# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0491abd0-b467-5ba7-9fb3-c13bfd7dc147
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.07.2015 200 2015 290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-290_2015-07-27.pdf

## Full Text

200 15 290 IV
MAW/IMD/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juli 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________,
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, IV/15/290, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im April 2003 unter Hinweis auf eine Diskushernie 
erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug (Arbeitsvermittlung) an (Akten der Invalidenversicherung, Ant-
wortbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht 
vor und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 3. September 
2004 (AB 17) ab. Diese Verfügung blieb unangefochten.

Im April 2013 meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB zum Leis-
tungsbezug an. Zur Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung verwies sie 
auf ein Lungenleiden (AB 20). Die IVB holte medizinische und erwerbliche 
Unterlagen ein, namentlich ein Gutachten der MEDAS vom 4. Februar 
2014 (AB 51.1 - 51.4) und einen durch ihren Abklärungsdienst erstellten 
Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Oktober 2014 (AB 63). Mit Vorbe-
scheid vom 20. Oktober 2014 stellte sie der Versicherten gestützt auf einen 
anhand der gemischten Methode (80 % Erwerbstätigkeit, 20 % Aufgaben-
bereich Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad von 37 % die Abweisung des 
Rentengesuchs in Aussicht. Nach dagegen eingereichten Einwänden 
(AB 70) und einer diesbezüglichen Stellungnahme durch den Abklärungs-
dienst (AB 72) verfügte die IVB am 20. Februar 2015 (AB 73) wie angekün-
digt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Fürsprecher 
C.________, mit Eingabe vom 24. März 2015 Beschwerde. Sie beantragt 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer In-
validenrente. Im Weiteren ersucht sie um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher 
Anwalt. Sie rügt im Wesentlichen die Invaliditätsbemessung in Anwendung 

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der gemischten Methode und macht geltend, sie wäre bei guter Gesundheit 
vollzeitig erwerbstätig. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. April 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin unter Verweis auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 
die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Februar 2015 
(AB 73). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Bei Nichterwerbstätigen wird der 
Erwerbsunfähigkeit die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich 
zu betätigen, gleichgestellt (Art. 5 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 Satz 1 
ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

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und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.3.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditäts-bemessung (Einkommensvergleich, 

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Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 
3.3 S. 508).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)-
Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 334 E. 3.2 
S. 338, 125 V 146 E. 2c S. 150).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht stellte die Beschwerdegegnerin bei Er-
lass der angefochtenen Verfügung vom 20. Februar 2015 (AB 73) im We-
sentlichen auf das MEDAS-Gutachten vom 4. Februar 2014 (AB 51.1 - 
51.4) ab. Darin finden sich die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit:

- Zerviko-thorakospondylogenes Syndrom (ICD-10: M53.0), bestehend 
seit mehr als 10 Jahren, mit/bei
- myofaszialem Begleitsyndrom, Trainingsmangel

- COPD GOLD Stadium III, Risiko C, bestehend seit mehr als 5 Jahren, 
mit/bei
- lungenfunktionell Erstsekundenvolumen stark eingeschränkt (37 % 

des Soll), CO-Diffusionskapazität mittelstark eingeschränkt
- noch nicht sistierter Nikotinabusus

Aus pneumologischer Sicht bestehe eine chronisch obstruktive Bronchitis 
mit lungenfunktionell schwerer, obstruktiver Ventilationsstörung (Erstse-
kundenvolumen 37 % des Soll). Gemäss GOLD-Richtlinien bestehe eine 
COPD, Stadium Ill, Risikogruppe C. Die CO-Diffusionskapazität sei mittel-
stark vermindert. Die perkutan mit dem Pulsoximeter gemessene Sauer-
stoffsättigung sei in Ruhe und auch unter Belastung normal. Bedingt durch 
die obstruktive Lungenerkrankung sei die körperliche Leistungsfähigkeit 
deutlich eingeschränkt. Bei der Spiroergometrie habe die Versicherte bei 
guter Kooperation 54 % der Soll-Wattleistung erbracht, wobei sie bei ma-
ximaler Belastung ventilatorisch im Rahmen ihrer COPD limitiert gewesen 
sei. Als Risikofaktor für die Lungenerkrankung lasse sich ein leider noch 

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nicht sistierter Nikotinabusus von mind. 60 py ausmachen. Für eine körper-
lich schwere und mittelschwere Arbeit bestehe aufgrund der schweren, 
obstruktiven Lungenerkrankung eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine 
körperlich kaum bis leicht belastende Arbeit in allergen- und staubarmer 
Umgebung könne der Versicherten jedoch zu einem vollen Pensum zuge-
mutet werden. Eine Arbeit als Reinigungsfachkraft, bei welcher Rücksicht 
auf die Erkrankung, inklusive der verminderten körperlichen Leistungs-
fähigkeit der Versicherten genommen werde, sei noch in einem reduzierten 
Pensum zumutbar (AB 51.1 S. 17).

Die klinisch-rheumatologische Untersuchung habe eine eingeschränkte 
Beweglichkeit der Halswirbelsäule gezeigt. Daneben hätten sich 
myofasziale Befunde bei Triggerpunkten in der Schulter- und 
Nackenmuskulatur linksbetont sowie eine Fehlhaltung der Wirbelsäule mit 
teilweise muskulären Verkürzungen gefunden. Des Weiteren habe eine 
allgemeine Muskelhypothrophie bestanden, welche wahrscheinlich 
aufgrund der Lebensweise der Versicherten, mit langjährigem 
Nikotinabusus und durch die Lungenerkrankung zu erklären sei. Die 
radiologische Bildgebung zeige mässig degenerative Veränderungen im 
Bereich der HWS. Hinweise für ein zervikoradikuläres Ausfall- oder 
Reizsyndrom fänden sich nicht. Die Beschwerden der Versicherten 
entsprächen einem myofaszialen und degenerativen thorako- bis 
zervikospondylogenen Syndrom mit Fehlhaltung und Trainingsmangel. Aus 
rheumatologischer Sicht sei eine Tätigkeit ohne schwere körperliche 
Belastungen, ohne vermehrtes Bücken, ohne Überkopfarbeiten und Heben 
von mehr als 10kg, zu 50 % zumutbar. Schwere Tätigkeiten oder 
Tätigkeiten in unergonomischen Positionen seien nicht mehr zumutbar (AB 
51.1 S. 17).

Internistisch beurteilt bestünden eine arterielle Hypertonie, ein Nikotinab-
usus sowie der Verdacht auf einen übermässigen Alkoholkonsum. Die arte-
rielle Hypertonie scheine gut eingestellt. Die aktuelle Medikation mit Amlo-
dipin sei aufrecht zu erhalten. Dringend sistiert werden müsste der schwere 
chronische Nikotinkonsum, in erster Linie um die Lungenerkrankung we-
nigstens stabil zu halten und um sekundäre Gefässkomplikationen zu ver-
meiden. Aufgrund der erhöhten Leberparameter mit vor allem deutlich er-

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höhtem GGT-Wert und aufgrund des grenzwertig erhöhten CDT-Wertes 
von 1.6 % müsse zusätzlich die Verdachtsdiagnose eines erhöhten Alko-
holkonsums gestellt werden. Auch diesbezüglich wäre es günstig, eine Re-
duktion der täglichen Alkoholmenge vorzunehmen. Das Fachgebiet betref-
fend lägen jedoch aktuell keine Einschränkungen oder Krankheiten vor, die 
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten (AB 51.1 S. 17 f.).

Die psychiatrische Synthese aus den Akten, der Anamnese und der Unter-
suchung der Versicherten führe aktuell zu keinem Vorliegen einer Ein-
schränkung oder Erkrankung aus dem psychiatrischen Fachgebiet. Somit 
bestünden auch keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus psychia-
trischer Sicht (AB 51.1 S. 18).

Interdisziplinär hielten die Gutachter fest, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 
... sei der Versicherten noch zu 50 % zumutbar, sofern sie ihr Arbeitstempo 
selber einteilen könne, wie dies offenbar an der aktuellen Arbeitsstelle 
möglich sei (AB 51.1 S. 18). Angepasste Tätigkeiten seien der Versicherten 
zu 4.2 Stunden pro Tag zumutbar. Dabei sollte es sich in erster Linie um 
eine leichte Tätigkeit handeln, die im Sitzen ausgeübt werden könne, mit 
der Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln. Das Heben und Tra-
gen von Lasten über 10 kg sowie Tätigkeiten, die langdauernde Zwangs-
haltungen des Kopfes oder des Rückens erforderten, sollten vermieden 
werden. Zudem sollte die Arbeitsumgebung staub- und allergenfrei sein 
(AB 51.1 S. 19).

3.2 Das MEDAS-Gutachten vom 4. Februar 2014 (AB 51.1 - 51.4) 
erfüllt die rechtsprechungsgemäss an den Beweiswert eines Fachberichts 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor), weshalb ihm volle Beweis-
kraft zukommt. Auf das darin formulierte Zumutbarkeitsprofil kann abge-
stellt werden, zumal von den Parteien nichts Gegenteiliges vorgebracht 
wird.

4.

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Streitig ist zwischen den Parteien, in welchem Umfang – teil- oder vollzeit-
lich – die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden erwerbstätig wäre 
und damit einhergehend die Methode der Invaliditätsbemessung.

4.1 Die Beschwerdeführerin bringt in der Beschwerde vor, sie habe 
keine berufliche Ausbildung absolviert. Bekanntermassen stünden für Hilfs-
arbeiterinnen in der Regel körperlich schwere Arbeiten zur Verfügung, dies 
oft in den Bereichen Raumpflege, Betreuung und Gastronomie. In diesen 
Bereichen habe sie sich auch erfolgreich bewegt. Sie würde heute in einem 
Vollzeitpensum an einer dementsprechenden Arbeitsstelle tätig sein, wenn 
sie aus gesundheitlichen Gründen dazu in der Lage wäre (Beschwerde S. 6 
Ziff. 5). Damit übereinstimmend führte sie im Rahmen der durchgeführten 
Haushaltsabklärung bereits gegenüber der Abklärungsperson aus, sie wür-
de bei guter Gesundheit im ... in ... in einem Vollzeitpensum als ... arbeiten 
(AB 63 S. 4 Ziff. 3.5). 

Diese letztgenannte Angabe ist konkret und findet ihre Stütze darin, dass 
die Beschwerdeführerin im erwähnten ... vom 1. Februar 1994 bis zum 31. 
Dezember 1996 zu 100 % gearbeitet hat. Auf den 1. Januar 1997 erfolgte 
eine Pensumsreduktion auf 80 % (AB 70 S. 4). Gemäss Beschwerdeführe-
rin sei die Reduktion auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen gewe-
sen (Beschwerde S. 5 Ziff. 4). Dies erscheint als glaubwürdig, wurde doch 
im Rahmen einer radiologischen Untersuchung der Halswirbelsäule vom 
12. März 1996 eine Diskushernie C5/C6 mit Kompression der rechten Ner-
venwurzel C6 festgestellt (AB 11 S. 4). Des Weiteren hielt die behandelnde 
Ärztin im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2003 fest, 
dass bei der Arbeit im ... das Heben der ... von Seiten des Rückens Pro-
bleme bereitet habe und sie aktuell im Rahmen des Vertebralsyndroms bei 
schweren körperlichen Arbeiten und gleichbleibender Position maximal zu 
50 % arbeitsfähig sei (AB 11 S. 2 Bst. A Ziff. 1 und 3).

4.2 Die Beschwerdegegnerin bzw. deren Abklärungsdienst begründete 
die Heranziehung der gemischten Methode bei einem Status von 80 % 
Erwerbstätigkeit und 20 % Aufgabenbereich Haushalt im Abklärungsbericht 
Haushalt vom 15. Oktober 2014 mit der sozialen und finanziellen Situation 
der Beschwerdeführerin als Alleinstehende sowie des beruflichen Werde-
gangs (AB 63 S. 4 Ziff. 3.5). In der Stellungnahme vom 18. Februar 2015 

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(AB 72) führte der Abklärungsdienst aus, die Beschwerdeführerin habe im 
Rahmen des Erstgesprächs am 8. Mai 2013 (AB 27) ausgesagt, sie wäre 
bei guter Gesundheit zu 80 % erwerbstätig. Dies sei als "Aussage der ers-
ten Stunde" zu berücksichtigen. Des Weiteren habe sie ihr medizinisch 
zumutbares Erwerbspensum nicht ausgeschöpft, was ebenfalls gegen eine 
vollzeitliche Erwerbstätigkeit spreche. Schliesslich sei gemäss einer Statis-
tik des Bundesamtes für Statistik eine allein lebende Frau im Alter zwi-
schen 45 und 63 Jahren, mit einer Erwerbstätigkeit von 50 - 89 %, ohne 
Haustiere und Garten sowie ohne ehrenamtliche Tätigkeit, durchschnittlich 
zu 19.4 Stunden pro Woche im Haushalt tätig, was einem Pensum von 
46.52 % entspreche. 

4.2.1 Abgesehen davon, dass Statistiken zur Beurteilung des Einzelfalls 
in erster Linie dann heranzuziehen sind, wenn konkrete Anhaltspunkte feh-
len, ist die angerufene Statistik kein einleuchtendes Argument dagegen, 
dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit eine Vollzeit-
Erwerbstätigkeit ausüben würde. Vielmehr ergibt sich aus ihr, dass alleinle-
bende Frauen der entsprechenden Alters- und Beschäftigungsgruppe im 
Durchschnitt in Beruf und Haushalt zusammen eine Arbeitsleistung von 
116 % ([50 % + 89 %] / 2 + 46.5 %) und damit ohnehin eine Leistung von 
mehr als 100 % erbringen, was verdeutlicht, dass diese Statistik zur Be-
rechnung der Invalidität nach der gemischten Methode, welche von der 
Fiktion einer insgesamt 100 % betragenden Tätigkeit ausgeht, nicht 
geeignet ist. Hinzu kommt, dass gemäss der seitens der Beschwerdegeg-
nerin wohl verwendeten Statistik (Haus- und Familienarbeiten: 
Alleinlebende Frauen nach Altersgruppen und Erwerbssituation 2013, 
T 3.6.2.3 [aufrufbar unter: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/the-
men/03/06/blank/data.html]) eine alleinlebende Frau im selben Altersbe-
reich, die in einem Erwerbspensum von 90 - 100 % tätig ist, nur einen un-
wesentlich geringeren wöchentlichen Aufwand im Haushalt von 16.3 Stun-
den und damit ein ebenfalls erhebliches Pensum von knapp 39 % (16.3h / 
41.7h x 100) aufweist.

4.2.2 Der Beschwerdegegnerin ist darin beizupflichten, dass im Sozial-
versicherungsrecht die Beweismaxime gilt, wonach die sogenannten spon-
tanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuver-

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lässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 
beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c 
S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2). Entgegen ihrer Ansicht kann je-
doch hinsichtlich der Statusfrage nicht auf die im Dokument "Erstgespräch" 
vom 8. Mai 2013 (AB 27) festgehaltene Aussage "Pensum bei guter Ge-
sundheit (Statusfrage): Etwa 80 %" abgestellt werden. Dieser Aussage ist 
nicht das gleiche Gewicht wie derjenigen anlässlich der Haushaltsab-
klärung beizumessen, denn dort wurde die Beschwerdeführerin – anders 
als im Rahmen der sorgfältigen Befragung innerhalb der Haushaltsab-
klärung – offenbar nicht konkret gefragt, welche Tätigkeit sie bei guter Ge-
sundheit ausüben würde. Zudem dient das Erstgespräch gemäss Einla-
dungsschreiben vom 8. April 2013 (AB 21) in erster Linie als Grundlage für 
das weitere Vorgehen. Dementsprechend enthält das Dokument denn auch 
eine Liste mit den verschiedenen Möglichkeiten hinsichtlich des weiteren 
Vorgehens, von welchen im konkreten Fall "Prüfen der Eingliederungsmög-
lichkeit" angekreuzt wurde. Demgegenüber dient eine Haushaltsabklärung 
insbesondere auch der Abklärung der Statusfrage mit entsprechender Fra-
gestellung.

4.2.3 Für eine Vollerwerbstätigkeit bei guter Gesundheit spricht auch die 
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zwar einen eigenen Haushalt führt, 
jedoch nie einen Aufgabenbereich gehabt hat. Sie lebt seit mehr als 25 
Jahren alleine in einer 2½-Zimmerwohnung (AB 51.1 S. 8 letzter Absatz) 
und hatte nie Betreuungsaufgaben. Schliesslich kann auch aus der nicht 
erfolgten vollständigen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit nicht geschlos-
sen werden, die Beschwerdeführerin wäre im Gesundheitsfall nicht in ei-
nem vollen Pensum erwerbstätig, hat sie sich doch um Arbeitsstellen mit 
höheren Pensen bemüht (AB 23 S. 2). Konnte sie keine entsprechende 
Stelle finden, kann ihr das hinsichtlich der Statusfrage nicht zum Nachteil 
gereichen.

4.3 Nach dem Dargelegten ist unter Berücksichtigung der konkreten 
Lebensumstände der Beschwerdeführerin (vgl. E. 2.3.3 hiervor) mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie im Gesund-
heitsfall in einem vollen Arbeitspensum berufstätig wäre. Der Invaliditäts-

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grad ist dementsprechend vorliegend nicht nach der gemischten Methode, 
sondern anhand eines Einkommensvergleichs zu berechnen (vgl. E. 2.3.1 
hiervor).

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, IV/15/290, Seite 14

zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

5.3 Der Einkommensvergleich ist vorliegend dergestalt vorzunehmen, 
als das Validen- und das Invalideneinkommen auf der Grundlage dessel-
ben Tabellenlohns gemäss LSE 2012, Totalwert, Kompetenzniveau 1, zu 
bestimmen sind. Dies ist unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass die 
Beschwerdeführerin einerseits in der Beschwerde ausführt, sie habe keine 
berufliche Ausbildung absolviert und wäre heute in einem der Bereiche 
Raumpflege, Betreuung und Gastronomie (als Hilfsarbeiterin) tätig (Be-
schwerde S. 6 Ziff. 5) und sie andererseits ihre zumutbare medizinisch-
theoretische Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.1) nicht verwertet. 
Es resultiert ein Invaliditätsgrad von 50 %, da der Invaliditätsgrad dem Grad 
der Arbeitsunfähigkeit (hier 50 %) unter Berücksichtigung des Abzuges 
vom Tabellenlohn (hier 0 %) entspricht, wenn Validen- und Invalidenein-
kommen aufgrund des gleichen Tabellenlohns bestimmt werden (Urteil des 
EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). 

Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen der Invaliditätsbemessung (AB 63 
S. 5 Ziff. 3.9) keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen, was von der 
Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird. Ob sich ein solcher Abzug 
rechtfertigt, kann schlussendlich offen gelassen werden, da sich selbst bei 
Gewährung eines maximal zu rechtfertigenden Abzuges von 15 % am Er-
gebnis nichts ändert, würde so doch ein Invaliditätsgrad von 58 % resultie-
ren (100 % - [50 % x 0.85]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, IV/15/290, Seite 15

Damit besteht ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (vgl. E. 2.2 hier-
vor). Unter Berücksichtigung der Anmeldung im April 2013 (AB 20) ist der 
Rentenbeginn auf den 1. Oktober 2013 festzulegen (Art. 29 Abs. 1 IVG).

5.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen, die an-
gefochtene Verfügung vom 20. Februar 2015 (AB 37) aufzuheben und der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2013 eine halbe Invalidenrente 
zuzusprechen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(vgl. BVR 2009 S. 187 E. 4).

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen im Sinne von 
BGE 135 I 1 sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Be-
rufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisierten Stunden-
ansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Auf-
wand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifi-
kation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung 
diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplo-
mierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt (vgl. Rundschrei-
ben vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne von BGE 135 I 1 wird der Stundenansatz bei einer – wie hier – fach-
lich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, IV/15/290, Seite 16

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Fürsprecher 
C.________ von B.________ vom 5. Mai 2015 wird die Parteientschädi-
gung auf Fr. 1'121.15 (Honorar von Fr. 981.50 [7.55 Std. à Fr. 130.--] zu-
züglich Auslagen von Fr. 56.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 83.05) festge-
setzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
zu ersetzen.

6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 20. Februar 2015 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin ab 1. Oktober 2013 eine halbe Invalidenrente zuge-
sprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'121.15 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), zu ersetzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, IV/15/290, Seite 17

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.