# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0113d42-1a2c-537a-9df3-51451a7e7532
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.04.2025 SB240204
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240204_2025-04-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240204-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. M. Langmeier 

und lic. iur. B. Amacker sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 9. April 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigte und Berufungsklägerin

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Raub etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 
vom 4. Dezember 2023 (DG230094)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 6. Juni 2023 

(Urk. D1/44) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 94 S. 62 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig

 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 (räuberischer Diebstahl) StGB 

(Dossier 2),

 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 4 

und Dossier 9),

 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 3, Dossier 

4 und Dossier 5),

 der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB (Dossier 14) sowie

 des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung 

mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 3, Dossier 5, Dossier 7 und Dossier 10).

2. Von den Vorwürfen des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

(Dossier 7 und Dossier 9) sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im 

Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB (Dossier 16) wird die Beschuldigte A._____ freigespro-

chen.

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 79 Tage durch 

Untersuchungshaft erstanden sind) und einer Busse von 

Fr. 500.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl (2021/10022113) der Staatsanwalt-

schaft Zürich-Limmat vom 29. November 2021.

4. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen.

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

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6. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin C._____ wird auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen.

8. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin C._____ wird abgewiesen.

9. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin R._____ Schadenersatz von 

Fr. 1'211.25 zuzüglich 5 % Zins seit dem 12. Februar 2022 zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Begehren abgewiesen.

10. Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldige das Schadenersatzbegehren von D._____ dem 

Grundsatze nach anerkannt hat.

11. Der polizeilich sichergestellte und bei der Stadtpolizei Zürich lagernde Turnschuh Nike 

(Ass.-Nr. A015'692'736) wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils eingezogen und 

der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

12. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K211220-036 / 

81744481 lagernden Spuren und Spurenasservate werden nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils vernichtet.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 210.25   Auslagen Gutachten

Fr. 2'080.00   Auslagen Untersuchung

Fr. 16'705.45   amtliche Verteidigung
  
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt.

15. Die amtliche Verteidigerin MLaw X2._____ wird mit Fr. 5'024.25 (inkl. MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

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16. Der amtliche Verteidiger MLaw X3.______ wird mit Fr. 11'681.20 (inkl. MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

17. [Mitteilungen]

18.-20. [Rechtsmittelbelehrungen]"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 114; vgl. auch Urk. 95)

1. Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils sei abzuändern und 
es sei die Beschuldigte:
- in Bezug auf Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 1, vom Vorwurf des 

Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 (räuberischer Diebstahl) StGB 
(Dossier 2) freizusprechen;

- in Bezug auf Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 2, vom Vorwurf der 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 9) freizu-
sprechen;

- in Bezug auf Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 3, vom Vorwurf des 
Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB (Dossier 5) freizu-
sprechen;

- in Bezug auf Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 4, vom Vorwurf der 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 
Ziff. 1 StGB (Dossier 14) freizusprechen;

- sowie in Bezug auf Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 5, vom Vorwurf 
des mehrfachen geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 in 
Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 7) freizusprechen.

2. In weiterer Abänderung von Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen 
Urteils sei die Beschuldigte:
- wegen geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 in Verbin-

dung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 2) zu verurteilen.
3. Dispositivziffern 3, 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils seien 

aufzuheben und es sei die Beschuldigte mit einer bedingten 
Geldstrafe von 80 Tagessätzen à Fr. 30.– zu bestrafen, unter 
Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, wobei die erstandene 
Haft anzurechnen sei, sowie mit einer Busse von Fr. 600.–.

4. Eventualiter sei Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils 
dahingehend abzuändern, dass der Vollzug der Freiheitsstrafe 

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bedingt aufgeschoben wird, unter Ansetzung einer Probezeit von 
3 Jahren.

5. Dispositivziffer 14 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und 
dahingehend abzuändern, dass die Kosten der Untersuchung und 
des vorinstanzlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der 
amtlichen Verteidigung, anteilsmässig der Beschuldigten auferlegt 
werden.

6. Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(zzgl. MwSt.) im Berufungsverfahren.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 101)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:

1. Verfahrensgang

1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 4. Dezember 2023 sprach die 

Vorinstanz die Beschuldigte des Raubes, der mehrfachen Sachbeschädigung, des 

mehrfachen Hausfriedensbruchs, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte sowie des mehrfachen geringfügigen Diebstahls schuldig und bestrafte sie 

mit einer vollziehbaren Freiheitsstrafe von 12 Monaten sowie einer Busse von 

Fr. 500.–, letzteres als teilweise Zusatzstrafe zu einem früheren Strafbefehl 

(Urk. 94). Das Urteil erging – nachdem die Beschuldigte zweimal unentschuldigt 

nicht zur Hauptverhandlung erschienen war – im Abwesenheitsverfahren und 

wurde der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung im Anschluss an die (zweite) 

Hauptverhandlung mündlich eröffnet und erläutert (Prot. I S. 12, 17 ff.).

1.2. Am 12. Dezember 2023 meldete die vormalige amtliche Verteidigerin 

namens der Beschuldigten fristgerecht Berufung an (Urk. 80), und nach Zustellung 

des begründeten Urteils reichte der inzwischen neu eingesetzte amtliche 

Verteidiger (vgl. Prot. I S. 21) dem Obergericht unter dem 19. April 2024 – ebenfalls 

fristgerecht – die Berufungserklärung ein (Urk. 95).

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1.3. Mit Präsidialverfügung vom 7. Mai 2024 wurde der Staatsanwaltschaft und 

den diversen Privatklägern je ein Doppel der Berufungserklärung zugestellt und 

Frist angesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nicht-

eintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde ihnen Frist angesetzt, 

um zum von der Beschuldigten in der Berufungserklärung gestellten Beweisantrag 

Stellung zu nehmen (Urk. 99). Am 10. Mai 2024 teilte der zuständige Leitende 

Staatsanwalt mit, auf eine Anschlussberufung zu verzichten und die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils zu beantragen. Er ersuchte zudem um Dispensation 

von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung und stellte sich nicht gegen den 

Beweisantrag der Beschuldigten (Urk. 101). Die Privatkläger liessen sich nicht ver-

nehmen.

1.4. Im Sinne des erwähnten Beweisantrags wurde am 13. Juni 2024 die Straf-

anstalt Gmünden ersucht, dem Gericht einen Führungsbericht über die Beschul-

digte einzureichen (Urk. 102). Dieser Bericht ging – nachdem die Beschuldigte am 

16. Juni 2024 bedingt entlassen worden war – am 18. Juni 2024 als Vollzugsbericht 

hier ein (Urk. 104; Urk. 105).

1.5. Am 5. Februar 2025 wurden die Parteien – die Staatsanwaltschaft antrags-

gemäss fakultativ – zur Berufungsverhandlung auf den 9. April 2025 vorgeladen 

(Urk. 106). Die der Beschuldigten an ihre vom Gericht ermittelte aktuelle Wohn-

adresse zugestellte Vorladung wurde nicht abgeholt (Urk. 108). Die Zustellung gilt 

indessen als erfolgt (Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO). Zur heutigen Verhandlung erschien 

die Beschuldigte in Begleitung der amtlichen Verteidigung. Vorfragen waren keine 

zu entscheiden und abgesehen von der Einvernahme der Beschuldigten waren 

auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5 ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Rahmen der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-

fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-BÄHLER, Art. 402 N 1 f.).

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2.2. Die Staatsanwaltschaft brachte neun verschiedene Sachverhalte 

("Dossiers") zur Anklage. Die Beschuldigte anerkannte diese Vorwürfe teilweise 

und forderte im Übrigen Freisprüche. Das vorinstanzliche Urteil enthält sowohl 

Schuld- als auch Freisprüche. In Erneuerung ihrer bereits erstinstanzlich gestellten 

Anträge lässt die Beschuldigte berufungsweise alle jene Punkte anfechten, in 

denen die Vorinstanz ihren Anträgen nicht gefolgt ist. Damit verbunden werden 

auch die Sanktion sowie die Kostenfolgen zum Berufungsthema gemacht.

Im Sinne der Berufungserklärung der Beschuldigten (Urk. 95 S. 2 f.; vgl. auch 

Prot. II S. 7) sind demnach die folgenden Punkte des vorinstanzlichen Urteils nicht 

angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen:

- Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 2: Schuldspruch wegen Sachbeschädigung in 

Dossier 4;

- Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 3: Schuldspruch wegen mehrfachen Hausf-

riedensbruchs in den Dossiers 3 und 4;

- Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 5: Schuldspruch wegen mehrfachen gering-

fügigen Diebstahls in den Dossiers 3 und 10;

- Dispositivziffer 2: Freisprüche;

- Dispositivziffern 6 bis 13: Zivilpunkte, Verfahren betreffend beschlagnahmte 

Gegenstände, Kostenfestsetzung;

- Dispositivziffern 15 und 16: Entschädigung amtliche Verteidigungen (ohne 

Rückforderungsvorbehalte).

Der Eintritt der Rechtskraft dieser Punkte ist vorab festzustellen (Art. 399 Abs. 3 

StPO in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO sowie Art. 404 StPO).

2.3. Entsprechend sind die folgenden Schuldsprüche im Berufungsverfahren zu 

überprüfen:

- Dossier 2: Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB;

- Dossier 9: Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

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- Dossier 5: Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB;

- Dossier 14: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB;

- Dossiers 5 und 7: je geringfügiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in 

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

Anschliessend wird für die – bereits rechtskräftigen sowie allenfalls berufungsweise 

bestätigten – Schuldsprüche eine Sanktion auszufällen und werden die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu regeln sein.

In all diesen Punkten steht der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt des Ver-

schlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) grundsätzlich zur Disposition. In 

den angefochtenen Punkten überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche 

Urteil umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

3. Formelles

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

3.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c 

StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen und diese widerlegen (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 

E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_689/2019 vom 

25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit Hinweisen).

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4. Sachverhalt/rechtliche Würdigung

4.1. Dossier 2: Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB

4.1.1. Die Beschuldigte ist hinsichtlich des ihr vorgeworfenen Sachverhalts ganz 

weitgehend geständig: Sie anerkennt, am 20. Dezember 2021 im "E._____" 

[Schuhgeschäft] am F._____ [Adresse] in Zürich ein Paar Nike Schuhe (welche sie 

sogleich anzog), einen Schal und eine Handtasche im Wert von Fr. 209.85 entwen-

det zu haben, um diese Gegenstände ohne Bezahlung für sich zu gebrauchen. Als 

beim Verlassen des Geschäfts die Diebstahlssicherung ertönte, flüchtete die Be-

schuldigte ins Untergeschoss des Hauptbahnhofs zu den Gleisen 21/22 und betrat 

einen bereitstehenden Zug der SZU. Dort wurde sie allerdings von zwei Mitarbeite-

rinnen von "E._____", die ihr – durch den Signalton der Diebstahlsicherung alar-

miert – gefolgt waren, entdeckt und aus dem Zug geholt.

Gemäss Anklage habe nun die Beschuldigte im Rahmen eines Gezerres um die 

entwendeten Gegenstände der einen Mitarbeiterin, B._____, insgesamt zweimal 

mit der Faust ins Gesicht geschlagen, worauf die Beschuldigte schliesslich mit ei-

nem Teil des Deliktsguts – den angezogenen Schuhen – habe flüchten können. 

B._____ habe dabei verschiedene Prellungen im Gesicht und eine Verletzung am 

Daumen erlitten.

Nach Darstellung der Verteidigung habe sich die Beschuldigte nur gegen die "un-

verhältnismässige, massive Gewalt" der beiden Mitarbeiterinnen schützen wollen, 

"um einen Unfall mit einem Zug zu vermeiden" (Urk. 73 S. 5, 14; vgl. auch Urk. 114 

S. 5 ff.). Die Beschuldigte selbst bestreitet überhaupt, B._____ geschlagen zu ha-

ben (Urk. 1/6/1 passim; Urk. 1/6/4 S. 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung er-

klärte die Beschuldigte zuerst, dass sie die Verkäuferin nicht geschlagen habe, son-

dern die Verkäuferinnen sie geschlagen hätten. Später erklärte sie, dass wenn man 

sie anfasse, dann dürfe sie auch Notwehr anwenden. Die Verkäuferinnen hätten 

sie gehalten und aus dem Zug gerissen. Sie habe der Verkäuferin eine "Flättere" 

gegeben. Sie habe sich bedrängt gefühlt (Urk. 113 S. 17 ff.).

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Die Vorinstanz kam in Würdigung insbesondere der Aussagen von B._____ sowie 

des sie betreffend erstellten ärztlichen Befunds zum Schluss, dass sich 

anklagegemäss zwei Faustschläge erstellen liessen (Urk. 94 S. 12 ff.).

4.1.2. Das Geschehen auf dem Perron der Gleise 21/22 im Hauptbahnhof wurde 

durch eine Überwachungskamera aufgezeichnet (Urk. 2/8; Urk. 2/9). Die Vor-

instanz befand dazu, die entsprechenden Aufnahmen dürften nicht zur Belastung 

der Beschuldigten herangezogen werden, weil sie mit diesen nicht konfrontiert 

worden sei (Urk. 94 S. 14; vgl. dazu auch Urk. 114 S. 8). Dem ist nicht zu folgen: 

Erstens berief sich die Beschuldigte in ihrer ersten Einvernahme zu ihrer Entlastung 

selbst immer wieder auf die Bilder der Überwachungskamera (Urk. 1/6/1 S. 2; heute 

erklärte die Beschuldigte auch, dass sie diese Aufnahmen bereits gesehen habe 

[Urk. 113 S. 18]), und zweitens wurde die Aufzeichnung zu den Akten erhoben und 

stand dort der Beschuldigten sowie ihrer Verteidigung jederzeit zur Einsicht offen. 

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigten die 

entsprechenden Aufnahmen auch noch vorgehalten und sie konnte dazu Stellung 

nehmen (Urk. 113 S. 17 ff.). Die Aufzeichnungen sind somit vollumfänglich verwert-

bar.

Die Aufzeichnung bestätigt die Aussagen von B._____ und belegt in aller Deutlich-

keit die Darstellung der Staatsanwaltschaft: So versetzt die Beschuldigte B._____ 

schon sehr bald, nachdem die drei Frauen wieder aus dem Zug getreten sind, im 

Rahmen des Gezerres um die entwendeten Gegenstände mit der rechten Hand 

einen Faustschlag ins Gesicht und trifft dieses linksseitig (Aufzeichnung ZUSZ-

Gl22-K04, 10:22:14). Das Handgemenge setzt sich fort, und B._____ geht kurz zu 

Boden (10:22:34). Beim Versuch, sich in Richtung Treppe zu entfernen, stürzt auch 

die Beschuldigte (10:22:40), kann sich dann aber trotz der Bedrängung durch die 

beiden Mitarbeiterinnen wieder aufrichten (10:23:00). Es tritt ein Mitarbeiter der 

SZU hinzu, und die Situation scheint sich etwas zu beruhigen (10:23:05). Die Be-

schuldigte versucht sich hierauf schnellen Schrittes zur Treppe hin zu entfernen, 

wird dabei aber von B._____ am rechten Arm festgehalten (10:23:12). Die Beschul-

digte reisst sich los und schlägt mit ihrer rechten Hand erneut gegen den Kopf von 

B._____ (10:23:13). Diese weicht sofort einige Schritte zurück, und die Beschul-

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digte und die beiden Mitarbeiterinnen entfernen sich die Rolltreppe hinauf. Auf der 

zweiten Aufzeichnung (ZUSZ-Gl21-K05, 10:23:15) ist insbesondere der zweite 

Faustschlag ebenfalls gut zu sehen.

Angesichts dieser Bilder und im Sinne der im Übrigen zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz (Urk. 94 S. 14 ff.) ist deshalb der Anklagesachverhalt gemäss 

Dossier 2 zweifelsfrei erstellt. Entgegen der Verteidigung haben die beiden Mitar-

beiterinnen weder "massive Gewalt" angewandt noch die Beschuldigte "auf den 

Boden gedrückt", und es wäre auch nicht im Ansatz ersichtlich, dass die Beschul-

digte gehandelt hätte, "um einen Unfall mit dem Zug" zu vermeiden. Vielmehr hat 

sie zur Sicherung der Beute sich mit den Mitarbeiterinnen einerseits ein Gezerre 

um die gestohlene Ware geliefert und B._____ zwei Faustschläge ins Gesicht ver-

setzt.

4.1.3. Wenn die Vorinstanz das Handeln der Beschuldigten als Raub in der Aus-

prägung des räuberischen Diebstahls im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

würdigt, ist dies zutreffend und kann auf die entsprechenden Erwägungen ver-

wiesen werden (Urk. 94 S. 31 ff.). Zur Beutesicherung hat die Beschuldigte B._____ 

zweimal ins Gesicht geschlagen, womit die Intensität einer tatbestandsmässigen, 

nötigenden Gewalt – entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. Urk. 114 S. 8 f. – 

zweifellos erreicht worden ist – zumal es der Beschuldigten dann letztlich auch ge-

lang, mit den gestohlenen Schuhen das Weite zu suchen. Angesichts dessen kann 

auch nicht in Frage stehen, dass die Beschuldigte vorsätzlich gehandelt hat. Die 

Beschuldigte ist damit auch zweitinstanzlich des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

4.2. Dossier 9: Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB

4.2.1. Die Beschuldigte anerkennt, anklagegemäss am 12. Februar 2022 um 

ca. 5.20 Uhr am G._____ [Strasse] … in H._____ im 3. Stockwerk mit der Faust 

derart in eine Glasscheibe geschlagen zu haben, dass diese zerbrach und ein 

Schaden von ca. Fr. 1'300.– entstand (Urk. 73 S. 9 ff.). In diesem Sinne (Urk. 94 

S. 22) sprach die Vorinstanz die Beschuldigte der Sachbeschädigung schuldig und 

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verwarf namentlich den Einwand der Verteidigung, die Beschuldigte sei anlässlich 

ihrer Tat schuldunfähig gewesen (Urk. 94 S. 37).

4.2.2. Die Beschuldigte lässt auch berufungsweise vorbringen, damals vollständig 

schuldunfähig im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB gewesen zu sein. Sodann habe 

sie durch die zerbrochene Scheibe eine derart schwerwiegende Verletzung am Arm 

erlitten, dass eine Verurteilung "nicht zumutbar" wäre (Urk. 73 S. 16/17; Urk. 114 

S. 9 f.).

4.2.3. An jenem frühen Morgen war beim Eintreffen der von Anwohnern alarmierten 

Polizeipatrouille die ebenfalls hinzugerufene Sanität zusammen mit einem Notarzt 

bereits vor Ort. Gemäss Polizeirapport war die Beschuldigte nicht ansprechbar und 

wies drei tiefe Schnittverletzungen am rechten Unterarm auf. Sie habe viel Blut ver-

loren (Urk. D9/1 S. 5). Sie wurde anschliessend ins Spital verbracht, wo sie sich 

allerdings nach dem Aufwachen renitent verhalten und das Spital ohne ärztliche 

Genehmigung verlassen habe, weil sie – so habe sie kundgetan – "Stoff" brauche. 

Die für eine Befragung der Beschuldigten ausgerückten Polizeibeamten fanden 

diese deshalb nicht mehr vor und veranlassten eine Ausschreibung (Urk. D9/1 

S. 8). Am Folgetag wurde die Beschuldigte dann nach dem ihr gemäss Dossier 7 

vorgeworfenen Ladendiebstahl angehalten; weil sie aber in einem Zug eine Flasche 

Wodka getrunken hatte und als Folge davon 1.37 mg/l (= 2.74 ‰) Alkohol im Blut 

aufwies, konnte sie wieder nicht befragt werden (Urk. D9/1 S. 9). Sie wurde deshalb 

auch als nicht hafterstehungsfähig eingeschätzt (Urk. D9/12) und in die Klinik 

I._____ verbracht (Urk. D9/2 S. 4/5). Eine polizeiliche Befragung der Beschuldigten 

erfolgte dann nochmals einen Tag später, am 14. Februar 2022 (Urk. D9/6). Hier 

anerkannte die Beschuldigte, während eines Telefongesprächs aus Wut in die 

Scheibe geschlagen zu haben, sodass diese zu Bruch ging und sie sich verletzte. 

Sie habe sich aber nicht selber verletzen wollen (Urk. D9/6 S. 1 ff.).

4.2.4. Dafür, dass die Beschuldigte im Zeitpunkt der Tat, frühmorgens am 

12. Februar 2022, vollständig schuldunfähig gewesen wäre, bestehen mit der Vor-

instanz (Urk. 94 S. 37) keine Anhaltspunkte. Dass die Beschuldigte im Anschluss 

an den Vorfall infolge des grossen Blutverlustes nicht ansprechbar war, lässt keinen 

Rückschluss auf ihren Zustand zum Tatzeitpunkt zu, ebenso wenig der Umstand, 

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dass sie am Folgetag, dem 13. Februar 2022, nach dem Konsum einer ganzen 

Flasche Wodka nicht hafterstehungsfähig war. Es ist deshalb – wie bei den anderen 

Delikten (s. dazu später) – von einer vorhandenen, wenn auch eingeschränkten 

Schuldfähigkeit auszugehen.

4.2.5. Mit der Argumentation, dass der Beschuldigten infolge ihrer Verletzungen 

"eine Verurteilung schlicht nicht zuzumuten" sei (Urk. 73 S. 17 und Urk. 114 S. 10), 

bezieht sich die Verteidigung sinngemäss auf Art. 54 StGB. Die Anwendung dieses 

Artikels würde jedoch nicht zu einem Freispruch der Beschuldigten, sondern zu 

einem Absehen von einer Strafe führen, weswegen dieses von der Verteidigung 

vorgebrachte Argument nachfolgend bei der Strafzumessung abzuhandeln sein 

wird (vgl. nachfolgend E. 5.7.2).

4.2.6. Es muss deshalb beim Schuldspruch wegen Sachbeschädigung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 StGB bleiben.

4.3. Dossier 5: Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB und geringfügiger 

Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 

StGB

4.3.1. Der Beschuldigten wird vorgeworfen, sie habe am 25. Dezember 2021 im 

Wissen darum, mit einem Hausverbot belegt zu sein, den J._____ am Flughafen 

Zürich betreten und dort zwei Kopfhörer im Wert von Fr. 109.85 gestohlen.

4.3.2. Die Vorinstanz ist zu einem anklagegemässen Schuldspruch gekommen, 

nachdem sie die Argumentation der Verteidigung verworfen hat, die Beschuldigte 

habe keine Kenntnis vom Hausverbot gehabt und die Kopfhörer im Geschäft nur 

angesehen (Urk. 94 S. 18 ff., 35/36).

4.3.3. Berufungsweise brachte die Verteidigung vor, dass die Beschuldigte nach 

wie vor nicht bestreite, dass sie sich an besagtem Tag dort aufgehalten habe. 

Allerdings habe sich die Beschuldigte offensichtlich in einem Irrtum befunden und 

damit fehle ihr der erforderliche Vorsatz in Bezug auf den Hausfriedensbruch. Sie 

habe nicht gewusst, dass J._____ zur Schweizer K._____-Gruppe gehöre und das 

Hausverbot bei K._____ daher auch für J._____ gelte (Urk. 114 S. 10 f.).

-   14   -

4.3.4. Der Beschuldigten war am 7. März 2017 gegen unterschriftliche Bestätigung 

ein Hausverbot der P._____ AG übergeben worden, wonach ihr verboten wurde, 

"das Areal des Flughafens Zürich zu betreten und/oder sich in den Gebäuden des 

Flughafens Zürich aufzuhalten" (Urk. D5/5). Am 7. Oktober 2020 erhielt die Be-

schuldigte sodann von der K._____ – ebenfalls gegen unterschriftliche Bestätigung 

– ein Hausverbot ausgesprochen, welches für "sämtliche K._____-Verkaufsstellen 

– gemäss Verzeichnis auf der Rückseite dieses Formulares" galt (Urk. D5/6).

4.3.5. Der Einwand der Verteidigung, die Beschuldigte habe keine Kenntnis von 

den Hausverboten gehabt, ist damit unbehelflich. Die Beschuldigte räumte denn 

auch in der unmittelbar nach dem Vorfall durchgeführten polizeilichen Kurzeinver-

nahme ein, gewusst zu haben, dass gegen sie ein Hausverbot besteht (Urk. D5/4). 

Wie gesehen, hat sie sowohl das ihr gegenüber durch die P._____ AG als auch 

durch den K._____ ausgesprochene Hausverbot zur Kenntnis genommen. Zwar 

genügt die Vermutung der Vorinstanz, es "scheine", dass auf der (in den Akten 

nicht vorhandenen) Rückseite des Hausverbots des K._____s auch der J._____ 

als Teil der K._____ aufgeführt werde (Urk. 94 S. 35), nicht für eine Verurteilung. 

Es kann der Beschuldigten die durch ihre Verteidigung vorgebrachte Behauptung 

nicht widerlegt werden, sie habe nicht gewusst, dass der J._____ zur K._____-

Gruppe gehört und deshalb vom Hausverbot mitumfasst ist (Urk. 73 S. 8 und 

Urk. 114 S. 11). Indessen hat die Beschuldigte das Hausverbot der P._____ AG 

fraglos missachtet, indem sie sich in den J._____ begab, der sich unstrittig in den 

Gebäulichkeiten des Flughafens befindet. Ein im Hausverbot des P._____ AG auf-

gelisteter Ausnahmefall, für welchen das Verbot nicht gilt (Benützung von Flugzeu-

gen oder Zügen, Lösen von Tickets am Schalter, Aufgeben oder Abholen von Rei-

segepäck; vgl. Urk. D5/5), lag offensichtlich nicht vor. Die Beschuldigte hat sich 

damit des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig gemacht. Ein 

Schuldspruch wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs, weil die Beschuldigte auch 

das Hausverbot der K._____ missachtet habe, ist – wie gesehen und diesbezüglich 

von der Verteidigung zutreffend vorgebracht (Urk. 114 S. 11) – entgegen der Vor-

instanz nicht möglich.

-   15   -

4.3.6. Was den Diebstahl der beiden Kopfhörer anbetrifft, ist die Behauptung der 

Verteidigung vor Vorinstanz aktenwidrig, die Beschuldigte habe die Kopfhörer nur 

angesehen und im Laden gelassen (Urk. 73). Vielmehr hat die Beschuldigte aner-

kannt, die Kopfhörer ohne Bezahlung an sich genommen zu haben (Urk. D5/4 S. 2; 

Urk. 1/6/4 S. 6). Mit Blick auf den Deliktsbetrag hat deshalb ein Schuldspruch 

wegen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 172ter Abs. 1 StGB zu ergehen. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde 

dieser Schuldspruch von der Verteidigung bzw. der Beschuldigten denn auch nicht 

mehr angefochten, sondern vielmehr anerkannt (Urk. 114 S. 2 f., 10 ff. und13 f.).

4.4. Dossier 14: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB

4.4.1. Der Beschuldigten wird vorgeworfen, sich am 15. Oktober 2022 um ca. 1:20 

Uhr zunächst durch Davonrennen der ihr zuvor eröffneten Verhaftung zu entziehen 

versucht zu haben. Hernach habe sie sich, nachdem die Polizeibeamten sie einge-

holt hatten, heftig gegen die Verhaftung zur Wehr gesetzt, wobei sie einer Beamtin, 

der Privatklägerin L._____, mindestens zwei Tritte in den Unterleib versetzt habe, 

sodass diese gestürzt sei. So habe die Beschuldigte die Festnahme wissentlich 

und willentlich verzögert bzw. erschwert. 

4.4.2. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt in Würdigung der Aussagen von L._____ 

und der Beschuldigten als erstellt erachtet (Urk. 94 S. 24 ff.).

4.4.3. Berufungsweise wird von der Verteidigung namentlich daran festgehalten, 

dass die Beschuldigte die Polizeibeamtin nicht mit Absicht getreten habe (Urk. 114 

S. 13).

4.4.4. Bereits die Vorinstanz hat diesen Einwand mit zutreffender Begründung 

verworfen, sodass auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden kann 

(Urk. 94 S. 26). Neben den lebensnahen, anschaulichen Aussagen von L._____, 

an denen nicht zu zweifeln ist (Urk. D14/10; Urk. D14/12), sind dazu insbesondere 

auch die Aussagen der Beschuldigten in Betracht zu ziehen, die auf entsprechende 

Frage in der polizeilichen Einvernahme vom Tattag einräumte, mit dem Bein um 

-   16   -

sich geschlagen zu haben, "damit ich frei komme". Sie erkannte auch, dass sie so 

"die Polizistin erwischt" habe. Sie habe jedoch die Polizistin "nicht gewollt getreten", 

sondern "im Affekt" gehandelt (Urk. D14/5 S. 6, 7). Nun ist indessen klar, dass wer 

– sich gegen eine Verhaftung wehrend – mit dem Bein um sich schlägt, um sich 

aus der Situation zu befreien, offensichtlich auch in Kauf nimmt, die Beamte zu 

treffen. Die Tritte gegen L._____ sind damit sehr wohl gewollt erfolgt.

4.4.5. Wenn die Vorinstanz die Beschuldigte deshalb der Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig gespro-

chen und zufolge tatbestandsmässiger Konsumption auf einen zusätzlichen 

Schuldspruch wegen Hinderung einer Amtshandlung verzichtet hat, ist auch das 

zutreffend (Urk. 94 S. 37 ff.). Namentlich steht in subjektiver Hinsicht auch fest, 

dass der Beschuldigten bewusst war, sich gegen eine polizeiliche Festnahme zu 

widersetzen. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist damit grundsätzlich zu bestäti-

gen.

Zu korrigieren ist lediglich, dass der Schuldspruch im Sinne von aArt. 285 Abs. 1 

StGB in derjenigen Fassung ergehen muss, die zum Tatzeitpunkt am 15. Oktober 

2022 in Kraft gestanden hat. Im Rahmen der seit 1. Juli 2023 geltenden Harmoni-

sierung der Strafrahmen für Gewalttaten (Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 

über die Harmonisierung der Strafrahmen, AS 2023 259) wurde nämlich auch der 

Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss 

Art. 285 StGB (leicht) revidiert, indem heute nur noch in leichten Fällen auf Gelds-

trafe erkannt werden kann, während das bisherige Recht Freiheitsstrafe oder 

Geldstrafe vorsah. Das alte Recht ist daher milder und entsprechend auf die Tat 

der Beschuldigten anwendbar (Art. 2 Abs. 2 StGB).

Die Beschuldigte ist mithin im Dossier 14 der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte im Sinne von aArt. 285 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

-   17   -

4.5. Dossier 7: geringfügiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB

4.5.1. Es ist unklar, weshalb dieser Schuldspruch berufungsweise angefochten 

wird, nachdem von der Beschuldigten anerkannt worden ist und feststeht, dass sie 

am 13. Februar 2022 um ca. 10.30 Uhr im Bahnhofkiosk H._____ eine Flasche 

Wodka gestohlen und unmittelbar darauf getrunken hat (vgl. dazu Urk. 94 S. 20; 

Urk. D7/3 S. 5).

4.5.2. Soweit die Verteidigung mit ihrem Einwand, diese Tat sei der Beschuldigten 

"schlicht nicht vorwerfbar" (Urk. 73 S. 9; vgl. auch Urk. 114 S. 14), auf eine fehlende 

Schuldfähigkeit verweisen will, ist – mutatis mutandis – auf das obstehend unter 

E. 4.2.4 Ausgeführte zu verweisen. Zwar ist zutreffend, dass die Beschuldigte – wie 

bereits dargelegt – nach dem Konsum der ganzen Flasche Wodka nicht befragt 

werden konnte und vermutlich urteilsunfähig war (vgl. Art. 16 ZGB), was einer 

strafrechtlichen Schuldunfähigkeit entspricht (Art. 19 Abs. 1 StGB). Dafür, dass die 

Beschuldigte jedoch zum vorgängigen Zeitpunkt des Diebstahls schuldunfähig 

gewesen wäre, bestehen indessen keine Anhaltspunkte. Zur zweifellos einge-

schränkten Schuldfähigkeit der Beschuldigten wird auf die Erwägungen zur Straf-

zumessung verwiesen.

4.5.3. Der Hinweis der Verteidigung, dass bezüglich Dossier 7 der Titel "gering-

fügiger Diebstahl" in der Anklageschrift nicht aufgeführt sei (vgl. Urk. 114 S. 14), ist 

zwar richtig (vgl. Urk. D1/44). Der Einwand der Verteidigung, dass der Beschuldig-

ten dieser Vorwurf von der Staatsanwaltschaft demnach nicht gemacht worden sei 

(Urk. 114 S. 14), ist jedoch nicht zutreffend. Dass ihr der Vorwurf des (geringfügi-

gen) Diebstahls – zum Hausfriedensbruch hinzukommend – ebenfalls gemacht 

wurde, geht eindeutig und unmissverständlich aus der Anklageschrift hervor. Daran 

vermag auch das Nichtanführen des Titels nichts zu ändern.

4.5.4. Auch hinsichtlich Dossier 7 ist die Beschuldigte deshalb des geringfügigen 

Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.

-   18   -

4.6. Fazit

Über die bereits rechtskräftig gewordenen Schuldsprüche hinaus ist die Beschul-

digte deshalb weiter 

- des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 (räuberischer Diebstahl) StGB 

(Dossier 2),

- der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 9),

- des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 5),

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von aArt. 285 

Ziff. 1 StGB (Dossier 14) sowie

- des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossiers 5 und 7)

schuldig zu sprechen.

5. Strafzumessung

5.1. Nach dem vorstehend Erwogenen bleibt es mit marginalen Abweichungen 

insgesamt bei den gleichen Schuldsprüchen, wie sie bereits die Vorinstanz er-

lassen hat. Entsprechend gilt auch für das methodische Vorgehen zur Strafzu-

messung, was die Vorinstanz dazu bereits korrekt ausgeführt hat (Urk. 94 S. 44 ff.): 

Es ist für das schwerste von der Beschuldigten begangene Delikt, den Raub, eine 

Einsatzstrafe festzulegen, die anschliessend für die weiteren Delikte asperations-

weise angemessen zu erhöhen ist. Das gilt allerdings nur, wenn für das jeweils 

konkrete Delikt gleichartige Strafen zur Diskussion stehen (Freiheitsstrafe, Gelds-

trafe). Für die mehrfachen geringfügigen Diebstähle wird schliesslich – als Übertre-

tungen – eine (Gesamt-)Busse zuzumessen sein.

5.2. Für den Raub bzw. den räuberischen Diebstahl beträgt der Strafrahmen Frei-

heitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren (Art. 140 Ziff. 1 StGB). Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte, Sachbeschädigung und Hausfriedens-

bruch werden je mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 

(Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, aArt. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Mit Ausnahme 

-   19   -

des Raubes (und der geringfügigen Diebstähle, s. vorstehend) stehen also für alle 

andern Delikte Freiheits- oder Geldstrafen zur Diskussion.

5.3. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung 

stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im 

Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit 

des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Das Gericht kann 

aber statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche 

geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten, oder wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen 

werden kann. Diesfalls hat das Gericht die Wahl der Freiheitsstrafe näher zu 

begründen (Art. 41 Abs. 1 und 2 StGB).

5.4. Die Verteidigung rügt die von der Vorinstanz gewählte Strafart (Freiheits-

strafe) insbesondere deshalb, da sie von einem Freispruch hinsichtlich des Raubes 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 (räuberischer Diebstahl) StGB (Dossier 2) aus-

geht (Urk. 114 S. 15). Dem ist – wie vorstehend dargelegt – jedoch nicht zu folgen. 

Insoweit die Verteidigung vorbringt, dass die Vorinstanz als Begründung für die 

Wahl einer Freiheitsstrafe berücksichtigt habe, dass die Beschuldigte zweimal nicht 

zur Hauptverhandlung erschienen sei, es aber nicht ersichtlich sei bzw. von der 

Vorinstanz nicht dargetan worden sei, inwiefern dieser Umstand in Bezug auf die 

spezialpräventive Wirkung einer Freiheitsstrafe bei der Beschuldigten relevant sein 

soll (Urk. 114 S. 15 f.), so ist der Verteidigung zuzustimmen.

5.5. Der Strafregisterauszug über die Beschuldigte weist aber nicht weniger als 

14 Vorstrafen aus (Urk. 109); fast immer wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs 

und teilweise auch Raubs – also weitgehend deckungsgleich mit denjenigen 

Delikten, derentwegen die Beschuldigte auch heute wieder verurteilt wird. Mit den 

entsprechenden Entscheiden wurde sie seit Mai 2013 zehn Mal mit unbedingten 

Geldstrafen bestraft, einmal mit gemeinnütziger Arbeit und dreimal mit unbedingten 

Freiheitsstrafen von 6, 16 und 18 Monaten. Dabei war der Vollzug der Freiheits-

strafen von 16 und 18 Monaten jeweils zugunsten einer gleichzeitig angeordneten 

stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB aufgeschoben worden (Urk. 109). 

Nachdem die Beschuldigte offensichtlich weder unbedingte Geld- noch unbedingte 

-   20   -

Freiheitsstrafen und Massnahmen von weiterer Delinquenz abgehalten hat, ist 

damit im Sinne von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB geradezu zwingend geboten, vor-

liegend für jedes einzelne Delikt eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Im Übrigen 

wäre – mit der Vorinstanz – auch davon auszugehen, dass eine Geldstrafe voraus-

sichtlich nicht vollzogen werden könnte (Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB); jedenfalls 

mussten die in der Vergangenheit ausgesprochenen Geldstrafen regelmässig in 

Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt werden (Urk. 94 S. 45/46; Urk. 109) und wurde 

die Beschuldigte erst gerade letztes Jahr, am 16. Juni 2024, aus dem Vollzug von 

unzähligen, ersatzweise in Freiheitsstrafen umgewandelten Geldstrafen und 

Bussen entlassen (Urk. 104, 105).

Es ist deshalb für alle von der Beschuldigten begangenen Verbrechen und Verge-

hen eine Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe festzusetzen. 

5.6. Mit der Vorinstanz (Urk. 94 S. 40 ff.) rechtfertigen sich vorab einige Überle-

gungen zur Schuldfähigkeit der Beschuldigten. Wie sich aus der gesamten Akten-

lage offenkundig ergibt, ist die Beschuldigte schon seit langem schwer drogen- und 

alkoholabhängig und stehen die vielen von ihr begangenen Straftaten mit der 

Suchterkrankung im Zusammenhang. In den Urteilen des Bezirksgerichts Zürich, 

3. Abteilung, vom 20. Oktober 2014 und vom 11. November 2019 (Beizugsakten 

DG140246-L und DG190256-L) wurden denn auch neben den Freiheitsstrafen von 

18 bzw. 16 Monaten jeweils stationäre Suchtbehandlungen gemäss Art. 60 StGB 

angeordnet. Gemäss den in jenen Verfahren eingeholten forensisch-psychiatri-

schen Gutachten vom 23. Juli 2014 und vom 12. Juli 2019 wurden bei der Beschul-

digten psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Opioide, Kokain, 

Sedativa und Alkohol sowie eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom 

impulsiven Typ mit dissozialen Anteilen diagnostiziert und schlossen die Gutachter 

daraus auf eine forensisch relevante Minderung der Steuerungsfähigkeit. Für 

gewisse Delikte sei deshalb von einer mittelgradig und für gewisse Delikte von einer 

schwer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen (DG140246-L Urk. 14/14 S. 33; 

DG190256-L Urk. 6/16 S. 95/96). Es erscheint im Sinne der Erwägungen der 

Vorinstanz gerechtfertigt und angebracht, heute nach wie vor auf die Erkenntnisse 

aus jenen Gutachten abzustellen, auch wenn diese schon über 10 bzw. über 

-   21   -

5 Jahre alt sind (Urk. 94 S. 42/43). Wie die Vorinstanz richtig sieht, folgen die heute 

zu beurteilenden Straftaten der Beschuldigten vergleichbaren Verhaltensmustern 

wie jenen, die bereits Gegenstand der Verfahren DG140246-L und DG190256-L 

waren: Sowohl damals wie auch heute musste die Beschuldigte namentlich wegen 

Raubes, Hausfriedensbruchs, (geringfügigen) Diebstahls sowie Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte verurteilt werden und waren die Taten 

praktisch gleich gelagert wie heute: Insbesondere beging die Beschuldigte immer 

wieder Diebstähle in Ladengeschäften, in denen sie teilweise Hausverbot hatte, 

oder sie raubte ihren Opfern Wertgegenstände durch körperliche Gewalt oder 

sicherte sich den Gewahrsam an zuvor gestohlenen Gegenständen (räuberischer 

Diebstahl). Einzig den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllte die Beschuldigte 

in den beiden früheren Verfahren im Gegensatz zu heute nicht. Dabei liessen aber 

die entsprechenden Handlungen (vgl. Dossiers 4 und 9) in keiner Weise auf eine 

irgendwie geartete Wandlung der Beschuldigten schliessen, sondern sie sind 

vielmehr durchaus typische Begleiterscheinungen des nunmehr schon seit vielen 

Jahren geführten Lebens der Beschuldigten als Randständige. Auch ohne neuer-

liche Begutachtung kann deshalb heute von den Feststellungen und Diagnosen ge-

mäss den in den beiden vorgenannten Verfahren eingeholten Gutachten aus-

gegangen werden. Es ist füglich auszuschliessen, dass ein neues Gutachten zu 

massgeblich anderen Schlüssen über die Beschuldigte kommen würde. Es ihr 

daher bei all ihren Delikten als Folge der relevanten Minderung der Steuerungs-

fähigkeit eine mittelgradig bis schwer verminderte Schuldfähigkeit zuzubilligen 

(vgl. Urk. 94 S. 42).

5.7. Konkrete Strafzumessung

5.7.1. Raub (Dossier 2)

Die Vorinstanz verortete die objektive Tatschwere des räuberischen Diebstahls 

gemäss Dossier 2 "im unteren Bereich" des Strafrahmens von 6 Monaten bis 

10 Jahren Freiheitsstrafe (Urk. 94 S. 48). Das ist insoweit zu hoch gegriffen, als es 

sicher um den "untersten" Bereich geht: Die Beschuldigte hat im "E._____" eine 

Tasche, einen Schal und ein Paar Turnschuhe im gesamthaften Deliktsbetrag von 

Fr. 209.85 entwendet – also noch deutlich im Bereich eines geringfügigen Vermö-

-   22   -

genswerts im Sinne von Art. 172ter StGB (Fr. 300.–, BGE 121 IV 261 E. 2d). Sodann 

bewegt sich auch die von der Beschuldigten angewandte Gewalt im untersten 

Spektrum der im Rahmen von Art. 140 Ziff. 1 StGB denkbaren Handlungen, indem 

sie der Privatklägerin B._____ zwar zwei Faustschläge ins Gesicht versetzt hat, 

deren Wirkung indessen im Wesentlichen nicht über Prellungen im linken Gerichts-

bereich von B._____ hinausgegangen ist (vgl. D2/7 S. 8; Urk. 2/13/3 und 2/13/4). 

Wenn die Vorinstanz nach Berücksichtigung der seinerzeit gutachterlich festgestell-

ten mittelgradig bis schwer eingeschränkten Schuldfähigkeit zu einer Einsatzstrafe 

von 7 Monaten für die gesamte Tatschwere kommt (Urk. 94 S. 48), so erscheint 

dies deshalb als zu hoch. Vielmehr liegt ein Fall vor, in welchem es in Anwendung 

von Art. 19 Abs. 2 StGB und Art. 48a Abs. 1 StGB gerechtfertigt ist, die gesetzlich 

angedrohte Mindeststrafe zu unterschreiten. Angemessen erscheint eine Einsatz-

strafe von 4 Monaten.

Zu den Täterkomponenten ist auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen (Urk. 94 S. 48 ff.; vgl. dazu auch Urk. 113 S. 1 ff.). Es bleibt als Quintes-

senz, dass insbesondere die in rund 8 ½ Jahren von der Beschuldigten erwirkten 

14 Vorstrafen sowie ihre ungeachtet laufender Strafuntersuchungen fortwährende 

Delinquenz sich deutlich straferhöhend auswirken müssen. Angesichts der klaren 

Beweislage ist das Geständnis hinsichtlich des Diebstahls nicht strafmindernd zu 

gewichten, zumal die Beschuldigte das wesentliche Element ihrer Straftat – das 

gewaltsame Verteidigen des Deliktsguts durch Faustschläge – entgegen der auch 

diesbezüglich klaren Beweislage abstreitet (so auch heute; vgl. Urk. 113 S. 17 ff.).

Für den räuberischen Diebstahl gemäss Dossier 2 erscheint damit eine Einsatz-

strafe von 6 Monaten als angemessen.

5.7.2. Weitere Vergehen

Für die weiteren Vergehen (mehrfacher Hausfriedensbruch, mehrfache Sachbe-

schädigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss den 

Dossiers 3, 4, 5, 9 und 14) setzte die Vorinstanz jeweils Einzelstrafen im allerun-

tersten, zum Teil einstelligen Tagebereich fest und erhöhte hernach die Einsatz-

-   23   -

strafe für den Raub in Anwendung des Asperationsprinzips um 2 Monate (Urk. 94 

S. 50 ff.).

Das erscheint im Resultat jedenfalls als angemessen, sodass die entsprechenden 

Erwägungen grundsätzlich übernommen werden können, ohne dass an dieser 

Stelle nochmals je einzeln auf die jeweiligen Delikte eingegangen werden müsste: 

So ist sicher richtig, dass die Vorinstanz für die verschiedenen Hausfriedensbrüche 

jeweils nur minimale Einzelstrafen von wenigen Tagen festsetzte, nachdem es 

entweder um ein Eindringen in Keller zum Zwecke einer Übernachtung oder das 

Betreten eines Verkaufsgeschäfts trotz Hausverbot (J._____ am Flughafen) ging. 

Die Sachbeschädigungen gewichtete die Vorinstanz dann korrekterweise etwas 

schwerer mit Einzelstrafen von 15 (Beschädigung von Holzlatten des Kellerabteils 

mit einem Schadensbetrag von 320.– im Dossier 5) bzw. 20 Tagen (eingeschla-

gene Fensterscheibe mit einem Schadensbetrag von Fr. 1'211.25 im Dossier 9). 

Und ebenso zutreffend ist, wenn die Vorinstanz die Einzelstrafe für die Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte im Dossier 14 (Fusstritte gegen die Polizei-

beamte L._____) im ähnlichen Bereich, nämlich 20 Tagen sieht. Dabei hat die Vor-

instanz jeweils in angemessener Weise die mittelgradig bis schwer eingeschränkte 

Schuldfähigkeit der Beschuldigten berücksichtigt sowie hinsichtlich der Täterkom-

ponenten namentlich die sehr belastete Vorstrafensituation, die Delinquenz trotz 

laufender Verfahren aber auch – gegebenenfalls – allfällige Geständnisse der Be-

schuldigten zutreffend veranschlagt.

Hinsichtlich des Dossiers 9 wurde von der Verteidigung sinngemäss die Anwen-

dung von Art. 54 StGB beantragt. Gemäss Art. 54 StGB sieht die zuständige 

Behörde von einer Bestrafung ab, wenn der Täter durch die unmittelbaren Folgen 

seiner Tat so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unangemessen wäre. Gemäss 

Feststellung des für die Abklärung der Hafterstehungsfähigkeit der Beschuldigten 

am 13. Februar 2022 zuständigen Arztes habe bei der Beschuldigten eine trans-

fusionsbedürftige Anämie (Blutarmut) bei venöser Blutung aus 4 Stich-/Schnitt-

wunden an der Innenseite des rechten Unterarms bestanden, welche Verletzung 

sie sich im Rahmen ihrer Borderline-Störung selbst zugefügt habe (Urk. D9/12). 

Auch wenn die Verletzung, die sich die Beschuldigte – unabsichtlich – selbst bei-

-   24   -

gebracht hat, eine notfallärztliche Intervention erforderlich machte, war sie nicht von 

einer derartigen Schwere, wie sie von Art. 54 StGB gefordert ist. Das ergibt sich 

ohne Weiteres aus einer Durchsicht der Kasuistik, die in diesem Zusammenhang 

bisher ergangen ist (PK StGB-TRECHSEL/KELLER 2021, Art. 54 N 9; BSK StGB-

RIKLIN Art. 54 N 14 ff., 58 ff.). Entsprechend ist bezüglich Dossier 9 nicht von einer 

Bestrafung im Sinne von Art. 54 StGB abzusehen.

Es erscheint deshalb als angemessen, die Beschuldigte für die von ihr begangenen 

Verbrechen und Vergehen mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten zu bestrafen.

5.7.3. Übertretungen

Für die mehrfachen geringfügigen Diebstähle (Dossiers 3, 5, 7 und 10) setzte die 

Vorinstanz eine (Gesamt-)Busse von Fr. 500.– fest, teilweise als Zusatzstrafe zur 

der Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

29. November 2021 auferlegten Busse von Fr. 1'000.– (weil der geringfügige 

Diebstahl gemäss Dossier 3 vor dem 29. November 2021 stattgefunden hat). Damit 

liegt die Vorinstanz gar unter dem diesbezüglichen Antrag der Verteidigung, die 

– für lediglich drei geringfügige Diebstähle – eine Busse von Fr. 600.– als ange-

messen erachtet (Urk. 73 S. 21; Urk. 95 S. 3).

Den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz ist vollumfänglich zu folgen und 

die Busse von Fr. 500.– zu bestätigen (Urk. 94 S. 55 f.). Das Tatvorgehen war 

immer sehr vergleichbar und mit der Vorinstanz nicht sehr raffiniert, und es ist der 

Beschuldigten auch hier die mittelgradig bis schwer verminderte Schuldfähigkeit 

zugute zu halten. Während sodann die teilweisen Geständnisse leicht strafmin-

dernd zu berücksichtigen sind, wirken auch hier die Vorstrafensituation sowie die 

Delinquenz trotz weiterer laufender Strafverfahren deutlich straferhöhend.

Mit der Vorinstanz ist für den Fall, dass die Beschuldigte die Busse von Fr. 500.– 

schuldhaft nicht bezahlen sollte, eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen festzus-

etzen (Urk. 94 S. 57).

-   25   -

5.7.4. Fazit

Die Beschuldigte ist damit gesamthaft mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten und 

einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen, letzteres als teilweise Zusatzstrafe zur der 

Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

29. November 2021 auferlegten Busse von Fr. 1'000.–. An die Freiheitsstrafe 

anzurechnen sind 79 Tage, welche die Beschuldigte durch Haft bereits erstanden 

hat (Art. 51 StGB).

6. Vollzug

6.1. Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvoll-

zugs kann zunächst auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 94 S. 56 f.). Zu ergänzen ist, dass gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB für 

einen Aufschub besonders günstige Umstände vorliegen müssen, wenn der Täter 

innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten 

Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt worden ist. Vorliegend ist die 

Beschuldigte am 11. November 2019 – und mithin weniger als fünf Jahre vor den 

nunmehr zu beurteilenden Taten – mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

16 Monaten bestraft worden (Urk. 109 S. 10/11). Es müssten demnach besonders 

günstige Umstände vorliegen, damit ihr der bedingte Strafvollzug gewährt werden 

könnte.

6.2. Von solchen besonders günstigen Umständen kann keine Rede sein: Wie nun 

schon mehrfach erwähnt, weist der Strafregisterauszug der Beschuldigten nicht 

weniger als 14 Verurteilungen aus, mit welchen bereits ausnahmslos unbedingte 

Geld- und Freiheitsstrafen ausgesprochen worden sind (Urk. 109). Wenn nun 

schon unbedingte Strafen die Beschuldigte offensichtlich nicht beeindrucken, wird 

das bei bedingten Strafen ebenso wenig der Fall sein.

6.3. Was die Verteidigung zur Begründung ihres Antrags auf eine bedingte Strafe 

ausführt, verfängt nicht (Urk. 73 S. 21; Urk. 95 S. 6, 7; Urk. 105; Urk. 114 S. 4 und 

16 f.): So ist nicht ersichtlich, inwiefern der letztes Jahr von der Beschuldigten erlit-

tene Vollzug diverser Ersatzfreiheitsstrafen eine entscheidende positive "erhebli-

-   26   -

che persönliche Entwicklung" zur Folge gehabt haben könnte – zumal das nicht die 

erste von der Beschuldigten verbüsste Freiheitsstrafe war und der letzte Vollzug, 

aus welchem sie am 23. Juli 2018 entlassen worden war (Urk. 109), augenschein-

lich auch nicht die erhoffte Wirkung gezeigt hat. Es ist denn auch bezeichnend, 

dass gemäss aktuellem Strafregisterauszug bereits wieder drei neue Strafunters-

uchungen gegen die Beschuldigte am Laufen sind (Urk. 109 S. 1/2). Sodann ist es 

zwar so, dass der Vollzugsbericht der Strafanstalt Gmünden der Beschuldigten 

attestiert, sich schnell und gut in den Vollzugsalltag und das Insassenkollektiv 

eingelebt zu haben. Das betrifft aber – begriffsnotwendig – das geschlossene, 

strukturierte Umfeld im Vollzug. Bezüglich der angestrebten Resozialisierung fällt 

dagegen auf, dass gemäss dem erwähnten Bericht die Beschuldigte deliktorien-

tierte Gespräche unterbinde und sich geweigert habe, die Auflage des Sozialamts 

Q._____ zu akzeptieren, ihre zu teure Wohnung zu kündigen und eine günstigere 

Wohnung zu beziehen (Urk. 105 S. 2, 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung er-

gab sich, dass die Beschuldigte neu (alleine) in ihrer 2.5-Zimmer-Wohnung in 

M._____ wohne und jedes zweite Wochenende Kontakt zu ihrer in N._____ 

lebenden Tochter pflege. Sie sei arbeitslos, werde vom Sozialamt unterstützt, sei 

beim RAV und auf Stellensuche (Urk. 113 S. 1 ff.; vgl. dazu auch Urk. 114 S. 4 und 

Prot. II S. 8 f.). Wenn die Verteidigung diesbezüglich jedoch vorbringt, dass sich die 

Beschuldigte klar in Richtung Stabilität und Eigenverantwortung entwickle, so ist ihr 

nicht zu folgen. Dieser Einschätzung der Verteidigung ist insbesondere mit Blick 

auf die eigenen Ausführungen der Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhand-

lung hinsichtlich der drei neu laufenden Strafverfahren sowie ihres Konsums von 

Drogen und Alkohol (Urk. 113 S. 7 ff.) nicht zu folgen. Der Beschuldigten kann 

somit keine (besonders) günstige Legalprognose gestellt werden.

6.4. Es bleibt damit dabei, dass der Beschuldigten eine ungünstige Prognose 

gestellt werden muss und ihr deshalb der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe nicht 

gewährt werden kann.

-   27   -

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen

7.1. Erstinstanzliche Kosten

7.1.1. Die Vorinstanz hat die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen 

Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich 

der Beschuldigten auferlegt (Urk. 94 S. 63, Dispositivziffer 14). Zur Begründung 

verweist die Vorinstanz einzig auf den Wortlaut von Art. 426 Abs. 1 StPO, wonach 

eine Person in der Regel die Kosten des Prozesses zu tragen hat, wenn sie verur-

teilt wird. Weiter erwägt die Vorinstanz, dass die Kosten wegen Uneinbringlichkeit 

sogleich definitiv abzuschreiben seien, nachdem in Anbetracht des Zustands der 

Beschuldigten nicht davon auszugehen sei, dass sie in naher Zukunft einer Arbeit 

werde nachgehen können (Urk. 94 S. 61). Diese Erwägung hat dann allerdings im 

Dispositiv keinen Niederschlag gefunden.

7.1.2. Die Verteidigung kritisiert berufungsweise einerseits, dass die Vorinstanz die 

Kosten der Beschuldigten trotz Freisprüchen nicht lediglich anteilsmässig auferlegt 

habe, und sie weist andererseits auf den Widerspruch zwischen den Erwägungen 

und dem Dispositiv hin (Urk. 95 S. 6; Urk. 114 S. 18).

7.1.3. Im Unterschied zum Rechtsmittelverfahren werden die erstinstanzlichen 

Verfahrenskosten nicht nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (vgl. Art. 428 

Abs. 1 StPO und Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO). Wird die beschuldigte Person bei 

einer Mehrzahl strafbarer Handlungen teilweise schuldig gesprochen und teilweise 

freigesprochen, sind die Verfahrenskosten zwar grundsätzlich anteilsmässig der 

beschuldigten Person, dem Staat und gegebenenfalls der Privatklägerschaft 

aufzuerlegen. Dabei gilt es aber das Kostendeckungs- und das Äquivalenzprinzip 

zu beachten. In diesem Sinn dürfen der beschuldigten Person dann die gesamten 

Kosten des Verfahrens auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten Hand-

lungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Unter-

suchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig waren. Es ist 

nach Sachverhalten, nicht nach Tatbeständen aufzuschlüsseln. Bei einem einheit-

lichen Sachverhaltskomplex ist vom Grundsatz der vollständigen Kostenauflage 

nur abzuweichen, wenn die Strafuntersuchung im freisprechenden Punkt zu Mehr-

-   28   -

kosten geführt hat. Bei der Aufteilung der Verfahrenskosten steht der Strafbehörde 

jedenfalls ein gewisser Ermessensspielraum zu (BSK StPO-DOMEISEN, Art. 426 N 5 

f. m.H.).

7.1.4. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte in den Dossiers 7 und 9 je von den Vor-

würfen des Hausfriedensbruchs sowie im Dossier 16 vom Vorwurf der Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte freigesprochen (Urk. 94 Dispositivziffer 2). 

Dabei bleibt es auch zweitinstanzlich; weitere Freisprüche ergehen nicht.

Die beiden Freisprüche betreffend Hausfriedensbruch haben keine Folgen auf die 

Kostenverteilung, da die Beschuldigte in beiden Dossiers gleichwohl verurteilt wird; 

im Dossier 7 wegen geringfügigen Diebstahls und im Dossier 9 wegen Sachbe-

schädigung. Separate, massgebliche Untersuchungshandlungen, die mit Blick auf 

die Vorwürfe des Hausfriedensbruchs unternommen worden wären, zu Mehrkosten 

geführt hätten und nun infolge der Freisprüche als ungerechtfertigt erscheinen 

würden, sind nicht ersichtlich.

Mit dem Freispruch im Dossier 16 fällt jedoch dieses gesamte Dossier weg. Die 

betreffende Untersuchung wurde aufgrund eines Vorfalls am Sonntag, 1. Januar 

2023, 12.00 Uhr, aufgenommen, nachdem der polizeilich ausgeschriebene, dama-

lige Freund der Beschuldigten, O._____, in eine polizeiliche Kontrolle geraten und 

es in der Folge zu einem körperlichen Zusammentreffen der Beschuldigten mit ei-

nem Polizeibeamten gekommen war. Neben der Rapportierung (Urk. D16/1; 

Urk. D16/2) erfolgte in diesem Zusammenhang eine polizeiliche Einvernahme der 

Beschuldigten (Urk. D16/3), wurde vom betroffenen Polizeibeamten ein Wahrneh-

mungsbericht verfasst (Urk. D16/4) und fand eine staatsanwaltschaftliche Befra-

gung des Beamten statt (Urk. D16/6). Der schliessliche Freispruch erfolgte, weil der 

Beschuldigten ihre Darstellung nicht widerlegt werden konnte, dass sie unabsicht-

lich mit dem Beamten zusammengestossen war. Die entsprechenden Erwägungen 

der Vorinstanz erstrecken sich immerhin über 4 Seiten (Urk. 94 S. 27 bis 31).

Diese Umstände sind im Sinne von Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO bei der Kostenver-

teilung zu berücksichtigen. In Anbetracht des Umfangs des gesamten gegen die 

-   29   -

Beschuldigte geführten Verfahrens kann allerdings nur ein Bruchteil dessen Kosten 

auf die Gerichtskasse genommen werden; es rechtfertigt sich immerhin ein Zehntel.

7.1.5. Gemäss ihren Erwägungen wollte die Vorinstanz offenbar die der Beschul-

digten auferlegten Kosten in Anwendung von Art. 425 StPO wegen Uneinbringlich-

keit sofort definitiv abschreiben. Die genannte Bestimmung ermöglicht es der Straf-

behörde, einer kostenpflichtigen Person unter Berücksichtigung ihrer wirtschaft-

lichen Verhältnisse Verfahrenskosten zu erlassen. Bei der Beschuldigten sind diese 

Voraussetzungen erfüllt: Aufgrund ihrer psychischen Störung und multiplen Sucht-

erkrankung ist sie schon seit längerem nicht mehr arbeitstätig (jedenfalls nicht in 

einem nennenswerten, tragfähigen Mass), wird das wohl auch in absehbarer Zu-

kunft nicht sein, und sie ist überdies – nicht zuletzt aus ihren unzähligen bisherigen 

Strafverfahren – bereits mit erheblichen Schulden konfrontiert.

7.1.6. Entsprechend sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, zu 

neun Zehnteln der Beschuldigten aufzuerlegen und zu einem Zehntel auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. Dabei ist allerdings der Beschuldigten der ihr auferlegte 

Teil infolge Uneinbringlichkeit zu erlassen und sofort definitiv abzuschreiben.

Entsprechend sind die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Untersuchung und 

das erstinstanzliche Verfahren zu neun Zehnteln einstweilen und zu einem Zehntel 

definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der Beschul-

digten bleibt im Umfang von neun Zehnteln gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO vorbe-

halten.

7.2. Kosten des Berufungsverfahrens

7.2.1. Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte mit ihren Anträgen sehr 

weitgehend (Freisprüche, bedingter Strafvollzug) und obsiegt insofern, als die 

Strafe merklich gesenkt und die erstinstanzliche Kostenverlegung leicht korrigiert 

wird. In Gewichtung dieses Verfahrensausgangs und in Anwendung von Art. 428 

Abs. 1 StPO sind deshalb die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

-   30   -

Kosten der amtlichen Verteidigung, zu drei Vierteln der Beschuldigten aufzuerlegen 

und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

7.2.2. Auch zweitinstanzlich rechtfertigt es sich schliesslich, die der Beschuldigten 

auferlegten Kosten in Anwendung von Art. 425 StPO zu erlassen und sofort definitiv 

abzuschreiben.

7.2.3. Die amtliche Verteidigung der Beschuldigten machte für das Berufungsver-

fahren einen Aufwand von Fr. 7'552.80 geltend (Urk. 112). Unter Berücksichtigung 

der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung von knapp zwei Stunden 

(Prot. II S. 5 und 10) ist die amtliche Verteidigung für die Bemühungen und Aus-

lagen mit pauschal Fr. 7'300.– (inkl. MwSt.) zu entschädigen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind zu drei Vierteln 

einstweilen und zu einem Viertel definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt im Umfang von drei Vierteln gemäss 

Art. 135 aAbs. 4 StPO vorbehalten.

-   31   -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

vom 4. Dezember 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig

- […],

- der […] Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 4 […]),

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 3, 
Dossier 4 […]),

- […] sowie

- des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Ver-
bindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 3, […] und Dossier 10).

2. Von den Vorwürfen des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 
StGB (Dossier 7 und Dossier 9) sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB (Dossier 16) wird die Beschuldigte 
A._____ freigesprochen.

3. […]

4. […]

5. […]

6. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin B._____ wird 
auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin C._____ wird auf den Weg des Zi-
vilprozesses verwiesen.

8. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin C._____ wird abgewiesen.

9. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin R._____ Schadenersatz von 
Fr. 1'211.25 zuzüglich 5 % Zins seit dem 12. Februar 2022 zu bezahlen. Im Mehr-
betrag wird das Begehren abgewiesen.

10. Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldige das Schadenersatzbegehren von 
D._____ dem Grundsatze nach anerkannt hat.

-   32   -

11. Der polizeilich sichergestellte und bei der Stadtpolizei Zürich lagernde Turnschuh 
Nike (Ass.-Nr. A015'692'736) wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils ein-
gezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

12. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K211220-036 / 
81744481 lagernden Spuren und Spurenasservate werden nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils vernichtet.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 210.25   Auslagen Gutachten
Fr. 2'080.00   Auslagen Untersuchung
Fr.16'705.45   amtliche Verteidigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. […]

15. Die amtliche Verteidigerin MLaw X2._____ wird mit Fr. 5'024.25 (inkl. MwSt.) aus 
der Gerichtskasse entschädigt. […].

16. Der amtliche Verteidiger MLaw X3._____ wird mit Fr. 11'681.20 (inkl. MwSt.) aus 
der Gerichtskasse entschädigt. […].

17. [Mitteilungen]

18.-20. [Rechtsmittelbelehrungen]"

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil und an die Privatklägerschaft 

mit separatem Auszug.

Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A.______ ist weiter schuldig

- des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 (räuberischer Dieb-

stahl) StGB (Dossier 2),

- der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 9),

- des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 5),

-   33   -

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

aArt. 285 Ziff. 1 StGB (Dossier 14) sowie

- des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossiers 5 und 7).

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 79 Tage 

durch Haft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 500.–, teilweise als 

Zusatzstrafe zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

29. November 2021 ausgefällten Busse von Fr. 1'000.–.

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zu neun Zehnteln 

der Beschuldigten auferlegt und zu einem Zehntel auf die Gerichtskasse 

genommen. Der Beschuldigten werden die ihr auferlegten Kosten zufolge 

Uneinbringlichkeit erlassen und sogleich definitiv abgeschrieben.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Untersuchung und das erstin-

stanzliche Verfahren werden zu neun Zehnteln einstweilen und zu einem 

Zehntel definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht 

der Beschuldigten bleibt im Umfang von neun Zehnteln gemäss Art. 135 

aAbs. 4 StPO vorbehalten.

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 7'300.–   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.).

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zu drei Vierteln der Beschuldigten auferlegt 

und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen.

-   34   -

Der Beschuldigten werden die ihr auferlegten Kosten zufolge Uneinbring-

lichkeit erlassen und sogleich definitiv abgeschrieben.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu drei Vierteln einstweilen 

und zu einem Viertel definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht der Beschuldigten bleibt im Umfang von drei Vierteln gemäss 

Art. 135 aAbs. 4 StPO vorbehalten.

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung (z. Hd. Rechtsanwältin MLaw X4._____) im 
Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (versandt)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
 das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Akten … (hinsichtlich Dis-
positivziffer 2).

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

-   35   -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 9. April 2025

Der Präsident:

lic. iur. S. Volken

Der Gerichtsschreiber:

MLaw J. Stegmann