# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4358042c-3cb1-50da-ab3b-9b8e52fc5b0f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2011 D-710/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-710-2008_2011-09-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­710/2008/sed

U r t e i l   v om     8 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi,
Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz.

Parteien A._______, (…),
Kongo (Kinshasa),  
vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, LL.M.,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 3. Januar 2008 / N (…).

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A.

A.a  Der  Beschwerdeführer,  ein  B._______  aus  der  Demokratischen 
Republik  Kongo  (DRK),  reichte  am  10.  Januar  2000  sein  erstes 
Asylgesuch  ein,  auf  welches  das  BFM mit  Entscheid  vom  9.  Juli  2002 
gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst.c  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR  142.31)  nicht  eintrat  und  gleichzeitig  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz  anordnete.  Dieser  Entscheid  erwuchs  mit 
Nichteintretensentscheid  der  damaligen  Asylrekurskommission  (ARK) 
vom  2.  September  2002  in  Rechtskraft.  Am  26.  April  2005  tauchte  der 
Beschwerdeführer  unter.  Am  12.  November  2007  reichte  er  im 
Empfangszentrum C._______  ein  zweites Asylgesuch  ein  und wurde  in 
der  Folge  in  das  damalige  D._______  (neu  (…))  transferiert,  wo  die 
Befragung zur Person und die Anhörung stattfanden.  
Zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  machte  der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe als Informant für die 
Rebellen  fungiert  und  sei  deshalb  inhaftiert  und  gesucht  worden.  Von 
seinem Vater, der  in der DRK E. gewesen sei, habe er gelernt, Wunden 
zu  verbinden.  So  habe  er  sich  um  die Wunden  von  "Bemba's  Leuten" 
gekümmert  und  zusätzlich  die  Rebellen  mit  Informationen  über  die 
Aufstellungen des Militärs, welche er durch seinen Vater erfahren habe, 
der die Soldaten betreut habe, versorgt. Daraufhin sei er  festgenommen 
worden,  weil  man  ihn  verdächtigt  habe,  mit  den  Rebellen 
zusammenzuarbeiten.  Kurze  Zeit  später  sei  er  aus  dem  Gefängnis 
geflohen  und  habe  Ende  1999  seine  Heimat  verlassen.  Seit  seiner 
Ausreise  habe  er  immer  noch  regen  Telefonkontakt  mit  seinem  Vater. 
Nach  der  Abweisung  seines  ersten  Asylgesuches  habe  er  sich  bis  zur 
Einreichung  des  zweiten  Asylgesuches  im  November  2007  an 
verschiedenen  Orten  in  F._______  aufgehalten.  Während  dieser  Zeit 
habe  er  von  einem Freund  erfahren,  dass  sein  Vater  im  Jahr  2006 mit 
seinem  Fahrzeug  zwischen  zwei  Militärlastkraftwagen  eingeklemmt 
worden  und  so  ums  Leben  gekommen  sei.  Zudem  habe  er  auch 
vernommen,  dass  das  Militär  schon  früher  Druck  auf  seinen  Vater 
ausgeübt  habe,  und  er  somit  annehme,  dass  sein  Vater  wegen  seiner 
Spionagetätigkeit umgebracht worden sei.

A.b  Mit  Verfügung  vom  3.  Januar  2008  ­  gleichentags  eröffnet  ­  stellte 
das  BFM  in  Bezug  auf  den  Beschwerdeführer  das  Nichterfüllen  der 
Flüchtlingseigenschaft  fest,  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Die  Vorinstanz 
begründete  ihre Verfügung  im Wesentlichen damit,  dass die Vorbringen 

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des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
gemäss 
Art. 7 AsylG nicht standhalten würden und der Vollzug der Wegweisung 
als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten sei. 

B.

Mit  Eingabe  vom  4.  Februar  2008  (Poststempel)  liess  der 
Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde einreichen und beantragte, es 
sei der negative Entscheid des BFM vom 3. Januar 2008 aufzuheben, es 
sei  ihm politisches Asyl zu gewähren und es sei die Unzulässigkeit und 
Unzumutbarkeit  des  Vollzuges  der  Wegweisung  festzustellen  und  als 
Folge  davon  sei  er  vorläufig  aufzunehmen.  In  prozessualer Hinsicht  sei 
ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sowie Akteneinsicht  in 
das  erste  Asylgesuch  vom  10.  Januar  2000  zu  ermöglichen.  Des 
Weiteren  behielt  er  sich  vor,  gegen  den materiellen  Teil  der  Verfügung 
vom  3.  Januar  2008  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  eine 
Beschwerdeergänzung abzugeben.

C.

Mit Zwischenverfügung des damals zuständigen Instruktionsrichters vom 
12.  Februar  2008 wurde  dem Beschwerdeführer mitgeteilt,  dass  er  den 
Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und er bis zum 
27.  Februar  2008  Gelegenheit  erhalte,  eine  Beschwerdeergänzung 
einzureichen.  Was  die  beantragte  Akteneinsicht  betreffe,  sei  diese 
inzwischen  gegenstandslos  geworden,  da  diese  zwischenzeitlich  mit 
Zustellung der gewünschten Akten durch das BFM am 1. Februar 2008 
gewährt  worden  sei.  Des Weiteren  werde  das  Gesuch  um  Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  abgewiesen  und  der 
Beschwerdeführer  habe  einen  Kostenvorschuss 
einzubezahlen. 

D.

Am 25. Februar 2008 wurde der Kostenvorschuss fristgerecht durch den 
Beschwerdeführer geleistet.

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E.

Mit  Eingabe  vom  27.  Februar  2008  (Poststempel)  reichte  die 
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Beschwerdeergänzung zu 
den Akten. Des Weiteren wurde gestützt auf Art. 20 der Verordnung vom 
10. September  1969  über  Kosten  und  Entschädigungen  im 
Verwaltungsverfahren (SR   172.041.0) die Rückerstattung der vom BFM 
eingezogenen Gebühren für die erstellen Kopien der eingesehenen Akten 
beantragt.

F.

Mit  Schreiben  vom  1.  Dezember  2009  (Poststempel)  teilte  die 
Rechtsvertreterin den aktuellen Stand betreffend Kindsanerkennung und 
Eheschliessung  des  Beschwerdeführers  sowie  den  Aufenthaltsstatus 
seiner Ehefrau mit. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR  173.32)  beurteilt  das BundesverwaltungsgerichtBeschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (BGG,  SR 
173.110)

1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Der 
Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art.  105 AsylG  i.V.m. Art.  48 Abs. 1 VwVG, Art.  50 Abs. 1 und Art.  52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 

2.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt, wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land, wo  sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Glaubhaft  sind  die 
Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 
vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht 
widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht 
den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber 
hinaus  muss  die  gesuchstellende  Person  persönlich  glaubwürdig 
erscheinen,  was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre 
Vorbringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber 
auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch 
darstellt,  im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder 
unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 
die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im 
Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und  lässt 
durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen 
des  Gesuchstellers.  Entscheidend  ist,  ob  im  Rahmen  einer 
Gesamtwürdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des Asylsuchenden  sprechen,  überwiegen oder 
nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen ( Art. 7 Abs. 

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2  und  3  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

3. 

3.1.  Die  Vorinstanz  hielt  zur  Begründung  des  ablehnenden 
Asylentscheides  im Wesentlichen  fest, dass einerseits die Angaben des 
Beschwerdeführers  widersprüchlich  seien,  da  er  im  Verlaufe  des 
Verfahrens zu wesentlichen Punkten unterschiedliche Angaben gemacht 
habe. Andererseits seien diese auch als zweifelhaft zu bezeichnen, da sie 
ohne zwingenden Grund erst im späteren Verlauf des Verfahrens geltend 
gemacht  worden  seien  und  nicht  lediglich  eine  Konkretisierung  bereits 
dargelegter Ereignisse darstellten. So habe der Beschwerdeführer bei der 
Erstbefragung  im  ersten  Asylverfahren  zu  Protokoll  gegeben,  er  habe 
zwei  Zwillingsschwestern,  welche  am  12.  Dezember  1985  geboren 
worden seien, anlässlich der damaligen Bundesanhörung hingegen habe 
er behauptet, er habe zwar zwei Schwestern, jedoch seien diese im Jahre 
1980 beziehungsweise 1982 zur Welt gekommen. Weiter habe er bei der 
gleichen Anhörung vorgebracht, dass seine beiden jüngeren Schwestern 
vergewaltigt  worden  seien,  wohingegen  er  in  der  Bundesanhörung  im 
Zweitasylverfahren angegeben habe, seine  jüngeren Geschwister hätten 
nur  dahingehend  Probleme  gehabt,  indem  man  sie  wegen  ihrer 
Abstammung ausgegrenzt  habe. Der Beschwerdeführer  habe  sich  auch 
widersprüchlich  über  seine  Mutter  geäussert.  So  habe  er  einerseits 
geltend  gemacht,  dass  seine  Mutter  nach  G._____  zurückgekehrt  sei, 
woher sie ursprünglich stamme, andererseits habe er aber erklärt, seine 
Mutter  habe  zwar  in  G._______  Verwandte,  sei  aber  in  der  Region 
H._______  (DRK) geboren und aufgewachsen, wo sie auch  jetzt wieder 
lebe.  Die  Vorinstanz  bemerkte  zudem,  dass  der  Beschwerdeführer 
anlässlich des ersten Asylgesuches geltend gemacht  habe,  dass  seiner 
Mutter die Stelle beim I._______ gekündigt worden sei, weil sie (…) sei. 
Hingegen  habe  der  Beschwerdeführer  beim  zweiten  Asylgesuch 
behauptet,  seine Mutter  sei  zum Zeitpunkt  seiner  Ausreise  immer  noch 
als  J._______  tätig  gewesen.  Über  die  angeblichen  Festnahmen  habe 
sich  der  Beschwerdeführer  ebenfalls  widersprüchlich  verlauten  lassen. 
Beim  ersten  Asylgesuch  habe  er  geltend  gemacht,  dass  sein  Vater 
festgenommen  worden  sei,  weil  man  ihn  verdächtig  habe,  mit  den 
Rebellen  in  Kontakt  zu  stehen.  Weiter  habe  der  Beschwerdeführer 
ausgeführt,  dass  nach  seiner  Freilassung  der  Militärchef  der  Rebellen 

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wiederholt  zu  seinem  Vater  gekommen  sei  und  ihn  aufgefordert  habe, 
sich  ihnen  anzuschliessen.  Ebenso  habe  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  seines  Erstgesuches  vorgebracht,  sein  Vater  sei  verhaftet 
worden,  weil  er  versucht  habe,  Dollar  in  seine  Landeswährung  zu 
wechseln.  Demgegenüber  habe  der  Beschwerdeführer  im  Verlaufe  des 
Zweitgesuches  diese  Vorbringen  bezüglich  seines  Vaters  nicht  mehr 
erwähnt  und  versichert,  dass  sein  Vater  nur  wegen  der  Aktivitäten  des 
Beschwerdeführers  verfolgt  worden  sei,  er  selber  aber  nichts  gemacht 
habe. Ebenso widersprüchlich  seien  seine Aussagen über  seine eigene 
Festnahme. Während  er  beim  ersten  Asylgesuch  zu  Protokoll  gegeben 
habe,  er  selbst  sei  nie  festgenommen  worden,  habe  er  beim  zweiten 
Asylgesuch  behauptet,  er  sei  festgenommen  worden,  weil  man  ihn 
verdächtigt habe, den Rebellen Informationen über das Militär geliefert zu 
haben.  Aufgrund  der  namhaften  Widersprüche  seien  seine  Vorbringen 
nicht  glaubhaft  dargetan. Des Weiteren  habe  der Beschwerdeführer  bei 
seinem  ersten  Asylgesuch  nicht  einmal  ansatzweise  etwas  von  seiner 
Inhaftierung  und  Tätigkeit  als  Informant  erwähnt.  Auf  Vorhalt  habe  er 
erklärt,  dass  er  beim  ersten  Asylgesuch  vor  allem  Fragen  beantwortet 
habe,  die  ihm  gestellt  worden  seien.  Zudem  sei  er  schwerpunktmässig 
über seine Herkunft befragt worden. Diese Vorbringen würden somit den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standhalten,  sodass  ihre Asylrelevanz nicht  geprüft werden müsse. Aus 
den Akten seien keine Gründe ersichtlich, die gegen die Zumutbarkeit der 
Rückkehr  in  die DRK sprächen,  da auch der Beschwerdeführer  gesund 
sei  und  über  eine  fundierte  Ausbildung  verfüge,  welche  ihm  auch  nach 
seiner  Rückkehr  in  die  DRK  erlauben  werde,  sich  gesellschaftlich 
einzugliedern  und  seinen Lebensunterhalt  zu  bestreiten. Ausserdem sei 
der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar.

3.2. 

3.2.1.  Demgegenüber  wendet  die  Rechtsvertreterin  des 
Beschwerdeführers  in  ihrer  ersten  Eingabe  ein,  dass  der 
Beschwerdeführer  gezielt  von  den  staatlichen Organen  aufgrund  seiner 
politischen  Weltanschauung  und  Zusammenarbeit  mit  den  Rebellen 
verfolgt  und  inhaftiert  worden  sei.  Objektiv  betrachtet  bestehe  für  den 
Beschwerdeführer  somit  eine  grosse  Wahrscheinlichkeit,  in  Zukunft 
weiteren ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  zu werden, weil er aus dem 
Militärcamp  geflüchtet  sei.  Die Menschenrechtssituation  in  der  DRK  sei 
prekär  und  die  Übergangsregierung  könne  ihre  Autorität  nicht 

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durchsetzen.  Ebenfalls  sei  das  Land  weiterhin  von  Unsicherheit, 
ethnischen  Spannungen  und  Verstössen  gegen  die  Menschenrechte 
gekennzeichnet.  Des  Weiteren  sei  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  der 
Beschwerdeführer wegen seiner Kooperation mit den Rebellen  inhaftiert 
und  bei  einem  unfairen  Prozess  unrechtmässig  und  unverhältnismässig 
bestraft werde, sehr gross, zumal er unmittelbar ertappt worden sei und 
er,  sowie  sein  Vater,  bei  den  Behörden  als  Oppositionelle  verdächtigt 
seien.  Er  habe  zudem  keine  innerstaatliche  Fluchtalternative,  weil  er 
durch  die  staatlichen Organe  im  ganzen  Land  gesucht  werde.  Deshalb 
könne  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  ohne 
Sicherheit,  Unterkunft,  tragfähiges  Beziehungsnetz  und  ohne  Arbeit  an 
keinem anderen Ort zugemutet werden. 

3.2.2. Weiter brachte die Rechtsvertreterin vor, dass bezüglich der durch 
die  Vorinstanz  angeblich  entdeckten  Widersprüche  erwähnt  werden 
müsse, dass der Beschwerdeführer beim ersten Asylentscheid überhaupt 
keine  Gelegenheit  erhalten  habe,  sein  Recht  auf  Beschwerde 
wahrzunehmen. Er hätte ansonsten gewisse Ungereimtheiten bereinigen 
können.  Aus  den  Akten  sei  auch  ersichtlich,  dass  zum  Beispiel  der 
Beschwerdeführer  bei  der  zweiten  Anhörung  im  Jahre  2000   nicht  zu 
seinen  Schwestern  befragt  worden  sei.  Ausserdem  sei  er  bei  der 
Anhörung  beim  zweiten  Asylgesuch  mehrmals  darauf  aufmerksam 
gemacht  worden,  dass  er  sich  nur  auf  seine  Probleme  konzentrieren 
solle.  Zudem  dürfe  ihm  nicht  zur  Last  gelegt  werden,  wenn  der 
Übersetzer den Arbeitsort seiner Mutter einmal mit I._______ und einmal 
mit  K._______  übersetze.  Der  Beschwerdeführer  habe  immer  die 
Wahrheit  gesagt,  nämlich,  dass  seine  Mutter  als  J._______  beim 
"I._______" gearbeitet habe und  ihr wegen  ihrer (…) Herkunft gekündigt 
worden  sei.  Er  sei  zudem während  des  zweiten  Asylverfahrens  gefragt 
worden,  wo  sich  seine Mutter  und  seine  Schwestern  aufhalten würden. 
Der  Beschwerdeführer  habe  wahrheitsgetreu  geantwortet,  dass  er  seit 
seiner  Ausreise  im  Jahre  1999  nichts  mehr  von  ihnen  gehört  habe,  er 
aber wisse, dass seiner Mutter in der Zwischenzeit gekündigt worden sei, 
sie  aber  alle  in  H._______  leben  würden.  Die  Angaben  des 
Beschwerdeführers  seien  in  wesentlichen  Punkten  stimmig  und 
nachvollziehbar,  auch wenn er  in machen Details  nicht  genau dasselbe 
gesagt habe. Darüber hinaus sei es wissenschaftlich bewiesen, dass kein 
Mensch  ein  Geschehen  bei  einer  Wiederholung  genau  auf  dieselbe 
Weise nochmals erzählen könne, und dies sei schon gar nicht nach acht 
Jahren möglich. Wie  bereits  dargelegt,  habe  er  sich  auf  seine  eigenen 
Probleme  fokussiert,  nachdem  man  ihn  gebeten  habe,  sich  auf  die 

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konkreten  Gegebenheiten  zu  konzentrieren.  Der  Beschwerdeführer 
verspreche zudem "hoch und heilig", die Wahrheit gesagt und ernsthafte 
Probleme  in  der  DRK  gehabt  zu  haben.  Zudem  müsse  noch  erwähnt 
werden, dass sein Vater wegen seiner Zusammenarbeit mit den Rebellen 
umgebracht worden sei.  In privaten Belangen sei der Beschwerdeführer 
Vater  von  zwei Kindern und wolle  auch deshalb  in  der Nähe  von  ihnen 
sein,  zumal  er  auch wegen  ihnen wieder  in  die  Schweiz  zurückgekehrt 
sei. Seine Partnerin habe ein Gesuch um einen humanitären B­Ausweis 
beim  L._______  eingereicht  und  hoffe  nun  zuversichtlich  auf  einen 
positiven  Entscheid,  zumal  der  Kanton  sich  diesbezüglich 
vielversprechend  geäussert  habe.  Des  Weiteren  befürchte  seine 
Partnerin,  seinetwegen  eine  Beeinträchtigung  ihres 
Aufenthaltsbewilligungsverfahrens zu erfahren.

3.2.3. Am  1.  Dezember  2009  teilte  die  Rechtsvertreterin  schriftlich  mit, 
dass das Gesuch der Partnerin des Beschwerdeführers und seiner Kinder 
um  eine  B­Aufenthaltsbewilligung  gutgeheissen  worden  sei  und  der 
Beschwerdeführer  zwecks  Eheschliessung  und  Beurkundung  der 
Kinderanerkennung  beim  M._______  ein  Gesuch  um 
Identitätsfeststellung  gestellt  habe.  Nachdem  durch  das  Gericht  die 
Identität  des  Beschwerdeführers  festgestellt  worden  sei,  habe  er  seine 
Partnerin  und  Mutter  seiner  beiden  Kinder  im  März  2009  geheiratet. 
Danach  habe  er  ein  Kantonswechselgesuch  eingereicht,  welches 
gutgeheissen  worden  sei.  Dementsprechend  sei  auch  seine  N­
Ausweisnummer   geändert  worden.  Der  L._______  habe  dem 
Beschwerdeführer  keinen  B­Jahresaufenthalt  erteilt,  da  seine  Ehefrau 
vom Sozialdienst  der Gemeinde N._______  teilweise  unterstützt werde. 
Diesbezüglich  müsse  aber  erwähnt  werden,  dass  dieser 
Unterstützungsbeitrag nur die monatlichen Krankenkassenprämien für die 
beiden  Kinder  und  den  Beschwerdeführer  umfasse.  Aufgrund  diesen 
Gegebenheiten  sowie  aufgrund  der  Familieneinheit  und  des Rechts  auf 
Ehe und Familie sei der Vollzug der Wegweisung unzulässig.

4. 

Einleitend  ist  festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bei seiner ersten 
Empfangsstellenbefragung  ausdrücklich  vorbrachte,  dass  er  zwei 
Schwestern  habe,  welche  Zwillinge  und  beide  am  12.  Dezember  1985 
geboren  seien  (A2/S.  2).  Hingegen  erklärte  er  während  der  beiden 
Befragungen des zweiten Asylverfahrens ( B1/S. 3 und B7/S. 5), dass er 
zwei  Schwestern  habe,  welche  jedoch  im  Jahre  1980  beziehungsweise 

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1982 zur Welt gekommen seien. Es kann mit der Vorinstanz  folgerichtig 
festgestellt werden, dass diese Aussagen widersprüchlich sind, zumal der 
Beschwerdeführer  ausdrücklich  das  Wort  "Zwillinge"  sowie  die 
verschiedenen Geburtsjahrgänge erwähnte. 

Grundsätzlich  ist  der  Rechtsvertreterin  insofern  Recht  zu  geben,  als 
Aussagen,  welche  vor  Jahren  bei  einem  ersten  Asylgesuch  gemacht 
wurden,  bei  einem  späteren  Gespräch  nicht  mehr  in  gleicher  Art  und 
Weise vorgebracht werden können.  In diesem Fall  handelt es sich aber 
nicht  um  eine  andere  Erzählweise,  sondern  um  die  Bekanntgabe  von 
unveränderlichen  Personalangaben,  von  denen  man  erwarten  dürfte, 
dass  sie  jederzeit  wahrheitsgetreu  und  unmissverständlich  dargelegt 
werden  können.  Es  erscheint  somit  unglaubhaft,  dass  der 
Beschwerdeführer nicht mehr zu wissen vermag, ob er nun Zwillinge als 
Schwestern hat oder nicht.  

Das Argument der Rechtsvertreterin, der Beschwerdeführer sei während 
der  Zweitbefragung  des  ersten  Asylverfahrens  nicht  nach  seinen 
Schwestern  befragt  worden,  vermag  diesen  grossen Widerspruch  auch 
nicht  zu mindern. Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  es  nicht  geboten 
erscheint,  den  Asylbewerber  zweimal  nach  seinen  Personalien  zu 
befragen,  falls  diese  schon  in  der  Erstanhörung  deutlich  und 
unmissverständlich zu Protokoll gegeben wurden. So verhält es sich auch 
in  diesem Fall,  bei  dem  der  Beschwerdeführer  diese Angaben  klar  und 
unmissverständlich  in  der  ersten  Anhörung  zu  Protokoll  gegeben  hat. 

Wie  die  Vorinstanz,  so  stellt  auch  das  Gericht  fest,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  der  Erstbefragung  des  ersten  Asylverfahrens 
erwähnte,  dass  seine  beiden  Schwestern  vergewaltigt  worden  seien 
("Dopo aver violentato le mie sorelle"; A5/S. 9). Andererseits gab er in der 
Bundesanhörung  des  zweiten  Asylverfahrens  an,  dass  seine  jüngeren 
Geschwister  keine  nennenswerten  Probleme  gehabt  hätten;  sie  seien 
lediglich wegen ihrer Abstammung ausgegrenzt worden (B7/S. 13). Es ist 
zu bemerken, dass der Beschwerdeführer im zweiten Asylverfahren keine 
Vergewaltigung  seiner Schwestern mehr  erwähnte.  Es  ist  anzunehmen, 
dass der Beschwerdeführer eine Vergewaltigung nicht einfach vergessen 
hätte,  zumal  er  ausdrücklich  danach  gefragt  wurde,  ob  noch  sonst 
jemand  in  der Familie Probleme gehabt  habe. Die bereits  schon  vorher 
angesprochene  Bemerkung  der  Rechtsvertreterin,  man  könne  ein 
Geschehen bei mehrmaliger Wiederholung nicht  genau gleich  erzählen, 

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greift  hier  ebenfalls  nicht.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  es  sich 
auch  hier  nicht  um  eine  andere  Art  von  Schilderung  handelt,  sondern 
dass  gewisse  einschneidende  Fakten  gar  nicht  vorgebracht  wurden, 
welche  durchaus  von  grosser  Wichtigkeit  sind  und  nicht  so  schnell  in 
Vergessenheit geraten dürften, auch wenn das Erlebte sich vor acht oder 
mehr Jahren ereignet haben soll.

Der  Beschwerdeführer  gab  bei  seiner  Erstbefragung  beim  ersten 
Asylverfahren zu Protokoll, dass seine Mutter O._______ sei ("mia madre 
dovrebbe  trovarsi  nel G._______,  lei  è  originaria  di  li" A2/S.  3). Bei  der 
Bundesanhörung  des  zweiten  Asylverfahrens  gab  er  hingegen 
ausdrücklich  bekannt,  dass  seine  Mutter  zwar  nicht  aus  G._______ 
stamme, der Ursprung ihres Stammes aber in G._______ liege (B7/S. 5). 
Entgegen  der Ansicht  der Vorinstanz  stellen  diese  beiden Äusserungen 
keinen  Widerspruch  dar.  Es  kann  durchaus  sein,  dass  der 
Beschwerdeführer  beim ersten Asylverfahren  verstanden  haben  könnte, 
woher  seine  Mutter  ursprünglich  stamme,  und  dies  mit  ihrer  Herkunft 
verwechselte.  Insofern  sind  beide  Aussagen  als  stimmig  zu  betrachten. 
Es ist davon auszugehen, dass seine Mutter in H._______ aufgewachsen 
und  wohnhaft  ist,  aber  (…)  Herkunft  beziehungsweise  Ethnie  ist. 
Nichtsdestotrotz  vermag  diese  Feststellung  nicht,  die  vorhergehenden 
und vor allem beachtlicheren Widersprüche zu mindern.

Des  weiteren  erklärte  der  Beschwerdeführer  während  der 
Empfangsstellenbefragung  im  Rahmen  des  ersten  Asylgesuches,  dass 
seine  Mutter  beim  I._______  gearbeitet  habe,  aber  ihr  aufgrund  ihrer 
Herkunft  (G._______)  gekündigt  worden  sei.  Die  Vorinstanz  sieht  zu 
Recht  einen  Widerspruch  zu  der  Aussage  des  Beschwerdeführers 
anlässlich  der  Zweitanhörung:  Dort  erklärte  er,  dass  seine Mutter  noch 
während seiner Ausreise im Jahre 1999 beim I._______ gearbeitet habe 
und er später vernommen habe, dass sie nicht mehr dort arbeite.   Auch 
das  Gericht  stellt  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  beim  zweiten 
Asylverfahren  keinen  Kündigungsgrund  aufgrund  einer  ethnischen 
Zugehörigkeit  seiner  Mutter  erwähnte.  Das  diesem  Widerspruch 
entgegen  gehaltene  Argument  der  Rechtsvertreterin,  ein 
Übersetzungsfehler  solle  dem  Beschwerdeführer  nicht  zu  Last  gelegt 
werden,  greift  hier  nicht,  zumal  es  nicht  um  die  Bezeichnung  der 
damaligen Arbeitsstelle geht, sondern um den Zeitpunkt der Beendigung 
des Arbeitsverhältnisses seiner Mutter. 

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Es  ist  festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer schwerpunktmässig 
in  grosse  Widersprüche  zwischen  dem  ersten  und  dem  zweiten 
Asylverfahren verwickelt. Somit greift das Argument der Rechtsvertreterin 
nicht,  ihr  Mandant  habe  beim  ersten  Asylverfahren  keine  Gelegenheit 
gehabt, sein Recht auf Beschwerde wahrzunehmen, ansonsten er diese 
Ungereimtheiten beseitigt hätte. Es ist diesbezüglich anzumerken, dass in 
den  beiden  Befragungen  des  ersten  Asylverfahrens  weniger 
Ungereimtheiten  festzustellen  sind,  welche  durch  eine  Beschwerde  zu 
klären  gewesen  wären.  Zudem  ist  anzufügen,  dass  die  Äusserung  der 
Befragungsperson,  der  Beschwerdeführer  solle  sich  nur  auf  seine 
Probleme  konzentrieren,  nicht  zum  Ziel  hatte,  staatliche  Kontexte  zu 
seiner Verfolgungsgeschichte, sofern diese seine persönlichen Probleme 
tangierten,  auszuschliessen.  Der  Hinweis  der  Befragungsperson,  der 
Beschwerdeführer solle sich auf seine Probleme beziehen, sollte lediglich 
bewirken,  dass  der  Befragte  nicht  allzu  sehr  in  asylirrelevante  Details 
abschweift, und nicht, dass er solche auslassen sollte.

Zu  den  weiteren  Unglaubhaftigkeitselementen  wie  beispielsweise  zu 
seiner  Inhaftierung oder  Informationsfunktion  für  die Rebellen  sowie  zur 
Festnahme  seines  Vater  äussert  sich  der  Beschwerdeführer 
bezeichnenderweise  nicht  konkret,  sondern  beharrte  im  Wesentlichen 
lediglich  auf  dem  Wahrheitsgehalt  seiner  Vorbringen  und  der  damit 
einhergehenden  Verfolgungsgefahr.  Es  erübrigt  sich  daher,  noch  näher 
auf  seine  Ausführungen  in  der  Beschwerde  einzugehen,  da  sie  am 
Ergebnis nichts zu ändern vermögen.

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer  sein  Heimatland  aus  anderen  als  den  von  ihm 
genannten Gründen verlassen hat. 

Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  die  Asylvorbringen 
des Beschwerdeführers  im Ergebnis  zu Recht  als  unglaubhaft  im Sinne 
von  Art.  7  AsylG  erachtete.  Er  erfüllt  somit  die  Voraussetzungen  zur 
Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb  die  Vorinstanz 
das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat.

5. 

Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

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Vollzug  an;  dabei  ist  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  zu 
berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen.  Die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers,  welche  im  Besitz  einer 
Aufenthaltsbewilligung  der  Kategorie  B  ist,  verfügt  nicht  über  ein 
gefestigtes  Aufenthaltsrecht  (Bürgerrecht  oder 
Niederlassungsbewilligung), weshalb sich der Beschwerdeführer gemäss 
ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. statt vieler BGE 130 
II  281,  135  I  143,  je  mit  Hinweisen)  nicht  auf  den  Schutz  des 
Familienlebens nach Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101) 
berufen  kann.  Ob  ihm  allenfalls  aus  humanitären  Gründen  das 
Bleiberecht  in  der  Schweiz  zuzusprechen  ist,  muss  durch  den  Kanton 
entschieden  werden.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21).  Der 
Vollständigkeit  halber  ist  darauf  zu  verweisen,  dass  für  die  Beurteilung 
eines  allfälligen  umgekehrten  Familiennachzuges  die  kantonalen 
Behörden des Wohnortes des Beschwerdeführers zuständig sind.

6. 

6.1.  Ist  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  möglich,  nicht  zulässig  oder 
nicht  zumutbar,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnisnach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die 
vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 
des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2.  Der  Vollzug  ist  nicht  möglich,  wenn  der  Ausländer  weder  in  den 
Herkunfts­  oder  in  den  Heimatstaat  noch  in  einen  Drittstaat  verbracht 
werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  seinen  Heimat­, 
Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen.  Der  Vollzug  kann 
insbesondere  nicht  zumutbar  sein,  wenn  er  für  den  Ausländer  eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG). 

Niemand darf  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen 
werden,  in  dem  sein  Leib,  sein  Leben  oder  seine  Freiheit  aus  einem 

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Grund nach Art.  3 Abs. 1 AsylG gefährdet  sind oder  in dem die Gefahr 
besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezwungen wird (Art. 5 
Abs.  1  AsylG).  Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV;  SR  101), 
Art.  3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder 
Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 
Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 
unterworfen werden.

