# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 940e5759-574c-55df-b276-3acefb5d1bf5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.10.2020 200 2020 405
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-405_2020-10-01.pdf

## Full Text

200 20 405 IV
FUR/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Oktober 2020

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Loosli 
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Mai 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ..., zuletzt als ... tätig, meldete sich erstmals im September 1999 
unter Hinweis auf Rheuma und eine psychosomatische Erkrankung bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). In der Folge 
tätigte die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen und veranlasste 
insbesondere eine Begutachtung bei der MEDAS C.________ (Expertise 
vom 19. April 2000; act. II 14). Mit Verfügung vom 4. Oktober 2000 
(act. II 30 S. 2) sprach die IVB dem Versicherten rückwirkend ab 1. Mai 
1999 eine halbe Rente zu. Diese Verfügung blieb unangefochten.

Im Rahmen der im Jahr 2001 (act. II 33), 2005 (act. II 41) und 2009 
(act. II 49) durchgeführten Revisionen von Amtes wegen bestätigte die IVB 
jeweils einen unveränderten Rentenanspruch (Verfügungen vom 6. Sep-
tember 2001 [act. II 37], 2. Dezember 2005 [act. II 44] und 26. Januar 2010 
[act. II 53 S. 1]).

B.

Anlässlich der 2014 von Amtes wegen durchgeführten Revision (act. II 58) 
gab der Versicherte an, sein Gesundheitszustand habe sich aufgrund eines 
Unfalls vom 28. Februar 2014 verschlechtert (act. II 60 S. 2 Ziff. 1.1). Die 
IVB holte in der Folge erwerbliche und medizinische Unterlagen ein. Sie 
gewährte berufliche Massnahmen in Form einer Grundabklärung (Akten 
der IVB [act. IIA] 122; vgl. Bericht der Stiftung D.________ vom 14. Januar 
2019 [act. IIA 141]) und schloss mit Verfügung vom 11. Februar 2019 
(act. IIA 146) die beruflichen Massnahmen ab. Weiter veranlasste sie eine 
polydisziplinäre Begutachtung beim E.________ AG (Expertise vom 
27. September 2019 [Akten der IVB {act. IIB} 176.1]). Mit Vorbescheid vom 
24. Januar 2020 (act. IIB 188) stellte die IVB in Aussicht, die Rente auf En-
de des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufzuheben, da 

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sich aus aktueller Sicht keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in einer 
optimal angepassten Tätigkeit begründen lasse. Der Versicherte erhob, 
vertreten durch die B.________, diese vertreten durch Carole F.________, 
am 26. Februar 2020 dagegen Einwand (act. IIB 191). Am 1. Mai 2020 ver-
fügte die IVB dem Vorbescheid entsprechend und hob die Rente per 
30. Juni 2020 auf (act. IIB 194).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch die 
B.________, diese vertreten durch F.________, mit Eingabe vom 29. Mai 
2020 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 1. Mai 
2020 sei ihm ab dem 1. Juli 2020 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. 
Eventualiter sei ihm ab dem 1. Juli 2020 eine halbe Rente auszurichten. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2020 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 1. Mai 2020 
(act. IIB 194). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenren-
te und dabei insbesondere die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die bis-
herige halbe Invalidenrente zu Recht per 30. Juni 2020 aufgehoben hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

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Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 

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Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). Unerheblich unter revisi-
onsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unter-
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach-
verhaltes (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2018 
UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). Auch eine neue Verwaltungs- oder Gerichtspra-
xis rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des laufenden Rentenan-
spruchs zum Nachteil des Versicherten (BGE 135 V 201 E. 6.4 S. 210, 115 
V 308 E. 4a bb S. 313).

2.4.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls - sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden - ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2). 

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, E. 4b S. 200; SVR 
2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

Der Beschwerdeführer bringt unter Hinweis auf die IV-Revision 6a (vgl. 
E. 2.4.4 hiervor) zunächst vor (Beschwerde S. 5 f. Ziff. 2.6), er habe weiter-
hin mindestens Anspruch auf eine halbe Rente, weil ihm diese aufgrund 
einer sog. «PÄUSBONOG-Diagnose» zugesprochen worden sei. Dabei 
verkennt er, dass die Beschwerdegegnerin die Rente nicht in Anwendung 
der Schlussbestimmungen zur IV-Revision 6a aufhob, sondern im Rahmen 
einer ordentlichen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Eine solche ist - 
auch bei Rentenzusprache aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch un-
klaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische 
Grundlage - selbst nach langjährigem Rentenbezug möglich, mithin gibt es 
keinen «Bestandesschutz» (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
4. September 2020, 9C_425/2020, E. 4.2; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 449 
N. 100). 

4.

