# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff1124e1-ab2d-5935-ac41-384a0d3ec519
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 10.05.2016 R 2016 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2016-6_2016-05-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 16 6

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Meier-Künzle

URTEIL

vom 10. Mai 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
B._____,
C._____,
alle vertreten durch Rechtsanwalt A._____, 

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gion J. Schäfer, 

Beschwerdegegnerin

D._____,
Beschwerdegegner

betreffend Gesuch um Einleitung Baubewilligungsverfahren (Rechtsver-
weigerung)

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1. Am 28. Oktober 2015 stellte A._____ für sich und seine zwei Brüder, Ge-

samteigentümer von Parzelle 2448 in X._____, beim Gemeindevorstand 

X._____ das Gesuch um Einleitung eines Baubewilligungsverfahrens. Sie 

beantragten, es sei der gegenwärtige Eigentümer von Parzelle 2426 in 

einem beschwerdefähigen Beschluss aufzufordern, innerhalb einer an-

gemessenen, vom Gemeinderat anzusetzenden Frist nachträglich ein 

Bewilligungsgesuch für die 2014 und/oder 2015 bereits durchgeführten 

Veränderungen auf Parzelle 2426 einzureichen. 

2. Das Gemeindebauamt X._____ teilte A._____ mit Schreiben vom 15. 

Dezember 2015 mit, der Eigentümer der Parzelle 2426, D._____, habe 

auf eine Stellungnahme verzichtet. Sie hätten selber einen Augenschein 

durchgeführt und festgestellt, es seien keine baulichen Veränderungen 

auf Parzelle 2426 vorgenommen worden. Für das Pflanzen von Bäumen 

brauche es keine Baubewilligung. Die neu gepflanzten Bäume seien in 

Rücksprache mit der Gemeinde, dem Forst- und Bauamt, gesetzt und so 

bewilligt worden. Bei den relativ nahe zur Strasse gepflanzten Bäumen 

handle es sich um Legföhren, die eine maximale Höhe von ca. 3 m er-

reichten. Deshalb sei der Antrag auf ein Einreichen eines nachträglichen 

Bewilligungsgesuchs hinfällig.

3. Dagegen erhob A._____ für sich und seine zwei Brüder (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 13. Januar 2015 (Poststempel) beim Bau-, Ver-

kehrs- und Forstdepartement des Kantons Graubünden Rechtsverweige-

rungsbeschwerde und beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die 

Gemeinde X._____ anzuweisen, D._____ als gegenwärtigen Alleinei-

gentümer von Parzelle 2426 innerhalb einer von der Beschwerdeinstanz 

zu bemessenden Frist aufzufordern, innerhalb einer angemessenen, von 

der Gemeinde X._____ anzusetzenden Frist nachträglich ein Baugesuch 

für die 2014 und/oder 2015 auf Parzelle 2426 bereits durchgeführten Ver-

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änderungen (Anlagen in Form von Bäumen, Pflanzen und Sträuchern) der 

Gemeinde einzureichen.

Die Gemeinde habe im angefochtenen Entscheid das Datum und die 

Form der Verzichtserklärung von D._____ nicht genannt und ihnen die 

Verzichtserklärung nie zur Kenntnis gebracht. Das Bauamt habe sodann 

selber einen Augenschein auf Parzelle 2416 (recte: 2426) vorgenommen. 

Zu diesem Augenschein hätten sämtliche Parteien vorgeladen werden 

müssen, was versäumt worden sei und damit das rechtliche Gehör verlet-

ze. Das Bauamt widerspreche sich selbst indem es ausführte, für das 

Pflanzen von Bäumen brauche es keine Baubewilligung, unmittelbar da-

nach aber schreibe, die Bäume seien gesetzt und so bewilligt worden. 

Damit sei eine Bewilligungspflicht anerkannt worden, worauf die Be-

schwerdeführer die Gemeinde behaften würden. Die Beschwerdeführer 

verlangen die Einsichtnahme in den angeblichen Bewilligungsentscheid 

der Gemeinde. Einmal mehr sei das rechtliche Gehör verweigert worden. 

Die Begründung des Antrags vom 28. Oktober 2015 sei integrierender 

Bestandteil der vorliegenden Beschwerdebegründung. Mit der Antragsbe-

gründung habe sich der angefochtene Entscheid nicht auseinanderge-

setzt, ebensowenig mit den Problemen der Verwaldung, des Schatten-

wurfs, der Sturzgefahr von Bäumen, der Behinderung der Schneeräu-

mung und der Verletzung von Abstandsvorschriften und Höhenbeschrän-

kungen längs der Strasse, was hier die wesentliche Rechtsverweigerung 

darstelle. 

4. Das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement überwies am 13. Januar 2016 

gestützt auf Art. 49 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 49 Abs. 3 VRG die 

Angelegenheit an das Verwaltungsgericht Graubünden.

5. Am 25. Januar 2015 (recte: 2016; Poststempel 28. Januar 2016) schrieb 

D._____ (nachfolgend Beschwerdegegner), im Frühjahr 2015 seien auf 

Parzelle 2426 neue Sträucher und Bäume gesetzt worden, ca. 35 Leg-

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föhren entlang der Strasse, eine Gruppe von sieben jungen Lärchen und 

eine Schwarzföhre mit mehr als 6 m Grenzabstand von der Strasse. Die 

Neupflanzung sei Ersatz für eine frühere Bepflanzung, die durch Sturm-

schäden und eine Rodungsaktion der Gemeinde 2014 zerstört worden 

sei. Die frühere Bepflanzung habe aus ca. 35 15-25 m hohen Fichten ent-

lang der Strasse an der östlichen Grenze, dicht gedrängt, bestanden und 

sei zusätzlich von einer zweiten Reihe von Heckenpflanzen gesäumt wor-

den. Diese ursprünglich hohe und dichte Hecke sei durch eine Hecke mit 

Legföhren sowie einigen jungen Lärchen ersetzt worden, dies in Abspra-

che mit der Gemeinde. Die Grenzabstände seien eingehalten und die 

Pflanzen seien in den gewachsenen Boden gesetzt worden, ohne Ände-

rungen am Gelände. Hierfür sei seines Wissens eine Baubewilligung nicht 

notwendig. 

6. Die Gemeinde X._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in 

ihrer Vernehmlassung vom 1. Februar 2016 die Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf eingetreten werde.

Der Beschwerdegegner habe am 11. Juli 2014 ein Gesuch für die Erstel-

lung einer Trockenmauer entlang der Strasse auf Parzellen 2426 und 

2372 eingereicht, welches er später aber wieder zurückgezogen habe. 

Das Verfahren sei abgeschrieben worden. In etwa gleichzeitig seien auf 

Parzelle 2426 durch das Forstamt X._____ verschiedene Tannen und 

Laubbäume gefällt worden, weil diese den Verkehr insbesondere im Win-

ter gefährdet hätten. In Absprache mit dem Forstamt seien die Bäume 

teilweise gefällt und wieder neu angepflanzt worden. Das Wort „bewilligt“ 

sei hier insoweit unzutreffend, als eine Bewilligung des Forstamtes nicht 

nötig gewesen sei. Man habe stattdessen sicher gehen wollen, dass die 

Neupflanzungen künftig die Strasse nicht mehr gefährdeten. Es gehe 

nicht um eine Bewilligung im förmlichen Sinn, sondern um eine gemein-

same Absprache betreffend Gefährdung mit dem Forstamt. Das Bauamt 

habe vorliegend nicht mit Vollmacht des Gemeindevorstandes, sondern 

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gestützt auf seine eigene Zuständigkeit gehandelt. Das zuständige Bau-

amt (Art. 62 BG) habe das Gesuch der Beschwerdeführer behandelt, den 

Sachverhalt abgeklärt und mit Entscheid vom 15. Dezember 2015 mitge-

teilt, dass die Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens unnötig sei. 

Die vorliegende Beschwerde könnte lediglich noch als Beschwerde gegen 

diesen Entscheid verstanden werden. Ein tatsächlicher Entscheid sei er-

gangen und die Begründungspflicht sei eingehalten worden. 

7. In ihrer Replik vom 15. Februar 2016 hielten die Beschwerdeführer muta-

tis mutandis an ihren Anträgen fest. Sie reichten zahlreiche Replikbeila-

gen ein und offerierten die Edition weiterer einschlägiger Akten und bean-

tragten einen Augenschein und die Edition sämtlicher einschlägiger Vor-

akten durch die Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdeführer schildern 

ausführlich die Vorgeschichte, welche schliesslich zum Begehren um 

Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens führte. Für die vorliegen-

de Streitigkeit sei im Aussenverhältnis ausschliesslich der Gemeindevor-

stand zuständig, dem Bauamt obliege nur die verwaltungsinterne Prüfung. 

Gemäss eidgenössischem Raumplanungsrecht und der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts würden auch intensive Pflanzungen den Begriff der 

Anlagen im Sinne des Art. 22 Abs. 1 RPG erfüllen. Die neuen, massiven 

Pflanzungen seien deshalb der öffentlich-rechtlichen Bewilligungspflicht 

zu unterstellen. Beanstandet werden vor allem die gegenwärtigen und po-

tenziellen Höhen der Neuanpflanzungen, wobei die früheren Terrainver-

änderungen zu berücksichtigen seien. Die Gründe, die ein nachträgliches 

Bewilligungsverfahren erforderten, seien nachgewiesen bzw. glaubhaft 

gemacht, soweit den Beschwerdeführern überhaupt eine Substantiie-

rungs- und Beweispflicht obliege. An der Rechtsverweigerungsbeschwer-

de werde festgehalten und auch an der Verletzung des rechtlichen 

Gehörs. Sie seien nicht zum Augenschein eingeladen worden, zudem sei 

die Beschwerdegegnerin auf eine ihr frist- und formgerecht unterbreitete 

Sache nicht eingetreten. Die Gemeinde hätte angesichts der komplexen 

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Vorgeschichte nicht von einer bürokratischen Routinekontrolle ausgehen 

dürfen.

8. Am 24. Februar 2016 (Poststempel) ging der Beschwerdegegner dupli-

cando auf die Darstellung der Vorgeschichte ein. An einem konstruktiven 

und sachlichen Gespräch seien die Beschwerdeführer nicht interessiert 

gewesen. Seit der Rodung der Bäume im Januar 2014 seien ihre ur-

sprünglichen materiellen Forderungen mehr als erfüllt. Dennoch hätten 

sie die Beschwerdegegnerin und den Beschwerdegegner weiter mit kom-

plexen Einsprachen und Verfahren eingedeckt.

9. In ihrer Duplik vom 24. Februar 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an 

ihren Anträgen fest. Es habe keine Absprache oder Ähnliches zwischen 

der Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdegegner gegeben. Das 

Forstamt habe die Fällung verschiedener Tannen vorgenommen, um die 

Gefährdung der Strasse zu beseitigen. Nach Ansicht des Beschwerde-

gegners habe das Forstamt mehr Tannen und Bäume gefällt, als dies of-

fenbar vereinbart gewesen sei, womit das Forstamt sogar indirekt im In-

teresse der Beschwerdeführer gehandelt habe. Weil dies der Fall sei, ha-

be man sich mit dem Beschwerdegegner dahingehend geeinigt, dass das 

Forstamt und nicht eine private Firma die Neuanpflanzungen vornehme. 

Die Beurteilung des Gefährdungspotentials liege in der Fachkompetenz 

des Revierförsters und des Bauamtes, dass auch für den Strassenunter-

halt zuständig sei. Man habe keine neue Anlage auf Parzelle 2426 er-

stellt, sondern lediglich anstelle gefällter Bäume neue angepflanzt. Dazu 

bedürfe es keiner Bewilligung der Beschwerdegegnerin. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den ange-

fochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-

wägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Entscheid des Gemeindebauamts vom 15. De-

zember 2015 mit welchem das Begehren der Beschwerdeführer um 

Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens abgewiesen wurde. Ge-

genstand der Beschwerde ist die Frage, ob eine Rechtsverweigerung 

durch die Gemeinde vorliegt.

2. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a sowie Art. 49 Abs. 3 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungs-

gericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden. Als Entscheide 

gelten u.a. auch Rechtsverweigerung. Die Beschwerdeführer haben sich 

stillschweigend mit der Überweisung der Angelegenheit und der Beurtei-

lung durch das Verwaltungsgericht einverstanden erklärt, indem sie in ih-

rer Replik das Rechtsbegehren entsprechend angepasst haben.

Ausführungen zu weiteren Prozessvoraussetzungen erübrigen sich vor-

liegend und auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

folglich einzutreten.

3. Nachdem sich der rechtserhebliche Sachverhalt mit hinreichender Klar-

heit aus den vorliegenden Akten, vor allem aus den zahlreich eingereich-

ten Fotos, ergibt, erübrigt sich die Durchführung eines von den Be-

schwerdeführern beantragten Augenscheins.

4. Gestützt auf Art. 4 Abs. 3 des Baugesetzes der Gemeinde X._____ 

(nachfolgend BG) ist das Bauamt zuständig zur Erteilung von Baubewilli-

gungen für alle übrigen Bauvorhaben (der Gemeindevorstand entscheidet 

über alle abzulehnenden Baugesuche, Abs. 1), Bewilligungen für befriste-

ten gesteigerten Gemeingebrauch, Bewilligungen von dem Meldeverfah-

ren unterstellten Bauvorhaben [Art. 86 Abs. 3 des Raumplanungsgeset-

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zes (KRG; BR 801.100)] und ist zuständig für die Bauabnahmen und Kon-

trollen, Baupolizei sowie zur Prüfung und Antragstellung betr. Geschäfte 

gemäss Abs. 1. Sodann sieht Art. 62 Abs. 1 BG vor, dass alle Vorhaben 

für Bauten und Anlagen, einschliesslich Projektänderungen, Unterhalt 

Sanierungsarbeiten und Abbruch sowie Zweckänderungen von Bauten 

und Grundstücken, dem Bauamt schriftlich anzuzeigen sind. Das Bauamt 

entscheidet schliesslich, ob ein baubewilligungspflichtiges Bauvorhaben 

vorliegt. Das Bauamt hat damit kompetenzgemäss über das Begehren 

der Beschwerdeführer entschieden, so dass ein Entscheid im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG vorliegt und nicht bereits deswegen eine Rechts-

verweigerung gegeben ist.

5. Die Beschwerdeführer bemängeln, ihnen sei der Verzicht des Beschwer-

degegners auf eine Stellungnahme im Rahmen ihres Antrags vor der 

Gemeinde vom 28. Oktober 2015 nicht rechtsgenüglich mitgeteilt worden. 

Es würde sich eindeutig um überspitzten Formalismus handeln und ent-

spricht nicht dem Sinn und Zweck von Art. 29 Abs. 1 BV, wenn ein Ver-

zicht auf Stellungnahme einer Gegenpartei jeweils zur Kenntnis gebracht 

oder zur Stellungnahme zugesandt werden müsste. Ebenfalls überspitzt 

formalistisch wäre es, die offensichtlich untechnische Verwendung des 

Begriffs „bewilligt“ im Entscheid vom 15. Dezember 2015 als Zugeständ-

nis der Beschwerdegegnerin für eine Bewilligungspflicht zu werten.

6. Die Beschwerdeführer rügen sodann, vom verwaltungsinternen Augen-

schein des Bauamtes zu Unrecht ausgeschlossen worden zu sein.

Es ist unbestritten, dass einer Partei das Recht zusteht, an der Erhebung 

wesentlicher Beweise entweder mitwirken oder sich zumindest zum Be-

weisergebnis äussern zu können. Das Recht auf Teilnahme an einem 

Augenschein steht grundsätzlich jeder an einem Verfahren beteiligten 

Partei zu. Voraussetzung ist allerdings, dass der Augenschein als Mittel 

der Beweiserhebung, d.h. der Feststellung von wesentlichen Tatsachen 

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dient, die als beweisbedürftig gelten und als solche eingeschätzt werden. 

Nicht als Beweismassnahme gilt hingegen die bloss informelle verwal-

tungsinterne Orientierung durch einen Augenschein, wenn der rechtser-

hebliche Sachverhalt bereits aus den Akten genügend klar hervorgeht 

(BGE 125 II 473 E.4a; Urteile des Bundesgerichts 1C_388/2009 vom 17. 

Februar 2010 E.5.2, 2C_814/2010 vom 23. September 2011 E.3.3 sowie 

2P.87/2006 vom 14. Februar 2007 E.2.2). Eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs ist damit vorliegend nicht gegeben.

7. a) Vorliegend ist das Bauamt auf die Eingabe der Beschwerdeführer einge-

treten und hat diese geprüft. Die Feststellung, auf Parzelle 2426 seien 

keine baulichen Veränderungen vorgenommen worden, ist, wie die Be-

schwerdeführer zu Recht festhalten, überflüssig, nachdem solche gar 

nicht gerügt worden sind. Die Eingabe der Beschwerdeführer vom 28. Ok-

tober 2015 verlangt, dass die Gemeinde für die 2014 und/oder 2015 be-

reits durchgeführten Veränderungen (gemeint sind die Neupflanzungen 

von Bäumen) auf Parzelle 2426 ein Bewilligungsverfahren durchführe. 

Das Gesuch hat die Beschwerdegegnerin abgewiesen („Antrag wird hin-

fällig“), mit der Begründung, für das Pflanzen von Bäumen brauche es 

keine Baubewilligung. Die gepflanzten Bäume seien in Rücksprache mit 

der Gemeinde, dem Forstamt und dem Bauamt gesetzt und so bewilligt 

worden. Bei den relativ neu zur Strasse gepflanzten Bäumen handle es 

sich um Legföhren, die eine maximale Höhe von 3 m erreichten. 

b) Gemäss Art. 22 Abs. 1 VRG sind Entscheide zu begründen und müssen 

ein Dispositiv mit Rechtspruch und Kostenregelung sowie eine Belehrung 

über die Möglichkeit und die Frist des ordentlichen Weiterzugs enthalten. 

Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Be-

troffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur mög-

lich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-

weite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 

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wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 129 I 

232 E.3.2; 126 I 97 E.2b). Es ist insbesondere nicht nötig, dass sie sich mit 

jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausein-

andersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf die für den Entscheid we-

sentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97, E.2b). 

c) Die Begründung für die Abweisung des Gesuchs der Beschwerdeführer ist 

kurz, aber klar ausgefallen. Die Beschwerdegegnerin geht auf das Gesuch 

der Beschwerdeführer ein und begründet, weshalb sie der Ansicht ist, dass 

eben gerade kein Baubewilligungsverfahren notwendig ist. Das rechtliche 

Gehör ist somit nicht verletzt. Besteht nämlich keine Bewilligungspflicht für 

Bäume, musste auf die anderen, von den Beschwerdeführern aufgeworfe-

nen Fragen gar nicht Stellung genommen werden, eine kurze Begründung 

genügte vollauf.

8. a) Damit nicht beantwortet ist die Frage, ob die Begründung für die Abwei-

sung des Gesuchs der Beschwerdeführer durch die Beschwerdegegnerin 

richtig war oder nicht. Im Rahmen der Rechtsverweigerungsbeschwerde 

ist diese Frage vorliegend zu prüfen, weil die Beschwerdegegnerin das 

Gesuch hätte gutheissen müssen, wenn das vorliegende Pflanzen der 

Bäume bewilligungspflichtig wäre und die Antwort damit negativ ausfiele. 

b) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, letztmals festgehalten im 

Urteil 1C_658/2013 vom 24. Januar 2014, dürfen Bauten und Anlagen 

nach Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raum-

planungsgesetz; RPG, SR 700) nur mit behördlicher Bewilligung errichtet 

oder geändert werden. Bauten und Anlagen im Sinne dieser Bestimmung 

sind künstlich geschaffene und auf Dauer angelegte Einrichtungen, die in 

fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstel-

lung über die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-I-232
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-I-232
http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-I-97

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Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder 

die Umwelt beeinträchtigen. Massstab dafür, ob eine bauliche Massnah-

me erheblich genug ist, um sie dem Baubewilligungsverfahren zu unter-

werfen ist dabei die Frage, ob mit der Realisierung der Baute oder Anlage 

im Allgemeinen, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, so wichtige 

räumliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der Öffentlichkeit 

oder der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle besteht. Die Baubewil-

ligungspflicht soll es mithin der Behörde ermöglichen, das Bauprojekt in 

Bezug auf seine räumlichen Folgen vor seiner Ausführung auf die Über-

einstimmung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und der übrigen 

einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen (BGE 139 II 134 E.5.2. mit 

Hinweisen). Der bundesgerichtliche Begriff der bewilligungspflichtigen 

Bauten und Anlagen kann von den Kantonen weiter, nicht aber enger ge-

fasst werden (Urteil des Bundesgerichts 1C_509/2010 vom 16. Februar 

2011 E.2.3.1 mit Hinweisen). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es sich rechtfertigen, 

Pflanzungen - gleich wie Bodenveränderungen durch Zäune, 

Abschrankungen, Teiche etc. - Anlagen gleichzustellen. So kann das 

Pflanzen von Bäumen im Einzelfall zu einer von Menschenhand 

geschaffenen, dauerhaften und mit dem Boden verbundenen 

wesentlichen Veränderung der Landschaft führen. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich danach, welche konkrete Auswirkung eine Pflanzung 

namentlich in ästhetischer Hinsicht auf die Landschaft hat. Dabei sind 

insbesondere die Bedeutung und Art der Bepflanzung, die Oberfläche, die 

Dichte und ihre Anordnung sowie ihre Eingliederung in die bestehende 

Umgebung zu berücksichtigen. So kann eine kleine Vergrösserung eines 

Privatgartens durch die Pflanzung einiger Bäume in der Nähe eines 

Wohnhauses von der Bewilligungspflicht ausgenommen werden. 

Dagegen führt die Schaffung eines eigentlichen Landschaftsparkes auf 

einer vorher landwirtschaftlich genutzten Fläche zu einem erheblichen 

Eingriff in die Landschaft und zu einer Nutzungsänderung, wenn damit die 

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landwirtschaftliche Nutzung dauerhaft ausgeschlossen wird (Urteil des 

Bundesgerichts 1A.276/2006 vom 25. April 2007 E.5.2 mit Hinweis).

c) Vorliegend ist aus den eingereichten Akten genügend erstellt, dass es 

sich um den Ersatz bereits bestehender Bäume handelt und die 

Anpflanzung im Wesentlichen gleich blieb respektive sogar bedeutend 

lichter wurde als sie bis zur „Rodung“ im Januar 2014 bestand. Weder 

kann vorliegend von einem erheblichen Eingriff in die Landschaft noch 

von einer Nutzungsänderung die Rede sein. Es handelt sich stattdessen 

vorliegend um eine bewilligungsfreie Veränderung. Die 

Beschwerdegegnerin hat folglich die angefochtene Verfügung nicht nur 

genügend, sondern auch entsprechend der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung begründet. Die weiteren Vorbringen der 

Beschwerdeführer mussten vorinstanzlich und müssen auch vorliegend 

nicht mehr geprüft werden. 

d) Nachdem die Begründung des angefochtenen Entscheids genügend 

ausgefallen ist und keine Bewilligungspflicht für die vorliegende 

Neuanpflanzung besteht, ist die Beschwerde abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Verfahrens zulasten der Be-

schwerdeführer (Art. 73 Abs. 1 VRG). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird 

die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei 

alle durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu erset-

zen. Da der Beschwerdegegner keinen entsprechenden Antrag gestellt 

hat und auch nicht anwaltlich vertreten war, ist von einer Parteientschädi-

gung abzusehen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht sodann 

gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 1'814.--

gehen je zulasten des solidarisch haftenden A._____, B._____ und 

C._____. Sie sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen

3. [Rechtsmittelbelehrung[

4. [Mitteilungen]

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 

25. November 2016 gutgeheissen (1C_325/2016).