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**Case Identifier:** 3c5597cd-8c35-5d41-b532-ba1550764d72
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.07.2019 200 2019 251
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-251_2019-07-02.pdf

## Full Text

200 19 251 IV
SCI/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 2. Juli 2019

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Zwischenverfügung vom 1. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2019, IV/2019/251, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 30. April 2008 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II] 2). Nach er-
werblichen und medizinischen Abklärungen sprach ihm die IVB ab dem 
1. November 2007 eine Dreiviertelsrente zu (Verfügung vom 26. August 
2011 [act. 95/2]). Eine vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde 
(act. II 102/3) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern – nach
Androhung einer Schlechterstellung und Einräumung der Gelegenheit zum 
Rückzug der Beschwerde – mit Urteil vom 28. Mai 2013 (VGE IV/2011/921 
[act. II 114]) insofern gut, als es die Sache in Aufhebung der Verfügung zu 
weiteren Abklärungen an die IVB zurückwies.

In der Folge veranlasste die IVB u.a. eine polydisziplinäre Untersuchung 
durch eine Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS; act. II 131, 136). Ge-
stützt auf die entsprechende Expertise der MEDAS C.________ vom 24. 
März 2014 (act. II 140.1) und die ergänzende Stellungnahme vom 15. Sep-
tember 2014 (act. II 160) verneinte die IVB mit Verfügung vom 13. Januar 
2015 (act. II 164) einen Rentenanspruch (Invaliditätsgrad: 20%).

Eine dagegen erhobene Beschwerde (act. II 165/3) wies das Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern mit Urteil vom 4. März 2016 (VGE IV/2015/103 
[act. II 182]) ab, worauf der Versicherte an das Bundesgericht gelangte 
(act. II 184/2). Dieses hob das kantonale Urteil mit Entscheid vom 26. Ja-
nuar 2017, 9C_235/2016 (act. II 193), auf und wies die Verwaltung an, den 
medizinischen Sachverhalt hinsichtlich der Hirnläsion sowie in Bezug auf 
die Arbeitsfähigkeit für die Zeit vor dem Gutachten zu ergänzen und her-
nach über den Leistungsanspruch neu zu verfügen (E. 4.4).

Gegen die in der Zwischenzeit erlassenen Rückforderungsverfügungen 
vom 11. Mai 2016 (act. II 186) und vom 12. Mai 2016 (act. II 187) erhoben 
sowohl der Versicherte (act. II 198/4) als auch der Krankentaggeldversiche-
rer (act. II 199/3) Beschwerde. Die entsprechenden Verfahren IV/2016/540 

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und IV/2016/560 wurden bis zum Eintritt der Rechtskraft des noch zu erlas-
senden Rentenentscheids sistiert (act. II 205 f., 250 f., 273 f.).

B.

Im Nachgang zum höchstrichterlichen Urteil vom 26. Januar 2017 (act. II 
193) holte die IVB Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten ein (act. II 
210, 221) und ordnete erneut eine polydisziplinäre Begutachtung an, wobei 
der Losentscheid wiederum auf die MEDAS C.______ fiel (act. II 227, 231, 
238). Nachdem sie das entsprechende Gutachten vom 28. März 2018 
(act. II 244.1) dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme 
unterbreitet und jener die Expertise nicht für schlüssig befunden hatte (act. 
II 259), teilte die IVB dem Versicherten mit Schreiben vom 27. Dezember 
2018 (act. II 266) mit, dass sie eine weitere polydisziplinäre Begutachtung 
anzuordnen gedenke, wobei die MEDAS C.______ nicht mehr in Frage 
komme. Am 29. Januar 2019 orientierte sie ihn über den vorgesehenen 
Fragenkatalog (act. II 276). Damit erklärte sich der Versicherte nicht ein-
verstanden; er beantragte die Klärung von Unklarheiten mittels Ergän-
zungsfragen an die bisherige Gutachterstelle (act. II 278). Mit Verfügung 
vom 1. März 2019 (act. II 280) ordnete die IVB die Begutachtung der 
Ankündigung entsprechend an. Die Gutachter der MEDAS C.______ hät-
ten die bundesgerichtlichen Anweisungen komplett missachtet bzw. zu den 
dort aufgeworfenen Fragen nicht Stellung genommen.

C.

Gegen die Verfügung vom 1. März 2019 (act. II 280) erhob der Versicherte, 
vertreten durch Fürsprecherin B.________, am 29. März 2019
Beschwerde. Er beantragt, die Beschwerdegegnerin sei unter kostenfälliger 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung anzuweisen, den Gutachtern der 
MEDAS C.______ zu ihrer Expertise vom 28. März 2018 Zusatzfragen zu 
unterbreiten und nach Vorliegen der Antworten innert gerichtlich bestimm-
ter Frist einen materiellen Leistungsentscheid zu fällen. Zur Begründung 
wird im Wesentlichen geltend gemacht, bei der vorgesehenen erneuten 

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Begutachtung handle es sich um das unzulässige Einholen einer „second 
opinion“. Ausserdem verletze die Beschwerdegegnerin damit ihre Verpflich-
tung zur Objektivität, generiere unnötige Kosten und verzögere das Verfah-
ren.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 17. Mai 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisheri-
gen Rechtsbegehren fest und beantragte zudem, die Beschwerdegegnerin 
sei anzuweisen, die beruflichen Aus- und Weiterbildungen der RAD-Ärztin 
offenzulegen, welche das zweite Gutachten für mangelhaft qualifizierte.

In der Duplik vom 23. Mai 2019 hielt die Beschwerdegegnerin am Antrag 
auf Beschwerdeabweisung fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide.

Bei der Gutachtensanordnung handelt es sich – da sie das Administrativ-
verfahren nicht abschliesst – um eine Zwischenverfügung (Art. 55 Abs. 1 
ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Solche 
können unter anderem dann angefochten werden, wenn sie einen nicht 
wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (BGE 132 V 93 E. 6.1 

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S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für das erstinstanzliche 
Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu bejahen, womit die ent-
sprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehenen
Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten werden kann (BGE 
138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 E. 1.2.3, 137 V 210 
E. 3.4.2.7 S. 256).

Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 1. März 2019 
(act. II 280). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung einer weiteren 
MEDAS-Begutachtung.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-

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achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.2 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) 
sowie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht 
personenbezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an 
sich oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: 
unnötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen 
Disziplinen). Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu 
äussern (BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In 
einem zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person 
die durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und 
bidisziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die 
Namen der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Damit 
kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) personenbezogener 
Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510, 139 V 349 E. 5.2.2.2 
S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 257).

3.

Im vorliegenden Verfahren ist kein Leistungsentscheid zu fällen und dem-
entsprechend auch keine abschliessende Würdigung der gesamten medi-
zinischen Sachlage vorzunehmen. Zu beurteilen ist einzig die Frage, ob 
das auf höchstrichterliche Anordnung hin in Auftrag gegebene MEDAS-
Gutachten vom 28. März 2018 (act. II 244.1/2) geeignet ist, die zu beurtei-
lende Fragen zu beantworten oder nicht.

3.1 Im MEDAS-Gutachten vom 28. März 2018 (act. II 244.1) wurden 
nach allgemein-internistischen, endokrinologischen, kardiologischen, neu-
rologischen, neuropsychologischen, orthopädischen, psychiatrischen und 
urologischen Untersuchungen folgende Diagnosen genannt (S. 114 ff.):

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 

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1. Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 

F43.22) mit repetitiven Suizidgedanken nach Penisamputation 2006 

2. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10 F45.41) 

3. Chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom, u.a. mit: 

• lumbospondylogenem Schmerzsyndrom 

- mässiggradige degenerative Veränderungen der LWS 

- im Verlauf regrediente lumbale Discushernie L4/5 rechts 

- kein Nachweis einer lumboradikulären Reiz- und Ausfallsymptomatik 

• cervicospondylogenem Schmerzsyndrom 

- leichtgradige degenerative Veränderungen der HWS 

- kein Nachweis einer cervicoradikulären Reiz- und Ausfallsymptomatik 

• chronischem Kopfschmerz 

• Spannungskopfschmerz mit cervicogener Komponente 

• Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜKS) 

4. Leichte kognitive Funktionsschwäche 

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 

5. Sekundär insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2 

• persistierende nahezu normoglykämische Stoffwechseleinstellung unter in-

tensivierter lnsulintherapie (HbA1c 6.2%) 

• klinisch keine Hinweise für signifikante diabetische Neuropathie 

• keine Hinweise für diabetische Nephropathie 

• anamnestisch keine diabetische Retinopathie

6. Adipositas permagna WHO I (BMI 30.9 kg/m2) 

7. Gemischte Dyslipidämie / Hypertriglyceridämie (ungenügend behandelt) 

8. Zufallsbefund eines klinisch stummen Hirninfarkts rechts temporo-occipital 

(ED cerebrale MRT vom 19.12.2014) ohne klinisches Korrelat 

9. Arterielle Hypertonie

10. Valvuläre Herzkrankheit 

• leichtes kombiniertes Aortenvitium mit normaler systolischer Funktion (EF 

60%) und diastolischer Dysfunktion Grad I 

• dilatierte Aorta ascendens (44 mm) 

• Laufband-Ergometrie 1.12.2017: Erreichen von 50% der Soll-Leistung bei 

extrakardialer Limitierung (Hüftschmerzen) 

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• Laufband-Ergometrie 16.11.2016: Erreichen von 88% der Soll-Leistung, Ab-

bruch wegen extrakardialer Limitierung (Hüftschmerzen), keine Ischämie-

Zeichen 

11. Wiederholte Schwindelbeschwerden mit Palpitationen 

DD paroxysmales Vorhofflimmern, Holter-EKG empfohlen 

12. St.n. Schulterarthroskopie links, subacromialer Dekompression und AC-

Gelenksresektion am 13.12.2004 

13. St.n. CTS-Operation rechts am 14.12.2005 

14. St.n. Schulterarthroskopie rechts, subacromialer Dekompression und AC-

Gelenksresektion am 19.12.2005 

15. St.n. Schulterarthroskopie rechts, Supraspinatussehnennaht und Biczepste-

nodese am 28.12.2006

16. St.n. arthroskopischer medialer Teilmeniskektomie Knie links am 12.01.2009

Im endokrinologischen Teilgutachten (S. 29 ff.) wurde festgehalten, unter 
der Insulintherapie habe eine sehr stabile Blutzuckereinstellung optimal 
erhalten werden können (S. 36). Dank der nahezu normoglykämischen 
Stoffwechseleinstellung seien bisher keine organischen Spätschäden auf-
getreten (S. 37). Der Diabetes habe (bei physisch leichteren Arbeiten in 
wechselnden Positionen [S. 39]) keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
(S. 38).

Im urologischen Teilgutachten (S. 41 ff.) wurde ausgeführt, die nach der 
Teilpenektomie und inguinalen Lymphadenektomie aufgetretenen Lymph-
ödeme seien regredient; es würden regelmässig Lymphdrainagen durchge-
führt (S. 41). Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt (S. 43 f.).

Gemäss neurologischem Teilgutachten (S. 64 ff.) zeige sich ein lumbo-
spondylogenes Schmerzsyndrom ohne Nachweis eines radikulären Reiz- 
und Ausfallsyndroms sowie ein cervicogenes Schmerzsyndrom mit leichter 
Rotationseinschränkung nach rechts, in Provokationsstellung mit etwas 
diffuser Schmerzausdehnung in den rechten Arm, ohne radikulär fassbares 
Muster. Bei überdies auch fehlenden radikulären Ausfallerscheinungen sei 
hier von einer pseudoradikulären Schmerzausstrahlung auszugehen 
(S. 78). Was die Kopfschmerzen anbelange, sei weder anamnestisch noch 
aus den Akten ein akuter Beginn oder eine im Verlauf eingetretene akute 

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Verschlechterung eruierbar. Geschildert werde ein intermittierender, jeweils 
belastungsabhängiger cervicogener Kopfschmerz. Eine cerebrale MRT 
vom 19. Dezember 2014 habe eine knapp 2 cm grosse hyperintense Läsi-
on rechts temporo-occipital kortikal/subkortikal zur Darstellung gebracht, 
welche am ehesten als ischämischer Hirninfarkt zu interpretieren gewesen 
sei. Bezüglich der Frage, inwieweit die beklagten Kopfschmerzen und Ge-
dächtnisstörungen im Zusammenhang mit dieser Läsion ständen, sei aus 
neurologischer Sicht zu vermerken, dass ein akuter Hirninfarkt durchaus 
auch mit Kopfschmerzen einhergehen könne, wogegen die Entwicklung 
chronischer Kopfschmerzen ungewöhnlich sei. Ferner wäre bei einem 
durch einen Hirninfarkt hervorgerufenen Kopfschmerz die Anamnese eines 
akuten Ereignisses und in aller Regel damit einhergehenden akut auftre-
tenden fokalneurologischen Defiziten zu erwarten, was hier beides nicht 
der Fall sei. Vielmehr sei davon auszugehen, dass es sich bei dem im MRI 
vom 19. Dezember 2014 festgestellten Hirninfarkt um den Zufallsbefund 
eines klinisch stummen, d.h. asymptomatischen ischämischen Ereignisses 
handle (S. 79). Körperlich schwere und häufig mittelschwere Arbeiten seien 
wegen der Rückenproblematik nicht zumutbar. Wechselbelastende Arbei-
ten mit leichter bis intermittierend mittelschwerer körperlicher Belastung 
seien vollschichtig zumutbar, sofern vorwiegend einseitige Körperhaltun-
gen, repetitives Bücken / Wiederaufrichten und repetitive Überkopfstellung 
der Arme vermieden würden. Aufgrund der chronischen Kopfschmerzen 
könne dabei eine Leistungsminderung von 20% eingeräumt werden. In-
wieweit im Verlauf eine Zustandsverschlechterung eingetreten sei, könne 
nicht beurteilt werden, da im Vorgutachten von 2014 keine neurologische 
Beurteilung stattgefunden habe. Die neurologisch beurteilte partielle Leis-
tungseinschränkung bestehe wahrscheinlich seit Längerem. Eine genaue 
Datierung sei nicht möglich; arbiträr sei die Einschätzung ab der aktuellen 
Begutachtung anzunehmen (S. 81).

Im kardiologischen Teilgutachten (S. 83 ff.) wurde festgehalten, es bestehe 
seit Jahren eine arterielle Hypertonie, die jedoch gut eingestellt sei. Zudem 
bestehe ein leichtes kombiniertes Aortenvitium bei leicht dilatierter Aorta 
ascendens von 44 mm (S. 88). Von Seiten einer Aortenstenose seien 
Symptome und damit Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit erst ab ei-
nem schweren Grad zu erwarten. Erfahrungsgemäss dürfte das Aortenviti-

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um noch zunehmen, allerdings sei bis zum 65. Lebensjahr eher nicht mit 
der Entwicklung eines schweren Aortenvitiums zu rechnen. Zum Aus-
schluss von paroxysmalem Vorhofflimmern sei ein 24-Stunden-EKG zu 
empfehlen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei dadurch jedoch 
nicht zu erwarten (S. 89). Aus rein kardiologischer Sicht sei der Explorand 
für jegliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig (S. 90).

Gemäss orthopädischem Teilgutachten (S. 91 ff.) liessen sich die vom
Exploranden geäusserten Beschwerden in der Untersuchung nicht auf ein 
klares pathomorphologisches Korrelat zurückführen. Es bestehe keine Ver-
einbarkeit der geklagten Beschwerden mit den objektiven Befunden. Es sei 
erstaunlich, dass sich die angeblichen Dauerbeschwerden über all die Jah-
re nicht beeinflussen lassen hätten; keine therapeutischen Verfahren hätten 
gegriffen. Die Veränderungen im Bereich der HWS, LWS und Hüftgelenke 
seien häufige Befunde in der allgemeinen Population und so ohne ei-
genständigen Krankheitswert. Leichte und mittelschwere wechselbelasten-
de Tätigkeiten seien orthopädisch vollumfänglich zumutbar (S. 102).

Im neuropsychologischen Teilgutachten (S. 104 ff.) wurde festgehalten, die 
meisten Leistungen lägen in der (unteren) Norm, ebenso das Gesamtleis-
tungsniveau. In Teilbereichen kämen leichte Minderleistungen vor; ausge-
prägte Defizite beständen nicht (S. 110). Rein neuropsychologisch bestehe 
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine leichtgradige Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit (S. 113).

Im psychiatrischen Teilgutachten (S. 45 ff.) wurde dargelegt, seit der letzten 
Begutachtung habe sich der psychische Gesundheitszustand leicht ver-
schlechtert. Zugenommen habe eine affektive depressive Symptomatik; im 
Vordergrund stehe allerdings eher die Angststörung, die deutlich zuge-
nommen habe, weswegen heute eine Anpassungsstörung mit Angst und 
depressiver Reaktion gemischt diagnostiziert werden müsse. Der Explo-
rand zeige eine ausgesprochene Angstverarbeitung seiner Krebserkran-
kung (S. 56) mit Befürchtungen auch in Zusammenhang von weiteren 
Krebserkrankungen und Herzinfarkt. Er mache sich übermässig viele Sor-
gen, ängstige sich auch um seine Frau, ängstige sich um die Ehe, weil er 
zu einem normalen Eheleben wegen der Penisamputation nicht mehr im-
stande sei. Er mache sich zunehmend nicht nur existenzielle Sorgen, son-

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dern beschäftige sich intrapsychisch vermehrt ängstlich mit seinen chronifi-
ziert erlebten Schmerzen und reagiere zunehmend auch mit unspezifischen 
Ängsten. Weiter zeige er eine depressive Symptomatik, wobei diese nur 
gering ausgeprägt sei. Zudem müsse fast gesichert eine chronische 
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren angenommen 
werden (S. 57). In der bisherigen Tätigkeit im Service oder auch in anderen 
Hilfsarbeitertätigkeiten bestehe eine ganztätige Arbeitsfähigkeit mit Ver-
minderung des Rendements um 40% (S. 63).

Gesamtmedizinisch wurde zusammenfassend festgehalten, es liege eine 
komplexe medizinische Situation vor. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe 
bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen eine Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit von 50%. Nach eingehender Konsensbesprechung wür-
den die Gutachter eine Teiladditivität sehen (S. 122).

3.2 Die Anmeldung zum Leistungsbezug ist am 30. April 2008 bei der 
Beschwerdegegnerin eingegangen; darin wurde als Beginn der Arbeitsun-
fähigkeit November 2006 angegeben (act. II 2). Mit Blick auf das Wartejahr 
nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (in Kraft seit 1. Januar 2008) bzw. aArt. 29 
Abs. 1 lit. b IVG (in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2007) und die alt-
rechtlichen Grundlagen betreffend Rentennachzahlung (aArt. 48 Abs. 2 
IVG [in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2007]; vgl. BGE 138 V 475) ist 
der Sachverhalt – vorab in Bezug auf einen Rentenanspruch – ab April 
2006 abzuklären.

Gemäss höchstrichterlicher Feststellung stellte das Gutachten von 2014 
(act. 140.1) keine hinreichende Beurteilungsgrundlage dar, weil die im 
Schädel-MRI vom 19. Dezember 2014 festgestellte Läsion (act. II 165/35) 
nicht weiter abgeklärt wurde und weil die Gutachter die Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit nur aktuell und pro futuro, nicht aber in Bezug auf den vorhe-
rigen Verlauf seit der Anmeldung eingeschätzt haben (act. II 193 [E. 4.2 
und E. 4.3]). Der bundesgerichtliche Prüfauftrag lautete denn auch auf die-
se Fragen (act. II 193 [E. 4.4]).

Was den bundesgerichtlichen Prüfauftrag anbelangt, ergibt sich aus dem 
neuen MEDAS-Gutachten vom 28. März 2018 (act. II 244.1) das Folgende:

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3.2.1 Die Hirnläsion hatte und hat gemäss der nachvollziehbaren und 
überzeugenden neurologischen Einschätzung im Gutachten keine Rele-
vanz für die Erwerbsfähigkeit (act. II 244.1/80). Daraus folgt, dass das erste 
– im Ergebnis vom Gleichen ausgehende – Gutachten von 2014 (act. II 
140.1) isoliert für den Zeitpunkt seiner Erstellung und die zumindest nahe 
Zeit davor und danach Gültigkeit hat.

3.2.2 Eine retrospektive interdisziplinäre Würdigung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit fehlt jedoch nach wie vor. In Nachachtung der bundesge-
richtlichen Anweisung ergänzte die Beschwerdegegnerin den regulären 
Fragenkatalog. Von den Gutachtern der (damals noch nicht zugelosten 
Gutachterstelle) verlangte sie ausdrücklich die Einschätzung der „Arbeits-
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (inkl. zeitlicher Verlauf)“. Ausserdem 
wies sie explizit darauf hin, dass „insbesondere auch eine ausführliche re-
trospektive Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit“ vorzunehmen 
sei und verwies auf die Ausführungen im Bundesgerichtsentscheid (act. II 
227/3). Diesen Auftrag haben die MEDAS-Gutachter ausser Acht gelassen.

Die Expertise vom 28. März 2018 (act. II 244.1/2) umfasst wiederum nicht 
den gesamten relevanten Zeitraum und die Gutachter haben sich (erneut) 
auf eine Einschätzung ex nunc et pro futuro beschränkt. Eine Auseinander-
setzung mit dem Verlauf vor dem früheren Gutachten und den seitherigen 
Veränderungen liegt nicht vor (vgl. E. 3.2.3 hiernach [psychiatrisches Teil-
gutachten]). Soweit der neurologische Gutachter auf die Schwierigkeit hin-
wies, „anhand der gegebenen Datenlage“ die genaue Datierung des 
Beginns der Leistungseinschränkung anzugeben und „arbiträr“ auf den 
Untersuchungszeitpunkt verwies (act. II 244.1/82), ändert dies nichts daran, 
dass der vom Bundesgericht vorgezeichnete Auftrag verbindlich ist. Der 
Rückschluss vom aktuellen Gutachten auf die gesamte hier zu beurteilende 
Zeit seit 2006 ist nicht möglich. Eine interdisziplinäre retrospektive Beurtei-
lung des Verlaufs ist insbesondere etwa hinsichtlich der psychischen und 
neurologischen Situation angezeigt. So wurden die Kopfschmerzen 
gemäss Akten in sehr unterschiedlichem Ausmass geklagt, sind gemäss 
Gutachten multifaktoriell und wären zumindest teilweise beeinflussbar (vgl. 
act. II 244.1/83). Hinzu kommt, dass der Frage der Konsistenz ein beson-
deres Augenmerk zukommen muss. Denn – entgegen einzelnen Gutach-

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tern (act. II 244.1, S. 44, 62, 111) – sind Anzeichen für Inkonsistenzen (z.B. 
keinerlei Einschränkungen des Bewegungsapparates im spontanen Verhal-
ten [act. II 244.1/102 f.]) und möglicherweise gar für Aggravation (z.B. Sitz-
dauer [act. II 244.1/96]) vorhanden. Wenn der Beschwerdeführer 
gegenüber dem psychiatrischen Gutachter sodann angab, er fahren nur 
sehr wenig Auto (act. II 244.1, S. 52, 67), gegenüber dem neurologischen 
Gutachter aber geltend machte, bei langem Sitzen (z.B. beim Autofahren) 
habe er Sensibilitätsstörungen in den Füssen (act. II 244.1/65), ist auch 
dieser Widerspruch klärungsbedürftig. Dazu kommt, dass das psychiatri-
sche Gutachten allein wie im Kontext mängelbehaftet ist.

3.2.3 Im psychiatrischen Teilgutachten fehlen überzeugende Überlegun-
gen zur Diagnostik und zum Verlauf. Eine Anpassungsstörung beginnt im 
Allgemeinen innerhalb eines Monats nach einem belastenden Ereignis und 
die Symptome halten in aller Regel nicht länger als sechs Monate an; an-
dernfalls hat eine Neubewertung mit Diagnoseänderung zu erfolgen (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl. 2015, S. 209). Eine entscheidende Lebensveränderung oder ein 
belastendes Lebensereignis zwischen der ersten (2014) und der zweiten 
(2018) Begutachtung nennt der psychiatrische Gutachter nicht. Dies wäre 
jedoch zwingend gewesen, denn die erste psychiatrische Begutachtung 
bleibt für den damaligen Zustand ohne nachvollziehbare gegenteilige Be-
gründung des neuen Gutachters beweiskräftig. Insbesondere die Penis-
amputation ereignete sich deutlich früher (2006), womit diese Belastung 
nicht als Auslöser für die genannte Gesundheitsstörung herangezogen 
werden kann. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ergibt sich 
auch aus dem Bericht vom 28. März 2019 des Spitals D.________ (Akten 
des Beschwerdeführers [act. I] 4), wonach er die psychischen Belastungen 
eher heruntergespielt und „ein deutlich somatisch bzw. läsional geprägtes 
Konzept seiner Schmerzen“ gezeigt habe, diesbezüglich nichts anderes. 
Denn bei der erwähnten Diagnosevoraussetzung handelt es sich gerade 
nicht um ein rein subjektives, sondern um ein objektivierbares Kriterium. 
Denkbar wäre zwar, dass die vom psychiatrischen Experten weiter genann-
te Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren, welche die psychosomatisch behandelnden Ärzte ohnehin 

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im Vordergrund sehen (vgl. BB 4, S. 4), als Folgediagnose der Anpas-
sungsstörung verstanden werden könnte. Dies hat der psychiatrische Gut-
achter jedoch ausdrücklich nicht so angenommen, hat er die Diagnose 
doch „zusätzlich“ (act. II 244.1/58) gestellt. Es bleibt deshalb unklar, aus 
welchen Gründen er – abweichend von der ersten Expertise – eine psych-
iatrische Diagnose stellt, d.h. weshalb die erste Einschätzung nun als 
falsch erscheinen soll bzw. welche Veränderung sich allenfalls eingestellt 
hat. Dies ist nicht ausgeschlossen, müsste von einem Gutachter aber be-
gründet werden. Eine Auseinandersetzung mit der früheren Expertise und 
den gesamten Akten fehlt vollständig. Dies wäre umso mehr angezeigt ge-
wesen, als im ersten Gutachten auf „eine ausgesprochen gute Resilenz“ 
und ein vollständiges Fehlen einer depressiven Symptomatik hingewiesen 
sowie eine Anpassungsstörung explizit verneint wurde (act. II 140.1/42). 
Die RAD-Psychiaterin hat damit begründetermassen die (im zweiten Gut-
achten genannten) Diagnosen als fachlich nur eingeschränkt nachvollzieh-
bar erachtet (act. II 259/5). Auch durch die Ausführungen der 
behandelnden Ärzte (act. I 4) lassen sich die Ungereimtheiten aus psychia-
trischer Sicht nicht klären. Dass sie keine Abgrenzung zur Somatik vorge-
nommen haben, könnte möglicherweise mit der Feststellung der Gutachter 
übereinstimmen, dass die Behandlungen nach dem somatischen Ansatz 
über die Jahre nie zu einer relevanten Veränderung geführt haben (act. II 
244.1/103).

3.3 Sodann fehlt im polydisziplinären Gutachten vom 28. März 2018 
(act. II 244.1) eine interdisziplinäre Würdigung. Die Gutachter führten zwar 
aus, die einzelnen Probleme würden negativ interferieren (S. 116). Eine 
interdisziplinäre Würdigung zwischen den einzelnen Fachgebieten findet 
sich jedoch nicht. Vielmehr werden auch unter Ziff. VIII. nur die monodiszi-
plinären fachärztlichen Einschätzungen aufgeführt (S. 117 ff.) und teiladdi-
tiv eine Leistungseinschränkung von insgesamt 50% attestiert (S. 122). Der 
Vermerk, dass diese „nach eingehender Konsensbesprechung“ (act. II 
244.1/123) resultiere, ist nicht ausreichend. Die Sachverständigen hätten 
an dieser Stelle den Inhalt einer allfälligen Besprechung, d.h. die Überle-
gungen hinter dem Ergebnis und mögliche Diskussionen für/gegen weiter 
in Erwägung gezogene Punkte und Schlussfolgerungen wiedergeben müs-
sen. Die Beschwerdegegnerin verlangte denn auch eine „ausführliche und 

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begründete Diskussion von Wechselwirkungen […] in der Konsensbeurtei-
lung“ (act. II 227/2 [Ziff. III. 3.]). Dieser Aufforderung sind die MEDAS-
Gutachter nicht nachgekommen. 

Wenn die RAD-Ärztin aus fachärztlicher Sicht zum Schluss kommt, die von 
den Gutachtern angenommene Teiladdivität der Leistungsminderung sei 
nicht schlüssig (act. II 259/6), überzeugt dies – entgegen der Auffassung in 
der Beschwerde (S. 8) – ohne Weiteres. Denn abgesehen davon, dass die 
invalidisierende Wirkung der Kopfschmerzen mit Blick auf die Berichte
behandelnder Ärzte (vgl. z.B. act. I 4) und den dringend zu sistierenden 
Medikamentenübergebrauch (vgl. act. II 244.1/81) fraglich ist (vgl. Be-
schwerdeantwort, Ziff. 4), begründen die Gutachter nicht, weshalb die we-
gen der chronischen Kopfschmerzen attestierte Einschränkung von 20% 
(vgl. act. II 244.1/82) nicht in der wegen der chronischen Schmerzstörung 
attestierten 40%-igen Einschränkung aufgeht.

3.4 Zusammenfassend ist die Kritik des RAD (act. II 259) am neuen 
Gutachten berechtigt. Weitere medizinische Abklärungen sind zwingend 
und die Anordnung einer weiteren polydisziplinären Begutachtung (bei ei-
ner anderen Begutachtungsstelle als der MEDAS C.______) ist geboten.

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 14) sind 
vorliegend Ergänzungs- bzw. Rückfragen an die MEDAS C.______ nicht 
sachdienlich. Zwar darf bei einer einfachen Ergänzungsbedürftigkeit eines 
Gutachtens grundsätzlich kein Wechsel der Gutachterstelle stattfinden, d.h. 
offene Fragen sollen in erster Linie mit den Verfassern des betreffenden 
Gutachtens geklärt werden (BGE 137 V 210 E. 3.3.1 S. 245). Im vorliegen-
den Fall gehen die Mängel der Expertise – wie aufgezeigt – jedoch über 
eine einfache Ergänzungsbedürftigkeit hinaus. Mit den Widersprüchlichkei-
ten, dem Fehlen einer Auseinandersetzung mit den Vorakten und insbe-
sondere dem Vorgutachten, dem Fehlen einer als solchen ersichtlichen 
interdisziplinären Konsensbesprechung und der missachteten massgebli-
chen Fragestellung nach der retrospektiven Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit liegen derart schwerwiegende Mängel vor, dass – ange-
sichts der bereits zweimaligen Untersuchung in der MEDAS C._____ – 
eine unbefangene Stellungnahme nicht mehr erwartet werden kann bzw. 
ein Wechsel der Gutachterstelle indiziert ist. Wenn das Gericht ein Gutach-

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ten – wie hier – für unzureichend und kaum verwertbar erachtet, ist ein 
neues Gutachten einzuholen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 16 S. 42 E. 5). Unter 
den gegebenen Umständen kann denn auch – entgegen der Auffassung 
des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 5) – nicht davon gesprochen wer-
den, die verfügte erneute Begutachtung stelle eine unzulässige „second 
opinion“ dar. Die Beschwerdegegnerin hat die erneute Untersuchung nicht 
deshalb angeordnet, weil ihr die Schlussfolgerungen in der Expertise von 
2018 (act. II 244.1) nicht passten (SVR 2007 UV Nr. 33 S. 112 E. 4.2), 
sondern weil jene keine taugliche Beweisgrundlage darstellt und zufolge 
der aufgezeigten Mängel eine Ergänzung nicht zielführend wäre. Ebenso 
kann jedoch der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden, als sie in der 
Duplik geltend macht, es wäre gar eine auf die Fachdisziplinen Neuropsy-
chologie, Neurologie und Psychiatrie beschränkte Begutachtung möglich. 
Angesichts der bestehenden Gesundheitsschäden auch in anderen Berei-
chen, d.h. der Polymorbidität, ist eine umfassende Untersuchung für den 
Zeitraum seit mindestens 2006 zwingend.

Da inzwischen ein Zeitraum von retrospektiv mehr als zehn Jahren zu
beurteilen ist, und weil – namentlich mit Blick auf die psychosomatische 
Komponente – der Kenntnis der echtzeitlichen Verhältnisse besonderer 
Bedeutung zukommt, ist eine Vervollständigung der Akten unabdingbar. 
Die Beschwerdegegnerin wird die gesamten hausärztlichen Akten inkl. 
Krankengeschichte einzuholen und diese den neuen Gutachtern zur Verfü-
gung zu stellen haben. Dem Beschwerdeführer steht es frei, vor der Begut-
achtung selber weitere Unterlagen einzureichen.

Dabei werden die Beschwerdegegnerin und alle weiteren involvierten Stel-
len den Abklärungen nun höchste Priorität einzuräumen haben. Mit Blick 
auf die seit der Anmeldung im Jahr 2008 (act. II 2) aber auch zwischen 
Gutachtensablieferung und Erlass der hier angefochtenen Verfügung ver-
strichene Zeit sind weitere Wartezeiten zu vermeiden.

3.5 Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin mit Zwischenverfügung vom 1. März 2019 (act. II 280) 
eine (erneute) polydisziplinäre Begutachtung angeordnet hat; die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

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4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Anordnung eines Gutachtens ist Bestandteil des Verfahrens zur Beur-
teilung des Leistungsanspruchs (vgl. Beschluss der erweiterten Abteilungs-
konferenz des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2013). 
Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer zu tragen. Diese werden 
dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.