# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2d94633-27a5-5a32-8d16-6cadd32d9dc6
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Steuergerichtshof 20.06.2023 604 2023 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_010_604-2023-45_2023-06-20.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

604 2023 45
604 2023 46
604 2023 47

Urteil vom 20. Juni 2023

Steuergerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Sugnaux 
Richterinnen: Dina Beti, Daniela Kiener 
Gerichtsschreiberin: Melany Madrid

Parteien A.________, Beschwerdeführer,

gegen

KANTONALE STEUERVERWALTUNG, Vorinstanz

Gegenstand  Einkommens- und Vermögenssteuer der natürlichen Personen – Eigenmiet-
wertbesteuerung; direkte Bundessteuer und Kantonssteuer 2021

Beschwerde vom 27. April 2023 gegen den Einspracheentscheid vom 
27. März 2023 (604 2023 45 und 46) 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (604 2023 47)

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In Anbetracht dessen,

dass A.________ (nachfolgend: Steuerpflichtiger oder Beschwerdeführer) und seine Ehefrau am 
31. März 2022 bzw. 3. April 2022 die Steuererklärung betreffend das Steuerjahr 2021 eingereicht 
haben;

dass das Ehepaar am 19. Januar 2023 ordentlich veranlagt wurde, wobei die Steuerverwaltung des 
Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung oder Vorinstanz) das steuerbare Einkommen auf 
CHF 38'733.- (direkte Bundessteuer; geschuldete Steuer: CHF 104.-) bzw. CHF 28'518.- (Kantons-
steuer; geschuldete Steuer: CHF 961.90) und das steuerbare Vermögen auf CHF 0.- festgesetzt 
hat;

dass der Steuerpflichtige mit Eingabe vom 26. Januar 2023 erklärte, mit der Veranlagungsanzeige 
nicht einverstanden zu sein, wobei er sich im Wesentlichen gegen die Berücksichtigung des Eigen-
mietwertes wehrte und auf seine finanziellen Verhältnisse verwies, die es ihm nicht erlauben würden, 
die Steuern zu bezahlen;

dass die Steuerverwaltung den Steuerpflichtigen am 6. Februar 2023 aufforderte, die Einsprache zu 
verbessern und der Steuerpflichtige dieser Aufforderung mit Eingabe vom 13. Januar 2023 nach-
kam; 

dass die Steuerverwaltung die erhobene Einsprache mit Einspracheentscheid vom 27. März 2023 
abwies;

dass der Steuerpflichtige am 27. April 2023 Beschwerde an das Kantonsgericht erhob und sinnge-
mäss das Begehren stellt, es sei die Beschwerde gutzuheissen und auf eine Besteuerung des Eigen-
mietwerts zu verzichten; des Weiteren sei ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren;

dass die Vorinstanz in ihren Bemerkungen vom 7. Juni 2023 auf eine Abweisung der Beschwerde 
schliesst;

dass kein weiterer Schriftenwechsel angeordnet wurde;

erwägend,

dass die Beschwerde vom 27. April 2023 gegen den Einspracheentscheid vom 27. März 2023 durch 
den Beschwerdeführer frist- und formgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdein-
stanz eingereicht wurde, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist;

dass sich der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde im Wesentlichen dagegen wehrt, dass in 
der Steuerveranlagung der Eigenmietwert berücksichtigt wurde;

dass gemäss Art. 21 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte 
Bundessteuer (DBG; SR 642.11) und dem gleichlautenden Art. 22 Abs. 1 Bst. b des Gesetzes vom 
6. Juni 2000 über die direkten Kantonssteuern (DStG; SGF 631.1) die Erträge aus unbeweglichem 
Vermögen steuerbar sind, insbesondere auch der Mietwert von Liegenschaften oder Liegenschafts-

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teilen, die dem Steuerpflichtigen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts 
für den Eigengebrauch zur Verfügung stehen; dasselbe folgt aus Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 
(StHG; SR 642.14);

dass Hintergrund der Eigenmietwertbesteuerung die Beachtung der Steuergerechtigkeit ist, wie sie 
Art. 8 Abs. 1 und Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 (BV; SR 101) verlangen; nach der in der Schweiz geltenden Ordnung können 
Eigentümer einer selbstbewohnten Immobilie einen erheblichen Teil der Wohnkosten steuerlich zum 
Abzug bringen (Hypothekarzinsen, Unterhaltskosten etc.); ein solcher Abzug von Wohnkosten ist 
den Mietern verwehrt; dennoch haben diese letztlich unerlässliche Auslagen für die Wohnungsmiete 
(vgl. BGE 131 I 377 E. 2.1; 123 II 9 E. 3; 112 Ia 240 E. 3c); ohne die Besteuerung des Eigenmietwerts 
würden Mieter bei ansonsten gleichen Einkünften und Abzügen mit einem höheren steuerbaren 
Einkommen veranlagt als Eigentümer einer selbstbewohnten Immobilie (vgl. BGE 131 I 377 E. 2.1); 
die vollständige und undifferenzierte Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung ohne ausgleichen-
de Massnahmen würde die Wohneigentümer daher gegenüber anderen Steuerpflichtigen mit glei-
cher finanzieller Leistungsfähigkeit in einer Weise begünstigen, die vor Art. 8 Abs. 1 und Art. 127 
Abs. 2 BV nicht standhält (Urteil BGer 2C_519/2015 vom 12. Januar 2017 E. 3.2 mit Verweis auf 
BGE 131 I 377 E. 2.1, 124 I 145 E. 4a und 123 II 9 E. 3); 

dass zurzeit eine parlamentarische Diskussion betreffend einen allfälligen Systemwechsel bei der 
Wohneigentumsbesteuerung im Gange ist (vgl. parlamentarische Initiative 17.400 "Systemwechsel 
bei der Wohneigentumsbesteuerung"; www.parlament.ch, Rubrik Curia vista, Geschäfte), ein 
Systemwechsel aber nur auf politischer Ebene und für die Zukunft entschieden werden kann und 
auf den vorliegenden Fall, der das Steuerjahr 2021 beschlägt, das in diesem Jahr geltende Recht 
anzuwenden ist;

dass die Beschwerdeführer nicht bestreiten, im hier massgebenden Steuerjahr 2021 Eigentümer 
einer selbstbewohnten Liegenschaft gewesen zu sein (die Liegenschaft wurde im Dezember 2022 
– unter Gewährung eines Wohnrechts zu Gunsten des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau – an 
B.________ und C.________ zu Gesamteigentum übertragen; vgl. Beschwerdebeilage 6);

dass sie aus diesem Grund auch den Ertrag aus dieser Liegenschaft, namentlich den Eigenmietwert, 
zu besteuern haben (CHF 15'325.-; Code 3.310); im Gegenzug konnten sie die Hypothekarzinsen 
(CHF 5'181.-; Code 4.210) und die Unterhaltskosten (CHF 3'065.-; Code 4.310) vom steuerbaren 
Einkommen zum Abzug bringen;

dass die Höhe des veranlagten Eigenmietwerts vom Beschwerdeführer nicht moniert wird, weshalb 
sich weitere Ausführungen dazu erübrigen;

dass die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde vorgebrachten Argumente, soweit diese sach-
bezogen und begründet sind und nicht rein appellatorischen Charakter haben, daran nichts zu 
ändern vermögen;

dass der Beschwerdeführer namentlich aus dem von ihm angerufenen Grundsatz der Rechtsgleich-
heit (vgl. Art. 8 BV) nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, dient doch die Eigenmietwertbesteue-
rung gerade dazu, die Steuergerechtigkeit zwischen Eigentümern einer selbstbewohnten Immobilie 
und Mietern herzustellen; ohne die Besteuerung des Eigenmietwerts würden Mieter bei ansonsten 
gleichen Einkünften und Abzügen mit einem höheren steuerbaren Einkommen veranlagt als Eigen-
tümer einer selbstbewohnten Immobilie;

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dass auch nicht zu erkennen ist, inwiefern das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen 
Leistungsfähigkeit (vgl. Art. 127 Abs. 2 BV) verletzt sein sollte, zumal die selbstbewohnte Liegen-
schaft nicht nur einnahmenseitig (Eigenmietwert), sondern auch ausgabenseitig (Hypothekarzinsen, 
Unterhaltskosten) steuerlich berücksichtigt wird;

dass im konkreten Fall nach Abzug der Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten noch ein Nettoertrag 
aus der Liegenschaft von insgesamt CHF 7'079.- (15'325 – 5'181 – 3'065) resultiert, was monatlich 
knapp CHF 590.- ausmacht und für ein Einfamilienhaus mit Umschwung (insgesamt 572m2; vgl. die 
Onlineabfrage des Grundbuchs vom heutigen Tag) durchaus angemessen erscheint und auch nicht 
auf eine Benachteiligung gegenüber Steuerpflichtigen, die zur Miete leben, schliessen lässt;

dass auch die vom Beschwerdeführer erhobene Kritik an der Berechnung der Ergänzungsleistungen 
nicht haltbar ist, werden doch nicht nur der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhän-
genden Nebenkosten, sondern bei Personen, die eine Liegenschaft bewohnen, an der sie oder eine 
andere Person, die in die Berechnung der Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, das Eigentum, 
die Nutzniessung oder ein Wohnrecht haben, anstelle des Mietzinses der Mietwert der Liegenschaft 
sowie für die Nebenkosten zusätzlich eine Pauschale als anerkannte Ausgaben angerechnet (vgl. 
Art. 10 Abs. 1 Bst. b und c des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen 
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30] und Art. 16a der Verord-
nung vom 15. Januar 1971 über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invali-
denversicherung [ELV; SR 831.301]);

dass der Beschwerdeführer darüber hinaus darauf zu verweisen ist, dass die Steuern sowohl im 
Bereich der direkten Bundessteuer wie auch im Bereich der Kantonssteuer progressiv ausgestaltet 
sind, was bedeutet, dass die Steuern mit zunehmender Höhe des Einkommens nicht nur in Franken 
und Rappen zunehmen, sondern auch prozentual (vgl. hierzu beispielsweise die Steuerinformatio-
nen der Schweizerischen Steuerkonferenz SSK, Steuersatz und Steuerfuss, Stand der Gesetzge-
bung: 1. Januar 2021, S. 3 und 7), weshalb sich der Beschwerdeführer auch nicht darauf berufen 
kann, dass Personen, die in bescheidenen finanziellen Verhältnissen leben, steuerlich stärker belas-
tet sind als wohlhabende Personen;

dass dem Beschwerdeführer zudem nicht gefolgt werden kann, wenn er sich auf den Standpunkt 
stellt, die Steuerverwaltung habe sein Gesuch um Steuererlass abgelehnt, zumal dies nicht den 
Tatsachen entspricht; auch wäre die Steuerverwaltung nicht die sachlich zuständige Behörde, um 
über ein solches Gesuch zu befinden;

dass der Beschwerdeführer selbstredend auch aus der zu den Akten gereichten provisorischen 
Steuerberechnung 2022 nichts zu seinen Gunsten ableiten kann (vgl. Beschwerdebeilage 4); 

dass die dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. März 2023 zu Grunde liegende Veran-
lagungsanzeige 2021 – soweit angefochten – nicht zu beanstanden ist, weshalb der Einspracheent-
scheid zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist (604 2023 45 und 46);

dass der Beschwerdeführer um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwer-
deverfahren ersucht;

dass die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wird, wenn die Partei nicht über die erforderlichen 
Mittel verfügt, um ohne Beschränkung des notwendigen Lebensunterhaltes für sich oder seine Fami-
lie die Kosten eines Verfahrens bestreiten zu können, und ihr Rechtsbegehren für eine vernünftige 

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Prozesspartei nicht von vornherein aussichtslos erscheint (Art. 29 Abs. 3 BV; Art. 142 Abs. 1 und 2 
des Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SR 150.1]); 

dass die vorliegende Beschwerde als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden muss, enthält 
sie doch über weite Teile eine rein querulatorische Kritik am Schweizerischen Steuer- und Sozialver-
sicherungssystem; zudem ist das Prinzip der Eigenmietwertbesteuerung, das der Beschwerdeführer 
kritisiert, seit je in den Schweizerischen Steuergesetzen normiert und vom Bundesgericht in konstan-
ter Rechtsprechung bestätigt worden, was dem Beschwerdeführer, der selber während Jahren 
Eigentümer einer selbstbewohnten Liegenschaft ist resp. war, hätte bekannt sein dürfen und 
müssen;

dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege aus diesem Grund abzuweisen ist (604 2023 47);

dass die Verfahrenskosten aufgrund der gesamten Umstände auf CHF 400.- (reduzierte Gebühr) 
festzusetzen sind und zulasten des unterliegenden Beschwerdeführers gehen;

dass der unterliegende Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Parteientschädigung hat;

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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erkennt der Hof:

Direkte Bundessteuer (604 2023 45)

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Kantonssteuer (604 2023 46)

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Unentgeltliche Rechtspflege (604 2023 47)

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

Kosten und Entschädigung

4. Die Kosten (Gebühr CHF 400.-) werden A.________ auferlegt.

5. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Zustellung

Der vorliegende Entscheid kann gemäss Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen seit Eröffnung mit einer Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht in Luzern angefochten werden.

Freiburg, 20. Juni 2023/dki

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin