# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6975b515-78db-53d3-8101-6beddb28f83e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 04.10.2016 SK1 2015 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2015-4_2016-10-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 04. Oktober 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 15 4          15. November 2016

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

In der strafrechtlichen Berufung

der X._____, Privatklägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. Marco Ettisberger, Hinterm Bach 40, Postfach 203, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 26. August 2014, ohne schriftliche Be-
gründung mitgeteilt am 28. August 2014, schriftlich begründet mitgeteilt am 28. 
Januar 2015, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen Y._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marc 
E. Wieser, Chesa Wieser, 7524 Zuoz,

betreffend Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ wurde am Z.1_____ 1961 in O.1_____ NE geboren. Er ist 
selbständig als Reiseunternehmer tätig und organisiert insbesondere Winterrei-
sen. Y._____ ist ledig und hat keine Unterhaltsverpflichtungen. Gemäss Auskünf-
ten der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden betrugen seine Einkünfte im 
Jahre 2007 Fr. 43‘954.-- und im Jahre 2009 Fr. 62‘813.--. Anlässlich der Haupt-
verhandlung vor der Vorinstanz am 26. August 2014 erklärte Y._____, dass seine 
Einkünfte sich immer noch in derselben Grössenordnung bewegten.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist Y._____ mit einer Vorstrafe verzeich-
net: Am 16. Juli 2004 verurteilte ihn der Kreispräsident Oberengadin wegen grober 
Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 500.--, bedingt vollziehbar 
bei einer Probezeit von einem Jahr.

B. Mit Strafbefehl vom 30. August 2011 wurde Y._____ von der Staatsanwalt-
schaft Graubünden wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB mit 
einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, bedingt vollziehbar bei einer 
Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 400.--, Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung 5 Tage, bestraft. Gegen diesen Strafbefehl erhob 
Y._____ mit Schreiben vom 8. September 2011 fristgerecht Einsprache. 

C. Nachdem die Staatsanwaltschaft Graubünden weitere Beweise abgenom-
men und insbesondere verschiedene Zeugen einvernommen hatte, teilte sie den 
Parteien mit Schreiben vom 16. April 2013 mit, sie werde beim Gericht Anklage 
gemäss Art. 324 ff. StPO erheben. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden datiert vom 31. Oktober 2013 und enthält folgenden Sachverhalt: 

„Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB

Y._____ ist Eigentümer der Wohnung[en] im Erdgeschoss der Liegenschaft 
Nr. Z.2_____, Chesa L._____, in O.2_____. Im Juli 2010 liess der Be-
schuldigte, ohne Zustimmung der übrigen Stockwerkeigentümer und im 
Wissen, dass diese damit nicht einverstanden waren, Bestandteile der 
Fassade sowie gemeinschaftliche Bauteile, insbesondere Balkonbrüstun-
gen, abbrechen und Fensteröffnungen seiner Wohnungen abändern. Da-
durch hat er im gemeinschaftlichen Eigentum stehende ursprüngliche Bau-
teile vorsätzlich beschädigt und entfernt.

Ebenfalls liess Y._____ im Zusammenhang mit der Ausstattung seiner 
Wohnräume mit Bodenheizung diverse Leitungen an der gemeinschaftli-
chen Heizanlage abändern und diese neu an Wänden und Decke der ge-
meinschaftlichen Kellerräume festmachen, wozu diese Mauerteile ange-
bohrt wurden. Auch diese Arbeiten wurden ohne Zustimmung der Stock-
werkeigentümerversammlung ausgeführt.

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X._____, Stockwerkeigentümerin in der Chesa L._____, reichte am 04. Ok-
tober 2010 bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eine entsprechende 
Strafanzeige ein und konstituierte sich als Privatklägerin.“

D. Am 26. August 2014 fand vor dem Bezirksgericht Maloja die Hauptverhand-
lung statt, an welcher Y._____ und sein privater Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. 
Marc E. Wieser, sowie X._____ als Privatklägerin mit ihrem Rechtsvertreter, 
Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Ettisberger, anwesend waren. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden hatte auf eine Teilnahme verzichtet. 

Mit Urteil vom 26. August 2014, ohne schriftliche Begründung am 28. August 2014 
mitgeteilt, entschied das Bezirksgericht Maloja wie folgt:

„1. Y._____ wird vom Vorwurf der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 
Abs. 1 StGB freigesprochen.

2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 3‘050.00
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 110.00
- Gerichtsgebühr CHF 3‘000.00
Total CHF 6‘160.00

werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 3‘160.- zulasten des 
Kantons Graubünden und CHF 3‘000.- zulasten des Bezirksgerichtes 
Maloja. 

3. Y._____ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädi-
gung zulasten des Bezirksgerichtes Maloja von pauschal CHF 8‘000.- 
(inkl. MwSt. und Auslagen) zugesprochen.

4. (Rechtsmittelbelehrung.)

5. (Mitteilung.)“

E. Gegen dieses Urteil meldete X._____ am 3. September 2014 Berufung an, 
worauf das Bezirksgericht Maloja den Parteien am 28. Januar 2015 ein schriftlich 
begründetes Urteil zustellte. Am 2. Februar 2015 reichte X._____ die schriftliche 
Berufungserklärung beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Sie stellte folgende 
Rechtsbegehren:

„I. Rechtsbegehren

a) materielle Anträge

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 26. August 
2014/28. Januar 2015 sei vollumfänglich aufzuheben. 

2. Es sei Y._____ schuldig zu sprechen der Sachbeschädigung gemäss 
Art. 144 Abs. 1 StGB.

Dafür sei er zu verurteilen

- Zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 80.00. Der Voll-
zug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren.

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- Sowie zu einer Busse von CHF 400.00, ersatzweise zu einer Frei-
heitsstrafe von 5 Tagen.

Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie die Untersu-
chungskosten seien dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen. 

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zugunsten der Beru-
fungsklägerin und zulasten des Berufungsbeklagten.

b) Verfahrensanträge

1. Es sei ein schriftliches Verfahren anzuordnen.

II. Beweisanträge

1. Es seien sämtliche Akten des Vorinstanzlichen Verfahrens und der 
Strafuntersuchung zur Prozedur zu nehmen.

2. Es seien folgende Urkunden neu zur Prozedur zu nehmen:

- Kostenschätzung Architekt A._____, O.3_____, vom 15. Oktober 
2014 betreffend Wiederherstellungskosten

- Fotodokumentation mit 23 Blatt
- Baubewilligung Gemeinde O.2_____ vom 3. November 2014
- Schreiben RA Dr. Marc E. Wieser vom 12. Januar 2015
- Schreiben B._____ an Architekt A._____
- Urteil Bezirksgericht Maloja vom 26. August 2014/28. Januar 2015

3. Eventualiter sei eine Expertise über Art und Umfang der vom Beru-
fungsbeklagten zu verantwortenden Eingriffe in das Eigentum der 
StWEG L._____ und der Berufungsklägerin sowie über die Wiederher-
stellungskosten einzuholen.“

F. Mit Schreiben vom 6. Februar 2015 wies der Vorsitzende der I. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden Y._____ sowie die Staatsanwaltschaft 
Graubünden darauf hin, dass X._____ die Durchführung des schriftlichen Verfah-
rens beantragt habe, und er forderte sowohl die Staatsanwaltschaft als auch 
Y._____ auf, dem Kantonsgericht mitzuteilen, ob sie mit der Durchführung des 
schriftlichen Verfahrens im Sinne von Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO einverstanden 
seien. Mit Schreiben vom 10. Februar 2015 erklärte sich die Staatsanwaltschaft 
Graubünden mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden. 
Y._____ stimmte mit Schreiben vom 26. Februar 2015 dem schriftlichen Verfahren 
ausdrücklich zu. Daraufhin ordnete der Vorsitzende der I. Strafkammer des Kan-
tonsgerichts mit Verfügung vom 3. März 2015 das schriftliche Verfahren an. 
Gleichzeitig setzte er X._____ Frist bis zum 25. März 2015 zur Einreichung einer 
schriftlichen Berufungsbegründung. 

G. Nach Erstreckung der Frist reichte X._____ ihre Berufungsbegründung am 
21. April 2015 ein. Sie unterliess es, die in der Berufungserklärung aufgeführten 

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Beweisanträge zu wiederholen. Neu stellte sie den weiteren Beweisantrag, es sei 
ein Augenschein durchzuführen.

Am 12. Mai 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft Graubünden auf eine Stel-
lungnahme. Am 24. Juli 2015 reichte Y._____ seine Stellungnahme zur Berufung 
ein. Er beantragte die kostenfällige Abweisung der Berufung, soweit überhaupt 
darauf eingetreten werden könne. Am 2. September 2015 erfolgte die Replik, am 
27. Oktober 2015 die Duplik. Beide Parteien hielten dabei an ihren Rechtsbegeh-
ren fest. Am 6. November 2015 reichte X._____ eine Triplik mit unverändertem 
Rechtsbegehren ein. Y._____ antwortete am 10. Dezember 2015 mit einer Stel-
lungnahme zur Triplik, in welcher er seine Rechtsbegehren bestätigte. 

Mit Schreiben vom 22. Juli 2016 wies der Vorsitzende der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts X._____, Y._____ sowie die Staatsanwaltschaft Graubünden 
darauf hin, dass bezüglich der Anordnung des schriftlichen Verfahrens in der Ver-
fügung vom 3. März 2015 fälschlicherweise auf Art. 406 Abs. 1 lit a StPO Bezug 
genommen worden sei anstatt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO. Er hielt fest, die Ver-
fügung vom 3. März 2015 werde dahingehend abgeändert, dass die Anordnung 
des schriftlichen Verfahrens gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO erfolge. Den 
Parteien eröffnete er die Möglichkeit, in diesem Zusammenhang Ergänzungen zu 
ihren schriftlichen Eingaben einzureichen. Weder X._____ noch Y._____ noch die 
Staatsanwaltschaft Graubünden liessen sich in der Folge vernehmen.

H. Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil und in den Rechtsschriften 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. a) Gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz 
oder teilweise abgeschlossen worden ist, ist die Berufung an das Kantonsgericht 
von Graubünden zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 22 des Ein-
führungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 
350.100]). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen 
Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils (Art. 84 StPO) schriftlich oder 
mündlich zu Protokoll anzumelden. Die Partei, die Berufung angemeldet hat, hat 
sodann innert 20 Tagen seit Zustellung des begründeten Urteils dem Berufungs-
gericht eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). 
Vorliegend wurde das angefochtene Urteil am 28. August 2014 ohne schriftliche 

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Begründung mitgeteilt (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 17), womit die Rechtsmittel-
frist ausgelöst wurde (Art. 384 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 84 Abs. 2 StPO). 
Die Berufungsklägerin hat daraufhin am 3. September 2014 und somit innert Frist 
die Berufung beim Bezirksgericht Maloja angemeldet (act. A.1). Die Mitteilung des 
schriftlich begründeten Urteils durch die Vorinstanz erfolgte alsdann am 28. Janu-
ar 2015 (angefochtenes Urteil, act. E.1). In der Folge reichte die Berufungsklägerin 
am 2. Februar 2015 die schriftliche Berufungserklärung beim Kantonsgericht von 
Graubünden ein (act. A.2). Die Berufung ist somit frist- und formgerecht erhoben 
worden.

b) Der Berufungsbeklagte bestreitet im Berufungsverfahren, dass die Beru-
fungsklägerin ein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Aufhebung des vor-
instanzlichen Entscheides habe. Er begründet seine Auffassung damit, dass die 
Berufungsklägerin nach der Eröffnung des vorinstanzlichen Entscheides, aber 
noch vor Einreichung der Berufungserklärung das Eigentum an den beiden 
Stockwerkeinheiten in der Chesa L._____, die ihr gehört hätten, mittels Schen-
kungen an ihre Kinder abgetreten habe. Damit aber sei die Berufungsklägerin seit 
dem Vollzug der Schenkungen nicht mehr Miteigentümerin am Grundstück Nr. 
Z.2_____, Chesa L._____, in O.2_____. Nachdem sie gemäss Grundbuchauszug 
auch keine Nutzniessung an ihren ehemaligen Stockwerkeinheiten besitze, fehle 
ihr jegliches Rechtsschutzinteresse an der Einreichung der Berufung.

aa) Bezüglich der Privatklägerschaft, die sich – wie vorliegend die Berufungs-
klägerin – einzig als Strafklägerin nach Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO konstituiert hat, 
hat das Bundesgericht entschieden, dass das gemäss Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO 
bestehende Recht auf Verfolgung sowie Verurteilung des Straftäters, unabhängig 
von jeglichen Zivilansprüchen und von einem aktuellen Nachteil, das rechtliche 
Interesse der Privatklägerschaft im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO begründe, ge-
gen das Urteil Berufung einzulegen. Dabei genüge es, geschädigt im strafrechtli-
chen Sinne zu sein, ein zivilrechtlicher Schaden sei nicht nötig (vgl. BGE 141 IV 
231 E. 2.5 mit Hinweis auf BGE 139 IV 78 E. 3.3.3 f.). Geschädigte Person ist, wer 
durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 
1 StPO). Die Umschreibung der unmittelbaren Verletzung in eigenen Rechten geht 
vom Begriff des Rechtsgutes aus. Unmittelbar verletzt und geschädigt im Sinne 
von Art. 115 StPO ist deshalb prima vista, wer Träger des durch die verletzte 
Strafnorm im Zeitpunkt der Tat geschützten oder zumindest mitgeschützten 
Rechtsgutes ist (vgl. BGE 141 IV 454 E. 2.3.1).

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Für die Beantwortung der Frage nach dem aktuellen Rechtsschutzinteresse der 
Berufungsklägerin ist mithin entscheidend, ob die Berufungsklägerin auch nach 
der Abtretung des Eigentums an den Stockwerkeinheiten noch als Geschädigte, 
das heisst als Person, die in ihren Rechten durch die Straftat direkt verletzt wor-
den ist, anzusehen ist. Dabei ist von ausschlaggebender Bedeutung, wer oder 
was durch den Straftatbestand der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB ge-
schützt werden soll.

bb) Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, 
Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder un-
brauchbar macht. Art. 144 StGB schützt damit den Eigentümer in seiner ihm nach 
Art. 641 Abs. 1 ZGB zustehenden Befugnis, „in den Schranken der Rechtsordnung 
über [die Sache] nach seinem Belieben zu verfügen“, was unter anderem beinhal-
tet, dass grundsätzlich der Eigentümer über den Zustand der Sache entscheidet; 
die Inhaber eines Gebrauchs- oder Nutzniessungsrechts wiederum werden durch 
Art. 144 StGB in ihrer unbeeinträchtigten Verwendung der Sache geschützt. Der 
Straftatbestand der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB setzt weder 
voraus, dass die Sache einen Verkehrswert hat, noch dass die Handlung des 
Täters dem Berechtigten einen Vermögensschaden zufügt (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 6B_898/2015 vom 27. Juni 2016 E. 4.1). Eine Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB kann sogar vorliegen, wenn die Sache aufgrund der 
ohne Zustimmung vorgenommenen Veränderung ihres Zustands an Wert gewinnt 
(als Beispiel sei an eine Skizze/ein Bild eines bekannten Künstlers gedacht, 
die/das ohne Zustimmung des Eigentümers auf einer Sache angebracht worden 
ist). Art. 144 StGB schützt mithin das Recht des Eigentümers, dass die ihm 
gehörende Sache grundsätzlich nicht ohne seine Zustimmung verändert wird. 
Durch eine Sachbeschädigung, die per definitionem eine Veränderung der Sache 
voraussetzt, wird dieses Recht desjenigen, der im Zeitpunkt der Tathandlung Ei-
gentümer der Sache ist, offensichtlich verletzt. Es steht zudem ausser Frage, dass 
dieser Eigentümer ein rechtlich geschütztes Interesse hat, die Verletzung seines 
Rechts feststellen zu lassen beziehungsweise abklären zu lassen, ob sein Recht 
vom Täter objektiv und subjektiv verletzt worden ist und damit eine Sachbeschädi-
gung vorliegt. Gibt der Eigentümer das Eigentum an der Sache nach der Tathand-
lung weiter, indem er die Sache veräussert oder verschenkt, so geht die Verlet-
zung seines Rechts nicht auf den neuen Eigentümer über, denn der neue Ei-
gentümer erwirbt die Sache in dem Zustand, in dem sie sich im Zeitpunkt des Ei-
gentumsübergangs befindet. Sein Eigentumsrecht wird durch die Tathandlung 

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nicht (mehr) verletzt. Die Verletzung des Eigentumsrechts, die der damalige Ei-
gentümer im Zeitpunkt der Tathandlung erlebt hat, wird mit dem Eigentumsüberg-
ang auf einen neuen Eigentümer weder beendet noch geheilt. Das Unrecht, das 
dem damaligen Eigentümer zugefügt worden ist, ist durch den Übergang des Ei-
gentums nicht wieder gutgemacht worden. Daher hat sich am strafrechtlich ge-
schützten Interesse des verletzten Eigentümers einer Sache, die Frage der Verlet-
zung seines Rechts beziehungsweise der Erfüllung des Straftatbestandes der 
Sachbeschädigung abklären zu lassen, durch den Eigentumsübergang nichts 
geändert. Insofern ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass die Situation einer 
Körperverletzung vergleichbar ist, die ohne bleibende Schädigung verheilt ist. 
Auch wenn die körperliche Beeinträchtigung nicht mehr vorhanden ist, so wird 
doch niemand bestreiten wollen, dass die Rechtsgutverletzung weiter bestehen 
bleibt und der Verletzte ein rechtlich geschütztes Interesse daran hat, diese fest-
stellen zu lassen. In einer vergleichbaren Situation befindet sich die Berufungsklä-
gerin, nachdem das Eigentum an den Stockwerkeinheiten in der Chesa L._____ 
an ihre Kinder übergegangen ist. Sie hat weiterhin ein schützenswertes Interesse 
daran, eine mögliche Verletzung ihres im Zeitpunkt der angeklagten Tathandlun-
gen unbestreitbar bestehenden Rechtes abklären zu lassen. Ihr aktuelles Rechts-
schutzinteresse an der Erhebung der Berufung ist damit im Grundsatz zu bejahen. 
Dies gilt selbst unter Berücksichtigung, dass ein möglicherweise vorhandener fi-
nanzieller Schaden allenfalls auf die neuen Eigentümer übergegangen ist. Denn 
wie bereits festgestellt, ist der Strafkläger zur Erhebung eines Rechtsmittels be-
rechtigt, auch wenn ihm durch die strafbare Handlung kein Vermögensschaden 
entstanden ist oder ein solcher beispielsweise durch eine Versicherungsleistung 
kompensiert wurde. Dasselbe muss auch gelten, wenn ein gegebenenfalls vor-
handener Vermögensschaden bei einem Eigentümerwechsel nicht beim Strafklä-
ger verbleibt, sondern auf den neuen Eigentümer übergeht.

c) Anders sieht es bezüglich der Frage aus, ob die Berufungsklägerin ein 
rechtlich geschütztes Interesse daran geltend machen kann, dass gegen den Be-
rufungsbeklagten eine bestimmte Strafe ausgesprochen werde. Dem Rechtsbe-
gehren folgend verlangt die Berufungsklägerin, dass der Berufungsbeklagte we-
gen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB verurteilt und mit einer 
Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, bedingt aufgeschoben bei einer 
Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 400.--, Ersatzfreiheitsstrafe 
5 Tage, bestraft wird. Gemäss Art. 382 Abs. 2 StPO kann die Privatklägerschaft 
einen Entscheid hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion jedoch nicht anfech-
ten. Dies darum, weil nach dem Konzept der Schweizerischen Strafprozessord-

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nung der Strafanspruch, um den es im Strafverfahren geht, allein dem Staat zu-
steht. Es fehlt der Privatklägerschaft somit bezüglich der Strafhöhe am rechtlich 
geschützten Interesse, da sie durch das Strafmass allein grundsätzlich nicht be-
schwert ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_279/2013 vom 5. September 2013 
E. 3 mit Hinweisen; BGE 141 IV 231 E. 2.4). Soweit die Berufungsklägerin eine 
konkrete Strafe für den Berufungsbeklagten beantragt, ist sie als Privatklägerin 
mithin zur Erhebung der Berufung nicht legitimiert. Insoweit kann auf die Berufung 
nicht eingetreten werden. Sollte sich ergeben, dass der Berufungsbeklagte von 
der Vorinstanz zu Unrecht freigesprochen worden ist, so wird die Strafe im Übri-
gen von der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Amtes wegen zugemessen.

d) Die übrigen Prozessvoraussetzungen liegen vor und geben zu keinen wei-
teren Erörterungen Anlass. Insbesondere ist der Strafantrag (Akten der Staatsan-
waltschaft, act. 3.3) am 4. Oktober 2010 rechtzeitig gestellt worden (Art. 31 StGB), 
was nicht bestritten ist. Auf die Berufung ist damit, mit der vorerwähnten Ein-
schränkung, einzutreten. 

2. In der Berufungserklärung hat die Berufungsklägerin mehrere Beweisanträ-
ge gestellt. Diese sind vorneweg zu behandeln

a) Die Berufungsklägerin beantragt den Beizug der Akten des vorinstanzlichen 
Verfahrens sowie der Strafuntersuchung und sie führt zudem verschiedene Do-
kumente auf, die zur Prozedur zu nehmen seien. Den Antrag, es seien die Akten 
des Strafverfahrens beizuziehen, wiederholt sie in der Berufungsbegründung nicht 
mehr. Das schadet jedoch nicht, denn gemäss Gesetz sind die Akten des Vorver-
fahrens sowie des erstinstanzlichen Hauptverfahrens von Amtes wegen beizuzie-
hen (Art. 399 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 327 Abs. 1 lit. d StPO). Mit Be-
zug auf die angeführten und eingelegten Dokumente verweist die Berufungskläge-
rin in der Berufungsbegründung auf die Berufungserklärung. Das Strafprozess-
recht kennt eine Beschränkung der Einlage neuer Beweismittel im Berufungsver-
fahren nur für den Fall, dass ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erst-
instanzlichen Verfahrens gewesen sind (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO in Verbindung 
mit Art. 398 Abs. 4 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_20/2014 vom 14. Novem-
ber 2014 E. 8.3). Da diese Voraussetzung vorliegend nicht gegeben ist, sind die 
Dokumente zu den Akten zu nehmen.

b) In der Berufungserklärung beantragt die Berufungsklägerin eventualiter die 
Einholung einer Expertise über Art und Umfang der vom Berufungsbeklagten zu 
verantwortenden Eingriffe in das Eigentum der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

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L._____ und der Berufungsklägerin sowie über die Wiederherstellungskosten. In 
der Berufungsbegründung wiederholt sie diesen Antrag nicht mehr, ja, sie äussert 
sich zu diesem Antrag überhaupt nicht. Damit fehlt es an einer notwendigen Be-
gründung (vgl. Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozess-
rechts, 2. Auflage, Zürich 2013, N 1571 und N 1484; Luzius Eugster, in: Marcel 
Alexander Niggli/Marianne Heer/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, N 
9 zu Art. 406 StPO). Es ist nun aber nicht Aufgabe des Gerichts, in den Akten 
nach allen möglichen Gründen zu suchen, die für eine Expertise sprechen könn-
ten. Es ist vielmehr Sache der Parteien darzulegen, weshalb nach ihrer Auffas-
sung ein beantragter Beweis abgenommen werden muss. Auf den Antrag, es sei 
eine Expertise über Art und Umfang der vom Berufungsbeklagten zu verantwort-
enden Eingriffe in das Eigentum der Stockwerkeigentümergemeinschaft L._____ 
und der Berufungsklägerin sowie über die Wiederherstellungskosten einzuholen, 
kann daher wegen fehlender Begründung nicht eingetreten werden.

Der Beweisantrag wäre aber auch abzuweisen, wenn er zu prüfen wäre. Vorlie-
gend handelt es sich um ein Strafverfahren. Relevant können damit von vornher-
ein nur solche dem Berufungsbeklagten vorgeworfene Eingriffe in das gemein-
schaftliche Eigentum sein, die durch den in der Anklageschrift relevierten Sach-
verhalt abgedeckt sind (Art. 350 Abs. 1 StPO). Was die Berufungsklägerin an 
darüber hinausgehenden Eingriffen in ihren Rechtsschriften anführt, hat im vorlie-
genden Verfahren unbeachtet zu bleiben (vgl. Erwägung 4). Eine Expertise über 
diese zusätzlich geltend gemachten Eingriffe ist daher abzulehnen. Diejenigen 
behaupteten Eingriffe, die von dem in der Anklageschrift enthaltenen Sachverhalt 
erfasst sind, sind in den Akten gut dokumentiert (vgl. act. B.2 und C.20; Akten der 
Vor-instanz, act. 14 und act. 15; Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.4 und act. 
3.5), so dass eine Expertise über Art und Umfang nicht notwendig ist. Aber auch 
die Wiederherstellungskosten können offen bleiben, nachdem zum einen die Erfül-
lung des Straftatbestandes der Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB kei-
nen Vermögensschaden voraussetzt, zum andern keine Verurteilung gemäss Art. 
144 Abs. 3 StGB (Verursachung eines grossen Schadens) eingeklagt ist und – wie 
die nachfolgenden Erwägungen zeigen – auch nicht im Raume steht und zum Drit-
ten die Berufungsklägerin vorliegend keine Zivilforderung angemeldet hat. Bezüg-
lich des Einflusses des Schadens auf eine mögliche Strafzumessung ist zu sagen, 
dass in der Regel erst ein erheblicher Schaden, der zudem einzig auf die zur Ver-
urteilung gelangenden Straftaten zurückgeht, zu einer Straferhöhung führt und ein 
solcher vorliegend nicht gegeben ist, was sich aus den nachfolgenden Erwägun-
gen ergibt. Zusammenfassend ist deshalb der Antrag auf Einholung einer Experti-

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se zu Art und Umfang der Eingriffe des Berufungsbeklagten in das Eigentum der 
Stockwerkeigentümergemeinschaft L._____ und der Berufungsklägerin sowie zu 
den Wiederherstellungskosten abzulehnen. 

c) Die Berufungsklägerin hat erst in der Berufungsbegründung die Durch-
führung eines Augenscheins beantragt. Grundsätzlich sind Beweisanträge bereits 
mit der Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Allerdings 
können gemäss Art. 405 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 345 StPO im mündli-
chen Berufungsverfahren Beweisanträge bis zum Abschluss des Beweisverfah-
rens gestellt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_829/2013 vom 6. Mai 
2014 E. 4.3). Es ist kein Grund ersichtlich, in schriftlichen Berufungsverfahren an-
ders zu entscheiden. Der Antrag auf Durchführung eines Augenscheins ist damit 
rechtzeitig erfolgt. Die Berufungsklägerin hat den Augenschein im Zusammenhang 
mit ihrer Sachverhaltsdarstellung bezüglich der Verlegung der neuen Heizungs-
rohre für die Bodenheizung, die in den Stockwerkeinheiten des Berufungsbeklag-
ten eingebaut worden ist, beantragt (Berufung, act. A.5, S. 4 f. N 8). In den Akten 
finden sich zahlreiche Fotografien der beanstandeten Heizungsrohre sowie der bei 
deren Verlegung entstandenen (möglichen) Beeinträchtigungen. Damit aber er-
weisen sich die Lage der Heizungsrohre sowie die (möglichen) Beeinträchtigun-
gen als gut dokumentiert. Dass im Weiteren die Heizungsrohre zunächst teilweise 
durch eine Garage, die zu Sonderrecht der Berufungsklägerin ausgeschieden war, 
geführt worden waren und auf Intervention des Sohnes der Berufungsklägerin an-
derweitig verlegt werden mussten, ist unbestritten. Auch die weiteren dem Beru-
fungsbeklagten in der Anklageschrift vorgeworfenen Eingriffe sind in den Akten gut 
dokumentiert (vgl. act. B.2 und C.20; Akten der Vorinstanz, act. 14 und act. 15; 
Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.4 und act. 3.5). Von einem Augenschein sind 
unter diesen Umständen keine entscheidwesentlichen zusätzlichen Erkenntnisse 
zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann. Der Antrag auf Durchführung 
eines Augenscheins ist daher abzulehnen.

d) Auch der Berufungsbeklagte hat mit seinen Rechtsschriften verschiedene 
Dokumente eingelegt. Wie bereits festgestellt, kennt das Strafprozessrecht zum 
einen keine Beschränkung der Einlage neuer Beweismittel, sofern nicht aussch-
liesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens waren, und 
ist zum andern bis zum Abschluss des Beweisverfahrens im mündlichen Verfah-
ren beziehungsweise bis zur Urteilsberatung im schriftlichen Verfahren das Stellen 
von Beweisanträge möglich. Die Dokumente sind daher zu den Akten zu nehmen.

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3. Die Berufungsklägerin verlangt in ihrer Triplik, dass act. C.18, welches der 
Berufungsbeklagte mit der Duplik eingereicht hat, aus der Prozedur gewiesen 
wird. Begründend führt sie aus, sowohl auf der ersten als auch auf der letzten Sei-
te des Schriftstücks sei festgehalten, dass es unpräjudiziell und nicht für den Pro-
zessgebrauch bestimmt gewesen sei. Das Bundesgericht habe festgehalten, dass 
ein Verstoss gegen die Berufsregeln gemäss Art. 12 BGFA eine Rechtswidrigkeit 
nach Art. 152 Abs. 2 ZPO zu begründen vermöge. Zur Auslegung von Art. 12 
BGFA könnten die Standesregeln des Schweizerischen Anwaltsverbandes heran-
gezogen werden. Gemäss Art. 6 der Standesregeln dürfe das Gericht nur mit aus-
drücklicher Zustimmung der Gegenseite über den Inhalt von Vergleichsangeboten 
informiert werden. Art. 26 der Standesregeln bestimme überdies, dass als vertrau-
lich bezeichnete Dokumente keinen Eingang in Gerichtsverfahren finden dürften. 
Diese Regeln seien gemäss Bundesgericht strikt zu handhaben, da die ausserge-
richtliche Streitbeilegung im öffentlichen Interesse gefördert werden solle.

a) Bei act. C.18 handelt es sich um ein Schreiben, das der Rechtsvertreter der 
Berufungsklägerin offenbar im Rahmen von Vergleichsbemühungen an den 
Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten geschickt hat und das Vergleichsvor-
schläge enthält. Sowohl auf der ersten als auch auf der letzten Seite ist explizit 
festgehalten, dass das Schreiben unpräjudiziell und nicht für den Prozessge-
brauch bestimmt sei. Der Berufungsbeklagte will mit diesem Dokument belegen, 
dass es der Berufungsklägerin nicht um die Sache gehe. In der Duplik hat er aus-
geführt, in dem Schreiben [act. C.18] habe die Berufungsklägerin ausgeführt, sie 
sei bereit, die Änderungen am Erker zu akzeptieren; sie sei auch nicht grundsätz-
lich gegen den Einbau einer Bodenheizung, wenn ihr das Gegenrecht zugestan-
den werde. Act. C.18 ist mithin als Entlastungsbeweis zu werten. 

b) Die Berufungsklägerin stützt ihre Auffassung, dass die Einlage von act. 
C.18 eine Rechtswidrigkeit begründe und dieses Dokument daher aus der Proze-
dur zu weisen sei, auf BGE 140 III 6. Bei BGE 140 III 6 handelt es sich um einen 
zivilrechtlichen Entscheid, weshalb das Bundesgericht zur Beantwortung der Fra-
ge nach der Verwendung von rechtswidrig beschafften Beweismitteln auch Art. 
152 Abs. 2 ZPO herangezogen hat.

Vorliegend ist jedoch ein strafrechtlicher Fall zu entscheiden und die Strafpro-
zessordnung enthält eigene Bestimmungen zu den verbotenen Beweiserhebun-
gen (Art. 140 StPO) und zur Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise (Art. 
141 StPO). Wie weit die Beweisverbote auch greifen, wenn nicht staatliche Behör-
den, sondern Privatpersonen Beweismittel sammeln, wird in der Strafprozessord-

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nung nicht explizit geregelt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht in An-
lehnung an die Doktrin davon aus, dass von Privaten rechtswidrig erlangte Be-
weismittel nur verwertbar sind, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden 
rechtmässig hätten erlangt werden können und kumulativ dazu eine Interessen-
abwägung für deren Verwertung spricht (Urteile des Bundesgerichts 6B_786/2015 
vom 8. Februar 2016 E. 1.2 mit zahlreichen Hinweisen; 6B_983/2013 und 
6B_995/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.2, 1B_22/2012 vom 11. Mai 2012 E. 
2.4.4). Bei von Privaten rechtswidrig erlangten Beweismitteln gilt mithin kein prin-
zipielles Verwertungsverbot (vgl. zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts 
1B_76/2016 vom 30. März 2016 E. 2.2). Diese Rechtsprechung bezieht sich auf 
den Fall, dass ein rechtswidrig erlangter Beweis zu Lasten des Beschuldigten 
wirkt, es sich mithin um einen Belastungsbeweis handelt. 

Anders sieht die Rechtslage mit Bezug auf den Beschuldigten entlastende Bewei-
se aus. Vor Einführung der Schweizerischen Strafprozessordnung galt der allge-
meine Grundsatz, dass Beweisverwertungsverbote immer nur zu Gunsten des 
Beschuldigten wirkten, nicht zu seinen Lasten, das heisst, dass Entlastungsbewei-
se verwertet werden durften, auch wenn sie rechtswidrig erlangt worden waren. 
Begründet wurde diese Einschätzung damit, dass eine gegenteilige Auslegung 
einem Zuwiderhandeln gegen den Schutzgedanken der Unverwertbarkeit von Be-
weismitteln gleich käme (vgl. ZR 112 [2013] Nr. 24 mit Hinweisen; siehe zum 
Ganzen auch Urteile des Bundesgerichts 1A.303/2000 vom 5. März 2001 E. 2b, 
1A.314/2000 vom 5. März 2001 E. 6b und 6P.54/2006 vom 28. April 2006 E. 3). 
Ob Beweisverbote nach dem Recht der neuen Strafprozessordnung nur Belas-
tungs- oder auch Entlastungsverbote sind, ergibt sich aus dem Gesetz nicht. Klar 
ist, dass in Verletzung von Art. 140 StPO erhobene Beweise auch nicht zugunsten 
der betroffenen Person verwertet werden können (vgl. Art. 141 Abs. 1 StPO und 
anstatt vieler Sabine Gless, in: Basler Kommentar StPO, N 72 zu Art. 140 StPO 
mit Hinweisen; Wolfgang Wohlers, in: Andreas Donatsch/Thomas Hansjakob/Vik-
tor Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 
2014, N 1 zu Art. 140 StPO mit Hinweisen). Die herrschende Lehre geht des Wei-
teren davon aus, dass eine Verwertung von nicht unter Art. 140 StPO fallenden 
Beweisen zur Entlastung auch dann zulässig und geboten ist, wenn das Beweis-
mittel eigentlich einem Verwertungsverbot nach Art. 141 StPO unterliegen würde 
(vgl. Wolfgang Wohlers, a.a.O., N 12 zu Art. 141 StPO mit Hinweisen; ZR 112 
[2013] Nr. 24 mit Hinweisen). Dieser Auffassung ist zuzustimmen. Im schweizeri-
schen Strafprozessrecht kommt dem Grundsatz, dass eine Verurteilung nur erfol-
gen darf, wenn sich der Beschuldigte in objektiver und subjektiver Hinsicht nach-

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weislich tatsächlich schuldig gemacht hat, grundlegende Bedeutung zu. So findet 
sich diese Wertung zum Beispiel im fundamentalen Prinzip „in dubio pro reo“. Der 
Forderung, dass kein Unschuldiger verurteilt wird, kommt massgebendes Gewicht 
zu. Zu Recht ist denn auch festgestellt worden, dass der Gedanke, einen Un-
schuldigen zu verurteilen, weil entlastende Beweise nicht verwertet werden dürfen, 
unerträglicher erscheint als der Gedanke, einen offensichtlich Schuldigen mangels 
verwertbarer Beweise freizusprechen, weshalb das Prinzip der materiellen Wahr-
heit durchgreifen muss (vgl. Beschluss der Beschwerdekammer des Berner Ober-
gerichts vom 18. Juni 2012 [BK 2012 62] E. 4.2). Des Weiteren ist auch unter der 
Geltung der Schweizerischen Strafprozessordnung davon auszugehen, dass die 
Beweisverwertungsverbote den Beschuldigten schützen sollen. Keinesfalls aber 
kann es ihr Ziel und ihr Zweck sein, die Entlastung des Beschuldigten grundsätz-
lich zu erschweren oder gar zu verhindern. Auch unter diesem Gesichtspunkt sind 
entlastende Beweise, die nicht unter Art. 140 StPO fallen, zuzulassen, selbst wenn 
sie rechtswidrig erhoben worden sind. Diese Wertung rechtfertigt sich umso mehr, 
als sich die im Schrifttum vertretene Auffassung, dass entlastende Beweise nicht 
berücksichtigt werden dürfen, wenn sie einem Beweisverwertungsverbot unterlie-
gen, allein auf Art. 141 Abs. 5 StPO und die sich daraus ergebenden faktischen 
Probleme stützt. Es wird argumentiert, dass sich angesichts dessen, dass Be-
weismittel, die einem Verwertungsverbot unterliegen würden, gemäss Art. 141 
Abs. 5 StPO aus den Akten zu entfernen und zu siegeln seien, schon rein faktisch 
die Frage stelle, wie es überhaupt möglich sein sollte, unverwertbare (und deshalb 
gesiegelte und aus den Akten entfernte) Beweise zugunsten der beschuldigten 
Person zu verwerten. Vor diesem Hintergrund spreche viel dafür, dass derartige 
Beweismittel dann, wenn nicht – wie zum Beispiel in Art. 147 Abs. 4 StPO – eine 
gespaltene Verwertbarkeit ausdrücklich vorgesehen sei, insgesamt unverwertbar 
seien, also auch zugunsten der beschuldigten Person (vgl. Wolfgang Wohlers, 
a.a.O., N 12 zu Art. 141 StPO; Andreas Donatsch/Claudine Cavegn, Ausgewählte 
Probleme zum Beweisrecht nach der schweizerischen Strafprozessordnung, ZStR 
126 [2008] S. 166 f.). Dieser Auffassung ist entgegen zu halten, dass gemäss 
konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung – von ganz besonderen, seltenen 
Ausnahmefällen abgesehen – der Sachrichter über die Verwertbarkeit von Bewei-
sen entscheidet (vgl. statt vieler die Urteile des Bundesgerichts 1B_50/2016 vom 
22. Februar 2016 E. 2.7 in fine, 1B_30/2015 vom 11. Mai 2015 E. 2.2.1, 
4B_334/2014 vom 24. Oktober 2014 E. 5.2, 1B_2/2013 vom 5. Juni 2013 E. 1.2; 
bezüglich der Ausnahmefälle vgl. die Urteile des Bundesgerichts 1B_124/2014 
vom 21. Mai 2014 E. 1.2.2 f. und 1B_445/2013 vom 14. Februar 2014). Da erst 
der Sachrichter über die Verwertbarkeit eines Beweises befindet, gelangen einem 

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Verwertungsverbot unterliegende Beweise ungesiegelt und damit zugänglich ans 
Gericht, so dass dieses einen Entlastungsbeweis ohne Weiteres berücksichtigen 
kann. Art. 141 Abs. 5 StPO steht daher der Forderung, dass entlastende Beweise 
verwertet werden dürfen, soweit sie nicht unter Art. 140 StPO fallen, auch wenn 
sie nicht rechtmässig erhoben worden sind, nicht entgegen. Aus dem Gesagten 
ergibt sich, dass die Beweisverwertungsverbote nur bezüglich den Beschuldigten 
belastenden Beweisen zu berücksichtigen sind, entlastende Beweise sind dahin-
gegen grundsätzlich verwertbar, solange sie nicht unter Art. 140 StPO fallen. Act. 
C.18, das den Berufungsbeklagten entlasten soll, ist daher ungesiegelt in den Ak-
ten zu belassen und kann berücksichtigt werden.

Damit erübrigen sich Erwägungen zur Frage, ob der Antrag überhaupt rechtzeitig 
gestellt worden ist, nachdem dasselbe Schreiben, welches im Berufungsverfahren 
als act. C.18 eingelegt worden ist, vom Berufungsbeklagten selbst bereits am 8. 
Juli 2013 im Rahmen der Untersuchung der Staatsanwaltschaft Graubünden ein-
gereicht worden war (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.20), ohne dass die Be-
rufungsklägerin dagegen opponiert hätte, obwohl sie spätestens aufgrund ihrer 
Einsichtnahme in die Akten im vorinstanzlichen Verfahren im Dezember 2013 und 
damit noch vor der vorinstanzlichen Hauptverhandlung von der Einlage wissen 
musste (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 7 und 8).

c) Schliesslich drängt sich noch die Feststellung auf, dass  vorliegend explizit 
nicht über die anwaltsrechtliche Rechtmässigkeit der Beweiserhebung entschie-
den werden musste, nachdem act. C.18 als Entlastungsbeweis dient und folglich 
selbst dann berücksichtigt werden darf, wenn der Beweis nicht rechtmässig erho-
ben worden sein sollte. Die Frage, ob der Verteidiger das Beweismittel in Verlet-
zung von standesrechtlichen Pflichten und von Art. 12 lit. a des Bundesgesetzes 
über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 
935.61) eingereicht hat, was die Berufungsklägerin geltend macht, ist daher im 
Berufungsverfahren weder vorfrageweise erörtert noch entschieden worden. Die 
entsprechende Problematik ist gegebenenfalls von der zuständigen Aufsichts-
behörde über die Rechtsanwälte zu beurteilen, gegen deren Entscheidung der 
verwaltungsgerichtliche Rechtsweg offensteht. 

4. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass dem Berufungsbeklagten vorge-
worfen wird, er habe Bestandteile der Fassade und gemeinschaftliche Bauteile, 
insbesondere die Balkonbrüstung, abbrechen lassen, er habe die Fensteröffnun-
gen abgeändert, er habe diverse Leitungen an der gemeinschaftlichen Heizungs-
anlage abgeändert und er habe Heizungsrohre an gemeinschaftlichen Bauteilen 

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befestigt. Die Berufungsklägerin zählt nun in ihrer Berufung weitere Eingriffe auf, 
die dem Berufungsbeklagten zur Last zu legen seien. Konkret führt sie aus, der 
Berufungsbeklagte habe die alte Türklinke am Haupteingang entfernt und eine 
neue angebracht, er habe eine neue, erhöhte Schwelle zur Einzimmerwohnung 
erstellt, er habe eine neue (verkürzte) Türe zur Einzimmerwohnung mit anderem 
Furnier als die übrigen Türen im Haus eingebaut, er habe das Tor zu seiner Gara-
ge neu gestrichen und er habe eine neue Türklinke an der Tür Gang UG/Garage 
angebracht. Es ist offensichtlich, dass diese zusätzlich behaupteten Eingriffe vom 
Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift geschildert wird, nicht erfasst werden. 
Die Berufungsklägerin macht nun geltend, sie habe anlässlich der Hauptverhand-
lung vor der Vorinstanz entsprechende Fotos eingelegt, die die zusätzlichen Ein-
griffe belegen würden. Die Tatbestände seien sehr wohl zu beurteilen, da sie auch 
Gegenstand des Hauptverfahrens gewesen seien. Dem kann nicht zugestimmt 
werden. Zu Recht weist der Berufungsbeklagte auf das in Art. 9 Abs. 1 StPO ver-
ankerte Anklageprinzip hin. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-
schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Das Ge-
richt ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immuta-
bilitätsprinzip; Art. 350 StPO). Insbesondere ist es dem Gericht untersagt, den An-
klagesachverhalt selbst zu ergänzen oder zu erweitern (vgl. Art. 329 Abs. 2 StPO 
und Art. 333 Abs. 1 StPO). Das Akkusationsprinzip bezweckt im Weiteren den 
Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem An-
spruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die beschuldigte Person 
muss aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Sie darf nicht 
Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen kon-
frontiert zu werden (vgl. zum Ganzen statt vieler die Urteile des Bundesgerichts 
6B_1079/2015 vom 29. Februar 2016 E. 1.1 und 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 
E. 1.3.1, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). Dass die Berufungsklägerin die von 
ihr zusätzlich geltend gemachten Eingriffe in das gemeinschaftliche Eigentum der 
Stockwerkeigentümergemeinschaft L._____ anlässlich der Hauptverhandlung vor 
der Vorinstanz genannt und nach ihrer Auffassung auch belegt hat, genügt auf-
grund des Gesagten nicht, um diese behaupteten zusätzlichen Eingriffe zu einem 
Teil des Verfahrens zu machen. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts hat ein-
zig den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt zu prüfen. Alles, was über 
diesen Sachverhalt hinausgeht, muss unbeachtet bleiben. Die von der Berufungs-
klägerin zusätzlich geltend gemachten Eingriffe sind daher in vorliegendem Ver-
fahren weder zu prüfen, noch kann bezüglich dieser behaupteten Eingriffe ein 
Freispruch oder eine Verurteilung erfolgen. Dies gilt im Übrigen auch bezüglich 
der durch das Verlegen der Heizungsrohre verursachten möglichen Schädigun-

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gen, soweit sie in der zu Sonderrecht der Berufungsklägerin ausgeschiedenen 
Garage entstanden sein sollen. In der Anklageschrift wird dem Berufungsbeklag-
ten mit Bezug auf die Heizungsrohre ausschliesslich eine Schädigung an Wänden 
und Decke der gemeinschaftlichen Kellerräume vorgeworfen. Die zu Sonderrecht 
der Berufungsklägerin ausgeschiedene Garage ist offensichtlich weder zu den 
Kellerräumen zu zählen, noch handelt es sich um einen gemeinschaftlichen 
Raum. Mögliche Sachbeschädigungen durch das Verlegen von Heizungsrohren in 
der zu Sonderrecht der Berufungsklägerin ausgeschiedenen Garage sind vom 
Anklagesachverhalt daher nicht erfasst und müssen vorliegend unberücksichtigt 
und unbeurteilt bleiben.

5. Die Berufungsklägerin bringt in ihren Rechtsschriften mehrmals vor, selbst 
wenn der Berufungsbeklagte von einer Zustimmung ihrerseits zu den Arbeiten hät-
te ausgehen können, was bestritten werde, so habe doch die Zustimmung des 
dritten Stockwerkeigentümers, C._____, gefehlt. Die Arbeiten seien daher von 
vornherein ohne Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft erfolgt. Dem 
ist entgegen zu halten, dass C._____ keinen Strafantrag gestellt hat. Bei der 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, die vorliegend einzig angeklagt 
ist, handelt es sich um ein Antragsdelikt, was zur Folge hat, dass eine Strafverfol-
gung nur stattfindet, wenn der Träger des geschützten Rechtsgutes durch das 
Stellen eines Strafantrages ein eigenes Interesse an der Strafverfolgung bekun-
det. Indem C._____ darauf verzichtet hat, einen Strafantrag zu stellen, hat er 
gleichzeitig darauf verzichtet, dass die ihm gegenüber möglicherweise erfolgten 
Sachbeschädigungen strafrechtlich geahndet werden, soweit für deren Verfolgung 
ein Strafantrag notwendig ist. Diese Entscheidung ist für die Strafbehörden bin-
dend. Die Berufungsklägerin kann sich daher nicht auf eine (mögliche) Sachbe-
schädigungen gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB gegenüber C._____ berufen. Nach-
dem allein die Berufungsklägerin Strafantrag gestellt hat, sind in vorliegendem 
Verfahren auch nur die ihr gegenüber möglicherweise vorgefallenen Sachbeschä-
digungen gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB abzuklären. Dass allenfalls Sachbeschä-
digungen im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB gegenüber C._____ begangen wor-
den sind, vermag daher eine Strafbarkeit des Berufungsbeklagten in vorliegendem 
Verfahren nicht zu begründen.

Es bleibt anzumerken, dass sich die strafrechtliche von der zivilrechtlichen Seite in 
diesem Punkt unterscheidet. Während in zivilrechtlichen Belangen die Frage nach 
einer gültigen Zustimmung aller Stockwerkeigentümer beziehungsweise einer gül-
tigen Beschlussfassung der Stockwerkeigentümergemeinschaft durchaus Rele-
vanz entfalten kann, ist mit Bezug auf Art. 144 Abs. 1 StGB einzig entscheidend, 

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wie die Person(en), die Strafantrag gestellt hat (haben), sich verhalten hat (ha-
ben). Ob andere Stockwerkeigentümer, die keinen Strafantrag gestellt haben, ihre 
Zustimmung gegeben haben, beziehungsweise der Berufungsbeklagte davon 
ausgehen durfte, dass deren Zustimmung vorliege, ist insofern nicht ausschlagge-
bend.

Schliesslich ist noch kurz auf das Argument der Berufungsklägerin einzugehen, es 
sei selbstverständlich, dass eine (bestrittene) Zustimmung ihrerseits immer unter 
der Voraussetzung gestanden hätte, dass der dritte Stockwerkeigentümer, 
C._____, ebenfalls zustimme. Weder aus den Aussagen der Parteien und Zeugen 
(Akten der Staatsanwaltschaft, Dossier 4) noch aus der Aktennotiz von D._____ 
(Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.7.1) oder aus jener von G._____ (Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 3.7.2) geht ein Hinweis hervor, dass sich die Berufungs-
klägerin am 23. Juni 2010 oder später dahingehend geäussert hätte oder dass ihr 
Verhalten in dem Sinne hätte verstanden werden müssen, dass ihre Zustimmung 
nur unter der Voraussetzung gelte, dass auch C._____ zustimme. Auch die weite-
ren Akten lassen einen entsprechenden Schluss nicht zu. Nachdem die Beru-
fungsklägerin über 618 Tausendstel Miteigentumsanteile an der Chesa L._____ 
und damit über die absolute Mehrheit der Anteile verfügte, war es auch nicht von 
vornherein klar oder ohne weiteres erkennbar, dass sie nur unter der Vorausset-
zung der Zustimmung von C._____ selbst zustimmen wollte. Ihre Behauptung, 
eine (bestrittene) Zustimmung ihrerseits sei selbstverständlich unter der Voraus-
setzung der Zustimmung von C._____ gestanden, findet in den Akten mithin keine 
Stütze. Selbst wenn die Berufungsklägerin persönlich tatsächlich immer davon 
ausgegangen sein sollte, dass eine Zustimmung ihrerseits nur Gültigkeit entfalten 
könnte, wenn auch C._____ zustimmte, so ist diese Meinung doch offensichtlich 
nicht nach Aussen sichtbar geworden und könnte daher dem Berufungsbeklagten 
nicht entgegen gehalten werden.

6. Nach Art. 144 Abs. 1 StGB macht sich der Sachbeschädigung schuldig, wer 
eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht 
besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Der Tatbestand der Sach-
beschädigung dient dem Schutz des Berechtigten vor jeder mehr als nur belanglo-
sen Beeinträchtigung seiner Sache (Urteil des Bundesgerichts 6S.388/2003 vom 
3. Februar 2004 E. 2.1). Eine Beschädigung ist immer gegeben, wenn in die Sub-
stanz der Sache eingegriffen wird; eine Beschädigung liegt überdies vor, wenn die 
Ansehnlichkeit der Sache beeinträchtigt wird (BGE 115 IV 26 E. 2b). Als beein-
trächtigt beziehungsweise beschädigt gilt eine Sache mithin schon dann, wenn in 
ihr äusseres Erscheinungsbild eingegriffen beziehungsweise ihre Ansehnlichkeit 

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herabgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts 6S.388/2003 vom 3. Februar 2004 
E. 2.1). Als Sachbeschädigung ist folglich jede unerlaubte Zustandsveränderung 
aufzufassen, die den Berechtigten in schützenswerten Interessen beeinträchtigt 
und nicht ohne nennenswerten Aufwand wieder rückgängig gemacht werden kann 
(in diesem Sinne Marcel Alexander Niggli, Das Verhältnis von Eigentum, Vermö-
gen und Schaden nach schweizerischem Strafgesetz, dargelegt am Beispiel der 
Sachbeschädigung nach geltendem Recht und dem Entwurf 1991, Diss. Zürich 
1992, S. 203 ff). In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Sachbeschä-
digung Vorsatz (Art. 144 StGB in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 StGB). Dabei 
genügt Eventualvorsatz. 

a) Vorliegend sind Arbeiten zu beurteilen, die der Berufungsbeklagte an der 
Chesa L._____ hat ausführen lassen, einem in Stockwerkeigentum aufgeteilten 
Haus. Bei Stockwerkeigentum handelt es sich um ein besonders ausgestaltetes 
Miteigentum. Das Gesetz definiert das Stockwerkeigentum als Miteigentumsanteil 
an einem Grundstück, der dem Miteigentümer das Sonderrecht gibt, bestimmte 
Teile eines Gebäudes ausschliesslich zu nutzen und innen auszubauen (Art. 712a 
Abs. 1 ZGB). Das Stockwerkeigentum unterscheidet sich damit vom gewöhnlichen 
Miteigentum dadurch, dass mit dem Miteigentumsanteil ein Sonderrecht (nicht 
Sondereigentum!) grundsätzlich untrennbar verbunden ist. Das Miteigentum aller 
Stockwerkeigentümer besteht nicht etwa nur am Boden und den bautechnisch 
wichtigen Teilen des Gebäudes (zum Beispiel Fundament, tragende Mauern, 
Dach), sondern am gesamten gemeinschaftlichen Grundstück mit allen Bestand-
teilen, insbesondere auch an den Bauteilen, an denen Sonderrechte der einzelnen 
Stockwerkeigentümer bestehen (Heinz Rey, Die Grundlagen des Sachenrechts 
und das Eigentum, Bern 2007, N 765 f.). Weder das gesamte gemeinschaftliche 
Grundstück noch die gemeinschaftlichen Bauteile und insbesondere die Bauteile, 
an denen Sonderrechte der einzelnen Stockwerkeigentümer bestehen, stehen 
mithin im Alleineigentum einzelner Stockwerkeigentümer. Damit besteht sowohl 
am gesamten Grundstück als auch an den gemeinschaftlichen Bauteilen und 
ebenso an den zu Sonderrecht ausgeschiedenen Stockwerkeinheiten gegenüber 
jedem Stockwerkeigentümer in jedem Fall immer auch ein fremdes Eigentums-
recht. Jedwelche von einem Stockwerkeigentümer allein veranlassten baulichen 
Änderungen am Gebäude, die einer Zustandsveränderung im Sinne von Art. 144 
StGB entsprechen, sind damit Eingriffe in fremde Eigentumsrechte und erfüllen 
folglich grundsätzlich die objektiven Voraussetzungen einer Sachbeschädigung. 

b) Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft dem Berufungsbeklagten in der 
Anklageschrift zunächst vor, er habe Bestandteile der Fassade abbrechen lassen. 

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Abbrechen bedeutet zwangsläufig einen Eingriff in die Substanz der Sache, womit 
eine Beschädigung im Sinne von Art. 144 StGB verbunden ist. Aufgrund des 
Stockwerkeigentums ist auch ein Eingriff in fremde Eigentumsrechte gegeben. Der 
Abbruch von Fassadenteilen erfüllt vorliegend damit grundsätzlich den objektiven 
Tatbestand der Sachbeschädigung. Nun ergibt sich aus der Anklageschrift aber 
nicht, welche Bestandteile der Fassade der Berufungsbeklagte konkret abgebro-
chen haben soll. Zieht man die weiteren Akten zu Rate, so ist wohl davon auszu-
gehen, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Abbrechen von Bestandteilen der 
Fassade die Arbeiten am Erker auf der Ostseite des Gebäudes sowie das Entfer-
nen von Fensterbrüstungen meint (wobei die Fensterbrüstungen auch unter den 
Anklagepunkt „Fensteröffnungen abändern“ fallen). Es ist fraglich, ob der Ankla-
gesachverhalt in dieser Hinsicht genügend klar ist und die Anforderungen an eine 
Anklageschrift erfüllt. Diese Frage braucht jedoch nicht weiter geklärt zu werden, 
da zum einen die Fensterbrüstungen vorliegend unter den Anklagepunkt „Fens-
teröffnungen abändern“ subsumiert werden und zum andern der Rechtsferti-
gungsgrund der Einwilligung des Verletzten bezüglich der Arbeiten am Erker – und 
im Übrigen ebenso mit Bezug auf die Fensterbrüstungen – als gegeben erachtet 
werden muss (vgl. Erwägungen 8b/bb und 8b/dd).

c) Weiter wirft die Staatsanwaltschaft Graubünden dem Berufungsbeklagten 
den Abbruch von gemeinschaftlichen Bauteilen, insbesondere der Balkonbrüs-
tung, vor. Unbestrittenermassen hat der Berufungsbeklagte einen Teil der Balkon-
brüstung entfernt. Der Berufungsbeklagte macht nun aber geltend, die Balkon-
brüstung habe einfach abgeschraubt werden können und könne auch auf dieselbe 
Weise wieder montiert werden, weshalb keine Sachbeschädigung vorliegen kön-
ne. Dem kann nicht zugestimmt werden. Es mag zwar zutreffen, dass der Teil der 
Balkonbrüstung, den der Berufungsbeklagte entfernt hat, abgenommen werden 
konnte, ohne dass es zu einem Schaden an diesem Teil und/oder an der restli-
chen Balkonbrüstung gekommen ist. Eine Sachbeschädigung kann aber auch ge-
geben sein, wenn kein Vermögensschaden entstanden ist. Der Berufungsbeklagte 
hat einen Teil der Balkonbrüstung entfernt und für lange Zeit nicht wieder ange-
bracht (vgl. act. C.9, aus welchem hervorgeht, dass die entfernte Balkonbrüstung 
im Oktober 2014 – und damit über vier Jahre nach ihrer Entfernung im Rahmen 
der Umbauarbeiten – noch nicht wieder montiert worden war; ob die Brüstung in 
der Zwischenzeit wieder angebracht worden ist, lässt sich aus den Akten nicht mit 
Sicherheit schliessen). Indem der Berufungsbeklagte die Balkonbrüstung entfernt 
hat, hat er zweifellos einen Eingriff in das äussere Erscheinungsbild des Gebäu-
des vorgenommen. Wie störend dieser Eingriff sich auf das Gesamtbild des Ge-

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bäudes auswirkt, ist auf verschiedenen Fotografien des Gebäudes, die sich in den 
Akten der Staatsanwaltschaft finden, deutlich zu erkennen (Akten der Staatsan-
waltschaft, act. 3.4.3 und act. 3.5). Der Eingriff mindert durchaus die Ansehnlich-
keit des Gebäudes. Aufgrund des Stockwerkeigentums ist zudem eine Verletzung 
fremder Eigentumsrechte gegeben. Damit aber liegt in objektiver Hinsicht eine 
Sachbeschädigung vor. 

d) In einem weiteren Punkt wirft die Staatsanwaltschaft Graubünden dem Be-
rufungsbeklagten vor, er habe Fensteröffnungen abgeändert. Aus den Akten ergibt 
sich, und es ist unbestritten, dass der Berufungsbeklagte Fensterbrüstungen hat 
abbrechen lassen, um grössere Fensteröffnungen und damit einen grösseren 
Lichteinfall in die Wohnungen zu erhalten. Ein Abbruch bedeutet zwangsläufig ei-
nen Eingriff in die Substanz der Sache, was wiederum einer Beschädigung im 
Sinne von Art. 144 StGB entspricht. Die Verletzung fremder Eigentumsrechte ist 
wegen des Stockwerkeigentums ohne Weiteres gegeben. Der objektive Tatbe-
stand der Sachbeschädigung ist mithin bezüglich der Fensterbrüstungen erfüllt.

e) Der nächste Vorwurf an den Berufungsbeklagten lautet dahingehend, dass 
er Leitungen an der Heizanlage abgeändert habe. Aus den Akten geht hervor, 
dass für die Bodenheizung, die der Berufungsbeklagte in seinen Räumlichkeiten 
installieren liess, eine neue Heizgruppe montiert worden ist (Akten der Staatsan-
waltschaft, act. 3.17.4). Eine neue Heizgruppe bedeutet, dass Veränderungen be-
züglich der Leitungen der Heizanlage vorgenommen werden müssen. Indem nun 
mit der neuen Heizgruppe Veränderungen an der Heizanlage/den Leitungen vor-
genommen worden sind (Anschluss neuer Leitungen an bestehende Leitun-
gen/Heizanlage), ist offensichtlich in die Substanz der Heizanlage/Leitungen ein-
gegriffen worden. Auch das Tatbestandsmerkmal des Eingriffs in fremde Eigen-
tumsrechte ist aufgrund des Stockwerkeigentums erfüllt. Damit aber liegt in objek-
tiver Hinsicht eine Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB vor. 

f) In einem letzten Punkt wird dem Berufungsbeklagten vorgeworfen, er habe 
die neuen Heizungsrohre, die von der Heizanlage zu seinen Räumlichkeiten führ-
ten, an Wänden und Decke der gemeinschaftlichen Kellerräume befestigt. Die 
endgültige Lage der neuen Heizungsrohre, aber auch die zunächst gewählte 
Führung der neuen Heizungsrohre ist in den Akten mittels Fotografien gut doku-
mentiert (vgl. act. B.2). Aus den Fotografien wird deutlich, dass in Wände und De-
cke Löcher gebohrt werden mussten, um die Heizungsrohre aufhängen bezie-
hungsweise (in die Garage) hindurchführen zu können. Die Löcher stellen zweifel-
los einen Eingriff in die Substanz der Wände und der Decke dar. Daran ändert 

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sich im Übrigen nichts, wenn die Löcher, die aufgrund der zunächst ausgeführten, 
wegen der Intervention des Sohnes der Berufungsklägerin aber nachträglich 
geänderten Führung der Heizungsrohre nicht mehr notwendig waren, wieder ver-
schlossen worden sind. Objektiv ist ein Eingriff in die Substanz der Wände und der 
Decke der gemeinschaftlichen Kellerräume erfolgt, wie er für eine Sachbeschädi-
gung notwendig ist. Weiter ist aufgrund des Stockwerkeigentums auch ein Eingriff 
in fremde Eigentumsrechte zu bejahen, so dass der objektive Tatbestand der 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB erfüllt ist.

7. In subjektiver Hinsicht ist zur Erfüllung des Straftatbestandes der Sachbe-
schädigung nach Art. 144 StGB – wie bereits festgestellt – Vorsatz notwendig, 
wobei Eventualvorsatz genügt. 

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 
Willen ausführt; vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 
möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Gegenstand des (Eventual-) 
Vorsatzes ist die Gesamtheit der objektiven Tatbestandsmerkmale. Mit Bezug auf 
die Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB muss der Täter mithin wissen oder 
zumindest in Kauf nehmen, dass bezüglich der Sache ein fremdes Eigentums- 
oder Nutzungsrecht besteht und dass seine Handlung eine Beschädigung oder 
Zerstörung der Sache zur Folge hat oder diese unbrauchbar macht. Des Weiteren 
muss er die Beschädigung, die Zerstörung oder das Unbrauchbarwerden der Sa-
che im Wissen um das fremde Eigentums- oder Nutzungsrecht wollen oder zu-
mindest in Kauf nehmen.

Der Berufungsbeklagte wusste, dass an den Gebäudeteilen, die von den bauli-
chen Änderungen betroffen waren, Eigentumsrechte der anderen Stockwerkei-
gentümer bestanden, in welche er eingriff. Das lässt sich schon aus dem Umstand 
ableiten, dass er sich um die Zustimmung der Berufungsklägerin bemüht hat. 
Ebenso war ihm zweifellos klar, dass die baulichen Änderungen Eingriffe in die 
Substanz des Gebäudes darstellten beziehungsweise Auswirkungen auf die An-
sehnlichkeit des Gebäudes haben würden. Indem er die baulichen Änderungen 
vornehmen liess, handelte er mithin vorsätzlich. Der subjektive Tatbestand der 
Sachbeschädigung ist mithin bezüglich der dem Berufungsbeklagten in der Ankla-
geschrift vorgeworfenen Handlungen erfüllt. 

8. Der Berufungsbeklagte behauptet nun aber, die Berufungsklägerin habe 
den baulichen Änderungen zugestimmt. Damit macht er geltend, es liege der 
Rechtfertigungsgrund der Einwilligung des Verletzten vor, was einer Verurteilung 

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entgegenstehe. Des Weiteren stellt sich ganz allgemein die Frage, inwieweit die 
Handlungen des Berufungsbeklagten durch sein Sonderrecht an seinen Stock-
werkeigentumseinheiten gedeckt gewesen sein könnten, was wiederum die Frage 
nach dem Vorliegen des Rechtfertigungsgrundes der gesetzlich erlaubten Hand-
lung (Art. 14 StGB) in den Raum stellt. Es ist daher im Folgenden zu prüfen, in-
wieweit Rechtfertigungsgründe gegeben sind beziehungsweise inwieweit der Be-
rufungsbeklagte tatsächlich davon ausgegangen ist, es liege ein Rechtfertigungs-
grund vor. Denn sollte der Berufungsbeklagte tatsächlich vom Vorliegen eines 
Rechtfertigungsgrundes ausgegangen sein, obwohl in Tat und Wahrheit keiner 
vorgelegen hat, so wäre ihm ein Sachverhaltsirrtum zuzubilligen und es wären 
seine Handlungen zu seinen Gunsten nach dem Sachverhalt zu beurteilen, den er 
sich vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB). Hätte der Berufungsbeklagte einen Irr-
tum in pflichtgemässer Vorsicht vermeiden können, so könnte ihm nur Fahrlässig-
keit vorgeworfen werden (Art. 13 Abs. 2 StGB). Nachdem für die Erfüllung des 
subjektiven Tatbestandes der Sachbeschädigung nach Art. 144 StGB Vorsatz ver-
langt ist und Fahrlässigkeit daher nicht genügt, wäre der Berufungsbeklagte bei 
einem vermeidbaren Sachverhaltsirrtum freizusprechen.

a) Mit Bezug auf das Stockwerkeigentum erlaubt das Gesetz dem Inhaber ei-
nes Sonderrechts ausdrücklich, die ihm im Sonderrecht zugewiesenen Teile des 
Gebäudes innen auszubauen und baulich auszugestalten, solange er damit kei-
nem anderen Stockwerkeigentümer die Ausübung des gleichen Rechts erschwert 
und die gemeinschaftlichen Bauteile, Anlagen und Einrichtungen weder beschä-
digt noch in ihrer Funktion und äusseren Erscheinung beeinträchtigt (vgl. Art. 712a 
Abs. 1 und 2 ZGB). Damit kann sich der Stockwerkeigentümer auf den Rechtferti-
gungsgrund der gesetzlich erlaubten Handlung (Art. 14 StGB) berufen, soweit sich 
seine bauliche Tätigkeit im von Art. 712a ZGB vorgegebenen Rahmen hält. 

Grundvoraussetzung von Art. 712a ZGB ist, dass der Stockwerkeigentümer Teile 
baulich ausgestaltet, die ihm zu Sonderrecht zugewiesen sind. Gemeinschaftliche 
Teile werden von der gesetzlichen Erlaubnis in Art. 712a ZGB nicht erfasst. Zu-
dem darf der Stockwerkeigentümer die ihm zu Sonderrecht zugewiesenen Teile 
nur innen ausbauen, was ein in Erscheinung treten gegen aussen ausschliesst. 

Dem Berufungsbeklagten werden vorliegend Änderungen an der Fassade, an der 
Balkonbrüstung, an den Fensteröffnungen/-brüstungen sowie Eingriffe in die Hei-
zung und in die Wände und Decke der gemeinschaftlichen Kellerräume vorgewor-
fen. Sowohl die Fassade, als auch die Balkonbrüstung und die Fensterbrüstungen 
gehören gemäss Gesetz zu den gemeinschaftlichen Teilen (Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 

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ZGB). Zweifellos gehört auch die Heizanlage, die das gesamte Gebäude beheizt, 
zu den gemeinschaftlichen Teilen (Art. 712b Abs. 3 ZGB). Im Übrigen sind 
gemäss Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft L._____ auch die Lei-
tungen bis zu den Abzweigungen zu den Stockwerkeinheiten gemeinschaftliche 
Teile (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.4.16, S. 2 § 4 Ziff. 2 Alinea 7). Mit 
Bezug auf die Verlegung der Heizungsrohre wird dem Berufungsbeklagten in der 
Anklageschrift schliesslich von vornherein nur eine Schädigung von gemeinschaft-
lichen Teilen zur Last gelegt. Die vom Berufungsbeklagten vorgenommenen bauli-
chen Veränderungen, die ihm vorliegend zur Last gelegt werden, betreffen mithin 
alles Teile, die in gemeinschaftlichem Eigentum stehen. Sein Sonderrecht an sei-
nen Stockwerkeinheiten vermag diese Eingriffe mithin nicht zu rechtfertigen. Die 
Änderungen an der Fassade, an den Fensterbrüstungen und an der Balkonbrüs-
tung sind zudem nach aussen sichtbar geworden, was von Art. 712a ZGB nicht 
mehr gedeckt wird. Der Rechtfertigungsgrund der gesetzlich erlaubten Handlung 
(Art. 712a ZGB in Verbindung mit Art. 14 StGB) ist daher vorliegend mit Bezug auf 
alle dem Berufungsbeklagten vorgeworfenen Handlungen nicht gegeben. 

Der Berufungsbeklagte macht im Weiteren nicht geltend, er sei davon ausgegan-
gen, dass die baulichen Änderungen durch sein Sonderrecht an seinen Stock-
werkeinheiten gedeckt seien. Dass er die Zustimmung der Berufungsklägerin ge-
sucht hat, spricht denn auch klar gegen eine solche Annahme des Berufungsbe-
klagten. Ein Sachverhaltsirrtum des Berufungsbeklagten bezüglich des Umfangs 
seines Sonderrechtes lag mithin nicht vor. 

b) Mit Bezug auf den Rechtfertigungsgrund der Einwilligung des Verletzten 
ergibt sich Folgendes:

aa) Zunächst ist das allgemeine Argument des Berufungsbeklagten zu prüfen, 
die Berufungsklägerin habe von den Arbeiten gewusst, sei sogar teilweise 
während der Arbeiten in O.2_____ gewesen und habe doch nicht interveniert. 
Daraus habe er eine Zustimmung zu den Arbeiten ableiten dürfen, weshalb er 
nicht vorsätzlich gehandelt habe. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. 
D._____ hat in seiner Einvernahme ausgesagt, dass der Berufungsbeklagte ihn 
[am 14. Juli 2010] angerufen habe, um sich dafür zu entschuldigen, dass der Zu-
gang zu den Garagen der Berufungsklägerin durch das Gerüst für die Arbeiten am 
Erker versperrt worden sei. Im Rahmen dieses Gesprächs habe er (D._____) dem 
Berufungsbeklagten erklärt, dass er (der Berufungsbeklagte) sich nicht an die Ab-
machungen halte und die Arbeiten ohne ihre Zustimmung erfolgen würden. Dar-
aufhin hat der Berufungsbeklagte in der Einvernahme entgegnet, dies stimme 

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nicht, er habe dem Architekten den Auftrag gegeben, die Pläne zu schicken (Akten 
der Staatsanwaltschaft, act. 4.2, S. 5; siehe auch Akten der Staatsanwaltschaft, 
act. 3.4.6, S. 1 unten). Hätte D._____ in dem von ihm erwähnten Telefongespräch 
entgegen seiner Aussage nicht erklärt gehabt, dass der Berufungsbeklagte sich 
nicht an die Abmachungen halte und daher ohne ihre Zustimmung handle, so wä-
re zu erwarten gewesen, dass der Berufungsbeklagte dies in der Einvernahme 
richtigstellt, handelt es sich bei der Frage nach der Zustimmung der Berufungsklä-
gerin doch leicht erkennbar um den zentralen Punkt des vorliegenden Strafverfah-
rens. Der Berufungsbeklagte hat dies aber nicht getan, obwohl er sich in der Ein-
vernahme gerade im Anschluss an die entsprechende Aussage von D._____ zu 
dieser äussern konnte. Nachdem die Berufungsklägerin zudem offenbar ein aus-
gearbeitetes Projekt und/oder einen Bericht eines Statikers erwartet hat (vgl. die 
Aktennotiz von D._____ vom 3. Juli 2010, Akten der Staatsanwaltschaft, act. 
3.7.1, die lange vor den ersten Unstimmigkeiten zwischen den Parteien erstellt 
worden ist, so dass ausgeschlossen werden kann, dass der Inhalt gerade im Hin-
blick auf den Prozess ausgewählt und formuliert worden ist), ihr aber lediglich ein 
Schnittplan mit der Unterschrift des Statikers geliefert worden war, erscheint es 
durchaus glaubhaft, dass D._____ dem Berufungsbeklagten gegenüber erklärt 
hat, dass dieser sich nicht an die Abmachungen halte und ohne ihre Zustimmung 
handle. Am 14. Juli 2010 waren die Arbeiten am Erker praktisch abgeschlossen 
(Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.17.5). Und obwohl die Berufungsklägerin 
während der vorhergehenden Arbeiten am Erker teilweise in O.2_____ war und 
gegenüber dem Berufungsbeklagten nicht interveniert hatte, war sie – gemäss den 
Angaben ihres Sohnes – mit den Arbeiten offenbar doch nicht einverstanden. Der 
Berufungsbeklagte konnte aufgrund dieses Erlebnisses nicht annehmen, dass ei-
ne fehlende Intervention der Berufungsklägerin generell mit einer Zustimmung 
gleichgesetzt werden durfte. Seine Behauptung, er habe aus der fehlenden Inter-
vention auf eine Zustimmung geschlossen, erscheint aufgrund seiner gemachten 
Erfahrung als wenig glaubhaft. Dies insbesondere auch unter Berücksichtigung, 
dass bei seiner Behauptung alle weiteren Umstände ausser Acht gelassen wer-
den. Die allgemein gehaltene Behauptung des Berufungsbeklagten überzeugt da-
her nicht. Es wird im Folgenden bei den einzelnen angeklagten Handlungen falls 
nötig zu prüfen sein, ob ein Schweigen der Berufungsklägerin vorliegt und ob auf-
grund aller Umstände davon auszugehen ist, dass der Berufungsbeklagte dieses 
tatsächlich als Zustimmung aufgefasst hat.

bb) In einem ersten Punkt sind die Arbeiten am Erker auf der Ostseite des Ge-
bäudes zu prüfen. Der Berufungsbeklagte macht geltend, er sei davon ausgegan-

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gen, die Berufungsklägerin habe ihre Zustimmung zu diesen Arbeiten gegeben. 
Die Berufungsklägerin bestreitet eine Zustimmung ihrerseits. 

Aus den Akten ist ersichtlich, dass am 23. Juni 2010 ein Treffen bei der Chesa 
L._____ stattgefunden hat, an welchem die Berufungsklägerin, ihr Sohn, der Beru-
fungsbeklagte, dessen Lebenspartnerin, der Architekt des Berufungsbeklagten 
sowie der damalige Verwalter der Stockwerkeigentümergemeinschaft und ein Mit-
arbeiter des damaligen Verwalters teilgenommen haben. Unbestritten ist, dass 
anlässlich dieses Treffens über die geplanten Arbeiten am Erker gesprochen wor-
den ist. Die Auffassungen darüber, ob an diesem Treffen eine Zustimmung der 
Berufungsklägerin zu den Arbeiten erfolgt ist, gehen jedoch auseinander. Im Fol-
genden sind daher die vorhandenen Beweise zu würdigen.

aaa) Der Berufungsbeklagte hat in der Konfronteinvernahme mit der Berufungs-
klägerin ausgeführt, anlässlich des Treffens am 23. Juni 2010 hätten die Beru-
fungsklägerin und ihr Sohn unter der Voraussetzung, dass ihnen die entsprechen-
den Pläne zugestellt würden, das Einverständnis zur Modifikation an der Aussen-
haut des Hauses gegeben. Der Architekt habe die Pläne dann an die damalige 
Anwältin der Berufungsklägerin und an den Sohn der Berufungsklägerin geschickt 
(Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, S. 4). 

Die Berufungsklägerin hat in der genannten Konfronteinvernahme erklärt, sie habe 
die Pläne nicht erhalten. Sie habe dem Berufungsbeklagten nie ihre Zustimmung 
gegeben, vielmehr habe sie die entsprechenden Plan- und Berechnungsgrundla-
gen erwartet und dann hätte man darüber reden können (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 4.1, S. 6 f).

D._____, der Sohn der Berufungsklägerin, der auch am Treffen vom 23. Juni 2010 
teilgenommen hat, hat anlässlich seiner Einvernahme ausgesagt, man sei bei dem 
Treffen übereingekommen, dass die Pläne und Berechnungen übergeben werden 
müssten, bevor von ihrer Seite eine Zustimmung erfolgen könne und bevor mit 
den Arbeiten begonnen werde. Er habe die verlangten Dokumente am 23. Juli 
2010 erhalten, als die Arbeiten schon fast fertig gewesen seien. Von ihrer Seite 
her sei keine Zustimmung erfolgt. Sie hätten am Treffen vom 23. Juni 2010 weder 
opponiert noch zugestimmt, weil ihnen die Grundlage für eine Entscheidung ge-
fehlt habe (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.2, S. 3 Ziff. 4, S. 4 oben und un-
ten). 

E._____, die Lebenspartnerin des Berufungsbeklagten, erklärte in ihrer Einver-
nahme gegenüber dem Staatsanwalt, beim Treffen vom 23. Juni 2010 seien die 

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Reaktionen der Berufungsklägerin und ihres Sohnes durchaus positiv gewesen. 
Nachdem die Absichten zum Umbau des Erkers dargelegt worden seien, hätten 
beide volles Verständnis gezeigt. Der Berufungsbeklagte und sie, E._____, hätten 
das Verhalten als Zustimmung zu ihren Plänen aufgefasst. Dies umso mehr, als 
die Berufungsklägerin am Ende der Besprechung auch noch ihren Garagenplatz 
zur Verfügung gestellt habe. Vier Tage später sei noch ein Schreiben gekommen, 
in dem die Berufungsklägerin sich erfreut darüber gezeigt habe, dass sie sie 
(E._____) kennen gelernt habe, und in dem die Benutzung der Garage bestätigt 
worden sei. Einzige Auflage bei der Zustimmung sei gewesen, dass sie dem Sohn 
der Berufungsklägerin noch die unterschriebenen Pläne des Statikers zusenden 
würden. Es sei ausdrücklich Zustimmung zu den Arbeiten geäussert worden (Ak-
ten der Staatsanwaltschaft, act. 4.3, S. 3 f.).

Der zuständige Architekt F._____ äusserte sich in seiner Einvernahme dahinge-
hend, dass Hauptthema des Treffens vom 23. Juni 2010 die Abänderung des Er-
kers gewesen sei. Er habe damals vor allem mit dem Sohn der Berufungsklägerin 
den Umbau des Erkers besprochen. Der Sohn habe dann noch einen unterschrie-
benen Plan des Statikers gewünscht, aus welchem hervorgehen sollte, dass die-
ser für den Umbau beziehungsweise die Stabilität die Verantwortung übernehme. 
Er, F._____, habe aus den Äusserungen der Berufungsklägerin und ihres Sohnes 
geschlossen, dass sie mit den Umbauarbeiten einverstanden seien, wobei als 
Einziges die Bestätigung des Ingenieurs, dass er die Verantwortung für die Trag-
fähigkeit des Erkers übernehme, nachzuliefern gewesen sei. Er, F._____, habe 
diesen Schnitt denn auch sofort dem Sohn der Berufungsklägerin zugestellt. Auf 
späteren Wunsch habe dann noch ein Fassadenplan nachgeliefert werden müs-
sen, was am 23. Juli 2010 erledigt worden sei. Der Sohn der Berufungsklägerin 
habe sich danach noch ausdrücklich dafür bedankt. In diesem Zeitpunkt hätten sie 
keine Opposition gehabt (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.4, S. 3).

G._____, Mitarbeiter des damaligen Verwalters der Stockwerkeigentümergemein-
schaft L._____, führte anlässlich seiner Einvernahme aus, was im Rahmen des 
Treffens vom 23. Juni 2010 besprochen worden sei, lasse sich seiner Aktennotiz 
[vom 30. Juni 2010] entnehmen. Es sei im Wesentlichen zwischen D._____ und 
F._____ diskutiert worden, insbesondere mit technischen Details. Er könne sich 
erinnern, dass nachträglich noch Fassadenpläne verlangt worden seien, und er 
wisse, dass für den Erker ein Schnittplan geliefert worden sei. Auf die Frage, ob 
vereinbart worden sei, dass die Arbeiten sofort ausgeführt werden könnten oder 
nur unter bestimmten Voraussetzungen, erklärte er, das sei ihm nicht so in Erinne-
rung, da damals gesagt worden sei, dass diese Änderung zuerst vom Statiker ge-

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prüft werden müsse. Die weitere allgemeine Frage, ob er den Eindruck gehabt 
habe, dass die Berufungsklägerin mit den vorgesehenen Arbeiten einverstanden 
gewesen sei, beantwortete er dahingehend, dass die Parteien noch gewisse Ab-
klärungen und weitere Pläne gewünscht hätten. Dass damals ein Einverständnis 
erklärt worden sei, diesen Eindruck habe er nicht gehabt (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 4.5, S. 3 f.).

H._____, damaliger Verwalter der Stockwerkeigentümergemeinschaft L._____, 
konnte sich im Rahmen seiner Einvernahme zu den Themen, die am 23. Juni 
2010 besprochen worden sind, nicht äussern, da er sich nur kurz an dem Ge-
spräch beteiligt, sich dann aber entfernt und mit dem Hauswart der Liegenschaft 
nebenan unterhalten hatte. Er verwies auf die Aktennotiz von G._____ vom 30. 
Juni 2010 (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.6, S. 3). 

I._____ wurde in ihrer Einvernahme nicht zum Treffen vom 23. Juni 2010 befragt, 
da sie nicht dabei gewesen war (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.7). 

Die Aussagen der Parteien und der Zeugen zeigen, dass anlässlich des Treffens 
vom 23. Juni 2010 offenbar unterschiedliche Interpretationen des Gesagten be-
ziehungsweise Missverständnisse bestanden haben, ohne dass eine Klärung er-
folgt wäre. Während die Berufungsklägerin und ihr Sohn der Auffassung sind, sie 
hätten keine Zustimmung gegeben, stehen der Berufungsbeklagte und seine Le-
benspartnerin auf dem Standpunkt, es sei klar eine Zustimmung erfolgt. Der Archi-
tekt des Berufungsbeklagten geht ebenso von einer Zustimmung aus, während 
G._____, Mitarbeiter des damaligen Verwalters der Stockwerkeigentümergemein-
schaft, keine Zustimmung wahrgenommen hat. Die Würdigung der Aussagen führt 
zum Schluss, dass die Äusserungen und das Verhalten der Berufungsklägerin 
nicht so eindeutig zustimmend waren, wie es der Berufungsbeklagte geltend 
macht. Insbesondere spricht die Aussage von G._____, der weder mit den Partei-
en befreundet noch besonders verbunden, noch am Ausgang des Verfahrens in-
teressiert war, dafür, dass keine Zustimmung erfolgt ist. Es ist bei der Würdigung 
seiner Aussage jedoch nicht ausser Acht zu lassen, dass er davon gesprochen 
hat, er habe nicht den Eindruck gehabt, dass eine Zustimmung erfolgt sei. Er hat 
damit eine persönliche Wertung, eine persönliche Empfindung wiedergegeben, die 
nicht zwingend dem entsprechen muss, was erklärt worden ist. Andererseits hat er 
diesen Eindruck offenbar gewonnen, weil noch weitere Abklärungen und Pläne 
verlangt worden sind, was nach der allgemeinen Lebenserfahrung eher dafür 
spricht, dass noch keine Zustimmung erfolgt ist. F._____ wiederum hat in dersel-
ben Situation aus den Aussagen und dem Verhalten der Berufungsklägerin und 

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ihres Sohnes auf eine Zustimmung geschlossen. Es trifft zwar zu, dass F._____, 
dem Architekten des Berufungsbeklagten, der den Umbau plante und betreute, ein 
gewisses Interesse am Ausgang des Verfahrens nicht abgesprochen werden 
kann. Jedoch hat er als Zeuge und damit unter der Strafdrohung von Art. 307 
StGB ausgesagt. Seine Aussagen sind nicht einfach unglaubhaft oder vernachläs-
sigbar. Seine Aussage spricht grundsätzlich dafür, dass eine Zustimmung erfolgt 
ist. Auch er bringt mit seiner Aussage aber eine persönliche Wertung, eine persön-
liche Interpretation zum Ausdruck, wenn er erklärt, er habe aus dem Verhalten und 
den Aussagen der Berufungsklägerin und ihres Sohnes auf eine Zustimmung ge-
schlossen. Sowohl die Aussage von G._____, als auch jene von F._____ geben 
mithin eine persönliche Interpretation des jeweiligen Zeugen wieder, die nicht 
zwingend dem entsprechen muss, was am 23. Juni 2010 von der Berufungskläge-
rin erklärt worden ist. Keine der beiden Aussagen vermag unter diesen Umstän-
den alle vernünftigen Zweifel zu beseitigen. Die Aussage des Berufungsbeklagten 
wiederum ist mit Zurückhaltung zu würdigen, ist sein Interesse am Ausgang des 
Verfahrens doch augenscheinlich sehr gross und war er als Beschuldigter nicht 
verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Auch das Interesse der Berufungsklägerin am 
Verfahrensausgang ist als gross zu bezeichnen. Zudem muss bei der Würdigung 
ihrer Aussage berücksichtigt werden, dass ihr Verhältnis zum Berufungsbeklagten 
gemäss Aktenlage stark belastet ist. Insgesamt sind auch ihre Aussagen daher 
zurückhaltend zu würdigen. Der Lebenspartnerin des Berufungsbeklagten ist allein 
schon aufgrund ihrer persönlichen Nähe zum Berufungsbeklagten ein erhebliches 
Interesse am Ausgang des Verfahrens zuzusprechen. Kommt hinzu, dass sie als 
Lebenspartnerin des Beschuldigten in eine Interessenkollision geraten kann, wenn 
die Wahrheit und die Interessen ihres Lebenspartners divergieren. Dies ist in die 
Würdigung ihrer Aussagen miteinzubeziehen. Ihrer Aussage, es sei ausdrücklich 
Zustimmung zu den Arbeiten am Erker geäussert worden, ist zudem die Aussage 
von F._____ entgegen zu halten, dass er aus den Äusserungen und dem Verhal-
ten der Berufungsklägerin und ihres Sohnes auf eine Zustimmung geschlossen 
habe. Wenn eine ausdrückliche Zustimmung erfolgt wäre, hätte F._____ nicht 
darauf schliessen müssen. Auch die Aussage von G._____, der keine Zustim-
mung wahrgenommen hat, steht der Aussage von E._____ entgegen. Das Gericht 
kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Zeugin versucht hat, die Aus-
gangslage möglichst positiv für den Berufungsbeklagten darzustellen. Ihre Aussa-
gen bezüglich der Zustimmung zu den Arbeiten am Erker erscheinen unter 
Berücksichtigung der gesamten Umstände als nicht verlässlich. Auch D._____, 
dem Sohn der Berufungsklägerin, kann aufgrund seiner persönlichen Nähe zu 
seiner Mutter ein Interesse am Verfahrensausgang nicht abgesprochen werden, 

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was bei der Würdigung seiner Aussagen miteinzubeziehen ist. Zudem hat er sich 
gegenüber I._____ offenbar dahingehend geäussert, dass er den Berufungsbe-
klagten nicht mehr möge (Auszug aus den Aufzeichnungen von I._____, Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 3.19, S. 3, zu 16.07.10). Offenbar hegte er gegen den 
Berufungsbeklagten gewisse Ressentiments, was in der Würdigung seiner Aussa-
gen berücksichtigt werden muss. Die Würdigung der Aussagen der Parteien und 
Zeugen führt zum Ergebnis, dass beachtliche Anhaltspunkte für, aber auch gegen 
das Vorliegen einer Zustimmung der Berufungsklägerin bestehen. Es lässt sich 
allein aufgrund der Aussagen weder in die eine noch in die andere Richtung eine 
Überzeugung gewinnen. In Anwendung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ als 
Beweiswürdigungsregel ist daher mit Bezug auf das, was die Berufungsklägerin 
am 23. Juni 2010 erklärt hat, vom für den Berufungsbeklagten günstigeren Sach-
verhalt auszugehen. Das heisst, das Gericht hat für die Beurteilung der Arbeiten 
am Erker auf der Ostseite des Gebäudes das Erteilen einer Zustimmung der Beru-
fungsklägerin im Rahmen des Treffens vom 23. Juni 2010 anzunehmen. 

bbb) Bezüglich dessen, was an dem Treffen vom 23. Juni 2010 vereinbart wor-
den ist, finden sich in den Akten auch zwei Aktennotizen. Die Aktennotiz, welche 
von D._____ am 3. Juli 2010 erstellt worden ist, hält bezüglich der Arbeiten am 
Erker fest, dass es für die Berufungsklägerin und ihren Sohn D._____ – auch un-
ter Berücksichtigung, dass die Änderung der Fassade im Vergleich zum entspre-
chenden Erker an der gegenüberliegenden Fassade nicht direkt festgestellt wer-
den könne – keine Einwände gegeben habe. Jedoch stehe die Zustimmung unter 
dem Vorbehalt, dass die Änderung der Gemeindeverwaltung, der Verwaltung der 
Stockwerkeigentümergemeinschaft sowie den Stockwerkeigentümern mit einem 
ausgearbeiteten Projekt und/oder einem Bericht eines für die Beurteilung solcher 
Änderungen qualifizierten Statikers vorgelegt werde (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 3.7.1). In der Aktennotiz, die G._____ am 30. Juni 2010 erstellt hat, 
findet sich bezüglich der Arbeiten am Erker die Feststellung, um den Erker besser 
nutzen zu können, müsse dieser im Aussenbereich verlängert werden. Diese Än-
derung müsse zunächst durch einen Statiker geprüft werden. Ein Plan mit dem 
Genehmigungsvermerk des Ingenieurs werde zugestellt (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 3.7.2). Aus beiden Aktennotizen geht hervor, dass die Berufungskläge-
rin noch weitere Unterlagen verlangt hatte. Die Diskrepanz zwischen den beiden 
Aktennotizen liegt darin, dass gemäss G._____ ein Plan mit einem Genehmi-
gungsvermerk des Statikers genügen sollte, während D._____ in seiner Aktenno-
tiz festgehalten hat, es müssten ein ausgearbeitetes Projekt und/oder ein Bericht 
eines Statikers vorgelegt werden. Dies ist ein weiterer klarer Hinweis darauf, dass 

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am 23. Juni 2010 unterschiedliche Vorstellungen und Interpretationen bezie-
hungsweise Missverständnisse bestanden haben. Wichtig erscheint vorliegend 
auch, dass D._____ in seiner Aktennotiz ausdrücklich festgestellt hat, dass von 
seiner Seite und von Seiten seiner Mutter keine Einwände gegen die Arbeiten am 
Erker bestehen würden. Dieses Zugeständnis wird aber dadurch relativiert, dass 
es unter den Vorbehalt gestellt worden ist, dass der Gemeinde, der Verwaltung 
der Stockwerkeigentümergemeinschaft sowie den Stockwerkeigentümern selbst 
ein ausgearbeitetes Projekt und/oder der Bericht eines Statikers vorgelegt werde. 
Bevor diese Voraussetzung nicht erfüllt war, hat gemäss Aktennotiz von D._____ 
mithin keine Zustimmung der Berufungsklägerin vorgelegen. Aus den Akten ergibt 
sich, dass der Berufungsbeklagte die Aktennotiz von D._____ am 14. Juli 2010 
hatte (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.4.6, S. 1 unten). Wann genau der Beru-
fungsbeklagte die Notiz erhalten hat, lässt sich aus den Akten aber nicht schlies-
sen. Insbesondere kann nicht mit der notwendigen Sicherheit gesagt werden, dass 
die Aktennotiz, die am 3. Juli 2010 erstellt und von einem Absender, der im Aus-
land wohnt, verschickt worden ist, den Berufungsbeklagten vor Abschluss der 
Bauarbeiten am Erker erreicht hat, waren die Arbeiten gemäss Zusammenstellung 
des zeitlichen Ablaufs durch F._____ doch am 12. Juli 2010 soweit beendet (Ak-
ten der Staatsanwaltschaft, act. 3.17.5). Es fehlten nur noch das Ausschalen und 
die Malerarbeiten, die aber beide nicht als Sachbeschädigung qualifiziert werden 
können. Die Tatsache, dass auf dem Begleitbrief zur Aktennotiz bezüglich des 
Berufungsbeklagten eine Adresse ausserhalb des Kantons Graubünden aufge-
führt ist (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.7.1), obwohl der Berufungsbeklagte 
offenbar schon vor dem Kauf der Stockwerkeinheiten in der Chesa L._____ in 
O.2_____ gewohnt hat (vgl. die Adresse des Berufungsbeklagten im Schreiben 
der Gemeinde O.2_____ vom 29. Juli 2010, Akten der Staatsanwaltschaft, act. 
3.5, „Kopie an“), lässt zudem darauf schliessen, dass die Aktennotiz den Beru-
fungsbeklagten über Umwege und damit nicht sofort erreicht hat. Insgesamt gese-
hen ist daher nicht dargetan, dass der Berufungsbeklagte die Aktennotiz von 
D._____ vor Beendigung der die Voraussetzungen einer Sachbeschädigung erfül-
lenden Bauarbeiten am Erker erhalten hat. Selbst wenn die Aktennotiz eine feh-
lende Zustimmung der Berufungsklägerin zu den Arbeiten am Erker belegen soll-
te, könnte dies dem Berufungsbeklagten deshalb nicht entgegengehalten werden. 
Nachdem die Würdigung der Aussagen der Parteien und Zeugen ergeben hat, 
dass mit Bezug auf das Treffen vom 23. Juni 2010 gute Anhaltspunkte sowohl für 
als auch gegen eine Zustimmung der Berufungsklägerin zu den Arbeiten am Erker 
gegeben sind, nachdem des Weiteren nicht nachgewiesen ist, dass der Beru-
fungskläger von der Aktennotiz von D._____ vor dem Ende der Arbeiten am Erker 

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Kenntnis erlangt hat, und nachdem zum Dritten die Voraussetzung für die Zu-
stimmung der Berufungsklägerin, die in der Aktennotiz von G._____ aufgeführt ist, 
nämlich dass ein Plan mit dem Genehmigungsvermerk des Statikers zugestellt 
werden müsse, mit dem Zusenden eines von einem Statiker gutgeheissenen und 
daher unterzeichneten Schnittplans des Erkers an die Berufungsklägerin (vgl. Ak-
ten der Staatsanwaltschaft, act. 3.4.12) offensichtlich erfüllt worden ist, erscheint 
die Aussage des Berufungsbeklagten, er sei bezüglich der Arbeiten am Erker von 
einer Zustimmung der Berufungsklägerin ausgegangen, als glaubhaft. Jedenfalls 
kann ihm für den Zeitpunkt der Arbeiten am Erker nicht das Gegenteil nachgewie-
sen werden. Für den Fall, dass die Aktennotiz von D._____ eine fehlende Zu-
stimmung der Berufungsklägerin belegen sollte, ist dem Berufungsbeklagten dem-
zufolge ein Irrtum über den Sachverhalt für den Zeitraum der Arbeiten am Erker 
zuzugestehen. Damit wäre er nach dem zu beurteilen, was er sich vorgestellt hat 
(Art. 13 Abs. 1 StGB), nämlich dass die Zustimmung der Berufungsklägerin gege-
ben war. 

ccc) Damit ist hinsichtlich der Änderungen am Erker vom Vorliegen eines Recht-
fertigungsgrundes auszugehen, womit die Rechtswidrigkeit der Handlung entfällt. 
Dem Berufungskläger kann folglich mit Bezug auf die Arbeiten am Erker auf der 
Ostseite des Gebäudes keine Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 
vorgeworfen werden. 

cc) Was die Balkonbrüstung betrifft, so haben sich die Parteien und die Zeugen 
in ihren Einvernahmen nicht explizit dazu geäussert. Sie haben jedoch Aussagen 
darüber gemacht, ob eine Zustimmung zu Änderungen an der Fassade erfolgt sei. 
Zu der Fassade ist zweifellos auch die Balkonbrüstung zu zählen. Zu Gunsten des 
Berufungsbeklagten wird davon ausgegangen, dass die Fragen der Staatsanwalt-
schaft Graubünden zu den Änderungen an der Fassade und die darauf folgenden 
Aussagen der Parteien und Zeugen auch die Balkonbrüstung mitumfasst haben.

Der Berufungsbeklagte hat in der Konfronteinvernahme mit der Berufungsklägerin 
erklärt, diese habe unter der Voraussetzung, dass ihr die entsprechenden Pläne 
zugestellt würden, ihr Einverständnis zu den Modifikationen der Aussenhaut ge-
geben (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, S. 4 oben).

Die Berufungsklägerin hat in derselben Konfrontationseinvernahme ausgesagt, 
der Berufungsbeklagte sei nie im Besitz der Zustimmung der restlichen Stock-
werkeigentümer gewesen und sie habe ihm nie ihre mündliche Zustimmung gege-
ben (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1, S. 7 oben).

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D._____ führte in seiner Einvernahme aus, die Änderungen an der Fassade seien 
ohne ihre Zustimmung erfolgt (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.2, S. 4 Ziff. 3).

E._____ hielt in ihrer Einvernahme explizit fest, dass eine Zustimmung zu den Än-
derungen am Erker und an der Fassade gegeben worden sei (Akten der Staats-
anwaltschaft, act. 4.3, S. 4 unten Ziff. 1).

F._____ sagte auf die Frage, ob er den Eindruck gehabt habe, dass die Beru-
fungsklägerin und ihr Sohn zu den Änderungen am Erker und an der Fassade ihre 
Zustimmung gegeben hätten, aus, dass er diesen Eindruck gehabt habe, nach-
dem nur noch gewünscht worden sei, dass von einem ausgewiesenen Statiker die 
Garantie geliefert werde, dass die Tragfähigkeit des Erkers nach dem Umbau vor-
handen sei (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.4, S. 5 Ziff. 4). 

G._____ äusserte sich nicht konkret zu den Änderungen an der Fassade. Wie be-
reits festgestellt, beantwortete er aber die allgemeine Frage, ob er den Eindruck 
gehabt habe, dass die Berufungsklägerin mit den vorgesehenen Arbeiten einver-
standen gewesen sei, dahingehend, dass die Parteien noch Änderungen und Plä-
ne gewünscht hätten und dass er nicht den Eindruck gehabt habe, dass damals 
ein Einverständnis erklärt worden sei (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, S. 4 
Ziff. 13). 

Sowohl in der Aktennotiz von D._____, als auch in jener von G._____ wird nicht 
spezifisch auf das Balkongeländer Bezug genommen. Dies bedeutet jedoch nicht 
schlechterdings, dass über die Balkonbrüstung nicht gesprochen worden wäre. Es 
kann auch einfach unerwähnt geblieben sein, weil es sich bei der Balkonbrüstung 
offensichtlich lediglich um einen Nebenpunkt in den ganzen Umbauplänen des 
Berufungsbeklagten gehandelt hat und weil die Balkonbrüstung – ohne Schaden 
zu nehmen – abmontiert und auch wieder befestigt werden konnte.

Aus den Aussagen der Parteien und der Zeugen ergibt sich erneut, dass die Äus-
serungen der Berufungsklägerin und ihr Verhalten anlässlich des Treffens vom 23. 
Juni 2010 nicht so eindeutig zustimmend waren, wie es der Berufungsbeklagte 
geltend macht. Wie bereits bezüglich der Arbeiten am Erker ausgeführt, spricht die 
allgemeine Aussage von G._____, der mit den ganzen Umbauarbeiten nichts zu 
tun und auch mit den Parteien keine persönliche Beziehung hatte (Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 4.5, S. 2 oben), grundsätzlich dafür, dass keine Zustim-
mung gegeben worden ist. Seine Aussage, er habe nicht den Eindruck gehabt, 
dass eine Zustimmung erfolgt sei, gibt jedoch seine persönliche Einschätzung 
wieder, die mit dem von der Berufungsklägerin Erklärten nicht zwingend überein-

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stimmen muss. Dass er diesen Eindruck gewonnen hat, weil die Parteien noch 
Abklärungen und Pläne wünschten, ist andererseits gut nachvollziehbar, werden 
Entscheidungen – wie zum Beispiel eine Zustimmung – in der Regel doch erst 
getroffen, wenn alle Abklärungen gemacht sind, alle Pläne vorliegen und sowohl 
die Ergebnisse der Abklärungen als auch die Pläne studiert sind. F._____ wieder-
um, der offenbar hauptsächlich das Gespräch geführt hat (Akten der Staatsan-
waltschaft, act. 4.5, S. 3 Ziff. 6), hat in derselben Situation den Eindruck gewon-
nen, dass die Berufungsklägerin eine Zustimmung erklärt hat. Wie bereits ausge-
führt, kann F._____, der in einem Mandatsverhältnis zum Berufungsbeklagten ge-
standen und als dessen Architekt die ganzen Umbauarbeiten geplant und über-
wacht hat, ein gewisses Interesse am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht 
abgesprochen werden. Dies macht seine Aussage aber nicht einfach unglaubhaft 
und vernachlässigbar. Immerhin hat er als Zeuge und damit unter der Strafdro-
hung von Art. 307 StGB ausgesagt. Auch er hat im Übrigen aber eine persönliche 
Wertung abgegeben, spricht er doch ebenfalls von seinem Eindruck, der jedoch 
genau anders ausgefallen ist als derjenige von G._____. Bei der Würdigung der 
Aussage von F._____ ist miteinzubeziehen, dass in einer Situation wie der vorlie-
genden, wo über ein Bauvorhaben bereits ausführlich gesprochen worden ist, 
auch mit technischen Details (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.5, S. 3), Unter-
lagen auch einzig zur Dokumentation und nicht als Grundlage der Entscheidung 
verlangt werden können. Die Würdigung der Aussagen von G._____ und F._____ 
führt zum Schluss, dass beide Zeugen einen persönlichen Eindruck, eine persönli-
che Wertung der Situation wiedergeben. Weder die eine noch die andere Aussage 
vermag jedoch alle vernünftigen Zweifel zu beseitigen, insbesondere wenn sie 
zusammen betrachtet werden. Die Aussage des Berufungsbeklagten ist aus den-
selben Gründen wie bei der Frage nach der Zustimmung zu den Arbeiten am Er-
ker mit Zurückhaltung zu würdigen. Dasselbe gilt für die Aussage der Berufungs-
klägerin. Bei der Würdigung der Aussage der Lebenspartnerin des Berufungsbe-
klagten ist weiterhin zu beachten, dass sie in einer grossen persönlichen Nähe 
zum Berufungsbeklagten steht, so dass ihr ein nicht unerhebliches Interesse am 
Ausgang des Verfahrens zugesprochen werden muss, und dass sie aufgrund ihrer 
Beziehung zum Berufungsbeklagten in einen Interessenkonflikt geraten kann. 
Beim Sohn der Berufungsklägerin ist weiterhin seine persönliche Nähe zur Beru-
fungsklägerin zu beachten und dass er den Berufungsbeklagten offenbar nicht 
mehr mochte (Auszug aus den Aufzeichnungen von I._____, Akten der Staatsan-
waltschaft, act. 3.19, S. 3, zu 16.07.10). Insgesamt gesehen führt die Beweiswür-
digung zum Schluss, dass sich beachtenswerte Anhaltspunkte sowohl für als auch 
gegen eine Zustimmung der Berufungsklägerin zur (vorübergehenden) Entfernung 

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der Balkonbrüstung finden. Eine Überzeugung lässt sich weder in der einen noch 
in der anderen Richtung gewinnen. In dieser Situation ist in Anwendung des 
Grundsatzes „in dubio pro reo“ vom für den Berufungsbeklagten günstigeren 
Sachverhalt auszugehen. Das Gericht hat die Handlung des Berufungsbeklagten 
mithin unter der Prämisse, dass eine Zustimmung und damit ein Rechtfertigungs-
grund anzunehmen ist, zu beurteilen. Der Rechtfertigungsgrund der Einwilligung 
des Verletzten lässt die Rechtswidrigkeit entfallen, weshalb keine Verurteilung er-
folgen kann. Der Berufungsbeklagte kann daher mit Bezug auf die Entfernung der 
Balkonbrüstung nicht wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 
belangt werden. 

Der Vollständigkeit halber sei noch angefügt, dass das Protokoll der ordentlichen 
Stockwerkeigentümerversammlung der Stockwerkeigentümergemeinschaft 
L._____ vom 24. Oktober 2014, welches der Berufungsbeklagte im Berufungsver-
fahren eingelegt hat, entgegen seiner Auffassung eine nachträgliche Zustimmung 
der anderen Stockwerkeigentümer zur Entfernung des Balkongeländers nicht zu 
beweisen vermag. Es trifft zwar zu, dass die Stockwerkeigentümer dem Beru-
fungsbeklagten gemäss diesem Protokoll eine Frist gewährt und diese sogar ver-
längert haben, um die Balkonbrüstung wieder anzubringen (act. C.9, S. 5 Ziff. 6b). 
Das bedeutet jedoch offensichtlich nicht notwendigerweise, dass sie damit einver-
standen gewesen sind, dass der Berufungsbeklagte das Balkongeländer über-
haupt entfernt hat. Es kann ebenso gut nur bedeuten, dass sie dem Berufungsbe-
klagten eine Frist gewährt haben, um den ursprünglichen Zustand wiederherzu-
stellen. Der vom Berufungsbeklagten beantragte Verzicht auf das Wiederanbrin-
gen des Geländers wurde in der Stockwerkeigentümerversammlung denn auch 
klarerweise abgelehnt (act. C.9, S. 6 f. Ziff. 8a). Das Protokoll der ordentlichen 
Stockwerkeigentümerversammlung der Stockwerkeigentümergemeinschaft 
L._____ vom 24. Oktober 2014 ist damit kein Beleg für eine Zustimmung der Beru-
fungsklägerin zur (allenfalls auch nur vorübergehenden) Entfernung der Balkon-
brüstung. 

dd) Mit Bezug auf die Fensteröffnungen, die der Berufungsbeklagte hat ver-
grössern lassen, indem er die Fensterbrüstungen entfernen liess, finden sich in 
den Einvernahmen der Parteien und Zeugen folgende Aussagen: 

Weder der Berufungsbeklagte noch die Berufungsklägerin haben in ihrer Konfron-
teinvernahme konkret Bezug auf die Fensteröffnungen genommen. Sie bejahen 
beziehungsweise bestreiten vielmehr – wie bereits gesehen – eine Zustimmung zu 

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den Änderungen an der Fassade. Die Fensterbrüstungen sind zweifellos zur Fas-
sade zu zählen. 

D._____ hat sich in seiner Einvernahme nicht spezifisch zu der Entfernung der 
Fensterbrüstungen geäussert. Wie bereits dargestellt hat er jedoch bestritten, 
dass die Änderungen an der Fassade mit ihrer Zustimmung erfolgt seien.

E._____ hat ausgesagt, dass bezüglich der Fassade (Erker, Fenster) eine Zu-
stimmung erfolgt sei (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.3, S. 3 Ziff. 4 und 5 so-
wie S. 4 Ziff. 1).

Auch F._____ hat in seinen Aussagen nicht konkret Bezug auf den Abbruch der 
Fensterbrüstungen genommen. Er hat jedoch, wie bereits festgestellt, auf entspre-
chende Frage ausgeführt, dass er den Eindruck gehabt habe, die Berufungskläge-
rin und ihr Sohn hätten zu der Änderung am Erker und an der Fassade ihre Zu-
stimmung gegeben (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.4, S. 5 Ziff. 4).

G._____ hat in seiner Einvernahme bezüglich dessen, was mit Bezug auf die 
Fenster besprochen worden ist, auf seine Aktennotiz verwiesen. Weiter hat er – 
wie schon festgestellt – allgemein ausgeführt, dass die Parteien noch Abklärungen 
und Pläne verlangt hätten und dass er nicht den Eindruck gehabt habe, es werde 
zu den vorgesehenen Arbeiten ein Einverständnis erklärt (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 4.5, S. 4 Ziff. 13). 

In den beiden Aktennotizen zu dem Treffen vom 23. Juni 2010, die sich in den Ak-
ten finden, wird nicht konkret auf die Fensterbrüstungen Bezug genommen. Wie 
bereits bezüglich der Balkonbrüstung festgehalten, heisst das jedoch nicht zwin-
gend, dass nicht darüber gesprochen worden sein kann. Es kann auch einfach 
bedeuten, dass keine weiteren Bedingungen im Zusammenhang mit dem Abbruch 
der Fensterbrüstungen vereinbart worden sind.

In Würdigung der Aussagen der Parteien und der Zeugen kann auch bezüglich der 
Fensterbrüstungen nicht mit der nötigen Sicherheit ausgeschlossen werden, dass 
eine Zustimmung der Berufungsklägerin zu den Umbauabsichten vorlag. Auch hier 
muss die Aussage von G._____ zwar als Indiz gewertet werden, dass keine Zu-
stimmung erfolgt ist. Aber erneut ist darauf hinzuweisen, dass G._____ von einem 
Eindruck spricht, den er gewonnen hat, mithin von einer persönlichen Wertung, 
einem Gefühl, das nicht mit dem tatsächlich Erklärten übereingestimmt haben 
muss. Dass die Parteien nach seiner Aussage noch Abklärungen und Pläne 
wünschten, macht seinen Eindruck jedoch gut nachvollziehbar. Wiederum darf 

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nicht ausser Acht gelassen werden, dass F._____ in derselben Situation den Ein-
druck gewonnen hat, dass eine Zustimmung gegeben worden ist. Wie bereits 
mehrfach festgestellt ist seine Aussage nicht einfach unglaubhaft und unbeacht-
lich, auch wenn er ein gewisses Interesse am Ausgang dieses Strafverfahrens hat. 
Jedoch gibt auch er eine persönliche Einschätzung wieder, die nicht mit dem 
übereinstimmen muss, was tatsächlich erklärt worden ist. Beide Aussagen vermö-
gen es nicht, alle vernünftigen Zweifel zu beseitigen. Die Aussagen des Beru-
fungsbeklagten, der Berufungsklägerin, der Lebenspartnerin des Berufungsbe-
klagten sowie des Sohnes der Berufungsklägerin sind aus den bereits mehrfach 
erwähnten Gründen auch im Zusammenhang mit der Entfernung der Fensterbrüs-
tungen mit Zurückhaltung zu würdigen. Auch mit Bezug auf den Abbruch der 
Fensterbrüstungen finden sich damit plausible Anhaltspunkte für und gegen eine 
Zustimmung der Berufungsklägerin. Eine Überzeugung kann weder in der einen 
noch in der anderen Richtung gewonnen werden. Bei diesem Beweisergebnis ist 
in Anwendung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ der für den Berufungsbeklagten 
günstigere Sachverhalt vorzuziehen. Das Gericht hat die Handlung des Beru-
fungsbeklagten mithin unter der Annahme, dass eine Zustimmung der Berufungs-
klägerin und damit ein Rechtfertigungsgrund vorgelegen habe, zu beurteilen. Auf-
grund des Rechtfertigungsgrundes entfällt die Rechtswidrigkeit der Handlung und 
eine Verurteilung ist nicht möglich. Der Berufungsbeklagte kann daher mit Bezug 
auf die Fensterbrüstungen nicht wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 
1 StGB verurteilt werden. 

Ergänzend sei noch auf Folgendes hingewiesen: In den Akten findet sich das Pro-
tokoll der ordentlichen Stockwerkeigentümerversammlung der Stockwerkeigentü-
mergemeinschaft L._____ vom 15. Oktober 2010. Dieses Protokoll hält fest, dass 
der Stockwerkeigentümer C._____ die vom Berufungsbeklagten vorgenommenen 
Umbauarbeiten im Rahmen der Versammlung zur Sprache gebracht und bemän-
gelt hat, dass verschiedene Arbeiten ohne ausdrückliche Zustimmung der Stock-
werkeigentümerversammlung ausgeführt worden seien, so – unter anderem – 
auch der