# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 931d8ca7-7973-5b80-ad6f-0f64dc37fc0d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.08.2009 D-4832/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4832-2009_2009-08-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4832/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  A u g u s t  2 0 0 9

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______
Guinea-Bissau,
B._______
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 27. Juli 2009 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4832/2009

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 25. Juni 2009 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er im C.______ am 8. Juli 2009 einer Erstbefragung unterzogen 
und am 21. Juli 2009 nach Art. 29 Abs. 1 AsylG angehört wurde,

dass er dabei unter anderem angab, aus Guinea-Bissau zu stammen,

dass sein  Vater, im Sicherheitsdienst  von D.______als  Adjutant  tätig 
gewesen,  seit  dessen  Ermordung  im  März  2009  aus  Furcht  vor 
Behelligungen  durch  Angehörige  des  Militärs  das  Haus  kaum  mehr 
verlassen könne und auch er, der Beschwerdeführer, bedroht worden 
sei  beziehungsweise  Behelligungen  befürchte,  weshalb  er  sich  zur 
Ausreise entschlossen habe, 

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dass er anfangs Mai 2009 ohne Identitätspapiere in Begleitung eines 
Mannes mit dem Auto nach Dakar in Senegal gereist und von dort mit 
einem Schiff zu einem ihm unbekannten Ort in Italien und schliesslich 
mit dem Zug in die Schweiz gelangt sei,

dass er nie Identitätspapiere, sondern lediglich einen Schülerausweis 
besessen  habe  und  auf  seiner  Reise  in  die  Schweiz  nie  kontrolliert 
worden  sei (vgl. A1 S. 3 und 7),

dass für weitere Einzelheiten auf die vorinstanzlichen Akten verwiesen 
werden kann,

dass der  Beschwerdeführer trotz  Aufforderung im C.______ bis  zum 
jetzigen Zeitpunkt keine Identitätspapiere eingereicht hat,

dass das BFM mit – gleichentags eröffnetem – Entscheid vom 27. Juli 
2009 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG auf das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, dessen Wegweisung 
anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich erach-
tete,

dass der Beschwerdeführer mit auf den 28. Juli 2009 datierter, zuhan-
den der Schweizerischen Post am 29. Juli 2009 aufgegebener Eingabe 
an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid  sinnge-
mäss Beschwerde erhob,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG,

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  6  AsylG  i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

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dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist,  wobei  auf  die  Erwägungen in  der  angefochtenen Verfü-
gung  verwiesen werden  kann  (vgl. Art.  111a  Abs. 2  AsylG und 109 
Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde, 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass das Bundesamt offensichtlich zu Recht zum Schluss gelangt ist, 
der  Beschwerdeführer  mache angesichts  der  unglaubhaften angebli-
chen Reiseumstände und der teils widersprüchlichen, teils unsubstan-
ziierten Angaben keine entschuldbaren Gründe für das versäumte Ein-
reichen von Identitätsdokumenten geltend, 

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dass hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes ver-
wiesen  werden  kann,  zumal  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Be-
schwerde lediglich erneut geltend macht, nie Identitätspapiere beses-
sen zu haben, da dies in seinem Heimatstaat nicht nötig sei, eine Be-
hauptung, die als realitätsfremd zu erachten ist,

dass  sich  auch  die  übrigen  diesbezüglichen Erklärungen in  der  Be-
schwerdeschrift in einer Wiederholung der bereits im vorinstanzlichen 
Verfahren geltend gemachten Angaben erschöpfen,

dass im Weiteren die Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Vor-
bringen,  wegen seines Vaters Behelligungen durch Militärangehörige 
zu  befürchten,  wie  von  der  Vorinstanz  zutreffend  festgestellt,  wider-
sprüchlich ausgefallen sind,

dass hinsichtlich näherer Begründung zur Vermeidung von Wiederho-
lungen  auf  die  zu  bestätigenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann, zumal in der Beschwerde auf diese 
nicht näher eingegangen wird,

dass auch keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 AsylG not-
wendig erscheinen,

dass  das  Bundesamt  somit  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer ausländer-
rechtlichen Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung einer  Wegweisung 
die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 
mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist  (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [ARK] / EMARK 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von  Ausländern  regelt 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

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dass der Vollzug der Wegweisung des jungen, nach eigenen Angaben 
gesunden Beschwerdeführers als zulässig, zumutbar und möglich im 
Sinne von Art. 83 AuG zu erachten ist, weshalb die Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme ausser Betracht fällt,

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt  wurde (vgl. Art. 106 
AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (....)
- das BFM (...)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand am:

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