# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13b1dc7a-bc26-57a0-a205-acfc5d3f3597
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-15
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 15.09.2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_Empfehlung-vom-15--S_2009-09-15.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB 

 

 

 

 
Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 031 323 74 84, Fax 031 325 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 
 

  Bern, den 15. September 2009 
 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss 
 

Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
 
 

zum Schlichtungsantrag  
 
 

X 
(Antragsteller) 

 
 

gegen 
 
 

Bundesamt für Energie 
 
 
 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 
 

1. Der Antragsteller (Umweltschutzorganisation) reichte am 2. April 2009 beim Bundesamt für 
Energie (BFE) ein Gesuch um Zugang zu den „Koordinaten der geplanten Kleinwasserkraftan-
lagen mit KEV-Gesuch“.  
 

2. Das BFE teilte dem Antragsteller am 9. April 2009 mit, dass es auch „eine anonymisierte Liste 
mit den Koordinaten mangels Gesetzgrundlage nicht herausgeben dürfe[...]. Dies weil anhand 
der metergenauen Koordinaten auf einzelne Projekte und damit auf Projektanten geschlossen 
werden kann.“ Das BFE liess dem Antragsteller jedoch Folien eines Referates zu diesem 
Themenbereich zukommen. 

 
3. Am 29. April 2009 reichte der Antragsteller beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffent-

lichkeitsbeauftragten (Beauftragter) einen Schlichtungsantrag gemäss Art. 13 des Bundesge-
setzes über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz BGÖ, SR 152.3). 

 
4. Auf Aufforderung des Beauftragten reichte das BFE am 5. Juni 2009 eine detaillierte Stellung-

nahme sowie die relevanten Dokumente ein. Im Sinne einer erklärenden Einführung führte 
das BFE zur Ausgangslage aus: „Die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist ein In-

 

 
 
 

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strument zur Förderung erneuerbarer Energien (Wasserkraft, Fotovoltaik etc.). Wer Elektrizität 
aus solchen Quellen ins Netz einspeist, kann dafür eine Vergütung beanspruchen (Art. 7a des 
Energiegesetzes, EnG, SR 730.0). […] Wer eine Anlage zur Gewinnung erneuerbarer Ener-
gien bauen und von der KEV profitieren will, muss sein Projekt bei der nationalen Netzgesell-
schaft swissgrid anmelden (Art. 3g Energieverordnung, EnV). Swissgrid prüft das Projekt und 
erteilt einen Bescheid (positiv oder negativ); im Streitverfahren entscheidet die Elektrizitäts-
kommission (ElCom; Art. 25 Abs. 1bis EnG). […] Die KEV-Anmeldung erfolgt oft, bevor ein 
Baubewilligungsgesuch für die Anlage eingereicht ist […]. Die KEV-Gelder werden erst nach 
der Inbetriebnahme ausbezahlt (Art. 3h EnV).“ 
 
Das BFE informierte den Beauftragten auch darüber, dass es schon mehrfach ersucht worden 
sei, Listen mit diesen Angaben herauszugeben. Anfangs habe es zwei Anfragen (von einer 
Privatperson sowie einer kantonalen Behörde) positiv beantwortet und eine Liste mit den Ko-
ordinaten der Kleinwasserkraftwerke herausgegeben. Inzwischen sei das BFE aufgrund einer 
datenschutzrechtlichen Neubeurteilung zu einem anderen Schluss gekommen und habe dar-
um den Zugang verweigert. 
 
In seiner datenschutzrechtlichen Beurteilung führte das BFE aus, dass die verfügbaren KEV-
Daten zwar keine Namen der Projektanten enthielten, diese aber aufgrund der punktgenauen 
Koordinaten regelmässig eruiert werden könnten. Damit lägen nach Bundesgesetz über den 
Datenschutz (DSG, SR 235.1) Personendaten vor. Die Projektanten würden indes – berech-
tigterweise und oftmals ausdrücklich – nicht wollen, dass ihre Vorhaben frühzeitig bekannt 
würden, zumal mit der Anmeldung die Realisierung des Vorhabens noch lange nicht festste-
he. So könne es z.B. vorkommen, dass der Projektant von sich aus verzichtet oder, die Bau-
bewilligung/Konzession möglicherweise gar nicht erteilt wird. Auch komme nicht selten vor, 
dass der Grundeigentümer das betreffende Land mehreren Interessenten zugesagt habe und 
sich schliesslich für einen von ihnen entscheiden müsse. Weiter verwies das BFE darauf, 
dass durch eine Bekanntgabe aller Standorte – und damit der Projektanten – dem Umstand 
nicht Rechnung trüge, dass mit der KEV-Anmeldung noch keineswegs feststehe, dass die 
Vorhaben realisiert würden, dass diese ganz unterschiedlich weit gediehen seien und in vielen 
Fällen noch keine KEV-Gelder ausbezahlt würden. Zudem könnten im Rahmen des ordentli-
chen (kantonalen) baurechtlichen Bewilligungsverfahrens umweltschutzrechtliche Einwände 
eingebracht werden.  

