# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79b26f82-292e-5e87-96ad-9cf5479c0cd6
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 15.09.2023 WPR.2023.78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2023-78_2023-09-15.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2023.78 / pw  
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 15. September 2023 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Huber, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Würsch 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

vertreten durch lic. iur. Silvio Siegrist, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Sri Lanka 

amtlich vertreten durch MLaw Tamara De Caro, Rechtsanwältin, 

Stadtturmstrasse 19, Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 8. Februar 2017 

illegal in die Schweiz ein und ersuchte am 10. Februar 2017 in Basel um 

Asyl (Akten des Amts für Migration und Integration [MI-act] 9). 

 

Mit Entscheid vom 7. Januar 2020 lehnte das Staatssekretariat für Migra-

tion (SEM) das Asylgesuch des Gesuchsgegners ab, wies ihn aus der 

Schweiz weg, ordnete an, er habe die Schweiz bis zum 3. März 2020 zu 

verlassen, und beauftragte den Kanton Aargau mit dem Vollzug der Weg-

weisung (MI-act. 36 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde des Gesuchs-

gegners wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 31. Mai 2023 

ab (MI-act. 54 ff.). 

 

Mit Schreiben vom 16. Juni 2023 setzte das SEM dem Gesuchsgegner 

eine neue Ausreisefrist bis zum 14. Juli 2023 an und wies ihn auf seine 

Mitwirkungspflicht bei der Beschaffung von Reisepapieren hin (MI-

act. 73 ff.). Mit Schreiben vom 21. Juni 2023 forderte ihn auch das Amt für 

Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) auf, gültige Reisepapiere 

zu beschaffen und die Schweiz innert der angesetzten Ausreisefrist zu ver-

lassen (MI-act. 76 f.). 

 

Anlässlich des Ausreisegesprächs vom 19. Juli 2023 gab der Gesuchsgeg-

ner gegenüber dem MIKA an, nicht freiwillig nach Sri Lanka zurückkehren 

zu wollen. Ausserdem sei er nicht im Besitz von Reisedokumenten (MI-

act. 90 ff.). In der Folge ersuchte das MIKA das SEM gleichentags um Voll-

zugsunterstützung bei der Papierbeschaffung (MI-act. 97 f.). Im Anschluss 

an das Ausreisegespräch verfügte das MIKA die Eingrenzung des Ge-

suchsgegners auf das Gebiet des Kantons Aargau (MI-act. 101 ff.). 

 

Am darauffolgenden Tag teilte das SEM dem MIKA mit, es werde in den 

nächsten Tagen einen elektronischen ID-Antrag für den Gesuchsgegner 

bei den sri-lankischen Behörden einreichen (MI-act. 109). Mit Schreiben 

vom 26. Juli 2023 teilte das SEM dem MIKA sodann mit, der Gesuchsgeg-

ner sei als sri-lankischer Staatangehöriger identifiziert worden und die sri-

lankischen Behörden hätten – unter Voraussetzung einer bestehenden 

Flugbuchung – die Ausstellung eines Ersatzreisepapiers zugesichert (MI-

act. 110). 

 

Am 13. September 2023, 10.35 Uhr, wurde der Gesuchsgegner von der 

Kantonspolizei Aargau im Auftrag des MIKA gestützt auf § 12 des Einfüh-

rungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 (EGAR; 

SAR 122.600) angehalten und gleichentags dem MIKA zugeführt (MI-

act. 115 f., 117, 118 ff.). 

 

 - 3 - 

 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

13. September 2023 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 118 ff.). Im Anschluss an die Befra-

gung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft 

wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 13. September 2023, 10.35 Uhr. Sie wird in Anwen-
dung von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 12. Dezember 
2023,12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Vertreter des MIKA und der Gesuchsgegner be-

fragt. 

 

D. 

Das MIKA beantragte die Bestätigung der Haftanordnung (Protokoll S. 4, 

act. 18). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 4, act. 18): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 13. September 2023 angeordnete Ausschaffungs-
haft sei nicht zu bestätigen und der Gesuchsteller sei anzuweisen den Ge-
suchsgegner unverzüglich aus der Haft zu entlassen.  
 
2. 
Im Sinne einer Ersatzmassnahme sei dem Gesuchsgegner die Auflage zu 
erteilen, sich regelmässig bei einer durch das Verwaltungsgericht zu be-
stimmenden Amtsstelle zu melden. 
 
3. 
Die Sprechende sei als amtliche Vertreterin für das vorliegende Verfahren 
zu bestellen und zu entschädigen.  
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

 

 - 4 - 

 

 

   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemessen-

heit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die In-

tegration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 EGAR). Die Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der aus-

länderrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen Person zu laufen 

(vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner auf Anordnung des MIKA 

am 13. September 2023, 10.35 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhand-

lung begann am 15. September 2023, 09.00 Uhr; das Urteil wurde um 

09.40 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung erfolgte somit inner-

halb der Frist von 96 Stunden. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer Landesverweisung belegt, kann 

die zuständige kantonale Behörde die betroffene Person zur Sicherstellung 

des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die Haftanord-

nung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde erlassen 

(act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche Lan-

desverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG). 

 

Mit Entscheid vom 7. Januar 2020 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der Schweiz weg (MI-act. 36 ff.). Die 

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dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil vom 31. Mai 2023 ab (MI-act. 54 ff.). Damit liegt ein rechtsgenügli-

cher Wegweisungsentscheid vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Grün-

den undurchführbar ist. 

 

Abgesehen davon, dass die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des 

Vollzugs der Wegweisung des Gesuchsgegners im Asylverfahren durch 

das SEM (MI-act. 43 f.) und das Bundesverwaltungsgericht (Urteil 

E-730/2020 vom 31. Mai 2023, Erw. 7 [MI-act. 67 ff.]) bereits geprüft (und 

bejaht) wurden, hat der Haftrichter diesbezüglich ohnehin nur eine einge-

schränkte Kognition und die Haftgenehmigung ist nur dann zu verweigern, 

wenn sich der zu sichernde Wegweisungsentscheid als offensichtlich un-

zulässig erweist (BGE 125 II 217, Erw. 2). Dies ist hier nicht der Fall, nach-

dem der Gesuchsgegner eine aktuelle und konkrete persönliche Gefähr-

dung weder substantiiert dargelegt noch belegt hat. 

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in tatsächlicher 

oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind nicht er-

kennbar. Dies umso weniger, als der Gesuchsgegner von den sri-lanki-

schen Behörden als sri-lankischer Staatsangehöriger identifiziert und die 

Ausstellung eines Ersatzreisedokuments zugesichert wurde (MI-act. 110). 

 

Nachdem auch regelmässige Flugverbindungen nach Sri Lanka bestehen 

(act. 2) und nach Angaben des Vertreters des MIKA anlässlich der heutigen 

Verhandlung die letzte begleitete Ausschaffung nach Sri Lanka am 

11. September 2023 erfolgt ist (Protokoll S. 4, act. 18), stehen dem Vollzug 

der Wegweisung zum heutigen Zeitpunkt keine Hindernisse entgegen. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der Aus-

schaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen Verhaltens, 

insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer eigenen Aussa-

gen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine Ausschaffungs-

haft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit der Vorkomm-

nisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass 

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die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen und untertauchen 

will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der Wegweisung entziehen 

könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich gefährdet erscheinen 

(vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen Per-

son darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen wi-

dersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als Präzisie-

rung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die beiden 

Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. AN-

DREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI/CONSTANTIN 

HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., 

Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG und TARKAN GÖKSU, in: MARTINA CA-

RONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkom-

mentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], 

Bern 2010, N. 11 zu Art. 76). 

 

3.2. 

Der Gesuchsgegner, gegen den ein rechtskräftiger Wegweisungsentscheid 

vorliegt (MI-act. 36 ff.), hätte die Schweiz bis zum 14. Juli 2023 verlassen 

müssen (MI-act. 73). Anlässlich des Ausreisegesprächs vom 19. Juli 2023 

sowie anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend die An-

ordnung einer Ausschaffungshaft vom 13. September 2023 äusserte sich 

der Gesuchsgegner mehrfach dahingehend, er sei nicht bereit, die Schweiz 

in Richtung Sri Lanka zu verlassen (MI-act. 90 ff., 118 ff.). Auch im Rahmen 

der heutigen Verhandlung gab er erneut zu Protokoll, er sei nicht bereit, 

freiwillig nach Sri Lanka zurückzukehren; er wolle nach Malaysia ausreisen 

(Protokoll S. 2, act. 16). Eine Ausreise nach Malaysia würde allerdings das 

Vorliegen eines gültigen Reisepasses voraussetzen. Da der Gesuchsgeg-

ner nicht bereit ist, bei der sri-lankischen Botschaft einen Reisepass zu be-

schaffen (Protokoll S. 3, act. 17), ist seine erklärte Bereitschaft, nach Ma-

laysia auszureisen, als blosse Schutzbehauptung zu bewerten. In der kon-

stanten Weigerung, der Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein klares An-

zeichen dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaf-

fung entziehen will. Daran ändert – entgegen der Ansicht des Gesuchsgeg-

ners – auch nichts, dass er sämtlichen Vorladungen Folge geleistet und die 

gegen ihn verfügte Eingrenzung beachtet hat. Primär massgeblich ist nicht, 

wie sich der Gesuchsgegner früher verhielt, sondern wie er sich verhielt, 

als ihm bewusst war, dass der Vollzug der Wegweisung unmittelbar bevor-

steht. Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 13. Septem-

ber 2023 gab der Gesuchsgegner gegenüber dem MIKA sinngemäss zu 

Protokoll, hätte er gewusst, dass es ernst sei, wäre er weggegangen (MI-

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act. 119). Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner bei 

einer Entlassung aus der Ausschaffungshaft, untertauchen würde.  

 

Ferner hat sich der Gesuchsgegner trotz entsprechender Aufforderung des 

MIKA und des SEM (MI-act. 73, 76) nicht darum bemüht, Reisepapiere zu 

beschaffen, sondern hat die Papierbeschaffung gänzlich den Behörden 

überlassen.  

 

Insgesamt hat der Gesuchsgegner damit klare Anzeichen für eine Unter-

tauchensgefahr gesetzt, und es ist nicht davon auszugehen, dass er nach 

einer Entlassung aus der Ausschaffungshaft die Schweiz freiwillig in 

Richtung Sri Lanka verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor, die 

geeignet wären, die Haft als unverhältnismässig zu bezeichnen. 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Beschleu-

nigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung geschenkt 

hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen Ge-

wohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, ein 

Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde.  

 

Dass die Ausschaffungshaft geeignet ist, den Vollzug der Wegweisung si-

cherzustellen, liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren Ausführungen. 

Gleichen gilt mit Blick auf die Notwendigkeit der Anordnung einer Ausschaf-

fungshaft. Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung des Vollzugs der 

Wegweisung ist nicht ersichtlich. Die vom MIKA verfügte Eingrenzung des 

Gesuchsgegners auf das Gebiet des Kantons Aargau (MI-act. 101 ff.) als 

mildere Massnahme hat ihn nicht dazu bewogen, die Schweiz zu verlassen. 

Ebenfalls reicht eine regelmässige Meldepflicht – entgegen den Vorbringen 

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des Gesuchsgegners (act. 23) – nicht aus, um sicherzustellen, dass der 

Gesuchsgegner tatsächlich ausreisen wird, wäre es ihm doch ohne 

weiteres möglich, sich bis zum Rückführungszeitpunkt bei den Behörden 

zu melden und trotzdem unterzutauchen, sobald der Rückflug anzutreten 

wäre. Dies gilt umso mehr, als der Gesuchsgegner sich mehrfach weigerte, 

die Schweiz zu verlassen.  

 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Was seine anlässlich 

der heutigen Verhandlung vorgebrachten psychischen Probleme betrifft 

(Protokoll S. 3, act. 17), ist der Gesuchsgegner darauf hinzuweisen, dass 

er jederzeit einen Arzt konsultieren kann. Der Gesuchsgegner macht so-

dann nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. Insgesamt sind keiner-

lei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig 

erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend eine amtli-

che Rechtsvertretung zu bestellen, da das MIKA eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Die Vertreterin des Gesuchsgegners 

wird aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners ihre Kosten-

note einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungsge-

such frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden kann 

(Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine Ver-

handlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- und 

Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im Rahmen 

des rechtlichen Gehörs hat das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage 

zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer mündlichen Verhandlung 

wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder 

mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 

2C_846/2021 vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen 

Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage 

vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

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3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 13. September 2023 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

12. Dezember 2023, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer Haft-

verhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirks-

gefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtliche Rechtsvertreterin wird MLaw Tamara De Caro, Rechtsanwäl-

tin, Baden, bestätigt. Die Rechtsvertreterin wird aufgefordert, nach Haftent-

lassung des Gesuchsgegners ihre detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreterin, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

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Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 15. September 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

i.V. 

 

Huber Würsch