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**Case Identifier:** cd4b174c-4394-524d-b554-4527770d3365
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.12.2023 200 2022 512
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-512_2023-12-14.pdf

## Full Text

200 22 512 IV
MAK/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Dezember 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Juli 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im Mai 2018 meldete sich die 1977 geborene A.________ (nachfolgend 
Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) erstmals bei der Invalidenversiche-
rung zum Leistungsbezug an. Sie sei seit dem 18. Januar 2018 bis auf wei-
teres wegen Lendenwirbelsäulen- und Halswirbelsäulenschäden zu 100% 
arbeitsunfähig (Antwortbeilage [AB] 2). Nach ersten Abklärungen in medizi-
nischer und erwerblicher Hinsicht veranlasste die IV-Stelle Bern (nachfol-
gend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) nach Rücksprache mit dem 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; vgl. AB 45 S. 3 ff.) eine bidisziplinäre 
Begutachtung in den Fachrichtungen Psychiatrie und Neurochirurgie (Gut-
achten der C.________ (MEDAS) vom 25. März 2019 samt Teilgutachten 
und Beilagen [AB 70.1 - 70.6]). Insbesondere gestützt auf dieses Gutach-
ten wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren betreffend Invalidenrente bei 
einem ermittelten Invaliditätsgrad von 13% mit Verfügung vom 26. Septem-
ber 2019 ab (AB 109). Diese Verfügung blieb unangefochten. 

Unter Beilage eines Berichts von Dr. med. D.________, Facharzt für or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 
18. Oktober 2020 (AB 111) meldete sich die Versicherte im Februar 2021 
erneut zum Leistungsbezug an (AB 110). Die IV-Stelle nahm wiederum 
Abklärungen vor. Mit Bericht vom 25. Oktober 2021 empfahl der RAD eine 
bidisziplinäre psychiatrische und neurochirurgische (Verlaufs-)Begutach-
tung (AB 140 S. 6 f.). Zwischenzeitlich gewährte die IV-Stelle ein Belast-
barkeits- (13. Dezember 2021 bis 14. März 2022; AB 151) sowie ein Auf-
bautraining (15. März bis 13. Mai 2022; AB 161) in der Abklärungsstelle 
E.________ (AB 151) samt entsprechenden Taggeldern (AB 157, 163). Am 
10. Mai 2022 erstattete die MEDAS das in Auftrag gegebene Folgegutach-
ten samt Aktenauszug, Teilgutachten und Beilagen (AB 169.1 - 169.6). Mit 
Vorbescheid vom 16. Mai 2022 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 
Abweisung ihres erneuten Leistungsbegehrens hinsichtlich Invalidenrente 
in Aussicht. Ihr Gesundheitszustand habe sich seit dem letzten rechtskräf-
tigen Entscheid vom 26. September 2019 zwar verändert, sie habe bei ei-
nem Invaliditätsgrad von nunmehr 30% aber nach wie vor keinen Anspruch 

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auf eine Rente der Invalidenversicherung (AB 170). Hiergegen erhob die 
Versicherte am 14. Juni 2022 Einwand (AB 175), welchen sie mit Eingabe 
vom 5. Juli 2022, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, nachbegrün-
den liess (AB 183). Am 21. Juli 2022 verfügte die IV-Stelle ihrem Vorbe-
scheid entsprechend die Abweisung des Leistungsbegehrens. Es bestehe 
kein Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 185).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
walt B.________, am 5. September 2022 Beschwerde mit den Rechtsbe-
gehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine 
Dreiviertel-Invalidenrente, mindestens aber eine Viertelsrente zuzuspre-
chen. Eventualiter sei das Dossier in Aufhebung der Verfügung für weitere 
Abklärungen und Neuberechnung des Invaliditätsgrades an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege 
unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt zu 
gewähren. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2022 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
21. Juli 2022 (AB 185). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe-
rin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, sie sei 
in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, da die Beschwerdegeg-
nerin trotz diesbezüglicher Rüge in der angefochtenen Verfügung weder 
zum Bericht des Dr. med. D.________ vom 1. Juni 2022 noch demjenigen 
der Abklärungsstelle E.________ zum Aufbautraining Stellung genommen 
habe und deren Einschätzungen und Prognosen bezüglich Vermittelbarkeit 
in den ersten Arbeitsmarkt ungehört geblieben seien (vgl. Beschwerde 
S. 3). 

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Begründungspflicht ist wesentli-

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cher Bestandteil dieses Anspruchs. Sie soll verhindern, dass sich die 
Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen er-
möglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies 
ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmit-
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. 
In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-
den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre 
Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich 
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 
auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 
124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2022 IV Nr. 37 S. 122 E. 5.1).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung die 
wesentlichen Gründe für das Festhalten am Vorbescheid genannt. Sie be-
gründet dies im Wesentlichen damit, dass aus den im Einwand genannten 
Berichten keine neuen Tatsachen hervorgehen würden, welche bisher nicht 
berücksichtigt worden seien, so dass die darin enthaltenen anderslauten-
den Einschätzungen nicht geeignet seien, das Gutachten der MEDAS in 
Zweifel zu ziehen, und dass für die Frage der Verwertbarkeit der Arbeits-
fähigkeit nicht auf die konkreten Arbeitsmarktverhältnisse, sondern auf den 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen sei (vgl. AB 185 S. 2). Die Be-
schwerdegegnerin ist damit ihrer Begründungspflicht in genügender Weise 
nachgekommen. Sie hat die wesentlichen Überlegungen genannt, von de-
nen sie sich hat leiten lassen und auf welche sich die Verfügung stützt. 
Neben der sich aus dem Dispositiv ergebenden Tragweite der Verfügung 
sind aus der Begründung auch die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte ersichtlich, womit die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör 
fliessende Begründungspflicht erfüllt ist. Die Beschwerdeführerin konnte die 
Verfügung denn auch sachgerecht anfechten. Dass die Beschwerdegegne-
rin in ihrer Begründung nicht in der von der Beschwerdeführerin gewünsch-
ten Ausführlichkeit auf den Bericht des Dr. med. D.________ vom 1. Juni 
2022 und denjenigen der Abklärungsstelle E.________ über das Aufbau-
training eingegangen ist, stellt nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 136 I 
229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2022 IV Nr. 37 S. 122 
E. 5.1) keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Eine Verletzung des 

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rechtlichen Gehörs infolge ungenügender Begründung ist somit zu vernei-
nen. Ob die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Sachverhalts-
feststellung und rechtliche Würdigung materiell korrekt sind, ist nachfolgend 
zu prüfen.

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 

Die angefochtene Verfügung datiert vom 21. Juli 2022 (AB 185), womit sie 
nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indes-
sen liegt der Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs 
vor dem 1. Januar 2022 (siehe AB 110 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb 
für die zu prüfende Rentenzusprache die Bestimmungen des IVG und die-
jenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 
(fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch Rz. 9101 des Kreisschreibens 
des Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungswei-
sungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

Was das anwendbare Recht hinsichtlich der Befristung der Rente angeht, 
ist der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende 
Zeitpunkt der Anspruchsänderung massgebend. Liegt dieser vor dem 
1. Januar 2022, finden unverändert die Bestimmungen des IVG und dieje-
nigen der IVV in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 Anwendung. 
Liegt der Zeitpunkt der Anspruchsänderung nach dem 31. Dezember 2021, 
finden die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in Der Fassung 
gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (vgl. Rz. 9102 KSIR).

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3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

3.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühes-
tens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-
tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, 
der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Der Rentenanspruch ent-
steht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG 
beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG).

3.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 8

kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.7 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Inva-
lidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV). Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwal-
tung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 
Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 9

schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.8 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Februar 
2021 (AB 110) eingetreten und hat über den Leistungsanspruch materiell 
entschieden (AB 185). Die Frage des Eintretens auf die Neuanmeldung ist 
deshalb – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (E. 3.7 erster 
Absatz in fine hiervor). Seit der letzten rechtskräftigen Verneinung eines 
Rentenanspruchs (Verfügung vom 26. September 2019; AB 109) ist durch 
die seither stattgehabten Operationen (mit konsekutiv jeweils vollständig 
aufgehobener Arbeitsfähigkeit und anschliessend schrittweiser Steigerung 
in Bezug auf angepasste Tätigkeiten; vgl. AB 137, 169.1 S. 10 und 173) 
offenkundig eine wesentliche Änderung des medizinischen Sachverhalts 
eingetreten, weshalb der Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher 
Hinsicht allseitig neu zu prüfen ist (vgl. E. 3.7 Abs. 2 hiervor). Dies ist denn 
auch unbestritten. 

4.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 21. Juli 2022 (AB 185) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen 
auf das Folgegutachten der MEDAS vom 10. Mai 2022 (AB 169.1 - 169.6). 
Diese Begutachtung ergab als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit in Bezug auf die letzte Tätigkeit einerseits rezidivierende Zerviko-
zephalgien bei degenerativen Veränderungen und Status nach Diskektomie 

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und Dekompression C6/7 mit Stabilisation und Spondylodese mittels Cage 
am 16. Februar 2018 und Status nach Diskektomie ventral mit Dekompres-
sion C5/6 und ventraler Stabilisation mittels Cage am 10. Juni 2020 sowie 
Status nach Revisionsoperation von ventral mit erneuter Dekompression 
und Stabilisierung und Spondylodese am 2. Juni 2021 nach Ausbau der 
Cages C5/6 und C6/7 wegen Lockerung und erneuter Implantation von 
Cages C5/6 und C6/7 mit Verplattung und andererseits rezidivierende 
Lumboischialgien beidseits bei degenerativen Veränderungen (ICD-10: 
M54.4) und Status nach dorsoventraler Stabilisation und Spondylodese 
L5/S1 (TLIF) und L4/5 mit dynamischer Stabilisation sowie S1-Neurolyse 
und L5-Nervenwurzeldekompression beidseits am 5. Februar 2020 und 
Status nach Re-Operation mit dorsaler dynamischer Stabilisation L5 - S1 
und Nervenwurzeldekompression L3 beidseits am 2. September 2020. Als 
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vermerkten die Gut-
achter Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung 
(ICD-10: Z73) im Sinne einer Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit 
histrionischer sowie partiell emotional instabiler Komponente (AB 169.1 
S. 6). 

Bedingt durch die Notwendigkeit der operativen Interventionen in den Jah-
ren 2020 und 2021 habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten 
wesentlich verschlechtert. Nach der Lendenwirbelsäulenoperation vom 
5. Februar 2020 habe für drei Monate postoperativ eine 100%ige Arbeits-
unfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit und nach der zweiten Operation 
der Lendenwirbelsäule vom 4. (recte: 2.) September 2020 eine solche von 
sechs Monaten postoperativ bestanden. Nach der Operation der Halswir-
belsäule vom 10. Juni 2020 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in 
angepasster Tätigkeit für sechs Wochen postoperativ und nach der zweiten 
Halswirbelsäulenoperation vom 6. Februar 2021 (recte: 2. Juni 2021) eine 
solche von zwölf Wochen postoperativ bestanden. Nach diesen 100%igen 
Arbeitsunfähigkeiten werde jeweils eine Wiedereingliederung, beginnend 
mit zwei Stunden sowie Steigerung beispielsweise um eine Stunde pro Tag 
im Vierwochenrhythmus empfohlen. Danach gelte die aktuelle Einschät-
zung (AB 169.1 S. 10).

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Bei der Versicherten bestünden aktuell noch diffuse Lumboischialgien in 
beiden Beinen, die nicht radikulär zuzuordnen, sondern als pseudoradikulär 
einzuschätzen seien. Es hätten sich keine neurologischen Defizite oder 
Radikulopathien feststellen lassen. Verschiedene degenerative Verände-
rungen der Lenden- und Halswirbelsäule seien dokumentiert worden. Der-
zeit vordergründig seien vor allem Zervikozephalgien, die sich durch eine 
verminderte Beweglichkeit infolge der zwischenzeitlich erfolgten operativen 
Interventionen gut erklären liessen. Auch diesbezüglich hätten keine asso-
ziierten neurologischen Defizite oder Radikulopathien eruiert werden kön-
nen. Bedingt durch die verschiedenen Eingriffe ergäben sich allgemein 
Einschränkungen der Beweglichkeit bzw. Belastbarkeit der Hals- sowie 
Lendenwirbelsäule (AB 169.1 S. 7). 

In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als … sei die Versicherte seit dem 
16. Februar 2018 nicht mehr arbeitsfähig (AB 169.1 S. 8). Medizinisch noch 
zumutbar seien leichte Arbeiten mit wechselnder Belastung und ebenso 
das Heben und Tragen bzw. Bewegen von Gewichten von fünf bis zeitwei-
se maximal zehn Kilogramm in wirbelsäulengerechter Haltung. Dement-
sprechend könne eine leichte körperliche Beschäftigung in wechselnder 
Körperhaltung mit Positionsausgleich ausgeübt werden (AB 169.1 S. 7). Zu 
vermeiden seien Tätigkeiten mit längeren und wiederholten Zwangshaltun-
gen – insbesondere mit vorgebeugtem Oberkörper – sowie das repetitive 
und dauerhafte Heben, Tragen bzw. Bewegen von Gewichten ohne techni-
sche Hilfsmittel von mehr als zehn Kilogramm. Ebenfalls zu vermeiden sei-
en Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten und unebenem Untergrund sowie wie-
derkehrende oder längere Vibrationen. Die dynamische Wirbelsäulenbe-
lastbarkeit sei eingeschränkt für Wirbelsäulenzwangshaltungen, Bewe-
gungsmonotonien, häufige Überkopfarbeiten resp. Tätigkeiten mit regel-
mässiger freier Rumpfbeuge oder Rückneigung. Speziell das längere und 
wiederholte Arbeiten mit vor- und rückgebeugten Kopfhaltungen sowie mit 
Rotationen des Kopfes sei nicht zumutbar. Darüber hinaus hätten Arbeiten 
unter Nässe und Zugluft zu unterbleiben, könnten diese doch muskuläre 
Verspannungen auslösen oder verstärken. Günstig hingegen erschienen 
Tätigkeiten auf Gürtelhöhe und mit der Möglichkeit zum Wechsel der Kör-
perposition wie Stehen und Sitzen. Ebenso Arbeitsplätze mit guter Standsi-
cherheit. In einer solchen Tätigkeit sei eine maximale Präsenz von 

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6.5 Stunden pro Tag möglich. Während dieser Anwesenheitszeit bestehe 
eine Einschränkung der Leistung im Umfang von 10% aufgrund eines ver-
mehrten Pausenbedarfs. Die Versicherte sei in der Folge in Bezug auf eine 
angepasste Tätigkeit noch zu 70% arbeitsfähig resp. zu 30% arbeitsunfähig 
(AB 169.1 S. 9). 

4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Die unterschiedliche Natur von Behand-
lungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut-
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander-
seits lässt es nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benen-
nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie-
ben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 13

4.4 Das bidisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 10. Mai 2022 
(AB 169.1 - 169.6) erfüllt sämtliche der in E. 4.3 hiervor genannten, von der 
Rechtsprechung an solche Expertisen gestellten Anforderungen. Es ist im 
Hinblick auf die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Unter-
suchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis 
der Vorakten abgegeben worden. In der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ist es 
einleuchtend und die getätigten Schlussfolgerungen sind begründet. Kon-
krete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen 
würden, sind keine ersichtlich. Das Gutachten hat somit volle Beweiskraft.

Von der Beschwerdeführerin wird beschwerdeweise geltend gemacht, mit 
den nach dem Gutachten erstellten Berichten der Abklärungsstelle 
E.________ vom 18. Mai 2022 über das Aufbautraining (AB 172 S. 2 ff.) 
und des Dr. med. D.________ vom 1. Juni 2022 (AB 174), gemäss wel-
chen eine Arbeitsfähigkeit von 70% im ersten Arbeitsmarkt nicht realistisch 
sei, lägen konkrete Indizien vor, die gegen die Verlässlichkeit der gutach-
terlichen Einschätzung sprechen würden. Dieser Auffassung kann nicht 
gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass die Fachpersonen Berufliche Integra-
tion der Abklärungsstelle E.________ im Bericht vom 18. Mai 2022 festhiel-
ten, sie schätzten eine Integration der Versicherten in den ersten Arbeits-
markt zum aktuellen Zeitpunkt als unrealistisch ein, wobei sie dies mit dem 
von der Versicherten anlässlich des Aufbautrainings präsentierten Verhal-
ten mit vielen Pausen und Unterbrüchen, Auffälligkeiten bezüglich Konzen-
tration, teilweise unzureichenden Deutschkenntnissen und fehlender aner-
kannter Ausbildung begründeten, sowie auch mit dem Eindruck, dass die 
Versicherte weiterhin psychisch beeinträchtigt scheine, zumal der behan-
delnde Psychiater einen geschützten Arbeitsplatz als realistischste Mög-
lichkeit für eine berufliche Integration bezeichnet habe (vgl. AB 172 S. 3). 
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich im Rahmen der Begutachtung 
durch den fachmedizinischen Experten der MEDAS auf Basis der erhobe-
nen Befunde, eigenanamnestischer Angaben sowie der zum Untersu-
chungszeitpunkt verfügbaren Aktenlage (inkl. der Berichte des behandeln-
den Psychiaters Dr. med. F.________) eine originäre Krankheitsentität des 
psychiatrischen Fachgebietes mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit im Sin-
ne der ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen nicht identifizieren liess 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 14

(AB 169.3 S. 9). Vielmehr war im Rahmen der Begutachtung eine Verdeut-
lichungstendenz erkennbar und die durchgeführte Beschwerdevalidierung 
erbrachte durch hochauffällige Resultate den faktischen Beweis einer nicht-
authentischen Beschwerdeschilderung (AB 169.3 S. 8; vgl. AB 169.3 S. 7). 
Auch die Konzentration erwies sich im Rahmen der Begutachtung als un-
beeinträchtigt (AB 169.3 S. 5). Vor diesem Hintergrund sind die primär ge-
stützt auf das von der Versicherten gezeigte Verhalten und die von den 
Gutachtern schlüssig als unzutreffend qualifizierte Einschätzung des be-
handelnden Psychiaters gemachten Ausführungen im Bericht der Ab-
klärungsstelle E.________ vom 18. Mai 2022 nicht geeignet, auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der gutachterlichen Gesamtbeurteilung 
zu wecken. Gleiches gilt für den beschwerdeweise angeführten Bericht des 
Dr. med. D.________ vom 1. Juni 2022 (AB 174). Darin nennt Dr. med. 
D.________ keine Punkte, die den Gutachtern nicht bekannt waren. Viel-
mehr nimmt er aufgrund derselben Befunde eine um 20 Prozentpunkte 
tiefere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor, ohne Aspekte zu benennen, 
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
wären. Auch dies genügt nicht, um das bidisziplinäre Gutachten der 
MEDAS vom 10. Mai 2022 (AB 169.1 - 169.6) in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen. Dabei ist auch der Erfahrungstat-
sache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 20. März 2006, 
I 655/05, E. 5.4). Dies umso mehr, als Dr. med. D.________ im angeführ-
ten Bericht einen Rollenwechsel vollzieht, weg von der fachärztlichen Beur-
teilung zum Parteivertreter, indem er sich – sein Fachgebiet verlassend – 
zum Rentenanspruch äussert (AB 174 S. 2), was sich beweiskraftmindernd 
auswirkt (vgl. etwa Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2019, 8C_695/ 
2019, E. 4.3). Auch überzeugt seine implizite Argumentation nicht, wonach 
die von ihm durchgeführten Operationen nur deshalb erforderlich geworden 
seien, weil die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich wieder eine Arbeit auf-
genommen habe, zumal die Beschwerdeführerin vor den betreffenden 
Operationen (von einem Arbeitsaufnahmeversuch am 1. Mai 2018 während 
drei Stunden abgesehen [vgl. AB 55.3 S. 4]) bereits seit Januar 2018 keiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 15

Arbeit mehr nachging (vgl. AB 14 S. 5, AB 76 S. 2 f., AB 77 S. 2 f., AB 82 
S. 5). 

4.5 Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt mit dem bi-
disziplinären Gutachten der MEDAS vom 10. Mai 2022 (AB 169.1 - 169.6) 
rechtsgenüglich abklärt. Gestützt auf das Gutachten ist erstellt, dass die 
Beschwerdeführerin in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als … seit 
dem 16. Februar 2018 nicht mehr arbeitsfähig ist (AB 169.1 S. 4 i.V.m. 
S. 8), dass ihr aber angepasste Arbeiten mit einer maximalen Präsenz von 
6.5 Stunden pro Tag und einer Leistungseinschränkung von 10% noch 
(bzw. wieder) zumutbar sind. Als angepasst gelten Tätigkeiten ohne länge-
re und wiederholte Zwangshaltungen, ohne repetitives und dauerhaftes 
Heben und Tragen bzw. Bewegen von Gewichten ohne technische Hilfsmit-
tel von mehr als zehn Kilogramm, ohne Aufgaben auf Leitern, Gerüsten 
oder unebenem Untergrund, ohne wiederkehrende oder längere Vibratio-
nen, ohne Wirbelsäulenzwangshaltungen, ohne Bewegungsmonotonien, 
ohne häufige Überkopfarbeiten resp. ohne Aufgaben mit regelmässiger 
freier Rumpfbeuge oder Rückneigung, ohne längere und wiederholte Auf-
gaben mit vor- und rückgebeugten Kopfhaltungen und Rotationen des Kop-
fes und ohne Nässe und Zugluft (AB 169.1 S. 9). Angepasst sind ferner 
Tätigkeiten mit wechselnder Belastung (insbesondere Tätigkeiten auf Gür-
telhöhe und mit der Möglichkeit zum Wechsel der Körperposition wie Ste-
hen und Sitzen und Arbeitsplätze mit guter Standsicherheit [AB 169.1 S. 9]) 
und Heben und Tragen bzw. Bewegen von Gewichten von fünf bis zeitwei-
se maximal zehn Kilogramm in wirbelsäulengerechter Haltung. Damit ist 
eine Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit von 70% er-
stellt (AB 169.1 S. 7 i.V.m. S. 9). Zu beachten ist jedoch, dass die Be-
schwerdeführerin nach den stattgehabten Operationen jeweils auch für 
angepasste Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war und in der Zeit da-
nach von einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen 
ist, beginnend mit 2 Stunden pro Tag und Steigerung um eine Stunde pro 
Tag alle vier Wochen bis zum Erreichen der Präsenzzeit gemäss Zumut-
barkeitsprofil von 6.5 Stunden (und damit von einer Zeit von 18 Wochen 
nach der Phase vollständiger Arbeitsunfähigkeit postoperativ bis zum Errei-
chen der Arbeitsfähigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil; vgl. AB 169.1 S. 10 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 16

sowie E. 4.2 hiervor). Gestützt hierauf ist nachfolgend der Rentenanspruch 
zu prüfen.

5.

5.1 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist vorliegend der 1. August 2021 
(Neuanmeldung im Februar 2021 [AB 110]; vollständige Arbeitsunfähigkeit 
in Bezug auf die angestammte Tätigkeit seit 16. Februar 2018 [AB 169.1 
S. 8]; siehe zur Karenzfrist Art. 29 Abs. 1, zum Beginn der Auszahlung 
Art. 29 Abs. 3 und zur Wartezeit Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; vgl. E. 3.3 und 3.4 
hiervor). Damals bestand noch im Nachgang zur Operation vom 2. Juni 
2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten 
(bis zwölf Wochen postoperativ, d.h. bis 25. August 2021; AB 169.1 S. 10). 
Danach ist von einer Zeit von 18 Wochen mit schrittweiser Steigerung bis 
zum Erreichen der Arbeitsfähigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil auszuge-
hen (vgl. AB 169.1 S. 10 sowie E. 4.5 hiervor). Die Arbeitsfähigkeit von 
70% in angepasster Tätigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil gilt somit erst ab 
30. Dezember 2021 (nach einer Phase vollständiger Arbeitsunfähigkeit von 
12 Wochen nach der Operation vom 2. Juni 2021 und einer anschliessend 
schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit über einen Zeitraum von ins-
gesamt 18 Wochen). Diese Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, die nach 
dem Dargelegten am 30. Dezember 2021 eintrat, ist grundsätzlich zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV), mithin per 30. März 2022.

5.2 Aufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch in Bezug auf 
angepasste Tätigkeiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
hat die Beschwerdeführerin ab 1. August 2021 Anspruch auf eine ganze 
Rente. Per 30. März 2022 ist sodann gestützt auf das Gutachten der 
MEDAS vom 10. Mai 2022 ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 70% 
in einer dem Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 4.5 hiervor) angepassten Tätigkeit 
der Invaliditätsgrad neu zu bemessen (vgl. E. 3.8 hiervor). 

Die Beschwerdegegnerin hat für die Ermittlung des Valideneinkommens 
auf die Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 17

vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) abgestellt. Dies ist nicht zu beanstanden, da die tatsächlichen 
Verhältnisse vor Eintritt des Gesundheitsschadens (Arbeit im Stundenlohn 
als … bei verschiedenen Arbeitgebern [vgl. AB 14, 76 f., 82]) es vorliegend 
nicht erlauben, das Einkommen hinreichend genau zu beziffern, das die 
Beschwerdeführerin im März 2022 ohne Gesundheitsschaden nach dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit tatsächlich erzielt hätte. 
Auch ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dabei auf 
das Kompetenzniveau 1 abgestellt hat, verfügt die Beschwerdeführerin 
doch über keinen anerkannten Berufsabschluss (vgl. AB 2 S. 5, AB 110 
S. 5). Da seit Eintritt der Invalidität kein anrechenbares Erwerbseinkommen 
vorliegt, hat die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen zu Recht 
auf der gleichen Basis ermittelt (vgl. Art. 26bis Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 
IVV), zumal der betreffende Tabellenlohn eine breite Palette der Be-
schwerdeführerin noch möglicher Tätigkeiten widerspiegelt. Der für die Be-
lange der Invalidenversicherung ausgeglichene Arbeitsmarkt kennt durch-
aus zahlreiche dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende leichte Arbeiten in 
wirbelsäulengerechter Haltung mit wechselnder Belastung ohne Heben und 
Tragen bzw. Bewegen von Gewichten von mehr als fünf bis zeitweise ma-
ximal zehn Kilogramm (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV 
Nr. 21 S. 66 E. 4.2 sowie E. 4.5 hiervor).

Sind – wie vorliegend – beide Vergleichseinkommen auf der gleichen Basis 
zu berechnen, erübrigt sich ein zahlenmässiger Einkommensvergleich. Der 
Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich entspricht diesfalls grundsätzlich 
der medizinisch-theoretischen Einschränkung der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit, welche gemäss dem schlüssigen Folgegutachten der MEDAS 
vom 10. Mai 2022 (AB 169.1 - 169.6) 30% beträgt. Soweit die Beschwerde-
führerin einen Abzug vom Tabellenlohn von 25% beantragt (vgl. Beschwer-
de S. 6 f.), ist festzuhalten, dass ab dem 1. Januar 2022 – und damit im 
Rahmen der Invaliditätsbemessung per 30. März 2022 (vgl. E. 3.1 und 5.1 
hiervor) – gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV ein Abzug vom Tabellenlohn (von 
10%) allein dann vorgesehen ist, wenn die funktionelle Leistungsfähigkeit 
50% oder weniger beträgt. Eine solche Situation liegt hier nicht vor, wes-
halb keine Grundlage für die Vornahme eines Abzugs besteht. Andere Ab-
zugsgründe wurden mit der Einführung des neuen Rentensystems im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 18

Rahmen der Weiterentwicklung der Invalidenversicherung per 1. Januar 
2022 weder im IVG noch in der IVV vorgesehen. Selbst nach der bis 
31. Dezember 2021 geltenden Praxis wären zudem allfällige invaliditäts-
fremde Gründe für einen Tabellenlohnabzug (Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie) bei beiden statistischen Vergleichseinkommen 
gleichermassen zu berücksichtigen und deshalb auch diesfalls unbeacht-
lich (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Bei 
einem ab 30. März 2022 (vgl. E. 5.1 hiervor) zu berücksichtigenden Invali-
ditätsgrad von noch 30% hat die Beschwerdeführerin im vorliegend zu be-
urteilenden Zeitraum somit bis Ende März 2022 den Rentenanspruch (sie-
he auch Art. 47 Abs. 1bis IVG sowie Rz. 4102 KSIR).

5.3 Zusammenfassend ist die Beschwerde insoweit teilweise gutzu-
heissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben, als der Beschwerde-
führerin für die Zeit von 1. August 2021 bis 31. März 2022 eine ganze Ren-
te zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen und bei 
diesem Ausgang des Verfahrens – in Bezug auf die Beschwerdeführerin 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – den Parteien je hälftig 
aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

6.2 Nach der Rechtsprechung hat die Beschwerde führende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Das teilweise Obsiegen der Beschwerdeführerin rechtfertigt vorliegend die 
Zusprechung eines hälftigen Parteikostenersatzes. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 19

Die von Fürsprecher B.________ eingereichte Kostennote vom 26. Oktober 
2022 mit einem Honorar von Fr. 3’980.-- nebst Auslagen von Fr. 54.40 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 310.65 gibt zu keinen Beanstandungen Anlass. Die 
Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine Parteientschädigung für 
teilweises Obsiegen in Höhe von total Fr. 2'172.50 (½ des geltend gemach-
ten Honorars zuzüglich der hälftigen Auslagen zuzüglich Mehrwertsteuer). 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

6.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

6.3.2 Aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Unterlagen (Beschwerdebeilage [BB] 3) ist die Prozessbedürftig-
keit der Beschwerdeführerin erstellt. Das vorliegende Beschwerdeverfahren 
war auch nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen. Auch war 
die anwaltliche Verbeiständung im Beschwerdeverfahren gerechtfertigt. 
Damit sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung im Beschwerdeverfahren erfüllt. Das 
Gesuch ist somit gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin ist folglich – unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; 
SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu be-
freien (Art. 113 VRPG) und ihr ist Fürsprecher B.________ als amtlicher 
Anwalt beizuordnen.

6.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 20

gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Gestützt auf die Kostennote von Fürsprecher B.________ wird die amtliche 
Entschädigung auf Fr. 1'743.90 (½ des geltend gemachten Zeitaufwands x 
Fr. 200.-- / h [= Fr. 1'592.--] zuzüglich der hälftigen Auslagen zuzüglich 
Mehrwertsteuer) festgesetzt. Die amtliche Entschädigung wird Fürsprecher 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils aus der Gerichtskasse 
vergütet. Die Beschwerdeführerin hat dem Kanton Bern diese Kosten ent-
sprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen (Art. 113 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 21. Juli 2022 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin für die Zeit von 1. August 2021 bis 31. März 2022 ei-
ne ganze Rente zugesprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde ab-
gewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden den Parteien je hälftig zur 
Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Dez. 2023, IV/22/512, Seite 21

pflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht be-
freit.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die hälftigen 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'172.50 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen.

5. Dem amtlichen Anwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'743.90 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.