# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28535a9c-226e-52c3-b60f-fa55c863cc20
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 11.01.2023 ZK1 2023 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-2_2023-01-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 11. Januar 2023

Referenz ZK1 23 2

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Arpagaus, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty
Alexanderstrasse 8, Postfach 428, 7001 Chur

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. ärztliche Einweisung vom 30.12.2022

Mitteilung 20. Januar 2023

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____, wurde von Dr. med. B._____, Amtsarzt 
C._____, mit Verfügung vom 30. Dezember 2022 für eine Dauer von sechs Wo-
chen in die Klinik D._____) zur Behandlung fürsorgerisch untergebracht. Begrün-
det wurde die Einweisung mit einer angstbetonten wahnhaften Episode bei be-
kannter paranoider Schizophrenie und Exazerbation nach Substanzkonsum (Ko-
kain).

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) am 3. Januar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden.

C. Am 4. Januar 2023 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts die Klinik D._____ unter Fristansetzung bis am 5. Januar 2023 um 
einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, zur Art 
der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Voraussetzungen für 
eine fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. Ferner 
wurden die wesentlichen Klinikakten über den Beschwerdeführer angefordert.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 6. Januar 2023 wurde 
Dr. med. E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, entspre-
chend Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung des Beschwerdeführers beauf-
tragt. Das von ihm verfasste Kurzgutachten wurde dem Kantonsgericht am 8. Ja-
nuar 2023 überbracht.

E. Mit Verfügung vom 6. Januar 2023 wurde der Beschwerdeführer zu der für 
den 11. Januar 2023 anberaumten Hauptverhandlung vorgeladen.

F. Die mündliche Hauptverhandlung fand am 11. Januar 2023 vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts statt. Der Beschwerdeführer blieb der Ver-
handlung fern und wurde von seinem Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty vertreten.

G. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispo-
sitiv dem Beschwerdeführer, seinem Rechtsvertreter sowie der Psychiatrischen 
Klinik D._____ noch am 11. Januar 2023 mitgeteilt.

Erwägungen

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung (Art. 426 ff. ZGB). Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 

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EGzZGB [BR 210.100]), womit es auch zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig ist. Die Frist zur Anrufung des Gerichts beträgt zehn Tage seit 
Mitteilung des Entscheids (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB sowie Art. 450b Abs. 2 
ZGB). Mit der unterzeichneten Eingabe vom 3. Januar 2023 wurde besagte Frist 
gewahrt (act. 01). Unterzeichnet wurde die Beschwerdeschrift von dem durch den 
Beschwerdeführer bevollmächtigten Rechtsanwalt F._____ (vgl. act. 01.1). Auf die 
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
den Art. 450a ff. ZGB. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB statu-
ierten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, die 
auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, so-
weit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften aufstellt 
(Lorenz Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
(Abs. 1 und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsan-
wendung von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind auch auf 
die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wobei es im 
kantonalen Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen kommt. So 
kommt etwa die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjektes zum 
Tragen (BGer 5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich 
schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessen-
heit frei überprüft. Zu beachten ist ebenfalls Art. 60 Abs. 3 EGzZGB, wonach das 
Kantonsgericht nicht an die Parteianträge gebunden ist und den Sachverhalt von 
Amtes wegen erforscht. Neue Tatsachen und Beweismittel sind zugelassen.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert 
(BGE 148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Ba-
sel 2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis 

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[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu 
Art. 450e ZGB).

Vorliegend wurde ein psychiatrisches Gutachten angeordnet. Das Kurzgutachten 
wurde von Dr. med. E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
am 8. Januar 2023 erstattet, nachdem dieser den Beschwerdeführer am 7. Januar 
2023 persönlich untersucht hat (act. 06). Dem Erfordernis eines Sachverständi-
gengutachtens ist somit Genüge getan.

2.3. Die gerichtliche Beschwerdeinstanz muss die betroffene Person gemäss 
Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Eine Anhörung ist jedoch nicht immer möglich und sinnvoll. Aus diesem Grund 
schreibt das Gesetz dies nur "in der Regel" vor (Geiser, a.a.O., N 24 zu Art. 450e 
ZGB). Wenn eine Anhörung unmöglich ist, etwa weil die betroffene Person jede 
Aussage verweigert oder aus gesundheitlichen Gründen, die vielleicht gerade in 
der Krankheit liegen, um derentwegen der Betroffene in die Anstalt eingewiesen 
worden ist, dies nicht kann, muss aufgrund der Akten entschieden werden 
(BGE 116 II 406 E. 2; Geiser, a.a.O., N 24 zu Art. 450e ZGB; Patrick Fassbind, in: 
Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Kommentar ZGB, 3. Aufl., Zürich 2016, N 4 zu 
Art. 450e ZGB; ausserdem Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 
2006, BBl 2006 7001, S. 7080 [zit.: Botschaft]).

Die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung war für den 11. Januar 
2023 anberaumt worden. Der Beschwerdeführer wurde dazu auch vorgeladen 
(act. 05). Am 10. Januar 2023 teilte die zuständige Ärztin der Klinik D._____ mit, 
der Beschwerdeführer sei abgängig (act. 08). Auch an der Hauptverhandlung war 
der Beschwerdeführer nicht zugegen, wurde aber durch seinen Rechtsanwalt 
lic. iur. Dieter Marty vertreten. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wurde 
die Möglichkeit zur Abgabe einer Stellungnahme eingeräumt. Aus diesem Grund 
und weil sich der Sachverhalt aus den beigezogenen Akten für die Beurteilung der 
Beschwerde hinreichend ergibt, wurde die Verhandlung ausnahmsweise ohne An-
hörung des Beschwerdeführers durchgeführt.

3.1. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Die Höchstdauer von sechs Wochen 

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darf dabei nicht überschritten werden. Der einweisende Arzt hat die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören und ihr anschliessend den Unter-
bringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen 
(Art. 430 ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid 
unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu 
Art. 429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische 
Untersuchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Per-
son eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm 
Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung ist jeder Amtsarzt be-
fugt (vgl. Art. 429 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. b EGzZGB). 
Dr. med. B._____ war als Amtsarzt C._____ berechtigt, die fürsorgerische Unter-
bringung des Beschwerdeführers anzuordnen. Die Verfügung vom 30. Dezember 
2022 (act. 01.2) enthält alle von Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimal-
angaben. Aus dem Einweisungsbericht geht ebenfalls hervor, dass die erforderli-
che ärztliche Untersuchung erfolgt ist (act. 03.1). Die fürsorgerische Unterbringung 
erweist sich damit in formeller Hinsicht als rechtskonform.

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer verwahr-
lost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der 
Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betrof-
fene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht 
mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine 
Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 426 – 439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 140 III 101 E. 6.2.3; 
vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Für die Anordnung einer fürsorgerischen Unter-
bringung allein wegen Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB keine genügende 
gesetzliche Grundlage. Mit anderen Worten darf eine Fremdgefährdung für sich 
alleine nie ausschlaggebend für eine fürsorgerische Unterbringung sein 
(BGE 145 III 441 E. 8.3 f. m.w.H.).

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist eine der 
drei abschliessend genannten Schwächezustände: Psychische Störung, geistige 
Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus 
dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung oder Betreu-
ung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Person die nötige Behandlung oder Be-

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treuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 
E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur 
in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den 
angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu 
Art. 426 ZGB).

4.2. Zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer an einem der in Art. 426 
Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies eine Betreu-
ung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung umfasst die 
anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen oder Psycho-
pathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die medizini-
sche Terminologie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin entnommen 
und entspricht der Klassifikation der WHO (ICD [International Classification of Dis-
turbances]; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB). Suchter-
krankungen gelten ebenfalls als psychische Störungen im Sinne des Gesetzes 
(BGE 137 III 289 E. 4.2, noch in Bezug auf aArt. 397e Ziff. 5 ZGB, welcher den 
fürsorgerischen Freiheitsentzug regelte).

Der Beschwerdeführer ist der D._____ bereits bekannt, es handelte sich vorlie-
gend um seine 21. Hospitalisation in dieser Klinik (act. 06, S. 3). Die D._____ dia-
gnostizierte beim Beschwerdeführer hauptsächlich das Folgende (act. 03): Psy-
chische und Verhaltensstörungen durch Kokain, psychotische Störung (ICD-10: 
F14.5) und paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0; siehe act. 03). Dr. med. 
E._____ bestätigte in seinem Kurzgutachten die Diagnose der D._____ (act. 06, 
S. 7). Die paranoide Schizophrenie, umso mehr, wenn durch den Konsum von 
Kokain erschwert, sei eine ernsthafte psychiatrische Erkrankung (act. 06, S. 7). 
Jedenfalls leidet der Beschwerdeführer an einer psychischen Störung und damit 
an einem von Art. 426 Abs. 1 ZGB erfassten Schwächezustand.

4.3. Der soeben dargelegte Schwächezustand des Beschwerdeführers vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer 

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Einrichtung muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu 
erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde 
(vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem 
Recht sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt, bezie-
hungsweise nur so lange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten 
Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So 
hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- 
beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr 
für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu 
rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit be-
ziehungsweise die Betreuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 
E. 2.4).

4.3.1. Die behandelnde leitende Ärztin und stellvertretende Chefärztin, 
Dr. med. G._____, berichtete, dass der Beschwerdeführer bis am 29. Dezember 
2022 in der D._____ in stationärer Behandlung gewesen sei. Am 30. Dezember 
2022 sei er aufgrund von Wahnvorstellungen im Sinne von Verfolgungswahn wie-
der in die D._____ eingetreten. Einen Tag später, am 31. Dezember 2022, habe 
der Beschwerdeführer gewünscht, auszutreten. Er hätte berichtet, er habe nun 
dazugelernt und habe aktuell ohnehin kein Geld, um Drogen zu kaufen. Gleichen-
tags sei die D._____ von der Polizei, der Rega und der Rettung darüber informiert 
worden, dass der Beschwerdeführer dort mehrfach angerufen habe. Am 1. Januar 
2023, um 03:00 Uhr, habe man bemerkt, dass die Tür zum Erdgeschoss der 
D._____ aufgebrochen worden sei und offengestanden habe. Der Beschwerdefüh-
rer sei vorerst nicht auffindbar gewesen, sei aber eine Stunde später, um 
04:00 Uhr, wieder auf der Station aufgetaucht. Bereits am 2. Januar 2023 sei der 
Beschwerdeführer erneut entwichen. Es sei davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer weiterhin wahnhaft-psychotisch sei und sich in diesem Zustand 
selbst gefährde. Der Beschwerdeführer sei in Bezug auf seinen körperlichen Zu-
stand zwar krankheitseinsichtig, jedoch erkenne er nicht, dass dieser mit seiner 
psychiatrischen Krankheit im Zusammenhang stehe. Eine stationäre psychiatri-
sche Behandlung sei deshalb dringend empfohlen (zum Ganzen act. 03).

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4.3.2. Laut Einschätzung von Dr. med. E._____ bedürfen die psychiatrischen 
Störungen des Beschwerdeführers einer Behandlung. Indiziert sei eine stationäre 
Therapie in der Klinik D._____, da der Beschwerdeführer eine kontinuierliche Be-
obachtung, Betreuung, Unterstützung sowie medizinische und psychiatrische Ver-
sorgung benötige (act. 06, S. 8). So befinde sich der Beschwerdeführer in einem 
deutlich reduzierten psychischen Zustand, welcher ihm nicht erlaube, für sich und 
seine Gesundheit zu sorgen. Seine Krankheitseinsicht sei nur partiell, auf den 
Drogenkonsum bezogen, und auch diesbezüglich bagatellisiere er die Konse-
quenzen seines Konsums. Der Beschwerdeführer brauche eine weitere Behand-
lung in stationärem Rahmen zur Verbesserung und Stabilisierung seines psychi-
schen Zustandes. Eine ambulante Behandlung bzw. Betreuung könne die konkre-
te Gefahr für die Gesundheit und das Leben des Beschwerdeführers nicht vorbeu-
gen. Erst nach der Stabilisierung des psychischen Zustandes des Beschwerdefüh-
rers und der Organisation seiner Nachbetreuung sei eine ambulante Therapie 
möglich und sinnvoll (act. 06, S. 7, S. 9).

4.3.3. Die vorerwähnten Umstände führen zum Schluss, dass ein vom Gutachter 
festgestellter Schwächezustand vorliegt. Aus den Akten ergibt sich aber kein Be-
handlungsplan, weshalb weder die Art noch die Form der erforderlichen Behand-
lung oder Betreuung definiert werden könnte. Die gesetzliche Voraussetzung der 
Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung kann folglich nicht als gegeben 
erachtet werden. Des Weiteren bejaht der Gutachter zwar die konkrete Selbstge-
fährdung für den Fall, dass die stationäre Therapie nicht gewährleistet würde. 
Worin diese Gefahr genau besteht, ist im Gutachten aber nicht näher umschrie-
ben. Es wird lediglich ausgeführt, der Beschwerdeführer würde die konkrete Ge-
fahr laufen, die Medikation wieder abzusetzen, seiner eingeschränkten Realitäts- 
und Urteilsfähigkeit ausgeliefert zu sein und in diesem Zustand akut selbstgefähr-
dend zu sein. Entgegen dieser Einschätzung vermag eine drohende Nichtbehand-
lung mit Medikamenten für sich allein aber nicht den Nachweis für eine konkrete 
Selbstgefährdung zu erbringen. Das Gutachten lässt offen, in welcher Form sich 
die konkrete Gefahr realisieren sollte. Nur am Rande sei erwähnt, dass der Be-
schwerdeführer am 30. Dezember 2022 selbst Hilfe anforderte (act. 06, S. 5). Er 
führte somit gerade keine Selbstgefährdung herbei, sondern suchte von sich aus 
Hilfe und wendete eine vermeintliche konkrete Gefahr folglich von sich aus ab.

4.3.4. Die vorerwähnten Umstände führen zum Schluss, dass die für die fürsorge-
rische Unterbringung wesentlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, indem es 
an einer akuten Selbstgefährdung von einem gewissen Ausmass fehlt bzw. sich 
eine solche weder aus den Akten der Klinik noch aus dem Gutachten mit hinrei-

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chender Klarheit ergibt, und es im Weiteren am Nachweis der als notwendig er-
achteten Behandlung oder Betreuung fehlt, zumal kein Behandlungsplan einge-
reicht wurde. Die angeordnete fürsorgerische Unterbringung erweist sich folglich 
im Zeitpunkt der Verhandlung – allein diese ist für das Kantonsgericht massge-
bend – als unverhältnismässig. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und die 
fürsorgerische Unterbringung ist aufzuheben.

5. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfah-
rens in Höhe von CHF 3'500.00 (Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 und Gutach-
terkosten von CHF 2'000.00) zu Lasten des Kantons Graubünden (Art. 60 Abs. 5 
EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Da der Beschwerdeführer mit seiner Be-
schwerde durchgedrungen ist, wird ihm die anlässlich der Hauptverhandlung be-
antragte Parteientschädigung in Höhe von CHF 732.35 zu Lasten des Kantons 
Graubünden zugesprochen (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 105 Abs. 2 ZPO 
und Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Der von Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty in 
Rechnung gestellte Aufwand (3.4 Stunden à CHF 200.00, zzgl. 7.7 % MwSt.; 
act. 10) erscheint angemessen (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 HV).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
vom 30. Dezember 2022 wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 3'500.00 (Gerichtsgebühr 
von CHF 1'500.00 und Gutachterkosten von CHF 2'000.00) gehen zu Las-
ten des Kantons Graubünden.

3. A._____ erhält für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von 
CHF 732.35 (inkl. MwSt.) zu Lasten des Kantons Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zu-
lässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und 
das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: