# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a808bc9-cd30-5b61-aec7-8ac07f9ec008
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.05.2010 E-1000/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1000-2010_2010-05-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1000/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Fulvio Haefeli, Richterin Gabriela Freihofer, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

A._______,
B._______,
C._______,
Kolumbien, 
durch Vermittlung der Schweizerischen Vertretung in 
Bogotá,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 28. Dezember 2009 / 
N.(...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1000/2010

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  ersuchte  die  Schweizerische  Botschaft  in 
Bogotà mit  Schreiben vom 3. September 2009 um Schutzgewährung 
und  Bewilligung  der  Einreise  für  sich,  ihr  Kind  und  ihren 
Lebenspartner. Das Gesuch begründete sie mit dem gewaltsamen Tod 
ihres früheren Partners und der seither andauernden Bedrohungslage 
für  sie,  ihr  Kind  und  den  neuen  Lebenspartner.  Der  Eingabe  lagen 
unter  anderem  diverse  Ausweisdokumente  in  Kopie, 
gerichtsmedizinische  Unterlagen  über  den  Tod  des  früheren 
Lebenspartners, Zeitungsberichte über dessen Ermordung, eine Kopie 
einer Strafanzeige wegen Drohung, ein Polizeirapport und Drohbriefe 
bei.  Am  20.  November  und  15.  Dezember  2009  wandte  sich  die 
Beschwerdeführerin  per E-Mail  an die Schweizerische Botschaft  und 
machte eine Verschlimmerung der Lage geltend.  

B.
Das Bundesamt verweigerte den Beschwerdeführenden mit Verfügung 
vom 28. Dezember 2009 , eröffnet am 29. Januar 2010, die Einreise in 
die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Als Begründung führte es 
an,  gemäss  Subsidiaritätsprinzip  seien  Personen  mit  einer 
innerstaatlichen  Fluchtalternative  nicht  auf  den  Schutz  eines 
Drittstaates  angewiesen.  Da  es  sich  bei  den  Beschwerdeführenden 
nicht um landesweit bekannte Persönlichkeiten handle, sei nicht davon 
auszugehen, dass die Verfolger sie an jedem beliebigen Ort ausfindig 
machen  könnten;  vielmehr  sei  davon  auszugehen,  dass  für  sie 
innerstaatliche  Fluchtalternativen  bestünden.  Insgesamt  fehlten 
hinlängliche Anhaltspunkte für  eine landesweite Verfolgungssituation. 
Im Übrigen könne das Asylgesuch auch gestützt auf Art. 52 Abs. 2 des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  abgelehnt 
werden.  Gemäss  diesem  Artikel  dürfe  ein  Asylgesuch  abgelehnt 
werden, wenn der gesuchstellenden Person zugemutet werden könne, 
sich  in  einem  anderen  Staat  um  Aufnahme  zu  bemühen.  Diese 
Gesetzesbestimmung  eröffne  der  Behörde  einen  grossen  Spielraum 
bei  der  Prüfung  eines  im  Ausland  eingereichten  Asylgesuchs.  Die 
Asylbehörden müssten dabei in der Lage sein, konkret aufzuzeigen, in 
welchen Drittstaat die asylsuchende Person ausreisen könne und ob 
sie  dort  auch  tatsächlich  Schutz  erhalte.  Vorliegend  sei  den 
Beschwerdeführenden zuzumuten, in einem Nachbarstaat Kolumbiens 
um  Asyl  zu  ersuchen,  hätten  doch  die  meisten  Nachbarstaaten 

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Kolumbiens die Flüchtlingskonvention ratifiziert und hielten sich an die 
damit verbundenen Verpflichtungen. Für die praktische Möglichkeit und 
die Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsuche spreche sodann die 
Möglichkeit  der  visumsfreien  Einreise  in  sämtliche  umliegenden 
Länder Kolumbiens sowie der Umstand, das jährlich mehrere Tausend 
kolumbianische  Staatsangehörige  in  den  Nachbarländern  um  Asyl 
ersucht und zu einem beträchtlichen Teil auch erhalten hätten. Diese 
Staaten  erschienen  auch  aus  geografischen,  sprachlichen  und 
kulturellen  Gründen  als  offensichtlich  näher  liegend.  An  diesen 
Erwägungen  vermöchten  die  eingereichten  Dokumente  nichts  zu 
ändern, da sie nur die Vorbringen stützten, diese jedoch nicht in Frage 
gestellt worden seien.

C.
Mit  in  Spanisch  verfasstem  Schreiben  vom  8.  Februar  2010, 
eingegangen bei der Schweizerischen Botschaft am 9. Februar 2010, 
erhob  die  Beschwerdeführerin  Beschwerde  gegen  den 
vorinstanzlichen  Entscheid.  Auf  die  Eingabe  wird  in  den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

D.
Mit  Schreiben  vom 1. März  2010  lud  das  Bundesverwaltungsgericht 
das BFM zur Vernehmlassung ein. Dabei verwies es auf ein Urteil des 
Gerichts,  veröffentlicht  in  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  (BVGE)  2007  Nr.  30,  welches  die  Form 
von Auslandverfahren zum Inhalt  hat  und sich  insbesondere  mit  der 
Notwendigkeit  der  Befragung  von  Asylgesuchstellern 
auseinandersetzt. 

E.
In  seiner  Vernehmlassung  vom 17. März  2010  beantragte  das  BFM 
- ohne auf das erwähnte BVGE-Urteil einzugehen - die Abweisung der 
Beschwerde. Die  Vernehmlassung  wurde  den  Beschwerdeführenden 
bisher  noch  nicht  zur  Kenntnis  gebracht,  wird  jedoch  dem  Urteil 
beigelegt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 

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Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört  zu  den Be-hörden nach  Art. 33  VGG 
und ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundes-verwaltungsgerichts. Eine 
das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist,  abgesehen  vom  sprachlichen  Mangel,  zu 
welchem nachfolgend Stellung genommen wird, form- und fristgerecht 
eingereicht. 

Die Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und 
Italienische  (vgl.  dazu  Art.  70  Abs.  1  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 
Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  aus  prozessökonomischen 
Gründen  und  wegen  der  Dringlichkeit  der  Sache  ohne  präjudizielle 
Wirkung vorliegend auf  eine  Rückweisung der  Beschwerde und das 
Einfordern  einer  Beschwerdeverbesserung  beziehungsweise 
Übersetzung  der  Eingabe  verzichtet.  Nach  erfolgter   amtlicher 
Übersetzung  sind  die  Rechtsmittelanträge  bekannt  und  hinreichend 
begründet.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  in  deutscher  Sprache 
(vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).

1.4 Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  37  VGG  i.V.m.  Art.  48 
Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 

2.
Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei ei-
ner schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 
Bericht  an  das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Die 
schweizerische Vertretung führt  mit der asylsuchenden Person in der 

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Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 
11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist 
dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertre-
tung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10 
Abs. 2 AsylV 1). Die  schweizerische Vertretung überweist  dem Bun-
desamt das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch so-
wie  weitere  zweckdienliche  Unterlagen  und  einen  ergänzenden  Be-
richt,  der  ihre  Beurteilung  des  Asylgesuchs  enthält  (Art.  10  Abs.  3 
AsylV 1). 

Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eid-
genössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 
die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Le-
ben oder für die Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
bestehe.

3.
3.1 Gemäss Praxis ist im Auslandverfahren die asylsuchende Person 
in der Regel somit zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, 
wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazi-
tätsmässigen Gründen unmöglich ist. Falls die Befragung nicht durch-
geführt werden kann, muss die gesuchstellende Person - soweit mög-
lich und notwendig - mittels eines individualisierten und konkretisierten 
Schreibens  aufgefordert  werden,  ihre  Gründe  für  das  Asylgesuch 
schriftlich darzulegen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz eines 
negativen Entscheids  infolge  Verletzung  ihrer  Mitwirkungspflicht  auf-
merksam zu machen. Ist der Sachverhalt  schon aufgrund des einge-
reichten Asylgesuchs entscheidreif erstellt, kann sich eine persönliche 
Befragung ebenfalls erübrigen; zeichnet  sich ein negativer Entscheid 
ab, ist der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör 
zu gewähren. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Be-
fragung in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5).

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3.2 Im vorliegenden Fall wurden die Beschwerdeführenden weder von 
der Botschaft zu ihrem Asylgesuch persönlich befragt noch wurden sie 
zu  einer  weiteren  Konkretisierung  ihrer  Asylgründe  in  einer  auf  das 
eingereichte  Asylgesuch ausgerichteten  Art  und Weise aufgefordert. 
Einem  Schreiben  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Bogotà  vom 
2. Oktober 2009 ans BFM ist zu entnehmen, dass auf eine Befragung 
aus Kapazitätsgründen verzichtet wurde. Diese Begründung findet sich 
im  angefochtenen  Entscheid  nicht  wieder,  obwohl  das  Bundesamt 
gehalten gewesen wäre, das Absehen von einer Befragung in seinem 
Entscheid substanziiert zu begründen (vgl. dazu auch BVGE 2007/30 
E. 5).

