# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c2da39a-e401-5e2f-b594-c168735e2ec0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 05.06.2019 U 2018 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2018-14_2019-06-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 18 14

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, von Salis 

Aktuar ad hoc Kollegger

URTEIL

vom 5. Juni 2019

in der Streitsache

Dr. med. A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge,

Kläger

gegen 

Spital X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Remo Dolf,

Beklagte

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag

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1. Am 1. Februar 2011 begann Dr. med. A._____ als Chefarzt in der Abteilung 

Anästhesie und Rettung im Spital X._____ zu arbeiten. Der Arbeitsvertrag 

datiert vom 23. November 2010. Mit Anstellungsvertrag vom 15. Oktober 

2015 einigten sich das Spital X._____ und Dr. med. A._____ über neue Ar-

beitsbedingungen.

2. Anlässlich eines Gesprächs vom 20. September 2016 zwischen Dr. med. 

A._____, B._____ (Betriebsleiter Anästhesie) und dem Spitaldirektor, äus-

serten sich Dr. med. A._____ und B._____ über den Zustand von Dr. med. 

C._____ (Leitender Arzt Anästhesie). Sie berichteten, dass sich vermehrt 

Mitarbeitende über die Arbeitsweise von Dr. med. C._____ beschwert hät-

ten. Dr. med. A._____ führte weiter aus, dass bei Dr. med. C._____ ein 

Alkoholproblem und eine Psychose vorliege. Das Alkoholproblem liesse 

sich auch durch weitere Personen bestätigen.

3. In der Folge leitete der Spitaldirektor umgehend eine Untersuchung ein, in 

der er diverse Personen über diese Situation befragte. Als Ergebnis dieser 

Untersuchung kamen die Teilnehmenden einer Spitalleitungssitzung vom 

6. Oktober 2016 übereinstimmend zum Schluss, dass sich die Vorwürfe 

gegenüber Dr. med. C._____ nicht erhärten liessen. Allerdings sei das Vor-

gehen von Dr. med. A._____ äusserst fragwürdig und nicht akzeptabel, 

weswegen die Spitalleitung aufgrund des zerrütteten Vertrauensverhältnis-

ses befand, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit 

Dr. med. A._____ im Interesse des Spitals sei.

4. Am 7. Oktober 2016 wurde Dr. med. A._____ über die Ergebnisse der Un-

tersuchung aufgeklärt. Über die geplante Kündigung wurde er hingegen 

noch nicht informiert, da die Spitalleitung beschloss, dass der Stiftungsrat 

abschliessend über die Kündigung zu entscheiden habe.

5. Nachdem der Stiftungsrat des Spitals X._____ der Kündigung mit einem 

Zirkulationsbeschluss zustimmte, kündigte die Spitaldirektion des Spitals 

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X._____ am 26. Oktober 2016 das Arbeitsverhältnis mit Dr. med. A._____ 

auf den 30. April 2017.

6. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2016 verlangte Dr. med. A._____ eine 

schriftliche Begründung der Kündigung. Das Spital X._____ begründete die 

Kündigung mit Schreiben vom 09. November 2016 im Wesentlichen damit, 

dass Dr. med. A._____ durch die persönlichkeitsverletzenden Anschuldi-

gungen und einer Verbreitung von unwahren Tatsachen über den ihm un-

terstellten Arzt, sowohl Treue- als auch Fürsorgepflichten verletzt habe.

7. Gegen die Kündigung erhob der nun anwaltlich vertretene Dr. med. 

A._____ mit Schreiben vom 1. Dezember 2016 Einsprache, während er auf 

die Missbräuchlichkeit der Kündigung hinwies und betonte, dass vielmehr 

die Ausführungen seitens des Spitals persönlichkeitsverletzend gewesen 

seien.

8. Am 10. August 2017 fand eine Vermittlungsverhandlung vor dem Vermitt-

leramt D._____ statt, in welcher die Parteien sich nicht einigen konnten. In 

der Folge wurde am 9. November 2017 eine Klage beim Regionalgericht 

D._____ eingereicht, welche mit Schreiben vom 20. März 2018 wieder 

zurückgezogen wurde, da die Parteien von der sachlichen Unzuständigkeit 

des Regionalgerichts ausgingen.

9. Am 12. April 2018 (Poststempel) reichte Dr. med. A._____ (nachfolgend: 

Kläger) verwaltungsgerichtliche Klage beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden (nachfolgend: Verwaltungsgericht) mit folgendem Begeh-

ren ein:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 81'000.00 nebst Zins zu 5 
% seit dem 1. Mai 2017 zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.7 % MWST zu Lasten 
der Beklagten.

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Begründend führte er aus, die begehrte Entschädigung sei nicht nur unter 

dem Titel der missbräuchlichen Kündigung, sondern auch unter dem Titel 

der Persönlichkeitsverletzung gemäss Art. 28 ff. ZGB gerechtfertigt.

10. In der Klageantwort vom 28. Mai 2018 begehrte das Spital X._____ (nach-

folgend: Beklagte) die kostenfällige Abweisung der Klage, soweit darauf 

einzutreten sei. Begründend führte die Beklagte aus, im Falle einer sachli-

chen Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts sei der Anspruch aus einer 

missbräuchlichen Kündigung verwirkt. Im Weiteren stellte sie sich auf den 

Standpunkt, dass die Kündigung rechtmässig gewesen sei.

11. In der Replik vom 10. August 2018 und Duplik vom 17. September 2018 

hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht im Klagever-

fahren "vermögensrechtliche Ansprüche aus öffentlichem Dienstverhältnis, 

soweit keine andere Behörde bestimmt ist". Im vorliegenden Fall macht die 

Aktivpartei laut dem Rechtsbegehren eine Forderung über Fr. 81'000.-- zu-

züglich Zins geltend, was auf einen vermögensrechtlichen Anspruch hin-

weist. Allerdings geht aus der Eingabe auch hervor, dass diese Forderung 

als Folge einer "missbräuchlichen Kündigung" gestellt wird. Das Rechtsbe-

gehren beinhaltet zwar weder einen Antrag auf Aufhebung der Kündigung 

noch auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der Kündigung, trotzdem kann 

aus der Rechtsschrift der Vorwurf einer missbräuchlichen Kündigung her-

ausgelesen werden. Was die missbräuchliche Kündigung angeht, könnte 

es sich deswegen auch um einen Entscheid i.S.v. Art. 49 Abs. 1 VRG – und 

damit (zumindest teilweise) um ein Beschwerdeobjekt – handeln 

(m.W.Verw. Urteil des Verwaltungsgerichts U 07 87 vom 20. Dezember 

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2010 E.1. f). In jedem Fall muss in einem ersten Schritt aber geprüft wer-

den, ob es sich überhaupt um ein öffentlich-rechtliches Arbeitsverhältnis 

handelt.

1.2. Vorfrageweise muss an dieser Stelle also die Frage geklärt werden, ob es 

sich hierbei um ein öffentlich-rechtliches oder um ein privatrechtliches Ar-

beitsverhältnis handelt. Sollte es sich um ein privatrechtliches Arbeitsver-

hältnis handeln, so wäre das Zivilgericht zuständig für die Beurteilung die-

ser Streitsache, welche gar schon vor dem Zivilgericht anhängig gemacht, 

dann aber wieder zurückgezogen wurde. Sollte es sich aber um ein öffent-

lich-rechtliches Arbeitsverhältnis handeln, so wäre die sachliche Zuständig-

keit des Verwaltungsgerichts zu bejahen. In diesem Fall wäre (formell) noch 

zu prüfen, ob es sich um eine Beschwerde oder um eine Klage handeln 

würde und eine allfällige Rechtsmittelfrist eingehalten worden wäre.

1.3. Um die Rechtsnatur des gekündigten Arbeitsverhältnisses bestimmen zu 

können, erscheint nicht nur eine Analyse der bestehenden Arbeitsverträge, 

sondern auch der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen zu den unter-

schiedlichen Zeiten angebracht. Dabei ist davon auszugehen, dass der 

Kläger mit Anstellungsvertrag vom 23. November 2010 (Wirkung per 1. Fe-

bruar 2011) erstmals seine Position als Chefarzt Anästhesie und Rettung 

antrat (vgl. Beilage des Klägers [Kl-act.] 4). Ein weiterer Arbeitsvertrag da-

tiert vom 15. Oktober 2015 (Kl-act. 5).

1.4. Zur Zeit der Unterzeichnung des ersten Arbeitsvertrages (23. November 

2010) war das Gesetz über die Förderung der Krankenpflege und der Be-

treuung von betagten und pflegebedürftigen Personen (Krankenpflegege-

setz, KPG; BR 506.000) in seiner Version vom 21. Oktober 2008, seit dem 

1. März 2009 in Kraft (aKPG/2008). Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 6 

aKPG/2008 war die Beklagte ein Spital der Grundversorgung der Spitalre-

gion 1._____/2._____/3._____/4._____. Zur gleichen Zeit definierte Art. 17 

des Gesetztes über das Gesundheitswesen des Kantons Graubünden (Ge-

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sundheitsgesetz, GesG; BR 500.00) in der damaligen Fassung vom 25. 

November 2007 (in Kraft getreten am 1. März 2008 [aGesG/2007]) die nach 

dem Krankenpflegegesetz als beitragsberechtigt anerkannten Spitäler 

(dazu gehörte auch das Spital X._____ [Art. 6a i.V.m. dem Anhang des 

aKPG/2008]) als öffentliche Spitäler. Als der neue Anstellungsvertrag un-

terzeichnet wurde (15. Oktober 2015), bezeichnete das Krankenpflegege-

setz vom 17. Dezember 2013, in Kraft getreten am 1. Januar 2014 

(aKPG/2013), die Beklagte als öffentliches akutsomatisches Spital (Art. 6 

Abs. 1 aKPG/2013). Diese Bezeichnung findet sich bis heute im Kranken-

pflegegesetz (vgl. Art. 6 KPG). Insoweit scheint der öffentliche Charakter 

des Spitals seit jeher gegeben zu sein.

1.5. Mit dem öffentlichen Charakter des Spitals geht auch ein "Dienstverhältnis" 

i.S. einer öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehung zwischen dem Gemein-

wesen und seinem Angestellten einher. Eine andere Ansicht könnte nur 

noch vertreten werden, wenn angenommen würde, dass es sich beim Spi-

tal X._____ zwar um ein "öffentliches akutsomatisches Spital" handelt, dies 

aber noch nicht bedeutet, dass die als Stiftung ausgestaltete Gesellschaft 

öffentlich-rechtlichen Charakter hat, sondern nur, dass sie mit öffentlichen 

Aufgaben betraut ist. 

Ohne Rücksicht auf die Rechtsform eines Aufgabenträgers kann nämlich 

unterschieden werden zwischen "ausgegliederten Aufgabenträger", welche 

einerseits eine aus der Zentralverwaltung herausgelösten Rechtseinheit 

mit staatlichen Aufgaben betrauen, andererseits durch das Gemeinwesen 

organisatorisch beherrscht sind (PATRIK FREUDIGER, Anstalt oder Aktien-

gesellschaft? Zur Bedeutung der Rechtsform bei Ausgliederungen, in: ASR 

Nr. 813, Diss., Bern 2016, S. 23) und andere Aufgabenträger wie etwa Kon-

zessionäre oder Beliehene (PATRIK FREUDIGER, a.a.O., S. 42 ff). Bei Belie-

henen beispielsweise handelt es sich gerade nicht von vom Gemeinwesen 

beherrschte Träger von staatlichen Aufgaben, sondern um "echte" Private 

(PATRIK FREUDIGER, a.a.O.).

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In der vorliegenden Konstellation scheint eine "Beleihung" eines "echten 

Privaten" allerdings weit hergeholt, muss doch die Stiftung Spital X._____ 

als Unternehmensträger-Stiftung angesehen werden, welche zwar weitge-

hend selbstständig operiert, jedoch aufgrund der Trägerschaft, der Her-

kunft der Finanzierung und der Aufgaben als öffentliches Spital zu charak-

terisieren ist (vgl. dazu PVG 2011 Nr. 9 E.1 f. betreffend das Kantonsspital). 

Für die vorliegende Streitigkeit bedeutet dies vorerst, dass die Annahme 

von etwas anderem als einem "Dienstverhältnis" bzw. einem öffentlich-

rechtlichem Verhältnis zwischen dem Gemeinwesen und seinem Angestell-

ten (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. 

Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 2001) ausser Betracht fällt.

1.6. In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob das Dienstverhältnis mittels pri-

vatrechtlichen Vertrags geregelt werden kann. 

Was die beiden Vertragsdokumente (von 2010 und 2015) betrifft, lassen 

sich aus den Verträgen selber keine unmittelbaren Rückschlüsse über die 

Qualifikation des Arbeitsverhältnisses als öffentlich- oder privatrechtliches 

ableiten. Insbesondere schweigt der Anstellungsvertrag vom 23. November 

2010 über die Anwendbarkeit der damals noch geltenden Chefarztverord-

nung (vgl. nachfolgend E.1.7.). Implizite Rückschlüsse auf ein öffentliches 

Anstellungsverhältnis geben dafür etwa die Versicherung über die kanto-

nale Pensionskasse (Ziff. 5 des Vertrags vom 23. November 2010 [Kl-act. 

4]). Gemäss dem neueren Anstellungsvertrag vom 15. Oktober 2015 sind 

die "Grundlagen" des Vertrags (Ziff. 2 des Vertrags vom 15. Oktober 2015 

[Kl-act. 5]) wie folgt aufgelistet:

"- Obligationenrecht (OR – Art. 319 ff.)

 - Arbeitsgesetz (ArG) ohne Kapitel III. Arbeits- und Ruhezeit

 - Krankenpflegegesetz GR RB 506.000

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 - Im übrigen gilt das Personal-Reglement des Spitals X._____"

Zumindest der Hinweis auf das Krankenpflegegesetz und derjenige auf das 

Personalreglement des Spitals X._____ könnten bei diesem neueren Ver-

trag als Indizien für ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis beige-

zogen werden, die (direkte) Anwendbarkeit des Obligationenrechts und des 

Arbeitsgesetzes würden eher für ein privatrechtliches Verhältnis sprechen. 

Noch zu erwähnen ist, dass dem Gericht das Personal-Reglement des Spi-

tals X._____ nicht eingereicht wurde. Eine entsprechende Edition dieses 

Reglements scheint vorliegend allerdings nicht nötig zu sein, wie sich auf-

grund nachfolgender Erwägungen herausstellt.

1.7. Gemäss Art. 27 Abs. 1 aKPG/2008 konnte die Regierung Vorschriften über 

die Betriebsführung, die Rechnungslegung, die Tarifgestaltung, die Stellen- 

und Einreihungspläne sowie über die Anstellungsbedingungen für das Per-

sonal der beitragsberechtigten Leistungserbringer erlassen, was sie heute 

gestützt auf Art. 4 KPG kann. Daraus entsprang die Verordnung über die 

Anstellungsbedingungen für Chefärzte und Leitende Ärzte der beitrags-

pflichtigen Spitäler im Kanton Graubünden (Chefarztverordnung; BR 

506.700, aufgehoben per 1. Januar 2012), welche explizit ausführte, dass 

der Chefarzt, Chefarzt-Stellvertreter bzw. Leitende Arzt in einem öffentlich-

rechtlichen Dienstverhältnis steht. Schon im Zwischen-/Teilurteil des Ver-

waltungsgerichts U 17 45 vom 29. Mai 2018, wurde erläutert, dass die Auf-

hebung dieser Chefarztverordnung eine Folge des Auftrags Nick betreffend 

Überprüfung Notwendigkeit respektive Aufhebung der Verordnung über die 

Anstellungsbedingungen für Chefärzte anlässlich der Sitzung des Grossen 

Rates vom 19. Oktober 2010 war (E.3.3.1.). Im gleichen Entscheid stellte 

das Verwaltungsgericht allerdings auch fest, dass legislatorisch auch nach 

Aufhebung der Chefarztverordnung keine ausdrückliche Vorgabe besteht, 

wonach bestehende oder neue Arbeitsverträge mit Leitenden Ärzten oder 

Chefärzten zwangsläufig privatrechtlicher Natur sein sollten oder beste-

hende Arbeitsverträge ex lege dem privaten Arbeitsrecht unterstellt wären. 

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Neu sei nur, dass die Institutionen im Gesundheitswesen bezüglich der An-

stellungsbedingungen mehr Spielraum erhielten, sich auch privatrechtli-

cher Vertragsformen zu bedienen.

Seit der Aufhebung der Chefarztverordnung scheint immerhin klar, dass die 

Institutionen im Gesundheitswesen mehr Spielraum erhielten, was die ver-

tragliche Ausgestaltung der Arbeitsverhältnisse angeht. Dieser Spielraum 

darf aber nicht überschätzt werden:

In der Lehre wird in neuerer Zeit die Meinung vertreten, dass dem Gemein-

wesen die Freiheit zukommt, zwischen öffentlich-rechtlichen und privat-

rechtlichen Anstellungsverhältnissen zu entscheiden (statt vieler DO-

NATSCH, Privatrechtliche Arbeitsverträge und der öffentliche Dienst, in: 

Jusletter 3. Mai 2010; S. 3 mit zahlreichen Hinweisen). Entscheidet sich 

das Gemeinwesen allerdings für privatrechtliche Dienstverhältnisse, muss 

es dafür eine hinreichende gesetzliche Grundlage schaffen (mit weiteren 

Hinweisen WIRTHLIN, Dienstrecht im Spannungsfeld zwischen öffentlichem 

und Privatrecht, in: ZBJV 155/2019, S. 66 ff.; DONATSCH, a.a.O.; Urteil 

des Bundesgerichts 2P.18/2006 vom 19. Mai 2006 E.2.3.). Vor dem Hin-

tergrund, dass das Gemeinwesen selbst bei einem rechtmässigen Vorlie-

gen eines privatrechtlichen Arbeitsvertrages, noch an die allgemeinen Ver-

fassungsgrundsätze gebunden ist (WIRTHLIN, a.a.O., S. 65; DONATSCH, 

a.a.O, S. 5), scheint die Voraussetzung einer hinreichenden gesetzlichen 

Grundlage essenziell. 

Vorliegend sind keine entsprechenden gesetzlichen Grundlagen ersicht-

lich, welche eine Unterstellung der Dienstverhältnisse zwischen öffentli-

chen Spitälern und deren Chefärzten unter das Privatrecht zuliessen. 

Würde das Gesetz über das Arbeitsverhältnis der Mitarbeitenden des Kan-

tons Graubünden (PG; BR 170.400) zumindest analog angewandt, so 

spricht dies ebenfalls für die Annahme eines öffentlich-rechtlichen Vertrags 

(vgl. Art. 6 PG), wobei die Bestimmungen des Obligationenrechts in den 

Schranken des Gesetzes subsidiäre Geltung erlangten (vgl. Art. 4 PG).

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1.8. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass im Zeitpunkt, an dem 

der neuste Anstellungsvertrag unterzeichnet wurde, das Krankenpflegege-

setz vom 17. Dezember 2013, in Kraft getreten am 1. Januar 2014 

(aKPG/2013), die Beklagte als öffentliches akutsomatisches Spital be-

zeichnete (Art. 6 Abs. 1 aKPG/2013). Daraus kann abgeleitet werden, dass 

es sich um einen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber handelt, sodass die ge-

setzliche Situation damals (wie auch heute) keinen Spielraum hergibt, Ver-

träge dem Privatrecht zu unterstellen. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, 

wieweit die privatrechtlichen Bestimmungen subsidiär gelten. Für die sach-

liche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts bedeutet dies aber vorerst, 

dass dieses zuständig ist für die Beurteilung dieser Streitigkeit aus einem 

öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnis.

1.9. Damit stellt sich die Frage, ob eine Frist hätte eingehalten werden müssen, 

um das Rechtsmittel vor dem Verwaltungsgericht anhängig zu machen, 

was wiederum davon abhängt, ob es sich betreffend die "Missbräuchlich-

keit der Kündigung" überhaupt um eine Klage handelt. Sollte die Kündigung 

dieses öffentlich-rechtlichen Vertragsverhältnisses nur durch eine Verfü-

gung zulässig sein ("Vorrang der Verfügung"), müsste das Fristversäumnis 

zur Beschwerdeerhebung ein Nichteintreten auf die vorliegende Klage zur 

Folge haben.

1.10. Gemäss dem zuletzt geltenden Anstellungsvertrag galt eine Kündigungs-

frist von 6 Monaten, ansonsten wird auf die obligationenrechtlichen Bestim-

mungen verwiesen. Wären diese direkt anwendbar, hätte eine Partei, wel-

che das Arbeitsverhältnis missbräuchlich kündigt, der anderen Partei eine 

Entschädigung auszurichten (Art. 336a OR). Diese Bestimmung ändert 

nichts an der Gültigkeit der Kündigung. Sie dient vielmehr dazu, die kün-

dende Partei zu bestrafen und die durch die Kündigung entstandene Unbill 

wiedergutzumachen (MILANI, in: KOSTKIEWICZ et al. [Hrsg.], Kommentar 

Schweizerisches Obligationenrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 336a Rz. 1). 

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Wer gestützt darauf eine Entschädigung geltend machen will, muss 

gemäss Art. 336b OR zunächst gegen die Kündigung bis zum Ende der 

Kündigungsfrist beim Kündigenden schriftlich Einsprache erheben (Abs. 1), 

wonach sie ihren Anspruch auf Entschädigung geltend machen kann (Abs. 

2).

Eine vollständige Übernahme dieser privatrechtlichen Bestimmungen auf 

das vorliegend öffentlich-rechtliche Arbeitsverhältnis, kommt aus verfas-

sungsrechtlichen Gesichtspunkten allerdings nicht in Frage. Die vorge-

nannten Bestimmungen fügen sich in das privatrechtliche Prinzip der Kün-

digungsfreiheit ein, sodass eine ordentliche Kündigung grundsätzlich will-

kürlich ausgesprochen werden dürfte, solange kein Missbrauchstatbestand 

gem. Art. 336 OR vorliegt (BGE 132 III 115 E.2; MILANI, a.a.O., Art. 336 Rz. 

1). Das Gemeinwesen muss hingegen in jedem Fall einen sachlichen bzw. 

triftigen Grund vorweisen und auch eine Interessensabwägung vornehmen. 

Dies ergibt sich aus den für die öffentliche Hand bindenden Prinzipien (etwa 

das Willkürverbot und das Prinzip der Verhältnismässigkeit; vgl. DO-

NATSCH, a.a.O, S. 6). Als weitere Besonderheiten des öffentlichen Dienst-

rechts sind die Überprüfbarkeit der Kündigung auf dem Rechtsweg und die 

Tatsache, dass eine sachlich nicht gerechtfertigte Kündigung das öffent-

lich-rechtliche Arbeitsverhältnis nicht grundsätzlich beendet (DONATSCH, 

a.a.O.) wohingegen eine missbräuchliche Kündigung gem. Art. 336 OR im 

privatrechtlichen Bereich – wie gerade erwähnt - grundsätzlich keinen Be-

standesschutz gewährt (MILANI, a.a.O., Art. 336a Rz. 1). 

1.11. Vor dem Hintergrund ebendieser öffentlich-rechtlichen Besonderheiten 

kann nichts anderes gelten, als dass die Auflösung des Vertragsverhältnis-

ses als Entscheid im Sinne von Art. 49 Abs. 1 VRG und damit als Be-

schwerdeobjekt zu qualifizieren ist, während die hier geltend gemachte 

Entschädigung mittels Klage durchgesetzt werden kann (Art. 63 Abs. 1 lit. 

e VRG; vgl. z.B. U 07 87 E.2; U 14 52 E.1a). Nur so kann die Überprüfbar-

keit der Kündigung in einem nachträglichen Verwaltungsrechtspflegever-

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fahren sichergestellt werden. Dies bedeutet gleichzeitig, dass die Be-

schwerdefrist von 30 Tagen zur Anfechtung dieser Verfügung abgelaufen 

und im Klageverfahren betreffend Entschädigung keine missbräuchliche 

Kündigung mehr feststellbar ist.

1.12. Dass der Kläger seine Ansprüche zusätzlich "auch unter dem Titel Persön-

lichkeitsverletzung gemäss Art. 28 ff. ZGB" geltend macht, kann ihm dabei 

nichts Zusätzliches nützen. Eine diesbezügliche Persönlichkeitsverletzung 

wäre geradezu mit einer allfälligen Missbräuchlichkeit der Kündigung ver-

knüpft, da die Kündigung eben gerade aufgrund der behaupteten "haltlosen 

Vorwürfe" missbräuchlich wäre. Da diese Argumentation des Klägers ein-

zig auf die Vereitelung des Fristversäumnisses zur Anfechtung der Kündi-

gung gerichtet ist, ist der Kläger damit nicht zu hören.

1.13. Nicht behindert wird dieses Ergebnis schliesslich durch den Umstand, dass 

die Verfügung der Beklagten nicht in typischer Verfügungsform mit Rechts-

mittelbelehrung eröffnet wurde. Spätestens mit Schreiben vom 09. Novem-

ber 2016 wurde die Kündigung begründet, so dass eine Gehörsverletzung 

ausser Betracht fällt. Aus der fehlenden Rechtsmittelbelehrung kann der 

anwaltlich vertretene Kläger nichts zu seinen Gunsten ableiten. Selbst 

wenn der anwaltlich vertretene Kläger sich zeitweise im Zweifel über die 

öffentlich- oder privatrechtliche Natur des Vertragsverhältnisses befunden 

haben sollte, wäre ihm immer noch die Möglichkeit offen gestanden, die 

Sache sowohl über den Zivilweg wie auch beim Verwaltungsgericht frist-

wahrend anhängig zu machen und beim einen oder anderen Gericht zu 

sistieren. Dass eine Verfügung, auch wenn sie wie im vorliegenden Fall 

offensichtlich fehlerhaft eröffnet wurde, durch einen anwaltlich vertretenen 

Verfügungsempfänger statt innert 30 Tagen erst über 17 Monate später 

(26. Oktober 2016 [Kündigungsschreiben] - 12. April 2018 [Klage]) ange-

fochten wird, kann jedenfalls nicht geschützt werden.

1.14. Nach dem Gesagten ist auf die Klage nicht einzutreten.

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2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt die unterliegende Partei die 

Staatsgebühr sowie die Kanzleiauslagen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Als Staats-

gebühr werden vorliegend Fr. 2'000.-- als angemessen erachtet (vgl. Urteil 

des Verwaltungsgericht U 17 45 vom 29. Mai 2018). Eine Parteientschädi-

gung ist keine zuzusprechen, da die Beklagte als eine mit öffentlich-recht-

lichen Aufgaben betraute Organisation in ihrem Wirkungskreis obsiegte 

(vgl. Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 2‘284.--

gehen zulasten von Dr. med. A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustel-

lung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]