# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfebbd81-6a84-5942-af35-483c5c7ed81a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.10.2023 725 2023 167 / 247 (725 23 167 / 247)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-167---247_2023-10-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. Oktober 2023 (725 23 167 / 247) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Rückfall im Sinne von Art. 11 UVV bejaht; Rückweisung an die Unfallversicherung zur 

weiteren Abklärung des Sachverhalts und zur Neuverfügung  

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechtsan-
walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A.1 Der 1984 geborene A.____ arbeitete während seiner Ausbildung zum Bachelor of Sci-
ence in Business Administration an der B.____ in einem 25%igen Pensum im Architekturbüro 
seines Vaters und war aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallver-
sicherungsanstalt (Suva) für die Folgen von Unfällen versichert. Am 9. Juli 2010 verunfallte er mit 
dem Velo und zog sich ein Schädelhirntrauma zu (vgl. Austrittsbericht des Universitätsspitals 

 
 
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Y.____, Neurochirurgie, vom 14. Juli 2010). Die Suva erbrachte hierfür die gesetzlichen Leistun-
gen (Heilbehandlung und Taggeld). Mit Verfügung vom 9. April 2015 sprach sie A.____ eine In-
validenrente auf der Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrads von 60 % und eine Integritätsentschä-
digung bei einer geschätzten Einbusse der Integrität von 50 % zu.  
 
A.2 Nachdem der Versicherte der Suva am 14. März 2017 mitgeteilt hatte, dass er ab 1. April 
2017 sein Arbeitspensum als Projektleiter bei der C.____ auf 60 % erhöhen werde, verfügte die 
Suva am 22. Juni 2017 rückwirkend ab 1. April 2017 eine Reduktion des Rentenanspruchs von 
60 % auf 40 % (act. 420). 
 
A.3.1 Im Rahmen der Jahreskontrolle bei der D.____ berichtete der Versicherte am 18. Feb-
ruar 2021 unter anderem (act. 445), dass er sich in den letzten sechs Monaten introvertierter 
fühle, weniger Lust habe, Freunde zu sehen, und zeitweilig das Gefühl habe, seine Gedanken 
nicht mehr ganz kontrollieren zu können. Weiter gab er an, im März 2021 erstmals Vater zu wer-
den. Vielleicht seien seine Sorgen auch in Hinblick auf dieses Ereignis zu verstehen (neuer Le-
bensabschnitt, Verantwortung, Familie). Im Bericht vom 22. Februar 2021 nannte die behan-
delnde Ärzteschaft der D.____ die Verdachtsdiagnose einer depressiven Störung und am 27. Mai 
2021 wurde die Suva um Übernahme der Kosten für eine psychotherapeutische Unterstützung 
ersucht. Die Suva lehnte das Gesuch mangels Kausalzusammenhangs zwischen den geltend 
gemachten psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 9. Juli 2010 zunächst ab. Das in der 
Folge am 10. Juni 2021 gestellte Wiedererwägungsgesuch der D.____ hiess sie mit Schreiben 
vom 18. Juni 2021 dahingehend gut, als sie sich nunmehr bereit erklärte, die Kosten für die an-
gefragte psychotherapeutische Behandlung für (vorerst) ein Jahr zu übernehmen. In der Folge 
kam die Suva auch für die Kosten des stationären Aufenthalts des Versicherten vom 12. Oktober 
2021 bis 25. November 2021 in der Privatklinik E.____ (act. 471) und der neuropsychologischen 
Abklärung bei Dr. phil. F.____, Fachpsychologin für Psychotherapie und Neuropsychologie FSP, 
auf (act. 477). Am 3. Mai 2022 teilte der Versicherte sodann mit, dass sich seine Situation in den 
letzten Monaten nicht gebessert habe. Er sei seit seiner Rückkehr aus der Privatklinik E.____ nur 
zu 50 % (von 60 %) arbeitsfähig. 
 
A.3.2 Nach Eingang des neuropsychologischen Untersuchungsberichts von Dr. F.____ vom 
18. Juli 2022 und des Berichts der Jahreskontrolle der D.____ vom 14. Juni 2022 (Eingang 27. 
Juli 2022) unterbreitete die Suva die Akten dem Kreisarzt Dr. med. G.____, Facharzt für Neuro-
logie. Dieser verneinte am 12. August 2022 (act. 494) einen Zusammenhang zwischen den gel-
tend gemachten Beschwerden und dem Unfall vom 9. Juli 2010. Auch Kreisarzt Dr. med. H.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hielt am 23. August 2022 fest, dass kein Rückfall vorliege. 
In der Folge teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 30. September 2022 und mit 
Verfügung vom 16. Dezember 2022 mit, zwischen dem Ereignis vom 9. Juli 2010 und der ab 
September 2021 attestierten Arbeitsunfähigkeit bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kau-
salzusammenhang; eine erhebliche Verschlechterung der Unfallfolgen sei ausgeschlossen. Die 
Suva erbringe aufgrund dieser Situation keine Versicherungsleistungen (Taggeldleistungen). Sie 
übernehme aber die Kosten für Erhaltungsbehandlungen (jährliche Verlaufskontrollen im D.____, 

 
 
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Medikamente gemäss ärztlicher Vorgabe und ambulante psychotherapeutische/neuropsycholo-
gische Behandlungen an sechs Sitzungen im Jahr). Daran hielt die Suva in ihrem Einspracheent-
scheid vom 11. Mai 2023 fest.  
 
B. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, mit Ein-
gabe vom 9. Juni 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Er beantragte, es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 
11. Mai 2023 aufzuheben und es sei diese zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zu-
rückgehend auf das Unfallereignis vom 9. Juli 2010 zuzusprechen und auszurichten. Eventualiter 
sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 11. Mai 2023 aufzuheben und es sei 
ein gerichtliches medizinisches Gutachten insbesondere zur Klärung der Frage der Unfallkausa-
lität seiner Beschwerden in Auftrag zu geben, um anschliessend neu einen materiellen Leistungs-
entscheid zu fällen. Subeventualiter sei die Streitsache hierfür an die Beschwerdegegnerin zu-
rückzuweisen. Unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. Die Suva liess sich zur Beschwerde am 30. Juni 2023 vernehmen und beantragte deren 
Abweisung.  
 
D. Im Rahmen des Instruktionsverfahrens holte das Kantonsgericht am 3. Juli 2023 das IV-
Dossier des Versicherten bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein. Sodann wurde dem 
Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, Frist eingeräumt für 
eine Stellungnahme zur Vernehmlassung der Suva vom 30. Juni 2023 und zum Bericht des regi-
onalen ärztlichen Diensts (RAD) vom 20. Juni 2023. Mit Replik vom 14. Juli 2023 bestritt der 
Beschwerdeführer die Vorbringen der Suva und hielt grundsätzlich an seinen Anträgen und 
Standpunkten fest. In Bezug auf die Ausführungen im Bericht des RAD vom 20. Juni 2023 liess 
er verlauten, dass der RAD-Arzt eine klare Unfallkausalität im Rückfall des Beschwerdeführers 
mit reduzierter Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sehe. Es sei zutreffend festgehalten worden, dass 
er im Rahmen seines 60%-Pensums wiederholt und zunehmend überfordert gewesen sei, was 
in direktem Zusammenhang mit der deutlich verminderten Belastbarkeit nach Schädelhirntrauma 
mit neuropsychologischen Folgen zu sehen sei. 
 
E. Die Suva hielt mit Duplik vom 24. Juli 2023 an ihrem Antrag auf Abweisung der Be-
schwerde fest. Zum RAD-Bericht vom 20. Juni 2023 machte sie im Wesentlichen geltend, dass 
die – in Unkenntnis zahlreicher medizinischer Akten getätigte und nicht mit einer Begründung 
versehene – Einschätzung des RAD-Arztes offensichtlich nicht geeignet sei, die schlüssig und 
differenziert begründeten Beurteilungen der Suva-Ärzte in Frage zu stellen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG), dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung 
mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf 

 
 
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die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversiche-
rung beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zustän-
dig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte 
Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend hatte der Beschwerde-
führer im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung seinen Wohnsitz im Kanton Basel-Landschaft, so-
dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 
Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche 
Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger ge-
mäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde 
zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten 
vom 9. Juni 2023 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den geänderten Normen gehört auch die Bestim-
mung von Art. 18 Abs. 1 UVG, welche den Anspruch auf eine Invalidenrente regelt. Laut der 
Übergangsbestimmung von Art. 118 Abs. 1 UVG werden jedoch Versicherungsleistungen für Er-
eignisse, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und 
für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht ge-
währt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht 
und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zurecht einen Rückfall zwischen dem versi-
cherten Unfall vom 9. Juli 2010 und den vom Beschwerdeführer im Jahr 2021 geklagten Be-
schwerden verneinte. 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versi-
cherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 
10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand-
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet 
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge-
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da-
hin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
3.2 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 
werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und 
Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 
E. 4b, 118 V 297 E. 2d). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer 
vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu 

 
 
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(weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes 
Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu ei-
nem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit 
begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 
296 E. 2c mit Hinweisen). 
 
4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt unter anderem voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheitskosten, Arbeitsunfähig-
keit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 
V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei-
chen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 
Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo-
rüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 
E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Gesche-
hensabläufen als die Wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 
 
4.2 Da ein Rückfall begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis anschliesst (vgl. E. 3.2 hier-
vor), kann er eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den er-
neut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Ge-
sundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 
327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Dabei gilt es klarzustellen, dass der Unfallversi-
cherer in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren 
durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt vielmehr der versicherten Person, das Vorliegen 
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall 
mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 
E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteil 
des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). 
 
5.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die 
rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen 

 
 
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und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b). Das Gericht hat die 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – ohne Bindung 
an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv 
zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-
ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Exper-
ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 
2001 S. 113 E. 3a).  
 
5.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
6. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs-
grundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 

 
 
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7.1 Für die vorliegend umstrittene Frage der natürlichen Kausalität zwischen dem Unfall vom 
9. Juli 2010 und den im Zusammenhang mit dem Rückfall im Mai 2021 geltend gemachten Be-
schwerden sind im Wesentlichen folgende medizinischen Unterlagen von Relevanz und zu be-
rücksichtigen: 
 
7.2.1 Betreffend den erstmaligen Fallabschluss vom 9. April 2015 ist zunächst auf die neu-
ropsychologische Verlaufskontrolle hinzuweisen, welche am 24. Juni 2014 in der D.____ statt-
fand. Im Bericht vom 6. November 2014 wurde dazu zusammenfassend festgehalten, dass sich 
beim Versicherten ein schwankendes kognitives Leistungsvermögen mit reduzierten Leistungen 
im Lernen und Gedächtnis, in der Aufmerksamkeit/Konzentration, in den sprachlichen Leistungen 
und im Rechnen fände. Im Vordergrund stünden die schwankende und abnehmende Aufmerk-
samkeitsleistung in der Daueraufmerksamkeit und in der selektiven sowie geteilten Aufmerksam-
keit. Klinisch liessen sich ein verlangsamtes Arbeitstempo und eine reduzierte Belastbarkeit be-
obachten. In der kognitiven Steuerung seien die Resultate mehrheitlich im unteren bis teilweise 
durchschnittlichen Bereich. Im Vergleich mit den Befunden vom 14. Oktober 2011 (act. 159) lasse 
sich insgesamt ein Leistungsabfall feststellen. Leistungsverschlechterungen bestünden in den 
Aufmerksamkeitsfunktionen, im verbalen und visuell-figuralen Lernen und Gedächtnis von Ein-
zelinformationen, in den sprachlichen Leistungen, im Rechnen und in der kognitiven Steuerung. 
Lediglich in der figural-räumlichen Wahrnehmung und Verarbeitung seien die Leistungen stabil. 
In der kognitiven Steuerung (exekutive Funktionen) lägen Verschlechterungen im verbalen Abs-
traktionsvermögen, in der semantischen und in der figuralen Ideenproduktion vor. Leicht verbes-
sert hätten sich die phonomatische Ideenproduktion und das visuell-figurale Schlussfolgern. Im 
klinischen Eindruck würden sich im Vergleich zur Untersuchung vom 14. Oktober 2011 (act. 159, 
Bericht vom 22. November 2011) ein reduziertes und schwankendes kognitives Leistungsvermö-
gen, ein verlangsamtes Arbeitstempo und eine reduzierte Belastbarkeit zeigen. Zum damaligen 
Zeitpunkt habe der Versicherte über ein stabiles kognitives Leistungsvermögen verfügt und die 
Belastbarkeit sowie das Arbeitstempo seien unauffällig gewesen. Die aktuellen Befunde entsprä-
chen einer leichten Hirnfunktionsstörung, aufgrund welcher die Stresstoleranz reduziert und der 
Erholungsbedarf erhöht seien. Die bestehenden Erschöpfungssymptome seien im Zusammen-
hang mit der erlittenen Hirnverletzung zu interpretieren. Es entstehe der Eindruck, dass der Ver-
sicherte über ein reduziertes Regenerationsvermögen verfüge. Auch bei Berücksichtigung der 
aktuellen Belastbarkeitsgrenzen benötige er viel Zeit für die Regeneration resp. Erholung. Seine 
Angaben und das vorliegende neuropsychologische Leistungsprofil ergäben ein einheitliches 
Bild. Aus neuropsychologischer Sicht werde empfohlen, die aktuelle Präsenzzeit und Arbeitsfä-
higkeit von 40 % beizubehalten, bis sich die Erschöpfungssymptome vollständig zurückgebildet 
hätten.  
 
7.2.2 Am 4. Dezember 2014 fand sodann eine ambulante Jahreskontrolle in der D.____ statt. 
Die behandelnde Ärzteschaft nannte folgende Diagnosen (vgl. Bericht vom 5. Dezember 2014): 
(1) Velosturz mit mittelschwerem Schädelhirntrauma am 9. Juli 2010 mit Kalottenfraktur parieto-
temporal links ins Felsenbein ausstrahlend, subarachnoidale- und subdurale Blutungsanteile so-
wie Contre-coup-Kontusionsblutung temporo-polar rechts (2 x 3 cm) und Kontusionsblutung tem-
poral rechts (1 x 0,6 cm), kleinere Kontusion frontal rechts (Magnetresonanztomographie [MRT] 

 
 
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des Neurocraniums vom 13. September 2012 ohne und vom 1. November 2012 mit Kontrastmit-
tel: posttraumatische Substanzdefekte, Darstellung einer prominenten Vene im Traumagebiet, 
keine Luxusperfusion, Erweiterung des Temporalhorns gegenüber 2010, insgesamt kein Hinweis 
für frische Einblutungen oder neue Pathologien), initial leichte bis mittelschwere Hirnfunktionsstö-
rung, vor allem in den Teilbereichen Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit/Gedächtnis, Sprache/Rech-
nen, figur- und räumliche Wahrnehmung sowie Verarbeitung, kognitive Steuerung, aktuell leichte 
neuropsychologische Funktionsstörung (neuropsychologische Untersuchung vom 24. Juni 2014), 
depressive Krankheitsverarbeitungsstörung im Frühjahr/Sommer 2012, nach Medikation mit 
Venlafaxin bis Juli 2013 und Psychotherapie abgeklungen, erneut angedeutete passagère Über-
forderungssymptomatik im Herbst 2014, neuropsychologische und psychologische Therapie in 
der D.____; (2) Pollenallergie mit saisonal auftretendem Asthma bronchiale, aktuell beschwerde-
frei; (3) Status nach Knorpelschädigung des linken Knies und (4) Spannungskopfschmerzen im 
Zusammenhang mit Diagnose 1, auftretend bei Überforderung/Ermüdung. Der Beurteilung ist zu 
entnehmen, dass es im Herbst 2014 erneut bei Selbstüberforderung am Arbeitsplatz zu Sympto-
men wie Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen so-
wie erheblicher Ermüdungsneigung im Alltag gekommen sei. Durch eine frühzeitige Anpassung 
am Arbeitsplatz mit vorgegebenem Einhalten der 40%igen Präsenzzeit sowie die psychologische 
und neuropsychologische Therapie habe eine Exazerbation abgewandt und auf die Gabe von 
Antidepressiva verzichtet werden können. Inzwischen sei die Situation wieder kompensiert und 
bei der Arbeitsqualität mache der Versicherte weiterhin sukzessive Fortschritte. Gemäss Rück-
meldungen durch die Arbeitgeberin und Empfehlungen der behandelnden Psychologinnen sei 
aber auf absehbare Zeit eine Steigerung der 40%igen Präsenzzeit nicht sinnvoll. Die in der Ver-
gangenheit bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit habe sich retrospektive als falsch erwiesen.  
 
7.2.3 Die Suva legte das Dossier dem Kreisarzt Dr. med. I.____, FMH Neurologie, vor. 
Dr. I.____ hielt in seinem ausführlichen Bericht vom 6. März 2015 fest, dass der Versicherte am 
9. Juli 2010 einen Fahrradsturz erlitten und sich dabei eine traumatische Hirnverletzung zugezo-
gen habe. Weiter wies er auf die neurologische und die neuropsychologische Entwicklung seit 
dem Unfallereignis am 9. Juli 2010 hin. So sei die Erstrehabilitation in der D.____ vom 14. Juli 
2010 bis zum 26. Juli 2010 erfolgt. Die Kürze dieses Rehabilitationsaufenthalts sei unter anderem 
auch dem Drängen des Versicherten auf Entlassung zuzuschreiben gewesen, was für eine er-
hebliche Selbstüberschätzung angesichts der Schwere der Verletzungen spreche. Die neuropsy-
chologische Testung habe zunächst leicht bis mittelschwere Hirnfunktionsstörungen gezeigt. Ins-
besondere seien die Modalitäten Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und Gedächtnis, Sprache, Rech-
nen, Figurenwahrnehmung, aber auch die kognitive Steuerung allgemein betroffen gewesen. In 
Hinblick auf die Tatsache, dass der Versicherte im Unfallzeitpunkt nach einer sehr ambitionierten 
Ausbildung mit Berufsmatura und Studium vor seinem ersten Stellenantritt gestanden habe, seien 
früh Zweifel an seiner Fähigkeit aufgekommen, auf diesem Niveau künftig erfolgreich zu sein. Er 
sei als gefährdet angesehen worden, angesichts der vermutlich erst jetzt realisierten Leistungs-
defizite in eine Erschöpfung respektive Depression aus organisch psychischen Gründen zu ge-
raten. Den Akten sei zu entnehmen, dass er ab Ende September 2010 erhebliche Kopfschmerzen 
sowie eine zunehmend ausgeprägte Müdigkeit und Übelkeit entwickelt habe. Die bildgebenden 
Abklärungen in der MRT des Kopfs hätten jedoch keine offenkundige neue Situation, insbeson-
dere keine Komplikation wie zum Beispiel eine neue Blutung oder eine hydrozephale Entwicklung 

 
 
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gezeigt. In der ambulanten Verlaufskontrolle vom 21. Oktober 2010 habe die D.____ keine Ver-
schlechterung aus rein neurologischer Sicht festgestellt. Er habe über keine Übelkeit, keinen 
Schwindel, keine Doppelbilder oder keine Kopfschmerzen mehr geklagt. Der Versicherte habe zu 
diesem Zeitpunkt weiterhin eine neuropsychologische Trainingstherapie besucht. Die weiteren 
Verlaufskontrollen hätten in neuropsychologischer Hinsicht immer wieder schwankende Leis-
tungsfähigkeiten von neurokognitiver Seite gezeigt, was anlässlich der ambulanten Kontrolle in 
der D.____ am 7. November 2011 erneut deutlich geworden sei. Zu diesem Zeitpunkt sei der 
Versicherte bei der Firma J.____ zu 80 % im Rahmen eines Arbeitsversuchs angestellt gewesen. 
Anschliessend habe er eine 80%ige Anstellung bei der C.____ angenommen. Es sei jedoch im 
Jahre 2012 zu einem psychologischen Einbruch gekommen. Im ambulanten Verlaufsbericht der 
D.____ vom 20. November 2012 sei eine depressive Krankheitsverarbeitungsstörung im Frühjahr 
und Sommer 2012 bescheinigt worden, weswegen der Versicherte in psychiatrischer Behandlung 
mit Psychotherapie und Psychopharmakotherapie gewesen sei. Weiter fasste Dr. I.____ die Er-
gebnisse der vorstehend bereits zitierten Berichte der D.____ vom 6. November 2014 und 4. 
Dezember 2014 zusammen (vgl. oben E. 7.2.1 und 7.2.2). Als Fazit hielt er fest, dass die geklag-
ten und testmässig erhobenen neuropsychologischen Leistungsminderungen in verschiedensten 
Modalitäten eindeutig die Folge der bildgebend gesicherten traumatischen Hirnverletzung mit re-
sidualer Atrophie und gliotischem Umbau im Bereich des Temporallappens rechts sowie Anteile 
des frontalen basalen Cerebrums seien. Betreffend das Zumutbarkeitsprofil sei es sinnvoll, sich 
an die Beurteilung der behandelnden Ärzte der D.____ zu halten. Demnach sei eine berufliche 
Tätigkeit in den vorbeschriebenen beruflichen Feldern (Verwaltungsarbeit, kaufmännische Tätig-
keit, Lehrlingsbetreuung) vermutlich auch längerfristig in einem Ausmass von 40 % bis maximal 
60 % zu sehen. 
 
7.2.4 Die Suva ersuchte auch med. pract. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, um 
eine Einschätzung. Med. pract. K.____ hielt in seinem Bericht vom 10. März 2015 fest, dass er 
sich den Schlussfolgerungen von Dr. I.____ vom 6. März 2015 aus psychiatrischer Sicht voll und 
ganz anschliesse. Eine eigenständige depressive oder sonstige psychische Erkrankung lasse 
sich anhand der Krankengeschichte nicht nachvollziehen. Die psychischen Verhaltensauffällig-
keiten stünden sowohl in Bezug auf die zunächst unrealistische Selbstüberschätzung des Versi-
cherten als auch betreffend die depressive Reaktion auf die im weiteren Verlauf wahrgenommene 
Leistungsminderung (rasche Erschöpfbarkeit) im Kontext mit der Hirnverletzung, sodass die psy-
chischen Symptome voll und ganz im Rahmen der organischen Hirnverletzung zu interpretieren 
seien. Eine zusätzliche psychische Erkrankung im Sinne einer eigenständigen Störung nach ICD-
10 F01 – F09 sei nicht erkennbar. 
 
7.2.5 Gestützt auf diese kreisärztlichen Erkenntnisse sprach die Suva dem Versicherten mit 
Verfügung vom 9. April 2015 mit Wirkung ab 1. Mai 2015 eine Invalidenrente bei einer Beein-
trächtigung der Erwerbsfähigkeit von 60 % zu. Gleichzeitig wurde dem Versicherten eine Integri-
tätsentschädigung bei einer Einbusse in der Integrität von 50 % ausgerichtet. Nachdem der Be-
schwerdeführer sein Arbeitspensum bei der C.____ ab 1. April 2017 von 40 % auf 60 % erhöht 
hatte, richtete die Suva dem Versicherten ab diesem Datum eine 40%ige Invalidenrente aus.  
 

 
 
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7.3.1 Der Versicherte hatte sich bereits am 26. November 2012 bei der IV-Stelle des Kantons 
Solothurn zum Leistungsbezug angemeldet. Diese veranlasste eine Begutachtung im Spital 
L.____. Im Gutachten vom 4. April 2016 wurden ein Status nach höhergradigem Schädelhirn-
trauma am 9. Juli 2010 mit unauffälligem neuropsychologischem Leistungsprofil und multiple sub-
jektive Klagen unklarer Ursache genannt. Zusammenfassend wurde ausgeführt, dass neuropsy-
chologisch und neurologisch unauffällige Befunde bestünden. In der Zumutbarkeitsbeurteilung 
wurde aufgrund der unauffälligen neuropsychologischen und neurologischen Befunde keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit attestiert. Gestützt auf die Abklärungs-
ergebnisse lehnte die IV-Stelle Solothurn das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers mit Ver-
fügung vom 26. September 2016 ab (act. 401). 
 
7.3.2 Zum Gutachten des Spitals L.____ liess sich der Kreisarzt Dr. I.____ am 8. November 
2016 vernehmen (act. 411). Er betonte, dass beim Versicherten schon von Beginn weg die 
schwankenden Leistungen ein Problem gewesen seien. Jede Steigerung über ein Mass von etwa 
40 % oder 50 % hinaus habe zu einer Überforderungssituation geführt, welche mit einem psychi-
schen Einbruch quittiert worden sei und eine längere psychiatrische Behandlung erforderlich ge-
macht habe. Betreffend die Ergebnisse der neuropsychologischen Begutachtung des Spitals 
L.____ hielt Dr. I.____ fest, dass dabei die psychiatrisch relevante Fehlverarbeitung bei Leis-
tungsanforderungen nicht adäquat berücksichtigt worden sei. Der attestierten 100%ige Arbeits-
fähigkeit könne er sich nicht anschliessen. 
 
7.3.3 In seinem Bericht vom 14. Dezember 2016 bestätigte der Kreisarzt med. pract. K.____ 
seine Beurteilung vom 6. März 2015, wonach es beim Versicherten keine psychischen Auffällig-
keiten gäbe, die mit einer eigenständigen psychiatrischen Erkrankung in Verbindung zu bringen 
wären. Die zeitweise aufgetretenen depressiven Symptome seien demnach Ausdruck der trau-
matischen Hirnverletzung. Zuletzt habe der Versicherte im Jahr 2012 eine depressive Begleit-
symptomatik gehabt. Aktuell bestehe kein Handlungsbedarf zur Behandlung von (psychischen) 
Verhaltensauffälligkeiten. Psychiatrische Behandlungen kämen allenfalls infrage, falls der Versi-
cherte reaktiv zum Beispiel bei Überforderung mit psychischen Symptomen dekompensieren 
würde, was eine psychotherapeutische bzw. psychopharmakologische Intervention notwendig 
machen würde. Diese sei jedoch von der Situation und dem Auftreten etwaiger entsprechender 
Beschwerden abhängig und aktuell nicht voraussehbar. Ergänzend bemerkte med. pract. K.____, 
dass die Erhaltung der vorhandenen Leistungsfähigkeit beim Versicherten nicht in erster Linie 
von einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung abhänge, sondern von den 
psychosozialen Umständen wie Belastung am Arbeitsplatz und familiäre Stabilität. Diese seien 
aktuell für den Versicherten insofern günstig, als dass sie ihn nicht im Sinne von Stressfaktoren 
belasten würden.  
 
7.4.1 Am 22. Februar 2021 berichtete die D.____ über eine weitere Jahreskontrolle, die am 
18. Februar 2021 stattgefunden habe. Bei bekannten Diagnosen (vgl. oben E. 7.2.2) wurde aus-
geführt, dass sich der Beschwerdeführer in den letzten sechs Monaten introvertierter fühle und 
weniger Lust auf Gesellschaft habe. Zudem sei auch die Kommunikation mit seiner Umgebung 
zeitweise erschwert. Er kenne diese Episoden bereits seit dem Unfall; diese seien allerdings in 
letzter Zeit verstärkt vorhanden und würden sich alle drei bis vier Wochen für drei bis vier Tage 

 
 
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präsentieren. Der Versicherte sei angewiesen worden, sich bei Verstärkung der Symptomatik vor 
allem in Form von Antriebs- und Hoffnungslosigkeit, Leeregefühl sowie ev. Suizidalität sofort bei 
der Hausärztin zu melden. Ferner sei ihm empfohlen worden, Ruhepausen zu respektieren. Am 
27. Mai 2021 (act. 450) teilte die D.____ der Suva mit, dass die vom Beschwerdeführer im Rah-
men der Jahreskontrolle vom 18. Februar 2021 geschilderten psychischen Probleme am ehesten 
als Ausdruck einer affektiven Störung zu werten seien. Obwohl das Schädelhirntrauma bereits 
mehr als zehn Jahre zurückliege, stehe als Thema weiterhin bzw. wieder die Auseinandersetzung 
mit der aufgrund des Unfalls von 2010 reduzierten Leistungsfähigkeit im Vordergrund, weshalb 
eine weiterführende psychotherapeutische Unterstützung angebracht sei. Es werde daher um 
Kostenübernahme der Therapie ersucht. 
 
7.4.2 Nachdem die Suva das Kostenübernahmegesuch am 2. Juni 2021 abgelehnt hatte (act. 
452), reichte die D.____ am 10. Juni 2021 ein Wiedererwägungsgesuch ein. Die Suva unterbrei-
tete dasselbe ihrem Kreisarzt Dr. med. M.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie. Am 9. 
Juli 2021 hiess dieser nach nochmaliger Durchsicht des Dossiers die erneute psychotherapeuti-
sche Behandlung für (vorerst) ein Jahr gut (act. 454) und die Suva erbrachte die entsprechenden 
Leistungen.  
 
7.4.3 Am 21. September 2021 ersuchte der Vater des Beschwerdeführers die Suva um Kos-
tenübernahme für einen Aufenthalt seines Sohnes in der Privatklinik E.____. Dem Austrittsbericht 
vom 10. Februar 2022 ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer vom 12. Oktober 2021 
bis 25. November 2021 dort aufgehalten habe. Während des Aufenthalts unterzog er sich auch 
einer neuropsychologischen Untersuchung. Danach hätten eine rasche Ermüdbarkeit und eine 
reduzierte Belastbarkeit im Vordergrund gestanden. Es seien leichte kognitive Restdefizite nach 
dem Schädelhirntrauma des Jahres 2010 festgestellt worden, die mit der Voruntersuchung im 
D.____ von 2014 (vgl. vorstehend E. 7.2.1) vergleichbar seien. Leicht reduziert seien die Ab-
rufleistung (verbales und visuelles Gedächtnis) nach der Interferenz (erhöhte Störanfälligkeit/Ab-
lenkbarkeit), die Exekutivfunktionen (verbales Arbeitsgedächtnis, Interferenzunterdrückung) und 
das konfrontative Benennen. Die Aufmerksamkeitsfunktionen seien leicht schwankend und es 
bestünden Defizite in der geteilten Aufmerksamkeit. Überdurchschnittlich würden zwei Teilberei-
che der Exekutivfunktionen – das visuelle Arbeitsgedächtnis und die phonematische Flüssigkeit 
– ausfallen. Im klinischen Eindruck zeige sich ein hoch leistungsorientierter Versicherter, dem es 
möglich sei, die leicht reduzierten Funktionsbereiche kurzfristig zu kompensieren. Langfristig sei 
insbesondere aufgrund der schwankenden Aufmerksamkeitsfunktionen eine erhöhte Anzahl an 
Fehlleistungen möglich. Zu beachten sei, dass der Versicherte in der Vergangenheit im An-
schluss an eine hohe Leistungsmotivation und kognitive Verausgabung mit reaktiven Erschöp-
fungsdepressionen reagiert habe. Es werde daher die langfristige psychotherapeutische Beglei-
tung inklusive Pausenmanagement und Akzeptanz der neuen Lebenssituation empfohlen.  
 
7.4.4 Am 15. Februar 2022 teilte der Kreisarzt Dr. H.____ mit, dass der Aufenthalt des Versi-
cherten in der Privatklinik E.____ überwiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Unfall 
vom 9. Juli 2010 stehe. Am 5. April 2022 bestätigte Dr. H.____ diese Aussage und hielt weiter 
fest, dass die geltend gemachte psychische Störung mindestens überwiegend wahrscheinlich auf 
den Unfall vom 9. Juli 2010 zurückzuführen sei. 

 
 
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7.4.5 Am 27. April 2022 fand eine ganztägige neuropsychologische Untersuchung durch 
Dr. F.____ statt. Sie nahm eine umfassende Anamnese vor und wies in ihrem Bericht vom 18. Juli 
2022 auf die bereits durchgeführten neuropsychologischen Untersuchungen und deren Ergeb-
nisse hin. Sie führte aus, dass der Versicherte nach seinem Aufenthalt in der Privatklinik E.____ 
seine angestammte Arbeit bei der C.____ in einem 30%igen Pensum wiederaufgenommen habe. 
Da er jedoch die gleiche Anzahl an Projekten bearbeitet habe wie im Rahmen des 60%igen Pen-
sums, hätten sich die Erschöpfung und Erschöpfbarkeit, die subjektiven kognitiven Beschwerden 
sowie verschiedene körperliche/vegetative Beschwerden nicht gebessert. Mitte April habe der 
Versicherte gegenüber der behandelnden Fachpsychologin und Neuropsychologin N.____ be-
richtet, dass er mit dem 30%igen Arbeitspensum und der Betreuung seiner Tochter ständig am 
Limit sei.  
 
Dr. F.____ wies sodann darauf hin, dass bei der aktuellen testpsychologischen Untersuchung am 
27. April 2022 die intrinsische Aufmerksamkeitsaktivierung auf Testebene und bei unauffälliger 
Performanzvalidierung schon zu Beginn mit leicht unterdurchschnittlichen Reaktionszeiten eine 
Standardabweichung unter jener von früheren Untersuchungen gezeigt habe. Sie habe sich auch 
durch extrinsische Stimulation (Warnreiz) nicht wesentlich steigern lassen. Nach 8,5-stündiger 
kognitiver Belastung und damit der Dauer eines Arbeitstages sei die tonische Aufmerksamkeits-
aktivierung um ca. eine weitere Standardabweichung auf ein mittelgradig vermindertes Niveau 
gesunken. Anforderungen an die selektive visuelle Daueraufmerksamkeit hätten nach der ganz-
tägigen Belastungsphase ebenfalls nur unter stetig abnehmendem, insgesamt deutlich reduzier-
tem Tempo mit zwar schwankender, aber gesamthaft ausreichender Sorgfalt bearbeitet werden 
können. In Abhängigkeit von der Komplexität der Anforderungen sei das Bearbeitungstempo bei 
Verfahren zur selektiv-fokussierten Aufmerksamkeit jedoch bereits im Laufe des Vormittags von 
durchschnittlich (einfache Durchstreichaufgaben) über knapp ausreichend (rascher Musterver-
gleich, beständiger Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus) leicht bis mittelgradig vermindert gewe-
sen. Bei einfachen Durchstreichaufgaben oder Go/NoGo-Paradigmen habe somit eine den frühe-
ren Untersuchungen vergleichbare Leistung vorgelegen. Die aktuell angewandten komplexen 
Verfahren seien zuvor nicht zum Einsatz gekommen. Bei der Prüfung der geteilten Aufmerksam-
keit habe sich der Versicherte auf den visuellen Kanal konzentriert, so dass die Reaktionen auf 
akustische Stimuli leicht verlangsamt erfolgt seien. Die verbale Merkspanne habe sich wie bei 
allen vorherigen Untersuchungen als durchschnittlich, die visuelle-räumliche Merkspanne erst-
mals als überdurchschnittlich erwiesen. Die verbalen Lernleistungen von Einzelinformationen hät-
ten sich leicht überdurchschnittlich und damit signifikant besser als bei vorherigen Untersuchun-
gen präsentiert. Auch die Abrufleistungen nach Distraktor und zeitlicher Verzögerung habe sich 
in der Tendenz gebessert, das Wiedererkennen sei wie zuvor vollständig gelungen.  
 
Auf Exekutivfunktions-Testebene seien die Leistungen bei Prüfung des verbalen Arbeitsgedächt-
nisses über dem zuvor in der Privatklinik E.____ dokumentierten Niveau gewesen und hätten 
hinsichtlich der inversen Reproduktion von Ziffernsequenzen wieder die Leistungshöhe von 2016 
aufgewiesen. Unter erhöhten Anforderungen in Form interferierender Aufgaben habe sich jedoch 
eine insgesamt leichte Einschränkung des verbalen Arbeitsgedächtnisses gezeigt, die nach län-

 
 
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gerer Interferenz sogar ein mittelgradiges Ausmass angenommen habe. Die Flexibilitätsleistun-
gen und Interferenzkontrolle in den dem Versicherten bekannten (und damit geübten) Verfahren 
seien altersgerecht gewesen. In einem dem Versicherten unbekannten Test zur visuell-motorisch 
Interferenzkontrolle bzw. Suppressionsfähigkeit hätten sich qualitativ und quantitativ leichte bis 
mittelgradige Einschränkungen gezeigt. Unauffällig seien das Planungs-und Organisationsver-
mögen selbst in einem komplexen Verfahren, das nonverbale schlussfolgernde Denken, das kog-
nitive Schätzen und das verbale Abstraktionsvermögen gewesen. Das Verständnis von allgemei-
nen Prinzipien und sozialen Situationen habe sich ebenso wie die Fähigkeit zur Perspektiven-
übernahme als Aspekte der sozialen Kognition ebenfalls als durchschnittlich ausgeprägt mani-
festiert. Die Fähigkeit zur Analyse und Integration abstrakter visueller Reize und mentale Raum-
operationen seien normgerecht gewesen. Auf dem Gebiet schulischer und sprachlicher Fertig-
keiten hätten überdurchschnittliche Leistungen beim Kopfrechnen, aber nur grenzwertige Leis-
tungen in der Rechtschreibung, passend zu den vom Versicherten eingeräumten früheren 
Schwierigkeiten imponiert. Mittelgradig bis stark vermindert habe sich die Leistung beim lauten 
Vorlesen präsentiert und zwar sowohl hinsichtlich der Geschwindigkeit als auch der Qualität. Das 
Benennen von unbelebten und belebten Objekten sei ausreichend gelungen. Unauffällig sei auch 
die feinmotorische Geschwindigkeit beim Fingertapping gewesen.  
 
Im Persönlichkeitstest habe die Beschwerdevalidierung eine Überbetonung kognitiver Defizite 
und – weniger ausgeprägt – somatischer Defizite offenbart, was im Kontext der Werte auf den 
übrigen Validitätsskalen als Ausdruck der deutlichen emotionalen Belastung des Versicherten zu 
interpretieren sei. Diese sei durch eine chronische allgemeine Besorgnis, Beunruhigung und 
Angst gekennzeichnet. Gemäss seinen Antworten im MMPI-2 neige er dazu, viel über sich, seine 
Probleme und sein physisches Wohlbefinden zu grübeln. Das Testprofil des MMPI-2 weise auf 
somatoforme Reaktionsweisen, aber auch auf Symptome von Angst und Depression hin, die nä-
herer differentialdiagnostischer Abklärung bedürften. Dabei seien angesichts des erlittenen Ver-
letzungsmusters neben prätraumatischen Reaktionsmustern, auch psychoreaktive Störungen auf 
den Unfall und seine Folgen auf eine organisch bedingte affektive Störung zu erwägen.  
 
Die Integration der bisherigen neuropsychologischen Untersuchungen, die Schwankungen von 
Funktionsfähigkeit und Arbeitspensum sowie der Verlauf der Beschwerden würden zeigen, dass 
sich beim Versicherten knapp einen Monat nach dem Schädelhirntrauma testpsychologisch De-
fizite in multiplen kognitiven Domänen offenbart hätten. Er sei in der Folge, wie von fachneuropsy-
chologischer Seite befürchtet, bei der schrittweisen Integration in ein Traineeprogramm geschei-
tert, da weder die kognitive Leistungsfähigkeit noch die Belastbarkeit in ausreichendem Mass 
gegeben gewesen seien. Aufgrund eines unzureichenden Störungsbewusstseins habe er dies 
jedoch nicht zu realisieren vermocht. Objektiv seien die Schwierigkeiten offenbar so prominent 
gewesen, dass sie auch dem Arbeitgeber aufgefallen und zur Auflösung des Vertrags geführt 
hätten. Eine schrittweise Eingliederung in ein einfacheres Tätigkeitsfeld sei im Rahmen eines 
therapeutischen Arbeitsversuchs bzw. einer beruflichen Massnahme ab Januar 2011 gelungen. 
Wie im Rahmen der zweiten neuropsychologischen Untersuchung im Jahr 2011 antizipiert, sei 
aber für den Einsatz in einem anspruchsvollen und komplexen – dem akademischen Ausbil-
dungsniveau des Versicherten entsprechenden – beruflichen Umfeld nie eine volle Belastbarkeit 

 
 
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erreicht worden. Im Rahmen einer entsprechenden Anstellung bei der C.____ habe sich bei ei-
nem 80%igen Pensum (im Jahr 2012) eine Erschöpfungsdepression entwickelt, so dass das Pen-
sum auf 40 % habe reduziert werden müssen. Erst nach einigen Jahren und aufgrund in langjäh-
riger neuropsychologischer Behandlung erzielter Einstellungs- und Verhaltensänderungen habe 
der Versicherte nach weiteren leichteren Erschöpfungsphasen dann zwischen 2018 (recte: 2017) 
und 2020 sein Pensum bei weiterhin erwartungsgerechter Arbeitsqualität von 40 % auf 60 % 
steigern können. Als Voraussetzungen für diesen Erfolg habe es offenbar der regelmässigen 
Durchführung stressregulierender und gesundheitsfördernder Massnahmen wie Sport und Medi-
tation sowie einer Reduktion der Freizeitaktivitäten bedurft. Zudem habe er vorübergehend keine 
partnerschaftlichen und familiären Verpflichtungen mehr gehabt. Durchgehend habe sich gezeigt, 
dass es beim Versicherten ab einer bestimmten Arbeitsbelastung und einem bestimmten Arbeits-
pensum zu körperlichen und vegetativen (Stress-) Beschwerden und Symptomen komme. Schon 
bei Wiederaufnahme der partnerschaftlichen Beziehung habe er intermittierend zunehmende kör-
perliche Beschwerden bemerkt. Im Ausblick auf die bevorstehende Geburt der gemeinsamen 
Tochter und insbesondere danach habe der bis zu diesem Zeitpunkt relativ stabile Zustand de-
kompensiert und sei in eine weitere Erschöpfungsdepression gekippt. Die veränderten Lebens-
umstände mit zusätzlicher Verantwortung, der Zeitaufwand für die Versorgung des Säuglings und 
der damit einhergehende Schlafmangel dürften entscheidend dazu beigetragen haben. In den 
jeweils nur 2 – 3 Stunden dauernden neuropsychologischen Verlaufskontrollen in den Jahren 
2014 (vgl. oben E. 7.2.1) und 2016 (vgl. oben E. 7.3.1) habe der Versicherte auf Testebene nur 
noch eine reduzierte Daueraufmerksamkeit sowie darüber gelagerte leichte, wahrscheinlich auf-
merksamkeitsassoziierte Schwankungen in weiteren Leistungsbereichen gezeigt. Nach der letz-
ten Erschöpfungsdepression im Sommer/Herbst 2021 sei er am Ende seines Aufenthalts in der 
Privatklinik E.____ erneut neuropsychologisch untersucht worden. Hierbei hätten sich im Ver-
gleich zu früheren Untersuchungen eine tendenziell schlechtere, aber noch genügende Behal-
tensleistung für Textinformationen und leichte Minderleistungen beim Konfrontationsbenennen 
gezeigt. Diese Ergebnisse seien als Versagen der Kompensationsmechanismen im Zuge der de-
pressiven Störung zu interpretieren. Aktuell seien die Einschränkungen der verbalen Merkspanne 
und die Störanfälligkeit beim verbalen Lernen sowie im Stroop-Test nicht mehr nachweisbar. In 
komplexeren und zudem am Nachmittag eingesetzten Verfahren habe sich eine deutlich erhöhte 
verbale (mit Auswirkungen auf das Arbeitsgedächtnis) und visuell-motorisch Interferenzanfällig-
keit manifestiert. Bei weiterhin knappen Benennungsleistungen sei die Leseleistung im Vergleich 
zu jungen Akademikern und Akademikerinnen selbst am Vormittag qualitativ und quantitativ de-
fizitär gewesen und hätte am ehesten eine unfallbedingte Dekompensation einer entwicklungs-
bedingten (Lese-?) und Rechtschreibschwäche reflektiert. Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit sei 
die von Beginn an leicht verminderte intrinsische Aktivierung besonders bedeutsam, die sich auch 
durch extrinsische Stimulation nicht wesentlich habe steigern lassen und zudem im Tagesverlauf 
um eine Standardabweichung auf ein mittelgradig vermindertes Niveau abgenommen habe. Da-
mit könne die vom Versicherten und seiner Partnerin geltend gemachte verminderte mentale Be-
lastbarkeit psychometrisch als belegt gelten. Ein Teil der Verlangsamung gerade in komplexeren 
Verfahren sei dem erfolgreichen Bemühen um eine ausreichende Leistungsgüte geschuldet. 
Auch im Alltag zeige sich die Arbeitgeberin mit dem Arbeitsergebnis wohl zufrieden. Ein weiterer 
Teil der verminderten intrinsischen Aktivierung reflektiere vermutlich eine Interaktion aus anhal-
tender hoher Alltags- und emotionaler Belastung auf der einen Seite (von welcher der Versicherte 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zum Zeitpunkt der Untersuchung in der Privatklinik E.____ entlastet gewesen sei) und einer selbst 
unter optimalen Bedingungen bzw. vergleichsweise geringen Anforderungen nur knapp kompen-
sierten unfallbedingten Minderung der intrinsischen Aufmerksamkeitsaktivierung auf der anderen 
Seite. Aktuell fände sich der Versicherte mit partieller Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit und 
der Vaterrolle an der Grenze seiner Belastbarkeit. Die Stresstoleranz des Versicherten sei jedoch 
wie die Befunde der Leistungs-und Persönlichkeitstests, die eigen- und fremdanamnestischen 
Angaben und der langjährige Verlauf zeigen würden, nicht nur aktuell, sondern situationsüber-
greifend, eindeutig erheblich gemindert. Nur mit begrenzter beruflicher und familiärer Belastung, 
regelmässigem Ausgleich (z. B. in Form von Sport, Meditation, körpertherapeutischen Interven-
tionen), ausreichenden Ruhephasen und genügendem Mass an Schlaf könne er ein fragiles 
Gleichgewicht aufrechterhalten. Ein Überschreiten seiner Grenzen münde offenkundig regelhaft 
in zunehmende somatische, psychoreaktive Beschwerden und schliesslich in ängstlich-depressi-
ven Störungen. Die Persönlichkeitsstruktur des Versicherten mit durchgehend hoher Leistungs-
bereitschaft und Toleranz bzw. Verdrängung eines hohen Masses an Beschwerden stelle für die 
berufliche Wiedereingliederung zum einen eine Ressource dar, führe ihn aber gleichzeitig auch 
immer wieder in Überforderungssituationen, wobei er seinen kognitiven und psychischen Belas-
tungsgrenzen bei den beruflichen Zielsetzungen nicht genügend Rechnung trage. Selbst gesund-
heitliche Rückschläge würden nicht zu einer anhaltenden Anpassung seiner Ziele führen. So 
habe er selbst in der jetzigen Krisensituation die aktuelle neuropsychologische Abklärung unter 
anderem deshalb initiiert, um herauszufinden, ob er nicht über die Ressourcen verfüge, um wie-
der 60 %, möglicherweise auch mehr arbeiten zu können. Ebenfalls zeige er innerhalb seines 
aktuell reduzierten Arbeitspensums einen hohen Anspruch an die von ihm zu bewältigende Ar-
beitsmenge. Es sei daher zu vermuten, dass die in der postakuten Phase diagnostizierte Störung 
der Krankheitseinsicht noch immer in abgeschwächter Form vorhanden sei. Zumindest sei das 
Selbst-monitoring in Bezug auf die Wahrnehmung somatischer Marker einer beginnenden Er-
schöpfung eingeschränkt. Rechtzeitiges Gegensteuern sei dem Versicherten somit nur bedingt 
möglich. Diese neuropsychologischen Einschränkungen inklusive die affektiven Veränderungen/ 
Reaktionsweisen und die verminderte Belastbarkeit seien sowohl angesichts der Schwere der 
Gesamtverletzung wie auch mit Blick auf die gemäss Bildgebung schwerpunktmässig rechtshe-
misphärischen Residuen problemlos als Folge des Schädelhirntraumas mit ausgedehntem Sub-
stanzdefekt einzuordnen. Rechtshemisphärische Verletzungen würden häufig mit einer vermin-
derten Aufmerksamkeitsaktivierung, aber auch affektiven Veränderungen einhergehen. Das Aus-
mass der testpsychologischen Leistungsminderungen entspreche formal einer leicht bis mittel-
schweren Hirnfunktionsstörung. Unter Einbezug der stark verminderten Belastbarkeit und 
Stresstoleranz, der limitierten Fähigkeit, Belastungsgrenzen wahrzunehmen, sowie möglicher or-
ganischer Anteile der affektiven Störung sei von einer mittelschweren Hirnfunktionsstörung aus-
zugehen. Dabei würde die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit des Ver-
sicherten bei der C.____ oder einer vergleichbar anspruchsvollen Beschäftigung langfristig auf 
mindestens 50 % eingeschätzt, wenn neben der Vaterrolle noch ein Mindestmass an Freizeitak-
tivitäten aufrechterhalten werden solle. In der jetzigen subakuten Phase nach der Erschöpfungs-
depression sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % auszugehen. Die angestammte Tätigkeit 
sei aus neuropsychologischer Sicht grundsätzlich mit den Interessen und Fertigkeiten des Versi-
cherten zu vereinbaren. Auch die Tatsache, dass er mit vielen Abläufen vertraut sei, qualitativ 
und quantitativ die Erwartungen seiner Vorgesetzten erfülle, seine Arbeit selbstbestimmt einteilen 

 
 
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könne und von der Arbeitgeberin und den Mitarbeitenden geschätzt werde, spreche für das Ziel 
des Erhalts dieser Arbeitsstelle. Der Versicherte strebe 2023 einen Wechsel des Wohn- und Ar-
beitsorts an. Eine neue Tätigkeit sollte keinesfalls höhere Anforderungen als die jetzige stellen. 
Auch seien situative Rahmenbedingungen (Einzelbüro vs. Gruppenbüro, Lärmemission, Arbeits-
weg, Möglichkeit von Homeoffice, Zeitdruck, Möglichkeit des individuellen Pausenmanagements 
und der Befindlichkeit angepasster Arbeitsinhalte bzw.-abläufe etc.) bei der Stellensuche bzw. 
Bemessung des möglichen Pensums zu berücksichtigen. 
 
Die wiederaufgenommene neuropsychologische Behandlung sei in der aktuellen Situation daher 
sinnvoll und dringend notwendig. Eine (vorübergehende) Reduktion der Anzahl der Projekte bei 
der Arbeit oder eine Umorganisation von Arbeitsabläufen könne helfen, die Anzahl der kognitiv 
besonders fordernden Situation (Multitasking Situationen, Situationen mit viel Ablenkung, dau-
ernder Wechsel zwischen Aufgaben) zu reduzieren. Mittelfristig könne eine langsame Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit unter Führung der behandelnden Neuropsychologin N.____ versucht werden, 
wobei offen sei, ob ein Pensum von 60 % wieder zu erreichen sei. Die zusätzliche Aufnahme 
psychotherapeutischer Interventionen, idealerweise auch durch N.____, erscheine elementar, 
um die emotionale Bewertung von Beschwerden, Ereignissen und (nicht zu erreichenden) Zielen 
zu modifizieren und auch um eine gesundheitliche Verschlechterung zu vermeiden. 
 
7.4.6 Die D.____ berichtete am 22. Juli 2022 von einer weiteren Untersuchung am 16. Juli 
2022. Zusammengefasst wurde dem Beschwerdeführer bei stabilem Verlauf eine Arbeitsunfähig-
keit von 70 % attestiert. Die Arbeitsfähigkeit könnte in Rücksprache mit der internen Abteilung für 
Neuropsychologie gegebenenfalls erhöht werden.  
 
7.4.7 Die Beschwerdegegnerin ersuchte in der Folge ihren versicherungsmedizinischen 
Dienst um eine neurologische Beurteilung hinsichtlich des Unfallgeschehens vom 9. Juli 2010 mit 
traumatischer Hirnverletzung und der Überprüfung eines Rückfalls. Dr. G.____ hielt am 12. Au-
gust 2022 fest, dass mit Blick auf die neurologische Letztbeurteilung von Dr. I.____ eine Erwerbs-
fähigkeit von 40 % nach einer traumatischen Hirnverletzung vom 9. Juli 2010 attestiert worden 
sei. Der Versicherte habe eine Tätigkeit mit 40 % als Gemeindeangestellter aufgenommen, nach-
dem es bei einer Steigerung des Arbeitspensums zu Überforderungssituationen gekommen sei 
mit psychischen Einbrüchen und der Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung. Unter Be-
rücksichtigung der zur Verfügung stehenden mehrjährigen Dokumentation mit Jahreskontrolle in 
der D.____ lasse sich ersehen, dass zunächst am 6. Februar 2017 ein Pensum von 40 % bei der 
C.____ bestanden habe. Ab 26. Februar 2018 (recte: 1. April 2017) sei das Arbeitspensum auf 
60 % gesteigert worden. Dieses sei auch im Rahmen der D.____-Jahreskontrolle im Februar 
2019 bestätigt worden. Am 11. Februar 2020 sei über Schwierigkeiten bei der Arbeitstätigkeit 
berichtet worden. Im privaten Bereich sei jedoch eine Mental Coach Ausbildung absolviert wor-
den. Es habe der Verdacht eines Überschreitens der Leistungsgrenzen bestanden und es sei 
eine neuropsychologische Therapie empfohlen worden, um Kompensationsmechanismen zu kor-
rigieren. Neurologisch-versicherungsmedizinisch sei ersichtlich, dass über einen längeren Zeit-
raum ein Arbeitspensum von 60 % bei der C.____ gut kompensiert worden sei und so lange zu 
keiner Überforderungssymptomatik geführt habe, wie im privaten Bereich keine Überschreitung 

 
 
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der Leistungsgrenzen wie z.B. durch komplementäre Therapien (Meditation, Akupunktur, Licht-
therapie etc.), Ausbildung (Mental Coach) oder durch die familiäre Situation (Trennung, Versor-
gung Neugeborener) bestanden habe. Entsprechend sei "weder durch die vorliegende neuropsy-
chologische Untersuchung durch Dr. F.____ (Bericht vom 18 Juli 2022) oder durch die im Original 
vorliegende Bilddiagnostik organisch erklärbar, dass klinisch eine Verschlechterung mit einem 
Rückfall nachweisbar" sei. Entsprechend seien in der neuropsychologischen Untersuchung nach-
vollziehbar testpsychologisch keine Leistungsminderungen festgestellt worden. Diese habe for-
mal einer leicht bis mittelschweren Hirnfunktionsstörung entsprochen und die Arbeitsfähigkeit sei 
langfristig auf mindestens 50 % geschätzt worden. Aus neuropsychologischer Sicht seien die 
Einschränkung mit affektiven Veränderungen und der verminderten Belastbarkeit auf das Schä-
delhirntrauma mit einem ausgedehnten Substanzdefekt zurückgeführt worden. Insgesamt be-
stünden somit neurologisch sowohl bilddiagnostisch als auch neuropsychologisch unveränderte 
Befunde und die reduzierte Arbeitsfähigkeit sei organisch nicht erklärbar.  
 
7.4.8 In den Akten befindet sich auch eine Stellungnahme des Kreisarztes Dr. H.____. Am 
23. August 2022 verneinte er das Vorliegen einer Verschlechterung des Gesundheitszustands 
seit dem 14. Dezember 2016 (Bericht von med. pract. K.____, act. 407, vgl. oben E. 7.3.3). Die 
attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % könne – gleich wie im Bericht von Dr. G.____ vom 12. August 
2022 – aus psychiatrischer Sicht bestätigt werden. Auch die Frage, ob von der vorgeschlagenen 
Behandlung mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Besserung der psychischen 
Unfallfolgen erwartet werden könne, verneinte Dr. H.____. Da aus rein psychiatrischer Perspek-
tive überwiegend wahrscheinlich keine unfallbedingte Verschlimmerung zu attestieren sei, wür-
den weitere Ausführungen zu Behandlungen entfallen. Zur Prophylaxe einer zukünftigen Ver-
schlechterung des neuropsychiatrischen Gesundheitszustands sei im Hinblick auf die psychi-
schen Mitreaktionen bei Status nach Schädelhirntrauma eine supportive psychotherapeutische 
Behandlung nach Massgabe der bisher involvierten Behandlungsstellen sicher empfehlenswert. 
 
7.4.9 Im Rahmen des Einspracheverfahrens wies die Fachpsychologin und Neuropsychologin 
N.____ am 3. März 2023 darauf hin, dass als direkte Folge des Schädelhirntraumas ein organi-
sches Psychosyndrom resultiere. Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht von 
Dr.  F.____ vom 18. Juli 2022 seien die Hirnverletzungsfolgen nochmals vertieft psychometrisch 
erfasst und in der Beurteilung sehr differenziert beschrieben worden. Es bestünden leichte bis 
mittelschwere kognitive Einschränkungen sowie eine stark verminderte Belastbarkeit und 
Stresstoleranz. Bei Überschreitung der Belastungsgrenzen komme es zu körperlichen und vege-
tativen Stress- und schliesslich zu ängstlich-depressiven Symptomen. Dazu kämen als weitere 
primäre Hirnverletzungsfolgen ein vermindertes Störungsbewusstsein und affektive Veränderun-
gen, welche die Anpassung und die Krankheitsverarbeitung erschweren würden. Entsprechend 
würden Verhaltensanpassungen jeweils erst spät erfolgen. Andererseits sei es dem Beschwer-
deführer trotz wiederholter Erfahrungen bisher nur minimal möglich gewesen, die veränderte 
Leistungsfähigkeit in sein Selbstbild zu integrieren und dieses dadurch weiterzuentwickeln sowie 
entsprechend seine Lebensziele zu verändern. Er treibe sich deshalb immer wieder selber an, 
seine Leistungsgrenzen auszuweiten und suche nach Möglichkeiten, seine Hirnverletzungsfolgen 
zu überwinden. Aufgrund seiner hohen Leistungsorientierung sei er bisher in einem ausseror-

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dentlichen Ausmass bereit, auf Beziehungsleben und lustvolle, interessengeleitete Freizeitaktivi-
täten zu verzichten, um ein möglichst hohes Arbeitspensum zu erreichen. Dadurch habe er das 
ärztlich empfohlene Pensum von 40 % auf 60 % steigern können. Es handle sich aber immer um 
ein fragiles Gleichgewicht. Bei Zunahme der beruflichen oder familiären Belastungen oder Ab-
nahme der Erholung und ausgleichenden Aktivitäten sei es immer wieder zu den beschriebenen 
Erschöpfungssymptomen gekommen. Die Familiengründung im Jahr 2021 habe ein kritisches 
Lebensereignis dargestellt, welches das Gleichgewicht des Versicherten stark aus dem Lot ge-
bracht und zur Entwicklung einer mittelschweren depressiven Episode geführt habe (höhere An-
forderungen, weniger Schlaf und Ruhemöglichkeiten, weniger Zeit für stressregulierende Mass-
nahmen). Diese Zustandsverschlechterung stehe in direktem Zusammenhang mit den Folgen 
des erlittenen Schädelhirntraumas. Der Versicherte werde zeitlebens gefordert sein, seine Leis-
tungseinschränkungen und seine reduzierte Belastbarkeit mit seinen Leistungsansprüchen und 
den Anforderungen des Lebens in Einklang zu bringen. Er habe sich in der aktuellen Behand-
lungsphase auf eine antidepressive medikamentöse Therapie einlassen können. Er sei kontinu-
ierlich dabei, sein Energiemanagement an seine neue Lebenssituation anzupassen, und er sei 
sehr bemüht um eine Auseinandersetzung mit seiner Leistungsorientierung. Am 1. Februar 2023 
habe er sein Arbeitspensum von 30 % auf 40 % erhöhen können (bezogen auf 100 %). Prognos-
tisch gehe sie davon aus, dass das Arbeitspensum in der aktuellen Tätigkeit und der aktuellen 
Lebenssituation maximal auf 50 % (bezogen auf 100 %) gesteigert werden könne. 
 
7.4.10 Schliesslich ist auf den Bericht des RAD vom 20. Juni 2023 hinzuweisen. 
Dr. med. O.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt im Rahmen der Rentenprüfung zusammen-
fassend fest, dass die Arbeitsfähigkeit und die Arbeitsleistung beim Beschwerdeführer aus-
schliesslich durch Unfallfolgen tangiert und reduziert seien. Wesentliche unfallfremde Aspekte 
lägen nicht vor. Weiter wies er darauf hin, dass der Versicherte in einem 60%igen Pensum in 
einer geeigneten Tätigkeit auf der Gemeinde gearbeitet habe. Hierbei sei er jedoch wiederholt 
und zunehmend überfordert gewesen, was in direktem Zusammenhang mit der deutlich vermin-
derten Belastbarkeit nach Schädelhirntrauma mit neuropsychologischen Folgen zu sehen sei. 
Sowohl die D.____ als auf die neuropsychologische Gutachterin Dr. F.____ würden langfristig 
eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % als realistisch ansehen, wobei sich diese Arbeitsfähig-
keit auf das Pensum von 60 % beziehe. Insgesamt liege bezogen auf ein 100 % Pensum eine 
70%ige Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt vor bzw. bei einem 60%igen Pensum sei eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu attestieren. Ein höheres Erwerbspensum sei bei diesem Versi-
cherten langfristig nicht realistisch. Der Verlauf zeige, dass die Selbsteinschätzung des Versi-
cherten gut übereinstimme mit der fachärztlichen und neuropsychologischen Einschätzung.  
 
8.1.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachver-
halts in ihrem Einspracheentscheid vom 11. Mai 2023 auf die Beurteilung ihrer Kreisärzte 
Dr. G.____ und Dr. H.____ vom 12. und 23. August 2022 (vgl. oben E. 7.4.7 und 7.4.8). Demzu-
folge ging sie davon aus, dass die im Mai 2021 bzw. September 2021 als Rückfall gemeldeten 
Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 9. Juli 2010 zurückzufüh-
ren seien. Diesem Ergebnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung kann nicht gefolgt werden. 
Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), kommt dem Bericht eines beratenden Arztes oder einer 
beratenden Ärztin rechtsprechungsgemäss nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren 

 
 
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nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichts-
gutachten. Ein solcher Bericht ist daher nur insoweit zu berücksichtigen, als keine – auch nur 
geringe – Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (BGE 145 V 97 E. 8.5 
mit Hinweis). Solche Zweifel sind vorliegend nicht von der Hand zu weisen. Die Einschätzungen 
von Dr. G.____ und Dr. H.____ sind weder für die streitigen Belange umfassend noch überzeu-
gen sie in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizini-
schen Situation. Es fällt insbesondere auf, dass sich beide Kreisärzte entgegen der Auffassung 
der Beschwerdegegnerin nicht rechtsgenügend mit der komplexen neuropsychologischen Prob-
lematik und den entsprechenden Berichten auseinandergesetzt haben. Nur so lässt sich erklären, 
dass Dr. F.____ eine Verschlechterung des Gesundheitszustands unter Hinweis auf die neu-
ropsychologische Untersuchung durch Dr. F.____ (vgl. oben E. 7.4.6) und die Bilddiagnostik ver-
neinte. Diese Einschätzung berücksichtigt jedoch das Kernthema der vorliegenden Rückfallmel-
dung nicht. Diese wurde nicht wegen einer Veränderung des seit Jahren gleichgebliebenen (hirn-
)organischen Zustands des Versicherten eingereicht, sondern wegen einer erneuten neuropsy-
chologischen Zustandsverschlechterung nach Schädelhirntrauma. Dr. F.____ beschränkte sich 
in seiner versicherungsmedizinischen Argumentation jedoch auf eine Beurteilung in organischer 
Hinsicht, was nicht ausreichend ist. Diese Auffassung vertrat auch der Kreisarzt Dr. I.____ in 
seinen Beurteilungen vom 6. März 2015 und 8. November 2016. Er machte deutlich, dass die 
organischen und neuropsychologischen Aspekte nicht isoliert betrachtet werden könnten und die 
geklagten sowie testmässig erhobenen neuropsychologischen Leistungsminderungen in ver-
schiedensten Modalitäten eindeutig die Folge der bildgebend gesicherten traumatischen Hirnver-
letzung seien. Weiter hielt er fest, dass diese Befunde die Leistungsfähigkeit des Beschwerde-
führers beeinflussen würden und attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 40 % bis maximal 60 %. Dr. 
G.____ verzichtete in der von der Beschwerdegegnerin als beweiskräftig bezeichneten Stellung-
nahme vom 12. August 2022 auf eine kritische Auseinandersetzung mit den nachvollziehbaren 
Ausführungen von Dr. I.____ und dessen einleuchtender Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Er 
stellte sich zudem gestützt auf die Beurteilung von Dr. F.____ auf den Standpunkt, dass dem 
Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % zu attestieren sei. Dabei verkannte 
er, dass die Neuropsychologin in ihrem Gutachten vom 18. Juli 2022 davon ausging, dass dem 
Versicherte eine Tätigkeit im Umfang von höchstens 50 % zumutbar sei; eine Arbeitsfähigkeit von 
über 50 % anerkannte sie somit gerade nicht. Als aktenwidrig erweist sich auch der Hinweis von 
Dr. G.____, dass Dr. F.____ testpsychologisch keine Leistungsminderungen festgestellt habe. 
Dr. F.____ stellte fest, dass die testpsychologische Untersuchung vom 27. April 2022 eine Stan-
dardabweichung unter jener von früheren Untersuchungen gezeigt habe. Insgesamt sei unter 
Einbezug der stark verminderten Belastbarkeit und Stresstoleranz, der limitierten Fähigkeit, Be-
lastungsgrenzen wahrzunehmen, sowie möglicher organischer Anteile der affektiven Störung ge-
samthaft von einer mittelschweren Hirnfunktionsstörung auszugehen. 
 
Auch die Ausführungen des Kreisarztes Dr. H.____ überzeugen nicht. Während er im Rahmen 
des Verwaltungsverfahrens am 15. Februar 2022 und 5. April 2022 bestätigte, dass der Aufenthalt 
des Versicherten in der Privatklinik E.____ und die geltend gemachte psychische Störung min-
destens überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 9. Juli 2010 zurückzuführen seien, ver-
neinte er am 23. August 2022 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands aus psychiatri-
scher Sicht. Diesen offensichtlichen Widerspruch begründete er nicht und verwies mehrheitlich 

 
 
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auf die ungenügenden Ausführungen von Dr. G.____, welchen er ohne weiteres folgte. Dabei 
unterliess er es, sich zu den psychischen und neuropsychologischen Verhaltensauffälligkeiten zu 
äussern und die entsprechenden Ausführungen von Dr. F.____ und N.____ zu würdigen. Dieses 
Vorgehen ist jedoch unsorgfältig und unzureichend. Es überrascht daher nicht, dass sich die bei-
den Kreisärzte in ihren oberflächlichen Ausführungen nicht mit den seit Mai 2021 bestehenden 
veränderten und in den medizinischen Stellungnahmen/Gutachten der D.____, der Privatklinik 
E.____, von Dr. F.____ und von N.____ festgestellten Beschwerden auseinandersetzten. Sie 
beschränkten sich diesbezüglich lediglich auf den Hinweis auf psychosoziale Belastungsfaktoren 
wie zum Beispiel die Geburt der Tochter im März 2021. Unter diesen Umständen war es ihnen 
auch nicht möglich zu erkennen, dass die im Jahr 2021 geäusserten Verhaltensauffälligkeiten wie 
die Selbstüberschätzung und die depressive Reaktion im Kontext mit der Hirnverletzung standen 
und eine Verschlechterung des Gesundheitszustands verursachten. 
 
8.1.2 Somit ist festzuhalten, dass vorliegend erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und 
Schlüssigkeit der von der Beschwerdegegnerin als massgeblich erachteten versicherungsinter-
nen Beurteilungen von Dr. G.____ vom 12. August 2022 und Dr. H.____ vom 23. August 2022 
bestehen. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.3 und 8.1.1 hiervor) kann bei diesem Beweiser-
gebnis nicht auf die versicherungsinternen Beurteilungen abgestellt werden. Hält man sich zum 
einen die Komplexität des Beschwerdebilds des Versicherten und zum andern die sich aus dem 
Untersuchungsgrundsatz ergebende Pflicht des Versicherungsträgers, den rechtserheblichen 
(medizinischen) Sachverhalt vollständig festzustellen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG), vor Augen, so 
müssen die von der Suva im Verwaltungsverfahren getroffenen Abklärungen letztlich als unzu-
reichend bezeichnet werden.  
 
8.2.1 Die Vorgaben des Bundesgerichts an eine beweiswertige medizinische Expertise erfüllt 
demgegenüber das Gutachten von Dr. F.____ vom 18. Juli 2022 (vgl. oben E. 7.4.5). Zwar wurde 
dieses auf Ersuchen des Beschwerdeführers erstellt. Da die Beschwerdegegnerin die Kosten für 
die Begutachtung übernahm, ist jedoch davon auszugehen, dass auch sie dieses als erforderlich 
erachtete, weshalb von einem externen Gutachten auszugehen ist (vgl. oben E. 5.2). Dr. F.____ 
nahm eine umfassende und detaillierte Anamnese vor. Weiter führte sie im Rahmen ihrer Unter-
suchung zahlreiche Testverfahren durch und beschrieb deren Ergebnisse eingehend (vgl. oben 
E. 7.4.5, S. 12 - 14). In ihrem Gutachten nahm Dr. F.____ auch Bezug auf die früheren neuropsy-
chologischen Untersuchungen (vgl. Gutachten Seiten 32 ff; vgl. oben E. 7.4.5, S. 15) und würdigte 
diese ausführlich. Sie kam dabei zum Schluss, dass im Vergleich zu den Verlaufskontrollen der 
Jahre 2014 und 2016 aktuell schwerere Einschränkungen festgestellt worden seien, welche sich 
bereits im Austrittsbericht der Privatklinik E.____ vom 10. Januar 2022 manifestiert hätten (vgl. 
oben E. 7.5.3). Dr. F._____ betonte auch, dass im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit die von Beginn 
an leicht verminderte intrinsische Aktivierung bedeutsam sei, die im Tagesverlauf um eine Stan-
dardabweichung auf ein mittelgradig vermindertes Niveau abgenommen habe. Sie begründete 
auch plausibel den seit dem Unfall schwankenden Verlauf der Beschwerden. So hätten schon 
frühere medizinische Untersuchungen übereinstimmend ergeben, dass es beim Versicherten ab 
einer bestimmten Arbeitsbelastung und einem bestimmten Arbeitspensum zu körperlichen und 
vegetativen (Stress-)Beschwerden und Symptomen komme (vgl. dazu auch den Bericht von Dr. 
I.____ vom 6. März 2016, oben E. 7.2.3). Dies habe sich auch vorliegend wiederholt und es habe 

 
 
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sich gezeigt, dass der Beschwerdeführer bereits bei Wiederaufnahme der partnerschaftlichen 
Beziehung intermittierend zunehmende körperliche Beschwerden bemerkt habe (vgl. Gutachten 
S. 31). Im Hinblick auf die Geburt seiner Tochter und insbesondere danach sei der bis zu diesem 
Zeitpunkt relativ stabile Zustand dekompensiert und in eine neuerliche Erschöpfungsdepression 
gekippt. Aktuell habe sich der Versicherte mit partieller Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit und 
der Vaterrolle an der Grenze seiner Belastbarkeit gefunden. Seine Stresstoleranz sei aber wie 
die Befunde der Leistungs- und Persönlichkeitstests, die eigen- und fremdanamnestischen An-
gaben und der langjährige Verlauf zeigen würden, nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt, sondern si-
tuationsübergreifend eindeutig erheblich gemindert (Gutachten S. 34). Auch diese Einschätzung 
ist begründet und nachvollziehbar und stimmt mit den Berichten der D.____ aus den Jahren 2012 
und 2014, den Ausführungen von Dr. I.____, dem Austrittsbericht der Privatklinik E.____ und 
auch den Drittauskünften der Lebenspartnerin überein. Es wird deutlich, dass der Beschwerde-
führer mit der durchgehend hohen Leistungsbereitschaft und den hohen Ansprüchen an seine 
Leistungsfähigkeit immer wieder seine persönlichen Grenzen überschreitet. Dadurch kommt er 
in Überforderungssituationen, bei welchen die beruflichen Zielsetzungen den kognitiven und psy-
chischen Belastungsgrenzen ungenügend Rechnung tragen und der Versicherte dekompensiert 
(vgl. auch zum Beispiel oben E. 7.2.2). Einleuchtend und plausibel ging Dr. F.____ denn auch 
zusammenfassend davon aus, dass unter Einbezug der stark verminderten Belastbarkeit und 
Stresstoleranz, der limitierten Fähigkeit, Belastungsgrenzen wahrzunehmen, sowie möglicher or-
ganischer Anteile der affektiven Störung von einer mittelschweren Hirnfunktionsstörung auszu-
gehen ist, die ihren Ursprung im Schädelhirntrauma hat, das der Beschwerdeführer am 9. Juli 
2010 erlitt.  
 
8.2.2 Als Zwischenergebnis ist festzustellen, dass das Gutachten von Dr. F.____ vom 18. Juli 
2022 für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklag-
ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet. Es wird deutlich, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
im Vergleich zu 2017 (Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 60 %) verschlechtert hat. Diesbezüglich 
kann auf das Gutachten abgestellt werden. 
 
8.3 Unklar ist hingegen die Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten von Dr. F.____ vom 18. 
Juli 2022. Sie schätzte die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit des Ver-
sicherten oder einer anderen vergleichbar anspruchsvollen Beschäftigung langfristig auf mindes-
tens 50 % ein, wenn neben der Vaterrolle noch ein Mindestmass an Freizeitaktivitäten aufrecht-
erhalten werden soll. ln der aktuellen subakuten Phase nach Erschöpfungsdepression attestierte 
sie dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Aus diesen Angaben wird jedoch 
nicht ersichtlich, auf welches Pensum sich Dr. F.____ bezog. Fest steht, dass der Beschwerde-
führer seit dem 1. April 2017 in einem 60%igen Pensum bei der C.____ angestellt ist. Gemäss 
Angaben seiner Arbeitgeberin arbeitete er jedoch seit dem 21. September 2021 nicht mehr oder 
nur noch teilweise (vgl. act. 493). Im Rahmen der Anamneseerhebung gab er gegenüber Dr. 
F.____ an, ab Mitte Dezember 2021 noch in einem Pensum von 30 % zu arbeiten (50 % von 60 
%). Mit Blick auf die längerfristige Zumutbarkeitsbeurteilung der Gutachterin ist daher unklar, ob 
sie die 50%ige Arbeitsfähigkeit auf ein Pensum von 100 % stützte oder von dem seit Jahren 

 
 
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ausgeübten Beschäftigungsgrad von 60 % ausging. Insgesamt erweist sich die vorgenommene 
Zumutbarkeitsbeurteilung daher als unklar. 
 
8.4 Zusammenfassend steht aufgrund der vorstehenden Erwägungen fest, dass das Gut-
achten von Dr. F.____ vom 18. Juli 2022 in Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszustands 
überzeugt. Unter diesen Umständen ist ein Rückfall im Sinne von Art. 11 UVG zwischen den ab 
Mai 2021 geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 9. Juli 2010 zu bejahen. Hingegen kann 
auf die von ihr vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung nicht abgestellt werden. Insbesondere 
ist nicht ersichtlich, auf welches Pensum Dr. F.____ die attestierte maximale 50%ige bzw. 30%ige 
Arbeitsfähigkeit stützte. Die dem Beschwerdeführer verbleibende Restarbeitsfähigkeit kann unter 
diesen Umständen nicht zuverlässig beurteilt werden, weshalb sich weitere Abklärungen aufdrän-
gen. 
 
9. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte 
nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur (neuen) Begutachtung an die Verwaltung zu-
rückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten ein-
zuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt 
für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtser-
heblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die Suva bleibt hingegen möglich, 
wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begrün-
det ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen 
Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1). Da die Beschwerdegegnerin den rechts-
erheblichen Sachverhalt betreffend den Umfang der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im vor-
liegenden Fall unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, 
im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die 
Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts 
nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung des angefochtenen Einsprache-
entscheids vom 11. Mai 2023 zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Dabei scheint es naheliegend, bei Dr. F.____ eine konkrete Rückfrage zur Frage der ver-
bleibenden Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit unter Be-
rücksichtigung des effektiv geleisteten Pensums und unter Angabe des Vollzeitpensums zu täti-
gen. Danach wird die Suva über die Ansprüche neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in 
diesem Sinne gutzuheissen. 
 
10.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 
Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz 
vorgesehen ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende 
Verfahren keine Kosten zu erheben. anwendbaren Fassung ist das Verfahren vor dem kantona-
len Versicherungsgericht kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten zu erheben sind.  
 
10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 28. Juli 2023 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

einen Zeitaufwand von 10.5833 Stunden geltend gemacht. Dieser Aufwand ist angemessen und 
ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.- zu vergüten (vgl. 
§ 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Nicht zu 
beanstanden sind die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 67.90. Dem Be-
schwerdeführer ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'922.70 (10.5833 Stun-
den à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 67.90 plus 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Suva 
zuzusprechen. 
 
11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (vgl. Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es 
sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid der Suva vom 11. Mai 2023 aufgehoben und das 
Vorliegen eines Rückfalls zum Unfall vom 9. Juli 2010 bestätigt wird. Die 
Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen zur ergänzenden Abklä-
rung und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe 
von Fr. 2'922.70 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu entrich-
ten.  

 
 
 
Gegen diesen Entscheid hat die Beschwerdegegnerin am 5. März 2024 Beschwerde beim Bun-
desgericht erhoben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_143/2024).