# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae623577-90cc-577a-afd8-4bbff4579835
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.06.2010 D-3639/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3639-2010_2010-06-01.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3639/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Pietro Angeli-Busi, 
Martin Zoller,
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

A._______ B._______, geboren [...],
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Einreisebewilligung und Asyl; Verfügung des BFM
vom 16. März 2010 / N [...]

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3639/2010

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer ist sri-lankischer Staatsbürger tamilischer Eth-
nie und stammt aus C._______ (Bezirk Trincomalee, Ostprovinz). 

B.
Mit Schreiben vom 3. Oktober 2009 wandte er sich an die schweizeri-
sche Botschaft  in Sri  Lanka (Colombo) und ersuchte um Asyl in der 
Schweiz. 

C.
Mit  Schreiben vom 14. Oktober 2009 forderte  die Botschaft  den Be-
schwerdeführer  auf,  sein  Gesuch  mit  detaillierten  Angaben  zu  den 
geltend gemachten Asylgründen zu ergänzen sowie Beweismittel und 
Identitätspapiere einzureichen. 

D.
Mit Eingabe an die Botschaft  vom 27. Oktober 2009 machte der Be-
schwerdeführer weitere Angaben zu den Gründen seines Asylgesuchs 
und übermittelte  Kopien verschiedener  Dokumente (Identitätsauswei-
se, Bestätigungsschreiben) sowie zwei Photographien.

E.
Am 19. Februar 2010 wurde der Beschwerdeführer durch die Botschaft 
mündlich zu den Gründen seines Asylgesuchs befragt.

F.
Mit  Schreiben  vom 22. Februar  2010  übermittelte  die  Botschaft  das 
Asylgesuch und die entsprechenden Dokumente dem Bundesamt für 
Migration (BFM).

G.
Mit Verfügung vom 16. März 2010 verweigerte das BFM die Einreise 
des Beschwerdeführers in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. 

H.
Mit vom 20. April 2010 datierender, der sri-lankischen Post am 30. Ap-
ril  2010  übergebener  und  am 7.  Mai  2010  bei  der  schweizerischen 
Botschaft eingegangener Eingabe ficht der Beschwerdeführer die Ver-
fügung des BFM beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei reichte er 

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als Beweismittel ein Bestätigungsschreiben ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Über Beschwerden gegen Verfügungen, die gestützt auf 
das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM 
erlassen  worden  sind,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Über-
schreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts  und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3 Im vorinstanzlichen Aktendossier  sind weder Angaben dazu ent-
halten,  wann  die  damit  beauftragte  schweizerische  Botschaft  in  Sri 
Lanka  dem  Beschwerdeführer  die  Verfügung  des  BFM übermittelte, 
noch liegt  eine  Empfangsbestätigung  vor. Der  genaue Zeitpunkt  der 
Eröffnung der angefochtenen Verfügung steht somit nicht fest. Indes-
sen trägt die Beweislast für die erfolgte Zustellung und deren Zeitpunkt 
die  Behörde,  welche  die  Zustellung  veranlasst  hat  (vgl.  FELIX UHL-
MANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenber-
ger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art.  34, 
N 10). Zugleich wäre unter der Voraussetzung, dass die vom 16.  März 
2010  datierende  Verfügung  dem  Beschwerdeführer  erst  nach  dem 
6. April 2010 eröffnet wurde – was unter den gegebenen Umständen 
eines  Asylverfahrens  im  Ausland  möglich  erscheint  –,  die  30-tägige 
Beschwerdefrist ohnehin eingehalten. 

1.4 Die Beschwerde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer 
Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur 
Beschwerdeverbesserung  kann  indessen  aus  prozessökonomischen 

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Gründen verzichtet werden, da der Eingabe genügend klare, sinnge-
mässe  Rechtsbegehren  und  deren  Begründung  zu  entnehmen  sind 
und ohne weiteres darüber befunden werden kann.

1.5 Die Beschwerde ist somit als frist- und formgerecht eingereicht zu 
erachten; der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG; 
Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG sowie  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.

1.6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf die Durchführung des 
Schriftenwechsels verzichtet.

2.
2.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei  
einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 
Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG).

2.2 Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person 
in  der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverord-
nung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person 
von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhal-
ten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die schweizerische Vertretung überweist 
dem Bundesamt das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylge-
such sowie weitere zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden 
Bericht,  der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält  (Art. 10 Abs. 3 
AsylV 1).

2.3 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 
kann  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss  Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen.

2.4 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-

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rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit der an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen (vgl.  Entschei-
dungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 1997 
Nr. 15, insbesondere S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktionel-
ler  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach 
wie vor Gültigkeit hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreise-
bewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 
und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhalts -
abklärung zugemutet werden kann.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer machte anlässlich der durchgeführten Be-
fragung im Wesentlichen geltend, er sei im November 2005 durch die 
„Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam“  (LTTE)  zwangsrekrutiert  worden. 
Zunächst sei er während dreier Monate im Gebrauch von Waffen und 
in Aufklärungstätigkeit ausgebildet worden. Dabei sei er verunfallt und 
deshalb während zwanzig Tagen in medizinischer Behandlung gewe-
sen. Anschliessend sei er wieder an den Waffen ausgebildet worden 
und  schliesslich  als  Leibwächter  des  LTTE-Führungsmitglieds  Pottu 
Amman  (Kampfname;  eigentlich:  Shanmugalingam  Sivashankar)  an-
gestellt  worden. Während eines Jahres  sei  er  als  Leibwächter  Pottu 
Ammans tätig gewesen, und schliesslich sei er damit beauftragt wor-
den,  dessen  Sohn  Unterricht  zu  erteilen  und  diesen  auf  ein  Schul -
examen vorzubereiten. Dabei habe er während eines Jahres zunächst 
in Pottu Ammans Haus bei Kilinochchi gelebt. Bei Ausbruch des Krie-
ges im Jahr 2007 sei er mit Pottu Ammans Sohn nach Puthukkudiyi -
ruppu gezogen. Während des gesamten Zeitraums und bis zum Januar 
2009  habe  er  den  Sohn  Pottu  Ammans  unterrichtet  und  zudem als 
Leibwächter zur Schule begleitet. Im Januar 2009 sei  er  schliesslich 
zum Kampf an die Front beordert  worden. Dabei sei er zweimal, am 
28. Februar und am 28. April 2009, durch Geschosse verwundet wor-
den und in Spitalpflege gekommen. Nach dem zweiten Spitalaufenthalt 
sei er in die Obhut einer weiblichen Person gegeben worden, die ihn in 
einem  Bunker  versorgt  habe.  Diese  Person  habe  in  der  Folge,  am 
16. Mai 2009, verhindert,  dass er durch die sri-lankische Armee ver-
haftet worden sei,  indem sie ihn als Angehörigen ausgegeben habe. 
Anschliessend sei  er in ein Lager für  IDPs (internally displaced per-

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sons; intern Vertriebene) bei Vavuniya gelangt. Hier habe ihn ein an-
derer  Angehöriger  der  LTTE  gegenüber  der  sri-lankischen  Armee 
identifiziert, und er sei verhaftet worden. Weil seine Wunden geblutet 
hätten, sei er jedoch durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte mit der 
Auflage ins IDP-Lager zurückgeschickt worden, sich nach drei  Tagen 
wieder bei ihnen zu melden. Dies habe er nicht getan, sondern er sei, 
nachdem er seine Wunden im Lagerspital habe verarzten lassen, am 
19. Juni 2009 aus dem Lager geflohen. Nach seiner Flucht sei er im 
Juni oder im August 2009 (diesbezüglich machte er  unterschiedliche 
Angaben)  zu  seinen  Eltern  nach  C._______  zurückgekehrt.  Seither 
habe  er  mit  Angehörigen  der  tamilischen  Organisationen  „Tamil 
Makkal  Viduthalai  Pulikal“  (TMVP)  und  „Eelam People's  Democratic 
Party“  (EPDP)  Schwierigkeiten,  die  ihn  wegen seiner  Vergangenheit 
als Mitglied der LTTE bedrohen würden. Einmal seien sechs Männer 
auf Motorrädern zum Haus seiner Eltern gekommen; es sei ihm jedoch 
gelungen,  ihnen  zu  Fuss  zu  entkommen. Danach  habe  er  sich  ent-
schlossen, sich an die schweizerische Botschaft zu wenden. Unter den 
eingereichten  Beweismitteln  hervorzuheben  sind  eine  vom  10. Sep-
tember 2009 datierende Bestätigung der Human Rights Commission of 
Sri Lanka, wonach der Beschwerdeführer eine Klage vorgebracht ha-
be, weil er regelmässig durch eine Gruppe Unbekannter gesucht wer-
de, eine im Wesentlichen ähnlich lautende, vom 29. April 2010 datie-
rende  Bestätigung  des  Pfarrers  der  Kirchgemeinde  D._______  in 
E._______  sowie  zwei  Photographien,  die  Körperstellen  mit  Narben 
zeigen. 

3.2 Das BFM gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 
die Angaben des Beschwerdeführers zu den Gründen seines Asylge-
suchs seien nicht glaubhaft.  Diese Einschätzung des Bundesamts ist 
aufgrund zahlreicher Unstimmigkeiten und Widersprüche in den Aus-
sagen des Beschwerdeführers zu bestätigen. 

3.2.1 Zunächst  kann  der  Behauptung  des  Beschwerdeführers  nicht 
geglaubt  werden,  er  sei  wie  behauptet  als  Leibwächter  von  Pottu 
Amman beziehungsweise als Lehrer und Leibwächter eines der Kinder 
der  genannten  Person  tätig  gewesen.  Bei  Shanmugalingam  Siva-
shankar  (alias  Pottu  Amman)  handelt  es  sich  um  den  ehemaligen 
Kommandanten  der  Eliteeinheit  „Black  Tigers“  sowie  der  Geheim-
dienstorganisation  der  LTTE; zugleich  wurde  er  in  der  Führungshie-
rarchie der LTTE als zweithöchst rangierende Person hinter dem An-
führer Velupillai Prabhakaran eingestuft. Angesichts dessen ist es als 

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unwahrscheinlich  zu erachten,  dass der  Beschwerdeführer  zum per-
sönlichen Leibwächter des Genannten selbst wie auch eines dessen 
Söhne  ernannt  worden sein  soll.  Zu dieser  Einschätzung führen die 
Aussagen des Beschwerdeführers, er sei im Jahr 2005 zwangsweise 
rekrutiert worden, er habe lediglich eine gewöhnliche, wenige Monate 
dauernde militärische Ausbildung erhalten (während derer er ausser-
dem erheblich verletzt worden sei) und er habe bis zum Januar 2009, 
als  er  an  die  Front  geschickt  worden  sei,  keinerlei  Kampferfahrung 
gehabt. Es ist  mit weit  überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus-
zugehen, dass als persönliche Leibwächter Pottu Ammans und seines 
Sohnes nur  erfahrene Angehörige der  Elitetruppen der  LTTE ausge-
wählt  wurden. Diese Voraussetzungen erfüllte  der  Beschwerdeführer 
offensichtlich  nicht.  Auch  weitere  Aussagen  des  Beschwerdeführers 
sind nicht mit  seiner angeblichen Tätigkeit im engsten Umkreis Pottu 
Ammans vereinbar. So vermochte er anlässlich seiner Anhörung durch 
die Botschaft auf entsprechende Frage hin nicht anzugeben, welches 
der  korrekte  bürgerliche  Name  Pottu  Ammans  sei.  Ferner  ist  auch 
seine Aussage nicht glaubhaft, er habe den Sohn Pottu Ammans noch 
im Januar 2009, bis zu seiner Abstellung zum Kampfeinsatz, in Put-
hukkudiyiruppu regelmässig zur Schule gebracht. Im Januar 2009 lag 
die Kriegsfront in unmittelbarer Nähe zu Puthukkudiyiruppu, und das 
betreffende Gebiet wurde durch die sri-lankische Armee beständig und 
in massiver Weise bombardiert. Es ist als fern jeder Wahrscheinlichkeit 
zu bezeichnen, dass der Sohn eines der ranghöchsten Anführer der 
LTTE zu jenem Zeitpunkt im Kampfgebiet regelmässig zur Schule ge-
schickt  worden  sein  soll.  Ein  weiteres  Unglaubhaftigkeitselement  in 
Bezug auf die angebliche Tätigkeit als Leibwächter Pottu Ammans ist 
schliesslich darin zu sehen, dass der Beschwerdeführer in einem IDP-
Lager bei Vavuniya von einem anderen LTTE-Angehörigen erkannt und 
gegenüber der sri-lankischen Armee identifiziert  worden sein will,  in-
dessen durch die  Sicherheitskräfte  mit  der  Anweisung weggeschickt 
worden  sei,  sich  innert  dreier  Tage wieder  zu  melden.  Vielmehr  ist  
festzuhalten,  dass  die  sri-lankischen  Sicherheitskräfte  grosse  An-
strengungen  unternahmen,  unter  der  vertriebenen  Bevölkerung  An-
gehörige der LTTE zu finden und zu inhaftieren. Wäre der Beschwer-
deführer als ehemaliger Leibwächter Pottu Ammans und insofern als 
Angehöriger  der  Elitetruppen der  LTTE identifiziert  worden,  so  hätte 
man  ihn  zweifellos  unverzüglich  in  Haft  gesetzt  und  nicht  sogleich 
wieder freigelassen. 

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3.2.2 Schliesslich  ist  auf  erhebliche  Widersprüche  in  den  zeitlichen 
Angaben des Beschwerdeführers hinzuweisen. So sagte er anlässlich 
seiner  Befragung  zunächst  aus,  er  sei  von  Mai  bis  August  2009  in 
einem IDP-Lager  bei  Vavuniya  gewesen  (Befragungsprotokoll,  S. 2). 
Im weiteren Verlauf  führte er indessen aus, er sei  am 19.  Juni 2009 
aus dem Lager geflüchtet und dann zunächst mit zwei Jungen, die mit 
ihm geflohen  seien,  zu  deren  Verwandten  gegangen,  von  wo er  an 
seine  Mutter  geschrieben  habe,  die  ihn  schliesslich  abgeholt  habe 
(ebd., S. 6). Aus der Bestätigung der Human Rights Commission of Sri 
Lanka vom 10. September 2009 wiederum geht hervor, dass der Be-
schwerdeführer bereits am 18. Juni 2009 nach Hause gekommen sei. 
An anderer Stelle gab der Beschwerdeführer ausserdem zu Protokoll,  
er habe nach seiner Heimkehr zu seinen Eltern am 29. Juni 2009 vor 
Unbekannten fliehen müssen, die ihn bedroht  hätten. Auf die Unver-
einbarkeit  seiner mündlichen Angaben hingewiesen, gab er schliess-
lich an, dieser Vorfall habe sich in der Tat am 29. August 2009 ereignet 
(Befragungsprotokoll,  S. 8).  Des  Weiteren  führte  er  aus,  zwei  Tage 
nach  der  Heimkehr  zu  seinen  Eltern  sei  er  durch  Angehörige  der 
TMVP und der EPDP bedroht  worden. Auf die Frage hin, wann dies 
geschehen sei,  gab er den 24. Dezember 2009 als Datum an (ebd., 
S. 7).  Indem  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  bezüglich  seiner 
Flucht aus dem IDP-Lager und der Rückkehr in seinen Herkunftsort in 
wesentlicher und nicht nachvollziehbarer Weise divergieren, sind auch 
diese Aspekte als unglaubhaft zu bezeichnen.

3.3 Generell  ist  nicht  in  Abrede  zu  stellen,  dass  die  allgemeine  Si -
cherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka auch nach dem offi-
ziellen Ende des mehr als 25 Jahre dauernden Bürgerkriegs im Mai 
2009 nach wie  vor  schlecht  ist  (vgl. hierzu bspw.  INTERNATIONAL CRISIS 
GROUP, Sri Lanka: A Bitter Peace. Asia Briefing N°99, 11. Januar 2010; 
SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE/JUDITH MACCHI/RAINER MATTERN,  Sri Lanka: 
Aktuelle  Situation,  Bern  2009,  S. 4  ff.). Der  mit  einer  vernichtenden 
Niederlage der LTTE endende Bürgerkrieg hatte verheerende Auswir-
kungen auf  die  Zivilbevölkerung,  wobei  vonseiten beider  Konfliktpar-
teien  massive  Kriegsverbrechen  gegenüber  unbeteiligten  Zivilperso-
nen begangen wurden (s. bspw. INTERNATIONAL CRISIS GROUP, War Crimes 
in Sri  Lanka. Asia Report  N°191, 17. Mai 2010, S. 9 ff.,  24 ff.). Trotz 
der  Beendigung  der  Kampfhandlungen  wird  von  der  Regierung  die 
Meinungs- und Pressefreiheit anhaltend unterdrückt, weshalb eine ob-
jektive Berichterstattung aus Sri  Lanka zur aktuellen Lage nur unter 
äusserst  erschwerten Bedingungen möglich ist. Die weitere Entwick-

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lung der  allgemeinen Lage in  Sri  Lanka muss als  vollkommen offen 
bezeichnet werden. Insbesondere ist unklar, wie die Regierung mit den 
ehemaligen  Angehörigen  und  Anhängern  der  LTTE  umgeht  bezie-
hungsweise weiter umgehen wird. Dabei ist  zwar nicht auszuschlies-
sen, dass der Beschwerdeführer – wenn auch nicht in der behaupteten 
Weise und Funktion – in der Vergangenheit zu einer Zusammenarbeit 
mit den LTTE gezwungen worden sein könnte. Auch erscheint es mög-
lich, dass er deshalb von gewissen Behelligungen seitens der in der 
Ostprovinz Sri Lankas operierenden staatlichen und paramilitärischen 
Organisationen betroffen ist. Jedoch haben sich die hauptsächlichen 
Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft erwiesen, und von 
einer  Schutzbedürftigkeit  im  asylrechtlichen  Sinn  ist  deshalb  nicht 
auszugehen. Vielmehr dürften seine Probleme angesichts des Fehlens 
anderweitiger konkreter und glaubhafter Hinweise nicht über das hin-
ausgehen, was weite Teile der tamilischen Bevölkerung in den betrof-
fenen Regionen erleben. Trotz der jüngsten Ereignisse und der nach 
wie vor unsicheren Situation ist somit im vorliegenden Fall festzuhal-
ten,  dass  gemäss  den  geltenden  asylrechtlichen  Kriterien  keine 
Gründe  vorliegen,  um  die  Einreise  des  Beschwerdeführers  in  die 
Schweiz zu bewilligen, Auch die vom Beschwerdeführer eingereichten 
Beweismittel, insbesondere die beiden Bestätigungsschreiben und die 
Photographien, sind nicht geeignet, einen anderen Schluss herbeizu-
führen. 

3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine konkreten Hinweise für 
eine  anhaltende  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG vorliegen. Das BFM hat somit zutreffend festgestellt, der 
Beschwerdeführer  sei  nicht  schutzbedürftig  im Sinne des Asylgeset-
zes. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz zu Recht die Erteilung 
der Einreisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

4.
Aus den angestellten Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-
gung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). 
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen sowie in  Anwendung von Art. 63 

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Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21.  Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist indessen auf die Erhebung der 
Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Botschaft in Colombo (Ref.-Nr. [...]), mit dem Er-
suchen,  das  Urteil  dem Beschwerdeführer  gegen  Unterzeichnung 
der  beigelegten  Empfangsbestätigung  oder  gegen  postalischen 
Rückschein  zu  eröffnen  und  den  Eröffnungsbeleg  dem 
Bundesverwaltungsgericht zuzustellen (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den Akten  Ref.-Nr. N  [...]  (in 
Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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