# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88e30934-1cd5-5e58-9c85-fb08ee413b3e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 08.09.2015 U 2015 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2015-10_2015-09-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 10

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Stecher 

Aktuarin ad hoc Allemann

URTEIL

vom 8. September 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, 

Beschwerdeführer

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Entzug Führerausweis

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1. A._____ verursachte am 17. April 2013 einen Verkehrsunfall infolge 

Nichtbeherrschens des Fahrzeugs bzw. Nichtanpassens der Geschwin-

digkeit an die gegebenen Strassenverhältnisse. Das Strassenverkehrsamt 

des Kantons Graubünden (nachfolgend Strassenverkehrsamt) verfügte 

daraufhin am 19. Juni 2013 gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG den 

Entzug des Führerausweises auf Probe für einen Monat. 

2. Am 3. Juni 2014 unterliess es A._____ als Lenker eines Lieferwagens mit 

Sachentransportanhänger, die auf dem Anhänger geladenen Abbruchzie-

gel genügend zu sichern. Infolgedessen wurde er mit Strafbefehl vom 

7. Juli 2014, mittgeteilt am 14. Juli 2014, der Verletzung der Verkehrsre-

geln gemäss Art. 30 Abs. 2 i.V.m Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gespro-

chen. Zu diesem Zeitpunkt war er in Besitz des Führerausweises auf Pro-

be (Kategorie B) und des Lernfahrausweises für Anhänger (Kategorie 

BE).

3. Mit Verfügung vom 28. August 2014 annullierte das Strassenverkehrsamt 

den Führerausweis von A._____ und untersagte ihm das Führen von Mo-

torfahrzeugen aller Kategorien und Unterkategorien. 

4. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 22. September 2014 Be-

schwerde beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit 

Graubünden (DJSG) und beantragte die Aufhebung der Verfügung sowie 

die sofortige Aushändigung des Führerausweises. Mit Verfügung vom 

27. November 2014 wies das DJSG die Beschwerde ab.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 19. Januar 

2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

folgenden Anträgen:
"1. Ziff. 1 -3 des Dispositivs der Departementsverfügung des Departementes für Justiz, 

Sicherheit und Gesundheit Graubünden vom 27. November 2014 (VB14/60-12858) 
und die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 28. August 2014 (Ziff. 1 - 4 des 
Dispositivs) seien vollumfänglich aufzuheben.

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2. Die Annullierung des Führerausweises für alle Kategorien und Unterkategorien sei 
aufzuheben und das Strassenverkehrsamt sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer 
den Führerausweis (Kategorie B etc.) und die damit verbundenen zusätzlichen Kate-
gorien und Unterkategorien sowie den Führerausweis BE vorbehaltslos und ohne 
Auflagen auszuhändigen.

Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid an das 
Strassenverkehrsamt, subeventualiter an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Departement für Justiz, Sicherheit 
und Gesundheit Graubünden in der Höhe von Fr. 879.-- seien auf die Staatskasse zu 
nehmen. 

4. Dem Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren vor dem Departement für 
Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden eine Parteientschädigung in der Höhe 
von Fr. 2'386.80 (gemäss Honorarnote vom 7. Oktober 2014) zuzusprechen.

5. Prozessleitend sei aufschiebende Wirkung zu erteilen und anzuordnen, dass dem 
Beschwerdeführer der Führerausweis für die Dauer des Verfahrens ausgehändigt 
wird und Vollzugsvorkehrungen zu unterbleiben haben. Diese Anordnung sei super-
provisorisch, vor der Anhörung der Vorinstanz zu erlassen. 

6. (Kostenfolge)"

Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass 

gemäss Art. 100 Ziff. 3 Abs. 2 SVG der Fahrschüler nur insoweit verant-

wortlich sei, als er eine Widerhandlung nach dem Stand seiner Ausbil-

dung hätte vermeiden können. Er verfüge über keinerlei einschlägige Er-

fahrungen mit Ladungssicherungen auf Transportanhängern. Ferner sei 

das rechtliche Gehör verletzt worden, da der Mitarbeiter der Arbeitgeberin 

des Beschwerdeführers im Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz nicht 

als Zeuge einvernommen worden sei, wie er dies beantragt habe. Bei der 

zu beurteilenden Widerhandlung könne von einem völligen Bagatelldelikt 

ausgegangen werden. Die Regelung von Art. 15a Abs. 4 SVG führe darü-

ber hinaus zu unverhältnismässigen Sanktionen.

6. Mit Verfügung vom 27. Januar 2015 gewährte der Instruktionsrichter die 

aufschiebende Wirkung. 

7. In der Vernehmlassung vom 11. Februar 2015 beantragte das DJSG 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde mit der 

Begründung, es entspreche dem Willen des Gesetzgebers, dass der Füh-

rerausweis auf Probe mit der zweiten Widerhandlung, die zum Entzug des 

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Ausweises führe, verfalle. Es handle sich um eine leichte Widerhandlung 

im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht um eine besonders 

leichte Widerhandlung (Art. 16a Abs. 4 SVG). Im Übrigen verwies der Be-

schwerdegegner auf die angefochtene Departementsverfügung vom 

27. November 2014. 

8. Der Beschwerdeführer hielt in der Replik vom 17. Februar 2015 fest, dass 

er im Strafverfahren nicht anwaltlich vertreten gewesen sei und die 

Staatsanwaltschaft keine Kenntnis davon gehabt, bzw. es übersehen ha-

be, dass er lediglich über einen Lernausweis verfügte. Dem Administrativ-

verfahren sei lediglich ein Strafbefehlsverfahren vorausgegangen und 

kein umfassendes Strafverfahren, deshalb stehe die Qualifizierung als 

besonders leichter Fall im Fokus. Wenn die beiden zur Diskussion ste-

henden Verfehlungen in zeitlicher Hinsicht umgekehrt geschehen wären, 

würde sich die Frage der Annullation des Ausweises nicht stellen. 

9. In der Duplik vom 2. März 2015 brachte der Beschwerdegegner keine 

wesentlich neuen Tatsachen vor.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung vom 

27. November 2014, worin das Departement für Justiz, Sicherheit und 

Gesundheit Graubünden (DJSG) die Verfügung des Strassenverkehrsam-

tes vom 28. August 2014 betreffend Annullierung des Führerausweises 

geschützt und die hiergegen erhobene Beschwerde abgewiesen hat. 

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b) Da der Beschwerdeführer ohne Weiteres zur Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 50 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100]), kann auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde eingetreten werden.

2. a) Im vorliegenden Verfahren ist, neben der geltend gemachten Gehörsver-

letzung, die Annullation des Führerausweises zu beurteilen, die aufgrund 

eines erneuten Ausweisentzugs angeordnet wurde. Wird ein Führeraus-

weis für Motorräder und Motorwagen erstmals erworben, wird er zunächst 

auf Probe erteilt. Gemäss Art. 15a Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes 

(SVG; SR 741.01) beträgt die Probezeit drei Jahre. Es ist unbestritten, 

dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der zweiten Widerhandlung, 

am 3. Juni 2014, in Besitz des Führerausweises auf Probe war. Unerheb-

lich ist deshalb, dass ihm der unbefristete Führerausweis am 8. August 

2014 ausgestellt worden ist (vgl. Art. 35a Abs. 1 der Verordnung über die 

Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr [Ver-

kehrszulassungsverordnung, VZV; SR 741.51]).

b) Nach Art. 16a Abs. 2 SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis bei ei-

ner leichten Widerhandlung für mindestens einen Monat entzogen, wenn 

in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen worden ist, 

oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde. Der Füh-

rerausweis auf Probe verfällt gemäss Art. 15a Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 35a 

VZV mit der zweiten Widerhandlung, welche zum Entzug des Ausweises 

führt. 

c) Dem Beschwerdeführer wurde der Führerausweis bereits mit Verfügung 

vom 19. Juni 2013 aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung für ei-

nen Monat entzogen (vgl. beschwerdegegnerische Beilage [Bg-act.] I./2). 

Am 3. Juni 2014 beging er eine weitere Verkehrsegelverletzung, welche 

als leichte Widerhandlung im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG qualifi-

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ziert wurde. Als Folge dieser zweiten Widerhandlung annullierte das 

Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 28. August 2014 den Füh-

rerausweis des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 15a Abs. 4 SVG 

i.V.m. Art. 35a Abs. 1 VZV und ordnete zudem an, dass ein neuer Lern-

fahrausweis frühestens ein Jahr nach Zustellung dieser Verfügung und 

nur aufgrund eines verkehrspsychologischen Gutachtens erteilt werden 

könne (vgl. Bg-act. I./11).

3. a) Der Beschwerdeführer bringt vor, gemäss Art. 100 Ziff. 3 Abs. 2 SVG sei 

der Fahrschüler verantwortlich, soweit er eine Widerhandlung nach dem 

Stand seiner Ausbildung hätte vermeiden können. Er habe zum Zeitpunkt 

der inkriminierten Fahrt über keinerlei einschlägigen Erfahrungen mit La-

dungssicherungen auf Transportanhängern gehabt. Angesichts dieser 

fehlenden Erfahrung habe er nicht einmal in Betracht gezogen, dass die 

Ladung zusätzlich gesichert werden müsse.

b) Es trifft zwar zu, dass nach Art. 100 Ziff. 3 SVG der Fahrschüler für straf-

bare Handlungen auf Lernfahrten nur insoweit verantwortlich ist, als er ei-

ne Widerhandlung nach dem Stand seiner Ausbildung hätte vermeiden 

können. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass Art. 100 Ziff. 3 SVG 

die Strafbarkeit des Begleiters bei Lernfahrten regelt. Es handelt sich da-

her um Lernfahrten, welche mit einem Begleiter durchgeführt werden. So 

findet dieser Artikel denn auch keine Anwendung bei Lernfahrten auf Mo-

torrädern (vgl. WEISSENBERGER, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz 

und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich 2015, Art. 100 Rz. 22). Glei-

ches muss auch für Lernfahrten mit Anhänger (Kategorie BE) gelten, zu-

mal diese nach Art. 17 Abs. 3 VZV ohne Begleitperson durchgeführt wer-

den können. Der Fahrschüler ist in diesen Fällen alleine für sein Handeln 

verantwortlich. Als Fahrzeugführer im Sinne von Art. 57 Abs. 1 der Ver-

kehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) hat er sich zu vergewissern, 

dass Fahrzeug und Ladung in vorschriftsgemässem Zustand sind. 

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Art. 100 Ziff. 3 SVG findet im vorliegenden Fall somit keine Anwendung. 

Der Beschwerdeführer war bei der zu beurteilenden Lernfahrt ohne Be-

gleiter unterwegs und damit alleine für sein Handeln und somit auch für 

die Sicherung seiner Ladung verantwortlich. Die Beschwerde erweist sich 

damit in diesem Punkt als unbegründet. 

4. a) Umstritten ist, ob der Vorfall vom 3. Juni 2014 als eine leichte Widerhand-

lung gegen die Strassenverkehrsregeln im Sinne von Art. 16a Abs. 1 SVG 

zu qualifizieren ist, oder ob die ungenügende Ladungssicherung eine be-

sonders leichte Widerhandlung nach Art. 16 Abs. 4 SVG darstellt. Trifft 

ersteres zu, hätte dies einen Ausweisentzug zur Folge, wenn in den vor-

angegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine andere 

Administrativmassnahme verfügt wurde, während bei einer besonders 

leichten Widerhandlung auf jegliche Administrativmassnahmen zu ver-

zichten ist. 

b) Liegt ein rechtskräftiges Strafurteil vor, so ist die Verwaltungsbehörde 

grundsätzlich daran gebunden. Ein Abweichen in tatsächlicher Hinsicht 

lässt sich gemäss bundesgerichtlicher Praxis nur ausnahmsweise dann 

rechtfertigen, wenn die Administrativbehörde Tatsachen feststellt, die dem 

Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat, wenn die 

Verwaltung zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem ab-

weichenden Ergebnis führt, wenn die Beweiswürdigung durch den Straf-

richter feststehenden Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der Straf-

richter nicht alle Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere wenn er die 

Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103 

E.1c; 119 Ib 158 E.3). Dieser Grundsatz, wonach die Verwaltungsbehör-

den an den im Strafverfahren festgestellten Sachverhalt gebunden sind 

und mithin den Ausgang des Strafverfahrens abzuwarten haben, gilt auch 

dann, wenn das Strafurteil lediglich in einem Strafmandats- oder Strafbe-

fehlsverfahren mit bloss summarischer Prüfung ergangen ist. Der Betrof-

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fene kann sich also nicht einfach erst im Administrativverfahren zur Wehr 

zu setzen, sondern er muss dies schon im Strafverfahren tun (BGE 123 II 

97 E. 3c/aa; 121 II 214 E.3a). Der Beschwerdeführer bringt vor, dass kei-

ne Bindung der Administrativbehörden an den Strafbefehl bestehe. Die 

Staatsanwaltschaft und auch die Vorinstanz hätte keine Kenntnis davon 

gehabt, dass der Beschwerdeführer bei der Fahrt vom 3. Juni 2014 be-

züglich der Kategorie BE lediglich über einen Lernfahrausweis verfügt ha-

be. Das Strassenverkehrsamt hat den Beschwerdeführer am 11. Juli 2014 

zur Stellungnahme aufgefordert. Darin wurde ausdrücklich festgehalten, 

dass gestützt auf Art. 16 ff. SVG und aufgrund des vorliegenden Sach-

verhalts das Amt verpflichtet sei, eine administrative Untersuchung durch-

zuführen, welche den Führerausweisentzug zur Folge haben könnte (vgl. 

Bg-act. I./5). Es wäre deshalb grundsätzlich an ihm gelegen, die vorge-

brachten Einwände in Rahmen einer Einsprache gegen den Strafbefehl 

vom 7. Juli 2014 (Bg-act. I./4) geltend zu machen. In der Folge wird den-

noch geprüft, ob Gründe vorliegen, aufgrund derer das Gericht von den 

Feststellungen des Strafrichters abzuweichen hat.

c) Ein besonders leichter Fall im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG kann dann 

angenommen werden, wenn die Verletzung von Verkehrsregeln eine be-

sonders geringe Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen hat und den 

fehlenden Fahrzeuglenker nur ein besonders leichtes Verschulden trifft 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.52/2005 vom 2. Dezember 2005 

E.2.2.3). Der Anwendungsbereich dieser Norm wurde von der Rechtspre-

chung nahezu auf Null reduziert (WEISSENBERGER a.a.O. Art. 16a Rz. 33). 

Das Bundesgericht ging beispielsweise bei einer Streifkollision in der 

blauen Parkzone einer Quartierstrasse mit geringem Sachschaden davon 

aus, dass sich aufgrund des Rückwärtsfahrens ein Gefahrenpotential rea-

lisiert habe, welches bereits nicht mehr als besonders leicht zu qualifizie-

ren sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 2010 1C_406/2010 

E.4.5 f.).

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d) Im vorliegenden Fall fuhr der Beschwerdeführer mit dem Lieferwagen und 

dem mit Abbruchziegeln geladenen Anhänger von einer Baustelle zu sei-

nem Arbeitgeber. Seine Ladung war ungenügend gesichert so dass es 

nicht auszuschliessen war, dass ein Teil der Ladung auf die Strasse fallen 

könnte. Wie der Beschwerdegegner zu Recht ausführte erhöhte sich die 

Gefahr für die Sicherheit anderer, da der Beschwerdeführer im letzten 

Abschnitt der zurückgelegten Strecke mitten durch das Dorf sowie in der 

Nähe des Bahnhofs fuhr, wo mit einem erhöhten Personenaufkommen zu 

rechnen ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt es im 

Weiteren nicht, die Stabilität der Ladung nur für den normalen Verkehr si-

cherzustellen. Sie muss auch bei leichten Unfällen gewährleistet sein. 

Wenn die Stabilität nicht gegeben ist, kann die Ladung herunterfallen und 

andere Verkehrsteilnehmer treffen (Urteil des Bundesgerichts 

1C_223/2008 vom 8. Januar 2009 E.3c). Aufgrund der ungenügend gesi-

cherten Ladung bestand vorliegend die Gefahr, dass Gegenstände herun-

terfallen könnten. Es bestand somit auch eine Gefährdung für die Sicher-

heit anderer Verkehrsteilnehmer. Selbst bei einer geringen Gefährdung 

liegt bereits ein leichter Fall im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG vor. 

Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers kann deshalb nicht mehr als 

besonders leichte Widerhandlung im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG ge-

wertet werden.

5. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Regelung von Art. 15a 

Abs. 4 SVG zu völlig unverhältnismässigen Sanktionen führe. Wären die 

zu beurteilenden Verfehlungen in zeitlicher Hinsicht umgekehrt gesche-

hen, würde sich die Frage der Annullation des Ausweises nicht stellen. 

Wenn der Inhaber eines Führerausweises auf Probe eine erste schwere 

oder mittelschwere Widerhandlung begeht, wird ihm der Führerausweis 

für eine bestimmte Zeitdauer entzogen und die Probezeit um ein Jahr ver-

längert. Nach der zweiten Widerhandlung während der Probezeit, die zum 

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Entzug führt, verfällt der Führerausweis. Bei der zweiten Widerhandlung, 

kann es sich auch um eine leichte Widerhandlung handeln, denn nach 

Art. 16a Abs. 2 SVG muss der Ausweis entzogen werden, wenn dem 

Führer bereits zwei Jahre vor dem betreffenden Vorfall der Ausweis ent-

zogen wurde. Es ist zwar richtig, dass wenn der Beschwerdeführer die 

leichte Widerhandlung vor der mittelschweren Widerhandlung begangen 

hätte, sich die Frage der Annullation des Ausweises nicht stellen würde. 

Das Bundesgericht führt aber aus, dass diese Tatsache sachlich gerecht-

fertigt sei und weder ein Versehen des Gesetzgebers noch eine Geset-

zeslücke darstelle. Von einem Inhaber eines Führerausweises auf Probe, 

dem nach einer Widerhandlung gegen das SVG bereits der Ausweis ent-

zogen worden ist und die Probezeit verlängert werden musste, darf ein 

besonders Mass an Verantwortungsbewusstsein bzw. sorgfältigem künfti-

gem Fahrverhalten erwartet werden (BGE 136 I 345 E.6.5). Vor diesem 

Hintergrund erweist sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als unbe-

gründet. 

6. Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sei-

tens der Vorinstanz geltend, da diese den beantragten Zeugen nicht ein-

vernommen habe. Der Zeuge könne bestätigen, dass dem Beschwerde-

führer jegliche Erfahrung bezüglich Ladesicherungen gefehlt habe. 

a) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BR; SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtli-

ches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, 

anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim 

Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person 

eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, Beweis-

anträge zu stellen, und – als Korrelat davon – die Pflicht der Behörde zur 

Beweisabnahme. Beweise sind indessen nur über jene Tatsachen abzu-

nehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Auf wei-

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tere Beweisvorkehren kann dann verzichtet werden, wenn der Sachver-

halt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits 

Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, 

dass der angebotene Beweis keine Abklärung herbeizuführen vermag, 

oder wenn die Behörde den Sachverhalt gestützt auf eigene Sachkennt-

nisse zu würdigen vermag. Gelangt die Verwaltung oder das im Be-

schwerdefall angerufene Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung 

zur Überzeugung, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei 

nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Ab-

klärung herbeizuführen, kann auf die Einholung eines Beweismittels ver-

zichtet werden. 

b) Die vom Beschwerdeführer beantragte Zeugenbefragung des Mitarbeiters 

bezweckt unter anderem die Bestätigung, dass dem Beschwerdeführer 

jegliche Erfahrung bezüglich Ladesicherung fehlt. Die Vorinstanz hat aber 

zu Recht erkannt, dass die Zeugenbefragung des Mitarbeiters keine we-

sentlichen oder neuen Entscheidungshilfen hätte bieten können. Wie in 

E.3b ausgeführt, trägt der Beschwerdeführer auch mit dem Lernfahraus-

weis der Kategorie BE die Verantwortung für sein Handeln. Es ist dabei 

unerheblich, ob er zum Zeitpunkt der Widerhandlung über genügen Erfah-

rungen mit Ladesicherungen verfügte oder nicht. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs liegt folglich nicht vor. Im Weiteren erscheint der 

Sachverhalt aufgrund der vorliegenden Akten als liquid. Auf Grund des 

Gesagten kann von der beantragten Zeugenaussage des Mitarbeiters im 

vorliegenden Verfahren keine entscheidrelevanten Erkenntnisse erwartet 

werden, weshalb sich eine diesbezügliche Beweisabnahme erübrigt. 

7. a) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Annullation des Füh-

rerausweises des Beschwerdeführers zu Recht erfolgt ist. Die angefoch-

tene Verfügung des DJSG vom 27. November 2014 ist deshalb zu 

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bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde vom 19. Januar 2015 

abzuweisen. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel 

keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein An-

lass, weshalb dem obsiegenden Beschwerdegegner keine Parteientschä-

digung zusteht. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 1'795.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]