# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f298d20-cdd8-507e-9699-96e0237e9289
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2016 E-6489/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6489-2014_2016-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6489/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,    

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Piragalathan Suntharalingam,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. Sep-

tember 2014 / N (…). 

 

 

 

E-6489/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein im Zeitpunkt der Asylgesuchstellung und An-

hörung unbegleiteter, minderjähriger sri-lankischer Staatsangehöriger ta-

milischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______, einem Ort in der Nähe 

von C._______, im Distrikt D._______ – verliess seinen Heimatstaat eige-

nen Angaben zufolge am 1. Januar 2014 und reiste am 25. Mai 2014 von 

(...), (...) und Deutschland her kommend in die Schweiz ein. Am darauffol-

genden Tag stellte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel 

ein Asylgesuch, wo er am 5. Juni 2014 summarisch zu seinen Gesuchgrün-

den und zu seiner Person befragt wurde. Am 4. September 2014 fand in 

Anwesenheit seiner Vertrauensperson die einlässliche Anhörung zu seinen 

Asylgründen statt. 

Anlässlich dieser beiden Anhörungen machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, dass er von Schülern aus der Klasse über ihm dazu 

aufgefordert worden sei, Poster für den Märtyrertag, auf dem verschiedene 

„Tiger“ mit Geburts- und Todesdatum abgebildet gewesen seien, aufzuhän-

gen und Flugblätter für diesen Anlass zu verteilen. Da er sich nicht getraut 

habe, den älteren Schülern zu widersprechen, sei er am Abend des 

(…) November 2013 zusammen mit zwei Kameraden aus seiner Klasse 

aufgebrochen, um die Poster in B._______ und E._______ anzubringen. 

Dass diese Aktion fatale Konsequenzen haben würde, sei ihm und seinen 

Gefährten in jenem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen. So hätten ihm seine 

Familienmitglieder erst später erzählt, dass das Feiern des Märtyrertags 

verboten sei. Am (…) November 2013 seien seine beiden Kameraden ent-

führt worden. Gleichentags seien – nach Angaben seines Vaters – auch bei 

ihm zu Hause zwei Personen in ziviler Kleidung vorbeigekommen und hät-

ten sich nach ihm erkundigt. Glücklicherweise sei er zu diesem Zeitpunkt 

beim Cricketspielen und somit nicht zu Hause gewesen. Auf dieses Ereig-

nis hin und nachdem er und seine Eltern erfahren hätten, dass seine bei-

den Mitschüler verschwunden seien, sei er von seinem Vater aus Angst, 

dass auch er entführt werden könnte, am (…) November 2013 nach Co-

lombo geschickt worden. Von dort aus sei er am (…) 2014 nach (...) und 

danach weiter in die Schweiz geflohen. Hierzulande habe er einen Onkel, 

der in (...) wohne. Von seiner Familie habe er erfahren, dass er nach seiner 

Abreise aus B._______ noch zwei Mal bei sich zu Hause gesucht worden 

sei. Wann genau dies gewesen sei, wisse er nicht. Auch sei ihm mitgeteilt 

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worden, dass seine beiden Freunde drei Tage lang festgehalten und ver-

hört worden seien, wobei sie die Schuld für die Plakataktion auf ihn ge-

schoben hätten.  

Zur Untermauerung dieser Vorbringen reichte der Beschwerdeführer bei 

der Vorinstanz seine sri-lankische Identitätskarte (im Original) und eine Ko-

pie eines Auszugs aus seinem Geburtsregister ein.  

B.  

Mit Verfügung vom 30. September 2014 – eröffnet am 3. Oktober 2014 – 

wies die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ord-

nete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

Zur Begründung führte sie zunächst aus, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss 

Art. 7 AsylG (SR 142.31) nicht Stand hielten, da seine Schilderungen un-

plausibel, unsubstantiiert und widersprüchlich ausgefallen seien. So sei es 

ihm nicht gelungen, konkret und detailliert auszuführen, wie es zur geltend 

gemachten Plakataktion gekommen sei, beziehungsweise weshalb er 

diese durchgeführt habe. Auch seien seine Ausführungen zur Planung und 

zum Hergang dieser Plakataktion gänzlich unsubstantiiert geblieben. Zu-

dem habe er nur unzureichende Angaben zum Heldengedenktag selber 

machen können. Es widerspreche aber der allgemeinen Erfahrung, dass 

er eine Aktion für diesen Tag durchführe, ohne zu wissen, welche Bedeu-

tung er habe. Da ihm der Inhalt der Plakate und Flugblätter bekannt gewe-

sen sei, sei es zudem nicht nachvollziehbar, weshalb er sich der Konse-

quenz seines Handelns nicht bewusst gewesen sei. In diesem Kontext sei 

festzuhalten, dass es der allgemeinen Logik widerspreche, wenn er aus-

führe, die Aktion nachts durchgeführt zu haben, damit ihn niemand sehen 

würde und böse werden könne. Das geltend gemachte Handeln sei auch 

insofern unplausibel, als er die Plakate im Versteckten aufgeklebt, gleich-

zeitig aber Flugblätter an vorbeigehende Personen verteilt haben wolle. 

Weiter sei nicht nachvollziehbar, wie er in Erfahrung gebracht haben soll, 

dass seine Freunde ihm vor den sri-lankischen Behörden die Schuld zuge-

schoben hätten. Schliesslich habe er sich bezüglich des Besuchs der Be-

hörden bei ihm zu Hause und seiner Reise nach Colombo widersprüchlich 

geäussert. So habe er zuerst angegeben, die Behörden hätten seinem Va-

ter von der Plakataktion erzählt, um später auszuführen, sein Vater habe 

erst nach dem Behördenbesuch durch ihn von der Plakataktion erfahren. 

Ferner habe er anlässlich der summarischen Befragung vom 5. Juni 2014 

zwei Mal ausgeführt, von seinem Vater nach Colombo begleitet worden zu 

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sein. In Ungereimtheit dazu habe er bei der einlässlichen Anhörung ange-

geben, mit seinem Onkel nach Colombo gereist zu sein. 

Weiter hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe auch wegen 

seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka keine Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu be-

fürchten. Zwar wiesen die sri-lankischen Behörden gegenüber Personen 

tamilischer Ethnie, die nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zu-

rückkehrten, eine erhöhte Wachsamkeit auf. Die tamilische Ethnie und die 

Landesabwesenheit des Beschwerdeführers alleine reichten jedoch pra-

xisgemäss nicht dazu aus, um von Verfolgungsmassnahmen bei einer 

Rückkehr auszugehen. Die Herkunft des Beschwerdeführers aus dem Nor-

den des Landes könne die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden 

ihm gegenüber im Rahmen der Wiedereinreise und Wiedereingliederung 

zusätzlich erhöhen. Trotz dieses zusätzlichen Faktors gebe es indes kei-

nen hinreichend begründeten Anlass zur Annahme, dass er Massnahmen 

zu befürchten habe, die über einen sogenannten Background Check (Be-

fragung, Überprüfung von Auslandaufenthalten und Tätigkeiten in Sri 

Lanka und im Ausland) hinaus gingen. 

Mit Verweis auf die Praxis des EGMR erachtete die Vorinstanz den Weg-

weisungsvollzug im Fall des Beschwerdeführers für zulässig. Hinsichtlich 

der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte sie aus, dass der Be-

schwerdeführer aus dem Distrikt D._______ stamme, wo er vor seiner Aus-

reise während ungefähr (…) Jahren gelebt habe. Die dort herrschende Si-

cherheitslage spreche nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs. Ferner lägen auch keine individuellen Gründe vor, die der Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs entgegenstünden. Vielmehr habe der Be-

schwerdeführer in seiner Heimat respektive in seinem Wohnort eine grosse 

Familie und somit ein tragfähiges Beziehungsnetz. Er habe vor seiner Aus-

reise bei seinen Eltern gewohnt, weshalb auch in Zukunft von einer gesi-

cherten Wohnsituation auszugehen sei. Zudem sei er jung und gesund und 

verfüge über eine schulische Grundausbildung.   

C.  

Mit Eingabe vom 6. November 2014 (Poststempel) liess der Beschwerde-

führer von seiner Vertrauensperson – die mit Vollmacht vom 20. Juni 2014 

mit der Vertretung der Interessen des Beschwerdeführers betraut wurde 

und ihr Mandat per 6. November 2014 niederlegte – beim Bundesverwal-

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tungsgericht ein Gesuch um Widerherstellung der Beschwerdefrist einrei-

chen, welches mit Urteil E-6595/2014 vom 28. November 2014 gutgeheis-

sen wurde.    

D.  

Mit Eingabe ebenfalls vom 6. November 2014 (Poststempel) liess der Be-

schwerdeführer von seinem aktuellen Rechtsvertreter gegen die Verfügung 

der Vorinstanz vom 30. September 2014 Beschwerde erheben und bean-

tragen, es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Verfügung der 

Vorinstanz vom 30. September 2014 aufzuheben und die Sache an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei er wegen Unzulässigkeit      

oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz 

aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht liess er um Erteilung der aufschie-

benden Wirkung und um Anweisung an die kantonale Behörde, auf Voll-

zugshandlungen zu verzichten, ersuchen. Schliesslich liess er sinngemäss 

beantragen, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-

ten.   

Zur Begründung der Beschwerde wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass 

die sri-lankischen Behörden am 20. Oktober 2014 bei der Familie des Be-

schwerdeführers eine Hausdurchsuchung durchgeführt und Fotos seines 

Cousins, F._______, der zu den bekanntesten LTTE-Journalisten in Sri 

Lanka gehöre und in der Schweiz Asyl erhalten habe, beschlagnahmt hät-

ten. Der Grund für die Hausdurchsuchung sei der bevorstehende Helden-

tag gewesen. Da die Behörden den Cousin des Beschwerdeführers auf 

den Fotos sofort erkannt hätten, sei der Vater des Beschwerdeführers 

mehrmals zum Verhör mitgenommen worden. Unter den Fotos, die jetzt in 

den Händen der sri-lankischen Behörden seien, befänden sich auch sol-

che, auf denen der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Cousin zu 

sehen sei. Unter Verweis auf diverse Berichte, Artikel und Urteile sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer aufgrund des Verwandtschaftsverhältnisses zu einer Per-

son, die sich in der Öffentlichkeit als aktives Kadermitglied der LTTE expo-

niert habe, und wegen seiner Plakataktion bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka um sein Leben fürchten müsse und mit Folter zu rechnen habe. So 

versuche die sri-lankische Regierung mit allen Mitteln zu verhindern, dass 

sich die LTTE neuformierten respektive weiterexistierten, wobei ihr Fokus 

auf die Tamilen in der Diaspora gerichtet sei. Angesichts der Tatsache, 

dass es sich bei der verwandtschaftlichen Beziehung des Beschwerdefüh-

rers zu einem aktiven Kadermitglied der LTTE um ein neues Sachverhalt-

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selement handle, sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. Eventualiter sei gestützt darauf die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers zu bejahen, zumindest sei er aber wegen Unzu-

lässigkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufzuneh-

men. Alternativ sei der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka für einen poli-

tischen Aktivisten, wie der Beschwerdeführer es sei, angesichts der nach 

wie vor ungenügenden Sicherheits- und Menschenrechtslage im Norden 

und Osten des Landes als unzumutbar einzustufen. 

Zur Untermauerung dieser Vorbringen wurde – wie bereits erwähnt – auf 

verschiedene Berichte, Artikel und Urteile betreffend die Verfolgung sri-lan-

kischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie verwiesen, ferner wurden 

drei auf TamilNet publizierte Online-Artikel vom 6. Mai 2014, 8. August 

2014 und 10. August 2014 ins Recht gelegt.      

E.  

Mit Telefax vom 10. November 2014 setzte das Bundesverwaltungsgericht 

den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer vorsorglichen Massnahme ge-

stützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2014 hielt das Bundesverwal-

tungsgericht fest, dass auf die Beschwerde vom 6. November 2014 einge-

treten werde, nachdem das Fristwiederherstellungsgesuch mit Urteil 

E-6595/2014 vom 28. November 2014 gutgeheissen wurde, und dass der 

Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten 

dürfe. Ferner entschied es, dass auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses verzichtet werde. Schliesslich lud es die Vorinstanz dazu ein, eine Stel-

lungnahme zur Beschwerde einzureichen. 

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2014 führte die Vorinstanz 

aus, dass die Rechtsmitteleingabe insofern neue Tatsachen enthalte, als 

auf Beschwerdeebene erstmals geltend gemacht werde, der Beschwerde-

führer habe einen Cousin, der Mitglied der LTTE sei, in der Schweiz Asyl 

erhalten habe und mit dem er angesichts der bei ihm zu Hause im Rahmen 

einer Durchsuchung durch das Criminal Investigation Departement (CID) 

gefundenen Fotografien in Verbindung gebracht werde. Mit Blick auf dieses 

neue Vorbringen sei auszuführen, dass Zweifel an den geltend gemachten 

Familienverhältnissen bestünden. So habe der angebliche Cousin, 

F._______, im Rahmen seines Asylverfahrens im (…) 2014 angegeben, 

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alle seine Tanten und Onkel seien verstorben und er habe nebst seiner 

Ehefrau, seinen Kindern und seinen Geschwistern keine Verwandten mehr. 

Der Beschwerdeführer habe in seinem Verfahren im Sommer 2014 dem-

gegenüber zu Protokoll gegeben, seine Eltern würden noch leben und er 

habe lediglich einen Onkel und den Mann seiner Tante in der Schweiz. 

Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe 

abwechselnd von einem Bruder und einem Cousin spreche. Das Verwandt-

schaftsverhältnis gelte somit nicht als erstellt. Dessen ungeachtet sei an-

zumerken, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seines Asylverfahrens 

mehrmals auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen worden sei. Dennoch 

habe er im erstinstanzlichen Verfahren weder seinen geltend gemachten 

Cousin, dessen Tätigkeit für die LTTE, noch den behaupteten Kontakt zu 

einem LTTE-Mitglied erwähnt. In der Anhörung habe der Beschwerdefüh-

rer erklärt, die Behörden seien insgesamt drei Mal bei ihm zu Hause vor-

beigekommen. Gemäss seiner Beschwerdeschrift habe sich dies am 

20. Oktober 2014 wiederholt. Es erstaune, dass dabei trotz dieser mehr-

maligen Behördenbesuche Fotografien des Beschwerdeführers mit einem 

LTTE-Mitglied gefunden worden seien, zumal der Beschwerdeführer gel-

tend gemacht habe, aus Angst vor dem Verdacht des Kontakts zur LTTE 

ausgereist zu sein. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb – nebst den 

Verhören des Vaters – die restlichen Familienmitglieder, die folglich eben-

falls Verwandte eines LTTE-Mitglieds wären, keine Konsequenzen zu tra-

gen hatten. Abschliessend sei anzumerken, dass ein allfälliges Verwandt-

schaftsverhältnis zu einem LTTE-Mitglied nicht per se die Flüchtlingseigen-

schaft zu begründen vermöge. Die Rechtsmitteleingabe und die Beilagen 

3 bis 5 enthielten weiter lediglich Ausführungen zur allgemeinen Lage in Sri 

Lanka, welche in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung Nieder-

schlag gefunden hätten. Schliesslich enthalte die Beschwerdeschrift keine 

Begründung, welche die Annahme der Vorinstanz, die Asylvorbringen 

seien unglaubhaft, umzustossen vermöchte.  

H.  

In seiner Replik vom 4. Januar 2015 liess der Beschwerdeführer vortragen, 

dass die Nachfrage bei seinem Cousin bestätigt habe, dass sie verwandt 

seien. Folglich werde beantragt, dass dieser Cousin vom Bundesverwal-

tungsgericht als Zeuge angehört werde. Bezüglich des Verwandtschafts-

verhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und F._______ sei anzu-

führen, dass eine verwandtschaftliche Beziehung in der tamilischen Spra-

che sehr oft mit „Bruder“ oder „Cousin“ zum Ausdruck gebracht werde. So 

würden auch Verwandte, die nach schweizerischem Sprachgebrauch nicht 

wirklich Brüder oder Cousins seien – beispielsweise Onkel oder Schwager 

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Seite 8 

– so bezeichnet. Ferner sei nochmals darauf hinzuweisen, dass er, der Be-

schwerdeführer, nicht nur wegen dieser Verwandtschaft mit seinem Cousin 

mit LTTE-Vergangenheit, sondern auch wegen eigener politischer Aktivitä-

ten gefährdet sei. Bezüglich der Gefährdungssituation in Sri Lanka sei an-

zufügen, dass bei Personen, die sich im Ausland aufgehalten hätten, be-

reits ein geringer Verdacht reiche, um vom CID und Terrorist Investigation 

Department (TID) verfolgt zu werden.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. August 2016 teilte das Bundesverwaltungs-

gericht dem Beschwerdeführer mit, dass es beabsichtige, im vorliegenden 

Verfahren demnächst ein Urteil zu fällen, weshalb es ihn aufforderte, präzis 

zu beschrieben, inwiefern er mit F._______ verwandt sei, und diese Ver-

wandtschaft mit geeigneten Beweismitteln zu belegen. Ferner forderte es 

den Beschwerdeführer auf, mitzuteilen, inwiefern er und F._______ in der 

Schweiz eine Beziehung zueinander pflegten, und dies ebenfalls mit ge-

eigneten Beweismitteln zu belegen. Schliesslich räumte das Gericht dem 

Beschwerdeführer Gelegenheit ein, weitere ihm für das vorliegende Ver-

fahren zweckdienlich erscheinende Tatsachen und Beweismittel vorzubrin-

gen, und forderte den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf, eine 

Kostennote für seine Bemühungen in diesem Fall einzureichen.   

J.  

Mit Eingabe vom 15. August 2016 liess der Beschwerdeführer vortragen, 

F._______ sei sein Onkel. Dessen Vater und die Grossmutter des Be-

schwerdeführers seien Geschwister. In Sri Lanka habe er enge Kontakte 

mit F._______ gepflegt. Auch hier in der Schweiz bestehe ein regelmässi-

ger Kontakt. Eine Kostennote betreffend den Aufwand des Rechtsvertre-

ters wurde nicht ins Recht gelegt.  

K.  

Mit Schreiben vom 22. August 2016 wandte sich das Bundesverwaltungs-

gericht an F._______ und ersuchte diesen, darüber Auskunft zu geben, ob 

er den Beschwerdeführer kenne und falls ja, in welcher Beziehung er zu 

diesem stehe und seit wann er ihn kenne. Ferner bat es ihn darum, offen-

zulegen, wie oft er und der Beschwerdeführer sich in Sri Lanka getroffen 

hätten, ob sie im gleichen Dorf gelebt hätten, wann er erfahren habe, dass 

der Beschwerdeführer auch in der Schweiz lebt, wann er diesen zum ers-

ten Mal hierzulande getroffen habe und wie oft sie sich in der Schweiz trä-

fen. 

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Seite 9 

L.   

Mit Eingabe vom 11. September 2016 nahm F._______ zu den Fragen des 

Gerichts Stellung und führte im Wesentlichen aus, dass er den Beschwer-

deführer kenne und mit diesem verwandt sei, da sein Vater und die Gross-

mutter des Beschwerdeführers Geschwister seien. Da er, das heisst 

F._______, (…) erst im Jahr 2011 wieder an seinen Geburtsort, das heisst 

den Wohnort des Beschwerdeführers, zurückgekehrt sei, habe er den Be-

schwerdeführer erst im Jahr 2011 kennengelernt. Obwohl sich ihre Wege 

angesichts der Tatsache, dass sie fortan bis ins Jahr 2013 im gleichen Dorf 

gelebt hätten, mehrfach gekreuzt hätten, hätten sie sich nur einmal richtig 

getroffen, als F._______ seine Cousine, das heisst die Mutter des Be-

schwerdeführers besucht habe. Fotografiert worden seien sie nach seinem 

Wissen nie zusammen, weshalb er auch keine entsprechenden Bilder ein-

reichen könne. Im August oder September 2014 habe er erfahren, dass der 

Beschwerdeführer auch in der Schweiz lebe. Auch hierzulande habe er ihn 

bislang erst ein Mal getroffen.  

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM respektive 

SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor-

instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 

Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch 

vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin 

einzutreten. 

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Seite 10 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Auskünfte von F._______ vom 11. September 2016 (vgl. oben Bst. L) 

sowie die entsprechende Anfrage des Gerichts vom 22. August 2016 (vgl. 

oben Bst. K) wurden dem Beschwerdeführer bisher nicht zur Kenntnis ge-

bracht und zur Stellungnahme unterbreitet. Gestützt auf Art. 30 Abs. 2 Bst. 

c VwVG kann angesichts des Ausgangs des vorliegenden Verfahrens auf 

eine vorgängige Anhörung verzichtet werden, und die entsprechenden Un-

terlagen sind dem Beschwerdeführer zusammen mit dem vorliegenden Ur-

teil zur Kenntnis zu bringen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

Personen, die erst wegen ihrer Ausreise oder ihrem Verhalten danach sol-

chen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind respektive begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, sind nach Art. 54 AsylG 

zwar als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen, indes wegen sogenannter 

subjektiver Nachfluchtgründe von der Asylgewährung auszuschliessen. 

Anspruch auf Asyl nach schweizerischem Recht hat demnach nur, wer im 

Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

ausgesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund von äusseren, nach der 

Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er keinen Einfluss nehmen 

konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche ernsthaften Nachteile 

befürchten müsste (sogenannte objektive Nachfluchtgründe). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen  

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Seite 11 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Es stellt sich zunächst die Frage, ob der Beschwerdeführer im Zeit-

punkt seiner Ausreise aus Sri Lanka ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt war respektive solche zu befürchten hatte und mit-

hin Vorfluchtgründe vorliegen.  

5.2 Dies ist insofern zu verneinen, da die Vorinstanz die Vorbringen des 

Beschwerdeführers betreffend die Ereignisse vor seiner Ausreise aus Sri 

Lanka nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts zu Recht als unglaub-

haft einstufte.  

So erscheint es wenig plausibel, dass der Beschwerdeführer – der im Zeit-

punkt der geltend gemachten Plakataktion doch schon (…) Jahre alt war – 

unbesehen Poster von gefallenen LTTE-Kämpfern in der Öffentlichkeit an-

gebracht hat, ohne sich dabei auch nur im Entferntesten Gedanken dar-

über gemacht zu haben, welche Konsequenzen dies für ihn haben könnte 

(vgl. A16/13, F32). Vielmehr ist angesichts der Angst der sri-lankischen Re-

gierung vor einem Wiederaufflammen der LTTE und der damit einherge-

henden Überwachung der Bevölkerung durch die sri-lankischen Behörden 

– welche im Jahr 2013 und mithin zu Zeiten von Mahinda Rajapaksa noch 

stärker praktiziert wurde (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Ju-

li 2016, E. 8.1.1, 8.5 und 13) – davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer sich der Folgen seiner behaupteten Plakataktion – und wenn auch 

nur vage – hätte bewusst sein müssen und somit nicht derart unüberlegt 

gehandelt hätte. Für dieses grundsätzliche Bewusstsein spricht auch, dass 

er anlässlich seiner Anhörung zu Protokoll gab, die Poster in der Nacht 

aufgehängt zu haben, um nicht bemerkt zu werden (vgl. A16/13, F27). So 

ist nicht ersichtlich, weshalb er und seine Kameraden sich hätten verste-

cken müssen, wenn sie nicht gewusst hätten, dass sie etwas Unerlaubtes 

tun. Die auf Nachfrage dafür vorgebrachte Erklärung, sie hätten nicht be-

merkt werden wollen, weil sie befürchtet hätten, von gewissen Personen 

beschimpft zu werden (vgl. A16/13, F31 und F40), überzeugt nicht, zumal 

es in Sri Lanka wohl nicht per se verboten ist, Plakate aufzuhängen. Zudem 

steht diese Aussage im Widerspruch zum Vorbringen, neben dem Anbrin-

gen von Postern hätten sie den Leuten auf der Strasse Flugblätter verteilt 

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Seite 12 

(vgl. A16/13, F47). Wären im Zeitpunkt der Plakataktion tatsächlich Men-

schen in den Strassen gewesen, wäre das Ziel, unbemerkt zu bleiben, 

kaum erreichbar gewesen. Die Darstellung des Beschwerdeführers, mit 

seinen Freunden abends von ungefähr 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr respektive 

22.00 Uhr unterwegs gewesen zu sein (vgl. A16/13, F36 und F42), ist zu-

dem mit seiner Aussage, er habe seinen Eltern gesagt, er würde zum Un-

terricht gehen, schwer vereinbar (vgl. A16/13, F50).  

Ferner wirken die Schilderungen des Beschwerdeführers bezüglich der 

Entführung seiner Kollegen und der Suche nach ihm konstruiert. So er-

scheint es wenig wahrscheinlich, dass die Behörden ihn erst gegen Abend 

– als er zufälligerweise gerade am Cricket spielen gewesen sei – gesucht 

haben sollen, während die beiden anderen Mitbeteiligten bereits am Mor-

gen verschwunden seien (vgl. A16/13, F57 f.). So wären die Behörden das 

mit diesem Vorgehen einhergehende Risiko, dass der Beschwerdeführer 

hätte vorgewarnt werden und fliehen können, bei einem ernsthaften Inte-

resse an seiner Person wohl kaum eingegangen. Auch wäre zu erwarten 

gewesen, dass die Behörden vorsichtiger vorgegangen wären und vor ei-

nem Zugriff zuerst sichergestellt hätten, dass der Beschwerdeführer auch 

tatsächlich zu Hause anzutreffen ist, oder bis zu dessen Rückkehr zumin-

dest auf ihn gewartet hätten.   

An dieser Einschätzung vermögen auch die auf Beschwerdeebene einge-

reichten, auf TamilNet publizierten Online-Artikel nichts zu ändern, unter-

scheiden sich die Umstände, von denen darin die Rede ist, doch in wesent-

lichen Punkten von jenen des vorliegenden Falles. So äussert sich der 

erste Artikel vom 6. Mai 2014 zwar zur staatlichen Überwachung der Uni-

versität in Jaffna während des Märtyrertags, welche indes mit dem im Be-

richt ebenfalls erwähnten, seit 2009 geführten Kampf der Studentenschaft 

um das öffentliche Andenken an die im Bürgerkrieg Gefallenen zusammen-

hängt. Von irgendwelchen damit zusammenhängenden Entführungen oder 

anderen Übergriffen auf Leib und Leben wird darin jedoch nicht berichtet. 

Im zweiten und dritten Artikel vom 8. und 10. August 2014 ist zwar von der 

Entführung von Studenten die Rede. Dass diese mit dem Märtyrertag zu-

sammenhängt, kann den Berichten indes nicht entnommen werden.     

5.3 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, das 

Bestehen einer begründeten Furcht vor Verfolgung durch die sri-lankischen 

Behörden im Zeitpunkt seiner Ausreise Anfang des Jahres 2014 glaubhaft 

zu machen. 

E-6489/2014 

Seite 13 

6.  

6.1 In einem nächsten Schritt ist der Frage nachzugehen, ob dem Be-

schwerdeführer wegen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei ei-

ner Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile drohen würden, weshalb 

seine Flüchtlingseigenschaft wegen Nachfluchtgründen anzuerkennen 

respektive ihm Asyl zu gewähren wäre.  

6.2 In seinem Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hielt das Bun-

desverwaltungsgericht fest, dass angesichts der in den vergangenen Jah-

ren aufgetretenen Verhaftungs- respektive Folterfälle von aus Europa zu-

rückkehrenden sri-lankischen Staatangehörigen tamilischer Ethnie davon 

auszugehen ist, dass die sri-lankischen Behörden gegenüber Personen ta-

milischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zu-

rückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen. Da aber insbesondere 

aus statistischen Gründen nicht generell angenommen werden kann, dass 

jeder aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asyl-

suchende alleine aufgrund seines Auslandaufenthalts einer ernstzuneh-

menden Gefahr vor Verhaftung und Folter ausgesetzt ist, muss – so das 

Bundesverwaltungsgericht – ermittelt werden, ob gewisse Personen auf-

grund bestimmter Merkmale eher Gefahr laufen, von den sri-lankischen 

Behörden misshandelt zu werden (E. 8.1 und 8.3 m.w.H.).  

In den vom Bundesverwaltungsgericht konsultierten Quellen sind die fol-

genden, nicht abschliessend zu verstehenden Risikofaktoren identifiziert 

worden: eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, Beziehung zu einer regimekritischen politischen 

Gruppe, Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, das 

Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden (übli-

cherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Ver-

bindung zu den LTTE), Fehlen der erforderlichen Identitätspapiere bei der 

Einreise beziehungsweise Rückkehrende mit temporären Reisedokumen-

ten, zwangsweise Rückführung nach Sri Lanka oder durch die IOM (Inter-

nationale Organisation für Migration) begleitete Rückführung, (sichtbare) 

Narben, gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land sowie wohl 

auch Strafverfahren beziehungsweise Strafregistereintrag (E. 8.4 m.w.H.). 

Vor dem Hintergrund dieser Risikofaktoren kam das Bundesverwaltungs-

gericht im genannten Referenzurteil zum Schluss, dass im Kern jene Rück-

kehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den nach wie vor als Bedrohung 

wahrgenommenen tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, 

E-6489/2014 

Seite 14 

und so den sri-lankischen Einheitsstaat zu gefährden; auch nach dem 

Machtwechsel im Januar 2016 scheint es nämlich ein wichtiges Ziel des 

sri-lankischen Staates zu sein, jegliches Aufflammen des tamilischen Se-

paratismus im Keim zu ersticken. Dabei fallen allerdings nicht nur beson-

ders engagierte respektive exponierte Personen unter einen entsprechen-

den Verdacht (E. 8.5.1). Hingegen sind nicht alle Rückkehrenden, die eine 

irgendwie geartete tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan-

gene Verbindung zu den LTTE aufwiesen, einer flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Gefahr vor Verfolgung ausgesetzt, sondern nur jene, die aus Sicht 

der sri-lankischen Regierung bestrebt sind respektive einen wesentlichen 

Beitrag dazu leisten könnten, den ethnischen Konflikt im Land wieder auf-

flammen zu lassen. Ob dies zu bejahen und einer Person mithin die Flücht-

lingseigenschaft zuzuerkennen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine 

asylsuchende Person die für diese Beurteilung relevanten Umstände 

glaubhaft machen muss (E. 8.5.3). Entsprechendes gilt für sri-lankische 

Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt haben 

(E. 8.5.4). Es sind jegliche glaubhaft gemachten (stark und/oder schwach) 

risikobegründenden Faktoren in einer Gesamtschau und in ihrer allfälligen 

Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in 

einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Ver-

folgung bejaht werden muss (E. 8.5.5). 

6.3 Vorliegend stellt sich insbesondere die Frage, ob die sri-lankischen Be-

hörden den Beschwerdeführer aufgrund seines Verwandtschaftsverhält-

nisses zu F._______ – das mit Blick auf dessen Schreiben vom 11. Sep-

tember 2016 glaubhaft erscheint – und der Tatsache, dass die beiden bis 

zu deren Ausreise während zwei Jahren im gleichen Dorf gelebt haben und 

sich seither im gleichen Land aufhalten, bezüglich eines Wiederaufflam-

mens des tamilischen Separatismus als Gefahr oder zumindest als interes-

sante Informationsquelle betreffend seinen Onkel wahrnehmen könnten. 

So pflegt der Beschwerdeführer zwar, wie von F._______ dargelegt, weder 

in Sri Lanka noch in der Schweiz eine enge Beziehung zu diesem. Ange-

sichts des ausserordentlichen politischen Profils von F._______ (vgl. Akten 

N […]) ist aber – nicht zuletzt mit Blick darauf, dass es nicht auf die tat-

sächliche, sondern auf die von den sri-lankischen Behörden wahrgenom-

mene Beziehung ankommt – nicht auszuschliessen, dass dem Beschwer-

deführer bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne 

von Art. 3 AsylG (i.V.m. Art. 54 AsylG) drohen würden. So stellte das Bun-

desverwaltungsgericht im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 

E-6489/2014 

Seite 15 

denn auch fest, dass die Bejahung von Vorfluchtgründen zwar ausser Be-

tracht fällt, wenn eine Person vor ihrer Ausreise aus Sri Lanka trotz bereits 

vorhandener Risikofaktoren nicht mit flüchtlingsrechtlich relevanten Nach-

teilen konfrontiert war, dass dies jedoch, da der Fokus der sri-lankischen 

Behörden auf die tamilische Diaspora gerichtet ist, nicht ausschliesst, dass 

die betroffene Person bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund dieser 

früheren Vorkommnisse sowie ihrer Ausreise im Sinne von Nachfluchtgrün-

den eine begründete Furcht vor Verhaftung und Folter und mithin ernsthaf-

ten Nachteilen hat (E. 8.5.6 m.w.H.). 

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dem Beschwerdeführer aufgrund 

der zuvor dargelegten Umstände bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernst-

hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen, lässt sich gestützt auf 

die aktuelle Aktenlage nicht zuverlässig abschätzen. Folglich ist dies mit 

geeigneten Mitteln – beispielsweise einer Botschaftsabklärung und einer 

erneuten Befragung des Beschwerdeführers respektive seines Umfeldes – 

im Rahmen derer unter anderem der Glaubhaftigkeit der auf Beschwerde-

ebene geltend gemachten Hausdurchsuchung und Verhaftung des Vaters 

des Beschwerdeführers nachgegangen werden muss, und unter Berück-

sichtigung jeglicher, teilweise bereits in der angefochtenen Verfügung er-

wähnter Risikofaktoren zu eruieren. Da entsprechende Untersuchungen 

den Rahmen des Beschwerdeverfahrens sprengen, erscheint es im vorlie-

genden Fall angezeigt, die Sache zwecks Vornahme der erforderlichen Ab-

klärungen gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. 

7.  

Vor dem Hintergrund obiger Erwägungen ist festzuhalten, dass die Verfü-

gung der Vorinstanz vom 30. September 2014 im Asylpunkt zu bestätigen 

und die Beschwerde diesbezüglich mithin abzuweisen ist.   

Bezüglich der Frage der Flüchtlingseigenschaft ist die Beschwerde jedoch 

gutzuheissen. Die Ziffern 1 und 3 bis 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 

30. September 2014 sind deshalb aufzuheben und die Sache in Anwen-

dung von Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG zur Ermittlung des Sachverhaltes und 

Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen.  

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die reduzierten Verfahrens-

kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und 

E-6489/2014 

Seite 16 

weil er zur Hälfte obsiegt hat auf insgesamt Fr. 300.– festzusetzen (Art. 1-

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

8.2 Der Beschwerdeführer ist im Umfang seines Obsiegens – hier wie ge-

sagt zur Hälfte – für die ihm erwachsenen notwendigen Kosten zu entschä-

digen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 ff. VGKE). Der Beschwerdeführer wurde 

im Rechtsmittelverfahren durch Piragalathan Suntharalingam vertreten. Da 

Piragalathan Suntharalingam in diversen Verfahren vor dem Bundesver-

waltungsgericht als Rechtsvertreter aufgetreten ist (vgl. statt vieler Urteile 

des BVGer E-4557/2015 vom 11. August 2016, E-2240/2014 vom 29. Ju-

ni 2016, E-109/2015 vom 11. April 2016, E-6095/2014 vom 1. März 2016) 

und den Akten keine Hinweise dafür zu entnehmen sind, dass er mit dem 

Beschwerdeführer verwandt oder näher befreundet ist, ist von einer berufs-

mässigen Vertretung auszugehen, weshalb für den Beschwerdeführer Ver-

tretungskosten entstanden sein dürften.  

Seitens des Rechtsvertreters wurde trotz entsprechender Aufforderung 

durch das Gericht (vgl. Bst. J) keine Kostennote eingereicht. Dennoch kann 

der Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren zuverlässig abge-

schätzt werden (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der genannten 

Bestimmung und unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungs-

faktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) ist die Vorinstanz anzuweisen, dem Be-

schwerdeführer eine um die Hälfte reduzierte Parteientschädigung in der 

Höhe von pauschal Fr. 850. (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszu-

richten. 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6489/2014 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird bezüglich der Frage der Flüchtlingseigenschaft gut-

geheissen. Die Ziffern 1 und 3 bis 5 der Verfügung vom 30. Septem-

ber 2014 werden aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

Im Asylpunkt wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die um die Hälfte reduzierten Verfahrenskosten, das heisst Fr. 300.–, wer-

den dem Beschwerdeführer auferlegt. 

3.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine um die 

Hälfte reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 850.– auszurich-

ten. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Regina Derrer