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**Case Identifier:** 1307361a-58f5-50f4-bcd4-9fff447de304
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.01.2023 200 2022 278
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-278_2023-01-13.pdf

## Full Text

200 22 278 IV
KNB/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Januar 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________ AG, Rechtsanwältin MLaw C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. März 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) meldete sich im März 2017 unter Hinweis auf Kniebeschwerden bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
[act. II], 1). Die IVB klärte den Sachverhalt ab, wobei sie bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatolo-
gie, ein Gutachten veranlasste (Expertise vom 1. Februar 2018 [act. II 
39.1]). Mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 17. April 2018 (act. 
II 42) verneinte sie mangels Vorliegens einer Invalidität einen Anspruch auf 
IV-Leistungen.

A.b.

Im August 2019 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf "Arthrose, 
Arthritis, Depressionen" erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. II 46 
S. 1-9). Nachdem die IVB erwerbliche Abklärungen getätigt und Berichte 
behandelnder Ärzte beigezogen hatte, verneinte sie einen Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen (act. II 67). In der Folge schritt die IVB zur 
Rentenprüfung, in deren Rahmen sie bei Dr. med. D.________ und Dr. 
med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine bidis-
ziplinäre Expertise veranlasste (interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 
30. Dezember 2020 [act. II 103.1]). Ferner liess sie durch ihren Ab-
klärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 
119 S. 2 ff.). Mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2021 (act. II 120) stellte die 
IVB dem Versicherten bei einem nach der gemischten Methode (Erwerb: 
60%, Haushalt: 40%) ermittelten Invaliditätsgrad von 19% die Abweisung 
eines Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte Ein-
wand erheben (act. II 125), woraufhin die IVB eine Stellungnahme ihres 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 3

Abklärungsdienstes einholte (act. II 128). Mit Verfügung vom 18. März 2022 
(act. II 129) entschied die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin MLaw 
C.________, mit Eingabe vom 5. Mai 2022 Beschwerde erheben. Er stellt 
die folgenden Anträge: 

1. Es sei die Verfügung vom 18. März 2022 aufzuheben. 

2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
eine Invalidenrente nach Gesetz zuzusprechen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegeg-
nerin.

Mit weiterer Eingabe vom 17. Mai 2022 stellt der Beschwerdeführer ein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2022 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. März 2022 (act. II 
129). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 18. März 2022 (act. II 129), 
womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 
erging. Indessen erfolgte die revisionsrelevante Änderung im massgebli-
chen Sachverhalt vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 3.6.1 hinten), weshalb 
die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. De-
zember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch 
Ziff. 9102 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invaliden-

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versicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 
144 V 195 E. 4.2 S. 198). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c).

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, 
wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 IVV).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 

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des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist u.a. bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 
144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 
3.1).

2.4.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.4.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom August 2019 (act. II 
46) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu über-
prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeit-
punkte bilden die Verfügung vom 17. April 2018 (act. II 42) – mit welcher 
ein Leistungs- bzw. Rentenanspruch mangels Vorliegens einer Invalidität 
verneint worden ist – und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 18. 
März 2022 (act. II 129; vgl. E. 2.4.4 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 17. April 2018 stützte sich die Be-
schwerdegegnerin auf das rheumatologische Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 1. Februar 2018 (act. II 39.1). Darin wurden die folgenden 
Diagnosen gestellt (S. 5): 

Mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Keine 

Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

2. Chronisches, sich generalisierendes Schmerzsyndrom 
- nicht ausreichend somatisch abstützbar
- krankheitsfremde Faktoren 
- Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke

3. Radiologisch pathologische Befunde im Bereich der Wirbelsäule 

4. Siehe auch Angaben zu I. B) Persönliche Anamnese

In der Beurteilung hielt Dr. med. D.________ fest, die Arbeitsfähigkeit sei 
aus somatisch-rheumatologischer Sicht für die vom Beschwerdeführer bis-
her ausgeübten beruflichen Tätigkeiten für keinen Zeitraum anhaltend ein-
geschränkt gewesen (S. 9). 

3.3 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügung vom 
18. März 2022 (act. II 129) präsentierte sich die (medizinische) Aktenlage 
im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 9. Oktober 2019 (act. II 64) ein Erschöp-
fungssyndrom mit Schwergewicht auf Gefühlen psychischen und 

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körperlichen Ausgebranntseins (ICD-10 Z73.0), eine längere depressive 
Anpassungsstörung bei stark belasteter Familienanamnese, Milieuschädi-
gung und wahrscheinlich Traumafolgestörung (ICD-10 F43.21), akzentuier-
te Persönlichkeitsmerkmale mit narzisstischen und z.T. unreifen Anteilen, 
sowie Kniearthrosen (S. 2 f.). Tätigkeiten wie ..., ..., ..., ..., ... und Arbeiten 
in ...betrieben (vgl. S. 2) stellten heute eine Überforderung dar. Insbeson-
dere erschienen diese Tätigkeiten aufgrund der Skelettbeschwerden kör-
perlich als zu streng. Die psychische Erschöpfung und die depressiven 
Stimmungsschwankungen bewirkten eine Schwächung der Leistungsfähig-
keit durch Antriebsprobleme und Ängste (S. 3).

3.3.2 Dr. med. G.________, Praktische Ärztin und Fachärztin für Allge-
meine Innere Medizin sowie Dr. med. F.________ bezeichneten den Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers im Bericht vom 20. März 2020 
bzw. 10. Mai 2020 jeweils als stationär (act. II 76 S. 2; 77 S. 1). Weiter hielt 
Dr. med. F.________ fest, schwere Körperarbeiten wie ..., ... etc. könne der 
Beschwerdeführer nicht mehr ausführen. Die genaue Arbeitsunfähigkeit 
könne er nicht schlüssig beziffern (act. II 77 S. 1).

3.3.3 Im Bericht vom 20. August 2020 (act. II 92 S. 2-5) hielt Dr. med. 
G.________ fest, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe 
sich verschlechtert. Es beständen vermehrte Schmerzen und Bewegungs-
einschränkungen infolge der bilateralen Gonarthrosen sowie des Lumbo-
vertebralsyndroms (S. 2). Die Arbeitsunfähigkeit betrage ab 10. Juli 2020 
bis auf weiteres 100% (S. 3). 

3.3.4 Im bidisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten der 
Dres. med. D.________ und E.________ vom 30. Dezember 2020 (act. II 
103.1) wurden interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (S. 5 f.): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode 
(ICD-10 F33.0), bestehend seit 1998 

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak-
toren (ICD-10 F45.41), bestehend seit wahrscheinlich 2016 

- lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrah-
lung 

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• radiologisch pathologische Befunde im Bereich der Wirbelsäu-
le

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Zeitweiliger schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10 F12.1), 
bestehend seit Jahren 

- Akzentuierung der Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (ICD-10 
Z73.1), bestehend seit der Adoleszenz

- Schädlicher Gebrauch von Tabak (ICD-10 F17.1), bestehend seit Jah-
ren 

- Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom 
• nicht ausreichend somatisch abstützbar 
• krankheitsfremde Faktoren 
• primäres Fibromyalgie-Syndrom möglich 
• Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke

Zur Arbeitsfähigkeit hielt Dr. med. D.________ aus rheumatologischer Sicht 
fest, seit Sommer 2020 bestehe für körperlich belastendere Arbeiten eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 100%. Eine den Leiden angepasste 
Tätigkeit erfolge in einem temperierten Raum (Raumluft), beschränke sich 
auf leicht- bis maximal gelegentlich mittelgradig körperlich belastende Ar-
beiten (3 bis 4mal täglich Heben bis 12.5kg) und lasse die Möglichkeit zu, 
zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln. 
Das Einhalten der Rückenergonomie sei wünschenswert (act. II 98.1 S. 
15). Interdisziplinär hielten Dres. med. D.________ und E.________ fest, 
für die bisher ausgeübten Tätigkeiten (insbesondere ...-, ...- und ...tätigkei-
ten) sei die Arbeitsfähigkeit zu 100% eingeschränkt. In angepasster Tätig-
keit betrage die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung 
sowohl der somatisch-rheumatologischen als auch der psychiatrisch-
psychosomatischen Komponente 30%. Die Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit überschnitten sich teilweise (act. II 103 S. 7). 

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.5 Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. med. D.________ und 
E.________ vom 30. Dezember 2020 (act. II 103.1) erfüllt die Anforderun-
gen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4.2 vorne) und erbringt 
Beweis (vgl. allerdings nachfolgend E. 3.6.2). Das Gutachten ist in Bezug 
auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung – welche mit jener 
der behandelnden Ärzte im Wesentlichen übereinstimmt (vgl. E. 3.3 vorne) 
– nachvollziehbar und es lassen sich gestützt darauf sämtliche vorliegend 
relevanten Tat- und Rechtsfragen beantworten. Danach liegen (in somati-
scher Hinsicht) insbesondere ein lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit 
spondylogener Ausstrahlung sowie (in psychischer Hinsicht) eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode und eine chroni-
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor, 
welche Beeinträchtigungen das funktionelle Leistungsvermögen bzw. die 
Arbeitsfähigkeit gemäss medizinisch-theoretischer Einschätzung der Gut-
achter für die bisher ausgeübten Tätigkeiten vollständig (100%) und in ei-
ner leidensangepassten Tätigkeit um 30% (Arbeitsfähigkeit 70%) 
einschränken. Weder liegen medizinische Berichte vor, welche (auch nur 
geringe) Zweifel an den Einschätzungen der Gutachter zu wecken ver-
möchten – oder bis zum massgebenden Verfügungszeitpunkt eine (seithe-

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rige) Veränderung belegten - noch werden deren Schlussfolgerungen be-
schwerdeweise in Frage gestellt.

3.6 Daraus ergibt sich Folgendes: 

3.6.1 Zunächst ist aufgrund des Gutachtens der Dres. med. D.________ 
und E.________ ein Revisionsgrund in Form einer Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes (vgl. E. 2.4.3 vorne) erstellt: So wurde verglichen 
zur referenziellen Verfügung vom 17. April 2018 (vgl. E. 3.1 vorne) nun-
mehr eine depressive Störung (gegenwärtig leichte Episode) diagnostiziert 
(act. II 101.1 S. 28). Zwar postuliert Dr. med. E.________ deren Vorliegen 
bereits seit 1998 (S. 17; act. II 103.1 S. 5). Unter revisionsrechtlichem Ge-
sichtspunkt ist jedoch entscheidend, dass ein depressives Geschehen – 
sollte es denn (bereits) im Zeitpunkt der Verfügung vom 17. April 2018 vor-
gelegen haben – nicht in den Bestand jener Tatsachen einbezogen wurde, 
anhand derer zu ermitteln ist, ob eine anspruchserhebliche Änderung des 
Sachverhalts eingetreten ist (vgl. E. 3.2 vorne und Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 9. September 2009, 9C_468/2009, E. 2.3.2). Im Übri-
gen hat sich auch der somatische Gesundheitszustand revisionsrelevant 
verändert, indem im Vergleich zur Verfügung vom 18. April 2018 ab Som-
mer 2020 nunmehr auch insoweit eine Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf die 
angestammten Tätigkeiten von 100 %) besteht (vgl. act. II 98.1 S. 14 f.). Ist 
demnach ein Revisionsgrund gegeben, ist der Rentenanspruch in rechtli-
cher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.4.5 vorne). 

3.6.2 Sodann stellt sich die (in der angefochtenen Verfügung vom 18. 
März 2022 ungeprüft gebliebene) Frage nach der rechtlichen Ausgewie-
senheit der medizinisch-theoretischen Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
30% in einer den Leiden angepassten Tätigkeit: Gemäss der interdiszi-
plinären Beurteilung berücksichtigten die Gutachter dabei sowohl die soma-
tisch-rheumatologische als auch die psychiatrisch-psychosomatische 
Komponente, hielten jedoch gleichzeitig fest, dass sich die Einschränkun-
gen der Arbeitsfähigkeit teilweise überschnitten (act. II 103.1 S. 7). Aus den 
Einzelgutachten geht insoweit hervor, dass Dr. med. D.________ in soma-
tischer Hinsicht für eine den Leiden angepasste Tätigkeit eine volle Arbeits-
fähigkeit attestierte und eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
ausdrücklich verneinte (act. II 98.1 S. 15), hingegen Dr. med. E.________ – 

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bei insoweit ebenfalls attestierter 100%iger Arbeitsfähigkeit – eine Leis-
tungseinschränkung von 30% bescheinigte (act. II 101.1 S. 25 f.). Daraus 
ist zu schliessen, dass die (gutachterlich interdisziplinär postulierte) Ein-
schränkung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit in einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit überwiegend mit psychischen bzw. psychosomatischen 
Beschwerdeanteilen zu begründen ist. Gemäss höchstrichterlicher Recht-
sprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden 
eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 
V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429). 

Ob unter den massgeblichen Blickwinkeln des funktionellen Schweregra-
des der Störung (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298) und der Konsistenz (E. 4.4 
S. 303) eine psychisch bedingte Arbeits- und Leistungsunfähigkeit ausge-
wiesen ist, erscheint vorliegend zumindest fraglich: So präsentierte sich die 
Befundlage in Bezug auf die depressive Störung als leicht (act. II 101.1 
S. 15 f.) und verwies der Gutachter hinsichtlich der (bis auf eine Reserve-
medikation therapeutisch nicht angegangenen [S. 20]) chronischen 
Schmerzstörung darauf, dass sich der Beschwerdeführer mit mehr Enga-
gement für eine Rente als für eine Wiedereingliederung einsetze (S. 19). 
Weiter diagnostizierte Dr. med. E.________ zwar eine (die Arbeitsfähigkeit 
nicht beeinflussende) Akzentuierung der Persönlichkeit (S. 17), stellte je-
doch eine allein sehr leichtgradige Einschränkung der personalen Ressour-
cen fest (S. 21). Wohl lebt der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben 
sozial zurückgezogen bzw. in sozialer Isolation (S. 14), wobei er sich mit-
tels einer Invalidenrente wieder eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben 
erhofft (S. 15). Indessen attestierte der Gutachter im Hinblick auf das All-
tagsverhalten des Beschwerdeführers (mit diversen Aktivitäten) "erhebliche 
Ressourcen" (S. 21), womit bei gleichzeitig nicht ausgewiesenem 
behandlungs- und eingliederungsanamnestischem Leidensdruck (mit 
geringer Motivationslage im Hinblick auf die Durchführung befähigender 
beruflicher Massnahmen [vgl. act. II 103.1 S. 8] bzw. integralem 
Gesamtstreben weg vom Rehabilitationsziel hin zu einer 
versicherungsmässigen Abgeltung [S. 4]) mit in der Folge fraglicher 
Konsistenz erhebliche Zweifel an einer rechtsgenüglichen Validierung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 13

medizinisch-theoretischen Arbeits- und Leistungsunfähigkeit von 30% 
bestehen. 

Wie es sich damit verhält, bedarf jedoch keiner abschliessenden 
Würdigung, da, wie nachstehend zu zeigen ist, selbst dann kein 
Rentenanspruch besteht, wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers der 
Ermittlung des Invalidiätsgrades eine 30%ige Arbeits- und 
Leistungsunfähigkeit (in einer den Leiden angepassten Tätigkeit) zugrunde 
gelegt wird. 

4.

Die Beschwerdegegnerin setzte den Zeitpunkt des frühest möglichen Ren-
tenbeginns auf den 1. Februar 2020 fest (act. II 129 S. 1 i.V.m. act. II 119 
S. 7). Dies ist mit Blick auf Art. 29 Abs. 1 IVG (mit Neuanmeldung im Au-
gust 2019 [act. II 46]) sowie Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht zu beanstanden, 
ging doch Dr. med. E.________ von einer "seit 2019" bestehenden 
30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (act. II 101.1 S. 26). 

5.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt (Art. 
16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 18. März 2022 (act. II 129) 
legte die Beschwerdegegnerin der Ermittlung des Invaliditätsgrades einen 
Status von 60% Erwerb und 40% Haushalt zugrunde (S. 2). Der Beschwer-
deführer macht geltend, bei intakter Gesundheit wäre er zu 100% erwerbs-
tätig (Beschwerde, S. 4, Rz. 10).

5.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 14

einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). Bei im Haushalt tätigen Versi-
cherten sind die gesamten persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli-
chen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs-
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und 
die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 
berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 
versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 
würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). Ein starker Indizwert ist dabei jener Tätigkeit bei-
zumessen, welche bei Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich – und 
unter Umständen seit längerer Zeit – ausgeübt wurde (Entscheid des BGer 
vom 15. März 2022, 8C_669/2021, E. 5.3.2).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialver-
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.4 Der Beschwerdeführer erwarb 1980 das Fähigkeitszeugnis als ... 
(act. II 4 S. 2). Die Folgejahre waren geprägt durch Weiterbildungen in 
handwerklichen Tätigkeiten (... und ... von ...), aber auch in eher dienstleis-
tungsorientierten, beratenden Bereichen (..., ..., ... [act. II 16 S. 13, 14-18, 
20 ff.; 17 S. 2 f.]). Im Weiteren folgt aus den Akten, dass der Beschwerde-
führer von Januar 1981 bis Oktober 1982 (act. II 16 S. 12), Dezember 1985 
bis April 1987 (S. 11), November 1987 bis Juni 1988 (S. 10), Juli 1988 bis 
Oktober 1992 (S. 9) und von August 1994 bis Oktober 1996 (S. 8) diverse 
Beschäftigungsverhältnisse innehatte, wobei aus den im individuellen Kon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 15

to (IK) dokumentierten Jahreseinkommen folgt, dass es sich namentlich bei 
den Tätigkeiten in den Jahren 1989 bis 1992 sowie betreffend 1996 um 
Vollzeitbeschäftigungen gehandelt haben dürfte (act. II 59 S. 1 f.). Nach 
einer Periode selbständiger Erwerbstätigkeit zwischen 1997 und 2000 (act. 
II 17 S. 2, 4) übte der Beschwerdeführer ab 2001 weit überwiegend tem-
poräre Beschäftigungsverhältnisse aus (vgl. act. II 16 S. 2 f., S. 5-7; 17 S. 
2). Weiter fällt auf, dass die Jahreseinkommen ab 2008 stetig sanken, wo-
bei in den Akten keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass hierfür dauer-
hafte gesundheitliche Einschränkungen verantwortlich zeichneten, zumal 
Dr. med. D.________ noch im Gutachten vom 1. Februar 2018 (act. II 39.1) 
eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte (S. 9) und auch in psychischer Hin-
sicht eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit erst ab 2019 erstellt ist 
(act. II 101.1 S. 26). 

5.5 Der Beschwerdeführer anerkennt, überwiegend temporär gearbei-
tet zu haben. Er macht jedoch geltend, es habe sich dabei hauptsächlich 
um 100%-Pensen gehandelt, was zeige, dass er sich nicht mit Teilzeitstel-
len zufriedengegeben habe. Dass er dabei teilweise auch Arbeitsstellen in 
Teilzeitpensen angenommen habe, liege indessen nicht daran, dass er 
freiwillig nur Teilzeit habe arbeiten wollen, sondern im Umstand begründet, 
dass er phasenweise durch das Sozialamt unterstützt worden und ver-
pflichtet gewesen sei, jede zumutbare Arbeitsstelle – damit auch diejenigen 
in Teilzeitpensen – anzunehmen (Beschwerde, S. 5, Rz. 15).

5.5.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer im hypothetischen 
Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit nachginge, was sich auch mit seinen 
Angaben gegenüber der Abklärungsfachperson deckt (act. II 119 S. 4 f.). 
Zur Frage, welches Pensum er dabei ausüben würde, lassen sich den An-
gaben des Beschwerdeführers jedoch keine klaren Anhaltspunkte entneh-
men. Im Weiteren geht aus den Akten nicht direkt hervor und es wird auch 
beschwerdeweise nicht näher substantiiert, in welchen Pensen die jeweili-
gen Temporäreinsätze effektiv verrichtet wurden und in welchem Verhältnis 
Vollzeit- und Teilzeiteinsätze – im Längsschnitt betrachtet – in etwa stehen. 
Auch variiert von Tätigkeit zu Tätigkeit und ist grundsätzlich nach der be-
triebsüblichen Arbeitszeit beim entsprechenden Arbeitgeber zu beurteilen, 
welches Pensum einer Erwerbstätigkeit von mindestens 100% entspricht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 16

Weiterer Abklärungen bedarf es jedoch insoweit nicht. Denn vorliegend ist 
entscheidend, dass der Beschwerdeführer ausweislich der im IK dokumen-
tierten Jahreseinkommen bereits in den Neunzigerjahren, namentlich aber 
in den Jahren vor Eintritt der Invalidität – welchen entgegen der Beschwer-
de (S. 6, Rz. 16) bei der Beurteilung der Statusfrage praxisgemäss beson-
dere Beachtung zu schenken ist (vgl. E. 5.3 vorne) – (praktisch) nie über 
einen längeren Zeitraum im Umfang eines 100%-Pensums gearbeitet hat. 
Dies trifft insbesondere auf die Jahre ab 2010 zu, in denen der Beschwer-
deführer gemäss Angaben im Lebenslauf hauptsächlich befristete Einsätze 
als ..., ... und ... leistete (act. II 17 S. 2), bezifferten sich die jeweiligen Jah-
reseinkommen doch auf weniger als Fr. 30'000.-- bzw. Fr. 20'000.-- (act. II 
59 S. 1). Dies lässt in Anbetracht der Tatsache, dass im Falle einer Voll-
zeitbeschäftigung der Jahreslohn im Baugewerbe bereits 2010 und 2012 im 
Bereich von deutlich über Fr. 60'000.-- gelegen hätte (vgl. Schweizerische 
Lohnstrukturerhebung [LSE] 2010, Position 41-43, Anforderungsniveau 4 
und LSE 2012, Position 41-43, Kompetenzniveau 1), im Längsschnitt nicht 
auf ein Pensum schliessen, welches einem Vollzeiterwerb entsprach. 

5.5.2 Im Übrigen ergeben sich in den Akten auch keine Anhaltspunkte 
dahingehend, wonach der Beschwerdeführer insbesondere in den Jahren 
vor Eintritt der Invalidität über eine längere Zeit dauerhaft eine Vollzeitbe-
schäftigung hätte ausüben wollen. Dagegen spricht gerade die Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer fast ausschliesslich temporäre Arbeitsverhält-
nisse eingegangen ist. Denn wesentliche Vorteile der Temporärarbeit sind 
die Möglichkeit, Zeitpunkt und Dauer von Arbeitseinsätzen frei wählen und 
die Chance, Temporärarbeit mit anderen, auch aussererwerblichen Tätig-
keiten, kombinieren zu können. Insofern profitieren Temporärarbeitende 
von einer flexiblen Arbeitsform, welche Abwechslung und Ungebundenheit 
bietet. Von dieser Flexibilität wollte offensichtlich auch der Beschwerdefüh-
rer profitieren, weist seine Erwerbs- und Weiterbildungsbiographie doch ein 
aussergewöhnlich weites Spektrum an Interessen und Tätigkeiten auf, wel-
che er ausserhalb von auf unbestimmte Zeit eingegangenen Festanstellun-
gen verwirklichen wollte bzw. verwirklicht hat. Wie die Beschwerdegegnerin 
in der Beschwerdeantwort deshalb überzeugend ins Feld führt (S. 3, Ziff. 
7), sei in einer Gesamtschau davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer neben den temporären Anstellungen auch immer wieder eigene Inter-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 17

essen verfolgt und umgesetzt hat, auch wenn diese kein geregeltes Ein-
kommen garantiert haben. 

5.5.3 Im Weiteren sprechen nicht nur die persönlichen und erwerblichen 
Verhältnisse gegen eine im hypothetischen Gesundheitsfall ausgeübte 
100%ige Erwerbstätigkeit, sondern entgegen der Beschwerde (S. 7, Rz. 
21) auch die familiären und sozialen Umstände, lebt der Beschwerdeführer 
doch allein, hat keine Kinder und keine Betreuungsaufgaben zu leisten (act. 
II 119 S. 11). Schliesslich wies der Beschwerdeführer gegenüber der Ab-
klärungsfachperson zwar auf seine angespannte finanzielle Situation (mit 
Sozialhilfebedürftigkeit) hin (act. II 119 S. 2). Indessen kommt nach der 
höchstrichterlichen Praxis (auch) den wirtschaftlichen Verhältnissen keine 
alleinentscheidende Bedeutung zu und dies selbst dann nicht, wenn im 
Falle der Nichtausübung einer Erwerbstätigkeit das Existenzminimum un-
terschritten wird (Entscheid des BGer vom 15. März 2022, 8C_669/2021, E. 
5.3.2). Vorliegend hat nichts Anderes zu gelten, zumal der Beschwerdefüh-
rer gemäss IK seit Jahren – mithin schon lange Zeit vor Eintritt des Ge-
sundheitsschadens – immer wieder von der öffentlichen Hand unterstützt 
wurde (act. II 59 S. 3), so dass daraus nicht auf ein im Gesundheitsfall ho-
hes Arbeitspensum oder gar eine Vollzeitbeschäftigung geschlossen wer-
den kann. 

5.6 Wie in E. 5.3 vorne dargelegt, ist für die hypothetische Annahme 
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit bzw. ein hohes 
Arbeitspensum der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich. Danach ist ein bestimmter 
Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss möglich ist. 
Hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller 
relevanten Sachumstände, mithin nach objektiven Gesichtspunkten, zur 
Überzeugung gelangt, dass er der wahrscheinlichste aller in Betracht 
fallenden Geschehensabläufe – bei zwei möglichen Sachverhaltsvarianten: 
die wahrscheinlichere – ist und zudem begründeterweise angenommen 
werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden 
Ergebnis nichts mehr ändern (Entscheid des BGer vom 7. Dezember 2011, 
9C_541/2011, E. 5.1). Werden – in Nachachtung dieser beweisrechtlichen 
Grundsätze – die beiden hier in Betracht fallenden Hypothesen des von der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 18

Beschwerdegegnerin festgelegten Status 60% Erwerb / 40% Haushalt 
einerseits und der vom Beschwerdeführer postulierte Status 100% Erwerb 
andererseits einander gegenübergestellt und beweismässig gewichtet, so 
folgt daraus, dass in Würdigung des (hinreichend erstellten) Sachverhalts 
respektive der praxisgemäss zu berücksichtigenden Kriterien ein Status 
60% Erwerb / 40% Haushalt wahrscheinlicher ist als die Annahme einer im 
Gesundheitsfall vollzeitig ausgeübten Erwerbstätigkeit. Demnach ist der 
Status 60% Erwerb / 40% Haushalt auch überwiegend wahrscheinlich 
erstellt.

5.7 Zusammenfassend ist der Ermittlung des Invaliditätsgrades ein 
Status 60% Erwerb und 40% Haushalt zugrunde zu legen. 

6.

6.1 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG (Ein-
kommensvergleichsmethode) festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf-
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufga-
benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu 
bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 
E. 4 S. 293). 

6.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 19

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen LSE 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss der vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

6.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrades der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und 
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
summiert (aArt. 27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in 
Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind 
Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen 
Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale 
Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrades, den 
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 
27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf 
die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 20

ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 
27bis Abs. 4 IVV). 

6.4 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Ermittlung des 
Valideneinkommens in Anbetracht der in der Vergangenheit bei 
verschiedenen Arbeitgebern und einzig temporär ausgeübten 
Beschäftigungsverhältnissen zu Recht auf die LSE (des Jahres 2018) ab 
(vgl. E. 6.2.1 vorne), wobei sie Tabelle TA1_tirage_skill_level, Position 41-
43 (Baugewerbe), Kompetenzniveau 1, Männer, zugrunde legte. Der 
Beschwerdeführer stellt die Berücksichtigung der LSE nicht in Frage, macht 
jedoch geltend, statt Tabelle TA1 sei Tabelle T17, Position 72, 
heranzuziehen (Beschwerde, S. 8 f., Rz. 26 f.). 

Wie auch der Beschwerdeführer einräumt (Beschwerde, S. 8, Rz. 25), ist 
für die Ermittlung des Invaliditätsgrades in der Regel Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, zugrunde zu legen (BGE 143 V 295 
E. 2.2 S. 297, 148 V 174 E. 6.2 S. 181). Es kann sich rechtsprechungs-
gemäss jedoch rechtfertigen, auf die Tabelle TA7 resp. T17 (ab 2012) ab-
zustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens 
erlaubt und wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch of-
fensteht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181).

Es ist fraglich, ob die vom Beschwerdeführer herangezogene Position von 
Tabelle T17 dem Grundsatz nach überhaupt die hier der Ermittlung des 
Valideneinkommens zugrunde zu legenden massgeblichen ...-, ...- und 
...tätigkeiten (im Rahmen des Bauwesens bzw. des ...) widerspiegelt (vgl. 
ISCO 08 [International Standard Classification of Occupations], abrufbar 
unter <www.bfs.admin.ch>). Dies kann jedoch offen bleiben. Denn wie die 
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (S. 4, Rz. 8) zutreffend 
darlegt, hat der Beschwerdeführer in der Vergangenheit nie auch nur 
annähernd das von ihm postulierte Jahreseinkommen von Fr. 84'776.10 
erzielt (act. II 59 S. 1 f.), womit kein Anlass besteht, entgegen der allgemei-
nen Regel statt auf Tabelle TA1 auf Tabelle T17 abzustellen. Im Übrigen 
erfolgt die Berücksichtigung der Position 41-43 (Baugewerbe) durchaus zu 
Gunsten des Beschwerdeführers, liesse sich doch auch ein Abstellen auf 
den Wert TOTAL oder aber auf Position 24-25 (Metallerzeugung; Herstel-
lung von Metallerzeugnissen; vgl. NOGA 2008, Allgemeine Systematik der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 21

Wirtschaftszweige, Erläuterungen zu Ziff. 256201, abrufbar unter 
<www.bfs.admin.ch>) rechtfertigen, welche beide ein tieferes Einkommen 
ausweisen als Position 41-43. 

Damit beläuft sich das massgebliche (an die betriebsübliche Arbeitszeit 
angepasste [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Position 41-43] und aufindexierte [BFS, Nominallohnindex, Männer, 2011-
2021, Tabelle T1.1.10, Abschnitt F]) Valideneinkommen auf maximal 
Fr. 70'864.50 (Fr. 5’622.-- x 12 / 40 x 41.3 / 103.8 x 105.6).

6.5 Hinsichtlich des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegne-
rin auf Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, Wert TOTAL, abge-
stellt, was der Beschwerdeführer dem Grundsatz nach anerkennt 
(Beschwerde, S. 9, Rz. 28). Während die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung vom 18. März 2022 keinen leidensbedingten Abzug 
(BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481) vom Invaliden-
einkommen vornahm (vgl. act. II 129 S. 1 i.V.m. act. II 119 S. 7), verlangt 
der Beschwerdeführer, es sei ein Maximalabzug von 25% zu gewähren 
(Beschwerde, S. 11, Rz. 33). 

Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort mit überzeugender 
Begründung, auf welche verwiesen werden kann (vgl. S. 4, Rz. 9), darge-
legt, dass in Anbetracht der gesamten Verhältnisse – wenn überhaupt - 
höchstens ein Abzug von 10% gerechtfertigt wäre. Letztlich würde selbst 
wenn unzutreffenderweise mit dem Beschwerdeführer der höchstmögliche 
Abzug von 25% (BGE 148 V 174 E. 9.2.2 S. 190) berücksichtigt würde, 
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad bestehen (vgl. E. 6.7 hinten). 
Diesfalls betrüge das jährliche Invalideneinkommen pro 2020 unter Berück-
sichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 
(BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Abschnitt 
TOTAL), der statistischen Lohnerhöhungen (BFS, Nominallohnindex, Män-
ner, 2011-2021, Tabelle T1.1.10, Abschnitt TOTAL), einer Arbeits- bzw. 
Leistungsfähigkeit von 70% sowie eines – zu hohen – hypothetisch ange-
nommenen leidensbedingten Abzugs von 25% Fr. 36'152.95 (Fr. 5'417.-- x 
12 / 40 x 41.7 / 105.1 x 106.8 x 0.7 x 0.75).

http://www.bfs.admin.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 22

Der Invaliditätsgrad für den erwerblichen Bereich beliefe sich folglich auf 
48.98% ([Fr. 70'864.50 - Fr. 36'152.95] / Fr. 70'864.50 x 100) bzw. gewich-
tet maximal 29.39% (48.98% x 0.6). 

6.6

6.6.1 Mit Bezug auf den Aufgabenbereich Haushalt liess die Beschwer-
degegnerin die häuslichen und erwerblichen Verhältnisse durch ihren spe-
zialisierten Abklärungsdienst vor Ort abklären. Der entsprechende Bericht 
vom 1. Oktober 2021 (zu den Voraussetzungen an den Beweiswert von 
Abklärungsberichten vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 
S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2) wurde in Kenntnis der medizini-
schen Situation und namentlich des bidisziplinären Gutachtens der Dres. 
med. D.________ und E.________ vom 30. Dezember 2020 erstellt (vgl. 
act. II 103.1). Ferner stützt sich das Ergebnis auf die Angaben des Be-
schwerdeführers zu den sozialen und erwerblichen Verhältnissen und zum 
Haushalt. Die im Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haus-
haltsaufgaben entspricht den Vorgaben von Rz. 3087 KSIH (in Kraft ge-
standen bis 31. Dezember 2021). Die Gewichtung der einzelnen 
Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort angegebenen Band-
breiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht zu beanstan-
den. Auf den Abklärungsbericht vom 1. Oktober 2021 ist somit abzustellen. 
Gegenteiliges wird denn auch nicht geltend gemacht.

6.6.2 Gestützt auf den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 1. Okto-
ber 2021 beträgt die mittels Betätigungsvergleich ermittelte Einschränkung 
gewichtet bzw. ungewichtet 0% (act. II 119 S. 11). 

6.7 Bei einer gewichteten Einschränkung von maximal 29.39% im er-
werblichen Bereich (vgl. E. 6.5 vorne) und einer solchen von 0% im Aufga-
benbereich resultiert ein gesamthafter Invaliditätsgrad (vgl. E. 6.3 vorne) 
von gerundet (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123) höchstens 
29%, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht (vgl. E. 2.3 vor-
ne).

6.8 Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
18. März 2022 als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 23

7.

Mit der Abweisung der Beschwerde ist der Beschwerdeführer als unterlie-
gend zu betrachten. Damit wird er kostenpflichtig (Art. 108 VRPG), weshalb 
nachfolgend vorab das Gesuch um Erteilung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten (vgl. Eingabe des Be-
schwerdeführers vom 17. Mai 2022; Akten des Beschwerdeführers [act. IA] 
8) zu prüfen ist.

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 VRPG). 

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse ausgewiesen (act. IA 1). Im Weiteren ist die Be-
schwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren, weshalb das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten gutzuheissen 
ist. 

7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 7.1 hiervor) wird der Be-
schwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

7.3 Infolge Unterliegens hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die obsiegende Beschwerdegeg-
nerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach allgemeinem sozialver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2023, IV/22/278, Seite 24

sicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen Anspruch auf eine Partei-
entschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfah-
renskosten wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG, Rechtsanwältin MLaw C.________ z.H. des Be-
schwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.