# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0a01618-8579-5a86-8d43-f838f75d88ce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 24.02.2015 I/1-2014/208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2014-208_2015-02-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2014/208

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 21.02.2020

Entscheiddatum: 24.02.2015

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 24.02.2015
Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG (sGS 811.1). Bei Kindern in der obligatorischen 
Volksschule (Primarschule und Oberstufe) fallen grundsätzlich keine 
abzugsfähigen Ausbildungskosten an (Urteil der 
Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 24. Februar 2015, I/
1-2014/208).

Präsident Thomas Vögeli, Richter Markus Frei und Beat Fritsche, a.o. Gerichtsschreiber 

Hannes Bosshardt

X und Y, Rekurrenten,

vertreten durch V,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2013)

Sachverhalt:

A.- X und Y sind verheiratet und wohnen zusammen mit ihren beiden Kindern A 

(Jahrgang 2000) und B (Jahrgang 2002) in E. X ist als Treuhänder und Y als 

Spielgruppenleiterin unselbständig erwerbstätig. Sie deklarierten für das Jahr 2013 ein 

steuerbares Einkommen von Fr. 161‘300.– und ein steuerbares Vermögen von 

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Fr. 135‘374.–. In der Steuererklärung machten sie einen Ausbildungskostenabzug für 

die Skisportausbildung von A an der Sportschule N. von Fr. 6'256.– geltend. Die 

Veranlagungsbehörde liess diesen Betrag nicht zum Abzug zu und veranlagte die 

Ehegatten am 17. Juni 2014 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 169‘800.– und 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. 135‘000.–. 

B.- Gegen diese Veranlagung erhoben X und Y mit Schreiben vom 2. Juli und 20. 

August 2014 Einsprache mit dem Antrag, der in der Steuererklärung in Abzug 

gebrachte Betrag von Fr. 6'256.– sei als Abzug für Ausbildungskosten der Kinder zu 

akzeptieren. Mit Entscheid vom 26. August 2014 wies das Kantonale Steueramt die 

Einsprache ab. Es begründete seinen Entscheid mit Verweis auf SGE 2012 Nr. 3 damit, 

in der obligatorischen Grundschule könnten grundsätzlich keine beruflichen 

Ausbildungskosten anfallen, weshalb in diesem Ausbildungsstadium auch keine 

Aufwendungen für Musik- und Sportunterricht abziehbar seien. Bei einem 

Oberstufenschüler sei nicht ersichtlich, inwieweit die Kosten für den Skisport 

Ausbildungskosten im engeren Sinne darstellen würden und dies der Erlernung eines 

entsprechenden Berufes dienen solle, auch wenn er die Sportschule besuche. Kosten 

der freiwilligen Sportausbildung würden nicht als abzugsfähige Ausbildungskosten 

betrachtet. Sie seien als nicht abziehbare Lebenshaltungskosten 

(Freizeitbeschäftigung) aufzufassen.

C.- Mit Eingabe vom 25. September 2014 erhoben X und Y gegen den 

Einspracheentscheid bei der Verwaltungsrekurskommission Rekurs. Sie beantragten 

die Anerkennung eines Betrags von Fr. 6'718.– als Ausbildungskosten, unter Kosten 

und Entschädigungsfolge. Mit Schreiben vom 3. November 2014 beantragte die 

Vorinstanz unter Hinweis auf die Begründung des Einspracheentscheids die Abweisung 

des Rekurses.

Auf weitere Einzelheiten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

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Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 25. September 2014 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, und 

Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). 

Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die geltend gemachten Aufwendungen für A an der 

Sportschule N als Ausbildungskosten im Sinne von Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG vom 

Einkommen in Abzug gebracht werden können.

a) Die Vorinstanz stellt sich im Einspracheentscheid mit Verweis auf das St. Galler 

Steuerbuch (abgekürzt: StB) auf den Standpunkt, unter den abziehbaren 

Ausbildungskosten im Sinne von Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG verstehe man die 

Kosten für die Erlernung eines Berufes. Es müsse ein innerer Zusammenhang im Sinne 

der Berufsvorbereitung gegeben sein. In erster Linie würden dazu die Kosten der 

Grund- oder der Allgemeinausbildung gehören. Die Ausbildungskosten würden die 

üblichen, durch den Steuerpflichtigen bezahlten Auslagen für Schulgelder, Lehrmittel, 

Prüfungsgebühren, gezielten Spezialunterricht, Drucklegung von Dissertationen, 

Exkursionen, Fahrkosten, Unterkunft und notwendige Mehrkosten der auswärtigen 

Verpflegung umfassen. Es würden die gleichen Pauschalansätze wie für 

Berufsauslagen gelten. Aufwendungen für den Musik- und Sportunterricht seien nur 

abzugsfähig, wenn sie zu entsprechenden Ausbildungen oder Berufen führen, wie 

Musiklehrer, Turn- oder Skilehrer usw. In der obligatorischen Grundschule könnten 

grundsätzlich keine beruflichen Ausbildungskosten anfallen, weshalb in diesem 

Ausbildungsstadium auch keine Aufwendungen für den Musik- und Sportunterricht 

abziehbar seien (StB 48 Nr. 1 Ziff. 2.7). So seien beispielsweise Kosten für den 

Tennisunterricht von Kindern im Grundschulalter nicht abzugsfähig, selbst wenn die 

Kinder eine Karriere als Tennisprofi anstrebten. Diese Überlegungen seien dem 

Entscheid SGE 2012 Nr. 3 (VRKE I/1-2011/103 vom 15. März 2012, in: 

www.gerichte.sg.ch) entnommen worden. Wie beim Tennisunterricht werde auch durch 

das Skitraining als solches kein Abschluss erreicht, der für die Ausübung eines Berufes 

notwendig sei. Auch beim Besuch einer Privatschule mit beispielsweise musischem 

oder sportlichem Schwerpunkt würden die daraus resultierenden Zusatzkosten 

Lebenshaltungskosten darstellen, die steuersystematisch nicht zum Abzug berechtigen 

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würden. Eine Privilegierung der Eltern, die sich für eine leistungssportbezogene 

Grundausbildung entscheiden, würde einer ungerechtfertigten Besserstellung 

gleichkommen. Selbst wenn es nicht ausgeschlossen sei, dass A einmal Profi-

Skirennfahrer werde, könnten die dadurch anfallenden Kosten nicht in Abzug gebracht 

werden, da keine klare Abgrenzung zur Freizeitbeschäftigung möglich sei.

Die Rekurrenten machen geltend, die deklarierten Aufwendungen von Fr. 9'718.– seien 

für den Kaderbeitrag, für verschiedene Trainings und Lager, für Verpflegungskosten, 

Sportgeräte, Sportkleider, Transportkosten, etc. zu ihren Lasten angefallen. Diese 

Kosten seien nicht abschliessend aufgeführt, seien doch noch diverse Kosten bar 

bezahlt worden, die nicht in der Kostenrechnung aufgeführt seien. A besuche die 

Sportschule der Oberstufe und bereite sich auf eine weiterführende Sportschule wie D 

oder S vor. Sein Ziel sei es, einst Profi-Skirennfahrer zu werden. Minderjährige 

Sportschüler (wie Tennisspieler, Fussballer etc.) erreichten immer wieder Einkünfte, 

welche dann auch versteuert werden müssten. Sie würden dann wie mündige 

Steuerpflichtige behandelt. Einerseits würden diese Einkünfte von Sportschülern 

besteuert, andererseits sei es Eltern von minderjährigen Sportschülern nicht möglich, 

Ausbildungskosten für Kinder in Sportschulen abzuziehen. Das sei nicht 

nachvollziehbar und widerspreche jeglicher Rechtsauffassung. 

b) Gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG können vom Reineinkommen höchstens 

weitere Fr. 13'000.– für Ausbildungskosten für jedes unter der elterlichen Sorge 

stehende oder volljährige Kind, das in der schulischen oder beruflichen Ausbildung 

steht, abgezogen werden, soweit sie der Steuerpflichtige selber trägt und sie Fr. 

3'000.– übersteigen.

Die Verwaltungsrekurskommission hielt in dem von der Vorinstanz zitierten Entscheid 

(VRKE I/1-2011/103 vom 15. März 2012, Erw. 2.b, in: www.gerichte.sg.ch) fest, der 

Begriff der Ausbildungskosten werde restriktiv ausgelegt. Das Kantonale Steueramt 

nahm die Überlegungen aus jenem Entscheid in seine Weisungen (StB 48 Nr. 1 Ziff. 

2.7) auf. Die Kommentatoren schlossen sich dieser Auffassung an (Zigerlig/Oertli/

Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Teil, N 671). Eine solche 

Auslegung habe den Vorteil, dass sie eine klare Abgrenzung erlaube und damit eine 

rechtsgleiche Behandlung der steuerpflichtigen Personen erleichtere. Würde der Begriff 

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"Ausbildung" weiter verstanden, wäre keine klare Abgrenzung zu Freizeitaktivitäten 

bzw. zu Spiel und Sport mehr möglich (VRKE I/1-2011/103 vom 15. März 2012, Erw. 

2.b, in: www.gerichte.sg.ch; vgl. auch NStP 49/1995, S. 159 ff.).

Die in der Steuererklärung 2013 von den Rekurrenten in Abzug gebrachten Kosten 

bestehen aus Kurskosten für Gletschertrainingskurse (Fr. 6'432.–), Verpflegungskosten 

während der Trainings (Fr. 199.–), Ausgaben für Sportgeräte und Sportkleider 

(Fr. 2'198.60), Transportkosten (Fr. 401.10) und diversen Ausgaben wie z.B. für 

Skipräparationsmaterial oder für eine Saisonkarte (Fr. 487.35). Diese Kosten sind 

aufgrund der dargelegten Grundsätze nicht als schulische Ausbildungskosten 

aufzufassen, da der Zusammenhang mit der schulischen Ausbildung in der 

Oberstufenklasse fehlt. Gemäss den Informationen zur Sportschule auf der Webseite 

der Schule N (www.---.ch, zuletzt besucht am 19. Januar 2015) ist die Sportschule in 

die reguläre Oberstufe integriert. Die Athleten besuchen den Unterricht in der 

entsprechenden Regelklasse und werden für Training und Wettkampf grosszügig 

freigestellt. Die Trainingseinheiten müssen bei einem Verband mit ausgebildeten 

Trainern absolviert werden. Der Stundenplan ist angepasst an die Trainingseinheiten 

des Ostschweizer Skiverbandes OSSV.

Es ist zu prüfen, ob die von den Rekurrenten deklarierten Kosten als 

Ausbildungskosten für die berufliche Ausbildung ihres Sohnes zum Profisportler 

(Skirennfahrer) verstanden werden können. Nach der Rechtsprechung der 

Verwaltungsrekurskommission sind während der Dauer der obligatorischen 

Grundschule für die Kinder keine beruflichen Ausbildungskostenabzüge im Sinne von 

Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG möglich (VRKE I/1-2011/103 vom 15. März 2012, Erw. 

2.c, in: www.gerichte.sg.ch). Eine Privilegierung der Eltern, die sich für eine 

leistungssportbezogene Grundausbildung ihrer Kinder entscheiden, käme einer 

ungerechtfertigten Besserstellung gleich (vgl. Stellungnahme des Bundesrates vom 18. 

August 2010 zur Motion "Steuerabzug für leistungssportbezogene Grundausbildung", 

Fundstelle in Curia Vista unter Nr. 10.3441). An dieser Rechtsprechung ist auch im 

vorliegenden Fall festzuhalten. Der Abzug in der Höhe von Fr. 9'718.– (abzüglich 

Selbstbehalt von Fr. 3'000.–) für effektiv angefallene Kosten bei der Skisportausbildung 

von A, welche die Rekurrenten geltend gemacht haben, ist ihnen von der Vorinstanz zu 

Recht nicht gewährt worden.

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Neben dem Kanton St. Gallen kennt beispielsweise auch der Kanton Bern einen 

Ausbildungskostenabzug. Dieser wird – wie nach st. gallischen Recht – nur unter 

restriktiven Bedingungen gewährt. Demnach sind Kosten der freiwilligen Sport- oder 

Musikausbildung nicht abzugsfähige Ausbildungskosten, sondern werden als 

Einkommensverwendung im Sinne der Lebenshaltung betrachtet (Leuch/Kästli/

Langenegger, Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Bern/Muri 2014, N 34 zu 

Art. 40 StG; Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. August 

1995 i.S. B., in: NStP 49/1995, S. 159 ff.).

A besucht freiwillig die Sportschule der Oberstufe N. Die Skisportausbildung ist von der 

schulischen Ausbildung getrennt. Die Kosten, die bei der verbandsinternen 

Sportausbildung des OSSV entstehen, sind keine berufsbedingten Ausbildungskosten. 

Es handelt sich nicht um eine berufliche Ausbildung. Die Sportschule N wird nicht nur 

von Leuten besucht, die Profiskirennfahrer oder Skilehrer werden wollen. Denkbar ist 

auch, dass jemand die Sportschule alleine aus Freude am Sport besucht und ein völlig 

anderes Berufsziel hat. 

c) Im Rekurs wird vorgebracht, verschiedene minderjährige Sportschüler würden immer 

wieder Einkünfte erreichen, welche dann auch versteuert werden müssten. Es trifft zu, 

dass diese Einkünfte entweder von den Eltern der minderjährigen Sportschüler, oder – 

wenn die Tätigkeit im Rahmen einer Erwerbstätigkeit der Minderjährigen im Sinne von 

Art. 20 Abs. 4 lit. b StG ausgeübt wird – von diesen selbst als Einkommen zu 

versteuern sind. In diesen Fällen wären die Ausgaben für Material und Training 

allenfalls als Gewinnungskosten (Berufskosten) abziehbar (Art. 39 StG). In der 

Steuererklärung des Jahres 2013 der Rekurrenten wurden indessen keine Einkünfte 

aus dem Skisport des Sohnes deklariert. Infolge fehlender Einkünfte entfällt auch die 

Möglichkeit, Gewinnungskosten zum Abzug zu bringen. Auch wenn nicht 

ausgeschlossen ist, dass A dereinst den Status eines Profiskirennfahrer erreichen wird 

und aus dieser Tätigkeit auch ein Erwerbseinkommen erzielen wird, können die im Jahr 

2013 angefallenen Kosten gestützt auf die obigen Überlegungen nicht in Abzug 

gebracht werden, da sie sich weder als schulische noch als berufliche 

Ausbildungskosten erweisen und keine Berufskosten sind.

d) Zusammenfassend erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.

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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von den 

Rekurrenten zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.– ist 

angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.– ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.   Der Rekurs wird abgewiesen.

2.   Die Rekurrenten bezahlen die amtlichen Kosten von Fr. 600.– unter Verrechnung

      des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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