# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c99a7a9f-837a-53f0-926b-ace490bdc59e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 11.05.2020 UV 2018/35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2018-35_2020-05-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/35

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.09.2020

Entscheiddatum: 11.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2020
Art. 6 und 36 Abs. 1 UVG: Mediale Meniskus- und Seitenbandläsion sowie 
vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes als 
unfallkausale Verletzungen geprüft. Meniskusläsion vorbestehend und durch 
den Unfall weder verursacht noch richtungsgebend verschlimmert. 
Seitenbandläsion ohne Vorzustand; Erreichen des Status quo ante per 
Leistungseinstellungsdatum verneint. Anspruch auf eine, operative Eingriffe 
miteinschliessende, zweckmässig Behandlung, da diese der (vorzeitigen) 
Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen dient und 
nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall 
bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben 
Zeitpunkt notwendig geworden. Rückweisung der Streitsache zu weiteren 
medizinischen Abklärungen betreffend Erreichens des Status quo sine/ante 
ab einem dem Leistungseinstellungszeitpunkt nachfolgenden Datum 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Mai 
2020, UV 2018/35).

Entscheid vom 11. Mai 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2018/35

Parteien

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A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Kassenmitarbeiterin bei der B.___ AG 

tätig und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als sie laut Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 28. 

August 2017 am 21. August 2017 vom Fahrrad stieg, einen Fehltritt machte und sich 

das linke Knie verletzte (act. G 3.1-1). Die Erstbehandlung erfolgte am 28. August 2017 

bei Dr. med. C.___, Praktische Ärztin FMH, die als Befunde eine mediale Schwellung 

des linken Kniegelenks sowie Schmerzen erhob, nach einer Röntgenuntersuchung 

ohne Hinweis auf eine ossäre Läsion einen Status nach Kontusion Kniegelenk links 

diagnostizierte und der Versicherten ab 29. August 2017 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. G 3.2-3, act. G 1.4-24). Eine am 31. August 2017 im 

Röntgeninstitut D.___ durch Dr. med. E.___, FMH Radiologie und FMH Nuklearmedizin, 

durchgeführte MRT-Untersuchung dokumentierte eine partielle Ruptur des medialen 

Kollateralbandes (Grad I), einen kleinen Unterflächeneinriss der Pars intermedia des 

Innenmeniskus (Grad III), eine Chondropathia Grad II des medialen Kompartiments, 

A.a. 

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eine grosse Bakerzyste sowie Zeichen einer Zystenruptur und eine Chondromalazia 

patellae Grad III (act. G 3.2-1). Am 4. September 2017 folgte eine Untersuchung durch 

Dr. med. F.___, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), der 

feststellte, dass die Beschwerden der Versicherten durch die Meniskusläsion und die 

Chondropathie zu erklären seien und sich mit ihr bei fehlender Heilung der 

intraartikulären Schäden auf eine Arthroskopie festlegte (act. G 3.2-2). Am 5. 

September 2017 ging bei der Helsana ein Kostengutsprachegesuch der Klinik

G.___ mit der Eintrittsdiagnose "Chondropathie/med. Meniskusläsion/LCM-Läsion I 

links/UD 21.8.17" mit geplantem Spitaleintritt am 12. September 2017 ein (act. G 

3.1-3). Am 12. September 2017 führte Dr. F.___ bei der Versicherten eine Arthroskopie 

und ein Shaving, eine Resektion der Plica intercondylaris sowie eine mediale 

Teilmeniskektomie durch, nachdem sich in der Arthroskopie diagnostisch eine 

Chondropathie Grad III der Patella und Trochlea sowie des medialen Femurcondylus, 

eine mehrfache Rissbildung des medialen Meniskus, eine Kniekehlenzyste sowie eine 

LCM-Läsion Grad I links gezeigt hatte (act. G 3.2-5 f.). Am 19. September 2017 

beantwortete die Versicherte der Helsana einen Fragebogen "Unfallhergang" zum 

Ereignis vom 21. August 2017 (act. G 3.1-12).

Nach der operativen Revision klagte die Versicherte über steigende Schmerzen im 

linken Kniegelenk, deren Ursache von Dr. F.___ als unklar bezeichnet wurde. Er

veranlasste eine MRT-Untersuchung, welche am 6. Oktober 2017 durch die Ärzte der 

Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) 

durchgeführt wurde. Dadurch konnten eine Osteonekrose und eine erneute 

Meniskusläsion ausgeschlossen werden. Zur Darstellung gelangte hingegen die 

bekannte Chondropathie und ein ödematöser Reizzustand des medialen Seitenbandes 

(act. G 3.2-7 ff.). Die Versicherte konsultierte daraufhin Dr. med. H.___, Orthopädische 

Chirurgie FMH, der ein Reizknie links nach Arthroskopie sowie einen Status nach 

medialer Teilmeniskektomie, Plicaresektion und Knorpelshaving Knie links 12. 

September 2017 diagnostizierte (act. G 3.2-12, G 3.2-14). Die Versicherte war seit dem 

29. August 2017 zu 100% arbeitsunfähig geblieben und die Helsana erbrachte die 

gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen [act. G 3.1-13, G 3.1-15, G 

3.1-17, G 3.1-19 f., G 3.2-6, G 3.2-11]).

A.b. 

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B.  

C.  

Am 28. November 2017 legte die Helsana den Schadenfall ihrem beratenden Arzt, 

Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, vor (act. G 3.1-18). Dieser führte in einer Beurteilung vom 

3. Dezember 2017 aus, dass dem Unfallereignis vom 21. August 2017 eine Distorsion 

des linken Kniegelenks ohne strukturell traumatische Läsion zugrunde liege. Der Status 

quo sine sei zum 31. August 2017 erreicht. Die in der MRT-Untersuchung vom 31. 

August 2017 und der Arthroskopie vom 12. September 2017 erhobenen Diagnosen 

sowie die Operation vom 12. September 2017 seien lediglich mit einer möglichen 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 21. August 2017 zurückzuführen (act. G 

3.2-15).

A.c. 

Die Helsana teilte der Versicherten daraufhin mit Verfügung vom 12. Dezember 

2017 mit, dass sie die gesetzlichen Leistungen bis 31. August 2017 erbringe. Nach 

diesem Datum stünden die Behandlungen nicht mehr mit dem Ereignis vom 21. August 

2017 in Zusammenhang und es bestehe kein Anspruch mehr auf Leistungen aus der 

obligatorischen Unfallversicherung. Entgegenkommenderweise und ohne Präjudiz 

würden die bereits bezahlten Leistungen nicht zurückgefordert (act. G 3.1-23).

A.d. 

Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. D. Studer, Kreuzlingen, für die 

Versicherte am 26. Januar 2018 vorsorglich Einsprache (act. G 3.1-29). Am 22. Februar 

2018 reichte der Rechtsvertreter die Einsprachebegründung - unter anderem 

zusammen mit einem Bericht über eine am 3. Januar 2018 in der D.___ durch Dr. med. 

J.___, FMH Radiologie, durchgeführte MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks (act. 

G 3.1-31.3) - ein (act. G 3.1-31).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 3. April 2018 wurde die Einsprache abgewiesen 

(act. G 3.1-32).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 3. April 2018 liess die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. Mai 

2018 Beschwerde erheben mit den Anträgen, es sei der Einspracheentscheid 

aufzuheben; es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen aus UVG für 

C.a. 

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Erwägungen

1.  

die Folgen des Unfalls vom 21. August 2017 auch über den 31. August 2017 

zuzusprechen und auszurichten, namentlich Heilbehandlung, Kostenvergütungen und 

Taggeld; es sei die Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) anzuweisen, den 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung und eine 

Invalidenrente zu prüfen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der 

Rechtsvertreter u.a. eine Stellungnahme von Dr. F.___ vom 1. März 2018 (act. G 1.4-23) 

sowie eine Auflistung vom 6. April 2018 der Krankengeschichte-Einträge von Dr. C.___ 

vom 28. August 2017 bis 21. März 2018 (act. G 1.4-24) ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 25. Juli 2018 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an 

den Beschwerdeanträgen fest (act. G 8). Zusätzlich reichte er die Krankengeschichte-

Einträge von Dr. med. K.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, FMH, Orthopädie L.___, von Mai und Juni 2018 ein (act. G 

8.1).

C.c. 

Mit Duplik vom 13. September 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 10).

C.d. 

Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der Unfallversicherer hat bei 

Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 ATSG für einen Gesundheitsschaden nur 

insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; André Nabold in: 

1.1. 

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Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, 

Basel 2019, N 63 ff. zu Art. 6 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53 zu Art. 6 

UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 

58). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen 

indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der 

natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2). Hat der Unfallversicherer - wie im 

vorliegenden Fall - seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so entfällt 

seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (Urteile des Bundesgerichts 

vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2, und 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 

3.2). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. 

August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Da es sich um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, 

ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei 

der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 

E. 2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 

2.2 mit Hinweis). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 55).

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Ist es durch den Unfall zu keiner neuen strukturellen Gesundheitsschädigung 

gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende 

Verschlimmerung eines Vorzustandes in Betracht. Die Unfallversicherung übernimmt 

bei einer vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung nur den durch das 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des 

Status quo sine - dem (krankhaften) Gesundheitszustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte - oder dem Status quo ante - dem Zustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., 

N 54 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 54; SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009, E. 4.3 mit Hinweisen; RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen) - Leistungen für die unmittelbar im 

Zusammenhang mit dem Unfall stehenden Beeinträchtigungen zu erbringen. Als 

Beispiele dafür gelten insbesondere auch Kontusions- oder Distorsionsfolgen und 

durch einen Unfall ausgelöste Diskushernien (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. 

Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und 

vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. auch UVG 

Kommentar-Nabold, a.a.O., N 57 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). 

Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der 

Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern 

auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die 

Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Dies bedeutet unter Umständen, dass 

die versicherte Person bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Anspruch auf 

eine - selbst operative Eingriffe mit einschliessende - zweckmässige Behandlung hat, 

wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

der (vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen 

diente und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den 

Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt 

notwendig geworden (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, 

E. 5.3). Von einer richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur 

dann, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo sine noch der 

Status quo ante je wieder erreicht werden können (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 

54 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 54).

1.2. 

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Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit 

Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines Beweismittels ist grundsätzlich 

weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 

352 E. 3a mit Hinweisen). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche die 

Versicherung während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden 

Ärzten und Ärztinnen einholt, beweistauglich (BGE 125 V 352 E.3; RKUV 1991 Nr. U 

133 S. 311 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 229 E. 5.2, 135 V 470 f. E. 4.4 und 

4.6; bestätigt etwa in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 

8C_592/2012, E. 5.3). Die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen 

aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer 

Patienten und Patientinnen aussagen, steht in denjenigen Fällen nicht im Vordergrund, 

in denen ein Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt 

oder Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind in 

jeder ärztlichen Konstellation Anhaltspunkte zu beachten, welche die Feststellungen 

der versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen (vgl. 

BGE 135 V 470 E. 4.5 f; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2013, 

4A_172/2013, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen, 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1, 

und 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.2). Die Rechtsprechung erachtet sodann 

Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. 

Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die 

Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild 

1.3. 

