# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6730153f-0f59-5e92-8482-7d95bace2a4d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2001-10-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 26.10.2001 AGVE_2001_58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2001-58_2001-10-26.pdf

## Full Text

2001 Denkmalschutz 237 

X. Denkmalschutz 

 

58 Nutzungsplanung; Kommunaler Denkmalschutz. 
- Anforderungen an die Schutzwürdigkeit eines Gebäudes, das im Nut-

zungsplanverfahren unter Volumenschutz gestellt wird (Erw. 3a - d) 
- Überprüfung der Verhältnismässigkeit (Erw. 3d/ee)  

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 26. Oktober 2001, in 
Sachen F.L. gegen Beschluss des Grossen Rats und Entscheid des Regierungs-
rats 

Aus den Erwägungen 

Die Parzelle Nr. xy befindet sich in der Zone W3, angrenzend 
an die Dorfzone. Das Gebäude Nr. z wurde als Objekt 3.1.51 unter 
Volumenschutz gestellt. Die unter Volumenschutz gestellten Gebäude 
sind gemäss § 31 Abs. 2 der Bau- und Nutzungsordnung der Ge-
meinde W. (BNO) vom 19. Juni 1996/13. Januar 1998 für das Orts-
bild von besonderem Wert und in ihrem baulichen Volumen ge-
schützt. Sie dürfen abgebrochen und an gleicher Stelle im Rahmen 
des bestehenden Kubus wieder aufgebaut werden. Es besteht kein 
Anspruch auf Erweiterung des Bauvolumens. Die architektonische 
Gestaltung der Bauten und der Umgebung ist sorgfältig auf das Orts-
bild abzustimmen. 

Der mit dem Nutzungsplan Siedlung beschlossene Volumen-
schutz für das Gebäude Nr. z stellt eine öffentlich-rechtliche Eigen-
tumsbeschränkung dar. Eine solche ist mit der Verfassung nur ver-
einbar, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im über-
wiegenden öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist 
(Art. 26 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 BV; § 21 Abs. 2 KV; vgl. BGE 117 Ia 
38 f. = Die Praxis [Pra] 81/1982, S. 360; 115 Ia 29; 114 Ia 337 f.; 113 
Ia 364, 447). 

238 Verwaltungsgericht 2001 

3. a) Eigentumsbeschränkungen zum Schutz von Baudenkmä-
lern liegen ganz allgemein im öffentlichen Interesse (BGE 120 Ia 
275; 119 Ia 309; 118 Ia 388 mit Hinweisen; AGVE 1995, S. 399; 
1987, S. 292; Leo Schürmann/Peter Hänni, Planungs-, Bau- und 
besonderes Umweltschutzrecht, 3. Auflage, Bern 1995, S. 319). Da-
mit ist allerdings die Frage noch nicht beantwortet, wie weit das 
öffentliche Interesse an Denkmal- und Ortsbildschutzmassnahmen 
allgemein reicht, bzw. welche Objekte durch denkmalpflegerische 
oder ortsbildschützende Massnahmen Schutz verdienen und in wel-
chem Ausmass. Dabei unterliegen das öffentliche Interesse und die 
damit verbundenen Wertvorstellungen einem gewissen Wandel: 
Während früher in erster Linie Bauten von überragender Schönheit 
als schutzwürdig erachtet wurden, umfasst der Denkmal- und Orts-
bildschutz heute auch Objekte aus neuerer Zeit und Gebäude, die für 
ihre Entstehungszeit charakteristisch oder für das Ortsbild prägend 
sind. Diese geänderte Einstellung zum Schutz der bestehenden Bau-
substanz und der bestehenden Ortsbilder hat ihren Grund im be-
schleunigten Umbau und den massiven Veränderungen der Dörfer 
und Städte in der Schweiz in den letzten 30 Jahren. Betroffen davon 
sind eben gerade jene Ortsbilder, die nicht bereits vor Jahrzehnten als 
von einzigartiger Bedeutung erkannt wurden, wie etwa die mittel-
alterlichen Städte, bzw. deren Kerne, sondern die "gewöhnlichen" 
Ortsbilder. 

