# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dabea2b5-b541-506d-a0bb-0060d0d15739
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2022 D-4738/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4738-2022_2022-12-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4738/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, Richter Walter Lang,    

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Patrick Burger,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung; N (…). 

 

 

 

D-4738/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 27. August 2021 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Am 1. September 2021 bevollmächtigte er die zugewiesene Rechtsvertre-

tung. 

C.  

Am 3. September 2021 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu seinen 

Personalien befragt und am 22. Oktober 2021 erfolgte die Anhörung zu den 

Asylgründen.  

Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei türkischer Staatsangehö-

riger kurdischer Ethnie und habe in seinem Heimatland wegen seiner eth-

nischen Herkunft Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Als Student 

habe er im Rahmen von Veranstaltungen auf die Ungerechtigkeiten, wel-

che das kurdische Volk erlitten habe, aufmerksam gemacht. Obschon die 

Veranstaltungen von der Universität bewilligt gewesen seien, habe man ihn 

festgenommen. Zurzeit seien (…) Verfahren hängig und er müsse mit einer 

mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen. 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er mehrere Beweismittel in türki-

scher Sprache ein. 

D.  

Am 25. Oktober 2021 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, dass sein 

Asylgesuch aufgrund der momentanen Unterbringungssituation gemäss 

Art. 26d AsylG (SR 142.31) im erweiterten Verfahren behandelt werde. Mit 

separater Zwischenverfügung vom gleichen Tag wurde er dem Kanton 

B._______ zugewiesen. 

E.  

Mit Schreiben vom 27. Oktober 2021 zeigte die zugewiesene Rechtsver-

tretung (HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Nordwestschweiz) ihre 

sofortige Mandatsniederlegung an. 

F.  

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere 

Beweismittel ein. 

D-4738/2022 

Seite 3 

G.  

Die Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende C._______ zeigte der Vo-

rinstanz mit Eingabe vom 25. November 2021 die Mandatsübernahme an.  

H.  

Am 15. März 2022 erkundigte sich der Beschwerdeführer nach dem Ver-

fahrensstand und am 22. März 2022 reichte er ein fremdsprachiges Be-

weismittel zu den Akten. 

I.  

I.a Mit Eingaben vom 26. April 2022 und 17. Mai 2022 erkundigte sich der 

Beschwerdeführer nach dem Verfahrensstand und ersuchte das SEM um 

einen baldigen Entscheid über sein Asylgesuch. Mit letztgenannter Ein-

gabe drohte er mit der Ergreifung entsprechender Rechtsmittel, sollten bis 

am 7. Juni 2022 keine weiteren Verfahrensschritte erfolgen. 

I.b Am 9. Juni 2022 beantwortete das SEM die vorgenannten Verfahrens-

standsanfragen. Im Wesentlichen teilte es dem Beschwerdeführer mit, im 

Zusammenhang mit den bekannten geopolitischen Ereignissen – Covid-

19-Pandemie, Regierungssturz in Afghanistan, Angriffskrieg Russlands ge-

gen die Ukraine – sei es, insbesondere bei der Behandlung der Asylgesu-

che im erweiterten Verfahren, für die Betroffenen zu belastenden Verzöge-

rungen gekommen. Über das Asylgesuch werde nach Möglichkeit im Juli 

2022 entschieden. 

I.c Eine erneute Verfahrensstandanfrage wurde am 6. September 2022 

eingereicht. 

J.  

Mit Eingabe vom 19. Oktober 2022 reichte der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht eine Rechtsverzögerungsbeschwerde ein. Er 

beantragte, es sei festzustellen, dass sein Asylverfahren übermässig lange 

dauere und das SEM sei anzuweisen, das Asylverfahren ohne weitere Ver-

zögerung zeitnah abzuschliessen. Zudem ersuchte er in verfahrensrechtli-

cher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

K.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 20. Oktober 2022 den Ein-

gang der Beschwerde.  

D-4738/2022 

Seite 4 

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2022 hielt die Instruktionsrichterin 

fest, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses werde einstweilen verzichtet. Das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wies sie ab. Gleichzeitig 

lud sie das SEM ein, sich bis zum 8. November 2022 zur Beschwerde ver-

nehmen zu lassen. 

M.  

Mit Vernehmlassung vom 8. November 2022 nahm das SEM zur Be-

schwerdeschrift Stellung. Am 15. November 2022 wurde die Vernehmlas-

sung dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2018, Rz. 3 zu 

Art. 46a). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zur Beurteilung der vor-

liegenden Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig. 

1.3 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass 

einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt voraus, 

dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass einer 

Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein solcher An-

spruch liegt dann vor, wenn einerseits eine Behörde nach dem anzuwen-

denden Recht verpflichtet ist, in Verfügungsform zu handeln, und wenn an-

dererseits die gesuchstellende Person nach Art. 6 in Verbindung mit Art. 48 

Abs. 1 VwVG Parteistellung beanspruchen kann (vgl. BVGE 2008/15  

E. 3.2 m.w.H.). 

D-4738/2022 

Seite 5 

Der Beschwerdeführer ersuchte am 27. August 2021 um Asyl. Über dieses 

Gesuch hat das SEM in Form einer anfechtbaren Verfügung zu befinden, 

wobei eine solche bis anhin nicht ergangen ist. Der Beschwerdeführer ist 

daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 

1.4 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-

sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Den-

noch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Belieben 

der beschwerdeführenden Person. Der Grundsatz von Treu und Glauben 

bildet hier eine Grenze. 

Der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ist vorliegend nicht zu beanstan-

den. 

1.5  

1.5.1 Die beschwerdeführende Person muss darlegen, dass sie zur Zeit 

der Beschwerdeerhebung ein schutzwürdiges – mithin aktuelles und prak-

tisches – Interesse an der Vornahme der verzögerten Amtshandlung res-

pektive der Feststellung einer entsprechenden Rechtsverzögerung hat 

(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.23). 

1.5.2 Das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers an der Vor-

nahme der allenfalls verzögerten Amtshandlung manifestiert sich einerseits 

in den bei den Akten liegenden Eingaben, mit denen er um beförderliche 

Verfahrenserledigung gebeten hat. Anderseits ergibt es sich aus der Tatsa-

che, dass das SEM bis anhin noch nicht in der Sache verfügt hat. 

1.6 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht ein-

gereichte (Art. 52 Abs. 1 VwVG) Rechtsverzögerungsbeschwerde einzu-

treten. 

1.7 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

2.  

Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich hier 

auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungsverbot verletzt 

hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die Sache mit 

verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 

Hingegen ist das Gericht nicht dazu befugt, sich dazu zu äussern, wie ge-

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Seite 6 

gebenenfalls ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte aus-

fallen sollen, da es – Spezialkonstellationen vorbehalten – nicht anstelle 

der untätig gebliebenen Behörde entscheiden darf, andernfalls der Instan-

zenzug verkürzt und möglicherweise Rechte der Verfahrensbeteiligten ver-

letzt würden (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.). 

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfassungsgarantie gilt für alle 

Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 

E. 2.2 m.w.H.). 

3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht (wie bei 

einer formellen Rechtsverweigerung) grundsätzlich infrage steht, aber die 

Behörde nicht innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objek-

tiv noch als angemessen erscheint. Die Angemessenheit der Dauer eines 

Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Um-

stände zu beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Kom-

plexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Be-

hörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie ein-

zelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl. zum Ganzen BGE 130 I 312 

E. 5.1 und 5.2 m.w.H.). Ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung 

wird nicht vorausgesetzt (vgl. BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 160 E. 3c; 103 

V 190 E. 5c). Spezialgesetzliche Behandlungsfristen sind bei der Beurtei-

lung der Angemessenheit der Verfahrensdauer zu berücksichtigen 

(vgl. zum Ganzen etwa das Urteil des BVGer E-1438/2018 vom 5. April 

2018 E. 3.2 m.w.H.).  

4.  

4.1 In seiner Rechtsmitteleingabe verweist der Beschwerdeführer darauf, 

dass er sich seit nunmehr einem Jahr und bald drei Monaten in der Schweiz 

aufhalte. Nach der Zuteilung in das erweiterte Verfahren am 25. Oktober 

2021 seien keine weiteren Verfahrensschritte erkennbar. Am 9. Juni 2022 

habe das SEM per E-Mail mitgeteilt, das Verfahren stehe kurz vor dem 

Abschluss und dass noch im Juli 2022 ein Entscheid ergehen solle. Dies 

sei nicht geschehen und auf eine erneute Verfahrensstandanfrage von An-

fang September 2022 sei keine Reaktion erfolgt. Somit sei klarerweise da-

von auszugehen, dass sämtliche Abklärungen erfolgt seien oder zumindest 

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Seite 7 

mit der notwendigen Beförderlichkeit hätten erfolgen können. Es sei au-

genscheinlich, dass das Beschleunigungsgebot im Sinne von Art. 29 

Abs. 1 BV aufgrund der unverhältnismässig langen Verfahrensdauer und 

der offensichtlichen Entscheidreife missachtet worden sei.  

4.2 Die Vorinstanz verwies in ihrer Vernehmlassung vom 8. November 

2022 einerseits auf ihre Ausführungen in der E-Mail vom 9. Juni 2022 

(vgl. Bst. F.b) und anderseits darauf, dass aufgrund der konstant hohen 

Belegung des (…) jene Verfahren prioritär behandelt worden seien, welche 

sich direkt auf die Belegungssituation ausgewirkt hätten. Obschon dies 

auch weiterhin der Fall sei, werde das SEM auf der Grundlage des fertig 

erstellten Sachverhalts das Asylgesuch des Beschwerdeführers binnen 

Monatsfrist einem Entscheid zuführen.  

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Ergebnis, dass sich die Rechtsverzögerungsbeschwerde als unbegründet 

erweist.  

4.3.1 Das Gericht hat Kenntnis von der hohen Arbeitslast beim SEM und 

erachtet es grundsätzlich als nachvollziehbar, dass nicht alle Verfahren in-

nerhalb der gesetzlich vorgesehenen Behandlungsfristen abgeschlossen 

werden können, sondern länger dauern. 

4.3.2 Betreffend das hängige Asylverfahren des Beschwerdeführers kann 

die bisherige Verfahrensdauer von rund 14 Monaten bis zur Einreichung 

der vorliegenden Beschwerde nicht als überlang im Sinne einer Rechtsver-

zögerung bezeichnet werden. Zu beachten ist, dass das SEM die Anhö-

rung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen am 22. Oktober 2021 

und damit in einem vernünftigen Zeitrahmen nach Eingang des Asylge-

suchs vom 27. August 2021 durchgeführt hat. Die Anhörung dauerte meh-

rere Stunden (von 08.40 Uhr bis 15.50 Uhr) und der Beschwerdeführer 

reichte umfangreiche Beweismittel ein. Auch ist angesichts der Situation 

der Unterbringung von asylsuchenden Personen im damaligen Zeitpunkt, 

der Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach in der Türkei (…) Straf-

verfahren hängig seien, und der eingereichten Beweismittel nachvollzieh-

bar, dass das SEM das Asylgesuch im Anschluss an die Anhörung am 

25. Oktober 2021 ins erweiterte Verfahren zugeteilt hat. Dem Fall ist eine 

gewisse Komplexität nicht ohne Weiteres abzusprechen. Im März 2022 

reichte der Beschwerdeführer sodann ein weiteres Beweismittel ein. Am 

6. Juni 2022 hat das SEM auf die bisher unbeantwortet gebliebenen Ver-

fahrensstandsanfragen mit einem ausführlichen E-Mail reagiert. Es kann 

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Seite 8 

bei dieser Aktenlage nicht geschlossen werden, die Vorinstanz habe im 

Zeitpunkt der Erhebung der Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 19. Ok-

tober 2022 die weitere Behandlung des Verfahrens oder den Erlass eines 

Entscheids unrechtmässig verzögert, auch wenn sie den angekündigten 

Zeitpunkt der Verfahrenserledigung nicht einzuhalten vermochte. Unter 

dem Blickwinkel von Art. 29 Abs. 1 BV liegt keine das Beschleunigungsge-

bot verletzende Rechtsverzögerung vor. Soweit der Beschwerdeführer gel-

tend macht, das SEM habe seine erneute Verfahrensstandsanfrage vom 

6. September 2022 nicht beantwortet, vermag er daraus für das vorlie-

gende Verfahren nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Immerhin ist aber 

festzuhalten, dass eine Beantwortung angesichts der am 9. Juni 2022 in 

Aussicht gestellten Verfahrenserledigung angezeigt gewesen wäre. 

5.  

Aufgrund des Gesagten erweist sich die Rüge der Rechtsverzögerung im 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung am 19. Oktober 2022 als unbegründet, 

weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

6.  

6.1 Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, 

weshalb sich der Antrag auf (definitive) Befreiung von der Kostenvor-

schusspflicht als gegenstandslos erweist. 

6.2 Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist gutzuheis-

sen, da die Begehren nicht als aussichtlos zu bezeichnen waren. 

6.3 Bei dieser Sachlage sind keine Kosten aufzuerlegen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Kosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das SEM. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey 

 

 

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