# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a2fc1de-dbe9-5f84-b9fe-806b4458dbf8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.01.2014 C-5548/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5548-2013_2014-01-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-5548/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m   2 3 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Marianne Teuscher, Richterin Ruth Beutler,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 

 

 
 

Parteien 

 
A.________,   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

C-5548/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der philippinische Staatsangehörige B.________ (geb. 1970, nachfol-

gend: Gesuchsteller bzw. Gast) beantragte am 31. Juli 2013 bei der 

Schweizerischen Botschaft in Manila ein Schengen-Visum für einen drei-

monatigen Besuchsaufenthalt (vom 23. August bis 18. November 2013) 

bei A.________ in C.________ (nachfolgend: Gastgeberin bzw. Be-

schwerdeführerin).  

B.  

Mit Formularentscheid vom 31. Juli 2013 lehnte es die Botschaft ab, das 

gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete dies damit, eine fristge-

rechte Wiederausreise des Gesuchstellers aus dem Schengen-Raum sei 

nicht gesichert.  

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 2. August 

2013 Einsprache bei der Vorinstanz. Letztere liess bei der Auslandvertre-

tung nebst den Akten eine ergänzende Stellungnahme einholen und wies 

die Einsprache – nach Einholung einer Stellungnahme des Wohnkantons 

– mit Verfügung vom 30. September 2013 ab. Dabei teilte sie die Beurtei-

lung durch die Botschaft. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus der 

als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden 

Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. 

Besondere Gewähr für die fristgerechte Wiederausreise nach einem Be-

suchsaufenthalt ergebe sich auch aus den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Gesuchstellers nicht. Dieser sei ledig und kinder-

los und als Bauer und Tourguide verfüge er gemäss Schweizer Vertretung 

nur über ein bescheidenes Einkommen. Zudem seien einige Tage vor 

dem Interview bei der Schweizer Vertretung grössere Geldbeträge auf 

sein Konto einbezahlt worden. Komme hinzu, dass die Beschwerdeführe-

rin den Gesuchsteller während ihres Ferienaufenthaltes in den Philippi-

nen im Dezember 2012 zum ersten Mal persönlich getroffen habe.  

D.  

Mit Beschwerde vom 2. Oktober 2013 beantragt die Beschwerdeführerin 

sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Aus-

stellung eines Schengen-Visums für ihren Gast. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen vorgebracht, sie würde seit ihrer Rückkehr aus den Philip-

pinen jeden Morgen mit dem Gesuchsteller skypen. Somit habe sie in der 

Zwischenzeit viel mehr über sein Leben und seine Persönlichkeit erfahren 

C-5548/2013 

Seite 3 

und auch ihr Gast wisse nun mehr über ihr Leben. Sie sei sich sicher, 

dass er ein aufrichtiger Mensch sei. Dem Gesuchsteller gehöre zusam-

men mit seiner Familie eine Farm. Diese würde er gemeinsam mit seinem 

jüngsten Bruder und seiner Familie bewirtschaften. Er sei somit Eigentü-

mer und Arbeitgeber und nicht lediglich ein Angestellter. Seine anderen 

Geschwister hätten eigene Jobs. Den überwiesenen Geldbetrag habe er 

von ihr für seine Lebenshaltungskosten erhalten und damit er sich ein 

Flugticket kaufen könne. Ihr sei es wichtig, dass der Gesuchsteller die 

Schweiz und ihr Leben kennen lerne. Auch sie selber möchte ihn besser 

kennenlernen, was in kurzen Ferien nicht möglich sei. Es sei ihr nicht 

möglich, drei Monate von der Arbeit fern zu bleiben. Daher sei es besser, 

wenn er sie in der Schweiz besuche. Sie würde dann mindestens zwei 

Monate nur halbtags arbeiten – während dem ihr Gast vormittags einen 

Sprachkurs besuche – und die restliche Zeit mit ihm verbringen. Der Ge-

suchsteller würde wieder rechtzeitig in die Philippinen zurückkehren und 

sie würde ihn in den nächsten Ferien dort besuchen. 

E.  

Mit Beschwerdenachtrag vom 29. Oktober 2013 teilt die Beschwerdefüh-

rerin mit, sie werde ihre Ferien des Jahres 2013 im April 2014 beziehen 

und ihren Gast in den Philippinen besuchen und reichte eine Flugbestäti-

gung zu den Akten. Somit wäre geplant, dass ihr Gast das Besuchervi-

sum im Jahr 2014 erhalten würde. Die Kaution von Euro 30'000.--, für 

welche sie bürge, sei ihrer Meinung nach eine hohe Summe, die sie nicht 

leichtsinnig für irgendeine Person auf Spiel setzen würde. 

F.  

Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 19. November 2013 

die Abweisung der Beschwerde.  

G.  

Mit Replik vom 25. November 2013 hält die Beschwerdeführerin – unter 

Rekapitulation des gesamten Verfahrensablaufs – an ihren Anträgen fest. 

H.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

 

C-5548/2013 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe-

halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Ver-

fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG auf-

geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen 

des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen-Visums zu Besuchs-

zwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesver-

waltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, rich-

tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem 

VwVG (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 sowie 

BVGE 2011/1 E. 2). 

3. 

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines philippinischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen 

Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf 

die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die 

beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die 

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Seite 5 

vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwen-

dungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die 

Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz 

vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsver-

ordnung gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-

Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten 

(Art. 2 Abs. 2 - Abs. 5 AuG). 

4. 

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Er-

teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes-

gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen-Recht schränkt 

die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vor-

aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten 

verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus-

setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum 

vermittelt auch das Schengen-Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. 

MEYER, in: Martina Caroni / Thomas Gächter / Daniela Thurnherr [Hrsg.], 

Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen 

und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 

4.2 Bürger von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des Schen-

gen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen je Zeitraum von 

180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedokumente sind, 

die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls 

ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates 

vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren 

Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines 

Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsange-

hörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt 

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Seite 6 

verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung (EG) Nr. 

562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 

2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen 

durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 

vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nach-

folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). 

Des weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informa-

tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und 

keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffent-

liche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-

staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e 

SGK). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; 

ferner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 

11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und dritt-

staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswid-

rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht 

(Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi-

cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein 

vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im 

Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusammen-

hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 

5 Abs. 1 Bst. c SGK). 

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Seite 7 

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären 

Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund interna-

tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt-

staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset-

zungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränk-

ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist 

grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig 

(Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraus-

setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den 

Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 

5. 

5.1 Aufgrund seiner philippinischen Staatsangehörigkeit unterliegt der 

Gesuchsteller der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung (EG) 

Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einrei-

sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der gesicher-

ten Wiederausreise im Vordergrund. Eine solche erachtet die Vorinstanz 

aufgrund der allgemeinen Situation im Heimatland und der persönlichen 

Verhältnisse des Gesuchstellers als nicht genügend gesichert. Zur Ein-

schätzung entsprechender Risiken sind sämtliche Umstände des konkre-

ten Einzelfalles zu würdigen. 

 

5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation 

im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreise-

gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit 

politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 

können ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit 

dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Ein-

klang steht. 

6. 

6.1 Trotz der grundsätzlich positiven wirtschaftlichen Entwicklung in  

den Philippinen sind dort nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von 

kargen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen (Quel-

le: Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-

amt.de, Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Länder A-Z > 

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Seite 8 

Philippinen > Wirtschaft, Stand: April 2013 > Seite besucht im Januar 

2014).  

6.2 Im Falle der Schweiz wird die Tendenz zur Immigration erfahrungsge-

mäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit von Verwandten 

oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. 

Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten 

ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem versucht wird, den 

Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine ganz andere rechtliche oder fak-

tische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent-

ziehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind beim Entscheid über die 

Erteilung eines Visums zu berücksichtigen. 

6.3 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten allge-

meinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichts-

punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer ge-

suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-

rufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Um-

stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise be-

günstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine be-

sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich 

nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Be-

suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

7. 

7.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen bald 44-jährigen allein-

stehenden Mann, der zwar während eines Jahres in Taiwan gearbeitet 

hat, jedoch noch nie in Europa war. In casu sind aufgrund der erhaltenen 

Auskünfte keine besonderen familiären und gesellschaftlichen Verpflich-

tungen ersichtlich, welche den Gesuchsteller von einer Emigration abzu-

halten vermögen.    

 

7.2 Die Beschwerdeführerin macht in wirtschaftlicher Hinsicht geltend, 

dem Gesuchsteller gehöre zusammen mit seiner Familie eine Farm. Die-

se würde er gemeinsam mit seinem jüngsten Bruder und seiner Familie 

bewirtschaften. Er sei somit Eigentümer und Arbeitgeber und nicht ledig-

lich ein Angestellter. Seine anderen Geschwister hätten eigene Jobs. Der 

Gesuchsteller gab bei der Schweizerischen Botschaft in Manila an, er 

verdiene monatlich 15'000.-- Philippinische Peso. Dieser Betrag ent-

spricht ca. SFR 300.--. Einem Bankkontoauszug des Gesuchstellers ist 

zu entnehmen, dass er am 19. Juli 2013 über einen Betrag von rund 

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Seite 9 

240'000.-- Philippinische Peso verfügte. Umgerechnet in Schweizer Fran-

ken ergibt dies SFR rund 4'800.--. Die Beschwerdeführerin hat dem Ge-

suchsteller am 15. Mai und 6. Juni 2013 insgesamt Fr. 4'700.-- überwie-

sen. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerde-

führer über keine Ersparnisse verfügt und sein Einkommen gerade knapp 

für seine Lebenshaltungskosten ausreicht. Da er beabsichtigt, während 

rund drei Monaten in der Schweiz zu verweilen, kann er offenbar ohne 

Weiteres während längerer Zeit von der Arbeit fern bleiben. Seine Eltern 

und sein jüngster Bruder sind wohl nicht zwingend auf seine Hilfe beim 

Kultivieren des Landes angewiesen. Damit bestehen insgesamt in der 

Heimat keine zwingenden wirtschaftlichen Verpflichtungen, welche hinrei-

chende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten könnten.  

 

7.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vorin-

stanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für ei-

ne fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuchstellers 

nach seinem Besuchsaufenthalt besteht. Zwar lässt sich diese Prognose 

nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie genügt jedoch, um 

die Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Rechts-

anspruch besteht, abzulehnen.  

8.  

An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, 

dass die Beschwerdeführerin über einen ausgezeichneten Leumund ver-

fügt. Es wird auch nicht die Integrität der Beschwerdeführerin in ihrer Ei-

genschaft als Gastgeberin in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Ab-

wägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so 

sehr die Einstellung und die Absichten des Gastgebers, sondern in erster 

Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letz-

terer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und an-

standslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann denn auch 

nicht – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein be-

stimmtes Verhalten des Gastes Garantie leisten (vgl. BVGE 2009/27 E. 

9).  

9. 

Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon 

ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchs-

aufenthalt besteht. Mit der fehlenden Gewähr dafür ist eine zwingende 

Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht erfüllt. Gründe 

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Seite 10 

für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit (vgl. 

dazu E. 4.5 hiervor) werden nicht vorgebracht und liegen auch nicht vor.   

10. 

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 

im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 

daher abzuweisen. 

11. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-

schwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver-

fahrenskosten sind auf Fr. 800.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

verrechnet.  

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]) 

– das Migrationsamt des Kantons Luzern (Ref.-Nr. […]) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn 

 

 

 

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