# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4480be23-9556-5baa-8921-4e9459c56c72
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.01.2023 SB220045
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220045_2023-01-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220045-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. C. Brenn und Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw N. Hunziker 

 

Urteil vom 23. Januar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Staatsanwalt MLaw L. Baici, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung,  
vom 10. September 2021 (DG210025)  

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. März 2021 (Urk. 20) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 62 S. 19 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

− des Verbrechens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG, 

− des mehrfachen Vergehens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 387 

Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 9 Jahre des Landes verwiesen. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlagnahm-

ten Betäubungsmittel, Betäubungsmittelutensilien und sonstigen Gegenstände werden 

eingezogen und durch die Lagerbehörde vernichtet bzw. ihr zur gutscheinenden Verwen-

dung überlassen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlagnahmte 

Barschaft in Höhe von Fr. 2'040.– wird definitiv beschlagnahmt und zur teilweisen Deckung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

7. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger mit pau-

schal Fr. 33'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 500.–   Gebühr Entsiegelungsverfahren G.Nr. GT200077-L 

Fr. 2'443.25   Gutachten DNA/BM 

Fr. 780.–   Auslagen Auswertung Mobiltelefon 

Fr. 1'773.30   Auslagen FOR Berichte 

Fr. 33'000.–   amtliche Verteidigung  
 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. [Mitteilung] 

12. [Rechtsmittel]" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5) 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

 (Urk. 67, Urk. 83 S. 1) 

"1. Der Berufungskläger sei vom Vorwurf des Verbrechens gegen das BetmG 

i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG freizuspre-

chen; 

 2. Der Berufungskläger sei wegen Vergehens gegen das BetmG i.S.v. 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG und Bestrafung zu einer angemessenen Frei-

heitsstrafe von höchstens 4 Monaten zu bestrafen; 

 3. Es sei der Berufungskläger aus der Haft zu entlassen; 

 4. Es sei auf die Anordnung einer Landesverweisung gegen den Berufungs-

kläger zu verzichten; 

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 5. Es sei der Berufungskläger für die zu Unrecht erstandene Haft eine ange-

messene Genugtuung zu entrichten; 

 6. Es seien sämtliche Verfahrenskosten für die Untersuchung und für beide 

Gerichtsinstanzen inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung auf die 

Staatskasse zu nehmen." 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 74, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 10. September 2021 

gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und 

bestraft. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte innert Frist Berufung an 

(Urk. 54) und erklärte ebenfalls fristgerecht Berufung (Urk. 66).  

1.2. Mit Verfügung vom 9. Februar 2022 wurde der Staatsanwaltschaft Frist 

angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begrün-

det ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 69). Die Staatsan-

waltschaft verzichtete auf eine Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 74). Mit Verfügung vom 14. Februar 2022 wurde 

ein Urlaubsgesuch des Beschuldigten abgewiesen (Urk. 72). 

1.3. Am 8. September 2022 wurde auf den 23. Januar 2023 zur Berufungsver-

handlung vorgeladen (Urk. 75). Am 23. Januar 2023 fand die Berufungsver-

handlung parallel mit denjenigen in den Verfahren SB220037 und SB220145 statt. 

Es erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, 

Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____, der Beschuldigte B._____ (im Verfahren 

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SB220037) in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____, und der Beschuldigte C._____ (im Verfahren SB220145) in Begleitung 

seines erbetenen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ (Prot. II S. 4). 

Vorfragen waren keine zu entscheiden (a.a.O. S. 7). Das Urteil erging im 

Anschluss an die Berufungsverhandlung (a.a.O. S. 17 f.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1 Unstreitig blieben die Dispositiv-Ziffern 1, 2. Spiegelstrich, und 5-8 des 

vorinstanzlichen Entscheids unangefochten (Prot. II S. 6). 

2.2 Betreffend die Dispositiv-Ziffer 4 stellte sich die Verteidigung anlässlich der 

Berufungsverhandlung auf den Standpunkt, diese sei ebenfalls angefochten 

(a.a.O. S. 7) und beantragte, es sei auf die Anordnung einer Landesverweisung 

zu verzichten (Urk. 83 S. 1). Dies mit der Begründung, der Beschuldigte fechte 

den Schuldspruch wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz an. In-

folge des Freispruchs werde es auch keine obligatorische Landesverweisung ge-

ben. Wegen des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz werde eine fakul-

tative Landesverweisung geprüft werden müssen. Es bestehe indes kein Anlass, 

eine solche auszusprechen (Prot. II S. 8).  

2.3 Wer nur Teile des Urteils anficht, hat gemäss Art. 399 Abs. 4 StPO in der 

Berufungserklärung verbindlich anzugeben, welche Teile des erstinstanzlichen 

Urteils angefochten werden (SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, N 17 und 

12 zu Art. 399 StPO; BSK StPO-EUGSTER, N 4 zu Art. 399 StPO). Die nicht ange-

fochtenen Urteilspunkte erwachsen sofort in Rechtskraft, weshalb eine nachträg-

liche Ausweitung nicht mehr möglich ist (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 8 zu Art. 399 

StPO; SVEN ZIMMERLIn, in: Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, 

Donatsch und andere [Hrsg.], N 14 zu Art. 399 StPO und N 2 zu Art. 404 StPO, 

BSK StPO, a.a.O., N 3 zu Art. 404 StPO). Willensmängel können nur beschränkt 

geltend gemacht werden und zwar analog zu Art. 386 Abs. 3 StPO (SCHMID/ 

JOSITSCH, a.a.O., N 9 zu Art. 399 und N 7 zu Art. 386 StPO), mithin bei Vorliegen 

einer Straftat, einer Täuschung oder einer falschen behördlichen Auskunft. Auch 

die Bestimmung in Art. 404 Abs. 2 StPO findet hier keine Anwendung, denn diese 

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darf nicht dazu missbraucht werden, eine nachträgliche Ausdehnung der Beru-

fung bzw. ein Rückgängigmachen der Beschränkung zu erreichen, da sie primär 

auf klar fehlerhafte Urteile beschränkt ist (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 4 zu 

Art. 404 StPO). 

2.4 Vorliegend ficht der Beschuldigte unstreitig nur Teile des vorinstanzlichen 

Urteils an. In der Berufungserklärung vom 4. Februar 2022 hatte der Beschuldigte 

die vorinstanzlich angeordnete Landesverweisung (Dispositiv-Ziffer 4) nicht ange-

fochten (Urk. 66). Der Beschuldigte macht keinerlei Gründe geltend, die aus-

nahmsweise eine nachträgliche Berufungsausdehnung erlauben würden. Eine ex-

tensive Auslegung der angefochtenen Urteilspunkte geht auch deshalb nicht an, 

weil die Staatsanwaltschaft gestützt auf die – klar formulierten – Anträge der Ver-

teidigung in der Berufungserklärung nicht ersehen konnte, dass – nach Meinung 

der Verteidigung – auch die Landesverweisung angefochten sein soll. Dabei muss 

sie sich für ihren Entscheid, ob sie Anschlussberufung erhebt oder nicht, aber auf 

die Anträge bzw. die Beschränkung der Anfechtung des Berufungsklägers verlas-

sen können. Dieser Urteilspunkt ist somit in Rechtskraft erwachsen.  

Einzig der Vollständigkeit halber kann bereits an dieser Stelle festgehalten wer-

den, dass angesichts des heute zu ergehenden Schuldspruchs die Vorausset-

zungen für ein Absehen von der Anordnung einer obligatorischen Landesverwei-

sung ohnehin nicht gegeben wären, wozu vollumfänglich auf die zutreffenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 15 ff.). Die 

Ausführungen der Verteidigung dazu beziehen sich zur Hauptsache auf die hier 

nicht relevante faktultative Landesverweisung bzw. den Fall eines Freispruchs 

vom Vorwurf des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz (vgl. Urk. 83 S. 

10 ff.).  

2.5 Aufgrund des Gesagten sind daher die Dispositiv-Ziffern 1, 2. Spiegelstrich, 

und 4-8 des vorinstanzlichen Entscheids in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit 

Beschluss festzuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der vorinstanzliche Entscheid 

zur Disposition. Es gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

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3. Prozessuales 

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwäh-

nung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die ur-

teilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsge-

richt kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränken (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 mit Hinweisen). 

II. Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift 

(Urk. 20 S. 2 ff.), darauf kann verwiesen werden. 

2. Ausgangslage 

Vor Vorinstanz machte der Beschuldigte keine Angaben zur Sache (Prot. I S. 11 

und 16). Aufgrund seiner im Rahmen der Untersuchung sowie anlässlich der 

Berufungsverhandlung gemachten Depositionen (Urk. 4/1-5; Urk. 80 S. 6 ff.) 

ergibt sich, dass der Beschuldigte den Standpunkt vertritt, er sei mit Fr. 9'200.– 

Bargeld in einer Denner-Tasche (Verkaufserlös aus dem Handel mit legalem 

CBD-Hanf) in die D._____-Bar gekommen. C._____ habe dort mit ihm über den 

Kauf von CBD-Hanf sprechen wollen. In der Bar habe C._____ ihn angewiesen, 

draussen beim Hofeingang auf ihn zu warten. Dort sei er dann von einem Domini-

kaner (B._____) angegriffen worden, der ihm die Tasche mit dem Geld wegge-

nommen habe. Er habe diesen noch zu Fuss verfolgt, sei aber auf der Flucht von 

B._____ schliesslich mit einem Klappmesser angegriffen und geschnitten worden. 

Sodann habe B._____ ihm gezeigt, dass er eine Pistole dabeihabe, weshalb er 

von ihm abgelassen habe, da er nicht sein Leben habe riskieren wollen. Er wisse 

nicht, wie das nach der Verhaftung von B._____ in der Denner-Tasche aufgefun-

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dene Kokain dorthin gelangt sei. Er selbst habe damit Bargeld transportiert und 

wisse nichts von Kokain. Es ist demnach zu prüfen, ob sich der eingeklagte Sach-

verhalt anhand der im Recht liegenden Beweismittel erstellen lässt. 

3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

3.1 Die Vorinstanz hat die im Hinblick auf den strittigen Sachverhalt relevanten 

Beweismittel korrekt dargestellt und unter Bezugnahme auf einzelne Vorbringen 

der Verteidigung sorgfältig und überzeugend gewürdigt (Urk. 62 S. 6-11 E. III.A.), 

worauf vorab vollumfänglich verwiesen werden kann. Die nachfolgenden Erwä-

gungen sind daher als teilweise rekapitulierende und ergänzende zu verstehen. 

Allseits unbestritten geblieben ist, dass die Mitbeschuldigten C._____ und 

B._____ überein gekommen waren, dass Letzterer dem Beschuldigten A._____ 

im Hinterhof der Bar die Tasche wegnehmen solle, was dann auch geschehen ist. 

Im Übrigen stellen sie die Geschehnisse unterschiedlich dar: Während der Be-

schuldigte – wie erwähnt – behauptet, es habe sich Geld in der Tasche befunden, 

macht C._____ geltend, er habe (illegales) Marihuana bestellt und daher dieses 

stehlen wollen, und B._____ will nicht gewusst haben, was er überhaupt hätte 

entwenden sollen. Effektiv befand sich aber rund ein Kilogramm Kokaingemisch in 

der polizeilich sichergestellten Tasche. 

3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht an-

satzweise zu überzeugen vermögen. Zwar werden sie insofern von C._____ ge-

stützt, als dieser angab, er habe den Beschuldigten angerufen, da er bei ihm für 

eine Drittperson lediglich 1.5 bis 2 Kilogramm Marihuana der Sorte "Mango" habe 

bestellen wollen (Urk. 6/2 S. 5). Dabei ist indes zu beachten, dass C._____ als 

Mitbeschuldigter ein erhebliches Interesse daran hat, seine Rolle in besagter 

Transaktion auf ein möglichst harmloses Mass (z.B. Bestellung von Marihuana 

statt Kokain) zu beschränken. Weshalb dieser hätte davon ausgehen können, es 

befinde sich Marihuana in der Tasche, wenn es gemäss dem Beschuldigten im-

mer um legalen CBD-Hanf gegangen wäre, ist damit freilich noch nicht erklärt. Die 

Aussagen des Beschuldigten weisen auch sonst zahlreiche Widersprüche, Aus-

flüchte und Unplausibilitäten auf. So konnte er trotz mehrfachem Nachfragen nicht 

dartun, weshalb er überhaupt hätte im Hinterhof auf C._____ warten sollen, wenn 

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sie ja bereits in der Bar miteinander gesprochen hatten und es nicht zu einem 

Handel kommen konnte, da er gar keine Drogen bei sich hatte (Urk. 80 S. 12f., 

Urk. 4/2 S. 11, Urk. 4/3 S. 7). Dies wäre vielmehr dann plausibel, wenn dort das 

Kokain gegen Geld hätte getauscht werden sollen. Entgegen der Verteidigung 

handelte es sich dabei gerade nicht um einen "stark frequentierten Ort" (Urk. 83 

S. 8). Ebenso wenig konnte der Beschuldigte erklären, weshalb C._____ über-

haupt Kenntnis vom mitgeführten Bargeld hätte haben sollen, nachdem der Be-

schuldigte dieses ja mehr aus Zufall dabei gehabt haben will (Urk. 4/3 S. 5, Urk. 

4/2 S. 8). Einmal behauptete er, es habe niemand vom Geld gewusst (Urk. 4/2 S. 

14, Urk. 4/3 S. 4), dann machte er geltend, C._____ habe das Geld beim Bezah-

len der Getränke gesehen (obwohl C._____ bezahlt haben soll; Urk. 4/3 S. 7) und 

schliesslich führte er aus, C._____ habe gewusst, dass er Geld dabei habe, weil 

er es ihm gesagt habe; ob dieser von den Fr. 9'200.– gewusst habe, wisse er 

nicht mehr (Urk. 80 S. 13). Schliesslich wäre, wenn das Geld aus einem legalen 

Geschäft gestammt hätte, auch nicht plausibel, dass der Beschuldigte seinen Ab-

nehmer, der die Bezahlung der Fr. 9'200.– ja hätte bestätigen können, nicht nen-

nen wollte (Urk. 4/2 S. 7). Nicht nachvollziehbar ist sodann, dass der Beschuldigte 

angeblich aus Schock und Angst vor C._____ nicht zur Polizei gegangen sein will 

(Urk. 80 S. 14f.), anderseits kurz nach der schockierenden Tat in einem Chat aus 

Witz resp. zum "Bluffen" über Kokain statt Fr. 9'200.– gesprochen haben will 

(a.a.O.). Vollkommen lebensfremd ist sodann die Hypothese der Verteidigung, 

wonach der fliehende B._____ zuerst zum Wohnort von C._____ gerannt, dort 

das Bargeld mit einem Kilo Kokaingemisch vertauscht und mit der – gleichen auf-

fällig roten – Dennertasche auf der Strasse weitergeflüchtet sei, bis er im Bus 

verhaftet worden ist (Urk. 83 S. 6). Weshalb sich B._____ bzw. C._____ einem 

derart hohen Risiko einer Verhaftung und Sicherstellung des (weitaus teureren) 

Kokains hätten aussetzen sollen, ist nicht ansatzweise nachvollziehbar. Ebenso 

wenig überzeugt die – pauschale – Behauptung der Verteidigung, kein Drogen-

händler würde mit Drogen im Wert von Fr. 35'000.– alleine unterwegs sein und 

einen Handel abwickeln (Urk. 83 S. 7; ob der Beschuldigte ein eigenes Handy o-

der jenes der Freundin dabei hatte, ist freilich absolut irrelevant). Die Erklärungen 

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des Beschuldigten vermögen somit inhaltlich nicht zu überzeugen, sondern sind 

als Schutzbehauptungen zu qualifizieren.  

3.3 Klar gegen die Darstellung des Beschuldigten spricht, dass nach der Fest-

nahme von B._____ in der von diesem mitgeführten (und zuvor dem Beschuldig-

ten entwendeten) Denner-Tasche rund ein Kilogramm Kokaingemisch sicherge-

stellt wurde, wobei auf der entsprechenden Kokainpackung DNA-Spuren gefun-

den wurden und das nachgewiesene DNA-Profil mit demjenigen des Beschuldig-

ten übereinstimmte (Urk. 9/10 S. 2). Mit den dazu gemachten Vorbringen der Ver-

teidigung hat sich wie bereits erwähnt schon die Vorinstanz zutreffend auseinan-

dergesetzt (Urk. 62 S. 7 f. E. III.A.3.). Bereits die DNA-Spuren lassen es als 

überwiegend wahrscheinlich erscheinen, dass es sich beim in der Denner-Tasche 

befindlichen Kokain um dasjenige des Beschuldigten handelte, das er C._____ 

verkaufen wollte. Eine deutliche Sprache sprechen auch die diversen, von der Vo-

rinstanz zutreffend zitierten Chat-Nachrichten, die der Beschuldigte im Nachgang 

des Überfalls an verschiedenste Bekannte verschickte und mitteilte, dass ihm ein 

Kilogramm "Weisses"/"Coco"/"Coca"/"Koks" gestohlen worden sei und er deshalb 

nun grosse Probleme habe (Urk. 3/12 ff.). Mit der Vorinstanz (Urk. 62 S. 8f.) ist 

davon auszugehen, dass all diese Nachrichten vernünftigerweise keinen anderen 

Schluss zulassen, als dass dem Beschuldigten ein Kilogramm Kokain gestohlen 

worden war. Von einem allfälligen Diebstahl von Bargeld ist an keiner Stelle die 

Rede. Dass es sich auch nicht um Marihuana gehandelt hat, zeigt der Umstand, 

dass der Beschuldigte im Chat nach der Mitteilung "sie haben ein Kilo genom-

men", danach anfügen musste "Weisses" (Urk. 3/12 S. 1). Die angesichts der 

Menge an Nachrichten fast schon panische Reaktion des Beschuldigten lässt sich 

zudem gut damit erklären, dass er das entwendete Kokain zuvor von einem Drit-

ten bezogen hatte und dieser auf den Erlös wartete, der Beschuldigte mithin mit 

Konsequenzen zu rechnen und somit tatsächlich ein Problem hatte (vgl. auch 

Urk. 3/19 S. 2). Mit der Vorinstanz ist nochmals festzuhalten, dass dem Beschul-

digten von einem Bekannten geraten wurde, eine Anzeige zu machen, dabei aber 

nicht zu sagen, dass ihm "Weisses" gestohlen wurde, sondern von Geld zu spre-

chen (Urk. 62 S. 10; Urk. 3/12 S. 18). Woraus die Verteidigung ableiten will, der 

Beschuldigte habe auch gegenüber seinem Vater (lediglich) von Bargeld, nämlich 

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Fr. 10'000.– gesprochen (Urk. 83 S. 4), ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr schrieb 

der Beschuldigte kurz nach der Tat auch gegenüber seinem Vater: "Sie haben ein 

Kilo gestohlen" (Urk. 3/13 S. 2). Dass der Vater ihm dann mitteilte, er habe ihm ja 

gesagt, er müsse vorsichtig sein, "jetzt weisst du, wie man arbeitet", und "für ei-

nen Zehner bringen die dich um" sowie "Geld zuerst nach Hause dann bringen" 

(a.a.O.), kann freilich nicht so verstanden werden, wie die Verteidigung meint. 

Vielmehr gibt der Vater des Beschuldigten hier offenkundig Ratschläge, wie die-

ser den Handel seiner Ansicht nach hätte abwickeln sollen.  

3.4 Zusammenfassend steht fest, dass sich der Beschuldigte mit C._____ 

zwecks Drogenhandels verabredet hatte, ihm dann die mitgebrachte Tasche ge-

stohlen wurde, in welcher sich rund ein Kilogramm Kokain befand, auf dem die 

DNA des Beschuldigten sichergestellt werden konnte, und er sich danach in di-

versen Chats darüber beschwerte, dass ihm ein Kilogramm "Weisses" etc. ge-

stohlen worden sei. Es ist damit über jeden vernünftigen Zweifel hin erstellt, dass 

der Beschuldigte mit rund einem Kilogramm Kokain zum vereinbarten Treffen mit 

C._____ erschien und dass er ihm dieses zu verkaufen gedachte. Der weitere 

eingeklagte Sachverhalt betreffend körperlicher Auseinandersetzung zwischen 

dem Beschuldigten und B._____ (Urk. 20 S. 2f.) wird nur Letzterem vorgeworfen 

und ist hier nicht weiter relevant.  

Damit hat es auch bei der zutreffenden rechtlichen Würdigung der Vorinstanz 

(Urk. 62 S. 12 E. IV.), auf die ebenfalls verwiesen werden kann, sein Bewenden. 

III. Sanktion  

1. Allgemeine Strafzumessungskriterien und Strafrahmen 

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Strafzumessungskriterien und den Strafrah-

men zutreffend dargelegt (Urk. 62 S. 12 f. E. V.1. f.), auf die entsprechenden Aus-

führungen kann verwiesen werden. 

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2. Konkrete Strafzumessung und auszufällende Strafe 

2.1. Strafart 

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwei Vorstrafen hat und ihn den 

Vollzug der früher ausgefällten Geldstrafen offensichtlich nicht beeindruckte, zu-

mal er nur wenige Monate nach der letzten Verurteilung die vorliegend zu beurtei-

lenden Delikte begangen hat (Urk. 63). Demzufolge ist für sämtliche Delikte, mit-

hin auch für die BetmG-Vergehen, eine Freiheitsstrafe auszufällen. 

2.2. Tatschwere 

Die Vorinstanz hat zunächst die objektive und die subjektive Tatschwere der 

begangenen Delikte abgehandelt und dazu zutreffende Ausführungen gemacht 

(Urk. 62 S. 13 f. E. V.3. f.), auf die vollumfänglich verwiesen werden kann. Mit ihr 

ist teilweise rekapitulierend betreffend das BetmG-Verbrechen nochmals festzu-

halten, dass die sichergestellte Drogenmenge (952 Gramm reines Kokain) den 

bundesgerichtlichen Schwellenwert von 18 Gramm, der zu einem schweren Fall 

führt, um ein Zigfaches überschreitet und eine solche Drogenmenge die Gesund-

heit zahlreicher Konsumenten zu schädigen vermag. Die sichergestellten Drogen 

wiesen zudem eine überdurchschnittlich gute Qualität auf. Die grosse Drogen-

menge und deren hoher Reinheitsgrad deuten darauf hin, dass der Beschuldigte 

nicht auf der untersten Hierarchiestufe im Drogenhandel tätig war. Er handelte 

direktvorsätzlich und mutmasslich aus rein finanziellen Motiven. Sein Verschulden 

wiegt keineswegs leicht und die von der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe von 

42 Monaten Freiheitsstrafe ist angemessen.  

In Bezug auf das mehrfache BetmG-Vergehen ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte am 19. August 2020 im Besitz von 203 Gramm und am 4. September 2020 

im Besitz von 18.4 Gramm CBD-Hanf war, das mit dem verbotenen Cannabinoid 

"5F-MDMB-PICA" besprüht war. Bei der Strafzumessung ist vor allem der Gefähr-

lichkeit dieser Chemikalie Rechnung zu tragen. Dazu ist festzuhalten, dass 

E._____ am 18. August 2020 dem Beschuldigten mitteilte, dass wegen seines 

Hanfes ein Kunde habe hospitalisiert werden müssen. Zugleich forderte er ihn 

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ultimativ auf, die Drogen zurückzunehmen und das Geld zu retournieren 

(Urk. D1/3/15 S. 12). Diese Nachricht schien den Beschuldigten indes nicht 

sonderlich beeindruckt zu haben: Schon am Tag nach Erhalt dieser Nachricht 

machte er sich daran, 203 Gramm desselben besprühten Hanfes an weitere 

Abnehmer zu verkaufen. Nur wegen des Zugriffs der Polizei wurde die Übergabe 

verhindert. Dafür erscheint eine Einzelstrafe von je 2 Monaten Freiheitsstrafe 

angemessen. Die für das BetmG-Verbrechen festgesetzte Einsatzstrafe ist daher 

asperierend um 2 Monate zu erhöhen. 

2.3. Täterkomponente 

Auch auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen zur Täterkomponente 

kann verwiesen werden (Urk. 62 S. 14 E. V.5.). Ergänzend ist in diesem Zusam-

menhang zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen festzuhalten, dass der 

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung ausführte, im vorzeitigen 

Strafvollzug einen neuen Beruf als Buchbinder erlernt zu haben (Urk. 80 S. 2). 

Aus den persönlichen Verhältnisses des Beschuldigten ergibt sich nichts für die 

Strafzumessung Relevantes. Das (positive) Verhalten des Beschuldigten im vor-

zeitigen Strafvollzug (Urk. 83 S. 9) wirkt sich nicht strafreduzierend aus, sondern 

wäre einzig bei der Legalprognose zu berücksichtigen. Entgegen der Darstellung 

der Verteidigung war der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt mit 25 Jahren auch nicht 

mehr im jugendlichen Alter (a.a.O. 83 S. 8), was ohnehin kein Strafzumessungs-

grund mehr wäre. Der Beschuldigte hat – erst – im Berufungsverfahren den 

Schuldspruch wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 

nunmehr akzeptiert. Dies rechtfertigt indes keine Strafreduktion. Die von der Vo-

rinstanz für die Vorstrafen (Urk. 63) vorgenommene Straferhöhung von 2 Monaten 

ist angemessen. Dass diese nicht einschlägig sind, wirkt – entgegen der Verteidi-

gung (Urk. 83 S. 9) – nicht strafmindernd. 

2.4. Beschleunigungsgebot 

Die Verteidigung moniert eine Verletzung des Beschleunigungsgebots (Urk. 83 

S. 9 f.). Die Staatsanwaltschaft erhob rund ¾ Jahre nach Einleitung der 

Strafuntersuchung Anklage, was angesichts des Umfangs und der Komplexität 

- 14 - 

der Untersuchung gegenüber drei Personen sowie mangels wesentlicher Zeitlü-

cken als angemessen zu bezeichnen ist. Die erstinstanzliche Hauptverhandlung 

fand rund 6 Monate später statt, was angesichts des überdurchschnittlichen Ko-

ordinationsaufwands aufgrund dreier Verfahren keineswegs übermässig lang er-

scheint. Nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung und Einreichen der 

Berufungserklärung am 4. Februar 2022 konnte die Berufungsverhandlung am 

23. Januar 2023 durchgeführt werden. Das Berufungsverfahren weist damit als 

einziger Verfahrensteil eine wesentliche Zeitlücke auf. Unter Berücksichtigung des 

Umstandes, dass es sich um Haftfälle handelt, hat dieser Verfahrensteil etwas zu 

lange gedauert. Indes ist bei Betrachtung der gesamten Verfahrensdauer von 

rund 2.5 Jahren insgesamt noch keine Verletzung des Beschleunigungsgebotes 

zu bejahen, die eine massgebliche Strafreduktion rechtfertigen würde. 

2.5. Auszufällende Strafe 

Zusammenfassend erscheint daher eine Freiheitsstrafe von 46 Monaten als 

angemessen. Der Anrechnung der bisher erstandenen Haft bzw. des vorzeitigen 

Strafvollzugs von insgesamt 888 Tagen steht nichts entgegen. 

3. Vollzug 

Was den zwingend unbedingten Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe anbe-

langt, kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen wer-

den (Urk. 62 S. 15 E. V.6.). 

IV. Kosten 

1. Vorinstanzliches Verfahren 

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

(Urk. 62 S. 18 E. VIII.) erweist sich ausgangsgemäss nach wie vor als angemes-

sen und ist zu bestätigen. 

- 15 - 

2. Berufungsverfahren 

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. Der Beschuldigte unterliegt 

mit seiner Berufung vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind ihm die Kosten des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen - mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ macht mit Honorarnote vom 23. Januar 2023 für 

seine Aufwendungen als amtliche Verteidigung bzw. unentgeltliche Vertretung im 

vorliegenden Berufungsverfahren und in den parallelen Verfahren SB220037 

(Beschuldigter B._____) und SB220145 (Beschuldigter C._____) gesamthaft 

Fr. 11'828.00 (inkl. MWST und Barauslagen) geltend. Davon entfallen 60% auf 

das vorliegende Verfahren A._____, 15% auf das Verfahren C._____ und 25% 

auf das Verfahren B._____ (Urk. 85). Die ausgewiesenen Kosten und deren Ver-

teilung auf die drei Berufungsverfahren sind angemessen. Der verwendete Stun-

denansatz von Fr. 270.– ist jedoch auf Fr. 220.– zu reduzieren (§ 3 AnwGebV). 

Zusätzlich ist Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ für die Dauer der Berufungsverhand-

lung von netto (ohne die freie Zeit vom Nachmittag) nicht ganz 5 Stunden (4.95) 

und die gesamte Wegzeit von rund 1 Stunde (total 5.95) à Fr. 220.– zu entschädi-

gen (5.95 x Fr. 220.– = Fr. 1'409.79 [inkl. MWST]). Betreffend diesen Entschädi-

gungsanteil ist dieselbe Verteilung auf die drei Berufungsverfahren vorzunehmen. 

Für die Nachbesprechung des Urteils mit dem Beschuldigten sind in der Honorar-

note bereits 1.5 Stunden eingesetzt, was als eher hoch aber knapp noch ange-

messen bezeichnet werden kann. Damit ist Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ als 

amtlicher Verteidiger im vorliegenden Berufungsverfahren mit gerundet Fr. 

6'655.– inkl. MWST und Barauslagen (Fr. 5'807.40 + Fr. 845.90) aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen. 

- 16 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 10. September 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

− […], 

− des mehrfachen Vergehens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d 

BetmG. 

2.-3. […] 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 9 Jahre des Landes verwiesen. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlag-

nahmten Betäubungsmittel, Betäubungsmittelutensilien und sonstigen Gegenstände 

werden eingezogen und durch die Lagerbehörde vernichtet bzw. ihr zur gutscheinen-

den Verwendung überlassen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlag-

nahmte Barschaft in Höhe von Fr. 2'040.– wird definitiv beschlagnahmt und zur teil-

weisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

7. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

mit pauschal Fr. 33'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der 

Gerichtskasse entschädigt. 

- 17 - 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 500.–   Gebühr Entsiegelungsverfahren G.Nr. GT200077-L 

Fr. 2'443.25   Gutachten DNA/BM 

Fr. 780.–   Auslagen Auswertung Mobiltelefon 

Fr. 1'773.30   Auslagen FOR Berichte 

Fr. 33'000.–   amtliche Verteidigung  

9.-10. […] 

11. [Mitteilung] 

12. [Rechtsmittel]" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist überdies schuldig des Verbrechens gegen das 

BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 46 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 888 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug er-

standen sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 9 und 10) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'655.–   amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

- 18 - 

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− das Bundesamt für Polizei, fedpol 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten. 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 19 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 23. Januar 2023 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. B. Gut 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw N. Hunziker 
 

	Urteil vom 23. Januar 2023
	Anklage:
	Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. März 2021 (Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 62 S. 19 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des Verbrechens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG,
	 des mehrfachen Vergehens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 387 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 9 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlagnahmten Betäubungsmittel, Betäubungsmittelutensilien und sonstigen Gegenstände werden eingezogen und durch die Lagerbehörde vernichtet bzw. ihr zur gutscheinenden Ver...
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlagnahmte Barschaft in Höhe von Fr. 2'040.– wird definitiv beschlagnahmt und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	7. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger mit pauschal Fr. 33'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. [Mitteilung]
	12. [Rechtsmittel]"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 5)
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 10. September 2021 gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte innert Frist Berufung an (Urk. 54) und erklä...
	1.2. Mit Verfügung vom 9. Februar 2022 wurde der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 69). Die Staatsanwaltschaft verzichtete a...
	1.3. Am 8. September 2022 wurde auf den 23. Januar 2023 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 75). Am 23. Januar 2023 fand die Berufungsverhandlung parallel mit denjenigen in den Verfahren SB220037 und SB220145 statt. Es erschienen der Beschuldi...

	2. Umfang der Berufung
	2.1 Unstreitig blieben die Dispositiv-Ziffern 1, 2. Spiegelstrich, und 5-8 des vorinstanzlichen Entscheids unangefochten (Prot. II S. 6).
	2.2 Betreffend die Dispositiv-Ziffer 4 stellte sich die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung auf den Standpunkt, diese sei ebenfalls angefochten (a.a.O. S. 7) und beantragte, es sei auf die Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten (U...

	3. Prozessuales
	Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. Im Übrig...

	II. Schuldpunkt
	1. Anklagevorwurf
	2. Ausgangslage
	3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	3.1 Die Vorinstanz hat die im Hinblick auf den strittigen Sachverhalt relevanten Beweismittel korrekt dargestellt und unter Bezugnahme auf einzelne Vorbringen der Verteidigung sorgfältig und überzeugend gewürdigt (Urk. 62 S. 6-11 E. III.A.), worauf vo...
	3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht ansatzweise zu überzeugen vermögen. Zwar werden sie insofern von C._____ gestützt, als dieser angab, er habe den Beschuldigten angerufen, da er bei ihm für eine Drittperson ledig...
	3.3 Klar gegen die Darstellung des Beschuldigten spricht, dass nach der Festnahme von B._____ in der von diesem mitgeführten (und zuvor dem Beschuldigten entwendeten) Denner-Tasche rund ein Kilogramm Kokaingemisch sichergestellt wurde, wobei auf der e...
	3.4 Zusammenfassend steht fest, dass sich der Beschuldigte mit C._____ zwecks Drogenhandels verabredet hatte, ihm dann die mitgebrachte Tasche gestohlen wurde, in welcher sich rund ein Kilogramm Kokain befand, auf dem die DNA des Beschuldigten sicherg...
	Damit hat es auch bei der zutreffenden rechtlichen Würdigung der Vorinstanz (Urk. 62 S. 12 E. IV.), auf die ebenfalls verwiesen werden kann, sein Bewenden.

	III. Sanktion
	IV. Kosten
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 10. September 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 […],
	 des mehrfachen Vergehens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG.

	2.-3. […]
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 9 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlagnahmten Betäubungsmittel, Betäubungsmittelutensilien und sonstigen Gegenstände werden eingezogen und durch die Lagerbehörde vernichtet bzw. ihr zur gutscheinenden Verw...
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2021 beschlagnahmte Barschaft in Höhe von Fr. 2'040.– wird definitiv beschlagnahmt und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	7. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger mit pauschal Fr. 33'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9.-10. […]
	11. [Mitteilung]
	12. [Rechtsmittel]"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist überdies schuldig des Verbrechens gegen das BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 46 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 888 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 9 und 10) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschul...
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 das Bundesamt für Polizei, fedpol
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.