6.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur 
Personenschützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO 
GATTIKER, Das Asyl­ und Wegweisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). Da 
es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  seinen  Heimatstaat  ist  demnach 
unter  dem  Aspekt  von  Art.  5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich 
weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  seinen 
Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3 
EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt 
wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte sowie jener des UN­Anti­Folterausschusses müsste der 
Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder 
unmenschliche Behandlung drohen würde  (vgl. EMARK 2001 Nr. 16, S. 
122, mit Hinweisen). Die allgemeine Menschenrechtssituation  in seinem 
Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Zudem  ist  eine  Verletzung 
von Art. 8 EMRK aufgrund der in E. 5 dargelegten Situation zu verneinen. 
Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG – 

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die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002 
3818).

6.5. Hinsichtlich der allgemeinen Situation in Kongo (Kinshasa) kann, zur 
Vermeidung von Wiederholungen, auf die detaillierte, noch von der ARK 
erstellte und  in EMARK 2004 Nr. 33 publizierte Lageanalyse zu diesem 
Land  verwiesen  werden,  welche  das  Bundesverwaltungsgericht  im 
Übrigen  als  im  Wesentlichen  weiterhin  zutreffend  erachtet.  Namentlich 
geht es davon aus, dass dort nicht landesweit eine Bürgerkriegssituation 
oder eine Situation allgemeiner Gewalt herrscht. Daran ändern auch die 
Ende  März  2007  stattgefundenen  gewalttätigen  Auseinandersetzungen 
zwischen  der  regulären  Armee  und  der  Garde  von  Ex­Rebellenschaft 
Bemba  nichts,  welcher  als  Präsidentschaftskandidat  Joseph  Kabila 
unterlegen  war  und  sich  in  der  Folge  als  Führer  einer  starken  und 
republikanischen  Organisation  weigerte,  seine  Leute  in  die  nationale 
Armee  zu  integrieren.  Nach  der  Niederlage  von  Bemba  und  dessen 
Flucht  in  die  südafrikanische  Botschaft  respektive  Weiterreise  nach 
Portugal  hat  sich  die  Situation  in  Kongo  (Kinshasa)  wieder  beruhigt. 
Mittlerweile  kann  sogar  von  einer  Stabilisierung  gesprochen  werden, 
aufgrund  derer  einem  allfälligen  Vollzug  der  Wegweisung  unter  dem 
Zumutbarkeitsaspekt  keine  triftigen  Gründe  entgegen  stehen.  Ferner 
ergeben  sich  aufgrund  der  Akten  auch  keine  in  der  Person  des 
Beschwerdeführers  liegende  Gründe,  welche  den  Vollzug  der 
Wegweisung nach Kongo (Kinshasa) als unzumutbar erscheinen liessen.

 
Gemäss  eigenen  Angaben  verfügt  der  Beschwerdeführer  über  eine 
Matura,  über  Informatikkenntnisse  und  eine  in  der  Schweiz  absolvierte 
P._______, die ihm erlauben sollten, in seiner Heimat eine wirtschaftliche 
Basis aufbauen zu können. Zudem leben noch seine beiden Schwestern 
und seine Mutter in der DRK, die ihm bei der Reintegration behilflich sein 
können.  Es  ist  daher  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  ­  aktenkundig 
gesunde  ­  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  eine 
existenzvernichtende  Situation  geraten würden.  In Würdigung  all  dieser 
Aspekte  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers in sein Heimatland als zumutbar.

6.6.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  seines  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist.

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6.7. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug der Wegweisung zu Recht 
als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt 
eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 
1 ­ 4 AuG).

7. 

Die  mit  Verfügung  vom  1.  Februar  2008  vom  BFM  bezüglich  des 
Akteneinsichtsgesuchs  der  Rechtsvertreterin  erhobene  Gebühr  ist  eine 
nach  Art.  46  Abs.  2  VwVG  mit  dem  Endentscheid  anfechtbare 
Zwischenverfügung. Vorliegend hat das BFM diese Gebühr gemäss Art. 
26 Abs. 2 VwVG   zu Recht erhoben, da sich die Akteneinsicht auf Akten 
des  rechtskräftig  abgeschlossenen  Asylverfahrens  bezog.  Die 
diesbezügliche Beschwerde ist demnach abzuweisen.

8. 

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr.  600.­­  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und mit  dem  am  25. 
Februar  2008  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag wird mit  dem  am  25.  Februar  2008  in  gleicher 
Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Contessina Theis Bettina Schwarz

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