# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4482a00-bcf6-55aa-ad37-141b5b57e7ae
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.05.2021 SB200469
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200469_2021-05-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200469-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Stiefel, Ober-

richterin lic. iur. Schärer sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. Schwar-

zenbach-Oswald 

Urteil vom 18. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland, vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. 
iur. Kehrli, 

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend Pornografie   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 25. August 2020 (GG200010) 
 

 

-  2  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 6. März 2020 

(Urk. 13) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte, A._____, wird vom Vorwurf der Pornografie im  

Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 

Satz 2 StGB freigesprochen. 

2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (Kosten für das 

Vorverfahren [Fr. 1'600.–] sowie Dolmetscherkosten) werden auf die  

Gerichtskasse genommen. 

3. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger der Beschuldigten mit Fr. 5'760.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskas-

se genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland: 

(Urk. 49 S. 2): 

 1. Schuldigsprechung der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB 

 2. Bestrafung mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu CHF 90.– so-

wie einer Busse von CHF 600.– 

 3. Gewährung des bedingten Strafvollzugs der Geldstrafe unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren 

-  3  - 

 4. Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen bei schuldhafter 

Nichtbezahlung der Busse 

 5. Anordnung einer Landesverweisung von 5 Jahren 

 6. Verzicht auf die Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots im 

Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB 

 7. Kostenauflage 

b) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (Urk. 54 S. 2) 

 1. Die Anträge der Staatsanwaltschaft in der Berufungsbegründung seien 

abzuweisen und es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 

25. August 2020 zu bestätigen; 

 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. der Kosten der amtlichen 

Verteidigung (inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer) seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

 

________________________________ 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

 1. Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelge-

richt in Strafsachen, vom 25. August 2020 vom Vorwurf der Pornografie im Sinne 

von Art. 197 Abs. 4 StGB sowie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB freigespro-

chen (Urk. 36). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde der Beschuldigten anlässlich der Hauptver-

handlung vom 25. August 2020 mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben 

-  4  - 

(Prot. I S. 8) und der Staatsanwaltschaft am 26. August 2020 im Dispositiv zuge-

stellt (Urk. 29). Mit Eingabe vom 7. September 2020 meldete die Staatsanwalt-

schaft fristgerecht die Berufung an (Urk. 32). Das begründete Urteil wurde den 

Parteien am 9. November 2020 zugestellt (Urk. 35). 

 Mit Eingabe vom 11. November 2020 reichte die Staatsanwaltschaft fristge-

recht die Berufungserklärung ein (Urk. 37). Anschlussberufung wurde nicht erho-

ben. 

 Mit Eingabe vom 7. Januar 2021 stellte die Verteidigung, nachdem die Be-

schuldigte nach … [europäischer Staat] zurückgekehrt war, das Gesuch, die Be-

schuldigte von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung zu dispensieren und 

wies darauf hin, dass die Beschuldigte auch mit einem schriftlichen Verfahren 

einverstanden wäre (Urk. 43). Mit Präsidialverfügung vom 13. Januar 2021 wurde 

mit Einverständnis der Parteien (Urk. 46/1-3) das schriftliche Verfahren angeord-

net und der Staatsanwaltschaft Frist zur Berufungsbegründung eingeräumt (Urk. 

47). Die Berufungsbegründung erfolgte mit Eingabe vom 9. Februar 2021 (Urk. 

49). Mit Präsidialverfügung vom 17. Februar 2021 wurde der Beschuldigten Frist 

zur Berufungsantwort angesetzt und der Vorinstanz die Gelegenheit zur freige-

stellten Vernehmlassung eingeräumt (Urk. 50). Die Vorinstanz verzichtete mit 

Eingabe vom 22. Februar 2021 auf Vernehmlassung (Urk. 52). Die Beschuldigte 

nahm innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 15. März 2021 zur Berufungsbe-

gründung Stellung (Urk. 54). Mit Präsidialverfügung vom 22. März 2021 wurde die 

Berufungsantwort der Beschuldigten der Staatsanwaltschaft zur freigestellten 

Stellungnahme zugestellt (Urk. 56). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Ver-

nehmlassung (Urk. 58). 

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl., Art. 402 N 1; 

Art. 437 StPO). 

 Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Berufungserklärung und in ihrer 

Berufungsbegründung eine Abänderung der Urteilsdispositivziffern 1, erster Satz-

-  5  - 

teil, 2 und 3. Die Dispositivziffer 1, zweiter Satzteil (Freispruch vom Vorwurf der 

Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB, Konsum pornografischer 

Darstellungen) wurde hingegen nicht angefochten (Urk. 37 S. 1, Urk. 49 S. 2). 

Damit ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in 

Strafsachen, vom 25. August 2020 bezüglich der Dispositivziffer 1, zweiter Satz-

teil in Rechtskraft erwachsen ist. 

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

 1. Der Beschuldigten wird vorgeworfen, eine Videodatei, welche sie als 

Nutzerin des Facebook-Accounts mit dem Benutzernamen "B._____" zuvor auf 

elektronischem Weg empfangen hatte und deren Inhalt gesamthaft betrachtet ob-

jektiv darauf angelegt war, beim Konsumenten geschlechtliche Erregung zu erwe-

cken, hatte diese doch die eigenhändige anale Penetration eines nackten minder-

jährigen Mädchens mit einem Kugelschreiber zum Inhalt, am 12. März 2019 über 

ihren Facebook-Account an die ihr bekannte Nutzerin des Facebook-Accounts mit 

dem Benutzernamen "C._____" versandt zu haben. Dadurch habe sie dieses Vi-

deo, im Wissen um dessen kinderpornografischen Inhalt, der Inhaberin des ge-

nannten Accounts willentlich zugänglich gemacht. 

 2. Unbestritten ist, dass die Beschuldigte die Videodatei an eine weitere 

Facebook-Nutzerin versandte (vgl. Urk. 36 S. 4, Urk. 54 S. 3). Die Vorinstanz kam 

aber zum Schluss, dass sich nicht erstellen lassen könne, dass die Beschuldigte 

wusste, dass die übermittelte Videodatei einen kinderpornografischen Inhalt auf-

wies. Sie sprach die Beschuldigte deshalb mangels Vorsatz frei (Urk. 36 S. 8). 

 3. Die Staatsanwaltschaft machte mit ihrer Berufungsbegründung zu-

sammenfassend geltend, die Ausführungen der Beschuldigten, wonach sie den 

Film nur wenige Sekunden betrachtet und deshalb nicht realisiert habe, dass es 

sich bei der Darstellerin um eine minderjährige Person handle, überzeuge nicht. 

Ein direkter Beweis, dass die Beschuldigte wahrgenommen habe, dass es sich 

bei der Darstellerin um eine minderjährige Person handle, könne, da es sich um 

eine innere Tatsache handle, selbstredend nicht erbracht werden. Vielmehr müs-

se aufgrund von Indizien auf diese innere Tatsache geschlossen werden. Der In-

-  6  - 

dizienbeweis gelte als erbracht, wenn die Behörde bzw. das Gericht nach objekti-

ven Massstäben von der Verwirklichung einer Tatsache überzeugt sei. Spätes-

tens im Zeitpunkt, wo sich die Darstellerin ausziehe und vor der Kamera stehe, 

müsse jedem Betrachter bzw. jeder Betrachterin klar sein, dass es sich hier nicht 

um eine erwachsene Person handeln könne, sondern um eine minderjährige Dar-

stellerin. Die Beschuldigte habe eingestandenermassen vom Film zumindest teil-

weise auch Sequenzen betrachtet, in denen die Darstellerin nackt gewesen sei. 

Gemäss Aussagen der Beschuldigten habe die Darstellerin mit sich gespielt und 

einen Vibrator benutzt. Die Beschuldigte habe selber ausgeführt, sie habe das Vi-

deo ekelhaft gefunden und deshalb gestoppt. Damit sei erstellt, dass sie die nack-

te Darstellerin wahrgenommen habe und ihr bewusst gewesen sei, dass im Video 

sexuelle Handlungen dargestellt werden. Dass sie dabei nicht wahrgenommen 

haben will, dass es sich bei der Darstellerin nicht um eine erwachsene, sondern 

um eine minderjährige Person handle, überzeuge nicht, sondern sei eine reine 

Schutzbehauptung. Die Darstellerin sei nicht einmal im "Grenzalter", wo man – in 

dubio pro reo aus reinen Beweisgründen – noch von einer erwachsenen Person 

ausgehen könnte. Daraus müsse geschlossen werden, dass die Beschuldigte 

realisiert haben müsse, dass es sich um eine minderjährige Darstellerin handle, 

welche an sich sexuelle Handlungen vornehme. Indem sie dieses Video dennoch 

weitergeleitet habe, habe sie sich vorsätzlich des Zugänglichmachens verbotener 

Kinderpornografie schuldig gemacht und sei entsprechend zu verurteilen (Urk. 49 

S. 2 f.). 

 4. Die Verteidigung führte in der Berufungsantwort zusammenfassend 

aus, es sei wohl unbestritten, dass die Videodatei, welche die Beschuldigte ihrer 

Kollegin versandt habe, kinderpornografischen Inhalt enthalte. Strittig sei hinge-

gen, ob die Beschuldigte im Wissen um den kinderpornografischen Inhalt die Vi-

deodatei einer Kollegin weitergeleitet habe. Aus der Anklageschrift könne nicht 

eruiert werden, welchen Teil des Videos die Beschuldigte gesehen haben soll. 

Das Video sei gemäss der Kantonspolizei 2 Minuten und 34 Sekunden lang. Ins-

besondere werde von der Staatsanwaltschaft nicht behauptet, dass die Beschul-

digte die Sequenz gesehen habe, von welchen die Screenshots (Urk. 2/6) erstellt 

wurden und auf welchen erkenntlich ist, dass die Person minderjährig ist. Die Be-

-  7  - 

schuldigte habe ausgeführt, dass sie nicht gewusst habe, wie alt die Darstellerin 

im Video sei und sie habe auch nicht gemerkt, dass die Person minderjährig ge-

wesen sei. Sie habe die junge Frau lediglich ungefähr sieben Sekunden gesehen 

und davon sei die Person im Video höchstens zwei Sekunden nackt gewesen, 

während der restlichen Zeit habe sie Kleidung getragen. Die Beschuldigte habe 

konstant ausgesagt, dass sie lediglich einen Teil des Videos gesehen und dieses 

nicht zu Ende geschaut habe (Urk. 54 S. 3 ff.). Es gebe keine Indizien, welche da-

rauf schliessen lassen würden, dass die Beschuldigte bei der sekundenweisen 

Betrachtung einer Sequenz des Videos hätte erkennen müssen, dass die Darstel-

lerin minderjährig sei. Ebenso gebe die Anklageschrift keinen Aufschluss darüber, 

welchen Teil des Videos die Beschuldigte gesehen haben soll und dass in der von 

der Beschuldigten gesehenen Sequenz erkennbar gewesen sein soll, dass die 

Darstellerin minderjährig sei. Ob aus dem von der Beschuldigten gesehenen kur-

zen Ausschnitt von ca. sieben Sekunden hätte erkennbar sein müssen, dass die 

Darstellerin minderjährig sei, sei deshalb nicht bekannt. Damit müssten erhebli-

che, für das Gericht unüberwindbare Zweifel bestehen, dass die Beschuldigte 

vorsätzlich ein Video mit kinderpornografischem Inhalt weitergeleitet habe. Da die 

Beschuldigte im kurzen Ausschnitt nicht habe erkennen können, dass die Darstel-

lerin minderjährig gewesen sei, sei die Tat so zu beurteilen, wie wenn die Darstel-

lerin im Video erwachsen gewesen wäre. Es fehle vorliegend die richtige, dem 

korrekten Sachverhalt folgende Vorstellung. In keiner Weise habe die Beschuldig-

te ein Video, welches eine Minderjährige in einer solchen Situation zeige, einer 

anderen Person zugänglich machen wollen. Da das Weiterleiten eines Videos, in 

welchem sich eine erwachsene Darstellerin mit einem Kugelschreiber anal penet-

riere, nicht verboten sei, sei die Beschuldigte vom Vorwurf der Zugänglichma-

chung der Pornografie freizusprechen. Vorliegend würden keine Indizien beste-

hen, welche sich aufdrängen und nach der Lebenserfahrung erwarten lassen 

würden, dass sich die Beschuldigte der Zugänglichmachung der Pornografie 

schuldig gemacht hätte. Es sei weder erwiesen, welche Szenen die Beschuldigte 

betrachtet habe, noch ob aus diesen Szenen habe erkannt werden müssen, dass 

die Darstellerin minderjährig gewesen sei. Es würden damit erhebliche Zweifel da-

ran bestehen, dass die Beschuldigte im Video habe erkennen können, dass es 

-  8  - 

sich um Kinderpornografie gehandelt habe. Damit fehle es ganz klar am Vorsatz 

(Urk. 54 S. 6 f.) 

 5. Der innere Vorgang der Beschuldigten bzw. das Vorliegen des – be-

strittenen – (Eventual-)vorsatzes ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu 

prüfen. Gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB macht sich unter anderem strafbar, 

wer pornografische Gegenstände oder Vorführungen, welche tatsächliche sexuel-

le Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, zugänglich macht. In subjek-

tiver Hinsicht ist beim Täter (Eventual-)Vorsatz gefordert (BSK StGB-

Isenring/Kessler, 4. Aufl., Art. 197 N 76). 

 5.1. Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der 

Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien 

und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Um-

ständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2). 

 5.2. Es ist zu prüfen, ob sich aus den Aussagen der Beschuldigten Hinwei-

se ergeben, wonach sie um die Minderjährigkeit der Darstellerin wusste. Die Vo-

rinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten zutreffend zusammengefasst (vgl. 

Urk. 36 S. 5 f.). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab darauf verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 Die Beschuldigte führte in allen Einvernahmen aus, dass sie das Video nicht 

zu Ende geschaut habe, weil sie es ekelhaft gefunden habe (Urk. 3 S. 4, Urk. 4 

S. 3, Urk. 26 S. 5 und 7). Sie habe nur kurz in das Video reingeschaut (Urk. 4 

S. 3). Sie konnte sich nicht erinnern, ob die Sequenz, die sie gesehen hatte, der-

jenigen der Screenshots (Urk. 2/6) entsprach (Urk. 3 S. 5, Urk. 26 S. 6). Die junge 

Frau habe Kleider angehabt und sie habe ungefähr sieben Sekunden gesehen. 

Höchstens zwei Sekunden habe sie die Frau nackt gesehen, sonst habe sie Klei-

dung angehabt (Urk. 26 S. 6). Betreffend das Alter der Darstellerin führte sie so-

dann stets aus, nicht gewusst zu haben, wie alt sie sei (Urk. 3 S. 5, Urk. 4 S. 2, 

Urk. 26 S. 4 und 5). Sie habe nicht gemerkt, dass die Darstellerin jünger als 18 

Jahre alt sei (Urk. 26 S. 4). 

-  9  - 

 In den Aussagen der Beschuldigten sind keine Lügensignale oder Wider-

sprüche zu erkennen. Vielmehr sagte sie konstant aus, nur einen kurzen Teil des 

Videos geschaut und das Alter der Darstellerin nicht erkannt zu haben. Es erge-

ben sich aus den glaubhaften Aussagen der Beschuldigten keine Indizien darauf, 

dass sie um die Minderjährigkeit der Darstellerin wusste. Zu Gunsten der Be-

schuldigten und mangels anderer Hinweise ist sodann davon auszugehen, dass 

die Beschuldigte nur sieben Sekunden des Videos, wovon die Darstellerin zwei 

Sekunden lang nackt war, gesehen hatte. Nicht erstellen lässt sich, welche Se-

quenz des Videos die Beschuldigte gesehen hatte. 

 5.3. Als weitere Beweismittel liegen das Video (Urk. 2/7=Urk. 60) sowie 

zwei Screenshots daraus (Urk. 2/6) vor, wobei bereits die Vorinstanz zu Recht 

ausführte, dass sich nicht erstellen lässt, dass die Beschuldigte genau die Se-

quenzen des Videos gesehen hatte, welche auf den Screenshots zu sehen sind 

(vgl. Urk. 36 S. 8). 

 Das Video war der Beschuldigten via Facebook zugestellt worden. Es liegen 

keine Hinweise vor, dass sie jemanden dazu aufgefordert oder sogar danach ge-

sucht hätte. So räumte auch die Staatsanwaltschaft ein, dass der Beschuldigten 

nicht nachgewiesen werden könne, dass sie von Beginn weg Kenntnis vom Inhalt 

des Filmes hatte, und dass sie somit vom illegalen pornografischen Inhalt durch-

aus überrascht worden sein könnte (Urk. 49 S. 2). 

 Es stellt sich letztlich die Frage, ob die Beschuldigte beim Betrachten des 

Videos innerhalb von sieben Sekunden, wovon die Darstellerin zwei Sekunden 

lang nackt war, hätte erkennen müssen, dass die Darstellerin minderjährig ist. 

Sieht man die Darstellerin am Anfang des Videos bekleidet (00:00 bis 00:17), so 

ist es nicht offensichtlich, dass es sich bei der Darstellerin um eine minderjährige 

Person handelt. Allein aufgrund des Gesichts könnte es sich auch um eine voll-

jährige Frau handeln. Dass eine volljährige, junge Frau noch mädchenhaft aus-

sieht, ist nicht ungewöhnlich. Nur dort, wo man die Darstellerin von vorne nackt 

sieht, so wie z.B. auf den Screenshots, welche sich in den Akten befinden (Urk. 

2/6), ist es erkennbar, dass sie minderjährig ist, dies insbesondere aufgrund der 

noch nicht weit entwickelten Brüste. Hingegen gibt es Stellen im Video, in wel-

-  10  - 

chen die Darstellerin zwar nackt, aber nur von hinten zu sehen ist, so insbesonde-

re zwischen 01:38 und 01:45. Sieht man nur die nackte Rückseite der Darstelle-

rin, ist es nicht erkennbar, dass es sich dabei um ein minderjähriges Mädchen 

handelt. Da nicht bekannt ist, welche Videosequenz die Beschuldigte gesehen hat 

und ihr selbst von der Staatsanwaltschaft nicht vorgeworfen wird, das ganze Vi-

deo gesehen zu haben, ist nicht auszuschliessen, dass die Beschuldigte nur den 

Teil schaute, als die Darstellern bekleidet ist, sowie einen Teil, in welchem die 

Darstellerin zwar nackt, aber nur von hinten zu sehen ist. Dies wäre selbst dann 

möglich, wenn sie länger als die von ihr angegebenen sieben Sekunden zuge-

schaut hat. Die Ausführungen der Beschuldigten, wonach die Darstellerin Hand-

lungen mit einem "Vibrator" machte bzw. mit sich spielte (Urk. 3 S. 5 und Urk. 26 

S. 7), treffen auch auf die Videosequenzen zu, wo die Darstellerin nur von hinten 

zu sehen ist, und müssen nicht zwingend bedeuten, dass die Beschuldigte die 

Darstellerin von vorne sah. Zusammenfassend ist zwar unbestritten, dass die Be-

schuldigte die Darstellerin auch nackt sah, welchen Teil des Videos dies betraf, ist 

jedoch nicht erstellbar, weshalb nicht auszuschliessen ist, dass die Beschuldigte 

Videosequenzen sah, auf welchen die Minderjährigkeit der Darstellerin nicht er-

kennbar ist. Daraus, dass die Beschuldigte einen Teil des Videos sah, lässt sich 

demnach nicht schliessen, dass die Beschuldigte um die Minderjährigkeit der 

Darstellerin und demnach den kinderpornografischen Inhalt des Videos wusste. 

 5.4. Zusammenfassend ist der subjektive Tatbestand von Art. 197 Abs. 4 

Satz 2 StGB mangels Vorsatz der Beschuldigten nicht erfüllt und die Beschuldigte 

ist vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB freizu-

sprechen. 

III. Kostenfolgen 

 1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten- 

dispositiv (Ziff. 2 und 3) zu bestätigen. 

 2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mas-

sgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Unterliegt die 

Staatsanwaltschaft, trägt der verfahrensführende Kanton die Kosten 

-  11  - 

(Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl., Art. 428 N 3). Die Staatsan-

waltschaft unterliegt mit ihrem Antrag auf Schuldspruch und entsprechende Ne-

benfolgen vollumfänglich, weshalb die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ausser 

Ansatz fällt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren 

sind auf Fr. 2'304.85 (inkl. MWST) festzusetzen (vgl. Urk. 55) und auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht 

in Strafsachen, vom 25. August 2020 bezüglich der Dispositivziffer 1, zweiter 

Satzteil (Freispruch vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 

Abs. 5 Satz 2 StGB) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte wird vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 

Abs. 4 Satz 2 StGB freigesprochen. 

2. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 2 und 3) wird bestätigt.  

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kos-

ten betragen:  

Fr. 2'304.85   amtliche Verteidigung 

4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

5. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

-  12  - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-

mäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 8/1 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 

6. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 18. Mai 2021  
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Schwarzenbach-Oswald 
 

 
 

	Urteil vom 18. Mai 2021
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigte, A._____, wird vom Vorwurf der Pornografie im  Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB freigesprochen.
	2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (Kosten für das Vorverfahren [Fr. 1'600.–] sowie Dolmetscherkosten) werden auf die  Gerichtskasse genommen.
	3. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger der Beschuldigten mit Fr. 5'760.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Prozessuales
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	III.  Kostenfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 25. August 2020 bezüglich der Dispositivziffer 1, zweiter Satzteil (Freispruch vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB) ...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte wird vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB freigesprochen.
	2. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 2 und 3) wird bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 8/1
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	6. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.