# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7817befd-8e64-52f9-a2f6-7daa16599d2f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 05.09.2019 720 19 126/225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-126-225_2019-09-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 5. September 2019 (720 19 126 / 225) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung der medizinischen Berichte 

 
 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Markus Mattle, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Die 1966 geborene A.____ meldete sich am 30. Oktober 2013 unter Hinweis auf Kopf-
schmerzen und psychische Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse, nament-
lich gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Neurologie, und Dr. 
med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. September 2014 sowie das polydis-
ziplinäre Gutachten der asim vom 31. Dezember 2016, verneinte die IV-Stelle nach Durchführung 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 26. März 2019 in Anwendung der gemischten 
Bemessungsmethode mit den Anteilen 50 % Erwerb und 50 % Haushalt und einem ermittelten 
IV-Grad von 24 % einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente. 
 
B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 16. April 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie beantragte eine Überprüfung des Entscheids. Ihre ge-
sundheitliche Situation habe sich verschlechtert. Die Kopfschmerzen träten gehäuft auf und hiel-
ten länger an, so dass sie mehrere Tage auf Medikamente sowie Ruhe angewiesen sei. Der 
Schwindel sei nach wie vor vorhanden und unter Medikamenteneinnahme kaum besser. Ihr psy-
chischer Zustand habe sich nach der schweren Erkrankung und des kürzlichen Todes ihrer Mutter 
verschlechtert. Aktuell besuche sie zwei Mal pro Monat eine Psychotherapie.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 13. Juni 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be-
schwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der 
Versicherten vom 16. April 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente hat. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststel-
lungen auf Arbeitsunfähigkeit schiessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen einem 
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 
 
2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des IV-Grades das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tä-
tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei-
nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad bestim-
men (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 
 
3.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind 
und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Be-
messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse 
sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 
IVG). 
 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 
Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG ermittelt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich zu bestimmen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu be-
messen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Ver-
sicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesund-
heitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich 
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27

bis
 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961) 
 
3.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder teilzeitig erwerbstätig oder als nichter-
werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit 
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zuge-
mutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 
133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, 
E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, 
sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufga-
ben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die per-
sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Für die hypothetische Annahme einer 
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 
125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 
 
3.5 In der angefochtenen Verfügung vom 26. März 2019 ermittelte die IV-Stelle den IV-Grad 
der Versicherten anhand der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung. Dabei ging sie da-
von aus, dass die Versicherte als Gesunde zu 50 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit 
nachgehen würde und zu 50 % im Haushalt beschäftigt wäre. Diese Aufteilung wird seitens der 
Beschwerdeführerin nicht bestritten, weshalb darauf abgestellt werden kann. 
 
4. Ausgangspunkt für die Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass 
die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle ande-
ren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwin-
gende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Den im Rahmen des Gerichtsverfahrens eingeholten Gutachten ist so-
mit volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesge-
richts vom 20. März 2018, 8C_569/2017, E. 2.2). 
 

5. Die IV-Stelle stützte ihren Entscheid im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten 
der asim vom 31. Dezember 2016. Die Versicherte wurde in allgemeinmedizinischer, neurologi-
scher und psychiatrischer Hinsicht sowie von einer HNO-Spezialistin untersucht. Die Gutachter 
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Migräne mit Aura kombiniert mit 
Arzneimittel induziertem Kopfschmerz sowie einen Verdacht auf eine vestibuläre Funktionsstö-
rung rechts. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie ein Meningeom links fronto-
parietal, eine ängstlich gefärbte, leichte depressive Episode, eine leichtgradige rechtsseitige sen-
sorineurale Hörminderung im Vergleich zu links sowie eine Hyposmie (unvollständiger Verlust 
des Geruchsinns) beidseits unklarer Ätiologie fest. In der aktuellen Begutachtung könne aus psy-
chiatrischer Sicht keine Diagnose mit Krankheitswert gestellt werden. Die von Dr. C.____ im bi-
disziplinären Gutachten vom 8. September 2014 diagnostizierte rezidivierende, ängstlich gefärbte 
depressive Episode leichten Grades – welche damals für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
nicht von Relevanz gewesen sei - sei aktuell remittiert. Die geschilderte Ängstlichkeit erfülle die 
Kriterien für eine Angststörung gemäss ICD-10 nicht und eine depressive Symptomatik sei nicht 
erkennbar gewesen. Es gebe aber einige Hinweise auf eine Symptomverdeutlichung bzw. auf 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine Aggravation. Die Versicherte zeige sich sehr klagsam bei weitgehend unecht und übertrie-
ben wirkender Beschwerdedarstellung und sehr weitschweifiger, verdeutlichender Symptomschil-
derung. Aus neurologischer Sicht lasse sich festhalten, dass 2012 ein hoch parietales Menin-
geom von 2,7 x 3 cm Grösse diagnostiziert worden sei im Zusammenhang mit der Abklärung 
rechtsseitiger Kopfschmerzen. Der behandelnde Neurologe, Dr. med. D.____, habe die seit Jah-
ren bestehenden Kopfschmerzen differenzialdiagnostisch als im Zusammenhang mit dem Me-
ningeom stehend erachtet und die Versicherte zur weiteren Beurteilung an die neurochirurgische 
Poliklinik des E.____ verwiesen (vgl. Bericht neurologischer Konsilien und Kontrollen vom 20. 
Februar 2012 bis 27. März 2012 [Konsil vom 20. Februar 2012 und Kontrolle vom 16. März 2012]). 
Eine initiale Indikation zur Operation sei damals bei asymptomatischem Verlauf und fehlendem 
Zusammenhang mit den geschilderten Beschwerden nicht gestellt worden. Auch habe sich das 
Meningeom in den folgenden Jahren bei Verlaufsbildgebungen jeweils grössenkonstant gezeigt, 
so dass letztlich bis zum heutigen Zeitpunkt keine Grössenprogredienz habe festgestellt werden 
können und das Meningeom überwiegend wahrscheinlich als weitestgehend unabhängig vom 
Schmerzsyndrom eingestuft worden sei. Dementsprechend habe auch Dr. D.____ in einer Kon-
sultation im Mai 2014 seine Diagnose dahingehend geändert, dass eine Migräne mit Aura sowie 
chronische Kopfschmerzen im Vordergrund ständen und differenzialdiagnostisch Spannungs-
kopfschmerzen sowie Arzneimittel induzierte Kopfschmerzen (vgl. Bericht neurologischer Konsi-
lien und Kontrollen vom 20. Februar 2012 bis 21. Januar 2015 [Kontrolle vom 27. Mai 2014]). 
Ferner habe er die Diagnose eines Meningeoms links fronto-parietal als nun unabhängig von den 
Kopfschmerzen aufgeführt. Dieser Einschätzung sei auch Dr. B.____ im Rahmen des bidiszipli-
nären Gutachtens vom 8. September 2014 gefolgt.  
 
Die Versicherte habe heute von chronischen Gesichtsschmerzen berichtet, welche in der Regel 
von der rechten Wange ausgehen und dann über das Auge nach parietal und okzipital ausstrah-
len würden. Aufgrund der anamnestischen Angaben sei ein Arzneimittel induzierter Kopfschmerz 
überwiegend wahrscheinlich, wie schon im Vorfeld vom behandelnden Neurologen diagnostiziert 
worden sei. Eine deutliche Reduktion bzw. ein Absetzen der Schmerzmedikation sei allerdings 
im Verlauf der letzten Jahre nicht gelungen. Die Notwendigkeit hierzu sei der Versicherten auch 
im Rahmen der Begutachtung kaum zu vermitteln gewesen. In Bezug auf den Schwindel, unter 
welchem sie seit 2011 leide, habe die klinische Untersuchung unauffällige vestibulospinale Re-
flexe gezeigt. Ein Spontan- oder Provokationsnystagmus sei ebenfalls nicht feststellbar. Ferner 
sei der Video-Kopf-Impulstest unauffällig gewesen. Die Gleichgewichtsanalyse zeige Zeichen ei-
ner nicht-organischen Gleichgewichtsstörung, wobei eine zusätzliche organische Störung nicht 
mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden könne. Differenzialdiagnostisch handle es sich ent-
weder um eine passagere peripher-vestibuläre Funktionsstörung der rechten Seite oder aber um 
eine vestibuläre Migräne. In Anbetracht der Tatsache, dass bislang kein typischer Tieftonhörver-
lust dokumentiert sei, könne heute die Diagnose eines Hydrops rechtsseitig nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit gestellt werden. Wie anhand der Gleichgewichtsanalyse deutlich ge-
worden sei, lägen aktuell eindeutige Zeichen einer nicht-organischen, d.h. am ehesten einer pho-
bischen Schwindelkomponente vor. Dies stehe in Einklang mit der im Rahmen der Anamnese 
geäusserten Aussage der Versicherten, durch die Diagnose des Kopftumors extrem verunsichert 
und schockiert gewesen zu sein, zumal sie offensichtlich auch widersprüchliche Meinungen in 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Bezug auf eine Operation gehört habe. Weiterhin liege sowohl anamnestisch als auch psycho-
physisch messbar eine Hyposmie beidseits vor, deren Ätiologie unklar sei. 
 
Zusammenfassend ergäben sich gegenüber dem bidisziplinären Gutachten von Dr. B.____ und 
Dr. C.____ vom 8. September 2014 keine relevanten neuen Aspekte. Die Schwindelsymptomatik 
dürfte einen erheblichen funktionellen Anteil aufweisen und vor allem durch die Verunsicherung 
bezüglich des Meningeoms getriggert worden sein. Das Meningeom als solches sei bei Grössen-
konstanz über Jahre weiterhin nicht relevant für die Symptomatik und die Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit. Eine Operationsindikation sei derzeit nicht gegeben. Die im Gutachten vom 
8. September 2014 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % aufgrund der chronischen Kopf-
schmerzen sei auch heute zu bestätigen. Die zusätzlich beklagten Schwindelbeschwerden hätten 
sicherlich im Rahmen des akuten Auftretens 2013 sowie 2015 kurzfristig für einige Tage zu einer 
deutlichen Einschränkung geführt, seien aktuell allerdings nur in geringerem Ausmass vorhan-
den. Aus HNO-ärztlicher Sicht stehe die funktionelle Schwindelkomponente, d.h. der phobische 
Schwindel im Vordergrund, so dass die Versicherte keine Tätigkeiten ausführen sollte, welche in 
grösserer Höhe oder mit deutlich erhöhter Sturzgefahr ausgeführt werden müssten. 
 
6. Sowohl das bidisziplinäre Gutachten vom 8. September 2014 als auch das polydiszipli-
näre Gutachten der asim vom 31. Dezember 2016 erweisen sich als zuverlässige Entscheid-
grundlagen. So basieren sie auf gründlichen Untersuchungen, berücksichtigen die ganze Kran-
kengeschichte, setzen sich mit den abweichenden Diagnosen und Beurteilungen auseinander 
und sind in den Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Insbesondere wird im asim-Gut-
achten ausführlich auf das bidisziplinäre Gutachten Bezug genommen und überzeugend darge-
legt, weshalb die von Dr. B.____ und Dr. C.____ festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 20 % weiter-
hin Gültigkeit hat. Ferner gibt das asim-Gutachten ausführlich Auskunft über die Funktionsein-
bussen und Ressourcen der Beschwerdeführerin und erfüllt damit die bundesgerichtlichen Anfor-
derungen an ein beweistaugliches Gutachten. Die Beweiskraft der Gutachten wird seitens der 
Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt. Vielmehr macht sie geltend, dass sich ihre ge-
sundheitliche Situation seither zunehmend verschlechtert habe, weshalb eine Überprüfung ange-
zeigt sei. 
 
7.1 Im Rahmen des Einwandverfahrens berichtete der Hausarzt der Beschwerdeführerin, 
Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, am 20. Oktober 2017, dass die Beschwerden 
in Form von Kopfschmerzen und Migräne zunehmend seien und eine Untersuchung in der 
G.____ stattgefunden habe, der Bericht aber noch ausstehend sei. Wegen des Schwindels sei 
sie ferner bei Prof. Dr. med. H.____, FMH Ohren- Nasen- und Halskrankheiten, in Behandlung. 
Die entsprechenden neuen Untersuchungsberichte seien in die Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit miteinzubeziehen. 
 
7.2 Eine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lässt sich mit dem Bericht der Neuropsy-
chologin I.____ vom 25. Oktober 2017 nicht begründen. Nach neuropsychologischer Testung 
vom 19. Oktober 2017 diagnostizierte sie eine nicht quantifizierbare neuropsychologische Stö-
rung, ein Meningeom hochfrontoparietal rechts sowie einen Verdacht auf eine behandlungsbe-
dürftige psychopathologische Problematik. Die Versicherte habe über eine Lichtempfindlichkeit 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

berichtet und während der Untersuchung über Kopfschmerzen, Schwindel und Gesichtsschmer-
zen geklagt. Die allgemeine Aktiviertheit sei deutlich reduziert gewesen und das Arbeitstempo 
massiv verlangsamt. Die Testergebnisse entsprächen rein formal einer sehr schweren neuropsy-
chologischen Störung, seien aber in sich widersprüchlich und daher nicht verwertbar. Eine Ag-
gravation sei nicht auszuschliessen. Aufgrund der eigen- und fremdanamnestischen Angaben, 
der Verhaltensbeobachtung und des klinischen Eindrucks sei davon auszugehen, dass eine be-
handlungsbedürftige psychopathologische Problematik vorliege, welche das Testverhalten über-
lagert haben dürfte. 
 
8. Auch aus den Berichten des behandelnden Neurologen, Dr. med. J.____, vom 24. Ok-
tober 2017, 23. Oktober 2017, 30. August 2017, 17. Mai 2017, 2. Februar 2017 und 23. Septem-
ber 2016 lässt sich keine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten. Im Wesentlichen 
handelt es sich um protokoll- und stichwortartige Einträge im Patientendossier zu den jeweiligen 
Konsultationen. Ausführungen zu den Diagnosen oder Befunden sowie eine Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit fehlen dagegen. Zwar führt Dr. J.____ in seinem Bericht vom 24. Oktober 2017 an 
die IV-Stelle unter den Diagnosen eine schwere depressive Symptomatik auf. Dabei bezieht er 
sich auf den Bericht der Neuropsychologin vom 25. Oktober 2017. I.____ spricht hingegen nicht 
von einer schweren depressiven Symptomatik, sondern von einer Überlagerung und einem Ver-
dacht auf eine psychische Problematik. Eine objektive neurologische Befunderhebung liegt – wie 
der RAD am 17. Juli 2018 und 18. Februar 2019 festhielt - vorliegend nicht vor. 
 
9. Ferner kann dem Hausarztbericht von Dr. F.____ vom 2. Juni 2018 keine massgebende 
zusätzliche Beeinträchtigung entnommen werden, welche zu einer anderen Beurteilung der gut-
achterlichen Einschätzung führen würde. Nach wie vor wird von persistierenden Schmerzen im 
rechten Ellbogen berichtet. Diese wurden bereits im Gutachten der asim vom 31. Dezember 2016 
aufgeführt. Der bei der gutachterlichen Untersuchung eingebundene Ellbogen erwies sich aus 
klinischer Sicht als reizlos und in der Beweglichkeit nicht eingeschränkt. Die röntgenologische 
Abklärung am 29. September 2017 ergab zum Vergleich zur Voruntersuchung vom 14. Juni 2017 
eine unveränderte Ansammlung krümeliger Verkalkungen, unauffällige knöcherne und artikuläre 
Strukturen und keinen Hinweis auf einen Gelenkserguss. Es waren lediglich diskrete Zeichen 
einer leichten Synovitis am Oberrand des Caput radii rechts zu sehen. Weiter nannte Dr. F.____ 
rezidivierenden Schwindel und tägliche Kopfschmerzen. Gemäss Auskunft von Prof. Dr. H.____ 
handle es sich dabei um einen benignen, paroxysmalen Lagerungsschwindel, womit die Versi-
cherte leben müsse (vgl. Bericht vom 26. Januar 2018). Der RAD führte ergänzend dazu aus, 
dass diese Art Schwindel vorübergehender Natur sei und entweder spontan oder durch gezielte 
Behandlungsmanöver wieder verschwinde und somit keinen anhaltenden Gesundheitsschaden 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit darstelle (vgl. RAD-Bericht vom 17. Juli 2018). Des Wei-
teren haben die von Dr. med. K.____, FMH Radiologie, mit Bericht vom 16. Januar 2018 festge-
stellten erhöhten Leberwerte keine Einschränkungen zur Folge. Psychische Beschwerden wer-
den von Dr. F.____ nicht erwähnt. Die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % erweist 
sich schliesslich im Ergebnis als unbegründet. 
 
10. Alles in allem vermögen die neueren medizinischen Berichte und Befunde keine die Ar-
beitsfähigkeit beeinflussende Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem Gutachten 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der asim vom 31. Dezember 2016 bis zum Verfügungszeitpunkt am 26. März 2019 zu begründen. 
Folglich bleibt es bei der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 %. 
 
11. Anspruch auf eine Rente besteht ab einem IV-Grad von 40 %. Gemäss Haushaltsbericht 
vom 28. Oktober 2015 ist die Versicherte in der Ausübung der Haushaltsarbeiten zu 5.3 % ein-
geschränkt, was unbestritten ist. Ebenfalls nicht beanstandet wurde der Einkommensvergleich, 
wonach eine Einschränkung in der Erwerbstätigkeit von 43.09 % resultierte. Bei einer Gewichtung 
von 50 % Erwerbstätigkeit (0,5 x 43.09) und 50 % Haushalt (0,5 x 5.3) ergibt sich ein IV-Grad von 
24.2 %, womit kein Anspruch auf eine IV-Rente besteht. Die Beschwerde ist demnach abzuwei-
sen. 
 
12. Soweit die Versicherte mit Beschwerde vom 16. April 2019 eine zusätzliche Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes geltend macht, ist festzuhalten, dass keine neuen medizini-
schen Berichte vorhanden sind, welche diese Aussage aktuell stützen könnten. Ein pauschaler 
Verweis auf die behandelnden Ärzte reicht dafür nicht aus. Es bleibt ihr jedoch unbenommen, bei 
einer relevanten Gesundheitsverschlechterung mit entsprechenden Arztzeugnissen bei der IV-
Stelle eine Neuanmeldung vorzunehmen. 
 
13.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist 
das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO wer-
den die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass 
auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfah-
renskosten aufzuerlegen sind. Da ihr mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. Mai 2019 die 
unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 800.-- vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 
 
13.2 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über 
die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine 
Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, so-
bald sie dazu in der Lage ist.  
 
 
 
 
 
 
 
  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht