# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c197bdb-442a-51ac-ad18-179f12c105a2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 30.09.2021 110 2021 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-105_2021-09-30.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2021/105

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 30. September 2021

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Herrn C.________
Beschwerdeführer 2

beide per Adresse Herrn A.________

Herrn F.________
Beschwerdeführer 3

vertreten durch Herrn Fürsprecher B.________

Herrn I.________
Beschwerdeführer 4

vertreten durch Herrn Fürsprecher B.________

und

Herrn J.________
Beschwerdegegner

vertreten durch Herrn Fürsprecher K.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, Spillstattstrasse 2, 
Postfach 104, 3818 Grindelwald

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald vom 2. Juni 
2021 (Bau Nr. 3484/2021; Betonplatten)

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I. Sachverhalt

1. Nach Eingang eines Hinweises aus der Bevölkerung, wonach am M.________weg Nr. 
L.________ ohne rechtskräftige Baubewilligung Bauarbeiten ausgeführt würden, tätigte die 
Bauverwaltung der Gemeinde Grindelwald verschiedene Abklärungen. Anlässlich der 
Besprechung vor Ort am 25. Juni 2020 mit dem Grundeigentümer der Bauparzelle 
[Beschwerdegegner im Verfahren vor der BVD] konnte nicht abschliessend festgestellt werden, 
ob es sich bei sämtlichen bisher getätigten oder geplanten Bauarbeiten um baubewilligungsfreie 
Vorhaben handelt.1 Gestützt auf diese Erkenntnis eröffnete die Gemeinde ein baupolizeiliches 
Verfahren und gewährte dem Beschwerdegegner mit Schreiben vom 30. Juni 2020 das rechtliche 
Gehör. Gleichzeitig untersagte sie ihm die weiteren Arbeiten an den beiden Bodenplatten. Die 
Umgebungsarbeiten durfte der Beschwerdegegner demgegenüber weiterführen.2 Nach Eingang 
der Stellungnahme des Beschwerdegegners am 7. Juli 2020 hielt die Gemeinde mit Schreiben 
vom 30. Juli 2020 fest, dass es sich um baubewilligungspflichtige Bauvorhaben handle.3 Sie 
forderte den Beschwerdegegner auf, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen, ansonsten 
Wiederherstellungsmassnahmen geprüft werden müssten.

Der Beschwerdegegner reichte daraufhin am 2. Oktober 2020 ein handschriftliches nachträgliches 
Baugesuch bei der Gemeinde ein für die Überdachung des Eingangsbereichs sowie die im 
hängigen Baupolizeiverfahren umstrittenen Bauarbeiten auf der Parzelle Grindelwald 
Grundbuchblatt Nr. N.________.4 Dieses entsprach nicht den geltenden Formvorschriften. Mit 
Eingabe vom 3. Dezember 20205 verzichtete der Beschwerdegegner auf die «Dachverlängerung» 
[im Baugesuch als «Überdachung des Eingangsbereichs» bezeichnet]. Am 11. Dezember 2020 
ging bei der Gemeinde sodann das Baugesuch auf den ordentlichen Formularen, unterzeichnet 
am 8. Dezember 2020, ein.6 Im beigelegten Schreiben vom gleichen Tag stellte der 
Beschwerdegegner das Ausnahmegesuch für die Unterschreitung des Strassenabstandes.7 

Gegen das nachträgliche Baugesuch gingen mehrere Einsprachen ein. Mit Bauentscheid vom 
2. Juni 2021 erteilte die Gemeinde die Baubewilligung und eröffnete die weiteren erforderlichen 
Bewilligungen. 

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführer 1 und 2 gemeinsam am 29. Juni 2021 sowie die 
Beschwerdeführer 3 und 4 je separat am 5. Juli 2021 eine Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. 

a) Die Beschwerdeführer 1 und 2 beantragen sinngemäss die Aufhebung des 
Gesamtentscheids der Gemeinde vom 2. Juni 2021 soweit «das Fundament» an der 
gemeinsamen Grenze [Westseite der Bauparzelle] betreffend. Gleichzeitig beantragen sie den 
Rückbau des angesprochenen Fundaments. 

b) Der Beschwerdeführer 3 stellt in seiner Beschwerde folgende Rechtsbegehren: 

«1. Hauptbegehren
Die mit Bauentscheid Nr. 384/2021 der Einwohnergemeinde Grindelwald, Gemeindeverwaltung erteilten 
Baubewilligungen seien aufzuheben und es sei der Bauabschlag zu erteilen,

1 Vorakten, Register 57. 
2 Vorakten, Register 58.
3 Vorakten, Register 53.
4 Vorakten, Register 50.
5 Vorakten, Register 43.
6 Vorakten, Register 40.
7 Vorakten, Register 41.

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2. Eventualbegehren
Die mit Bauentscheid Nr. 384/2021 der Einwohnergemeinde Grindelwald, Gemeindeverwaltung erteilten 
Baubewilligungen seien soweit die Bodenplatte Ost, die Sichtschutzwand Ost und den Neubau Holzschopf 
auf der Westseite betreffend aufzuheben und es sei der Bauabschlag zu erteilen,

unter Kosten- und Entschädigungsfolge.»

c) Der Beschwerdeführer 4 stellt in seiner Beschwerde folgende Rechtsbegehren: 

«1. Hauptbegehren
Die mit Bauentscheid Nr. 384/2021 der Einwohnergemeinde Grindelwald, Gemeindeverwaltung erteilten 
Baubewilligungen seien aufzuheben und es sei der Bauabschlag zu erteilen,

2. Eventualbegehren
Die mit Bauentscheid Nr. 384/2021 der Einwohnergemeinde Grindelwald, Gemeindeverwaltung erteilten 
Baubewilligungen seien soweit die Sichtschutzwand Ost und den Neubau Holzschopf auf der Westseite 
betreffend aufzuheben und es sei der Bauabschlag zu erteilen,

unter Kosten- und Entschädigungsfolge.»

