# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5aac20a6-df78-5eeb-ab12-eb3ded5363fd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2009 D-4443/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4443-2006_2009-10-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4443/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, Richter Thomas Wespi, 
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren ...,
B._______, geboren ...,
Sri Lanka,
beide vertreten durch Daniel Weber, Fürsprecher, 
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 22. Juni 2005 / N _______. 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4443/2006

Sachverhalt:

A.
Am 30. März 2004 ersuchte die Beschwerdeführerin in Begleitung ihrer 
damals minderjährigen Tochter um Asyl in der Schweiz. Eigenen Anga-
ben zufolge hatten sie und ihre Tochter Sri Lanka am 21. Februar 2004 
per Schiff verlassen und waren nach einer Seereise von fünf Wochen 
nach Italien gelangt. Von dort  seien sie, versteckt in einem Lieferwa-
gen, in die Schweiz eingereist. Nach der Gesuchseinreichung wurde 
die Beschwerdeführerin am 5. April  2004 vom BFM kurz befragt und 
am 11. Juni  2004  von der  damals  zuständigen  kantonalen  Behörde 
einlässlich zu den Gründen für ihr Asylgesuch angehört. 

Die Beschwerdeführerin – eine Tamilin aus der Ostprovinz – machte 
zur Begründung ihres Gesuches zur Hauptsache geltend, sie habe Sri 
Lanka verlassen, weil sie dort Nachstellungen einer bewaffneten Grup-
pierung erlebt und weitere Übergriffe befürchtet habe. In diesem Zu-
sammenhang führte sie das Folgende aus: Sie stamme aus der Ort-
schaft M._______ in der Gemeinde N._______ (im Distrikt O._______, 
südlich von Batticaloa gelegen) und sie sei seit dem 5. Juli 1990 ver-
witwet.  Ihr  Ehemann,  welcher  einen  Lebensmittelladen  besessen 
habe, habe die „Liberation Tigers of Tamil  Eelam“ (LTTE) unterstützt 
und  sei  an  jenem Tag von  zwei  unbekannten  Personen  verschleppt 
und erschossen worden. Später seien noch zwei weitere nahe Ange-
hörige, der Sohn ihrer Schwester und der Sohn ihrer Tante, von Unbe-
kannten erschossen worden. Nach dem Tod ihres  Ehemannes habe 
sie mit der Unterstützung der LTTE fortgefahren. Sie habe für sie ge-
kocht und ihnen erlaubt, sich in ihrem Haus zu Versammlungen zu tref-
fen.  Am  30. August  2003  hätten  drei  ihr  bekannte  Angehörige  der 
LTTE, deren Namen sie jedoch nicht kenne, sechs Personen zu ihrem 
Haus gebracht. Sie habe ihr Wohnzimmer auf Geheiss verlassen müs-
sen und die sechs Personen seien dort während drei bis vier Stunden 
befragt  worden.  Danach  seien  die  Angehörigen  der  LTTE  mit  den 
sechs Personen wieder abgezogen. Sie habe nur bruchstückhaft mit-
bekommen,  worum es gegangen sei. Am 8. September  2003 sei  ihr 
Sohn C._______ in der Nähe eines Tempels von zehn Personen zu-
sammengeschlagen worden. Der Grund für diesen Vorfall sei ihnen zu 
diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen. Eines Abends gegen 
Ende September 2003 seien dann maskierte Leute bei ihr zuhause er-
schienen, welche Auskunft über den Verbleib der sechs Personen ver-
langt  hätten,  die  Namen  der  drei  LTTE-Angehörigen  hätten  wissen 

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wollen  und  nachgefragt  hätten,  von  welchem LTTE-Camp diese  ge-
kommen seien. Dabei hätten ihr die Maskierten gedroht, eine höhere 
Stelle sei bereits informiert  und wenn sie jemandem von diesem Be-
such berichte, dann werde ihre Familie ausgelöscht. Aufgrund dieser 
Aussagen  habe  sie  vermutet,  dass  die  Leute  möglicherweise  zur 
EPRLF (Eelam People's Revolutionary Liberation Front) oder einer an-
deren Gruppe gehört hätten, welche mit der Armee kollaboriere. An-
fang Dezember 2003 seien die Maskierten erneut erschienen, da sie 
die gesuchten Personen noch immer nicht gefunden hätten. Die Mas-
kierten hätten wiederum nach dem Verbleib der sechs Personen ge-
fragt  und ihr  vorgehalten,  dass  sie  diesbezügliche Kenntnisse habe. 
Sie habe zugestanden, dass die sechs Personen bei ihr gewesen sei-
en,  jedoch angegeben,  dass  sie  über  deren Schicksal  nichts  wisse. 
Daraufhin sei von ihr gefordert worden, die drei an der Sache beteilig-
ten Mitglieder der LTTE zu verraten, damit die Maskierten von diesen 
Auskunft erlangen könnten. Am 4. Januar 2004 seien die Maskierten 
ein drittes Mal bei ihr erschienen und hätten ihr vorgeworfen, die LTTE 
zu unterstützen und Geld und Waffen für sie zu verstecken. Ihr sei nun-
mehr gedroht worden, wenn sie bei der Suche nach den vermissten 
sechs Personen nicht helfe, werde ihre ganze Familie vernichtet. Dabei 
habe man ihr mit einem Gewehrkolben einen Schlag auf die Stirn ver-
passt. Bereits nach den ersten Besuchen habe sie über die Vorfälle mit 
einem Mann namens X._______ gesprochen, einem ihr direkt bekann-
ten Mitglied der LTTE. Dieser habe ihr erklärt, dass die sechs Perso-
nen noch am Leben seien, von den LTTE aber in Haft gehalten wür-
den. Er habe ihr ferner geraten, das Land zu verlassen, und er habe 
später für sie einen Schlepper organisiert sowie ihre Ausreise mit ei-
nem namhaften Betrag mitfinanziert. Über die Vorfälle habe sie nur mit 
X._______ gesprochen, die LTTE jedoch nicht direkt um Hilfe gebeten. 
Letzteres hätte  aus  ihrer  Sicht  weitere  Vergeltungsmassnahmen sei-
tens der LTTE zur Folge gehabt. Ihr Name sei im Zusammenhang mit 
dieser Sache mutmasslich bei  den Behörden registriert  und im Falle 
einer  Intervention  der  LTTE  hätte  dies  auch  Konsequenzen  für  sie 
selbst  gehabt.  Schliesslich  habe  sie  sich  zur  Ausreise  entschlossen 
und ihr Haus verkauft. Ihren Sohn C._______ habe sie unter der Obhut 
der LTTE in Batticaloa zurückgelassen und ihre Kinder D._______ und 
E._______ habe sie in die persönliche Obhut von X._______ gegeben. 
Anschliessend  habe  sie  sich  nach  Colombo  begeben,  wo  sie  ihre 
jüngste Tochter aufgesucht habe, welche dort als Haushaltshilfe gear-
beitet habe. Zusammen mit ihr habe sie zwei Tage später das Land mit 
Hilfe eines Schleppers aus Batticaloa verlassen. Sie sei nur mit ihrem 

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jüngsten Kind ausgereist,  da die Kosten des Schleppers für ihre ge-
samte Familie viel zu hoch gewesen wären. Ihre Ausreise habe sie mit 
dem Erlös des Hausverkaufs sowie mit dem Beitrag von X._______ fi-
nanziert.  Mittlerweile  befänden  sich  ihre  Kinder  D._______  und 
E._______ wieder in ihrem Heimatdorf und seien bei ihrer Schwester 
G._______  untergebracht.  Ihr  Sohn  C._______  befinde  sich  inzwi-
schen bei einem Kollegen in Trincomalee. Eine Rückkehr sei für sie un-
möglich geworden, da sie aufgrund ihrer Flucht von Seiten der Mas-
kierten  sicherlich  als  Schuldige  gestempelt  worden  sei.  Die  Männer 
würden mit Sicherheit mittlerweile annehmen, dass sie über mehr In-
formationen verfügt habe, als sie ihnen zugestanden habe. 

Unter Vorlage einer in der Schweiz gekauften tamilischen Zeitung und 
von Zeitungsberichten und eines Briefs, welche ihr von ihrem Sohn zu-
gesandt  worden  seien,  führte  die  Beschwerdeführerin  aus,  dass  es 
sich bei den von der LTTE entführten sechs Personen möglicherweise 
um Karuna-Leute gehandelt habe. Ausserdem legte die Beschwerde-
führerin weitere fremdsprachige Beweismittel vor (gemäss den Akten 
eine Verkaufsurkunde betreffend ihr Haus, eine Bestätigung über ihre 
staatliche Bedürftigkeitsrente, mehrere Geburtsregisterauszüge, ihren 
Eheschein,  einen  Polizeibericht  von  Ende  1998  sowie  eine  Bestäti-
gung des Vorstehers ihres Heimatdorfes von Ende 1999). 

B.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2005 – eröffnet am 23. Juni 2005 – lehnte 
das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerinnen ab und ordnete 
gleichzeitig deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegwei-
sungsvollzug an. Im Rahmen der Begründung seines Entscheides er-
kannte das BFM die Gesuchsvorbringen als flüchtlingsrechtlich nicht 
relevant. Dabei hielt es fest, bei den geltend gemachten Nachstellun-
gen habe es sich nicht  um staatliche Verfolgungsmassnahmen, son-
dern  um Nachstellung  von Seiten  privater  Dritter  gehandelt,  welche 
nicht  vom Staat  gefördert,  gebilligt  oder  tatenlos hingenommen wor-
den seien. Die Beschwerdeführerin hätte vielmehr die Möglichkeit ge-
habt, die srilankischen Behörden um Schutz zu ersuchen. Zudem hätte 
sie sich den Nachstellungen durch eine Wohnsitzverlegung entziehen 
können.  Im  Weiteren  hielt  das  BFM  dafür,  die  Beschwerdeführerin 
habe – trotz ihrer Mutmassungen in Richtung einer Benachrichtigung 
der Behörden – bis  zu  ihrer  Ausreise keine Schwierigkeiten mit  den 
srilankischen Behörden gehabt. Vor dem Hintergrund der mittlerweile 
eingekehrten Waffenruhe sei nicht davon auszugehen, dass von Sei-

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ten der Behörden gezielt  nach Personen gesucht  werde,  welche die 
LTTE unterstützt hätten. Zudem sei gegen die Beschwerdeführerin we-
der eine Anzeige erstattet noch ein Verfahren eingeleitet worden. Ab-
schliessend erklärte das BFM den Wegweisungsvollzug als zulässig, 
trotz  der  Herkunft  der  Beschwerdeführerinnen  aus  dem  Osten  des 
Landes als zumutbar und schliesslich auch als möglich. 

C.
Am  25.  Juli  2005  erhoben  die  Beschwerdeführerinnen  –  handelnd 
durch ihren Rechtsvertreter – gegen den Entscheid des BFM bei der 
damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK) 
Beschwerde. In ihrer Eingabe beantragten sie die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, 
eventualiter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ge-
währung von Asyl, subeventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit 
und Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges und die  Gewährung 
einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz. In prozessualer  Hinsicht 
ersuchten sie um Erlass der Verfahrenskosten sowie um Beiordnung 
ihres Anwaltes als amtlicher Rechtsbeistand. Im Weiteren beantragten 
sie Einsicht in ein bestimmtes Aktenstück (act. A10; Beweismittelum-
schlag).

Im Rahmen ihrer  Beschwerdebegründung monierte die Beschwerde-
führerin vorab, ihr Akteneinsichtsgesuch sei vom BFM ungenügend be-
antwortet  worden,  da ihr  vom BFM keine  Kopien der  von ihr  einge-
reichten Beweismittel zugestellt worden seien. Des weiteren rügte sie 
betreffend die Akten, dass das Empfangsstellenprotokoll handschriftli-
che Ergänzungen aufweise, die teilweise falsch seien. Zudem sei die 
kantonale Anhörung überaus hart, nicht sachgerecht und trotz erhebli-
cher  Länge  ohne  hinreichende  Pausen  geführt  worden.  Vor  diesem 
Hintergrund sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sa-
che zwecks ergänzender Anhörung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Vor  Ausführungen  zur  Sache  äusserte  sich  die  Beschwerdeführerin 
ferner zum Verbleib ihrer Identitätspapiere, wobei sie ausführte, diese 
seien  durch  den  Tsunami  vom  Dezember  2004  verlorengegangen. 
Schliesslich monierte sie, im angefochtenen Entscheid sei  neben ih-
rem Namen ohne sachlichen Grund ein Alias-Name erwähnt worden. 

Ebenfalls mit Blick auf ihren Antrag auf Rückweisung der Sache hielt 
die Beschwerdeführerin dem BFM im Folgenden eine wiederholt unzu-
treffende oder aktenwidrige Wiedergabe ihrer Sachverhaltsschilderun-

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gen vor. Im Weiteren monierte sie, vom BFM sei implizit auf Unglaub-
haftigkeitselemente in ihren Vorbringen verwiesen worden, was jedoch 
unzutreffend sei. Insgesamt ergebe sich, dass das BFM von einer fal-
schen  Sachverhaltsfeststellung  ausgegangen  sei.  Den  vorinstanzli-
chen Erwägungen hielt sie ferner entgegen, es sei keineswegs erstellt, 
dass es sich bei den maskierten Personen, welche sie wiederholt be-
droht hätten, um private Dritte respektive um Angehörige der vermiss-
ten Personen gehandelt habe. Es sei vielmehr unklar, ob es sich dabei 
nicht direkt um Soldaten oder allenfalls um eine staatlich sanktionierte 
Massnahme seitens privater Dritter gehandelt habe. Schliesslich hielt 
sie dafür, dass in ihrem Fall die Behörden durchaus über ihre Unter-
stützung zugunsten der LTTE informiert worden sein könnten. Zusam-
menfassend machte sie geltend,  dass es vorliegend einer nochmali-
gen, nunmehr korrekten Aufnahme des Sachverhalts bedürfe. 

In der Sache brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, von 
ihr  sei  glaubhaft,  mithin  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig, 
plausibel und persönlich glaubwürdig eine flüchtlingsrechtlich relevan-
te Verfolgungssituation  dargelegt  worden. Aufgrund der  Akten könne 
kein Zweifel daran bestehen, dass sie die geschilderten Vorfälle per-
sönlich erlebt habe. Sie werde vom Staat oder, bei fehlendem staatli-
chen Schutz, von Dritten verfolgt und habe begründete Furcht, bei ei-
ner  Rückkehr  in  ihre  Heimat  erneut  verfolgt  zu  werden,  weshalb  ihr 
Asyl  zu  gewähren  sei. Abschliessend  rügte  sie  betreffend die  Frage 
des  Wegweisungsvollzuges  eine  ungenügende  Auseinandersetzung 
mit  der Sache, die Vorinstanz habe durch die Verwendung von Text-
bausteinen  die  Begründungspflicht  verletzt.  Den  vorinstanzlichen 
Schlüssen hielt  sie  sodann entgegen,  im Lichte  der  relevanten Um-
stände erweise sich der Wegweisungsvollzug als unzulässig und unzu-
mutbar. Dabei hielt sie unter Verweis auf einen Presseartikel zur Lage 
in Sri Lanka dafür, dass der Krieg jederzeit wieder ausbrechen könne. 

Als  Beweismittel  legte  die  Beschwerdeführerin  eine  Fax-Kopie  ihrer 
Identitätskarte, einen Zeitungsausschnitt in Kopie sowie – je mit einer 
Übersetzung  –  einen  persönlichen  Brief  ihrer  Schwester  G._______ 
und einen persönlichen Brief ihres Sohnes E._______ zu den Akten. 

D.
Mit Zwischenverfügung der ARK vom 8. August 2005 wurden der Be-
schwerdeführerin  antragsgemäss Kopien der im vorinstanzlichen Be-
weismittelumschlag erfassten Akten zugestellt und ihr gleichzeitig Frist 

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zur  ergänzenden  Stellungnahme  eingeräumt.  Gleichzeitig  wurde  die 
Beschwerdeführerin  aufgefordert,  betreffend  den  vorgelegten  Zei-
tungsbericht eine Übersetzung nachzureichen. Für den Entscheid über 
das  Gesuch  um  Erlass  der  Verfahrenskosten  (im  Sinne  von  Art. 65 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) wurde auf einen späteren Zeit-
punkt  verwiesen.  Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtsverbeistän-
dung (im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG) wurde mangels Notwendig-
keit einer amtlichen Vertretung abgewiesen. 

E.
Mit  Eingabe vom 16. August  2005 nahm die Beschwerdeführerin  zu 
den im Beweismittelumschlag erfassten Akten Stellung. Sie führte aus, 
es  seien  von  ihr  im  vorinstanzlichen  Verfahren  weitere  Beweismittel 
vorgelegt  worden,  welche nicht  im Beweismittelumschlag seien,  und 
betreffend die erfassten Beweismittel lägen keine hinreichenden Über-
setzungen vor. Zusätzlich bekräftigte sie das Vorbringen, ihre Ausfüh-
rungen  seien  ungenügend  respektive  tatsachenwidrig  protokolliert 
worden. Vor diesem Hintergrund erneuerte sie ihr Gesuch um Beiord-
nung ihres Anwaltes als amtlicher Rechtsbeistand. 

Mit ihrer Eingabe reichte sie die einverlangte Übersetzung betreffend 
einen Zeitungsbericht sowie – je mit einer Übersetzung – verschiede-
ne weitere Beweismittel nach, namentlich einen persönlichen Brief ih-
rer Tochter D._______, diverse Zeitungs- und Internetartikel, Abschrif-
ten eines Polizeiprotokolls und Schadensbelege betreffend den Tsuna-
mi. Unter Verweis auf die vorgelegten Presseberichte machte sie zur 
Hauptsache geltend, die Lage in Sri Lanka sei weit angespannter als 
vom BFM dargestellt. Im Weiteren legte sie eine vom Bürgermeister-
amt bestätigte Erklärung ihres Bruders H._______ vom 4. April  2005 
vor, worin dieser über eine wiederholte Suche nach der Beschwerde-
führerin von Seiten einer bewaffneten Gruppierung und dabei erlittene 
Misshandlungen berichtete. Gleichzeitig legte sie die Kopie eines Rap-
ports vor, laut welchem ihre Schwester G._______ bereits am 16. Au-
gust 2004 bei der Polizei über eine Suche nach der Beschwerdeführe-
rin berichtet hatte.

Zu den anlässlich der kantonalen Anhörung eingereichten Zeitungsbe-
richten führte sie ergänzend aus, dass sich darunter ein Bericht vom 
18. April 2004 befinde, betreffend die Ermordung von sechs Personen 
durch die Karuna-Gruppe. Diesbezüglich stellte sie die Vermutung an, 

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bei den Getöteten könnte es sich um die in ihrem Haus befragten Per-
sonen  gehandelt  haben. Schliesslich  legte  sie  eine  Fürsorgebestäti-
gung sowie eine Kostennote ihres Rechtsvertreters vor. 

F.
Mit  Zwischenverfügung der ARK vom 23. September 2005 wurde an 
der  Abweisung  des  Gesuches  um  unentgeltliche  Rechtsverbeistän-
dung festgehalten. 

G.
In seiner Vernehmlassung vom 14. Oktober 2005 hielt das BFM an der 
angefochtenen Verfügung fest und beantragte unter Verweis auf seine 
bisherigen  Erwägungen  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Ergänzend 
erklärte es die Vorhalte betreffend die kantonale Anhörung, welche im 
Beisein  einer  Hilfswerkvertreterin  stattgefunden  habe,  als  unbegrün-
det, und die Vorhalte betreffend die Sachverhaltsfeststellung unter Ver-
weis auf verschiedene Aktenstellen als falsch. 

H.
In ihrer Stellungnahme vom 8. November 2005 nahm die Beschwerde-
führerin ihre Vorhalte betreffend die vorinstanzliche Sachverhaltsfest-
stellung teilweise zurück, hielt  im Übrigen aber an der eingereichten 
Beschwerde fest. Gleichzeitig reichte sie eine aktualisierte Kostennote 
ihres Rechtsvertreters zu den Akten. 

I.
Mit  Eingabe  vom  9.  Mai  2006  reichte  die  Beschwerdeführerin  zwei 
Schreiben  ihres  Bruders  H._______  nach,  inklusive  Übersetzungen, 
worin über das Andauern der Probleme der Beschwerdeführerin res-
pektive  eine  andauernde  Suche  nach  ihr  und  Misshandlungen  des 
Bruders berichtet wurde. Im Weiteren brachte die Beschwerdeführerin 
vor, sie habe erfahren, dass das Mitglied der LTTE, welches ihr bei der 
Ausreise  geholfen  habe,  offenbar  angeschossen  worden  sei  und  im 
Spital liege. 

J.
Mit Schreiben des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. Mai 2007 wur-
de der Beschwerdeführerin die am 1. Januar 2007 erfolgte Übernahme 
des Verfahrens durch das Bundesverwaltungsgericht bestätigt und die 
für die Behandlung ihres Verfahrens zuständige Abteilung bekannt ge-
geben. 

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K.
Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. März 
2008 wurde das BFM, unter Hinweis auf eine aktualisierte Lagebeur-
teilung betreffend Sri  Lanka, zu einem zweiten Schriftenwechsel ein-
geladen. 

Das BFM hob in der Folge den angefochtenen Entscheid hinsichtlich 
der Frage des Wegweisungsvollzuges wiedererwägungsweise auf und 
ordnete mit Verfügung vom 19. März 2008 die vorläufige Aufnahme der 
Beschwerdeführerinnen an. Dabei führte das BFM aus, in Würdigung 
aller  Umstände  werde  vom Vollzug  der  Wegweisung  abgesehen,  da 
ein solcher im heutigen Zeitpunkt nicht zumutbar wäre. 

L.
Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 2.  April 
2008 wurden die Beschwerdeführerinnen eingeladen,  sich zur Frage 
eines allfälligen Beschwerderückzuges zu äussern. Ihr Rechtsvertreter 
wurde gleichzeitig eingeladen, eine aktualisierte Kostennote einzurei-
chen. 

Die  Beschwerdeführerinnen  liessen  in  der  Folge  am  8.  April  2008 
durch ihren Rechtsvertreter  mitteilen,  sie hielten an der Beschwerde 
fest, soweit diese nicht gegenstandlos geworden ist. Gleichzeitig reich-
te ihr Rechtsvertreter eine aktualisierte Kostennote zu den Akten. 

M.
Mit Eingabe vom 15. Mai 2008 wurden als Beweismittel das Schreiben 
eines Mitgliedes des Gemeinderates von N._______ vom 20. Januar 
2008 nachgereicht,  worin  ausgeführt  wurde,  die  Beschwerdeführerin 
werde an ihrem Wohnort weiterhin von Seiten einer unbekannten be-
waffneten Gruppierung gesucht. 

N.
Mit Eingabe vom 16. Oktober 2008 teilte die Beschwerdeführerin unter 
Verweis auf zwei Zeitungsartikel und einen Polizeibericht mit, dass ihre 
Schwester G._______ am 2. September 2008 von unbekannten Tätern 
erschossen worden sei. Im Weiteren legte sie das Schreiben eines Bi-
schofs zu den Akten,  worin sich dieser  zu den Gründen der Ermor-
dung von G._______ sowie zur Gefährdung ihrer in Sri Lanka befindli-
chen Angehörigen äusserte. Aus den vorgelegten Unterlagen geht im 
Wesentlichen  hervor,  dass  G._______  die  Mutter  eines  LTTE-Kom-
mandanten  im  O._______-Distrikt  gewesen  war,  welcher  unter  dem 

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Kampfnamen X._______ respektive Y._______ bekannt ist, und dass 
sie von einem Kommando einer unbekannten Gruppierung aus Rache 
respektive als Antwort auf verstärkte LTTE-Attacken im O._______-Di-
strikt erschossen wurde. Des Weiteren verwies die Beschwerdeführe-
rin auf ein Schreiben ihrer Tochter D._______ an die schweizerische 
Botschaft in Colombo, aus welchem hervorgehe, dass ihre Tochter ein 
Asylgesuch eingereicht  habe. Gleichzeitig reichte  ihr  Rechtsvertreter 
eine aktualisierte Kostennote zu den Akten. 

O.
Aus den Akten der Tochter  D._______ (N _______) geht hervor, dass 
diese am 16. September 2008 bei der schweizerischen Vertretung in 
Colombo ein schriftliches Asylgesuch einreichte und am 16. Dezember 
2008 in Colombo zu ihren Gesuchsgründen angehört wurde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die 
Behandlung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM;  dabei 
entscheidet das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m. Art. 31 -  33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt 
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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1.4 Die Beschwerdeführerinnen sind legitimiert; auf die frist- und form-
gerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48, Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.
Von den Beschwerdeführerinnen wurde vorab eine ungenügende und 
unzutreffende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 
und  eine  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  beantragt.  Die 
diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin vermögen auf-
grund der vorliegenden Akten jedoch nicht zu überzeugen. Die Vorbrin-
gen  und  Rügen  betreffend  eine  unzutreffende  Feststellung  des  ent-
scheidrelevanten Sachverhalts  basieren soweit  ersichtlich zum einen 
auf  einer  teilweise unzutreffenden Wahrnehmung der  Akten,  was je-
doch im Rahmen des Schriftenwechsels geklärt  werden konnte. Ein-
zelne  Berichtigungen  oder  Konkretisierungen  des  Sachverhalts,  wie 
bezüglich der Sprache oder des Hausverkaufes, konnten ebenfalls auf 
Beschwerdeebene eingebracht werden und verlangen keine Rückwei-
sung  an  die  Vorinstanz  zur  Vervollständigung  des  Sachverhalts. 
Schliesslich wird mindestens teilweise die Frage der Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts  mit  der  Frage der  rechtlichen Würdi-
gung der Sache vermengt. Insgesamt bestehen denn auch keine Hin-
weise  darauf,  dass  die  Beschwerdeführerin  ihre  Gesuchsgründe  im 
Rahmen der Kurzbefragung und insbesondere der einlässlichen Anhö-
rung  nicht  vollständig  oder  nicht  im korrekten  Zusammenhang hätte 
einbringen können. Nach Klärung einzelner Fragen besteht auch kein 
Bedarf  an  der  beantragten  ergänzenden  Anhörung. Schliesslich  hat 
das BFM auch die ihm angebotenen Beweismittel abgenommen und, 
soweit entscheidrelevant, gewürdigt. 

Bei  dieser  Sachlage besteht  keine Grundlage für  eine  Rückweisung 
der  Sache  an  die  Vorinstanz  zwecks  nochmaliger  Feststellung  der 
massgeblichen  Sachverhaltsmomente.  Da  der  entscheidrelevante 
Sachverhalt aufgrund der vorliegenden Aktenlage als erstellt zu erken-
nen ist, ist in der Sache zu entscheiden (vgl. dazu Art. 37 VGG i.V.m. 
Art. 61 Abs. 1 VwVG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-

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ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG). 

3.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person 
die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nach-
teile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit  be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeter-
weise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter, in 
Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive durch Organe des 
Heimat- oder Herkunftsstaates zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt zu werden drohen. Seit die Schweiz im Juni 2006 den Wech-
sel  von der Zurechenbarkeits-  zur Schutztheorie vollzogen hat,  kann 
auch eine Verfolgung aus den oben genannten Gründen seitens priva-
ter Dritter flüchtlingsrechtlich relevant sein (vgl. die vom Bundesverwal-
tungsgericht fortgeführte Rechtsprechung in Entscheidungen und Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 
Nr. 18).

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
Zunächst ist zu prüfen, ob die vorgetragenen Fluchtumstände, die zum 
Entschluss zur Ausreise aus dem Heimatstaat geführt haben, gesamt-
haft als glaubhaft gemacht zu erachten sind.

4.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-
lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-
chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 

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muss  die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, 
was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber  auch  dann, 
wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, 
im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet 
nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige 
Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im  Ge-
gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel. Eine Behauptung 
gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit 
nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 
nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. Für die Glaubhaftmachung reicht  es 
demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 
ist,  aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-
wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab-
zustellen  (vgl.  die  weiterhin  gültige  Rechtsprechung  nach  EMARK 
2005 Nr. 21 E. 6.1 [mit weiteren Hinweisen]).

4.2 Für die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin spricht zunächst 
die  Tatsache,  dass  sie  das  Erlebte  nachvollziehbar  und  insgesamt 
schlüssig berichtet hat. Sie hat im Rahmen der Kurzbefragung und der 
einlässlichen  Anhörung  den  Ablauf  der  Ereignisse  in  allen  wesentli-
chen Punkten übereinstimmend geschildert. Dabei weisen ihre Ausfüh-
rungen einen hohen Substanziierungsgrad und zahlreiche Realkenn-
zeichen auf. Namentlich war sie auch auf Nachfrage hin jeweils zu in 
sich stimmigen Detailschilderungen in der Lage. Schliesslich sind dem 
Sachverhaltsvortrag  –  welcher  eher  einfache  Grundzüge  aufweist  – 
keine ausufernden oder gar aufbauschenden Elemente zu entnehmen, 
was für ein tatsächliches Erleben der geltend gemachten Ereigniskette 
spricht. Auch lässt sich das Vorgebrachte praktisch lückenlos in die da-
malige politische und gesellschaftliche Situation in  der  Heimatregion 
der Beschwerdeführerin eingliedern. Widersprüchliche oder ungereim-
te Aussagen lassen sich aus den Protokollen keine ableiten. Auch die 
Vorinstanz bestritt im angefochtenen Entscheid die Schilderungen der 
Beschwerdeführerin  nicht.  Unter  diesen  Umständen  erachtet  es  das 
Bundesverwaltungsgericht  als  insgesamt  glaubhaft,  dass  die  Be-
schwerdeführerin – nachdem drei ihr vom Sehen her bekannte Ange-
hörige der LTTE eine Gruppe von sechs Personen in ihrem Haus ver-

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hört hatten – insgesamt dreimal von Angehörigen einer ihr unbekann-
ten bewaffneten Gruppierung aufgesucht und bedroht wurde. 

5.
Vor dem Hintergrund der obigen Erwägungen bleibt zu prüfen, ob die 
geltend gemachten Übergriffe und Nachteile die Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG zu begründen vermögen.

5.1 Nach neuerer Rechtsprechung kann eine Verfolgungshandlung im 
Sinne von Art. 3 AsylG von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren 
ausgehen. Demnach  ist  nichtstaatliche  Verfolgung  als  Verfolgung  im 
Sinne  des  Asylgesetzes  zu  erachten,  wenn  der  Staat  unfähig  oder 
nicht willens ist, Schutz vor besagter Verfolgung zu bieten. Es ist dabei 
nicht eine faktische Garantie für langfristigen individuellen Schutz der 
von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten Person zu verlangen, weil es 
keinem Staat gelingen kann, die absolute Sicherheit seiner Bürgerin-
nen und Bürger  jederzeit  und überall  zu garantieren. Erforderlich  ist 
aber, dass eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur 
Verfügung steht, wobei in erster Linie an polizeiliche Aufgaben wahr-
nehmende Organe sowie an ein Rechts- und Justizsystem zu denken 
ist, das eine effektive Strafverfolgung ermöglicht. Die Inanspruchnah-
me dieses Schutzsystems muss der betroffenen Person zudem objek-
tiv zugänglich und individuell zumutbar sein, was jeweils im Rahmen 
einer Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung des länderspezifischen 
Kontexts zu beurteilen ist (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.2 S. 202 f., 
EMARK 2006 Nr. 32 E. 6.1 S. 340 f.)

5.1.1 Die Vorinstanz führt dazu aus, dass es sich bei den geltend ge-
machten Nachstellungen nicht  um eine direkte oder indirekte staatli-
che Verfolgungsmassnahme, sondern  um Nachstellungen von Seiten 
privater Dritter gehandelt  habe. Vor diesem Hintergrund hält  die Vor-
instanz aufgrund ihrer Prüfung im Rahmen der damals noch geltenden 
Zurechenbarkeitstheorie  der  Beschwerdeführerin  entgegen,  sie  hätte 
sich  zwecks Schutzgewährung an die srilankischen Sicherheitskräfte 
wenden  können,  womit  ihre  Gesuchsvorbringen  flüchtlingsrechtlich 
nicht relevant seien. 

5.1.2 Zunächst ist festzustellen, dass bezüglich der Urheber der gel-
tend gemachten Verfolgung Unklarheit  herrscht. So war sich die Be-
schwerdeführerin offenbar im Zeitpunkt der Ausreise und auch anläss-
lich der ersten Befragung nicht im Klaren darüber, von welcher Seite 
sie  verfolgt  worden  ist,  nennt  sie  doch  als  möglichen  Urheber  die 

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EPRLF oder eine andere mit der Armee kollaborierende Gruppierung. 
Erst im Laufe des Verfahrens zeichnet sich ab, dass sie vermutlich Op-
fer  der  Auseinandersetzungen innerhalb  der  LTTE geworden ist. Die 
von  der  Beschwerdeführerin  geschilderten  Ereignisse  fallen  in  eine 
Zeit, als in ihrem Heimatgebiet nicht nur mit der srilankischen Armee 
verbündete tamilische Gruppierungen aktiv waren, sondern zusätzlich 
auch  innerhalb  der  LTTE  wachsende  Spannungen  auftraten.  Diese 
Spannungen,  ausgelöst  vorab  durch  den  uneingeschränkten  Herr-
schaftsanspruch des mittlerweilen getöteten LTTE-Führers Prabhaka-
ran, welcher zu jeder Zeit jeden Bereich der LTTE unter seiner Kontrol-
le wissen wollte, waren von zunehmend blutigen Abrechnungen inner-
halb der LTTE begleitet und führten im März 2005 gar zu einem offe-
nen Bruch innerhalb der Organisation respektive einer Abspaltung der 
sogenannten Karuna-Gruppe im Osten des Landes. Dem Konflikt zwi-
schen den einzelnen LTTE-Gruppierungen fielen zahlreiche Personen 
zum Opfer. Die Beschwerdeführerin vermutete selbst, sie sei von Per-
sonen  aus  dem  Umfeld  von  Karuna  bedroht  worden,  und  dies  er-
scheint auch aufgrund der gesamten Umstände als überwiegend wahr-
scheinlich. 

5.1.3 Demzufolge prüfte die Vorinstanz zu Recht, ob die Beschwerde-
führerin sich den Übergriffen durch Dritte beim Staat um Schutz hätte 
bemühen  können. Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  diesbezüg-
lich jedoch zu einem anderen Ergebnis: Fraglich ist bereits, ob der sri-
lankische Staat im Zeitpunkt der Ausreise der Beschwerdeführerin die 
Möglichkeit  gehabt hätte, sie effektiv vor entsprechenden Übergriffen 
zu schützen. Im massgeblichen Zeitraum hatten die staatlichen Behör-
den in zahlreichen Regionen des Landes keine funktionierende und ef-
fiziente Schutzinfrastruktur, vielmehr war die Kontrolle vieler Teilgebie-
te damals in  den Händen der  LTTE. Ohnehin wäre es aber der Be-
schwerdeführerin individuell nicht zuzumuten gewesen, bei den staatli-
chen Behörden in ihrer Heimatregion oder in einem anderen Landes-
teil um Schutz nachzusuchen. Die Beschwerdeführerin hatte jahrelang 
die LTTE unterstützt. Bedroht wurde sie sodann eben gerade deshalb, 
weil vermutet wurde, sie verfüge über Informationen über den Verbleib 
einzelner LTTE-Mitglieder. Ausserdem ergibt sich aus den Akten, dass 
die Familie der Beschwerdeführerin sehr eng mit den LTTE verbunden 
ist. Ein Schutzersuchen bei der Polizei oder dem Militär hätte demnach 
zweifelsohne zu Untersuchungsmassnahmen und einem allfälligen po-
litischen Strafverfahren gegen die Beschwerdeführerin geführt. Unter 

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den gegebenen Umständen war der Beschwerdeführerin demnach ein 
Schutzersuchen bei den staatlichen Behörden nicht zumutbar.

5.2 Weiter ist zu prüfen, ob sich die geltend gemachten Nachstellun-
gen auch im Übrigen als flüchtlingsrechtlich relevant erweisen. 

5.2.1 Nach Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlingsei-
genschaft  erforderlich,  dass  die  asylsuchende  Person  ernsthafte 
Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise sol-
che im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nach-
teile  müssen der asylsuchenden Person landesweit,  gezielt  und auf-
grund  bestimmter  Verfolgungsmotive  drohen  oder  zugefügt  worden 
sein (EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Begründete Furcht vor Verfol-
gung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter 
Anlass zur Annahme besteht,  Letztere hätte sich – aus der Sicht im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer  Zukunft  verwirklicht.  Es  müssen  damit  hinreichende  An-
haltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein,  die bei  je-
dem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit 
den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden. Dabei hat die Beurtei-
lung einerseits aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu er-
folgen und ist andererseits durch das von der betroffenen Person be-
reits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fäl-
len zu ergänzen. Wer bereits Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, 
hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht.

5.2.2 Die  Beschwerdeführerin  wurde  dreimal  von  maskierten  Perso-
nen aufgesucht, welche unter Drohungen gegen Leib und Leben der 
Beschwerdeführerin  und  ihrer  Familie  Informationen  über  LTTE-Mit-
glieder erpressen wollten. Beim dritten Überfall  wurde sie mit  einem 
Gewehrkolben an der  Stirn  verletzt.  Die  dabei  ausgestossenen Dro-
hungen waren von der Beschwerdeführerin ernst zu nehmen, wurden 
doch in dieser Zeit zahlreiche Zivilpersonen Opfer des Konfliktes und 
waren auch nahe Angehörige der Beschwerdeführerin in der Vergan-
genheit  umgebracht worden. Die erlebten Übergriffe sind demnach als 
hinreichend intensiv zu erkennen. Die Verfolgung war sodann gezielt 
gegen die Beschwerdeführerin  gerichtet  und hatte ihren Ursprung in 
der vermuteten Nähe der  Beschwerdeführerin  zu den LTTE, sie  war 
daher  politisch  motiviert.  Dass  die  Beschwerdeführerin  nur  regional 
verfolgt gewesen ist, lässt sich aus den Akten nicht ableiten, war sie 

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doch offenbar ein wichtiges Bindeglied zu den verschollenen Personen 
beziehungsweise  deren  Entführern.  Die  landesweit  gut  organisierte 
Gruppierung um Karuna hätte die Beschwerdeführerin auch in ande-
ren Landesteilen wohl leicht ausfindig machen können.

5.3 Aus diesen Erwägungen  ergibt  sich  als  Zwischenergebnis,  dass 
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nach-
teilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war beziehungsweise sich 
vor weitergehenden ernsthaften Nachteilen  objektiv  begründet  fürch-
ten musste. Diesen Übergriffen hätte sie auch nicht innerstaatlich aus-
weichen können. 

5.4 Schliesslich stellt sich die Frage, ob aufgrund des Zeitablaufs und 
der politischen Veränderungen im Heimatstaat der Beschwerdeführerin 
nicht mehr von einer aktuellen Gefährdungslage auszugehen ist. 

5.4.1 Die Asylgewährung dient nicht dem Ausgleich vergangener Un-
bill, sondern soll Schutz vor aktueller oder künftiger Verfolgung bieten 
(vgl. WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M. 
1990, S. 127). Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor 
zukünftiger Verfolgung muss daher nicht nur sachlich und zeitlich kau-
sal  für  die  Ausreise  aus  dem Heimat-  oder  Herkunftsstaat,  sondern 
grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f. und dort zitierte Urteile). Dem-
nach sind Verbesserungen der Situation im Verfolgerstaat  beachtlich. 
Gegenüber Personen, die bereits einmal asylrelevante Verfolgung erlit-
ten haben, ist jedoch mit günstigen Prognosen Zurückhaltung zu üben, 
die Verhältnisse müssen sich für die ein Asylgesuch stellende Person 
wesentlich zu ihren Gunsten verändert haben und diese Änderungen 
müssen  als  ernsthaft  und  dauerhaft  erscheinen  (vgl.  KÄLIN,  a.a.O., 
S. 129 f.).

5.4.2 Zwar hat sich seit der Ausreise der Beschwerdeführerin die poli-
tische und gesellschaftliche Situation in  Sri  Lanka wesentlich verän-
dert. Ob allerdings von einer deutlichen und stabilen Verbesserung der 
Situation  ausgegangen  werden  könne,  die  der  Beschwerdeführerin 
entgegen gehalten werden könnte, ist  bezogen auf  den Einzelfall  zu 
prüfen. Vorauszuschicken ist dabei, dass sich die Gruppierung um Ka-
runa nach deren Abspaltung von den LTTE unter dem Namen „Tamil 
National Party“ (TMVP) neu formierte. In den Jahren 2006 und 2007 
kämpfte sie zum Teil an der Seite der srilankischen Armee gegen die 
LTTE. Im Jahre 2007 wurde die TMVP als politische Partei registriert. 

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Innerhalb  der  Gruppierung  kam es  jedoch zu  einer  neuen  Spaltung 
und Karuna selber  ist  offenbar  seit  März  2009 prominentes Mitglied 
der „Sri  Lanka Freedom Party“ (SLFP). Der Bürgerkrieg hat mit  dem 
am 18. Mai 2009 ausgerufenen Sieg der srilankischen Armee über die 
LTTE vorerst ein Ende gefunden. In den vormaligen Rebellengebieten 
wurden zahlreiche Camps eingerichtet, in denen die tamilische Bevöl-
kerung der umkämpften Gebiete festgehalten wird. Die dort herrschen-
den Verhältnisse müssen äusserst  schwierig  sein  und ein  Verlassen 
der  Lager  sei  erst  möglich,  wenn  die  LTTE-Angehörigen identifiziert 
worden  seien  (vgl.  NZZ vom 10. Juni  2009,  Zeugen  und  Opfer  des 
Krieges in Sri Lanka). Auch heute noch wird von staatlicher Seite in-
tensiv nach Angehörigen der LTTE gefahndet. Die politische Situation 
ist  insbesondere im Osten und im Norden des Landes, aber auch in 
Colombo nach wie vor äusserst  angespannt. Die LTTE wurden zwar 
zersplittert, es kann aber aus heutiger Sicht noch nicht davon ausge-
gangen werden, dass diese sich nicht wieder neu formieren könnten. 
Gemäss Berichten ist zwar der Einfluss der LTTE durch deren Zersplit-
terung wesentlich eingeschränkt, hingegen kontrolliert die TMVP heute 
die Teilregionen im Osten. Nach wie vor ist diese Gruppierung dort of-
fenbar in zahlreiche Menschenrechtsverletzungen involviert und unter 
anderem  für  Entführungen,  Morde  und  Erpressungen  verantwortlich 
(UK Home Office COI Service Sri Lanka Country of Origin Information 
Report June 2009). 

5.4.3 Die Beschwerdeführerin  hat  im Verlauf  des Verfahrens wieder-
holt bekräftigt, dass die geltend gemachte Verfolgungssituation aktuell 
noch andaure und dass sie auch nach ihrer  Ausreise aus Sri  Lanka 
weiterhin  gesucht  worden sei. Zwar  kommen angesichts  des  langen 
Zeitablaufs und der veränderten politischen Lage gewisse Zweifel am 
nach  wie  vor  bestehenden  Verfolgungsinteresse  gegenüber  der  Be-
schwerdeführerin auf. Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass  –
wie oben dargelegt  – Vergeltungsmassnahmen nicht gänzlich ausge-
schlossen werden können. Die Beschwerdeführerin war immerhin ein-
ziges Verbindungsglied zu der Entführung von Mitgliedern der Grup-
pierung um Karuna und damit der heutigen TMVP, die in jüngster Zeit 
an  Einfluss  gewonnen  hat.  Ausserdem  wurde  die  Familie  der  Be-
schwerdeführerin  gezielten  Nachstellungen  ausgesetzt.  So  geht  aus 
den vorgelegten Beweismitteln hervor, dass G._______, die Schwester 
der  Beschwerdeführerin,  bei  welcher  im  Jahre  2004  die  Kinder 
D._______ und E._______ unterkamen,  am 2. September  2008 das 
Opfer eines gezielten, gegen die LTTE gerichteten Vergeltungsschla-

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ges wurde. Aufgrund der in diesem Zusammenhang vorgelegten Un-
terlagen,  aber  auch  der  Ausführungen  der  Tochter  D._______ 
(N _______),  ist  zu  schliessen,  dass  der  Sohn  der  ermordeten 
G._______ – namens Z._______, X._______ genannt respektive mit 
Kampfnamen Y._______ – ein relevantes Kadermitglied der LTTE im 
Raum  von  Batticaloa  geworden  ist.  Aufgrund  der  Ausführungen  der 
Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass er es war, der sie im 
Januar 2004 bei ihrer Ausreise aus Sri Lanka organisatorisch und mit 
einem  namhaften  Geldbetrag  unterstützte.  Der  Tod  der  Schwester 
G._______ im Rahmen einer Vergeltungsaktion lässt mindestens die 
subjektive Furcht der Beschwerdeführerin vor Nachstellungen als wei-
terhin sehr präsent erscheinen. 

5.4.4 Angesichts dieser Umstände lässt sich die veränderte politische 
Lage  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführerin  dieser  nicht  entgegen 
halten.

5.5 Vor diesem Hintergrund ist insgesamt festzustellen, dass die Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im 
Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war. Zwar hat sich die politische Si-
tuation  in  jüngerer  Zeit  wesentlich  verändert,  von  einer  ernsthaften 
und  dauerhaften  Verbesserung  zugunsten  der  Beschwerdeführerin 
kann jedoch aufgrund einer Betrachtung der gesamten Aktenlage nicht 
ausgegangen werden. 

5.6 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführerin  die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt und als Flücht-
ling anzuerkennen ist. 

6.
Die Tochter der Beschwerdeführerin machte keine eigenen Asylgründe 
geltend. Nachdem sie im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz noch 
minderjährig war, ist sie in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Mutter ein-
zubeziehen (vgl. Art. 51 Abs. 1 AsylG; EMARK 1996 Nr. 18).

7.
Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass ein Asylaus-
schlussgrund (im Sinne von Art. 53 AsylG) bestehen könnte. Die Be-
schwerde ist daher gutzuheissen, die Verfügung des BFM vom 22. Juni 
2005 aufzuheben und das BFM anzuweisen, den Beschwerdeführerin-
nen Asyl zu gewähren.

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8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
zu  erheben  (Art. 63  Abs.  1  VwVG).  Das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege wird damit gegenstandslos.

8.2 Nachdem die Beschwerdeführerinnen mit ihrer Beschwerde durch-
gedrungen sind, ist ihnen in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine 
Parteientschädigung für  die  ihnen erwachsenen notwendigen Vertre-
tungskosten zuzusprechen (vgl. dazu Art. 7  ff.  des  Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Der  Rechtsvertreter 
weist  in seiner letzten Kostennote vom 16. Oktober 2008 einen Auf-
wand von insgesamt 23 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 200.–  aus, 
ausmachend einen Betrag von Fr. 4600.–, ferner Auslagen in der Höhe 
von Fr. 148.70, zuzüglich Mehrwertsteuer auf dem Gesamtbetrag. Der 
ausgewiesene zeitliche Aufwand ist  indes deutlich zu kürzen, da be-
reits der in der ersten Kostennote vom 16. August 2005 ausgewiesene 
Aufwand von 15 Stunden als der Sache unangemessen hoch zu er-
kennen ist. Die Zunahme des Aufwandes in den nachfolgenden Kos-
tennoten muss im Weiteren aufgrund der Akten als teilweise sprung-
haft bezeichnet werden (vgl. Kostennote vom 8. November 2005 [plus 
2 Stunden], vom 8. April 2008 [plus 4 Stunden] und vom 16. Oktober 
2008 [plus 2 Stunden]). Vor diesem Hintergrund ist  die  von der Vor-
instanz auszurichtende Parteientschädigung nach Ermessen sowie un-
ter Berücksichtigung des üblichen Aufwandes in vergleichbaren Fällen 
auf Fr. 3'200.– festzusetzen (inkl. Auslagen und MwSt).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 20

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.
Die Verfügung des BFM vom 22. Juni 2005 wird aufgehoben und das 
BFM angewiesen, den Beschwerdeführerinnen Asyl zu gewähren. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das BFM wird angewiesen,  den Beschwerdeführerinnen eine  Partei-
entschädigung von Fr. 3'200.– (inkl. Auslagen und MwSt) auszurichten. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen (Einschreiben; Bei-
lagen: angefochtene Verfügung im Original, die als Beweismittel vor-
gelegten persönlichen Briefe ihrer Kinder und ihrer Schwester)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- ...

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

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