# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d99821c-b4ca-5425-bf06-81748c759ff8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.05.2007 B-2185/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2185-2006_2007-05-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2185/2006
{T 0/2}

Urteil vom 3. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Maria Amgwerd (vorsitzende Richterin), Richter 
Bernard Maitre (Abteilungspräsident), Richterin Vera 
Marantelli; Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT),
Vorinstanz

betreffend

Anerkennung eines Diploms.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. B._______,  schweizerischer  Staatsangehöriger,  stellte  am  5. Juli  2006 
beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (Bundesamt) das Ge-
such,  sein  Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  (ausgestellt  am 3. Juni 
2006 von der Handwerkskammer Kassel in Deutschland) sei als gleichwer-
tig mit dem eidgenössischen Diplom als Augenoptiker anzuerkennen. Den 
Gesuchsbeilagen ist zu entnehmen, dass B._______ am Institut für Berufs-
bildung (IfB) in Karlsruhe, einer staatlich anerkannten privaten Fachschule 
für Augenoptik und Optometrie, von Mai 2004 bis Juni 2006 (1. und 2. Teil 
des Lehrgangs in 5 Blöcken à je 6 Wochen; 3. und 4. Teil in 3 Wochen) die 
Meisterschule absolviert  und am 3. Juni  2006 die Meisterprüfung im Au-
genoptikerhandwerk bestanden hatte.

Mit Verfügung vom 17. August 2006 entschied das Bundesamt, die Meis-
terprüfung werde der Höheren Fachprüfung gleichgestellt unter der Bedin-
gung,  dass  B._______  als  Ausgleichsmassnahme  entweder  a. eine  Eig-
nungsprüfung in den Fächern Pathologie sowie Allgemeine Optik & Instru-
mente  ablege  oder  b.  einen  einjährigen  Anpassungslehrgang  in  der 
Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Augenoptikers absolviere 
und die Fächer Pathologie sowie Allgemeine Optik & Instrumente an der 
Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  in  Olten  besuche.  Zur  Begründung 
hielt  das  Bundesamt  fest,  mit  dem  Freizügigkeitsabkommen  habe  die 
Schweiz das System der Europäischen Union (EU) zur gegenseitigen An-
erkennung von Diplomen in ihren Mitgliedstaaten angenommen und wende 
zur Beurteilung der Gleichwertigkeit bei reglementierten Berufen die euro-
päischen Richtlinien an. Diese Richtlinien sähen vor, dass der Aufnahme-
staat  einem EU/EFTA-Bürger  den  Zugang  zu  seinem Arbeitsmarkt  nicht 
verweigern könne,  wenn der Gesuchsteller  in seinem Heimatland für die 
Ausübung seines Berufes qualifiziert sei. Bestünden indessen Unterschie-
de bezüglich der Dauer und dem Inhalt der Ausbildung, könne der Aufnah-
mestaat vom Gesuchsteller Ausgleichsmassnahmen verlangen. Die Tätig-
keit als Augenoptiker sei in der Schweiz reglementiert. Die Ausbildung zur 
Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) zum diplomierten Augen-
optiker daure zwei Jahre. In den wichtigsten Fächern der Augenoptik (Pa-
thologie, Anatomie, Physiologie,  Pharmakologie),  der Optik und der Kon-
taktlinsenanpassung  vermittle  die  Schule  in  Olten  über  1500  Lektionen. 
Gesamthaft  umfasse  der  Lehrplan  der  Schule  2750  Lektionen.  Bei  der 
HFP mit  den Fallfächern  Pathologie,  Refraktionsbestimmung,  Kontaktlin-
sen und Allgemeine Optik dienten optometrische/physikalische Grundlagen 
als Qualifikationsbasis. Hingegen liege in den handwerklichen Meisterprü-
fungen in Deutschland das Schwergewicht  bei  der  Meisterprüfungsarbeit 
und der Arbeitsprobe, die auch Teile der Refraktion und der Kontaktlinsen-
Abgabe beinhalte. Das im Rahmen der HFP geprüfte Fallfach Pathologie 
werde bei der Meisterprüfung nur als Teilbereich im Fach Augenoptik ge-
prüft. Im Vergleich zu den schweizerischen Fallfächern Kontaktlinsen und 
Refraktionsbestimmung fehlten  in  Deutschland  wichtige  Teilbereiche  wie 

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die  äussere  und  innere  Inspektion  des  Auges,  die  ihrerseits  fundierte 
Kenntnisse in Pathologie voraussetzten. Die Pathologie und die Inspektion 
des Auges erlangten in  der  Schweiz  vor  allem vor  dem Hintergrund der 
kantonalen Berufsausübungsvorschriften elementare Bedeutung, sei doch 
der diplomierte Augenoptiker verpflichtet, bei Erkennen oder Verdacht von 
Augenkrankheiten einen Kunden dem Facharzt zuzuweisen. Das Fallfach 
Allgemeine Optik & Instrumente werde in Deutschland nur sehr rudimentär 
geprüft.  Das schweizerische Reglement betrachte dieses Fach als unab-
dingbares Grundlagenfach zum Verständnis der Berufsausübung und zur 
Lehrlingsinstruktion. Aus diesen Gründen seien die Höhere Fachprüfung in 
der  Schweiz  und  die  Meisterprüfung  in  Deutschland  inhaltlich  nicht  ver-
gleichbar und somit nicht gleichwertig.

B. Gegen diese Verfügung erhob B._______ (Beschwerdeführer) am 7. Sep-
tember  2006  Beschwerde  bei  der  Rekurskommission  EVD.  Er  beantragt 
sinngemäss, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und es sei sein 
Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  anzuerkennen.  Zur  Begründung 
führt er aus, bevor er im Jahr 2004 seine Weiterbildung zum Augenoptiker-
meister in Deutschland begonnen habe, habe er sich beim Bundesamt dar-
über informiert, ob der ausländische Ausweis mit dem schweizerischen Di-
plom des Augenoptikers gleichwertig sei. Das Bundesamt habe dies zuge-
sichert und ausgeführt, es werde sich frühestens im Jahr 2007 etwas än-
dern, wenn eine Fachhochschule für Augenoptiker eingeführt  werde. Ge-
mäss der angefochtenen Verfügung werde nun die Gleichwertigkeit  nicht 
mehr nach Staatsvertrag beurteilt,  sondern nach den EU-Richtlinien.  Auf 
seine Nachfrage habe das Bundesamt  erklärt,  diese Regelung  bestünde 
schon seit dem Jahr 2001; sie sei aber erst jetzt umgesetzt worden. Er fra-
ge sich,  warum ihm dies nicht  bereits  anlässlich seiner  Anfrage im Jahr 
2004 mitgeteilt  und die Praxisänderung nicht  öffentlich bekannt  gemacht 
worden  sei.  Zudem  werde  die  neue  Regelung  rückwirkend  angewendet 
und es gebe keine Übergangsfristen.

Was den Inhalt des Prüfungsstoffes in Deutschland betreffe, führt er detail-
liert aus, dass die Inspektion des Auges im Fach Kontaktlinsen und Anato-
mie behandelt werde. Wie in der Schweiz sei auch der deutsche Augenop-
tikermeister verpflichtet,  bei Erkennen oder Verdacht auf Erkrankung den 
Kunden einem Facharzt zuzuweisen. Was das Fach Allgemeine Optik und 
Instrumente betreffe, so werde dieses Fach schon in der Lehre sehr inten-
siv  behandelt  und  auch  in  der  Meisterschule  in  Deutschland  gelehrt. 
Schliesslich hält er fest, er habe eine staatlich anerkannte Schule besucht, 
und die Prüfung sei von einer staatlichen Prüfungsbehörde abgenommen 
worden.

Im Weiteren weist er darauf hin, dass für die Zulassung zur Höheren Fach-
prüfung kein Schulbesuch vorgeschrieben sei.

Überdies führt er aus, die kantonalen Regelungen für den Erhalt einer Be-
rufsausübungsbewilligung seien sehr unterschiedlich. Das Bundesamt be-
gründe die Anforderungen mit seiner Aufgabe, welche es gegenüber den 

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Kantonen wahrzunehmen habe. Dies entspreche indessen nicht der Reali-
tät, da jeder Kanton andere Bestimmungen habe. So benötige man in den 
Kantonen Uri und Glarus keine Bewilligung für die selbstständige Tätigkeit 
als Augenoptiker. 

Aus den beigelegten Kopien von zwei Briefwechseln zwischen der Schwei-
zerischen Ophthalmologischen Gesellschaft (SOG) und dem Leiter des IfB 
sowie der SOG und dem Bundesamt werde ersichtlich, dass sich das Bun-
desamt  und die  Expertenkommission,  welche  die  Ausgleichsmassnahme 
festgelegt habe, an Massstäben orientierten, die nicht den geltenden Ge-
sundheitsgesetzen  entsprächen  oder  zumindest  rechtlich  nicht  klar  defi-
niert seien. Der Reaktion der SOG sei im Weitern zu entnehmen, dass es 
wichtig sei, einen Überblick über die wichtigsten Auffälligkeiten von Augen-
krankheiten zu haben. Über diese Kenntnisse verfüge er, wie aus den bei-
gelegten Lehrplänen ersichtlich sei.  Daher sei  es für  ihn fraglich,  ob die 
vom  Bundesamt  verfügten  Ausgleichsmassnahmen  im  Fach  Allgemeine 
Optik überhaupt nötig seien.

Ferner führe er seit seiner Anstellung im September 2002 monatlich etwa 
dreissig Augentests durch ohne irgendwelche Beanstandungen. Auch Kon-
taktlinsenanpassungen mache er bereits seit vier Jahren. Es sei noch nie 
zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen. 

Er habe nach geltendem Recht eine Weiterbildung angefangen und erfolg-
reich abgeschlossen. Er möchte eine Berufsausübungsbewilligung für den 
Kanton Zürich erhalten, um als Filialleiter angestellt zu werden oder einen 
eigenen  Betrieb  zu  eröffnen.  Nun würden  seine Zukunftspläne  blockiert. 
Hätte er dies vorher gewusst, so hätte er sich nicht für die Ausbildung in 
Deutschland entschieden. Sollte ihn sein Arbeitgeber für die Besuche der 
Ausgleichsmassnahmen an der Höheren Fachschule nicht freistellen kön-
nen, sehe er sich gezwungen, die Kündigung einzureichen.

C. Mit  Vernehmlassung vom 21.  November  2006 beantragt  das Bundesamt 
die Abweisung der Beschwerde. Es hält fest, am 1. Dezember 1937 hätten 
die Regierungen der Schweiz und Deutschland ein Abkommen zur Gleich-
stellung deutscher  und schweizerischer  handwerklicher  Prüfungen unter-
zeichnet.  Wahrscheinlich  sei  dieses  Abkommen von  den deutschen  und 
schweizerischen Behörden gelegentlich angewandt worden. Es sei jedoch 
weder ratifiziert noch in der systematischen Sammlung des Bundesrechts 
publiziert  und  daher  in  keiner  Weise  rechtskräftig.  Mit  dem Inkrafttreten 
des Freizügigkeitsabkommens (FZA) am 1. Juni 2002 habe sich die Aner-
kennung  ausländischer  Diplome  in  der  Schweiz  grundlegend  verändert. 
Die Umsetzung der bilateralen Abkommen habe eine gewisse Zeit gedau-
ert. Bei der Anerkennung von Ausbildungen deutscher Optiker würden die 
Schweizer  Behörden  nun  Anhang  III  des  Freizügigkeitsabkommens  an-
wenden. Aufgrund der wortgetreuen Auslegung des Abkommens von 1937 
seien Ausbildungen  anerkannt  worden,  die  nicht  den Anforderungen  der 
Schweizer Ausbildungen entsprächen. Dies widerspreche ganz offensicht-
lich den in Anhang III FZA aufgenommenen Richtlinien. 

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Wie der Beschwerdeführer zu Recht festhalte, sei die Ausübung des Au-
genoptikerberufes nicht in sämtlichen Kantonen gleich geregelt. Die einzel-
nen kantonalen Gesetze seien sich indessen sehr ähnlich. Es liege in der 
Kompetenz der Kantone, die Ausübung des Augenoptikerberufs frei zuzu-
lassen oder an bestimmte Voraussetzungen zu binden. In den kantonalen 
Gesetzen würden die Tätigkeiten festgelegt, die im Bereich der Augenoptik 
ausgeübt werden könnten. Im Kanton Zürich, in dem der Beschwerdefüh-
rer zurzeit  tätig sei,  sei die Ausübung des Augenoptikerberufs reglemen-
tiert. 

Ferner  stelle  jede Praxisänderung  einen Verstoss  gegen den Grundsatz 
der Rechtsgleichheit dar. Eine solche Ungleichbehandlung sei jedoch ak-
zeptabel, wenn sie sich auf ernsthafte, sachliche Überlegungen und Über-
zeugungen stütze. Diese Voraussetzung sei vorliegend gegeben; die Pra-
xisänderung erfolge im Anschluss an eine Gesetzesänderung - das Inkraft-
treten des Freizügigkeitsabkommens - und diene dazu, die hohen Ausbil-
dungsstandards in der Schweiz beizubehalten.  Bei der Anerkennung von 
Diplomen könne jederzeit eine Praxisänderung auftreten. So könnten bei-
spielsweise Ausbildungsgänge ändern, was in einigen Jahren mit der Ein-
führung der Fachhochschule für Optik der Fall sein werde. Solche Verän-
derungen seien ein Risiko, welches mit der Mobilität einhergehe. Die ein-
gewanderten Personen könnten nicht vor zukünftigen Veränderungen ge-
schützt werden.

Obschon der Beschwerdeführer geltend mache, es sei ihm vom Bundes-
amt zugesichert worden, dass sich an der bisherigen Anerkennungspraxis 
frühestens im Jahr 2007 etwas ändern werde,  habe das Bundesamt den 
Vertrauensschutz  nicht  verletzt.  Der  Meistertitel  könne  nach  einer  nicht 
einmal  einen  halben  Tag  dauernden  Prüfung  anerkannt  werden.  Der 
Schweizer Markt  sei  für  den Beschwerdeführer daher nicht  geschlossen, 
sofern er eine Ausgleichsmassnahme absolviere.

Gemäss den europäischen Richtlinien zur Anerkennung von Diplomen sei-
en die  wichtigsten Kriterien  für  die Prüfung eines  Anerkennungsgesuchs 
Dauer und Inhalt der Ausbildungen. Der Entscheid des Bundesamtes, der 
auf  einem Vergleich  der  Ausbildungen beruhe,  entspreche somit  dem in 
den europäischen Richtlinien vorgesehenen System. In der Schweiz werde 
ein Grossteil der Berufsausbildungen in Form von Prüfungen mit fakultati-
ver Ausbildung durchgeführt. Die erlangten Titel (Fachausweise und Diplo-
me) ermöglichten den Zugang zu Berufen mit grosser Verantwortung und 
hohem Wissenstand. Trotzdem würden diese (schweizerischen) Fachaus-
weise und Diplome in der EU nicht anerkannt, weil ihre Inhaber sich nicht 
auf eine Ausbildungsdauer in Sinne der Richtlinien berufen könnten. In An-
betracht dessen sei die Schweiz nicht bereit, über die Anforderungen der 
europäischen Richtlinien hinauszugehen. Im vorliegenden Fall sei nicht die 
Ausbildungsdauer  das  massgebliche  Kriterium,  sondern  es  gehe  haupt-
sächlich  um den  Unterrichtsinhalt.  Da  die  europäischen  Richtlinien  aber 
auf den Kriterien Ausbildungsdauer und -inhalt aufbauten, müsse man sich 
auf einen Ausbildungsweg beziehen, um die Ausbildung des Beschwerde-
führers mit  derjenigen in der Schweiz zu vergleichen.  Die Ausbildung an 

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der Schule in Olten erlaube einen gültigen Vergleich, weil sie den Erwerb 
der  durch  die  Prüfungsordnung  der  höheren  Fachprüfung  vom  12.  Juni 
1991 geforderten Kenntnisse ermögliche. 

Die Ausbildung des Beschwerdeführers sei  vom Schweizer Optikverband 
geprüft worden. Aus diesem Gutachten gehe hervor, dass die beiden Fä-
cher, für welche Ausgleichsmassnahmen gefordert würden, in Deutschland 
zu  oberflächlich  behandelt  würden.  Entgegen  dem  Standpunkt  des  Be-
schwerdeführers sei es nicht möglich,  sich bei einer derart  unterschiedli-
chen Ausbildungsdauer den gleichen Stoff anzueignen. Im Rahmen dieser 
beiden Fächer würden Inhalte vermittelt, die zur Berufsausübung unerläss-
lich seien. Eine zuwandernde Person könne nach Belieben eine Eignungs-
prüfung oder ein Anpassungspraktikum absolvieren. Das Bundesamt habe 
darauf  verzichtet,  im  Fach  Rechtskunde  Ausgleichsmassnahmen  zu  for-
dern, denn es gehe davon aus,  dass es sich dabei nicht um Kenntnisse 
handle, die für die Berufsausbildung unerlässlich seien.

D. Per 1. Januar 2007 hat die Rekurskommission EVD die Verfahrensakten 
an  das  neu  geschaffene  Bundesverwaltungsgericht  überwiesen.  Dieses 
übernahm das Verfahren mit Verfügung vom 25. Januar 2007.

E. Am 25. Januar 2007 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwer-
deführer mit, er habe das Recht auf eine öffentliche Verhandlung im Sinne 
der Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Beschwerdeführer ver-
zichtete stillschweigend auf deren Durchführung. 

Auf  die  vorstehend  genannten  und weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  sie 
rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und 
mit  freier  Kognition  (vgl.  BGE 130 II  65 E.  1;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  Zürich 
1998, Rz. 410).

Der Entscheid des Bundesamtes vom 17. August  2006 stellt  eine Verfü-
gung  im Sinne  des  Bundesgesetzes  vom 20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). Diese 
Verfügung war bisher bei  der Rekurskommission EVD angefochten,  wel-
che vor dem Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beur-
teilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig war (vgl. Art. 61 
Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BBG œ[zitiert in E. 2], AS 2003 4557; aufgehoben ge-
mäss Anhang Ziff. 35 zum VGG, AS 2006 2248).

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Das  Bundesverwaltungsgericht,  welches  gemäss  Art.  31  VGG  als  Be-
schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG be-
urteilt, ist nach Art. 53 Abs. 2 VGG (i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG) für die Be-
handlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zumal keine Ausnahme 
nach Art. 32 VGG greift. 

Soweit  vorliegend  das Abkommen über  die Personenfreizügigkeit  (zit.  in 
E. 3)  zur  Anwendung gelangt,  hat  dieses keine Änderungen auf  die hier 
dargestellte (innerstaatliche) Ordnung des Rechtsschutzes zur Folge (vgl. 
STEPHAN BREITENMOSER/MICHAEL ISLER, Der Rechtsschutz im Personenfreizügig-
keitsabkommen zwischen der Schweiz und der EG sowie den EU-Mitglied-
staaten,  Aktuelle  juristische  Praxis  [AJP]  2002  S. 1003  ff.,  insbes. 
S. 1018). 

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenom-
men und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat 
zudem ein als schutzwürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe-
bung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  ist 
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Die  Eingabefrist  sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Be-
schwerdeschrift  sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten-
vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). 

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Nach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes  vom 13.  Dezember  2002 (BBG, 
SR 412.10) regelt dieses Gesetz sämtliche Berufsbereiche ausserhalb der 
Hochschulen, so unter anderem die berufliche Grundbildung, einschliess-
lich  der  Berufsmaturität;  die  höhere  Berufsbildung;  die  berufsorientierte 
Weiterbildung und die Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art.  2 
Abs. 1 Bst. a - d BBG). 

Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die Regelung der Anerken-
nung ausländischer Diplome und Ausweise der Berufsbildung im Geltungs-
bereich  des  Berufsbildungsgesetzes.  Zur  Förderung  der  internationalen 
Zusammenarbeit und Mobilität in der Berufsbildung kann der Bundesrat in 
eigener Zuständigkeit internationale Vereinbarungen abschliessen (Art. 68 
Abs.  2  BBG).  Der  Bundesrat  erlässt  die  Ausführungsbestimmungen,  wo 
das Gesetz die Zuständigkeit nicht anders regelt (Art. 65 Abs. 1 BBG). Mit 
dem Erlass der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 (BBV, 
SR 412.101) hat der Bundesrat diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 Folgen-
des bestimmt:
1 Das  Bundesamt  anerkennt  ausländische  Diplome  und  Ausweise,  wenn 

diese:

a) im Herkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und 

b) einem schweizerischen Ausweis oder Titel gleichwertig sind.
2 Einem  schweizerischen  Diplom  oder  Ausweis  gleichwertig  ist  ein 

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ausländisches Diplom oder ein ausländischer Ausweis dann, wenn: 

a) die gleiche Bildungsstufe gegeben ist;

b) die Bildungsdauer äquivalent ist; 

c) die Inhalte vergleichbar sind; und

d) der  Bildungsgang  neben  theoretischen  auch  praktische  Qualifikationen 
umfasst.

3 Antragsberechtigt ist, wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder als Grenzgän-
gerin oder Grenzgänger tätig ist.

4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten.

Wird die Ausübung einer Berufstätigkeit  durch Rechtsvorschriften an den 
Besitz  eines bestimmten Diploms oder Ausweises gebunden und verfügt 
die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über ein ausländisches Diplom 
oder einen ausländischen Ausweis, der in der Schweiz nicht als gleichwer-
tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Kan-
tonen oder mit Organisationen der Arbeitswelt für Ausgleichsmassnahmen, 
mit  denen  die  verlangten  Qualifikationen  erreicht  werden  können.  Aus-
gleichsmassnahmen  bestehen  in  ergänzenden  Eignungsprüfungen,  An-
passungslehrgängen  oder  anderen  Qualifikationsverfahren  (vgl.  Art. 70 
Abs. 1 und 3 BBV).

3. Am 1.  Juni  2002  trat  das  Abkommen  vom 21.  Juni  1999  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR 0.142.112.681)  in  Kraft.  Nach Art.  1 
Bst. a Freizügigkeitsabkommen hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri-
gen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz 
ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er-
werbstätigkeit und Niederlassung als Selbstständiger sowie das Recht auf 
Verbleib im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräumen. Der Grund-
satz der Nichtdiskriminierung (vgl. Art. 2 FZA) gewährleistet den Staatsan-
gehörigen der Schweiz und der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft das Recht, in der Anwendung des Abkommens nicht schlechter ge-
stellt  zu  werden  als  die  Angehörigen  des  Staates,  der  das  Abkommen 
handhabt (YVO HANGARTNER, Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wegen 
der Staatsangehörigkeit  im Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit  der 
Europäischen Gemeinschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem 
Zusammenhang  bestimmt  Art. 9  Freizügigkeitsabkommen,  dass  die  Ver-
tragsparteien gemäss Anhang III  die  erforderlichen Massnahmen treffen, 
um den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft und der Schweiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän-
digen Erwerbstätigkeiten und deren Ausübung sowie die Erbringung von 
Dienstleistungen zu erleichtern.

Anhang III  trägt  die Bezeichnung "Gegenseitige Anerkennung beruflicher 
Qualifikationen (Diplome,  Prüfungszeugnisse und sonstiger  Befähigungs-
nachweise)". Nach dessen Bestimmungen wenden die Vertragsparteien im 

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Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachwei-
se  untereinander  die  gemeinschaftlichen  Rechtsakte,  auf  die  Bezug  ge-
nommen wird, in der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens 
geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge-
nannten Änderungen oder  gleichwertige  Vorschriften  an (vgl.  hierzu  und 
zum Ganzen: Botschaft des Bundesrates vom 23. Juni 1999 zur Genehmi-
gung der sektoriellen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG, Bot-
schaft, BBl 1999 6128, insbes. S. 6155 und S. 6347 ff.; Urteil des Bundes-
gerichts 2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 mit Hinweis auf:  RUDOLF 
NATSCH, Gegenseitige Anerkennung beruflicher Qualifikationen, in: Bilatera-
le  Verträge  Schweiz  -  EG,  Zürich  2002,  S.  195 ff.,  insbes.  S.  204;  MAX 
WILD,  Die Anerkennung von Diplomen im Rahmen des Abkommens über 
die  Freizügigkeit  der  Personen,  in:  Bilaterale  Abkommen Schweiz  -  EU, 
Basel 2001, S. 383 ff.,  insbes. S. 403; Bundesamt für Berufsbildung und 
Technologie, Bericht über die Anerkennung ausländischer Diplome in der 
Schweiz und die Anerkennung schweizerischer Diplome im Ausland:  Re-
gelungen, bestehende Praktiken und Handlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f.; 
im Folgenden: Bericht 2001).

Hinsichtlich  der  Anerkennung  der  beruflichen Qualifikationen erfasst  das 
bilaterale Personenfreizügigkeitsabkommen nur die im Aufnahmestaat reg-
lementierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglementierten Berufe ste-
hen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Per-
sonenfreizügigkeitsabkommen ohne Bedeutung.  Ist  ein Beruf  im Aufnah-
mestaat nicht reglementiert, bedarf es somit keiner Prüfung der Gleichwer-
tigkeit des Diploms und eine Arbeitsbewilligung genügt (vgl. NATSCH, a.a.O., 
S. 205;  WILD, a.a.O., S. 386 f.;  HILDEGARD SCHNEIDER, Die Anerkennung von 
Diplomen in der Europäischen Gemeinschaft, Antwerpen-Apeldoorn 1995, 
S. 177).

Als reglementierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der 
die Aufnahme oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem 
Mitgliedstaat direkt oder indirekt durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrif-
ten an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachweises (bzw. 
Diploms) gebunden ist. Dazu gehört insbesondere die Ausübung einer be-
ruflichen Tätigkeit in Verbindung mit der Führung eines Titels, der nur von 
Personen geführt werden darf, die einen Ausbildungs- oder Befähigungs-
nachweis  (bzw.  ein  Diplom)  besitzen,  die  in  einschlägigen  Rechts-  und 
Verwaltungsvorschriften festgelegt sind; sowie die Ausübung einer berufli-
chen Tätigkeit im Gesundheitswesen, wenn die Vergütung dieser Tätigkeit 
und/oder  eine  diesbezügliche  Erstattung  durch  das  einzelstaatliche  Sys-
tem der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähi-
gungsnachweises (bzw. Diploms) gebunden ist (Art. 1 Bst. f der Richtlinie 
92/51/EWG bzw.  Art.  1  Bst.  d  der  Richtlinie  89/48/EWG,  beide zitiert  in 
E. 3.2).  Berufsverbände  oder  -organisationen,  die  ihren  Mitgliedstaaten 
derartige Titel  ausstellen und von den Behörden anerkannt  werden, kön-
nen sich nicht auf ihre private Natur berufen, um sich der Anwendung der 
mit dieser Richtlinie vorgesehenen Regelung zu entziehen (Vorspann der 
Richtlinie 89/48/EWG).

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Das Bundesamt hat eine Liste der reglementierten Berufe in der Schweiz 
herausgegeben (abrufbar unter www.bbt.admin.ch [Themen/Internationale 
Diplomanerkennung/EU-Diplomanerkennung/Liste der reglementierten Be-
rufe]). Der Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N. 1.04). So-
mit ist das Freizügigkeitsabkommen zur Prüfung der Gleichwertigkeit des 
Meistertitels im Augenoptikerhandwerk grundsätzlich anwendbar.

3.1 Der Beschwerdeführer wohnt und arbeitet im Kanton Zürich. Er möchte in 
Zukunft eine Filiale leiten oder sich selbstständig machen.

Der Kanton Zürich regelt die Tätigkeit zur selbstständigen Berufsausübung 
als Augenoptiker in der Verordnung vom 8. Januar 1992 über die Berufe 
der  Gesundheitspflege  (ZH-Lex  811.31).  Zur  selbstständigen  Berufsaus-
übung ist  eine Bewilligung der  Gesundheitsdirektion  erforderlich;  die  un-
selbstständige Berufsausübung bedarf keiner Bewilligung (vgl.  § 9 i.V.m. 
§ 8 Bst. h und § 35 Abs. 1 der Verordnung). Augenoptiker sind berechtigt, 
Korrektionsbestimmungen  vorzunehmen  und  Kontaktlinsen  anzupassen 
und abzugeben (§ 33 der Verordnung).  Die Bewilligung zur selbstständi-
gen  Berufsausübung  als  Augenoptiker  wird  Inhabern  eines  eidgenössi-
schen oder eidgenössisch anerkannten ausländischen Diploms erteilt (§ 34 
der Verordnung).

Damit steht fest, dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerberu-
fes im Kanton Zürich im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG reglementiert ist.

3.2 Das europäische Recht unterscheidet  spezielle und allgemeine Anerken-
nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen Harmo-
nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver-
trauens  in  die  Ausbildung  der  anderen  Mitgliedstaaten  (vgl.  Botschaft, 
a.a.O., S. 6347 f.). Sieben sektorale Richtlinien wurden nach dem System 
der Harmonisierung gestaltet und ermöglichen damit sechs medizinischen 
und paramedizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle-
gepersonal in allgemeiner Pflege, Hebamme) sowie Architekten die auto-
matische  Anerkennung  (vgl.  WILD,  a.a.O.,  S.  396  f.;  SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 167).

Die allgemeine Anerkennungsregelung, welche nicht für bestimmte berufli-
che Tätigkeiten  gilt,  setzt  sich  aus  der  Richtlinie  89/48/EWG des  Rates 
vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung 
der  Hochschuldiplome,  die  eine  mindestens  dreijährige  Berufausbildung 
abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16; im Folgenden: Richtlinie 89/48/EWG) 
sowie aus der  Richtlinie  92/51/EWG des Rates vom 18. Juni  1992 über 
eine  zweite  allgemeine  Regelung  zur  Anerkennung  beruflicher  Befähi-
gungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. L 209 S. 25; 
im Folgenden: Richtlinie 92/51/EWG) zusammen.

3.3 Die  beiden  allgemeinen  Richtlinien  89/48/EWG  und  92/51/EWG  stützen 
sich auf die Art. 49, Art. 57 Abs. 1 und Art. 66 des Vertrages zur Gründung 
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und bezwecken, dass Angehö-
rige der Mitgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte ih-
ren  Beruf  auch  in  einem  anderen  Mitgliedstaat  ausüben  können  als  in 

11

demjenigen,  in  dem sie ihre  beruflichen  Qualifikationen  erworben haben 
(vgl. einleitende Bemerkungen der Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG, 
1. Abs.).

Von der Richtlinie 89/48/EWG erfasst werden Studienabschlüsse nach ei-
nem Studium von mindestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. Gedanken-
strich der Richtlinie 89/48/EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 239; WILD, a.a.O., S. 
399). Die Richtlinie 92/51/EWG bezieht sich auf die Sekundarschulbildung 
sowie  die  kurzen  postsekundären  Studiengänge  von  mindestens  einem 
Jahr und alle im Anhang C der Richtlinie aufgeführten Studiengänge (vgl. 
E.  9  der  Richtlinie  92/51/EWG  und  Art.  1  der  Richtlinie  92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O.,  S. 239; Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, 
Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Sowohl  bei der Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk in Deutschland 
(Herkunftsstaat)  wie  auch  der  Höheren  Fachprüfung  für  Augenoptiker  in 
der Schweiz (Aufnahmestaat) handelt es sich um Ausbildungen im postse-
kundären Bereich, welche weniger als drei Jahre dauern (vgl. § 49 des Ge-
setzes der Bundesrepublik Deutschland vom 17. September 1953 zur Ord-
nung des Handwerks [konsolidierte Fassung; BGBI I 1953, 1411; im Fol-
genden: HwO] sowie § 2 der Verordnung der Bundesrepublik Deutschland 
vom 4.  März 1997 über  die  Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur  Au-
genoptikerin [im Folgenden: AugOptAusbV 1997]; Art. 23 Abs. 1 und 3 so-
wie Art. 10 des Reglements vom 12. Juni 1991 über die Durchführung der 
Höheren Fachprüfung im Augenoptikerberuf [Prüfungsreglement]).  Die be-
rufliche Tätigkeit wird zudem weder von einer sektoriellen Richtlinie noch 
von einer in Anhang A der Richtlinie 92/51/EWG aufgeführten Richtlinie er-
fasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/51/EWG). Daher ist für den Beruf 
des Augenoptikers die Richtlinie 92/51/EWG anwendbar.

3.4 Der Beschwerdeführer ist Schweizer Bürger und hat in Deutschland eine 
postsekundäre Ausbildung absolviert,  welche er in der Schweiz anerken-
nen lassen will.

Nach  Art.  2  Abs.  1  der  Richtlinie  92/51/EWG erstreckt  sich  der  Anwen-
dungsbereich dieser Richtlinie auf alle Angehörigen eines Mitgliedstaates, 
die als  Selbstständige oder abhängig  Beschäftigte einen reglementierten 
Beruf  in  einem Aufnahmestaat  ausüben  wollen.  Nach dem Wortlaut  von 
Art. 2 Abs. 1 ist nicht klar, ob sich die Richtlinie auch auf Inländer bezieht, 
welche eine im Ausland getätigte Ausbildung anerkennen lassen wollen. 
Für die Auslegung der Begriffe des Gemeinschaftsrechts ist die Rechtspre-
chung  des  Gerichtshofes  der  Europäischen  Gemeinschaften  (EuGH)  bis 
zum Zeitpunkt vor der Unterzeichnung des Abkommens zu berücksichtigen 
(Art.  16  Abs.  2  FZA  "acquis  communautaire"  auf  dem  Stand  vom 
21. Juni 1999; BREITENMOSER/ISLER, a.a.O., S. 1011). Der Gerichtshof der Eu-
ropäischen Gemeinschaften hat in Vorabentscheidungen erkannt, dass die 
Freizügigkeit  der  Arbeitnehmer  und  das  Niederlassungsrecht  im  System 
der Gemeinschaft grundlegende Freiheiten darstellten, "die nicht voll ver-
wirklicht  wären,  wenn  die  Mitgliedstaaten  die  Anwendung  des  Gemein-
schaftsrechts  denjenigen  ihrer  Staatsangehörigen  versagen  dürften,  die 

12

von den im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Erleichterungen Gebrauch 
gemacht und dank dieser Erleichterung berufliche Qualifikationen in einem 
anderen Mitgliedstaat als demjenigen erworben haben, dessen Staatsan-
gehörigkeit sie besitzen" (vgl. Urteil vom 31. März 1993 in der Rechtssa-
che C-19/92, Kraus, Sammlung der Rechtsprechung [Slg.], I-1663, Rand-
nr. 16 und Urteil vom 6. Oktober 1981 in der Rechtssache 246/80, Broek-
meulen, Slg., 2311, Randnrn. 18 ff.; vgl. SCHNEIDER, a.a.O., S. 260; JACQUES 
PERTEK, Une dynamique de la reconnaissance des diplômes à des fins pro-
fessionelles  et  à des fins  académiques:  réalisations  et  nouvelles réflexi-
ons,  in:  La reconnaissance des  qualifications  dans un espace européen 
des formations et des professions, Bruxelles 1998, S. 189 f.;  e contrario 
hat  das  Bundesgericht  festgehalten,  dass  das  Freizügigkeitsabkommen 
Schweizer Bürgern ohne grenzüberschreitenden Anknüpfungspunkt keine 
Rechte  einräumt  und deren Rechtsstellung  sich  grundsätzlich  nach dem 
Landesrecht richtet, vgl. BGE 130 I 26 E. 1.2.3 und BGE 129 II 249 E. 4.3 
und 5.1.).

3.5 Art. 3 Bst. a der Richtlinie 92/51/EWG hält folgendes fest:

"Wird der Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Ausübung im Auf-
nahmestaat  von  dem Besitz  eines  Diploms  im Sinne  dieser  Richtlinie  oder  der 
Richtlinie 89/48/EWG abhängig gemacht, so kann die zuständige Behörde [...] ei-
nem Angehörigen eines Mitgliedstaats den Zugang zu diesem Beruf oder dessen 
Ausübung unter denselben Voraussetzungen wie bei Inländern nicht wegen man-
gelnder Qualifikation verweigern, wenn der Antragsteller das Diplom im Sinne die-
ser Richtlinie oder  der Richtlinie 89/48/EWG besitzt,  das in einem anderen Mit-
gliedstaat erforderlich ist, um Zugang zu diesem Beruf in seinem Hoheitsgebiet zu 
erhalten oder ihn dort auszuüben, und wenn dieses Diplom in einem Mitgliedstaat 
erworben wurde."

Mit anderen Worten kann der Aufnahmestaat einem Antragsteller,  der im 
Besitz  eines  Diploms im Sinne  dieser  Richtlinien  ist,  grundsätzlich  nicht 
den  Zugang  oder  die  Ausübung  eines  reglementierten  Berufes  wegen 
mangelnder Qualifikation verweigern, wenn dieses Diplom Zugangs- oder 
Ausübungsvoraussetzung für den entsprechenden Beruf im Herkunftsstaat 
ist.

Als Diplome im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG gelten Ausbildungsnach-
weise, die in einem Mitgliedstaat von einer nach dessen Rechts- und Ver-
waltungsvorschriften  bestimmten  zuständigen  Stelle  ausgestellt  werden, 
und aus denen hervorgeht, dass der Diplominhaber erfolgreich einen nicht 
in Art. 1 Bst. a der Richtlinie 89/48/EWG genannten postsekundären Aus-
bildungsgang von mindestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von 
entsprechender Dauer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil-
dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. Gedankenstrich und 2. Gedan-
kenstrich Ziff. i der Richtlinie 92/51/EWG).

Die Schweizerischen Höheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter 
Anhang C der Richtlinie  92/51/EWG (vgl.  dazu Bundesamt für  Berufsbil-
dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der  Meistertitel  des  Beschwerdeführers  ist  von  der  Handwerkskammer 
Kassel ausgestellt  worden. Hierbei handelt  es sich um eine Körperschaft 

13

des öffentlichen Rechts, welche zur Vertretung der Interessen des Hand-
werks errichtet worden ist (vgl. § 90 Abs. 1 HwO). Der Meistertitel des Be-
schwerdeführers  ist  daher  von  einer  zuständigen  Stelle  ausgestellt  wor-
den.  Der deutsche Augenoptikermeister  ist  in Anhang C Nummer 2 (Bil-
dungs- und Ausbildungsgänge zum "Meister" für die nicht unter die Richtli-
nien des Anhangs A fallenden handwerklichen Tätigkeiten) der Richtlinie 
92/51/EWG aufgeführt.  Beim Meistertitel  in  Deutschland (Herkunftsstaat) 
handelt  es  sich  somit  ebenfalls  um  ein  Diplom  im  Sinne  der  Richtlinie 
92/51/EWG.

Das Augenoptikerhandwerk in Deutschland stellt ein zulassungspflichtiges 
Handwerk  dar.  Die  Ausbildungsbezeichnung  Meister/Meisterin  in  Verbin-
dung mit  einem zulassungspflichtigen Handwerk darf  nur führen,  wer für 
dieses  zulassungspflichtige  Handwerk  die  Meisterprüfung  bestanden  hat 
(vgl. § 1 i.V.m. Anlage A Nr. 33 HwO sowie § 51 HwO). Insofern ist dieser 
Beruf auch in Deutschland reglementiert  (vgl.  auch den Leitfaden für die 
allgemeine Regelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach-
weise der Europäischen Kommission, Anhang 1). Der Meistertitel berech-
tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. 
§ 45 Abs. 2 HwO).

Grundsätzlich kann die Schweiz daher dem Beschwerdeführer den Zugang 
oder die Ausübung des reglementierten Berufes nicht wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern.

3.6 Hingegen hat der Aufnahmestaat das Recht, Ausbildung und Berufserfah-
rung mit seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der 
Diplome als gleichwertig abzulehnen, wenn die Ausbildung des Antragstel-
lers sich in Bezug auf Dauer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche wesentlich 
unterscheidet.  Die  Kompensation  unterschiedlicher  Ausbildungsdauer 
kann  durch  den  Nachweis  von  Berufserfahrung  erbracht  werden  (Art.  4 
Abs.  1 Bst.  a der Richtlinie  92/51/EWG).  Im Falle  von unterschiedlichen 
Ausbildungsinhalten darf der Aufnahmestaat vom Antragsteller verlangen, 
dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung 
ablegt (Art.  4 Abs.  1 Bst.  b der Richtlinie  92/51/EWG;  NATSCH,  a.a.O.,  S. 
206 f.,  WILD,  a.a.O.,  S. 400). Macht der Aufnahmestaat bei unterschiedli-
chem Ausbildungsinhalt von der Möglichkeit eines Anpassungsinstrumen-
tes Gebrauch, so muss er dem Antragsteller die Wahl zwischen dem An-
passungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art.  4  Bst.  b Unter-
abs. 3 der Richtlinie 92/51 EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 257; JACQUES PERTEK, 
L'Europe des diplômes et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). Der Auf-
nahmestaat darf die Anpassungsinstrumente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b 
nicht  kumulativ  anwenden  (Art.  4  Abs.  2  der  Richtlinie  92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O., S. 198;  PERTEK, L'Europe des diplômes et des professi-
ons, a.a.O., S. 80).

3.7 Das  Bundesamt  hielt  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom  17.  August 
2006 fest, dass die Meisterprüfung in Deutschland mit der Höheren Fach-
prüfung in der Schweiz inhaltlich nicht vergleichbar und somit nicht gleich-
wertig  sei.  Die  Meisterprüfung,  welche  der  Beschwerdeführer  absolviert 

14

habe, werde der Höheren Fachprüfung gleichgestellt unter der Bedingung, 
dass er  als  Ausgleichsmassnahme entweder  a.  eine Eignungsprüfung in 
den  Fächern  Pathologie  sowie  Allgemeine  Optik  &  Instrumente  ablege 
oder  b.  einen einjährigen Anpassungslehrgang  in der  Schweiz  unter  der 
Anleitung eines diplomierten Augenoptikers absolviere und die Fächer Pa-
thologie sowie Allgemeine Optik & Instrumente an der Höheren Fachschu-
le für Augenoptik in Olten besuche. Insofern macht das Bundesamt in der 
angefochtenen  Verfügung  von  Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  der  Richtlinie 
92/51/EWG  Gebrauch,  wonach  der  Aufnahmestaat  im  Falle  von  unter-
schiedlichem Inhalt  der Ausbildung als Kompensation vom Gesuchsteller 
einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprüfung verlangen kann.

Die Frage, ob sich die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk inhaltlich 
wesentlich vom Schweizerischen Diplom des Augenoptikers unterscheidet 
und das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung vom 17. August 2006 
als Voraussetzung für die Anerkennung der Gleichwertigkeit zu Recht eine 
Ausgleichsmassnahme verlangt, kann hier offen gelassen werden, da die 
Beschwerde aus nachfolgenden Gründen gutzuheissen ist.

4. Der Beschwerdeführer rügt, die Handlungsweise des Bundesamtes versto-
sse gegen den Grundsatz des Handelns nach Treu und Glauben. Bevor er 
im Jahr  2004 seine  Weiterbildung  zum Augenoptikermeister  in  Deutsch-
land begonnen habe, habe er sich beim Bundesamt darüber informiert, ob 
der ausländische Ausweis mit dem schweizerischen Diplom des Augenop-
tikers gleichwertig sei. Das Bundesamt habe dies zugesichert und ausge-
führt,  es  werde  sich  frühestens  im Jahr  2007  etwas  ändern,  wenn  eine 
Fachhochschule für Augenoptiker eingeführt werde. Der Beschwerdeführer 
beruft sich somit sinngemäss auf den Vertrauensschutz.

4.1 Der in Art.  9 BV (SR 101)  verankerte  Grundsatz von Treu und Glauben 
verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in 
Zusicherungen,  Auskünfte,  Mitteilungen oder Empfehlungen einer Behör-
de, die sich im Nachhinein als unrichtig erweisen. Er führt dazu, dass die 
Behörde  unter  gewissen,  kumulativ  zu  erfüllenden  Voraussetzungen  an 
ihre unrichtige Zusicherung, Auskunft usw. gebunden ist; das heisst, sich 
so verhalten muss, als ob die Zusicherung, Auskunft usw. richtig gewesen 
wäre (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, Bern 
2005, S. 153;  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 698).

Gemäss Rechtsprechung und Doktrin sind unrichtige Zusicherungen, Aus-
künfte, Mitteilungen oder Empfehlungen von Behörden bindend, wenn (a) 
die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Perso-
nen gehandelt hat; (b) die Behörde für die Erteilung der Auskunft zuständig 
war oder als zuständig betrachtet werden durfte; (c) der Bürger die Unrich-
tigkeit  der Auskunft  nicht ohne weiteres erkennen konnte; (d) der Bürger 
im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, 
die nicht  ohne Nachteil  rückgängig  gemacht  werden können und (e)  die 
gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren 

15

hat (BGE 121 V 65 E. 2a, BGE 119 V 302 E. 3a, BGE 118 Ia 245 E. 4b, 
BGE 118 V 65 E. 7, BGE 117 Ia 285 E. 2b, BGE 117 Ia 412 E. 3b, je mit 
Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 1A.8/2004 vom 17. Dezember 2004 
E. 4.2 mit Hinweisen; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 668 ff.).

Selbst wenn die Voraussetzungen für eine verbindliche behördliche Aus-
kunft  erfüllt  sind, scheitert  die Berufung auf Treu und Glauben, wenn ihr 
überwiegende  öffentliche  Interessen  gegenüberstehen  (BGE  129  I  161 
E. 4.1  mit  Hinweisen,  BGE  116  Ib  185  E.  3c;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O.,  Rz  696 mit  Hinweisen;  FRITZ GYGI,  Verwaltungsrecht,  Bern  1986, 
S. 160; RENÉ A. RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, Schweizerische Verwaltungsrecht-
sprechung,  Ergänzungsband,  Basel  und  Frankfurt  am  Main  1990, 
Nr. 75 B IVc, S. 243;  BEATRICE WEBER-DÜRLER,  Vertrauensschutz im öffentli-
chen Recht, Basel und Frankfurt am Main 1983, S. 112). In einem solchen 
Fall  besteht  aber  allenfalls  Anspruch  auf  Schadenersatz  (HÄFELIN/ 
MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 696 und Rz. 703 mit Hinweisen; WEBER-DÜRLER, 
a.a.O., S. 129 ff.).

4.2 Was die erste Voraussetzung betrifft, so taugt nicht jede behördliche Aus-
kunft  als  Vertrauensbasis.  Die  Auskunft  muss  an  sich  geeignet  sein, 
schutzwürdiges Vertrauen zu begründen.  Notwendig ist  eine gewisse in-
haltliche Bestimmtheit; eine lediglich vage Absichtskundgabe oder ein Hin-
weis  auf  eine  bisherige  Praxis  genügt  nicht.  Sodann  wird  in  Lehre  und 
Rechtssprechung mehrheitlich die Auffassung vertreten, nur eine auf einen 
konkreten, die auskunftserheischende Person direkt betreffenden Sachver-
halt bezogene Auskunft könne die Behörden binden, nicht aber eine allge-
meine Auskunft (vgl. BGE 125 I 267 E. 4c, BGE 122 II 113 E. 3b/cc, mit 
Hinweisen;  RHINOW/KRÄHENMANN,  a.a.O.,  Nr. 75 B IIIa,  S. 241;  anderer  Mei-
nung:  WEBER-DÜRLER, a.a.O., S. 84, S. 207;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 
Rz. 670). Zudem begründet eine Auskunft schutzwürdiges Vertrauen nur, 
wenn sie  vorbehaltlos  erteilt  worden ist  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.454/2002 vom 20. März 2003 E. 2.2 und 2A.251/2000 vom 19. Dezem-
ber  2000  E. 2b/cc;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  680;  TSCHANNEN/ 
ZIMMERLI, a.a.O., S. 154; WEBER-DÜRLER, a.a.O., S. 205). 

Unmassgeblich ist die Form der Auskunftserteilung; auch eine mündliche 
Auskunft kann verbindlich sein, wenn sie auf Grund der Umstände geeig-
net  ist,  den  guten  Glauben  des  Betroffenen  zu  erwecken  (vgl.  HÄFELIN/ 
MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,  Rz. 669;  RHINOW/KRÄHENMANN, a.a.O.,  Nr. 75 B IIIa, 
S. 241; BGE 106 V 139 E. 4c mit Verweis auf BGE 91 I 133 E. 4b, BGE 
114 Ia 105 E. 2a).

4.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, bevor er im Jahr 2004 seine Weiter-
bildung zum Augenoptikermeister in Deutschland begonnen habe, habe er 
sich beim Bundesamt darüber informiert, ob der ausländische Ausweis mit 
dem  schweizerischen  Diplom  des  Augenoptikers  gleichwertig  sei.  Das 
Bundesamt habe dies zugesichert. 

Der Beschwerdeführer kann zwar nicht belegen, dass das Bundesamt ihm 
diese  Auskunft  erteilt  hat.  Über  den  Inhalt  des  Telefonats  ist  keine  Ge-
sprächsnotiz  erstellt  worden.  Der  Beschwerdeführer  hat  sich  den  Inhalt 

16

des Gesprächs auch nicht schriftlich bestätigen lassen.

Unbestritten und aktenkundig ist aber, dass das Bundesamt während Jah-
ren in  ständiger  Praxis  alle  deutschen  Meistertitel  im Augenoptikerhand-
werk als  gleichwertig  mit  dem eidgenössischen Diplom als  Augenoptiker 
anerkannt hat. Das Bundesamt stützte diese Anerkennungspraxis auf die 
Vereinbarung zwischen der Schweiz und dem deutschen Reich vom 1. De-
zember 1937 über die gegenseitige Anerkennung der Lehrabschluss- und 
Meisterprüfungen, welche zwar nie ratifiziert, aber beiderseits angewendet 
wurde (vgl. dazu  NATSCH, a.a.O., S. 217 f. Fusszeile 41; Botschaft, a.a.O, 
S. 6350 sowie Schreiben vom 2. August 1995 der Abteilung Berufsbildung 
des  damaligen  Bundesamtes  für  Industrie,  Gewerbe  und  Arbeit  [BIGA; 
heute: BBT] an den Deutschen Handwerkskammertag,  wonach das Bun-
desamt die zwischenstaatliche Vereinbarung von 1937 bis zum Zeitpunkt 
einer allfälligen neuen Regelung weiter einhalten werde).

Am 1. Juni 2002 trat das Freizügigkeitsabkommen und damit die in seinem 
Anhang III aufgeführte Richtlinie 92/51/EWG in Kraft. In der Folge stützte 
sich  das  Bundesamt  wie  zuvor  auf  die  Gegenrechtsvereinbarung  mit 
Deutschland (vgl. Vereinbarung zwischen der Schweiz und dem deutschen 
Reich  vom  1.  Dezember  1937)  und  anerkannte  weiterhin  automatisch 
deutsche  Meistertitel  im Augenoptikerhandwerk  als  gleichwertig  mit  dem 
eidgenössischen  Diplom  des  Augenoptikers.  Dies  wird  vom  Bundesamt 
nicht  bestritten  (vgl.  dazu  Beschwerdeverfahren  B-2158/2006  [Stellung-
nahme vom 5. Juli 2006]) sowie das nachfolgend zitierte Verhandlungspro-
tokoll S. 7 oben). Dem Bundesverwaltungsgericht liegen solche Gleichwer-
tigkeitsbestätigungen aus den Jahren 2003 und 2004 vor (vgl. die einge-
reichten  Gleichwertigkeitsbestätigungen  in  den  Beschwerdeverfahren  B-
2159/2006,  B-2160/2006,  B-2169/2006;  vgl.  dazu auch die  Beschwerde-
verfahren B-2161/2006, B-2168/2006, B-2195/2006, B-2173/2006).

4.2.1 Der Umstand, dass das Bundesamt nach eigenen Angaben (vgl. Verhand-
lungsprotokoll  der  öffentlichen  Verhandlung,  welche  in  gleichgelagerten 
Beschwerdeverfahren  am  28.  August  2006  vor  der  Rekurskommission 
EVD  durchgeführt  wurde  [Beschwerdeverfahren  B-2158/2006,  B-
2159/2006,  B-2160/2006;  B-2168/2006,  B-2190/2006,  B-2164/2006,  B-
2167/2006,  B-2171/2006,  B-2172/2006,  B-2173/2006,  B-2174/2006,  B-
2176/2006],  S.  7)  in  einer  langjährigen,  konstanten  Praxis  bis  Ende 
2004/anfangs 2005 alle  deutschen Meistertitel  im Augenoptikerhandwerk 
dem eidgenössischen Diplom gleichwertig anerkannte, kann als gewichti-
ges  Indiz  für  das  Vorliegen  einer  entsprechenden  Zusicherung  im  Jahr 
2004 gewertet werden, stand diese doch vollkommen im Einklang mit der 
damaligen  Anerkennungspraxis.  Zudem ist  auf  Grund  der  Ausführungen 
des  Bundesamtes  in  der  Vernehmlassung,  wonach  die  Umsetzung  des 
Freizügigkeitsabkommens  eine  gewisse  Zeit  gedauert  habe,  und  auf 
Grund der Aussagen des Vertreters des Bundesamtes an der öffentlichen 
Verhandlung  (vgl.  Verhandlungsprotokoll  S.  7)  zu  schliessen,  dass  sich 
eine  mögliche  Änderung  der  Anerkennungspraxis  erst  im  Verlaufe  des 
Jahres 2005 abzeichnete.

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Kommt  hinzu,  dass  sich  die  Aussagen  des Beschwerdeführers  über  die 
Auskunft des Bundesamtes mit den Aussagen anderer betroffener Perso-
nen, welche ebenfalls in Deutschland die Meisterprüfung abgelegt und sich 
beim Bundesamt vorgängig über  die Gleichstellung dieser Prüfung infor-
miert  haben,  inhaltlich  decken  (vgl.  dazu  die  Beschwerdeverfahren  B-
2158/2006,  B-2159/2006,  B-2166/2006,  B-2168/2006,  B-2167/2006,  B-
2170/2006, B-2174/2006).

Im Weiteren ist aktenkundig, dass das Bundesamt im Jahr 2002 weiteren 
Betroffenen  die  Gleichstellung  des  deutschen  Meistertitels  mit  dem 
schweizerischen  Diplom unter  Verweis  auf  Art.  1  der  Vereinbarung  zwi-
schen Deutschland und der Schweiz vom 1. Dezember 1937 schriftlich be-
stätigt hat (vgl. B-2162/2006; B-2179/2006).

Zudem bestreitet  das Bundesamt nicht,  dass es damals auf  telefonische 
Anfrage hin  solche  Zusicherungen  erteilt  hat  (vgl.  Verhandlungsprotokoll 
S. 8).  Auf  die  Aussage  eines  Beschwerdeführers  anlässlich  der  öffentli-
chen  Verhandlung  hin,  wonach  das  Bundesamt  nun  anscheinend  keine 
Auskünfte mehr über die (künftige) Anerkennung von Diplomen erteile (vgl. 
Verhandlungsprotokoll,  S. 4), erklärte der Vertreter des Bundesamtes, es 
sei richtig, dass das Bundesamt früher solche Auskünfte erteilt habe (vgl. 
Verhandlungsprotokoll,  S.  5).  Hinzu kommt auch,  dass der Vertreter  des 
Bundesamtes  anlässlich  der  öffentlichen  Verhandlung  ausführte,  dass 
deutsche  Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  bis  anfangs  2005  als 
gleichwertig  mit  dem  eidgenössischen  Diplom  des  Augenoptikers  aner-
kannt  worden  seien.  Das  Bundesamt  habe  seine  Praxis  im  Jahre  2005 
überprüft  und dann geändert,  da es festgestellt  habe, dass die bisherige 
Praxis nicht mehr rechtskonform war (vgl. Verhandlungsprotokoll S. 6 und 
7  sowie  Gutachten  des  Schweizer  Optikverbandes  vom  1.  November 
2005).

Angesichts der gesamten Umstände ist davon auszugehen, dass dem Be-
schwerdeführer eine solche konkrete, ihn direkt betreffende Auskunft vor-
behaltlos erteilt worden ist.

4.3 Der Beschwerdeführer beruft sich auf die Auskunft des Bundesamtes. Au-
sser Frage steht, dass diese von der zuständigen Behörde erteilt  worden 
ist (vgl. Art. 68 Abs. 1 BBG und Art. 69 BBV, zitiert in E. 2; vgl. auch Art. 
71 BBV), weshalb die zweite Voraussetzung ohne Weiteres als gegeben 
erachtet werden kann.

4.4 Was die Auskunft bezüglich der im Zeitpunkt der Anfrage geltenden Aner-
kennungspraxis  des Bundesamtes betrifft,  so war diese richtig.  Die Aus-
kunft,  wonach deutsche Meistertitel  vom Bundesamt weiterhin anerkannt 
würden (weshalb der vom Beschwerdeführer im Juni 2006 erlangte Meis-
tertitel mit dem eidgenössischen Diplom gleichgestellt werde) erweist sich 
im Nachhinein als falsch. Es ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer 
die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen konnte, stand 
diese doch im Einklang mit der damaligen Anerkennungspraxis. Das Frei-
zügigkeitsabkommen (in Kraft seit 1. Juni 2002) war im Zeitpunkt der Aus-
kunftserteilung (im Jahr  2004)  schon seit  ungefähr  zwei  Jahren in  Kraft, 

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weshalb der Beschwerdeführer weder ahnen konnte noch damit  rechnen 
musste,  dass das Abkommen drei  Jahre später eine Praxisänderung be-
wirken würde.

4.5 Bei  der  Prüfung  des  Kriteriums,  ob  Dispositionen  getroffen  wurden,  die 
nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, ist zu berücksich-
tigen, dass die Auskunft für das Verhalten des Betroffenen ursächlich sein 
muss (vgl. Urteil  des Versicherungsgerichts C 344/00 vom 6. September 
2001 E. 3c/bb). Ein solcher Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn an-
genommen werden  kann,  der  Betroffene  hätte  sich  ohne  die  fehlerhafte 
Auskunft  anders  verhalten.  An  den  Beweis  des  Kausalzusammenhangs 
zwischen Auskunft und Disposition werden nicht allzu strenge Anforderun-
gen gestellt. Denn bereits aus dem Umstand, dass ein Betroffener Erkun-
digungen  einholt,  erwächst  eine  natürliche  Vermutung  dafür,  dass  er  im 
Falle  eines  negativen  Entscheides  ein  anderes  Vorgehen  gewählt  hätte. 
Der erforderliche Kausalitätsbeweis darf  deshalb schon als  geleistet  gel-
ten, wenn es auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung als glaubhaft er-
scheint, dass sich der Betroffene ohne die fragliche Auskunft anders ver-
halten hätte (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 687 mit Verweis auf 
BGE 121 V 65 E. 2b).

Der Beschwerdeführer  hat  von Mai  2004 bis Juni  2006 den Meisterlehr-
gang  am  Institut  für  Berufsbidlung  (ifb)  in  Karlsruhe  absolviert  und  am 
3. Juni 2006 die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Kassel abge-
legt. Ausser Frage steht, dass der Besuch der Schule in Deutschland und 
die Ablegung der Meisterprüfung mit  erheblichem finanziellem und zeitli-
chem Aufwand verbunden waren und sich der Beschwerdeführer ohne die 
ihm vom Bundesamt erteilte Auskunft nicht für die Ausbildung in Deutsch-
land entschieden hätte.

4.6 Eine Auskunft ist nur in Bezug auf den Sachverhalt, wie er der Behörde zur 
Kenntnis gebracht wird, verbindlich. Ändert sich die tatsächliche Situation, 
so hat die Behörde den neuen Sachverhalt  zu beurteilen und ist  an ihre 
früheren  Aussagen  nicht  mehr  gebunden.  Behördliche  Auskünfte  stehen 
sodann immer unter dem Vorbehalt einer allfälligen späteren Rechtsände-
rung. Eine vertrauensschutzbegründende Auskunft kann deshalb nur vor-
liegen, wenn die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung des Tatbestandes 
die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunfterteilung, es sei denn die aus-
kunfterteilende Behörde sei für die Rechtsänderung selbst zuständig und 
die Auskunft sei im Hinblick darauf erteilt worden (BGE 117 Ia 285 E. 2b 
mit  Hinweisen;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  692;  BEATRICE WEBER-
DÜRLER,  Neuere  Entwicklung  des  Vertrauensschutzes,  Schweizerisches 
Zentralblatt  für  Staats-  und  Verwaltungsrecht  [ZBl]  103/2002,  S.  289 ff.; 
RHINOW/KRÄHENMANN,  a.a.O.,  Nr.  75 B IVb,  S. 242;  GYGI,  Verwaltungsrecht, 
a.a.O., S. 160; TSCHANNEN/ZIMMERLI, a.a.O., S. 154).

Das Bundesamt macht nicht geltend und aus den Akten ist auch nicht er-
sichtlich, dass sich der Stoffplan des Vorbereitungslehrganges "Augenopti-
kermeister"  des Ifb (Institut  für Berufsbildung) und die Anforderungen an 
die Meisterprüfung (vgl. die Verordnung vom 9. August 1976 über das Be-

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rufsbild  und über  die Prüfungsanforderungen im praktischen Teil  und im 
fachtheoretischen Teil der Meisterprüfung für das Augenoptiker-Handwerk 
und Verordnung vom 18. Juli 2000 über gemeinsame Anforderungen in der 
Meisterprüfung  im Handwerk)  zwischenzeitlich  geändert  haben.  Es  steht 
auch fest, dass die Anforderungen an die Höhere Fachprüfung im Augen-
optikerberuf in der Schweiz ebenfalls unverändert geblieben sind (vgl. Prü-
fungsreglement  vom 12.  Juni  1991, insbes.  Art.  15 [Prüfungsfächer]  und 
Art. 16 [Prüfungsstoff]). Insofern war die tatsächliche Situation im Zeitpunkt 
der Auskunftserteilung dieselbe wie im Zeitpunkt des Entscheides.

Das Freizügigkeitsabkommen trat am 1. Juni 2002 in Kraft (vgl. E. 3). Der 
Beschwerdeführer  hat  sich beim Bundesamt indessen erst im Jahr 2004 
über die Gleichstellung seiner deutschen Ausbildung in der Schweiz erkun-
digt;  zum Zeitpunkt  der Auskunftserteilung war das Freizügigkeitsabkom-
men demzufolge schon seit fast zwei Jahren in Kraft. Das Inkrafttreten des 
Freizügigkeitsabkommens lässt  sich daher  im konkreten Fall  einer Beru-
fung auf den Vertrauensschutz nicht entgegen halten.

Ebenfalls steht unbestritten fest, dass seit der Auskunftserteilung im Jahr 
2004 und dem Zeitpunkt der Einreichung des Gesuches um Anerkennung 
der Gleichwertigkeit beziehungsweise dem angefochtenen Entscheid vom 
17. August 2006 die Rechtslage keine Änderungen erfahren hat.

Hätte sich eine Änderung der Anerkennungspraxis auf Grund des Freizü-
gigkeitsabkommens damals bereits abgezeichnet, so wäre das Bundesamt 
verpflichtet  gewesen, den Beschwerdeführer darüber zu informieren (vgl. 
auch MAX IMBODEN/RENÉ A. RHINOW, a.a.O. Nr. 75 B IVb, S. 471).

4.7 Der  Bürger  kann  aus  dem Vertrauensschutz  dann  keinen  Anspruch  auf 
Bindung  an  die  Vertrauensgrundlage  ableiten,  wenn  dieser  Rechtsfolge 
überwiegende  öffentliche  Interessen  entgegenstehen  (vgl.  WEBER-DÜRLER, 
Vertrauensschutz, a.a.O., S. 134; RHINOW/KRÄHENMANN, a.a.O., Nr. 75 B IVc, 
S. 243).

So besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass in den Beru-
fen des Gesundheitswesens nur fähige Leute tätig sind,  handelt  es sich 
doch gerade bei der Gesundheit um ein Rechtsgut, das des gewerbepoli-
zeilichen  Schutzes  in  hohem Masse  bedarf  (vgl.  BGE 125  I  322  E.  3d, 
BGE 125 I 335 E. 3b, BGE 112 IA 322 E. 4c mit Hinweisen).

Vom Bundesamt wird indessen nicht geltend gemacht, dass die deutschen 
Meister im Augenoptikerhandwerk nicht befähigt wären und deren Tätigkeit 
Gefahren für das Publikum mit sich bringe. Vielmehr erklärte der Vertreter 
des Bundesamtes an der Verhandlung, dass es bisher keine Probleme mit 
deutschen  Augenoptikermeistern  gegeben  habe (vgl.  S.  9  des  Verhand-
lungsprotokolls), und dass der einjährige Anpassungslehrgang auch unter 
der Anleitung eines im Ausland ausgebildeten Berufsangehörigen, dessen 
Ausweis vom Bundesamt mit dem eidgenössischen Diplom des Augenopti-
kers  gleichgestellt  worden  war,  absolviert  werden  könnte  (vgl.  S.  9  des 
Verhandlungsprotokolls).

Überwiegende öffentliche  Interessen,  welche der  Berufung auf  Treu und 

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Glauben gegenüberstehen, sind im vorliegenden Fall  daher nicht ersicht-
lich.

Die Voraussetzungen für eine Berufung auf Treu und Glauben sind damit 
erfüllt und der Beschwerdeführer ist in seinem Vertrauen auf die Auskunft 
des Bundesamtes,  wonach der Meistertitel  als  mit  dem eidgenössischen 
Diplom des Augenoptikers gleichwertig anerkannt werde, zu schützen.

Damit  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren  Rügen  des  Beschwerdeführers 
einzugehen.

5. Die Beschwerde ist  daher gutzuheissen und die Verfügung des Bundes-
amtes vom 17. August 2006 aufzuheben. Es wird festgestellt, dass der am 
3. Juni 2006 in Deutschland verliehene Meistertitel im Augenoptikerhand-
werk mit  dem eidgenössischen Diplom als  Augenoptiker  gleichwertig  ist. 
Das Bundesamt wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Gleichwer-
tigkeitsbestätigung auszustellen.

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer obsiegende 
Partei.  Die  Verfahrenskosten  sind  in  der  Regel  von  der  unterliegenden 
Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten wer-
den Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der vom Beschwer-
deführer am 18. September 2006 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.- 
ist ihm zurückzuerstatten.

7. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.  64 
Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer war im vorliegenden Verfahren nicht 
vertreten, und auch sonst sind ihm keine anrechenbaren Kosten in diesem 
Sinn entstanden. Daher ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

8. Gegen diesen Beschwerdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös-
sischen Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten eingereicht werden (Art. 82 Bst. a und Art. 86 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 
100  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesamtes 
für Berufsbildung und Technologie vom 17. August 2006 aufgehoben. 

Es wird festgestellt,  dass der am 3. Juni 2006 in Deutschland verliehene 
Meistertitel im Augenoptikerhandwerk mit dem eidgenössischen Diplom als 
Augenoptiker gleichwertig ist. Das Bundesamt wird angewiesen, dem Be-
schwerdeführer eine Gleichwertigkeitsbestätigung auszustellen.

2. Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt.  Der  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet, sobald dieses Urteil 
in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 353/gre/8706; mit Gerichtsurkunde)

- dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (mit Gerichts-
urkunde)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Bernard Maitre Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung
Dieses Urteil  kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht in 
Lausanne angefochten werden. 

Versand am: 10. Mai 2007