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**Case Identifier:** 97ae8d26-6c38-52db-82ba-8c3e340b078c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.10.2023 200 2023 452
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-452_2023-10-19.pdf

## Full Text

200 23 452 IV und
200 23 453 IV (2)
KNB/IMD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 23. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1971 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im November 2016 unter Hinweis auf einen im Mai 2016 zu-
gezogenen Sehnenriss in der rechten Schulter bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 12). 
Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche so-
wie medizinische Abklärungen und legte die Akten dem Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor, welcher eine orthopädisch-
psychiatrische Begutachtung empfahl (AB 103). In der Folge beauftragte 
die IVB Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med. D.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Begutachtung der 
Versicherten. Gestützt auf deren Gutachten vom 4. Mai 2020 (AB 113.1, 
114.1) und den "Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb" (Abklärungsbericht) 
vom 27. Januar 2021 (AB 138) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 4. Fe-
bruar 2021 (AB 139) die Zusprache einer vom 1. Mai 2017 bis 30. Juni 
2019 befristeten ganzen Rente in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachten 
Einwänden (AB 142, 147; vgl. auch AB 157) veranlasste die IVB eine or-
thopädische Verlaufsbegutachtung durch Dr. med. C.________ (Gutachten 
vom 4. April 2022 [AB 195.1]); darüber hinaus holte sie bei ihrem Ab-
klärungsdienst eine Stellungnahme vom 30. August 2022 (AB 197) sowie 
einen neuen "Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb" vom 31. August 2022 
(AB 198) ein. Mit Vorbescheid vom 23. September 2022 (AB 199) kündigte 
sie die Zusprache von jeweils einer befristeten ganzen Rente für die 
Zeiträume vom 1. Mai 2017 bis 30. Juni 2019 bzw. vom 1. August 2021 bis 
31. Mai 2022 an. Die Versicherte erhob dagegen Einwände (AB 208, 210), 
wozu Dr. med. C.________ am 19. Dezember 2022 (AB 218) und der Ab-
klärungsdienst der IVB am 9. Januar 2023 (AB 220) Stellung nahmen. Mit 
zwei Verfügungen vom 23. Mai 2023 (AB 224) sprach die IVB die in Aus-
sicht gestellten befristeten Rentenleistungen zu.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 12. Juni 2023 Beschwerde mit den folgen-
den Rechtsbegehren:

1. Die Verfügungen vom 23. Mai 2023 seien aufzuheben und es sei 
der Beschwerdeführerin auch für den Zeitraum von Juli 2019 bis 
August 2021 sowie fortlaufend über den 1. Juni 2022 hinaus eine 
Invalidenrente so wie rechtens auszurichten.

2. Eventualiter seien die Verfügungen vom 23. Mai 2023 aufzuheben 
und nach Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen erneut 
über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin zu befinden.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2023 schliesst die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin zur 
Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die zwei Verfügungen vom 23. Mai 2023 
(AB 224). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung. 

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete Invalidenren-
te zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2). Folglich 
ist der generelle Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der In-
validenversicherung zu prüfen, unter Einschluss der vom 1. Mai 2017 bis 
30. Juni 2019 bzw. vom 1. August 2021 bis 31. Mai 2022 zugesprochenen 
ganzen Rente.

Mangels Anfechtung ist die Drittauszahlung an den Krankentaggeldversi-
cherer hier nicht Streitgegenstand.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse, insbesondere 

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des ATSG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung (IVV; SR 831.201), in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitli-
cher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege-
lungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der 
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213). Demnach ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 gel-
tenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Renten-
anspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum 
neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder 
des Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des 
IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 16. Mai 2023, 8C_608/2022, E. 3.1). Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt 
für Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkraft-
treten dieser Änderung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Ände-
rung das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige Renten-
anspruch solange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 
Abs. 1 ATSG ändert. Die am 31. Mai 1971 geborene Beschwerdeführerin 
(AB 12 S. 1 Ziff. 1.1) hatte am 1. Januar 2022 das 55. Altersjahr noch nicht 
vollendet.

2.1.2 Die angefochtenen Verfügungen datieren vom 23. Mai 2023 
(AB 224), womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020 ergingen. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiel-
len Entstehung des Rentenanspruchs mit Blick auf die im November 2016 
erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug (AB 12) vor dem 1. Januar 2022 
(Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb insoweit die Bestim-
mungen des IVG, des ATSG und der IVV in der bis 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind. Mit dem Vorliegen eines 
Revisionsgrundes nach dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 3.3.5 hiernach) gelangt 
ab diesem Zeitpunkt jedoch das seit 1. Januar 2022 geltende Recht zur 
Anwendung (vgl. auch Rz. 9102 und 9201 des Kreisschreibens des Bun-
desamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der 
Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen, 
vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82). 

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.4

2.4.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs 
in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Inva-
liditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invali-
ditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht 
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invali-
ditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

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2.5

2.5.1 Gemäss aArt. 28a Abs. 1 IVG bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG richtet sich 
die Bemessung des Invaliditätsgrades von erwerbstätigen Versicherten 
nach Art. 16 ATSG. Der Bundesrat umschreibt die zur Bemessung des 
Invaliditätsgrades massgebenden Erwerbseinkommen (sowie die anwend-
baren Korrekturfaktoren [Art. 28 Abs. 1 IVG]). Für die Bestimmung des In-
validitätsgrades wird bei einer erwerbstätigen versicherten Person das Er-
werbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird der Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festge-
legt (gemischte Methode). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. auch den redak-
tionell unterschiedlichen, inhaltlich jedoch identischen aArt 28a Abs. 3 IVG).

2.5.3 Gemäss Art. 27bis Abs. 1 IVV werden für die Bestimmung des Inva-
liditätsgrades von Teilerwerbstätigen die Invaliditätsgrade in Bezug auf die 
Erwerbstätigkeit (lit. a) und in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbe-
reich (lit. b) zusammengezählt. Für die Berechnung des Invaliditätsgrades 
in Bezug auf die Erwerbstätigkeit wird gemäss Art. 27bis Abs. 2 IVV das 
Einkommen ohne Invalidität auf eine Erwerbstätigkeit, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100 % entspricht, hochgerechnet (lit. a), das Einkommen 
mit Invalidität auf der Basis einer Erwerbstätigkeit, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100 % entspricht, berechnet und entsprechend an die 
massgebliche funktionelle Leistungsfähigkeit angepasst (lit. b) und die pro-
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrades, den die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 8

Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. c). Für 
die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im Auf-
gabenbereich wird nach Art. 27bis Abs. 3 IVV der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermit-
telt (lit. a) und der Anteil nach lit. a anhand der Differenz zwischen dem 
Beschäftigungsgrad nach Abs. 2 lit. c und einer Vollerwerbstätigkeit ge-
wichtet (Abs. 3 lit. b; vgl. zum Ganzen auch aArt. 27bis IVV sowie BGE 145 
V 370 E. 4).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1).

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes wegen 
oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, 
wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü-
gers sich um mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 % 
erhöht (lit. b). 

2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkun-
gen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbe-
reich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ver-
ändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund 
einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisions-
grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere 
Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wand-
lung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 
141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 9

Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustan-
des bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 
133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

2.6.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht 

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vom 13. April 2018 (AB 61) fest, bei der Versicherten sei am 6. Dezember 
2016 eine partielle Supraspinatusruptur (in der rechten Schulter) arthrosko-
pisch rekonstruiert worden. In der Folge hätten sich die Schmerzen chroni-
fiziert und es habe sich eine Capsulitis entwickelt. In einem erneuten MRI 
sei eine partielle Re-Ruptur festgestellt worden; am 17. Januar 2018 sei 
eine Re-Rekonstruktion erfolgt. Aktuell sei die Versicherte zwei Monate 
nach dem Eingriff nach wie vor in Rehabilitation. Die Arbeitsunfähigkeit in 
der … betrage nach wie vor 100 %. Eine aktive Beweglichkeit sei nur ein-
geschränkt möglich. Es gehe nur darum, die passive Beweglichkeit zu ver-
bessern. Die Arbeitsunfähigkeit werde vier bis sechs Monate dauern. Die 
Versicherte sei nie schmerzfrei gewesen. Die Beweglichkeit sei auch Mo-
nate nach der ersten Intervention mit einer Gesamtflexion bis 100 ° und 
einer Aussenrotation bis 60 ° schlecht gewesen. In diesem Sinne habe die 
Versicherte in dieser Zeit auch nicht für eine Verweistätigkeit eingesetzt 
werden können.

3.1.2 Dem interdisziplinären Gutachten der Dres. med. C.________ und 
D.________ vom 4. Mai 2020 (AB 113.1) sind die folgenden Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: Schmerzpersistenz bei 
ausgeprägter Partialruptur der Supraspinatussehne und beginnender 
Omarthrose mit Status nach arthroskopischer Tenotomie der langen Bi-
zepssehne, Débridement der Supraspinatussehne und Acromionplastik 
sowie AC-Gelenksresektion 9/2018 links (AB 113.1 S. 16). Die Gutachter 
führten aus, 2016 sei die Probandin im Bad gestürzt und in der Folge seien 
Schmerzen in der linken Schulter aufgetreten. Nach erfolgloser konservati-
ver Behandlung sei am 20. September 2018 durch den Orthopäden Dr. 
med. F.________ in … bei schwerer Tendinose der Supraspinatussehne 
mit Unterflächenläsion, symptomatischer langer Bicepssehne und AC-
Gelenksarthrose sowie Acromionsporn links eine arthroskopische Tenoto-
mie der langen Bicepssehne mit Débridement der Supraspinatussehne, 
Acromionplastik und AC-Gelenksresektion erfolgt. Seither seien die 
Schmerzen in der linken Schulter leicht rückläufig, setzten sich in den Na-
cken und den linken Oberarm fort und beeinträchtigten gelegentlich den 
Schlaf. Die Rechtshänderin klage über Schmerzen in der linken Schulter 
beim Heben und Tragen von Lasten sowie bei Arbeiten über der Horizonta-
len. Die zurzeit durchgeführte Physiotherapie lindere die Beschwerden. 

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Schmerzmittel würden konsequent verwendet. Spritzen seien nicht appli-
ziert worden. Akupunktur und eine Behandlung in der Schmerztherapie mit 
Infusionen hätten zu einer leichten Schmerzrückbildung geführt. Die Explo-
randin habe angegeben, es hätten bisher nie wesentliche psychische Pro-
bleme bestanden und sie habe bisher keine depressiven Verstimmungen, 
Angststörungen oder andere psychische Störungen durchgemacht. Mit 
Verlust der Arbeit, den anhaltenden Schmerzen und den psychosozialen 
Problemen mit finanziellen Belastungen würden seit etwa Januar 2017 ab-
hängig von der Intensität der Schmerzen Stimmungsschwankungen beste-
hen. Jedoch fühle sie sich psychisch nicht krank (AB 113.1 S. 15). Die 
Schmerzen in der Schulter links und die abnormen Untersuchungsbefunde 
derselben könnten zumindest teilweise auf die im MRI sichtbare ausge-
dehnte Partialruptur der Supraspinatussehne sowie die beginnende 
Omarthrose zurückgeführt werden. Das Ausmass der subjektiven Ein-
schränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und insbesondere der prä-
sentierten pathologischen objektiven Befunde der linken Schulter sei da-
durch aber nicht vollumfänglich erklärt (AB 113.1 S. 15 f.). Im Rahmen der 
postoperativen Rehabilitation könne von September 2018 bis März 2019 
gesamthaft bei voller Stundenpräsenz von einer vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit ausgegangen werden. Ab April 2019 betrage die Arbeitsfähigkeit 
als …, körperlich mittelschwer, gesamthaft bei voller Stundenpräsenz 50 % 
(Arbeitsunfähigkeit 50 %). Auch für adaptierte Tätigkeiten habe im Rahmen 
der postoperativen Rehabilitation ab September 2018 bis März 2019 ge-
samthaft eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Körperlich leichte 
Tätigkeiten, ohne repetitive Bewegungen der linken Schulter oder Arbeiten 
über Tischhöhe, zum Beispiel Kontrolltätigkeiten, könnten seit März 2019 
gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 100 % (Arbeitsunfähigkeit 0 %) 
zugemutet werden (AB 113.1 S. 16).

3.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im 
Bericht vom 23. September 2020 (AB 128) belastungsabhängige Schulter-
schmerzen links nach Schulterarthroskopie am 19. September 2018 mit 
AC-Resektion, Débridement der Unterfläche der Supraspinatussehne und 
Tenotomie der langen Bizepssehne, wiederkehrende Cervicobrachialgie 
bei degenerativen HWS-Veränderungen und Bandscheibenprotrusion im 

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Segment C5/6 ohne Spinalkanalenge oder Neurokompression, einen Sta-
tus nach Rotatorenmanschetten-Re-Rekonstruktion vom 17. Januar 2018 
bei Status nach SAS rechts und eine Rotatorenmanschetten-
Rekonstruktion vom 6. Dezember 2016 mit partieller Ruptur betreffend die 
Supraspinatussehne. Er führte aus, der im Dossier dokumentierte Behand-
lungsverlauf sei nachvollziehbar. Die linke Schulter sei minderbelastbar, 
verlaufsabhängig könne zusätzlich eine Minderbelastbarkeit der Halswir-
belsäule entstehen.

3.1.4 Gemäss Operationsbericht von Dr. med. Gilles F.________, Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 
31. August 2021 (AB 172 S. 4 f.) wurde am 26. August 2021 eine Arthro-
skopie der linken Schulter mit Débridement und Rekonstruktion der Supra-
spinatussehne sowie eine Nachresektion der lateralen Clavicula durchge-
führt. Zur Indikation des Eingriffs wurde auf persistierende Schmerzen bei 
Zustand nach Subakromialsyndrom, Tenotomie der langen Bizepssehne 
und AC-Resektion hingewiesen. 

3.1.5 Im orthopädischen Verlaufsgutachten vom 4. April 2022 
(AB 195.1) diagnostizierte Dr. med. C.________ betreffend die linke Schul-
ter eine Schmerzpersistenz bei Tendinopathie der Rotatorenmanschette, 
Chondropathie Grad Ill superior am Humeruskopf links und Status nach 
arthroskopischer Tenotomie der langen Bicepssehne, Débridement der 
Supraspinatussehne, Acromioplastik und AC-Gelenksresektion im Septem-
ber 2018 sowie arthroskopischem Débridement mit Rekonstruktion der Su-
praspinatussehne und Nachresektion der lateralen Clavicula im August 
2021. Bezüglich der rechten Schulter diagnostizierte er eine Schmerzper-
sistenz bei Acromioclaviculargelenksarthrose und Partialruptur der Infra-
spinatussehne rechts und Status nach Rotatorenmanschettenrekonstrukti-
on im Dezember 2016 sowie erneuter arthroskopischer Rotatorenman-
schettenrekonstruktion im Januar 2018 (AB 195 S. 13 Ziff. 6.3). Er führte 
aus, die Schmerzen in der linken Schulter könnten nur teilweise auf die im 
MRI sichtbare Tendinopathie der Rotatorenmanschette und die Chondropa-
thie Grad Ill superior am Humeruskopf links zurückgeführt werden. Das 
Ausmass der demonstrierten abnormen Untersuchungsbefunde der linken 
Schulter könne mit dem MRI-Befund nicht erklärt werden. Die Schmerzen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 13

in der rechten Schulter könnten ebenfalls nur partiell mit der im MRI nach-
gewiesenen Partialruptur der Infraspinatussehne und der Acromioclavicu-
largelenksarthrose objektiviert werden. Wiederum könne das Ausmass der 
pathologischen objektiven Befunde der rechten Schulter mit dem MRI-
Befund nur ungenügend plausibilisiert werden. Auffallend sei auch, dass 
bei der Untersuchung des linken Ellbogens deutliche Schmerzen in der 
linken Schulter angegeben würden und die Reflextestung links als dolent 
empfunden werde, sodass eine Schmerzverarbeitungsstörung nicht ausge-
schlossen sei (AB 195.1 S. 12 Ziff. 6.2). Für adaptierte Tätigkeiten habe im 
Rahmen der postoperativen Rehabilitation von Januar 2018 bis März 2019 
und von August 2021 bis Februar 2022 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden. Körperlich leichte Tätigkeiten, ohne repetitives Bewegen der 
linken Schulter, ohne Arbeiten über Tischhöhe, könnten ab April 2019 so-
wie ab März 2022 bei voller Stundenpräsenz zu 100 % (Arbeitsunfähigkeit 
0 %) zugemutet werden (AB 195.1 S. 14 f.).

3.1.6 Im Bericht vom 10. November 2022 (AB 210 S. 5) gab Dr. med. 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, an, die Patientin habe eine Diskushernie C5/6 mit 
einer breitbasigen Protrusion, was grundsätzlich eine Akzentuierung der 
Schmerzsituation, wie sie die Patientin zeige, erklären könne.

3.1.7 Dr. med. F.________ hielt im Bericht vom 10. November 2022 (AB 
210 S. 3 f.) fest, betreffend die Schultern sei die Situation sehr schwierig, 
erst nach mehreren Eingriffen und langer Behandlung habe die Patientin 
zumindest auf der rechten Seite jetzt eine gute Schulterfunktion und weni-
ger Schmerzen. Eine neurologische Abklärung werde wahrscheinlich nicht 
sehr viel bringen, es seien keine grösseren pathologischen Veränderungen 
zu erwarten. Die Schmerzen in den Armen seien sowohl von der Schulter 
als auch von der Halswirbelsäule ausgehend. Diese seien sicherlich limitie-
rend auf die Leistungsfähigkeit anzusehen. Theoretisch wären rein admi-
nistrative Tätigkeiten in einem angemessenen Pensum möglich.

3.1.8 In der Stellungnahme vom 19. Dezember 2022 (AB 218) führte der 
Gutachter Dr. med. C.________ aus, anlässlich der Begutachtung vom 
9. Februar 2022 habe die Probandin über Schmerzen in beiden Schultern 
geklagt. Bei der körperlichen Untersuchung seien leicht pathologische Un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 14

tersuchungsbefunde im Bereich der Halswirbelsäule aufgefallen und die 
Röntgenbilder hätten im Segment C5/6 degenerative Veränderungen ge-
zeigt. Im Bericht von Dr. med. H.________ vom 10. November 2022 berich-
te dieser über eine Diskushernie C5/6, wobei unklar sei, wie er zu dieser 
Diagnose komme, resp. ob ein MRI vorliege. Diesbezüglich finde sich in 
den gelieferten Unterlagen kein Befund. Eine Diskushernie per se führe 
nicht zu Schmerzen, solange nicht eine neurale Kompromittierung bestehe. 
Basierend auf den vorliegenden Unterlagen könne am Zumutbarkeitsprofil 
und der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und adaptierter Tätigkeit, wie im Gut-
achten vom 4. April 2022 beschrieben, festgehalten werden.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 15

chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 In medizinischer Hinsicht ergingen die angefochtenen Verfügun-
gen vom 23. Mai 2023 (AB 224) insbesondere gestützt auf das orthopä-
disch-psychiatrische Gutachten der Dres. med. C.________ und 
D.________ vom 4. Mai 2020 (AB 113.1), das orthopädische Verlaufsgut-
achten von Dr. med. C.________ vom 4. April 2022 (AB 195.1) sowie des-
sen Stellungnahme vom 19. Dezember 2022 (AB 218). Diese erfüllen die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor). 
Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen, 
sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Gesundheitszu-
standes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen 
Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (AB 113.1 S. 12 ff.). Das von den 
Gutachtern erstellte Zumutbarkeitsprofil trägt den Einschränkungen der 
Beschwerdeführerin vollumfassend Rechnung, die von ihnen attestierten 
Arbeitsunfähigkeiten sind überzeugend begründet. Den Gutachten kommt 
somit voller Beweiswert zu. Daran ändert die von der Beschwerdeführerin 
dagegen vorgebrachte Kritik nichts.

3.3.1 Nach der Rechtsprechung kommt den Gutachtern, was die Wahl 
der Untersuchungsmethoden betrifft, ein weiter Ermessensspielraum zu. 
Das beinhaltet auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Ab-
klärungen. Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, ob der Beizug 
weiterer Experten notwendig ist oder nicht (SVR 2021 UV Nr. 19 S. 96 
E. 6.4; Entscheid des BGer vom 30. Januar 2015, 8C_277/2014, E. 5.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 16

Die Tatsache, dass die Experten – implizit – eine neurologische Abklärung 
nicht als notwendig erachteten, vermag entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin (Beschwerde, S. 4 f. Ziff. 2.1 ff.) keine Zweifel an deren 
Schlussfolgerungen zu wecken, zumal sich aus den Akten keine Hinweise 
auf eine neurologische Erkrankung ergeben. So ging denn auch der die 
Beschwerdeführerin behandelnde Dr. med. F.________ davon aus, dass 
von einer neurologischen Abklärung kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn 
erwartet werden kann (AB 210 S. 3). Der Verzicht auf eine neurologische 
Abklärung ist damit nicht zu beanstanden.

3.3.2 Was die geklagten Beschwerden an der Halswirbelsäule und die 
von Dr. med. H.________ im Bericht vom 10. November 2022 (AB 210 S. 
5) beschriebene Diskushernie C5/6 betrifft (Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 2.4), 
nahm der Gutachter Dr. med. C.________ dazu am 19. Dezember 2022 
(AB 218) Stellung. Überzeugend führte er aus, dass eine Diskushernie per 
se nicht zu Schmerzen führt, solange nicht eine neurale Kompromittierung 
besteht. Eine Neurokompromittierung durch die Diskusprotrusion im Seg-
ment C5/6 wurde im anlässlich der ersten Begutachtung erstellten MRI vom 
30. April 2020 (AB 113.2 S. 1) ausgeschlossen. Dass sich diesbezüglich 
zwischenzeitlich eine Änderung ergeben hätte, ist dem Bericht von Dr. 
med. H.________ vom 10. November 2022 nicht zu entnehmen. So sprach 
der behandelnde Arzt denn auch nicht von einer Neurokompromittierung, 
vielmehr spekulierte er in allgemeiner Weise, dass eine breitbasige Protru-
sion eine Akzentuierung der Schmerzsituation erklären könne. Auch Dr. 
med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, ging im Bericht 
vom 19. Januar 2023 (AB 222) von einer Diskusprotrusion im Segment 
C5/6 ohne Wurzelkompression aus. Dementsprechend lässt sich aus dem 
Bericht von Dr. med. H.________ vom 10. November 2022 (AB 210 S. 5) 
kein weiterer Abklärungsbedarf ableiten.

3.3.3 Weiterer Abklärungsbedarf ergibt sich ebenfalls nicht aus dem 
– fachfremd geäusserten – Hinweis des Gutachters Dr. med. C.________, 
wonach eine Schmerzverarbeitungsstörung nicht ausgeschlossen sei 
(AB 195.1 S. 12; vgl. Beschwerde, S. 4 Art. 2 Ziff. 2.2). Der psychiatrische 
Gutachter Dr. med. D.________ verneinte das Vorliegen einer psychiatri-
schen Erkrankung im Gutachten vom 5. März 2020 (AB 114.1) mit schlüs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 17

siger und überzeugender Begründung; insbesondere schloss er auch eine 
somatoforme Schmerzstörung aus. Die von der Beschwerdeführerin ge-
zeigte und als deutlich erkennbar beurteilte psychogene Überlagerung der 
Beschwerden mit deren Verdeutlichung und dem demonstrativen Hinwei-
sen auf die Beschwerden deutete der Gutachter vielmehr als Anzeichen für 
eine Aggravation und einen sekundären Krankheitsgewinn (AB 114.1 
S.20). Anhaltspunkte dafür, dass sich diesbezüglich bis zur (zweiten) Be-
gutachtung durch Dr. med. C.________ am 9. Februar 2022 (AB 195.1 S. 
2) etwas geändert hätte, ergeben sich nicht.

3.3.4 Wie die Gutachter gehen auch die behandelnden Ärzte Dr. med. 
H.________ im Bericht vom 24. März 2021 (AB 149 S. 2 f.) sowie Dr. med. 
F.________ in der Stellungnahme vom 10. November 2022 (AB 210 S. 3 f.) 
davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Anschluss an die postoperati-
ve Rehabilitationsphase nach den jeweiligen Eingriffen an den beiden 
Schultern in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig war. Die Tat-
sache, dass Dr. med. F.________ die Arbeitsfähigkeit tiefer ansetzt als die 
Gutachter, ohne das Ausmass jedoch zu quantifizieren ("angemessenes 
Pensum" [AB 210 S. 4]), vermag die Einschätzung der Gutachter nicht in 
Zweifel zu ziehen (vgl. Beschwerde, S. 6 f. Art. 3). In seiner Stellungnahme 
vom 10. November 2022 (AB 210 S. 3 f.) vermochte er insgesamt keine 
Aspekte zu benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind. Allein der Umstand, dass er zu anderslauten-
den Einschätzungen gelangte, ist aufgrund der unterschiedlichen Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen Facharztes einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
andererseits nicht geeignet, die Schlüssigkeit des Gutachtens in Zweifel zu 
ziehen (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

3.3.5 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den medizini-
schen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Zunächst ist gestützt auf die 
schlüssigen Darlegungen des RAD-Arztes Dr. med. E.________ vom 13. 
April 2018 (AB 61) für die Phase zwischen den Eingriffen an der rechten 
Schulter am 6. Dezember 2016 und am 17. Januar 2018 eine vollständige 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit erstellt. Im Weiteren ist gestützt auf die 
beweiskräftigen Gutachten der Dres. med. C.________ und D.________ im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 18

Rahmen der postoperativen Rehabilitation von Januar 2018 bis März 2019 
und von August 2021 bis Februar 2022 ebenfalls von einer vollständigen 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Ab April 2019 sowie ab März 
2022 war bzw. ist wiederum eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensangepassten Tätigkeit erstellt (AB 113.1 S. 16, 195.1 S. 14 f., 218 
S. 2). Der Invaliditätsgrad ist nachfolgend unter Berücksichtigung dieser 
Vorgaben zu bemessen.

4.

4.1 Streitig ist zwischen den Parteien im Weiteren die Statusfrage. 
Während die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, die Beschwerdeführerin 
würde ohne Gesundheitsschaden einer Erwerbstätigkeit im Rahmen eines 
Pensums von 70 % nachgehen (AB 198 S. 7 Ziff. 4.2, 224 S. 8), vertritt 
Letztere die Auffassung, sie würde diesfalls zu 100 % einer ausserhäusli-
chen Erwerbstätigkeit nachgehen (Beschwerde, S. 8 Art. 5).

4.2 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser bestimmt 
sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhältnissen, in 
denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie nicht gesund-
heitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV gilt eine versi-
cherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, wenn sie im Ge-
sundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die versicherte Person 
gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie im Gesund-
heitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive als teiler-
werbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall eine Er-
werbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von weniger 
als 100 % entspricht (lit. c; vgl. auch Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 
und 3 IVG).

Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 19

welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). Bei einer im Haushalt tätigen versi-
cherten Person sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil-
dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichti-
gen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten 
Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen 
(BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV Nr. 72 
S. 251 E. 4.1.1).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversiche-
rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er-
forderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

4.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Zeit-
raum von November 2001 bis Juli 2008 bei verschiedenen Arbeitgebern in 
einem Pensum von 100 % als … angestellt war bzw. Arbeitslosentaggelder 
bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % bezog. Von Dezember 2007 bis 
Juli 2008 arbeitete sie in einem Pensum von 50 % als … (…), von August 
2008 bis November 2013 in einem Pensum von 80 % als …; zuletzt war sie 
von Dezember 2013 bis Dezember 2016 als … (…) in einem Pensum von 
70 % tätig (AB 198 S. 5 f. Ziff. 3.2). Anlässlich der Erhebung vor Ort (vgl. 
Art. 69 Abs. 2 IVV) vom 26. Januar 2021 bzw. vom 30. August 2022 gab 
die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsfachperson zu Protokoll, 
sie würde bei guter Gesundheit weiterhin zu 70 % als … (…) beim früheren 
Arbeitgeber arbeiten (AB 198 S. 7 Ziff. 4.2). Auf diese "Aussage der ersten 
Stunde" ist abzustellen (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 
47), zumal die Beschwerdeführerin bei Eintritt des Gesundheitsschadens 
im Mai 2016 (AB 12 S. 6 Ziff. 6.1) bereits seit knapp 10 Jahren nicht mehr 
in einem Vollzeitpensum arbeitstätig war. Soweit sie in der Beschwerde 
vorbringt, es sei ihr nach 2007 nicht mehr möglich gewesen, eine Vollzeit-
stelle zu finden, bestätigt dies, dass die Aufnahme eines höheren Pensums 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 20

nicht an gesundheitlichen Gründen scheiterte. Damit ist erstellt, dass die 
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) weiterhin ein Arbeitspensum von 70 
% bekleiden und sich daneben zu 30 % dem Haushalt widmen würde, bzw. 
ist eine Pensumserhöhung im hypothetischen Gesundheitsfall nicht mit 
dem erforderlichen Beweisgrad erstellt.

5.

5.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Mit Blick auf die im November 2016 erfolgte Anmel-
dung zum Leistungsbezug (AB 12) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn 
unter Berücksichtigung der Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 
1. Mai 2017. Auf diesen Zeitpunkt hin ist nachfolgend eine erste Invali-
ditätsbemessung vorzunehmen. Die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit 
per April 2019, der Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit ab August 2021 sowie 
die erneute Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit per März 2022 (vgl. 
E. 3.3.5 hiervor) stellen Revisionsgründe dar (vgl. E. 2.6 hiervor) und haben 
jeweils einen weiteren Einkommensvergleich zur Folge (vgl. BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Mit Inkrafttreten der 
WEIV am 1. Januar 2022 hat sich bezüglich der Bemessung des Validen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 21

einkommens soweit hier von Interesse keine Änderung ergeben (vgl. ins-
besondere Art. 26 Abs. 1 IVV).

Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Valideneinkommen zu Recht an-
hand der Lohnangaben des J.________ in … (AB 198 S. 10 ff.), in wel-
chem die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens als … 
tätig gewesen war (AB 9.3). Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass sie 
als Gesunde nicht weiterhin dort arbeiten würde. Vielmehr gab die Be-
schwerdeführerin – wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.3 hiervor) – anlässlich 
der Erhebung vor Ort vom 26. Januar 2021 bzw. vom 30. August 2022 zu 
Protokoll, sie würde bei guter Gesundheit weiterhin zu 70 % als … (…) 
beim früheren Arbeitgeber arbeiten (AB 198 S. 7 Ziff. 4.2). 

Gemäss Auszug aus dem Jahreslohnkonto 2015/2016 erzielte die Be-
schwerdeführerin im Jahr vor Eintritt des Gesundheitsschadens (Mai 2016) 
bei einem Pensum von 70 % einen Jahreslohn von Fr. 63'728.90 (inkl. 
13. Monatslohn, …zulage und Ferienentschädigung auf dieser Zulage [AB 
9.3]). Indexiert auf das Jahr 2017 ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr. 
63'855.45 (Fr. 63'728.90 / 100.7 * 100.9 [Tabelle T1.2.15, Nominallohnin-
dex, Frauen, 2016-2022, Wirtschaftszweig Ziff. 86 - 88, Indices 2016 bzw. 
2017]). Für die Jahre 2019, 2021 und 2022 (Revisionszeitpunkte) ist das 
Einkommen neben der entsprechenden Indexierung (2019: 102; 2021: 
103.3; 2022: 104.2) zudem auf ein Vollzeitpensum umzurechnen (vgl. aArt. 
27bis Abs. 3 lit. a IVV [in der vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2021 
gültig gewesenen Fassung] und Art. 27bis Abs. 2 lit. a IVV). Daraus resul-
tierten die folgenden Valideneinkommen: Fr. 92'399.70 (2019; Fr. 
63'855.45 / 100.7 * 102 / 70 * 100), Fr. 93'577.35 (2021; Fr. 63'855.45 / 
100.7 * 103.3 / 70 * 100) und Fr. 94'392.65 (2022; Fr. 63'855.45 / 100.7 * 
104.2 / 70 * 100).

5.3

5.3.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 22

der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Mit Inkrafttreten der WEIV am 1. Januar 
2022 ergab sich diesbezüglich keine Änderung; vielmehr wurde die in der 
Rechtsprechung definierte Praxis nunmehr auf Verordnungsstufe geregelt 
(vgl. BBl 2017 2668; Art. 26 Abs. 1 und 4 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 IVV).

Für die Zeiträume ab Mai 2017 und August 2021 beträgt das Invalidenein-
kommen bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit (vgl. E. 3.3.5 hiervor) Fr. 0.--.

Da die Beschwerdeführerin die gutachterlich attestierte Leistungsfähigkeit 
von 100 % ab April 2019 bzw. wiederum ab März 2022 in einer leidensan-
gepassten Tätigkeit nicht ausschöpft, ist das Invalideneinkommen – wie 
dies die Beschwerdegegnerin korrekterweise getan hat (AB 198 S. 10 ff.) – 
für diese Zeiträume gestützt auf einen LSE-Tabellenlohn zu bestimmen. 
Basierend auf Tabelle TA1 der LSE 2018, Frauen, Total, Kompetenzniveau 
1, und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit so-
wie der Nominallohnentwicklung ergibt sich ab April 2019 ein Invalidenein-
kommen von Fr. 55'219.-- (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2019] / 
101.7 x 102.7 [Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016-2022, 
Total, Indices 2018 bzw. 2019]). Ab März 2022 beträgt das Invalidenein-
kommen Fr. 54'267.-- (Fr. 4'276.-- [LSE 2020, Frauen, Total, Kompetenzni-
veau 1] x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2022] / 103.6 x 105.1 [Tabelle 
T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016-2022, Total, Indices 2020 bzw. 
2022]). 

5.3.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 23

Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass 
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent-
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemes-
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 
Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 
E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

Ab Januar 2022 ist gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV einzig ein Abzug von 10 % 
zu berücksichtigen, wenn die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität 
nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 50 % oder weniger 
tätig sein kann.

Korrekterweise nahm die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabel-
lenlohn vor (vgl. AB 198 S. 10 ff. Ziff. 5.2). Zunächst rechtfertigt sich bei der 
1971 geborenen Beschwerdeführerin kein Abzug mit der Begründung des 
fortgeschrittenen Alters. Gutachterlich wird eine Leistungsfähigkeit von 
100 % in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert (AB 113.1 S. 16, 
195.1 S. 14 f.), womit auch unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" kein Ab-
zug vorzunehmen ist (Art. 26bis Abs. 3 IVV). Der herangezogene Tabellen-
lohn berücksichtigt die leidensbedingten körperlichen Einschränkungen der 
Beschwerdeführerin angemessen, sodass unter diesem Gesichtspunkt 
ebenfalls kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn zu begründen ist. So-
weit die Beschwerdeführerin diesbezüglich unter Verweis auf das Urteil des 
Bundesgerichts vom 4. November 2022, 9C_395/2022, E. 4.5.3, geltend 
macht, ein leidensbedingter Abzug sei insbesondere auch dann vorzuneh-
men, wenn Einschränkungen auch bei leichten, wechselbelastenden Tätig-
keiten bestünden (Beschwerde, S. 7 f. Art. 4), ist sie nicht zu hören. Das 
Bundesgericht trug in jenem Fall der Tatsache, dass die versicherte Person 
selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 24

fähigkeit quantitativ zu 40 % eingeschränkt war, mit einem Abzug von 10 % 
Rechnung. Demgegenüber war bzw. ist die Beschwerdeführerin in ihrer 
Leistungsfähigkeit bei körperlich leichten Tätigkeiten ab April 2019 sowie 
ab März 2022 quantitativ nicht eingeschränkt. Die Einschränkungen be-
standen bzw. bestehen lediglich in qualitativer Hinsicht, wonach Arbeiten 
mit repetitivem Bewegen der linken Schulter und Arbeiten über Tischhöhe 
nicht zumutbar sind (AB 195.1 S. 14 f.). Schliesslich rechtfertigt die Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie keinen Abzug. Mit Blick auf die ausländische 
Herkunft der Beschwerdeführerin ergibt sich, dass Frauen mit Niederlas-
sungsbewilligung C ohne Kaderfunktion zwar weniger als Schweizerinnen 
verdienen (LSE 2018 bzw. 2020, Tabelle TA12 [Monatlicher Bruttolohn, 
Schweizer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Ge-
schlecht]), aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene 
Durchschnittseinkommen (LSE 2018 bzw. 2020, Tabelle TA1; vgl. Ent-
scheid des BGer vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 5.2).

5.4 Aus der Gegenüberstellung der hiervor aufgeführten Vergleichs-
einkommen resultieren die folgenden ungewichteten Einschränkungen: 

• ab 1. Mai 2017: 100 %;
• ab 1. April 2019: 40.24 % ([Fr. 92'399.70 ./. Fr. 55'219.--] / 

Fr. 92'399.70 x 100);
• ab 1. August 2021: 100 %;
• ab 1. März 2022: 42.5 % ([Fr. 94'392.65 ./. Fr. 54'267.--] / 

Fr. 94'392.65 x 100).

Gewichtet mit dem Erwerbsstatus von 70 % (vgl. E. 4.3 hiervor) ergeben 
sich die folgenden Einschränkungen im Erwerbsbereich:

• ab 1. Mai 2017: 70 % (100 % x 0.7)
• ab 1. April 2019: 28.17 % (40.24 % x 0.7)
• ab 1. August 2021: 70 % (100 % x 0.7)
• ab 1. März 2022: 29.75 % (42.5 % x 0.7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 25

6.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Im Abklärungsbericht vom 31. August 2022 ermittelte die Be-
schwerdegegnerin anhand des Betätigungsvergleichs eine Einschränkung 
von ungewichtet 6.8 % (AB 198 S. 17 ff. Ziff. 8.2]), was gewichtet einer Ein-
schränkung von 2.04 % (6.8 % x 0.3 [Anteil Haushalt; vgl. E. 4.3 hiervor]) 
entspricht. Der Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der 
Beschwerdegegnerin gestützt auf zwei Abklärungen bei der Beschwerde-
führerin zu Hause (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV) verfasst. Das Ergebnis stützt 
sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu den sozialen und erwerb-
lichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im Abklärungsbericht enthalte-
ne Umschreibung der Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben gemäss 
Rz. 3087 des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in 
der Invalidenversicherung [KSIH]; gültig bis 31. Dezember 2021) bzw. 
Rz. 3609 KSIR. Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich 
sodann innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht 
der konkreten Umstände nicht zu beanstanden. Was die Gewichtung der 
einzelnen Einschränkungen anbelangt, ist der Betätigungsvergleich nach-
vollziehbar begründet und hinreichend detailliert. Zu Recht hat die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 26

schwerdegegnerin des Weiteren die Bemessung der Einschränkungen im 
Haushalt unter Berücksichtigung der Schadenminderung in Form der Mithil-
fe des Ehemannes und der beiden Söhne der Beschwerdeführerin vorge-
nommen (vgl. Rz 3090 KSIH, Rz. 3612 ff. KSIR), welche weiter geht als die 
ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung 
(BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). Klare Fehleinschätzungen der Abklärungs-
fachperson, welche einen Eingriff des Gerichts in deren Ermessen rechtfer-
tigen würden (vgl. E. 6.1 hiervor), sind nicht ersichtlich. Gegenteiliges wird 
seitens der Beschwerdeführerin denn auch nicht gerügt. Der Abklärungsbe-
richt vom 31. August 2022 (AB 198) ist demnach voll beweiskräftig.

7.

Aus den Einschränkungen im Erwerb (vgl. E. 5.4 hiervor) und im Haushalt 
(vgl. E. 6.2 hiervor) resultieren die folgenden Invaliditätsgrade von gerundet 
(vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123):

• 72 % (70 % + 2.04 %) ab 1. Mai 2017;
• 30 % (28.17 % + 2.04 %) ab 1. April 2019;
• 72 % (70 % + 2.04 %) ab 1. August 2021;
• 32 % (29.75 % + 2.04 %) ab 1. März 2022.

Damit hat die Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai 2017 Anspruch auf eine 
ganze Rente. Diese ist in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV per 30. Juni 
2019 aufzuheben. Ab dem 1. August 2021 bis zum 31. Mai 2022 – eben-
falls unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs.1 IVV – besteht wiederum ein 
Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. E. 2.4 hiervor). Die angefochtenen 
Verfügungen vom 23. Mai 2023 (AB 224) sind damit nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 27

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. jur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2023, IV/23/452, Seite 28

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.