# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca19346f-f3d4-561e-8cb0-756d768ba5bd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-06-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 10.06.2005 A 2005 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2005-26_2005-06-10.pdf

## Full Text

A 05 26

3. Kammer

URTEIL
vom 10. Juni 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantons- und direkte Bundessteuer

1. … hat am … 100 % der Inhaberaktien der … AG käuflich erworben. Die 

Gesellschaft ist mit einem Aktienkapital von Fr. 92'000.-- ausgestattet und 

bezweckt den Handel mit und den Vertrieb von Waren aller Art sowie die 

Durchführung von Handels-, Finanz- und Rechtsgeschäften jeder Art. Sie 

hat im Jahre 2004 während des Veranlagungsverfahrens ihren Sitz nach 

… verlegt, wo sie unter der neuen Firma … AG eingetragen worden ist. In 

der Bilanz der … per 31.12.2002 wird als Hauptaktivum eine 

Eigentumswohnung in … aufgeführt, die zum Teil vermietet aber auch von 

der Aktionärsfamilie benützt worden ist. In der Erfolgsrechnung 2002 sind 

nicht nur die Erträge aus der lmmobilie in … enthalten. In der 

Erfolgsrechnung erscheinen nebst Lizenzeinnahmen auch noch Erträge 

aus Beratungstätigkeiten im Umfange von Fr. 80'149.60. Den Einnahmen 

aus den Beratungstätigkeiten stehen Fremdarbeiten im Umfange von Fr. 

54'500.-- gegenüber. Diese Arbeiten sind von der …, einer in …, …, 

domizilierten Gesellschaft in Rechnung gestellt worden. Die 

Steuerverwaltung erachtete diesen Aufwand als nicht geschäftsmässig 

begründet bzw. den Nachweis dafür als nicht erbracht. Entsprechend 

rechnete sie den Betrag in der Veranlagungsverfügung vom 27. April 2004 

auf. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 2. März 

2005 ab. 

2. Dagegen erhob die … AG am 31. März 2005 Rekurs bzw. Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid 

aufzuheben und den steuerbaren Gewinn von Fr. 59'500.-- um die 

aufgerechneten Fr. 54'500.-- zu reduzieren. Die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin (im Folgenden nur noch Rekurrentin) macht im 

Wesentlichen geltend, aufgrund der von ihr eingereichten Unterlagen sei 

rechtsgenüglich nachgewiesen, dass die umstrittene Zahlung 

geschäftsmässig begründet war.

3. Die Steuerverwaltung beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung 

des Rekurses. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen die gleichen 

Argumente vor, wie schon im angefochtenen Entscheid. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegenstand der Gewinnsteuer ist gemäss Art. 58 DBG und Art. 79 StG der 

Reingewinn. Dieser setzt sich zusammen aus dem Saldo der 

Erfolgsrechnung und aus allen vor Berechnung dieses Saldos 

ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zu Deckung 

von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden. 

Rekursgegenstand bildet die Frage, ob die Steuerverwaltung zu Recht die 

Zahlung von Fr. 54'500.-- an eine in ... domizilierte Gesellschaft als nicht 

geschäftsmässig begründeten Aufwand qualifiziert hat. 

2. Der Nachweis des Aufwandcharakters von Leistungen obliegt, den 

allgemeinen Regeln über die Beweislast folgend, der steuerpflichtigen 

Gesellschaft. Zwar haben die Steuerbehörden nicht über die 

Zweckmässigkeit von Aufwandpositionen der steuerpflichtigen 

Unternehmung zu entscheiden und so ihr eigenes Ermessen anstelle 

desjenigen der Geschäftsleitung zu stellen. Dennoch hat die 

steuerpflichtige Gesellschaft nachzuweisen, dass die in Frage stehenden 

Leistungen geschäftsmässig begründet sind. So können sich die 

Steuerbehörden vergewissern, dass geschäftliche und nicht andere 

Gründe für die geldwerte Leistung ausschlaggebend waren (Urteil des 

Bundesgerichtes vom 7. November 1995, in: ASA 65 S. 401 E.2b; BGE 119 

Ib 431 E.2c S. 435). Der Aufwandcharakter von Zahlungen ist eine 

steuerbefreiende Tatsache, weshalb die entsprechende Beweislast voll 

und ganz den Steuerpflichtigen trifft. Die Verwaltung hat lediglich - gestützt 

auf die Unterlagen, welche der Steuerpflichtige in Erfüllung seiner 

Mitwirkungspflicht beibringt - zu entscheiden, ob der Beweis geglückt ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Januar 1999, in: ASA 68 S. 250 f. 

E.2b). An den Nachweis der entsprechenden Behauptungen sind 

besonders dann strenge Anforderungen zu stellen, wenn internationale 

Rechtsbeziehungen in Frage stehen (vgl. Urteil vom 7. November 1995 in: 

ASA 65 5. 401 E.2b.). Diesfalls entziehen sich die Verhältnisse des 

ausländischen Leistungsempfängers der Kontrolle durch die inländischen 

Steuerbehörden. Dies gilt umso mehr, wenn behauptet wird, die Beträge 

seien in ein sogenanntes Offshore-Gebiet geflossen. Insbesondere darf 

auch ein Nachweis darüber verlangt werden, dass die Zahlung dem 

Empfänger tatsächlich zugeflossen ist (vgl. StE A 23.2 Nr. 2 E.2.4). 

3. Vorliegend hat die Rekurrentin keinerlei zwingenden Nachweis dafür 

erbracht, dass die umstrittene Zahlung tatsächlich der Offshore-

Gesellschaft zugeflossen ist. Der Verwaltungsrat der Rekurrentin will die 

Rechnung der Gesellschaft am 22. August 2003 in … durch Barzahlung an 

einen gewissen … beglichen haben. Die Rekurrentin hat nicht den 

geringsten Beweis dafür erbracht, in welcher Beziehung diese Person zur 

ausländischen Gesellschaft steht, ob sie bevollmächtigt war, das Geld 

entgegenzunehmen und ob es je bei der Gesellschaft eingetroffen ist. Es 

ist mit anderen Worten völlig ungewiss, ob die fragliche Zahlung tatsächlich 

an die Offshore-Gesellschaft geleistet wurde. Damit ist aber der Beweis für 

die geschäftsmässige Begründetheit der Aufwendung bereits gescheitert. 

Es braucht deshalb nicht geprüft zu werden, ob die Gesellschaft die von 

der Rekurrentin behaupteten Leistungen erbracht hat. Rekurs und 

Beschwerde sind demzufolge abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Rekurrentin.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 108.--

zusammen Fr. 1'608.--

gehen zulasten der … AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.