# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2abfd9de-a5d0-53aa-9813-eae445f6ee86
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2007 B-1774/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1774-2006_2007-03-13.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-1774/2006
{T 0/4}

Zwischenentscheid vom 13. März 2007

Mitwirkung: Richter Marc Steiner; Richter Claude Morvant; Richterin 
Maria Amgwerd; Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

X._______ AG
vertreten durch Rechtsanwalt Peter Rechsteiner

Beschwerdeführerin, 

gegen

Schweizerische Bundesbahnen, Projekt Management Zürich, BT/FG
Vergabestelle,

betreffend

Beschaffungswesen (Überwachungsmandat Durchmesserlinie Altstetten-
Zürich HB-Oerlikon)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) Nr. 8 vom 12. Januar 2005 
schrieb  die SBB AG,  Projekt  Management  Zürich,  unter  dem Projekttitel 
"Zürich  HB,  Durchmesserlinie  Altstetten  –  Zürich  HB  –  Oerlikon"  fünf 
Vermessungsingenieurmandate im selektiven Verfahren öffentlich aus. Als 
fünftes Mandat wurden "Geodätische Überwachungsmessungen Abschnit-
te 2-4" ausgeschrieben. Der Schlusstermin für die Einreichung der Teilnah-
meanträge wurde auf den 3. März 2005 festgesetzt.

B. Nachdem  vier  Anbieter  als  geeignet  qualifiziert  worden  waren,  wurden 
diese eingeladen, ihre Angebote bis zum 8. Juni 2006 einzureichen.  Der 
zuständige Bewertungsausschuss kam am 26. Juni 2006 zum Schluss, die 
Ingenieurgemeinschaft Z._______, bestehend aus der Beschwerdeführerin 
und  der  Y._______  AG,  müsse  aufgrund  der  Unvollständigkeit  des 
Angebots  und  einer  vorgeschlagenen  Variante  ohne  ausschreibungs-
konformes  Grundangebot  vom  weiteren  Verfahren  ausgeschlossen 
werden.

C. Mit  Schreiben  der  Vergabestelle  vom  7.  November  2006  wurde  der 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______  der  Ausschluss  ihres  Angebots  aus 
formellen  Gründen mitgeteilt  unter  dem Hinweis,  dass  mit  der  offiziellen 
Publikation  im SHAB das Verfahren soweit  abgeschlossen  sei,  dass  mit 
den  Anbietern  persönliche  Gespräche  geführt  werden  dürften.  Der 
Zuschlag  an  die  W._______  AG  wurde  im  SHAB  Nr.  219  vom 
10. November  2006  publiziert.  Dabei  wurde  die  Preisspanne  der 
bewerteten  Offerten  –  ohne  Berücksichtigung  derjenigen  der 
Ingenieurgemeinschaft Z._______ – mit Fr. 9'145'491.00 bis 12'125'821.00 
angegeben.  Mit  Schreiben  vom  21.  November  2006  erläuterte  die 
Vergabestelle  den  Ausschlussentscheid  und  machte  Ausführungen  zur 
materiellen  Bewertung  unter  der  Annahme,  das  Angebot  der 
Ingenieurgemeinschaft Z._______ wäre nicht ausgeschlossen worden.

D. Am  30.  November  2006  erhob  die  X._______  AG  Beschwerde  bei  der 
Eidgenössischen  Rekurskommission  für  das  öffentliche  Beschaffungs-
wesen (BRK). Sie beantragt die Aufhebung des Zuschlags sowie dessen 
Erteilung an die Beschwerdeführerin. Eventualiter schliesst sie auf Rück-
weisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vergabestelle, subeventuell 
auf  Feststellung  der  Rechtswidrigkeit  der  angefochtenen  Zuschlags-
verfügung.  Die  verfahrensleitenden  Anträge  lauten  auf  Erteilung  der 
aufschiebenden Wirkung und umfassende Akteneinsicht.

Zur  Begründung  des  Antrags  auf  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung 

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bringt  die Beschwerdeführerin  in  Bezug auf  die Dringlichkeit  vor,  da der 
vorliegend interessierende Auftrag bereits am 12. Januar 2005 im SHAB 
publiziert worden sei, habe das Verfahren  bis zum im SHAB vom 10. No-
vember  2006  publizierten  Zuschlag an  die  W._______  AG 
ausserordentlich lange gedauert. Angesichts dieser Ausgangslage – so die 
Beschwerdeführerin  sinngemäss  –  könne  sich  die  Vergabestelle  schon 
deshalb nicht auf die Dringlichkeit der Vergabe berufen, weil diese selbst-
verschuldet sei. In Bezug auf die Erfolgsaussichten der Beschwerde wird 
ausgeführt,  schon  der  erhebliche  Preisunterschied  falle  zugunsten  der 
Beschwerdeführerin ins Gewicht; das Angebot der Ingenieurgemeinschaft 
Z._______ liege mit Fr. 6'868'727.00 rund 2'275'000.00 tiefer als dasjenige 
der  preislich  günstigsten  Konkurrentin.  Der  Ausschluss  der 
Ingenieurgemeinschaft Z._______ vom Verfahren wegen Missachtung von 
Art.  22 Abs. 2 VoeB durch Unterbreiten einer Variante ohne Einreichung 
eines  der  Ausschreibung  entsprechenden  Angebots  sei  unberechtigt. 
Entgegen der Darstellung der Vergabestelle seien auch manuelle Messun-
gen, wie sie die Ingenieurgemeinschaft Z._______ angeboten habe, aus-
schreibungskonform.  In  Bezug  auf  die  der  Ingenieurgemeinschaft 
Z._______   vorgeworfenen  Positionen  im  Leistungsverzeichnis  ohne 
Preisangaben führt die Beschwerdeführerin aus, dies lasse sich in Bezug 
auf  sämtliche  Positionen  erklären,  indem  entweder  keine  Vergütung 
geltend gemacht  werde,  der  Aufwand in  andere Positionen eingerechnet 
worden sei oder kein entsprechender Aufwand erwartet werde. Ausserdem 
seien  die  in  Frage  stehenden  Positionen  nicht  einfach  leer  geblieben, 
sondern mit  einem waagrechten Strich versehen worden,  womit  sie  zum 
Preise von Fr. 0.00 angeboten worden seien. Selbst  wenn man all  diese 
Positionen im Rahmen des Offertvergleichs quantifizieren würde, würden 
sich daraus maximale Mehrkosten von Fr. 143'677.00 ergeben. Angesichts 
des von der Zuschlagsempfängerin offerierten Preises sei ein Ausschluss 
aufgrund  der  fehlenden  Preisangaben  absolut  unterverhältnismässig.  Es 
wäre  Sache  der  Vergabestelle  gewesen,  die  offen  gebliebenen  Punkte 
durch Rückfragen zu klären. Auf die weiteren Ausführungen der Beschwer-
deführerin  wird,  soweit  notwendig,  im  Rahmen  der  Erwägungen  einge-
gangen.

E. Am  1.  Dezember  2006  erteilte  der  Präsident  der  BRK  der  Beschwerde 
(superprovisorisch)  die  aufschiebende  Wirkung  bzw.  untersagte  der 
Vergabestelle  bis  zum  Entscheid  über  den  Antrag  auf  Erteilung  der 
aufschiebenden  Wirkung  alle  Vollziehungsvorkehrungen,  namentlich  den 
Abschluss des Vertrages mit der Zuschlagsempfängerin. 

F. Die  SBB  AG  beantragt  mit  Vernehmlassung  vom  5.  Januar  2007  die 
Abweisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie 
die  Abweisung  der  Beschwerde  in  Bestätigung  des  Zuschlagentscheids. 
Das Akteneinsichtsrecht der Beschwerdeführerin sei insoweit zu beschrän-
ken,  als  ihr  keine  umfassende  Einsicht  in  die  Offertunterlagen  und  die 

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Bewertung  der  Angebote  der  weiteren  beteiligten  Anbieter  zu  gewähren 
sei.  Die  Vergabe  sei  Bestandteil  des  Grossprojekts  Durchmesserlinie 
Altstetten  –  Zürich  HB  –  Oerlikon,  eines  über  1.6  Mia.  Franken  teuren 
Bauvorhabens, mit welchem der öffentliche Verkehr im Grossraum Zürich 
zeitgerecht  und zukunftsgerichtet  ausgebaut  werden müsse.  Der  Knoten 
Zürich  sei  als  Drehscheibe  des  nationalen  und  internationalen  Bahn-
verkehrs von grösster Bedeutung. Das Bauvorhaben solle in der Zeit von 
2007  bis  2013  realisiert  werden,  wobei  der  Zeitplan  ehrgeizig  und  die 
verschiedenen  Ausschreibungen  für  dessen  Realisierung  aufs  Engste 
aufeinander  abgestimmt  seien.  Verzögerungen,  unter  anderem  auch  bei 
der  Wahrnehmung  des  vorliegend  ausgeschriebenen  Überwachungs-
mandats  bezüglich  Vermessungen,  führten  automatisch  zu  Zeitver-
schiebungen  in  der  Projektrealisierung  und  gefährdeten  letztlich  die  auf 
den  Fahrplanwechsel  2013  vorgesehene  Inbetriebnahme  der  ganzen 
Durchmesserlinie. Der mit einer Verzögerung verbundene Schaden für die 
öffentliche Hand einerseits und die Volkswirtschaft andererseits sei enorm. 
Im Rahmen der Bewertung der Offerten habe sich herausgestellt, dass die 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______gegenüber  den  beiden  qualitativ  best-
platzierten Angeboten nur halb so viele Messsysteme habe zum Einsatz 
bringen  wollen,  ohne  dass  dafür  eine  plausible  oder  nachvollziehbare 
Begründung,  namentlich  in  der  Auftragsanalyse,  geliefert  worden  sei. 
Somit  sei  die Auftragserfüllung nicht gewährleistet  gewesen. Im Rahmen 
der  formellen  Prüfung  der  Honorarangebote  sei  aber  schon  die 
Unvollständigkeit  des  Angebots  der  Ingenieurgemeinschaft  Z._______ 
festgestellt  worden,  namentlich  hinsichtlich  der  einzusetzenden  Preise. 
Zudem  seien  die  Submissionsunterlagen  verändert  worden  (Hand-  statt 
der zwingend vorgeschriebenen automatischen Messungen).  Somit  habe 
keine  Vergleichbarkeit  mit  den  Angeboten  der  Konkurrenten  mehr 
bestanden, weshalb der Ausschluss der Ingenieurgemeinschaft Z._______ 
aus formellen  Gründen habe erfolgen  müssen.  Die Abweichungen seien 
auch  nicht  separat  und  zusätzlich  zur  Amtsvariante  als  Unternehmer-
variante  bezeichnet  worden.  Es hätten bei  25 Positionen des Leistungs-
verzeichnisses  (ca.  9  %)  die  erforderlichen  Preisangaben  gefehlt. 
Angesichts des Ausmasses der Unvollständigkeit bzw. der Abweichungen 
von  der  verlangten  Angebotsstruktur  sei  eine  Nachbesserung  nicht  in 
Frage gekommen, soweit der Grundsatz der Gleichbehandlung eine solche 
überhaupt  zugelassen  hätte.  Den  Ausschluss  verlange  vorliegend  auch 
das  Transparenzprinzip.  Zulässig  seien  einzig  Präzisierungen  anlässlich 
der  Offertbereinigung bzw.  unter  Wahrung des Verbots  des überspitzten 
Formalismus  die  Gewährung  einer  kurzen  Nachbesserungsfrist.  Die 
Beschwerde  sei  vorliegend  insbesondere  deshalb  offensichtlich  unbe-
gründet, weil die Beschwerdeführerin zu Unrecht davon ausgehe, dass das 
Angebot  der  Ingenieurgemeinschaft  Z._______  vollständig  gewesen  sei. 
Die zahlreichen von der Beschwerdeführerin offen gelassenen Leistungs-
positionen  seien  entgegen  deren  Angaben  auch  nicht  mit  einem  Strich 
versehen,  sondern  die  auszufüllenden  Stellen  leer  gelassen  worden. 

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Überdies  seien  –  entgegen  den  klaren  Vorgaben,  wonach  für  die 
Positionen  300  und  400  automatische  und  für  die  Position  200 
Handmessungen vorgesehen gewesen seien – bei den Positionen 326 und 
331 Handmessungen statt  automatischer Messungen angeboten worden. 
Auf die weiteren Ausführungen der  Vergabestelle  wird, soweit notwendig, 
im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

G. Mit Eingabe vom 31. Januar 2007 nahm die Beschwerdeführerin unaufge-
fordert  zur  Vernehmlassung  der  Vergabestelle  vom  5.  Januar  2007 
Stellung.

H. Am 6.  März  2007 äusserte  sich  die  Zuschlagsempfängerin  zum Umfang 
der Akteneinsicht. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1

1.1.1 Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens zwischen der Schweize-
rischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über 
bestimmte  Aspekte  des  öffentlichen  Beschaffungswesens  (Bilaterales 
Abkommen Schweiz-EG,  SR 0.172.052.68)  am 1.  Juni  2002 wurden die 
Anbieter von Dienstleistungen des Schienenverkehrs den Regeln über das 
öffentliche Beschaffungswesen unterstellt (Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 
Bilaterales  Abkommen  Schweiz-EG  sowie  Anhang  II  B).  Im  Sektoren-
bereich  Eisenbahnen  (Bau und  Betrieb  von  Eisenbahnanlagen)  sind  die 
SBB AG, die Unternehmen, bei denen diese die Aktienmehrheit besitzen, 
und  die  anderen  Betreiber  von  Eisenbahnanlagen,  die  unter  dem  be-
herrschenden  Einfluss  des  Bundes  stehen,  dem  Bundesgesetz  vom 
16. Dezember  1994  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (BoeB, 
SR 172.056.1) direkt unterstellt. Ausgenommen sind alle Tätigkeiten dieser 
Unternehmen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Bereich Verkehr zu tun 
haben (Art. 2a Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über 
das  öffentliche  Beschaffungswesen  [VoeB,  SR  172.056.11];  Zwischen-
verfügung im Verfahren BRK 2006-011 vom 22.  August  2006,  E.  1a mit 
Hinweisen).

1.1.2 Art. 2a Abs. 2 VoeB unterstellt  die SBB AG – sofern gewisse Schwellen-
werte überschritten sind – zwar dem BoeB, aber nicht weitergehend als die 
übrigen Auftraggeberinnen des Bundes. Dies bedeutet,  dass der Anwen-
dungsbereich auf  Dienstleistungen im Sinne von Anhang 1 Annex 4 des 
GATT/WTO-Übereinkommens  vom  15.  April  1994   über  das  öffentliche 
Beschaffungswesen (ÜoeB, SR 0.632.231.422) bzw. Anhang 1 zu Art.  3 

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Abs. 1 VoeB beschränkt ist (Entscheid der BRK vom 30. November 2004, 
veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  69.32 
E. 1c).  Massgebend  ist  diesbezüglich  die  provisorische  Produkteklassi-
fikation der Vereinten Nationen (VPB 69.32 E. 1c/bb mit Hinweisen).

1.2 Das vorliegend zu vergebende Vermessungsingenieurmandat ist Teil  des 
Grossprojektes Durchmesserlinie (DML) mit verschiedenen Abschnittsbau-
aufträgen,  welche die Eisenbahnanlagen betreffen und somit in direktem 
Zusammenhang  mit  dem  Bahnbetrieb  bzw.  der  für  den  Personen-  und 
Güterverkehr  genutzten  Infrastruktur  stehen.  Der  für  eine  Unterstellung 
von  Dienstleistungsaufträgen  unter  das  BoeB  massgebende  Schwellen-
wert (vgl. Art. 2a Abs. 3 Bst. b VoeB) ist im vorliegenden Fall offensichtlich 
überschritten.  Schliesslich  ist  die nachgefragte  Dienstleistung  nach  den 
Kategorien  der  provisorischen  Produkteklassifikation  der  Gruppe  867 
("Architectural,  engineering  and  other  technical  services")  zuzuordnen. 
Gemäss Anhang 1 Annex 4 zum ÜoeB fällt die Gruppe 867 in den Anwen-
dungsbereich des ÜoeB und damit auch denjenigen des BoeB (vgl. Art. 5 
Abs. 1 Bst.  b BoeB). Damit  sind die Regeln des BoeB auf den in Frage 
stehenden Auftrag anzuwenden.

1.3

1.3.1 Gegen Verfügungen betreffend den Zuschlag ist  die Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht  zulässig  (Art.  29  Bst.  a  i.V.m.  Art.  27  Abs.  1 
BoeB in der Fassung vom 17. Juni 2005). Das Bundesverwaltungsgericht 
entscheidet auch über Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung 
(Art. 28 Abs. 2 BoeB in der Fassung vom 17. Juni 2005). Gemäss Art. 53 
Abs.  2  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG, 
SR.173.32)  übernimmt  das  Bundesverwaltungsgericht  die  beim  Inkraft-
treten dieses Gesetzes bei Eidgenössischen Rekurskommissionen hängi-
gen  Verfahren.  Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
bestimmt sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  BoeB  und  das 
VGG nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BoeB und Art. 37 VGG).

1.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht bzw. nach Art. 39 Abs. 1 VGG der zustän-
dige Instruktionsrichter hat über das Begehren um Erteilung der aufschie-
benden  Wirkung  sowie  über  das  Gesuch  um Akteneinsicht  zu  befinden 
(vgl. Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 21. Februar 
2001,  BBl  2001  4393).  Aus  den  Materialien  ist  nicht  ersichtlich,  dass 
Art. 39  Abs.  1  VGG  als  lex  specialis  zu  Art.  55  Abs.  3  VwVG die  dort 
vorgesehene  Alternative  des  Entscheides  durch  den  Spruchkörper 
ausschliessen  will.  Angesichts  der  herausragenden  Bedeutung  des 
Entscheides betreffend die aufschiebende Wirkung in Beschaffungssachen 
(vgl. Art. 22 Abs. 1 BoeB) wird die Beurteilung durch den Spruchkörper in 
der  Hauptsache  dem  Grundgedanken  der  hinreichenden  Legitimations-
basis von Entscheiden oft besser gerecht.  Dies trifft  auch auf den vorlie-

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genden Fall zu. 

1.4 Die  Beschwerdeführerin  bildet  zusammen  mit  der  Y._______  AG  die 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______  Ausgeschlossene  Anbieter  sind  ohne 
weiteres im Sinne von Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert. Nach der 
Rechtsprechung  der  BRK  kann  auch  ein  einzelner  Gesellschafter  einer 
Bietergemeinschaft  Beschwerde  erheben.  An  der  Legitimation  fehlt  es 
indessen,  wenn  ein  oder  mehrere  Gesellschafter  bewusst  aus  der 
Arbeitsgemeinschaft  ausgeschieden  und  an  einem  Zuschlag  nicht  mehr 
interessiert  sind (Entscheide der BRK vom 12. Dezember 2003 und vom 
8. Januar 2004, veröffentlicht in VPB 68.65 E. 2a bzw. 68.66 E. 1e/bb; vgl. 
zum Ganzen  BGE 131  I  153 E.  5.6;  vgl.  ROBERT WOLF,  Die  Beschwerde 
gegen Vergabeentscheide – Eine Übersicht  über die Rechtsprechung zu 
den  neuen  Rechtsmitteln,  Schweizerisches  Zentralblatt  für  Staats-  und 
Verwaltungsrecht [ZBl] 104/2003, S. 1 ff., insbes. S. 16). Im vorliegenden 
Fall hat die Y._______ AG eine Erklärung abgegeben, wonach sie für den 
Fall,  dass  die  Beschwerde  gutgeheissen  würde,  weiterhin  bereit  sei,  in 
Arbeitsgemeinschaft  mit  der Beschwerdeführerin  den Auftrag zu erfüllen. 
Damit ist die Legitimation der Beschwerdeführerin gegeben.

1.5 Da  die  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf  die  frist-  und  form-
gerecht  eingereichte  Beschwerde  bzw.  die  gestellten  prozessleitenden 
Anträge einzutreten. 

Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bilden allein die Fragen 
der aufschiebenden Wirkung und der Akteneinsicht.

2. Im Unterschied zu Art.  55 Abs.  1 VwVG sieht  Art.  28 Abs.  1 BoeB vor, 
dass der Beschwerde von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung 
zukommt.  Die  aufschiebende  Wirkung  kann  vom  Bundesverwaltungs-
gericht  auf  Gesuch  hin  erteilt  werden  (Art.  28  Abs.  2  BoeB).  Im vorlie-
genden Fall enthält die Beschwerde ein solches Begehren.

2.1 Das BoeB selbst nennt keine Kriterien, die für die Frage der Gewährung 
oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 
Es  können  indes  jene  Grundsätze  übernommen  werden,  die  Recht-
sprechung  und  Lehre  zu  Art.  55  VwVG  entwickelt  haben.  Danach  ist 
anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die für eine 
sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die 
gegenteilige  Lösung  angeführt  werden  können  (BGE  117  V  185  E.  2b, 
BGE 110 V 40 E. 5b, BGE 106 Ib 115 E. 2a, BGE 105 V 266 E. 2; ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auf-
lage,  Zürich 2006,  Rz.  1802 ff.;  PIERRE MOOR,  Droit  administratif,  Band II, 
2. Auflage, Bern 2002, S. 680 f.). Dem öffentlichen Interesse ist dabei nicht 
von vornherein ein stärkeres Gewicht beizumessen. Dass der Gesetzgeber 
im  BoeB  den  Suspensiveffekt  in  Abweichung  zum  VwVG  nicht  von 
Gesetzes  wegen  gewährte,  zeigt  nämlich  bloss,  dass  er  sich  der 

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Bedeutung dieser Anordnung im Submissionsrecht bewusst war und eine 
individuelle Prüfung dieser Frage als notwendig erachtete, nicht aber, dass 
er diesen nur ausnahmsweise gewährt haben wollte (Entscheide der BRK 
vom 6. Februar 1998, veröffentlicht in VPB 62.79 E. 2a mit Hinweisen, und 
vom 16. November 2001, veröffentlicht in VPB 66.37 E. 2c; EVELYNE CLERC, 
L' ouverture  des  marchés  publics:  Effectivité  et  protection  juridique, 
Fribourg 1997, S. 545;  PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG, Praxis des 
öffentlichen Beschaffungsrechts, Zürich 2003, Rz. 658; MARTIN BEYELER, Die 
Rechtsprechung  zum  Vergaberecht,  Vergaberecht,  Baurecht  Sonderheft 
2006, S. 68 ff., insbes. S. 90 mit Hinweisen). 

2.2 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist im 
Sinne  einer  prima facie-Würdigung  der  materiellen  Rechtslage  in  einem 
ersten  Schritt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  davon 
auszugehen  ist,  dass  die  Beschwerde  offensichtlich  unbegründet  ist.  In 
vergleichbarer Weise berücksichtigt  die Verwaltungspraxis  auch in ande-
rem Zusammenhang die mangelnden Erfolgsaussichten der Beschwerde, 
wenn  diese  klar  zu  Tage  treten  (vgl.  etwa  die  Zwischenverfügung  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission vom 12.  Februar 1997,  auszugs-
weise veröffentlicht in VPB 62.8).  Ist  dies der Fall,  so ist  die anbegehrte 
aufschiebende  Wirkung  von  vornherein  nicht  zu  gewähren.  Werden  der 
Beschwerde  hingegen  Erfolgschancen  zuerkannt  oder  bestehen  darüber 
Zweifel, so ist über das Begehren um aufschiebende Wirkung aufgrund der 
erwähnten  Interessenabwägung  zu  befinden.  Ob  in  Zukunft  im  Rahmen 
derselben auch die überwiegend negative (oder positive) Erfolgsprognose 
berücksichtigt  werden  soll,  wie  dies  in  der  Lehre  gefordert  wird  (XAVER 
BAUMBERGER,  Aufschiebende  Wirkung  bundesrechtlicher  Rechtsmittel  im 
öffentlichen Recht, Zürich 2006, S. 191; vgl. zum Ganzen auch Baurecht 
2/2005,  S.  78  f.  mit  Urteilsanmerkung  Hubert  Stöckli),  kann  im  vorlie-
genden Fall offen bleiben. Einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis 
der BRK die Interessen der Beschwerdeführerin, die öffentlichen Interes-
sen der Auftraggeberin sowie allfällige private Interessen Dritter, insbeson-
dere der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft  Beteiligten.  Ausgangs-
punkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von 
Art.  XX  Ziff.  2  und  7  Bst.  a  ÜoeB  –  die  Gewährung  eines  effektiven 
Rechtsschutzes  und  die  Verhinderung  von  Zuständen  sein,  welche  das 
Rechtsmittel  illusorisch  werden  lassen (Zwischenverfügung  im Verfahren 
BRK 2006-011 vom 22. August 2006, a.a.O, E. 2b; Zwischenentscheid der 
BRK vom 16. November 2001, a.a.O., E. 2c;  ANDRÉ MOSER, Überblick über 
die  Rechtsprechung  1998/99  zum  öffentlichen  Beschaffungswesen, 
Aktuelle  Juristische  Praxis  [AJP]  2000,  S.  685  mit  Hinweisen;  ANDRÉ 
MOSER/PETER UEBERSAX,  Prozessieren vor  eidgenössischen Rekurskommis-
sionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 3.21).

9

3.

3.1 Nach Art. 19 Abs. 1 BoeB müssen die Anbieter ihre Anträge auf Teilnahme 
und ihr Angebot schriftlich, vollständig und fristgerecht einreichen. Dieser 
Regel  liegt der Gedanke zugrunde,  dass die Vergabestelle  aufgrund der 
eingereichten Offerten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können 
soll  (Urteil  des  Bundesgerichts  2P.164/2002  vom  27.  November  2002, 
E. 3.3).  Die  Entgegennahme  eines  Angebots,  das  den  Vorschriften  der 
Ausschreibung und der Unterlagen nicht entspricht, ist im Hinblick auf das 
Gebot  der  Gleichbehandlung  der  Anbieter  wie  auch  dasjenige  der 
Transparenz problematisch (Entscheid der BRK vom 23. Dezember 2005, 
veröffentlicht  in  VPB  70.33  E.  2a/aa).  Die  Auftraggeberin  schliesst 
Angebote  mit  wesentlichen  Formfehlern  vom  weiteren  Verfahren  aus 
(Art. 19 Abs.  3 BoeB).  Von einem wesentlichen Formfehler  wird  –  unter 
Vorbehalt der Grundsätze betreffend die Unternehmervariante – im Sinne 
einer  negativen Umschreibung gesprochen,  wenn das Angebot  mehr  als 
nur  untergeordnete,  unwesentliche  Regeln  der  Ausschreibung  bzw.  der 
Ausschreibungsunterlagen  über  den  Beschaffungsgegenstand  nicht  oder 
nur ungenügend erfüllt (GALLI/MOSER/LANG, a.a.O., Rz. 221 f. mit Hinweisen). 
Der  Ausschluss  kann  gemäss  der  Praxis  der  BRK  durch  gesonderte 
Verfügung,  aber  auch  bloss  implizit  durch  Zuschlagserteilung  an  einen 
anderen  Submittenten  erfolgen  (vgl.  den  Entscheid  der  BRK  vom 
23. Dezember 2005, a.a.O., E. 2a/aa mit Hinweisen).

3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  liegt  ein  verpönter 
überspitzter  Formalismus vor,  wenn für  ein  Verfahren  rigorose  Formvor-
schriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt 
wäre,  oder  wenn  die  Behörde  formelle  Vorschriften  mit  übertriebener 
Schärfe  handhabt.  Durch  ein  derartiges  Vorgehen  wird  die  Formstrenge 
zum  blossen  Selbstzweck,  womit  die  Verwirklichung  des  materiellen 
Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert wird (BGE 128 
II 139 E. 2a). Aus dem Verbot des überspitzten Formalismus wie auch aus 
Art.  9  BV  kann  die  Verpflichtung  der  Behörde  abgeleitet  werden,  den 
Privaten in gewissen Situationen von Amtes wegen auf  Verfahrensfehler 
hinzuweisen, die er begangen hat oder die er im Begriff  ist zu begehen. 
Dies unter der Voraussetzung, dass der Fehler leicht zu erkennen ist und 
rechtzeitig behoben werden kann (BGE 125 I 166 E. 3a mit Hinweisen; vgl. 
zum  Ganzen  auch  den  Entscheid  der  BRK  vom  23.  Dezember  2005, 
a.a.O., E. 2b mit Hinweisen).

3.3 Ein Ausschluss aus formellen Gründen ist namentlich wegen eines unvoll-
ständigen Angebots oder wegen eigenmächtiger Änderung der Angebots-
bedingungen  vorgesehen.  Dies  auch  dann,  wenn  in  der  Folge  das  wirt-
schaftlich  günstigste  Angebot  nicht  berücksichtigt  werden  kann  (vgl. 
Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 1999 S. 341 ff. 
E.  3c/cc).  Auch  hier  gilt,  dass  der  Offerent  nicht  schon  wegen 
unbedeutender  Mängel  der  Offerte  oder  eines  Verhaltens  mit  Bagatell-

10

charakter  auszuschliessen  ist  (GALLI/MOSER/LANG,  a.a.O.,  Rz.  238  f.  mit 
Hinweisen). Vielmehr kann das Verbot des überspitzten Formalismus nach 
der  Rechtsprechung  der  BRK  unter  Umständen  verlangen,  dass  dem 
Anbieter  Gelegenheit  gegeben wird, den ihm vorgehaltenen Formmangel 
zu  beheben  (Entscheid  der  BRK  vom  23.  Dezember  2005,  a.a.O., 
E. 3b/cc). Der Ausschluss kann namentlich als unverhältnismässig erschei-
nen,  wenn  lediglich  Bescheinigungen  (etwa  betreffend  die  Zahlung  der 
Steuern)  fehlen,  deren Nachreichung sich nicht  auf  das Preis-Leistungs-
Verhältnis der Offerte auswirkt (vgl. nur das Urteil  U 01 109 des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Graubünden vom 2. November 2001, auszugs-
weise veröffentlicht in Praxis des Verwaltungsgerichts des Kantons Grau-
bünden  [PVG]  2001  N.  41  E.  1;  JEAN-BAPTISTE ZUFFEREY/CORINNE 
MAILLARD/NICOLAS MICHEL, Droit des marchés publics, Fribourg 2002, S. 110). 
Allerdings  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Ausschluss  von  Anbietern 
wegen  nicht  fristgerecht  eingereichter  Eignungsnachweise  im  selektiven 
Verfahren von der BRK nicht beanstandet worden ist (Entscheid der BRK 
vom 8. Oktober 2002, veröffentlicht in VPB 67.5 insbes. E. 2b).

3.4 Die  Offertbereinigung  hat  zum  Ziel,  die  Vergleichbarkeit  der  Offerten 
insbesondere  mit  Blick  auf  diejenigen  Angaben,  die  sich  auf  das  Preis-
Leistungs-Verhältnis  beziehen,  sicherzustellen  (Entscheid  der  BRK  vom 
22. Januar 2001, veröffentlicht in VPB 65.78 E. 3a mit Hinweisen). Diese 
ist grundsätzlich auf die Korrektur von unbeabsichtigten Fehlern begrenzt 
(Art.  XIII  Ziff.  1  Bst.  b  ÜoeB;  GALLI/MOSER/LANG,  a.a.O.,  Rz.  331  und 
Rz. 349 ff.). In diesem Sinne hat die Lehre seit jeher festgehalten, dass die 
Bereinigung der Angebote grundsätzlich nicht zur Änderung der Angebote 
führen darf. Der Vorgang der technischen und rechnerischen Bereinigung 
wecke  einiges  Unbehagen,  umso  mehr  als  diese  Phase  das  Vergabe-
verfahrens  nicht  transparent  sei  (PETER GALLI/DANIEL LEHMANN/PETER RECH-
STEINER,  Das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz,  Zürich 1996, 
Rz. 403  f.).  Daraus  ergibt  sich,  dass  Offerten,  die  unvollständig  sind  in 
Bezug  auf  Angaben,  die  sich  auf  das  Preis-Leistungs-Verhältnis  auswir-
ken,  grundsätzlich  auszuschliessen  sind.  Davon  geht  auch das  Bundes-
gericht  aus,  wenn  es  sagt,  dass  im  Rahmen  der  Offertbereinigung  nur 
fehlerhafte  arithmetische  Operationen,  nicht  aber  Fehler  in  der  Preiser-
klärung eine Korrektur durch den Auftraggeber zu rechtfertigen vermögen 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2P.4/2000  vom  26.  Juni  2000  "Chienberg-
tunnel", veröffentlicht in ZBl 102/2001, S. 215 ff., E. 3b). Andererseits hat 
das  Bundesgericht  festgehalten,  trotz  einer  festgestellten  an  sich 
unzulässigen Korrektur  habe das Verwaltungsgericht des Kantons Basel-
Landschaft  ohne  Verletzung  des  Willkürverbots  und  des  Gleichbehand-
lungsgebotes  davon  absehen  dürfen,  den  Zuschlag  aufzuheben  (a.a.O., 
E. 3b S. 218; vgl.  aber auch das Urteil  des Bundesgerichts 2P.164/2002 
vom 27. November 2002, insbes. E. 3.3.3).

Zur  Frage,  unter  welchen  Bedingungen  der  Ausschluss  eines  Angebots 
wegen  Unvollständigkeit  die  richtige  Rechtsfolge  ist,  äussert  sich  unter 

11

anderem die von der BRK mit Entscheid vom 23. Dezember 2005, a.a.O., 
E.  2a/aa  zitierte  (neuere)  Bündner  Rechtsprechung.  Das  Verwaltungs-
gericht des Kantons Graubünden hält mit Urteil U 01 109 vom 2. Novem-
ber 2001, auszugsweise veröffentlicht in PVG 2001 N. 41, zunächst fest, 
durch das Erfordernis der Übereinstimmung zwischen den Grundlagen in 
der  Ausschreibung  und  den  eingereichten  Offerten  solle  sichergestellt 
werden,  dass  nur  ein  Angebot  berücksichtigt  werden  könne,  das 
vollständig und den Anforderungen genügend eingereicht worden sei.  Es 
solle  damit  im Sinne  der  Anbieterinteressen  gewährleistet  werden,  dass 
keiner  der  Wettbewerbsteilnehmer  bevorteilt  werde,  während  für  die 
Vergabebehörde  andererseits  eine  klare,  übersichtliche  und  zu  keinen 
Diskussionen  Anlass  gebende  Ausgangslage  geschaffen  werde  (a.a.O., 
E. 1). Anschliessend wird festgestellt, die Vorinstanz habe den Ausschluss 
der Beschwerdeführerin einzig damit begründet,  die Position 321.201 sei 
nicht  ausgefüllt  worden.  Das Nichtausfüllen  einer betragsmässigen Posi-
tion führe indessen nicht zwangsläufig zur Ungültigkeit  eines Angebotes. 
Vielmehr  könne  diese dann  als  gültig  erklärt  werden,  wenn die  Position 
bezogen  auf  den  Gesamtauftrag  unbedeutend  sei,  sich  nicht  wesentlich 
auf  die  Differenz  zum  nächstgelegenen  Angebot  auswirke  und  es  sich 
zudem  nicht  um  eine  Postion  handle,  die  trotz  ihrer  relativen  betrags-
mässigen Geringfügigkeit für die Erfüllung des Auftrages bedeutsam sei. In 
concreto sei  die Position in der Gesamtsumme enthalten,  wie sich leicht 
hätte  nachprüfen  lassen,  und  belaufe  sich  auf  Fr.  924.00  bei  einem 
Angebot von Fr. 268'279.95. Es handle sich demnach um eine unbedeu-
tende  Position  welche  sich  auch  auf  die  Differenz  zur  berücksichtigten 
Offerte mit Fr. 298'710.85 nicht entscheidend auswirke (a.a.O., E. 2; vgl. 
zum Ganzen GALLI/MOSER/LANG, a.a.O., Rz. 240 ff., insbes. Rz. 244).

4.

4.1 Im  vorliegenden  Fall  wurde  das  Angebot  der  Ingenieurgemeinschaft 
Z._______  unter  anderem  mit  der  Begründung  ausgeschlossen,  ihr 
Angebot weise wesentliche Formfehler auf, namentlich durch das Fehlen 
von  Preisangaben  in  verschiedenen  Positionen  des 
Leistungsverzeichnisses.  Die  Beschwerdeführerin  führt  dazu  aus,  es  sei 
zwar  zuzugeben,  dass  einige  Positionen  anstelle  des  Preises  "0"  einen 
waagrechten  Strich  aufweisen.  Die  entsprechenden  Leistungen  seien 
jedoch  –  soweit  sie  überhaupt  anfallen  –  angeboten  worden,  was  sich 
bereits  daraus  ergebe,  dass  gemäss  Teil  C2,  Kapitel  3,  der  Ausschrei-
bungsunterlagen  "sämtliche  zur  ordnungsgemässen  Vertragserfüllung 
erforderlichen Aufwendungen des Anbieters inkl. sämtlicher Nebenkosten" 
im Honorarangebot als inbegriffen gelten. Es sei zwischen drei Kategorien 
von  Positionen  zu  unterscheiden:  Für  die  einen  werde  keine  Vergütung 
geltend  gemacht,  weil  diese  gemäss  dem  offerierten  Masskonzept  gar 
nicht anfallen würden, für eine zweite sei  der Aufwand für einen Teil  der 
Leistungen in andere Positionen eingerechnet  worden und für eine dritte 

12

werde  für  die  in  Frage  stehenden  Leistungen  kein  entsprechender 
Aufwand  erwartet.  Der  Gesamtwert  der  mit  einem  waagrechten  Strich 
versehenen  Positionen  mache  allerhöchstens  einen  Betrag  von  Fr. 
143'677.00  aus,  falls  die  Ingenieurgemeinschaft  Z._______  gezwungen 
werde,  für  die zum Teil  nicht  einmal  anfallenden Leistungen einen Preis 
anzugeben.  Angesichts  der  Preisdifferenz  von  Fr.  2'276'764.00  zum 
nächsthöheren Angebot  zeige sich,  dass der Ausschluss der Offerte der 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______  absolut  unverhältnismässig  sei 
(Beschwerde, S. 10 f.). Die Vergabestelle führt dazu vorab aus, sie habe 
im Rahmen der Ausschreibungsunterlagen klar festgehalten, Angebote mit 
wesentlichen  Formfehlern  würden  von  vornherein  und  ohne  weitere 
Prüfung  ausgeschlossen.  Die  Ingenieurgemeinschaft  Z._______  habe 
gleichwohl 9 % aller Leistungspositionen ohne weiteren Kommentar offen 
gelassen. Sie habe die fraglichen Positionen entgegen ihren Ausführungen 
auch nicht mit einem Strich versehen, sondern die auszufüllenden Stellen 
leer  gelassen.  Die  Felder  für  die  Angabe  in  der  Spalte  "EHP" 
(Einheitspreise) seien leer geblieben (Kapitel  8). Bei der Spalte "Kosten" 
seien  die  Striche  bereits  im  von  der  SBB  unausgefüllt  abgegebenen 
Formular  eingetragen.  Der  Auszug  aus  der  Honorarzusammenstellung 
Überwachungsmandat zeige, dass die drei Mitkonkurrenten bei diesen 25 
Leistungspositionen zwischen Fr. 95'940.00 bis Fr. 471'526.00 eingesetzt 
hätten. Zudem habe die Beschwerdeführerin in ihrem Honorarangebot bei 
einzelnen Positionen (Positionen 321 und 331) als Einheitspreise durchaus 
auch  jeweils  "0  Fr."  eingetragen.  Damit  habe  die  Beschwerdeführerin 
selber  aufgezeigt,  dass  leer  gelassene  Postionen  nicht  einfach  als  0-
Preise  offeriert  worden  seien  und  deshalb  für  spätere  Nachforderungen 
keine verbindlichen Preisangaben vorhanden seien (Vernehmlassung,  S. 
20). 

4.2 In  den  Ausschreibungsunterlagen,  2.  Stufe  (Offertphase),  Teil  A  (Allge-
meiner  Beschrieb;  Stand  4.  April  2006;  Ordner  A,  Kapitel  2)  wird  im 
Abschnitt  4  "Anforderungen  an  die  Anbieter"  unter  dem  Titel  "Honorar" 
(Punkt 4.4.) festgehalten, dass die beiliegenden Honorartabellen (Teil C2) 
vollständig  auszufüllen  und  keine  Teilangebote  zugelassen  seien.  Im 
Abschnitt  6  "Auswertung  der  Offerten"  werden  die  Anbieter  unter  dem 
Punkt  6.3 "Formelle  Prüfung"  darauf  hingewiesen,  dass  die Angebote  in 
einem ersten Schritt auf wesentliche Formfehler geprüft würden. Angebote 
mit  wesentlichen  Formfehlern  würden  von  vornherein  und  ohne  weitere 
Prüfung  ausgeschlossen.  Unter  Punkt  6.7  wird  schliesslich  festgehalten, 
es gelte der Grundsatz "Qualität  vor Preis".  In den Ausschreibungsunter-
lagen, 2. Stufe, Teil C2 (Honorar; Stand 4. April 2006; Ordner A, Kapitel 5) 
werden  unter  dem  Abschnitt  3  "Honorarangebot"  im  Sinne  einer  Vorbe-
merkung die Anforderungen an die Angebote dahingehend definiert, dass 
darin  sämtliche  zur  ordnungsgemässen  Vertragserfüllung  erforderlichen 
Aufwendungen des Anbieters inkl. sämtlicher Nebenkosten enthalten sein 
müssen. Die Beschwerdeführerin will aus dieser letzten Vorgabe ableiten, 

13

dass  die  strittigen  Positionen  trotz  der  fehlenden  Preisangaben  als  klar 
zum Preis  von Fr.  0.00 mitofferiert  zu gelten  haben,  soweit  sie  anfallen 
(Beschwerde, S. 10). Mit diesem Argument, mit  welchem sie im Ergebnis 
eine  fehlende  eigene  Erklärung  durch  eine  solche  der  Vergabestelle 
ersetzen will, ist sie indessen nicht zu hören. Dies umso weniger, als sich 
aus dem Vergleich der Ausschreibungsunterlagen, 2. Stufe, Teil C2 (Ord-
ner  A,  Kapitel  5)  und  der  Offerte  der  Ingenieurgemeinschaft  Z._______ 
vom  8.  Juni  2006  (Ordner  B,  Kapitel  8)  ergibt,  dass  die  Spalte  "EHP" 
(Einheitspreise)  nicht  ausgefüllt  ist  und  die  in  der  Spalte  "Kosten" 
gesetzten  Striche  bereits  im von  der  Vergabestelle  gelieferten  unausge-
füllten Dokument enthalten waren. Damit ist also im Unterschied von einer 
Preisangabe von Fr. 0.00, welche begrifflich und tatsächlich eine Aussage 
zum Angebotspreis darstellt,  vorliegend von einer unvollständigen Offerte 
auszugehen,  wobei  sich  die  fehlenden  Angaben  direkt  auf  das  Preis-
Leistungs-Verhältnis  beziehen. Damit  hätte  die  Vergabestelle,  sollte  der 
Argumentation  der  Beschwerdeführerin  zu  folgen  sein,  die  Offerte  der 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______  durch  Rückfragen  weit  über  blosse 
Rechenfehler  hinaus  mit  denjenigen  der  anderen  Anbieter  vergleichbar 
machen müssen. Die Bündner Praxis erklärt dieses Vorgehen jedenfalls in 
Bezug auf im Rahmen einer Gesamtwürdigung unbedeutender Positionen 
für  zulässig.  Vorliegend  ist  indessen  erstellt,  dass  die  anderen  drei 
beurteilten Anbieter für die von der Ingenieurgemeinschaft Z._______ leer 
gelassenen Positionen zwischen Fr. 95'940.00 und Fr. 471'526.00 offeriert 
haben,  wobei  das  Angebot  der  Zuschlagsempfängerin  diesbezüglich  auf 
Fr.  224'900.00  gelautet  hat  (Zusammenstellung  der  durch  die 
IG Z._______ nicht ausgefüllten Positionen, Ordner B, Kapitel  15). Damit 
kann  die  Unvollständigkeit  prima  facie  weder  in  quantitativer  noch 
qualitativer  Hinsicht  als  unbedeutend  eingestuft  werden.  Zwar  ist  der 
Vergleich zu den Honorarofferten,  welche zwischen Fr. 6'513'852.00 und 
Fr. 12'125'821.00 (exkl. MWSt) liegen, zu berücksichtigen. Demgegenüber 
ist der Umstand, dass das Angebot der Ingenieurgemeinschaft Z._______ 
um  Fr. 2'659'689.00  günstiger  ist  als  dasjenige  der  nächstgünstigeren 
Anbieterin, mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen, worauf im Folgenden 
unter  dem  Gesichtspunkt  möglicher  Abweichungen  von  den  Vorgaben 
gemäss Ausschreibung zurückzukommen sein wird. Jedenfalls werden die 
Prozessaussichten  der  Beschwerdeführerin  bereits  dadurch  deutlich 
geschmälert,  dass sie – im Unterschied zur Ausgangslage im durch das 
Bundesgericht  mit  Urteil  2P.4/2000  vom 26.  Juni  2000  zu beurteilenden 
Fall – nicht eine tatsächlich erfolgte "Offertbereinigung" der Vergabestelle 
als mit den Geboten der Transparenz und der Gleichbehandlung vereinbar 
verteidigen,  sondern  vielmehr  die  Vergabestelle  zu  einem  derartigen 
Vorgehen zwingen will. Ob die Beschwerde bereits aufgrund der fehlenden 
Preisangaben  als  offensichtlich  unbegründet  zu  bezeichnen  ist,  kann 
indessen angesichts der folgenden Erwägungen offen bleiben.

14

5.

5.1 Gemäss Art. 22 Abs. 2 VoeB steht es den Anbietern frei, zusätzlich zum 
Gesamtangebot Angebote für Varianten einzureichen. Die Auftraggeberin 
kann  diese  Möglichkeit  jedoch  beschränken  oder  ausschliessen.  Als 
Unternehmervariante wird üblicherweise jeder Offertvorschlag bezeichnet, 
der  inhaltlich  von  der  ausgeschriebenen  Bauleistung  (Amtslösung)  ab-
weicht  (Entscheid  der  BRK  vom  13.  Februar  2006,  veröffentlicht  in 
VPB 70.51 E. 4b/cc mit Hinweis).  Die sich aus dem Wortlaut von Art. 22 
Abs. 2 VoeB ergebende Pflicht zur Einreichung einer dem Amtsvorschlag 
entsprechenden Grundofferte wird neben der Aufgabe der Vergabestelle, 
alle Offerten vergleichbar zu machen, auch damit begründet, diese Pflicht 
der Anbieter solle sicherstellen, dass sich der Anbieter mit der Gesamtheit 
der  Probleme  des  konkreten  Beschaffungsgeschäfts  auseinandersetzt. 
Eine  ohne  der  Amtslösung  entsprechendes  Grundangebot  eingereichte 
Variante führt zur Unvollständigkeit der Offerte und damit grundsätzlich zu 
deren Ausschluss (vgl. Entscheid der BRK vom 22. Januar 2001, veröffent-
licht in VPB 65.78 E. 3a; GALLI/MOSER/LANG, a.a.O., Rz. 362). 

