# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17f2f82b-796c-5041-bc3f-f53bfd3ffd53
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.09.2018 SB150028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150028_2018-09-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150028-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Vorsitzender, Oberrichterin lic. iur. 

L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. B. Gut sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

Urteil vom 25. September 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

mehrfache qualifizierte Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 16. Dezember 2014 (DG140114) 

 

-  2  - 

 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 28. März 

2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 030001-030094). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 57 S. 83 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen qualifzierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und 
Ziff. 2 StGB; 

- der mehrfachen qualifzierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 
Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt.  

4.1. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 806'146.– nebst Zins zu 

5% seit 17. November 2004 als Schadenersatz zu bezahlen. 

4.2. Die Privatklägerin C._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

5. Von der Verpflichtung des Beschuldigten zur Leistung einer Ersatzforderung an den Staat 

wird abgesehen. 

6. Die sich in den Akten befindlichen Datenträger mit den gespiegelten Daten des Beschuldig-

ten und der D._____ GmbH werden bei den Akten belassen.  

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-  3  - 

Fr. 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 15'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 2'460.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 2'715.65   Auslagen Untersuchung  

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt.  

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für das gesamte Verfahren ei-

ne Prozessentschädigung von Fr. 32'920.35 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.  

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 6 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 115): 

1. A._____ sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Sämtliche Zivilklagen seien abzuweisen. 

3. Die Kosten der Untersuchung, des gerichtlichen Verfahrens sowie des Be-

rufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. A._____ sei für die ihm im Zusammenhang mit dem Strafverfahren entstan-

denen Kosten angemessen zu entschädigen. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 117): 

Es sei das Urteil der Vorinstanz (Bezirksgericht Zürich) vom 16. Dezember 

2014 vollumfänglich zu bestätigen. 

 

-  4  - 

c) Des Rechtsvertreters des Privatklägers B._____ (Prot. II S. 19): 

Es sei die Berufung abzuweisen und das Urteil der ersten Instanz sei zu be-

stätigen. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Für den Verfahrensgang bis zum Urteil des Bezirksgerichtes Zürich 

9. Abteilung, vom 16. Dezember 2014 ist vorliegend auf die Erwägungen der Vor-

instanz zu verwiesen (vgl. Urk. 57 S. 5 ff.). 

1.2. Mit Urteil vom 16. Dezember 2014 sprach das Bezirksgericht Zürich, 

9. Abteilung, den Beschuldigten der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und Ziff. 2 StGB und der mehrfachen qualifizier-

ten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 

StGB schuldig (Dispositiv-Ziffer 1) und bestrafte ihn mit einer bedingten Frei-

heitsstrafe von 2 Jahren (Dispositiv-Ziffer 2 und 3). Das Gericht entschied sodann 

über die Schadenersatzforderungen der Privatklägerschaft B._____ und C._____ 

(Dispositiv-Ziffern 4.1 und 4.2.), sah von der Verpflichtung des Beschuldigten zur 

Leistung einer Ersatzforderung an den Staat ab (Dispositiv-Ziffer 6) und regelte 

die Kosten- und Entschädigungsfolgen (vgl. Dispositiv-Ziffern 7-9). 

1.3. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2014 liess der Beschuldigte fristgerecht 

Berufung gegen das obenerwähnte erstinstanzliche Urteil anmelden (vgl. Urk. 52). 

Mit rechtzeitig erstatteter Berufungserklärung liess der Beschuldigte folgende Än-

derungen des erstinstanzlichen Urteils beantragen (vgl. Urk. 59): 

- Freispruch des Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen quali-
fizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und 
Ziff. 2 StGB und der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Ge-

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schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB 
(Disp. Ziff. 1 des angefochtenen Urteils). 

- Evtl. im Falle eines Schuldspruches, Reduktion des Strafmasses 
(Disp. Ziff. 3, recte Disp.Ziff.2). 

- Die Zivilforderungen der Zivilkläger seien abzuweisen, eventua-
liter auf den Zivilweg zu verweisen (Disp. Ziff. 4.1. und 4.2.). 

- Ausgangsgemässe Kosten- und Entschädigungsregelung nach 
richterlichem Ermessen (Disp. Ziff. 7., 8. u. 9.). 

1.4. Die Staatsanwaltschaft und die Privatkläger B._____ sowie C._____ - die 

Privatklägerin E._____ hatte mit Eingabe vom 21. März 2014 eine Desinteressen-

erklärung abgegeben (vgl. Urk. 9/163067) - liessen sich weder nach Zustellung 

der Berufungsanmeldung noch nach Zustellung der Berufungserklärung des Be-

schuldigten vernehmen. 

1.5. Beweisanträge wurden keine gestellt. 

1.6. Ein Verteidigerwechsel bewirkte die Abnahme der Vorladungen für die für 

den 1. Oktober 2015 vorgesehene Berufungsverhandlung (vgl. Urk. 66, 68 und 

71). Am 7. Dezember 2015 ergingen die neuen Vorladungen für die Berufungs-

verhandlung (vgl. Urk. 72). Diese wurde auf den 14. März 2016 terminiert. Indes-

sen wurden die Ladungen in der Folge abgenommen. Mit Verfügung vom 12. Juli 

2016 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zur Frage einer möglichen Rück-

weisung des Verfahrens an die Vorinstanz Stellung zu nehmen (vgl. Urk. 79). Die 

Stellungnahme der Staatsanwaltschaft wurde am 19. September 2016 erstattet 

(vgl. Urk. 98), diejenigen des Privatklägers B._____ und des Beschuldigten datie-

ren vom 26. September 2016 (vgl. Urk. 100 und Urk. 102). Am 17. Oktober 2017 

erfolgte die Terminabsprache mit den Parteien zur erneuten Vorladung zur Beru-

fungsverhandlung (vgl. Urk. 104). Die Berufungsverhandlung fand am 12. Juli 

2018 statt. 

1.7. Die Berufungsverhandlung fand in Anwesenheit des Beschuldigten und 

seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, sowie der Staatsanwältin, 

lic. iur. F. Keller, in Begleitung des Revisors, F._____, und des Rechtsvertreters 

des Privatklägers B._____, Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, statt (vgl. Prot. II S. 6). 

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2. Umfang der Berufung 

2.1. Gestützt auf die Anträge der oben wiedergegebenen Berufungserklärung 

sind Dispositiv-Ziffer 5 (Absehen von der Verpflichtung des Beschuldigten 

zur Leistung einer Ersatzforderung an den Staat), durch welche Anordnung der 

Beschuldigte ohnehin nicht beschwert ist, und Dispositiv-Ziffer 6 (Belassung der 

Datenträger mit den gespiegelten Daten des Beschuldigten in den Akten) in 

Rechtkraft erwachsen (vgl. auch Prot. II S. 7), was vorweg festzustellen ist.  

2.2. Ebenso in Rechtskraft erwachsen ist die Verweisung des Schadenersatz-

begehrens der Privatklägerin C._____ auf den Weg des Zivilprozesses (Disposi-

tiv-Ziffer 4.2., Prot. II S. 7) und die Dispositiv-Ziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils, 

welche die Kostenfestsetzung betrifft (vgl. Prot. II. S. 7).  

2.3. Die übrigen Dispositiv-Ziffern stehen im Berufungsverfahren demgegen-

über zur Disposition.  

II. Ausgangslage und Anklagevorwürfe 

1. Ausgangslage 

1.1. Der Beschuldigte schloss im eigenen Namen bzw. namens der D._____ 

GmbH, bei welcher der Beschuldigte Gesellschafter und Geschäftsführer mit Ein-

zelunterschrift war, im Oktober 2003 bzw. März 2004 bzw. April 2004 mit 

E._____, C._____ und B._____ Verträge ab, die die Vermögensverwaltung der 

auf Konten bzw. Depots bei der G._____ AG befindenden Vermögenswerte die-

ser Personen zum Inhalt hatten. Dazu erteilten die erwähnten Kunden dem Be-

schuldigten resp. der D._____ GmbH gegenüber der G._____ AG eine um-

fassende und uneingeschränkte Vollmacht. 

1.2. Im Zeitraum Oktober 2003 bis April 2005 traf der Beschuldigte resp. er na-

mens der D._____ GmbH diverse Anlageentschiede bezüglich der ihm durch die 

oben erwähnten drei Kunden überlassenen und auf diverse Konten und Depots 

bei der G._____ AG sich befindenden Vermögenswerte. Für seine Vermögens-

verwaltungstätigkeit war ein Honorar von 0.5% pro Jahr auf dem durchschnittli-

-  7  - 

chen Vermögen der Kunden vorgesehen. Weiter kassierte der Beschuldigte bzw. 

die D._____ GmbH Retrozessionen, die ihm bzw. der D._____ GmbH gestützt auf 

eine Vereinbarung mit der G._____ AG zustanden. 

1.3. Die Vermögensverwaltungstätigkeit des Beschuldigten führte zu erheb-

lichen Vermögensverlusten, so dass die drei obenerwähnten Kunden dem Be-

schuldigten das Vermögensverwaltungsmandat entzogen und die gegenüber der 

G._____ AG dem Beschuldigten eingeräumte Vollmacht widerriefen (C._____ am 

30. November 2004 [vgl. Ordner 7 Urk. 135368 und 135369 = C-Akten Ordner 20 

Urk. 16040051], B._____ am 10. November 2004 [vgl. C-Akten Ordner 20/1 

Urk. 16070006, vgl. Strafanzeige: Mandatsentzug 11. November 2004: Ordner 2 

Urk. 110007, vgl. Anklage S. 15 Ziff. 43] und E._____ am 14. April 2005  

[vgl. C-Akten Ordner 20 Urk. 16040133].  

1.4. Am 29. September 2009 reichte der damalige gemeinsame Rechtsvertreter 

von E._____, B._____ und Dr. C._____ Strafanzeige gegen den Beschuldigten 

bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung 

ein (vgl. Ordner 2 Urk. 110001 ff. betr. B._____, Ordner 4 Urk. 120001 ff. betr. 

E._____ und Ordner 7 Urk. 130001 ff. betr. C._____), woraus die vorliegende An-

klage vom 28. März 2014 hervorging. 

2. Anklagevorwürfe 

2.1. Die - die gesetzliche Vorgabe von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO missachtende 

und unnötig weitschweifig verfasste - Anklageschrift fasst in den ersten 18 Seiten 

unter Verweis auf die in den Anhängen 1, 2 und 3 der Anklage im einzelnen dar-

gestellten Finanztransaktionen die Grundlagen (insbesondere die getroffenen 

oder massgeblichen Vereinbarungen) und den Ablauf sowie die Auswirkungen 

der Handelsaktivität des Beschuldigten auf das verwaltete Vermögen seiner oben 

erwähnten Kunden zusammen.  

2.2. Der grosse Umfang der Anklageschrift veranlasst zu folgenden Präzi-

sierungen:  

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2.2.1. Mit Bezug auf die Kunden E._____ und B._____ führt die Anklageschrift 

jeweils unter dem Titel «Übersicht und Ablauf der Vermögensverwaltung» für die 

Kunden B._____ und E._____ auf, der Beschuldigte habe sich ohne Wissen und 

Einverständnis nicht an die in Beilage 1 «Anlagepolitik» vorgesehene Beschrän-

kung der Derivate auf 10% gehalten (vgl. Anklage S. 14 Ziff. 39 betr. B._____, 

Zeitraum: 6.5. bis 30.11.2004 und Anklage S. 18 Ziff. 49 betr. E._____, Zeitraum: 

17.10.2003 bis 13.4.2005), sondern während der (ganzen) Dauer der Vermö-

gensverwaltung Transaktionen von insgesamt 53,43% bzw. 54.78% in Derivate 

(Währungsoptionen und Währungszertifikaten) vorgenommen (vgl. Anklage 

a.a.O.). Nachdem die Anklageschrift an anderem Ort den Deliktszeitraum aus-

drücklich einschränkt, mithin nicht den gesamten Zeitraum der durch den Be-

schuldigten für die erwähnten Kunden durchgeführten Vermögensverwaltung er-

fasst (vgl. im Einzelnen oben), wird im Folgenden davon ausgegangen, dass die 

Handelstätigkeit des Beschuldigten unter diesem Blickwinkel vom Anklagevorwurf 

nicht erfasst ist. Dies entspricht im Übrigen auch der Auffassung der Anklagebe-

hörde. Diese führte im Berufungsverfahren im Zusammenhang mit der Rüge der 

Verteidigung betreffend Verletzung des Anklageprinzips (vgl. Urk. S. 100, Rz 365) 

aus, der Verstoss gegen die 10%-Regel sei nicht als eigenständiger strafrecht-

licher Vorwurf formuliert in dem Sinne, als dass die Missachtung der Regel kausal 

für den Schaden sein solle, sondern nur als Indiz dafür aufgeführt, dass eine Ver-

letzung der 10%-Regel ein Hinweis auf Churning darstelle, mithin auf eine Be-

schränkung des Risikos seitens der Anleger E._____ und B._____ (Prot. II S. 19).  

2.2.2. Klarzustellen ist sodann, dass nach Auffassung der Anklagebehörde dem 

Beschuldigten ebenso wenig vorgeworfen wird, zum Nachteil der Kunden (ins-

besondere der Kunden E._____ und C._____) überhaupt Retrozessionen bezo-

gen zu haben (vgl. Urk. 117 S. 5), sondern diese in übermässigem Ausmass zur 

Erzielung höherer Einkünfte generiert zu haben (bezüglich des Kunden B._____ 

vgl. aber Anklage lit. C. S. 26 ff. der Anklageschrift und nachfolgend Ziff. 2.4.). 

2.3. Konkret wirft die Anklageschrift dem Beschuldigten unter dem Titel quali-

fizierte ungetreue Geschäftsbesorgung zusammengefasst folgendes vor: 

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2.3.1. Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch übermässige Umschich-

tung der Anlagekonten der Kunden B._____, C._____ und E._____ (Anklage 

Ziff. B. IV S. 19 ff. Tatzeitraum zum Nachteil von C._____: 2. August bis 2. De-

zember 2004 [Datum Entzug Auftrag: 30. November 2004]; Tatzeitraum zum 

Nachteil von B._____: August bis 12. November 2004 [Datum Entzug Auftrag 

bzw. Auftrag um Liquidation des Depots: 10. November 2004]; Tatzeitraum zum 

Nachteil von E._____: Januar bis 13. April 2005), 

2.3.2. Verletzung der Treuepflicht durch mangelnde Transparenz gegenüber der 

Kundin C._____ (Anklage B. V. S. 22, Tatzeitraum: Ende der Monate August, 

September und Oktober 2004), 

2.3.3. Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch wirtschaftlich sinnlose 

Transaktionen (vgl. Anklage B. VI. S. 22 f. und Anhänge 4, 5 und 6, Tatzeitraum 

zum Nachteil von C._____: 5. August bis 2. Dezember 2004; Tatzeitraum zum 

Nachteil von B._____: 25. Juni bis 12. November 2004; Tatzeitraum zum Nachteil 

von E._____: 1. November 2004 bis 15. April 2005). 

2.3.4. Verursachung eines in der Anklage im Einzelnen bezifferten Schadens bei 

den Kunden C._____, B._____ und E._____ (vgl. Anklage B. VII., S. 23 f.). 

2.3.5. Handeln mit dem Ziel, möglichst umfangreiche Retrozessionen von der 

G._____ zu erhalten und damit ein Einkommen zu erzielen, mithin in Bereiche-

rungsabsicht und fehlende Ersatzfähigkeit bzw. -willigkeit (vgl. Anklage B. VIII., 

S. 24 ff.). 

2.4. Unter dem Titel Veruntreuung, evtl. ungetreue Geschäftsbesorgung wirft 

die Anklage dem Beschuldigten weiter vor, über die bei seiner Handelstätigkeit 

mit dem Kundenvermögen von B._____ empfangenen Retrozessionen keine Re-

chenschaft abgelegt und diese Entschädigungen diesem Kunden auch nicht her-

ausgegeben zu haben (vgl. Anklage C. S. 26 f.). 

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III. Prozessuales 

1. Beweisanträge 

1.1. Die Vorinstanz hat die von der Staatsanwaltschaft gestellten Beweisan-

träge (Beizug der Akten von zwei Zivilverfahren der Geschädigten E._____ gegen 

den Beschuldigten und die G._____ AG) abgewiesen, worauf verwiesen werden 

kann (Urk. 57 S. 9). 

1.2. An der Berufungsverhandlung stellte die Verteidigung für den Eventualfall, 

dass der Beschuldigte nicht freigesprochen würde, diverse Beweisanträge 

(vgl. Urk. 115 S. 101 ff ab Rz 371). Darauf wird im Rahmen der nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

2. Verletzung des rechtlichen Gehörs 

2.1. Die Staatsanwaltschaft machte an der Berufungsverhandlung in einer Vor-

bemerkung zu ihrem Plädoyer geltend, am 3. Juli 2018 das umfangreiche Plädo-

yer der Verteidigung inkl. Beilagen (gemeint Urk. 110 und 111/15-24) erhalten zu 

haben, wobei es ihr "innerhalb der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit" (ge-

meint bis zur Berufungsverhandlung vom 12. Juli 2018) "wegen Büroabwesenhei-

ten und weiteren Verpflichtungen in anderen Fällen nicht möglich gewesen sei, 

sich mit allen, teilweise neu erhobenen Einwendungen ausdrücklich auseinander-

zusetzen" (vgl. Urk. 117 S. 1, vgl. auch Prot. II S. 9 f., insbesondere S. 10). Sofern 

"das Gericht von der Staatsanwaltschaft eine detaillierte Analyse zu den sehr aus-

führlichen Vorträgen der Verteidigung" erwarte, so beantrage sie (die Staatsan-

wältin) "zur Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs der Staatsanwaltschaft" "eine 

Unterbrechung der Hauptverhandlung" (gemeint der Berufungsverhandlung) "und 

deren Fortsetzung für eine Duplik und Replik an einem anderen Datum" 

(vgl. Urk. 117 S. 1 f., vgl. auch Prot. II S. 10). Diesem Antrag schloss sich auch 

der Rechtsvertreter des Privatklägers B._____ an (vgl. Prot. II S. 10). 

2.2. Nach Art. 405 StPO ist das Berufungsverfahren mündlich durchzuführen 

und damit sind die Parteivorträge mündlich zu erstatten. Die Terminabsprachen 

mit den Parteien für die Berufungsverhandlung fanden am 17. Oktober 2017 statt 

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(vgl. Urk. 104). Seit diesem Datum wussten somit die Parteien, dass die Beru-

fungsverhandlung am 12. Juli 2018 stattfinden würde, wobei der Gegenstand des 

Berufungsverfahrens noch früher bekannt war (die Zustellung der Berufungs-

erklärung erfolgte im Februar 2015). Der Verteidiger stellte einen grossen Teil des 

Plädoyers vor der Berufungsverhandlung samt Beilagen zur Verfügung 

(vgl. Urk. 110 und 111/15-24), wozu er gar nicht verpflichtet war. Dass die Ankla-

gebehörde diese vorzeitige Eingabe, die eine Vorbereitung erst ermöglichte, zum 

Anlass nahm, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu rügen und eine Unter-

brechung bzw. spätere Fortsetzung der Berufungsverhandlung zu beantragen, ist 

nicht nachvollziehbar. Gestützt auf diese Fakten und weil auch im Übrigen der er-

stattete Vortrag der Verteidigung eine Unterbrechung der Berufungsverhandlung 

und deren spätere Fortsetzung nicht rechtfertigte, wurde dem entsprechenden 

Antrag der Staatsanwaltschaft nicht stattgegeben und die Berufungsverhandlung 

bis zu deren Abschluss fortgesetzt (vgl. Prot. II S. 10).  

3. Konstituierung der Geschädigten als Privatklägerschaft 

3.1. Zutreffend stellte die Vorinstanz fest, dass sich sowohl der Geschädigte 

B._____ als auch die Geschädigte C._____ als Privatkläger konstituierten 

(vgl. Urk. 57 S. 7 f.). 

3.2. Die Geschädigte E._____ reichte am 21. März 2014, mithin noch vor An-

klageerhebung, eine Desinteressenerklärung ein (vgl. Urk. 530013). Dazu erwog 

die Vorinstanz zutreffend, dass diese Erklärung über das Erlöschen ihrer Privat-

klägerstellung hinaus grundsätzlich ohne Relevanz ist (vgl. Urk. 57 S. 10). 

4. Anwendbares Strafrecht 

Dem Beschuldigten werden Verfehlungen im Zeitraum August 2004 bis Mitte April 

2005 zur Last gelegt, mithin vor Inkrafttreten des neuen allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches per 1. Januar 2007 bzw. vor der per 1. Januar 2018 in Kraft 

getretenen Revision des Sanktionenrechts. Beide Gesetzesänderungen sind vor-

liegend im Ergebnis ohne Relevanz.  

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5. Anwendbares Strafprozessrecht 

5.1. Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Strafprozessordnung 

vom 5. Oktober 2007 (StPO) in Kraft. Vorliegend stehen - wie oben gesehen - De-

likte aus den Jahren 2004 bis 2005 zur Beurteilung an, der vorinstanzliche Ent-

scheid erging am 16. Dezember 2014. Damit stellt sich auch die Frage nach dem 

anwendbaren Prozessrecht. 

5.2. Art. 448 der StPO bestimmt, dass Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses 

Gesetzes hängig sind, grundsätzlich nach neuem Recht fortgeführt werden, wobei 

Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der StPO angeordnet oder durch-

geführt worden sind, ihre Gültigkeit behalten (vgl. Art. 448 Abs. 1 und 2 StPO). 

Weiter regelt Art. 454 StPO, dass für Rechtsmittel gegen erstinstanzliche  

Entscheide, die nach Inkrafttreten der StPO gefällt werden, neues Recht gilt. 

5.3. Im vorliegenden Verfahren ist damit das neue Prozessrecht (StPO) an-

wendbar, wobei für Fragen nach der Gültigkeit von Verfahrenshandlungen, die vor 

Inkrafttreten der StPO vorgenommen wurden, das alte kantonale Prozessrecht, 

namentlich die bis Ende 2010 gültige Fassung der Strafprozessordnung des  

Kantons Zürich (StPO ZH) massgebend ist. 

6. Vorhandene Beweismittel und deren Verwertbarkeit 

6.1. Im Rahmen der Untersuchung bzw. des Vorverfahrens wurden diverse 

Beweise erhoben. Nebst diversen von den Parteien eingereichten oder sonst wie 

erhobenen Urkunden (dabei insbesondere die Bankunterlagen über die Konti der 

Geschädigten bei der G._____ AG, welche Auskunft geben über die vom Be-

schuldigten getätigten Transaktionen, die Steuerunterlagen des Beschuldigten 

samt Beilagen, die Konkursakten der D._____ GmbH samt diverser Jahresab-

schlüssen dieser Firma, Bankunterlagen aus erfolgten Editionen der G._____ AG 

und der H._____, Unterlagen über die mit den Geschädigten abgeschlossenen 

Verträgen und die mit ihnen geführte Korrespondenz bzw. diverse vom Beschul-

digten erstellten internen Notizen, die teilweise im Rahmen von Hausdurchsu-

chungen oder auf einer Harddisk sichergestellt wurden) befinden sich auch Befra-

gungen in den Akten. Befragt wurden der Beschuldigte (12 Einvernahmen) sowie 

-  13  - 

die Geschädigten E._____ (3 Einvernahmen), C._____ (1 Einvernahme) und 

B._____ (2 Einvernahmen). 

6.2. Die Urkunden wurden korrekt erhoben und sind daher ohne Weiteres ver-

wertbar. Dasselbe gilt für sämtliche durchgeführten Einvernahmen.  

6.3. Am 5. Juli 2013 erstatteten der Wirtschaftsprüfer I._____ und die  

Betriebsökonomin J._____, beide bei der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zü-

rich tätig, Berichte zu Handen der erwähnten Amtsstelle über die vom Beschuldig-

ten für die Geschädigten bzw. Privatkläger getätigten Finanztransaktionen 

(vgl. Urk. 010001 ff. betr. die Privatklägerin C._____, Urk. 010017 ff. betr. den Pri-

vatkläger B._____ und Urk. 010039 ff. betr. die Geschädigte E._____). Offenbar 

hatten I._____ und J._____ - wie diese im Schreiben an die Staatsanwältin Keller 

vom 5. Juli 2013 erwähnen (vgl. Urk. 010001) - bereits mit Brief vom 29. Juni 

2012 über die durch den Beschuldigten bzw. die D._____ GmbH für die Kundin 

C._____ ausgeführten Finanztransaktionen im Sinne eines ersten Überblicks be-

richtet (vgl. Urk. 010001). Im Zusammenhang mit den nachträglich ausgearbeite-

ten Analysen für die Kunden B._____ und E._____ (Urkunde unklar) soll sich der 

Bedarf zur detaillierteren Darstellung verschiedener Kennzahlen ergeben haben 

(vgl. Urk. 010001), was zur Erstattung der erwähnten Berichte führte. In den Be-

richten betreffend die Finanztransaktionen des Beschuldigten für den Kunden 

B._____ (vgl. Urk. 010030 ff.) und die Kundin E._____ (vgl. Urk. 010053 ff.) be-

antworteten I._____ und J._____ auch "zusätzliche Fragen der Staatsanwalt-

schaft". Am 29. November 2013 erstatteten I._____ und J._____, offenbar auf Bit-

te der zuständigen Staatsanwältin (vgl. Urk. 010063) einen Nachtrag zum Bericht 

vom 5. Juli 2013 (vgl. Urk. 010063 ff.). Am 18. Februar 2014 verfassten dieselben 

Autoren eine aktualisierte Version des Nachtrages (vgl. Urk. 010087 ff.). In sämt-

lichen Berichten hielten die Autoren einleitend fest, von der zuständigen Staats-

anwältin nicht als Sachverständige im Sinne von Art. 182 ff. StPO (als welche sie 

ohnehin als Mitarbeiter der Anklagebehörde und in den Ermittlungen involvierten 

Personen nicht hätten amten dürfen; vgl. Art. 183 StPO und Art. 56 StPO), son-

dern nur punktuell zur fachlichen Unterstützung und Berichterstattung darüber zu-

gezogen worden zu sein (vgl. Urk. 010001, Urk. 010063 und Urk. 010087). Die 

-  14  - 

erwähnten Berichte samt den darin enthaltenen Schlussfolgerungen stellen keine 

(insbesondere auch keine formell korrekt erhobenen) Beweismittel im Sinne von 

Art. 139 ff. StPO dar, weshalb diesen der Beweiswert von blossen Parteivorbrin-

gen beizumessen ist (vgl. Donatsch in Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO Komm., 

2. Auflage, Basel - Genf 2014, N 15 zu Art. 182 StPO). Dass im Nachtragsbericht 

vom 18. Februar 2014 (aktualisierte Version) im Widerspruch zur oben zitierten 

einleitenden Bemerkung in sämtlichen Berichten - aus welchem Grund auch im-

mer - vielfach vom "Sachverständigenbericht vom 5. Juli 2013" die Rede ist 

(vgl. Urk. 010089, 010097 und 010106), ändert selbstredend nichts am Beweis-

wert dieser Schriftstücke. 

6.4. Die Anklagebehörde beruft sich mit Bezug auf den Vorwurf der wirtschaft-

lichen Sinnlosigkeit diverser Transaktionen mit Bezug auf die Handelstätigkeit des 

Beschuldigten auf die tabellarischen Aufstellungen des "Revisors und Banken-

/Börsenspezialisten" F._____ der Staatsanwaltschaft III (vgl. Urk. 42 S. 7 f.). Die-

se bilden denn auch Anklageinhalt (vgl. Anhänge 4 bis 6 der Anklage). Auch diese 

Aufstellungen und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen stellen keine Be-

weismittel im Sinne von Art. 139 ff. StPO dar, weshalb auch diesen der Beweis-

wert von blossen Parteivorbringen beizumessen ist. 

IV. Vorbringen des Beschuldigten 

1. Standpunkt des Beschuldigten in der Untersuchung und vor Vorinstanz  

1.1. Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, der Beschuldigte habe den 

äusseren Anklagesachverhalt - mit einigen relevanten Ausnahmen - in manchen 

Teilen eingestanden. Weiter hielt sie fest, der Beschuldigte bestreite im Wesent-

lichen jedoch, in gegenüber den Geschädigten schädigender Absicht gehandelt, 

insbesondere wirtschaftlich unsinnige Geschäfte getätigt, die verwalteten Ge-

schädigten-Vermögen absichtlich übermässig oft umgeschlagen, die Geschädig-

ten mangelhaft über Risiken aufgeklärt und sich sonst in irgendeiner Weise straf-

bar gemacht zu haben (vgl. Vorinstanz in Urk. 57 S. 13).  

-  15  - 

1.2. Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte auch in Abrede stellte, 

die Kundin C._____ nicht über die jeweils eingetretenen Verluste und die Vermin-

derung des Nettovermögens informiert zu haben sowie unberechtigterweise Ret-

rozessionen behalten und nicht an die Kunden, insbesondere nicht an den Privat-

kläger B._____, weitergeleitet zu haben. 

2. Standpunkt des Beschuldigten im Berufungsverfahren 

2.1. Auch im Berufungsverfahren stellte der Beschuldigte in Abrede, sich im 

Sinne der Anklage schuldig gemacht, insbesondere diverse Treue- und Sorgfalts-

pflichten gegenüber seinen Kunden verletzt zu haben. Auf die Rügen des Be-

schuldigten und seiner Verteidigung ist - sofern von Relevanz - nachfolgend im 

Einzelnen einzugehen.  

2.2. Gestützt auf die Einwendungen des Beschuldigten ist der eingeklagte 

Sachverhalt, den die Vorinstanz in ihrem Entscheid als vollumfänglich erstellt be-

trachtete, zu überprüfen. 

2.3. Vorauszuschicken ist, dass sich die Berufungsinstanz dabei nicht mit je-

dem einzelnen Vorbringen der Parteien auseinandersetzen muss. Vielmehr kann 

sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen 

wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht 

hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 

mit Hinweisen). 

V. Unbestrittener Sachverhalt 

1. Zur Geschädigten E._____ 

1.1. Unbestritten ist, dass die Geschädigte E._____ am 16. Oktober 2003 mit 

dem Beschuldigten einen schriftlichen Vermögensverwaltungsauftrag samt Risi-

koaufklärungsformular und Umschreibung der Anklagepolitik abschloss (vgl. Ord-

ner 12 Urk. 220126; Ordner 10 Urk. 210097 und Urk. 210098) und ihm gegenüber 

ihre bei der G._____ AG in diversen Währungen deponierten Vermögenswerte 

(vgl. Ordner 12 Urk. 220145) im Umfang von umgerechnet rund CHF 825'000.-- 

-  16  - 

Vollmacht erteilte. Unbestritten ist weiter, dass die Geschädigte E._____ selber 

nach Vertragsabschluss mit dem Beschuldigten Vermögensveränderungen vor-

nahm, indem sie einerseits (im Oktober 2003 sowie März und Juli 2004) Einzah-

lungen im Umfang von insgesamt CHF 12'000.-- tätigte und andererseits (im No-

vember, Mai, September und Oktober 2004 sowie März 2005) Auszahlungen im 

Umfang von CHF 139'838.22 veranlasste (im Einzelnen vgl. Anklage S. 17 

Ziff. 48). Die Anklageschrift hält sodann fest, dass das Vertragsverhältnis zwi-

schenE._____ und A._____ am 15. April 2005 endete, an welchem Tag sie der 

G._____ den Widerruf der an den Beschuldigten erteilten Vollmacht mitteilte. 

Nachdem einige vom Beschuldigten vor dem Entzug der Vollmacht veranlassten 

Transaktionen ein späteres Buchungsdatum aufwiesen, wurden noch bis Valuta 

18. April 2005 den Konten und dem Depot Transaktionen belastet (vgl. Anklage-

schrift S. 18 Ziff. 53).  

1.2. Nebst den in den Anhängen der Anklageschrift im Einzelnen aufgeführten 

Transaktionen (vgl. Aussage des Beschuldigten in Urk. 41 S. 8) ist schliesslich 

unbestritten, dass die Vermögensverwaltungstätigkeit des Beschuldigten für die 

Geschädigte E._____, ohne Berücksichtigung der dadurch verursachten Spesen, 

zu erheblichen Verlusten führte. Der Anklageschrift (vgl. Tabelle S. 16 Ziff. 47) 

kann entnommen werden, dass in der hier relevanten Zeitspanne Januar bis 13. 

(bzw. 18.) April 2005 die Transaktionen Bankspesen im Umfang von 

CHF 141'083.25 (Januar 2005 = CHF 58'098.54; Februar 2005 = CHF 36'749.41; 

März 2005 = CHF 25'697.13; April 2005 = CHF 20'538.17; vgl. auch Urk. 010097) 

verursachten. Der positive Handelserfolg belief sich in dieser Zeitspanne auf ins-

gesamt umgerechnet CHF 35'682.40 (vgl. Aufstellung Anklageschrift S. 16: Erfolg 

Januar 2005 = CHF 51'664.54; Verlust Februar 2005 = CHF 17'942.29; Erfolg 

März 2005 = CHF 30'099.98; Verlust April 2005 = CHF 28'139.83). Das Netto-

vermögen verringerte sich in der relevanten Zeitspanne um umgerechnet 

CHF 106'466.-- (vgl. Aufstellung Anklageschrift S. 16: Nettovermögen Ende De-

zember 2004 = CHF 400'426.-- abzüglich Nettovermögen Ende April 2005 = 

CHF 293'960.--), wobei am 11. März 2005 eine Auszahlung von CHF 922.32 an 

die Geschädigte E._____ erfolgt war (vgl. Anklageschrift S. 17 Ziff. 48).  

-  17  - 

1.3. Im Auge zu behalten ist, dass die Anklage dem Beschuldigten eine Ver-

letzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch übermässige Umschichtung der An-

lagekonten der Kundin E._____ ab Januar 2005 bis 13. (bzw. 18.) April 2005 vor-

wirft, weshalb in diesem Verfahren lediglich die vom Beschuldigten in diesem Zeit-

raum getroffenen Anlageentscheide und die daraus resultierten, oben aufgeführ-

ten Bankspesen und Handelsergebnisse von Belang sind (vgl. Anklage S. 19 ff. 

ab Ziff. 55 unter Hinweis auf S. 16 Ziff. 47). Im Mai und Juni 2005 tätigte der Be-

schuldigte zufolge Mandatsentzugs keine Transaktionen, weswegen die in diesen 

Monaten eingetretenen Verluste nicht auf die Tätigkeit bzw. Untätigkeit des Be-

schuldigten zurückzuführen sind. Die in der Anklageschrift aufgeführten Zahlen für 

die Periode Oktober 2003 bis Ende Dezember 2004 zeigen auf, dass (selbst unter 

Berücksichtigung der an die Kundin E._____ erfolgten Auszahlungen, vgl. Ankla-

ge S. 17 Ziff. 48) erhebliche Verluste vor 2005 eintraten, mithin vor der Zeitspan-

ne, die Gegenstand des Anklagevorwurfes (vgl. Anklage S. 16 Ziff. 47 und S. 19 

Ziff. 55 ff.) bildet. 

1.4. Weiter erstreckt sich der Vorwurf bezüglich Verletzung der Treue- und 

Sorgfaltspflicht durch wirtschaftlich sinnlose Transaktionen nur auf die Zeitspanne 

1. November 2004 bis 15. April 2005 (vgl. Anklage S. 22 f. Ziff. 65 und 68 sowie 

Anhang 6). Damit steht aber vorweg fest, dass die Anlagetätigkeit des Beschul-

digten für die Kundin E._____ in der Zeitspanne 16. Oktober 2003 bis Ende 2004 

bzw. anfangs Januar 2005, mit Ausnahme von einzelnen Transaktionen in den 

Monaten November und Dezember 2004 (vgl. Transaktionsblöcke 1, 2 und teil-

weise 3, Anhang 6 der Anklageschrift), nicht beanstandet wurde und nicht Ge-

genstand dieses Verfahrens bildet. 

2. Zur Privatklägerin C._____ 

2.1. Unbestritten ist, dass die Privatklägerin C._____ am 24. März 2004 mit der 

Firma D._____ GmbH des Beschuldigten einen schriftlichen Vermögensverwal-

tungsauftrag samt Risikoaufklärung abschloss (vgl. u.a. Ordner 12 Urk. 220180 ff. 

und Ordner 12 Urk. 220213) und am 11. Mai 2004 die für die Vermögensver-

waltungstätigkeit erforderlichen Dokumente bei der G._____ unterzeichnete. Per 

2. August 2004 änderte sie ihre ursprüngliche Anlagestrategie (Investition der 

-  18  - 

Vermögenswerte zu 100% in Hedgefonds; vgl. Ordner 12 Urk. 220186) und un-

terzeichnete eine neue Beilage 1 zum Vertrag, welche die neue Anlagepolitik wie 

folgt festhielt: "Trading in Aktien, Währungen, Indizes und sämtliche derivativen 

Finanzinstrumenten" (vgl. Ordner 12 Urk. 220187). Nebst den in den Anhängen 

der Anklageschrift im Einzelnen aufgeführten Transaktionen (vgl. Aussage des 

Beschuldigten in Urk. 41 S. 8) ist weiter unbestritten, dass die Vermögens-

verwaltungstätigkeit des Beschuldigten für die Privatklägerin C._____, ohne  

Berücksichtigung der dadurch verursachten Spesen, zu erheblichen Verlusten 

führte. Nach der Anklageschrift (vgl. S. 12 Ziff. 31) verursachten die Trans-

aktionen zwischen dem 2. August und dem 2. Dezember 2004 Bankspesen im 

Umfang von CHF 165'080.33 (darin enthalten CHF 61'032.90 Retrozessionen). 

Der Verlust nach rund viermonatiger Handelstätigkeit belief sich auf insgesamt 

umgerechnet CHF 959'074.12; der Handelsverlust ohne Bankspesen mithin auf 

CHF 793'993.79 (CHF 959'074.12 abzüglich CHF 165'080.33). 

2.2. Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Tathandlungen betreffen - wie in 

der Anklage ausdrücklich festgehalten wird (vgl. Anklage S. 19 Ziff. 55 unter Hin-

weis auf S. 10 Ziff. 29) - ausschliesslich die Handelstätigkeit für die Privatklägerin 

C._____ ab dem 2. August 2004. Mit Schreiben vom 30. November 2004 an den 

Beschuldigten "kündigte" die Privatklägerin C._____ die "Vereinbarung vom 

24.3.2004" (vgl. Ordner 7 Urk. 135368). Gleichzeitig bat sie den Beschuldigten, 

aus allen in ihren Namen bzw. mit ihrem Geld getätigten Geschäften per sofort 

auszusteigen und ihr Geld an die Bank K._____ zurück zu überweisen (a.a.O.). 

Den an den Beschuldigten erteilten Auftrag, sämtliche Bankgeschäfte, die ihr 

Konto betreffen, unverzüglich aufzulösen und alle verbliebenen Gelder an die 

Bank K._____ zu überweisen, teilte die Privatklägerin C._____ am 30. November 

2004 auch der Bank G._____ mit (vgl. Ordner 7 Urk. 135369).  

3. Zum Privatkläger B._____ 

3.1. Unbestritten ist, dass der Privatkläger B._____ am 21. April 2004 in den 

Räumlichkeiten der D._____ GmbH vorsprach und mit dem Beschuldigten über-

einkam, dass die D._____ GmbH rund CHF 2 Mio. seines Vermögens verwalten 

sollte. An dieser Besprechung überreichte der Beschuldigte dem Privatkläger 

-  19  - 

B._____ einen Entwurf für einen Vermögensverwaltungsvertrag samt Beilagen 

(nach B._____s Darstellung mit einem Formular "Investment Policy" und die Clari-

fication of Risks [vgl. Ordner 12/20 Urk. 220054 - 220061 = Ordner 2/20 

Urk. 115009]; nach Darstellung des Beschuldigten mit zwei Formularen Invest-

ment Policy [zwei Annex 1, beide S. 7] und die Clarification of Risks [Annex 2] 

[vgl. C-Akten Ordner 3/20 Urk. 11000015]). Gleichentags begaben sich der Pri-

vatkläger B._____ und der Beschuldigte zur G._____ AG, wo der Privatkläger 

B._____ zuhanden der G._____ AG diverse Unterlagen (vgl. Ordner 12/20 

Urk. 220084 f., Urk. 220088 f., Urk. 220090 f. und Urk. 220092 ff.; vgl. auch C-

Akten Ordner 3/20 Urk. 11000020 - 11000038), insbesondere eine Vermögens-

verwaltungsvollmacht (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220086 f. = C-Akten Ordner 3/20 

Urk. 11000020 f.) zugunsten der D._____ GmbH des Beschuldigten unterzeichne-

te. Den Vermögensverwaltungsvertrag, den der Beschuldigte dem Privatkläger 

B._____ anlässlich der Besprechung im Entwurf ausgehändigt hatte, unterzeich-

nete der Privatkläger B._____ nie. Trotz ausstehender Vertragsunterzeichnung 

nahm der Beschuldigte namens der D._____ GmbH ab Mai 2004 (die Überwei-

sung der Vermögenswerte auf die neu eröffneten Konten der G._____ AG erfolgte 

am 5. Mai 2004, vgl. Ordner 2/20 Urk. 115006) die Vermögensverwaltungstätig-

keit für den Privatkläger B._____ (in dessen Einverständnis) auf.  

3.2. Nebst den in den Anhängen der Anklageschrift im Einzelnen aufgeführten 

Transaktionen (vgl. Aussage des Beschuldigten in Urk. 41 S. 8) ist schliesslich 

unbestritten, dass die Vermögensverwaltungstätigkeit des Beschuldigten namens 

der D._____ GmbH für den Privatkläger B._____, ohne Berücksichtigung der 

dadurch verursachten Spesen, zu erheblichen Verlusten führte. Der Anklage-

schrift (vgl. Tabelle S. 13 Ziff. 38) kann entnommen werden, dass in der hier rele-

vanten Zeitspanne August bis 10. bzw. 17. November 2004 die Transaktionen 

Bankspesen im Umfang von CHF 213'486.18 (August 2004 = CHF 36'625.46; 

September 2004 = CHF 61'935.54; Oktober 2004 = CHF 79'710.42; November 

2004 = CHF 35'214.76) verursachten. Der Verlust in dieser Zeitspanne belief sich 

auf insgesamt umgerechnet CHF 618'659.12 (Erfolg August 2004 = 

CHF 17'746.11; Verlust September 2004 = CHF 325'957.46; Verlust Oktober 

2004 = CHF 73'363.53; Verlust November 2004 = CHF 237'084.24). Der Han-

-  20  - 

delsverlust ohne Bankspesen betrug mithin CHF 405'172.94 (CHF 618'659.12 

abzüglich Bankspesen CHF 213'486.18).  

3.3. Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Tathandlungen unter dem Titel 

"Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch übermässige Umschichtung der 

Anlagekonten" betreffen - wie der Anklage S. 19 Ziff. 55 unter Hinweis auf S. 13 

Ziff. 38 zu entnehmen ist - ausschliesslich die Handelstätigkeit für den Privat-

kläger B._____ ab August 2004. Das Vertragsverhältnis endete gemäss Anklage 

am 10. November 2004, an welchem Tag der Privatkläger B._____ dem Beschul-

digten mitteilte, "es dürfe kein Geld mehr verloren werden", worauf der Beschul-

digte mit dem Einverständnis des Privatklägers B._____ am 11. November 2004 

alle noch offenen Positionen verkaufte (vgl. Anklage S. 15 Ziff. 43). Weiter er-

streckt sich der Vorwurf bezüglich Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht 

durch wirtschaftlich sinnlose Transaktionen auf die Zeitspanne zwischen dem 

25. Juni 2004 und dem 12. November 2004 (vgl. Anklage S. 22 f. Ziff. 65 und 67 

sowie Anhang 5), wobei lediglich die Transaktionsblöcke 1 und 2 vor dem August 

2004 erfolgten (vgl. Anhang 5 der Anklageschrift). In diesem Zusammenhang ist 

an dieser Stelle schon darauf hinzuweisen, dass die Angaben zu Transaktions-

block Nr. 2 gemäss Anhang 5 der Anklage (betrifft Kunde B._____) insofern feh-

lerhaft sind, als dort ein Verkauf mit dem Datum vom 27. Juli 2007 (Call-Option 
EUR/USD Valor …) aufgeführt ist.  

3.4. Aufgrund der - in diesem Punkt unbestritten gebliebenen - Aussagen des 

Privatklägers B._____ steht weiter fest, dass er dem Beschuldigten nach einem 

Gespräch, anlässlich welchem er (der Privatkläger) über einen weiteren Verlust 

informiert wurde, den Auftrag erteilte, das Portfolio zu liquidieren (vgl. Ordner 

12/20 Urk. 220029 f. und Urk. 220024), was freilich den Verlust noch erhöhte 

(vgl. Ordner 12/20 Urk. 220030 und Urk. 220024 f.).  

-  21  - 

VI. Zum Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung 

1. Ungetreue Geschäftsbesorgung - gesetzlicher Tatbestand 

1.1. Gemäss Art. 158 StGB ist strafbar, wer aufgrund eines Rechtsgeschäfts 

damit betraut ist, Vermögen eines anderen zu verwalten und dabei unter Ver-

letzung seiner Pflichten bewirkt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird. 

Die Tathandlung besteht in einer Treuepflichtverletzung, die vom Gesetz aller-

dings nicht konkret umschrieben wird. Die Treuepflichtverletzung muss vielmehr 

im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände festgelegt werden 

(Andreas Donatsch, Strafrecht III, 10. Aufl. Zürich 2013, S. 307, BGE 142 IV 346 

S. 3.2. mit Hinweisen).  

1.2. Bei der Vermögensverwaltung richtet sich die Treuepflicht nach dem 

rechtsgeschäftlichen, auftragsrechtlichen Grundverhältnis, wobei auch berufs- 

oder branchentypische Regeln bei der Vertragsauslegung dienen können (Hans 

Vest, Wirtschaftsstrafrecht in der Schweiz, Bern 2013 S. 331 f.). Dabei ist zu be-

achten, dass viele Geschäfte mit finanziellen Risiken verbunden sind. Das ein-

gehen derartiger Risiken kann nicht allein deshalb pflichtwidrig sein, weil dem 

Vermögensinhaber daraus zu einem späteren Zeitpunkt ein Schaden erwächst 

(Donatsch, a.a.O.). Die "blosse" Erwirtschaftung von Vermögensverlusten durch 

den Vermögensverwalter ohne entsprechende Pflichtverletzung wird strafrechtlich 

nicht erfasst (vgl. Jean-Marc Schaller, Handbuch des Vermögensverwaltungs-

recht, 2013, N 824 S. 311). Nicht jeder schlechte geschäftliche Entscheid ist da-

her strafbar. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Ge-

schäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. Es ist daher in einem 

solchen Fall ex ante zu bestimmen, ob die eingegangenen Risiken den getroffe-

nen Vereinbarungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwiderlaufen (vgl. dazu 

BGE 142 IV 346 E. 3.2. mit diversen Hinweisen). Erst wenn die eingegangenen 

Risiken in einer nachträglichen Betrachtung als auftragswidrig bzw. derart unver-

nünftig zu beurteilen sind, dass sie offensichtlich nicht mehr im Interesse des Auf-

traggebers lagen, stellt sich somit die Frage der Strafbarkeit. Es ist mit anderen 

Worten ein gewisses qualitatives Element unter Berücksichtigung der konkreten 

Umstände erforderlich. Für die Erfüllung des objektiven Tatbestandes muss mithin 

-  22  - 

eine Pflichtverletzung vorliegen, sodann bedarf es eines Vermögensschadens 

und weiter ist ein Kausalzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden 

erforderlich. 

1.3. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder 

Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt be-

reits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 

Abs. 2 StGB). Beim Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung muss sich 

der Vorsatz auf die Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Vermö-

gensschädigung und den Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen 

Verhalten und dem Schaden beziehen. Eventualvorsatz genügt. Ein solcher liegt 

indes erst dann vor, wenn sich dem Täter der Erfolgseintritt als so wahrscheinlich 

aufdrängt, dass sein Handeln vernünftigerweise nicht anders denn als Billigung 

des Erfolgs betrachtet werden kann (vgl. BSK Strafrecht II-Niggli, Art. 158 N 137 

mit Hinweisen). Es genügt, wenn der Beschuldigte nach landläufiger Anschauung 

Kenntnis von den entsprechenden Umständen hatte (vgl. Guido Urbach, Die un-

getreue Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB, Zürich 2002, S. 78). An den 

Nachweis des (Eventual-)Vorsatzes sind hohe Anforderungen zu stellen, da der 

objektive Tatbestand, namentlich das Merkmal der Pflichtverletzung, relativ unbe-

stimmt ist (BGE 142 IV 346 E. 3.2. mit Hinweisen). 

Bloss grobfahrlässige Pflichtverletzung bleibt straflos (vgl. BSK Strafrecht II-Niggli, 

Art. 158 N 137 mit Hinweis auf Vollmar). Eine fahrlässige Verletzung der vertrag-

lich vereinbarten Anlagestrategie bzw. -richtlinien reicht somit nicht aus. Es 

braucht (und es genügt gleichzeitig) Eventualvorsatz. Ein solcher liegt vor, wenn 

der Vermögensverwalter zwar den Kunden nicht absichtlich schädigen will, jedoch 

eine Schädigung im Vermögen des Anlegers für möglich hält und bewusst in Kauf 

nimmt. Da ein professioneller und gegen Entgelt agierender Vermögensverwalter 

die mittels vertraglicher Vereinbarung von Anlagerichtlinien- und -strategien fest-

gelegten Leitplanken kennt bzw. zurechenbar kennen muss sowie der Zu-

sammenhang zwischen erhöhtem Risiko und erhöhtem Verlustpotential als bran-

chenweit bekannt gilt, liegt eine Inkaufnahme einer Schädigung und damit Even-

tualvorsatz grundsätzlich vor, wenn der Vermögensverwalter zu hohe, nicht mehr 

-  23  - 

durch die vorgegebene Anlagestrategie und/oder spezifische Anlagerichtlinien 

gedeckte Risiken eingeht (vgl. Jean-Marc Schaller, Handbuch des Vermögens-

verwaltungsrecht, 2013, N 830 S. 312 f.). 

1.4. Der qualifizierte Treubruchtatbestand gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, 

der zu einer Strafverschärfung führt, setzt die Absicht unrechtmässiger Bereiche-

rung voraus. Eine solche Strafverschärfung kann zur Diskussion stehen, wenn der 

Vermögensverwalter die Risiken im Portefeuille des Anlegers nachweislich aus 

dem Grunde unzulässig erhöhte, weil er sich hiervon eine bessere Performance 

und abgeleitet davon eine höhere Erfolgsprämie erhoffte (vgl. Jean-Marc Schaller, 

Handbuch des Vermögensverwaltungsrecht, 2013, N 833 S. 313).  

Nachdem das vorsätzliche Handeln ohne weitere Absichten ohnehin bereits nach 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB strafbar ist und diese Handlung ihrerseits in den 

weitaus meisten Fällen - zumindest auch - erfolgt, um sich oder einen anderen 

unrechtmässig zu bereichern, kann die Absicht unrechtmässiger Bereicherung 

nach der Auffassung verschiedener Autoren nur das eigentliche Handlungsziel 

(mithin also dolus directus ersten Grades) und nicht eine Vorsatzform meinen. 

Dabei wird argumentiert, dass andernfalls für den eigentlichen Grundtatbestand 

praktisch kein Anwendungsbereich bliebe, bzw. dass der qualifizierte zum Regel-

fall wird (vgl. BSK Strafrecht II-Niggli, Art. 158 N 140; vgl. auch BSK Strafrecht II-

Niggli/Riedo, vor Art. 137 N 72 ff.; vgl. auch Stratenwerth/Jenny/Bommer, 

Schweizerisches Strafrecht Besonderer Teil I: Strafe gegen Individualinteressen, 

7. Auflage, 2010, § 19 N 20 unter Hinweis auf Noll, Schubarth und Honsell). Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt demgegenüber die Eventualab-

sicht (vgl. BGE 142 IV 346 E. 3.2 i.f.; vgl. auch PK StGB - Trechsel/Crameri 

Art. 158 N 16 unter Hinweis auf vor Art. 137 N 10 ff., insbesondere N 11: Absicht 

wird in einem weiteren Sinne verwendet und meint nicht die Identität von Hand-

lungsziel und Verwirklichungswillen, weshalb die eventuelle Bereicherungsabsicht 

ausreichend ist).  

Unrechtmässig ist die Vermögensverschiebung dann, wenn diese im Widerspruch 

zur Rechtsordnung erfolgt ist. Hinsichtlich der Unrechtmässigkeit muss der Täter 

zumindest in Eventualabsicht handeln (vgl. BGE 105 IV 29 E. 3a i.f. = Pra 1979 

-  24  - 

Nr. 87). Diese (Eventual-)Bereicherungsabsicht liegt dann vor, wenn der Täter in 

Kauf nimmt, dass er möglicherweise keinen Anspruch hat.  

Beim Entscheid über diese Absicht geht es um eine Beweisfrage. Was der Täter 

wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft nämlich sowohl beim (Eventual-)Vorsatz 

wie bei der (Eventual-)Absicht den inneren Sachverhalt und ist damit Tatfrage.  

2. Zeitraum Tatbegehung / Verjährung 

2.1. Es wurde oben dargetan, dass die gemäss Anklageschrift bemängelte 

Vermögensverwaltungstätigkeit des Beschuldigten im Zeitraum August 2004 bis 

Mitte März 2005 stattfand. Die (einfache) ungetreue Geschäftsbesorgung nach 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist ein Vergehen. Die Strafverfolgung derartiger Taten 

verjährte gemäss dem zur Tatzeit geltenden Recht in sieben Jahren nach der 

Tatbegehung (Art. 70 Abs. 1 lit. c aStGB in der Fassung gemäss Ziff. I des BG 

vom 5. Oktober 2001, in Kraft seit 1. Oktober 2002). Die Anklageerhebung erfolg-

te am 28. März 2014 (vgl. Anklage S. 1). Damit war die einfache ungetreue Ge-

schäftsbesorgung bereits im Zeitpunkt der Anklageerhebung verjährt. Geht man 

demgegenüber von einer qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung aus, wie 

sie vorliegend auch eingeklagt ist, so ist diese nicht verjährt, da die Verfolgungs-

verjährungsfrist 15 Jahre beträgt. Nachdem vor Ablauf der Verjährungsfrist ein 

erstinstanzliches Urteil erging (16. Dezember 2014), tritt die Verjährung diesbe-

züglich auch nicht mehr ein (Art. 70 Abs. 3 aStGB; Art. 97 Abs. 3 StGB).  

3. Geschäftsführereigenschaft des Beschuldigten 

3.1. Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschuldigte (auch dort, wo die Ver-

mögensverwaltungsverträge mit der D._____ GmbH zustande kamen) zweifellos 

Geschäftsführerstellung innehatte und damit Geschäftsführer im Sinne von 

Art. 158 StGB war, was vorliegend auch von keiner Seite in Abrede gestellt wird. 

4. Zum Inhalt der Vermögensverwaltungsverträge 

4.1. Es wurde schon oben dargetan, dass die Vermögensverwaltungsverträge 

des Beschuldigten mit der Geschädigten E._____ bzw. der Privatklägerin 

-  25  - 

C._____ mit der D._____ GmbH schriftlich abgeschlossen wurden und deren In-

halt nicht bestritten ist (betr. E._____ vgl. Ordner 12/20 Urk. 22126 – 22132; betr. 

C._____ vgl. Ordner 7/20 Urk. 135002 – 135004 zuzüglich Änderung der Anlage-

politik in Ordner 12/20 Urk. 220187). Offen ist, ob diese Verträge durch weitere 

mündliche Abreden modifiziert wurden. Strittig ist auch der Inhalt des Vermögens-

verwaltungsvertrages der D._____ GmbH mit dem Privatkläger B._____ hinsicht-

lich der vereinbarten Anlagepolitik, zumal B._____ den schriftlichen Vertragsent-

wurf nie unterzeichnete. In diesem Zusammenhang sind nebst den vorhandenen 

Urkunden auch die Aussagen der Geschädigten bzw. der Privatkläger zu würdi-

gen. Zu den Grundlagen der Beweiswürdigung in theoretischer Hinsicht sei auf 

die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen, die hier nicht zu wiederholen sind (vgl. 

57 S. 13 ff.). 

4.2. Die Vorinstanz würdigte im Rahmen der Sachverhaltsabklärung vorerst in 

allgemeiner Hinsicht die Aussagen und die Interessenlage des Beschuldigten und 

der Geschädigten bzw. Privatkläger E._____, C._____ und B._____.  

4.2.1. Zutreffend stellte die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte schon von sei-

ner prozessualen Stellung ein grosses Eigeninteresse am Ausgang des Verfah-

rens hat, was allein indessen seine allgemeine Glaubwürdigkeit nicht zu schmä-

lern vermag. Die Vorinstanz führte bezüglich des Aussageverhaltens des Be-

schuldigten weiter ins Feld, er habe sich einerseits beispielsweise zur Anbahnung 

der Geschäftstätigkeit seiner Firmen für die Geschädigten äusserst detailliert und 

ausführlich geäussert, andererseits auf konkrete Fragen zu den erfolgten Ge-

schäften sowie zu deren Zweck und Ziel sehr kurz gehalten, bzw. auf den im Zeit-

punkt der Einvernahmen in den Jahren 2013/2014 langen Zeitablauf verwiesen 

und in diesem Zusammenhang auf Erinnerungslücken hingewiesen oder auf Vor-

halte die Aussage verweigert. Wenn die Vorinstanz aus dem Gegensatz von äus-

serst ausführlichen Aussagen zu den Nebenthemen und kargen Aussagen in den 

Hauptpunkten auf ein Lügensignal schloss (vgl. Urk. 57 S. 17 f.), so ist dieser 

Schlussfolgerung entgegen zu halten, dass die Schilderungen zum Umfeld, zum 

Kennenlernen und zur Kontaktaufnahme der Geschädigten samt des Zustande-

kommens der Vermögensverwaltungsverträgen einerseits und eine konkrete Stel-

-  26  - 

lungnahme zu einzelnen vor beinahe 10 Jahren abgewickelten Börsengeschäften 

andererseits zweierlei Dinge sind, die durchaus unterschiedliche Gedächtnis-

leistungen erfordern. Der im Zeitpunkt der fraglichen Einvernahmen 68-jährige 

Beschuldigte hat wiederholt begründet, weshalb er zu den einzelnen konkreten 

Börsengeschäften keine genauen Erklärungen abzuliefern im Stande war. So bei-

spielsweise, weil er im Einzelnen zufolge Zeitablaufs die damals herrschenden 

Marktverhältnisse nicht mehr rekonstruieren konnte, die für seine (jeweils mehr-

mals täglich für sich selber und mehreren Kunden getroffenen) Entscheide mass-

gebend waren (vgl. u.a. Ordner 17/20 Urk. 210086 ff., Einvernahme Beschuldigter 

vom 10. Juli 2013 S. 24 ff.). Weiter ist zu berücksichtigen, dass er für die - ohne 

sein Zutun - erst Jahre nach den Strafanzeigen erfolgten Befragungen selbst-

redend keine Verantwortung trägt und damit aus den vom Beschuldigten geltend 

gemachten Erinnerungslücken nichts zu seinen Ungunsten abgeleitet werden 

kann. Schliesslich war es das gute Recht des Beschuldigten, die Aussagen wann 

immer er es wollte, was ihm von seiner Verteidigung schliesslich auch geraten 

worden war, zu verweigern, weshalb ohnehin unzulässig ist, insbesondere seine 

Aussagenverweigerung als Lügensignal zu bewerten.  

4.2.2. Zur Geschädigten E._____ ist festzuhalten, dass sie zwar kurz vor Ankla-

geerhebung eine Desinteressenerklärung abgab, dass sie jedoch im Zeitpunkt der 

Einvernahmen als Anzeigeerstatterin ein grosses (nicht nur ein „gewisses“, 

vgl. Vorinstanz Urk. 57 S. 18) Eigeninteresse am Ausgang des Verfahrens hatte, 

was freilich - wie beim Beschuldigten erwogen - ihre allgemeine Glaubwürdigkeit 

nicht a priori in Frage stellt. Sie wurde drei Mal einvernommen und zwar zwischen 

beinahe 5 und fast 9 Jahre nach Beendigung ihrer geschäftlichen Beziehung zum 

Beschuldigten. Gestützt darauf können - wie dies die Vorinstanz auch zutreffend 

festhielt (vgl. Urk. 57 S. 18 f.). - gewisse fehlerhafte Erinnerungen der Geschädig-

ten nicht ausgeschlossen werden, wobei sie selber auf ihre fehlende Erinnerung 

hinwies.  

4.2.3. Nicht anders präsentiert sich die Interessenlage beim Privatkläger B._____. 

Sein eminentes Interesse am Ausgang des Prozesses wird letztlich auch dadurch 

untermauert, dass er in diesem Strafprozess adhäsionsweise erkleckliche Zivilan-

-  27  - 

sprüche (über CHF 800'000.--) erhebt. Auch er wurde im Untersuchungsverfahren 

erst 5 1/3 bzw. 5 1/2 Jahre nach Beendigung seiner Geschäftsbeziehung zum 

Beschuldigten einvernommen. 

4.2.4. Die Privatklägerin C._____ stellte adhäsionsweise eine Forderung in der 

Höhe von beinahe 1 Million Franken. Auch ihr enormes Interesse am Ausgang 

dieses Strafprozesses war - zumindest im Zeitpunkt der Befragung - daher evi-

dent. Sie wurde im Untersuchungsverfahren erst am 19. Dezember 2013 einver-

nommen, mithin mehr als neun Jahre nach ihrem Abbruch der Geschäftsbe-

ziehung zum Beschuldigten. 

4.2.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass einerseits sowohl der 

Beschuldigte als auch die Geschädigte bzw. die Privatkläger ein wenn auch an-

ders gelagertes so doch grosses Eigeninteresse am Ausgang des Verfahrens hat-

ten (Geschädigte E._____) bzw. haben, dass andererseits die Befragungen sämt-

licher Beteiligten von der Untersuchungsbehörde erst mehrere Jahre nach den 

vom Beschuldigten vorgenommenen und ihm zur Last gelegten Transaktionen er-

folgten. Entsprechend wiesen - wie oben dargestellt - auch alle (d.h. Beschuldigte 

und Geschädigte bzw. Privatkläger) nachvollziehbar auf fehlende Erinnerung hin. 

Dass der Beschuldigte die möglicherweise durch die schleppend geführte Unter-

suchung entstandenen Erinnerungslücken nicht zu verantworten hat und dass 

seine Aussagenverweigerung nicht als Lügensignal bewertet werden kann, wurde 

schon oben festgehalten. Gewiss können die Hinweise der Geschädigten bzw. 

der Privatkläger auf fehlende Erinnerung nicht als Indiz für generell falsche und 

unverlässliche Aussagen gewertet werden (so Vorinstanz mit Bezug auf E._____ 

in Urk. 57 S. 19, B._____ in Urk. 57 S. 28 und C._____ Urk. 57 S. 30). Ebenso 

wenig kann indessen gesagt werden - dies entgegen der Vorinstanz -, die von 

den Geschädigten bzw. Privatkläger geltend gemachten Erinnerungslücken sprä-

chen - anders als dies beim Beschuldigten bewertet wurde - für die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen.  

4.3. Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten bzw. der 

Privatkläger durch die Vorinstanz 

-  28  - 

4.3.1. Hinsichtlich des Aussageverhaltens der Geschädigten E._____ hielt die Vo-

rinstanz ohne konkreten Bezug zum Inhalt der Aussagen vorweg fest, "dass die-

ses grundsätzlich von Realitätskriterien geprägt ist". Wörtlich führte die Vorinstanz 

weiter aus: "So sagte sie plausibel, lebensnah und frei von relevanten Widersprü-

chen aus. Konnte sie Fragen aufgrund fehlender eigener Wahrnehmung, Erinne-

rung oder Fachwissens nicht beantworten, wies sie darauf hin. Auch finden sich in 

ihren Aussagen keine übermässigen Belastungen des Beschuldigten, obschon sie 

keinen Hehl daraus machte, dem Beschuldigten vor dem Hintergrund der zu beur-

teilenden Ereignisse, insbesondere aufgrund der erlittenen Verluste kritisch bzw. 

ablehnend gegenüber zu stehen" (vgl. Urk. 57 S. 19 lit. b) ba). Das Aussagever-

halten der Privatkläger C._____ (Urk. 57 S. 29 lit. b) ba) und B._____ (Urk. 57 

S.24 lit. b) bewertete die Vorinstanz mit identischem Wortlaut. Auffallend ist, dass 

die Vorinstanz vorweg die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten bzw. 

der Privatkläger bejaht, ohne die eigentlichen Aussagen zu erwähnen und diese 

losgelöst von den von der Anklage erhobenen Vorwürfen analysierte und bewer-

tete. 

4.3.2. Erst nach der oben erwähnten Bewertung der (nicht dargelegten) Aus-

sagen, setzte sich die Vorinstanz mit diversen Einwendungen der Verteidigung 

zur Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten E._____ (vgl. Urk. 57 S. 19 ff. 

bb; sowie der Privatkläger B._____ (vgl. Urk. 57 S. 22 ff. bb) und C._____ 

(Urk. 57 S. 30 ff. bb) auseinander. 

4.3.3. Im Zusammenhang mit der Glaubhaftigkeit der Aussagen dieser Kunden, 

hielt die Vorinstanz abschliessend fest, insgesamt seien ihre Depositionen "mit 

der genannten Einschränkung der allenfalls fehlenden Erinnerung in einigen 

Punkten grundsätzlich als glaubhaft zu bezeichnen und es könne zur Erstellung 

des Sachverhaltes darauf abgestellt werden, jedenfalls insoweit, als sich" die 

"Aussagen mit objektiven Beweismitteln und/oder den glaubhaften Aussagen an-

derer Aussagepersonen decken" würden (Vorinstanz in Urk. 57 S. 23: E._____, 

Urk. 57 S. 28: C._____, Urk. 57 S. 34: B._____).  

4.3.4. Diese Erwägungen der Vorinstanz sind nicht nachvollziehbar und erweisen 

sich letztlich als inhaltsleere Floskeln. In der Untersuchung wurden - neben dem 

-  29  - 

Beschuldigten - einzig die Kunden E._____, C._____ und B._____ einvernommen 

(vgl. Ordner 12). Es ist daher nicht klar, wen die Vorinstanz mit den "anderen 

Aussagepersonen" meint. Der Begründung des erstinstanzlichen Entscheides ist 

aber auch nicht zu entnehmen, inwiefern sich die Aussagen des jeweiligen Kun-

den bzw. der jeweiligen Kundin mit den "glaubhaften Aussagen anderer Aussa-

gepersonen" decken und um welche Aussagen es sich dabei überhaupt handelt.  

4.4. Würdigung der Aussagen der Geschädigten E._____ bzw. der Privatkläger 

C._____ und B._____ im vorliegenden Berufungsverfahren 

4.4.1. Die Verteidigung rügte die von der Vorinstanz vorgenommene Bewertung 

der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Kunden des Beschuldigten in mehrfacher 

Hinsicht (vgl. Urk. 115 S. 6 - 54). Zusammengefasst hielt die Verteidigung u.a. 

fest, alle drei Kunden hätten vorgegeben, dass sie das Geld sehr konservativ und 

ohne Risiko hätten anlegen wollen, was unzutreffend sei. Unzutreffend seien wei-

ter die Aussagen von E._____ und B._____, es habe sich bei dem vom Beschul-

digten verwalteten Geldbetrag um einen Grossteil ihres bzw. ihres gesamten 

Vermögens gehandelt. Unglaubhaft seien sodann die Ausführungen aller drei 

Kunden, die vorgegeben hätten, den Inhalt der unterzeichneten Dokumente 

wahlweise nicht gelesen oder nicht verstanden zu haben. Gleich verhalte es sich 

mit den übereinstimmenden Depositionen, trotz anderslautender Vereinbarung 

nichts von Retrozessionen gewusst zu haben. Aufgrund ihrer Aussagen stehe 

immerhin fest, dass C._____ und B._____ auf Empfehlung von Herrn und Frau 

E._____ den Beschuldigten als Vermögensverwalter engagiert hätten, was den 

Schluss zulasse, das Herr E._____ seinen Freunden (C._____ und B._____) die 

Handelsstrategie des Beschuldigten erläutert habe. Insgesamt seien ihre Aussa-

gen nicht nur als unglaubhaft, sondern auch als ergebnisorientiert erfolgt zu be-

zeichnen (vgl. Urk. 115 S. 53 f.). Darauf ist im Rahmen der Würdigung der einzel-

nen Aussagen - sofern von Relevanz - zurückzukommen. 

4.4.2. Unbestritten ist, dass alle drei Kunden (E._____, C._____ und B._____) auf 

Empfehlung von Herrn E._____ (dem früheren Ehemann der Geschädigten 

E._____), oder sonst von sich aus, den Beschuldigten kontaktierten, um seine 

Vermögensverwaltungstätigkeit in Anspruch zu nehmen (Aussage E._____: Ord-

-  30  - 

ner 12/20 Urk. 220003, Aussage C._____: Ordner 12/20 Urk. 220156, Aussage 

B._____: Ordner 12/20 Urk. 220021 und auch vor Handelsgericht Ordner 8/20 

Urk. 140045 und 140049 ff.). Wie oben mehrfach erwähnt, ist der Inhalt der Ver-

mögensverwaltungsverträge der Kundinnen E._____ und C._____ (vgl. oben) 

grundsätzlich unbestritten und durch die unterzeichneten Urkunden belegt.  

4.4.3. Dass die Kundin E._____ dem Beschuldigten mitgeteilt haben soll, ihr Ver-

mögen solle wie das Geld einer Witwe verwaltet werden, es dürfe kein Risiko ent-

stehen, was sie mehrfach wiederholte (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220003, 220009, 

220011, 220226 und 220226), widerspricht dem schriftlich erteilten Vermögens-

verwaltungsauftrag und ist auch deswegen wenig glaubhaft, weil sie selber ein-

räumte, den Beschuldigten mit der Investition ihres Vermögens betraut zu haben, 

weil sie dort wo ihr Geld früher angelegt war, nichts verdient und keinen Gewinn 

erzielt hatte (Ordner 12/20 Urk. 220003). Im Übrigen ist zum Thema "Witwengeld-

verwaltung" darauf hinzuweisen, dass E._____ mal von einer (eigenen) Erwar-

tung sprach (Ordner 12/20 Urk. 220009 auf Frage 38), mal von ihrer diesbezügli-

chen Äusserung, mithin Weisung, an den Beschuldigten (Ordner 12/20 

Urk. 220003) und zu Letzt - worauf die Verteidigung zu Recht hinwies (vgl. 

Urk. 115 S. 17 Rz 47) - äusserte, der Beschuldigte (also nicht sie) habe ihr das 

gesagt (Ordner 12/20 Urk. 220226). Die von ihr unterzeichneten Dokumente (Ri-

sikoaufklärung im Vermögensverwaltungsvertrag und Risikoaufklärung gegenüber 

der Bank) zeigen deutlich, dass sie auch über die Risiken gewarnt, jedenfalls in-

formiert wurde, weswegen ihre anderslautenden Aussagen nicht überzeugen (vgl. 

u.a. Ordner 12/20 Urk. 220011 auf Frage 45; vgl. Vorbringen Verteidigung in 

Urk. 115 S. 15 ff.). Bemerkenswert ist ihre Aussage auf Vorhalt der Clarification of 

Risks, sie habe damals gemeint (wie sie auch jetzt noch meine, d.h. im Zeitpunkt 

der Aussage), "dass Risiko gar kein Risiko bedeute" (Ordner 12/20 Urk. 220118 

auf Frage 63). Immerhin räumte sie ein, mit dem Beschuldigten während laufen-

der Vertragsbeziehung regelmässig Kontakt gehabt zu haben (einmal oder zwei-

mal monatlich: Ordner 12/20 Urk. 220018 auf Frage 69). Schliesslich ist in Zu-

sammenhang mit der Würdigung der Aussagen von E._____ auf ihre deklarierten 

Erinnerungslücken hinzuweisen, die sie auch in der letzten Einvernahme, welche 

9 Jahre nach Abbruch des Vertragsverhältnisses mit dem Beschuldigten stattfand, 

-  31  - 

offenlegte (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220226) und welche ihre Aussagen zusätzlich 

relativieren. Dies betrifft insbesondere die Frage, ob eine mündliche Vereinbarung 

zu einer Änderung der Anlagepolitik, namentlich zur Aufhebung der 10% Be-

schränkung bei Derivaten, zustande gekommen war, (wie dies der Beschuldigte 

behauptet hatte; vgl. 210076, 210081 ff.), die die Geschädigte E._____ dahinge-

hend beantwortete, sie habe keine Erinnerung mehr an so etwas (vgl. Ordner 

12/20 Urk. 220226 auf Frage 15). Insgesamt erscheinen die Aussagen der Ge-

schädigten E._____ vor allem unter Berücksichtigung der zeitlichen Komponente 

(alle Einvernahmen erfolgten Jahre später) nicht überzeugend. Wie nachfolgend 

zu zeigen ist, sind ihre Aussagen indessen auch nicht von entscheidender Rele-

vanz.  

4.4.4. Die Kundin C._____ konzedierte, vom Beschuldigten eine möglichst effizi-

ente Vermögensverwaltung und mit möglichst grossem Gewinn gewünscht zu ha-

ben (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220159), was auch mit der von ihr unterzeichneten 

dynamischen Anlagepolitik (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220187) übereinstimmt. Mehr-

fach äusserte sie, davon ausgegangen zu sein, dass sie sehr grosse Gewinne 

machen werde (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220157), ja gar solche in der Höhe von 

20% erwartet zu haben (Urk. 220160). Weiter bestätigte sie, dass ihr die dadurch 

eingegangenen Risiken bewusst waren (Urk. 220159, 220161, 220162, 220164). 

Mit der Verteidigung (vgl. Urk. 115 S. 30 f.) ist der Einwand der Privatklägerin 

C._____, nichts von Retrozessionen gewusst zu haben (vgl. Urk. 220166 f.) in 

Frage zu stellen, nachdem sie jede Seite des Vertrags mit ihrem Kürzel versah 

und die Retrozessionsziffer am Schluss von S. 3 des Vertrages just oberhalb ih-

res Kürzels angebracht ist (vgl. Urk. 135004). Nachdem sie jede Seite des Ver-

trags mit ihrem Kürzel versah und nachdem die Retrozessionen nach ihrer Dar-

stellung bereits anlässlich einer Vorbesprechung vor der Vertragsunterzeichnung 

Thema waren (vgl. Urk. 220158: "dieser Absatz über die Retrozessionen hatte ich aus-

drücklich rausgenommen…."), erscheint es als nicht glaubhaft, dass sie den Vertrag 

ohne jede Überprüfung oder ohne ihn durchzulesen unterzeichnet haben soll 

(vgl. Urk. 220258). Im Zusammenhang mit den Retrozessionen erwähnte sie so-

dann den nach ihrer Auffassung vertraglich stipulierten Kommissionsprozentsatz 

von 1,5%, was offensichtlich unzutreffend ist (vgl. Urk. 135004 = im Vertrag waren 

-  32  - 

0,5% vereinbart) und ihre mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmende Erinnerung 

offenbart. Die Verteidigung wies weiter zu Recht darauf hin, dass die Aussagen 

von Frau C._____ auch in einem weiteren Punkt als unzutreffend zu bezeichnen 

sind (vgl. Urk. 115 S. 32 Rz 102). So wiederum im Zusammenhang mit den Re-

trozessionen, über welche sie erst im zivilrechtlichen Verfahren erfahren haben 

will (vgl. Urk. 220161 und 220170), obschon sie in ihrem Schreiben Ende  

November 2004 an die G._____ solche erwähnte (vgl. C-Akten Ordner 20/20 

Urk. 16040051).  

Die Kundin C._____ wurde das einzige Mal neun Jahre nach Abbruch ihrer Ge-

schäftsbeziehungen zum Beschuldigten einvernommen (vgl. Urk. 220153). Es ist 

daher nicht verwunderlich, dass sie zu verschiedenen Themen keine Auskunft 

geben konnte, worauf sie auch verschiedentlich hinwies. Inwiefern ihre mehrfach 

zugestandenen Erinnerungslücken auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

schliessen lassen soll, ist - dies entgegen der Auffassung der Vorinstanz 

(vgl. u. a. Urk. 57 S. 32) - nicht ersichtlich. Die Frage, ob sie wünschte, dass die 

Korrespondenz banklagernd aufbewahrt wird, wie dies der Beschuldigte geltend 

machte (vgl. Urk. 220167 auf Frage 51), beantwortete sie damit, sie könne sich 

überhaupt nicht daran erinnern. Ebenso wenig konnte sie sich daran erinnern, ob 

ein entsprechendes Telefonat mit dem Beschuldigten stattfand (Urk. 220168 auf 

Frage 55). Auf Vorhalt des Besuchsrapportes des Beschuldigten vom 24. August 

2004 antwortete sie, sich nicht daran erinnern zu können, was genau besprochen 

worden sei (vgl. Urk. 220172), womit sie immerhin die Tatsache, dass ein Treffen 

stattfand, nicht in Abrede stellte. Auch dass am 18. Oktober 2004 ein Telefon-

gespräch mit dem Beschuldigten stattfand, stellte sie nicht in Abrede, wobei sie 

das Datum in Frage stellte (vgl. Urk. 220171: "Ich weiss nicht mehr, ob dieses Telefonat 

am 18. Oktober stattfand."). Bezüglich der seitens des Beschuldigten erhaltenen In-

formationen während laufender Vermögensverwaltung konzedierte sie, ein oder 

zweimal über Verluste mit dem Beschuldigten gesprochen zu haben 

(vgl. Urk. 220176), um im Widerspruch dazu nachzuschieben, Tatsache sei ein-

fach, dass sie nicht informiert worden sei, die ganze Zeit über nicht (a.a.O.). Auch 

auf Vorhalt der Aussagen des Beschuldigten, im September zwei oder dreimal 

miteinander über die ganze Entwicklung gesprochen zu haben, wiederholte sie, 

-  33  - 

es seien ihr keine Auskünfte darüber gegeben worden (vgl. Urk. 220177). Diese 

Aussage steht im Widerspruch zu den Kontakten mit dem Beschuldigten, die sie  

- wie oben aufgeführt - nicht in Abrede stellte und sie ist auch deshalb nicht über-

zeugend, weil die Privatklägerin C._____ selber das Vorbringen des Beschuldig-

ten bestätigte, die Verwaltung ihrer (anderen) Vermögen ziemlich genau verfolgt 

zu haben (a.a.O.).  

Es trifft wohl zu, dass verschiedene an sie gerichtete Vorhalte auf Behauptungen 

des Beschuldigten oder auf anlässlich der Hausdurchsuchung beschlagnahmten 

Telefon- und Besprechungsnotizen basieren (so Vorinstanz z.B. in Urk. 57 S. 34). 

Ihre oben aufgezeigten Aussagen lassen indessen insgesamt den Schluss nicht 

zu, ihre Depositionen seien glaubhaft, jedenfalls diese seien glaubhafter als dieje-

nigen des Beschuldigten. Bemerkenswerterweise machte sie (ungefragt) in ihrer 

Befragung eine Kosten/Nutzenanalyse, die hier beiläufig noch Erwähnung ver-

dient: "Das Ganze bringt für mich hier überhaupt nichts. Ausser dass es meine 

Zeit kostet" (vgl. Urk. 220176). 

4.4.5. Mit Bezug auf den Inhalt des Vermögensverwaltungsvertrages zwischen 

der D._____ GmbH des Beschuldigten mit dem Privatkläger B._____ ist unklar, 

welche Vorgaben bezüglich Anlagepolitik verabredet wurden. Unbestritten ist, 

dass B._____ den Vertragsentwurf nie unterzeichnete.  

4.4.5.1. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass für den Privatkläger B._____ 

eine Beschränkung der Derivate auf 10% zustande kam. Sie begründet dies mit 

dem anlässlich der Anzeigeerstattung eingereichten Vertragsentwurf, der in einem 

Annex 1 die "Investment Policy" u.a. so regelte (vgl. dazu Ordner 12/20 

Urk. 220081).  

4.4.5.2. Demgegenüber machte der Beschuldigte geltend, B._____ sei mit einer 

Anlagepolitik gemäss einem Annex 1, der keine Beschränkung für den Handel mit 

Derivaten vorgesehen habe (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220080), einverstanden ge-

wesen. 

-  34  - 

4.4.5.3. Der Privatkläger B._____ seinerseits stellte sich auf den Standpunkt, für 

ihn sei es darum gegangen, keine hohen Risiken einzugehen und keinen Kapital-

verlust zu riskieren (vgl. Ordner 12/20 Urk. 220034). Die Vorinstanz bewertete die 

Aussagen von B._____ als glaubhaft und überzeugend (vgl. Urk. 57 S. 40 lit. bc). 

Die Interessenlage sowohl des Beschuldigten als auch von B._____ in diesem 

Prozess wurde schon oben dargetan. In Zusammenhang mit dem Vorwurf der 

Veruntreuung, evtl. ungetreuen Geschäftsbesorgung (Retrozessionen Kunde  

B._____) wird nachfolgend dargetan, dass die Aussagen von B._____ nicht über-

zeugen (vgl. nachfolgend Ziff. VII 4.2.). Die Vorinstanz erwog, der Umstand, dass 

B._____ keine hohen Risiken habe eingehen wollen, spiegle sich auch in der im 

Vertragsentwurf festgehaltenen Beschränkung der derivativen Finanzinstrumente 

auf maximal 10% des Anlagevermögens (vgl. Urk. 57 S. 40 f.). Damit blendet die 

Vorinstanz aus, dass die besprochene und dann evtl. vereinbarte Anlagestrategie 

von den Beteiligten kontrovers geschildert wird. Abgesehen davon, offenbart die 

gemäss B._____ vereinbarte Anlagepolitik gemäss Annex 1 keine geringe Risiko-

bereitschaft (z.B. Aktien: 0% - 100%, vgl. Ordner 12/20 Urk. 220081). Korrekt ist, 

dass die Vertragsdokumente nie unterschrieben wurden, was freilich dem münd-

lichen Zustandekommen eines Vermögensverwaltungsvertrages nicht im Wege 

stand. Weshalb der Umstand, dass B._____ den betreffenden Annex 1 der 

D._____ GmbH zusammen mit der Strafanzeige einreichte, zum zwingenden 

Rückschluss führen soll, dass die Parteien von diesem ausgingen, wie dies die 

Vorinstanz erwog, ist nicht schlüssig. Denn ebenso wenig kann die Darstellung 

des Beschuldigten ausgeschlossen werden, B._____ sei im Besitze beider Annex 

1 gewesen und habe im Rahmen der Strafanzeige das für ihn vorteilhaftere Do-

kument eingereicht (so Beschuldigter in Ordner 10/20 Urk. 210280). Weshalb die 

Vorinstanz als Tatsache bezeichnete, dass sich in den elektronisch gespiegelten 

Daten des Beschuldigten für den Geschädigten B._____ kein anderes Vertrags-

dokument finden liess als jenes, bleibt ihr Geheimnis. Es trifft zwar zu, dass die 

Anklagebehörde den Beschuldigten damit konfrontierte (vgl. Ordner 10/20 

Urk. 210282 unter Vorhalt der Vorlagen 3/1 [210322 ff.] und 3/2 [Urk 210334]. 

Ebenso zutreffend ist indessen, dass der Beschuldigte den Vorhalt und die ihm 

vorgelegten Dokumente (zum Teil schon wegen des Schriftbildes] sprich die Rich-

-  35  - 

tigkeit der "Metadaten" in Abrede stellte, worauf die Staatsanwältin in Aussicht 

stellte, diesbezüglich Erkundigungen beim Computerspezialisten einzuholen 

(a.a.O. 210282). Ob eine solche Abklärung erfolgte, ist den Akten nicht zu ent-

nehmen. Damit ist es aber unzulässig, zulasten des Beschuldigten Beweis mit 

zweifelhaft erhobenen Dokumenten zu führen. Dass sich B._____ im Übrigen in 

Zusammenhang mit dem Zustandekommen des Vermögensverwaltungsvertrages 

in Widersprüche verstrickte und - man kann es nicht anders sagen - dazu geneigt 

war, ergebnisorientiert auszusagen, wird im Rahmen der Beurteilung des Vorwur-

fes betreffend Retrozessionen (Anklage S. 26 ff.) nachfolgend noch dargetan (vgl. 

unten Ziff. VII 4.2. f.).  

4.4.5.4. Damit kann nicht als erstellt betrachtet werden, dass zwischen der 

D._____ GmbH des Beschuldigten und dem Privatkläger B._____ eine Begren-

zung der Derivate auf 10% vereinbart wurde.  

4.4.6. Zusammenfassend steht fest, dass alle drei Kunden des Beschuldigten kei-

ne Buy-and-hold-Strategie, sondern eine Tradingstrategie verfolgten, die zwar 

hohe Gewinne erlaubte, indessen auch erhebliche Risiken beinhaltete. 

5. Zusammenfassung der gemäss Anklage begangenen Pflichtverletzungen 

5.1. Wie bereits oben präzisiert wurde, wird die in der Anklage unter dem Titel 

"Übersicht und Ablauf der Vermögensverwaltung" mit Bezug auf die Kunden  

E._____ und B._____ aufgeführte Überschreitung der Beschränkung der Derivate 

auf 10% vom Anklagevorwurf nicht erfasst. Der Vollständigkeit halber ist dazu 

noch folgendes auszuführen: 

5.1.1.  Eine Begrenzung der Derivate auf 10% zwischen der D._____ GmbH des 

Beschuldigten und dem Privatkläger B._____ konnte, wie oben gezeigt, nicht er-

stellt werden und steht damit nicht mehr zur Debatte.  

5.1.2. Unbestritten ist, dass der schriftliche Vermögensverwaltungsvertrag mit der 

Kundin E._____ eine Beschränkung der Derivate auf 10% vorsah (vgl. Ordner 

12/20 Urk. 220126 ff, insbesondere Urk. 220132: "Anlagepolitik"). Offen zu lassen 

ist, ob eine mündliche Vereinbarung zu einer Änderung der Anlagepolitik, nament-

-  36  - 

lich zur Aufhebung der 10% Beschränkung bei Derivaten, kam, wie dies der Be-

schuldigte behauptet hatte (vgl. 210076, 210081 ff.; vgl. oben bei der Würdigung 

der Aussagen der Kundin E._____). Denn die Verteidigung stellte in Abrede, dass 

diese Beschränkung vorliegend missachtet wurde (vgl. 115 S. 100 f.), zumal die 

Anklageschrift unzutreffend nicht den Prozentsatz des anvertrauten Vermögens, 

sondern den Prozentsatz aller Transaktionen (53,43% der gesamthaft getätigten 

Transaktionen; vgl. Anklage S. 18 Ziff. 49) erwähne. Diese Rüge der Verteidigung 

wurde von der Staatsanwältin an der Berufungsverhandlung nicht substantiiert 

widerlegt. Wenn die Staatsanwältin ausführt, es sei egal, ob man die Beschrän-

kung auf 10% des Vermögens oder auf 10% der ausgewählten Produkte beziehe 

(vgl. Prot. II S. 14), so ist ihr zu widersprechen und sie auf das Anklageprinzip 

hinzuweisen. Ob diesbezüglich eine Pflichtverletzung des Beschuldigten vorliegt, 

ist im Übrigen - ohne Expertise - auch nicht überprüfbar. Nachdem ohnehin für die 
Erfüllung des objektiven Tatbestandes von Art. 158 Ziff. 1 StGB ein Kausalzu-

sammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden erforderlich ist, könnte die 

Nichteinhaltung dieser 10%-Regel vorliegend - selbst wenn eine solche vorläge - 

auch nicht von Belang sein, weil sie selbst nach Darstellung der Anklagebörde 

nicht zu einem Schaden führte (vgl. Prot. II S. 19 und vorne Ziff. II. 2.2.1.).  

5.2. Im Übrigen wirft die Anklageschrift dem Beschuldigten folgende konkrete 

Pflichtverletzungen vor:  

- Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch übermässige Umschich-

tung der Anklagekonten der Kunden B._____, C._____ und E._____ 

- Verletzung der Treuepflicht durch mangelnde Transparenz gegenüber der 

Kundin C._____ 

- Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch wirtschaftlich sinnlose 

Transaktionen (Anklage S. 22 f. ab Ziff. 65 und Anhänge 4-6 der Anklage) 

-  37  - 

6. Zum Vorwurf der Verletzung der Treue- und Sorgfaltspflicht durch wirtschaft-
lich sinnlose Transaktionen  

6.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, zwecks Generieren von erhöhten 

Einnahmen und damit in Verletzung seiner auftragsrechtlichen Sorgfalts- und 

Treuepflicht, bei den Kunden E._____, B._____ und C._____ eine Vielzahl von 

aus Kundensicht unnötigen und wirtschaftlich keinen Sinn ergebenden Börsen-

transaktionen ausgeführt zu haben. Die Transaktionen, die nach Darstellung der 

Anklageschrift weder durch den Kursverlauf noch durch sonstige kursbeeinflus-

senden Ereignisse angezeigt gewesen sein sollen und zudem unter Berücksichti-

gung der vereinbarten Anlagestrategie wirtschaftlich keinen Sinn ergeben hätten, 

sind in der Anklageschrift in den Anhängen 4 (betreffend C._____: Tatzeitraum 

5.8.2004 bis 2.12.2004), 5 (betreffend B._____: Tatzeitraum 25.6. bis 12.11.2004) 

und 6 (betreffend E._____: Tatzeitraum 1.11.2004 bis 15.4.2005) im Einzelnen 

aufgeführt (vgl. Anklageschrift S. 22 f. und Anhänge Urk. 030059 - 030092). 

6.2. Die frühere Verteidigung nahm zu diesen Vorwürfen an der Hauptverhand-

lung vor Vorinstanz detailliert Stellung. In ihrem Plädoyer sind diesen Vorwürfen 

sechs Seiten gewidmet (vgl. Urk. 45 S. 58 ff.). Weiter werden die durch die 

Staatsanwaltschaft in den Anhängen 4, 5 und 6 der Anklageschrift bemängelten 

„Transaktionsblocks“ in drei mehrseitigen separaten Beilagen zum Plädoyer nebst 

allgemeinen Vorbemerkungen und einer grundlegenden Kritik umfangreich einer 

Einzelanalyse unterzogen (vgl. Urk. 46/6 betreffend „Transaktionsblocks“  

C._____: 51 Seiten, 46/7 betreffend „Transaktionsblocks“ E._____: 41 Seiten und 

46/8 betreffend „Transaktionsblocks“ B._____: 56 Seiten).  

6.3. Die Vorinstanz äusserte sich dazu in ihrem Entscheid auf knapp 1 ½ Seiten 

(vgl. Urk. 57 S. 51 f.). Zum Ganzen führte sie wörtlich aus:  

„fa) Unterzieht man die in den Anhängen 4 - 6 der Anklage aufgeführten, dem Beschuldigten in 
mehreren Einvernahmen detailliert vorgehaltenen Transaktionen einer eingehenden Betrachtung, 

ist festzustellen, dass diese sich jeweils effektiv entgegenstehen, so dass ein wirtschaftlicher Sinn 

darin entgegen der Ansicht der Verteidigung (act. 45 S. 58 ff.) nicht ersichtlich ist. Entgegen des 

Einwands der Verteidigung (act. 45 S. 61) wurde seitens der Staatsanwaltschaft nicht einfach ge-

wissermassen willkürlich ein Teil der Transaktionen herausgepickt. Vielmehr beschränkte sich die 

Staatsanwaltschaft hierbei in den Anhängen 4 - 6 der Anklage auf Geschäfte, in denen die wirt-

-  38  - 

schaftliche Sinnlosigkeit ins Auge springt. Angemerkt sei, dass die seitens der Verteidigung als 

Beilagen eingereichten Anmerkungen (46/6-8) diesen Eindruck nicht zu widerlegen vermögen, 

stehen doch diese jeweils gegenläufigen Geschäfte insbesondere der vom Beschuldigten selbst 

genannten, von ihm damals verfolgten Handelsstrategie nahe an den  Marktentwicklungen entge-

gen. Unerheblich ist entgegen der Ansicht der Verteidigung auch (act. 45 S. 62), wenn die Staats-

anwaltschaft von Valutadaten statt von Handelsdaten ausging. An der Tatsache der Gegenläufig-

keit der Transaktionen vermag dies nichts zu ändern. Dasselbe gilt für die Frage, ob Transaktio-

nen, die am gleichen Tag ausgeführt wurden, gleichzeitig oder um einige Stunden verschoben 

veranlasst wurden. Wurde ein früheres Geschäft nicht beendet, liefen die Geschäfte gegenläufig 

weiter, bisweilen über Tage oder Wochen. Auch wenn im Übrigen im selben Zeitraum noch für die 

jeweiligen Geschädigten weitere Geschäfte getätigt wurden, denen der wirtschaftliche Sinn nicht 

ohne Weiteres abgesprochen werden kann, so ändert dies nichts am fehlenden Sinn der in den 

Anhängen 4 - 6 der Anklage aufgeführten Geschäfte. 

 fb) Der Beschuldigte machte auf entsprechende Vorhalte jeweils geltend, es sei bei die-
sen Geschäften stets darum gegangen, erwartete Marktbewegungen auszunutzen. Dem steht je-

doch entgegen, dass er häufig mit mehreren Geschäften gegenläufig spekulierte, also gleichzeitig 

auf steigende und sinkende Kurse z.B. einer gewissen Währung, ohne zuvor das gegenläufige 

Geschäft durch Verkauf zu beenden. Auch unter der Prämisse betrachtet, eine Handelsstrategie 

durch marktnahe Geschäftstätigkeit zu betreiben, ergeben derartige Geschäfte keinen Sinn. Allein 

bezüglich der Kursschwankungen bewirken derartige gegenläufige Geschäfte - je nach eingesetz-

ten Beträgen - zwangsläufig mehr oder weniger ein Nullsummenspiel, während sie aber stets 

kommissionsrelevant sind.  

 fc) Dass wirtschaftlich sinnlose Transaktionen die Treue- und Sorgfaltspflicht des Be-
schuldigten als Auftragsnehmer verletzten, ist daher zu bejahen. Die Verletzung der auftrags-

rechtlichen Treue- und Sorgfaltspflicht durch wirtschaftlich sinnlose Transaktionen gemäss 

Ziff. B.VI.65.-68. der Anklage ist somit erstellt." 

6.4. Unerfindlich ist, wie die Vorinstanz in ihren knappen Erwägungen von einer 

„eingehenden Betrachtung“ sprechen kann. Die oben im Originalwortlaut wieder-

gegebenen Erwägungen zeigen deutlich, dass die Vorinstanz bei der Würdigung 

dieser Anklagevorwürfe sich überhaupt nicht mit den umfangreichen und teils  

präzisen Ausführungen der Verteidigung auseinandersetzte. Weder begründete 

sie - dort wo sie überhaupt Stellung bezog -, weshalb die von der Verteidigung 

geäusserte grundlegende Kritik unzutreffend sein soll (vgl. z.B. allgemeine Kritik 

in Urk. 46/6 S. 2: „Die StA führt nur 50% aller Transaktionen auf. Die Transaktionen werden auf 
den ‚Transaktionsblocks‘ mit den Valutadaten aufgeführt. Diese Darstellungsweise verfälscht den 

-  39  - 

korrekten Überblick über die jeweils bestehenden offenen Positionen, da nicht alle Transaktionen 

mit dem gleichen Abstand zwischen Abschlussdatum und Valutadatum gehandelt wurden. Optio-

nen in CHF: 3 Tage, Optionen in Euros: 2 Tage, DAX + SMI Futures: 1 Tag. Voraussetzung für ei-

ne Analyse ist die korrekte Aufzeichnung der Transaktionen, u.a. mit den jeweiligen Handelstagen. 

Die Transaktionen sind von der StA isoliert dargestellt und vermitteln ein falsches Gesamtbild, in-

dem die StA nicht berücksichtigt, dass Positionen in verschiedenen Titel einen Bezug zueinander 

haben. Z.B. werden Cross rate Positionen ignoriert.“ Dazu die Vorinstanz: „Unerheblich ist 
entgegen der Ansicht der Verteidigung…, wenn die Staatsanwaltschaft von Valutadaten statt von 

Handelsdaten ausging.“ vgl. Urk. 57 S. 51), noch kümmerte sich die Vorinstanz da-

rum, dass die Verteidigung bei diversen „Transaktionsblocks“ gerügt hatte, dass 

diese in den Anhängen gar nicht korrekt erfasst wurden bzw. die in den Anhängen 

daraus gezogenen Schlüsse falsch sind (vgl. Urk. 46/6, 46/7 und 46/8, lediglich 

beispielhaft sei die folgende Kritik der Verteidigung aufgeführt, z.B. in Urk. 46/6 

S. 2: "Auf den "Transaktionsblock Nr. 14 und Nr. 16 sind 7 Transaktionen als "Put" anstatt als 

"Call" aufgelistet und kommentiert." Weiter z.B. zu Transaktionsblock 5 betreffend 

C._____ (vgl. Urk. 46/6 S. 25): „Die Valorennummer 1 war keine Put-Option auf 4 ¼ TSY 
Treasury Bonds, sondern ein „Interest Put Warrant“, wie auf den Abrechnungen und den Vermö-

gensausweisen der G._____ eindeutig angegeben. Beide Instrumente gehen in die gleiche Rich-

tung, d.h. beide Instrumente profitieren von sinkenden Zinsen. Die Behauptung der StA, dass die 

Instrumente in entgegengesetzte Richtung gehen, ist falsch.“ Weiter in Urk. 46/6 S. 3: "Die 
verschiedenen Schlussfolgerungen der StA entsprechen nicht dem damaligen Sachverhalt. Die 

StA ignoriert in ihrer Analyse die ständig sehr hohe Liquidität im Depot. Der Depotwert war zwi-

schen 25% - 65%, die meiste Zeit ca. 40%, auf Kontokorrent und Call-Gelder parkiert, und damit 

frei "Courtage zu generieren". Dies widerspricht der These der StA, "generieren von Courtage" sei 

das Ziel der Verwaltung gewesen." Weiter in Urk. 46/6 S. 3: "Transaktionen vom "Transakti-
onsblock 2" führt die StA nochmals auf "Transaktionsblock 3" und "Transaktionsblock 4" auf." 

Weiter in Urk. 46/6 S. 3: "A._____ tätigte für sein Privatkonto eine fast 6 x höhere Anzahl 

Transaktionen wie die D._____ GmbH für Dr. C._____."). Nachdem die Vorinstanz auf die 

konkreten Einwände der Verteidigung in den Urk. 46/6, 46/7 und 46/8 nicht ein-

geht, ist nicht ersichtlich, worauf sie die pauschale Schlussfolgerung stützen kann, 

die Gegenläufigkeit sämtlicher eingeklagten Transaktionen sei eine Tatsache. 

Ebenso wenig ist die Feststellung der Vorinstanz nachvollziehbar, die Staatsan-

waltschaft hätte sich in den Anhängen 4 - 6 der Anklage auf Geschäfte be-

schränkt, in denen die wirtschaftliche Sinnlosigkeit ins Auge springe, womit sie die 

Rüge der Verteidigung, seitens der Staatsanwaltschaft sei willkürlich ein Teil der 

-  40  - 

Transaktionen herausgepickt worden (vgl. Urk. 45 S. 61) mit einer unbegründeten 

Behauptung ausräumen will. Unerfindlich ist sodann, inwiefern die vom Beschul-

digten avisierte Ausnützung von erwarteten Marktbewegungen nicht auch gegen-

läufige Geschäfte zugelassen haben soll. Denn der Beschuldigte hat in seinen 

Einvernahmen wiederholt auf entsprechende Vorhalte geltend gemacht, er habe 

nicht gleichzeitig, sondern zeitlich verschoben, mithin in Berücksichtigung der je-

weiligen Marktentwicklung, solche Geschäfte abgeschlossen. Bei diesem Stand 

der Dinge kann im Übrigen das oben schon erwähnte Vorbringen der Verteidi-

gung nicht als abwegig bezeichnet werden, es komme bei der Beurteilung solcher 

Geschäfte nicht auf das Valutadatum - wovon die Transaktionsaufzeichnungen in 

den Anhängen 4 - 6 der Anklage ausgehen -, sondern vielmehr auf das Ab-

schlussdatum nämlich den Handelstag an.  

6.5. Die Ausführungen zeigen, dass die Vorinstanz zu den oben aufgeführten 

Anklagevorwürfen zum Teil ohne Auseinandersetzung mit den konkreten und de-

taillierten Vorbringen der Verteidigung und ohne (jedenfalls ohne nachvollzieh-

bare) Begründung die Behauptungen der Anklagebehörde übernahm und gestützt 

darauf das Urteil sprach. Diese Vorgehensweise ist in zweifacher Hinsicht unzu-

lässig. Zum einen bedeutet sie eine Missachtung des rechtlichen Gehörs, zum 

anderen übersieht sie, dass die Beantwortung der Frage, ob es sich bei den in 

den Anhängen 4 - 6 der Anklageschrift aufgeführten Transaktionen um aus Kun-

densicht unnötigen und wirtschaftlich keinen Sinn ergebenden Börsentransaktio-

nen handelt, Fachwissen erfordert bzw. voraussetzt. 

6.5.1. Art. 182 StPO schreibt u.a. den Gerichten vor, sachverständige Personen 

beizuziehen, wenn sie nicht über die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten ver-

fügen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines Sachverhaltes erforderlich sind. 

Art. 182 StPO ist in dem Sinne zwingend, dass sachverständige Personen beige-

zogen werden müssen, wenn zur Beurteilung eines Sachverhalts besonderes 

Wissen aus einem Gebiet ausserhalb des Rechts erforderlich ist (vgl. N. Schmid, 

StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich / St. Gallen 2013, Art. 182 N 3). Re-

gelmässig ungenügend ist, wenn der Staatsanwalt oder ein Richter auf Grund 

früherer Studien oder sonstwie angeeigneter besonderer Kenntnisse an sich nicht 

-  41  - 

auf ein Gutachten angewiesen wäre. Denn beim Gutachten geht es auch darum, 

besondere Sachverhalte nicht nur für die Strafbehörde, sondern für alle Verfah-

rensbeteiligten sowie für die später mit der Sache befassten Instanzen fachkundig 

zu beurteilen (vgl. N. Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich / 

St. Gallen 2013, Art. 182 N 4).  

6.5.2. Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (Wirtschaftsdelikte) hat zwar 

fachkundige Personen zur Seite. Die in Zusammenarbeit mit diesen Personen 

vorgenommenen Abklärungen und Beurteilungen stellen - wie schon oben darge-

tan - indessen lediglich Parteibehauptungen dar. Der vorhandene Sachverstand 

dieser Behörde bzw. deren sachkundigen Mitarbeitern ändert damit nichts daran, 

dass zur Feststellung oder Beurteilung des Sachverhaltes eine unabhängige und 

prozessual korrekt instruierte sachverständige Person beizuziehen gewesen wä-

re. Dasselbe gilt mit Bezug auf allenfalls vorhandenes Sachwissen seitens der 

Vorinstanz.  

6.5.3. Dass die Staatsanwaltschaft im Berufungsverfahren sich auf den Stand-

punkt stellte, Sachverständigenwissen sei nicht erforderlich (vgl. Urk. 98), erstaunt 

doch angesichts der Tatsache, dass dieser Behörde verschiedene Sachver-

ständige zur Seite stehen, die nicht nur Berichte verfassen, sondern - wie hier ge-

schehen - auch bei den durchzuführenden Befragungen tätig sind. Dies ist aber  

- wie dargetan - auch nicht massgebend. Immerhin kann hier in diesem Zu-

sammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass selbst die Vertreterin der Anklage-

behörde, die während der ganzen Untersuchung fachkundig begleitet wurde, vor 

Vorinstanz offenbar dennoch auf "fremde" Unterstützung angewiesen war, um zu 

den Ausführungen der Verteidigung zu den (hier allein interessierenden) in den 

Anhängen 4 - 6 der Anklage aufgeführten Transaktionen Stellung zu nehmen. 

Denn sonst hätte sie wohl kaum darum ersucht, dazu den bei dieser Behörde an-

gestellten Revisor und Banken/Börsenspezialisten F._____ (mithin "ihren" Sach-

verständigen) plädieren zu lassen, was freilich richtigerweise nicht gestattet wurde 

(vgl. Prot. I S. 13). Auch der Vertreter des Privatklägers stellte sich im Berufungs-

verfahren auf den Standpunkt, dass die sich stellenden Fragen kein Sachverstän-

digenwissen erforderten (vgl. Urk. 100). Auch hier sei in Erinnerung gerufen, dass 

-  42  - 

es derselbe Vertreter (Rechtsanwalt Dr. Y._____) war, der früher selber Antrag 

auf Einholung eines unabhängigen Gutachtens gestellt hatte (Ordner 9/20 

Urk. 160008 f., Ziff. 5). Weiter sei darauf hingewiesen, dass auch Rechtsanwalt 

Prof. Dr. Z._____, LL.M., ebenfalls Vertreter des Privatklägers B._____, im Hin-

blick auf die Hauptverhandlung vor Vorinstanz selber (aber in anderem Zusam-

menhang) ein Kurzgutachten einholte (vgl. Urk. 38 S. 10 und 39/3). All das zeigt 

in optima forma die Notwendigkeit von fachkundiger Unterstützung für die Beurtei-

lung der in den Anhängen 4 - 6 der Anklage aufgeführten Transaktionen auf.  

6.5.4. Die (aktuelle) Verteidigung stellte sich u.a. auf den Standpunkt, eine Ab-

klärung der Handelstätigkeit des Beschuldigten durch Einholung eines Sachver-

ständigengutachtens sei zwar erforderlich, indessen nunmehr zufolge Zeitablaufs 

nicht mehr möglich (vgl. Urk. 102 S. 9). Im Plädoyer zur Berufungsverhandlung 

äusserte sich die Verteidigung in extenso zu den in den Anhängen 4 - 6 der An-

klage aufgeführten Transaktionsblöcken und wiederholte bzw. erneuerte und kon-

kretisierte zusätzlich die bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Einwendungen 

(vgl. Urk. 110 ab S. 22 ff.). Im Hinblick auf die hier zur Beurteilung anstehenden 

Transaktionsblöcken in den Anhängen 4 - 6 der Anklage liess der Beschuldigte 

insbesondere geltend machen, es sei u.a. schlichtweg unmöglich zu beurteilen, 

ob die Kauf- und Verkaufsentscheidungen sinnvoll waren oder nicht, weil die 

Staatsanwaltschaft die falschen Transaktionszeiten mittels Valutadaten verwendet 

habe (vgl. Urk. 110 S. 28 Rz 100). Weiter bemängelte die Verteidigung die Aus-

wahl der einzelnen Transaktionen sowie die Bildung der Transaktionsblöcke, bei 

welchen es u.a. auch zur Mehrfachverwendung einiger unter Weglassung anderer 

Transaktionen gekommen sei (vgl. Urk. 110 S. 30 Rz. 107 und 108). Nebst dieser 

als willkürlich und nicht nachvollziehbar bezeichneten Vorgehensweise der An-

klagebehörde, prangerte die Verteidigung die viele Fehler aufweisenden Auflis-

tungen samt den vorgenommenen falschen Interpretationen an (vgl. Urk. 110 

S. 30 Rz 110 unter Hinweis auf die Ausführungen in den Urk. 46/6-8). Diese Kritik 

konkretisierte sie, indem sie Beispiele aus den Transaktionsblöcken C._____ 

(Urk. 110 S. 31 - 34 ab Rz 111 ff.) und E._____ (Urk. 110 S. 34 f., ab Rz 123) 

nannte und detaillierte Ausführungen zu den Transaktionsblöcken in Zusammen-

hang mit den Währungsgeschäften vorbrachte (vgl. Urk. 110 S. 35 - 41 ab Rz129 

-  43  - 

ff). Zusammenfassend hält die Verteidigung dafür, aus den unübersichtlichen, un-

vollständigen und fehlerhaften Transaktionsblöcken der Staatsanwaltschaft ergä-

be sich absolut nichts, was man dem Beschuldigten vorwerfen könne. Zuerst sei 

ein Grossteil der Transaktionen willkürlich weggelassen worden, um sodann den 

Rest willkürlich zusammenzustellen. Auf dieser Basis könne die Handelstätigkeit 

unmöglich als sinnlos bezeichnet werden. Sodann würden die Blöcke diverse ent-

scheidende Fehler aufweisen, indem Käufe und Verkäufe sowie Put- und Call-

Positionen verwechselt worden seien. Darüber hinaus mache ein Zusammen-

fassen und Beurteilen von Transaktionen, losgelöst von politischen und wirtschaft-

lichen Ereignissen, keinen Sinn, weil der vom Beschuldigten verfolgte Handels-

ansatz komplett ignoriert werde (vgl. Urk. 110 S. 41 Rz 153 f.).  

6.5.5. Die Staatsanwaltschaft erwiderte die Kritik der Verteidigung an der Beru-

fungsverhandlung indem sie an ihren Ausführungen zu ausgewählten Börsen-

transaktionen in den Anhängen 3 - 6 (recte 4 - 6) der Anklage vollumfänglich fest-

hielt und bekräftigte, dass es sich dabei um wirtschaftlich sinnlose Transaktionen 

handelte. Weiter führte sie aus, der Börsenspezialist habe sämtliche Entgegnun-

gen der Verteidigung überprüft. Kurz zusammengefasst  resultiere daraus, dass 

die Vorbringen der Verteidigung einer näheren Überprüfung nicht standhielten, 

sondern offenbarten - um es mit den Worten der Verteidigung auszudrücken - 

dass der Verfasser der betreffenden Bemerkungen keine Ahnung vom Optionen-

handel habe (Urk. 117 S. 15 f.). Dazu reichte sie eine Stellungnahme zu den we-

sentlichen Entgegnungen betreffend die sog. Transaktionsblöcke zu den Akten 

(vgl. Urk. 118/1 - 3). 

6.5.6. Es ist evident, dass die Beurteilung der durch den Beschuldigten vorge-

nommenen Transaktionen und der gemäss Anklage in den Transaktionsblocks als 

sinnlos bezeichneten Trades (Anklage S. 22 Ziff. 65 f. und Anhänge 4 - 6 der An-

klage) in jeder Hinsicht sachverständiges Wissen voraussetzen. Wie oben zitiert, 

werfen Verteidigung und Staatsanwaltschaft auch vor Berufungsgericht einander 

diesbezügliche Ahnungslosigkeit vor. Ohne Erstellung einer Expertise ist daher 

eine Beurteilung der gemäss Anklage lit. B. VI Ziff. 65 bis 68 erhobenen Vorwür-

fen der Treue- und Sorgfaltspflichtverletzung ebenso wenig möglich wie die Über-

-  44  - 

prüfung und Verifizierung der oben skizzierten Behauptungen der Verteidigung. 

Dass die auf Wirtschaftsstraffälle spezialisierte Anklagebehörde intern "Experten" 

beschäftigt und auf ihr Fachwissen während der Untersuchungsführung greifen 

kann, ändert nichts daran, denn die in der Anklage aufgenommenen Transakti-

onsblocks und die darin aufgeführten Schlussfolgerungen stellen keine Beweis-

mittel im Sinne von Art. 139 ff. StPO dar, sondern lediglich Parteivorbringen. Dass 

die Staatsanwaltschaft die fraglichen Transaktionen dem Beschuldigten im Rah-

men der Befragungen vorhielt, war nichts anderes als ihre Pflicht (vgl. Vorbringen 

in Urk. 98 S. 6 Ziff. 2.2). Wenn die Anklagebehörde dazu ausführt, dem Beschul-

digten seien die Transaktionen gemäss Anhängen 4 bis 6 vom Börsenspezialisten 

der Staatsanwaltschaft vorgehalten worden (vgl. Urk. 98 S. 6), so räumt sie selber 

ein, dass die mit der Untersuchung betraute und für die Befragungen zuständige 

Staatsanwältin offenbar nicht in der Lage war, dies alleine zu tun, sondern viel-

mehr (wohl wegen fehlender Sachkunde) auf Hilfe angewiesen war. Wie 

die Anklagebehörde bei diesem Stand der Dinge gleichzeitig die Notwendigkeit 

von spezifischem Fachwissen verneinen konnte (vgl. Urk. 98 S. 6), bleibt damit ihr 

Geheimnis. Im Übrigen ist bei der hier diskutierten Problematik auch nicht von Re-

levanz, ob in den Einvernahmen entsprechende Vorhalte erfolgten oder nicht, 

sondern ob die Vorbringen des Beschuldigten und seiner Verteidigung einer von 

der Anklagebehörde unabhängigen fachkundigen Abklärung bedürfen. Nachdem 

der Beschuldigte weiter geltend machte, für sich selber solche Börsengeschäfte 

abgeschlossen zu haben, was aufgrund der Tatsache, dass seine Buchhaltung 

und seine Bankunterlagen zu den Akten erhoben wurden, ohne weiteres hätte ve-

rifiziert werden können, kann sein Vorbringen, will man ihm nicht unterstellen, die 

Vernichtung seines eigenen Vermögens beabsichtigt zu haben, nicht einfach un-

geklärt bleiben. 

6.6. Es stellt sich mithin die Frage, ob solche fachkundige Abklärungen noch 

einzuholen sind. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die ge-

mäss Anklage aus Kundensicht unnötigen und wirtschaftlich keinen Sinn erge-

benden Börsentransaktionen (Anklage S. 22 f. und Anhänge 4 - 6) im Zeitraum 

Juli 2004 bis April 2005 erfolgten, mithin vor beinahe 14 Jahren, so dass äusserst 

fraglich ist, ob von einem entsprechenden Auftrag (Gutachten) in allen Punkten 

-  45  - 

noch Klärung erwartet werden kann. Von solchen Weiterungen ist im jetzigen 

Zeitpunkt aber auch deshalb abzusehen, weil sich in diesen Transaktionen nach 

Ansicht der Anklagebehörde bloss "exemplarisch" die zahlenmässig mittels der 

Analyse der Kennzahlen der Handelstätigkeit belegte übermässige Umschichtung 

der Depots der drei Geschädigten, mithin zusätzlich, manifestiert (vgl. Urk. 98 S. 5 

unten) bzw. das Kriterium der wirtschaftlichen Sinnlosigkeit lediglich ein Gesichts-

punkt von vielen bei der Gesamtbeurteilung der Handelstätigkeit darstellt 

(vgl. Urk. 98 S. 6 oben). Nach über 14-jähriger Verfahrensdauer ist weiter auch 

unter dem Blickwinkel des Beschleunigungsgebotes, nämlich dem Anspruch des 

Beschuldigten auf Abschluss des Verfahrens innert angemessener Frist auf die 

Einholung eines Gutachtens zu verzichten, zumal ein solcher Auftrag eine zu-

sätzliche Verfahrensverzögerung bedeuten würde. Schliesslich lehnte auch jede 

Partei die Ausdehnung bzw. Ergänzung des Beweisverfahrens grundsätzlich ab 

(vgl. Urk. 98, 100 und 102). Damit erübrigt sich aber auch, auf den an der Beru-

fungsverhandlung diesbezüglich gestellten Eventualbeweisantrag (vgl. Urk. 117 

S. 102 Rz 375) einzugehen. 

6.7. Gewiss ist von Belang, ob die in den Anhängen 4 - 6 der Anklage aufge-

führten Transaktionen unnötig bzw. wirtschaftlich komplett sinnlos und damit den 

Interessen der Kunden zuwiderliefen. Diese Frage kann indessen ohne Sachkun-

de aufgrund der Akten und der diversen Parteivorbringen nicht einfach zulasten 

des Beschuldigten bejaht werden. Damit ist - entsprechend den Vorbringen der 

Verteidigung - zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass der Sach-

verhalt gemäss Anklage lit. B. VI und Anhänge 4 - 6 nicht erstellt ist, womit dem 

Beschuldigten diesbezüglich auch keine Verletzung der Treue- und Sorgfalts-

pflicht vorgeworfen werden kann. Gleichzeitig sind damit alle Einwände der Ver-

teidigung zu diesem Anklagekomplex ohne Relevanz und es kann daher auch of-

fengelassen werden, ob die entsprechenden Trans