# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ae81102-8ccf-551f-817b-d0efb4fca164
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2008 D-6325/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6325-2008_2008-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6325/2008/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Martin Zoller
mit Zustimmung von Richterin Therese Kojic,
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

A.________, eigenen Angaben zufolge geboren (...) 
angeblich Eritrea,
vertreten durch Christoph von Blarer, 
(...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 2. September 2008 / N (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6325/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben am 20. Sep-
tember  2006  in  einem  Personenwagen  unter  Umgehung  der 
Grenzkontrolle  in  die  Schweiz  einreiste  und  noch  gleichentags  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum B._______ um Asyl nachsuchte,

das die Beschwerdeführerin dort am 26. September 2006 zu ihren Per-
sonalien, zu ihrem Reiseweg und - summarisch - zu ihren Asylgründen 
befragt wurde,

dass der Beschwerdeführerin  ebenfalls noch im Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum B._______ -  nachdem eine am 28. September 2006 
durchgeführte  ärztliche  Knochenaltersbestimmung  ein  Alter  von  18 
Jahren oder mehr ergeben hatte - am 3. Oktober 2006 das rechtliche 
Gehör gewährt und ihr aufgrund des nicht genau bestimmbaren Alters 
eine Vertrauensperson zur Seite gestellt wurde, 

dass das BFM die Beschwerdeführerin für den Aufenthalt während der 
Dauer des Asylverfahrens am 6. Oktober 2006 dem Kanton C._______ 
zuwies,

dass die zuständige kantonale Behörde die Beschwerdeführerin -  im 
Beisein der ernannten Vertrauensperson - am 2. November 2006 ein-
gehend zu ihren Asylgründen anhörte,

dass die Beschwerdeführerin  am 27. August  2008 -  im Beisein eine 
(anderen)  Vertrauensperson  -  durch  eine  Mitarbeiterin  des  BFM  in 
Bern-Wabern in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ergänzend befragt wurde,

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragungen im Wesentli-
chen geltend machte, sie sei als Kind ethnischer Tigrinya aus Eritrea in 
Addis Abeba (Äthiopien) geboren und habe dort zusammen mit ihren 
Eltern  und  ihrem älteren  Bruder  die  ersten  Jahre  ihres  Lebens  ge-
wohnt,

dass  ihre  Familie  im  Jahre  1994  gemäss  äthiopischer  Zeitrechnung 
(2001/2002  gemäss  europäischem  Kalender)  von  den  äthiopischen 
Behörden ausgewiesen und aufgefordert worden sei, nach Eritrea zu-
rückzukehren,

Seite 2

D-6325/2008

dass ihre Familie in der Folge nach D._______ (Eritrea) gezogen sei 
und dort Landwirtschaft betrieben habe,

dass der Bruder der Beschwerdeführerin in Eritrea in den Militärdienst 
eingezogen worden und dort ums Leben gekommen sei,

dass ihre Mutter wenig später aus Kummer gestorben sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  -  aus  Angst,  auch  in  den Militärdienst 
eingezogen zu werden - Mitte Juni 2006 (europäische Zeitrechnung) 
D._______ verlassen und in Begleitung eines Bekannten ihres Vaters 
nach Khartum (Sudan) und - nach rund zweimonatigem Aufenthalt in 
der sudanesischen Hauptstadt - via Libyen und Italien in die Schweiz 
gereist sei,

dass das BFM das Asylgesuch mit Verfügung vom 2. September 2008 
- der Vertrauensperson eröffnet am 3. September 2008 - ablehnte und 
die Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug der Beschwerdefüh-
rerin aus der Schweiz anordnete, 

dass die Beschwerdeführerin durch ihren neu bestellten Vertreter mit 
Eingabe  vom  3.  Oktober  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde einreichte und - unter Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-
gung - um Rückweisung des Asylgesuches zur Neubeurteilung durch 
das BFM, eventualiter um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und 
um Gewährung des Asyls, subeventualiter um Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme, weil sich der Vollzug der Wegweisung als "unzulässig, 
unzumutbar oder undurchführbar" erweise, ersuchte,

dass gleichzeitig - in prozessrechtlicher Hinsicht - die Gewährung der 
unentgeltlichen Prozessführung und der Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses beantragt wurde, 

dass zur Untermauerung der gestellten Anträge - auf deren Begrün-
dung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen  eingegangen  wird  -  eine  am  1.  Oktober  2008  von  der 
E._______  beziehungsweise  vom  F._______  in  G._______  aus-
gestellte  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  zu  den  Akten  gegeben 
wurde, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
13. Oktober 2008 - für deren ausführliche Begründung auf die Akten 

Seite 3

D-6325/2008

und die nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird - die Gesuche um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  (Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren  [VwVG,  SR  172.021])  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) abwies und der Beschwer-
deführerin gleichzeitig zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in der 
Höhe von Fr. 600.-- eine Frist bis zum 28. Oktober 2008 ansetzte, ver-
bunden mit  der  Androhung,  bei  ungenutzter  Frist  werde auf  die  Be-
schwerde nicht eingetreten,

dass die  Beschwerdeführerin  durch ihren Vertreter  mit  Eingabe vom 
16. Oktober 2008 erneut um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses ersuchte und dabei  im Wesentlichen rügte,  der Minder-
jährigkeit der Beschwerdeführerin sei nicht genügend Rechnung getra-
gen worden, indem es das Bundesamt unterlassen habe, in Äthiopien 
oder Eritrea Nachforschungen zu tätigen,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit einer weiteren Zwischenverfü-
gung vom 23. Oktober 2008 - für deren Begründung wiederum auf die 
Akten verwiesen wird - das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung ei-
nes  Kostenvorschusses  erneut  abwies  und  die  Beschwerdeführerin 
nochmals - und wiederum mit der Androhung, bei Ausbleiben der Zah-
lung werde auf die Beschwerde nicht eingetreten - aufforderte, bis zum 
28. Oktober 2008 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu 
leisten,

dass der verlangte Kostenvorschuss am 27. Oktober 2008 bezahlt wur-
de,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM auf  dem Gebiet des Asyls 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  34  des  Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

Seite 4

D-6325/2008

dass die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz am Verfahren teilge-
nommen  hat,  durch  die  angefochtenen  Verfügung  berührt  ist,  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),  wobei  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  Rechnung  zu 
tragen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

Seite 5

D-6325/2008

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG),

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend und mit 
hinreichender Begründung ausgeführt hat, weshalb die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht 
standhielten,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die zu bestätigen-
den, sehr ausführlichen Darlegungen in der angefochtenen Verfügung 
vom 2. September 2008 sowie auf die Ausführungen in den Zwischen-
verfügungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  13. Oktober  2008 
und vom 23. Oktober 2008 verwiesen werden kann, 

dass das BFM in seiner angefochtenen Verfügung vorab zu Recht fest-
stellte,  die Beschwerdeführerin  habe anlässlich der Befragungen nur 
sehr rudimentäre und unklare Aussagen zu ihrem angeblichen Wohn-
ort  D._______,  zum Zeitpunkt  des  Todes  ihrer  Mutter  oder  zu  ihrer 
Ausreise aus Eritrea gemacht,

dass sodann auch der Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden kann, 
die Angaben der Beschwerdeführerin zur Ortschaft D._______ und de-
ren Umgebung seien in den wesentlichen Punkten auch tatsachenwid-
rig ausgefallen, so dass nicht geglaubt werden könne, dass diese wäh-
rend mehrerer Jahre dort gelebt und die Schule besucht habe, 

dass das BFM schliesslich auch zutreffend bemerkte, die  Beschwer-
deführerin sei - obwohl angeblich ethnische Tigrinya - nicht in der Lage 
gewesen sei,  sich in der eritreischen Landessprache differenziert  zu 
verständigen, weshalb die Befragungen in Amharisch, mithin in einer 
Sprache, welche in Eritrea nicht mehr gesprochen und - als Sprache 
des Feindes - an den Schulen auch nicht mehr gelehrt werde, hätten 
weitergeführt werden müssen,

dass in der Rechtsmitteleingabe vom 3. Oktober 2008 (vgl. S. 2 ff.) gel-
tend gemacht wird, aufgrund der Minderjährigkeit der Beschwerdefüh-
rerin  seien  die  Anforderungen  an  die  Mitwirkungspflicht  und  an  die 
Substanziierungslast  niedriger  anzusetzen  als  bei  einer  volljährigen 
Person,

Seite 6

D-6325/2008

dass diesem Hinweis entgegenzuhalten ist, dass die Beschwerdefüh-
rerin  anlässlich  der  Befragungen  im  Jahre  2006  zwar  als  ihr 
Geburtsdatum  den  (...)  nannte,  was  dem  (...)  nach  europäischem 
Kalender entspricht, gleichzeitig aber erklärte, dieses Datum habe ihr 
ihre verstorbene Mutter genannt, sie selber würde sich auf 19 oder 20 
Jahre alt schätzen (vgl. A14, S. 4),

dass aufgrund dieses Umstandes sowie aufgrund des Resultates der 
ärztlichen Knochenaltersbestimmung vom 28. September 2006 (Alter 
bei 18 Jahren oder mehr, vgl. A7/1) davon ausgegangen werden muss, 
dass  die  Beschwerdeführerin  bereits  zum  Zeitpunkt  ihrer  Einreise 
gemäss Schweizer Recht volljährig gewesen ist,

dass sodann auch die in der Beschwerdeschrift gemachten Darlegun-
gen zur Schwierigkeit der Beschwerdeführerin, ihre Herkunft mit  ent-
sprechenden Dokumenten zu belegen, da der Kontakt zum Vater nur 
schwer herstellbar sei, oder der Hinweis, Amharisch werde in Eritrea 
noch  von  in  Äthiopien  aufgewachsenen  Eritreern  und  älteren  Men-
schen  gesprochen,  welche  die  äthiopische  Besatzungsmacht  erlebt 
hätten, nicht geeignet sind, die Zweifel am geltend gemachten Sach-
verhalt  und insbesondere auch an der behaupteten eritreischen Her-
kunft zu beseitigen,

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend der  Kanton,  welchem die  Be-
schwerdeführerin für den Aufenthalt während der Dauer des Asylver-
fahrens  zugewiesen  wurde  (C.______),  keine  Aufenthaltsbewilligung 
erteilt  hat (Art. 32 Bst. a  der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311])  und  die  Beschwer-
deführerin zudem  keinen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  hat 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylre-
kurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu be-
stätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-

Seite 7

D-6325/2008

gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  aufgrund  der  Aktenlage davon ausgegangen werden kann,  die 
Beschwerdeführerin  sei  äthiopischer Herkunft,  wobei  jedoch -  wie in 
der angefochtenen Verfügung zutreffend bemerkt wurde - auch andere 
Heimat- oder Herkunftsländer nicht völlig ausgeschlossen werden kön-
nen, 

dass es indessen nicht  Sache der  Asylbehörden ist,  nach allfälligen 
Wegweisungshindernissen  in  weiteren  hypothetischen  Herkunftslän-
dern zu forschen, 

dass daher im Folgenden die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglich-
keit  des  Vollzugs  der  Wegweisung in  den in  erster  Linie  in  Betracht 
kommenden Staat Äthiopien zu prüfen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da es der Beschwerdeführerin - wie vorstehend dargelegt -  nicht 
gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen 
oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte 
Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im vorliegenden 
Verfahren keine Anwendung findet, und auch keine Anhaltspunkte für 
eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die der Be-
schwerdeführerin im Heimat- oder Herkunftsstaat drohen könnte,

Seite 8

D-6325/2008

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass bezüglich Äthiopien - und insbesondere bezüglich der Hauptstadt 
Addis  Abeba,  wo die  Beschwerdeführerin  gemäss eigenen Angaben 
geboren worden ist und die ersten etwa zehn Jahre gelebt hat - unter 
den  heute  bestehenden  Verhältnissen  nicht  von  Krieg,  Bürgerkrieg 
oder von einer Situation allgemeiner Gewalt gesprochen werden kann, 

dass in Bezug auf die in der Beschwerdeschrift vom 3. Oktober 2008 
(vgl. S. 3 ff.) und insbesondere auch in der Eingabe vom 16. Oktober 
2008 angebrachte Rüge, das Bundesamt habe es unterlassen, die ins-
besondere bei der Prüfung der Frage der Zumutbarkeit  des Wegwei-
sungsvollzugs  erforderlichen  Abklärungen  in  Äthiopien  oder  auch  in 
Eritrea zu tätigen, darauf hinzuweisen ist, dass - wie vorstehend (S. 6 
f.) dargelegt wurde - bereits zum Zeitpunkt der Stellung des Asylgesu-
ches vor mehr als zwei Jahren Zweifel an der Minderjährigkeit der Be-
schwerdeführerin angebracht werden mussten, und es daher erst recht 
nicht glaubhaft erscheint, dass sie im jetzigen Zeitpunkt noch keine 18 
Jahre alt sein könnte,

dass dessen ungeachtet festzuhalten ist, dass sich die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin nicht als glaubhaft erwiesen haben, weshalb auch 
davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin verfüge in ihrem Her-
kunftsstaat  (vermutlich  Äthiopien)  noch  über  ein  tragfähiges  Bezie-
hungsnetz,

dass - entgegen der von der Beschwerdeführerin beziehungsweise von 
deren Vertreter geäusserten Auffassung - die Anordnung des Vollzugs 
der Wegweisung in Übereinstimmung mit den im Übereinkommen vom 
20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) enthalte-
nen Bestimmungen steht,

dass  sodann auch keine anderen,  individuellen  Merkmale  bestehen, 
welche den Vollzug der Wegweisung der jungen,  soweit  aktenkundig 
gesunden  und  über  eine  gute  Schulbildung  und  vielfältige  Sprach-
kenntnisse  (nebst  der  Muttersprache  Amharisch  auch  Arabisch  und 
Englisch) verfügenden Beschwerdeführerin als unzumutbar erscheinen 
lassen könnten,

Seite 9

D-6325/2008

dass der Vollzug der Wegweisung in den mutmasslichen Heimatstaat 
Äthiopien schliesslich auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine 
praktischen Hindernisse erkennbar sind, die einer Rückkehr entgegen-
stehen könnten, und die Beschwerdeführerin verpflichtet ist,  sich bei 
der  heimatlichen Vertretung  allenfalls  benötigte  Reisepapiere  zu  be-
schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass nach dem Gesagten somit keine Wegweisungshindernisse vorlie-
gen und der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu be-
stätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuer-
legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 27. Oktober 2008 geleis-
teten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-6325/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 600.--, werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.  

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Vertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilagen: kei-
ne)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...) C._______ ad (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni

Versand: 

Seite 11