4.1 Der Beschwerdeführer wurde von der G.________ AG gestützt auf 
eine kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung der Suva (vgl. act. IIA 109.2) 
per 1. März 2019 frühpensioniert. Sie sprach ihm eine Berufsinvaliditätsren-
te der beruflichen Vorsorge ab dem 1. März 2019, befristet bis zum Vorlie-
gen eines Entscheides der Invalidenversicherung, zu und löste das Ar-
beitsverhältnis per 28. Februar 2019 auf (act. IIA 129). Diese per 1. März 
2019 erfolgte, medizinisch begründete Frühpensionierung (act. IIA 129) 
stellt einen erwerblichen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.4.1 hiervor). Über-
dies liegt auch in medizinischer Hinsicht offenkundig ein Revisionsgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 8

vor, erfolgte die Rentenzusprechung mit Verfügung vom 4. Oktober 2000 
(act. II 30 S. 2) doch im Wesentlichen aufgrund der psychischen Be-
schwerden (act. II 14 S.16 Ziff. 10), wohingegen nunmehr einzig somati-
sche Beschwerden mass-gebend sind (act. IIB 176.1 S. 7 Ziff. 4.2; E. 4.3.1 
nachfolgend).

Mithin liegen zwei im Revisionskontext relevante Änderungen vor, weshalb 
eine allseitige Prüfung des Leistungsanspruchs zu erfolgen hat (vgl. 
E. 2.4.3 hiervor).

4.2 Bis zum Erlass der - zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden - angefochtenen Verfügung vom 1. Mai 2020 (act. IIB 194; BGE 
131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentiert sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

4.2.1 Im Gutachten der MEDAS E.________- vom 27. September 2019 
(act. IIB 176.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit in der letzten Tätigkeit aufgeführt (S. 7 Ziff. 4.2):

1. Arthrose des rechten Kniegelenks mit zu objektivierender Funktionsein-
schränkung des rechten Beines;
- persistierende neuropathische Schmerzen peripatellär und lateraler Un-

terschenkel;
- klinische Neuropathie entsprechend Nervus infrapatellaris rechts bzw. 

Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus rechts;
- residuelle, minime Fussheber- und Grosszehenextensionsschwäche, 

DD funktionell bedingt bei Schmerzen.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit wurden 
folgende Diagnosen festgehalten (S. 8 Ziff. 4.2):

1. anamnestisch Gonarthrose links, ohne zu verifizierende Funktionsein-
schränkung, freie Beweglichkeit, keine Instabilität;

2. mässige degenerative Veränderung der HWS im Sinne von Osteo-
chondrosen Halswirbelkörper (HWK) 5 bis 7, ohne Funktionseinschrän-
kung, ohne neurologische Auffälligkeiten;

3. Funktionseinschränkung der linken Hand nach
- Operation eines Karpaltunnelsyndroms 1997 und eines Rezidivs 

1998;
- bei unauffälliger Zwischenhandmuskulatur und unauffälliger Be-

schwielung und Gebrauchszeichen der linken Hand;
- mögliche CTS-Rezidiv links;

4. Funktionseinschränkung des linken Daumens und des III. und IV. Fin-
gers links
- nach Operation des Ringbandes A1/D1 am 30. November 2015
- und Kortisoninfiltration bei Tendovaginitis stenosans D3 und D4, je-

weils Ringband A1;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 9

5. Veränderungen der LWS, im Sinne eines Diskusprolaps L4/5, mit de-
generativen Bandscheibenschäden
- ohne Bewegungseinschränkungen,
- ohne neurologische Auffälligkeiten,
- ohne Auffälligkeiten der paravertebralen Muskulatur;

6. Dyslipidämie;
7. linksanteriorer Hemiblock im EKG;
8. chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10 F45.41);
9. subsyndromale, dysphorisch geprägte affektive Störung, Depression 

(ICD-10 F34.8);
10. chronische Kopfschmerzen, am ehesten vom Spannungstyp, mit/bei 

Status nach möglicher Commotio cerebri durch Unfall (Februar 2014), 
DD HWS-Kontusionstrauma;

11. Übergewicht (BMI 29.05 kg/m2).

Im orthopädischen Teilgutachten (act. IIB 176.3) hielt 
Dr. med.  H.________, Facharzt für Chirurgie und Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, im Vordergrund 
stünden die nachvollziehbaren Schmerzen und Funktionseinschränkungen 
des rechten Beines aufgrund einer fortgeschrittenen Gonarthrose rechts. 
Es bestehe keine Bewegungseinschränkung und keine nachvollziehbare 
Funktionsstörung des linken Knies (S. 13 Ziff. 7.2). Die demonstrierte 
Funktionseinschränkung der linken Hand nach Karpaltunneloperation 1997 
und 1998 lasse sich klinisch nicht vollständig objektiveren. Während die 
aktive Beweglichkeit der linken Hand eingeschränkt demonstriert worden 
sei, sei diese passiv frei gewesen. Diesbezüglich habe sich auch für den 
linken Daumen nach Ringbandspaltung A1 am 30. November 2015 keine 
zu objektivierende Auffälligkeit gefunden. Die durch Kortisoninfiltration 
behandelte Tendovaginits stenosans des III. und IV. Fingers der linken 
Hand seien nicht nachvollziehbar. Eine entsprechende Symptomatik im 
Sinne eines Digitus saltans bestehe weder für den III. noch für den IV. 
Finger (S. 9 Ziff. 6).

Prof. Dr. med.  I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte 
im internistischen Teilgutachten (act. IIB 176.5) aus, in der Vorgeschichte 
seien keine relevanten internistischen Erkrankungen aufgetreten und auch 
jetzt liege keine internistische Erkrankung vor, die einen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit haben könnte (S. 8 Ziff. 7.1).

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. IIB 176.6) hielt 
Dr. med.  J.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und 

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Psychotherapie, fest, der Beschwerdeführer schildere einzelne Merkmale 
einer Depression, jedoch überwiegend eine dysphorische, latent aggressiv 
getönte Grundstimmung. Die Merkmale einer depressiven Episode seien 
entsprechend den Kriterien des ICD-10 nicht vollumfänglich erfüllt. Die 
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne trotz Angabe 
gelegentlicher Nachhallerinnerungen und Albträumen nicht bestätigt 
werden, da die diagnostischen Kriterien entsprechend ICD-10 bzw. DSM-5 
nicht hinlänglich erfüllt seien. Es mangle sowohl am Vermeidungskriterium 
als auch am Vorliegen von Affektstürmen bzw. katastrophisierenden 
Vegetativreaktionen in Zusammenhang mit dem Unfallereignis und daraus 
bezogenen Erinnerungen (S. 10 f. Ziff. 6). Der Beschwerdeführer weise 
keine Merkmale einer Persönlichkeitsstörung von Krankheitswert auf. Es 
komme zu einer vermehrt nach innen gerichteten Selbstwahrnehmung mit 
dysfunktionaler Schmerzverarbeitung, sekundärer Symptomausweitung 
sowie Selbstlimitierung und es entwickle sich das Bild einer 
Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer chronischen Schmerzstörung 
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; S. 11 Ziff. 7.1) 
resp. mit organischem Grundkern, jedoch in Hinblick auf Intensität, Dauer 
und Ausgestaltung durch psychische Faktoren massgeblich mitbeeinflusst 
(S. 11 Ziff. 6). Ferner zeige sich eine anhaltende affektive Störung mit 
Verbitterung, Dysphorie und einzelnen agoraphobischen Ängsten (S. 11 
Ziff. 7.1). Trotz der angegebenen Beschwerden führe der 
Beschwerdeführer ein intensives Sozialleben mit erhaltenen sozialen 
Kontakten. Er sei in der Lage, Freude zu empfinden und habe Interessen. 
Vor diesem Hintergrund könnte die als invalidisierend geschilderte 
Beschwerdesymptomatik nur zu einem geringen Teil nachvollzogen 
werden. Die chronische Schmerzstörung sei weiterhin leichtgradig 
ausgeprägt und führe zu keiner wesentlichen Einschränkung der 
Ressourcenlage. Aufgrund der Dysphorie und der vermehrten Reizbarkeit 
werde eine anhaltende, nicht näher bezeichnete affektive Störung (ICD-10 
F34.8) mit überwiegender Dysphorie diagnostiziert (S. 12 f. Ziff. 7.3). 

Dr. med.  K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie, führte im rheumatologischen Teilgutachten (act. IIB 176.7) 
aus, dass bereits vor der Jahrtausendwende durch einen Rheumatologen 
myofasziale Probleme am linken Arm notiert und offensichtlich 1998 auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 11

eine Tenosynovektomie im Handgelenksbereich links bei Klinik eines 
Karpaltunnelsyndroms vorgenommen worden sei. Zu jener Zeit hätten auch 
linksseitige Knieprobleme durch eine Meniskopathie bestanden. 
Beschwerden des heute aktuellen rechten Knies seien erst im Anschluss 
an den Verkehrsunfall im Februar 2014 mit diversen Kontusionen 
aktenkundig gewesen (S. 7 Ziff. 6). Die Aussagen des Beschwerdeführers 
wirkten grundsätzlich recht konsistent, jedoch zeige sein motorisches 
Verhalten bei der Beobachtung des Treppensteigens, wo er beim 
Aufwärtssteigen das rechte Problemknie mehr belaste und sich damit 
ergonomisch falsch verhalte, sich bei diesem Versuch auch sehr unsicher 
zeige, eine etwas auffällige Komponente. Dies könnte ein Hinweis auf ein 
nicht derart starkes Schmerzausmass wie geklagt geben. Im Weiteren sei 
eine Rückführung aller Beschwerden auf das Kontusionsereignis 2014 
nicht ohne weiteres plausibel. Der sehr niedrige Spiegel von Ibuprofen im 
Blut belege zudem, dass das analgetisch-antiphlogistische Medikament 
Irfen nicht in der angegebenen Frequenz von zwei bis drei Mal 600 mg 
täglich eingenommen werde (S. 9 Ziff. 7.3). 

Im neurologischen Teilgutachten (act. IIB 176.8) führte 
Dr. med.  L.________, Fachärztin für Neurologie, aus, der 
Beschwerdeführer leide nach wie vor an vom Nacken her sich 
ausbreitenden Kopfschmerzen, die täglich vorhanden seien. Aus den 
Serumwerten gehe hervor, dass der Beschwerdeführer jedoch nicht solch 
hohe Dosen Paracetamol einnehme, wie angegeben. Ausserdem klage er 
weiterhin über diffuse Schwindelbeschwerden. Aufgrund der eingehenden 
Akteneinsicht lasse sich zusammenfassend festhalten, dass der 
Beschwerdeführer wahrscheinlich doch im Rahmen eines Polytraumas eine 
primär verkannte Mild Brain Injury im Sinne einer Commotio cerebri erlitten 
habe und möglicherweise auch eine Kontusion der HWS mit immer noch 
bestehenden Schmerzen im HWS-Bereich mit sich von dort ausbreitenden 
Kopfschmerzen. Ausserdem sei er durch chronisch neuropathische 
Schmerzen im Bereich des rechten Knies mit Ausbreitung in den lateralen 
Unterschenkel beeinträchtigt. Klinisch-neurologisch ergebe sich der 
Verdacht auf ein Rezidiv des zweimal operierten Karpaltunnelsyndroms 
links (vor allem sensible Störungen). Der etwas verminderte Faustschluss 

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dürfte wegen der Tendovaginits und Weichteilveränderungen im Bereich 
der Palma manu links verursacht sein (S. 7. Ziff. 6). 

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (act. IIB 176.1 S. 5 ff. Ziff. 4) 
hielten die Gutachter fest, aufgrund der festgestellten Gesundheitsschäden 
sei der Beschwerdeführer in der Lage, körperlich nur leichte Tätigkeiten 
auszuüben, wobei diese überwiegend im Sitzen stattfinden müssten, mit 
der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel. Es dürfe keine 
Zwangshaltung für die LWS und für die unteren Extremitäten bestehen. Der 
Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als … somit nicht 
mehr arbeitsfähig. In einer optimal angepassten Tätigkeit sei er in einem 
Pensum von 100 % arbeitsfähig (S. 9 Ziff. 4.3) ohne Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit (S. 9 Ziff. 4.5). Die Einschätzung im MEDAS-Gutachten 
vom 19. April 2000 (act. II 14) sei nicht nachzuvollziehen. Eine entspre-
chende Überprüfung habe offensichtlich nicht stattgefunden, so dass es 
retrospektiv ausserordentlich schwierig sei, den Sachverhalt versiche-
rungsmedizinisch aufzuarbeiten. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe hauptsäch-
lich aufgrund der Veränderungen des rechten Kniegelenks. Hier seien im 
Jahr 2014 und 2015 zunehmende Beschwerden beschrieben worden. Ab 
dem 1. Januar 2015 sei davon auszugehen, dass eine ähnliche Schmerz-
haftigkeit und Funktionsbeeinträchtigung des rechten Kniegelenks und so-
mit des rechten Beines vorgelegen habe, so dass ab diesem Zeitpunkt eine 
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden habe (S. 10 
Ziff. 4.7). Aus aktueller Sicht und vor dem Hintergrund der sehr umfangrei-
chen Aktenunterlagen lasse sich eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in 
einer optimal angepassten Tätigkeit nicht begründen. Dies betreffe selbst-
verständlich nicht die entsprechenden Rekonvaleszenz-Zeiten nach den 
mannigfaltigen Operationen von jeweils drei bis sechs Wochen (S. 11 
Ziff. 4.8). Die im MEDAS-Gutachten vom 19. April 2000 (act. II 14) gestell-
ten Diagnosen auf rheumatologischem Fachgebiet seien grösstenteils nicht 
mehr relevant und nachvollziehbar. Insbesondere die Beschwerden des 
linken Schultergelenkes seien nicht mehr vorhanden, die Beschwerden der 
linken Hand nicht in Gänze zu objektivieren und nachvollziehbar. Die sei-
nerzeit radiologisch beginnenden degenerativen Veränderungen des rech-
ten Kniegelenks stünden mittlerweile im Vordergrund. Schon seinerzeit sei 
mehrfach auf eine deutliche Symptomausweitung und Somatisierungsten-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 13

denz hingewiesen worden, eine weitere Würdigung dieser Feststellungen 
sei im weiteren Verlauf nicht erfolgt. Insofern bestehe nun eine vollständig 
unterschiedliche Situation. Eine psychosoziale Problemkonstellation schei-
ne ebenfalls nicht mehr zu bestehen und sei damals unter den Diagnosen 
eingeordnet worden sowie auch eine depressive Störung von Krankheits-
wert nicht mehr bestätigt werden könne. Es bestehe allerdings eine derzeit 
leichtgradig ausgeprägte chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (S. 12 Ziff. 1).

4.2.2 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. M.________, führte im Be-
richt vom 4. Februar 2020 (act. IIB 191 S. 14) zu Handen der Rechtsvertre-
tung des Beschwerdeführers aus, die Neigung des Beschwerdeführers zu 
dissimulieren sei ihm zum Verhängnis geworden. Er habe es immer wieder 
vorgezogen, psychische und körperliche Schmerzen eher zu bagatellisie-
ren. Nach dem Unfall 2014 sei er wieder in eine heftige Krise gefallen, weil 
er die Abklärungen der beteiligten Versicherungen und ihre Bewertung des 
ihm zugeführten Leids nicht habe akzeptieren können. Die Tatsache, dass 
er sein rechtes Knie nach dem Unfall nicht mehr wie vorher habe benutzen 
können, habe sich für ihn mit der Plausibilitätstheorie nicht widerlegen las-
sen. Der Krankheits- bzw. Resilienz-Verlauf sei chronisch, so dass man 
von Rezidiven sprechen müsse (S. 14 f.). Die Diagnose nach ICD-10 F45.4 
halte ausdrücklich fest, dass die emotionalen Konflikte und die psychosozi-
alen Probleme die Schmerzintensität beeinflussten. Diese seien chronifi-
ziert und seit 2014 eskaliert. Aktuell seien die ICD-10 Kriterien für eine mit-
telfristige depressive Episode (ICD-10 F32.1) erfüllt. Die Einschätzung aus 
der Gutachterpraxis weise den Beschwerdeführer eindeutig als Simulanten 
aus. Der unverschuldete Verkehrsunfall habe sein labiles Gleichgewicht 
weiter verschlechtert, latente Ängste verstärkt und posttraumatische Flash-
backs reaktiviert. Die Kritik an der gutachterlichen Diagnostik beziehe sich 
weniger auf die Diagnosen selbst als auf die Einschätzung ihrer Relevanz 
(S. 16 f.).

4.2.3 Die Hausärztin Dr. med.  N.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, hielt im Bericht vom 26. Februar 2020 (act. IIB 193 S. 2) zu 
Handen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers fest, dieser sei 
früher in psychiatrischer Behandlung gewesen, was der Hauptgrund seiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 14

begrenzten Arbeitsfähigkeit gewesen sei. In der aktuellen komplexen 
Schmerzsituation vom rechten Bein und beiden Händen scheine es einen 
engen Zusammenhang mit der psychischen Situation zu geben. Die aktuel-
le Schmerzsymptomatik sei vor allem durch muskuläre Verspannungen 
verursacht und neuropathischer Genese. Der Beschwerdeführer scheine 
auch einen sehr schlechten Schlaf zu haben mit pavor nocturnus. Es be-
stehe eine schwere psychisch traumatische Störung, die zum Teil schon 
vor dem Unfall bestanden habe und wahrscheinlich der Hauptgrund für 
seine 50%ige IV-Rente gewesen sei. Aktuell habe sich diese Situation auf 
keinen Fall gebessert. Die schwere familiäre Situation mit vier Kindern und 
einer krebskranken Frau sei zwar nicht mehr aktuell. Dafür bestehe eine 
Situation nach einem Unfall und Verlust der Arbeitsfähigkeit und noch un-
gerechterweise des nicht mehr Anerkennen der vorigen Rente. Diese Tat-
sachen hätten die psychische Situation mit beschränkten reflexiven Mög-
lichkeiten deutlich verschlechtert. Somatisch äussere sich diese Situation 
mit muskulärer Verkrampfung aktuell von der HWS ausgehend auf beide 
Arme mit Störung der Feinmotorik, wiederkehrender Verkrampfung in den 
Fingern sowie der Beinmuskulatur rechts mit verlangsamter Gehfähigkeit 
von zwei Kilometern in einer Stunde. Diese Einschränkungen seien objekti-
vierbar und falls sie von der IV nicht anerkannt würden, müssten sie auf 
längere Beobachtungszeit objektiviert werden.

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 15

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren 
eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungs-
weise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor-
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation ent-
springende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 
49 S. 148 E. 5.5).

4.4

4.4.1 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS E._______ vom 
27. September 2019 (act. IIB 176.1) erfüllt die Anforderungen der Recht-
sprechung an Expertisen (vgl. E. 4.4 hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
Es ist in Bezug auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung 
sowie hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in 
allen Teilen nachvollziehbar, die Schlussfolgerungen sind überzeugend 
begründet und es lassen sich gestützt darauf sämtliche vorliegend relevan-
ten Tat- und Rechtsfragen zuverlässig beantworten. Die Gutachter gelang-
ten zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aufgrund der festgestellten 
Gesundheitsschäden in der Lage ist, körperlich nur leichte Tätigkeiten aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 16

zuüben, wobei diese überwiegend im Sitzen stattfinden müssen mit der 
Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel. Es darf keine Zwangs-
haltung für die LWS und für die unteren Extremitäten bestehen. In der an-
gestammten Tätigkeit als … ist der Beschwerdeführer nicht mehr, jedoch in 
einer optimal angepassten Tätigkeit in einem Pensum von 100 % arbeits-
fähig. Die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab dem 1. Ja-
nuar 2015 besteht hauptsächlich aufgrund der Veränderungen des rechten 
Kniegelenks (vgl. E. 4.3.1 hiervor).

4.4.2 Am gutachterlich festgelegten Zumutbarkeitsprofil vermag auch das 
Ergebnis der im Zeitraum vom 29. Oktober bis 21. Dezember 2018 
durchgeführten Grundabklärung in der Stiftung D.________ nichts zu än-
dern. Im Abschlussbericht (act. IIA 141) wurde zwar lediglich eine 
durchschnittliche Leistungsfähigkeit von 70 % bei guter psychischer 
Stabilität und für angepasste Arbeiten, für welche der Beschwerdeführer 
habe Motivation aufbringen können, festgehalten. Allerdings wurde auch 
ausgeführt, dass der Beschwerdeführer die gebotenen Arbeiten kritisch 
betrachtet und deren Sinnhaftigkeit hinterfragt habe. Die Leistungsfähigkeit 
sei stark von der Motivation und der psychischen Verfassung abhängig 
gewesen (S. 3). Nachdem er sich anfänglich, gestützt auf ein ärztliches 
Attest geweigert habe, mehr als zwei Stunden zu arbeiten (vgl. S. 8), habe 
schliesslich ein Pensum von 50 % vereinbart werden können. Der 
Beschwerdeführer habe es allerdings subjektiv als nicht möglich erachtet, 
mehr als 50 % zu arbeiten (S. 3). Folglich ist davon auszugehen, dass die 
Leistungsfähigkeit nicht objektiv eruiert werden konnte, sondern stark durch 
die subjektive Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers beeinflusst 
war. Damit ist die im Abklärungsbericht festgehaltene Einschätzung der 
durchschnittlichen Leistungsfähigkeit von 70 % nicht geeignet, die 
gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen.

4.4.3 Der Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. M.________ (vgl. 
act. IIB 191 S. 14) ist ebenfalls nicht geeignet, Zweifel an der 
gutachterlichen Einschätzung zu wecken (vgl. Beschwerde S. 12 Ziff. 2.7). 
So führt er nicht aus, inwiefern der Beschwerdeführer dissimuliert haben 
soll resp. inwiefern die Gutachter die Symptome als Simulation abgetan 
haben sollen (vgl. Beschwerde S. 12 Ziff. 2.7), wie er auch nicht darlegt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 17

weshalb die psychosozialen Probleme die Schmerzintensität beeinflussen 
und die ICD-10 Kriterien für eine mittelfristig depressive Episode erfüllt sein 
sollen. Schliesslich hält Dr. med. M.________ fest, die Kritik an der 
gutachterlichen Diagnostik beziehe sich weniger auf die Diagnosen selbst 
als auf die Einschätzung ihrer Relevanz, ohne dabei seine diesbezügliche 
abweichende Ansicht mitzuteilen resp. sich mit den Feststellungen der 
Gutachter auseinander zu setzen oder seine eigene Einschätzung 
betreffend die Arbeitsfähigkeit darzulegen (vgl. Beschwerde S. 12 Ziff. 2.7). 
Ebenso zeigt er, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt 
(Beschwerdeantwort S. 6 Ziff. 18), keine neuen psychiatrischen Befunde 
auf.

Auf die Angaben der Hausärztin Dr. med. N.________ (vgl. act. IIB 193 
S. 2) kann beweisrechtlich nicht abgestellt werden, weil sie spätestens mit 
der advokatorischen Ausführung, wonach die vorige Rente 
„ungerechterweise“ nicht mehr anerkennt werde, für den Beschwerdeführer 
Partei ergriff und damit einen eigentlichen Rollenwechsel weg von der 
ärztlichen Tätigkeit zum Parteivertreter vollzog (vgl. Entscheide des BGer 
vom 26. November 2019, 8C_588/2019, E. 4.3, und vom 6. Juni 2018, 
8C_79/2018, E. 4.2). Im Übrigen wurden die von ihr erwähnten Schlafpro-
bleme im Rahmen der Begutachtung berücksichtigt (vgl. act. IIB 176.5 
S. 4). Ebenso fand eine neurologische Untersuchung statt (vgl. 
act. IIB 176.8). 

Folglich liegen gestützt auf die medizinischen Berichte der behandelnden 
Ärzte keine konkreten Indizien vor, die gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprächen (vgl. E. 4.4 hiervor; Entscheid des BGer vom 27. Mai 
2019, 8C_137/2019, E. 6.1). Vielmehr ist der medizinische Sachverhalt 
hinreichend erstellt und in antizipierter Beweiswürdigung ist auf weitere 
Abklärungen zu verzichten (vgl. BGE 122 V 185 E. 1d S. 162).

4.4.4 Zusammenfassend ist gestützt auf das beweiskräftige Gutachten 
der MEDAS E.________ vom 27. September 2019 (act. IIB 176.1) in der 
angestammten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und in einer 
angepassten Tätigkeit eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % er-
stellt (vgl. Gutachten der MEDAS E.________ vom 27. September 2019 
[act. IIB 176.1]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 18

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
pass-ten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 
295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 19

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 
5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfäl-
lige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 
leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech-
nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 
E. 2.2).

5.1.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

5.1.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

5.2 Aufgrund der ab 1. Januar 2015 bestehenden vollständigen Arbeits-
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (vgl. act. IIB 176.1 S. 10 Ziff. 4.7) 
wäre ein erster Einkommensvergleich grundsätzlich per 1. April 2015 (vgl. 
Art. 88a Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV; SR 831.201]) vorzunehmen. Gestützt auf Art. 88bis 
Abs. 2 lit. a IVV ist eine Rentenaufhebung indes erst per 1. Mai 2020 zuläs-
sig. Folglich genügt ein Einkommensvergleich per 1. Juni 2019 (vgl. 
Art. 88a Abs. 2 IVV) aufgrund der per 1. März 2019 erfolgten Frühpensio-
nierung (erwerblicher Revisionsgrund; vgl. E. 4 hiervor). 

5.3

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 20

5.3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Bestimmung des 
Valideneinkommens auf das bei der G.________ AG erzielte Einkommen 
ab. Dies ist nicht zu beanstanden, arbeitete der Beschwerdeführer bereits 
seit 1983 bei der G.________ AG (vgl. act. II 51 S. 3 Ziff. 2.1) und ist davon 
auszugehen, dass er bei guter Gesundheit weiterhin dort tätig wäre (vgl. 
E. 5.1.1 hiervor). Der Beschwerdeführer erzielte dort im Jahr 2013 (vor dem 
Unfallereignis im Februar 2014) mit einem 50 %-Pensum (vgl. act. II 51 
S. 3 Ziff. 2.8, 62 S. 2 Ziff. 2.9) ein Einkommen von Fr. 39‘950.-- (vgl. IK-
Auszug vom 25. Oktober 2018 [act. IIB 120]). Aufgerechnet auf ein 100 %-
Pensum und indexiert pro 2019 (gemäss Tabelle T1.1.10, Nominallohnin-
dex, Männer, 2011-2019, lit. h [Verkehr und Lagerei], 2013: 101.9, 2019: 
104.0) beträgt das Valideneinkommen ab 1. Juni 2019 Fr. 81'546.60. 

5.3.2 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht 
verwertete, ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf statistische 
Werte abzustellen (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Auszugehen ist dabei von der LSE 
2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Männer, Kompetenzniveau 1. 
Daraus resultiert angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle 
„Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun-
den pro Woche“ des BfS, Total), indexiert auf das Jahr 2019 (gemäss Ta-
belle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2019, Total; 2018: 105.1, 
2019: 106.0]) ein Betrag von Fr. 68'346.95 (Fr. 5‘417.-- x 12 / 40 x 41.7 / 
105.1 x 106.0).

Vorliegend besteht kein Grund, um in das Ermessen der Beschwerdegeg-
nerin einzugreifen, welche einen Abzug von 10 % gewährte (vgl. E. 5.1.2 
hiervor), werden doch die möglichen Tätigkeitsbereiche in einer angepass-
ten Tätigkeit durch die gesundheitlichen Einschränkungen und die damit 
verbundenen Auswirkungen auf das Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 4.5.1 hier-
vor) reduziert. Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 61'512.25.

Die Beschwerdegegnerin weist zu Recht darauf hin (Beschwerdeantwort 
S. 6 Ziff. 19; vgl. Beschwerde S. 13 Ziff. 2.9), dass der ausgeglichene Ar-
beitsmarkt ein theoretischer und abstrakter Begriff ist. Er berücksichtigt die 
konkrete Arbeitsmarktlage nicht und umfasst auch tatsächlich nicht vorhan-
dene Stellenangebote. Damit ist nicht massgebend, ob eine invalide Per-
son unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 21

sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich 
nutzen könnte, wenn auf dem für sie nach ihren Fähigkeiten und Möglich-
keiten in Betracht fallenden Teil des Arbeitsmarktes die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprächen. Zudem umfasst 
der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Nischenarbeitsplätze, bei welchen 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen mit einem sozialen Entgegen-
kommen des Arbeitgebers rechnen können (Entscheid des BGer vom 
19. September 2013, 8C_348/2013, E. 5.2). Unverwertbarkeit der Restar-
beitsfähigkeit ist damit nur anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in 
nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Ar-
beitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Ent-
gegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und 
das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vorneherein als ausge-
schlossen erscheint (Entscheid des BGer vom 30. Oktober 2017, 
9C_183/2017, E. 4). Unter Berücksichtigung der langjährigen Berufserfah-
rung sowie seiner Tätigkeit als … (Beschwerde S. 13 Ziff. 2.9), wäre es 
dem Beschwerdeführer jedoch ohne weiteres möglich gewesen, seine 
Restarbeitsfähigkeit zu verwerten.

5.3.3 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 81'546.60 und 
einem Invalideneinkommen von Fr. 61'512.25 resultiert ab 1. Juni 2019 ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 25 % ([Fr. 81'546.60 - Fr. 61'512.25] x 100 / 
Fr. 81'546.60), womit der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine In-
validenrente hat. 

6.

6.1 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei Per-
sonen, deren Rente revisions- oder wiedererwägungsweise herabgesetzt 
oder aufgehoben werden soll und die während mindestens fünfzehn Jahren 
eine Rente bezogen oder das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, trotz me-
dizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin 
eine Rente auszurichten, bis mit Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder 
beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoretische Leistungspotential 
ausgeschöpft werden kann, weil in jedem Einzelfall feststehen muss, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 22

die (wiedergewonnene) Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt (erneut) verwertbar ist (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211).

Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen vor Rentenaufhebung setzt 
Eingliederungswillen bzw. eine subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus; 
fehlt es daran, so entfällt der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 
ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt wer-
den müsste (SVR 2019 IV Nr. 3 S. 9 E. 7).

6.2 Der 1959 geborene Beschwerdeführer bezog vor der mit Verfügung 
vom 1. Mai 2020 (act. IIB 194) per 30. Juni 2020 erfolgten Rentenaufhe-
bung über mehr als 15 Jahre eine Invalidenrente (vgl. act. II 20 S. 3) und 
war bereits über 55 Jahre alt (vgl. act. II 1), womit der vorliegende Sach-
verhalt grundsätzlich unter die in E. 6.1 hiervor dargelegte Rechtsprechung 
zu subsumieren ist. 

