# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cba419e-b150-5fdd-b906-6aeda205a6ca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.03.2007 E-5805/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5805-2006_2007-03-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5805/2006
koh/fal
{T 0/2}

Urteil vom 20. März 2007

Mitwirkung Richterin Kojic, Richter Zoller, Richter Brodard
Gerichtsschreiberin Fankhauser

X._______, Bosnien und Herzegowina, 
vertreten durch Y._______,

Beschwerdeführerin

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 16. Februar 2006 in Sachen Asyl und Wegweisung / N._______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

Sachverhalt:

A. Die  Beschwerdeführerin,  eine  Staatsangehörige  aus  Bosnien  und  Herzegowina, 
Muslimin und Angehörige der Ethnie der Roma mit letztem Wohnsitz in A._______, 
verliess eigenen Angaben zufolge ihren Wohnort in einem Kleinbus am 22. Januar 
2006 und reiste am 24.  Januar  2006 unter  Umgehung der Grenzkontrolle  in die 
Schweiz,  wo sie gleichentags in der Empfangsstelle  Basel  um Asyl  nachsuchte. 
Am 25. Januar 2006 wurde sie erstmals summarisch zu ihren Ausreisegründen be-
fragt. Am 2. Februar 2006 erfolgte eine Anhörung nach Art. 29 Abs. 4 AsylG durch 
das  Bundesamt.  Anlässlich  der  Befragungen machte  die  Beschwerdeführerin  im 
Wesentlichen geltend, sie sei beim Kriegsausbruch in Bosnien zusammen mit ihrer 
Familie nach Deutschland geflüchtet, wo sie nach Einreichung eines Asylgesuchs 
während neun Jahren gelebt  hätten.  Danach seien sie freiwillig nach B._______ 
zurückgekehrt,  weil  die  Schwiegereltern  krank gewesen seien.  Diese seien kurz 
danach gestorben. Als Angehörige der Roma-Minderheit einerseits und als Rück-
kehrerin anderseits habe sie ein schwieriges Leben gehabt, sei mehrmals von den 
Serben  beschimpft  und  zusammengeschlagen  worden.  Auch  von den  Muslimen 
sei sie bedrängt worden. Ein Jahr nach der Rückkehr sei es zur Scheidung gekom-
men, wobei die Kinder beim Ex-Ehemann geblieben seien. Danach habe die Be-
schwerdeführerin  während  fünf  Jahren  in  A._______  gelebt,  wo  sie  durch 
Gelegenheitsarbeiten, wie Putzen und Kinderhüten, ihr Leben verdient habe. Ende 
September  2005,  als  sie  vom  Einkaufen  zurückgekehrt  sei,  sei  sie  von  zwei 
unbekannten Serben in ein Auto gezerrt, in einen Wald gefahren, dort geschlagen, 
misshandelt  und  vergewaltigt  worden.  Die  Männer  hätten  ihr  ihre  Tasche 
weggenommen.  Seitdem habe  sie  keine  persönlichen  Dokumente  mehr.  Da  die 
Beschwerdeführerin  Angst  gehabt  habe,  habe  sie  den  Vorfall  der  Polizei  nicht 
gemeldet,  habe jedoch den Beschluss  gefasst  auszureisen.  Sie  sei  nicht  gleich 
ausgereist,  weil  sie  noch  habe   weiter  arbeiten  müssen,  um  das  Geld 
zusammenzusparen. 

B. Mit Verfügung vom 16. Februar 2006 �  gleichentags mündlich eröffnet und ausge-
händigt �  lehnte das Bundesamt das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vor-
bringen der Beschwerdeführerin hielten weder den Anforderungen an die Glaub-
haftigkeit noch denjenigen an die asylrechtliche Relevanz stand. Gleichzeitig ver-
fügte es die Wegweisung der Beschwerdeführerin  aus der Schweiz und ordnete 
den Vollzug an. 

C. Mit Telefax-Beschwerde an die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) vom 
20. März 2006 (Poststempel:  24. März 2006) beantragte die Beschwerdeführerin 
durch ihre Rechtsvertreterin die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides, die 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  und als Folge davon die Gewährung des 
Asyls.  Eventuell  sei die Unzulässigkeit  beziehungsweise die Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs festzustellen und für die Beschwerdeführerin die vorläufige 
Aufnahme anzuordnen.  In  prozessrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  die  Beschwerde-
führerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

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D. Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2006 verzichtete die Instruktionsrichterin auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses und wies die Beschwerdeführerin  darauf 
hin, dass über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65. Abs. 1 
VwVG zu  einem späteren  Zeitpunkt  befunden  werde.  Gleichzeitig  hielt  sie  fest, 
dass die Beschwerdeführerin den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwar-
ten könne.

E. In ihrer  Vernehmlassung vom 27. April  2006 hielt  die Vorinstanz an ihrer Verfü-
gung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese Vernehmlassung 
wurde der Rechtsvertreterin zur Kenntnisnahme ohne Replikrecht zugestellt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),  sofern keine Ausnahme nach Art.  32 VGG vor-
liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. Zu 
den anfechtbaren Entscheiden gehören auch Verfügungen des BFM gestützt auf 
das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); das Bundesverwaltungsge-
richt entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 Abs. 1 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung 
der  am  1.  Januar  2007  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel.  Es  wendet  dabei 
neues Verfahrensrecht an (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). Auf die am 1. Januar 2007 
bereits hängigen Asylverfahren sind zudem die in diesem Zeitpunkt in Kraft getre-
tenen Bestimmungen der  Asylgesetzänderung  vom 16.  Dezember  2005 (vgl.  im 
Einzelnen  AS 2006 4767)  anwendbar  (Abs.  1  der  Übergangsbestimmungen  zur 
Änderung vom 16. Dezember 2005).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdeführerin ist 
legitimiert  (Art.  6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff.  VwVG). Auf die Beschwerde ist 
mithin einzutreten.

2.

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. 
Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

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tät,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  poli-
tischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gel-
ten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, 
die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin-
dest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben hält.  Unglaubhaft 
sind insbesondere  Vorbringen,  die in  wesentlichen Punkten zu wenig  begründet 
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

3.

3.1 Zur Begründung der Ablehnung seines Asylgesuchs führte das Bundesamt im We-
sentlichen an, die schwierige Situation insbesondere der Angehörigen der Roma 
sei Ausdruck der nach wie vor erschwerten wirtschaftlichen Lebensbedingungen in 
Bosnien und Herzegowina. Den Nachteilen, die sich aus dieser allgemeinen Lage 
ergeben  könnten,  fehlten  jedoch  die  für  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft gemäss Art. 3 AsylG erforderlichen Voraussetzungen. Es könne zwar vor-
kommen, dass Roma im Alltag Benachteiligungen ausgesetzt seien und ihnen sei-
tens  der  Behörden  bürokratische  Auflagen  gemacht  würden,  diese  Benachteili-
gungen seien jedoch aufgrund fehlender Intensität nicht asylrelevant. Es sei fest-
zuhalten, dass in letzter Zeit vermehrt Anstrengungen durch die bosnisch-herzego-
winischen Behörden unternommen würden,  um die Rechte  von Minderheiten  zu 
verbessern und zu gewährleisten. Im Weiteren handle es sich bei den Problemen 
der  Beschwerdeführerin  mit  der  Familie  und ihrem Ehemann,  von  dem sie  sich 
habe  scheiden  lassen,  um Probleme  privater  Natur,  die  unter  dem Aspekt  des 
Asylgesetzes nicht  asylrelevant  seien.  Sodann habe die Beschwerdeführerin  die 
geltend gemachte Vergewaltigung in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, de-
tailliert  und  differenziert  dargelegt  und  somit  den  Eindruck  vermittelt,  das  Ge-
schilderte nicht selbst erlebt zu haben. Die entsprechenden Ausführungen der Be-
schwerdeführerin  hätten die in solchen Fällen übliche persönlich gefärbte innere 
Betroffenheit  vermissen  lassen,  weshalb  die  dargelegte  Vergewaltigung  als  un-
glaubhaft einzustufen sei. Des Weiteren würde es sich bei diesem Übergriff um ei-
nen  kriminellen  Akt  seitens  Dritter  handeln,  der  nur  dann  asylrechtlich  relevant 
wäre, wenn er vom Staat gebilligt, unterstützt oder tatenlos hingenommen würde, 
was vorliegend jedoch nicht der Fall sei.

3.2 Die Beschwerdeführerin  wiederholte im Wesentlichen in ihrer  Eingabe den zuvor 
geschilderten Sachverhalt und machte geltend, sie habe glaubhaft dargelegt, dass 
die ethnische Diskriminierung als Angehörige der Roma ihr ein menschenwürdiges 
Leben verunmögliche und dies eine unzumutbare Benachteiligung darstelle. In die-
sem Zusammenhang wird ein Gutachten "Die flüchtlingsrechtliche Situation asylsu-
chender  Roma und  Aschkali  in  der  Schweiz"  (Institut  für  öffentliches  Recht  der 
Universität  Bern,  Bern  27.11.  1999)  von  Prof.  Walter  Kälin  zitiert,  worin  auf 
jahrelange  Benachteiligungen  der  Roma durch  lokale  Behörden  verwiesen  wird, 
woraus eine unerträgliche psychische Zwangslage resultieren könne. Sodann sei 

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unzutreffend,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  erlittene  Vergewaltigung 
rudimentär, abstrakt und emotionslos geschildert habe.

4.  

4.1 Nach Prüfung der vorliegenden Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 
Schluss, dass das Bundesamt das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht 
abgewiesen hat. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann zunächst in all-
gemeiner Form auf die zutreffenden und zu bestätigenden Erwägungen der Vorin-
stanz  verwiesen  werden,  denen  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerde 
nichts  Substanzielles  entgegenzuhalten  vermag.  Im  Einzelnen  bleibt  Folgendes 
anzumerken:

4.2 Entgegen der Einwendung in der Beschwerde, wonach die Beschwerdeführerin die 
Vergewaltigung detailliert  und unter Emotionen geschildert  habe, da sie während 
der  Anhörung geweint  habe,  erachtet  das Bundesverwaltungsgericht  die geltend 
gemachte Vergewaltigung auch aus anderen Gründen als nicht glaubhaft: Die Be-
schwerdeführerin  hat  die diesbezüglichen Umstände anlässlich  der Befragungen 
widersprüchlich  geschildert.  Während  sie  einmal  angab,  die  Männer  hätten  sie 
vom Mittag bis um 20 Uhr gefangen gehalten, sie glaube, es sei dunkel gewesen 
(A7/15, S. 7), erklärte sie in der Erstbefragung, sie sei um 12 Uhr mitgenommen 
und gegen Abend zurückgebracht worden (A1/9, S. 5); schliesslich fügte sie später 
eine weitere Version hinzu, wonach die Männer sie 2-3 Stunden lang behalten hät-
ten (A7/15, S. 9). Danach ergänzte die Beschwerdeführerin diese Aussage und er-
klärte, wenn so etwas passiere, "bringen sie einen so nah wie möglich, sie führen 
Dich nicht weit weg. Sie wollen auch so schnell wie möglich vollbringen, was sie 
vorhaben,  und  dann  wieder  schnell  weg  kommen.  Auch  sie  haben  Angst"(vgl. 
A7/15, S. 10).  Diese zeitlich und auch inhaltlich widersprüchlichen Schilderungen 
lassen  erhebliche  Zweifel  am  Wahrheitsgehalt  dieser  Vorbringen  aufkommen. 
Demnach und angesichts  der übrigen von der Vorinstanz aufgeführten Unglaub-
haftigkeitselemente  ist  die  geltend  gemachte  Vergewaltigung  nicht  glaubhaft. 
Überdies ist festzuhalten, dass der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach sie 
bei den Behörden nicht um Schutz hätte nachsuchen können, nicht zu überzeugen 
vermag.

4.3 Im Weiteren können den Akten keine Hinweise entnommen werden, wonach die 
Beschwerdeführerin von den bosnisch-herzegowinischen Behörden behelligt oder 
am Aufbau einer Existenz gehindert worden wäre. Sie machte diesbezüglich keine 
konkreten Benachteiligungen geltend. Daher ist der zitierte Auszug aus dem Gut-
achten von W. Kälin, a.a.O. (Beschwerde S. 3f.), in welchem dieser die allgemeine 
Diskriminierung der Roma, die für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft an 
sich zu wenig intensiv sei, zumindest für diejenigen Romas hinterfragt, die von den 
lokalen Behörden langfristig daran gehindert würden, sich eine menschenwürdige 
Existenz aufzubauen, für die Beschwerdeführerin nicht aussagekräftig. 

4.4 Hinsichtlich der geltend gemachten Behelligungen seitens ansässiger Muslime und 
Serben - ungeachtet der Frage der Glauhaftigkeit dieser Vorbringen -  ist festzu-
halten,  dass  solche  Ereignisse  als  Handlungen  privater  Dritter  zu  erachten  und 
dem bosnisch-herzegowinischen Staat nicht zuzurechnen sind, da nach Erkennt-
nissen des Bundesverwaltungsgerichts davon auszugehen ist, dass die bosnisch-
herzegowinischen  Behörden  schutzwillig  und  schutzfähig  sind.  Im Übrigen  kann 

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den  Akten  nicht  entnommen  werden,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  wegen 
einer  solchen  Belästigung  jemals  an  die  zuständigen  Sicherheitsbehörden  ge-
wandt hätte und diese ihr nicht geholfen hätten.  Vollständigkeitshalber ist  zu er-
wähnen,  dass im Mai 2003 ein Gesetz über den Schutz von nationalen Minder-
heiten in Kraft getreten sei, welches die Interessen und die Gleichbehandlung von 
Minderheiten inklusive diejenige der Roma schützt.

4.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausfüh-
rungen in der Beschwerde näher einzugehen, weil dies am Ergebnis nichts ändern 
könnte.  Zusammenfassend  folgt,  dass  die  Beschwerdeführerein  keine  Gründe 
nach Art. 3 AsylG hat nachweisen oder glaubhaft machen können. Die Vorinstanz 
hat das Asylgesuch der Beschwerdeführerin demnach zu Recht abgelehnt. 

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; da-
bei  ist  der Grundsatz der Einheit  der Familie  zu berücksichtigen (Art.  44 Abs.  1 
AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zu-
mutbar,  so regelt  das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis  nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 
2 AsylG; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung 
der Ausländer [ANAG; SR 142.20]). 

5.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 
den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Aus-
länders in seinen Heimat-,  Herkunfts-  oder einen Drittstaat  entgegenstehen.  Der 
Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

5.3 Niemand darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in 
dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 
solches Land gezwungen wird (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

5.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  unmenschliche oder  erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK; SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied-
rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.5 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthalts-
bewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung 
wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. die nach wie vor 
gültige Praxis der ARK in den Entscheiden und Mitteilungen, EMARK 2001 Nr. 21). 

5.6 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass 
der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen (vgl.  M. Gattiker,  Das Asyl- und Wegweisungsverfahren,  Bern 
1999, S. 89). Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

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erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 
5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorlie-
genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführe-
rin in ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-
sig.

5.7 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus 
den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihren 
Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder 
Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 
des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 
mit weiteren Hinweisen). Die allgemeine Menschenrechtssituation in ihrem Heimat-
staat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als 
unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.8 Aus  humanitären  Gründen,  nicht  in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten  der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung auch verzichtet,  wenn die Rück-
kehr in den Heimatstaat  für den Betroffenen eine konkrete Gefährdung darstellt. 
Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland herrschenden allge-
meinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati-
on  allgemeiner  Gewalt  kennzeichnet,  oder  aufgrund  anderer  Gefahrenmomente, 
wie  beispielsweise  einer  notwendigen  medizinischen  Behandlung,  angenommen 
werden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 
1990, BBl 1990 II 668).

5.9 Mit Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Art. 14a 
Abs.4 ANAG) ist zunächst festzuhalten, dass sich entgegen den Ausführungen auf 
Beschwerdeebene allein aus der Herkunft  und ethnischen Zugehörigkeit  der Be-
schwerdeführerin  keine  Hindernisse  für  den  Vollzug  der  Wegweisung  ergeben. 
Nach Einschätzung der ARK ist zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr von einer allge-
meinen Situation  der  Gewalt  oder  von kriegerischen oder  bürgerkriegsähnlichen 
Verhältnissen in Bosnien und Herzegowina auszugehen. Seit dem Abschluss des 
Friedensabkommens von Dayton am 14. Dezember 1995 hat sich die allgemeine 
Lage in Bosnien und Herzegowina kontinuierlich normalisiert  und stabilisiert.  Die 
Beibehaltung  dieser  Entwicklung  bestätigte  sich  auch nach den Wahlen  vom 5. 
Oktober  2002.  Die Sicherheitslage in  Bosnien und Herzegowina hat  sich in  den 
letzten Jahren wesentlich verbessert,  obgleich das Verhältnis  der verschiedenen 
Ethnien zueinander weiterhin von Spannungen geprägt  ist. Ein Problem stellt  im-
mer noch die andauernde wirtschaftliche Stagnation und Abhängigkeit des Staates 
von Entwicklungshilfe und Wirtschaftsförderung durch Drittstaaten beziehungswei-
se Staatenverbunde dar.  Auf Grund der angelaufenen politischen und juristischen 
Reformen  und  der  langsamen  aber  stetigen  Verbesserung  der  Rückkehrbedin-
gungen erklärte der Schweizer Bundesrat Bosnien und Herzegowina mit Beschluss 
vom 25. Juni 2003 zum so genannten verfolgungssicheren Herkunftsstaat. In An-
betracht  dessen erachtet  das Bundesverwaltungsgericht  einen Wegweisungsvoll-
zug für die Beschwerdeführerin als zumutbar was die politische und wirtschaftliche 

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Lage anbelangt. Dabei soll nicht verkannt werden, dass die Beschwerdeführerin �  
auch wenn sie nur für eine vergleichsweise kurze Zeit in der Schweiz gelebt hat - 
sich bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat zumindest in der ersten Zeit allenfalls 
mit  erschwerten Verhältnissen auseinanderzusetzen zu haben könnte. Allerdings 
ist den Akten zu entnehmen, dass sie vor ihrer Ausreise in die Schweiz während 
fünf Jahren in A._______ gelebt und sich den Lebensunterhalt durch eine ganze 
Reihe von Gelegenheitsarbeiten verdient hat. Daher ist davon auszugehen, dass 
sie  sich  dort  wieder  einleben  und  eine  Arbeit  finden  wird.  Es  ist  auch  davon 
auszugehen,  dass sie in  A._______ registriert  ist,  womit  sie  bürgerrechtlich  voll 
anerkannt ist und damit  der Zugang zu den medizinischen und humanitären Ein-
richtungen  hat.  Zudem  hat  die  Beschwerdeführerin  in  A._______  noch  eine 
Schwester, womit sie auch über ein soziales Beziehungsnetz verfügt. Es ist daher 
der aktenkundig gesunden (...) Beschwerdeführerin im heutigen Zeitpunkt zuzumu-
ten,  sich  in  ihrer  Heimat  wieder  eine,  wenn  auch  nicht  an  schweizerischen 
Verhältnissen zu messende,  wirtschaftliche  Existenz  aufzubauen.  Mithin  erweist 
sich der Vollzug der Beschwerdeführerin auch als zumutbar. 

5.10 Schliesslich obliegt  es der Beschwerdeführerin,  sich bei  der zuständigen Vertre-
tung ihres Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 
beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 
möglich zu bezeichnen ist.

5.11 Insgesamt  ist  die  durch die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu bestätigen.  Die 
Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erach-
tet.  Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser 
Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 ANAG).

6. Aus diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundes-
recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-
stellt  und angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  nach  dem Ge-
sagten abzuweisen.

7. Bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  wären  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 
[VGKE]).  Die Beschwerdeführerin  beantragte die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege.  Diese  wird  gewährt,  wenn  die  Begehren  einer  bedürftigen  Partei 
nicht bereits im Zeitpunkt ihrer Einreichung aussichtslos erscheinen. In Anbetracht 
dessen, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor bedürftig ist und sich die Be-
schwerde zudem nicht als aussichtslos erwiesen hat, sind in Gutheissung des Ge-
suchs um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG keine Kosten 
aufzuerlegen.  

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. In  Gutheissung  des  Gesuchs  um die  unentgeltliche  Rechtspflege  werden  keine 
Verfahrenskosten auferlegt.

3. Dieses Urteil geht an:

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (eingeschrieben) 

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Ref.-Nr. N W._______)

- U._______

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Blanka Fankhauser

Versand am: