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**Case Identifier:** a2da9600-0af3-5c4f-9f82-78ad50ba9cc1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.12.2017 SK.2017.19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2017-19_2017-12-19.pdf

## Full Text

Urteil vom 19. Dezember 2017 
Strafkammer 

Besetzung 

 

Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Einzelrichter 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava  

 

Parteien 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-

anwalt des Bundes Werner Pfister,  

  gegen 

 

A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Christoph 

Hohler,  

 

und als beschwerte Dritte:   

1. B., vertreten durch Rechtsanwalt Franz Szo-

lansky,  
 

2. C.,  
 

3. D.,  
 

4. E.,  

 

Gegenstand 

 

Mehrfaches Ausnützen von Insiderinformationen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2017.19 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen des mehrfachen Ausnützens von Insiderinformatio-

nen als Sekundärinsider, in zwei Fällen versucht und in 21 Fällen vollendet be-

gangen, in der Zeit vom 20. Februar 2013 bis 4. April 2014 in Zürich. 

 

2. A. sei im Zusatz zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 25. August 2015, C-5/2015/21830 zu verurteilen 
 

- zu einer bedingten Freiheitstrafe von 14 Monaten, unter Anrechnung erstan-

dener Polizeihaft von einem Tag und unter Ansetzung einer Probezeit von 

zwei Jahren; 
 

- zu einer Busse von Fr. 8‘400.–, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise 

zu einer Freiheitsstrafe von zwei Wochen. 

 

3. A. sei zu verurteilen, der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen unrechtmäs-

sigen Vermögensvorteil von Fr. 851‘530.10 zurückzuerstatten. 

 

4. B. sei zu verpflichten, der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen unrecht-

mässigen Vermögensvorteil von Fr. 1‘213‘703.80 zurückzuerstatten.  

 

5. C. sei zu verpflichten, der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen unrecht-

mässigen Vermögensvorteil von Fr. 125‘198.55 zurückzuerstatten. 

 

6. D. sei zu verpflichten, der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen unrecht-

mässigen Vermögensvorteil Fr. 5‘774.45 zurückzuerstatten. 

 

7. E. sei zu verpflichten, der Schweizerischen Eidgenossenschaft einen unrecht-

mässigen Vermögensvorteil von Fr. 30‘845.65 zurückzuerstatten.  

 

8. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich A. zu Bezahlung aufzuerlegen. 

 

9. Für den Vollzug der Strafe sei der Kanton Zürich zuständig zu erklären.  

 

Anträge der Verteidigung: 

1. A. sei freizusprechen. 

 

2. Die Einziehungsanträge (Anordnung von Ersatzforderungen) seien abzuweisen. 

- 3 - 

 

3. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien auf die 

Bundeskasse zu nehmen. 

 

4. A. sei eine angemessene Entschädigung für die Kosten seiner Verteidigung und 

eine angemessene Genugtuung zuzusprechen. 

 

Anträge von B. (beschwerte Dritte): 

1. Auf allfällige Einziehungsanträge der Bundesanwaltschaft gegenüber B. sei nicht 

einzutreten; eventualiter seien diese vollumfänglich abzuweisen. Insbesondere 

sei gegenüber B. keine Ersatzforderung anzuordnen. 

 

2. B. sei für die Kosten der anwaltlichen Vertretung eine angemessene Entschädi-

gung zuzusprechen. 

 

Anträge der übrigen beschwerten Dritten 

C., D. und E. beantragen gleichlautend, allfällige Einziehungsanträge der Bun-

desanwaltschaft seien vollumfänglich abzuweisen und es sei ihnen gegenüber 

jeweils keine Ersatzforderung anzuordnen. 

 

Prozessgeschichte: 

A. Aufgrund einer Meldung der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eröffnete die 

Bundesanwaltschaft (BA) am 25. Juni 2014 eine Strafuntersuchung gegen A. we-

gen Verdachts auf Ausnützen von Insiderinformationen gemäss Art. 40 des Bun-

desgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel vom 24. März 1995 (Bör-

sengesetz, BEHG; SR 954.1) in der bis 31. Dezember 2015 geltenden Fassung 

im Zusammenhang mit Effektentransaktionen vor der am 4. April 2014 angekün-

digten Fusion der F. Ltd. und der G. S.A. Am 1. Dezember 2014, 10. Mai 2016 

sowie 8. September 2016 dehnte die BA das Verfahren gegen A. auf weitere 

Sachverhalte aus. In Bezug auf einen Sachverhalt wurde die Untersuchung am 

5. April 2017 eingestellt. 

B. Die BA brachte den Fall nach Abschluss des Vorverfahrens am 10. April 2017 

beim Bundesstrafgericht wegen mehrfachen (teilweise versuchten) Ausnützens 

- 4 - 

von Insiderinformationen im Sinne von Art. 161 Ziff. 2 aStGB resp. Art. 40 Abs. 3 

aBEHG zur Anklage. Als beschwerte Dritte (Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO) fasste sie 

B., C. und den inzwischen verstorbenen H. (Ehegatte von C.), D. sowie E. ins 

Recht. 

C. Am 31. Oktober 2017 reichte die BA eine ergänzte Fassung der Anklageschrift 

beim Gericht ein. Der Beschuldigte wurde neu eventualiter wegen Ausnützens 

von Insiderinformationen im Sinne der Tatbestandsvariante nach Art. 40 Abs. 4 

aBEHG angeklagt. 

D. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen einen 

Strafregisterauszug betreffend den Beschuldigten sowie Betreibungsregisteraus-

züge und Steuerunterlagen des Beschuldigten und der beschwerten Dritten ein. 

Zudem holte das Gericht schriftliche Auskunft bei der I. AG, Zürich, bei der der 

Beschuldigte zur tatrelevanten Zeit als Portfolio Manager gearbeitet hatte, betref-

fend Courtagen und Vermögensverwaltungskosten für die in der Anklageschrift 

thematisierten Anlagen der beschwerten Dritten ein und liess von der BA einen 

Bericht der JP Morgan („cazenove“) zuhanden der Akten nachreichen. Weiter 

nahm das Gericht in Gutheissung eines entsprechenden Beweisantrags der BA 

einen weiteren Bericht der JP Morgan („buildung materials“) zu den Akten. Zu-

dem zog es auf Antrag des Verteidigers die Verfahrensakten des von der BA im 

gleichen Sachzusammenhang gegen J. geführten eingestellten Strafverfahrens 

bei. Am 16. Oktober 2017 reichte der Beschuldige eine persönliche Stellung-

nahme mit diversen Beilagen ein; diese wurden zu den Akten erkannt. 

E. Die Hauptverhandlung fand am 6. November 2017 in Anwesenheit der Ankläge-

rin sowie des Beschuldigten und seines Verteidigers vor dem Einzelrichter der 

Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt. Die beschwer-

ten Dritten liessen sich vernehmen, doch verzichteten sie auf eine Teilnahme an 

der Hauptverhandlung.  

F. Das Urteil wurde am 19. Dezember 2017 öffentlich und mit mündlicher Begrün-

dung des Einzelrichters verkündet. Der Beschuldigte und sein Verteidiger waren 

auf Gesuch hin vom persönlichen Erscheinen dispensiert worden. 

G. In der Folge verlangten die BA, der Beschuldigte und die beschwerte Dritte B. 

innert gesetzlicher Frist die schriftliche Begründung des Urteils (Art. 82 Abs. 2 

lit. a StPO). 

 

- 5 - 

Der Einzelrichter erwägt: 

1. Vorfragen 

1.1 Anwendbares Recht 

Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Taten haben sich teils vor (Ereignisse 1-

2) und teils nach (Ereignisse 3-6) der am 1. Mai 2013 in Kraft getretenen Geset-

zesrevision (AS 2013 1103), durch welche das Insiderdelikt von Art. 161 aStGB 

in Art. 40 aBEHG überführt wurde, ereignet. Per 1. Januar 2016 wurde das be-

treffende Delikt mit marginalen Änderungen in Art. 154 des Bundesgesetzes vom 

19. Juni 2015 über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Ef-

fekten- und Derivatehandel (Finanzmarktinfrastrukturgesetz, FinfraG; SR 958.1) 

transferiert (AS 2015 5339). Aufgrund des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots 

gilt grundsätzlich das zur Tatzeit geltende Recht, es sei denn, das neue Recht ist 

im konkreten Fall für den Täter das mildere (Art. 2 Abs. 2 StGB). Letzteres ist 

hier nicht der Fall. Folglich kommt in casu jeweils das zur Tatzeit geltende Recht 

zur Anwendung, mithin Art. 161 aStGB in Bezug auf die Ereignisse 1-2 und 

Art. 40 aBEHG in Bezug auf die Ereignisse 3-6. 

1.2 Zuständigkeit 

Nach Art. 22 StPO obliegt die Verfolgung und Beurteilung strafbarer Handlungen 

grundsätzlich den Kantonen, soweit sie nicht der Bundesgerichtsbarkeit unter-

stehen. Straftaten nach Art. 161 aStGB waren unter kantonaler Gerichtsbarkeit 

zu verfolgen und zu beurteilen. Mit der vorstehend erwähnten Revision des 

BEHG wurde die Verfolgung und Beurteilung von Insiderdelikten per 1. Mai 2013 

in die Bundeszuständigkeit überführt (Art. 44 aBEHG i.V.m. Art. 23 Abs. 2 StPO). 

Diese Zuständigkeit wurde auch mit Inkrafttreten des FinfraG beibehalten (156 

Abs. 1 FinfraG i.V.m. Art. 23 Abs. 2 StPO). Die Bundesgerichtsbarkeit ist dem-

nach gegeben. 

Die Kompetenz des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 des Bundesgeset-

zes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 

(StBOG, SR 173.71). 

1.3 Anklageprinzip 

1.3.1 Die Verteidigung rügt eine Verletzung des Anklageprinzips in mehrfacher Hin-

sicht. Soweit die Einwände ausschliesslich Vorwürfe betreffen, die nicht zu einem 

- 6 - 

Schuldspruch führen, sind sie nicht entscheiderheblich und folglich nicht näher 

zu thematisieren. 

Die Verteidigung beanstandet zunächst, dass die BA am 31. Oktober 2017 die 

Anklage von sich aus, ohne gerichtliche Aufforderung, ergänzt hat. Diese Vorge-

hensweise verstosse gegen das (aus dem Anklageprinzip abgeleiteten) Immuta-

bilitätsprinzip. Zudem sei die Anklage inhaltlich ungenügend. Namentlich würden 

in der Anklageschrift die Art der ausgenutzten Information, insbesondere die Er-

heblichkeit der Beeinflussung des Kursverlaufs, nicht hinreichend dargestellt 

(TPF 23.920.2; 23.925.153 ff.). 

1.3.2 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 

Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen 

Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsver-

fahrens (Umgrenzungsfunktion; Immutabilitätsprinzip). In der Anklageschrift sind 

(unter anderem) die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Be-

schreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung möglichst 

kurz, aber genau zu bezeichnen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Zugleich bezweckt 

das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Per-

son und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; 

BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Durch klare Umgren-

zung des Prozessgegenstands und Vermittlung der für die Verteidigung notwen-

digen Informationen soll dem Betroffenen ein faires Verfahren garantiert werden. 

Entscheidend ist, dass der Beschuldigte genau weiss, was ihm konkret vorge-

worfen wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 2. Dezember 2010 

E. 2.4; 6B_794/2007 vom 14. April 2008 E. 2.1, je m.w.H.). Überspitzt formalisti-

sche Anforderungen dürfen indes an die Anklageschrift nicht gestellt werden (Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_606/2012 vom 6. Februar 2013 E. 1.3; 6B_966/2009 

vom 25. März 2010 E.3.3). 