Die Beschwerdegegnerin gewährte denn auch berufliche Massnahmen in 
Form einer Grundabklärung vom 29. Oktober bis 21. Dezember 2018 
(act. IIA 122). Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung 
vom 11. Februar 2019 (act. IIA 146) wies sie den Anspruch auf weitere 
berufliche Eingliederungsmassnahmen ab. Es ist jedoch fraglich, ob über-
haupt eine Massnahme beruflicher Art (vgl. Bundesamt für 
Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über die 
Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], gültig ab 1. Januar 
2014) bzw. eine spezifische Integrationsmassnahme zur Vorbereitung auf 
die berufliche Eingliederung nach Art. 8 Abs. 2 lit.  a und Art. 14a Abs. 2 
IVG (vgl. BSV, Kreisschreiben über die Integrationsmassnahmen [KSIM], 
gültig ab 1. Januar 2012) gewährt wurde, deutet doch der Bericht der Stif-
tung D.________ vom 14. Januar 2019 (act. IIA 141) daraufhin, dass es 
sich bei der knapp zweimonatigen Grundabklärung bloss um eine reine 
Abklärungsmassnahme i.S.v. Art. 43 ATSG i.V.m. Art. 69 IVV handelte, war 
das Hauptziel die Eruierung von Verweistätigkeiten (S. 3). Wie es sich da-
mit verhält, kann hier aber letztlich offenbleiben, denn ein Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen entfällt, soweit es am Eingliederungswillen 
bzw. an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit fehlt (vgl. E. 6.1 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 23

Dem Bericht der Stiftung D.________ vom 14. Januar 2019 (act. IIA 141) 
ist zu entnehmen, dass sich bereits während des Vorstellungsgesprächs 
die Kommunikation betreffend das Arbeitspensum schwierig gestaltet habe. 
Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, maximal zwei Stunden täg-
lich arbeiten zu können und sich dabei auf ein Arztzeugnis gestützt. 
Schliesslich sei es gelungen, eine Vereinbarung zu treffen, mit welcher das 
Pensum von 100 % auf 50 % reduziert worden sei. Dieses habe er bedingt, 
mit Verspätungen, bis Ende der beruflichen Massnahmen einhalten kön-
nen, wobei eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit von 70 % habe festge-
stellt werden können. Diese sei allerdings stark von Motivation und psychi-
scher Verfassung abhängig gewesen. Der Beschwerdeführer habe vorge-
bracht, dabei an seine psychischen und physischen Grenzen zu kommen, 
seine Leistungsfähigkeit tiefer eingeschätzt (S. 3) und Motivationsprobleme 
durch Infragestellung der Sinnhaftigkeit der beruflichen Massnahmen ge-
habt. Anlässlich der Schlussbilanz habe er kommuniziert, sich gesundheit-
lich für eine 50%ige Erwerbstätigkeit nicht stabil genug zu fühlen (S. 4). Im 
Rahmen der Begutachtung 2019 (vgl. act. IIB 176.1) schätzte sich der Be-
schwerdeführer weiterhin als überwiegend arbeitsunfähig ein (act. IIB 176.3 
S. 15 Ziff. 7.4), so gab er an, er versuche eventuell zurzeit eine Arbeit in 
einem Pensum von 20 % zu finden, was jedoch aufgrund der aktuellen un-
geklärten Situation nicht möglich sei (S. 4 Ziff. 3.2; act. IIB 176.8 S. 4 
Ziff. 3.2). Zudem sei es schwierig, in seinem Alter eine 20 %-Stelle zu fin-
den (S. 5 Ziff. 3.2). Mit der bisherigen Einschätzung seines Leistungsver-
mögens sei er nicht einverstanden (act. IIB 176.6 S. 5 Ziff. 3.2). Somit ist 
erstellt, dass der Beschwerdeführer sich weder in der Lage sieht, einer Er-
werbstätigkeit in einem Pensum von über 20 % nachzugehen, noch über 
den Willen oder die Motivation hinsichtlich der Aufnahme einer solchen 
verfügt. Ausdruck der fehlenden, über ein 20 %-Pensum hinausgehenden 
Eingliederungsbereitschaft ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer zwi-
schenzeitlich lediglich einer Tätigkeit in einem von ihm subjektiv maximal 
möglich erachteten 20 %-Pensum nachgeht (vgl. Beschwerde S. 13 
Ziff. 2.9). Er hat denn auch während des gesamten Verwaltungsverfahrens 
nie Eingliederungsmassnahmen oder eine Umschulung beantragt und die 
verfügte Ablehnung weiterer beruflicher Massnahmen (act. IIA 146) unan-
gefochten in Rechtskraft erwachsen lassen (vgl. Entscheid des 
eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 24

21. November 2001, I 270/00, E. 3). Es gelingt ihm auch nicht, wenigstens 
glaubhaft zu machen, dass er im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 1. Mai 2020 (act. IIB 194) bereit gewesen wäre und sich in der Lage 
gefühlt hätte, eine Arbeit in einem Pensum von über 20 % aufzunehmen. 
Unter diesen Umständen ist die fehlende subjektive Eingliederungsfähigkeit 
nach dem Regelbeweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 
138 V 218 E. 6 S. 221) erstellt, womit die Voraussetzungen für Eingliede-
rungsmassnahmen nicht gegeben sind (vgl. E. 6.1 hiervor). Folglich war die 
Verwaltung trotz des Alters und des über 15-jährigen Rentenbezugs befugt, 
die Invalidenrente ohne Gewährung weiterer Eingliederungsmassnahmen 
aufzuheben (vgl. SVR 2019 IV Nr. 3 S. 9 E. 7).

7.

In Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV ist die bisherige halbe Rente 
per Ende Juni 2020 aufzuheben. Dementsprechend ist die angefochtene 
Verfügung nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende 
Beschwerdeführer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--
, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 25

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2020, IV/20/405, Seite 26

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.