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**Case Identifier:** 5de0a4af-637c-5928-9e93-4d0939649e60
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.08.2021 200 2021 426
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-426_2021-08-30.pdf

## Full Text

200 21 426 IV
KOJ/COC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. August 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2021, IV/21/426, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juli 1992 unter Hinweis auf eine erlittene schwere Trüm-
merfraktur im linken Handgelenk bei der Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV; Antwortbeilage [AB] 1.1 S. 112 ff.). Nach 
medizinischen und erwerblichen Erhebungen, insbesondere nach Edition 
der Akten bezüglich eines die Militärversicherung betreffenden Schaden-
falls vom 11. November 1988 (Handgelenk links; vgl. u.a. AB 1.1 S. 91 ff. 
und S. 111), wies die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) das 
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 27. November 1992 (AB 1.1 S. 7 f.) 
ab, was unangefochten blieb. 

Im August 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen 
in der rechten Schulter, im Arm und in den Händen, einen Tinnitus sowie 
eine Arthrose im Knie erneut bei IV zum Leistungsbezug an (AB 6). Dar-
aufhin führte die IVB medizinische und erwerbliche Erhebungen durch; ins-
besondere edierte sie abermals die Akten bezüglich des die Militärversiche-
rung betreffenden Schadenfalls vom 11. November 1988 (Handgelenk 
links; vgl. u.a. AB 10, 22.1 ff., 25.1 ff.) sowie diejenigen der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt (Suva) bezüglich eines die obligatorische 
Unfallversicherung betreffenden Ereignisses vom 6. April 2001 (rechte 
Schulter/Arm; AB 37.1 ff.). Ferner holte sie eine (Akten-)Beurteilung durch 
Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler 
Ärztlicher Dienst (RAD; AB 44), ein und gewährte Integrationsmassnahmen 
resp. berufliche Massnahmen (Abklärung im Rahmen der Berufsberatung 
vom 25. März bis 24. Juni 2019 [AB 48], Berufsberatung vom 2. April bis 
1. Oktober 2019 [AB 53], Umschulungsmassnahmen [AB 58], Arbeitsver-
such mit Job-Coaching vom 5. August 2019 bis 4. Februar 2020 [AB 73 
und 80], Arbeitsvermittlung [AB 95 und 115]). Mit Vorbescheid vom 21. Au-
gust 2020 (AB 96) stellte die IVB dem Versicherten bei einem Invaliditäts-
grad von 0% die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Damit zeig-
te sich der Versicherte nicht einverstanden und erhob Einwand (AB 99). 
Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD (AB 110) stellte die IVB mit 

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Vorbescheid vom 19. Februar 2021 (AB 111) bei einem nunmehr ermittel-
ten Invaliditätsgrad von 29% erneut die Abweisung des Rentenbegehrens 
in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte abermals nicht einverstanden 
(AB 116 und 118). Am 12. Mai 2021 verfügte die IVB wie im Vorbescheid 
angekündigt und wies das Rentenbegehren ab (AB 119). 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 10. Juni 2021 Beschwerde und bean-
tragte implizit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und zudem die 
Neuberechnung des Invaliditätsgrades und die Durchführung weiterer me-
dizinischer Abklärungen.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juli 2021 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Mai 2021 (AB 119). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom August 
2018 (AB 6) eingetreten. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom 
Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Da sich die Erst-
anmeldung im Juli 1992 auf eine anlässlich des Militärdienstes erlittene 
Trümmerfraktur im linken Handgelenk bezog (AB 1.1 S. 112 ff.) und sich 
seither – neben den Beschwerden am linken Handgelenk – Beschwerden 
an der Halswirbelsäule (HWS), an der rechten Schulter und am rechten 
Unterarm manifestierten, welche sich insofern auf die Arbeitsfähigkeit aus-
wirken, als die bisherige Tätigkeit als ... seit März 2018 nicht mehr zumut-
bar ist (vgl. E. 3.4 f. hiernach), liegt offensichtlich ein Revisionsgrund vor, 
so dass nachfolgend eine freie Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen 

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hat (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2019 IV 
Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.2 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

3.2.1 Im Bericht des Spitals C.________ vom 21. März 2018 (AB 39 
S. 23 f.) wurde eine Ansatztendinose Extensor carpi ulnaris rechts diagnos-
tiziert. Der Beschwerdeführer habe sich am 20. März 2018 notfallmässig 
selbst vorgestellt bei Schmerzen im rechten Unterarm. Es sei eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit für eine Woche attestiert worden (S. 23). 

3.2.2 Dr. med. D.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
23. August 2018 (AB 17 S. 2 f.) eine ausgeprägte Epicondylopathia humeri 
radialis rechts nach Überbelastung, ein subacromiales Impingement rechts 
Stadium I bei Acromion Typ II, chronische Handgelenksschmerzen links 
und chronische Wirbelsäulenbeschwerden. Im Laufe der letzten drei Jahre 
hätten sich die Schulterschmerzen rechts stabil gehalten. Der Beschwerde-
führer habe trotz dieser Beschwerden, der Beschwerden im linken Handge-
lenk und der Wirbelsäule als ... weiterarbeiten können. Nachdem er im 
März dieses Jahres lange mit einer Schlagbohrmaschine gearbeitet habe, 
seien Ellenbogenschmerzen rechts aufgetreten. Bis heute sei der Be-
schwerdeführer als ... 100% arbeitsunfähig (S. 2). Bei ausgeprägter Sym-
ptomatik und diversen zusätzlichen Gelenksbeschwerden sei der Wieder-
einstieg in die belastende Tätigkeit als ... äusserst fraglich (S. 3). 

Ferner führte die Orthopädin im Bericht vom 6. September 2018 (AB 24 
S. 1 f.) aus, als ... bestehe bis Ende Oktober (2018) eine 100%-ige Arbeits-
unfähigkeit. Ab Oktober 2018 wäre eine angepasste Tätigkeit (repetitive 
Belastungen von 5kg vor dem Körper, keine Belastungen über Brusthöhe, 
keine Vibrationen, keine Schläge, kein Besteigen von Leitern) zu 50% zu-
mutbar (S. 2).

3.2.3 Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht 
vom 22. November 2018 (AB 35 S. 2 f.) ein komplexes, polyfokales 
Schmerzsyndrom mit Befall der HWS und pseudoradikulärer Ausstrahlung 

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nach rechts und eine Adipositas. Die Situation bezüglich des rechten Ellen-
bogens habe sich spontan deutlich verbessert. Es persistiere eine Druckdo-
lenz über dem Verlauf des Nervus interosseus posterior. Der Ursprung vom 
Extensor carpi radialis brevis sei heute asymptomatisch. Auffallend sei eine 
Schmerzausstrahlung in den ganzen Arm bei Reklination und Rotation 
nach rechts der HWS. Zusätzlich gebe der Beschwerdeführer rezidivieren-
de Schwellungszustände dorsal über dem Metacarpale Il rechts an. Zu-
sammenfassend bestehe ein komplexes Beschwerdemuster bei nach wie 
vor 100%-iger Arbeitsunfähigkeit als ... (S. 2).

3.2.4 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im Bericht vom 27. Dezember 2018 (AB 39 S. 2 ff.) ein chroni-
sches, komplexes, polyfokales, bisher therapierefraktäres Schmerzsyn-
drom zervikal und Arm rechts, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas, 
eine massive Hypovitaminose D, eine geringgradige Hypercholesterinämie 
mit erhöhter LDL-Fraktion, eine Hyperurikämie, ein leichtgradiges Folsäure-
defizit, eine posttraumatische Radiokarpalarthrose mit zunehmenden 
Schmerzen bei Status nach Radiustrümmerfraktur links (ca. 1989), einen 
Status nach akutem Iumbovertebralem Schmerzsyndrom mit Dysästhesien 
im linken Fuss (2002) sowie eine chronische Sehstörung rechts seit der 
Kindheit (S. 2 f.). Der Beschwerdeführer habe am 10. April 2018 berichtet, 
dass er seit ca. drei Wochen an Ellenbogenschmerzen rechts leide. Die 
Schmerzen seien wechselnd vorhanden gewesen, auch in der rechten 
Schulter. Klinisch habe sich seinerzeit u.a. eine ausgeprägte Druckdolenz 
über dem lateralen Epicondylus humeri gezeigt. Die Supination im rechten 
Ellenbogengelenk sei gut, jedoch mit starkem Endphasenschmerz verbun-
den gewesen (S. 3). Im Dezember 2018 habe der Beschwerdeführer ihn 
darüber informiert, dass die Schmerzen sich nicht nachhaltig verbessert 
hätten. Er nehme auch noch starke Beschwerden in der rechten Nacken-
seite wahr. Seit dem 11. April 2018 bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähig-
keit (S. 4).

3.2.5 Im Bericht des Spitals G.________ vom 16. Januar 2019 (AB 41 
S. 2 f.) wurde eine Brachialgie rechts, differentialdiagnostisch im Rahmen 
einer leichten lateralen Stenose C5/C6 rechts oder im Rahmen einer Epi-
condylitis radialis, diagnostiziert. Der Beschwerdeführer präsentiere sich 

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mit einer Armschmerzsymptomatik rechts, wobei vor allem der Ellenbogen 
im Vordergrund stehe. Hier sei sicherlich eine Epicondylitis radialis humeri 
gegeben. Vom Nacken her sei eine Osteochondrose C5/C6 vorhanden mit 
einer lateralen mittelgradigen Abgangsstenose der C6er-Wurzel rechts. Für 
die zusätzlichen, eher cervicocephalen Beschwerden finde man im MRI 
kein klares Korrelat. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert worden 
(S. 2 f.). 

3.2.6 Der RAD-Arzt Dr. med. B.________ führte im Aktenbericht vom 
14. Februar 2019 (AB 44) nach Besprechung mit dem RAD-Orthopäden 
Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates (vgl. AB 110 S. 5), aus, die bisherige Tätig-
keit als ... könne aufgrund der multiplen orthopädischen Beschwer-
den/Einschränkungen (HWS, rechte Schulter, rechter Unterarm, linke 
Hand) nicht mehr durchgeführt werden. Zumutbar seien körperlich leichte 
bis ausnahmsweise mittelschwere Tätigkeiten ganztags über 8.5 Stunden 
ohne zusätzliche Leistungsminderung. Zu vermeiden seien Zwangshaltun-
gen, repetitives Heben von Lasten über Brusthöhe, armbelastende Tätig-
keiten mit Arbeiten über Bauchhöhe, Überkopfarbeiten und das Besteigen 
von Leitern und Gerüsten. In Ausnahmefällen und in nicht repetitiver Weise 
könnten Gewichte von 10-15 kg gehoben und getragen werden, dies je-
doch nur bis Bauchhöhe (AB 44 S. 9). 

Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahm der RAD-Arzt Dr. med. 
B.________ nach Rücksprache mit dem RAD-Orthopäden Dr. med. 
H.________ am 16. Februar 2021 nochmals Stellung (AB 110). Aufgrund 
der bisher vorliegenden objektiven Befunde und aufgrund des Verlaufs in 
der Arbeitsvermittlung könne am Zumutbarkeitsprofil vom 14. Februar 2019 
festgehalten werden (S. 5). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versicherungs-
fall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so 
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf die Berichte des RAD-Arztes Dr. med. B.________ vom 

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14. Februar 2019 (AB 44) und vom 16. Februar 2021 (AB 110) gestützt. 
Diese Aktenberichte erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforde-
rungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und überzeugen. Dass der RAD-Arzt keine ei-
gene Untersuchung durchgeführt hat, schadet – entgegen der Auffassung 
des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 2) – nicht. Denn die Vorausset-
zungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3) sind vorliegend erfüllt. Insbesondere sind Anamnese und 
Verlauf ausführlich in den Akten dokumentiert. Dr. med. B.________ hat 
sich in seiner ärztlichen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorak-
ten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerde-
führers auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen gestützt auf die 
Ergebnisse der beruflichen Abklärungen und insbesondere nach Rückspra-
che mit dem RAD-Orthopäden Dr. med. H.________ getroffen. Dabei hat 
er schlüssig dargelegt, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der beste-
henden multiplen orthopädischen Beschwerden (HWS, rechte Schulter, 
rechter Unterarm, linke Hand) die angestammte Tätigkeit als ... nicht mehr 
zumutbar ist (AB 44 S. 9 und 110 S. 5), wobei anhand der vorliegenden 
Akten die vollständige Arbeitsunfähigkeit seit März 2018 ausgewiesen ist 
(AB 17 S. 2, 24 S. 2, 35 S. 2, 39 S. 4 und S. 23). Ferner hat der RAD-Arzt 
nachvollziehbar begründet, dass eine angepasste Tätigkeit (körperlich 
leicht bis ausnahmsweise mittelschwer, ohne Zwangshaltungen, ohne re-
petitives Heben von Lasten über Brusthöhe, ohne armbelastende Tätigkei-
ten mit Arbeiten über Bauchhöhe, ohne Überkopfarbeiten, ohne das Be-
steigen von Leitern und Gerüsten, mit Heben und Tragen von Gewichten 
von 10-15 kg [ausnahmsweise, nicht in repetitiver Weise, nur bis Bauch-
höhe]) ganztägig ohne Leistungsminderung zumutbar ist (AB 44 S. 10 und 
110 S. 5). Diese Beurteilung ist in sich schlüssig und überzeugt. Dass dem 
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist, 
steht zudem im Einklang mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte 
(AB 17 S. 2 f., 24 S. 1 f., 35 S. 2 f., 39 S. 2 ff. und S. 23 f.) und ist unbestrit-
ten. Ferner findet die Beurteilung, dass in der angepassten Tätigkeit eine 
100%-ige Arbeitsfähigkeit besteht, Rückhalt im Ergebnis der von der Be-
schwerdegegnerin gewährten Integrationsmassnahmen resp. beruflichen 
Massnahmen. So kamen die Fachpersonen der I.________, Stiftung für 
berufliche Integration, im Bericht vom 8. Juli 2019 zur Abklärung im Rah-

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men der Berufsberatung zum Schluss, dass eine angepasste Tätigkeit zu 
einem Pensum von 100% möglich sein könnte (AB 69 S. 5). Im Rahmen 
des Job-Coaching vom 5. August 2019 bis 4. Februar 2020, anlässlich wel-
chem ein Arbeitsversuch bei der J.________ AG stattfand, schätzten die 
Fachpersonen der I.________ den Beschwerdeführer in einer angepassten 
Tätigkeit als bis zu 100% vermittelbar ein (AB 84 S. 3 Ziff. 5, 88 S. 3 Ziff. 5). 
Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer nach den durchgeführten beruf-
lichen Massnahmen der IV ein (befristetes) Arbeitsverhältnis bei der 
J.________ AG zu einem Pensum von 100% aufgenommen, welches so-
gar verlängert wurde (AB 90 S. 2 f., 99 S. 1; vgl. auch den Protokolleintrag 
vom 7. Mai 2020 [in den Gerichtsakten]). Damit hat er den Tatbeweis er-
bracht, dass er in der Lage ist, in einer angepassten Tätigkeit zu 100% zu 
arbeiten.

Medizinische Berichte, die auch nur geringe Zweifel an der Beurteilung des 
RAD-Arztes wecken könnten (vgl. E. 3.3 hiervor), finden sich in den Akten 
nicht und wurden auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht einge-
reicht. Daran ändert nichts, dass Dr. med. D.________ im Bericht vom 
6. September 2018 (AB 24 S. 1 f.) eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit attestiert hat. Denn eine (substantiierte) Begründung 
hierzu fehlt in diesem Bericht. Diesbezüglich ist insbesondere darauf hin-
zuweisen, dass das erstellte Zumutbarkeitsprofil der behandelnden Or-
thopädin demjenigen des RAD-Arztes überwiegend entspricht. Überein-
stimmend wird von beiden Ärzten davon ausgegangen, dass eine ange-
passte Tätigkeit namentlich keine Belastungen über Brusthöhe und kein 
Besteigen von Leitern beinhalten dürfe (AB 24 S. 2, 44 S. 9). Warum Dr. 
med. D.________ dagegen eine höhere Arbeitsunfähigkeit als der RAD-
Arzt attestiert hat, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet.

Ebenfalls die gegen die Einschätzung von Dr. med. B.________ beschwer-
deweise vorgebrachte Kritik verfängt nicht. Soweit der Beschwerdeführer 
geltend macht, dass die Beurteilung des RAD-Arztes auf alten Befunden 
beruhe (Beschwerde S. 2), kann ihm nicht gefolgt werden, zumal gestützt 
auf die vorliegenden Akten nicht ersichtlich ist, welche Befunde vom RAD-
Arzt nicht berücksichtigt worden wären. Dies wurde denn auch nicht näher 
begründet. Diesbezüglich ist insbesondere hervorzuheben, dass dem RAD-

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Arzt sämtliche vom Hausarzt Dr. med. F.________ gestellten Diagnosen 
bekannt waren (vgl. AB 39 S. 2 ff.), weshalb der Einwand des Beschwerde-
führers, es beständen neben den der IV bekannten Einschränkungen noch 
andere Gesundheitsschäden (Beschwerde S. 2), nicht gehört werden kann.

3.5 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die angestamm-
te Tätigkeit als ... seit März 2018 nicht mehr zumutbar ist und dass in einer 
angepassten Tätigkeit eine 100%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit be-
steht.

Der Sachverhalt ist somit hinreichend erstellt, weshalb – entgegen der Auf-
fassung in der Beschwerde (S. 2) – auf weitere Beweiserhebungen zu ver-
zichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4).

4.

4.1 Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleichs 
zu ermitteln.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2021, IV/21/426, Seite 13

werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist seit März 2018 eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.4 f. hiervor). 
Der frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und der (Neu-)Anmeldung im August 2018 (AB 6) in Anwen-
dung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf 1. März 2019 festzu-
setzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzu-
führen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2021, IV/21/426, Seite 14

4.3

4.3.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer bei guter 
Gesundheit weiterhin als ... bei der K.________ AG tätig wäre, weshalb 
das Valideneinkommen aufgrund des zuletzt erzielten Einkommens festzu-
setzen ist. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin erzielte der Beschwerdefüh-
rer im Jahr 2018 ein Einkommen von monatlich Fr. 6'540.-- (AB 31 S. 5 
Ziff. 5.1). Dies ergibt auf das massgebliche Jahr 2019 aufgerechnet ein 
jährliches Valideneinkommen von Fr. 85'860.-- (Fr. 6'540.-- x 13 : 101.2 x 
102.2; Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallohnindex Männer 2016 - 
2020, Tabelle T1.1.15, lit. F [Baugewerbe/Bau]). 

4.3.2 Ferner hat der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit im 
zumutbaren Rahmen aufgenommen, weshalb das hypothetische Invaliden-
einkommen gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2018; BGE 143 V 295 
E. 2.3 S. 297; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. November 
2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1) zu ermitteln ist (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Da die 
Tätigkeit für die J.________ AG befristet ist resp. war (AB 90 S. 2 f., 99 
S. 1; vgl. auch den Protokolleintrag vom 7. Mai 2020 [in den Gerichtsak-
ten]), kann bereits deshalb für die Berechnung des Invalideneinkommens 
nicht auf diese Tätigkeit abgestellt werden. Ebenfalls auf die seit Januar 
2021 ausgeübte Tätigkeit für die L.________ AG (Beschwerde S. 1; vgl. 
auch Protokolleintrag vom 9. Februar 2021 [in den Gerichtsakten]) kann 
vorliegend nicht abgestellt werden, da der Beschwerdeführer diese im 
Rahmen eines Pensums von ca. 30% ausübt und damit seine Restarbeits-
fähigkeit nicht ausschöpft.

Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit (körperlich leicht 
bis ausnahmsweise mittelschwer, ohne Zwangshaltungen, ohne repetitives 
Heben von Lasten über Brusthöhe, ohne armbelastende Tätigkeiten mit 
Arbeiten über Bauchhöhe, ohne Überkopfarbeiten, ohne das Besteigen von 
Leitern und Gerüsten, mit Heben und Tragen von Gewichten von 10-15 kg 
[ausnahmsweise, nicht in repetitiver Weise, nur bis Bauchhöhe]) zu 100% 
ohne Leistungsminderung arbeitsfähig (vgl. E. 3.4 f. hiervor). Dieses medi-
zinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil ist – entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers (S. 1 f.) – verwertbar. Denn das trotz der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen 

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auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Dieser theoretische 
und abstrakte Begriff dient dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversi-
cherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Ein ausge-
glichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichge-
wicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist ei-
nen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der 
dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch 
hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst auch sogenannte Ni-
schenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behin-
derte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 
rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten 
auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berück-
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des 
Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenhei-
ten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine 
übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; 
SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Vorliegend wurde das medizinische Zu-
mutbarkeitsprofil nicht derart eingeschränkt formuliert, dass davon ausge-
gangen werden muss, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt beständen 
keine entsprechenden Tätigkeiten mehr (vgl. SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 
E. 4.2). Vielmehr existiert ein genügend breites Spektrum an zumutbaren 
Verweistätigkeiten, so z.B. in verschiedenen Hilfsarbeiterbereichen, die 
dem Fähigkeitsprofil des Beschwerdeführers ohne weiteres entsprechen. 
Somit kann nicht auf die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ge-
schlossen werden. Daran ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer 
gemäss eigenen Angaben seit über zwei Jahren erfolglos auf Stellen in 
verschiedenen Bereichen beworben hat (Beschwerde S. 2). Denn recht-
sprechungsgemäss ist für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustel-
len, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 
IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4); so ist denn auch – wie bereits dargelegt – nicht der 
reale, sondern der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend. 
Dies ist hier zweifellos der Fall. Auch das Alter des Beschwerdeführers 
lässt nicht auf Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit schliessen (Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2021, IV/21/426, Seite 16

schwerde S. 1). Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Erstellung 
des Aktenberichts durch den RAD-Arzt Dr. med. B.________ im Februar 
2019 (AB 44), auf den es hinsichtlich der Frage der Verwertbarkeit der 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter grundsätzlich ankommt (BGE 
146 V 16 E. 7.1 S. 25, 138 V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 
2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1 und Nr. 44 S. 156 E. 4.2), 56 Jahre alt. Damit 
verblieb ihm noch eine Aktivitätsdauer von rund neun Jahren, weshalb nicht 
ersichtlich ist, dass ihm alleine aus Altersgründen keine Erwerbstätigkeit 
mehr zugemutet werden könnte (vgl. Entscheide des BGer vom 8. Januar 
2021, 8C_720/2020, E. 7.4, und vom 19. Februar 2020, 9C_550/2019, 
E. 4.3).

Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
das Invalideneinkommen gestützt auf das Total des Kompetenzniveaus 1 
ermittelt hat (AB 119 S. 2). Der massgebliche monatliche Bruttolohn für 
Männer beträgt Fr. 5'417.--. Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschafts-
abteilungen, Total) und auf das Jahr 2019 aufgerechnet ergibt dies ein jähr-
liches Invalideneinkommen von Fr. 68'368.-- (Fr. 5'417.-- : 40 x 41.7 x 12 : 
101.5 x 102.4 [BFS, Nominallohnindex Männer 2016 - 2020, Tabelle 
T1.1.15, Total]). Soweit der Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, dass 
vorliegend die branchenübliche Stundenanzahl nach Gesamtarbeitsvertrag 
(GAV) der Schweizerischen Elektrobranche von 40 Stunden massgebend 
sei (Beschwerde S. 1; Akten des Beschwerdeführers [BB] 5), kann ihm 
nicht gefolgt werden. Denn für die Ermittlung des auf statistischen Zahlen 
berechneten Invalideneinkommens ist nicht auf den GAV der Schweizeri-
schen Elektrobranche (abrufbar unter: www.seco.admin.ch), sondern auf 
die vom BFS ermittelte betriebsübliche Arbeitszeit abzustellen (BGE 126 V 
75 E. 3b bb S. 76). Darüber hinaus umfasst das hier ermittelte Invaliden-
einkommen das Total aller Tätigkeiten. Auch deshalb rechtfertigt sich ein 
Abstellen auf den GAV einer spezifischen Branche nicht.

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene behinderungsbedingte 
Abzug von 10% (AB 119 S. 2) trägt allen einkommensbeeinflussenden As-
pekten und dabei insbesondere auch dem Alter des Beschwerdeführers 
genügend Rechnung. Ein anderweitiger persönlicher oder beruflicher Um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2021, IV/21/426, Seite 17

stand, der einen höheren Abzug rechtfertigte, ist nicht ersichtlich. Es be-
steht somit kein Anlass, in den Beurteilungsspielraum der Verwaltung ein-
zugreifen. Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 61'531.-- 
(Fr. 68'368.-- x 0.9) im Jahr.

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 85'860.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 61'531.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 
28% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folg-
lich kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.2 hiervor).

4.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2021, IV/21/426, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.