3.3 Die  angefochtene  Verfügung  hält  einleitend  fest,  die  Gefähr-
dungssituation der Beschwerdeführenden könne aufgrund der Akten-
lage abschliessend beurteilt werden. Ob dem BFM ohne  Übersetzung 
des  in  Spanisch  abgefassten  Gesuches  einerseits  und  der 
Beweismittel  andererseits  tatsächlich  eine  solche  abschliessende 
Beurteilung gelungen ist,  erscheint  angesichts des Umstandes, dass 
es sich in den Erwägungen nicht materiell mit der Bedrohungslage der 
Beschwerdeführenden auseinandergesetzt hat und aus dem Entscheid 
nicht  hervorgeht,  welche  Beweismittel  zur  Untermauerung  des 
Gesuches eingereicht wurden (mehr dazu unter Ziff. 3.4), zweifelhaft. 
Für  das  Bundesverwaltungsgericht  hätte  sich  eine  Übersetzung  der 
wesentlichen  Dokumente  (zur  Mitwirkungspflicht  der 
Beschwerdeführenden vgl. Art.  8  Abs. 2  AsylG)  und eine Befragung 
beziehungsweise  eine  schriftliche  Aufforderung  zu  weiteren 
Konkretisierungen  aufgedrängt,  zumal  hinsichtlich  des 
Lebensgefährten,  welcher  vom  BFM  ins  vorliegende  Asylgesuch 
eingeschlossen  wurde,  nicht  einmal  schriftliche  Aussagen  über  die 
betreffende  Bedrohung  vorliegen. Weiter  ist  zu  bemerken,  dass  das 
Bundesamt es auch versäumt hat, den Beschwerdeführenden gemäss 
Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  dem  sich 
abzeichnenden negativen Entscheid  zumindest  das rechtliche Gehör 
zu gewähren. Diese Gehörsverletzung ist nicht zu heilen.

3.4 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist ferner nach der 
aktuell  vorhandenen  Furcht  zu  fragen  und  dabei  zu  prüfen,  ob  die 
Furcht  vor  einer  absehbaren  Verfolgung  besteht  und  begründet  ist. 
Eine erlittene Verfolgung beziehungsweise eine begründete Furcht vor 
künftiger Verfolgung auf dem ganzen Gebiet Kolumbiens muss grund-
sätzlich im Zeitpunkt des Asylentscheids aktuell sein.

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Aus  dem  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  das  rechtliche  Gehör 
(vgl. Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt sich zwar noch keine Pflicht der Behör-
den, zu allen  im Verfahren vorgetragenen Elementen ausführlich Stel-
lung zu nehmen; die Behörden dürfen sich bei der Begründung auf die 
für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Der Un-
tersuchungsgrundsatz betrifft die richtige und vollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes der Streitsache. Er fordert  aber 
dort  eine eingehende Amtsermittlung,  wo es sachverhaltsgerecht  er-
scheint.  Die  urteilende  Instanz  soll  somit  in  eigener  Verantwortung 
beweismässig  die  tatsächlichen  Geschehnisse  und  Gegebenheiten 
(Urteilsgrundlagen) ermitteln,  aus denen sich die Rechtsfolgen erge-
ben  (vgl.  dazu  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl., 
Bern 1983, S. 206). 

Bei diesen Prämissen wären die eingereichten Beweismittel in Bezug 
auf  ihre Erheblichkeit  für  das vorliegende Verfahren zumindest  sum-
marisch zu würdigen gewesen. Die angefochtene Verfügung führt dazu 
aber nur aus, die eingereichten Dokumente (um was für Dokumente es 
sich  handelt,  wird  nicht  erwähnt)  vermöchten  an  den  Erwägungen 
nichts zu ändern. 

Bei den eingereichten Beweismitteln befanden sich aber beispielswei-
se Polizeiberichte sowie Todesbescheinigungen und damit Dokumente, 
die von ihrer Art  durchaus geeignet sein könnten, einen Einfluss auf 
den  Ausgang  eines  Asylverfahrens  zu  haben,  in  dem  über  das 
Bestehen  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  zu  befinden  ist. 
Insbesondere kann eine innerstaatliche Fluchtalternative, wie sie den 
Beschwerdeführenden  im  Entscheid  entgegengehalten  wurde,  nicht 
bejaht  werden  ohne  substanziierte  Auseinandersetzung  mit  den 
eingereichten  Beweismitteln,  die  nach  Auffassung  der 
Beschwerdeführenden aufzeigen könnten, dass ein weiterer Aufenthalt 
in Kolumbien für sie nicht sicher und nicht zumutbar sei. 

Demnach erweisen sich in  diesem Zusammenhang die wesentlichen 
Sachverhaltsteile  des  vorliegenden  Falles  als  nicht  rechtsgenüglich 
festgestellt und gewürdigt. Mithin liegt eine Verletzung des Anspruchs 
auf  das  rechtliche  Gehör  vor,  welche  angesichts  dessen  formeller 
Natur grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt. 

3.5 Die Vorakten liegen bis auf die angefochtene Verfügung und das 
Überweisungsschreiben  der  Botschaft  ausschliesslich  in  einer 

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Fremdsprache  beziehungsweise  nicht  in  eine  Amtssprache  des 
Bundes übersetzt vor. Im Rahmen einer gehörigen Dossierführung darf 
allerdings  erwartet  werden,  dass  das  BFM  jene  Schriftstücke  – 
zumindest  in  summarischer  Weise  –  übersetzen  lässt,  die  für  die 
Beurteilung  der  Sach-  und  Rechtslage  von Bedeutung sein  können. 
Ob die Übersetzungen im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht  durch die 
Beschwerdeführenden  (vgl.  Art.  8  Abs.  2  AsylG)  oder  von  Amtes 
wegen  durch  das  BFM gestützt  auf  Art.  65  VwVG beziehungsweise 
aufgrund  pragmatischer  Überlegungen  vorzunehmen  sind,  wird  von 
der Vorinstanz zu entscheiden sein. 

4.  
Die  Feststellung,  dass  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  das 
rechtliche Gehör nicht gewährte, führt indessen nicht dazu, dass ihnen 
die Einreise in  die Schweiz bereits  aus diesem Grund zu bewilligen 
wäre.  Aus  dem  Umstand,  dass  sie  bisher  nicht  persönlich  befragt 
wurden respektive  ihnen  das rechtliche  Gehör  nicht  gewährt  wurde, 
kann nicht geschlossen werden, dass den Beschwerdeführenden zur 
persönlichen Anhörung oder der Gewährung des rechtlichen Gehörs 
die Einreise in  die Schweiz bewilligt  werden müsste. Angesichts  der 
Aktenlage  bestehen  -  auch  mangels  Kenntnis  des  genauen  Inhalts 
einiger Beweismittel – derzeit nicht genügend konkrete Anhaltspunkte 
für die Annahme, ihnen wäre ein Verbleib in Kolumbien für die Dauer 
der  weiteren,  noch  erforderlichen  Verfahrenshandlungen  nicht 
zumutbar im Sinne von   Art. 20 Abs. 2 AsylG.

5.
5.1 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass die Vorinstanz den An-
spruch  der  Beschwerdeführenden  auf  das  rechtliche  Gehör  verletzt 
hat. Da eine Heilung dieses Verfahrensmangels im Rahmen des Be-
schwerdeverfahrens  nicht  möglich  erscheint  und  auch  nicht 
angebracht wäre, ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und zur 
Einholung  der  entsprechenden  Übersetzungen,  der  Gewährung  des 
rechtlichen  Gehörs  sowie  zur  Neubeurteilung   an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

5.2 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die vorin-
stanzliche Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  ergänzend  vollständig  und 
praxiskonform  festzustellen,  den  Beschwerdeführenden 

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gegebenenfalls das rechtliche Gehör zu gewähren und in der Sache 
neu zu entscheiden.

6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerle-
gen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

6.2 Da die  Beschwerdeführenden  im  Verfahren  nicht  anwaltlich  ver-
treten  sind,  ist  nicht  davon  auszugehen,  ihnen  seien  durch  die  Be-
schwerdeführung  grössere  Kosten  erwachsen.  Daher  ist  keine  Par-
teientschädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art.  64  Abs.  1  VwVG  sowie 
Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 28. Dezember 2008 wird aufgehoben und 
das  Bundesamt  angewiesen,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  er-
gänzend  vollständig  und  praxiskonform  festzustellen,  den 
Beschwerdeführenden  gegebenenfalls  das  rechtliche  Gehör  zu  ge-
währen,  das  N-Dossier  gehörig  zu  führen und in  der  Sache neu zu 
entscheiden.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet.

5.
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die 
Schweizerische Botschaft in Bogota.

Die vorsitzende Richterin : Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

Versand: 

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