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**Case Identifier:** 439689c8-9eee-5880-96e0-41caf490b366
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.06.2016 200 2015 940
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-940_2016-06-09.pdf

## Full Text

200 15 940 IV
GRD/RUM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Juni 2016

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwältin B.________ 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2016, IV/15/940, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
gelernter … und Inhaber einer … (Antwortbeilagen [AB] 5/3, 30/3 f.). Am 
25. April 2014 meldete er sich bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) unter Angabe einer Lungenschädigung zum Bezug einer IV-
Rente an (AB 2). Die IVB holte medizinische und erwerbliche Unterlagen 
sowie einen Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende ein (AB 30). 
Mit Vorbescheid vom 24. Juli 2015 stellte die IVB bei einem anhand der 
ausserordentlichen Invaliditätsbemessungsmethode ermittelten Invaliditäts-
grad von 20 % die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht (AB 31). 
Dagegen liess der Versicherte am 20. August 2015 Einwand erheben 
(AB 35). Nach Einholung einer Stellungnahme des Abklärungsdienstes 
vom 1. September 2015 (AB 38) lehnte die IVB mit Verfügung vom 
29. September 2015 einen Rentenanspruch, wie angekündigt, ab (AB 39).

B.

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 liess der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Beschwerde erheben. Er beantragt, die Ver-
fügung vom 29. September 2015 sei aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ein halbe IV-Rente zuzu-
sprechen. In der Begründung wird im Wesentlichen die Invaliditätsbemes-
sung als unrichtig gerügt.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2015 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 7. Juni 2016 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2016, IV/15/940, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 29. September 2015 (AB 39). 
Streitig ist der Anspruch auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-

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möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. In-
soweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverläs-
sig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode 
für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) zunächst anhand eines Betäti-
gungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist 
alsdann im Hinblick auf ihre erwerblichen Auswirkungen noch besonders zu 
gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsver-
mögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwen-
digerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben 
(ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1 S. 31, 104 
V 135 E. 2c S. 138). Die ausserordentliche Methode ist keine Untervariante 
der allgemeinen Methode, da sie in jenen Fällen zur Anwendung gelangt, in 

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welchen selbst eine hypothetische Ermittlung der Erwerbseinkommen nicht 
möglich ist. Folglich fällt für die erwerbliche Gewichtung ein Einkommens-
vergleich ausser Betracht. Um die wirtschaftliche Gewichtung vorzuneh-
men, bietet sich an, den Wert der verschiedenen Betätigungen im Verhält-
nis zueinander festzustellen und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätig-
keitsbereich in Beziehung zu setzen. Für die Bemessung des wirtschaftli-
chen Werts einer Tätigkeit liegt es nahe, von den diesbezüglichen, mög-
lichst einzelfallbezogenen Ansätzen auszugehen; diese könnten etwa bei 
den branchenspezifischen Berufsverbänden erfragt werden (BGE 128 V 29 
E. 4a - c S. 32).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Im Arztbericht vom 11. September 2014 führte der Hausarzt, Dr. 
med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, als Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronisch obstruktive 
Lungenerkrankung, ein obstruktives Schnarchen unklarer Signifikanz und 
als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine arterielle 
Hypertonie, Adipositas und ein kombiniertes Aortenvitium auf. Die aktuelle 
Behandlung wegen Anstrengungsdypnoe und zeitweise pfeifender Atmung 
habe im Juli 2013 (richtig: 2012; vgl. AB 21/1 Ziff. 1.2) begonnen. Der Be-
schwerdeführer könne nicht mehr das gewohnte Arbeitspensum in der … 
leisten, müsse Arbeiten delegieren und habe deshalb mehr Personal ein-
stellen müssen. Er müsse v.a. am Vormittag auch schlafen gehen und falle 
in der … aus. Tagsüber liege nur noch Büroarbeit und Einkauf drin. Die bis-
herige Tätigkeit sei zu 50 % zumutbar. Es bestehe dabei eine verminderte 
Leistungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer müsse sich mit Masken vor … 
schützen und könne sich nur eingeschränkt dauerhaft anstrengen. Die früh-
morgendliche Tätigkeit in der … sei weiterhin möglich, ab Vormittag allein 
noch Arbeiten mit geringer Anstrengung (AB 21).

3.1.2 Im Arztbericht vom 4. Januar 2015 hielt Dr. med. D.________, 
Facharzt für Pneumologie FMH und Allgemeine Innere Medizin FMH, als 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronisch obstrukti-
ve Lungenerkrankung, am ehesten im Rahmen eines langjährigen …, eine 
… und Adipositas sowie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine arterielle Hypertonie und ein obstruktives Schnarchen unkla-
rer Signifikanz fest. Bereits im November 2012 habe der Beschwerdeführer 

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über eine seit längerem bestehende und im Verlauf progrediente Anstren-
gungsatemnot mit gelegentlich pfeifender Atmung geklagt. Es bestehe eine 
medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit November 2012. 
Bei ventilatorischen Reserven von 64 % des Sollwertes bestehe eine mit-
telschwere Lungenfunktionseinbusse, welche sich bei körperlich schweren 
oder mittelschweren Tätigkeiten leistungsmindernd auswirke. Der Be-
schwerdeführer ermüde rascher als früher. Zudem träten asthmatische und 
rhinitische Symptome bei … auf. Die bisherige Tätigkeit sei je nach Belas-
tungsintensität und Berufshektik zu vier bis fünf Stunden pro Tag ohne wei-
tere Leistungseinschränkung zumutbar. In einer leidensangepassten, kör-
perlich nicht anstrengenden Tätigkeit bestünde eine vollumfängliche Ar-
beitsfähigkeit (AB 22/10 ff.).

3.1.3 Im Bericht vom 5. Februar 2015 hielt Dr. med. D.________ fest, die 
Luftwegsobstruktion habe trotz konsequenter Inhalationstherapie im Ver-
gleich zur letzten Messung ein Jahr zuvor eindeutig zugenommen. Wichtig 
sei eine möglichst konsequente Expositionsprophylaxe, soweit das im aktu-
ellen Beruf möglich sei. Ein etwa 50 %iges Pensum im angestammten Be-
ruf scheine weiterhin zumutbar (AB 25).

3.2 Gemäss den Angaben des behandelnden Facharztes Dr. med. 
D.________ leidet der Beschwerdeführer an einer spirometrisch nachge-
wiesenen mittelschweren, rein obstruktiven Ventilationsbehinderung mit 
56 % des Sollwerts bzw. 64 % des Sollwerts nach Beta 2-Simulation 
(AB 22/12). Aufgrund dieser mittelschweren Lungenfunktionseinbusse so-
wie der zusätzlichen asthmatischen und rhinitischen Symptomatik bei … ist 
der Beschwerdeführer gemäss der nachvollziehbaren Einschätzung des 
behandelnden Arztes in seiner angestammten Tätigkeit als … allein noch 
zu 50 % arbeitsfähig (4-5 Stunden pro Tag). Demgegenüber bestehe in ei-
ner angepassten, körperlich nicht anstrengenden und lufthygienisch ein-
wandfreien Verweistätigkeit nach wie vor eine vollumfängliche Arbeitsfähig-
keit (AB 22/3 Ziff. 6 u. 22/14 oben). Diese Einschätzung des behandelnden 
Facharztes steht in Übereinstimmung mit den übrigen in den Akten liegen-
den ärztlichen Unterlagen, namentlich mit dem hausärztlichen Bericht von 
Dr. med. C.________ vom 11. September 2014 (AB 21), und wird überdies 

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von keiner Partei in Zweifel gezogen, sodass im Folgenden darauf abzu-
stellen ist.

Hinsichtlich des Beginns der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit ist 
den Akten zu entnehmen, dass, nachdem die Behandlung vom Hausarzt im 
Juli 2012 aufgenommen worden war (AB 21/1 Ziff. 1.2, 21/2 Ziff. 1.4), die 
mittelschwere Ventilationsstörung bereits im November 2012 nachgewie-
sen werden konnte (AB 22/7). Damit hat die vom behandelnden Arzt seit 
November 2012 postulierte 50 %ige Arbeitsunfähigkeit als erstellt zu gelten 
(AB 22/13 Ziff. 1.6). 

4.

Auf dieser Grundlage ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung zu prüfen 
(vgl. E. 2.3 hievor).

4.1

4.1.1 Der Abklärungsdienst der IVB hat im Abklärungsbericht Selbststän-
digerwerbende vom 16. Juli 2015 den Invaliditätsgrad (20 %) anhand der 
ausserordentlichen Bemessungsmethode bestimmt. Dabei ging er im Rah-
men des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs davon aus, dass es 
dem Beschwerdeführer zumutbar sei, die aus medizinischer Sicht nicht 
mehr möglichen Arbeiten in der … abzugeben und stattdessen Arbeiten im 
Verkaufsladen zu übernehmen (AB 30/6, 30/8 u. 30/10 f.). Dieser Vorge-
hensweise, die in der angefochtenen Verfügung übernommen wurde, kann 
nicht gefolgt werden.

4.1.2 Der Ladenverkauf wurde per 30. April 2015 aufgegeben. Seither 
werden die … nur noch geliefert (AB 30/3 f.). Damit ist die von der Be-
schwerdegegnerin anvisierte Umverteilung der Arbeit des Beschwerdefüh-
rers im Betrieb von der … in den Laden (AB 30/6) nicht (mehr) realisierbar. 
Keine Rolle spielt insoweit, ob der Ladenverkauf aus gesundheitlichen (so 
im Abklärungsbericht; AB 30/4) oder aus anderen Gründen (vgl. AB 38/3) 
aufgegeben wurde. Das Ladenlokal wurde nach Angaben in der Beschwer-
de (S. 7 Rz. 3.3) vom Eigentümer weitervermietet, sodass eine Wiedereröf-

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fnung ausser Betracht fällt. Eine Weiterbeschäftigung des Beschwerdefüh-
rers im betriebseigenen Verkaufsladen ist somit unmöglich geworden. So-
weit die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ausserordentlichen Methode 
dies jedoch berücksichtigt (AB 30/10), führt dies nach dem Gesagten zu ei-
nem falschen Resultat. Bereits deshalb kann auf die Invaliditätsbemessung 
gemäss Abklärungsbericht nicht abgestellt werden.

4.1.3 Auf Grund der einer versicherten Person obliegenden Schadenmin-
derungspflicht (BGE 140 V 267 E. 5.2.1 S. 274, 113 V 22 E. 4a S. 28) kann 
die Aufnahme einer unselbstständigen (Haupt-)Erwerbstätigkeit als zumut-
bar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Ar-
beitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter 
Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil-
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zu-
mutbar erscheint (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
vom 7. Juni 2006, I 38/06, E. 3.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 3. November 2015, 8C_413/2015, E. 3.3.1).

Aus den Akten ergibt sich, dass mehr als die Hälfte des Umsatzes des 
…betriebs mit Ladenverkäufen erzielt wurde (AB 30/4 Ziff. 3.5). Dieser Um-
satzanteil ist mit der Ladenschliessung weggefallen und kann allein mit den 
Warenlieferungen nicht wettgemacht werden, zumal der Lieferumfang 
gemäss Angaben im Abklärungsbericht gleichgeblieben ist (AB 30/6). Dazu 
kommt, dass der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt die Ausbildung von 
Lehrlingen aufgeben und zusätzliches Personal einstellen musste (AB 30/4 
Ziff. 3.5, 25/1 f.). Aufgrund dieser erfolgswirksamen Veränderungen erhellt, 
dass der Gewinn des Einzelbetriebs seit Beginn der Erkrankung Ende 2012 
erheblich zurückgegangen ist. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als … lediglich noch zu 
50 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 3.2 hiervor) und eine Umverteilung innerhalb 
des Betriebs ausser Betracht fällt, weil weder der Bereich Auslieferung bei 
konstant gebliebenem Lieferumfang noch die Leitung des Betriebs ein 
höheres Pensum zulassen (AB 30/6). Demgegenüber ist der Beschwerde-
führer aus medizinischer Sicht in einer angepassten, körperlich nicht an-
strengenden Verweistätigkeit voll arbeits- und leistungsfähig (vgl. E. 3.2 
hiervor). Unter dem Gesichtspunkt der ihm obliegenden Schadenminde-

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rungspflicht ist es ihm deshalb unter Berücksichtigung sämtlicher Umstän-
de – namentlich auch seines Alters (54 Jahre bei Verfügungserlass [AB 
3/2, 39/1]), der verbleibenden Aktivitätsdauer von elf Jahren und seiner 
Ausbildung als … (AB 5/3) – zumutbar, zur besseren Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit in eine unselbstständige leidensadaptierte Tätigkeit zu 
wechseln, wovon im Übrigen auch der Beschwerdeführer auszugehen 
scheint (Beschwerde, S. 6 ff.).

Demnach ist im Folgenden der Invaliditätsgrad – anders als die Beschwer-
degegnerin annimmt (Beschwerdeantwort, S. 2) – nicht anhand des aus-
serordentlichen Bemessungsverfahrens, sondern anhand der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen, wobei der Beschwer-
deführer invalideneinkommensseitig auf eine angepasste, d.h. körperlich 
nicht anstrengende und lufthygienisch einwandfreie (unselbstständige) 
Tätigkeit (AB 22/3 Ziff. 6 u. 22/14 oben; vgl. E. 3.2 hiervor) zu verweisen ist.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325).

Praxisgemäss kann das Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden 
grundsätzlich auf Grund der Einträge im Individuellen Konto (IK) bestimmt 
werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und 
verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung tretende Schwankungen auf, ist 
dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnitts-
verdienst abzustellen (SVR 2010 IV Nr. 26 S. 80 E. 3.3; Entscheid des 
BGer vom 24. Januar 2014, 8C_530/2013, E. 5.1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-

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schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.3 Die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der an-
gestammten Tätigkeit als … besteht seit November 2012 (AB 22/13 Ziff. 
1.6; vgl. E. 3.2 hiervor). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war 
demnach im November 2013 erfüllt. Da die IV-Anmeldung aber erst am 
8. April 2014 (bei der AHV-Zweigstelle; AB 2/1) erfolgte, kann ein allfälliger 
Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG frühestens per 1. Okto-
ber 2014 entstehen. Für den Einkommensvergleich sind somit die Verhält-
nisse des Jahres 2014 massgebend.

4.4 Aus den Akten ergibt sich, dass im Jahr 1999 aus gesundheitsfrem-
den Gründen erhebliche betriebliche Umstrukturierungen erfolgten, worauf 

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in der Folge das verabgabte Einkommen sank (AB 9/4, 30/3 Ziff. 3.2). Das 
entsprechende Einkommen blieb daraufhin während Jahren tief (AB 9/4). In 
den Jahren 2010 und 2011, d.h. kurz vor dem Ausbruch der Krankheit (vgl. 
E. 3.2 hiervor), stieg das verabgabte Einkommen erheblich (AB 9/4, 30/7). 
Eine nachvollziehbare betriebliche Erklärung fehlt. Vielmehr ergibt sich aus 
der Zusammenstellung der Beschwerdegegnerin (AB 30/7), dass der Be-
triebsertrag effektiv gesunken ist. Dies bei gleichzeitiger Erhöhung der an 
Dritte (der Lohn der Ehefrau blieb konstant tief) bezahlten Löhne. Schliess-
lich geht aus den Akten hervor, dass der an die Ehefrau für deren Vollpen-
sum ausbezahlte Lohn von jährlich rund Fr. 27‘000.-- weit unter einem 
branchenüblichen Gehalt lag und ihren Anteil am Betriebserfolg nicht abbil-
den dürfte (AB 30/5 Ziff. 4.1). Ob sich unter diesen Umständen das Vali-
deneinkommen aufgrund der IK-Einträge (AB 9/4; vgl. E. 4.2.1 hiervor) hin-
reichend genau beziffern lässt bzw. das effektive Einkommen nicht allen-
falls tiefer war, ist fraglich, kann vorliegend jedoch offen bleiben. Denn auch 
bei Abstellen auf den (höheren) Durchschnittswert der Jahre 2008-2012 ge-
mäss IK-Auszug, resultiert – wie sich aus nachfolgenden Erwägungen er-
gibt – kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad.

Der Durchschnittswert der Jahre 2008-2012 gemäss IK-Auszug beträgt 
Fr. 94‘380.-- (AB 9/4). Dieser Wert ist vom (gemittelten) Jahr 2010 auf das 
Jahr 2014 hin zu indexieren. Es resultiert ein Betrag von Fr. 97‘494.55 
(Fr. 94‘380 / 100 x 103.3; Indizes gemäss Bundesamt für Statistik [BFS], 
Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2014, lit. C).

4.5 Hinsichtlich des Invalideneinkommens ist es dem Beschwerdeführer 
zumutbar, einer angepassten, körperlich nicht anstrengenden und lufthygie-
nisch einwandfreien Verweistätigkeit mit vollem Arbeitspensum nachzuge-
hen (vgl. E. 3.2 u. E. 4.1.3 hiervor). Entsprechende Hilfstätigkeiten sind auf 
dem gemäss Art. 16 ATSG hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
(BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1) in ver-
schiedenen Branchen zu finden, sodass für das Invalideneinkommen auf 
einen Tabellenlohn gemäss LSE 2012, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1: 
Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, Männer, Total-
wert, abzustellen ist (Fr. 5‘210.-- monatlich, inkl. Anteil 13. Monatslohn). Ein 
Tabellenlohnabzug rechtfertigt sich vorliegend weder aus medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2016, IV/15/940, Seite 13

Gründen (nach Angaben des behandelnden Facharztes besteht in einer 
angepassten Tätigkeit keine Leistungsminderung [AB 22/3 Ziff. 6, 22/14 
oben]) noch mit Blick auf das Alter, die verbleibende Aktivitätsdauer (dazu 
E. 4.1.3 hiervor) sowie das zumutbare Pensum (100 %). Indexiert auf das 
Jahr 2014 und angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von gemittelt 
41.7 Stunden (BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, 2014, Total) 
resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr. 66‘138.40 (Fr. 5‘210.-- x 12 
/ 40 x 41.7 / 101.7 x 103.2; Indizes gemäss BFS, Tabelle T1.1.10 Nominal-
lohnindex, Männer, 2011-2014, Total).

4.6 Bei einem Valideneinkommen von maximal Fr. 97‘494.55 und einem 
Invalideneinkommen von Fr. 66‘138.40 beträgt die invaliditätsbedingte Er-
werbseinbusse Fr. 31‘356.15, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 
32 % entspricht (zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123).

Dieser Invaliditätsgrad liegt unterhalb der rentenerheblichen Schwelle von 
40 % (Art. 28 IVG), womit die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine 
IV-Rente im Ergebnis zu Recht abgelehnt hat. Die Beschwerde ist abzuwei-
sen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens werden die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, 
dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Sie werden dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnom-
men.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2016, IV/15/940, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.