# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2ab4013-165a-5ffd-8ccf-06866867a71f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.10.2010 UV 2010/21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-21_2010-10-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/21

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 05.10.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2010
Art. 4 ATSG: Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinn einer 
den normalen üblichen Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit 
verneint bei einem Versicherten, der beim Snowboarden auf einer Piste in 
gebirgigem Gelände bzw. dem Durchfahren eines Lochs eine Stauchung des 
Rückens mit nachfolgendem stechenden Schmerz geltend macht. Beim 
Versicherten wurde nachfolgend eine Diskushernie diagnostiziert bzw. 
operiert (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
5. Oktober 2010, UV 2010/21).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 5. Oktober 2010

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, Steinengraben 41, 4003 Basel,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, p.A. 

Rechtsdienst, Wuhrmattstrasse 21, 4103 Bottmingen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

Der 1957 geborene M.___ war bei der Schweizerischen National-Versicherungs-

Gesellschaft AG (nachfolgend: National) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als 

er laut Angaben seiner Arbeitgeberin in der Bagatellunfall-Meldung vom 17. März 2009 

am 28. Februar 2009 beim Snowboarden auf einer Buckelpiste beim Durchfahren eines 

Lochs an einer unübersichtlichen Stelle einen Schlag in den Rücken bzw. eine 

Stauchung desselben erlitt (act. UM1). Am 20. März 2009 begab sich der Versicherte 

bei Dr. med. A.___, Innere Medizin FMH, in ärztliche Behandlung. Dieser erhob als 

Befunde Spontan-, Druck- und Bewegungsschmerzen im Nackenbereich mit 

Ausstrahlungen in die Arme sowie Parästhesien in den Händen (act. M1). Die auf 

Zuweisung von Dr. A.___ am 27. März 2009 von Dr. med. B.___, Radiologie FMH, 

Radiologie Institut im Medizinischen Zentrum beim Versicherten durchgeführte 

kernspintomographische Untersuchung occipitozervikal bis zervikothorakal ergab laut 

Bericht vom 30. März 2009 bei vermutlich vorbestehenden multisegmentären 

Chondrosen aller Zervikalsegmente eine möglicherweise posttraumatische 

Diskushernie bei HWK 3/4 beidseits (act. M3). Dr. A.___ diagnostizierte daraufhin im 

Arztzeugnis UVG vom 2. April 2009 ein Halswirbelsäulen-Stauchungstrauma mit 

Diskushernie HWK 3/4 (act. M1). Im Fragebogen zum Unfallhergang vom 14. Mai 2009 

führte der Versicherte an, dass es ihn beim Durchfahren eines Lochs auf der Piste 

zusammengestaucht habe, worauf er einen stechenden Schmerz im oberen 

Rückenbereich, links, verspürt habe. Auf die Frage, ob sich etwas Besonderes oder 

Aussergewöhnliches (z.B. Sturz, Ausrutschen usw.) ereignet habe, antwortete er mit 

nein, es sei kein Sturz passiert. Es sei jedoch unübersichtlich gewesen und er sei 

unvorbereitet in ein Loch gefahren, wobei eine Kompression stattgefunden habe. 

Schliesslich verneinte der Versicherte einen Mangel der Skipiste oder der 

Sicherheitsvorkehrungen (act. K3). Mit Unfallmeldung vom 23. Juni 2009 liess der 

Versicherte das Ereignis vom 28. Februar 2009 nochmals durch seine Arbeitgeberin 

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melden (act. UM2). Mit Schreiben vom 1. Juli 2009 reichte er der National verschiedene 

Arztzeugnisse bzw. -berichte ein (act. K5, M4-6). Laut beigelegtem Bericht der Klinik 

für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 29. Juni 2009 war beim 

Versicherten am 25. Juni 2009 eine anteriore Diskektomie C 6/7 durchgeführt worden 

(act. M6). Mit Schreiben vom 8. Juli 2009 teilte die National dem Versicherten mit, den 

gemeldeten Rückenbeschwerden liege weder ein Unfall noch eine unfallähnliche 

Körperschädigung zugrunde, weshalb ein Leistungsanspruch aus der 

Unfallversicherung abgelehnt werden müsse (act. K7). Mit Schreiben vom 11. August 

2009 ersuchte der Versicherte die National um Zustellung der Kopien sämtlicher Daten 

und Auskünfte im Zusammenhang mit ihren Abklärungen (act. K8) und mit E-Mail vom 

7. Oktober 2009 um Zustellung einer einsprachefähigen Verfügung (act. K9), worauf die 

National am 13. Oktober 2009 verfügungsweise an ihrer Leistungsablehnung vom 8. 

Juli 2009 festhielt (act. K10).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 19. Oktober 2009 Einsprache 

und ersuchte um einen Termin für eine persönliche Vorsprache (act. K12). Mit E-Mail 

vom 2. November 2009 bat er nochmals um einen Vorsprachetermin und Zustellung 

sämtlicher Daten und Informationen (act. K13). Mit Schreiben vom 5. November 2009 

stellte die National dem Versicherten die angeforderten Akten zu und teilte ihm mit, 

dass sein Schreiben vom 19. Oktober 2009 die formellen Voraussetzungen einer 

Einsprache nicht erfülle. Sie forderte den Versicherten auf, innert Frist eine 

Einsprachebegründung nachzureichen (act. K14). Am 5. November 2009 teilte der 

Versicherte der National mit, dass er seine Einsprache mündlich bei ihrem Rechtsdienst 

begründen wolle, worauf ihm diese mitteilte, dass die mündliche Begründung vom 

zuständigen Sachbearbeiter zu Protokoll genommen werde (act. K15). Mit Schreiben 

vom 25. November 2009 reichte der Versicherte eine Einsprachebegründung sowie 

weitere Unterlagen ein (act. K17).

B.b   Mit Entscheid vom 18. Februar 2010 wies die National die Einsprache des 

Versicherten ab (act. K20).

C.       

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C.a   Mit Eingabe vom 15. März 2010 erhob der Versicherte gegen den 

Einspracheentscheid vom 18. Februar 2010 Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihm 

für das Ereignis vom 28. Februar 2009 die gesetzlichen Leistungen auszurichten.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 14. Mai 2010 und Duplik vom 4. Juni 2010 hielten die 

Verfahrensbeteiligten an ihren bisherigen Anträgen fest, worauf der Schriftenwechsel 

vor Gericht abgeschlossen wurde. Eine Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 

25. Juni 2010 zur Duplik wurde der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 30. Juni 

2010 ohne nochmalige Eröffnung des Schriftenwechsels zur Kenntnis gebracht.

C.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften, den Inhalt der vom 

Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen sowie die weiteren Ausführungen in den 

medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als UVG-Versicherer für die 

Folgen des Vorfalls vom 28. Februar 2009 leistungspflichtig ist. Während der 

Beschwerdeführer geltend macht, beim fraglichen Vorfall handle es sich um einen 

Unfall im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), vertritt die Beschwerdegegnerin die 

Ansicht, es liege kein Unfallereignis vor. Einigkeit besteht hingegen offensichtlich 

darüber, dass es sich bei der von Dr. B.___ diagnostizierten Diskushernie mit 

nachfolgender operativer Therapierung in der Klinik für Neurochirurgie des KSSG nicht 

um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung 

über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) handelt, für welche die 

Unfallversicherung ebenfalls leistungspflichtig wäre.

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1.2    In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs, da ihm eine mündliche Vorsprache beim Rechtsdienst der 

Beschwerdegegnerin verweigert worden sei. - Hiezu ist zu bemerken, dass das 

Einspracheverfahren noch zum Verwaltungsverfahren gehört. Mit der Einsprache wird 

eine nochmalige, einlässlichere Beurteilung durch diejenige Behörde, die bereits 

verfügt hat, verlangt (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 52 N. 2, 

4, 14). In diesem Sinn legt Art. 52 Abs. 1 ATSG ausdrücklich fest, dass die Einsprache 

bei der verfügenden Stelle einzureichen ist. Die Einsprache kann schriftlich oder bei 

persönlicher Vorsprache mündlich erfolgen (Art. 10 Abs. 2 und 3 der Verordnung über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Das ATSG 

und die ATSV schreiben indessen der Verwaltung nicht vor, wie sie das 

Einspracheverfahren verfahrensmässig zu organisieren hat. Diesbezüglich besteht 

Selbstbestimmungsrecht. So hat die Beschwerdegegnerin in der 

Rechtsmittelbelehrung der Verfügung vom 13. Oktober 2009 festgehalten, 

Einspracheinstanz - gemeint ist damit offensichtlich Entscheidinstanz - sei ihr 

Rechtsdienst. Nach Art. 10 Abs. 3 ATSV besteht zwar ein durchsetzbarer 

Rechtsanspruch darauf, die Einsprache bei persönlicher Vorsprache mündlich zu 

Protokoll zu geben. Dieser umfasst jedoch lediglich das Recht auf einseitige Äusserung 

des Einsprachewillens, nicht aber die Führung eines wechselseitigen Gesprächs. Der 

Beratungsanspruch des Beschwerdeführers besteht einzig darin, durch die 

Beschwerdegegnerin über sein Einspracherecht aufgeklärt zu werden. Angesichts 

dieser Darlegungen ist die verwaltungsinterne Regelung der Beschwerdegegnerin, den 

Einsprachewillen - allenfalls eine Ereignisschilderung umfassend - durch einen 

Sachbearbeiter ausserhalb des Rechtsdienstes entgegen zu nehmen, nicht als 

unzulässig zu betrachten. Entscheidend ist letztlich, dass der Einspracheentscheid, wie 

in der Rechtsmittelbelehrung angekündigt, vom Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin 

erlassen wurde. Das rechtliche Gehör vor Erlass des Einspracheentscheids gemäss 

Art. 42 ATSG wurde dem Beschwerdeführer im Übrigen gewährt (vgl. dazu Art. 42 

ATSG; Kieser, a.a.O., Art. 42 N. 21; act. K7) und die Einsprachebegründung erfolgte 

letztlich schriftlich.

2.        

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2.1    Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Damit ein Ereignis als Unfall angesehen 

werden kann, müssen notwendigerweise alle Begriffsmerkmale der Definition dieses 

Unfallbegriffs vorliegen.

2.2    Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst 

eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien 

tragen eine Beweislast aber insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte. Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht 

(BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen, BGE 126 V 360 E. 5b). Nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist zu beachten, dass die sogenannten spontanen 

"Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 

spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen 

versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Daher kommt den 

Angaben, welche die versicherte Person kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens 

grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des 

Versicherers (vgl. statt vieler Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 

seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26. Februar 

2004 i/S L. [U 64/02] E. 1.2).

3.        

3.1    Den Sachverhaltsschilderungen in den (Bagatell-)Unfallmeldungen vom 17. März 

und 23. Juni 2009 sowie dem dazwischen ausgefüllten Fragebogen zum Unfallhergang 

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vom 14. Mai 2009 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 28. Februar 2009 

auf dem Snowboard eine Buckelpiste hinunterfuhr, wobei es ihm an einer 

unübersichtlichen Stelle beim Durchfahren eines Lochs den Rücken 

"zusammenstauchte". Er verspürte danach einen stechenden Schmerz im oberen 

Rückenbereich (act. UM1, UM2, K3).

3.2    Aufgrund dieser Sachverhaltsschilderungen ist unbestrittenermassen davon 

auszugehen, dass das Begriffsmerkmal des äusseren Faktors in Form eines Lochs in 

der Piste gegeben ist. Die dadurch erfolgte Stauchung bzw. Kompression des 

Rückens, als deren Folge beim Beschwerdeführer ein stechender Schmerz aufgetreten 

ist, ist sodann zweifelsohne als schädigende Einwirkung auf den menschlichen Körper 

zu bezeichnen. Streitig ist jedoch vorliegend, ob das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors gegeben ist. Entscheidend für die Annahme 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist nicht dessen Wirkung, sondern die 

Ungewöhnlichkeit des Faktors an sich. Ohne Belang für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende 

unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn 

er den Rahmen des im jeweiligen Leistungsbereich Alltäglichen oder Üblichen 

überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur 

objektive Kriterien in Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; 

BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Nach Lehre und 

Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors auch in 

einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 

S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 

1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die Konstitution und berufliche oder 

ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person) ausserordentlichen 

Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2) 

bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn 

ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer 

Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen 

unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn 

dieser - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten 

Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; Urteil 

des EVG vom 7. Oktober 2003 i/S Z. [U 322/02] E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 

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4c und 1994 Nr. U 180 S. 380 E. 2 mit Hinweisen). Von einer programmwidrigen 

Störung der körperlichen Bewegung ist beispielsweise dann auszugehen, wenn die 

versicherte Person stolpert, ausgleitet oder sich an einem Gegenstand anstösst oder 

wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt 

oder auszuführen versucht. Wo sich die Schädigung auf das Körperinnere beschränkt 

und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von 

degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb eines durchaus normalen 

Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte Bewegung als 

unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter besonders sinnfälligen 

Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b). Bei einer 

Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118 E. 2.2 mit Hinweis). 

Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn dann anzunehmen, 

wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 1992 Nr. U 156 S. 

258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung 

verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu 

verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber 

noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 185 E. 4.4).

3.3    Durch das Durchfahren eines Lochs auf einer Ski- oder Snowboardpiste lässt 

sich das Unfallmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht begründen. Viele 

Pisten in gebirgigem Gelände zeichnen sich durch Unebenheiten, Hügel, Mulden und 

Gräben aus. Auf einer solchen Piste muss mithin mit den beschriebenen Verhältnissen 

gerechnet werden. Der Verlauf bzw. das Ausmass von Geländeunebenheiten ist oft 

nicht genau voraussehbar und damit die Vorbereitung auf die Topographie kaum 

möglich. Sowohl Snowboarder als auch Skifahrer, welche Pisten in gebirgigem 

Gelände befahren, nehmen daher in Kauf, auch unerwartet in ein Loch zu fahren. 

Insofern vermag auch die vom Beschwerdeführer angeführte Unübersichtlichkeit keine 

Ungewöhnlichkeit zu begründen. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass der 

Beschwerdeführer die fragliche Piste nicht mit voller Absicht und im Wissen um ihre 

Beschaffenheit befahren hätte. Zwar trat beim Durchfahren des Lochs eine 

Veränderung zwischen menschlichem Körper und Aussenwelt ein, indem beim 

Beschwerdeführer eine Stauchung bzw. Kompression des Rückens stattfand. Indessen 

ist im Durchfahren eines Lochs nichts Ungewöhnliches zu entdecken, selbst wenn es 

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dadurch zu einer Bewegungsänderung und insbesondere zu einer physikalischen Kraft 

bzw. einer kompressiven Einwirkung auf den Körper kommt. So übersteigen Schläge 

auf den menschlichen Körper, insbesondere in den Rücken, beim Befahren einer Piste 

im gebirgigen Gelände das im Rahmen des Ski- oder Snowboardfahrens Übliche nicht.

3.4    Das Unfallmerkmal der Ungewöhnlichkeit ist sodann auch insofern nicht erfüllt, 

als der Bewegungsablauf nicht zusätzlich durch das Hinzutreten von etwas 

Besonderem bzw. einer begleitenden unkoordinierten Bewegung oder einer Sturzfolge 

gestört worden ist. Dass sich - wie vom Beschwerdeführer beschrieben - beim 

Befahren des Lochs vom Boden her ein Kompressionsdruck entwickelt, ist 

grundsätzlich nachvollziehbar. Inwiefern jedoch dabei der Bewegungsablauf zusätzlich 

durch eine unwillkürliche oder unkoordinierte Abwehrbewegung zur Sturzvermeidung 

gestört und inwieweit durch eine solche Muskulatur und Knochenbau des 

Beschwerdeführers übermässig beansprucht wurden, wird nicht näher ausgeführt. In 

der Beschwerde wird darauf hingewiesen, dass durch "krampfhaftes" Bemühen, einen 

Sturz zu vermeiden, gar Kräfte frei geworden seien, die möglicherweise bei einem Sturz 

nicht aufgetreten wären. Ob dies zutrifft, kann dahingestellt bleiben. Denn erstens hält 

der Beschwerdeführer dies selbst lediglich für möglich und damit ist es nicht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Und 

zweitens ist im krampfhaften Bemühen, den Sturz zu vermeiden, keine reflexartige und 

unkoordinierte Abwehrbewegung zu sehen, welche im Sinn der Rechtsprechung eine 

Programmwidrigkeit darzustellen vermag (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit 

Hinweisen). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer bis zur Beschwerdeerhebung 

vor Versicherungsgericht keine Aussage gemacht hat, die eine Programmwidrigkeit 

seines Bewegungsablaufs beschreiben würde. Dass er tatsächlich eine unkoordinierte 

Bewegung gemacht hat, erscheint daher wenig glaubhaft (vgl. dazu Beweismaxime der 

"Aussage der ersten Stunde" [Erwägung 2.2]). Sofern der Unfallversicherer die 

tatsächlichen Verhältnisse - wie im vorliegenden Fall - mittels Fragebogen detailliert 

erhoben und damit seine Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts erfüllt hat (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125 V 

195 E. 2), überzeugt es rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte Person 

den entsprechenden Sachverhalt erst nach dem abschlägigen, einlässlich begründeten 

Entscheid darlegt. Es leuchtet nicht ein, weshalb eine vom Beschwerdeführer konkret 

ausgeführte, subjektiv offenbar gar als bedeutsam ("krampfhaft") wahrgenommene 

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Bewegung unerwähnt geblieben sein sollte. Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die 

versicherte Person im Nachgang zur weiteren Substantiierung des gemeldeten 

Ereignisses aufzufordern (Urteil des EVG vom 27. Juni 2002 i/S M. [U 148/01]). Nach 

dem Gesagten ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

glaubhaft gemacht, dass eine das Unfallmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllende 

unkoordinierte Bewegung stattgefunden hat.

3.5    Dieser Beurteilung stehen die Aussage von Dr. B.___ vom 30. März 2009, 

möglicherweise handle es sich um eine posttraumatische Diskushernie HWK 3/4 (act. 

M3), die Bestätigungen von Dr. A.___ vom 10. August und 22. Oktober 2009, der 

Beschwerdeführer habe vor dem Stauchungsereignis nie an Beschwerden im Nacken-/

Rückenbereich bzw. unter keinem vorbestehenden Halswirbelsäulenleiden gelitten (act. 

M8), und die Aussage von Dr. C.___ vom 26. Oktober 2009, seiner Meinung nach sei 

das Stauchungstrauma der klare Auslöser für die Rückenbeschwerden gewesen (act. 

M9), nicht entgegen. - Der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des Unfalls 

erfüllenden Ereignisses lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen 

ersetzen. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das 

Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung von 

Indizien zu (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der 

medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches 

Ereignis schliesst zwar eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem 

eigentlichen Unfall im Rechtssinn auch Ereignisse, denen der Charakter der 

Ungewöhnlichkeit und/oder Plötzlichkeit abgeht (Urteil des EVG vom 3. Januar 2000 i/S 

S. [U 236/98] E. 2d; Maurer, a.a.O., S. 175 f.). Entsprechend sind auch Stauchungen 

nicht in jedem Fall einem Unfall bzw. einer ungewöhnlichen äusseren Einwirkung 

gleichzusetzen. Von Stauchungen, Quetschungen, Schlägen und Stössen können 

Energien unterschiedlichsten Ausmasses ausgehen. Wie bereits erwähnt, sind gerade 

beim Ski- und Snowboardfahren auf den Körper wirkende Stauchungen und 

Kompressionen ein bekanntes Phänomen, die das im Rahmen dieser Sportart Übliche 

nicht sprengen. Anzumerken ist, dass Diskushernien oder andere 

Gesundheitsstörungen des Rückens rechtsprechungsgemäss nur ausnahmsweise als 

unfallbedingt betrachtet werden, weil sie - wie auch im Fall des Beschwerdeführers 

angenommen (act. M3) - praktisch ausschliesslich durch degenerative 

Bandscheibenveränderungen entstehen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit 

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Hinweisen). Nur aufgrund der Tatsache, dass sich die Diskushernie nach einem 

Ereignis manifestiert hat, kann nicht einfach - in Anwendung der Formel "post hoc ergo 

propter hoc", wonach ein Gesundheitsschaden schon dann als durch einen Unfall 

verursacht gilt, weil er nach diesem aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 341 E. 2b/bb) - auf 

einen Zusammenhang geschlossen werden.

3.6    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nicht gegeben ist. Das Ereignis, das beim 

Beschwerdeführer Rückenbeschwerden ausgelöst hat, kann folglich nicht als Unfall im 

Sinn von Art. 4 ATSG gelten. Der angefochtene Einspracheentscheid, mit welchem die 

Leistungsablehnung bestätigt wurde, lässt sich damit nicht beanstanden.

4.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 18. Februar 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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