# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6221a09-f2e3-53d6-9bd7-254e23747d3b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2018 E-4609/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4609-2017_2018-10-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4609/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Gérard Scherrer, Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Angela Stettler,  

Advokatur Kanonengasse, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 14. Juli 2017 / N (…). 

 

 

 

E-4609/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, afghanischer Staatsangehöriger der Ethnie Hazara 

mit letztem Wohnsitz in Kabul, verliess eigenen Angaben zufolge seinen 

Heimatstaat am 20. November 2015 und reiste über verschiedene europä-

ische Länder am 3. Dezember 2015 in die Schweiz ein. Am 4. Dezember 

2015 ersuchte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ 

um Asyl. Er wurde am 14. Dezember 2015 summarisch zu seiner Person, 

seinem Reiseweg und den Asylgründen befragt (BzP) und am 12. August 

2016 eingehend zu seinen Asylgründen angehört.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, in Kabul geboren zu sein und auch mehrheitlich dort 

gelebt zu haben. Von 1991 bis 2002 habe er mit seiner Familie als Flücht-

ling in Pakistan gelebt und in C._______ zehn Jahre lang die Schule be-

sucht. Er habe sodann einen Englischkurs absolviert und sei als (…) tätig 

gewesen. Im Jahre 2002 seien er und seine Familie nach Kabul zurückge-

kehrt, wo er für weitere zwei Jahre als (…) gearbeitet habe. Im Jahre 2004 

sei er dank der Vermittlung seines (…) als Chauffeur von D._______ (nach-

folgend: E._______), einem ehemals hohen afghanischen Beamten, ein-

gestellt worden. Ab 2009 sei er zusätzlich dem Sicherheitsdienst von 

E._______ zugeordnet, und ab 2011 vom afghanischen Sicherheitsamt als 

offizieller Sicherheitschef von E._______ angestellt worden. E._______ sei 

unter der Regierung von Hamid Karzai (…) gewesen. Mit der Abwahl Kar-

zais und der Wahl des neuen Präsidenten sei E._______ aus seinem Amt 

entlassen worden. Seither sei E._______ als (…) tätig. Der Beschwerde-

führer sei seinerseits weiterhin für den Schutz von E._______ tätig gewe-

sen und habe auch seinen Lohn weiterhin von der nationalen Sicherheits-

direktion erhalten. Bis zu seiner Ausreise habe er für E._______ gearbeitet 

und sei mithin mehr als elf Jahre in dessen Dienst tätig gewesen. Im Jahre 

2013 sei er erstmals telefonisch bedroht worden, wobei von ihm verlangt 

worden sei, er soll seinen Job aufgeben. Die ihn bedrohenden Personen 

hätten E._______ einen Sünder genannt, der für die Amerikaner arbeite. 

Falls er seinen Beruf im Dienste von E._______ weiter ausführe, habe er 

seinen eigenen Tod zu befürchten. Zusätzlich zu weiteren telefonischen 

Drohungen habe er, datiert vom 1. Juli 2014, einen Drohbrief mit ähnlichem 

Inhalt erhalten. Darin sei erneut auf seine berufliche Tätigkeit für 

E._______ Bezug genommen und gedroht worden, man werde ihn umbrin-

gen, sollte er seine Beschäftigung nicht einstellen. Er habe sich aber zu-

nächst nicht von den Drohungen einschüchtern lassen. Im Weiteren sei es 

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Seite 3 

im Jahre 2014 zu zwei Zwischenfällen gekommen: Zum einen sei eines 

Tages das Auto, welches im Dienst stets hinter ihm gefahren sei, angehal-

ten worden. Die betreffenden Personen hätten den Fahrer zwar wieder wei-

terfahren lassen, er gehe aber davon aus, dass sich die Kontrolle eigentlich 

gegen ihn gerichtet habe. Zum anderen sei er etwas später ebenfalls mit 

dem Dienstauto unterwegs gewesen, als er von einem Auto mit vier Perso-

nen in Polizeiuniformen angehalten worden sei. Einer dieser vermeintli-

chen Polizisten habe versucht, die Autotür seines Dienstwagens zu öffnen. 

Es sei ihm aber gelungen, wegzufahren. Er habe daraufhin Anzeige erstat-

tet, beziehungsweise zwei Briefe an die Polizei und einen Brief an seinen 

Arbeitgeber, die Sicherheitsdirektion, gerichtet. Es seien aber keine ent-

sprechenden Ermittlungen eingeleitet worden. Als im Jahre 2015 sein Vor-

gesetzter E._______, der bislang in seiner unmittelbaren Nähe gewohnt 

habe und dessen Haus ständig bewacht worden sei, in einen anderen 

Stadtteil umgezogen sei, habe er sich nicht mehr sicher gefühlt. Er habe 

deshalb, auch um seine Familie, namentlich seine Ehefrau und seine drei 

Kinder zu schützen, beschlossen, Afghanistan zu verlassen. Auch seine 

Ehefrau habe mit den drei gemeinsamen Kindern Afghanistan zwischen-

zeitlich verlassen, sei dann aber wieder zurückgekehrt, da auch dort die 

Situation für sie und die Kinder prekär gewesen sei und sie sich auch dort 

nicht sicher gefühlt hätten. Mittlerweile halte sich seine Familie in Pakistan 

auf. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer sei-

nen afghanischen Dienstpass, seine afghanische Tazkera, diverse Zutritts-

ausweise, ein Beförderungs- beziehungsweise Dankesschreiben, eine Be-

förderungsanfrage, eine Erlaubnis zum Tragen einer Uniform, diverse 

Schulzeugnisse und Kursteilnahmebestätigungen, einen Lebenslauf (in 

deutscher Sprache), eine Anzeige gegen Unbekannt, einen Drohbrief so-

wie diverse Fotos, die unter anderem ihn und E._______ zeigen (alle Be-

weismittel im Original), zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 14. Juli 2017 – eröffnet am 19. Juli 2017 – stellte die 

Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfüllt, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz und den Vollzug der Wegweisung an. 

C.  

Gegen die vorinstanzliche Verfügung erhob der Beschwerdeführer – han-

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delnd durch seine mandatierte Rechtsvertreterin – am 17. August 2017 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er liess beantragen, der 

vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und ihm sei in Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft Asyl in der Schweiz zu gewähren. Eventualiter sei 

die Sache zur erneuten Sachverhaltsabklärung und Entscheidung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die vorläufige Aufnahme 

anzuordnen. 

In formeller Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG unter Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sowie um Einsetzung seiner Rechtsvertreterin als amt-

liche Rechtsbeiständin im Sinne von Art. 110a AsylG (SR 142.31) ersucht. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. August 2017 hiess die zuständige Instruk-

tionsrichterin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung unter Verzicht 

auf Erhebung eines Kostenvorschusses gut. Gleichzeitig wurde antragsge-

mäss MLaw Angela Stettler als amtliche Rechtbeiständin eingesetzt. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. September 2017 wurde das SEM zur Ein-

reichung einer Vernehmlassung eingeladen.  

F.  

Die am 22. September 2017 eingereichte Vernehmlassung (datierend vom 

25. September 2017, recte: 21. September 2017) wurde dem Beschwer-

deführer mit Schreiben vom 22. September 2017 zur Kenntnisnahme zu-

gestellt. 

G.  

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 liess der Beschwerdeführer eine CD 

mit zwei Videos, welche ihn an seinem letzten Arbeitstag mit seinem Vor-

gesetzten E._______ zeigen, als weiteres Beweismittel zu den Akten rei-

chen.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Oktober 2017 wurde die Vorinstanz im 

Hinblick auf das mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 eingereichte neue Be-

weismittel sowie unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 (als Referenzurteil publiziert) 

betreffend die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Kabul zu ei-

ner erneuten Stellungnahme eingeladen.  

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Seite 5 

I.  

Die Vernehmlassung vom 6. November 2017 wurde dem Beschwerdefüh-

rer mit der Möglichkeit zur Einreichung einer Replik am 8. November 2017 

zugestellt.  

J.  

Mit Eingabe vom 23. November 2017 nahm der Beschwerdeführer unter 

Einreichung weiterer Beweismittel (Fotos aus dem Facebook-Profil seines 

Vorgesetzten E._______, Fotos, gefertigt anlässlich einer TV-Aufzeich-

nung) replizierend zur Vernehmlassung des SEM Stellung. Eingereicht 

wurde sodann die Honorarnote.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung der Begründungspflicht 

geltend, indem die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die von ihm 

geltend gemachten, gegen seine Person gerichteten Drohungen, welche 

per Telefon und per Brief erfolgt seien, einzig mit der Begründung als un-

glaubhaft qualifiziert habe, dass der Zeitpunkt dieser Drohungen nicht plau-

sibel sei. Dies komme einer willkürlichen Würdigung gleich. Zudem wird 

gerügt, dass die Vorinstanz es offensichtlich unterlassen habe, den im Ori-

ginal eingereichten Drohbrief zu übersetzen, zu prüfen und zu würdigen. 

Insgesamt habe die Vorinstanz schliesslich den herabgesetzten Beweisan-

forderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht hinreichend Rechnung getragen. 

3.2 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass vorlie-

gend Verfahrensrechte verletzt wurden. Vielmehr betreffen die erhobenen 

„formellen“ Rügen Fragen der materiellen Würdigung des Vorbringens. Es 

wird vornehmlich eine inhaltliche Kritik am vorinstanzlichen Entscheid, ins-

besondere an der Einschätzung der Vorbringen auf ihre Glaubhaftigkeit hin 

und die Einschätzung der Beweistauglichkeit der eingereichten Beweismit-

tel geübt. Die Vorinstanz hat denn auch in der angefochtenen Verfügung 

auf den vom Beschwerdeführer eingereichten Drohbrief Bezug genommen 

und diesen als beweisuntauglich erachtet. Die materielle Würdigung bildet 

Gegenstand der nachfolgenden Erwägungen.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt zu werden, sind nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur 

Annahme besteht, eine Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahr-

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scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss ent-

fernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete 

Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der 

in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung 

als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch 

und nachvollziehbar erscheinen lassen.  

4.3 Ob eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung vorliegt, ist auf-

grund einer objektivierten Betrachtungsweise zu beurteilen. Es müssen 

hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, 

die bei jedem Menschen in der gleichen Lage Furcht vor Verfolgung und 

damit den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden. Die objektive Be-

trachtungsweise ist durch das vom Betroffenen bereits Erlebte und das 

Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. Die erlit-

tene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung 

muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat- 

oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentschei-

des noch aktuell sein. 

4.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids führte die Vorinstanz 

im Wesentlichen aus, die beiden erst in der einlässlichen Anhörung vorge-

brachten Vorfälle im Zusammenhang mit der (versuchten) Kontrolle seines 

Dienstautos beziehungsweise des jeweils hinter ihm fahrenden Autos, 

seien nachgeschoben und daher unglaubhaft. Der Beschwerdeführer habe 

im Rahmen der BzP diese beiden Ereignisse weder im freien Bericht noch 

auf konkrete Fragen hin erwähnt und lediglich von einer schriftlichen und 

mehrfachen telefonischen Drohungen berichtet. Auf diese Unstimmigkeit 

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angesprochen habe er in der Anhörung ausgeführt, er sei während der BzP 

von der Dolmetscherin gehalten worden, sich kurz zu fassen, woraufhin er 

lediglich die ersten Ereignisse, mithin die Drohungen, geschildert habe. 

Wer jedoch Angst vor einer Wegweisung in den Verfolgerstaat habe, gebe 

erfahrungsgemäss die prägendsten Erlebnisse an. Dies habe der Be-

schwerdeführer gerade nicht getan, indem er an der BzP die weniger dras-

tischen Verfolgungsmassnahmen, die telefonischen und schriftlichen Dro-

hungen, als Fluchtgrund angegeben habe. In Bezug auf die als Beweismit-

tel eingereichte Anzeige, die der Beschwerdeführer bei den afghanischen 

Behörden erhoben haben will, führte das SEM aus, dass solchen Schrei-

ben nur ein geringer Beweiswert zukomme, weil zum einen eine Überprü-

fung der Authentizität nicht möglich sei und zum anderen solche Doku-

mente leicht hergestellt oder käuflich erworben werden könnten. Die ein-

gereichten Beweismittel seien somit nicht geeignet, die vorgebrachte Ver-

folgung zu belegen. Schliesslich sei nicht ersichtlich, wieso die Drohungen 

der Regierungsgegner gerade im Jahre 2013 begonnen haben sollten, 

nachdem der Beschwerdeführer bereits seit mehreren Jahren für 

E._______ tätig gewesen sei. Ferner datiere der Drohbrief auf das Jahr 

2004, die telefonischen Anrufe hätten jedoch im Jahre 2013 begonnen, 

was nicht nachvollziehbar sei. Der Beschwerdeführer sei im Weiteren auch 

nicht in der Lage gewesen, die angeblichen Verfolger zu identifizieren.  

5.2 In Bezug auf die Asylrelevanz führte die Vorinstanz aus, der Beschwer-

deführer habe sich eigenen Angaben gemäss an seinen Arbeitgeber, die 

afghanische Sicherheitsdirektion, beziehungsweise an die Polizei ge-

wandt. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, die Behörden hätten je-

doch keine Unterstützung geboten, da diese nur aktiv würden, wenn man 

über Beziehungen verfüge oder ein Paschtune beziehungsweise ein Tad-

schike sei, sei dem zu entgegnen, dass die Sicherheitslage in Kabul auch 

gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts relativ stabil sei. 

Es könne sowohl von der Schutzfähigkeit als auch vom Schutzwillen der 

afghanischen Behörden ausgegangen werden. Ohnehin sei keine fakti-

sche Garantie für langfristigen absoluten individuellen Schutz vor nicht-

staatlicher Verfolgung möglich. Erforderlich sei vielmehr, dass eine funkti-

onierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung stehe und für 

den Betroffenen zugänglich sei. Der Beschwerdeführer habe mit dem Hin-

weis auf seine Ethnie eine Diskriminierung geltend gemacht, welche jedoch 

in Anbetracht dessen, dass er bei den Sicherheitsbehörden und mithin 

beim afghanischen Staat angestellt gewesen sei, auszuschliessen sei. Da 

der Beschwerdeführer seine Verfolger nicht habe identifizieren können, sei 

es durchaus nachvollziehbar, dass auch die Polizei Schwierigkeiten gehabt 

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habe, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Zudem hätte der Beschwer-

deführer seinem Anliegen mehr Nachdruck verleihen müssen. Es seien 

folglich keine Hinweise ersichtlich, dass die Behörden in Kabul nicht 

schutzfähig oder -willig gewesen wären.  

5.3 Des Weiteren sei auch bei unterstellter Glaubhaftigkeit nicht von einer 

gezielten Verfolgungsmassnahme gegen den Beschwerdeführer auszuge-

hen. Die von ihm geschilderten Fahrzeugkontrollen würden aufgrund der 

schlechten Sicherheitslage in Kabul immer wieder stattfinden. Zudem sei 

nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer Opfer eines kriminellen 

Akts ohne politisch motivierten Hintergrund geworden sei, zumal die Krimi-

nalität in Afghanistan für alle Zivilsten gleichermassen ein Sicherheitsprob-

lem darstelle.  

5.4 Mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer zwei 

Videos ein, welche ihn und seinen früheren Vorgesetzten E._______ zei-

gen sollen. In der zweiten Vernehmlassung vom 6. November 2017 nahm 

das SEM zur Beweismitteleingabe Stellung und führte aus, dass zwar 

grundsätzlich nicht an der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers für 

E._______ gezweifelt werde. Dass die Videos ein Beweis dafür seien, dass 

ihn die Taliban problemlos identifizieren könnten, da im Internet etliche sol-

cher Videos kursieren würden, sei mangels eines Belegs für deren tatsäch-

liche Verbreitung als reine Behauptung werten. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde im Wesentlichen 

vor, der vom 1. Juli 2014 datierende Drohbrief stamme vom „Islamischen 

Emirat Afghanistans“ und somit von den Taliban. Wie bereits im erstin-

stanzlichen Verfahren geschildert, sei es nebst den telefonischen Ein-

schüchterungen und der schriftlichen Drohung zu zwei Vorkommnissen ge-

kommen, als er als Fahrer unterwegs gewesen sei. Daraufhin habe er sich 

mit einem Schreiben vom 16. Juli 2015 an die Polizei gewandt und Anzeige 

gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei habe ihm jedoch etwa 20 Tage spä-

ter bei einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass sie nichts unterneh-

men könne und habe ihm die Anzeige wieder ausgehändigt. Zudem habe 

er sich, ebenfalls erfolglos, mit einem von E._______ mitunterzeichneten 

Schreiben an seinen Arbeitgeber, das staatliche Sicherheitsamt, gewandt. 

Da jedoch auch von dieser Seite nichts in der Angelegenheit unternommen 

worden sei, habe er sich von den Behörden im Stich gelassen gefühlt und 

seinen Heimatstaat verlassen. In Bezug auf den Vorwurf der Vorinstanz, 

die beiden Vorfälle, die er als Fahrer erlebt habe, seien nachgeschoben, 

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erklärte der Beschwerdeführer, er sei anlässlich der Befragung zur Person 

nur nach einer groben Zusammenfassung seiner Fluchtgründe angehalten 

worden und man habe ihm nicht die Möglichkeit gegeben, alle Vorfälle zu 

erwähnen. So habe er an der Befragung die Ereignisse chronologisch ge-

schildert und daher zunächst von den telefonischen Drohungen berichtet 

und sodann den Drohbrief erwähnt. Anschliessend sei er von der Dolmet-

scherin unterbrochen und darauf hingewiesen worden, dass er seine 

Gründe einlässlich in der Anhörung schildern könne, er solle nicht so de-

tailliert erzählen. Entsprechend habe er auf Ausführungen zu den weiteren 

Vorfällen verzichtet. Es sei durchaus nachvollziehbar, dass er die Drohun-

gen per Telefon und Brief erwähnt habe, da sich diese Vorfälle zeitlich frü-

her ereignet hätten und er bezüglich der schriftlichen Drohung auch ein 

Beweismittel vorweisen könne. Die Ansicht der Vorinstanz, es würde sich 

bei den vermeintlichen Fahrzeugkontrollen um markantere Ereignisse han-

deln, weswegen er diese als erstes hätte erwähnen sollen, sei eine subjek-

tive Einschätzung, die er nicht teile. Die gegen ihn gerichteten telefoni-

schen und schriftlichen Drohungen habe er als schwerwiegender empfun-

den, zumal ihm jeweils mit dem Tod gedroht worden sei. Ebenfalls sei nach-

vollziehbar, dass er die Frage an der BzP, ob er alle Fluchtgründe genannt 

habe, bejaht habe. Für ihn gebe es nur die eine Bedrohung durch die Re-

gierungsgegner, welche sich in verschiedenster Weise – durch telefonische 

Drohungen, einen Drohbrief und die beiden Ereignisse, welche ihm als 

Fahrer widerfahren seien, – manifestiert habe. Dies habe er auch so zu 

Protokoll gegeben.  

6.2 Des Weiteren sei zu beanstanden, dass die Vorinstanz der als Beweis-

mittel eingereichten Anzeige jegliche Beweistauglichkeit abgesprochen 

habe, ohne sie auf das Bestehen von Fälschungs- beziehungsweise 

Echtheitsmerkmalen überprüft zu haben. Zudem sei auf dem Schreiben ein 

Stempel der zuständigen Polizeibehörde ersichtlich, so dass im Ergebnis 

seine Vorbringen durch das Beweismittel gestützt würden.  

6.3 Soweit die Vorinstanz die Frage stelle, wieso die Drohungen der Re-

gierungsgegner zu besagtem Zeitpunkt hätten beginnen sollen und er 

mehrere Jahre unbehelligt für E._______ habe arbeiten können, hält der 

Beschwerdeführer dem in der Beschwerde entgegnet, dass er erst seit 

dem Jahre 2011 in der Position als Sicherheitschef tätig gewesen sei. Zu-

dem habe sich die allgemeine Situation in Afghanistan nach dem Abzug 

der internationalen Truppen im Jahre 2013 verschärft und die Taliban, wel-

che er als Urheber der Drohungen verdächtige, seien dadurch erstarkt. Es 

sei mithin plausibel, dass er im Jahre 2013 zum ersten Mal bedroht worden 

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sei. Zudem habe er durch das Einreichen des Drohbriefes glaubhaft ma-

chen können, dass die Taliban hinter den Drohungen stünden. So sei be-

kannt, dass die Taliban die Bezeichnung „Islamisches Emirat Afghanistans“ 

verwenden würden, so wie dies auch dem Drohbrief zu entnehmen sei. Die 

Vorinstanz habe es auch in dieser Hinsicht unterlassen, den Drohbrief ei-

ner Überprüfung zu unterziehen. Dass sie dennoch die Drohungen alleine 

aufgrund des Zeitpunkts (Jahr 2013) als unglaubhaft erachte, sei stossend 

und willkürlich, zumal sie keine weiteren Unglaubhaftigkeitselemente habe 

nennen können.  

6.4 In Bezug auf die Asylrelevanz verwechsle die Vorinstanz fälschlicher-

weise die Frage der Sicherheit in Kabul für Personen, welche nicht verfolgt 

würden, mit der Frage des Schutzes von verfolgten Personen. Da der Be-

schwerdeführer eine Verfolgung geltend mache, könne nicht auf die von 

der Vorinstanz genannte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Kabul verwiesen wer-

den. Vielmehr habe das Gericht in seiner konstanten Rechtsprechung fest-

gehalten, dass für Angehörige von Personengruppen mit hohem Risikopro-

fil in Afghanistan keine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur 

bestehe. Dies gelte auch für die teilweise als sicherer geltenden Städte 

Kabul, Herat und Mazar-e-Sharif. Die Vorinstanz bringe keine Gründe vor, 

die eine Abweichung von dieser Rechtsprechung rechtfertigen würde. Zu-

dem habe sich die allgemeine Lage in Afghanistan weiterhin verschlech-

tert. So hätten die Taliban an Macht gewonnen und die Schutzfähigkeit der 

afghanischen Behörden habe durch den Abzug der internationalen Trup-

pen gelitten. Die Ansicht der Vorinstanz, die Behörden hätten nachvollzieh-

barerweise Schwierigkeiten gehabt, gegen die Bedrohung vorzugehen, da 

der Beschwerdeführer Anzeige gegen Unbekannt erstattet habe, könne 

nicht gefolgt werden, zumal die Polizei die Ermittlungen gar nicht erst auf-

genommen habe. Mit dem Hinweis, er sei kein Paschtune oder Tadschike, 

habe er lediglich zum Ausdruck bringen wollen, dass die Polizei bei ein-

flussreichen Personen, welche über die notwendigen finanziellen Mittel 

und die richtigen Beziehungen verfügen würden, eher tätig werde. Er habe 

damit nicht eine Diskriminierung aufgrund seiner Ethnie geltend machen 

sondern auf die herrschende Korruption hinweisen wollen. Ohnehin stehe 

fest, dass sowohl die Polizei als auch das Sicherheitsamt mehrere Monate 

lang auf seine Beschwerden hin nicht tätig geworden seien und damit ihren 

fehlenden Willen beziehungsweise ihre fehlende Fähigkeit bekundet hät-

ten, einer verfolgten Person Schutz zu bieten.  

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Seite 12 

Es sei nicht ersichtlich, welche weiteren Schutzmassnahmen er noch hätte 

ergreifen müssen. Ein effektiver Schutz durch die afghanischen Behörden 

sei somit nicht gegeben.  

6.5 Schliesslich hielt der Beschwerdeführer der vorinstanzlichen Argumen-

tation, im vorliegenden Fall würde es an der Gezieltheit der Verfolgung feh-

len und die Autokontrollen seien auf die verschärfte Sicherheitslage Kabuls 

zurückzuführen, entgegen, er habe in seiner Anhörung genügend klarge-

stellt, dass es sich mitnichten um eine normale Polizeikontrolle gehandelt 

habe und auch das Vorliegen eines rein kriminellen Akts ausgeschlossen 

werden könne. Er sei aufgrund seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit für 

E._______ von den Taliban bedroht und verfolgt worden. E._______ sei 

(…) des ehemaligen afghanischen Präsidenten Karzai gewesen und weise 

somit seinerseits eindeutig ein besonderes Risikoprofil auf. Auch er sei als 

Mitarbeiter beziehungsweise Unterstützer der Regierung einem besonde-

ren Risiko ausgesetzt. Die Taliban seien bekannt dafür, regierungsnahe 

Personen mittels Drohungen und Entführungen einzuschüchtern, um sie 

auf diese Weise zur Abkehr von der Regierungstätigkeit oder gar zum An-

schluss an die Opposition beziehungsweise die Taliban zu bewegen.  

7.  

7.1 Auszugehen ist bei der nachfolgenden Prüfung von folgendem Sach-

verhalt, den auch die Vorinstanz grundsätzlich nicht in Zweifel gezogen hat: 

Der Beschwerdeführer war seit dem Jahre 2004 als Chauffeur für 

E._______ tätig. E._______ seinerseits ist eine öffentlich bekannte Person 

in Afghanistan. Als ranghoher und einflussreicher Beamter der Regierung 

Karzais war er unter anderem (…). Nach der Wahl von Ashraf Ghani im 

Jahr 2014 amtierte E._______ weiterhin als (…) der (…) sowie als (…) (vgl. 

[…]). Ab 2009 arbeitete der Beschwerdeführer nebst seiner Chauffeurtätig-

keit zusätzlich als Sicherheitsbeamter für E._______, bis er im Jahre 2011 

vom afghanischen Sicherheitsamt offiziell als Sicherheitschef von 

E._______ angestellt wurde. Er war aufgrund seiner mehr als elf Jahre 

dauernden beruflichen Tätigkeit offenbar eine wichtige Bezugsperson und 

in vielen Bereichen ein Vertrauter von E._______ Insbesondere bestand 

E._______ auch nach der Beförderung des Beschwerdeführers zum Si-

cherheitsverantwortlichen darauf, dass dieser weiterhin als Fahrer für ihn 

tätig ist, weil er sonst niemandem vertrauen würde (vgl. act. A12/25 F55). 

Die diesbezüglichen realitätsnahen, in sich stimmigen und detaillierten 

Schilderungen des Beschwerdeführers (vgl. act. A12/25 F44 ff.) sprechen 

für die berufliche Tätigkeit und Bedeutung derselben genauso wie die ein-

gereichten zahlreichen Beweismittel, insbesondere die Fotos und Videos, 

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Seite 13 

die den Beschwerdeführer stets in unmittelbarer Nähe von E._______ zei-

gen.  

7.2 Entgegen der Ausführungen der Vorinstanz sind die vom Beschwerde-

führer geltend gemachten Gründe, die zum Entschluss der Flucht aus dem 

Heimatstaat geführt haben, namentlich die von ihm geltend gemachte Be-

drohungslage, als glaubhaft einzustufen. Dies aus den folgenden Gründen: 

7.2.1 Vorab fällt auf, dass der Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht 

von Anfang an wahrgenommen hat, was sich nicht nur an den zahlreichen 

jeweils im Original eingereichten Beweismitteln, sondern auch an seiner 

substantiierten und logisch nachvollziehbaren Erzählweise während der 

BzP und der Anhörung zeigt. Sowohl seine Kernvorbringen als auch Ein-

zelheiten, die weniger wesentlich erscheinen (bspw. hinsichtlich des Dan-

kesschreibens, welches er von der F._______ erhielt [act. A12/25 F75]), 

wirken lebensecht und weisen zahlreiche Realkennzeichen auf.  

7.2.2 Seinen beruflichen Werdegang bei E._______ hat der Beschwerde-

führer an der Anhörung detailliert geschildert und auf allfällige Nachfragen 

präzis und ausführlich geantwortet. So konnte er nicht nur die Namen von 

weiteren Mitarbeitenden nennen (act. A12/25 F57), schildern, wie er zu die-

ser Stelle gekommen ist (act. A12/25 F58 ff.), oder den Inhalt seiner Aus-

bildung zum Sicherheitsverantwortlichen darlegen (act. A12/25 F62 ff.), 

sondern er vermochte, wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen, 

nach Ansicht des Gerichts ebenfalls die Verfolgungssituation durch eine 

extremistische Gruppe schlüssig und plausibel darzulegen.  

7.2.3 Dem vorinstanzlichen Vorwurf, der Beschwerdeführer habe an der 

Befragung zur Person die beiden Vorfälle nicht erwähnt, bei denen er sich 

als Fahrer anlässlich vermeintlicher, gegen seine Person gerichteter Kon-

trollen, bedroht gefühlt habe, ist Folgendes entgegenzuhalten: Die BzP hat 

im Dezember 2015 stattgefunden und dauerte gemäss Zeitangaben im 

Protokoll rund zwei Stunden, was für eine summarische Befragung eine 

relativ lange Dauer darstellt. Der Beschwerdeführer lieferte anlässlich der 

BzP zahlreiche Informationen und Einzelheiten zu seiner Ausbildung, sei-

nen Tätigkeiten, dem Reiseweg und den familiären Beziehungen im Hei-

matstaat. Zwar wurden die asylrechtlich relevanten Gesuchgründe eher 

kurz gehalten, es wurden aber vertiefende Fragen zum Erhalt des Droh-

briefes und der Drohanrufe gestellt. Angaben zu den zwei Vorkommnissen, 

die der Beschwerdeführer als Fahrer erlebt haben will, finden sich im Pro-

tokoll der BzP tatsächlich nicht. Es ist aber im Gesamtkontext festzustellen, 

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Seite 14 

dass sich der Beschwerdeführer in seiner Anhörung sehr gut dokumentiert 

und in sich schlüssig und überzeugend zu seinen beruflichen Tätigkeiten, 

seiner Situation aufgrund dieser Tätigkeit und seiner Furcht vor Verfol-

gungshandlungen geäussert hat. Er hat die beiden Vorkommnisse, die er 

als Fahrer erlebt haben will, ebenfalls in sich kongruent und stimmig und 

ohne jegliche Übertreibungen als einen Aspekt seiner Ängste geschildert. 

Auf diese beiden Vorfälle beziehen sich sodann auch mehrere anlässlich 

der Anhörung eingereichte Beweismittel, namentlich seine Eingaben an die 

Polizei und die Sicherheitsdirektion. Angesprochen darauf, dass er die bei-

den Vorkommnisse in der BzP nicht erwähnt habe, brachte der Beschwer-

deführer ohne Zögern und sehr authentisch gegenüber dem Befrager vor, 

dass er während der BzP dazu angehalten worden sei, sich kurz zu fassen 

und dass ihm versichert worden sei, er könne alle Aspekte seines Gesuchs 

im Rahmen der Anhörung vorbringen. Dies scheint im vorliegenden Fall 

angesichts der Dichte der Begründung auch keineswegs unplausibel. Das 

Gericht geht daher nicht davon aus, dass aus dem Umstand des Nichter-

wähnens der beiden Vorfälle auf die Unglaubhaftigkeit dieses Vorbringens 

geschlossen werden kann.  

7.2.4 Die von der Vorinstanz aufgeführte zeitliche Diskrepanz bezüglich 

des Drohbriefes wurde zudem bereits an der Anhörung aufgelöst 

(vgl. act. A12/25 F81). Der Drohbrief stammt unbestrittenermassen aus 

dem Jahre 2014, was sich auch aus dessen Übersetzung ergibt. Die Vo-

rinstanz geht mithin in ihrer Beurteilung fälschlicherweise davon aus, dass 

der Brief aus dem Jahr 2004 datiert.  

7.2.5 Des Weiteren ist das Gericht der Ansicht, dass das von der 

Vorinstanz kritisierte Unvermögen des Beschwerdeführers, sich zur Identi-

tät der Täterschaft zu äussern, nicht zu seinem Nachteil gereichen kann. 

Dass der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren vorbrachte, er 

wisse nicht genau, wer die Täter seien, sondern diesbezüglich nur Vermu-

tungen äusserte, spricht vielmehr für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen, 

zumal in Afghanistan eine Vielzahl von privaten und (unmittelbar oder mit-

telbar) staatlichen Akteuren am Konflikt beteiligt sind und es sich teils als 

schwierig gestaltet, einzelne Taten einer bestimmten Gruppierung zuzuord-

nen. Ohnehin äusserte er sich dahingehend, dass der im vorinstanzlichen 

Verfahren als Beweismittel eingereichte Drohbrief vom „Islamischen Emirat 

Afghanistan“ stammt, mithin von den Taliban. Diesem Vorbringen kann 

nach Recherchen des Gerichts und einer entsprechenden Übersetzung 

des Schriftstücks grundsätzlich gefolgt werden. So enthält das Dokument 

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Seite 15 

einen Stempel des „Islamischen Emirats Afghanistans“. Ohne die Authen-

tizität und Urheberschaft des Drohbriefes endgültig abklären zu müssen, 

ist der übersetzte Drohbrief zumindest ein weiteres Indiz für die Glaubhaf-

tigkeit der geltend gemachten Verfolgung.  

7.2.6 Sofern die Vorinstanz im vorliegenden Fall gewichtig dahingehend 

argumentiert, es sei unplausibel, dass der Beschwerdeführer trotz seiner 

jahrelangen Tätigkeit für E._______ zunächst unbehelligt blieb und erst im 

Jahr 2013 erstmals bedroht worden sei, kann dem nicht gefolgt werden. 

Wie in der Beschwerdeschrift ausgeführt wurde, war der Beschwerdeführer 

erst seit dem Jahre 2011 offiziell ein Staatsangestellter und hat in diesem 

Zusammenhang wohl erst dadurch die Aufmerksamkeit der Regierungs-

gegner auf sich gezogen. Diese haben des Weiteren ihrerseits nach dem 

Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan im Jahre 2013 deutlich 

an Macht gewonnen. Dass die Drohungen erst zu diesem Zeitpunkt begon-

nen haben, ist folglich durchaus plausibel.  

7.2.7 Schliesslich hat der Beschwerdeführer die Umstände seiner Flucht, 

die rund zwei Jahre nach dem ersten Drohanruf erfolgt ist, umfassend und 

plausibel geschildert. Überzeugend und ohne zu übertreiben führte er be-

reits an der BzP aus, dass er die Drohungen am Telefon zunächst nicht 

ernst genommen habe, da er sich in seinem Wohnviertel und insbesondere 

aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Wohnhaus von E._______ sicher 

und, auch nachts, bewacht gefühlt habe. Als E._______ aber in einen an-

deren Stadtteil umgezogen sei, habe er sich nicht mehr sicher gefühlt und 

sich um die Sicherheit seiner Familie gesorgt (act. A12/25 F97 f.). Überdies 

habe er nach dem Umzug E._______‘s jeweils den Weg zu seinem neuen 

Arbeitsort und zurück auf sich nehmen müssen, und dies sei, weil die Ar-

beitstage sehr unregelmässig gewesen seien und er oft bis spät abends 

gearbeitet habe, besonders gefährlich gewesen (act. A12/25 F138).  

7.2.8 Im Ergebnis sind die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Gründe, 

die zum Ausreiseentschluss geführt haben, als glaubhaft zu erachten.  

7.3 Ferner sind die Vorbringen des Beschwerdeführers auch asylrelevant 

im Sinne von Art. 3 AsylG.  

Es kann offenbleiben, ob die dem Beschwerdeführer gegenüber ausge-

sprochenen Drohungen und die vermeintlichen seiner Person geltenden 

Versuche, sein Auto zu kontrollieren, bereits als genügend intensiv für die 

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Seite 16 

Bejahung einer Vorverfolgung qualifiziert werden können. Vor dem Hinter-

grund des als glaubhaft erachteten Sachverhalts ist vorliegend nämlich in 

jedem Fall eine objektiv begründete Furcht zu bejahen, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Afghanistan mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevante, das heisst ge-

nügend intensive und gezielt gegen ihn gerichtete Nachteile drohen. Des 

Weiteren liegt den drohenden Nachteilen auch ein asylrelevantes Motiv im 

Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG beziehungsweise Art. 1A Ziff. 2 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) zugrunde. Sie sind gegen den Beschwerdeführer als Mitar-

beitenden der afghanischen Regierung gerichtet und zielen darauf ab, ihn 

zur Einstellung seiner beruflichen Tätigkeit für E._______ zu zwingen und 

damit die Schwächung und Unterminierung der staatlichen Strukturen vo-

ranzutreiben.  

Aufgrund seiner langjährigen beruflichen Tätigkeiten als Chauffeur und Si-

cherheitschef von E._______ weist der Beschwerdeführer an sich bereits 

ein gewisses Risikoprofil auf. In seiner Tätigkeit war der Beschwerdeführer 

nach Überzeugung des Gerichts auch exponiert. Er trat stets an der Seite 

von E._______ auf, wie auch die zahlreichen als Beweismittel eingereich-

ten Fotos und Videos vom Arbeitsalltag sowie von medienwirksamen An-

lässen mit Regierungsvertretern belegen. Soweit die Vorinstanz in ihrer 

Vernehmlassung vom 6. November 2017 argumentiert, aus den einge-

reichten Beweismitteln ergebe sich nicht, dass der Beschwerdeführer über 

verschiedene Media identifizierbar sei, kann dem nicht gefolgt werden. 

Selbstverständlich bleibt angesichts des bei den Akten befindlichen Mate-

rials keine andere Möglichkeit, als darauf zu schliessen, dass der Be-

schwerdeführer offensichtlich identifizierbar ist. Die für Personen mit dem 

Profil des Beschwerdeführers an sich schon zu bejahende abstrakte Ge-

fährdung hat sich durch die glaubhaft gemachten, gezielten Drohungen 

und Behelligungen gegen den Beschwerdeführer, welche über die in Af-

ghanistan bestehende allgemeine Sicherheitsgefährdung hinausgeht, in in-

dividueller Hinsicht konkretisiert.  

7.4 Schliesslich ist auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer in seinem Heimatstaat Schutz vor der geltend gemachten Verfolgung 

durch Dritte finden kann und die Sicherheitsbehörden in Kabul eine funkti-

onierende und effiziente Schutzinfrastruktur gewährleisten. Wie bereits er-

läutert, hat das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D-5800/2016 vom 

13. Oktober 2017 eine deutliche Verschlechterung der Sicherheitslage seit 

dem letzten Länderurteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/7) 

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Seite 17 

über alle Regionen hinweg festgestellt. Auch wenn die afghanischen Si-

cherheitskräfte in Kabul im Vergleich zu anderen Gebieten Afghanistans 

besser in der Lage sind, für die Bevölkerung ein einigermassen sicheres 

Umfeld zu schaffen, ist davon auszugehen, dass sie für Angehörige von 

Personengruppen mit einem Risikoprofil wie dem des Beschwerdeführers 

keine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung stel-

len können. 

Die Frage, ob dem Beschwerdeführer in einem anderen Landesteils Afgha-

nistans eine innerstaatliche Flucht- respektive Schutzalternative offenste-

hen würde, muss aufgrund der Tatsache, dass sich die Sicherheitslage in 

anderen Landesteilen Afghanistans ebenfalls desaströs präsentiert und der 

Beschwerdeführer ohnehin keinen Bezug zu einem anderen Landesteil 

vorweisen kann, verneint werden. 

7.5 Nach dem Gesagten gelangt das Gericht zum Schluss, dass eine ob-

jektiv begründete Furcht des Beschwerdeführers vor Verfolgung durch ext-

remistische regierungsfeindliche Akteure im Sinne von Art. 3 AsylG zu be-

jahen ist. Nachdem sich die Sicherheits- und Verfolgungslage in Afghanis-

tan seit der Ausreise keineswegs verbessert, sondern vielmehr noch ver-

schlechtert hat, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer be-

gründeterweise auch künftige Verfolgung zu befürchten hat (vgl. BVGE 

2009/51 E. 4.2.5 m.w.H.).  

8.  

Der Beschwerdeführer erfüllt somit die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von 

Art. 3 AsylG. Die Vorinstanz hat demnach zu Unrecht das Asylgesuch ab-

gelehnt. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Das SEM ist anzuweisen, 

den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen und ihm in der 

Schweiz Asyl zu gewähren, zumal keine Hinweise auf das Vorliegen von 

Ausschlussgründen im Sinne von Art. 53 AsylG ersichtlich sind. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

9.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu Lasten der Vorinstanz eine 

Entschädigung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten 

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Seite 18 

zuzusprechen. Die mit Replik vom 23. November 2017 eingereichte Kos-

tennote weist einen Aufwand von 15.55 Stunden bei einem Stundenansatz 

von Fr. 250.– sowie Auslagen von Fr. 46.90 auf. Der Aufwand scheint in 

zeitlicher Hinsicht angemessen. Auch der Stundenansatz von Fr. 250.– ist 

für die Parteientschädigung als angemessen zu erachten, weswegen die 

von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung auf Fr. 4‘249.– 

(inkl. Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) fest-

zusetzen ist.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 14. Juli 2017 wird aufgehoben und das SEM wird an-

gewiesen, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen und ihm 

Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 4‘249.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

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