# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5de477d-aee3-55be-a376-c9f70b97e35b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 20.09.2016 KD160005
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_KD160005_2016-09-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Rekurskommission    
 

 

Geschäfts-Nr.: KD160005-O/U 

 

Mitwirkend: die Oberrichterinnen und Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Präsi-

dent, Dr. H.A. Müller, Dr. M. Schaffitz, Dr. H. Kneubühler Dienst und 

Ch. Spiess sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. I. Vourtsis-Müller. 

Beschluss und Urteil vom 20. September 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchsteller und Rekurrent 

 

betreffend Kostenerlass 

 
Rekurs gegen einen Beschluss der Verwaltungskommission des Oberge-

richtes des Kantons Zürich vom 12. Juli 2016; Proz. VU160013 

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Erwägungen: 

 1. Der Rekurrent schuldet dem Kanton Zürich Kosten aus verschiedenen 

erledigten Verfahren. Am 18. November 2014 wies die Verwaltungskommission 

des Obergerichts sein Gesuch um Erlass der Kosten ab, was er mit Rekurs an-

focht. Mit Beschluss vom 29. Januar 2015 beschloss die Rekurskommission, sein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen und auf die diversen Aus-

standsbegehren nicht einzutreten, und sie wies den Rekurs in der Sache ab (Ver-

fahren KD140004). In der Folge bediente der Rekurrent die Rekurskommission 

mit verschiedenen Schreiben, welche die Kommission, das Migrationsamt, den 

Präsidenten des Verwaltungsgerichts und das Bundesgericht kritisierten. Da sie 

keine erkennbaren Rechtsmittelanträge enthielten, wurden sie informell abgelegt. 

Am 22. September 2015 ging der Rekurskommission eine Eingabe des Rekurren-

ten zu, welche als Rekurs gegen einen neuerlichen Entscheid der Verwaltungs-

kommission vom 9. September 2015 behandelt wurde. Der Rekurs wurde abge-

wiesen, so weit darauf eingetreten werden konnte (Verfahren KD150011). Das 

Bundesgericht wies eine dagegen gerichtete Beschwerde ab (BGer 5D_191/2015 

vom 22. Januar 2016). 

 Am 12. Juli 2016 verweigerte die Verwaltungskommission dem Rekurrenten 

erneut den Erlass der Kosten (VU160013). Mit Eingabe vom 9. August 2016 wen-

det sich der Rekurrent an das Obergericht mit einer "Beschwerde", einer "Klage" 

und einem "Antrag" (act. 2). Das Schreiben wurde der Rekurskommission zugelei-

tet. 

 Die Rekurskommission zog die Akten des Verfahrens VU160013 der Ver-

waltungskommission bei. Weitere prozessleitende Anordnungen wurden nicht ge-

troffen. 

 2.1 Die Eingabe vom 9. August 2016 ist unter anderem als "Beschwerde 

gegen den Beschluss vom 12.07.2016" bezeichnet, und dieser Entscheid liegt 

bei. Offenkundig will der Rekurrent damit den Rekurs als das zulässige Rechts-

mittel ergreifen. Der "Antrag auf Erlass der Gerichtskosten über des Höhe ich kei-

nen Überblick mehr habe" ist eigentlich klar. Allerdings scheint der Rekurrent 

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gleichzeitig zu bemängeln, die Verwaltungskommission habe (unter Auflage von 

Kosten) entschieden, ohne dass ihr ein entsprechender Antrag vorlag.  

 2.2 Der Rekurrent legt seiner Eingabe die Kopie eines Schreibens an die 

Zentrale Inkassostelle der Gerichte bei, welchem er fett die Bemerkung voranstell-

te, das sei "kein Antrag zur Vorlage an die Verwaltungskommission" (act. 3/1). 

Das ist der Verwaltungskommission nicht entgangen. In ihrem Entscheid nimmt 

sie darauf ausdrücklich Bezug und führt aus, die Inkassostelle habe dem Rekur-

renten auf diesen Brief hin mitgeteilt, sie verzichte zur Zeit auf Inkassomassnah-

men für ihre ausstehenden Guthaben. Der Rekurrent habe daraufhin aber erneut 

und mehrfach geschrieben, er halte an seinem Gesuch um definitiven Erlass fest. 

Darum sei das Dossier erneut der Verwaltungskommission vorgelegt worden 

(Erw. I/3). Damit setzt sich der Rekurs nicht auseinander - dass der angefochtene 

Entscheid eine "mutwillige, unzulässige Wiederholungstat" sei, ist kein Argument 

gegen die Erwägungen der Verwaltungskommission. Der Rekurrent wusste aus 

den früheren Verfahren, dass die Zentrale Inkassostelle der Gerichte streitige Fäl-

le der Verwaltungskommission vorlegt. Die Inkassostelle hat die Sache richtig an 

die zuständige Instanz (die Verwaltungskommission) weiter geleitet, und diese hat 

korrekterweise über den Antrag entschieden. Ein Verfahrensfehler ist nicht zu er-

kennen. 

 Der Rekurrent macht Ausführungen zu seiner finanziellen Lage. Diese ist of-

fenbar nach wie vor ungünstig. Das Bundesgericht hat im erwähnten Entscheid 

den von der Verwaltungs- und der Rekurskommission ausgedrückten Hoffnungen 

widersprochen, der Rekurrent könnte vielleicht doch noch eine Anstellung finden 

(BGer 5D_191/2015, E 4.3.1). Von da her ist es verständlich, wenn der Rekurrent 

den kantonalen Instanzen wiederum seine ungünstige Situation erläutert. Er über-

sieht dabei allerdings, dass die Verwaltungskommission ihren erneut ablehnen-

den Entscheid gar nicht damit begründet, er könne die Kosten zahlen. Vielmehr 

stützt sie sich ausdrücklich auf andere Gründe: namentlich, dass über ein bereits 

behandeltes Erlassgesuch nur bei Vorliegen wesentlicher neuer Umstände neu 

befunden werden könne;  dass ein Erlass eine dauerhafte Sanierung des Schuld-

ners ermöglichen sollte, was kaum zu erreichen sei, wenn er immer wieder neue 

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aussichtslose Verfahren anstrenge; dass das Institut des Kostenerlasses nicht 

dazu diene, gerichtliche Kostenentscheide zu überprüfen; dass ein Erlass die 

Forderung des Staates endgültig untergehen lasse und darum nur zurückhaltend 

gewährt werden könne; dass die pauschale Behauptung, die Verweigerung eines 

Kostenerlasses sei gemäss anderen Urteilen rechtswidrig, nicht näher spezifiziert 

werde; endlich, dass die zentrale Inkassostelle ihre Forderungen provisorisch ab-

geschrieben habe, sodass sie den Rekurrenten faktisch nicht mehr belasteten, so 

lange er nicht in günstigere finanzielle Verhältnisse komme (im Einzelnen Erw. 4). 

Damit setzt sich der Rekurrent nicht auseinander. Insofern ist auf den Rekurs 

nicht einzutreten. Zu ergänzen bleibt, dass die Rekurskommission es in Überein-

stimmung mit der Praxis mehrere anderer oberer kantonaler Gerichte ablehnt, mit 

einem Kostenerlass den Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege im sei-

nerzeitigen Verfahren zu korrigieren: ein Gesuchsteller muss also darlegen, dass 

seine Mittellosigkeit nach dem Prozess eingetreten ist (OGerZH KD160001 vom 

18. März 2016, mit Verweisen auf Entscheide anderer Gerichte) - dazu ist dem 

Rekurs aber nichts zu entnehmen. Endlich kann dem Rekurrent sein Hinweis auf 

den Kostenerlass durch ein deutsches Gericht nicht helfen: die EMRK, welche er 

erwähnt, gilt wohl für Deutschland und für die Schweiz, aber sie enthält nur be-

stimmte Verfahrensgarantien und keine Bestimmungen darüber, unter welchen 

Voraussetzungen rechtskräftig gesprochene Gerichtskosten erlassen werden 

können oder sollen. 

 Für eine "Klage" des Rekurrenten gegen die Zentrale Inkassostelle der Ge-

richte, die Verwaltungskommission und die Rekurskommission ist ausser dem er-

griffenen Rechtsmittel weder eine gesetzlichen Grundlage noch eine Zuständig-

keit der Rekurskommission erkennbar. Es ist darauf nicht weiter einzugehen. 

 Der "Antrag auf Aufhörung der automatisierten Rechtsprechung (besser:      

-verweigerung)" wird in der Begründung nicht erkennbar aufgenommen. Möglich-

erweise will der Rekurrent damit die in einem früheren Verfahren erhobene Bean-

standung wieder aufnehmen, die Entscheide von Verwaltungs- und Rekurskom-

mission "generierten aus Kosten weitere Kosten". Das ist insofern zutreffend, als 

die Entscheide über den Kostenerlass wiederum Kosten auslösen, aber es ist 

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richtig. Es gibt keine Bestimmung, dass Gesuche um Erlass von Gerichtskosten 

kostenfrei zu behandeln wären. In Einzelfällen können die damit befassten In-

stanzen ausnahmsweise von der Auflage von Kosten absehen, insbesondere, 

wenn der negative Entscheid nicht ohne Weiteres vorhersehbar war und der Ge-

suchsteller seinen Antrag in guten Treuen einbrachte. Eine grundsätzliche Kos-

tenfreiheit würde bedeuten, dass ein Schuldner jederzeit und auch wiederholt Ge-

suche um Kostenerlass stellen könnte, mit denen sich die Verwaltungs- und die 

Rekurskommission befassen müssen und trotz des damit verbundenen nicht un-

erheblichen Aufwandes von vorneherein keine Gebühr erheben könnten. Gerade 

im Fall des heutigen Rekurrenten, der seine Argumente wiederholt und zum Teil 

formuliert, ohne Erwägungen in den angefochtenen Entscheiden zur Kenntnis zu 

nehmen (BGer 5D_191/2015, Erw. 4.3.1; zur Frage der Mittellosigkeit in diesem 

Entscheid S. 3 unten; einmal mehr die Rüge, die Kostenauflagen beruhten auf 

"Rechtsbeugungen": act. 2 S. 1 unten), wäre das verfehlt. 

 Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen, so weit darauf eingetreten 

werden kann. 

 2.3 Die Kosten des Verfahrens gehen ausgangsgemäss zu Lasten des 

Rekurrenten. Sie sind auf Fr. 500.-- anzusetzen. Seinem Antrag um unentgeltliche 

Rechtspflege (act. 2 S. 1, handschriftliche Beifügung zu den Anträgen) kann we-

gen der Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels nicht entsprochen werden (§ 16 

Abs. 1 VRG; Kommentar VRG-Plüss 3. Aufl. 2014, § 16 N. 42 und 45). Ein Anwalt 

war und ist ihm nicht von Amtes wegen beizugeben: einerseits auch hier mangels 

Aussichten des Rechtsmittels, aber auch, weil das Gericht nur dann tätig wird, 

wenn die betreffende Partei nicht in der Lage ist, ihre Sache zu vertreten (§ 16 

Abs. 2 VRG und dazu zit. Kommentar VRG § 16 N. 80 ff.; vgl. auch Art. 69 Abs. 2 

ZPO) - und der Rekurrent kann im Gegenteil seinen Standpunkt offensichtlich 

selber vertreten. 

 3. Der Rekurrent erklärt, er habe den Überblick über seine Schulden nicht 

mehr (act. 2 S. 1 unten). Im Entscheid vom 19. Oktober 2015 ging es um offene 

Kosten von Fr. 8'670.--. Seither sind mit dem heutigen Entscheid Fr. 1'900.-- hin-

zu gekommen (KD140006: Fr. 500.--; VU150050: Fr. 200.--; KD150011:  

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Fr. 500.--; VU160013: Fr. 200.--; KD160005: Fr. 500.--). Es geht also mittlerweile 

um Fr. 10'590.--. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch des Rekurrenten um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abge-

wiesen. 

2. Mitteilung und Rechtsmittel richten sich nach dem nachstehenden Ent-

scheid. 

Es wird erkannt:  

1. Der Rekurs wird abgewiesen, so weit darauf eingetreten werden kann. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.-- festgesetzt und dem Rekurrenten 

auferlegt. 

3. Schriftliche Mitteilung an den Rekurrenten und an die Verwaltungskommis-

sion (unter Beilage von deren Akten und einer Kopie der Rekursschrift 

act. 2) je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.  

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 82 ff. (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das 

Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit mit einem 
Streitwert von Fr. 10'590.--.  

 

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Obergericht des Kantons Zürich 

Rekurskommission 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. I. Vourtsis-Müller 
 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 20. September 2016
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch des Rekurrenten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen.
	2. Mitteilung und Rechtsmittel richten sich nach dem nachstehenden Entscheid.
	Es wird erkannt:
	1. Der Rekurs wird abgewiesen, so weit darauf eingetreten werden kann.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.-- festgesetzt und dem Rekurrenten auferlegt.
	3. Schriftliche Mitteilung an den Rekurrenten und an die Verwaltungskommission (unter Beilage von deren Akten und einer Kopie der Rekursschrift act. 2) je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 82 ff. (...