# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f513b76e-2569-5807-b0e3-78934ee007ff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.08.2010 D-5082/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5082-2010_2010-08-13.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5082/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...), Afghanistan,
vertreten durch 
Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin-Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 5. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5082/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – von Österreich kommend, wo er gemäss 
Eurodac-Datenbank am 12. Mai 2009 ein Asylgesuch gestellt  hatte – 
am 5. Januar 2010 in der Schweiz zusammen mit B._______ (N [...]; 
D-5586/2010), seiner angeblich religiös angetrauten Ehefrau, ein Asyl-
gesuch einreichte,

dass er zur Begründung seines Asylgesuches angab, er habe in Af -
ghanistan sexuellen Kontakt mit einer Frau gehabt, diese aber aus fi-
nanziellen Gründen nicht heiraten können, sodass er aus Angst vor ih-
rem Vater, einem Mujahedin-Kommandanten, das Land verlassen ha-
be,

dass der Beschwerdeführer am 29. Januar 2010 für die Dauer des Ver-
fahrens dem Kanton Z._______ zugewiesen wurde,

dass am 5. Februar 2010 vonseiten des BFM ein Ersuchen um Wie-
deraufnahme  des  Beschwerdeführers  an  die  zuständige  österreichi-
sche Behörde erging, welchem diese am 15. Februar 2010 zustimmte,

dass die österreichischen Behörden einer Übernahme von B._______ 
nicht  zustimmten,  da  sie  sich  für  die  Prüfung  von  deren  Asylantrag 
nicht für zuständig erachteten und der Beschwerdeführer in Österreich 
angegeben habe, er sei ledig,

dass dem Beschwerdeführer am 12. Januar 2010 das rechtliche Gehör 
zur Wegweisung nach Österreich und am 21. Juni 2010 zur getrennten 
Wegweisung von B._______ gewährt wurde,

dass er dabei angab, er habe in Österreich keine Probleme, wolle aber  
mit B._______ zusammenbleiben,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 5. Juli 2010  –  eröffnet  am  8. Ju-
li 2010  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Österreich anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seiner  Verfügung  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe sich gemäss seinen Angaben vom 12. Mai 2009 
bis zu seiner Einreise in die Schweiz vom 5. Januar 2010 als Asylsu-

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chender in Österreich aufgehalten und es liege dort für ihn ein Euro-
dac-Treffer vom 12. Mai 2009 vor,

dass  Österreich  gestützt  auf  das  Abkommen vom 26. Oktober  2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäi-
schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 
des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat 
oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags (Dublin-Assoziierungsab-
kommen [DAA, SR 0.142.392.68])  und auf  das Übereinkommen vom 
17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember 2004, 
SR 0.362.32) für  die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei 
und  am  15. Februar 2010  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers 
zugestimmt habe,

dass beim Wegweisungsvollzug zwar grundsätzlich die Einheit der Fa-
milie berücksichtigt werde (Art. 44 Abs. 1 AsylG), jedoch nicht glaub-
haft  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  B._______  verheiratet  sei 
oder mit dieser eine dauerhafte eheähnliche Beziehung gelebt habe,

dass er in Österreich behauptet habe, er sei ledig, und seine diesbe-
zügliche Erklärung, er habe dies gesagt, da er keine Beweise gehabt 
habe, dass er verheiratet sei, nicht zu überzeugen vermöge,

dass bei  religiösen Heiraten nur in  Fällen,  in  welchen beide Partner 
über  längere  Zeit  zusammengelebt  hätten  oder  gemeinsame Kinder 
hätten, von einer gefestigten Beziehung ausgegangen werde, welche 
des Schutzes der Familieneinheit im Sinne von Art. 8  der Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) bedürfe, und diese Voraussetzungen vor-
liegend  nicht  erfüllt  seien,  da  der  Beschwerdeführer  mit  B._______ 
lediglich  zwei  Monate  im  Sommer  2008  in  Kasachstan  zusammen 
gewesen sei, in Afghanistan gleich nach seiner Rückkehr eine intime 
Beziehung über mehrere Monate mit einer anderen Frau eingegangen 
sei und im Dezember 2008 nach Österreich anstatt nach Kasachstan 
gegangen sei,

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dass sich  somit  im vorliegenden Fall  keine Gründe ergäben,  die  für  
den Selbsteintritt  der schweizerischen Behörden im Sinne von Art. 3 
Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 
2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 
Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den 
ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt 
hat (Dublin-II-Verordnung) sprechen könnten,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
(Art. 19 f. Dublin II-VO) – bis spätestens am 15. August 2010 zu erfol-
gen habe,

dass  ausserdem die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des 
Vollzugs zu bejahen seien,

dass der Beschwerdeführer – handelnd durch seine Rechtsvertreterin 
– gegen diesen Entscheid am 15. Juli 2010 (Poststempel) beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat,

dass er in seiner Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
und  das  Eintreten  auf  sein  Asylgesuch  im  Rahmen des  Rechts  auf 
Selbsteintritt,  eventualiter  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vor-
instanz zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts beantragte, 
sowie  um Erteilung der  aufschiebenden Wirkung seiner  Beschwerde 
und  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von 
Art.  65  Abs. 1  und  2  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchte,

dass er dabei zur Begründung im Wesentlichen ausführte, auch beab-
sichtigtes  Familienleben  falle  unter  den  Schutzbereich  von  Art.  8 
EMRK, er plane seine zivilrechtliche Trauung mit B._______ und woh-
ne seit Januar 2010 mit ihr in einer gemeinsamen Familienwohnung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  am  16. Juli 2010  vollzugshem-
mende Massnahmen anordnete (per Telefax),

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2010 
die  angeordneten  vollzugshemmenden  Massnahmen  wieder  aufhob, 
die  Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Be-
schwerde und der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 und 2 VwVG abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis 
30. Juli 2010 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzuzahlen,

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dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Juli 2010 (vorab per 
Telefax) um Revision dieser Zwischenverfügung ersuchte und die Er-
teilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, die Anordnung 
vorsorglicher  Massnahmen bis  zum Entscheid  über  das  vorliegende 
Revisionsgesuch, die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG und  den  Verzicht  beziehungsweise 
eventualiter die Reduktion des zu leistenden Kostenvorschusses bean-
tragte,

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 30. Juli 2010 
das Gesuch um Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 21. Ju-
li 2010  und  um Reduktion  des einverlangten Kostenvorschusses  ab-
wies, an der Ablehnung der Gesuche um aufschiebende Wirkung der 
Beschwerde, um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 und um Erlass des Kostenvorschusses 
festhielt  und zur Bezahlung des Kostenvorschusses von Fr. 600.– im 
Sinne einer Notfrist einmalig eine Nachfrist von 3 Tagen ab Erhalt der 
Verfügung ansetzte,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Kostenvorschuss  am  30. Juli 2010 
fristgerecht einzahlte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  gemäss 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG, wonach die Zuständigkeit der Schweiz für 
die  Durchführung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahren  abgelehnt 
wird, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich 
auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asyl -
gesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  angesichts  des  zuvor  festgestellten  Sachverhalts  und  der  ein-
schlägigen Staatsverträge (vgl. Dublin Assoziierungsabkommen; Dub-
lin-II-VO; Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. Sep-
tember  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG] 
Nr. 343/2003 des Rates [Dublin-DVO]) Österreich als für die Durchfüh-
rung des Asylverfahrens des Beschwerdeführers zuständig zu erach-
ten ist,

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dass  die  österreichischen  Behörden  der  Wiederaufnahme  des  Be-
schwerdeführers gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO zugestimmt 
haben,

dass  das  BFM  im  Verfahren  von  B._______  einen  ersten  Sachent-
scheid  getroffen  hat,  indem  es  ihr  Asylgesuch  mit  Verfügung  vom 
5. Juli 2010 abgewiesen und die Wegweisung sowie den Vollzug ange-
ordnet  hat,  sodass  Art.  8  Dublin-II-Verordnung,  wonach  einem  Mit-
gliedstaat die Prüfung des Asylantrages obliegt, wenn ein Asylbewer-
ber in diesem Mitgliedstaat einen Familienangehörigen hat, über des-
sen Asylantrag noch keine erste  Sachentscheidung getroffen wurde, 
unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer mit B._______ verheira-
tet ist, nicht zur Anwendung kommt,

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung jeder Mitgliedstaat ei -
nen von einem Drittstaatsangehörigen eingereichten Asylantrag prüfen 
kann, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Krite-
rien nicht für die Prüfung zuständig ist,

dass beim Wegweisungsvollzug zwar grundsätzlich die Einheit der Fa-
milie zu berücksichtigen ist (Art. 44 AsylG),

dass die religiöse Trauung des Beschwerdeführers mit B._______ aber 
nicht  belegt  ist  und aufgrund der Akten auch keine genügenden An-
knüpfungspunkte  einer  tatsächlich  gelebten  eheähnlichen Beziehung 
der beiden erkennbar sind,

dass die diesbezüglichen ausführlichen und begründeten Erwägungen 
des BFM vollumfänglich zu überzeugen vermögen, wobei insbesonde-
re  auf  die  kurze  Bekanntschaft  der  beiden,  das  Verhalten  des  Be-
schwerdeführers  in  Afghanistan,  seine  Reise  nach  Österreich  (statt 
nach Kasachstan) und seine dortigen Angaben, er sei ledig, zu verwei-
sen ist,

dass der Einwand in der Beschwerde, wonach der Beschwerdeführer 
seit Januar 2010 mit B._______ zusammen wohne und sie zivilrecht-
lich heiraten wolle, diese gewichtigen Argumente des BFM nicht aufzu-
wiegen vermag,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  anlässlich  der  Anhörung  vom 
21. Juni 2010 angab, solange er in Afghanistan in Gefahr sei, wolle er 

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mit seiner Frau zusammen sein, sobald er aber wisse, dass keine Ge-
fahr mehr bestehe, werde er selber dorthin zurückkehren (A19 S. 11),

dass  auch  die  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  vom  28. Juli 2008 
eingereichten und in Aussicht gestellten Beweismittel für die Ernsthaf-
tigkeit  einer eheähnlichen Gemeinschaft  zwischen dem Beschwerde-
führer und B._______ in Form von Fotografien kurz vor und kurz nach 
der religiösen Trauung, eines Briefes, in dem B._______ zu seinem in-
zwischen eingestandenen Seitensprung Stellung nehme, einer schrift-
lichen  Bestätigung  ihrer  religiösen  Trauung,  welche  die  Mutter  von 
B._______ ohne sein Wissen bei der Moschee habe registrieren las-
sen,  und  einer  schriftlichen  Bestätigung  der  Mutter  von  B._______, 
dass sie als Zeugin an der Hochzeit anwesend gewesen sei, die ge-
wichtigen Argumente des BFM – welche sich nicht nur auf den Akt der  
religiösen Trauung an sich stützen – nicht zu widerlegen vermögen,

dass der Beschwerdeführer bis anhin immer behauptet hat, es existie-
re keine schriftliche Bestätigung für die Hochzeit, und die Behauptung, 
die Mutter von B._______ habe die Trauung ohne sein Wissen bei der 
Moschee registrieren lassen, als Schutzbehauptung und das Beweis-
mittel somit als nachgeschoben und deshalb als unglaubhaft gewertet 
werden muss,

dass zudem das Dokument bezeichnenderweise bis anhin nicht einge-
reicht wurde,

dass auch die weiteren Aussagen im Wiedererwägungsgesuch zu kei-
nem anderen Schluss führen können, zumal es sich dabei lediglich um 
unbehelfliche Erklärungsversuche handelt,

dass sich nach dem Gesagten vorliegend auch ein Selbsteintritt nach 
Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung nicht aufdrängt,

dass  Österreich  sodann  Signatarstaat  des  Abkommens  vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) wie 
auch der  EMRK ist  und vorliegend keine konkreten Hinweise darauf 
bestehen, Österreich würde sich im Falle des Beschwerdeführers nicht 
an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten,

dass  der  Beschwerdeführer  denn  auch  nichts  gegen  den  Wegwei-
sungsvollzug  nach  Österreich  einwendet,  ausser  dass  er  mit 
B._______ zusammen bleiben möchte, 

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dass  dieses  Vorbringen  nicht  geeignet  ist,  den  Wegweisungsvollzug 
als mit der EMRK unvereinbar erscheinen zu lassen, zumal nicht von 
einer eheähnlichen Beziehung ausgegangen werden kann und ausser-
dem B._______ in der Schweiz kein gefestigtes Aufenthaltsrecht  hat 
sondern ihrerseits von einer Wegweisungsverfügung betroffen ist, wes-
halb sich der Beschwerdeführer nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann,

dass das BFM demnach in Anwendung von  Art. Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-
getreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständi-
gen Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum bleibt  für  Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. vor-
gehende Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Österreich zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeich-
nete,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

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SR 173.320.2])  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu 
verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben: Beilage: 1 Foto mit Anhang)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (vorab 
per Telefax; per Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, Dublin-Office, Ref.-Ref. Nr. (...) (per 
Telefax)

- ...

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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