# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 516d6c8e-59f1-51e0-8579-90214804bc31
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-15
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2015 und 1.1. - 31.12.2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2015 und 1.1. - 31.12.2016
**Docket/Reference:** DB.2021.42
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2021.42--2-st.2021.55.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2021.42 
2 ST.2021.55 

Entscheid 

15. Dezember 2022 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Hans Heinrich Knüsli, Ersatzrichter 
Markus Weidmann und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 

A   S A ,    

vertreten durch B AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/
Rekurrentin,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerde-/  
Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2015 und 1.1. - 31.12.2016 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2015 und 1.1. - 31.12.2016 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  SA  (nachfolgend  Pflichtige)  ist  eine  Vertriebsgesellschaft  ("Limited 

Risk Distributor") und gehört zur C-Gruppe, deren Obergesellschaft D in den E ist. Die 

Pflichtige kauft F von den gruppeninternen Werken ein und verkauft sie an unabhängi-

ge  Händler,  die  wiederum  die  Endkunden  bedienen.  Die  Pflichtige  bezweckt  mitunter 

die Wahrung  der  Interessen  der  C-Gruppe,  insbesondere  im  Zusammenhang  mit  der 

Gruppenfinanzierung.  Zu  diesem  Zweck  kann  die  Pflichtige  anderen  Gruppengesell-

schaften Finanzierungen gewähren und Cash-Pooling Verträge abschliessen. 

Die  C-Gruppe  unterhält  zwei  im  Ausland  domizilierte  Gruppengesellschaften, 

nämlich die G Limited, H/I, und die J Limited, K, welche zentrale Finanzierungsfunktio-

nen gegenüber den weiteren Gruppengesellschaften wahrnehmen. Die G Limited und 

die  J  Limited  nehmen  dabei  Einlagen  überschüssiger  Liquidität  ("deposits  of  excess 

cash") anderer Gruppengesellschaften entgegen und können diese Einlagen innerhalb 

der  Gruppe  an  andere Gesellschaften  als  Darlehen  weitergeben  oder  ausserhalb  der 

C-Gruppe investieren. Für die Aufteilung ihrer Tätigkeit innerhalb der Gruppe massge-

bend ist die Währung, in welcher die einzahlenden bzw. beziehenden Gruppengesell-

schaften ihr Geschäft abwickeln ("functional currency"). 

Für  die  vorliegend  relevanten  Steuerperioden  2015  und  2016  schloss  die 

Pflichtige  mit  diesen  Gruppengesellschaften  jeweils  am  21. Dezember  2009  und 

10. März 2014 Vereinbarungen über einen sog. Zero-Balancing Cash-Pool ab. Die ab-

geschlossenen  Vereinbarungen  ("Deposit  Agreement")  wurden  inhaltlich  weitgehend 

deckungsgleich  ausgestaltet.  Am  1. September  2010  wurde  durch  die  Pflichtige  eine 

neue Vereinbarung mit J Limited unterzeichnet, welche gegenüber der alten Vereinba-

rung lediglich einen angepassten Basiszinssatz vorsah. 

Nach "Section 2. Deposits" der Vereinbarungen war jeweils vorgesehen, dass 

die Pflichtige nach eigenem Ermessen Einzahlungen an den jeweiligen Cash-Pool vor-

nehmen kann. Geplant  ("envisaged")  war,  dass die Einlagen  weniger  als  365 Tage  in 

diesen Cash-Pools verbleiben. Die Pflichtige war dabei jederzeit berechtigt, die Rück-

zahlung  ihrer  Einlagen bei  den Cash-Pools  innerhalb von  drei Tagen  zu veranlassen. 

Im  Falle  einer  Rückzahlung  war  nach  "Section  3.  Withdrawals"  vorgesehen,  dass  mit 

einer  Rückzahlung  aus  dem  jeweiligen  Cash-Pool  die  älteste  ausstehende  Einlage 

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ausgeglichen werden soll (ähnlich der First-in-First-out Methode). Der Zinssatz für die 

gewährten  Einlagen  sollte sich gem. "Section  4. Interest/Costs"  aus  einem  Basiszins-

satz und einer Marge ergeben. 

Die  Vereinbarung  der  Pflichtigen  mit  J  Limited  vom  1. September  2010  und 

21. Dezember 2009 sah einen Zinssatz vor, welcher sich aus dem 3-Monat Schweizer 

Franken  Libor-Satz  plus  einer  (negativen)  Marge  von  -0.20 %  zusammensetzte.  Die 

Vereinbarung  mit  G  Limited  vom  10. März  2014  sah  einen  Zinssatz  vor,  welcher  sich 

aus  dem  1-Monat  Schweizer  Franken  Libor-Satz  plus  einer  (negativen)  Marge  von  -

0.05 % ergab. 

Die Darlehen der Pflichtigen an Gruppengesellschaften ("loans to group com-

panies")  beliefen  sich  am  31. Dezember  2015  auf  Fr. 101'010'641.-.  Darin  enthalten 

waren  Darlehen  gegenüber  der  J  Limited  in  der  Höhe  von  Fr. 37'135'138.-.  Ebenfalls 

darin  enthalten  waren  Darlehen  in  der  Höhe  von  Fr. 63'875'514.-  an  die  G  Limited. 

Aufgrund  der  gemäss  Vereinbarung  berechneten  negativen  Zinssätze,  namentlich  ei-

nem  durchschnittlichen  Zinssatz  von  -0.84 %  bzw.  -0.12 %,  leistete  die  Pflichtige  im 

Geschäftsjahr 2015 Zinszahlungen in der Höhe von Fr. 451'152.- an die J Limited und 

Zinszahlungen mit einem Betrag von Fr. 36'049.- an die G Limited. 

Die Darlehen an Gruppengesellschaften beliefen sich am 31. Dezember 2016 

auf  Fr. 73'996'511.-.  Darin  enthalten  waren  Darlehen  gegenüber  der  J  Limited  in  der 

Höhe von Fr. 10'901'009.-. Ebenfalls darin enthalten waren Darlehen in der Höhe von 

Fr. 63'095'501.-  an  die  G  Limited.  Aufgrund  der  gemäss  Vereinbarung  berechneten 

negativen Zinssätzen, namentlich einem durchschnittlichen Zinssatz von -0.85 % bzw. 

-0.38 %,  leistete  die Pflichtige im Geschäftsjahr 2016  Zinszahlungen  in  der  Höhe von 

Fr. 196'500.-  an  die  J  Limited  und  Zinszahlungen  mit  einem  Betrag  von  Fr. 227'589.- 

an die G Limited. 

Die  Pflichtige  reichte  ihre  Steuererklärungen  am  5. Dezember  2016  für  das 

Geschäftsjahr 2015 und am 18. September 2017 für das Geschäftsjahr 2016 ein. Da-

bei deklarierte sie die folgenden Faktoren: 

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Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbarer Reingewinn im Kanton Zürich 

Fr. 1'833'087 

Fr. 1'643'332 

2015 

2016 

Steuerbares Kapital im Kanton Zürich 

Fr. 15'673'403  Fr. 17'316'735 

Direkte Bundessteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Fr. 1'833'087 

Fr. 1'643'332 

2015 

2016 

Die Darlehen an Gruppengesellschaften ("loans to group companies") wurden 

von  der  Pflichtigen  in  den  Jahresrechnungen  für  die  Geschäftsjahre  2015  und  2016 

unter  dem  Anlagevermögen  ("non-current  assets")  als  Finanzanlagen  ("financal  as-

sets") bilanziert. 

Am 24. bis 27. September 2018 führte das Revisorat des kantonalen Steuer-

amts  eine  Buchprüfung  betreffend  die  Geschäftsjahre  2015  und  2016  durch.  Dabei 

wurde  insbesondere  die  Verzinsung  der  gewährten  Darlehen  an  die  J  Limited  und  G 

Limited aufgrund der vorstehend umschriebenen Vereinbarungen untersucht. 

B. Nach umfangreichen Gesprächs- und Verhandlungsrunden des kantonalen 

Steueramts  mit  der  Pflichtigen,  die  auf  Anfrage  des  kantonalen  Steueramts  weitere 

Unterlagen  einreichte,  erliess  der  Steuerkommissär  am  12. Mai  2020  die  Steuerein-

schätzungen  2015  und  2016  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  und  die  direkte 

Bundessteuer. 

In den Einschätzungsentscheiden und Veranlagungsverfügungen vom 12. Mai 

2020 folgte der Steuerkommissär der Beurteilung der steueramtlichen Revisorin in de-

ren Revisionsbericht und nahm mehrere steuerliche Korrekturen gegenüber den Dekla-

rationen  der  Pflichtigen  vor.  Die  Steuereinschätzungen  enthielten  insbesondere  Auf-

rechnungen hinsichtlich einer ungenügenden Verzinsung von Darlehen. Dabei wurden 

für  das  Geschäftsjahr  2015  jeweils  ein  Zinsaufwand  von  Fr. 585'423.-  betr.  die  J  Li-

mited und von Fr. 336'457.- betr. die G Limited aufgerechnet. Ebenfalls wurden für das 

Geschäftsjahr  2016  jeweils  ein  Zinsaufwand  von  Fr. 254'294.-  betr.  die  J  Limited  und 

von Fr. 826'507.- betr. die G Limited aufgerechnet. 

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Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  12. Juni  2020  Einsprache  erheben;  dabei 

wandte  sie  sich  insbesondere  auch  gegen  die  vom  kantonalen  Steueramt  vorgenom-

menen Korrekturen betreffend die Darlehen an Gruppengesellschaften. 

Mit Entscheiden vom 2. Februar 2021 hiess das kantonale Steueramt die Ein-

sprache der Pflichtigen teilweise gut. Hinsichtlich der Aufrechnungen aufgrund der un-

genügenden  Verzinsung  von  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  hielt  das  kantonale 

Steueramt jedoch an seinen Einschätzungen vom 12. Mai 2020 fest und wies die Ein-

sprache diesbezüglich ab. Die Steuerfaktoren wurden neu wie folgt festgelegt: 

Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbarer Reingewinn im Kanton Zürich 

Fr. 3'094'600 

Fr. 2'405'100 

Gewinnsteuersatz 

8.0 % 

8.0 % 

2015 

2016 

Steuerbares Kapital im Kanton Zürich 

Fr. 17'953'000  Fr. 17'337'000 

Kapitalsteuersatz 

0.75 % 

0.75 % 

Direkte Bundessteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Gewinnsteuersatz 

2015 

2016 

Fr. 3'094'600 

Fr. 2'405'100 

8.5 % 

8.5 % 

C.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  5. März  2021  Beschwerde  bzw.  Rekurs 

erheben  und  den  Antrag  der  Einsprache  hinsichtlich  der  Darlehen  an  Gruppengesell-

schaften erneuern. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  begründeter  Vernehmlassung  vom 

28. April 2021 auf Abweisung der Beschwerde bzw. des Rekurses. Die Pflichtige liess 

sich daraufhin nicht mehr vernehmen. 

Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit rechtserheblich, in den nachste-

henden Erwägungen einzugehen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der steuerbare Reingewinn einer juristischen Person setzt sich gemäss 

Art. 58  des  Bundesgesetzes  vom  14. Dezember  1990  über  die  direkte  Bundessteuer 

(DBG)  sowie  den  inhaltlich  weitgehend  übereinstimmenden  Art. 24  Abs. 1  des  Bun-

desgesetzes  vom  14. Dezember  1990  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern 

der  Kantone  und  Gemeinden  (StHG)  bzw.  § 64  Abs. 1  des  Steuergesetztes  vom 

8. Juni 1997 (StG) zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichti-

gung des  Saldovortrags des  Vorjahres  (lit. a) sowie allen  vor  Berechnung  des  Saldos 

der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur 

Deckung  von  geschäftsmässig  begründeten  Aufwand  verwendet  werden  (lit. b).  Zum 

steuerbaren Gewinn gehören namentlich offene und verdeckte Gewinnausschüttungen 

und geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (lit. c). 

b) Nach konstanter Rechtsprechung liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung 

vor,  wenn  (kumulativ):  die  Gesellschaft  eine  Zuwendung  tätigt,  ohne  dafür  eine  adä-

quate  Gegenleistung  zu  erhalten;  die  Zuwendung  an  eine  dieser  nahestehende  Dritt-

person erfolgt; die Leistung unter gleichen Bedingungen einem aussenstehenden Drit-

ten  nicht  ausgerichtet  worden  wäre,  die  Leistung  also  insofern  ungewöhnlich  ist 

(Drittvergleich);  Leistung und Gegenleistung  offensichtlich in  einem  Missverhältnis  zu-

einander  stehen,  sodass  der  aus  der  Leistung  resultierenden  Vorteil  für  die  Gesell-

schaftsorgane  erkennbar  war  (BGE 144  II  427  E. 6.1;  BGE 140  II  88 E. 4.1;  BGr, 

17. Mai 2022, 2C_630/2021, E. 2.4.2; BGr, 22. April 2021, 2C_400/2020, E. 3.1.2; VGr, 

2. Dezember 2020, SB.2020.00089, E. 2.1.2; VGr, 7. Dezember 2016, SB.2016.00008, 

E. 2.2; StRG, 26. November 2014, 1 ST.2014.153, E. 2). Die Erkennbarkeit für die Ge-

sellschaftsorgane  wird  vermutet,  wenn  das  offensichtliche  Missverhältnis  zwischen 

Leistung und Gegenleistung eindeutig ausgewiesen ist. Lediglich ungeschickte Dispo-

sitionen,  denen  das  Merkmal  der  bewussten  Vorteilszuwendung  fehlt,  sind  indessen 

steuerlich nicht zu erfassen (VGr, 2. Dezember 2020, SB.2020.00089, E. 2.1.2; StRG, 

26. November 2014, 1 ST.2014.153 E. 2). 

c)  Rechtsgeschäfte  und  Leistungen  zwischen  Gruppengesellschaften,  na-

mentlich  einer  Gesellschaft  und  einem  nahestehenden  Dritten,  müssen  dem  Drittver-

gleich standhalten (Grundsatz des dealing at arm's length). Dabei sind im Einzelfall alle 

konkreten  Umstände  des  zwischen  der  Gesellschaft  und  dem  nahestehenden  Dritten 

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abgeschlossenen  Geschäfts  zu  berücksichtigen,  und  es  muss  davon  ausgehend  be-

stimmt  werden,  ob  das  Geschäft  in  gleicher  Weise  mit  einem  unabhängigen  Dritten 

auch  abgeschlossen  wäre  (BGE 138  II  57  E. 2.2  und  3.1;  VGr,  12.  September  2018, 

SB.2017.00100, E. 4; VGr, 7. Dezember 2016, SB.2016.00008, E. 4.3; StRG, 28. Ok-

tober  2019,  2  DB.2018.155,  E. 1b;  StRG,  25.  November  2014,  1  ST.2014.153,  E. 1). 

Wenn eine Gesellschaft gegenüber nahestehenden Personen Leistungen erbringt, die 

sie  unbeteiligten  Dritten  unter  den  gleichen  Umständen  nicht  erbringen  würde,  lässt 

sich  diese  Abweichung  von  den  Dritt-  bzw.  Fremdvergleichskonditionen  nur  mit  dem 

fehlenden 

Interessengegensatz  erklären 

(VGr,  29.  April  2020, SB.2019.00118, 

E. 3.1.3; VGr, 12. September2018, SB.2017.00071, E. 3.3.2.4). 

d)  Hinsichtlich  der  Beweislastverteilung gilt grundsätzlich,  dass  die  Steuerbe-

hörden  die  Beweislast  für  steuerbegründende  und  -erhöhende  Tatsachen  und  die 

steuerpflichtige  Person  für  steueraufhebende  oder  -mindernde  Tatsachen  trägt.  Dem-

gegenüber 

trägt  die  Steuerpflichtige  die  Beweislast 

für  steuermindernde  bzw.  

-aufhebende  Tatsachen  (BGE 144  II  427  E. 2.3.2;  BGE 140  II  248  E. 3.5;  BGE 121  II 

257  E. 4c/aa  ;  RB  1987  Nr. 35).  Bei  geldwerten  Leistungen  ist  es  grundsätzlich  

Aufgabe  der  Steuerbehörde,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  einer  Leistung  

der  Gesellschaft  keine  oder  keine  angemessene  Gegenleistung  gegenübersteht 

(vgl. BGr,   2C_400/2020,  22.  April  2021,  E. 3.1.2;  BGr 2C_76/2009,  23.  Juli  2009, 

E. 2.2;  VGr, SB.2020.00089  vom  2.12.2020  E.  2.1.3;  RB  1990  Nr.  36  =  StE  1990  B 

92.51  Nr.  3).  Hingegen  begründet  der  Nachweis  eines  solchen  Missverhältnisses  die 

Vermutung,  es  liege  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  vor.  Dabei  ist  es  wiederum 

Sache  der  steuerpflichtigen  Person,  die  (natürliche)  Vermutung  zu  entkräften  und  die 

geschäftsmässige  Begründetheit  nachzuweisen.  Vermag  die  Gesellschaft  den  Nach-

weis nicht zu erbringen, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit und damit die Aufrech-

nung zu tragen (vgl. BGE 140 II 88 E. 7; BGE 121 II 257 E. 4c/aa; BGr 2C_400/2020, 

22.  April  2021,  E. 3.1.2;  BGr, 2C_342/2017,  12.  April  2018,  E. 4.1;  BGr, 2C_16/2015, 

6. August 2015, E. 2.5.5; VGr, 2. Dezember 2020, SB.2020.00089, E. 2.1.3). 

2.  Im  vorliegenden  Fall  wurde  die  steuerliche  Anerkennung  der  Cash-Pools 

zwischen  den  Gruppengesellschaften  und  der  Pflichtigen  nicht  grundsätzlich  infrage 

gestellt. Umstritten ist lediglich, ob die Verzinsung der Darlehen der Pflichtigen an die 

G  Limited  und  die  J  Limited  dem  Drittvergleich  standhält  (vgl. Richner/Frei/Kauf-

mann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 64 N 216a). 

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a)  Zur  Vereinfachung  des  Drittvergleichs  hat  die  ESTV  in  verschiedenen  Be-

reichen Richtlinien aufgestellt (vgl. Brülisauer/Mühlemann, Kommentar zum Schweize-

rischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 58 

N 254). Dabei publizierte die ESTV für die vorliegend relevanten Steuerperioden meh-

rere Rundschreiben hinsichtlich der Verzinsung von Darlehen an nahestehende Dritte 

(vgl.  ESTV  Rundschreiben,  Steuerlich  anerkannte  Zinssätze  2015  und  2016  für  Vor-

schüsse  oder  Darlehen  in  Schweizer  Franken  vom  12. Februar  2015  und  23.  Febru-

ar 2016;  ESTV  Rundschreiben,  Steuerlich anerkannte  Zinssätze  2015 für  Vorschüsse 

oder Darlehen in Fremdwährungen vom 13. Februar 2015 und 24. Februar 2016). Für 

die hier betroffenen Darlehen schreiben die ESTV-Rundschreiben 2015 einen Mindest-

zinssatz  von  0.25 %  (Fr.)  bzw.  1 %  (EUR)  vor,  soweit  die  darlehensgewährende  Ge-

sellschaft  die  Darlehen  aus  Eigenkapital  finanziert.  Die  ESTV-Rundschreiben  2016 

sehen ebenfalls einen Mindestzinssatz von 0.25 % (Fr.) bzw. 1 % (EUR) vor, soweit die 

darlehensgewährende Gesellschaft die Darlehen aus Eigenkapital finanziert. 

b)  Die  Rundschreiben  der  ESTV  haben  keinen  Gesetzescharakter,  sondern 

gelten  als  Verwaltungsverordnungen  bzw.  administrative  Weisungen  an  die  kanto-

nalen  Steuerverwaltungen  für  die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  (VGr, 

25. Juni  2014,  SB.2013.00008,  E. 3.1;  Vock/Nef,  Die  Problematik  der  Bestimmungen 

von Zinssätzen im Gruppenverhältnis – national und international, StR 5/2008 2, S. 4). 

In der Einschätzungspraxis zu den Staats- und Gemeindesteuern stellen die Steuerbe-

hörden  ebenfalls  auf  die  Rundschreiben  ab 

(StRG,  26.  November  2014, 

1 ST.2014.153, E. 2e/aa; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, a.a.O., § 64 N 217 f.). 

c)  Die  von  der  ESTV  festgelegten  Zinssätze  stellen  "safe  habour  rules"  dar. 

Folglich  begründet  die  Nichteinhaltung  dieser  Zinssätze  lediglich  eine  wiederlegbare 

Vermutung für  das  Vorliegen  einer geldwerten  Leistung,  die jedoch die Beweislast  zu 

Ungunsten  der  Steuerpflichtigen  umkehrt.  Der  Pflichtigen  steht  dabei  der  Nachweis 

offen,  dass  die  gewährte  Leistung  dennoch  dem  Drittvergleich  entspricht 

(BGE 140 II 88  E. 7;  BGr,  4.  November  2010,  2C_557/2010,  E. 3.2.3;  StRG, 

24. November 2014, 1 ST.2014.153, E. 1 e/cc). 

3.  Vorab  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  entsprechenden  ESTV  Rundschreiben 

hinsichtlich der Verzinsung von Darlehen an nahestehende Dritte auf die vorliegenden 

Darlehen der Pflichtigen an die zwei Gruppengesellschaften Anwendung finden. 

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a) Die Pflichtige hielt im Rahmen ihrer Eingaben mehrfach fest, dass die aner-

kannten Zinssätze der ESTV Rundschreiben hinsichtlich der Verzinsung von Darlehen 

an nahestehende Dritte nicht massgeblich seien. Die anerkannten Zinssätze der ESTV 

Rundschreiben  seien  auf  langfristige  Anleihen  ausgerichtet,  weshalb  sie  durch  die 

Steuerbehörden  grundsätzlich  nicht  auf  Forderungen  mit  einer  unterjährigen  Laufzeit 

angewendet  würden.  Die  Pflichtige folgerte schliesslich,  dass  die  Anwendung  der  an-

erkannten Zinssätze der ESTV Rundschreiben auf die Darlehen der Pflichtigen an die 

zwei Gruppengesellschaften nicht angemessen sei. 

b) Das Steueramt machte hingegen geltend, die ESTV stelle sich in der (nicht 

aktenkundigen) Mitteilung vom 1. Dezember 2016 auf den Standpunkt, dass die Zinss-

ätze in ihren Rundschreiben hinsichtlich der steuerlich anerkannten Zinssätze für Dar-

lehen  und  Vorschüsse  auch  auf  kurzfristige  Vorschüsse  und  Darlehen  Anwendung 

finde.  Folglich  sei  im  vorliegenden  Fall  ohne  weiteres  nicht  anders  zu  entscheiden, 

selbst wenn ein Teil der Vorschüsse an die J Limited als kurzfristige Anlage betrachtet 

werden würde. 

c)  aa)  Die  Zinssätze  in  den  Rundschreiben  der  ESTV  werden  aufgrund  von 

Renditen von langfristigen Anleihen in Schweizer Franken auf dem Kapitalmarkt ermit-

telt  (StRG,  25.  November  2015,  1 DB.2015.100  /  1 ST.2015.125,  E. 3 c;  VGr, 

7. Dezember  2016,  SB.2016.00008,  E. 4.2).  Die  Anwendung  der  Rundschreiben  der 

ESTV  hat  dabei  nicht  schematisch  zu  erfolgen,  sondern  unter  Berücksichtigung  der 

Umstände  des  Einzelfalls.  Zur  Anwendung  bzw.  Massgeblichkeit  der  anerkannten 

Zinssätze  in  den  Rundscheiben  der  ESTV  muss  die  zu  beurteilende  Leistung  von 

Vornherein  mit  den  Grundlagen  vergleichbar  sein,  welche  zur  Berechnung  der  aner-

kannten Zinssätze diente. Anlagen mit kurzfristigem Charakter sind nicht mit langfristi-

gen  Anlagen  vergleichbar,  womit  folglich  die  Rundschreiben  der  ESTV  und  die  hin-

sichtlich  der  langfristigen  Anlagen  ermittelten  Zinssätze  keine  Anwendung  finden 

(vgl. StRG, 26. November 2014, 1 ST.2014.153, E. 2 h/aa; StRG, 21. Dezember 2012 

1 DB.2012.238 / 1 ST.2012.263 + 264, E. 2 d/aa). Für Anlagen mit kurzfristigem Cha-

rakter  muss  ein  individueller  Drittvergleich  vorgenommen  werden  (vgl.  BGr,  20.  Ju-

ni 2005,  2A.355/2004;  VGr,  7. Dezember 2016,  SB.2016.00008,  E. 4.2;  StRG, 

25. November  2015,  1 DB.2015.100  /  1 ST.2015.125,  E. 3c;  StRG,  26.  Dezem-

ber 2014,  1 ST.2014.153,  E. 2 e/cc;  StRG,  21. Dezember 2021  DB.2012.238 

ST.2012.263 + 264 E. 3 d/aa; Vock/Nef, a.a.O., S. 5 f.; Sigrist, Mindestverzinsung kon-

zerninterner Guthaben, EF 1-2/2019, S. 75). 

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2 ST.2021.55 

 
 
 
 
 
 
 
 
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bb) Aus diesen Gründen kann vorab der Ansicht des Steueramts, wonach die 

anerkannten  Zinssätze  der  Rundschreiben  der  ESTV  ebenfalls  auf  kurzfristige  Darle-

hen Anwendung finden sollen, nicht gefolgt werden. 

d)  aa)  Abgaberechtlich  ist  vom  Handelsrecht,  namentlich  den  Regeln  zur 

kaufmännischen  Buchführung  und  Rechnungslegung  (Art. 957 ff.  OR),  auszugehen. 

Das Massgeblichkeitsprinzip findet in Art. 58 Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 1 

StG eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage (BGE 147 II 209 E. 3.1.1; BGE 143 II 8 

E. 7.1; BGE 141 II 8 E. 7.1; BGr , 15. November 2018, 2C_102/2018, E. 6.1; Richner/ 

Frei/Kaufmann/Rohner, a.a.O., § 64 N 4 ff.). 

bb)  Nach  dem  Prinzip  der  Massgeblichkeit  bildet  die  handelsrechtskonform 

erstellte Jahresrechnung (Art. 959 ff. OR) – unter Vorbehalt der steuerlichen Korrektur-

vorschriften  sowie  der  zwingenden  handelsrechtlichen  Vorschriften  –  den  Ausgangs-

punkt  und  die  Grundlage  für  die  steuerliche  Gewinnermittlung  (BGE 141  II  83  E. 3.1; 

BGr, 13. September 2022, 2C_632/2022, E. 2.2; StRG, 31. Mai 2022, 1 DB.2021.120 / 

1 ST.2021.167, E. 1 a). Dem Massgeblichkeitsprinzip kommt daher auch Beweisfunkti-

on zu, d.h. die Steuerbehörden sollen sich auf die Angaben des Steuerpflichtigen ver-

lassen  dürfen  (Oesterhelt/Mühlemann/Bertschinger,  Schweizerischer  Kommentar  zum 

Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  4.  A.,  2022,  Art. 58  N 19 

m.w.H.;  Reich  Markus,  Steuerrecht,  3. A.,  2020,  § 15  N 66;  Richner/Frei/Kauf-

mann/Rohner, a.a.O., § 64 N 7 und 47). Die nach den Regeln des Handelsrechts auf-

gestellte Jahresrechnung bindet neben der Steuerbehörde ebenso die steuerpflichtige 

Person;  diese  muss  sich  darauf  behaften  lassen  (BGE 147  II  209  E. 3.1.1;  BGr, 

13. September 2009, 2C_632/2022, E. 2.2; BGr, 31. Mai 2022, 2C_680/2021, E. 3.4.7). 

e) Die Darlehen an Gruppengesellschaften ("loans to group companies") wur-

den  von  der  Pflichtigen  in  den  Jahresrechnungen  für  die  Geschäftsjahre  2015  und 

2016  unter  dem  Anlagevermögen  ("non-current  assets")  bilanziert.  Die  Darlehen  an 

Gruppengesellschaften verfügen demnach über einen langfristigen Charakter (Art. 959 

Abs. 3 S. 2 i.V.m. Art. 960d Abs. 1 und 2 OR; BSK OR II-Neuhaus/Haag, Art. 960d N 5 

m.w.H.;  Peter  Böckli,  OR-Rechnungslegungsrecht,  2. A.,  2019,  Rz. 363  und  903).  An 

den  Ausweis  im  Anlagevermögen  in  der  Jahresrechnung  ist  die  Pflichtige  gebunden. 

Die vorliegenden Darlehen an Gruppengesellschaften sind aufgrund ihres langfristigen 

Charakters  demnach  mit  der  Grundlage  der  Rundschreiben  der  ESTV  vergleichbar. 

Folglich finden die Rundscheiben der ESTV grundsätzlich Anwendung. 

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2 ST.2021.55 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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4.  a)  Umstritten  ist  vorliegend,  ob  eine  Abweichung  vom  Massgeblichkeits-

prinzip möglich ist und die Darlehen an Gruppengesellschaften entgegen ihrer Bilanzie-

rung in der eingereichten Jahresrechnung als kurzfristig anerkannt werden können. 

aa) Das Steueramt hielt hierzu fest, dass die in Frage stehenden Darlehen an 

Gruppengesellschaften  in  den  Finanzanlagen  des  Anlagevermögens  bilanziert  und 

damit  handelsrechtlich  als  langfristig  beurteilt  worden  seien  und  dies  ein  gewichtiges 

Indiz darstelle. Die im Veranlagungsverfahren eingereichten Unterlangen und Angaben 

würden  zu  keinem  anderen  Resultat  führen.  Das  Steueramt  erwog  zudem,  dass  die 

Schadensereignisse,  welche  durch das  Darlehen  an  die  G  Limited abgedeckt  werden 

sollen,  nur  selten  eintreten  und  deshalb  zur  Beurteilung  der  Angemessenheit  der 

Zinssätze  keinen  Einfluss  haben.  Folglich  handle  es sich  beim  Darlehen  an  die  G  Li-

mited  zweifellos  um  ein  langfristiges  Darlehen.  Weiter  führt  das  Steueramt  an,  dass 

sich die Zinslandschaft seit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts Zürich vom 7. De-

zember 2016 (SB.2016.00008) hinsichtlich der Jahre 2010 und 2011 wesentlich verän-

dert habe. 

bb)  Die  Pflichtige  hielt  in  ihren  Eingaben  fest,  dass  in  den  Erläuterungen  zur 

Bilanz dargelegt werde, dass es sich bei den Darlehen an Gruppengesellschaften um 

kurzfristige Darlehensforderungen handle. Dabei sei die Bilanzierung der Darlehen an 

Gruppengesellschaften  als  Anlagevermögen  ("non-current  assets")  für  die  steuerliche 

Beurteilung  nicht  massgebend.  Die  Pflichtige  macht  dabei  geltend,  dass  die  Jahres-

rechnungen  2015  und  2016  die  zivilrechtliche  und  ökonomische  Realität  hinsichtlich 

der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  nicht  korrekt  wiedergeben  würden  und  des-

halb  de  facto  unzutreffend  seien.  Nach  Auffassung  der  Pflichtigen  ist  deshalb  aus 

steuerlicher  Sicht  nicht  die  handelsrechtliche  Bilanz  massgebend,  sondern  die  zivil-

rechtliche  Ausgestaltung  der  Vertragsverhältnisse  und  die  tatsächliche  wirtschaftliche 

Funktion  der  Cash-Pools.  Dabei  führt  die  Pflichtige  vorab  an,  dass  die  Darlehen  an 

Gruppengesellschaften  aufgrund  der  vertraglichen  Ausgestaltung  hätten  kurzfristig 

zurückgezogen werden können. Zudem führte die Pflichtige aus, dass die Darlehen an 

Gruppengesellschaften  unterjährige  Schwankungen  erfahren  hätten  und  ihnen  in  der 

Bilanz kurzfristige Forderungen gegenüberstünden, welche eine kurzfristige Verfügbar-

keit der Darlehen an Gruppengesellschaften bedingt hätten. Zudem verwies die Pflich-

tige auf ihren Wirtschaftsprüfer, welcher den Ausweis der Darlehen an Gruppengesell-

schaften als Umlaufvermögen ebenfalls als vertretbar erachte. 

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2 ST.2021.55 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

b) aa) Die Lehre und Rechtsprechung unterscheidet mit Bezug auf Bilanzkor-

rekturen zwischen Bilanzberichtigungen und Bilanzänderungen. Mit der Bilanzberichti-

gung wird die Korrektur eines Wertansatzes bzw. Bilanzposition vorgenommen, welche 

gegen  zwingende  handelsrechtliche  Vorschriften  verstossen.  Hingegen  wird  bei  der 

Bilanzänderung  ein  handelsrechtskonformer  Wertansatz  bzw.  Bilanzposition  durch 

einen  anderen,  ebenso  handelsrechtskonformen  Wertansatz  bzw.  Bilanzposition,  er-

setzt.  Bilanzberichtigungen  können,  insofern  keine  rechtskräftige  Veranlagung  bzw. 

Einschätzung  vorliegt,  immer  vorgenommen  werden  und  sind  von  Amtes  wegen  zu 

berücksichtigen  (BGE 141  II  83  E.  3.3  m.w.H.;  Markus  Reich,  a.a.O.,  § 15  N 67a  f.; 

Richner/Kaufmann/Meuter/Rohner, a.a.O., § 64 N 135 ff.). 

bb)  Die  Bindung  der  Pflichtigen  an  den  Ausweis  in  der  Jahresrechnung  ge-

mäss dem Prinzip der Massgeblichkeit setzt voraus, dass diese entsprechend den Re-

geln des  Handelsrechts erstellt  wurde.  Bei  der  Überprüfung  der  Handelsrechtskonfor-

mität  einer  eingereichten  Bilanz  und  Erfolgsrechnung  haben  sich  die  Steuerbehörden 

und  Gericht  allerdings  grosse  Zurückhaltung  aufzuerlegen  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Rohner, a.a.O., § 64 N 7, auch zum Folgenden). Es ist mitunter nicht die Aufgabe der 

steuerlichen  Gewinnermittlung,  umstrittene  Fragen  der  Bilanzierung  und  Bewertung 

vorfrageweise einer Prüfung zu unterziehen oder gar die kaufmännische Rechnungsle-

gung weiterzuentwickeln. Steuerrechtlich darf und muss daher lediglich bei offenkundi-

gen, ins Auge springenden Verstössen gegen zwingendes Handelsrecht von einer von 

der  Revisionsstelle  geprüften  und  von  der  Generalversammlung  genehmigten  Han-

delsbilanz  abgewichen  werden,  was  als  sog.  "Offensichtlichkeitsdoktrin"  bezeichnet 

wird (VGr, 29. April 2020, SB.2019.00118 + 119, E. 5.2.2 m.w.H.). 

c)  Die  Pflichtige  bilanzierte  die  in  Frage  stehenden  Gruppendarlehen  unter 

dem Anlagevermögen als Finanzanlagen. Sie reichte die entsprechenden Jahresrech-

nungen  2015  und  2016  jeweils  mit  ihren  Steuererklärungen  am  5. Dezember  2016 

bzw. 19. September 2017 ein. Vorliegend ist zu prüfen, ob der vorliegende Ausweis im 

Anlagevermögen gegen zwingende Vorschriften des Handelsrechts verstösst und von 

Amtes wegen eine Bilanzberichtigung vorzunehmen ist. 

aa) Nach Art. 959 Abs. 1 OR hat die Pflichtige eine Bilanz zu erstellen, welche 

sich  in  Aktiven  und  Passiven  gliedert.  Art. 959a  Abs. 1  OR  sieht  dabei  eine  Mindest-

gliederung  der  Aktiven  vor,  welche  insbesondere  zwischen  den  übrigen  kurzfristigen 

Forderungen im Umlaufvermögen (Ziff. 1 lit. c) und Finanzanlagen im Anlagevermögen 

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2 ST.2021.55 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 13 - 

(Ziff. 2 lit. a) unterscheidet. Als Umlaufvermögen zu bilanzieren sind sodann die flüssi-

gen  Mittel  und  andere  Aktiven,  die  voraussichtlich  innerhalb  eines  Jahres  ab  Bilanz-

stichtag oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus zu flüssigen Mitteln oder ander-

weitig  realisiert  werden  (Art. 959  Abs. 3  Satz 1  OR).  Im  Gegensatz  dazu  sind  als 

Anlagevermögen  alle  übrigen  Aktiven  zu  bilanzieren,  die  in  der  Absicht  langfristiger 

Nutzung oder langfristigen Haltens, d.h. einem Zeitraum von mehr als zwölf Monaten, 

erworben wurden (Art. 959 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Art. 960d Abs. 1 und 2 OR). Entschei-

dendes  Abgrenzungskriterium  ist  dabei  die  Zweckbestimmung  des  Wirtschaftsgutes 

innerhalb  des  Unternehmens,  namentlich  die  Absicht  der  langfristigen  Nutzung  oder 

des  langfristigen  Haltens  (BSK  OR  II-Neuhaus/Haag,  Art. 960d  N 5  m.w.H.;  Peter 

Böckli,  OR-Rechnungslegungsrecht,  2.  A.,  Zürich/Basel/Genf  2019,  Rz. 363  und  903; 

vgl. Reich/Züger/Betschart, Kommentar DBG, Art. 30 N 7). 

bb)  Die  Aktiven  im  Anlagevermögen  unterliegen  nach  Art. 960  Abs. 1  OR 

grundsätzlich  der  Einzelbewertung,  sofern  sie  wesentlich  sind  und  aufgrund  ihrer 

Gleichartigkeit  für  die  Bewertung  nicht  üblicherweise  als  Gruppe  zusammengefasst 

werden. Von der Einzelbewertung ist die Gruppenbewertung abzugrenzen, bei welcher 

Vermögenswerte  innerhalt  einer  Bilanzposition  zusammengefasst  werden.  Eine Grup-

penbewertung im Anlagevermögen ist dabei zulässig, wenn hierfür in sachlich vertret-

barer Weise Gruppen von gleichartigen Wirtschaftsgüter geschaffen werden (BSK OR 

II-Neuhaus/Haag,  Art. 960  N 4 ff.  m.w.H.;  Peter  Böckli,  OR-Rechnungslegungsrecht,  

2. A., Zürich/Basel/Genf 2019, Rz. 864 ff.). 

d) aa) Die Darlehen an Gruppengesellschaften bestanden bereits seit mehre-

ren Geschäftsjahren, betreffend die J Limited seit dem Geschäftsjahren 2009 und be-

treffend die G Limited seit dem Geschäftsjahr 2014. In den Bilanzerläuterungen für das 

Geschäftsjahr  2016  wurde  zu  den  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  ausdrücklich 

festgehalten,  dass  die  Pflichtige  seit  dem  Geschäftsjahr  2009  am  Cash-Pool  System 

der  gesamten  Gruppe  teilnimmt  und  aufgrund  des  "zero  cash  pooling  principle"  über 

Forderungen gegenüber den gruppeninternen Cash-Pools verfügt. Darüber hinaus wird 

festgehalten,  dass  die  Vereinbarungen  hinsichtlich  der  Cash-Pools  –  die  zivilrechtli-

chen Rechtsgrundlagen – auf unbestimmte Zeit geschlossen seien. 

bb)  Gemäss  den  Vereinbarungen  über  die  Cash-Pools  konnte  die  Pflichtige 

nach  eigenem  Ermessen  Einzahlungen  an  den  jeweiligen  Cash-Pool  vornehmen.  Die 

Pflichtige war dabei jederzeit berechtigt, die Rückzahlung ihrer Einlagen bei den Cash-

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2 ST.2021.55 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Pools innerhalb von drei Tagen zu veranlassen. Die Frist zur Kündigung der Vereinba-

rungen über die Cash-Pools betrug 45 Tage. 

cc)  Bereits  vor  der  im  vorliegenden  Fall  relevanten  Steuerperiode  wies  die 

Pflichtige eine Forderung gegenüber Gruppengesellschaften von  Fr. 89'237'755.- aus. 

Die Pflichtige wies danach im Geschäftsjahr 2015 in der Bilanz eine Forderung gegen-

über den Gruppengesellschaften von insgesamt Fr. 101'010'641.- aus. Dabei entfielen 

Fr. 25'495'244.-  auf  eine  Forderung  gegenüber  der  J  Limited  und  Fr. 75'515'397.-  auf 

eine Forderung gegenüber der G Limited. Im Geschäftsjahr 2016 wies die Pflichtige in 

der  Bilanz  ebenfalls  eine  positive  Forderung  gegenüber  den  Gruppengesellschaften 

bzw.  Cash-Pools  von  insgesamt  Fr.  73'996'510.-  aus.  Dabei  entfielen  Fr. 10'901'009.- 

auf  eine  Forderung  gegenüber  der  J  Limited  und  Fr. 63'095'051.-  auf  eine  Forderung 

gegenüber der G Limited. 

dd)  Die  Forderungen  gegenüber  den  Cash-Pool-Führern  (Darlehen an  Grup-

pengesellschaften),  mithin  die  Forderungen  gegenüber  der  J  Limited  und  der  G  Li-

mited, bestanden hinsichtlich des jeweiligen Bilanzstichtags für das Geschäftsjahr 2015 

und  2016  offenkundig  seit  mehr  als  zwölf  Monaten  und  wiesen  dabei  einen  positiven 

Saldo bzw. eine Forderung aus. Entscheidend hinsichtlich der in Frage stehenden Bi-

lanzierung im Umlauf- oder Anlagevermögen ist jedoch nicht der Umstand des tatsäch-

lichen  Bestands  einer  Forderung  bzw.  Guthabens  in  einem  Zeitraum  von  mehr  als 

zwölf Monaten gegenüber dem jeweiligen Cash-Pool. Vielmehr erfolgt die Bilanzierung 

aufgrund  der  beabsichtigten  Nutzung  der  jeweiligen  Forderungen  resp.  Guthaben 

durch die Pflichtige (E. 4 c/aa). 

ee)  Die  Pflichtige  reichte  mit  ihrer  Beschwerde  bzw.  Rekurs  ein  E-Mail  von 

ihrem Wirtschaftsprüfer, welcher den Revisionsbericht für das Geschäftsjahr 2016 un-

terzeichnet  hatte,  ein.  Der  Wirtschaftsprüfer  führte  hinsichtlich  der  Bilanzierung  der 

Position  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  im  Anlagevermögen  aus,  dass  dieser 

Ausweis  durch  die  zuständigen  Wirtschaftsprüfer  und  die  Pflichtige  als  vertretbar  er-

achtet wird. Gemäss der Darstellung des Wirtschaftsprüfers wurde sodann der Sockel-

betrag  der  Forderungen  als  langfristig  erachtet.  Darüber  hinaus  stellte  er  fest,  dass 

diesbezüglich mehrere Besprechungen zwischen der Pflichtigen und den zuständigen 

Wirtschaftsprüfern  stattgefunden  hatten.  Dabei  seien  durch die Parteien die Stetigkeit 

der Cash-Pools höher gewichtet und die Bilanzierung der Darlehen an Gruppengesell-

schaften im Anlagevermögen befürwortet worden. 

2 DB.2021.42 
2 ST.2021.55 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 15 - 

ff) Aus den vorliegenden Akten geht somit hervor, dass die Pflichtige eine Ab-

sicht der langfristigen Nutzung der Guthaben bzw. Forderungen gegenüber den Cash-

Pool-Führern, namentlich der J Limited und der G Limited, hatte. Die Forderungen ge-

genüber  den  Cash-Pools  bestanden  sodann,  gemäss  den  Absichten  der  Pflichtigen, 

tatsächlich  über  einen  Zeitraum  von  mehr  als  zwölf  Monaten.  Folglich  bilanzierte  sie 

die  Forderungen  gegenüber  den  Cash-Pools  unter  der  Bilanzposition  Darlehen  an 

Gruppengesellschaften  im  Anlagevermögen.  Die  vorliegende  Bilanzierung  der  Darle-

hen  an  Gruppengesellschaften  im  Anlagevermögen  erscheint  angesichts  der  vorste-

hend  dargelegten  gesetzlichen  Anforderungen  des  Rechnungslegungsrechts  als  han-

delsrechtskonform. 

gg)  Die  Pflichtige  musste  überdies  nach  Art. 727  OR  ihre  Jahresrechnung 

durch eine unabhängige Revisionsstelle ordentlich prüfen lassen. Zu den Aufgaben der 

Revisionsstelle  im  Rahmen  einer  ordentlichen  Revision  gehört  nach  Art. 728a  Abs. 1 

Ziff. 1 OR die Prüfung, ob die Jahresrechnung den gesetzlichen Vorschriften, den Sta-

tuten und dem gewählten Regelwerk entspricht. Bei Verstössen gegen das Gesetz und 

damit bei einer Verletzung von zwingenden Vorschriften des Handelsrechts obliegt der 

Revisionsstelle eine Anzeigepflicht gem. Art. 728c OR. Im vorliegenden Fall prüfte die 

L AG, als Revisionsstelle, in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 die Eignung der an-

gewandten Rechnungslegungsgrundsätze und die Gesamtdarstellung in der jeweiligen 

Jahresrechnung.  Dabei  stellte  die  Revisionsstelle  für  die  Geschäftsjahre  2015  und 

2016  fest,  dass  die  Jahresrechnung  der  Pflichtigen  den  gesetzlichen  Anforderungen 

entspricht. Die Berichte für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 der Revisionsstelle ent-

hielten sodann keine Einschränkungen oder Vorbehalte. Die Feststellungen der unab-

hängigen  Revisionsstelle  der  Pflichtigen  bestätigten  folglich  die  Übereinstimmung  der 

vorgenommenen  Bilanzierung  mit  den  gesetzlichen  Anforderungen  des  Rechnungsle-

gungsrechts. Das Aufführen der Darlehen an Gruppengesellschaften im Anlagevermö-

gen  erscheint  vor  diesem  Hintergrund mit  den  zwingenden Vorschriften des  Handels-

rechts vereinbar zu sein. 

hh)  Bei  der  Prüfung  der  testierten  Jahresrechnungen  ist  gemäss  der  Recht-

sprechung  grosse  Zurückhaltung  geboten  (E. 4  b/bb).  Es  ist  insbesondere  nicht  die 

Aufgabe  der  Steuerbehörden,  im  Rahmen  einer  nachträglichen  steuerlichen  Beurtei-

lung  in  die  handelsrechtlichen  Ermessenentscheide  der  Pflichtigen  einzugreifen  oder 

sogar  ihre  damaligen  nachgewiesenen  unternehmerischen  Absichten  in  Kenntnis  der 

vorliegenden  Abgrenzung  zu  übergehen,  indem  sie  diese  umdeuten.  Wie  vorstehend 

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dargelegt, erscheint die Bilanzierung handelsrechtskonform. Aus den Verfahrensakten 

ergeben  sich  hingegen  keine  Umstände  oder  konkreten  Anhaltspunkte,  welche  auf 

einen  offenkundigen,  ins  Auge  springenden  Verstoss  gegen  zwingende  Vorschriften 

des  Handelsrechts  und  damit  gegen  einen  Ausweis  der  Darlehen  an  Gruppengesell-

schaften im Anlagevermögen hindeuten würden. Vor diesem Hintergrund besteht kein 

Anlass, eine Bilanzberichtigung vorzunehmen. 

e) aa) Die Pflichtige bilanzierte die Darlehen unter einer Bilanzposition ("loans 

to group companies"). Hinsichtlich der Gruppenbewertung ist festzuhalten, dass unter 

der  Position  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  zwei  Darlehen  zusammengefasst 

wurden,  deren  zivilrechtliche  Grundlage  –  die  Vereinbarungen  betr.  der Cash-Pools  – 

weitgehend wortgleich ausgestaltet und durch eine einheitliche Gruppenrichtlinie von C 

reguliert wird. Folglich liegen zwei gleichartige Vermögenswerte bzw. Wirtschaftsgüter 

vor,  welche  als  Gruppe  zusammengefasst  werden  können  (vgl. HWP,  2014,  Bd.  I, 

IV.2.8.5.4). Zu beachten ist ausserdem, dass die Pflichtige betreffend der Gruppenbe-

wertung  über  einen  Ermessenspielraum  verfügt  (HWP,  2014,  Bd. I,  II.4.3.2.4).  In  die-

sen  Ermessenspielraum  ist  aufgrund  der  gebotenen  Zurückhaltung  nicht  einzugreifen 

(s. oben E. 4 b/bb). 

bb) Die Bilanzierung der Darlehen an Gruppengesellschaften als  Finanzanla-

ge  im  Anlagevermögen  erscheint  hinsichtlich  der  Gruppenbewertung  als  handels-

rechtskonform  (E. 4  c/bb; HWP,  2014,  Bd. I,  IV.2.8.5.4  und  IV.2.12.1 f.).  Ein  Verstoss 

gegen zwingende handelsrechtliche Vorschriften liegt nicht vor, weshalb keine Bilanz-

berichtigung vorzunehmen ist. 

f) aa) Die Pflichtige führte im Verlauf des Verfahrens wiederholt aus, dass die 

Bilanzierung  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  als  Anlagevermögen  ("non-

current  assets") für  die steuerliche  Beurteilung nicht massgebend  sei. Bei  den Forde-

rungen  gegenüber  den  Cash-Pools  bzw.  den  Darlehen  an  Gruppengesellschaften 

handle es sich um kurzfristige Geldanlagen, da eine kurze Kündigungsfrist von 45 Ta-

ge  vereinbart  und  der  Bezug  von  Geldern  jederzeit  innerhalb von  drei  Tagen  möglich 

seien. 

bb)  Die  Jahresrechnung  der  Pflichtigen und  damit  der  Ausweis  der  Darlehen 

an  Gruppengesellschaften  im  Anlagevermögen  in  der  Bilanz  bilden  den  Ausgangs-

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punkt  und  die  Grundlage  der  steuerlichen  Gewinnermittlung  (E. 3  c/bb).  Dabei  ist  die 

Pflichtige  grundsätzlich  an  die  mit  der  Steuererklärung  eingereichte  Jahresrechnung 

gebunden  (E. 3 d  und  4 b/bb).  Entgegen  den  Ausführungen  der  Pflichtigen  ist  für  die 

Zuweisung eines Wirtschaftsgutes, vorliegend die Forderungen gegenüber den Cash-

Pools  bzw.  Darlehen  an  Gruppengesellschaften,  zum  Anlagevermögen  gemäss 

Art. 960d  Abs. 1  OR  nicht  dessen  tatsächliche  Beschaffenheit  oder  die  zivilrechtlich 

mögliche Erhältlichkeit durch Kündigung oder Bezug massgebend. Vielmehr ist auf die 

Zweckbestimmungen  bzw.  die  Absichten  der  Pflichtigen  hinsichtlich  des  konkreten 

Wirtschaftsguts  abzustellen  (E. 4  b/bb).  Die  Ausführungen  der  Pflichtigen  hinsichtlich 

der  Kündigungsfrist  und  dem  kurzfristigen  Bezug  vermögen  folglich  die  vorstehende 

Feststellung,  dass  die  Bilanzierung  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  mit  den 

zwingenden Vorschriften des Handelsrechts vereinbar ist, nicht infrage zu stellen oder 

umzustossen. 

cc) Die Pflichtige führte ebenfalls aus, dass nach der Bilanz des Geschäftsjah-

res  2016  die  als  kurzfristig  ausgewiesenen  Verpflichtungen  rund  Fr.  68.8  Mio.  betru-

gen, wobei diesen nur die unwesentlich höheren kurzfristigen Finanzanlagen von rund 

Fr.  74  Mio.  auf  der  Aktivseite  gegenüberstanden.  Die  Finanzanlagen,  namentlich  die 

vorliegend in Frage stehenden Darlehen an Gruppengesellschaften, müssten demnach 

kurzfristiger Natur sein, um die goldene Regel der Finanzkongruenz einhalten zu kön-

nen. 

dd)  Die  goldene  Bilanzregel  besagt,  dass  das  langfristige  Anlagevermögen 

durch  langfristiges  Kapital,  durch  Eigenkapital  oder  langfristiges  Fremdkapital,  finan-

ziert  sein  soll,  während das  Umlaufvermögen  durch kurzfristiges  Kapital  gedeckt  sein 

kann. Die goldene Finanzierungsregel fordert die Einhaltung der Fristigkeit von kurzfris-

tigem Kapital und kurzfristigen Vermögen (Wulf/Wieland, Kennzahlen IFRS-Abschluss, 

Weinheim 2013, S. 116; Karin Nickenig, Die Bilanz im Unternehmen, Wiesbaden 2018, 

S. 26).  Dabei  handelt  es  sich  um  betriebswirtschaftliche  Regeln  bzw.  Kennzahlen  zur 

quantitativen  Bilanzanalyse  hinsichtlich  der  Kapitalstruktur  eines  Unternehmens.  Das 

Rechnungslegungsrecht sieht keine  Bestimmung  vor,  welche  den Inhalt der goldenen 

Bilanz-  bzw.  Finanzregel  übernimmt  bzw.  die  buchführungspflichtigen  Gesellschaften 

zu deren Einhaltung verpflichtet. Sie stellen demnach keine Vorschriften des zwingen-

den  Handelsrechts  dar.  Der  unternehmerische  Entscheid  zur  Strukturierung  von  Ver-

mögen und Verbindlichkeiten wird ausschliesslich und frei von der Pflichtigen getroffen. 

Einzuhalten  hat  sie  hingegen  die  gesetzlichen  Bestimmungen  betreffend  die  Darstel-

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lung, sodass sich Dritte ein zuverlässiges Urteil über die wirtschaftliche Lage des Un-

ternehmens  bilden  können  (BSK  OR  II-Neuhaus/Suter,  Art. 958  N 5).  Vorliegend  be-

gründen  die  genannten  Kennzahlen  keine  rechtliche  Grundlage,  in  die  Entscheidung 

der  Pflichtigen  hinsichtlich  ihrer  Finanzierungs-  und  Kapitalstruktur  einzugreifen  und 

eine Bilanzberichtigung vorzunehmen. 

ee)  Die  Pflichtige  brachte  hinsichtlich  des  Ausweises  der  Darlehen  an  Grup-

pengesellschaften ebenso vor, dass die Forderungen gegenüber der J Limited und der 

G Limited unterjährigen Schwankungen unterlagen und deshalb kurzfristigen Charakter 

aufwiesen. 

ff) Am 1. Januar 2015 bestand eine Forderung der Pflichtigen gegenüber der 

G  Limited  in  der  Höhe  von  EUR 53'014'042.-.  Im  Geschäftsjahr  2015  wurden  zwei 

grössere  Transaktionen  festgestellt.  Hierbei  bezog  die  Pflichtige  am  27. Januar  2015 

einen Betrag von EUR 24 Mio. aus dem Cash-Pool. Weiter überwies die Pflichtige am 

31. Dezember 2015 einen Betrag von EUR 30 Mio. an den Cash-Pool. Darüber hinaus 

wurden  von  der  Pflichtigen  monatlich  auf  den  ersten  Tag  des  Monats  Guthaben  aus 

dem Cash-Pool abgezogen. Diese Bezüge entsprachen jeweils dem Zins, welcher ge-

mäss  dem  Auszug  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  ("Intercompany  Loan 

Statement") für das Guthaben der Pflichtigen gegenüber dem Cash-Pool des vorange-

henden  Monats  berechnet  wurde.  Am  31. Dezember  2015  bestand  der  Schlusssaldo 

der Forderung in der Höhe von EUR 58'983'374.-. 

gg)  Im  Geschäftsjahr  2016  konnten,  abgesehen  von  den  monatlichen  Abzü-

gen kleinerer Beträge, keine wesentlichen Transaktionen festgestellt werden. Die For-

derung der Pflichtigen gegenüber der  G Limited, mit einem Schlusssaldo  in der Höhe 

von EUR 58'771'999.-, nahm nur geringfügig ab. 

hh) Gemäss den Ausführungen der Pflichtigen nimmt die G Limited die über-

schüssige Liquidität von Gruppengesellschaften entgegen und legt diese am Markt an 

oder vergibt Kredite an Gruppengesellschaften. Die Pflichtige brachte hierzu vor, dass 

die Anzahl der Transaktionen bei der G Limited notwendigerweise gering sei, weil die 

Pflichtige selbst wenige Transaktionen in Euro tätige. Darüber hinaus sollen die bei der 

G  Limited  angelegten  Mittel  die  Haftungsrisiken  aus  der  Produktionstätigkeit  anderer 

Gruppengesellschaften  absichern,  welche  nach  Auffassung  der  Pflichtigen  gemäss 

Schweizer  Buchführungsrecht  zurückgestellt  werden  müssen.  Diese  Haftungsrisiken 

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liegen  dabei  nicht  direkt  bei  der  Pflichtigen  selbst.  Vielmehr  übernehme  sie  die  Haf-

tungsansprüche  von  eigenständigen  Händlern  gegenüber  anderen  Gruppengesell-

schaften  –  mit  der  entsprechenden  Produktionstätigkeit  –  einzig  vorübergehend  und 

fordere  die  aufgebrachten  Leistungen  anschliessend  von  diesen  zurück.  Schadenser-

eignisse treten gemäss den Ausführungen der Pflichtigen jedoch nur selten ein. Hierzu 

reichte  die  Pflichtige  einen  Ausdruck  einer  Website  mit  Rückrufaktionen  der  Gruppe 

aus dem Jahre 2019 ein. Weiter führte die Pflichtige aus, dass im Falle eines globalen 

Schadensereignisses  nicht  sichergestellt  sei,  ob  die  anderen  Gruppengesellschaften 

(mit  Produktionstätigkeit  und  Werken)  die  Ansprüche  daraus  überhaupt  begleichen 

könnten und eine Rückforderung durch die Pflichtige erfolgen könne. 

ii)  Wie  bereits  ausgeführt  sind  die  Pflichtige  und  die  Steuerbehörden  an  die 

vorliegend handelskonforme Jahresrechnung und damit den Ausweis der Darlehen im 

Anlagevermögen gebunden (E. 3 d/bb). Entscheidend zur Bilanzierung als Anlagever-

mögen ist dabei nicht die Beschaffenheit, d.h. ein allfälliger kurzfristiger Charakter der 

Forderungen,  sondern  vielmehr  die  Zweckbestimmung  bzw.  Absicht  der  Pflichtigen 

(E. 4 b/bb). 

jj)  Aus  den Akten  ergeben  sich zusätzliche  Anhaltspunkte,  dass  der  Ausweis 

der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  im  Anlagevermögen  tatsächlich  handels-

rechtskonform war. Die Bilanz der Pflichtigen wies im Geschäftsjahr 2015 eine langfris-

tige Rückstellung ("long term provision") in der Höhe von Fr. 17'190'492.- aus. Im Ge-

schäftsjahr 2016 wies die Bilanz der Pflichtigen ebenfalls eine langfristige Rückstellung 

in  der  Höhe  von  Fr. 20'468'987.-  aus  (zum  Begriff  der  Rückstellung  vgl. StRG 

1 DB.2017.147  /  1  ST.2017.185,  E. 2 ff.).  Diese  Rückstellungen  wurden  für  Garantie-

leistungen,  namentlich  "technische  Gewährleistung  bis  2  Jahre"  und  "Extra  Garan-

tien/Kulanz (z.B. 5 Jahre 100'000 KM)", gebildet. Die Rückstellungen wurden durch die 

Pflichtige im Anlagevermögen bilanziert. Die Pflichtige beabsichtigte, mit diesen Rück-

stellungen anfallende Vermögensabgänge aufgrund von Garantieverpflichtungen, wel-

che innerhalb eines Zeitraums von mehr als zwölf Monaten anfielen, abzudecken. Aus 

welchen Gründen die Pflichtigen mit einem zusätzlichen und kurzfristigen Vermögens-

abgang (innert zwölf Monaten), welcher die für das identische Risiko gebildeten Rück-

stellungen um ein Mehrfaches übersteigt, rechnen konnte bzw. musste, ist nicht nach-

vollziehbar.  Die  Ausführungen  der  Pflichtigen,  wonach  die  Rückerstattung  durch 

andere  Gruppengesellschaften  mit  Produktionswerken  nicht  sichergestellt  sei  (E. 4 

f/aa),  vermag  darüber  hinaus  vor  dem  Hintergrund  der  Darstellungen  aus  der  einge-

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reichten Verrechnungspreisstudie für das Geschäftsjahr 2015 nicht zu überzeugen. In 

dieser Verrechnungspreisstudie wird festgehalten, dass der Pflichtigen die anfallenden 

Garantieansprüche und Kosten der Produkthaftung grundsätzlich von der D – der Mut-

tergesellschaft  der  gesamten  C-Gruppe  –  zurückerstattet  werden.  Die  Pflichtige  trägt 

hinsichtlich der operativen Tätigkeiten der  C-Gruppe, abgesehen von kleineren Positi-

onen,  kein  Risiko.  Ob  ein  hypothetisches  Schadensereignis  möglich  ist,  welches  die 

gesamte  C-Gruppe  in  äusserste  Zahlungsschwierigkeiten  bringt  und  deshalb  keine 

Rückerstattung der Garantieansprüche und Kosten der Produktehaftung mehr möglich 

ist, kann offenbleiben. Hingegen ist offenkundig, dass sich die Pflichtige nicht auf den 

Ausfall der Rückerstattung durch einzelne Gruppengesellschaften mit Produktionswer-

ken  berufen  kann,  nachdem  diese  gemäss  ihrer  eigenen  Darstellung  nicht  für  die 

Rückerstattung zuständig sind. 

kk)  Die  Pflichtige  begibt  sich  mit  ihren  Ausführungen  zum  kurzfristigen  Cha-

rakter  sodann  in  Widerspruch  mit  den  Ausführungen  der  Geschäftsführung  der  G  Li-

mited.  Gemäss  dem  Bericht  der  Geschäftsführung  der  G  Limited  in  der  Jahresrech-

nung  2015  sind  die  Mittel  von  Vertriebsgesellschaften  (Pflichtige)  –  die  Darlehen  an 

Konzerngesellschaften  aus  Sicht  des  Schuldners  bzw.  Cash-Pool  Führers  –  als  lang-

fristig zu betrachten, da sie die Natur der Beziehung zu den Garantierückstellungen der 

Vertriebsgesellschaften (Pflichtige) widerspiegeln. Dabei ist im Jahresbericht 2015 der 

G Limited ausdrücklich festgehalten, dass ein Rückruf der Einlagen in den Cash-Pool 

durch  die  Pflichtige  aufgrund  ihrer  Zugehörigkeit  zur  Gruppe  nicht  wahrscheinlich  sei 

("Money held  on  behalf of the  National  Sales Companies (NSCs) within  the  overall  C 

group is  deemed to be  long term, reflecting  the nature  of  its relationsship with NSC's 

warranty reserves. As part of the corporate group, the NSCs are unlikely to recall their 

deposits, and benefit by receiving a better surety of capital than can be provided in the 

local markets."). 

ll)  Folglich  ist  hinsichtlich  Haftungsrisiken  nicht  ersichtlich,  aufgrund  welcher 

Anhaltspunkte die Pflichtige von der Absicht einer langfristigen Nutzung der Forderung 

gegenüber der G Limited und damit einem Ausweis im Anlagevermögen hätte abwei-

chen  können.  Die  Ausführungen  vermögen  sodann  die  vorstehende  Feststellung  hin-

sichtlich der handelskonformen Jahresrechnungen nicht in Zweifel zu ziehen. 

mm)  Die  J  Limited  ist  wie  die  G  Limited  eine  Finanzierungsgesellschaft  der  

C-Gruppe, welche überschüssige Liquidität von unterschiedlichen Gruppengesellschaf-

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ten  entgegennimmt  und gesamtheitlich am  Markt  anlegt.  Nach  den  Darstellungen  der 

Pflichtigen vergebe die J Limited selbst nur in "höchst" bescheidenen Umfang Darlehen 

an  Gruppengesellschaften.  Der  Vorteil  der  Pflichtigen  durch  die  Überweisung  ihrer 

überschüssigen  Liquidität  an  die  J  Limited  bestehe  darin,  dass  sie  und andere  Grup-

pengesellschaften  ein  besseres  Ergebnis  erzielen  würden.  Insbesondere  führt  die 

Pflichtige an, dass die Kosten langfristig tiefer seien als bei einer Anlage bei der loka-

len Geschäftsbank. 

nn) Am 1. Januar 2015 bestand eine Forderung der Pflichtigen gegenüber der 

J  Limited  in  der  Höhe  von  Fr. 25'492'939.-.  Am  31. Dezember  2015  belief  sich  der 

Schlusssaldo  der  Forderung  auf  Fr. 37'135'138.-.  Im  Geschäftsjahr  2016  weist  der 

Auszug  der  Darlehen  an  die  J  Limited  einen  Schlusssaldo  in  der  Höhe  von 

Fr. 10'901'010.- auf. 

oo)  Hinsichtlich  der  Guthaben  bzw.  der  Forderung  der  Pflichtigen  gegenüber 

der  J  Limited  ist  aus  den  Akten  ersichtlich,  dass  diese  erheblichen  unterjährigen 

Schwankungen unterlag. Im Geschäftsjahr wies die Forderung am 17. Dezember 2015 

einen Höchststand von Fr. 87'635'138.- und am 28. Januar 2015 einem Tiefstand von 

Fr. 8'992'939.-  aus.  Im  Geschäftsjahr  2016  wies  die  Forderungen  am  25. April  2016 

einen  Höchststand  von  Fr. 49'371'656.-  aus.  Dabei  bezog  die  Pflichtige  am 

26. September 2016 aus dem Cash-Pool einen Betrag von Fr. 30 Mio., woraus ein ne-

gativer Saldo in der Höhe von Fr. 1'415'250.- gegenüber der J Limited resultierte. Die-

sen  negativen  Saldo  glich  die  Pflichtige  am  nächsten  Tag,  dem  27. September  2016, 

sogleich  wieder  aus,  indem  sie  einen  Betrag  von  Fr. 5  Mio.  an  den  Cash-Pool  über-

wies. 

pp)  In  beiden  Geschäftsjahren  2015  und  2016  kann  das  nachfolgend  darge-

stellte wiederkehrende Vorgehen der Pflichtigen hinsichtlich der Bezüge und Einlagen 

in  den  Cash-Pool,  welche  schlussendlich  zu  den  erheblichen  Schwankungen  führen, 

festgestellt  werden.  Die  Pflichtige  baut  über  ein  bis  zwei  Monate  durch  regelmässige 

kleinere  Einlagen  die  Liquidität  im  Cash-Pool  auf.  Anschliessend  an  diese  Einlagen 

werden die Vermögenswerte durch die Pflichtige an einem Tag mit ziffernmässig gros-

sen  Bezügen  –  ein  Vielfaches gegenüber  den  vorangehenden Einlagen –  dem  Cash-

Pool  entnommen.  Die  Pflichtige  führte  hierzu  aus,  dass  ihre  operative  Tätigkeit,  na-

mentlich die täglichen Transaktionen mit Kunden und Lieferanten, über ihre lokale Ge-

schäftsbank  erfolgen.  Hierbei  würden  die  Händler  Zahlungen  für  die  von  ihnen  bezo-

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genen F, an die lokale Geschäftsbank vornehmen, wobei die Pflichtige den Ankauf von 

den Werken  anderer  Gruppengesellschaften  ebenfalls  über  die  lokale  Geschäftsbank 

abwickelt. Weiter  hielt  die  Pflichtige  pauschal  fest,  dass  die  Bezüge  oder  Einlagen  in 

den Cash-Pool jedoch gemäss ihrer kurzfristigen Finanzplanung erfolgen würden. Da-

bei  sei  hinsichtlich  der  Bezüge  oder  Einlagen  in  den  Cash-Pool  massgebend,  ob  die 

kurzfristige Finanzplanung einen Liquiditätsbedarf oder Liquiditätsüberschuss anzeige. 

qq)  Nach  den  Ausführungen  der  Pflichtigen  besteht  der  Zweck  des  Cash-

Pools betreffend die J Limited demnach nicht in der Finanzierung ihrer operativen Tä-

tigkeit  oder  des  täglichen  Geschäfts.  Darüber  hinaus  führte  die  Pflichtige  keine  sub-

stantiierte  Darstellung  an,  worauf  die  Schwankungen  zurückzuführen  sind  oder  auf 

welchen Umständen ihre kurzfristige Finanzplanung aufbauen. Aus den Darstellungen 

der Pflichtigen sind folglich keine Anhaltspunkte ersichtlich, aufgrund welcher auf eine 

Verletzung gegen  die zwingenden Vorschriften des  Handelsrechts  durch die Bilanzie-

rung der Darlehen an Gruppengesellschaften im Anlagevermögen geschlossen werden 

kann. 

rr)  Ebenso  wenig  ergeben  sich  diesbezüglich  aus  den  Akten  Anhaltspunkte, 

welche auf eine Verletzung der zwingenden Vorschriften des Handelsrechts hinweisen. 

Aufgrund  der  Ausführungen  der  Pflichtigen  und  des  untersuchten  Sachverhalts  liegt 

vielmehr  die  Vermutung  nahe,  dass  die  Bilanzierung  handelsrechtskonform  erfolgte. 

Die Pflichtige beabsichtige wohl, mit dem Cash-Pool in langfristiger Hinsicht eine bes-

sere Anlagemöglichkeit für die bestehende, überschüssige Liquidität als bei der lokalen 

Geschäftsbank zu schaffen und auftretende Liquiditätsengpässe lediglich kurzfristig zu 

überbrücken. Die Pflichtige führt hierzu selbst aus, dass sie durch die vorliegende Ge-

staltung hinsichtlich ihrer Liquidität langfristig Kosten gespart bzw. ein besseres Ergeb-

nis erzielt habe. Die Schwankungen und der eintägige negative Saldo gegenüber dem 

Cash-Pool  änderten  sodann  die  gemäss  dem  Rechnungslegungsrecht  massgebende 

Absicht  der  Pflichtigen  betreffend  die  langfristige  Nutzung  ihrer  Forderung  gegenüber 

den jeweiligen Cash-Pools nicht. Dies ergibt sich insbesondere aus den ausdrücklichen 

Ausführungen des Wirtschaftsprüfers. Dieser führte an, die Pflichtige habe in Kenntnis 

dieser  Umstände  (Schwankungen  und  negativer  Saldo)  der  Stetigkeit  der  Forderung 

gegenüber  den  Cash-Pools  eine  überwiegende  Bedeutung  zugemessen.  Von  der 

Schlussfolgerung  hinsichtlich  der  Konformität  der  vorliegenden  Bilanz  mit  dem  Han-

delsrecht  ist  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägung  nicht  abzuweichen.  Demnach 

drängt sich die Vornahme einer Bilanzberichtigung nicht auf. 

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g) Die Pflichtige macht in ihren Ausführungen im Wesentlichen geltend, dass 

ein Ausweis der Darlehen an Gruppengesellschaften im Umlaufvermögen anstelle des 

tatsächlichen Ausweises ebenfalls zulässig und nach ihrer Auffassung wohl zutreffen-

der sei (vgl. E. 4 ff.). 

aa) Eine handelsrechtskonforme Bilanz soll grundsätzlich von einem gewissen 

Zeitpunkt  an  endgültig  sein,  weshalb  nachträgliche  Änderungen  nicht  mehr  uneinge-

schränkt  vorgenommen  werden  können  (BGE 141  II  83  E.  3.3 f.,  mit  Hinweisen  auch 

zum Folgenden). Bilanzänderungen durch den Steuerpflichtigen im Laufe des Veranla-

gungs- bzw. Einschätzungsverfahrens sind grundsätzlich nur zulässig, wenn sich zeigt, 

dass der Steuerpflichtige in einem entschuldbaren Irrtum über die steuerlichen Folgen 

gewisse  Buchungen  vorgenommen  hat.  Hingegen  sind  Bilanzänderungen  ausge-

schlossen, mit denen Wertänderungen zum Ausgleich von Aufrechnungen im Veranla-

gungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  erfolgen  oder  lediglich  aus  Gründen  der  Steu-

erersparnis vorgenommen werden. 

bb)  Eine  Bilanzänderung,  wie  sie  gemäss  den  Ausführungen  der  Pflichtigen 

implizit  geltend gemacht  wird,  ist  gemäss  Rechtsprechung  nach  Einreichen  der  Steu-

ererklärungen grundsätzlich  unzulässig. Insbesondere  ist  eine  Bilanzänderung  ausge-

schlossen,  wenn  sie  –  wie  im  vorliegenden  Fall  –  zum  Ausgleich  von  Aufrechnungen 

im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsverfahren erfolgen. 

cc)  Aus  den  Verfahrensakten  ist  ersichtlich,  dass  ein  Austausch  hinsichtlich 

der Darlehen an Gruppengesellschaften, insbesondere dem Ausweis in der Bilanz und 

den  steuerlichen  Risiken,  zwischen  der  Pflichtigen  und  den  zuständigen  Wirtschafts-

prüfern stattfand. Insbesondere wurde die Pflichtige durch die Wirtschaftsprüfer im sog. 

"Management letter" auf die Risiken im Zusammenhang mit den Darlehen an Konzern-

gesellschaften hingewiesen. Ebenfalls fanden offenkundig Besprechungen hinsichtlich 

der  Bilanzierung  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften,  ob  diese  im  Umlauf-  oder 

Anlagevermögen  erfolgen  soll,  statt.  Die  Pflichtige  entschied  sich  sodann  in  Kenntnis 

der  zulässigen  Möglichkeiten  der  Bilanzierung  und  im  Bewusstsein  über  die  steuerli-

chen  Risiken  für  den  Ausweis  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  im  Anlagever-

mögen. Ein entschuldbarer Irrtum hinsichtlich der Folgen der vorliegenden Bilanzierung 

der  Darlehen  an Gruppengesellschaften  lag  nicht  vor.  Eine  nachträgliche Bilanzände-

rung ist folglich im vorliegenden Fall ausgeschlossen. Die Pflichtige muss sich auf ihren 

eingereichten Bilanzen behaften lassen (vgl. E. 3 d/bb). 

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h)  Im  Weiteren  führt  die  Pflichtige  aus,  dass  die  Beweislast  hinsichtlich  der 

Anwendung der Rundschreiben der ESTV dem Steueramt obliege. Sie rügt dabei ins-

besondere,  das  Steueramt  habe  den  Nachweis  nicht  erbracht,  dass  die  Darlehen  an 

Gruppengesellschaften als langfristig zu qualifizieren seien oder tatsächlich ein länger-

fristiges Darlehensverhältnis durch die Pflichtige beabsichtigt war und deshalb die an-

erkannten Zinssätze der Rundschreiben der ESTV Anwendung fänden. 

aa) Das Steueramt war an die mit der Steuererklärung handelskonformen Jah-

resrechnungen  2015  und  2016  als  Ausgangspunkt  der  steuerlichen Gewinnermittlung 

gebunden. Folglich waren die Bilanzierung und die damit einhergehende Qualifikation 

der Darlehen an Gruppengesellschaften als langfristig durch die Pflichtige massgebend 

(vgl. E. 3 d/bb). Dem Massgeblichkeitsprinzip kommt diesbezüglich eine Beweisfunkti-

on zu. Das Steueramt konnte sich dabei auf die Angaben in den eingereichten Jahres-

rechnungen  verlassen,  namentlich,  dass  die  Pflichtige  betreffend  der  Darlehen  an 

Gruppengesellschaften  die  Absicht  einer  langfristiger  Nutzung  hatte  (vgl. E. 3 b/cc). 

Das  Steueramt  stellte  bei  der  Beurteilung  der  vorliegenden  Darlehen  an  Gruppenge-

sellschaften  zu  Recht  auf  die  Rundschreiben  der  ESTV  ab,  welche  auf  Darlehen  mit 

langfristigen Charakter Anwendung finden (vgl. E. 2 b f. und E. 3 b). 

bb)  Als  steuermindernde  Tatsache  war  es  hingegen  Sache  der  Pflichtigen 

darzulegen,  aus  welchen  Gründen  nicht  auf  die  eingereichten  und  handelskonformen 

Jahresrechnungen  abzustellen  ist.  Insbesondere  hätte  sie  darlegen  müssen,  warum 

von  der  Massgeblichkeit  der  Jahresrechnungen  abzuweichen  bzw.  eine  Bilanzände-

rung  entgegen  der  ständigen  Rechtsprechung  zulässig  war  und deshalb nicht  auf  die 

Rundschreiben  der  ESTV  abgestellt  werden  konnte  (E. 1 d).  Die  Pflichtige  brachte  in 

ihren Eingaben hierzu keine substantiierten Ausführungen an und konnte entsprechend 

keinen Nachweis erbringen. Die Pflichtige hat dabei die Folgen der Beweislosigkeit zu 

tragen. 

i) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Ausweis der Darlehen an 

Gruppengesellschaften  als  Finanzanlage  im  Anlagevermögen  im  Geschäftsjahr  2015 

und  2016  als  handelsrechtskonform  erweist  und  keine  Bilanzberichtigung  vorzuneh-

men  ist.  Ausgeschlossen  ist  im  vorliegenden  Fall  ebenso  die  Bilanzänderung,  insbe-

sondere weil die Pflichtige hierzu keine substantiierte Begründung vorbrachte. Folglich 

sind  die  anerkannten  Zinssätze  der  ESTV-Rundschreiben  auf  die  Darlehen  an  Grup-

pengesellschaften anwendbar (vgl. VGr, 25. Juni 2014, SB.2013.00009, E. 4 ff.). 

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5.  Der  Pflichtigen  steht  hinsichtlich  der  ESTV-Rundschreiben  offen,  die  Ver-

mutung für das Vorliegen einer geldwerten Leistung zu widerlegen. Zu prüfen bleibt, ob 

die Pflichtige den Nachweis erbracht hat, dass die streitbetroffenen Verzinsungen der 

Darlehen an Gruppengesellschaften im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung dem Dritt-

vergleich standhalten (E. 2 c). 

a)  Das  Steueramt  vertritt  dabei  die  Auffassung,  dass  die  Pflichtige  keinen 

Nachweis  für  die  Marktkonformität  der  vereinbarten  Verzinsung  erbracht  habe.  Das 

Steueramt führt  dabei  aus,  dass  der  Verweis  auf  den  Referenzzinssatz  Libor,  zu wel-

chem  aufsichtsrechtlich  regulierte  Bankinstitute  anderen  Banken  kurzfristig  Geld  aus-

liehen,  nicht  genüge.  Dies,  weil  der  Referenzzinssatz  Libor  unter  wesentlich  anderen 

tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnissen  zustande  komme  als  bei  Ausleihungen 

unter  unabhängigen  Unternehmen  in  anderen  Branchen.  Folglich  lasse  sich  die  Ge-

währung  von  Krediten  an  ausländische  Kapitalgesellschaften  ohne  Bankstatus  nicht 

direkt mit dem Interbankengeschäft vergleichen. Deshalb könne auch nicht auf die von 

der  Pflichtigen  eingereichten  Verrechnungspreisstudien  abgestellt  werden.  Gemäss 

den Ausführungen des Steueramts seien bei der Bestimmung der Höhe des Zinssatzes 

vielmehr die Umstände der Darlehensgewährung, namentlich der statutarischen Zuläs-

sigkeit, der Risiken hinsichtlich der Bonität und Solvenz der Gegenpartei, der bilanziel-

len  Risiken  (Klumpenrisiko)  und  das  Gesellschaftsinteresse,  zu  berücksichtigen.  Das 

Steueramt  führte  weiter  aus,  die  Pflichtige  habe  durch  die  Darlehen  hohe  Risiken  in 

Kauf  genommen,  da  die  C-Gruppe  mit  einem  BBB-Rating  keine  erstklassige  Bonität 

aufweise  und  die  gewährten  Darlehen  ein  Klumpenrisiko  darstellten.  Hinsichtlich  der 

negativen  Zinsen  führte  das  Steueramt  aus,  dass  diese  keine  Grundlage  im  freien 

Geldmarkt fänden. Diese seien einzig im Finanzmarktbereich bei erstklassigen Finanz-

instituten marktkonform. Hingegen sei es nicht möglich gewesen, einen kommerziellen 

Kredit  oder  ein  Darlehen  bei  einer  Bank  aufzunehmen  und  dafür  eine  Gutschrift  auf-

grund eines Negativzinses zu vereinnahmen. Zudem könnten unabhängige kommerzi-

elle  Unternehmen  bei  schlechter  Bonität  der  Gegenpartei  keinen  negativen  Zins  ver-

einbaren,  weil  dies  mit  dem  gesetzlichen  Gebot  der  getreuen  Geschäftsbesorgung 

unvereinbar sei. 

b)  Die  Pflichtige  brachte  hingegen  vor,  das  Steueramt  habe  es  zu  Unrecht 

unterlassen,  sich  mit  den  vorgebrachten  Nachweisen  der  Pflichtigen  auseinanderzu-

setzen,  und  die  Anwendung  des  Referenzzinssatzes  Libor  zur  Verzinsung  der  vorlie-

genden Darlehen als Annäherung an ein drittkonformes Geschäft sei angemessen. Die 

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Pflichtige  reichte  hierzu  Verrechnungspreisstudien  für  das  Geschäftsjahr  2015  und 

2016 ein. Diese Verrechnungspreisstudien kommen zum Schluss, dass die Verzinsung 

der Darlehen an Gruppengesellschaften durch die Pflichtige mit dem Libor vergleichbar 

war  und  jener  Verzinsung  entsprach,  wenn  die  Pflichtige  ihr  Geld  bei  unabhängigen 

Dritten angelegt hätte. Die Pflichtige führte in ihren Eingaben weiter aus, dass der Libor 

für  Interbankgeschäfte  verwendet  werde.  Die  beteiligte  Gegenpartei  müsse  deshalb 

eine  gewisse  Bonität  aufweisen,  da  ansonsten  keine  Verzinsung  zum  Libor,  sondern 

nur mit einem entsprechenden Risikozuschlag erfolge. Die J Limited und die G Limited 

wiesen dabei eine hervorragende Kapitalisierung vor, welche diejenige einer Schweizer 

Geschäftsbank  übersteigen  würde.  Ausserdem  werde  das  BBB-Rating  der  C-Gruppe 

von  den  Ratings  (A+  bis  A1)  von  namhaften  Banken  nur  durch  eine  marginale  Diffe-

renz  übertroffen.  Aufgrund  der  guten  Bonität  entfalle  demnach  ein  Risikozuschlag. 

Ausserdem vermöge die Begründung des Steueramts hinsichtlich des Klumpenrisikos 

aufgrund des kurzfristigen Charakters der Darlehen an Gruppengesellschaften nicht zu 

überzeugen. 

c)  Beim  Drittvergleich  geht  es  um  die  Feststellung,  welche  Leistung  und  Ge-

genleistung unabhängige Dritte unter den vergleichbaren Umständen vereinbart hätten. 

Dabei sind sämtliche Umstände der Darlehensgewährung, u.a. der Frage der statutari-

schen Zulässigkeit,  der Risiken  hinsichtlich Bonität  und  Solvenz  der  Gegenpartei,  der 

bilanziellen Risiken (Klumpenrisiko) und der Frage, ob die Darlehensgewährung zu den 

konkreten  Konditionen  in  einem  weiteren  Sinn  im  Gesellschaftsinteresse  liegt,  zu  be-

rücksichtigen  (VGr,  25.  Juni  2014,  SB.2013.00009,  E. 5.3;  Richner/Frei/Kaufmann/ 

Rohner, § 64 N 210 f. StG). 

d) Der Drittvergleich setzt somit eine Identifikation und eine Wertbestimmung 

der  erbrachten  Dienstleistung  voraus.  Abgesehen  von  Art. 58  Abs. 3  DBG  kennt  das 

Schweizer Steuerrecht grundsätzlich keine unilateralen (gesetzlichen) Regelungen zur 

Bestimmung von sogenannten Transferpreisen. Diese erfolgt in Anwendung der zuvor 

erwähnten  Grundsätze  und  der  Rechtsprechung  zu  Art. 58  Abs. 1  lit. b  DBG  und  die 

entsprechenden Grundsätze der OECD (BGr, 3. Mai 2021, 2C_548/2020, E. 3 f.; BGr, 

27. September 2019, 2C_343/2019, E. 4.4; VGr, 18. Dezember 2019, SB.2018.00094, 

E. 2.5; vgl. Brülisauer/Mühlemann, Art. 58 N 241 DBG). 

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e)  In  den  eingereichten  Verrechnungspreisstudien  wird  zur  Prüfung  der  Ver-

zinsung der Darlehen an Gruppengesellschaften die Preisvergleichsmethode ("compa-

rable uncontrolled price method") verwendet. 

aa) Die Preisvergleichsmethode vergleicht den in einem gruppeninternen Ge-

schäftsvorfall für die Lieferung eines Wirtschaftsguts oder die Erbringung einer Dienst-

leistung  berechneten  Preis  mit  dem  Preis,  der  in  einem  vergleichbaren  Fremdge-

schäftsvorfall unter vergleichbaren Umständen für eine solche Lieferung oder Leistung 

berechnet  wird  (OECD-Verrechnungspreisrichtlinien  für  multinationale  Unternehmen 

und  Steuerverwaltungen  2022,  2.14).  Bestehen  indessen  Unterschiede  zwischen  den 

zu vergleichenden Geschäftsvorfällen oder den Geschäftsvorfall tätigenden Unterneh-

men,  sind  Anpassungen  an  den  Daten  vorzunehmen,  so  dass  diese  für  die  Preisver-

gleichsmethode verwendbar werden (OECD-Verrechnungspreisrichtlinien für multinati-

onale  Unternehmen  und  Steuerverwaltungen  2022,  2.15 ff.).  Denn  bei  der 

Preisvergleichsmethode kann sich jeder wesentliche Unterschied zwischen den Merk-

malen  der  Wirtschaftsgüter  oder  Dienstleistungen  auf  den  Preis  auswirken  (OECD-

Verrechnungspreisrichtlinien  für  multinationale  Unternehmen  und  Steuerverwaltungen 

2022,  1.128).  Voraussetzung  der  Anwendung  der  Preisvergleichsmethode  ist  folglich, 

dass  ausreichende  Fremddaten  vorliegen  und  diese  verlässlich  auf  vergleichbare  

Umstände  angewendet  werde  können  (StRG,  26.  März  2019,  1 DB.2015.166/ 

1 ST.2015.210, E. 3 c; StRG, 29. Juni 2015, 1 DB.2011.50 / 1 ST.2011.77, E. 3 c/bb). 

bb) In den Verrechnungspreisstudien der Pflichtigen wurden jeweils Eckdaten 

("key  statistics")  hinsichtlich  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  bzw.  der  Cash-

Pools, mitunter der durchschnittliche Saldo, Anzahl der Transaktionen, Anzahl der Ein-

lagen, Anzahl der Bezüge, Tage mit negativen oder positiven Saldo, zusammengefasst 

und  nach  vergleichbaren  Transaktionen  bzw.  Zinssätzen  ("search  for  comparable  

deposit  rates")  gesucht.  Dabei  hielten  die  Verrechnungspreisstudien  pauschal  fest, 

dass  der  Libor  als  verlässliche  Quelle  für  den  Vergleich  der  vorgenommenen  Verzin-

sung  identifiziert  werden  konnte  (Libor  =  London  Interbank  Offered  Rate;  Marktzins-

satz,  zu  dem  sich  erstklassige  Banken  in  London  gegenseitig  kurzfristige  Gelder  

ausleihen, vgl. https://www.theice.com/iba/libor). Darauf folgte ein Vergleich der vorlie-

genden Zinssätze mit den Libor-Zinssätzen. Die Verrechnungspreisstudien für das Ge-

schäftsjahr  2015  und  2016  gelangten  jeweils  zum  Schluss,  dass  die  vorgenommene 

Verzinsung  durch  die  Pflichtige  mit  den  Libor-Zinssätzen  vergleichbar  seien  und  dem 

Drittvergleich standhalten würde. 

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cc) In den Verrechnungspreisstudien ist lediglich pauschal festgehalten, dass 

der  Libor-Referenzzinssatz  als  zuverlässiger  und  vergleichbarer  Massstab  identifiziert 

wurde  ("We  identified  the  LIBOR  as  a  reliable  source  of  deposit  rates  comparable  to 

those  applied  in  the  Covered  Transaction.").  Die  Pflichtige  nahm  in  ihren  Verrech-

nungspreisstudien keine Anpassungen betreffen der Daten hinsichtlich der Anwendung 

der  Preisvergleichsmethode  vor  (E.   4  e/bb).  Die  Verrechnungspreisstudien  basieren 

folglich auf der Annahme der Pflichtigen, dass die Umstände bzw. die Grundlage des 

Libor-Referenzzinssatzes im Interbankengeschäft ohne Abweichungen den Umständen 

der  vorliegenden  Cash-Pools  zwischen  der  Pflichtigen  und  den  anderen  Gruppenge-

sellschaften entspricht bzw. auf diese angewandt werden kann. 

dd) Offenkundig ist hingegen, dass erhebliche Unterschiede zwischen den zu 

vergleichenden Geschäftsvorfällen vorliegen. Evident ist auch, dass die Grundlage des 

Libor-Referenzzinssatzes,  die  auf  Angaben  bzw.  Beiträge  von  ausgewählten  Banken 

zur kurzfristigen Kreditgewährung ("panel banks"; vgl. https://www.theice.com/iba/libor) 

abstützt,  nicht  mit  der  Darlehensgewährung  an  Gruppengesellschaften  bzw.  Einlagen 

in  oder  Bezügen  von  gruppeninternen  Cash-Pools  unverändert  verglichen  werden 

kann.  Ebenso  bestehen  hinsichtlich  der  beteiligten  Unternehmen,  namentlich  den  in-

ternational  tätigen  und  aufsichtsrechtlich  regulierten  Banken  und  den  Gesellschaften 

der C-Gruppe, erhebliche Abweichungen. Unter anderem verfügen weder die Pflichtige 

noch  die  J  Limited  oder  G  Limited  über  eine  Banklizenz  und  unterstehen  demnach 

nicht jenen aufsichtsrechtlichen Regularien, welche für Banken in den jeweiligen Län-

dern gelten. Darüber hinaus übernehmen die J Limited oder die G Limited gemäss den 

Ausführungen der Pflichtigen einzig die Führung der gruppeninternen Cash-Pools und 

die  kurzfristige  Anlage  der  Gelder  am  Markt.  Folglich  beschränkt  sich  ihre  Tätigkeit 

gegenüber  der  Tätigkeit  einer  Bank,  für  welche  der  Libor-Referenzzinssatz  bestim-

mend ist, in einem erheblichen Ausmass. Entsprechend weichen die Risiken der M, mit 

welchen die C-Gruppe und damit die J Limited oder G Limited konfrontiert sind, erheb-

lich  von  jenen  einer  international  tätigen  Bank  ab.  Schlussendlich  liegt  das  Credit-

Rating "BBB" der C-Gruppe und damit der J Limited oder G Limited tiefer, als jenes der 

für den Libor-Referenzzinssatz massgeblichen Banken. 

ee) Der Libor-Referenzzinssatz, zu welchem aufsichtsrechtlich regulierte Ban-

kinstitute anderen Banken kurzfristig Geld ausleihen, kommt unter wesentlich anderen 

tatsächlichen  und  rechtlichen  Voraussetzungen  zustande  als  Ausleihungen  unter  un-

abhängigen  Unternehmen 

in  anderen  Branchen 

(vgl. VGr,  25.  Juni  2014, 

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SB.2013.00009,  E. 5.3).  Hiervon  ist  ebenfalls  vorliegenden  Sachverhalt  auszugehen, 

wie  vorstehend  dargelegt  wurde.  Die  Pflichtige  anerkennt  sodann  im  Rahmen  ihrer 

Verrechnungspreisstudie selbst, dass der Libor in erster Linie als Referenz für die Aus-

leihe zwischen Banken massgebend ist ("It is worth noting that the LIBOR is an inter-

bank reference and not a reference between corporations or a financial institution and 

a corporation."). Folglich genügt ein Hinweis auf den Libor-Referenzzinssatz als Nach-

weis den Anforderungen des Drittvergleichs nicht (VGr, 25. Juni 2014, SB.2013.00009, 

E. 5.3; Sigrist, EF 2019, S. 77). 

ff) Die Pflichtige unterliess es, in den vorliegenden Verrechnungspreisstudien 

darzulegen,  inwiefern  der  Libor-Referenzzinssatz  überhaupt  als  zuverlässiger  Ver-

gleichsmassstab im Rahmen der Preisvergleichsmethode herangezogen werden kann. 

Dabei  hat  sie  den  Libor-Referenzzinssatz  zwar  als  Vergleichsmassstab  bezeichnet, 

hingegen  die  Gründe  und  Umstände  nicht  offenlegt,  aufgrund  welcher  sie  zu  dieser 

Schlussfolgerung  gelangte.  Anpassungen  oder  weitere  Ausführungen,  welche  einen 

Vergleich  und  eine  verlässliche  Anwendung  der  Preisvergleichsmethode  zugelassen 

hätten,  wurden  im  Rahmen  der  Verrechnungspreisstudien  ebenfalls  nicht  vorgenom-

men (vgl. E. 5e/aa). Die Feststellung, dass einzig mit dem Libor-Referenzzinssatz eine 

genügende Menge an Fremddaten vorliegt, vermag diese Mängel nicht zu beseitigen. 

Die Verrechnungspreisstudien stellen demnach allein keine tauglichen Nachweise dar, 

dass  die  vorgenommene  Verzinsung  der  Darlehen  an  Gruppengesellschaften  in  den 

Geschäftsjahren 2015 und 2016 dem Drittvergleich standhält. 

gg) Die Pflichtige brachte hierzu vor, dass das Credit-Rating der J Limited und 

G Limited jenem der gesamten C-Gruppe entspreche. Das Credit-Rating der C-Gruppe 

lag in den vorliegend massgebenden Steuerperioden 2015 und 2016 bei einem "BBB". 

Dieses  sei  nach  der  Auffassung  der  Pflichtigen  nur  unmassgeblich  von  den  Credit-

Ratings von namhaften Banken ("A+ oder A1) übertroffen worden. 

hh) Die Aktiven der G Limited bestehen – unter Vorbehalt den liquiden Mittel – 

ausschliesslich  aus  Forderungen  gegenüber  Gruppengesellschaften  ("amounts  owed 

by  group  undertakings")  und  derivativen  Finanzinstrumenten,  welche  einzig  mit  Grup-

pengesellschaften  abgeschlossen  wurden.  Ebenso  besteht  das  Fremdkapital  der  G 

Limited  fast  ausschliesslich  aus  Verbindlichkeiten  gegenüber  Gruppengesellschaften 

("amounts owed to group undertakings"). Hinsichtlich der J Limited ist ebenfalls festzu-

halten, dass das Fremdkapital beinahe ausschliesslich aus Forderungen von Gruppen-

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gesellschaften  besteht  ("Inter-company  Deposits").  Aufgrund  der  starken  finanziellen 

Verbindung der G  Limited  und  der  J  Limited  mit der  C-Gruppe,  ist gegen  die Ausfüh-

rung der Pflichtigen, wonach das Credit-Rating BBB der gesamten C-Gruppe auf diese 

Gesellschaften anzuwenden sei, nichts einzuwenden. 

ii) Ein Credit-Rating BBB vergeben die Ratingagenturen, wenn Verbindlichkei-

ten ein moderates Kreditrisiko bergen. Sie gelten als von mittlerer Qualität und weisen 

als solche mitunter spekulative Elemente auf. Die Fähigkeit zur Begleichung der finan-

ziellen  Verpflichtungen  durch  die  Gesellschaft  wird  als  ausreichend  angesehen,  aber 

ungünstige  geschäftliche  oder  wirtschaftliche  Bedingungen  können  diese  Fähigkeit 

eher  beeinträchtigen.  Ein  Credit-Rating  BBB  stellt  die  letzte  Stufe  in  der  jeweiligen  

Bewertungsskale der Anlagequalität ("Lower Medium Grade" und "Investment Grade") 

dar  (vgl.  hierzu  https://www.fitchratings.com/products/rating-definitions#ratings-scales; 

https://de.ratings.moodys.io/ratings;  https://www.spglobal.com/ratings/en/about/  under-

standing-credit-ratings,  auch  zum  Folgenden).  Hingegen  wird  ein  Credit-Rating  A  ver-

geben, wenn Verbindlichkeiten ein geringes Kreditrisiko bergen. Die Fähigkeit zur Be-

gleichung von finanziellen Verpflichtungen wird als gut ("strong capacity") angesehen, 

wobei geschäftliche oder wirtschaftliche Bedingungen diese beeinflussen könnten. Ein 

Credit-Rating A stellt dabei eine höhere bzw. mittlere Stufe der Anlagequalität ("Upper 

Medium Grade" und "Investment Grade"). 

jj)  Zwischen  der  J  Limited  bzw.  G  Limited  und  den  für  den  Referenzzinssatz 

massgebenden  Banken  besteht  hinsichtlich  des  Credit-Ratings  aus  Sicht  der  verge-

benden  Ratingagenturen  ein  zu  berücksichtigender  Unterschied.  Inwiefern  diese  Ab-

weichung  des  Credit-Raings  nicht  massgeblich  sein  soll  und  die  J  Limited  und  G  Li-

mited  dennoch  einer  Bank  mit  besserem  Credit-Rating  gleichgestellt  werden  können, 

wurde durch die Pflichtige nicht begründet. Dies, obwohl sie hierfür beweisbelastet war 

(E. 4 e/hh). Hinsichtlich der Bonität bzw. der Credit-Rating ist folglich festzuhalten, dass 

sowohl  die  J  Limited  bzw.  G  Limited  nicht  einer  Bank,  welche  für  den  Referenzzins-

satz-Libor massgebend war, gleichgestellt werden können. 

kk) Die Pflichtige machte hierzu weiter geltend, dass der Vorteil einer sicheren 

Anlage bei einer Geschäftsbank mit einem besseren Rating für die Pflichtige nicht von 

praktischer  Relevanz  sei.  Dies,  weil  im  Falle  der  Zahlungsunfähigkeit  der  J  Limited  – 

ebenso  der  G  Limited  und  der  gesamten  C-Gruppe  –  die  Kernaktivität  der  C-Gruppe 

durch  die  Gläubiger(banken)  typischerweise  gerettet  würde.  Hingegen  anerkennt  die 

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Pflichtige,  dass  Limited Risk  Distributor-Aktivitäten  kaum  zur  Kernaktivität  der  Gruppe 

gehören und durch Drittimporteure organisiert werden könnten. Die Pflichtige legt damit 

mit  anderen  Worten  dar,  dass  im  Fall  der  Zahlungsunfähigkeit  der  J  Limited  und  der 

gesamten  weiteren  C-Gruppe  die  Massnahmen  zur  Rettung  und  Verhinderung  eines 

Totalausfalles  nicht  zu  Gunsten  der  Pflichtigen  ausgedehnt  werden.  Vielmehr  würden 

die Aufgaben der Pflichtigen an Dritte ausgelagert. Inwiefern diese hypothetischen Er-

wägungen  die  Begründung  der  Pflichtigen  stützen  sollten,  ist  nicht  nachvollziehbar. 

Insbesondere  da  aufgezeigt  wird,  dass  das  Ausfallsrisiko  hinsichtlich  der  Einlagen  in 

die Cash-Pools bzw. Darlehen an Gruppengesellschaften vollständig durch die Pflichti-

ge und nicht die C-Gruppe getragen wird. 

ll) Die Pflichtige machte ebenfalls geltend, dass sowohl die  J Limited und die 

G Limited hervorragend kapitalisiert – besser als jede Schweizer Geschäftsbank – sei-

en  und  eine  ausgezeichnete  Bonität  aufweisen  würden.  Folglich  sehe  die  Pflichtige 

keinen Grund für Abweichungen gegenüber dem verwendeten Libor-Referenzzinssatz. 

mm) Auf die Ausführungen der Pflichtigen zur Bonität ist nicht weiter einzuge-

hen. Hierzu kann auf die vorangehenden Erwägungen verwiesen werden (E. 2 c). Dar-

über hinaus basieren die Ausführungen der Pflichtigen auf einer knappen Analyse der 

jeweiligen  Bilanz  der  J  Limited  oder  der  G  Limited.  Dabei  unterliess  es  die  Pflichtige 

gänzlich das Gegenstück  des  Vergleichs hinsichtlich der Preisvergleichsmethode dar-

zustellen.  Mit  anderen  Worten  machte  die  Pflichtige  keine  Ausführungen  hinsichtlich 

einer zu vergleichenden Bank und weshalb deren Bilanz bzw. Kapitalstruktur mit jenen 

der  J  Limited  oder  der  G  Limited  vergleichbar  ist.  Eine  Prüfung der  behaupteten  Ver-

gleichbarkeit  zwischen  der  J  Limited  oder  der  G  Limited  und  einer  für  den  Libor-

Referenzzinssatz massgebenden Bank ist vorliegend demnach nicht möglich. Die Aus-

führungen der Pflichtigen hinsichtlich der Vergleichbarkeit betr. der Bilanz bzw. Kapital-

struktur erweisen sich vor diesem Hintergrund folglich als unbegründet und erfüllen die 

Anforderungen  an  den  von  der  Pflichtigen  zu  erbringenden  Nachweis  nicht.  Ferner 

deuten die nachfolgenden Erwägungen darauf hin, dass weder die J Limited noch die 

G Limited mit einer Bank verglichen werden können. 

nn) Zu berücksichtigen ist darüber hinaus, dass weder die J Limited noch die 

G  Limited  über  eine  Banklizenz  verfügen  und  deshalb keiner  regulatorischen  Aufsicht 

oder  gesetzlichen  Bestimmungen  betreffend  ihren  Kapitalisierungen  unterstehen.  Ob-

wohl die J Limited und die G Limited wohl über ausreichende Kapitalisierung verfügen 

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mögen,  obliegen  ihnen  in  dieser  Hinsicht  keine  regulatorischen  Pflichten.  Demgegen-

über  müssen  die  Banken,  welche  für  den  Libor-Referenzzinssatz  massgebend  sind, 

gesetzliche  Anforderungen  und  internationale  Standards  (Basel  III)  erfüllen.  Inwiefern 

die  J  Limited  und  die  G  Limited  angesichts  dieser  Unterschiede  dennoch  einer  Bank 

gleichgestellt  sind  bzw.  verglichen  werden  können,  wurde  durch  die  Pflichtige  nicht 

begründet. 

oo)  Ebenfalls  zu  beachten  ist,  dass  sich  sowohl  die  Aktiven  als  auch  das 

Fremdkapital der G Limited beinahe ausschliesslich aus Forderungen und Verbindlich-

keiten  gegenüber  Gruppengesellschaften  zusammensetzen  (E. 4  e/hh).  Demnach 

weist  die  Bilanz  der  G  Limited  eine  Gesamtposition,  namentlich  Forderungen  gegen-

über Gruppengesellschaften ("Amounts owed by group undertakings") in der Höhe von 

EUR 965'775'000.-,  gegenüber  verbundener  Gegenparteien  der  C-Gruppe  aus.  Diese 

Gesamtposition  stellt  ein  Klumpenrisiko  für  die  G  Limited  dar,  als  die  Forderung  ge-

genüber Gruppengesellschaften rund 91 % ihrer gesamten Aktiven ausmacht. Ein sol-

ches  Klumpenrisiko  hätte  eine  aufsichtsrechtlich  regulierte  Schweizer  Bank  gemäss 

Art. 95 ff. der  Verordnung  über  die  Eigenmittel  und  Risikoverteilung  der  Banken  und 

Wertpapierhäuser  vom  1.  Juni 2012  (Eigenmittelverordnung,  ERV;  SR  952.03)  wohl 

nicht  eingehen  dürfen.  Gleiches  dürfte  insbesondere  für  Banken,  welche  dem  auf-

sichtsrechtlichen Bestimmungen der Europäischen Union unterliegen, nach Art. 387 ff. 

der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 über die Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen 

und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012 gelten. 

pp)  Hinsichtlich  der  J  Limited  fehlt  es  zu  Beginn  an  einer  genügenden  Ver-

gleichsgrundlage.  Zwar  hat  die  Pflichtige  die  Jahresrechnungen  der  J  Limited  für  die 

Geschäftsjahre  2015  und  2016  eingereicht.  Die  eingereichten  Jahresrechnungen  ent-

halten jedoch keine weitergehenden Ergänzungen betreffend der Art, der Zusammen-

setzung  oder  allfälligen  Risiken  der  einzelnen  Aktivpositionen.  Folglich  bieten  bereits 

die  eingereichten  Jahresrechnungen  der  J  Limited  keine  genügende  Grundlage  für 

einen Vergleich mit einer für den Libor-Referenzzinssatz massgebenden Bank. 

qq) Das Steueramt stellte sich auf den Standpunkt, dass die Pflichtige mit den 

Darlehen  bzw.  Anlagen  ebenfalls  grosse  Risiken  in  Kauf  genommen  habe,  und  die 

Kredite bei ihr ein beträchtliches Klumpenrisiko darstellten. Unabhängige Dritte hätten 

dieses  Klumpenrisiko  kaum  vertreten  können  und  hätten  die  Schmälerung  des  Ge-

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schäftsergebnisses durch die Bezahlung eines negativen Zinssatzes nicht in Kauf ge-

nommen.  Die  Pflichtige  machte  hingegen  geltend,  dass  die  Erwägungen  des  Steuer-

amts aufgrund des kurzfristigen Charakters der Darlehen bzw. Einlagen nicht überzeu-

gen können. 

rr)  Die  Pflichtige  gewährte  im  Geschäftsjahr  2015  rund  86 %  und  im  Ge-

schäftsjahr  2016  rund  69 %  ihrer  gesamten  Aktiven  als  Darlehen  an  die  beteiligten 

Gruppengesellschaften  bzw.  als  Einlage  in  den  entsprechenden  Cash-Pool.  Diese 

wurden  durch  die  Pflichtige  selbst  als  langfristig  qualifiziert  und  entsprechend  in  der 

Bilanz ausgewiesen. An diesen Ausweis ist die Pflichtige gebunden, weshalb auf ihre 

Ausführungen hinsichtlich eines kurzfristigen Charakters nicht nochmals einzugehen ist 

(E. 3 d/bb). Die Gewährung von Darlehen, welche vorliegend einen solch hohen Anteil 

der  gesamten  Aktiven  ausmachen,  an  ausländische  Gruppengesellschaften  kann  ein 

Klumpenrisiko  darstellen.  Darüber  hinaus  ist  festzuhalten,  dass  keinerlei  Sicherheiten 

für diese Darlehen an die ausländischen Gruppengesellschaften zugunsten der Pflich-

tigen  bestanden.  Diese  genannten  Umstände  wurden  bei  der  vorliegenden  Festset-

zung der Verzinsung der Darlehen an Gruppengesellschaften nicht berücksichtigt. Die 

Pflichtige  unterliess  es  sodann,  substantiiert  auszuführen,  aus  welchen  Gründen  die 

ungesicherte  Darlehensgewährung  von  einem  hohen  Teil  der  gesamten  Aktiven  nicht 

bei der Festsetzung der Zinssätze zu berücksichtigen war. Die Feststellung in der Be-

schwerde- bzw. Rekursschrift der Pflichtigen, dass die Ausführungen des Steueramtes 

nicht  zu überzeugen  vermögen,  erfüllen  die  Anforderungen  an  eine  substantiierte  Be-

gründung offenkundig nicht. 

f)  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Führung  eines  gruppeninter-

nen  Cash-Pools  und  die  damit  verbundene  Vergabe  von  ungesicherten  Einlagen  an 

eine  ausländische  Gruppengesellschaft  ohne  Bankenstatus  sich  nicht  direkt  mit  dem 

Interbankengeschäft  vergleichen  lässt.  Entsprechend  wurde  durch  die  Pflichtige  mit 

den  eingereichten  Verrechnungspreisstudien  und  ihren  weiteren  Ausführungen  kein 

Nachweis  des  Drittvergleichs  erbracht,  wonach  von  den  anerkannten  Zinssätzen  ge-

mäss  den  Rundschreiben  der  ESTV  abgewichen  werden  kann.  Die  Pflichtige  hat  die 

Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. 

6.  a)  Die  Pflichtige  führte  im  Rahmen  des  Verfahrens  mit  Verweis  auf  einen 

Entscheid  des  Verwaltungsgerichts  Zürich  vom  7. Dezember  2016  (SB.2016.00008) 

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an,  dass  die  Steuerbehörden  die  Forderungen  gegenüber  den  Cash-Pools  jeweils  in 

einen  langfristigen  Sockelbetrag  und  kurzfristige  Forderungen  aufteilen  müssen.  Das 

Steueramt brachte hiergegen hervor, dass sich seit dem Urteil die Zinslandschaft we-

sentlich verändert habe und nicht darauf abgestützt werden könne. 

b) Wie bereits mehrfach ausgeführt sind sowohl die Steuerbehörden als auch 

die  Pflichtige  an  die  handelsrechtskonforme  Bilanz  gebunden  (E. 3  d/bb).  Wie  aufge-

zeigt,  besteht  im  vorliegenden  Fall  keine  rechtliche  Grundlage,  eine  nachträgliche  

Änderung  der  eingereichten  Bilanz  vorzunehmen  (E. 4  ff.).  Ebenso  bestehen  keine 

einschlägigen  steuerrechtlichen  Korrekturnormen,  welche  die  von  der  Pflichtigen  gel-

tend  gemachte  Änderung  vorsehen.  Eine  Aufteilung  der  Darlehen  an  Gruppengesell-

schaften ist im vorliegenden Fall folglich weder möglich noch angezeigt. 

7. Die Pflichtige reichte mit ihrer Beschwerde bzw. mit ihrem Rekurs ebenfalls 

einen  Antrag  auf  ein  Verständigungsverfahren  vom  5. März  2021  ein.  Dabei  ersuchte 

sie um Sistierung des Verfahrens bis Abschluss dieses Verständigungsverfahrens, als 

dies  aus  verfahrensökonomischen  Gründen  sinnvoll  sei.  Die  Pflichtige  stellte  in  Aus-

sicht, über den Ablauf des Verständigungsverfahrens laufend zu informieren. Hingegen 

erfolgten  bis  zum  Datum  des  Entscheids  keine  weiteren  Eingaben  zum  Verständi-

gungsverfahren.  Eine  Sistierung  des  vorliegenden  Verfahrens  erscheint  folglich  nicht 

gerechtfertigt, insbesondere, weil die Sache spruchreif ist. 

8. Nach den vorstehenden Erwägungen sind die Rechtsmittel abzuweisen. Die 

Verfahrenskosten sind der vollständig unterliegenden Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 

Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG) und es entfällt die Zusprechung einer Parteientschädi-

gung (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968;  §  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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