# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab18dc1f-1dba-5540-b3e7-b2bb0847b4d1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2010 D-5144/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5144-2010_2010-08-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5144/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid; 
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

A._______, geboren [...], Irak,
vertreten durch Asylhilfe Bern, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. Juni 2010 / N [...]

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5144/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  aus  A._______  (Provinz  Mosul) 
stammender irakischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie, gemäss 
eigenen Angaben am 27. Oktober  2008 seinen  Heimatstaat  verliess 
und  am  19. November  2008  illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er 
gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Basel vom 24. November 2008 sowie der eingehenden Anhö-
rung vom 3. November 2009 zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er sei am 5. Oktober 2008 während sei-
ner Arbeit als Automechaniker von drei unbekannten Personen aufge-
sucht worden, die ein Auto hätten reparieren lassen wollen,

dass er weiter ausführte, er sei mit diesen Leuten losgefahren, um in 
der nächstgelegenen Stadt B._______ Ersatzteile für ihr Fahrzeug zu 
kaufen, wobei sie unterwegs von der irakischen Polizei festgenommen 
worden seien,

dass ihm durch die Polizei gesagt worden sei, bei den genannten drei  
Personen habe es sich um Terroristen gehandelt,

dass man ihn nach Mosul gebracht habe, wo er verhört und während 
vier Tagen in Haft gehalten worden sei, 

dass man ihn anschliessend aber freigelassen habe,

dass am 15. Oktober 2008 sieben (Protokoll der Kurzbefragung, S. 5) 
beziehungsweise  vier  (ebd.,  S. 6)  unbekannte  Personen  zu  ihm ge-
kommen seien und ihm vorgeworfen hätten, die drei Terroristen verra-
ten zu haben,

dass ihn die Unbekannten aufgefordert hätten, die drei festgenomme-
nen Personen wieder freizubekommen, ansonsten er umgebracht wür-
de,

dass er wegen der Drohungen gleichentags bei der Polizei Anzeige er-
stattet habe, diese ihm jedoch beschieden habe, sie könne nichts un -
ternehmen,

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dass einige Tage später  die genannten vier  Unbekannten wieder  zu 
ihm gekommen seien und ihn erneut mit dem Tod bedroht hätten,

dass er deshalb aus Furcht vor Vergeltung seitens der Terroristen aus 
seinem Heimatstaat geflohen sei,

dass  das  Bundesamt  für  Migration  (BFM)  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  mit  Verfügung  vom  16. Juni 2010  –  eröffnet  am 
18. Juni 2010 – ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie 
den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die Asyl -
vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  nicht  glaubhaft,  indem  sie 
widersprüchlich und weitgehend realitätsfremd seien, wobei die Aussa-
gen insgesamt unsubstantiiert  und ohne jegliche Differenzierung und 
Detaillierung ausgefallen seien, 

dass der Beschwerdeführer das BFM mit Schreiben seiner Rechtsver-
treterin vom 22. Juni 2010 um Einsicht in die Verfahrensakten ersuch-
te,

dass  das  BFM  diesem  Ersuchen  mit  Schreiben  vom 25.  Juni  2010 
entsprach,

dass der Beschwerdeführer die Verfügung des BFM vom 16. Juni 2010 
mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 15. Juli 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht anfocht,

dass er dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, beziehungsweise es 
seien  eventualiter  die  Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  es  sei  seine  vorläufige  Auf-
nahme anzuordnen,

dass er ausserdem in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei ihm die 
unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) zu gewähren,

dass die zuständige Instruktionsrichterin das Gesuch um unentgeltli -
che Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 20. Juli 2010 abwies 
und den Beschwerdeführer unter Androhung des Nichteintretens dazu 

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aufforderte,  bis  zum  4. August  2010  einen  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.– zu leisten,

dass der verlangte Kostenvorschuss mit Einzahlung vom 24. Juli 2010 
geleistet wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM entscheidet  (Art. 105  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 6 
sowie Art. 105 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-

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kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig  begründet  oder in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der durchgeführten Anhörungen 
auf entsprechende, wiederholte Fragen hin kaum konkrete Angaben in 
Bezug auf  wesentliche Aspekte  seiner  angeblichen  Fluchtgeschichte 
vorzubringen vermochte,

dass der Beschwerdeführer beispielsweise keine Auskunft darüber zu 
geben wusste, in welcher Art von Gebäude er durch irakische Sicher-
heitskräfte während vier  Tagen festgehalten worden sei  und wo sich 
dieses in der Stadt Mosul befinde,

dass dabei auch seine Behauptung, er kenne sich in Mosul nicht aus, 
nicht befriedigend zu erklären vermag, weshalb er nicht über die Be-
schaffenheit des Gebäudes etwas zu sagen wusste,

dass er auch über weitere wesentliche Punkte seiner Fluchtgeschichte 
keinerlei konkrete Angaben machen konnte, so etwa zur Frage, wo er 
in der Stadt Dohuk einen Freund, der ihm bei der Flucht geholfen ha -
ben soll, angetroffen habe,

dass generell  festzustellen ist,  dass die Aussagen des Beschwerde-
führers bezüglich seiner Festnahme durch irakische Sicherheitskräfte, 
seine Inhaftierung und Freilassung sowie die danach folgende angebli-
che Bedrohung durch Unbekannte  wenig  Detaillierung und Konkreti-

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sierung aufweisen, so dass zu bezweifeln ist, er habe die geltend ge-
machten Ereignisse tatsächlich selbst erlebt,

dass die  Vorbringen des Beschwerdeführers  anlässlich  seiner  Anhö-
rungen ausserdem weitere Unglaubhaftigkeitselemente aufweisen, in-
dem etwa nicht nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer, der in 
Begleitung dreier angeblicher arabischer Terroristen verhaftet worden 
sein  will,  durch  die  Sicherheitskräfte  ohne weitere  Nachforschungen 
über seine Person wieder freigelassen worden sein soll,

dass ferner auch als unwahrscheinlich zu erachten ist, dass sich die 
drei angeblichen Terroristen – wie vom Beschwerdeführer angegeben 
– gegenüber den irakischen Sicherheitskräften mit ihren Identitätsdo-
kumenten ausgewiesen und ohne jeglichen Widerstand hätten festneh-
men lassen,

dass  ferner  verschiedene  Widersprüche  in  den  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers festzustellen sind, bezüglich derer auf die Erwägun-
gen des BFM verwiesen werden kann,

dass sich  schliesslich  auch die  Vorbringen in  der  Beschwerdeschrift  
nicht als geeignet erweisen, die Einschätzung des BFM in Bezug auf 
die Glaubhaftigkeit der Fluchtgründe in Frage zu stellen,

dass  insbesondere  das  Argument  nicht  behelflich  ist,  zwischen  der 
summarischen und der  eingehenden Befragung zu den Asylgründen 
sei beinahe ein Jahr verstrichen, ändert dies doch nichts an der Fest-
stellung,  dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zu  seinen 
Asylgründen jegliche Detaillierung und Konkretisierung vermissen las-
sen,

dass ferner auch der Einwand, die Erklärung des Beschwerdeführers, 
er sei am 24. Oktober 2008 (ein zweites Mal) von den Terroristen auf -
gesucht worden (vgl. A1/10 S. 6), sei als Ergänzung seiner Asylgründe 
zu verstehen und damit zu erklären, dass er zu Beginn der Befragung 
aufgefordert worden sei, sich kurz zu halten (vgl. A1/10 S. 5 Ziff. 15), 
nicht zu überzeugen vermag, da es sich hierbei offensichtlich um ein 
zentrales Sachverhaltselement handelt,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht  gelungen ist,  die Flücht-
lingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, 
weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

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dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21),

dass deshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzli-
chen Bestimmungen steht und vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht li-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-

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halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass auch die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage in den 
nordirakischen Provinzen Dohuk, Erbil und Suleimaniya den Wegwei-
sungsvollzug  im  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen 
lässt (BVGE 2008/4 E. 6.2-6.6 S. 42 ff.),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini -
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Grundsatzurteil 
BVGE 2008/5 ausführlich mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs  in  den  kurdischen  Nordirak  befasst  hat  und  zum 
Schluss gelangt ist, dass in den Provinzen Dohuk, Erbil und Suleima-
niya keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und die dortige politi-
sche  Lage  nicht  dermassen  angespannt  ist,  dass  eine  Rückführung 
dorthin als generell unzumutbar erachtet werden müsste,

dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts die 
Anordnung des Wegweisungsvollzugs voraussetzt, dass die betreffen-
de Person ursprünglich aus der soeben bezeichneten nordirakischen 
Region stammt oder längere Zeit dort gelebt hat und über ein soziales 
Netz (Familie, Verwandtschaft oder Bekanntenkreis) oder über Bezie-
hungen zu den herrschenden Parteien verfügt,

dass die hier genannten Kriterien der Voraussetzung eines zumutba-
ren Wegweisungsvollzuges jedoch weder abschliessend noch im aus-
schliesslichen Sinn zu verstehen sind,

dass das Ziel dieser Rechtsprechung darin besteht, dass eine soziale 
und wirtschaftliche Intergration in die kurdische Gesellschaft gelingen 
soll, und das Bundesverwaltungsgericht im genannten Grundsatzurteil  
im vorliegenden Zusammmenhang ausführte, der Erhalt einer Arbeits-
stelle  oder  von Wohnraum hänge  weitgehend  von gesellschaftlichen 
und politischen Beziehungen ab (BVGE 2008/5 E. 7.5.8 S. 72),

dass ein Wegweisungsvollzug von Kurden fraglich erscheint,  die aus 
kurdisch dominierten Gebieten ausserhalb der drei Provinzen Dohuk, 
Erbil und Suleimaniya (namentlich aus Kirkuk und Mosul) stammen, da 

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die kurdischen Behörden ihnen aus der  demografischen Überlegung 
heraus, in den von ihnen dominierten Gebieten eine kurdische Bevöl-
kerungsmehrheit  aufrecht  erhalten zu wollen,  das Bleiberecht  in  den 
drei Provinzen allenfalls verweigern könnten,

dass  die  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  im  Einzelfall  zu  prüfen  bleibt 
(BVGE 2008/5 E. 7.5.8 S. 72), 

dass der Beschwerdeführer aus der Provinz Mosul stammt, 

dass der Beschwerdeführer jedoch angegeben hat, seine Mutter stam-
me aus Tala-Chem bei Erbil  und es lebten ein Onkel und eine Tante 
mütterlicherseits sowie ein Onkel väterlicherseits in Erbil,

dass der Beschwerdeführer somit in Erbil ein verwandtschaft liches Be-
ziehungsnetz  vorfinden  wird,  das  ihm  eine  tragfähige  Stütze  bilden 
kann, 

dass seine Ausführungen anlässlich der Anhörung vom 3. November 
2009, er habe zu den Verwandten in Erbil keinen Kontakt, angesichts 
der im sozio-kulturellen Kontext des Nordiraks bestehenden wichtigen 
Bedeutung verwandtschaftlicher  Beziehungen nichts an der  Feststel-
lung  zu  ändern  vermag,  dass  die  genannten  Verwandten  dem  Be-
schwerdeführer  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  Unterstützung 
leisten können,

dass  weiter  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  dafür  glaubhaft  ge-
macht wurden oder ersichtlich sind, dem Beschwerdeführer als Ange-
hörigem der kurdischen Ethnie werde  in der Provinz Erbil  angesichts 
seiner  verwandtschaftlichen  Beziehungen  ein  Bleiberecht  verweigert 
werden, 

dass sich aus den Akten auch keine hinreichend konkreten Anhalts-
punkte ergeben, die darauf schliessen liessen, er gerate im Falle eines 
Wegweisungsvollzugs in die nordirakische Provinz Erbil aus individuel-
len  Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in 
eine existenzbedrohende Situation,

dass auch zu berücksichtigen ist,  dass der Beschwerdeführer allein-
stehend und ohne familiäre Verpflichtungen ist und von den Familien 
seiner Onkel und seiner Tante nicht als Belastung empfunden werden 

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müsste,  so dass davon auszugehen ist,  dass für  ihn Wohnraum ge-
währleistet wäre,

dass er als junger Mann mit Berufserfahrung als selbständiger Auto-
mechaniker ein Auskommen wird finden können,

dass der Beschwerdeführer soweit aktenkundig auch gesund ist, nach-
dem das anlässlich der Befragung vom 3. November 2009 geltend ge-
machte gesundheitliche Problem – eine in der Schweiz durchgeführte 
Operation am Gesäss, die gemäss Aussagen des Beschwerdeführers 
keine  weiteren  Nachbehandlungen  erforderte  –  nicht  als  unter  dem 
Aspekt der Zumutbarkeit des Vollzugs erheblich einzustufen ist,

dass  unter  Berücksichtigung  aller  wesentlichen  Gesichtspunkte  dem 
Beschwerdeführer zuzumuten ist, sich im kurdischen Nordirak (Provinz 
Erbil) einzugliedern,

dass ihm zudem die Rückkehrhilfe der Schweiz die Ansiedlung in sei-
ner Heimat erleichtern kann,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  Provinz  Erbil  unter  diesen 
Umständen als zumutbar zu bezeichnen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dessen  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), 

dass die Kosten auf Fr. 600.– festgesetzt werden (Art. 1-3 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]  i.V.m. 
Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG),

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dass des Weiteren die Verfahrenskosten mit dem in gleicher Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind,  womit  sie  bereits  ge-
deckt sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 600.– werden dem Be-
schwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr. N  [...]  (in 

Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Martin Scheyli

Versand: 

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