# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a656d05b-9540-58a6-8d34-40099cae6b34
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.05.2008 D-2961/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2961-2008_2008-05-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2961/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______, Sri Lanka, alias 
Y._______, geboren _______, Sri Lanka,
wohnhaft _______, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf die Eingabe vom 24. März 2008; Verfü-
gung des BFM vom 26. März 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2961/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer am 7. März 2000 unter der Identität  von 
_______ in der Schweiz ein Asylgesuch stellte, 

dass das Bundesamt mit Verfügung vom 17. Dezember 2002 feststell-
te, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, des-
sen Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie 
den Vollzug anordnete,

dass die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) die gegen diese 
Verfügung gerichtete Beschwerde vom 15. Januar 2003 mit Urteil vom 
17. Februar 2004 abwies,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 31. März 2004 um revisi-
onsweise Aufhebung des Urteils  der ARK vom 17. Februar 2004 er-
suchte, 

dass die ARK das Revisionsgesuch mit  Urteil  vom 10. Mai 2004 ab-
wies, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  14.  März  2005  in  der  Schweiz  ein 
zweites Asylgesuch stellte, 

dass die Vorinstanz auf dieses Gesuch am 29. März 2005 gestützt auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. e der damals in Kraft stehenden Fassung des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat, 

dass der Beschwerdeführer am 1. April 2005 schriftlich auf die allfälli-
ge  Ergreifung  eines  Rechtsmittels  gegen  den  vorinstanzlichen  Ent-
scheid verzichtete und die Schweiz am 2. Juli 2005 Richtung Sri Lanka 
verliess, 

dass  der  Beschwerdeführer  unter  der  Identität  von _______ am 24. 
März  2008  von  _______  aus  beim  BFM  (vorab  per  Telefax)  eine 
Eingabe machte, 

dass  er  darin  ausführte,  aufgrund  der  zunehmend  angespannten 
Situation vor Ort unter prekären Umständen leben zu müssen, 

dass er die zuständige Behörde um allenfalls erforderliche Abklärun-
gen und die Anerkennung als Flüchtling ersuchte, 

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dass  er  als  Beleg  für  die  aktuell  geltend  gemachte  Identität  eine 
schriftliche Bestätigung beibrachte, 

dass ihm die Vorinstanz mit Schreiben vom 26. März 2008 mitteilte, in 
Würdigung seiner jetzigen Vorbringen bestehe kein Anlass, (wiederer-
wägungsweise) auf die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 17. 
Dezember 2002 zurückzukommen, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe vom 7. Mai  2008  (Eingang 
Bundesverwaltungsgericht)  an  die  Beschwerdeinstanz  gelangte  und 
darin vorab die Argumente seines Schreibens vom 24. März 2008 wie-
derholte, 

dass er ferner geltend machte, ihm sei durch die zuständige Stelle das 
Ausstellen eines Visums verwehrt worden,

dass in Anbetracht der für ihn in Sri Lanka äusserst prekären Situation 
die  vorinstanzliche  Weigerung,  seinen  Fall  neu  zu  beurteilen,  nicht 
nachvollzogen werden könne, 

dass  er  in  diesem  Zusammenhang  ein  wiedererwägungsweises  Zu-
rückkommen auf den negativen Asylentscheid beantragte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren [VwVG SR 172.021]) des BFM auf dem 
Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32];  Art.  83  Bst. d 
Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]),

dass gemäss Lehre und Praxis das Nichteintreten auf ein Wiedererwä-
gungsgesuch oder dessen formlose Nichtanhandnahme mit der alleini-
gen Begründung an die ordentliche Rechtsmittelinstanz weitergezogen 
werden  kann,  die  Vorinstanz  habe  es  in  Missachtung  eines  verfas-
sungsmässigen  Anspruchs  auf  Wiedererwägung  zu  Unrecht  abge-
lehnt, auf das Wiedererwägungsgesuch einzutreten (vgl. EMARK 2003 
Nr.  7  E. 2a.aa  S.  43;  BGE 113  Ia 146  E.  3c  S.  153  f.;  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines Verwaltungsrecht,  5. 
Aufl.,  Zürich  2006,  Rz.  1834;  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausseror-

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dentlichen Rechtsmittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 
175),

dass das vorinstanzliche Schreiben vom 26. März 2008, in welchem es 
das Bundesamt ablehnt, sich eingehend und materiell mit der Eingabe 
vom 24. März 2008 zu befassen, eine Verfügung im Asylbereich im ob-
genannten Sinne darstellt, die mit Beschwerde an das letztinstanzlich 
zuständige  Bundesverwaltungsgericht  weitergezogen  werden  kann 
(vgl. EMARK 2003 Nr. 7),

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 
6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass gestützt auf die bestehenden Akten von der Fristwahrung durch 
den Beschwerdeführer ausgegangen werden kann, 

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche han-
delt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen 
ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass nach Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; zur Weiter-
geltung der unter  Art. 4 aBV entwickelten Rechtsprechung des Bun-
desgerichts vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137) ein verfassungsmässiger 
Anspruch  auf  Wiedererwägung  besteht,  wenn  erhebliche  Tatsachen 

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oder Beweismittel geltend gemacht werden, die im früheren Verfahren 
nicht  bekannt  waren  oder  damals  noch  nicht  eingebracht  werden 
konnten,  oder  wenn  sich  die  Umstände  seit  der  letzten  Beurteilung 
wesentlich geändert  haben und mithin der ursprüngliche (fehlerfreie) 
Entscheid an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sach- oder 
Rechtslage  anzupassen  ist  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  7  E. 1  S. 42 f.; 
BGE 124 II 1  E. 3a  S. 6,  120 Ib 42  E. 2b  S. 46,  113 Ia 146  E.  3a 
S. 150ff.),

dass andererseits ein Wiedererwägungsgesuch nicht dazu dienen darf, 
die Verbindlichkeit  eines Verwaltungsentscheides fortlaufend in Frage 
zu stellen (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104),

dass  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  gar  nicht  erst  einzutreten  ist, 
wenn zu dessen Begründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen 
aufgestellt  werden  und  aus  der  Rechtsschrift  die  tatsächlichen  An-
haltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen  eines  Wiedererwägungsgrundes 
hindeuten sollen, nicht ersichtlich sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 25 E. 4.2. 
S. 227 f., 2003 Nr. 7 E. 4a S. 44),

dass im konkreten Fall  weder in  der Gesuchseingabe vom 24. März 
2008 noch in der Beschwerde vom 7. Mai 2008 ein wiedererwägungs-
rechtlich relevanter Sachverhalt in genügend substanziierter Form dar-
gelegt  wird,  wobei  diesbezüglich  vollumfänglich  auf  die  vorstehende 
Zusammenfassung der Eingaben verwiesen werden kann, 

dass sich unter diesen Umständen das Wiedererwägungsgesuch vom 
24. März 2008 gemäss der zitierten und beizubehaltenden Rechtspre-
chung als unzureichend begründet erweist, weil darin keine genügend 
substanziierten Wiedererwägungsgründe zu erkennen sind,

dass das BFM deshalb zu Recht auf die Eingabe vom 24. März 2008 
nicht  eingetreten  beziehungsweise  deren  Behandlung  nicht  anhand 
genommen hat, 

dass im Übrigen auch der Antrag des Beschwerdeführers, es sei seine 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen,  lediglich  mit  Ausführungen  zur 
angespannten Situation vor Ort begründet wird, weshalb die Entgege-
nahme der Eingabe vom 24. März 2008 als drittes Asylgesuch offen-
sichtlich nicht in Betracht kam (vgl. EMARK 1998 Nr. 1), 

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dass sich die Verfügung des BFM vom 26. März 2008 nach dem Ge-
sagten als rechtskonform erweist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1'200.- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 11. De-
zember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer 
aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass indes wegen mutmasslicher Uneinbringlichkeit auf deren Auflage 
verzichtet wird. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft  in  Colombo (per Kurier  EDA),  mit  der Bitte,  das Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts dem Beschwerdeführer zuzustellen

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den vor-
instanzlichen Akten (Kopie; Ref.-Nr. _______ per Kurier)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand:

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