b) Bei der Prüfung, ob eine Baute für sich alleine oder im Zu-
sammenspiel mit seiner baulichen Umgebung Schutz verdient, hat 
eine sachliche, auf wissenschaftliche Kriterien gestützte Gesamtbe-
trachtung Platz zu greifen, welche den kulturellen, geschichtlichen, 
künstlerischen und städtebaulichen Zusammenhang eines Bauwerks 
berücksichtigt (BGE 121 II 15 f.; 120 Ia 275; 118 Ia 389; AGVE 
1995, S. 399; 1987, S. 262 ff.; Schürmann/Hänni, a.a.O., S. 319). 
Wo, wie im vorliegenden Fall, nicht der Substanzschutz eines Ge-
bäudes, sondern bloss dessen Volumenschutz zur Diskussion steht, 
ist hauptsächlich die Bedeutung des Objekts für das Ortsbild zu be-
urteilen. Dieser sogenannte Situationswert kommt einem Gebäude 
zu, das entweder in der Umgebung eine dominierende Stellung ein-
nimmt und von ihr nicht übermässig beeinträchtigt wird, oder das - 

2001 Denkmalschutz 239 

ohne für sich allein besonders dominant zu sein - als wesentlicher 
Teil eines baulichen Ensembles in Erscheinung tritt. Es geht also um 
Objekte, die von allgemein zugänglichen Standpunkten aus gut 
sichtbar sind oder gar auffällig wirken, und die in besonderer Bezie-
hung zu beherrschenden Siedlungsteilen, Geländeformen oder gan-
zen Landschaften stehen. Dabei darf nicht einfach vom bestehenden 
Zustand der Überbauung und der Landschaft ausgegangen werden, 
da sich dieser verändern kann. Die Beurteilung der Umgebung des 
Schutzobjekts und damit seines Stellenwertes darin muss vielmehr 
dem gestalterischen Ziel entnommen werden, wie es insbesondere in 
der Nutzungsplanung  oder in besonderen Umgebungsschutzmass-
nahmen zum Ausdruck kommen kann. 

c) Allgemein zu beachten ist, dass Denkmalschutzmassnahmen 
mit den oftmals schwerwiegenden Eigentumseingriffen nicht ledig-
lich im Interesse eines begrenzten Kreises von Fachleuten erlassen 
werden dürfen. Sie müssen breiter, auf objektive und grundsätzliche 
Kriterien abgestützt sein und von einem grösseren Teil der Bevölke-
rung bejaht werden, um Anspruch auf eine gewisse Allgemeingültig-
keit erheben zu können. Sonst verliert die Denkmal- bzw. Ortsbild-
schutzmassnahme an Legitimation und Voraussehbarkeit und kann zu 
einer Blankovollmacht für Fachleute werden (BGE 120 Ia 275; 118 
Ia 389 f.; AGVE 1995, S. 400 f.). Wo, wie im vorliegenden Fall, die 
Schutzmassnahme im Rahmen der Nutzungsplan erlassen wurde, 
kann jedoch von dieser Legitimation ausgegangen werden, nachdem 
die Nutzungsplanung einem eingehenden Vorbereitungsverfahren un-
terliegt und demokratisch einwandfrei legitimiert ist. 

d) Zur Schutzwürdigkeit des Gebäudes Nr. z, bzw. von dessen 
Volumen, ergibt sich was folgt: 

aa) Der Gemeinderat hielt in seiner Einspracheentscheidbe-
gründung Folgendes fest: 
  "Mit der Aufnahme der Liegenschaft auf Parzelle xy am Sch. in die 

Kategorie der Gebäude mit Volumenschutz wird primär die Bedeutung 
dieses Hauses für das Ortsbild unterstrichen. Erneuerungen bzw. 
Neugestaltungen in einem bestimmten Ausmass sind nicht grundsätz-
lich ausgeschlossen. Die Schutzbestimmung tendiert vielmehr dahin, 
dass bei solchen Vorhaben auf billige Art und Weise auf das heute be-

240 Verwaltungsgericht 2001 

stimmende Ortsbild Rücksicht zu nehmen ist. Mit der sorgfältigen Sa-
nierung des gegenüber gelegenen Holländerhauses wird gegenwärtig 
ein weiterer Schritt in diese Richtung seitens der Gemeinde getan. Die 
Gemeinde unterstützt die Bestrebungen zum Schutz des heute beste-
henden Ortsbildes in der O. und kann Ihrem Begehren deshalb nicht 
entsprechen." 
In der Vernehmlassung im regierungsrätlichen Beschwerdever-

fahren führte er aus:  
  "Der Beschwerdeführer zweifelt den besonderen Wert des Gebäudes 

für das Ortsbild und demzufolge dessen Volumenschutz an. Der bei-
liegende Planausschnitt der historischen Karte "Karte um ca. 1660 
Hans Conrad Gyger" belegt eindrücklich, dass das Gebäude des Be-
schwerdeführers in jenem Zeitpunkt existiert hat. Die Aufnahme in 
den Volumenschutz nach § 31 Abs. 2 BNO gewährleistet, dass solche 
Gebäude abgebrochen und an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden 
dürfen. Mit dieser Garantie zwingend verbunden ist die Besitzstands-
garantie, so dass weder das Verhältnismässigkeitsprinzip noch die 
Eigentumsgarantie verletzt werden. Die Stellung des Gebäudes engt 
den Strassenraum ein. Das Haus bildet so einen markanten Eckpunkt 
als 'Entreé' zur unmittelbar anschliessenden und zusammenhängenden 
Dorfzone O. Es hat damit eine sogenannte Torwirkung und ist orts-
bildbestimmend. Das öffentliche Interesse richtet sich klar auf das Ge-
samtensemble 'Alte O.' konkret von der Liegenschaft F. L. auf Parzelle 
xy am Sch. bergaufwärts. Im weiteren ist die Bemerkung zu korrigie-
ren, dass seitens der Gemeinde keinerlei Bemühungen um eine Inte-
gration in die bestehende Struktur erkennbar sei. Mit der Dorfzone 'O.' 
wird ab dem erwähnten Holländerhaus via Bärenbrunnen bis zum 
westlich davon an der Lindhofstrasse gelegenen Wagnerhof ein zu-
sammenhängendes Gebiet der Dorfzone zugeordnet." 
In der Vernehmlassung vom 14. Mai 1998 bringt der Gemeinde-

rat zudem vor, der Beschwerdeführer übersehe mit der Rüge, der 
Ortsteil "O." weise kein zusammenhängendes schützenswertes Orts-
bild mehr auf, dass unter dem Titel des Ortsbildschutzes auch ver-
bleibende, wertvolle Einzelelemente bewahrt werden sollen, bzw. 
sichergestellt werden soll, dass sich diese nur organisch verändern 
können. Entsprechend übersehe der Beschwerdeführer zudem, dass 

2001 Denkmalschutz 241 

es nicht nur um Ortsbildschutz gehe, sondern im Sinne von § 16 
Abs. 2 DSD auch um Denkmalschutz, also um den Schutz von Ein-
zelobjekten, wobei der Übergang zwischen Ortsbildschutz und Denk-
malschutz zugegebenermassen fliessend sei. In diesem Sinne seien 
neben den Aspekten des Ortsbildschutzes auch jene des Denkmal-
schutzes zu berücksichtigen. Problematisch sei zudem, das Gebäude 
Nr. z als Einzelfall zu betrachten; die Unterschutzstellung müsse 
vielmehr im Zusammenhang mit den übrigen von der Gemeinde W. 
festgelegten Schutzmassnahmen gewürdigt werden. 

bb) Der Regierungsrat führt in seinem Entscheid aus: 
  "Die streitige Massnahme dient vorwiegend dem Ortsbildschutz. Wie 

der kantonale Fachbeamte an der Verhandlung ausführte, bestehen in 
der Dorfzone 'O.' noch einige das ursprüngliche Ortsbild repräsentie-
rende Häuser. Dazu gehören insbesondere die Gebäude Nrn. a und b 
an der L., das Holländerhaus sowie die Liegenschaft des Beschwerde-
führers. Nach dem Willen der Gemeinde sollen diese Bauten soweit 
wie möglich erhalten bleiben." 
und weiter: 

  "Im vorliegenden Fall wurde festgestellt, dass die Substanz der Lie-
genschaft Nr. z nicht überdurchschnittlich wertvoll sei. Wichtig sei 
jedoch ihr äusseres Erscheinungsbild, indem sie den Strassenraum ein-
enge und so einen markanten Eckpunkt als Tor zur anschliessenden 
Dorfzone bilde." 
cc) Der Beschwerdeführer bestreitet wie erwähnt, dass vom 

Gebäude Nr. z eine auch für den Laien erkennbare Torwirkung aus-
gehe. Es gehe auch nicht um die Erhaltung eines intakten Ortsbildes, 
sondern bloss um die Bewahrung eines historischen Fragments, das 
aufgrund der in der Vergangenheit vorgenommenen Umgestaltungen 
nicht mehr erkennbar sei. Zudem wird geltend gemacht, ein Neubau 
in den bisherigen Konturen sei finanziell nicht rentabel, weshalb die 
erlassene Schutzmassnahme faktisch zum Zerfall der ohnehin nicht 
erhaltenswürdigen Substanz führen werde. 

dd) aaa) Aus dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbil-
der der Schweiz (ISOS) ergibt sich für das betroffene Objekt keine 
Aussage betreffend Schutzwürdigkeit. Die Parzelle Nr. xy befindet 
sich im Gebiet III (Aufnahmekategorie b, Erhaltungsziel b, von ge-

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wisser Bedeutung). Im Kurzinventar der Kantonalen Denkmalpflege 
ist das Gebäude Nr. z ebenfalls nicht vermerkt. In dessen Umgebung 
ist einzig das "Holländerhaus" im Kurzinventar enthalten. Die Ge-
meinde selbst hat kein Gesamtinventar der schützenswerten Gebäude 
erstellt, sondern nur die unter Substanzschutz stehenden Gebäude in 
Einzelinventaren erfasst. In der Dorfzone wurden von der Gemeinde 
das "Holländerhaus" und das "Schatzmannhaus" unter Substanz-
schutz gestellt. Drei aneinandergebaute Gebäude im Lindhof stehen 
unter Volumenschutz. Somit kann die Schutzwürdigkeit des streitbe-
troffenen Gebäudes weder aus dem ISOS noch aus dem kantonalen 
Kurzinventar abgeleitet werden. Von den unter kommunalem Schutz 
stehenden Bauten hat das Gebäude Nr. z einzig zum "Holländerhaus" 
einen näheren, örtlichen Bezug. 

bbb) Weiter macht die Gemeinde geltend, das Gebäude des Be-
schwerdeführers sei schon auf der Gyger-Karte von 1660 und auf der 
Rieter-Karte von 1715 vermerkt. Auf den genannten Karten - welche 
beide kleiner als A4 sind - sind die Gebäude im Gebiet O. nur mit 
schematisierten Kuben dargestellt. Ob tatsächlich eines dieser darge-
stellten Gebäude am selben Ort steht, wie dasjenige des Beschwerde-
führers, oder ob dieses gar noch Elemente aus dem 17. Jahrhundert 
enthält, ist nicht mit Sicherheit nachweisbar. Auch der kantonale 
Ortsbildschutzexperte kann nur Mutmassungen darüber anstellen. 
Fest steht, dass aufgrund der Karten kein Schluss über die äusseren 
Masse der abgebildeten Häuser gezogen werden kann. Die beiden 
Karten vermögen ein öffentliches Interesse am erlassenen Volumen-
schutz somit ebenfalls nicht zu begründen. 

