# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76eaa8a0-442f-5e64-a6f9-301f45d32133
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2008 C-1305/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1305-2006_2008-08-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1305/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

X._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Vonesch, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1305/2006

Sachverhalt:

A.
X._______, geboren 1973 in Mazedonien, hielt sich eigenen Angaben 
zufolge in den Jahren 1990 und 1991 in A._______ auf, wo er offenbar 
über eine Saisonnierbewilligung verfügte. Im Dezember 1996 reiste er 
erneut  in  die  Schweiz  ein  (zu  den  jeweiligen  Aufenthalten  vgl. 
Einbürgerungsgesuch vom 15. Juni  2000). Am 14. Januar  1997 ver-
heiratete  er  sich  in  Luzern  mit  der  1958  in  Kenia  geborenen 
Y._______, welche aufgrund einer früheren Ehe mit einem Schweizer 
über  das  schweizerische  Bürgerrecht  verfügte.  In  der  Folge  erhielt 
X._______ eine Jahresaufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner 
Ehefrau. 

B.
Am  15.  Juni  2000  stellte  X._______  ein  Gesuch  um  erleichterte 
Einbürgerung.  Im  Rahmen  des  folgenden  Einbürgerungsverfahrens 
unterzeichneten er und seine Ehefrau am 29. Oktober 2001 eine Er-
klärung, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehe-
lichen  Gemeinschaft  zusammenlebten  und  weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten bestünden. Gleichzeitig nahmen sie unterschrift-
lich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, 
wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehe-
gatten  die  Trennung  oder  Scheidung  beantragt  hat  oder  keine  tat-
sächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht, und dass die Verheim-
lichung dieser Umstände zur Nichtigerklärung der Einbürgerung führen 
kann.  Am  21.  November  2001  wurde  X._______  erleichtert  einge-
bürgert und erhielt das Bürgerrecht der Gemeinde A._______.

C.
Am  16.  April  2002  stellte  X._______,  vertreten  durch  Rechtsanwalt 
Sepp  Habermacher,  beim Amtsgericht  Luzern-Stadt  ein  Gesuch  um 
unentgeltliche  Rechtspflege  für  den  bevorstehenden  Scheidungs-
prozess  auf  gemeinsames  Begehren;  dabei  wies  er  darauf  hin,  die 
Parteien hätten sich aus Kostengründen „geeinigt, den selben Rechts-
anwalt  zu  nehmen“. Mit  Entscheid  vom 10.  Mai  2002  gewährte  das 
Amtsgericht  beiden  Ehegatten  die  unentgeltliche  Rechtspflege.  Ihre 
Scheidung wurde mit  Urteil  vom 17. Juli  2002 ausgesprochen. Noch 
bevor dieses Urteil am 11. September 2002 Rechtskraft erlangte, ver-
heiratete  sich  X._______  am  27.  August  2002  mit  einer  maze-
donischen Staatsangehörigen. 

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D.
Aufgrund der dargelegten Umstände leitete das BFM am 27. Novem-
ber  2003  ein  Verfahren  betreffend  Nichtigerklärung  der  erleichterten 
Einbürgerung  ein  und  gewährte  dem  von  X._______  beauftragten 
Rechtsvertreter,  Urs  Manser,  verschiedentlich  Gelegenheit  zur  Stel-
lungnahme. Weiterhin  ersuchte  das  Bundesamt  in  diesem Verfahren 
das  Amt  für  Gemeinden  des  Kantons  Luzern  darum,  die  schweize-
rische Ex-Ehefrau zum gemeinsamen Kennenlernen, zum Verlauf der 
Ehe, zur Einbürgerung sowie zu den Umständen der Ehescheidung zu 
befragen. Diese Befragung erfolgte am 2. August  2006. Von der ihm 
eingeräumten  Möglichkeit,  hieran  teilzunehmen,  machte  der  Partei-
vertreter durch Substitution einer Stellvertreterin Gebrauch.

E.
Bei  ihrer  Befragung  gab  Y._______  an,  drei  Monate  nach  dem 
Kennenlernen hätten sie und X._______ sich zur Heirat entschlossen. 
Ihre Liebe sei gegenseitig gewesen. Nach zwei Jahren Ehedauer seien 
jedoch – vermutlich aufgrund der Arbeitslosigkeit ihres Ehemannes – 
Schwierigkeiten aufgetreten. Er sei aggressiv geworden und habe sie 
auch geschlagen. Sie hätten nicht mehr miteinander geredet. Es habe 
nicht  viele  gemeinsame Unternehmungen,  auch keine gemeinsamen 
Ferien, gegeben, wohl aber Besuche von den in der Schweiz lebenden 
Eltern  und Geschwistern  ihres  Ehemannes. Dieser  sei  öfters  alleine 
nach  Mazedonien  gereist.  Am  29.  Oktober  2001  sei  ihr  Ehemann 
zusammen mit seinem Bruder gekommen und habe ihr die Erklärung 
betreffend  eheliche  Gemeinschaft  zur  Unterzeichnung  vorgelegt.  Ihr 
sei es damals schlecht gegangen und sie habe nicht so recht gewusst, 
um was es gehe und was sie unterschreibe. Am 13. März 2002 sei sie 
aus der ehelichen Wohnung ausgezogen; praktisch hätten sie jedoch 
schon  zuvor  innerhalb  der  gemeinsamen  Wohnung  getrennt  gelebt. 
Der  Scheidungswunsch  sei  von  ihrem  Ehemann  ausgegangen;  er 
habe ihr jedoch nahegelegt, dies zu verschweigen und einen eigenen 
Scheidungswillen zu behaupten. Nach ihrem Auszug aus der gemein-
samen  Wohnung  seien  sie  beide  zum  Gericht  gegangen,  um  das 
Scheidungsbegehren  einzureichen.  Bereits  ein  Jahr  zuvor  habe  sie 
dort  einmal  entsprechende  Erkundigungen  eingeholt.  Von  der 
Einbürgerung ihres Ehemannes habe sie nichts gewusst. Ihr sei auch 
nicht  bekannt  gewesen, dass er  kurz nach der Scheidung eine Frau 
aus seinem Ursprungsland geheiratet habe. 

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F.
Mit Schreiben vom 16. August 2006 stellte das Bundesamt X._______ 
die  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  in  Aussicht  und 
forderte ihn diesbezüglich zur abschliessenden Stellungnahme auf.

G.
Nach  Einsicht  in  die  Akten  machte  dessen  neu  bevollmächtigter 
Rechtsvertreter,  Daniel  Vonesch,  am 11. Oktober 2006 geltend,  sein 
Mandant hätte bei der Befragung seiner Ex-Ehefrau, über die er nicht 
informiert  gewesen  sei,  anwesend  sein  müssen.  Dies  gelte  selbst 
dann, wenn dessen früherer Rechtsanwalt  bzw. eine von ihm substi-
tuierte  Person die  entsprechende Gelegenheit  gehabt  habe. Die An-
gaben von Y._______ entsprächen nicht  der  Wahrheit; insbesondere 
seien die ehelichen Verhältnisse nicht, wie von ihr geschildert, gestört 
gewesen. Immerhin hätten sich die Ehegatten einer Mediation unter-
zogen, was dafür spreche, dass man die Ehe habe retten wollen. Beim 
Amtsgericht  Luzern-Stadt  hätten  sich  die  Ehegatten  für  die  unent-
geltliche  Rechtspflege  gemeldet.  Dort  habe  man  anscheinend  ver-
sucht, „den Fall möglichst rasch und schmerzlos vom Tisch zu haben“ 
und die Ehegatten „überrumpelt und so zur Scheidung gebracht“, ohne 
dass effektiv zu Verhandlungsbeginn ein umfassender Scheidungswille 
bestanden habe. Die Ehe sei jedenfalls ein halbes Jahr zuvor, als man 
die Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft unterschrieben habe, 
stabil  gewesen.  Davon,  dass  X._______  seine  erleichterte  Ein-
bürgerung erschlichen habe, dürfe daher nicht ausgegangen werden. 

H.
Nachdem der Heimatkanton am 8. November 2006 seine Zustimmung 
zur  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  von  X._______ 
erteilt hatte, erklärte das BFM mit Verfügung vom 10. November 2006 
dessen Einbürgerung für nichtig. Aus den gesamten Umständen und in 
Würdigung  der  Beweislage  müsse  geschlossen  werden,  dass 
X._______ im Rahmen des Einbürgerungsverfahrens falsche Angaben 
gemacht bzw. wesentliche Tatsachen verheimlicht habe. Die Einwände 
seines  Rechtsvertreters  seien  unbeachtlich,  sowohl  was  die 
Abwesenheit seines Mandanten bei der Einvernahme der Ex-Ehefrau 
betreffe, als auch in Bezug auf das behauptete Mediationsverfahren. 
Weitere Abklärungen hierzu seien nicht nötig gewesen. Es gebe kei-
nen Grund, an der Glaubwürdigkeit der Aussagen der Ex-Ehefrau zu 
zweifeln; dazu trage auch die Tatsache bei, dass sich X._______ noch 
vor  der  Rechtskraft  der  Scheidung  von  seiner  mehr  als  14  Jahre 

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älteren  schweizerischen  Ehefrau  mit  einer  mazedonischen  Staats-
angehörigen verheiratet habe. Dem Kontext der dargelegten Umstände 
sei  zu entnehmen, dass im Zeitpunkt  der erleichterten Einbürgerung 
keine  stabile  eheliche  Gemeinschaft  vorgelegen  habe.  Diesen  Ein-
druck habe X._______ nicht entkräften können. 

I.
Mit  dem  Antrag,  die  vorinstanzliche  Verfügung  aufzuheben,  erhob 
Rechtsanwalt  Daniel  Vonesch  im  Namen  von  X._______  am 7.  De-
zember 2006 Beschwerde beim Eidgenössischen Justiz- und Polizei-
departement  (EJPD).  Er  macht  geltend,  sein  Mandant  sei  ein  un-
bescholtener Bürger. Seit Juni 2003 sei er bei den SBB angestellt, wo 
er  die  Aufgabe  habe,  Graffiti  zu  entfernen.  Seine  Personalbeurtei-
lungen seien hervorragend. Unter diesen Umständen sei es unverhält-
nismässig,  ihm das Schweizer Bürgerrecht  zu entziehen,  zumal  sich 
dies  auch  auf  seine  beiden  2003  und  2005  geborenen  Kinder  aus-
wirken würde. 

Zu Unrecht gehe die Vorinstanz davon aus, dass sich X._______ das 
Bürgerrecht erschlichen habe. Verschiedene Bekannte im Umfeld der 
Ex-Ehegatten  könnten  bezeugen,  dass  deren  Ehe  damals  intakt 
gewesen  sei.  Die  Vorinstanz  hätte  daher  auch  diese  Personen  als 
Zeugen befragen lassen müssen und nicht nur auf die Aussagen der 
Ex-Ehefrau  abstellen  dürfen,  zumal  diese  dem  Beschwerdeführer 
lediglich habe „eins auswischen“ wollen. Zudem habe die Befragung 
von  Y._______  –  welche  auch  nicht  auf  ihre  Wahrheitspflicht 
hingewiesen  worden  sei  –  ohne  Beisein  und  Kenntnis  des  Be-
schwerdeführers stattgefunden und sei  daher zu wiederholen. Abge-
sehen davon ergebe sich aus dem Verwaltungsrechtspflegegesetz des 
Kantons Luzern, dass eine Zeugeneinvernahme nur durch bestimmte 
Funktionsträger oder Behörden hätte durchgeführt werden dürfen. 

Es sei  auch dem Umstand Rechnung zu tragen,  dass sich die Ehe-
gatten  vor  ihrer  Scheidung  für  ein  Mediationsverfahren  entschieden 
hätten, was bedeute, dass man sich gütlich habe auseinandersetzen 
bzw. über die Scheidungsabsicht klar  werden wollen. Der Antrag auf 
unentgeltliche Rechtspflege beim Amtsgericht Luzern habe zur Folge 
gehabt,  dass  man  von  dortiger  Seite  zur  Durchführung  des  Schei-
dungsverfahrens gedrängt worden sei. Zu berücksichtigen sei, dass es 
sich  –  wie  von  der  Ex-Ehefrau  bestätigt  worden  sei  –  um  eine 
Liebesheirat  gehandelt  habe  und  dass  die  Ehe  mehr  als  fünf  Jahre 

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gedauert habe. Bis März 2002 hätten die Ehegatten auch in tatsäch-
licher ehelicher Gemeinschaft zusammengelebt; von einer Scheinehe 
könne keineswegs ausgegangen werden. 

J.
In ihrer Vernehmlassung vom 20. April 2007 hält die Vorinstanz unter 
Erläuterung der bisher genannten Gründe an ihrer ablehnenden Ver-
fügung fest. Sie betont weiterhin, dass ihrerseits keine Pflicht zur wei-
teren  Abklärung  des  Sachverhalts  bestanden  habe,  da  die  vorhan-
denen Elemente für den Nachweis, dass das Bürgerrecht erschlichen 
worden sei,  ausreichend gewesen seien. Ein, aber nicht  das einzige 
Element  der  Beweiswürdigung  sei  dabei  die  Befragung  der  Ehefrau 
gewesen. Diese sei als Auskunftsperson und nicht als Zeugin einver-
nommen  worden,  weshalb  die  diesbezüglichen  Einwände  des  Be-
schwerdeführers unbeachtlich seien. Dass dieser an der Einvernahme 
der  Ex-Ehefrau  nicht  persönlich  zugegen  gewesen  sei,  stelle  ange-
sichts seiner anwaltlichen Vertretung keinen Verfahrensfehler dar. Auch 
das weitere Beschwerdevorbingen könne die Vermutung, dass im Zeit-
punkt  der  erleichterten  Einbürgerung  keine  stabile  Ehe  vorgelegen 
habe, nicht entkräften.

K.
In der darauffolgenden Replik vom 20. Juni 2007 stellt sich der Partei-
vertreter auf den Standpunkt, die von der Vorinstanz erklärte Nichtig-
keit der erleichterten Einbürgerung sei verwirkt, da das Verfahren nicht 
innerhalb der Fünfjahresfrist habe abgeschlossen werden können. Er 
führt  weiterhin aus,  der  Vorinstanz sei  vorzuwerfen,  dass sie – trotz 
gegenteiliger Behauptung – ihre Verfügung nur auf die Aussagen der 
Ex-Ehefrau  abgestützt  habe,  aber  keine  anderen  Beweismittel  bei-
gezogen  habe.  Unwahr  seien  beispielsweise  die  Behauptungen  der 
Ex-Ehefrau, sie habe das Formular betreffend eheliche Gemeinschaft 
im Beisein des Bruders ihres Ehemannes unterschrieben und sie habe 
mit  ihrem  Ehemann  niemals  gemeinsame  Ferien  verbracht.  Beide 
Behauptungen  könnten  widerlegt  werden. Die  Vorinstanz  habe  nicht 
zur Kenntnis genommen, dass die Ehegatten über fünf Jahre eine gute 
Ehe geführt  hätten; ansonsten hätte die Ehefrau die fragliche Erklä-
rung auch gar nicht unterschrieben. Wären zudem – wie von der Ex-
Ehefrau behauptet – tatsächlich Gewalttätigkeiten in der Ehe erfolgt, 
so  hätte  diese  sicher  bereits  zu  einem  viel  früheren  Zeitpunkt  die 
Scheidung von sich  aus  eingereicht  und man wäre nicht  erst  sechs 
Monate nach Ablauf des Verfahrens zum Mediator gegangen. 

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Mit Eingabe vom 13. August 2007 übersandte der Parteivertreter die 
schriftliche  Erklärung  eines  Verwandten  von  X._______,  welche 
bestätigt,  dass  die  Ehegatten  im Jahre  1999  gemeinsame Ferien  in 
Berlin  verbracht  hätten; gleichzeitig  beantragt  der  Parteivertreter  die 
Zeugeneinvernahme dieses Verwandten.

L.
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  und  die  vom  Beschwerdeführer  an-
gebotenen Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
Bezug genommen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von  einer  in  Art.  33  VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden. 
Darunter  fallen  u.a. Verfügungen  des  BFM,  welche  die  Nichtigerklä-
rung einer erleichterten Einbürgerung betreffen (Art. 41 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 [BüG, SR 
141.0]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsge-
setzes bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder 
bei  Beschwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel. 
Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt.

1.3 Als Adressat der Verfügung ist der Beschwerdeführer zur Anfech-
tung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwer-
de ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 

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von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Instanz als 
Beschwerdeinstanz verfügt  hat  – die Unangemessenheit  gerügt  wer-
den  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amts  wegen  an.  Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E.  1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publizierten 
Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Gemäss  Art. 27  Abs. 1 BüG kann ein  Ausländer  nach der  Ehe-
schliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung stellen,  wenn er  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehe-
licher  Gemeinschaft  mit  einem  Schweizer  Bürger  lebt.  Seine  Ein-
bürgerung setzt zudem gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG voraus, dass er in 
der Schweiz integriert  ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung 
beachtet (Bst. b) und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz 
nicht  gefährdet  (Bst.  c).  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen  sowohl  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  an-
lässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt 
des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die 
erleichterte  Einbürgerung  nicht  ausgesprochen  werden  (BGE  129  II 
401 E. 2.2 S. 403).

3.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemein-
schaft,  getragen  vom beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  auf-
recht  zu  erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  im  Zeitpunkt  des  Einbür-
gerungsentscheids eine tatsächliche Gemeinschaft bestehen, die Ge-
währ für die Stabilität der Ehe bietet. Mit Art. 27 BüG wollte der Ge-
setzgeber dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers die 
erleichterte  Einbürgerung  ermöglichen,  um  die  Einheit  des  Bürger-
rechts  der  Ehegatten  im  Hinblick  auf  ihre  gemeinsame  Zukunft  zu 
fördern  (vgl. Botschaft  zur  Änderung des Bürgerrechtsgesetzes  vom 

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26. August 1987, BBl 1987 III 293 S. 310 sowie BGE 128 II 97 E. 3a S. 
99). Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft auf-
recht  zu  erhalten,  sind  beispielsweise  angebracht,  wenn  kurze  Zeit 
nach  der  erleichterten  Einbürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die 
Scheidung eingeleitet wird (vgl. Urteil  des Bundesgerichts 5A.2/2006 
vom 28. April 2006 E. 2.1, BGE 130 II 482 E. 2 S. 484).

3.3 Die Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde des Heimat-
kantons innert  fünf Jahren für nichtig erklärt  werden, wenn sie durch 
falsche Angaben  oder  Verheimlichung erheblicher  Tatsachen erschli-
chen worden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG). 

3.3.1 Der Beschwerdeführer macht  geltend,  dass diese Frist  im vor-
liegenden Fall verwirkt sei, weil über die Nichtigerklärung nicht innert 
fünf  Jahren  seit  der  Einbürgerung  rechtskräftig  entschieden  worden 
sei.

3.3.2 Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  genügt  indessen 
für die Einhaltung der Fünfjahresfrist, dass die erstinstanzlich zustän-
dige Behörde eine Verfügung in  der  Sache trifft.  Nur  so  ist  gewähr-
leistet,  dass der  Behörde überhaupt  der vollständige zeitliche Hand-
lungsspielraum  zur  Verfügung  steht.  Würde  stattdessen  auf  die 
Rechtskraft eines Entscheids abgestellt, würde sich die Zeitspanne, in 
der die zuständige Behörde überhaupt Nichtigkeitsgründe prüfen und 
gestützt darauf verfügen könnte, angesichts notorischer Verzögerungs-
möglichkeiten in  mehrstufigen Rechtsmittelverfahren in nicht sachge-
rechter Weise massiv reduzieren (vgl. dazu ausführlich Urteil des Bun-
desgerichts 5A.11/2002 vom 23. August  2002 E. 3 und dort  zitiertes 
Urteil 5A.3/2002 vom 29. April 2002 E. 3b, 3c und 3d).

3.3.3 Die  Einbürgerung des Beschwerdeführers  erfolgte  am 21. No-
vember 2001. Die Vorinstanz erliess die angefochtene Verfügung am 
10. November 2006. Damit wurde die Fünfjahresfrist eingehalten. 

3.4 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer seine Ein-
bürgerung  erschlichen,  d.h.  durch  unlauteres  und  täuschendes  Ver-
halten erwirkt hat (vgl. BGE 128 II 97 E. 3a S. 99). Arglist im Sinne des 
strafrechtlichen Betrugstatbestandes ist nicht erforderlich. Immerhin ist 
es  notwendig,  dass  der  Betroffene  bewusst  falsche  Angaben  macht 
bzw. die Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den 
Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine 
erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 115 

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und  BGE 130  II  482  E.  2  S. 484  mit  weiteren  Hinweisen).  Dies  ist 
beispielsweise der Fall, wenn er erklärt, in einer stabilen Ehe zu leben, 
während er bereits für die Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die 
Scheidung ins Auge fasst; dabei ist es kaum von Bedeutung, wenn die 
Ehe bis zu diesem Zeitpunkt harmonisch verlaufen ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1C_294/2007 vom 30. November 2007 E. 3.3).

