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**Case Identifier:** c3183b9e-8de5-5e11-b750-6521feddc221
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2017 IV 2014/428
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-428_2017-04-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/428

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.04.2020

Entscheiddatum: 25.04.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2017
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Es steht 
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, in 
welchem Pensum die Versicherte im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre. 
Zudem überzeugt das neurologische Gutachten nicht. Auch bezüglich 
anderer Disziplinen sind weitere medizinische Abklärungen notwendig. 
Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache an die 
IV-Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
25. April 2017, IV 2014/428).

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2017

Entscheid vom 25. April 2017

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug (Vorsitz), Versicherungs-richterin Karin 

Huber-Studerus, Versicherungsrichter Ralph Jöhl;

Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2014/428            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller,

Grand & Nisple Rechtsanwälte, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 4. Februar 2013 wegen einer Hirnblutung, Diabetes und 

Rückenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug vom IV-

Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, seit dem 26. Oktober 2012 voll arbeitsunfähig zu 

sein. Aktuell sei sie zu 28 % als Mitarbeiterin bei B.___ angestellt. Gemäss einem 

Kurzaustrittsbericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 6. November 2012 hatte 

die Versicherte am 26. Oktober 2012 eine Stammganglienblutung links mit/bei klinisch 

Dysarthrie (Sprechstörung), Sensibilitätsminderung rechter Arm und Bein und Pronation 

(Einwärtsdrehung) im Arm und minimer facialer Parese rechts erlitten (IV-act. 2). Als 

weitere Diagnosen hatte die Assistenzärztin einen Diabetes mellitus Typ 2, eine 

Migräne mit Aura, eine arterielle Hypertonie, eine Hypercholesterinämie, ein leichtes 

obstruktives Schlafapnoesyndrom und eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) 

angegeben. Sie hatte der Versicherten für die Zeit vom 26. Oktober bis 21. November 

2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 2-4).

A.b  Die Arbeitgeberin der Versicherten berichtete am 8. März 2013, dass sie die 

Versicherte seit Juli 1999 als Mitarbeiterin Küche beschäftige (IV-act. 14). Der letzte 

Arbeitstag sei der 26. Oktober 2012 gewesen. Die Arbeitszeit der Versicherten habe, 

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bei einer allgemeinen Arbeitszeit im Betrieb von 42 Stunden pro Woche, 11.76 Stunden 

betragen (Pensum von 28 %). Die Tätigkeit der Versicherten habe die Reinigung des 

Patientengeschirrs mit den grossen Bandspülmaschinen (oft), allgemeine 

Reinigungsarbeiten in der ganzen Küche (manchmal) und die Mitarbeit bei der 

Speiseverteilung (selten) beinhaltet. Es habe sich um eine vorwiegend stehende 

Tätigkeit gehandelt, bei der die Versicherte oft leichte Gewichte habe heben oder 

tragen müssen. Am 18. März 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit 

keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien; die Versicherte sei 

vorwiegend als Hausfrau tätig (IV-act. 17).

A.c  Dr. med. C.___, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie des KSSG, berichtete der 

IV-Stelle am 3. September 2013 (IV-act. 19), dass die Versicherte an einer TIA 

(Transitorische ischämische Attacke, Streifung) im Mediastromgebiet rechts (1. August 

2013), an subakuten lakunären Infarkten im Mediastromgebiet beidseits (Februar 2013), 

an einer Stammganglienblutung links (26. Oktober 2012) und an einer Migräne mit Aura 

leide (siehe auch IV-act. 20- 8 ff.). Die Versicherte sei vom 1. August bis 11. August 

2013 voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 12. August 2013 bestehe wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit. Im Beiblatt zum Arztbericht gab Dr. C.___ an, dass der Versicherten 

die bisherige Tätigkeit (gemäss Bericht der Arbeitgeberin vorwiegend stehende 

Tätigkeit; Dr. C.___ verneinte aber eine Arbeitsfähigkeit für rein stehende Tätigkeiten, 

IV-act. 19-4 f.) noch etwa sechs Stunden pro Tag zumutbar sei, wobei zusätzlich eine 

verminderte Leistungsfähigkeit von etwa 80 % (gemeint wohl: 20 %) bestehe. In einer 

adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte ebenfalls sechs Stunden pro Tag arbeitsfähig; 

in einer solchen Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit nicht zusätzlich vermindert. Dr. 

med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 5. September 2013 

(IV-act. 20), dass der Versicherten weder die angestammte noch eine adaptierte 

Tätigkeit zumutbar sei. Die Prognose sei schlecht. Dem Bericht von Dr. D.___ lagen 

diverse Arztberichte der Klinik für Neurologie des KSSG bei.

A.d  Die Versicherte gab im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend 

Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 12. September 2013 an, dass sie nicht arbeitsfähig sei 

(IV-act. 21). Seit der Hirnblutung habe sie keine Kraft mehr in den Händen. Der 

Haushalt werde praktisch ausschliesslich durch den Ehemann, die Kinder und die 

Schwiegertochter erledigt. RAD-Arzt Dr. med. E.___ notierte am 22. Oktober 2013, 

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dass es bei der Versicherten seit Oktober 2012 zu wiederholten, zum Teil 

ausgedehnten neurologischen Ausfallserscheinungen auf dem Boden zentralnervöser 

Durchblutungsstörungen gekommen sei (IV-act. 24). Die behandelnden Ärzte 

beurteilten die Arbeitsfähigkeit sehr unterschiedlich.

A.e  Am 3. Dezember 2013 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt (IV-act. 28). Da 

sich die Versicherte nicht in der deutschen Sprache verständigen konnte, wurden die 

Verhältnisse von deren Tochter geschildert. Die Tochter machte geltend, dass die 

Versicherte seit der Hirnblutung im Oktober 2012 starke Wortfindungsstörungen habe. 

Zudem habe sie grosse Konzentrations- und Gedächtnisprobleme: Sie spreche 

wiederholt die gleichen Themen an, sie könne sich nicht erinnern, was sie am Vortag 

gegessen habe und sie könne beim Fernsehen den Ablauf nicht erfassen. Hinzu 

komme, dass die Versicherte infolge des grauen Stars nicht mehr deutlich sehe. 

Nachts sei die Versicherte unruhig; sie erwache wiederholt, weil sie angeblich Stimmen 

oder die Hausglocke klingeln höre. Oder sie wolle zu Unzeiten aus dem Haus, um die 

Tochter zu besuchen. Die Versicherte sei grundsätzlich immer beaufsichtigt. Die 

Tochter erklärte weiter, dass der Versicherten immer wieder Geschirr aus der Hand 

falle, weil diese blockiere. Das rechte Bein sei geschwächt und im Gefühl gestört. Die 

Versicherte gehe hinkend und müsse sich für jeden Schritt konzentrieren. Sie sei nicht 

in der Lage, die Medikamente selbständig einzunehmen. Die Tochter führte weiter aus, 

dass der Ehemann der Versicherten wegen Herz-, Bein- und Rückenproblemen nicht 

mehr arbeitsfähig sei und seit April 2006 eine IV-Rente und Ergänzungsleistungen 

beziehe. Die Versicherte würde heute ohne Behinderung weiterhin im B.___ arbeiten. 

Ihr Verdienst sei aus finanziellen Gründen stets nötig gewesen. Die Abklärungsperson 

protokollierte, dass sich die Versicherte bei der Abklärung reduziert und apathisch 

präsentiert habe. Wegen der Aufteilung der Haushaltsarbeiten mit der 

Schwiegertochter habe sich der Aufwand der Versicherten im Haushalt schon vor der 

Erkrankung auf zwei Stunden pro Tag beschränkt. Heute mache die Versicherte im 

Haushalt überhaupt nichts mehr. Ob die totale Unterstützung durch die Angehörigen 

kulturell bedingt oder ausschliesslich auf die körperlichen und geistigen Defizite 

zurückzuführen sei, müsse medizinisch objektiviert werden. Mit Blick auf den bereits 

ursprünglich kleinen Zuständigkeitsbereich in der Wohngemeinschaft und der 

zumutbaren Schadenminderungspflicht der Angehörigen beschränke sich die 

anrechenbare Einschränkung im Aufgabenbereich auf 20 %. Aufgrund des 

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Jahresverdienstes müsse davon ausgegangen werden, dass das bisherige 

Erwerbspensum der Versicherten rund 45 % entsprochen habe. Beim von der 

Arbeitgeberin angegebenen Pensum von 28 % handle es sich um das garantierte 

minimale Pensum. Das von Dr. C.___ angegebene mögliche Arbeitspensum sei 

aufgrund der angetroffenen Situation nicht nachvollziehbar.

A.f  Dr. D.___ berichtete am 13. Januar 2014 über einen verschlechterten 

Gesundheitszustand (IV-act. 29). Der Versicherten sei weder die angestammte noch 

eine adaptierte Tätigkeit zumutbar.

A.g  Am 14. März 2014 wurde die Versicherte durch Dr. med. F.___, Neurologie, 

monodisziplinär begutachtet (Gutachten vom 30. April 2014, IV-act. 36). Die Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lautete:

•      Schwere chronische Leucencephalopathie und lacunäre Infarkte vor allem im 

Mediastromgebiet beidseits

-      aktuell ohne objektivierbare neurologische Defizitsymptomatik

-      vasculäre Risikofaktoren: Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II und

Hypercholesterinämie.

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab die Gutachterin eine 

Stammganglienblutung links am 26. Oktober 2012 mit initial Dysarthrie und diskretem 

sensomotorischem Hemisyndrom rechts, einen Diabetes mellitus Typ II, aktuell ohne 

Hinweise für eine relevante diabetische Neuropathie, eine Migräne mit Aura, ein 

leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und eine Hypothyreose an. Sie hielt fest, 

dass die Versicherte nach der Spitalentlassung am 7. November 2012 nur minimale 

neurologische Defizitsymptome aufgewiesen habe. Auch die im Verlauf aufgetretenen 

möglichen transienten ischämischen Attacken hätten keine wesentlichen 

einschränkenden Symptome hinterlassen. Die klinisch nur diskreten, vor allem 

sensiblen Einschränkungen im Bereich der rechten Hand stünden im Widerspruch zur 

anamnestischen Angabe der Versicherten, dass sie die rechte Hand quasi nicht mehr 

gebrauchen könne. Diese Diskrepanz weise darauf hin, dass psychologische Faktoren 

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wesentlich zu den empfundenen Funktionseinschränkungen beitrügen. Aus 

neurologischer Sicht bleibe offen, ob und in welchem Ausmass die 

kernspintomografisch sichtbaren vaskulären Läsionen tatsächlich zu vorübergehenden 

Defizitsymptomen geführt hätten. Grundsätzlich sei es möglich, dass die geschilderten, 

wiederholten, akut auftretenden Verschlechterungen z.B. der Arm-/Handfunktion rechts 

ebenfalls vor allem einen psychologischen Hintergrund gehabt hätten und die 

lacunären Infarkte klinisch asymptomatisch abgelaufen seien. Eine chronische 

vaskuläre Leucencephalopathie, wie sie kernspintomografisch beschrieben worden sei, 

führe zwar nicht zwingend zu körperlichen Symptomen, könne aber durchaus zu 

gewissen Einschränkungen prädisponieren. Typisch seien in diesem Zusammenhang 

Einschränkungen der Gehfähigkeit und der Kognition. Das Gangbild der Versicherten 

sei aktuell zwar gestört, im Vordergrund stehe aber ein Hinken bei bisher nicht 

dokumentierten Schmerzen im Bereich der linken Hüfte, die nicht auf einer 

neurologischen Problematik beruhten. Ob die ebenfalls zu beobachtende 

Kleinschrittigkeit in Zusammenhang mit den Schmerzen, dem Trainingsmangel oder 

der vaskulären Leucencephalopathie stehe, lasse sich nicht sicher sagen. Klinische und 

elektrophysiologische Hinweise für eine relevante (diabetische) Polyneuropathie fehlten. 

Ob die Versicherte allenfalls kognitive Störungen aufweise, lasse sich schon aufgrund 

der Sprachbarrieren kaum beurteilen. Die Angehörigen hätten zwar eine gewisse 

Vergesslichkeit (Tendenz zum Nachfragen) beobachtet, diese könnte aber auch sehr 

gut mit der Tatsache zusammenhängen, dass die Versicherte bereits seit eineinhalb 

Jahren keine Aufgaben mehr übernehme und keine Anforderungen mehr an ihre 

geistigen Fähigkeiten gestellt würden. Die allenfalls bestehenden, geringfügigen 

neurologischen Defizite sollten zu keiner wesentlichen Einschränkung der bisherigen 

Tätigkeit führen. Aufgrund der vaskulären Leucencephalopathie seien eine allgemeine 

Verlangsamung und Verminderung der Leistungsfähigkeit denkbar. Dr. D.___ sei bei 

seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung den subjektiven Angaben der Versicherten und ihrer 

Angehörigen gefolgt. Aus heutiger Sicht sei die Einschätzung des Neurologen Dr. C.___ 

wesentlich realistischer. Die Versicherte sollte aus neurologischer Sicht mindestens 

sechs Stunden täglich im bisherigen Beruf arbeiten können. Da von einem leicht 

verminderten Arbeitstempo ausgegangen werden müsse, sei die Leistungsfähigkeit der 

Versicherten zusätzlich maximal zu 20 % eingeschränkt; darin sei auch ein leicht 

erhöhter Pausenbedarf berücksichtigt. Bezogen auf ein Arbeitspensum von 100 % 

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sollte die Versicherte unter Berücksichtigung der zeitlichen und leistungsmässigen 

Einschränkung spätestens seit dem Untersuchungsdatum (14. März 2014) zu 

mindestens 60 % arbeitsfähig sein. Diese Einschätzung gelte für die angestammte 

Tätigkeit wie auch für Verweistätigkeiten. Dr. E.___ notierte am 14. Mai 2014 (IV-act. 

37), dass aus der Sicht des RAD auf die Beurteilung der neurologischen Gutachterin 

abgestellt werden könne: Die Versicherte sei

in der ideal adaptierten bisherigen Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig.

A.h  Mit Vorbescheid vom 19. Mai 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem 

IV-Grad von 10 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 40). Sie 

qualifizierte die Versicherte als zu 45 % erwerbstätig und als zu 55 % im 

Aufgabenbereich tätig. Im Erwerb ging sie von einer 0 %igen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus; das Validen- und Invalideneinkommen setzte sie je auf Fr. 

23'965.-- fest. Im Erwerb resultierte somit ein Teilinvaliditätsgrad von 0 %. Im Haushalt 

berücksichtigte die IV-Stelle eine 20 %ige Einschränkung. Der Teilinvaliditätsgrad im 

Aufgabenbereich betrug folglich 10 %. Dagegen liess die Versicherte am 23. Juli 2014 

einwenden (IV-act. 49), dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb die IV-Stelle von einer 

45 %igen Erwerbstätigkeit ausgehe, da die Versicherte vor der Hirnblutung ein Pensum 

von 28 % absolviert habe. Die von der Gutachterin angegebene angeblich mangelnde 

Kooperation sei unter Umständen darauf zurückzuführen, dass die Versicherte 

schlichtweg nicht in der Lage gewesen sei, das Bein zu koordinieren. Auch die 

Argumentation, dass auf die Lagesinnprüfung wegen Verständnisschwierigkeiten 

verzichtet worden sei, überzeuge angesichts der Tatsache, dass während der 

Untersuchung eine Dolmetscherin anwesend gewesen sei und an keiner anderen Stelle 

Verständnisschwierigkeiten genannt worden seien, nicht. Es dränge sich der Eindruck 

auf, dass die Gutachterin bereits eine vorgefasste Meinung über die Versicherte gehabt 

habe. Die gutachterliche Einschätzung überzeuge somit nicht, weshalb auf das 

Gutachten nicht abgestellt werden dürfe. Zu bemängeln sei auch, dass nur eine 

neurologische Begutachtung in Auftrag gegeben worden sei. Die Gutachterin habe 

erwähnt, dass psychologische Faktoren wesentlich zu den Gebrauchseinschränkungen 

beitragen würden. Demzufolge hätte die IV-Stelle auch ein psychiatrisches Gutachten 

in Auftrag gegeben müssen. Auch wenn auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

neurologischen Gutachterin abgestellt würde, dürfte nicht von einer vollen 

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Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, da die Versicherte offensichtlich nicht in der 

Lage sei, ihre bisherige Tätigkeit im gleichen Arbeitstempo wie vor der Hirnblutung 

auszuüben. Auch die Höhe des Validen- und Invalideneinkommens sei nicht korrekt: 

Aus den Akten gehe hervor, dass die Versicherte im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 

24'376.-- erzielt habe.

A.i   Mit Verfügung vom 25. Juli 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem 

IV-Grad von 10 % aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 50). Zum 

Einwand der Rechtsvertreterin erwiderte sie, dass der Status (45 % Erwerb) dem in der 

Vergangenheit effektiv gearbeiteten Pensum entspreche. Das Validen- und 

Invalideneinkommen seien aufgrund des Einwandes auf Fr. 24'376.-- erhöht worden. In 

den medizinischen Akten seien weder eine psychiatrische Diagnose gestellt noch 

psychische Einschränkungen beschrieben worden. Auch bei der Abklärung an Ort und 

Stelle seien keine psychischen Einschränkungen erwähnt worden. Aus medizinischer 

Sicht sei eine psychiatrische Begutachtung daher nicht angezeigt. Die Versicherte 

befinde sich zudem nicht in fachärztlicher psychiatrischer Behandlung.

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 15. September 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin 

beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer auf einem IV-Grad 

von mindestens 50 % basierenden Invalidenrente. Eventualiter sei die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, ein polydisziplinäres 

(neurologisches und psychiatrisches) Gutachten in Auftrag zu geben. Die 

Rechtsvertreterin stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung für das vorliegende Beschwerdeverfahren. In Ergänzung zur 

Begründung im Vorbescheidverfahren machte sie geltend, dass sich die 

Beschwerdeführerin bezüglich der Statusfrage offensichtlich auf eine aktenwidrige 

Annahme gestützt habe. Das durchschnittliche Arbeitspensum der Beschwerdeführerin 

habe im Jahr 2010 44.2 %, im Jahr 2011 40.6 % und im Jahr 2012 37.7 % betragen. 

Hieraus resultiere ein durchschnittlicher Beschäftigungsgrad von 38.8 %. Es sei davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, wäre sie nicht erkrankt, auch zukünftig im 

gleichen Umfang einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgegangen wäre, sodass der 

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Anteil Erwerb auf 39 % und der Anteil Haushalt auf 61 % festzusetzen sei. Aufgrund 

der Tatsache, dass die Angehörigen der Beschwerdeführerin eine gewisse 

Vergesslichkeit beobachtet hätten, sei davon auszugehen, dass kognitive Störungen 

vorlägen. Die Beschwerdeführerin habe offensichtlich auch Gehschwierigkeiten und 

lasse Gegenstände aus der Hand fallen. Teilweise müssten ihr die Kinder das Essen 

sogar eingeben. Bei der Begutachtung hätten verschiedene Tests wie die 

Lagesinnprüfung an den unteren und oberen Extremitäten nicht durchgeführt werden 

können. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Begutachtung über Schmerzen in 

der linken Hüfte, über Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und 

Schwierigkeiten beim Sprechen geklagt. Zudem hätten offensichtlich 

Verständigungsschwierigkeiten vorgelegen. Das Gutachten sei somit unvollständig. 

Des Weiteren gehe es nicht an, dass die Einschätzung des Hausarztes gänzlich 

unberücksichtigt bleibe. Bezüglich des Einkommensvergleichs bemängelte die 

Rechtsvertreterin, dass beim Invalideneinkommen kein Teilzeitabzug vorgenommen 

worden sei.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. November 2014 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung hielt sie fest, dass grundsätzlich nichts gegen 

eine Qualifikation von 39 % Erwerb und 61 % Haushalt spreche. Auch bei dieser 

Aufteilung resultiere jedoch kein Invaliditätsgrad von 40 %. Das neurologische 

Gutachten erfülle sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der 

Beweistauglichkeit. Psychologische Faktoren, wie sie die Gutachterin erwähnt habe, 

seien niederschwelliger einzustufen als psychiatrische Faktoren; allenfalls seien sie mit 

psychosozialen Belastungsfaktoren gleichzusetzen. Sie genügten demnach nicht, um 

eine kostenintensive psychiatrische Abklärung in Auftrag zu geben. Gegen eine 

invalidisierende psychiatrische Erkrankung spreche auch, dass sich die 

Beschwerdeführerin nicht fachpsychiatrisch behandeln lasse.

B.c  Das Gericht bewilligte am 10. November 2014 das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin lic. iur. L. Keller) für das Verfahren vor 

dem Versicherungsgericht (act. G 6).

B.d  Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (vgl. act. 

G 8).

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Erwägungen

1.   

Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der 

Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 25. Juli 2014, die 

Beschwerde ist aber erst am 15. September 2014 erhoben worden. Die Verfügung ist 

gemäss der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 28. Juli 2014 zugestellt 

worden. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt 

sind, stehen vom 15. Juli bis und mit dem 15. August still (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG). 

Die Frist hat also erst am 16. August 2014 zu laufen begonnen. Der letzte Tag der Frist 

ist auf den Sonntag, 14. September 2014 gefallen. Ist der letzte Tag der Frist ein 

Sonntag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 Satz 1 ATSG). Die 

Rechtsvertreterin hat am 15. September 2014 und somit am letzten Tag der Frist 

Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.

2.   

2.1  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 10 % verneint. Strittig 

ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

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Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten 

im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird für 

die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung 

besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (spezifische Methode des 

Betätigungsvergleichs; Art. 28a Abs. 2 IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt 

tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt 

sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung, 

IVV, SR 831.201). Bei versicherten Personen, die teilweise erwerbstätig sind, erfolgt die 

Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. Dabei sind die Anteile der 

Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzustellen und der 

Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 

28a Abs. 3 IVG).

2.4  Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Urteil di Trizio vs. Schweiz 

vom 2. Februar 2016 (application no. 7186/09) in der Anwendung der gemischten 

Methode zur Invaliditätsbemessung von Teilzeitarbeitenden eine Verletzung von Art. 14 

(Diskriminierungsverbot) i.V.m. Art. 8 (Recht auf Achtung des Privat- und 

Familienlebens) der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(EMRK, SR 0.101) erkannt. Das Bundesgericht hat dieses Urteil so ausgelegt, dass nur 

dann eine Konventionsverletzung vorliegt, wenn die von der versicherten Person 

getroffenen, in den Schutzbereich des Art. 8 EMRK fallenden Dispositionen − die 

Geburt von Kindern und die damit (hypothetisch) verbundene teilweise Aufgabe der 

Erwerbstätigkeit − die einzige Grundlage des Statuswechsels bilden und aus der 

Änderung der Invaliditätsbemessungsmethode (Anwendbarkeit der gemischten 

Methode statt der Einkommensvergleichsmethode) die revisionsweise Aufhebung der 

Invalidenrente (bzw. die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) resultiert 

(BGE 143 I 50 E. 4.1). Gemäss dem Bundesgericht ändert das EGMR-Urteil vom 2. 

Februar 2016 unter der geltenden Rechtslage nichts daran, dass die gemischte 

Methode in Fällen, welche ausserhalb dieser Konstellation (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 

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355 des BSV vom 31. Oktober 2016) liegen, weiterhin Anwendung finden kann. Zu 

denken ist beispielsweise an eine versicherte Person, deren Statusfestsetzung als 

Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich nicht familiär bedingt ist oder an die 

erstmalige Rentenzusprache an eine während des ganzen massgebenden 

Beurteilungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizierende 

versicherte Person (BGE 143 I 50 E. 4.4 mit Hinweisen).

3.   

3.1  Zunächst ist zu klären, anhand welcher Methode (Einkommensvergleich, 

gemischte Methode oder Betätigungsvergleich) die Invaliditätsbemessung im 

vorliegenden Fall vorzunehmen ist. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine 

versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig 

wäre, ist nach der bisherigen ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts anhand 

der hypothetischen Verhaltensweise der versicherten Person zu prüfen. Namentlich ist 

abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht 

auf die gesamten Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) 

erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle 

Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige 

Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person sowie deren 

berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Die Statusfrage 

beurteilt sich nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).

3.2  Die Tochter der Beschwerdeführerin hat anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle 

angegeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Behinderung weiterhin ihrer bisherigen 

Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin bei B.___ nachgehen würde. Auch die 

Rechtsvertreterin hat im Beschwerdeverfahren geltend gemacht, dass die 

Beschwerdeführerin in dem vor der im Oktober 2012 erlittenen Hirnblutung ausgeübten 

Pensum tätig wäre. Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist nicht erwerbstätig und 

bezieht seit dem Jahr 2006 eine ganze IV-Rente. Aus den Akten geht nicht hervor, seit 

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wann er für sich und seine Ehefrau Ergänzungsleistungen bezieht. Fest steht, dass sie 

spätestens seit dem Jahr 2013 auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind. Hieraus 

folgt, wie die Tochter der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung an Ort und 

Stelle auch geltend gemacht hat, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann im 

Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen darauf angewiesen wären, dass die 

Beschwerdeführerin ein Erwerbseinkommen erzielt. Der Ehemann der 

Beschwerdeführerin hat im Jahr 2014 Rentenleistungen von insgesamt Fr. 30'006.-- 

bezogen (siehe act. G 4.1). Das entspricht einer monatlichen Rente von lediglich Fr. 

2'500.50. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann Miteigentümer 

der von ihnen und ihrem Sohn bewohnten Eigentumswohnung sind, auf der eine 

Hypothek lastet. Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2011 bei einem Pensum von ca. 

40 % einen Lohn von Fr. 24'376.-- erzielt (siehe IK-Auszug und Lohnjournal). In einem 

Pensum von 45 % hätte sie, angepasst an die Nominallohnentwicklung, im Jahr 2014 

etwa ein Einkommen von Fr. 28'150.-- erwirtschaften können (Lohnentwicklung 2014 

des Bundesamtes für Statistik, T39, Frauen). Abzüglich von Sozialversicherungs- und 

Pensionskassenbeiträgen von (geschätzt) 15 % hätte das Nettoeinkommen der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2014 rund Fr. 23'927.-- betragen. Die Einnahmen der 

Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes hätte sich im Jahr 2014 somit auf ca. Fr. 

53'933.-- belaufen. Diesen Einnahmen haben gemäss der eingereichten EL-

Berechnung Ausgaben von Fr. 52'894.-- gegenübergestanden. Dabei darf nicht ausser 

Acht gelassen werden, dass der Zweck der Ergänzungsleistungen lediglich ist, den 

Existenzbedarf zu decken (Art. 2 Abs. 1 ELG). In der EL-Berechnung sind also nur die 

existentiell notwendigen Ausgaben berücksichtigt. Hinzu kommt, dass der Ehemann 

der Beschwerdeführerin gemäss der EL-Berechnung neben den Hypothekarschulden 

auch noch andere Schulden in der Höhe von Fr. 14'350.-- hat. Wäre die 

Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Verfügungszeitpunkt zu 45 % erwerbstätig 

gewesen, hätten sie und ihr Ehemann lediglich knapp ihre existenziellen Ausgaben 

decken können; für den Abbau der Schulden hätte das Geld kaum gereicht. Angesichts 

der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin ist fraglich, ob sie ohne Erkrankung 

tatsächlich lediglich zwischen 39 und 45 % erwerbstätig wäre. Ausschlaggebend ist, 

ob die Beschwerdeführerin vor Eintritt der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit 

freiwillig oder aufgrund von arbeitsmarktlichen Zwängen, namentlich weil sie das 

Arbeitspensum an ihrer angestammten Stelle nicht hat erhöhen können oder weil sie 

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keine andere Arbeitsstelle in einem höheren Pensum gefunden hat, zu weniger als 50 

% erwerbstätig gewesen ist. Nebst der finanziellen Situation spricht auch der Umstand, 

dass die Beschwerdeführerin laut dem Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle vor 

der Erkrankung lediglich zwei Stunden pro Tag im Aufgabenbereich tätig gewesen ist 

dafür, dass sie im Gesundheitsfall ein höheres Arbeitspensum ausgeübt hätte. Bei 

einem Erwerbspensum von 45 % und einem Pensum im Aufgabenbereich von zwei 

Stunden pro Tag (entspricht ca. 25-35 %) würde sich das gesamte Pensum der 

Beschwerdeführerin nämlich lediglich auf 70-80 % belaufen. In Widerspruch zum 

eigenen Abklärungsergebnis ist die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung ohne Begründung davon ausgegangen, dass das Pensum im 

Aufgabenbereich 55 % betrage. Zwar haben die Tochter und die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin übereinstimmend angegeben, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall im bisherigen Pensum erwerbstätig wäre. Aus den Akten geht 

allerdings nicht hervor, dass sie bei der Beantwortung der Frage, in welchem Pensum 

die Beschwerdeführerin ohne Behinderung erwerbstätig wäre, die finanzielle Situation 

der Beschwerdeführerin vor Augen gehabt haben und dass sie sich bewusst gewesen 

sind, dass sie diese Frage unter Berücksichtigung des ausgeglichenen − und nicht des 

tatsächlichen − Arbeitsmarktes beantworten müssen. Demnach steht nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, in welchem Arbeitspensum die 

Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

tätig wäre. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 

ATSG verletzt, indem sie die Statusfrage nicht rechtsgenüglich abgeklärt hat. Die 

Sache ist bereits aus diesem Grund an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.   

4.1  Zu prüfen bleibt, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht oder ob auch 

diesbezüglich weitere Abklärungen notwendig sind.

4.2  In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere das neurologische Gutachten von 

Dr. F.___, der Bericht von Dr. C.___ von der Klinik für Neurologie des KSSG vom 3. 

September 2013 und der Bericht des Hausarztes Dr. D.___ vom 5. September 2013 im 

Recht. Die neurologische Gutachterin hat erklärt, dass sie bei der klinisch-

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neurologischen Untersuchung kein sicher objektivierbares Defizit habe feststellen 

können (IV-act. 36-6). Allenfalls bestünden geringfügige neurologische Defizite, die 

jedoch zu keiner wesentlichen Einschränkung der bisherigen Tätigkeit in der Küche bei 

B.___ führen sollten (IV-act. 36-9). Obwohl die Gutachterin also keine erheblichen 

neurologischen Defizite hat nachweisen können, hat sie der Beschwerdeführerin in der 

bisherigen wie auch in jeglicher anderen in Frage kommenden Tätigkeit lediglich 

„mindestens“ eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert (sechs Stunden pro Tag zzgl. ca. 

20 % verminderte Leistungsfähigkeit). Begründet hat sie die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

einzig damit, dass aufgrund der vaskulären Leukencephalopathie eine allgemeine 

Verlangsamung und Verminderung der Leistungsfähigkeit denkbar sei. Diese 

Begründung reicht nicht aus, um einem medizinischen Laien nachvollziehbar 

darzulegen, weshalb die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht dauerhaft und 

wesentlich, nämlich zu 40 %, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte. Sie 

steht auch in Widerspruch zur Aussage der neurologischen Gutachterin, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit aus neurologischer Sicht nicht 

wesentlich eingeschränkt sein sollte. Hinzu kommt, dass die Gutachterin nicht dazu 

Stellung genommen hat, ob die Beschwerdeführerin neben der Erwerbstätigkeit (sechs 

Stunden pro Tag) überhaupt noch über die Ressourcen verfügt, um Haushaltsarbeiten 

zu erledigen und falls ja, inwieweit sie aus neurologischer Sicht bei der 

Haushaltstätigkeit eingeschränkt ist. Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin 

hat nämlich − zu Recht − darauf hingewiesen, dass sie nicht einschätzen könne, 

inwieweit die Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in der Haushaltstätigkeit 

eingeschränkt sei (IV-act. 28-11). Des Weiteren hat die Tochter der Beschwerdeführerin 

anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle geltend gemacht, dass die 

Beschwerdeführerin an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie an 

Orientierungsstörungen leide. Die neurologische Gutachterin hat hierzu lediglich darauf 

hingewiesen, dass sich schon aufgrund der Sprachbarriere kaum beurteilen lasse, ob 

die Beschwerdeführerin allenfalls kognitive Störungen aufweise. Sie hat sich nicht 

damit auseinandergesetzt, ob allenfalls eine neuropsychologische Testung (in der 

Muttersprache) möglich und sinnvoll wäre, um die geltend gemachten kognitive Defizite 

plausibilisieren zu können. Vor diesem Hintergrund kann nicht auf das neurolo¬gische 

Gutachten von Dr. F.___ abgestellt werden. Auch auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

von Dr. C.___ und Dr. D.___ kann nicht abgestellt werden, da sie ihre Einschätzungen 

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nicht begründet haben. Demnach ist eine erneute neurologische Begutachtung (inkl. 

allfälliger neuropsychologischer Testung) notwendig.

4.3  Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass eine 

psychiatrische Begutachtung notwendig gewesen wäre. Die neurologische Gutachterin 

ist davon ausgegangen, dass psychologische Faktoren wesentlich zu den 

empfundenen Funktionseinschränkungen beitragen. Die Diskrepanz zwischen den 

erhobenen Befunden und den subjektiven Einschränkungen ist enorm: Während sich 

die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig fühlt, geht die Gutachterin von einer 60 

%igen Arbeitsfähigkeit aus. Um beurteilen zu können, ob und inwieweit psychologische 

Faktoren einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, ist psychiatrisches Fachwissen 

notwendig. Aufgrund des Hinweises der neurologischen Gutachterin, dass allenfalls 

psychologische Gründe für die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit (mit)verantwortlich 

sein könnten, erscheint eine psychiatrische Abklärung angezeigt. Aus dem Umstand, 

dass sich die Beschwerdeführerin bisher nicht in fachpsychiatrischer Behandlung 

befunden hat (und nach der Aktenlage auch nie dazu angehalten worden ist), kann 

nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass sie nicht an einer psychiatrischen 

Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet, zumal psychische Störungen nicht 

immer (sofort) erkannt werden. Dem Gericht ist zudem nicht bekannt, dass in der 

Medizin zwischen psychologischen und psychiatrischen Faktoren unterschieden 

würde, namentlich dass psychologische Faktoren als niederschwelliger einzustufen 

wären als psychiatrische Faktoren und allenfalls mit psychosozialen 

Belastungsfaktoren gleichzusetzen wären. Die Beschwerdegegnerin hat diese 

Behauptung denn auch nicht mit entsprechenden Verweisen belegt. Demnach ist 

neben der neurologischen Begutachtung auch eine psychiatrische Untersuchung 

notwendig.

4.4  Die Tochter der Beschwerdeführerin hat anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle 

erwähnt, dass die Beschwerdeführerin an einem fortgeschrittenen grauen Star leide, 

der nicht operiert werden könne. Die Sehkraft habe sich durch die Hirnblutung im 

Oktober 2012 massiv verschlechtert. Es liegen keine ärztlichen Berichte bezüglich des 

grauen Stars resp. der Sehkraft der Beschwerdeführerin bei den Akten. Die 

Beschwerdegegnerin wird daher abklären müssen, ob die geltend gemachten 

Augenprobleme die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken und falls 

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ja, ob eine Operation tatsächlich nicht möglich resp. nicht zumutbar ist. Schliesslich 

wird die Beschwerdegegnerin auch abklären müssen, ob die geltend gemachten 

Rücken-, Schulter- und Hüftschmerzen arbeitsfähigkeitsrelevant sind. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch in medizinischer Hinsicht weitere 

Abklärungen notwendig sind. Namentlich ist eine erneute neurologische Begutachtung 

(inkl. allfälliger neuropsychologischer Testung) notwendig. Zusätzlich sind eine 

psychiatrische Untersuchung sowie Abklärungen betreffend die geltend gemachte 

Augenproblematik und die Rücken-, Schulter- und Hüftschmerzen angezeigt. Die 

geeigneten Abklärungsmethoden (Einholung ärztlicher Berichte, RAD-Untersuchung, 

Begutachtung) sind durch die Beschwerdegegnerin in Zusammenarbeit mit dem RAD 

zu bestimmen.

4.5  Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 

ATSG aufzuheben und die Sache zur Abklärung des Grades der Erwerbstätigkeit im 

Gesundheitsfall und zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5.   

5.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E. 

6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

5.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten 

ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote 

eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 25. Juli 2014 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden 

Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2017
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Es steht nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, in welchem Pensum die Versicherte im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre. Zudem überzeugt das neurologische Gutachten nicht. Auch bezüglich anderer Disziplinen sind weitere medizinische Abklärungen notwendig. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2017, IV 2014/428).

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