# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2014028f-138b-560d-996b-07d2808af755
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.01.2015 200 2014 480
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-480_2015-01-08.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 5. Mai 2015 abgewiesen (9C_123/2015).

200 14 480 IV
KOJ/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Januar 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2015, IV/14/480, Seite 2

betreffend Verfügung vom 22. April 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2015, IV/14/480, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Im November 2004 meldete sich die 1959 geborene A.________ (nachfol-
gend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) zum ersten Mal zum Bezug 
von IV-Leistungen für Erwachsene an und beantragte eine Rente (Antwort-
beilage [AB] 2).

Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) holte 
in der Folge u.a. bei den behandelnden Ärzten medizinische Berichte inkl. 
deren Vorakten ein (AB 10, 11). Zur weiteren Abklärung des medizinischen 
Sachverhalts beauftragte sie zudem die Dres. med. C.________, Facharzt 
für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie 
FMH, und D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
mit einer interdisziplinären Begutachtung der Versicherten. Die entspre-
chenden Gutachten datieren vom 28. September 2005 (AB 15; 
C.________) und 17. Oktober 2005 (AB 15; D.________), deren interdiszi-
plinäre Beurteilung vom 17. Oktober 2005 (AB 14 S. 9 bzw. AB 15 S. 12). 
Nach einer Erhebung bei der Versicherten zu Hause erstellte der Ab-
klärungsdienst der IV-Stelle am 9. Mai bzw. 6. Juni 2006 zudem einen Ab-
klärungsbericht Haushalt (AB 21).

Am 22. Juni 2006 verfügte die IV-Stelle gestützt auf die Ergebnisse ihrer 
Abklärungen bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 18% die Abweisung 
des Leistungsbegehrens der Versicherten. Da der Invaliditätsgrad unter 
40% liege, bestehe kein Rentenanspruch (AB 22). Auf eine hiergegen er-
hobene vorsorgliche Einsprache (AB 23) trat die IV-Stelle nicht ein (AB 27). 
Dieser Entscheid ist unangefochten geblieben (vgl. AB 31).

B.

Am 7. September 2012 ging der IV-Stelle eine erneute Anmeldung der Ver-
sicherten für eine berufliche Integration/Rente zu (AB 43). Der Anmeldung 
beigelegt waren verschiedene ärztliche Zeugnisse und Berichte (AB 44).

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Mit Vorbescheid vom 19. September 2012 stellte die IV-Stelle der Versi-
cherten das Nichteintreten auf ihr neues Leistungsbegehren in Aussicht. Es 
sei nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit 
der letzten rechtskräftigen Verfügung in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise verändert hätten (AB 47).

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, unter Beilage eines Schreibens von Dr. med. E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, am 9. Oktober 2012 
Einwand (AB 49). Die IV-Stelle unterbreitete die Akten in der Folge ihrem 
Regionalen Ärztlichen Dienst RAD zur Beurteilung. Dieser erachtete eine 
persönliche Untersuchung der Versicherten für erforderlich. Eine solche 
fand am 10. Januar 2013 und am 1. Mai 2013 durch Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, statt, und ergab u.a. einen 
Bedarf an einer ergänzenden somatischen Abklärung (vgl. Untersuchungs-
bericht vom 8. Mai 2013; AB 55). 

Die IV-Stelle holte in der Folge zur Aktualisierung der Akten bei den be-
handelnden Ärzten Verlaufsberichte inkl. deren seit den letzten Berichten 
neu hinzugekommenen spezialärztlichen Vorakten ein (AB 56, 57) und be-
auftragte hiernach zur weiteren somatischen Abklärung das Spital 
G.________ mit einer medizinischen Untersuchung der Versicherten (vgl. 
Gutachten vom 5. September 2013; AB 63.1).

Nach Erhebung vom 3. Dezember 2013 erstellte der Abklärungsdienst der 
IV-Stelle am 9. Dezember 2013 unter Berücksichtigung der Ergebnisse der 
medizinischen Abklärungen einen Abklärungsbericht Haushalt (AB 66). 
Insbesondere gestützt auf diesen Abklärungsbericht stellte die IV-Stelle der 
Versicherten mit neuem Vorbescheid vom 23. Januar 2014 – unverändert 
ausgehend von einem Status von 72% Erwerbstätigkeit und 28% Haus-
halt – die erneute Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Bei 
einem ermittelten Gesamtinvaliditätsgrad von 32% bestehe nach wie vor 
kein Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 67).

Hiergegen erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 26. Februar 2014 Einwand (AB 69). Nach Einholung von 
Stellungnahmen des RAD wie auch des Abklärungsdienstes zu den erho-

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benen Einwänden (vgl. AB 72, 74) verfügte die IV-Stelle am 22. April 2014 
ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung des Leistungsbegehrens 
der Versicherten (AB 75).

C.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 22. Mai 2014 Beschwerde mit den Rechts-
begehren, die Verfügung sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad neu zu 
berechnen. Es sei ihr zumindest eine Viertelsrente zuzusprechen. Eventua-
liter seien die Akten an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung 
zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin insbesondere unter Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 
16. Juni 2014 die Abweisung der Beschwerde.

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 22. April 2014 
(AB 75). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im Rahmen 
ihrer Neuanmeldung Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 
hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

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2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

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2.4 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich 
praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der 
Verwaltungsverfügung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, 
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 
E. 2c S. 150, 117 V 194 E. 3b S. 195).

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149). 
Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen, nicht erwerbstätigen Perso-
nen gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung 

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der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]). 

2.6 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). Bei der Bemes-
sung der Invalidität im erwerblichen Bereich sind dabei die Vergleichsgrös-
sen Validen- und Invalideneinkommen im zeitlichen Rahmen der ohne Ge-
sundheitsschaden (voraussichtlich dauernd) ausgeübten Teilerwerbstätig-
keit zu bestimmen (BGE 131 V 51 E. 5.1.1 S. 53, 125 V 146 E. 2b S. 149). 

2.7 Wechselwirkungen zwischen Erwerbs- und Haushaltbereich sind 
nur dann zusätzlich zu berücksichtigen, wenn die Arzt- und (Haushalts-)
Abklärungsberichte nicht bereits in Kenntnis der im jeweils anderen Aufga-
benbereich vorhandenen Belastungssituation erstellt worden sind und kon-
krete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine wechselseitige Verminde-
rung der Leistungsfähigkeit vorliegt, die in den vorhandenen Berichten nicht 
hinreichend gewürdigt worden ist und auch dann nur, wenn die schlechte 
Vereinbarkeit der beiden Tätigkeitsbereiche offenkundig und unvermeidbar 
ist und ein gewisses normales Mass überschreitet (vgl. BGE 134 V 9 E. 7.3 
S. 12). Ein allfälliges reduziertes Leistungsvermögen im Erwerbsbereich 
infolge der Beanspruchung im Haushalt kann ferner lediglich dann berück-
sichtigt werden, wenn Betreuungspflichten, etwa gegenüber Kindern oder 
pflegebedürftigen Angehörigen, bestehen (vgl. BGE 134 V 9 E. 7.3.3 und 
E. 7.3.4 S. 13).

2.8 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 

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der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig 
ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwer-
deführerin vom September 2012 eingetreten und hat materiell geprüft, ob 
seit der letzten rechtskräftigen Verneinung eines Rentenanspruchs (vgl. 
Verfügung vom 22. Juni 2006; AB 22) eine im Hinblick auf den Invaliditäts-
grad und damit den Rentenanspruch wesentliche Änderung in den tatsäch-
lichen Verhältnissen eingetreten ist und hat dies in der Folge gestützt auf 
die vorgenommenen medizinischen Abklärungen bejaht. Zunächst zu prü-
fen ist, ob die Beschwerdegegnerin dies zu Recht getan hat, wobei die 

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Frage des Eintretens auf die Neuanmeldung hier nicht zu prüfen ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114).

Von der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ wird in ihrem Untersuchungsbe-
richt vom 8. Mai 2013 eine Verschlechterung der psychischen Situation der 
Beschwerdeführerin im Vergleichszeitraum ausdrücklich bestätigt (AB 55 
S. 7), was angesichts der stärker gewordenen depressiven Episoden, der 
neu diagnostizierten generalisierten Angststörung sowie der von Dr. med. 
F.________ festgestellten zuletzt anhaltenden Suizidalität nicht zu bean-
standen ist (vgl. AB 44 S. 5, 49 S. 4 f., 55, 57). Zudem sind neu ein Fibro-
myalgiesyndrom und eine Lungenembolie bzw. deren Folgen aufgetreten 
(AB 55 S. 7, 56 S. 3 und 7, 63.1 S. 10). Das Vorliegen eines Revisions- 
bzw. Neuanmeldegrundes ist somit aufgrund der Akten klar erstellt und 
wird denn auch von den Parteien nicht bestritten.

3.2 Die Beschwerdegegnerin geht gestützt auf die Aussagen der Be-
schwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung vom 3. Dezember 
2013 (vgl. AB 66) unverändert von einem Status der Beschwerdeführerin 
von 72% Erwerbstätigkeit und 28% Haushalt aus. Wie die Beschwerde-
gegnerin zu Recht darauf hinweist (vgl. AB 74 S. 2), sind bei der Be-
schwerdeführerin seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 22. Juni 
2006 (AB 22) keine Änderungen eingetreten, die auf einen veränderten 
Status schliessen liessen. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht ge-
stützt auf die Aussagen der ersten Stunde der Beschwerdeführerin von 
einem unveränderten Status von 72% Erwerbstätigkeit und 28% Haushalt 
ausgegangen. Die Korrektheit dieses Status wird von der Beschwerdefüh-
rerin denn auch nicht mehr bestritten.

3.3 Ebenfalls unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf 
ihre bisherige Erwerbstätigkeit vollständig arbeitsunfähig ist, dass ihr aber 
eine angepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeit noch zu einem Pen-
sum von 50% (d.h. zu ca. 4 Stunden pro Tag) möglich und zumutbar ist 
(vgl. AB 63.1 S. 12 f., AB 55 S. 7). Im Bereich Haushalt ist die Beschwerde-
führerin gemäss dem entsprechenden Abklärungsbericht vom 19. Dezem-
ber 2013 (AB 66) zu 17% eingeschränkt. Auch dies wird von den Parteien 
nicht bestritten und kann gestützt auf den sämtliche Anforderungen der 
Rechtsprechung an solche Berichte erfüllenden Abklärungsbericht Haus-

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halt vom 19. Dezember 2013 (AB 66) als erstellt gelten (vgl. BGE 130 V 61 
E. 6.2 S. 63; SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2). Anhaltspunkte für eine 
diesbezügliche Fehleinschätzung der Abklärungsfachperson finden sich in 
den Akten nicht und werden denn auch nicht geltend gemacht. 

3.4 Sämtliche für die Invaliditätsbemessung relevanten Faktoren sind 
nach dem Dargelegten erstellt und zwischen den Parteien unbestritten. Von 
der Beschwerdeführerin beanstandet wird einzig die gestützt auf diese Fak-
toren durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung des In-
validitätsgrades und dabei die Ermittlung des hypothetischen Validen- und 
Invalideneinkommens im Rahmen der gemischten Methode der Invali-
ditätsbemessung.

4.

Die Berechnung des Invaliditätsgrades durch die Beschwerdegegnerin, 
insbesondere der durchgeführte Einkommensvergleich, entspricht der 
ständigen Rechtsprechung und ist nicht zu beanstanden (vgl. BGE 137 V 
334; Pra 2012 Nr. 23). 

4.1 Richtigerweise wurde vorliegend von den Tabellenlöhnen gemäss 
Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) Niveau 4 ausgegangen. Da-
bei wurde das Valideneinkommen korrekt entsprechend dem zeitlichen 
Rahmen der ohne Gesundheitsschaden (voraussichtlich dauernd) aus-
geübten Teilerwerbstätigkeit von 72% bestimmt und das Invalideneinkom-
men entsprechend dem der Beschwerdeführerin unstrittig noch möglichen 
und zumutbaren Pensum in einer angepassten Tätigkeit von 50% bemes-
sen (vgl. AB 66 Ziff. 3.9). Den behinderungsbedingt eingeschränkten Ein-
satzmöglichkeiten der Beschwerdeführerin im Rahmen des noch möglichen 
und zumutbaren Pensums von 50% wurde zudem mit einem Abzug von 
10% Rechnung getragen, was den gesamten Umständen angemessen 
erscheint. Von der Beschwerdeführerin wird denn auch kein höherer Abzug 
mehr gefordert.

4.2 Das Valideneinkommen wird vorliegend durch das gewählte Pen-
sum der Beschwerdeführerin (hier 72%) faktisch begrenzt. Die Begrenzung 

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des Invalideneinkommens entspricht dem der Beschwerdeführerin noch 
möglichen und zumutbaren Pensum in einer angepassten Tätigkeit von 
50%. Eine Begrenzung entsprechend dem Status als Teilerwerbstätige 
würde beim Invalideneinkommen einzig greifen, wenn der Erwerbsbereich 
kleiner wäre als das noch zumutbare Pensum, was vorliegend aber nicht 
der Fall ist. Es ist der Beschwerdeführerin noch möglich und zumutbar, zu 
50% in einer angepassten Tätigkeit zu arbeiten. Entsprechend ist das so 
erzielbare Einkommen (unter Berücksichtigung des entsprechenden Abzu-
ges vom Tabellenlohn; vgl. E. 4.1 hiervor) als Invalideneinkommen beim 
Einkommensvergleich einzusetzen. Der Status wirkt sich vorliegend auf 
das Invalideneinkommen nicht aus, ist aber bei der Gewichtung zu berück-
sichtigen, wie das die Beschwerdegegnerin korrekt getan hat (vgl. AB 66 
Ziff. 7). Dass es im Falle der Beschwerdeführerin zu Wechselwirkungen 
zwischen Erwerbs- und Haushaltsbereich käme, die zusätzlich zu berück-
sichtigen wären, wird von der Beschwerdeführerin selbst nicht geltend ge-
macht und ist mangels Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen 
(vgl. E. 2.7 hiervor sowie AB 66 S. 10) zu verneinen. Die Berechnung des 
Invaliditätsgrades durch die Beschwerdegegnerin erweist sich nach dem 
Dargelegten als korrekt. Die Beschwerdeführerin hat nach wie vor keinen 
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.

5.

Zu keinem anderen Resultat führt eine Berechnung nach der in Ziff. 3101 
des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversi-
cherung (KSIH) des Bundesamtes für Sozialversicherungen enthaltenen 
Formel. Im Jahr 2013, dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, 
betrug die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 41.7 Stunden (vgl. 
„Die Volkswirtschaft“ 10-2014, S. 84 Tabelle B 9.2, Total). Bei einem Pen-
sum von 72% würde die Beschwerdeführerin als gesunde erwerbstätige 
Person somit 30.02 Stunden pro Woche arbeiten (41.7 Stunden x 0.72 = 
30.02 Stunden [= AZ]). Ihr Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich (= IGE) 
beträgt gemäss korrekter Berechnung durch die Beschwerdegegnerin 
37.5% (vgl. AB 66 Ziff. 3.9 sowie E. 4 ff. hiervor). Bei einer betriebsüblichen 
Normalarbeitszeit (= NAZ) von 41.7 Stunden und einem Invaliditätsgrad im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2015, IV/14/480, Seite 14

Haushalt (= IGH) von 17% (vgl. AB 66 Ziff. 6 sowie E. 3.3 hiervor) ergibt 
dies eingesetzt in die Formel gemäss Ziff. 3101 KSIH folgende Berech-
nung:

(30.02 x 37.5%) + ([41.7 – 30.02] x 17%) = 31.75%
41.7

Demnach resultiert ein mit der Berechnung durch die Beschwerdegegnerin 
übereinstimmender Invaliditätsgrad von gerundet 32%.

6.

Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. April 2014 
(AB 75) ist nach dem Dargelegten nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde ist als unbegründet abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2015, IV/14/480, Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.