# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 511a7cd7-de1c-5fb0-b7aa-381cd1926ca7
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-10-22
**Language:** de
**Title:** Einkommensvergleich, Anspruch auf Dreiviertelsrente statt auf halbe Rente, Auszahlung Taggelder und Rente
**Docket/Reference:** IV.2018.00524
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00524.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00524
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
2
2.
Oktober 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Markus
Loher
schadenanwaelte
AG
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1979, erlangte im April 2007
an der
Y.___
das Diplom als Informatikingenieur (
Urk.
6/3).
Ab dem
1.
September 2007
war der Versicherte
in einem 80%-Pensum als wissenschaftlicher Assistent am
Z.___
der
Y.___
ang
estellt. Zudem war er ab dem 1.
Oktober 2011 in einem 20%-Pensum Doktorand an der
Y.___
(
Urk.
6/4/5 und
Urk.
6/10
)
.
Am
7.
Dezember 2011 erlitt
der Versicherte
aus
ungeklärten Gründen
ein schweres
Schädelhirntrauma
. E
r wurde bewusstseinsgestört in
Glas
scherben
im Treppenhaus seines Wohnhauses vorgefunden. Im
A.___
wurde
n
daraufhin
eine offene Schädelhirnverletzung mit
Frakturen der rechten
Orbitawand
und
der
Hinterwand des Sinus
frontalis
,
eine Jochbein
fraktur, intrakranielle Blutungen insbesondere in den linken Temporallappen, den linken Linsenkern und den rechten Hippocampus festgestellt (
Urk.
6/17/90-92 und
Urk.
6/152/302
-303
).
1.2
Am 2
0.
Janu
ar 2012 (Eingangsdatum) wurde der Versicherte unter Hinweis auf die Folgen des Unfallereignisses vom
7.
Dezember 2011
bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
6/4).
Die IV-Stelle nahm beruflich-
erwerbliche und medizinische Abklärun
gen vor und zog die Akten der zuständigen Unfallversicherung Suva
bei (
Urk.
6/17,
Urk.
6/29 und
Urk.
6/31)
.
Vom
8.
Juni bis zum
6.
September 2015 wurde
im Auftrag der IV-Stelle
eine berufliche Abklärung durchgeführt
(
Urk.
6/56
und
Urk.
6/64
; vgl. Bericht des
B.___
vom 18.
September 2015,
Urk.
6/69).
Vom 1
4.
September
bis zum
1.
Oktober 2015 absolv
ierte der Versicherte beim
B.___
im Berei
ch Büro, EDV und Administration
und vom
2.
Oktober 2015 bis zum
1
3.
März 2016
bei
C.___
im Bereich Programmierung und Entwick
lung
Arbeitstraining
s
(
Urk.
6/72
; vgl. Bericht des
B.___
vom
6.
April 2016,
Urk.
6/84).
In der Folge gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und Unterstüt
zung
(Arbeitsvermittlung)
während eines
v
om 2
9.
März bis zum 3
0.
September 2016
dauernden Praktikums bei
C.___
(
Urk.
6/81; vgl. Bericht des
B.___
vom
6.
Dezember 2016,
Urk.
6/94).
1.3
Mit Verfügung vom
1.
März 2017 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2016 basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 67
%
eine
UV-
Rente
und gestützt auf eine Integritätseinbusse von 54,5
%
eine Integritäts
entschädigung zu (
Urk.
6/152/436-439).
Dage
gen erhob der Versicherte am 3
1.
März 2017
Einsprache, wobei er lediglich die Höhe der ihm zugesprochenen Integri
tätsentschädigung beanstandete (
Urk.
6/152/426-433).
1.4
Vom 3
0.
J
anuar bis zum 3
1.
Juli 2017 nahm der Versicherte bei der
D.___
an einem
Arbeitsversuch teil
(
Urk.
6/98 und
Urk.
6/112).
Mit Verfügung vom 13.
März 2017 sprach die IV-Stelle
ihm
für den Zeitraum
vom
3
0.
Januar bis
zum
3
0.
April 2017
ein Invalidentaggeld von
Fr.
263.20 zu (
Urk.
6/111).
Mit Verfü
gung
vom 2
0.
März 2017
, welche die Verfügung vom 1
3.
März 2017 ersetzte,
kürzte
die IV-Stelle
das
Invalidentaggeld wegen Überentschädigung
(UV-Rente)
von
Fr.
263.20 auf
Fr.
230
.40
(
Urk.
6/115)
.
Ebenfalls mit Verfügungen vom 2
0.
März 2017
sprach sie dem Versicherten für den Zeitraum
vom
1.
Mai bis
zum
1.
August 2017 ein Invalidentaggeld von
Fr.
230.40 zu und
verlangte
im Zeit
raum
vom
3
0.
Januar bis
zum
2
8.
Februar 2017
zu viel ausbezahlte Invaliden
taggelder von
Fr.
922.65 zurück
(
Urk.
6/114
und
Urk.
6/
116). Gegen diese Ver
fügungen erhob der Versicherte am
8.
Mai 2017
beim Sozialversicherungsgericht
Beschwerde (
Urk.
6/135
; Verfahren Nr.
IV.2017.00498
). Am
8.
August 2017 erstattete das
B.___
einen Bericht
über den
Arbeitsversuch
bei der
D.___
(
Urk.
6/144).
Am
1.
August
2017
trat der Versicherte eine bis zum 3
1.
Dezember 2017 befristete 50%-Stelle bei der
D.___
an (
Urk.
6/140).
Am 2
3.
August 2017 teilte die IV-Stelle mit,
dass die Arbeitsvermittlung
erfolgreich abgeschlossen
sei
(
Urk.
6/149).
In der Folge
zog
sie
weitere Akten der Suva bei (
Urk.
6/152).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
November 2017 stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 67
%
die
Zusprache
einer
Dreiviertels
rente
mit Wirkung ab August 2017 in Aussicht (
Urk.
6/159).
Dagegen erhob der Versicherte am 1
5.
Dezember 2017 Einwand (
Urk.
6/168).
Mit Urteil IV.2017.00498 vom 1
5.
Dezember 2017 hob das Sozialversicherungsgericht die
angefochtenen
Verfügungen vom 2
0.
März 2017 auf und stellte fest, dass der Versicherte im Zei
traum vom 3
0.
Januar bis zum 1.
August 2017 Anspruch auf ein ungekürztes Taggeld von
Fr.
263.20 habe
. Di
e Rückforderungsverfügung hob das Gericht
ersatzlos auf
(
Urk.
6/174).
Am 21.
Dezember 2017 teilte die IV-Stelle dem Ve
rsicherten mit, dass ihm vom 3.
Januar bis zum 3
1.
Juli 2018 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch das
B.___
gewährt werde (
Urk.
6/170).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
6.
Februar 2018, der den Vorbescheid vom 1
3.
November 2017 ersetzte,
Urk.
6/180, und Einwand des Versicherten vom
9.
März 2018,
Urk.
6/190) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
en
vom
7.
und 3
0.
Mai 2018
(
Urk.
2/1-2)
mit Wirkung ab Dezember 2012 bis Ende Januar 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze und ab August 2017 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50
%
ei
ne halbe Rente zu.
2.
Dagegen erhob der
Versicherte am
7.
Juni 2018 Beschwerde und beantragte, es
sei
ihm ab November 2017 eine ganze Rente, eventualiter eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerde
antwort vom 1
0.
Juli 2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am 1
2.
Juli 2018 angezeigt wurde (
Urk.
7). Mit Eingabe vom 1
4.
Januar 2019 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er per
1.
Februar 2019 eine Integrationsstelle in einem 50%-Pensum bei der
E.___
antreten könne. Der Jahreslohn betrage
Fr.
30‘000.-- (
Urk.
8
-
9). Dies wurde der Beschwer
degegnerin am 1
5.
Januar 2019 z
ur Kenntnis gebracht (
Urk.
10).
3.
Mit Entscheid vom 1
9.
März 2019 wies die Suva die Einsprache des Beschwerde
führers vom 3
1.
März 2017
ab, wogegen dieser
am 2
6.
April 2019
beim Sozial
versicherungsgericht
Be
schwerde
erhob (
Verfahren Nr.
UV.2019.00104
).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbei
ten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende
durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprün
g
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchs
tens 25 % des Tabellen
lohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
In Abweichung von Artikel 19 Absatz 3 ATSG können Renten während der Durchführung von Abklärungs- und
Eingliederungsmassnahmen
sowie von
Mass
nahmen
zur Wiedereingliederung nach Artikel 8
a
weiter gewährt werden (
Art.
47
Abs.
1 IVG).
Nach
Art.
47
Abs.
1
bis
IVG werden die
Renten
gewährt:
a.
bei
Massnahmen
zur Wiedereingliederung nach Artikel 8
a
bis zum Entscheid
der IV-Stelle nach Artikel 17 ATSG;
b.
bei den übrigen
Eingliederungsmassnahmen
längstens bis zum Ende des
dritten vollen Kalendermonats, der dem Beginn der
Massnahmen
folgt
.
Zusätzlich zur Rente wird das Taggeld ausgerichtet. Dieses wird jedoch während der Dauer des Doppelanspruchs bei der Durchführung von Abklärungs- oder Ein
gliederungsmassnahmen
um einen Dreissigstel des Rentenbetrags gekürzt (
Art.
47
Abs.
1
ter
IVG).
Löst eine Rente das Taggeld ab, so wird in Abweichung von Artikel 19 Absatz 3 ATSG die Rente auch für den Monat, in dem der Taggeldanspruch endet, unge
kürzt aus
gerichtet. Hingegen wird das Taggeld in diesem Monat um einen
Dreis
sigstel
des Rentenbetrags gekürzt (
Art.
47
Abs.
2
IVG).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefo
chtene
n
Verfügung
en
damit, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres am
7.
Dezember 2012 nicht eingliederungsfähig gewesen sei. Ab Dezember 2012 habe er deshalb Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
.
Vom 3
0.
Januar bis zum
1.
August 2017 habe der Beschwerdeführer bei der
D.___
in einem 50%-Pensum
einen Arbeitsversuch absolviert. Danach
habe er bei der
D.___
eine 50%-Stelle
antreten können, wobei die Weiterbeschäftigung nach Ende Dezem
ber 2017 aus Budgetgründen nicht möglich gewesen sei.
Bei dieser hochqua
lifi
zierten Tätigkeit hätte der Beschwerdeführer
ohne gesundheitliche Einschrän
kung ein Jahreseinkommen von
Fr.
120'000.--
und mit
gesundheitlicher Ein
schränkung
ein solches von
Fr.
60'000.-- erzielen könne
n
. Es resultiere daher eine Erwerbseinbusse von
Fr.
60'000.-- und ein Invaliditätsgrad von 50
%
.
Auf
grund seines Know-ho
ws und seiner Ausbildung sei dem Beschwerdeführer
eine Tätigkeit
wie jene
bei der
D.___
auch künftig in einem
reduzierten
Pensum
von 50
%
möglich.
Je ausgehend vom
Tabellenlohn
im Bereich
Informations
technologie und
-
dienstleistungen, Kompetenzniveau 3,
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE
) des Bundesamtes für Statistik
ergebe sich
dabei
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
92'084.40 und
ein
Invalideneinkommen von
Fr.
46'042.2
0.
Die Erwerbseinbusse betrage daher
Fr.
46'042.20 und der Invalidi
tätsgrad nach wie vor 50
%
. Ab August
2017 habe der Beschwerdeführer dem
nach
Anspruch auf
eine halbe Rente (
Urk.
2/1
).
2.2
Der Beschwerdeführer macht
e demgegenüber geltend,
dass sich die
Verletzungs
folgen nicht nur in einer Reduktion der zeitlichen Leistungsfähigkeit äussern
würden
, sondern auch in einer inhaltlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit. Aus diesem Grund sei es ihm auch nicht möglich gewesen, die Doktorarbeit zu Ende zu führen.
Beim Monatslohn
in der Höhe von brutto Fr.
5'000.-- für ein 50%-Pensum, welchen
er mit de
r
D.___
vereinbart habe
,
handle es sich um denjenigen Lohn,
den
er mit
der inhaltlich reduzierten
Leistungsfähigkeit erwirt
schaften könne.
Dieser
Lohn
könne deshalb
nicht als Basis für die Bemessung des
Valideneinkommens
herangezogen werden.
Gemäss Auskunft des Job Coaches
des
B.___
hätte er bei der
D.___
mit Doktortitel und ohne seine kognitiven Leistungsdefizite einen Einstiegslohn von
Fr.
145'000.-- erzielt.
Unter Berück
sichtigung der individuellen und generellen Lohnsteigerung von jährlich 2
%
resultiere für das Jahr 2017 damit ein Gehalt bzw.
Valideneinkommen
von
Fr.
150'858.--.
Im Weiteren könne d
as
Invalideneinkommen
nicht nach dem tat
sächlichen Verdienst be
i der
D.___
bemessen werden, da das betreffende Arbeitsverhältnis lediglich sechs Monate gedauert habe und nicht als stabil zu betrachten sei.
Bei der Bemessung d
es Invalideneinkommens sei
vom
Tabellen
lohn gemäss LSE
im Bereich
Informationstechnologie und
–
dienstleistungen
von
brutto
Fr.
7'269.
-- auszugehen. Dem
Umstand
der eingeschränkten Flexibilität
sei
dadurch
Rechnung zu tragen,
dass
das Invalideneinkommen einzig an die Reallohnerhöhun
g
der Jahre
2014 und 2017 anzupassen sei. Bei einem
hypothe
tischen 100%-Pensum
ergebe sich deshalb
ein Jahresgehalt von Fr.
93'690.5
3.
Unter Berücksichtigung des noch zumutbaren
50%-Pensum
s und eines
leidensbedingten
Abzug
s
von 15
%
betrage das
Invalideneinkommen
Fr.
39'818.4
7.
Damit resultiere
ein Invaliditätsgrad von 74
%
.
Sollte das Gericht bei der Bemessung des
Valideneinkommens
auf die
LSE-Methode abstellen, sei
der Tabellenlohn des
Kompetenzniveau
s 4 heranzuziehen. Denn
wie bereits als
Doktorand
vor dem Unfall wäre er auch in seiner beruflichen
Validenlaufbahn
mit
hochkomplexen Frag
estellungen beschäftigt gewesen.
Demgemä
ss sei
von eine
m Jahreseinkommen von
Fr.
116'96
8.50 auszugehen,
das
an die Lohnsteige
rung
von zwei Prozent anzupassen sei. Damit ergebe
sich ein
Val
ideneinkommen
von
Fr.
124'127.9
1.
Stelle man dieses dem
Inva
lideneinkommen von
Fr.
39'818.47
gegenüber, resultiere
ein Inva
liditätsgrad von 68
%
(
Urk.
1 S. 5 ff.
).
3.
3.1
Die medizinischen Fachpersonen
der
F.___
nannten
im Austritts
bericht vom 1
7.
April 2012 folgende Diagnosen (
Urk.
6/29/98):
Unfall vom
7.
Dezember
2011:
unklarer Unfallhergang
A
1.
t
raumatische Hirnverletzungen
-
offene
Kalottenfraktur
temporoparietal
rechts mit
Pneumencephalon
-
Kon
tusi
onsblutungen
temporobasal
links und rechts
und im Bereich der
Capsula
intern
a
-
s
ubdu
ral Hämatom temporal links und i
m Bereich des
Tentori
ums
links
-
Fraktur der
Orbitawand
rechts
-
Fraktur d
er Hinterwand des Sinus
frontali
s
-
Jochbeinfraktur rechts
-
Ep
i
duralhämatom
nach ICP
-
Sondeneinlage
Operationen:
-
7.
Dezember
2011:
Ei
nlage ICP-, ptiO
2-/Temperatur-/Mikrodialyse-Sonde
-
9.
Dezember 2011: Wechsel ICP-So
nde
-
1
3.
Dezember 2011:
dekompressi
ve
Kranioto
mie
fronto-temporo
pari
etal
beidseits
mit
Duraerweiterungsplastik
und Einlage einer ICP Sonde
links frontal und
Entfernung der
Temperatur- und
Mikrodialyse-So
nden
-
2
8.
Dezember
2011:
p
atienteneigene
Klattonreimplantation
mit
Duraerweite
-
rungsplastik
beidseits
A
2.
Thrombose V.
j
ugularis
interna
links am 1
6.
Dezember 2011
(Differential
diagnose
:
katheterassoziiert
)
A
3.
Sepsi
s (1
8.
Dezember
2011)
-
Differentialdiagnose: Pneumonie/Translokalisation bei
Subileus
A
4.
Hyponaträmie
b
ei SIADH (sistiert)
Die mediz
inischen Fachpersonen der
F.___
gaben an, dass der Beschwerdeführer vom 3
0.
Dezember 2011 bis zum 1
7.
April 2012 bei ihnen behandelt worden sei.
Infolge
einer neuropsychologischen Funktionsstörung
liege eine mindestens leichte bis mittelschwere kognitive Leistungsminderung vor. Diese Leistungsminderung sei Folge der hirnorganischen Schädigung
. Die Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter/Doktorand (IT-Ingenieur) an der
Y.___
sei dem Beschwerdeführer aktuell nicht zumutbar.
Auch
andere Tätigkeiten
seien
in kognitiver Hinsicht aktuell nicht zumutbar (
Urk.
6/29/
98-
99).
3.2
Die Ärzte der Klinik für Neurologie des
A.___
stellten im Sprechstundenbericht vom
9.
De
ze
mber 2015 folgende Diagnosen (
Urk.
6/152/134):
s
ymptomatische Epilepsie im Rahmen des sch
weren Schädelhirntraumas vom 7.
Dezem
ber 2011
-
Verdacht auf einfach-
fokale Anfälle ca. 1x/Monat mit Geruchs- und
Geschmacks
missempfindungen
,
zurz
ei
t
wahrscheinlich mit sekundärer
Generalisierung
-
sekundär generalisierte tonisch-klonische Anfälle am 2
7.
Juli und
8.
Dezember 2012
-
LEV Juli bis Oktober 2012 (wegen psychischer Nebenwirkungen – vermehrte
R
eizbarkeit, Niedergestimmtheit;
Umstellung auf LTG ab September 2012)
-
a
ktuell: unter
L
amotrigin
250 mg/Tag Per
sistenz der fokalen Ereignisse;
Erhöhung
von
Lamotrigin
auf 350 mg/Tag
Die Ärzte
der Klinik für Neurologie des
A.___
erklärten, dass die Fahreignung des Beschwerdeführers bis ein Jahr nach dem letzten
Anfall nicht gegeben sei (Urk.
6/152/135)
.
3.3
Lic
. phil. G.___
und
lic
. phil.
H.___
, Fachpsychologinnen
für Neu
ropsychologie FS
P, diagnostizierten im Bericht
zur Untersuchung vom 16
.
Juni 2016
zuhanden der Suva
eine neuropsychologische Störung mit persistierenden leichten bis mittelschweren exekutiven Dysfunktionen (inkl. verminderte
r
Ver
haltenssteuerung/Kontr
olle) bei anamnestisch zeitlich
verminderter mentaler Belastbarkeit, 4 ½ Jahre nach Polytrauma mit Schädelhirntrauma am
7.
Dezem
ber 201
1.
Sie erklärten, dass der Beschwerdeführer in der
angestammten
Tätigkeit aufgrund der verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit inhaltlich und zeitlich bedeutsam eingeschränkt sei.
Er
verfüge aber nach wie vor über gute kognitive
Ressourcen
(w
ie beispielsweise im Bericht zum Praktikum
bei
C.___
ausge
führt werde)
,
die er unter angepassten Rahmenbedingungen auch umsetzen könne
. Entsprechend sei er beim Finden einer inhaltlich und zeitlich angepassten Tätigkeit zu unterstützen
(
Urk.
6/152/
287-
288).
3.4
Die Fachpersonen des
B.___
führten im Bericht vom
8.
August 2017 aus, dass der Beschwerdeführer die persönlichen und fachlichen Ressourcen mitbringe, um in der Programmierung und Entwicklung erfolgreich eingesetzt werden zu können. Dies sei vom stellvertretenden Leiter
von
C.___
und vom Head RM IT
Architecture
& Integration mehrmals bestätigt worden. Die gesundheitliche Situ
ation
und die
beruflichen Leistungen seien unter
folgenden Rahmenbedingungen, die
nun über einen
längeren Zeitraum ausgetestet worden seien,
stabil geblieben (
Urk.
6/144/7):
-
klar festgelegte Ansprechperson
-
klare und eindeutige Aufträge
bzw. klar definiertes Ziel
-
ein Auftrag nach dem anderen
-
50%-
Pen
sum bei freier Zeiteinteilung (Wochenarbeitszeitmodell)
-
g
enügend Pausen und individuelle
Auszeiten nach Bedarf
Seien diese Rahmenbedingungen gegeben, sei der Beschwerdeführer innerhalb des Pensums von 50
%
im Stande, eine volle Leistung abzurufen (
Urk.
6/144/7).
4.
4.1
Unbestritten und nicht zu beanstanden ist, dass dem Beschwerdeführer mit Wir
kung
ab Dezember 2012
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100
%
eine
ganze Invalidenrente zugesprochen wurde
, wobei die Beschwerdegegnerin die Rente zufolge Taggeldbezug (ab 3
0.
Januar 2017) bis Ende Januar 2017 befristet hat
(Urk.
2/1)
.
Streitig und zu prüfen ist dagegen der Anspruch auf eine Invalidenrente nach Beendigung des Arbeitstrai
ning
s
bei der
D.___
per 31.
Juli 2017.
4.2
Aufgrund der dargelegten medizinischen Akten kann als erstellt gelten
, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis vom
7.
Dezember 2011
insbesondere
unter einer neuropsychologischen Störung mit persistierenden leichten bis mit
telschweren exekutiven Dysfunktionen leidet
, welche Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit hat
.
Wegen
dieser
zuletzt von den Neuropsychologinnen
G.___
und
H.___
im Bericht vom 3
0.
Juni 2016 beschriebenen
Störung, die auch schon
im Rahmen
der
neuropsychologischen
Untersuchungen
in der
F.___
und im
A.___
festgestellt worden war
(
Urk.
6/152/288
), sind
dem Beschwer
deführer die vor dem Unfallereignis
vom
7.
Dezember 2011 ausgeübte
n
, kognitiv sehr anspruchsvolle
n
Tätigkeit
en
als
w
issenschaftlicher
Assistent
am
Z.___
der
Y.___
(80%-Pensum) und
als
Doktorand
an der
Y.___
(20%-Pensum)
unbestrittenermassen nicht mehr zumutbar.
4.3
Zwischen Oktober 2015 und Juli 2017
absolvierte der Beschwerdeführer
bei
C.___
und bei der
D.___
mehrmonatige Arbeitstrainings
sowie auch ein Prak
tikum
(vgl. Sachverhalt E. 1.2 und E. 1.4)
. Di
e Fachpersonen des
B.___
, die
ihn
im Rahmen dieser Einsätze
beriet
en
und begleitete
n
,
kamen
i
m Bericht vom
8.
August 2017
zum Schluss, dass
eine
behinderungs
angepasste Tätigkeit
noch in einem 50%-Pensum zumutbar
sei. Sie
erstellten dabei
–
insbesondere auch
unter
Berücksichtigung der Rückmeldungen der
damaligen
Vorgesetzten
des Beschwerdeführers
-
ein detailliertes
Belastungsprofil.
Demgemäss ist der Beschwerdeführer darauf angewiesen
, dass
er
bei
einer
Arbeitsstelle eine klar festgelegte Ansprechperson hat und
klare
ei
ndeutige Aufträge erhält, die
er über
dies nicht gleichzeitig
erhalten soll
(
Urk.
6/144
).
Auf diese
nachvollziehbar
e
Beurteilung
der Fachpersonen des
B.___
, die in E
inklang mit der Einschätzung der
Leistungsfähigkeit der Neuropsychologinnen
G.___
und
H.___
im Ber
icht vom 3
0.
Juni 2016 (vgl. E. 3.3) steht
,
kann
abgestellt werden (vgl. daz
u auch die Stel
lungnahme von
dipl.
med.
I.___
, Facharzt für Neurologie sowie Psychi
atrie und
Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom
3.
Oktober 2017,
Urk.
6/157/6
).
Nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit kann
davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine solche Tätigkeit ab
Februar 2017
, als
er
das Arbeitstraining bei
der
D.___
aufnahm
,
zumutbar war.
5.
5.1
Im Weiteren ist zu prüfen,
wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Im Rahmen der Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent
/Doktorand
an der
Y.___
hätte der Beschwerdeführer
im Jahr 2012
bei einer 100%-Anstellung ein E
ink
ommen von brutto
Fr.
79‘000.-- erzielt (
Urk.
6/10/3). Da absehbar war, dass
er diese
Stelle
nicht dauerhaft ausgeübt hätte
, zog di
e Suva
im
unfallversiche
rungsrechtlichen Verfahren bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
den
LSE-
Tabellenlohn
von
a
kademische
n
und vergleichbare
n
Fachkräfte
n
in der
Informa
tions
-
und Kommunikationstechnologie, Alter 30 bis 49 Jahre,
heran
(
Urk.
6/152/437)
.
Dieser beträgt
gemäss
der aktuell anwendbaren
LSE 2016
für Männer
brutto Fr.
9'206.
-- pro Monat
(Tabelle T17).
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41
,3
Stunden im Jahr 2017
(vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02.03.01.04.01
;
Informationstechnologische und Informationsdienstleistun
gen
) und
der
entsprechenden
Nominallohnentwicklu
ng von Männern
(vgl. Bun
desamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und d
er Reallöhne, 1942 bis 2018
) resultiert
daher
ein hypothetisches Jahresein
kom
m
en von
Fr.
114‘571.75 (Fr. 9‘206
.--
x 12 : 40 x 41
,3 : 2'239
x 2’249
).
Dieses
Valideneinkommen
erscheint
mit Blick auf die
Ausbildung des Be
schwer
deführe
rs als Informatikingenieur und
auf
dessen kurzen
beruflichen Werdegang
vor
dem Unfallereignis vom
7.
Dezember 2011 als angemessen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Personalchefin der Informatikdienste der
Y.___
auf entsprechende Anfrage der Suva am
1
3.
Januar 2015 angab
, dass der Beschwerdeführer ohne medizinische Einschränkungen für eine Entwicklerstelle in der IT (falls die geforderten IT-
Skills vorhanden seien) ca. Fr.
115‘000.-- ver
dienen würde. Ein Doktortitel habe keinen Einfluss auf den Lohn (
Urk.
6/152/311).
Dass der
Berufsabklärer
des
B.___
am 2
7.
Januar 2017 gegen
über der Suva erklärte,
der
Beschwerdeführer
würde
bei der
D.___
in einem 100%-Pensum
aktuell
ein Jahressalär von
Fr.
130‘000.-- plus einen Bonus von
Fr.
15‘000.
-- erzielen
(
Urk.
6/174/19), ändert daran nichts.
Wie
d
er Vergleich mit dem
von der Suva herangezogenen
Medianlohn
gemäss
LSE zeigt, muss nämlich
davon
ausgegangen werden
, dass die
D.___
Informatiki
ngenieure
n
überdurch
schnittlich hohe
Löhne bezahlt.
Der
Beschwerdeführer
hat
te
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
indes
keine derartige Stelle bei der
D.___
oder
bei
einem vergleichbaren
Grossunternehmen
inne oder
unmittelbar
in Aussicht.
5.
3
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
ging die Suva sodann vom
Medi
anlohn von Männern des Kompetenzniveaus 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein
grosses
Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen
)
aus
(
Urk.
6/152/437
)
. Dieser beläuft sich
gemäss
LSE
2016
auf
Fr.
7‘315.
-- pro Monat
(vgl. Tabe
lle T1_tirage_skill_level
)
.
Angepasst an die betriebsübliche wöchentli
che Arbeitszeit
von 41,7 Stunden
im Jahr 2017
(vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilunge
n, T03.02.03.01.04.01) und
die
entsprechende
Nominallohnentwicklu
ng von Männern
(vgl. Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und d
er Reallöhne, 1942 bis 2018
)
ergibt sich
ein hypothetisches Jahreseinkom
men von
Fr.
91‘919.35 (Fr. 7‘315
.--
x 12 : 40 x 41,7 : 2'239
x 2’249
) bzw. beim dem Beschwerdeführer noch zumutbaren 50%-Pensum von
Fr.
45‘959.70
(
Fr.
91‘919.35 : 2)
.
Unter Berücksichtigung des von der Suva unter Hinweis auf die
Schwere der medizinischen und erwerblichen Einschränkungen gewährte
n Leidensabzugs von 15
%
resultiert daher ein
Inva
lideneinkommen von
Fr.
39‘065.75
(
Fr.
45‘959.
70 x 0,85).
Auch die Ermittlung des Invalideneinkommens durch die Suva ist nicht zu bean
standen. Der leidensbedingte Abzug in der Höhe von
15
%
ist
mit Blick auf
ein
geschränkte Tätigkeitsspektrum
des Beschwerdeführers (vgl. E. 4.3
) und
den Umstand, dass
Teilzeitarbeit bei Männern
in der Regel
vergleichsweise
weniger gut
entlöhnt
wird
als eine Vollzeitbeschäftigung
(vgl.
Urteil
9C_808/2015 vom 29. Febru
ar 2016 E. 3.3.2 mit Hinweisen), angemessen.
5.
4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
114‘571.75
und einem Invalideneinkom
men von
Fr.
39‘065.75
resultiert eine
Erwer
bseinbusse
von Fr.
75‘506.--
und damit ein Invaliditätsgrad von aufgerundet
66
%
(
Fr. 75‘506.
--
:
Fr. 114‘571.75
).
Zu beachten ist jedoch
, dass der Invaliditätsgrad vom
1.
August bis
zum 31.
Dezember 2017 lediglich 50
%
betrug.
Denn in diesem
Zeitraum
war es dem Beschwerdeführer
kurzzeitig
mögl
ich
,
bei der
D.___
– aufgrund günstiger Umstände -
ein Monatseinkommen von brutto
Fr.
5'000.
--
bzw. ein hy
potheti
sches Jahreseinkommen von brutto
Fr.
60'000.
-- zu erzielen. S
ein Monatsl
ohn für ein
100%-Pensum hätte dabei
brutto
Fr.
10'000.--
bzw. pro Jahr
brutto
Fr.
120'000.
-- betragen
(
Urk.
6/140)
, weshalb sich die
Erwerbseinbusse auf
Fr.
60'000.-- belief.
5.
5
Der Beschwerdeführer hat
somit
bei einem ermit
telten Invaliditätsgrad von 100
%
bis zum 3
0.
April 2017 (End
e des dritten vollen Kalendermonats, der dem Beginn
der Massnahme bzw. des
Arbeitstrainings
folgt
e
; vgl.
Art.
47
Abs.
1
bis
lit
.
b IVG) Anspruch auf eine ganze Rente. Danach
ruht die Rente, ehe sie per 1.
Juli 2017 (Monat, in dem der Taggeldanspruch endet
e
; vgl.
Art.
47
Abs.
2 IVG
)
wieder auflebt
.
Ab dem
1.
August 2017
(Zeitpunkt, in
dem angenommen werden konnte, dass
die
tatsächliche Veränderung der Verhältnisse
voraussichtlich län
gere Zeit
dauern wird; vgl.
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
versicherung,
IVV)
hat der Beschwerdeführer
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50
%
Anspruch auf eine halbe Rente und ab
dem
1.
Januar
2018
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 66
%
auf eine
Dreivie
rtelsrente
(
auf die dreimo
natige Wartefrist nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV
kann verzichtet werden, wenn die Rentenerhöhung
– wie vorliegend
–
nicht wegen einer Veränderung des Gesund
heitszustands erfolgt, sondern
auf einen stabilisiert
en Kontext zurückzuführen ist; vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 599/05 vom
6.
Februar 2006 E. 5.2.3 mit Hinweisen
; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung,
Rz
. 4008.1
).
V
on weiteren Sachverhaltsabklärungen
– insbesondere einer Befragung des
Berufsabklärers
des
B.___
und der Personalverantwortlichen der
D.___
(
Urk.
1 S. 5 ff.) -
sind im Übrigen keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
(antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
6.
In teilweise
r
Gutheissung
der Beschwerde
sind die
angefochtene
n
Verfügung
en
(Urk. 2
/1-2
),
soweit den Rentenanspr
uch ab Februar 2017 betreffend,
aufzuheben und es ist festzustellen, d
ass der Beschwerdeführer bis zum 3
0.
April 2017 und ab dem
1.
Juli
2017
Anspruch auf
eine
ganze Rente, ab dem
1.
August 2017 auf eine halbe Rente und ab dem
1.
Januar 2018 Anspruch
auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
Im Übrigen
ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 8
00.-- anzuset
zen.
Ausgangsgemäss
sind
sie den
Parteien je zur Hälfte (
Fr.
400
.--)
aufzuerlegen.
7.2
Die
Beschwerdegegnerin
ist
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine redu
zierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘100.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) fest
zusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde
werden
die angefochtenen Verfügungen (Urk. 2/1-2
)
,
soweit
den Rentenanspruch ab Februar 2017 betreffen
d
,
aufgehoben und es wird festgestellt
, dass der Beschwerdeführer bis z
um 3
0.
April 2017 und ab dem 1.
Juli 2017 Anspruch auf eine ganze Rente, ab dem
1.
August 2017 auf eine halbe Rente und ab dem
1.
Januar 2018 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invaliden
versicherung hat. Im Übrigen
wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
den Parteien je zur Hälfte
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’100
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus
Loher
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl