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**Case Identifier:** d3050cfa-8970-5a8c-8b42-c141ff223852
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2018 BVGE 2018 IV/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2018-IV-7_2018-12-12.pdf

## Full Text

2018 IV/7 Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 

 

 

98 IV BVGE / ATAF / DTAF  

 

2018 IV/7 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung II 
i.S. Richemont International SA gegen  

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum 
B‒4729/2018 vom 12. Dezember 2018 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe. Sittenwidrigkeit religiös 

konnotierter Zeichen. 

Art. 2 Bst. d MSchG. 

1. Bei der Beurteilung, ob ein Zeichen gegen die guten Sitten ver-
stösst, ist nicht auf das Verständnis der Abnehmer abzustellen, 

sondern auf dasjenige breiter Bevölkerungsgruppen (E. 2‒3). 

2. Das Zeichen lässt vorliegend einen Fisch erkennen und wird als 
Ichthys-Symbol und damit als religiöses Zeichen wahrgenommen 

(E. 4.5). 

3. Nicht jedes Zeichen, das eine religiöse Bedeutung hat, ist sitten-
widrig. Sittenwidrig sind religiöse Zeichen, wenn ihnen ein zen-

traler Sinngehalt in der jeweiligen Religion zukommt und die 

Kommerzialisierung geeignet ist, das religiöse Empfinden der ent-

sprechenden Religionsangehörigen zu verletzen und den sozialen 

Frieden zu gefährden. Sittenwidrigkeit wird im vorliegenden Fall 

verneint (E. 5.3‒5.4). 

Protection des marques. Motifs absolus d'exclusion. Caractère 

contraire aux bonnes mœurs des signes à connotation religieuse. 

Art. 2 let. d LPM. 

1. Pour évaluer si un signe est contraire aux bonnes mœurs, il sied de 
se fonder non pas sur la compréhension qu'en ont les acheteurs, 

mais sur celle qu'en ont de larges couches de la population 

(consid. 2–3). 

2. En l'occurrence, le signe représente un poisson, qui symbolise 
Ichthus; il est ainsi perçu comme un signe religieux (consid. 4.5). 

3. Tout signe ayant une portée religieuse n'est pas en soi contraire 
aux bonnes mœurs. Sont contraires aux bonnes mœurs les signes 

auxquels la religion concernée attribue une signification centrale 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2018 IV/7 

 

 

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et lorsque leur commercialisation est susceptible de heurter le sen-

timent religieux des adeptes de cette religion, ainsi que de compro-

mettre la paix sociale. Contrariété aux bonnes mœurs niée en l'es-

pèce (consid. 5.3–5.4). 

Protezione dei marchi. Motivi assoluti di esclusione. Contrarietà ai 

buoni costumi di segni a connotazione religiosa.  

Art. 2 lett. d LPM.  

1. Nel valutare la contrarietà di un segno ai buoni costumi non bi-
sogna fondarsi sulla percezione delle cerchie dei consumatori 

interessati, bensì su quella di un'ampia fascia della popolazione 

(consid. 2–3).  

2. Il segno in questione permette di individuare un pesce ed è per-
cepito come il simbolo dell'Ichthys e quindi come un segno reli-

gioso (consid. 4.5). 

3. Non tutti i segni aventi un significato religioso sono contrari ai 
buoni costumi. I segni religiosi sono contrari ai buoni costumi se 

assumono un significato centrale nella religione interessata e il loro 

uso commerciale rischia di ledere i sentimenti religiosi dei fedeli 

della rispettiva confessione e di minacciare la pace sociale. Nessu-

na contrarietà ai buoni costumi nella fattispecie (consid. 5.3–5.4). 

 

Am 22. Juli 2016 meldete die Beschwerdeführerin die strittige Bildmarke 

(Gesuchs-Nr. 58809/2016) bei der Vorinstanz zur Eintragung in das 

schweizerische Markenregister an. Das Zeichen wird für folgende Waren 

beansprucht: 

Klasse 14: Horlogerie et instruments chronométriques; montres; chrono-

mètres; pendules (horlogerie); boîtiers de montres; cadrans (horlogerie); 

mouvements d'horlogerie; réveille-matin. 

Sie hat folgendes Aussehen: 

 

 

Mit Verfügung vom 18. Juni 2018 wies die Vorinstanz das Markenein-

tragungsgesuch für sämtliche beanspruchten Waren zurück. 

2018 IV/7 Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 

 

 

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Zur Begründung führte sie aus, das infrage stehende Zeichen sei eine Ab-

bildung mit religiösem Inhalt. Die kommerzielle Verwendung des Zei-

chens sei geeignet, die religiösen Gefühle eines durchschnittlichen Ange-

hörigen des Christentums zu verletzen. Die Marke sei wegen Verstosses 

gegen die guten Sitten zurückzuweisen und nicht zum Markenschutz zu-

zulassen. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde und beantragte deren Aufhebung sowie die 

Eintragung der Marke für sämtliche Waren. 

Sie führte im Wesentlichen aus, die Vorinstanz verkenne, dass das strittige 

Zeichen von den massgebenden Personen gar nicht als religiöses Symbol 

wahrgenommen werde. Zudem sei das Zeichen nicht geeignet, das Emp-

finden der betroffenen Bevölkerung zu verletzen. 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut. 

Aus den Erwägungen: 

2.  
2.1 Art. 2 Bst. d des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 
(MSchG, SR 232.11) soll unter anderem den politischen und sozialen Frie-

den sowie die Geschäftsmoral sicherstellen und schliesst den Marken-

schutz für Zeichen aus, welche gegen die öffentliche Ordnung, die guten 

Sitten oder geltendes Recht verstossen (STÄDELI/BRAUCHBAR BIRK-

HÄUSER, in: Basler Kommentar, Markenschutzgesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 2 

N. 329). Im Kennzeichnungsrecht gelten Zeichen als sittenwidrig, wenn 

sie geeignet sind, das sozialethische, moralische, religiöse oder kulturelle 

Empfinden breiter Bevölkerungskreise zu verletzen. Sittenwidrig sind 

zum Beispiel Zeichen mit rassistischem, religionsfeindlichem, einem das 

religiöse Empfinden verletzendem oder sexuell anstössigem Inhalt (BGE 

136 III 474 E. 3 « Madonna [fig.] »; MICHAEL NOTH, in: Markenschutz-

gesetz [MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 2 Bst. d N. 23; EUGEN MARBACH, 

Markenrecht, in: Schweizerisches Immaterialgüter- und Wettbewerbs-

recht, Bd. III/1, 2. Aufl. 2009, Rz. 666 ff.; MATHIS BERGER, Sittenwidrige 

Zeichen sind nicht schutzfähig, sic! Sondernummer 2005, 125 Jahre Mar-

kenhinterlegung, S. 41 ff.). 

2.2 In Bezug auf die Prüfung der Eintragungsfähigkeit im Lichte von 
Art. 2 Bst. d MSchG ist nicht auf das Verständnis der Abnehmer im Sinne 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2018 IV/7 

 

 

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eines Verkehrskreises, sondern auf dasjenige der allgemeinen Öffentlich-

keit beziehungsweise weiter Volkskreise abzustellen (BERGER, a.a.O., 

S. 44 mit Fn. 32). Die Bestimmung der relevanten Sichtweise hat hier eine 

etwas andere Funktion als im Rahmen von Art. 2 Bst. a‒c MSchG (vgl. 

dazu ausführlich NOTH, a.a.O., Art. 2 Bst. d N. 7). Dabei ist nicht erfor-

derlich, dass sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung in seinem sittlichen 

Empfinden betroffen fühlt, sondern es ist auch auf Minderheiten Rücksicht 

zu nehmen, wobei extreme Sensibilitäten unberücksichtigt bleiben müssen 

(STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 2 N. 345; zum Ganzen 

BGE 136 III 474 E. 4.2 « Madonna [fig.] »). 

2.3 Als sittenwidrig gelten Zeichen, die geeignet sind, das religiöse 
Empfinden zu verletzen. Religiöse Namen und Symbole sind regelmässig 

ethisch hoch besetzt. Sittenwidrig ist dabei nicht der Inhalt, sondern die 

Wahl des Zeichens zur kommerziellen Nutzung. Die markenmässige 

Kommerzialisierung solcher Zeichen kann eine Verletzung des religiösen 

Empfindens der betroffenen Religionsangehörigen bewirken (BGE 136 III 

474 E. 3 « Madonna [fig.] »). Zeichen, denen nach dem Verständnis der 

betroffenen Religionsgemeinschaft ein wichtiger religiöser Sinngehalt zu-

kommt, sind unabhängig von den beanspruchten Waren und Dienstleis-

tungen vom Markenschutz auszuschliessen. Die beanspruchten Waren und 

Dienstleistungen können ausnahmsweise berücksichtigt werden, wenn 

geltend gemacht wird, dass die kommerzielle Verwendung des Zeichens 

durch Gewöhnung allgemein akzeptiert ist (z.B. bei Heiligennamen für al-

koholische Getränke) oder das Zeichen ausschliesslich für Waren und 

Dienstleistungen mit klarem religiösem Bezug verwendet wird (BGE 136 

III 474 E. 4.2 « Madonna [fig.] » m.w.H.; vgl. auch zum Designrecht Ur-

teil des BVGer B‒4975/2013 vom 26. Februar 2016 E. 3.7 « Medaillon »). 

3. Mit Blick auf die Eintragungs- und Schutzfähigkeit der strittigen 
Marke sind vorab die massgeblichen Verkehrskreise zu bestimmen. Die 

Vorinstanz führt dazu aus, im Rahmen von Art. 2 Bst. d MSchG sei nicht 

auf das Verständnis der Abnehmer im Sinne eines Verkehrskreises, son-

dern auf dasjenige der allgemeinen Öffentlichkeit beziehungsweise « wei-

ter Volkskreise » abzustellen. Der Beurteilung sei die Sichtweise des 

durchschnittlichen Angehörigen der entsprechenden Bevölkerungsgruppe 

zugrunde zu legen. Massgebend sei vorliegend das Verständnis von durch-

schnittlichen Angehörigen des Christentums. Diese Auffassung wird von 

der Beschwerdeführerin nicht angezweifelt und ist unter Berücksichtigung 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch nicht zu beanstanden (vgl. 

BGE 136 III 474 E. 4 « Madonna [fig.] »). 

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4. Die Beschwerdeführerin bringt im Hauptstandpunkt vor, das strit-
tige Zeichen werde von den massgebenden Personen nicht als religiöses 

Symbol wahrgenommen. 

4.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung und der Ver-
nehmlassung aus, das vorliegende Zeichen sei eine Strichzeichnung aus 

drei gewölbten Linien, die schematisch einen Fisch ergeben würden. Der 

Fisch (Ichthys) sei eines der zentralen Symbole des Christentums. Das Zei-

chen werde von den massgebenden Verkehrskreisen als christliches Ich-

thys-Symbol wahrgenommen. Dass das strittige Zeichen wesentlich von 

diesem Symbol abweiche, stimme nicht. Die abweichenden Merkmale 

(geschlossene und im Verhältnis zum Körper relativ grosse Schwanzflos-

se) würden den Gesamteindruck des Zeichens nicht wesentlich verändern 

und der Wahrnehmung als Ichthys-Symbol nicht entgegenstehen. Es hand-

le sich um eine übliche Darstellung des Symbols. 

4.2 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, beim Zeichen 
handle es sich um einen einfachen Fisch und damit um ein wertneutrales 

Objekt. Ähnliche Fischsymbole seien im Wirtschaftsverkehr weit verbrei-

tet. Zudem weiche das Zeichen klar vom Ichthys-Symbol ab. Dieses be-

stehe aus zwei gekrümmten Linien, die in ihrer Kombination einen Fisch 

mit offen gelassener Schwanzflosse darstellen würden. Diese offene 

Schwanzflosse sei zentral und begriffswesentlich. Die Flosse des Ichthys-

Fischs sei verhältnismässig klein. Das vorliegende Zeichen habe jedoch 

eine geschlossene Schwanzflosse, welche im Verhältnis zum Körper einen 

wesentlichen Teil ausmache. Die relevanten Christen würden das strittige 

Zeichen deshalb gerade nicht als Ichthys-Symbol erkennen, sondern einen 

strichartig skizzierten Fisch wahrnehmen. 

4.3 Die strittige Bildmarke besteht aus drei gewölbten Linien, die so 
angeordnet sind, dass daraus eine schematische Darstellung eines Fischs 

entsteht. Die beiden längeren Linien sind spiegelverkehrt deckungsgleich 

und die dritte, deutlich kürzere Linie schliesst die Schwanzflosse des 

Fischs. So ergibt sich eine in sich geschlossene Form mit zwei leeren In-

nenräumen. Der Körper des Fischs befindet sich dabei auf der linken Seite, 

die geschlossene Schwanzflosse auf der rechten. Das Grössenverhältnis 

vom Körper zur Schwanzflosse auf der Längsachse entspricht in etwa 2:1. 

Die beiden Teile sind im vertikalen Verhältnis beinahe gleich hoch. 

4.4 Als Symbol spielt der Fisch in vielen Kulturen und Religionen 
eine wichtige Rolle ‒ auch in der christlichen Symbolik. Das Früh-

christentum benutzte das Symbol vor allem in der Grabeskunst. Die 

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Symbolik sowie die Ausprägung der Darstellung sind jedoch vielfältig. So 

bezieht sich der Fisch beispielsweise auf die Taufe oder den Taufvorgang. 

Auch Christus selbst wird zuweilen als grosser Fisch und die Gläubi- 

gen als kleine Fische bezeichnet (GERD HEINZ-MOHR, Lexikon der Sym-

bole, München 1998 [Neuausg.], S. 114 ff.; ENGELBERT KIRSCHBAUM et 

al., in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 2, Freiburg i. Br. 2012 

[1968], S. 35 ff.; ALOIS M. HAAS, Ichthys, Fischsymbolik im frühen 

Christentum, in: Tiersymbolik, 1991, S. 77 ff.; GÉRARD-HENRY BAUDRY, 

Handbuch der frühchristlichen Ikonographie, Freiburg i. Br. 2010, S. 41 f. 

und 101). Das Wort Ichthys kommt aus dem Griechischen und bedeutet 

Fisch (vgl. < https://www.duden.de/rechtschreibung/ichthyo >, abgerufen 

am 06.12.2018). Die einzelnen Buchstaben des griechischen Wortes 

enthalten ein kurz gefasstes Glaubensbekenntnis (Jesus Christus, Gottes 

Sohn, Erlöser). Das aus zwei gekrümmten Linien bestehende Symbol, 

welches vorliegend zur Diskussion steht, entstammt dem Frühchristentum. 

Überliefert wird, dass das Symbol als Erkennungs- und Geheimzeichen 

verwendet wurde. Eine Person zeichnete eine gekrümmte Linie in den 

Sand und die andere Person ergänzte sie durch eine gegenläufig gekrüm-

mte Linie, sodass ebendieses Fischsymbol entstand. So gaben sich die bei-

den Personen als Christen zu erkennen. Das Zeichen verschwand hernach 

in der Versenkung und spielte jahrhundertelang keine Rolle mehr, bis es in 

den 1970er-Jahren wieder auftauchte und seither als Aufkleber auf Fahr-

zeugen, in Schmuckform und in diversen weiteren Ausprägungen verwen-

det wird (vgl. BAUDRY, a.a.O., S. 41 f.; < https://www.katholisch.de/ 

aktuelles/aktuelle-artikel/symbole-das-kreuz-mit-dem-fisch >; < https:// 

www.ev-kirche-osterath.de/wissenswertes/kirchenkunde/289-vom-fisch- 

zum-kreuz-bildmotive-des-christentums >; < https://de.wikipedia.org/wi 

ki/Fisch_(Christentum) >, alle abgerufen am 06.12.2018). 

4.5 Wie die Beschwerdeführerin vorbringt, besteht das Ichthys-Sym-
bol zur grossen Mehrheit aus zwei Linien ([…]), wohingegen das strittige 

Zeichen aus drei Linien besteht und eine geschlossene Schwanzflosse 

aufweist. Ebenfalls zutreffend ist, dass bei den meisten auffindbaren Ich-

thys-Zeichen der Körper des Fischs einen Grossteil des ganzen Zeichens 

ausmacht und die Schwanzflosse proportional eher kleiner ist als in der 

Bildmarke der Beschwerdeführerin. Trotzdem wird das strittige Zeichen 

vom durchschnittlichen Angehörigen des Christentums ohne Weiteres als 

Ichthys-Symbol erkannt. Dies liegt daran, dass die konkrete Darstellung 

des Motivs in der praktischen Verwendung sehr stark variiert und die vor-

liegende Bildmarke die wesentlichen Merkmale ‒ zwei gebogene Striche, 

die in Kombination einen stilisierten Fisch ergeben ‒ aufweist. Wie die 

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Vorinstanz zutreffend ausführt, verändern die abweichenden Merkmale 

den Gesamteindruck des Zeichens nicht wesentlich, weshalb die Bild-

marke von den massgebenden Adressaten nicht nur als Fisch, sondern auch 

als Ichthys-Symbol und damit als religiöses Zeichen wahrgenommen wird. 

5. Im Sinne eines Eventualstandpunkts bringt die Beschwerdefüh-
rerin vor, das Zeichen sei nicht geeignet, religiöse Gefühle zu verletzen, 

und sei somit zum Markenschutz zuzulassen. 

5.1 Die Vorinstanz führt diesbezüglich aus, das zur Diskussion ste-
hende Zeichen werde als das christliche Ichthys-Symbol wahrgenommen, 

habe einen religiösen Gehalt und sei deshalb geeignet, das religiöse 

Empfinden der entsprechenden Religionskreise zu verletzen. Der Fisch sei 

neben dem Kreuz eines der zentralen Symbole des Christentums. Es sei 

ein verbreitetes Bildmotiv in der frühchristlichen Kunst und werde auch 

heute als Kennzeichen christlicher Gesinnung verwendet. Das Zeichen sei 

mit dem Zeichen « Madonna (fig.) », welches in BGE 136 III 474 wegen 

Sittenwidrigkeit als nicht eintragungsfähig erachtet wurde, vergleichbar. 

5.2 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, es komme nicht nur 
auf die Wahrnehmung an, sondern auch auf das Empfinden des Publikums. 

Es gehe nicht an, jegliche Zeichen bereits bei entfernter Verwandtschaft 

mit irgendeinem religiösen Symbol pauschal vom Markenschutz auszu-

schliessen. Die Bedeutung des Ichthys-Symbols sei für den durchschnitt-

lichen Schweizer Christen eher gering. Die bisherigen vom Markenschutz 

ausgeschlossenen Zeichen beträfen höchst zentrale religiöse Figuren. Die 

Vorinstanz könne nicht belegen, dass es sich beim Ichthys-Symbol neben 

dem Kreuz um ein zentrales Bildzeichen der christlichen Religion handle. 

5.3 Zu prüfen ist, ob eine markenmässige Verwendung des vorlie-
genden Zeichens das religiöse Empfinden des durchschnittlichen Ange-

hörigen des Christentums zu verletzen vermag. Die Rechtsprechung hat 

unter anderem folgende Zeichen wegen Sittenwidrigkeit infolge Verlet-

zung des religiösen Befindens zurückgewiesen: « Dalailama » (Urteil des 

deutschen Bundespatentgerichts vom 25. Juni 2002 24 W [pat] 140/01); 

« Messias » (Urteil des deutschen Bundespatentgerichts vom 2. November 

1993 27 W [pat] 85/92, in: GRUR 1994 S. 377); « Siddhartha » (Entscheid 

der Eidgenössischen Rekurskommission für geistiges Eigentum vom 

5. Oktober 2000, sic! 1/2001 S. 32 E. 4 unter Hinweis auf « Lady 

Buddha », « Mohammed », « Buddha », « Deus », « Islam » und « Jesus 

Christ Superstar »); « Buddha Bar » (Urteil des BVGer B‒438/2010 vom 

9. Dezember 2010); « Madonna [fig.] » (BGE 136 III 474; Urteil des 

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BVGer B‒2419/2008 vom 12. April 2010). Dabei handelt es sich fast 

ausschliesslich um Figuren, die in den jeweiligen Religionen eine zentrale 

Position einnehmen. Deshalb ist bei der Prüfung religiöser Motive die 

Stellung im jeweiligen Glaubenssystem zu prüfen (Urteil B‒2419/2008 

E. 7). Zum Zeichen « Madonna (fig.) » führte das Bundesverwaltungs-

gericht aus, der Umstand, dass die Madonna nicht Teil der im Christentum 

zentralen Trinität sei, führe nicht schon dazu, dass die Sittenwidrigkeit der 

Kommerzialisierung ausgeschlossen werden könne. Die intensive Madon-

nenverehrung, welche über die Verehrung gewisser Heiliger deutlich hi-

nausgehe, lege eine zentrale Rolle für die Mehrheit der Christen, die der 

katholischen Kirche zugehören, nahe (Urteil B‒2419/2008 E. 5.2). Daraus 

geht hervor, dass unter bestimmten Umständen auch die kommerzielle 

Verwendung von Zeichen, die in einer Religionsgemeinschaft nicht un-

mittelbar zentral sind, als sittenwidrig erachtet werden kann. Andererseits 

ist nicht jedes Zeichen, das eine religiöse Bedeutung hat, auch gleich sit-

tenwidrig. Vielmehr muss das strittige Zeichen in der fraglichen Religions-

gemeinschaft eine zentrale Rolle einnehmen. Dem Zeichen muss ein wich-

tiger religiöser Sinngehalt zukommen und die Kommerzialisierung des 

Zeichens muss geeignet sein, das religiöse Empfinden der entsprechenden 

Angehörigen dieser Religion zu verletzen und den sozialen Frieden zu ge-

fährden (vgl. BGE 136 III 474 E. 4.2 « Madonna [fig.] »). 

5.4 Die Bildmarke der Beschwerdeführerin wird, wie bereits festge-
halten, als Ichthys-Symbol wahrgenommen (vgl. E. 4.5). Dieses Zeichen 

ist zweifellos religiös konnotiert. Im Vergleich mit den bisher wegen Ver-

letzung des religiösen Empfindens als sittenwidrig erachteten Zeichen 

kommt der strittigen Marke jedoch kein wichtiger religiöser Sinngehalt zu. 

Sicherlich trifft zu, dass das Fischsymbol im Frühchristentum eine wesent-

liche Bedeutung hatte, es kam aber schon damals in sehr unterschiedlichen 

Ausprägungen vor. Das aus zwei gekrümmten Linien bestehende Symbol 

verschwand danach fast zwei Jahrtausende von der Bildfläche. Erst in den 

1970er-Jahren wurde es in der vorliegenden Ausprägung wieder neu ent-

deckt. Als Symbol für Jesus ist das Zeichen dagegen eher nachrangig. Zen-

trales Zeichen des Christentums ist und bleibt das Kreuz (vgl. < https:// 

www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/symbole-das-kreuz-mit-

dem-fisch >, abgerufen am 06.12.2018). Zwar ist die Verbreitung des 

Ichthys-Symbols, vor allem als Autoaufkleber, relativ gross, aber die 

religiöse Bedeutung für das Christentum liegt nicht auf der gleichen Ebene 

wie die Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist) oder das Kreuzsymbol. 

Der Sinngehalt des Zeichens ist auch nicht vergleichbar mit dem Stel-

lenwert der Mutter Jesu (Madonna), die intensiv verehrt wird, weshalb ihr 

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auch eine zentrale Rolle zukommt. Dem Ichthys-Symbol kommt keine 

zentrale Rolle zu. Das Symbol wird namentlich nicht eingesetzt bei re-

ligiösen Riten, wird weder verehrt noch angebetet. Dass es nicht zentral 

ist, zeigt sich auch daran, dass es über beinahe zwei Jahrtausende nicht 

mehr in Erscheinung trat (vgl. E. 4.4). Der Sinngehalt des Symbols teilt 

somit das Schicksal zahlreicher christlicher Zeichen, die religiös kon-

notiert sind, aber keine zentrale Bedeutung in der Religionsgemeinschaft 

oder in der religiösen Symbolik einnehmen, wie etwa die Zeichen Alpha 

und Omega, Anker, Taube, Wasser und so weiter (vgl. BAUDRY, a.a.O., 

S. 58, 93 f., 111, 132; < https://de.wikipedia.org/wiki/Symbole_des_Chris 

tentums >; < http://www.christliche-symbole.de/christliche-symbole-1/ >, 

beide abgerufen am 06.12.2018). Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht 

annehmen, dass die Kommerzialisierung des Zeichens der Beschwerde-

führerin geeignet ist, das religiöse Empfinden des durchschnittlichen An-

gehörigen des Christentums zu verletzen, zumal extreme Sensibilitäten 

unberücksichtigt bleiben (vgl. BGE 136 III 474 E. 4.2 « Madonna [fig.] »; 

NOTH, a.a.O., Art. 2 Bst. d N. 7). Hinzu kommt, dass ‒ wie die Beschwer-

deführerin aufzeigt ‒ zahlreiche Voreintragungen von Marken bestehen, 

die das strittige Ichthys-Symbol deutlich erkennen lassen ([…]). Ähnliche 

Zeichen werden im Wirtschaftsverkehr bereits seit längerer Zeit verwen-

det, ohne dass eine Verletzung des religiösen Empfindens ersichtlich ist.  

5.5 Das Bundesgericht leitet in der Rechtsprechung aus dem Schutz-
zweck von Art. 2 Bst. d MSchG ab, dass Zeichen, denen nach dem Ver-

ständnis der betroffenen Religionsgemeinschaft ein wichtiger religiöser 

Sinngehalt zukommt, unabhängig von den beanspruchten Waren und 

Dienstleistungen vom Markenschutz auszuschliessen seien, beziehungs-

weise sie seien in Bezug auf alle Waren und Dienstleistungen als sitten-

widrig zu beurteilen. Denn allein schon die Zuerkennung eines Aus-

schliesslichkeitsrechts für die kommerzielle Verwendung des Zeichens sei 

geeignet, das religiöse Empfinden der Angehörigen der betroffenen Re-

ligionsgemeinschaft zu verletzen und den sozialen Frieden zu gefähr- 

den (BGE 136 III 474 E. 4.2 « Madonna [fig.] »). Die Lehre vertritt 

teilweise die Auffassung, die Beurteilung der Sittenwidrigkeit müsse stets 

im Hinblick auf die beanspruchten Waren und Dienstleistungen erfolgen 

(MICHAEL NOTH, Gedanken zur Sittenwidrigkeit von Madonna ‒ BGE 

4A_302/2010, sic! 2/2011 S. 89 ff., insb. 90; MARBACH, a.a.O., Rz. 665). 

Die Frage, wie es sich damit im Einzelnen verhält, braucht nicht vertieft 

zu werden, da feststeht, dass dem strittigen Zeichen kein wichtiger reli-

giöser Sinngehalt zukommt. Zumindest in Bezug auf die vorliegend bean-

spruchten Waren verstösst das Zeichen nicht gegen die guten Sitten im 

Markenschutz. Absolute Ausschlussgründe 2018 IV/7 

 

 

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Sinne von Art. 2 Bst. d MSchG. Weitere Ausschlussgründe werden nicht 

geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich, weshalb die Bildmarke 

der Beschwerdeführerin vom Markenschutz nicht ausgeschlossen ist.