ccc) Eine weitere Begründung der Gemeinde, warum das Ge-
bäude Nr. z unter Volumenschutz gestellt worden sei, liegt in der 
Torwirkung, welche das Gebäude zusammen mit dem "Holländer-
haus" bilde. Die beiden Gebäude liegen einander nicht direkt gegen-
über, sondern schräg, in einem Abstand von rund 20m. Das Gebäude 
des Beschwerdeführers ist im Gegensatz zum Holländerhaus eher 
klein und gedrungen, die strassenseitigen Mauern sind nicht hoch 
und das eher flach abgeschrägte Dach reicht weit hinunter. Der Orts-
bildschutzexperte führte aus, es habe sich früher wahrscheinlich um 
das bescheidene Haus eines Kleinbauern gehandelt. Die äusseren 

2001 Denkmalschutz 243 

Ausmasse des gedrungenen Gebäudes vermögen für sich nicht die 
Wirkung eines Torbogens zu erzeugen. Eine Pfortenwirkung könnte 
einzig darin gesehen werden, dass sowohl das "Holländerhaus" als 
auch das streitbetroffene Gebäude sehr nahe an der Strasse stehen. 
Da sie einander aber nicht direkt gegenüber, sondern im Abstand von 
ca. 20m seitlich verschoben stehen, wird auch diese Verengungswir-
kung stark relativiert. So erscheint es doch fraglich, ob die Stellung 
der beiden Häuser einem Laien ohne Weiteres als Torwirkung auf-
fallen würde. Insgesamt konnte das Verwaltungsgericht am Augen-
schein die geltend gemachte Torwirkung nur schwer nachvollziehen. 
Sollte tatsächlich ein öffentliches Interesse am Erhalt der geltend ge-
machten Torwirkung bejaht werden müssen, so wäre es aufgrund der 
dargelegten Erwägungen als eher klein einzustufen. 

eee) Sollte ein öffentliches Interesse an der geltend gemachten 
Torwirkung bejaht werden, müsste weiter die Verhältnismässigkeit 
des erlassenen Volumenschutzes geprüft werden. Dass das Gebäude 
ohne Erneuerung nicht genutzt werden kann, ist nach dem Augen-
schein offensichtlich. Wie der Beschwerdeführer an der Augen-
scheinsverhandlung ausführte, wäre ein Neubau in den bestehenden 
Massen nicht rentabel, da unter Einhaltung der BNO-Bestimmungen 
nur 70m2 Wohnfläche realisiert werden könnten. Bei bestehendem 
Volumenschutz kann der Beschwerdeführer die Liegenschaft somit 
nicht ökonomisch sinnvoll nutzen. Würde der Volumenschutz hinge-
gen aufgehoben, könnte er auf seiner Parzelle nach dem Abbruch des 
bestehenden Gebäudes eine grössere Baute erstellen, welche eine 
Wohnfläche von ca. 270m2 aufweisen würde. Auch der Gemeinde-
vertreter hat an der Augenscheinsverhandlung nicht bestritten, dass 
diese Berechnungen des Beschwerdeführers an sich plausibel seien. 
Der Volumenschutz stellt also einen erheblichen Eingriff in die Nut-
zungsmöglichkeiten und somit in das Eigentum des Beschwerdefüh-
rers dar. Diese starke Eigentumsbeschränkung erweist sich für den 
Beschwerdeführer als unverhältnismässig harte Massnahme, welche 
durch den Erhalt der nur schwer erkennbaren Torwirkung nicht mehr 
gerechtfertigt werden kann. 

ddd) Das Gebäude Nr. z bildet nur einen Teil eines Gebäude-
komplexes auf der Parzelle Nr. xy, der aus drei zusammengebauten 

244 Verwaltungsgericht 2001 

Einfamilienhäusern besteht. Die zwei angebauten Gebäude sind von 
der erlassenen Volumenschutzmassnahme nicht betroffen. Demge-
mäss können die beiden vorderen Gebäudeteile zonengemäss (W3) 
genutzt werden. Aufgrund der Lage des Gebäudekomplexes würde 
das von der Gemeinde geltend gemachte Interesse an der Torwirkung 
durch eine zonengemässe Überbauung der beiden vorderen Gebäude 
zumindest stark eingeschränkt. Auch der Ortsbildschutzexperte führt 
an der Augenscheinsverhandlung aus, es mache keinen Sinn, nur 
einen Teil eines Gebäudekomplexes unter Volumenschutz zu stellen. 
Die Tatsache, dass nur ein Teil des gesamten Gebäudekomplexes 
unter Volumenschutz gestellt worden ist, spricht demnach ebenfalls 
gegen die Aufrechterhaltung der Schutzmassnahme. 

ee) Zusammenfassend erhellt, dass sich weder dem ISOS noch 
dem kantonalen Kurzinventar noch den beiden historischen Karten 
einen Hinweis auf die Schutzwürdigkeit des Gebäudevolumens ent-
nehmen lässt. Auch das Interesse am Erhalt der geltend gemachten 
Torwirkung vermag die Unterstellung des Gebäudes Nr. z unter Vo-
lumenschutz nicht zu rechtfertigen, da einerseits die Torwirkung nur 
schwach ausgeprägt ist, der Eingriff für den Beschwerdeführer hin-
gegen erheblich wäre und andererseits durch die nicht unter Volu-
menschutz stehenden, angebauten, vorderen Gebäude das Erhal-
tungsziel nicht erreicht werden kann, beziehungsweise erheblich in 
Frage gestellt wird. Das Gebäude Nr. z ist folglich aus dem Volu-
menschutz zu entlassen. 

2001 Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht 245 

XI. Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht 

 

59 Negativer Kompetenzkonflikt; Zuständigkeit für Beschwerden betreffend 
Parkplatzersatzabgaben und die Gesuche um vorzeitigen Baubeginn. 
- Der Entscheid über die Parkplatzersatzabgabe ist keine "andere 

Abgabeverfügung" im Sinne von § 35 Abs. 2 Satz 1 BauG (Erw. 3 a 
und b) 

- Für die Beurteilung der Parkplatzersatzabgaben im Beschwerdever-
fahren ist auch nach der Revision des BauG vom 31. August 1999 der 
Regierungsrat bzw. das Baudepartement zuständig (Erw. 4) 

- Das Baudepartement bzw. der Regierungsrat entscheiden über Ge-
suche um vorzeitigen Baubeginn (§ 65 Abs. 2 BauG) auch in den Fäl-
len, in welchen gegen Entscheide über Grundeigentümerbeiträge oder 
–gebühren Beschwerde bei der Schätzungskommission erhoben wird. 
Der Schätzungskommission steht das Recht zum Entzug der auf-
schiebenden Wirkung zu (Erw. 6 und 7). 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 15. März 2001 in 
Sachen Schätzungskommission nach Baugesetz und Regierungsrat des Kan-
tons Aargau 

Aus den Erwägungen 

2. a) Der vorliegende negative Kompetenzkonflikt zwischen der 
Schätzungskommission und dem Baudepartement entstand aus der 
Revision der §§ 34 und 35 BauG vom 31. August 1999. Zu prüfen ist 
daher, ob mit dieser Revision (in Kraft seit 1. Januar 2000 [AGS 
1999, S. 387]) die Rechtsmittelzuständigkeit zur Beurteilung der 
Parkplatzersatzabgaben geändert hat, bzw. wie der Rechtsmittelweg 
nach dieser Revision ausgestaltet ist. Unter dem Aspekt der Rechts-
kraft der Baubewilligung und der Festsetzung der Erschliessungsab-
gaben und -gebühren ist andererseits antragsgemäss zu beurteilen,