# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe95b917-71da-585a-8917-ec1b0f228596
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2018 F-4633/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4633-2018_2018-08-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4633/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Antonio Imoberdorf, 

mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;   

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 31. Juli 2018 / N (…). 

 

 

 

F-4633/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer durch seine Ehefrau am 11. April 2011 auf der 

Schweizerischen Botschaft in Colombo ein Asylgesuch einreichen liess,  

dass er sich, eigener Darstellung zufolge, zum damaligen Zeitpunkt in Sri 

Lanka in Haft befunden hat, 

dass dieses Auslandgesuch mit internem Beschluss des Bundesamtes für 

Migration (BFM; heute SEM) vom 5. August 2011 als gegenstandslos ge-

worden abgeschrieben wurde, 

dass der Beschwerdeführer am 30. April 2018 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass er  – gemäss den Erkenntnissen aus einem Abgleich mit der europä-

ischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) – am 28. Feb-

ruar 2018 nach seiner Einreise in Italien dort daktyloskopiert worden ist, 

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Rahmen der Befragung zur 

Person (BzP) vom 14. Mai 2018 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) Basel das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens für die Durch-

führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nicht-

eintretensentscheid sowie zu einer allfälligen Wegweisung dorthin gewähr-

te, 

dass er diesbezüglich erklärte, in Italien keinen Asylantrag gestellt zu ha-

ben, ihm in diesem Land aber zwangsweise die Fingerabdrücke abgenom-

men worden seien,  

dass seine Geschwister zwar in anderen europäischen Staaten lebten, er 

sich jedoch für die Schweiz entschieden habe, weil seine Probleme hier 

menschenwürdig behandelt würden, 

dass er möchte, dass die Schweiz sein Asylgesuch prüfe, 

dass der Beschwerdeführer mit einer als „Gesuch“ bezeichneten Eingabe 

vom 31. Mai 2018 nochmals darum bat, das Asylgesuch hierzulande zu 

behandeln und dieses Begehren mit mehreren Beweismitteln (Haftbefehle 

und Haftverlängerungen des sri-lankischen Verteidigungsministeriums) er-

gänzte, 

F-4633/2018 

Seite 3 

dass das SEM die italienischen Behörden am 30. Mai 2018 um Übernahme 

des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom  

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass die italienischen Behörden innerhalb der dafür vorgesehenen 2-Mo-

nats-Frist von Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO keine Stellung nahmen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 31. Juli 2018 – eröffnet am 8. August 

2018 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien an-

ordnete und den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmass-

nahmen im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es den Kanton Luzern mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, 

gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid 

komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung der editi-

onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer 

veranlasste,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. August 2018 gegen die-

sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  

(sinngemäss) beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben 

und sein Asylgesuch in der Schweiz zu prüfen, 

dass er dem (mit der Eingabe vom 31. Mai 2018 inhaltlich identischen) 

Rechtsmittel unkommentiert Kopien von zwei Farbfotos uniformierter Män-

ner sowie einem Portrait beilegte,   

dass die vorinstanzlichen Akten am 16. August 2018 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstellung mit superproviso-

rischer Massnahme vom 17. August 2018 vorsorglich stoppte, 

 

 

F-4633/2018 

Seite 4 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen ist, ob das 

SEM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG zu Recht auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und die Voraussetzungen ei-

ner Rückführung nach Italien (Drittstaat) im Rahmen der Dublin-III-VO als 

gegeben erachtet hat, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

F-4633/2018 

Seite 5 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8 

- 15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 

Abs. 1 Dublin-III-VO),, 

dass – wenn ein Antragssteller aus einem Drittstaat kommend die Land-, 

See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaats illegal überschritten hat – dieser 

Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

dass die Zuständigkeit gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO zwölf Monate 

nach dem Tag des illegalen Grenzübertritts endet,  

dass der Beschwerdeführer gemäss den Erkenntnissen aus dem Abgleich 

der Fingerabdrücke mit der „Eurodac“-Datenbank über Italien illegal in das 

Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten gelangte und dort am 28. Februar 2018 

erstmals daktyloskopisch erfasst wurde, 

dass sich die Einwände des Beschwerdeführers, er habe nicht gewusst, 

sich auf italienischem Territorium zu befinden und die Fingerabdrücke sei-

en ihm zwangsweise abgenommen worden, als unbehelflich erweisen, da 

bereits die von ihm nicht bestrittene Einreise in das Hoheitsgebiet der Dub-

lin-Staaten die Zuständigkeit des vorgenannten Landes für die Durchfüh-

rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens begründet (Art. 18 Abs. 1 

Bst. a Dublin-III-VO), 

dass ferner nicht von Belang ist, dass der Beschwerdeführer in Italien bis-

lang kein Asylgesuch gestellt hat, 

dass das Auslandgesuch aus dem Jahre 2011 und die Kontakte zur 

Schweizerischen Botschaft in Colombo daran ebenfalls nichts zu ändern 

vermögen, hat sich der Beschwerdeführer vor Februar 2018 doch nie in 

das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten begeben, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 30. Mai 2018 dementspre-

chend um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 

Dublin-III-VO ersuchte, 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-

mit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-

III-VO), 

F-4633/2018 

Seite 6 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene im Wesentlich geltend 

macht, er habe erfahren, dass die meisten Menschen, welche nach Italien 

zurückgeschickt würden, dort in Angst lebten, in ihre Heimat ausgeschafft 

zu werden, 

dass die Gefahr bestehe, dass auch ihm ein solches Schicksal drohe, 

dass in Italien mehrheitlich Singhalesen lebten, weshalb die Möglichkeit 

bestehe, dass der sri-lankische Geheimdienst dort tätig sei, 

dass er in Sri Lanka von den Geheimdiensten und weiteren Sicherheitsein-

heiten bedroht und gefoltert worden sei, weshalb er befürchte, in Italien 

durch den Geheimdienst wiederum in Gefahr zu geraten oder gar entführt 

und in seine Heimat ausgeschafft zu werden, 

dass Personen, die nach Italien zurückgeschickt würden, von den Behör-

den zu 99 % keine Hilfe und keine Wohnung bekämen und die Asylgesuche 

rasch abgelehnt würden, 

dass er psychisch sehr angeschlagen sei,  

dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen implizit die Anwendung 

von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV1 fordert, 

dass es mit Blick auf die Äusserungen des Beschwerdeführers im EVZ, 

sich weder für eines der europäischen Länder, in denen seine Geschwister 

lebten, noch für Italien entschieden zu haben, vorab klarzustellen gilt, dass 

er den zuständigen Mitgliedstaat, in welchem er sich registrieren und das 

F-4633/2018 

Seite 7 

Asylverfahren durchlaufen möchte, nicht selber bestimmen kann (vgl. 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien würden sys-

temische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-

III-VO aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigen-

den Behandlung im Sinne des Art. 4 der Charta der Grundrechte der Euro-

päischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000) mit sich bringen, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass diese Ansicht durch den Europäischen Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) bestätigt wird, indem dieser in seiner bisherigen Rechtspre-

chung festhält, dass in Italien kein systemischer Mangel an Unterstützung 

und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe, obwohl die allgemeine Situ-

ation und insbesondere die Lebensumstände von Asylsuchenden, aner-

kannten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären Schutzstatus in 

Italien gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. EGMR: Entscheidung Mo-

hammed Hussein und andere gegen die Niederlande und Italien [Be-

schwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, § 78), 

dass der Beschwerdeführer als alleinstehender Mann ohnehin nicht zu den 

besonders schutzbedürftigen Personen im Sinne der Rechtsprechung des 

EGMR (vgl. Urteil i.S. Tarakhel gegen Schweiz vom 4. November 2014, 

Grosse Kammer, Nr. 29217/12, § 114 f.; siehe auch BVGE 2016/2 E. 5) 

gehört, deren Rücküberstellung eine individuelle Garantieerklärung der ita-

lienischen Behörden hinsichtlich der Unterbringung erfordert, 

F-4633/2018 

Seite 8 

dass der Beschwerdeführer seine Mutmassung, die italienischen Behörden 

würden einen allfälligen Antrag auf internationalen Schutz nicht unter Ein-

haltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie prüfen, weder weiter belegt 

noch glaubhaft macht, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben 

oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden, 

dass nicht davon auszugehen ist, die italienischen Behörden würden ihn in 

seine Heimat zurückschaffen, ohne zuvor seine Asylgründe geprüft zu ha-

ben und das Non-Refoulement-Gebot einzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer ausserdem nicht dargetan hat, die ihn bei einer 

Rückführung erwartenden Bedingungen in Italien seien derart schlecht, 

dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könn-

ten, 

dass er auch nicht konkret dargelegt hat, Italien würde ihm dauerhaft die 

ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingun-

gen vorenthalten, 

dass es ihm bei einer vorübergehenden Einschränkung – beispielsweise 

Übergriffen von Drittpersonen – offensteht, sich an die zuständigen italie-

nischen Behörden zu wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedin-

gungen auf dem Rechtsweg einzufordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unter-

bringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und 

sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsorgani-

sationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwer-

deführer gerate im Falle einer Rückkehr nach Italien wegen der dortigen 

Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage, 

dass sich der Beschwerdeführer im Weiteren auf seinen Gesundheitszu-

stand beruft,  

F-4633/2018 

Seite 9 

dass er in diesem Zusammenhang, wie angetönt, psychische Probleme 

geltend macht, 

dass er anlässlich der BzP zudem zu Protokoll gegeben hat, an den Folgen 

von Folterungen zu leiden (Nebenwirkungen vom Spritzen, die ihm das Mi-

litär in Sri Lanka verabreicht habe, Black-outs, unbewusstes Urinieren), 

dass diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht substantiiert oder 

weiter belegt werden,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann,  

dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),  

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss neuerer Praxis des EGMR 

aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab-

schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-

staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen 

und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, 

§§ 180–193 m.w.H.), 

dass besondere Ausnahmefälle, die einer Überstellung nach Italien entge-

genstehen könnten, vorliegend nicht ersichtlich sind,  

dass der Beschwerdeführer nicht nachweisen konnte, dass er nicht reise-

fähig sei oder eine Überstellung seine Gesundheit ernsthaft gefährden 

würde, 

dass sein Gesundheitszustand eine Unzulässigkeit im Sinne der erwähn-

ten Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen vermag, 

F-4633/2018 

Seite 10 

dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch nicht von einer derar-

tigen Schwere sind, dass aus humanitären Gründen von einer Überstellung 

abgesehen werden müsste,  

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-

dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge-

eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 

Aufnahmerichtlinie),  

dass Italien über zahlreiche medizinische Institutionen verfügt, welche 

auch Asylsuchenden zugänglich sind, weshalb sich der Beschwerdeführer 

im Bedarfsfall an das dafür zuständige medizinische Fachpersonal wenden 

kann (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer E-1492/2017 vom 1. Februar 2018 

E. 7.3.4), 

dass keine Hinweise vorliegen, wonach dieser Staat seinen Verpflichtun-

gen im Rahmen der Dublin-III-VO in medizinischer Hinsicht nicht nachkom-

men würde,  

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-

mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-

den Rechnung tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeig-

neter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren 

werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass zusammenfassend kein konkretes und ernsthaftes Risiko besteht, die 

Überstellung des Beschwerdeführers nach Italien würde gegen Art. 3 

EMRK oder andere völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz oder Lan-

desrecht verstossen, 

dass die sonstigen Einwände das materielle Asylverfahren betreffen,  

dass es dem Beschwerdeführer offensteht, seine Asylvorbringen bei den 

für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständigen 

italienischen Behörden geltend zu machen und entsprechende Beweismit-

tel beizubringen, 

F-4633/2018 

Seite 11 

dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen insgesamt keinen 

Grund für eine Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-

VO gibt,  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,  

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder der Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG 

die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen  und die vorinstanz-

liche Verfügung zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass der am 17. August 2018 angeordnete Vollzugsstopp mit dem vorlie-

genden Urteil dahinfällt, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750. - (Art. 1 

- 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-

digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

 (Dispositiv nächste Seite) 

  

F-4633/2018 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm 

 

 

Versand: