# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f86560b-b862-5045-b15c-bca5ee529892
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.11.2025 VBE.2025.120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-120_2025-11-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2025.120 / DB / hf  
Art. 162 

 

 

Urteil vom 21. November 2025 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Fischer, Vizepräsidentin  

Oberrichterin Hausherr 

Ersatzrichter Zürcher  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ 

gesetzlich vertreten durch B._____   

dieser vertreten durch Brigitta Brunner, Rechtsanwältin, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5400 Baden     

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein; Hilflosenentschädigung 

(Verfügung vom 14. Februar 2025) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die im Dezember 2014 geborene Beschwerdeführerin wurde von ihrer Mut-

ter am 27. Februar 2020 unter Angabe einer Zöliakie bei der Beschwerde-

gegnerin zum Bezug von Leistungen (medizinische Massnahmen) der Eid-

genössischen Invalidenversicherung (IV) angemeldet. Am 12. März 2020 

erteilte die Beschwerdegegnerin Kostengutsprache für die Behandlung des 

Geburtsgebrechens Ziffer 279 (Zöliakie) der Verordnung über Geburtsge-

brechen (GgV-Anhang). Mit Schreiben vom Dezember 2021 wurde die 

Kostengutsprache im Zuge der Gesetzesrevision "Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung" per 31. Dezember 2021 aufgehoben. 

 

1.2. 

Mit Anmeldung vom 15. September 2023 (Eingereicht am 19. Oktober 

2023) beantragte die Mutter der Beschwerdeführerin für diese bei der Be-

schwerdegegnerin unter Verweis auf den Verdacht auf ein Asperger-Syn-

drom eine Hilflosenentschädigung für Minderjährige. Nach Einholung me-

dizinischer Akten anerkannte die Beschwerdegegnerin aufgrund einer Prü-

fung von Amtes am 8. April 2024 ihre Leistungspflicht für medizinische 

Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziffer 405 (Autismus-

Spektrum-Störung) der Verordnung über die Geburtsgebrechen (GgV-EDI) 

ab dem 1. November 2023. Nach einer in der Folge durchgeführten Abklä-

rung bei der Beschwerdeführerin zu Hause (Abklärungsbericht für eine Hilf-

losenentschädigung für Minderjährige [inkl. Intensivpflegezuschlag] vom 

19. Juni 2024) stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit 

Vorbescheid vom 12. August 2024 die Zusprache einer Hilflosenentschä-

digung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades ab dem 1. Oktober 2022 und 

die Verneinung eines Anspruchs auf einen Intensivpflegezuschlag in Aus-

sicht. Nach dagegen erhobenen Einwänden und erneuter Rücksprache mit 

dem internen Abklärungsdienst entschied die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 14. Februar 2025 ihrem Vorbescheid entsprechend. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 14. Februar 2025 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 18. März 2025 fristgerecht Beschwerde und stellte fol-

gende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 14. Februar 2025 sei aufzuheben und es sei der 
Beschwerdeführerin rückwirkend eine Hilflosenentschädigung mittleren 
Grades sowie einen Intensivpflegezuschlag auszurichten. 

 
 2. Eventualiter sei die Verfügung vom 14. Februar 2025 aufzuheben und 

die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen.  

 - 3 - 

 

 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 14. April 2025 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

14. Februar 2025 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 56) der Beschwerdefüh-

rerin zu Recht (nur) eine Hilflosenentschädigung gestützt auf eine Hilflosig-

keit leichten Grades ab Oktober 2022 zugesprochen und den Anspruch auf 

einen Intensivpflegezuschlag verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz 

(Art. 13 ATSG), die hilflos sind, haben gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG Anspruch 

auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt gemäss Art. 9 ATSG eine 

Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le-

bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa-

chung bedarf. Gemäss Art. 42 Abs. 3 IVG gilt als hilflos auch eine Person, 

welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit 

dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Minderjährige die 

lediglich letztere Voraussetzung erfüllen, haben jedoch keinen Anspruch 

auf Hilflosenentschädigung (Art. 42bis Abs. 5 IVG). 

 

2.1.2. 

Es gilt zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter 

Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). Die Hilflosigkeit gilt gemäss Art. 37 

Abs. 3 IVV als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von 

Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmäs-

sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), einer 

dauernden persönlichen Überwachung bedarf (lit. b), einer durch das Ge-

brechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf 

(lit. c; sog. "Sonderfall"), wegen einer schweren Sinnesschädigung oder 

eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässigen und er-

heblichen Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann 

(lit. d) oder dauernd auf lebenspraktische Begleitung (Art. 38 IVV) an-

gewiesen ist (lit. e). Gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV liegt mittelschwere Hilflosig-

keit vor, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in 

den meisten – nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in mindes-

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tens vier – alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher 

Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a; BGE 121 V 88 E. 3b S. 90 

mit Hinweis) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen in 

erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer 

dauernden persönlichen Überwachung bedarf (lit. b) oder dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung (Art. 38 IVV) angewiesen ist (lit. c). Die 

Anforderungen an eine schwere Hilflosigkeit sind entsprechend höher 

(Art. 37 Abs. 1 IVV). 

 

Bei Minderjährigen ist gemäss Art. 37 Abs. 4 IVV nur der Mehrbedarf an 

Hilfeleistung und persönlicher Überwachung im Vergleich zu nicht behin-

derten Minderjährigen gleichen Alters zu berücksichtigen. Diese Sonderre-

gelung trägt dem Umstand Rechnung, dass bei Kleinkindern eine gewisse 

Hilfs- und Überwachungsbedürftigkeit auch bei voller Gesundheit besteht. 

 

2.1.3. 

Zur Beurteilung der Hilflosigkeit sind praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a 

S. 90 mit Hinweis) die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen 

massgebend: 

- Ankleiden, Ausziehen 

- Aufstehen, Absitzen, Abliegen 

- Essen 

- Körperpflege 

- Verrichtung der Notdurft 

- Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme 

 

Für das Vorliegen der Hilflosigkeit in einer Lebensverrichtung, welche meh-

rere Teilfunktionen umfasst, genügt dabei, dass die versicherte Person bei 

einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte 

oder indirekte Hilfe angewiesen ist (BGE 121 V 88 E. 3c S. 91). 

 

2.1.4. 

Die zur Vornahme einer Lebensverrichtung erforderliche Hilfe kann sowohl 

in direkter als auch in indirekter Dritthilfe, d.h. in der Form einer Über-

wachung der versicherten Person bei der Bewältigung der relevanten Le-

bensverrichtung, bestehen. Hauptbeispiel indirekter Dritthilfe ist die Auffor-

derung einer Drittperson an die versicherte Person, eine Lebensverrichtung 

vorzunehmen, die sie wegen ihres psychischen Zustands ohne besondere 

Aufforderung nicht vornehmen würde (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 462 f. mit 

Hinweisen). Die indirekte Hilfe, setzt dabei voraus, dass die Drittperson re-

gelmässig anwesend ist und die versicherte Person insbesondere bei der 

Ausführung der in Frage stehenden Verrichtung persönlich überwacht 

(Rz. 2018 des Kreisschreibens über Hilflosigkeit [KSH]). Es kann auch bei 

Menschen mit körperlicher Behinderung erforderlich sein, wenn die ver-

sicherte Person die alltägliche Lebensverrichtung funktionsmässig zwar 

 - 5 - 

 

 

selber vornehmen kann, bei dieser Verrichtung jedoch persönlich über-

wacht werden muss (Rz. 2019 KSH). 

 

2.1.5. 

Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive 

Betreuung brauchen, wird gemäss Art. 42ter Abs. 3 IVG um einen Intensiv-

pflegezuschlag erhöht. Dafür ist mindestens ein invaliditätsbedingter Be-

treuungsaufwand von vier Stunden pro Tag erforderlich (Art. 39 Abs. 1 

IVV). Anrechenbar als Betreuung ist laut Art. 39 Abs. 2 IVV der Mehrbedarf 

an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht behinderten Min-

derjährigen gleichen Alters.  

 

2.1.6. 

Der Anspruch auf ausstehende Leistungen oder Beiträge erlischt fünf Jahre 

nach dem Ende des Monats, für welchen die Leistung, und fünf Jahre nach 

dem Ende des Kalenderjahres, für welches der Beitrag geschuldet war 

(Art. 24 Abs. 1 ATSG). Macht eine versicherte Person ihren Anspruch auf 

eine Hilflosenentschädigung, auf medizinische Massnahmen oder auf Hilfs-

mittel mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend, so wird die 

Leistung in Abweichung von Artikel 24 Absatz 1 ATSG nur für die zwölf 

Monate nachgezahlt, die der Geltendmachung vorangehen (Art. 48 Abs. 1 

IVG). Die Leistung wird für einen längeren Zeitraum nachgezahlt, wenn die 

versicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen 

konnte und den Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon 

Kenntnis erhalten hat, geltend macht (Art. 48 Abs. 2 IVG). In Ergänzung zu 

Art. 48 Abs. 1 und 2 IVG besteht die Nachzahlungspflicht selbst dann, 

wenn gewisse andere, nach Art. 66 Abs. 1 IVV legitimierte Personen die 

Anmeldung nicht rechtzeitig vorgenommen haben, obwohl sie dazu in der 

Lage gewesen wären. In diesen Fällen erhält die versicherte Person ab 

dem Zeitpunkt Leistungen, in dem objektiv betrachtet sämtliche Voraus-

setzungen für den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung erfüllt waren 

(RZ 6013 KSH in der für den massgeblichen Zeitraum gültigen Fassung). 

Eine Nachzahlung kann aber in jedem Fall nur vom Monat der Anmeldung 

an auf fünf Jahre zurück erfolgen (Rz. 6014 KSH). 

 

2.1.7. 

Nach der Rechtsprechung ist bei der Bearbeitung der Grundlagen für die 

Bemessung der Hilflosigkeit eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit 

zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Die Ärztin oder der Arzt hat an-

zugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geis-

tigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungs-

träger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen (BGE 130 

V 61 E. 6.1.1 S. 61 f.). Auf einen voll beweiskräftigen Abklärungsbericht ist 

zu erkennen, wenn als Berichterstatterin eine qualifizierte Person wirkt, 

welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus 

den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beein-

 - 6 - 

 

 

trächtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über phy-

sische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf all-

tägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinische Fach-

person nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der 

Hilfe leistenden Person, regelmässig der Eltern, zu berücksichtigen, wobei 

divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der 

Berichtstext muss schliesslich plausibel, begründet und detailliert bezüglich 

der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbeständlichen 

Erfordernissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege 

sein. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entschei-

dungsgrundlage im umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der 

die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-

schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 

fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 

als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 

S. 62 f.). 

 

2.2. 

Verwaltungsweisungen richten sich grundsätzlich nur an die Durchfüh-

rungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. 

Indes berücksichtigt das Gericht die Kreisschreiben insbesondere dann 

und weicht nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn sie eine dem Einzel-

fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren ge-

setzlichen Bestimmungen zulassen und eine überzeugende Konkretisie-

rung der rechtlichen Vorgaben enthalten. Dadurch trägt es dem Bestreben 

der Verwaltung Rechnung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche 

Gesetzesanwendung zu gewährleisten (vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198, 

141 V 365 E. 2.4 S. 368 und 140 V 543 E. 3.2.2.1 S. 547). 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Verfügung vom 14. Februar 2025 

(VB 56) im Wesentlichen auf den Bericht der Fachspezialistin des Abklä-

rungsdienstes, welchen diese gestützt auf die Abklärung vom 15. Mai 2024 

verfasst hat. Darin führte die Fachspezialistin aus, die Beschwerdeführerin 

– welche im Abklärungszeitpunkt 9 Jahre und 5 Monate alt gewesen war – 

sei in den Bereichen "An- und Auskleiden" (seit Dezember 2019), "Körper-

pflege" (seit Dezember 2020) sowie "Fortbewegung/Pflege gesellschaft-

licher Kontakte"(seit Dezember 2019) auf erhebliche Dritthilfe angewiesen. 

Daraus würde sich infolge der Beeinträchtigung der Gesundheit ein Mehr-

aufwand für die Intensivpflege von 41 Minuten pro Tag im Vergleich zu 

einem nicht behinderten Kind im selben Alter ergeben. In den Bereichen 

"Aufstehen/Absitzen/Abliegen", "Essen" und "Verrichten der Notdurft" 

könne keine Hilflosigkeit anerkannt werden und es ergebe sich auch kein 

entsprechender zeitlicher Mehraufwand (VB 35 S. 3 ff.). Zudem ergebe 

 - 7 - 

 

 

sich ein anrechenbarer Mehraufwand von 9 Minuten für Begleitung zu Arzt- 

und Therapiebesuchen. Die Überwachungsbedürftigkeit sei altersent-

sprechend (VB 35 S. 9 f.). Insgesamt würde sich bei der Beschwerdefüh-

rerin ein zeitlicher Mehraufwand für die Intensivpflege von 50 Minuten pro 

Tag ergeben (VB 35 S. 12). 

 

3.1.2. 

In ihrer Stellungnahme vom 3. Dezember 2024 führte die Fachspezialistin 

zudem aus, es handle sich um eine verspätete Anmeldung, wobei der An-

spruch somit frühestens zwölf Monate vor Geltendmachung des Leistungs-

anspruchs entstehe. Vor dem Zeitpunkt der Anmeldung zum Bezug einer 

Hilflosenentschädigung habe die Beschwerdegegnerin keine Kenntnis über 

die Asperger-Erkrankung der Beschwerdeführerin gehabt (VB 51 S. 2 f.). 

Zudem führte die Fachspezialistin nach ausführlicher Auseinandersetzung 

mit den Einwänden der Beschwerdeführerin aus, im Bereich "Essen" könne 

für den Zeitraum vom Juni 2016 bis Dezember 2022 eine Hilflosigkeit zu-

gesprochen werden, im Übrigen werde am Abklärungsergebnis vollum-

fänglich festgehalten (VB 51 S. 3 ff.).  

 

3.2. 

Die Abklärung wurde am 15. Mai 2024 bei der Beschwerdeführerin zu 

Hause durchgeführt. Das Gespräch wurde überwiegend mit der Mutter der 

Beschwerdeführerin geführt, die Beschwerdeführerin war nur zu Beginn an-

wesend (vgl. VB 35 S. 2). Die Abklärungsperson berücksichtigte in ihrem 

Bericht die Angaben der Mutter (VB 35 S. 2 ff.) und begründet ausführlich, 

in welchen alltäglichen Lebensverrichtungen die Beschwerdeführerin der 

regelmässigen und erheblichen Dritthilfe bedarf (VB 35 S. 3 ff.). Dabei war 

der Abklärungsperson auch der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-

rerin bekannt (VB 35 S. 2). Insofern erfüllt der Abklärungsbericht vom 

19. Juni 2024 (VB 35) unter Berücksichtigung der ergänzenden Stellung-

nahme vom 3. Dezember 2024 (VB 51) grundsätzlich die beweisrechtlichen 

Anforderungen, um als zuverlässige Entscheidungsgrundlage zu dienen 

(vgl. E. 2.1.7 hiervor).  

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, beim vorliegenden Asperger-

Syndrom wie auch bei der generalisierten Angststörung handle es sich um 

schwere psychische Erkrankungen, welche nur schwer und verhältnismäs-

sig spät hätten diagnostiziert werden können. Daher habe sie gestützt auf 

Art. 48 Abs. 2 IVG und Art. 24 Abs. 1 ATSG Anspruch auf Leistungen fünf 

Jahre rückwirkend ab der von der Beschwerdegegnerin festgestellten Ent-

stehung des Anspruchs und somit ab Oktober 2017 (Beschwerde S. 5 f.). 

 

 - 8 - 

 

 

4.2. 

Ein Anspruch auf eine Nachzahlung von über zwölf Monaten im Sinne von 

Art. 48 Abs. 2 IVG wird von der Rechtsprechung nur sehr zurückhaltend 

angenommen (vgl. BGE 139 V 289 E. 4.2 S. 292). Es wird dabei darauf ab-

gestützt, ob der anspruchsbegründende Sachverhalt bereits objektiv zu 

einem früheren Zeitpunkt feststellbar war (Urteil des Bundesge-

richts 8c_262/2010 E. 4.2 mit Hinweisen). Für die Eltern der Beschwerde-

führerin war bereits seit längerer Zeit ersichtlich, dass die Beschwerdefüh-

rerin mehr Unterstützung benötigt als andere gleichaltrige Kinder. So wird 

im Abklärungsbericht vom 19. Juni 2024 festgehalten, bereits der Kinder-

gartenweg sei von Anfang an mit Schwierigkeiten verbunden gewesen. So 

hätte die Beschwerdeführerin den Bus nehmen oder von der Mutter mit 

dem Auto gefahren werden müssen (VB 35 S. 8). Zudem mussten die El-

tern die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben bis kurz vor der An-

meldung für eine Hilflosenentschädigung noch selber füttern (VB 11 S. 2). 

Der anspruchsbegründende Sachverhalt war für die Eltern somit bereits 

seit längerem – zumindest aber mehr als zwölf Monate vor Anmeldung vom 

19. Oktober 2023 – erkennbar, womit die Anmeldung verspätet erfolgte. 

Zudem sind die Eltern der Beschwerdeführerin nicht als andere Personen 

im Sinne von Art. 66 Abs. 1 IVV zu betrachten (vgl. BGE 139 V 289 Reges-

te, wonach die gesetzlichen Vertreter der versicherten Person gleichgestellt 

sind und nicht als Drittpersonen im Sinne von Art. 66 IVV gelten). 

 

Im Weiteren war auch für die Beschwerdegegnerin nicht erkennbar, dass 

die Beschwerdeführerin noch an weiteren gesundheitlichen Einschränkun-

gen leidet. Bis zum Zeitpunkt der erneuten Anmeldung der Beschwerde-

gegnerin im September 2023 war lediglich vom Geburtsgebrechen Ziff. 279 

(Zöliakie, vgl. VB 5) die Rede. Die Beschwerdegegnerin hatte somit im 

Rahmen der Prüfung des ersten Leistungsbegehrens auch keinen allfälli-

gen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin übersehen, was einen 

früheren Anspruch der Beschwerdeführerin hätte begründen können 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_103/2023 vom 6. Dezember 2023 

E. 3.2.2. mit Hinweisen, Rz. 6015 KSH). 

 

Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass 

eine verspätete Anmeldung vorliegt und Leistungen nur für die zwölf Mo-

nate vor Anmeldung rückwirkend ausbezahlt werden müssen (vgl. Art. 48 

Abs. 1 IVG; Rz. 6011 KSH). Der Anspruch auf Leistungen besteht somit bei 

einer unbestrittenermassen erst im Oktober 2023 zugestellten Anmeldung 

für eine Hilflosenentschädigung (vgl. VB 10) ab Oktober 2022 (Art. 48 

Abs. 1 IVG). 

 

4.3. 

Es ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin folglich im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Beginns des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung 

im Oktober 2022 bereits im 8. Lebensjahr gewesen war. Soweit die Be-

 - 9 - 

 

 

schwerdeführerin in ihrer Beschwerde Ausführungen zu Phasen vor dem 

8. Lebensjahr macht, ist darauf im Folgenden nicht weiter einzugehen. 

 

5. 

5.1. 

Vorliegend ist gestützt auf die Akten nachvollziehbar und unter den Par-

teien unumstritten, dass die Beschwerdeführerin in den Bereichen "An- und 

Auskleiden", "Körperpflege" und "Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher 

Kontakte" auf regelmässige Dritthilfe angewiesen ist. Die Beschwerdefüh-

rerin bringt jedoch vor, sie sei auch in den Bereichen "Aufstehen, Absitzen, 

Abliegen", "Essen" und "Verrichtung der Notdurft" auf regelmässige Dritt-

hilfe angewiesen. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Hinsichtlich des Bereiches "Aufstehen, Absitzen, Abliegen" bringt die Be-

schwerdeführerin vor, aufgrund des ausserordentlichen Hilfsbedarfs beim 

Zubettgehen sowie des notwendigen Beruhigungsprozesses beim nächt-

lichen Aufwachen sei sie regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe an-

gewiesen. Auch der sich daraus ergebende Mehraufwand sei zu berück-

sichtigen. Die Beschwerdeführerin müsse während des gesamten Rituals 

von einem Elternteil begleitet werden, da sie ohne diese Begleitung nicht 

in der Lage sei, sich auf das Schlafengehen vorzubereiten, sich zu be-

ruhigen und einzuschlafen. Trotzdem schlafe sie erst gegen 21:00 bis 

21:30 Uhr ein. Ausserdem wache sie aufgrund ihrer Geräuschempfindlich-

keit und Durchschlafstörungen mehrmals pro Nacht auf und müsse von ih-

rem Vater beruhigt werden (Beschwerde S. 9 ff.). 

 

5.2.2. 

Hinsichtlich der Lebensverrichtung "Aufstehen, Absitzen, Abliegen" führte 

die Abklärungsperson in ihrem Bericht vom 19. Juni 2024 aus, die Be-

schwerdeführerin könne Positionswechsel selbständig vornehmen. Das 

abendliche Zubettgeh-Ritual fange um 18.20 Uhr an, bis alles erledigt sei, 

sei es 19.20 Uhr. Dann werde der Beschwerdeführerin das Melatonin ge-

geben, der Kindsvater (KV) lese noch eine Geschichte vor und warte, bis 

sie eingeschlafen sei. Wenn er das Zimmer verlasse, erwache die Be-

schwerdeführerin sofort und rufe nach ihm. Die Beschwerdeführerin schlafe 

mit dem Vater im Zimmer. Wenn die Beschwerdeführerin in der Nacht er-

wache, weil sie die Decke verloren habe, wolle sie zugedeckt werden. Die 

Abklärungsperson führte aus, eine Gutenachtgeschichte zu lesen oder das 

Licht brennen zu lassen, würden nicht ausreichen, um bei dieser Lebens-

verrichtung einen Hilfsbedarf anzuerkennen. Ein häufiges Aufwachen in der 

Nacht gemäss IV-Gesetzgebung (mind. dreimal pro Nacht), bei dem die 

Beschwerdeführerin beruhigt und wieder ins Bett gebracht werden müsse, 

liege nicht vor. Die Beschwerdeführerin schlafe in der Regel wieder ein, 

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nachdem sie zugedeckt worden sei, und müsse nicht beruhigt werden 

(VB 35 S. 4).  

 

Im Weiteren führte die Abklärungsperson in der Stellungnahme vom 3. De-

zember 2024 aus, Schlafrituale würden keine Hilflosigkeit begründen, es 

sei denn, das Ausmass gehe deutlich über die üblichen Normen an alters-

entsprechender Betreuung hinaus. Dies müsste jedoch in bestehenden 

ärztlichen Berichten klar dokumentiert sein. Zeitaufwände für das Umklei-

den und die Körperpflege (Zähneputzen) würden in den entsprechenden 

Lebensverrichtungen berücksichtigt und würden nicht als Einschlafrituale 

gelten. Am Abklärungsergebnis (im Bereich "Aufstehen/Absitzen/Ablie-

gen") werde vollumfänglich festgehalten (VB 51 S. 3 f.). 

 

Aus den Akten ergeben sich Hinweise, dass die Beschwerdeführerin mehr 

Zeit als andere Kinder im gleichen Alter braucht, um einzuschlafen, und 

auch teilweise in der Nacht wieder erwacht (vgl. VB 35 S. 4; 51 S. 3 f.). Es 

lässt sich den Akten zudem entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor 

dem Einschlafen Melatonin einnimmt (vgl. VB 23 S. 23; Beschwerde S. 11). 

Es liegen jedoch keine medizinischen Unterlagen vor, welche die Notwen-

digkeit einer ausserordentlichen Betreuung begründen würden. Eine sol-

che wäre jedoch notwendig, damit eine Einschränkung aufgrund eines Ein-

schlafrituals anerkannt werden könnte (Rz. 2035 KSH). Wenn die Be-

schwerdeführerin zudem vorbringt, ihr Vater müsse sie zwei- bis dreimal 

pro Nacht wieder beruhigen, wird die notwendige Intensität von durch-

schnittlich dreimal pro Nacht – wie die Abklärungsperson in Übereinstim-

mung mit dem Kreisschreiben des BSV (vgl. KSH 2034) korrekt ausgeführt 

hat (VB 35 S. 4) – nicht erreicht. Daher hat die Beschwerdegegnerin eine 

erhebliche Dritthilfe im Bereich "Aufstehen/Absitzen/Abliegen" zu Recht 

verneint und somit folgerichtig auch keinen für die Beurteilung eines An-

spruchs auf einen Intensivpflegezugschlag massgebenden Mehraufwand 

anerkannt. 

 

5.3. 

5.3.1. 

Zum Bereich "Essen" bringt die Beschwerdeführerin vor, die Eltern hätten 

sie immer wieder auffordern müssen, sich hinzusetzen und zurück an den 

Tisch zu kommen. Zudem habe sie ständig zum Essen animiert werden 

müssen (Beschwerde S. 14).  

 

5.3.2. 

Wie die Beschwerdeführerin selber ausführt, sei ihr bis zum 7. Lebensjahr 

das Essen mit Besteck nicht möglich gewesen. Eine Einschränkung beim 

Essen mit Besteck darüber hinaus – und ab dem hier erst relevanten Zeit-

raum ab dem 8. Lebensjahr (vgl. E. 4.3 hiervor) – wird von der Beschwer-

deführerin nicht geltend gemacht. Es liegen keine medizinischen Unterla-

gen vor, welche eine weitere Einschränkung belegen würde. Die 

 - 11 - 

 

 

Psychiatrischen Dienste C._____ führten in ihrem Untersuchungsbericht 

zur ambulanten Therapie in der Tagesklinik in der Zeit vom 5. Februar 2024 

bis am 3. Mai 2024 zwar aus, die Beschwerdeführerin habe beim 

Essenholen zuerst Probleme gehabt, das Tablett zu tragen (vgl. VB 49 

S. 20). Dass jedoch weitere Problematiken betreffend das Essen be-

standen hätten oder die Beschwerdeführerin sich nicht selber hätte verpfle-

gen können, lässt sich dem Bericht nicht entnehmen. Zudem hat die Abklä-

rungsperson – entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin in ihrer Be-

schwerde – durchaus festgehalten, dass die Mutter der Beschwerdeführe-

rin im Rahmen der Anmeldung für eine Hilflosenentschädigung angegeben 

habe, ihre Tochter immer wieder an den Tisch zurückholen zu müssen (vgl. 

VB 35 S. 5). Dies sei jedoch von der Mutter im Rahmen der Abklärung vor 

Ort trotz Besprechung der einzelnen Lebensverrichtungen im Detail nicht 

mehr erwähnt worden. Daher sei weiterhin auf die Angaben der Mutter vor 

Ort abzustützen (VB 51 S. 5). Selbst wenn die Mutter die Beschwerdefüh-

rerin zurück an den Tisch holen müsste, würde dies nicht ausreichen, um 

eine Einschränkung im Lebensbereich "Essen" zu begründen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_332/2024 vom 13. Juni 2024 E. 4.4). Eine Ein-

schränkung beim selbständigen Essen lässt sich dem Abklärungsbericht 

nicht entnehmen und wird von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde 

auch nicht vorgebracht. Somit hat die Beschwerdegegnerin die Notwendig-

keit einer erheblichen Dritthilfe im Bereich "Essen" ab Januar 2023 zu 

Recht verneint. Wie die Beschwerdegegnerin jedoch in ihrer Verfügung 

vom 14. Februar 2025 (VB 56) gestützt auf die Stellungnahme der Abklä-

rungsperson zum Einwand vom 3. Dezember 2024 (VB 51) anerkannt hat, 

liegt bis Dezember 2022 eine Einschränkung im Lebensbereich Essen vor, 

da die Beschwerdeführerin erst ab dem Alter von acht Jahren mit Messer 

und Gabel essen konnte, wodurch die diesbezüglich erforderliche Dritthilfe 

bis Dezember 2022 anzurechnen ist. Somit ist für den Zeitraum von Okto-

ber 2022 (Beginn des Anspruches, vgl. E. 4.2 hiervor) bis Dezember 2022 

eine erhebliche Dritthilfe im Bereich "Essen" anzurechnen. Im Übrigen hat 

die Beschwerdegegnerin somit zu Recht, gestützt auf die Aussagen der 

Mutter der Beschwerdeführerin, einen Hilfsbedarf im Lebensbereich 

"Essen" ab dem 1. Januar 2023 verneint. 

 

5.4. 

5.4.1. 

Zum Bereich "Verrichtung der Notdurft" bringt die Beschwerdeführerin vor, 

sie müsse wiederholt aufgefordert werden, auf die Toilette zu gehen, da sie 

sonst nicht gehe. Zudem nehme der Stuhlgang auf der Toilette zunehmend 

länger in Anspruch, da ihr mangelndes Vertrauen in die eigene Hygiene 

regelmässig zur Folge habe, dass sie pro Toilettengang für die Reinigung 

eine ganze Packung Feuchttücher verbrauche (Beschwerde S. 18 f.).  

 

 - 12 - 

 

 

5.4.2. 

Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie selbständig zur Toilette 

gehen und die Notdurft selbständig verrichten kann. Jedenfalls wird nicht 

vorgebracht, dass sich die Beschwerdeführerin ohne entsprechende Hin-

weise bspw. einnässen würde. Eine Notwendigkeit zur Reinigung durch 

Drittpersonen besteht ebenfalls nicht und die Beschwerdeführerin kann 

auch selber prüfen, ob die Reinigung ausreichend ist (vgl. Beschwerde 

S. 18 f.). Somit besteht keine Notwendigkeit der Dritthilfe durch die Eltern, 

weshalb die Beschwerdegegnerin einen Dritthilfebedarf in diesem Bereich 

zu Recht verneint und auch keinen zeitlichen Mehraufwand angerechnet 

hat. 

 

6. 

6.1. 

Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, es sei ihr ein Intensivpfle-

gezuschlag zuzusprechen, da der invaliditätsbedingte Mehraufwand erheb-

lich mehr als vier Stunden pro Tag betrage (Beschwerde S. 23).  

 

6.2. 

Wie bereits festgehalten, kann in den Bereichen "Aufstehen, Absitzen, Ab-

liegen", "Essen" und "Verrichten der Notdurft" bei fehlender Notwendigkeit 

der erheblichen Dritthilfe auch kein invaliditätsbedingter Mehraufwand an-

gerechnet werden, denn beim Intensivpflegezuschlag handelt es sich nicht 

um eine selbständige Leistungsart, sondern dieser setzt einen Anspruch 

auf Hilflosenentschädigung voraus (Art. 43ter Abs. 3 IVG). Zudem ist im 

Bereich der Fortbewegung keine Anrechnung eines zeitlichen Mehrauf-

wandes vorgesehen (vgl. Rz. 5008 ff. KSH). Selbst wenn der von der Be-

schwerdeführerin vorgebrachte Mehraufwand von 30 Minuten pro Tag für 

den Bereich "An- und Auskleiden" (Beschwerde S. 9), 40 Minuten (bis zum 

9. Lebensjahr) resp. 50 Minuten (ab dem 9. Lebensjahr) pro Tag für den 

Bereich "Körperpflege" (Beschwerde S. 18) sowie von 17 Minuten "pro 

Woche" (recte: Tag, Beschwerde S. 22) für den Bereich "Begleitung zu 

Arzt- und Therapiebesuchen" angerechnet würde, würde sich dadurch ein 

gesamter invaliditätsbedingter Mehraufwand von maximal 127 resp. 

137 Minuten (2 Stunden und 7 resp. 17 Minuten) ergeben und somit die für 

einen Leistungsanspruch geforderte zusätzliche Betreuung von vier Stun-

den (240 Minuten; vgl. Art. 39 Abs. 1 IVV) bei weitem nicht erreichen. Daran 

würde auch die Anrechnung der geforderten 75 Minuten im Bereich "Es-

sen" für den Zeitraum von Oktober bis Dezember nichts ändern, würde 

dann doch ein maximaler invaliditätsbedingter Mehraufwand von 202 Mi-

nuten entstehen. 

 

7. 

Die Beschwerdeführerin hat somit unter Berücksichtigung von Art. 88a 

Abs. 1 IVV für den Zeitraum von Oktober 2022 bis März 2023 (Verbesse-

rung im Dezember 2022 zuzüglich drei Monate) aufgrund einer erheblichen 

 - 13 - 

 

 

notwendigen Dritthilfe in vier Bereichen ("An- und Auskleiden", "Körper-

pflege", "Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte" [vgl. E. 5.1. 

hiervor] und "Essen" [vgl. E. 5.3.2. hiervor]) Anspruch auf eine Hilflosigkeit 

mittleren Grades. Im Übrigen ist die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfü-

gung vom 14. Februar 2025 somit zu Recht davon ausgegangen, dass der 

Beschwerdeführerin ein Anspruch auf eine Entschädigung wegen leichter 

Hilflosigkeit zusteht und die Voraussetzungen für die Ausrichtung eines In-

tensivpflegezuschlages nicht erfüllt sind (VB 56). 

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 

31. März 2023 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades 

hat. 

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

 

8.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 14. Feb-

ruar 2025 insofern abgeändert, als die Beschwerdeführerin für den Zeit-

raum vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2023 Anspruch auf eine Hilflo-

senentschädigung mittleren Grades hat. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt.  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 1'500.00 zu bezahlen. 

 

  

 - 14 - 

 

 

 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. November 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Bächli