# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb98b7f7-6f08-5945-b8b6-758e3c91645e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.03.2015 LA150003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA150003_2015-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LA150003-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. M. Spahn und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 3. März 2015 

 

in Sachen 

 
A._____ GmbH,  

Beklagte und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 
B._____,  

Kläger und Berufungsbeklagter 

 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Meilen vom 
30. Juni 2014 (FV120010-G) 
 

- 2 - 

Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 30. Juni 2014: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 29'063.– brutto bzw. 
CHF 24'512.60 netto, nebst Zins zu 5 % seit 1. Januar 2010 zu bezahlen. 

 Im Mehrumfang wird die Klage abgewiesen. 
2. Das Verfahren ist kostenlos. 
3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von 

CHF 800.– zu bezahlen. 
4. [Schriftliche Mitteilung] 

5. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage] 

Berufungsanträge: 

"1. Die Forderung des Klägers sei auf die von ihm im Rahmen des 
vor der Vorinstanz abgeschlossenen Vergleichs [d.h. auf den Be-
trag von CHF 20'000.--] (a), bzw. eventuell auf die von uns ge-
genüber der Vorinstanz anerkannte, und auf unsere Aufzeichnun-
gen abstützend berechnete Höhe von 23 Tagen Überzeit, sowie 
15 Tagen Ferien (b) zu reduzieren. 

 2. Gegebenenfalls, sei das Urteil, unter Berücksichtigung der von 
uns eingereichten Belege, zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

 3. Da wo in der nachfolgenden Begründung auf Widersprüche oder 
Unklarheiten in Aussagen der Zeugen oder des Klägers hinge-
wiesen wird, seien diese noch einmal anzuhören. 

 4. Sofern aufgrund aufgelaufener Zinsen der Streitwert über den Be-
trag von CHF 30'000.- gestiegen ist, und das Verfahren nicht 
mehr kostenlos geführt wird, so sei uns eine unentgeltliche Pro-
zessführung zu bewilligen, da wir immer noch der monatlichen 
Pfändung des Betreibungsamtes Erstfeld unterliegen. Eventuell 
sei über diesen Punkt in einem separaten Verfahren vorgängig zu 
entscheiden, und das Hauptverfahren einstweilen zu sistieren." 

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Erwägungen: 

1. a) Am 30. Januar 2012 hatte der Kläger beim Bezirksgericht Meilen 

(Vorinstanz), unter Beilage der Klagebewilligung des Friedensrichteramts Küs-

nacht vom 9. November 2011, eine arbeitsrechtliche Klage gegen die Beklagte 

auf Zahlung von Fr. 29'814.32 nebst 5 % Zins seit 1. Januar 2010 eingereicht 

(Urk. 1 und 2). Nach Durchführung eines Beweisverfahrens zur örtlichen Zustän-

digkeit trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 21. Dezember 2012 auf die Klage 

ein (Urk. 30); eine dagegen von der Beklagten erhobene Berufung wurde mit Ur-

teil der Kammer vom 7. Februar 2013 abgewiesen (Urk. 40). Anlässlich der Fort-

setzung der Hauptverhandlung schlossen die Parteien einen Vergleich, welcher 

jedoch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Betreibungsamt Erstfeld 

stand (Urk. 45); diese Genehmigung erfolgte nicht (vgl. Urk. 46-52). Nach weite-

ren Parteivorträgen fällte die Vorinstanz schliesslich am 30. Juni 2014 das ein-

gangs wiedergegebene Urteil (nachträglich begründet, Urk. 65 = Urk. 70). 

b) Hiergegen hat die Beklagte am 2. Februar 2015 fristgerecht (Urk. 67/2) 

Berufung mit den vorstehend aufgeführten Berufungsanträgen erhoben (Urk. 69). 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Berufung 

sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer Berufungsantwort 

verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

2. a) (Verzugs) Zinsen fallen für die Höhe des Streitwerts ausser Be-

tracht (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Damit ist auch das vorliegende Berufungsverfahren 

kostenlos (Art. 114 lit. c ZPO) und Berufungsantrag 4 der Beklagten hinfällig. 

b) Die Beklagte beantragt als Haupt-Berufungsantrag die Reduktion der 

Forderung auf den Betrag gemäss dem im vorinstanzlichen Verfahren geschlos-

senen Vergleich, mithin auf Fr. 20'000.-- (brutto, vgl. Urk. 45). Damit ist für das 

Berufungsverfahren von einem Streitwert von noch Fr. 9'063.-- auszugehen. 