5.2 Im vorliegenden  Fall  hat  die  Vergabestelle  in  den  Ausschreibungsunter-
lagen  festgehalten,  es  stehe  dem  Anbieter  frei,  Unternehmervarianten 
gesondert  einzureichen.  Diese  werden  –  so  die  SBB AG – nur  berück-
sichtigt,  wenn  gleichzeitig  ein  gültiges  Angebot  für  die  ausgeschriebene 
Leistung eingereicht wird. Unternehmervarianten seien in einem separaten 
Couvert  einzureichen  (Ausschreibungsunterlagen,  2.  Stufe,  Teil  C2 
[Honorar; Stand 4. April 2006]; Ordner A, Kapitel 5, Punkt 4.2) . Die Verga-
bestelle wirft nun der Ingenieurgemeinschaft Z._______ vor, duch Abände-
rung des Leistungsverzeichnisses im Ergebnis nur eine Variante ohne ein 
der Amtslösung entsprechendes Angebot eingereicht zu haben.  Sie habe 
trotz  dem klar  strukturierten  Leistungsverzeichnis,  welches in  Hauptposi-
tionen mit automatischen Messungen (Positionen 300 und 400) und solche 
mit manuellen Messungen (Positionen 200) deutlich unterteilt gewesen sei, 
bei den Positionen 326 und 331 entgegen den explizit verlangten automa-
tischen  Messungen  solche  von  Hand  angeboten  (Vernehmlassung, 
S. 10 f.). Die Beschwerdeführerin führt dazu aus, es seien nicht durchwegs 
Handmessungen  anstelle  von  automatischen  Messungen  angeboten 
worden. Damit liege auch keine Variante vor. 

5.3 Aus  der  Offerte  der  Ingenieurgemeinschaft  Z._______  ergibt  sich,  dass 
diese unter der Position 326 "Polybahn bis Leonardstrasse; Automatische 
Setzungsmessungen  an  Gebäuden,  Mauern,  Strassen  und  Polybahn", 
genauer  unter  der Position 326.211 "Messstationen für  die automatische 
Erfassung  der  Messpunkte"  manuelle  Messungen  angeboten  hat.  Die 
Position 300 hat den Titel "Automatische und geodätische Überwachungs-
messungen an der Oberfläche und Rohbauten", woraus die Vergabestelle 
ableitet, dass manuelle Messungen nicht der Amtslösung entsprechen. Die 

15

Beschwerdeführerin  führt  demgegenüber  aus,  aus dem von den Projekt-
ingenieuren  erstellten  Überwachungskonzept  Abschnitt  3  vom  27. März 
2006  (Beschwerdebeilage  5)  und  dem  Anhang  1  dazu  sei  keine  ent-
sprechende Vorgabe ersichtlich. Vielmehr werde im Überwachungskonzept 
zwischen "on time"-Messungen (automatische Messungen,  die sofort  auf 
dem Internet  abgerufen werden  können)  und Messungen  ohne spezielle 
Angaben (automatische oder manuelle Messungen nach Vorschlag Unter-
nehmer,  die  über  Internet  noch  am Messtag  abgerufen  werden  können) 
unterschieden.  Damit  liegt  nach  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  bei 
jenen  Objekten,  für  welche  das  Überwachungskonzept  keine  "on 
time"-Messungen  vorsieht,  keine  Unternehmervariante  vor,  sondern  viel-
mehr eine Offerte  im Sinne einer der möglichen Lösungen. Gemäss dem 
Anhang  zum  Überwachungskonzept  sei  für  die  von  der  Position  326 
erfassten Objekte nirgends die Anforderung "on time" gestellt (Beschwer-
de, S. 8).

5.4 Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  die  klaren  Ausschreibungsunterlagen, 
welche im Leistungsverzeichnis für die Position 326 automatische Messun-
gen  vorsehen,  verbindlich  sind.  Soweit  die  Beschwerdeführerin  sinnge-
mäss vorbringt, durch die Tatsache, dass das von den Projektingenieuren 
zuhanden  der  Vergabestelle  verfasste  Überwachungskonzept  keine  ent-
sprechenden  Anforderungen  enthalte,  sei  nicht  von  einer  Vorgabe  im 
Sinne  automatischer  Messungen  auszugehen,  kann  ihr  nicht  gefolgt 
werden.  Entsprechend  hat  sich  die  Ingenieurgemeinschaft  Z._______ 
veranlasst  gesehen,  in  der  "Liste  der  Vorbehalte,  Änderungsvorschläge 
und  Anregungen"  zur  Position  326  die  Bemerkung  zu  machen,  für  die 
Messpunkte  an  den  Häusern,  die  nur  mit  viel  Aufwand  automatisch 
gemessen werden können, sehe sie manuelle Nivellement[s] und manuelle 
Tachymetermessungen der Schienen von einem Standpunkt aus vor. Bei 
grösseren  Setzungen  könne eine automatische  Messanlage  nachträglich 
installiert  und  betrieben  werden  (Ordner  B,  Kapitel  8,  S.  69,  Vorbehalt 
Nr. 6).  Damit  liegt  eine  Abänderung  der  Ausschreibungsunterlagen  bzw. 
eine  Unternehmervariante  ohne  der  Amtslösung  entsprechendes  Grund-
angebot vor.

5.5 Unter  der  Position  331.000  "Gebäudeüberwachung:  Automatische  Lage- 
und Setzungsmessungen an Gebäuden" bzw. der Position 331.211 "Mess-
stationen  für  die  automatische  Erfassung  der  Messpunkte"  verweist  die 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______  einerseits  auf  die  unter  der  Position 
"Stützmauer  Ost  (Oerlikon)"  bzw.  332.211  "Messtationen  für  die  auto-
matische  Erfassung  der  Messpunkte",  wo  sie  4  Messtationen  anbietet. 
Dies  entspricht  der  Sache  nach  dem  Vorgehen  anderer  Anbieter;  darin 
allein  kann  jedenfalls  keine  dem  Grundangebot  nicht  entsprechende 
Unternehmervariante  gesehen werden.  Die Vergabestelle  hat  die Anzahl 
der  Messtationen  denn  auch  nicht  vorgegeben.  Hingegen  bietet  die 
Ingenieurgemeinschaft Z._______ im Unterschied zu den anderen Konkur-
renten,  die  unter  der  Position  331.211  zwischen  einer  und  drei  Mess-

16

stationen  offerieren,  nebst  dem  Verweis  auf  die  Position  332  nur 
Neigungssensoren an. Dazu wird in der "Liste der Vorbehalte, Änderungs-
vorschläge  und  Anregungen"  zur  Position  331  ausgeführt,  es  seien  für 
nicht  sichtbare  Punkte  fünf  Neigungssensoren  und eine SoloGeoMonitor 
Messanlage eingerechnet, die eingesetzt werden, wenn Setzungen an der 
Baugrubenseite auftreten. Die Punkte sollen mit Nivellementbolzen ausge-
stattet  werden,  um  zusätzliche  Nivellements  durchführen  zu  können 
(Ordner B, Kapitel 8, S. 69, Vorbehalt Nr. 7). Die Vergabestelle führt dazu 
aus,  mit  den  seitens  der  Beschwerdeführerin  vorgesehenen  Neigungs-
sensoren  lassen  sich  wohl  Setzungen,  aber  keine  Lageverschiebungen 
feststellen.  Ausserdem  würden  automatisch  zu  messende  Punkte  mit 
manuellen  Nivellements  ergänzt.  Damit  seien  die  Anforderung  der  Aus-
schreibung klarerweise nicht erfüllt.  In diesem Sinne sei auch die grosse 
Preisdifferenz  bei  der  Position  331  "Gebäudeüberwachung"  mit 
Fr. 13'780.00  gemäss  dem  Angebot  der  Beschwerdeführerin  und 
Fr. 185'450.00  gemäss demjenigen  der  Zuschlagsempfängerin  auffallend 
(Vernehmlassung, S. 19 f.).

5.6 Zunächst ist festzuhalten, dass die zwei weiteren Anbieter die Position 331 
zu Fr. 120'674.00 bzw. Fr. 53'150.00 angeboten haben. Des Weiteren sind 
die Angebote in  Zusammenschau mit  der Position 332 "Stützmauer  Ost: 
Automatische Lage- und Setzmessungen an neu erstellter Stützmauer" zu 
sehen. Damit lässt sich der von der Vergabestelle hervorgehobene Preis-
unterschied  zwischen  der  Ingenieurgemeinschaft  Z._______  und  der 
Zuschlagsempfängerin jedenfalls nicht in voller Höhe als Indiz für eine von 
den Ausschreibungsunterlagen abweichende Ausführungsart heranziehen. 
Demgegenüber ist im Verzicht auf jede Messstation unter der Position 331 
und  dem  Anbieten  von  Neigungssensoren  eine  Variante  im  Sinne  einer 
Einschränkung des Leistungsumfanges zu sehen.  Die Neigungssensoren 
dienen  der  Feststellung  von  Höhendifferenzen,  hingegen  lassen  sich 
mittels derselben grundsätzlich keine Lageverschiebungen feststellen. Die 
geforderten  Lagemessungen  verlangen  Erhebungen  in  Bezug  auf  die  x-
Achse und die y-Achse. Damit ist auch in diesem Punkt von einer Variante 
ohne der Amtslösung entsprechendem Grundangebot auszugehen. Ange-
sichts  dieser  Feststellung  kann  offen  bleiben,  ob  die  Erklärung  der 
Ingenieurgemeinschaft  Z._______  so  zu  verstehen  ist,  dass  lediglich 
Handmessungen angeboten werden.

6.

6.1 Nach  dem Gesagten  steht  fest,  dass  die  Beschwerdeführerin  einerseits 
geforderte Preisangaben nicht gemacht hat,  wobei  die sich daraus erge-
bende Unvollständigkeit der Offerte prima facie weder in quantitativer noch 
qualitativer  Hinsicht  als  unbedeutend  eingestuft  werden kann (E.  4 hier-
vor). Des Weiteren hat sie ein Angebot eingereicht, welches in zwei eben-
falls  nicht  unbedeutenden  Positionen  eine  Unternehmervariante  ohne 

17

entsprechendes Grundangebot enthält und damit von den Ausschreibungs-
unterlagen  abweicht  (E.  5  hiervor).  Die  Vergabestelle  hat  in  den 
Ausschreibungsunterlagen unmissverständlich dargelegt, welche Anforde-
rungen  sie  an  die  Offerten  stellt.  Sie  begründet  den  Ausschluss  damit, 
dass die Unvollständigkeit  des Angebots und die Abweichungen von der 
verlangten  Angebotsstruktur  (insgesamt)  ein  Ausmass  erreicht  hätten, 
welches Nachbesserungen nicht mehr zugänglich gewesen sei (Vernehm-
lassung, S. 6).

6.2 Beim Entscheid  darüber,  ob  ein  Angebot  von  vornherein  auszuscheiden 
oder aber – allenfalls  mittels  Rückfragen – zu bereinigen ist,  kommt der 
Vergabestelle  nach  der  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  des 
Kantons Aargau ein erhebliches Ermessen zu. Sie muss aber in jedem Fall 
alle  Anbietenden  gleich  behandeln  (vgl.  nur  AGVE  1998  S.  397  ff. 
E. d/cc/aaa).  Betrifft  die  Unvollständigkeit  wesentliche  Punkte  des 
Angebots,  muss  es  grundsätzlich  ausgeschlossen  werden  (AGVE  1999 
S. 341  ff.  E.  3b/ee).  Sobald  der  Ausschlussgrund  ein  gewisses  Gewicht 
aufweist,  können  festgestellte  Mängel  ohne  Verletzung  des  Verhältnis-
mässigkeitsgrundsatzes  oder  des  Verbots  des  überspitzten  Formalismus 
zum Ausschluss führen (AGVE 2005 S. 252 ff. E. 2.1.2. mit  Hinweisen). 
Das Verwaltungsgericht  berücksichtigt  dabei  nicht  nur  die  Vorgaben  der 
Vergabestelle  bezüglich  der  Vollständigkeit  der  Offerten,  sondern  auch 
den Umstand, dass es der Anbieterin, die Zweifel an der Zweckmässigkeit 
der in der Ausschreibung vorgesehenen Lösung hat, unbenommen ist, der 
Vergabestelle  ihre  Bedenken  und  Änderungsvorschläge  separat  zu 
unterbreiten  (AGVE  2005  S.  234  ff.  E.  1c).  Die  Vergabestelle  führt  im 
vorliegenden Fall zudem aus, die Ingenieurgemeinschaft Z._______ habe 
die  vorgegebene  Struktur  des  Leistungsverzeichnisses  trotz 
entsprechender  Gelegenheit  nicht  in  Frage  gestellt.  Dies  bestätigen  die 
"Fragen [der IG Z._______] zur Ausschreibung VI, Überwachungsmandat" 
vom 24. April 2006 und die "Fragenbeantwortung" der Vergabestelle vom 
28. April 2006 (Ordner A, Kapitel 6). 

6.3 Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 
dass  sich  die  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet  erweist.  Wie 
bereits in Erwägung 4.2 hiervor ausgeführt,  unterscheidet sich die vorlie-
gende Konstellation deutlich von der Ausgangslage im durch das Bundes-
gericht  mit  Urteil  2P.4/2000  vom  26.  Juni  2000  ("Chienbergtunnel") 
beurteilten Fall.  Es soll  nicht  eine tatsächlich erfolgte "Offertbereinigung" 
der Vergabestelle als mit den Geboten der Transparenz und der Gleichbe-
handlung  vereinbar  verteidigt,  sondern  vielmehr  die  Vergabestelle  zu 
einem derartigen Vorgehen gezwungen werden.  Selbst  wenn vorliegend, 
was  offen  bleiben  kann,  nicht  davon  auszugehen  sein  sollte,  dass  die 
Offerte der IG Z._______ zwingend auszuschliessen ist,  sind  die aufge-
zeigten  Mängel  jedenfalls  von  einer  Schwere,  die  es  der  Vergabestelle 
offensichtlich ohne Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes und 
des  Verbots  des  überspitzten  Formalismus  erlauben,  das  Angebot  der 

18

IG Z._______ nicht in die mit drei Anbietern geführten Verhandlungen und 
die Offertbewertung miteinzubeziehen. Die Begehren der Beschwerdefüh-
rerin, welche im Ergebnis am ehesten zu einer Rückweisung des Verfah-
rens an die Vergabestelle zur Offertbereinigung führen würden, erweisen 
sich  damit  als  offensichtlich  unbegründet.  Damit  braucht  auf  die  Aus-
führungen der Parteien in Bezug auf die materielle Bewertung der Offerte 
der IG Z._______ nicht eingegangen zu werden. Im Verzicht der Vergabe-
stelle  auf eine Rückfrage vor dem Ausschluss ist  auch keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs zu sehen. Angesichts dieses Ergebnisses erübrigt 
sich  schliesslich  die  bei  Zweifeln  an  den  Erfolgsaussichten  vorzuneh-
mende Interessenabwägung (vgl. E. 2.2 hiervor). Damit muss nicht geprüft 
werden, ob sich die Vergabestelle, welche seit dem Sommer 2006 wusste, 
dass  sie  die  Offerte  der  IG  Z._______  ausschliessen  würde,  aber 
gleichwohl den Ausschluss erst mit  dem Zuschlag verfügt  hat,  in diesem 
Zusammenhang  nicht  vorhalten  lassen  müsste,  die  geltend  gemachte 
Dringlichkeit selbst verschuldet zu haben. 

6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass dem Gesuch der Beschwerdeführerin 
um Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht entsprochen werden kann. 
Damit  fällt  die  Verfügung  des  Präsidenten  der  Rekurskommission  vom 
1. Dezember  2006,  mit  welcher  der  Beschwerde  superprovisorisch  die 
aufschiebende Wirkung erteilt worden ist, dahin.

7. Die Beschwerdeführerin macht geltend, bis heute keine detaillierten Aus-
künfte über den Hintergrund des Ausschlusses und hinsichtlich der Bewer-
tung ihrer Offerte erhalten zu haben. Ihr sei  deshalb umfassende Akten-
einsicht zu gewähren und Gelegenheit  zu geben, gestützt  auf die Akten-
kenntnisse  zu  den  gegen  sie  erhobenen  Vorwürfen  fundiert  Stellung  zu 
nehmen.  Die  Vergabestelle  beantragt zu diesem Punkt,  die Offerten  der 
anderen Anbieter sowie deren Bewertung durch die Vergabestelle von der 
Akteneinsicht auszunehmen. 

7.1 In  den Art.  26  ff.  VwVG haben die  allgemeinen,  aus  Art.  29  Abs.  2  BV 
abgeleiteten  Grundsätze  zum  Akteneinsichtsrecht  Ausdruck  gefunden 
(BGE  115  V  297  E.  2d).  Die  Gewährung  der  Akteneinsicht  ist  der 
Grundsatz,  deren  Verweigerung  die  Ausnahme.  Diese  Prinzipien  gelten 
auch  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  37  VGG). 
Gemäss Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG hat die Beschwerdeführerin Anspruch 
darauf,  alle  als  Beweismittel  dienenden  Aktenstücke  einzusehen.  Vom 
allgemeinen  Einsichtsrecht  ausgenommen  bleiben  freilich  jene  Akten, 
bezüglich  derer  ein  überwiegendes  Geheimhaltungsinteresse  vorliegt 
(Art. 27 Abs. 1 Bst. b VwVG; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid der 
BRK vom 17. Februar 1997, veröffentlicht in VPB 61.24 E. 3a). So besteht 
für das Verfahren vor der BRK ohne Zustimmung der Betroffenen insbe-
sondere  kein  allgemeiner  Anspruch  auf  Einsichtnahme  in  Konkurrenz-
offerten  (Entscheid  der  BRK  vom  15.  Juni  2004,  veröffentlicht  in  VPB 

19

68.120  E.  1  f.;  GALLI/MOSER/LANG,  a.a.O.,  Rz.  671).  In  diesem  Sinne  hat 
auch das Bundesgericht mit Urteil 2P.274/1999 vom 2. März 2000, E. 2c, 
festgehalten,  dass  das  in  anderen  Bereichen  übliche  allgemeine  Akten-
einsichtsrecht  bei  Submissionsverfahren  gegenüber  dem  Interesse  der 
Anbieter  an  der  vertraulichen  Behandlung  ihrer  Geschäftsgeheimnisse 
sowie des in den Offertunterlagen zum Ausdruck kommenden unternehme-
rischen Know-hows zurückzutreten habe (vgl. zum Ganzen die Zwischen-
verfügung im Verfahren BRK 2006-011 vom 22. August 2006, a.a.O., E. 5a 
mit Hinweisen).

7.2 Vom Akteneinsichtsrecht  ausgeschlossen sind vorliegend alle  Akten und 
Unterlagen,  welche  für  den  Entscheid  betreffend  den  Ausschluss  der 
Offerte  der  IG  Z._______  nicht  wesentlich  sind.  Damit  kommt 
insbesondere in Bezug auf die Offerten der Mitkonkurrenten überhaupt nur 
insoweit  ein Recht auf Akteneinsicht in Betracht, als die dort enthaltenen 
Angaben zur Begründung des Ausschlusses dienen. Demgegenüber sind 
insbesondere  die  Gründe  für  die  schlechtere  Bewertung  der 
Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren nicht relevant.

7.3 Nach dem Gesagten steht der Einsicht in diejenigen Dokumente, welche 
im Wesentlichen das Vorgehen der Vergabestelle  belegen,  grundsätzlich 
nichts  entgegen.  Dies  trifft  insbesondere  zu  auf  die  Ausschreibungs-
unterlagen  (Kapitel  2-5  des  Ordners  A)  wie  auch auf  das  Kapitel  6  des 
Ordners A (Fragerunde mit  Beantwortung an alle Anbieter  vom 24. April 
2006).  Dasselbe  gilt  für  den  Situationsplan  Überwachungskonzept 
Abschnitt 4 (Ordner B, Kapitel 16). Einsicht gewährt werden kann auch in 
die  Aktennotiz  betreffend  die  Sitzung  des  Bewertungsausschusses  vom 
26. Juni 2006 (Ordner B, Kapitel  10),  wobei  unter dem Punkt  4.1 "Beur-
teilung aller Resultate" die Ergebnisse in Bezug auf die Abschnitte 1-4 (im 
Gegensatz  zum  Auswertungsergebnis  betreffend  das  Mandat  Überwa-
chungsmessungen)  und  die  diesbezüglichen  Vorschläge  zum  weiteren 
Vorgehen unter Punkt 4.2.1 als nicht relevant auszunehmen sind. In Bezug 
auf das Protokoll  der 4. Sitzung des Begleitausschusses VI Realisierung 
vom  28.  August  2006  (Ordner  B,  Kapitel  11)  kann  die  Akteneinsicht 
grundsätzlich  gewährt  werden,  wobei  die  unter  Punkt  3  ("Anträge") 
gemachten  Aussagen  zu  den  Mandaten  Abschnitt  1,  2  und  4  auszu-
nehmen sind. Da gemäss diesem Protokoll indessen der Zuschlag für den 
Abschnitt  3  ebenfalls  an  die  W_______  AG  gehen  soll,  ist  der  diesbe-
zügliche  Antrag  offen  zu  legen.  Der  am  24.  August  2006  genehmigte 
Bericht  des Begleitausschusses,  Auswertung 2. Stufe  (Ordner  B,  Kapitel 
12),  kann  der  Beschwerdeführerin  vollständig  zugestellt  werden,  da hier 
unter  den  Punkten  6  und  7  die  Angaben  bezüglich  der  Abschnitte  1-4 
bereits durch die Vergabestelle gelöscht sind. In Bezug auf den Anhang 1 
zu  Kapitel  12  betreffend  die  Detailbewertung  zum  Nutzwert  sind  die 
Bewertungen  der  Offerten  der  Anbieter  2  und  4  angesichts  der  zu 
behandelnden Rügen von der Akteneinsicht auszunehmen; offen zu legen 
sind  die  Gesamtnoten.  Der  Anhang  2  betreffend  die  detaillierten 

20

Preisaufstellungen ist demgegenüber von der Akteneinsicht auszunehmen; 
der  Beschwerdeführerin  sind  alle  Gesamtbeträge  bereits  bekannt.  Der 
Antrag des Bewertungsausschusses an den Begleitausschuss vom 11. Juli 
2006 (Ordner  B,  Kapitel 13)  sowie  die Korrespondenz  der  Vergabestelle 
mit  der  IG Z._______ betreffend den Ausschluss  (Ordner  B,  Kapitel  14) 
kann der  Beschwerdeführerin  ohne weiteres zugestellt  werden,  da diese 
Dokumente  nur  das  Überwachungsmandat  zum Gegenstand  haben.  Die 
Namen  der  weiteren  Anbieter  sind  indessen  in  den  Kapiteln  10-14  zu 
anonymisieren. Schliesslich sind die in den Kapiteln 18 bis 20 des Ordners 
B enthaltenen  Dokumente  offen  zu legen,  wobei  die  Angaben  zu einem 
anderen  Anbieter  im  Schreiben  der  SBB,  Infrastruktur  Recht,  vom  30. 
August 2006 (Ordner B, Kapitel 18), von der Einsicht auszunehmen sind. 
Auf  der  Tabelle  "Vergabeantrag  AU,  DML,  Vermessungsingenieure, 
Überwachungsmandat"  und den dieser beigefügten Dokumenten (Ordner 
B,  Kapitel  18)  sind  die  Namen  der  anderen  Anbieter  zu  anonymisieren. 
Aufgrund der zu behandelnden Rügen ist in die Detailbewertung der nicht 
verfahrensbeteiligten  Anbieter  bzw.  der  nicht  berücksichtigen  Varianten 
der Zuschlagsempfängerin keine Einsicht zu gewähren.

7.4 In Bezug auf die Offerte der IG Z._______ (Nutzwert; Kapitel 7 des Ord-
ners A)  wird  davon  ausgegangen,  dass  diese  der  Beschwerdeführerin 
bereits  vorliegt;  sie  wird  indessen  –  wie  auch  die  Preisofferte  der 
IG Z._______ inkl. Liste der Vorbehalte (Ordner B, Kapitel 8) – auf erstes 
Verlangen zugestellt.

7.5 Aufgrund der zu behandelnden Rügen sind die Verhandlungsprotokolle mit 
Liste  Fragenbeantwortung  der  Anbieter  vom  19.  Juli  2006  (Ordner  B, 
Kapitel  9)  von  der  Akteneinsicht  auszunehmen.  Die  in  Frage  stehende 
Liste  bezieht  sich  auf  ein  Verfahrensstadium  nach  bereits  getroffenem 
Entscheid,  die  Offerte  der  IG  Z._______  auszuschliessen.  Gemäss 
Absprache  mit  der  Zuschlagsempfängerin  (vgl.  Aktennotiz  vom  6.  März 
2007) wird die erste Zusammenstellung gemäss Ordner B, Kapitel 15, mit 
dem Titel  "Nicht  ausgefüllte  Positionen  im Angebot  der  Beschwerdefüh-
rerin" in der Form zugestellt, dass die durch die IG Z._______ nicht ausge-
füllten Positionen im Vergleich zu den offerierten Summen der Zuschlags-
empfängerin sichtbar sind, wogegen in Bezug auf die anderen Anbieter nur 
deren insgesamt für die in Frage stehenden Positionen offerierten Beträge 
mitgeteilt  werden.  Dasselbe  gilt  für  die  zweite  Zusammenstellung  bein-
haltend die durch die IG Z._______ abgeänderten Positionen im Vergleich 
zu  den  anderen  Anbietern  (Ordner  B,  Kapitel  15),  wobei  hier  für  die 
Positionen  326.211  und  331.211  die  Angaben  zur  eingesetzten  Anzahl 
Messstationen offen  zu legen sind.  Demgegenüber  ist  der  ebenfalls  Teil 
des  Kapitels  15  bildende  "Auszug  aus  der  Honorarzusammenstellung 
Überwachungsmandat" in Bezug auf die Offerte der Zuschlagsempfängerin 
so  detailliert,  dass  nur  Einsicht  in  die  Angaben  betreffend  die 
IG Z._______  zu  gewähren  ist.  Diejenigen  Positionen,  welche  die 
Zuschlagsempfängerin  im  Gegensatz  zur  IG  Z._______  nicht  leer 

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gelassen, sondern mit Fr. 0.00 offeriert hat, sowie die Anzahl der unter den 
Positionen 326.211 und 331.211 offerierten Messstationen,  ergeben sich 
bereits aus der ersten Zusammenstellung betreffend die nicht ausgefüllten 
Positionen.  Die  Anzahl  der  insgesamt  eingesetzten  Messsysteme 
(Zuschlagsempfängerin:  109;  IG  Z._______:  52)  ist  der 
Beschwerdeführerin  ebenfalls  aus  anderen  Dokumenten  bekannt.  In  die 
Listen  der  Vorbehalte  aller  Anbieter  (Ordner B,  Kapitel  17)  erhält  die 
Beschwerdeführerin nur insoweit Einsicht, als ihre eigenen Erklärungen in 
Frage  stehen,  da  die  Angaben  aller  Anbieter  zahlreiche  technische 
Ausführungshinweise enthalten, die als geschützter Bestandteil der Offerte 
zu  betrachten  sind.  Ausgenommen  sind  nach  Absprache  mit  der 
Zuschlagsempfängein  die  Erklärungen  zu  den  Positionen  326.211  und 
331.211.  In  diesem  Sinne  ist  dem  Akteneinsichtsgesuch  der 
Beschwerdeführerin teilweise zu entsprechen.

8. Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheides ist mit dem 
Endentscheid zu befinden.

Das Bundesverwaltungsgericht beschliesst:

1. Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung wird abgewiesen.

2. Dem  Akteneinsichtsgesuch  der  Beschwerdeführerin  wird  im  Sinne  der 
Erwägungen teilweise entsprochen.

3. Über  die Kosten dieses  Zwischenentscheids  wird mit  dem Endentscheid 
befunden.

4. Dieser Zwischenentscheid wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; mit Gerichtsurkunde, vorab per
Fax)

- der Vergabestelle (mit Gerichtsurkunde, vorab per Fax)

5. Dieser Zwischenentscheid wird mitgeteilt: 

- der  W._______  AG,  Zürich  (vorab per  Fax;  mit  der  Aktennotiz  vom 6. 
März 2007)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

22

Marc Steiner Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung
Dieser  Zwischenentscheid  kann,  soweit  davon  auszugehen  ist, dass  er  einen  nicht 
wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 Bst. a BGG) und dass 
sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 2 BGG), 
gemäss Art.100 Abs. 1 BGG innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schweizerischen 
Bundesgericht in Lausanne angefochten werden.

Versand am: 22. März 2007