# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e26b41f-8b3e-53d6-be53-d2ddeb00e133
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2011 E-2193/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2193-2007_2011-10-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­2193/2007

U r t e i l   v om   7 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richter Maurice Brodard,   
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

Parteien A._______, geboren am (…), und deren Kind B._______, 
geboren (…),
Iran, 
vertreten durch Christophe Allemann, Rechtsanwalt und 
Notar, (…),
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung; Verfügung des 
BFM vom 22. Februar 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführerin  verliess  ihren  Heimatstaat  eigenen  Angaben 
zufolge  im September 2005 und reiste über die Türkei, wo sie sich über 
ein Jahr  lang aufgehalten habe, am 15. Januar 2007  in die Schweiz ein 
und suchte am gleichen Tag um Asyl nach. Am 18. Januar 2007 wurde 
sie  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  C._______  summarisch 
befragt.  Am  13. Bzw.  16.  Februar  2007  folgte  eine  ausführliche  direkte 
Anhörung durch das Bundesamt. 

Die  Beschwerdeführerin  begründete  ihr  Asylgesuch  im  Wesentlichen 
damit,  sie  habe  seit  ihrer Geburt  bis  zur Ausreise  in D._______  gelebt. 
Sie habe am (Datum) einen Iraner geheiratet. Ihr Vater sei am (Datum) im 
Gefängnis umgebracht worden. Daraufhin habe sie geschworen,  seinen 
Tod zu rächen und habe dies ihrem Ehemann erzählt. Dieser habe nach 
ersten Bedenken um seine Stellung vorgegeben, ihr dabei zu helfen. Sie 
habe  sich  fortan  politisch  engagiert  und  während  Monaten  Flugblätter 
verteilt.  Im Oktober  (Jahreszahl),  als  sie  den Auftrag erhalten habe,  ein 
Päckchen  mit  einem  ihr  unbekannten  Inhalt  aufzubewahren,  sei  ihre 
politische  Tätigkeit  jedoch  aufgeflogen.  Ihr  Ehemann  habe  sie  offenbar 
verraten.  Sie  sei  festgenommen  und  während  dreier  Jahre  inhaftiert 
worden. Dabei  sei  sie  unzählige Male  verhört,  geschlagen und gefoltert 
worden.  Dabei  habe  sie  erfahren,  dass  das  Päckchen  (…)  enthalten 
habe.  Während  des  Gefängnisaufenthaltes  habe  sie  ihr  Ehemann 
besucht  und  von  ihr  die  Scheidung  verlangt.  Sie  habe  erst  damals 
erfahren, dass er einen höheren Rang bei den Ordnungskräften habe. Sie 
habe  auf  dessen  Forderungen  das  Besuchsrecht  ihres  gemeinsamen 
Kindes  betreffend  eingewilligt  und  auf  ihre  Rechte  verzichtet.  Im 
September/Oktober  2005  sei  sie  aus  der  Haft  entlassen  worden.  Aus 
Angst  vor einer Verurteilung wegen Besitzes von  (…) habe sie  sich zur 
Ausreise  entschlossen  und  dazu  den  Reisepass  ihrer  (Verwandte) 
besorgt.  Nach  ihrer  Einreise  in  die  Schweiz  habe  sie  ihre  politischen 
Aktivitäten  wieder  aufgenommen.  Sie  habe  Artikel  verfasst  und  im 
Internet veröffentlicht sowie im (Zeitpunkt) an einer Demonstration vor der 
iranischen Botschaft in Bern teilgenommen. 

Für den weiteren Inhalt der Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

Die  Beschwerdeführerin  reichte  zur  Untermauerung  ihrer  Anliegen 
verschiedene  Beweismittel  (Scheidungsurkunde,  Fotos  betreffend  die 
Teilnahme an einer Demonstration in Bern sowie solche vom (Daten) ein. 

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B. 
Das BFM stellte mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 22. Februar 
2007 fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 
und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung 
der  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  an.  Den  Vollzug  der 
Wegweisung in den Iran befand die Vorinstanz für zulässig, zumutbar und 
möglich.  Die  Vorinstanz  begründete  ihre  Verfügung  im  Wesentlichen 
damit,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  würden  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  standhalten,  so  dass  die 
Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Ferner  würden  auch  die 
geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe den Anforderungen an 
die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. Auf die weitere Begründung 
wird im Wesentlichen in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

C. 
Mit  Eingabe  vom  22.  März  2007  beantragte  die  Beschwerdeführerin 
durch ihre damalige Rechtsvertreterin die Aufhebung der Ziffern 1, 3 und 
5  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  sowie  die Gewährung  der  vorläufigen Aufnahme, 
eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit und der Unzumutbarkeit 
des Vollzugs der Wegweisung.  In  verfahrensrechtlichter Hinsicht  sei  die 
unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begründung im Einzelnen wird, 
soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. 
Gleichzeitig  wurden  als  Beweismittel  vier  fremdsprachige,  im  Internet 
veröffentlichte Artikel, mehrere Fotos von Demonstrationsteilnahmen und 
eine Fürsorgebestätigung eingereicht. 

D. 
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  der  damals  zuständigen 
Instruktionsrichterin  vom  25.  April  2007  wurde  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  verzichtet  und  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  unter  Vorbehalt  der 
Veränderung der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin gutgeheissen.

E. 
Mit Eingaben  vom 15.  Januar  2008,  22. Dezember  2008,  26. Mai  2009 
und 13. August 2009 wurden betreffend die exilpolitischen Aktivitäten der 
Beschwerdeführerin  weitere  Unterlagen  (CD,  Fotos,  polizeiliche 

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Bewilligung  vom  (Datum),  Einladung  [Kontaktperson:  A._______]  sowie 
Flugblätter betreffend eine Standaktion der Socialist Party of Iran (SPI) in 
Zürich  vom  (Datum);  Berichterstattungen  der  Beschwerdeführerin  zu 
politischen  Themen  betreffend  den  Iran  unter  (Website);  Beiträge  im 
Internet,  Reaktionen  von  Bloggern,  Übersicht  Leserschaft/Blogger, 
Bestätigung  der  SPI  vom  15. März  2009  betreffend  Mitgliedschaft  und 
Tätigkeiten der Beschwerdeführerin, Annual Report 2008 und andere  im 
Internet veröffentlichte Artikel von "Reporters Without Borders" zum Iran; 
Mitorganisieren der Kundgebung der SPI Schweiz vom (Datum)  in Bern, 
Frauentag  in Zürich  vom  (Datum), Aktionstisch  der SPI  vom  (Datum)  in 
Zürich, Teilnahme an Demonstration vom (Datum) [Flyers und CD] sowie 
Veröffentlichung  von  Beiträgen  auf  der  Internetseite  (Website)  als 
Beweismittel zu den Akten gereicht.

F. 
Am  28.  April  2010  wurden  unter  Hinweis  auf  ein  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  18.  Dezember  2009,  D­6429/2006, 
Ausführungen zur Rückkehrgefährdungssituation der Beschwerdeführerin 
gemacht.  Ferner  wurde  geltend  gemacht,  die  Beschwerdeführer  lebe 
zusammen  mit  einem  irakischen  Staatsangehörigen  und  erwarte 
demnächst ihr gemeinsames Kind.

G. 
Am (Datum) wurde das Kind B._______ geboren.

H. 
Am 30. März 2011 wurde mitgeteilt, dass lic. iur. Christophe Allemann als 
neuer  Rechtsvertreter  mandatiert  worden  sei.  Gleichzeitig  wurde  eine 
Kostennote der bisherigen Rechtsvertretung eingereicht.

I. 
Im Rahmen einer Vernehmlassung, zu der die Vorinstanz unter Hinweis 
auf  das  Konkubinat  der  Beschwerdeführerin  mit  einem  irakischen 
Staatsangehörigen  und  die  Geburt  eines  gemeinsamen  Kindes 
eingeladen  worden  war,  hob  das  BFM  am  15.  April  2011  in  teilweiser 
Wiedererwägung  seiner  Verfügung  vom  22.  Februar  2007  die  Ziffern  4 
und  5  des  Dispositivs  auf  und  stellte  fest,  dass  der  Vollzug  der 
Wegweisung  zur  Zeit  wegen  Unzumutbarkeit  nicht  vollzogen  und  zu 
Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben werde. 

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J. 
Am  28.  April  2011  teilte  der  Rechtsvertreter  mit,  dass  die 
Beschwerdeführerin  an  der  beantragten  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft festhalte.

K. 
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom  18.  August  2011  wurde  die 
Beschwerdeführerin  aufgefordert,  entweder  eine  aktuelle 
Fürsorgebestätigung  oder  das  ausgefüllte  Formular  "Gesuch  um 
unentgeltliche  Rechtspflege"  oder  Auszüge  der  drei  letzten 
Monatsabrechnungen einzureichen.

L. 
Am  29.  August  2011  reichte  die  Beschwerdeführerin  drei 
Lohnabrechnungen von Mai, Juni und Juli 2011 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 

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schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1,  Art.  50  und  52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4.  Das  am  (Datum)  geborene  Kind  B._______  wird  in  das 
Beschwerdeverfahren einbezogen.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Nachdem  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerdeeingabe  lediglich 
die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  der 
vorläufigen  Aufnahme  beantragt  hat  und  das  BFM  mit  Verfügung  vom 
15. April 2011 in Wiedererwägung ihrer Verfügung vom 22. Februar 2007 
die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Kind  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufgenommen  hat,  ist  vorliegend Prüfungsgegenstand  einzig  die  Frage, 
ob das BFM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verweigert hat.

4. 

4.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine  Gefährdungssituation  erst 
geschaffen  worden  ist, macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (vgl. 
Art. 54 AsylG). 

Personen  mit  subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  kein  Asyl, 
werden  jedoch  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl. 

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Entscheidungen und Mitteilungen der ARK  [EMARK]  2000 Nr. 16 E. 5a, 
mit weiteren Hinweisen). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG  ist 
absolut  zu  verstehen  und  mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob 
Nachfluchtgründe  missbräuchlich  gesetzt  worden  sind  oder  nicht  (vgl. 
EMARK  1995  Nr.  7  E.  7  S.  66  ff.).  Es  ist  daher  nicht  entscheidend, 
welchen  mutmasslichen  Zweck  die  asylsuchende  Person  durch  ihre 
exilpolitischen  Tätigkeiten  zu  erreichen  versucht  hat.  Massgebend  ist 
vielmehr,  ob  die  heimatlichen  Behörden  das  Verhalten  des 
Asylsuchenden  als  staatsfeindlich  einstufen  und  dieser  deswegen  bei 
einer Rückkehr  in den Heimatstaat eine Verfolgung  im Sinne von Art.  3 
AsylG  befürchten  muss.  Es  bleiben  damit  die  Anforderungen  an  den 
Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. 
zum Ganzen auch BVGE 2009/28 E. 7.1. S. 352).

5. 

5.1.  Das  Bundesamt  begründete  seinen  ablehnenden  Entscheid  im 
Wesentlichen damit, exilpolitische Aktivitäten könnten nur dann im Sinne 
von  subjektiven  Nachfluchtgründen  zur  Flüchtlingseigenschaft  führen, 
wenn davon ausgegangen werden müsse, dass diese Aktivitäten im Falle 
einer  Rückkehr  in  den  Iran  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit 
ernsthafte  Massnahmen  für  den  Betroffenen  zur  Folge  hätten.  Selbst 
wenn  die  iranischen  Behörden  über  die  politischen  Aktivitäten  ihrer 
Staatsangehörigen  im  Ausland  informiert  seien,  könnten  sie  angesichts 
der  hohen Zahl  der  im Ausland  lebenden  iranischen Staatsangehörigen 
nicht  jede einzelne Person überwachen und  identifizieren. Es dürfte den 
iranischen Behörden auch bekannt sein, dass viele iranische Emigranten 
aus vorwiegend wirtschaftlichen Gründen versuchten, sich in Europa und 
speziell  auch  in  der  Schweiz  zum  Abschluss  ihres  Asylverfahrens  ein 
dauerhaftes  Aufenthaltsrecht  zu  erwirken,  indem  sie  regimekritischen 
Aktivitäten  jeglicher  Art  nachgingen.  Die  iranischen  Behörden  hätten 
indessen nur dann  Interesse an der  Identifizierung von Personen, wenn 
die  Aktivitäten  als  konkrete  Bedrohung  für  das  politische  System 
wahrgenommen  würden.  Die  geltend  gemachten  exilpolitischen 
Aktivitäten  der  Beschwerdeführerin  ­  die  regelmässige  Teilnahme  an 
Demonstrationen und die von ihr im Internet publizierten regimekritischen 
Aufsätze  ­  würden  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Iran  keine  konkrete 
Gefährdung begründen. 

5.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  beantragt  und  dabei  geltend  gemacht,  die 

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Beschwerdeführerin setze ihr politisches Engagement in der Schweiz fort 
und  engagiere  sich  für  die  Organisation  (Name),  welche  sich  für  mehr 
Freiheit  und  gegen  die  Unterdrückung  der  Opposition  im  Iran  einsetze. 
Sie  nehme  an  Versammlungen  und  Demonstrationen  teil  und  habe 
eigene,  unter  ihrem  Namen  verfasste  Artikel  im  Internet  publiziert.  Die 
Organisation  mache  zudem  in  Zusammenarbeit  mit  anderen 
Organisationen  wie  die  International  Federation  of  Iranian  Refugees 
(IFIR) auf die Situation von Asylsuchenden  in der Schweiz aufmerksam. 
Gleichzeitig  wird  auf  die  Länderanalyse  der  Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom 4. April  2006  ("Iran: Rückkehrgefährdung  für 
AktivistInnen  und  Mitglieder  exilpolitischer  Organisationen  ­ 
Informationsgewinnung iranischer Behörden") hingewiesen. Entgegen der 
Argumentation  der  Vorinstanz  sei  nicht  entscheidend,  welchen 
mutmasslichen Zweck die Beschwerdeführerin durch ihre Teilnahmen an 
Demonstrationen  und  Publikation  regimekritischer  Artikel  zu  erreichen 
versuche,  sondern  ob  die  iranischen  Behörden  ihr  Verhalten  als 
staatsfeindlich einstuften. Die eingereichten Unterlagen machten deutlich, 
dass  sie  leicht  zu  identifizieren  wäre.  Sie  wäre  daher  im  Falle  einer 
Rückkehr  in  den  Iran  dem Risiko  asylrelevanter  Verfolgung  ausgesetzt. 
Zu berücksichtigen sei  ferner, dass  ihre  (Verwandte)  in der Schweiz als 
Flüchtlinge vorläufig aufgenommen seien. Weiter sei auch der Umstand, 
dass der Vater der Beschwerdeführerin seine regimekritische Haltung mit 
seinem Leben habe bezahlen müssen, zu berücksichtigen.

Im Laufe des Beschwerdeverfahrens wurden, wie im Sachverhalt bereits 
dargelegt,  verschiedene  Unterlagen  über  die  exilpolitische  Tätigkeit  der 
Beschwerdeführerin seit  ihrer Einreise  in die Schweiz (Demonstrationen, 
Kundgebungen  und  Standaktionen,  Verfassen  regimekritischer  Artikel, 
eigene Webblog) ins Recht gelegt.

6. 
Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  die  Beschwerdeführerin  durch  ihr 
Verhalten  nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland,  namentlich  dem 
geltend gemachten exilpolitischen Engagement in der Schweiz, Grund für 
eine  zukünftige  Verfolgung  durch  die  iranischen  Behörden  gesetzt  hat 
und deshalb (das heisst infolge Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe) 
die Flüchtlingseigenschaft erfüllt.

6.1.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  die  politische  Betätigung  für 
staatsfeindliche  Organisationen  im  Ausland  seit  der  Neufassung  des 
iranischen  Strafrechts  im  Jahr  1996  unter  Strafe  gestellt  ist. 

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Einschlägigen Berichten zufolge wurden in der Vergangenheit denn auch 
bereits  Personen  verhaf­tet,  angeklagt  und  verurteilt,  welche  sich  unter 
anderem  im  Internet  kritisch  zum  iranischen Staat  äusserten  (vgl.  SFH­
Länderanalyse  vom  4. April  2006,  S. 3,  mit  weiteren  Hinweisen).  Es  ist 
überdies  allgemein  bekannt  und  unbestritten,  dass  die  iranischen 
Behörden die politischen Aktivitäten  ihrer Staatsangehörigen  im Ausland 
überwachen  und  systematisch  erfassen.  Mittels  Einsatz  moderner 
Software dürfte es den iranischen Behörden auch ohne Weiteres möglich 
sein,  die  im  Internet  vorhandenen  riesigen  Datenmengen  ohne  allzu 
grossen  Aufwand  gezielt  und  umfassend  zu  überwachen  und 
gegebenenfalls  nach  Stichworten  zu  durchsuchen.  Diese  Überwachung 
habe  nach  den  Wahlen  im  Juni  2009  und  diesbezüglichen  Protesten 
zugenommen (vgl. SFH; "Iran: Illegale Ausreise/Situation von Mitgliedern 
der  PDKI/Politische  Aktivitäten  im  Exil",  SFH­Länderanalyse  vom 
16. November  2010;  "Iran:  traitement  des  requérants  d'asile  déboutés", 
SFH­Länderanalyse  vom  18. August  2011,  S.  8),  insbesondere  von 
regierungskritischen  exilierten  Personen.  Diese  seien  gemäss  Angaben 
des  Wall  Street  Journal  mit  ähnlichen  Methoden  belästigt  und  bedroht 
worden (vgl. S. 8). Demgegenüber bleibt im Einzelfall zu prüfen, ob die in 
der  Schweiz  entwickelten  exilpolitischen  Aktivitäten  bei  einer  allfälligen 
Ausschaffung  in  den  Iran  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit 
ernsthafte  Nachteile  im  asylrechtlichen  Sinne  nach  sich  ziehen  würden 
(vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). Es ist dabei davon auszugehen, dass sich 
die  iranischen  Geheimdienste  auf  die  Erfassung  von  Personen 
konzentrieren,  die  über  die  massentypischen  und  niedrig  profilierten 
Erscheinungsformen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen 
wahrgenommen  und/oder  Aktivitäten  entwickelt  haben,  welche  die 
jeweilige  Person  aus  der  Masse  der  mit  dem  Regime  Unzufriedenen 
herausheben  und  als  ernsthaften  und  gefährlichen  Regimegegner 
erscheinen  lassen.  Somit  sind  die Mitgliedschaft  in  einer  exilpolitischen 
Organisation,  die  Teilnahme  an  regimekritischen  Demonstrationen  und 
das hierbei übliche Tragen von Plakaten und Rufen von Parolen nicht für 
die  Einschätzung  einer  Verfolgungsgefahr  von  Bedeutung,  sondern 
Positionen,  Form  und  Einfluss  von  Aktionen  (vgl.  SFH­Länderanalyse 
vom 4. April 2006, S. 7).

6.2. Wie den  im Asylpunkt unangefochten gebliebenen Erwägungen der 
vorinstanzlichen  Verfügung  vom  22.  Februar  2007  entnommen  werden 
kann,  vermochte  die  Beschwerdeführerin  eine  Vorverfolgung  nicht 
glaubhaft zu machen. Daher steht fest, dass sie vor dem Verlassen ihres 
Heimatstaates  nicht  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der 

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iranischen  Behörden  respektive  der  iranischen  Nachrichtendienste 
geraten  ist  und  entsprechend  durch  die  iranischen  Behörden  jedenfalls 
nicht als staatsfeindliche Politaktivistin fichiert war.

Aus  den  im  erstinstanzlichen  Verfahren  sowie  auf  Beschwerdeebene 
eingereichten  Dokumentation  kann  entnommen  werden,  dass  die 
Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz als Mitglied der SPI 
an  zahlreichen  Kundgebungen  und  Veranstaltungen  in  Schweizer 
Städten, u.a. als mitverantwortliche Organisatorin teilgenommen hat. Der 
Zweck der Veranstaltungen, der Protest gegen die  iranische Regierung, 
ist ebenfalls ersichtlich. Weiter soll sie  ihren Angaben zufolge über  ihren 
Webblog sowie auf der Homepage (Website) politische Nachrichten aus 
dem  Iran  verbreitet  haben  sowie  als  Autorin  von  regimekritischen 
Beiträgen  in  Erscheinung  getreten  sein.  Dabei  sei  sie  bereits  von 
anonymen Lesern als Terroristin  bezeichnet worden. Dass  sie  aufgrund 
ihrer Tätigkeiten markant  in Erscheinung getreten wäre, kann den Akten 
jedoch  nicht  entnommen  werden  und  lässt  auch  sonst  nicht  auf  ein 
herausragendes  oppositionelles  Engagement  schliessen.  Die  von  der 
Beschwerdeführerin  im  Rahmen  ihrer  Teilnahme  an  Kundgebungen 
sowie  im  Internet  vorgetragene Kritik  –  sollten  die  iranischen Behörden 
überhaupt  davon  Kenntnis  erlangen  respektive  erlangt  haben  –  sind 
aufgrund  der  gesamten  Umstände  jedenfalls  nicht  geeignet,  sie  als 
Person  mit  klar  definierten  oppositionspolitischen  Vorstellungen  und 
persönlichem Agitationspotential, welche zu einer Gefahr für das Regime 
im  Iran  werden  könnte,  erscheinen  zu  lassen.  Die  durch  die 
Beschwerdeführerin  öffentlich  vorgetragene  Kritik  am  Regime  weist 
demnach insgesamt nicht den nötigen Exponierungsgrad auf, um bei den 
iranischen Behörden den Eindruck zu erwecken, dass sie zu einer Gefahr 
für  den Bestand  ihres Regimes werde. An  dieser Einschätzung  vermag 
auch  der  Hinweis  auf  die  im  Jahre  (Jahreszahl)  in  der  Schweiz 
festgestellte  Flüchtlingseigenschaft  ihrer  (Verwandte)  in  der  Schweiz 
nichts zu ändern, zumal sie diese Angehörigen nie in Zusammenhang mit 
ihrer  eigenen  politischen  Tätigkeit  gebracht  hat.  Auch  vermag  sie  aus 
dem  Vorbringen  betreffend  ihren  Vater,  der  im  Jahre  2001  in  einem 
iranischen  Gefängnis  umgebracht  worden  sei,  keine 
Gefährdungssituation  abzuleiten,  zumal  sie  in  diesem  Zusammenhang, 
wie  hievor  festgestellt  worden  ist,  keine  Vorverfolgung  glaubhaft  zu 
machen  vermochte.  Schliesslich  hat  die  Beschwerdeführerin  nicht  zum 
Ausdruck gebracht, dass sie oder ihre im Iran verbliebenen Angehörigen 
auf  irgendeine  Weise  seitens  der  iranischen  Behörden  belästigt  oder 
bedroht  worden  wären  (vgl.  SFH­Länderanalyse  vom  16.  November 

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2010).  Im  Übrigen  haben  Exil­Iraner  mit  dem  Profil  der 
Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  aufgrund 
ihrer  exilpolitischen  Tätigkeiten  keine  staatlichen 
Verfolgungsmassnahmen zu befürchten, zumal den iranischen Behörden 
mittlerweile  sehr  wohl  bewusst  sein  dürfte,  dass  die  exilpolitische 
Betätigung  vieler  iranischer  Asylbewerber  nach  der  Ablehnung  ihrer 
Asylgesuche oft zunimmt respektive intensiviert wird oder überhaupt erst 
ab diesem Zeitpunkt einsetzt (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3).

6.3. An dieser Stelle ist überdies auf die geltende Praxis des Bundesver­
waltungsgerichts hinzuweisen, wonach allein aufgrund der Ausreise oder 
des Asylgesuches  im Ausland keine  flüchtlingsrechtlich  relevante Verfol­
gung im Iran befürchtet werden muss (BVGE 2009/28 E. 7.4.4 S. 367).

6.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  geltend  gemachten 
subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich 
relevante Verfolgungsfurcht  zu begründen, weshalb die Beschwerdefüh­
rerin nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. An dieser Einschätzung 
vermögen  weder  die  weiteren  Ausführungen  in  den  Eingaben  noch  die 
beigelegten  Beweismittel  etwas  zu  ändern,  weshalb  darauf  verzichtet 
werden kann, weiter darauf einzugehen.

6.5.  Die  Vorinstanz  hat  somit  zutreffend  festgestellt,  die 
Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht.

7. 

7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2.  Die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Kind  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
vom  22.  Februar  2007  –  soweit  Gegenstand  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens  –  hinsichtlich  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der 
Wegweisung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen 

E­2193/2007

Seite 12

Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 
AsylG). Die Beschwerde  ist  somit  ­  soweit  sie  durch die Verfügung des 
BFM vom 15. April 2011 (Vollzug der Wegweisung) nicht gegenstandslos 
geworden ist ­ abzuweisen.

9. 

9.1. Mit  Zwischenverfügung  vom  25.  April  2007 wurde  das Gesuch  der 
Beschwerdeführerin  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unter  Vorbehalt  einer  nachträglichen 
Veränderung ihrer finanziellen Verhältnisse gutgeheissen. Nachdem sich 
aufgrund der Akten ergibt, dass die Beschwerdeführerin auch im heutigen 
Zeitpunkt  über  ein  bescheidenes  Einkommen  verfügt  und  seit  (Datum) 
zusätzlich für den Unterhalt eines Kindes aufzukommen hat, wird auf die 
Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG).

9.2.  Nachdem  die  Beschwerdeführerin  teilweise  mit  ihrer  Beschwerde 
durchgedrungen  ist,  ist  ihr  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  um  die  Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 
37 VGG und Art. 7. Abs. 2 VGKE). Gemäss Kostennote vom 21. Februar 
2011  werden  für  das  Rechtsmittelverfahren  der  Caritas  Schweiz 
Aufwendungen  von  insgesamt  Fr.  1'998.­­  (12 Stunden  à  Fr. 162.­­  und 
Auslagen  von  Fr. 54.­­)  geltend  gemacht.  Dieser  erscheint  indessen  im 
Vergleich  zu  anderen  ähnlich  gelagerten  Fällen  als  zu  hoch.  Unter 
Berücksichtigung  der  Eingaben  des  heutigen  Rechtsvertreters  vom 
28. April  2011  und  vom  29.  August  2011,  für  welche  zwar  keine 
Kostennote  eingereicht  wurde,  deren  Aufwand  das  Gericht  aber 
zuverlässig  abschätzen  kann,  wird  von  einem  Gesamtaufwand  von 
insgesamt  10 Stunden  ausgegangen, womit  sich  die Gesamtkosten  auf 
Fr.  1'728.­  (inklusive  Spesen  und  MWSt  des  Rechtsanwalts)  belaufen. 
Das BFM wird  daher  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  um  die 
Hälfte zu kürzende Parteientschädigung von Fr. 864.­ auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 13

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird,  soweit  nicht  gegenstandslos  geworden, 
abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Das  BFM  hat  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  in  der 
Höhe von Fr. 864.­ auszurichten.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

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