# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e153370-9b75-556a-b803-0a7cef484d66
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 05.03.2025 VBE.2024.366
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-366_2025-03-05.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2024.366 / ss / bs 
Art. 27 

 

 

Urteil vom 5. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Siegenthaler  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

gesetzlich vertreten durch seine Eltern B._____ und C._____ 

diese vertreten durch lic. iur. Daniel Altermatt, Rechtsanwalt,  

Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach, 4143 Dornach 

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein; medizinische 

Massnahmen (Verfügung vom 30. Mai 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 2017 geborene Beschwerdeführer wurde von seinen Eltern am 2. Juni 

2021 unter Angabe einer Autismus-Spektrum-Störung bei der Beschwer-

degegnerin zum Bezug von Leistungen (medizinische Massnahmen für 

Minderjährige) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) angemel-

det. Am 31. Januar 2022 anerkannte diese nach entsprechenden medizini-

schen Abklärungen das Vorliegen des Geburtsgebrechens Ziffer 405 (Au-

tismus-Spektrum-Störungen) des Anhangs zur Verordnung des EDI 

über Geburtsgebrechen (GgV-EDI-Anhang) und erteilte Kostengutsprache 

für entsprechende medizinische Massnahmen. Zudem sprach sie dem Be-

schwerdeführer auf dessen entsprechendes Gesuch hin am 3. Mai 2022 

eine Hilflosenentschädigung für Minderjährige aufgrund mittlerer Hilflosig-

keit und einen Intensivpflegezuschlag für einen Betreuungsaufwand von 

mindestens vier Stunden pro Tag zu. 

 

1.2. 

Am 23. August 2023 beantragten die Eltern des Beschwerdeführers die 

Übernahme der Kosten für Inkontinenzmaterial (Windeln) in Zusammen-

hang mit dem besagten Geburtsgebrechen durch die Beschwerdegegne-

rin. Diese stellte dem Beschwerdeführer nach Rücksprache mit dem inter-

nen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) mit Vorbescheid vom 1. Februar 

2024 die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nachdem der 

Beschwerdeführer dagegen Einwände erhobenen hatte, entschied die Be-

schwerdegegnerin nach neuerlicher Rücksprache mit dem RAD mit Verfü-

gung vom 30. Mai 2024 ihrem Vorbescheid entsprechend.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 1. Juli 2024 frist-

gerecht Beschwerde und beantragte Folgendes: 

 

"1. Es sei die Verfügung vom 30.05.2024 aufzuheben und es sei die Be-
schwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer medizini-
sche Massnahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Verfügung vom 
30.05.2024 aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerdegegne-
rin zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 6. August 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit Replik vom 21. November 2024 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren fest. 

 

2.4. 

Am 17. Februar 2025 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von 

Dr. med. D._____, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psy-

chotherapie, vom 6. Februar 2025 betreffend den Bedarf von Einlagen bzw. 

Windeln ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Verweigerung der Übernahme 

der Kosten des Inkontinenzmaterials damit, dass die Inkontinenz Folge ei-

ner beim Beschwerdeführer bestehenden globalen Entwicklungsstörung 

sei und in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum vorhandenen 

Geburtsgebrechen stehe (Vernehmlassungsbeilage [VB] 79 S. 1). Der Be-

schwerdeführer stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass er aufgrund 

der Autismus-Spektrum-Störung auf Windeln angewiesen sei und die Be-

schwerdegegnerin daher für die entsprechenden Kosten aufzukommen 

habe (vgl. Beschwerde S. 4 und Schreiben vom 17. Februar 2025). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfü-

gung vom 30. Mai 2024 (VB 79) das Gesuch um Kostengutsprache für In-

kontinenzmaterial im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Zif-

fer 405 zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

2.1. 

Versicherte haben gemäss Art. 13 Abs. 1 IVG bis zum vollendeten 20. Al-

tersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 

Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Bundesrat 

bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. 

Er kann Leistungen ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger 

Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG; vgl. auch Art. 3 IVV). Als Geburtsgebre-

chen gilt jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizini-

sche Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit 

zur Folge hat, sofern die Beeinträchtigung bereits bei vollendeter Geburt 

besteht (Art. 3 Abs. 1 und 2 ATSG). 

 

 - 4 - 

 

 

2.2.  

Praxisgemäss erstreckt sich der Anspruch auf medizinische Massnahmen 

ausnahmsweise auch auf die Behandlung sekundärer Gesundheitsschä-

den, die zwar nicht mehr zum Symptomenkreis des Geburtsgebrechens 

gehören, aber nach medizinischer Erfahrung häufig bzw. fast zwangsläufig 

die Folge dieses Gebrechens sind. Zwischen dem Geburtsgebrechen und 

dem sekundären Leiden muss demnach ein qualifizierter adäquater Kau-

salzusammenhang bestehen. Nur wenn im Einzelfall dieser qualifizierte ur-

sächliche Zusammenhang zwischen sekundärem Gesundheitsschaden 

und Geburtsgebrechen gegeben ist und sich die Behandlung überdies als 

notwendig erweist, hat die Invalidenversicherung im Rahmen des Art. 13 

IVG für die medizinischen Massnahmen aufzukommen (Urteile des Bun-

desgerichts 8C_203/2018 vom 9. Oktober 2018 E. 5.2; 9C_842/2016 vom 

27. April 2017 E. 6.1 und E. 6.2.5. mit Hinweisen; BGE 129 V 207 E. 3.3 

S. 209; 100 V 41). An die Erfüllung der Voraussetzungen des rechtserheb-

lichen Kausalzusammenhangs sind strenge Anforderungen zu stellen (Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_203/2018 vom 9. Oktober 2018 E. 5.2; 

8C_494/2010 vom 25. November 2010 E. 3.1). 

 

3. 

3.1. 

Nach Lage der Akten steht fest und ist unbestritten, dass beim Beschwer-

deführer das Geburtsgebrechen einer Autismus-Spektrum-Störung (Zif-

fer 405 GgV-EDI-Anhang) vorliegt (VB 23 S. 2; 24). Zudem geht aus den 

Akten hervor, dass der Beschwerdeführer, der im Zeitpunkt des Erlasses 

der angefochtenen Verfügung sieben Jahre und knapp drei Monate alt war, 

inkontinent ist und deshalb Windeln trägt (VB 61 S. 8; vgl. 48). 

 

3.2. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung im 

Wesentlichen auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. med. E._____, 

Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, vom 

30. Dezember 2023 (VB 57) und 23. April 2024 (VB 73). Diese hielt darin 

hinsichtlich der Frage des Vorliegens eines Kausalzusammenhangs zwi-

schen dem Geburtsgebrechen und der Inkontinenz fest, dass der Bericht 

des Spitals F._____, Fachstelle Autismus, vom 13. April 2022 (VB 34) er-

neut deutlich mache, dass der Beschwerdeführer an einer globalen Ent-

wicklungsstörung leide. Die im besagten Bericht erwähnten Verhaltenswei-

sen und Einschränkungen, wie die nahezu nicht vorhandene Sprache, das 

Sich-Einschmieren mit Kot oder die Selbst- und Fremdverletzungen, wür-

den am ehesten bei Kindern mit einer globalen Entwicklungsstörung beo-

bachtet. Die bescheinigte totale Inkontinenz (vgl. VB 48) werde medizinisch 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in direkten Kausalzusammenhang 

mit der globalen Entwicklungsstörung und nicht mit dem Geburtsgebrechen 

Ziffer 405 gebracht (VB 57 S. 2). Die bei einer Autismus-Spektrum-Störung 

beeinträchtigten Kernbereiche (Kommunikation, soziale Interaktion und 

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stereotype Verhaltensweisen) seien nicht primär ursächlich für eine Inkon-

tinenz. Entsprechend werde diese auch im ICD-10 nicht der Autismus-

Spektrum-Störung zugeordnet. Die Tatsache, dass Inkontinenz auch bei 

einer Autismus-Spektrum-Störung vorkomme, mache die Autismus-Spekt-

rum-Störung nicht automatisch zur deren Ursache (VB 73 S. 2). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 
4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger allein nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1 mit Hinweis). 

Entscheidend ist insbesondere, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer 

persönlicher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische 

Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterla-

gen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

 - 6 - 

 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen mit Verweis auf die Stellung-

nahmen seiner behandelnden Ärzte Dr. med. G._____, Facharzt für Kin-

der- und Jugendmedizin, vom 8. Februar 2024 (VB 64) und 

Dr. med. D._____ vom 6. Februar 2025 (Beilage zur Eingabe vom 17. Feb-

ruar 2025) vor, die Inkontinenz sei durch seine Autismus-Spektrum-Störung 

begründet (Beschwerde, Ziff. II. 6 und 8 f.; Schreiben vom 17. Februar 

2025). 

 

5.2. 

Die RAD-Ärztin Dr. med. E._____ verneinte einen (adäquaten) Kausalzu-

sammenhang zwischen der Inkontinenz des Beschwerdeführers und der 

Autismus-Spektrum-Störung mit der Begründung, dass die Inkontinenz am 

ehesten der globalen Entwicklungsstörung zuzuordnen sei, an welcher der 

Beschwerdeführer ebenfalls leide, und nicht in die bei einer Autismus-

Spektrum-Störung beeinträchtigten Kernbereiche falle (E. 3.2. hiervor). 

 

Die Leistungspflicht der Invalidenversicherung beschränkt sich aber nicht 

nur auf die Behandlung von Gesundheitsschäden, die zum Symptomkreis 

des Geburtsgebrechens gehören, sondern sie umfasst auch solche, die 

nach medizinischer Erfahrung Folge davon sind, falls zwischen diesen se-

kundären Folgen und dem Geburtsgebrechen ein qualifizierter adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (vgl. E. 2.2. hiervor). Mit der Frage, ob die 

Inkontinenz des Beschwerdeführers im konkreten Fall in einem derartigen 

ursächlichen Zusammenhang zur Autismus-Spektrum-Störung steht, 

setzte sich die RAD-Ärztin Dr. med. E._____ nicht fundiert auseinander. 

Wie das hiesige Versicherungsgericht bereits im vom Beschwerdeführer 

erwähnten Urteil VBE.2020.194 vom 10. September 2020 festhielt, können 

Autismus-Spektrum-Störungen grundsätzlich durchaus Ursache der Inkon-

tinenz eines Kindes sein, das – wie der Beschwerdeführer – in einem Alter 

ist, in welchem ein gesundes Kind keine Windeln mehr benötigt. Anders als 

im dort zu beurteilenden Sachverhalt fehlte es vorliegend jedoch im Zeit-

punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung an spezialärztlichen Be-

richten, in welchen zur Frage der Kausalität der Autismus-Spektrum-Stö-

rung für die Inkontinenz Stellung genommen wurde. In den Berichten des 

Kinderspitals G._____, Neurologie, vom 4. November 2020 und vom 

15. Juni 2021 (VB 13 S. 10 ff.; 21 S. 2 ff.), des Kinderpsychiaters 

Dr. med. D._____ vom 15. April 2024 (VB 75 S. 6) und des Spitals 

F._____, Fachstelle Autismus, vom 9. Juni und 8. Juli 2021 sowie vom 

13. April 2022 (VB 13 S. 5 ff.; 15 S. 2 ff.; 34) blieb die Inkontinenz, welche 

allerdings anfangs auch noch altersentsprechend war, durchwegs uner-

wähnt. Aus dieser Nichterwähnung kann aber nicht ohne Weiteres ge-

schlossen werden, dass die Inkontinenz des Beschwerdeführers – anders 

als vom behandelnden Kinderarzt Dr. med. G._____ (indes ohne dies zu 

begründen) angenommen (vgl. VB 48; 64 S. 2) – nicht durch die Autismus-

 - 7 - 

 

 

Spektrum-Störung (mit-)verursacht wird. Dies gilt umso mehr, als der be-

handelnde Kinderpsychiater Dr. med. D._____ im vom Beschwerdeführer 

(erst) im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 6. Februar 2025 

festhielt, dass der Beschwerdeführer aufgrund des (ausschliesslich) diag-

nostizierten atypischen Autismus ausserstande sei, eine Toilette zu benüt-

zen, und nach wie vor auf Windeln angewiesen sei. Dies erklärte er damit, 

dass Toiletten bei Kindern mit schwerem Autismus – generell – starke Ge-

fühle von Ekel auslösen könnten, aufgrund von durch den Autismus be-

gründeten Kommunikationsschwierigkeiten das Erlernen des Toiletten-

gangs und das Signalisieren des entsprechenden Bedürfnisses erschwert 

sein könne, die grosse Veränderung, die der Übergang von Windeln zur 

Benützung der Toilette darstelle, ein Kind mit Autismus überfordern könne 

und auch motorische Schwierigkeiten sowie Angst und Stress, die bzw. den 

ein Toilettengang auslösen könne, einen solchen erschwerten. 

 

Ob der Beschwerdeführer aufgrund der Autismus-Spektrum-Störung (und 

nicht etwa aufgrund einer von RAD-Ärztin Dr. med. E._____ angenomme-

nen globalen Entwicklungsstörung) inkontinent ist, lässt sich indes auch 

gestützt auf den Bericht von Dr. med. D._____ vom 6. Februar 2025, zu 

welchem sich Dr. med. E._____ nicht mehr äusserte, nicht zuverlässig be-

urteilen. So legte dieser nicht dar, welche der von ihm angeführten Fakto-

ren, welche bei einer schweren Autismus-Spektrum-Störung – generell – 

dazu führen könnten, dass ein davon betroffenes Kind zur Benutzung einer 

Toilette ausserstande sei, beim Beschwerdeführer konkret vorlägen. Zu-

dem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde 

Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im 

Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 

E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen). Daher wird im Streitfall eine di-

rekte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandeln-

den Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen (BGE 135 V 465 E. 4.5 

S. 470 f.). Schliesslich liegen damit zwei divergierende fachärztliche Mei-

nungen vor, welche beide nicht gänzlich nachvollziehbar sind. Vor diesem 

Hintergrund kann nicht von einem im Wesentlichen feststehenden Sach-

verhalt gesprochen werden (vgl. E. 4.3. hiervor). 

 

5.3. 

Insgesamt bestehen in Anbetracht der strengen Anforderungen an reine 

Aktenbeurteilungen durch versicherungsinterne medizinische Fachperso-

nen als Beweisgrundlage (vgl. E. 3.3.2. f. hiervor) nach dem Dargelegten 

zumindest geringe Zweifel an der Beurteilung von RAD-Ärztin 

Dr. med. E._____. Der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers lässt 

sich daher gestützt darauf nicht abschliessend beurteilen. Ebenso wenig 

kann auf die Einschätzungen und Schlussfolgerungen der behandelnden 

Ärzte Dres. med. G._____ und D._____ abgestellt werden. 

 

 - 8 - 

 

 

Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich damit als 

unvollständig und im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 

125 V 193 E. 2 S. 195; RENÉ WIEDERKEHR, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts, 5. Aufl. 2024, N. 14 ff. zu Art. 43 ATSG) nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt. Die Sache ist dementsprechend an die Be-

schwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 

137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.), damit diese eine fundierte fachärztliche 

bzw. spezialärztliche Beurteilung zur Frage einhole, ob mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen auf BGE 129 

V 177 E. 3.1 S. 181) ein qualifiziert adäquater Kausalzusammenhang zwi-

schen der Inkontinenz und der Autismus-Spektrum-Störung besteht. An-

schliessend hat sie neu über den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Übernahme der Kosten des Inkontinenzmaterials zu verfügen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 30. Mai 2024 aufzuheben und die 

Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwerde-

gegnerin zurückzuweisen ist. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

6.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz seiner 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 

V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). 

 

 

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 30. Mai 

2024 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Er-

wägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-

wiesen. 

 

 - 9 - 

 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'000.00 zu bezahlen. 

 

 
 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 5. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth     Siegenthaler