# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ee11272-7df0-5a27-9bf9-7b825ce85029
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.06.2013 UV 2013/11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-11_2013-06-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 18.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 18.06.2013
Art. 4 ATSG, Art. 6 UVG, Art. 9 Abs. 2 UVV. Verneinung eines Unfalls sowie 
einer unfallähnlichen Körperschädigung im Zusammenhang mit einer 
Kniedistorsion beim Stützen eines Patienten bei der Mobilisation im 
Lehnstuhl. Aussage der ersten Stunde (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 18. Juni 2013, UV 2013/11).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Karin Huber Studerus, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; a.o. Gerichtsschreiberin Annina Baltisser

Entscheid vom 18. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Mythenquai 2, Postfach, 8002 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ war bei B.___ als Pflegehelferin angestellt und dadurch bei der Zürich Ver­

sicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als sie sich gemäss Unfallmeldung vom 20. April 2012 am 19. März 

2012 bei der Mobilisation eines Patienten das rechte Knie verdrehte (UV-act. Z1, Z36). 

Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vermerkte im Arztzeugnis 

UVG vom 27. April 2012 eine Erstbehandlung am 28. März 2012 und diagnostizierte 

eine Distorsion des rechten Kniegelenkes sowie des rechten Unterschenkels. Zum 

Unfallhergang führte er an, es habe sich ein Ausrutscher bei einer Patientenumlagerung 

ereignet (UV-act. ZM1).

A.b  Gestützt auf die Unfallmeldung sowie die Hergangsschilderung im Fragebogen 

vom 10. Mai 2012 (UV-act. Z5) teilte die Zürich der Versicherten mit Schreiben vom 14. 

Mai 2012 mit, beim Ereignis vom 19. März 2012 handle es sich nicht um einen Unfall im 

Rechtssinn und es sei auch keine unfallähnliche Körperschädigung diagnostiziert 

worden. Die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Zürich seien nicht erfüllt 

(UV-act. Z8).

A.c  Ein am 18. Mai 2012 durchgeführtes MRI Knie rechts nativ ergab im Wesentlichen 

ein diffuses Knochenmarködem femorotibial mit Betonung des lateralen Tibiakopfs als 

wahrscheinlicher Residualzustand einer vormaligen Spongiosamikrofraktur bei 

entsprechender Traumaanamnese sowie eine geringe endomeniskale Degeneration 

des Innenmeniskushinterhorns ohne Riss. Das kleinfleckige Knochenmarködem 

femorotibial sei wahrscheinlich Ausdruck einer geänderten statisch/funktionellen 

Belastung. Differenzialdiagnostisch wäre bei inadäquater Traumaanamnese eine in 

Abheilung begriffene transitorische Osteoporose in Betracht zu ziehen (UV-act. ZM3).

A.d  Nachdem Dr. C.___ das Distorsionstrauma des rechten Kniegelenks im Schreiben 

vom 30. Mai 2012 als unfallbedingt bezeichnet hatte (UV-act. ZM2), hielt die Zürich am 

14. Juni 2012 an ihrem Ablehnungsschreiben vom 14. Mai 2012 fest (UV-act. Z11). Im 

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Bericht vom 21. Juni 2012 diagnostizierten die behandelnden Ärzte der Klinik für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital 

St. Gallen, eine Kniedistorsion rechts vom 19. März 2012 mit Verdacht auf 

Überdehnung des medialen Seitenbands (UV-act. ZM4).

A.e  Mit Schreiben vom 26. Juli 2012 machte die AXA-ARAG Rechtsschutz AG 

(nachfolgend: Rechtsschutzversicherung) für die Versicherte im Wesentlichen das 

Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung geltend (UV-act. Z18). Mit Verfügung 

vom 4. September 2012 lehnte die Zürich ihre Leistungspflicht auch formell ab (UV-act. 

Z21).

A.f Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 7. September 2012 einen Status 

nach Valgusdistorsionstrauma mit persistierender, posttraumatischer Tendinitis des 

Pes anserinus und des MCL rechtes Knie (UV-act. ZM7). Ein am 27. November 2012 

durchgeführtes MRI des rechten Kniegelenks ergab normalisierte Verhältnisse (UV-act. 

ZM8).

B.

B.a  Gegen die Verfügung vom 4. September 2012 erhob die 

Rechtsschutzversicherung der Versicherten am 2. Oktober 2012 vorsorglich 

Einsprache (UV-act. Z28). Der Krankenversicherer der Versicherten, die avanex 

Versicherungen AG, St. Gallen, zog seine am 11. September 2012 vorsorglich 

erhobene Einsprache (UV-act. Z23) nach Akteneinsicht am 25. September 2012 wieder 

zurück (UV-act. Z26).

B.b  In seiner Beurteilung vom 14. November 2012 führte der beratende Arzt der 

Rechtsschutzversicherung der Versicherten, Dr. med. E.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie, aus, der Unfallbegriff sei erfüllt. Ein aus dem Unfall 

entstandener Schaden am rechten Knie sei radiologisch belegt und erklärt (UV-act. 

Z37). Im Bericht vom 3. Dezember 2012 führte Dr. D.___ aus, die Beschwerden hätten 

sich etwas gebessert, jedoch bestünden noch immer starke Schmerzen beim Biegen, 

Treppensteigen und maximalen Belasten. Die Bone bruise habe sich vollständig 

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zurückgebildet, so dass auch keine persistierende Perfusionsstörung mehr vorliegen 

dürfte (UV-act. ZM9).

B.c  Nach wiederholter Fristerstreckung (vgl. UV-act. Z28, Z31, Z34) machte die 

Rechtsschutzversicherung der Versicherten in der Einsprachebegründung vom 6. 

Dezember 2012 einen Unfall gestützt auf die Einschätzung ihres beratenden Arztes 

sowie auf die Rechtsprechung geltend (UV-act. Z38). Mit Schreiben vom 20. Dezember 

2012 reichte die Rechtsschutzversicherung ausserdem einen Bericht von Dr. F.___, 

Allgemeine Innere Medizin, Kantonsspital St. Gallen, vom 17. Dezember 2012, sowie 

eine Zeugenaussage von Frau G.___, mit welcher die Versicherte die Mobilisation 

vorgenommen hatte, vom 10. Oktober 2012, ein (UV-act. Z39).

B.d  Mit Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2012 wies die Zürich die Einsprache 

der Versicherten ab. Gemäss den Hergangsschilderungen sei der normale 

Bewegungsablauf nicht gestört worden und auch der Zeugenaussage von G.___ vom 

10. Oktober 2012 sei nichts Programmwidriges zu entnehmen. Eine unfallähnliche 

Körperschädigung sei zu verneinen, da ein Meniskusriss aufgrund der MRI-

Untersuchung vom 18. Mai 2012 habe ausgeschlossen werden können (UV-act. Z40)

C.

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte mit Eingabe vom 31. 

Januar 2013 (act. G 1) und Beschwerdeergänzung vom 19. Februar 2013 (act. G 3) 

Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 27. Dezember 

2012 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere Heilbehandlung und Taggelder, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wurde insbesondere 

angeführt, das Kippen des halbseitig gelähmten Patienten stelle einen unerwarteten 

und nicht kontrollierbaren äusseren Faktor dar. Darüber hinaus stelle die festgestellte 

Überdehnung des medialen Seitenbands eine unfallähnliche Körperschädigung dar. 

Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt, 

indem sie den vom Hausarzt der Versicherten geschilderten Ausrutscher nicht weiter 

abgeklärt habe. Der Rechtsvertreter reichte ausserdem ein Schreiben der 

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Beschwerdeführerin vom 19. Mai 2012 (act. G 1.3) ein, worin diese weitere Angaben 

zum Ereignis gemacht und um nochmalige Prüfung des Falls ersucht hatte.

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie im 

Wesentlichen auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid und führte 

unter anderem aus, massgebend seien die Sachverhaltsdarstellungen vom 20. April 

und 10. Mai 2012. Gemäss diesen beiden Hergangsschilderungen habe sich nichts 

Programmwidriges ereignet. Eine unfallähnliche Körperschädigung falle ausser 

Betracht (act. G 5).

C.c  Mit Replik vom 1. März 2013 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

festhalten. Darüber hinaus machte sie geltend, das Schreiben der Beschwerdeführerin 

vom 19. Mai 2012 (act. G 1.3) habe scheinbar nicht den Weg in die Akten der 

Beschwerdegegnerin gefunden. Die Beschwerdeführerin schildere darin den 

stürzenden Patienten und damit die erforderliche Programmwidrigkeit. Diese 

Schilderung sei wohl das massgebendste Aktenstück. Schliesslich habe die 

Beschwerdeführerin höchstwahrscheinlich eine Überdehnung des medialen 

Seitenbands und damit eine Läsion des Seitenbands erlitten. Dies stelle eine 

unfallähnliche Körperschädigung dar (act. G 7).

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 9).

C.e  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher 

eingegangen.

Erwägungen:

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer für die 

Folgen des Ereignisses vom 19. März 2012 leistungspflichtig ist.

2. 

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2.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt genügend und 

vollständig abgeklärt hat.

2.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die 

Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht haben von 

sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 

zu sorgen. Dabei sind rechtserheblich alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, 

ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. Der 

Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in 

den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Die Mitwirkungspflicht bildet eine gewisse Ergänzung und Einschränkung 

des Untersuchungsgrundsatzes, darf aber nicht zu dessen Aufhebung führen. Die 

Mitwirkungspflicht bedeutet: Die Person, die aus einem Begehren gegenüber dem 

Sozialversicherungsträger Rechte ableitet oder zur Auskunft verpflichtet ist, hat bei der 

Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Besondere Bedeutung hat die 

Mitwirkungspflicht dann, wenn der Sachverhalt ohne Mitwirkung der betroffenen 

Person gar nicht (weiter) abgeklärt werden kann (Th. Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 443 ff.). Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. 

Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift die Beweisregel 

Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 8a). Das 

Gericht darf eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem 

Bestehen überzeugt ist. Es hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht (BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen).

2.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin rügt in der Beschwerdeergänzung vom 

19. Februar 2013 (act. G 3) und in der Replik vom 1. März 2013 (act. G 7) eine 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Die Beschwerdegegnerin habe den 

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Sachverhalt bezüglich des im Arztzeugnis vom 27. April 2012 vermerkten Ausrutschers 

nicht weiter abgeklärt und nicht präzise nach dem genauen Unfallablauf gefragt. 

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die tatsächlichen 

Verhältnisse mittels des Fragebogens vom 10. Mai 2012 (UV-act. Z5) detailliert erhoben 

hat. Damit hat sie nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ihre Verpflichtung zur 

richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts erfüllt (vgl. 

BGE 125 V195 E. 2; BGE 122 V 158 E. 1a). Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die 

versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur weiteren 

Substantiierung des gemeldeten Geschehnisses aufzufordern (vgl. die Urteile des EVG 

vom 26. Februar 2004, U 64/02, E. 2.2.3, sowie vom 27. Juni 2002, U 148/01). Eine 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist zu verneinen.

3. 

3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als 

Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines ungewöhn­

lichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]).

3.2 Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren 

Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung 

bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; A. Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). In einem 

solchen Fall ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt 

begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam 

"programmwidrig" beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die 

versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn 

sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder 

auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.a; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

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über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 40). Die Rechtsprechung bejaht das 

Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ausserdem dann, wenn beim Heben 

oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und es 

so zu einer Schädigung kommt. Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob die 

Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche 

Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (vgl. BGE 116 V 136 E. 3b; 

RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).

3.3 Um beurteilen zu können, ob das Ereignis vom 19. März 2012 einen Unfall im 

Rechtssinn darstellt, ist zu klären, wie sich das Geschehen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ereignet hat. Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten 

Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt 

werden, wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der 

Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst 

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im 

Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht 

hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer 

Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen; A. Rumo-

Jungo/A. Holzer, a.a.O., S. 29 f.).

3.3.1 Gemäss Unfallmeldung vom 20. April 2012 (UV-act. Z1) hatte die 

Beschwerdeführerin zusammen mit einer Mitarbeiterin einen Patienten im Lehnstuhl 

mobilisieren wollen. Beim Aufheben des Patienten habe sich ihr Bein verdreht. Im 

Fragebogen vom 10. Mai 2012 (UV-act. Z5) wiederholte die Beschwerdeführerin diese 

Sachverhaltsdarstellung und gab ausserdem an, dass das Gewicht des Patienten über 

80kg betragen habe. Nachdem ihr die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 14. Mai 

2012 (UV-act. Z8) mitgeteilt hatte, dass sie eine Leistungspflicht aus der 

obligatorischen Unfallversicherung ablehne, führte die Beschwerdeführerin im 

Schreiben vom 19. Mai 2012 (act. G 1.3) aus, die Verletzung sei entstanden, weil sie ihr 

Knie so ungünstig habe verdrehen müssen, dass es gegen ein Bettgitter geschlagen 

sei. Dies sei unter der Einwirkung des grossen Gewichts von Seiten des Patienten, der 

sonst gestürzt wäre, geschehen. Die Mitarbeiterin der Beschwerdeführerin, welche bei 

der Mobilisation anwesend gewesen war, gab im Fragebogen vom 10. Oktober 2012 

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(UV-act. Z39) an, der Patient habe "etwas viel Gewicht" gehabt und sei aufgrund seiner 

Erkrankung "nicht sehr kooperativ" gewesen. Beim Heraussetzen des Patienten habe 

sich die Beschwerdeführerin "arg das Knie (Bein)" verdreht. Sie habe den Patienten 

rechts stark unterstützen müssen, da er sonst gestürzt wäre. In der 

Einsprachebegründung vom 6. Dezember 2012 (UV-

act. Z38) wurde der Hergang des Ereignisses sodann dahingehend geschildert, dass 

der Patient zusammengebrochen sei. Da der Patient nicht ansprechbar gewesen sei, 

habe die Beschwerdeführerin nicht gewusst, dass er wegen eines kurz zuvor erlittenen 

Schlaganfalles halbseitig gelähmt sei, sich deswegen nicht selber habe abstützen 

können und entsprechend zu Boden gefallen sei. Die Ereignisschilderung in der 

Beschwerde vom 31. Januar 2013 (act. G 1) bzw. Beschwerdebegründung vom 19. 

Februar 2013 (act. G 3) entspricht schliesslich insoweit derjenigen der vorgenannten 

Schreiben, als ein zu stürzen drohender bzw. kippender Patient, welchen die 

Beschwerdeführerin habe auffangen müssen, beschrieben wird.

3.3.2 Es ist festzuhalten, dass die Sachverhaltsschilderungen in der Unfallmeldung vom 

20. April 2012 (UV-act. Z1) und dem Fragebogen vom 10. Mai 2012 (UV-act. Z5) 

miteinander im Einklang stehen, während die nach der Mitteilung der Beschwerde­

gegnerin vom 14. Mai 2012 über die Ablehnung des Leistungsanspruchs (UV-act. Z8) 

erfolgten Darstellungen einige neue Sachverhaltselemente aufgreifen. In Bezug auf das 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Kippen oder drohende Stürzen des 

Patienten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als 

Pflegehelferin bei B.___ (vgl. UV-act. Z36) im Allgemeinen mit Patienten zu tun hat, 

welche bei der Mobilisation bzw. bei Tätigkeiten wie Aufsitzen, Aufrichten oder 

Aufstehen – die Beschwerdeführerin spricht von "Aufheben" – unterstützt werden 

müssen, da sonst das Risiko eines Sturzes besteht. Dies gilt umso mehr, als der 

Patient im vorliegenden Fall aufgrund eines hämorrhagischen Insultes, welchen er am 

Tag vor dem Ereignis erlitten hatte, halbseitig gelähmt war (vgl. UV-act. Z39) und damit 

offensichtlich nicht alleine aufsitzen oder aufstehen konnte. Dass die 

Beschwerdeführerin den Patienten stützen musste, um einen drohenden Sturz 

desselben zu verhindern, ist somit überwiegend wahrscheinlich und steht nicht im 

Widerspruch zu den vorherigen Aussagen der Beschwerdeführerin. Als 

widersprüchliche Angabe ist jedoch die Aussage der Beschwerdeführerin, dass sie ihr 

Knie so ungünstig habe verdrehen müssen, dass es gegen ein Bettgitter geschlagen 

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sei, zu qualifizieren. Gleiches gilt für den im Arztzeugnis vom 27. April 2012 (UV-act. 

ZM1) vermerkten Ausrutscher der Beschwerdeführerin sowie für die Darstellung, dass 

der Patient zusammengebrochen sei oder sich habe fallen lassen und die 

Beschwerdeführerin ihn habe auffangen müssen. Grundsätzlich ist es durchaus 

denkbar und auch möglich, dass sich das Ereignis, wie von der Beschwerdeführerin in 

den späteren Unterlagen geschildert, ereignet hat; mithin der Patient zu Boden fiel und/

oder die Beschwerdeführerin das Knie am Bettgitter anschlug. Unter Berücksichtigung 

der in der Erwägung 3.3.1 dargelegten Beweisregel der Aussage der ersten Stunde 

kann jedoch der Beweis dafür nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht 

erachtet werden. Nachdem diese neuen Sachverhaltelemente erstmals in 

Kenntnisnahme der Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin (UV-act. Z8) 

vorgebracht wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die neuen Darstellungen 

des Ereignisses von versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst sind, was sie 

wenig glaubwürdig erscheinen lässt. Auch dass die Beschwerdeführerin ausrutschte, 

ist aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. 

Diese Darstellung eines Ausrutschers findet sich lediglich im Arztzeugnis vom 27. April 

2012 und wird von der Beschwerdeführerin selbst wiederum erst nach angekündigter 

Leistungsablehnung (vgl. UV-act. Z39, act. G 3) geltend gemacht. Es erscheint mithin 

nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin einen derart bedeutsamen 

Umstand wie einen Ausrutscher bis zum Einspracheverfahren nicht erwähnt hätte.

3.3.3 Es ist somit als überwiegend wahrscheinlich zu erachten, dass die 

Beschwerdeführerin sich das Knie verdrehte, als sie den halbseitig gelähmten, ca. 80kg 

schweren Patienten bei der Mobilisation im Lehnstuhl stützte.

3.4 Gestützt auf diese Hergangsversion ist ein programmwidriger Bewegungsablauf 

vorliegend zu verneinen. Das Stützen eines Patienten bei einer Mobilisation und die 

dadurch entstehende Gewichtsbelastung sind für sich allein nicht als programmwidrig 

zu erachten. Sodann ist festzuhalten, dass der vorliegende Sachverhalt schon deshalb 

nicht mit dem in der Einsprachebegründung vom 6. Dezember 2012 (UV-act. Z38) 

zitierten Entscheid gleichgesetzt werden kann, weil sich in jenem Fall eine demente 

Patientin beim selbständigen Gehen fallen gelassen hatte und aufgefangen werden 

musste (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2008, 8C_827/2007); mithin ein 

unterschiedlicher Sachverhalt zu beurteilen war. Auch ein ausserordentlicher 

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Kraftaufwand ist zu verneinen. Bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit als 

Pflegehelferin bei B.___ ist die Beschwerdeführerin regelmässig mit Patienten 

konfrontiert, welche aufgrund eines Schlaganfalls oder einer anderen neurovaskulären 

Erkrankung nicht selbständig aufsitzen oder aufstehen können. Diesbezüglich stellt das 

Stützen eines Patienten bei der Mobilisation keine aussergewöhnliche Tätigkeit dar. Es 

steht ausser Frage, dass das Ereignis vom 19. März 2012 eine gewisse körperliche 

Anstrengung erforderte, da das Gewicht des Patienten beim Stützen (auch) auf der 

Beschwerdeführerin lastete, und es dadurch zu einer Krafteinwirkung auf das rechte 

Knie kam. Allerdings ist eine Überanstrengung sowohl mit Blick auf die berufliche 

Gewöhnung der Beschwerdeführerin, als auch aufgrund der Tatsache, dass sie den ca. 

80kg schweren Patienten zusammen mit einer Mitarbeiterin mobilisierte, zu verneinen. 

Dies gilt umso mehr, als ein Unfall bei Überanstrengungen ohne Störung des 

Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nur selten, so beispielsweise bei sehr hohen Gewichten, anerkannt 

wird (vgl. hierzu BGE 116 V 136 ff.). Schliesslich ist den Akten bezüglich allfälliger 

Konstitution der Beschwerdeführerin, welche sich negativ auf das zu beurteilende 

Ereignis ausgewirkt haben könnte, kein Hinweis zu entnehmen.

3.5 Zusammenfassend ist unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände das Vorliegen 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors zu verneinen. Damit kann das Ereignis vom 

19. März 2012 nicht als Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG qualifiziert werden.

4. 

4.1 Zu prüfen bleibt, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. Gemäss Art. 9 

Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) sind folgende 

Körperschäden auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen 

gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration 

zurückzuführen sind: Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, 

Muskelrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen sowie 

Trommelfellverletzungen.

4.2  Weder dem Arztzeugnis von Dr. C.___ vom 27. April 2012 (UV-act. ZM1) noch den 

MRI-Befunden vom 18. Mai 2012 (UV-act. ZM3) ist eine in Art. 9 Abs. 2 UVV erwähnte 

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Körperschädigung zu entnehmen. Eine Distorsion des rechten Kniegelenkes lässt sich 

ebenso wenig unter die unfallähnlichen Körperschädigungen subsumieren wie das im 

MRI erhobene diffuse Knochenmarködem femorotibial. Auch ergab das MRI keinen 

Nachweis eines Meniskusrisses. Bei der im Bericht vom 21. Juni 2012 (UV-act. ZM4) 

diagnostizierten Überdehnung des medialen Seitenbands handelte es sich darüber 

hinaus lediglich um eine Verdachtsdiagnose. Eine Bandläsion ist damit entgegen den 

Ausführungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (act. G 3) nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. In der Rechtsprechung wurde sodann 

wiederholt bestätigt, dass der in Art. 9 Abs. 2 UVV enthaltenen Aufzählung der 

unfallähnlichen Körperschädigungen abschliessender Charakter zukommt (BGE 114 V 

302 E. 3d; RKUV 1989 Nr. U 67 S. 165). Somit kann vorliegend nicht von einer 

unfallähnlichen Körperschädigung ausgegangen werden.

5. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. Dezember 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.06.2013
	Art. 4 ATSG, Art. 6 UVG, Art. 9 Abs. 2 UVV. Verneinung eines Unfalls sowie einer unfallähnlichen Körperschädigung im Zusammenhang mit einer Kniedistorsion beim Stützen eines Patienten bei der Mobilisation im Lehnstuhl. Aussage der ersten Stunde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Juni 2013, UV 2013/11).

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		2025-07-19T10:38:10+0200
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