# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfd0fd6b-d3a5-582f-9255-5920fa825e5b
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1988 3003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1988-3003_nodate.pdf

## Full Text

C. Gerichtsentscheide 3003, 3004

1.2 Fam ilienrecht 

3003

Ehescheidung. Vorsorgliche Massnahmen für die Dauer des Scheidungs­
verfahrens. Unterhaltsanspruch der Ehefrau auch im Falle von Ehebruch 
bejaht.

Mit Sorgfalt ist die Vorinstanz den Ausführungen von Bühler, N.131 ff. zu 
Art. 145 ZGB, nachgegangen. Aber gerade dieser Kommentator nimmt es 
mit den Ausnahmen der ehelichen Unterhaltspflicht sehr streng. Der 
Unterhaltsanspruch während des Scheidungsverfahrens steht auch der 
Ehefrau zu, die Ehebruch begangen hat. Ein Konkubinat führt nur dann 
zur Entlastung des unterhaltspflichtigen Ehemannes, wenn die Frau in der 
neuen Gemeinschaft faktisch die Stellung der Ehefrau einnimmt (Bühler, 
N.131 und 134 zu Art. 145 ZGB).

Mit der Auskunft der Einwohnerkontrolle, X. sei nicht am Wohnort der 
Ehefrau gemeldet, entfällt fürs erste die Vermutung des dauernden Zu­
sammenlebens. Ob polizeiliche Abklärungen doch eine derartige Lebens­
gemeinschaft erweisen, kann offen bleiben.

JuAK 15.9.1978 (RBer 1978/79, S. 45)

3004

Ehescheidung. Nachträgliche Klage aus Güterrecht (Art.154 ZGB).

Beim Güterstand der Gütertrennung gibt es kein eheliches Vermögen. Bei 
der Scheidung können indessen auch unter diesem Güterstand Differen­
zen über die gegenseitigen Forderungs- und Eigentumsverhältnisse beste­
hen. Derartige Streitigkeiten sind ebenfalls im Verfahren nach A rt.154 
ZGB, d.h. im Rahmen des Scheidungsprozesses abzuhandeln (Bühler/ 
Spühler, N .7zu A rt.154 ZGB, mit eingehenden Hinweisen).

Es steht den Ehegatten frei, ob sie an den andern Teil güterrechtliche 
Ansprüche stellen wollen (BGE 67 I I8); sie bestimmen durch ihre Anträge 
den Umfang der richterlichen Prüfung. Zu beachten ist jedoch, dass nach­
träglich, nach der Scheidung, güterrechtliche Ansprüche nicht mehr bzw.

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