1.3.3 Das Immutabilitätsprinzip statuiert die Bindung des Gerichts an den in der Ankla-

geschrift umschriebenen Sachverhalt. Es wird durch eine vor der Hauptverhand-

lung ohne gerichtliche Aufforderung erfolgte Ergänzung der Anklageschrift sei-

tens der Staatsanwaltschaft nicht beeinträchtigt. Wenn eine Nachbesserung der 

Anklage nach Art. 329 Abs. 2 oder Art. 333 StPO auf Aufforderung bzw. Einla-

dung des Gerichts möglich ist, so ist sie es auch, wenn sie ohne Aufforderung 

des Gerichts erfolgt (Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2015.14 vom 1. Juli 2015, 

E. 4.3.1). Die ratio legis des Anklageprinzips liegt darin, dass die beschuldigte 

Person in sachverhaltlicher Hinsicht hinreichend genau weiss, was ihr geworfen 

wird. Dieses Ziel wird unabhängig davon, ob die Staatsanwaltschaft oder das 

Gericht die Anklageänderung initiiert hat, gleichermassen erreicht. Selbstredend 

- 7 - 

sind die Parteirechte der beschuldigten Person auch bei einer Anklageänderung 

zu wahren. Insbesondere muss die Verteidigung genügend Zeit haben, um sich 

auf die veränderte Anklage vorzubereiten. Es trifft zu, dass die Modifikation der 

Anklage, die wenige Tage vor der Hauptverhandlung eingegangen ist, kurzfristig 

erfolgt ist. Indes betreffen die in die Anklage eingefügte alternative Vorhalte nicht 

zusätzliche, sich aus der evtl. Beweiswürdigung ergebende Sachverhaltsele-

mente. Vielmehr antizipieren sie ein mögliches Beweisergebnis, bei welchem – 

im Vergleich zur ursprünglichen Anklage – der Nachweis der Art der (nicht iden-

tifizierten) Informationsquelle nicht als erstellt betrachtet wird. Mithin liegt eine 

Konstellation vor, bei der die in der ursprünglichen Anklage enthaltenen Ele-

mente für eine Subsumtion unter die vorliegend relevante, eventualiter vorge-

brachte Tatbestandsvariante von Art. 40 Abs. 4 aBEHG ausreichten (vgl. dazu 

mutatis mutandis NIGGLI/HEIMGARTNER, Balser Kommentar, 2. Aufl., 2014, 

Art. 350 N 7). Folglich musste sich die Verteidigung auch bei der ursprünglichen 

Anklage im Hinblick auf die Hauptverhandlung mit dieser Sachverhaltsvariante 

auseinandersetzen. Die geänderte Anklage erschöpft sich im Wesentlichen in 

einem Würdigungsvorbehalt, den auch das Gericht noch anlässlich der Haupt-

verhandlung vornehmen kann (Art. 344 StPO). Insoweit sind die mit der Ankla-

geänderung einhergehenden Modifikationen dergestalt, dass der Beschuldigte 

und die Verteidigung insgesamt genügend Zeit hatten, sich auf die Hauptver-

handlung hinreichend vorzubereiten. 

1.3.4 In Bezug auf die Sachverhaltsdarstellung in der Anklageschrift ergibt sich Fol-

gendes: Es trifft zu, dass sich die Anklageschrift nicht direkt zur Kursrelevanz der 

inkriminierten Ereignisse äussert. Die Kursrelevanz betrifft indes die rechtliche 

Würdigung der inkriminierten Informationen, welche in der Anklage als Ereig-

nisse umschrieben werden. Die Anklage kann nicht anders verstanden werden, 

als dass es sich bei den Ereignissen, in dessen Kenntnis der Beschuldigte ge-

langt sein soll, um erheblich kursrelevante Tatsachen im Sinne von Art. 161 

aStGB bzw. Art. 40 aBEHG handeln soll. Die Anklage umschreibt in sachverhalt-

licher Hinsicht detailliert, weswegen die den betreffenden Ereignissen zugrunde-

liegenden Tatsachen ex ante aufgrund der allgemeinen Marktlage kursrelevant 

gewesen sein sollen und wie sich der Kurs nach Publizität tatsächlich entwickelt 

hat. Mithin geht der Einwand fehl, die Anklage behaupte nicht einmal, die Ereig-

nisse würden zu einer erheblichen Kursveränderung führen. Eine Verletzung des 

Anklageprinzips ist auch diesbezüglich nicht gegeben. 

1.4 Verjährung 

Die Verteidigung bringt vor, die eventualiter angeklagten Übertretungen gemäss 

Art. 40 Abs. 4 aBEHG seien gemäss Art. 109 StGB bereits verjährt (TPF 

- 8 - 

23.920.2; 23.925.144 f.). Diesbezüglich verkennt die Verteidigung, dass in Bezug 

auf die nach dem 1. Mai 2013 begangenen Delikte die Spezialbestimmung von 

Art. 52 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 2007 über die Eidgenössische Finanz-

marktaufsicht (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) zur Anwendung 

kommt und demgemäss in Bezug auf Übertretungen der Finanzmarktgesetze – 

worunter gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. e FINMAG auch das BEHG fällt – die Verfol-

gungsverjährungsfrist 7 Jahre beträgt. Mithin wären die eventuellen Übertretun-

gen in Bezug auf die diesbezüglich angeklagten Ereignisse 3-6 nicht verjährt, 

weswegen kein Prozesshindernis vorliegt. 

2. Zusammengefasste Anklagevorwürfe 

2.1 Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammenfassend vor, er habe von Feb-

ruar 2013 bis Ende März 2014 von einer nicht identifizierten Quelle mit Primä-

rinsiderstellung innerhalb oder ausserhalb der F.-Gruppe, eventuell von einer an-

deren unbekannten Quelle, mehrfach Kenntnis von Insiderinformationen aus 

dem Geschäftsbereich der F.-Gruppe erlangt und gestützt darauf Derivatge-

schäfte im eigenen resp. im Namen seiner Lebenspartnerin B. getätigt (Ereig-

nisse 1-5 [Anklagepunkte E.1-E.5]). Überdies habe er Insiderinformationen über 

die nicht angekündigte Fusion zwischen der F. Ltd. und der G. S.A. für Effekten-

geschäfte mit Aktien und Derivaten beider Gesellschaften für sich, seine Leben-

spartnerin und vier Vermögensverwaltungskunden (das Ehepaar C. und H., D., 

E.) ausgenützt und dadurch unrechtmässige Vermögensvorteile erlangt (Ereignis 

6 [Anklagepunkt E.6]). 

2.2 Der Beschuldigte bestreitet, die inkriminierten Effektentransaktionen in Kenntnis 

von Insiderinformationen getätigt zu haben (BA pag. 13.001-0003/0101 f./0120 

ff.; TPF pag. 23.521.019). 

3. Ausnützen von Insiderinformation als Sekundärinsider (Art. 161 Ziff. 2 

aStGB/Art. 40 Abs. 3 aBEHG) 

3.1 Der Beschuldigte ist im Hauptanklagepunkt wegen mehrfachen Ausnützens von 

Insiderinformationen als sog. Sekundärinsider im Sinne von Art. 161 Ziff. 2 aStGB 

(Ereignisse 1 und 2/Anklagepunkte E.1 und E.2) resp. Art. 40 Abs. 3 aBEHG 

(Ereignisse 3-6/Anklagepunkte E.3-E. 6) angeklagt.  

3.2 Die Voraussetzungen der Strafbarkeit des Sekundärinsiders nach diesen Bestim-

mungen sind, soweit hier relevant, identisch. 

- 9 - 

3.2.1 Nach Art. 161 Ziff. 2 aStGB macht sich als Sekundärinsider strafbar, wer von 

einer Person nach Ziff. 1 dieser Bestimmung eine vertrauliche Tatsache, deren 

Bekanntwerden den Kurs von in der Schweiz börslich oder vorbörslich gehandel-

ten Aktien, anderen Wertschriften oder entsprechenden Bucheffekten der Gesell-

schaft oder von Optionen auf solche in voraussehbarer Weise erheblich beein-

flussen wird, unmittelbar oder mittelbar mitgeteilt erhält und sich oder einem an-

dern durch Ausnützen dieser Mitteilung einen Vermögensvorteil verschafft. 

Zum Personenkreis, aus dem die Insiderinformation unmittelbar oder mittelbar 

stammen muss, gehören gemäss Art. 161 Ziff. 1 aStGB zum einen unterneh-

mensinterne Entscheidungsträger (Mitglieder des Verwaltungsrats und der Ge-

schäftsleitung) sowie ihre Hilfspersonen und zum anderen bestimmte externe 

Personen, die aufgrund ihrer Funktion einen privilegierten Zugang zu vertrauli-

chen Informationen der Gesellschaft haben (Mitglieder der Revisionsstelle, Be-

auftragte der Gesellschaft, Behördenmitglieder, Beamte sowie Hilfspersonen all 

dieser Personen). Bei diesen Personen handelt es sich um sog. Primärinsider 

(CHRISTOPH PETER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2013, Art. 161 StGB N 19). 

3.2.2 Nach Art. 40 Abs. 3 aBEHG macht sich als Sekundärinsider strafbar, wer sich 

oder einem anderen einen Vermögensvorteil verschafft, indem er eine Insiderin-

formation, die ihm von einem Primärinsider im Sinne von Abs. 1 dieser Bestim-

mung mitgeteilt wurde, dazu ausnützt, Effekten, die an einer Börse oder einer 

börsenähnlichen Einrichtung in der Schweiz zum Handel zugelassen sind, zu er-

werben oder zu veräussern oder daraus abgeleitete Finanzinstrumente einzuset-

zen. 

Den Kreis der Primärinsider, aus dem die Insiderinformation stammt, umschreibt 

Art. 40 Abs. 1 aBEHG: Demgemäss muss es sich bei der betreffenden Person 

um ein Organ oder Mitglied eines Leitungs- oder Aufsichtsorgans eines Emitten-

ten oder einer den Emittenten beherrschenden oder von ihm beherrschten Ge-

sellschaft oder eine Person handeln, die aufgrund ihrer Beteiligung oder ihrer 

Tätigkeit bestimmungsgemäss Zugang zu Insiderinformationen hat. 

Obschon in Art. 40 Abs. 3 aBEHG – im Unterschied zu Art. 161 Ziff. 2 aStGB – 

der Passus „unmittelbar oder mittelbar“ fehlt, wird nach Auffassung der überzeu-

genden herrschenden Lehre der mittelbare Erhalt von Insiderinformationen (von 

Primärinsider über Mittelsmann; sog. Kettentipp) von dieser Bestimmung eben-

falls erfasst (vgl. NICOLAS LEU, Der revidierte Insidertatbestand, AJP 2013, 266; 

WOLFGANG WOHLERS, Finanz- und Kapitalmarktstrafrecht, in: Ackermann/Heine 

[Hrsg.], Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2013, § 14 Rz. 61; a.M. LUKAS FAHR-

LÄNDER, Der revidierte schweizerische Insiderstraftatbestand, 2015, Rz. 213). 

- 10 - 

3.3 In Bezug auf die Beweisanforderungen betreffend den Nachweis der Primärinsi-

derstellung des Tippgebers gelten – in Ermangelung einer gesetzlichen Beweis-

lastumkehr – die allgemeinen Grundsätze (vgl. FAHRLÄNDER, a.a.O., Rz. 217). 

Der Nachweis kann demgemäss mittels direkten oder indirekten Beweises er-

bracht werden. Bei Letzterem (sog. Indizienbeweis) wird aus bestimmten Tatsa-

chen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die 

zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehr-

zahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlich-

keit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können in ihrer Gesamtheit ein 

Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass 

sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3 m.w.H.).  

In Bezug auf das vorliegende Delikt muss aus dem Beweisergebnis eindeutig 

hervorgehen, dass die inkriminierte Information von einer Person mit Primärinsi-

derstellung unmittelbar oder über eine Mittelsperson zum Beschuldigten gelangt 

ist. Soweit kein direkter Beweis hinsichtlich der Informationsquelle vorliegt, be-

darf es zumindest Indizien, welche darauf schliessen lassen, dass bei einer Ge-

samtbetrachtung aller konkreten Anhaltpunkte lediglich ein Primärinsider als 

Quelle in Frage kommt. 

3.4 Die Anklage hält dem Beschuldigten im Hauptanklagepunkt vor, dass er jeweils 

aus einer nicht identifizierten Quelle mit Primärinsiderstellung innerhalb oder aus-

serhalb der F.-Gruppe Kenntnis über die kursrelevanten Ereignisse mit Bezug 

zur F. Ltd. erhalten habe.  

Wie nachfolgend zu zeigen sein wird (E 4.8.6-4.8.8), hat der Beschuldigte drei 

Mal vor einem nicht angekündigten Ereignis aus dem Geschäftsbereich der F. 

Ltd. Effekten dieser Gesellschaft, darunter insbesondere hochriskante Optionen 

mit kurzen Restlaufzeiten, gekauft und dabei beträchtliche Summen investiert. 

Sein Kaufverhalten indiziert, dass ihn jemand mit Insiderinformationen versorgt 

hat. Dieser Umstand allein erbringt jedoch keinen rechtsgenügenden Nachweis 

dafür, dass es sich beim eventuellen Tippgeber um eine Person mit Primärinsi-

derstellung gehandelt hat. Ein diesbezüglicher personenbezogener Verdacht im 

Laufe der Strafuntersuchung hat sich nicht erhärtet. Konkret wurde das Strafver-

fahren gegen den in diesem Zusammenhang beschuldigten J. mit Verfügung der 

BA vom 22. August 2016 rechtskräftig eingestellt. J., der in der fraglichen Zeit 

Head Investor Relations bei der F. Ltd. gewesen war, wurde verdächtigt, die in-

kriminierten Informationen dem Beschuldigten zugänglich gemacht zu haben. 

Zwar ergab die Untersuchung indirekte Kontakte zwischen den beiden über ge-

- 11 - 

meinsame Bekannte. Anhaltspunkte dafür, dass im betreffenden Zeitraum di-

rekte Begegnungen oder andere Kontakte stattfanden, die vertiefte Abklärungen 

erfordern würden, konnten jedoch nicht gefunden werden (BA SV.16.0717 pag. 

03.0001 ff.). Insoweit bleibt im Dunkeln, von welcher Quelle der Beschuldigte die 

betreffenden Informationen erlangt hat. Insbesondere fehlen Hinweise darauf, 

dass die Person, von welcher der Beschuldigte Insiderinformationen unmittelbar 

oder mittelbar erhalten hat, aufgrund ihrer Stellung bestimmungsgemäss Zugang 

zu betreffenden Informationen hatte.  

3.5 Die vorhandene Beweislage reicht nach dem Gesagten nicht aus, um die ange-

klagten Sachverhalte unter den Tatbestand des Ausnützens von Insiderinforma-

tionen gemäss Art. 161 Ziff. 2 aStGB bzw. Art. 40 Abs. 3 aBEHG zu subsumieren. 

4. Ausnützen von Insiderinformationen als Tertiärinsider (Art. 40 Abs. 4 

aBEHG) 

4.1 Nachdem dem Beschuldigten eine Sekundärinsiderstellung nicht nachgewiesen 

werden kann und vorliegend weder eine Primär- (Art. 161 Ziff. 1 aStGB/Art. 40 

Abs. 1 aBEHG) noch eine Deliktsinsiderstellung (Art. 40 Abs. 2 aBEHG) in Frage 

kommen, ist zu prüfen, ob er sich – im Sinne der Eventualanklage – als sog. 

Tertiärinsider gemäss Art. 40 Abs. 4 aBEHG strafbar gemacht hat. 

4.2 Gemäss Art. 40 Abs. 4 aBEHG macht sich strafbar, wer nicht zu den Personen 

nach Abs. 1-3 dieser Bestimmung gehört und sich oder einem anderen einen 

Vermögensvorteil verschafft, indem er eine Insiderinformation dazu ausnützt, Ef-

fekten, die an einer Börse oder einer börsenähnlichen Einrichtung in der Schweiz 

zum Handel zugelassen sind, zu erwerben, zu veräussern oder daraus abgelei-

tete Finanzinstrumente einzusetzen. Diese Deliktsvariante erfasst Personen, 

welchen zwar das Ausnützen einer Insiderinformation nachgewiesen werden 

kann, nicht aber, aus welcher Quelle die Information stammt (FAHRLÄNDER, 

a.a.O., Rz. 234). 

4.3  

4.3.1 Für die Strafbarkeit gemäss Art. 40 Abs. 4 aBEHG kommen nur die nach dem 

1. Mai 2013 begangenen Taten in Betracht. In Bezug auf die inkriminierten Er-

eignisse 1 und 2 fehlt es an einer zur tatrelevanten Zeit geltenden entsprechen-

den Strafbestimmung, so dass diesbezüglich aufgrund des Rückwirkungsverbots 

(Art. 2 Abs. 1 StGB) eine Verurteilung von vornherein nicht in Betracht kommt. 

Der Beschuldigte ist daher in den betreffenden Anklagepunkten (E.1 und E.2) 

freizusprechen. 

- 12 - 

4.3.2 Art. 40 Abs. 4 aBEHG ist als Übertretungstatbestand ausgestaltet. Der Versuch 

einer Übertretung ist nach Art. 105 Abs. 2 StGB nicht strafbar, soweit eine Be-

stimmung den Versuch nicht ausdrücklich für strafbar erklärt. Davon hat der Ge-

setzgeber vorliegend abgesehen (vgl. mutatis mutandis SETHE/FAHRLÄNDER, in: 

Sethe et al. [Hrsg.], Kommentar FinfraG, 2017, Art. 154 FinfraG N 166). In Bezug 

auf die inkriminierten Ereignisse 3 und 4 wirft die BA dem Beschuldigten mangels 

eines realisierten Vermögensvorteils jeweils eine versuchte Straftat vor, weswe-

gen eine Strafbarkeit a priori ausser Betracht fällt. Der Beschuldigte ist demnach 

in den entsprechenden Anklagepunkten (E.3 und E.4) freizusprechen. 

4.4 Zur Diskussion stehen demnach die angeklagten Handlungen im Umfeld der Er-

eignisse 5 und 6 (Anklagepunkte E.5 und E.6). 

4.5 Gegenstand eines Insiderdelikts nach Art. 40 aBEHG sind „Effekten, die an einer 

Börse oder einer börsenähnlichen Einrichtung in der Schweiz zum Handel zuge-

lassen sind (…) oder daraus abgeleitete Finanzinstrumente“.  

Diese Voraussetzung ist bei den in Frage stehenden Effekten erfüllt: Die Aktie 

der F. Ltd. (FF.) war in der anklagerelevanten Zeit an der Schweizer Börse SIX 

Swiss Exchange AG kotiert; die Aktie der G. S.A. (GG.) war an derselben über 

das sog. Liquidnet handelbar. Derivate mit Basiswert FF. und GG. waren zudem 

u.a. auf der elektronischen Handelsplattform EUREX handelbar. Die EUREX ist 

im Besitz einer schweizerischen Börsenbewilligung und steht unter der Aufsicht 

der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA); sie gilt damit als eine 

schweizerische Börse (PETER, a.a.O., Art. 161 N 25). 

4.6 Art. 40 aBEHG verlangt als Tatbestandsvoraussetzung eine Insiderinformation. 

Nach der Legaldefinition von Art. 2 lit. f aBEHG ist Insiderinformation eine ver-

trauliche Information, deren Bekanntwerden geeignet ist, den Kurs von Effekten, 

die an einer Börse oder einer börsenähnlichen Einrichtung in der Schweiz zum 

Handel zugelassen sind, erheblich zu beeinflussen.  

Als vertraulich gilt eine Information, wenn sie nicht allgemein, sondern nur einem 

beschränkten Personenkreis bekannt ist (MICHAEL TRIPPEL/GUIDO URBACH, Bas-

ler Kommentar zum Börsengesetz, 2. Aufl., 2011, Art. 161 StGB N 25). Sie ist 

hingegen nicht vertraulich, wenn das Börsenpublikum davon – durch eine offizi-

elle Information oder auf andere Art und Weise – Kenntnis hat. Die Vertraulichkeit 

einer Tatsache bzw. Information endet, wenn sie "de manière presque certaine, 

par un cercle élargi d'acteurs boursières" bekannt ist (BGE 118 Ib 448 E. 6b/aa) 

oder „wenn ein Dritter sie erlangen könnte, wenn auch nur mit Anstrengung“ (Ur-

teil des Bundesgerichts 2A.230/1999 vom 2. Februar 2000 E. 6.b m.w.H.). 

- 13 - 

Die vertrauliche Information muss geeignet sein, bei ihrem Bekanntwerden den 

Kurs der fraglichen Effekten erheblich zu beeinflussen. Massgebend für die Be-

urteilung des Kursbeeinflussungspotentials ist eine objektivierende Betrach-

tungsweise ex ante. Im Zeitpunkt der Tat müssen für den Insider sowohl die Aus-

schlagrichtung (nach oben oder unten) als auch deren Intensität in groben Zügen 

vorhersehbar sein (Urteil des Bundestrafgerichts SK.2015.14 vom 1. Juli 2015 

E. 7.3; PETER, a.a.O., Art. 161 N 28). 

Die Frage der Erheblichkeit der Kursveränderung wird in der Doktrin kontrovers 

diskutiert; das Bundesstrafgericht hat sich mit dieser Problematik in seiner bishe-

rigen Praxis nicht vertieft auseinandersetzen müssen (vgl. Urteile des Bunde-

strafgerichts SK.2015.14 vom 1. Juli 2015 E. 7.3; SK.2017.3 vom 8. Juni 2017 

E. 3.6). Im älteren Schrifttum wird das Merkmal der erheblichen Kursbeeinflus-

sung mittels prozentualer Grenzwerte konkretisiert. Bei Aktien wird, je nach Lehr-

meinung, eine zu erwartende Kursänderung von 5-10%, 10-20% oder mindes-

tens 20% verlangt; bei Optionen und Obligationen wird wegen der höheren resp. 

niedrigeren Volatilität von höheren resp. tieferen Schwellenwerten ausgegangen 

(Nachweise bei SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 2 lit. j FinfraG N 52; CHRISTIAN 

LEUENBERGER, Die materielle kapitalmarktstrafrechtliche Regulierung des Insi-

derhandels de lege lata und de lege ferenda in der Schweiz, 2010, 352 f.). Dieser 

Ansatz vermag indes nicht zu überzeugen. Zunächst können in Prozenten ge-

fasste Richtwerte dem Umstand nicht Rechnung tragen, dass verschiedene 

Wertpapiere auch innerhalb einer Gattung unterschiedliche Volatilitäten aufwei-

sen. So fallen etwa Kursschwankungen von umsatzstarken Aktien grosser Un-

ternehmen (sog. „Blue Chips“) im Vergleich zu den Aktien mit kleinerem Han-

delsvolumen in der Regel geringer aus. Bei solchen Gesellschaften hat selbst ein 

offensichtlich kursrelevantes Ereignis wie eine bevorstehende Fusion in Bezug 

auf den Aktienkurs nicht zwingend eine ziffernmässig grosse Kursschwankung 

zur Folge. Indes sind die diesbezüglichen Auswirkungen auf Optionen aufgrund 

der diesen zugrunde liegende Hebelwirkung sehr gross. Gegen die Verwendung 

fester Prozentsätze spricht sodann, dass die Kursrelevanz aus der ex ante-Per-

spektive beurteilt werden muss. Eine präzise prozentmässige Prognose einer 

künftigen Kursentwicklung ist aber faktisch unmöglich. Richtigerweise ist daher 

die Kursrelevanz in Anlehnung an das US-amerikanische Insiderrecht nach dem 

sog. Reasonable Investor Test zu beurteilen, wie es in der neueren Lehre ver-

mehrt gefordert wird: Demnach ist die Kursrelevanz gegeben, wenn ein vernünf-

tiger Anleger die Information mit erheblicher Wahrscheinlichkeit als Teil der 

Grundlage seiner Anlageentscheidung nutzen würde (SETHE/FAHRLÄNDER, 

a.a.O., Art. 2 lit. j FinfraG N 53, 58 ff.; LEUENBERGER, a.a.O., 349; DANIELA KOE-

NIG, Das Verbot von Insiderhandel, 2006, 174 f.; WOLFGANG WOHLERS, Insider-

rechtliche Schranken für die Offenlegung von Informationen im Rahmen von 

- 14 - 

Firmenübernahmen und beim Pakethandel, in: Festschrift für Rolf H. Weber zum 

60. Geburtstag, 2011, 398). 

4.7  

4.7.1 In Bezug auf das Ereignis 5 soll der Beschuldigte gemäss Anklage am 24. Feb-

ruar 2014 oder kurz davor aus einer nicht identifizierten Quelle präzise oder für 

einen Anlageentscheid ausreichende Kenntnis davon erlangt haben, dass das 

von F. Ltd. für den 26. Februar 2014 angekündigte Jahresergebnis 2013 besser 

sein würde, als von den Marktanalysten im Mittel angenommen.  

4.7.2 Unbestritten ist, dass der Beschuldigte am 24. Februar 2014 über seine Bank-

verbindung bei der Bank K. eine Position mit dem Kauf von 500 F. Call 70 März-

2014-Kontrakten im Wert von Fr. 67‘485.– brutto eröffnete und damit auf einen 

Kursanstieg des Basiswertes FF. setzte. Zudem eröffnete er am 25. Februar 

2014 über die Bankverbindung von B. bei der Bank L. die folgenden Positionen: 

Kauf von 500 F. Put 66 März-2014-Kontrakten im Wert von Fr. 26‘480.– brutto, 

Schreiben von 500 F. Put 72 März-2014-Kontrakten im Wert von Fr. 147‘451.– 

brutto und Schreiben von 200 F. Put 70 März-2014-Kontrakten zum Preis von 

Fr. 36‘000.– brutto. Mit diesen Positionen wurde auf einen bis Fr. 72.– be-

schränkten Kursanstieg des Basiswertes FF. gesetzt. Nach der Veröffentlichung 

der Medienmitteilung am 26. Februar 2014 lag der Kurs bei Handelsabschluss 

bei Fr. 71.95 und damit 2.79% über dem Schlusskurs des Vortags von Fr. 70.–. 

Der Gesamtmarkt entwickelte sich an diesem Handelstag mit +0.34% leicht po-

sitiv. Durch diese Anlagen realisierte der Beschuldigte zu seinen Gunsten einen 

Gewinn im Betrag von Fr. 17‘565 und zu Gunsten von B. einen Gewinn im Betrag 

von Fr. 35‘629.97 (TPF pag. 23.100.36).  

4.7.3 Die Information, welche das gute Jahresergebnis mit u.a. einer Konzerngewinn-

steigerung von 59% und eine im Verhältnis zum Vorjahr um 13% erhöhte Divi-

dende betrifft (BA pag. 11.101.0060 ff.), würde objektiv eine potentiell kursrele-

vante Tatsache beinhalten, wenn ein verständiger Anleger gestützt auf diese In-

formation schliessen würde, Aktien bzw. Optionen würden bei Bekanntgabe die-

ser Zahlen voraussichtlich erheblich an Wert gewinnen, sodass sich ein relevan-

ter Kursgewinn realisieren liesse. In diesem Zusammenhang relevant ist zum ei-

nen die allgemeine Markteinschätzung, die auch ein Indikator dafür ist, ob die 

betreffende Information als vertraulich zu werten ist. Im Vorfeld der angekündig-

ten Mitteilung der Jahresergebnisse am 26. Februar 2014 waren Studien öffent-

lich zugänglich, wie Analystenberichte und darauf basierende Informationen in 

Medien, welche prognostizierten, dass die Jahreszahlen positiv ausfallen wür-

den. So schrieb die Finanz- und Wirtschaft am 24. Februar 2014: „Das Positive 

vorweg: Der Konzern wird eine happige Gewinnsteigerung ausweisen“, wobei zu 

- 15 - 

Bedenken gegeben wird, dass die Kapitalkosten dadurch noch nicht gedeckt wür-

den und erst mit Abschluss des Restrukturierungsprogramms dieses Ziel erreicht 

würde (TPF pag 23.521.101). Vor diesem Hintergrund erscheint die diesbezügli-

che Information – selbst wenn sie ursprünglich von einer Insiderquelle stammen 

sollte – nicht mehr vertraulich, da sie von Finanzanalysten aufgrund öffentlich-

zugänglicher Quellen erschlossen wurde (vgl. hierzu KOENIG, a.a.O., 169). Die in 

der Anklageschrift (Ziff. 5.4) angeführte Diskrepanz zwischen dem Mittelwert der 

von den Analysten geschätzten Jahresabschlusswerten (Umsatz: Fr. 19‘999 

Mio.; EBITDA [Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen]: Fr. 3‘901 Mio.; 

Reingewinn nach Minderheiten: Fr. 1‘204 Mio.) und den effektiven Jahresab-

schlusszahlen (Umsatz: Fr. 19‘719 Mio.; EBITDA Fr. 3‘896 Mio.; Reingewinn 

nach Minderheiten: Fr. 1‘272 Mio.) erscheinen relativ geringfügig. Demnach ist 

die inkriminierte Information nicht als vertraulich zu werten. Bei diesem Ergebnis 

kann offen bleiben, ob die Kenntnis der Jahreszahlen bei einem verständigen 

Anleger die kausale Basis für einen derartigen Anlageentscheid gebildet hätte. 

4.7.4 Nach dem Gesagten fehlt es beim angeklagten Ereignis 5 objektiv an einer Insi-

derinformation. In subjektiver Hinsicht bestehen keine Anhaltspunkte darauf, 

dass der Beschuldigte in der Annahme handelte, er nütze eine vertrauliche Infor-

mation aus. Der Beschuldigte ist folglich im Anklagepunkt E.5 freizusprechen. 

4.8  

4.8.1 In Bezug auf das Ereignis 6 soll der Beschuldigte gemäss Anklage spätestens 

ab dem 26. März 2014 aus einer nicht identifizierten Quelle mehrfach und inhalt-

lich zunehmend präzise bzw. für einen Anlageentscheid ausreichende Kenntnis 

vom Verlauf der Fusionsverhandlungen zwischen F. Ltd. und G. S.A. erhalten 

haben. 

4.8.2 Unbestritten ist, dass der Beschuldigte zwischen dem 26. März 2014, 14.25 Uhr, 

und 4. April 2014, 13.13 Uhr, für sich über die Bankverbindung bei der Bank K., 

für B. über die Bankverbindung bei der Bank L. und für seine Vermögensverwal-

tungskunden C. und H., D. sowie E. über deren Bankverbindungen bei der Bank 

K. die folgenden Positionen mit Aktien FF. und GG. sowie Derivaten mit Basis-

werten FF. und GG. eröffnete (vgl. TPF pag. 23.100.037 ff., mit weiteren Akten-

verweisen): 

- 26. März 2014: Kauf 500 G. Call56 Apr14 (Verfalldatum: 18. April 2014) im 

Wert von EUR 62‘730.– (zzgl. EUR 550.92 Courtage etc.) für A.; 

- 26. März 2014: Kauf 500 GG. im Wert von EUR 27‘870.– (zzgl. EUR 158.97 

Courtage etc.) für D.; 

- 26. März 2014: Kauf 3‘000 GG. im Wert von EUR 167‘212.72 (zzgl. 

EUR 836.07 Courtage etc.) für C.; 

- 16 - 

- 27. März 2014: Kauf 500 G. Call56 May14 (Verfalldatum: 16. Mai 2014) im 

Wert von EUR 106‘984.– (zzgl. EUR 339.73 Courtage etc.) für B.; 

- 27. März 2014: Schreiben 500 G. Put56 May14 (Verfalldatum: 16. Mai 2014) 

im Wert von EUR 114‘884.– (abzgl. EUR 353.55 Courtage etc.) für B.; 

- 27. März 2014: Kauf 200‘000 […] Long Mini Future F. im Wert von Fr. 68‘000.– 

(zzgl. Fr. 84.16 Courtage etc.) für A.; 

- 28. März 2014: Kauf 4‘000 FF. im Wert von Fr. 288‘200.– (zzgl. Fr. 662.27 

Courtage etc.) für C. und H.; 

- 31. März 2014: Kauf 4‘000 GG. im Wert von EUR 227‘440.– (zzgl. 

EUR 1‘137.21 Courtage etc.) für C. und H.; 

- 31. März 2014: Kauf 200‘000 […] Sprinter Call Wts F. 20.06.2014 CHF 68 im 

Wert von Fr. 48‘000.– (zzgl. Fr. 81.76 Courtage etc.) für A.; 

- 31. März 2014: Kauf 80‘000 […] Sprinter Call Wts F. 20.06.2014 CHF 68 im 

Wert von Fr. 20‘000.– (zzgl. Fr. 78.40 Courtage etc.) für A.; 

- 1. April 2014: Kauf 3‘000 GG. im Wert von EUR 170‘806.30 (zzgl. EUR  939.46 

Courtage etc.) für E.; 

- 2. April 2014: Kauf 300 G. Call58 May14 (Verfalldatum: 16. Mai 2014) im Wert 

von EUR 68‘590.80 (zzgl. EUR 242.46 Courtage etc.) für B.; 

- 2. April 2014: Kauf 80‘000 […] Sprinter Call Wts F. 20.06.2014 CHF 68 im 

Wert von Fr. 24‘800.– (zzgl. Fr. 78.98 Courtage etc.) für A.; 

- 3. April 2014: Kauf 80‘000 […] Sprinter Call Wts F. 20.06.2014 CHF 68 im 

Wert von Fr. 24‘800.– (zzgl. Fr. 78.98 Courtage etc.) für A.; 

- 4. April 2014: Kauf 200 G. Call60 Apr14 (Verfalldatum: 17. April 2014) im Wert 

von EUR 23‘412.– (zzgl. EUR 119.39 Courtage etc.) für B.; 

- 4. April 2014: Kauf 200 G. Call60 Jun14 (Verfalldatum: 20. Juni 2014) im Wert 

von EUR 60‘544.– (zzgl. EUR 212.22 Courtage etc.) für B.; 

- 4. April 2014: Kauf 200 G. Call60 May14 (Verfalldatum: 16. Mai 2014) im Wert 

von EUR 45‘450.– (zzgl. EUR 174.49 Courtage etc.) für B.; 

- 4. April 2014: Schreiben 200 G. Put60 May14 (Verfalldatum: 16. Mai 2014) im 

Wert von EUR 45‘300.– (abzgl. EUR 174.11 Courtage etc.) für B. 

 

4.8.3 Die Untersuchung hat zum Sachverhalt Folgendes ergeben: 

Die F. Ltd. mit Sitz in Z. war 2014 die Dachgesellschaft des weltweit tätigen F.-

Konzerns und bezweckte Beteiligungen an Industrie-. Handels- und Finanzie-

rungsunternehmungen in der Schweiz und im Ausland. Die Gesellschaft hatte 

zur hier interessierenden Zeit ein Aktienkapital von Fr. 654‘172‘752.–, eingeteilt 

in Namenaktien mit einem Nennwert von Fr. 2.–. 

G. S.A. war ein im Baustoffbereich tätiges Unternehmen mit Sitz in Paris und 

wichtigste Gesellschaft der gleichnamigen weltweit tätigen Firmengruppe. Das 

- 17 - 

Aktienkapital der G. S.A. betrug zur anklagerelevanten Zeit EUR 1‘149‘461‘558.– 

eingeteilt in 287‘365‘397 Aktien mit einem Nennwert von EUR 4.–. 

Ab dem 6. Dezember 2013 wurde unter den Mitgliedern des Verwaltungsrats und 

der Geschäftsleitung der F. Ltd. unternehmensintern ein mögliches Zusammen-

gehen mit der G. S.A. geprüft. Ab dem 9. Februar 2014 wurden zwischen den 

Vertretern resp. den entsprechenden Projektteams der genannten Gesellschaf-

ten Verhandlungen über eine mögliche Fusion geführt (BA pag. B07.201.001-

0001 ff., …003.-0124 ff.). 

Am Freitag, den 4. April 2014, um 15:57:09 Uhr, berichtete die Nachrichtenagen-

tur Bloomberg unter Berufung auf „mit der Sache betraute Personen“, erstmals 

über die Fusionsgespräche zwischen F. Ltd. und G. S.A., was den Kurs der Ak-

tien der beiden Unternehmen antrieb. Der Handel in FF. wurde an der SIX Swiss 

Exchange von 15:57:38 Uhr bis 16:02:37 Uhr kurzzeitig unterbrochen. Gegen 

Börsenschluss teilte die F. Ltd. mit, dass sie sich in fortgeschrittenen Gesprächen 

mit G. S.A. bezüglich einer möglichen Fusion befinde. FF. und GG. verzeichneten 

zum Handelsschluss einen Kursanstieg von +6.86% resp. +8.90% gegenüber 

dem Schlusskurs des Vortags und notierten bei Fr. 80.20 resp. EUR 64.09 (BA 

pag. 11.101-0007 f./0131). 

Am Sonntag, den 6. April 2014, unterzeichneten die beiden Parteien in Paris den 

Fusionsvertrag. Am Montag, den 7. April 2014, publizierten F. Ltd. und G. S.A. 

vorbörslich in einer gemeinsamen Medienmitteilung, dass eine Fusion der beiden 

Unternehmen vereinbart worden sei (BA pag. 11.101-0051 ff.). 

4.8.4 Die Tatsache, dass F. Ltd. und G. S.A. Fusionsverhandlungen führten, war in der 

Öffentlichkeit bis zur erwähnten Mitteilung von der Nachrichtenagentur Bloom-

berg am 4. April 2014 nicht bekannt. Die diesbezügliche Information war somit 

bis zu diesem Zeitpunkt vertraulich im Sinne von Art. 2 lit. f aBEHG. 

Bei F. Ltd. und G. S.A. handelte es sich um zwei renommierte Unternehmungen, 

die in derselben kostenintensiven Branche tätig waren. Die FF. wurde an der SIX 

Swiss Exchange AG im Segment Swiss Blue Chip Shares geführt. Ein verstän-

diger Anleger weiss, dass eine bevorstehende Fusion zweier solcher Unterneh-

mungen mit grosser Wahrscheinlichkeit einen relevanten Kursanstieg auslösen 

wird. Er würde die diesbezügliche Information dementsprechend mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit für einen Anlageentscheid nutzen. Damit ist die Information, 

dass sich F. Ltd. und G. S.A. in fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen standen, 

zum Zeitpunkt der inkriminierten Effektentransaktionen des Beschuldigten bei 

einer ex ante-Betrachtung als erheblich kursrelevant zu qualifizieren. Daran ver-

mag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Aktienkurse der beiden 

- 18 - 

Gesellschaften nach dem Bekanntwerden der Fusionspläne, in Prozenten aus-

gedrückt, nicht sehr stark ausschlugen. Waren doch F. Ltd. und G. S.A. hochka-

pitalisierte grundsätzlich solide Gesellschaften, bei denen sich Kursschwankun-

gen der Aktien in der Regel in Grenzen halten. 

4.8.5 Vom Beschuldigten wird in Abrede gestellt, dass er in Kenntnis von Insiderinfor-

mationen die inkriminierten Effekte erworben hat. Da die objektiven Fakten be-

züglich der von der Anklage umfassten Kauf- und Verkaufsvorgänge der Effekten 

unbestritten sind, wird auf dessen Basis gewürdigt, ob der Beweis erbracht ist, 

dass der Beschuldigte Kenntnis der von der Anklage umfassten kursrelevanten 

Insiderinformation in Form des positiven Verlaufs der Fusionsverhandlungen und 

der bevorstehenden Fusionsankündigung gehandelt hat.  

In Ermangelung von direkten Beweisen, dass der Beschuldigte Kenntnis von In-

siderinformationen erlangt hatte, sind die diesbezüglichen Indizien zu würdigen. 

Soweit die ebenfalls angeklagten Ereignisse, die aus materiell-rechtlichen Grün-

den a priori nicht strafrechtlich relevant sind (vgl. E. 4.3), erwiesene bzw. unbe-

strittene Tatsachen betreffen, können diese unter Umständen als Indizien dafür 

dienen, dass der Beschuldigte von irgendeiner Quelle Insiderinformationen er-

halten hat. 

4.8.6 Der Verdacht, dass der Beschuldigte bei den inkriminierten Transaktionen mit 

den F.- und G.-Effekten über Insiderinformationen betreffend den bevorstehen-

den erfolgreichen Abschluss von Fusionsverhandlungen zwischen den beiden 

Unternehmen verfügt habe, stützt sich auf folgende Indizien:  

Die Tatsache, dass der Beschuldigte mehrmals vor angekündigten Ereignissen 

(Ereignisse 1, 3 und 5: Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse der F. Ltd.) in Op-

tionen mit Basiswert FF. investiert hat, lässt per se keinen Schluss auf das Vor-

handensein von Insiderkenntnissen zu. Es liegt in der Natur des vom Beschul-

digten betriebenen newstrading, dass im Hinblick auf kursrelevante Informatio-

nen, die angekündigterweise oder mutmasslich bekannt gegeben werden, spe-

kuliert wird. Indes sind die jeweils zwei bzw. einen Tag vor Eintritt der nicht an-

gekündigten Ereignisse (Ereignisse 2 und 4: Medienmitteilungen der F. Ltd. be-

treffend ein Joint Venture Projekt resp. die Optimierung des strategischen Port-

folios in Europa) getätigten Optionenkäufe (TPF pag. 23.100.033/35) auffällig. 

Die vom Beschuldigten angeführten Gründe für den Kauf der betreffenden Pa-

piere vermögen weder den Kaufanlass noch das Kaufdatum plausibel zu erklä-

ren. Sie erschöpfen sich darin, anhand von allgemeinen Studien die angeblich 

seinem Kaufentschluss zugrundeliegende mittel- bis längerfristige Marktein-

- 19 - 

schätzung zu belegen (vgl. TPF pag. 23.521.011 ff.). Die Motivation für Options-

anlagen liegt indes darin, den möglichen Inhalt eines angekündigten Ereignisses 

oder ein mutmassliches Ereignis, welches zu einer voraussichtlichen positiven 

oder negativen Kursveränderung führt, vorauszusehen. Hinzu kommt, dass die 

jeweils getätigten Transaktionen Derivate beinhalteten, die auf einen Kursverlauf 

setzten, den ein verständiger Anleger gestützt auf die dann publizierte Mitteilung 

voraussehen würde. Dass der Markt auf das Ereignis 4 negativ reagiert hat, steht 

dem nicht entgegen, haben doch Studien ergeben, dass Märkte oft irrational auf 

Ereignisse reagieren und sich Aktienkurse unter Umständen in die andere Rich-

tung bewegen, als der verständige Analyst und Anleger annehmen würde (vgl. 

WOHLERS, Finanz- und Kapitalmarktstrafrecht, a.a.O., § 14 Rz. 47). Das Kaufver-

halten des Beschuldigten – der Kauf von Optionen mit Basiswert FF. zweimal 

kurz vor einem nicht angekündigten Ereignis – indiziert, dass ihn jemand mit In-

siderinformationen versorgt hat. 

4.8.7 In Bezug auf das inkriminierte Ereignis 6 sagte der Beschuldigte anlässlich der 

Einvernahme vom 10. Dezember 2014 bei der BA aus, dass er bereits zwei Tage 

vor dem effektiven Kauf über Swisslog gehört habe, dass ein Zusammenschluss 

der G. S.A. und F. Ltd. möglich sei (BA pag. 13.001-003). Anlässlich der Einver-

nahme vom 10. Mai 2016 bei der BA sagte der Beschuldigte dazu aus, dass er 

zu diesem Zeitpunkt keine Derivate gekauft habe, weil dies bloss ein Gerücht 

gewesen sei (BA pag. 13.001-101). In seiner schriftlichen Stellungnahme vom 

16. Oktober 2017 führt der Beschuldigte als Motivation für seine Investitionen in 

Derivate mit Basiswert FF. resp. GG. Medien- und Analystenberichte über die 

Branche im Allgemeinen und über die betreffenden Gesellschaften im Besonde-

ren an. Daraus habe er aufgrund der starken Kursentwicklungen der Konkurren-

ten auf ein beträchtliches Nachholpotenzial der beiden Titel geschlossen (TPF 

pag. 23.521.017 f.).  

Im Unterschied zu seinem üblichen Vorgehen (vgl. zu seinen sonstigen spekula-

tiven Anlagen TPF pag. 23.521.025 ff.) setzte der Beschuldigte im Allgemeinen 

nicht mehr nur auf Effekte mit Bezug auf einen Basiswert, den er über einen län-

geren Zeitraum beobachtet hatte, sondern zeitgleich auf Effekte mit Bezug auf 

einen Branchenkonkurrenten. Die diesbezüglichen Erklärungen, wonach er den 

Kaufzeitraum aufgrund der in der betreffenden Branche herrschenden positiven 

Anzeichen als günstig betrachtete, vermögen jedenfalls nicht zu erklären, wes-

wegen er aufgrund dieser Einschätzung in einem sehr kurzen Zeitraum für sich 

und für seine Partnerin B. derart hohe Beträge auf Derivate zweier Gesellschaf-

ten derselben Branche setzte. Dasselbe gilt auch für den plötzlichen Umstand, 

dass er auch für einzelne Kunden Aktien der F. Ltd. und der G. S.A. kaufte. Als 

Grund für den Kauf dieser Aktienpositionen gab der Beschuldigte anlässlich der 

- 20 - 

Einvernahme vom 14. September 2016 bei der BA an, er sei von einer positiven 

langfristigen Entwicklung ausgegangen (BA pag. 13.001-0147). Diese Erklärung 

erscheint zwar insoweit plausibel, als Anlagen in Aktien in der Regel aus unter-

schiedlichen mittel- bis langfristigen Prognoseeinschätzungen erfolgen, wie An-

lagen in Optionen. Eine plausible Begründung für seine diesbezüglich gleichge-

schalteten Anlageentscheidungen lieferte der Beschuldigte indes nicht. Damit 

liegt die Annahme nahe, dass der Beschuldigte sichere Kenntnis von einem Er-

eignis hatte, welches den Aktienkurs der F. Ltd. mit grosser Wahrscheinlichkeit 

erheblich ansteigen lassen würde, wie es mit dem Zustandekommen der Fusion 

zwischen der G. S.A. und F. Ltd. der Fall war. Nach Aussage des Beschuldigten 

anlässlich der Einvernahme vom 10. Dezember 2014 durfte er im Rahmen seiner 

beruflichen Anlagetätigkeit für Kunden keine Optionsgeschäfte vornehmen (vgl. 

BA pag. 13.001-0008). Der Umstand, dass er die betreffenden Kunden aus sei-

ner früheren beruflichen Tätigkeit direkt oder indirekt näher kannte (vgl. BA pag. 

13.001-0014/0147 f.), lässt den Eindruck entstehen, dass er diese bestimmten 

Kunden an seinem Spezialwissen gleichwohl mitpartizipieren lassen wollte, um 

als ausgezeichneter Vermögensverwalter dazustehen. 

Im Besonderen eröffnete der Beschuldigte am 26. März 2014 sowie am 4. April 

2014 zwei Long Call Positionen in Optionen mit Basiswert GG. mit kurzen Rest-

laufzeiten von 17 bzw. 10 Handelstagen. Bis zum Verfall musste der Kurs des 

Basiswerts mindestens um die Differenz zu den Ausübungspreisen und um die 

jeweilige Optionsprämie ansteigen, damit die Optionen nicht Verluste einbringen. 

Damit setzte der Beschuldigte auf einen deutlichen Kursanstieg der GG. Auffal-

lend dabei ist zum einen, dass der Beschuldigte nie zuvor mit Effekten der 

G. S.A. gehandelt hatte und zum anderen, dass weder die allgemeine Nachrich-

tenlage noch die vom Beschuldigten thematisierte Analyse von JP Morgan nahe 

legten, dass der Aktienkurs des Unternehmens in der kurzen Zeit stark ansteigen 

würde. Der Beschuldigte erklärte sein Engagement bei G. S.A. damit, dass am 

19. März 2014 eine Kaufstudie von JP Morgan erschienen sei. Im betreffenden 

Beitrag („cazenove“; TPF pag. 23.510.188) äusserten sich die Autoren von JP 

Morgan in der Tat sehr positiv über die Gewinnaussichten des Unternehmens 

und bestätigten ihr bestehendes Kursziel von EUR 68.– sowie ihr „overweight“-

Rating für GG. (TPF pag. 23.510.209). Das Kursziel von JP Morgan für GG. lag 

28% über dem Schlusskurs vom 19. März 2014. Dasselbe Kursziel und Rating 

hatten die Autoren von JP Morgan indes bereits in ihrem Beitrag vom 28. Januar 

2014 („building materials“) festgelegt und publiziert. Schon bei Erscheinen der 

früheren Einschätzung vom 28. Januar 2014  hatte das Kursziel von EUR 68.– 

28% über dem damaligen Schlusskurs gelegen (TPF pag. 23.510.125/128). Die 

Prognosen waren zudem auf einen Horizont von einem Jahr angelegt („price tar-

get end date“; vgl. TPF 23.510.148). 

- 21 - 

An den acht Handelstagen vor der Bestätigung der laufenden Verhandlungen 

und der Bekanntgabe der Fusion eröffnete der Beschuldigte insgesamt 18 Posi-

tionen im Wert von total Fr. 473‘800.– und EUR 1‘121‘244.80, davon Optionen 

im Wert von total Fr. 185‘600.– und EUR 527‘894.80 (BA pag. 11.101-0014 ff.). 

Gemessen am üblichen Handelsverhalten des Beschuldigten erscheint es ange-

sichts der damaligen Nachrichtenanlage unwahrscheinlich, dass er lediglich auf-

grund einer allgemeinen Markteinschätzung derart hohe Summen in grundsätz-

lich hochriskante Optionen mit kurzen Restlaufzeiten investiert hat. Die Erklärun-

gen des Beschuldigten, über keinerlei konkrete Hinweise betreffend die Fusion 

verfügt zu haben, erscheinen angesichts dieser Umstände wenig glaubhaft. Was 

die öffentlich zugänglichen Berichte betrifft, gab es am 24. März 2014 zwar Hin-

weise, dass F.-Titel aufgrund von positiveren Nachrichten aus den emerging mar-

kets Rückenwind bekommen könnten, und betreffend G. S.A., dass diese im Be-

griff sei, eine Kreditlinie von 1.5. Mrd. Euro zu ersetzen (BA pag. 11.101-0104). 

Konkrete öffentliche Hinweise auf ein Ereignis, welches die betreffenden Investi-

tionen – ohne Kenntnis der erfolgreich verlaufenden Fusionsgespräche –  in bei-

den Unternehmen als nachvollziehbar erscheinen lassen, sind indes nicht er-

sichtlich und wurden vom Beschuldigten auch nicht vorgebracht. 

4.8.8 Im Lichte der aufgeführten Indizien ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

zunächst Gerüchte über eine mögliche Fusion erfahren hatte und dann aufgrund 

von Insiderinformationen aus seiner Quelle sichere Kenntnis über den erfolgrei-

chen Verlauf der Fusionsgespräche und den für die betreffenden Transaktionen 

entscheidenden Hinweis auf den approximativen Ankündigungszeitpunkt erlangt 

hatte. Letzterer ist auch für erfahrene Analysten und Anleger ansonsten „so gut 

wie unmöglich vorherzusagen“ (JOHN SHON/PING ZHOU, News Trading mit Opti-

onen, 2012, 41). Die Version, wonach der Kauf von Derivaten und Aktien dieser 

Gesellschaften auf einer Koinzidenz basieren, erscheinen nicht glaubhaft. Das-

selbe gilt für die seiner Stellungnahme zugrunde liegende Erklärung, er habe le-

diglich gestützt auf Berichte, Analysen und eigene Einschätzungen gehandelt. 

Das aufgezeigte – auch für seine Verhältnisse – im Volumen und der Art der 

verschiedenen Anlagen ungewöhnliche (hochspekulative) Anlageverhalten des 

Beschuldigten lässt sich nur dadurch erklären, dass er über sichere konkrete In-

formationen vom positiven Verlauf der Fusionsgespräche und der unmittelbar be-

vorstehenden Ankündigung verfügte, die er von einer unbekannten Person er-

langt hatte. Die aufgeführten Indizien lassen in ihrer Gesamtheit bei objektiver 

Betrachtung keine Zweifel daran übrig. 

4.8.9 Indem der Beschuldigte gestützt auf sein Insiderwissen Effekte gekauft und ver-

kauft bzw. glattgestellt hat, nützte er die betreffende Insiderinformation zur tatbe-

standsmässigen Handlung des Erwerbs gemäss Art. 40 Abs. 4 aBEHG.  

- 22 - 

4.8.10 Als tatbestandsmässiger Erfolg von Art. 40 Abs. 4 aBEHG bedarf es des Eintritts 

eines Vermögensvorteils beim Täter oder bei Dritten. Nach bundesstrafgerichtli-

cher Praxis liegt ein solcher vor, sobald der durch die Tathandlung verursachte 

Gewinn zu Buche steht. Für die Höhe des inkriminierten Gewinns massgebend 

ist i.d.R. der erste Kurs nach Veröffentlichung der Insidertatsache, d.h. der nach-

malige Schlusskurs bzw. Eröffnungskurs am folgenden Börsentag (TPF 2015 66 

E. 7.5). Angesichts der mit den elektronischen Handelsplattformen einhergehen-

den schnellen Reaktionsgeschwindigkeiten ist davon auszugehen, dass der 

Markt die betreffende Information ab diesem Zeitpunkt absorbiert hatte und ab 

dann alle Marktteilnehmer die gleichen Chancen auf Erwerb einer Aktie der be-

treffenden börsenkotierten Gesellschaft hatten. Wie noch im Rahmen der Be-

rechnung der als Ersatzforderung zu begründenden Vermögensverteilen erläu-

tert wird (E. 6.2.5), drängt sich in Bezug auf Optionen indes eine abweichende 

Bewertung auf. 

Wie noch im Einzelnen aufgezeigt wird (E. 6.2.4, 6.2.5b), erlangte der Beschul-

digte durch seine eigenen inkriminierten Transaktionen einen kausalen Vermö-

gensvorteil von netto Fr. 810‘159.–. Als Bevollmächtigter von B. generierte der 

Beschuldigte einen Vermögensvorteil von Fr. 1‘098‘589.50. Für seine Kunden (C. 

und H., D., E.) verschaffte der Beschuldigte einen Vermögensvorteil von total 

Fr. 125‘295.–. Der tatbestandsmässige Vermögensvorteil beträgt demgemäss 

insgesamt Fr. 2‘034‘043.50. 

4.8.11 Bei diesem objektiven Beweisergebnis liegt auch ohne weiteres das von Art. 40 

Abs. 4 aBEHG vorausgesetzte vorsätzliche Handeln vor. Der Beschuldigte hatte 

über eine unbekannte Person Kenntnis von der bevorstehenden Fusion zwi-

schen der G. S.A. und der F. Ltd. erlangt. Als erfahrener Vermögensverwalter 

und Anleger wusste er, dass sich die bevorstehende Fusion erheblich auf den 

Aktienkurs der beiden Gesellschaften auswirken würde. Durch die thematisierten 

Transaktionen mit Akten dieser Gesellschaften und den entsprechenden Deriva-

ten wollte er die betreffende Insiderinformation ausnützen und für sich, B. und 

die erwähnten Vermögensverwaltungskunden Vermögensvorteile erlangen. 

4.8.12 Angesichts der Vielzahl von Transaktionen fragt sich, ob der Beschuldigte sich 

des mehrfachen Ausnützens von Insiderinformationen schuldig gemacht hat oder 

eine Handlungseinheit besteht. Eine natürliche Handlungseinheit liegt vor, wenn 

mehrere Einzelhandlungen auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und we-

gen des engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrach-

tung als ein einheitliches zusammengehörendes Geschehen erscheinen (BGE 

131 IV 83 E. 2.4.5; 132 IV 49 E. 3.1.13). Vorliegend hat der Beschuldigte einen 

Tatentschluss gefasst und die im Wesentlichen gleiche Information ausgenützt, 

- 23 - 

indem mit den Effekten der von der Information betroffenen Gesellschaften ge-

handelt hat, wobei die einzelnen Transaktionen zeitnah (gleichentags bzw. an 

aufeinanderfolgenden Handelstagen) aufeinander folgten. Im Lichte dieser Um-

stände erscheinen die inkriminierten Handlungen als eine Tateinheit.  

4.8.13 Demnach hat sich der Beschuldigte in Bezug auf das inkriminierte Ereignis 6 

(Anklagepunkt E.6) des einfachen Ausnützens von Insiderinformationen gemäss 

Art. 40 Abs. 4 aBEHG schuldig gemacht. 

5. Strafzumessung  

5.1 Die Strafdrohung von Art. 40 Abs. 4 aBEHG lautet auf Busse. Da diese Bestim-

mung (wie auch Art. 154 Abs. 4 FinfraG) im Unterschied zu anderen den Börsen- 

und Effektenhandel betreffenden Tatbeständen keinen erhöhten oberen Straf-

rahmen vorsieht, kommt gestützt auf Art. 333 Abs. 1 und 3 StGB Art. 106 StGB 

zur Anwendung. Gemäss dessen Abs. 1 ist der Höchstbetrag der Busse 

Fr. 10‘000.–, mithin beträgt der Strafrahmen Fr. 1-10‘000.–. Für die Bemessung 

der Busse sind das Verschulden und die persönlichen Verhältnisse des Täters 

massgebend (Art. 106 Abs. 3 StGB). 

5.2 Das Tatverschulden wiegt vorliegend angesichts des Deliktsbetrags von ca. 

Fr. 2 Mio. mittelschwer, zumal das Wissen über ein sehr seltenes Ereignis, wel-

ches einen absehbaren hohen Gewinn betrifft, mit dem Einsatz hoher Mittel aus-

genützt wurde. Dabei hat der Beschuldigte sein im Börsen- und Effektenhandel 

erworbenes Know-How skrupellos verwendet, um vorwiegend für sich und seine 

Lebenspartnerin in kurzer Zeit möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften. Das 

bis zum Deliktszeitpunkt straflose Vorleben des Beschuldigten (TPF pag. 

23.221.002) wirkt sich neutral aus. Gleiches gilt für die fehlende Reue und Ein-

sicht. Der Beschuldigte verfügt gemäss der aktuellsten vorhandenen Steuerer-

klärung (betreffend das Jahr 2015; TPF pag. 23.261.005 ff.) über ein jährliches 

Bruttoeinkommen von über Fr. 231‘000.– und ein Nettovermögen von über 

Fr. 4.2 Mio. Angesichts des mittelschweren Tatverschuldens, der neutralen täter-

bezogenen Elementen und der sehr guten wirtschaftlichen Verhältnisse des Be-

schuldigten erscheint eine Busse von Fr. 8‘000.– angemessen. 

5.3 Die Verteidigung machte im Parteivortrag im Zusammenhang mit der beantrag-

ten Genugtuung eine Verletzung des Beschleunigungsgebots geltend (TPF pag. 

23.925.167). Eine überlange Verfahrensdauer führt in der Regel zu einer Straf-

reduktion, gegebenenfalls zu einem Verzicht auf Bestrafung oder sogar zu einer 

Verfahrenseinstellung (BGE 133 IV 158 E. 8). Zum Zeitpunkt der Urteilseröffnung 

- 24 - 

dauert das Verfahren rund 3.5 Jahre. Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung 

erscheint diese Verfahrensdauer angesichts der Komplexität des vorliegenden 

Straffalls nicht als übermässig lang. Eine Strafreduktion unter diesem Gesichts-

punkt ist nicht angezeigt.  

5.4 Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass der 

Verurteilte die Busse schulhaft nicht bezahlt, eine Ersatzfreiheitsstrafe von min-

destens einem Tag und höchstens drei Monaten aus. Eine allfällige Ersatzfrei-

heitsstrafe soll den Täter unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen ent-

sprechend seinem Verschulden treffen: finanziell starken und schwachen Verur-

teilten soll für die gleiche Tat die Freiheit für eine gleich lange Dauer entzogen 

werden (STEFAN HEIMGARTNER, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 106 StGB N 10). 

Die sehr guten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten haben vorliegend die 

Bussenhöhe relativ stark mitbeeinflusst. Vor diesem Hintergrund wäre es nicht 

gerechtfertigt, den für die Ersatzfreiheitsstrafe vorgesehenen Strafrahmen ana-

log der bemessenen Busse zu 80% auszuschöpfen. Dem Verschulden angemes-

sen erscheint eine Ersatzfreiheitstrafe von 40 Tagen. 

5.5 Der Busse und der Ersatzfreiheitsstrafe ist die vom Beschuldigten erstandene 

Haft von einem Tag (BA pag. 06.000-0006/15) anzurechnen (Art. 51 i.V.m. 104 

und 333 Abs. 1 StGB). Der Anrechnungsfaktor, mit welchem die Haft an eine 

Busse anzurechnen ist, entspricht jenem Faktor, nach welchem das Gericht die 

Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse gemäss Art. 106 

Abs. 3 StGB bestimmt (BGE 135 IV 126 E. 1.3.9). Der erstandene Hafttag ist 

demnach mit Fr. 200.– (1/40 der bemessenen Busse) abzugelten. Somit beträgt 

die vom Beschuldigten zu leistende Busse Fr. 7800.– und die Ersatzfreiheits-

strafe 39 Tage.  

6. Einziehung/Ersatzforderung 

6.1  

6.1.1 Gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von Vermö-

genswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind. Die Einziehung kann 

beim Täter oder einem Dritten erfolgen. Lässt sich der Umfang der einzuziehen-

den Vermögenswerte nicht oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand ermit-

teln, so kann das Gericht ihn schätzen (Art. 70 Abs. 5 StGB). 

6.1.2 Grundsätzlich in Betracht fallen bei vorliegendem Ergebnis die Einziehung der 

durch das inkriminierte Ereignis 6 realisierten Gewinne. Eine Einziehung setzt 

- 25 - 

indes voraus, dass bei den für die Einziehung in Betracht gezogenen Vermö-

genswerten ein Konnex zur inkriminierten Tat vorhanden ist. Unmittelbar nach 

der Tat war der inkriminierte Vermögensanteil auf betreffenden Konten als un-

echtes Surrogat ohne weiteres als deliktisch zu betrachten. Für eine Einziehung 

erforderlich wäre nunmehr, dass sich das auf den jeweiligen Konten des Beschul-

digten und der Drittbetroffenen bei der Bank K. bzw. Bank L. befindliche Buchgeld 

noch dergestalt wäre, dass die inkriminierte Herkunft im Sinne eines paper trails 

nachvollziehbar ist (vgl. dazu SIMONE NADELHOFER DO CANTO, Vermögenseinzie-

hung bei Wirtschafts- und Unternehmensdelikten, 2008, 117). In Ermangelung 

einer Beschlagnahme mittels Kontosperre ist – angesichts der aktiven Verwal-

tung der Konten während drei Jahren – davon auszugehen, dass ein solcher 

Nachweis aufgrund der damit einhergehenden Vermischungen (Ein- und Aus-

zahlungen) vorliegend ausgeschlossen ist. Unter diesen Umständen kommt eine 

Einziehung nicht mehr in Betracht (vgl. NADELHOFER DO CANTO, a.a.O., 117). 

6.2  

6.2.1 Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, 

so erkennt das Gericht auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe 

(Art. 71 Abs. 1 StGB).  

6.2.2 Die Gewinne aus dem inkriminierten Ereignis 6, die auf den Konten des Beschul-

digten sowie der Drittbetroffenen B., C. und H., D. und E. anfielen, sind als durch 

eine Straftat erlangt zu qualifizieren. Wie erläutert (E. 6.1.2), sind die betreffen-

den Buchwerte infolge fortschreitender Vermischung nicht mehr eruierbar, so-

dass sie rechtlich betrachtet nicht mehr vorhanden sind. Somit kommt vorliegend 

eine Ersatzforderung grundsätzlich in Betracht. 

6.2.3 In Bezug auf Dritte ist eine Ersatzforderung ausgeschlossen, wenn diese die Ver-

mögenswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben hatten und soweit 

sie für diese eine gleichwertige Gegenleistung erbracht oder eine solche ihnen 

gegenüber eine unverhältnismässige Härte darstellen würde (Art. 71 Abs. 1 in 

fine in Verbindung mit Art. 70 Abs. 2 StGB). Es ist zwar aufgrund der Akten- und 

Beweislage davon auszugehen, dass die Drittbetroffenen die inkriminierten Ge-

winne in Unkenntnis des Insiderdelikts erwarben, indes haben sie keine gleich-

wertige Gegenleistung dafür erbracht. Gemäss der Auskunft der I. AG hat sie im 

Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräusserung von Wertschriften etc. 

den Kunden keine Kosten in Rechnung gestellt, sondern berechnet für die Ver-

mögensverwaltung lediglich eine pauschale Gebühr von 0.5% pro Jahr (TPF pag. 

23.291.003). Mithin liegt keine gleichwertige Gegenleistung für die erlangten Ge-

winne vor. Auch was B. betrifft, für welche der Beschuldigte als Lebenspartner 

gehandelt hat, ist eine gleichwertige monetäre Gegenleistung weder ersichtlich 

- 26 - 

noch wird eine solche geltend gemacht. Angesichts der aktenkundigen günstigen 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Drittbetroffenen (TPF pag. 

23.262.005 ff., 23.263.005 ff., 23.264.006 ff., 23.265.005 ff.) stellt eine solche 

Ersatzforderung auch keine unverhältnismässige Härte dar.  

6.2.4 Bei der Berechnung der Höhe der inkriminierten Insidergewinne ist in Bezug auf 

Aktien der erste Kurs nach Veröffentlichung der Insidertatsache massgebend 

(vgl. E. 4.8.10), in casu derjenige vom 4. April 2014. Von den Bruttogewinnen 

abzuziehen sind die Erwerbsspesen. Die ursprünglich der Einziehung unterlie-

genden Gewinne aus den Aktienkäufen der G. S.A. und der F. Ltd. belaufen sich 

demgemäss wie folgt: 

a) Der aus dem Kauf von 500 GG. am 26. März 2014 für D. per Schlusskurs vom 

4. April 2014 (EUR 64.09) realisierte Nettogewinn von EUR 4‘016.03 beträgt bei 

einem tagesaktuellen Wechselkurs von 1.22195 Fr. 4‘907.40. Dementsprechend 

wird zulasten von D. eine Ersatzforderung der Eidgenossenschaft in dieser Höhe 

begründet.  

b) Der aus dem Kauf von 3000 GG. am 1. April 2014 für E. per Schlusskurs vom 

4. April 2014 realisierte Nettogewinn von EUR 20‘524.24 beträgt bei genanntem 

tagesaktuellen Wechselkurs Fr. 25‘079.60. Dementsprechend wird zulasten von 

E. eine Ersatzforderung der Eidgenossenschaft in dieser Höhe begründet. 

c) Der aus dem Kauf von 3000 GG. am 26. März 2014 für C. per Schlusskurs 

vom 4. April 2014 realisierte Nettogewinn von EUR 24‘057.28 beträgt bei ge-

nanntem tagesaktuellen Wechselkurs Fr. 29‘396.80. 

Der aus dem Kauf von 4000 FF. am 28. März 2014 für C. und H. per Schlusskurs 

vom 4. April 2014 (Fr. 80.20) realisierte Nettogewinn beträgt Fr. 31‘937.60. 

Der aus dem Kauf von 4000 GG. am 31. März 2014 für C. und H. per Schlusskurs 

vom 4. April 2014 realisierte Nettogewinn von EUR 27‘802.79 beträgt bei ge-

nanntem tagesaktuellen Wechselkurs Fr. 33‘973.60. 

Demnach wird zulasten von C. eine Ersatzforderung der Eidgenossenschaft in 

Höhe von Fr. 95‘308.– begründet. 

6.2.5 a) In Bezug auf die durch Optionen erlangten Gewinne drängt sich indes eine 

differente Berechnungsmethode auf. Der Sinn und Zweck von Optionsgeschäf-

ten im Rahmen von newstrading liegt darin, innert kurzen Zeiträumen mit Speku-

lationsgeschäften aufgrund der Hebelwirkung grosse Gewinne zu realisieren 

- 27 - 

(vgl. SHON/ZHOU, a.a.O., 23 ff., 309). Die Überlegung, dass ab Veröffentlichung 

der Insiderinformation jeder Anleger die Möglichkeit hätte, durch Käufe gleicher-

massen vom weiteren Aktienkursanstieg zu profitieren, gilt diesbezüglich nicht. 

Sogleich nach Bekanntwerden einer solchen Information schwindet – aufgrund 

der exponentiellen Kursveränderung – die Möglichkeit rapide, Optionen zu ge-

winnbringenden Konditionen (d.h. ohne hohe Verlustrisiken) zu erwerben. Mit an-

deren Worten bestehen nach Bekanntwerden (und Absorption) des Ereignisses 

für andere Marktteilnehmer keine reale gleiche Chancen auf den Erwerb solcher 

Optionen zu gewinnversprechenden Konditionen. Mithin erscheint der durch den 

Insider ausgenützte Wissensvorsprung kausal für den gesamten Gewinn, den er 

durch Optionsgeschäfte realisiert. 

Auch was die Abschöpfung von Buchgewinnen betrifft, ist eine Differenzierung 

indiziert. Der Ein- und Ausstiegzeitpunkt stellt bei Optionstradings einen wesent-

lichen Teil der Anlagestrategie dar und der optimale Zeitpunkt, um den grösst-

möglichen Gewinn zu erzielen, lässt sich ex ante nicht bestimmen (SHON/ZHOU, 

a.a.O., 190, 212). Soweit ein Insider nicht absichtlich Optionen verfallen lässt, 

sind demgemäss nicht theoretische Buchgewinne, sondern die effektiv realisier-

ten Gewinne einzuziehen bzw. mittels Ersatzforderungen abzuschöpfen.  

b) Demnach ist gegen den Beschuldigten angesichts der realisierten Nettoge-

winne in Höhe von EUR 462‘307.10 bzw. (zum Wechselkurs vom 7. April 2014 

[Verkaufsdatum] von 1.22185) umgerechnet Fr. 564‘869.90 aus dem Kauf/Ver-

kauf der Derivate mit Basiswert GG. und Fr. 245‘289.10 aus dem Kauf/Verkauf 

von Optionen mit Basiswert FF. (vgl. TPF pag. 23.100.037) eine Ersatzforderung 

zugunsten der Eidgenossenschaft in Höhe von Fr. 810‘159.– zu begründen.  

Was die vom Beschuldigten als Bevollmächtigter von B. gekauften bzw. verkauf-

ten Optionen betrifft, sind ihr gegenüber im Hinblick auf die durch die betreffen-

den Transaktionen erlangten Nettogewinne von total EUR 902‘072.92 (vgl. TPF 

pag. 23.100.037) bzw. umgerechnet Fr. 1‘098‘589.50 eine Ersatzforderung zu-

gunsten der Eidgenossenschaft im genannten Frankenbetrag zu begründen. 

7. Kosten 

7.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 

des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; 

Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 

die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, 

- 28 - 

die im Vorverfahren von der Bundeskriminalpolizei und von der BA sowie im erst-

instanzlichen Hauptverfahren von der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

durchgeführt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 BStKR). Die Höhe der 

Gebühr richtet sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, der Vorge-

hensweise der Parteien, ihrer finanziellen Situation und dem Kanzleiaufwand 

(Art. 5 BStKR); sie bemisst sich nach Art. 6 und Art. 7 BStKR. Die Auslagen um-

fassen die vom Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die Kosten für die 

amtliche Verteidigung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung anderer Behör-

den, Porti, Telefonspesen und andere entsprechende Kosten (Art. 422 Abs. 2 

StPO; Art. 1 Abs. 3 BStKR). 

7.2 Die BA macht für polizeiliche Ermittlungen eine Gebühr von Fr. 7‘000.– geltend, 

was angemessen erscheint. Für die Untersuchung macht die BA eine Gebühr 

von Fr. 40‘000.– geltend (TPF 23.110.65). Diese liegt zwar innerhalb des gesetz-

lichen Gebührenrahmens von Art. 6 Abs. 4 lit. c BStKR, erscheint jedoch, auch 

wenn man dem Umstand Rechnung trägt, dass die Aufklärung von Insiderdelik-

ten mit einem erheblichen Untersuchungsaufwand verbunden ist, übersetzt. In 

Berücksichtigung der Bedeutung der Sache und der finanziellen Situation des 

Beschuldigten wird die fragliche Gebühr auf Fr. 33‘000.– festgelegt. Die von der 

BA zusätzlich geltend gemachte Gebühr von Fr. 3‘000.– für ihre Verfahrenshand-

lungen im Hauptverfahren (TPF 23.925.131) kann nicht genehmigt werden; eine 

solche Gebühr ist gesetzlich nicht vorgesehen. 

Die von der BA veranschlagten Auslagen von rund Fr. 20‘000.–, davon 

Fr. 18‘270.– Kosten der technischen Überwachungsmassnahmen (TPF 

23.100.71, 23.110.65), geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 

Die Gebühr für das erstinstanzliche Hauptverfahren wird gemäss Art. 1 Abs. 4, 

Art. 5 und 7 lit. a BStKR auf Fr. 6‘000.– festgesetzt. 

Die Verfahrenskosten betragen demnach total Fr. 66‘000.–. 

7.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Bei einem Teilfreispruch ist eine quotenmässige Auftei-

lung vorzunehmen (GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommen-

tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., 2014, Art. 426 StPO N 3). 

Vorliegend wurde der Beschuldigte in Bezug auf einen Teil der angeklagten 

Sachverhalte (Ereignisse 1-5) freigesprochen und in einem Anklagepunkt (Ereig-

nis 6) schuldig gesprochen. Da das inkriminierte Ereignis 6 den Ausgangspunkt 

für die Strafuntersuchung bildete und dessen Ermittlung einen wesentlichen Teil 

- 29 - 

des Vor- und Gerichtsverfahrens ausmachte, erscheint es adäquat, dem Be-

schuldigten die Verfahrenskosten zur Hälfte, mithin Fr. 33‘000.–, aufzuerlegen.  

Nachdem der Beschuldigte die schriftliche Begründung des Urteils verlangt hat, 

fällt die in Dispositiv Ziff. I.5 vorgesehene Reduktion der Gerichtsgebühr ausser 

Betracht. 

8. Entschädigung 

8.1 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das 

Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie nach Art. 429 Abs. 1 StPO unter an-

derem Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene 

Ausübung ihrer Verfahrensrechte (lit. a) sowie auf Genugtuung für besonders 

schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Frei-

heitsentzug (lit. c). 

Die Entschädigung richtet sich nach dem Reglement des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren (BStKR, SR 173.713.162; vgl. Art. 22 Abs. 3). Gemäss Art. 10 

BStKR sind auf die Berechnung der Entschädigung der freigesprochenen Person 

die Bestimmungen über die amtliche Verteidigung anwendbar. Die Anwaltskos-

ten umfassen das Honorar und die notwendigen Auslagen, namentlich für Reise, 

Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Telefonspesen (Art. 11 Abs. 1 

BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen und ausgewiesenen Zeitauf-

wand des Anwalts für die Verteidigung bemessen, wobei der Stundenansatz min-

destens 200 und höchstens 300 Franken beträgt (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Bei 

Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbereich beträgt der Stundenansatz gemäss 

ständiger Praxis der Strafkammer Fr. 230.– für Arbeitszeit und Fr. 200.– für Rei-

sezeit (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2015.12 vom 15. September 2015 

E. 9.2; SN.2011.16 vom 5. Oktober 2011 E. 4.1, je m.w.H.). Reicht die Anwältin 

oder der Anwalt die Kostennote nicht bis zum Abschluss der Parteiverhandlun-

gen oder innerhalb der von der Verfahrensleitung angesetzten Frist nicht ein, so 

setzt das Gericht das Honorar nach Ermessen fest (Art. 12 Abs. 2 BStKR). Die 

Auslagen werden im Rahmen der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen 

Kosten vergütet (Art. 13 BStKR).  

8.2 Der Beschuldigte beantragt den Ersatz der Kosten seiner Wahlverteidigung und 

eine angemessene Genugtuung (TPF pag. 23.925.167 f). 

- 30 - 

8.3 Der Beschuldigte wurde in diesem Verfahren zunächst (vom 10. Dezember 2014 

bis Mai 2017) durch RA Franz Szolansky und später (ab 29. Mai 2017) durch RA 

Christoph Hohler erbeten verteidigt (BA 16.1.2; TPF 23.521.4). 

Eine Honorarnote von RA Szolansky wurde dem Gericht nicht eingereicht. Der 

diesbezügliche Verteidigungsaufwand wird vom Gericht gemäss Art. 12 Abs. 2 

BStKR ermessensweise mit Fr. 5‘000.– bestimmt. 

RA Hohler macht in seiner Kostennote einen Aufwand von 86 Stunden (ohne 

Berücksichtigung der Hauptverhandlung) zu einem Stundenansatz von Fr. 400.– 

und Auslagen in Höhe von Fr. 559.50 geltend (TPF 23.925.169 ff.). Der geltend 

gemachte Aufwand ist angemessen. Hinzu kommen 6.5 Stunden Arbeitszeit für 

die Hauptverhandlung, 5 Stunden Reisezeit und 1.5 Stunden Arbeitszeit für die 

Nachbearbeitung. Dem etwas überdurchschnittlichen Schwierigkeitsgrad des 

Verfahrens (keine alltägliche Sachmaterie) angemessen ist ein Stundenansatz 

von Fr. 250.–; die Reisezeit ist zum üblichen Stundenansatz von Fr. 200.– zu 

entschädigen. Die ausgewiesenen Auslagen sind nicht zu beanstanden. Zusätz-

lich sind die anlässlich der Hauptverhandlung entstandenen Reise- und Verpfle-

gungskosten von total Fr. 110.– zu berücksichtigen. Die Kosten der Verteidigung 

durch RA Hohler betragen demnach aufgerundet Fr. 27‘200.– (inkl. MWST). 

Entsprechend dem zur Kostenverlegung Ausgeführten (E. 7.3) sind die Verteidi-

gungskosten dem Beschuldigten zur Hälfte zu ersetzen. Die von der Eidgenos-

senschaft an den Beschuldigten zu leistende Entschädigung beträgt demnach 

Fr. 16’100.–. 

8.4 Der geltend gemachte Genugtuungsanspruch des Beschuldigten wird damit be-

gründet, dass er in Haft genommen worden sei und weitere Zwangsmassnahmen 

(Hausdurchsuchungen, Telefon- und E-Mail-Überwachung) über sich habe erge-

hen lassen müssen; zudem habe das Verfahren überlange gedauert (TPF pag. 

23.925.167). 

Die durchgeführten Zwangsmassnahmen haben sich angesichts des Verfahrens-

ausgangs als gerechtfertigt erwiesen. Der erlittene Freiheitsentzug wird zudem 

gemäss Art. 51 i.V.m. 104 und 333 Abs. 1 StGB auf die Strafe angerechnet (vgl. 

E. 5.5). Die Dauer des Verfahrens ist, wie ausgeführt (vgl. E. 5.3), nicht zu bean-

standen. Im Übrigen käme eine Genugtuung wegen einer allfälligen Verletzung 

des Beschleunigungsgebots nur in Frage, wenn diese derart schwer wäre, dass 

das Verfahren einzustellen wäre (BGE 143 IV 373 E. 1.4.2). Eine solche Konstel-

lation ist vorliegend klarerweise nicht gegeben. Ein Anspruch auf Genugtuung 

besteht demnach nicht. 

- 31 - 

9. Berichtigung 

9.1 Ist das Dispositiv eines Entscheides unklar, widersprüchlich oder unvollständig 

oder steht es mit der Begründung im Widerspruch, so nimmt die Strafbehörde, 

die den Entscheid gefällt hat, auf Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen 

eine Erläuterung oder Berichtigung des Entscheids vor (Art. 83 Abs. 1 StPO). 

Bei der Berichtigung geht es darum, offenkundige Versehen, wie Schreibfehler, 

Rechnungsirrtümer, irrige Bezeichnung der Parteien und ähnliche Unrichtigkei-

ten, zu korrigieren. Ein offenkundiges Versehen ist anzunehmen, wenn aus dem 

Text einer gerichtlichen Entscheidung klar hervorgeht, dass das, was die Straf-

behörde aussprechen oder anordnen wollte, nicht übereinstimmt mit dem, was 

sie tatsächlich ausgesprochen oder angeordnet hat (BRÜSCHWEILER, in: Do-

natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], a.a.O., Art. 83 N 3). 

9.2 In Ziff. I.4 des im Anschluss an die mündliche Urteilseröffnung vom 19. Dezember 

2017 ausgeteilten Dispositivs wurden die gegen den Beschuldigten sowie gegen 

C. zugunsten der Eidgenossenschaft festgelegten Ersatzforderungen irrtümli-

cherweise mit Fr. 563‘020.70 (statt Fr. 810‘159.–) resp. Fr. 68‘422.95 (statt 

Fr. 95‘308.–) angegeben. Aus den obigen Erwägungen (E. 6.2.4-6.2.5) geht klar 

hervor, nach welchen Kriterien das Gericht die Höhe der Ersatzforderungen fest-

gelegt hat; diese Kriterien wurden auch anlässlich der mündlichen Urteilseröff-

nung vom Einzelrichter dargelegt. Es liegen insoweit offenkundige Versehen vor, 

die im schriftlichen Urteil im Sinne von Art. 83 Abs. 1 StPO zu korrigieren sind. 

9.3 Gleiches gilt für die Höhe der dem Beschuldigten zugesprochenen Entschädi-

gung. Diese wurde in Ziff. I.6 des im Anschluss an die mündliche Urteilseröffnung 

ausgeteilten Dispositivs aufgrund eines Rechnungsfehlers mit Fr. 13’600.– (statt 

Fr. 16’100.–) angegeben. Auch in diesem Punkt ist das Dispositiv entsprechend 

zu berichtigen. 

  

- 32 - 

Der Einzelrichter erkennt: 

I.  

1. A. wird des Ausnützens von Insiderinformationen gemäss Art. 40 Abs. 4 aBEHG im 

Anklagepunkt E.6 (Verhandlungen über die Fusion zwischen F. Ltd. und G. SA) 

schuldig gesprochen. 

Im Übrigen wird A. freigesprochen. 

2. A. wird mit einer Busse von Fr. 7‘800.– bestraft; bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt 

an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 39 Tagen. 

3. Für den Vollzug der Strafe wird der Kanton Zürich als zuständig erklärt.  

4. Es werden folgende Ersatzforderungen zugunsten der Eidgenossenschaft begrün-

det: 

a) gegen A. Fr. 810‘159.–; 

b) gegen B. Fr. 1‘098‘589.50; 

c) gegen C. Fr. 95‘308.–; 

d) gegen D. Fr. 4‘907.40;  

e) gegen E. Fr. 25‘079.60. 

5. Von den Verfahrenskosten (inkl. Gerichtsgebühr von Fr. 6‘000.–) werden A. 

Fr. 33‘000.– auferlegt. 

Wird seitens A. keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, so reduzieren sich die 

von ihm zu tragenden Verfahrenskosten um Fr. 1‘500.–. 

6. A. wird für seine Verteidigungskosten von der Eidgenossenschaft mit Fr. 16’100.– 

entschädigt. 

 

- 33 - 

II.  

Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch den Einzelrichter mündlich 

begründet. Den Parteien wird das Urteilsdispositiv ausgehändigt bzw. schriftlich zuge-

stellt. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 

- Bundesanwaltschaft 

- Rechtsanwalt Christoph Hohler (Verteidiger von A.) 

- Rechtsanwalt Franz Szolansky (Rechtsvertreter von B.) 

- C. 

- D. 

- E. 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

- Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts kann beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Ausfertigung Beschwerde 

eingelegt werden (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und Art. 100 Abs. 1 BGG). 
 
Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und Völkerrecht gerügt werden (Art. 95 lit. a und b 
BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder 
auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den 
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). 
 
 
 
 
   Versand: 11. Juli 2019