 
 
II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

 
A.  Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

 
1. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten einrei-

chen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt oder 
verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine Stel-
lungnahme abgibt.  
 
Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur auf Grund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig.1 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Per-
son, die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen 
hat. Für den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss her-

 
1 BBl 2003 2023 

 

 
 
 

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vorgehen, dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag 
muss innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht 
werden. 

 
2. Der Antragsteller hat ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ beim BFE eingereicht und eine 

ablehnende Antwort erhalten. Als Teilnehmer an einem vorangegangenen Gesuchsverfahren 
ist er zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Der Schlichtungsantrag wurde 
formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der 
Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  
 

3. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens 
im Detail obliegt alleine dem Beauftragten.2 

 
Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche Lö-
sung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der An-
gelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

 
 
B. Sachlicher Geltungsbereich 
 

1. Das BFE verweigerte den Zugang zur Auflistung mit den Koordinaten aller geplanten Klein-
wasserkraftanlagen aus datenschutzrechtlichen Gründen, obwohl es einige Monat vorher den 
Zugang zum gleichen Dokument gewährt hatte.  
Vorweg gilt es daher zu klären, ob der Zugang zu Recht mit Verweis auf den Schutz der Pri-
vatsphäre verweigert werden kann.  
Im einem weiteren Schritt muss dann geprüft werden, ob der Antragsteller aus der Tatsache, 
dass das BFE einer Privatperson bereits Zugang zu den besagten Dokumenten gewährt hat, 
einen Anspruch auf Gleichbehandlung ableiten kann.  
 

2. Die Auflistung enthält die Koordinaten zu jeder geplanten Kleinwasserkraftanlage. Damit lässt 
sich exakt bestimmen, an welchem Standort eine einzelne Anlage gebaut werden soll. Mit 
diesen Angaben lassen sich, wie vom BFE dargelegt, die damit in Verbindung stehenden na-
türlichen oder juristischen Personen (Grundeigentümer oder Projektanten) bestimmen. Damit 
liegen Personendaten im Sinne von Art. 3 Bst. a DSG vor.  
 

3. Bei der Beurteilung von Zugangsgesuchen zu amtlichen Dokumenten, die Personendaten 
Dritter enthalten, muss zwingend das in Art. 9 BGÖ vorgeschriebene Vorgehen beachtet wer-
den. Demnach müssen amtliche Dokumente, welche Personendaten enthalten, nach Möglich-
keit vor der Einsichtnahme anonymisiert werden (Art. 9 Abs. 1 BGÖ). Da der Antragsteller be-
zweckt, den genauen Standort der geplanten Kleinwasserkraftanlagen in Erfahrung zu brin-
gen, ist eine Anonymisierung hier nicht zielführend. Somit ist gemäss Art. 9 Abs. 2 BGÖ eine 
mögliche Bekanntgabe der Personendaten nach Art. 19 DSG zu beurteilen. 

 
Vorliegend besteht weder eine gesetzliche Grundlage, welche die Datenbekanntgabe legiti-
mieren würde, noch liegt eine Ausnahme nach Art. 19 Abs. 1 lit. a – d DSG vor. Insbesondere 
ist die Einholung der Einwilligung (Art. 19 Abs. 1 Bst. b DSG) bei jedem einzelnen Projektan-
ten (insgesamt über 600 Projekte betreffend Kleinwasserkraftanlagen) unverhältnismässig. 

 
2 BBl 2003 2024 

 

 
 
 

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Eine Bekanntgabe der Personendaten könnte daher einzig noch gestützt auf Art. 19 Abs. 1bis 
LPD erfolgen. Gemäss dieser Bestimmung kann eine Behörde gestützt auf das Öffentlich-
keitsgesetz Personendaten dann bekannt geben, wenn diese im Zusammenhang mit der Er-
füllung öffentlicher Aufgaben stehen und an deren Bekanntgabe ein überwiegendes öffentli-
ches Interesse besteht.  
 
Es stellt sich somit die Frage, ob an der Bekanntgabe der Personendaten ein überwiegendes 
öffentliches Interesse besteht. Art. 6 Abs. 2 VBGÖ führt beispielhaft auf, in welchen Fällen 
dieses vorliegen kann.  

 
4. Es ist für den Beauftragten nicht von der Hand zu weisen, dass die Antragsteller wichtige und 

schutzwürdige öffentliche Interessen vertreten. Allerdings ist nicht ersichtlich, inwiefern sie 
zum jetzigen Zeitpunkt das Recht der Betroffenen auf Schutz ihrer Privatsphäre überwiegen, 
zumal keineswegs feststeht, ob diese geplanten (und noch nicht bewilligten) Kleinwasser-
kraftanlagen je gebaut werden. Weiter lässt sich nicht ausschliessen, dass die Offenlegung 
der Anlagen in Verbindung mit den Namen der Projektanten zu einer Beeinflussung des Wett-
bewerbs zwischen den Markteilnehmern führen könnte (womit allenfalls ein Ausnahmegrund 
nach Art. 7 Abs. 1 bst. g BGÖ vorläge). Zudem besteht die Möglichkeit, im Rahmen des regu-
lären kantonalen Bewilligungsverfahrens Einsprache gegen einzelne Kleinwasserkraftanlagen 
zu erheben.  
 
Die vom BFE zum Schutz der Privatsphäre der Betreiber vorgenommene datenschutzrechtli-
che Beurteilung erachtet der Beauftragte sowohl als rechtmässig als auch als angemessen. 
Nach Einschätzung des Beauftragten liegt kein überwiegendes öffentliches Interesse am Zu-
gang zur Auflistung mit den Koordinaten der Kleinwasserkraftanlagen vor, weshalb eine Be-
kanntgabe dieser Personendaten nicht zulässig ist (Art. 7 Abs. 2 BGÖ in Verbindung mit Art. 
19 Abs. 1bis DSG)  
Das BFE muss daher den Zugang zur gewünschten Auflistung nicht gewähren.  
 

5. Das BFE hat den Zugang zu einer „Liste mit den KEV-Anmeldungen für Wasserkraftwerke 
(inkl. Koordinaten)“ bereits einer Gesuchstellerin (sowie einer kantonalen Behörde) gewährt. 
Es stellt sich daher die Frage, ob X verlangen kann, genau gleich wie diese Gesuchstellerin 
behandelt zu werden, respektive, ob X auch einen Anspruch darauf hat, dass das BFE entge-
gen den Vorgaben des Öffentlichkeitsgesetzes Zugang gewährt.  
 
Der Bundesrat hält in der Botschaft zum Öffentlichkeitsgesetz fest, dass das Öffentlichkeits-
prinzip eine kollektive Information garantiert.3 Mit anderen Worten gilt damit der Grundsatz 
des gleichen Zugangs für jede Person. Konkretisiert wird dieser explizit in Art. 2 der Verord-
nung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ, SR 
152.31): Demnach steht der Zugang in demselben Umfang auch jeder weiteren Gesuchstelle-
rin und jedem weiteren Gesuchsteller zu, wenn bereits eine Person Zugang zu einem amtli-
chen Dokument erhalten hat.  
 
Art. 2 VBGÖ ist letztlich ein Ausfluss des in Art. 8 Abs. 1 BV festgehaltenen Gleichbehand-
lungsgebotes. Interessanterweise steht ein weiterer Aspekt dieses Gebotes dem Grundsatz 
der kollektiven Information gegenüber und setzt ihm eine Grenze: Der Grundsatz der Gleich-
behandlung im Unrecht.  
 

 
3 BBl 2003 2001 

 

 
 
 

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Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung4 geht dann, wenn es lediglich in ei-
nem einzigen oder in einigen wenigen Fällen zu einer gesetzeswidrigen Anwendung gekom-
men ist, der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung der Rücksicht auf die gleich-
mässige Rechtsanwendung vor. Somit verleiht der Umstand, dass das Öffentlichkeitsgesetz in 
anderen Fällen nicht oder nicht richtig angewendet worden ist, dem Antragsteller keinen An-
spruch darauf, ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Anders verhielte es 
sich nur, wenn die rechtsanwendende Behörde zu erkennen gäbe, dass sie auch in Zukunft 
nicht gesetzkonform entscheiden würde.  
 
Angewandt auf den vorliegenden Sachverhalt kann festgehalten werden: Das BFE hat bisher 
einer Privatperson den Zugang gewährt. Es besteht somit keine gefestigte Praxis in Bezug auf 
den Zugang zur Auflistung der Koordinaten der Kleinwasserkraftanlagen. Zudem hat das BFE 
klar zum Ausdruck gebracht, dass es diese gesetzwidrige Praxis in Zukunft nicht mehr an-
wenden will.  
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht somit für X kein Anspruch darauf, im glei-
chen Umfang wie die erste Gesuchstellerin Zugang zur gewünschten Auflistung zu erhalten.  

 
 
III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:  
 

1. Das Bundesamt für Energie kann an seiner Zugangsverweigerung zum Dokument „Liste mit 
den KEV-Anmeldungen für Wasserkraftwerke (inkl. Koordinaten)“ festhalten. 

 
2. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung beim Bundes-

amt für Energie den Erlass einer Verfügung nach Artikel 5 VwVG verlangen, wenn er mit der 
Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

 
3. Gegen die Verfügung kann der Antragsteller beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

führen (Art. 16 BGÖ).  
 

4. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am Schlichtungs-
verfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 3 VBGÖ). 

 
5. Die Empfehlung wird eröffnet: 

 
J X 
 
J Bundesamt für Energie 

3003 Bern  
 

 
 
 
Hanspeter Thür 

 
4 BGE 112 Ib 381 S. 387, Ehrenzeller, St. Galler Kommentar zu Art. 8, Rz. 46 (mit Verweisen)