# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0663feef-eb41-5b16-8f46-6fbc996027cd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 04.11.2021 S 2020 127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-127_2021-11-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 127

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin von Salis

Aktuar Gross

URTEIL

vom 4. November 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1966, wohnt in B._____ und war zuletzt als Koch in 

einer 50%-igen Tätigkeit bei der Stiftung Wohn- und Pflegeheim C._____, 

D._____, in einem bis 30. April 2020 befristeten Arbeitsverhältnis 

angestellt. Am 30. März 2020 meldete A._____ bei der zuständigen 

Arbeitslosenkasse (ALK) einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100% ab sofort an.

2. Mit Verfügung vom 2. September 2020 teilte das Kantonale Amt für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) A._____ mit, dass er 

für 10 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt werde, weil er im 

relevanten Zeitraum vor Beginn der Arbeitslosigkeit keine persönlichen 

Arbeitsbemühungen vorweisen könne. 

3. Dagegen erhob A._____ am 1. Oktober 2020 Einsprache beim KIGA mit 

der Begründung im Wesentlichen, er sei erst ab 1. Mai 2020 arbeitslos 

geworden, weshalb er vor Beginn der Arbeitslosigkeit Arbeitsbemühungen 

vorgenommen habe, nämlich am Montag und Dienstag (30./31. März 

2020) fünf Bewerbungen. Im März und April 2020 habe er keine 

Versicherungsleistungen bezogen. Weiter beantragte A._____ die 

Verschiebung der Rahmenfrist, weil er sich erst auf Mitte April 2020 hätte 

anmelden können, um die erforderliche Beitragszeit erfüllen zu können. 

4. Mit Entscheid vom 20. Oktober 2020 wies das KIGA die Einsprache gegen 

die Einstellung in der Anspruchsberechtigung mit der Begründung ab, der 

Einsprecher sei in einem auf den 30. April 2020 befristeten 

Arbeitsverhältnis angestellt gewesen. Er habe daher von Beginn weg mit 

einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit nach Auslaufen des befristeten 

Vertragsverhältnisses rechnen müssen. Somit sei er noch während der 

Dauer der befristeten Anstellung verpflichtet gewesen, Arbeitsbemühungen 

vorzunehmen, um die bevorstehende Arbeitslosigkeit zu verhindern. Dieser 

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Pflicht sei er nicht nachgekommen. Er habe angegeben, dass man ihm erst 

am 27. März 2020 mitgeteilt habe, dass das Arbeitsverhältnis nicht 

verlängert würde. Der Einsprecher vermöge aber keine Stellenzusicherung 

vorzuweisen, die ihn von der Pflicht, Arbeitsbemühungen vorzunehmen, 

befreit hätte. Auch der Arbeitsvertrag des Einsprechers lasse sich nicht als 

Stellenzusicherung deuten. Indem er sich am 30. März 2020 zum Bezug 

von Arbeitslosengelder angemeldet habe, sei die Rahmenfrist per 30. März 

2020 eröffnet worden. Nach der Lehre und Rechtsprechung seien damit 

alle Arbeitsaktivitäten als Bemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit zu 

berücksichtigen, die der Einsprecher vor dem 30. März 2020 vorgenommen 

habe. Solche habe er aber nicht vorzuweisen, weshalb die Einsprache 

unbegründet sei. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 16. 

November 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem (sinngemässen) Begehren um Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids. Es sei auf die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung zu verzichten und allenfalls die Rahmenfrist-

Eröffnung auf den 1. Mai 2020 anzupassen. Er habe bis zum 30. April 2020 

gearbeitet und in den Monaten März und April keine Leistungen bezogen. 

Sein ehemaliger Arbeitgeber habe ihm eine Bestätigung zukommen 

lassen, welche bestätigte, dass er davon ausgehen konnte, dass das 

Arbeitsverhältnis verlängert werde.

6. Mit Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2020 beantragte das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) dem Gericht die Abweisung der 

Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge. In seiner Stellungnahme vom 

26. August 2020 habe der Beschwerdeführer ausgeführt, er sei davon 

ausgegangen, nach Ablauf seines befristeten Arbeitsvertrags bei derselben 

Arbeitgeberin eine Festanstellung zu erhalten. Zu einer solchen sei es 

aufgrund der COVID-19 Pandemie nicht gekommen. Dies sei ihm erst am 

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27. März 2020 mitgeteilt worden, weshalb er vom 30. bis 31. März 2020 

noch fünf und im April 2020 weitere sechs Bewerbungen gemacht habe. 

Zudem sei er erst ab dem 1. Mai 2020 arbeitslos geworden. Diese 

Sachdarstellung ändere an der Rechtmässigkeit des strittigen Entscheids 

nichts, da an die persönlichen Arbeitsbemühungen hohe Anforderungen 

gestellt würden und jede versicherte Person schon vor Anspruchstellung 

zur Stellensuche verpflichtet sei. Vorliegend sei erwiesen, dass sich der 

Beschwerdeführer persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht 

habe. Auch die beim Gericht nachgereichte Bestätigung seines ehemaligen 

Arbeitgebers könne nicht dahingehend gedeutet werden, dass dem 

Beschwerdeführer die Verlängerung des Arbeitsverhältnisses effektiv 

zugesichert worden sei. Wohl habe der Gedanke bestanden, den 

Arbeitsvertrag zu verlängern. Voraussetzung dafür sei allerdings u.a. die 

Absolvierung des Berufsbildner-Kurses gewesen. Einen solchen Kurs habe 

der Beschwerdeführer während der Dauer seines Arbeitsverhältnisses 

jedoch nicht absolviert. Zudem sei nicht erstellt, dass das Arbeitsverhältnis 

danach mit Sicherheit verlängert worden wäre. Mit der Anmeldung des 

Beschwerdeführers am 30. März 2020 zum Bezug von Arbeitslosengeldern 

sei die Rahmenfrist per 30. März 2020 eröffnet worden und damit alle 

Arbeitsbemühungen vor diesem Datum von Relevanz; solche 

Bemühungen habe der Beschwerdeführer indessen nicht vorzuweisen 

gehabt.

7. Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.    

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf 

den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

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II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 20. Oktober 2020, 

womit er die Einsprache des Beschwerdeführers gegen die Verfügung vom 

2. September 2020 abwies und damit die Einstellung der 

Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers auf 

Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 10 Tagen bestätigte. Laut Art. 

1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 

837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der 

Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen 

Versicherungsgericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. 

Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 

837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen 

(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das 

Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der 

angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als 

kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die 

örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).

 

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1.2. Als Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung oder Änderung auf, weshalb er zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) 

ist daher einzutreten.  

2.  Das angerufene Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher 

Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet (Art. 43 

Abs. 3 lit. a VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) 

vorgeschrieben ist. Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist 

vorliegend der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers von CHF 

4'230.-- aufgrund des aus dem Hauptverdienst erzielten Einkommens in 

einem Pflegeheim (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1-4; Art. 

23 AVIG). Dieser Verdienst wird zum Taggeldsatz von 71.0 % (Art. 22 

AVIG) entschädigt. Der Beschwerdeführer hat demzufolge Anspruch auf 

ein Taggeld von CHF 138.40 (ermittelt aus: CHF 4'230.-- x 0.71 : 21.7 Tage 

[Art. 40a AVIV]). Aus der vom Beschwerdegegner verfügten, hier 

angefochtenen Einstellungsdauer von 10 Tagen in der 

Anspruchsberechtigung ergibt sich ein Streitwert von insgesamt CHF 

1'384.-- (10 Tage x CHF 138.40). Da der Streitwert folglich unter CHF 

5'000.-- liegt und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung entschieden 

werden muss, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.

3. Im Folgenden streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2020 zu Recht die 

Einsprache des Beschwerdeführers gegen die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 

10 Tagen abgewiesen hat.  

4. Nach Art. 9 AVIG gelten für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit – 

sofern dieses Gesetz nichts anderes vorsieht – zweijährige Rahmenfristen 

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(Abs. 1). Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten 

Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Abs. 2). Die 

Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Abs. 

3). Ist die Rahmenfrist für den Leistungsbezug abgelaufen und beansprucht 

der Versicherte wieder Arbeitslosenentschädigung, so gelten – sofern 

dieses Gesetz nichts anderes vorsieht – erneut zweijährige Rahmenfristen 

für den Leistungsbezug und die Beitragszeit (Abs. 4). Die Rahmenfrist 

beginnt an jenem Tag zu laufen, an dem sich die versicherte Person 

erstmals zur Erfüllung der Kontrollpflichten auf dem Arbeitsamt meldet und 

alle anderen Voraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt sind. Die 

Beständigkeit des einmal festgelegten Beginns der Leistungsrahmenfrist 

steht unter dem Vorbehalt, dass sich die Zusprechung und die Ausrichtung 

von Arbeitslosenentschädigung nicht nachträglich als unrichtig erweisen 

(BGE 127 V 475 E.2b/aa). Einmal eröffnete Rahmenfristen bleiben 

grundsätzlich bestehen, weshalb eine neue Rahmenfrist für den 

Leistungsbezug frühestens nach Ablauf der alten Rahmenfrist eröffnet 

werden kann (vgl. KUPFER BUCHER, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich 2019, S. 

33). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Rahmenfrist ab der 

Anmeldung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung entsteht und 

nicht beliebig angepasst, das heisst zeitlich weder nach hinten noch nach 

vorne verschoben werden kann. Vorliegend ist erstellt, dass sich der 

Beschwerdeführer am 30. März 2020 bei der zuständigen Amtsstelle zum 

Bezug von Leistungen der Arbeitslosenkasse angemeldet hat und folglich 

dieses Datum für den Lauf des Rahmenfristbeginns massgebend ist. 

Gemäss Aktenlage darf davon ausgegangen werden, dass die 

Anspruchsvoraussetzungen von Art. 8 AVIG im Zeitpunkt der Anmeldung 

erfüllt waren. So auch die Beitragszeit gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG (Bg-

act. 1: "Beitragsdauer Beitrags-Rahmenfrist 12.333 Monate"), was der 

Beschwerdeführer in seiner Einsprache noch anders dargelegt hatte, in der 

Beschwerde jedoch nicht mehr vortrug. Dem Begehren des 

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Beschwerdeführers, allenfalls die Rahmenfrist-Eröffnung auf den 1. Mai 

2020 festzusetzen und somit zeitlich rund einen Monat nach hinten zu 

verschieben, kann daher keine Folge geleistet werden.

5.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat der Versicherte alles Zumutbare zu 

unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Satz 

1). Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch 

ausserhalb seines bisherigen Berufes (Satz 2). Er muss seine 

Bemühungen nachweisen können (Satz 3 sowie Art. 26 AVIV). Aus der 

Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die Last für den 

Versicherten, sich bereits vom Zeitpunkt der Kündigung des früheren 

Arbeitsverhältnisses an bzw. ab Mitteilung der Nichtverlängerung des 

bisherigen befristeten Arbeitsverhältnisses (bis drei Monate davor) und 

damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit intensiv um eine neue Arbeit zu 

kümmern. Er hat sich dementsprechend während der Kündigungsfrist bzw. 

bereits mindestens drei Monate vor Ablauf eines befristeten 

Arbeitsverhältnisses und somit schon vor der Anmeldung auf 

Arbeitslosenentschädigung, unaufgefordert um (neue) Arbeitsstellen zu 

bemühen. Namentlich kann er sich nicht damit exkulpieren, nicht gewusst 

zu haben, dass er schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug zur 

ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam 

gemacht worden sei (BGE 139 V 524 E.2.1.2; Urteil des Bundesgerichts 

8C_209/2018 vom 14. November 2018 E.3.2). Ausschlaggebend für den 

Zeitraum, den es für die Prüfung der Arbeitsbemühungen zu 

berücksichtigen gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem die Person Kenntnis davon 

hat, dass sie objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Bei der Anmeldung 

auf Arbeitslosentaggelder hat die arbeitslos gewordene Person den 

Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit vorzulegen (aArt. 20 Abs. 1 lit. d 

AVIV in der bis 30. Juni 2021 geltenden Fassung). Spätestens zu diesem 

Zeitpunkt wird sie sämtliche während der Kündigungsfrist bzw. vor Ablauf 

des befristeten Arbeitsverhältnisses getätigten Stellenbewerbungen 

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einreichen müssen (BGE 139 V 524 E.2.1.2; AVIG-Praxis ALE 

[Arbeitslosenentschädigung] B314). Wenn sich die versicherte Person 

persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht, so ist sie laut Art. 

30 Abs. 1 lit. c AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen. Bei Art. 17 

Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es sich um eine gesetzliche 

Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden 

Schadenminderungspflicht. Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu 

unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, sind die 

persönlichen Arbeitsbemühungen der versicherten Person selbst. Diese 

Eigeninitiative der versicherten Person hat sich, wenn nötig (z.B. bei 

geringem Stellenangebot im eigenen, angestammten Berufsbereich), auch 

auf ausserberufliche Arbeitsgelegenheiten zu erstrecken (GERHARDS, 

Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bern 1987, Bd. I [Art. 

1-58], Rz. 12 zu Art. 17; BGE 139 V 524 E.2.1.3).

5.2. Lehre und Rechtsprechung haben sowohl quantitative wie auch qualitative 

Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend 

persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So schützte 

das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel durchschnittlich zehn 

bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend erachtet werden (BGE 139 

V 524 E.2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2018 vom 14. November 

2018 E.3.3; KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 132). Das Bundesgericht betonte 

aber auch, dass eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche 

Mindestzahl an Bewerbungen nicht möglich sei (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1). Insofern 

handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, die für den 

Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die jeweiligen 

konkreten – objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglichkeiten, 

worunter etwa das Alter, die Schul- und Berufsausbildung, die 

Berufserfahrung der versicherten Person, allfällige Sprachschwierigkeiten 

und auch die Arbeitsmarktlage fallen (Urteile des Bundesgerichts 

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8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1 und C 258/06 vom 6. Februar 

2007 E.2.2; NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., 

Basel 2016, Rz. 845). Bei der Beurteilung der Frage, ob die 

Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ genügend sind, steht der 

zuständigen Amtsstelle ein gewisser Ermessensspielraum zu. Es sind 

dabei jeweils die gesamten Umstände des Einzelfalls heranzuziehen 

(AVIG-Praxis ALE B316).

5.3. Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 

60 Tage (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG). In Art. 45 Abs. 3 AVIV 

(Sanktionsraster) wird zur Einstellungsdauer bestimmt:

lit. a  1-15 Tage bei leichtem Verschulden
lit. b           16-30 Tage bei mittelschwerem Verschulden
lit. c           31-60 Tage bei schwerem Verschulden

Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die 

Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen. Sie hat die 

Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche 

die Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Als 

versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die angemessene 

Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr 

Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich 

und adäquat kausal verursacht hat (BGE 133 V 89 E.6.2.2). Als 

Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-, 

Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein 

Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der 

Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren 

zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen 

und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung 

die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher Hinsicht muss der 

Einstellungstatbestand mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

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Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. dazu BGE 125 V 

193 E.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_867/2017 vom 20. September 2018 

E.3.2).

5.4. Im konkreten Fall geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer 

trotz befristetem Arbeitsvertrag vom 1. Dezember 2019 bis 30. April 2020 

(siehe Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 7 sowie Bg-act. 5) nach der 

Mitteilung der bisherigen Arbeitgeberin vom 27. März 2020, dass sein 

Vertrag nicht verlängert werde (Bg-act. 7 [Stellungnahme 26.08.2020]), 

sofort hätte ganztags eine 100%-ige Anstellung annehmen können, denn 

nur so erklärt sich seine ALE-Anmeldung per 30. März 2020 (siehe Bg-act. 

1, 3, 4 und 11). Angesichts der zeitlichen Befristung des Arbeitsvertrags 

und somit dessen vorhersehbaren Ablaufs per 30. April 2020 wäre der 

Beschwerdeführer nach der Praxis im Arbeitslosenversicherungsrecht 

(E.5.1. hiervor) verpflichtet gewesen, sich mindestens drei Monate zuvor, 

d.h. also spätestens ab Februar 2020, ernsthaft um eine neue Arbeitsstelle 

zu bemühen (AVIG-Praxis ALE B314; vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 

[VGU] S 19 86 vom 27. März 2020). Für den Monat Februar 2020 liegen 

keine Bemühungen vor, was der Beschwerdeführer am 26. August 2020 

(Bf-act. 2) selbst bestätigte. Für den folgenden Monat März 2020 wurden 

nachweislich fünf Bewerbungen und danach im April 2020 sechs 

Bewerbungen (vgl. Bg-act. 7 [Anhang: 'Nachweis der persönlichen 

Arbeitsbemühungen']) getätigt, womit das (quantitative) Erfordernis von 

zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat (E.5.2. hiervor) klar nicht erreicht 

bzw. erfüllt wurde. Weiter kann dem Beschwerdeführer auch nicht gefolgt 

werden, soweit er sich auf den Arbeitsvertrag vom 2. Dezember 2019 und 

die darin unter "Besonderes" gemachte Vorgabe ("Der Berufsbildner-Kurs 

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ist Voraussetzung für einen unbeschränkten Arbeitsvertrag"') berufen und 

daraus etwas zu seinen Gunsten ableiten möchte (vgl. Bf-act. 2 und 7). Der 

Beschwerdeführer hat nämlich keinen Berufsbildner-Kurs absolviert (vgl. 

dazu Bf-act. 6, Bg-act. 10) und somit war die Voraussetzung für eine 

Verlängerung des Arbeitsvertrags über den 30. April 2020 hinaus nicht 

erfüllt. Seine Argumentation einer voraussichtlichen Erhöhung des 

Arbeitspensums während der Probezeit und der Möglichkeit einer 

Festanstellung am bisherigen Arbeitsort überzeugt nicht und ist unbelegt 

geblieben (Bf-act. 6, 7 und Bg-act. 10). Hinzu kommt, dass die Meldung der 

zu niedrigen Anzahl an Bewerbungen für die Monate März 2020 (5 

Arbeitsbemühungen) und April 2020 (6 Arbeitsbemühungen) auch zu spät 

erfolgte, wurden die besagten Nachweise für die persönlichen 

Bemühungen doch aktenkundig erst jeweils am 30. April 2020 

unterzeichnet und erst mit der Stellungnahme vom 26. August 2020 per E-

Mail eingereicht (Bg-act. 7 Anhang: Nachweis jeweils Seite 2). Mit diesem 

Versäumnis verstiess der Beschwerdeführer gegen Art. 26 Abs. 2 AVIV, 

wonach der Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode am 

fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag 

folgenden Werktag zu erfolgen hat; wobei die Arbeitsbemühungen nicht 

mehr berücksichtigt werden, wenn diese Frist verpasst wird und kein 

entschuldbarer Grund vorgebracht wird. Dieser verspätete Nachweis 

betrifft sowohl die fünf Bewerbungen für den Monat März 2020 als auch die 

sechs Bewerbungen für den Monat April 2020. Für frühere Monate liegen 

überhaupt keine Arbeitsbemühungen vor, was der Beschwerdeführer 

selbst in seiner Einsprache vom 1. Oktober 2020 (Bg-act. 9) kundtat.

5.5. Zusammengefasst ergibt sich somit, dass die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung rechtskonform erfolgte sowie auch die 

Einstellungsdauer von 10 Tagen – basierend auf einem leichten 

Verschulden des Beschwerdeführers und innerhalb des dafür 

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vorgesehenen Sanktionsrahmens (E.5.3. hiervor) – zu keinen 

Beanstandungen oder Korrekturen Anlass gibt. 

5.6. Der angefochtene Einspracheentscheid ist demnach korrekt, was zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 

6.1. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG (Fassung, die bis 31. Dezember 2020 in Kraft 

stand) i.V.m. Art. 82a ATSG (Übergangsbestimmung zur Änderung vom 

21. Juni 2019) ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

arbeitslosenversicherungsrechtlichen Streitigkeiten – ausser bei 

mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung – kostenlos. Vorliegend sind 

keine Anhaltspunkte erkennbar, wonach der Beschwerdeführer mutwillig 

oder leichtsinnig an das Verwaltungsgericht gelangt wäre. Es sind ihm 

daher keine Kosten aufzuerlegen. 

6.2. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).             

III. Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]