# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc977972-78a2-5d58-8166-9e7c433fdca0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2011 E-6220/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6220-2006_2011-10-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

.

 Abteilung V
E­6220/2006

U r t e i l   v om     2 7 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richter Markus König, Richter Maurice Brodard, Richter 
Richter Walter Stöckli, Richterin Jenny De Coulon Scuntaro,
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann

Parteien A._______,
Sri Lanka,   
vertreten durch Matthias Rupp, Rechtsanwalt,
Anwaltskanzlei Meier­Stehlik, Seestrasse 441, 8038 Zürich,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 31. Oktober 2006 / (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  seinen  Heimatstaat  gemäss  eigenen 
Angaben  am  22.  September  2006  auf  dem  Luftweg  und  gelangte  über 
Malaysia und Thailand am 28. September 2006 in die Schweiz, wo er am 
Flughafen Zürich ein Asylgesuch stellte. Am 29. September 2006 wurde 
er  durch  die  Flughafenpolizei  summarisch  zur  Ausreise  aus  dem 
Heimatland und zu seinen persönlichen Verhältnissen befragt. Nachdem 
das  BFM  am  3.  Oktober  2006  die  Einreise  des  Beschwerdeführers 
bewilligt  hatte,  wurde  dieser  am  16.  Oktober  2006  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  in  Kreuzlingen  befragt.  Er  gab  dabei  an,  von 
B._______,  Nord  Provinz  zu  stammen.  Er  habe  von  Mai  2002  bis  Mai 
2003  bzw.  von  2003  bis  2004  und  von  März/April  2006  bis  zum  22. 
September 2006 in Colombo gelebt. Er sei katholischen Glaubens. Er sei 
im  familieneigenen  Lebensmittelladen  tätig  gewesen  und  habe 
Fischernetze verkauft.

Weder  am Flughafen  in  Zürich  noch  am EVZ  in Kreuzlingen wurde  der 
Beschwerdeführer zu seinen eigentlichen Asylgründen befragt. Anlässlich 
der  summarischen  Anhörung  in  Kreuzlingen  gab  der  Beschwerdeführer 
unter "Zusatzbemerkungen" (vgl. dazu: A18/9, S. 6) an, er wolle etwas zu 
Protokoll geben, was er im Flughafen nicht habe angeben können: Er sei 
in B._______ als Händler tätig gewesen. Er habe am 25. März 2006 von 
der  "Karuna­Gruppierung"  einen  Drohbrief  erhalten,  worin  er  unter 
Todesdrohung  aufgefordert  worden  sei,  einen  Geldbetrag  in  der  Nähe 
des  C._______­Polizeipostens  abzugeben.  Er  habe  zu  dieser  Zeit  eine 
einmonatige, zwangsweise angeordnete Ausbildung der LTTE absolviert, 
bei welcher er viele Narben davongetragen habe. Weil er das Geld nicht 
habe  zahlen  können  und  nicht  mehr  am  Training  der  LTTE   habe 
teilnehmen können, sei er nach Colombo gereist, wo er in einer Siedlung 
namens  "D:_______"  gelebt  habe.  Am  10.  August  2006  seien  zwei 
Unbekannte  auf  einem  Motorrad  an  seinem  Wohnort  in  Colombo 
erschienen  und  hätten  sich  nach  dem Beschwerdeführer  erkundigt. Der 
Hauseigentümer habe diese zum Beschwerdeführer geführt, worauf einer 
dieser Unbekannten eine Waffe auf den Beschwerdeführer gerichtet und 
geschossen  habe.  Der  Hauseigentümer  habe  den  Schuss  ablenken 
können,  worauf  dem  Beschwerdeführer  die  Flucht  aus  dem Wohnhaus 
gelungen  sei.  Wegen  dieses  Vorfalles  habe  der  Beschwerdeführer  am 
(…) 2006 auf dem Polizeiposten in Colombo Anzeige erstattet.

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B. 
Am 26. Oktober  2006 wurde  der Beschwerdeführer  vom BFM direkt  zu 
seinen  Asylgründen  angehört.  Dabei  gab  er  zu  Protokoll,  er  habe  im 
Heimatdorf  zwei  Läden  geführt:  einen  Laden  für  E._______  und  einen 
F._______laden.  Die  LTTE,  welche  sein  Dorf  kontrolliert  hätten,  hätten 
ihn  gezwungen,  im  Februar  2006  ein  einmonatiges  Körpertraining  zu 
absolvieren. Er trage heute Narben von einem Sturz und weil er viel auf 
dem Boden habe kriechen müssen. Nach diesem Körpertraining, am (…) 
2006,   habe er ein Schreiben der LTTE erhalten, wonach sich von jeder 
Familie  eine Person  für Waffentraining melden  und  den  LTTE  beitreten 
müsse.  Sein  Vater  habe  dieses  Dokument  aus  Wut  zerrissen.  Im 
Weiteren  habe  er  am  (…)  2006  ein  Schreiben  der  "Karuna­Sektion" 
erhalten,  mit  der  Aufforderung,  2  Mio.  CL  RS  zu  zahlen,  ansonsten  er 
erschossen werde. Nach Erhalt dieses Schreibens sei er nach Colombo 
gereist.  In  Colombo  seien  am  (…)  2006  zwei  Unbekannte  an  seinem 
Wohnhaus erschienen und hätten den Beschwerdeführer zu erschiessen 
versucht.  Der  Hausbesitzer  habe  aber  auf  die  Hand  des  Schützen 
geschlagen  und  so  verhindern  können,  dass  der  Beschwerdeführer 
getroffen  worden  sei.  Der  Beschwerdeführer  habe  sich  sofort  auf  den 
Polizeiposten begeben und eine Anzeige erstattet.

Zur  Stützung  seiner  Asylvorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  drei 
Unterstützungsschreiben  (datiert  vom  (…)  2006,  ausgestellt  vom  
Bezirksverantwortlichen  des  "Home  for  Human  Rights"  in  G._______; 
datiert  vom  (…)  2006,  ausgestellt  von  H._______,  Attorney­at­Law, 
Notary  Public,  G._______;  und  datiert  vom  (…)  2006,  ausgestellt  vom 
I._______) ein.

C. 
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2006 – gleichentags im EVZ Kreuzlingen 
eröffnet  –  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug 
der Wegweisung an.

Die  Vorinstanz  begründete  ihren  negativen  Entscheid  im  Wesentlichen 
damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen 
an  die  Asylrelevanz  nicht  stand.  So  handle  es  sich  bei  den  von  ihm 
geltend  gemachten  Behelligungen  seitens  der  LTTE  und  der  Karuna­
Gruppe –  sofern  diese aufgrund  vorhandener Ungereimtheiten  geglaubt 
werden  könnten  –  um  lokal  oder  regional  beschränkte 
Verfolgungsmassnahmen.  Dem  Beschwerdeführer  habe  grundsätzlich 

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eine  innerstaatliche  Wohnsitzalternative  zur  Verfügung  gestanden,  um 
sich den geltend gemachten Benachteiligungen zu entziehen. Die LTTE 
bekämpften schon seit längerer Zeit kompromisslos alle "Abweichler" und 
"Verräter", die ihren Alleinvertretungsanspruch in Frage stellten und seien 
mutmasslich für zahlreiche "political killings" verantwortlich. Dieser Trend 
habe  sich  nach  dem  Bruch  innerhalb  der  LTTE  im  März  2004  noch 
verstärkt.  Es  liessen  sich  vier  Hauptkategorien  von  Personengruppen 
ausmachen,  die  im  Visier  der  LTTE  stünden:  desertierte  ehemalige 
hochrangige  LTTE­Mitglieder  und  Anhänger  der  verfeindeten  LTTE­
Fraktion,  Angehörige  regierungsfreundlicher  tamilischer  Gruppierungen, 
Mitarbeiter  des  sri­lankischen  Armee­  und  Polizeigeheimdienstes  sowie 
kritische tamilische Journalisten. In diesen Fällen könne eine landesweite 
Verfolgung  durch  die  LTTE  nicht  ausgeschlossen  werden.  Der 
Gesuchsteller  sei  jedoch  keiner  dieser Personenkategorien  zuzuordnen. 
Zudem habe es der Beschwerdeführer unterlassen, bei den Behörden um 
Schutz  nachzusuchen.  Er  mache  Nachteile  geltend,  die  sich  aus  lokal 
oder  regional  beschränkten  Verfolgungsmassnahmen  ableiten  liessen. 
Da er sich diesen Verfolgungsmassnahmen durch einen Wegzug in einen 
anderen  Teil  des  Heimatlandes  entziehen  könne,  sei  er  nicht  auf  den 
Schutz  der  Schweiz  angewiesen,  weshalb  seine  Vorbringen  als  nicht 
asylrelevant  zu  qualifizieren  seien.  Bezüglich  des  vorgetragenen 
Tötungsversuches  vom  (…)  2006  in Colombo  sei  festzuhalten,  dass  es 
sich  dabei  um  Übergriffe  Dritter  handle.  Der  sri­lankische  Staat  trage 
vorliegend  keine  Verantwortung  für  den  erlittenen  Übergriff,  zumal  die 
zuständigen  Behörden  die  entsprechende  Anzeige  des 
Beschwerdeführers  entgegengenommen  hätten.  Das  allfällige 
Unterbleiben  einer  Ahndung  solcher  Übergriffe  könne  verschiedene 
Ursachen  haben.  So  könne  es  einerseits  durchaus  vorkommen,  dass 
trotz grundsätzlichen Willens der Behörden, die Bürger zu schützen, eine 
Untersuchung  nicht  erfolgreich  abgeschlossen  werden  könne  oder  die 
Behörden  untätig  bleiben  müssten,  wenn  zu  wenig  Hinweise  auf  die 
Täterschaft bestünden. Demzufolge seien auch unter Mitberücksichtigung 
der  eingereichten  Empfehlungsschreiben  die  geltend  gemachten 
Übergriffe  als  nicht  asylbeachtlich  zu  werten.  Schliesslich  befand  das 
BFM den Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführenden nach Sri Lanka 
als zulässig, zumutbar und möglich. 

D. 
Gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  31.  Oktober  2006  liess  der 
Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  bei  der  damals 
zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission  (ARK) mit  Eingabe 

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vom  30.  November  2006  (Poststempel)  Beschwerde  einreichen  und 
beantragte  die  Anerkennung  seiner  Flüchtlingseigenschaft  und  die 
Gewährung  von  Asyl.  Eventualiter  sei  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
gewähren.

Zur Begründung  führte der Beschwerdeführer aus, weder er noch seine 
übrigen Familienmitglieder hätten  jemals mit den LTTE sympathisiert. Er 
sei  nie  politisch  aktiv  gewesen  und  habe  von  Anfang  an  weder  für  die 
staatliche Regierung noch für die LTTE Militärdienst leisten wollen. Nach 
einer  vorübergehenden  gewissen Beruhigung  der  kriegerischen Ausein­
andersetzungen  aufgrund  des  Waffenstillstandsabkommens  zwischen 
den LTTE und der Regierung hätten die Probleme im Jahre 2004 für die 
Zivilbevölkerung wieder  stark  zugenommen, da  sich Karuna bekanntlich 
mit den LTTE überworfen und sich von dieser Organisation abgespalten 
habe.  Der  Vater  des  Beschwerdeführers  sei  immer  wieder  gezwungen 
worden,  den LTTE Geldbeträge  zu  bezahlen  und  sei  deshalb  auch  von 
der Regierung einmal festgenommen und dabei misshandelt worden. Der 
Beschwerdeführer selbst sei zunächst weder für die Regierung, noch für 
die LTTE ein Thema gewesen. Dies habe sich  jedoch  im Februar 2006 
schlagartig  geändert,  als  er  und  sein  Bruder  zwangsrekrutiert  worden 
seien. Offiziell handle es sich beim Dorf B._______ nicht um ein von den 
LTTE  kontrolliertes  Gebiet,  faktisch  sei  es  aber  so,  dass  dort  sogar 
militärische Übungen  im Dorf  selbst  stattgefunden hätten. Die  staatliche 
Armee habe nur noch wenig bis gar keinen Einfluss mehr auf das Dorf. 
Als  einziger  unverheirateter  junger  Mann  der  Familie  sei  der 
Beschwerdeführer  schliesslich  zur  Zielperson  der  LTTE  geworden.  Er 
habe  einerseits  im  (…)  2006  ein Schreiben  erhalten,  habe  andererseits 
nach der Absolvierung eines Ausbildungstrainings ein Aufgebot erhalten, 
den LTTE zwangsweise beizutreten. Mitte November 2006 habe er weiter 
erfahren, dass sein älterer Bruder spurlos verschwunden sei, weshalb zu 
befürchten  sei,  dass  dies mit  der  Person  des Beschwerdeführers  einen 
Zusammenhang aufweise.  Im Weiteren sei er – wie viele andere  reiche 
Geschäftsleute – (…) 2006 von der Karuna­Gruppe unter Todesdrohung 
zur  finanziellen  Unterstützung  aufgefordert  worden.  Nach  seiner  Flucht 
nach Colombo sei er dort beinahe einem gezielten Anschlag zum Opfer 
gefallen, weshalb er sich zur Ausreise  ins Ausland gezwungen gesehen 
habe.  Der  Umstand,  dass  die  Behörden  in  Colombo  die  Anzeige  des 
Beschwerdeführers  entgegengenommen  hätten,  bedeute  keinesfalls, 
dass er  von diesen  staatlichen Schutz erhalte. Diese Polizeianzeige  sei 
zudem nur  auf Wunsch  des Hausbesitzers  erfolgt,  damit  dieser  nicht  in 
den  Verdacht  der  Beherbergung  von  Terroristen  gerate.  Die  Regierung 

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habe  ein  grosses  Interesse  daran,  die  Karuna­Gruppe  gegen  die  LTTE 
arbeiten  zu  lassen,  weshalb  der  Staat  diese  gewähren  lasse.  Da  der 
Beschwereführer  als  vermögender  Geschäftsmann  landesweit  verfolgt 
werde,  stehe  ihm  keine  innerstaatliche  Wohnsitzalternative  zur 
Verfügung.  Die  Verfolgungsgefahr  gehe  weitgehend  von  der  Karuna­
Gruppe  aus,  welche  den  Beschwerdeführer  auf  einer  Todesliste  führe. 
Aufgrund  der  engen  Zusammenarbeit  der  Karuna­Gruppe  mit  der  sri­
lankischen Armee und Regierung sei davon auszugehen, dass der Staat 
dem  Beschwerdeführer  keinen  Schutz  biete  und  sich  auch  inskünftig 
weitgehend passiv verhalten werde.  Im Weiteren sei zu berücksichtigen, 
dass der Beschwerdeführer im besten Rekrutierungsalter stehe. Auch der 
Umstand,  dass  der  Bruder  verschwunden  sei,  deute  auf  einen 
Zusammenhang mit der Flucht des Beschwerdeführers hin, weshalb von 
einer anhaltenden Verfolgungsgefahr auszugehen sei.

