# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a689874-c7bd-52d5-a755-7f6f1c975296
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 26.04.2022 VBE.2021.499
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-499_2022-04-26.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2021.499 / nba / fi 

Art. 37 

 

 

Urteil vom 26. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Schircks Denzler  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Battaglia          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____   

unentgeltlich vertreten durch Dr. iur. Markus Wick, Rechtsanwalt,  

Bachmattweg 1, Postfach, 5070 Frick    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten; medizinische Abklärung 

(Verfügung vom 8. Oktober 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1987 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 22. März 2012 

bei der IV-Stelle des Kantons Q. zum Bezug von Leistungen der 

Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Diese liess die Beschwer-

deführerin im Rahmen der darauffolgenden Abklärungen in der MEDAS 

Ostschweiz polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 12. März 2014). 

Mit Verfügung vom 10. August 2015 sprach sie der Beschwerdeführerin 

daraufhin eine halbe Rente ab dem 1. Mai 2014 zu. Auf das am 6. Mai 2016 

gestellte Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin trat die IV-

Stelle am 1. Juli 2016 nicht ein.  

 

1.2. 

Im Januar 2018 leitete die zwischenzeitlich zuständig gewordene Be-

schwerdegegnerin ein Revisionsverfahren ein (VB 84), in dessen Verlauf 

sie die Beschwerdeführerin polydisziplinär begutachten liess (Gutachten 

der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH, Unterseen [MEDAS], vom  

9. April 2019). Nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) unterbreitete sie den Gutachtern Ergänzungsfragen, wozu diese am 

29. August 2019 Stellung nahmen. Nach erneuter mehrmaliger Rückspra-

che mit dem RAD teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 

mit Schreiben vom 6. April 2021 mit, es sei eine bidisziplinäre (rheumato-

logisch-psychiatrische) Begutachtung erforderlich; als Gutachterstelle sei 

die Swiss Medical Assessment- and Business Center AG, Bern (SMAB), 

vorgesehen. Auf entsprechende Einwände der Beschwerdeführerin hin 

verfügte die Beschwerdegegnerin am 8. Oktober 2021 die Anordnung der 

Begutachtung wie mit Schreiben vom 6. April 2021 angekündigt. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2021 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 10. November 2021 Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

" 1.  
 Die Zwischenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 08.10.2021, Verfü-

gungs-Nr. 3192.02114.83895, sei vollumfänglich aufzuheben. 
 
 2.  
 2.1 
 Es sei ohne weitere Begutachtung festzustellen, dass der Beschwerdefüh-

rerin weiterhin eine halbe IV-Rente zusteht. 
 
 2.2 
 Eventualiter sei die Sache zwecks Vorgehen gemäss Ziffer 2.1 vorstehend 

an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen.  

 - 3 - 

 

 

 

 
 2.3 
 Subeventualiter sei es der Beschwerdegegnerin freizustellen, weitere 

Rückfragen an die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH bezüglich deren 
Gutachten vom April 2019 zu stellen, und danach die Rentenfrage zu ent-
scheiden. 

 
 3. 
 3.1 
 Der Beschwerdeführerin sei umfassend die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren, und der unterzeichnende Anwalt zu ihrem unentgeltlichen 
Rechtsvertreter zu bestellen. 

 
 3.2 
 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-

nerin resp. des Staates." 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 26. Novem-

ber 2021 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 29. November 2021 wurde der 

Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und 

Dr. iur. Markus Wick, Rechtsanwalt, Frick, zu ihrem unentgeltlichen 

Rechtsvertreter ernannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 8. Ok-

tober 2021 an der (bidisziplinären) Begutachtung durch die SMAB fest, da 

im MEDAS-Gutachten vom 9. April 2019 (vgl. Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 104.1) "Fragen zur versicherungsmedizinischen Umsetzung fehlten", 

welche durch Rückfragen nicht hätten geklärt werden können (VB 142/1); 

überdies seien weitere medizinische Berichte eingegangen. Die Beschwer-

deführerin macht dagegen im Wesentlichen geltend, bei der vorgesehenen 

Begutachtung durch die SMAB handle es sich um eine unzulässige "se-

cond opinion".  

 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfü-

gung vom 8. Oktober 2021 zu Recht eine (erneute) Begutachtung angeord-

net hat. Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus beantragt, es sei 

festzustellen, dass ihr weiterhin eine halbe IV-Rente zustehe (Rechtsbe-

gehren Ziffer 2.1 f.), liegt dies hingegen ausserhalb des Streitgegenstan-

des dieses Verfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164 f.), weshalb auf 

die Beschwerde in diesem Umfang nicht einzutreten ist. Gleiches gilt be-

treffend den Antrag, es sei der Beschwerdegegnerin "freizustellen", den 

 - 4 - 

 

 

 

Gutachtern der MEDAS weitere Rückfragen zu stellen (Rechtsbegehren 

Ziffer 2.3). 

 

2. 

2.1. 

Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus und 

ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; BGE 132 V 93 E. 5.2.8 

S. 105). 

 

2.2. 

Der Versicherer nimmt gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG die notwendigen Ab-

klärungen von Amtes wegen vor (BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105). Die me-

dizinische Abklärung der objektiven Gesundheitsschäden ist eine unab-

dingbare gesetzlich verankerte Voraussetzung für die Zusprache einer 

Leistung der Invalidenversicherung (vgl. Art. 7 Abs. 2, 16 und 43 Abs. 1 

ATSG). Der Versicherer befindet darüber, mit welchen Mitteln er den 

rechtserheblichen Sachverhalt abklärt. Im Rahmen der Verfahrensleitung 

hat er einen grossen Ermessensspielraum hinsichtlich Notwendigkeit, Um-

fang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen. Was zu bewei-

sen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter-

suchungsgrundsatz hat der Versicherer den Sachverhalt soweit zu ermit-

teln, dass er über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entscheiden kann. Dabei kommt 

den Sachverständigengutachten eine massgebende Rolle zu (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_28/2010 vom 12. März 2010 E. 4.1 mit Hinweis auf 

BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). 

 

2.3. 

Wird eine Begutachtung verfügungsweise angeordnet, so kann die versi-

cherte Person materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 

(etwa mit dem Einwand, es handle sich um eine unnötige "second opinion"), 

gegen Art oder Umfang der Begutachtung (beispielsweise betreffend die 

Auswahl der medizinischen Disziplinen) oder gegen bezeichnete Sachver-

ständige (etwa betreffend deren Fachkompetenz) erheben (BGE 138 V 271 

E. 1.1 S. 274 f. mit Hinweis; BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510). 

 

2.4. 

Nach dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 1 und Abs. 2 ATSG müssen die vom 

Versicherer angeordneten Untersuchungen notwendig und somit von ent-

scheidender Bedeutung für die Erstellung des rechtserheblichen Sachver-

halts sein. In diesem Sinne liegt die medizinische Begutachtung nicht im 

 - 5 - 

 

 

 

uneingeschränkten Ermessen der rechtsanwendenden Stellen. Diese ha-

ben sich von rechtsstaatlichen Grundsätzen leiten zu lassen, wozu die Ver-

pflichtung zur Objektivität und Unvoreingenommenheit gehört (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_28/2010 vom 12. März 2010 E. 4.1 und BGE 137 

V 210 E. 3.3.1 S. 245, jeweils mit Hinweisen). Die IV-Stelle hat daher nicht 

das Recht, weitere Erhebungen vorzunehmen, wenn ihr das Ergebnis des 

an sich genügend abgeklärten Sachverhalts nicht gefällt (vgl. BGE 136 

V 156 E. 3.3 S. 158).  

 

3. 

Dem im Rahmen des Revisionsverfahrens eingeholten polydisziplinären 

(allgemeininternistisch/rheumatologisch/pneumologisch/psychiatrischen) 

MEDAS-Gutachten vom 9. April 2019 lassen sich folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen (VB 104.1/7): 

 

" 1. Dysthymia, F34.1 
 2. Somatisierungsstörung, F45.0 
 3. Akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicheren, negativistischen, ag-

gressionsgehemmten und zwanghaften Anteilen, Z73.1 
 4. Chronifiziertes panvertebrales Schmerzsyndrom bei ausgeprägter Ky-

phoskoliose, Spondylolisthesis L5/S1 bei Spondylolyse L5, muskulärer 
Haltungsinsuffizienz 

 5. Episodisch auftretende Oligoarthralgien ungeklärter Aetiologie, aktuell 
zum Teil auffällige rheumatologische Laborparameter" 

 

In erwerblicher Hinsicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in der ange-

stammten Tätigkeit als Bankkauffrau als auch in einer angepassten Tätig-

keit zu 50 % arbeitsfähig. Die Einschränkungen bestünden dabei aufgrund 

der psychiatrischen und rheumatologischen Befunde. Seit dem Gutachten 

der MEDAS Ostschweiz vom März 2014 hätten sich keine wesentlichen 

Änderungen des Gesundheitszustandes ergeben (VB 104.1/8 f.). 

 

In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 29. August 2019 bestätigten die 

Gutachter ihre Einschätzung im Wesentlichen und machten noch verschie-

dene ergänzende Angaben (VB 112). 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

 - 6 - 

 

 

 

4.1.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte ist Beweiswert zuzuerkennen, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 E. 5.1.4 mit 

Hinweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Den Gutachten kommt somit 

bei Abklärungen im Leistungsbereich der Sozialversicherung überragende 

Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über den All-

gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu 

Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105). 

 

4.1.3. 

Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – er-

hebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein be-

trachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen 

Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenbe-

rechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich 

erforderlichen Beweiswert, wenn sich die ärztliche Einschätzung nicht hin-

reichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge-

sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben jedoch Sach-

lagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich 

verändert haben (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.2; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_113/2019 vom 29. August 2019 E. 2.2). 

 

4.2. 

4.2.1. 

RAD-Arzt med. pract. B., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

befand in seiner konsiliarischen Beurteilung vom 28. Januar 2021 den psy-

chiatrischen Teil des MEDAS-Gutachtens für nicht beweistauglich. So 

seien die gesamte Diagnostik und die Befunde mit der attestierten Arbeits-

fähigkeit nicht in Einklang zu bringen. Grundsätzlich sei keine der gestellten 

Diagnosen geeignet, eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit zu begrün-

den. Die gestellten Rückfragen seien insuffizient beantwortet worden und 

zeugten von mangelndem versicherungsmedizinischem Verständnis des 

Gutachters (VB 126/3). 

 

4.2.2. 

Rechtsprechungsgemäss kann grundsätzlich nur eine schwere psychische 

Störung invalidisierend im Rechtssinn sein. Eine leicht- bis mittelgradige 

depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische 

Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische 

Krankheit definieren. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches 

Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheits-

schadens in Frage gestellt. Diesfalls müssen gewichtige Gründe vorliegen, 

damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden 

 - 7 - 

 

 

 

kann. Es ist Aufgabe der medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar 

aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression 

und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle 

Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirken (BGE 148 V 49 E. 6.2.2 S. 55 mit Hinweisen).  

 

Bei einer Dysthymie handelt es sich definitionsgemäss um eine bloss leicht-

gradige Beeinträchtigung, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen 

Episoden die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige rezidivierende de-

pressive Störung nicht erfüllt (Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 

30. September 2015 E. 3.3.3). Weshalb der (in affektiver Hinsicht) lediglich 

vorliegenden Dysthymie im Falle der Beschwerdeführerin, die sich gemäss 

MEDAS-Gutachten noch nie einer "wirkliche[n] psychiatrische[n] Behand-

lung" unterzogen hat (vgl. VB 104.3/20), invalidisierende Auswirkungen zu-

kommen sollte, legte der psychiatrische Gutachter nicht dar.  

  

Was sodann die akzentuierten Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), denen 

der Gutachter ebenfalls Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beimass, an-

belangt, handelt es sich bei Z-Diagnosen nicht um Erkrankungen im Sinne 

der anerkannten internationalen Klassifikationssysteme, sondern um Fak-

toren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme 

des Gesundheitswesens führen. Z-Diagnosen stellen rechtsprechungsge-

mäss grundsätzlich keine invalidisierenden Gesundheitsschäden dar (Ur-

teile des Bundesgerichts 9C_279/2020 vom 15. Juli 2020 E. 5.3; 

9C_542/2019 vom 12. November 2019 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 

 

Weiter ist zu beachten, dass die Abgrenzung zwischen medizinisch objek-

tivierbarem Leiden und invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich nicht 

relevanten subjektiv empfundenen Beeinträchtigungen in einem Gutachten 

umso sorgfältiger begründet werden muss, je schwieriger die Objektivie-

rung von Befunden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2013 vom 

12. Juli 2013 E. 4.2 mit Hinweis). In Anbetracht der vom psychiatrischen 

Gutachter diagnostizierten Somatisierungsstörung wäre somit eine ver-

tiefte Auseinandersetzung mit den objektivierbaren somatischen Befunden 

und den geklagten körperlichen Beschwerden erforderlich gewesen. Eine 

solche fand indes – auch in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung – 

nicht statt. Nachdem der psychiatrische Gutachter es von den Ergebnissen 

der Konsensbesprechung abhängig gemacht hatte, ob die entsprechende 

Diagnose überhaupt gestellt werden könne (VB 104.3/20), wurde in der 

Konsensbeurteilung dann diesbezüglich lediglich festgehalten, die Häufig-

keit verschiedener körperlicher Beschwerden "l[ie]ssen an eine nicht unbe-

deutende Somatisierungsstörung denken" (VB 104.1/6). Sodann erscheint 

es – worauf die RAD-Ärzte Dr. med. C. und med. pract. B. zutreffend 

hinwiesen (VB 107/4; 114/3;126/3) – nicht nachvollziehbar, weshalb 

einerseits lediglich noch eine Dysthymie anstatt der von den Vorgutachtern 

festgestellten mittelgradigen depressiven Störung diagnostiziert wurde 

 - 8 - 

 

 

 

(VB 104.3/19; vgl. VB 41.1/30), andererseits (mit der Begründung, unter-

schiedliche Schwankungs- und Ausprägungsgrade einer depressiven Stö-

rung würden "keinen Widerspruch per se" darstellenden [VB 104.1/8]), von 

einem seit 2012 unveränderten psychischen Gesundheitszustand ausge-

gangen wurde (VB 104.3/24). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Betreffend das rheumatologische Teilgutachten hielt RAD-Arzt Dr. med. C., 

Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, in seiner 

Stellungnahme vom 2. Mai 2019 fest, die "durchwegs korrekt formulierten" 

Diagnosen seien (wahrscheinlich fälschlicherweise) als ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt worden. Insbesondere fehlten bei der 

Begründung der attestierten reduzierten Arbeitsfähigkeit Vergleiche mit 

den orthopädischen Gutachten aus den Jahren 2012 und 2014, in welchen 

von einer kurzfristig erreichbaren vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen 

worden war (VB 107/3). 

 

Der rheumatologische Gutachter gab in der Folge auf entsprechende Rück-

frage (VB 109) keine Stellungnahme ab, sondern reichte sein mit verschie-

denen Ergänzungen bzw. Änderungen versehenes ursprüngliches Teilgut-

achten ein (VB 112/5 ff.). Im ergänzten bzw. abgeänderten Teilgutachten 

führte er nun die fraglichen Gesundheitsstörungen unter dem Titel "Dia-

gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" auf (VB 112/13; 

vgl. VB 106/10) und ergänzte zusätzlich, dass gegenüber den vorherigen 

Begutachtungen sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit die klinische Aktivität 

der wahrscheinlich vorliegenden anti-CCP-Antikörper positiven und ANF-

positiven Rheumatoiden Arthritis verstärkt" habe (VB 112/16; 

vgl. VB 106/12). Ferner führte er ergänzend aus, die maximale Präsenz der 

Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit betrage fünf 

Stunden pro Tag, wobei sich die Einschränkung der "zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit" einerseits durch eine deutliche Haltungsinsuffizienz, 

andererseits durch eine mittelgradige Leistungsintoleranz begründe, 

möglicherweise im Rahmen der systemischen inflammatorischen 

Grunderkrankung, welche zu einer erheblichen Schädigung des PIP III der 

rechten Hand geführt habe (VB 112/17). 

 

Dazu nahm Dr. med. C. am 3. Oktober 2019 erneut Stellung und äusserte 

sich dahingehend, dass die Frage nach dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit 

"seit Berentung" nicht nachvollziehbar beantwortet werde. Der klinische 

Befund bestätige die Residuen einer "evtl. entzündlichen Schädigung von 

PIP 3 der rechten Hand", jedoch mit Extensionsdefizit und intaktem Faust-

schluss, als Resultat einer Entzündung 2008. Postuliert werde ausserdem 

eine "AZ-Belastung durch eine mögliche Entzündung". Es fehlten aber Mor-

gensteifigkeit und klinische Entzündungszeichen an Händen und Füssen, 

und in der Laboruntersuchung sei keine humorale Entzündung festgestellt 

 - 9 - 

 

 

 

worden. "Die überraschend erhöhten Anti CCP AK" seien kontrollbedürftig 

und könnten ein erhöhtes Risiko einer Gelenksentzündung bedeuten; der 

Laborwert habe aber mit den genannten anamnestischen und klinischen 

Angaben vorderhand keinen nachvollziehbaren Einfluss auf die Arbeitsfä-

higkeit. Die Haltungsinsuffizienz wäre behandelbar, die Spondylolisthesis 

sei "makrostabil", und beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit in der ange-

stammten oder einer angepassten Tätigkeit nicht, wie dies auch in den 

früheren Gutachten festgehalten worden sei. Nach Rückfrage beim rheu-

matologischen Gutachter liege zusammenfassend eine nachvollziehbare, 

detaillierte klinische Beurteilung vor. Die postulierte Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit auf 60 % sowohl in der angestammten als auch in einer an-

gepassten Tätigkeit sei aber "weder nachvollziehbar begründet, noch im 

Verlauf erklärt". Ein Laborwert könne für die Prognose relevant sein, ohne 

weitere klinische Manifestation ("Entzündung im Labor, Gelenksschwellun-

gen sowie wichtige anamnestische Parameter wie Morgensteifigkeit"), je-

doch nicht für ein allgemeines Krankheitsgefühl. Aus rheumatologischer 

RAD-Sicht bestehe damit – unverändert zur Beurteilung im Jahr 2014 – 

eine volle Arbeitsfähigkeit "angestammt und angepasst" (VB 114/3). 

 

4.3.2. 

Die regionalen ärztlichen Dienste beurteilen die medizinischen Voraus-

setzungen des Leistungsanspruchs (Art. 49 Abs. 1 IVV). Die Funktion in-

terner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermas-

sen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerich-

ten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden ha-

ben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdi-

gen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen 

Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder 

die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung 

vorzunehmen sei (SVR 2009 IV Nr. 50 S. 153, 8C_756/2008 E. 4.4; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_262/2013 vom 5. Juli 2013 E. 4).  

 

4.3.3. 

Dass Dr. med. C. die rheumatologische Beurteilung im MEDAS-Gutachten 

nicht für beweistauglich befand, leuchtet durchaus ein. So vermag 

namentlich die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus rheumatologischer Sicht 

nicht zu überzeugen. Der rheumatologische Gutachter führte diesbezüglich 

aus, es ergebe sich eine deutliche Reduktion der zumutbaren Belastbarkeit 

des Achsenskelettes, "dies für sämtliche rückenbelastende Tätigkeiten, dy-

namisch und auch statisch" sowie eine leicht- bis mittelgradige Einschrän-

kung der Belastbarkeit der peripheren Gelenke, "insbesondere während 

einer akuten Schmerz/Entzündungsphase" (VB 106/10). Die attestierte 

40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründete er dabei unter an-

derem mit einer mittelgradigen Leistungsintoleranz, "möglicherweise im 

Rahmen der systemischen inflammatorischen Grunderkrankung" 

 - 10 - 

 

 

 

(VB 112/17). Im Sozialversicherungsrecht gilt der Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts ge-

nügt nicht (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429). Andere Ursachen für die 

"mittelgradige Leistungsintoleranz" wurden nicht genannt, sodass unklar 

bleibt, aufgrund welcher organisch objektivierbaren Befunde eine solche 

bestehen sollte. Das blosse Abstellen auf subjektive Angaben genügt je-

denfalls nicht, um eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen (BGE 143 V 124 

E. 2.2 S. 127 mit Hinweis auf 130 V 396 E. 5.3.2 S. 398; vgl. auch 139 

V 547 E. 5.4 S. 556). Der psychiatrische Gutachter gab zudem an, eine 

Neigung der Beschwerdeführerin zum Überzeichnen ihrer körperlichen Be-

schwerden sei augenscheinlich (VB 104.3/16), während der rheumatologi-

sche Gutachter ausführte, "die Plausibilität der Beschwerden" sei nachvoll-

ziehbar (VB 106/11). In der Konsensbeurteilung wurde demgegenüber 

festgehalten, der subjektive Leidensdruck erscheine "sehr hoch, im Gegen-

satz zu eher spärlichen objektiven Befunden" (VB 104.1/8). Vor diesem 

Hintergrund erweist sich die Kritik von RAD-Arzt Dr. med. C. hinsichtlich mit 

den erhobenen Befunden nicht begründbarer attestierter Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit als nachvollziehbar. Als Facharzt für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation erweist sich Dr. med. C. – entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 7, 9) – sodann als fachkompetent 

zur Beurteilung der Qualität des rheumatologischen Gutachtens. So sind 

Fachärzte für physikalische Medizin und Rehabilitation befähigt, Abklärung 

und Behandlung des gesamten Spektrums der konservativen 

muskuloskelettalen Medizin durchzuführen (vgl. dazu sowie allgemein zum 

fraglichen Fachbereich: Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und 

Fortbildung [SiWF], Weiterbildungsprogramm zum Facharzt für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation, Allgemeines, Ziff. 1.1; abrufbar 

unter: https://www.siwf.ch/files/pdf16/physikalische_medizin_version_in-

ternet_d.pdf; zuletzt besucht am 26. April 2022).  

 

4.4. 

Zusammengefasst gelangte die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 

Schluss, dass – auch unter Berücksichtigung der ergänzenden gutachterli-

chen Stellungnahme vom 17. Juli 2019 bzw. dem ergänzten rheumatologi-

schen Teilgutachten vom 14. Juli 2019 (VB 112) – auf die psychiatrische 

und die rheumatologische Beurteilung der MEDAS-Gutachter nicht abge-

stellt werden könne. Eine erneute Rückfrage bei den beteiligten Gutachtern 

erscheint auch vor dem Hintergrund der diesbezüglichen bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_874/2013 vom 

14. Februar 2014 E. 3.3) als nicht zweckdienlich. Bei der von der Be-

schwerdegegnerin vorgesehenen rheumatologisch-psychiatrischen Begut-

achtung durch Ärzte der SMAB handelt es sich somit um keine unzulässige 

"second opinion". Weitere Gründe, die gegen die mit der angefochtenen 

Verfügung angeordnete Begutachtung sprächen (Wahl der Fachdiszipli-

nen, persönliche Ausstandsgründe gegen die vorgesehenen Gutachter), 

bringt die Beschwerdeführerin nicht vor und sind auch nicht ersichtlich.  

 - 11 - 

 

 

 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, eine weitere Begut-

achtung sei ihr angesichts der Tatsache, dass sie in einem kurzen Zeitraum 

schon "gegenüber sehr vielen Fachärzten ihre Beschwerden geschildert 

und belegt" habe nicht zumutbar. Überdies sei nicht absehbar, ob sie am 

entsprechenden Tag fähig wäre, einen PW zu führen; auch kenne sie nie-

manden, der sie fahren könnte, und sei sie aufgrund diverser Ängste aus-

serstande, öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen (Beschwerde S. 10). 

 

5.2. 

Die Mitwirkung an medizinischen Abklärungen ist zumutbar, wenn der ver-

folgte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zur Beeinträchtigung des 

Pflichtigen steht. Für diese Beurteilung sind sowohl die objektiven als auch 

die subjektiven Umstände zu berücksichtigen. Dabei ist die Frage der sub-

jektiven Zumutbarkeit ebenfalls objektiv zu klären: Es geht mithin nicht etwa 

darum, ob die betreffende Person aus ihrer eigenen, subjektiven Wahrneh-

mung heraus die Untersuchung als zumutbar erachtet, sondern darum, 

dass die subjektiven Umstände, etwa Alter, Gesundheitszustand, bisherige 

Erfahrungen mit Abklärungen, in einer objektiven Betrachtung dahinge-

hend gewürdigt werden, ob diese Umstände die Untersuchung zulassen 

oder nicht. Die üblichen Untersuchungen in einer Gutachtensstelle sind 

ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als zumutbar zu be-

trachten (Urteile des Bundesgerichts 8C_283/2020 vom 4. August 2020 

E. 4.2.1 und 8C_481/2013 vom 7. November 2013 E. 3.4 [nicht publiziert 

in BGE 139 V 585]). 

 

5.3. 

Die Beschwerdegegnerin bot der Beschwerdeführerin bezüglich der 

"Schwierigkeiten in Verbindung mit der Anreise" in der angefochtenen Ver-

fügung sinngemäss an, auf deren Wunsch hin einen Fahrer des Fahrdiens-

tes des Schweizerischen Roten Kreuzes aufzubieten (VB 142/1). Inwiefern 

diese Möglichkeit "zumindest zweifelhaft" sein sollte (Beschwerde S. 10), 

wird weder dargetan, noch ist dies ersichtlich. Dass die Beschwerdeführe-

rin ihre Beschwerden schon diversen Ärzten "geschildert und belegt" hat 

(Beschwerde S. 10), führt nicht dazu, dass ihr eine erneute Begutachtung 

ausnahmsweise (vgl. E. 5.2.) unzumutbar wäre. Der Beschwerdeführerin 

ist eine weitere Begutachtung demnach ohne Weiteres zumutbar.  

 

6. 

Zusammenfassend erweist sich die mit Verfügung vom 8. Oktober 2021 

getroffene Anordnung einer bidisziplinären Begutachtung durch Ärzte der 

SMAB als rechtmässig, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzu-

weisen ist, soweit auf diese einzutreten ist.  

 

 - 12 - 

 

 

 

7. 

7.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig, wobei die Kosten nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt werden. Die angefochtene Zwi-

schenverfügung hat zwar nicht direkt eine IV-Leistung zum Gegenstand. 

Der Anfechtungsgegenstand betrifft jedoch die Abklärung des Leistungs-

anspruchs (Beweisverfügung) und hängt daher mit der Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen eng zusammen. Dies führt zur Kosten-

pflicht des Verfahrens, wenn Fragen im Zusammenhang mit einer Gutach-

tensanordnung strittig sind (vgl. BGE 121 V 178 E. 4a S. 180; SVR 2013 IV 

Nr. 2, 9C_639/2011 E. 3.4 mit Hinweisen).  

 

Für das vorliegende Verfahren betragen die Verfahrenskosten Fr. 400.00. 

Sie sind gemäss dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin aufzu-

erlegen. Da dieser die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, sind die 

Kosten einstweilen lediglich vorzumerken. 

 

7.2. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter 

wird das angemessene Honorar nach Eintritt der Rechtskraft des versiche-

rungsgerichtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein 

(§ 34 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). 

 

7.3. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der dem Rechtsvertreter ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.00 werden der Beschwerde-

führerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

werden sie einstweilen vorgemerkt. 

 

 - 13 - 

 

 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

4. 

Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters wird richterlich auf 

Fr. 1'850.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Dr. iur. Mar-

kus Wick, Rechtsanwalt, Frick, nach Eintritt der Rechtskraft das Honorar 

von Fr. 1'850.00 auszurichten. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (Vertreter; 2-fach)   

die Beschwerdegegnerin    

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Mitteilung nach Rechtskraft an: 

die Obergerichtskasse 

 

  

 - 14 - 

 

 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 26. April 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Battaglia