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**Case Identifier:** 52628f76-e666-5725-b4a6-5cd2fd873fbd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.12.2023 B-4138/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4138-2021_2023-12-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 10.10.2024 (8C_37/2024) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-4138/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), 

Richterin Eva Schneeberger, Richter Jean-Luc Baechler,    

Gerichtsschreiberin Astrid Hirzel. 
 

 
 

Parteien 
 X._______AG,  

vertreten durch  

Stefan Fierz, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Rückforderung Kurzarbeitsentschädigung. 

 

B-4138/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die X._______AG, (Angaben zum Sitz) (nachfolgend: Beschwerdeführe-

rin), bezweckt gemäss Handelsregistereintrag die Vornahme aller Hand-

lungen im Bereich Logistik, namentlich das Ausführen und Vermitteln von 

Transporten, das Lagern von Gütern aller Art und die Abwicklung von Spe-

ditionsaufträgen im In- und Ausland. Nach eigenen Angaben führt die Be-

schwerdeführerin ausschliesslich unplanbare Express-Transporte durch, 

die auch häufig kurzfristig storniert werden. Das Transportunternehmen be-

schäftigt Chauffeure beziehungsweise Fahrer sowie Mitarbeitende in der 

Administration. 

A.a Am 16. März, 21. August und 10. November 2020 sowie am 17. Feb-

ruar und 6. Mai 2021 meldete die Beschwerdeführerin beim Amt für Indust-

rie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) des Kantons A._______ (nachfolgend: kan-

tonale Amtsstelle) Kurzarbeit für den gesamten Betrieb an. 

A.b Mit Verfügungen vom 19. März, 27. August (teilweiser Einspruch we-

gen Überschreitung der Höchstdauer der angemeldeten Periode von drei 

Monaten) und 10. Dezember 2020 sowie 23. Februar und 10. Mai 2021 be-

willigte die kantonale Amtsstelle der Beschwerdeführerin jeweils Kurzarbeit 

unter Vorbehalt der Erfüllung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen. Die 

zuständige Arbeitslosenkasse richtete der Beschwerdeführerin für den 

Zeitraum von März 2020 bis Mai 2021 Kurzarbeitsentschädigungen von 

insgesamt Fr. 509'612.90 aus. 

A.c Am 29. Juni 2021 führte der Revisionsdienst der Arbeitslosenversiche-

rung eine Arbeitgeberkontrolle im Betrieb der Beschwerdeführerin durch 

und überprüfte die beanspruchten Kurzarbeitsentschädigungen auf ihre 

Rechtmässigkeit hin. 

A.d Mit Revisionsverfügung vom 6. Juli 2021 kam das Staatssekretariat für 

Wirtschaft SECO (nachfolgend: Vorinstanz) zum Ergebnis, dass die Be-

schwerdeführerin Versicherungsleistungen für den Zeitraum von 

März 2020 bis Mai 2021 in der Höhe von Fr. 523'323.45 unrechtmässig be-

zogen habe. Abzüglich der noch nicht ausbezahlten Leistungen für 

Mai 2021 im Umfang von Fr. 13'710.55 verfügte die Vorinstanz eine Rück-

forderung von Fr. 509'612.90. Die geltend gemachten Arbeitsausfälle 

müssten infolge Unkontrollierbarkeit vollständig aberkannt werden. 

B-4138/2021 

Seite 3 

A.e Mit Einsprache vom 3. August 2021 beantragte die Beschwerdeführe-

rin die vollumfängliche Aufhebung der Revisionsverfügung und den Ver-

zicht auf die Rückerstattung. Eventualiter sei die Revisionsverfügung auf-

zuheben und der Entscheid zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Zur Begründung machte sie im Wesentlich geltend, dass 

obschon keine exakte Zeiterfassung vorliege, die Angaben zu den geltend 

gemachten wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden anhand anderer Unter-

lagen (Arbeitsverträge, Fahrzeitenkontrolle der Fahrer, Ferienlisten, Lohn-

ausweise) plausibilisiert werden könnten. Es gebe zwar gewisse Abwei-

chungen beziehungsweise Ungereimtheiten. Das sei jedoch keine absicht-

lichen Falschdeklarationen, sondern aufgrund der Überforderung einzelner 

Mitarbeitenden sowie dem mit der Arbeitslosenkasse vereinbarten Vorge-

hen entstanden. 

B.  

Mit Entscheid vom 13. August 2021 wies die Vorinstanz die Einsprache der 

Beschwerdeführerin sowie die gestellten Anträge ab (Dispositiv-Ziff. 1) und 

bestätigte die Rückforderung im Umfang von Fr. 509'612.90 (Dispositiv-

Ziff. 2). Die unrechtmässig bezogenen Versicherungsleistungen seien in-

nert 90 Tagen der kantonalen Arbeitslosenkasse zurückzuerstatten (Dispo-

sitiv-Ziff. 3). 

C.  

Mit Eingabe vom 14. September 2021 erhob die Beschwerdeführerin da-

gegen Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, es sei 

die Revisionsverfügung vom 6. Juli 2021 beziehungsweise der Ein-

spracheentscheid vom 13. August 2021 aufzuheben und auf eine Rücker-

stattung von bezogenen Versicherungsleistungen ihr gegenüber zu ver-

zichten. Eventualiter sei die Revisionsverfügung beziehungsweise der Ein-

spracheentscheid aufzuheben und der Entscheid zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt 

sie die Ansetzung einer Frist zur schriftlichen Vernehmlassung auf eine all-

fällige Stellungnahme der Vorinstanz. 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 29. November 2021 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheent-

scheids einschliesslich der darin verfügten Rückforderung. 

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Seite 4 

E.  

Mit Replik vom 13. Dezember 2021 hält die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen fest. 

F.  

Die Vorinstanz verzichtete am 22. Juni 2023 auf die Erstattung einer Dup-

lik. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 101 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 

vom 25. Juni 1982 [AVIG, SR 837.0] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. d 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

1.2 Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Ver-

waltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), 

soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). Vorbehalten bleiben nach Art. 3 Bst. dbis VwVG die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1). Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG 

sind die Bestimmungen des ATSG auf die obligatorische Arbeitslosenver-

sicherung und die Insolvenzentschädigung anwendbar, soweit das AVIG 

nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht, was soweit in die-

sem Zusammenhang interessierend nur hinsichtlich der vom ATSG abwei-

chend geregelten Beschwerdeinstanz zutrifft (vgl. Art. 101 AVIG). 

1.3 Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet einzig 

der vorinstanzliche Einspracheentscheid vom 13. August 2021. Bei Erhe-

bung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren denn auch erst 

durch den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüngliche 

Verfügung ersetzt (BGE 142 V 337 E. 3.2.1 in fine). Soweit die Beschwer-

deführerin im vorliegenden Verfahren die Aufhebung der Revisionsverfü-

gung vom 6. Juli 2021 beantragt, ist daher auf die Beschwerde nicht ein-

zutreten. 

1.4 Die Beschwerdeführerin ist eine Aktiengesellschaft nach Art. 620 ff. 

des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220) und anwaltlich 

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Seite 5 

vertreten. Sie ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 59 ATSG). Sie hat 

das Vertretungsverhältnis durch schriftliche Vollmacht nachgewiesen 

(Art. 11 VwVG), den Kostenvorschuss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und 

die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60 Abs. 1 ATSG, 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten, soweit sie sich 

gegen den Einspracheentscheid vom 13. August 2021 richtet. 

2.  

2.1 Die Vorinstanz begründet die Rückforderung mit der fehlenden Kontrol-

lierbarkeit des Arbeitsausfalls im Bezugszeitraum März 2020 bis Mai 2021. 

Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Arbeitgeberkontrolle keine 

rechtsgenügende betriebliche Arbeitszeitkontrolle vorlegen können. Der 

Arbeitsausfall sei daher nicht überprüfbar und habe auch anhand anderer 

betrieblicher Unterlagen nicht plausibilisiert werden können. Die vorhande-

nen Aufstellungen über Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer erfüllten 

die Anforderungen an eine betriebliche Arbeitszeiterfassung nicht. Ausser-

dem gehe daraus sowie aus Ferienlisten und Abwesenheitsmeldungen 

hervor, dass in erheblichem Ausmass Ausfallstunden für Zeiten geltend ge-

macht worden seien, an denen die Arbeitnehmenden gearbeitet hätten 

oder aus nicht wirtschaftlich bedingten Gründen abwesend gewesen seien. 

Eine Mitarbeiterin habe keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, 

weil sie für die Arbeitslosenversicherung altersbedingt nicht mehr beitrags-

pflichtig sei. Ein Mitarbeiter habe zufolge fristloser Auflösung des Arbeits-

verhältnisses am 7. Oktober 2020 keinen Anspruch auf Kurzarbeitsent-

schädigung. Ausserdem hätten neu angestellte und anspruchsberechtigte 

Arbeitnehmende zwar vorerst keine Ausfallstunden zu verzeichnen, jedoch 

müssten die Sollstunden und Verdienste in die Summe der Sollstunden und 

in die AHV-pflichtige Lohnsumme aller anspruchsberechtigten Arbeitneh-

menden einbezogen werden, weil dies zu einer höheren Lohnsumme und 

einem tieferen prozentualen wirtschaftlich bedingten Arbeitsausfall führe. 

Die drei letzten Beanstandungspunkte zeitigten aufgrund der bereits um-

fassenden Leistungsaberkennung infolge Unkontrollierbarkeit des geltend 

gemachten Arbeitsausfalls im fraglichen Zeitraum jedoch keine weiteren 

Folgen. Schliesslich hätten die ausgerichteten Bonuszahlungen für das 

Jahr 2020 bei der Ermittlung der massgebenden Verdienste berücksichtigt 

werden sollen (Ergebnis: höhere AHV-pflichtige Lohnsumme). Auf eine 

Neuberechnung werde aber angesichts der umfassenden Leistungsaber-

kennung verzichtet. 

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Seite 6 

2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei möglich, ihre Angaben 

mit den vorhandenen Unterlagen zu plausibilisieren, weshalb die Ausfall-

stunden bestimm- und kontrollierbar seien. Auch wenn in einzelnen Mona-

ten gewisse Abweichungen beziehungsweise Unstimmigkeiten bestünden, 

könne nachgewiesen werden, dass im Bezugszeitraum keine Ausfallstun-

den für Zeiten deklariert worden seien, an denen die Angestellten gearbei-

tet hätten oder aus nicht wirtschaftlichen Gründen abwesend gewesen 

seien. Im Gegenteil seien zu wenige Ausfallstunden geltend gemacht wor-

den. Die Ungereimtheiten bedeuteten keine absichtliche Falschdeklara-

tion, sondern ergäben sich aus dem mit der Arbeitslosenkasse vereinbar-

ten Vorgehen und der Überforderung der Mitarbeitenden. Die Rückforde-

rung gründe auf einem falsch festgestellten Sachverhalt. Zudem sei das 

Vorgehen der Vorinstanz bei der Kontrolle fragwürdig und nicht neutral ge-

wesen. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 31 Abs. 3 

Bst. a AVIG (unten E. 3), des Prinzips des Vertrauensschutzes (unten E. 4) 

sowie des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (unten E. 5). 

3.  

3.1 Arbeitnehmer, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit 

ganz eingestellt ist, haben nach Art. 31 Abs. 1 AVIG Anspruch auf Kurzar-

beitsentschädigung, wenn sie für die Versicherung beitragspflichtig sind 

oder das Mindestalter für die Beitragspflicht in der AHV noch nicht erreicht 

haben, der Arbeitsausfall anrechenbar ist (Art. 32 AVIG), das Arbeitsver-

hältnis nicht gekündigt ist, der Arbeitsausfall voraussichtlich vorüberge-

hend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit ihre Arbeitsplätze 

erhalten werden können. Als normale Arbeitszeit gilt die vertragliche Ar-

beitszeit des Arbeitnehmers, jedoch höchstens die ortsübliche Arbeitszeit 

im betreffenden Wirtschaftszweig (Art. 46 Abs. 1 der Arbeitslosenversiche-

rungsverordnung vom 31. August 1983 [AVIV, SR 837.02]). Als verkürzt gilt 

die Arbeitszeit nur, wenn sie zusammen mit geleisteten Mehrstunden die 

normale Arbeitszeit nicht erreicht. Als Mehrstunden gelten alle ausbezahl-

ten oder nicht ausbezahlten Stunden, welche die vertraglich vereinbarte 

Arbeitszeit übersteigen (Art. 46 Abs. 2 AVIV). Anrechenbar ist ein Arbeits-

ausfall, wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeid-

bar ist und je Abrechnungsperiode mindestens 10 % der Arbeitsstunden 

ausmacht, die von den Arbeitnehmern des Betriebs normalerweise insge-

samt geleistet werden (Art. 32 Abs. 1 AVIG). Keinen Anspruch auf Kurzar-

beitsentschädigung haben unter anderem Arbeitnehmer, deren Arbeitsaus-

fall nicht bestimmbar oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollier-

bar ist (Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG). 

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3.2 Die genügende Kontrollierbarkeit des Arbeitsausfalls setzt eine betrieb-

liche Arbeitszeitkontrolle voraus, wobei der Arbeitgeber die Unterlagen 

über die Arbeitszeitkontrolle während fünf Jahren aufzubewahren hat 

(Art. 46b AVIV). Damit soll sichergestellt werden, dass der Arbeitsausfall 

für die Durchführungsorgane der Arbeitslosenversicherung überprüfbar ist 

(Urteil des BGer 8C_276/2019 vom 23. August 2019 E. 3.1). Die Beweis-

last hierfür obliegt dem Arbeitgeber (Urteil des BGer 8C_26/2015 vom 

5. Januar 2016 E. 2.3 in fine). Die zur Verfügung gestellten Unterlagen 

müssen das Kontrollorgan in die Lage versetzen, jederzeit möglichst zu-

verlässig die genauen Arbeitszeiten jedes einzelnen Arbeitnehmers fest-

stellen zu können (Urteil des EVG C 66/04 vom 18. August 2004 E. 3.2; 

Urteil des BVGer B-1806/2021 vom 22. Februar 2022 E. 5.2). 

3.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die eingereichte Aufstellung 

über Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer sei eine rechtsgenügliche 

Arbeitszeitkontrolle, die von einer externen Firma ausgewertet werde und 

nicht manipuliert werden könne. Die effektive Arbeitszeit werde elektro-

nisch täglich auf die Minute genau erfasst samt Bereitschaftsdienst und 

Beladungszeiten. Die Fahrer hätten während der Phase der Kurzarbeit da-

heim Bereitschaftsdienst geleistet (die Büroräumlichkeiten seien dafür viel 

zu klein) und hätten einen angefragten Einsatz auch ablehnen können, 

weshalb insoweit kein Bereitschaftsdienst mit Arbeitspflicht und somit auch 

keine in der Fahrzeitenkontrolle zu erfassende Arbeitszeit bestanden habe. 

Entsprechende schriftliche Bestätigungen der Fahrer lägen vor. Eine 

Stunde Pause pro Tag müsse noch abgezogen werden, da die Aufzeich-

nung während der Mittagspause weiterlaufe. Der Arbeitsausfall ergebe sich 

aus den Sollstunden abzüglich der aufgezeichneten Arbeitszeit. Die Feri-

enzettel belegten sodann die Urlaubstage. Falls es beim Ferienbezug Ver-

änderungen gegeben habe, könne dies den Lohnabrechnungen entnom-

men werden. Aus den Arztzeugnissen seien die Krankheitsabsenzen er-

sichtlich. Der Einfachheit halber seien die Ferienangaben und die Absen-

zen nochmals schriftlich zusammengefasst worden. Die Krankheitsabsen-

zen eines Mitarbeiters seien nun in die im Beschwerdeverfahren einge-

reichten Berechnungen miteinbezogen, sodass eine Rückforderung auch 

aus diesem Grund nicht mehr erfolgen könne. Für die Fahrer liege somit 

ein täglich fortlaufendes System und damit eine genügende betriebliche 

Arbeitszeiterfassung vor. Dieses sei auf die administrativ tätigen Mitarbei-

tenden umzurechnen. Sie übernähmen die Koordination der Fahrer und die 

Abwicklung der Fahrten, weshalb ihre Arbeitszeit in Abhängigkeit zu den 

gefahrenen Stunden stehe. Auch wenn unter den gegebenen Umständen 

eine Kontrolle umständlich sei, bleibe sie grundsätzlich möglich. Die 

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Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitslosenkasse seien 

genau gewesen, was die Vorinstanz bereits anlässlich des Kontrolltermins 

hätte feststellen können, wenn sie den Dialog gesucht hätte. Sämtliche Da-

ten seien vorhanden gewesen, man hätte sie nur korrekt abfragen müssen. 

Das sei jedoch nicht geschehen, weil offenbar bereits eine vorgefasste 

Meinung bestanden habe. Die Beschwerdeführerin habe im Übrigen für 

den Bezugszeitraum 3'894 Ausfallstunden zu wenig deklariert, was ge-

nüge, um allfällige Ungereimtheiten bei den Abrechnungen zu kompensie-

ren und aufzeige, dass zumindest die geltend gemachten Ausfallstunden 

korrekt gemeldet worden seien. Und selbst wenn davon sämtliche Ferien 

der Mitarbeitenden (338 Tage) und Krankheitsabsenzen (92 Tage) im Be-

zugszeitraum abgezogen würden, verbleibe ein Saldo von 18 Stunden zu 

Gunsten der Arbeitslosenkasse. Damit sei der Nachweis erbracht, dass die 

Kurzarbeitsentschädigung zu Recht ausbezahlt worden sei und nicht zu-

rückgefordert werden könne. Auch wenn das mit der Arbeitslosenkasse ab-

gesprochene Vorgehen keine exakte Zeiterfassung für alle Mitarbeitenden 

bedeute und möglicherweise gewisse Unregelmässigkeiten festgestellt 

werden könnten, könnten die Angaben der Beschwerdeführerin dennoch 

ausreichend plausibilisiert werden. 

3.4 Die Vorinstanz führt aus, die Unterlagen der Beschwerdeführerin ge-

nügten nicht, um die geltend gemachten Ausfallstunden als genügend kon-

trollier- und bestimmbar zu erachten, und vermöchten die fehlende Arbeits-

zeiterfassung nicht zu ersetzen. Für das Administrativpersonal sei über-

haupt keine Arbeitszeiterfassung geführt worden. Die Behauptung, deren 

Arbeitsstunden stünden in einem direkten Zusammenhang mit den geleis-

teten Stunden der Fahrer, weshalb prozentual derselbe Arbeitsausfall vor-

liegen müsse, vermöge nicht zu überzeugen und könne nicht belegt wer-

den. Eine solche pauschale Annahme des Arbeitsausfalls sei unzulässig. 

Die Beschwerdeführerin sei ein Transportunternehmen, das die Fahrzeuge 

miete oder lease, abhängig vom Tagesgeschäft sei und Aufträge sehr kurz-

fristig (meistens am selben Tag) durchführe, weshalb die Fahrer Bereit-

schaftsdienst leisteten. Die Aufstellung über die Arbeits-, Lenk- und Ruhe-

zeiten der Fahrer würden sich auf den Betrieb der Fahrzeuge beziehen und 

von einem Drittbetrieb geführt. Die Bereitschaftszeiten für Express- oder 

Sonderlieferungen gingen daraus nicht hervor. An Tagen ohne Einträge sei 

unklar, ob die Mitarbeitenden Bereitschaftsdienst leisteten oder aus ande-

ren Gründen abwesend seien. Es könne auch nicht nachvollzogen werden, 

ob allfällige Beladungs- und Entladungsarbeiten vor der ersten oder nach 

der letzten Fahrt durch den Fahrer durchgeführt würden. Diese würden 

durch den Fahrtenschreiber nicht aufgezeichnet. Die Aufstellungen seien 

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mangelhaft und die Anforderungen an eine betriebliche Arbeitszeitkontrolle 

seien daher nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin berechne den Arbeitsaus-

fall ausgehend von der vertraglich vorgesehenen Sollzeit und subtrahiere 

davon die gemäss Aufstellungen geleistete Arbeitszeit. Eine solche Plausi-

bilisierung der Ausfallstunden vermöge aber die ungenügende Arbeits-

zeiterfassung nicht zu kompensieren, zumal daraus keine Mehrstunden, 

wirtschaftlich bedingte Ausfallstunden und Absenzen, wie Ferien, Krank-

heit, Unfall, Militärdienst, Zivildienst und -schutz, sonstige bezahlte und un-

bezahlte Absenzen, hervorgingen. Ausserdem seien auch für Abwesenhei-

ten wirtschaftlich bedingte Ausfallstunden geltend gemacht worden. Zudem 

bestünden Abweichungen, wie die Beschwerdeführerin denn auch selber 

einräume (z.B. nicht korrekt deklarierte Ferienbezüge oder nicht erfasste 

krankheitsbedingte Abwesenheiten und eine im Vergleich mit den Angaben 

gegenüber der Arbeitslosenkasse divergierende Einsatzbestätigung eines 

Mitarbeiters). Die Arbeitszeit sei nicht genügend kontrollierbar und der An-

spruch auf Kurzarbeitsentschädigung daher zu verneinen. 

3.5  

3.5.1 Die Rechtmässigkeit der bezogenen Leistungen lässt sich regelmäs-

sig einzig anhand von detaillierten betrieblichen Unterlagen, namentlich 

aufgrund eines hinreichenden Zeiterfassungssystems im Sinne des Erfor-

dernisses der täglich fortlaufenden Aufzeichnung feststellen (Urteil des 

BGer 8C_276/2019 vom 23. August 2019 E. 5.1). Dem Erfordernis der 

rechtsgenüglichen betrieblichen Arbeitszeitkontrolle wird ausschliesslich 

mit einer täglich fortlaufenden, zeitgleichen Arbeitszeiterfassung der von 

der Kurzarbeit betroffenen Mitarbeitenden Genüge getan (Urteil des EVG 

C 35/03 vom 25. März 2004 E. 4). Ein geltend gemachter Arbeitsausfall ist 

erst dann genügend kontrollierbar, wenn für jeden einzelnen Tag die ge-

leistete Arbeitszeit überprüfbar ist (Urteil des BGer 8C_699/2022 vom 

15. Juni 2023 E. 5.1.2; Urteil des EVG C 260/00 vom 22. August 2001 

E. 2a). Fehlen geeignete Unterlagen zum Arbeitszeitnachweis, können 

diese weder durch die nachträgliche Befragung der betroffenen Arbeitneh-

mer noch andere Personen ersetzt werden (Urteil des BGer 8C_26/2015 

vom 5. Januar 2016 E. 4.2.2). 

3.5.2 Unter einer täglich fortlaufenden Arbeitszeiterfassung versteht man 

ein System, bei welchem die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten für jeden 

einzelnen Tag und Arbeitnehmer in hinreichend verlässlichen Belegen wie 

Zeiterfassungskarten, Stunden-, Regie- oder Reiserapporten fortlaufend 

festgehalten werden (Urteil des BVGer B-4689/2018 vom 14. Januar 2019 

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Seite 10 

E. 2.5.2). Die gearbeiteten Stunden können elektronisch, mechanisch oder 

von Hand erfasst werden (Urteil des BGer 8C_699/2022 vom 15. Juni 2023 

E. 5.1.2). Wesentlich ist allein, dass die Dokumentierung ausreichend de-

tailliert ist und zeitgleich erfolgt (Urteil des EVG C 269/03 vom 25. Mai 2004 

E. 3.1). Zeitgleich ist eine Arbeitszeiterfassung dann, wenn die Einträge 

nicht beliebig nachträglich abgeändert werden können, ohne dass dies ver-

merkt wird (Urteil des BVGer B-4689/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.5.2). 

Eine rechtsgenügliche Arbeitszeiterfassung kann daher grundsätzlich nicht 

durch Dokumente ersetzt werden, die erst nachträglich erstellt wurden (Ur-

teile des EVG C 64/04 vom 19. August 2004 E. 2.1 und C 115/06 vom 

4. September 2006 E. 2.2). Eine im Nachhinein präsentierte Zusammen-

stellung der angeblich tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden stellt kein 

adäquates Mittel für die Kontrolle des Arbeitsausfalls dar, weil es ihr am 

Erfordernis der täglich fortlaufenden Aufzeichnung fehlt (Urteil des BGer 

8C_276/2019 vom 23. August 2019 E. 5.1). 

3.5.3 Entscheidend ist sodann die jederzeitige Kontrollierbarkeit: Eine 

Fachperson aus dem Durchführungsbereich der Arbeitslosenversicherung 

muss sich anhand der verfügbaren Unterlagen zu einem beliebigen Zeit-

punkt ein hinlänglich klares Bild über die genauen Arbeitszeiten jedes Ar-

beitnehmenden und den wirtschaftlich bedingten Arbeitsausfall machen 

können (Urteil des EVG C 66/04 vom 18. August 2004 E. 3.2). Nachträg-

lich eingereichte Dokumente können für den Nachweis einer genügenden 

betrieblichen Arbeitszeitkontrolle nicht berücksichtigt werden, wenn keine 

Rückschlüsse auf deren Authentizität gezogen werden können; andernfalls 

würde die vom Gesetz auferlegte Kontrollaufgabe der Verwaltung ihres 

Sinns beraubt werden (Urteil des BVGer B-4689/2018 vom 14. Januar 

2019 E. 2.5.3). 

3.5.4 Eine Arbeitszeitkontrolle kann im Zusammenhang mit der Prüfung ei-

nes Arbeitsausfalls nur beweistauglich sein, wenn sie, abgesehen von ein-

zelnen Fehlern, die immer vorkommen können, keine Unstimmigkeiten auf-

weist (Urteil des BGer 8C_1026/2008 vom 30. Juli 2009 E. 4.2.2). Dabei 

handelt es sich um eine ähnliche Situation wie bei der Pflicht zur Buchfüh-

rung und Rechnungslegung nach Art. 957 des Obligationenrechts vom 

30. März 1911 (OR, SR 220; Urteil des BGer 8C_699/2022 vom 15. Juni 

2023 E. 5.1). Bei systematisch auftretenden Fehlern in der Arbeitszeitkon-

trolle gilt der Arbeitszeitausfall als nicht erstellt und die Antragstellenden 

haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (BVGE 2021 V/2 

E. 3.5.2). Vom Erfordernis der genügenden Kontrollierbarkeit des Arbeits-

ausfalls anhand einer betrieblichen Arbeitszeitkontrolle ist während der 

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Seite 11 

Covid-19-Pandemie nicht abgewichen worden; es galten dieselben Anfor-

derungen an die Arbeitszeiterfassung (BVGE 2021 V/2 E. 4.10; zuletzt be-

stätigt in den Urteilen des BVGer B-4556/2022 vom 13. November 2023 

E. 6.4.4 und B-4557/2022 vom 17. November 2023 E. 6.5.4 [noch nicht 

rechtskräftig]). 

3.5.5 Im Sozialversicherungsverfahren liegt die Beweislast für die an-

spruchsbegründenden Tatsachen, vorliegend für die geltend gemachten 

Arbeitsausfälle, bei der Leistungsansprecherin (vgl. BGE 121 V 204 E. 6a; 

vgl. PATRICK L. KRAUSKOPF/MARKUS WYSSLING, in: Bernhard Waldmann/ 

Patrick L. Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-

setz, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2023, Art. 12 N 230). Zwar muss die Be-

hörde bei begründeten Zweifeln beispielswiese am korrekten Einsatz einer 

grundsätzlich zum Beweis geeigneten Arbeitszeitkontrolle der Arbeitgebe-

rin die Gelegenheit geben, die Zweifel zu entkräften. Indessen liegt es nicht 

an der Behörde, die Unrichtigkeit der Zeiterfassung für jede zur Kurzarbeit 

angemeldete Person individuell zu beweisen. Dies würde letztlich eine Um-

kehr der Beweislast bedeuten (Urteil des EVG C 66/04 vom 18. August 

2004 E. 3.2; Urteil des BVGer B-6609/2016 vom 7. März 2018 E. 4.1). 

3.6  

3.6.1 Es ist unbestritten, dass die in der Administration tätigen Mitarbeiten-

den keine Arbeitszeitkontrolle geführt haben. Eine prozentuale Ableitung 

ihrer Arbeitszeit von der Arbeitszeit der Fahrer (Berechnungsweise der Be-

schwerdeführerin) erweist sich aus verschiedenen Gründen als ungenü-

gend. In erster Linie handelt es sich dabei lediglich um eine Schätzung des 

Arbeitsaufwands im Bezugszeitraum, die Angaben sind mithin zu ungenau. 

Ferner gehen daraus keine Absenzen, wie Ferien, Krankheit, Unfall, Mili-

tärdienst, Zivildienst und -schutz oder sonstige bezahlte und unbezahlte 

Absenzen hervor, auch allfällige Mehrstunden sind nicht ausgewiesen. Ent-

gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin wurde durch die Rechtspre-

chung bestätigt, dass diese Angaben notwendig sind (Urteil des BGer 

8C_731/2011 vom 24. Januar 2012 E. 3.4). Schliesslich kann im Rück- be-

ziehungsweise Umkehrschluss von dieser geschätzten Arbeitszeit nicht 

einfach auf wirtschaftlich bedingte Ausfallstunden geschlossen werden. Es 

lässt sich daher nicht zuverlässig feststellen, inwieweit die geltend gemach-

ten Ausfallstunden für das administrative Personal auf wirtschaftliche 

Gründe oder auf sonstige Absenzen zurückzuführen waren und ob über-

haupt wirtschaftlich bedingte Ausfallstunden im auf diese Weise ge-

B-4138/2021 

Seite 12 

schätzten Ausmass entstanden sind. Es fehlen schlicht zuverlässige Infor-

mationen. 

3.6.2 Aktenkundig sind die Aufstellungen über die Arbeits-, Lenk- und Ru-

hezeiten der Fahrer, welche die Beschwerdeführerin als betriebliche Ar-

beitszeitkontrolle im Sinne der Arbeitslosenversicherungsgesetzgebung 

erachtet. Nach Art. 16 Abs. 1 der Chauffeurverordnung vom 19. Juni 1995 

(ARV 1, SR 822.221) überwacht der Arbeitgeber laufend anhand der ver-

fügbaren Kontrollmittel, ob die Bestimmungen über die Arbeits-, Lenk- und 

Ruhezeiten eingehalten worden sind. Er hält dazu für jeden Arbeitnehmer 

und jede Arbeitnehmerin folgende Angaben in einer Aufstellung fest: a. die 

Tageslenkzeit; b. die wöchentliche Arbeitszeit und den aktuellen Wochen-

durchschnitt; c. die Bereitschaftszeit; d. die eingelegten täglichen Ruhezei-

ten und bei deren allfälliger Unterteilung die Dauer der Teil-Ruhezeiten; 

e. die eingelegten wöchentlichen Ruhezeiten und bei deren allfälliger Re-

duzierung die Dauer der reduzierten Ruhezeiten; f. allfällige Arbeitszeiten 

bei andern Arbeitgebern. Als Arbeitszeit gilt die Zeit, während der der Ar-

beitnehmer oder die Arbeitnehmerin am Arbeitsplatz ist, dem Arbeitgeber 

zur Verfügung steht und seine oder ihre Funktion oder Tätigkeiten ausübt; 

zur Arbeitszeit zählen ferner die Arbeitspausen von weniger als 15 Minuten 

(Art. 2 Bst. f ARV 1). Als Bereitschaftszeit gilt die Zeit, in der der Arbeitneh-

mer oder die Arbeitnehmerin nicht verpflichtet ist, am Arbeitsplatz zu blei-

ben, sich jedoch in Bereitschaft halten muss, um auf Anweisung hin die 

Fahrtätigkeit oder andere Arbeiten aufzunehmen oder wiederaufzunehmen 

(Art. 2 Bst. g ARV 1). Die Bereitschaftszeit und ihre voraussichtliche Dauer 

müssen dem Führer oder der Führerin im Voraus bekannt sein, damit er 

oder sie diese Zeit als Bereitschaftszeit nehmen kann. Andernfalls gilt diese 

Zeit als Arbeitszeit (Art. 7 Abs. 1 ARV 1). Als Ruhezeit gilt der Zeitraum, in 

dem der Führer oder die Führerin frei über seine oder ihre Zeit verfügen 

kann (Art. 2 Bst. i ARV 1). Die Kontrollmittel sind in Art. 13 ff. ARV 1 gere-

gelt: Fahrtenschreiber (analog oder digital), Fahrtenschreiberkarten, die 

aus digitalen Fahrtenschreibern oder Fahrtenschreiberkarten auf externe 

Speichermedien ausgelesenen Daten, Eintragungen im Arbeitsbuch, Ein-

tragungen in betriebsinternen Tagesrapporten und die Daten betriebsinter-

ner Zeiterfassungsgeräte und Eintragungen in der Aufstellung über die Ar-

beits-, Lenk- und Ruhezeit. 

3.6.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass Aufzeichnun-

gen von (analogen) Fahrtenschreibern im Sinne der Chauffeurverordnung 

die Anforderungen an eine betriebliche Arbeitszeitkontrolle nach Art. 46b 

Abs. 1 AVIV nicht erfüllen. Fahrtenschreiber erlaubten zwar die Bestim-

B-4138/2021 

Seite 13 

mung eines gewissen Teils der Arbeitszeit (wie sie in der Chauffeurverord-

nung legaldefiniert sei), nicht aber die Quantifizierung der tatsächlichen Ar-

beitszeit mit der vom AVIG und von der AVIV sowie der Rechtsprechung 

geforderten Genauigkeit. Der Begriff der Arbeitszeit sei in der Chauffeur-

verordnung anders definiert als in der Arbeitslosenversicherungsgesetzge-

bung. Zudem hätten die Aufzeichnungen von Fahrtenschreibern ein ande-

res Ziel als die betriebliche Arbeitszeitkontrolle nach AVIG und AVIV. Ziel 

der Chauffeurverordnung sei die Sicherheit im Strassenverkehr und der 

Schutz der Beschäftigten und nicht der ausreichende Schutz vor Arbeits-

platzverlust und die Verhütung von Arbeitslosigkeit durch die Gewährung 

bestimmter Leistungen. Der Fahrtenschreiber solle dafür sorgen, dass die 

Vorschriften über die Strassenverkehrssicherheit eingehalten würden, und 

nicht die tatsächliche Arbeitszeit messen (Urteil des BVGer B-4070/2021 

vom 17. Oktober 2023 E. 4.5.1 und 4.5.2 [noch nicht rechtskräftig]). Ob die 

vorliegend strittige Aufstellung über die Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten der 

Fahrer auf den Aufzeichnungen von Fahrtenschreibern der durch die Be-

schwerdeführerin gemieteten beziehungsweise geleasten Fahrzeuge ba-

sieren, ist unklar, weil sich weder Beschwerdeführerin noch Vorinstanz 

dazu äussern, ist aber sehr wahrscheinlich. Dieser Umstand ist letztlich 

aber unerheblich, wie nachfolgend aufgezeigt wird (unten E. 3.6.4). Die 

vorliegenden Aufstellungen äussern sich im Unterschied zu Aufzeichnun-

gen von Fahrtenschreibern zusätzlich zu den Ruhezeiten und weisen 

Durchschnittswerte aus (z.B. die durchschnittliche Lenk- und Arbeitszeit 

der letzten 26 Wochen). 

3.6.4 Die fraglichen Aufstellungen enthalten Angaben über Arbeits- und 

Lenkzeit, Pausen, Ruhezeiten und Bereitschaftszeit. Die Verfahrensbetei-

ligten bestreiten nicht, dass es sich bei den Aufstellungen um solche im 

Sinne von Art. 16 Abs. 1 ARV 1 handelt, dass die Aufstellungen von einem 

Drittunternehmen geführt werden, von der Beschwerdeführerin nicht mani-

puliert werden können und an den Betrieb des jeweiligen Fahrzeugs ge-

bunden sind. Die Aufstellungen dienen der Arbeitgeberin gemäss Art. 16 

Abs. 1 ARV 1 als Kontrolle, ob die Bestimmungen über die Arbeits-, Lenk- 

und Ruhezeiten eingehalten worden sind. Dabei werden Arbeits- und Lenk-

zeit, Pausen, Ruhezeiten und Bereitschaftszeit entsprechend den Legalde-

finitionen und den Ausführungsbestimmungen der Chauffeurverordnung 

erfasst (vgl. Art. 2 Bst. f, g und i und Art. 5 ff. ARV 1). Wie bei den Fahrten-

schreibern (oben E. 3.6.3) besteht dabei eine Diskrepanz zu der in Art. 46 

Abs. 1 AVIV definierten Arbeitszeit (vertragliche Arbeitszeit) und damit zu 

der von der Arbeitslosenversicherungsgesetzgebung geforderten betriebli-

chen Arbeitszeitkontrolle. Es existieren möglicherwiese angefallene Ar-

B-4138/2021 

Seite 14 

beitsstunden, die nicht in der Aufstellung ausgewiesen werden. Beispiels-

weise ist im Arbeitsvertrag vorgesehen, dass der Fahrer für die "ordnungs-

gemässe Pflege, Wartung und Sauberkeit des ihm anvertrauten Kraftfahr-

zeugs" zu sorgen hat. Die Beschwerdeführerin erklärt nicht, dass dieser 

Aufwand in der in den Aufstellungen ausgewiesenen Arbeitszeit nach 

ARV 1 enthalten ist. Falls die erfasste Arbeits- und Lenkzeit auf den Anga-

ben des Fahrtenschreibers basiert, stellt sich dasselbe Problem, wie bei 

den Fahrtenschreibern selbst. Der Fahrtenschreiber muss bedient werden, 

solange sich der Fahrer im Fahrzeug oder dessen Nähe befindet (Art. 14 

Abs. 1 ARV 1). Fallen andere Tätigkeiten an, kann es sein, dass diese nicht 

im Fahrtenschreiber erfasst sind (Urteil des BVGer B-4070/2021 vom 

17. Oktober 2023 E. 4.5.2 [noch nicht rechtskräftig]). Zum Bereitschafts-

dienst, der aufgrund des Geschäftsmodells der Beschwerdeführerin unab-

dingbar sein dürfte, bestehen unterschiedliche Positionen. Die Beschwer-

deführerin erklärt zusammengefasst, dass dieser vor Ort aufgrund der be-

engten Räumlichkeiten nicht möglich sei, die Fahrer diesen im Bezugszeit-

raum daheim geleistet hätten, dies jedoch kein Bereitschaftsdienst im 

Sinne der Chauffeurverordnung gewesen und daher in den Aufstellungen 

nicht erfasst worden sei, da keine Arbeitspflicht bestanden habe. Die Vor-

instanz erachtet einen solchen Bereitschaftsdienst aber als in der betrieb-

lichen Arbeitszeitkontrolle nach AVIV erfassungs- beziehungsweise dekla-

rationspflichtig gegenüber der Arbeitslosenkasse, da die Bereitschaftszeit 

auch nach der Chauffeurverordnung unter Umständen als Arbeitszeit gel-

ten kann (vgl. Art. 7 Abs. 1 ARV 1) und insoweit voraussichtlich kein wirt-

schaftlich bedingter Arbeitsausfall geltend gemacht werden könnte. Im Üb-

rigen äussern sich die Arbeitsverträge der Fahrer nicht zu einer allfälligen 

Entlöhnung von Bereitschaftszeiten. Die Vorinstanz bezweifelt zudem, 

dass Beladungs- und Entladungszeiten vollumfänglich in den Aufstellun-

gen enthalten sind (insbesondere vor der ersten und nach der letzten 

Fahrt), was angesichts der Definition der Arbeitszeit in Art. 2 Bst. f i.V.m. 

Bst. e Ziff. 3 ARV 1 nicht anzunehmen ist, weil dieser Aufwand Teil der Ar-

beitszeit der Fahrer bildet ("mit der Beförderung verbundene Tätigkeiten"). 

Die Diskrepanz zur geforderten betrieblichen Arbeitszeitkontrolle nach 

AVIV zeigt sich aber auch im Umstand, dass nach Art. 16 Abs. 3 ARV 1 für 

Führer und Führerinnen, deren Tageslenkzeit aufgrund einer summari-

schen Überprüfung der Fahrtenschreiberaufzeichnungen offensichtlich we-

niger als sieben Stunden betragen hat, in der Aufstellung kein Eintrag der 

Lenkzeit erforderlich ist. Die Aufstellungen sind demnach geeignet, einen 

bestimmten Teil der Arbeitszeit der Fahrer im Sinne der Chauffeurverord-

nung zu dokumentieren, aber nicht die effektive Arbeitszeit mit der von der 

Arbeitslosenversicherungsgesetzgebung geforderten Exaktheit. 

B-4138/2021 

Seite 15 

3.6.5 Hinzu kommen verschiedene Ungereimtheiten. An Tagen, an denen 

in den Aufstellungen keine Einträge vorhanden sind, ist unklar, ob die Fah-

rer beispielsweise Bereitschaftsdienst leisteten und aus anderen als wirt-

schaftlich bedingten Gründen, beispielsweise krankheitshalber, abwesend 

gewesen waren. Die separaten Ferienlisten sind mangelhaft, weil sie teil-

weise tatsachenwidrig sind, wie die Beschwerdeführerin denn auch selber 

einräumt. Zusammengefasst bilden die vorliegenden Aufstellungen über 

Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer daher kein zuverlässiges und 

damit taugliches Beweismittel für die betriebliche Arbeitszeitkontrolle ge-

mäss Art. 46b AVIV, auch nicht in Kombination mit den übrigen von der Be-

schwerdeführerin zur Verfügung gestellten Dokumenten. 

3.6.6 Es trifft zwar zu, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, dass in der 

Rechtsprechung – soweit ersichtlich – nicht ausdrücklich verlangt wird, die 

betriebliche Arbeitszeiterfassung im Sinne von Art. 46b AVIV müsse in ei-

nem Dokument oder System mit allen notwendigen Angaben erfolgen, je-

doch muss im Zeitpunkt der Kontrolle alles Erforderliche vorliegen und es 

muss ein hinlänglich klares Bild über die genauen Arbeitszeiten aller Ar-

beitnehmenden und den wirtschaftlich bedingten Arbeitsausfall möglich 

sein (oben E. 3.5.3). Der Umstand, dass sich die kontrollierende Fachper-

son aus dem Durchführungsbereich der Arbeitslosenversicherung anhand 

der verfügbaren Unterlagen die erforderlichen Informationen selber erar-

beiten muss, wirkt zumindest erschwerend, um die gegenüber der Arbeits-

losenkasse gemeldeten Angaben – gestützt worauf die Auszahlung der 

Kurzarbeitsentschädigung erfolgte – zu überprüfen. Die Aufstellung über 

die Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer musste nachgereicht wer-

den, weil sie offenbar nicht im Betrieb vorhanden war. Die Beschwerdefüh-

rerin hat anlässlich der Kontrolle zudem angegeben, dass eine Arbeitszeit-

kontrolle, aus welcher täglich die geleisteten Arbeitsstunden, die wirtschaft-

lich bedingten Ausfallstunden sowie alle Absenzen, wie Ferien, Krankheit 

oder Unfall, hervorgingen, von den Arbeitnehmenden nicht geführt werde. 

Die Arbeitszeit basiere auf Vertrauen und die Ausfälle seien anhand der 

Fahrzeugauslastung, des Umsatzes sowie ihrer Einschätzung prozentual 

ermittelt worden (vgl. Protokoll der Arbeitgeberkontrolle). Die Beschwerde-

führerin scheint ferner davon auszugehen, dass ihre Meldungen an die Ar-

beitslosenkasse nachträglich, auch noch während hängigem Beschwerde-

verfahren, beliebig korrigiert werden könnten (vgl. nur die Berücksichtigung 

der Krankheitsabsenzen eines Mitarbeiters, die "nun einbezogen wurden" 

in einer Aufstellung, die dem Gericht eingereicht worden ist). Dies ist jedoch 

nicht möglich, da keine Rückschlüsse auf die Authentizität dieser Doku-

mente gezogen werden können (oben E. 3.5.3), auch wenn tatsächliche 

B-4138/2021 

Seite 16 

Noven im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht grundsätz-

lich zulässig sind. 

3.7 Es ist demnach nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum 

Schluss kommt, dass die betriebliche Arbeitszeitkontrolle der Beschwerde-

führerin, soweit überhaupt vorhanden, gewisse Mängel aufweist und daher 

ungenügend ist. Die zahlreichen von der Beschwerdeführerin gestellten 

Anträge auf Zeugenbefragung, Einholung von Auskünften und Vornahme 

von Augenscheinen sind in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen, da 

daraus keine neuen Erkenntnisse für den zu beurteilenden Sachverhalt im 

Zusammenhang mit der Arbeitgeberkontrolle und den vorliegend zu beur-

teilenden Aufstellungen über die Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer 

und den weiteren Dokumenten zu erwarten sind. Darüber hinaus hat die 

Vorinstanz nachgewiesen, dass wirtschaftlich bedingte Ausfallstunden gel-

tend gemacht wurden in Zeiträumen, in denen Mitarbeitende aus anderen 

Gründen abwesend waren (Kündigung, Krankheit) oder altershalber kei-

nen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung hatten. 

3.8  

3.8.1 Die Ausgleichsstelle der Arbeitslosenversicherung, die durch das 

SECO geführt wird (Art. 83 Abs. 3 AVIG), überprüft unter anderem die Aus-

zahlungen der Kassen und überwacht die Entscheide der kantonalen 

Amtsstellen (Art. 83 Abs. 1 Bst. d und l AVIG). Sie und die von ihr beauf-

tragten Treuhandstellen prüfen stichprobenweise bei den Arbeitgebern die 

ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigungen (Art. 83a AVIG ["Revision und 

Arbeitgeberkontrolle"] und Art. 110 Abs. 4 AVIV). 

3.8.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet die Durchführung der Arbeitge-

berkontrolle. Bereits im Mai 2021 seien die Auszahlungen durch die Vor-

instanz blockiert worden, obwohl der Kontrolltermin erst auf den 29. Juni 

2021 angesetzt gewesen sei. Der Inspektor habe sich an der Kontrolle her-

ablassend verhalten, sei nicht bereit gewesen, sich die Erläuterungen der 

Beschwerdeführerin anzuhören, und die Schlussbesprechung habe nicht 

einmal zehn Minuten gedauert. Das Ergebnis der Kontrolle habe bereits 

vorher festgestanden und durch den Vororttermin nur noch bestätigt wer-

den sollen. 

3.8.3 Die Beschwerdeführerin beanstandet erstmals im Beschwerdever-

fahren eine Voreingenommenheit von Vertretern der Vorinstanz im Rah-

men der Arbeitgeberkontrolle. Aktenkundig sind keine Umstände, die bei 

B-4138/2021 

Seite 17 

objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit oder Voreingenom-

menheit von Vertretern der Vorinstanz erwecken würden (vgl. BGE 147 I 

173 E. 5.1; 141 IV 178 E. 3.2.1). Die Vorbereitungsunterlagen belegen eine 

sorgfältige Vorbereitung der Kontrolle. Aus dem Protokoll geht hervor, wel-

che Unterlagen eingesehen und mitgenommen wurden und welche Aus-

führungen die Beschwerdeführerin gemacht hat. Die Beschwerdeführerin 

hat das Protokoll denn auch unterzeichnet und keinen Hinweis auf den ih-

rer Ansicht nach nicht korrekten Ablauf angebracht, was ihr frei gestanden 

hätte. Auch im Rahmen des Einspracheverfahrens hat sie die Rüge nicht 

vorgebracht. Sie erweist sich daher als verspätet. Ohnehin bleibt unklar, 

was die Beschwerdeführerin aus dem Vorbringen zu ihren Gunsten ablei-

ten möchte. Der Antrag auf Zeugeneinvernahme der Buchhalterin der Be-

schwerdeführerin zum Ablauf der Kontrolle ist daher in antizipierter Beweis-

würdigung abzuweisen. Dass die Vorinstanz die Arbeitslosenkasse Aus-

zahlungen (einstweilen) stoppen lassen kann, ergibt sich aus ihrer Wei-

sungsbefugnis gegenüber den Kassenträgern (Art. 83 Abs. 1 Bst. e AVIG; 

vgl. auch Art. 83 Abs. 1 Bst. h AVIG, wonach die Ausgleichsstelle Vorkeh-

ren zur Verhinderung ungerechtfertigter Bezüge trifft). 

4.  

4.1 Der in Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerte Grundsatz von Treu und 

Glauben statuiert ein Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht ei-

ner Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördli-

che Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes 

Verhalten der Behörden. Die Voraussetzung für eine Berufung auf Vertrau-

ensschutz, die unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen 

Recht abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten kann, ist 

erfüllt: 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf be-

stimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betref-

fenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die 

Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 

3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres er-

kennen konnte; 4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft 

Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht 

werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunfts-

erteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 143 V 341 E. 5.2.1). 

4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe die wirtschaftlich be-

dingten Ausfallstunden aufgrund einer falschen Information der Arbeits-

B-4138/2021 

Seite 18 

losenkasse als Schätzwert kommuniziert. Sie habe der Arbeitslosenkasse 

mitgeteilt, dass sie keine Arbeitszeitkontrolle habe. Diese habe zur Aus-

kunft gegeben, dass ein Bezug trotzdem möglich sei. Man solle die effektiv 

geleisteten Arbeitstage der Mitarbeitenden mit den Soll-Arbeitstagen ver-

gleichen. Die Differenz in Stunden ergebe die Arbeitszeit, für die Kurzar-

beitsentschädigung verlangt werden könnten. Da die Fahrer nicht ganze 

Tage fehlten, sondern weniger Fahrten als sonst durchgeführt hätten, habe 

die Beschwerdeführerin die Ausfallstunden entsprechend den weggefalle-

nen Fahrten, der Fahrzeugauslastung, nach Erfahrung und in Abschätzung 

des erlittenen Ausfalls auf die zur Kurzarbeit angemeldeten Mitarbeitenden 

aufgeteilt. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe sich auf die 

Auskunft verlassen dürfen. Es sei während der Pandemie ohnehin schwie-

rig gewesen, über die jeweils geltenden Regeln informiert zu bleiben. Sie 

habe die Unrichtigkeit der Auskunft nicht erkennen können und aufgrund 

der Auskunft Dispositionen getroffen (keine Kündigung von Mitarbeiten-

den), die nicht wieder rückgängig gemacht werden könnten. Da ihr die 

Kurzarbeitsentschädigung – teilweise mit Korrekturen (Kürzungen in den 

Monaten März bis August, Oktober und Dezember 2020) und Rückfragen 

– ausgerichtet worden sei, habe sie keine Zweifel an der Auskunft gehabt. 

Die Beschwerdeführerin erklärt, sie verfüge leider nicht über Urkunden-

nachweise zur der von der Arbeitslosenkasse getätigten Auskunft, weshalb 

es unerlässlich sei, die bei der Kasse angestellten Mitarbeitenden zu be-

fragen. Die Abrechnungen über die Auszahlung der Kurzarbeitsentschädi-

gung bildeten zusätzlich eine Vertrauensgrundlage. 

4.3 Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdeführerin könne sich nicht auf 

den Vertrauensschutz berufen, weil die fragliche Auskunft wohl so gar nicht 

erteilt worden sei, und falls doch, dann hätte die Beschwerdeführerin die 

Unrichtigkeit der Auskunft ohne Weiteres erkennen können, da alle Unter-

lagen im Verlaufe des Voranmeldungs- und Abrechnungsverfahrens auf die 

Pflicht zur Führung einer täglich fortlaufenden Arbeitszeiterfassung hinwie-

sen. Die geltend gemachten Kontaktaufnahmen liessen sich anhand der 

Unterlagen der Arbeitslosenkasse nicht nachvollziehen oder belegen und 

praxisgemäss seien die Mitarbeitenden der Kassen ohnehin zurückhaltend 

mit Aussagen zur Anspruchsberechtigung. Es sei zumindest zweifelhaft, ob 

die Kasse tatsächlich eine falsche Auskunft erteilt habe. Ausserdem habe 

die Beschwerdeführerin anlässlich der Arbeitgeberkontrolle unterschriftlich 

bestätigt, dass keine geeignete betriebliche Arbeitszeitkontrolle vorliege. 

Die Tatsache, dass die Arbeitslosenkasse die Kurzarbeitsentschädigung 

teilweise erst nach Rückfragen und Korrekturen ausgerichtet habe, ändere 

nichts daran, dass sich die Beschwerdeführerin nicht auf den Ver-

B-4138/2021 

Seite 19 

trauensschutz berufen könne. Diese Korrekturen stünden nicht im Zusam-

menhang mit der unzureichenden betrieblichen Zeiterfassung (z.B. seien 

erhaltene Einarbeitungszuschüsse nachträglich abgezogen worden). Die 

Beschwerdeführerin könne auch daraus, dass die Kurzarbeitsentschädi-

gung jeweils zur Auszahlung gelangt sei, nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

4.4 Es ist festzuhalten, dass die Arbeitslosenkasse keine vertiefte Prüfung 

aller Anspruchsvoraussetzungen der Kurzarbeitsentschädigung vorzuneh-

men hat (Urteil des EVG C 208/02 vom 27. Oktober 2003 E. 4.3). Es ist 

grundsätzlich Sache der kantonalen Amtsstelle, die Anspruchsvorausset-

zungen zu prüfen, im Zweifel geeignete Abklärungen vorzunehmen und 

gegebenenfalls Einspruch gegen die Auszahlung der Kurzarbeitsentschä-

digungen zu erheben (Art. 36 Abs. 3 und 4 AVIG; BGE 124 V 75 E. 4b/aa). 

Die Kasse prüft die persönlichen Voraussetzungen nach Art. 31 Abs. 3 

AVIG sowie die Voraussetzung nach Art. 32 Abs. 1 Bst. b AVIG (Art. 39 

Abs. 1 AVIG) und ist nicht verpflichtet, die Anspruchsberechtigung selber 

umfassend abzuklären (BGE 124 V 75 E. 4b/aa und bb). Anzumerken ist 

jedoch, dass die erste zu nehmende Hürde bei der kantonalen Amtsstelle 

nicht "gewichtiger" ist (als die zeitlich nachgelagerte Prüfung durch die zu-

ständige Arbeitslosenkasse), wird doch ebenfalls nicht deren "Zustim-

mung" verlangt, sondern nur, dass sie nicht durch "Einspruch" das Verfah-

ren hemmt. Dieser Umstand weist darauf hin, dass im Normalfall keine Ein-

wendungen der kantonalen Amtsstelle erwartet werden. Anlass zu ergän-

zenden Abklärungen können aber auch, wie vorliegend, erst die durch die 

Ausgleichsstelle der Arbeitslosenversicherung nachträglich angeordneten 

Arbeitgeberkontrollen bilden. Die Rechtfertigung, dass der Arbeitgeberin 

wiederholt über eine längere Zeitdauer vorbehaltlos Kurzarbeitsentschädi-

gungen ausbezahlt worden sind, löst vor diesem Hintergrund keinen Ver-

trauensschutz aus und steht einer Rückforderung von Leistungsbetreffnis-

sen nicht entgegen (vgl. zum Ganzen Urteile des BGer 8C_681/2021 vom 

23. Februar 2022 E. 3.6 und 8C_469/2011 vom 29. Dezember 2011 

E. 6.2.1.2). 

4.5 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe von der Arbeitslosen-

kasse mündlich eine Auskunft erhalten, wonach ihre (pauschale) Weise der 

Berechnung und Angabe der wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden zuläs-

sig sei und zum Bezug von Kurzarbeitsentschädigung genüge und dass 

ein Bezug trotz fehlender betrieblicher Arbeitszeitkontrolle möglich sei. Die 

Auskunft ist nicht aktenkundig. In den Akten befindet sich einzig eine Tele-

fonnotiz einer Mitarbeiterin der Arbeitslosenkasse, worin die fehlende Zeit-

erfassung jedoch nicht erwähnt wird, sondern es um Fragen zu den Löhnen 

B-4138/2021 

Seite 20 

geht. Grundsätzlich könnten solche Auskünfte, wie sie die Beschwerdefüh-

rerin geltend macht, allenfalls eine taugliche Vertrauensgrundlage bilden. 

Allerdings müsste die Kasse auf konkrete Anfrage hin der Beschwerdefüh-

rerin ausdrücklich bestätigt haben, dass das verwendete beziehungsweise 

zur Verwendung vorgesehene Kontrollsystem den Anforderungen an eine 

betriebliche Arbeitszeitkontrolle gemäss Art. 46b Abs. 1 AVIV genügen 

würde (Urteil des BGer 8C_652/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 5.2.2 in 

fine), was vorliegend nicht behauptet wird. Vorliegend wird vielmehr be-

hauptet, die Kasse habe erklärt, dass überhaupt keine betriebliche Arbeits-

zeitkontrolle erforderlich sei. Dies würde jedoch den anwendbaren gesetz-

lichen Grundlagen widersprechen. Die Beschwerdeführerin war im Hinblick 

auf die Geltendmachung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung 

verpflichtet, den Arbeitsausfall im Rahmen einer überprüfbaren, namentlich 

die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden deklarierenden Arbeitszeitkon-

trolle zu erfassen, worauf die Arbeitgeber in den zahlreichen Informations-

quellen, über die die Beschwerdeführerin verfügte (Hinwies auf dem For-

mular "Voranmeldung von Kurzarbeit"; Hinweis auf Bewilligungsverfügung 

der kantonalen Amtsstelle; Info-Service-Broschüre "Kurzarbeitsentschädi-

gung", Ziff. 6 und 7; vgl. auch AVIG-Praxis KAE, Rz. B 34-36; Urteil des 

EVG C 437/99 vom 11. September 2000 E. 3), aufmerksam gemacht wer-

den (Urteil des BGer 8C_469/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 6.2.2). Die 

Beschwerdeführerin kann sich daher nicht auf den Vertrauensgrundsatz 

berufen. 

4.6 Angesichts dieser Ausführungen, kann auf eine Befragung von Mitar-

beitenden der Arbeitslosenkasse verzichtet werden. Der Antrag ist in anti-

zipierter Beweiswürdigung abzuweisen. 

5.  

5.1 Staatliches Handeln muss verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV). 

Das Verhältnismässigkeitsprinzip gebietet, dass eine staatliche Massnah-

me geeignet, notwendig und für die betroffene Person zumutbar ist, um das 

angestrebte Ziel zu erreichen (BGE 146 II 335 E. 6.2.2). 

5.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Rückforderung sei unverhältnismäs-

sig. Könne, wie vorliegend, nachgewiesen werden, dass der Ausfall wie 

geltend gemacht bestanden habe, sei es stossend, die Leistung vollum-

fänglich zurückzufordern. Angesichts der ausserordentlichen Pandemie-

lage sei eine gewisse Flexibilität bei der Beurteilung der betrieblichen Ar-

beitszeitkontrolle angezeigt. In dieser Ausnahmesituation hätten alle invol-

B-4138/2021 

Seite 21 

vierten Personen improvisieren müssen und die Mitarbeitenden seien 

überfordert gewesen. Die Beschwerdeführerin habe Schwierigkeiten ge-

habt, an die notwenigen Information zu gelangen, wie die Meldungen kor-

rekt hätten erfolgen müssen. Sie macht geltend, durch die Rückforderung 

sei ihre Existenz bedroht, die Folge sei der Konkurs und damit der Verlust 

von 30 bis 40 Arbeitsplätzen. Aus Verhältnismässigkeitsgründen könnte 

die Rückforderung zumindest – wenn die Arbeitszeit des Büropersonals als 

unkontrollierbar qualifiziert würde – auf 35 % (prozentualer Anteil Ausfall-

stunden des in der Administration tätigen Personals [8'033 Stunden]) der 

ausgerichteten Leistung beschränkt werden (Fr. 178'364.50). 

5.3 Die Beschwerdeführerin übersieht, dass vom Erfordernis der genügen-

den Kontrollierbarkeit des Arbeitsausfalls anhand einer betrieblichen Ar-

beitszeitkontrolle während der Covid-19-Pandemie nicht abgewichen wor-

den ist; es galten dieselben Anforderungen an die Arbeitszeiterfassung 

(oben E. 3.5.4). Somit verbleibt kein Raum für die von der Beschwerdefüh-

rerin geforderten Flexibilität. Auch aus Verhältnismässigkeitsgründen kann 

im vorliegenden Fall von der verordnungsweise festgelegten betrieblichen 

Arbeitszeitkontrolle nicht abgewichen werden. Die betriebliche Arbeitszeit-

kontrolle der Beschwerdeführerin genügt in vielerlei Hinsicht den Anforde-

rungen nicht (oben E. 3.6 f.), weshalb der geltend gemachte Arbeitsausfall 

zweifelhaft ist (unten E. 6). Auch kann die Rückforderung gestützt auf den 

Verhältnismässigkeitsgrundsatz nicht reduziert werden. Art. 31 Abs. 3 

Bst. a AVIG und Art. 46b Abs. 1 AVIV sowie die zugehörige Rechtspre-

chung lassen kaum Spielraum für behördliches Ermessen, so dass die 

Tragweite des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit bei der Durchführung 

dieser Bestimmungen von vornherein eingeschränkt erscheint. Sobald die 

Arbeitszeit – wie im vorliegenden Fall – über einen bestimmten Zeitraum 

nicht als hinreichend kontrollierbar angesehen wird, kommt die Gewährung 

von Kurzarbeitsentschädigung selbst teilweise grundsätzlich nicht in Be-

tracht (Urteil des BGer 8C_699/2022 vom 15. Juni 2023 E. 6.4). 

5.4 Es ist ferner unklar und die Beschwerdeführerin substantiiert denn 

auch nicht, wie die Covid-19-Pandemie die Einführung einer den rechtli-

chen Anforderungen entsprechenden Arbeitszeitkontrolle behindert hätte 

(Urteil des BGer 8C_699/2022 vom 15. Juni 2023 E. 6.4). Der pauschale 

Verweis auf die Überforderung einzelner Mitarbeitenden und darauf, dass 

es schwierig gewesen sei, den Überblick über die jeweils geltenden Mass-

nahmen zu behalten, ist unbehelflich. 

B-4138/2021 

Seite 22 

6.  

Es ist erstellt, dass im Zeitraum, für welchen wirtschaftlich bedingte Arbeits-

ausfälle geltend gemacht worden sind, teilweise keine Arbeitszeitkontrollen 

und teilweise mangelhafte Arbeitszeitkontrollen geführt wurden sowie wirt-

schaftlich bedingte Ausfallstunden geltend gemacht wurden in Zeiträumen, 

in denen Mitarbeitende aus anderen Gründen abwesend waren oder al-

tershalber keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung hatten. Die Vor-

instanz durfte daher ohne Bundesrecht zu verletzen davon ausgehen, dass 

der gegenüber der Arbeitslosenkasse ausgewiesene Arbeitsausfall zwei-

felhaft ist. Die Beschwerdeführerin war im Hinblick auf die Geltendma-

chung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung verpflichtet, den Ar-

beitsausfall im Rahmen einer überprüfbaren Arbeitszeitkontrolle zu erfas-

sen (vgl. Urteil des BGer 8C_469/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 6.2.2). 

Sie verkennt, dass ihr die Beweislast für die genügende Kontrollierbarkeit 

des Arbeitsausfalls obliegt (oben E. 3.2). Daher ist der Schluss der Vor-

instanz, dass die Unterlagen den Anforderungen an eine betriebliche Ar-

beitszeitkontrolle nicht genügten und der Arbeitsausfall daher nicht be-

stimm- und kontrollierbar im Sinne von Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG in Verbin-

dung mit Art. 46b Abs. 1 AVIV sei, nicht zu beanstanden. Die Kurzarbeits-

entschädigung im Umfang von Fr. 509'612.90 für den Zeitraum von 

März 2020 bis Mai 2021 wurde der Beschwerdeführerin demnach geset-

zeswidrig und damit zu Unrecht ausgerichtet. 

7.  

7.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen der Arbeitslosenversicherung 

sind gemäss Art. 95 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 zurück-

zuerstatten. Dazu bedarf es, dass die Bedingungen für eine prozessuale 

Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 

ATSG) der ursprünglichen Verfügung erfüllt sind (BGE 142 V 259 E. 3.2; 

BGE 129 V 110 E. 1; Urteil des BGer 8C_276/2019 vom 23. August 2019 

E. 3.2). Die Rückerstattungsnorm von Art. 25 ATSG dient letztlich der 

Durchsetzung des Legalitätsprinzips (BGE 142 V 259 E. 3.2.2). Vorausset-

zungen für ein wiedererwägungsweises Zurückkommen auf die Auszah-

lungen sind, dass die formell rechtskräftig verfügte oder formlos erfolgte 

Zusprache von Leistungen (vgl. Art. 100 Abs. 1 AVIG) zweifellos unrichtig 

und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG; 

BGE 122 V 367 E. 3; Urteil des BGer 8C_652/2012 vom 6. Dezember 2012 

E. 6). Die Abwägung zwischen der Durchsetzung des objektiven Rechts 

und dem Interesse an der Bestandeskraft der Verfügung ist damit durch 

den Gesetzgeber abstrakt und verbindlich vorgenommen worden (Urteil 

B-4138/2021 

Seite 23 

des BGer 8C_680/2017 vom 7. Mai 2018 E. 4.1.3.1). Der Gesetzgeber hat 

dem Interesse an einer richtigen Gesetzesanwendung gegenüber dem In-

teresse am Bestand einer Verfügung von vornherein das grössere Gewicht 

zugeordnet. 

7.2 Zu Unrecht ausbezahlte Kurzarbeitsentschädigungen fordert die Kasse 

vom Arbeitgeber zurück. Hat der Arbeitgeber die unrechtmässige Auszah-

lung zu verantworten, so ist für ihn jede Rückforderung gegenüber den Ar-

beitnehmern ausgeschlossen (Art. 95 Abs. 2 AVIG). Eine zeitliche Befris-

tung der Wiedererwägungsmöglichkeit besteht nicht (BGE 149 V 91 E. 7.7; 

140 V 514 E. 3). Vorbehalten bleiben die Verwirkungsfristen von Art. 25 

ATSG. Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichti-

gen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne 

der Würdigung des Sachverhalts. Darunter fallen insbesondere eine Leis-

tungszusprache ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen 

Bestimmungen und eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund 

einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Urteil des BGer 

8C_277/2020 vom 17. August 2020 E. 4.1). Der zeitliche Eintritt der Wir-

kung der Wiedererwägung ist beim Tatbestand des unrechtmässigen Leis-

tungsbezugs in Art. 25 Abs. 1 ATSG geregelt, indem eine rückwirkende 

Korrektur vorzunehmen ist (UELI KIESER, Kommentar ATSG, Art. 53 N 78). 

7.3 Allfällige Rückforderungen im Anschluss an Arbeitgeberkontrollen ver-

fügt die Ausgleichsstelle, wobei das Inkasso der Arbeitslosenkasse obliegt 

(Art. 83a Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 111 Abs. 2 AVIV). Die Revision der Aus-

zahlungen stellt ein systematisch durchgeführtes und methodisch auf die 

Erfassung einer Vielzahl von Fällen ausgerichtetes Wiedererwägungsver-

fahren (mit den dabei geltenden Grundsätzen: zweifellose Unrichtigkeit der 

formell rechtskräftigen Leistungsverfügung, Berichtigung von erheblicher 

Bedeutung; vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG) dar, wobei nicht die Verwaltungs-

stelle, welche die Leistungsverfügungen erlassen hat, auf die Angelegen-

heit zurückkommt, sondern die dafür vom Gesetz vorgesehene höchste 

verantwortliche Instanz in Form der Ausgleichsstelle (Urteil des BGer 

8C_469/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 5). 

7.4 Die Bestimmbarkeit beziehungsweise ausreichende Kontrollierbarkeit 

des Arbeitsausfalls nach Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG ist nach der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts eine materiell-rechtliche An-

spruchsvoraussetzung (condition de fond; vgl. statt vieler Urteil des BVGer 

B-2601/2017 vom 22. August 2018 E. 3.1.2), deren Nichterfüllung, wie vor-

liegend, die Unrichtigkeit der Leistungszusprache begründet (Urteil des 

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Seite 24 

BVGer B-1806/2021 vom 22. Februar 2022 E. 6.7). Die Berichtigung ist, 

angesichts des in Frage stehenden Betrags, von erheblicher Bedeutung. 

Somit ist das wiedererwägungsweise Zurückkommen auf die Leistungszu-

sprache durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden. 

8.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheent-

scheid vom 13. August 2021 gegen die Rückforderungsverfügung betref-

fend Kurzarbeitsentschädigungen im Umfang von Fr. 509'612.90 bundes-

rechtlich nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde erweist sich als unbe-

gründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

9.  

Beschwerdeverfahren betreffend den Vollzug des Arbeitslosenversiche-

rungsgesetzes vor Bundesverwaltungsgericht sind kostenpflichtig, selbst 

wenn es sich dabei um Streitigkeiten über die Bewilligung oder Verweige-

rung von Leistungen der Sozialversicherungen handelt (Urteil des BVGer 

B-3364/2011 vom 14. Juni 2012 E. 7). Entsprechend dem Verfahrensaus-

gang hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten zu 

tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Reglements über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 

21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Die Kosten sind ausgehend vom 

Streitwert (Art. 63 Abs. 4bis Bst. b VwVG i.V.m. Art. 4 VGKE) und in Anwen-

dung der gesetzlichen Bemessungsfaktoren (Art. 63 Abs. 4bis VwVG i.V.m. 

Art. 2 Abs. 1 VGKE) auf Fr. 10'000.– festzusetzen. Es ist keine Parteient-

schädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

  

B-4138/2021 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 10'000.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwen-

det. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und wird der 

zuständigen Arbeitslosenkasse mitgeteilt. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Willisegger Astrid Hirzel 

  

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Seite 26 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 19. Dezember 2023 

 

  

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Seite 27 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Kopie 

Verzichtserklärung der Vorinstanz auf eine Duplik vom 22. Juni 2023) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Das Urteil wird mitgeteilt:  

– der Arbeitslosenkasse des Kantons A._______