# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f85fbeb5-eadf-5470-9e5c-b99f3a2da6dd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.03.2022 200 2020 688
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-688_2022-03-18.pdf

## Full Text

200 20 688 IV und
200 20 776 IV (2)
KNB/FRN/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. März 2022

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 10. Juli 2020 und 9. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 7. Februar 2012 unter Hinweis auf psychische Beschwer-
den sowie Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 7). Die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen vor. Sie gewährte anfangs 2014 ein Belastbarkeitstraining in der 
C.________ in ... (act. II 40, 56, 69, 70) und schloss danach die berufliche 
Eingliederung mit Mitteilung vom 13. Juni 2014 (act. II 77) ab. Sie forderte 
die Versicherte anschliessend unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht 
sowie die Rechtsfolgen im Unterlassungsfall auf, sich einer intensiven 
psychiatrischen Behandlung in einer Tagesklinik zu unterziehen (act. II 83, 
92), was die Versicherte in der Folge tat (act. II 107, 122). Nach Einholung 
weiterer medizinischer Berichte ordnete die IVB am 15. Juni 2016 - auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 130 S. 4) - 
eine Begutachtung durch die Dres. med. D.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, und E.________, Fachärztin für Neurochirurgie, 
an und räumte Gelegenheit zur Erhebung von Einwendungen ein (act. II 
131). Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, erhob am 
15. Juli 2016 gegen beide Experten Einwände und machte Gegenvorschlä-
ge (act. II 135). Mit Zwischenverfügung vom 27. Juli 2016 (act. II 137) hielt 
die IVB am vorgesehenen Begutachtungsauftrag fest. Die hiergegen von 
der Versicherten beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern erhobene 
Beschwerde (act. II 142) wies dieses mit Urteil vom 24. Oktober 2017, 
IV/2016/832, ab (act. II 148). 

Das psychiatrische Gutachten wurde in der Folge am 18. März 2018 (act. II 
163.1) und das neurochirurgische Gutachten am 23. November 2018 (act. 
II 173.1) erstattet. Nach Einholung mehrerer Stellungnahmen beim RAD 
(act. II 175 S. 8 ff., 183, 190 S. 4) und durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren (act. II 191) sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 10. Juli 
2020 (act. II 200) eine Viertelsrente ab 1. Juli 2020 bis auf weiteres bei ei-
nem IV-Grad von 40 % zu. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 10. September 2020 erhob die Versicherte, nach wie vor 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen die Verfügung vom 10. 
Juli 2020 Beschwerde (Verfahren IV/2020/688) mit folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 10. Juli 2020 sei 
aufzuheben.

2. a) 
Es sei der Beschwerdeführerin über den 1. August 2016 und daher für 
die hier angefochtene laufende IV-Berentung ab 1. Juli 2020 weiterhin 
eine ganze IV-Rente zuzusprechen.
b) 
Eventualiter: Es sei der Beschwerdeführerin eine halbe IV-Rente zuzu-
sprechen. 

3. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzu-
führen. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwer-
degegnerin. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. September 2020 im Verfahren 
IV/2020/688 stellte der Instruktionsrichter fest, dass die Verfügung vom 
10. Juli 2020 mit der alleinigen Zusprechung einer Viertelsrente ab Juli 
2020 – mithin einzig für die Zukunft – keinen Sinn mache bzw. darüber 
nicht befunden werden könne. Er gab der Beschwerdegegnerin Gelegen-
heit zur Prüfung einer allfälligen wiedererwägungsweisen Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung bzw. entsprechenden Stellungnahme bis am 
14. Oktober 2020, um später über den (abgestuften) Rentenanspruch ins-
gesamt zu befinden. 

Mit Stellungnahme vom 8. Oktober 2020 teilte die Beschwerdegegnerin mit, 
wegen drei noch einzuholenden Verrechnungsanträgen habe sich die Ren-
tenberechnung bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB) verzö-
gert. Um die Beschwerdeführerin nicht länger warten zu lassen, habe die 
AKB in der Folge die ab dem 1. Juli 2020 bis auf weiteres zugesprochene 
Viertelsrente berechnet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 4

C.

Mit Verfügung vom 9. Oktober 2020 (act. II 205, 207) sprach die IVB der 
Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. August 2012 eine Viertelsrente bei 
einem IV-Grad von 40 %, ab 1. Januar 2016 eine ganze Rente bei einem 
IV-Grad von 100 % sowie ab 1. August 2016 wiederum eine Viertelsrente 
bei einem IV-Grad von 40 % zu. 

D.

Mit Eingabe vom 14. Oktober 2020 erhob die Versicherte, ebenfalls vertre-
ten durch Rechtsanwalt B.________, gegen die Verfügung vom 9. Oktober 
2020 Beschwerde (Verfahren IV/2020/776) mit folgenden Anträgen:

1. Es sei die vorliegende Eingabe als Beschwerde gegen die beiliegende 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 9. Oktober 2020 entgegen zu neh-
men.

2. Es sei das entsprechende Beschwerdeverfahren mit dem bereits hän-
gigen Beschwerdeverfahren IV/2020/688 zu vereinigen.

3. Die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin seien entsprechend mo-
difiziert entgegen zu nehmen:

1. Die Verfügungen der IV-Stelle des Kantons Bern vom 10. Juli 
2020 und vom 9. Oktober 2020 seien aufzuheben.

2. a) Es sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August 2012 
mindestens eine halbe IV-Rente und mit Wirkung ab 1. Januar 
2016 und über den 1. August 2016 hinaus (bis zum Abschluss 
von hier beantragten beruflichen Eingliederungsmassnahmen) 
eine ganze IV-Rente zuzusprechen, zzgl. Verzugszins von 5 % 
ab wann rechtens.
b) Eventualiter: Es sei der Beschwerdeführerin ab 1. August 
2016 statt einer Viertelrente eine halbe IV-Rente zuzusprechen, 
zzgl. Verzugszins von 5% ab wann rechtens.

3. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
durchzuführen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. November 2020 vereinigte der In-
struktionsrichter die Verfahren IV/2020/688 und IV/2020/776. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 5

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 7. Dezem-
ber 2020 auf Abweisung der Beschwerden. 

Mit einer als ʺReplikʺ bezeichneten Stellungnahme vom 17. Juni 2021 hielt 
die Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Januar 2022 gelangte der Instrukti-
onsrichter aufgrund der Situation im Zusammenhang mit Covid-19/Omikron 
mit der Anfrage an die Beschwerdeführerin, ob an der beantragten öffentli-
chen Schlussverhandlung festgehalten oder darauf verzichtet werde (vgl. 
dazu bereits die prozessleitende Verfügung vom 1. März 2021).

Mit Eingabe vom 18. Januar 2022 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass 
auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 
EMRK verzichtet werde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

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rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
den einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 10. Juli 2020 (act. 
II 200) und 9. Oktober 2020 (act. II 205, 207). In anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend 
eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur 
die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit 
die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, 
dass die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterli-
chen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 
1a; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2). Streitig und zu prüfen ist demnach 
der Anspruch auf eine Invalidenrente, unter Einschluss der vom 1. August 
2012 bis 31. Dezember 2015 zugesprochenen Viertelsrente, der vom 
1. Januar bis 31. Juli 2016 zugesprochenen (befristeten) ganzen Invaliden-
rente sowie der ab 1. August 2016 zugesprochenen Viertelsrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hin-
sicht - vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen - 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtenen Verfügungen vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datieren, ist der Rentenanspruch nach den 
bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 7

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).  

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 8

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2). 

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent-
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 9

144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 
3.1). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin finden sich in den Akten insbesondere folgende 
Angaben:

3.1.1 Der behandelnde Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 11. Dezember 2012 
(act. II 24) eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige 
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Er führte aus, die 
Beschwerdeführerin leide an depressiven Angstzuständen und habe Pa-
nikattacken. Sie habe neurovegetative Störungen und somatische Schmer-
zen, wenn sie angespannt sei (S. 1). Vom 26. September 2011 bis am 
1. Juni 2012 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, seit dem 
1. Juni 2012 betrage die Arbeitsunfähigkeit 50 % (S. 2). 

Im Bericht vom 16. September 2014 (act. II 90) diagnostizierte Dr. med. 
F.________ wiederum eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mit-
telgradige Episode mit somatischen Syndrom (ICD-10: F33.11). Zurzeit sei 
eine leichte Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes festzu-
stellen. Die Beschwerdeführerin sei weniger ängstlich, habe aber immer 
noch Panikattacken (S. 1). Sie sei alle zwei bis drei Wochen bei ihm in 
psychiatrischer Behandlung und nehme Psychopharmaka ein. Es bestehe 
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2). 

Dr. med. F.________ diagnostizierte auch im Bericht vom 5. Mai 2015 (act. 
II 102) eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episo-
de mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11, S. 2). Seit dem 1. Februar 
2015 bestehe eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3). 

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurochirurgie, diagnostizierte 
im Bericht vom 9. Dezember 2015 (act. II 114) insbesondere eine hochgra-
dige belastungsverstärkende Spinalkanalstenose L4/5 und L5/S1 bei hy-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 10

pertropher Spondylarthrose, ligamentärer Hypertrophie und epiduraler Li-
pomatose sowie eine caudal rezessal luxierte Diskushernie L5/S1 links. Er 
hielt fest, die Symptomatologie sei progredient, der Leidensdruck der Be-
schwerdeführerin massiv gestiegen, sodass sie sich nun doch für ein ope-
ratives Vorgehen entschieden habe. Ob dieser Eingriff hingegen die Ar-
beitsfähigkeit, welche unter anderem durch psychische Probleme kompro-
mittiert sei, relevant verbessern werde, dürfe zumindest angezweifelt wer-
den (S. 1). 

Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 25. Januar 2016 (act. II 127 S. 
3 f.) aus, am 18. Januar 2016 sei die Beschwerdeführerin operiert worden 
(vgl. act. II 117). Der postoperative Verlauf habe in jeder Hinsicht ihre initia-
len Erwartungen übertroffen: Die ausgeprägten Lumboischialgien hätten 
sich tatsächlich schlagartig zurückgebildet. Die Beschwerdeführerin sei 
ausgesprochen rasch autonom geworden und sei bereits ab dem 2. post-
operativen Tag in der Lage gewesen, kleinere Spaziergänge zu bewältigen 
und auch Treppen zu steigen (S. 3). 

3.1.3 Die Beschwerdeführerin war vom 18. Mai bis am 8. Oktober 2015 in 
teilstationärer Behandlung in der Tagesklinik der Psychiatrischen Dienste 
H.________. Im Austrittsbericht vom 23. März 2016 (act. II 122) diagnosti-
zierten die Ärzte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2). Bei Ein-
tritt habe sie unter starken Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen gelit-
ten, das Denken sei verlangsamt gewesen und sie habe stark gegrübelt. 
Sie habe Existenzängste gehabt, der affektive Rapport sei vorhanden ge-
wesen, es habe eine schwere Störung der Vitalgefühle vorgelegen. Sie sei 
deprimiert und innerlich unruhig gewesen mit Verarmungsgefühlen. Sie sei 
antriebsarm gewesen, morgens schlechter und es habe ein schwerer sozi-
aler Rückzug vorgelegen. Sie habe öfters Suizidgedanken ohne Suizidver-
suche gehabt. Sie habe schwere Schlafstörungen und starke tägliche Rü-
ckenschmerzen. Im therapeutischen Verlauf sei eine positive Entwicklung 
zu beobachten gewesen (S. 2). Wegen den zunehmend starken Schmer-
zen sei der Tagesklinikaufenthalt abgebrochen worden. Es sei zu diesem 
Zeitpunkt noch nicht klar gewesen, ob sie sich einer Diskushernienoperati-
on unterziehen müsse (S. 3). 

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3.1.4 Dr. med. D.________ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 
16. März 2018 (act. II 163.1) folgende Diagnosen (S. 18): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0/32.1)
- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Familiäre Schwierigkeiten (ICD-10: Z63)
- Lange Phase von Arbeitsunfähigkeit (ICD-10: Z55)
- Finanzielle Probleme (ICD-10: Z59)

Der Gutachter führte aus, die Beschwerdeführerin sei mürrisch und resi-
gniert, eine schwermütig gedrückte Stimmung finde sich nicht. Sie könne 
mehrmals lächeln und auf Humor positiv reagieren. Sie habe ein eher ein-
geschränktes Selbstwertgefühl (S. 7). Es sei eine Diskrepanz zu beobach-
ten, da die Beschwerdeführerin trotz starken Schmerzen emotional ausge-
glichen reagiere (S. 8). Angesichts des chronischen Schmerzsyndroms 
müsse darüber diskutiert werden, ob eine psychosomatische Überlagerung 
bestehe. Die Beschwerdeführerin zeige einige Hinweise für eine anhalten-
de somatoforme Schmerzstörung: Sie sei auf die Schmerzen teilweise fi-
xiert, diese bildeten oft den Hauptfokus ihres Interesses. Gegen das Voll-
bild sprächen folgende Beobachtungen: Die Beschwerdeführerin nehme 
das Ausmass der Schmerzen als abhängig von den jeweiligen körperlichen 
Belastungen wahr, nicht jedoch als abhängig von Lebensproblemen oder 
emotionalen Konflikten. Die Schmerzen seien nicht ständig quälend und 
sprächen auf therapeutische Massnahmen vorübergehend positiv an (S. 9).

Im Sommer 2011 soll die Beschwerdeführerin einem Mobbing ausgesetzt 
gewesen sein und zudem hätten familiäre Belastungen bestanden. Dies 
alles habe dazu geführt, dass sie sich zunehmend überfordert gefühlt habe, 
verstimmt gewesen sei, sich von sozialen Kontakten teilweise zurückgezo-
gen und einen reduzierten Antrieb verspürt habe. Zu Beginn habe von einer 
Anpassungsstörung bzw. einer depressiven Reaktion ausgegangen werden 
können. Eine derartige Störung könne gemäss ICD-10 während zwei Jah-
ren diagnostiziert werden, danach gehe sie diagnostisch in eine eigenstän-
dige affektive Störung über. Dies sei dann auch eingetreten mit mehrmals 
depressiven Episoden, im 2015 und 2016 sogar in schwergradigem Aus-
mass. Bei der aktuellen Untersuchung am 21. Februar 2018 finde sich ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 12

leichtgradiges Ausmass. Die Beschwerdeführerin sei insbesondere nicht 
suizidal, sie nehme einen guten affektiven Rapport auf, sei nicht ständig 
bedrückt und könne auch fröhlich sein. Die Konzentration sei in Ordnung, 
ebenso der Appetit. Sie leide allerdings an schmerzbedingten 
Schlafstörungen. Es könne zudem auf die einigermassen erhaltene Tages-
struktur hingewiesen werden. Sie gehe ihren Verpflichtungen nach, soweit 
ihr dies schmerzbedingt möglich sei. Sie sei fähig, Ferien im Heimatland zu 
verbringen, was sie im Sommer 2016 letztmals getan habe. Sie sei mit dem 
Flugzeug gereist und habe von den Ferien profitieren können (S. 10).

Die Beschwerdeführerin sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, welche aus 
psychiatrischer Sicht angepasst gewesen sei, seit Anfang 2016 als 20 % 
eingeschränkt arbeitsfähig zu beurteilen (S. 17). Sie berichte, dass sich 
anlässlich des Aufenthalts im C.________ (Belastbarkeitstraining im Jahr 
2014) die seelische Situation nicht verschlechtert habe, sie aber froh gewe-
sen sei, als Dr. med. F.________ sie erneut krankgeschrieben habe. Seit-
her habe sie nie mehr Arbeitsversuche unternommen und sehe dies auch 
nicht mehr als möglich an (S. 6 f.).

3.1.5 Dr. med. I.________, Fachärztin für Neurochirurgie sowie med. 
pract. J.________, Assistenzärztin (Spital K.________), stellten im neuro-
chirurgischen Gutachten vom 23. November 2018 (act. II 173.1) folgende 
Diagnosen:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Chronisches Schmerzsyndrom bei Status nach mikrotechnischer de-
kompressiver Fenestration LWK4/5 und LWK5/SWK 1 von links mit 
Erweiterung zu einer Hemilaminektomie LWK5, medialer Arthrektomie, 
Flavektomie und epiduraler Lipektomie LWK4/5 und LWK5/SWK1 am 
18. Januar 2016

- Rezidivierende depressive Störung und Status nach schwerer Episode 
ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Adipositas
- Diabetes Mellitus Typ 2
- Hyperlipidämie

Insgesamt sei von einem chronischen Schmerzleiden seit nun über neun 
Jahren zu berichten, welches mit der lege artis durchgeführten Operation 
nicht gebessert habe. Die persistierende leichtgradige Einengung des Fo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 13

ramens LWK5/SWK 1 könne für einen geringen Anteil der angegebenen 
Beschwerden zuständig sein, erkläre jedoch nicht die komplett und aus-
führlich angegebenen Beschwerden, welche zusätzlich durch die langjähri-
ge psychiatrische Diagnose überlagert worden seien. 

Aus neurochirurgischer Sicht sollte die Möglichkeit zu weiteren diagnosti-
schen Untersuchungen und Ausschluss einer lumbalen Instabilität nach 
erfolgter Operation, sowie weiterer diagnostischer bzw. therapeutischer 
Infiltrationen der foraminalen Engstelle evaluiert werden. Sollte dies zu ei-
ner Besserung der Situation der Wirbelsäule führen, sei eine berufliche 
Wiedereingliederung aus neurochirurgischer Sicht definitiv zumutbar. Die 
von der Beschwerdegegnerin angegebenen Beschwerden im lumbalen 
Rücken mit diffuser Ausstrahlung in die linke untere Extremität hätten in der 
klinischen Untersuchung kein klares Korrelat gefunden. Die Schmerzen 
seien mit einer starken Intensität von VAS 9-10 angegeben worden, welche 
während der klinischen Untersuchung nicht hätten nachempfunden werden 
können. Nichtsdestotrotz habe die Beschwerdeführerin während dem Ge-
spräch und der Untersuchung regelmässig die Position wechseln müssen, 
da eine langwierige und sitzende oder stehende Position negative Auswir-
kungen auf die Schmerzen gehabt habe (S. 8). 

In der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 50-70 % arbeits-
unfähig. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 
30-50 %. Bei Anwendung und weiterer diagnostischer und therapeutischer 
Massnahmen könnte sich die Arbeitsfähigkeit aus neurochirurgischer Sicht 
in einer angepassten Tätigkeit auf 70-100 % erhöhen (S. 10). 

3.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Tropen- und Rei-
semedizin, führte in der Stellungnahme vom 5. Februar 2019 (act. II 175) 
aus, eine Kontrolluntersuchung bei Dr. med. G.________ sei sinnvoll, um 
die von der neurochirurgischen Gutachterin vorgeschlagenen Behand-
lungsoptionen (periradikuläre Infiltrationen L5 und S1 links, Ausschluss 
einer Instabilität, evt. nochmals funktionelles Myelogramm) zu beurteilen. 
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %, aus neu-
rochirurgischer Sicht bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50-70 %. Die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei angepasst gewesen. Interdisziplinär könne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 14

man eine Arbeitsfähigkeit von 60 % zumuten in gut angepasster Tätigkeit 
(leichte und einfach zu verstehende, wechselbelastende Tätigkeit, ohne 
längere Zwangspositionen, ohne Gewichte über fünf bis zehn Kilogramm). 
Dabei könne ein ganzes Pensum geleistet werden mit einer Leistungsein-
schränkung von 40 % (vermehrte Pausen, langsamere Arbeitsweise) oder 
ein Pensum von 60 %, dafür mit voller Leistungsfähigkeit (S. 9). Eine defini-
tive Beurteilung des Zumutbarkeitsprofiles könne nach Eintreffen des Be-
richtes von Dr. med. G.________ erfolgen (S. 10). 

3.1.7 Der RAD-Arzt Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, führte im Bericht vom 5. März 2019 (act. II 183) aus, dem neu-
rochirurgischen Gutachten vom 23. November 2018 (act. II 173.1) könne 
nicht gefolgt werden, da die Gutachterin selbst schreibe, dass fehlende 
neurologische Ausfälle und das bildmorphologische Korrelat die vorge-
brachten Beschwerden nicht erklären könnten. Es sei deshalb unklar, war-
um in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, die von der Beschwerdeführerin als 
leicht beschrieben werde, eine Arbeitsunfähigkeit von 50-70% bestehen 
soll, während für eine angepasste Tätigkeit, die nicht näher beschrieben 
werde, eine Arbeitsunfähigkeit von 30-50% bestehe. Es sei offensichtlich, 
dass die Beschwerdeführerin nicht motiviert sei, eine Erwerbstätigkeit auf-
zunehmen. Die psychiatrische Behandlung in der Tagesklinik H.________ 
habe zu einer deutlichen Aufhellung der depressiven Verstimmung geführt, 
die bis heute anhalte (S. 5 f.). Eine Kontrolluntersuchung bei Dr. med. 
G.________ sei sinnvoll (S. 7). 

3.1.8 Im Bericht vom 15. April 2019 (act. II 188 S. 2 f.) diagnostizierte Dr. 
med. N.________, Facharzt für Neurochirurgie, insbesondere chronifizierte 
lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein unklarer Ätiolo-
gie bei: einer fortgeschrittenen Osteochondrose L5/S1, leicht erosiv, Retro-
listhese L5/S1, einem Status nach epiduraler Infiltration L5/S1 am 22. März 
2019, mässiger Osteochondrose L4/5, leichte Osteochondrosen auch L2/3 
und L3/4, eher leichte Spondylarthrosen L4/5 und L5/S1, einem Status 
nach Infiltration des ISG links am 6. September 2016, einem Status nach 
mikrochirurgischer Dekompression L4/5 und L5/S1 beidseits von links am 
18. Januar 2016 mit sehr guter Dekompression des Rezessus lateralis L4/5 
und L5/S1. Er legte dar, wenige Tage nach der Infiltration habe eine deutli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 15

che Besserung eingesetzt. Die Schmerzen und Parästhesien im linken Bein 
hätten sich als komplett regredient erwiesen, die Rückenschmerzen hätten 
sich immerhin um die Hälfte gebessert. Der Effekt spreche für eine Sym-
ptomatik ausgehend von der Degeneration L5/S1. Er habe empfohlen, den 
weiteren Verlauf vorerst abzuwarten. Sollte der Effekt der Infiltration länger 
anhalten, wäre bei einem Rückfall eine erneute Infiltration durchaus mög-
lich und eine operative Fusion könnte noch hinausgezögert werden (S. 2). 

3.1.9 Der RAD-Arzt Dr. med. M.________ führte im Bericht vom 29. Mai 
2019 (act. II 190) aus, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit, als leicht beschrie-
ben, sei als angepasst zu sehen. Zumutbar seien körperlich leichte bis 
ausnahmsweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ganztags 
über 8.5 Stunden mit zusätzlicher Leistungsminderung von 40 % (integral 
psychiatrisch/somatisch). Zu vermeiden seien Zwangshaltungen des 
Oberkörpers, Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen des Oberkör-
pers, Rotation des Oberkörpers im Sitzen/Stehen unter Gewichtsbelastung, 
das Heben von Lasten körperfern, repetitives Heben von Lasten über 
Brusthöhe, Überkopfarbeiten, das Besteigen von Leitern, repetitives Kau-
ern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne geneigter Haltung, repetitive, 
stereotype Bewegungsabläufe im Bereich der LWS sowie unerwartete, 
asymmetrische Lasteinwirkungen. In Ausnahmefällen und in nicht repetiti-
ver Weise könnten Gewichte von 10-15 kg gehoben und getragen werden. 
Die Überlegungen des RAD vom 5. Februar 2019 (act. II 175) könnten in 
somatischer Hinsicht prinzipiell ab August 2012 angewendet werden. In-
termittierend seien höhere Arbeitsunfähigkeiten aufgrund von Exazerbatio-
nen der Rückenproblematik bzw. der Rückenoperation mit nachfolgender 
Rekonvaleszenzphase von ca. drei Monaten anzuerkennen. In psychiatri-
scher Hinsicht könne auf die Einschätzung von Dr. med. D.________ im 
Sinne einer 20%igen Einschränkung seit Anfang 2016 abgestellt werden. 
Der Zeitraum davor könne vom RAD rückwirkend nicht mehr sicher einge-
schätzt werden, hier sollte am ehesten auf die fachärztlich ausgestellten 
Arbeitsunfähigkeiten abgestellt werden. Die somatische Einschätzung sei 
wiederum mit dem RAD-Orthopäden (WLO) besprochen worden (S. 4). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 16

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

3.3 Die angefochtenen Verfügungen basieren in medizinischer Hinsicht 
im Wesentlichen auf dem somatischen Gutachten vom 23. November 2018 
(act. II 173.1), dem psychiatrischen Gutachten vom 16. März 2018 (act. II 
163.1) sowie den gestützt darauf erfolgten Einschätzungen des RAD-
Arztes Dr. med. M.________ vom 5. März sowie 29. Mai 2019 (act. II 183, 
190 S. 4). Diese Beurteilungen erfüllen die vorgenannten Beweisanforde-
rungen und erbringen grundsätzlich vollen Beweis. Das definierte Zumut-
barkeitsprofil (angepasste Tätigkeit) wurde insbesondere gestützt auf das 
psychiatrische Gutachten vom 16. März 2018 (act. II 163.1), das somati-
sche Gutachten vom 23. November 2018 (act. II 173.1) und die Berichte 
der behandelnden bzw. operierenden Neurochirurgen Dres. med. 
G.________ und N.________ (act. II 127 S. 1 ff., 188 S. 2 f.) vom RAD-Arzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 17

schlüssig begründet. Ebenfalls in die Beurteilung eingeflossen ist die Ein-
schätzung des RAD-Arztes Dr. med. L.________ vom 5. Februar 2019 (act. 
II 175 S. 9 f). Die Beschwerdeführerin bestreitet das in der Verfügung vom 
9. Oktober 2020 (act. II 207 S. 2) erwähnte Zumutbarkeitsprofil zu Recht 
nicht.

3.3.1 In psychiatrischer Hinsicht stellte der RAD-Arzt auf die Einschät-
zung des psychiatrischen Gutachters Dr. med. D.________ ab (act. II 190 
S. 4). Unter sorgfältiger Anamnese- und Befunderhebung gelangte dieser 
zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 
F32.0/32.1) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 
F45.4) – wenn auch nicht das Vollbild – vorliege (act. II 163.1 S. 8 f., 18). 
Nachvollziehbar legte er dar, dass die Beschwerdeführerin – nachdem sie 
im Sommer 2011 einem Mobbing ausgesetzt gewesen sein soll und familiä-
re Belastungen bestanden hätten – zu Beginn unter einer Anpassungs-
störung bzw. einer depressiven Reaktion gelitten habe. In der Folge sei 
diese Störung in eine eigenständige affektive Störung übergegangen mit 
mehrmals depressiven Episoden. Im Zeitpunkt der Begutachtung vom 21. 
Februar 2018 fand sich ein leichtgradiges Ausmass (act. II 163.1 S. 10). 
Bei dieser Ausgangslage ist schlüssig und nachvollziehbar, dass Dr. med. 
D.________ in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, welche aus psychiatrischer 
Sicht angepasst gewesen sei, seit anfangs 2016 eine 20%ige Arbeitsun-
fähigkeit attestierte (act. II 163.1 S. 17 f.).

Der behandelnde Dr. med. F.________ diagnostizierte zwischen 2012 und 
2015 jeweils eine mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-
10: F33.11; act. II 24 S. 1, 90 S. 1, 102 S. 2) und attestierte Arbeitsunfähig-
keiten zwischen 50 % und 100 % (act. II 24 S. 2, 90 S. 2, 102 S. 3). 
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung lässt sich eine leicht- bis mit-
telgradige depressive Störung im Allgemeinen nicht als schwere psychi-
sche Krankheit definieren, wobei grundsätzlich nur eine solche schwere 
psychische Störung invalidisierend im Rechtssinn sein kann (vgl. Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 17. November 2021, 8C_280/2021 [zur 
Publikation vorgesehen], E. 6.2.2). Mithin ist für die Zeit vor 2016 nicht auf 
die echtzeitlichen Einschätzungen des behandelnden Psychiaters abzustel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 18

len. Dies zumal auch danach aufgrund des psychiatrischen Gutachtens von 
der Einschätzung des behandelnden Psychiaters abgewichen wird und sich 
im Vergleich zur Zeit davor keine wesentliche Veränderung ergibt. Einzig 
während den – auch von Dr. med. D.________ erwähnten und berücksich-
tigten – kurzen schweren depressiven Episoden 2015 und 2016 war die 
Beschwerdeführerin vorübergehend stärker eingeschränkt. Dies wurde 
jeweils umgehend therapeutisch behandelt (vgl. u.a. Bericht der Tagesklinik 
der Psychiatrischen Dienste H.________ vom 23. März 2016 [act. II 122]), 
wodurch rasch eine positive Entwicklung eingetreten ist ohne erhöhte Ar-
beitsunfähigkeit von drei Monaten oder länger (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV).

Insgesamt ist somit überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die Be-
schwerdeführerin auch vor 2016 nicht längere Zeit stärker als vom psychia-
trischen Gutachter festgestellt, arbeitsunfähig war. Damit ist von einer psy-
chisch bedingten 20%igen Einschränkung seit dem Jahr 2012 auszugehen. 

3.3.2 In somatischer Hinsicht leidet die Beschwerdeführerin an chronifi-
zierten lumbalen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein unkla-
rer Ätiologie bei einer fortgeschrittenen Osteochondrose L5/S1, leicht ero-
siv, Retrolisthese L5/S1 sowie mässiger Osteochondrose L4/5, leichten 
Osteochondrosen L2/3 und L3/4, leichten Spondylarthrosen L4/5 und 
L5/S1. Nach einer mikrochirurgischen Operation am 18. Januar 2016 bilde-
ten sich die ausgeprägten Lumboischialgien schnell zurück (act. II 127 S. 3, 
188 S. 2 f.). Sechs Monate nach der Operation machte die Beschwerdefüh-
rerin wieder die gleichen Rücken- und Beinschmerzen geltend wie vor der 
Operation. Das MRI der LWS vom August 2016 zeigte gemäss RAD-Arzt 
indessen einen normal weiten Spinalkanal und keine Diskushernie und 
keine Neurokompression. Es wird eine relative Enge des Foramens und 
des Rezessus L5/S1 beschrieben (act. II 175 S. 8) Am 6. September 2016 
erfolgte eine Infiltration des ISG links und am 22. März 2019 eine epidurale 
Infiltration L5/S1 (act. II 188 S. 2 f.). Der MRI-Beurteilung vom 26. Februar 
2019 (act. II 185) ist zu entnehmen, dass im Vergleich zur Voruntersuchung 
vom 18. August 2016 eine progrediente Osteochondrose LWK5/SWK1 be-
stand. Darüber hinaus lag keine wesentliche Befundänderung vor (act. II 
185 S. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 19

Bezüglich des Zumutbarkeitsprofils stimmen die Gutachter und der RAD-
Arzt (act. II 183) grundsätzlich überein. Zumutbar sind körperlich leichte bis 
ausnahmsweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ganztags 
über 8.5 Stunden mit zusätzlicher Leistungsminderung von 40 % (integral 
psychiatrisch/somatisch). Zu vermeiden sind Zwangshaltungen des 
Oberkörpers, Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen des Oberkör-
pers, Rotation des Oberkörpers im Sitzen/Stehen unter Gewichtsbelastung, 
das Heben von Lasten körperfern, repetitives Heben von Lasten über 
Brusthöhe, Überkopfarbeiten, das Besteigen von Leitern, repetitives Kau-
ern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne geneigter Haltung, repetitive, 
stereotype Bewegungsabläufe im Bereich der LWS sowie unerwartete, 
asymmetrische Lasteinwirkungen. In Ausnahmefällen und in nicht repetiti-
ver Weise könnten Gewichte von 10-15 kg gehoben und getragen werden. 
In somatischer Hinsicht gilt dieses Zumutbarkeitsprofil nachvollziehbarer-
weise ab August 2012 (act. II 190 S. 4, 175 S. 9 f.). Letztlich kann offen 
bleiben, wie es sich hinsichtlich der (allenfalls) höheren Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit – aus somatischer Sicht – in der zuletzt ausgeübten Tätig-
keit (wie dies die Gutachter vertreten), verhält; dies umso mehr, als diese 
Tätigkeit bereits 2011 aus wirtschaftlichen Gründen endete. Plausibel legte 
der RAD-Arzt sodann dar, dass aufgrund der Exazerbation der Rückenpro-
blematik bzw. der Rückenoperation vom 18. Januar 2016 mit nachfolgen-
der Rekonvaleszenzphase von ca. drei Monaten intermittierend eine höhe-
re Arbeitsunfähigkeit anzuerkennen sei (act. II 190 S. 4). Die Beschwerde-
gegnerin ging demnach in der angefochtenen Verfügung vom 9. Oktober 
2020 zu Recht von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit von 18. Januar bis 
März (richtig wohl: 18. April) 2016 aus (act. II 207 S. 2).

3.3.3 Weil die psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 20 % in der somatisch begründeten Einschränkung von 40 % bzw. 
100 % (zwischen Januar und April 2016) aufgeht (vgl. Zusammentreffen 
verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen Entscheid des BGer vom 
20. Juni 2013, 9C_295/2013, E. 4.4) und überdies eine grössere (psychia-
trisch begründete) Arbeitsfähigkeit als die gutachterlich attestierte aus einer 
Indikatorenprüfung (vgl. hierzu BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296) ohnehin nicht resultieren kann, ist eine solche hier entbehrlich 
(vgl. Entscheid des BGer vom 22. April 2020, 8C_52/2020, E. 4.2.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 20

3.3.4 Zusammenfassend ist die Beschwerdeführerin seit August 2012 in 
einer körperlich leichten bis ausnahmsweise mittelschweren wechselbelas-
tenden Tätigkeit ganztags über 8.5 Stunden mit zusätzlicher Leistungsmin-
derung von 40 % (integral psychiatrisch/somatisch) arbeitsfähig. Nach der 
Rückenoperation vom 18. Januar 2016 bestand während drei Monaten eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 190 S. 4), worauf die Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit wieder den davor bestehenden Umfang von 
60 % erreichte. 

 

4.

4.1

4.1.1  Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 
3.2). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Perso-
nen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Ver-
gleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitneh-
mern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 21

5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität / Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung des Wartejahres und der An-
meldung vom 7. Februar 2012 (act. II 7) ist der frühest mögliche Rentenbe-
ginn hier in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 
1. August 2012 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommens-
vergleich durchzuführen. 

4.3 Ab August 2012 war die Beschwerdeführerin zu 40 % arbeitsunfähig 
(vgl. E. 3.3.4 hiervor). 

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die statistischen Lohnanagaben der LSE 2012, Kompetenzniveau 1 der 
Tabelle TA1, Total, Frauen, festgelegt, was angesichts der Tatsache, dass 
die Beschwerdeführerin ihre letzte Anstellung als Mitarbeiterin ... bei der 
O.________ AG aus wirtschaftlichen Gründen verloren hat (act. II 15 S. 2, 
36 S. 2), nicht zu beanstanden ist. 

4.3.2 Ferner hat die Beschwerdeführerin, die in einer leichten bis aus-
nahmsweise mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit ganztags über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 22

8.5 Stunden mit zusätzlicher Leistungsminderung von 40 % arbeitsfähig ist 
(60 %-ige Arbeitsfähigkeit), keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen 
aufgenommen. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg-
nerin das Invalideneinkommen anhand des gleichen Tabellenlohnes be-
stimmt hat.  

4.3.3 Da somit sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf 
der gleichen Basis zu ermitteln sind, erübrigt sich für das Jahr 2012 die 
Durchführung eines zahlenmässigen Einkommensvergleichs. Der IV-Grad 
entspricht dem Umfang der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines 
allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 4. August 
2017, 8C_358/2017, E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 323). Ein solcher Abzug ist 
vorliegend nicht gerechtfertigt (vgl. E. 4.5.2 hiernach). Die behinderungs-
bedingten Einschränkungen sind bereits im Rahmen der eingeschränkten 
Leistungsfähigkeit berücksichtigt und allfällige invaliditätsfremde Gründe 
(Alter, Sprache, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie, Beschäfti-
gungsgrad) wären bei beiden Einkommen zu berücksichtigen (Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Ausgehend von einer 
40%igen Arbeitsunfähigkeit resultiert ein IV-Grad von 40 %. Es besteht 
folglich ab 1. August 2012 ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

4.4 Von Januar bis 18. April 2016 war die Beschwerdeführerin für jegli-
che Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. Diese gesundheitliche Ver-
schlechterung, die nach drei Monaten zu berücksichtigen ist (Art. 88a Abs. 
2 IVV), stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.6 hiervor). Damit ist auf 
diesen Zeitpunkt hin eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen. Die 
Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin zu deren Gunsten 
bereits ab Januar 2016 und während sieben Monaten eine ganze IV-Rente 
zu. 

4.5 Ab 19. April 2016 bestand in einer angepassten Tätigkeit wiederum 
eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3.4 hiervor). Diese gesundheitliche 
Verbesserung stellt einen nach drei Monaten zu berücksichtigenden (Art. 
88a Abs. 1 IVV) Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.5 hiervor). Damit ist in die-
sem Zeitpunkt eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 23

4.5.1 Das Valideneinkommen ist gestützt auf die statistischen Lohnanga-
ben der LSE 2016, Kompetenzniveau 1 der Tabelle TA1, Total, Frauen, 
festzulegen.  

4.5.2 Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit von 60 % (8.5 
Stunden täglich mit Leistungsminderung von 40 %) nicht verwertet, ist das 
Invalideneinkommen wiederum (vgl. E. 4.3.2 hiervor) anhand des gleichen 
Tabellenlohnes zu bestimmen und es erübrigt sich auch für das Jahr 2016 
die Durchführung eines zahlenmässigen Einkommensvergleichs. Der IV-
Grad entspricht dem Umfang der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung 
eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Ein solcher Abzug ist vorliegend 
– entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin, die einen Abzug von 
15 % geltend macht (Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. Juni 2021, 
S. 3 f.) – nicht gerechtfertigt. Die behinderungsbedingten Einschränkungen 
sind bereits im Rahmen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit berück-
sichtigt und allfällige invaliditätsfremde Gründe (Alter, Sprache, Dienstjahre, 
Nationalität, Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) wären bei beiden 
Einkommen zu berücksichtigen (vgl. E. 4.3.3 hiervor). Überdies hat die Be-
schwerdeführerin jahrzehntelange Berufserfahrung (act. II 35, 36 S. 2 ff.) 
und eine langjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt wirkt sich rechtspre-
chungsgemäss ohnehin nicht zwingend lohnsenkend aus (Entscheid des 
BGer vom 25. November 2020, 8C_390/2020, E. 4.5.1). Des Weiteren 
werden Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
altersunabhängig nachgefragt (Entscheid des BGer vom 18. Juni 2020, 
8C_132/2020, E. 5.2) und das fortgeschrittene Alter wirkt sich bei Hilfsar-
beiten nicht zwingend lohnsenkend aus (Entscheid des BGer vom 1. Fe-
bruar 2021, 9C_702/2020, 9C_703/2020, E. 6.3.2). Ausgehend von einer 
40%igen Arbeitsunfähigkeit resultiert ein IV-Grad von 40 %.  

Nach dem Dargelegten ist vom Grundsatz her nicht zu beanstanden, dass 
die Beschwerdegegnerin die ab Januar 2016 zugesprochene ganze IV-
Rente per Ende Juli 2016 auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat.

Nachfolgend ist näher zu prüfen, ob vor einer Herabsetzung auf eine Vier-
telsrente Eingliederungsmassnahmen hätten durchgeführt werden müssen 
(vgl. dazu die bundesgerichtliche Rechtsprechung in E. 4.6.1 hiernach).  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 24

4.6

4.6.1 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei Per-
sonen, deren Rente revisions- oder wiedererwägungsweise herabgesetzt 
oder aufgehoben werden soll und die während mindestens fünfzehn Jahren 
eine Rente bezogen oder das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, trotz me-
dizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin 
eine Rente auszurichten, bis mit Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder 
beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoretische Leistungspotential 
ausgeschöpft werden kann, weil in jedem Einzelfall feststehen muss, dass 
die (wiedergewonnene) Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt (erneut) verwertbar ist (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211, 141 V 5 E. 4.1 
S. S. 7; SVR 2019 IV Nr. 38 S. 121 E. 5.2, 2016 IV Nr. 27 S. 81 E. 5.1, 
2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.1 und 4.2.2, Nr. 73 S. 222 E. 3.3).

Ausnahmen von der in diesen Fällen grundsätzlich ("vermutungsweise") 
anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen nament-
lich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invali-
ditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person be-
sonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder 
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen ver-
fügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulas-
sen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters 
und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom 
Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. 
Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versi-
cherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausge-
wiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerb-
lich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211). 

Ist einer versicherten Person die Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit seit 
Jahren zumutbar und die berufliche Selbstintegration seither allein aus in-
validitätsfremden Gründen unterblieben, ist die arbeitsmarktliche Desinte-
gration nicht invaliditätsbedingt. In einem solchen Fall besteht vor der Ren-
tenaufhebung kein Anspruch auf Abklärung bzw. Durchführung beruflicher 
Eingliederungsmassnahmen (SVR 2018 IV Nr. 11 S. 36 E. 4.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 25

Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen vor Rentenaufhebung setzt 
Eingliederungswillen bzw. eine subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus; 
fehlt es daran, so entfällt der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 
ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt wer-
den müsste (SVR 2019 IV Nr. 3 S. 9 E. 7). 

Die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder revisions-
weisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgeleg-
tem 55. Altersjahr oder mehr als 15 Jahre dauerndem Rentenbezug 
grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, kommt 
grundsätzlich auch dann zur Anwendung, wenn zeitgleich mit der Renten-
zusprache über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird. Auch 
in solchen Fällen ist die Rente – vorbehältlich der vorstehend erwähnten 
Ausnahme – weiter auszurichten (BGE 145 V 209 E. 5.4 S. 214; SVR 2020 
IV Nr. 66 S. 231 E. 2.3.1 und E. 2.3.3). 

4.6.2 Die Beschwerdeführerin bezog vor der per Ende Juli 2016 erfolgten 
Rentenherabsetzung seit weniger als 15 Jahren eine IV-Rente. Gestützt 
auf die Akten ist unklar, ob sie Jahrgang 1961 oder 1964 hat (vgl. u.a. act. 
II 2 S. 1, 5, 12 S. 2, 36, 84), wobei dies sowie die Frage, welcher Zeitpunkt 
für die Bestimmung des 55. Altersjahres massgebend ist (BGE 145 V 209 
E. 5.4 S. 214), vorliegend aus nachfolgenden Gründen offen bleiben kann:

Die Beschwerdeführerin war – ausser während jeweils kurzer Zeit in den 
Jahren 2015 und 2016 – seit langem 60 % arbeits- und leistungsfähig (vgl. 
vorstehend E. 3.3.1 ff.) und die Verwertung der durchgehend vorhandenen 
Teilarbeitsfähigkeit war ihr seit Jahren zumutbar. Nachdem sie 2011 aus 
wirtschaftlichen Gründen ihre Stelle verloren und in der Folge Arbeitslosen-
entschädigung bezogen hatte, hat sie nicht versucht, ihre Resterwerbs-
fähigkeit zu verwerten, womit ihre langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf 
invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, d.h. die arbeitsmarktliche 
Desintegration erscheint vorliegend nicht invaliditätsbedingt. Hilfe der Be-
schwerdegegnerin hat sie einzig 2014 durch Teilnahme an Belastbarkeits-
trainings im C.________ in ... in Anspruch genommen, wobei dort ein vor-
zeitiger Abbruch erfolgte, nachdem die tägliche Präsenz von bloss zwei 
Stunden nicht gesteigert werden konnte (act. II 108) und sie – gemäss 
Aussagen gegenüber dem Gutachter Dr. med. D.________ – froh über die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 26

Krankschreibung durch den behandelnden Psychiater gewesen war. Seit 
dem Aufenthalt im C.________ hat sie nie mehr einen Arbeitsversuch un-
ternommen und sieht dies auch nicht mehr als möglich an (act. II 163.1 S. 6 
[unten] S. 7 [oben]). Dass sie ihre Resterwerbsfähigkeit nun seit längerem 
nicht verwertet, hat sie damit selbst zu vertreten, fühlt sie sich doch – trotz 
der objektiv vorhandenen 60%igen Restarbeitsfähigkeit – als vollständig 
arbeitsunfähig. Unter diesen Umständen fehlte und fehlt es der Beschwer-
deführerin vorliegend am (effektiven) Eingliederungswillen und damit an der 
subjektiven Eingliederungsfähigkeit. Dass sie sich gegenüber den somati-
schen Gutachtern im Juni 2018 als grundsätzlich ʺmotiviert zeigte“, mit dem 
Wunsch ʺwieder arbeitsfähigʺ zu sein (act. II 173.1 S. 5), belegt damit nicht 
ihren Eingliederungswillen, sondern bloss einen – bei subjektiver Einschät-
zung einer vollen Arbeitsunfähigkeit – nicht realisierbaren Wunsch. Auf-
grund der fehlenden Eingliederungsbereitschaft war die Beschwerdegegne-
rin demnach vorliegend trotz des Alters der Beschwerdeführerin befugt, per 
Ende Juli 2016 die Rentenherabsetzung ohne vorgängige berufliche Mass-
nahmen vorzunehmen. Es war denn auch nicht die operationsbedingte 
rund dreimonatige Rekonvaleszenz im Jahr 2016, welche die Beschwerde-
führerin danach an der Ausschöpfung ihres medizinisch-theoretischen Leis-
tungspotentials hinderte, sondern – wie erwähnt – ihre langjährige selbst-
gewählte Abwesenheit vom Arbeitsmarkt trotz vorhandener Restarbeits-
fähigkeit. In dem Sinn war und ist es ihr Entscheid, sich trotz vorhandener 
Restarbeitsfähigkeit dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stellen zu 
wollen. Nur nebenbei sei im Übrigen erwähnt, dass die Beschwerdegegne-
rin der Beschwerdeführerin – grosszügig – statt bloss während drei Mona-
ten sogar während sieben Monaten eine ganze IV-Rente zugesprochen hat 
(vgl. vorstehend E. 4.4). Angesichts dessen, dass die an sich zu hohe Ren-
te nur wenige Monate lang ausgerichtet wurde, kann von einer reformatio in 
peius abgesehen werden (vgl. BGE 144 V 153 E. 4.2.4 S. 158). 

Bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit muss nicht weiter auf die 
Argumentation in der Beschwerdeantwort (Ziff. 13) und die diesbezüglichen 
Ausführungen in der Beschwerde (S. 6 ff.) sowie in der Stellungnahme vom 
17. Juni 2021 eingegangen werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 27

Es bleibt der Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, sich wiederum für 
berufliche Massnahmen anzumelden, sobald sie subjektiv effektiv einglie-
derungsbereit ist. 

5.

Zusammengefasst sind die Verfügungen vom 10. Juli und 9. Oktober 2020 
(act. II 200, 205, 207), wonach ab 1. August 2012 eine Viertelsrente (IV-
Grad 40 %), ab 1. Januar 2016 eine ganze IV-Rente (IV-Grad 100 %) so-
wie ab 1. August 2016 wiederum eine Viertelsrente (IV-Grad 40 %) zuge-
sprochen wurden, nicht zu beanstanden und die dagegen erhobenen Be-
schwerden abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1’000.-- werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2022, IV/20/688, Seite 28

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.