# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45fb3893-c3d2-5679-807d-3ee4f9e1e1d1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-20
**Language:** de
**Title:** Vorsorgereglement sieht als versichertes Risiko die Erwerbs- und nicht die Arbeitsunfähigkeit vor. Vorliegend ist die Rente nach Ende des Arbeitsverhältnisses, gestützt auf welches der Kläger bei der Beklagten versichert war, trotzdem zu erhöhen, da gemäss Reglement der Kläger im Vorsorgewerk verblieb.
**Docket/Reference:** BV.2015.00053
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/BV.2015.00053.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
BV.2015.00053
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
20. Dezember 2016
in Sachen
X.___
Kläger
vertreten durch
Procap
Schweiz
Advokat Stephan Müller
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten
gegen
1.
Swiss Life Sammelstiftung BASIS
c/o Swiss Life AG
General-
Guisan
-Quai 40, Postfach, 8022 Zürich
2.
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
c/o Helvetia Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft AG
St. Alban-Anlage 26, Postfach 3855, 4002 Basel
3.
Sammelstiftung Vita
Hagenholzstrasse 60, 8050 Zürich
4.
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
c/o Swiss Life AG
General-
Guisan
-Quai 40, Postfach, 8022 Zürich
Beklagte
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X.___
, welcher 1995 an der
Universität Y.___
ein Biologiestudium abgeschlossen hatte
(vgl. Diplom,
Urk.
22/42)
,
arbeitete
seit dem
1.
Januar 1999
als Betreuer geistig behinderter Erwachsener
in einer Institution des Trägervereins
der
Z.___
und war dadurch bei der damaligen BVG-Sammelstiftung der Coop Leben (heute: Swiss Life Sammelstiftung BASIS) berufsvorsorgeversichert (vgl.
Arbeitgeberbeschei
nigung
vom 2
9.
Januar 2002,
Urk.
22/29-31
, und Vorsorgeausweis,
Urk.
2/3
), als er sich am 2
8.
Dezember 2001 (Eingangsdat
um) beim
Office de
l’assurance-invalidité
du
canton
de Neuchâtel
(
IV-Stelle
)
zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
22/9-15). Die IV-Stelle
erteilte
X.___
in der Folge
Kostengutsprache
für eine Umschulung zum Chemielaboranten
(vgl. Verfügung vom 1
7.
Februar 2003,
Urk.
22/99-103), welche
er
Ende Juni 2005 abschloss (vgl. Bericht des
Centre
de
formation
professionell
Pomy
vom 1
2.
Juli 2005,
Urk.
22/161-162). Ab März 2006 arbeitete
X.___
als Laborant fü
r die
A.___
(vgl. Arbeitgeberberichte vom 1
7.
Juni 2010,
Urk.
22/299-302, und vom 1
1.
März 2013,
Urk.
22/483-486)
. Die zuständige Vorsorgeeinrichtung für die berufliche Vorsorge der
A.___
war
bei Stellenantr
itt von
X.___
die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken (vgl.
Urk.
22/302 und
Sc
hrei
ben vom 1
1.
Juni 2013, Urk.
2/6)
, ab
1.
Januar 2010 die
Sammelstiftung Vita
(vgl.
Urk.
22/302 und
Schreiben vom
7.
Mai 2013,
Urk.
2/8) und ab
1.
Februar 2013 die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life (vgl. Schreiben vom 2
2.
Juli 2013,
Urk.
2/10)
. Mit Verfügung vom 1
7.
April 2009 sprach die IV-Stelle
X.___
bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
mit Wirkung ab
1.
August 2005 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
2/16; Verfügungsteil 2,
Urk.
22/204-205)
.
Im Dezember 2009 machte
X.___
bei der IV-Stelle eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend (
Urk.
2
2/235-2
43
). Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen sprach
ihm
die IV
Stelle mit Verfügungen vom
7.
März 2013
bei einem Invaliditätsgrad von 65
%
ab
1.
Januar 2010, von 59
%
ab
1.
Juli 2010 und von 54
%
ab
1.
Sep
tember 2010 mit Wirkung ab
1.
Januar
2010 eine
Dreiviertelsrente
und mit Wirkung ab
1.
Juli 2010 eine halbe Rente zu (
Urk.
7/470-482).
Mit Verfü
gung vom 1
9.
Mai 2014 sprach die IV-Stelle
X.___
mit Wirkung ab 1.
Dezember 2012 eine
Dreiviertelsrente
und mit Wirkung ab
1.
März 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente zu (
Urk.
22/5
89
-600).
1.2
X.___
wandte sich in der Folge an die Swiss Life
Sammel
stiftung
BASIS, die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
, die
Sammel
stiftung
Vita
und die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
und ersuchte
um
Aus
richtung einer Invalidenrente. Sämtliche Vorsorgeeinrichtungen stellten eine Leistungspflicht in Abrede (vgl.
Urk.
2/23,
Urk.
2/24 und
Urk.
2/25) bzw. gaben keine Stellungnahme ab.
2.
Mit Eingabe vom 2
1.
August 2015
(
Urk.
1)
erhob
X.___
Klage gegen die Swiss Life Sammelstiftung BASIS (Beklagte 1), die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken (Beklagte 2), die Sammelstiftung Vita (Beklagte 3) und die BVG-Sammelstiftung Swiss Life (Beklagte 4) und
stellte folgende Anträge
:
„1.
a
) Es sei die Beklagte 1 zu verurteilen, dem Kläger aus beruflicher Vor
sorge eine Invalidenrente gemäss den gesetzlichen und reglementari
schen Bestimmungen auszurichten, dies
-
a
b
1.
August 2005 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
-
a
b
1.
Januar 2010 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 65
%
-
a
b
1.
Juli 2010 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 59
%
-
a
b
1.
Dezember 2012 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 65
%
sowie
-
a
b
1.
März 2013 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
.
b) Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verurteilen, dem Kläger aus berufli
cher Vorsorge eine Invalidenrente gemäss den gesetzlichen und regle
mentarischen Bestimmungen auszurichten, dies
-
a
b
1.
Januar 2010 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 65
%
-
a
b
1.
Juli 2010 aufgrund eines Invaliditätsgrades von
59
%
-
a
b
1.
Dezember 2012 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 65
%
sowie
-
a
b
1.
März 2013 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
.
c)
Subeventualiter
sei die Beklagte 3 bzw. die Beklagte 4 zu verurteilen, dem Kläger aus beruflicher Vorsorge eine Invalidenrente gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen auszurichten, dies
-
ab 1
0.
Dezember 201
2
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 65
%
sowie
-
ab
1.
März 2013 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
.
2.
Es sei die gemäss Rechtsbegehren 1 leistungspflichtige Beklagte zu ver
pflichten, den Kläger ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt von der
Bei
tragspflicht
zu befreien.
3.
Es sei die gemäss Rechtsbegehren 1 leistungspflichtige Beklagte zu ver
pflichten, dem Kläger auf den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5
%
ab dem Zeitpunkt der Klageeinreichung zu bezahlen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) zulasten der gemäss Rechtsbegehren 1
leistungspflichti
gen
Beklagten.
“
Die Beklagten 2 (
Urk.
8), 3 (
Urk.
11) und 4 (
Urk.
17) beantragten, soweit ihre Leistungspflicht betroffen sei, sei
die Klage abzuweisen
. Die Beklagte 1 bean
tragte demgegenüber mit Klageantwort vom
7.
Dezember 2015 (
Urk.
15):
„1.
Aufgrund einer teilweisen Klageanerkennung im nachfolgend um
schriebe
nen Umfang sei das Verfahren als erledigt abzuschreiben:
-
a
b
1.
August
2010
: reglementarische Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
; für die Erhöhung auf 50
%
werden nur BVG-Mindestleistungen erbracht;
-
a
b
1.
März 2013: reglementarische Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
: für die Erhöhung auf 100
%
werden nur BVG-Mindestleistungen erbracht;
-
Beitragsbefreiung ab
1.
Oktober 200
1.
2.
Für die weitergehenden
-
über die gemäss obiger
Ziff.
1 anerkannten Inva
lidenrenten hinausgehenden – Leistungen sei die Klage abzuweisen.
3.
Bezüglich der vom
1.
August 2005 bis 3
1.
Juli 2010 geltend gemachten Invalidenrenten sei die Klag
e
wegen eingetretener Verjährung abzuwei
sen.
4.
Unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen.“
Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2015 (
Urk.
19)
wurden die Akten der
Eidge
nössischen Invalidenversicherung
in Sachen des Klägers beigezogen (Urk.
22/1
613).
Mit Replik vom
8.
Februar 2016
(
Urk.
25)
modifizierte
der Kläger
sein
Rechts
be
gehren
Ziffer
1
und bea
n
tragte neu:
„1.
Es sei die Beklagte 1 zu verurteilen, dem Kläger aus beruflicher Vorsorge eine Invalidenrente gemäss den gesetzlichen und reglementaris
chen Bestimmungen auszurichten,
-
ab
1.
April 2010 eine Invalidenrente entsprechend einem
Invalidi
äts
grad
von 65
%
gemäss Reglement und eine
Dreivier
telsrente
gemäss BVG,
-
ab
1.
Juli 2010 eine Invalidenrente entsprechend einem
Invalidi
täts
grad
von 59
%
gemäss Reglement und eine halbe Rente gemäss BVG,
-
ab
1.
Dezember 2012 eine Invalidenrente entsprechend einem
Invali
di
tätsgrad
von 65
%
gemäss Reglement und eine
Dreivier
telsrente
gemäss BVG,
-
ab
1.
März 2013 eine ganze Invalidenrente gemäss Reglement und gemäss BVG.
Während die Beklagten 2, 3 (Eingabe vom 1
9.
Februar 2016,
Urk.
29) und 4 (Eingabe vom 1
5.
März 2016,
Urk.
30) auf eine Duplik verzichtete
n
, ergänzte bzw. berichtigte die Bek
lagte 1 ihre Anträge wie folgt
(
Urk.
32)
:
„1.
Aufgrund einer teilweisen Klageanerkennung im nachfolgend um
schriebe
nen Umfang sei das Verfahren als erledigt abzuschreiben:
-
a
b
1.
August 2010: reglementarische Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
; für die Erhöhung auf 50
%
werden nur BVG-Mindestleistungen erbracht;
-
a
b
1.
Dezember 2012: reglementarische Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
: für die Erhöhung des
Invalidi
tätsgrades
auf 65
%
werden nur BVG-Mindestleistungen erbracht;
-
a
b
1.
März 2013: reglementarische Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 42
%
; für die Erhöhung auf 100
%
werden nur BVG-Mindestleistungen erbracht;
-
Beitragsbefreiung ab 1
2.
Oktober 2001 entsprechend dem
Arbeits
un
fähigkeits
- bzw. Invaliditätsgrad.
2.
Für die weitergehenden – über die gemäss obiger
Ziff.
1 anerkannten Inva
liden
renten hinausgehenden
- Leistungen
sei die Klage abzuweisen.“
Mit Verfügung vom
4.
Mai 2016 wurde die Duplik der Beklagten 1 und der Ver
zicht der Beklagten 2, 3 und 4 auf eine Duplik den anderen Parteien
zur Kennt
nis gebracht
(
Urk.
33).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Gemäss
Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG) ist Gerichtsstand der schweizeri
sche Sitz oder Wohnsitz
des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde.
Gegenüber der Beklagten 2
ergibt sich aus
dem Wortlaut von
Art. 73 Abs. 3 BVG keine örtliche Zuständigkeit des
Sozialversi
cherungsgerichts
des Kantons Zürich.
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtspre
chung ist
in Fällen wie dem vorliegenden, wo die Zuständigkeit für die Aus
richtung von
Invaliden
leistungen
zwischen mehreren Vorsorgeeinrichtungen strittig ist,
jedoch
ein ein
heitlicher Gerichtsstand festzulegen (vgl. insbesondere Urteil 9C_41/
2
01
2
vom 1
2
. März
2
01
2
E. 3.4 mit Hinweisen). Die örtliche Zuständig
keit des Sozial
versicherungsgerichts des Kantons Zürich ist damit gegenüber allen
Beklagten zu bejahen,
was im Übrigen unbestritten geblieben ist.
2.
2.1
Nach der bis 31. Dezember 2004 gültig
gewesenen
Fassung von Art. 23 BVG haben Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 50 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidi
tät geführt hat, versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen. Am 1. Januar 2005 ist Art. 23 BVG in der Fassung
gemäss
1. BVG
-
Revision in Kraft getreten. Danach haben unter ander
em Personen, die im Sinne der Invaliden
versicherung
zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfä
higkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen (
lit
. a).
Vorliegend ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der sich sowohl vor als auch nach dem Inkrafttreten der Neufassung von Art. 23 BVG ereignet hat. Da der Rechts
streit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig ent
schieden wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis Ende 2004 auf den damals gültig
gewesenen
Art. 23 BVG und ab diesem Zeitpunkt auf Art. 23 BVG in der Fassung
gemäss
1. BVG
-
Revi
sion abzustellen (BGE 130 V 445; vgl.
lit
. f der Übergangsbestimmungen der Änderung vom 3. Oktober 2003 [1. BVG
-
Revision]; Urteil des seinerzeitigen
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] B 18/06 vom 18. Oktober 2006 E. 3.1.1). Bei der Ermittlung der Leistungszuständigkeit spielt die
intertempo
ralrechtliche
Abgrenzung allerdings keine wesentliche Rolle.
2.2
Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versi
cherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen berufli
chen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach
dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (
IVG
)
, sondern mit dem Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfä
higkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhält
nis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeits
un
fähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorgever
hältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Weg
fall der
Ver
sicherteneigenschaft
kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.
3
Im Bereich der weitergehenden Vorsorge wird das Rechtsverhältnis zwischen der Vorsorgeeinrichtung und dem Vorsorgenehmer durch einen privatrechtli
chen Vorsorgevertrag begründet, der rechtsdogmatisch den
Innominatverträgen
(eigener Art) zuzuordnen ist (BGE 130 V 103 E. 3.3, 129 III 305 E. 2.2). Als sol
cher untersteht er in erster Linie den allgemeinen Bestimmungen des Obligatio
nenrechts. Das Reglement stellt den vorformulierten Inhalt des
Vorsorgevertra
ges
beziehungsweise dessen Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) dar, denen sich der Versicherte ausdrücklich oder durch konkludentes Verhalten unterzieht (BGE 132 V 149 E.
5, 129 V 145 E. 3.1, 127 V 301 E. 3a).
2.
4
Nach ständiger Rechtsprechung erfolgt die Auslegung der Vorsorgeverträge nach dem Vertrauensprinzip. Es ist darauf abzustellen, wie die zur Streitigkeit Anlass gebende Willenserklärung vom Empfänger in guten Treuen verstanden werden durfte und musste. Dabei ist nicht auf den inneren Willen des Erklären
den abzustellen, sondern auf den objektiven Sinn seines Erklärungsverhaltens. Der Erklärende hat gegen sich gelten zu lassen, was ein vernünftiger und korrekter Mensch unter der Erklärung verstehen durfte. Weiter sind die beson
deren Auslegungsregeln bei Allgemeinen Geschäfts- oder
Versicherungsbe
dingungen
zu beachten, insbesondere die Unklarheits- und die
Ungewöhnlich
keitsregel
(BGE 132 V 149 E. 5, 130 V 80 E. 3.2.2, 122 V 142 E.
4c).
3
.
3
.1
Die Beklagte 1
anerkannte
mit Klageantwort vom
7.
Dezember 2015 (
Urk.
1
5
) bzw. Duplik vom
3.
Mai 2016 (
Urk.
32)
grundsätzlich
ihre
Leistungspflicht
.
Betreffend Umfang der von ihr zu erbringenden Leistungen schränkte sie jedoch ein,
im massgebenden Vorsorgereglement werde nicht die Arbeitsunfähigkeit, sondern die Erwerbsunfähigkeit als versichertes Risiko umschrieben
. Damit sei im Rahmen der weitergehenden Vorsorge die revisionsweise Erhöhung der Leistungspflicht nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses
rechtsprechungs
gemäss
ausgeschlossen. Da die – ab März 2013 vollständig invalidisierende – gesundheitliche Verschlechterung erst mehrere Jahre nach Ablauf der
Nachde
ckung
gemäss
Art.
10
Abs.
3 BVG eingetreten sei, könne der Kläger für seine den Invaliditätsgrad von 42
%
übersteigende Invalidität keine reglementari
schen Leistungen beanspruchen, sondern habe nur Anspruch auf die
BVG-Min
destleistungen
.
Sie habe aufgrund Verjährung zudem erst ab August 2010 Ren
tenleistungen auszurichten.
3
.2
Der Kläger führte mit Replik vom
8.
Februar 201
5 (
Urk.
25) dagegen an, in Art.
5.10 des massgebenden Reglements werde der Begriff Erwerbsunfähigkeit verwendet. Allerdings werde in
Art.
5.10.3 bestimmt, dass der Grad der Erwerbsunfähigkeit mindestens dem Invaliditätsgrad im Sinne des
IVG
entspre
che und gemäss Art.
5.10.9 werde bei einer Änderung des Grades der Erwerbs
unfähigkeit auch die Invalidenrente entsprechend angepasst. Insbesondere letztere Bestimmung spreche klar dafür, dass nicht nur bei Eintritt der Erwerbs
unfähigkeit während des Vorsorgeverhältnisses ein reglementarischer
Leistungs
anspruch
bestehe, sondern – analog zur Regelung nach BVG – auch bei einer späteren Erhöhung der Erwerbsunfähigkeit. Nur so mache die Rege
lung von
Art.
5.10.9 überhaupt einen Sinn. Diesbezüglich sei auch darauf hin
zuweisen, dass bei der Auslegung von anspruchsumschreibenden
Reglements
be
stim
mungen
der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung von Bedeutung sei und deshalb die fragliche Regelung im Sin
n
e der
invalidenversicherungsrechtli
chen
Umschreibung der Invalidität
zu verstehen sei.
Die Einrede der Verjährung sei grundsätzlich berechtigt. Es gelte jedoch zu beach
ten, dass er die Beklagte
1
mit Schreiben vom
2.
April und
5.
Mai 2015 neben der Prüfung ihrer Leistungspflicht ausdrücklich auch um Zustellung einer Verjährungsverzichtserklärung gebeten habe. Die Beklagte 1 habe jedoch nicht auf diese Schreiben reagiert. Es müsse davon ausgegangen werden, dass dies im
Wissen um die laufende Verjährung geschehen sei. Ein solches Verhalten widerspreche Treu und Glauben, weshalb die Einrede der Verjährung für den Zeitraum ab
1.
April 2010 treuwidrig sei und nicht ge
schützt werden dürfe.
4.
4.1
Es ist unbestritten, dass der Kläger im Zeitpunkt des Eintritt
s
der für die Entste
hung des Anspruch
s
auf Invalidenleistungen
der Invalidenversicherung
rele
vanten Arbeitsunfähigkeit bei der Beklagten 1 versichert war und
diese
dem
entspreche
nd leistungspflichtig
ist
. Weiter
ist
unbestritten, dass sich die Arbeitsfähigkeit des Klägers
nach der ursprünglichen
Rentenzusprache
ver
schlechterte, anerkannte die Beklage doch für die obligatorische
n
Leistungen eine Erhöhung der Rentenleistungen (vgl.
Urk.
15 und
Urk.
32
).
Strittig und zu prüfen bleibt, ab welchem
Zeitpunkt
die Beklagte 1 Leistungen zu erbringen hat und ob auch die Leistungen der weitergehenden Vorsorge dem verschlechterten Gesundheitszustand des Klägers anzupassen sind.
4.2
4.2.1
Gemäss Art. 41 Abs. 1 BVG in der bis 31. Dezember 2004 geltenden Fassung verjähren Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Artikel 129-142 des Obligationenrechts (OR) sind anwendbar. Laut Art. 41 Abs. 1 BVG in der seit 1. Januar 2005 gültigen Fassung verjähren die Leistungsansprüche nicht, sofern die Versicherten im Zeitpunkt des Versicherungsfalles die Vorsorgeeinrichtung nicht verlassen haben. Nach Abs. 2 der Bestimmung verjähren Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Artikel 129
142 OR sind anwendbar. Mangels einer Übergangsbestimmung gilt die Änderung des Art. 41 Abs. 1 und 2 BVG auch für die bei ihrem Inkrafttreten noc
h nicht verjährten Forderungen (BGE 140 V 213 E. 4.
).
4.2.2
Der Kläger erhob am 2
1.
August 2015 Klage
gegen die Beklagten
(
Urk.
1). Es ist zwischen dem Kläger und der Beklagten 1 unstrittig, dass mit der Klageerhe
bung die Verjährung unterbrochen und somit die in den fünf Jahren vor Klage
erhebung fällig gewordenen Leistungen, mithin die Leistungen ab August 2010 nicht verjährt sind.
Zu prüfen bleibt betreffend Leistungsbeginn, ob das Erheben der Einrede der Verjährung für die von April bis Juli 2010 fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
durch die Beklagte 1 rechtsmissbräuchlich ist (vgl. E. 3.2).
4.2.3
Die Einrede der Verjährung kann rechtsmissbräuchlich
im Sinne von
Art.
2
Abs.
2
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (
ZGB
)
sein, wenn der Schuldner insbesondere ein Verhalten gezeigt hat, das den Gläubiger bewogen hat, rechtli
che Schritte während der Verjährungsfrist zu unterlassen, und das seine Säum
nis auch bei objektiver Betrachtungsweise als verständlich erscheinen lässt (vgl. BGE 113 II 264 E. 2e).
4.2.4
Die Beklagte
1
gab
dem Kläger
weder
Hinweise, dass sie tatsächlich eine
Ver
jährungsverzichtserk
l
ärung
abgeben
noch, dass sie
für sämtli
che Leistungen aufkommen werde
.
Aus d
em Schreiben vom
5.
Mai 2015 (
U
rk.
2/27) ist denn auch ersichtlich, dass das Verhalten
der Beklagten 1
den Kläger nicht dazu bewog, rechtliche Schritte zu unterlassen. Vielmehr wies er die Beklagte
1
in diesem Schreiben darauf hin, das er bei Nichtabgabe einer
Verjährungsver
zichtserklärung
rechtliche Schritte einleiten werde. Der Kläger vertraute somit offensichtlich nicht darauf, dass die Beklagte eine
Verjährungsverzichtserklä
rung
abgeben wird.
4.2.
5
Nach dem Gesagten
erweist sich die Einrede der Verjährung für die von April bis
Juli
2010 grundsätzlich geschuldeten Leistungen nicht als
rechtsmiss
bräuchlich
, weshalb die Beklagte 1
erst
ab
1.
August 2010 Rentenleistungen zu erbringen hat.
4.
3
4.3.1
Im Bereich der weitergehenden Vorsorge steht es den Vorsorgeeinrichtungen im Rahmen von
Art.
49
Abs.
2 BVG grundsätzlich frei, das versicherte Risiko
abweichend vom BVG zu definier
en.
Dementsprechend kann der Anspruch auf eine Invalidenrente im Bereich der weitergehenden Vorsorge nicht vom Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, sondern vom Eintritt der Erwerbsunfähigkeit abhängig gemacht werden (vgl. SVR 1995
BVG
Nr. 43 S. 127 E. 4).
Dies hat zur Folge
, dass Vorsorgeeinrichtungen i
m Rahmen der weitergehenden Vorsorge befugt
sind
, eine revisionsweise Erhöhung der Leistungspflicht nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses durch Bezeichnung (
u
nd Umschreibung) der Erwerbsun
fähigkeit als versichertes Risiko statutarisch auszuschliessen (Urteile des
EVG
B
121/04 vom 1
6.
August 200
5 E. 7.2 und B 72/00 vom 2
0.
November 2001 E.
3b).
4.3.2
Massgebend für die von der Beklagten 1 zu erbringenden Leistungen der weiterge
henden Vorsorge ist das Reglement gült
ig
ab
1.
Juli 1998 (
Urk.
16/4; vgl.
Urk.
15 S. 6 und
Urk.
25 S. 3 sinngemäss).
Unter dem Titel „5.10: Invalidenrente“ enthält das massgebende Reglement fol
gende Bestimmungen:
„5.10.1
Erwerbunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person als Folge von Krankheit
(einschliess
lich Zerfall der geistigen und körperlichen Kräfte) oder Unfall durch ärztlichen Befund nach
weisbar ganz oder teilweise ihren Beruf oder eine a
ndere ihrer Lebensstellung
, ihren Kennt
nissen und Fähigkeiten angemessene Erwerbstätigkeit voraussichtlich dauernd nicht mehr ausü
ben kann, oder wenn die versicherte Person im Sinne des Bundesgesetzes über die Eidgenössi
sche Invalidenversicherung invalid ist.
5.10.2
Bei Erwerbsunfähigkeit meldet sich die versicherte Person nach Ablauf der Wartefrist gemäss dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (z.Zt. 12 Monate) bei der
Eidg
. Invalidenver
sicherung an.
5.10.3
Der Grad der Erwerbsunfähigkeit wird bestimmt nach dem Verhältnis zwischen dem Verdienst, den die versicherte Person nach Eintritt der Erwerbsunfähigkeit (
u
nd nach Durchführung all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch die IV) bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage noch zu erzielen fähig ist, und dem Verdienst, den die versicherte Person vor Eintritt der Erwerbsunfä
higkeit erzielt hat.
Der Grad der Erwerbsunfähigkeit entspricht jedoch mindestens dem von der
Eidg
. Invalidenver
sicherung festgestellten Invaliditätsgrad. Wurde dieser für Teilzeitangestellte unter Anrechnung eines erwerbslosen Anteils ermittel
t
, ist nur der aus Erwerbstätigkeit resultierende Grad massge
bend.
5.10.4
Für die dem BVG unterstellen versicherten Personen hat der Arbeitgeber eine Krankentaggeld
versicherung mit Volldeckung abgeschlossen, die ohne Deckungseinschränkung für
vorbestan
dene
Krankheiten ihre Leistungen in Höhe von mindestens 80
%
des ent
gangenen Lohns während 720 Tagen (inkl. Wartefrist) erbringt und zu mindestens 50
%
vom Arbeitgeber mitfi
nanziert wird. Demzufolge entsteht der Anspruch auf Invalidenrenten der Stiftung nach einer Wartefrist von 24 Monaten ununterbrochener Erwerbsunfähigkeit vor Erreichen des
Pensio
nierungsalters
. Bei ununterbrochener Erwerbsunfähigkeit werden Perioden der Erwerbsunfähig
keit aus gleicher Ursache zusammengezählt, sofern ein Unterbruch jeweils ein Jahr nicht über
steigt.
5.10.5
Der Anspruch auf die Invalidenrente besteh
t
solange, als die Erwerbsunfähigkeit dauert, längstens aber bis zum Erreichen des Pensionierungsalters bzw. bis zum Tod.
5.10.6
Die Höhe der vollen Invalidenrente beträgt 30
%
des mutmasslichen AHV-Jahreslohnes.
5.10.7
Zu beachten sind die Bestimmungen des Artikels über die Koordination mit anderen Versiche
rungen.
5.10.8
Bei teilweiser Erwerbsunfähigkeit besteh
t
Anspruch auf eine dem Grad der Erwerbsunfähigkeit ents
p
rechende Rente. Liegt der Grad unter 25
%
, entsteht kein Anspruch, während ein Grad von mindestens 66 2/3
%
Anspruch auf eine volle Rente begründet.
5.10.9
Bei einer Änderung des Grades der Erwerbsunfähigkeit erfolgt auf den Zeitpunkt der Änderung eine entsprechende Anpassung der Rente. Die Änderung ist der Stiftung zuhanden der Coop Versicher
u
ng sofort mitzuteilen.
5.10.10
Sowohl die versicherte Person als auch die Stiftung oder die Coop Versicherung haben jederzeit das Recht, den Grad der Erwerbsunfähigkeit auf eigene Kosten überprüfen zu lassen.
Die Coop Versicherung ist berechtigt, auf ihre Kosten die versicherte Person durch einen von ihr bezeichneten Arzt untersuchen zu lassen.“
4.3
.3
Aus den zitierten Bestimmungen ergibt sich, dass das
anwendbare
Vorsorge
regl
e
ment
die Berechtigung auf eine Invalidenrente nicht vom Eintritt der Arbeits-, sondern vom Eintritt der Erwerbsunfähigkeit als versicherte
s
Risiko abhängig macht. Für die Frage der Versicherteneigenschaft ist mithin
in der weiter
gehenden Vorsorge
vom Begriff de
r Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Damit ist im Rahmen der weitergehenden Vorsorge die revisionsweise Erhöhung der Leistungspflicht nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses ausgeschlossen (Urteil des
EVG
B 72/00 vom 2
0.
November 2001 E. 3b).
4.
3.
4
Gemäss
Art.
331a
Abs.
1 OR beginnt in der weitergehenden Vorsorge der
Vorsor
geschutz
mit dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis anfängt, und endet an dem Tag, an welchem der Arbeitnehmer die Vorsorgeeinrichtung verlässt.  Das anwendbare Reglement
(
Urk.
16/4)
der Beklagten sieht betreffend Beendi
gung des Vorsorgeverhältnisses vor:
„
2.3.2
Die Versicherungspflicht endet mit dem Datum, auf welches das Arbeitsverhältnis rechtlich beendet wird, mit dem Tod der versicherten Person oder wenn der Anspruch auf eine
Alters
leistung
entsteht. Beginn
t
eine vollzeitig angestellte versicherte Person rechtsgültig ein neues Arbeitsverhältnis, bevor das bisherige rechtlich beendet ist, endet die Versicherungspflicht mit dem Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses.
“
(2.3.3 Regelung betreffend Saison-Angestellte)
„
2.3.4
Ist die versicherte Person bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu mindestens 25
%
erwerbs
unfähig, verbleibt sie weiterhin im Vorsorgewerk.
“
4.
3.
5
Das Arbeitsverhältnis des Klägers mit
dem Trägerverein
der
Z.___
, gestützt auf welches er bei der Beklagten 1 versichert war
, endete am 3
1.
März 2002 (Urk.
22/29). Zu diesem Zeitpunkt war der Kläger
unbestritte
nermassen
zu
mindestens
25
%
erwerbsunfähig,
anerkennt doch die Beklagte 1 grundsätzlich
ihre Leistungspflicht für
eine 42%ige Erwerbsunfähigkeit. Der Kläger blieb
daher
gestützt auf
Art.
2.3.4 des anwendbaren Reglements
auch nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit
dem Trägerverein
der
Z.___
bei der Beklagten 1 überobligatorisch versichert (
zur Zulässig
keit,
vgl.
Brechbühl in: Schneider/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], BVG und FZG, 2010,
Art.
10 N 31 e
con
trario
). Dies bedeutet, dass die Beklagte 1 auch für die
Verschlechterung
der Erwerbsunfähigkeit
des Klägers
Leistungen zu erbringen hat.
4.4
Die
Invalidenversicherung
setzte
den Invaliditätsgrad des
Klägers
ab
1.
Juli 2010 auf 59
%
und
ab
1.
September 2010 auf 54
%
fest
(
Urk.
22/474;
zur
inva
lidenversicherungsrechtlichen
Rentenberechnung bei Teilzeiterwerbstätigen
vgl.
BGE 141 V 290)
. Diese Beurteilung wird von den Parteien nicht konkret in Frage gestellt. A
b
1.
Dezember 2012
gehen die Parteien übereinstimmend und basierend auf dem Entscheid der Invalidenversicherung (vgl.
Urk.
22/5
89
-600) von einem Invaliditätsgrad
von 65
%
aus. Ab
1.
März 2013
erachten der Kläger und die Beklagte 1 übereinstimmend grundsätzlich einen Invaliditätsgrad von 100
%
als massgebend
(vgl.
Urk.
25 und
Urk.
30)
. In Anbetracht dessen und unter Berücksichtigung
, dass gemäss dem anwendbaren Reglement
(
Urk.
16/4)
der Grad der Erwerbsunfähigkeit mindestens dem von der Invalidenversiche
rung festgestellten Invaliditätsgrad entspricht (
Art.
5.10.3, vgl. E. 4.2
), ist die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 59
%
ab
1.
August 2010, von 54
%
ab
1.
September 2010, von 65
%
ab
1.
De
zember 2012 und von 100
%
ab 1.
März 2013 auszu
richten.
5.
Auf
den
Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätz
lich Art. 105 Abs. 1 OR anwendbar ist (BGE 119 V 131)
.
Danach ist der Ver
zugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Kläger liess am 2
1.
August 2015 Klage erheben (Urk. 1), womit ihm ab 2
1.
August 2015 Verzugszinsen von 5 % für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen sind.
6.
Von der
Anerkennung der
Beitragsbefreiung des Klägers
durch die Beklagte 1 ab Oktober 2001 wird
Vormerk
genommen (vgl.
Art.
5.1
1.1 des Reglements,
Urk.
16/4).
7
.
Nach dem Gesagten ist die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger Renten
leistungen der obligatorischen und der weitergehenden Vorsorge zu erbringen, welche ab
1.
August 2010
auf einer Erwerbsunfähigkeit von
59
%
, ab
1.
Sep
tember 2010 auf einer
Erwerbsunfähigkeit von
54
%
, ab
1.
Dezember 2012 auf einer
Erwerbsunfähigkeit von
65
%
und ab
1.
März
2013 auf einer Erwerbs
unfähigkeit von
100
%
basieren. Auf den geschuldeten Rentenleistun
gen sind
Ver
zugszins
en
von 5 % für die bis zum
21.
August 2015 geschuldeten
Betreffnisse
ab diesem Datum und für die restlichen ab dem jeweilige
n
Fällig
keitsdatum
zu entrichten
.
Von der Beitragsbefreiung des Klägers ab Oktober 2001 wird
Vormerk
genommen.
Die gegen die
Beklagte
2, die Beklagte
3
und die Beklagte
4
gerichteten Eventual
klagen sind damit abzuweisen.
8
.
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Die Beklagte 1 ist demzufolge zu verpflichten, dem teilweise obsiegenden Kläger eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr.
2‘400.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Im
Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser
Bestimmung hat das Bundesgericht der Schweizerischen
Unfallversicherungs
anstalt
und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 361 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer
der beruflichen Vorsorge gemäss BVG
zu gelten (BGE 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
Vorliegend besteht keine Veranlassung, von den vorstehend dargelegten Grundsätzen abzuweichen, weshalb
der Beklagten 2, der Beklagten 3 und der Beklagten 4
keine
Prozess
entschädigung
zuzusprechen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Von der teilweisen Klageanerkennung wird
Vormerk
genommen und die Beklagte 1 wird in teilweiser Gutheissung der Klage verpflichtet,
dem Kläger Rentenleistungen der obligatorischen und weitergehenden Vorsorge basierend auf einer Erwerbsun
fä
higkeit von 59
%
a
b
1.
August 2010,
von 54
%
ab
1.
September 2010,
von 65
%
ab
1.
Dezember 2012
und von 100
%
ab
1.
März
2013
,
zuzüglich Verzugszins von 5 % für die bis zum
21.
August 2015
geschuldeten
Betreffnisse
ab diesem Datum und für die restlichen ab dem jeweiligem Fälligkeitsdatum
auszurichten
.
Die Klagen gegen die Beklagte 2, die Beklagte 3 und die Beklagte 4 werden abge
wiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beklagte 1 wird
verpflichtet,
dem Kläger
ei
ne Prozessentschädigung von Fr. 2‘400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Procap
Schweiz
-
Swiss Life Sammelstiftung BASIS
-
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
-
Sammelstiftung Vita
-
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler