# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d76eef19-90f9-533a-a41a-92329abdc75d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240351-O1
**Docket/Reference:** SB240351-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240351-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240351-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Oberrichter lic. iur. Amsler 

und Oberrichter Dr. iur. Rauber sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Tresch 

Urteil vom 1. Juli 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigte und Berufungsklägerin

bis 9. Oktober 2024 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, 

ab 10. Oktober 2024 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____, 

Privatkläger

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

betreffend versuchte Gefährdung des Lebens etc.  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 

12. März 2024 (DG230041)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 29. September 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 94 S. 29 ff.)

1.

Die Beschuldigte hat sich wie folgt schuldig gemacht: 





versuchte Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB

versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit 
Art. 22 Abs. 1 StGB

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten .

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

2.

3.

4.

a) Die Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a StGB für 5 Jahre des 

Landes verwiesen.

b) Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-

mationssystem angeordnet.

5.

Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 14. Septem-

ber 2023 beschlagnahmte Feuerzeug (A017'098'703) wird nach Eintritt der 

Rechtskraft des Urteiles herausgegeben.

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils kein entsprechendes Be-

gehren gestellt, wird der Verzicht angenommen.

6.

Die Genugtuungsforderung des Privatklägers wird abgewiesen.

-   3   -

7.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen:

4'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung

1'140.–   Auslagen Vorverfahren (Einvernahme Gutachter)

9'000.–   amtl. Verteidigung (inkl. MwSt.)

8'000.–   unentgeltliche Rechtsvertretung (inkl. MwSt.)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.

8.

Die Kosten werden der Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind 

die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft, welche im Umfang von 1/10 definitiv und im Umfang 

von 9/10 einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von 

der Gerichtskasse übernommen werden. 

Berufungsanträge:

a)

Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 95 S. 24 f.)

"1. Es sei die Beschuldigte in Abänderung von Ziffer 1 des Urteils der Vor-

instanz vom 12.03.24 vom Vorwurf der versuchten Gefährdung des Le-

bens im Sinne von Art. 129 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB freizusprechen. Die Verurteilung wegen versuchter Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sei zu 

bestätigen.

 2.

Für die versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB sei die Beschuldigte in Abänderung von Ziffer 2 

des Urteils der Vorinstanz vom 12.03.24 mit einer angemessenen 

Geldstrafe zu einem angemessenen Tagessatz zu bestrafen.

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 3.

In Bestätigung der Vollzugsart gemäss Ziffer 3 des Urteils der Vor-

instanz vom 12.03.24 sei der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben un-

ter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

 4. Es seien die in Ziffer 4 des Urteils der Vorinstanz vom 12.03.24 ange-

ordnete Landesverweisung und deren Ausschreibung im SIS aufzuhe-

ben.

 5. Es seien die Ziffern 5 und 6 des Urteils der Vorinstanz zu bestätigen.

 6. Es seien in Abänderung von Ziffer 8 des Urteils der Vorinstanz die Un-

tersuchungs- und Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfahren zu 

maximal 1/5 der Beschuldigten aufzuerlegen und im übersteigenden 

Umfang auf die Staatskasse zu nehmen.

 7. Hinsichtlich der Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgelt-

liche Rechtsvertretung in beiden Verfahren sei gemäss obigen Ausfüh-

rungen im Plädoyer Ziffern 11.2, 11.4 und 11.5 zu verfahren

 8. Es seien die Kosten für das Berufungsverfahren auf die Staatskasse zu 

nehmen."

b)

Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:

(Urk. 65, schriftlich, sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Des unentgeltlichen Vertreters des Privatklägers:

(Urk. 98 S. 1 i.V.m. Prot. II S. 33)

"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und es sei das erstin-

stanzliche Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 12.3.2024 

(DG230041) ebenfalls vollumfänglich zu bestätigen.

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 2. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-

fungsklägerin.

 3. Die Kosten für die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklä-

gers gemäss eingereichter Honorarnote seien auf die Staatskasse zu 

nehmen."

__________________________________

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Am 13. März 2024 meldete die Beschuldigte A._____ fristgerecht Berufung 

gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abtei-

lung (nachfolgend: Vorinstanz), vom 12. März 2024 an (Urk. 48), welches den 

Parteien gleichentags mündlich sowie schriftlich im Dispositiv eröffnet worden war 

(vgl. Prot. I S. 28 ff.; Urk. 46). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 55 = 

Urk. 58 [hernach berichtigt durch Urk. 94; vgl. nachstehend E. I.4]) am 18. Juli 

2024 (Urk. 57) reichte die Beschuldigte dem Obergericht am 5. August 2024 frist-

gerecht ihre Berufungserklärung ein (Urk. 62).

2. Mit Präsidialverfügung vom 7. August 2024 wurde der Staatsanwaltschaft 

und dem Privatkläger in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie 

Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung der Beschuldigten zugestellt 

und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Zugleich wurde der Beschuldigten Frist ange-

setzt, um ihr Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung ergänzend zu be-

gründen (Urk. 63). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 13. Au-

gust 2024 (Poststempel) explizit auf Anschlussberufung und beantragte die Be-

stätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 65). Der Privatkläger liess sich nicht 

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vernehmen. Mit Präsidialverfügung vom 9. Oktober 2024 wurde die bisherige amt-

liche Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, entlassen und Rechtsanwalt 

lic. iur. X2._____ zum neuen amtlichen Verteidiger der Beschuldigten bestellt 

(Urk. 69). Auf Gesuch des Privatklägers wurde ihm mit Präsidialverfügung vom 

14. Oktober 2024 die unentgeltliche Rechtspflege auch für das Berufungsverfah-

ren gewährt (Urk. 73).

3.

Am 18. November 2024 wurden die Parteien auf den 1. Juli 2025 zur Beru-

fungsverhandlung vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft und dem Privatklä-

ger das Erscheinen freigestellt wurde (Urk. 76).

4. Mit Präsidialverfügung vom 26. Mai 2025 wurde die Vorinstanz aufgefordert, 

die Berichtigung der Gerichtsbesetzung ihrer begründeten Urteilsfassung vorzu-

nehmen und unverzüglich den Parteien sowie der hiesigen Kammer zukommen 

zu lassen (Urk. 80). Die mit Verfügung der Vorinstanz vom 28. Mai 2025 entspre-

chend berichtigte Urteilsfassung ging am 20. Juni 2025 bei der hiesigen Kammer 

ein (Urk. 94; ferner Urk. 92 f.).

5.

Am 28. Mai 2025 reichte die Verteidigung diverse Beweisanträge ein 

(Urk. 82). Mit Präsidialverfügung vom 3. Juni 2025 wurden die neu eingereichten 

Unterlagen (Urk. 83/1-3) zu den Akten genommen. Im Übrigen wurden die An-

träge der Verteidigung einstweilen abgewiesen (Urk. 84).

Am 12. Juni 2025 wurde vom Gericht sodann von Amtes wegen ein aktueller 

Strafregisterauszug über die Beschuldigte eingeholt (Urk. 86).

6.

Zur Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigte A._____ in Beglei-

tung ihres amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ sowie Rechtsan-

walt lic. iur. Y._____ für den Privatkläger B._____. Die Parteien stellten die ein-

gangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II S. 7 ff.; Urk. 95; Urk. 98; ferner Urk. 65). 

Es waren keine Vorfragen und keine Beweisanträge zu behandeln (Prot. II S. 9 

und S. 32). Das Verfahren ist spruchreif.

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II. Prozessuales

1.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-

fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BASLER KOMMENTAR, Schweizeri-

sche Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 1 f. zu Art. 402 StPO, m.w.H.). 

Mit der Berufungserklärung ist deshalb verbindlich anzugeben, auf welche Teile 

des angefochtenen Urteils sich die Berufung gegebenenfalls beschränkt (Art. 399 

Abs. 3 lit. a sowie Abs. 4 StPO). Während eine nachträgliche Einschränkung der 

Berufung auch noch anlässlich der Berufungsverhandlung erklärt werden kann, ist 

eine Ausdehnung der Berufungsanträge auf bisher nicht angefochtene Teile des 

Urteils nach Ablauf der gesetzlichen Frist gemäss Art. 399 Abs. 3 Satz 1 StPO 

nicht mehr zulässig (vgl. BASLER KOMMENTAR, a.a.O., N 3 + 6 zu Art. 399 StPO).

Gemäss Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO sind mit der Berufungserklärung zudem refor-

matorische Anträge in der Sache selbst zu stellen, d.h. vom Berufungskläger ist 

anzugeben, wie das Urteil nach seiner Ansicht richtigerweise lauten soll (BGE 

149 IV 284, E. 2.2; BGE 143 IV 408, E. 6.1; BGer. 7B_539/2023 vom 3. Novem-

ber 2023, E. 3.1.2). Die gestellten Rechtsbegehren sind dabei stets nach Treu 

und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen Begrün-

dung (BGE 147 V 369, E. 4.3.1; BGer. 6B_881/2021 vom 27. Juni 2022, E. 1.2; 

BGer. 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024, E. 2.2.1 f.).

1.2 Die Beschuldigte beschränkte ihre Berufung (sinngemäss) auf den Schuld-

spruch wegen versuchter Gefährdung des Lebens gemäss Dispositivziffern 1, ers-

tes Lemma, die Strafzumessung gemäss Dispositivziffern 2 und 3, die Anordnung 

der Landesverweisung gemäss Dispositivziffer 4 sowie die Kostenfolgen gemäss 

Dispositivziffer 8 des angefochtenen Urteils. Sie verlangt (sinngemäss) einen Frei-

spruch vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens, eine mildere Bestrafung sowie 

das Absehen von einer Landesverweisung, unter anteilmässigen Kostenfolgen zu 

Lasten ihrer selbst respektive der Gerichtskasse (Urk. 62 S. 1; Urk. 24 f.).

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1.3 Unangefochten blieben somit (sinngemäss) die Dispositivziffern 1, zweites 

Lemma (Schuldspruch versuchte Nötigung), 5 (Freigabe beschlagnahmtes Feuer-

zeug), 6 (Abweisung Genugtuungsforderung Privatkläger) sowie 7 (Kostenfestset-

zung), was vorweg mittels Beschluss festzustellen ist. In allen übrigen Punkten ist 

das angefochtene Urteil im Berufungsverfahren zu überprüfen.

1.4 Nachdem einzig die Beschuldigte gegen das vorinstanzliche Urteil Berufung 

erhoben hat, ist bei dessen Überprüfung das Verschlechterungsverbot gemäss 

Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten.

2.

Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tat-

sächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; viel-

mehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (vgl. statt vieler: BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit Hinweisen). Ferner 

kann das Gericht zur Begründung im Folgenden auf Erwägungen der Vorinstanz 

im angefochtenen Entscheid verweisen, soweit es diese als zutreffend erachtet 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. hierzu BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, 

E. 4.2, m.w.H., sowie Nydegger, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der 

Vorinstanz gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.). Dies, zumal das 

strafrechtliche Berufungsverfahren keine Wiederholung des erstinstanzlichen Er-

kenntnisverfahrens darstellt und das Berufungsgericht auch keine Erstinstanz ist; 

vielmehr knüpft das Berufungsverfahren an das erstinstanzliche Verfahren an und 

baut darauf auf (vgl. dazu BGer. 7B_15/2021 vom 19. September 2023, E. 4.2.2; 

BGer. 7B_11/2021 vom 15. August 2023, E. 5.2; BGer. 6B_931/2021 vom 15. Au-

gust 2022, E. 3.2; BGer. 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024, E. 2.2.1).

III. Schuldpunkt

1.

Soweit im Berufungsverfahren noch relevant, sprach die Vorinstanz die Be-

schuldigte der versuchten Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig (Urk. 94 S. 6 bis S. 12 sowie S. 14 

bis S. 18).

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2.

Die (neue) Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst 

dagegen vor, der anklagegemässe Sachverhalt betreffend Gefährdung des Le-

bens lasse sich, soweit er von der Beschuldigten nicht anerkannt werde, nicht er-

stellen. Den unglaubhaften Aussagen des zudem in seiner Glaubwürdigkeit einge-

schränkten Privatklägers stünden dabei insbesondere die glaubhaften Aussagen 

der Beschuldigten persönlich, das von der Beschuldigten im Berufungsverfahren 

zu den Akten gereichte Video und die Zeugenaussage des Schusswaffenexperten 

entgegen. Da bei objektiver Betrachtung erhebliche, nicht zu unterdrückende 

Zweifel bestehen blieben, sei die Beschuldigte hinsichtlich des Vorwurfs der Ge-

fährdung des Lebens nach dem Grundsatz von "in dubio pro reo" vollumfänglich 

freizusprechen (Prot. II S. 33 ff. i.V.m. Urk. 95).

3.1 Zu den Grundlagen der Sachverhaltserstellung, der Zusammenfassung des 

Anklagesachverhalts sowie den massgeblichen Beweismitteln kann vorab auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 94 S. 4 bis 6). 

Zu ergänzen ist, dass vorliegend auch die Glaubwürdigkeit des Privatklägers ein-

geschränkt erscheint, handelte es sich doch bei seiner Strafanzeige gegen die 

Beschuldigte offenbar um den Versuch eines "Entlastungsbeweises" gegenüber 

einer Anzeige der Beschuldigten gegen ihn wegen häuslicher Gewalt (vgl. 

Urk. D1/4/2 S. 5 f.). Der Privatkläger erstattete seine Anzeige denn auch erst 

mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Vorfall (Urk. D1/2/1). Zudem verband er da-

mit (zumindest noch vor erster Instanz) finanzielle Ansprüche gegen die Privatklä-

gerin (vgl. Urk. 41 S. 1). Sodann sind verschiedentliche Streitereien, teils auch 

rechtlicher Natur, zwischen dem Privatkläger und der Beschuldigten aktenkundig, 

namentlich hinsichtlich der Vorwürfe betreffend Fremdgehen als auch einer Land-

schenkung im Kosovo (u.a. Prot. II S. 19 und S. 24; Urk. 96/1). Massgeblich ist je-

doch auch beim Privatkläger primär die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.

3.2 Der (nicht leicht verständlich formulierte) Anklagevorwurf der untauglich ver-

suchten Gefährdung des Lebens geht sinngemäss dahin, dass die Beschuldigte 

über einen Zeitraum von rund einer Minute aus einer Distanz zwischen ca. 30 cm 

und 2 Metern eine vermeintlich "echte" Pistole auf den Privatkläger gerichtet 

habe, die nach ihrer Vorstellung mit scharfer Munition geladen und entsichert, mit-

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hin schussbereit gewesen sei, wobei sie auch den Finger am Abzug gehabt habe, 

wodurch sie den Privatkläger (nach ihrer irrigen Vorstellung) in unmittelbare Le-

bensgefahr gebracht habe, was tatsächlich jedoch nicht der Fall gewesen sei, da 

es sich lediglich um eine Schreckschusswaffe gehandelt habe.

3.3 Zunächst kann (mit der Vorinstanz) gestützt auf die einleuchtenden Aussa-

gen des von der Staatsanwaltschaft als fachkundigen Zeugen einvernommenen 

Schusswaffenexperten C._____ vom Forensischen Institut Zürich als erstellt gel-

ten, dass eine Schreckschusspistole wie die vorliegend von der Beschuldigten 

verwendete "Walther P88-Compact" nur im sog. absoluten Nahschussbereich 

(namentlich beim "Aufsetzen" der Pistole an einem empfindlichen Körperteil wie 

z.B. am Kopf) überhaupt geeignet ist, lebensgefährliche Verletzungen zu verursa-

chen (vgl. Urk. D1/5/1 S. 8 ff. und S. 11). Nachdem die Waffe (gemäss Anklage-

sachverhalt) durchgehend in einem Abstand von ca. 30 cm bis 2 Metern auf den 

Privatkläger gerichtet wurde, kann eine unmittelbare Lebensgefahr bei diesem 

folglich ausgeschlossen werden. Hinzu kommt nun aber noch, dass die von der 

Beschuldigten verwendete Pistole gemäss der Beurteilung des Schusswaffenex-

perten auch durchgehend gesichert war, da der Sicherungshebel an der Pistole 

(wie auf dem Video klar ersichtlich) nach "unten" zeigte (vgl. Urk. D1/5/1 S. 12 f. 

und S. 19; Urk. D1/2/2 bei 00:06, 00:44 bis 01:05, 01:37 bis 01:39). Die wieder-

holte Aussage des Privatklägers auf der Videoaufzeichnung des Vorfalls ("isch 

nöd gsicheret", Urk. D1/2/2 bei 00:50 bis 00:55) erweist sich damit nachweislich 

als falsch. Eine (versehentliche) Schussabgabe wäre somit selbst dann nicht 

ohne Weiteres möglich gewesen, wenn es sich um eine echte, geladene Pistole 

gehandelt hätte. Falsch ist demnach auch die Behauptung der Anklage, die Be-

schuldigte habe "mehrfach den Abzug betätigt" (Anklage S. 4). Weder ist dies auf 

dem Video ersichtlich noch bei einer gesicherten Waffe technisch überhaupt mög-

lich. Auch unter diesem Aspekt kann eine unmittelbare Lebensgefahr beim Privat-

kläger ausgeschlossen werden. Schliesslich ist aber auch unklar, ob die von der 

Beschuldigten verwendete Pistole überhaupt (mit Schreckschussmunition) gela-

den war. Der Schusswaffenexperte konnte dies weder mit Sicherheit bejahen 

noch ausschliessen (Urk. D1/5/1 S. 14 f. und S. 17). Die Beschuldigte bestritt dies 

durchgehend (Urk. D1/3/1 S. 7 f.; Urk. D1/3/2 S. 7, 10, 14; Prot. I S. 10 ff., S. 16). 

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Der Privatkläger konnte dazu nur sagen, dass er aufgrund der Ladebewegung 

und der Aussage der Beschuldigten ("Ja, jetz isch Chugle drin.", vgl. Urk. D1/2/2 

bei 01:38) damit gerechnet habe, dass die Pistole geladen sein könnte, sich des-

sen jedoch "nicht sicher" bzw. allenfalls "ziemlich sicher" gewesen zu sein 

(Urk. D1/4/1 S. 3, 7, 10; Urk. D1/4/2 S. 7 und S. 13 f.). Ausschliessen konnte der 

Schusswaffenexperte jedenfalls, dass in eine Schreckschusspistole scharfe Muni-

tion geladen werden kann (Urk. D1/5/1 S. 19 f.). Entgegen dem Vorbringen der 

Privatklägerseite (vgl. Urk. 98 S. 1 f. i.V.m. Prot. II S. 33 f.) besteht dabei vorlie-

gend kein Anlass, an der abgegebenen Expertise des Schusswaffenexperten zu 

zweifeln. In Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" kann somit nicht da-

von ausgegangen werden, dass die von der Beschuldigten verwendete Schreck-

schusspistole geladen war.

3.4 Den Tatbestand der Gefährdung des Lebens erfüllt, wer einen Menschen in 

skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt (Art. 129 StGB). In objek-

tiver Hinsicht ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforderlich. Eine sol-

che liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todes-

folge ergibt (BGE 133 IV 1, E. 5.1). Im Zusammenhang mit Schusswaffen bejaht 

die Rechtsprechung eine unmittelbare Lebensgefahr etwa bei der Bedrohung ei-

nes Menschen mit einer geladenen und entsicherten Pistole aus kürzester Di-

stanz. Richtet der Täter eine schussbereite Waffe auf einen Menschen, kann sich 

auch ohne weitere zielgerichtete Handlungen desselben – etwa zufolge Aufre-

gung, unvorhergesehener Reaktion des Opfers, Intervention Dritter oder Defekts 

der Waffe – jederzeit ungewollt ein Schuss lösen. Es hängt demnach nur vom Zu-

fall ab, ob das Opfer durch einen Schuss getötet werden kann, sodass eine unmit-

telbare Lebensgefahr für den Bedrohten beim Einsatz von schussbereiten Waffen 

stets gegeben ist (vgl. BGer. 6B_637/2023 vom 18. Oktober 2023, E. 1.1.2).

3.5 Wie vorstehend aufgezeigt bestand für den Privatkläger anlässlich des ein-

geklagten Vorfalls unter keinem Titel (nachweislich) eine unmittelbare Lebensge-

fahr, nachdem die Beschuldigte lediglich eine Schreckschusspistole (mit einem 

gewissen Abstand) auf den Privatkläger richtete, die zudem durchgehend gesi-

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chert und auch nicht geladen war. Der objektive Tatbestand von Art. 129 StGB ist 

damit nicht erfüllt. Zu prüfen bleibt, ob der Beschuldigten allenfalls eine (untaug-

lich) versuchte Tatbegehung vorgeworfen werden kann.

4.1 Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestands-

merkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle 

objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (Art. 22 Abs. 1 StGB; BGE 140 

IV 150, E. 3.4; BGE 137 IV 113, E. 1.4.2; je mit Hinweisen).

In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand der Gefährdung des Lebens im 

Sinne von Art. 129 StGB direkten Vorsatz. Eventualvorsatz genügt nicht 

(BGE 133 IV 1, E. 5.1). Bei sicherem Wissen um den Eintritt einer tödlichen Ver-

letzung liegt Tötungsvorsatz vor, sodass die Art. 111 ff. StGB greifen. Eine Verur-

teilung wegen Art. 129 StGB kommt nur in Betracht, wenn der Täter trotz der er-

kannten Lebensgefahr handelt, aber darauf vertraut, die Gefahr (der Todeseintritt) 

werde sich (im Gegensatz zu jener der Lebensgefahr) nicht realisieren (BGE 136 

IV 76, E. 2.4). Weiter erfordert der Tatbestand skrupelloses Handeln. Skrupellos 

ist ein in schwerem Grad vorwerfbares, ein rücksichtsloses oder hemmungsloses 

Verhalten (BGE 133 IV 1, E. 5.1). Je grösser die vom Täter geschaffene Gefahr 

ist und je weniger seine Beweggründe zu billigen sind, desto eher ist die Skrupel-

losigkeit zu bejahen. Diese liegt stets vor, wenn die Lebensgefahr aus nichtigem 

Grund geschaffen wird oder deutlich unverhältnismässig erscheint, sodass sie 

von einer tiefen Geringschätzung des Lebens zeugt (vgl. zum Ganzen: 

BGer. 6B_665/2022 vom 14. September 2022, E. 7.3, mit Hinweisen, sowie 

BGer. 6B_637/2023 vom 18. Oktober 2023, E. 1.1.2).

4.2 Der untaugliche Versuch ist eine Form des Versuchs. Ein solcher liegt vor, 

wenn die Tat entgegen der Vorstellung des Täters überhaupt nicht zur Vollendung 

der Tat führen kann. Der Sache nach handelt es sich beim untauglichen Versuch 

um einen Sachverhaltsirrtum zuungunsten des Täters. Nach seiner Vorstellung 

erfüllt er einen Tatbestand, in Wirklichkeit ist sein Verhalten aber harmlos 

(BGE 124 IV 97 E. 2a; vgl. auch BGE 126 IV 53 E. 2b). Im alten Recht wurde der 

untaugliche Versuch in aArt. 23 StGB geregelt. Das geltende Recht subsumiert 

ihn unter die allgemeine Bestimmung von Art. 22 Abs. 1 StGB und erklärt ihn da-

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mit – wie den Versuch überhaupt – prinzipiell für strafbar. Damit kommt es im 

Grunde weder auf die Art noch den Grad der objektiven Untauglichkeit des Ver-

suchs an. Entscheidend für die Strafbarkeit ist nur, dass der Täter in der An-

nahme handelt, den vorgestellten Sachverhalt verwirklichen zu können, auch 

wenn dies objektiv gar nicht möglich ist. Nur für den Fall, dass der Täter grob un-

verständig handelt, sein Versuch mithin besonders dumm oder geradezu lächer-

lich ist, statuiert das Gesetz in Art. 22 Abs. 2 StGB Straflosigkeit. Gemäss 

BGE 140 IV 150 stellt jedoch nicht jedes Verhalten, das die Elemente des untaug-

lichen Versuchs an sich erfüllt und damit nach Art. 22 Abs. 1 StGB grundsätzlich 

strafbar ist, auch ein strafwürdiges und strafbedürftiges Unrecht dar. Die straf-

rechtliche Erfassung und Pönalisierung solchen Verhaltens macht keinen Sinn. 

Sie lässt sich auch nur schwer mit den Grundlagen des geltenden Tatstrafrechts 

vereinbaren. Es besteht deshalb das Bedürfnis nach einer tatbestandlichen Straf-

barkeitseinschränkung des untauglichen Versuchs. Strafbar sollen untaugliche 

Verhaltensweisen daher grundsätzlich nur sein, wenn und soweit sie sich als 

ernstlicher Angriff auf die rechtlich geschützte Ordnung darstellen. Erforderlich ist 

damit – neben dem Deliktsverwirklichungswillen – eine minimale objektive Gefähr-

lichkeit des Täterverhaltens. Mangelt es einem Täterverhalten bei Kenntnis aller 

nachträglich bekannten Umstände im Zeitpunkt der Tat objektiv an einem ernst-

haften Stör- und Gefährdungspotenzial und somit an einer objektiv minimalen Ge-

fährlichkeit, lässt sich weder ein Strafbedürfnis bejahen noch eine Strafsanktion 

rechtfertigen. In einem solchen Fall muss der Täter, auch wenn er nicht aus gro-

bem Unverstand gehandelt hat, in analoger Anwendung von Art. 22 Abs. 2 StGB 

straflos bleiben. Dies mit der Begründung, dass ein objektiv ungefährlicher un-

tauglicher Versuch – ebenso wie ein grob unverständiger Versuch – die Rechts-

ordnung nicht zu gefährden vermag (vgl. zum Ganzen: BGE 140 IV 150, E. 3.5 f., 

m.w.H.).

4.3 Aus dem soeben Ausgeführten ergibt sich zunächst, dass für die Annahme 

eines strafbaren Versuchs der Gefährdung des Lebens alle subjektiven Tatbe-

standsmerkmale vorliegen müssten, mithin direkter Vorsatz und Skrupellosigkeit. 

Der erforderliche direkte Vorsatz hinsichtlich eines "echten" (tauglichen) Versuchs 

ist hier jedoch entgegen der Vorinstanz nur schon deshalb nicht zu begründen, da 

-   14   -

in Tat und Wahrheit gar kein Risiko einer unmittelbaren Lebensgefahr bestand. 

Die Vorinstanz erwog denn auch lediglich, die Beschuldigte habe im Tatzeitpunkt 

nicht mit Sicherheit davon ausgehen können, dass sie eine Schreckschusswaffe 

verwende (Urk. 94 S. 12). Damit lässt sich indessen kein direkter Vorsatz begrün-

den, sondern allenfalls Eventualvorsatz, welcher hier jedoch – wie gezeigt – nicht 

ausreicht. Ebenso wenig kann – entgegen der Vorinstanz – aus dem Umstand, 

dass kein (unverständiger) untauglicher Versuch gemäss Art. 22 Abs. 2 StGB vor-

liegt, der Umkehrschluss gezogen werden, es liege ein (strafbarer) untauglicher 

Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB vor (vgl. Urk. 94 S. 17). Dafür wäre vielmehr 

der Nachweis erforderlich, dass die Beschuldigte im Tatzeitpunkt davon ausging, 

mit einer echten, geladenen und entsicherten, mithin schussbereiten Pistole zu 

hantieren. Entsprechend behauptet die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift, 

die Beschuldigte sei irrtümlich davon ausgegangen, die echte Pistole "Walther 

Q5" des Privatklägers behändigt und geladen zu haben, diese mithin schussbereit 

auf den Privatkläger gerichtet und diesen damit vermeintlich in unmittelbare Le-

bensgefahr gebracht zu haben (Anklage S. 5 unten). Hierzu finden sich im vor-

instanzlichen Urteil jedoch keine konkreten Erwägungen und es ist denn auch 

nicht ersichtlich, worauf die Staatsanwaltschaft diese Behauptung stützt. Wie be-

reits ausgeführt ergibt sich aus dem Umstand, dass die Beschuldigte dies nicht 

ausschliessen konnte, noch nicht, dass sie subjektiv auch davon ausging. 

Im Gegenteil ergeben sich aus der von der Beschuldigten neu eingereichten 

Videoaufnahme des "ersten Teils" der Auseinandersetzung (Urk. 83/1) klare Hin-

weise darauf, dass zumindest der Privatkläger anlässlich des Vorfalls erkannte, 

dass es sich bei der von der Beschuldigten verwendeten Waffe lediglich um eine 

Schreckschusspistole handelte. Als die Beschuldigte erstmals mit der Pistole auf 

ihn zukommt, versucht der Privatkläger wiederholt, diese mit der Hand zur Seite 

wegzudrücken und sagt dabei: "Hey, de isch glade… zwei Meter, dörfsch nöd... 

ein Meter… ich ha no anderi…" (vgl. Urk. 83/1 ca. ab 00:33). Die Angaben "zwei 

Meter" bzw. "ein Meter" beziehen sich dabei offenkundig auf den Sicherheitsab-

stand beim Verwenden einer Schreckschusspistole (vgl. Urk. 5/1 S. 8 f.), macht 

eine etwas grössere Distanz beim Einsatz einer echten Pistole doch keinen we-

sentlichen Unterschied. Auch die Aussage des Privatklägers: "Ich ha no anderi…" 

-   15   -

lässt sich aufgrund der gesamten Umstände so interpretieren, dass er noch an-

dere (als nur Schreckschusspistolen), mithin echte Waffen besitze. Die Beschul-

digte scheint bei all dem zu wissen, wovon der Privatkläger spricht; jedenfalls ver-

anlassen sie die Bemerkungen des Privatklägers nicht zu Rückfragen, sondern 

sie sagt dazu lediglich: "Isch mir scheissegal." Auch daraus, dass sich die Be-

schuldigte angeblich nicht mit Waffen auskennt (was angesichts ihrer Handha-

bung der Pistole im Video übrigens zweifelhaft erscheint), lässt sich entgegen der 

Vorinstanz jedenfalls nicht ohne Weiteres schliessen, dass die Beschuldigte sub-

jektiv davon ausging, eine schussbereite Waffe auf den Privatkläger zu richten, 

zumal diese im Tatzeitpunkt – wie gezeigt – gesichert und auch nicht (nachweis-

lich) geladen war. 

Ebenso wenig lässt sich der erforderliche direkte Vorsatz aus dem (gemäss Vorin-

stanz) "widersprüchlichen Aussageverhalten" der Beschuldigten herleiten. Die Be-

schuldigte belastete sich mit ihren Aussagen einzig insofern, als sie anlässlich der 

ersten polizeilichen Einvernahme, an der sie rund drei Jahre nach dem Vorfall 

erstmals überraschend mit der Anzeige des Privatklägers konfrontiert wurde, an-

gab, der Beschuldigte habe nur echte Schusswaffen zu Hause aufbewahrt 

(vgl. Urk. D1/3/1 S. 4 unten). Diese Aussage korrigierte sie jedoch in allen nach-

folgenden Einvernahmen und gab an, bewusst eine Schreckschusspistole ver-

wendet zu haben. Anlässlich der Berufungsverhandlung bekräftigte die Beschul-

digte sodann wiederholt, es sei nicht ihre Absicht gewesen, jemanden zu verlet-

zen und sie sei sich auch sicher gewesen, dass dies nicht der Fall sein werde. Sie 

kenne den Unterschied zwischen den echten und den unechten Waffen des Be-

schuldigten und habe gewusst, dass es sich bei der nämlichen Waffe nicht um 

eine der echten Waffen gehandelt habe. Zudem sei das Magazin schwarz und 

leer gewesen (Prot. II S. 19 ff., insb. S. 19 bis S. 21 und S. 29 ff.). Auch wenn 

man davon ausgeht, dass es sich dabei um eine nachgeschobene Schutzbehaup-

tung der Beschuldigten handelt, lässt sich aus der singulären (nachträglich wider-

rufenen) vermeintlichen Zugabe der Beschuldigten anlässlich der ersten polizeili-

chen Einvernahme nicht mit hinreichender Sicherheit schliessen, dass sie im Tat-

zeitpunkt bewusst eine echte Schusswaffe verwenden wollte, zumal jedenfalls 

nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen ist, dass sie sich im ersten Moment 

-   16   -

nicht mehr genau an den bereits drei Jahre zurückliegenden Vorfall zu erinnern 

vermochte. Dass der Privatkläger nur echte Schusswaffen zu Hause aufbewahrte, 

entspricht denn auch nachweislich nicht den Tatsachen. Selbst der Privatkläger 

gab sodann zu Protokoll, er gehe davon aus, dass die Beschuldigte die "echten" 

und "unechten" Waffen voneinander habe unterscheiden können (Urk. D1/4/2 

S. 12). Auch wenn man aber annehmen wollte, die Beschuldigte habe eigentlich 

eine "echte" Waffe behändigen wollen, ergibt sich daraus noch nicht, dass die Be-

schuldigte diese Waffe auch schussbereit (geladen und entsichert) gegen den Be-

schuldigten richten wollte, was sie tatsächlich denn auch nicht tat. Zusammenfas-

send lässt sich der Beschuldigten somit auch bezüglich eines (strafbaren) untaug-

lichen Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB kein direkter Vorsatz nachwei-

sen.

4.4 Auch wenn man aber von einem direkten Vorsatz der Beschuldigten ausge-

hen wollte, fehlte es vorliegend auch an der zur Erfüllung des subjektiven Tatbe-

standes zusätzlich erforderlichen Skrupellosigkeit:

Betrachtet man bereits die vom Privatkläger erstellte Videoaufzeichnung des Vor-

falls (Urk. D1/2/2) erhält man nämlich unweigerlich den Eindruck eines ausgearte-

ten, kindischen Beziehungsstreits bzw. einer geradezu idiotischen Spielerei. Die-

ser Eindruck wird nun aber durch die von der Beschuldigten neu eingereichten Vi-

deoaufnahme des Beginns der Auseinandersetzung (Urk. 83/1) noch verstärkt. 

Daraus wird ersichtlich, dass der wirkliche Grund für den Streit darin lag, dass der 

Privatkläger die Beschuldigte verspottete, weil ihr bereits zum zweiten Mal der 

Fahrausweis entzogen worden war – und nicht etwa das vom Privatkläger als 

Streitgrund vorgebrachte Fremdgehen. Der Privatkläger filmt dabei den Um-

schlag, in dem die Beschuldigte ihren Fahrausweis dem Strassenverkehrsamt 

einschicken musste, sowie die Reaktion der Beschuldigten, die im Wohnzimmer 

auf dem Sofa sitzt. Diese lacht zunächst und beginnt dann, Sofakissen nach dem 

Privatkläger zu werfen. Als der Privatkläger nicht aufhört, springt sie vom Sofa auf 

und behändigt ab einem anderen Sofa im Wohnzimmer die offen herumliegende 

Schreckschusspistole und richtet diese gegen den Privatkläger mit den Worten: 

"La mi in Ruhä." Dabei lachen sowohl der Privatkläger als auch die Beschuldigte. 

-   17   -

Von einer "tiefen Geringschätzung menschlichen Lebens" durch die Beschuldigte 

ist jedenfalls nichts zu spüren. Die Beschuldigte versucht dann, dem Privatkläger 

sein Handy wegzunehmen und fordert diesen auf, den Film von ihr zu löschen, 

wobei zwischen den Beiden zeitweise augenscheinlich eine Rangelei stattfindet. 

Auch im weiteren Verlauf des Vorfalls lacht der Privatkläger jedoch die ganze Zeit, 

während er die Beschuldigte weiterhin filmt. Er scheint die Drohung der Beschul-

digten mit der Pistole kaum ernst zu nehmen. Anzeichen von Angst sind beim Pri-

vatkläger keine ersichtlich, obschon solche zumindest im Ansatz zu erwarten ge-

wesen wären, wenn er selber tatsächlich von einer Gefahr für Leib und Leben 

ausgegangen wäre. Auch stachelt er die Beschuldigte wiederholt an, sie solle 

doch schiessen ("Mach!", "Schüss!"). Auch die Beschuldigte schmunzelt und ki-

chert wiederholt und sagt immer wieder: "Lösche, du musch lösche", was skurril 

und (unfreiwillig) komisch wirkt. Schliesslich verlässt der Privatkläger lachend die 

Wohnung mit den Worten: "Ich lösch gar nüt, tschau!". Die Videoaufnahmen erge-

ben somit insgesamt das Bild einer kindischen Streiterei, wobei die gesamte Si-

tuation als seltsam und die Verwendung der Schreckschusspistole durch die Be-

schuldigte durchaus als leichtsinnig und fahrlässig bezeichnet werden kann, nicht 

aber als skrupellos, zumal der Privatkläger die Beschuldigte gezielt provozierte 

und gegen ihren Willen filmte, was die Reaktion der Beschuldigten auch (teil-

weise) nachvollziehbar macht. Die von der Verteidigung aufgeworfene Frage, ob 

die Anklageschrift die nötige Skrupellosigkeit genügend umschreibt, mithin ob 

eine Verletzung des Anklageprinzips vorliegen könnte (Urk. 95 S. 18), kann damit 

letztlich offenbleiben. 

5.

Aus all diesen Gründen ist die Beschuldigte vom Vorwurf der (untauglich) 

versuchten Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen.

IV. Strafzumessung / Vollzug

1.

Einleitend kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu den all-

gemeinen Grundsätzen der Strafzumessung verwiesen werden (Urk. 94 S. 18 f.). 

Die Beschuldigte ist lediglich noch wegen versuchter Nötigung zu bestrafen. Der 

-   18   -

diesbezügliche Strafrahmen beträgt Freiheitsstrafe von drei Tagen bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe von drei bis zu 180 Tagessätzen (Art. 181 StGB; Art. 34 

Abs. 1 StGB; Art. 40 Abs. 1 StGB).

2.1 In objektiver Hinsicht fällt ins Gewicht, dass die Beschuldigte den Privatklä-

ger mit einer Schreckschusspistole bedrohte, um diesen dazu zu bewegen, die 

gegen ihren Willen erstellte Videoaufnahme zu löschen. Während das Anliegen 

der Beschuldigten grundsätzlich schützenswert war, bediente sie sich zu dessen 

Durchsetzung eines eindeutig rechtswidrigen Mittels (Drohung mit einer Schuss-

waffe). Insgesamt ist das objektive Verschulden als eher leicht einzustufen.

2.2 Subjektiv handelte die Beschuldigte mit direktem Vorsatz, jedoch nachdem 

sie vom Privatkläger provoziert und ohne ihr Einverständnis gefilmt worden war. 

Die Handlungen der Beschuldigten erscheinen somit zumindest teilweise als 

nachvollziehbar, was das objektive Verschulden relativiert. Insgesamt ist deshalb 

von einem leichten Verschulden auszugehen.

2.3 Ausgehend vom vollendeten Delikt und gestützt auf ein leichtes Verschulden 

ist die Einsatzstrafe auf 120 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen. Für die Ausfäl-

lung einer Freiheitsstrafe besteht vorliegend kein Anlass, zumal die Beschuldigte 

nicht vorbestraft ist und in geordneten Verhältnissen lebt.

2.4 Da es bei einem Versuch blieb, ist die Einsatzstrafe gestützt auf Art. 22 

Abs. 1 StGB zu mindern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Taterfolg noch re-

lativ weit entfernt war, weil sich der Privatkläger von der Drohung der Beschuldig-

ten nicht im Geringsten beeindrucken liess, was indessen nicht den anhaltenden 

Bemühungen der Beschuldigten zu verdanken war. Insgesamt rechtfertigt sich 

eine Reduktion der Einsatzstrafe auf 90 Tagessätze Geldstrafe.

3.1 Bezüglich der persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten kann vorab auf 

die zutreffende Darstellung der Vorinstanz (Urk. 94 S. 23) verwiesen werden.

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich sodann, dass die Privatklägerin 

als stellvertretende Geschäftsführerin bei D._____ aktuell monatlich Fr. 5'000.– 

netto verdient, zuzüglich 13. Monatslohn. Je nach Gang des Geschäftsjahrs erhält 

-   19   -

sie jeweils im November zusätzlich noch einen Bonus, welcher sich im Jahre 

2024 auf Fr. 6'000.– belief. Über anderweitige Einnahmequellen verfügt sie nicht; 

ihre Eigentumswohnung im Kosovo generiert keine Mieteinnahmen. Die Beschul-

digte ist mittlerweile vom Privatkläger geschieden, lebt in einer neuen Partner-

schaft und beabsichtigt, mit ihrem neuen Partner zusammenzuziehen. Ihre monat-

liche Wohnungsmiete beträgt Fr. 2'200.–, die monatlichen Krankenkassenkosten 

ca. Fr. 400.–. Ihre beiden in der Schweiz und im Kosovo aufgenommenen Kredite 

belaufen sich aktuell gesamthaft noch auf Fr. 47'000.–, wobei sie diese in monatli-

chen Raten von total Fr. 1'500.– abbezahlt. Die Kreditschulden sind vorliegend in-

des nicht weiter zu berücksichtigen, zumal der eine Kredit im Kosovo für den dor-

tigen Wohnungskauf aufgenommen worden war und hinsichtlich des Kredits in 

der Schweiz letztlich unklar geblieben ist, wofür dieser aufgenommen worden ist 

(Prot. II S. 10 ff.).

Die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten wirken sich insgesamt strafzu-

messungsneutral aus.

3.2 Die Beschuldigte weist gemäss aktuellem Strafregisterauszug keine Vorstra-

fen auf (vgl. Urk. 86). Auch dieser Umstand wirkt sich nicht auf die Strafzumes-

sung aus.

3.3 Hinsichtlich des Nachtatverhaltens der Beschuldigten ist zu beachten, dass 

sie den Vorwurf der versuchten Nötigung bereits im Rahmen der Untersuchung, 

wenn auch nicht von Beginn weg, anerkannte (vgl. Urk. 94 S. 13), wobei die Be-

weislage angesichts der Videoaufnahme des Vorfalls erdrückend war. Das Ge-

ständnis der Beschuldigten und die von ihr bekundete Reue sind dennoch leicht 

strafmindernd zu berücksichtigen.

3.4 Die Berücksichtigung der Täterkomponente führt vorliegend insgesamt zu ei-

ner Strafminderung auf 70 Tagessätze Geldstrafe.

4. Gestützt auf die aktuellen finanziellen Verhältnisse der Beschuldigten (vgl. 

E. IV.3.1 vorstehend) ist die Tagessatzhöhe auf Fr. 130.– festzusetzen.

-   20   -

5.

Die Beschuldigte ist somit mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 130.– zu bestrafen.

6.

Der Vollzug der Geldstrafe ist unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz (Urk. 94 S. 24) gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB bedingt aufzu-

schieben. Die Probezeit ist auf zwei Jahre festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens sind, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen Ver-

tretung der Privatklägerschaft, ausgangsgemäss zu 1/4 der Beschuldigten aufzu-

erlegen und zu 3/4 auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO).

2.

Die Kosten der amtlichen Verteidigungen sowie der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft sind zu 1/4 einstweilen und zu 3/4 definitiv auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt im Umfang von 1/4 vorbehalten.

3.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden nach Obsiegen und Unterlie-

gen der Parteien verteilt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem die Beschuldigte mit ih-

rer Berufung vollumfänglich obsiegt, sind die Kosten des Berufungsverfahrens, 

einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft, auf die Gerichtskasse zu nehmen.

4.

Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ als vormalige amtliche Verteidigerin macht 

für das Berufungsverfahren insgesamt einen Aufwand von Fr. 780.50 (inkl. 8,1 % 

MwSt.) geltend (Urk. 75), Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ als (derzeitiger) amtli-

cher Verteidiger Fr. 11'101.35 (Urk. 97) und Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als un-

entgeltlicher Rechtsvertreter Fr. 1'783.65 (Urk. 99). Die jeweils geforderten Hono-

rare stehen im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung und 

erweisen sich grundsätzlich als angemessen. Den Rechtsanwälten lic. iur. 

X2._____ und lic. iur. Y._____ sind sodann für die Berufungsverhandlung gesamt-

haft fünf Stunden (Verhandlung inkl. mündlicher Urteilseröffnung, Hin- und Rück-

-   21   -

weg sowie Nachbesprechung) zu vergüten. Während Rechtsanwalt lic. iur. 

X2._____ Honorar entsprechend zu erhöhen ist, sind Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____ in Anbetracht der von ihm in seiner Honorarnote bereits eingerechneten 

einstündigen Nachbesprechung zusätzlich vier Stunden zu vergüten. Mithin ist 

Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ gesamthaft mit Fr. 12'300.– und Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____ total mit Fr. 2'735.– (je inkl. 8,1 % MwSt.) aus der Gerichtskasse 

zu entschädigen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abtei-

lung, vom 12. März 2024 bezüglich der Dispositivziffern 1, zweites Lemma 

(Schuldspruch versuchte Nötigung), 5 (Freigabe beschlagnahmtes Feuer-

zeug), 6 (Abweisung Genugtuungsforderung Privatkläger) sowie 7 (Kosten-

festsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der versuchten Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

freigesprochen.

2.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 130.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerschaft, werden zu 1/4 der Beschuldigten 

auferlegt und zu 3/4 auf die Gerichtskasse genommen.

-   22   -

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft werden zu 1/4 einstweilen und zu 3/4 definitiv auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt im Umfang von 1/4 vorbehalten.

5.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kos-

ten betragen:

Fr.

Fr.

Fr.

780.50   vormalige amtliche Verteidigung RAin X1._____

12'300.00   amtliche Verteidigung RA X2._____ (inkl. 8,1 % MwSt.)

2'735.00   unentgeltl. Vertr. RA Y._____ (inkl. 8,1 % MwSt.).

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis

den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und 
zuhanden des Privatklägers (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis

den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und 
zuhanden des Privatklägers

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD-DP, mit separatem Schreiben
(§ 54 a Abs. 1 PolG)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

-   23   -



die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils.

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 1. Juli 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Wenker

MLaw Tresch

-   24   -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.