# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e5a1cc3-5082-5582-9446-4559b471e612
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 05.12.2005 SF 2005 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-33_2005-12-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 05./06. Dezember 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 33 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Hubert 
Aktuarin Thöny

——————

In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Peter Eugs-
ter, Postfach 203, Hinterm Bach 40, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 12. Oktober 2005, 

wegen sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 26. Mai 1970 in AA. geboren und wuchs zusammen mit 
vier Geschwistern bei seiner Mutter in BB. auf. Die Primarschule absolvierte er in 
CC., die Realschule in BB.. Nach der Schulentlassung begann er bei den Firmen A. 
AG in HH. sowie B. AG In AA. eine Lehre als Reprograph, welche er nach drei 
Jahren erfolgreich abschloss. In der Folge arbeitete er für zwei weitere Jahre für die 
Firma B. AG Im Januar 1992 eröffnete er zusammen mit C. ein Autohaus in BB.. Er 
blieb jedoch nur für etwa ein halbes Jahr in diesem Geschäft tätig. Von 1993 bis 
1995 übte X. sodann verschiedene Tätigkeiten bei diversen Firmen in der Schweiz 
aus, wobei er zeitweise auch arbeitslos war. Von März bis September 1996 war er 
Geschäftsführer des D. in DD.. Nach einer erneuten Arbeitslosigkeit von zwei Mo-
naten konnte er bei der Firma E. in AA. ein Praktikum als Grafiker absolvieren und 
wurde in der Folge auch für kurze Zeit eingestellt. Da er jedoch eine 70-tägige Ge-
fängnisstrafe in der Strafanstalt Realta verbüssen musste, verlor er diese Arbeits-
stelle und war nach seiner Entlassung bis ca. Mitte Mai 1999 arbeitslos. Anschlies-
send war er im Sauna Club „F.-Club“ in AA. als Geschäftsführer und gleichzeitig im 
Lokal „G.“ als Barman tätig. Mitte August 1999 setzte sich X. in die Dominikanische 
Republik ab, woraufhin er international zur Verhaftung ausgeschrieben wurde. In 
der Dominikanischen Republik war er gemäss eigenen Aussagen zunächst im Bau-
gewerbe tätig. Danach verkaufte er selbstständig und hauptberuflich Reinigungs-
mittel und war sodann bis zu seiner Rückkehr in die Schweiz Anfang Mai 2005 Ge-
schäftsführer einer Fabrik mit 80 Angestellten. Am 2. Mai 2005 wurde X. vorläufig 
festgenommen und umgehend in Untersuchungshaft versetzt, welche bis zum 25. 
Juli 2005 andauerte. Im Anschluss daran war er kurzzeitig bei der Firma H. AG in 
EE. beschäftigt. Danach verbüsste er eine dreimonatige Gefängnisstrafe aus dem 
Jahr 1999. Seine Schulden schätzt X. auf ca. Fr. 50'000.-- bis Fr. 70'000.--. Im Be-
treibungsregister des Kreises Fünf Dörfer figurierte er vom 1. Januar 1991 bis 30. 
August 1999 mit 84 Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 171'842.55, wobei 30 
offene Verlustscheine im Betrag von Fr. 73'460.65 vorlagen. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit den folgenden fünf Eintra-
gungen verzeichnet: Mit Strafmandat vom 3. Dezember 1992 wurde er vom 
Kreispräsidenten Chur wegen Begünstigung und falscher Zeugenaussage zu 30 
Tagen Gefängnis, bedingt auf 2 Jahre, verurteilt. Am 25. August 1994 auferlegte 
ihm der Kreispräsident Chur wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand und Verletzung von Verkehrsregeln eine Busse von Fr. 800.--. Mit Urteil vom 
17. April 1997 wurde er vom Kreisgerichtsausschuss Chur wegen Vereitelung der 
Blutprobe und Verletzung von Verkehrsregeln mit einer unbedingten Gefängniss-
trafe von 70 Tagen und einer Busse von Fr. 200.-- bestraft. Mit Strafmandat vom 

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20. November 1998 wurde X. vom Kreispräsidenten Chur wegen Drohung und 
Hausfriedensbruchs mit einer Busse von Fr. 700.-- bestraft. Am 6. Mai 1999 wurde 
er vom Kreisgerichtsausschuss Chur wegen Vereitelung der Blutprobe und Nicht-
meldung der Adressänderung beim Strassenverkehrsamt zu 3 Monaten Gefängnis 
verurteilt. 

Der Leumund von X. muss nicht nur aufgrund der erwähnten Vorstrafen als 
erheblich getrübt bezeichnet werden. So geht aus dem Leumundsbericht der Kan-
tonspolizei Graubünden vom 7. September 1999 hervor, dass X. bereits damals 
immer wieder negativ aufgefallen war. Insbesondere nach dem Konsum von Alkohol 
neige er zu aggressivem Verhalten. 

X. wurde am 2. Mai 2005 in AA. festgenommen. Der Haftrichter des Bezirks-
gerichts Plessur ordnete mit Entscheid vom 4. Mai 2005, gleichentags mitgeteilt, die 
Untersuchungshaft an. Am 26. Juli 2005 wurde X. aus der Untersuchungshaft ent-
lassen.

B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete mit Verfügung vom 
18. August 1999 gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Vergewaltigung etc.. Mit 
der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt Chur be-
auftragt. Die Schlussverfügung erging am 23. August 2005.

C. Mit Datum vom 13. September 2005 reichte die Rechtsvertreterin des 
Opfers eine Adhäsionsklage ein, in welcher sie beantragte, X. sei unter gesetzlicher 
Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, der Adhäsionsklägerin eine Ge-
nugtuungssumme von Fr. 8'000.-- nebst Zins zu 5% seit 16. August 1999 zu bezah-
len.

D. Mit Verfügung vom 12. Oktober 2005 wurde X. wegen sexueller Nöti-
gung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB, Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 
StGB und Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. 
Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 12. Oktober 2005 folgender Sachverhalt zugrunde:

„Am späteren Abend des 15. August 1999 konsumierte der Angeklagte zu-
sammen mit verschiedenen Kollegen in dem von ihm geführten Sauna-Club 
„F.-Club“ in AA. grössere Mengen Alkohol. Nach Mitternacht liess er sich von 
I., welcher als Chauffeur fungierte, nach FF. an das Fürstenfest fahren. Dort 
wollte er O. treffen, welche er wenige Tage zuvor in einer Bar in Liechtenstein 
kennen gelernt hatte. Der Angeklagte traf O. vorerst nicht an. Aufgrund sei-
nes anhaltenden Alkoholismus verärgerte der Angeklagte durch sein aggres-

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sives und aufdringliches Verhalten diverse - insbesondere weibliche - Gäste. 
Es kam auch zu einer Auseinandersetzung mit mutmasslich türkischen 
Staatsangehörigen, wobei die Landespolizei eingreifen musste.

Nach einiger Zeit traf der Angeklagte O. bei einem Feststand an. Auch sie 
war zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert. In der Folge führte der Ange-
klagte O. vom Festgelände weg. Sie gingen auf einem Weg einen Kanal ent-
lang, als der Angeklagte seine Begleiterin ohne ersichtlichen Anlass mehr-
fach mit der Hand massiv ins Gesicht schlug. Dann packte er sie und führte 
sie den Weg dem Kanal entlang, wobei er ihren Kopf in einer Art Würgegriff 
mit einem Arm fest umschloss. O. versuchte erfolglos, sich bei Passanten 
bemerkbar zu machen. Nachdem die Passanten vorbeigegangen waren, 
schlug der Angeklagte O. erneut massiv ins Gesicht. Zudem drohte er ihr, 
sie umzubringen, falls sie sich nochmals bei Dritten bemerkbar machen 
würde. Nachdem der Angeklagte und O. ein Stück weit weiter dem Kanal in 
Richtung Hauptstrasse gegangen waren, forderte der Angeklagte O. auf, ihn 
oral zu befriedigen. Als sie sich weigerte, schlug der Angeklagte sie erneut 
ins Gesicht. O. befriedigte den Angeklagten nun notgedrungen oral. In der 
Folge folgte sie dem Angeklagten ohne Widerstand zur Hauptstrasse. Dort-
hin hatte der Angeklagte seinen Chauffeur bestellt. Dieser traf nach einiger 
Zeit ein. O. stieg dann mit dem Angeklagten ins Fahrzeug und nahm zusam-
men mit ihm auf dem Rücksitz Platz. Sie bat den Fahrer mehrfach eindring-
lich, sie nach GG. nach Hause zu fahren. Der Angeklagte bedrohte nun aber 
auch den Fahrer und forderte diesen unmissverständlich auf, nach AA. zu 
fahren. I. fuhr nun zum Club „F.-Club“. O. hatte während der Fahrt geweint, 
resignierte aber vom Moment an, als sie merken musste, dass sie auch vom 
Fahrer keinerlei Hilfe zu erwarten hatte.

In AA. vor dem Club „F.-Club“ musste O. aussteigen und wurde vom Ange-
klagten in ein Zimmer des Clubs geführt. Dort nötigte der Angeklagte das 
durch die vorangegangenen Drohungen, Gewalttätigkeiten, Nötigungen und 
die Freiheitsberaubung völlig eingeschüchterte und resignierte Opfer, wel-
ches jeglichen Widerstand aufgegeben hatte, zweimal zur Duldung des Ge-
schlechtsverkehrs. Dabei schlug der Angeklagte O. mehrfach aufs Gesäss, 
worauf diese ihn bat, ihr nicht weitere Schmerzen zu bereiten. Anschliessend 
waren der Angeklagte und das völlig erschöpfte Opfer eingeschlafen. Einige 
Stunden später erwachte O., konnte sich unbemerkt aus dem Zimmer ent-
fernen und den Sauna-Club verlassen. In der Folge meldete sie den Vorfall 
der Polizei. 

Akten: act. 4.1, 4.4, 4.7, 4.10, 4.14, 5.1-3, 5.5, 5.7, 5.8, 5.10, 5.12-17, 5.22, 
5.24, 5.25

Die in Auftrag gegebene DNA-Vergleichsanalyse hat ergeben, dass am Slip 
von O. eine Spermaspur nachweisbar ist, deren DNA-Profil mit demjenigen 
des Angeklagten übereinstimmt. 

Akten: act. 4.16

Der Angeklagte will sich an keine sexuellen Handlungen erinnern können, 
schliesst diese jedoch nicht aus. Er bestreitet jedoch, sexuelle Handlungen 
gegen den Willen von O. ausgeführt zu haben. 

Akten: act. 5.15, 5.22, 5.25

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Am 13. September 2005 reichte die Rechtsvertreterin der Geschädigten eine 
Adhäsionsklage über Fr. 8'000.-- Genugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 
16. August 1999 ein.

Akten: act. 1.67“

E. An der Hauptverhandlung vom 5./6. Dezember 2005 vor der Strafkam-
mer des Kantonsgerichts waren der Angeklagte und sein amtlicher Verteidiger 
Rechtsanwalt lic. iur. Hans Peter Eugster, Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel sowie 
die Rechtsvertreterin des Opfers, Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger Droll, an-
wesend. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden 
keine Einwände erhoben, so dass sich das Kantonsgericht als in der Sache legiti-
miert erklärte. 

Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person bestätigte der Angeklagte auf 
richterliches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen gemäss 
Anklageschrift. Im Anschluss daran wurde das Beweisverfahren zur Sache durch-
geführt. Der Angeklagte führte auf Befragen hin aus, dass er sich schon am Tag 
nach der Tat nicht mehr an die Vorfälle des Vorabends habe erinnern können. Er 
habe jedoch gewusst, dass etwas vorgefallen sei und habe sich deshalb bedroht 
gefühlt. Er sei sich jedoch sicher, dass er nichts gegen den Willen von O. getan 
habe, da er gegenüber Frauen noch nie gewalttätig geworden sei.

Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der Staats-
anwalt in seinem Plädoyer, das er zu den Akten reichte, folgende Anträge:

„1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit fünf Jahren Zuchthaus, unter Abzug der Untersuchungs-
haft, zu bestrafen.

3. Im Falle einer Verurteilung zu einer unbedingten Strafe sei der Ange-
klagte in Sicherheitshaft zu nehmen (Fluchtgefahr).

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Hans Peter Eugster stellte und 
begründete im Rahmen seines Plädoyers, welches er zusammen mit diversen 
Nachweisen über die Arbeitsbemühungen seines Mandanten zu den Akten reichte, 
die folgenden Anträge:

„1. X. sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

Eventualiter: X. sei mit einer Freiheitsstrafe von höchstens solcher 
Dauer zu bestrafen, dass die Gewährung des bedingten Strafvollzugs 
objektiv noch möglich ist und es sei ihm der bedingte Strafvollzug mit 
einer Probezeit von 2 Jahren auch zu gewähren. Dies als Zusatzstrafe 

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zum Urteil des Militärgerichts 5 vom 23.08.2005 und unter Anrechnung 
der gesamten Untersuchungshaft. 

2. Die Adhäsionsklage sei abzuweisen.

3. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

Subeventualiter:

1. Betreffend X. sei ein Gutachten zu erstellen, das sich zur Schuldfähigkeit 
ausspricht und ganz allgemein darüber, inwieweit ein Mensch in dem 
Alkoholisierungsgrad, wie es X. im fraglichen Zeitpunkt war, überhaupt 
noch zu solchem Verhalten, wie im vorgeworfen wird, fähig war.

2. Es sei davon abzusehen, X. in Sicherheitshaft zu nehmen, er sei auf 
freiem Fuss zu belassen.

3. Das Verfahren sei auszusetzen und es seien die beantragten Zeugen 
einzuvernehmen. Andernfalls sei ein Gerichtsentscheid im Sinne von 
Art. 103 Abs. 3 und Art. 105 StPO zu erlassen.“

Die Rechtsvertreterin von O., Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger Droll, 
stellte und begründete im Rahmen ihres Plädoyers, welches auch sie zu den Akten 
reichte, die folgenden Anträge:

„1. Es sei X. zu verpflichten, O. eine Genugtuung von Fr. 8'000.-- zuzüglich 
Zins zu 5% seit 16.08.1999 zu bezahlen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

In ihrer Replik beziehungsweise Duplik hielten sowohl der Staatsanwalt und 
die Rechtsvertreterin der Adhäsionsklägerin als auch der amtliche Verteidiger an 
ihren Anträgen und deren Begründung fest.

In seinem Schlusswort beteuerte der Angeklagte nochmals, dass sich die Er-
eignisse nicht so zugetragen hätten, wie in der Anklageschrift dargelegt. Dies zeige 
sich bereits daran, dass O. schon kurz nach den angeblichen Vorfällen wieder in 
den Ausgang gegangen sei und mit Männern geflirtet habe. Er könne sich nicht 
vorstellen, weshalb O. solche Vorwürfe gegen ihn erhebe. Im Militär sei er aufgrund 
seiner Vertrauenswürdigkeit zum Munitionschef ernannt worden. Im Zeitpunkt der 
Flucht habe er nicht gewusst, dass ihm eine Vergewaltigung vorgeworfen werde. 
Nach seiner Rückkehr habe er einen seriösen Weg gewählt und sich der Polizei 
gestellt. Er müsse heute wieder ganz unten anfangen. 

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwalts, des amtlichen 
Verteidigers und der Rechtsvertreterin der Adhäsionsklägerin sowie die richterliche 
Befragung des Angeklagten anlässlich der Hauptverhandlung wird, soweit erforder-
lich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurtei-
lung der vorliegenden Strafsache ergibt sich aus Art. 45 Abs. 1 lit. a StPO, nach 
welchem das Kantonsgericht alle Verbrechen beurteilt, die mit Zuchthaus über fünf 
Jahre bedroht sind. X. wurde unter anderem der Vergewaltigung gemäss Art. 190 
Abs. 1 StGB angeklagt, ein Delikt, welches einer Strafdrohung von Zuchthaus bis 
zu zehn Jahren unterliegt.

2. Das Kantonsgericht hat vorweg über die vom Angeklagten gestellten 
Beweisergänzungsanträge zu entscheiden. Lehre und Rechtsprechung anerken-
nen, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht alle möglichen Beweise zusammen-
zutragen haben. Vielmehr kann auf die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet 
werden, wenn die für die Beurteilung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits 
aufgrund der vorhandenen Beweismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass 
neue Beweismittel das Ergebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismit-
tel zu erschüttern vermögen (sog. antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 V 
157 E. 1d S. 162; PKG 1993 Nr. 27; Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 54 N 1, § 55 N 10).

a) Der Angeklagte beantragte zunächst, es seien die Zeugen O., I., K. 
und L. direkt vom Kantonsgericht anzuhören. Insbesondere im Falle von I. sei es 
wichtig, dessen Glaubhaftigkeit aufgrund seines gesamten Auftretens und nicht le-
diglich anhand der schriftlich festgehaltenen Aussagen zu überprüfen. Wie in den 
meisten Kantonen ist auch die bündnerische Strafprozessordnung vom Prinzip der 
beschränkten Unmittelbarkeit geprägt. Das bedeutet, dass das urteilende Gericht 
nicht sämtliche Beweise selbst zu erheben hat, sondern grundsätzlich auf das in 
den Akten dokumentierte Beweisergebnis der Strafuntersuchung abstützt und die-
ses würdigt. Die unmittelbare Beweisaufnahme am Gericht bildet demnach die Aus-
nahme (vgl. Martin Schmid, Das Gerichtsverfahren im bündnerischen Strafprozess, 
Diss. Zürich 1990, S. 140 f. und S. 228 f; PKG 1997 Nr. 28). Das Gericht hat jedoch 
die Möglichkeit, von Amtes wegen oder auf Antrag einer prozessbeteiligten Partei 
zusätzliche Beweise zu erheben, insbesondere auch Zeugen und Sachverständige 
zu befragen. Diese sind jedoch nur dann zur Hauptverhandlung aufzubieten, wenn 
deren Aussagen für die Beurteilung bestrittener oder noch nicht abgeklärter Tatfra-
gen wesentlich sind. Auch das Bundesgericht hat diesbezüglich ausdrücklich fest-
gehalten, dass weder die Bundesverfassung noch die Menschenrechtskonvention 
einen Anspruch auf schrankenlose Geltung des Unmittelbarkeitsprinzips im Beweis-

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verfahren einräumen und daher kein Anspruch auf Einvernahme von Zeugen vor 
dem Richter in der Hauptverhandlung bestehe. Wesentlich in diesem Zusammen-
hang sei einzig die Wahrung der Verteidigungsrechte und die Möglichkeit des Be-
schuldigten, in angemessener und tatsächlich wirksamer Weise Fragen an die Zeu-
gen zu stellen (vgl. BGE 125 I 127 E. 6c/aa S. 134 mit Hinweisen). Im Verlauf der 
Strafuntersuchung wurde das Opfer O. dreimal untersuchungsrichterlich einver-
nommen, davon zweimal im Konfront. Im Rahmen des Konfrontverhörs vom 8. Juni 
2005 (act. 5.22) wurde dem Angeklagten und dessen amtlichem Verteidiger die 
Möglichkeit eingeräumt, Ergänzungsfragen an O. zu richten, wovon sie denn auch 
in grossem Umfang Gebrauch machten. Gleiches gilt auch in Bezug auf den Zeugen 
I.. Dieser wurde im Vorfeld der Hauptverhandlung sogar fünfmal einvernommen, 
wobei einmal polizeilich, zweimal untersuchungsrichterlich und zweimal im Kon-
front. Auch anlässlich des Konfronts mit dem Angeklagten nahm die Verteidigung 
die Gelegenheit wahr, Ergänzungsfragen zu stellen. Somit besteht aus verfas-
sungsrechtlicher Sicht kein Anlass, die beiden Zeugen vor Gericht erneut zu befra-
gen. Aber auch aus beweisrechtlichen Gründen drängt sich eine neuerliche Einver-
nahme vorliegend nicht auf. Die beiden Zeugen wurden zu den entscheidrelevanten 
Punkten bereits mehrfach eingehend befragt. Dass diesbezüglich eine Ergänzung 
erforderlich wäre, ist nicht ersichtlich und wird vom Angeklagten auch nicht geltend 
gemacht. Von einer zusätzlichen Befragung sind daher mit Bezug auf den Sachver-
halt keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, welche den Ausgang des Prozesses zu 
beeinflussen vermöchten. Auch eine Würdigung der Aussagen unter dem Gesichts-
punkt der Glaubhaftigkeit lässt sich mithilfe der vorliegenden Befragungsprotokolle 
ohne weiteres vornehmen. 

Ebenfalls verzichtet werden kann auf eine neuerliche Einvernahme von K. 
und L.. Auch sie wurden bereits polizeilich zum Vorfall befragt, konnten jedoch nur 
über die Geschehnisse rund um das Fürstenfest, nicht aber über die Zeit ab dem 
Besteigen des Personenwagens von I. Auskunft geben (act. 5.7; 5.10; 5.17). Somit 
ist nicht einzusehen, welchen zusätzlichen Beweiswert eine nochmalige Einver-
nahme bringen würde, zumal sich K. und L. bereits anlässlich ihrer polizeilichen 
Einvernahmen zum Zustand und Verhalten von O. und X. am fraglichen Abend äus-
serten und somit auch in dieser Hinsicht keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. 
Der Beweisantrag der Verteidigung auf neuerliche Befragung der genannten Zeu-
gen ist daher abzuweisen. 

b) X. beantragt des Weiteren, es sei ein Gutachten zu erstellen, welches 
sich zu seiner Schuldfähigkeit im fraglichen Zeitpunkt ausspreche und ganz allge-

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mein die Frage kläre, inwieweit ein Mensch in einem solchen Alkoholisierungsgrad 
überhaupt noch zu einem Verhalten wie dem vorgeworfenen fähig sei. Grundlage 
für die Durchführung eines derartigen Gutachtens wäre die Kenntnis des exakten 
Blutalkoholgehalts von X. zur Tatzeit. Dieser konnte jedoch nicht eruiert werden. 
Allein gestützt auf die Äusserungen einiger Zeugen, X. sei am fraglichen Abend 
stark angetrunken gewesen, lässt sich kein sachdienliches, für die Beurteilung der 
Schuldfähigkeit geeignetes Gutachten erstellen. Die verfügbaren Entscheidgrund-
lagen gestatten jedoch eine zuverlässige Beurteilung dieser Frage, so dass in vor-
weggenommener Beweiswürdigung die Überzeugung des Gerichts durch ein einzig 
auf Mutmassungen basierendes Gutachten nicht geändert würde. Daher ist auch 
dieser Beweisantrag der Verteidigung abzuweisen. 

3. X. wurde wegen sexueller Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB, we-
gen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB und wegen Vergewaltigung 
gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Die ihm zur Last gelegten 
Taten werden vom Angeklagten in allen drei Anklagepunkten bestritten. Es ist daher 
zunächst zu beurteilen, ob der dem Angeklagten zur Last gelegte Sachverhalt 
rechtsgenüglich erstellt ist. Hierzu ist festzuhalten, dass die Beweislast grundsätz-
lich beim Staat liegt (Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 306). 

a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der 
Hauptverhandlung gewonnener Überzeugung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 
3. Auflage, Zürich 1997, N 286, S. 82 f.). Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung ergibt sich bereits aus Art. 249 BStP. Das Gericht hat von Bundesrechts we-
gen frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeu-
gung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu ent-
scheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 127 IV 46 E. 
1c S. 47). Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit 
wegleitend, so kann für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Gerichts mass-
gebend sein (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 2, S. 244). Allein auf 
diese Weise kann das Gericht ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen.

b) Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, 
wann es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. 
Nach Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurtei-
lung nicht genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforder-

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lich und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein 
könnte, rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 
N 11, S. 247). Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anfor-
derungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht 
aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bin-
dung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit 
Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung 
der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des An-
geklagten muss sich dabei aufgrund der vorgelegten Beweise und Indizien ergeben, 
die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. 
PKG 1987 Nr. 12; Schmid, a.a.O., N 289, S. 83). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV 
und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf 
sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten un-
günstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zwei-
fel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis beste-
hen (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 88). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind 
indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 42). Die genannte allgemeine Rechts-
regel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage 
steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände 
zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten das 
Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der 
einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz 
„in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen 
werden (Padrutt, a.a.O., S. 307).

c) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grund-
satz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass 
alle Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen 
von Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismit-
tel mit derselben Beweiseignung. Wesentlich können auch sogenannte Indizien sein 
(vgl. Schmid, a.a.O., N 290, S. 97). Ein Indiz weist immer nur mit einer gewissen 
Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hin, und lässt daher, einzeln 
betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel. 
Alle Indizien zusammen können aber vollen Beweis und volle Überzeugung bringen 
und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, 

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sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. den Entscheid des Bundesgerichts 
vom 17. Juni 2002, 1P.87/2002 E. 3.4 mit Hinweisen). Bei der Würdigung der Be-
weise ist weniger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die 
Art und Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Mass-
gebend ist mit anderen Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im 
Einzelfall (ZR 91/92 Nr. 35; Schmid, a.a.O., N 290, S. 97.; Hauser/Schweri/Hart-
mann, a.a.O., S. 244 ff.; Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafprozessrecht, 
Diss. Zürich 1999, S. 2).

d) Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichts-
verfahrens interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines 
Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage 
(vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des 
Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussa-
gen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung 
des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu 
werten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 
von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres 
Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage sprechen 
im weiteren die Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter, Opfer und 
Zeuge, die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, Ent-
lastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschuldigten und die Konstanz in der Aus-
sage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen 
diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aus-
sagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 
Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe 
mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten 
und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition 
muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Er-
gebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System der Glaub-
würdigkeitskriterien von Arntzen (Arntzen/Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeu-
genaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, München 1993) 
steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist vor dem Hintergrund allgemein 
bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychischer Eigenarten zu betrachten, 
wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaubwürdigkeitsmerkmale anzusehen 
sind. Unterschieden wird dabei zwischen Glaubwürdigkeitskriterien, die sich aus 
dem Aussageinhalt, der Aussageentwicklung, der Aussageweise sowie dem Moti-
vationsumfeld der Aussage ergeben. Kriterien des glaubhaften Aussageinhalts sind 

12

der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homogenität 
der Aussage. Die Glaubwürdigkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung ergibt 
sich aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinander liegenden 
Befragungen sowie aus der Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befra-
gungen. Nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise spre-
chen im Bereich der Aussageweise für einen hohen Wahrheitsgehalt. Der Grad der 
Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der Glaubwürdigkeit, der sich 
aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.). 
Im vorliegenden Fall drängt sich zudem eine Zweiteilung der Zeugenaussagen auf, 
und zwar ist zu unterscheiden zwischen den Aussagen, welche unmittelbar nach 
der Tat noch im August 1999 erfolgten und jenen Depositionen, welche aufgrund 
der Flucht von X. erst im Jahre 2005, somit rund sechs Jahre nach den Vorfällen, 
als Beweismittel erhoben werden konnten. Angesichts der zeitlichen Nähe zu den 
Geschehnissen ist den ersten Aussagen ein grösseres Gewicht beizumessen. 
Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass bei einem derart grossen zeitlichen Abstand 
zwischen zwei Einvernahmen ein natürlicher Erinnerungsverlust einsetzt, weshalb 
Ungenauigkeiten in den Aussagen nicht zu Zweifeln an der Glaubhaftigkeit Anlass 
geben müssen. Umgekehrt liegt eine Steigerungsform der Konstanz vor, wenn Aus-
sagen bei zeitlich sehr weit auseinander liegenden Befragungen gleich bleiben (vgl. 
Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 55 ff.).

4.a) O. erstattete am 16. August 1999 gegen X. Strafanzeige. Sie wurde 
noch gleichentags untersuchungsrichterlich einvernommen (act. 5.1). Dabei gab sie 
zu Protokoll, am Vorabend am Fürstenfest in FF. gewesen zu sein. Sie habe dort 
ziemlich viel getrunken und könne sich daher nicht mehr an alles, was auf dem Fest 
passiert sei, erinnern. Die erste Szene, an die sie sich erinnern könne, sei jene, als 
X. sie ins Gesicht geschlagen und ihr gesagt habe, sie solle nicht frech sein. Er habe 
sie mit der flachen Hand auf die linke Wangenseite geschlagen. Auf ihre Frage hin, 
was das solle, habe er sie erneut auf die gleiche Weise geschlagen, woraufhin sie 
dann nichts mehr gesagt habe. Anschliessend habe er sie mit seinem linken Arm 
umfasst, wobei er hinter ihr gestanden sei und den linken Arm um ihren Hals gelegt 
habe. Er habe fest zugedrückt und sie mitgezogen. Sie habe jedoch noch atmen 
können. Es seien dann Leute entgegen gekommen und sie habe diese um Hilfe 
gebeten. Daraufhin habe X. mit seinem Arm fester auf ihren Hals gedrückt, so dass 
sie nicht mehr habe sprechen können. Die Leute hätten nicht reagiert. Diese Szene 
habe sich in FF. am dortigen Kanal abgespielt. Nach dem Versuch, mit den Leuten 
zu sprechen, habe X. ihr gesagt, dass sie dies nicht mehr tun solle, ansonsten er 
sie umbringen werde. Er habe sie noch einmal auf die gleiche Weise geschlagen. 

13

Auch habe er zu ihr gesagt, sie solle aufhören zu weinen. In der Folge habe er sie 
aufgefordert, ihm „eins zu blasen“. Sie habe sich zunächst geweigert, worauf er sie 
wieder ins Gesicht geschlagen habe, sei dann aber seinem Wunsch nachgekom-
men. Er sei dabei gestanden, während sie gekniet sei. Sie habe es getan, weil sie 
Angst gehabt hätte, denn jedes Mal, wenn sie sich widersetzt habe, habe er sie ins 
Gesicht geschlagen. Sie seien sodann auf dem Weg in Richtung Hauptstrasse wei-
tergegangen, wobei er sie wiederum mit dem Arm um den Hals festgehalten habe. 
Er habe per Natel seinen Kollegen angerufen und diesen gebeten, sie an der Haupt-
strasse abzuholen. Nach etwa 15 Minuten sei dieser Kollege dann auch gekommen 
und sie hätte zusammen mit X. hinten im Fahrzeug Platz genommen. Sie habe dem 
Fahrer ca. dreimal gesagt, er solle sie nach GG. bringen. Dieser habe jedoch nicht 
darauf reagiert. Sie habe geweint und der Fahrer habe daher sicher merken müs-
sen, dass etwas nicht stimme. Sie seien dann nach AA. zum Club gefahren. Auf der 
Fahrt habe er ihr erzählt, dass er bereits drei Leben auf dem Gewissen habe und 
sie umbringen werde, wenn sie etwas sagen würde. Auch habe er betont, dass er 
der Chef von AA. sei und alle vor ihm Angst hätten. In AA. angekommen seien sie 
sodann in den Club hineingegangen. Im Parterre befinde sich eine Bar. Als sie hin-
eingegangen seien, sei ausser ihnen niemand dort gewesen. Sie seien sodann in 
den oberen Stock gegangen, wo es mehrere Zimmer habe. X. sei dann in eines 
dieser Zimmer hineingegangen und sie habe jemanden im Bett liegen sehen. Sie 
seien sodann in ein anderes Zimmer gegangen. Darin hätten sich ein breites Bett 
und daneben ein Nachttisch befunden. Im Zimmer habe es auch eine Türe zu einem 
separaten Toilettenraum gegeben und sie glaube, sich an ein grosses Fenster erin-
nern zu können, bei dem die Rollladen heruntergelassen gewesen seien. Das Zim-
mer habe keinen Teppichboden gehabt und die Wände seien weiss gewesen. X. 
habe ihr dann gesagt, sie solle sich ausziehen, was sie auch getan habe. Auch er 
habe sich ausgezogen. Sie habe ihm noch gesagt, dass sie ihre Tage hätte und 
deshalb einen Tampon trage, was ihm aber egal gewesen sei. Er sei dann mit dem 
Penis in sie eingedrungen, was ihr Schmerzen bereitet habe. Später sei sie zur Toi-
lette gegangen und habe den Tampon entfernen können, obwohl die Schnur nicht 
mehr hervorgeschaut habe. Einmal habe er ihr auch gesagt, sie solle sich auf den 
Bauch drehen und er sei sodann in dieser Position von hinten in sie eingedrungen. 
Er habe sie auch auf den Po geschlagen, woraufhin sie ihm mehrfach gesagt habe, 
dass er ihr nicht wehtun solle. Nachdem alles vorüber gewesen sei, habe er sie 
gefragt, ob sie ihn gerne habe. Sie habe mit „ja“ geantwortet und ihm gesagt, er 
solle ihr aber nicht wehtun. Ob er einen Samenerguss gehabt habe, könne sich nicht 
sagen. Ihrer Meinung nach habe er Erektionsprobleme gehabt. Nach den sexuellen 
Handlungen habe er ihr gesagt, sie wisse ja schon, dass sie für ihn arbeiten müsse. 

14

Sie habe dadurch das Gefühl bekommen, nicht mehr aus dem Club herauszukom-
men. Sie habe sich ihm gegenüber lieb verhalten, damit er sie auch sicher wieder 
gehen lassen würde. Sie habe richtig „geschleimt“, könne sich aber nicht mehr er-
innern, was sie genau gesagt habe. Sie seien dann beide wahrscheinlich etwa 
gleichzeitig eingeschlafen. Irgendwann später sei sie wieder aufgewacht, habe sich 
angezogen und das Zimmer verlassen, während X. noch geschlafen habe. An der 
Bar hätten sich zwei Frauen aufgehalten. Sie habe die eine nach einer Zigarette 
gefragt, hätte aber nicht weiter mit ihr gesprochen. Danach habe sie den Club so 
schnell als möglich verlassen. Draussen sei es bereits wieder hell gewesen. Sie 
habe sodann einen Lastwagenchauffeur der Transportfirma M. angesprochen, wel-
cher ihr erlaubt habe, zu telefonieren. Sie habe ihre Schwester angerufen und diese 
gebeten, nach AA. zu kommen. Der Lastwagenchauffeur habe sie an den Kreisel 
verwiesen, wo sie versucht habe, mittels Autostopp weiterzukommen. Sie habe ge-
weint und sich an den Strassenrand gesetzt. Irgendwann sei dann die Polizei vor-
beigekommen. Am Ende der Einvernahme fügte O. noch hinzu, dass der Reissver-
schluss ihrer Hose sowie der Knopf am Bund kaputtgegangen seien. Wahrschein-
lich befinde sich ihre Uhr noch im Club. 

Am 12. November 1999 wurde O. im Rahmen einer Kon-fronteinvernahme 
mit dem Fahrer I. erneut zum Ablauf der Geschehnisse, insbesondere auf der Fahrt 
von FF. nach AA., befragt (act. 5.12). Dabei hielt sie an ihren Äusserungen anläss-
lich der ersten untersuchungsrichterlichen Einvernahme fest. Sie führte zusätzlich 
aus, X. habe sie angewiesen, mit seinem Chauffeur via Natel zu sprechen und ihm 
den genauen Standort bekannt zu geben. Sie sei damals mit X. allein gewesen und 
habe gehofft, dass der Chauffeur möglichst schnell erscheinen würde. Am Telefon 
habe sie ihm lediglich den Weg zum Standort erklären, ihn aber nicht um Hilfe bitten 
können, da X. direkt neben ihr gestanden sei. X. habe ihr gesagt, dass sie nach AA. 
fahren würden. Sie sei zwar damit nicht einverstanden gewesen, sei aber trotzdem 
freiwillig ins Fahrzeug eingestiegen, da sie auf die Hilfe des Chauffeurs gehofft 
habe. Daher habe sie diesem auch gesagt, dass sie nach GG. gefahren werden 
möchte. Der Fahrer habe jedoch auf ihre Bitten nicht reagiert. Dies sei auch der 
Grund gewesen, weshalb sie ihren Widerstand aufgegeben habe. 

Am 8. Juni 2005 fand eine Konfronteinvernahme zwischen O. und X. statt 
(act. 5.22). O. schilderte wiederum, dass sie am fraglichen Abend stark alkoholisiert 
gewesen sei und sich daher nicht mehr an die Vorfälle anlässlich des Festes erin-
nern könne. Sie könne sich jedoch noch daran erinnern, einen Schlag ins Gesicht 
erhalten zu haben. Sie habe nachgefragt, was das solle, worauf sie einen zweiten 

15

Schlag wiederum ins Gesicht erhalten habe. X. habe sodann ihren Kopf in seinen 
Arm genommen und sie mitgezogen. Sie seien auf einem Weg neben dem Kanal in 
Richtung Hauptstrasse gelaufen. Sie habe die vorbeigehenden Passanten unter 
Tränen gebeten, ihr zu helfen. Es habe jedoch keiner der Passanten reagiert. Als 
die Personen aus dem Blickfeld verschwunden gewesen seien, habe ihr X. erneut 
einen Schlag ins Gesicht versetzt. Er habe ihr gedroht, sie umzubringen, falls sie 
nochmals versuchen würde, sich bei anderen Personen bemerkbar zu machen. Sie 
seien dann irgendwie weiter gegangen. Beim nächsten Halt habe er sie gezwungen, 
seinen Penis in den Mund zu nehmen. Als sie sich geweigert habe, habe er sie 
erneut ins Gesicht geschlagen, woraufhin sie seiner Forderung nachgekommen sei. 
Bei ihm sei es jedoch in der Folge nicht zu einer Ejakulation gekommen. Das Ganze 
habe auch nicht sehr lange gedauert. Sie seien dann weiter in Richtung Haupt-
strasse gelaufen, wo X. sodann einen Kollegen angerufen habe. Sie habe dem Fah-
rer am Telefon noch den Weg erklärt, ihm aber sonst nichts gesagt. Sie habe ge-
hofft, dass diese Person ihr helfen könne. Sie sei weinend ins Fahrzeug eingestie-
gen und habe den Fahrer gebeten, sie nach GG. zu fahren. Er habe aber nicht 
darauf reagiert und sei nach AA. gefahren. Auf der Fahrt habe X. gross angegeben, 
dass er der Chef von AA. sei und sowieso machen könne, was er wolle. Er habe sie 
während der ganzen Fahrt gehalten und sie habe geweint. Sie glaube nicht, dass 
sie sich im Fahrzeug geküsst hätten. Nachdem sie gemerkt habe, dass sie auch 
vom Fahrer keine Hilfe bekommen würde, habe sie wie „abgestellt“. In AA. seien sie 
in den Saunaclub gegangen und hätten dort ein Zimmer betreten, wo es zum Ge-
schlechtsverkehr gekommen sei. Weil X. sehr stark alkoholisiert gewesen sei, habe 
er keine vollständige Erektion mehr gehabt. Sie könne sich noch daran erinnern, 
dass sie sich auf dem Bett auf die Knie habe begeben müssen und er ihr von hinten 
auf das Gesäss geschlagen habe. Sie habe nicht genau gemerkt, wie er mit seinem 
Glied eingedrungen sei, wisse aber, dass er es getan habe. Sie habe zur fraglichen 
Zeit ihre Tage gehabt und deshalb einen Tampon getragen. Diesen habe sie am 
nächsten Morgen entfernen können, obwohl die Schnur bereits in die Scheide ge-
rutscht gewesen sei. Sie könne sich auch daran erinnern, dass X. sie nach dem 
Geschlechtsverkehr gefragt habe, ob sie ihn gern habe. Sie habe bejaht, ihm aber 
auch gesagt, dass er ihr nicht wehtun solle. Ausserdem habe er ihr mitgeteilt, dass 
sie ab jetzt bei ihm im Saunaclub arbeiten müsse. Sie könne sich jedoch nicht mehr 
daran erinnern, was sie darauf erwidert habe. Nachdem sie am Morgen den Tam-
pon entfernt habe, habe sie das Zimmer verlassen. An der Bar habe sie dann noch 
eine Frau nach einer Zigarette gefragt, welche sie dann auch bekommen habe. Sie 
habe aber sonst nicht mit den zwei Frauen an der Bar gesprochen. Auch habe sie 
noch bemerkt, dass ihr ein Knopf an der Hose gefehlt habe. 

16

b) X. selbst schilderte eine andere Sicht der Geschehnisse. Er wurde am 
3. Mai 2005 zum Vorfall erstmals untersuchungsrichterlich einvernommen (act. 
5.14). Hierbei gab er zu Protokoll, mit O. am Fest in FF. abgemacht zu haben. Als 
er dort angekommen sei, sei sie noch nicht dort gewesen. Er sei dann an den Stand 
der Hells gegangen, wo er Alkohol getrunken und mit einer Person Streit bekommen 
habe. Als er am nächsten Morgen im „F.-Club“ aufgewacht sei, habe er, da er eine 
Gedächtnislücke gehabt habe, N. angerufen und ihn gefragt, was am Stand in FF. 
vorgefallen sei. N. habe ihm geantwortet, dass ihm Leute gesagt hätten, es würde 
X. schlecht ergehen, wenn sie ihn finden würden. Er (X.) habe das als Drohung 
gegen sein Leben aufgefasst. N. habe ihm zudem geraten, sofort zu verschwinden. 
Dies sei der Grund gewesen, weshalb er die Schweiz verlassen habe. Zu diesem 
Zeitpunkt habe er aber nicht gewusst, dass ihn die Polizei suche. 

Am 11. Mai 2005 wurde X. erneut untersuchungsrichterlich einvernommen 
(act. 5.15). Er sagte aus, er habe am fraglichen Abend mit Kollegen Alkohol konsu-
miert, bevor er sich von seinem Fahrer nach FF. ans Fürstenfest habe fahren las-
sen. Dort habe er O. gesucht, sie aber zunächst nicht gefunden. Deshalb sei er 
zusammen mit seinem Fahrer an die Bar von den Hells Angels gegangen, wo er 
eine Auseinandersetzung mit einem Gast gehabt habe. Er könne sich aber nicht 
mehr erinnern, um was es gegangen sei. Nachher sei er an die Bar gegangen, habe 
etwas getrunken und sei dann eingeschlafen. Danach verschwimme seine Erinne-
rung. Es sei noch irgendetwas vorgefallen und er habe Probleme mit der Polizei 
oder der Securitas gehabt. Er gehe davon aus, dass er danach O. getroffen habe. 
Er wisse noch, dass er sodann in einer Tiefgarage gewesen sei und eine Auseinan-
dersetzung gehabt habe, an deren Grund er sich aber nicht mehr erinnern könne. 
Weiter wisse er noch, dass er zusammen mit O. auf einer Nebenstrasse gewesen 
sei und eine Meinungsverschiedenheit gehabt habe. Er sei sodann mit O. an eine 
befahrene Strasse gegangen und habe per Handy seinen Fahrer angefordert. Zu-
sammen mit O. habe er hinten im Auto Platz genommen. Sie habe ihn gebeten, sie 
nach Hause zu fahren, worauf er erwidert habe, dass sie abgemacht hätten, nach 
AA. zu fahren. Er wisse noch, dass O. während der Fahrt mit ihm „geknutscht“ habe. 
Weitere Erinnerungen an die Fahrt habe er nicht, da er wohl in einen Halbschlaf 
oder Schlaf gefallen sei. Vor dem „F.-Club“ angekommen, sei er ausgestiegen und 
habe die Türe geöffnet. Er glaube, O. sei ihm gefolgt. Es könne sein, dass sie zuerst 
an der Bar etwas getrunken hätten. Es sei aber auch möglich, dass sie zuerst in 
den Whirlpool und erst dann ins Zimmer oder sofort ins Zimmer gegangen seien. 
Da O. ihn im Auto sexuell „angemacht“ habe, sei es nicht auszuschliessen, dass im 
„F.-Club“ eine sexuelle Handlung erfolgt sei. Er könne sich aber nicht vorstellen, 

17

dass eine Vergewaltigung stattgefunden habe. Als er dann am Morgen aufgewacht 
sei, habe er starke Kopfschmerzen verspürt. O. sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr 
im Zimmer gewesen. Sie müsse aber geduscht haben, bevor sie gegangen sei, da 
der Boden der Dusche nass gewesen sei. Er habe sodann N. angerufen und ge-
fragt, was am Abend gewesen sei, da er sich an eine Schlägerei habe erinnern 
können. N. habe ihm keine genaue Auskunft geben können, sondern nur gesagt, es 
seien Leute aufgetaucht, die ihm (X.) an den Kragen wollten und es besser wäre, 
wenn sie ihn nicht finden würden. Er habe das so aufgefasst, als ob es etwas 
Schlimmes passiert sei und habe einfach weit weg gehen wollen. Nach dem Tele-
fongespräch mit N. habe er sich in den „Kabisgärten“ von AA. versteckt. Am nächs-
ten Morgen habe er den Lenker eines Fahrzeugs mit deutschem Kennzeichen ge-
beten, ihn gegen Bezahlung nach München mitzunehmen. In München habe er in 
einem kleinen Reisebüro einen Flug in die Dominikanische Republik gebucht. Dort 
habe er nach ungefähr zwei Jahren von Drittpersonen erfahren, was ihm vorgewor-
fen werde. Er sei nicht früher zurückgekommen, weil er gedacht habe, dass ein 
Komplott gegen ihn im Gange sei.

Anlässlich der nachfolgenden Konfronteinvernahmen mit verschiedenen 
Zeugen sowie mit O. (act. 5.16-5.22) hielt X. im Wesentlichen an seinen Aussagen 
fest, konnte sich jedoch nicht an weitere Einzelheiten erinnern. 

c) Die Aussagen von O., die sie vor der Untersuchungsrichterin unter 
ausdrücklichem Hinweis auf ihre Wahrheitspflicht als Zeugin machte, präsentieren 
sich aufgrund des Gesagten ohne nennenswerte Widersprüche, insbesondere was 
den eigentlichen Tathergang betrifft. O. schilderte klar, detailliert und folgerichtig, 
was ihr in der Nacht vom 15. auf den 16. August 1999 widerfahren war, insbeson-
dere das Festgehaltenwerden durch den Angeklagten, dessen Drohungen, die er 
mit Schlägen ins Gesicht untermauerte, die gegen ihren Willen vorgenommene 
orale Befriedigung des Angeklagten, die Fahrt mit diesem nach AA. in den Club „F.-
Club“ und die dort ebenfalls gegen ihren Willen vorgenommen sexuellen Handlun-
gen. Die Darstellung des Ablaufs wirkt in sich logisch und nicht frei erfunden. Ihre 
Schilderungen ergänzte sie zudem mit vielen Details, beispielsweise mit Aussagen 
von X. während der Fahrt nach AA. und nach dem vollzogenen Geschlechtsverkehr. 
Auch schilderte sie ausführlich ihre Empfindungen während und nach den Ereignis-
sen, ohne sich dabei in ein günstigeres Licht rücken zu wollen. Nach Ansicht des 
Gerichts können derartige Vorfälle von jemandem nicht mehrmals in derselben 
Weise und ohne nennenswerte Widersprüche geschildert werden, der dies nicht 
tatsächlich auch selbst erlebt hat. Die Aussagen von O. zu den Begleitumständen 

18

der Tat und dem eigentlichen Tatgeschehen selbst - sofern hierfür überhaupt Zeu-
genaussagen zur Verfügung stehen - decken sich zudem mit denjenigen verschie-
dener anderer Personen. I., der Fahrer von X. bestätigte anlässlich seiner polizeili-
chen Befragung vom 17. August 1999 (act. 5.3) deren Schilderung, dass er am frag-
lichen Morgen von X. angerufen und aufgefordert worden sei, diesen in FF. abzu-
holen. X. habe aber nicht gewusst, wo er sich befand, deshalb sei es zu mehreren 
Telefongesprächen gekommen, wobei auch einmal eine Frau zu erklären versucht 
habe, wohin er (I.) fahren müsse. X. und O. seien zusammen ins Fahrzeug einge-
stiegen und hätten hinten Platz genommen. X. habe ihm mitgeteilt, dass er nach 
AA. in den Club fahren solle. Das Mädchen habe jedoch darum gebeten, nach 
Hause nach GG. gefahren zu werden. Dies habe X. aber ignoriert und ihm erneut 
gesagt, er solle sie nach AA. bringen. Das Mädchen habe daraufhin zu weinen be-
gonnen, worauf X. sie mit Küssen abzulenken versuchte. Dabei habe dieser das 
Mädchen festgehalten. Er glaube nicht, dass sie ganz freiwillig mitgefahren sei. Sie 
habe ihm auch mehrmals beim Küssen auf die Schulter geklopft, um ihr möglicher-
weise etwas zu sagen. Da er der Sache nicht getraut habe, habe er X. vorgeschla-
gen, das Mädchen nach GG. zu bringen. Daraufhin sei X. jedoch aggressiv gewor-
den und habe ihm mit Schlägen gedroht, sollte er ihn nicht nach AA. fahren. Er habe 
die beiden dann nach AA. in den Saunaclub gefahren und sei danach sofort nach 
Hause gegangen. Diese Schilderung deckt sich in allen wesentlichen Punkten mit 
derjenigen von O.. Insbesondere bestätigte I. auch die Aussage von O., wonach 
diese mehrfach darum gebeten habe, nach GG. gebracht zu werden, schliesslich 
jedoch gegen ihren Willen nach AA. gefahren wurde. Bezüglich seiner Aussagen ist 
zudem hervorzuheben, dass er sich dabei selbst erheblich belastete, was später 
auch zu einer Verurteilung durch den Kreispräsidenten Chur wegen Gehilfenschaft 
zur Freiheitsberaubung führte (act. 1.8). Auch rund sechs Jahre später machte er 
im Kern die gleichen Äusserungen wie zu Beginn des Verfahrens, obwohl er be-
fürchtete, dass dadurch auch das Verfahren gegen ihn nochmals aufgerollt würde 
(vgl. act. 5.16).

Die Kollegin von O., J., sagte anlässlich der untersuchungsrichterlichen Ein-
vernahme vom 16. August 1999 (act. 5.2) aus, O. habe ihr erzählt, dass sie am 
Vorabend mit dem Angeklagten auf einem Fussweg etwas abseits gelaufen sei, wo 
sie sodann von diesem ins Gesicht geschlagen worden sie. Irgendwann habe dieser 
von ihr auch verlangt, dass sie ihm „einen blasen“ solle. Weiter habe O. erzählt, der 
Mann habe sie dann am Genick gepackt und sei mit ihr durch die Hauptstrasse 
gegangen. Auf diesem Weg  habe sie nach Hilfe geschrieen, doch keiner der Pas-
santen habe ihr beigestanden. Dabei habe ihr der Typ gedroht, sie umzubringen. 

19

Schliesslich habe er einen Kollegen angerufen, welcher dann mit dem Auto erschie-
nen sei. O. und der Angeklagte seien ins Fahrzeug eingestiegen und O. habe ihm 
gesagt, sie wolle nach Hause nach GG. gefahren werden. Dies habe sie vielfach 
wiederholt, aber sie sei dennoch nach AA. gebracht worden. Dabei habe der Fahrer 
genau gewusst, was später dort in AA. mit ihr passieren würde. O. habe schliesslich 
noch erklärt, sie sei von dem Typen in ein Zimmer gebracht worden. Diese ihrer 
Kollegin gegenüber erwähnte Schilderung der Geschehnisse entspricht exakt jener, 
die O. auch bei der Untersuchungsrichterin deponierte, was ebenfalls für die Glaub-
haftigkeit ihrer Aussagen spricht. 

P., die stellvertretende Geschäftsführerin des Clubs „F.-Club“ bestätigte 
schliesslich gegenüber der Kantonspolizei (act. 5.4), dass ein Mädchen am Morgen 
des 16. August 1999 von der Sauna zur Bar im „F.-Club“ gekommen sei. Sie sei 
wahrscheinlich vom oberen Stock herunter gekommen und habe einen sehr ver-
schlafenen müden Eindruck gemacht. Das Mädchen habe sich vermutlich nur 
„schnell schnell“ angezogen. An der Bar habe sie nach einer Zigarette gefragt und 
habe dann ohne etwas zu sagen den Club wieder verlassen. 

Schliesslich spricht auch noch die Zeugenaussage von Q. vom 19. August 
1999 (act. 5.9) für die Richtigkeit der Aussagen von O.. Q. gab zu Protokoll, am 
Morgen des 16. August 1999 mit dem Auto von der Kasernenstrasse in Richtung 
Sportplatz gefahren zu sein. Einige Meter nach dem dortigen Kreisel habe sie ein 
Mädchen gesehen, dass Autostopp gemacht habe. Schon in diesem Zeitpunkt habe 
sie geglaubt, dass dieses Mädchen unter Alkohol oder Drogen stehe, denn ihr Ge-
sichtsausdruck sei schrecklich gewesen. Als sie wenig später nochmals denselben 
Kreisel passiert habe, sei das Mädchen mit angezogenen Beinen auf dem Trottoir 
gesessen, habe geweint und einfach geradeaus geschaut. Aufgrund dieser Situa-
tion habe sie sich entschlossen, die Polizei zu benachrichtigen. 

d) Die Verteidigung erblickt in den Schilderungen von O. verschiedene 
Ungereimtheiten und schliesst daraus, dass deren Aussagen nicht glaubhaft seien 
und sich der Sachverhalt auch nicht wie von ihr dargestellt zugetragen haben könne. 
Insbesondere stehe fest, dass O. im Tatzeitpunkt unter starkem Alkoholeinfluss ge-
standen habe. Unter diesen Umständen erscheine es als sehr wahrscheinlich, dass 
O. Dinge gemacht habe, derer sie sich offenbar in einigermassen nüchternem Zu-
stand wohl geschämt habe. Dieser Darstellung kann sich das Gericht nicht ansch-
liessen. Zwar steht fest, dass O. am fraglichen Abend Alkohol konsumiert hatte. 
Dies ergibt sich auch aus dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kan-

20

tonsspitals St. Gallen, wonach O. zum Zeitpunkt des Ereignisses eine minimale 
Blutalkoholkonzentration von 1.6 Gewichtspromille und eine maximale von 2.77 Ge-
wichtspromille aufwies. Es ergeben sich aber keine Hinweise darauf, dass sich O., 
wie von der Verteidigung vorgebracht, in einem solchen Rauschzustand befunden 
hatte, dass sie das Geschehene nicht mehr richtig hätte erfassen können. So war 
sie - wie die entsprechenden Einvernahmeprotokolle zeigen - durchaus in der Lage, 
die Geschehnisse des Abends detailliert und klar zu schildern, wobei auch in diesem 
Zusammenhang zu berücksichtigen ist, dass sich ihre Aussagen in den wesentli-
chen Punkten mit denjenigen von I. decken. Des Weiteren antwortete I. anlässlich 
seiner polizeilichen Einvernahme vom 17. August 1999 (act. 5.3) auf eine entspre-
chende Frage hin, dass O. vermutlich nur angetrunken gewesen sei. Auf ihn hatte 
sie somit nicht den Eindruck gemacht, dass sie nicht mehr in der Lage war, die 
Situation richtig zu erfassen. Auch R. sagte gegenüber der Polizei aus (act. 5.11), 
X. sei ihr ein wenig angetrunken vorgekommen, das Mädchen nicht. Nach dem Ge-
sagten ist daher entgegen der Auffassung der Verteidigung davon auszugehen, 
dass O. trotz vorgängigen Alkoholkonsums immer noch fähig war, die fraglichen 
Geschehnisse korrekt beurteilen zu können. Was den Alkoholkonsum von X. betrifft, 
so ist dieser allenfalls im Rahmen der Schuldfähigkeit respektive der Strafzumes-
sung zu berücksichtigen.

Im Weiteren macht der amtliche Verteidiger auf Differenzen hinsichtlich der 
verschiedenen Aussagen von O. und auch J. aufmerksam. So habe O. am Tag nach 
den Vorfällen ihrer Freundin J. gegenüber erklärt, sie habe Sex gehabt, den sie nicht 
gewollt habe, woraus J. ohne weiteres Nachfragen auf eine Vergewaltigung ge-
schlossen habe. Später habe sich O. gegenüber ihrer Freundin jedoch dahingehend 
geäussert, dass sie sich nicht mehr genau erinnern könne, was in dem Zimmer in 
AA. passiert sei. Auch bezüglich der Geschichte mit dem abgerissenen Reissver-
schluss habe O. widersprüchliche Aussagen gemacht. Wie bereits ausgeführt 
wurde, ist den Aussagen, welche unmittelbar nach der Tat gemacht wurden, eine 
grössere Bedeutung zuzumessen. Anlässlich ihrer untersuchungsrichterlichen Ein-
vernahme vom 16. August 1999 (act. 5.2) gab J. - wie vorgängig beschrieben - zu 
Protokoll, was ihr O. von den Geschehnissen des Vorabends erzählt hatte. Bezüg-
lich der Vorfälle im Club „F.-Club“ in AA. führte sie aus, O. habe ihr lediglich erklärt, 
sie sei in AA. von diesem Typen mit dem gelben Hemd in ein Zimmer gebracht 
worden. Mehr habe sie auf der Fahrt vom Spital zur Polizei nicht gesagt. Ihren 
Freundinnen und der Schwester von J. habe sie im Spital jedoch erzählt, sie sei 
vergewaltigt worden. Rund sechs Jahre später wurde J. erneut untersuchungsrich-
terlich befragt (act. 5.24). Sie sagte aus, O. habe ihr erzählt, sie sei zusammen mit 

21

X. mit dem Auto nach AA. gefahren. In AA. seien sie in ein Zimmer gegangen, wo 
sie am nachfolgenden Tag aufgewacht sei. Sie habe zum Ausdruck gebracht, dass 
es in dem Zimmer zu sexuellen Handlungen gegen ihren Willen gekommen sei. Auf 
entsprechende Ergänzungsfrage der Verteidigung hin erklärte J., O. habe zu allen 
Personen, die im Kantonsspital gewesen seien, gesagt, dass sie Sex gehabt habe, 
den sie nicht gewollt habe. Genaueres über diesen Sex habe sie jedoch nicht er-
zählt. Auf eine entsprechende Nachfrage hin habe sie nur geantwortet, dass sie sich 
nicht mehr genau erinnern könne, was in dem Zimmer in AA. passiert sei und wie 
sie überhaupt in dieses Zimmer gekommen sei. Aufgrund des Umstandes, dass O. 
bei der untersuchungsrichterlichen Befragung genau angeben konnte, was auf dem 
Weg nach AA. passierte und sich diese Aussagen - wie bereits ausgeführt wurde - 
zudem mit denjenigen des Fahrers I. übereinstimmen, ist entgegen der Auffassung 
der Verteidigung nicht davon auszugehen, dass sich O. tatsächlich nicht mehr erin-
nerte, sondern vielmehr davon, dass sie mit J. nicht darüber sprechen wollte. Dies 
geht auch aus dem Schreiben von O. vom 21. Juni 2001 (act. 3.48) hervor, in wel-
chem sie darlegte, dass sie vorgängig mit niemandem richtig über die Ereignisse 
gesprochen habe. Vielmehr habe sie über ein Jahr lang die ganze Angst und Wut 
für sich behalten. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass auch die Aussagen 
von J. trotz des grossen zeitlichen Abstandes zur ersten Befragung in den wesent-
lichen Punkten konstant blieben und keine Widersprüche auftraten. Gleiches gilt 
auch in Bezug auf die von O. geschilderte Geschichte mit dem abgerissenen Reiss-
verschluss. Bei ihrer ersten Befragung (act. 5.1) fügte O. als Schlussbemerkung 
hinzu, dass ihre Hose beziehungsweise der Reissverschluss sowie der Knopf im 
Bund kaputt sei. Dass sie sich sechs Jahre später in der Konfronteinvernahme vom 
8. Juni 2005 (act. 5.22) nicht mehr an dieses - überdies nicht entscheidrelevante - 
Detail erinnern konnte, lässt vielmehr auf eine natürliche Erinnerungslücke als auf 
eine widersprüchliche Aussage schliessen, welche an der Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen von O. nichts zu ändern vermag. 

Eine weitere Ungereimtheit erblickt die Verteidigung darin, dass O., wie sie 
selbst ausgesagt habe, freiwillig in das Auto eingestiegen sei. Sie hätte somit 
gemäss Auffassung der Verteidigung auch genügend Möglichkeiten gehabt, um 
wegzulaufen oder ein anderes Fahrzeug aufzuhalten. Von einer Verschleppung 
könne daher keine Rede sein. Auch der Zeuge K. habe bestätigt, dass keine Anzei-
chen von Gewalt oder Drohung ersichtlich gewesen seien. Es trifft zwar zu, dass O. 
gemäss eigenen Aussagen freiwillig ins Auto eingestiegen ist (vgl. act. 5.1). Dies 
jedoch deshalb, weil sie sich erhoffte, dass ihr der Fahrer I. helfen würde. So sagte 
sie anlässlich der Konfronteinvernahme mit I. (act. 5.12) aus, sie habe gehofft, dass 

22

der Chauffeur möglichst schnell erscheinen würde, weil sie alleine gegen X. nicht 
ankommen konnte und daher gehofft habe, vom Chauffeur Beistand zu erhalten. 
Daher habe sie diesem auch gesagt, sie möchte nach Hause nach GG. gefahren 
werden. Diese Aussage deckt sich insoweit auch mit der Aussage des Zeugen K. 
(act. 5.7), welcher beobachten konnte, wie X. telefonierte, während O. ungefähr 
zwei Meter von ihm entfernt gestanden und nicht den Eindruck erweckt habe, dass 
sie Hilfe benötigte. Dass sich O. zu diesem Zeitpunkt - entgegen der Auffassung der 
Verteidigung - jedoch von X. bedroht fühlte, ergibt sich aus ihrer Schilderung vom 
16. August 1999 (act. 5.1). Damals sagte sie aus, dass sie Angst gehabt habe, da 
X. sie jedes Mal ins Gesicht geschlagen habe, wenn sie sich seinen Wünschen wi-
dersetzt habe. Ausserdem habe er ihr gedroht, sie umzubringen, sollte sie nochmals 
jemanden um Hilfe bitten. Auch I. gab wiederholt zu Protokoll (act. 5.3, 5.5 und 
5.12), dass X. auf seinen Vorschlag hin, das Mädchen doch nach GG. zu fahren, 
aggressiv geworden sei und ihn bedroht habe. Er habe es nicht gewagt, sich den 
Weisungen von X. zu widersetzen, da er gewusst habe, wie gewalttätig dieser ge-
genüber Männern sein konnte. Dass X. nach übermässigem Konsum von Alkohol 
sehr aggressiv werden konnte, geht einerseits aus den Aussagen der Zeugen L. 
(act. 5.10) und S. (act. 5.21), andererseits auch aus dem Umstand, dass X. am 
fraglichen Abend bereits vor seinem Zusammentreffen mit O. in eine Schlägerei ver-
wickelt war (vgl. act. 5.7), hervor. Es besteht daher kein Zweifel daran, dass sich O. 
zu diesem Zeitpunkt nur deshalb nicht zur Wehr setzte, weil sie aufgrund der vor-
gängigen Schläge und Drohungen Angst vor weiteren Gewalttätigkeiten seitens von 
X. hatte und darauf vertraute, dass sie wenigstens vom angeforderten Fahrer I. Bei-
stand erhalten würde. 

In Bezug auf das Verhalten nach der Tat wendet die Verteidigung ein, O. 
habe sich sehr auffällig und nicht wie eine vergewaltigte Person verhalten. So habe 
sie am Morgen nach den Vorfällen den Club „F.-Club“, nicht ohne sich zu duschen, 
verlassen und habe an der Bar eine Zigarette verlangt, ohne in irgendeiner Weise 
aufzufallen. Auch sei sie bereits in den ersten Tagen von Zeugen beobachtet wor-
den, wie sie wieder Männer „angemacht“, angesprochen und auch geküsst habe. 
Ebenfalls erstaunlich sei, dass O. mit ihrer Psychologin nicht über den Vorfall habe 
sprechen wollen. Das Verhalten einer Frau nach einer Vergewaltigung lässt keine 
Rückschlüsse auf ihre Glaubwürdigkeit zu. Jede Frau reagiert individuell. Manche 
sind völlig verzweifelt und aufgelöst, andere wirken ruhig und gelassen oder aggres-
siv. Es gibt kein typisches Opferverhalten. Die wenigsten Frauen reden über die 
Vergewaltigung. Scham, Angst sowie die Angst vor Schuldzuweisungen hindern sie 
daran, sich nahe stehenden oder fremden Personen anzuvertrauen oder gar eine 

23

Anzeige zu erstatten. Während einigen Opfern nur langfristig durch eine Psychothe-
rapie geholfen werden kann, die Vergewaltigung zu verarbeiten, gelingt es anderen 
auch ohne spezielle Betreuung, zu einem normalen Leben zurückzufinden (vgl. 
auch Jörg Schuh, Martin Killias, Sexualdelinquenz, Schweizerische Arbeitsgruppe 
für Kriminologie, Chur/Zürich 1991, S. 131). Das Verhalten von O. nach den Vorfäl-
len ist nach dem Gesagten nicht geeignet, ihre Glaubwürdigkeit oder die Glaubhaf-
tigkeit ihrer Aussagen als Ganzes in Frage zu stellen. Ausserdem schilderte sie in 
ihrem Schreiben vom 21. Juni 2001 an ihre Rechtsvertreterin (act. 1.48), dass sie 
es sich nach aussen hin nicht habe nehmen lassen, sich mit Männern zu unterhalten 
und in den Ausgang zu gehen, sie habe sich aber vorgängig schon sehr stark be-
trinken müssen, um nicht ständig in negative Gedanken zu versinken. Die Einwände 
der Verteidigung, O. habe sich nach den Vorfällen sehr auffällig verhalten, werden 
somit zudem durch diese Aussagen stark relativiert. 

e) Betrachtet man die Aussagen des Angeklagten, so wird ersichtlich, 
dass X. sich ebenfalls nicht in grobe Widersprüche verstrickt. Jedoch kann er sich 
gemäss eigenen Angaben an die konkreten Vorfälle am fraglichen Abend nicht mehr 
erinnern, weshalb seine Aussagen nur sehr allgemein ausfallen. Zu den Anschuldi-
gungen von O. sagte er lediglich aus, er könne sich nicht vorstellen, dass diese 
zutreffen würden. Auch könne er sich nicht daran erinnern, I. mit Schlägen gedroht 
zu haben. Es sei zwar möglich, dass es im „F.-Club“ zu Geschlechtsverkehr gekom-
men sei, dies jedoch sicherlich nur auf Wunsch von O.. Bei der Gegenüberstellung 
seiner Aussagen mit denjenigen der Zeugen sind jedoch Widersprüche erkennbar. 

So gab X. zu Protokoll (act. 5.15), O. habe auf der Fahrt nach AA. mit ihm 
„geknutscht“. Da sie ihn im Auto sexuell angemacht habe, sei nicht auszuschlies-
sen, dass es im Club F.-Club zu einer sexuellen Handlung gekommen sei. Er habe 
jedoch nichts gegen den Willen von O. unternommen. I. jedoch führte in seiner po-
lizeilichen Befragung aus (act. 5.3), O. habe auf der Autobahn in Richtung AA. zu 
weinen begonnen. X. habe ihr dann mehrmals Küsse auf den Mund gedrückt, ver-
mutlich um sie abzulenken. Er habe das Mädchen auch festgehalten. O. habe ihm 
(I.) dann auch beim Küssen mehrmals auf die Schultern geschlagen, weil sie ihm 
möglicherweise etwas sagen wollte. 

Die Zeugin R. gab sowohl in der Befragung vom 21. September 1999 (act. 
5.11) wie auch in der Konfronteinvernahme vom 26. Mai 2005 (act. 5.19) zu Proto-
koll, sie habe in der fraglichen Nacht in einem Zimmer im „F.-Club“ geschlafen als 
X. angeklopft habe. Sie habe gesehen, dass er mit einer Frau zusammen gewesen 

24

sei. Er habe ihr dann gesagt, dass sie weiterschlafen solle und habe die Türe zuge-
macht. In der ersten Einvernahme (act. 5.11) führte sie zudem aus, dass das Bett 
von X. bereits abgezogen gewesen sei, als sie am Nachmittag das fragliche Zimmer 
betreten habe. Anscheinend habe X. dies selbst gemacht. Anlässlich der späteren 
Befragung (act. 5.19) relativierte sie diese Aussage dahingehend, dass sie zwar 
nicht gesehen habe, wie X. das Bett abgezogen habe, jedoch habe sie ihn gesehen, 
wie er Frottée- oder Bettwäsche in die Waschküche getragen habe. X. hingegen 
sagte in der Einvernahme vom 11. Mai 2005 (act. 5.15) aus, er habe das Bett im 
„F.-Club“ am Morgen nach dem Vorfall nicht abgezogen und er wisse auch nicht, 
wer dies getan habe. Er habe das Bett nie abgezogen. Auch konnte er sich nicht 
daran erinnern, R. in der Nacht oder am Morgen gesehen zu haben. Die Aussage 
von R. erscheint insbesondere auch deshalb als glaubhaft, weil sie sich bezüglich 
des Zusammentreffens mit X. in der fraglichen Nacht mit derjenigen von O. deckt. 
Diese führte aus (act. 5.1), dass X. mit ihr in den oberen Stock des „F.-Club“ gegan-
gen sei, wo es mehrere Zimmer gehabt habe. In zwei dieser Zimmer hätten Frauen 
geschlafen. Dies wisse sie, weil X. hineingegangen sei und nachgeschaut habe. Bei 
einem Zimmer sei die Türe offen gewesen und sie habe eine Person mit langen 
Haaren im Bett liegen sehen und angenommen, dass es sich um eine Frau gehan-
delt habe. 

Auch bei der Gegenüberstellung mit den Aussagen von N. (act. 5.8) sind Wi-
dersprüche erkennbar. So sagte N. aus, er habe von L. erfahren, dass X. angeblich 
ein Mädchen namens O. vergewaltigt habe. Daraufhin habe er (N.) versucht, X. zu 
erreichen. Dieser habe jedoch am Telefon von nichts wissen wollen. Da habe er ihn 
gefragt, ob er nicht ein Mädchen „gepackt“ habe. X. sei am Telefon ein wenig be-
nommen gewesen, deshalb habe er ihm geraten, kalt zu duschen und sodann zu 
einem Treffen zu erscheinen, um den Vorfall zu diskutieren. X. führte diesbezüglich 
in der Einvernahme vom 11. Mai 2005 (act. 5.15) aus, er habe am Morgen nach den 
Vorfällen mit N. telefoniert und ihn gefragt, was am Vorabend geschehen sei. Dieser 
habe ihm jedoch nicht genau angeben können, was vorgefallen war. Er habe nur 
gesagt, es seien anscheinend Leute aufgetaucht, die ihm (X.) „an den Kragen“ woll-
ten und es besser sei, wenn ihn diese Leute nicht finden würden. Er habe dies so 
verstanden, dass ihm diese Leute nichts Gutes wollten und er sich davonmachen 
solle. Da er nicht genau gewusst habe, was vorgefallen war, habe er einfach nur 
verschwinden wollen, damit ihn niemand finden könne. Er habe das Land aus Angst 
vor Repressalien verlassen. Er habe gedacht, dass ein Komplott gegen ihn im 
Gange sei. Die Aussagen von X. über ein angebliches Komplott erscheinen jedoch 
nicht nur aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit zu den Aussagen von N. als wenig 

25

glaubhaft. So ist auch in allgemeiner Art festzuhalten, dass die Theorie eines Kom-
plotts, wie sie X. vorbringt, nicht sehr wirklichkeitsnah erscheint und die Vermutung, 
dass es sich um reine Schutzbehauptungen handelt, daher nahe liegt. So antwor-
tete er auf eine entsprechende Frage des Untersuchungsrichters, dass er nicht 
wisse, wer ein Komplott gegen ihn geschmiedet habe, da er auch nicht wisse, wer 
ihm gedroht habe. Auch ist nicht ersichtlich, wer ein Motiv dafür gehabt haben sollte 
respektive weshalb O. die Geschichte über die Vorfälle vom 15./16. August 1999 
einfach hätte erfinden sollen. Nicht zuletzt weisen auch verschiedene Umstände, 
die durch das Untersuchungsverfahren als erwiesen betrachtet werden können, 
darauf hin, dass sich der Sachverhalt tatsächlich so zugetragen hat, wie ihn O. schil-
derte. So können die bei O. festgestellten Verletzungen (Hämatom am Kinn und 
Schürfung an der Wange) durchaus auf die von ihr beschriebene Weise durch X. 
verursacht worden sein. Des Weiteren stellte das Institut für Rechtsmedizin des 
Kantonsspitals St. Gallen in seinem Gutachten vom 22. September 1999 (act. 4.10) 
fest, dass der Nachweis von einzelnen Samenzellen im Scheidengewölbe sowie im 
Schrittbereich des Slips einen stattgefundenen Geschlechtsverkehr mit Samener-
guss belegen. In einem weiteren Gutachten vom 21. Juni 2005 (act. 4.16) konnte 
festgestellt werden, dass die nachgewiesene Spermaspur am Slip von O.  Heiniger 
mit dem DNA-Profil von X. übereinstimmt. 

Wesentlich erscheint schliesslich, dass kein Grund ersichtlich ist, weshalb O. 
gegen X. derartige falsche Anschuldigungen erheben sollte. Offensichtlich lernten 
sich beide wenige Tage vor dem fraglichen Abend in einem Restaurant, in welchem 
O. arbeitete, kennen und trafen sich am Fürstenfest in FF. wieder. Sie waren somit 
weder speziell befreundet noch speziell verfeindet, so dass kein schlüssiges Motiv 
für falsche Anschuldigungen ersichtlich ist. Auch X. fand hierfür keine Erklärungen. 
Auf ein allfälliges Motiv von O., ihn wahrheitswidrig zu belasten, angesprochen, gab 
er einzig an (act. 5.25), er vermute, dass sie von dritter Seite beeinflusst worden sei, 
gegen ihn eine Anzeige zu machen. Vielleicht habe sie damit auch bloss eine Aus-
rede gesucht, dass sie am Abend nicht nach Hause zurückgekehrt sei. Ein plausi-
bles Motiv für eine Falschanschuldigung fand also auch der Angeklagte selbst nicht. 
Sollten die Handlungen zwischen ihm und O. tatsächlich im gegenseitigen Einver-
nehmen erfolgt sein, wäre im Weiteren nicht nachvollziehbar, weshalb O. am nächs-
ten Tag eine Anzeige gegen X. erstattete. Gegen ein einvernehmliches Geschehen 
zwischen X. und O. spricht auch die Tatsache, dass letztere ihrer Freundin J. kurz 
nach dem Vorfall die Geschichte schilderte sowie massgeblich auch, dass sie die 
ganzen Strapazen einer Strafuntersuchung, in deren Rahmen sie im Übrigen immer 
bei ihrer Darstellung blieb, auf sich nahm. Diese Umstände deuten darauf hin, dass 

26

sich die Sache tatsächlich wie von O. geschildert und damit nicht im gegenseitigen 
Einvernehmen zugetragen hat. Nicht zuletzt bestehen aufgrund der Zeugenaussa-
gen, insbesondere aufgrund derjenigen von I., klare Anzeichen dafür, dass O. nicht 
freiwillig mit X. nach AA. fuhr. Somit bestehen in einer gesamthaften Betrachtung 
aufgrund der vorangehenden Ausführungen für das Gericht erhebliche Zweifel an 
den Aussagen von X., wonach nichts gegen den Willen von O. geschehen sei. 

f) Nach Prüfung und Würdigung der verschiedenen Aussagen und der 
übrigen Beweislage besteht für die Strafkammer des Kantonsgerichts zusammen-
fassend kein Zweifel, dass sich der Sachverhalt wie in der Anklageschrift dargestellt 
zugetragen hat. O. schilderte in sich geschlossen und ohne wesentliche Wider-
sprüche, dass X. sie in der Nacht vom 15. auf den 16. August 1999 sexuell nötigte, 
gegen ihren Willen nach AA. brachte und sie dort erneut in sexuelle Handlungen 
einbezog. Ihre Angaben sind konkret, detailliert und anschaulich und werden durch 
Indizien und Aussagen von Drittpersonen gestützt. Weder aus den Aussagen noch 
der Motivlage von O. ergeben sich sodann Anzeichen dafür, dass es sich um 
Falschanschuldigungen handeln könnte. Daran vermögen auch gewisse Wider-
sprüche oder Ungereimtheiten in Nebenpunkten nichts zu ändern. Im Gegensatz 
dazu basieren die Aussagen von X. grösstenteils auf Vermutungen und es treten 
bei der Gegenüberstellung mit den Aussagen der Zeugen zudem vermehrt kleinere 
Widersprüche auf. Zusammenfassend gelangt das Gericht daher zum Schluss, 
dass sich die Geschehnisse in der Nacht vom 15. auf den 16. August 1999 so ab-
gespielt haben, wie es von O. geschildert wurde und in der Anklageschrift festge-
halten ist. 

5. a) Gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine Person 
zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung 
nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen 
Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. 

b) Im vorliegenden Fall führte X. O. am fraglichen Abend vom Fest-
gelände weg und ging mit ihr auf einem Weg dem dortigen Kanal entlang, als er sie 
ohne ersichtlichen Anlass mehrfach mit der Hand massiv ins Gesicht schlug. So-
dann packte er sie, wobei er ihren Kopf in einer Art Würgegriff mit einem Arm fest 
umschloss. O. versuchte erfolglos, sich bei Passanten bemerkbar zu machen, wor-
aufhin sie der Angeklagte erneut massiv ins Gesicht schlug. Zudem drohte er ihr, 
sie umzubringen, falls sie sich nochmals bei Dritten bemerkbar machen würde. 
Nachdem X. und O. ein Stück weit weiter dem Kanal entlang gegangen waren, for-

27

derte der Angeklagte O. auf, ihn oral zu befriedigen. Als sie sich weigerte, schlug er 
sie erneut ins Gesicht, woraufhin sie sodann seiner Aufforderung nachkam und ihn 
notgedrungen oral befriedigte. 

X. hielt O. am Hals fest und schlug sie mehrmals ins Gesicht. Er schlug erneut 
zu, als sie sich weigerte, ihn oral zu befriedigen. Damit wendete er diejenige Gewalt 
an, die ausreichte, um O.s Widerstand zu brechen und klarzustellen, dass er der 
Stärkere ist. Aus Angst vor weiteren Schlägen verzichtete sie in der Folge auf eine 
weitere Abwehr. Des Weiteren drohte X. ihr an, sie umzubringen, sollte sie sich 
weiterhin widersetzen. Die erwähnte Anwendung von Gewalt sowie die Drohung 
von X. bezweckten, O. zur Vornahme einer beischlafähnlichen Handlung zu nötigen. 
X. verlangte nämlich sodann von ihr, ihn oral zu befriedigen, was sie denn auch tat. 
Dass ihr Widerstand durch den vorgängigen Alkoholkonsum möglicherweise leich-
ter zu brechen war, ist irrelevant, zumal diejenige Gewalt ausreicht, die nötig ist, das 
konkrete Opfer gefügig zu machen. Durch das geschilderte Verhalten erfüllte X. den 
Tatbestand der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB. Die sexuelle 
Nötigung geschah jedoch in FF., somit im Fürstentum Liechtenstein. Auch dort ist 
das geschilderte Verhalten strafbar und zwar nach dem im Jahre 1999 geltenden 
liechtensteinischen Recht unter dem Titel „Zwang zur Unzucht“. Gemäss § 202 ist 
mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen, wer ausser 
dem Fall der Notzucht eine Person mit Gewalt gegen ihre Person oder durch eine 
gegen sie gerichtete Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben wider-
standsunfähig macht und in diesem Zustand zur Unzucht missbraucht. Diesen Tat-
bestand hat X. gemäss den obigen Ausführungen zweifellos verwirklicht. Da das 
liechtensteinische Recht dafür lediglich eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis 
zu fünf Jahren vorsieht, ist es im Vergleich zum schweizerischen StGB mit einer 
Strafandrohung von Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder mit Gefängnis das mildere, 
weshalb gemäss Art. 6 Ziff. 1 StGB dieses zur Anwendung gelangt. 

6. a) Nach Art. 183 Ziff. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder 
mit Gefängnis bestraft, wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder gefangen hält 
oder jemandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht. Geschütztes 
Rechtsgut ist die körperliche Fortbewegungsfreiheit einer Person, das heisst die 
Freiheit des Individuums, sich von dem Ort, an dem es sich befindet, an einen an-
deren Ort seiner Wahl zu begeben. Aufgehoben werden kann diese Freiheit unter 
anderem durch das im Gesetz erwähnte unrechtmässige Festnehmen, das heisst 
durch Eingrenzung des Opfers an einem Ort (Vera Delnon/Bernhard Rüdy, Basler 
Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 6 und N 21 f. zu Art. 183 StGB). Als 

28

Freiheitsentzug wird auch der erzwungene Transport betrachtet, wenn während ei-
ner Fahrt das Aussteigen unmöglich ist. Allerdings muss die Einschränkung in der 
Bewegungsfreiheit eine gewisse Erheblichkeit aufweisen, welche beim erzwunge-
nen Transport naturgemäss in der Distanz oder Dauer der Fahrt liegen kann (Trech-
sel, a.a.O., N 2 ff. zu Art. 183 mit Verweis auf BGE 99 IV 220; PKG 1990 Nr. 17). 
Als Tatmittel sind beispielsweise Gewalt oder Drohung denkbar. In Bezug auf den 
subjektiven Tatbestand ist Vorsatz bzw. Eventualvorsatz erforderlich (Delnon/Rüdy, 
a.a.O., N 39 zu Art. 183 StGB).

b) Nachdem X. O. sexuell genötigt hatte, folgte sie ihm ohne Widerstand 
zur Hauptstrasse. Dorthin hatte der Angeklagte seinen Chauffeur bestellt. Dieser 
traf nach einiger Zeit ein. O. stieg dann mit X. ins Fahrzeug und nahm zusammen 
mit ihm auf dem Rücksitz Platz. Sie bat den Fahrer mehrfach eindringlich, sie nach 
GG. nach Hause zu fahren. X. bedrohte nun aber auch den Fahrer und forderte 
diesen unmissverständlich auf, nach AA. zu fahren. I. fuhr nun zum Club „F.-Club“. 
O. hatte während der Fahrt geweint, resignierte aber vom Moment an, als sie mer-
ken musste, dass sie auch vom Fahrer keinerlei Hilfe zu erwarten hatte. 

Noch immer unter dem Einfluss der Gewaltanwendung und der Drohung ste-
hend, wartete O. zusammen mit X. auf das Eintreffen des Fahrers I., weil sie sich 
von diesem Hilfestellung erhoffte. So stieg sie dann auch freiwillig in das Fahrzeug 
ein, jedoch nicht ohne den Fahrer mehrfach zu bitten, sie nach Hause nach GG. zu 
bringen. X. forderte diesen jedoch unter Androhung von Schlägen auf, nach AA. zu 
fahren. O. hatte von diesem Zeitpunkt an keine Möglichkeit mehr, sich aus eigenem 
Willen zu entfernen. Sie war dadurch zweifellos über eine längere und ununterbro-
chene Dauer erheblich in ihrer Freiheit, sich frei zu bewegen, beschränkt. Da sie 
ihren Unwillen, nach AA. zu fahren, sowohl gegenüber dem Fahrer als auch ge-
genüber X. ausdrücklich und konkludent geäussert hatte und damit dem Vorgehen 
von X. keineswegs zustimmte, erweist sich dessen Verhalten als unrechtmässig. 
Zweifellos handelte X. wissentlich und willentlich, weshalb er sich damit der Frei-
heitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB schuldig machte. 

c) Zum Verhältnis zwischen Art. 189 StGB und Art. 183 StGB ist anzu-
merken, dass diejenige Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit, die als notwendi-
ges Minimum des sexuellen Angriffs erscheint, von Art. 189 StGB umfasst wird. 
Echte Konkurrenz liegt nur dann vor, wenn der Täter das Opfer vor der Tat, das 
heisst der sexuellen Nötigung, entführt oder nach der Tat noch festhält (Maier, 
a.a.O., N 54 zu Art. 189 StGB mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall erfolgte die vor-

29

gängig beschriebene Freiheitsberaubung erst nach vollendeter sexueller Nötigung. 
Es liegt nach dem Gesagten somit echte Konkurrenz vor.

7. a) Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs 
nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen 
Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird mit Zuchthaus bis zu zehn 
Jahren bestraft (Art. 190 Abs. 1 StGB). Die im Gesetz aufgezählten Nötigungsmittel 
stimmen mit den in Art. 189 StGB aufgeführten überein. Gewalt liegt dann vor, wenn 
auf das Opfer mit chemisch oder physikalisch fassbaren Mitteln eingewirkt oder phy-
sisch in seine Rechtssphäre eingegriffen wird. Dabei schaltet der Täter entweder 
den Widerstand des Opfers aus (Einwirkung auf die Willensbetätigung) oder verhin-
dert eine allfällige Gegenwehr, bevor das Opfer reagieren kann (Einwirken auf die 
Willensbildung). Eine gewisse Einwirkung auf den Körper des Opfers ist erforderlich, 
wobei die notwendige Intensität nach relativen Kriterien zu bestimmen ist. Es genügt 
aber grundsätzlich diejenige Gewalt, die nötig war, das konkrete Opfer gefügig zu 
machen. Nicht notwendig ist, dass sich das Opfer andauernd wehrt oder wider-
standsunfähig wird (Philipp Maier, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 
2003, N 1 und 13 f. zu Art. 189; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, N 4 zu Art. 189 StGB; vgl. BGE 128 IV 97 
E. 2b S. 99). Der Täter muss sich im Moment des Gewaltausübens zudem bewusst 
sein, dass sein gewaltsames Handeln dem Brechen des Widerstands des Opfers 
dient (Maier, a.a.O., N 14 zu Art. 189 StGB; Trechsel, a.a.O., N 5 zu Art. 189). Durch 
das angewendete Nötigungsmittel muss der Täter den Beischlaf erzwingen. Ob es 
dabei zur Ejakulation kommt oder nicht, spielt rechtlich keine Rolle (Maier, a.a.O, N 
9 zu Art. 190). Der subjektive Tatbestand erfordert ein vorsätzliches Handeln, das 
sich auf die drei Tatbestandselemente der Nötigung, des Beischlafs sowie der Kau-
salität zwischen den Nötigungsmitteln und dem Beischlaf beziehen muss. Eventua-
lvorsatz genügt. Wer es für möglich hält und in Kauf nimmt, dass das Opfer mit dem 
Beischlaf nicht einverstanden ist, handelt eventualvorsätzlich (Maier, a.a.O., N 13 
zu Art. 190 StGB). 

b) Im Club „F.-Club“ in AA. führte X. O. in ein Zimmer des Clubs. Dort 
wurde sie von ihm zweimal zur Duldung des Geschlechtsverkehrs genötigt. Dabei 
schlug er sie mehrfach aufs Gesäss, woraufhin sie ihn bat, ihr nicht weitere Schmer-
zen zu bereiten. Die im Rahmen der Strafuntersuchung in Auftrag gegebene DNA-
Vergleichsanalyse hat ergeben, dass am Slip von O. eine Spermaspur nachweisbar 
ist, deren DNA-Profil mit demjenigen von X. übereinstimmt. 

30

Nach den vorausgegangenen Gewalttätigkeiten sowie der sexuellen Nöti-
gung und der Freiheitsberaubung war der Widerstand von O. soweit gebrochen, 
dass sie jede weitere Abwehr für zwecklos hielt und alles machte, was X. von ihr 
verlangte. Aufgrund der Aussagen von O. steht fest, dass X. in sie eindrang und sie 
während des Geschlechtsverkehrs auch schlug. Die Verteidigung macht demge-
genüber geltend, es ergebe sich aus den Akten zur Genüge, dass X. aufgrund sei-
ner Müdigkeit und des übermässigen Alkoholkonsums nicht einmal mehr eine rich-
tige Erektion zu Stande gebracht habe. Auch habe O. nicht einmal gemerkt, ob er 
überhaupt mit seinem Glied in sie eingedrungen sei. Diese Aussage decke sich 
auch mit dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 21. Juni 2005. Darin 
werde klar festgehalten, dass aus dem Vaginainhalt keine Spermaspur X. habe zu-
geordnet werden können. Es sei somit auch medizinisch nicht bewiesen, dass es 
zu einem Samenerguss in der Scheide gekommen sei. Für die Erfüllung des Tatbe-
standes genügt es, wenn das Glied so weit eindringt, dass die Scheide den Samen 
aufnehmen könnte. Vollständiges Eindringen ist nicht erforderlich, schon gar nicht 
ein Samenerguss (Maier, a.a.O. N. 9 zu Art. 190; Trechsel, a.a.O. N. 4 zu Art. 190). 
Die Frage, ob es zu einem Samenerguss gekommen ist, ist damit aus rechtlicher 
Sicht irrelevant. Dennoch ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass 
das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen in seinem Gutachten 
vom 22. September 1999 entgegen der Behauptung der Verteidigung feststellte 
(act. 4.10), dass der Nachweis einzelner Samenzellen im Scheidengewölbe sowie 
im Schrittbereich des Slips einen stattgefundenen Geschlechtsverkehr mit Samen-
erguss belege. In dem von der Verteidigung zitierten Gutachten vom 21. Juni 2005 
(act. 4.16) wurde zwar festgestellt, dass aus dem Vaginalinhalt kein verwertbares 
Resultat zu erhalten war, es wurde jedoch gleichzeitig festgehalten, dass daraus 
nicht abgeleitet werden dürfe, dass im vaginalen Inhalt keine Sperma vorhanden 
gewesen seien, sondern dass nur ganz vereinzelte Spermien darin enthalten waren. 
Auch was die Aussage von O. angeht, ist die Darstellung der Verteidigung nur un-
vollständig. O. gab nämlich am 16. August 1999, somit unmittelbar nach den Vor-
fällen zu Protokoll (act. 5.1), dass er mit dem Penis in sie eingedrungen sei, was ihr 
Schmerzen bereitet habe, da sie zu diesem Zeitpunkt noch einen Tampon getragen 
habe. Aufgrund der vorstehend erwähnten Gutachten und der Aussagen von O. 
steht zweifellos fest, dass es zum Beischlaf im Sinne der Strafnorm gekommen ist. 

Bezüglich des subjektiven Tatbestands machte die Verteidigung geltend, O. 
habe sich offenkundig in der Situation nicht wohl gefühlt und sich vermutlich inner-
lich für ihre sexuellen Handlungen geschämt. Letztlich habe sie einen Schuldigen 
gesucht, weil sie die Verantwortung für ihr Handeln nicht selber übernehmen wollte. 

31

Entscheidend sei aber, dass alles aus freiem Willen geschehen sei. Sie habe so-
dann auch in ihrer Einvernahme auf die Frage hin, ob sie X. zu verstehen gegeben 
habe, dass sie die Handlung nicht wolle, geantwortet, er habe dies sicher bemerkt. 
An die Begründung des Eventualvorsatzes dürfen keine höheren Anforderungen als 
bei anderen Delikten gestellt werden. Wer es für möglich hält und in Kauf nimmt, 
dass das Opfer mit dem Beischlaf nicht einverstanden ist, handelt bereits eventual-
vorsätzlich (Maier, a.a.O., N. 13 zu Art. 190). Wie vorstehend bereits dargelegt 
wurde, war O. nicht damit einverstanden, zusammen mit X. nach AA. zu fahren. Wie 
auch der Zeuge I. bestätigte (act. 5.3), bat sie mehrfach darum, nach Hause nach 
GG. gebracht zu werden. Des Weiteren sagte I. aus, O. habe auf der Autobahn in 
Richtung AA. schliesslich zu Weinen begonnen. Auch O. selbst sagte anlässlich 
ihrer Einvernahme (act. 5.1) aus, sie habe sowohl auf der Fahrt nach AA. als auch 
zu Beginn des Geschlechtsverkehrs geweint. Des Weiteren habe sie X. während 
des Geschlechtsverkehrs mehrfach gebeten, ihr nicht wehzutun. Selbst wenn O. 
nicht ausdrücklich darauf hingewiesen haben sollte, dass sie den Geschlechtsver-
kehr mit X. nicht wollte, so war für ihn aus den gesamten Umständen heraus ohne 
weiteres erkennbar, dass er gegen ihren Willen handelte. Indem er dies jedoch igno-
rierte, handelte er zumindest eventualvorsätzlich, was für die Erfüllung des Tatbe-
standes der Vergewaltigung ausreicht. Somit steht fest, dass sich X. der Vergewal-
tigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig machte. Zum Tatbestand der Frei-
heitsberaubung liegt Realkonkurrenz vor, zumal diese zweifellos über das hinaus-
ging, was unmittelbar der Vergewaltigung diente. 

8.a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. In BGE 117 IV 113 E. 
1 S. 114. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der Straf-
zumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tat-
komponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art 
und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehan-
delt hat, und die Beweggründe gemäss Art. 63 StGB zu beachten. Die Täterkompo-
nente erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere auch allfällige Vorstrafen, 
die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, 
wie zum Beispiel Reue, Einsicht und die Strafempfindlichkeit (vgl. auch BGE 124 IV 
44 E.2 S.45 f.; BGE 118 IV 115 E.2 S. 118). Innerhalb des gesetzlichen Strafrah-
mens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschuldensgerechte Strafe zu finden.

32

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschrei-
ten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt, im vorliegenden Fall die Vergewaltigung. Grund-
lage für die Strafzumessung ist daher der in Art. 190 Abs. 1 StGB vorgesehene 
Strafrahmen von Zuchthaus bis zu zehn Jahren. 

b) Das Verschulden von X. wiegt unter dem Gesichtspunkt der Tatkom-
ponente schwer. Jeder gewaltsame Angriff auf das sexuelle Selbstbestimmungs-
recht einer Frau stellt ein schweres Verbrechen dar, was aus der strengen Strafan-
drohung des Art. 190 StGB deutlich hervorgeht. Wer nun wie X. sein Opfer zunächst 
mittels Schlägen ins Gesicht und Drohungen einschüchtert und dessen Widerstand 
bricht, um es sodann zu sexuellen Handlungen zu nötigen, zeigt einen erheblichen 
kriminellen Willen. Seine Vorgehensweise zeugt von wenig Achtung vor der sexu-
ellen Selbstbestimmung einer Frau. O. war in dieser Nacht einfach nur das Objekt 
seiner Begierde. Auf den von ihr immer wieder klar geäusserten Willen nahm er die 
ganze Zeit über keinerlei Rücksicht. Im Gegenteil, er bedrohte sogar seinen Fahrer 
I., sollte sich dieser seinen Anweisungen widersetzen und O. helfen. Daran vermag 
auch der Umstand, dass die sexuelle Nötigung im Fürstentum Liechtenstein im 
Jahre 1999 milder bestraft worden wäre, wenig zu ändern. Neben die Tatbestände 
der sexuellen Nötigung respektive Zwang zur Unzucht nach liechtensteinischem 
Recht und der Vergewaltigung trat zudem noch die Freiheitsberaubung, welche das 
Gesetz ebenfalls mit einer hohen Strafe bedroht. Zu Gunsten von X. spricht höchs-
tens, dass er sich nicht zu extremer Gewalt gegenüber seinem Opfer hinreissen 
liess. Strafschärfend wirkt sich das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlun-
gen aus (Art. 68 Ziff. 1 StGB). Straferhöhend wirken sich die verschiedenen Vor-
strafen und der angeschlagene Leumund des Angeklagten aus. Strafmildernd ist zu 
berücksichtigen, dass X. offensichtlich stark angetrunken war, aber - wie auch seine 
sonstigen Handlungen zeigen - nicht derart, dass er überhaupt keine Einsicht in das 
Unrecht der Tat gehabt hätte oder nicht mehr danach hätte handeln können. Eben-
falls anzurechnen ist die Tatsache, dass X. in die Schweiz zurückgekehrt ist und 
sich den Strafbehörden gestellt hat. Aufgrund der beiden genannten Strafmilde-
rungsgründe rechtfertigt es sich auch unter Berücksichtigung aller anderen Strafzu-
messungsgründe, den Strafantrag der Staatsanwaltschaft zu unterschreiten und die 

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Strafe auf 2 ½ Jahre Zuchthaus festzusetzen. Dieses Strafmass erscheint als dem 
Verschulden und der Verhaltensweise von X. angemessen und gerechtfertigt. 

c) Die Verteidigung macht geltend, X. sei bereits durch das Militärgericht 
5 wegen mehrfachen Militärdienstversäumnisses mit Strafmandat vom 23. August 
2005 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 30 Tagen Gefängnis bestraft worden. 
Gemäss Art. 68 Ziff. 2 StGB sei eine allfällige Freiheitsstrafe im vorliegenden Ver-
fahren als Zusatzstrafe zum militärgerichtlichen Urteil auszusprechen. Der Um-
stand, dass sich X. auch wegen militärischen Versäumnissen vor Gericht zu verant-
worten hat, war der Strafuntersuchungsbehörde bereits vor Anklageerhebung be-
kannt. Es liegt somit keine retrospektive Konkurrenz gemäss Art. 68 Ziff. 2 StGB 
vor. Vielmehr wurde seitens des Untersuchungsrichteramtes Chur die Vereinigung 
der beiden Verfahren für nicht sinnvoll erachtet, zumal die Beurteilung von Militär-
straftatbeständen durch zivile Gerichtsbehörden mit Schwierigkeiten verbunden 
sind und ausserdem der Abschluss des zivilen Verfahrens zum gegebenen Zeit-
punkt noch nicht absehbar war (vgl. act. 1.43). Die Ausgestaltung der vorstehend 
ausgefällten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zum früheren militärgerichtlichen Urteil 
fällt daher ausser Betracht. 

d) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Ein solches Verhalten kann 
X. nicht zur Last gelegt werden, so dass einer Anrechnung der erstandenen Unter-
suchungshaft von insgesamt 86 Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts 
entgegensteht.

e) Das ausgefällte Strafmass von 2 ½ Jahren steht der Gewährung des 
bedingten Strafvollzugs bereits in objektiver Hinsicht entgegen (Art. 41 Ziff. 1 StGB), 
weshalb auf eine Prüfung der subjektiven Voraussetzungen verzichtet werden kann.

9. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Fall, dass X. zu einer unbe-
dingten Freiheitsstrafe verurteilt werde, wegen möglicher Fluchtgefahr die Anord-
nung von Sicherheitshaft. 

a) Nach Art. 83 Abs. 1 StPO darf die Untersuchungshaft angeordnet wer-
den, wenn aufgrund konkreter Anhaltspunkte ernsthaft angenommen werden muss, 
dass der eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigte Angeschuldigte 
sich durch Flucht der Strafverfolgung oder der zu erwartenden Sanktion entziehen 
werde (lit. a), Spuren oder Beweismittel gefährden oder beseitigen werde, Dritte zu 

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falschen Aussagen zu verleiten versuche oder die Abklärung des Sachverhaltes auf 
andere Weise vereiteln oder gefährden werde (lit. b), weitere Verbrechen oder Ver-
gehen begehen oder die Sicherheit anderer in schwerwiegender Weise ernsthaft 
gefährden werde (lit. c). Für die Anordnung der Sicherheitshaft nach der Urteilsfäl-
lung gelten mit Ausnahme der Kollusionsgefahr die üblichen Haftgründe gemäss 
Art. 83 StPO (vgl. Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 
Graubünden, Chur 1996, Ziff. 5 zu Art. 101 StPO, mit weiteren Hinweisen).

b) Im vorliegenden Fall fällt die Vereitelungsgefahr zum Vornherein aus-
ser Betracht. Auch von einer Fortsetzungsgefahr ist nicht auszugehen, zumal keine 
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass X. erneut eine ähnlich gelagerte Tat begeht. Im 
Bezug auf die Fluchtgefahr gilt es zu berücksichtigen, dass sich X. zwar unmittelbar 
nach der Tat in ein anderes Land abgesetzt hat und auch über mehrere Jahre dort 
geblieben ist. Jedoch ist er aus eigenem Antrieb in die Schweiz zurückgekehrt und 
hat sich freiwillig den Strafverfolgungsbehörden gestellt. Auch betonte er anlässlich 
seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 3. Mai 2005 (act. 5.14), er sei 
in die Schweiz zurückgekehrt, um die ganze Sache zu regeln. Er habe sich korrekt 
in BB. angemeldet und möchte sobald wie möglich beginnen, in der Schweiz zu 
arbeiten. Im Anschluss an die Untersuchungshaft war er denn auch bereits kurzzei-
tig für eine Firma in EE.beschäftigt. Wie aus den Einlagen der Verteidigung hervor-
geht, ist X. auch weiterhin bemüht, eine Erwerbstätigkeit zu finden. Es muss somit 
nicht davon ausgegangen werden, dass sich X. nach Eröffnung des Urteils wie-
derum ins Ausland absetzt, zumal sich der Mittelpunkt seiner Beziehungen offen-
sichtlich in der Schweiz befindet. Auf die Anordnung einer Sicherheitshaft wird daher 
verzichtet. 

10.a) Am 13. September 2005 (act. 1.67) reichte die Rechtsvertreterin der 
Geschädigten O., Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger Droll, gegen X. eine Ad-
häsionsklage mit folgenden Rechtsbegehren ein:

„1. Es sei X. zu verpflichten, der Adhäsionsklägerin eine Genugtuungs-
summe von Fr. 8'000.-- nebst Zins zu 5% seit 16.08.1999 zu bezahlen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Zur Begründung wird geltend gemacht, X. habe O. unter Anwendung von 
körperlicher Gewalt zum oralen Geschlechtsverkehr genötigt, sie nachher weiter un-
ter Anwendung von Gewalt gegen ihren Willen nach AA. gebracht und sie hierauf 
gegen ihren Willen mehrfach zum Geschlechtsverkehr gezwungen. O. habe sich in 
einem unermesslichen Zustand der Angst befunden. Dieser sei noch dadurch ver-

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stärkt worden, dass ihr X. nach den Vergewaltigungen mitgeteilt habe, dass sie nun 
für ihn arbeiten müsse. Dies habe bei O. das Gefühl ausgelöst, nie mehr aus dem 
Club entkommen zu können. Daraufhin habe sie sich ihm gegenüber lieb verhalten, 
damit er sie auch sicher wieder gehen lassen würde. Sie habe somit das Gegenteil 
von dem machen müssen, was sie empfunden habe, was eine zusätzliche Demüti-
gung gewesen sei. Bei der Bemessung der Genugtuung sei ferner zu gewichten, 
dass ihr X. während den Vergewaltigungen Schmerzen zugefügt habe. Durch die 
Vorfälle sei die Gesuchstellerin in ihrer psychischen, sexuellen und körperlichen In-
tegrität schwer verletzt worden. Das während und nach der Tat erlittene psychische 
Traumata und die Angsterfahrungen würden äusserst schwer wiegen. Sie sei erst-
mals mit reeller Gewalt konfrontiert worden und habe erkennen müssen, dass jeder 
Fluchtweg abgeschnitten sei, weshalb sie gefügig den Widerstand gegen die sexu-
elle Erniedrigung aufgegeben habe. Sie habe endlos erscheinende Qualen über 
sich ergehen lassen müssen, unter denen sie noch lange stark gelitten habe. Sie 
habe Mühe gehabt, das vorgefallene psychisch zu bewältigen und dadurch einen 
enormen Verlust an Lebensfreude erlitten. Zwecks Wahrung der Verwirkungsfrist 
gemäss Art. 16 Abs. 3 OHG habe O. am 9. August 2001 beim Kantonalen Sozialamt 
ein Gesuch um Ausrichtung einer Genugtuung von Fr. 20'000.-- zuzüglich Zins zu 
5% seit 16. August 1999 gestellt. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2002 seien ihr 
Fr. 12'000.-- zuzüglich Zins zugesprochen worden. Im Umfang dieser erfolgten Leis-
tung sei der Anspruch von O. gegenüber X. auf den Kanton übergegangen. Im Um-
fang des Differenzbetrags zwischen der beantragten Genugtuung und der vom Kan-
ton subsidiär gewährten Leistung bleibe O. gegenüber X. unmittelbar anspruchsbe-
rechtigt. 

Der amtliche Verteidiger von X. macht demgegenüber geltend, dass weiter-
gehende Ansprüche als diejenigen, die beim Sozialamt geltend gemacht worden 
seien, gemäss Art. 16 Abs. 3 OHG bereits verwirkt seien. Zudem sei O., wie sich 
aus den Akten ergebe, bereits vor dem fraglichen Abend psychisch labil gewesen 
und habe massiv Alkohol konsumiert. So seien ihre schulischen Leistungen bereits 
Monate vor den angeblichen Vorfällen stark abgefallen, dass sie die Schule habe 
wechseln müssen.

b) Wie die Rechtsvertreterin der Adhäsionsklägerin ausführte, wurde O. 
von der öffentlichen Hand gestützt auf 12 Abs. 2 OHG eine Genugtuung von Fr. 
12'000.-- ausgerichtet. Entschädigung und Genugtuung nach Opferhilfegesetz sind 
öffentlich-rechtliche Ansprüche des Bundesverwaltungsrechts. Davon zu unter-
scheiden sind die zivilrechtlichen Ansprüche des Opfers gegenüber dem Täter, wel-

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che sich nach Art. 41 ff. OR richten (vgl. Windlin, Grundfragen staatlicher Opferent-
schädigung, Bern 2005, S. 155). Entgegen der Auffassung der Verteidigung bezieht 
sich die Verwirkungsfrist von Art. 16 Abs. 3 OHG nur auf die staatliche, nicht aber 
auf die zivilrechtliche Opferentschädigung, weshalb im vorliegenden Fall die von der 
Adhäsionsklägerin geltend gemachten Ansprüche noch nicht verwirkt sind. 

c) O. ist gemäss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Op-
fer von Straftaten (OHG; SR 312.5) als Opfer zu betrachten und gilt als Geschädigte 
im Sinne der Art. 129 ff. StPO. Ihr steht die Geltendmachung von Zivilansprüchen 
im Rahmen einer Adhäsionsklage zu (vgl. Art. 8 und Art. 9 OHG). Gemäss Art. 47 
OR kann das Gericht bei einer Körperverletzung dem Verletzten unter Würdigung 
der besonderen Umstände eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zu-
sprechen. Eine Körperverletzung im Sinne des Art. 47 OR ist nicht nur eine Beein-
trächtigung der körperlichen, sondern auch der seelischen Integrität. Eine Störung 
des psychischen Gleichgewichts ist auch ohne gleichzeitige physische Verletzung 
eine Körperverletzung (Roland Brehm, Berner Kommentar zu Art. 41-61 OR, Bern 
1998, N 14 zu Art. 47 OR mit Hinweisen). Der Zweck der Genugtuungssumme be-
steht darin, dass durch eine schadenersatzunabhängige Geldleistung ein gewisser 
Ausgleich geschaffen wird für den erlittenen physischen und/oder psychischen 
Schmerz. Das Gericht hat demnach nach Recht und Billigkeit zu entscheiden, ob 
eine Genugtuung zuzusprechen ist und wie hoch diese bejahendenfalls sein soll. 
Die Bemessung der Genugtuungssumme hängt im Wesentlichen von der Art und 
der Schwere der Verletzung, von der Intensität und der Dauer der Auswirkungen 
sowie vom Grad des Verschuldens des Schädigers und des Verletzten ab (BGE 112 
II 131 E. 2 S. 133). Zu berücksichtigen ist im konkreten Fall jedoch die bereits er-
haltene Entschädigung des Kantonalen Sozialamtes Graubünden in der Höhe von 
Fr. 12'000.--. 

Durch die Vergewaltigung hat O. zweifellos eine auf die strafbaren Handlun-
gen des Adhäsionsbeklagten zurückzuführende Körperverletzung erlitten. Ihre kör-
perliche und seelische Integrität wurde beeinträchtigt, so dass ein Anspruch auf eine 
Genugtuung insofern zu bejahen ist. Bei der Bemessung der Genugtuung ist zu 
berücksichtigen, dass gemäss Rechtsprechung die durchschnittliche Genugtuung 
bei einer Vergewaltigung in der Höhe von Fr. 10'000.-- liegt (Hütte/Ducksch, Die 
Genugtuung, 3. Aufl. Zürich 2003, Kapitel I/100, Ziff. 9.8). Die Berücksichtigung der 
Umstände des vorliegend zu beurteilenden Falles ergibt einerseits, dass die Kläge-
rin in ihren persönlichen Verhältnissen schwer getroffen wurde. Die mit der Tat ver-
bundene sexuelle Erniedrigung, die Gewalt, die der Täter ausübte, und die Angst, 

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die das Opfer damals empfunden hat, sind der eine Teil des erlittenen Unrechts. 
Nicht weniger gravierend sind die psychischen Folgen der Verletzung. Gemäss Be-
richt von dipl.-psych. T. vom 17. Juli 2001 (act. 1.49) befand sich O. zu diesem 
Zeitpunkt (Februar/März 2000) in einer sehr labilen psychischen Verfassung. O. 
selbst schilderte in ihrem Schreiben vom 21. Juni 2001 (act. 1.48), dass sie anfäng-
lic