# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a90818a2-56f9-583b-9d43-343eeb15c909
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2021 B-6186/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6186-2020_2021-08-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-6186/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Ronald Flury (Vorsitz), 

Richter Daniel Willisegger,  

Richter Pascal Richard; 

Gerichtsschreiber Davide Giampaolo. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Landolt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK),  

Anerkennung Ausbildungsabschlüsse,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Anerkennung eines ausländischen Ausbildungsabschlusses. 

 

 

 

B-6186/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), […], Staatsangehö-

rige von Deutschland, erwarb am 2. Juli 1983 in der Ukraine ein Diplom als 

"Krankenschwester".  

A.b Am 12. Juni 2009 wurde ihr Ausbildungsabschluss in Deutschland an-

erkannt, nachdem die Beschwerdeführerin als Ausgleichsmassnahme eine 

Kenntnisprüfung bestanden hatte. Die Beschwerdeführerin erhielt die Er-

laubnis, (in Deutschland) die Berufsbezeichnung "staatlich ankerkannte 

Gesundheits- und Krankenpflegerin" zu führen. 

A.c Am 12. Mai 2020 stellte die Beschwerdeführerin beim Schweizeri-

schen Roten Kreuz SRK (nachfolgend: Vorinstanz) ein Gesuch um Aner-

kennung der Gleichwertigkeit ihres ausländischen Ausbildungsabschlus-

ses mit dem schweizerischen Abschluss als Pflegefachfrau. 

A.d Mit Teilentscheid vom 27. November 2020 lehnte die Vorinstanz die 

Gleichwertigkeitsanerkennung mit dem Abschluss als Pflegefachfrau ab. 

Gleichzeitig stellte sie fest, dass die Voraussetzungen für eine Anerken-

nung als Fachfrau Gesundheit erfüllt seien.  

Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen an, die Anerken-

nung als Pflegefachfrau basierend auf der Richtlinie 2005/36/EG (zit. in 

E. 2.2) sei nicht möglich, weil der Niveauunterschied zwischen dem ukrai-

nischen (Ursprungs-)Diplom der Beschwerdeführerin und der schweizeri-

schen Ausbildung zur Pflegefachfrau HF zu gross sei und insofern nicht 

durch Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden könne. Weil sich die 

Ausbildung der Beschwerdeführerin nicht auf derselben Bildungsstufe wie 

die schweizerische Ausbildung zur Pflegefachfrau HF befinde und zudem 

auch wesentlich kürzer gedauert habe, sei auch nach Schweizer Recht 

eine Anerkennung als Pflegefachfrau nicht möglich. 

B.  

B.a Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 6. Dezem-

ber 2020 (Eingangsdatum: 8. Dezember 2020) Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht.  

B-6186/2020 

Seite 3 

B.b Mit Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2020 setzte der Instrukti-

onsrichter der Beschwerdeführerin Frist bis zum 25. Januar 2021, um 

einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.– zu leisten. Mit Zwischenverfügung 

vom 15. Dezember 2020 wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, bis 

zum Ablauf der Rechtsmittelfrist (18. Januar 2021) die ungenügend be-

gründete Eingabe vom 6. Dezember 2020 zu verbessern.  

B.c Mit Eingabe vom 22. Dezember 2020 stellte die – nunmehr anwaltlich 

vertretene – Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege und Verbeiständung. 

B.d Mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 nahm der Instruktionsrichter 

der Beschwerdeführerin die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses ab 

und forderte weitere Angaben und Belege im Zusammenhang mit ihrem 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ein. 

C.  

Mit Eingabe vom 15. Januar 2021 (Eingangsdatum: 18. Januar 2021) 

reichte die Beschwerdeführerin eine verbesserte Beschwerdeschrift ein 

und vervollständigte ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Ver-

beiständung. Sie stellt folgende Rechtsbegehren (in der Hauptsache kon-

gruent mit denjenigen in der Eingabe vom 6. Dezember 2020): 

"1.  Es sei der Entscheid [der Vorinstanz] vom 27. November 2020 (Ref.-

Nr. […]) aufzuheben und das Gesuch um Anerkennung als diplomierte 

Pflegefachfrau gutzuheissen; 

2.  Eventuell sei der Entscheid [der Vorinstanz] vom 27. November 2020 auf-

zuheben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vor-

instanz zurückzuweisen; 

3.  Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

[Vorinstanz] und unter Gewähren der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Verbeiständung."  

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen eine Verletzung der 

staatsvertraglichen Anerkennungsverpflichtung gemäss Art. 9 FZA (zit. in 

E. 2.2) geltend, weil die Vorinstanz die Gleichwertigkeitsanerkennung in 

Bezug auf das ukrainische (Ursprungs-)Diplom vom 2. Juli 1983, die in 

Deutschland ausgestellte Anerkennungsbescheinigung vom 12. Juni 2009 

sowie die erworbene Berufserfahrung verweigert habe.  

B-6186/2020 

Seite 4 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2021 hiess der Instruktionsrichter das 

Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und Ver-

beiständung durch ihren Rechtsvertreter gut. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 19. April 2021 (Eingangsdatum: 20. April 2021) 

schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde und äusserte sich 

zu den Rügen der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 15. Januar 

2021. 

F.  

Mit Replik vom 13. Mai 2021 (Eingangsdatum: 17. Mai 2021) hielt die Be-

schwerdeführerin an den Beschwerdeanträgen fest und nahm zu den Aus-

führungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 19. April 2021 Stel-

lung. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung vom 25. Mai 2021 teilte der Instruktionsrichter 

den Parteien mit, dass ein weiterer Schriftenwechsel nicht vorgesehen sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31 f. und Art. 33 Bst. h des Verwaltungsgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; vgl. Zwischenentscheid 

des BVGer B-1813/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2.2.3 f.). Die Beschwer-

deführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung zur Beschwerde 

legitimiert (Art. 48 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 [VwVG, SR 172.021]). Die Anforderungen an Form und Inhalt 

der Beschwerde sind mit der Beschwerdeverbesserung vom 15. Januar 

2021 erfüllt (Art. 52 VwVG). Die Eingabefrist (Art. 50 Abs. 1 VwVG) ist ge-

wahrt und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 44 ff. VwVG) 

liegen vor. 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

B-6186/2020 

Seite 5 

2.  

2.1 Das am 1. Februar 2020 in Kraft getretene Gesundheitsberufegesetz 

vom 30. September 2016 (GesBG, SR 811.21) legt zum Zweck der im 

Interesse der öffentlichen Gesundheit liegenden Qualitätssicherung natio-

nal einheitliche Anforderungen an die Ausbildung und die Ausübung der 

Gesundheitsberufe fest (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die 

Gesundheitsberufe vom 18. November 2015 [Botschaft GesBG], BBl 2015 

8715, 8716). Das GesBG normiert die (Fach-)Hochschulstudiengänge der 

Gesundheitsfachpersonen in der Pflege, der Physiotherapie, der Ergothe-

rapie, der Ernährung und Diätetik, der Optometrie, der Osteopathie sowie 

für Hebammen (vgl. Art. 1 Bst. a GesBG, Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a–b 

GesBG) und regelt die Bewilligungsvoraussetzungen für die fachlich eigen-

verantwortliche Berufsausübung (vgl. Art. 11 ff. GesBG; Botschaft GesBG, 

BBl 2015 8715, 8725). Für den Beruf der Pflegefachfrau bzw. des Pflege-

fachmanns ist ein Bildungsabschluss als "Bachelor of Science in Pflege 

FH/UH" oder als "dipl. Pflegefachfrau HF" bzw. "dipl. Pflegefachmann HF" 

erforderlich (vgl. Art. 12 Abs. 2 Bst. a GesBG). 

Die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen im Geltungsbe-

reich des GesBG wird einheitlich durch Art. 10 GesBG normiert (vgl. Zwi-

schenentscheid des BVGer B-1813/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2.2.3). 

Nach dieser Bestimmung wird ein ausländischer Bildungsabschluss aner-

kannt, wenn seine Gleichwertigkeit mit einem inländischen Bildungsab-

schluss nach Art. 12 Abs. 2 GesBG in einem Vertrag über die gegenseitige 

Anerkennung mit dem betreffenden Staat oder einer überstaatlichen Orga-

nisation festgelegt ist (Art. 10 Abs. 1 Bst. a GesBG) oder im Einzelfall 

anhand von Bildungsstufe, -inhalt, -dauer und im Bildungsgang enthalte-

nen praktischen Qualifikationen nachgewiesen wird (Art. 10 Abs. 1 Bst. b 

GesBG).  

2.2 Als Vertrag im Sinne von Art. 10 Abs. 1 Bst. a GesBG gilt namentlich 

das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 

Europäischen Gemeinschaft sowie ihren Mitgliedstaaten andererseits über 

die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681). Das FZA hat unter anderem 

zum Ziel, den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen 

Union und der Schweiz ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit und Niederlassung als Selbständige ein-

zuräumen (Art. 1 Bst. a FZA). Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung ge-

währleistet den Staatsangehörigen der Vertragsparteien das Recht, in der 

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Anwendung des Abkommens nicht schlechter gestellt zu werden als die 

Angehörigen des Staates, der das Abkommen handhabt (Art. 2 FZA; vgl. 

BGE 140 II 364 E. 6.1-6.3). Die Schweiz hat sich in Anhang III verpflichtet, 

Diplome, Zeugnisse und sonstige Befähigungsnachweise gemäss den da-

rin für anwendbar erklärten Rechtsakten der EU anzuerkennen. Zu diesen 

Rechtsakten gehört die Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von 

Berufsqualifikationen (ABl. L 255/22 vom 30. September 2005 [nachfol-

gend: Richtlinie 2005/36/EG]), welche mit dem Beschluss Nr. 2/2011 vom 

30. September 2011 des Gemischten Ausschusses für die gegenseitige 

Anerkennung von Berufsqualifikationen (AS 2011 4859 ff.) für anwendbar 

erklärt wurde (vgl. dazu Urteil des BGer 2C_472/2017 vom 7. Dezember 

2017 E. 2.2.1 f.; Urteile des BVGer B-5372/2015 vom 4. April 2017 E. 5.3 

f. und B-3706/2014 vom 28. November 2017 E. 6.3.1; zum Ganzen: NINA 

GAMMENTHALER, Anerkennung von Pflegefachdiplomen, Pflegerecht 2012, 

S. 28 ff., 34a).  

2.3 Die Richtlinie 2005/36/EG gilt für alle Staatsangehörigen eines Mit-

gliedstaates, welche einen reglementierten Beruf in einem anderen Mit-

gliedstaat als dem, in dem sie ihre Berufsqualifikationen erworben haben, 

ausüben wollen (Art. 2 Abs. 1 der Richtlinie 2005/36/EG). Als reglementier-

ter Beruf gilt dabei eine berufliche Tätigkeit, bei der die Aufnahme oder 

Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung direkt oder indirekt durch 

Rechts- oder Verwaltungsvorschriften an den Besitz bestimmter Berufs-

qualifikationen gebunden ist (Art. 3 Abs. 1 Bst. a der Richtlinie 

2005/36/EG).  

2.3.1 Die Anwendbarkeit der Richtlinie 2005/36/EG setzt eine Berufsquali-

fikation im Sinn von deren Art. 3 Abs. 1 Bst. b voraus. Dazu zählen in erster 

Linie "Ausbildungsnachweise" in der Form von Diplomen, Prüfungszeug-

nissen und sonstigen Befähigungsnachweisen, die von einer Behörde 

eines Mitgliedstaates, die entsprechend dessen Rechts- und Verwaltungs-

vorschriften benannt wurde, für den Abschluss einer überwiegend im Ge-

biet der Mitgliedstaaten absolvierten Berufsausbildung ausgestellt worden 

sind (Art. 3 Abs. 1 Bst. c der Richtlinie 2005/36/EG). Einem Ausbildungs-

nachweis in diesem Sinn gleichgestellt ist nach Art. 3 Abs. 3 der Richtlinie 

2005/36/EG jeder in einem Drittstaat ausgestellte Ausbildungsnachweis, 

sofern sein Inhaber in dem betreffenden Beruf drei Jahre Berufserfahrung 

im Hoheitsgebiet des Mitgliedstaates, der diesen Ausbildungsnachweis be-

reits (nach innerstaatlichem Recht; Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 2005/36/EG) 

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Seite 7 

anerkannt hat, besitzt und dieser Mitgliedstaat diese Berufserfahrung be-

scheinigt. Insofern unterliegen (von Staatsangehörigen eines Mitgliedstaa-

tes erworbene) Drittstaatsdiplome nur dann den Anerkennungsregeln der 

Richtlinie, wenn die zusätzlichen Voraussetzungen der vorgängigen 

Anerkennung durch einen Mitgliedstaat sowie der nachgewiesenen Berufs-

erfahrung von mindestens drei Jahren im entsprechenden Mitgliedstaat 

erfüllt sind (vgl. NINA GAMMENTHALER, Diplomanerkennung und Freizügig-

keit, 2010, S. 155 f. m.w.H.).  

2.3.2 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gleichwertigkeitsanerkennung 

ihres Ausbildungsnachweises mit dem schweizerischen Abschluss als Pfle-

gefachfrau. Beim Beruf der Pflegefachfrau bzw. des Pflegefachmanns han-

delt es sich um eine in der Schweiz reglementierte Tätigkeit (vgl. die 

betreffende Liste des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Inno-

vation SBFI, abrufbar unter: https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/bil-

dung/diploma/anerkennungsverfahren-bei-niederlassung/reglementierte 

berufe.html). Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige eines Mitglied-

staates (Deutschland) und schloss am 2. Juli 1983 in einem Drittstaat 

(Ukraine) ihre Krankenpflegeausbildung ab. Am 12. Juni 2009 wurde ihr 

Drittstaatsdiplom in Deutschland nach bestandener Ausgleichsmass-

nahme anerkannt, womit die Beschwerdeführerin die Erlaubnis erhielt, (in 

Deutschland) die Berufsbezeichnung "staatlich anerkannte Gesundheits- 

und Krankenpflegerin" zu führen. Die Beschwerdeführerin verfügt sodann 

unbestrittenermassen über mehr als drei Jahre Berufserfahrung in 

Deutschland. Demzufolge gelangen vorliegend die Anerkennungsregeln 

der Richtlinie 2005/36/EG zur Anwendung.  

2.3.2.1 Für den Beruf der Pflegefachpersonen ("Krankenschwestern und 

Krankenpfleger, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind"), hin-

sichtlich dessen die Mindestanforderungen an die Ausbildung koordiniert 

worden sind, sieht die Richtlinie 2005/36/EG das sog. sektorale Anerken-

nungssystem vor (vgl. Kapitel III [Art. 21 ff.] der Richtlinie 2005/36/EG ["An-

erkennung auf der Grundlage der Koordinierung der Mindestanforderun-

gen an die Ausbildung"]; Botschaft GesBG, BBl 2015 8715, 8746 und 8776; 

NINA GAMMENTHALER, Pflegerecht 2012, S. 32; ASTRID EPINEY, Zur Diplo-

manerkennung im Freizügigkeitsabkommen Schweiz – EU, Jusletter vom 

15. März 2021, Rz. 37). Sofern Pflegefachpersonen im Besitz eines in 

Anhang V Ziff. 5.2.2 aufgelisteten Ausbildungsnachweises sind, erfolgt die 

Gleichwertigkeitsanerkennung in einem anderen Mitgliedstaat grund-

sätzlich automatisch (vgl. insb. Art. 21 Abs. 1 und Abs. 6 der Richtlinie 

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Seite 8 

2005/36/EG). In Anhang V Ziff. 5.2.2 ist dabei für jeden Mitgliedstaat auf-

geführt, welche Ausbildungsnachweise für Pflegefachpersonen dem 

sektoralen Anerkennungssystem unterstellt sind, welche (amtliche) Stelle 

diese ausstellt und wie die offizielle Berufsbezeichnung im jeweiligen Mit-

gliedstaat lautet (für Deutschland: [Ausbildungsnachweis:] "Zeugnis über 

die staatliche Prüfung in der Krankenpflege"; [ausstellende Stelle:] "staatli-

cher Prüfungsausschuss"; [Berufsbezeichnung:] "Gesundheits- und Kran-

kenpfleger[in]").  

2.3.2.2 Sind die Voraussetzungen für eine automatische Anerkennung 

nicht erfüllt, gelangen subsidiär die Regeln über die allgemeine Anerken-

nung von Ausbildungsnachweisen zur Anwendung (sog. allgemeines Aner-

kennungssystem gemäss Kapitel I [Art. 10 ff.] der Richtlinie 2005/36/EG; 

vgl. ASTRID EPINEY, Jusletter vom 15. März 2021, Rz. 37). Im Rahmen des 

allgemeinen Anerkennungsregimes kann der Aufnahmemitgliedstaat die 

Qualifikation des Antragstellers sowohl formell als auch materiell überprü-

fen. Die Behörde hat dabei die Inhalte der vorgelegten Nachweise auf de-

ren Gleichwertigkeit mit den eigenen Anforderungen an den Erhalt des ent-

sprechenden innerstaatlichen Ausbildungsnachweises zu überprüfen. 

Hierzu hat der Antragsteller der Behörde die nötigen Unterlagen zu liefern 

(vgl. Art. 50 der Richtlinie 2005/36/EG; Urteil des BVGer B-4060/2019 vom 

11. November 2019 E. 3.3 m.w.H.). 

Konkret bedingt die Anerkennung Folgendes: 

"[Artikel 13] 

Anerkennungsbedingungen 

(1) Wird die Aufnahme oder Ausübung eines reglementierten Berufs in einem 

Aufnahmemitgliedstaat von dem Besitz bestimmter Berufsqualifikationen ab-

hängig gemacht, so gestattet die zuständige Behörde dieses Mitgliedstaats 

den Antragstellern, die den Befähigungs- oder Ausbildungsnachweis besitzen, 

der in einem anderen Mitgliedstaat erforderlich ist, um in dessen Hoheitsgebiet 

die Erlaubnis zur Aufnahme und Ausübung dieses Berufs zu erhalten, die Auf-

nahme oder Ausübung dieses Berufs unter denselben Voraussetzungen wie 

Inländern. 

Die Befähigungs- oder Ausbildungsnachweise müssen 

a) in einem Mitgliedstaat von einer entsprechend dessen Rechts- und Verwal-

tungsvorschriften benannten zuständigen Behörde ausgestellt worden sein; 

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Seite 9 

b) bescheinigen, dass das Berufsqualifikationsniveau des Inhabers zumindest 

unmittelbar unter dem Niveau nach Artikel 11 liegt, das der Aufnahmemitglied-

staat fordert. 

(…)." 

Die Berufsqualifikationsniveaus werden wie folgt zugeordnet: 

"[Artikel 11] 

Qualifikationsniveaus 

Für die Anwendung von Artikel 13 werden die Berufsqualifikationen den nach-

stehenden Niveaus wie folgt zugeordnet: 

a) […]. 

b) Zeugnis, das nach Abschluss einer Ausbildung auf Sekundarniveau erteilt 

wird, 

i) entweder einer allgemein bildenden Sekundarausbildung, die durch 

eine Fach- oder Berufsausbildung, die keine Fach- oder Berufsausbil-

dung im Sinne des von Buchstabe c ist, und/oder durch ein neben dem 

Ausbildungsgang erforderliches Berufspraktikum oder eine solche Be-

rufspraxis ergänzt wird; 

ii) oder einer technischen oder berufsbildenden Sekundarausbildung, 

die gegebenenfalls durch eine Fach- oder Berufsausbildung gemäß Zif-

fer i und/oder durch ein neben dem Ausbildungsgang erforderliches 

Berufspraktikum oder eine solche Berufspraxis ergänzt wird. 

c) Diplom, das erteilt wird nach Abschluss 

i) einer postsekundären Ausbildung von mindestens einem Jahr oder 

einer Teilzeitausbildung von entsprechender Dauer, die keine postse-

kundäre Ausbildung im Sinne der Buchstaben d und e ist und für die im 

Allgemeinen eine der Zugangsbedingungen der Abschluss einer zum 

Universitäts- oder Hochschulstudium berechtigenden Sekundarausbil-

dung oder eine abgeschlossene entsprechende Schulbildung der Se-

kundarstufe II ist, sowie der Berufsausbildung, die gegebenenfalls ne-

ben der postsekundären Ausbildung gefordert wird; 

ii) oder — im Falle eines reglementierten Berufs — eines dem Ausbil-

dungsniveau gemäß Ziffer i entsprechenden besonders strukturierten 

in Anhang II enthaltenen Ausbildungsgangs, der eine vergleichbare Be-

rufsbefähigung vermittelt und auf eine vergleichbare berufliche Funk-

tion und Verantwortung vorbereitet. Das Verzeichnis in Anhang II kann 

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Seite 10 

nach dem in Artikel 58 Absatz 2 genannten Verfahren geändert wer-

den, damit Ausbildungsgängen Rechnung getragen wird, die den Vo-

raussetzungen des vorstehenden Satzes genügen. 

d) Diplom, das erteilt wird nach Abschluss einer postsekundären Ausbildung 

von mindestens drei und höchstens vier Jahren oder einer Teilzeitausbildung 

von entsprechender Dauer an einer Universität oder Hochschule oder einer 

anderen Ausbildungseinrichtung mit gleichwertigem Ausbildungsniveau sowie 

der Berufsausbildung, die gegebenenfalls neben dem Studium gefordert wird. 

e) […]." 

2.3.2.3 Unterscheidet sich eine – in Anwendung von Art. 13 der Richtlinie 

2005/36/EG grundsätzlich anzuerkennende – Ausbildung wesentlich von 

den Anforderungen des Aufnahmemitgliedstaates an den Erhalt des ent-

sprechenden innerstaatlichen Ausbildungsnachweises, so kann der Auf-

nahmemitgliedstaat vom Antragsteller Ausgleichsmassnahmen nach 

Art. 14 der Richtlinie 2005/36/EG verlangen. Wesentliche Unterschiede 

können dabei eine kürzere Ausbildungsdauer, ein divergierender Ausbil-

dungsinhalt oder ein divergierender Tätigkeitsbereich sein (Art. 14 Abs. 1 

Bst. a–c der Richtlinie 2005/36/EG; vgl. Urteile des BVGer B-4060/2019 

vom 11. November 2019 E. 3.3 und B-5988/2020 vom 28. April 2021 

E. 5.1; FRÉDÉRIC BERTHOUD, La reconnaissance des qualifications profes-

sionnelles, Union européenne et Suisse-Union européenne, 2016, 

S. 305 ff.; JOEL A. GÜNTHARDT, Switzerland and the European Union, The 

implications of the institutional framework and the right of free movement 

for the mutual recognition of professional qualifications, 2020, Kap. 6.4.2).  

3.  

Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen eine Missachtung der 

staatsvertraglichen Anerkennungsverpflichtung gemäss Art. 9 FZA. 

3.1 Sie stellt sich auf den Standpunkt, Art. 9 FZA sehe die gegenseitige 

Anerkennung von Berufsdiplomen vor. Indem die Vorinstanz die Gleichwer-

tigkeitsanerkennung sowohl hinsichtlich des ukrainischen (Ursprungs-)Dip-

loms vom 2. Juli 1983 als auch in Bezug auf das "deutsche Pflegefachdip-

lom" (Anerkennungsbescheinigung) vom 12. Juni 2009 bzw. die erworbene 

Berufserfahrung verweigere, verletze sie die staatsvertragliche Anerken-

nungsverpflichtung gemäss Art. 9 FZA. So habe sich die Vorinstanz nicht 

mit der Rechtsprechung das Bundesgerichts auseinandergesetzt, welches 

im Entscheid 2C_1010/2019 vom 21. Februar 2020 die Gleichwertigkeit 

der Pflegefachdiplome aus Deutschland festgestellt habe. Auch blende die 

Vorinstanz aus, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine deutsche 

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Seite 11 

Staatsangehörige handle, die als Gesundheits- und Krankenpflegerin in 

Deutschland anerkannt sei und dort zwischen 2015 und 2018 in diesem 

Beruf als selbständig Erwerbende tätig gewesen sei. Insgesamt habe die 

Beschwerdeführerin während Jahren als Pflegefachperson gearbeitet und 

sich seit dem Abschluss ihrer Pflegeausbildung kontinuierlich weitergebil-

det. Hinzu komme, dass die altrechtlichen schweizerischen Ausbildungs-

abschlüsse (Krankenschwester/-pfleger AKP, Krankenschweser/-pfleger 

DN II sowie Pflegefachfrau/-mann DN I) im Zusammenhang mit dem Erlass 

des Berufsbildungsgesetzes ebenfalls als gleichwertig anerkannt worden 

seien, obwohl diesbezüglich keine Gleichwertigkeit hinsichtlich der Ausbil-

dungsanforderungen bestehe. Insofern wäre es widersprüchlich, wenn die 

Anerkennung einer ausländischen Pflegeausbildung verweigert werde, ob-

wohl diese den früheren schweizerischen Pflegeausbildungen entspreche. 

3.2 Die Vorinstanz führt aus, das Anerkennungsobjekt sei vorliegend das 

ukrainische (Ursprungs-)Diplom der Beschwerdeführerin, weshalb die ma-

terielle Gleichwertigkeitsprüfung basierend auf diesem Diplom durchge-

führt werden müsse. Die Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfle-

gerin in Deutschland, die in diesem Zusammenhang abgelegte Kenntnis-

prüfung sowie die erworbene Berufserfahrung seien erst in einem zweiten 

Schritt, nämlich bei der Festlegung allfälliger Ausgleichsmassnahmen, zu 

berücksichtigen; das Niveau der ursprünglichen Ausbildung steige damit 

grundsätzlich nicht an. Das ukrainische Diplom der Beschwerdeführerin 

entspreche einem Abschluss auf der Sekundarstufe II, welcher auf dem 

Qualifikationsniveau von Art. 11 Bst. b ii der Richtlinie 2005/36 einzustufen 

sei. Der schweizerische Abschluss als Pflegefachfrau HF, welcher eine 

Ausbildung auf Tertiärstufe voraussetze, sei hingegen dem höheren 

Niveau von Art. 11 Bst. d der Richtlinie 2005/36 zuzuordnen. Dies entspre-

che einem Niveauunterscheid von zwei Stufen. Ein Ausgleich des Niveau-

unterschieds sei aber nur dann möglich, wenn der anzuerkennende Ab-

schluss nur eine einzige Stufe unterhalb jener der schweizerischen Ausbil-

dung liege. Daher sei ein solcher Qualifikationsunterschied auch nicht 

durch Ausgleichsmassnahmen kompensierbar. Eine Anerkennung als Pfle-

gefachfrau basierend auf der Richtlinie 2005/36/EG sei demnach nicht 

möglich. Aus Sicht des Gesundheitsschutzes und der Patientensicherheit 

dürfe es aber auch nicht möglich sein, dass eine in einem Drittstaat absol-

vierte Ausbildung auf der Sekundarstufe II durch Ausgleichsmassnahmen 

in Deutschland auf Tertiärniveau angehoben würde. 

3.3 Streitbetroffen ist zunächst die Frage, was Gegenstand der Anerken-

nung ist. Während nach der Vorinstanz einzig das ukrainische Diplom als 

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Seite 12 

Krankenschwester das Anerkennungsobjekt bildet, scheint die Beschwer-

deführerin in den Bescheinigungen im Zusammenhang mit der Anerken-

nung in Deutschland sowie in der erworbenen Berufserfahrung (ebenfalls) 

selbständige Qualifikationsnachweise im Sinn der Richtlinie 2005/36/EG 

zu erblicken.  

3.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil B-5988/2020 vom 

28. April 2021 (E. 4.4) festgehalten, dass weder die durch einen Mitglied-

staat bescheinigte Anerkennung noch ein in diesem Mitgliedstaat absol-

vierter Anpassungslehrgang eine Berufsqualifikation im Sinn von Art. 3 

Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 2005/36/EG darstellen. Dies gilt analog auch für 

eine abgelegte Eignungsprüfung, sofern diese im Rahmen einer Aus-

gleichsmassnahme erfolgte.  

Dieses Auslegungsergebnis basiert auf einer insoweit präzisierten Defini-

tion der anerkennungsgegenständlichen Ausbildungs- bzw. Befähigungs-

nachweise (vgl. Art. 3 Abs. 1 Bst. b und c i.V.m. Art. 13 der Richtlinie 

2005/36/EG), als darunter die von Art. 11 Bst. a-e der Richtlinie 

2005/36/EG erfassten Zeugnisse und Diplome zu verstehen sind 

(vgl. FRÉDÉRIC BERTHOUD, La reconnaissance des qualifications professi-

onnelles, Union européenne et Suisse-Union européenne, 2016, S. 93); 

vorausgesetzt jedoch, dass sie im Rahmen des Bildungssystems des aus-

stellenden Mitgliedstaates erworben wurden (vgl. Urteil des EuGH vom 

29. Januar 2009 C-311/06 Consiglio Nazionale degli Ingegneri/Ministero 

della Giustizia, Marco Cavallera, Slg. 2009 I-415, Rz. 55). Ausserdem lässt 

sich diese Einordnung auch aus der systematischen Verknüpfung von 

Art. 3 Abs. 1 Bst. b mit Art. 3 Abs. 3 der Richtlinie 2005/36/EG ableiten: 

Würde nämlich die Anerkennung durch einen Mitgliedstaat selbst unter den 

Begriff des Ausbildungsnachweises (vgl. E. 2.3.1) fallen, so wäre die 

Gleichstellungsregelung für Drittstaatsdiplome (Art. 3 Abs. 3 der Richtlinie 

2005/36/EG), soweit sie ihrerseits an den drittstaatlichen Ausbildungsnach-

weis anknüpft (vgl. E. 2.3.1), obsolet (vgl. zur Anwendbarkeit der Richtlinie 

auf Drittstaatsdiplome im Allgemeinen: NINA GAMMENTHALER, Diplomaner-

kennung und Freizügigkeit, 2010, S. 154 ff.). 

3.3.2 Im Lichte dessen ist vorliegend davon auszugehen, dass die am 

12. Juni 2009 in Deutschland ausgestellte "Anerkennungsurkunde" nicht 

als anerkennungsgegenständliche Berufsqualifikation im Sinn von Art. 3 

Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 2005/36/EG gilt. Da die als Ausgleichsmass-

nahme in Deutschland abgelegte Kenntnisprüfung bzw. der hierfür vorgän-

gig absolvierte "Vorbereitungslehrgang für ausländische Pflegekräfte auf 

B-6186/2020 

Seite 13 

die Krankenpflegeprüfung" – wie die Vorinstanz zutreffend ausführt – nicht 

Teil des deutschen Bildungssystems bilden, stellen sie ebenfalls keine an-

erkennungsgegenständlichen Qualifikationsnachweise im Sinn der Richtli-

nie dar.  

3.3.3 Schliesslich kann zwar eine in einem Mitgliedstaat erworbene Berufs-

erfahrung auch für sich allein betrachtet eine Berufsqualifikation im Sinn 

von Art. 3 Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 2005/36/EG darstellen. Ausserhalb 

des – für den Beruf der Pflegefachpersonen nicht einschlägigen – Kapitels 

II (Art. 16 ff. der Richtlinie 2005/36/EG) kommt ihr aber als selbständiger 

Qualifikationsnachweis kaum praktische Bedeutung zu (vgl. FRÉDÉRIC 

BERTHOUD, a.a.O., S. 94 f.). So hat das Bundesverwaltungsgericht bereits 

mehrfach festgehalten, dass die Berufserfahrung im Anerkennungsverfah-

ren einen Niveauunterschied in der Ausbildung nicht kompensieren kann 

(vgl. BVGE 2008/27 E. 3.9.1; Urteile des BVGer B-5988/2020 vom 

28. April 2021 E. 4.4, B-4624/2009 vom 4. Oktober 2010 E. 7.7.3 und 

B-6201/2011 vom 6. März 2013 E. 7.1).  

3.3.4 Anerkennungsobjekt bildet somit einzig das vom 2. Juli 1983 datie-

rende ukrainische (Ursprungs-)Diplom als Krankenschwester. Damit fällt 

eine automatische Anerkennung auf der Grundlage des sektoralen Aner-

kennungssystems (Art. 21 ff. der Richtlinie 2005/36/EG) von vornherein 

ausser Betracht, da das ukrainische Diplom der Beschwerdeführerin nicht 

im Anhang V Ziff. 5.2.2 der Richtlinie 2005/36/EG figuriert. Es gelangen die 

Regeln über die allgemeine Anerkennung von Ausbildungsnachweisen 

(Art. 10 ff. der Richtlinie 2005/36/EG) zur Anwendung (vgl. Art. 10 Bst. g 

der Richtlinie 2005/36/EG; FRÉDÉRIC BERTHOUD, a.a.O., S. 104 ff.; NINA 

GAMMENTHALER, Diplomanerkennung und Freizügigkeit, 2010, S. 154 f.). 

3.4  Im Rahmen des allgemeinen Anerkennungssystems ist das ukraini-

sche Diplom als Krankenschwester mit der schweizerischen Ausbildung 

zur Pflegefachfrau HF zu vergleichen. Liegt das Berufsqualifikationsniveau 

der Beschwerdeführerin lediglich eine Stufe unter dem Niveau der schwei-

zerischen Ausbildung nach Art. 11 der Richtlinie 2005/36/EG, so ist nach 

Massgabe von Art. 13 Abs. 1 der Richtlinie 2005/36/EG das Diplom grund-

sätzlich anzuerkennen und der Beschwerdeführerin die Aufnahme und 

Ausübung des reglementierten Berufs zu gestatten. Zwecks Ausgleichs ei-

nes allfälligen Niveauunterschieds können dabei allfällige Massnahmen 

nach Art. 14 der Richtlinie 2005/36/EG angeordnet werden. 

B-6186/2020 

Seite 14 

3.4.1 Unbestritten ist, dass die ukrainische Ausbildung zur Kranken-

schwester, welche die Beschwerdeführerin im Anschluss an die obligatori-

sche Schule begann und nach drei Jahren abschloss, dem Qualifikations-

niveau von Art. 11 Bst. b ii der Richtlinie 2005/36/EG zuzuordnen ist.  

3.4.2 Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, die 

schweizerische Ausbildung zur Pflegefachfrau HF sei auf dem Qualifikati-

onsniveau von Art. 11 Bst. d der Richtlinie 2005/36/EG einzustufen.  

Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich mit dieser Frage im Urteil 

B-5988/2020 vom 28. April 2021 (E. 4.7 f.). Es erwog, dass es einer Aus-

bildung an einer höheren Fachschule bedürfe, um den Abschluss als "dipl. 

Pflegefachfrau HF" zu erlangen. Diese Ausbildung dauere in der Regel drei 

Jahre (Vollzeit), mit einer Vorbildung als "Fachfrau Gesundheit EFZ" indes-

sen nur zwei Jahre (https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/ 1900?id= 

8467). Die höheren Fachschulen würden nicht unter das Schweizer Hoch-

schulsystem fallen; sie seien dem Tertiär-B-Bereich zuzuordnen, während 

Universitäten und Fachhochschulen dem Tertiär-A-Bereich zugehörig 

seien. Dabei divergierten auch die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen. 

Die Diplome der höheren Fachschulen seien schon unter der Geltung 

früherer Richtlinien (89/48/EWG und 92/51/EWG) einem niedrigeren 

Niveau als das dreijährige Universitätsstudium zugeordnet worden. Die 

Richtlinie 2005/36/EG habe dieses System im Wesentlichen übernommen. 

Insofern korrespondiere das Niveau von Art. 11 Bst. c der Richtlinie 

2005/36/EG mit dem Niveau "Diplome" der Richtlinie 92/51/EWG, welches 

die Abschlüsse der höheren Fachschulen erfasse. Ausserdem beziehe sich 

Art. 11 Bst. d der Richtlinie 2005/36/EG auf Ausbildungsgänge mit einer 

Dauer von mindestens drei und höchstens vier Jahren (oder auf eine Teil-

zeitausbildung von entsprechender Dauer), was bei der Ausbildung zur 

Pflegefachfrau HF unter Umständen nicht der Fall sei (jeweils mit Verweis 

auf das Urteil des BVGer B-655/2016 vom 30. Juni 2017 E. 6.2 und 7.2 f.). 

Das Bundesverwaltungsgericht gelangte alsdann zum Schluss, dass die 

schweizerische Ausbildung zur Pflegefachfrau HF dem Qualifikationsni-

veau von Art. 11 Bst. c der Richtlinie 2005/36/EG zuzuordnen sei. 

3.4.3 An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten. Die Zuordnung der 

schweizerischen Ausbildung zur Pflegefachfrau HF zum Qualifikations-

niveau von Art. 11 Bst. c der Richtlinie 2005/36/EG hat die Konsequenz, 

dass damit das ukrainische Diplom der Beschwerdeführerin (auf dem Qua-

lifikationsniveau von Art. 11 Bst. b ii der Richtlinie 2005/36/EG) nur eine 

B-6186/2020 

Seite 15 

Stufe unterhalb des schweizerischen Referenzabschlusses liegt. Somit er-

füllt das Diplom der Beschwerdeführerin die Anerkennungsvoraussetzun-

gen gemäss Art. 13 Abs. 1 der Richtlinie 2005/36/EG. Der Vorinstanz kann 

daher nicht gefolgt werden, wenn sie die Gleichwertigkeitsanerkennung mit 

der Begründung verweigert, der Niveauunterschied zwischen der ukraini-

schen Ausbildung der Beschwerdeführerin und der schweizerischen Aus-

bildung zur Pflegefachfrau HF sei zu gross und könne nicht durch Aus-

gleichsmassnahmen kompensiert werden. Die sinngemäss erhobene 

Rüge, die Vorinstanz habe die Richtlinie 2005/36/EG unrichtig angewandt, 

erweist sich somit als begründet. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf 

die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin näher einzugehen. 

4.  

Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begründet und ist 

gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben. 

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Sache 

selbst (reformatorisch) oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz oder an die Erstinstanz zurück (kassatorisch) 

(vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Eine Rückweisung ist namentlich dann ange-

zeigt, wenn die Vorinstanz bei ihrem Entscheid aufgrund der von ihr einge-

nommenen Rechtsauffassung Fragen nicht geprüft hat, die besondere 

Sachkenntnis bedingen oder bei deren Beurteilung sie einen Ermessens-

spielraum gehabt hätte (vgl. Urteil des BVGer B-4992/2015 vom 6. Sep-

tember 2017 E. 3.5; vgl. WEISSENBERGER/HIRZEL, in: Waldmann/ Weissen-

berger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 61 VwVG 

N. 15 ff.).  

4.2 Als Hauptantrag verlangt die Beschwerdeführerin die Gutheissung 

ihres Anerkennungsgesuchs. Zu beachten ist jedoch, dass Art. 14 der 

Richtlinie 2005/36/EG der Vorinstanz unter bestimmten Voraussetzungen 

ermöglicht, die Anerkennung mit Ausgleichsmassnahmen zu verbinden. 

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid aufgrund ihrer Rechtsauf-

fassung nicht geprüft, ob allfällige Ausgleichsmassnahmen anzuordnen 

sind. Es ist nicht Sache des Bundesverwaltungsgerichts, erstmalig darüber 

zu entscheiden, zumal der Vorinstanz bei dieser Frage ein gewisser 

Ermessensspielraum zusteht (vgl. Urteil des BVGer B-5988/2020 vom 

28. April 2021 E. 5.1).  

B-6186/2020 

Seite 16 

4.3 Demnach ist die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Zugrundelegung, dass die Vo-

raussetzungen für die Anerkennung gemäss Art. 13 Abs. 1 der Richtlinie 

2005/36/EG erfüllt sind, wird die Vorinstanz prüfen und entscheiden 

müssen, ob der Beschwerdeführerin allfällige Ausgleichsmassnahmen 

nach Art. 14 der Richtlinie 2005/36/EG aufzuerlegen sind. 

5.  

5.1 Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als obsie-

gend, weshalb ihr keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 3 

VwVG); das ihr gewährte Recht auf unentgeltliche Rechtspflege braucht 

sie nicht zu beanspruchen (vgl. Urteil des BVGer A-3403/2013 vom 

17. November 2014 E. 5.2). Vorinstanzen sind von der Kostenpflicht befreit 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

5.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung 

für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen 

Kosten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

5.2.1 Praxisgemäss ist der Honoraranspruch des Rechtsvertreters aus 

unentgeltlicher Verbeiständung subsidiär gegenüber einem Entschädi-

gungsanspruch der obsiegenden (bedürftigen) Partei gegen die unterlie-

gende Vorinstanz bzw. Gegenpartei: Ein Entschädigungsanspruch des un-

entgeltlichen Rechtsvertreters besteht demnach nur insoweit, als die be-

dürftige Partei unterliegt. Im Umfang als die verbeiständete Partei obsiegt, 

entfällt der Entschädigungsanspruch des unentgeltlichen Rechtsvertreters 

(vgl. Urteile des BVGer A-3403/2013 vom 17. November 2014 E. 5.3 und 

A-7011/2016 vom 19. Januar 2017 E. 7.2, je m.w.H.). 

5.3 Der obsiegenden Beschwerdeführerin ist somit gestützt auf Art. 64 

Abs. 1 VwVG (i.V.m. Art. 7 ff. VGKE) eine Parteientschädigung zu Lasten 

der Vorinstanz zuzusprechen, womit der Entschädigungsanspruch des un-

entgeltlichen Rechtsvertreters entfällt. Das Bundesverwaltungsgericht legt 

die Parteientschädigung aufgrund der eingereichten Kostennote oder, 

wenn keine Kostennote eingereicht worden ist, aufgrund der Akten fest 

(Art. 14 Abs. 2 VGKE). Vorliegend hat der Rechtsvertreter keine detaillierte 

Kostennote eingereicht. In der Beschwerdeschrift vom 15. Januar 2021 hat 

er jedoch eine Parteientschädigung von mindestens Fr. 2'500.– beantragt.  

B-6186/2020 

Seite 17 

5.3.1 Parteikosten gelten als notwendig, wenn sie zur sachgerechten und 

wirksamen Rechtsverfolgung oder -verteidigung unerlässlich erscheinen 

(vgl. BGE 131 II 200 E. 7.2). Bei der Beurteilung, ob die geltend gemachten 

Kosten notwendig sind, steht dem Bundesverwaltungsgericht ein erhebli-

cher Ermessensspielraum zu. Massgeblich sind die Umstände des Einzel-

falls, wobei insbesondere die Komplexität der Sach- und Rechtslage zu 

berücksichtigen ist. Gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, 

dass die geltend gemachte Entschädigung zu reduzieren ist, kürzt es diese 

in pauschaler Weise ohne einlässliche Berechnung (vgl. Urteile des BVGer 

A-644/2020 vom 24. Juni 2020 E. 3.2.5, B-8265/2010 vom 23. Oktober 

2012 E. 12 und B-4484/2009 vom 23. März 2010 E. 11). 

Die geltend gemachte Entschädigung von mindestens Fr. 2'500.– erscheint 

in Anbetracht der durchschnittlichen Komplexität der Streitsache und des 

Umfangs der eingereichten Rechtsschriften (7-seitige Beschwerdeschrift 

vom 15. Januar 2021; 2-seitige Replik vom 13. Mai 2021) als zu hoch. Als 

angemessen erscheint aus den genannten Gründen eine Parteienschädi-

gung im Betrag von Fr. 1'500.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuerzu-

schlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE). 

 

  

B-6186/2020 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Teilentscheid des Schweizeri-

schen Roten Kreuzes vom 27. November 2020 aufgehoben. Die Sache 

wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Partei-

entschädigung von Fr. 1'500.– zugesprochen. Dieser Betrag ist der 

Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde); 

– die Vorinstanz (Ref-Nr.: […]; Gerichtsurkunde). 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Ronald Flury Davide Giampaolo 

 

 

B-6186/2020 

Seite 19 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

Versand: 30. August 2021