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**Case Identifier:** e82afa19-3319-5936-806e-95d1df18ba64
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 19.10.2023 460 22 106 (460 2022 106)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-22-106_2023-10-19.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

19. Oktober 2023, (460 22 106) 

____________________________________________________________________ 

 

Strafrecht  

 

Veruntreuung  

 

Besetzung Richter Niklaus Ruckstuhl, Richter Daniel Häring (Ref.), Richter  

Dominique Steiner; Gerichtsschreiberin Melanie Zahnd 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

 

A.____, B.____, C.____, D.____ und E.____  

vertreten durch Rechtsanwalt Michael Grimm,  

Hans Huber-Strasse 28, Postfach 553, 4502 Solothurn,  

Privatkläger 

 

F.____,  

vertreten durch Advokat Mehmet Sigirci,  

Aeschenvorstadt 71, 4051 Basel,  

Privatkläger 

 

G.____,  

Privatkläger 

  

gegen 

 

 H.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Balthasar Settelen,  

Centralbahnstrasse 7, Postfach 206, 4010 Basel,  

Beschuldigter und Anschlussberufungskläger 

 

 

Gegenstand Veruntreuung etc. 

Berufung der Staatsanwaltschaft sowie Anschlussberufung des Be-

schuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts vom 3. Mai 2022 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (Dreierkammer 4) vom 3. Mai 2022 

wurde der Beschuldigte der Veruntreuung betreffend die Verwendung von Werkpreiszahlungen 

schuldig erklärt und zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je Fr. 80.00 bei einer 

Probezeit von 2 Jahren verurteilt. Vom Vorwurf der Veruntreuung betreffend Honorarzahlungen 

in Höhe von Fr. 423'000.00 sowie von Reservationszahlungen in Höhe von  

Fr. 48'000.00 zum Nachteil der Privatkläger A.____, B.____, C.____, D.____ und E.____, vom 

Vorwurf des Betrugs zum Nachteil von F.____ sowie vom Vorwurf des Betrugs zum Nachteil von 

G.____ wurde er freigesprochen. Die Vorinstanz ordnete die Herausgabe diverser Unterlagen an 

die Privatklägerin F.____ (Pos. C-1, G85479) an und entschied, dass die restlichen beschlag-

nahmten Gegenstände bei den Akten zu behalten seien. Die unbezifferte Zivilforderung von 

G.____ wurde abgewiesen. Das Strafgericht verurteilte den Beschuldigten indessen dazu, den 

Privatklägern A.____, B.____, C.____, D.____ und E.____ eine Parteientschädigung in Höhe von 

Fr. 12'053.55 zu bezahlen. Im Weiteren wurden ihm die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu 

15 % mit Fr. 6'728.40 auferlegt und der Rest auf die Staatskasse genommen. Zudem wurde dem 

Beschuldigten eine Parteientschädigung von Fr. 28'275.30 zu Lasten der Staatskasse zugespro-

chen, wobei die Vorderrichter anordneten, dass diese mit den ihm auferlegten erstinstanzlichen 

Verfahrenskosten zu verrechnen seien.  

 

B. Gegen dieses Urteil erklärte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft mit Eingabe 

vom 15. Juli 2022 Berufung und beantragte im Schuldpunkt die Aufhebung der hinsichtlich der 

Zahlungen in Höhe von Fr. 423'000.00 sowie Fr. 48'000.00 ergangenen Freisprüche wegen Ver-

untreuung sowie die Aufhebung des Freispruchs wegen Betrugs zum Nachteil von G.____. Zu-

dem erbat sie um eine Neubemessung bzw. Erhöhung der ausgesprochenen Strafe.  

 

C. Der Beschuldigte erhob am 28. Juli 2022 Anschlussberufung und begehrte, er sei hin-

sichtlich sämtlicher Vorwürfe von Schuld und Strafe freizusprechen, eventualiter sei die erstin-

stanzlich ausgesprochene bedingte Geldstrafe wegen Veruntreuung angemessen zu reduzieren. 

Die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Urteils seien entsprechend den ge-

stellten Anträgen neu zu verlegen, dies unter o/e Kostenfolge. Zugleich stellte der Beschuldigte 

den Beweisantrag, der Gutachter I.____ sei zu beauftragen, eine Grobschätzung für die Erstel-

lungskosten für den Rohbau von zwei Aussenwänden sowie der Decke und den Innenwänden 

der unverkauften Stockwerkeigentumsparzelle (5. Wohnung) zu erstellen.  

 

D. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft begründete ihre Berufung mit Eingabe vom 

28. Oktober 2022. Mit genannter Eingabe stellte sie überdies den Beweisantrag, es sei G.____ 

zur Berufungsverhandlung zu laden und er sei anlässlich der Berufungsverhandlung eingehend 

zu seinen Überlegungen im Zusammenhang mit dem Kauf der Liegenschaft zu befragen.  

 

E. Der Beschuldigte reichte am 28. Oktober 2022 ebenfalls die Begründung seiner An-

schlussberufung ein.  

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F. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft liess sich mit Eingabe vom 30. Dezember 

2022 zur Anschlussberufungsbegründung des Beschuldigten vernehmen.   

 

G. Am 6. Januar 2023 liess der Beschuldigte dem Kantonsgericht eine Stellungnahme 

zur Berufungsbegründung der Staatsanwaltschaft zugehen.  

 

H. Mit Verfügung vom 12. Januar 2023 wurde der Beweisantrag des Beschuldigten, es 

sei der Gutachter I.____ zu beauftragen, eine Grobschätzung der Erstellungskosten für den Roh-

bau von zwei Aussenwänden, der Decke und der Innenwände der unverkauften Stockwerkeigen-

tumsparzelle (5. Wohnung) zu erstellen, sowie der Beweisantrag der Staatsanwaltschaft, es sei 

G.____ vor Kantonsgericht zu befragen, abgelehnt. Sodann wurde mit der genannten Verfügung 

der Schriftenwechsel geschlossen und die Staatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte zur kan-

tonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen. Die persönliche Anwesenheit der Privatkläger und 

deren Rechtsvertretungen anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung wurde in ihr freies 

Ermessen gestellt.  

 

I. Die kantonsgerichtliche Berufungsverhandlung fand am 16. Oktober 2023 in Anwe-

senheit des Beschuldigten und seines Wahlverteidigers Advokat Dr. Balthasar Settelen, des 

Staatsanwalts Stefan Schmid sowie der Privatkläger C.____, D.____ und E.____ als Zuschauer 

statt. Der Beschuldigte wurde zur Person und zur Sache befragt. Das Urteil wurde den anwesen-

den Parteien am 19. Oktober 2023 eröffnet.  

 

 

 

Erwägungen 

 

I. Formelles  

Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Rechtsmitte-

linstanz zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie 

aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile 

erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden 

ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, 

einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. 

b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen 

Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 

StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung 

des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Ta-

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gen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzu-

reichen. Die Legitimation der Staatsanwaltschaft ist in Art. 381 Abs. 1 StPO normiert, währendem 

sich die Legitimation der beschuldigten Person aus Art. 382 Abs. 1 StPO ergibt. Das Berufungs-

gericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 

StPO).  

 

Nachdem das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 3. Mai 2022 ein taugliches Anfech-

tungsobjekt darstellt, die Staatsanwaltschaft wie auch der Beschuldigte zur Erhebung eines 

Rechtsmittels legitimiert sind, die Parteien zulässige Rügen erheben, die Rechtsmittelfristen ge-

wahrt haben sowie ihren Erklärungspflichten nachgekommen ist, ist auf die Berufung der Staats-

anwaltschaft wie auch die Anschlussberufung des Beschuldigten einzutreten. Währendem die 

Staatsanwaltschaft – mit Ausnahme des vorinstanzlich ergangenen Freispruchs betreffend den 

Vorwurf des Betrugs zum Nachteil von F.____ – eine vollumfängliche Verurteilung des Beschul-

digten gemäss Anklage fordert, begehrt dieser einen umfassenden Freispruch von Schuld und 

Strafe. Das Urteil des Strafgerichts ist damit im Schuldpunkt – mit Ausnahme des vorinstanzlich 

rechtskräftig abgeurteilten Sachverhalts betreffend F.____ (Anklageziffer 2) – vollumfänglich an-

gefochten. Damit einhergehend sind auch der Strafpunkt sowie die Kosten- und Entschädigungs-

folgen des genannten Entscheids neu zu beurteilen. Die Dispositivziffern 3. sowie 4. des erstin-

stanzlichen Urteils sind demgegenüber in Rechtskraft erwachsen und nicht mehr zu überprüfen.  

 

II. Materielles  

A. Veruntreuung im Zusammenhang mit dem Bauprojekt V.____weg in W.____ 

1. Anklagevorwurf und Standpunkte der Parteien  

1.1. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft wirft dem Beschuldigten mit Anklageschrift 

vom 7. Mai 2021 bzw. mit rektifizierter Anklageschrift vom 25. April 2022 vor, im Zusammenhang 

mit der Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit fünf Eigentumswohnungen am V.____weg in 

W.____ die ihm als General- bzw. Totalunternehmer in diesem Rahmen übermittelten Werkpreis-

zahlungen der vier Kaufparteien B.____, A.____, C.____ sowie D.____ und E.____ teilweise für 

sachfremde Zwecke verwendet zu haben. Zum einen soll sich der Beschuldigte von den ihm 

überwiesenen Zahlungen, welche auf ein Generalunternehmer-Abwicklungskonto einbezahlt 

wurden, trotz noch ausstehender Subunternehmerforderungen gesamthaft Fr. 423'000.00 als Ho-

norarzahlungen auf sein Firmenkonto überwiesen haben, obwohl er sich vertraglich dazu ver-

pflichtet hatte, die auf dieses Konto überwiesenen Gelder nur für die Erstellung der jeweiligen 

Stockwerkeigentumseinheiten zu benutzen. Dabei sei für den Beschuldigten aufgrund der nicht 

gesicherten Finanzierung des Bauprojekts sowie der noch nicht verkauften fünften Eigentums-

wohnung absehbar gewesen, dass die von den Geschädigten geleisteten Werkpreiszahlungen 

nicht ausreichen würden, um sämtliche Materialkosten sowie Forderungen der Subunternehmer 

zu decken. Darüber hinaus habe der Beschuldigte die an ihn geleisteten Werkpreiszahlungen 

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nicht wie vertraglich vereinbart nur für die Erstellung der jeweiligen Stockwerkeigentumseinhei-

ten, sondern auch für die Erstellung der fünften, bis zu diesem Zeitpunkt nicht veräusserten und 

entsprechend noch im Eigentum von F.____ stehenden Stockwerkeigentumseinheit verwendet. 

Die auf diesem Wege zum Nutzen von F.____ veruntreuten Vermögenswerte hätten sich auf 

insgesamt Fr. 444'000.00 bis Fr. 459'000.00 belaufen. Zuletzt habe der Beschuldigte auch die 

von den Wohnungskäufern erhaltenen Reservationszahlungen von gesamthaft Fr. 48'000.00, 

welche als Teil der vereinbarten Werkpreiszahlungen ebenfalls für die Erstellung der jeweiligen 

Stockwerkeigentumseinheiten hätten verwendet werden müssen, unrechtmässig verwendet, in-

dem er diese für private Zwecke verbraucht habe.  

1.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Geldbezüge des Beschuldigten im Ge-

samtumfang von Fr. 423'000.00 rechtmässig gewesen seien und sprach ihn vom oben umschrie-

benen Tatvorwurf grossmehrheitlich frei. Sie ging davon aus, dass die Staatsanwaltschaft dem 

Beschuldigten in ihrer Anklage einen grundsätzlichen Honoraranspruch zugestanden und die 

Höhe der von ihm getätigten Bezüge nicht bemängelt habe. Der Honorarbezug des Beschuldigten 

sei zudem weder gesetzlich noch vertraglich an irgendwelche Bedingungen geknüpft gewesen. 

Der Beschuldigte habe sodann zweifelsfrei eigene Leistungen bracht und die genannten Hono-

rarzahlungen folglich für sich selbst empfangen, weshalb diese kein Veruntreuungsobjekt darstel-

len würden. Dieser Argumentation folgend legte das Strafgericht weiter dar, dass auch die von 

den Privatklägern getätigten Reservationszahlungen als Teil des Honorars des Beschuldigten 

anzusehen seien. So habe der Beschuldigte im Zeitpunkt der Zahlungen bereits Vorleistungen 

erbracht, wobei in dubio pro reo von Leistungen in mindestens der Höhe der empfangenen Re-

servationsgelder auszugehen sei. Entsprechend habe er auch diese Beträge für sich selber er-

halten, womit auch in dieser Hinsicht keine Veruntreuung vorliege. Das Strafgericht sah hingegen 

den Tatbestand der Veruntreuung mit Blick auf den Ausbau der fünften, nicht verkauften Woh-

nung, für welche der Beschuldigte ebenfalls die ihm von den Privatklägern übermittelten Gelder 

verwendete, als erfüllt an. Es sei unbestritten, dass die Werkpreiszahlungen der Privatkläger dem 

Beschuldigten anvertraut und zweckgebunden gewesen seien. Zwar sei es richtig, dass der Be-

schuldigte das Bauprojekt ohne den Rohbau der fünften Stockwerkeigentumseinheit nicht hätte 

fertigstellen können. Dies rechtfertige indessen nicht die vertragswidrige Verwendung der ihm 

anvertrauten Werkpreiszahlungen, zumal er mangels entgegenlautenden Vereinbarungen als 

Generalunternehmer das wirtschaftliche Risiko habe tragen müssen. Der Beschuldigte habe so-

dann wissen müssen, dass er mit der Erstellung der fünften Wohnung jemanden – konkret F.____ 

als Eigentümerin – begünstige, womit auch eine Bereicherungsabsicht zu bejahen sei.  

1.3.  Die Staatsanwaltschaft, welche mit Eingabe vom 15. Juli 2022 gegen das erstinstanz-

liche Urteil Berufung erhob und eine vollumfängliche Verurteilung des Beschuldigten in diesem 

Anklagepunkt beantragt, wendet gegen die erstinstanzlichen Feststellungen zunächst ein, es 

treffe nicht zu, dass sie in ihrer Anklage oder anlässlich ihres Parteivortrags vor dem Strafgericht 

die Meinung vertreten habe, der Beschuldigte habe grundsätzlich einen Anspruch auf Honorar-

zahlungen gehabt. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Der Beschuldigte habe in den jeweiligen 

Werkverträgen die Erstellung der Stockwerkeigentumseinheiten zu einem pauschalen Werkpreis 

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zugesichert, was dazu geführt habe, dass er an diesen gebunden gewesen sei. Daraus folge, 

dass der Beschuldigte sich als Total- oder Generalunternehmer nur einen allfälligen Überschuss 

hätte auszahlen dürfen. Richtigerweise hätte der Beschuldigte somit erst Geld beziehen dürfen, 

wenn alle mit der Erstellung des Baus zusammenhängenden Kosten beglichen oder dies zumin-

dest sichergestellt gewesen wäre. Dies sei indessen nicht der Fall gewesen. Indem der Beschul-

digte ernsthaft habe davon ausgehen müssen, dass die Werkpreiszahlungen der vorhandenen 

Käufer nicht für die gesamten anfallenden Kosten ausreichen würden, habe er die ihm anvertrau-

ten Vermögenswerte unrechtmässig verwendet. Gleiches gelte bezüglich der Reservationszah-

lungen in der Gesamthöhe von Fr. 48'000.00. Aufgrund der offensichtlichen Fehlens finanzieller 

Mittel zu Fertigstellung des Bauprojekts, der zugesicherten Pauschalpreise sowie des dadurch 

vom Beschuldigten zu tragenden Kostenrisikos habe er auch diese Zahlungen nicht für sich ver-

wenden dürfen, so lange die übrigen Rechnungen nicht beglichen worden bzw. nicht zumindest 

durch andere finanzielle Mittel abgesichert gewesen seien (Berufungsbegründung vom 28. Okto-

ber 2022, S. 2 ff.). Der Beschuldigte habe sodann gewusst, dass nur vier der insgesamt fünf 

Wohnung verkauft worden seien, und das Geld der vier Käufer nicht für den Bau von fünf Woh-

nungen ausreiche. Er habe den Käufern vertraglich zugesichert, deren Geld nur für den Bau ihrer 

jeweiligen Stockwerkeigentumseinheiten zu verwenden. Dennoch habe er mit ihren Geldern auch 

den Bau der fünften Wohnung finanziert, womit der in diesem Zusammenhang vor Vorinstanz 

ergangene Schuldspruch zu Recht erfolgt sei (vgl. Anschlussberufungsantwort vom 30. Dezem-

ber 2022, S. 2).  

1.4. Der Beschuldigte begehrt mit Anschlussberufung einen vollumfänglichen Freispruch 

von den ihm gemachten Vorwürfen. Er bringt vor, entgegen der staatsanwaltlichen Auffassung 

sei es durchaus zulässig, dass der Generalunternehmer von den Anzahlungen der Käufer ent-

sprechend dem Baufortschritt auch Zahlungen an sein eigenes Unternehmen leiste, um eigene 

Kosten und Auslagen zu decken. Ungeachtet dieser Frage sei eine deliktische Absicht seinerseits 

ohnehin zu verneinen. Er habe damals zum ersten Mal ein Bauprojekt dieser Grösse realisiert 

und sei entsprechend unerfahren gewesen. Über die rechtliche Situation sei er sich nicht im Kla-

ren gewesen. Aus seiner Sicht habe er rechtmässig gehandelt, womit er einem Sachverhaltsirr-

tum erlegen sei. Gleiches gelte in Bezug auf den Ausbau der fünften Wohnung. Ursprünglich 

habe es Reservationen für alle fünf Wohneinheiten gegeben. Aufgrund von Verzögerungen, wel-

che hauptsächlich den Einsprachen von diversen Nachbarn sowie dem Verhalten von F.____ 

zuzuschreiben gewesen seien, habe sich der ursprüngliche Käufer der fünften Wohnung wieder 

zurückgezogen. Er habe in der Folge trotzdem mit dem Bau begonnen, da die anderen vier Käufer 

dies verständlicherweise gefordert hätten. Zur Fertigstellung der äusseren Hülle sei es sodann 

zwingend gewesen, auch die Wände sowie die Decke der unverkauften fünften Wohnung zu er-

stellen. Dass F.____ als Grundeigentümerin auch automatisch Eigentümerin der nicht verkauften, 

fünften Wohnung gewesen sei und demzufolge anteilsmässig hätte Baukosten übernehmen müs-

sen, habe er in diesem Zeitpunkt nicht realisiert. Er sei zudem jederzeit der festen Überzeugung 

gewesen, dass alle offenen Handwerkerrechnungen bezahlt werden könnten, sobald die fünfte 

Wohnung veräussert worden sei. Er habe sich an den Anzahlungen der Käufer demnach nicht 

bereichern wollen. Gleiches gelte für die von diesen geleisteten Reservationszahlungen, welche 

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unbestrittenermassen zum Werkpreis gehörten (Anschlussberufungsbegründung vom 28. Okto-

ber 2022, S. 2 ff. sowie Antwort zur Berufungsbegründung vom 6. Januar 2023, S. 2 ff.).  

  

2. Rechtliche Grundlagen  

2.1. Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich der Veruntreuung schuldig, wer ihm 

anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. 

Als anvertraut gilt, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Inte-

resse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem 

anderen abzuliefern (BGE 143 IV 297 E. 1.3; 133 IV 21 E. 6.2; jeweils mit Hinweis). Das Anver-

trautsein von Vermögenswerten setzt dabei voraus, dass der Treuhänder ohne Mitwirkung des 

Treugebers über diese verfügen kann, ihm mithin Zugriff auf das fremde Vermögen eingeräumt 

wurde. Daneben ist erforderlich, dass das Empfangene dem Treuhänder wirtschaftlich fremd ist 

(vgl. zum Ganzen BGE 133 IV 21 E. 6.2 mit Hinweisen). Die Treuepflicht des Täters im Sinne von 

Art. 138 Ziff. 1 StGB kann auf einer ausdrücklichen oder stillschweigenden Abmachung beruhen. 

Für die Werterhaltungspflicht genügt auch die Begründung eines "faktischen" oder "tatsächlichen" 

Vertrauensverhältnisses (BGE 133 IV 21 E. 6.2). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung bejaht 

eine Werterhaltungspflicht des Generalunternehmers mit Blick auf die Zahlungen der Bauherr-

schaft. Allgemein haben die Bauherren ein Interesse daran, dass die bezahlten Beträge für die 

Wertvermehrung ihres Grundstücks herangezogen und in das Bauwerk investiert werden. Ver-

wendet der Generalunternehmer die Zahlungen der Bauherren entgegen der getroffenen Verein-

barung nicht für die Begleichung der Forderungen der Handwerker und Subunternehmer, sehen 

sich diese infolge des Bauhandwerkerpfandrechts nach Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 und Art. 839 ff. 

ZGB dem Risiko einer Doppelzahlung ausgesetzt. Ihre Zahlungen sind dem Generalunterneh-

mer, mangels gegenteiliger Vereinbarung, daher in dem Umfang anvertraut, als dieser damit Ma-

terialkosten und Werklohnforderungen von Subunternehmern zu begleichen hat. Die Interessen-

lage des Bauherrn unterscheidet sich insofern nicht von jener der Finanzierungsbank. Eine Wer-

terhaltungspflicht ergibt sich mithin bereits aus dem zwischen den Bauherren und dem General-

unternehmer vereinbarten Zahlungszweck (BGer 6B_508/2010 vom 13. September 2010 E. 3.3 

mit Hinweis; BGer 6B_160/2012 vom 5. April 2013 E. 2.2.1).  

2.2. Geht der Täter fälschlicherweise davon aus, die Sache stehe in seinem Eigentum oder 

er verwende den anvertrauten Vermögenswert rechtmässig, so liegt ein Sachverhaltsirrtum im 

Sinne von Art. 13 StGB vor (Niggli/Riedo, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 112 

zu Art. 138 StGB). Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt 

das Gericht die Tat zu Gunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den er sich vorgestellt hat (Art. 

13 StGB). Unerheblich ist dabei, ob der Irrtum auf einer Verkennung von Tatsachen beruht oder 

aber auf einer fehlerhaften, die sog. «Parallelwertung in der Laiensphäre» hindernden Rechts-

vorstellung (Niggli/Maeder, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 11 zu Art. 13 

StGB).  

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2.3. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Veruntreuung Vorsatz sowie ein 

Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich un-

rechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten 

hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen 

(vgl. BGE 133 IV 21 E. 6.1.2; BGer 6B_1172/2021 vom 26. Januar 2022 E. 3.4; jeweils mit Hin-

weisen). Entsprechend fehlt es an einer unrechtmässigen Bereicherungsabsicht, wenn der Täter 

Ersatzbereitschaft, d.h. Ersatzwille und Ersatzfähigkeit, aufweist (BGE 118 IV 27 E. 3b; Nig-

gli/Riedo, a.a.O., N. 128 zu Art. 138 StGB). 

 

3. Sachverhaltswürdigung  

3.1. Übersicht  

3.1.1. Der Sachverhalt ist vorliegend in den wesentlichen Punkten als erstellt anzusehen. 

Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil eine chronologische Auflistung der Ereignisse vorgenommen, 

auf welche grundsätzlich verwiesen werden kann (vorinstanzliches Urteil, S. 7 ff.;  

Art. 82 Abs. 4 StPO). Grob zusammengefasst steht fest, dass der Beschuldigte sich gemeinsam 

mit der Grundstückseigentümerin F.____ sowie deren Ehemann J.____ dazu entschied, auf der 

Parzelle am V.____weg in W.____ ein Bauprojekt zu realisieren. Zu diesem Zweck schlossen die 

genannten Parteien am 5. September 2011 einen sog. "Exklusivvertrag", welcher dem Beschul-

digten das Recht einräumte, das genannte Grundstück maximal zu überbauen. Zudem wurde 

festgehalten, dass der Beschuldigte für Architekturleistungen, die Bauplanung, die Bauleitung 

und den Verkauf 10 % von der Bruttoüberbauungssumme ausbezahlt erhalten solle (Beilagen-

ordner 1, Register 2). Der Beschuldigte arbeitete folglich ein Bauprojekt für ein Mehrfamilienhaus 

mit fünf Eigentumswohnungen aus. Am 27. November 2012 wurde die Baubewilligung erteilt. Bis 

am 21. Februar 2013 waren alle geplanten Wohnungen reserviert. Am 29. März 2013 trat indes-

sen einer der Interessenten von der Reservationsvereinbarung zurück, so dass die geplante 

fünfte Wohnung wieder frei war. Da die betreffende Wohnung bis zum Bauende nicht veräussert 

werden konnte, erstellte der Beschuldigte diese lediglich im Rohbau. Für die übrigen vier Eigen-

tumswohnungen konnten A.____, B.____, C.____ sowie D.____ und E.____ als Käufer gewon-

nen werden. Der Beschuldigte erhielt von einigen der Parteien zunächst Reservationszahlungen 

im Gesamtumfang von Fr. 48'000.00, wobei er sich diese Gelder auf sein Firmenkonto bei der 

Bank K.____ überweisen liess. Er verwendete diese Zahlungen jedoch folglich nicht für das Bau-

projekt am V.____weg, sondern setzte die Gelder für private Zwecke bzw. Verbindlichkeiten sei-

ner Einzelfirma L.____ ein (siehe Bankbelege, Beilagenordner 2, Register 5). Im Frühling 2013 

vereinbarten sämtliche Parteien einerseits mit F.____ einen Kaufvertrag hinsichtlich der jeweili-

gen Stockwerkeigentumseinheiten sowie andererseits einen Werkvertrag (genannt "Generalun-

ternehmvertrag") mit dem Beschuldigten betreffend die Erstellung einer schlüsselfertigen Eigen-

tumswohnung inkl. Autoeinstellplatz zu einem pauschalen Werkpreis (siehe Werkverträge 

A.____, B.____, C.____ und D.____/E.____, Beilagenordner 1, Register 37, 40, 58 und 59). Die 

vier Parteien leisteten dem Beschuldigten die gemäss Werkvertrag geschuldeten Abschlagszah-

lungen (inkl. weitere Zahlungen für diverse Modifikationen) vollständig, wobei sie diese auf ein 

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bei der Bank M.____ spezifisch für das Bauprojekt eröffnetes "Generalunternehmer-Konto" (folg-

lich: GU-Konto) einzahlten. Gesamthaft erhielt der Beschuldigte von den Käufern hierdurch Bar-

mittel in der Höhe von rund 2,3 Mio. Franken (siehe Bankbelege GU-Konto, Beilagenordner 2, 

Register 4).  

3.1.2. Erstellt ist sodann, dass der Beschuldigte sich während der Bauausführung gesamt-

haft Fr. 423'000.00 vom genannten GU-Konto auf sein Geschäftskonto bei der Bank M.____ 

überwies und dieses Geld wie bereits zuvor die Reservationszahlungen für private Zwecke bzw. 

Verbindlichkeiten seiner Einzelfirma einsetzte. Gegen Ende des fortschreitenden Baus verfügte 

der Beschuldigte nicht mehr über die finanziellen Mittel, um sämtliche offenen Forderungen der 

Subunternehmer zu decken. Insgesamt betrugen die Ausstände zum Ende der Bauphase über 

Fr. 600'000.00 (act. 2753). Zu beurteilen ist, ob in Bezug auf den geschilderten Sachverhalt eine 

Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorliegt. 

 

3.2. Bemängelung der Anklageschrift  

3.2.1. Neben dem Umstand, dass die Erstinstanz die Auffassung vertritt, die Anklage würde 

dem Beschuldigten einen grundsätzlichen Anspruch auf Honorarleistungen zugestehen, bemän-

gelte das Strafgericht zudem den Aufbau und die Gestaltung der Anklageschrift als Ganzes. Unter 

anderem werde in der Anklageschrift Redundantes erwähnt sowie eine uneinheitliche Termino-

logie verwendet, sei doch an gewissen Stellen von der "fünften Wohnung" und an anderen von 

"Stockwerkeigentumseinheiten" sowie von "Stockwerkeigentumsparzellen" die Rede. Zudem 

würden die Ereignisse nicht in chronologisch korrekter Reihenfolge dargestellt und würden sich 

die im Rahmen der "Vorgeschichte" wiedergegebenen Informationen teilweise als unpräzise er-

weisen (vorinstanzliches Urteil, S. 5 ff.).  

3.2.2. Den Vorderrichtern kann zunächst nicht gefolgt werden, wenn sie ausführen, dass 

dem Beschuldigten in der Anklage ein grundsätzlicher Honoraranspruch zugestanden werde und 

sich die Staatsanwaltschaft auch nicht zur zulässigen Höhe des Honorars geäussert habe. Viel-

mehr ist das Gegenteil der Fall. So wird in der Anklageschrift wortwörtlich ausgeführt: "Nach Ab-

schluss der Werkverträge wurde am 11. April 2013 ein GU-Abwicklungskonto bei der Baselland-

schaftlichen Kantonalbank eingerichtet, auf welches A.___, B.____, C.____ sowie D.____ und 

E.____ die jeweils im Werkvertrag vereinbarten Teilzahlungen leisteten. In der Folge verwendete 

der Beschuldigte diese ihm als verantwortlichem Totalunternehmer anvertrauten Vermögens-

werte teilweise unrechtmässig in seinem Nutzen, indem er wissentlich und willentlich sowie in 

unrechtmässiger Bereicherungsabsicht Überweisungen in der Höhe von insgesamt 

CHF 423'000.00 als Honorarzahlungen auf sein Firmenkonto vornahm, obschon er sich vertrag-

lich verpflichtet hatte, die auf das GU-Abwicklungskonto geleisteten Werkpreiszahlungen für die 

Erstellung der Stockwerkeigentumseinheiten zu verwenden". Ungeachtet des Umstands, dass 

die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift das Wort "Honorar" verwendet, geht aus dem von 

ihr umschriebenen Sachverhalt mit genügender Klarheit hervor, dass sie die Auffassung vertritt, 

der Beschuldigte habe auf diese Zahlungen keinen Anspruch gehabt. Gleiches gilt hinsichtlich 

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der Reservationszahlungen. In diesem Zusammenhang hat die Staatsanwaltschaft den Anklage-

vorwurf wie folgt umschrieben: "Schliesslich verwendete der Beschuldigte auch ihm anvertraute 

Reservationszahlungen in der Höhe von insgesamt CHF 48'000.00, welche als Teil der verein-

barten Werkpreiszahlungen für die Erstellung der jeweiligen Stockwerkeigentumseinheiten hätten 

verwendet werden müssen, wissentlich und willentlich unrechtmässig in seinem eigenen Nutzen, 

indem er sich diese Gelder auf sein Firmenkonto überweisen liess und das Geld in der Folge 

unrechtmässig für private Zwecke verwendete". Es steht mithin fest, dass die Staatsanwaltschaft 

dem Beschuldigten vorwirft, er habe einen Teil der Werkpreiszahlungen, bei welchen es sich um 

ihm anvertraute Vermögenswerte gehandelt habe, unrechtmässig für eigene Zwecke verwendet 

und dadurch eine Veruntreuung begangen. Der dahingehend ausformulierte Tatvorhalt ist ent-

sprechend durch das Kantonsgericht zu überprüfen. Das Kantonsgericht teilt sodann auch die 

vorinstanzliche Auffassung nicht, was deren Feststellungen hinsichtlich der Anklageschrift als 

Ganzes betrifft. Nach Ansicht des Kantonsgerichts erweist sich der dem Beschuldigten vorgehal-

tene Sachverhalt als hinreichend verständlich. Weder die an gewissen Stellen unpräzise Wieder-

gabe der "Vorgeschichte" noch die teilweise unterschiedlichen Bezeichnungen für die jeweiligen 

Stockwerkeigentumseinheiten bzw. Wohnungen vermögen daran etwas zu ändern. Mit Blick auf 

die Einhaltung des Anklagegrundsatzes ist entscheidend, dass die beschuldigte Person genau 

weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert 

wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, 

erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden. Solange für 

die beschuldigte Person klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann auch eine feh-

lerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf 

(BGer 6B_941/2018 vom 6. März 2019 E. 1.2.1). Dies war vorliegend offensichtlich der Fall, hat 

doch der Beschuldigte selber die Anklage mit keinem Wort bemängelt und sich zu den ihm ge-

machten Tatvorwürfen umfassend geäussert. Der ausführlichen Kritik der Vorinstanz an der An-

klageschrift kann demnach nicht beigepflichtet werden.  

 

3.3. Bezug von sog. Honorarzahlungen  

3.3.1. In der Sache stellt sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, ihm seien 10 % der 

Bruttoüberbauungssumme zugestanden und er habe für seine Eigenleistungen fortlaufend ein 

Honorar beziehen dürfen. Er habe sodann trotz des Umstands, dass die letzte Wohnung noch 

nicht verkauft gewesen sei, mit dem Bau beginnen müssen, zumal die übrigen Parteien Druck 

auf ihn ausgeübt hätten. Er habe in der Mitte des Gebäudes nicht einfach ein Loch lassen können, 

sondern habe die fünfte, nicht verkaufte Wohnung zumindest im Rohbau erstellen müssen. Er 

bestätigt, dafür die von den übrigen Parteien erhaltenen Werkpreiszahlungen verwendet zu ha-

ben. Dass sich diese unverkaufte Wohnung im Eigentum der Grundstückbesitzerin F.____ be-

funden habe, sei im damals zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen. Er sei einfach davon 

ausgegangen, dass die Wohnung bis zum Abschluss des Bauprojekts noch veräussert und das 

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Geld so später wieder reingeholt und die ausstehenden Rechnungen damit bezahlt werden könn-

ten (siehe Befragung des Beschuldigten vor Kantonsgericht, Protokoll Kantonsgericht [nachfol-

gend: Protokoll KG], S. 5 ff.).  

3.3.2. Die Staatsanwaltschaft vertritt demgegenüber die Ansicht, dass der Beschuldigte als 

Total- bzw. Generalunternehmer lediglich den am Schluss verbleibenden Gewinn für sich hätte 

beziehen dürfen. Sie macht zudem geltend, dass der Beschuldigte vor der vollständigen Bezah-

lung sämtlicher Subunternehmer keinen Anspruch auf Akonto- bzw. Honorarzahlungen gehabt 

habe. Nachdem es für den Beschuldigten ersichtlich gewesen sei, dass das Bauprojekt unterfi-

nanziert gewesen sei, habe er mithin keinerlei Anrecht auf irgendwelche Zahlungen gehabt, wo-

mit der gesamte von ihm bezogene Betrag als veruntreut anzusehen sei (Protokoll KG, S. 15 ff.).  

3.3.3. Hinsichtlich der rechtlichen Pflichten des Beschuldigten sind zunächst die relevanten 

vertraglichen Vereinbarungen näher zu betrachten. So hat der Beschuldigte mit den Wohnungs-

käufern jeweils einen sog. "Generalunternehmervertrag" abgeschlossen. Darin verpflichtete er 

sich diesen gegenüber zur Erstellung einer schlüsselfertigen Eigentumswohnung inklusive Au-

toeinstellplatz zu einem pauschalen Werkpreis. In Art. 6 Ziff. 2 der Werkverträge verpflichtete sich 

der Beschuldigte, sämtliche Werkpreiszahlungen in vollem Umfang zur Erfüllung des Werkver-

trags zu verwenden. In der Folge wurden die Werkpreiszahlungen von den Wohnungskäufern auf 

ein speziell dafür errichtetes GU-Konto bei der Bank M.____ überwiesen. Im Zuge der Eröffnung 

des Kontos verpflichtete sich der Beschuldigte gegenüber der Bank M.____ sodann ebenfalls 

dazu, die auf das GU-Konto überwiesenen Beträge einzig zur Erstellung der jeweiligen Wohnun-

gen am V.____weg in W.____ zu verwenden (siehe hierzu exemplarisch die "Vereinbarung mit 

Generalunternehmer" zwischen der Bank M.____ und dem Beschuldigten betreffend die Eigen-

tumswohnung von C.____ vom 17. April 2013, Beilagenordner 1, Register 42). Die dem Beschul-

digten überwiesenen Werkpreiszahlungen waren diesem mithin unzweifelhaft anvertraut, wobei 

in diesem Zusammenhang auf die oben wiedergegebene bundesgerichtliche Rechtsprechung 

verwiesen werden kann. 

3.3.4. Der Beschuldigte war mithin gehalten, von den sich auf dem GU-Konto befindlichen 

Geldern sämtliche im Zusammenhang mit dem Bauprojekt anfallende Rechnungen zu beglei-

chen, insbesondere diejenigen der Handwerker bzw. Subunternehmer. Fraglich erscheint, ob der 

Beschuldigte sich auch – wie von ihm behauptet – fortwährend ein eigenes Honorar ausbezahlen 

durfte. In diesem Zusammenhang erscheint Art. 3 des "Generalunternehmervertrags" von Beach-

tung, welcher festhält, dass der pauschale Werkpreis grundsätzlich sämtliche Arbeiten und Lie-

ferungen, die zur Erstellung der Bauten erforderlich sind (lit a), die Bauführung und das Bauma-

nagement (lit. c) sowie auch die Honorare sämtlicher Architekten, Ingenieure und weiterer Spe-

zialisten (lit. e) umfasst. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte als Total- bzw. Generalunterneh-

mer hinsichtlich der Bauprojekts Eigenleistungen erbracht hat. Die vertraglichen Unterlagen be-

inhalten sodann keine ausdrückliche Regelung hinsichtlich der Frage, zu welchem Zeitpunkt der 

Beschuldigte zum Bezug eines Honorars für Eigenleistungen berechtigt gewesen wäre. Pla-

nungsleistungen werden in der Regel nach Leistungsfortschritt und Realisierung entsprechend 

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den Normen der SIA beglichen, wobei bei einem Realisierungsmodell mit einem Generalunter-

nehmer der Bauherr den Architekten, die Bauleitung und die anderen Planer direkt zahlt. Der 

Totalunternehmer zahlt sich das Honorar hingegen selber aus (siehe Gutachten N.____ AG vom 

31. Januar 2020, act. 1487 f.). Mithin war der Beschuldigte grundsätzlich dazu berechtigt, für 

seine Eigenleistungen eine Vergütung zu empfangen. Was jemand für eigene Leistungen erhält, 

gilt denn auch nicht als anvertraut (BGE 118 IV 239 E. 2b). Es stellt sich indessen die Frage, ob 

es dem Beschuldigten erst gestattet war, sich ein Honorar auszuzahlen, sofern er über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügte, um sämtliche ausstehenden Rechnungen zu begleichen. Diese 

Frage kann aber schlussendlich offengelassen werden, zumal das Kantonsgericht dem Beschul-

digten zugesteht, dass er gestützt auf Art. 3 der Werkverträge davon ausgehen durfte, hinsichtlich 

seiner Eigenleistungen zum Bezug von Akontozahlungen berechtigt gewesen zu sein. Der Be-

schuldigte hat während des vorliegenden Verfahrens konstant ausgesagt, gesamthaft Anspruch 

auf 10 % der Bruttobausumme gehabt zu haben. Dieser Betrag kann indessen einzig dem sog. 

"Exklusivvertrag" zwischen dem Beschuldigten und dem Ehepaar F.____ und J.____ vom 5. Sep-

tember 2011 entnommen werden, wobei die Vorinstanz in dieser Hinsicht korrekt festgehalten 

hat, dass diese Vereinbarung das Vertragsverhältnis zwischen dem Beschuldigten und den je-

weiligen Wohnungskäufern grundsätzlich nicht tangiert. Das Gericht zeigt sich indessen über-

zeugt davon, dass der juristisch nicht versierte Beschuldigte von der Rechtmässigkeit dieses Ho-

noraranteils ausging, zumal er während des gesamten Verfahrens in dieser Hinsicht konstante 

wie auch nachvollziehbare Aussagen gemacht hat (act. 1169, act. 2831, Protokoll KG, S. 5). Dem 

Beschuldigten wird somit in dieser Hinsicht ein Sachverhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB 

zugestanden und der Sachverhalt wird so beurteilt, wie ihn sich der Beschuldigte vorgestellt hat. 

Entsprechend ist er auf seinen Angaben zu behaften, wonach ihm grundsätzlich ein Entgelt im 

Umfang von 10 % zustand, wobei er dieses fortlaufend während dem Bauprozess beziehen 

durfte. Die genaue Höhe des dem Beschuldigten – gemäss seiner Vorstellung – zustehenden 

Honorars sowie der zulässige Umfang der ihm während des Baus zustehenden Raten müssen 

indessen einer näheren Betrachtung unterzogen werden. 

3.3.5. Soweit der Beschuldigte im laufenden Verfahren betreffend der stets genannten  

10 % immer auf die sog. Bruttobausumme verwies, bedarf dies einer gewissen Relativierung. 

Denn die Bruttobausumme konnte während des laufenden Baus lediglich geschätzt werden und 

variierte in ihrer Höhe. In den Akten finden sich unterschiedliche Beträge von meist rund 3,7 bis 

4 Mio. (vgl. act. 2901; act. 2833; Beilagenordner 1, Register 25, 28, 30). Gemäss diesen Zahlen 

hätte der Beschuldigte seinen eigenen Aussagen folgend somit nur maximal Fr. 400'000.00 als 

Gesamthonorar beziehen dürfen; ausweislich der Akten hat er von den Werkpreiszahlungen der 

vier Besteller indessen Fr. 423'000.00 und damit eindeutig mehr bezogen. Hinzuzurechnen sind 

sodann die Reservationszahlungen in der Gesamthöhe von Fr. 48'000.00, welche sich der Be-

schuldigte auf sein Geschäftskonto bei der Bank K.____ überweisen liess und welche er in der 

Folge ebenfalls für private Zwecke sowie geschäftliche Auslagen verwendete. Speziell mit Blick 

auf die Reservationszahlungen ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten durchaus 

widersprüchlich ausgefallen sind. So machte er zu Beginn der Untersuchung geltend, diese Zah-

lungen seien nicht Teil des Werkpreises, sondern Maklerprovisionen gewesen (act. 2855 ff.; 2885 

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f.). Erst als der Beschuldigte mit dem Umstand konfrontiert wurde, dass sich aus den Reservati-

onsvereinbarungen wie auch den Werkverträgen ausdrücklich ergibt, dass die Reservationszah-

lungen an den Werkpreis angerechnet werden und gemäss den vertraglichen Unterlagen mithin 

ebenfalls unzweifelhaft als Werkpreiszahlungen gelten (siehe als Beispiel Reservationsvereinba-

rung mit B.____, Ziff. 8: "Kommt zwischen L.____ und dem Käufer ein gültiger Werkvertrag zu-

stande, fällt diese Vereinbarung ohne weiteres dahin. Die geleistete Zahlung wird diesfalls an den 

Pauschalwerkpreis des in dieser Vereinbarung umschriebenen Objekts angerechnet", act. 2669 

sowie Ziff. 5 der Werkverträge), schwenkte der Beschuldigte um und bestätigte, dass es sich 

dabei um "einen Teil des Kaufpreises" gehandelt habe (Protokoll KG, S. 8 f.). Der Beschuldigte 

hat mithin von den ihm anvertrauten Gelder der Besteller insgesamt  

Fr. 471'000.00 als "Honorar" bezogen und in der Folge für die Auslagen seiner Einzelfirma sowie 

teilweise für private Rechnungen verwendet, wobei er sich darüber im Klaren sein musste, dass 

die Gesamthöhe dieses "Honorars" die ihm gemäss seiner Auffassung nach zustehenden 10 % 

der Bruttobausumme eindeutig überstieg.  

3.3.6. Auch wenn der Beschuldigte in juristischer Hinsicht als Laie zu bezeichnen ist und ihm 

zumindest das genaue Zusammenspiel der diversen Verträge nicht hinreichend klar sein musste, 

musste er sich sodann seiner vertraglichen Verpflichtungen, welche in den jeweiligen Vereinba-

rungen auch für ihn verständlich aufgeführt waren, ebenfalls bewusst sein. Dem Beschuldigten 

musste folglich klar gewesen sein, dass er das von den vier Wohnungserwerbern erhaltene Geld 

nur zur Erstellung der jeweiligen Wohnungen verwenden durfte. Dies ergab sich neben den vom 

Beschuldigten bzw. seiner damaligen Rechtsvertretung aufgesetzten Werkverträgen auch aus 

Art. 3 lit a des Vertrags mit der Bank M.____, welcher vorschrieb, dass der Beschuldigte das 

Kontoguthaben ausschliesslich zur Bezahlung von wertvermehrenden Bauarbeiten und Werklie-

ferungen der Handwerker sowie für Honorare der Architekten, Ingenieure und des Generalunter-

nehmers zweckkonform verwenden dürfe. In Art. 3 lit. b wurde sodann festgehalten, dass die 

Zahlungen nur nach Baufortschritt sowie im Rahmen des Kostenvoranschlags des Generalunter-

nehmers geleistet werden dürfen. Zudem wurde ausgeführt, dass die Abschlagszahlungen 90 % 

des Gegenwerts der bereits erbrachten Leistung nicht überschreiten dürfen. Der Beschuldigte hat 

sich entsprechend im Klaren darüber sein müssen, dass auch er sein Honorar nur gemäss Bau-

fortschritt beziehen durfte. Da der Beschuldigte die ihm überwiesenen Werkpreiszahlungen so-

dann nur zweckgebunden einsetzen durfte, musste er sein Honorar jedem Vertragspartner ge-

sondert in Rechnung stellen, wobei dessen Höhe die von ihm geltend gemachten 10 % nicht hätte 

übersteigen dürfen. Entsprechend hätte der Beschuldigte – gestützt auf die vertraglichen Grund-

lagen – bis zur Fertigstellung des Baus von den Privatklägern, welche ihm für die Erstellung ihrer 

vier Eigentumswohnungen insgesamt rund 2,3 Mio. Franken überwiesen, gesamthaft für seine 

Eigenleistungen (wie z.B. die Planung und Bauleitung, welche der Beschuldigte in Zusammenar-

beit mit seinem Sohn verrichtet hatte) höchstens rund Fr. 230'000.00 unter dem Titel Honorar 

beziehen dürfen und dies auch nur entsprechend dem Baufortschritt.  

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3.3.7. Neben dem Umstand, dass sich der Beschuldigte mit Fr. 471'000.00 weitaus mehr 

auszahlte, als ihm zustand, erhellt aus den edierten Bankunterlagen im Weiteren, dass er Akon-

tozahlungen nicht nach Baufortschritt, sondern vielmehr dann bezog, wenn seine Einzelfirma wie-

der finanzielle Mittel zur Deckung der anstehenden Verpflichtungen benötigte. Exemplarisch sei 

in diesem Zusammenhang auf die Bankbewegungen von Ende September 2013 verwiesen: Am 

22. September 2013 wies das Firmenkonto des Beschuldigten einen positiven Saldo von lediglich 

Fr. 1'271.12 aus. Am 25. September 2013 überwies sich der Beschuldigte vom GU-

Abwicklungskonto Fr. 20'000.00. Dieser Gutschrift stehen wenige Tage später, nämlich am 

30. September 2013, Belastungen in Höhe von Fr. 15'510.65 gegenüber. Als weiteres Beispiel 

dienen die Kontobewegungen von März 2014. Am 3. März 2014 wies das Firmenkonto des Be-

schuldigten einen Saldo von Fr. -1'924.25 auf, wobei er sich gleichentags vom GU-

Abwicklungskonto einen Betrag von Fr. 15'000.00 überwies. Innerhalb der nächsten drei Tage 

tätigte er folglich Ausgaben in Höhe von über Fr. 10'000.00, womit er den Grossteil des Geldes 

fast schon wieder verbraucht hatte (siehe Bankbelege in Beilagenordner 2, Register 3). Ende 

September 2013 und damit noch lange vor Bauende hatte der Beschuldigte von den Werkpreis-

zahlungen sodann bereits Fr. 233'000.00 und somit den gesamten ihm von den vier Wohnungs-

käufern zustehenden Betrag bezogen (siehe Beilage 2 zum Protokoll KG).  

3.3.8. Der Beschuldigte konnte sodann die Augen nicht davor verschliessen, dass seine 

übermässigen wie auch frühzeitigen Geldabzüge vor dem Hintergrund der letzten, noch nicht 

veräusserten Eigentumswohnung unweigerlich zur erheblichen Unterfinanzierung des Baupro-

jekts beitrugen, zumal er selber über keine finanziellen Reserven verfügte. Im Gegenteil. Denn 

der Beschuldigte hat anlässlich des vorliegenden Strafverfahrens betont, dass das Mehrfamilien-

haus am V.____weg in W.____ damals sein einziges Bauprojekt war und entsprechend auch 

seine einzige Einkommensquelle darstellte (Protokoll KG, S. 11).  

3.3.9. Der Beschuldigte vermag sich sodann nicht zu entlasten, wenn er ausführt, sämtliche 

von ihm bezogenen Gelder seien im Zusammenhang mit Auslagen bezüglich der Bauprojekts 

erfolgt. Dies ist als Schutzbehauptung zu werten, haben sich die Aussagen des Beschuldigten in 

dieser Hinsicht doch als nicht stimmig erwiesen und stehen sie darüber hinaus im Widerspruch 

zur Aktenlage. Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte hinsichtlich des Baus am V.____weg 

Auslagen gehabt und von seinem Firmenkonto bei der Bank M.____ einzelne mit dem Bauprojekt 

zusammenstehende Überweisungen getätigt hat. So hat er beispielsweise an seinen Sohn 

O.____ bzw. dessen Einzelfirma P.____, welche nach seinen Aussagen für die Planung wie auch 

die Bauleitung zuständig war (Protokoll KG, S. 11), mehrfach Zahlungen geleistet (siehe bspw. 

am 22. Oktober 2013 Fr. 5'000.00 für "allg. Entschädigungen", am 7. November 2013 

Fr. 15'000.00' für "Planungskosten" Fr. 15'000.00 sowie am 6. Januar 2014 Fr. 8'000.00 für "Pla-

nungskosten"; siehe Bankbelege in Beilagenordner 2, Register 3). Weitere Zahlungen von sei-

nem Firmenkonto, welche offensichtlich im Zusammenhang mit dem Bauprojekt am V.____weg 

standen, sind jedoch nicht ersichtlich. Der Beschuldigte machte anlässlich der kantonsgerichtli-

chen Berufungsverhandlung zwar geltend, er habe u.a. auch Lohnkosten gehabt, und neben sei-

ner Schwiegertochter sei auch sein Sohn bei ihm angestellt gewesen (Protokoll KG, S. 11). Auf 

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Nachfrage korrigierte er sich jedoch dahingehend, dass sein Sohn selbstständig erwerbend ge-

wesen sei (Protokoll KG, S. 11). Der Beschuldigte nahm sodann eine Vielzahl von nicht ge-

schäftsrelevanten Zahlungen vor. So bezahlte er mit den vom GU-Konto überwiesenen Werk-

preiszahlungen u.a. auch Bussen (siehe Zahlungen vom 6. November 2013, 2. Dezember 2013, 

3. März 2014 und 1. April 2014), Krankenkassenrechnungen (siehe Überweisung vom 31. De-

zember 2013 in der Höhe von Fr. 2'822.40), optometrische Dienstleistungen (siehe Zahlungen an 

Q.____ GmbH von Fr. 101.40 am 13. August 2014 sowie von Fr. 363.70 am 31. Dezember 2013) 

sowie Beiträge an die Partei R.____ (siehe Zahlung in Höhe von Fr. 500.00 vom 25. Oktober 

2013). Im Weiteren übernahm der Beschuldigte für die Monate August 2013 sowie Oktober 2013 

bis März 2014 die Mietkosten von F.____ in der Höhe von jeweils Fr. 2'150.00 (einmalig 

Fr. 2'200.00), welche er ebenfalls mit den vom GU-Konto transferierten Geldern finanzierte. Zwar 

machte der Beschuldigte hinsichtlich dieser Ausgaben anlässlich der kantonsgerichtlichen Beru-

fungsverhandlung Nichtwissen geltend bzw. bestritt, für F.____ je Mietkosten übernommen zu 

haben (Protokoll KG, S. 13). Die Zahlungsmitteilungen der betreffenden Überweisungen ("Miete 

F.____ August" bzw. "Miete F.____ X.____", siehe Beilagenordner 2, Register 3) lassen an deren 

Zweckbestimmung indessen keine Zweifel aufkommen. Die Aussage des Beschuldigten, die be-

zogenen Gelder seien einzig im Zusammenhang mit dem Bauprojekt am V.____weg und nicht 

für Privates oder Anderweitiges eingesetzt worden (vgl. act. 2915; Protokoll KG, S. 10 f.), er-

scheint demnach bereits unter diesen Gesichtspunkten als nicht zutreffend. Ohnehin trifft den 

Beschuldigten hinsichtlich entlastender Umstände, welche er geltend macht, eine Substantiie-

rungslast (BGer 6B_1047/2018 vom 19. Februar 2019 E.1.3.1). Entgegen seinen Aussagen wäh-

rend des Untersuchungsverfahrens (siehe Einvernahme vom 26. Juli 2016, act. 2915, Zeile 552 

ff.) hat der Beschuldigte indessen keinerlei Nachweise, welche seine (weiteren) Auslagen im Zu-

sammenhang mit dem Bauprojekt am V.____weg belegen würden, eingereicht. Entsprechend 

muss darauf geschlossen werden, dass seine projektspezifischen Auslagen den ihm zustehen-

den Betrag von Fr. 230'000.00 nicht überschritten haben und ist seinen gegenteiligen Behaup-

tungen nicht zu folgen. 

3.3.10. In einer Gesamtbetrachtung kommt das Kantonsgericht somit zum Schluss, dass der 

Beschuldigte – auch unter Zugestehen eines Sachverhaltsirrtums gemäss Art. 13 StGB – maxi-

mal rund Fr. 230'000.00 der Werkpreiszahlungen als eigenes Honorar beziehen durfte. Nachdem 

der Beschuldigte indessen von den ihm anvertrauten Werkpreiszahlungen (inkl. Reservations-

zahlungen) Fr. 471'000.00 bezogen und für eigene Zwecke verwendet hat, hat er hinsichtlich der 

weiteren Beträge den objektiven Tatbestand der Veruntreuung erfüllt, womit der Deliktsbetrag auf 

Fr. 241'000.00 zu bemessen ist.  

3.3.11. In subjektiver Hinsicht ist ein direktvorsätzliches Handeln in Bereicherungsabsicht 

ohne Weiteres zu bejahen. Der Beschuldigte wusste um die Zweckgebundenheit der ihm anver-

trauten Werkpreiszahlungen. Er bezog die Gelder, um seine eigenen Lebenskosten zu finanzie-

ren, die Unkosten seiner Einzelfirma zu begleichen sowie teilweise auch, um diese im Nutzen 

einer Drittperson – in casu F.____ – einzusetzen. Dem Beschuldigten musste sodann ohne Wei-

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teres klar sein, dass hinsichtlich des Bauprojekts bei Nichtverkauf der fünften Wohnung eine er-

hebliche Unterfinanzierung zu Tage treten würde. Wenn der Beschuldigte angibt, er habe wäh-

rend des gesamten Baus darauf vertraut, es werde sich noch ein Käufer finden, und das finanzi-

elle Defizit werde durch den Verkauf der letzten Wohnung noch ausgeglichen (Protokoll KG, 

S. 12), spricht dies zwar für das Vorliegen eines Ersatzwillens, es fehlt indessen an einer jeder-

zeitigen Ersatzfähigkeit. Der Beschuldigte verfügte in der betreffenden Zeit über kein anderweiti-

ges relevantes Einkommen. Entsprechend konnte er auch nicht ausreichend liquide Mittel auf-

bringen, um auf den Zeitpunkt der Fälligkeit sämtliche Rechnungen der Subunternehmer beglei-

chen zu können. Die Ersatzfähigkeit darf nur bejaht werden, wenn das Geld für den Täter jederzeit 

griffbereit ist, nicht aber, wenn er es sich erst bei Dritten beschaffen muss (BGer 6B_508/2010 

vom 13. September 2010 E. 5.3; BGE 118 IV 27 E. 3b). Folglich kann der Beschuldigte durch 

seine Beteuerungen nichts zu seinen Gunsten für sich ableiten und ist auch der subjektive Tat-

bestand als erfüllt anzusehen.  

 

3.4. Ausbau der fünften Wohnung  

3.4.1. Der Beschuldigte hat im Zuge der Strafuntersuchung sodann bestätigt, dass er für den 

Rohbau der fünften, nicht veräusserten Eigentumswohnung die Gelder der vier übrigen Woh-

nungskäufer einsetze (Protokoll KG, S. 12; SG act. 3). Auch wenn er sich während der Bauaus-

führung, wie er angibt, keine konkrete Gedanken zu den Eigentumsverhältnissen hinsichtlich die-

ser fünften, noch nicht veräusserten Wohnung gemacht hat, hat er die Werkpreiszahlungen der 

übrigen Wohnungskäufer dennoch wissentlich für den Ausbau der fünften Wohnung und damit 

zweckwidrig verwendet. Auch in diesem Zusammenhang kann der Beschuldigte nichts für sich 

ableiten, wenn er geltend macht, er sei davon ausgegangen, dass die letzte Wohnung noch ver-

kauft werde (siehe oben). Der Beschuldigte kann sich sodann ebenso wenig entlasten, wenn er 

ausführt, er habe zum damaligen Zeitpunkt nie darüber nachgedacht, wem die letzte Wohnung 

im unverkauften Zustand gehöre (vgl. Protokoll KG, S. 13). So musste dem Beschuldigten nichts-

destotrotz bewusst sein, dass die genannte Stockwerkeigentumseinheit nicht den übrigen vier 

Wohnungskäufern gehörte und er durch die Verwendung von deren Gelder eine Drittperson be-

günstigte. Insofern ist zumindest eine Eventualabsicht auf eine unrechtmässige Bereicherung zu 

Gunsten eines Dritten zu bejahen. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt 

bei Absichtsdelikten Eventualabsicht in gleicher Weise wie bei Erfolgsdelikten der Eventualvor-

satz. Dies gilt auch für die Absicht unrechtmässiger Bereicherung im Zusammenhang mit Aneig-

nungsdelikten (BGer 6B_1314/2020 vom 8. Dezember 2021 E. 2.5 mit Hinweisen). Folglich ist 

auch hinsichtlich des Ausbaus der fünften Eigentumswohnung eine Veruntreuung zu bejahen.  

3.4.2. Betreffend die Höhe des Deliktsbetrags gilt indessen was folgt: Es ist erwiesen, dass 

der Beschuldigte die letzte, nicht veräusserte Wohnung lediglich im Rohbau erstellt hat, womit 

der finanzielle Wert des Rohbaus definiert werden muss. Die Staatsanwaltschaft hat den Delikts-

wert in der Anklage mit Fr. 444'000.00 bis Fr. 459'000.00 ausgewiesen, wobei sich dieser Betrag 

aus den mit den bekannten Wohnungsinteressenten vereinbarten Werkpreisen (Reservation 

S.____: Fr. 700'000.00, BO 1 Register 50; Reservation T.____: Fr. 715'000, BO 1 Register 27) 

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abzüglich des geschätzten Landpreises von Fr. 171'000.00 sowie von Fr. 85'000.00, welcher ge-

mäss Schätzungsbericht der U.____ AG vom 2. März 2015 nachträglich für den Innenausbau 

hätte aufgewendet werden müssen (BO 1, Register 54), zusammensetzt. Der Beschuldigte 

macht mit seiner Anschlussberufung in einem Eventualstandpunkt geltend, dass dieser Betrag 

zu hoch ausfalle. In diesem Zusammenhang reichte er mit seiner Anschlussberufungsbegrün-

dung vom 28. Oktober 2022 eine Offerte der AA.____ AG vom 8. Januar 2013 zu den Akten, 

welche die Erstellung des Rohbaus der gesamten Liegenschaft am V.____weg zu einem Preis 

von Fr. 552'386.75 offerierte. Zudem führt der Beschuldigte aus, dass in der Branche im Durch-

schnitt mit Kosten für den Rohbau von Fr. 650.00 pro m2 gerechnet werde, was für die rund 

104.5 m2 umfassende fünfte Wohnung einen Betrag von ca. Fr. 67'700.00 ergebe (Anschlussbe-

rufungsbegründung, S. 6).  

3.4.3. Dem Beschuldigten ist insofern beizupflichten, dass die effektiven Unkosten des Roh-

baus nicht durch Abzug der Aufwendungen für den Innenausbau vom Gesamtwerkpreis vorge-

nommen werden kann, sind dort doch noch weitere Kosten, wie zum Beispiel für die Planung, 

enthalten. Sofern der Beschuldigte auf die Offerte der AA.____ AG verweist, stimmt diese in etwa 

mit der sich in den Akten befindlichen Schlussabrechnung der AA.____ AG vom 5. Dezember 

2014 überein, welche für die ausgeführten Arbeiten einen Betrag von Fr. 567'970.85 ausweist 

(Beilagenordner 5.1, Register 4). Nachdem die AA.____ AG ausweislich der genannten Unterla-

gen den wesentlichen Teil der Rohbauarbeiten am V.____weg ausgeführt hat, erscheint es dem 

Kantonsgericht sachgerecht, für die Ermittlung des Deliktsbetrags darauf abzustützen. Gestützt 

auf die Tatsache, dass sämtliche fünf Wohnungen der Liegenschaft eine ähnliche Wohnfläche 

aufweisen, kann der Rechnungsbetrag durch fünf geteilt werden, womit der Deliktsbetrag auf rund 

Fr. 100'000.00 zu bemessen ist.  

 

3.5. Fazit 

3.5.1. Nach dem Gesagten schlussfolgert das Kantonsgericht, dass der Beschuldigte im Hin-

blick auf die Überweisung von sog. Honorarzahlungen auf sein Firmenkonto wie auch die Ver-

wendung der Werkpreiszahlungen der Wohnungskäufer für den Ausbau der fünften Wohnung 

den objektiven wie auch subjektiven Tatbestand der Veruntreuung erfüllt hat, womit die Berufung 

der Staatsanwaltschaft teilweise gutzuheissen und die Anschlussberufung des Beschuldigten in 

diesen Punkten abzuweisen ist. Der Deliktsbetrag beläuft sich gesamthaft auf Fr. 341'000.00.  

3.5.2. Nachdem sich der Tatbestand der Veruntreuung als einschlägig erweist, ist auf die 

Eventualanklage nicht weiter einzugehen. Hinsichtlich des Urteilsdispositivs gilt sodann Folgen-

des: Der Urteilsspruch muss den durch die zugelassene Anklage vorgegebenen Prozessgegen-

stand erschöpfend erledigen (BGE 142 IV 378 E. 1.3). Wird der Beschuldigte im Falle einer Even-

tualanklage wegen des primären Anklagepunktes verurteilt, so ist dies bereits der Fall und haben 

folglich hinsichtlich der weiteren Eventualanträge keine zusätzlichen Freisprüche mehr zu erge-

hen (Heimgartner/Niggli, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 

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Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2023, N. 6 und 8 zu Art. 351 StPO). Das vorinstanzliche Urteilsdispositiv ist in dieser Hinsicht 

mithin von Amtes wegen anzupassen.  

 

B. (Versuchter) Betrug zum Nachteil von G.____  

1. Anklagesachverhalt und Standpunkte der Parteien  

1.1. Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift ein Betrug zum Nachteil von G.____ 

vorgeworfen. So soll der Beschuldigte G.____ die Immobilie an der Y.____strasse in Z.____, 

welche sich im Eigentum seines Sohnes O.____ befand, vermittelt und diesen durch Vorlage 

zweier gefälschter Mietverträge, welche deutlich höhere als die effektiv bezahlten Mietzinsen auf-

führten, dazu bewogen haben, die Liegenschaft für einen Preis von Fr. 450'000.00 zu erwerben, 

obwohl deren Verkehrswert mit Blick auf die tatsächlich erzielten Mieteinnahmen nur zwischen 

Fr. 176'000.00 bis Fr. 185'000.00 gelegen habe. Der Beschuldigte soll G.____ mithin im Umfang 

von Fr. 265'000.00 bis Fr. 274'000.00 arglistig am Vermögen geschädigt haben.  

1.2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten vom genannten Vorwurf frei. In sachverhalt-

licher Hinsicht stellte sie zunächst fest, dass der Beschuldigte die beiden Mietverträge zwar ge-

fälscht und diese mit der Absicht, einen höheren Ertragswert der Liegenschaft vorzuspiegeln, 

weitergegeben hat, sie kam allerdings zum Schluss, dass die effektiven Mieterträge für G.____ 

hinsichtlich des Erwerbs der Liegenschaft nicht entscheidend gewesen seien, weshalb sie die 

Kausalität zwischen Irrtum und Vermögenschädigung verneinte. Zudem sei die Verkehrswert-

schätzung der BB.____ AG unvollständig gewesen, indem diese nur zwei der insgesamt drei 

Wohnungen in ihrer Berechnung mitberücksichtigt habe, was zur Ermittlung eines zu tiefen Ver-

kehrswerts geführt habe. In dubio pro reo sei deshalb auszugehen, dass der eigentliche Ver-

kehrswert der Liegenschaft dem von G.____ effektiv geleisteten Kaufpreis entsprochen habe, 

womit es zusätzlich an einem Vermögensschaden fehle. Eine Verurteilung wegen versuchter Tat-

begehung im Sinne von Art. 22 StGB nahm die Erstinstanz aufgrund des unterbliebenen Hinwei-

ses von Art. 344 StPO nicht vor.  

1.3. Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei in diesem Punkt 

wegen Betrugs schuldig zu sprechen und bringt Folgendes vor: Es sei zwar durchaus korrekt, 

dass in der Verkehrswertschätzung nur zwei von drei Wohnungen berücksichtigt worden seien. 

Dies sei indessen auch bei der zweiten von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Schät-

zung der Fall gewesen, so dass die Differenz zwischen dem berechneten Verkehrswert und dem 

tatsächlichen Verkehrswert letztlich in etwa gleichbleibe. Es treffe sodann nicht zu, dass das be-

trügerische Verhalten für den Kaufentscheid von G.____ nicht kausal gewesen sei. Dies zeige 

sich nur schon daran, dass G.____ den Kaufvertrag habe rückgängig machen wollen, als er die 

tatsächliche Höhe der Mieten erfahren habe. G.____ habe mithin einen Vermögensschaden er-

litten, wobei das betrügerische Verhalten des Beschuldigten direkt kausal dafür gewesen sei. Es 

liege daher ein vollendeter Betrug vor, womit ein Schuldspruch im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB 

zu ergehen habe (Berufungsbegründung vom 28. Oktober 2022, S. 9 ff.) 

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Seite 19  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

1.4. Der Beschuldige wendet demgegenüber ein, dass G.____ hinsichtlich des Erwerbs 

von Immobilien erfahren sei und den Wert sowie das Potential einer Liegenschaft entsprechend 

gut einschätzen könne. Im vorliegenden Fall habe es sich um ein zwar denkmalgeschütztes, aber 

heruntergekommenes Bauernhaus gehandelt, für welches der bisherige Eigentümer O.____ be-

reits detaillierte Umbaupläne entworfen habe. Der Ertragswert habe deshalb für den Käufer keine 

massgebliche Rolle gespielt, da die Liegenschaft ohnehin habe renoviert werden müssen. 

G.____ habe die Liegenschaft seither entsprechend mit den Plänen von O.____ umfassend er-

neuert und den Stall zu einer zusätzlichen Wohnung umgebaut. Die Vorinstanz sei deshalb zu 

Recht zum Schluss gelangt, dass G.____ mit dem Kauf der Liegenschaft keinen Vermögens-

schaden erlitten habe und die Mieterträge nicht kausal für den Kaufentscheid gewesen seien 

(Berufungsantwort vom 6. Januar 2023, S. 6 ff.).  

 

2. Rechtliche Grundlagen  

2.1. Nach Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der Absicht, sich 

oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrü-

ckung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Ir-

renden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermö-

gen schädigt. Angriffsmittel beim Betrug ist die Täuschung des Opfers. Als Täuschung gilt jedes 

Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vor-

stellung hervorzurufen (BGer 6B_877/2021 vom 7. Oktober 2021 E. 2.1 mit Hinweisen). Arglist 

liegt vor, wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit täuscht. Art und 

Intensität der angewendeten Täuschungsmittel müssen eine erhöhte Gefährlichkeit offenbaren. 

Eine solche Situation liegt bei mehrfachen, raffiniert aufeinander abgestimmten Lügen (sog. Lü-

gengebäude) vor, durch welche sich selbst ein kritisches Opfer täuschen lässt, oder bei beson-

deren Machenschaften im Sinne von Inszenierungen, die durch intensive, planmässige und sys-

tematische Vorkehrungen, nicht aber notwendigerweise durch eine besondere tatsächliche oder 

intellektuelle Komplexität gekennzeichnet sind. Dagegen genügen einfache Lügen, plumpe Tricks 

oder leicht überprüfbare falsche Angaben als solche nicht. Bei einfachen falschen Angaben wird 

Arglist indessen unter anderem dann bejaht, wenn die Überprüfung nicht oder nur mit besonderer 

Mühe möglich oder wenn sie nicht zumutbar ist. Arglist ist zu verneinen, wenn der Getäuschte 

den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Das Mass der 

erwarteten Aufmerksamkeit und die damit einhergehende Vermeidbarkeit des Irrtums sind indivi-

duell zu bestimmen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Er-

füllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt wal-

ten lässt und alle erdenklichen Vorkehrungen trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die 

grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche 

Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei einer Leichtfertigkeit, welche 

das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die Selbstverantwortung 

des Opfers führt daher nur in Ausnahmefällen zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden 

(BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; BGer 6B_751/2018 vom 2. Oktober 2019 vom E. 1.4.2; jeweils mit 

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Hinweisen; Maeder/Niggli, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 74 zu Art. 146 

StGB).   

In subjektiver Hinsicht setzt der Betrug nach Art. 146 Abs. 1 StGB eine unrechtmässige Berei-

cherungsabsicht zu seinen eigenen Gunsten oder zu Gunsten eines Dritten sowie Vorsatz, d.h. 

ein Handeln mit Wissen und Willen, voraus (Art. 146 Abs. 1 StGB; Art. 12 Abs. 2 StGB; BGer 

6B_9/2020 vom 29. Juni 2020 E. 2.1.1).  

2.2. Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens 

begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat gehö-

rende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe mildern 

(Art. 22 Abs. 1 StGB). 

2.3. Will das Gericht den Sachverhalt rechtlich anders würdigen als die Staatsanwaltschaft 

in der Anklageschrift, so eröffnet es dies gemäss Art. 344 StPO den anwesenden Parteien und 

gibt ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme. Voraussetzung für eine zulässige andere rechtliche 

Würdigung ist, dass der eingeklagte Sachverhalt sämtliche erforderlichen Tatbestandselemente 

des ins Auge gefassten anderen Delikts genügend umschreibt (BGer 6B_928/2020 vom 6. Sep-

tember 2021 E. 3.3.3; BGer 6B_702/2013 vom 26. November 2013 E. 1.1 mit Hinweisen). An-

lässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte darauf hinge-

wiesen, dass sich die Berufungsinstanz vorbehält, den angeklagten Sachverhalt als versuchten 

Betrug zu würdigen (Protokoll KG, S. 2).  

 

3. Sachverhaltswürdigung  

3.1. Das Strafgericht hat den Sachverhalt grundsätzlich korrekt festgestellt, womit im We-

sentlichen darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO; vorinstanzliches Urteil, S. 40 ff.). 

Es steht ausser Frage, dass der Beschuldigte die beiden Mietverträge mit CC.____ und DD.____ 

fingiert und darin höhere Mietzinse als die effektiv bezahlten ausgewiesen hat. Der Beschuldigte 

machte zwar bis vor Kantonsgericht geltend, dass die Mietverträge nicht gefälscht seien und es 

sich bei den von CC.____ und DD.____ effektiv bezahlten Mietzinsen von jeweils monatlich 

Fr. 700.00 bloss um Teilzahlungen gehandelt habe, welche mit Eigenleistungen der Mieter kom-

pensiert worden seien. Wieso CC.____ und DD.____ anlässlich ihrer jeweiligen Einvernahmen 

etwas Anderes ausgesagt hatten, konnte er jedoch nicht plausibel erklären (Protokoll KG, S. 14). 

Nachdem die als Zeugen unter Hinweis auf ihre Wahrheitspflicht befragten Mieter in dieser Hin-

sicht klare und übereinstimmende Angaben gemacht haben (act. 3691 f., act. 3709; act. 3965 f.) 

und ihre Äusserungen im Weiteren mit den sich in den Akten befindlichen Quittungen überein-

stimmen (act. 3725 ff.), ist allerdings ohne Weiteres davon auszugehen, dass die Zeugenaussa-

gen zutreffen, weshalb die Depositionen des Beschuldigten als Schutzbehauptungen zu werten 

sind.  

3.2. Der Beschuldigte wusste sodann, dass die fingierten Mietverträge für die Berechnung 

des Verkehrswerts der Liegenschaft verwendet werden (vgl. act. 3569). Es muss entsprechend 

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darauf geschlossen werden, dass er die Mietverträge explizit mit der Absicht, einen höheren Ver-

kaufserlös für die Liegenschaft seines Sohnes zu erzielen, weitergegeben und G.____ so ge-

täuscht hat. Die Täuschung ist sodann unzweifelhaft als arglistig zu qualifizieren, zumal der Be-

schuldigte unter Mitwirkung von Drittparteien gefälschte Dokumente erstellt und so eine gewisse 

Raffinesse an den Tag gelegt hat. G.____ kannte den Beschuldigten sodann beruflich und ver-

kehrte mit diesem "per Du" (vgl. act. 3567 ff.), womit zwischen ihnen ein gewisses Vertrauens-

verhältnis bestand. Der Beschuldigte instruierte G.____ vor dem Kauf darüber hinaus dahinge-

hend, dass er nicht mit den Mietern sprechen solle (act. 3941). Dabei konnte er davon ausgehen, 

dass sich G.____ daran halten würde, kannte dieser den Beschuldigten doch persönlich und gab 

es für ihn doch keinerlei Gründe, an der Richtigkeit der ihm vom Beschuldigten zugestellten Un-

terlagen zu zweifeln. Das Handeln des Beschuldigten war damit klar darauf angelegt, die effektiv 

von den Mietern geleisteten Mietzinse mit Blick auf den Liegenschaftsverkauf zu verschleiern, 

womit ein arglistiges Handeln zu bejahen ist.  

3.3. Das Kantonsgericht teilt die Auffassung der Erstrichter sodann nicht, wenn diese aus-

führen, die effektive Höhe der Mieteinnahmen sei für den Kaufentscheid von G.____ nicht ent-

scheidend gewesen. So bringt die Staatsanwaltschaft zu Recht vor, dass G.____ unmittelbar, 

nachdem er von der Täuschung des Beschuldigten Kenntnis genommen hatte, vom Kaufvertrag 

zurücktreten wollte (act. 3651 f.). Weiter liegt auf der Hand, dass G.____ kaum eine Verkehrs-

wertschätzung in Auftrag gegeben hätte, wäre der Kaufpreis für ihn nicht ein wesentliches Ele-

ment für den Vertragsabschluss gewesen. Anlässlich der Einvernahme vom 7. August 2020 sagte 

G.____ sodann aus, dass er die Immobilie zunächst als Renditeobjekt angesehen habe und dort 

eigentlich auch nichts habe machen wollen (act. 3937). Entsprechend kann der Beschuldigte 

auch nichts für sich ableiten, wenn er geltend macht, das Objekt sei renovationsbedürftig gewe-

sen und sei von G.____ schlussendlich umgebaut worden.  

3.4. Es bleibt zu prüfen, ob G.____ durch die arglistige Täuschung des Beschuldigten ei-

nen Vermögensschaden erlitten hat. Was die Höhe des Kaufpreises betrifft, so schliesst sich das 

Berufungsgericht vollumfänglich den erstinstanzlichen Feststellungen an, wonach einzig der öf-

fentlich beurkundete Kaufpreis von Fr. 380'000.00 als massgeblich angesehen werden kann 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. vorinstanzliches Urteil, S. 38 ff.). Öffentliche Register und öffentliche 

Urkunden erbringen für die durch sie bezeugten Tatsachen vollen Beweis, solange nicht die Un-

richtigkeit ihres Inhaltes nachgewiesen ist (Art. 9 Abs. 1 ZPO). Die von G.____ an O.____ geleis-

tete Zahlung in Höhe von Fr. 39'882.00 betraf von Letzterem erbrachte Architekturleistungen, 

deren Details der Rechnung vom 22. Oktober 2015 entnommen werden können (act. 3615). Da-

bei handelt es sich nicht um einen Teil des Kaufpreises für die Liegenschaft, sondern um den 

Kauf eines Projektes für den Umbau der Liegenschaft, mithin um ein aliud, das mit dem Kaufpreis 

für die Liegenschaft nichts zu tun hat. Soweit G.____ im Weiteren einen Bargeldbezug von 

Fr. 30'000.00 ausweist (act. 3621) und geltend macht, dabei habe es sich ebenfalls um einen Teil 

der Kaufpreiszahlung gehandelt, muss mit Blick auf den öffentlich beurkundeten Kaufvertrag so-

wie den nicht nachgewiesenen Zweck dieses Bargeldbezugs in dubio pro reo davon ausgegan-

gen werden, dass dies nicht der Fall war.  

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Auszugehen ist mithin von einem Kaufpreis in Höhe von Fr. 380'000.00. Hinsichtlich der Ver-

kehrswertschätzung der BB.____ AG hat die Erstinstanz sodann zu Recht festgehalten, dass 

diese auf unvollständigen Annahmen basierte, zumal die BB.____ AG lediglich zwei der drei 

Wohnungen in ihre Ertragswertberechnung miteinbezog. Diese dritte Wohnung war zwar im Zeit-

punkt des Kaufs nicht bewohnt, G.____ hat diese jedoch unmittelbar nach der Übernahme der 

Liegenschaft nach Ausführen von wenigen Renovationsarbeiten (vgl. act. 3689) für Fr. 990.00 an 

EE.____ vermietet (act. 3803), woraus geschlossen werden muss, dass die dritte Wohneinheit 

die Verkehrswertschätzung durchaus massgeblich beeinflusst hätte. Der genaue damalige Ver-

kehrswert lässt sich im heutigen Zeitpunkt nicht mehr feststellen, wurde die Liegenschaft zwi-

schenzeitlich doch saniert und umgebaut. Wäre bei der damaligen Schätzung die dritte Wohnung 

mit einem monatlichen Mietzins von Fr. 990.00 indessen miteinbezogen und die beiden anderen 

Wohnungen mit den effektiv geleisteten Mietzinsen von jeweils Fr. 700.00 berücksichtigt worden, 

hätte daraus ein Mietertrag von Fr. 28'680.00 pro Jahr resultiert, was bei dem von der BB.____ 

AG angewandten Kapitalisierungssatz von 6.23 % ein Ertragswert von gerundet Fr. 460'000.00 

ergeben hätte. Abzüglich der von der BB.____ AG geschätzten Kosten von Fr. 100'000.00 für 

notwendige Renovationen hätte sich der Verkehrswert mithin auf rund Fr. 360'000.00 belaufen. 

Diese Kontrollrechnung des Kantonsgerichts zeigt auf, dass der so errechnete Verkehrswert der 

Liegenschaft näher beim von den Parteien ausgehandelten Kaufpreis liegt als der von der 

BB.____ AG ursprünglich ermittelte Verkehrswert. In dubio pro reo muss entsprechend davon 

ausgegangen werden, dass der von G.____ bezahlte Kaufpreis nicht über dem effektiven Ver-

kehrswert der Liegenschaft lag und er entsprechend keinen Vermögensschaden erlitten hat.  

3.5. Vorliegend ist der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg mithin nicht eingetreten, 

weshalb einzig eine Verurteilung wegen einer versuchten Tatbegehung in Betracht fällt (Art. 22 

Abs. 1 StGB). In dieser Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte alles in seiner Macht 

Stehende getan hat, um die Tat zur Vollendung zu führen. Mithin liegt ein beendeter tauglicher 

Versuch vor. Die Möglichkeit einer abweichenden rechtlichen Würdigung wurde dem Beschuldig-

ten sodann zu Beginn der kantongerichtlichen Berufungsverhandlung eröffnet (Protokoll KG, 

S. 2). Entsprechend ist der Beschuldigte in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft des 

versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen.  

 

4. Fazit 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte somit in teilweise Gutheissung der Berufung der Staats-

anwaltschaft sowie in vollständiger Abweisung der Anschlussberufung des Beschuldigten der 

Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 1) sowie des versuchten Betrugs ge-

mäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3) schuldig zu sprechen.  

 

 

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C. Strafzumessung  

1. Vorbringen der Parteien und allgemeine Ausführungen  

(…) 

 

2. Strafzumessung in concreto  

2.1. Bei der Wahl der Sanktionsart sind unter Beachtung des Prinzips der Verhältnismäs-

sigkeit als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen 

auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 

134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). Das Gericht hat im Urteil die Wahl der Sanktionsart zu 

begründen (Art. 50 StGB; BGer 6B_449/2011 vom 12. September 2011 E. 3.6.1 mit Hinweisen).  

Der Beschuldigte ist wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB sowie wegen versuchten 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zu bestrafen, wobei beide Tat-

bestände als Sanktion entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor-

sehen. Wie zu zeigen sein wird (siehe unten), kommt hinsichtlich der Veruntreuung aufgrund der 

Schwere der Tat und des damit einhergehenden Verschuldens des Beschuldigten einzig eine 

Strafe von über 360 Strafeinheiten in Betracht, womit sich eine Geldstrafe nicht mehr als ange-

messen erwiese und folglich für diese Tat eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist. Was den ver-

suchten Betrug betrifft, so kann eine Strafe unter 360 Strafeinheiten ausgesprochen werden. 

Nachdem der Beschuldigte über einen einwandfreien Leumund verfügt, erscheint die Ausspre-

chung einer Freiheitsstrafe mit Blick auf die präventive Effizienz bezüglich dieser Tat nicht als 

notwendig. Entsprechend kann hinsichtlich des Betrugs auf eine Geldstrafe erkannt werden.  

2.2.  

2.2.1. Beschuldigte hat von den ihm im Zusammenhang mit dem Bauprojekt am V.____weg 

in W.____ anvertrauten Werkpreiszahlungen teilweise unrechtmässig verwendet. Zum einen hat 

sich der Beschuldigte übermässige "Honorarzahlungen" im Umfang von gesamthaft 

Fr. 241'000.00 überwiesen und diese Gelder für private Ausgaben sowie geschäftliche Verpflich-

tungen seiner Einzelfirma L.____ verwendet. Zum anderen hat er die einbezahlten Werkpreis-

zahlungen für den Ausbau der fünften Eigentumswohnung verwendet, welche bis zum Ende der 

Bauphase nicht veräussert werden konnte, wobei der Deliktsbetrag hinsichtlich des im Rohbau 

vorgenommenen Ausbaus auf Fr. 100'000.00 zu bemessen ist. Der Deliktsbetrag von gesamthaft 

Fr. 341'000.00 ist auch unter Berücksichtigung des weiten Spektrums von im Zusammenhang mit 

Vermögensstraftaten denkbaren Deliktsbeträgen als erheblich zu bezeichnen, womit ein nicht 

mehr leichter Taterfolg vorliegt.  

Der Tatbestand der Veruntreuung setzt das Anvertrauen eines Vermögensbestandteils und damit 

ein Vertrauensverhältnis zwischen Täter und Opfer voraus, welches in der Folge vom Täter miss-

braucht wird. Zu berücksichtigen ist somit auch das Ausmass des Vertrauensmissbrauchs (BGer 

6B_1340/2015 vom 17. März 2017 E. 9.2). Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte die Verun-

treuung im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit begangen, was sich leicht verschuldenserhöhend 

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auswirkt. Als Inhaber einer in der Baubranche tätigen Einzelunternehmung kam ihm hinsichtlich 

der Ausführung eines derartigen Bauprojekts ein erhöhtes Vertrauen zu, welches er ausgenutzt 

hat. Hingegen hat er keine besonderen Machenschaften angewendet, um das aufgrund seiner 

Geschäftstätigkeit in ihn gesetzte Vertrauen noch zusätzlich zu erhöhen. Der Beschuldigte konnte 

indessen die Augen nicht davor verschliessen, dass Käufer beim Erwerb einer Immobilie in der 

Regel einen signifikanten Teil ihres Vermögens aufwenden und im Falle zusätzlicher finanzieller 

Ansprüche im Zusammenhang mit der Eintragung von Bauhandwerkerpfandrechten in ernsthafte 

finanzielle Bedrängnis geraten können. Dass der Beschuldigte bis zum Ende der Bauphase da-

rauf hoffte, die letzte freie Wohnung noch verkaufen und so die offenen Subunternehmerforde-

rungen nachträglich noch bezahlen zu können, ist ihm indessen grundsätzlich zu Gute zu halten. 

Mit Blick auf die Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten hat die Vorinstanz sodann korrekt fest-

gehalten, dass seine Aussage, er habe mit dem Bau auf Druck der übrigen Käufer begonnen und 

in der Mitte nicht einfach ein Loch lassen können, grundsätzlich nachvollziehbar erschient, ihm 

indessen durchaus auch andere Möglichkeiten offen gestanden wären. So hätte er – wie das 

Strafgericht zu Recht aufgelistet hat – entweder Massnahmen ergreifen müssen, um für die 

zweckentfremdeten Gelder ersatzfähig zu sein, oder er hätte beispielsweise eine erneute Fremd-

finanzierung prüfen, die damalige Eigentümerin F.____ zur Kasse bitten oder mit den Werkbe-

stellern eine gemeinsame Lösung erarbeiten können. lm ungünstigen Fall hätte er auch einen 

Baustopp erwägen müssen. Dennoch blieb er untätig, obwohl die beispielhaft aufgezählten Mas-

snahmen naheliegend waren. Es ist sodann nicht ersichtlich, dass der Beschuldigte aus einer 

finanziellen Not heraus oder anderweitiger Bedrängnis handelte. Die Entscheidungsfreiheit er-

schien mithin als hoch, was sich leicht zu seinen Ungunsten auswirkt. Je leichter es für ihn ge-

wesen wäre, das vom Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 StGB geschützte fremde 

Vermögen zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen diese Norm (vgl. BGE 

117 IV 112 E. 1 mit Hinweisen). In einer Gesamtbetrachtung ist das Verschulden des Beschul-

digten mithin als nicht mehr leicht bis mittelschwer zu qualifizieren. 

2.2.2. Hinsichtlich der Täterkomponente kann grundsätzlich auf die korrekten Erwägungen 

des Strafgerichts verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; vorinstanzliches Urteil, S. 51 ff.). Die 

persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten sowie seine Vorstrafenlosigkeit sind neutral zu wür-

digen und seine Strafempfindlichkeit ist als durchschnittlich zu qualifizieren. Der Erstinstanz ist 

sodann beizupflichten, wenn sie ausführt, dass das von der Staatsanwaltschaft anlässlich des 

Plädoyers an der Hauptverhandlung vorgebrachte neue hängige Verfahren nicht in die vorlie-

gende Beurteilung miteinfliessen darf. Tatvorwürfe, die Gegenstand eines anderen Verfahrens 

sind, dürfen aufgrund der Unschuldsvermutung und des Doppelbestrafungsverbots nicht in die 

Strafzumessung miteinbezogen werden (BGer 6B_488/2011 vom 27. Dezember 2011 E. 3.3). 

Ebenso wenig kann dem Beschuldigten eine fehlende Einsicht und Reue, welche sich strafschär-

fend auswirken würde, attestiert werden. Eher im Gegenteil. So hat sich der Beschuldigte anläss-

lich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung bei den Geschädigten entschuldigt (Proto-

koll KG, S. 21). Zudem ist bekannt, dass er deren Zivilforderungen im Konkursverfahren aner-

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kannt hat (act. S 55). Eine Strafminderung ist dem Beschuldigten aufgrund dieser Umstände je-

doch nicht zu gewähren. Denn es wurde anlässlich der Berufungsverhandlung auch deutlich, 

dass der Beschuldigte die Tragweite seines Handelns bis heute nicht erkannt hat und nach wie 

vor davon ausgeht, kein strafwürdiges Verhalten an den Tag gelegt zu haben. Sein Nachtatver-

halten ist entsprechend, wie die Vorinstanz bereits erkannt hat, neutral zu werten. Die Täterkom-

ponente wirkt sich mithin weder straferhöhend noch strafmindernd aus.  

2.2.3. Gestützt auf das nicht mehr leichte bis mittelschwere Verschulden des Beschuldigten 

und die sich neutral auswirkende Täterkomponente erweist sich somit eine Freiheitsstrafe von 

18 Monaten als tat- und täterangemessene Sanktion.  

2.2.4. Die Vorinstanz hat aufgrund einer Verletzung des Beschleunigungsgebots eine Straf-

reduktion von 2 Monaten vorgenommen. Das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 

BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren voranzutreiben. Welche 

Verfahrensdauer angemessen ist, hängt von den konkreten Umständen ab, die in ihrer Gesamt-

heit zu würdigen sind. Kriterien hierfür sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität 

des Sachverhalts, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, die Schwierigkeit und 

Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der beschuldigten Person und dasjenige der Behörden 

(z.B. unnötige Massnahmen oder Liegenlassen des Falles) sowie die Zumutbarkeit für die be-

schuldigte Person. Die Beurteilung der Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Von den 

Behörden und Gerichten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall 

widmen. Aus diesem Grund sowie wegen faktischer und prozessualer Schwierigkeiten sind Zei-

ten, in denen das Verfahren stillsteht, unumgänglich. Eine Sanktion drängt sich nur auf, wenn 

eine von der Strafbehörde zu verantwortende krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Eine solche ist etwa 

bei einer Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten im Stadium der Untersuchung, bei einer Frist von 

vier Jahren für den Entscheid über eine Beschwerde gegen eine Anklagehandlung oder einer 

Frist von zehn oder elfeinhalb Monaten für die Weiterleitung eines Falles an die Beschwer-

deinstanz zu bejahen (BGer 6B_771/2019 vom 7. November 2019 E. 4.1; BGer 6B_987/2016 

vom 28. Oktober 2016 E. 1.2.1 jeweils mit Hinweisen). 

Wie die Staatsanwaltschaft anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ausführte, dauerte 

das Verfahren bis zu Verhandlung vor der Erstinstanz rund sechs Jahre. Sie räumt sodann selber 

ein, dass, nachdem das Verfahren im Jahr 2016 zunächst zügig an die Hand genommen wurde, 

während rund 6 Monaten im Jahr 2017 sowie während der gesamten Jahres 2018 praktisch keine 

Untersuchungshandlungen getätigt worden seien, was teilweise auf den Ausfall des damaligen 

verfahrensleitenden Staatsanwaltes zurückzuführen gewesen sei. Mit der Staatsanwaltschaft wie 

auch der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass eine Phase behördlicher Untätigkeit von rund 

18 Monaten als eindeutig zu lange zu qualifizieren und eine Verletzung des Beschleunigungsge-

bots zu bejahen ist. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, welche im Stadium der 

Untersuchung eine Untätigkeit ab 13 oder 14 Monaten als übermässig lange taxiert, sowie die im 

vorliegenden Fall doch umfangreich getätigten Untersuchungshandlungen erscheint die Be-

schleunigungsgebotsverletzung in casu indessen noch nicht als besonders schwerwiegend. Den-

noch erscheint eine geringfügige Reduktion des ausgesprochenen Strafmasses als angemessen, 

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wobei dem Kantonsgericht die vorinstanzlich vorgenommene Reduktion von 2 Monaten auch im 

Lichte der neu ausgesprochenen Strafe als angemessen erscheint. Die Reduktion ist sodann bei 

der für den Beschuldigten schwerer wiegenden Sanktion – mithin der Freiheitstrafe – vorzuneh-

men, womit diese um 2 Monate auf 16 Monate zu reduzieren ist.  

Wird eine Verletzung des Beschleunigungsgebots bejaht, ist das Gericht verpflichtet, dies im Dis-

positiv seines Urteils festzuhalten (BGer 6B_176/2017 vom 24. April 2017 E. 2.1 mit Hinweis; 

BGer 6B_987/2016 vom 28. Oktober 2016 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Dies ist entsprechend nach-

zuholen und im kantonsgerichtlichen Dispositiv zu erwähnen.  

2.3.  

2.3.1. Der Beschuldigte hat sodann einen versuchten Betrug zum Nachteil von G.____ be-

gangen. So hat er Letzterem im Zuge der Vermittlung der Immobilie zwei gefälschte Mietverträge 

ausgehändigt und darin höhere als die effektiv erzielten Mietzinse ausgewiesen. Er tat dies in der 

Absicht, einen höheren Verkaufserlös für die Liegenschaft seines Sohnes zu erzielen und diesem 

so einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Wie oben ausgeführt, ist in dubio pro reo davon aus-

zugehen, dass G.____ durch das Vorgehen des Beschuldigten keinen finanziellen Schaden erlit-

ten hat, weshalb nur eine versuchte Tatbegehung vorliegt. Es ist entsprechend in einem ersten 

Schritt die schuldangemessene Strafe für das vollendete Delikt festzulegen. Die derart ermittelte 

hypothetische Strafe ist in der Folge unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungs-

grunds von Art. 22 Abs. 1 StGB zu reduzieren (BGer 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.1). 

Der Beschuldigte hat G.____ zwei fingierte Mietverträge vorgelegt, welche beide ungefähr dop-

pelt so hohe Mieterträge auswiesen, als effektiv erzielt wurden. Durch die Fälschung der Mietver-

träge sowie die Anweisung an G.____, er solle die Mieterschaft vor dem Kauf nicht kontaktieren, 

hat der Beschuldigte arglistig gehandelt. Es ist auf der anderen Seite indessen kein besonders 

raffiniertes, über die Begründung von Arglist hinausgehendes Handeln des Beschuldigten er-

kennbar, womit sich sein konkretes Vorgehen grundsätzlich neutral auswirkt. Durch die hohe Ab-

weichung der in den Mietverträgen eingesetzten von den tatsächlich vereinbarten Mietzinsen ist 

indessen davon auszugehen, dass der Beschuldigte – wären alle Wohnung in die Immobilien-

schätzung miteingeflossen – einen Verkaufserlös hätte erzielen können, welcher massgeblich 

über den tatsächlichen Verkehrswert der Immobilie gelegen wäre. Insofern wäre der Taterfolg bei 

vollendeter Tat als relativ hoch zu beurteilen und wäre das Verschulden im nicht mehr leichten 

Bereich anzusiedeln, womit sich eine Geldstrafe von 270 Tagessätzen als angemessen erwiese.  

Mit Blick auf die lediglich versuchte Tatausführung ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

selbst alles in seiner Macht Stehende getan hat, um den Betrug zur Vollendung zu bringen. Er ist 

mithin nicht aus eigenen Stücken von der Tatausführung abgewichen. Entsprechend rechtfertigt 

sich aufgrund des unterbliebenen Taterfolgs nur eine geringe Strafreduktion, womit die Geldstrafe 

um 90 Tagessätze zu reduzieren und somit auf 180 Tagessätze festzusetzen ist.  

2.3.2. Bezüglich der Tatkomponente kann grundsätzlich auf die Ausführungen in E. 2.2.2 

verwiesen werden. Auch hinsichtlich dieser Tat hat der Beschuldigte keine Einsicht oder Reue, 

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welche sich strafmindernd auswirken würde, an den Tag gelegt, zumal er die Tat bis vor Kan-

tonsgericht bestritten hat. In einer Gesamtbetrachtung wirkt sich die Täterkomponente mithin 

neutral aus und bleibt es bei einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen.  

2.3.3. Für die Berechnung des Tagessatzhöhe ist das Nettoeinkommen des Beschuldigten 

massgebend, welches gemäss seinen Aussagen anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungs-

verhandlung jährlich rund Fr. 50'000.00 beträgt, woraus sich ein monatliches Einkommen von 

rund Fr. 4'166.00 ergibt (Protokoll KG, S. 3). Davon ist ein Pauschalabzug für Krankenkasse und 

Steuern von 20 % sowie ein Unterstützungsabzug von 15 % für seine nicht erwerbstätige Ehefrau 

zu tätigen. Da eine hohe Anzahl an Tagessätzen ausgesprochen wird, rechtfertigt sein ein weite-

rer Abzug von 10 %, da mit zunehmender Dauer die wirtschaftliche Bedrängnis und damit das 

Strafleiden progressiv ansteigt (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Entsprechend ergibt sich eine Ta-

gessatzhöhe von Fr. 80.00.  

2.4. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder ei-

ner Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, 

wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB in der bis 31. Dezember 2017 gel-

tenden Fassung). Die Prüfung, ob die beschuldigte Person für ein dauerndes Wohlverhalten Ge-

währ bietet, setzt eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände voraus. In die Beurteilung 

mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie 

alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten 

einer Bewährung zulassen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Ent-

scheids miteinzubeziehen (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). Der Strafaufschub ist die Regel, von der 

grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. Er hat im breiten Mittelfeld 

der Ungewissheit den Vorrang (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Schiebt das Gericht den Vollzug einer 

Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis 

fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

Dem Beschuldigten kann vorliegend eine gute Legalprognose gestellt werden. Er weist einen 

einwandfreien Leumund aus und lebt in stabilen privaten wie auch finanziellen Verhältnissen. 

Insofern können die gegenüber ihm ausgesprochenen Strafen beide bedingt ausgefällt und die 

Probezeit auf das Minimum von 2 Jahren festgesetzt werden.  

2.5. Zusammengefasst ist der Beschuldigte somit zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

16 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie einer bedingten Geldstrafe von 180 Tages-

sätzen zu je Fr. 80.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu verurteilen.  

 

 

 

 

 

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D. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

1. Erstinstanzliches Verfahren  

(…) 

 

2. Berufungsverfahren  

(…) 

 

 

 

Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 3. Mai 2022, aus-

zugsweise lautend: 

 

"1. 

H.____ wird der Veruntreuung schuldig erklärt und verurteilt zu einer 

 

bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 

Fr. 80.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren,  

 

in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, aArt. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 

StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB. 

 

2. 

H.____ wird von der Anklage 

- der Veruntreuung, eventualiter ungetreuen Geschäftsbesor-

gung, von Honorarzahlungen in Höhe von Fr. 423'000.00 so-

wie Reservationszahlungen in Höhe von Fr. 48'000.00 (An-

klageziffer 1 lit. b und c) und 

- des Betrugs (Anklageziffer 1 lit. c), 

jeweils zum Nachteil von A.____, B.____, C.____, D.____ und 

E.____, 

 

sowie von der Anklage 

- des Betrugs zum Nachteil von F.____ (Anklageziffer 2) und 

- des Betrugs zum Nachteil von G.____ (Anklageziffer 3) 

freigesprochen. 

 

 

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3. 

a) Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden nach Rechts-

kraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 267 

Abs. 1 und Abs. 3 StPO F.____ zurückgegeben: 

- Pos. C-1, Diverse Unterlagen zum Bau V.____weg in 

W.____, G85479. 

 

b) Die restlichen beschlagnahmten Gegenstände (Pos. A-1 sowie B-

1 bis B-30, vgl. Übersicht gemäss Aktenzirkulationsblatt) verbleiben 

als Aktenbestandteil bei den Akten. 

 

4. 

a) H.____ wird dazu verurteilt, den Privatklägern A.____, B.____, 

C.____, D.____ und E.____ eine Parteientschädigung in Höhe von 

12'053.55 zu bezahlen (Fr. 2’396.85 gemäss Beschluss des Kan-

tonsgerichts vom 16. August 2016 und Fr. 9'656.70 gestützt auf die 

um 50% gekürzte Honorarnote von Rechtsanwalt Michael Grimm 

vom 31. März 2022 sowie unter Berücksichtigung eines vom Gericht 

festgelegten Stundenansatzes von Fr. 250.00). Die Mehrforderung 

in Höhe von Fr. 10'830.35 wird abgewiesen. 

 

b) Die unbezifferte Zivilforderung von G.____ wird abgewiesen. 

 

5. 

Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens 

von Fr. 32'855.95 und einer pauschalen Gerichtsgebühr von 

Fr. 12'000.00 (insgesamt Fr. 44'855.95). 

H.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO 15% der 

Verfahrenskosten (Fr. 6'728.40). 85% der Verfahrenskosten 

(Fr. 38'127.55) gehen zu Lasten des Staates  

 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt 

(Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf 

Fr. 6'000.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). In diesem Fall betragen 

die Gesamtkosten Fr. 38’855.95 und die von H.____ zu tragenden 

Kosten Fr. 5’828.40 sowie die vom Staat zu tragenden Kosten 

Fr. 33’027.55. 

 

Die Verfahrenskosten sind gemäss Ziffer 6 mit der Parteientschädi-

gung von H.____ zu verrechnen. 

 

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6. 

Die Honorarnote des Wahlverteidigers von H.____ beläuft sich (inkl. 

Auslagen, 7.7% Mehrwertsteuer und einem Stundenansatz von 

Fr. 300.00 sowie exklusive Hauptverhandlung) auf Fr. 36’688.00. 

 

Hiervon gehen in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 

Fr. 28'275.30 zu Lasten des Staates (85% nach Kürzung des Hono-

raransatzes auf Fr. 250.00 pro Stunde, Korrektur des Mehrwertsteu-

eransatzes auf 8% für Leistungen vor 2018 und unter Zuschlag von 

9.5 Stunden für die Dauer der Hauptverhandlung inkl. Urteilseröff-

nung, Nachbesprechung und Weg). 

 

Dieser Betrag wird mit den von H.____ zu tragenden Verfahrenskos-

ten (s. Ziffer 5) verrechnet und lediglich der Überschuss ausgezahlt." 

 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwalt-

schaft sowie in Abweisung der Anschlussberufung des Be-

schuldigten  

 

in den nachfolgenden Dispositiv-Ziffern wie folgt neu gefasst:  

 

1. 

H.____ wird der Veruntreuung (Anklageziffer 1) sowie des versuch-

ten Betrugs (Anklageziffer 3) schuldig erklärt und verurteilt  

 

zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten, bei 

einer Probezeit von 2 Jahren, sowie 

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

je Fr. 80.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

 

in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB, aArt. 40 StGB, aArt. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 

StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB.  

 

2. 

H.____ wird von der Anklage des Betrugs zum Nachteil von F.____ 

(Anklageziffer 2) freigesprochen.  

 

 

 

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5. 

Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfah-

rens von Fr. 32'855.95 und einer pauschalen Gerichtsgebühr von 

Fr. 12'000.00, gesamthaft Fr. 44'855.95, werden H.____ in Anwen-

dung von Art. 426 Abs. 1 StPO zu 2/3 mit Fr. 29'903.95 auferlegt. 

Die restlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates.  

 

Die H.____ auferlegten Verfahrenskosten werden gemäss Art. 442 

Abs. 4 StPO mit seiner Parteientschädigung (siehe Ziffer 6) verrech-

net, womit er noch Fr. 18'815.60 zu bezahlen hat.  

 

6. 

Die H.____ für das erstinstanzliche Verfahren gemäss Art. 429 

Abs. 1 lit. a StPO zustehende Parteientschädigung beträgt 

Fr. 11'088.35.  

 

Dieser Betrag wird gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO mit den von H.____ 

zu tragenden Verfahrenskosten (siehe Ziffer 5) verrechnet. 

 

Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil in den rechtskräftigen Zif-

fern 3. und 4. unverändert als Bestandteil dieses Urteils erklärt.  

 

  II. Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt wurde.  

 

 III.  Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 11'125.00, beinhaltend 

die Gebühr von Fr. 10'875.00 sowie die Auslagen von Fr. 250.00, 

werden H.____ zu 4/5 mit Fr. 8'900.00 auferlegt. Der Rest geht zu 

Lasten des Staates.  

 

Die H.____ auferlegten Verfahrenskosten werden gemäss Art. 442 

Abs. 4 StPO mit seiner Parteientschädigung (siehe Ziffer IV.) ver-

rechnet, womit er noch Fr. 7'900.00 zu bezahlen hat. 

 

 IV. Die H.____ für das Berufungsverfahren gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO zustehende Parteientschädigung 

beträgt Fr. 1'000.00.  

 

Dieser Betrag wird gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO mit den von H.____ 

zu tragenden Verfahrenskosten (siehe Ziffer III.) verrechnet. 

 

 

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Richter 

 

 

 

 

Niklaus Ruckstuhl 

Gerichtsschreiberin 

 

 

 

 

Melanie Zahnd 

 

 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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