# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3508f3ac-5e24-5e4d-be77-2686e74043e0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 25.04.2005 SF 2005 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-5_2005-04-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 25. April 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 5 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Schäfer und Giger
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch lic. iur. Werner Jörger, Rechtsanwalt 
und Notar, Alexanderstrasse 1/Bahnhofstrasse 11, 7001 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 26. Januar 2005, 

wegen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfa-
chen Hausfriedensbruchs,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

2

A. X. wurde am 11. März 1962 in A. geboren und wuchs als jüngstes Kind 
zusammen mit 10 Geschwistern bei seinen Eltern in B. auf. Seine Mutter starb, als 
er 6 Jahre alt war. In B. besuchte er 6 Jahre die Primar- und 3 Jahre die Sekundar-
schule. Nach der Schulentlassung absolvierte er in A. eine 3-jährige Handelsschule 
(Hermes). Da er im kaufmännischen Sektor keine Anstellung fand, arbeitete er in 
der Folge während zwei Jahren als Pneumonteur bei der Firma C. in A., während 
ca. 1 ½ Jahren als Molkereiangestellter in D. und schliesslich während weiteren vier 
Jahren in der Bäckerei des E.. In den Jahren 1992 bis 1997 war er als stellvertre-
tender Abteilungsleiter bei der F. in A. tätig. Es folgte eine ca. einjährige Anstellung 
bei der G. in A., bevor er als Aussendienstmitarbeiter zur Firma H. in I. wechselte. 
Nach einem Jahr nahm er eine Stelle als Aussendienstmitarbeiter bei der Firma J. 
SA in K. an. Dort erzielte er ein monatliches Einkommen von netto ca. Fr. 5'000.-- 
zuzüglich Spesen. Wegen des vorliegenden Strafverfahrens wurde ihm diese Stelle 
im Oktober 2004 fristlos gekündigt. Bereits seit dem Jahr 2000 arbeitet X. nebenbei 
als Pizza-Kurier bei der Firma L. in A.. Nach seiner Kündigung durch die J. SA baute 
er seine Tätigkeit als Pizza-Kurier aus, so dass er im November 2004 ein Monats-
einkommen von ca. Fr. 3'200.-- erzielte. Daneben war er vom 12. Dezember 2004 
bis am 31. Januar 2005 teilzeitlich bei der Bäckerei N. an der O.-Strasse in A. an-
gestellt, wo er auf ein Monatseinkommen von ca. Fr. 4'000.-- kam. Seit Mitte März 
2005 ist X. zu 30 % als Handelsreisender für die Firma P., Immobilien, Gallaria / Q., 
in AA. tätig, wo er ein Monatsgehalt von Fr. 1'350.-- zuzüglich Provision erzielt. Er-
gänzend zu dieser Tätigkeit sowie jener als Pizza-Kurier erhält X. Taggelder der 
Arbeitslosenversicherung. X. hat gemäss eigenen Angaben Schulden in Höhe von 
ca. Fr. 70'000.--, welche aus einem Privatkonkurs vom Januar 2001 herrühren. 
Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister vom 23. März 2004 liegen gegen X. 
aus den Jahren 2000 bis 2002 11 Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 
68'615.20 vor.

Im März 1988 verheiratete sich X. mit R.. Aus dieser Verbindung gingen in 
den Jahren 1988, 1990 und 1992 drei Kinder hervor. Die Ehe wurde am 18. August 
2002 geschieden. X. hat monatliche Alimente in Höhe von Fr. 1'881.-- zu leisten. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Eintragung verzeich-
net: Am 11. November 2003 verurteilte der Kreispräsident Surses X. wegen Dieb-
stahls und Hausfriedensbruchs zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 14 Tagen, 
Probezeit 2 Jahre, und einer Busse von Fr. 500.--. Gemäss Leumundsbericht der 
Stadtpolizei A. vom 22. März 2004 ist nichts Nachteiliges über den Angeklagten 
bekannt.

3

X. wurde am 5. März 2004 in A. festgenommen. Der Haftrichter des Bezirks-
gerichts Plessur ordnete mit Entscheid vom 8. März 2004 die Untersuchungshaft 
an. Am 19. März 2004 wurde X. aus der Untersuchungshaft entlassen. 

B. Mit Verfügung vom 8. März 2004 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Diebstahls sowie weiteren 
Delikten und beauftragte das Untersuchungsrichteramt A. mit deren Durchführung. 
Die Schlussverfügung erging am 20. Dezember 2004. Mit Verfügung der Staatsan-
waltschaft Graubünden vom 26. Januar 2005 wurde X. wegen gewerbsmässigen 
Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, mehrfacher Sachbeschädigung gemäss 
Art. 144 Abs. 1 StGB und mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 
in Anklagezustand versetzt. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsan-
waltschaft Graubünden vom 26. Januar 2005 der folgende Sachverhalt zu Grunde:

„X. wird angeklagt 

des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, der mehr-
fachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des mehr-
fachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

In der Zeit vom 19. September 2002 bis zu seiner Festnahme vom 5. März 
2004 verübte der Angeklagte in den Kantonen Graubünden, St. Gallen, Tes-
sin, Glarus, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Luzern, und 
Schwyz sowie im Fürstentum Liechtenstein insgesamt 108 Diebstähle sowie 
drei Diebstahlsversuche (Nr. 80, 92 und 110 des Deliktsverzeichnisses) im 
Gesamtdeliktsbetrag von ca. Fr. 93'344.60. 

Dabei handelte es sich vorwiegend um Einschleichediebstähle in Dorfläden, 
Bäckereien, Metzgereien, Milchzentralen, Käsereien, Hotels, Restaurants 
und Tankstellenshops. Die Diebstähle verübte er jeweils während des Aus-
sendienstes, und zwar hauptsächlich über die Mittagszeit, indem er durch 
Nebeneingänge in die Geschäfte schlich, im Innern nach Portemonnaies und 
Registrierkassen suchte und Bargeld entwendete. In mehreren Fällen nützte 
er auch eine kurze Abwesenheit der Geschäftsinhaber aus, um Geld aus den 
Registrierkassen zu stehlen. In fünf Fällen (Nr. 20, 40, 62, 67 und 76) brach 
er unter Verursachung von Sachschaden in Höhe von insgesamt ca. Fr. 
3'158.60 gewaltsam in die Objekte ein. Die Geschädigten haben gegen den 
Angeklagten entsprechende Strafanträge wegen Sachbeschädigung und in 
total 78 Fällen auch Strafanträge wegen Hausfriedensbruchs gestellt. 

In zwei Fällen (Nr. 3 und 57) erstattete der Angeklagte den Geschädigten 
das entwendete Geld wieder zurück, nachdem jene ihn kontaktiert und mit 
einer Anzeige gedroht hatten. Das bei den Diebstählen erbeutete Geld zahlte 
der Angeklagte jeweils auf sein Konto bei der Postfinance ein, wo es im Zuge 
der Strafuntersuchung beschlagnahmt wurde. Anlässlich der Hausdurchsu-
chung vom 5. März 2004 konnte in einem Couvert in der Wohnung des Ange-
klagten Bargeld in Höhe von Fr. 5'730.-- aus den vier zuletzt verübten Delik-
ten in Lavin, Bivio, S-chanf und Sent (Nr. 99, 100, 105 und 109) polizeilich 
sichergestellt und den Geschädigten erstattet werden (act. 6/1 Ziff. 9).

4

Der Angeklagte ist geständig. In mehreren Fällen (Nr. 18, 20, 21, 22, 35, 40, 
41, 45, 67-70, 72-74, 76, 81 in Höhe von Fr. 8656.--) behauptet er, einen 
geringeren als den von den Geschädigten geltend gemachten Bargeldbetrag 
erbeutet zu haben. Andererseits will er in einigen Fällen (Nr. 28, 34, 43, 62 
im Umfang von Fr. 3'360.--) auch einen höheren Geldbetrag entwendet ha-
ben.

Im Einzelnen werden ihm folgende Delikte zur Last gelegt:

Nr. Ort/Strasse Zeit Geschädigte Delikts-
betrag
CHF

zusätzliche
Delikte/

Bemerkungen

Akten

1 Ort 1 19.09.2002 
12:00 - 
13:30

Geschädigte 1 400.00 Hausfrie-
densbruch

8/1-4

2 Ort 2 November 
2002

Geschädigte 2 3'000.00 9/1-4

3 Ort 3 November 
2002

Geschädigte 3    300.00 (Geld zurücker-
stattet)

10/1-3

4 Ort 4 05.11.2002 
14:18

Geschädigte 4 1'600.00 11/1-2

5 Ort 5 11.11.2002 
10:30 - 
19:00

Geschädigte 5 1'000.00 12/1-3

6 Ort 6 12.11.2002 
15:20

Geschädigte 6 1'000.00 13/1-3

7 Ort 7 19.11.2002 
21:30 - 
21:40

Geschädigte 7 1'090.00 Hausfrie-
densbruch

14/1-4

8 Ort 8 Dezember 
2002

Geschädigte 8    250.00 15/1-4

9 Ort 9 Dezember 
2002

Geschädigte 9    750.00 16/1-3

10 Ort 10 Dezember 
2002

Geschädigte 10    300.00 Hausfrie-
densbruch

17/1-4

11 Ort 11 09.12.2002 
16:00

Geschädigte 11    600.00 18/1-4

12 Ort 12 23.12.2002 
11:00 - 
11:30

Geschädigte 12      450.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 
450.00 
(act. 1/6.3) 

19/1-3

13 Ort 13 07.01.2003 
13:45

Geschädigte 13         5.00 Hausfrie-
densbruch

20/1-3

14 Ort 14 08.01.2003 
14:00 - 
19:00

Geschädigte 14      508.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 508.-- 
(act. 1/6.1)

21/1-4

5

15 Ort 15 01.02.2003 
- 

28.02.2003

Geschädigte 15      400.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 400.-- 
(act. 1/6.3)

22/1-3

16 Ort 16 Februar 
2003

Geschädigte 16     400.00 Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 400.-- 
(act. 1/6.1)

23/1-4

17 Ort 17 Februar 
2003

Geschädigte 17      830.00 Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 800.-- 
(act. 1/6.23)

24/1-4

18 Ort 18 07.02.2003 
11:55

Geschädigte 18      875.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 800.-- 
(act. 1/6.4)

25/1-3

19 Ort 19 10.02.2003 
17:31

Geschädigte 19      700.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 700.00 
(act. 1/6.7)

26/1-3

20 Ort 20 11.02.2003 
12:00 - 
14:00

Geschädigte 20   4'396.00 Hausfrie-
densbruch,
Sachbe-
schädigung
ca. 50.--/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 4'396..00 
(act. 1/6.19)

27/1-4

21 Ort 21 13.02.2003 
14:00 - 
14:45

Geschädigte 21      800.00 Hausfrie-
densbruch

28/1-4

22 Ort 22 17.02.2003 
13:15 - 
17:00

Geschädigte 22      800.00 Hausfrie-
densbruch

29/1-3

23 Ort 23 21.02.2003 
12:00 - 
14:00

Geschädigte 23      850.00 Hausfrie-
densbruch

30/1-4

24 Ort 24 23.02.2003 
18:30

Geschädigte 24   1'050.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 1'050.00 
(act. 1/6.17)

31/1-4

25 Ort 25 März 2003 Geschädigte 25   1'200.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage  
in Höhe von 
CHF 1'200.00 
(act. 1/6.6)

32/1-4

6

26 Ort 26 01.03.2003 
- 

30.04.2003

Geschädigte 26   1'400.00 Hausfrie-
densbruch

33/1-4

27 Ort 27 März 2003 Geschädigte 27      160.00 Hausfrie-
densbruch

34/1-4

28 Ort 28 12.03.2003 
12:00 - 
14:00

Geschädigte 28      900.00 35/1-3

29 Ort 29 13.03.2003 
13:00 - 
15:00

Geschädigte 29      300.00 Hausfrie-
densbruch

36/1-4

30 Ort 30 März 2003 Geschädigte 30      400.00 Hausfrie-
densbruch

37/1-3

31 Ort 31 Mai 2003 Geschädigte 31      500.00 Hausfrie-
densbruch

38/1-4

32 Ort 32 20.03.2003 
12:15 - 

21.03.2003 
16:00

Geschädigte 32      500.00 Hausfrie-
densbruch

39/1-4

33 Ort 33 21.03.2003 
12:06

Geschädigte 33   1'650.00 40/1-4

34 Ort 34 24.03.2003 
12:55

Geschädigte 34   1'300.00 Hausfrie-
densbruch

41/1-2

35 Ort 35 April/Juni 
2003

Geschädigte 35      500.00 Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 500.00 
(act. 1/6.8)

42/1-2

36 Ort 36 April/Mai 
2003

Geschädigte 36   1'200.00 43/1-4

37 Ort 37 April 2003 Geschädigte 37      500.00 Hausfrie-
densbruch

44/1-3

38 Ort 38 April 2003 Geschädigte 38      200.00 Hausfrie-
densbruch

45/1-4

39 Ort 39 01.04.2003
ca. 23:10

Geschädigte 39      603.60 Hausfrie-
densbruch

46/1-3

40 Ort 40 06.04.2003
abends

Geschädigte 40      787.00 Hausfrie-
densbruch,
Sachbe-
schädigung
Fr. 1'908.60

47/1-8

41 Ort 41 14.04.2003 
12:43

Geschädigte 41   2'000.00 Hausfrie-
densbruch

48/1-4

42 Ort 42 15.04.2003 
12:15 - 
12:45

Geschädigte 42   1'400.00 Hausfrie-
densbruch

49/1-4

43 Ort 43 17.04.2003 
- 

24.04.2003

Geschädigte 43      300.00 Hausfrie-
densbruch

50/1-4

44 Ort 44 22.04.2003 
12:00 - 
14:00

Geschädigte 44      750.00 Hausfrie-
densbruch

51/1-4

45 Ort 45 23.04.2003 
17:50 - 
18:00

Geschädigte 45      370.00
(Euro 
250)

Hausfrie-
densbruch

52/1-4

46 Ort 46 29.04.2003
12:00 - 
12:30

Geschädigte 46   1'400.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 

53/1-3

7

CHF 1'080.00 
(act. 1/6.15)

47 Ort 47 Mai 2003 Geschädigte 47   1'100.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 1'400.00 
(act. 1/6.6)

54/1-4

48 Ort 48 Mai/Juni 
2003

Geschädigte 48      500.00 Hausfrie-
densbruch

55/1-4

49 Ort 49 Mai 2003 Geschädigte 49      650.00 56/1-3
50 Ort 50 Mai 2003 Geschädigte 50      800.00 Hausfrie-

densbruch
57/1-4

51 Ort 51 08.04.2003 
07:30 - 
23:00

Geschädigte 51      700.00 58/1-4

52 Ort 52 01.05.2003 
12:00 - 
13:30

Geschädigte 52   1'500.00 59/1-4

53 Ort 53 Mai 2003 Geschädigte 53      600.00 60/1-3
54 Ort 54 06.05.2003 

11:50 - 
12:30

Geschädigte 54   1'300.00 61/1-2

55 Ort 55 15.05.2003 
- 

25.05.2003

Geschädigte 55      700.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 700.00 
(act. 1/6.16)

62/1-4

56 Ort 56 31.05.2003 
12:00 - 
13:30

Geschädigte 56   1'800.00 Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 1'800.-- 
(act. 1/6.5)

63/1-3

57 Ort 57 Juni 2003 Geschädigte 57      900.00 (Geld 
zurücker-
stattet) 

64/1-2

58 Ort 58 01.07.2003
ca. 12:00

Geschädigte 58      400.00 Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 600.00 
(act. 1/6.11)

65/1-4

59 Ort 59 17.06.2003 
12:00 - 
13:10

Geschädigte 59   1'480.00 Hausfrie-
densbruch

66/1-4

60 Ort 60 17.06.2003 
12:41

Geschädigte 60   1'000.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 1'100.00 
(act. 1/6.14)

67/1-4

61 Ort 61 17.06.2003 
13:10

  1'000.00 Hausfrie-
densbruch

68/1-4

62 Ort 62 18.06.2003 
19:00 - 

20.06.2003 
08:00

     930.00 Hausfrie-
densbruch,
Sachbe-
schädigung
ca. 350.--

69/1-4

8

63 Ort 63 26.06.2003 
16:30 - 
16:45

Geschädigte 63   1'250.00 70/1-2

64 Ort 64 27.06.2003 
12:21

Geschädigte 64   1'300.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 1'300.00 
(act. 1/6.18)

71/1-4

65 Ort 65 01.07.2003 
- 

30.11.2003

Geschädigte 65      200.00 Hausfrie-
densbruch

72/1-3

66 Ort 66 01.07.2003 
- 

30.11.2003

Geschädigte 66      200.00 Hausfrie-
densbruch

73/1-4

67 Ort 67 04.07.2003 
12:15

Geschädigte 67   1'340.00 Sachbe-
schädigung
ca. 500.-- /
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 1'840.00 
(act. 1/6.20)

74/1-4

68 Ort 68 05.07.2003 
12:00 - 
14:00

Geschädigte 68      700.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 700.00 
(act. 1/6.21)

75/1-4

69 Ort 69 07.07.2003 
14:00 - 
15:00

Geschädigte 69      600.00 Hausfrie-
densbruch

76/1-4

70 Ort 70 08.07.2003 
14:01

Geschädigte 70   1'600.00 77/1-5

71 Ort 71 09.07.2003 
12:15 - 
13:30

Geschädigte 71      700.00 Hausfrie-
densbruch

78/1-3

72 Ort 72 10.07.2003
16:17

Geschädigte 72      850.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 
1'046.00 (act. 
1/6.2)

79/1-4

73 Ort 73 11.07.2003 
13:21

Geschädigte 73      800.00 Hausfrie-
densbruch

80/1-3

74 Ort 74 16.07.2003 
12:00 - 
12:12

Geschädigte 74   3'500.00 81/1-4

75 Ort 75 21.07.2003 
12:00 - 
13:30

Geschädigte 75   1'200.00 Hausfrie-
densbruch

82/1-6

76 Ort 76 25.07.2003 
19:00 - 

26.07.2003 
05:00

Geschädigte 76   2'305.00 Hausfrie-
densbruch,
Sachbe-
schädigung
ca. 350.--

83/1-3

77 Ort 77 August
2003

Geschädigte 77      150.00 Adhäsions- 84/1-3

9

klage in Höhe 
von CHF 150.-- 
(act. 1/6.22)

78 Ort 78 September 
2003

Geschädigte 78      900.00 Hausfrie-
densbruch

85/1-4

79 Ort 79 01.09.2003 
-

31.10.2003

Geschädigte 79      750.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 700.00 
(act. 1/6.9)

86/1-4

80 Ort 80 01.09.2003 
21:15

Geschädigte 80 (Versuch) Hausfrie-
densbruch

87/1-5

81 Ort 81 09.09.03 - 
16.09.03

Geschädigte 81      980.00 Hausfrie-
densbruch

88/1-4

82 Ort 82 17.09.2003 
19:30

Geschädigte 82      450.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 450.00 
(act. 1/6.12)

89/1-4

83 Ort 83 30.09.2003 
- 

01.10.2003

Geschädigte 83      550.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 550.00 
(act. 1/6.12)

90/1-3

84 Ort 84 Oktober
2003

Geschädigte 84      500.00 Hausfrie-
densbruch

91/1-4

85 Ort 85 31.10.2003 
08:00 - 
18:00

Geschädigte 85      600.00 92/1-4

86 Ort 86 29.10.2003 
18:00 - 
23:59

Geschädigte 86      200.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 200.00 
(act. 1/6.12)

93/1-3

87 Ort 87 November
2003

Geschädigte 87      300.00 Hausfrie-
densbruch

94/1-4

88 Ort 88 November
2003

Geschädigte 88      500.00 Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 450.-- 
(act. 1/6.22)

95/1-3

89 Ort 89 November
2003

Geschädigte 89      800.00 96/1-5

90 Ort 90 10.11.2203 
-

14.11.2003

Geschädigte 90      300.00 Hausfrie-
densbruch

97/1-4

91 Ort 91 10.11.2003 
- 

15.11.2003

Geschädigte 91      925.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 925.00 
(act. 1/6.10)

98/1-4

92 Ort 92 14.11.2003 
12:45

Geschädigte 92 (Versuch) Hausfrie-
densbruch

99/1-4

10

93 Ort 93 Dezember
2003

Geschädigte 93   1'100.00 Adhäsions-
klage in Höhe 
von CHF 
1'100.00 (act. 
1/6.1)

100/1-4

94 Ort 94 19.12.2003 Geschädigte 94      340.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 300.00 
(act. 1/6.13)

101/1-4

95 Ort 95 Januar
2004

Geschädigte 95      200.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 200.00 
(act. 1/6.6)

102/1-4

96 Ort 96 Januar
2004

Geschädigte 96      100.00 Hausfrie-
densbruch

103/1-3

97 Ort 97 Januar
2004

Geschädigte 97      350.00 Hausfrie-
densbruch

104/1-4

98 Ort 98 Januar
2004

Geschädigte 98      600.00 Hausfrie-
densbruch

105/1-4

99 Ort 99 10.12.2003
08:15

Geschädigte 99      250.00 (Geld pol.
zurückerst.)

106/1-5

100 Ort 100 26.01.2004 
17:30 - 
18:00

Geschädigte 100      600.00 (Geld pol.
zurückerst.)

107/1-6

101 Ort 101 Februar
2004

Geschädigte 101      300.00 Hausfrie-
densbruch

108/1-4

102 Ort 102 Februar
2004

Geschädigte 102      340.00 Hausfrie-
densbruch/
Adhäsionsklage 
in Höhe von 
CHF 340.00 
(act. 1/6.6)

109/1-4

103 Ort 103 01.02.2004 
- 

15.02.2004

Geschädigte 103      490.00 Hausfrie-
densbruch

110/1-4

104 Ort 104 Februar
2004

Geschädigte 104      300.00 Hausfrie-
densbruch

111/1-4

105 Ort 105 10.02.2004 
12:00 - 
16:30

Geschädigte 105   3'800.00 Hausfrie-
densbruch
(Geld pol.
zurückerst.)

112/1-6

106 Ort 106 16.02.2004 
- 

29.02.2004

Geschädigte 106   1'760.00 Hausfrie-
densbruch

113/1-4

107 16.02.2004 
13:30 - 
14:30

Geschädigte 107      500.00 Hausfrie-
densbruch

114/1-3

108 18.02.2004 
13:30

Geschädigte 108      350.00 Hausfrie-
densbruch

115/1-4

109 23.02.04
09:30 - 
10:30

Geschädigte 109   1'080.00 Hausfrie-
densbruch
(Geld pol.
zurückerst.)

116/1-6

11

110 23.02.04
09:00

Geschädigte 110 (Versuch) Hausfrie-
densbruch

117/1-5

111 Ort 111 01.12.2002 
- 

31.01.2003

Geschädigte 111      400.00 Hausfrie-
densbruch

118/1-4

Akten: act. 6/1-2; act. 7/1-9

Mit Verfügung vom 8. März 2004 wurde bei der Schweizerischen G./Postfi-
nance das sich auf dem E-Depositen-Konto des Angeklagten Nr. S. befindli-
che Guthaben in Höhe von Fr. 110'281.10 beschlagnahmt. 

Akten: act. 5/1-3

Nach Erlass der Schlussverfügung reichten 23 Geschädigte Adhäsionskla-
gen in Höhe von insgesamt Fr. 28'090.-- ein. 

Akten: act. 1/6“

C. Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden fand am 25. April 2005 in Anwesenheit des Angeklagten, X., und sei-
nes amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Werner Jörger, statt. Die Anklage 
wurde durch den Ersten Staatsanwalt lic. iur. Renato Fontana vertreten. Gegen die 
Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände er-
hoben, so dass sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte.

Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person bestätigte der Angeklagte auf 
richterliches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen gemäss 
Anklageschrift. Er gab zudem über seine aktuellen Anstellungs- und Einkommens-
verhältnisse Auskunft. Der amtliche Verteidiger reichte in diesem Zusammenhang 
den Arbeitsvertrag des Angeklagten mit der Firma P. sowie Lohnabrechnungen und 
eine Taggeldabrechnung der Arbeitslosenkasse zu den Akten. Im Anschluss wurde 
das Beweisverfahren zur Sache durchgeführt. Der Angeklagte zeigte sich hinsicht-
lich der ihm von der Anklage zur Last gelegten Taten im Grundsatz geständig. Al-
lerdings machte er in zahlreichen Fällen Abweichungen zu den angegebenen De-
liktsbeträgen und teilweise auch zu den angegebenen Sachschäden geltend.

Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der Staats-
anwalt in seinem Plädoyer folgende Anträge:

„1. X. sei schuldig zu sprechen des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 2 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 

12

144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB.

2. Dafür sei er - teilweise als Zusatz zu der mit Strafmandat des Kreispräsi-
denten Surses vom 11. November 2003 ausgefällten Strafen - mit 16 
Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft, zu 
bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von vier Jahren.

4. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Surses vom 11. November 
2003 für die Strafe von zwei Wochen Gefängnis gewährte bedingte 
Strafvollzug sei zu widerrufen. Die Strafe sei zu vollziehen.

5. Vom bei der Postfinance beschlagnahmten Depositenkonto Nr. S. seien 
gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 StGB CHF 86'414.60 zu Handen des Kantons 
Graubünden einzuziehen.

6. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger anerkannte in seinem Plädoyer den dem Angeklag-
ten zur Last gelegten Sachverhalt grundsätzlich, machte hinsichtlich der Diebstähle 
indes in 18 Fällen Abweichungen im Deliktsbetrag geltend. Die in der Anklageschrift 
aufgeführten Sachbeschädigungen wurden in zwei Fällen anerkannt, in drei Fällen 
dagegen bestritten. Der amtliche Verteidiger führte die entsprechenden Abweichun-
gen zur Anklageschrift in einer zu dem Akten gereichten schriftlichen Zusammen-
stellung im Einzelnen auf und gelangte derart zu einem anerkannten Deliktsbetrag 
betreffend Diebstähle von Fr. 83'935.60 sowie betreffend Sachbeschädigungen von 
Fr. 1'958.60. Der amtliche Verteidiger führte aus, nach der Beweisregel „in dubio 
pro reo“ sei hinsichtlich des Deliktsbetrags den Aussagen des Angeklagten zu fol-
gen und nicht auf die nicht verifizierten Aussagen der Geschädigten abzustellen. 
Den Aussagen des Angeklagten sei auch vor dem Hintergrund, dass jener ein um-
fassendes Geständnis abgelegt habe, Glauben zu schenken. Die von der Anklage 
vorgenommene rechtliche Qualifikation wurde anerkannt. Im Hinblick auf die Straf-
zumessung hielt der amtliche Verteidiger fest, das Verschulden des Angeklagten 
wiege zweifellos schwer, doch seien auch verschiedene strafmindernde Elemente 
zu berücksichtigen, insbesondere die nicht rein egoistischen Beweggründe für die 
Taten sowie die schwierige persönliche Situation, in der sich der Angeklagte befun-
den habe. Nach weiteren Ausführungen gelangte der amtliche Verteidiger zu fol-
genden Anträgen:

„1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er, teilweise als Zusatz zu der mit Strafmandat des Kreispräsi-
denten Surses vom 11. November 2003 ausgesprochenen Strafe von 
zwei Wochen Gefängnis, mit 13 ½ Monaten Gefängnis zu bestrafen, 
abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft von 15 Tagen.

13

3. Vom Widerruf der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Surses vom 
11. November 2003 ausgesprochenen bedingten Strafe von zwei Wo-
chen Gefängnis sei abzusehen. Im Falle des Vollzugs sei die im vor-
liegenden Verfahren erstandene Untersuchungshaft auf diese Strafe 
anzurechnen.

4. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probe-
zeit von vier Jahren.

5.a. Vom bei der Postfinance beschlagnahmten Depositenkonto Nr. S. sei 
der gerichtlich festgestellte Deliktsbetrag abzüglich die den Geschädig-
ten zurückerstatteten Fr. 6'930.-- gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 StGB einzu-
ziehen.

b. Der eingezogene Betrag sei zu Gunsten der Geschädigten zu verwen-
den.

c. Der nicht eingezogene Betrag sei zur Verfügung des Angeklagten frei-
zugeben.

6. (Adhäsionsklagen).

7. Gesetzliche Kostenfolge.“

In der Replik beziehungsweise der Duplik hielten sowohl der Staatsanwalt 
als auch der amtliche Verteidiger an ihren Anträgen und deren Begründung fest.

In seinem Schlusswort hielt der Angeklagte fest, er wisse nun, dass er einen 
unglaublich grossen Fehler gemacht habe und sei zur Einsicht gelangt, dass etwas 
derartiges nie mehr geschehen dürfe. Die Diebstähle seien wie eine Sucht gewe-
sen, aus der er ohne fremde Hilfe nicht habe aussteigen können. Insbesondere die 
Untersuchungshaft sei für ihn nun aber eine einschneidende Erfahrung gewesen. 
Er entschuldige sich für alles, was er getan habe, und hoffe, dass das Gericht ihm 
eine Chance gebe.

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwalts und des amt-
lichen Verteidigers sowie die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich der 
Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1.a. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurtei-
lung der vorliegenden Strafsache ergibt sich aus Art. 45 Abs. 1 lit. a StPO, nach 
welchem das Kantonsgericht alle Verbrechen beurteilt, die mit Zuchthaus über fünf 
Jahren bedroht sind. X. wurde unter anderem des gewerbsmässigen Diebstahls 

14

nach Art. 139 Ziff. 2 StGB angeklagt, ein Delikt, welches einer Strafdrohung von drei 
Monaten Gefängnis bis zu zehn Jahren Zuchthaus unterliegt.

b. Zu beachten ist, dass X. nicht nur in der Schweiz, sondern auch im 
Fürstentum Liechtenstein Diebstähle verübte (Delikte Nr. 33, 49, 53, 67, 77 und 88 
gemäss Anklageschrift). Gemäss Art. 6 Ziff. 1 StGB ist der Schweizer, der im Aus-
land ein Verbrechen oder ein Vergehen verübt, für welches das schweizerische 
Recht die Auslieferung zulässt, sofern die Tat auch am Begehungsort strafbar ist, 
dem Schweizerischen Strafgesetzbuch unterworfen, wenn er sich in der Schweiz 
befindet oder der Eidgenossenschaft wegen dieser Tat ausgeliefert wird. Ist das 
Gesetz des Begehungsorts für den Täter das mildere, so ist dieses anzuwenden. 
Voraussetzung für die Anwendung von Art. 6 StGB ist nicht, dass der Täter auch 
tatsächlich ausgeliefert wird, sondern es genügt, dass er für die ihm zur Last gelegte 
Auslandstat ausgeliefert werden könnte. Dies ist der Fall, wenn das schweizerische 
Recht dafür die Auslieferung an sich zulässt. Diese Frage entscheidet sich nach Art. 
35 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsa-
chen (IRSG). Nach der genannten Bestimmung gelten als Auslieferungsdelikte Ta-
ten, die nach dem Recht sowohl der Schweiz als auch des ersuchenden Staates 
mit einer freiheitsbeschränkenden Sanktion im Höchstmass von mindestens einem 
Jahr oder mit einer schwereren Sanktion bedroht sind (BGE 119 IV 117). Dies trifft 
auf die dem Angeklagten vorgeworfenen Delikte zu. Gewerbsmässiger Diebstahl 
unterliegt nach Art. 139 Ziff. 2 StGB einer Strafdrohung von drei Monaten Gefängnis 
bis zu zehn Jahren Zuchthaus. Im Fürstentum Liechtenstein ist der gewerbsmässige 
Diebstahl nach § 130 des liechtensteinischen Strafgesetzbuches vom 24. Juni 1987 
mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bzw. bei schwerem Dieb-
stahl oder Diebstahl durch Einbruch oder mit Waffen mit Freiheitsstrafe von einem 
bis zu zehn Jahren bedroht. Da das schweizerische Recht für dieses Delikt somit 
die Auslieferung zulässt und sich der Angeklagte in der Schweiz befindet, ist die 
schweizerische Gerichtsbarkeit aufgrund von Art. 6 StGB gegeben. Zur Anwendung 
gelangt schweizerisches Recht, da sich dieses, wie dem Vergleich der oben aufge-
führten Sanktionen für gewerbsmässigen Diebstahl zu entnehmen ist, als milder er-
weist.

2.a. Gemäss Anklageschrift vom 26. Januar 2005 wird X. vorgeworfen, in 
der Zeit vom 19. September 2002 bis am 5. März 2004 insgesamt 108 Diebstähle 
und drei Diebstahlsversuche mit einem Gesamtdeliktsbetrag von Fr. 93'344.60 be-
gangen zu haben. Mehrheitlich handelte es sich um Einschleichdiebstähle. In fünf 

15

Fällen wird dem Angeklagten indes vorgeworfen, unter Verursachung von Sach-
schäden in der Höhe von insgesamt Fr. 3'158.60 gewaltsam eingebrochen zu sein.

X. ist geständig, die in der Anklageschrift aufgeführten Straftaten begangen 
zu haben. In mehreren Fällen bestehen allerdings Differenzen im Hinblick auf den 
Deliktsbetrag. Teilweise will der Angeklagte bei seinen Diebstählen einen geringe-
ren und teilweise einen höheren als den von den Geschädigten geltend gemachten 
Geldbetrag erbeutet haben. Differenzen bestehen auch im Hinblick auf den entstan-
denen Sachschaden. Gemäss der von der Verteidigung erstellten und zu den Akten 
gereichten detaillierten Aufstellung der bestrittenen Deliktsbeträge anerkennt der 
Angeklagte hinsichtlich der Diebstähle einen Deliktsbetrag von Fr. 83'935.60 und 
hinsichtlich der Sachbeschädigungen einen Deliktsbetrag von Fr. 1'958.60. 

Unter diesen Umständen gilt es anhand der relevanten strafprozessualen Be-
weisregeln zunächst zu prüfen, ob dem Angeklagten der ihm von der Anklage zur 
Last gelegte objektive Tatbestand aufgrund der vorliegenden Akten und Aussagen 
rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann.

b. Die Beweislast für eine dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, Ziff. 2 zu Art. 125 StPO, S. 306). Bei der 
Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO 
nach freier, in der Hauptverhandlung gewonnener Überzeugung (vgl. Niklaus 
Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, N 286, S. 96). An den Beweis der 
zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als 
eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. 
Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen 
Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt 
zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollzieh-
bar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Be-
weise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu 
beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Schmid, a.a.O., N 289, S. 97). Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungs-
regel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den 
Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver 
Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes 
Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel 
sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Ge-

16

wissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht 
zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objek-
tiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen von 
Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung. Wesentlich können auch sogenannte Indizien sein 
(vgl. Schmid, a.a.O., N 290, S. 97). Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die 
Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Be-
kundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit anderen 
Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (ZR 91/92 Nr. 
35; Schmid, a.a.O., N 290, S. 97.; Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, S. 244 ff.; Vogel, Die Auskunftsperson im Zür-
cher Strafprozessrecht, Diss. Zürich 1999, S. 2).

c.aa. Im vorliegenden Fall gelangt das Gericht zum Schluss, dass die Aus-
sagen von X. im Grundsatz glaubhaft sind. Er ist bei der Mehrzahl der begangenen 
Delikte vollumfänglich geständig (Delikte Nr. 1-17, 19, 23-39, 42-44, 47-55, 57-59, 
61-66, 71, 75, 77-111). Die von ihm sowohl anlässlich der polizeilichen (vgl. act. 7.1 
- 7.3, 7.5, 7.6, 7.8) wie auch untersuchungsrichterlichen Einvernahmen (act. 7.4, 
7.7, 7.9) gemachten Aussagen sind konstant. Auch anlässlich der Hauptverhand-
lung vor dem Kantonsgericht bestätigte er seine Aussagen beziehungsweise Ge-
ständnisse. In denjenigen Fällen, in denen X. die Höhe der jeweiligen Deliktsbeträge 
sowie der verursachten Sachschäden vollumfänglich eingestanden hat, kann daher 
für die Beurteilung der entsprechenden Straftaten von den in der Anklageschrift auf-
geführten und ausgewiesenen Deliktsbeträgen ausgegangen werden.

bb. Anders präsentiert sich die Lage in denjenigen Fällen, in denen der 
Angeklagte zwar die eigentliche Tatbegehung eingestanden hat, seine Angaben zu 
den Deliktsbeträgen aber von denjenigen der Geschädigten abweichen. Es ist hier-
bei zu berücksichtigen, dass die Geschädigten nur in einzelnen Fällen polizeilich 
einvernommen wurden. In den meisten Fällen wurden hingegen keine Protokolle 
über die Befragungen der Geschädigten angefertigt. Lediglich in den Polizeirappor-
ten finden sich Zusammenfassungen der Aussagen der betroffenen Personen so-
wie entsprechende Zusammenstellungen des Deliktsguts. Diese Polizeirapporte 
wurden von den Geschädigten aber nicht unterschrieben, weshalb im grössten Teil 

17

der Fälle nicht nachvollzogen werden kann, ob die Zusammenfassungen und Zu-
sammenstellungen von den Einvernommenen überprüft und als ihrer Aussage ent-
sprechend anerkannt wurden. Gleichzeitig ist damit nicht nachvollziehbar, ob die 
Polizeirapporte die Aussagen der Geschädigten korrekt wiedergeben. Die Unter-
schrift des Aussagenden ist nun aber auch in polizeilichen Einvernahmen erforder-
lich, wovon nur in Ausnahmefällen abgewichen werden kann (vgl. Art. 87 Abs. 2 
StPO). Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 87 Abs. 2 StPO 
derjenige, der weder als Angeschuldigter noch als Zeuge behandelt werden kann, 
vorerst als Auskunftsperson zu befragen ist. Diese Regelung impliziert, dass im Nor-
malfall all jene Personen, die klarerweise formell als Zeugen einvernommen werden 
könnten, auch formell als Zeugen befragt werden müssen. Da im Kanton Graubün-
den die Geschädigten grundsätzlich zeugnisfähig sind, sind ihre Aussagen in der 
Regel als Zeugenaussagen in den Prozess einzuführen. Vernimmt die Polizei Per-
sonen formlos, kommt ihnen aber erst nach einer formellen Befragung als Zeuge 
Zeugenqualität zu. Zusammenfassungen von Einvernahmen in einem Polizeirap-
port stellen aufgrund des Gesagten keine formellen Einvernahmen dar. Dies bedeu-
tet nun aber nicht, dass die im Polizeirapport enthaltenen Angaben bedeutungslos 
sind. Vielmehr ist auch der Polizeirapport ein durchaus taugliches und wichtiges 
Beweismittel. Er kann nämlich durchaus berücksichtigt werden, soweit er mit den 
Angaben des Angeklagten übereinstimmt, die darin enthaltenen Angaben mit den 
Akten übereinstimmen, auf eigenen Feststellungen beruhende und allenfalls verifi-
zierbare (etwa durch Befragung des Polizeibeamten als Zeugen) Ermittlungsergeb-
nisse festhält, oder sofern weitere Abklärungen getroffen wurden, welche es dem 
Gericht ermöglichen, die Glaubhaftigkeit der Angaben zu überprüfen (Zeugenein-
vernahmen oder Befragungen der Geschädigten oder, sofern dies nicht möglich ist, 
zum Beispiel der Polizeibeamten). Fehlen diese Voraussetzungen, so kann aber 
nicht allein auf die im Polizeirapport enthaltenen Angaben abgestellt werden (PKG 
2002 Nr. 11, mit Hinweisen).

Im vorliegenden Fall lassen sich die in den Polizeirapporten enthaltenen Aus-
sagen der Geschädigten aufgrund ihrer Kürze kaum auf ihre Glaubhaftigkeit hin 
überprüfen. Das Kantonsgericht gelangt daher zur Auffassung, dass die Angaben 
der Geschädigten oder Dritten in den Polizeirapporten bei der Beweiswürdigung 
dort nicht berücksichtigt werden dürfen, wo sie von den Angaben des Angeklagten 
abweichen oder nicht durch weitere Beweismittel gestützt werden. Zwar mag es aus 
Gründen der Verfahrensökonomie nachvollziehbar erscheinen, wenn die Strafver-
folgungsbehörde bei Vorliegen zahlreicher Delikte und eines umfassenden Ge-
ständnisses des Täters auf eine Zeugeneinvernahme der einzelnen Geschädigten 

18

verzichtet, zumal dann, wenn die Angaben zum Deliktsbetrag nur in einzelnen Fäl-
len voneinander abweichen. Dieses Vorgehen birgt indes die Gefahr einer Schmä-
lerung der Verteidigungsrechte des Angeklagten mit sich. So wird aus Art. 6 Ziff. 1 
und 3 EMRK unter anderem abgeleitet, dass dem Angeklagten, um sich wirksam 
verteidigen zu können, mindestens einmal das Recht gegeben werden muss, an 
einen Belastungszeugen Ergänzungsfragen zu stellen und dessen Aussagen zu be-
streiten (BGE 125 I 133, mit Hinweisen). Dieses Recht gilt nicht absolut, und es ist 
gemäss EMRK auch nicht in jedem Falle erforderlich, dass der Belastungszeuge 
formell als Zeuge befragt wird (BGE 124 I 285 f.; BGE 125 I 132 f.). Im vorliegenden 
Fall hat der Angeklagte jedoch nicht ausdrücklich auf eine formelle Zeugenbefra-
gung verzichtet, und es bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Geschädigten 
nicht hätten formell als Zeugen befragt werden können. Auch aus diesem Grund 
kann auf die Polizeirapporte, soweit sie mit den Angaben des Angeklagten nicht 
übereinstimmen oder nicht durch weitere Beweismittel gestützt werden, im vorlie-
genden Fall bezüglich der Deliktssummen nicht abgestellt werden. Im Ergebnis ist 
somit bezüglich des Deliktsbetrages auf die Aussagen von X. abzustellen. Es bleibt 
die Frage, ob die Untersuchungsbehörden bezüglich des Deliktsbetrages weitere 
Abklärungen (Zeugenbefragungen) hätten treffen müssen. Hierbei ist zu berück-
sichtigen, dass sich die Abweichungen zwischen den Angaben von X. und jenen 
der Geschädigten bei einer Gesamtdeliktssumme von über Fr. 90'000.-- im Bereich 
von Fr. 8'000.-- bewegen. Die Differenzen haben daher keine Auswirkungen auf die 
Tatbestandsmässigkeit des Verhaltens des Angeklagten, insbesondere auch nicht 
- wie noch aufzuzeigen sein wird - auf die Frage der Gewerbsmässigkeit der 
Diebstähle. Ausserdem variieren die Angaben nicht so stark, dass sich der Unter-
schied beim Deliktsbetrag auf die Strafzumessung auswirken würde. Der Sachver-
halt erweist sich daher als genügend abgeklärt, so dass keine weiteren Ermittlungen 
notwendig sind (vgl. Art. 75 Abs. 3 StPO).

Aufgrund der soeben dargestellten fehlenden Auswirkungen der differieren-
den Deliktsbeträge auf die Tatbestandsmässigkeit sowie die Strafzumessung kann 
auch von Seiten des Gerichts darauf verzichtet werden, in jedem einzelnen Fall die 
Aussagen der Geschädigten auf ihre Übereinstimmung mit weiteren Beweismitteln 
und damit auf ihre Ausgewiesenheit zu überprüfen. Vielmehr erachtet sich das Kan-
tonsgericht bezüglich der Deliktsbeträge an die Aussagen von X. anlässlich der po-
lizeilichen und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen sowie der gerichtlichen 
Befragung gebunden. Das Gericht geht somit von 111 Diebstahlsdelikten, davon 
drei Versuche, mit einer vom Angeklagten zugestandenen Deliktssumme von Fr. 
83'935.60 aus.

19

Was die dem Angeklagten vorgeworfenen Sachbeschädigungen betrifft, so 
sind diese bei den Delikten Nr. 20 und 40 der Anklageschrift im Betrag von Fr. 50.-
- bzw. Fr. 1'908.60 zugestanden. Bei den Delikten Nr. 62 und 76, zwei Diebstählen 
im Blumenladen T. in U., machte der Geschädigte AB. einen Sachschaden von je 
Fr. 350.-- geltend, der durch das Aufbrechen eines Fensters entstanden sein soll 
(act. 69.1 und 69.4 bzw. 83.1 und 83.3). Der Angeklagte gibt hingegen an, er sei 
beide Male durch ein geöffnetes Fenster in das Geschäftslokal eingestiegen, so 
dass gar kein Sachschaden entstanden sei (act. 7.9 S. 8, 69.3 bzw. 83.2). In den 
Akten finden sich weder ein Hinweis, dass bei den beiden Diebstählen tatsächlich 
ein Fenster beschädigt wurde, noch Belege, die die Höhe des vom Geschädigten 
geltend gemachten Sachschadens von je Fr. 350.-- bestätigen würden. Da sich die 
Aussagen des Angeklagten und des Geschädigten widersprechen und die Angaben 
des Geschädigten durch keine weiteren Beweismittel gestützt werden, erweist es 
sich als nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass bei den Diebstählen im Blumen-
laden in U. tatsächlich ein Sachschaden entstanden ist. Im Weiteren wird dem An-
geklagten beim Delikt Nr. 67 gemäss Anklageschrift vorgeworfen, einen Sachscha-
den von Fr. 500.-- verursacht zu haben. So soll jener beim Einsteigen in das Eisen-
warengeschäft von V. in W. die Lamellen eines Rollladens beschädigt haben (act. 
74.1). Der Angeklagte gab bei der polizeilichen Einvernahme vom 6. September 
2004 an, die Lamellen des Rollladens lediglich nach oben geschoben zu haben, um 
in das Gebäude einsteigen zu können. Er habe dabei jedoch nichts beschädigt (act. 
74.4). Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 14. De-
zember 2004 erachtete er es indes als möglich, die Lamellen des Rollladens be-
schädigt zu haben (act. 7.9, S. 8), während er das Verursachen eines Sachscha-
dens an der Hauptverhandlung wiederum abstritt. Die Aussagen des Angeklagten 
sind insofern widersprüchlich. Allerdings findet sich auch in diesem Fall in den Akten 
weder ein Hinweis, dass beim entsprechenden Diebstahl die Lamellen des Rollla-
dens tatsächlich beschädigt wurden, noch ein Beleg, der eine Reparatur derselben 
und damit auch die Höhe des vom Geschädigten geltend gemachten Sachschadens 
von Fr. 500.-- bestätigen würde. Unter diesen Umständen erachtet das Kantonsge-
richt eine Sachbeschädigung als nicht rechtsgenüglich ausgewiesen. Zusammen-
fassend geht das Kantonsgericht davon aus, dass der Angeklagte nachgewiesener-
massen zwei Sachbeschädigungen im Gesamtdeliktsbetrag von Fr. 1'958.60 be-
gangen hat.

3.a. Den Tatbestand des Diebstahls erfüllt, wer jemandem eine fremde, 
bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit 
unrechtmässig zu bereichern (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Als Tatobjekte kommen fremde 

20

bewegliche Sachen in Frage. Wegnahme ist Bruch fremden und Begründung neuen 
Gewahrsams, wobei unter Gewahrsam die tatsächliche Herrschaft über eine Sache 
verbunden mit dem Herrschaftswillen verstanden wird. In subjektiver Hinsicht wer-
den das Wissen des Täters um die Fremdheit der Sache und sein Willen zum Bruch 
des fremden und zur Begründung des eigenen Gewahrsams an der Sache verlangt. 
Ausserdem werden Aneignungsabsicht und die Absicht unrechtmässiger Bereiche-
rung gefordert (Niggli Marcel Alexander/Riedo Christof, in: Basler Kommentar zum 
StGB, Band II, Basel 2003, a.a.O., N 10 ff. und N 63 ff. zu Art. 139 StGB). Als Strafe 
droht Gefängnis oder eine Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren.

Der Dieb, welcher gewerbsmässig stiehlt, wird mit Zuchthaus bis zu zehn 
Jahren oder mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft (Art. 139 Ziff. 2 StGB). 
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Gewerbsmässigkeit bei berufs-
mässigem Handeln gegeben. Ein solches liegt vor, wenn sich aus der Zeit und den 
Mitteln, die der Täter für die deliktischen Tätigkeiten aufwendet, aus der Häufigkeit 
der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes sowie aus den angestrebten 
und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines 
Berufes ausübt. Diese Umschreibung hat zwar nur Richtlinienfunktion und bedarf 
der Konkretisierung. Wesentlich ist jedoch, dass sich der Täter darauf eingerichtet 
hat, durch deliktische Handlungen relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die 
einen namhaften Beitrag an die Kosten der Finanzierung seiner Lebenshaltung dar-
stellen. Ob dies der Fall ist, ist aufgrund der gesamten Umstände zu entscheiden, 
wie zum Beispiel anhand der Anzahl bzw. Häufigkeit der während eines bestimmten 
Zeitraumes bereits verübten Taten, der Entwicklung eines bestimmten Systems 
bzw. einer bestimmten Methode, des Aufbaus einer Organisation oder getätigter 
Investitionen. Dabei kann auch eine gewissermassen nebenberufliche deliktische 
Tätigkeit als Voraussetzung für die Gewerbsmässigkeit genügen. Hinzu kommen 
muss, dass der Täter die Erzielung eines Erwerbseinkommens beabsichtigt und zur 
Verübung einer Vielzahl entsprechender Taten bereit war (BGE 116 IV 319, 119 IV 
133, 123 IV 116; Niggli/Riedo, a.a.O., N 93 zu Art. 139 StGB; Trechsel Stefan, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, N 14 
zu Art. 139 i.V.m. N 30 ff. zu Art. 146 StGB).

Vollendet ist der eigentliche Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 1 StGB mit der Be-
gründung neuen Gewahrsams an einer fremden beweglichen Sache (Niggli/Riedo, 
a.a.O., N 73 zu Art. 139 StGB). Kommt es nicht soweit, liegt grundsätzlich ein un-
vollendeter Versuch des Diebstahls nach Art. 21 StGB i.V.m. Art. 139 StGB vor. 

21

Allerdings gehen Diebstahlsversuche bei gewerbsmässigem Handeln in den vollen-
deten Diebstahlsdelikten auf (BGE 123 IV 117). 

b. X. ist überführt und geständig, 108 Diebstähle und 3 Diebstahlsversu-
che begangen zu haben. Im Rahmen seiner Aussendiensttätigkeit schlich sich der 
Angeklagte in Dorfläden, Bäckereien, Metzgereien, Milchzentralen, Käsereien, Ho-
tels, Restaurants und Tankstellenshops ein und entwendete Geld aus Kassen oder 
Portemonnaies. In zwei Fällen brach der Angeklagte unter Verursachung von Sach-
schäden gewaltsam in die Objekte ein. Das Deliktsgut bestand hauptsächlich in Bar-
geld. Der erbeutete Deliktsbetrag beläuft sich auf mindestens Fr. 83'935.60. Indem 
sich der Angeklagten mit Wissen und Willen und daher vorsätzlich fremde, beweg-
liche Sachen angeeignete und sich damit unrechtmässig bereicherte, hat er den 
Tatbestand des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in den Fällen Nr. 1-
79, 81-91, 93-109 und 111 gemäss Anklageschrift erfüllt. Beim Diebstahlsversuch 
blieb es in den Fällen Nr. 80, 92 und 110 gemäss Anklageschrift, da es dem Ange-
klagten nicht gelang, etwas zu erbeuten.

Das Handeln von X. ist zweifellos als gewerbsmässig zu qualifizieren. Der 
Angeklagte hat in der Zeit vom 19. September 2002 bis am 23. Februar 2004, also 
während 17 Monaten, einen Deliktsbetrag von rund Fr. 84'000.-- erbeutet, was ei-
nem durchschnittlichen monatlichen Betrag von beinahe Fr. 5'000.-- entspricht. Die 
aus der deliktischen Tätigkeit erwirtschafteten Erlöse stellten damit einen namhaften 
Betrag an seine Lebenshaltungskosten dar. Der Angeklagte hatte sich darauf ein-
gerichtet, durch seine deliktische Tätigkeit regelmässig zusätzliche Einkünfte zu er-
zielen, nutzte er im Rahmen seiner Aussendiensttätigkeit doch jede sich bietende 
Gelegenheit, um in einer ganzen Serie von Delikten systematisch Diebstähle zu be-
gehen. Unter diesen Umständen erfüllt der Angeklagte die Voraussetzungen der 
Gewerbsmässigkeit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich X. des gewerbsmässigen 
Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB schuldig gemacht hat. Wie bereits darge-
legt, gehen die drei Diebstahlsversuche in den vollendeten gewerbsmässigen De-
likten auf.

4.a. Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder 
Busse bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder 
Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. In sub-
jektiver Hinsicht werden das Wissen um die Fremdheit der Sache und der Wille zu 

22

deren Beschädigung verlangt (vgl. Weissenberger Philippe, in: Basler Kommentar 
zum StGB, Band II, Basel 2003, N 2 ff. zu Art. 144 StGB; Rehberg/Schmid, Straf-
recht III, Delikte gegen den Einzelnen, Zürich 1997, § 15, Ziff. 1.2, S. 154).

b. X. ist überführt und geständig, in den Fällen Nr. 20 und 40 gemäss 
Anklageschrift Sachschäden in der Höhe von Fr. 50.-- bzw. Fr. 1'908.60 verursacht 
zu haben. Er hat damit vorsätzlich fremdes Sacheigentum beschädigt und erfüllt 
den Tatbestand der Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB mehrfach. Ent-
sprechende Strafanträge der Geschädigten liegen vor. Was den erstgenannten 
Sachschaden von Fr. 50.-- betrifft, so handelt es sich grundsätzlich um eine gering-
fügige Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 
172ter Abs. 1 StGB. Allerdings gelangt diese Privilegierung nach Art. 172ter Abs. 2 
StGB bei Sachbeschädigungen im Rahmen gewerbsmässigen Diebstahls nach Art. 
139 Ziff. 2 StGB nicht zur Anwendung.

5.a. Hand in Hand mit Einschleich- und Einbruchdiebstählen in Gebäude 
geht die Verletzung des Hausfriedens nach Art. 186 StGB. Laut dieser Bestimmung 
wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer gegen den Willen des Be-
rechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines 
Hauses oder in einen unmittelbar zum Haus gehörenden umfriedeten Platz, Hof, 
Garten oder Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung des 
Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Diese Bestimmung schützt die Frei-
heit des Berechtigten, darüber zu entscheiden, wer sich in bestimmten Räumen auf-
halten darf und wer nicht. Geschütztes Rechtsgut ist somit das sogenannte Haus-
recht, das heisst die Befugnis, über einen bestimmten Raum ungestört zu herrschen 
und darin den eigenen Willen frei zu betätigen (BGE 112 IV 31; Trechsel, a.a.O., N 
1 zu Art. 186 StGB). Dabei muss der Wille des Berechtigten, dass jemand in einen 
bestimmten Raum nicht eindringen soll, nicht ausdrücklich erklärt werden, sondern 
kann sich auch aus den Umständen ergeben. Auf der subjektiven Seite wird Vorsatz 
verlangt, das heisst das Wissen und der Willen, das Hausrecht des Opfers zu ver-
letzen und um die Unrechtmässigkeit des Eindringens bzw. Verbleibens (Delnon 
Vera/Rüdy Bernhard, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 5, 24 
und 35 zu Art. 186 StGB).

b. Zur Begehung seiner zahlreichen Diebstähle hat sich der Angeklagte 
in mehreren Fällen gegen den Willen der Berechtigten und vorsätzlich Zutritt zu 
durch Art. 186 StGB geschützten Räumen, insbesondere Geschäftslokalen, ver-
schafft. Es liegen über 70 Strafanträge wegen Hausfriedensbruchs vor. Der Ange-

23

klagte hat demzufolge den Tatbestand des Hausfriedensbruchs nach Art. 186 StGB 
mehrfach erfüllt.

6.a. Gemäss Art. 63 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters. Es berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Grundlage für die Bemessung der 
Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei der Beurteilung der Tatkomponente wer-
den insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise sei-
ner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat und die 
Beweggründe des Schuldigen berücksichtigt. Die Täterkomponente umfasst das 
Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat oder im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das 
Mass des Verschuldens variiert unter anderem mit der Schwere des deliktischen 
Erfolges, den unterschiedlich gravierenden Modalitäten der Tatbegehung und dem 
Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden muss. Je 
leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechtsgutverletzung zu vermeiden, je grösser 
also sein Handlungsspielraum war, desto grösser wiegt das Verschulden. Diese in 
die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wo-
bei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Gerichts nach-
vollziehbar sein müssen (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 f., 124 IV 44 ff., 129 IV 
20 f.).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschrei-
ten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt, im vorliegenden Fall der gewerbsmässige Dieb-
stahl. Grundlage für die Strafzumessung ist daher der in Art. 139 Ziff. 2 StGB vor-
gesehene Strafrahmen von drei Monaten Gefängnis bis zu zehn Jahren Zuchthaus.

Zu beachten ist, dass die nunmehr bekannt gewordenen und vorliegend zu 
beurteilenden Delikte durch den Angeklagten zu einem Teil vor seiner Verurteilung 
durch den Kreispräsidenten Surses vom 11. November 2003 begangen wurden. X. 
wurde damals wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einer bedingten Ge-
fängnisstrafe von 14 Tagen, Probezeit 2 Jahre, und einer Busse von Fr. 500.--. ver-
urteilt. Den grössten Teil der vorliegend zu beurteilenden Delikte beging X. nach-

24

weislich vor Ausfällung dieses Strafmandates, den anderen Teil danach. Nun muss 
für die neu zu beurteilenden Taten eine teilweise Zusatzstrafe ausgefällt werden. 
Bei der Bemessung dieser teilweisen Zusatzstrafe ist darauf zu achten, dass der 
Täter durch die doppelte Aburteilung nicht besser und nicht schlechter gestellt wird, 
als wenn alle zu einem Zeitpunkt verfolgbaren Taten in einem Urteil abgehandelt 
worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Die Bemessung erfolgt auf die Weise, dass 
sich das Gericht zunächst fragt, welche Strafe es im Falle einer gleichzeitigen Ver-
urteilung in Anwendung von Art. 68 Ziff. 1 StGB ausgesprochen hätte. Ausgehend 
von dieser hypothetischen Gesamtbewertung muss es anschliessend unter Beach-
tung der rechtskräftigen Grundstrafe und allfälliger anderer Zusatzstrafen die er-
neute Zusatzstrafe bemessen (BGE 109 IV 93). 

b. Das Verschulden des Angeklagten wiegt unter dem Gesichtspunkt der 
Tatkomponente schwer, hat er doch innerhalb von 17 Monaten 111 Diebstähle bzw. 
Diebstahlsversuche sowie zahlreiche weitere Delikte verübt. Der bei den 
Diebstählen erbeutete Betrag beläuft sich auf mindestens Fr. 83'935.60. X. nutzte 
in seiner Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter praktisch jede sich bietende Gele-
genheit, um Diebstähle zu begehen. Durch dieses Verhalten hat er eine erhebliche 
kriminelle Energie an den Tag gelegt. Selbst nach der Verurteilung durch den 
Kreispräsidenten Surses im November 2003 schreckte er nicht davor zurück, wei-
tere Delikte zu begehen. Diese einschlägige Vorstrafe sowie das Delinquieren 
während der Probezeit sind straferhöhend zu werten. Was die Beweggründe des 
Angeklagten betrifft, so ergeben sich gewisse Widersprüche. Der amtliche Verteidi-
ger machte anlässlich der Hauptverhandlung geltend, der Angeklagte habe nicht 
aus rein egoistischen Gründen oder für persönliche Zwecke delinquiert. Vielmehr 
habe er einerseits seine hohen Schulden abbezahlen wollen und sich anderseits für 
die Zukunft, insbesondere für eine allfällige Arbeitslosigkeit, absichern wollen. Nicht 
zuletzt habe er seinen Kindern mit dem Geld etwas bieten wollen. Die Scheidung 
und der schwierige, oft fehlende Kontakt zu den Kindern, verbunden mit finanziellen 
Forderungen seitens der geschiedenen Ehefrau und der Kinder hätten dem Ange-
klagten stark zugesetzt. Dadurch habe er sich in einem persönlichen Tief befunden 
und sich zu den Diebstählen hinreissen lassen. Allerdings sind nach Ansicht des 
Gerichts diese Absichten des Angeklagten nicht belegt, hat er das Deliktsgut doch 
praktisch restlos auf die hohe Kante gelegt und nichts für den von ihm für die 
Diebstähle als massgebend vorgegebenen Zweck verbraucht. Abgesehen davon 
stellen selbstverständlich weder hohe Schulden noch finanzielle Schwierigkeiten in-
folge einer Scheidung eine Rechtfertigung für derartige Straftaten dar. Strafmin-
dernd zu berücksichtigen ist hingegen die schwierige persönliche Situation, in der 

25

sich der Angeklagte befand; offenbar hatte er ein schweres Vorleben, indem er be-
reits früh seine Mutter verlor und eine nicht gerade glückliche, durch finanzielle 
Schwierigkeiten stark belastete Ehe führte. Strafmindernd kann dem Angeklagten 
auch sein umfassendes Geständnis und seine Kooperationsbereitschaft im Straf-
verfahren zugute gehalten werden. Er zeigte sich bestrebt, die Straftaten restlos und 
speditiv aufzuklären. Ebenso können die gezeigte Reue sowie der Umstand, dass 
X. das Unrecht seiner Taten heute einsieht, zu seinen Gunsten berücksichtigt wer-
den. Zu Gunsten des Angeklagten ist ferner zu werten, dass er sich nach der frist-
losen Entlassung im letzten Herbst gefangen hat und über ein regelmässiges Ein-
kommen verfügt. Soweit bekannt hat er sich zudem wohl verhalten und keine wei-
teren Delikte mehr verübt. Nur in geringem und nicht wie von der Verteidigung gel-
tend gemacht in erheblichem Mass strafmindernd kann der Umstand gewertet wer-
den, dass das Deliktsgut noch vorhanden ist und zur Verfügung steht, um den Scha-
den wiedergutzumachen. Dass dem so ist, ist nicht das Verdienst des Angeklagten, 
sondern dem Umstand zu verdanken, dass jener gefasst wurde, bevor er das Geld 
ausgegeben hatte. Zudem macht es im Hinblick auf den Unrechtsgehalt der Dieb-
stähle keinen Unterschied, ob das erbeutete Geld vom Täter sofort ausgegeben 
wird oder ob es auf die hohe Kante gelegt wird, um später ausgegeben zu werden. 
Auch gemäss den vom Angeklagten geäusserten Absichten wurde das Geld näm-
lich entwendet, um sich selbst unrechtmässig zu bereichern.

Strafschärfend wirken sich die mehrfache Tatbegehung und das Zusammen-
treffen mehrerer strafbarer Handlungen aus (Art. 68 Ziff. 1 StGB). Strafmilderungs-
gründe liegen keine vor.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe sowie in Anbe-
tracht der durch den Kreispräsidenten Surses bereits ausgesprochenen Strafe er-
scheint, zum Teil als Zusatzstrafe, eine Freiheitsstrafe von 17 ½ Monaten Gefängnis 
als dem Verschulden und der Verhaltensweise von X. angemessen und gerechtfer-
tigt. 

c. Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Ein solches Verhalten kann 
X. nicht zur Last gelegt werden, so dass einer Anrechnung der erstandenen Polizei- 
und Untersuchungshaft von insgesamt 15 Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 
StGB nichts entgegensteht.

26

Für die Anrechung der Untersuchungshaft auf die Freiheitsstrafe gilt der 
Grundsatz der Identität der Tat. Es ist nicht zulässig, eine in einem zweiten Straf-
verfahren erstandene Untersuchungshaft auf eine frühere Strafe, deren bedingter 
Strafvollzug vom zweiten Strafrichter widerrufen wird, anzurechnen. Vielmehr er-
folgt die Anrechnung auf jene Freiheitsstrafe, die im Verfahren ausgefällt wurde, in 
welchem der Angeklagte auch die Haft erstanden hat (BGE 104 IV 9). Daher ist die 
Untersuchungshaft vorliegend, entgegen der Ansicht des Verteidigers, auf die Frei-
heitsstrafe von 17 ½ Monaten anzurechnen. 

7.a. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die 17 ½-
monatige Gefängnisstrafe die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzugs gewährt 
werden kann. Die diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 
1 StGB. Danach kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr 
als 18 Monaten oder einer Nebenstrafe aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen und 
Vergehen abgehalten (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Es ist zu prüfen, ob eine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann. Dabei ist in erster Linie 
der Grundsatz der Spezialprävention massgeblich (BGE 118 IV 100). Allerdings 
lässt sich selbst durch eine umfassende und intensive Auseinandersetzung mit der 
Täterpersönlichkeit keine absolut verlässliche Zukunftsvoraussage treffen. Bei Prü-
fung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB steht daher die Frage 
im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteilten trotz unsiche-
rer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden kann. Vermag das Gericht be-
gründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschie-
ben. Der Aufschub ist nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf 
Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Verge-
hens eine Zuchthaus- oder eine Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten ver-
büsst hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Im Falle des Aufschubes bestimmt das Ge-
richt dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis zu fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 
3 StGB). Die Dauer der Probezeit bestimmt sich nach den Umständen des Einzel-
falls. Zu beurteilen sind insbesondere Persönlichkeit und Charakter des Verurteilten 
sowie die Rückfallgefahr. Je grösser die letztere ist, desto länger muss die Be-
währungsprobe mit ihrem Zwang zum Wohlverhalten sein (vgl. BGE 95 IV 122; 
Trechsel, a.a.O., N 31 zu Art. 41 StGB).

b. Da X. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von mehr 
als drei Monaten verbüssen musste und beim hier zu beurteilenden Fall als (teil-
weise) Zusatzstrafe eine Freiheitsstrafe von 17 ½ Monaten Gefängnis verhängt 

27

wird, sind die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Straf-
vollzugs gegeben. Auch in subjektiver Hinsicht erachtet das Kantonsgericht die Vor-
aussetzungen als erfüllt, da dem Verurteilten eine günstige Prognose gestellt wer-
den kann. Zwar fällt negativ ins Gewicht, dass der Angeklagte sich auch nach der 
Verurteilung durch den Kreispräsidenten Surses nicht von weiteren Straftaten ab-
halten liess. Allerdings gibt X. an, zwischenzeitlich gewillt zu sein, keine weiteren 
Straftaten mehr zu begehen. Sein Verhalten während und nach der Untersuchungs-
haft scheint diese Absicht zu belegen. So zeigte X. sich kooperativ und legte ein 
umfassendes Geständnis ab. Er trug sodann von sich aus zur Aufklärung gewisser 
Diebstähle bei. Offenbar war er bestrebt, reinen Tisch zu machen. Der Verurteilte 
war ferner praktisch immer arbeitstätig und verfügt über ein regelmässiges Einkom-
men. M. vom L. stellt X. ein gutes Zeugnis aus. Soweit bekannt, hat sich X. sodann 
zwischenzeitlich nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Zu beachten ist auch die 
Warnwirkung des - wie nachstehend aufgezeigt - zu widerrufenden bedingten Straf-
vollzugs, den der Kreispräsident Surses mit Strafmandat vom 11. November 2003 
für eine Strafe von zwei Wochen Gefängnis angeordnet hatte. Hinzu kommt, dass 
die vorliegend ausgesprochene Strafe vollzogen werden kann, sollte sich der Ver-
urteilte während der Probezeit etwas zu schulden kommen lassen, was faktisch 
ebenfalls zu Wohlverhalten Anlass gibt. Unter den genannten Umständen kann er-
wartet werden, dass sich X. in Zukunft wohl verhalten wird. Der Vollzug der 17 ½-
monatigen Freiheitsstrafe wird daher aufgeschoben. Im Hinblick auf die nicht zu un-
terschätzende Rückfallgefahr - delinquierte X. doch bereits einmal während hängi-
ger Probezeit - wird die Probezeit auf vier Jahre angesetzt.

8.a. Gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB lässt das Gericht eine bedingt aus-
gesprochene Strafe vollziehen, wenn der Verurteilte während der Probezeit ein Ver-
brechen oder Vergehen begeht, trotz förmlicher Mahnung des Gerichts einer ihm 
erteilten Weisung zuwider handelt, sich beharrlich der Schutzaufsicht entzieht oder 
das in ihn gesetzte Vertrauen in anderer Weise stört. Ein Absehen vom Widerruf ist 
dann möglich, wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht und die vorliegend 
zu beurteilenden Verfehlungen als leicht zu bewerten sind (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 
StGB). Diesfalls kann das Gericht den Verurteilten verwarnen, zusätzliche Mass-
nahmen nach Art. 41 Ziff. 2 StGB anordnen und die im Urteil bestimmte Probezeit 
um höchstens die Hälfte verlängern (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Zuständig für den 
Entscheid über den Vollzug der bedingt ausgesprochenen Strafe ist nach Art. 41 
Ziff. 3 Abs. 3 StGB das für die Beurteilung der Verbrechen und Vergehen während 
der Probezeit zuständige Gericht. Für die Beurteilung der Frage, ob eine Straftat als 
leicht anzusehen ist, kommt dem Strafmass massgebliche Bedeutung zu. Dabei ist 

28

eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten in der Regel als leicht im Sinne von Art. 
41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB anzusehen (BGE 122 IV 161, 117 IV 101 f.; PKG 1994 Nr. 
28; Trechsel, a.a.O., N 55 zu Art. 41 StGB). Ausnahmen sind möglich bei besonde-
ren objektiven oder subjektiven Umständen, die nicht bereits für den Schuldspruch 
oder die Bemessung der Strafe bestimmend waren. Die Annahme eines leichten 
Falls kommt jedoch auch dann nur in Betracht, wenn die Freiheitsstrafe in der Nähe 
von drei Monaten liegt (BGE 122 IV 161 f., BGE 117 IV 102). Umfasst das neue 
Urteil mit einer Gesamtstrafe Taten, die vor und nach Ablauf der Probezeit began-
gen wurden, so muss eine Quotenausscheidung getroffen werden (BGE 101 Ib 155; 
Trechsel, a.a.O., N 55 zu Art. 41 StGB). Dasselbe hat zu gelten, wenn das neue 
Urteil Taten betrifft, die vor und nach Beginn der Probezeit begangen wurden. Für 
die Beurteilung der Frage, ob ein leichter Fall gegeben ist, sind nur die während der 
Probezeit begangenen Delikte beziehungsweise der darauf entfallende Anteil an 
der Gesamtstrafe zu berücksichtigen.

X. wurde mit Strafmandat des Kreispräsidenten Surses vom 11. November 
2003 zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 14 Tagen, Probezeit 2 Jahre, und ei-
ner Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Die entsprechende Probezeit dauerte daher vom 
11. November 2003 bis am 10. November 2005. Einen Teil der vorliegend zur Be-
urteilung stehenden Delikte beging X. in diesem Zeitraum, so dass über den Wider-
ruf der erwähnten bedingten Gefängnisstrafe zu befinden ist.

b. Im vorliegenden Fall beging der Angeklagte von September 2002 bis 
Februar 2004 neben weiteren Delikten 108 Diebstähle und 3 Diebstahlsversuche in 
einem Deliktsbetrag von mindestens Fr. 83'935. Hierfür wurde eine Strafe von 17 ½ 
Monaten Gefängnis ausgesprochen. In die Probezeit des erwähnten Strafmandats 
entfallen davon mindestens 21 Diebstahlsdelikte mit einem Deliktsbetrag von rund 
Fr. 13’700.-- (Delikte Nr. 90 - 110 gemäss Anklageschrift). Da somit nicht sämtliche 
Delikte während der Probezeit begangen wurden, ist eine Quotenausscheidung zu 
treffen. Eine rein mathematische Quotenaufteilung würde vorliegend zu einer Strafe 
führen, die durchaus im Bereich von drei Monaten, das heisst im Bereich eines leich-
ten Falls, liegt. Allerdings sind neben diesem schematischen Element die weiteren 
Umstände des Falles zu berücksichtigen. Hierbei fällt namentlich der grosse krimi-
nelle Wille des Angeklagten ins Gewicht. Der Kreispräsident verurteilte X. im No-
vember 2003 wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einer Strafe von zwei 
Wochen Gefängnis bedingt sowie einer Busse von Fr. 500.--. Im Wissen um diese 
hohe Strafe für einen einzelnen Diebstahl sowie im Wissen, vor dieser Verurteilung 
bereits rund 90 Diebstähle begangen zu haben, delinquierte X. in der Folge un-

29

bekümmert weiter, wobei er teilweise erhebliche Deliktsbeträge erbeutete. In 
Berücksichtigung dieser Umstände gelangt das Kantonsgericht zum Schluss, dass 
die durch den Angeklagten während der Probezeit verübten, zum Teil schwerwie-
genden Delikte, für sich alleine beurteilt mit einer Freiheitsstrafe von deutlich über 
drei Monaten hätten sanktioniert werden müssen, womit vorliegend nicht von einem 
leichten Fall im Sinne des Ausgeführten auszugehen ist. Der mit Strafmandat des 
Kreispräsidenten Surses vom 11. November 2003 gewährte bedingte Strafvollzug 
wird daher widerrufen. Die Strafe von 14 Tagen Gefängnis ist zu vollziehen.

9.a. Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt werden. Als Vermögenswerte gelten alle geldwerten bzw. wirtschaftli-
chen Vorteile in Form der Vermehrung von Aktiven und Erträgen oder Verminderung 
von Passiven und Aufwendungen. Erfasst sind zudem nicht nur Gegenstände, wie 
beispielsweise Bargeld oder Wertpapiere, sondern auch Forderungen bzw. allge-
meine Rechte, insbesondere Bankguthaben (BGE 119 IV 16; Baumann Florian, 
Basler Kommentar zum StGB, Band I, N 29 f. und 38 zu Art. 59 StGB, mit Hinwei-
sen).

b. X. erlangte durch die von ihm begangenen gewerbsmässigen 
Diebstähle Vermögenswerte in erheblicher Höhe. Diese wurden nach seinen Anga-
ben nicht verbraucht, sondern auf ein Konto bei der Schweizerischen G. einbezahlt. 
Im Rahmen der Strafuntersuchung wurde mit Verfügung vom 8. März 2004 (act. 
5.2) bei der Schweizerischen G./Postfinance ein sich auf dem E-Depositen-Konto 
des Angeklagten Nr. S. befindliches Guthaben in Höhe von Fr. 110'281.10 be-
schlagnahmt. Der Angeklagte gab im Untersuchungsverfahren mehrfach an, von 
diesem Betrag gehörten etwa Fr. 10'000.-- ihm und der Rest sei deliktisch erlangt 
worden (vgl. act. 2.3, 2.4, 7.2, 7.3, 7.5). Anlässlich der Hauptverhandlung relativierte 
er seine Aussagen und gab an, dass weit weniger als Fr. 100'000.-- deliktisch er-
langt worden seien. Da aufgrund der vorangehenden Erwägungen nachgewiesen 
ist, dass X. mindestens einen Betrag von Fr. 83'935.60 deliktisch erlangt hat und 
nach Art. 59 Ziff. 1 StGB nur eingezogen werden darf, was nachgewiesenermassen 
durch eine strafbare Handlung erlangt worden ist, ist von diesem Betrag auszuge-
hen. Davon abzuziehen sind die vom Angeklagten selbst den Geschädigten zurück 
erstatteten Beträge von Fr. 300.-- (act. 10) und Fr. 900.-- (act. 64) sowie den von 
der Polizei sichergestellten und den Geschädigten ausgehändigten Betrag von ins-

30

gesamt Fr. 5'730.-- (act. 106, 107, 112 und 116), total somit Fr. 6'930.--. Von der 
beschlagnahmten Summe von Fr. 110'281.40 sind somit Fr. 77'005.60 (Fr. 
83'935.60 - Fr. 6'930.--) zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich einzuzie-
hen. Für eine Verwendung zu Gunsten der Geschädigten, wie von der Verteidigung 
beantragt wurde, fehlt es an entsprechenden Anträgen bzw. Forderungsabtretun-
gen seitens der Geschädigten (vgl. Art. 60 StGB). Der über die Einziehung 
hinausgehende Betrag wird mit den Verfahrenskosten gemäss Ziff. 11 hiernach ver-
rechnet und ein allfälliger Überschuss dem Verurteilten erstattet.

10.a. Der Geschädigte kann gestützt auf Art. 130 Abs. 1 StPO seine zivil-
rechtliche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim Strafgericht adhäsi-
onsweise geltend machen. Der Adhäsionsprozess dient seinem Wesen nach dazu, 
den Bestand privatrechtlicher Ansprüche obrigkeitlich verbindlich festzustellen, da-
mit sie nötigenfalls zwangsweise durchgesetzt werden können. Die prozessuale Er-
forschung der materiellen Wahrheit im Interesse einer möglichst wirklichkeitsnahen 
Entscheidung über materielle Ansprüche darf jedoch nicht auf Kosten eines geord-
neten und gerechten Verfahrens erfolgen. In diesem Sinne hält Art. 131 Abs. 3 StPO 
einschränkend fest, dass das Gericht über die Adhäsionsklagen nur zu entscheiden 
hat, sofern es die Akten zur Beurteilung des Zivilpunktes als ausreichend erachtet. 
Ist dies der Fall, entscheidet das Gericht über fristgerecht eingereichte Adhäsions-
klagen ohne Rücksicht auf den Streitwert. Ist dies nicht der Fall, wird die Adhäsi-
onsklage an das ordentliche Gericht verwiesen. Art. 130 StPO stellt an die Form der 
Adhäsionsklage keine allzu hohen Anforderungen, doch ist die Klage lediglich aus 
Gründen der Prozessökonomie mit dem Strafverfahren verbunden und unterliegt im 
Übrigen grundsätzlich den Regeln der Zivilprozessordnung. Auch der Adhäsions-
kläger hat daher bei seiner Eingabe die elementaren zivilprozessualen Formerfor-
dernisse zu beachten. So ist die Adhäsionsklage gemäss Art. 130 Abs. 2 StPO frist-
gerecht bis spätestens am zwanzigsten Tage nach Eingang der Verfügung betref-
fend den Schluss der Untersuchung durch schriftlich formuliertes Begehren bei der 
Staatsanwaltschaft einzureichen. Zu jeder auf Ausrichtung einer Geldleistung ge-
richteten Adhäsionsklage gehört ein schriftlich formuliertes Begehren mit genauer 
Angabe der Forderungssumme. Der Kläger als Geschädigter hat zudem seine Par-
tei- und Prozessfähigkeit zu belegen. Schliesslich ist es im Grundsatz Sache der 
Parteien, dem Gericht den Tatbestand darzulegen und zu beweisen (vgl. grundsätz-
lich: Jürg Domenig, Die Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Diss. Zürich 
1990, S. 44 ff. und S. 79 ff.).

31

b. Im vorliegenden Verfahren wurden insgesamt 23 Adhäsionsklagen 
eingereicht. Im Rahmen seines Plädoyers nahm der amtliche Verteidiger zu den 
Klagen Stellung. Teilweise wurden diese anerkannt. Der Klageanerkennung kommt 
im Adhäsionsprozess die gleiche Wirkung zu wie im ordentlichen Zivilprozess und 
das Gericht kann davon Vormerk nehmen.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Begehren:

aa. Am 22. Dezember 2004 reichte Geschädigte 14, 16 u. 93 gegen X. 
eine Adhäsionsklage mit einem Gesamtforderungsbetrag von Fr. 2’008.-- ein (act. 
1.6.1.). Der Adhäsionskläger macht geltend, der Adhäsionsbeklagte habe ihm bei 
den Diebstählen von Januar, Februar und Dezember 2003 Fr. 508.--, Fr. 400.-- bzw. 
Fr. 1'100.-- entwendet (Delikte Nr. 14, 16 und 93 gemäss Anklageschrift). Die ein-
geklagte Forderung wurde vom Adhäsionsbeklagten anlässlich der Hauptverhand-
lung vor dem Kantonsgericht von Graubünden vom 25. April 2005 vollumfänglich 
anerkannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von Geschädigte 14, 16 u. 
93, im Betrag von Fr. 2’008.-- wird vom Gericht Vormerk genommen.

bb. Am 22. Dezember 2004 reichte Geschädigte 72, gegen X. eine Adhä-
sionsklage im Betrag von Fr. 1'046.-- ein (act. 1.6.2.). Die eingeforderte Summe 
bezieht sich auf den vom Adhäsionsbeklagten am 10. Juli 2003 begangenen Dieb-
stahl zum Nachteil der Geschädigten 72 (Delikt Nr. 72 gemäss Anklageschrift), bei 
dem nach Angaben der Adhäsionsklägerin Notengeld in Schweizer Franken im Be-
trag von Fr. 620.-- sowie Notengeld in Euro im Betrag von Fr. 426.-- entwendet 
wurde. X. anerkannte die Adhäsionsklage anlässlich der Hauptverhandlung im Be-
trag von Fr. 500.--. So hatte er auch im Rahmen des Strafverfahrens zugestanden, 
beim erwähnten Diebstahl Notengeld in Schweizer Franken für rund Fr. 500.-- ent-
wendet zu haben (act. 7.9 S. 8, 79.6). Von der Anerkennung der Adhäsionsklage 
der Geschädigten 72 im Betrag von Fr. 500.-- wird vom Gericht Vormerk genom-
men. Im Mehrbetrag erweist sich die Adhäsionsklage als nicht genügend substan-
ziert. Ein konkreter Nachweis, welcher Betrag entwendet wurde, fehlt. Zudem fällt 
auf, dass der Deliktsbetrag gemäss Polizeirapport vom 16. Juli 2003 (act. 79.1) mit 
insgesamt Fr. 850.-- angegeben wurde, dass aber gegenüber der Versicherung ein 
davon abweichender, höherer Schadensbetrag von Fr. 620.-- und Euro 300.-- (vgl. 
act. 79.5) geltend gemacht wird. In diesem Sinne ist aufgrund der Vorbringen der 
Adhäsionsklägerin der Bestand der geltend gemachten Forderung nicht nachgewie-
sen und eine abschliessende Beurteilung der Zivilforderung aufgrund der Aktenlage 

32

nicht möglich. Die Klage wird daher für den die anerkannte Summe von Fr. 500.-- 
überschreitenden Betrag auf den Zivilweg verwiesen.

cc. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2004, der G. übergeben am 27. De-
zember 2004, reichte Geschädigte 12 u. 15 gegen X. eine Adhäsionsklage im Be-
trag von Fr. 805.-- ein (act. 1.6.3). Die Forderung resultiert aus den Diebstählen des 
Adhäsionsbeklagten von Dezember 2002 und Februar 2003 im Ort 12 u. 15 (Delikte 
Nr. 12 und 15 gemäss Anklageschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die 
eingeklagte Forderung vom Adhäsionsbeklagten vollumfänglich anerkannt. Von der 
Anerkennung der Adhäsionsklage von der Geschädigten 12 u. 15, im Betrag von 
Fr. 805.-- wird vom Gericht Vormerk genommen.

dd. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2004, der G. übergeben am 27. De-
zember 2004, reichte Geschädigter 18 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem 
Forderungsbetrag von Fr. 800.-- ein (act. 1.6.4). Er macht geltend, der Adhäsions-
beklagte habe diesen Betrag beim Einschleichdiebstahl vom 7. Februar 2003 in das 
Geschäft des Geschädigten 18 (Delikt Nr. 18 gemäss Anklageschrift) entwendet. 
Der Adhäsionsbeklagte anerkannte die Klage anlässlich der Hauptverhandlung in 
der Höhe von Fr. 700.--. Dieser Betrag entspricht dem von ihm im Strafverfahren 
zugestandenen Deliktsbetrag (act. 7.9 S. 3 f., 25.3). Von der Anerkennung der Ad-
häsionsklage vom Geschädigten 18 im Betrag von Fr. 700.-- wird Vormerk genom-
men. Im Mehrbetrag erweist sich die Forderung vom Geschädigten 18 als nicht 
genügend substanziert, da es an einem konkreten Nachweis für den entwendeten 
Betrag und damit am Beweis der effektiven Höhe des Schadens fehlt. In diesem 
Sinne ist aufgrund der Vorbringen des Adhäsionsklägers der Bestand der geltend 
gemachten Forderung nicht nachgewiesen und eine abschliessende Beurteilung 
der Zivilforderung aufgrund der Aktenlage nicht möglich. Die Adhäsionsklage wird 
daher für den die anerkannte Summe von Fr. 700.-- überschreitenden Betrag auf 
den Zivilweg verwiesen.

ee. Am 23. Dezember 2004 reichte Geschädigter 56 eine Adhäsionsklage 
mit einem Forderungsbetrag von Fr. 1’800.-- ein (act. 1.6.5). Er macht geltend, X. 
habe diesen Betrag beim Einschleichdiebstahl vom 31. Mai 2003 in Ort 56 (Delikt 
Nr. 56 gemäss Anklageschrift) entwendet. Der Adhäsionsbeklagte anerkannte die 
Klage anlässlich der Hauptverhandlung im Betrag von Fr. 1’050.--. Dieser Betrag 
entspricht dem von ihm im Strafverfahren zugestandenen Deliktsbetrag (act. 63.3). 
Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 56 im Betrag von Fr. 
1’050.-- wird Vormerk genommen. Im Mehrbetrag erweist sich die Forderung vom 

33

Geschädigten 56 als ungenügend substanziert, da es an einem konkreten Nachweis 
für den entwendeten Betrag und damit am Beweis der effektiven Höhe des Scha-
dens fehlt. In diesem Sinne ist aufgrund der Vorbringen des Adhäsionsklägers der 
Bestand der geltend gemachten Forderung nicht nachgewiesen und eine abschlies-
sende Beurteilung der Zivilforderung aufgrund der Aktenlage nicht möglich. Die Ad-
häsionsklage wird daher für den die anerkannte Summe von Fr. 1’050.-- überschrei-
tenden Betrag auf den Zivilweg verwiesen.

ff. Am 23. Dezember 2004 reichte die Geschädigte 25, 47, 95, 101 u. 
102, vertreten durch RA, gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem Gesamtforde-
rungsbetrag von Fr. 3'140.-- ein (act. 1.6.6). Die Forderung resultiert aus den 
Diebstählen von März und Mai 2003 sowie von Januar und Februar 2004 in Ort 25, 
47, 95, 101 u. 102 (Delikte Nr. 25, 47, 95, 101 und 102 gemäss Anklageschrift). 
Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die eingeklagte Forderung vom Adhäsions-
beklagten vollumfänglich anerkannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der 
Geschädigten 25, 47, 95, 101 u. 102 im Betrag von Fr. 3’140.-- wird vom Gericht 
Vormerk genommen.

gg. Am 27. Dezember 2004 reichte Geschädigter 19 gegen X. eine Adhä-
sionsklage mit einem Forderungsbetrag von Fr. 700.-- ein (act. 1.6.7). Die Forde-
rung resultiert aus dem Diebstahl vom 10. Februar 2003 zum Nachteil von Geschä-
digter 19 (Delikt Nr. 19 gemäss Anklageschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung 
wurde die Forderung vom Adhäsionsbeklagten vollumfänglich anerkannt. Von der 
Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 19 im Betrag von Fr. 700.-- 
wird vom Gericht Vormerk genommen.

hh. Am 27. Dezember 2004 reichten Geschädigte 35 gegen X. eine Adhä-
sionsklage mit einem Forderungsbetrag von Fr. 500.-- ein (act. 1.6.8). Die Forde-
rung resultiert aus dem Diebstahl von April oder Juni 2003 im Ort 35 (Delikt Nr. 35 
gemäss Anklageschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die Forderung 
vom Adhäsionsbeklagten vollumfänglich anerkannt. Von der Anerkennung der Ad-
häsionsklage von den Geschädigten im Betrag von Fr. 500.-- wird vom Gericht Vor-
merk genommen.

ii. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2004, der G. übergeben am 28. De-
zember 2004, reichte Geschädigter 79 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem 
Forderungsbetrag von Fr. 700.-- ein (act. 1.6.9). Die Forderung resultiert aus dem 
Einschleichdiebstahl von September oder Oktober 2003 im Ort 79 (Delikt Nr. 79 

34

gemäss Anklageschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die Forderung 
vom Adhäsionsbeklagten vollumfänglich anerkannt. Von der Anerkennung der Ad-
häsionsklage vom Geschädigten 79 im Betrag von Fr. 700.-- wird vom Gericht Vor-
merk genommen.

jj. Am 28. Dezember 2004 reichte Geschädigter 91 gegen X. eine Adhä-
sionsklage mit einem Forderungsbetrag von Fr. 925.-- ein (act. 1.6.10). Die Forde-
rung resultiert aus dem Einschleichdiebstahl von November 2003 in das Ort 91 (De-
likt Nr. 91 gemäss Anklageschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die For-
derung vom Adhäsionsbeklagten vollumfänglich anerkannt. Von der Anerkennung 
der Adhäsionsklage vom Geschädigten im Betrag von Fr. 925.-- wird vom Gericht 
Vormerk genommen.

kk. Am 29. Dezember 2004 reichte Geschädigter 58 gegen X. eine Adhä-
sionsklage mit einem Forderungsbetrag von Fr. 600.-- ein (act. 1.6.11). Er macht 
geltend, X. habe diesen Betrag beim Einschleichdiebstahl vom 1. Juli 2003 in Ort 
58 (Delikt Nr. 58 gemäss Anklageschrift) entwendet. Der Adhäsionsbeklagte aner-
kannte die Klage anlässlich der Hauptverhandlung in der Höhe von Fr. 400.--. Die-
ser Betrag entspricht dem von ihm im Strafverfahren zugestandenen Deliktsbetrag 
(vgl. act. 7.9 S. 6, 65.3). Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschä-
digten 58 im Betrag von Fr. 400.-- wird Vormerk genommen. Im Mehrbetrag erweist 
sich die Forderung des Adhäsionsklägers als ungenügend substanziert, da es an 
einem Nachweis für den entwendeten Betrag und damit am Beweis der effektiven 
Höhe des Schadens fehlt. Es fällt sodann auf, dass der Geschädigte den Deliktsbe-
trag in der polizeilichen Befragung vom 31. August 2004 (act. 65.4) selbst mit Fr. 
400.-- angegeben hatte. In diesem Sinne ist aufgrund der Vorbringen des Adhäsi-
onsklägers der Bestand der geltend gemachten Forderung nicht nachgewiesen und 
eine abschliessende Beurteilung der Zivilforderung aufgrund der Aktenlage nicht 
möglich. Die Adhäsionsklage wird daher für den die anerkannte Summe von Fr. 
400.-- überschreitenden Betrag auf den Zivilweg verwiesen.

ll. Mit Eingabe vom 29. Dezember 2004, der G. übergeben am 30. De-
zember 2004, reichte die Geschädigte 82, 83 u. 86, gegen X. eine Adhäsionsklage 
mit einem Gesamtforderungsbetrag von Fr. 1’200.-- ein (act. 1.6.12). Die Forderung 
resultiert aus den Diebstählen von September und Oktober 2003 in den Geschenk-
laden Ort 82, 83 u. 86 (Delikte Nr. 82, 83 und 86 gemäss Anklageschrift). Anlässlich 
der Hauptverhandlung wurde die Forderung vom Adhäsionsbeklagten vollumfäng-

35

lich anerkannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Geschädigten 82, 83 
u. 86 im Betrag von Fr. 1’200.-- wird vom Gericht Vormerk genommen.

mm. Mit Eingabe vom 29. Dezember 2004, der G. übergeben am 30. De-
zember 2004, reichte Geschädigter 94 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem 
Forderungsbetrag von Fr. 300.-- ein (act. 1.6.13). Die Forderung resultiert aus dem 
Einschleichdiebstahl vom 19. Dezember 2003 in Ort 94 (Delikt Nr. 94 gemäss An-
klageschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die Forderung vom Adhäsi-
onsbeklagten vollumfänglich anerkannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage 
vom Geschädigten 94 im Betrag von Fr. 300.-- wird vom Gericht Vormerk genom-
men.

nn. Mit Eingabe vom 2. Januar 2005, der G. übergeben am 4. Januar 
2005, reichte die Geschädigte 60 eine Adhäsionsklage mit einem Forderungsbetrag 
von Fr. 1’100.-- ein (act. 1.6.14). Es wird geltend gemacht, X. habe beim 
Einschleichdiebstahl vom 17. Juni 2003 in Ort 60 Fr. 1'000.-- entwendet (Delikt Nr. 
60 gemäss Anklageschrift). Darüber hinaus wird eine Umtriebsentschädigung von 
Fr. 100.-- gefordert. Der Adhäsionsbeklagte anerkannte die Klage anlässlich der 
Hauptverhandlung in der Höhe von Fr. 900.--. Dieser Betrag entspricht dem von ihm 
im Strafverfahren zugestandenen Deliktsbetrag (vgl. act. 67.6). Von der Anerken-
nung der Adhäsionsklage der Geschädigten 60 im Betrag von Fr. 900.-- wird Vor-
merk genommen. Im Mehrbetrag erweist sich die Forderung der Adhäsionsklägerin 
als ungenügend substanziert, da es an einem Nachweis für den entwendeten Be-
trag sowie für die entstandenen Umtriebe und damit am Beweis der effektiven Scha-
denshöhe fehlt. In diesem Sinne ist aufgrund der Vorbringen der Adhäsionsklägerin 
der Bestand der geltend gemachten Forderung nicht nachgewiesen und eine ab-
schliessende Beurteilung der Zivilforderung aufgrund der Aktenlage nicht möglich. 
Die Adhäsionsklage wird daher für den die anerkannte Summe von Fr. 900.-- über-
schreitenden Betrag auf den Zivilweg verwiesen.

oo. Mit Eingabe vom 3. Januar 2005, der G. übergeben am 4. Januar 
2005, reichte Geschädigte 46 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem Forderungs-
betrag von Fr. 1’080.-- ein (act. 1.6.15). Es wird geltend gemacht, X. habe beim 
Einschleichdiebstahl vom 29. April 2003 in Ort 46 Fr. 1'080.-- entwendet (Delikt Nr. 
46 gemäss Anklageschrift). Der Adhäsionsbeklagte anerkannte die Klage anlässlich 
der Hauptverhandlung in der Höhe von Fr. 1’000.--. Dieser Betrag entspricht dem 
von ihm im Strafverfahren zugestandenen Deliktsbetrag (vgl. act. 53.4). Von der 
Anerkennung der Adhäsionsklage von der Geschädigten 46 im Betrag von Fr. 

36

1’000.-- wird somit Vormerk genommen. Im Mehrbetrag erweist sich die Forderung 
der Adhäsionsklägerin als ungenügend substanziert, da es an einem konkreten 
Nachweis für den entwendeten Betrag und damit am Beweis der effektiven Scha-
denshöhe fehlt. Insbesondere befindet sich die als Beweismittel genannte Kassen-
abrechnung vom 29. April 2003 nicht bei den Akten. In diesem Sinne ist aufgrund 
der Vorbringen der Adhäsionsklägerin der Bestand der geltend gemachten Forde-
rung nicht nachgewiesen und eine abschliessende Beurteilung der Zivilforderung 
aufgrund der Aktenlage nicht möglich. Die Adhäsionsklage wird daher für den die 
anerkannte Summe von Fr. 1’000.-- überschreitenden Betrag auf den Zivilweg ver-
wiesen.

pp. Am 4. Januar 2005 reichte Geschädigter 55 eine Adhäsionsklage mit 
einem Forderungsbetrag von Fr. 700.-- ein (act. 1.6.16). Es wird geltend gemacht, 
X. habe der Adhäsionsklägerin diesen Betrag im Mai 2003 aus der Mitarbeitergarde-
robe des Z. entwendet (Delikt Nr. 55 gemäss Anklageschrift). Anlässlich der Haupt-
verhandlung wurde die Forderung vom Adhäsionsbeklagten vollumfänglich aner-
kannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von der Geschädigten 55 im Be-
trag von Fr. 700.-- wird vom Gericht Vormerk genommen.

qq. Mit Eingabe vom 5. Januar 2005, der G. übergeben am 6. Januar 
2005, reichten die Geschädigten 24 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem For-
derungsbetrag von Fr. 1’050.-- ein (act. 1.6.17). Die Forderung resultiert aus dem 
Einschleichdiebstahl vom 23. Februar 2003 in Ort 24 (Delikt Nr. 24 gemäss Ankla-
geschrift). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde die Forderung vom Adhäsions-
beklagten vollumfänglich anerkannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von 
den Geschädigten 24 im Betrag von Fr. 1’050.-- wird vom Gericht Vormerk genom-
men.

rr. Mit Eingabe vom 7. Januar 2005, der G. übergeben am 10. Januar 
2005, reichte die Geschädigte 64 eine Adhäsionsklage mit einem Forderungsbetrag 
von Fr. 1’300.-- ein (act. 1.6.18). Die Forderung resultiert aus dem Einschleichdieb-
stahl vom 27. Juni 2003 in Ort 64 (Delikt Nr. 64 gemäss Anklageschrift). Anlässlich 
der Hauptverhandlung wurde die Forderung vom Adhäsionsbeklagten vollumfäng-
lich anerkannt. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Geschädigten 64 im 
Betrag von Fr. 1’300.-- wird vom Gericht Vormerk genommen.

ss. Am 10. Januar 2005 reichte die Geschädigte 20 eine Adhäsionsklage 
mit einem Forderungsbetrag von Fr. 4'396.-- ein (act. 1.6.19). Sie macht Schadener-

37

satz geltend aus dem Einbruchdiebstahl vom 11. Februar 2003 in Ort 20 (Delikt Nr. 
20 gemäss Anklageschrift). Das Geltendmachen einer zivilrechtlichen Forderung ist 
nach Art. 130 Abs. 1 StPO dem Geschädigten vorbehalten, es sei denn, dieser habe 
seine Forderung rechtsgültig abgetreten. Vorliegend handelt es sich bei der Adhä-
sionsklägerin, der Geschädigten 20, nicht um die Geschädigte, nämlich die Y.. Eine 
Forderungsabtretung liegt nicht vor. Unter diesen Umständen ist die Aktivlegitima-
tion der Geschädigten 20 zur Geltendmachung des der Y. entstandenen Schadens 
zu verneinen. Entsprechend ist die Adhäsionsklage abzuweisen.

tt. Mit Eingabe vom 9. Januar 2005, der G. übergeben am 10. Januar 
2005, reichte V. gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem Gesamtforderungsbetrag 
von Fr. 1’840.-- ein (act. 1.6.20). Es wird geltend gemacht, X. habe beim Diebstahl 
vom 4. Juli 2003 in der Eisenwaren Anstalt V. in W. aus der Registrierkasse Bargeld 
im Betrag von Fr. 1'340.-- entwendet und durch die Beschädigung der Storen einen 
Sachschaden in der Höhe von Fr. 500.-- verursacht (Delikt Nr. 67 gemäss Anklage-
schrift). Der Adhäsionsbeklagte machte anlässlich der Hauptverhandlung geltend, 
aufgrund des Eingangsstempels der Staatsanwaltschaft, der vom 12. Januar 2005 
datiere, sei die Frist für die Einreichung der Adhäsionsklage vermutungsweise nicht 
eingehalten worden, weshalb beantragt werde, auf die Klage nicht einzutreten. Im 
Eventualbegehren anerkannte der Adhäsionsbeklagte einen Betrag von Fr. 500.--. 
Dieser Betrag entspricht dem von ihm im Strafverfahren zugestandenen Deliktsbe-
trag (vgl. act. 74.3 und 74.4).

Die 20-tägige Frist zur Einreichung einer Adhäsionsklage beginnt gemäss 
Art. 130 Abs. 2 StPO mit dem Eingang der Schlussverfügung, das heisst mit deren 
Inempfangnahme durch den Geschädigten, zu laufen. Vorliegend erging die 
Schlussverfügung am 20. Dezember 2004. Sie ist den Geschädigten daher frühes-
tens am 21. Dezember 2004 zugegangen. In diesem Fall wäre die Adhäsionsklage 
spätestens am 10. Januar 2005 der Schweizerischen G. zu übergeben gewesen. 
Dem Poststempel des Couverts, mit dem die Adhäsionsklage eingereicht wurde, 
lässt sich entnehmen, dass die vorliegende Klage am 10. Januar 2005 und damit 
fristgerecht der G. übergeben wurde. In diesem Sinn ist auf die Adhäsionsklage 
ohne weiteres einzutreten. Da X. für diesen Fall einen Forderungsbetrag von Fr. 
500.-- anerkannte, nimmt das Kantonsgericht von der Anerkennung der Adhäsions-
klage von V. im Betrag von Fr. 500.-- Vormerk. Im Mehrbetrag erweist sich die For-
derung des Adhäsionsklägers als ungenügend substanziert, da es sowohl an einem 
Beweis für den effektiv entwendeten Betrag wie auch am Beweis für den entstan-
denen Sachschaden fehlt (vgl. auch Erw. 2.b.cc. S. 19 f.). In diesem Sinne ist auf-

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grund der Vorbringen des Adhäsionsklägers der Bestand der geltend gemachten 
Forderung nicht nachgewiesen und eine abschliessende Beurteilung der Zivilforde-
rung aufgrund der Aktenlage nicht möglich. Die Adhäsionsklage wird daher für den 
die anerkannte Summe von Fr. 500.-- überschreitenden Betrag auf den Zivilweg 
verwiesen. 

uu. Mit Eingabe vom 10. Januar 2005, der G. übergeben am 11. Januar 
2005, reichte die Geschädigte 68 eine Adhäsionsklage mit einem Forderungsbetrag 
von Fr. 700.-- ein (act. 1.6.21). Die Forderung resultiert aus dem Einschleichdieb-
stahl vom 5. Juli 2003 in Ort 68 (Delikt Nr. 68 gemäss Anklageschrift). Der Adhäsi-
onsbeklagte beantragte anlässlich der Hauptverhandlung, auf die Adhäsionsklage 
sei infolge verspäteter Klageeinreichung nicht einzutreten. Im Eventualbegehren 
anerkannte er einen Forderungsbetrag von Fr. 600.--. Dieser Betrag entspricht dem 
von ihm im Strafverfahren zugestandenen Deliktsbetrag (vgl. act. 7.9 S. 8, 75.5).

Wie bereits bei der vorangehenden Adhäsionsklage festgestellt, ist die vom 
20. Dezember 2004 datierende Schlussverfügung den Geschädigten frühestens am 
21. Dezember 2004 zugegangen und hätte eine entsprechende Adhäsionsklage 
diesfalls spätestens am 10. Januar 2005 der Schweizerischen G. übergeben wer-
den müssen. Allerdings kann es nach der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus 
vorkommen, dass eine eingeschriebene Postsendung dem Empfänger nicht bereits 
an dem auf die Aufgabe folgenden Tag zugeht, sei es, dass der Empfänger nicht zu 
Hause angetroffen wird und die Sendung erst an einem späteren Tag innerhalb der 
siebentägigen Abholfrist in Empfang nimmt oder dass sich die Auslieferung der 
Postsendung verzögert, wobei im vorliegenden Fall insbesondere ein erhöhtes 
Postaufkommen während der Weihnachtstage in Betracht zu ziehen ist. In casu 
wurde die Adhäsionsklage am 11. Januar 2005, also 21 Tage nach der frühestmög-
lichen Kenntnisnahme der Schlussverfügung, der G. übergeben. Unter den erwähn-
ten Umständen erachtet das Kantonsgericht damit die Frist für die Einreichung einer 
Adhäsionsklage als gewahrt und es ist auf die Klage einzutreten. Da X. für diesen 
Fall einen Forderungsbetrag von Fr. 600.-- anerkennt, nimmt das Kantonsgericht 
von der Anerkennung der Adhäsionsklage der AC. im Betrag von Fr. 600.-- Vor-
merk. Im Mehrbetrag erweist sich die Forderung des Adhäsionsklägers als ungenü-
gend substanziert, da es an einem Nachweis für den entwendeten Betrag und damit 
am Beweis der effektiven Schadenshöhe fehlt. In diesem Sinne ist aufgrund der 
Vorbringen des Adhäsionsklägers der Bestand der geltend gemachten Forderung 
nicht nachgewiesen und eine abschliessende Beurteilung der Zivilforderung auf-
grund der Aktenlage nicht möglich. Die Adhäsionsklage wird daher für den die an-

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erkannte Summe von Fr. 600.-- überschreitenden Betrag auf den Zivilweg verwie-
sen.

vv. Mit Eingabe vom 8. Januar 2005, der G. übergeben am 12. Januar 
2005, reichte Geschädigter 77 u. 88 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem Ge-
samtforderungsbetrag von Fr. 600.-- ein (act. 1.6.22). Die Forderung resultiert aus 
den Diebstählen von August und November 2003 in die Ort 77 u. 88 (Delikte Nr. 77 
und 88 gemäss Anklageschrift). Der Adhäsionsbeklagte beantragte anlässlich der 
Hauptverhandlung, auf die Adhäsionsklage sei infolge verspäteter Klageeinrei-
chung nicht einzutreten. Im Eventualbegehren anerkannte er den Forderungsbetrag 
von Fr. 600.--. 

Im Hinblick auf die Wahrung der Klagefrist wurde bereits bei der Behandlung 
der vorangehenden Adhäsionsklage ausgeführt, dass nach der allgemeinen Le-
benserfahrung nicht auszuschliessen ist, dass eine eingeschriebene Postsendung 
nicht am Folgetag der Aufgabe, sondern erst einige Tage später in Empfang ge-
nommen wird. Im vorliegenden Fall wurde die Adhäsionsklage am 12. Januar 2005, 
also 22 Tage nach der frühestmöglichen Inempfangnahme der Schlussverfügung, 
der G. übergeben. Das Kantonsgericht erachtet auch in diesem Fall die Frist für die 
Einreichung der Adhäsionsklage als gewahrt und es ist auf die Klage einzutreten. 
Da X. für den Fall des Eintretens auf die Klage den Forderungsbetrag von Fr. 600.-- 
vollumfänglich anerkennt, nimmt das Kantonsgericht von der Anerkennung der Ad-
häsionsklage vom Geschädigten 66 u. 88 im Betrag von Fr. 600.-- Vormerk.

ww. Mit Eingabe vom 10. Januar 2005, der G. übergeben am 16. Januar 
2005, reichte der Geschädigte 17 gegen X. eine Adhäsionsklage mit einem Forde-
rungsbetrag von Fr. 800.-- ein (act. 1.6.23). Die Forderung resultiert aus dem Ein-
schleichdiebstahl von Februar oder März 2003 in Ort 17 (Delikt Nr. 17 gemäss An-
klageschrift). Der Adhäsionsbeklagte beantragte anlässlich der Hauptverhandlung, 
auf die Adhäsionsklage sei infolge verspäteter Klageeinreichung nicht einzutreten. 
Im Eventualbegehren beantragte er die Abweisung der Klage mangels Aktivlegiti-
mation. Subeventualiter wurde vom Adhäsionsbeklagten ein Forderungsbetrag von 
Fr. 500.-- anerkannt.

Das Kantonsgericht erachtet in diesem Fall die Frist zur Einreichung der Ad-
häsionsklage als nicht gewahrt. Aus einer sich in den Akten befindenden Aktennotiz 
geht hervor, dass die Schlussverfügung vom Geschädigten 17 beziehungsweise 
von der Besitzerin des Z., am 21. Dezember 2004 in Empfang genommen wurde. 

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Die Frist zur Klageeinreichung lief daher am 10. Januar 2005 ab, so dass sich die 
Eingabe vom 16. Januar 2005 als klar verspätet erweist. Aus diesem Grund wird 
auf die Adhäsionsklage des Geschädigten 17 vom 10. Januar 2005 nicht eingetre-
ten. Selbst bei Eintreten auf die Klage wäre diese wohl abzuweisen gewesen, da 
durch den Diebstahl offenbar die Besitzerin des Restaurants Z. und nicht der Ge-
schädigte 17 geschädigt wurde und dem Letzteren damit die Aktivlegitimation zur 
adhäsionsweisen Geltendmachung des Schadens fehlt.

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden, die Gerichtsgebühr sowie das Honorar der 
amtlichen Verteidigung gestützt auf Art. 158 Abs. 1 StPO zu Lasten des Verurteilten. 
Dieser hat nach Art. 354 Abs. 3 StGB auch die Rechtshilfekosten zu tragen. Die 
Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft sowie des Strafvollzugs 
trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 
StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 
StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und 
des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

2. Dafür wird er, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafmandat des Kreisprä-
sidenten Surses vom 11. November 2003, mit 17 ½ Monaten Gefängnis be-
straft, abzüglich der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 15 Ta-
gen.

Der Vollzug der Strafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit 
von vier Jahren.

3. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Surses vom 11. November 2003 
gewährte bedingte Strafvollzug wird widerrufen; die Strafe von 14 Tagen Ge-
fängnis ist zu vollziehen.

4. Der mit Beschlagnahmeverfügung vom 8. März 2004 sichergestellte Betrag 
von Fr. 110'281.40 wird im Umfang von Fr. 77'005.60 gestützt auf Art. 59 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen. 
Der darüber hinausgehende Betrag wird mit den Verfahrenskosten gemäss 
Ziff. 6 hiernach verrechnet und ein allfälliger Überschuss dem Verurteilten 
erstattet.

5. Adhäsionsklagen:

a. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 14, 16 u. 93, 
im Betrag von Fr. 2’008.-- wird Vormerk genommen.

b. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Geschädigten 72 im Betrag 
von Fr. 500.-- wird Vormerk genommen. Im Übrigen wird die Klage auf den 
Zivilweg verwiesen.

c. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 12 u. 15, im 
Betrag von Fr. 805.-- wird Vormerk genommen.

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d. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 18 im Betrag 
von Fr. 700.-- wird Vormerk genommen. Im Übrigen wird die Klage auf den 
Zivilweg verwiesen.

e. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 56 im Betrag 
von Fr. 1’050.-- wird Vormerk genommen. Im Übrigen wird die Klage auf den 
Zivilweg verwiesen.

f. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Geschädigten 25, 47, 95, 101 
u. 102 im Betrag von Fr. 3’140.-- wird Vormerk genommen. 

g. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 19 im Betrag 
von Fr. 700.-- wird Vormerk genommen.

h. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von den Geschädigten 35 im Be-
trag von Fr. 500.-- wird Vormerk genommen.

i. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 79 im Betrag 
von Fr. 700.-- wird Vormerk genommen.

j. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 91 im Betrag 
von Fr. 925.-- wird Vormerk genommen.

k. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 58 im Betrag 
von Fr. 400.-- wird Vormerk genommen. Im Übrigen wird die Klage auf den 
Zivilweg verwiesen.

l. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Geschädigten 82, 83 u. 86 im 
Betrag von Fr. 1’200.-- wird Vormerk genommen.

m. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage vom Geschädigten 94 im Betrag 
von Fr. 300.-- wird Vormerk genommen.

n. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Geschädigten 6