# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43794e18-030c-5f3b-a7ae-727fab45e76a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 05.04.2022 UV 2021/54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-54_2022-04-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/54

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 10.08.2022

Entscheiddatum: 05.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 05.04.2022
Art. 6 UVG: Bejahung des Wegfalls eines natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen dem Unfall und fortdauernden Fussbeschwerden per 
Leistungseinstellungsdatum. Verneinung einer strukturellen Unfallläsion. 
Bestätigung des Status quo sine bei einer Kontusionsverletzung (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. April 2022, UV 
2021/54).

Entscheid vom 5. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; a.o. Gerichtsschreiber 

Moritz Pachmann

Geschäftsnr.

UV 2021/54

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als "Haushelferin" bei B.___ angestellt und 

dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung UVG vom 19. September 2020 wurde 

der Helsana gemeldet, dass die Versicherte am 11. Mai 2020 während der Arbeit auf 

einer Treppenstufe abgerutscht sei und sich dabei am rechten grossen Zeh und am 

Zehengelenk verletzt habe (UV-act. 1).

A.a. 

Am 11. Juni 2020 erfolgte eine Untersuchung bei Dr. med. C.___, Innere Medizin 

und Rheumatologie FMH, bei welcher Hand und Fuss der Versicherten geröntgt 

wurden. Gemäss einer Telefonnotiz einer Sachbearbeiterin der Helsana wurde die 

Röntgenuntersuchung seitens der Praxis von Dr. C.___ später als "ganz klar 

krankheitsbedingt" bezeichnet (vgl. Notiz über ein Telefonat vom 8. Dezember 2020, 

UV-act. 27-6). Am 8. September 2020 führte Dr. med. D.___, Facharzt für Radiologie, 

wegen Vorfussschmerzen rechts ein MRT des Vorfusses rechts durch, in welchem eine 

ausgeprägte Entzündung am Grosszehengrundgelenk bei mässig ausgeprägten 

degenerativen Veränderungen (aktuell noch kein Bild wie bei einer Gicht) sowie ein 

beginnender Hallux valgus zur Darstellung kamen (UV-act. 21).

A.b. 

Am 14. September 2020 fand eine Konsultation bei Dr. med. E.___, Facharzt FMH 

für Innere Medizin, statt, der im UVG Zwischenbericht festhielt, dass die Versicherte 

beim Fensterputzen am 11. Mai 2020 ausgerutscht sei. Sie habe dabei einen Schlag 

auf den Fuss erlitten, worauf es zu persistierenden Schmerzen gekommen sei (UV-

act. 25). Am 1. Oktober 2020 befand sich die Versicherte erstmals bei Dr. med. F.___, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, in Behandlung. Als Befunde erhob diese 

Druckdolenzen am Os metatarsale I am rechten Fuss sowie über dem Flexor/Extensor 

A.c. 

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Dig. I. Sie diagnostizierte eine unfallbedingte Grosszehenkontusion rechts mit reaktiver 

Tendinopathie von Flexor hallucis longus (FHL) und Extensor hallucis longus (EHL). 

Dem Arztzeugnis UVG von Dr. F.___ vom 17. Dezember 2020 sind sodann bescheinigte 

Arbeitsunfähigkeiten vom 1. Oktober bis 15. November 2020 und vom 26. November 

2020 bis 3. Januar 2021 zu entnehmen (UV-act. 24). Am 7. Oktober 2020 war 

ausserdem eine Untersuchung durch Dr. med. G.___, FMH Orthopädie und 

Traumatologie, erfolgt. Dieser hielt im gleichentags erstellten Bericht unter der Rubrik 

"Jetziges Leiden" fest, es sei am 11. Mai 2020 zu einem Treppensturz mit seitlichem 

Abknicken des rechten Fusses gekommen. Nachdem es zu einem grossen Bluterguss 

über dem Vorfuss und Fussrücken gekommen sei, der sich im Verlauf wieder 

zurückgebildet habe, hätten sich die belastungsabhängigen Schmerzen unwesentlich 

gelindert. Dr. G.___ stellte eine pathologische Fussdeformität im Sinne eines 

Spreizfusses mit Druckdolenz am Vorfuss sowie einen Halluxwinkel von 15° fest. Nach 

Erstellung von Röntgenbildern erhob er den Befund einer leichten Spreizfussstellung 

mit geringer Gelenkspaltverschmälerung (UV-act. 22).

Am 5. Mai 2021 nahm Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, als beratender Arzt der Helsana zum 

Schadenfall Stellung. Das Ereignis vom 11. Mai 2020 habe zu einer Kontusion/ 

Distorsion des rechten Vorfusses geführt. Traumatisch strukturelle Läsionen als Folge 

dieses Ereignisses könnten bildgebend ausgeschlossen werden. Es liege ein 

Vorzustand im Sinne eines Spreizfusses mit Hallux valgus und 

Grosszehengrundgelenksarthrose vor. Die Kontusion/Distorsion habe zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung dieses Vorzustandes geführt. Der Status quo sine 

sei per 8. September 2020 erreicht worden (UV-act. 30).

A.d. 

Am 21. Mai 2021 verfügte die Helsana, dass der Zusammenhang zwischen den 

gesundheitlichen Beschwerden und dem Unfall nicht mehr nachgewiesen sei. Dr. H.___ 

habe den unfallfremden Vorzustand, wie er früher oder später ohne Unfall eingetreten 

wäre, als am 8. September 2020 erreicht beurteilt. Entgegenkommenderweise und 

ohne Präjudiz übernehme die Helsana die Behandlungskosten noch bis am 

31. Dezember 2020 (UV-act. 31).

A.e. 

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B.  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 6. Juni 2021 Einsprache. Sie 

machte geltend, dass bei ihr keine Vorerkrankungen bestanden hätten und dass die 

Helsana für die Folgekosten des Unfalls vom 11. Mai 2020 aufzukommen habe. 

Ungedeckt seien insbesondere die Kosten für Schuheinlagen und für die 

Röntgenaufnahmen vom 11. Juni 2020. Am 8. September 2020 habe sie noch extreme 

Schmerzen gehabt, sodass sie kaum habe stehen und keine Schuhe mehr habe tragen 

können. Danach seien Therapien erfolgt und es habe bis 3. Januar 2021 ein Zeugnis für 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (UV-act. 33).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 9. August 2021 wies die Helsana die Einsprache ab. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass weder ein Unfallereignis noch eine 

natürliche Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Ereignis vom 

11. Mai 2020 mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei. Und selbst wenn beides ausgewiesen wäre, sei 

der Status quo sine per 8. September 2020 erreicht gewesen (act. G 1.1).

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 31. August 2021 Beschwerde und beantragte sinngemäss die 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die Ausrichtung der 

gesetzlichen Leistungen (act. G 1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2021 beantragte die Helsana 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.b. 

Mit Eingabe vom 25. November 2021 bekräftigte die Beschwerdeführerin, dass sie 

vor dem Unfall keinerlei Beschwerden mit dem Fuss gehabt habe (act. G 7). In einer 

weiteren Eingabe vom 27. November 2021 informierte die Beschwerdeführerin darüber, 

dass sie ihre Arbeitsstelle (offenbar während der Krankschreibung gegen Ende des 

Jahres 2020) verloren habe (act. G 8).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

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Erwägungen

1.  

2.  

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens (zum 

Anfechtungsgegenstand siehe BGE 131 V 164 f. E. 2.1) bildet der Einspracheentscheid 

vom 9. August 2021 (act. G 1.1). Diesem liegt die Verfügung vom 21. Mai 2021 (UV-

act. 31) zugrunde. Sowohl in der Verfügung vom 21. Mai 2021 (UV-act. 31) als auch im 

Einspracheentscheid vom 9. August 2021 (act. G 1.1) hat die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch auf Versicherungsleistungen ab dem 1. Januar 2021 abgelehnt. Nur 

Ansprüche ab dem vorgenannten Datum können damit Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens bilden, nicht jedoch Ansprüche bis zum 31. Dezember 2020. 

Die Beschwerdeführerin hat die Vergütung der Röntgenaufnahmen vom 11. Juni 2020 

sowie von Schuheinlagen beantragt (UV-act. 27; act. G 1 und UV-act 33), wobei nicht 

aktenkundig ist, ob sie der Beschwerdegegnerin eine Rechnung für Schuheinlagen 

eingereicht hat und von wann diese datiert. Auf die beiden vorgenannten Anträge kann 

somit mangels Anfechtungsgegenstands nicht eingetreten werden. Die 

Beschwerdegegnerin wird jedoch über diese beiden Leistungen (Röntgenaufnahmen, 

allenfalls Schuheinlagen) zu verfügen haben, falls sie dies unterdessen nicht bereits 

gemacht hat.

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin hält in der Verfügung vom 21. Mai 2021 fest, dass sie 

über den 8. September 2020 hinaus, also auch, nachdem der Status quo sine erreicht 

sei, bis zum 31. Dezember 2020 noch "Behandlungskosten" übernehmen werde (UV-

act. 31). Im Einspracheentscheid vom 9. August 2021 wird durchgehend von 

"gesetzlichen Leistungen" geschrieben, welche auch weitere gesetzliche Leistungen 

umfassen können (act. G 1.1). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zwischen dem 8. September und 

31. Dezember 2020 nicht nur für Heilbehandlungen anerkannte, sondern auch für die 

weiteren gesetzlichen Leistungen.

1.2. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist somit die 

Rechtsmässigkeit der Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 1. Januar 

2021.

1.3. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen 

2.1. 

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und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall 

gilt nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des 

im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (André Nabold, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG], N 42 zu Art. 6; Irene Hofer, in: Ghislaine 

Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG], N 32 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, 

S. 31; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 

E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des 

ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer 

unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 

345 S. 422 E. 2b; KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 37 zu Art. 6; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 176 f.). Bei unkoordinierten Bewegungen ist 

die Ungewöhnlichkeit zu bejahen, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas 

Programmwidriges wie Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes 

unterbrochen bzw. gestört wird (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG] vom 7. Oktober 2003, U 322/02, E. 4.1). Die Frage, ob die einzelnen Unfall­

begriffsmerkmale im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist eine Rechtsfrage, die vom 

Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist.

Bei Vorliegen eines Unfalls hat der Unfallversicherer für einen Gesundheitsschaden 

nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen sowie adäquaten 

Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit 

Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Beantwortung der Tatfrage nach 

dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das 

2.2. 

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Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die 

Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 

6; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im Bereich klar ausgewiesener somatischer 

Unfallfolgen spielt jedoch die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen).

Ist die Unfallkausalität einmal nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 

E. 3b mit Hinweisen).

2.3. 

Der im Sozialversicherungsprozess vorherrschende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die 

Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 138 V 221 f. E. 6). Die 

Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage, ob sich ein 

Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat, und falls ja, die weiteren Fragen, ob 

zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist oder ob ein solcher dahingefallen ist (vgl. Erwägung 

2.2 f.), beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit eines Unfallereignisses 

bzw. einer Unfallkausalität bzw. eines Dahinfallens einer Unfallkausalität genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

2014, § 70 N. 58 f.).

2.4. 

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Wird auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses 

nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu 

gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 

136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang 

eines Gesundheitsschadens zu einem Unfallereignis überhaupt jemals gegeben ist, ist 

ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die Beweislast für einen behaupteten 

Wegfall einer durch den Unfallversicherer anerkannten Unfallkausalität trägt hingegen 

der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6. 

August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 54 f.).

2.5. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a). 

Auch den Berichten beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis von 

Abklärungen beratender Ärzte und Ärztinnen kann nicht abgestellt werden, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 

229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2). Die Rechtsprechung erachtet reine 

Beurteilungen aufgrund der Akten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Angesichts der obigen Darlegungen spricht das 

Fehlen einer persönlichen Untersuchung für sich allein nicht gegen den Einbezug der 

2.6. 

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3.  

Aktenbeurteilung von Dr. H.___ vom 5. Mai 2021 (Suva-act. 30). Ob letztlich auf diese 

abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen 

Beurteilungen bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.

Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 21. Mai 2021 ihre Leistungen 

zunächst wegen eines aus ihrer Sicht dahingefallenen Kausalzusammenhangs 

zwischen der Vorfussproblematik und dem Ereignis vom 11. Mai 2020 per 1. Januar 

2021 eingestellt (UV-act. 31). Im angefochtenen Einspracheentscheid hat sie ihre 

Leistungseinstellung zusätzlich auch damit begründet, dass das Ereignis vom 11. Mai 

2020 nicht als Unfall und die natürliche Kausalität zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Ereignis nicht mit dem erforderlichen Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei und sie von Beginn an nicht 

leistungspflichtig gewesen wäre. Auf eine Rückforderung der erbrachten Leistungen 

hat sie verzichtet (act. G. 1.1). Diese Vorgehensweise ist insofern nicht zu beanstanden, 

als der Unfallversicherer gemäss BGE 130 V 384 E. 2.3.1 die Möglichkeit hat, die durch 

Ausrichtung von Heilbehandlung (und allenfalls Taggeld) anerkannte Leistungspflicht 

mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der 

Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art. 53 ATSG) einzustellen, 

dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei richtiger 

Betrachtungsweise – gar nicht vor.

3.1. 

Es ist somit zunächst zu prüfen, ob es sich beim Ereignis vom 11. Mai 2020 um 

einen leistungsbegründenden Unfall gehandelt hat. Nach der Rechtsprechung hat die 

versicherte Person die Umstände des als Unfall gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu 

machen. Zur Glaubhaftmachung müssen über das konkrete Geschehen genaue und 

möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, aufgrund derer der 

Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein klares Bild zu 

machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. BGE 114 V 305 E. 5b; Urteile 

des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, E. 1.2, und 15. September 2004, U 

234/04). Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben zum 

Geschehensablauf können die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallversicherung 

zur Folge haben. Im Streitfall hat das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die 

einzelnen Merkmale des Unfallbegriffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors, gegeben sind. Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt nicht 

wenigstens mit Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale, 

ist ein Unfall im Rechtssinne zu verneinen (vgl. Erwägung 2.2; Urteil des EVG vom 23. 

November 2006, U 258/04, E. 3.1 mit Hinweisen).

3.2. 

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4.  

Das Ereignis vom 11. Mai 2020 ist in den Akten im Wesentlichen einheitlich 

geschildert worden. Die Beschwerdeführerin ist demnach am 11. Mai 2020 beim 

Fensterputzen auf einer Treppenstufe ab- bzw. ausgerutscht (UV-act. 1, 24 f.). Einen 

Sturz, wie er von Dr. G.___ festgehalten wurde (UV-act. 22), hat die 

Beschwerdeführerin offenbar nicht erlitten. Sie dürfte jedoch mit dem rechten Fuss 

seitlich abgeknickt sein (UV-act. 22) und/oder sich angeschlagen haben (UV-act. 25). 

Durch das programmwidrige Ab- bzw. Ausrutschen auf der Treppe wurde der normale 

Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin gestört, womit der geschilderte 

Geschehensablauf das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors 

erfüllt (vgl. Art. 4 ATSG und Erwägung 2.1, "Ausgleiten") und die Beschwerdegegnerin 

in ihrer Verfügung vom 21. Mai 2021 (UV-act. 31) zu Recht von einem Unfallereignis 

ausgegangen ist. Der Umstand allein, dass Ereignisse wie ein Sturz oder ein 

Ausrutschen potentiell geeignet sind, körperlich gravierende Verletzungen 

herbeizuführen, bedeutet jedoch weder, dass dadurch tatsächlich eine schädigende 

Einwirkung auf den menschlichen Körper erfolgt ist (vgl. Art. 4 ATSG), noch, dass der 

konkrete Unfall für alle Beschwerden eines unfallbetroffenen Körperteils verantwortlich 

sein muss und damit auch natürlich kausale Unfallfolgen vorliegen (vgl. Art. 6 UVG und 

Erwägung 2.2). Die Beschwerdeführerin klagt über Schmerzen im rechten Vorfuss (UV-

act. 21). Angesichts dessen, dass die Schilderungen des Ereignisses vom 11. Mai 2020 

grundsätzlich einen Distorsions- und/oder Kontusionsvorgang beschreiben (Abknicken 

und/oder "Anschlagen" des Fusses), als betroffener Körperteil der rechte Fuss genannt 

wird (UV-act. 25), Dr. F.___ eine Grosszehenkontusion rechts diagnostiziert hat (UV-

act. 24) und die Beschwerdeführerin nach dem Ereignis Schmerzen im Fuss und einen 

Bluterguss hatte (UV-act. 22), erscheint die anfängliche Anerkennung eines 

Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin als gerechtfertigt. Nachdem die 

Beschwerdegegnerin keinerlei Rückforderungsansprüche geltend macht, kann aber 

ohnehin offengelassen werden, ob die anfänglichen Beschwerden auf einen Unfall 

zurückzuführen sind. Im vorliegenden Verfahren gilt es einzig die Frage zu prüfen, ob 

die ab 1. Januar 2021 fortbestehenden Beschwerden unfallkausal sind und eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen.

3.3. 

Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass selbst wenn ein Unfallereignis sowie eine 

anfängliche natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den geklagten 

Beschwerden ausgewiesen wären, der Status quo sine per 8. September 2020 erreicht 

worden sei, weshalb die erst später erfolgte Leistungseinstellung per 31. Dezember 

2020 erst recht nicht beanstandet werden könne.

4.1. 

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Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung hat die Beschwerdeführerin 

unbestrittenermassen an Schmerzen am rechten Fuss gelitten und ist zu 100% 

arbeitsunfähig geschrieben gewesen (vgl. UV-act. 24, 33 und act. G 1). Ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden hat in der 

Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer Untersuchungsmethoden 

(wie Röntgen, Sonographie, Computertomogramm, Kernspintomogramm, 

Arthroskopie) ein unfallkausaler organischer Befund im Sinn eines strukturellen 

Gesundheitsschadens erheben lässt (vgl. BGE 138 V 248 E. 5.1, 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit 

Hinweisen; BSK UVG-Hofer, N 81 zu Art. 6).

4.2. 

Am 8. September 2020 hat Dr. D.___ in einer MRT-Untersuchung des rechten 

Vorfusses der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte Entzündung am 

Grosszehengrundgelenk bei mässig ausgeprägten degenerativen Veränderungen 

(aktuell noch kein Bild wie bei einer Gicht) sowie einen beginnenden Hallux valgus 

erhoben (UV-act. 21). Anlässlich einer Röntgenuntersuchung des rechten Vorfusses 

vom 7. Oktober 2020 durch Dr. G.___ hat sich bildgebend eine leichte 

Spreizfussstellung mit geringer Gelenkspaltverschmälerung gezeigt (UV-act. 22).

4.3. 

Wie von Dr. H.___ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 5. Mai 2021 festgehalten, 

können aufgrund der in Erwägung 4.3 genannten MRT- und Röntgenbefunde 

traumatisch-strukturelle Läsionen als Folge des Ereignisses vom 11. Mai 2020 

ausgeschlossen werden. Vorbestehend seien jedoch ein Spreizfuss mit Hallux valgus 

und Grosszehengrundgelenksarthrose rechts (vgl. UV-act. 30). Die Beschwerdeführerin 

stellt sich in ihrer Beschwerde auf den Standpunkt, dass der Hallux valgus auch eine 

Folge des Unfalls sein könne (vgl. act. G 1). Laut der medizinischen Literatur können 

Hallux valgus und Arthrose am Grosszehengrundgelenk grundsätzlich als Folge eines 

Traumas auftreten, dies jedoch höchstens sekundär, d.h. als (Spät-)Folge einer 

primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur oder Ruptur (vgl. dazu Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 580 f., 1146 f., 1148, 

1156, 1176, 1183 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 152). 

Typisch sind aber der Hallux valgus sowie die Arthrose als Begleit- bzw. 

Folgeerscheinungen eines Spreizfusses. Epidemologisch untersucht können sie auch 

einzeln angeboren oder erworben sein (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1146, 1150, 

1157 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 721 f.; Leitlinie der Orthopädie, Hrsg. Deutsche 

Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und Berufsverband der Ärzte 

für Orthopädie, 2. Aufl. 2002, S. 65). Vorliegend liess sich radiologisch keine primäre 

4.4. 

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Unfallverletzung, insbesondere keine Fraktur, nachweisen (vgl. UV-act. 21 ff.). Damit 

entfällt auch ein Hinweis für sekundäre traumatische Gesundheitsschäden.

Dr. H.___ hält übereinstimmend mit den medizinischen Berichten fest, dass das 

Ereignis vom 11. Mai 2020 nur zu einer Kontusion/Distorsion des rechten Vorfusses 

geführt habe (UV-act. 30). Mit dieser Diagnose wird nichts über die konkreten Folgen 

der Kontusion/Distorsion ausgesagt. Bei einer Kontusion und Distorsion handelt es sich 

um Gesundheitsschädigungen, die sich zwar durch den Unfallmechanismus erklären 

oder anhand klinisch erhobener Befunde – wie Hämatome, Schwellungen, 

Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen – objektivieren 

lassen, die aber in der Regel keine Dauerschäden im Sinn einer strukturellen Läsion 

bzw. einer schlecht verheilten strukturellen Läsion mit fortdauernden gesundheitlichen 

Störungen zur Folge haben, sondern folgenlos abheilen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 

412; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 357; vgl. dazu auch nachfolgende 

Erwägung 4.7).

4.5. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Gründe ersichtlich sind, 

derentwegen die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. H.___ in Zweifel zu ziehen wäre. 

Die Beschwerdeführerin hat mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 11. Mai 2020 keine neue, bleibende 

Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung erlitten, welche 

fortdauernde Beschwerden am Vorfuss bewirken könnte. Es ist von Vorzuständen und 

damit von unfallfremden Gesundheitsschädigungen auszugehen.

4.6. 

 4.7. 

Ist es durch den Unfall zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden 

gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtunggebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Eine richtunggebende 

Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn medizinischerseits 

feststeht, dass weder der Status quo sine noch der Status quo ante je wieder erreicht 

werden können (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Die lediglich vorübergehende 

unfallbedingte Verschlimmerung eines Vorzustandes basiert auf dem Wissen, dass es 

im Unfallversicherungsrecht Fälle gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an 

einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret 

beschrieben werden können. Dennoch wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten 

Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden Wirkung des Ereignisses (Unfall) 

auf den Körper ausgegangen, die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten 

4.7.1. 

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Beschwerden werden nach einem bestimmten Zeitraum – trotz ihres möglichen 

Fortdauerns – aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache aber nicht mehr dem 

Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des 

Status quo sine oder ante Leistungen für die unmittelbar im Zusammenhang mit dem 

Unfall stehenden Beeinträchtigungen zu erbringen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 

26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und 24. 

Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, 

E. 1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.).

Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass Weichteilverletzungen, wie 

beispielsweise Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen, ohne strukturelle 

Schädigung der Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen in der Regel innert 

weniger Wochen bis Monate folgenlos ausheilen und sich die damit verbundenen 

Schmerzen gänzlich zurückbilden (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 412). Diese 

Erfahrungstatsache darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt 

werden. Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei 

dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit 

Erfahrungswerten bestimmen lässt (vgl. dazu Urteil des EVG vom 18. September 2002, 

U 60/02, E. 2.2). Fortdauernde Beschwerden werden also auch ohne Veränderung bzw. 

Besserung der klinischen Befundsituation ab einem bestimmten Datum aufgrund der 

obgenannten medizinischen Erfahrungstatsache eben nicht mehr dem Unfall 

angelastet. Dass damit der Zeitpunkt der Leistungseinstellung ein Stück weit 

theoretisch bleibt, versteht sich von selbst bzw. ergibt sich aus der mangelnden 

Wahrnehmbarkeit der Verletzung. Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den 

Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich 

dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Konnten spezifische 

Kontusions- bzw. Distorsionsfolgen objektiviert werden, übernimmt der 

Unfallversicherer selbstverständlich die Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen 

Kontusions- bzw. Distorsionsfolgen, d.h. bis zum Status quo ante (BSK UVG-Hofer, N 

71 zu Art. 6; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; vgl. 

Erwägung 2.2).

4.7.2. 

Dr. H.___ geht in seiner Beurteilung vom 5. Mai 2021 (implizit) von einer 

Heilungsdauer von rund vier Monaten aus, was angesichts des Erfahrungssatzes ohne 

Weiteres plausibel und überzeugend erscheint. In den medizinischen Akten sind keine 

spezifischen Kontusions- bzw. Distorsionsfolgen als augenscheinliche Hinweise auf 

4.7.3. 

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einen weiter andauernden Heilungsprozess vermerkt (Suva-act. 22, 24 f.). Die 

Untersuchung bei Dr. C.___ vom 11. Juni 2020, also einen Monat nach dem Unfall, war 

laut diesem "ganz klar krankheitsbedingt" gewesen. Daraus kann zumindest keine 

Aussage für die Beurteilung des Heilungsverlaufs der Kontusions- bzw. 

Distorsionsfolgen abgeleitet werden (vgl. UV-act. 27-4 und 27-6). Auch den von 

Dr. D.___ vom 8. September 2020 erhobenen Befunden sind keine Folgen einer 

Kontusion oder Distorsion zu entnehmen (UV-act. 21). Dr. G.___ gibt in seinem 

ärztlichen Bericht vom 7. Oktober 2020 das von der Beschwerdeführerin beschriebene 

Leiden wieder und erwähnt, dass es nach dem Unfall zu einem grossen Bluterguss 

über dem Vorfuss- und Fussrücken gekommen sei, der im Verlauf jedoch wieder 

zurückgegangen sei (UV-act. 22). Der Heilungsprozess des Blutergusses als 

Kontusionsfolge war demnach offenbar im Leistungseinstellungszeitpunkt längst 

abgeschlossen. Dr. F.___ hat in ihrem ärztlichen Bericht vom 17. Dezember 2020 eine 

Grosszehenkontusion rechts mit reaktiver Tendinopathie FHL/EHL diagnostiziert (UV-

act. 24). Eine Tendinopathie stellt eine Entzündung der Sehne in Ansatznähe und damit 

grundsätzlich ein krankheitsbedingtes Leiden bzw. eine degenerative Veränderung dar, 

die in den medizinischen Akten in Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur 

(vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 412, 627 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1646, 1782; Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 1681, 1808) nirgends als Unfallverletzung beurteilt oder diskutiert 

wird. Auch Dr. D.___ hat die Entzündung am Grosszehengrundgelenk in einen 

Zusammenhang mit unfallfremden Faktoren gestellt (vgl. UV-act. 21). Vorliegend ist das 

Bestehen der Tendinopathie daher nicht aussagekräftig für die Beurteilung des 

Heilungsverlaufs der Kontusions- bzw. Distorsionsfolgen. Eine genaue Erfassung des 

Heilungszeitpunkts, d.h. eine exakte zeitliche Bestimmung, wann die überwiegend 

wahrscheinlichen unfallbedingten von unfallfremden Faktoren abgelöst wurden, ist 

aufgrund des fliessenden Charakters der Heilung nicht möglich. Vor diesem 

Hintergrund können von Dr. H.___ keine weiteren Ausführungen zum Dahinfallen der 

Unfallkausalität verlangt werden, als dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 

11. Mai 2020 eine Kontusions-/Distorsionsverletzung erlitten habe, der Unfall zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe, fortdauernde Beschwerden jedoch 

vier Monate nach dem Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dem 

mutmasslichen Zustand, wie er beim schicksalsmässigen Verlauf des Vorzustandes 

auch ohne Unfall eingetreten wäre, entsprechen (UV-act. 30). Aufgrund der oben 

dargelegten Sachlage ist kein Ausnahmefall der medizinischen Erfahrungssätze zum 

Heilungsverlauf einer blossen Weichteilverletzung anzunehmen.

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Grundsätzlich weist auch die Entwicklung der Beschwerden mit einer erst rund 

vier Monate nach dem Unfall eingetretenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. UV-act. 

24) eher darauf hin, dass diese auf unfallfremde Ursachen zurückzuführen ist. In der 

Regel zeigt sich eine Beschwerdesymptomatik unmittelbar nach dem Unfall oder 

zumindest in zeitlicher Nähe am stärksten. Nachfolgend schliesst der Heilungsprozess 

an, was in der Regel zu einer stetigen Beschwerdeabnahme führt. Die vorliegend 

spätere Progredienz der Schmerzen und die erst nach über vier Monaten eingetretene 

erstmalige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin entsprechen nicht dem Regelfall 

eines Heilungsprozesses von Weichteilverletzungen, weshalb es unwahrscheinlich 

erscheint, dass die zum Leistungseinstellungszeitpunkt bestehenden Beschwerden am 

rechten Vorfuss der Beschwerdeführerin auf eine unfallkausale Ursache zurückzuführen 

sind.

4.7.4. 

Angesichts des Gesagten darf der von der Beschwerdegegnerin bzw. von 

Dr. H.___ auf den 8. September 2020 festgelegte Status quo sine rund vier Monate 

nach dem Unfall als angemessen betrachtet werden. Allein der Umstand, dass eine 

versicherte Person nach einem Unfallereignis fortdauernde Beschwerden beklagt, 

begründet, wie bereits erwähnt, keine andauernde Leistungspflicht des 

Unfallversicherers. Dies umso weniger, als – wie im konkreten Fall – ein krankheits- 

bzw. degenerativbedingter Vorzustand gegeben ist, der schon für sich allein 

Schmerzen verursachen kann. Die Beurteilung von Dr. H.___ basiert auf den im 

Rahmen der Kausalitätsfrage richtungsweisenden Beurteilungskriterien – nämlich der 

gestellten Unfalldiagnose (Kontusion/Distorsion) als massgebendem Ausgangspunkt 

für traumatische Folgeschäden, den Ergebnissen radiologischer Untersuchungen 

betreffend Vorliegen unfallkausaler somatischer Befunde im Sinn struktureller 

Veränderungen sowie dem Vorliegen von Vorzuständen – und findet sowohl in der 

Erfahrungsmedizin als auch in der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze. 

Anhaltspunkte, die geeignet wären, Zweifel daran zu begründen, sind keine zu 

erkennen, womit seiner Einschätzung hinsichtlich der Fussproblematik volle 

Beweiskraft zukommt.

4.8. 

Mit der Argumentation, sie habe bis zum Unfall keinerlei Beschwerden gehabt, 

solche seien erst nach dem erlittenen Unfall aufgetreten, nimmt die 

Beschwerdeführerin lediglich eine zeitliche Einordnung vor (act. G 7). Der zeitliche 

Aspekt allein besitzt indessen in solchen Fällen, in denen das Vorliegen einer 

strukturellen Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

verneint werden kann, keine wissenschaftlich genügende Erklärungskraft (vgl. dazu 

BSK UVG-Hofer, N 67 zu Art. 6; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 96 zu 

4.9. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/16

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5.  

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden 

und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. 

Erwägung 1.1). Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. f  ATSG). Im UVG ist 

eine solche Kostenpflicht nicht vorgesehen. Das Verfahren ist deshalb kostenlos.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Art. 4; Maurer, a.a.O., S. 460 Fn. 1205 [Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo 

propter hoc"]; BGE 119 V 340 f. E. 2b/bb).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die Aktenbeurteilungen von 

Dr. H.___ der überwiegend wahrscheinliche Beweis erbracht ist, dass die Beschwerden 

am rechten Fuss der Beschwerdeführerin vier Monate nach dem Unfall vom 11. Mai 

2020 nicht mehr unfallbedingt waren, d.h. der natürliche Kausalzusammenhang per 

8. September 2020 – und erst recht per Leistungseinstellung am 31. Dezember 2020 – 

dahingefallen war.

4.10. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.04.2022
	Art. 6 UVG: Bejahung des Wegfalls eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und fortdauernden Fussbeschwerden per Leistungseinstellungsdatum. Verneinung einer strukturellen Unfallläsion. Bestätigung des Status quo sine bei einer Kontusionsverletzung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. April 2022, UV 2021/54).

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