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet8, holte die Vorakten 
ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde hält in ihrer Eingabe vom 4. August 
2021 am Gesamtentscheid vom 2. Juni 2021 fest und beantragt die Abweisung der drei 
Beschwerden unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer. Der Beschwerdegegner 
seinerseits beantragt mit Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 ebenfalls unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge die Abweisung der Beschwerden der Beschwerdeführer, soweit darauf 
einzutreten sei. Mit Eingaben vom 6. September 2021 reichten die Beschwerdeführer 3 und 4 
weitere Stellungnahmen ein. 

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG9 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 
Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist somit zur Beurteilung der 
Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die 
Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die 
zuständige Gemeindebehörde (40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführer 1-4 haben alle am 
vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecher teilgenommen und sind mit ihren Einsprachen nicht 
durchgedrungen. Sie sind damit durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und 
daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichten 
Beschwerden ist einzutreten.

8 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).
9 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).

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2. Umgebungsgestaltung: Fundament auf der Westseite / Bodenplatten auf der Ostseite

a) Der Beschwerdegegner erstellte auf der Westseite der Bauparzelle Nr. N.________ ein 
Betonfundament. Auf der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ sanierte der 
Beschwerdegegner einen bestehenden Sitzplatz, indem er neue Betonplatten verlegte. Die 
Parzelle Nr. N.________ liegt in der Wohnzone W2.

b) Die Beschwerdeführer 1 und 2 bringen in ihrer Beschwerde vom 29. Juni 2021 vor, das 
Fundament auf der Westseite verletze «ihr Näherbaurecht», da es näher als 2 Meter an die 
Grenzlinie gebaut worden sei. Sie hätten dem Beschwerdegegner kein Näherbaurecht 
eingeräumt. Es sei nicht verständlich, dass es sich dabei um eine baubewilligungsfreie Baute 
handle. Zudem bestehe die Rechtsunsicherheit, dass ein zukünftiger Anbau des Schuppens, 
welcher auf das Fundament gestellt würde, ebenfalls bewilligungsfrei zugelassen würde, da das 
Fundament von der Gemeinde genehmigt worden sei.

Der Beschwerdeführer 3 bringt in seiner Beschwerde vom 5. Juli 2021 hierzu vor, für die 
Unterschreitung des Strassenabstands dieser «Betonplatte» [auf der Westseite] sei keine 
Ausnahme beantragt, weshalb darüber nicht zu befinden sei. Unabhängig davon fehlte es an 
besonderen Verhältnissen gemäss Art. 81 SG10 bzw. an einem genügenden Interessen nach Art. 
28 BauG. Die neuen Bodenplatten auf der Ostseite an der Grenze zum Grundstück des 
Beschwerdeführers 3 seien überdies in der Baupublikation nicht aufgeführt gewesen, weshalb 
diese nicht Bestandteil der ausgesprochenen Baubewilligung bilden könnten. Im Übrigen seien 
diese ohnehin nicht bewilligungsfähig, da sie weder den kleinen Grenzabstand von 5 m noch den 
Grenzabstand von Art. 79a EG ZGB einhalten würden. Ebenfalls unterschritten sei der 
Strassenabstand. Hierfür fehle es auch an einem Ausnahmengesuch. 

c) Der Beschwerdegegner bringt in seiner Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 hierzu vor, 
die Terrasse auf der Ostseite der Bauparzelle gegen die Parzelle des Beschwerdeführers 3 sei 
vorbestehend. Der Beschwerdegegner habe keine neue Terrasse erstellt, sondern die 
bestehenden Bodenplatten saniert und rollstuhlgängig gemacht. Dafür sei eine durchschnittliche 
Erhöhung von ca. 35-40 cm vorgenommen worden. Eine Vergrösserung habe nicht stattgefunden. 
Bereits im früheren Zustand habe eine Umrandung der Bodenplatten bestanden und sei diese 
betoniert gewesen. Ein solches Vorhaben sei baubewilligungsfrei. Die Terrainveränderung 
umfasse bei Weitem nicht das zulässige Höchstmass von 100 m3. Zudem seien Gartensitzplätze, 
welche auf mindestens zwei Seiten offen und ungedeckt seien, bewilligungsfrei. Überdies sei das 
Vorhaben auch durch die Besitzstandgarantie geschützt, da eine auf Grund bisherigem Recht 
baubewilligungsfreie Baute zeitgemäss erneuert und auch umgebaut werden dürfe. Das 
baubewilligungsfreie Vorhaben der Betonplatten auf der Ostseite müsse demnach weder die 
Abstandsvorschriften für unbewohnte An- und Nebenbauten gemäss Art. 31 GBR noch die 
zivilrechtlichen Bauabstandsvorschriften gemäss Art. 79 EG ZGB11 einhalten. Aufgrund der 
fehlenden Baubewilligungspflicht entfalle auch die Einhaltung des kleinen Grenzabstandes. 
Vorliegend sei demnach kein Näherbaurecht des Beschwerdeführers 3 notwendig. 

Das monierte Fundament auf der Westseite der Bauparzelle sei eine befestigte Fläche, welche 
als Terrasse diene. Ein Bodenbelag, wie die betreffende Platte darstelle, sei aufgrund der oben 
zitierten Grundlagen ohne weiteres als baubewilligungsfrei erkennbar. Es müssten demnach 
weder die bereits genannten Abstandsvorschriften für unbewohnte An- und Nebenbauten noch 
die zivilrechtlichen Abstandsvorschriften eingehalten werden. Sodann sei in vorliegendem 
Verfahren nicht über künftige Anbauten zu befinden.

10 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11).
11 Gesetz vom 28. Mai 1911 betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (EG ZGB; BSG 211.1).

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d) Die Gemeinde hält in ihrer Stellungnahme vom 4. August 2021 dazu zusammengefasst fest, 
in der Publikation eines Bauvorhabens werde jeweils eine grobe Umschreibung des 
Bauvorhabens erwähnt und nicht auf jedes einzelne Bauteil verwiesen. Hierfür stünden die 
Baugesuchunterlagen zur Verfügung, in welchen sämtliche betroffenen Bauten und Anlagen 
erfasst und dargestellt seien. Im Übrigen sei für die Erteilung einer Ausnahme für die 
Unterschreitung des Strassenabstands die Gemeinde und nicht das Regierungsstatthalteramt 
zuständig. Weiterführend verweist die Gemeinde auf den angefochtenen Bauentscheid. 

e) Gemäss Art. 6 Abs.1 Bst. b BewD sind kleine Nebenanlagen grundsätzlich bewilligungsfrei. 
Die Bestimmung beinhaltet sodann eine beispielhafte Auszählung, was als kleine Nebenanlage 
zu verstehen ist. U.a. genannt sind «auf zwei Seiten offene, ungedeckte Gartensitzplätze». 
Konkretisiert wird Art. 6 BewD durch die Praxishilfe des Amts für Gemeinden und Raumordnung 
(AGR) «Baubewilligungsfreie Bauten und Anlagen nach Art. 1b BauG»12. Gemäss dieser 
Praxishilfe bedingen Nebenanlagen im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD wie Kleinbauten 
einerseits einen örtlichen und funktionellen Bezug zu einer Hauptanlage. Sodann bedeutet «klein» 
an und für sich klein und nicht klein im Verhältnis zur Hauptanlage. Für die Beschaffenheit von 
ungedeckten Gartensitzplätzen als baubewilligungsfreie Nebenanlagen bestehen keine 
Vorschriften. Gemäss der erwähnten Praxishilfe dürfen ungedeckte Gartensitzplätze mit einer 
oder zwei Seitenwände eine Grundfläche von 15 – 20 m2 nicht überschreiten. Ohne Seitenwände 
gilt kein Höchstmass. 

Die vorliegend umstrittenen Bodenplatten Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ sind ohne 
Weiteres als offener Gartensitzplatz zu bezeichnen, wie es die Gemeinde im angefochtenen 
Entscheid damit zu Recht tat. Unabhängig davon, dass auf der Westseite ein Holzschopf den 
grösseren Teil des Betonfundaments bedeckt (zum Holzschopf an sich vgl. Ziffer 4 sogleich), kann 
auch das umstrittenen Betonfundamente als Nebenanlage im Sinne von Art. 6 Abs. 1Bst. b BewD 
bezeichnet werden. Ohne den Holzschopf darauf mit zu beurteilen, ist ein solches 
Betonfundament nicht anders zu behandeln als ein ungedeckter Gartensitzplatz, könnte es doch 
ohne weiteres auch als solcher benutzt werden. Auf alle Fälle ist das Betonfundament nicht von 
grösserer Bedeutung als ein ungedeckter Sitzplatz und damit ebenfalls bewilligungsfrei nach Art. 
6 Abs. 2 BewD. Wie oben erwähnt, gibt es keine Vorschriften über die Beschaffenheit solcher 
Nebenanlagen. Die beiden fraglichen Nebenanlagen sind weiter offensichtlich der Hauptbaute der 
Bauparzelle Nr. N.________, dem Wohnhaus, zu- und untergeordnet. Es liegt mithin ein örtlicher 
und funktionaler Bezug zu einer Hauptanlage vor. Auf den bewilligten Plänen sind die beiden 
Nebenanlagen zwar nicht eindeutig vermasst.13 Für das Betonfundament auf der Westseite lassen 
sich jedoch die Masse 4 m auf 3.65 m errechnen, was eine Grundfläche von 14.6 m2 ergibt.14 Die 
Masse des sanierten Sitzplatzes auf der Ostseite sind mit 3 m auf 2 m angegeben15, wobei 
lediglich die Länge von 3 m vermasst ist.16 Nichtsdestotrotz lässt sich aus den baubewilligten 
Plänen schliessen, dass die Grundfläche der beiden Nebenanlagen das oberwähnte Höchstmass 
der Praxishilfe einhalten, unabhängig davon, ob die Sichtschutzwände als Seitenwände 
anzusehen sind oder nicht. Mit anderen Worten sind die fraglichen Nebenanlagen als «klein» im 
Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD zu bezeichnen. 

Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass es sich beim Betonfundament auf der Westseite wie auch 
bei den Bodenplatten auf der Ostseite damit um baubewilligungsfreie Nebenanlagen gemäss 
Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD handelt. 

12 Vgl. BSIG Nr. 7/725.1/1.1 vom 25. April 2019.
13 Vorakten, Register 11 und 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelte Situations- und 
Projektpläne.
14 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektplan, Massstab 1:200.
15 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektplan, Massstab 1:100.
16 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektplan, Massstab 1:200.

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f) Der Beschwerdegegner hat nach eigenen Angaben eine Terrainveränderung zur 
Umgebungsgestaltung für den Sitzplatz auf der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ 
vorgenommen. Die Darstellung in der Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 und die 
Berechnungen hierzu sind für die BVD plausibel. Anhand der Fläche des Sitzplatzes Ost von 6 m2 
darf ohne weitergehende Prüfung davon ausgegangen werden, dass die vorgenommene 
Terrainveränderung das bewilligungsfreie Mass von 100 m3 gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. i BewD 
nicht annähernd erreicht. 

g) Art. 28 GBR und Art. 79 ff. EG ZGB verlangen Grenzabstände für Bauten, die das Terrain 
überragen. Umgekehrt ist daraus zu schliessen, dass für Bauten, die das Terrain nicht überragen, 
keine Grenzabstände erforderlich sind. Da das Betonfundament bzw. die Bodenplatten den 
gewachsenen Boden nicht in relevanter Höhe übersteigen, sind keine Grenzabstände einzuhalten. 
Sie sind in Bezug auf Bauabstände vielmehr wie Rasengittersteine, Kieselsteine oder andere mehr 
oder weniger ebenerdige Bodenausgestaltungen zu behandeln. Ein Näherbaurecht ist für die 
Platzierung der beiden Nebenanlagen gemäss Situationsplan daher nicht erforderlich. 

Die Beschwerdeführenden 1 und 2 befürchten zudem, dass auf dem Betonfundament im Westen 
der Bauparzelle künftige Bauten oder Anbauten zum Holzschopf bewilligungsfrei erstellt werden 
können. Die Bewilligung des Betonfundaments ermächtigt den Beschwerdegegner jedoch in 
keiner Weise, baubewilligungspflichtige Vorhaben darauf zu erstellen, ohne dass hierfür ein 
weiteres Baubewilligungsverfahren einzureichen wäre. Die Befürchtung der 
Beschwerdeführenden 1 und 2 sind demnach unbegründet. 

h) Der Beschwerdeführers 3 bringt zudem vor, über die Bodenplatte gegenüber der Parzelle 
Nr. D.________ hätte nicht befunden werden dürfen, da diese nicht in der Baupublikation 
aufgeführt sei. Wie die Gemeinde zutreffend ausführt, dient die Baupublikation leidglich einer 
groben Umschreibung des Bauvorhabens. So wurde auch bei der Baupublikation in vorliegendem 
Fall auf die Gesuchunterlagen verwiesen.17 Daraus ist ersichtlich, dass einerseits auf der 
Westseite der Bauparzelle Nr. N.________ ein Betonfundament erstellt18 und andererseits der 
bestehende Sitzplatz auf der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ saniert wurde19. Die 
Umschreibung des Bauprojekts u.a. mit «Änderung Umgebungsgestaltung», worunter diese 
Bauarbeiten zu subsumieren sind, ist nicht zu beanstanden.

i) Gemäss Art. 23 Abs. 2 GBR gilt für baubewilligungsfreie Bauten und Anlagen ein 
Bauabstand von 2 m. Auf den eingereichten Projektplänen ist ohne weiteres ersichtlich, dass 
beide baubewilligungsfreien kleinen Nebenanlagen einen Strassenabstand von mehr als 2 m 
einhalten.20 Es ist daher für das Betonfundament auf der Westseite der Bauparzelle 
Nr. N.________ sowie für die Bodenplatten auf der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ auch 
keine Ausnahme für die Unterschreitung des Strassenabstandes erforderlich und wurde zu Recht 
vom Beschwerdegegner auch nicht beantragt (vgl. zum Strassenabstand und den erteilten 
Ausnahmen der Gemeinde insbesondere auch die Ausführungen unter Ziffer 3h nachfolgend).

j) Zusammenfassend sind die Rügen der Beschwerdeführer 1, 2 und 3 betreffend das 
Betonfundament auf der Westseite der Bauparzelle Nr. N.________ sowie die Bodenplatten auf 
der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ unbegründet und die beiden Beschwerden 
diesbezüglich abzuweisen.

17 Vorakten, Register 39.
18 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektplan, Massstab 1:100.
19 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektplan, Massstab 1:100; 
vgl. auch Vorakten, Register 50, Baueingabe vom 2. Oktober 2020, Seite 6.
20 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektplan, Massstab 1:200.

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3. Sichtschutzwand Ost und West

a) Der Beschwerdegegner plant auf der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ im Bereich 
des Sitzplatzes als Abgrenzung zur Nachbarparzelle Nr. D.________ und auf der Westseite der 
Bauparzelle Nr. N.________ im Bereich des Betonfundaments als Abgrenzung zur 
Nachbarparzelle Nr. E.________ Sichtschutzwände. 

b) Der Beschwerdeführer 3 bringt in seiner Beschwerde vom 5. Juli 2021 hierzu vor, der 
Grenzabstand der Sichtschutzwand Ost zu seiner Parzelle Nr. D.________ sei in den 
Baugesuchakten mit 0.6 m falsch ausgewiesen. Dieser betrage vielmehr auf der Nordseite 0.66 
m sowie auf der Südseite 0.47 m. Demnach werde Art. 79k Abs. 1 und 2 EG ZGB verletzt. 
Aufgrund der falsch deklarierten Grenzabstände in den Baugesuchakten sei auch die 
Höhenangabe der Sichtschutzwand Ost mit 1.8 m fraglich. In seiner zusätzlichen Stellungnahme 
vom 6. September 2021 moniert der Beschwerdeführer 3, es sei die Betonplatte, welche bis 47 
cm an die March des Beschwerdeführers 3 reiche. Weiter machen der Beschwerdeführer 3 in 
seiner Beschwerde vom 5. Juli 2021 und der Beschwerdeführer 4 in seiner Beschwerde vom 5. 
Juli 2021 geltend, die Ausnahmen vom Strassenabstand für die Sichtschutzwände Ost und West 
seien zu Unrecht erteilt worden. Es fehle an einem genügenden Interesse der Bauherrschaft, da 
diese ebenso gut, d.h. ohne wesentliche Nachteile, vorschriftsgemäss hätte bauen können. 
Überdies hätte für diese Ausnahme ein Amtsbericht des Regierungsstatthalteramtes Interlaken-
Oberhasli eingeholt werden müssen, da Ausnahmen von kantonalen Vorschriften zur Beurteilung 
stünden.

c) Der Beschwerdegegner macht in seiner Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 hierzu 
geltend, bei den Sichtschutzwänden Ost und West handle es sich um handelsübliche 
Sichtschutzwände, deren Höhe auf 1.8 m normiert sei. Auf der Westseite sei die Sichtschutzwand 
80 cm von der Grenze entfernt und weise eine Höhe von 1.8 m auf, weshalb die Sichtschutzwand 
sogar noch 20 cm näher an die Grenze gestellt werden dürfte ohne die nachbarrechtlichen 
Abstandsvorschriften von Art. 79k EG ZGB zu verletzen. Die vom Beschwerdeführer 3 
eingereichte Messung der Sichtschutzwand Ost werde bestritten. Es sei auf die Messung der 
Gemeinde abzustellen. Demnach sei der Abstand eingehalten. Im Übrigen handle es sich um ein 
nachbarrechtliches und nicht ein baurechtliches Problem, da die Sichtschutzwand aufgrund ihrer 
Masse von 3 m auf 1.8 m bewilligungsfrei sei. Die Sichtschutzwände benötigten sodann gar keine 
Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung des Strassenabstandes. Da sie baubewilligungsfrei 
seien, komme ein Strassenbauabstand von 2 m zur Anwendung. Darüber hinaus würden die 
Sichtschutzwände die Übersicht der Gemeindestrasse nicht verhindern, womit der Verkehr nicht 
gefährdet sei. Die Voraussetzungen von Art. 23 Abs. 4 GBR für eine Reduktion des 
Strassenabstandes seien erfüllt.

d) Die Gemeinde hält in ihrer Stellungnahme vom 4. August 2021 dazu zusammengefasst fest, 
die vom Beschwerdeführer 3 beigelegte Messung des Ingenieur- und Vermessungsbüros 
G.________ AG [Beschwerdebeilage 3] sei falsch, da die Abstände auf die Betonmauer vermasst 
seien. Weiter seien die Masse der baubewilligten Projektpläne massgebend und die 
Sichtschutzwand noch gar nicht erstellt. Im Übrigen verweist die Gemeinde auf ihren 
angefochtenen Bauentscheid vom 2. Juni 2021. 

e) Nach Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD fallen kurze Sichtschutzwände bis zu einer Höhe von 2 m 
ebenfalls unter «kleine Nebenanlagen» und sind demnach baubewilligungsfrei zu erstellen. Die 

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Praxishilfe des AGR «Baubewilligungsfreie Bauten und Anlagen nach Art. 1b BauG»21 
konkretisiert, dass Sichtschutzwände bis zu einer Länge von 4 m baubewilligungsfrei erstellt 
werden können, mithin noch als «kurz» im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD gelten.

Gemäss dem angefochtenen Bauentscheid vom 2. Juni 2021 weisen die Sichtschutzwände auf 
der Ostseite die Masse von 3.6 m auf 1.8 m und auf der Westseite 4 m auf 2 m auf. Diese Masse 
lassen sich ohne weiteres aus den Plänen in den Baugesuchunterlagen entnehmen. Die 
Sichtschutzwände sind entsprechend vermasst.22 Damit liegen sie offensichtlich im obgenannten, 
baubewilligungsfreien Rahmen. Mit anderen Worten ist für die beiden Sichtschutzwände Ost und 
West keine Baubewilligungspflicht gegeben. 

f) Als Bauten, welche den gewachsenen Boden überragen, haben die Sichtschutzwände 
grundsätzlich die Grenzabstände gemäss Art. 28 ff. GBR einzuhalten. Gemäss Art. 32 Abs. 3 GBR 
gelten u.a. für Einfriedungen die Bestimmungen der nachbarrechtlichen Grenzabstände gemäss 
Art. 79 ff ZGB als öffentliches Recht der Gemeinde. Mithin handelt es sich bei der Frage des 
Abstands von den Nachbarsparzellen um eine öffentlich-rechtliche und nicht um eine 
zivilrechtliche Frage. Gemäss Art. 79k Abs. 1 und 2 EG ZGB sind Einfriedungen wie z.B. 
Holzwände, welche höher als 1.2 m um das Mass ihrer Mehrhöhe bis maximal 3 m von der Grenze 
zurückzunehmen. Diese Vorschrift ist auch auf die vorliegenden Sichtschutzwände anwendbar. 

Die Sichtschutzwand West ist 2 m hoch und hält gemäss den Baugesuchunterlagen einen 
Grenzabstand von 0.8 m ein. Die Sichtschutzwand Ost ist 1.8 m hoch und hält gemäss den 
Baugesuchunterlagen einen Grenzabstand von 0.6 m ein.23 Die Vorgaben von Art. 32 Abs. 3 GBR 
i.V.m. Art. 79k Abs. 2 EG ZGB sind somit eingehalten. Die entsprechenden Rügen der 
Beschwerdeführer sind demnach unbegründet.

g) Im Beschwerdeverfahren ist sodann einzig zu prüfen, ob die Baubewilligung zurecht erteilt 
wurde. Die Bauherrschaft ist verpflichtet, gemäss den bewilligten Plänen zu bauen. Es ist 
vorliegend zwischen der Gemeinde und dem Beschwerdeführer 3 umstritten, ob die 
Sichtschutzwand Ost bereits erstellt ist und ob diese gemäss den Plänen gebaut wurde oder nicht 
und den Grenzabstand von 0.6 m unterschreitet. Dies kann jedoch offengelassen werden. Wird 
ein Bauvorhaben in Überschreitung der Baubewilligung ausgeführt, so hat die Baupolizeibehörde 
gemäss Art. 46 BauG die nötigen Schritte einzuleiten. Ein solcher Sachverhalt ist nicht von der 
BVD im Beschwerdeverfahren erstmals zu beurteilen. Massgebend im vorliegenden Verfahren 
sind einzig die Baugesuchunterlagen und wie oben gesehen, sind diese bezüglich den Abständen 
der Sichtschutzwände nicht zu beanstanden.

h) Gleich wie unter Ziffer 2j zum Strassenabstand des Betonfundaments bzw. der Bodenplatten 
bereits ausgeführt, gilt für bewilligungsfreie Baute und Anlagen ein allgemeiner Bauabstand von 
2.00 m. Eine solche Regelung wie in Art. 23 Abs. 2 GBR ist für Gemeindestrassen vom kantonalen 
Recht ohne weiteres zugelassen (vgl. Art. 80 Abs. 1 SG). 

Den Baugesuchunterlagen ist zu entnehmen, dass keine der Sichtschutzwände einen 
Strassenabstand unter 2.0 m aufweist.24 Eine Ausnahme für die Unterschreitung des 

21 Vgl. BSIG Nr. 7/725.1/1.1 vom 25. April 2019.
22 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektpläne, Massstab 1:100 
bzw. 1:200.
23 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektpläne, Massstab 1:100 
bzw. 1:200.
24 Vorakten, Register 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelter Projektpläne, Massstab 1:100 
bzw. 1:200; vgl. auch Vorakten, Register 41, Angaben des Beschwerdegegners im Ausnahmegesuch für die 
Unterschreitung des Strassenabstands vom 8. Dezember 2020.

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Strassenabstandes ist somit für die Sichtschutzwände Ost und West nicht erforderlich. Gestützt 
darauf kann offengelassen werden, ob für die angebliche Unterschreitung des Strassenabstandes 
ein genügendes Interesse vorliegt, was der Beschwerdeführer 3 bestreitet. Eine Beanspruchung 
des zusätzlich zu Art. 23 Abs. 2 GBR privilegierten Strassenabstandes gemäss Art. 23 Abs. 4 
GBR von 1 m im Falle von bewilligungsfreien Bauten ist vorliegend nicht notwendig. Im Übrigen 
obliegt gestützt auf Art. 81 SG die Kompetenz zur Erteilung von Ausnahmen für die 
Unterschreitung des Strassenabstands dem zuständigen Gemeinwesen, mithin ist bei 
Gemeindestrassen die Gemeinde zuständig und nicht das Regierungsstatthalteramt.25 Nach dem 
Gesagten ist erstellt, dass die Rügen der Beschwerdeführer 3 und 4 betreffend den 
Strassenabstand unbegründet sind.

i) Zusammenfassend sind die Rügen der Beschwerdeführer 3 und 4 betreffend die 
Sichtschutzwand auf der Westseite der Bauparzelle Nr. N.________ sowie die Sichtschutzwand 
auf der Ostseite der Bauparzelle Nr. N.________ unbegründet und die beiden Beschwerden 
diesbezüglich abzuweisen.

4. Neuer Holzschopf 

a) Der Beschwerdegegner plant auf der Westseite der Bauparzelle Nr. N.________ im Bereich 
des Betonfundaments einen Holzschopf mit den Massen 4 m auf 2.3 m auf 2.4 m (Höhe).26

b) Die Beschwerdeführer 3 und 4 monieren in ihren Beschwerden vom 5. Juli 2021, der 
Holzschopf weise einen Grenzabstand zum M.________weg von 2.5 bis 2.7 m auf, wenn die 
Angaben denn stimmen würden. In dieser Form sei der Holzschopf nicht bewilligungsfähig. Die 
Ausnahme für die Unterschreitung des Strassenabstands sei zu Unrecht erteilt worden, da kein 
genügendes Interesse des Beschwerdegegners nachgewiesen sei, und die Gemeinde hierfür 
einen Amtsbericht des Regierungsstatthalteramtes Interlaken-Oberhasli hätte einholen müssen. 

c) Der Beschwerdegegner macht hierzu geltend, der Holzschopf sei aufgrund seiner Masse 
bewilligungsfrei, weshalb er mit einem Grenzabstand [gemeint ist Strassenabstand] von 2.5 bis 
2.7 m keine Ausnahmebewilligung benötige. Darüber hinaus würde der Holzschopf die Übersicht 
der Gemeindestrasse nicht verhindern, womit der Verkehr nicht gefährdet sei. Die 
Voraussetzungen von Art. 23 Abs. 4 GBR für eine Reduktion des Strassenabstandes seien erfüllt.

d) Die Gemeinde führt in ihrer Stellungnahme vom 4. August 2021 hierzu sinngemäss aus, der 
Holzschopf sei bewilligungsfrei und der somit anwendbare Strassenabstand betrage gemäss Art. 
23 Abs. 2 GBR 2 m. Wenn der Verkehr nicht gefährdet sei, könnte gemäss Art. 23 Abs. 4 GBR 
der Strassenabstand bei baubewilligungsfreien Bauten auf 1 m reduziert werden. Vorliegend seien 
die Voraussetzungen für eine Ausnahme vom Strassenabstand erfüllt und die nachgesuchte 
Ausnahme könne erteilt werden.

e)  Gemäss Art. 6 Abs.1 Bst. a BewD sind unbeheizte Bauten mit einer Grundfläche von 
höchstens zehn Quadratmeter und einer Höhe von höchstens 2.50 m, die weder bewohnt noch 
gewerblich genutzt werden und die funktionell zu einer Hauptbaute gehören, bewilligungsfrei. 
Konkretisiert wird Art. 6 BewD durch die Praxishilfe des AGR «Baubewilligungsfreie Bauten und 
Anlagen nach Art. 1b BauG»27. 

25 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 26-27 
N. 8.
26 Vorakten, Register 11 und 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelte Situations- sowie 
Projektpläne, Massstab 1:200 bzw. 1:50.
27 Vgl. BSIG Nr. 7/725.1/1.1 vom 25. April 2019.

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f) Der vom Beschwerdegegner geplante, neue Holzschopf erfüllt mit den Massen 4 m auf 
2.3 m auf 2.4 m die Voraussetzungen von Art. 6 Abs. 1 Bst. a BewD und kann demnach 
bewilligungsfrei erstellt werden. Entsprechend den Ausführungen unter Ziffer 2j und 3h oben gilt 
für diesen Holzschopf ebenfalls ein privilegierter Strassenabstand von 2 m gemäss Art. 23 Abs. 2 
GBR. Den Baugesuchunterlagen ist zu entnehmen, dass der Strassenabstand des neuen 
Holzschopfes 2.5 m oder mehr beträgt.28 Diese Angaben werden von den Beschwerdeführer nicht 
bestritten. Der Strassenabstand ist damit eingehalten und eine Ausnahme für dessen 
Unterschreitung nicht notwendig. Es kann hierfür auf die Ausführungen unter Ziffer 3h verwiesen 
werden. Sogar wenn der neue Holzschopf baubewilligungspflichtig wäre, könnte die Gemeinde 
gestützt auf Art. 23 Abs. 4 GBR den Strassenabstand in diesem Fall auf 2 m reduzieren, wenn die 
Verkehrssicherheit nicht gefährdet würde. Gestützt auf die Ausführungen im angefochtenen 
Bauentscheid der Gemeinde, welche für Gemeindestrassen das zuständige Gemeinwesen im 
Sinne der Strassengesetzgebung darstellt, könnte demnach vorliegend sogar in diesem Fall der 
vorliegende Strassenabstand von mindestens 2.5 m genügen. Aufgrund der 
Baubewilligungsfreiheit des Holzschopfes erübrigen sich hierzu jedoch weitere Bemerkungen. 

Die Rügen der Beschwerdeführer 3 und 4 zum neu erstellten Holzschopf des Beschwerdegegners 
sind nach dem Gesagten unbegründet und die beiden Beschwerden in diesem Punkt abzuweisen.

5. Erschliessung

a) Die Beschwerdeführer 3 und 4 bringen in ihren Beschwerden vom 5. Juli 2021 vor, die 
Erschliessung vorliegender Bauparzelle Nr. N.________ sei nicht sichergestellt. Die erteilte 
Abwasserbewilligung vom 22. Februar 2021 setze die Inanspruchnahme fremden Grundes 
voraus, da die Einholung von Durchleitungsrechten durch die Bauherrschaft unter «2. Weitere 
Bedingungen und Auflagen» festgehalten werde. Diese Durchleitungsrechte lägen nicht vor, 
weshalb die Erschliessung nicht sichergestellt sei und die Baubewilligung deshalb nicht erteilt 
werden könne. 

Der Beschwerdeführer 4 ergänzt hierzu, von den bereits durchgeführten Bauarbeiten des 
Beschwerdegegners seien auch neu erstellte Leitungen betroffen, mit welchen Dach- und 
Oberflächenwasser gesammelt und einem Sickerschacht zugeführt würde, welcher sich nördlich 
des auf der Parzelle des Beschwerdeführers 4 (Grindelwald-Gbbl. Nr. R.________) stehenden 
Wohnhauses befinde. Entgegen den Angaben im Baugesuchformular 3.0 erfolge die 
Grundstücksentwässerung nicht durch den Anschluss an die zentrale ARA und sei die 
Versickerungsanlage nicht bestehend, sondern im Vergleich zum Vorzustand verändert und 
wesentlich erweitert. Die Konsequenz davon sei, dass das landwirtschaftlich genutzte Grundstück 
des Beschwerdeführers 4 überflutet würde und versumpfe. Die erweiterte Versickerungsanlage 
sei damit nicht nur nicht tauglich, sondern bedürfte gestützt auf Art. 26 Abs. 1 KGV eine 
Gewässerschutzbewilligung des Amts für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA). 

b) Der Beschwerdegegner erwidert in seiner Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 seine 
Liegenschaft sei ein vor Jahrzehnten gebautes Einfamilienhaus (Chalet), welches zweifellos 
bezüglich Zufahrtsstrasse (M.________weg), als auch der Wasserversorgung und der 
Entwässerung (Gemeindekanalisation) erschlossen sei. Es sei keine zusätzliche Erschliessung 
notwendig für die ihm erteilte Baubewilligung. Es handle sich um unbewohnte Anbauten oder 
Kleinbauten oder um Terrassen.

28 Vorakten, Register 11 und 12, von der Gemeinde Grindelwald am 2. Juni 2021 gestempelte Situationsplan sowie 
Projektplan, Massstab 1:200.

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c) Die Gemeinde bemerkt in ihrer Stellungnahme vom 4. August 2021, die zuständige 
Kommission Tiefbau, Wasser und Entsorgung sei im Verfahren beigezogen worden. Diese habe 
die gewässerschutzrelevante Situation zufolge der Umgebungsgestaltungsarbeiten des 
Baugrundstücks Nr. N.________ beurteilt und daraufhin die Gewässerschutzbewilligung vom 22. 
Februar 2021 ausgestellt. Darin sei festgehalten worden, das anfallende Dachwasser des 
Geräteschopfs könne oberirdisch versickert werden. Die Entwässerung des bestehenden 
Wohnhauses sei hingegen nicht Bestandteil des angefochtenen Bauentscheids. Es seien auch 
keine objektspezifischen Bedingungen und Auflagen auferlegt worden.

d) Gemäss Art. 1b Abs. 2 BauG entbindet die Befreiung von der Baubewilligungspflicht nicht 
von der Einhaltung der anwendbaren Vorschriften und der Einholung anderer Bewilligungen. Mit 
der Gewässerschutzbewilligung vom 22. Februar 202129 liegt eine solche weiter Bewilligung vor. 
Die Gemeinde hat sämtliche Bauvorhaben des Beschwerdegegners baubewilligt, auch wenn – 
wie oben mehrfach von der BVD festgestellt – keine baubewilligungspflichtigen Vorhaben 
vorliegen. Dieses Vorgehen ist jedoch nicht zu beanstanden, wird mit der Baubewilligung 
letztendlich festgestellt, dass die geplanten bzw. ausgeführten Bauvorhaben bewilligungsfrei und 
damit gesetzeskonform sind. Die Gemeinde integrierte die Gewässerschutzbewilligung folglich zu 
Recht in den angefochtenen Bauentscheid. Aus der Gewässerschutzbewilligung vom 22. Februar 
2021 geht hervor, dass das Dachwasser des Geräteschopfes versickert werden kann. Auflagen 
und Bedingungen, welche konkret das vorliegende Bauvorhaben betreffen, sind der 
Gewässerschutzbewilligung zudem nicht zu entnehmen. Weder aus den Beschwerden vom 5. Juli 
2021 noch aus der weiteren Stellungahmen vom 6. September 2021 geht sodann hervor, welche 
Durchleitungsrechte durch das vorliegende Bauvorhaben betroffen sein sollten. Offensichtlich ist 
jedoch, dass die bestehende Entwässerung des Grundstücks des Beschwerdegegners keine 
weitergehende Veränderung durch vorliegende Bauvorhaben erfahren hatte, als in der 
Gewässerschutzbewilligung beurteilt. Insbesondere wurden keine Leitungen erstellt, geändert 
oder anderweitig betroffen. Eine gewässerschutz-relevante Änderung erfuhr namentlich auch 
nicht die Hauptbaute. Die Gemeinde hat demnach im angefochtenen Bauentscheid vom 2. Juni 
zu Recht festgestellt, dass es sich nicht um eine Versickerungsanlage bzw. deren Änderung 
handle und keine Gewässerschutzbewilligung des AWA erforderlich sei. 

Die weiteren Rügen des Beschwerdeführers 4 stehen nicht im Zusammenhang mit vorliegend zu 
beurteilenden Umgebungsarbeiten auf der Bauparzelle Nr. N.________. Der Beschwerdeführer 4 
bringt nicht vor, weshalb diese Arbeiten zu einer Versumpfung seiner Liegenschaft führten und 
belässt es einzig bei Behauptungen. Zusammengefasst sind die Rügen der Beschwerdeführer 3 
und 4 bezüglich der Erschliessung unbegründet und ihre Beschwerden diesbezüglich abzuweisen. 

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Sämtliche Beschwerden der Beschwerdeführer 1-4 erweisen sich nach dem Gesagten als 
unbegründet und sind abzuweisen. Die weiteren bewilligten Gegenstände des Baugesuchs – 
konkret die Sanierung der bestehenden Liegenschaft und des an die Hauptbaute angrenzenden 
Schopfs (Westfassade) – werden von den Beschwerdeführern nicht gerügt. Eine weitergehende 
Überprüfung durch die BVD erübrigt sich. 

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr 
(Art. 103 Abs. 1 VRPG30). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine 

29 Vorakten, Register 13.
30 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

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Pauschalgebühr von CHF 200.– bis CHF 4000.– je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 4 Abs. 2 GebV31). In Anwendung dieser Bestimmungen werden die Pauschalen im 
vorliegenden Fall auf CHF 900.– für die Beschwerde der Beschwerdeführer 1 und 2 und auf je 
CHF 1800.– für die Beschwerden der Beschwerdeführer 3 und 4 festgelegt, da erstere sich 
lediglich gegen einen Teil der erteilten Baubewilligung vom 2. Juni 2021 richtete (Art. 103 Abs. 2 
VRPG). Werden in einem einzigen Entscheid mehrere Beschwerden beurteilt, so kann die 
Pauschalgebühr angemessen reduziert werden (Art. 21 Abs. 3 GebV). In Anwendung dieser 
Bestimmung werden die Pauschalgebühren jeweils um einen Drittel auf CHF 600.– für die 
Beschwerde der Beschwerdeführer 1 und 2 sowie auf CHF 1200.– für die Beschwerden der 
Beschwerdeführer 3 und 4 reduziert. Insgesamt belaufen sich die Verfahrenskosten somit auf 
CHF 3000.–.

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale 
Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände 
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Alle Beteiligten werden 
grundsätzlich nach Massgabe ihres Unterliegens kostenpflichtig. Unter mehreren Unterliegenden 
sind der Verfahrens- und der Parteiaufwand angemessen aufzuteilen.32 Bei diesem Ausgang des 
Verfahrens unterliegen sämtliche Beschwerdeführer vollumfänglich und sie haben daher die sie 
betreffenden Verfahrenskosten zu tragen. Die Beschwerdeführer 1 und 2 haben demzufolge 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.– zu tragen und sie haften solidarisch für den gesamten 
ihnen auferlegten Betrag (Art. 106 VRPG). Die Beschwerdeführer 3 und 4 haben folglich 
Verfahrenskosten in der Höhe von je Fr. 1200.– zu tragen.

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei zudem die Parteikosten zu ersetzen, sofern 
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder 
Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 
erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

Wie oben erwähnt, unterliegen sämtliche Beschwerdeführer vollumfänglich und haben demnach 
dem Beschwerdegegner grundsätzlich die Parteikosten zu ersetzen. Die Kostennote des 
Rechtsvertreters des Beschwerdegegners gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die 
Beschwerdeführer haben dem Beschwerdegegner die Parteikosten von CHF 3850.90 zu 
ersetzen. Unter Berücksichtigung des unter Ziffer 6a Gesagten, ist vorliegend die Aufteilung der 
Parteikosten auf die vier Beschwerdeführer zu einem Fünftel, ausmachend CHF 770.20, an die 
Beschwerdeführer 1 und 2 sowie zu je zwei Fünftel, ausmachend jeweils CHF 1540.35, an die 
Beschwerdeführer 3 und 4 angemessen. Die Beschwerdeführer 1 und 2 haften für ihren Teil der 
Parteikosten solidarisch (Art. 106 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerden werden abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Grindelwald vom 
2. Juni 2021 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 3000.– werden im Umfang von CHF 600.– den 
Beschwerdeführern 1 und 2 unter solidarischer Haftung für diesen Betrag zur Bezahlung 
auferlegt. Die restlichen Verfahrenskosten von CHF 2400.– werden den Beschwerdeführern 

31 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).
32 Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 8.

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3 und 4 je hälftig, ausmachend je CHF 1200.–, zur Bezahlung auferlegt. Eine separate 
Zahlungseinladung folgt für alle Beschwerdeführer, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist. 

3. a)  Die Beschwerdeführer 1 und 2 haben dem Beschwerdegegner Parteikosten im 
Betrag von CHF 770.20 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Die Beschwerdeführer 1 und 2 
haften solidarisch für diesen Betrag.
b) Der Beschwerdeführer 3 hat dem Beschwerdegegner Parteikosten im Betrag von 
CHF 1540.35 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

c) Der Beschwerdeführer 4 hat dem Beschwerdegegner Parteikosten im Betrag von 
CHF 1540.35 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________ und Herrn C.________, beide per Adresse Herrn A.________, 
eingeschrieben

- Herrn Fürsprecher B.________, eingeschrieben
- Herrn Fürsprecher B.________, eingeschrieben
- Herrn Fürsprecher K.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in 5 Exemplaren einzureichen ist, muss 
einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.