Der  Beschwerdeführer  reichte  diverse  Unterlagen  (Bericht  der 
Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  [SFH]  vom  31.  Mai  2005:  Sri  Lanka – 
aktuelle  Situation;  Neue  Züricher  Zeitung  [NZZ]  Online  vom  27. 
November 2006: Zahlreiche Tote bei Kämpfen  in Sri Lanka, besucht am 
18.  November  2006;  NZZ  vom  29.  November  2006:  Der  LTTE­Chef 
erklärt Waffenstillstand für tot) zur allgemeinen Lage in Sri Lanka zu den 
Akten. 

E. 
Mit Eingabe vom 6. Dezember 2006 wurde ein Arztzeugnis von Dr. med. 
J._______  vom  30.  November  2006  nachgereicht,  aus  welchem 
hervorgeht,  dass  der  Beschwerdeführer  an  der  linken  Schulter  und  am 
linken  Ellenbogen  Narben  aufweise,  welche  –  nach  Ansicht  des 
unterzeichnenden Arztes – auf erlittene Schläge zurückzuführen seien.

F. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  12.  Dezember  2006  teilte  die  damals 
zuständige  ARK  dem Beschwerdeführer mit,  dass  er  den  Ausgang  des 
Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Die Behandlung der weiteren 
Anträge wurden auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.

G. 
Mit Eingabe vom 18. Dezember 2006 reichte der Beschwerdeführer einen 
Hintergrundbericht  über  das  Leben  in  Colombo  der  Neuen  Zürcher 
Zeitung (NZZ) vom 14. Dezember 2006 nach und verwies explizit auf die 

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darin  geschilderten,  vom  sri­lankischen  Staat  gedeckten,  Entführungen, 
namentlich von wohlhabenden Geschäftsleuten.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Januar  2007  teilte  das 
Bundesverwaltungsgericht  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  das 
vorliegende,  bei  der  ARK  hängige  Beschwerdeverfahren  seit  dem  1. 
Januar  2007  vom  Bundesverwaltungsgericht  weitergeführt  werde. 
Gleichzeitig  wurde  ein  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr.  600.– 
erhoben.

I. 
Am  30.  Januar  2007  wurde  der  erhobene  Kostenvorschuss  fristgerecht 
einbezahlt.

J. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  22.  Mai  2007  hielt  das  BFM  an  der 
Abweisung  der  Beschwerde  fest.  Ergänzend  führte  es  aus,  der 
Beschwerdeführer  habe  bisher  weder  Identitätspapiere  noch  den  in 
Aussicht gestellten Polizeirapport  zu seiner Anzeige  in Colombo zu den 
Akten  gereicht,  womit  seine  Vorbringen,  wie  im  Entscheid  vom  31. 
Oktober 2006 bereits angedeutet,  zu bezweifeln seien. Es seien zudem 
Ungereimtheiten  bezüglich  der  Ursachen  der  erlittenen  Verletzungen 
festzustellen. Schliesslich sei auch die geltend gemachte Gelderpressung 
seitens der Karuna­Gruppe unsubstanziiert ausgefallen.

K. 
Mit Replikeingabe vom 12. Juni 2007 reichte der Beschwerdeführer eine 
Identitätskarte  nach  und  führte  dazu  aus,  er  habe  die  Gelegenheit 
abwarten  müssen,  einer  zuverlässigen  Person  diesen  Ausweis  auf  die 
Reise in die Schweiz mitzugeben, zumal eine direkte Versendung aus Sri 
Lanka  ein  viel  zu  hohes  Risiko  dargestellt  hätte.  Im  Weiteren  sei  ein 
Bruder  des  Beschwerdeführers  vor  rund  zwei  Monaten  nach  Colombo 
gereist,  um  den Polizeirapport  oder  damit  im Zusammenhang  stehende 
Dokumente  ausfindig  zu  machen.  Dabei  sei  dieser  sofort  verhaftet 
worden. Nur dank der Mithilfe des I._______ habe dieser Bruder aus dem 
Gefängnis geholt werden können. Aufgrund dieser Verhaftung werde die 
Familie  des  Beschwerdeführers  keine  weiteren  Versuche  unternehmen, 
um  an mögliche  Polizeidokumente  zu  gelangen.  Im Weiteren  habe  der 
Beschwerdeführer  seinem  behandelnden  Arzt  gegenüber  in  aller  Ruhe 
über  die  anlässlich  seines  LTTE­Trainings  seitens  Offizieren  erlittenen 

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Verletzungen berichten können. Schliesslich habe der Beschwerdeführer 
auf die Fragen betreffend Gelderpressung stets dieselben Schilderungen 
zu  Protokoll  gegeben,  weshalb  an  diesen  Vorbringen  nicht  zu  zweifeln 
sei.

L. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  25.  Juli 
2008 wurde das BFM unter Hinweis auf das publizierte Urteil BVGE 2008 
Nr. 2 eingeladen, zur Replik des Beschwerdeführers Stellung zu nehmen.

M. 
Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  27.  August  2008  hielt  das  BFM 
fest,  der Beschwerdeführer  habe nach wie  vor  den  von  ihm  in Aussicht 
gestellten  Polizeirapport  nicht  eingereicht.  Das  Bundesamt  verwies  auf 
die  grundsätzliche Möglichkeit  der Beschaffung  solcher Dokumente  hin. 
Im  Weiteren  erstaune  der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  erst 
gegenüber seinem behandelnden Arzt von den erlittenen Schlägen habe 
berichten können und die entsprechenden Erläuterungen nicht bereits  in 
der  Beschwerdeeingabe  vom  30.  November  2006   abgegeben  worden 
seien.  Zudem  vermöchten  die Erklärungsversuche  in  der Replikeingabe 
vom 12. Juni 2007 nichts daran zu ändern, dass die Angaben zur geltend 
gemachten  Gelderpressung  unsubstanziiert,  unverbindlich   und  vage 
ausgefallen  seien.  Schliesslich  habe  sich  der  Beschwerdeführer  bereits 
früher  während  eines  Jahres  für  einen  K._______  in  Colombo 
aufgehalten  und  dort  gemäss  Aktenlage  über  Handelspartner  seines 
Vaters sowie weitere Bekannte verfügt, weshalb auch in Berücksichtigung 
der  guten  finanziellen  Situation  des  Beschwerdeführers  von  der 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges auszugehen sei.

N. 
Mit  Eingabe  vom 26.  September  2008  nahm der  Beschwerdeführer  zur 
zweiten Vernehmlassung des BFM Stellung und hielt  insbesondere  fest, 
die allgemeine Sicherheitslage  in Colombo habe sich nochmals deutlich 
verschlechtert.  Es  seien  weitere  Verwandte  des  Beschwerdeführers  in 
Colombo  verhaftet  worden,  als  sie  sich  um  die  Ausstellung  von 
behördlichen  Dokumenten  bemüht  hätten.  Seither  seien  diese 
Verwandten  verschwunden. Dies mache deutlich,  dass  es  aufgrund  der 
aktuellen  Lage  für  die  tamilische  Bevölkerung  ein  unverhältnismässig 
hohes  Risiko  darstelle,  selbständig  bei  der  Polizei  vorzusprechen.  Im 
Weiteren entspreche es durchaus dem Verhalten junger Männer, dass sie 
erst  in  einem  ruhigen  Gespräch  in  sicherer  Umgebung  von  ihren 

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Erlebnissen  berichteten.  Es  seien  nicht  die  erlittenen  Schläge,  sondern 
vielmehr  die  Gefahr  einer  Verschleppung  und  Tötung  aufgrund  der 
erhaltenen Drohungen sowie das Attentat auf seine Person gewesen, die 
für  die Flucht  des Beschwerdeführers  im Vordergrund gestanden  seien. 
Bezüglich des Wegweisungsvollzuges sei nicht nachvollziehbar, dass das 
BFM  aufgrund  des  Aufenthaltes  in  Colombo  zwecks  Absolvierung 
K._______ vom Bestehen eines tragfähigen Beziehungsnetzes ausgehe. 
Angesichts der Verschlechterung der Sicherheitslage  in Colombo könne 
nicht ernsthaft angenommen werden, dass die Handelspartner des Vaters 
nach  wie  vor  in  Ruhe  ihre  Geschäfte  tätigen  könnten.  Es  könne  daher 
auch  nicht von einem tragfähigen Beziehungsnetz ausgegangen werden. 
Die Zivilbevölkerung von B._______ lebe seit der Einnahme des Gebietes 
durch  das  Militär  am  1.  September  2007  in  L._______,  in  einem 
landesinternen Flüchtlingscamp. Es sei  im Weiteren davon auszugehen, 
dass  die  gesamte  Infrastruktur  des  ehemaligen  Geschäftes  des 
Beschwerdeführers  zerstört  oder  geplündert  worden  sei.  Der  gesamte 
M._______  vom  Norden  nach  Colombo  sei  seit  der  Flucht  des 
Beschwerdeführers nicht mehr existent. Der noch einzige Bekannte des 
Vaters  des  Beschwerdeführers  in  Colombo  habe  zwischenzeitlich  Sri 
Lanka  ebenfalls  aus  Furcht  um  sein  eigenes  Leben  verlassen  und  sei 
nach  N._______  geflohen.  Der  Beschwerdeführer  habe  glaubhaft 
dargelegt,  dass  er  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus  Sri  Lanka  eine 
begründete Furcht vor Verfolgung gehabt habe. Eine Wegweisung in den 
Heimatstaat sei unter allen Umständen als unzumutbar zu qualifizieren.

Dieser Eingabe wurden zwei Dokumente (Schreiben des Attorney­at­Law, 
H._______  vom  (…)  2008  sowie  eine  Bestätigung  des  Vaters  des 
Beschwerdeführers  vom  23.  September  2008)  beigelegt,  aus  welchen 
hervorgeht, dass die Familienmitglieder des Beschwerdeführers aufgrund 
der Armeeoperationen vom 1. September 2007 umplatziert worden seien.

O. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  26.  Oktober  2010  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  BFM  zur  ergänzenden  Vernehmlassung 
bis  zum  30.  November  2010  ein.  Das  BFM  wurde  namentlich 
aufgefordert,  sich  zur  –  vom  Bundesamt  selbst  angekündigten – 
Überprüfung  seiner  Wegweisungspraxis  betreffend  abgewiesene 
Asylsuchende  aus  Sri  Lanka  zu  äussern.  Dabei  wurde  darauf 
hingewiesen,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gedenke,  im 
vorliegende Verfahren im Rahmen eines Länderurteils eine Aktualisierung 

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Seite 10

der  in  BVGE  2008  Nr.  2  publizierten Wegweisungspraxis  zu  Sri  Lanka 
vorzunehmen. 

P. 
Mit Schreiben vom 15. November 2010 und 27. Dezember 2010 ersuchte 
das BFM um Fristerstreckung bis Ende Dezember 2010 respektive Ende 
Februar 2011. 

Mit  Schreiben  vom  17.  November  2010  und  11.  Januar  2011  wurden 
diese Fristverlängerungen gewährt. 

Q. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  1. März  2011  hielt  das  BFM  an  seinen 
bisherigen  Erwägungen  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der 
Beschwerde.

Ergänzend führte das BFM aus, die Lage in Sri Lanka habe sich seit dem 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung, 31. Oktober 2006, grundlegend 
geändert. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri­lankischen Regierung 
und den LTTE sei im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende gegangen 
In  Anbetracht  der  grundlegenden  Verbesserung  der  allgemeinen  Lage 
erachte  das  BFM  den  Wegweisungsvollzug  des  Beschwerdeführers 
weiterhin als zumutbar.

Für die weiteren Ausführungen wird auf Erwägung 11.2.2 unten verwiesen.

R. 
Mit Replikeingabe vom 26. April 2011  führte der Beschwerdeführer aus, 
das BFM habe bei seiner Beurteilung der Lage nach dem Krieg äusserst 
gewichtige und relevante Umstände komplett ausgeblendet. So gehe aus 
mehreren Quellen hervor,  dass  landesintern  für die Zivilbevölkerung bei 
der  Rückkehr  in  die  eigenen  Dörfer  nach  wie  vor  massive  Hindernisse 
bestehen  würden,  wozu  auf  den  Bericht  der  Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  1.  Dezember  2010  verwiesen  werde.  Das 
BFM  habe  ebenfalls  nicht  erwähnt,  dass  die  Regierung  diejenigen 
Zivilisten  intensiv  politisch  verfolge, welche  in  irgendeiner Form mit  den 
LTTE in Verbindung gestanden hätten oder gestanden haben könnten. Im 
Weiteren  habe  das  BFM  völlig  ausgeklammert,  dass  der 
Beschwerdeführer von den LTTE zwangsrekrutiert worden und mehrfach 
zu  hohen  Geldsummen  erpresst  worden  sei,  wodurch  er  der  hohen 
Gefahr  ausgesetzt  sei,  bei  einer  Rückkehr  direkt  in  Haft  genommen, 
gefoltert oder gar getötet zu werden. Alle zwangsweisen Rückführungen 

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Seite 11

nach  Sri  Lanka  würden  dem  CID  für  Nationalitäts­  und 
Vorstrafenprüfungen  gemeldet.  Je  nach  Fall  würden  Überstellungen  an 
den  State  Intelligence  Service  (SIS)  oder  an  das  Terrorist  Investigation 
Department (TID) erfolgen. Aus dem SFH­Bericht gingen entsprechende 
Gruppen  von  besonders  gefährdeten  Personen  hervor.  Der 
Beschwerdeführer  erfülle  sämtliche  Voraussetzungen  und  sei  somit 
hinsichtlich  staatlicher  Verfolgung  in  überaus  hohem  Mass  gefährdet. 
Auch  nach  dem  offiziellen  Kriegsende  werde  die  Familie  des 
Beschwerdeführers  regelmässig  und  praktisch  wöchentlich  von  den 
Sicherheitskräften aufgesucht, wobei es  jeweils einzig darum gehe, den 
Aufenthaltsort des Beschwerdeführers ausfindig zu machen. Es sei eine 
Tatsache, dass auch nach dem Krieg eine  fortdauernde starke Präsenz 
der  Sicherheitskräfte  im  Norden  und  Osten  des  Landes  vorliege  und 
insbesondere  Tamilen  das  Ziel  von  staatlichen Sicherheitsmassnahmen 
im  ganzen  Land  seien.  Um  den  Druck  auf  die  Familie  des 
Beschwerdeführers  zu  erhöhen,  seien  bereits  sein  Vater  und  sein 
Schwager verhaftet bzw. gar mehrere Monate  in Haft gehalten und zum 
Aufenthaltsort  des Beschwerdeführers  einvernommen worden. Dem  der 
Replikeingabe beiliegenden Bericht sei zu entnehmen, wann und weshalb 
der  Schwager  verhaftet  worden  sei.  Seither  müsse  er  monatlich  den 
Behörden  schriftlich  versichern,  dass  ihm  nichts  über  den  derzeitigen 
Aufenthaltsort des Beschwerdeführers bekannt sei. Es sei eine Tatsache, 
dass Personen, welchen irgendeine Verbindung zu den LTTE nachgesagt 
werde,  gesucht  und  massiv  unter  Druck  gesetzt  würden,  wobei  kein 
Unterschied  gemacht  werde,  ob  der  Verdächtigte  freiwillig  zur  Guerilla 
gegangen  oder  gewaltsam  rekrutiert  worden  sei.  Aufgrund  seiner 
früheren  Zwangsrekrutierung  und  seines  Aufenthaltes  im  LTTE­
Ausbildungslager  im  Februar  2006  gelte  der  Beschwerdeführer  für  die 
Regierung  nach  wie  vor  als  zu  verfolgender  Regierungsfeind.  Mit  der 
beiliegenden  Vorladung  der  Polizei  (Special  Crimes  Investigations  Unit; 
SCIU)  vom  14.  März  2011  könne  belegt  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer polizeilich gesucht werde und auf den 31. März 2011 
letztmals  vorgeladen  worden  sei.  Der  Beschwerdeführer  lebe  in  der 
Schweiz  ein  geordnetes  und  unauffälliges  Leben.  Er  spreche  fliessend 
Schweizer­Dialekt  und  habe  sich  hervorragend  assimiliert.  Er  verdiene 
genug, um vollständig unabhängig von der Sozialhilfe  leben zu können. 
Sein Arbeitgeber sei überaus zufrieden mit ihm.

Der Replikeingabe wurden mehrere Beweismittel beigelegt  (SFH­Bericht 
vom  1.  Dezember  2010:  Sri  Lanka,  Aktuelle  Situation;  Schreiben  des 
Ministry  of  Defence,  Public  Security  (Receipt  on  Arrest)  vom  12. 

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Dezember  2009;  Schreiben  der  SCIU  vom  14.  März  2011  (Order  for 
Summons  for  an  Inquiry);  Arbeitgeberbestätigung  vom  23.  März  2011; 
Wohnsitzbescheinigung  vom  11.  April  2011  und  Auszug  aus  dem 
Betreibungsregister vom 11. April 2011. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 
32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  und  34  VGG 
genannten Behörden. Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf 
das  Asylgesetz;  das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem 
Bereich endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 
105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. 
d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.2. Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  per  1.  Januar  2007  die  bei  der 
ARK  hängig  gewesenen  Rechtsmittel  übernommen.  Das  neue 
Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53  Abs.  2  VGG).  Für  diese 
Asylverfahren  gelten  zudem  die  auf  den  1.  Januar  2007  in  Kraft 
getretenen  Änderungen  des  Asylgesetzes  (vgl.  Abs.  1  der 
Übergangsbestimmungen  zur  Änderung  des  Asylgesetzes  vom  16. 
Dezember 2005).

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.  
2.1.  Die  Beschwerde  ist   frist­  und  formgerecht  eingereicht;  der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 
105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

3. 
3.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  grundsätzlich 
Flüchtlingen  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt, wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land, wo  sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 

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ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 
3 AsylG). 

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

4. 
Im Hinblick auf die vorzunehmende Prüfung, ob die Vorinstanz zu Recht 
die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  und  sein 
Asylgesuch  abgewiesen  hat,  ist  in  einem  ersten  Schritt  zunächst  zu 
untersuchen,  ob  die  vorgetragenen  Fluchtgrunde,  die  zur  Ausreise  aus 
dem  Heimatstaat  geführt  haben,  gesamthaft  als  glaubhaft  gemacht  zu 
erachten sind.

4.1.  Das  Bundesamt  argumentiert  in  der  angefochtenen  Verfügung  in 
erster  Linie  mit  der  fehlenden  Asylrelevanz  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  und  verweist  primär  auf  das  Vorliegen  einer 
innerstaatlichen  Fluchtmöglichkeit,  was  zur  Folge  habe,  dass  der 
Beschwerdeführer nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen sei. Der 
Beschwerdeführer  gehöre  nicht  zur  Personengruppe,  die  einer  LTTE­
Verfolgungsgefahr unterworfen sei. Gleichzeitig weist das BFM in seiner 
Verfügung  auf  vorhandene  Ungereimtheiten  in  den  Angaben  des 
Beschwerdeführers hin, ohne dass diese näher erläutert werden.

Im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  verweist  das  BFM  auf  mehrere 
konkrete  Unglaubhaftigkeitselemente  im  Sachverhaltsvortrag  des 
Beschwerdeführers  (namentlich auf  die bisher  unterlassene Einreichung 
von  Beweismitteln  zur  Stützung  der  vorgetragenen  Polizeianzeige  und 
auf  Widersprüche  im  Zusammenhang  mit  den  vorgetragenen 
Verletzungen während des Ausbildungstrainings).  Im Weiteren seien die 
Schilderungen  zur  Gelderpressung  durch  die  Karuna­Gruppe 
unsubstanziiert ausgefallen.

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4.2.  Der  Beschwerdeführer  hält  diesen  Argumentationselementen  im 
Wesentlichen  entgegen,  er  sei  ins  Visier  der  sri­lankischen Machthaber 
geraten, was durch das Attentat auf seine Person in Colombo verdeutlicht 
werde. Es sei von einer landesweiten Gefährdungssituation auszugehen, 
weshalb  ihm  keine  landesinterne  Flucht­  oder Aufenthaltsalternative  zur 
Verfügung  stehe.  Er  habe  die  wesentlichen  Umstände  des  Vorfalles 
betreffend  Gelderpressung  durch  die  Karuna­Gruppe  auf  glaubhafte 
Weise zu Protokoll gegeben.

4.3. 
4.3.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  weder  am  Flughafen  noch  im  EVZ  in 
Kreuzlingen  explizit  zu  seinen  konkreten  Asylgründen  summarisch 
befragt worden. Als  er  in Kreuzlingen nach Zusatzbemerkungen gefragt 
wurde,  liess er sehr kurz gehaltene Vorbringen protokollieren, die er am 
Flughafen  nicht  habe  vortragen  können.  Zur  Würdigung  der 
Glaubhaftigkeit  der  eigentlichen  Asylvorbringen  und  deren 
flüchtlingsrechtlicher  Relevanz  können  daher  nur  diese 
Zusatzbemerkungen im Protokoll des EVZ sowie das Anhörungsprotokoll 
des BFM vom 26. Oktober 2006 herangezogen werden. 

4.3.2. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, er habe zwangsweise 
eine  einmonatige  Ausbildung  der  LTTE  absolvieren  müssen,  in  deren 
Verlauf  er  sich  Narben  zugezogen  habe.  Im  Rahmen  seiner  in 
Kreuzlingen  zu  Protokoll  gegebenen  Zusatzbemerkungen  hat  er  diese 
Narben  zwar  bereits  erwähnt,  ohne  jedoch  weiter  darauf  einzugehen. 
Anlässlich seiner einlässlichen Befragung am 26. Oktober 2006 wurde er 
explizit nach den Ursachen dieser Narben gefragt, worauf er zu Protokoll 
gab,  eine Narbe  stamme daher,  dass er  auf  dem Boden habe kriechen 
respektive "Rollen" machen müssen; die zweite Narbe sei als Folge eines 
Sturzes entstanden (vgl. A21, S. 4).

In  seiner Eingabe  vom 6. Dezember  2006  führte  der Beschwerdeführer 
demgegenüber aus, die erlittenen Verletzungen an der Schulter und am 
Ellenbogen  seien  auf  Schläge  zurückzuführen,  die  er  anlässlich  des 
LTTE­Trainings  im  Februar  2006  erhalten  habe.  Zur  Stützung  dieses 
Vorbringens reichte er einen Arztbericht vom 30. November 2006 nach, in 
welchem  der  untersuchende  Arzt  ausführt,  diese  Narben  seien  „sicher“ 
durch Schläge entstanden.

Das  BFM  wies  in  seiner  Vernehmlassung  vom  22.  Mai  2007  auf 
Ungereimtheiten bezüglich der erlittenen Misshandlungen hin.

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Das  Bundesverwaltungsgericht  schliesst  sich  dieser  Einschätzung  der 
Vorinstanz  an  und  stellt  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  in  nicht 
nachvollziehbarer  Weise  divergierende  Angaben  zur  Ursache  der 
körperlichen Narben gemacht hat. Anlässlich der BFM­Befragung hat der 
Beschwerdeführer  die  Narben  unmissverständlich  auf  die  von  ihm 
absolvierten  Trainings  und  Manöver  (auf  dem  Boden  kriechen,  Rollen 
machen)  zurückgeführt.  An  keiner  Stelle  erwähnte  er  in  diesem 
Zusammenhang  eine  irgendwie  geartete  Misshandlung  oder  Zufügung 
physischer Gewalt durch LTTE­Offiziere, wie er dies später,  im Rahmen 
seiner  Angaben  vom  6.  Dezember  2006  und  vom  12.  Juni  2007, 
nachträglich behauptet hat. Wenn die  in der Eingabe vom 6. Dezember 
2006  vorgebrachten,  auf  den  Schlussfolgerungen  des  untersuchenden 
Arztes  beruhenden  Ausführungen  zutreffen  würden,  bleibt  nicht 
nachvollziehbar,  weshalb  der  Beschwerdeführer  anlässlich  seiner 
Befragungen  respektive  seiner Rechtsmitteleingabe  an  keiner Stelle  auf 
die  ihm  angeblich  von  LTTE­Offizieren  gewaltsam  zugefügten  Schläge 
hingewiesen, sondern sich darauf beschränkt hat, einzig die absolvierten 
Trainings als Ursache für die körperlichen Narben zu nennen. 

Angesichts  dieser  Widersprüche  bestehen  bereits  erste  Zweifel  am 
Wahrheitsgehalt  des  vom  Beschwerdeführer  vorgetragenen 
Sachverhalts­vortrages,  was  eine  zwangsweise  Absolvierung  eines 
LTTE­Trainings anbelangt.

4.3.3. Der  Beschwerdeführer  hat  weiter  vorgetragen,  zwangsweise  von 
den LTTE zum Beitritt aufgefordert worden zu sein, und macht in diesem 
Zusammenhang eine Verfolgungsgefahr geltend. Hierzu macht er weiter 
geltend,  einen  entsprechenden Drohbrief  der  LTTE  vom 13. März  2006 
erhalten  zu   haben  (vgl.  A21,  S.  5  und  6).  Dieses  Schreiben  soll  sein 
Vater  aus  Wut  zerrissen  haben,  weshalb  der  Beschwerdeführer  kein 
Beweismittel  habe  beibringen  können,  das  dieses  Vorbringen  weiter 
stützen  würde.  Falls  die  LTTE  im  fraglichen  Zeitpunkt  wirklich  im 
geschilderten  Ausmass  ein  Interesse  an  seiner  Person  gehabt  hätte, 
bleibt  indessen  unklar,  weshalb  diese  Organisation  es  bei  diesem 
Schreiben hätte bewenden  lassen, wenn sie gleichzeitig die Möglichkeit 
gehabt hätten, den Beschwerdeführer zu Hause abzuholen und ihn ohne 
Weiteres  in  Gewahrsam  zu  nehmen.  Angesichts  dieser  Schilderungen 
des  Beschwerdeführers  bleibt  auch  das  vorgetragene 
Verfolgungsinteresse  der  LTTE  an  seiner  Person  nicht  plausibel  und 
muss  als  nicht  überwiegend  wahrscheinlich  und  daher  unglaubhaft 
qualifiziert werden.

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4.3.4.  Schliesslich  müssen  auch  die  Schilderungen  des  Vorfalles  vom 
10. August  2006  in  Colombo,  bei  welchem  ein  Attentat  auf  den 
Beschwerdeführer durch unbekannte Bewaffnete verübt worden sein soll, 
als unrealistisch und überwiegend unwahrscheinlich qualifiziert werden. 

Einerseits  ist  kaum  vorstellbar,  dass  der  Hausbesitzer  –  bei  gezogener 
Pistole  des  Täters  –  sein  eigenes  Leben  auf  Spiel  gesetzt  haben  soll, 
indem  er  dem  Schützen  auf  die  Hand  geschlagen  bzw.  dessen  Hand 
weggedreht  haben  soll,  wie  dies  vom  Beschwerdeführer  geschildert 
wurde  (vgl.  A21,  S.  9).  Andererseits  bleibt  festzustellen,  dass  der  das 
Bestätigungsschreiben  vom  (…)  2006  ausstellende  Anwalt  respektive 
Notar  diesen  Vorfall  zwar  erwähnt,  aus  dem  Gesamtkontext  jedoch 
hervorgeht,  dass  dieser  seine  Schilderung  nicht  auf  eigene  Erlebnisse 
zurückführen kann, weil er bei der Schiesserei nicht persönlich anwesend 
war. Aus dem Schreiben geht vielmehr hervor, dass dieses auf Verlangen 
des Bruders des Beschwerdeführers hin ausgestellt worden  ist, weshalb 
von  einem  Gefälligkeitsschreiben  ohne  massgeblichen  Beweiswert 
auszugehen  ist.  Der  Beschwerdeführer  hat  weiter  vorgebracht,  am  (…) 
(A21  S.  11)  respektive  am  (…)  2006  (A18  S.  6)  eine  entsprechende 
Strafanzeige  bei  der  Polizei  in  Colombo  erstattet  zu  haben,  wobei  es 
weder  ihm  noch  seinen  Verwandten  gelungen  sei,  entsprechende 
Polizeiunterlagen  zu  beschaffen.  Der  Beschwerdeführer  hat  aber 
offensichtlich auch nichts unternommen, um weitere Beweismittel  für die 
Stützung  des  vorgetragenen  Vorfalles  in  Colombo  beizubringen,  wie 
beispielsweise eine diesbezügliche Bestätigung des Hausbesitzers. Auch 
zu  den  mit  der  Eingabe  vom  26.  September  2008  geltend  gemachten 
Verhaftungen  weiterer  Verwandter  sind  keine  Beweismittel  eingereicht 
worden,  welche  die  entsprechenden  Vorbringen  stützen  könnten.  In 
diesem  Zusammenhang  ist  auch  festzuhalten,  dass  das  in  der 
Beschwerdeschrift  vom  30.  November  2006  (vgl.  Punkt  19,  S.  9) 
vorgetragene  Verschwinden  des  Bruders  des  Beschwerdeführers  bis 
heute durch keinerlei Beweismittel dokumentiert worden  ist, obwohl eine 
entsprechende  schriftliche  Bestätigung  erwartet  wurde  und  die 
Einreichung entsprechender Dokumente in Aussicht gestellt worden war.

4.3.5.  Im  Sinne  eines  Zwischenergebnisses  ist  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer  weder  die  vorgetragene  einmonatige  Absolvierung 
eines  LTTE­Trainings  und  die  angeblich  darauf  beruhenden,  erlittenen 
Misshandlungen und das auf seine Person gezielte Verfolgungsinteresse 
der  LTTE,  noch  den  angeblich  erlittenen  persönlichen  Anschlag  in 
Colombo  und  die  daraus  resultierenden  behördlichen 

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Verfolgungsmassnahmen  gegenüber  seinen  Familienangehörigen  als 
überwiegend glaubhaft darzutun vermocht hat.

5. 
Der  Beschwerdeführer  hat  im Rahmen  seiner  Befragungen  angegeben, 
im Heimatdorf zwei Läden (E._______ und F._______) geführt zu haben. 
Das  BFM  stellt  dieses  Vorbringen  nicht  in  Frage.  Auch  das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  keine  Veranlassung,  an  dieser 
Geschäftstätigkeit des Beschwerdeführers generell zu zweifeln.

Der  Beschwerdeführer  leitet  aus  dieser  Geschäftstätigkeit  eine 
Verfolgungssituation seitens der LTTE respektive der Karuna­Gruppe ab. 
Er  führt  hierzu  aus,  er  gehöre  als  vermögender  Geschäftsmann  zur 
Risikogruppe,  welche  ins  Visier  der  LTTE  geraten  sei.  Gerade  wegen 
seiner  finanziellen  Mittel  sei  er  einem  äusserst  hohen  Risiko  für  eine 
Erpressung  oder  eine  körperliche  Bedrohung  sowie  Verschleppung, 
Verhaftung,  Folter  und  gar  Tötung  ausgesetzt  (vgl.  Eingabe  vom  26. 
September  2008,  Punkt  7).  Er  bringt  konkret  vor,  er  habe  ein 
Erpressungsschreiben der Karuna­Gruppe erhalten, und reicht hierzu ein 
Bestätigungsschreiben  des  Bezirksverantwortlichen  des  "Home  for 
Human Rights in G._______" ein.

Zum  vorgetragenen  Erhalt  eines  Erpressungsschreibens  der  Karuna­
Gruppe  hat  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  zu  den 
Einzelheiten  dieses  Drohschreibens  angegeben,  er  habe  dieses 
Schreiben  nicht  genauer  angesehen  (A21  S.  6).  Nachdem  der 
Beschwerdeführer  gleichzeitig  vortrug,  die Gefahr,  die  ihm  in  Sri  Lanka 
drohe,  gehe  weitgehend  von  der  Karuna­Gruppierung  aus  (vgl. 
Beschwerdeeingabe,  Punkt  18,  S.  9),  welche  ihn  auf  einer  Todesliste 
führe  und  welche  mit  sehr  hoher  Wahrscheinlichkeit  auch  für  den  in 
Colombo  verübten  gezielten  Tötungsversuch  gegen  seine  Person 
verantwortlich  sei,  erstaunt  das  dargelegte  Desinteresse  des 
Beschwerdeführers  am  Inhalt  des  angeblich  erhaltenen 
Erpressungsschreibens dieser Gruppierung. Wenn der Beschwerdeführer 
die Beweggründe für seine Ausreise aus dem Heimatland primär auf den 
Umstand zurückführt, dass er eine Verfolgung durch die Karuna­Gruppe 
befürchte,  bleibt  unplausibel,  weshalb  er  die  Indizien,  die  für  eine  in 
diesem  Zusammenhang  stehende  Verfolgungssituation  hindeuten 
könnten,  nicht  genauer  hat  beschreiben  können.  Die  Vorbringen  im 
Zusammenhang  mit  dem  angeblichen  Erhalt  eines 

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Erpressungsschreibens  respektive  einer  "Todesliste"  müssen  als 
unglaubhaft qualifiziert werden. 

Diese Einschätzung  kann  jedoch  im Gesamtkontext  der Vorbringen des 
Beschwerdeführers  für  sich  alleine  nicht  als  hinreichendes 
Unglaubhaftigkeitselement  gewertet  werden,  das  eine  Verfolgung  des 
Beschwerdeführers  durch  die Karuna­Gruppierung,  namentlich  aufgrund 
seiner Geschäftstätigkeit, generell ausschliessen würde.

6. 
6.1.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  im  Zusammenhang  mit  seiner 
Eigenschaft  als  vermögender  Ladenbesitzer  die  Zugehörigkeit  zu  einer 
besonderen  Risikogruppe  geltend  macht,  drängt  sich  zur  Beurteilung 
dieses  Vorbringens  eine  Analyse  der  allgemeinen,  heute  herrschenden 
Sicherheits­ und politischen Lage in Sri Lanka auf.

6.2.  Im Rahmen  des  vorliegenden Urteils  ist  es  daher  angebracht,  sich 
mit der aktuellen Lage in Sri Lanka auseinanderzusetzen und namentlich 
auf  die  seit  der  letzten  vom Gericht  vorgenommenen  Lageanalyse  vom 
Februar 2008 (vgl. dazu: Grundsatzurteil vom 14. Februar 2008, publiziert 
in:  BVGE  2008  Nr.  2)  eingetretenen  Ereignisse  und  die  daraus 
resultierenden  Entwicklungen  näher  einzugehen  (Erwägung  7)  und 
namentlich  zu  prüfen,  ob  es  gegebenenfalls  Personengruppen  gibt,  die 
heute  einer  besonderen  Gefahr  unterliegen,  seitens  der  sri­lankischen 
Sicherheitskräfte  oder  anderer  Gruppierungen  verfolgt  zu  werden 
respektive  in  diesem  Zusammenhang  keinen  staatlichen  Schutz  in 
Anspruch nehmen können (Erwägung 8).

Für  die  nachfolgende  Zusammenstellung  der  Entwicklungen  seit 
Beendigung  des  Bürgerkriegs  im  Mai  2009  und  die  Darstellung  und 
Einschätzung  der  gegenwärtigen  Situation  in  Sri  Lanka  wurde  eine 
Vielzahl  von  Länder­  und  Themenberichten  sowohl  internationaler, 
ausländischer,  wie  auch  schweizerischer  Nichtregierungs­  und 
Regierungsorganisationen  sowie  von  ausländischen  und  inländischen 
Presseberichten  ausgewertet.  Insbesondere wurden  die  nachfolgend,  in 
alphabetischer Reihenfolge erwähnten Dokumente herangezogen und im 
Rahmen der Lageeinschätzung mitberücksichtigt. Sofern andere Quellen 
in  die  Analyse  einbezogen  worden  sind,  werden  diese  im  Text  explizit 
genannt.

– [1]  Amnesty  International  Report  2010:  The  State  of  the  World's 
Human Rights; Sri Lanka;

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– [2]  Danish  Immigration  Service  (DIS):  Human  Rights  and  Security 
Issues  concerning Tamils  in Sri  Lanka; Report  from DIS  fact­finding 
mission to Colombo, Sri Lanka, 19 June to 3 July 2010; Oktober 2010;

– [3]  Human  Rights Watch  (HRW): World  Report  2011  und  2010:  Sri 
Lanka: Events of 2010 (bzw. 2009); 

– [4]  HRW:  Sri  Lanka:  Legal  Limbo;  The  Uncertain  Fate  of  Detailed 
LTTE supects in Sri Lanka, Februar 2010; 

– [5]  International Crisis Group  (ICG):  The Sri  Lankan Tamil Diaspora 
after the LTTE, Asia Report No. 18 – 23. Februar 2010;

– [6]  ICG:  War  Crimes  in  Sri  Lanka,  Asia  Report  No.  191  –  17.  Mai 
2010;

– [7]  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  (SFH):  Sri  Lanka:  Aktuelle 
Situation, Update, Rainer Mattern, 1. Dezember 2010;

– [8] UK Home Office, UK Border Agency: Country of Origin Information 
Report Sri Lanka, 11. November 2010 und 18. Februar 2010; 

– [9]  UNHCR:  Eligibility  Guidelines  for  Assessing  the  International 
Protection Needs of Asylum Seekers from Sri Lanka, 5. Juli 2010;

– [10]  U.S.  Department  of  State:  2010  (respective  2009).Country 
Reports on Human Rights Practices; 2010  (respective 2009) Human 
Rights Report: Sri Lanka, 8. April 2011 und 11. März 2010.

7. 
7.1. Am 19. Mai 2009 verkündete die Regierung Sri Lankas offiziell den 
Sieg  der  Regierungstruppen  über  die  LTTE,  und  Präsident  Rajapakse 
erklärte  den  seit  26  Jahren  andauernden  Krieg  für  beendet.  Im  August 
2009  begann  die  sri­lankische  Regierung  mit  der  Organisation  der 
Freilassung  und  der  Rückkehr  von  rund  280'000  Personen  aus  den 
Lagern  von  Binnenvertriebenen,  die  während  der  Schlussphase  des 
Konflikts gezwungen worden waren, ihre angestammten Wohngebiete zu 
verlassen. Schätzungen des UNHCR zufolge hatten bis Mitte Juni 2010 
fast  eine  Viertel  Million  Personen  die  Lager  für  Binnenvertriebene 
verlassen,  um  an  ihre  Herkunftsorte  zurückzukehren  oder  bei 
Gastfamilien,  Verwandten  oder  Freunden  Unterkunft  zu  finden.  Einige 
Personen, die die Lager verlassen konnten, befinden sich immer noch als 
Binnenvertriebene  im  Land,  nachdem  ihre  Wohnhäuser  zerstört  sind 
respektive  nach  wie  vor  Minenräumungen  stattfinden  und  in  manchen 
Fällen eine Rückkehr durch Streitigkeiten um die Landbesitzverhältnisse 
behindert wird. Rund 11'000 Personen, welche der Verbindungen zu den 
LTTE  verdächtigt  wurden,  wurden  in  den  inoffiziellen 

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Rehabilitationszentren untergebracht  (vgl. UNHCR 2010  [Quelle 9], S. 1 
und  2;  UNHCR  Global  Report  2009,  Sri  Lanka,  S.  230).  Das 
Führungskader  der  LTTE  ist  der  Medienberichterstattung  zufolge 
komplett  ausgelöscht  worden.  Hinweise  auf  aktive  LTTE­Kader  im 
Norden  Sri  Lankas  gibt  es  laut  SFH  keine.  Das  Militär  und  die  sri­
lankische Polizei haben zwar grosse LTTE­Waffenlager ausgehoben. Die 
höchstrangigen LTTE­Kader waren entweder gefangen genommen oder 
getötet worden (so auch der LTTE­Chef Velupillai Prabhakaran), oder sie 
konnten  das  Land  verlassen.  UNHCR  zufolge  haben  sich  im Mai  2010 
noch rund 9'000 mutmassliche ehemalige LTTE­Kader in geschlossenen 
Lagern  befunden  (vgl.  UNHCR  [Quelle  9],  S.  4).  Der  einstige  LTTE­
Kommandeur  Vinayagamoorthy  Muralitharan,  auch  bekannt  unter  dem 
Namen  Karuna,  verliess  im  März  2009  die  von  ihm  gegründete  Tamil 
Makkal  Vidulthalai  Puligal  (TMVP)  und  schloss  sich  der  Sri  Lanka 
Freedom  Party  (SLFP)  von  Präsident  Rajapakse  an.  Karuna  ist  heute 
Vizepräsident  der  SLFP.  Die  TMVP  wird  heute  vom  früheren 
parteiinternen  Kontrahenten  Karunas  und  jetzigen  Chefminister  der 
Ostprovinz,  Sivanesathurai  Chandrakanthan,  alias  Pillayan,  geführt.  Die 
TMPV  sollen  heute  namentlich  Geschäftsleute  ins  Visier  genommen 
haben, weil es an Geld  fehle,  ihre Kader zu  finanzieren (vgl. SFH, 2010 
[Quelle 7], S. 6 ff.). Es gibt keine Anzeichen, dass die LTTE heute noch in 
der Lage wären, Angriffe auf die Sicherheitskräfte oder sonstige Attentate 
auszuführen  (vgl.  Neue  Zürcher  Zeitung  [NZZ]  vom  16.  Oktober  2010: 
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg in Sri Lanka; SFH 2010 [Quelle 7], S. 
6). Es  ist somit davon auszugehen, dass  im heutigen Zeitpunkt von den 
LTTE  keine  Verfolgungshandlungen  mehr  ausgehen  und  diese 
Organisation  respektive  deren  Führungsverantwortliche  nicht  mehr  als 
Verfolger in Erscheinung treten können. 

7.2.  In  Sri  Lanka  fanden  im  Jahr  2010  bedeutende  politische 
Entwicklungen statt. Am 26. Januar 2010 wurde Staatspräsident Mahinda 
Rajapakse  (UPFA,  United  People's  Freedom  Alliance)  mit  57.8  %  der 
Stimmen wiedergewählt und hat seine Staatsmacht weiter zementiert. Er 
setzte  sich  damit  gegenüber  seinem  Kontrahenten,  dem  früheren 
Armeechef Sarath Fonseka (DNA, Democratic National Alliance) mit 40.1 
%  Stimmenanteil  durch.  Bei  den  Parlamentswahlen  am  8.  April  2010 
gewann die UPFA 144 der 225 Sitze (60.3 % der Stimmen), wodurch die 
angestrebte  Zweidrittelsmehrheit,  welche  für  Verfassungsänderungen 
erforderlich  ist,  nur  knapp  verfehlt  wurde.  Präsident  Rajapakse  ist  es 
indessen gelungen, die fehlenden sechs Mandate durch Zugeständnisse 
und Vergünstigungen an Oppositionspolitiker zu erhalten.  Im September 

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2010  wurde  denn  auch  in  Anwendung  von  Dringlichkeitsrecht  ("urgent 
bill") der 18. Verfassungszusatz  ("amendment") unter Mitwirkung einiger 
der  Opposition  zugehöriger  Parlamentarier  verabschiedet:  Dieser 
Verfassungszusatz  hebt  die  zeitliche  Amtszeitbeschränkung  der 
Präsidentschaft  auf,  bevollmächtigt  den Präsidenten  zur  Besetzung  von 
Schlüsselpositionen  innerhalb  der  Regierung  und  setzt  bestehende 
Kontrollmechanismus der Gewaltenteilung ausser Kraft. Damit wird auch 
deutlich, dass es keine funktionierende Gewaltenteilung mehr gibt, zumal 
sich der Präsident weigert,  sich an Entscheidungen des Supreme Court 
zu halten (vgl. SFH 2010 [Quelle 7], S. 1; ROBERT C. OBERST, Countries 
at  the  crossroads,  Sri  Lanka,  2010,  S.  566  f., 
http://www.freedomhouse.org/uploads/ccr/country­7922­9.pdf,  besucht 
am 15. Juni 2011; Le Monde diplomatique vom 10. September 2010: Sri 
Lanka  and  the  18th  amendment;  http://ground­views.org/2010/09/02/the­
18th­amendment­to­the­constitution­process­and­substance/, besucht am 
14. Dezember 2010, NZZ vom 9. September 2010: Sri Lankas Präsident 
gewinnt weiter an Macht). 

Bereits  nach  der  Siegesrede  des  Präsidenten  wurde  die  politische 
Richtung  für  die  nächste  Zeit  deutlich.  So  erklärte  er,  dass  es  künftig 
keine  Minderheiten  im  Land  mehr  geben  würde,  sondern  nur  noch 
Personen, die das Mutterland  lieben ("patriots") und solche, die es nicht 
lieben würden ("traitors") (vgl. The Sunday Leader vom 16. August 2009: 
Sri  Lankan  politics  without  race  or  religion:  Will  it  be  politics?, 
http://www.thesundayleader.lk/archive/20090816/serendipity.tm,  besucht 
am 26. Januar 2011).

Der  damalige  General  Sarath  Fonseka,  welcher  massgeblich  an  der 
Kriegsführung  gegen  die  LTTE  beteiligt  und  für  deren  Kampfniederlage 
hauptverantwortlich war, ist im Dezember 2009 von seiner Militärfunktion 
zurückgetreten.  In  der  Folge  ist  es  zwischen  Fonseka  und 
Staatspräsident  Rajapakse  zu  einem  grossen  Zerwürfnis  gekommen, 
nachdem  der  Staatspräsident  die  Vernichtung  der  LTTE  als  eigenes 
Verdienst für sich beansprucht hat. Fonseka ist in der Folge selbst in die 
Politik  eingestiegen  und  ist  bei  den  Wahlen  im  Januar  2010  als 
Hauptkonkurrent  um  die  Staatspräsidentschaft  gegen  Rajapakse 
angetreten.  Nachdem  Fonseka  den  amtierenden  Verteidigungsminister 
Gotabaya  Rajapakse  (den  Bruder  des  Staatspräsidenten  Mahinda 
Rajapakse)  der  Beteiligung  an  Kriegsverbrechen  während  der 
Schlussphase  des  Krieges  bezichtigt  hatte,  ist  er  kurz  nach  seiner 
Wahlniederlage  gegen  Rajapakse  verhaftet  worden,  was  von 

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internationalen Menschenrechtsgruppen  scharf  kritisiert  wurde.  Fonseka 
musste  sich  wegen  angeblicher  Korruption,  Beteiligung  an  einer 
Verschwörung,  wegen  Hochverrats  sowie  wegen  "Einmischung  in  die 
Politik" vor einem Militärgericht verantworten. Im September 2010 wurde 
er  schuldig  gesprochen,  bei  Ausschreibungen  für  Armeebedarf  gegen 
Regeln verstossen zu haben, und zu einer 30­monatigen Gefängnisstrafe 
mit  Zwangsarbeit  verurteilt.  Gleichzeitig  verlor  er  seinen  Parlamentssitz 
und seine Bürgerrechte. Zudem darf der Ex­Armeechef bei den nächsten 
Präsidentschafts­  und  Parlamentswahlen  2016  nicht  mehr  antreten. 
Beobachter gehen von einem politisch motivierten Prozess aus (vgl. zum 
Ganzen:   NZZ Online  vom 11. Februar 2010: Fonseka  ruft  in Sri  Lanka 
zur  Ruhe  auf;  http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international­
/sri_lanka_fonseka_1.4910773.html?video=1.7505853;  NZZ  Online  vom 
30.  September  2010:  Wahlverlierer  in  Sri  Lanka  politisch  kaltgestellt, 
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/sri_lan­ka_wahl­ 
verlierer_1.7755468.html; beide besucht am 15. Dezember 2010).

Seit  seiner  Wiederwahl  geht  Rajapakse  systematisch  gegen  Anhänger 
seines  damaligen  Herausforderers  Fonseka  vor.  Mehrere  ranghohe 
Offiziere  und  andere  Angehörige  der  Streitkräfte,  die  Fonseka 
nahestanden,  wurden  entlassen  und  Dutzende  von  Oppositionellen 
verhaftet.  Laut  dem  Asien­Verantwortlichen  von  Human  Rights  Watch 
rechne Präsident Rajapakse ganz offensichtlich mit  seinen Gegnern ab. 
Es  wird  befürchtet,  dass  diese  Ereignisse  den  Anfang  einer 
systematischen Hetzkampagne darstellen, mit der kritische Stimmen zum 
Schweigen gebracht werden sollen (vgl. dazu: NZZ vom 5. Februar 2010: 
Jagd auf Regierungskritiker in Sri Lanka). 

7.3. Jegliche Kritik am Vorgehen der Regierung wird als staatsfeindliche 
bzw.  als  "LTTE­Propaganda"  angesehen  und  geahndet.  So  wurde 
beispielsweise  der  UNICEF­Sprecher  in  Sri  Lanka  James  Elder  wegen 
seiner  Kommentare  zum  Bürgerkrieg  des  Landes  verwiesen.  Er  hatte 
unter  anderem  darauf  hingewiesen,  dass  die  in  der  Konfliktzone 
anwesenden  Kinder  in  den  letzten  Kriegsmonaten  durch  eine 
"unvorstellbare  Hölle"  gegangen  seien  und  unverhältnismässig  gelitten 
hätten.  Er  hatte  die  Regierung  weiter  aufgefordert,  die  strengen 
Restriktionen  für  humanitäre  Organisationen  beim  Zugang  zu  den 
tamilischen Flüchtlingen zu lockern (vgl. Times Online vom 7. September 
2009:  Unicef  worker  James  Elder  expelled  from  Sri  Lanka  over  media 
comments,  http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/asia/­
article6824039.ece, besucht am 14. Dezember 2010).

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7.4.  Beiden  Bürgerkriegsparteien  werden  Menschenrechtsverletzungen 
vorgeworfen  (vgl.  ICG  [Quelle  6]  S.  1).  UNO­Generalsekretär  Ban  Ki 
Moon  sprach  sich  auf  einer  nicht­öffentlichen  Sitzung  des 
Weltsicherheitsrates  für eine  internationale Untersuchung der möglichen 
Kriegsverbrechen  aus  und  führte  dazu  aus,  es  gebe  schwerwiegende 
Vorwürfe gegen die sri­lankische Regierung und die tamilischen Rebellen 
(vgl.  NZZ  Online  vom  6.  Juni  2009:  Kriegsverbrechen  in  Sri  Lanka 
untersuchen, 
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/sri_lanka_kriegsverbre­
chen_ban_ki_moon_1.2686874.html,  besucht  am  14.  Dezember  2010). 
Als  Reaktion  auf  diese  Forderungen  nach  einer  unabhängigen 
internationalen  Untersuchung  hat  die  Regierung  Sri  Lankas  die 
Einsetzung  einer Wahrheits­  und Versöhnungskommission  angekündigt, 
die  prüfen  soll,  welche  Erkenntnisse  aus  den  Ereignissen  zwischen 
Februar  2002  und Mai  2009  zu  ziehen  sind.  Der  UNO­Generalsekretär 
setzte  eine  Expertengruppe  mit  dem  Mandat  ein,  Empfehlungen  zur 
Verantwortlichkeit  für  vorgeworfene  Verletzungen  internationaler 
Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts in der Schlussphase 
des  Konflikts  abzugeben.  Gemäss  der  offiziellen  Website  der  sri­
lankischen  Regierung  wurde  die  Einsetzung  dieser  Expertengruppe  als 
eine "ungerechtfertigte und unnötige Einmischung in die Angelegenheiten 
eines  souveränen  Staates"  bezeichnet  (vgl.  UNHCR  2010  [Quelle  9], 
S.3.). Die Machthaber in Colombo reagierten prompt: Den Mitgliedern des 
Ausschusses  wurde  die  Einreise  nach  Sri  Lanka  verwehrt.  Kurze  Zeit 
später  belagerte  ein  Minister  der  Regierung  mit  Hunderten  von 
Anhängern  das  Gebäude  der  UNO­Entwicklungsorganisation  UNDP  in 
Colombo  und  trat  in  einen  Hungerstreik.  Ban  Ki  Moon  zog  daraufhin 
seinen  Gesandten  aus  Colombo  ab  und  schloss  das  UNDP­Büro  (vgl.  

NZZ  vom  12.  August  2010:  Sri  Lankas  ungesühnte  Kriegsverbrechen; 
NZZ  vom 19. April  2011: Kritik  der UNO an Sri  Lanka, mit  Verweis  auf 
den   UNO­Bericht vom 31. März 2011: Report of the Secretary­General's 
Panel  of  Experts  on  Accountability  in  Sri  Lanka, 
http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=38187&Cr=Sri+­
Lanka&Cr1=#  und  http://www.un.org/News/dh/infocus/Sri_Lanka­
/POE_Report_Full.pdf, beide besucht am 27. April 2011).

Um  dem  internationalen  Druck  zur  Untersuchung  der  Kriegsverbrechen 
auszuweichen,  hat  Präsident  Rajapakse  im  August  2010  zwar  die 
angekündigte "Wahrheits­ und Versöhnungskommission ("Lessons Learnt 
and Reconciliation Commission"; LLRC) eingesetzt. Die Vorgehensweise 
der  Kommission  stellt  Medienberichten  zufolge  jedoch  in  keiner  Weise 

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eine Untersuchung von Kriegsverbrechen dar, sondern zielt darauf ab, sie 
zu  verschleiern.  Internationale Menschenrechtsorganisationen  haben  es 
denn  auch  abgelehnt,  vor  dieser  LLRC  auszusagen,  zumal  die 
Kommission  grundlegende  internationale  Standards  nicht  erfülle  (vgl.  

NZZ  vom  18.  Oktober  2010:  Keine  glaubwürdige 
Vergangenheitsbewältigung). 

7.5.   Trotz der Beendigung des Bürgerkriegs und dem  im Jahr 2010 zu 
verzeichnenden Rückgang der Menschenrechtsverletzungen  (vgl. United 
Kingdom  Foreign  &  Commonwealth  Office:  Human  Rights  and 
Democracy:  The  2010  Foreign  &  Commonwealth  Office  Report:  Sri 
Lanka,  S.  282  ff.)  stand  die  Notstandsgesetzgebung  im  August  2011 
immer  noch  in  Kraft,  auch  wenn  Staatspräsident  Rajapakse  die 
Aufhebung  des  Kriegsrechts  angekündigt  haben  soll  (vgl.  NZZ  Online 
vom 25. August 2011, besucht am 29. August 2011). Im Mai 2010 wurden 
zwar  einige  Bestimmungen  aufgehoben,  namentlich  diejenigen,  welche 
die Verhängung von Ausgangssperren, Propagandaaktivitäten, den Druck 
und  die  Verteilung  von  Schriften  zur  Unterstützung  des  Terrorismus 
betrafen  bzw.  welche  die  Kundgebungen  und  Versammlungen,  die  als 
bedrohlich für die nationale Sicherheit angesehen wurden, einschränkten 
(vgl.  dazu: UNHCR 2010  [Quelle  9],  S.  4). Die Notrechtsgrundlagen  für 
die  Inhaftierung  Verdächtigter  ohne  Gerichtsverhandlung  bleiben 
demgegenüber  in  Gesetzeskraft  (vgl.  BBC  News  vom  5.  Mai  2010:  Sri 
Lankan  emergency  laws  relaxed,  http://news.bbc.­
co.uk/2/hi/8661394.stm,  besucht  am  14.  Dezember  2010).  Seitens  der 
Regierung wird die Aufrechterhaltung der Notstandsgesetzgebung mit der 
angeblich  bestehenden Gefahr  einer Wiederaktivierung  ehemaliger,  aus 
dem  Ausland  unterstützter  LTTE­Kader  begründet  (vgl.  NZZ  vom  16. 
Oktober  2009:  Nach  dem  Krieg  ist  vor  dem  Krieg  in  Sri  Lanka;  IRIN 
[Integrated  Regional  Information  Networks]  vom  4.  August  2010:  Sri 
Lanka: Amnesty says emergency rule must end, http://www.unhcr.org/ref­
world/docid/4c5c10521a.html, besucht am 26. Januar 2011). Wie sich die 
angekündigte  Aufhebung  des  Kriegsrechts  Ende  August  2011  konkret 
ausgestalten  wird,  bleibt  abzuwarten.  Namentlich  bleibt  unklar,  was mit 
den  Tausenden  von  Personen  geschehen  wird,  die  derzeit  unter 
Anwendung der Notstandsgesetzgebung inhaftiert sind. 

7.6.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  gemäss  weitgehend 
übereinstimmenden Berichten  insgesamt von einer seit Beendigung des 
militärischen Konflikts zwischen der sri­lankischen Armee und den LTTE 
im Mai  2009  erheblich  verbesserten  Lage  in  Sri  Lanka  auszugehen  ist. 

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Militärisch gelten die LTTE als vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in 
bedeutsamer Weise stabilisiert (vgl. UNHCR 2010 [Quelle 9], S. 1), auch 
wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet. 
Die  Menschenrechtslage  hat  sich  jedoch  gleichzeitig  namentlich 
hinsichtlich  der  Meinungsäusserungs­  und  der  Pressefreiheit  weiter 
verschlechtert. Politisch Oppositionelle  jeglicher Couleur werden  seitens 
der  Regierung  als  Staatsfeinde  betrachtet  und  müssen  mit 
entsprechenden Verfolgungsmassnahmen rechnen.

7.7.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  aufgrund  der  aktuell  in  Sri 
Lanka  herrschenden  allgemeinen  politischen,  sicherheits­  und 
menschenrechtlichen  Situation  zum  Schluss,  dass  –  im  Sinne  von 
Risikogruppen  –  Personenkreise  definiert  werden  müssen,  deren 
Zugehörige einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen.

8. 
8.1. Personen,  die  auch nach Beendigung des Bürgerkriegs  verdächtigt 
werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen bzw. gestanden zu sein, 
unterliegen einer erhöhten Verfolgungsgefahr  (vgl UNHCR 2010  [Quelle 
9], S. 3 und 5; HRW [Quelle 4], S. 6 ff.). Auch bei Personen, die seitens 
der  sri­lankischen  Regierung  als  politische  Anhänger  des  Ex­Generals 
Sarath Fonseka betrachtet werden, ist davon auszugehen, dass sie einer 
entsprechenden  Verfolgungsgefahr  ausgesetzt  sein  können  (vgl.  dazu: 
Erwägung 7.2). 

8.2.  Im  Weiteren  bestehen  gemäss  "Reporters  sans  Frontières"  (RSF) 
trotz  Beendigung  des  bewaffneten  Konflikts  im  Lande  weiterhin 
Einschränkungen bezüglich der Medienfreiheit  und  ­unabhängigkeit. Die 
Organisation bezeichnet Sri  Lanka als  einen der weltweit  gefährlichsten 
Orte  für  unabhängige  Journalisten.  Im  letzten  Index  zur  Pressefreiheit 
steht das Land auf Platz 158 von insgesamt 178 Ländern (vgl RSF: Press 
Freedom  Index  2010),  http://en.rsf.org/press­freedom­index­
2010,1034.html,  besucht  am  26.  Januar  2011).  Der  Zugang  zu 
bestimmten  Regionen  Sri  Lankas  bleibt  weiterhin  eingeschränkt. 
Journalisten und andere  in  der Medienbranche  tätige Personen, welche 
für Berichte über heikle Themen verantwortlich zeichnen, unterliegen der 
Repressionspolitik  gegenüber  regimekritischen  Gegnern.  Ebenfalls  trifft 
dies  zu  für  international  und  lokal  tätige  Vertreter  von 
Nichtregierungsorganisationen  (NGOs),  die  sich  für  die  Einhaltung  der 
Menschenrechte  einsetzen  respektive  entsprechende  Verstösse 
kritisieren.  Die  Repression  gegen  regierungskritische Medienschaffende 

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und Aktivisten hat  seit Ende des Krieges  kaum nachgelassen  (vgl.  zum 
Ganzen: UNHCR 2010 [Quelle 9], S. 5 ff.; RSF, World Report 2010 – Sri 
Lanka,  9.  März  2010,  http://en.rsf.org/spip.­
php?page=imprimir_articulo&id_article=36634,  besucht  am  12.  April 
2011;  Human  Rights  Watch  vom  10.März  2010:  Sri  Lanka:  End  Witch 
Hunt Against the Media and NGOs; Government Intensifies Campaign to 
Discredit Civil Society, http://www.hrw.org/en/news­/2010/03/10/sri­lanka­
end­witch­hunt­against­media­and­ngos?print,  besucht  am  26.  Januar 
2011; Amnesty International 2010 [Quelle 1], S. 303).

8.3.  Im  Weiteren  müssen  nach  Einschätzung  des 
Bundesverwaltungsgerichts Personen, die Opfer oder Zeuge der während 
oder  nach  dem  Konflikt  begangenen  Menschenrechtsverletzungen 
geworden  sind,  sowie  Personen,  die  entsprechende  Übergriffe  bei  den 
Behörden  zur  Anzeige  bringen,  mit  Repressalien  bzw. 
Verfolgungshandlungen  seitens  der  sri­lankischen  Sicherheitskräfte 
rechnen.  Amnesty  International  erwähnt  im  Jahresbericht  2010 
beispielsweise  die  Festnahme  von  fünf  Ärzten,  die  im  Verlaufe  der 
bewaffneten  Konflikte  Augenzeugen  von  Tötungen  unter  der 
Zivilbevölkerung geworden sind (vgl. Amnesty International 2010 [Quelle 
1], S. 303).

8.3.1.  In  diesem  Zusammenhang  muss  namentlich  festgestellt  werden, 
dass  auch  die  Gewalt  gegenüber  Frauen  durch  die  Intensivierung  der 
Kampfhandlungen  in der Schlussphase des Konfliktes,  insbesondere  im 
Norden und  im Osten des Landes, zugenommen hat. Trotz Beendigung 
der  militärischen  Feindseligkeiten  wird  nach  wie  vor  von  sexuellen 
Übergriffen respektive geschlechtsspezifischer Gewalt gegenüber Frauen 
berichtet. 

Im Norden Sri Lankas, wo in vielen der neu angesiedelten Familien eine 
Frau  Familienoberhaupt  ist,  wurde  von  –  durch  Angehörige  der  sri­
lankischen  Sicherheitskräfte  begangenen  –  Vergewaltigungen  berichtet. 
Auch  in  den  Lagern  für  Binnenvertriebene  (IDP­Camps)  und  in  den 
Haftanstalten sollen viele Frauen Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt 
seitens  des  Sicherheitspersonals  erlitten  haben,  womit  sie  in  eigener 
Person  Zeuge  von  massiven  Verbrechen  und  sexuellen  Übergriffen 
geworden  sind.  Die  bestehenden  Gesetzesbestimmungen,  welche 
Vergewaltigung, häusliche Gewalt und andere Formen der Gewalt gegen 
Frauen  unter  Strafe  stellen,  werden  nicht  wirksam  umgesetzt  (vgl. 
UNHCR 2010 [Quelle 9], S. 7 ff.; U.S. Department of State 2010 [Quelle 

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10],    United  Kingdom  Foreign  &  Commonwealth  Office,  März  2011, 
a.a.O., S. 292).  

8.3.2. Es wird auch berichtet, dass die Eelam People's Democratic Party 
(EPDP)  und  die  People's  Liberation  Organization  of  Tamil  Eelam 
(PLOTE)  weiterhin  Kinder  für  bestimmte  Aufgaben,  etwa  die 
Beobachtung  von  Büros,  rekrutieren  und  benutzen.  Bis  heute  wurde  in 
Fällen der Rekrutierung von Kindern weder ermittelt noch ein Verfahren 
eingeleitet  (vgl. UNHCR 2010  [Quelle 9], S. 8 und Fn. 60, mit weiterem 
Verweis). Auch diese Personenkategorie  fällt unter die Risikogruppe der 
Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen. 

8.4. Betreffend  der  Situation  der  Tamilen  in  der  Schweiz  stellt  sich  die 
Frage, ob generell davon ausgegangen werden muss, dass abgewiesene 
tamilische Asylsuchende, die aus der schweizerischen Diaspora nach Sri 
Lanka zurückkehren, seitens der sri­lankischen Behörden aufgrund  ihrer 
langen  Landesabwesenheit  respektive  allenfalls  in  Verbund  mit  ihrem 
langjährigen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  generell  als  Dissidente  bzw. 
Oppositionelle wahrgenommen werden.

8.4.1.  In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die LTTE sowohl 
von  der  EU  (vgl.  Council  Decision  2010/386/CFSP  of  12 July  2010 
updating  the  list  of  persons,  groups  and entities  subject  to Articles  2,  3 
and 4 of Common Position 2001/931/CFSP on the application of specific 
measures to combat terrorism; Official Journal of  the European Union, L 
178,  Volume  53,  vom  13.  Juli  2010)  als  auch  von  den  USA  (vgl.: U.S. 
Department of State, Country Reports on Terrorism 2009, vom 5. August 
2010,  http://www.state.gov­/s/ct/rls/crt/2009/140900.htm,  beide  besucht 
am 1. Februar 2011) als terroristische Gruppierung deklariert worden sind 
und  auf  entsprechenden  "Terroristen­Listen"  aufgeführt  werden.  Die 
Schweiz  hat  demgegenüber  mit  Ausnahme  der  Al  Kaida  keine 
Organisationen  oder  Gruppierungen  als  solche  verboten  (vgl.  dazu: 
Antwort  des  Bundesrats  vom  31.  Mai  2006  auf  die  Anfrage  von 
Nationalrat Filippo Leutenegger, Anfrage 06.1018  ­ Nahost­Engagement 
des Bundes. Gefährliche Hilfe?).

8.4.2. Mitte  Januar  2011  fand  im  Auftrag  der  Bundesanwaltschaft  eine 
landesweite  Operation  gegen  Mitglieder  der  LTTE  statt,  anlässlich 
welcher zehn Personen verhaftet wurden, die der Presseberichterstattung 
in  der  Schweiz  zufolge  zu  den  grössten  Kriegsfinanciers  gehört  haben 
sollen bzw.  für die Stellung der Schweiz als Finanzdrehplatz  für Waffen­ 

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und  Munitionskäufe  mitverantwortlich  gewesen  sein  sollen  (vgl. 
Medienmitteilung der Bundesanwaltschaft vom 11. Januar 2010:  Illegale 
Geldbeschaffung  –  Schlag  gegen  Exponenten  in  der  Schweiz;  NZZ 
Online  vom  11.  und  26.  Januar  2011: Grosse Razzia  gegen  tamilische 
"Befreiungstiger", 
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/grossrazzia_gegen_expone
nten_der_ltte_1.9231553.html,  und:  Grossrazzia  gegen  Exponenten  der 
LTTE,  http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/­schweiz/schweiz_razzia_ta­
mil_tigers_1.9064770.html, sowie Neue Luzerner Zeitung Online vom 31. 
Januar  2011:  Die  Erben  der  Tiger,  http://www.luzernerzei­
tung.ch/nachrichten/politik/schweiz/art331,70737d,  besucht  am  31. 
Januar 2011).

8.4.3. Zwar kann nach Ansicht des Gerichts nicht generell angenommen 
werden, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz bei 
der  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  alleine  aus  diesem  Grund  in  einen 
behördlichen  Verdacht  geraten,  während  ihres  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz  Kontakte  mit  führenden  LTTE­Kadern  unterhalten  zu  haben. 
Weder das UNHCR noch andere Organisationen haben bisher auf  eine 
diesbezügliche,  generell  drohende  Gefahr  hingewiesen  (vgl.   DIS  2010 
[Quelle  2],  S.  9  f.,  wobei  sich  die  entsprechenden  Einschätzungen  auf 
rückkehrende  Tamilen  aus  dem  EU­Raum  beziehen  und  sich  nicht 
spezifisch mit der besonderen Situation der Rückkehrer aus der Schweiz 
auseinandersetzen).  Dies  schliesst  indessen  nicht  aus,  dass 
abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden im Einzelfall nahe Kontakte zu 
LTTE­Kadern unterstellt werden können, was eine konkrete Gefährdung 
bedeuten  kann. Die  Einschätzung  einer  diesbezüglich  gearteten Gefahr 
kann  nicht  generell  vorgenommen  werden,  sondern  hängt  von  den 
individuellen Gegebenheiten  im Einzelfall  ab;  dieser Aspekt muss  somit 
fallweise geprüft werden. Je näher die betreffende Person in das Umfeld 
der  oben  beschriebenen  Risikogruppen  gerät,  desto  höher  muss  die 
entsprechende  Gefahr  eingeschätzt  werden,  seitens  der  sri­lankischen 
Behörden  der  Entfaltung  missliebiger  politischer  Kontakte  respektive 
Tätigkeiten  bezichtigt  und  in  der  Folge  in  asylbeachtlichem  Ausmass 
verfolgt zu werden. 

8.5. Unter Umständen müssen sodann Personen, die über beträchtliche 
finanzielle  Mittel  verfügen,  als  weitere  Risikogruppe  betrachtet  werden, 
deren Zugehörige einer erhöhten Gefahr von Erpressungen, Kidnapping 
und  anderen  Verfolgungshandlungen  unterliegen.  Dem  Bericht  des 
Danish  Immigration  Service  zufolge  werden  namentlich  die 

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regierungstreuen,  paramilitärischen  Gruppierungen  der  EPDP,  PLOTE, 
TELO  und EPRLF  für  die  Entführung  von Geschäftsleuten  und  anderer 
wohlhabenden  Personen  im  Norden  Sri  Lankas  verantwortlich  gemacht 
(vgl.  DIS  2010  [Quelle  2],  S.  12  ff.).  In  diesem  Zusammenhang  ist 
festzuhalten,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  in  seinem 
Grundsatzentscheid  BVGE  2008  Nr.  2  auf  das  Phänomen  der  „White 
Vans“  eingegangen  ist:  Im Bürgerkrieg waren  sowohl  in Gebieten  unter 
Regierungskontrolle  als  auch  in  den  umkämpften  LTTE­Gebieten  diese 
(vorwiegend  weissen)  Minibusse  in  Erscheinung  getreten,  welche  in 
Verbindung  zur  gestiegenen  Zahl  von  verschwundenen  Personen 
gebracht  werden  mussten.  Nicht  in  jedem  Entführungsfall  war  das 
politische  Profil  ausschlaggebend.  Vielmehr  wurde  auch  eine  Vielzahl 
wohlhabender  Geschäftsleute  namentlich  durch  die  (damalige)  Karuna­
Gruppe  entführt,  wobei  meist  finanzielle  Interessen  im  Vordergrund 
standen.  Diese  Entführungs­  und  andere  Aktionen  wurden  seitens  der 
Sicherheitskräfte  (Polizei  und  Militär)  oft  passiv  gedeckt  oder  geduldet; 
zum Teil wurden diese sogar selber  für die Entführungen, namentlich  in 
Colombo, verantwortlich gemacht. Auffallend war vor allem die Untätigkeit 
der sri­lankischen Behörden bei der Aufklärung dieser Verbrechen. Einen 
polizeilichen  Schutz  vor  solchen  Entführungen  gab  es  nicht  und  die 
entsprechenden Taten wurden so gut wie nie aufgeklärt. (vgl. BVGE 2008 
Nr.  2  E.  7.2.4).  Entsprechende  Entführungen  sollen  auch  heute  noch 
stattfinden,  jedoch  in  einem  reduzierten  Ausmass.  Dabei  werden 
insbesondere  lokale  Geschäftsleute  ins  Visier  genommen,  wobei  die 
genaue  Urheberschaft  im  Dunkeln  bleibt.  Von  solchen  Entführungen 
durch weisse Vans  ist  auch  in  jüngster Vergangenheit  berichtet worden 
(vgl.    LankaNewspapers.com  vom  7.  Januar  2011:  Srilankan  State 
Sponsored  Crimes  against  Humanity,  http://www.­
lankanewspapers.com/news/2011/1/63477­_space.html,  besucht  am  2. 
Februar 2011).

Die  Schutzgewährung  gegenüber  Übergriffen  seitens  paramilitärischer 
Gruppen  durch  die  staatlichen  Behörden  wird  heute  sowohl  für  den 
Norden als auch  für den Osten von Sri Lanka als  limitiert  respektive als 
ineffizient beschrieben. Zudem sollen die Polizei­ und Militärbehörden im 
Osten  Sri  Lankas  ein  hohes  Ausmass  an  Straflosigkeit  geniessen  (vgl. 
zur Rolle der regierungstreuen paramilitärischen Gruppierungen bzw. zur 
Schutzgewährung vor entsprechenden Übergriffen:   DIS 2010 [Quelle 2], 
S. 12 ff. und 34 ff.). Abgewiesene sri­lankische Asylsuchende, welche in 
ihr  Heimatland  zurückkehren,  müssen  dieser  Risikogruppe  zugeordnet 
werden, sofern sie über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen.

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Bei  allen  Personen,  die  dieser  Risikogruppe  angehören,  muss  bei  der 
Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  das  Motiv  der  jeweiligen 
Verfolgungshandlungen  sorgfältig  untersucht  werden.  Sofern 
ausschliesslich  ein  finanzielles  Verfolgungsinteresse  auszumachen  ist, 
wäre  diesem  Aspekt  bei  der  Prüfung  der  Wegweisungshindernisse 
Rechnung zu tragen. 

9. 
Gestützt  auf  die  vorstehende  Lageanalyse  und  die  Definierung  von 
Risikogruppen  ist  im  Folgenden  zu  prüfen,  inwieweit  der 
Beschwerdeführer  –  wie  von  ihm  geltend  gemacht  allenfalls  als 
Angehöriger  einer  Risikogruppe  –  im  Falle  einer  Rückkehr  in  sein 
Heimatland  eine  begründete  Furcht  vor  asylbeachtlicher  Verfolgung  im 
Sinne von Art. 3 AsylG hat. 

9.1. Wie in Erwägung 6 festgehalten, bringt der Beschwerdeführer vor, er 
sei  als  Ladenbesitzer  einer  erhöhten Verfolgungsgefahr  unterworfen.  Er 
sei wegen seiner Geschäftstätigkeit bzw. aufgrund seiner Eigenschaft als 
vermögender Geschäftsmann ins Visier der LTTE respektive der Karuna­
Gruppe  geraten  und  müsse  inskünftig  mit  asylbeachtlichen  Nachteilen 
rechnen (vgl. Eingabe vom 26. September 2008, Punkt 7).

9.1.1.  Soweit  der  Beschwerdeführer  eine  Verfolgung  durch  die  LTTE 
geltend  gemacht  hat,  kann  eine  solche  aus  heutiger  Sicht 
ausgeschlossen  werden,  nachdem  die  LTTE  gemäss  weitgehend 
übereinstimmenden Quellen im gesamten Staatsgebiet von Sri Lanka als 
zerschlagen gilt (vgl. dazu Erwägung 7.1).

9.1.2. Wie bereits  in Erwägung 5  festgestellt wurde, sind die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  im  Zusammenhang  mit  dem  von  ihm  konkret 
vorgetragenen,  angeblichen  Erhalt  eines  Erpressungsschreibens  der 
Karuna­Gruppe  für  sich  alleine  betrachtet  als  unplausibel  und  daher 
unglaubhaft zu qualifizieren. Eine darüber hinausgehende Verfolgung des 
Beschwerdeführers  durch  die  Karuna­Gruppe  oder  andere  regimetreue 
paramilitärische Gruppierungen,  alleine  aufgrund  seiner  Eigenschaft  als 
Ladenbesitzer  bzw.  als  vermögender  Geschäftsmann  im  Sinne  der  in 
Erwägung  8.5  definierten  Risikogruppe,  kann  ebenfalls  als 
unwahrscheinlich qualifiziert werden.

9.1.3.  Einerseits  ist  festzustellen,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  im 
Rahmen  seiner  beruflichen  Tätigkeit  als  Besitzer  eines  E._______  und 

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F._______  nicht  in  einem  als  brisant  oder  politisch  heikel  zu 
bezeichnenden  Geschäftsbereich  bewegt  hat.  Nach  Einschätzung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  ist  –  entgegen  des  vom  Beschwerdeführer, 
namentlich  in  seiner  Replikeingabe  vom  26.  April  2011  vertretenen 
Standpunktes – nicht davon auszugehen, dass er alleine aufgrund seiner 
beruflichen Betätigung als O._______ das Augenmerk der sri­lankischen 
Behörden oder ihnen nahestehender paramilitärischer Gruppierungen wie 
die  Karuna­Gruppe  auf  sich  gezogen  hat  oder  inskünftig  mit 
entsprechenden Behelligungen rechnen muss. 

Hinzu  kommt,  dass  auch  nicht  davon  auszugehen  ist,  dass  er  in  Sri 
Lanka als besonders vermögender Geschäftsmann wahrgenommen wird 
und als solcher einem erhöhten Risiko untersteht, potenzielles Opfer von 
Erpressungs­  oder  Entführungsaktionen  zu  werden.  Seinen  eigenen 
Angaben  zufolge  soll  der  Beschwerdeführer  schwergewichtig  in  der 
Region B._______ als Händler tätig gewesen sein (vgl. Akte A21, S. 4.).

Der Beschwerdeführer gibt auf S. 12 des Anhörungsprotokolls  (A21) an, 
dass  seine  Familie  nach  wie  vor  im  Heimatdorf  lebt  und  sein  Vater 
offenbar  die  Geschäfte  weiterführt.  Seinen  übrigen  Angaben  anlässlich 
der  Anhörungen  kann  nichts  entnommen  werden,  was  auf  eine 
weitergehende,  unter  Umständen  exponiertere  Geschäftstätigkeit 
schliessen liesse. 

Der  Beschwerdeführer  hat  bis  zur  Einreichung  der  Replikeingabe  vom 
26 April  2011  nicht  geltend  gemacht,  dass  seine  Familie  im 
Zusammenhang mit  der Führung der beiden Läden von den staatlichen 
Behörden  behelligt  worden  sei.  Der  Umstand,  dass  in  der  neuen 
Replikeingabe  erstmals  vorgetragen  wird,  die  Familie  werde  praktisch 
wöchentlich  von der Polizei  bzw.  vom Militär der Regierung aufgesucht, 
wobei  es  einzig  und  allein  darum  gehe,  den  Aufenthaltsort  des 
Beschwerdeführers  ausfindig  zu  machen,  erscheint  daher  als 
nachgeschobene  Schutzbehauptung  und  muss  daher  als  unglaubhaft 
qualifiziert  werden.  Dasselbe  muss  auch  im  Zusammenhang  mit  der – 
erst  in  der  Replikeingabe  vom  26.  April  2011  geltend  gemachten – 
Verhaftung seines Schwagers, welche sich Ende 2009 zugetragen haben 
soll, festgestellt werden.  

9.1.4. Nach dem Gesagten kann zusammenfassend  festgestellt werden, 
dass  der  Beschwerdeführer  nicht  der  Risikogruppe  der  vermögenden 

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Geschäftsleute  oder  Personen  mit  namhaften  finanziellen  Mitteln 
zugerechnet werden kann. 

9.2. Im Weiteren weist er keinerlei Profil auf, das darauf schliessen liesse, 
dass  er  seitens  der  sri­lankischen  Behörde  als  dissident  oder  politisch 
oppositionell  wahrgenommen  würde  oder  einer  anderweitigen,  in 
Erwägung  8  beschriebenen  Risikogruppe  angehören  würde.  Der 
Beschwerdeführer  war  nie  selbst  politisch  aktiv;  weder  er  noch  seine 
Familie  haben  je  mit  militanten  tamilischen  Rebellenorganisationen 
sympathisiert  (vgl.  Beschwerde  S.  3).  Seine  Eltern  und  jüngeren 
Geschwister  leben nach seinen eigenen Angaben  im Heimatdorf. Die  in 
der  Beschwerdeschrift  vorgetragene  und  in  der  Replikeingabe  vom  26. 
April  2011  erneut  geltend  gemachte  Verhaftung  seines  Vaters  hat  der 
Beschwerdeführer  nicht  weiter  konkretisieren  oder  mit  Beweismitteln 
belegen  können.  Zudem  muss  der  in  der  Replikeingabe  vom  26.  April 
2011  erstmals  vorgetragenen,  angeblich  im  Dezember  2009  erfolgten 
Festnahme  des  Schwagers  für  das  vorliegende  Asylverfahren  die 
Asylrelevanz  abgesprochen  werden.  Aus  dem  diesbezüglich 
eingereichten  Beweismittel  geht  zwar  hervor,  dass  die  Person  "Wilfred 
Coonge  Amalraj  Prabaharan  Coonge"  festgenommen  worden  sein  soll. 
Die  persönliche  Verbindung  dieser  Person  zum  Beschwerdeführer  geht 
aus  dem  Inhalt  dieses  Dokumentes  hingegen  nicht  hervor  und  es  wird 
darin  auch  nicht  festgehalten,  dass  der  Verhaftete  –  der  angebliche 
Schwager  des  Beschwerdeführers  –  im  Zusammenhang  mit  LTTE­
Tätigkeiten  einer  anderweitig  gesuchten  "Hauptperson"  festgenommen 
worden  sein  soll.  Vielmehr  soll  der  Verhaftete  durch  eigene 
Unterstützungstätigkeiten  (Verwendung  eines  gemieteten  Fahrzeuges) 
zugunsten  der  LTTE  das  Augenmerk  der  sri­lankischen  Behörden  auf 
sich  gezogen  haben.  Aus  diesem  Beweismittel  kann  der 
Beschwerdeführer  daher  für  sein  Asylverfahren  nichts  ableiten.  Soweit 
der  Beschwerdeführer  mit  der  Replikeingabe  vom  26.  April  2011  eine 
Polizeivorladung  seine  Person  betreffend  (in  Kopie)  nachgereicht  hat, 
muss  festgestellt  werden,  dass  dieses  Beweismittel  ebenfalls  nicht 
geeignet  ist,  die  vom  Beschwerdeführer  behauptete  Verfolgungslage 
glaubhaft  darzutun.  Zunächst  liegt  das  Beweismittel  einzig  in  Kopie 
(Telefaxkopie)  vor.  Dem  Beschwerdeführer  ist  hinreichend  Zeit  zur 
Verfügung  gestanden,  um  entsprechende  Originalbeweismittel  aus 
seinem  Heimatland  einzureichen.  Nachdem  die  am  14.  März  2011 
ausgestellte  Vorladung  an  die  Adresse  des  Vaters  in  B._______ 
zugestellt worden sein soll (vgl. Replikeingabe vom 26. April 2011, Punkt 
6, S.  4),  bleibt  nicht  plausibel, weshalb  es dem Beschwerdeführer  nicht 

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möglich  gewesen  sein  soll,  das  entsprechende  Originalbeweismittel 
einzureichen.  Zudem  ist  der  Vorladungsgrund  im  Beweismittel  sehr 
pauschal  angegeben  ("for  the  purpose  of  Investigations")  und  der  im 
Schreiben  zitierte  Artikel  172  des  sri­lankischen  Strafgesetzbuches 
("section  172  of  the  5th  Chapter  of  Ceylon  Penal  Code"),  welcher 
inhaltlich  die Missachtung  von behördlichen Anordnungen ahndet, weist 
keinen  konkreten  Anhaltspunkt  für  einen  allfälligen  asylbeachtlichen 
Hintergrund oder ein flüchtlingsrelevantes Motiv für die Vorladung auf, so 
dass  die  nachgereichte  behördliche  Vorladung  keine  konkreten 
Rückschlüsse  auf  eine  irgendwie  geartete  asylbeachtliche 
Verfolgungssituation zulässt. 

9.3.  Schliesslich  gehen  aus  den  Verfahrensakten  auch  keinerlei 
Anhaltspunkte  hervor,  die  darauf  schliessen  liessen,  dass  der 
Beschwerdeführer  während  seines  Aufenthaltes  in  der  Schweiz  nahe 
Kontakte zu den LTTE unterhalten haben könnte. 

9.4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  aufgrund  der  gesamten 
Aktenlage  nicht  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  von  den  sri­
lankischen  Sicherheitskräften  oder  von  anderen  paramilitärischen 
Gruppierungen  landesweit  gesucht  wurde  beziehungsweise  in  Zukunft 
verfolgt  würde.  Alleine  der  Umstand,  dass  er  seit  fünf  Jahren 
landesabwesend  gewesen  ist  und  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch 
eingereicht,  vermag  seine  Flüchtlingseigenschaft  ebenfalls  nicht  zu 
begründen.

9.5. Aufgrund des oben Gesagten  ist nicht davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer  im  Heimatstaat  einer  asylbeachtlichen 
Verfolgungssituation  ausgesetzt  wurde,  und  es muss  auch  im  heutigen 
Zeitpunkt  nicht  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  angenommen 
werden, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile 
im Sinne des Asylgesetzes drohen würden. Damit erübrigt es sich, auf die 
weiteren  Ausführungen  in  den  Rechtsmitteleingaben  des 
Beschwerdeführers  im  Einzelnen  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  des 
vorliegenden  Verfahrens  nichts  zu  ändern  vermögen.  Unter 
Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt,  dass  der 
Beschwerdeführer  keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder 
glaubhaft machen konnte. Das Bundesamt hat das Asylgesuch demnach 
im Ergebnis zu Recht abgelehnt. 

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10. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).

10.1. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

10.2. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]). 

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).  

10.3. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 

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(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

10.4. 
10.4.1. Die Vorinstanz wies  in  ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar  2008, Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit weiteren 
Hinweisen). 

10.4.2. Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation  im Hinblick auf 
eine  EMRK­widrige  Behandlung  namentlich  für  Tamilen,  die  aus  einem 
europäischen  Land  nach  Sri  Lanka  zurückkehren  müssen,  wiederholt 
befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid 
vom 17. Juli 2008; P.K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid 
vom  20.  Januar  2011;  T.N.  v.  Denmark,  Application  no.  20594/08, 
Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no. 
41178/08,  Entscheid  vom  31.  Mai  2011).  Der  Gerichtshof  unterstreicht, 
dass nicht  in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden 
Tamilen  drohe  unmenschliche  Behandlung;  eine  entsprechende 
Risikoeinschätzung  müsse  vielmehr  verschiedene  Faktoren  in  Betracht 
ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der 

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Betreffende  ernsthafte  Gründe  für  die  Befürchtung  habe,  die  Behörden 
hätten  an  seiner Festnahme und Befragung ein  Interesse. Als  derartige 
risikobegründende  Faktoren  nennt  der  EGMR  namentlich  Aspekte  wie 
eine  frühere  Registrierung  als  verdächtigtes  oder  tatsächliches  LTTE­
Mitglied,  das  Bestehen  einer  Vorstrafe  oder  eines  offenen  Haftbefehls, 
die  Flucht  aus  der Haft  oder  aus Kautionsauflagen,  die Unterzeichnung 
eines  Geständnisses  oder  ähnlicher  Dokumente,  die  Anwerbung  als 
Informant  der  Sicherheitskräfte,  die  Existenz  von  Körpernarben,  die 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  London  oder  von  einem  anderen  Ort, 
welcher als LTTE­Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt,  das Fehlen von 
ID­Papieren  oder  anderen  Dokumenten,  die  Asylgesuchstellung  im 
Ausland  oder  die  Verwandtschaft  mit  einem  LTTE­Mitglied.  Gleichzeitig 
hält  der  EGMR  fest,  dass  dem  Umstand  gebührende  Beachtung 
geschenkt werden müsse, dass diese einzelnen Faktoren, für sich alleine 
betrachtet,  möglicherweise  kein  "real  risk"  darstellen,  jedoch  bei  einer 
kumulativen Würdigung diese Schwelle erreicht  sein  könnte,  namentlich 
unter  der  weiteren  Berücksichtigung  der  aktuellen,  gegebenenfalls 
erhöhten, Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden 
allgemeinen Lage (vgl. T.N. v. Denmark, a.a.O., § 93, S. 28). 

Was  die  Prüfung  derartiger  Risikofaktoren  betreffend  die  Situation  des 
Beschwerdeführers  anbelangt,  ist  an  dieser  Stelle  auf  die  oben 
vorgenommene  Prüfung  zu  verweisen,  ob  der  Beschwerdeführer  einer 
Risikogruppe  im  Hinblick  auf  die  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft 
zugerechnet  werden  müsse  (vgl.  Erwägung  9).  Nachdem  der 
Beschwerdeführer  nicht  glaubhaft  gemacht  hat,  dass  er  befürchten 
müsse,  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  die  Aufmerksamkeit  der  sri­
lankischen  Behörden  in  einem  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Ausmass 
auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde 
aus  demselben  Grund  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im 
Heimatland drohen. 

Weder  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka  noch 
individuelle  Faktoren  in Bezug  auf  die Situation  des Beschwerdeführers 
lassen  demnach  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

11. 
Zu prüfen ist sodann die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. 

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11.1.  Gemäss  Art.  83  Abs.  4  AuG  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
insbesondere  dann  nicht  zumutbar,  wenn  die  beschwerdeführende 
Person  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer  konkreten 
Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei 
Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  bei  Ausländerinnen  und 
Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die 
Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  noch  jene  des 
völkerrechtlichen  Non­Refoulement­Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen  der 
Folgen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt 
nicht  in  ihren Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im Weiteren  findet  sie 
Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls 
einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige 
medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver 
Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden, 
dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres 
Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert 
wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1, mit weiteren Verweisen). 

11.2. 
11.2.1.  In der angefochtenen Verfügung vom 31. Oktober 2006 hielt das 
BFM  zur  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  fest,  eine  Rückkehr 
des  Beschwerdeführers  in  den  Norden  und  Osten  Sri  Lankas  sei 
angesichts der – damals herrschenden – Lage stark erschwert. Von einer 
generellen Unzumutbarkeit einer Wohnsitznahme  im Süden und Westen 
des  Landes  könne  jedoch  nicht  gesprochen  werden.  In  der 
Vernehmlassung  vom  27.  August  2008  hielt  das  BFM  weiter  fest,  der 
Beschwerdeführer  habe  sich  bereits  früher  zwecks  Absolvierung  eines 
K._______  in Colombo aufgehalten und verfüge gemäss Aktenlage dort 
auch  über Handelspartner  seines Vaters  und weitere Bekannte.  Zudem 
sei  er  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  gut  gestellt,  weshalb  der 
Wegweisungsvollzug als zumutbar einzuschätzen sei.

11.2.2. Das BFM  ist  seitens des Bundesverwaltungsgerichts Ende 2010 
im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  aufgefordert  worden,  seine 
(gegebenenfalls  neue)  Wegweisungspraxis  hinsichtlich  abgewiesener 
Asylsuchenden aus Sri Lanka darzulegen. 

In  seiner  diesbezüglichen  Stellungnahme  vom  1.  März  2011  hielt  das 
BFM  dazu  fest,  der  bewaffnete  Konflikt  zwischen  der  sri­lankischen 
Regierung  und  den  separatistischen  LTTE  sei  im  Mai  2009  mit  deren 

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Niederlage  zu Ende  gegangen.  Seither  befinde  sich  das  gesamte  Land 
wieder  unter  Regierungskontrolle,  und  es  sei  zu  keinen  terroristischen 
Aktivitäten der LTTE mehr gekommen. Das BFM verfolge die Entwicklung 
der  Lage  in  Sri  Lanka  laufend  und  sorgfältig.  Im  Herbst  2010  sei  eine 
Dienstreise nach Colombo sowie in den Osten und Norden von Sri Lanka 
durchgeführt worden, um sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage zu 
verschaffen. Die Bewegungsfreiheit  sei heute praktisch  im ganzen Land 
gewährleistet.  In der Ostprovinz sei der bewaffnete Konflikt bereits 2007 
zu Ende  gegangen,  und  die  Lebensumstände  verbesserten  sich  seither 
kontinuierlich.  Im  Norden  des  Landes  seien  die  Lebensbedingungen 
gebietsweise  sehr  unterschiedlich.  In  den  Gebieten,  die  bereits  seit 
längerer  Zeit  unter Regierungskontrolle  stünden, wie  beispielsweise  auf 
der  Halbinsel  von  Jaffna  oder  in  den  südlichen  Teilen  der  Distrikte 
Vavuniya  und Mannar,  herrsche weitgehend  ein  normales  Alltagsleben. 
Im ehemals  von den LTTE  kontrollierten  "Vanni­Gebiet"  seien hingegen 
die Lebensbedingungen nach wie vor als schwierig einzustufen.

Nach eingehender Überprüfung der Lage in Sri Lanka und insbesondere 
auch  in  Berücksichtigung  der  UNHCR­Richtlinien  zur  Feststellung  des 
internationalen  Schutzbedarfs  sri­lankischer  Asylsuchender  vom  5.  Juli 
2010 sei  das BFM  in der Folge  zum Schluss gekommen, dass  sich die 
allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka seit Mai 2009 deutlich entspannt 
habe. Die Lebensbedingungen hätten  sich  soweit  verbessert,  dass eine 
Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder 
zumutbar sei. So werde die Rückkehr von abgewiesenen Asylsuchenden 
aus Sri Lanka, mit Ausnahme von Personen, die zuletzt im "Vanni­Gebiet" 
gelebt  hätten  und  die  über  kein  Beziehungsnetz  ausserhalb  dieses 
Gebietes  verfügten,  in  alle  Landesteile  neu  in  der  Regel  als  zumutbar 
erachtet. 

Der Beschwerdeführer  stamme von B._______,  einem Ort  im  südlichen 
Teil  des  Distriktes  G._______.  Dieses  Gebiet  sei  seit  einem 
Armeevorstoss  im September  2007 unter Regierungskontrolle. Die  rund 
5'000  intern  Vertriebenen  (IDP)  aus  diesem  Gebiet  seien  inzwischen 
zurückgekehrt.  Das  BFM  erachte  den  Wegweisungsvollzug  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  weiterhin  als  zumutbar.  Es 
würden auch keine individuellen Gründe gegen den Wegweisungsvollzug 
sprechen.  So  verfüge  der  Beschwerdeführer  über  eine  ausgezeichnete 
Ausbildung  (Hochschule  und  K._______  in  Colombo)  sowie  über  eine 
mehrjährige  Berufserfahrung.  Er  habe  nach  der  Hochschulausbildung 
zuerst  im Geschäft  seines  Vaters  –  eines M._______  –  gearbeitet  und 

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dann  erfolgreich  zwei  eigene  Betriebe  geführt.  Es  sei  deshalb  davon 
auszugehen,  dass  er  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka,  selbst  wenn 
seine  Geschäfte  heute  nicht  mehr  existieren  sollten,  wieder  eine 
wirtschaftliche  Existenz  aufbauen  könne.  Bei  der  Wiedereingliederung 
könnten ihm seine Angehörigen – gemäss Akten lebten nebst den Eltern 
(…)  Geschwister  in  Sri  Lanka  –  helfen.  Der  Beschwerdeführer  sei  im 
Zeitpunkt  seiner  Ausreise  (…)­jährig  gewesen,  und  er  halte  sich  seit 
etwas  mehr  als  vier  Jahren  in  der  Schweiz  auf.  Er  habe  somit  einen 
wesentlichen Teil seines Lebens im Heimatland verbracht. Es bestünden 
daher  insgesamt  keine  konkreten  Anzeichen  dafür,  dass  er  bei  einer 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten  würde. 
Somit erweise sich der Wegweisungsvollzug als zumutbar. 

11.2.3. Der  Beschwerdeführer  stellt  sich  diesen  Erwägungen  des  BFM 
gegenüber auf den Standpunkt, das BFM gehe unzutreffenderweise von 
einem  tragfähigen  Beziehungsnetz  in  Colombo  aus.  Das  BFM  könne 
angesichts  der  (damals)  herrschenden  Kriegswirren  nicht  davon 
ausgehen,  dass  die  Geschäftspartner  des  Vaters  nach  wie  vor  in 
Colombo aufhielten,  dort  in  aller Ruhe  ihre Geschäfte  tätigten  und  dem 
Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  ein  tragfähiges 
Beziehungsnetz  bieten  würden.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  die 
gesamte  Infrastruktur  des  ehemaligen  Geschäftes  des 
Beschwerdeführers  zerstört  respektive  geplündert  sei.  Der  gesamte 
M._______ vom Norden  in den Süden Sri  Lankas sei  seit  seiner Flucht 
zusammengebrochen.  Der  einzige  Bekannte  seines  Vaters,  der  in 
Colombo  über  eine  Wohnung  verfüge,  sei  mehrfach  von  der  Polizei 
gesucht und nach dem Aufenthalt des Beschwerdeführers gefragt worden 
und lebe heute in N._______ (vgl. Replik vom 26. September 2008).

In seiner Replikeingabe vom 26. April 2011 führte der Beschwerdeführer 
im  Zusammenh