# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73770572-4338-5910-a877-71947cb5a914
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 26.06.2014 PS140105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS140105_2014-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde 
über Schuldbetreibung und Konkurs  
 
 

Geschäfts-Nr.: PS140105-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Diggelmann und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. M. Hinden. 

Urteil vom 26. Juni 2014 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer, 

 

betreffend Kostenbeschwerde 
(Beschwerde über das Betreibungsamt Zürich 1) 

 
 
Beschwerde gegen einen Beschluss der 3. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich 
vom 23. Mai 2014 (CB140031) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Einleitung, Prozessgeschichte 

Mit Eingabe vom 25. Februar 2014 stellte der Beschwerdeführer beim Betrei-

bungsamt Zürich 1 das Gesuch um Einsicht in das Betreibungsregister von 

Rechtsanwalt Dr. B._____, den er in einem Rechtsverfahren mit der Wahrung 

seiner Interessen beauftragt habe. Zur Glaubhaftmachung seines Interesses 

reichte der Beschwerdeführer die Anwaltsvollmacht vom 8. Januar 2010 ein 

(act. 2/1 und 2/2). Mit Verfügung vom 27. Februar 2014 wies das Betreibungsamt 

Zürich 1 das Auskunftsbegehren mit der Begründung ab, der Interessennachweis 

sei zu alt. Es auferlegte dem Beschwerdeführer Kosten von CHF 26.30 (act. 2/3 

und 2/4). Gegen den Kostenentscheid erhob der Beschwerdeführer am 3. März 

2014 Beschwerde (act. 1). Diese wurde von der Vorinstanz mit Beschluss vom 

23. Mai 2014 abgewiesen (act. 8 = act. 11). Gegen diesen Entscheid erhob der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Mai 2014 (Datum Poststempel) Be-

schwerde und stellte den Antrag um Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

(act. 12). Mit Verfügung vom 4. Juni 2014 wurde das Gesuch um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung abgewiesen (act. 14). Die Akten der Vorinstanz wurden 

beigezogen. Das Verfahren ist spruchreif.  

Das Verfahren der Beschwerde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen richtet 

sich nach den Bestimmungen von Art. 20a Abs. 2 SchKG. Soweit das SchKG kei-

ne Bestimmungen enthält, regeln die Kantone das Verfahren (Art. 20a Abs. 3 

SchKG). Im Kanton Zürich wird in § 84 GOG auf Art. 319 ff. ZPO (Beschwerde) 

verwiesen. 

Die vorliegende Beschwerde wurde rechtzeitig (act. 9/1 und act. 12) schriftlich 

und begründet erhoben (Art. 321 Abs. 1 ZPO, Art. 18 SchKG). Daher ist darauf 

einzutreten.  

- 3 - 

2. Begründung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz führte aus, dass gemäss Art. 8a Abs. 1 SchKG jede Person, die 

ein Interesse glaubhaft mache, die Protokolle und Register der Betreibungs- und 

Konkursämter einsehen könne. Ein strenger Nachweis dürfe nicht verlangt wer-

den. Es genüge, wenn glaubhaft gemacht sei, dass das Auskunftsbegehren in 

unmittelbarem Zusammenhang mit dem Abschluss oder der Abwicklung eines 

Vertrages erfolge oder wenn beabsichtigt werde, einen Prozess gegen den Be-

troffenen anzustrengen.  

Die vom Beschwerdeführer eingereichte Anwaltsvollmacht (act. 2/2) belege zwar, 

dass der Beschwerdeführer Dr. B._____ eine Vollmacht erteilt habe. Bei der 

Mandatierung eines Anwalts sei jedoch zwischen der Vollmacht und dem Auf-

tragsverhältnis zu unterscheiden. Eine Vollmacht könne auch erteilt werden, ohne 

dass ein Auftragsverhältnis begründet werde. Das eingereichte Dokument genüge 

deshalb nicht ohne Weiteres zur Glaubhaftmachung einer bestehenden oder sich 

anbahnenden Geschäftsbeziehung. Erst im Beschwerdeverfahren habe der Be-

schwerdeführer zusätzlich zu der vor dem Betreibungsamt vorgelegten Vollmacht 

vorgebracht, es sei im September 2013 ein Urteil ergangen, das Grundlage für ei-

ne Forderungsklage wegen Sorgfaltspflichtverletzung von Dr. B._____ sei. Hätte 

der Beschwerdeführer diese ergänzenden Angaben bereits in seinem ursprüngli-

chen Gesuch vom 25. Februar 2014 gemacht, wäre damit wohl das Interesse hin-

reichend glaubhaft gemacht worden. Ohne weitere Belege oder präzisierende 

Ausführungen könne es hingegen nicht angehen, dass eine einseitig unterzeich-

nete Vollmacht zeitlich quasi unbegrenzt zur Einsicht in das Betreibungsregister 

betreffend den behaupteten Vollmachtnehmer berechtige (act. 13 S. 2 ff.).  

3. Argumente des Beschwerdeführers 

Der Beschwerdeführer legt dar, dass er bereits in seinem Gesuch an das Betrei-

bungsamt darauf hingewiesen habe, er stelle das Auskunftsbegehren im Hinblick 

auf eine anstehende Forderungsklage aufgrund einer Sorgfaltspflichtverletzung 

von Rechtsanwalt Dr. B._____. Im Vollmachtsformular (act. 2/2) werde an mehre-

ren Stellen auf das Auftragsverhältnis hingewiesen, so dass nicht nur die Ertei-

- 4 - 

lung der Vollmacht, sondern auch das Mandatsverhältnis glaubhaft gemacht sei. 

Wenn die Vorinstanz verlange, dass er bereits im Auskunftsbegehren vor Betrei-

bungsamt auf das Urteil vom September 2013 hätte hinweisen müssen, so sei 

dies überspitzt formalistisch.  

4. Würdigung 

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Glaubhaftmachung eines Interes-

sennachweises im Sinne von Art. 8a Abs. 1 SchKG korrekt dargelegt (act. 13 

Ziff. 3.1). Darauf ist zu verweisen. Zutreffend ist auch der Hinweis, dass im Rah-

men der Mandatierung eines Rechtsanwaltes zwischen der Vollmachterteilung 

und dem Auftragsverhältnis zu unterscheiden ist. Allerdings enthält das Voll-

machtsformular vom 8. Januar 2010 (art. 2/2) nicht nur die Vollmacht zugunsten 

von Dr. B._____ und weiteren vier Anwälten, sondern zudem auftragsrechtliche 

Vereinbarungen. So verpflichtete sich der Beschwerdeführer insbesondere zur 

Bezahlung eines Honorars und von Barauslagen. Weiter wurde eine Gerichts-

standsvereinbarung geschlossen. Damit bestehen objektive Anhaltspunkte für ei-

nen Mandatsvertrag. In Bezug auf die Person des Beauftragten ist zu beachten, 

dass das Formular nicht nur auf Dr. B._____, sondern auch auf weitere vier An-

wälte lautet. Mandatar kann somit Dr. B._____ oder eine andere Person sein, so 

insbesondere der für die Kanzlei namensgebende Dr. C._____, eine Kollektivge-

sellschaft oder eine juristische Person. Da für das Erfüllen des Beweismasses der 

Glaubhaftmachung indes objektive Anhaltspunkte hinreichend sind, genügt das 

vorgelegte Vollmachtsformular zur Glaubhaftmachung der behaupteten vertragli-

chen Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und Dr. B._____. Daran ändert 

auch der Umstand nichts, dass das Formular nur vom Beschwerdeführer, nicht 

aber von Dr. B._____ unterzeichnet ist, worauf die Vorinstanz hinweist (act. 13 

S. 5). Denn beim Dokument handelt es sich offensichtlich nicht um eine vom Be-

schwerdeführer erstellte und sodann unterzeichnete Vollmacht, sondern um ein 

vom Anwalt vorbereitetes Formular, wie es üblicherweise verwendet wird. Es ist 

nicht anzunehmen, dass Dr. B._____ dem Beschwerdeführer das Formular zur 

Unterzeichnung gegeben hätte, wenn er selber nicht bereit gewesen wäre, das 

Mandat anzunehmen.  

- 5 - 

Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, kann ein zur Glaubhaftmachung eines Ver-

tragsverhältnisses vorgelegtes Dokument ohne weitere Angaben nicht zeitlich un-

begrenzt zur Glaubhaftmachung eines aktuellen Interesses auf Einsicht in das Be-

treibungsregister genügen. Die Frage, ob das eingereichte Dokument genügend 

aktuell ist, ist nach Massgabe des im konkreten Fall vorliegenden Vertragsver-

hältnisses zu beantworten. Zwischen der Unterzeichnung des Vollmachtsformula-

res und der Einreichung des Gesuches um Einsicht in das Betreibungsregister 

liegen rund vier Jahre, eine für die Abwicklung eines anwaltlichen Mandatsver-

hältnisses also nicht aussergewöhnliche Zeitdauer. Wenn der Beschwerdeführer 

nun – wie im Auskunfsbegehren gegenüber dem Betreibungsamt geltend ge-

macht – ausführt, er prüfe die Erhebung einer Forderungsklage gegen seinen 

ehemaligen Anwalt, so genügt dieser zeitliche Konnex, um das Interesse an der 

Einsicht in das Betreibungsregister glaubhaft zu machen. Natürlich hätte der Be-

schwerdeführer bereits beim Betreibungsamt auf das offenbar im September 

2013 ergangene Urteil, das Auslöser für den behaupteten Anspruch aus Sorg-

faltspflichtverletzung sein soll, hinweisen können. Er hätte auch nähere Angaben 

dazu machen können, in welchem Zusammenhang er Dr. B._____ mandatierte 

und wie das Auftragsverhältnis im Einzelnen abgewickelt wurde. Da aber – worauf 

die Vorinstanz zu Recht hinweist (act. 13 S. 4) – für die Gutheissung eines Ein-

sichtsgesuches bereits eine sich anbahnende Geschäftsbeziehung genügt, kann 

von einem Gesuchsteller nicht verlangt werden, dass er detaillierte Angaben zur 

Abwicklung des Vertragsverhältnisses macht, wenn er den Abschluss des Vertra-

ges selber glaubhaft gemacht hat. Da es sich bei der Beurteilung von Einsichts-

gesuchen um ein Massengeschäft handelt, besteht auch aus verfahrensökonomi-

schen Gründen kein Anlass dazu, detaillierte Auskünfte über die Abwicklung ei-

nes behaupteten und glaubhaft gemachten Vertragsverhältnisses zu verlangen. 

Würde man anders entscheiden, so würde das Einsichtsverfahren aufgebläht, oh-

ne dass zum Schutz des Betroffenen vor einem unberechtigten Einblick in das 

Betreibungsregister etwas gewonnen wäre. Denn dieser muss sich wie gesagt 

diesen Einblick bereits im Vorfeld des Vertragsschlusses gefallen lassen.  

Nach dem Gesagten ist das Einsichtsgesuch zu Unrecht abgewiesen worden, 

weshalb die Kostenbeschwerde gutzuheissen ist.  

- 6 - 

5. Kostenfolgen 

Das Verfahren vor den kantonalen Aufsichtsbehörden in Schuldbetreibungs- und 

Konkurssachen ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG) und es 

werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Kostenverfügung Nr. … vom 

27. Februar 2014 des Betreibungsamtes Zürich 1 wird aufgehoben.  

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer und – unter Beilage der 

erstinstanzlichen Akten – an das Bezirksgericht Zürich sowie an das Betrei-

bungsamt Zürich 1, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um einen Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetrei-
bungs- und Konkurssachen im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 

lic.iur. M. Hinden 
versandt am: 

	Urteil vom 26. Juni 2014
	Erwägungen:
	1. Einleitung, Prozessgeschichte
	2. Begründung der Vorinstanz
	3. Argumente des Beschwerdeführers
	4. Würdigung
	5. Kostenfolgen
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Kostenverfügung Nr. … vom 27. Februar 2014 des Betreibungsamtes Zürich 1 wird aufgehoben.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer und – unter Beilage der erstinstanzlichen Akten – an das Bezirksgericht Zürich sowie an das Betreibungsamt Zürich 1, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...