seiner politischen Tätigkeiten bis zu seiner Ausreise 

im September 2022 benachteiligt und schikaniert worden sein soll, obwohl 

er angab, er sei nicht mehr Parteimitglied und habe seit dem Jahr (…) be-

ziehungsweise (…) sein politisches Engagement stark reduziert respektive 

beendet (vgl. a.a.O. F18, F62, F69 und F91). Ebenso wenig nachvollzieh-

bar ist, weshalb er Jahre nach Beendigung seiner politischen Tätigkeit aus-

gereist ist und seine Familienangehörigen, welche gemäss seinen Aussa-

gen nach wie vor politisch aktiv sind, weiterhin in Georgien leben. Weiter-

gehend kann, um Wiederholungen zu vermeiden, vollumfänglich auf die 

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Seite 8 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Mit den Aus-

führungen in der Rechtsmitteleingabe gelingt es dem Beschwerdeführer 

nicht, die vorinstanzliche Schlussfolgerung in Frage zu stellen, zumal sie 

sich im Wesentlichen auf appellatorische Kritik beschränken. 

7.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt über keine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung. Zudem vermag er mit seinem blossen Hinweis auf eine 

kurz bevorstehende Heirat mit seiner Partnerin, welche über eine Nieder-

lassungsbewilligung verfügt, offensichtlich noch keinen Anspruch auf Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung abzuleiten. Entsprechende Beweismittel 

hat er nicht eingereicht. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Dem Be-

schwerdeführer steht es allerdings frei, bei den kantonalen Behörden um 

Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Durchführung des Ehe-

vorbereitungsverfahrens zu ersuchen. 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, 

wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

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Seite 9 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die 

Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen 

verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV;  

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Weder aus den Akten noch aus der Beschwerde ergeben sich konkrete 

Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Aus-

schaffung nach Georgien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

9.3.1 Zur Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung führte die Vorinstanz 

aus, weder die in Georgien herrschende politische Situation noch individu-

elle Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

Der Beschwerdeführer habe als (…) eines (…) eine äusserst gute Ausbil-

dung und sei in Georgien berufstätig gewesen. Ferner verfüge er mit sei-

nen Eltern, einem Bruder sowie zahlreichen weiteren Verwandten über ein 

Beziehungsnetz, welches ihn bei einer Rückkehr unterstützen könne. Auch 

die geltend gemachten psychischen Beschwerden stünden dem Vollzug 

der Wegweisung nicht entgegen. Die Behandlung psychiatrischer Erkran-

kungen sei in Georgien möglich und der Zugang sei gewährleistet. Der Be-

schwerdeführer habe selbst angegeben, in Georgien bereits in psychologi-

scher Behandlung gewesen zu sein.  

9.3.2 Das Gericht schliesst sich vollumfänglich den Erwägungen der Vor-

instanz zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs an, zumal der Be-

schwerdeführer diesen in der Rechtsmitteleingabe nichts entgegensetzt. 

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar.  

9.4 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über einen bis am 13. Juli 

2030 gültigen Reisepass, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-503/2023 

Seite 10 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-503/2023 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin