# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30df5c32-d014-59ab-b7c5-5b3dfcc073e2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-02
**Language:** de
**Title:** Würdigung psychischer Folgen einer Entführung aufgrund eines vom Bundesgericht verlangten Gerichtsgutachtens (BGE 8C_298/2016)
**Docket/Reference:** UV.2014.00079
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00079.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00079
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
2. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Ueli
Kieser
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Unfallversicherung Stadt Zürich
Stadelhoferstrasse
33, Postfach, 8022 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit Urteil
8C_637/2013
vom 1
1.
März 2014 (
Urk.
1) hob das Bundesgericht den Entscheid des hiesigen Gerichtes vom 2
7.
Juni 2013 (
Urk.
2/15
; Prozess UV.2011.00243
) in Sachen der Parteien auf, mit welchem die
Leistungseinstel
lung
für die Folgen des Ereignisses vom 2
4.
November 2004 per Ende 2010 (
Einspracheentscheid
vom 2
0.
Juli 2011,
Urk.
2/2) bestätigt worden war.
X.___
war von ihrem damaligen Ehemann geschlagen, gefesselt und unter Drohungen (unter anderem, sie werde an diesem Tag sterben) zum Ein
steigen in ein Fahrzeug gezwungen, wahllos in der Gegend herumgeführt und schliesslich wieder nach Hause gebracht worden. Dabei zog sie sich multiple Hämatome und Schürfwunden zu (
Urk.
2/15 S. 2 und
Urk.
1 S.
2). Das Bundes
gericht ordnete die Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens an und wies die Sache zum Neuentscheid an das hiesige Gericht zurück (
Urk.
1 E. 2.5 und Dispositiv
Ziff.
1).
2
.
Mit Beschluss vom 1
7.
April 2014 (
Urk.
3) ordnete das hiesige Gericht die Einho
lung eines Gutachtens an, wobei die Versicherte Ergänzungsfragen for
mulierte (
Urk.
5 und
Urk.
6), und zog von der Versicherten ein ärztliches Gut
achten sowie einen Bericht bei, welches sie im bundesgerichtlichen Verfahren aufgelegt hatte (
Urk.
10-13). Das Gerichtsgutachten von
Dr.
med.
Y.___
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wurde am 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
15) erst
attet
; am 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
19) beantwortete er Ergänzungsfragen des Gerichts (
Urk.
17). Die Parteien nahmen am 1
8.
September (
Urk.
22) und 2
5.
Novem
ber 2015 (
Urk.
26) hierzu Stellung.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die rechtlichen Grundlagen für die Beurteilung der Streitsache wurden im Urteil des hiesigen Gerichtes vom 2
7.
Juni 2013 (
Urk.
2/15 E. 1) dargelegt, worauf zu verweisen ist.
1.2
Zu ergänzen ist, dass
die versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, UVG) hat, wenn sie infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) wird. Invalidi
tät ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invali
ditätsgrades
wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.
2.1
In Bezug auf die organischen Beeinträchtigungen bestätigte das Bundesgericht in seinem Urteil vom 1
1.
März 2014 (
Urk.
1), dass per 3
1.
Dezember 2010 keine kausale Pathologie mehr bestanden hat und die Leistungseinstellung unter die
sem Gesichtspunkt rechtens war (E. 3).
2.2
Betreffend die
nurmehr
im Streite stehenden psychischen Beeinträchtigungen stellte das hiesige Gericht in seinem Urteil vom 2
7.
Juni 2013 (
Urk.
15) massge
blich auf das Gutachten von
Dr.
med.
Z.___
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 1
2.
Februar 2010 (
Urk.
2/10/M34) sowie die Ergänzung vom 2
3.
Dezember 2010 (
Urk.
2/10/M38) ab und erachtete namentlich die Einschät
zung von Psychoanalytiker
A.___
(vgl. Bericht vom 3
1.
August 2011,
Urk.
2/3/6) als nicht geeignet, die gutachterlichen Folgerungen in Frage zu stellen.
Das Bundesgericht hielt hierzu fest (
Urk.
1):
„2.4.1
In seiner Beurteilung vom 1
2.
Februar 2010 hielt
Dr.
med.
Z.___
fest, er stimme mit Psychoanalytiker
A.___
darin überein, dass Denken und Verhal
ten der Explorandin deutlich für eine
Chronifizierungsentwicklung
im Sinne eines maladaptiven Syndroms nach posttraumatischer Belastungsstörung spre
chen würden. Die
gewissermassen
erstarrte Opferrolle mit selbstlimitierenden, delegierenden und demonstrativen Verhaltensweisen
sei
symptomatisch für eine
Chronifizierungsentwicklung
und
stände
in einem gewissen Widerspruch zur Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung. Bedauerlicher
weise habe eine solche Entwicklung trotz jahrelanger psychoanalytischer und stützender Therapie nicht abgewendet werden können. Die
Chronifizierung
und Erstarrung in der Opferrolle werde durch die Helfersysteme unterstützt, wobei es verpasst worden sei, die Explorandin darin zu fördern, sich selbständig zur Wehr zu setzen um beispielsweise ihre Interessen gegenüber dem früheren Ehemann zu vertreten. In seiner Stellungnahme vom 2
3.
Dezember 2010 hielt
Dr.
med.
Z.___
an seinem Standpunkt fest mit dem Hinweis, eine posttrau
matische Belastungsstörung habe in aller Regel eine gute Prognose, und die Symptomatik bilde sich innerhalb von ein bis zwei Jahren zurück. Da mit Bezug
auf die Versicherte trotz intensiver psychotherapeutischer Behandlung und Anpassung der Arbeitsplatzsituation keine Veränderung der Symptomatik erreicht worden sei, dränge sich die Frage auf, mit was dies zusammenhängen könne. So fänden sich
Chronifizierungsentwicklungen
oft bei Patienten mit psychiatrischen Vorzuständen oder mitagierenden Rechtsvertretern und Thera
peuten.
2.4.2
Dr.
med.
Z.___
verneint pauschal, dass zwischen der
Chronifizierungsprob
lematik
im Sinne einer maladaptiven Entwicklung und dem Ereignis vom 2
4.
November 2004 ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe, ohne dies jedoch nachvollziehbar zu begründen. Dies erstaunt umso mehr, als der Fach
arzt selber davon ausgeht, dass der Konflikt immer wieder aufflackert und die Versicherte psychisch belastet, sobald
äussere
Impulse Erinnerungen an die Auseinandersetzungen mit ihrem früheren Ehemann aufkommen lassen. Wie
Dr.
med.
Z.___
weiter festhält, vermochten die jahrelangen therapeutischen
Massnahmen
diese Entwicklung nicht abzuwenden. Die von ihm festgestellte Erstarrung der Versicherten in ihrer Opferrolle und deren inadäquate Reaktio
nen auf sämtliche mit dem Vorfall in Zusammenhang stehenden Vorkommnisse lässt Zweifel daran aufkommen, dass in psychiatrischer Hinsicht keine natür
lich kausalen Folgen des Ereignisses vom November 2004 mehr feststellbar sind.
Dr.
med.
Z.___
legt denn auch nicht dar, dass der
Status
quo sine erreicht worden sei. Wenn er von einer maladaptiven Entwicklung ausgeht, bleibt unklar, auf was sich diese bezieht. Der Facharzt präzisiert auch nicht, worauf seine Annahme eines psychiatrischen Vorzustandes beruht und ob von einer vorübergehenden Verschlimmerung mit Erreichen des Status quo sine ausgegangen werden kann.
2.5
[
…
]
Angesichts der nicht überzeugenden Beurteilung des
Dr.
med.
Z.___
, wel
che überdies in Widerspruch zur Auffassung des behandelnden Psycho
analy
tikers steht, lässt sich die Unfallkausalität der über den folgenlosen
Fall
ab
schluss
hinaus bestehenden psychischen Problematik entgegen dem angefochtenen Entscheid nicht ohne ein von der Vorinstanz einzuholendes psychiatrisches Gerichtsgutachten klären (…). Das kantonale Gericht wird die mit Blick auf den strittigen folgenlosen Fallabschluss per 3
1.
Dezember 2010 üblichen Fragen hinsichtlich des Erreichens des
Status
quo sine bzw. der wei
teren Leistungspflicht nach UVG zu beantworten haben und hernach - gestützt auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens - über
die Beschwerde neu ent
scheiden.“
3.
3.1
Die Ärzte der
B.___
und namentlich deren Spezialist
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 2
2.
April 2013 (
Urk.
12) zu Händen der Invalidenversicherung in psychiatrischer (sowie ver
wandter) Hinsicht eine ab
klingende posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) übergehend in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F62.0), eine Panikstörung (F43.1), dissoziative Krampfanfälle (F44.5), eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(F45.1) sowie ein schweres Kolon
irri
tabile
mit Durchfallepisoden und Inkontinenzepisoden wohl im Zusammenhang mit der posttraumatischen Belastungsstörung und der depressiven Verstim
mung. Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen sie einem Status nach depressiven Episoden verschiedener Schwere und Ausprägung bei (S. 23 f.).
Die Gutachter führten in anamnestischer Hinsicht aus, die
Beschwerdeführerin
sei in traditionellen Verhältnissen aufgewachsen, habe in der Adoleszenz gegen das konservative Elternhaus rebelliert und sei in ihrer Jugend ohne Berufsaus
bildung geblieben. Erst mit 44 Jahren habe sie sich zur Politesse ausbilden las
sen. Eine erste Ehe mit einem Italiener sei gescheitert, nachdem sie eine Tochter anstelle des gewünschten Sohnes geboren gehabt habe. In zweiter Ehe, aus der zwei Töchter stammten, habe die
Beschwerdeführerin
physische, psychische und strukturelle Gewalt erlitten, welche 2004 in einer Entführung mit Irrfahrt und Todesdrohung gegipfelt habe. In der Folge habe sie eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Ab 2007 sei sie in ihrer angestammten Tätigkeit als Politesse zu 50
%
arbeitsfähig geschrieben worden. In dritter, kinderloser und intakter Ehe verheiratet, habe sie im Juni 2011 die körperliche Misshand
lung und Todesdrohungen gegen ihre Tochter durch deren Partner im Drogen
rausch erlebt. Die
Beschwerdeführerin
sei psychisch
retraumatisiert
worden, habe einen Rückfall ihrer posttraumatischen Belastungsstörung erlitten und sei seit diesem Ereignis arbeitsunfähig. Das psychiatrische Störungsbild sei geprägt vom Übergang der posttraumatischen Belastungsstörung in eine
Persönlich
keitsänderung
nach Extrembelastung, differenzialdiagnostisch sei ein Gene
sungs
prozess nicht auszuschliessen. Die zwischenzeitlich aufgetretene schwere Depression sei abgeklungen. Innere Leere, Misstrauen, Angst, Verunsicherung, Belastungsintoleranz sowie zahlreiche psychosomatische Beschwerden prägten den Zustand der
Beschwerdeführerin
. Sie befinde sich nach wie vor in psychi
atrisch-psychotherapeutischer Behandlung und nehme Psychopharmaka ein. Bei abklingender Depression und nachlassenden Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung sei der weitere Verlauf offen. Es
sei
zurzeit nicht absehbar, ob eine Zustandsverbesserung erreicht werden könne oder ob s
ie einen
Resi
dualzustand
i
m Sinne der oben erwähnten Persönlichkeitsänderung entwickeln
werde. Um den nach wie vor möglichen Prozess einer Zustandsverbesserung durch Überforderung nicht zu gefährden, sei aus psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Überlegungen von einer anhaltenden vollen Arbeitsunfähigkeit für jede ausserhäusliche Tätigkeit auszugehen. Eine psychiatrische Re-Evaluation inklu
sive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit werde in
12
bis 18 Monaten empfohlen. Aus psychiatrischer Sicht stehe die
traumaspezifische
, kombinierte psychothera
peutische und medikamentöse Behandlung zurzeit im Vordergrund. Durch wei
tergehende Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht ver
bessert werden (S. 24 f.).
Die Experten hielten fest, aus psychiatrischer (und internistischer) Sicht bestehe seit dem
Retraumatisierungserlebnis
vom Juni 2011 anhaltend eine volle Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Politesse sowie jede ausser
häusliche und damit Verweistätigkeit von 100
%
. Nach vorübergehender voller Arbeitsunfähigkeit infolge einer posttraumatischen Belastungsstörung und Zustandsverbesserung habe die
Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
erreicht. Diese sei anlässlich der
Retraumatisierung
mit Rückfall im Juni 2011 aufgehoben worden (S. 27).
3.2
Psychoanalytiker
A.___
attestierte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
August 2013 (
Urk.
13) zum Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
7.
Juni 2013 zu Händen der
Beschwerdeführerin
eine 40%ige Arbeitsfähigkeit ab Ende 2009/Anfang 2010 (vor der
Retraumatisierung
) und führte aus, die
Beschwerdeführerin
habe
morgens grosse Mühe gehabt, auf
zustehen, habe sich am ganzen Körper zer
schlagen gefühlt und sei immer noch müde gewesen. Sie habe mit einer grossen Willensanstrengung Gefühle innerer Leere und von Sinnlosigkeit überwinden und mit Angstgefühlen kämpfen müsse, sobald sie das Haus verlassen habe. Sie habe sich zwanghaft vergewissern müssen, dass alles abgeschlossen und die Alarmanlage eingeschaltet sei, weil ihr unmittelbar wieder ihr Ex-Mann einge
fallen sei, was er ihr 2004 angetan habe und auch an die vielen Drohungen während mehreren Jahren danach habe denken müssen. Sie habe sich gefürch
tet, er könnte in ihrer Abwesenheit möglicherweise das Haus anzünden. Wenn die
Beschwerdeführerin
nicht mit ihrem Mann mit dem Auto in die Stadt zum Arbeitseinsatz habe gefahren werden können, sei sie darauf angewiesen gewe
sen, im Zug
1.
Klasse zu fahren, weil sich ihre Angst unter vielen Menschen gesteigert habe (S. 2).
Zusätzlich zu den paranoiden Ängsten, sie könnte von hinten angefallen wer
den oder auf der
Strasse
zufällig ihrem Ex-Mann begegnen, habe sie sich stets auch vor den chronischen Dur
ch
fällen gefürchtet. Wenn sich ihr plötzlich ein Mann genähert habe, ohne dass sie
es rechtzeitig bemerkt habe, ha
be sich die
Angst unmittelbar in Panik verwandeln können verbunden mit Herzrasen. In seltenen Situationen habe
sie
sich in der einen Körperhälfte gelähmt gefühlt und es sei ihr schwindlig gewesen bis zum gelegentlichen Bewusstseinsverlust. Sobald es in der Stadt
eingedunkelt
habe, habe sich die Angstsymptomatik der
art gesteigert, dass sie bei der
D.___
unmöglich für Abenddienste habe eingesetzt werden können. Sie habe sich erst dann
einigermassen
sicher gefühlt, wenn sie wieder zu Hause gewesen sei bei ihrem Mann oder ihren Töchtern. Trotzdem habe sie an dauernden Schlafstörungen samt Verfolgungsträumen gelitten. Ihre sozialen Kontakte hätten sich auf den engsten Familienkreis, einige wenige Nachbarn und einzelne Kollegen im Polizeidienst beschränkt (S.
3).
Statt zu einer Besserung sei es am 1
6.
Juni 2011 zu einer schweren
Retraumati
sierung
gekommen, welche die erreichten Fortschritte wieder zunichte gemacht habe. Konkret habe der Freund der jüngsten Tochter zunächst in einer Kon
frontation der
Beschwerdeführerin
heftige Vorwürfe gemacht, sie habe den sexuellen Missbrauch der Tochter durch den sadistischen Ex-Mann zugelassen und geduldet. Wenige Tage später habe er in einem Drogenrausch versucht, seine Freundin umzubringen. Da das Paar im Zweifamilienhaus unmittelbar neben der
Beschwerdeführerin
gewohnt und sich die Tochter dank heftiger Gegenwehr habe befreien können, habe sie in den frühen Morgenstunden Zuflucht bei der Mutter nebenan gesucht. Dieser Vorfall habe bei der
Beschwer
deführerin
zu
einem
schweren Rückfall geführt, wobei die Verfolgungsängste wieder stark zugenommen hätten, sodass sie von diesem Zeitpunkt an wieder zu 100
%
arbeitsunfähig geworden sei. Wäre die posttraumatische
Belastungsstö
rung
– wie
Dr.
Z.___
irrtümlicherweise angenommen habe – tatsächlich schon 2009 remittiert gewesen (und die
Beschwerdeführerin
wieder zu 100
%
arbeitsfähig geworden), hätte der Schrecken angesichts der vom Freund der verfolgten Tochter allein nicht einen derart schweren Rückfall auslösen können. Dies sei nur aufgrund der nach wie vor noch bestehenden Fixierung auf den Vorfall von 2004 zu verstehen. In der Identifikation mit der überfallenen Toch
ter habe sie psychisch den eigenen Schrecken und die Todesangst von früher wieder erlebt, was ihre Verfolgungsängste derart potenziert habe, dass sie sich heute kaum mehr traue, in der Stadt
E.___
allein auf die Strasse zu gehen (S.
5).
3.3
3.3.1
Dr.
Y.___
verwies in seinem Gutachten vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
15) in anam
nestischer Hinsicht auf eine Kindheit, die wenig dazu angetan gewesen sei, ein
stabiles, ausgereiftes und tragfähiges Selbstwertgefühl und eine damit einherge
hende Selbstsicherheit zu bewirken. Vielmehr
sei die Beschwerdeführerin
scheinbar bereits früh in ihrer Kindheit in eine „traditionelle Frauenrolle" hin
eingedrängt
worden
, die ihr eine Entfaltung ihrer emotionalen und kognitiven Ressourcen erschwert habe. Im transaktionsanalytischen Sinne gesprochen müsse man bei der
Beschwerdeführerin
von einem sehr ungenügenden Mass sogenannter unbedingter
Strokes
sprechen, worunter die Erfahrung einer vorbe
haltlosen und nicht an irgendwelche Vorleistungen gebundenen Erfahrung einer uneingeschränkten Lebensberechtigung (im Sinne von wir lieben dich, weil es dich gibt und nicht, wir lieben dich, weil du etwas geleistet hast) zu verstehen sei. So könne letztlich das Kindheitserleben der Explorandin, sich abgesehen vom Kontakt zu zwei, drei guten Freunden ansonsten nicht beachtet und wie überflüssig gefühlt zu haben, kaum überraschen (S. 39).
Wie sich aus den in den Akten vorhandenen Unterlagen ersehen lasse, sei der
Beschwerdeführerin
nach dem von ihrem zweiten Ehemann auf sie verübten Gewaltübergriff zunächst eine 100%-
ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden, die sich später in eine 50%-
ige
reduziert habe. In diagnostischer Hinsicht sei dazumal
-
nach zunächst einer akuten Belastungsreaktion (Arztbericht von
Dr.
F.___
, Ärztin für Allgemeine Medizin FMH, vom 2
5.
Januar 2005,
Urk.
2/10/M2)
-
eine posttraumatische Belastungsstörung festgehalten worden. Diese sei jedoch wenige Monate nach dem Gewaltübergriff aus dem Jahre 2004 zumindest so weit in den Hintergrund getreten, als dass der
Beschwerdeführerin
nach zunächst 100%-
iger
Arbeitsunfähigkeit wieder ein Teilarbeitsfähigkeit habe attestiert werden und sie bis ins Jahr 2011 auch wieder in Teilzeit ihrer beruflichen Tätigkeit im Polizeidienst
(
Kontrolle des ruhenden Verkehrs) habe nachgehen können. In Bezug auf eine weitere Remission ihrer psychischen Gesundheitsproblematik habe sich jedoch eine Stagnation abgezeichnet und Psy
choanalytiker
A.___
habe in seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2007 (
Urk.
2/10/M18.1) ein therapierefraktäres Krankheitsbild erwähnt, dies trotz intensiver stützender Psychotherapie und medikamentöser Behandlung (S.
40
f.).
Mit den dazumal gestellten Diagnosen einer posttraumatischen
Belastungsstö
rung
, einer phobischen Störung sowie einer autonomen
somatoformen
Funkti
onsstörung sei bereits die Komplexität der psychischen
Gesundheitsbeeinträch
tigung
der
Beschwerdeführerin
zum Ausdruck gebracht
;
ferner
müsse
aus aktueller gutachterlicher Warte aber auch noch eine dazumal bestehende depressive Störung erwähnt werden bestehend aus Symptomen wie sozialem Rückzug, Schlafstörungen, Appetitstörungen und auch eine ins deutlich
Herab
gestimmt
gehende Grundstimmung. Habe sich nun bis ins Jahr 2011 eine Ver
besserung der psychischen Gesundheitsverfassung der
Beschwerdeführerin
insofern abgezeichnet, als dass sie über mehrere Jahre wieder in einem 50
%
-Pensum habe arbeiten können, so müsse man gleichzeitig aber auch festhalten, dass es sich hierbei um eine labile Zustandsverbesserung gehandelt haben dürfte
,
sich die
Beschwerdeführerin
mit ihrem damaligen Arbeitspensum stets an den Grenzen ihrer Belastbarkeit bewegt habe und ihr dieses Arbeitspensum lediglich unter Einschränkung privater Aktivitäten möglich gewesen sei (S. 42).
Noch vor dem Ereignis aus dem Jahre 2011, welches eine neuerliche Ver
schlech
terung des psychischen Gesundheitszustands der Explorandin zur Folge gehabt habe, sei die
Beschwerdeführerin
im Zuge eines
versicherungspsychiat
rischen
Konsiliums von
Dr.
Z.___
untersucht und von diesem ein Status nach posttraumatischer Belastungsstörung sowie situativ phobische Ängste im Sinne von spezifischen Phobien festgehalten worden. Hierbei scheine es aus aktueller gutachterlicher Warte jedoch nicht nachvollziehbar, wenn
Dr.
Z.___
die Schilderung der
Beschwerdeführerin
zu einem grösseren Teil als diffus und teil
weise widersprüchlich bezeichne und dies damit begründe, dass sie einmal kör
perlich-schmerzbezogene Erklärungen und einmal psychische Symptome als Grund für die Arbeitsfähigkeitsverminderung angegeben habe. Eine solche Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden als Grund für die Arbeitsverminderung werde für den aktuellen Gutachter aus den damali
gen Angaben der
Beschwerdeführerin
nicht ersichtlich. Ebenso müsse aus aktu
eller Warte davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin
im Zeit
raum vor der damaligen Begutachtung sehr wohl unter Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe (
Traumaerinnerungen
, nächtlich
e Alpträume, Nachhallerlebnisse
im Sinne von Flashbacks) und auch die effektive Modulationsfähigkeit auf einem depressiven
Grundstimmungs
niveau
eingeschränkt gewesen sei; zudem sei die
Beschwerdeführerin
vorgängig bereits mehrfach als auch depressiv beschrieben worden. Letztlich müsse aber auch in den Ausführungen von
Dr.
Z.___
ein Widerspruch gesehen werden einerseits mit seiner Beurteilung, dass situativ phobische Ängste im Si
n
ne von spezifischen Phobien respektive deren Symptomatik für die Tätigkeit der Explorandin kaum von arbeitseinschränkendem Charakter sei, er
handkehr
herum
allerdings die phobische Symptomatik der
Beschwerdeführerin
bei ein
setzender Dunkelheit als potentiell zu einer erhöhten emotionalen Belastung und damit verbunden erhöhter Erschöpfbarkeit und kognitiven Beeinträchti
gungen führend eingestuft und einen Einsatz auf offener Strasse in Dunkelheit als nicht ratsam fest
gehalten habe
. Sei zuvor von kaum arbeitseinschränkendem Charakter der phobischen Problematik gesprochen, so müsse man jedoch in einem Abraten von Arbeitseinsätzen bei Dunkelheit einen doch deutlich ein
schränkenden Arbeitscharakter dieser phobischen Problematik sehen. In Bezug auf die von
Dr.
Z.___
bemerkte
Chronifizierungsentwicklung
im Sinne eines maladaptiven Syndroms nach posttraumatischer Belastungsstörung führte
Dr.
Y.___
aus, als maladaptiv lasse sich im Prinzip jede psychische
Gesund
heitsbeeinträchtigung
fassen
. Hierbei würden jedoch die individuellen psychi
schen Ressourcen eines Menschen ausser Acht gelassen, wie sie im Falle der
Beschwerdeführerin
in ihrer Persönlichkeitsstruktur, Selbstunsicherheit, gerin
gem Selbstwertgefühl sowie ängstlich-vermeidenden und abhängigen
Persön
lichkeitszügen
zu erkennen seien (S. 42 f.).
Zur neueren Entwicklung führte
Dr.
Y.___
aus, im Jahre 2011 sei es bei der
Beschwerdeführerin
zu einer neuerlichen Traumatisierung (Übergriff durch den damaligen Freund ihrer Tochter) gekommen, in deren Folge sich wiederum eine deutliche psychische Zustandsverschlechterung entwickelt habe. Laut Bericht des Vertrauensarztes der Pensionskasse Stadt
E.___
vom 2
1.
August 2012 habe sich die
Beschwerdeführerin
in deutlich bedrückter Stimmung präsentiert, kaum schwingungsfähig, das Denken auf die Traumatisierung von 2004 und die
Retraumatisierung
von 2011 fixiert, jeweils nur sehr kurz ablenkbar, Angst- und Panikzustände, Schuldgefühle, Scham, Alpträume, sozialer Rückzug. Dem schienen in gewisser Weise die Informationen und Beobachtungen des
B.___
Gutachtens aus dem Jahre 2013 entgegenzustehen, wonach sich die Explo
randin im Kontaktverhalten burschikos, bestimmt, viel Raum einnehmend mit teilweise bunten traumatischen Schilderungen sowie im Auftritt locker und läs
sig präsentiert habe. In der aktuellen Untersuchung lasse sich jedoch kein bur
schikos wirkendes Auftreten feststellen und sie erschein
e
dem Gutachter auch nicht locker oder lässig. Man müsse gerade aus heutiger Warte von einer mitt
lerweile eingetretenen andauernden Persönlichkeitsänderung nach
Extrembe
lastung
ausgehen (S. 43 f.).
Gutachter
Dr.
Y.___
ging seit dem Gewaltübergriff im Jahre 2011 von einer erneut eingetretenen vollen Arbeitsunfähigkeit für ausserhäusliche Berufstätig
keiten aus, wobei auch keine Verweistätigkeit als zumutbar einzustufen sei. Die
Beschwerdeführerin
sei durch ein komplex-
komorbides
Krankheitsbild beein
trächtigt, durch das man ihr die für eine berufliche Tätigkeit notwendigen Res
sourcen wie emotionale und physische Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Vitalität, gedankliche und emotionale Flexibilität absprechen lassen müsse (S. 45).
Die Prognose bezeichnete
Dr.
Y.___
gegenwärtig sowie auch auf längere Zeit als ungünstig. Bereits zu früherer Zeit sei nach dem Gewaltübergriff eine gewisse Hoffnung in eine weitere Besserung ihrer gesundheitlichen Verfassung mit
Auswirkung auf eine weitere Erhöhung ihrer Arbeitsfähigkeit zum Ausdruck gebracht worden,
diese habe
sich bis zum zweiten Gewaltübergriff im Jahre 2011 jedoch nicht eingestellt. Zwar habe sich nach dem ersten Gewaltübergriff im Jahre 2004 nach zunächst mehrmonatiger drastischer psychischer
Befind
lichkeitsbeeinträchtigung
eine Verbesserung ihres psychischen Gesundheitszu
standes bewirken lassen, der ihr in der Folge über mehrere Jahre einen
Wieder
einstieg
ins Berufsleben in einem Pensum von 50
%
ermöglicht
habe. Diese teilweise psychische Stabilisierung (auf insgesamt labilem Niveau)
sei
mit dem Gewaltübergriff im Jahre 2011 wieder hinfällig geworden und es lasse sich trotz seit dieser Zeit weiter intensiv erfolgter psychotherapeutischer Behandlung keine Zustandsverbesserung der Art feststellen, die Hoffnung auf ein weiteres Fortschreiten machen könnte. Der psychische Gesundheitszustand der
Beschwer
deführerin
habe sich über die vergangenen Jahre in negativem Sinne
chronifiziert
(S. 45).
Dr.
Y.___
diagnostizierte zusammenfassend eine andauernde
Persönlichkeits
änderung
nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) auf der Basis einer vorgängig bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung, eine Panikstörung (ICD-10 F43.1), dissoziative Krampfanfälle (ICD-10 F44.5) sowie eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1, S. 46).
Zur Kausalität hielt
Dr.
Y.___
sodann fest, diese Diagnosen hätten sowohl im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (3
1.
Dezember 2010) als auch am 2
0.
Juli 2011 vorgelegen, wenngleich noch nicht in dem arbeitslimitierenden Ausmass wie nach dem Ereignis aus dem Jahre 201
1.
Der Kausalzusammenhang zwi
schen der komplex-
komorbiden
psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung und dem „Unfallereignis“ aus dem Jahre 2004 müsse aus gutachterlicher Warte bejaht werden, so wie dies gemäss Aktenlage bereits in den Jahren 2005 und 2007 in vorgängigen medizinischen Beurteilungen eingeschätzt worden sei und aus aktueller Beurteilungs
w
arte bestätigt werden könne (S. 47). Der aktuelle und seit Jahren bestehende deutlich beeinträchtigte psychische Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
wäre ohne das Ereignis im Jahre 2004 respektive die
Retraumatisierung
im Jahre 2001 in seinem heutigen Erscheinungsbild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten und der heutige psychische Gesundheitszustand stelle sich deutlich anders dar, als er vor dem ersten Ereig
nis gewesen sei (S. 47 f.).
3.3.2
In seiner Ergänzung vom 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
19)
fügte
Dr.
Y.___
an
, ab etwa dem Jahr 2007 sei in Bezug auf die Auswirkungen des Ereignisses vom 2
4.
November 2004 von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin
mehr zu
erwarten gewesen bei stationärem Zustand und einer 50%igen Arbeitsfähigkeit. Im Nachgang zu den noch Hoffnung auf eine Verbesserung vermittelnden Ein
schätzungen von Psychoanalytiker
A.___
(2006) und des
G.___
(2007,
Urk.
2/10/M23) habe sich der psychische Gesundheitszustand trotz weiter regelmässig durchgeführter psychotherapeutischer Begleitung nicht verbessert, sondern habe sich lediglich auf einem Niveau mit 50%iger Arbeitsfähigkeit halten lassen.
4.
4.1
Aufgrund der Aktenlage ausgewiesen und zwischen den Parteien auch nicht
(mehr)
umstritten ist, dass in Bezug auf das erste Gewaltereignis im Zeitpunkt des Fallabschlusses (3
1.
Dezember 2010) von weiteren Behandlungen keine massgebliche Verbesserung mehr erwartet werden konnte.
Damit erweist sich der Fallabschluss und die Prüfung der Rentenfrage per diesem Datum als kor
rekt (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
4.2
4.2.1
Den neu eingegangenen medizinischen Akten, namentlich dem Gutachten des
Dr.
Y.___
, ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
zu diesem Zeitpunkt weiterhin an massgeblichen psychischen Beschwerden mit Krankheitswert litt. Er stellte umfangreiche Diagnosen mit im Vordergrund stehender andauernder Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung und schloss auf eine dadurch bedingte anhaltende und therapeutisch nicht mehr beeinflussbare 50%ige Arbeitsunfähigkeit bei bloss teilweiser psychischer Stabilisierung auf insgesamt labilem Niveau. Dies unter Verweis auf die komplexe psychische
Gesundheits
beeinträchtigung
mit labiler Zustandsverbesserung und Symptomen wie sozialer Rückzug, Schlafstörungen, Appetitstörungen und herabgestimmte
Grundstim
mung
(E. 3.3.1)
.
Im gleichen Sinn schloss Psychoanalytiker
A.___
auf eine (leicht geringere) Arbeitsfähigkeit von 40
%
unter Verweis auf die psychiatrischen Befunde (zerschlagen fühlen, innere Leere, Sinnlosigkeitsgedanken, Panikanfälle bei
m
Nähern von Männern sowie bei Dunkelheit, Sicherheitsgefühl lediglich zu Hause in familiärer Gesellschaft) und erachtete einen Einsatz abends als nicht mehr möglich
(E. 3.2)
.
Auch die
B.___
-Ärzte gingen von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus und verwiesen ebenfalls auf die Hauptdiagnose einer andauernden
Persönlichkeits
änderung
nach Extrembelastung sowie die damit zusammenhängenden Ein
schränkungen.
Dies untermauerten sie mit dem Hinweis auf die (anamnestisch)
erhobenen Befunde innerer Leere, Misstrauen, Angst, Verunsicherung
sowie
Belastungsintoleranz samt zahlreichen psychosomatischen Beschwerden (E. 3.1).
4.2.2
R
echtsprechungsgemäss
ist zu berücksichtigen, dass die psychiatrische Explora
tion von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet,
innerhalb
dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpreta
tionen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgericht
s
8C_839/2013 vom 13. März 2014 E.
4.2.2.1 mit Hinweisen).
Angesichts zweier übereinstimmender gutachterlicher Einschätzungen
der Arbeitsfähigkeit von 50
%
ist - bei ansonsten ähnlicher Beur
teilung der Psychopathologie und deren Auswirkungen, von diesem Wert auszugehen. Auf die leicht tiefere Schätzung von Psychoanalytiker
A.___
(40
%
) ist nicht abzustellen, handelt es sich doch bei ihm um den behandelnden Psychologen (vgl. dazu
BGE 135 V 465 E. 4.5)
und kommt einer Expertise
-
na
ment
lich einem Gerichtsgutachten
-
höherer Beweiswert zu, sofern sie den
praxis
gemässen
Anforderungen an deren Beweiswert entspricht,
nicht zuletzt weil
der Fokus ein neutralerer ist.
Damit
ist ab Leistungseinstellung (3
1.
Dezember 2010) eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin
erstellt, wovon sie auch selber
auszugeh
t (
Urk.
26 S. 11).
4.2.
3
Die Beschwerdegegnerin bestritt die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
per Ende 2010 nicht mehr substantiiert, sondern
liess
es
im Wesentlichen mit dem Hinweis bewenden, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh
rerin nach dem Gewaltereignis vor allem dank der positiven Entwicklung und Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes in der Lage gewesen sei, sich gänzlich auf eine neue Beziehung einzulassen, in welcher sie sich aufgehoben gefühlt habe, wieder zu heiraten und einer Teilzeitarbeit nachzugehen sowie in der Lage gewesen sei, so gesehen in gewisser Hinsicht ein geregeltes Leben führen zu können (
Urk.
22 S. 2 unten).
Diesen Ausführungen kann vollumfänglich zugestimmt werden, sie lassen eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50
%
indes nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen. Sämtliche beteiligten Ärzte -
ausser
Dr.
Z.___
, dessen Einschät
zung das Bundesgericht aber nicht gefolgt ist -
schlossen auf eine ca. 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit per Ende 2010 und begründeten dies ent
sprechend. Damit einher geht selbstredend die Fähigkeit, das Leben
einiger
massen
bewältigen zu können, was die Beschwerdeführerin mit der Ausübung ihres Berufes im Umfang der noch möglichen 50
%
(bzw. effektiv umgesetzt 40
%
)
denn auch gezeigt hat. Das Eingehen (bzw. Weiterführen) einer
Partnerschaft und die nachfolgende Heirat
schliessen
eine doch erhebliche Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht aus.
4.3
Bei dieser Aktenlage und der erstellten Diagnose samt ausgewiesener Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ist auch die
natürliche
Kausalität nicht zu bezweifeln, sind sich die Ärzte diesbezüglich doch
einig
und liegt es auf der Hand, dass das Gewaltereignis vom 2
4.
November 2004 Ursache der nachfol
genden psychischen Beschwerden war.
Der Stat
u
s quo sine war jedenfalls nicht mehr zu erreichen.
Dr.
Y.___
bestätigte dies denn auch explizit unter Hinweis auf die Einschätzungen der echtzeitlich behandelnden Ärzte.
Auch die Ärzte der
B.___
beschrieben die psychische Pathologie als Folge der Entführung mit
anfänglicher
Entwicklung einer post
traumatischen Belastungsstörung samt Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung.
Angesichts der Schwere des Übergriffs ist auch die Adäquanz ohne weiteres zu bejahen.
5.
Bei erstellter 50%iger Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im
Zeitpunkt des
Fall
abschlusses
(3
1.
Dezember 20
10
) entspricht die
Erwerbseinbusse
ebenfalls 50
%
. Die Beschwerdeführerin war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor bei der
D.___
beschäftigt, welche
ihr
Arbeitspensum
flexibel
d
em jeweiligen
Arbeitsfä
higkeitsgrad
anpasste (
60
%
im November 2005 [
Urk.
2/9/
G
27],
40
%
im Mai 2008 [
Urk.
2/9/
G
71])
unter entsprechender prozentualer Kürzung des Lohnes. Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 201
1
bei 50%iger Arbeitsfähigkeit auch im entsprechenden Pensum hätte arbeiten können und auf dieser Basis
entlöhnt
worden wäre. Etwas anderes machten auch die Par
teien nicht geltend. Damit beträgt der In
validitätsgrad ab
1.
Januar 2011
50
%
, in welchem Umfang der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente zusteht.
Dem
gemäss
ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen
.
6
.
6.1
Zur unfallversicherungsrechtlichen Relevanz der gesundheitlichen Entwicklung nach dem zweiten Vorfall (Übergriff auf die Tochter
am 1
6.
Juni 2011) ist vorwegzuschicken, dass dieses Ereignis nicht Gegenstand der
leistungsein
stellenden
Verfügung der Beschwerdegegnerin bilden konnte, wurde diese doch am
1
7.
Januar 2011 (
Urk.
2/9/G127) und damit vor diesem Ereignis erlassen. Der angefochtene
Einspracheentscheid
datiert wohl vom 2
0.
Juli 2011 (
Urk.
2/2)
- mithin
gut einen Monat nach dem Vorfall
-
, die Beschwerdegegnerin hatte aber mangels entsprechender Meldung keine Kenntnis von diesem Vorfall und
dieser fand dementsprechend auch keinen Eingang in den Entscheid. Die Beschwerdeführerin liess namentlich in ihrem Schreiben vom 2
2.
Juni 2011 (
Urk.
2/9/G147) betreffend Taggeldabrechnung jeglichen Hinweis vermissen.
Dieses zweite Ereignis bildete demgemäss auch nicht Gegenstand der Verfahren am hiesigen Gericht sowie am Bundesgericht.
Damit ist festzuhalten, dass bezüglich des zweiten Ereignisses kein anfechtbarer Entscheid vorliegt, weshalb dieses auch nicht gerichtlich beurteilt werden kann.
6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des
Anfech
tungsgegenstandes
, das heisst ausserhalb des durch die Ver
fügung beziehungs
weise durch den
Einspracheentscheid
bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitge
genstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen).
6.3
Die Voraussetzungen für eine
Ausdehnung
des Streitgegenstandes auf die Fol
gen des zweiten Ereignisses sind nicht gegeben, da es sich nicht um ein Element einer Tatbestandsgesamtheit handelt. So handelt es sich dabei offenkundig
weder um ein Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit noch um ein scheinbar geheiltes Leiden, welches im Verlaufe längerer Zeit Verände
rungen bewirkt, die zu einem anders
gearteten Krankheitsbild führten.
Gemäss
Rechtsprechung können die Folgen eines neuen Ereignisses begrifflich nicht einen Rückfall oder eine Spätfolge zu einem versicherten Unfall darstellen. Es kann somit dort nicht von unfallkausalen Rückfällen oder Spätfolgen zum ver
sicherten Unfall gesprochen werden, wo der Zustand unfallbedingter Beein
trächtigung zu keinen Leistungen Anlass gab oder mit den zugesprochenen Leistungen entschädigt ist, und erst
ein neues
Ereignis eine neue
Gesundheits
schädigung
verursacht oder eine vorbestehende unfallkausale
Gesundheitsschä
digung
verschlimmert
(Urteil des Bundesgerichts 8C_934/2014 vom
8.
Januar 2016 E. 3.3 mit der Thematik eines neuen, nicht versicherten Ereignisses).
Damit handelt es sich beim Übergriff auf die Tochter der Beschwerdeführerin um ein neues Geschehen, zu welchem sich mannigfaltige Fragen stellen, namentlich zum Unfallbegriff
, (bei Bejahung) zu den vorübergehenden Versi
cherungsleistungen, den Zeitpunkt des neuerlichen Fallabschlusses samt
Anspruch auf
Dauerleistungen
.
Diese sind vorweg von der Beschwerdegegnerin zu beantworten, weshalb sie nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bil
den.
7
.
7
.1
7
.1.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bun
des
rat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige
Integri
tätsschäden
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Abs. 3).
7
.1.2
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungsgrundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integri
tätsschadens
für den „Regelfall“ gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7
.2
Dr.
Y.___
bezifferte den Integritätsschaden im Gutachten vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
15) mit 100
%
und führte zur Begründung lediglich aus, aufgrund der aktuellen Informationslage müsse man von einem durch das zweite
Unfallereig
nis
hervorgerufenen nun dauerhaften (
chronifizierten
) Integritätsschaden aus
gehen (S. 49).
Auf Rückfrage des Gerichts (in Bezug auf die Folgen des ersten Ereignisses) ergänzte er am 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
19), nach dem Ereignis vom November 2004 habe sich bei der Beschwerdeführerin eine mittelschwere psychisch bedingte Integritätsschädigung eingestellt, entsprechend 50
%
gemäss SUVA-Tabelle 1
9.
Die Integritätsschädigung nach der
Retraumatisierung
im Jahr 2011 sei höher einzustufen: bei mittelschwerer bis schwerer psychischer Störung „ent
sprechend 50 und 80
%
“ gemäss SUVA-Tabelle.
7
.3
Laut SUVA-Tabelle 19 (Integritätsen
t
schädigung gemäss UVG bei psychischen Folgen von Unfällen) setzt die Annahme eines
Int
egritätss
chaden von 50
%
(mittelschwer) F
olgendes voraus
(S. 5)
:
„Ausser der beschreibbaren psychischen Symptomatik und deren Folgen sind eindeu
tige Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration und komplexere exekutive Funktionen fassbar.
Diese treten nicht nur in stark belastenden Situationen, sondern bereits bei Anforderungen auf, die das alltägli
che Mass überschreiten. Sie beeinträchtigen das alltägliche Leben. Die Arbeitsfähig
keit ist reduziert.“
7
.4
Nach dem vorliegend einzig relevanten ersten Ereignis vom November 2004 verblieben bei der Beschwerdeführerin paranoide Ängste, si
e
könnte von hinten angefallen werden oder ihrem Ex-Mann auf der Strasse begegnen,
mit Panik sowie Herzrasen beim N
ähern eines Mannes, Lähmungserscheinungen, Schwin
del, Bewusstseinsverlust sowie Durchfällen. Bei Dunkelheit steigerte sich die Angstsymptomatik, ein Sicherheitsgefühl hatte sie nur im eigenen Hause. Weiter verlieben Schlafstörungen samt Verfolgungsträume (E. 3.2).
Diese Symptome gehen über diejenigen einer leichten bis mittelschweren Stö
rung hinaus, bei welcher die Symptomatik grundsätzlich nur unter starken Belastungen im Alltag und im Beruf manifest wird (SUVA-Tabelle S. 5). Sie erreichen indes auch nicht das Mass einer mittelschweren bis schweren Störung, bei welcher die psychische Symptomatik und begleitende kognitive Beeinträch
ti
gungen andauernd und deutlich ausgeprägt vorhanden sind (SUVA-Tabelle S.
5).
Damit erweist sich die Einschätzung des Gerichtsgutachters als plausibel und ist von einer
mittelschweren
psychischen Störung entsprechend einer
Integritäts
einbusse
von 50
%
auszugehen, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt teilweise gutzuheissen ist.
8
.
8
.1
Der Sachverhalt war gemäss verbindlicher Feststellung des Bundesgerichts unge
nügend abgeklärt, und im Lichte von BGE 137 V 210 hätte das hiesige Gericht, was es nunmehr nachgeholt hat, zur Behebung des Mangels ein Gut
achten einholen sollen. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, das erforderlich wurde, weil (gemäss Bundesgericht) der Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, sind rechtsprechungsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 139 V 496 E. 4.4).
8
.2
Somit sind die Kosten des Gerichtsgutachtens im Betrag von Fr.
9‘900.--
(Urk. 1
6
) von der Beschwerdegegnerin dem Gericht zu erstatten.
9
.
Bei
diesem
Ausgang
des
Verfahrens
hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (Art. 61
lit
. g ATSG). Die Entschädigung wird unab
hängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit
des
Prozesses bemessen (§ 34
des
Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungsgericht
). Vorliegend erscheint ei
ne Prozessentschädigung von
Fr.
4‘800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
für die Aufwendungen für beide kantonalen Gerichtsverfahren
als angemessen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der
Beschwer
degegnerin
vom 2
0.
Juli 2011 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2011 Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 50
%
sowie Anspruch auf eine
Integritätsent
schädigung
basierend auf einer Integritätseinbusse von 50
%
hat
.
2.
Die
Gutachten
skosten von
Fr. 9‘900.--
werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
4'800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Ueli
Kieser
-
Unfallversicherung Stadt Zürich
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
16
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger