# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8baad68c-c33f-5f4b-b334-fd4ae07a1ae5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 22.09.2020 IV 2018/298
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-298_2020-09-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/298

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.04.2021

Entscheiddatum: 22.09.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 22.09.2020
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG: Rente der Invalidenversicherung. Bemessung der 
Invalidität. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. September 2020, IV 
2018/298).

Entscheid vom 22. September 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2018/298

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, GN Rechtsanwälte, 

St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Februar 2016 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Er gab an, er habe nach seiner Einreise in die 

Schweiz im Jahr 1986 eine Ausbildung zum Koch absolviert. Die IV-Stelle forderte ihn 

im März 2016 auf, einen Ausbildungsnachweis einzureichen (IV-act. 11). In der Folge 

gab der Versicherte an, er habe keine Ausbildung absolviert (vgl. elektronische Notiz zu 

IV-act. 11). Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ berichtete im Juli 2016 (IV-act. 28–

1 ff.), der Versicherte leide an einer coronaren Dreigefässerkrankung und an einer 

reaktiven Depression. Im März 2016 habe er sich in einer stationären kardialen 

Rehabilitation befunden. Davor sei er bereits mehrfach hospitalisiert gewesen. Aktuell 

bestehe kardial-klinisch eine stabile Situation. Angesichts des schweren Verlaufs mit 

einem zweimaligen Myokardinfarkt und mehreren Stentthrombosen müsse die 

Prognose mit Vorsicht gestellt werden. Wegen der erheblichen depressiven Reaktion 

werde der Versicherte immer noch an der Klinik Gais ambulant psychiatrisch respektive 

psychotherapeutisch behandelt. Die Klinik Gais hatte in ihrem Austrittsbericht vom 23. 

März 2016 festgehalten (IV-act. 28–9 ff.), nebst der im Oktober 2014 erstmals 

diagnostizierten coronaren Dreigefässerkrankung seien die folgenden Diagnosen zu 

stellen: Diabetes mellitus (Typ II, insulinbedürftig), relative ASS-Resistenz, 

unspezifische Ventilationsstörung, leichte bis mittelgrade depressive Episode ohne 

somatisches Syndrom. Bei den psychologischen Einzelgesprächen habe der Fokus auf 

der einschneidenden Erkrankung gelegen, die das Leben des Versicherten zunehmend 

beeinträchtige und zur Zeit eine Berufsausübung verunmögliche. Thematisiert worden 

seien auch die schwierige familiäre und finanzielle Situation. Mit einer Mitteilung vom 

26. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen mangels 

Eingliederungsfähigkeit ab (IV-act. 35).

A.a. 

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Im Oktober 2016 berichtete der Psychiater med. pract. C.___ (IV-act. 43), der 

Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen 

Symptomen, an einer Persönlichkeitsstörung mit möglicherweise autistischen, 

schizoiden und somatisierten Anteilen sowie an einem Status nach wiederholten 

depressiven Episoden in den vergangenen Jahrzehnten. Bereits bei der 

Erstkonsultation im Jahr 2003 seien depressive Symptome erhoben worden. Die 

depressive Störung und die Persönlichkeitsstörung würden wohl bereits seit der 

Adoleszenz vorliegen. Bei den Konsultationen rede der Versicherte viel, weitschweifig 

und ohne einen Fokus. Für den Zuhörer seien die Ausführungen verwirrend. Der 

Versicherte rede vor sich hin, wobei er autistisch wirke und sich nur gelegentlich auf 

den Gesprächspartner ausrichte. Aus psychiatrischer Sicht sei er längerfristig nur 

reduziert oder geschützt arbeitsfähig. Im Dezember 2016 führte eine 

Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle mit dem Versicherten ein 

„Assessmentgespräch“. Sie hielt in ihrem Gesprächsprotokoll fest (IV-act. 60), es sei ihr 

sehr schwer gefallen, den Ausführungen des Versicherten zu folgen, da dieser sehr viel 

und oft zusammenhanglos gesprochen habe. Sie habe ihn immer wieder unterbrechen 

und das Gespräch auf ihre Fragen lenken müssen. Gegen Ende des Gesprächs sei der 

Sprechfluss langsamer geworden; der Versicherte habe zwischendurch gegähnt und er 

sei „sehr erschlagen“ dagesessen. Er habe kein fliessendes Deutsch gesprochen und 

er habe teilweise Wörter benutzt, die offensichtlich nicht das ausgesagt hätten, was er 

habe aussagen wollen. Die Eingliederungsverantwortliche könne den Versicherten 

überhaupt nicht einschätzen. Die Ressourcen des Versicherten für eine Stellensuche 

seien nicht beurteilbar. Die Motivation liege wohl etwa bei 50 Prozent, aber mit seiner 

„Ich bin der Beste und alle anderen sind schuld“-Haltung werde der Versicherte bei 

einem potentiellen Arbeitgeber nicht gut ankommen. Im März 2017 berichtete Dr. med. 

D.___ über ein neu diagnostiziertes symptomatisches subacromiales Impingement-

Syndrom der linken Schulter; er empfahl eine Physiotherapie (IV-act. 81). Mit einer 

Mitteilung vom 3. Mai 2017 ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung an 

(IV-act. 84). Den entsprechenden Auftrag vergab sie an die Neurologie Toggenburg AG 

(IV-act. 90), worüber sie den Versicherten mit einer Mitteilung vom 31. Mai 2017 

informierte (IV-act. 92). Am 9. Juni 2017 berichtete die Klinik für Kardiologie des 

Kantonsspitals St. Gallen (IV-act. 100), ergometrisch sei eine Leistungsminderung um 

A.b. 

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43 Prozent festgestellt worden. Die Ursache dafür sei unbekannt. Aus rein 

kardiologischer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.

Die Neurologie Toggenburg AG erstattete am 8. September 2017 ein 

polydisziplinäres internistisches, kardiologisches und psychiatrisches Gutachten (IV-

act. 102). Der internistische Sachverständige hielt fest, im Rahmen des Diabetes 

mellitus bestünden Hinweise auf eine autonome Polyneuropathie sowie auf eine 

Nephropathie. Die klinische Untersuchung habe aber keine relevanten 

Funktionseinschränkungen auf dem allgemeinmedizinisch-internistischen Gebiet 

ergeben. Im Übrigen spreche das Ergebnis einer Serumprobe gegen eine 

regelmässige, verordnungsgemässe Einnahme von Remeron und Seresta. Die 

allgemeinmedizinisch-internistische Prognose hänge in erster Linie von der 

langfristigen Qualität der Diabetes-Kontrolle ab, die verbessert werden sollte. Aus 

allgemeinmedizinisch-internistischer Sicht sei der Versicherte uneingeschränkt arbeits­

fähig. Der kardiologische Sachverständige führte aus, in den klinischen, 

echokardiographischen und ergometrischen Verlaufskontrollen hätten sich nach der 

operativen Revaskularisation im Februar 2016 keine Anhaltspunkte für eine 

myokardiale Schädigung aufgrund der stattgehabten ischämischen Ereignisse oder für 

eine Dysfunktion der Bypässe gezeigt. Da der Versicherte auch bestätigt habe, dass 

nach Februar 2016 im Alltag nie eine belastungsabhängige Angina pectoris oder eine 

Kurzluftigkeit aufgetreten sei, liege insgesamt ein gutes Ergebnis der operativen 

Revaskularisation im Februar 2016 mit einer seither regelrechten Funktion der Bypässe 

ohne Hinweise für eine Belastungskoronarinsuffizienz vor. Die seit jeher niedrige 

Belastungstoleranz während der entsprechenden Tests mit einem Abbruch jeweils 

aufgrund einer peripheren Erschöpfung und nicht etwa aufgrund einer 

Belastungsinsuffizienz stelle einen möglichen Hinweis auf eine Selbstlimitierung dar, 

zumal der Versicherte nach seinen eigenen Angaben jeden Morgen vier bis fünf 

Kilometer in einem zügigen Gehtempo zurücklege. Aus kardiologischer Sicht sei der 

Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Für die Vergangenheit könne nur für die 

folgenden Zeiträume eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden: Für die Zeit vom 30. 

Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2015 (recte: 2014) wegen des am 30. Oktober 

2014 erlittenen akuten Vorderwandinfarktes, für die Zeit vom 13. Februar 2015 bis zum 

12. April 2015 wegen des subakuten Reinfarktes, für die Zeit vom 9. August 2015 bis 

A.c. 

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zum 8. Oktober 2015 wegen des am 9. August 2015 erlittenen Vorderwandreinfarktes 

sowie für die Zeit vom 24. Mai 2016 (recte wohl: 25. Februar 2016) bis zum 24. Mai 

2016 wegen der am 25. Februar 2016 erfolgten ACB-Operation und der 

anschliessenden stationären Rehabilitation. Der psychiatrische Sachverständige hielt 

fest, die Kontaktaufnahme sei insgesamt unkompliziert erfolgt; der Versicherte habe 

sich spontan und offen auf die Exploration eingelassen. Er habe das Gespräch über die 

ganze Untersuchungszeit aufmerksam verfolgt. Die Konzentrationsspanne sei 

fokussiert gewesen und konstant aufrechterhalten worden. Der affektive Rapport sei 

problemlos zustande gekommen und gut gewesen. Während der Exploration habe der 

Versicherte ohne Verzögerungen weitschweifige Antworten auf die gestellten Fragen 

gegeben. Er habe sich in Details verloren, sei nicht auf den Punkt gekommen und habe 

die Fragen oftmals nicht beantwortet. Der Sachverständige habe mehrfach nachfragen 

müssen. Der Versicherte habe die Lebensgeschichte und die Entwicklung der 

Beschwerden fliessend und genau geschildert, was auf ganz unauffällige mnestische 

Funktionen hingedeutet habe. Im Gespräch hätten sich keine Hinweise auf relevante 

kognitive Schwierigkeiten finden lassen. Der formale Gedankengang sei zwar 

weitschweifig, in der Kohärenz, in der Stringenz und im Tempo aber ungestört 

gewesen. Eine Affektpathologie im eigentlichen Sinne habe nicht festgestellt werden 

können. Der Versicherte habe sich in einer subdepressiven Mittellage befunden; er sei 

ausreichend schwingungsfähig gewesen. Ansonsten sei der (im Gutachten detailliert 

dargestellte) objektive klinische Befund völlig unauffällig gewesen. Die Montgomery-

Asberg Skala der Depressionen habe einen Wert gezeigt, der gegen eine depressive 

Symptomatik spreche. Die Medikamentenspiegel für Mirtazapin, Desmethylmirtazapin 

und Oxazepam hätten deutlich unter den Referenzwerten gelegen. Der Versicherte 

habe seine Klagen appellativ und theatralisch wirkend vorgebracht, was beim 

Sachverständigen nicht nur ein Gefühl des Betroffenseins, sondern auch ein Gefühl der 

Nichteinfühlbarkeit und der Nichtverstehbarkeit ausgelöst habe. Die 

Symptombeschreibung sei undifferenziert, die Symptomdarstellung stereotyp 

gewesen. Es sei anzunehmen, dass eine mangelnde Leistungsbereitschaft und eine 

Selbstlimitierung vorlägen. Diese Beobachtungen seien als Aggravationshinweise zu 

werten. Allerdings sei auch ein habituelles Verhalten des Versicherten im Sinne einer 

kulturellen Prägung zu berücksichtigen. Diagnostisch liege nur eine rezidivierende 

depressive Störung in einer gegenwärtig leichtgradigen Ausprägung vor, die sich nicht 

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auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die bisherige psychiatrische Therapie erfolge nicht 

leitliniengerecht. Von einer konsequenten psychiatrischen Behandlung und einer 

serumspiegelgesteuerten psychopharmakologischen Therapie könne ein wesentlicher 

Erfolg erwartet werden, der sich aber nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken werde, da 

dem Versicherten ab sofort eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zumutbar sei. Für 

die angestammte Tätigkeit sei nur für die Vergangenheit eine teilweise Arbeitsfähigkeit 

zu attestieren; in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei der Versicherte bereits in der 

Vergangenheit uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. Gestützt auf ihre polydisziplinäre 

Konsensbesprechung führten die Sachverständigen aus, der Versicherte leide an einer 

coronaren Dreigefässerkrankung, an einem Diabetes mellitus, an einer Dyslipidämie 

sowie an einer gegenwärtig leichtgradigen rezidivierenden depressiven Störung. Keine 

dieser Diagnosen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Im Oktober 2017 notierte Dr. 

med. F.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten der 

Neurologie Toggenburg AG sei überzeugend, weshalb auf es abgestellt werden könne 

(IV-act. 106).

Mit einem Vorbescheid vom 9. Oktober 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung seines Begehrens um berufliche Massnahmen vorsehe, 

weil ihm medizinisch jede körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar sei 

(IV-act. 109). Am 24. November 2017 verfügte sie die Abweisung des Begehrens um 

berufliche Massnahmen (IV-act. 112). Mit einem Vorbescheid vom 23. Januar 2018 

kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie auch die Abweisung seines 

Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-

act. 115). Dagegen liess der Versicherte am 28. Februar 2018 einwenden, er sei mit 

dem vorgesehenen Entscheid nicht einverstanden; er bitte um eine Nachfrist zur 

Einreichung einer Begründung (IV-act. 116). Am 7. Mai 2018 liess der Versicherte 

geltend machen, das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG sei in mehreren 

Punkten unhaltbar (IV-act. 120–1). Der Eingabe lag eine Stellungnahme des Psychiaters 

C.___ vom 28. April 2018 bei, in der festgehalten worden war (IV-act. 120–2 ff.), im 

Gutachten seien mehrere wesentliche Ereignisse aus der Vorgeschichte des 

Versicherten nicht erwähnt worden. Insbesondere fehle ein Hinweis darauf, dass der 

Versicherte im Jahr 1982 in seinem Herkunftsland mit einem Polizeiknüppel geschlagen 

worden sei, dass er dadurch eine Schädelkalottenfraktur erlitten habe, dass er 

A.d. 

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anschliessend zehn Tage inhaftiert gewesen und weiter geschlagen worden sei und 

dass ihm erst danach sein Vater zur Flucht ins Ausland habe verhelfen können. Im 

Gutachten sei ein völlig unauffälliger Tagesablauf beschrieben worden. Das wecke den 

Eindruck, der Sachverständige habe einen anderen Patienten beschrieben. Er, med. 

pract. C.___, kenne den Versicherten nur belastet und verzettelt zwischen Somatik, 

Depression, familiärer Misere, juristischen Streitigkeiten, Konflikten mit der Ehefrau und 

von dieser konstruierten Anklagen. Dass der Versicherte gegenüber dem 

Sachverständigen angegeben habe, dass er normale Beziehungen habe, aber lieber 

alleine sei, dass er die Nachbarn nicht kenne und dass er nur mit vertrauten Menschen 

in der Therapie sprechen könne, zeige etwas Einzelgängerisches und Schizoides auf. 

Das Einzelgängerische, das Hinleiern im Gespräch, das Kreisen in Beschwerden und 

der Somatik machten die autistischen Anteile der Persönlichkeitsstörung aus. Der 

Sachverständige habe wohl nicht über genügend Zeit für eine ausreichende 

Exploration verfügt. Der Versicherte werde wohl kaum in der Lage sein, von sich aus 

die relevanten Fakten zum Thema Trauma und Persönlichkeitsstörung zu nennen, 

weshalb man in einer Exploration intensiv und gezielt danach forschen müsste. Der 

Versicherte liess auch einen Bericht von Dr. D.___ vom 17. Mai 2018 einreichen, in dem 

auf eine persistierende Beschwerdesymptomatik in der Schulter bei einem 

unauffälligen objektiven klinischen Befund und auf die Zumutbarkeit einer körperlich 

adaptierten Tätigkeit hingewiesen worden war (IV-act. 129). In einem weiteren Bericht 

vom 11. Juni 2018 hielt Dr. D.___ fest (IV-act. 134), soweit der objektive klinische 

Befund habe erhoben werden können, sei dieser weiterhin unauffällig gewesen. 

Allerdings sei es zwischenzeitlich zu einer ausgeprägten Symptomausweitung 

gekommen: Der Versicherte habe über Schmerzen im gesamten musculo-skelettalen 

System geklagt und mit seinen Schmerzangaben auch die Befunderhebung teilweise 

erschwert beziehungsweise verunmöglicht. Eine Beschäftigung für körperlich leichte 

Tätigkeiten werde aufgrund der Symptomausweitung „immer schwieriger“.

Die IV-Stelle forderte die Neurologie Toggenburg AG auf, Stellung zu den Aus­

führungen des behandelnden Psychiaters C.___ zu nehmen. Die Neurologie 

Toggenburg AG teilte am 25. Juni 2018 mit, dass sie dazu nicht in der Lage sei, weil 

der psychiatrische Sachverständige, der am Gutachten vom 8. September 2017 

mitgewirkt habe, schon seit längerer Zeit nicht mehr für die Neurologie Toggenburg AG 

A.e. 

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tätig sei (IV-act. 135). In der Folge nahm der RAD-Psychiater Dr. med. E.___ Stellung 

zum psychiatrischen Teilgutachten der Neurologie Toggenburg AG und zu den 

Einwänden des behandelnden Psychiaters C.___ (IV-act. 136). Er hielt fest, aus 

fachlicher Sicht sei es nicht überraschend, dass die Expertise zu einem Ergebnis 

geführt habe, das weit von jenem abweiche, zu dem der behandelnde Psychiater 

gelangt sei, denn ihr jeweiliger Auftrag zwinge den Sachverständigen und den 

behandelnden Facharzt dazu, sich der Problematik aus unterschiedlichen Richtungen 

zu nähern. Der behandelnde Psychiater verfüge zwar in aller Regel über eine 

langjährige, profunde, in die Therapie und deren Bedingtheiten eingebundene Kenntnis 

des Krankheitsverlaufs, aber er sei auch mit der gesamten, krankheits- und 

umständebedingten Not seiner Patienten konfrontiert, weshalb er für ein konstruktives 

Krankheitsverständnis einen ganzheitlichen Ansatz wählen müsse. Der 

Sachverständige verfüge über eine grössere Unbefangenheit, da er nicht in der 

mitunter belastenden Behandlungsverantwortung stehe. Das erweise sich im 

Zusammenhang mit einer versicherungsmedizinischen Beurteilung als ein grosser 

Vorteil, weil der Sachverständige sich nur zur rein medizinischen respektive 

psychiatrischen Situation zu äussern und die psychosozialen Umstände auszublenden 

habe. Anders als der behandelnde Psychiater C.___ habe der psychiatrische 

Sachverständige der Neurologie Toggenburg AG deshalb zu Recht den schwierigen 

psychosozialen Umständen des Versicherten (Scheidung der zweiten Ehe, Verurteilung 

wegen Ladendiebstahls und Untersuchungshaft wegen Drogenbesitzes) keine 

Rechnung getragen. Eine ausführliche Befragung des Versicherten mittels des „Mini-

ICF“-Fragebogens und eine eingehende Befunderhebung nach dem AMDP-Standard 

habe einen überwiegend blanden Untersuchungsbefund mit einer weitestgehend 

uneingeschränkten Funktionsfähigkeit im Alltag ergeben. Das Funktionsniveau des 

Versicherten habe sich deshalb aus versicherungspsychiatrischer Sicht als 

überwiegend intakt bis maximal leichtgradig beeinträchtigt gezeigt. Grobe 

beziehungsweise relevante Mängel in der Durchführung und Ausarbeitung des 

Gutachtens liessen sich nicht erkennen. Selbst wenn der Versicherte tatsächlich an 

einer Persönlichkeitsstörung leiden sollte, die der psychiatrische Sachverständige nicht 

hätte feststellen können, weil ihm nur ein Explorationsgespräch zur Verfügung 

gestanden habe und weil sich der Versicherte dabei vielleicht seelisch nicht so weit wie 

beim behandelnden Psychiater geöffnet habe, sei an der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

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B.  

des Sachverständigen festzuhalten. Die Arbeitsfähigkeit ergebe sich nämlich nicht aus 

den Diagnosen, sondern aus dem objektiven klinischen Befund, der hier weitestgehend 

unauffällig gewesen sei. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Sachverständigen 

Hinweise auf Diskrepanzen und auf eine Aggravation festgestellt hätten; der 

behandelnde Psychiater habe sich mit dieser Problematik nie befasst. Die RAD-Ärztin 

Dr. F.___ notierte am 9. Juli 2018 (IV-act. 140), gestützt auf die Berichte von Dr. D.___ 

sei aus somatischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten für leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen. Die ausgeprägte 

Symptomausweitung sei für die Arbeitsfähigkeitsschätzung irrelevant. Mit einer 

Verfügung vom 17. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten 

ab (IV-act. 141).

Am 13. September 2018 liess der Versicherte (nachfolgend: der 

Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Juli 2018 erheben 

(act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Zusprache „der gesetzlichen Leistungen aus der 

Invalidenversicherung“. Zur Begründung führte er aus (vgl. act. G 17), das Gutachten 

der Neurologie Toggenburg AG überzeuge nicht. Der psychiatrische Sachverständige 

habe seine Diagnose einer leichtgradigen depressiven Störung nicht anhand der 

Kriterien des ICD-10 abgeleitet. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht überzeugend 

begründet worden. Der psychiatrische Sachverständige habe den Beschwerdeführer 

insgesamt nicht sorgfältig genug untersucht; er sei verschiedenen aktenkundigen 

Hinweisen und diversen Angaben des Beschwerdeführers, die auf eine relevante 

psychische Problematik hingedeutet hätten, nicht nachgegangen. Angesichts der 

Hinweise im Protokoll zum „Assessmentgespräch“ hätte zwingend eine 

neuropsychologische Testung durchgeführt werden müssen. Der kardiologische 

Sachverständige habe sich nicht zu den vom Beschwerdeführer geklagten 

Beschwerden geäussert. Angesichts der aktenkundigen Schulterschmerzen sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer nicht auch orthopädisch begutachtet 

worden sei.

B.a. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat nach der Eröffnung des Vorbescheides weitere 

Abklärungen getätigt. Sie hat nämlich zunächst versucht, bei der Neurologie 

Toggenburg AG eine Stellungnahme zu den vom behandelnden Psychiater erhobenen 

Rügen am Gutachten einzuholen. Da die Neurologie Toggenburg AG aufgrund eines 

Personalwechsels nicht in der Lage gewesen ist, eine solche Stellungnahme 

abzugeben, hat die Beschwerdegegnerin den RAD-Psychiater Dr. E.___ beauftragt, 

eine versicherungspsychiatrische Stellungnahme zum psychiatrischen Teilgutachten 

und zu den entsprechenden Rügen des behandelnden Psychiaters abzugeben. Diese 

Stellungnahme ist am 2. Juli 2018 erstellt worden. Die Beschwerdegegnerin hat diese 

Stellungnahme (wie auch die Würdigung der vom Beschwerdeführer eingereichten 

somatischen Berichte von Dr. F.___ vom 9. Juli 2018) dem Beschwerdeführer vor dem 

Erlass der angefochtenen Verfügung nicht zur Kenntnis- und allfälligen Stellungnahme 

zugestellt. Dadurch hat sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches 

Gehör (Art. 42 ATSG) respektive die – den Gehörsanspruch „konsumierende“ – 

Vorbescheidspflicht (Art. 57a IVG) verletzt, denn die Vorbescheidspflicht kann von 

ihrem Sinn und Zweck her nur dann (vollständig) erfüllt sein, wenn die IV-Stelle der 

versicherten Person die Möglichkeit eingeräumt hat, Einsicht in sämtliche Akten zu 

nehmen und sich dazu zu äussern (vgl. dazu etwa den Entscheid IV 2018/23 des 

St. Galler Versicherungsgerichtes vom 27. Juli 2020, E. 1). Diese Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör respektive der Vorbescheidspflicht könnte nur 

dadurch behoben werden, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die 

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 13. Mai 2019 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 19). Zur Begründung führte sie an, die Kritik 

des Beschwerdeführers am Gutachten der Neurologie Toggenburg AG wecke keine 

erheblichen Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens. Der psychiatrische und der 

kardiologische Sachverständige hätten ihre Diagnosestellung und ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung sorgfältig anhand der von ihnen erhobenen objektiven 

klinischen Befunde begründet. Bezüglich der Schulterschmerzen sei darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer diese bei der Begutachtung nicht erwähnt 

habe und dass der behandelnde Orthopäde Dr. D.___ in seinen Berichten keine 

objektiven klinischen Befunde genannt habe, die sich auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in einer leichten Tätigkeit auswirken würden.

B.b. 

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Sache an die Beschwerdegegnerin zur vollständigen Erfüllung der Vorbescheidspflicht 

und zur anschliessenden neuen Verfügung zurückgewiesen würde. 

Rechtsprechungsgemäss kann allerdings davon abgesehen werden, wenn die 

versicherte Person erklärt oder zumindest mit ihrem Verhalten eindeutig zeigt, dass sie 

einer raschen materiellen Entscheidung den Vorzug gegenüber einer formal in jeder 

Hinsicht korrekten Erledigung der Sache einräumt. Das wird missverständlich als eine 

„Heilung“ bezeichnet, obwohl die Verfahrensrechtswidrigkeit ja gerade nicht „geheilt“ 

beziehungsweise behoben, sondern vielmehr „ignoriert“ wird. Der anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführer hat die Verletzung der Vorbescheidspflicht nicht gerügt. Seine 

Beschwerde zielt eindeutig auf eine rasche materielle Erledigung der Sache ab. Das 

erlaubt ein „Ignorieren“ der Verletzung der Vorbescheidspflicht, was bedeutet, dass die 

angefochtene Verfügung nicht aus formalen Gründen aufzuheben ist.

2.  

Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

2.1. 

Der Beschwerdeführer hat über keinen in der Schweiz anerkannten 

Berufsabschluss verfügt. Zwar hat er nach seiner Einreise in die Schweiz mehrheitlich 

als Koch gearbeitet, aber seine Tätigkeiten für unterschiedliche Arbeitgeber und auch 

seine Tätigkeit als selbständigerwerbender Betreiber eines Restaurants haben es ihm 

nicht erlaubt, sich die Fähigkeiten eines ausgebildeten Kochs anzueignen und sich zu 

einem dem Lohn eines ausgebildeten Kochs entsprechenden Salär anstellen zu lassen. 

Der Beschwerdeführer ist deshalb als ein typischer Hilfsarbeiter zu qualifizieren. Für die 

Definition der Validenkarriere ist nicht von einer Hilfsarbeit in der Gastronomiebranche 

auszugehen, denn in dieser Branche werden erfahrungsgemäss nur 

unterdurchschnittliche Löhne für Hilfsarbeiter ausgerichtet, selbst wenn diese über 

Berufserfahrung in der Gastronomie verfügen; der Beschwerdeführer hätte seine 

2.2. 

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Arbeitskraft auch in anderen Branchen verwerten können. Die Validenkarriere besteht 

deshalb in der Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit auf dem 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt, weshalb das Valideneinkommen dem 

statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne in der Schweiz entsprechen muss. Der 

Beschwerdeführer hat zwar teilweise einen unter diesem Zentralwert liegenden Lohn 

erzielt, aber das kann nur die Folge von arbeitsmarktlichen Zwängen auf dem 

invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten tatsächlichen Arbeitsmarkt gewesen sein. 

Diese Umstände dürfen bei der Festsetzung des Valideneinkommens als Ausdruck der 

rein betriebswirtschaftlich-ökonomisch zu bestimmenden Erwerbsfähigkeit – also der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt – keine 

Rolle spielen.

Der Beschwerdeführer hat im massgebenden Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung an verschiedenen Gesundheitsbeeinträchtigungen gelitten, 

nämlich an einer coronaren Dreigefässerkrankung mit einem Status nach einem 

Herzinfarkt und zwei Reinfarkten, an einem Diabetes mellitus, an Schulterbeschwerden 

links und an einer psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Die Beschwerdegegnerin 

hat zur Beantwortung der Frage nach den Auswirkungen dieser 

Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein 

polydisziplinäres Gutachten bei der Neurologie Toggenburg AG eingeholt. Bei der 

Auftragsvergabe hat sie es versäumt, den kurz davor erstmals geklagten 

Schulterbeschwerden Rechnung zu tragen, weil der Beschwerdeführer diese 

Beschwerden gar nicht angegeben hat, so dass die Neurologie Toggenburg AG weder 

eine orthopädische noch eine rheumatologische Begutachtung vorgenommen hat. 

Insofern erweist sich das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG als unvollständig. 

Allerdings kann daraus entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers nicht automatisch eine Verletzung der Untersuchungspflicht 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) abgeleitet werden, denn eine solche Verletzung der 

Untersuchungspflicht liegt nur vor, wenn der Sachverhalt bezüglich eines 

massgeblichen Elementes nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststeht. Das ist hier aber nicht der Fall, denn die vorliegenden 

Akten erlauben es, die Frage nach dem Einfluss der geltend gemachten 

Schulterbeschwerden mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu beantworten. Die Berichte des behandelnden Orthopäden 

Dr. D.___ enthalten nämlich allesamt eine – von den subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers sorgfältig abgegrenzte – Schilderung des objektiven klinischen 

Befundes, wobei Dr. D.___ allerdings im letzten Bericht vom 11. Juni 2018 darauf 

hingewiesen hat, dass er den Befund wegen einer zwischenzeitlich eingetretenen 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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massiven Symptomausweitung nicht vollständig hat erheben können; der erhobene 

klinische (Teil-) Befund ist jedoch weiterhin völlig unauffällig gewesen. Den 

Befundschilderungen lässt sich entnehmen, dass Dr. D.___ den massgebenden 

objektiven klinischen Befund jeweils vollständig erhoben und wiedergegeben hat. 

Gestützt auf den weitgehend blanden Befund hat Dr. D.___ die Ansicht vertreten, dass 

dem Beschwerdeführer leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar seien. 

Die RAD-Ärztin Dr. F.___ hat diese Arbeitsfähigkeitsschätzung als überzeugend 

qualifiziert; die von Dr. D.___ gelieferte Begründung vermag auch einen medizinischen 

Laien von der Richtigkeit der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu überzeugen. Zwar hat 

Dr. D.___ im letzten Bericht vom 11. Juni 2018 geltend gemacht, dass die 

Symptomausweitung die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit erschwere, aber das 

kann nicht als eine medizinisch begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung qualifiziert, 

sondern nur als ein Hinweis auf Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche auf dem 

invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten tatsächlichen Arbeitsmarkt verstanden 

werden. In Bezug auf die früher ausgeübte Tätigkeit als Koch hat Dr. D.___ nämlich 

ganz deutlich festgehalten, dass dafür aus medizinischen Gründen eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert werden müsse, weil die Tätigkeit als Koch mit hohen 

Belastungen der Schultern einhergehe. Hätte Dr. D.___ die Überzeugung gehabt, dass 

dem Beschwerdeführer auch eine leidensadaptierte Tätigkeit aus medizinischen 

Gründen nicht mehr zumutbar sei, hätte er eine entsprechende Arbeitsunfähigkeit 

attestiert, was er aber gerade nicht getan hat. Zusammen mit der überzeugenden 

Aktenwürdigung der RAD-Ärztin Dr. F.___ belegen die Berichte von Dr. D.___ deshalb 

mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass dem 

Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht leidensadaptierte Tätigkeiten 

uneingeschränkt zumutbar gewesen sind. Zur coronaren Dreigefässerkrankung und 

zum Diabetes mellitus, der in diesem Zusammenhang offenbar als ein Risikofaktor zu 

qualifizieren ist, haben sich sowohl der internistische als auch der kardiologische 

Sachverständige der Neurologie Toggenburg AG geäussert. Beide Sachverständigen 

haben die Klagen und die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers ausführlich 

wiedergegeben. Da sie beide auch die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt 

haben, besteht kein Grund zur Annahme, dass sie ein wesentliches 

Sachverhaltselement übersehen haben könnten. Ihre Diagnosestellung und ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung haben sie aber völlig zu Recht nicht auf die subjektiven 

Angaben des Beschwerdeführers, sondern auf die von ihnen selbst bei der 

persönlichen Untersuchung erhobenen und auf die in den medizinischen Vorakten 

erwähnten objektiven klinischen Befunde gestützt. Die von den Sachverständigen 

gestellten Diagnosen haben jenen der behandelnden Ärzte entsprochen. Auch 

bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung hat eine Übereinstimmung mit den 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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behandelnden Ärzten bestanden, denn diese hatten in ihrem Bericht vom 9. Juni 2017 

– trotz der nicht nachvollziehbaren ergometrischen Leistungsminderung um 43 Prozent 

– eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Sachverständigen der 

Neurologie Toggenburg AG haben überzeugend festgehalten, dass die schlechten 

Ergebnisse bei den ergometrischen Testungen wohl auf eine Selbstlimitierung 

zurückzuführen seien, weil der Beschwerdeführer die Belastungsgrenze jeweils nicht 

erreicht habe, weil der Beschwerdeführer typische Symptome einer kardiologisch 

begründeten Leistungsminderung im Alltag in einer gezielten Befragung verneint habe 

und weil der Beschwerdeführer angegeben habe, dass er jeden Morgen vier bis fünf 

Kilometer in zügigem Gehtempo zurücklege, wofür er jeweils nur gut 40 Minuten 

benötige. Zusammenfassend steht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer auch aus 

internistischer und aus kardiologischer Sicht (abgesehen von den jeweils nur wenige 

Wochen dauernden Erholungsphasen nach den Herzinfarkten und den 

Herzoperationen) uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Entgegen der Ansicht des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers besteht auch kein Grund, den Beweiswert 

des psychiatrischen Teilgutachtens der Neurologie Toggenburg AG anzuzweifeln. Der 

psychiatrische Sachverständige hat die relevanten Vorakten eingehend gewürdigt. Er 

hat den Beschwerdeführer ausführlich befragt und er hat den objektiven klinischen 

Befund umfassend erhoben. Entscheidend ist, dass sich der objektive klinische Befund 

weitestgehend unauffällig dargestellt hat. Der Sachverständige hat nur wenige 

Symptome einer depressiven Störung und keine Symptome einer anderweitigen 

relevanten psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung erheben können. Diese 

Ergebnisse haben sich mit den auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers 

beruhenden Resultaten der „Mini ICF“-Befragung und des MADRS-Tests gedeckt. Der 

psychiatrische Sachverständige hat überzeugend dargelegt, dass sich die vielfältigen 

Probleme des Beschwerdeführers nicht auf eine psychische Erkrankung, sondern zu 

einem wesentlichen Teil auf belastende psychosoziale Umstände zurückführen liessen. 

Der behandelnde Psychiater C.___ hat demgegenüber nicht zwischen den subjektiven 

Klagen und den objektiven klinischen Befunden oder zwischen allfälligen 

Krankheitssymptomen und psychosozialen Belastungsfaktoren unterschieden. Er hat 

diese vermengt und daraus eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeleitet, die 

versicherungsmedizinisch nicht nachvollziehbar ist. Anders als der psychiatrische 

Sachverständige der Neurologie Toggenburg AG hat er sich offenbar auch nie mit der 

Frage nach einer allfälligen Aggravation oder nach allfälligen Inkonsistenzen 

auseinandergesetzt. Nachdem der psychiatrische Sachverständige aufgezeigt hatte, 

dass der Beschwerdeführer die verordneten Psychopharmaka offensichtlich nicht 

eingenommen hatte (oder dass die Wirkstoffe zumindest nicht in der erforderlichen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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3.  

Dosis ins Blut übergegangen waren), hat der behandelnde Psychiater C.___ nicht etwa 

begonnen, die psychopharmakologische Therapie serumspiegelgesteuert zu 

optimieren, wie es der psychiatrische Sachverständige empfohlen hatte, sondern er hat 

im entsprechenden Hinweis des Sachverständigen einen ungerechtfertigten Vorwurf 

erblickt. Seine Ausführungen lassen insgesamt die erforderliche Objektivität und 

Sachlichkeit vermissen. Sie verstärken den bereits aufgrund des therapeutischen 

Behandlungsauftrages bestehenden objektiven Anschein einer Befangenheit. Der RAD-

Arzt Dr. E.___ hat mit einer eingehenden und überzeugenden Begründung aufgezeigt, 

dass die Stellungnahme des behandelnden Psychiaters C.___ aus fachärztlicher Sicht 

nicht geeignet gewesen ist, Zweifel an der Zuverlässigkeit des psychiatrischen 

Teilgutachtens der Neurologie Toggenburg AG zu wecken. Folglich steht gestützt auf 

jenes Teilgutachten mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht im hier 

massgebenden Zeitraum nie längerdauernd in einem relevanten Ausmass 

arbeitsunfähig gewesen ist. Zusammenfassend ist also für leidensadaptierte Tätigkeiten 

für den ganzen Zeitraum nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Februar 2016 

von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit (mit wenigen, kurzen Unterbrüchen) 

auszugehen.

Da dem Beschwerdeführer leidensadaptierte Hilfsarbeiten aus medizinischer Sicht 

zugemutet werden können und da kein statistischer Nachweis dafür existiert, dass 

körperlich eher leichte Hilfsarbeiten generell schlechter als körperlich schwerere 

Hilfsarbeiten entschädigt würden, entspricht der Ausgangswert des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

und damit dem Valideneinkommen. Der Betrag kann bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad kann also 

anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet werden, das heisst er 

entspricht dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen Abzug vom Lohn 

wegen betriebswirtschaftlich-ökonomischer Nachteile auf dem massgebenden 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt (sog. Tabellenlohnabzug). Bei einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit würde sogar unter Berücksichtigung des hier 

offensichtlich nicht gerechtfertigten Maximalabzuges von 25 Prozent kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent resultieren, weshalb 

sich die angefochtene Verfügung respektive die Abweisung des Rentenbegehrens als 

rechtmässig erweist.

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen 

Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich 

dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung ist er aber von der Pflicht zur Bezahlung der 

Gerichtskosten befreit. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt 

worden ist, hat der Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 

80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). 

Der erforderliche Vertretungsaufwand ist hier mit Blick auf vergleichbare Rentenfälle als 

durchschnittlich zu qualifizieren. Die vom Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote 

weist einen Aufwand aus, der einem Vertretungsaufwand in einem durchschnittlich 

aufwendigen IV-Rentenfall entspricht, weshalb darauf abzustellen ist. Das Honorar 

beläuft sich auf 2’934.50 Franken; unter Berücksichtigung der Kürzung um 20 Prozent 

ergibt sich ein Betrag von 2’347.60 Franken. Die Barauslagen von 117.40 Franken sind 

nicht zu kürzen. Auf einen Teil des Honorars (542.50 Franken × 80% = 434 Franken) ist 

der alte Mehrwertsteuersatz von acht Prozent anzuwenden, was einen 

Mehrwertsteuerbetrag von 34.70 Franken ergibt; für den anderen Teil des Honorars 

(2’392 Franken × 80% = 1’913.60 Franken) ist der aktuelle Mehrwertsteuersatz von 7,7 

Prozent massgebend, was einen Mehrwertsteuerbetrag von 147.35 Franken ergibt. Da 

der Betrag für die Barauslagen pauschal auf vier Prozent vom Honorar festgesetzt 

worden ist, ist die darauf entfallende Mehrwertsteuer mit derselben Aufteilung zu 

ermitteln: Sie beläuft sich auf 542.50 Franken × 4% × 8% + 2’392 Franken × 4% × 

7,7% = 1.75 + 7.35 = 9.10 Franken. Der gesamte Mehrwertsteuerbetrag ist folglich auf 

191.15 Franken zu beziffern. Die Entschädigung für die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung beträgt damit insgesamt 2’656.15 Franken. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von 300 Franken ist diesbezüglich 

irrelevant, weil dieser für den Interventionsaufwand im Vorbescheidsverfahren bezahlt 

worden ist. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der 

Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der 

Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können 

(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer ist von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten von 600 

Franken befreit.

3.

Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 2’656.15 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.09.2020
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG: Rente der Invalidenversicherung. Bemessung der Invalidität. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. September 2020, IV 2018/298).

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		2024-05-27T01:20:19+0200
	"9001 St.Gallen"
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