4.
Im  Verwaltungsverfahren  des  Bundes  gilt  der  Grundsatz  der  freien 
Beweiswürdigung  (Art. 19  VwVG  i.V.m.  Art. 40  des  Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Dies  bedeutet  vor  allem,  dass  die  Beweiswürdigung  nicht  an  be-
stimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter genau vor-
schreiben,  wie  ein  gültiger  Beweis  zu  Stande  kommt  und  welchen 
Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben 
(FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 
f.; zu den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff. S. 172 ff.). Wenn 
ein Entscheid – wie im vorliegenden Fall – zum Nachteil des Betroffe-
nen in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

4.1 Geht es um die Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung, 
so ist von der Verwaltung zu prüfen, ob die Ehe im Zeitpunkt der Ge-
suchseinreichung  und  der  Einbürgerung  tatsächlich  gelebt  wurde 
(BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). Dabei geht es im Wesentlichen um 
innere Vorgänge, die der Verwaltung oft  nicht bekannt und schwierig 
zu beweisen sind; deren Abklärung kann nur dadurch erfolgen, dass 
von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermu-
tungsfolge) zu schliessen ist. Es handelt  sich dabei  um Wahrschein-
lichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen wer-
den (ULRICH HÄFELIN, Vermutungen im öffentlichen Recht, in: Festschrift 
für Kurt  Eichenberger, Basel 1982, S. 625 ff.,  S. 626; vgl. auch  PETER 
SUTTER,  Die Beweislastregeln unter  besonderer  Berücksichtigung des 
verwaltungsrechtlichen  Streitverfahrens,  Diss.  Zürich  1988,  S. 56 ff. 
und  178 ff.,  und  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl., 
Bern  1983,  S. 282 ff.  Zu  Art. 8  ZGB  vgl.  MAX KUMMER,  Berner  Kom-
mentar, N. 362 f.).

4.2 Als  Problem  der  Beweiswürdigung  berührt  die  tatsächliche  Ver-
mutung  weder  die  Beweislast  noch  die  das  Verwaltungsverfahren 
beherrschende  Untersuchungsmaxime.  Letztere  gebietet  zwar,  dass 
die  Verwaltung  auch  nach  entlastenden,  das  heisst  die  Vermutung 

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erschütternden Elementen sucht. Beim Thema der ehelichen Lebens-
gemeinschaft  liegt  es  jedoch  in  der  Natur  der  Sache,  dass  nur  der 
Betroffene, nicht aber die Verwaltung Kenntnis über solche entlasten-
den  Elemente  hat.  Besteht  daher  aufgrund  des  Ereignisablaufs  die 
tatsächliche Vermutung, die Einbürgerung sei erschlichen worden, ob-
liegt  es  dem  Betroffenen  –  nicht  nur  aufgrund  seiner  Mitwirkungs-
pflicht,  sondern  auch  aufgrund  eines  erheblichen  Eigeninteresses  – 
die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel umzu-
stürzen,  indem  er  Gründe  bzw.  Sachumstände  aufzeigt,  die  es  als 
überzeugend  bzw.  nachvollziehbar  erscheinen  lassen,  dass  eine 
angeblich noch wenige Monate zuvor bestehende tatsächliche, unge-
trennte  eheliche  Gemeinschaft  in  der  Zwischenzeit  dergestalt  in  die 
Brüche  gegangen  ist,  dass  es  zur  Scheidung  kam  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts  1C_294/2007 vom 30. November  2007  E. 3.6  sowie 
BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 486).

5.
Die  angefochtene  Verfügung  geht  davon aus,  der  Beschwerdeführer 
habe seine Ehe für  die Erlangung des Schweizer Bürgerrechts aus-
genutzt. Mit der Unterzeichnung der Erklärung vom 29. Oktober 2001 
hätten die Ehegatten den falschen Anschein einer stabilen ehelichen 
Gemeinschaft und eines auf die Zukunft gerichteten beidseitigen Ehe-
willens erweckt. Die Vorinstanz stützt  ihre Begründung vor allem auf 
die Umstände der Eheschliessung, auf die Ereignisse im Umfeld der 
Einbürgerung sowie auf die Anhörung der Ex-Ehefrau vom 2. August 
2006 und führt an, der Beschwerdeführer habe die gegen eine stabile 
Ehe sprechende Vermutung nicht widerlegen können. 

5.1 Gemäss Akteninhalt hielt sich der Beschwerdeführer in den Jah-
ren 1990 und 1991 als Saisonnier in der Schweiz auf, gelangte am 10. 
Dezember 1996 erneut  in  die Schweiz und verheiratete sich am 14. 
Januar 1997 mit der mehr als 14 Jahre älteren Schweizerin Y._______. 
Am  15.  Juni  2000  stellte  der  Beschwerdeführer ein  Gesuch  um 
erleichterte  Einbürgerung.  Kurz  vor  der  Einbürgerung  am  21.  No-
vember  2001  unterzeichneten  er  und  seine  Ehefrau  die  Erklärung 
betreffend eheliche Gemeinschaft. Den übereinstimmenden Angaben 
der  Ex-Ehegatten  zufolge  verliess  die  Ehefrau  die  gemeinsame 
Wohnung im März 2002. Am 16. April  2002 wurde das Verfahren um 
unentgeltliche  Rechtspflege  für  den  bevorstehenden  Scheidungspro-
zess  eingeleitet.  Die  Ehe  wurde  schliesslich  am  17.  Juli  2002  ge-

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schieden.  Noch  bevor  dieses  Urteil  Rechtskraft  erlangte,  heiratete 
X._______ am 27. August 2007 eine mazedonische Staatsangehörige.

5.2 Hinsichtlich  der  zeitlichen  Abfolge  der  geschilderten  Ereignisse 
sind  Zweifel  am  Zweck  der  vom  Beschwerdeführer  mit  Y._______ 
eingegangenen Ehe berechtigt: Die Eheschliessung erfolgte noch vor 
Ablauf  eines  Monats  nach  seiner  (dokumentierten)  Einreise  in  die 
Schweiz;  zwischen  erleichterter  Einbürgerung,  Trennung,  Scheidung 
und Wiederverheiratung liegen jeweils  Zeitspannen von nur  wenigen 
Wochen. Ausserdem deuten die Aussagen der Ehefrau anlässlich ihrer 
Befragung vom 2. August 2006 darauf hin, dass die Ehe bereits nach 
zweijähriger Dauer, spätestens aber im Zeitpunkt, als die gemeinsame 
Erklärung  betreffend  eheliche  Lebensgemeinschaft  unterzeichnet 
wurde, völlig inhaltsleer war. 

6.
Der Beschwerdeführer wirft  der  Vorinstanz vor, ihren Entscheid aus-
schliesslich  auf  die  Angaben  der  Ex-Ehefrau  abgestützt  zu  haben, 
aber keine anderen Beweise mehr erhoben zu haben. Zudem rügt er, 
Y._______  sei  –  unter  Verletzung  der  Beweisregeln  –  lediglich  in 
Anwesenheit einer substituierten Rechtsvertreterin, aber unzulässiger-
weise ohne ihn selbst durchgeführt worden. 

6.1 Bezüglich des zuletzt genannten Einwands ist festzustellen, dass 
X._______ seinerzeit Rechtsanwalt Urs Manser mit der Vertretung im 
von der Vorinstanz eingeleiteten Nichtigkeitsverfahren beauftragt hatte. 
Die entsprechende Vollmacht vom 10. Dezember 2003 umfasst sowohl 
das  Recht,  Stellvertreter  zu  ernennen,  wie  auch  die  Vertretung  vor 
allen  Verwaltungsbehörden.  Damit  kann  seitens  des  Beschwerde-
führers  die  Substitution  der  Rechtsvertretung  bei  der  Befragung  der 
Ex-Ehefrau  nicht  beanstandet  werden.  Das  Mandatsverhältnis  hatte 
ausserdem  zur  Folge,  dass  die  Behörde  ihre  Mitteilungen  an  den 
Vertreter zu machen hatte (vgl. Art. 11 Abs. 3 VwVG); demzufolge geht 
die  Rüge  fehl,  dass  lediglich  der  Vertreter  über  die  Möglichkeit  der 
Teilnahme  an  der  Befragung  informiert  wurde.  Wenn  X._______ 
hiervon angeblich nichts wusste, so berührt  dies lediglich das Innen-
verhältnis der Rechtsvertretung, stellt jedoch keine Verletzung seines 
Anspruchs auf rechtliches Gehör dar.

Soweit  sich  der  jetzige  Rechtsvertreter  auf  die  Missachtung  von 
(kantonalen) Beweisregeln für die Zeugeneinvernahme beruft, ist dem 

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zum  einen  entgegenzuhalten,  dass  vorliegend  ausschliesslich  das 
Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  anwendbar  ist,  zum 
anderen, dass es sich bei der Befragung von Y._______ um Auskünfte 
einer  Drittperson  gemäss  Art.  12  Bst.  c  VwVG,  nicht  aber  um eine 
Zeugeneinvernahme, handelte (vgl. BGE 130 II 169).

6.2 Soweit  der Beschwerdeführer der  Vorinstanz eine unvollständige 
Erstellung des Sachverhalts vorwirft, stellt sich die Frage, ob die Vor-
instanz  weitere  Abklärungen  hätte  treffen  müssen  bzw.  ob  im  Be-
schwerdeverfahren  noch  zusätzliche  Beweiserhebungen  erforderlich 
sind. In diesem Zusammenhang behauptet der Beschwerdeführer, die 
im Einbürgerungsverfahren eingeholten Referenzen von Freunden und 
Bekannten sprächen für seine stabile und intakte Ehe und widerlegten 
demzufolge die Angaben von Y._______.

7.
Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 BZP verpflichtet die Behörde nicht, alles 
und  jedes,  was  wünschbar  wäre,  abzuklären.  Bei  der  Auswahl  der 
Beweismittel  berücksichtigt  sie  vielmehr  deren  Tauglichkeit  und  Be-
weiskraft  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  Zürich 1998, Rz. 276). 
Zusätzliche Abklärungen sind insofern nur dann vorzunehmen, wenn 
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 
ergebender  Anhaltspunkte  Anlass  besteht.  Von beantragten  Beweis-
vorkehren kann abgesehen werden, wenn der Sachverhalt,  den eine 
Partei  beweisen  will,  nicht  rechtserheblich  ist,  wenn bereits  Festste-
hendes bewiesen werden soll,  wenn von vornherein gewiss ist, dass 
der  angebotene  Beweis  keine  wesentlich  neuen  Erkenntnisse  zu 
vermitteln vermag oder wenn die Behörde den Sachverhalt  aufgrund 
eigener  Sachkunde  ausreichend  würdigen  kann  (vgl.  KÖLZ/HÄNER, 
a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis). 
Gelangt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über-
zeugung,  der  zu  beweisende  Sachverhalt  sei  nicht  rechtserheblich 
oder der angebotene Beweis nicht geeignet, weitere Abklärungen her-
beizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden 
(zur  antizipierten  Beweiswürdigung  vgl.  BGE  130  ll  169  nicht  publi-
zierte E. 2.1; ferner BGE 127 l 54 E. 2b S. 56, BGE 122 V 157 E. 1d S. 
162, BGE 119 V 335 E. 2c S. 344).

7.1 Vor  diesem  rechtlichen  Hintergrund  zeigt  sich  auch  für  den 
vorliegenden Fall,  dass zusätzliche Abklärungen der Vorinstanz nicht 

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mehr zu  neuen sachdienlichen Erkenntnissen hätten führen können. 
Die  vom  Beschwerdeführer  benannten  Referenzpersonen  konnten 
allenfalls  das  äussere  Erscheinungsbild  des  Ehepaares  XY._______ 
wiedergeben, nicht aber die Frage nach der Stabilität der Ehe beant-
worten,  geschweige  denn  die  von  der  Ex-Ehefrau  geschilderten 
Eindrücke widerlegen. Dies deshalb, weil die entscheidrelevante Frage 
nach  der  stabilen  Lebensgemeinschaft  einzig  und  allein  das  Innen-
leben beider Ehegatten berührt, welches Drittpersonen kaum zugäng-
lich sein dürfte. Dementsprechend kann auch die Beschwerdeinstanz 
davon  ausgehen,  dass  analoge  Abklärungen  im  Umfeld  der  Ex-
Ehegatten nicht mehr rechtserheblich wären. 

7.2 Festzuhalten ist  somit,  dass die Vorinstanz aufgrund erschöpfen-
der Sachverhaltsabklärung ohne Weiteres von der Vermutung ausge-
hen durfte, der Beschwerdeführer habe im Zeitpunkt der erleichterten 
Einbürgerung  keine  intakte  Ehe  mehr  geführt  und  sich  das  schwei-
zerische Bürgerrecht erschlichen. 

8.
Dementsprechend stellt  sich die Frage, ob die sonstigen mit  der Be-
schwerde vorgebrachten Argumente geeignet sind, die eben beschrie-
bene tatsächliche Vermutung umzustossen. 

8.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, es habe sich um eine Liebes-
heirat gehandelt, man habe sogar – entgegen der Angaben der Ehe-
frau  –  im  Jahre  1999  gemeinsame Ferien  bei  einem Verwandten  in 
Berlin verbracht. Vor der Scheidung habe man ein Mediationsverfahren 
durchführen wollen, sei allerdings vom Amtsgericht „überrumpelt“ und 
dazu gedrängt worden, das Scheidungsverfahren so rasch wie möglich 
durchzuführen  und  abzuschliessen.  Im  Übrigen  hätte  die  Ehefrau  – 
wäre sie von ihrem Ehemann tatsächlich geschlagen worden – schon 
viel  früher  die  Scheidung  eingereicht;  stattdessen  habe  sie  jedoch 
noch am 29. Oktober 2001 freiwillig die Erklärung über das Bestehen 
einer tatsächlichen Lebensgemeinschaft unterzeichnet. Wiederholt be-
tont  der Beschwerdeführer, dass die von ihm dargelegten Umstände 
gegen  eine  mit  Y._______  geschlossene  Scheinehe  sprächen.  Er 
verkennt  dabei  jedoch,  dass  es  nicht  nur  im Falle  einer  Scheinehe, 
sondern  auch  im  Falle  einer  anfänglich  intakten  Ehe  zur  Nichtig-
erklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  kommen  kann.  Vorliegend 
sprechen zwar aufgrund der zeitlichen Abfolge der Ereignisse erheb-

Seite 14

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liche Aspekte für das Vorliegen einer Scheinehe; diese Aspekte stehen 
jedoch  im  angefochtenen  Entscheid  nicht  im  Vordergrund.  Vielmehr 
geht  die  Vorinstanz  davon  aus,  dass  (spätestens)  im  Zeitpunkt  der 
gemeinsamen Erklärung über die eheliche Lebensgemeinschaft  bzw. 
im  Zeitpunkt  der  erleichterten  Einbürgerung  keine  stabile  Ehe  mehr 
vorlag. 

8.2 Die Argumentation des Beschwerdeführers macht nicht nachvoll-
ziehbar,  warum  seine  Ehe  mit  Y._______  bis  zum  Zeitpunkt  seiner 
Einbürgerung am 21. November 2001 intakt gewesen sein soll, in den 
darauffolgenden  Wochen  aber  derart  zerrüttet  wurde,  dass  die 
Ehegatten sich Mitte März 2002 trennten und vier Wochen später mit 
einem  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  das  Scheidungsver-
fahren  einleiteten.  Der  Hinweis,  man  habe  sechs  Monate  nach  der 
Einbürgerung nicht sofort die Scheidung einreichen, sondern ein Me-
diationsverfahren  durchführen wollen,  ist  insofern  völlig  unbehelflich. 
Auch der  Einwand,  die  Ehegatten  seien  vom Amtsgericht  „überrum-
pelt“ worden, ein Scheidungsbegehren zu stellen, ist alles andere als 
glaubhaft, zumal den dabei von Beginn an anwaltlich vertretenen Ehe-
gatten (vgl. das in den Scheidungsakten befindliche Gesuch um unent-
geltliche  Rechtspflege  vom 16.  April  2002)  kaum unterstellt  werden 
kann, sie seien sich der Folgen ihres Tuns nicht bewusst gewesen. 

8.3 In  seinem Versuch,  das vermutete Erschleichen des Bürgerrecht 
zu widerlegen, beschränkt sich der Beschwerdeführer im Übrigen da-
rauf, die Glaubwürdigkeit seiner geschiedenen Ehefrau anlässlich ihrer 
Befragung  vom 2.  August  2006  in  Frage  zu  stellen.  Die  Schlussfol-
gerung, die von der Ehefrau unterzeichnete Erklärung vom 29. Okto-
ber 2001 und ihr Verzicht auf ein früheres Scheidungsbegehren bewei-
se die damalige intakte Ehe,  kann allerdings nicht  gezogen werden. 
Auch  die  Behauptungen  zur  An-/Abwesenheit  des  Bruders  bei  der 
Unterzeichnung der genannten Erklärung und zu eventuell gemeinsam 
verbrachten Ferien sind nicht entscheiderheblich, da sie keinen Rück-
schluss auf die Qualität der Ehe im Einbürgerungszeitpunkt erlauben. 
Die  vom  Beschwerdeführer  insofern  angebotenen  Beweise  können 
daher unberücksichtigt bleiben.

8.4 Der  von  Y._______  bei  ihrer  Befragung  vom  2.  August  2006 
geschilderte  Verlauf  ihrer  Ehe  ist  nachvollziehbar  und  ohne  Wider-
sprüche.  Dass  ihre  Aussagen  ihrem  Ex-Ehemann  Schaden  zufügen 
sollten, ist daraus nicht erkennbar, zumal sie sich positiv über dessen 

Seite 15

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Familienangehörige  äussert  und  weder  ihm noch  seinem (angeblich 
anwesenden) Bruder unterstellt, sie zur Unterzeichnung der Erklärung 
betreffend  eheliche  Gemeinschaft  genötigt  zu  haben.  Ihren 
Schilderungen  ist  zu  entnehmen,  dass  sie  bereits  ein  Jahr  vor  der 
endgültigen  Trennung  Scheidungsabsichten  hegte  und  dass  man 
schon längere Zeit  vor  der  Einbürgerung in  der  gemeinsamen Woh-
nung getrennt lebte, weil man sich nichts mehr zu sagen gehabt habe. 
Der  Beschwerdeführer  hat  diese Angaben nicht  substantiiert  bestrit-
ten,  sondern in  pauschalisierender Weise die Unglaubwürdigkeit  sei-
ner Ex-Ehefrau behauptet. Für die Widerlegung der Vermutung, dass 
seine  Ehe  im  Einbürgerungszeitpunkt  bereits  gescheitert  war,  reicht 
dies nicht aus. 

9.
Abschliessend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  von 
der  Vorinstanz  gezogenen  Schlussfolgerungen  nicht  hat  entkräften 
können.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  bereits  während  des  Ein-
bürgerungsverfahrens – wenn nicht sogar schon zu Beginn der Ehe – 
keine stabile eheliche Lebensgemeinschaft  (mehr) bestand und dass 
diese  Situation  nach  der  erfolgten  Einbürgerung  am  21.  November 
2001  zur  Trennung  und  Scheidung  der  Eheleute  führte.  Mit seinem 
Vorbringen bezweckt der Beschwerdeführer vor allem, die Vorgehens-
weise der Vorinstanz bei ihren Abklärungen und die Glaubwürdigkeit 
seiner Ex-Ehefrau in Frage zu stellen. Hierzu äussert  er sich jedoch 
nur  pauschalisierend  und  undifferenziert,  nimmt  jedoch  zum  Kern-
problem  der  vermuteten  erschlichenen  Einbürgerung  nicht  Stellung. 
Hierfür  reicht  es  jedenfalls  nicht  aus  zu  behaupten,  die  Ehe  sei  im 
Zeitpunkt der Einbürgerung normal und stabil gewesen, wenn der Um-
stand  der  kurz  danach erfolgten Trennung und Scheidung für  das  – 
vom Beschwerdeführer unwiderlegte – Gegenteil spricht. Im vorliegen-
den  Fall  geht  es  nämlich  darum,  ob  nachvollziehbar  ist,  dass  eine 
angeblich intakte Ehe binnen dreieinhalb Monaten derart zerrüttet wur-
de, dass sich die Ehegatten voneinander trennten. Die Vorbringen des 
Beschwerdeführers liefern diesbezüglich keinerlei  Rückschlüsse: We-
der geht es darum, wie Drittpersonen das gemeinsame oder alleinige 
Auftreten der Ehegatten einschätzen,  noch darum, ob die Ehegatten 
zwischen Trennung und Scheidung eine Mediation in Betracht zogen. 
Ebensowenig trägt der Umstand, ob es in den ersten Ehejahren noch 
gemeinsame  Aktivitäten  –  beispielsweise  Ferien  –  gab,  zur  Klärung 
der Frage bei, warum die Ehe bereits kurze Zeit nach der erleichterten 
Einbürgerung  auseinanderbrach.  Die  vom  Beschwerdeführer  ange-

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botenen Beweismittel  würden die bisherigen Feststellungen nicht  er-
schüttern  können; sie  sind  demnach  nicht  erheblich  und  notwendig. 
Die  angefochtene  Verfügung  geht  demzufolge  zu  Recht  davon  aus, 
dass  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Erklärung  vom  29.  Oktober 
2001 bewusst falsche Angaben über den Zustand seiner Ehe gemacht 
und sich somit seine erleichterte Einbürgerung erschlichen hat.

10.
Die  vorinstanzliche  Verfügung  vom 10. November  2006  ist  somit  im 
Ergebnis  als  rechtmässig  und  angemessen  zu  bestätigen  (Art.  49 
VwVG) und die Beschwerde infolgedessen abzuweisen.

11.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 
und Art. 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv nächste Seite

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1000.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  gleicher 
Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz 
- das Amt für Gemeinden des Kantons Luzern

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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