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2.  

zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 

6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-rechtlichen Gründe 

gegen den Einbezug der Aktenbeurteilung von Dr. I.___ vom 3. Dezember 2017 (act. G 

3.2-15). Ob letztlich auf sie abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden 

materiell-rechtlichen Beweiswürdigung zu prüfen.

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich 

des Ereignisses vom 21. August 2017 und erbrachte Heilkosten- und 

Taggeldleistungen. Wie aus der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018 hervorgeht (act. 

G 3), war sie hinsichtlich des Ereignishergangs von der Schilderung der 

Beschwerdeführerin gegenüber dem Schadeninspektor der Beschwerdegegnerin vom 

21. November 2017 ausgegangen (act. G 3.1-17). Danach hatte die 

Beschwerdeführerin beim Absteigen vom Fahrrad das Gleichgewicht verloren und war 

ausgerutscht, war dann auf die linke Körperseite, insbesondere auf das linke Knie, 

gefallen, und hatte zudem das Fahrradgestänge gegen die linke Knieinnenseite 

gedrückt (vgl. dazu auch die Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin vom 19. 

September 2017 im Fragebogen "Unfallhergang": "Sturz bei Absteigen von Velo" [act. 

G 3.1-12]; act. G 3, Seite 2.). Ein Sturz stellt unstreitig einen Unfalltatbestand im Sinne 

von Art. 4 ATSG dar (vgl. UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6 UVG; BSK 

UVG-Hofer, a.a.O., N 37 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40; Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176) und 

kann im Falle einer dadurch - im konkreten Fall grundsätzlich ebenfalls unstreitig - 

eingetretenen Gesundheitsschädigung eine Leistungspflicht des Unfallversicherers 

begründen.

2.1. 

Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob der Unfall vom 21. August 2017 mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ab 1. September 2017 nicht mehr 

die natürliche (und adäquate) Ursache der über das vorgenannte Datum hinaus 

andauernden Knieproblematik links und insbesondere für die am 12. September 2017 

durchgeführte Kniearthroskopie links mit Shaving, Resektion der Plica intercondylaris 

und medialer Teilmeniskektomie sowie die Operationsfolgen war. Die 

Beschwerdegegnerin wäre für die operative Behandlung und sodann bis zur Heilung 

der unmittelbaren Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, 

Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) 

insbesondere dann leistungspflichtig, wenn die operative Behandlung unfallkausale 

Gesundheitsschäden umfasst hätte. Während eine entsprechende Unfallkausalität von 

der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. I.___ 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/21

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3.  

vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) verneint wird, vertritt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin insbesondere unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. F.___ 

vom 1. März 2018 (act. G 1.3-23) sowie die von Dr. C.___ am 6. April 2018 notierten 

Krankengeschichte-Einträge (act. G 1.4-24) den gegenteiligen Standpunkt.

Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen 

Beschwerden hat in der Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer 

Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, Kernspintomographie, Computertomographie, 

Arthroskopie) ein unfallkausaler organischer Befund im Sinn eines strukturellen 

Gesundheitsschadens erheben lässt (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen 

Hinweisen).

3.1. 

Nach dem Unfall vom 21. August 2017 wurde die Beschwerdeführerin erstmals am 

28. August 2017 durch Dr. C.___ untersucht, die nach einer Röntgenuntersuchung 

ohne Hinweis auf eine ossäre Läsion sowie der Beschreibung der Beschwerdeführerin - 

sie sei auf das linke Kniegelenk gestürzt und habe seither Schmerzen und eine 

Schwellung - einen Status nach Kontusion Kniegelenk links diagnostizierte (act. G 

1.4-24). Dr. F.___ stellte sodann im Untersuchungsbericht vom 6. September 2017 fest, 

die Beschwerdeführerin habe ein Distorsionstrauma des linken Kniegelenks erlitten 

(act. G 3.2-2, vgl. auch act. G 3.2-5). Während eine Distorsion aufgrund einer 

Verdrehung eines Körperteils zustande kommt, hat bei einer Kontusion eine stumpfe 

Krafteinwirkung auf einen Körperteil stattgefunden. Beide Verletzungen sind angesichts 

der aktenkundigen Unfallbeschreibung (vgl. Erwägung 2.1) nachvollziehbar. Bei einer 

Kontusion und Distorsion, die nicht von einer strukturellen Läsion begleitet sind, 

handelt es sich um Weichteilverletzungen. Es entspricht einer medizinischen 

Erfahrungstatsache, dass solche Verletzungen innert kurzer Zeit folgenlos ausheilen 

und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 412).

3.2. 

 3.3. 

Die am 31. August 2017 von Dr. E.___ durchgeführte MRT-Untersuchung brachte 

eine partielle Ruptur des medialen Kollateralbandes (Grad I), einen kleinen 

Unterflächeneinriss der Pars intermedia des Innenmeniskus (Grad III), eine 

Chondropathia Grad II des medialen Kompartiments, eine grosse Bakerzyste sowie 

3.3.1. 

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Zeichen einer Zystenruptur und eine Chondromalazia patellae Grad III zur Darstellung 

(act. G 3.2-1). In der am 12. September 2017 durch Dr. F.___ durchgeführten 

Arthroskopie zeigte sich sodann diagnostisch - im Gegensatz zur MRT - eine 

Chondropathie Grad III der medialen Femurcondyle und eine mehrfache Rissbildung 

des medialen Meniskus. Ausserdem wurde eine Chondropathie Grad III der Trochlea 

diagnostiziert (act. G 3.2-5 f.), welche im MRT-Untersuchungsbericht vom 31. August 

2017 nicht als Befund erwähnt worden war (act. G 3.2-1). Mit der MRT-Bildgebung 

sowie der Befunderhebung in der Arthroskopie waren nun mehrere strukturelle 

Gesundheitsschädigungen objektiviert. Dr. I.___ sowie Dr. F.___ gehen 

übereinstimmend davon aus, dass es sich bei der Chondropathie im Bereich der 

medialen Femurcondyle, der Bakerzyste sowie der Chondromalazia patellae um 

vorbestehende degenerative Veränderungen handelt (act. G 1.4-23, G 3.2-15), was 

auch mit der medizinischen Literatur übereinstimmt (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 124, 

582, 1067; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin/Boston 2017, S. 

204, 329; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 325 f.). Dr. I.___ 

betrachtet in seiner Beurteilung vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) auch die 

Veränderungen im Bereich des Innenmeniskus vollumfänglich als degenerativ bedingt, 

während Dr. F.___ in seiner Stellungnahme vom 1. März 2018 (act. G 1.4-23) annimmt, 

es sei durch den Unfall zu einer Ruptur desselben gekommen. Dies obwohl er 

einräumt, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ein degenerativ veränderter 

medialer Meniskus vorgelegen habe. Im Weiteren geht Dr. F.___ davon aus, dass es 

durch den Unfall vom 21. August 2017 zur radiologisch und arthroskopisch erhobenen 

partiellen Ruptur des medialen Kollateralbandes bzw. zur LCM-Läsion Grad I 

gekommen sei. Auch Dr. I.___ führt die mediale Seitenbandläsion nicht unter den 

degenerativen Veränderungen auf. Angesichts dessen, dass sowohl er als auch Dr. 

F.___ davon ausgehen, die Beschwerdeführerin habe beim Unfall ein Distorsionstrauma 

erlitten, erscheint die Kausalitätsbeurteilung von Dr. F.___ nachvollziehbar und 

schlüssig (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1096 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 420).

Als unfallkausale Verletzungen stehen mithin eine mediale Meniskusläsion sowie 

die mediale Seitenbandläsion und schliesslich auch eine vorübergehende 

Verschlimmerung der degenerativen Vorzustände im Raum.

3.3.2. 

Hinsichtlich der medialen Meniskus- und Seitenbandläsion ist vorwegzunehmen, 

dass mit der Arthroskopie vom 12. September 2017 zwar eine mediale Meniskusläsion, 

jedoch nicht das mediale Seitenband behandelt wurde. Dies dürfte damit zu erklären 

sein, dass mit der Seitenbandläsion vom Grad I lediglich eine Bänderzerrung bzw. -

dehnung vorgelegen hatte, bezüglich welcher keine Operationsindikation bestand. Die 

3.3.3. 

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4.  

Verneinung eines Anspruchs auf Leistungen aus der Unfallversicherung per 1. 

September 2017 und damit vor der Arthroskopie vom 12. September 2017 mit medialer 

Teilmeniskektomie durch die Beschwerdegegnerin erfolgte vor dem Hintergrund, dass 

die Ursache der medialen Meniskusläsion basierend auf der Beurteilung von Dr. I.___ 

vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit in der am 21. August 2017 erlittenen Kniedistorsion und/oder 

Kniekontusion gesehen wurde. Die mediale Seitenbandläsion wurde offensichtlich per 

1. September 2017 als bereits verheilt betrachtet.

Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass sich die 

Beschwerdeführerin durch den Unfall vom 21. August 2017 eine Ruptur des medialen 

Meniskus zugezogen hat.

4.1. 

Zu beachten ist, dass Kniegelenksmenisken zur Degeneration neigen, 

Meniskusläsionen aber auch als Folge eines Traumas auftreten können, indem die 

Menisken bei akuten schweren Knieverletzungen ein- oder abreissen (vgl. Debrunner, 

a.a.O. S. 1056 ff; Alfred Bühler, Die unfallähnliche Körperschädigung, in: SZS 1996, S. 

85 und 88). Der im Operationsbericht vom 15. September 2017 verwendete Ausdruck 

"Riss" (act. G 3.2-5) kann nicht ohne Weiteres mit einer Traumarelevanz verbunden 

werden (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 628 "Sehnenruptur", 1057; Pschyrembel, a.a.O., S. 

1146, Roche Lexikon, a.a.O., S. 1204, 1681). Grundsätzlich sind mithin beide 

Kausalitäten (Krankheits- und Unfallkausalität) denkbar. Tritt im Rahmen einer - wie 

hinsichtlich der MRT-Untersuchung vom 31. August 2017 angenommen werden darf - 

zeitnah zum Unfall durchgeführten radiologischen Untersuchung eine strukturelle 

Läsion zutage, stellt diese im Regelfall entweder eine traumatische Läsion oder einen 

degenerativen Vorzustand dar. Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher 

Kausalität mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.

4.2. 

Wie bereits erwähnt, wurde im linken Kniegelenk der Beschwerdeführerin 

arthroskopisch eine mehrfache Rissbildung des medialen Meniskus in den hinteren 

zwei Dritteln diagnostiziert (act. G 3.2-15). Zu wiederholen ist ausserdem, dass selbst 

Dr. F.___ einen degenerativ veränderten medialen Meniskus bestätigt hat (act. G 

1.4-23). Insofern geht auch er davon aus, dass von den mehreren Rissen nur ein Teil, 

möglicherweise nur ein einziger Riss, traumatisch bedingt sei. Fest steht im Weiteren, 

dass die Beschwerdeführerin im Bereich des linken Kniegelenks, d.h. der medialen 

Femurcondyle, der Trochlea sowie der Patella vorbestehende degenerative 

4.3. 

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Gesundheitsschädigungen in Form einer Chondropathie und einer Bakerzyste aufwies 

(vgl. Erwägung 3.3.1). Damit präsentierte sich eine umfassende degenerative Situation 

im Bereich des linken Kniegelenks, auch des medialen Meniskus, bezüglich welcher 

nicht nachvollzogen werden kann, weshalb ausgerechnet ein einzelner Riss des 

medialen Meniskus losgelöst von den übrigen strukturellen Schäden, insbesondere den 

anderen Rissen im medialen Meniskus, als unfallbedingt betrachtet werden muss oder 

als traumatisch bedingt unterschieden werden kann. Entsprechende überzeugende 

Beweise liegen jedenfalls keine vor. Dr. H.___ ging zwar in seinem Bericht vom 17. 

November 2017 von einer wahrscheinlich (nur) beginnenden medialen Gonarthrose aus 

(act. G 3.2-14). Dies ändert jedoch nichts daran, dass im konkreten Fall - wie Dr. H.___ 

in seinem Bericht vom 25. Oktober 2017 selbst erklärte (act. G 1.4-14) - vorbestehend 

deutliche Knorpelschäden vorgelegen haben. Die Qualifizierung der Arthrose als 

"beginnend" dürfte daraus abzuleiten sein, dass die Knorpelschäden der 

Beschwerdeführerin noch als Chondropathien zu bezeichnen waren, allerdings bereits 

einen Grad III erreicht hatten. Ein rein degenerativer Prozess erscheint angesichts der 

dargelegten Sachlage ohne Erwägung einer zusätzlichen kausalen Bedeutung des 

Unfallereignisses vom 21. August 2017 ohne weiteres nachvollziehbar. Die 

Wahrscheinlichkeit für einen traumatischen Meniskusriss erscheint insgesamt 

betrachtet bedeutend geringer als eine degenerativ bedingte Ätiologie aller 

Meniskusrisse. Damit ist eine überwiegend wahrscheinliche (teil-)kausale Bedeutung 

des Unfallereignisses nicht nachgewiesen. Auch Dr. F.___ beschränkt sich lediglich auf 

die reine Feststellung - durch den Unfall sei es zu einer Ruptur des medialen Meniskus 

gekommen - ohne ihr eine nachvollziehbare, schlüssige Begründung hinzuzufügen. Die 

Beurteilung von Dr. I.___ lässt sich demgegenüber anhand der obigen Ausführungen 

nachvollziehen.

In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist aufgrund der 

Gesamtbetrachtung der vorliegenden Akten und gestützt auf die Beurteilung von Dr. 

I.___ vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht von einer traumatisch verursachten Meniskusläsion, sondern 

ausschliesslich von einem degenerativen Vorzustand auszugehen.

4.4. 

Aus denselben Überlegungen wie in Erwägung 4.3 ist sodann mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auch eine richtungsgebende Verschlimmerung 

der vorbestehenden Meniskusrisse (siehe dazu Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; 

beispielsweise in Form der Vergrösserung eines ersten Risses zu einem Lappenriss 

[vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1057]) auszuschliessen. So kann nicht nachvollzogen 

werden, inwiefern von den unbestrittenermassen vorbestehenden Meniskusrissen ein 

4.5. 

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5.  

Riss als traumatisch bedingt richtungsgebend verschlimmert unterschieden werden 

könnte, zumal - wie in Erwägung 4.3 dargelegt - sogar ein vollkommen neuer Riss von 

den anderen vorbestehenden Rissen nicht abgrenzbar ist. Eine richtungsgebende 

Verschlimmerung wurde zudem weder von Dr. I.___ noch von Dr. F.___ explizit 

diskutiert.

Demnach bleibt die Leistungseinstellung per 31. August 2017 in Bezug auf die 

unfallbedingte Seitenbandläsion sowie auf eine unfallbedingte vorübergehende 

Verschlimmerung der vorbestehenden Degenerationen (Chondropathie, 

Meniskusläsion) zu prüfen. Beim Nachweis des Zeitpunkts des Dahinfallens von 

Unfallfolgen handelt es sich um einen hypothetischen Zustand, der sich häufig anhand 

der medizinischen Erfahrung bestimmen lässt. Diese bezieht sich auf den Regelfall, d.h. 

auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine 

Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich 

eben als solche präsentieren. In diesem Sinne ist die Bezugnahme auf medizinische 

Erfahrungssätze dann ungenügend, wenn sie im konkreten Fall keine Grundlage findet. 

Dr. I.___ geht in seiner Beurteilung vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) von einem 

Erreichen des Status quo sine bis zum 31. August 2017 aus. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht liege dem Unfallereignis vom 21. August 2017 eine 

Distorsion des linken Kniegelenks ohne strukturell traumatische Läsion zu Grunde. Im 

Übrigen äussert sich Dr. I.___ einzig zur Frage, ob hinsichtlich der radiologisch und 

arthroskopisch erhobenen Veränderungen im linken Kniegelenk von Vorzuständen 

auszugehen sei.

5.1. 

 5.2. 

In Bezug auf die mediale Seitenbandläsion greift Dr. I.___s blosse Nennung des 

Datums für das Erreichen des Status quo sine (bis zum 31. August 2017) unter Hinweis, 

dass hier eine Distorsionsverletzung vorliege, jedoch zu kurz. Zwar handelt es sich bei 

einer Bänderzerrung, die nicht von einer strukturellen Läsion begleitet ist, um eine 

einfache Weichteilverletzung, welche - wie bereits erwähnt - nach der medizinischen 

Erfahrung auch ohne spezifische Behandlung innert kurzer Zeit folgenlos abheilt und 

bei der sich die damit verbundenen Beschwerden demzufolge gänzlich zurückbilden 

(vgl. Debrunner, a.a.O., S. 412, 1096 f.; vgl. Erwägung 3.2). Eine 10-tägige 

Heilungsdauer erscheint allerdings sehr kurz. Im Übrigen ergeben sich aus den Akten 

konkrete Hinweise dafür, dass der Gesundheitszustand, wie er in Bezug auf das 

mediale Seitenband links vor dem Unfall bestanden hatte, per 31. August 2017 noch 

5.2.1. 

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nicht erreicht war. Entscheidend ist zunächst, dass sich die fragliche Läsion sowohl in 

der MRT-Bildgebung vom 31. August 2017 (act. G 3.2-1) als auch arthroskopisch am 

12. September 2017 hatte objektivieren lassen. Postoperativ erhob Dr. F.___ anlässlich 

seiner Untersuchung vom 21. September 2017 eine Druckdolenz über dem proximalen 

LCM-Ansatz (act. G 3.2-7). Am 28. September 2017 zeigte sich ihm ein klinisch 

unveränderter Befund (act. G 3.2-8). Am 5. Oktober 2017 bezeichnete er die Ursache 

der Beschwerden als unklar (act. G 3.2-9). Am 6. Oktober 2017 wurde eine zweite 

MRT-Untersuchung in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG 

durchgeführt, in welcher ein konsekutiv ödematöser Reizzustand des in der Kontinuität 

erhaltenen medialen Kollateralbandes festgestellt wurde (act. G 3.2-10). Dr. F.___ 

beschrieb den ödematösen Reizzustand des medialen Seitenbandes in seinem 

Untersuchungsbericht vom 10. Oktober 2017 über die Untersuchung vom 9. Oktober 

2017 als auffällig (act. G 3.2-11). Dr. H.___ diagnostizierte in seinen 

Untersuchungsberichten vom 25. Oktober und 17. November 2017 betreffend die 

Untersuchungen vom 23. Oktober bzw. 13. November 2017 (act. G 3.2-12, G 3.2-14) 

ein Reizknie links nach Arthroskopie. Anlässlich der Untersuchung vom 13. November 

2017 hatte sich ihm ein unveränderter Befund und ein deutlicher Erguss gezeigt (act. G 

3.2-14). Auch im Bericht vom 8. Dezember 2017 über die Untersuchung vom 4. 

Dezember 2017 stellte er die Diagnose eines Reizknies links nach Arthroskopie. 

Bezüglich Verlauf hielt er allerdings fest, dass die Beschwerdeführerin unverändert 

mediale Kniebeschwerden habe, welche durch die beginnende Arthrose hinreichend 

geklärt seien (act. G 1.4-18). Am 3. Januar 2018 folgte eine weitere MRT-Untersuchung 

durch Dr. J.___, indiziert durch Schmerzen und eine vor allem mediale Schwellung. Als 

Befunde wurden im Untersuchungsbericht ein kleinvolumiger Gelenkserguss, 

insbesondere intakte Kollateralbänder, eine diffuse Signalalteration des Restmeniskus 

medial, im Verlauf ein zunehmender Knorpelschaden femorotibial medial mit geringen 

subchondralen Ödemzonen, ein Kapselödem vor allem ventromedial, mehrere freie 

Gelenkskörper dorsal, differentialdiagnostisch Knorpelfragmente sowie eine 

vorbestehende Fibrillation des retropatellären Knorpels erhoben. In der Beurteilung 

wurden ein fortschreitender gering aktivierter Knorpelschaden femorotibial medial, ein 

freier Gelenkskörper sowie eine fokale Synovitis festgehalten (act. G 1.4-19). Am 8. 

Januar 2018 wurde die Beschwerdeführerin erneut durch Dr. H.___ untersucht. Er 

bestätigte die Diagnose eines Reizknies links nach Arthroskopie und stellte 

verlaufsmässig wieder fest, dass eine mediale Gonarthrose mit schmerzhaftem Erguss 

bestehe (act. G 1.4-20).

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Eine Gesamtbetrachtung der in Erwägung 5.2.1 dargelegten Aktenlage ergibt, 

dass auf den Befund eines ödematösen Reizustandes, der noch im 

Untersuchungsbericht von Dr. F.___ vom 10. Oktober 2017 explizit auf das mediale 

Kollateralband bezogen und als auffällig benannt worden war (act. G 3.2-11), ohne 

grossen zeitlichen Unterbruch, d.h. am 23. Oktober 2017, bei unverändertem Befund 

von Dr. H.___ die Diagnose eines Reizknies gestellt wurde (act. G 3.2-12). Erst später, 

d.h. seit dem Untersuchungsbericht vom 8. Dezember 2017 (act. G 1.4-18), wurden - 

bei zwar unveränderter Diagnose - lediglich noch der Knorpelschaden, ein 

Arthrosezustand und eine offensichtlich damit zusammenhängende Ödemzone 

angesprochen. Entsprechend wurden diese Gesundheitsschäden von Dr. H.___ als 

Ursache für die medialen Kniebeschwerden betrachtet. Wie bereits von ihm 

festgestellt, standen ebenso die in der MRT-Untersuchung vom 3. Januar 2018 mit 

einer Auffälligkeit behafteten Befunde sowie die in der Beurteilung genannten 

Gesundheitsschäden mit den degenerativen Knorpelschäden in Zusammenhang, 

während die Kollateralbänder ohne Nennung eines Reizzustands als intakt beschrieben 

wurden (act. G 1.4-19). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass 

hinsichtlich der beim Unfall vom 21. August 2017 erlittenen medialen Seitenbandläsion 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bereits per 31. 

August 2017 von einem Status quo ante - d.h. dem Zustand, wie er unmittelbar vor 

dem Unfall bestanden hat (in Bezug auf das mediale Seitenband ist kein Vorzustand 

aktenkundig) - ausgegangen werden kann. Die mediale Seitenbandläsion kann erst - 

wenn auch spätestens -, seit anfangs Dezember 2017 als vollständig ausgeheilt 

betrachtet werden. Insofern ist der Anmerkung des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 8. Mai 2018 - der Vorzustand Gonarthrose 

habe nicht bereits zehn Tage nach dem Unfall nur noch und ausschliesslich Ursache 

der Beschwerden sein können - zuzustimmen.

5.2.2. 

Gemäss Akten hat die Beschwerdegegnerin über den 31. August 2017 hinaus bis 

29. November 2017 Taggeldleistungen erbracht (act. G 3.1-19). Nicht dokumentiert ist 

jedoch, bis wann und inwieweit Heilbehandlungsleistungen ausgerichtet wurden. Die 

Beschwerdegegnerin wird jedenfalls bis 8. Dezember 2017 diejenigen gesetzlichen 

Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen in Folge der medialen Seitenbandläsion zu 

vergüten haben, welche sie noch nicht erbracht hat.

5.2.3. 

 5.3. 

Wie bereits geschildert (vgl. Erwägung 1.2), kann ein degenerativer Vorzustand 

durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall 

5.3.1. 

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übernimmt die Unfallversicherung im Regelfall lediglich die Kosten des durch das 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschubes (BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 72 zu Art. 6 

UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 

2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24. 

Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E. 

1)

Als degenerative Vorzustände lagen bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt 

des Unfalls vom 21. August 2017 Knorpelschäden im Bereich der Patella, der Trochlea 

und femoropatellär sowie mehrfache Rissbildungen des medialen Meniskus vor (vgl. 

Erwägung 3.3.1). Gemäss Operationsbericht vom 15. September 2017 wurden die 

genannten Gesundheitsschäden am 12. September 2017 arthroskopisch mit Shaving 

und einer medialen Teilmeniskektomie behandelt (act. G 3.2-5). Vor diesem 

Hintergrund ist ohne Zweifel davon auszugehen und geht auch aus der Rubrik 

"Indikation" des Operationsberichts hervor, dass die degenerativen 

Knorpelschädigungen und Meniskusrisse im Zeitpunkt der Arthroskopie schmerz- bzw. 

beschwerdeverursachend gewirkt haben. Eine auf zehn Tage limitierte vorübergehende 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes erscheint zudem 

gerichtsnotorisch äusserst kurz und ist aufgrund des Gesagten auch nicht 

anzunehmen. So wurde angesichts der Schmerzsituation der Beschwerdeführerin ohne 

Zuwarten bereits anlässlich der ersten Konsultation von Dr. F.___ vom 4. September 

2017 die Durchführung einer Arthroskopie vereinbart und für den 12. September 2017 

in die Wege geleitet (act. G 3.1-3, G 3.2-2). Die Determinierung des Status quo sine, 

d.h. des Zustands, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte, auf den 31. August 

2017 wurde von Dr. I.___ in seiner Beurteilung vom 3. Dezember 2017 offensichtlich 

undifferenziert mit Blick auf eine Distorsionsverletzung ohne strukturell traumatische 

Läsion mit kurzer Heilungsdauer vorgenommen. Eine konkrete Beurteilung der Dauer 

einer vorübergehenden Verschlimmerung der im vorliegenden Fall vorbestehenden 

degenerativen Zustände geht jedoch aus seiner Beurteilung nicht hervor. Wie in 

Erwägung 1.2 dargelegt, hat eine versicherte Person Anspruch auf eine, operative 

Eingriffe miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im 

Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 

(vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen dient 

und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall 

bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt 

notwendig geworden (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, 

5.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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E. 5.3, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Eine schadensauslösende Einwirkung ist also 

selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das 

versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur 

hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteile 

des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und 5. April 2007, U 

413/05, E. 4.2).

Angesichts der obigen Sachlage kann in einer Gesamtbetrachtung nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden, der Unfall 

vom 21. August 2017 habe für eine ausgelöste Beschwerdesymptomatik im 

Zusammenhang mit den vorbestehenden degenerativen Knorpelschäden und der 

vorbestehenden Meniskusläsion im Zeitpunkt des von Dr. I.___ angenommen Status 

quo sine per 31. August 2017 bereits keine Teilursache mehr dargestellt. Selbst wenn 

die vorgenannten Gesundheitsschäden degenerative Vorzustände darstellen und dem 

Distorsions- und/oder Kontusionstrauma vom 21. August 2017 keine schwerwiegende 

Bedeutung zukäme, würde dies nach der unter Erwägung 1.2 dargestellten Praxis 

genügen, eine Haftung des obligatorischen Unfallversicherers zu begründen. 

Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom Eidgenössischen Versicherungsgericht 

oder Bundesgericht noch vom Gesetzgeber eine Quantifizierung vorgenommen. Auch 

in Art. 36 Abs. 1 UVG wird davon abgesehen. Liegt - wie im konkreten Fall - ein 

eindeutiges Unfallereignis vor, darf somit nur im Ausnahmefall davon ausgegangen 

werden, dem Vorzustand komme gegenüber dem Distorsions- und/oder 

Kontusionstrauma des linken Kniegelenks ein Gewicht zu, welches die Annahme einer 

Unterbrechung der Unfallkausalität rechtfertigt (vgl. dazu SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27 ff.; 

Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2011, 8C_380/2011, E. 4.2.1). Im selben 

Sinn ist mithin auch die Teilkausalität in Bezug auf den am 12. September 2017 

durchgeführten arthroskopischen Eingriff mit Shaving und Teilmeniskektomie mit dem 

Beweisgrad überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen. Die Beschwerdegegnerin 

hat damit auch unter dem Aspekt einer vorübergehenden Verschlimmerung eines 

degenerativen Vorzustandes zu Unrecht per 31. August 2017 ihre Leistungspflicht 

verneint.

5.3.3. 

Grundsätzlich ist die Beschwerdegegnerin für die operative Behandlung und - 

wie bereits erwähnt - bis zur Heilung der Operationsfolgen (Wundheilung, 

postoperative Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit 

möglicher Arbeitsunfähigkeit, unerwartet auftretende Komplikationen im Rahmen des 

Heilverlaufs usw.) leistungspflichtig. Gemäss Berichten von Dr. H.___ vom 8. Dezember 

2017 (act. G 1.4-18) und 9. Januar 2018 (act. G 1.4-20) sowie der Stellungnahme von 

5.3.4. 

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6.  

Dr. F.___ vom 1. März 2018 (act. G 1.4-23) waren die behandlungsbedürftigen 

Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks nach der Arthroskopie vom 12. 

September 2017 im weiteren Verlauf der medialen Gonarthrose, d.h. den 

Knorpelschäden, geschuldet. Dr. H.___ stellte in seinem Untersuchungsbericht vom 25. 

Oktober 2017 (act. G 1.4-14) und auch in seinen weiteren Berichten (act. G 1.4-18, G 

1.4-20, G 1.4-22) die Diagnose eines Reizknies links nach Arthroskopie. Im MRI-

Untersuchungsbericht vom 3. Januar 2018 (act. G 1.4-19) ist sodann von einem 

mittlerweile zunehmenden Knorpelschaden bzw. einem fortschreitenden 

Knorpelschaden femorotibial medial die Rede. Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht 

abschliessend feststellen, inwieweit und bis zu welchem Zeitpunkt die 

Beschwerdesymptomatik nach der Arthroskopie vom 12. September 2017 noch der 

Operation geschuldet war oder einer neuen, unfallfremden Arthroseproblematik nach 

der Behandlung der unfallbedingt ausgelösten Chondropathie zuzuordnen ist. Der 

medizinische Sachverhalt erweist sich bezüglich dieser Frage als abklärungsbedürftig 

(vgl. Erwägung 1.3). Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 

damit sie ein versicherungsexternes orthopädisches Gutachten einhole. Daran vermag 

nichts zu ändern, dass die Beschwerdegegnerin über den 31. August 2017 hinaus 

Leistungen erbracht hat, zumal, wie bereits erwähnt, aus den Akten - abgesehen von 

einer Bestätigung der Beschwerdegegnerin, sie habe bis 29. November 2017 das 

Taggeld ausgerichtet (act. G 3.1-19) - nicht hervorgeht, bis wann genau die 

Beschwerdegegnerin letztlich Taggeldleistungen und bis wann und inwieweit 

Heilbehandlungsleistungen erbracht hat.

 6.1. 

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. April 

2018 in teilweiser Gutheissung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin über den 31. August 2017 hinaus bis zum 8. 

Dezember 2017 die gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit der medialen 

Seitenbandläsion zu vergüten. Im Weiteren ist die Beschwerdegegnerin zu Abklärungen 

im Sinne der Erwägung 5.3, insbesondere der Erwägung 5.3.4, und anschliessend 

neuer Entscheidung über die Anspruchsberechtigung für die Zeit ab 9. Dezember 2017 

zu verpflichten.

6.1.1. 

Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass bis zum 8. Dezember 2017 keine 

Unterscheidung in der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bezüglich der 

Unfallfolgen im Zusammenhang mit der medialen Seitenbandläsion einerseits und der 

6.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 3. April 2018 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der 

Beschwerdeführerin über den 31. August 2017 hinaus bis zum 8. Dezember 2017 die 

gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit der medialen Seitenbandläsion zu 

vergüten. Weiter wird die Beschwerdegegnerin zu Abklärungen im Sinne der Erwägung 

5.3, insbesondere der Erwägung 5.3.4, und anschliessend neuer Entscheidung über die 

Anspruchsberechtigung für die Zeit ab 9. Dezember 2017 verpflichtet.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

vorübergehenden Verschlimmerung der degenerativen Vorzustände andererseits 

vorgenommen werden kann. Die Heilbehandlungen haben sich insgesamt auf das linke 

Kniegelenk der Beschwerdeführerin bezogen, womit eine Unterscheidung der 

vorgenannten Unfallfolgen nicht erforderlich ist. Inwieweit die Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in der Seitenbandläsion und/oder in der vorübergehenden 

Verschlimmerung der degenerativen Vorzustände begründet ist, wird sich ebenfalls 

nicht unterscheiden lassen, weshalb die Taggeldleistungen bis zum 8. Dezember 2017 

unabhängig der Ursächlichkeit der Arbeitsunfähigkeit zu vergüten sind.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).6.2. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint der Bedeutung der Streitsache und 

dem Aufwand für die Beschwerdeführung entsprechend sowie mit Blick auf 

vergleichbare Fälle (vgl. etwa den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 8. Januar 

2019, UV 2017/34, E. 3.3) eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2020
	Art. 6 und 36 Abs. 1 UVG: Mediale Meniskus- und Seitenbandläsion sowie vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes als unfallkausale Verletzungen geprüft. Meniskusläsion vorbestehend und durch den Unfall weder verursacht noch richtungsgebend verschlimmert. Seitenbandläsion ohne Vorzustand; Erreichen des Status quo ante per Leistungseinstellungsdatum verneint. Anspruch auf eine, operative Eingriffe miteinschliessende, zweckmässig Behandlung, da diese der (vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen dient und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig geworden. Rückweisung der Streitsache zu weiteren medizinischen Abklärungen betreffend Erreichens des Status quo sine/ante ab einem dem Leistungseinstellungszeitpunkt nachfolgenden Datum (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Mai 2020, UV 2018/35).

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