# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e74d7f14-210f-5c6b-92d3-184581deaca9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.04.2013 UB130024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UB130024_2013-04-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: UB130024-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Borer 

 

Beschluss vom 8. April 2013 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Haftentlassung   
 
 
Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes des 
Bezirkes Zürich vom 15. März 2013, GH130404 

 

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Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwalt-

schaft) führt gegen A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) eine Strafuntersu-

chung wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung.  

2. Der Beschwerdeführer war am 2. Dezember 2012 verhaftet und mit Verfü-

gung des Zwangsmassnahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 3. Dezember 

2012 in Untersuchungshaft versetzt worden. Mit Verfügung des Zwangsmass-

nahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 28. Februar 2013 wurde die Untersu-

chungshaft bis zum 1. April 2013 verlängert (Urk. 14/11 act. 1, 6, 12).  

3. Mit Schreiben vom 6. März 2013 liess der Beschwerdeführer bei der Staats-

anwaltschaft ein Haftentlassungsgesuch stellen (Urk. 12/1). Die Staatsanwalt-

schaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 11. März 2013 neben der Abwei-

sung des Haftentlassungsgesuchs die Verlängerung der Untersuchungshaft um 

drei Monate (Urk. 12/2 S. 5). Mit Verfügung vom 15. März 2013 wies das 

Zwangsmassnahmengericht des Bezirkes Zürich (nachfolgend: Vorinstanz) das 

Haftentlassungsgesuch ab und verlängerte die Haft bis zum 1. Juli 2013 (Urk. 3 = 

Urk. 6 = Urk. 12/6). Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

19. März 2013 innert Frist beim hiesigen Gericht Beschwerde erheben und bean-

tragen, es sei die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben und der Beschwerdefüh-

rer sei aus der Haft zu entlassen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten der Staatskasse (Urk. 4; Urk. 2 = Urk. 5).  

4. Mit Verfügung vom 20. März 2013 wurde die Beschwerdeschrift der Vo-

rinstanz sowie der Staatsanwaltschaft zur Stellungnahme und zur Einsendung der 

(notwendigen) Akten übermittelt (Urk. 8 = Prot. S. 2). Die Vorinstanz verzichtete 

am 21. März 2013 auf eine Stellungnahme (Urk. 11). Die Staatsanwaltschaft be-

antragt in ihrer Eingabe vom 21. März 2013 die Abweisung der Beschwerde, ver-

zichtet im Übrigen aber auf eine Stellungnahme (Urk. 13). Die Eingabe der 

Staatsanwaltschaft wurde dem amtlichen Verteidiger mit Einschreiben "Zustellung 

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von Rechtsschriften" vom 26. März 2013 zugesandt (Urk. 16 = Prot. S. 3). Die 

Replik des Beschwerdeführers vom 27. März 2013 (Urk. 18) wurde ihrerseits der 

Staatsanwaltschaft mit Einschreiben "Zustellung von Rechtsschriften" vom 

28. März 2013 übermittelt (Urk. 20 = Prot. S. 4). Mit Telefonat vom 3. April 2013 

verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Stellungnahme (vgl. Prot. S. 5). Damit 

erweist sich das Verfahren als spruchreif. 

II. 

1.1 Der zu untersuchende Vorfall ereignete sich am 1. Dezember 2012, ca. 

23.45 Uhr, auf der Wiese hinter dem Durchgangszentrum für Asylsuchende am 

…weg … in B._____ (NUK). Durch die Hintertür gelangt man über eine kleine 

Treppe auf die Wiese. Hinter der Wiese wird das Areal durch einen Maschen-

drahtzaun vom …weg abgetrennt (Urk. 14/1 Rapport vom 4.12.2012 S. 5).  

 Dem Beschwerdeführer wird Folgendes vorgeworfen: Er habe sich zusam-

men mit seiner damaligen Freundin, C._____ (…), bei der kleinen Treppe hinter 

dem NUK aufgehalten. Als sich +D._____ (+…) und E._____ (E._____) vom 

…weg genähert hätten, sei es zwischen dem Beschwerdeführer und +D._____ zu 

einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf der unbewaffne-

te +D._____ über den Zaun gestiegen und auf den Beschwerdeführer losgegan-

gen sei. In der Folge habe der Beschwerdeführer eine mitgeführte Faustfeuerwaf-

fe der Marke Glock 17 mit eingesetztem gefüllten Magazin gezogen, eine Lade-

bewegung gemacht und dreimal in Richtung von +D._____ (bzw. dessen Kolle-

gen E._____) geschossen. Dabei habe +D._____ – getroffen durch zwei Projekti-

le – tödliche Verletzungen erlitten (vgl. Urk. 12/2 S. 2; vgl. Urk. 14/1 Rapport vom 

4.12.2012 S. 6).  

1.2 Der Beschwerdeführer schilderte die Ereignisse jenes Abends im Wesentli-

chen wie folgt: Er sei mit seiner damaligen Freundin (C._____) vor der Notaus-

gangstüre des NUK gestanden, als zwei Männer hinter dem Zaun erschienen sei-

en. Der eine, +D._____, habe ihn angestarrt und angeflucht. Warum wisse er 

nicht. Als er, der Beschwerdeführer, +D._____ gefragt habe, was das Problem 

sei, habe dieser in die Innentasche der Jacke gegriffen, ihn, den Beschwerdefüh-

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rer, demonstrativ böse angeschaut und schliesslich seinem Kollegen in die Jacke 

gegriffen. Er, der Beschwerdeführer, habe aber weder eine Waffe noch sonst et-

was Gefährliches erkennen können (Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 2 S. 10). 

Er, der Beschwerdeführer, habe Angst bekommen und die Hand an den Griff sei-

ner Waffe gelegt. +D._____ habe dann seine Jacke ausgezogen und diese dem 

Kollegen zum Halten gegeben. Dabei habe er begonnen herumzufluchen, eine 

Geste "Halsabschneiden" gemacht, auf ihn, den Beschwerdeführer, gezeigt und 

mit den Händen gegen den Zaun geschlagen. Als er, der Beschwerdeführer, mit 

seiner Freundin habe abhauen wollen, sei +D._____ über den Zaun gesprungen 

und etwa drei Meter von ihnen entfernt stehen geblieben. In dem Moment habe 

er, der Beschwerdeführer, die Waffe gezogen und gleichzeitig die Ladebewegung 

gemacht, um +D._____ einzuschüchtern. Als +D._____ dann weiter auf ihn los-

gegangen sei und nach der Waffe gegriffen habe, sei er, der Beschwerdeführer, 

zurückgewichen und habe im Affekt geschossen. Dabei habe er tief gezielt. Zum 

(richtig) Zielen habe er keine Zeit gehabt. Danach sei er zur Wohnung eines Kol-

legen gerannt, bevor er zum NUK zurückgekehrt sei, um dort auf die Polizei zu 

warten. Beim NUK hätten sie ihn jedoch mit Gegenständen beworfen, weshalb er 

erneut zum Kollegen gegangen sei. Dort habe er dann die Polizei gerufen 

(Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 2-7, v. 7.2.2013 S. 11 f.).  

 Somit ist der Beschwerdeführer im Wesentlichen geständig. Sein Verteidiger 

macht indes geltend, der Beschwerdeführer habe in rechtfertigender Notwehr 

gemäss Art. 15 StGB oder zumindest in entschuldbarer Notwehr i.S.v. Art. 16 

StGB gehandelt (Urk. 5 S. 3). 

2. Gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO ist Untersuchungshaft zulässig, wenn die be-

schuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und 

zudem ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich entweder durch Flucht dem Straf-

verfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtgefahr; lit. a), dass 

sie Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfin-

dung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder dass sie durch schwere 

Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem 

sie bereits früher gleichartige Straftaten begangen hat (Wiederholungsgefahr; 

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lit. c). Der in Art. 221 Abs. 2 StPO geregelte selbständige Haftgrund der Ausfüh-

rungsgefahr liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre 

Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen. 

 Die Untersuchungshaft darf nicht länger dauern, als die zu erwartende Frei-

heitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). Sie ist aufzuheben, sobald ihre Voraussetzun-

gen nicht mehr erfüllt sind, die vom Gesetz vorgesehene oder von einem Gericht 

bewilligte Dauer abgelaufen ist, oder Ersatzmassnahmen an ihrer Stelle zum glei-

chen Ziel führen (vgl. Art. 212 Abs. 2 StPO sowie Art. 237 Abs. 1 StPO). 

3. Das Vorliegen des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts 

wird seitens des Beschwerdeführers nicht bestritten (vgl. Urk. 4; vgl. Urk. 5 S. 3). 

Es kann hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des vorinstanzlichen Entschei-

des vom 15. März 2013 sowie den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichtes 

vom 28. Februar 2013 verwiesen werden, zumal sich in der Zwischenzeit an den 

Umständen, welche zur Bejahung des dringenden Tatverdachts führen, nichts 

geändert hat.  

4.1 Zum allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts muss kumulativ 

zumindest einer der besonderen Haftgründe nach Art. 221 Abs. 1 und 2 StPO 

hinzukommen. Die Vorinstanz und die Staatsanwaltschaft gehen vom Vorliegen 

von Wiederholungsgefahr sowie von Fluchtgefahr aus. Der besondere Haftgrund 

der Wiederholungsgefahr ist gegeben, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass die 

beschuldigte Person durch Verbrechen oder schwere Vergehen (vgl. dazu BGE 

137 IV 84 Erw. 3.2) die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem sie be-

reits früher gleichartige Straftaten verübt hat (Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO). Dieser 

besondere Haftgrund hat in erster Linie spezialpräventiven Charakter und dient 

der Verhütung weiterer Delikte. Er dient daneben aber auch dem strafprozessua-

len Ziel der Verfahrensbeschleunigung, indem verhindert werden soll, dass der 

Verfahrensabschluss durch die Begehung neuer Delikte verzögert wird. An den 

Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist angesichts seiner Natur als – wenn auch 

nicht reiner – Präventivhaft grundsätzlich ein strenger Massstab zu legen. Dabei 

muss die Begehung der Verbrechen oder schweren Vergehen ernsthaft zu be-

fürchten sein. Vorausgesetzt werden konkrete Anhaltspunkte, wobei die dabei zu 

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stellende Rückfallprognose sehr ungünstig sein muss. Zu berücksichtigen sind die 

Intensität bzw. Schwere der deliktischen Tätigkeit in der Vergangenheit sowie die 

persönlichen Gegebenheiten und Anlagen der beschuldigten Person, die eine er-

höhte Gefahr weiterer Delinquenz indizieren (BGE 137 IV 84 Erw. 3.2; Urteil 

1B_454/2012 vom 24.8.2012 Erw. 2.3; Schmid, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 1025). Im Weiteren muss es sich 

auch bei den vom Gesetz verlangten Vortaten um Verbrechen oder schwere Ver-

gehen gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben. Doch selbst 

bei Fehlen von früheren gleichartigen Straftaten ist Untersuchungshaft nicht völlig 

ausgeschlossen, lag es doch nicht in der Absicht des Gesetzgebers, mögliche 

Opfer von weiteren Gewaltdelikten erheblichen konkreten Risiken auszusetzen 

(vgl. BGE 137 IV 13 Erw. 3f.). Damit kommt dem Grad der Gewaltbereitschaft der 

betroffenen Person massgebliche Bedeutung zu (vgl. Urteil 1B_722/2011 vom 

16.1.2012 Erw. 2.4; vgl. Urteil 1B_473/2012 vom 12.9.2012 Erw. 2.1.3).  

4.2. Seitens der Verteidigung wird eine Wiederholungsgefahr verneint. So verfü-

ge der Beschwerdeführer über einen einwandfreien Leumund und habe keine 

Vorstrafen, sei zudem psychisch und physisch gesund und werde von sämtlichen 

Auskunftspersonen und Zeugen als ruhiger, hilfsbereiter und zuverlässiger junger 

Mann beschrieben, der nie durch unhöfliches oder aggressives Verhalten aufge-

fallen sei (Urk. 5 S. 8-10). Auch sei sein Computerspielverhalten nicht auffällig 

und lasse nicht auf Wiederholungsgefahr schliessen (Urk. 5 S. 10-11). Im Weite-

ren habe der Beschwerdeführer an jenem Abend ausschliesslich zum Selbst-

schutz eine geladene Schusswaffe mit sich geführt, zumal es im Vorfeld zu min-

destens zwei Messerstechereien und diversen Schlägereien in und um die Notun-

terkunft B._____ gekommen sei (Urk. 5 S. 11 f.). Dabei seien die Ereignisse nicht 

voraussehbar gewesen und er habe nur geschossen, weil er von +D._____ und 

E._____, die er beide zuvor nicht gekannt habe, grundlos beschimpft und nament-

lich von +D._____ angegriffen worden sei. Seine körperliche Integrität sowie auch 

diejenige seiner damaligen Freundin C._____ seien gefährdet gewesen, weshalb 

er in Panik geschossen habe (Urk. 5 S. 12). 

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4.3 Der Beschwerdeführer ist zwar im Strafregister nicht verzeichnet (Urk. 14/12 

Personalakten act. 1). Bei der Beurteilung der Gewaltbereitschaft des Beschwer-

deführers ist jedoch zunächst zu berücksichtigen, dass dieser offenbar eine Vor-

liebe für Schusswaffen hat. So verfügt er seit März 2012 über einen Waffener-

werbsschein (vgl. Urk. 14/10 1. HD act. 3), ist im Besitz einer Glock 17 (Urk. 14/1 

Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 7) und suchte in der Vergangenheit mehrmals einen 

Schiesskeller auf (Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 7). Dabei gab er nach 

polizeilichen Berechnungen innerhalb von zwei Jahren rund 3'000 Schuss ab (vgl. 

Urk. 14/1 Einv. Besch. act. 3 S. 2 f.). Auch fanden sich beim Beschwerdeführer 

diverse Gegenstände, die einen engen Bezug zu Waffen aufweisen, so nament-

lich drei Patronenhülsen, eine Schiessbrille, Waffenputzzeug (vgl. Urk. 14/10 1. 

HD act. 3), drei (leere) Patronentrommeln (vgl. Urk. 14/10 2. HD act. 3), Gewehr-

munition, zwei Faustfeuerwaffen (vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 8) 

sowie zwei Schwerter und ein Dolch (vgl. Urk. 14/10 1. HD act. 3). Darüber hinaus 

gab er an, eine alte Pistole aus dem 1. Weltkrieg von seinem Grossvater zu besit-

zen (Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 8). Im Weiteren lassen auch die Aus-

sagen von Personen aus seinem Umfeld – F._____, G._____ –, wonach er zwar 

kein "Waffenfreak" gewesen sei, sich aber für Waffen begeistert habe, auf eine 

besondere Vorliebe für Waffen schliessen. F._____ gab denn auch an, der Be-

schwerdeführer sei sehr stolz gewesen, als er die Glock gekauft habe (vgl. 

Urk. 14/3 Einv. Dritte – Umfeld act. 1 S. 7, act. 2 S. 6, act. 3 S. 5). Darauf, dass 

Waffen für den Beschwerdeführer eine wichtige Rolle spielen, deuten auch die auf 

seinem Computer gespeicherten Fotos hin, auf welchen er mit einer Schusswaffe 

posiert und sich mit dieser in Szene setzt (vgl. Urk. 15). Dass der Beschwerdefüh-

rer gemäss Aussagen von Personen aus seinem Umfeld – F._____, G._____, 

H._____ (vgl. Urk. 14/3 Einv. Dritte – Umfeld act. 1 S. 5 f., act. 2 S. 8, act. 3 S. 5, 

act. 7 S. 5) – sowie nach eigenen Angaben (vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 

7.2.2013 S. 10 f.) zudem gerne Ego-Shooter-Games spielt, vermag für sich allei-

ne zwar noch nichts über sein Gewaltpotential auszusagen, verstärkt jedoch den 

Eindruck, der Beschwerdeführer habe eine überdurchschnittliche Begeisterung für 

Waffen, insbesondere Schusswaffen. Dabei hatte der Beschwerdeführer bereits 

als Kind einen gewissen Bezug zu Waffen. So wurde er mit Erziehungsverfügung 

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vom tt.mm.2003 der Jugendanwaltschaft der Bezirke Winterthur und Andelfingen 

der Tätlichkeiten fehlbar gesprochen, weil er mit einer Soft-Air-Gun auf ein 12-

jähriges Mädchen gezielt und geschossen habe, ohne sich zu vergewissern, ob 

die Waffe gesichert oder ungesichert sei, wobei das Mädchen mit einem Plas-

tikkügelchen mit sechs Millimeter Durchmesser am blossen Rücken getroffen 

worden sei (vgl. Urk. 14/12 Personalakten act. 13). Der Beschwerdeführer erklärte 

denn auch, ihn hätten Waffen schon immer interessiert (Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 

2.12.2012 S. 9).  

 Im Weiteren zeigte der Beschwerdeführer durch sein jüngstes Verhalten die 

grundsätzliche Bereitschaft, für Dritte eine erhebliche Gefahrensituation herbeizu-

führen. So trug der Beschwerdeführer eine geladene und nicht sicherbare (vgl. 

Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 2.12.2012 S. 3) Schusswaffe auf sich, und zwar nicht 

nur am fraglichen Abend, sondern gemäss seinen eigenen Angaben in der ver-

gangenen Zeit auf dem Areal der NUK zwischen 22.00 und 02.00 Uhr fast immer 

(Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 9, v. 5.2.2013 S. 8). Dabei gab er an, er 

habe sich und seine Freundin vor Angriffen schützen wollen, da es in den zwei bis 

drei Wochen vor dem Vorfall in der unmittelbaren Umgebung der Durchgangszen-

tren zu zwei Messerstechereien gekommen sei und man seiner Freundin auch 

mal angedroht habe, sie zu vergewaltigen (Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 2.12.2012 

S. 3, v.7.12.2012 S. 9, v. 5.2.2013 S. 5 f.). Er sei sich sicher gewesen, dass die 

Waffe eine abschreckende Wirkung habe, wenn er sie gegen Angreifer ziehe. Er 

habe sie nur zur Abschreckung mitgenommen. Die Munition habe er mitgeführt, 

um nötigenfalls einen Warnschuss abzugeben (vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 

5.2.2013 S. 9 f.). Gleichzeitig bezeichnet sich der Beschwerdeführer selber als ei-

nen mit der Glock 17 ungeübten Schützen (vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.2.2013 

S. 1 f.). Eine Schiessausbildung habe er keine. Schiessen könne ja jeder (vgl. 

Urk. 14/1 Einv. Besch. v.2.12.2012 S. 9).  

 Das Tragen einer geladenen und ungesicherten Schusswaffe indes bedeutet 

bereits per se ein erhebliches Gefahrenpotential; dies umso mehr, wenn dies 

durch einen unerfahrenen Schützen geschieht. Doch auch ein unerfahrener 

Schütze musste sich des Risikos, welches das Mitführen einer geladenen und 

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ungesicherten Schusswaffe mit sich bringt, bewusst sein, zumal für eine Schuss-

abgabe nur noch ein geringer Aufwand erforderlich ist. Dennoch erachtete es der 

Beschwerdeführer als gerechtfertigt, dieses Risiko in Kauf zu nehmen. Dies 

spricht dafür, dass der Beschwerdeführer durchaus bereit ist, in Situationen, in 

welchen er es als gerechtfertigt erachtet, für Dritte eine erhebliche Gefahr für Leib 

und Leben zu schaffen.  

 Im Weiteren bestehen erhebliche Hinweise darauf, er neige in Stresssituati-

onen zu impulsiven, unkontrollierten und übertriebenen Reaktionen. So habe 

+D._____ zwar nach seiner, des Beschwerdeführers, Waffe gegriffen, habe je-

doch nichts in den Händen gehabt. Somit stand der vermeintliche Angreifer nach 

Angaben des Beschwerdeführers mit leeren Händen da. Trotzdem schoss er aus 

nächster Nähe dreimal auf +D._____. Dabei sagte der Beschwerdeführer aus, er 

habe nirgendwohin gezielt, nur die Waffe tiefgehalten. Im Weiteren sei er davon 

ausgegangen, nur einmal geschossen zu haben. Er habe unter Schock gestan-

den. Es sei ein Reflex, eine Affekthandlung gewesen. Er könne sich nicht mal er-

innern, abgedrückt zu haben (vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 3, 14, 15 

f., v. 7.2.2013 S. 11 f., v. 28.2.2013 S. 9). Offenbar war er in dieser Situation eines 

– aus seiner Sicht – mutmasslichen Angriffs nicht mehr in der Lage, kontrolliert zu 

handeln und die Schüsse zumindest bewusst und gezielt abzugeben. Im Weiteren 

gab G._____ an, den Beschwerdeführer bei Problemen aufbrausend empfunden 

zu haben, und schilderte einen Vorfall, bei welchem dieser wegen einer Kleinig-

keit aggressiv reagiert habe. Auch habe sich der Beschwerdeführer dahingehend 

geäussert, wenn jemand seine Freundin anfasse, würde er diesen sofort umbrin-

gen (Urk. 14/3 Einv. Dritte – Umfeld act. 3 S. 3 f., 5). Ferner schrieb der Be-

schwerdeführer bei früherer Gelegenheit in einem SMS an C._____, wenn er sie 

mit einem andern Jungen sehe, bringe er den Jungen um. Gleichzeitig bezeichne-

te er sich selber als sehr aggressiv (vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.2.2013 Natel-

Auswertungen SMS Nr. 787 und Nr. 789). Zwar wird der Beschwerdeführer im 

Übrigen grundsätzlich als ruhiger, hilfsbereiter und zuverlässiger junger Mann be-

schrieben, der nie durch unhöfliches oder aggressives Verhalten aufgefallen sei 

(vgl. z.B. Urk. 14/2 Einv. Dritte – Bewohner act. 3 S. 4; Urk. 14/3 Einv. Dritte Um-

feld act. 2 S. 11, act. 7 S. 5, act. 10 S.  3; Urk. 14/4 Einv. Dritte – Mitarbeiter act. 3 

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S. 2). Indessen sind unter den gegebenen Umständen die Anzeichen, der Be-

schwerdeführer verhalte sich in besonderen Situationen, namentlich wenn er sich 

angegriffen fühlt, nicht nur sehr heftig, wenn nicht sogar übertrieben, sondern 

auch impulsiv und unkontrolliert, nicht von der Hand zu weisen und können nicht 

ignoriert werden. Gerade der Umstand, dass der Beschwerdeführer zu einem we-

sentlichen Teil von seinem Umfeld als ruhig beschrieben wird, lässt sein Verhal-

ten vor dem Hintergrund des zu untersuchenden Vorfalls umso unberechenbarer 

erscheinen, was eine gerichtliche Beurteilung seines Gewaltpotential erheblich 

erschwert. Zwar erklärte der Beschwerdeführer, er sehe ein, dass es naiv gewe-

sen sei, die Waffe mit sich zu führen. Er werde nie mehr eine Waffe in die Hände 

nehmen (Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 28.2.2013 S. 9, v. 11.3.2013 S. 2; Urk. 14/11 

act. 18 S. 2). Indessen hat die Vergangenheit gezeigt, dass der Beschwerdeführer 

Konfliktsituationen nicht scheut, sondern solche durchaus in Kauf nimmt und ent-

sprechende Vorkehrungen trifft, auch wenn dies für Dritte ein erhebliches Risiko 

für Leib und Leben mit sich bringt. Gleichzeitig wird der Beschwerdeführer nicht 

nur von Personen aus seinem Umfeld als in seinem Auftreten selbstbewusst be-

schrieben (vgl. Urk. 14/3 Einv. Dritte – Umfeld act. 6 S. 6, act. 7 S. 6, act. 9 S. 6), 

sondern er verhielt sich auch so. So ging er trotz fehlender Schiessausbildung 

und Erfahrung davon aus, er sei auch in einer Stresssituation in der Lage, über-

legt zu handeln und kontrolliert mit der Waffe umzugehen.  

 Insbesondere dieses hohe Selbstbewusstsein legt jedoch nahe, der Be-

schwerdeführer könnte erneut in solche Konfliktsituationen geraten. Dabei lassen 

seine Vorliebe zu Waffen, sein selbstverständlicher Umgang mit solchen sowie 

seine Neigung zu impulsiven und unkontrollierten Reaktionen in Stresssituationen 

befürchten, es könnte durch das Verhalten des Beschwerdeführers erneut zu ei-

ner Gefahrensituation für Dritte kommen. So ist insbesondere auch zu berücksich-

tigen, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach der Tat zwar das Magazin 

kurz aus der Waffe nahm, dieses jedoch sogleich wieder in die Waffe einsetzte 

(vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.12.2012 S. 4). Er trug die geladene und ungesi-

cherte Waffe zumindest für kurze Zeit weiterhin auf sich und erhielt die damit ein-

hergehende Gefahr für Dritte aufrecht; dies obwohl ihm kurz zuvor bewusst ge-

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worden sein musste, dass er in einer Stresssituation nicht in der Lage ist, kontrol-

liert mit der Waffe umzugehen.   

4.4 Zusammenfassend bestehen nach dem Gesagten beim Beschwerdeführer 

gewichtige Anzeichen für ein erhebliches Gewaltpotential, wobei es um den 

Schutz von Leib und Leben, also das höchste Rechtsgut, geht. Unter diesen Um-

ständen kann jedoch an die Wiederholungsgefahr kein allzu hoher Massstab an-

gelegt werden und es rechtfertigt sich, bis das Gewaltpotential des Beschwerde-

führers und damit das Rückfallrisiko fachärztlich abgeklärt ist, den Haftgrund der 

Wiederholungsgefahr zu bejahen.  

 Die Staatsanwaltschaft hat mit Schreiben vom 7. Dezember 2012 den Auf-

trag zu einer psychiatrischen Begutachtung erteilt, mit welchem u.a. auch die 

Rückfallgefahr abgeklärt werden soll. Dabei wird die Ausarbeitung eines Gutach-

tens bis spätestens Ende Mai 2013 vorgesehen (vgl. Urk. 14/12 Psychiatrisches 

Gutachten act. 1).  

5.1 Fluchtgefahr gemäss dem Wortlaut von Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO dieser 

Bestimmung liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass sich die beschuldigte 

Person durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Strafe entzieht. 

Bei diesem Haftgrund geht es um die Sicherung der beschuldigten Person bzw. 

deren Anwesenheit im Verfahren (einschliesslich eines eventuell notwendigen 

Strafantritts). Im Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland  (Urteil 

1B_401/2012 vom 20. Juli 2012 Erw. 4.4), denkbar ist jedoch auch ein Untertau-

chen im Inland. Die Annahme der Fluchtgefahr muss sich – soll sie ernsthaft zu 

befürchten sein – auf konkrete Umstände stützen. Eine bloss abstrakte Fluchtge-

fahr genügt nicht. Lediglich formale Kriterien, wie etwa der Umstand, dass sich 

der Tatverdacht auf ein mit längerer Freiheitsstrafe bedrohtes Delikt bezieht oder 

dass mit einer unbedingten Freiheitsstrafe zu rechnen ist, genügt zumindest für 

sich alleine nicht. Die Schwere der drohenden Sanktionen darf allenfalls als Indiz 

für Fluchtgefahr gewertet werden, kann aber nie ausschlaggebend sein (BGE 125 

I 60 Erw. 3a; Urteil 1B_126/2012 vom 28.3.2012 Erw. 3.3.2). Es müssen vielmehr 

die konkreten Umstände des Falles, insbesondere die gesamten Lebensumstän-

de des Beschuldigten in Betracht gezogen werden. Erst wenn aufgrund der kon-

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kreten Umstände bei der beschuldigten Person eine erhöhte Wahrscheinlichkeit 

für die Annahme spricht, sie werde sich durch Flucht der Verantwortung entzie-

hen, d.h. im gegebenen Zeitpunkt nicht den Behörden zur Verfügung stehen, 

kann dieser besondere Haftgrund bejaht werden. Dabei sind unter anderem die 

familiären, beruflichen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Bindungen 

zur Schweiz bzw. zum Ausland zu prüfen. Auch weitere persönliche Merkmale 

des Beschuldigten wie etwa Alter oder Gesundheit können berücksichtigt werden 

(Urteil 1B_401/2012 vom 20.7.2012 Erw. 4.4; Urteil 1B_56/2012 vom 22.2.2012 

Erw. 4.2; Hug, a.a.O., Art. 221 N 12 ff.; Forster, a.a.O.,Art. 221 N 5; Schmid, Pra-

xiskommentar, Art. 221 N 6) 

5.2 Die Vorinstanz und die Staatsanwaltschaft begründen das Vorliegen von 

Fluchtgefahr mit der Schwere der in Aussicht stehenden Freiheitsstrafe, den  

…-Kenntnissen [Sprache des Staates I._____] des Beschwerdeführers sowie 

dem Umstand, dass er mit C._____, welche er unmittelbar nach der Tat noch als 

seine Freundin bezeichnet habe und die mittlerweile nach I._____ ausgereist sei, 

nach wie vor in Kontakt stehe (Urk. 12/2 S. 2, Urk. 3 S. 6 f.). Seitens der Verteidi-

gung wird das Vorliegen von Fluchtgefahr bestritten, da der Beschwerdeführer 

seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz habe (Urk. 5 S. 4-7).  

5.3 Der Beschwerdeführer ist Schweizer, wurde in der Schweiz geboren und ist 

auch hier aufgewachsen (vgl. Urk. 14/12 Personalakten act. 2, act. 8 S. 2). Er hat 

sich weder längere Zeit im Ausland aufgehalten noch hat er dort Verwandte oder 

– mit Ausnahme von C._____ – Bekannte. Seine Eltern, zu welchen er gemäss 

seinen Angaben ein gutes Verhältnis hat, seine beiden jüngeren Brüder sowie 

auch seine Freunde leben in der Schweiz. Der Beschwerdeführer verfügt über ei-

ne abgeschlossene Ausbildung als Detailhandelsfachmann und hat zudem eine 

Ausbildung als Fitnesstrainer absolviert. Bis zu seiner Verhaftung arbeitete er als 

Fitnesstrainer in einem Fitnessstudio (vgl. Urk. 14/12 Personalakten act. 2, act. 8) 

und befindet sich laut Verteidiger nach wie vor in einem ungekündigten Arbeits-

verhältnis (vgl. Urk. 5 S. 5). Diese Umstände lassen darauf schliessen, der Le-

bensmittelpunkt des Beschwerdeführers befinde sich in der Schweiz und er sei 

hier sowohl beruflich als auch sozial gut integriert. Es ist zwar zutreffend, dass der 

- 13 - 

Beschwerdeführer mit C._____ eine Liebesbeziehung hatte. Indessen kennen sie 

sich gemäss übereinstimmenden Aussagen erst seit ca. Juli/August 2012 (vgl. 

Urk. 14/3 Einv. Besch. v. 7.2.2013 S. 2; Urk. 14/3 Einv. Dritte – Freundin act. 1 

S. 2, 12) und der Beschwerdeführer hat gemäss seinen Angaben die Beziehung 

zu C._____ mittlerweile beendet (vgl. Urk. 14/11 act. 22 Aktennotizen vom 

8.3.2013 betreffend Briefe des Beschwerdeführer an C._____; Urk. 14/1 Einv. 

Besch. v. 7.2.2013 S. 13, v. 11.3.2013 S. 2). Auch wenn sich C._____ beim Be-

schwerdeführer während seiner Haft nach dem Zeitpunkt seiner Entlassung er-

kundigt hat, da sie ihn sehen, lieben und mit ihm glücklich sein wolle (vgl. 

Urk. 14/11 act. 22 Aktennotiz vom 8.3.2013 betreffend Brief von C._____ an den 

Beschwerdeführer), ist unter diesen Umständen nicht von einer gefestigten und 

auf Dauer ausgerichteten Beziehung auszugehen. Im Weiteren erfolgte zwar der 

SMS-Verkehr zwischen dem Beschwerdeführer und C._____ auf … [Sprache des 

Staates I._____]. Jedoch sprach der Beschwerdeführer vor seiner Bekanntschaft 

mit C._____ gemäss seinen Angaben kein Wort … [Sprache des Staates I._____] 

(vgl. Urk. 14/1 Einv. Besch. v. 7.2.2013 S. 4 f.), sodass nicht von einem umfang-

reichen …-Wortschatz [Sprache des Staates I._____] ausgegangen werden kann. 

Unter diesen Umständen indes ist zu bezweifeln, der Beschwerdeführer würde 

sich im Ausland, namentlich in I._____, – ohne enge Bezugsperson und ohne 

fundierte …-Kenntnisse [Sprache des Staates I._____] – in der Weise zurecht fin-

den, als er dort eine Stelle finden und für seinen Unterhalt aufkommen könnte. Da 

er zudem gemäss seinen Angaben weder in der Schweiz noch im Ausland 

Ver+mögen hat (vgl. Urk. 14/12 Personalakten act. 8 S. 7), wäre er kaum in der 

Lage, sich im Ausland selber zu finanzieren. Schliesslich ist zu berücksichtigen, 

dass sich der Beschwerdeführer nach der Tat der Polizei gestellt hat, was nicht 

darauf schliessen lässt, er wolle sich der Strafverfolgung entziehen.  

 Somit besteht zwar die abstrakte Möglichkeit, der Beschwerdeführer könnte 

sich wegen einer empfindlichen Strafe ins Ausland absetzen. Indessen sprechen 

nach dem Gesagten die konkreten Umstände gegen eine solche Flucht. Dement-

sprechend ist der Haftgrund der Fluchtgefahr zu verneinen.  

- 14 - 

6. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Antrag auf Abweisung des Haftentlas-

sungsgesuchs keine anderen besonderen Haftgründe als diejenigen der Wieder-

holungsgefahr und der Fluchtgefahr geltend gemacht, sondern nur noch vorge-

bracht, es seien noch verschiedene Einvernahmen durchzuführen und verschie-

dene Gutachten abzuwarten (vgl. Urk. 12/2 S. 3). Die Vorinstanz hat das Beste-

hen von anderen Haftgründen nicht geprüft. Indessen sind keine anderen Haft-

gründe ersichtlich. Im Zusammenhang mit dem Haftgrund der Kollusionsgefahr ist 

zu berücksichtigen, dass sowohl C._____ als auch der Begleiter von +D._____ – 

E._____ – sowie die Bewohner und Mitarbeiter der NUK bereits durch die Staats-

anwaltschaft zum Tathergang befragt worden sind. Dass noch weitere Personen, 

welche zum Tathergang Angaben machen könnten, einvernommen werden sol-

len, wird von der Staatsanwaltschaft nicht geltend gemacht. Zwar sind die Perso-

nen aus dem Umfeld des Beschwerdeführers, welche sich nicht über den Tather-

gang, sondern ausschliesslich über dessen Charakter und Persönlichkeit äussern 

können, zum grössten Teil lediglich polizeilich einvernommen worden. Allerdings 

müsste der Beschwerdeführer, um diesbezüglich einen falschen Eindruck schaf-

fen zu können, eine Vielzahl von Personen zu einheitlichen Aussagen bewegen. 

Dass ihm dies gelingen könnte, erscheint eher zweifelhaft. Zudem ergeben sich 

aus den Akten keinerlei Hinweise darauf, der Beschwerdeführer habe bereits in 

der Vergangenheit versucht, auf Auskunftspersonen oder Zeugen Einfluss zu 

nehmen, um sie zu einem bestimmten Aussageverhalten zu bewegen, oder an-

derweitig auf Beweismittel einzuwirken, um so die Wahrheitsfindung und damit 

letztlich die Untersuchung zu erschweren.  

7. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass vorliegend einzig der beson-

dere Haftgrund der Wiederholungsgefahr einstweilen, mithin bis zum Vorliegen 

eines entsprechenden Gutachtens, zu bejahen ist.  

8. Soweit die Verteidigung darauf hinweist, dass in den Erwägungen des 

Entscheides des Zwangsmassnahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 

28. Februar 2013 sowohl Fluchtgefahr als auch Wiederholungsgefahr verneint 

worden seien (vgl. Urk. 5 S. 2), ist zu berücksichtigen, dass die Beschwer-

deinstanz über freie und umfassende Kognition verfügt und dementsprechend be-

- 15 - 

fugt und verpflichtet ist, Tat- und Rechtsfragen frei und umfassend zu überprüfen 

(vgl. Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gal-

len 2009, N 1499 i.V.m. N 1447; vgl. Keller, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen StPO, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 393 

N 39). Dementsprechend stehen anderweitige Erwägungen im Entscheid des 

Massnahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 28. Februar 2013 der einstweili-

gen Bejahung von Wiederholungsgefahr im vorliegenden Verfahren nicht entge-

gen.  

9.1 Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der 

Schwere der vorgeworfenen Delikte Rechnung zu tragen. Die Haftdauer darf nicht 

in grosse zeitliche Nähe der im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung konkret zu 

erwartenden freiheitsentziehenden Massnahme rücken (BGE 133 I 270 

Erw. 3.4.2; Urteil 1B_398/2010 vom 16.12.2010 Erw. 4.1). Im Weiteren ordnet das 

zuständige Gericht gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der Untersuchungshaft 

eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie 

die Haft erfüllen.  

9.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 2. Dezember 2012 in 

Haft, insgesamt somit knapp viereinhalb Monate. Der Tatbestand der vorsätzli-

chen Tötung ist mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bedroht (Art. 111 

StGB). Da somit eine nicht unerhebliche Freiheitsstrafe in Aussicht steht, kann 

derzeit nicht gesagt werden, die bis anhin erstandene Haft rücke bereits in grosse 

zeitliche Nähe der zu erwartenden Strafe. Daher sowie auch angesichts der 

Schwere der im Falle einer Freilassung zu befürchtenden Straftaten erscheint die 

Fortsetzung der Untersuchungshaft als verhältnismässig. Geeignete Ersatzmass-

nahmen, um der bestehenden Wiederholungsgefahr hinreichend begegnen zu 

können, sind nicht ersichtlich. Vielmehr ist ein wirksamer Schutz möglicher Opfer 

vor weiteren Gewaltdelikten des Beschwerdeführers vorderhand nur durch die 

Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft gewährleistet. Wie bereits ausgeführt 

hat die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 7. Dezember 2012 den Auftrag zur 

psychiatrischen Begutachtung erteilt. Darin ist die Ausfertigung eines entspre-

chenden Gutachtens bis spätestens Ende Mai 2013 vorgesehen. Spätestens 

- 16 - 

dann werden erste fachliche Erkenntnisse über den Zustand des Beschwerdefüh-

rers und die Wiederholungsgefahr zu erwarten sein. Dementsprechend erscheint 

die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft einstweilen bis zum 1. Juni 2013 ge-

rechtfertigt.  

 Kann indes das (vollständige) Gutachten bis Ende Mai 2013 nicht er-

stellt werden, drängt es sich angesichts des Beschleunigungsgebots in Haftsa-

chen (Art. 5 Abs. 2 StPO, Art. 31 Abs. 4 BV ) auf, beim beauftragten Experten 

vorab ein Kurzgutachten zur Frage der Rückfall- bzw. Wiederholungsgefahr für 

schwerwiegende Delikte – oder zumindest einen mündlichen Zwischenbericht – 

einzuholen (vgl. Urteil 1B_705/2012 vom 10.12.2012 Erw. 2.11; vgl. Urteil 

1B_41/2013 vom 27.2.2013 Erw. 4).  

10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend die Voraussetzungen 

für die Fortsetzung der Untersuchungshaft gegeben sind, einstweilen jedoch le-

diglich bis zum 1. Juni 2013. Damit erweist sich die Beschwerde teilweise als be-

gründet. Dementsprechend ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde Disposi-

tiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung vom 15. März 2013 aufzuheben und da-

hingehend neu zu fassen, dass die Haft bis zum 1. Juni 2013 verlängert wird. Im 

übrigen Umfang hat die angefochtene Verfügung Bestand. 

III. 

 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, sind die Kosten des Beschwer-

deverfahrens (eingeschlossen die Kosten der amtlichen Verteidigung für diesen 

Verfahrensabschnitt) zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 

StPO i.V.m. Art. 423 Abs. 1 StPO). Im Übrigen hat die Regelung der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen im Endentscheid zu erfolgen (Art. 421 Abs. 1 StPO). Die 

Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das Strafverfahren 

abschliessenden Strafbehörde in Beachtung der Bemessungskriterien von § 2 

Abs. 1 lit. b-d GebV OG (Bedeutung des Falls, Zeitaufwand des Gerichts, Schwie-

rigkeit des Falls) und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 800.– festzuset-

zen. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für seine im Beschwerdever-

- 17 - 

fahren getätigten Aufwendungen wird durch die Staatsanwaltschaft oder das urtei-

lende Gericht bei Abschluss des Strafverfahrens festzusetzen sein (Art. 135 

Abs. 2 StPO). 

 

Es wird beschlossen: 

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv Ziffer 2 der Verfü-

gung des Zwangsmassnahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 15. März 

2013 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt: 

"2. Die Haft wird bis zum 1. Juni 2013 verlängert." 

 Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.–

festgesetzt. 

3. Die Kosten (eingeschlossen die Kosten der amtlichen Verteidigung für die-

sen Verfahrensabschnitt) werden zur Hälfte auf die Gerichtskasse genom-

men. Im Übrigen wird die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Ent-

schädigungen dem Endentscheid vorbehalten.  

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (zweifach, für sich und zuhanden des 
Beschwerdeführers; per Gerichtsurkunde) 

− die Vorinstanz (unter Rücksendung der beigezogenen Akten 
GH130404-ML [Urk. 12]; gegen Empfangsbestätigung)  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, ad ref B-2/2012/1019 
(unter Rücksendung der Untersuchungsakten [Urk. 14 + Urk. 15]; 
gegen Empfangsbestätigung)  

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

- 18 - 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 8. April 2013 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Borer 
 
 
 
 

	Beschluss vom 8. April 2013
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	8. Soweit die Verteidigung darauf hinweist, dass in den Erwägungen des Entscheides des Zwangsmassnahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 28. Februar 2013 sowohl Fluchtgefahr als auch Wiederholungsgefahr verneint worden seien (vgl. Urk. 5 S. 2), ist zu...
	9.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 2. Dezember 2012 in Haft, insgesamt somit knapp viereinhalb Monate. Der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung ist mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bedroht (Art. 111 StGB). Da somit eine ni...
	Kann indes das (vollständige) Gutachten bis Ende Mai 2013 nicht erstellt werden, drängt es sich angesichts des Beschleunigungsgebots in Haftsachen (Art. 5 Abs. 2 StPO, Art. 31 Abs. 4 BV ) auf, beim beauftragten Experten vorab ein Kurzgutachten zur Fr...
	III.

	1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 15. März 2013 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
	Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.–festgesetzt.
	3. Die Kosten (eingeschlossen die Kosten der amtlichen Verteidigung für diesen Verfahrensabschnitt) werden zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Im Übrigen wird die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen dem Endentscheid vorbe...
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art....