# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42fc6601-2910-53b1-8d50-90913982338d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2010 D-5451/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5451-2006_2010-09-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5451/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Martin Zoller (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer,
Richter Hans Schürch; 
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A.__________, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
22. September 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5451/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge Sri Lanka im 
September 2004 beziehungsweise am 2. Oktober 2004 im Besitz eines 
gefälschten Reisepasses auf  dem Luftweg in Richtung Schweiz. Am 
4. Oktober 2004 suchte er in Lausanne um Asyl nach. Am 11. Oktober 
2004 wurde er im Empfangszentrum Vallorbe zum Reiseweg und zu 
seinen Ausreisegründen im Allgemeinen befragt und am 4. November 
2004 durch die zuständige Behörde des Kantons Bern, dem er für die 
Dauer  des  Asylverfahrens  zugewiesen  worden  war,  zu  den  Asyl-
gründen  angehört.  Das  BFM  verzichtete  auf  eine  ergänzende  An-
hörung.

Der  Beschwerdeführer  machte  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  sri-
lankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  und  hinduistischer 
Religionszugehörigkeit  mit  letztem  Wohnsitz  in  B.__________ 
(Nordprovinz). Im Zeitraum von (...) habe er sich mit seiner Familie in 
C.___________ aufgehalten,  nachdem er wegen Problemen mit  den 
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) und der indischen Armee Sri 
Lanka habe verlassen müssen. Nach seiner Rückkehr habe er sich in 
Colombo niedergelassen. Im (...) sei er von einem früheren Nachbarn 
aus seinem Heimatdorf darum gebeten worden, einen jungen Tamilen 
bei  sich  vorübergehend  einzuquartieren.  Trotz  Bedenken  habe  er 
diesen  für  zwei  Tage bei  sich  wohnen lassen. Als  der  Tamile  wenig 
später  verhaftet  worden  sei  und  der  Polizei  seinen  Namen  genannt 
habe,  sei  er  von Mitarbeitern  des Criminal  Investigation Department 
(CID) ebenfalls festgenommen, während (...) inhaftiert und dabei ver-
hört  und geschlagen worden. Da keine Beweise für  ein Verschulden 
seinerseits  vorgelegen  seien,  sei  er  wieder  auf  freien  Fuss  gesetzt 
worden.  Unter  dem  Eindruck  dieser  Ereignisse  habe  er  zwei  Tage 
später  Colombo  verlassen  und  sei  mit  seiner  Familie  nach 
D.__________  bei  E.__________,  ein  nicht  unter  Kontrolle  der  sri-
lankischen  Sicherheitskräfte  stehendes  Gebiet,  gezogen. Angesichts 
der dortigen schwierigen Lebensumstände sei seine Ehefrau mit den 
beiden  Söhnen  zwei  bis  drei  Wochen  später  zu  ihren  Eltern  nach 
F.__________  weitergezogen.  Seither  habe  er  keinen  Kontakt  mehr 
mit  seiner  Familie.  Rund  drei  Jahre  später  –  (...)  –  sei  er  in 
D.__________ unter  dem Verdacht,  mit  der  sri-lankischen Armee zu 
kollaborieren, von Angehörigen der LTTE festgenommen, misshandelt 
und schliesslich für (...) in einem Bunker in Dunkelhaft gesetzt worden. 

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Später habe er sich wieder im Freien bewegen dürfen, habe jedoch für  
die LTTE in der Landwirtschaft  arbeiten müssen. Er  sei  unter Arrest 
der LTTE geblieben, bis einer seiner Brüder, der zwischenzeitlich der 
LTTE beigetreten sei, ihm (...) über einen Mittelsmann zur Flucht habe 
verhelfen  können.  Aus  Furcht  vor  der  LTTE  habe  er  seinen 
Heimatstaat  im  September  oder  Oktober  2004  in  Begleitung  eines 
Schleppers verlassen. 

Für die weiteren Aussagen wird, soweit für den Entscheid wesentlich,  
auf die Protokolle bei den Akten verwiesen.

B.
Mit Verfügung vom 22. September 2006 – eröffnet am 23. September 
2006 – stellte das Bundesamt fest,  der Beschwerdeführer erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab. 
Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus 
der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur Begründung führte es im 
Wesentlichen aus,  die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen ge-
nügten  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht.  So 
bestehe zwischen den Schwierigkeiten, welche den Beschwerdeführer 
in  den  frühen  (...)  Jahren  zur  vorübergehenden  Flucht  nach 
C.___________ veranlasst hätten, und der Ausreise aus Sri Lanka im 
Jahr 2004 in zeitlicher und sachlicher Hinsicht  kein genügend enger 
Kausalzusammenhang. Dasselbe gelte für die (...) Polizeihaft im Jahr 
(...)  in  Colombo. Der  Freiheitsentzug  durch  die  LTTE von (...)  stelle 
einen  schweren  Eingriff  in  die  physische  Bewegungsfreiheit  und 
körperliche  Integrität  des  Beschwerdeführers  dar.  Die  von  ihm 
vorgebrachte  Furcht  vor  erneuten  Übergriffen  auf  seine  Person  sei 
durchaus  nachvollziehbar.  Objektiv  betrachtet  vermöchten  indes  die 
diesbezüglich geltend gemachten Ängste die Wahrscheinlichkeit einer 
asylrelevanten  Verfolgung  zum  Zeitpunkt  des  Entscheids  des  BFM 
nicht hinlänglich zu begründen, zumal der Beschwerdeführer nicht das 
Profil einer Person besitze, bei der mit erheblicher Wahrscheinlichkeit 
davon ausgegangen werden müsse, dass sie bei einer Rückkehr nach 
Sri Lanka aufgrund der in der Vergangenheit erlittenen Nachteile auch 
aktuell  noch  landesweit  mit  Übergriffen  durch  die  LTTE  rechnen 
müsse.  Zudem  könnte  er  sich  in  einer  Region  ausserhalb  des 
Einflussbereichs der LTTE – beispielsweise im Südwesten des Landes 
beziehungsweise im Grossraum Colombo – niederlassen, und sich so 
dem  Zugriff  der  LTTE  entziehen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung sei 
zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Zwar  sei  eine  Rückkehr  in  den 

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Norden und Osten Sri Lankas wegen des Konflikts zwischen der sri-
lankischen Regierung  und den LTTE stark  erschwert  und  habe sich 
auch im Süden und Westen die  humanitäre  und politische Situation 
insbesondere  im  Zusammenhang  mit  den  Tsunami-Vertriebenen 
verschärft.  Dem 46-jährigen   Beschwerdeführer  mit  Berufserfahrung 
und  Beziehungsnetz  in  Colombo  sei  es  indes  zuzumuten,  sich 
beispielsweise im Grossraum dieser Stadt anzusiedeln.

C.
Mit  Eingabe  vom  23.  Oktober  2006  an  die  damals  zuständige 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  beantragte  der  Be-
schwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter  unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  vollumfänglich 
aufzuheben  und  ihm  Asyl  zu  gewähren;  eventualiter  sei  von  einer 
Wegweisung abzusehen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 31. Oktober 2006 teilte die ARK dem Be-
schwerdeführer  mit,  dass  er  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  wurde  ihm  Frist  bis  zum 
15. November 2006 zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt. 
Dieser wurde am 5. November 2006 bezahlt.

E.
Mit Vernehmlassung vom 13. April 2007 beantragte das BFM die Ab-
weisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es im Wesentlichen 
aus,  seit  Erlass seines Entscheids habe sich die  allgemeine Sicher-
heits-  und  Menschenrechtslage  in  Sri  Lanka  zwar  weiter  ver-
schlechtert,  doch  obwohl  sich  auch  im  Grossraum  Colombo  die 
humanitäre  und  politische  Situation  verschärft  habe,  gehe  das  BFM 
nach  wie  vor  davon  aus,  dass  eine  Rückführung  abgewiesener  sri-
lankischer  Asylsuchender  in  den  Süden  ihres  Heimatlandes  be-
ziehungsweise  in  den  Grossraum  Colombo,  wo  keine  Situation  all -
gemeiner  Gewalt  herrsche,  grundsätzlich  zumutbar  sei.  Gestützt  auf 
eine nochmalige sorgfältige Prüfung der Akten sei der Wegweisungs-
vollzug auch dem Beschwerdeführer zuzumuten.

F.
In  seiner  Replik  vom 4. Mai  2007 nahm der  Beschwerdeführer  zum 
Inhalt  der  Vernehmlassung  Stellung. Dabei  hielt  er  grundsätzlich  an 
seinen bisherigen Vorbringen und Standpunkten fest. Insbesondere sei 
die  Feststellung des BFM,  die  Tamilen bildeten  in  Colombo die  Be-

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völkerungsmehrheit, nicht korrekt und zeige auf, wie ungenau die Lage 
in  Sri  Lanka  durch  die  Vorinstanz  erfasst  werde.  Nur  auswärtige 
Tamilen mit  intaktem Familiennetz im Südteil  Sri  Lankas könnten im 
Grossraum Colombo  Fuss  fassen  und  sich  eine  Existenz  aufbauen. 
Dies  treffe  beim  Beschwerdeführer  nicht  zu.  Dieser  habe  seit 
mehreren Jahren keinen Kontakt  mehr  zu  seinen Verwandten unter-
halten, welche bereits längere Zeit vor der Flucht keinen solchen mehr  
zu ihm gewünscht hätten.

G.
Mit Instruktionsverfügung vom 22. Februar 2008 lud das am 1. Januar 
2007 zuständig gewordene Bundesverwaltungsgericht, nachdem es im 
in  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts 
(BVGE)  zu  veröffentlichenden  Urteil  E-2775/2007  vom  14.  Februar 
2008  hinsichtlich  Sri  Lanka  eine  neue  Lageanalyse  vorgenommen 
hatte, das BFM zu einem weiteren Schriftenwechsel ein.

H.
In seiner zweiten Vernehmlassung vom 25. März 2008 führte das BFM 
insbesondere  aus,  zwar  habe  sich  auch  im  Süden  und  Westen  Sri 
Lankas  die  menschen-  und  sicherheitspolitische  Situation  aufgrund 
der  militärischen  Eskalation  und  Polarisierung  der  Politik  verschärft, 
weshalb  namentlich  für  Tamilen  die  Lebensbedingungen  erschwert 
seien.  Dennoch  würde  im  Süden  und  Westen  des  Landes  keine 
Situation  allgemeiner  Gewalt  bestehen.  Zudem  würden  keine 
individuellen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  einer  Wohnsitznahme 
des Beschwerdeführers im Grossraum Colombo sprechen.

I.
In seiner Duplik vom 14. April 2008 nahm der Beschwerdeführer zum 
Inhalt der zweiten Vernehmlassung Stellung. Dabei hielt er grundsätz-
lich  an  seinen  bisherigen  Vorbringen  und  Standpunkten  fest. 
Insbesondere habe die Mutter des Beschwerdeführers Sri Lanka ver-
lassen und seit  dem Jahr (...)  Aufenthalt  genommen. Der Vater habe 
damals eine kleine Wohnung bei seinem Arbeitgeber bewohnt. Es sei 
zweifelhaft, ob er sich nach wie vor in Colombo aufhalte, zumal er ins 
Pensionsalter vorgerückt sei. Ebenso fraglich sei,  ob sich die Brüder 
des  Beschwerdeführers  noch  in  Colombo  aufhielten.  Im 
Zusammenhang  mit  der  ihm  zur  zweiten  Vernehmlassung 
eingeräumten Frist  zur  Stellungnahme habe der Rechtsvertreter  den 
Beschwerdeführer um die Beschaffung zweckdienlicher Angaben und 

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Unterlagen  zum  Verbleib  seiner  Familienangehörigen  aufgefordert. 
Aufgrund der schwierigen Situation in Sri Lanka und der relativ kurzen 
Frist  hätte  noch  nichts  Näheres  herausgefunden  werden  können, 
weshalb diesbezüglich um Fristerstreckung ersucht wurde.

J.
Mit Instruktionsverfügung vom 17. April 2008 wurde die Frist bis zum 
16. Mai 2008 erstreckt. 

K.
Mit Eingabe vom 16. Mai 2008 ersuchte der Rechtsvertreter um eine 
letzte Fristerstreckung bis zum 19. Mai 2008, wobei er zur Begründung 
einen  Beleg  einreichte,  wonach  am  15.  Mai  2008  eine  postalische 
Sendung  des  Beschwerdeführers  an  seine  Kanzlei  aufgegeben 
worden war.

L.
Mit  Schreiben vom 28. Mai  2008 reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Telefax-Bestätigung (...)  in  Sri  Lanka ein,  wonach (...)  dort  während 
der letzten beiden Jahre bis zu seinem Tod im Alter (...) gewohnt habe.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich 
des  Asylrechts  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  [AsylG,  SR  142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

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verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

3.
3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt  
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, die (...) 
Polizeihaft in Colombo im Jahr (...) liege nicht zu weit zurück, um als 
Anlass  für  die  Flucht  gewertet  zu  werden,  und  sei  mithin  als 
asylrelevant einzuschätzen. Der Beschwerdeführer habe sich damals 
vor  staatlicher  Verfolgung  vermeintlich  im  LTTE-Gebiet  in  Sicherheit 
gebracht. Erst nach Ende der Haft bei der LTTE habe sich die Gefahr  
erneuter  staatlicher  Verfolgung  aktualisiert.  Seine  Flucht  in  die 

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Schweiz  sei  deshalb  auch  mit  der  bereits  erlittenen  und  mit  der 
drohenden staatlichen Verfolgung motiviert gewesen. Andernfalls wäre 
der  Beschwerdeführer  in  den  Südteil  Sri  Lankas  zurückgekehrt  und 
hätte sich dort niedergelassen. Dies habe er nicht getan und der Um-
stand,  dass  ihn  die  im  Südteil  lebenden  Brüder  und  Vater  mieden,  
zeige auf,  dass die Flucht ins Ausland für den Beschwerdeführer im 
Jahr  2004  der  einzige  Ausweg  dargestellt  habe,  um  erneuter  Ver-
folgung zu entgehen (vgl. Beschwerde, S. 4-5).

Dieser  Argumentation  des  Beschwerdeführers  kann  nicht  gefolgt 
werden. Eine starre zeitliche Grenze, wann der Kausalzusammenhang 
als unterbrochen zu gelten hat, lässt sich nicht festlegen; zu würdigen 
sind jeweils bei der Beurteilung auch allfällige plausible objektive und 
subjektive  Gründe,  die  eine  frühere  Ausreise  verhindert  haben. 
Immerhin  kann  festgehalten  werden,  dass  in  der  asylrechtlichen 
Literatur  und  Praxis  eine  Zeitspanne  von  sechs  bis  zwölf  Monaten 
genannt wird, nach deren Ablauf der zeitliche Kausalzusammenhang 
in  der  Regel  als  zerrissen  gelten  müsste;  bei  einer  Zeitspanne  von 
mehr  als  zwei  Jahren  wird  jedenfalls  in  der  Praxis  ein  Kausal -
zusammenhang nicht mehr bejaht (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5 S. 744 
f.). So erklärte der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen im 
erstinstanzlichen Verfahren, wegen Problemen mit den LTTE und der 
indischen  Armee  habe  die  ganze  Familie  bereits  im  Jahr  (...)  nach 
C.___________  fliehen  müssen,  wo  er  sich  zusammen  mit  seiner 
Ehefrau und seinen Kindern bis zum Jahr (...) aufgehalten habe, bevor 
sie nach Colombo zurückgekehrt seien (vgl. Vorakten A1/9 S. 1, A7/36 
S. 9). Unter  diesen Umständen ist  nicht  nachvollziehbar, weshalb er 
seinen  Heimatstaat  nicht  bereits  nach  Ende  der  Polizeihaft  im  Jahr 
1995 verliess, sondern damals zusammen mit seiner Familie in ein von 
den  LTTE kontrolliertes  Gebiet  zog,  wo  er  sich  bis  zur  Festnahme 
durch  die  LTTE  im  Jahr  (...)  aufhielt.  Mithin  vermag  der 
Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass 
er im Zeitraum von (...) von den LTTE festgehalten wurde, bereits in 
subjektiver Hinsicht keine nachvollziehbaren Gründe dafür anzuführen, 
weshalb er eine frühere Ausreise nicht  habe bewerkstelligen können 
und  das  Heimatland  erst  mehr  als  (...)  Jahre  nach  der  erlebten 
Verfolgung  verlassen  hat,  umso weniger,  als  seine  Ehefrau  mit  den 
Kindern  bereits  zwei  bis  drei  Wochen  nach  dem Domizilwechsel  zu 
ihren  Eltern  weitergezogen  sei  (vgl.  Vorakten  A7/36  S.  5-6,  20-21). 
Nach  dem  Gesagten  ist  der  in  zeitlicher  Hinsicht  genügend  enge 
Kausalzusammenhang  zwischen  dem  Vorfall  im  Jahr  (...)  und  der 

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Ausreise aus Sri Lanka (...) von der Vorinstanz zu Recht verneint und 
sind die diesbezüglichen Verfolgungsvorbringen als asylrechtlich nicht 
relevant eingeschätzt worden.

4.2 Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, die Vorinstanz habe die 
Umstände seiner  Festhaltung durch die LTTE von (...)  als  schweren 
Eingriff  in  seine  physische  Bewegungsfreiheit  und  körperliche 
Integrität gewertet und deshalb seine Furcht vor erneuten Übergriffen 
durchaus nachvollziehen können. Mit anderen Worten habe das BFM 
festgestellt,  dass  er  unmittelbar  vor  seiner  Flucht  aus  einem Grund 
gemäss Art. 3 AsylG ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen sei. 
Sodann sei auch klar, dass die erwähnte Verfolgung bestimmend für 
den Fluchtentschluss und die anschliessende Flucht  adäquat  kausal 
gewesen  sei.  Der  Beschwerdeführer  sei  aus  seinem  Heimatland 
geflohen,  um  der  Verfolgung  durch  die  quasistaatliche  Organisation 
LTTE  zu  entgehen.  Mit  dieser  Sachverhaltsfeststellung  und 
Einschätzung  habe  das  BFM an  sich  selbst  umschrieben,  dass  der 
Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss  Art.  3  Abs.  1 
AsylG erfülle und demnach als Flüchtling anzuerkennen sei (vgl. Be-
schwerde S. 5).

Wäre für die Beurteilung der  Flüchtlingseigenschaft auf die zum Zeit-
punkt der Ausreise aktuell vorhandene Furcht abzustellen, würden sich 
die  erwähnten  Einwände  in  der  Beschwerde  im  Grundsatz  als  zu-
treffend erweisen. Indes ist  für  die  Beurteilung der  Flüchtlingseigen-
schaft die Situation zum Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend. 
Dabei  ist  einerseits  die  Frage nach der  zum  Zeitpunkt  der  Ausreise 
aktuell vorhandenen Furcht zu stellen und andererseits zu prüfen, ob 
die  Furcht  vor einer absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. So 
sind Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen 
Ausreise  und  Asylentscheid  zugunsten  und  zulasten  der  asyl-
suchenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 
f.).  Im  Zusammenhang  mit  den  vom  Beschwerdeführer  geltend  ge-
machten  Behelligungen  durch  die  LTTE  im  Zeitraum  von  (...)  ist 
festzuhalten,  dass  am  19. Mai  2009  der  seit  1983  herrschende 
Bürgerkrieg zwischen tamilischen Separatisten, vor allem der LTTE auf 
der  einen  und  dem  sri-lankischen  Militär  sowie  diversen 
paramilitärischen  singhalesischen  und  tamilischen  Anti-LTTE-
Einheiten auf der anderen Seite, nach dem endgültigen militärischen 
Sieg der sri-lankischen Armee und dem Tod Velupillai  Prabhakarans 
sowie der gesamten Führungselite der LTTE von Mahinda Rajapaksa, 

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dem Präsidenten Sri  Lankas,  offiziell  für  beendet  erklärt  worden ist. 
Vor  diesem  Hintergrund  erweisen  sich  die  vom  Beschwerdeführer 
geäusserten Befürchtungen, allfälligen Verfolgungen durch Angehörige 
der  LTTE  auch  nach  der  Befreiung  aus  deren  langjährigen  Haft 
beziehungsweise Arrest  ausgesetzt  zu  sein,  zum heutigen Zeitpunkt 
als äusserst unwahrscheinlich wenn nicht gar ausgeschlossen.

4.3 Das BFM legte in der angefochtenen Verfügung dar, weshalb die 
geltend gemachten Verfolgungsvorbringen den Anforderungen an die 
Asylrelevanz  nicht  genügen.  Aufgrund  der  Akten  erweisen  sich  die 
vorinstanzlichen  Erwägungen  als  zutreffend.  Daher  kann  zur  Ver-
meidung von Wiederholungen auf die nicht zu beanstandenden Aus-
führungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden (vgl. auch vorstehend Sachverhalt  Bst. B). Die Vorbringen in 
der  Rechtsmitteleingabe sind nicht  geeignet,  eine Änderung der  an-
gefochtenen Verfügung herbeizuführen, während auf die übrigen Ein-
gaben an dieser  Stelle  nicht  einzugehen ist,  da sie  den Vollzug der 
Wegweisung betreffen.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die 
Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers nicht asylrelevant sind. 
Die Vorinstanz hat den geltend gemachten Sachverhalt weder unvoll -
ständig  oder  rechtsfehlerhaft  festgestellt  noch  daraus  die  falschen 
Schlüsse  gezogen. Sie  hat  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers 
demnach zu Recht abgelehnt.

5.
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so  verfügt  es  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet 
(Art. 44  Abs.  1  AsylG;  vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheits-
verhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen über  die  vorläufige 

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Aufnahme von Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Voll-
zug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglich-
keit) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt  ist,  ist  der 
Vollzug  der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die 
weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über 
die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 6  E. 4.2 
S. 54 ff.).

6.3 Weil  sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung aus den nach-
folgend  aufgezeigten  Gründen  als  unzumutbar  erweist,  ist  auf  eine 
Erörterung der beiden anderen Kriterien zu verzichten.

7.
7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Urteil BVGE 2008/2 zur 
Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  abgewiesener 
Asylsuchender tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vor. Gemäss der 
diesbezüglich festgelegten Praxis setzt die Anerkennung einer inner-
staatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes und damit die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  den  Grossraum Colombo 
für  sri-lankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  der 
Nord-  oder  Ostprovinz  stammen,  das  Vorliegen  besonders  be-
günstigender  Faktoren  wie  die  Existenz  eines  tragfähigen  familiären 
oder  sozialen  Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  ge-
sicherte Einkommens- und Wohnsituation voraus (a.a.O., E. 7.6.2). Für 
sri-lankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  dem 
Grossraum Colombo oder dessen Umgebung stammen und dort über 
ein tragfähiges Familien- oder Beziehungsnetz verfügen und mit einer 
konkreten  Unterkunftsmöglichkeit  rechnen  können,  ist  grundsätzlich 

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von  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete 
auszugehen,  wobei  die  Dauer  der  Landesabwesenheit 
mitzuberücksichtigen ist; je kürzer der Aufenthalt in Colombo dauerte 
und je weiter er zeitlich zurückliegt, desto höhere Anforderungen sind 
an  das  Vorliegen  eines  tatsächlichen  familiären  oder  sozialen 
Beziehungsnetzes zu stellen (a.a.O., E.7.6.1).

Seit  Erlass  des  vorstehend  zitierten  Grundsatzurteils  hat  sich  die 
Sicherheitssituation in Sri Lanka verschlechtert. Die Behörden haben 
namentlich  im  Grossraum  Colombo  die  Sicherheitsmassnahmen 
erneut  verschärft.  Das  Risiko,  als  Tamile  willkürlichen  Verhaftungen 
und  Ausweisungen  ausgesetzt  zu  sein,  ist  gestiegen.  Ausserdem 
haben  die  Behörden  in  Bezug  auf  Personen  tamilischer  Ethnie 
offenbar neue Formen der Registrierung eingeführt, da namentlich aus 
dem  Norden  und  Osten  zugezogene  Tamilen  in  Colombo  als 
ernsthaftes  Sicherheitsrisiko  angesehen  werden.  Obwohl  die  sri-
lankische Regierung Ende Mai 2009 den militärischen Sieg über die 
tamilischen Rebellen verkündet hat, ist im heutigen Zeitpunkt nach wie 
vor  nicht  klar,  ob  der  seit  rund  26  Jahren  schwelende  Bürgerkrieg 
damit  tatsächlich zu Ende ist. Ebenfalls offen ist  die Frage, was der 
militärische Sieg der Regierung für die Tamilen konkret bedeutet und 
wie  sich  die  allgemeine Sicherheits-  und Menschenrechtslage in  Sri  
Lanka  in  Zukunft  entwickeln  wird  (vgl.  dazu  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D-4125/2006  vom  16. Februar  2010 
E. 10.2.3, mit weiteren Hinweisen).

7.1.2 Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  der  Nordprovinz  von  Sri 
Lanka (B.__________), weshalb eine Rückkehr dorthin angesichts der 
oben skizzierten Rechtsprechung als nicht zumutbar zu erachten ist.

7.1.3 Zu  prüfen  bleibt  demnach,  ob  für  den  Beschwerdeführer  im 
Süden des Landes respektive im Grossraum Colombo eine innerstaat -
liche Aufenthaltsalternative besteht, was das Vorliegen besonders be-
günstigender  Faktoren  wie  die  Existenz  eines  tragfähigen  familiären 
oder  sozialen  Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  ge-
sicherte Einkommens- und Wohnsituation voraussetzt.

Eigenen Angaben anlässlich der ersten Befragung zufolge stammt der 
verheiratete Beschwerdeführer aus B.__________ in der Nordprovinz, 
wo er sich bis zum Jahr 1990 aufgehalten hat; im Zeitraum von (...) hat 
er  sich  in  C.___________  und  anschliessend  bis  zum  Jahr  (...)  in 

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Colombo aufgehalten, wo auch seine eigene Familie, seine Mutter und 
seine sechs Geschwister gelebt haben, bevor er nach D.__________ 
in  der  Nähe  von  E.__________  (Nordprovinz)  zog;  zwei  bis  drei 
Wochen  später  hat  er  sich  von  seiner  Ehefrau  und  seine  beiden 
Kindern getrennt; deren Aufenthaltsort sei ihm nicht bekannt, er nimmt 
aber an, dass sie sich bei seinen (...) in F.__________ (Nordprovinz) 
befinden (vgl. Vorakten A1/9 S. 1 und 3,  A7/36 S. 5-6). Er  hat  zehn 
Schuljahre absolviert und war daraufhin als (...) beziehungsweise (...)  
im (...) tätig; in der Folge arbeitete er in einer Fabrik mit Maschinen für  
die (...); bei  seiner Verhaftung war er zusammen mit einem Kollegen 
als  (...)  tätig  (vgl. Vorakten A7/36 S. 9-10). Nebst  seiner  tamilischen 
Muttersprache spricht  er  gut  Singhalesisch und wenig Englisch (vgl.  
Vorakten A1/9 S. 2). Anlässlich der zweiten Anhörung – mithin gegen 
Ende  2004  –  führte  er  ergänzend  aus,  dass  der  Kontakt  zu  seinen 
Eltern und Geschwistern nach seinem Wegzug aus Colombo im Jahr 
(...)  abgebrochen  sei  (vgl.  Vorakten  A7/36  S. 7);  ein  Bruder  des 
Beschwerdeführers habe sich den LTTE angeschlossen, während die 
beiden  anderen  Brüder  in  Colombo  und  die  drei  Schwestern  im 
Ausland, wovon eine in (...), wohnhaft seien (vgl. Vorakten A7/36 S. 6). 
Schliesslich hat – laut der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 
14. April 2008 – die Mutter Sri Lanka im Jahr (...) verlassen und wohnt 
seither  bei  (...),  während  –  mangels  entsprechenden  Kontakten  – 
fraglich sei, ob die beiden Brüder nach wie vor im Grossraum Colombo 
oder  mittlerweile  woanders  wohnhaft  sind.  Der  Vater  des 
Beschwerdeführers ist gemäss dem am (...) zu den Akten gereichten 
Dokument am (...) gestorben.

Unter  diesen  Umständen  ist  –  zumal  sich  die  diesbezüglichen 
Ausführungen  als  nachvollziehbar  beziehungsweise  in  sich  stimmig 
und damit überwiegend glaubhaft erweisen – davon auszugehen, dass 
der Beschwerdeführer im Grossraum Colombo über  kein tragfähiges 
Beziehungsnetz mehr verfügt. Auch hat  er  das 50. Altersjahr  bereits 
überschritten  und  dürfte  kaum in  der  Lage  sein,  sich  dort  nach  so 
langer  Abwesenheit  –  seit  dem  Jahr  (...)  hat  er  sich  nie  mehr  in 
Colombo  und  dessen  Umgebung  aufgehalten  –  wirtschaftlich  oder 
sozial zu integrieren. In Würdigung aller Fakten ist es ihm daher nicht  
mehr  zuzumuten,  sich  in  Colombo  niederzulassen  und  dort  eine 
Existenzgrundlage aufzubauen.

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7.2 Insgesamt erscheint  somit  derzeit  ein Wegweisungsvollzug nach 
Sri  Lanka  aufgrund  der  zu  verneinenden  Zumutbarkeit  einer  inner-
staatlichen Aufenthaltsalternative ausgeschlossen.

8.
Zusammenfassend ist daher die Beschwerde gutzuheissen, soweit sie 
die  Frage  des  Wegweisungsvollzugs  betrifft.  Im  Übrigen  ist  die  Be-
schwerde  abzuweisen. Die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  vor -
instanzlichen  Verfügung  vom 22.  September  2006  sind  aufzuheben, 
und  die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  den  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz  wegen  gegenwärtiger  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungs-
vollzugs vorläufig aufzunehmen.

9.
9.1 Im  Hinblick  auf  die  Kostenliquidation  ist  der  Ausgang  des  Ver-
fahrens im Asylpunkt  als  teilweises  Unterliegen (vgl. Art.  63  Abs. 1, 
Satz 2 VwVG) zu werten, wobei das Bundesverwaltungsgericht nach 
seiner Praxis im Asylbeschwerdeverfahren bei Konstellationen wie der 
vorliegenden  den  partiellen  Misserfolg  mit  der  Hälfte  veranschlagt. 
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten des Ver-
fahrens dem Beschwerdeführer somit in ermässigtem Umfang aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. VwVG) und auf insgesamt Fr. 300.– festzusetzen 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).  Die  Kosten  sind  durch  den  einbezahlten  Vorschuss 
von Fr. 600.– gedeckt und werden mit diesem verrechnet. Der Rest-
betrag von Fr. 300.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

9.2 Ganz  oder  teilweise  obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf 
eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen 
Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). Beim vorliegenden 
Verfahrensausgang  ist  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  Rechts-
begehren  teilweise  durchgedrungen,  und  das  Bundesverwaltungs-
gericht  geht  in  diesem  Fall  praxisgemäss  von  einem  hälftigen  Ob-
siegen  aus.  Angesichts  dessen  ist  dem  Beschwerdeführer  im  Be-
schwerdeverfahren für  diesen (einen) Teil in  Anwendung von Art. 64 
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG für die Kosten der Vertretung und all-
fälligen  weiteren  notwendigen  Auslagen  eine  reduzierte  Partei-
entschädigung zuzusprechen (Art. 7 VGKE). Nachdem  keine Kosten-
note zu den Akten gereicht worden ist und sich der notwendige Ver-
tretungsaufwand aufgrund der Aktenlage hinreichend zuverlässig ab-

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schätzen lässt,  ist  die von der Vorinstanz auszurichtende, reduzierte 
Parteientschädigung  unter  Berücksichtigung  der  massgebenden  Be-
rechnungsfaktoren von Amtes wegen auf Fr. 900.– (inklusive allfällige 
Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  gut-
geheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung der Vorinstanz vom 
22. September 2006 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, 
die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuordnen.

3.
Die  ermässigten  Verfahrenskosten  von  Fr.  300.–  werden  dem  Be-
schwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss 
von Fr. 600.– verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 300.– wird dem Be-
schwerdeführer zurückerstattet.

4.
Das BFM wird  angewiesen,  dem Beschwerdeführer  für  das  Rechts-
mittelverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 900.– (inkl. 
Auslagen und allfällige Mehrwertsteuer) zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: 

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