3. a) Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Kläger sei aufgrund 

eines Vertrages vom 26. Februar 2009 seit 1. März 2009 bei der Beklagten ange-

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stellt gewesen. Mit Änderungskündigung vom 26. August 2009 habe die Beklagte 

das Arbeitsverhältnis (aufgrund Auslaufens zweier Grossaufträge) per 30. No-

vember 2009 beendet. Der endgültige Austritt des Klägers sei Ende Dezember 

2009 erfolgt. Mit der vorliegenden Klage mache der Kläger die von ihm geleiste-

ten und der Beklagten gemeldeten Überstunden (Fr. 25'598.86) sowie einen nicht 

gewährten Ferienanspruch (Fr. 3'549.38) geltend (Urk. 70 S. 4-12).  

b) Die Vorinstanz erwog weiter, zum Beweis der geleisteten Überstunden 

habe der Kläger die Lohnblätter und die von ihm verfassten Arbeitszeitkontrollblät-

ter eingereicht, die Beklagte eine Aufstellung geleisteter Einsätze und die Einsatz-

pläne, je für die Monate März bis November 2009. Die Einsatzpläne der Beklag-

ten seien zur Bestimmung der Überstundenanzahl untauglich, da sie entweder 

gar nicht oder nicht auf Ende des Monats datiert seien; nachdem die Beklagte 

selber ausgeführt habe, dass die Einsatzpläne laufend den Änderungen ange-

passt würden, sei aus den vorgelegten nicht ersichtlich, ob nach den angegebe-

nen Daten noch Änderungen erfolgt seien. Sodann seien darauf lediglich die Ar-

beitstage und nicht die effektiv geleisteten Arbeitsstunden vermerkt. Der Zeuge 

C._____ (damaliger Geschäftsführer der Beklagten) habe ausgeführt, dass er ge-

stützt auf die von den Arbeitnehmern ausgefüllten Kontrollblätter die De-Facto-

Pläne erstellt habe, welche schliesslich den Auftraggebern zur Abrechnung vorge-

legt worden seien und die effektiven Einsätze enthalten hätten. Zwischen den von 

der Beklagten eingereichten Einsatzplänen und den De-Facto-Plänen – so die Vo-

rinstanz weiter – würden Differenzen bestehen. Es sei davon auszugehen, dass 

die De-Facto-Pläne und die Rapporte des Klägers dessen effektive Einsätze wi-

derspiegeln würden. Diese De-Facto-Pläne seien aber nicht als Beweis angebo-

ten worden und würden nicht bei den Akten liegen. Damit würden keine ernsthaf-

ten Zweifel bestehen, dass der Kläger Überstunden gemäss den von ihm einge-

reichten Kontrollblättern geleistet habe; deren Aussagekraft werde bestätigt durch 

den Zeugen C._____, wonach das Ausfüllen dieser Kontrollblätter eine Mitarbei-

terpflicht gewesen sei und diese von der Beklagten kontrolliert (wenn auch nicht 

gegengezeichnet) worden seien. Damit sei die Beklagte stetig über die geleisteten 

Überstunden informiert gewesen; sie habe diese durch ihr Dulden stillschweigend 

genehmigt. Die Beklagte wende zwar ein, für die Zeit ab September 2009 seien 

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die Überstunden durch einen um Fr. 1'000.-- höheren Monatslohn abgegolten, 

doch sei die für einen Ausschluss der Überstundenentschädigung notwendige 

Schriftform nicht eingehalten. Der Anspruch aus fünfzehn nicht bezogenen Feri-

entagen sei nicht umstritten (Urk. 70 S. 12-20).  

c) Die Vorinstanz errechnete sodann die Höhe der Entschädigung für ge-

leistete Überstunden mit insgesamt Fr. 24'564.80 (vgl. Urk. 70 S. 20-22) und den 

Anspruch aus nicht bezogenen Ferien mit Fr. 4'498.20 (vgl. Urk. 70 S. 23-24), 

mithin insgesamt brutto Fr. 29'063.-- bzw. netto Fr. 24'512.60 (Urk. 70 S. 24). Der 

Anspruch des Klägers sei mit Kündigung bzw. effektiver Beendigung des Arbeits-

verhältnisses auf Ende Dezember 2009 fällig geworden; dieser sei gleichzeitig ein 

Verfalltag, weshalb ab dem 1. Januar 2010 Verzugszins geschuldet sei. Mit Blick 

auf die 3-maligen Tagfahrten des Klägers aus Deutschland sei diesem eine Par-

teientschädigung von Fr. 800.-- zuzusprechen (Urk. 70 S. 24-25). 

4. a) Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In 

der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzustel-

len. Im Rahmen der Berufungsbegründung ist darzulegen, weshalb die in der Be-

rufungsschrift aufgeführten Berufungsanträge gestellt werden und gestützt auf 

welche Sachverhaltselemente und Rechtsgrundlagen sich diese Berufungsanträ-

ge rechtfertigen. Die Begründung hat zu erklären, weshalb der erstinstanzliche 

Entscheid in den angefochtenen Punkten unrichtig sein soll, sie hat sich dement-

sprechend mit den Entscheidgründen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Dem-

gemäss darf die Berufungsschrift weder eine pauschale Verweisung auf die bei 

der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch eine neuerliche eigene Dar-

stellung der Sach- und Rechtslage enthalten, welche nicht darauf eingeht, was 

vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Die Berufungsinstanz hat sodann die 

geltend gemachten Punkte zu prüfen. Sie hat nicht von sich aus den erstinstanzli-

chen Entscheid auf alle denkbaren Mängel zu untersuchen, wenn diese nicht ge-

rügt werden, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu willkürlich festgestellt  

oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt worden und diese Fehlerhaf-

tigkeiten träten klar zutage (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-

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mentar zur Schweizer. Zivilprozessordnung, 2.A. 2013, N 36 zu Art. 311 ZPO; DI-

KE-Kommentar zur ZPO, N 36 ff. zu Art. 311 ZPO). 

b) Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen lediglich beschränkt zu-

lässig. Zulässig sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismittel nur dann, wenn 

sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden 

konnten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies gilt 

auch für Verfahren, welche – wie das vorliegende arbeitsrechtliche Verfahren – 

erstinstanzlich der Untersuchungsmaxime unterstehen, denn eine analoge An-

wendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO im Berufungsverfahren ist abzulehnen, da die 

im Gesetz eigens vorgesehene spezielle Regelung von Art. 317 ZPO vorgeht 

(BGE 138 III 625 E. 2.2). 

c) Der Berufungsentscheid ist zu begründen (Art. 318 Abs. 2 ZPO in Ver-

bindung mit Art. 112 BGG), wobei die Begründung kurz ausfallen darf, wenn der 

angefochtene Entscheid bestätigt wird; auch ist es zulässig, auf die Begründung 

des zu bestätigenden erstinstanzlichen Entscheides zu verweisen (Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 54 zu Art. 318 ZPO). 

5. a) Die Beklagte legt in ihrer Berufung über weite Strecken nochmals 

ihre Sicht der Dinge dar und macht allgemeine Ausführungen auch dort, wo sie 

angibt, zu den einzelnen Punkten des angefochtenen Urteils Stellung zu nehmen. 

Namentlich begründet sie nicht ansatzweise und ist auch nicht ersichtlich, wie der 

von ihr bestrittene Betrag von Fr. 9'063.-- (oder umgekehrt: der von ihr anerkann-

te Betrag von Fr. 20'000.--; oben Erwägung 2.b) zustande kommen soll. Soweit 

sich die Beklagte mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinan-

dersetzt, ist darauf im folgenden einzugehen: 

b) Die Beklagte macht in ihrer Berufung geltend, die Vorinstanz lege nicht 

dar, warum sie keine ernsthaften Zweifel an den Abrechnungen des Klägers habe 

(Urk. 69 Bl. 4).  

Dem sind die vorinstanzlichen Erwägungen entgegenzustellen, wonach die 

De-Facto-Pläne gestützt auf die von den Arbeitnehmern, und damit auch dem 

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Kläger, ausgefüllten Kontrollblätter erstellt worden seien. Diese De-Facto-Pläne 

und die Rapporte des Klägers würden dessen effektive Einsätze widerspiegeln. 

Die De-Facto-Pläne seien aber nicht als Beweis angeboten worden. Damit sei auf 

die Kontrollblätter des Klägers abzustellen (Urk. 70 S. 16 ff. Erwäg. 2.1.6). 

c) Die Beklagte macht berufungsweise geltend, die von ihr eingereichten 

Einsatzpläne seien bei Bedarf revidiert worden. Daraus den Umkehrschluss zu 

ziehen, dass Einsatzpläne mit einem Revisionsdatum vom 20. des Monats auto-

matisch danach nicht mehr richtig seien, sei willkürlich. Vielmehr bedeute es, dass 

der Plan nach diesem Datum nicht mehr revidiert worden sei (Urk. 69 Bl. 4).  

Die Vorinstanz hat nicht erwogen, dass die von der Beklagten eingereichten 

Einsatzpläne nach ihrer Datierung automatisch nicht mehr richtig seien; sie hat 

lediglich (implizite) erwogen, dies könne sein, weshalb diese Einsatzpläne nicht 

aussagekräftig seien, habe die Beklagte doch ausgeführt (Urk. 43 S. 14 f.), die 

Einsatzpläne seien laufend den Änderungen angepasst worden, und es sei mög-

lich, dass die Änderungen vom 30. und 31. nicht berücksichtigt seien, wenn ein 

Einsatzplan auf den 29. datiere. Sie hat sodann erwogen, dass die Einsatzpläne 

auch deshalb nicht aussagekräftig seien, weil darin lediglich die Arbeitstage, nicht 

jedoch die effektiv geleisteten Arbeitsstunden vermerkt seien (Urk. 70 S. 14 

Erw. 2.1.3); was die Beklagte hiergegen in der Berufung vorbringt (vgl. Urk. 69 Bl. 

5 oben), sind neue Behauptungen, welche bereits vor Vorinstanz hätten aufge-

stellt werden können und daher nicht mehr zulässig sind (oben Erwäg. 4.b).  

d) Die Beklagte macht in ihrer Berufung geltend, es könne nicht ausge-

schlossen werden, dass die Rapporte der Mitarbeiter nachträglich verändert wür-

den, da diese nicht visiert worden seien. Vielmehr sei davon auszugehen, dass 

die Einsatzpläne auf dem Server der Firma aktuell nachgeführt worden seien. Der 

Zeuge C._____ sei dazu nochmals zu befragen (Urk. 69 Bl. 5). 

Wie erwähnt, hat die Vorinstanz dargelegt, dass aussagekräftig nicht die 

Einsatzpläne seien, sondern die De-Facto-Pläne mit den genauen Stundenauf-

stellungen gewesen wären, letztere aber nicht als Beweis angeboten wurden 

(vorstehend Erwäg. 5.b und oben Erw. 3.b). Daraus, dass die Beklagte die Rap-

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porte (Arbeitskontrollblätter) des Klägers nicht visiert hat, kann sie nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Eine nochmalige Befragung des Zeugen C._____ erübrigt sich 

schon deshalb, weil dies im Berufungsverfahren nicht (noch einmal) zulässig ist 

(Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO, oben Erwäg. 3.b). 

e) Die Beklagte bringt in ihrer Berufung vor, die Lohnerhöhung per Sep-

tember 2009 um Fr. 1'000.-- /Monat spiegle die Abrede auf den Verzicht auf Gel-

tendmachung von Überstunden wider; der Kläger handle rechtsmissbräuchlich, 

wenn er sich nun auf die Schriftform berufe. Wenn die Vertragsänderung der 

Schriftform bedürfe, dann könne bei der Berechnung auch nicht vom höheren 

Lohn ausgegangen werden (Urk. 69 Blatt 5-6). 

Die Beklagte vermischt zwei verschiedene Vereinbarungen. Ein Arbeitsver-

trag als solcher ist grundsätzlich formlos gültig, und damit auch die Vereinbarung 

eines bestimmten (höheren) Lohns. Der Ausschluss des Anspruchs auf Über-

stundenvergütung bedarf dagegen gemäss ausdrücklicher gesetzlicher Regelung 

der Schriftform (Art. 321c Abs. 3 OR). Diese Bestimmung ist zwingend (Art. 361 

OR), weshalb deren Inanspruchnahme keinen Rechtsmissbrauch darstellt. 

f) Die Beklagte macht berufungsweise geltend, dem Kläger sei bekannt 

gewesen, dass seine Vorgesetzten nach Auftragsende noch weitere sechs Mona-

te in der Firma verblieben seien, um sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. 

Durch das Zuwarten mit der Geltendmachung des Anspruchs auf über das Dop-

pelte dieser Frist trage der Kläger eine Mitverantwortung, dass sich keiner der Be-

teiligten so genau an die tatsächlichen Verhältnisse erinnere (Urk. 69 Bl. 6). 

Hinsichtlich der Wahrung der Frist für die Geltendmachung der Überstun-

denentschädigung kann vollumfänglich auf die zutreffenden vorinstanzlichen Er-

wägungen (Urk. 70 S. 20 Erw. 3.3.1 und 3.3.2) verwiesen werden. Diese werden 

in der Berufung auch nicht substantiiert als unzutreffend beanstandet. 

g) Die Beklagte bringt berufungsweise vor, wenn Verzugszins ab dem 

Austritt des Arbeitnehmers geschuldet sei, so erscheine es rechtsmissbräuchlich, 

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wenn der Arbeitnehmer überdurchschnittlich lange seine Forderung nicht einrei-

che und sich dann auf den Zinsenlauf berufe (Urk. 69 Bl. 6). 

Dass der Kläger die Frist zur Geltendmachung seiner Ansprüche gewahrt 

hat und hierbei kein Rechtsmissbrauch vorliegt, wurde bereits dargelegt (vorste-

hend Erwäg. 5.f). Was an den vorinstanzlichen Erwägungen zum Beginn des Ver-

zugszinsenlaufs nicht korrekt sein sollte, legt die Klägerin nicht dar. Damit bleibt 

es bei den vorinstanzlichen Erwägungen. 

h) Hinsichtlich der Berufungsvorbringen der Klägerin (Urk. 69 Bl. 6-7) zum 

im vorinstanzlichen Verfahren geschlossenen, vom zuständigen Betreibungsamt 

aber nicht genehmigten Vergleich (Urk. 45) reicht der Hinweis, dass dieser Ver-

gleich eben mangels der erforderlichen Genehmigung nicht gültig zustande ge-

kommen ist, weshalb weder die Parteien noch das Gericht in irgendeiner Weise 

daran gebunden sind. Selbstredend hatte die Vorinstanz ohne diesen Vergleich 

die eingeklagte Forderung materiell zu prüfen (was sie denn auch getan hat). 

i) Nach dem Gesagten ist die Berufung der Beklagten abzuweisen und 

das angefochtene Urteil zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

6. a) Aufgrund des Streitwerts von Fr. 9'063.-- (oben Erw. 2.b) sind für 

das Berufungsverfahren keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 114 lit. c ZPO). 

b) Für das Berufungsverfahren hat die Beklagte zufolge des Unterliegens 

keinen Anspruch auf eine Entschädigung; dem Kläger erwuchs kein erheblicher 

Aufwand. Demgemäss sind für das Berufungsverfahren keine Parteientschädi-

gungen zuzusprechen (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts am Ar-

beitsgericht Meilen vom 30. Juni 2014 wird bestätigt. 

2. Das Berufungsverfahren ist kostenlos. 

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3. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage des Dop-

pels von Urk. 69, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine arbeits-
rechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 9'063.--. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 3. März 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil vom 3. März 2015
	Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 30. Juni 2014:
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Meilen vom 30. Juni 2014 wird bestätigt.
	2. Das Berufungsverfahren ist kostenlos.
	3. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage des Doppels von Urk. 69, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...