# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53d2f5e5-2efe-5d3d-8faf-d2e8a984468d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 31.01.2023 ZK1 2019 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-21_2023-01-31.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 31. Januar 2023

(Mit Verfügung 5A_11/2023 vom 1. März 2023 hat das Bundesgericht eine gegen 
dieses Urteil erhobene Rechtsverzögerungsbeschwerde als gegenstandslos gewor-
den vom Protokoll abgeschrieben.)

Referenz ZK1 19 21 und ZK1 19 26

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Bäder Federspiel, Vorsitzende
Cavegn und Michael Dürst
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger und Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Flavia Brülisauer
Kornplatz 2, Postfach 355, 7001 Chur (ZK1 19 21)

sowie

B._____
Berufungsklägerin und Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Martina Schmid
Obere Strasse 19, Postfach 66, 7270 Davos Platz (ZK1 19 26)

Gegenstand Eheschutz und vorsorgliche Massnahmen

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Albula vom 
25. Oktober 2018, mitgeteilt am 31. Januar 2019 (Proz. Nr. 135-
2018-51/52)

Mitteilung 1. Februar 2023

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Inhaltsverzeichnis

Sachverhalt ........................................................................................................................................4

Erwägungen .....................................................................................................................................14

1. Eintreten ...................................................................................................................................14

2. Unterhaltsberechnungsmethode...............................................................................................15

2.1. Methodenwahl und Vorgehen bei einstufig-konkreter Methode ...................................15

2.2. Anwendbarkeit der einstufig-konkreten Methode im vorliegenden Fall ........................15

3. Verfahrensmaximen..................................................................................................................16

3.1. Eingeschränkte Untersuchungsmaxime .......................................................................16

3.2. Behauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungslast; Auflistungen..........................17

3.3. Begründungslast...........................................................................................................20

3.4. Novenschranke im Berufungsverfahren .......................................................................21

3.5. Novenschranke im erstinstanzlichen Verfahren; Steuererklärung 2016.......................21

4. Bedarf der Ehefrau ...................................................................................................................26

4.1. Kein Grundbetrag; Zulässigkeit von Pauschalierungen................................................26

4.2. Vorbemerkung zur Bedeutung des verwendeten Zahlungsmittels ...............................27

4.3. Vorbemerkung zum Wechselkurs.................................................................................29

4.4. Wohnkosten für zweites Domizil in der Schweiz ..........................................................30

4.5. Wohnkosten für Domizil in Frankreich..........................................................................32

4.6. Kosten für Reinigungshilfe............................................................................................36

4.7. Kosten für Gärtner ........................................................................................................38

4.8. Krankenkassenkosten ..................................................................................................39

4.9. Kosten für diverse Versicherungen ..............................................................................42

4.10. Nicht gedeckte Gesundheitskosten (Zahnarzt, Osteopath)..........................................43

4.11. Kosten für Kosmetik und Mode ....................................................................................45

4.12. Kommunikationskosten ................................................................................................48

4.13. Leasingrate und Versicherungsprämie für Porsche .....................................................48

4.14. Weitere Kosten für Porsche und Scooter .....................................................................48

4.15. Kosten für Yacht ...........................................................................................................51

4.16. Kosten für öffentlichen Verkehr und Taxi .....................................................................54

4.17. Kosten für Kultur ...........................................................................................................56

4.18. Kosten für Haushaltgeräte und Gartenmaterial ............................................................57

4.19. Kosten für Fitnessabonnement, Fitnesscoach und Schwimmbad................................57

4.20. "Diverses", Valet Parking und Strassengebühren ........................................................59

4.21. Kosten für Hund und Hundebetreuung.........................................................................64

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4.22. Kosten für Ferien ..........................................................................................................65

4.23. Kosten für Restaurant- und Hotelbesuche ...................................................................68

4.24. Kosten für Lebensmittel, Wein und Champagner.........................................................69

4.25. Steuern .........................................................................................................................71

4.26. Zwischenfazit gebührender Unterhalt ...........................................................................77

5. Einkommen der Ehefrau ...........................................................................................................78

6. Leistungsfähigkeit des Ehemannes ..........................................................................................79

6.1. Einkommen gemäss Steuererklärung ..........................................................................79

6.2. Erträge aus Mietliegenschaften ....................................................................................81

6.3. Gewinne der C._____ GmbH .......................................................................................84

7. Vor der Trennung gelebter Lebensstandard.............................................................................90

8. Beginn der Unterhaltspflicht......................................................................................................92

9. Ausstehende Unterhaltsbeiträge gestützt auf Trennungsvereinbarung....................................93

10. Fazit ehelicher Unterhalt...........................................................................................................97

11. Verrechnung .............................................................................................................................97

12. Prozesskostenvorschuss ..........................................................................................................98

13. Kosten.....................................................................................................................................102

13.1. Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens ...................................................................102

13.2. Kosten des Berufungsverfahrens ...............................................................................104

Dispositiv ........................................................................................................................................106

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Sachverhalt

A. B._____ (nachfolgend: Ehefrau), geboren am _____ 1958, und A._____ 
(nachfolgend Ehemann), geboren am _____ 1950, schlossen am _____ 2001 die 
Ehe. Am 14. Juli 2017 trennten sich die Ehegatten.

B. Die Ehefrau stellte mit Eheschutzgesuch vom 9. März 2018 folgende Rechts-
begehren (Proz. Nr. 135-2018-51):

1. Der Gesuchsgegner sei vorab zu verpflichten, der Gesuchstellerin
folgende Belege herauszugeben:

- die Steuererklärungen 2016 und 2017 der Ehegatten resp. des 
Ehemannes samt Beilagen

- die letzten drei Steuererklärungen der C._____ GmbH

- die letzten drei Steuererklärungen der D._____ AG

- die letzten drei Jahresabrechnungen der C._____ GmbH

- die letzten drei Jahresabrechnungen der D._____ AG

- die Unterlagen betreffend die Übertragung der Aktien der D._____ 
AG vom Ehemann auf einen Dritten

- die Unterlagen betreffend die Übertragung der Stammanteile an 
der C._____ GmbH vom Ehemann auf seine beiden Töchter

- eine Auflistung sämtlicher auf den Ehemann oder auf die C._____ 
GmbH lautenden Fahrzeuge mit Marke, Alter, Kaufpreis

- sämtliche Lohnausweise der letzten drei Jahre

- aktuelle Auszüge sämtlicher Bankkonti des Ehemannes

- eine Auflistung sämtlicher im Eigentum des Ehemannes stehender 
Liegenschaften

- sämtliche detaillierte Kreditkartenabrechnungen des Ehemannes 
von Juni 2016 bis Juni 2017, insbesondere auch die Abrechnungen 
der auf die Ehefrau lautenden (E._____) sowie der auf den Ehe-
mann lautenden Visakarte (XXXX)

- die monatlichen Kontoauszüge sämtlicher Bankkonti des Eheman-
nes (worauf sämtliche Belastungen ersichtlich sind) von Juni 2016 
bis Juni 2017

2. Die C._____ GmbH sei vorab zu verpflichten, der Gesuchstellerin die 
letzten drei Steuererklärungen, die letzten drei Jahresrechnungen sowie 
eine Auflistung sämtlicher auf die C._____ GmbH lautender Fahrzeuge 
mit Marke, Alter, Kaufpreis herauszugeben.

3. Die D._____ AG sei vorab zu verpflichten, der Gesuchstellerin die letz-
ten drei Steuererklärungen sowie die letzten drei Jahresrechnungen 
herauszugeben.

4. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 14. Juli 2017 getrennt 
leben.

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5. Die eheliche Wohnung, F._____, sei für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar dem Ehemann zur alleinigen Benützung zu-
zuweisen.

6. Das Haus in Frankreich, G._____ sei für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar der Ehefrau zur alleinigen Benützung zuzu-
weisen.

7. a. Der Porsche 911 Targa 4S, GR H._____, sei während der Trennungs-
zeit der Ehefrau zur alleinigen Benützung zuzuweisen.

b. Der Ehemann sei zu verpflichten, zu veranlassen, dass der Porsche 
911 Targa 4S, GR H._____, in das Eigentum und auf den Namen der 
Ehefrau zu übertragen sei.

8. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau folgende Unterhaltsbei-
träge zu entrichten:

- für die Zeit vom 15. Juli 2017 bis 8. März 2018 gesamthaft 
CHF 90'854.00 (EUR 77'500.00)

- ab 9. März 2018 mind. CHF 50'000.00 monatlich, nach Auskunfts-
erteilung gemäss Ziff. 1-3 noch genau zu beziffern, monatlich im 
Voraus zahlbar

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Ehemannes.

C. Gleichentags stellte die Ehefrau ein Gesuch betreffend vorsorgliche Mass-
nahmen mit folgenden Rechtsbegehren (Proz. Nr. 135-2018-52):

1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das 
Eheschutzverfahren einen Gerichtskostenvorschuss in der vom Regio-
nalgericht Albula festzusetzenden Höhe sowie einen Anwaltskostenvor-
schuss in der Höhe von CHF 25'000.00 oder nach richterlichem Ermes-
sen zu bezahlen, wobei festzustellen sei, dass diese Vorschüsse nicht 
mit allfälligen Forderungen gegenüber der Gesuchstellerin verrechnet 
werden dürfen.

2. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

3. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Gesuchsgegners.

D. Bezugnehmend auf die gerichtliche Aufforderung zur Leistung eines Kosten-
vorschusses für dieses Verfahren, beantragte die Ehefrau mit Schreiben vom 
16. März 2018 eine Erweiterung ihres Gesuches um einen Prozesskostenvorschuss 
auf die Kosten des Verfahrens betreffend Prozesskostenvorschuss (und Verfü-
gungsbeschränkung; Proz. Nr. 135-2018-52). Mit Bezug auf den beantragten An-
waltskostenvorschuss von CHF 25'000.00 hielt sie fest, dass CHF 22'000.00 davon 
für das Eheschutzverfahren (Proz. Nr. 135-2018-51) und CHF 3'000.00 für das
Massnahmeverfahren (Proz. Nr. 135-2018-52) beantragt würden. An dieser Stelle 
ist zu erwähnen, dass die Ehefrau auch für das weitere Massnahmeverfahren be-
treffend Unterhalt eine Erweiterung des Gesuches um einen Prozesskostenvor-

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schuss beantragte, wobei sie dies im verfahrenseinleitenden Gesuch vom 9. Mai 
2018 (Proz. Nr. 135-2018-101) tat. Dort beantragte sie einen Anwaltskostenvor-
schuss von total CHF 35'000.00: CHF 22'000.00 für das Eheschutzverfahren (Proz. 
Nr. 135-2018-51), CHF 3'000.00 für das Massnahmeverfahren betreffend Prozess-
kostenvorschuss (und Verfügungsbeschränkung; Proz. Nr. 135-2018-52) sowie 
CHF 10'000.00 für das Massnahmeverfahren betreffend Unterhalt (Proz. Nr. 135-
2018-101). Diesen Antrag wiederholte die Ehefrau im Verfahren betreffend Pro-
zesskostenvorschuss (und Verfügungsbeschränkungen; Proz. Nr. 135-2018-52) 
anlässlich der Hauptverhandlung, wobei sie einen insgesamt höheren Anwaltskos-
tenvorschuss beantragte (siehe lit. G).

E. Der Ehemann bezog am 30. April 2018 zum Eheschutzgesuch Stellung und 
stellte folgende Rechtsbegehren (Proz. Nr. 135-2018-51):

1. Das Gesuch sei dahingehend gutzuheissen, als dass

- festzustellen sei, dass die Parteien seit spätestens dem 14. Juli 
2017 getrennt sind;

- die Wohnung an der F._____ für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar dem Gesuchsgegner zur alleinigen Be-
nutzung zuzuweisen sei;

- das Haus in Frankreich, G._____ samt Hausrat und Mobiliar vorerst 
bis zum erstmöglichen Kündigungstermin des Mietvertrags der Ge-
suchstellerin zur alleinigen Benutzung zuzuweisen sei;

- der Porsche 911 Targa 4S bis zum Ablauf des Leasingvertrags am 
17. April 2020 der Gesuchstellerin zur alleinigen Benutzung zuzu-
weisen sei, wobei der Gesuchsgegner zu ermächtigen sei, die mo-
natlich zu entrichtende Leasingrate für den Porsche 911 Targa 4S 
von CHF 1'800.00 sowie die Versicherungsprämien für den Por-
sche 911 Targa 4S von CHF 217.15 pro Monat von dem vom Ge-
richt festzulegenden monatlichen Unterhaltsbeitrag an die Gesuch-
stellerin vorab abzuziehen;

- der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin ab 9. März 2018 bis zum 
erstmöglichen Kündigungstermin des Mietvertrags für das Haus in 
Frankreich, G._____ einen monatlichen Unterhaltsbetrag von netto 
CHF 4'000.00 (CHF 6'017.15 abzüglich Leasingrate Porsche 911 
Targa 4S von CHF 1'800.00 sowie abzüglich Versicherungsprämie 
Porsche 911 Targa 4S von CHF 217.15 pro Monat) zu entrichten, 
zahlbar im Voraus auf den ersten eines jeden Monats. Der Ge-
suchsgegner sei zu ermächtigen, die der Gesuchstellerin für diese 
Zeit bereits bezahlten, überhöhten Unterhaltsbeiträge anzurechnen 
und mit den künftig zu entrichtenden Unterhaltsbeiträgen zu ver-
rechnen;

- der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin ab dem erstmöglichen 
Kündigungstermin des Mietvertrags für das Haus in Frankreich, 
G._____ einen monatlichen Unterhaltsbetrag von netto 

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CHF 2'900.00 (CHF 4'917.15 abzüglich Leasingrate Porsche 911 
Targa 4S von CHF 1'800.00 sowie abzüglich Versicherungsprämie 
Porsche 911 Targa 4S von CHF 217.15 pro Monat) zu entrichten, 
zahlbar im Voraus auf den ersten eines jeden Monats. Der Ge-
suchsgegner sei zu ermächtigen, die der Gesuchstellerin für diese 
Zeit bereits bezahlten, überhöhten Unterhaltsbeiträge anzurechnen 
und mit den künftig zu entrichtenden Unterhaltsbeiträgen zu ver-
rechnen.

2. Im Übrigen sei das Gesuch abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstel-
lerin.

F. Gleichentags bezog der Ehemann zum Gesuch um Prozesskostenvorschuss 
(und Verfügungsbeschränkung; Proz. Nr. 135-2018-52) Stellung und stellte fol-
gende Rechtsbegehren:

1. Das Gesuch sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstel-
lerin.

3. [Aufhebung der Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

G. Am 12. Juli 2018 fand im Verfahren betreffend Prozesskostenvorschuss (und 
Verfügungsbeschränkung; Proz. Nr. 135-2018-52) die Hauptverhandlung statt. An-
lässlich dieser stellte die Ehefrau folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das 
Eheschutzverfahren, das vorsorgliche Massnahmeverfahren betreffend 
Anwalts- und Gerichtskostenvorschuss und Art. 178 ZGB sowie das 
vorsorgliche Massnahmeverfahren betreffend Unterhalt Gerichtskos-
tenvorschüsse in der vom Regionalgericht Albula festzusetzenden Höhe 
sowie einen Anwaltskostenvorschuss in der Höhe von CHF 45'000.00 
(CHF 30'000.00 Eheschutzverfahren, CHF 7'500.00 Massnahmever-
fahren Anwalts- und Gerichtskostenvorschuss sowie Art. 178 ZGB und 
CHF 7'500.00 Massnahmeverfahren Unterhalt) oder nach richterlichem 
Ermessen zu bezahlen, wobei festzustellen sei, dass diese Vorschüsse 
nicht mit allfälligen Forderungen gegenüber der Gesuchstellerin ver-
rechnet werden dürfen.

2. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

3. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Gesuchsgegners.

H. Der Ehemann hielt an seinen Rechtsbegehren gemäss Stellungnahme vom 
30. April 2018 fest. Der Einzelrichter verfügte, dass über das Gesuch betreffend 
Prozesskostenvorschuss (und Verfügungsbeschränkung; Proz. Nr. 135-2018-52) 
zusammen mit dem Eheschutzgesuch (Proz. Nr. 135-2018-51) entschieden wird.

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I. Gleichentags fand im Eheschutzverfahren (Proz. Nr. 135-2018-51) die 
Hauptverhandlung statt. Diese wurde nach dem ersten Parteivortrag vertagt. Die 
Ehefrau reichte ein Plädoyer sowie neue Beilagen zu den Akten und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin folgende 
Belege herauszugeben:

- die letzten drei Steuererklärungen der D._____ AG

- die letzten drei Jahresabrechnungen der D._____ AG

- die letzte Jahresrechnung der D._____ AG vor Übertragung der Ak-
tien auf einen Dritten

- die Unterlagen betreffend die Übertragung der Aktien der D._____ 
AG vom Ehemann auf einen Dritten

- die Unterlagen betreffend die Übertragung der Stammanteile an 
der C._____ GmbH vom Ehemann auf seine beiden Töchter

- eine Auflistung sämtlicher auf den Ehemann oder auf die C._____ 
GmbH lautenden Fahrzeuge mit Marke, Alter, Kaufpreis

- aktuelle Auszüge sämtlicher Bankkonti des Ehemannes

- eine Auflistung sämtlicher im Eigentum des Ehemannes stehender 
Liegenschaften

2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin unter An-
drohung einer Ordnungsbusse gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO innert 
5 Tagen folgende Belege herauszugeben:

- die Steuererklärung 2013 der C._____ GmbH

- die monatlichen Kontoauszüge sämtlicher Bankkonti des Eheman-
nes (worauf sämtliche Belastungen ersichtlich sind) von Juni 2016 
bis Juni 2017

- die detaillierten Kreditkartenabrechnungen betreffend die E._____ 
Card (XXXX, XXXX, XXXX) von Mitte August 2016 – Mitte Septem-
ber 2016

3. Die C._____ GmbH sei vorab zu verpflichten, der Gesuchstellerin die 
Steuererklärung 2013 sowie eine Auflistung sämtlicher auf die C._____ 
GmbH lautender Fahrzeuge mit Marke, Alter, Kaufpreis herauszugeben.

4. Die D._____ AG sei vorab zu verpflichten, der Gesuchstellerin die letz-
ten drei Steuererklärungen sowie die letzten drei Jahresrechnungen 
herauszugeben.

5. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 14. Juli 2017 getrennt 
leben.

6. Die eheliche Wohnung, F._____, sei für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar dem Ehemann zur alleinigen Benützung zu-
zuweisen.

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7. Das Haus in Frankreich, G._____, sei für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar der Ehefrau zur alleinigen Benützung zuzu-
weisen.

8. a. Der Porsche 911 Targa 4S, GR H._____, sei während der Trennungs-
zeit der Ehefrau zur alleinigen Benützung zuzuweisen.

b. Der Ehemann sei zu verpflichten, zu veranlassen, dass der Porsche 
911 Targa 4S, GR H._____, in das Eigentum und auf den Namen der 
Ehefrau zu übertragen sei.

9. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau folgende Unterhaltsbei-
träge zu entrichten:

- für die Zeit vom 15. Juli 2017 bis 8. März 2018 gesamthaft 
CHF 90'854.00 (EUR 77'500.00)

- ab 9. März 2018 CHF 45'600.00 monatlich, zahlbar monatlich im 
Voraus.

10. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

11. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

12. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Ehemannes.

J. Mit Entscheid vom 12. Juli 2018, mitgeteilt am 30. August 2018, wurde das 
Gesuch der Ehefrau um vorsorgliche Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen 
während der Dauer des Eheschutzverfahrens kostenfällig abgewiesen (Proz. Nr. 
135-2018-101).

K. Am 25. Oktober 2018 wurde die Hauptverhandlung im Eheschutzverfahren 
(Proz. Nr. 135-2018-51) fortgeführt. Anlässlich dieser stellte die Ehefrau folgenden 
prozessualen Antrag:

Die Editionsanträge, Ziffer 1 bis 4 der Rechtsbegehren gemäss Plädoyer 
(Replik) vom 12. Juli 2018, werden allesamt zurückgezogen.

L. Der Ehemann reichte seinerseits ein Plädoyer sowie neue Beilagen zu den 
Akten. In Ersterem passte er seine Rechtsbegehren im Punkt Unterhalt wie folgt an:

1. Das Gesuch sei dahingehend gutzuheissen, als dass

- [Spiegelstriche 1-4 unverändert]

- der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin ab 9. März 2018 bis zum 
erstmöglichen Kündigungstermin des Mietvertrags für das Haus in 
Frankreich, G._____ einen monatlichen Unterhaltsbetrag von netto 
CHF 4'722.35 (CHF 6'739.50 abzüglich Leasingrate Porsche 911 
Targa 4S von CHF 1'800.00 sowie abzüglich Versicherungsprämie 
Porsche 911 Targa 4S von CHF 217.15 pro Monat) zu entrichten, 
zahlbar im Voraus auf den ersten eines jeden Monats. Der Ge-
suchsgegner sei zu ermächtigen, die der Gesuchstellerin für diese 
Zeit bereits bezahlten, überhöhten Unterhaltsbeiträge anzurechnen 

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und mit den künftig zu entrichtenden Unterhaltsbeiträgen zu ver-
rechnen;

- der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin ab dem erstmöglichen 
Kündigungstermin des Mietvertrags für das Haus in Frankreich, 
G._____ einen monatlichen Unterhaltsbetrag von netto 
CHF 3'622.35 (CHF 5'639.50 abzüglich Leasingrate Porsche 911 
Targa 4S von CHF 1'800.00 sowie abzüglich Versicherungsprämie 
Porsche 911 Targa 4S von CHF 217.15 pro Monat) zu entrichten, 
zahlbar im Voraus auf den ersten eines jeden Monats. Der Ge-
suchsgegner sei zu ermächtigen, die der Gesuchstellerin für diese 
Zeit bereits bezahlten, überhöhten Unterhaltsbeiträge anzurechnen 
und mit den künftig zu entrichtenden Unterhaltsbeiträgen zu ver-
rechnen.

2. Im Übrigen sei das Gesuch abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstel-
lerin.

M. Ferner gab der Ehemann das folgende Rechtsbegehren zu Protokoll:

Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsgegner die Hunde 
I._____ und J._____ während seiner Besuche in Frankreich für jeweils 3-4 
Tage zu überlassen.

N. Mit Entscheid vom 25. Oktober 2018, mitgeteilt am 31. Januar 2019, er-
kannte der Einzelrichter am Regionalgericht Albula über das Eheschutzgesuch so-
wie über das Gesuch betreffend Prozesskostenvorschuss und Verfügungsbe-
schränkung (nach Vereinigung der entsprechenden Verfahren Proz. Nr. 135-2018-
51 und Proz. Nr. 135-2018-52) wie folgt:

1. Es wird festgestellt, dass die Parteien seit dem 14. Juli 2017 getrennt 
leben und hierzu auch berechtigt sind.

2. Die Auskunftsbegehren von B._____ werden infolge Auskunftserteilung 
respektive infolge Rückzugs als gegenstandslos abgeschrieben.

3.a) Die Wohnung auf der F._____, wird für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar A._____ zur alleinigen Benützung zugewie-
sen.

b) Das Haus in Frankreich, G._____ wird für die Dauer des Getrenntlebens 
samt Hausrat und Mobiliar B._____ zur alleinigen Benützung zugewie-
sen.

c) Der Porsche 911 Targa 4S, GR H._____, wird für die Dauer des Ge-
trenntlebens B._____ zur alleinigen Benützung zugewiesen.

4.a) A._____ wird verpflichtet, B._____ mit Wirkung ab 9. März 2018 einen 
Unterhaltsbeitrag von CHF 16'620.00, zahlbar monatlich im Voraus je 
auf den ersten Tag eines jeden Monats, zu leisten. Er wird zusätzlich 
verpflichtet, die monatliche Leasingrate von CHF 1'800.00 sowie die 
Versicherungsprämien von CHF 217.15 für den Porsche 911 Targa 4S 
direkt an den Leasinggeber respektive an den Versicherer zu entrichten.

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b) A._____ wird berechtigt, die ab dem 9. März 2018 nachweislich bereits 
geleisteten Unterhaltszahlungen an den gemäss Ziffer 4a geschuldeten 
Unterhaltsbeitrag anzurechnen.

5. [Verfügungsbeschränkung nach Art. 178 ZGB]

6. Im Übrigen wird das Gesuch von B._____ um Erlass von Eheschutz-
massnahmen (Proz. Nr. 135-2018-51) wie auch der Antrag von A._____ 
auf Einräumung eines Besuchsrechts für die Hunde abgewiesen.

7. Der Antrag von B._____ auf Leistung eines Anwalts- und Gerichtskos-
tenvorschusses (Proz. 135-2018-52) wird abgewiesen.

8.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 9'000.00 (Entscheidgebühr 
CHF 8'340.00, Kosten der Übersetzung CHF 660.00) gehen je zur 
Hälfte, somit zu je CHF 4'500.00 zu Lasten der Parteien.

b) Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.

9. [Rechtsmittelbelehrung]

10. [Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid]

11. [Mitteilungen]

O. Gegen diesen Entscheid erhob der Ehemann am 11. Februar 2019 Berufung 
und stellte folgende Rechtsbegehren und prozessualen Anträge (ZK1 19 21):

1. Der Entscheid des Regionalgerichts Albula 135-2018-51 / 135-2018-52 
vom 25. Oktober 2018 sei in Dispositivziffer 4 dahingehend aufzuheben 
und zu korrigieren, als dass

- der Berufungskläger der Berufungsbeklagten ab 9. März 2018 ei-
nen monatlichen Unterhaltsbetrag von netto CHF 4'722.35 (exkl. 
Leasingrate und Versicherungsprämie für den Porsche 911 Targa 
4S) zu entrichten hat, zahlbar im Voraus auf den ersten eines jeden 
Monats. Der Berufungskläger sei zu ermächtigen, die der Beru-
fungsbeklagten für diese Zeit bereits bezahlten Unterhaltsbeiträge 
anzurechnen und mit den künftig zu entrichtenden Unterhaltsbei-
trägen zu verrechnen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbe-
klagten.

3. Der Berufung sei aufschiebende Wirkung zu gewähren.

4. Es seien die Akten der Vorinstanz Proz. Nrn. 135-2018-51 und 135-
2018-52 heranzuziehen.

In der Berufungsbegründung stellte der Ehemann klar, dass sich seine Berufung 
einzig gegen die Bemessung des Unterhaltsbeitrages von CHF 16'620.00 richte und 
er die zusätzliche Verpflichtung zur Zahlung der monatlichen Leasingrate von 
CHF 1'800.00 sowie der Versicherungsprämie von CHF 217.15 für den Porsche 
911 Targa 4S (nachfolgend: Porsche) nicht anfechte.

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P. Die Ehefrau beantragte in der Berufungsantwort vom 13. März 2019 die Ab-
weisung der Berufung des Ehemannes, mit Ausnahme des Antrags auf Beizug der 
vorinstanzlichen Akten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Ehe-
mannes.

Q. Am 14. Februar 2019 erhob die Ehefrau ihrerseits Berufung gegen den erst-
instanzlichen Entscheid und stellte folgende Rechtsbegehren (ZK1 19 26):

1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 4a, Ziff. 7 und Ziff. 8a und b des ange-
fochtenen Entscheides aufzuheben und durch folgende Neuregelung zu 
ersetzen:

- Ziff. 4a:

A._____ wird verpflichtet, B._____ für die Zeit vom 15. Juli 2017 bis 
8. März 2018 für offene Unterhaltsbeiträge einen Betrag von 
CHF 90'854.00 (EUR 77'500.00) zu leisten. Für die Zeit ab 9. März 2018 
wird A._____ verpflichtet, B._____ einen Unterhaltsbeitrag von 
CHF 45'600.00 monatlich, zahlbar monatlich im Voraus je auf den ers-
ten Tag eines jeden Monates, zu leisten.

- Ziff. 7:

A._____ wird verpflichtet, B._____ einen Gerichtskostenvorschuss in 
Höhe der ihr anfallenden Gerichtskosten aus den Verfahren Proz. Nr. 
135-2018-51 und Proz. Nr. 135-2018-52 sowie einen Anwaltskostenvor-
schuss in Höhe von CHF 45'000.00 zu bezahlen. Diese Vorschüsse dür-
fen nicht mit allfälligen Forderungen gegenüber Frau B._____ verrech-
net werden.

- Ziff. 8a:

Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 9'000.00 (Entscheid Gebühr 
CHF 8'340.00, Kosten der Übersetzung CHF 660.00) gehen vollum-
fänglich zulasten von A._____.

- Ziff.8b:

A._____ wird verpflichtet, B._____ eine Parteientschädigung in Höhe 
von CHF 54'910.70 zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren zu-
lasten von A._____.

R. Der Ehemann stellte in seiner Berufungsantwort vom 14. März 2019 Antrag 
auf Abweisung der Berufung der Ehefrau, unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu ihren Lasten. Er stellte ferner den Antrag, die Verfahren ZK1 19 21 und ZK1 19 
26 seien zu vereinigen.

S. Im Berufungsverfahren ZK1 19 21 hielten die Parteien – der Ehemann in sei-
ner Replik vom 8. April 2019 und seiner Triplik vom 29. Mai 2019, die Ehefrau in 
ihrer Duplik vom 25. April 2019 sowie ihrer Quadruplik vom 14. Juni 2019 – an ihren 

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jeweiligen Rechtsbegehren fest. Auch im Berufungsverfahren ZK1 19 26 hielten die 
Parteien an ihren jeweiligen Rechtsbegehren fest, wobei die Ehefrau ihr Rechtsbe-
gehren in der Replik vom 29. März 2019 um den prozessualen Antrag ergänzte, die 
Verfahren ZK1 19 21 und ZK1 19 26 seien zu vereinigen, eventualiter die Akten des 
Verfahrens ZK1 19 21 beizuziehen. Der Ehemann stellte seinerseits in der Duplik 
vom 18. April 2019 den Antrag auf wechselseitigen Aktenbeizug in den Verfahren 
ZK1 19 21 und ZK1 19 26.

T. In beiden Berufungsverfahren gingen Noveneingaben ein, zu denen jeweils 
entsprechende Stellungnahmen erfolgten. Auf diese wird an jeweiliger Stelle in den 
Erwägungen eingegangen.

U. Mit Verfügung vom 24. Juni 2019 wies der damalige Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden das Gesuch des Ehemannes um 
Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab, wobei die Kosten bei der Prozedur 
belassen wurden (ZK1 19 21).

V. Die Akten der verschiedenen Verfahren werden jeweils mit der letzten Zahl 
der Verfahrensnummer in eckiger Klammer zitiert.

W. Infolge Neukonstituierung des Kantonsgerichts wurde die Verfahrensleitung 
in vorliegender Streitsache per 1. Januar 2022 von Kantonsrichterin Bäder Feder-
spiel übernommen. Die neue Besetzung wurde den Parteien mit Schreiben vom 
18. Januar 2022 zur Kenntnis gebracht.

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Erwägungen

1. Eintreten

1.1. Die vorliegenden Berufungen richten sich gegen denselben erstinstanzli-
chen Entscheid. Sie betreffen beide den ehelichen Unterhalt. Eine gemeinsame Be-
handlung erscheint daher zweckmässig und geboten, weshalb die entsprechenden, 
unter den Prozessnummern ZK1 19 21 und ZK1 19 26 geführten Berufungsverfah-
ren zu vereinigen sind (Art. 125 lit. c ZPO).

1.2. Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Ent-
scheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Berufung anfechtbar (Art. 308 
Abs. 1 lit. a u. b ZPO). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung 
nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht erhaltenen Rechtsbegehren 
mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Beim angefochtenen 
Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, der mit Beru-
fung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Gegenstand der Beru-
fungsverfahren bildet der eheliche Unterhalt inklusive Prozesskostenvorschuss; es 
liegen somit rein vermögensrechtliche Streitigkeiten vor und der Streitwert ist für 
beide Berufungen klar erreicht.

1.3. Über Eheschutzmassnahmen nach den Art. 172 ff. ZGB, wozu auch der 
Prozesskostenvorschuss bzw. -beitrag gehört (KGer GR ZK1 16 140 v. 14.12.2016 
E. 4b; BGer 5A_239/2017 v. 14.9.17 E. 3.2), ist im summarischen Verfahren zu ent-
scheiden (Art. 271 lit. a ZPO). Gegen einen im summarischen Verfahren ergange-
nen Entscheid beträgt die Frist zur Einreichung der Berufung zehn Tage (Art. 314 
Abs. 1 ZPO). Der angefochtene Entscheid wurde dem Ehemann am 1. Februar 
2019 (act. B.22 [21]) und der Ehefrau am 6. Februar 2019 (act. B.3 [26]) zugestellt. 
Die vom Ehemann dagegen erhobene Berufung wurde am 11. Februar 2019, die 
von der Ehefrau dagegen erhobene Berufung am 14. Februar 2019 zuhanden des 
Kantonsgerichts der Post übergeben. Die Berufungsfrist erweist sich damit in beiden 
Fällen als gewahrt (Art. 143 Abs. 1 ZPO).

1.4. Gemäss Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 320.100) ist das Kantonsgericht für 
die Beurteilung von zivilrechtlichen Berufungen zuständig. Die gerichtsinterne Zu-
ständigkeit der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts ergibt sich aus Art. 6 Abs. 1 lit. a 
KGV (BR 173.100). Auf die Berufungen ist unter Vorbehalt der folgenden Aus-
führungen einzutreten.

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2. Unterhaltsberechnungsmethode

2.1. Methodenwahl und Vorgehen bei einstufig-konkreter Methode

2.1.1. Die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung hat dem Methodenplura-
lismus bei der Berechnung des ehelichen und des nachehelichen Unterhalts ein 
Ende gesetzt und schreibt nun schweizweit verbindlich vor, nach der zweistufig-
konkreten Methode vorzugehen, soweit nicht ausnahmsweise eine Situation vor-
liegt, bei der diese schlicht keinen Sinn macht, wie dies insbesondere bei ausser-
gewöhnlich günstigen finanziellen Verhältnissen der Fall sein kann; dabei ist im Un-
terhaltsentscheid stets zu begründen, aus welchen Gründen ausnahmsweise nicht 
die als Regel vorgegebene Methodik angewandt werden soll (BGE 147 III 293 
E. 4.5; 147 III 301 E. 4.3). Das Vorliegen einer beweisbaren Sparquote führt somit 
nicht mehr zur Anwendung der einstufig-konkreten Methode. Vielmehr sind "aus-
sergewöhnlich günstige finanzielle Verhältnisse" erforderlich.

2.1.2. Bei der einstufig-konkreten Berechnungsmethode werden sämtliche 
tatsächlichen Bedarfspositionen der unterhaltsberechtigten Person aufgelistet, wel-
che in ihrem Total den gebührenden Unterhalt (E. 4.26) (bzw. nach Abzug der Ei-
genversorgungskapazität der unterhaltsberechtigten Person den konkret geschul-
deten Unterhaltsbeitrag, E. 10) ergeben (Roland Hofmann/Claudia M. Mordasini, 
Nachehelicher Unterhalt in sehr guten Verhältnissen, in: Schwenzer/Büchler/Cottier 
[Hrsg.], Neunte Schweizer Familienrecht§Tage, Bern 2018, S. 191; BGer 
5A_610/2012 v. 20.3.2013 E. 3 m.w.H.). Massgebend für die Bedarfspositionen ist 
der vor der Trennung zuletzt erreichte, gemeinsam gelebte Lebensstandard. Dieser 
stellt gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts dar (BGer 
5A_24/2016 v. 23.8.2016 E. 3.4.1). Der gebührende Unterhalt wird somit anhand 
der bisherigen Lebenshaltung ermittelt; die Einkommensverhältnisse der unterhalts-
pflichtigen Person sind anders als bei der zweistufig-konkreten Methode nicht Teil 
dieser Berechnung (BGer 5A_234/2020 v. 9.6.2021 E. 3.2.2).

2.2. Anwendbarkeit der einstufig-konkreten Methode im vorliegenden Fall

Die neue Rechtsprechung gilt grundsätzlich sofort und ist nicht nur auf künftige, 
sondern auf alle zum Zeitpunkt ihrer Änderung hängigen Fälle anzuwenden (BGE 
142 V 551 E. 4.1; 135 II 78 E. 3.2). Vorliegend ist das erstinstanzliche Urteil vor der 
erwähnten Änderung der Rechtsprechung ergangen. Vor dem Hintergrund der da-
mals geltenden Rechtsprechung erweist sich die Anwendung der einstufig-konkre-
ten Methode als korrekt. Sie wird denn auch von keiner der Parteien in Frage ge-

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stellt, vielmehr rechnen die Parteien selbst nach dieser Methode (act. A.1, 12 [26]; 
act. A.1, 17 [21]). Angesichts dessen besteht kein Anlass, im Berufungsverfahren 
von der bisher angewandten einstufig-konkreten Methode abzuweichen (vgl. BGer 
5A_108/2020 v. 7.12.2021 E. 4.2.1; 5A_747/2020 v. 29.6.2021 E. 4.1.3; 
5A_234/2020 v. 9.6.2021 E. 3.2.3; 5A_513/2020 v. 14.5.2021 E. 3.1 und 3.3). Ab-
gesehen davon liegen angesichts des hohen Lebensstandards der Ehegatten 
(Yachten, teure Fahrzeuge, hohe Konsumausgaben) auch aussergewöhnlich güns-
tige finanzielle Verhältnisse vor.

3. Verfahrensmaximen

3.1. Eingeschränkte Untersuchungsmaxime 

3.1.1. Im Eheschutzverfahren stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes we-
gen fest; es gilt die soziale oder eingeschränkte Untersuchungsmaxime (Art. 271 
lit. a i.V.m. Art. 272 ZPO). Diese verpflichtet das Gericht nicht dazu, den Sachverhalt 
zu erforschen, sondern bloss durch Fragen und Hinweise einen Ausgleich zwischen 
ungleich starken oder unterschiedlich gut informierten Parteien zu schaffen bzw. die 
unbeholfene oder schwächere Partei zu unterstützen. Das Gericht trifft dabei im We-
sentlichen eine verstärkte Fragepflicht während der mündlichen Verhandlung (vgl. 
Art. 273 Abs. 1 ZPO) und die Pflicht, die Parteien zur Einreichung fehlender Beweis-
mittel aufzufordern (BGer 5A_645/2016, 5A_651/2016 v. 18.5.2017 E. 3.2.3 m.w.H.; 
5A_2/2013 v. 6.3.2013 E. 4.2). Des Weiteren ist das Gericht nicht an die Parteivor-
bringen gebunden; es darf Tatsachen berücksichtigen, die von keiner Partei aus-
drücklich behauptet wurden, wie eigenes Wissen aus anderen Verfahren sowie Aus-
künfte Dritter, und Beweise erheben, die von keiner Partei beantragt wurden. Not-
wendig sind umfangreiche Ermittlungen jedoch nicht. Das Gericht kann nämlich 
auch eine gemeinsame Darstellung der Parteien übernehmen, auf tatsächliche Zu-
geständnisse einer Partei abstellen oder unter zwei widersprechenden Versionen 
jene vorziehen, die es für glaubhaft hält (vgl. Rolf Vetterli, in: Schwenzer/Fankhau-
ser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Bd. II, 3. Aufl., Bern 2017, N 2 zu Art. 272 ZPO; 
Stefanie Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 272 ZPO; Daniel 
Bähler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zi-
vilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 4 zu Art. 272 ZPO; Christian Stal-
der/Beatrice van de Graaf, in: Oberhammer/Domej/Haas, [Hrsg.], Kurzkommentar 
ZPO, 3. Aufl., Basel 2021, N 3 zu Art. 272 ZPO; BGer 5A_565/2015 v. 24.11.2015 
E. 4.2.1; KGer GR ZK1 17 36 v. 16.11.2017 E. 3.2).

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3.1.2. Die Geltung der (eingeschränkten oder uneingeschränkten) Untersu-
chungsmaxime ändert nichts an der Beweislast und enthebt die Parteien nicht da-
von, an der Sammlung des Prozessstoffes mitzuwirken (Art. 160 ZPO). Es obliegt 
ihnen, dem Gericht die rechtserheblichen Tatsachen zu unterbreiten,  die verfügba-
ren Beweismittel zu bezeichnen bzw. zu liefern, rechtserhebliche Bestreitungen vor-
zunehmen und, wenn nötig, ihre Vorbringen rechtsgenügend zu substantiieren 
(BGer 5A_645/2016, 5A_651/2016 v. 18.5.2017 E. 3.2.3 m.w.H.; 5D_8/2016 v. 
3.6.2016 E. 4.4; 5A_2/2013 v. 6.3.2013 E. 4.2; vgl. Philipp Maier/Rolf Vetterli, in: 
Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Bd. II, 4. Aufl., Bern 2022,  N 2b zu 
Art. 272 ZPO). Die Behauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungslast entfällt 
daher bei Geltung der eingeschränkten Untersuchungsmaxime – anders als bei der 
uneingeschränkten Untersuchungsmaxime (Thomas Sutter-Somm/Benedikt Seiler, 
in: Sutter-Somm/Seiler [Hrsg.], Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung, Zürich 2021, N 16 zu Art. 55 ZPO) – nicht vollständig, da das Gericht nicht 
verpflichtet ist, den Sachverhalt zu erforschen bzw. umfassend abzuklären, sie 
kommt aufgrund der verstärkten Fragepflicht bloss abgeschwächt zum Tragen (ähn-
lich ihrer Abschwächung durch die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 und 
Art. 247 Abs. 1 ZPO, vgl. Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., N 11 zu Art. 55 ZPO; OGer 
ZH LE190033 v. 27.3.2020 E. III.B.2.4; zur Abgrenzung und Terminologie der bei 
der Untersuchungsmaxime geltenden Mitwirkungspflicht und der eigentlichen, bei 
der Verhandlungsmaxime geltenden Behauptungs- und Bestreitungslast siehe 
Raoul A. Meier, Die Behauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungslast im or-
dentlichen und vereinfachten Verfahren nach dem Verhandlungsgrundsatz der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2015, N 63 ff. insb. N 71 inkl. Fn 232 
f.). Insofern unterscheidet sich die soziale oder eingeschränkte Untersuchungsma-
xime nicht stark von der Verhandlungsmaxime; dies gilt besonders bei anwaltlich 
vertretenen Personen, wo das Bundesgericht dieselbe Zurückhaltung wie unter der 
Verhandlungsmaxime vorschreibt (BGer 4A_292/2021 v. 31.8.2021 E. 2.1.2. 
m.w.H.).

3.2. Behauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungslast; Auflistungen

3.2.1. Die Ehefrau macht mehrfach geltend, der Ehemann habe ihre Behauptun-
gen nicht substantiiert bestritten, und impliziert, dass deswegen auf ihre Behaup-
tungen abzustellen sei. Pauschale Bestreitungen würden gemäss Lehre und Recht-
sprechung nicht genügen, sondern die Bestreitungen hätten substantiiert zu erfol-
gen. Damit eine Bestreitung als substantiiert gelten könne, müsse sie eine klare 
Äusserung darstellen, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten 

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gegnerischen Behauptung in Frage gestellt werde (mit Verweis auf BGer 
4A_261/2017 v. 30.10.2017 E. 4.3; act. A.6, II.19 [21]). Der Ehemann hält verschie-
dentlich entgegen, die von der Ehefrau behaupteten Kosten in rechtskonformer 
Weise bestritten zu haben. Eine punktuelle Bestreitung sei nicht mit einer Pauschal-
bestreitung zu verwechseln (mit Verweis auf PKG 2015 Nr. 6 E. 3c.cc; Kosten für 
Reinigungshilfe act. A.7, II.21 [21]; Kosten für Gärtner act. A.7, II.23 [21]; Kosten für 
Kultur act. A.7, II.24 [21]; Kosten für Fitnessabonnement act. A.7, II.39 [21]; Kosten 
für Park- und Bankgebühren act. A.7, II.43 [21]). Er merkt an, dass die Ehefrau bloss 
eine tabellarische Aufstellung ohne detaillierte Ausführungen zu ihren einzelnen Be-
darfspositionen anführe. Wenn man bedenke, welche Anforderung die Ehefrau an 
die Bestreitungslast des Ehemannes stellen wolle, genüge die vorerwähnte Tabelle 
bei Weitem nicht, um der Behauptungslast der Ehefrau nachzukommen (act. A.7, 
II.22 [21]).

3.2.2. Der Ehemann moniert seinerseits, die Ehefrau habe sich mehrheitlich mit 
blossen Behauptungen begnügt, ohne entsprechende Belege einzureichen oder zu 
nennen. Das Beweismass des Glaubhaftmachens sei damit längst nicht erreicht. 
Insbesondere gelte dies für die von ihr selbst erstellten Auflistungen, diese seien 
keine tauglichen Beweismittel, sondern blosse Parteibehauptungen und die gestützt 
darauf angerechneten Bedarfspositionen daher allesamt ungerechtfertigt (Hausrat- 
und Motorradversicherung, Fahrzeugkosten Scooter und Porsche, Haushaltsgeräte 
und Gartenmaterial, Kosmetik, Kleidung, Schuhe und Accessoires, Parking und 
Bankgebühren, Ferien, Restaurant und Hotel, Lebensmittel; act. A.1, II.12 [21]; 
act. A.5, II.19 f. [21]). Die Ehefrau hält entgegen, sie habe ihren Bedarf nicht gestützt 
auf Auflistungen ohne entsprechende Belege begründet, sondern vielmehr gestützt 
auf Auflistungen, welche auf den vom Ehemann eingereichten Kreditkarten- und 
Bankbelegen beruhen würden, weshalb auf sämtliche Auflistungen abgestellt wer-
den könne (act. A.1, II.20 f. [21]).

3.2.3. Zwar trifft es zu, dass es sich bei den Auflistungen der Ehefrau um Partei-
behauptungen und nicht um Beweismittel handelt. Als Parteibehauptungen können 
sie jedoch berücksichtigt und die darin aufgelisteten Ausgaben als glaubhaft be-
trachtet werden, sofern sie aus den bei den Akten liegenden Kreditkarten- oder 
Bankbelegen hervorgehen. Dass die Ehefrau bloss auf die Auflistungen sowie die 
sie stützenden Beweismittel verweist, anstatt die darin enthaltenen Behauptungen 
in die Rechtsschrift aufzunehmen (BGer 4A_443/2017 v. 30.4.2018 E. 2.2.1 f.), rügt 
der Ehemann nicht bzw. mit der Triplik (act. A.7, II.22 [21]) nicht rechtzeitig. Da die 
Ehefrau ihren Bedarf in den Rechtsschriften behauptet sowie beziffert und die not-

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wendigen Informationen in den Beilagen eindeutig und vollständig vorhanden sind, 
würde sich die entsprechende Rüge aber ohnehin als unbegründet erweisen. Fest-
zuhalten ist, dass die Auflistungen der Ehefrau bei der folgenden Berechnung des 
Bedarfs herangezogen werden können.

3.2.4. Da beide Parteien verschiedentlich den Vorwurf erheben, die jeweils an-
dere Partei genüge ihrer Behauptungs-, Bestreitungs- oder Substantiierungslast 
nicht, werden im Folgenden die in diesem Zusammenhang geltenden Grundsätze 
– die vorliegend wie dargelegt in abgeschwächter Form zum Tragen kommen (E. 
3.1.2) – rekapituliert. Ob die Parteivorbringen diesen genügen, wird im jeweiligen 
Sachzusammenhang beurteilt.

3.2.5. Wie erwähnt haben die Parteien auch bei Geltung der eingeschränkten 
Untersuchungsmaxime dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stüt-
zen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben (E. 3.1.2). Die Vorbringen müssen 
dabei zunächst der Behauptungslast genügen. Das tun sie, wenn die Tatsachen, 
die unter die das Begehren stützenden Normen zu subsumieren sind, in einer den 
Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen 
oder Umrissen behauptet werden. Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvor-
trag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss 
auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Soweit der Prozessgegner den schlüssigen 
Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet, greift eine über die 
Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die Vorbringen sind in die-
sem Fall nicht nur in den Grundzügen darzulegen, sondern in Einzeltatsachen zer-
gliedert so umfassend und klar, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen 
der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGer 4A_292/2021 v. 31.8.2021 
E. 2.1.3; Christian Leu, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zi-
vilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 65 f. zu Art. 150 ZPO). 

3.2.6. Bestreitungen sind ihrem Zweck entsprechend so konkret zu halten, dass 
die Gegenseite weiss, welche einzelnen Behauptungen bestritten werden und da-
her weiter zu substantiieren bzw. schliesslich zu beweisen sind (vgl. Art. 222 Abs. 2 
ZPO). Der Grad der Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den 
Grad der Substantiierung der entsprechenden Bestreitung; je detaillierter einzelne 
Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss 
die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Die An-
forderungen an die Substantiierung einer Bestreitung sind zwar tiefer als an die Be-
hauptung; pauschale Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine 

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klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten geg-
nerischen Behauptung infrage gestellt wird (BGE 141 III 433 E. 2.6).

3.2.7. Dagegen ist die beweisbefreite Partei grundsätzlich nicht gehalten, darzu-
tun, weshalb eine bestrittene Behauptung unrichtig sei. Die Obliegenheit, substan-
tiiert zu bestreiten, bedeutet mithin nicht, dass Positionen, zu denen die beweisbe-
freite Partei keine konkreten Einwände erheben konnte, als akzeptiert zu gelten hät-
ten (BGer 4A_36/2021 v. 1.11.2021 E. 5.1.2). Ein qualifiziertes (begründetes) Be-
streiten kann jedoch bei Sachverhalten erforderlich sein, die Gegenstand eigener 
Handlungen oder Wahrnehmungen der bestreitenden Partei bilden. Es bedarf dafür 
eines Informationsgefälles zwischen den Parteien, in dem Sinne, dass die an sich 
behauptungsbelastete Partei den massgebenden Tatsachen ferner steht als die Ge-
genpartei und letzterer ergänzende Angaben zum Geschehensablauf zumutbar 
sind (BGer 4A_36/2021 v. 1.11.2021 E. 5.1.3; vgl. Leu, a.a.O., N 79 zu Art. 150 
ZPO). 

3.3. Begründungslast

Im Berufungsverfahren besteht keine eigentliche Rügepflicht, aber eine Begrün-
dungslast (Art. 311 ZPO): die Berufung führende Partei muss sich sachbezogen und 
substantiiert mit den Entscheidgründen des erstinstanzlichen Entscheides ausein-
andersetzen. Sie muss darlegen, inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch ange-
wandt hat bzw. welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll, mithin 
welchen Rügegrund sie geltend macht (Myriam A. Gehri, in: Gehri/Jent-Søren-
sen/Sarbach [Hrsg.], Kommentar ZPO, 2. Aufl., Zürich 2015, N 4 zu Art. 311 ZPO). 
Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetragenen genügen den 
gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung daher ebenso wenig wie allge-
meine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. den erstinstanzlichen Erwägungen. 
Die Begründung muss genügend ausführlich sein, damit die Berufungsinstanz sie 
ohne weiteres verstehen kann. Dies setzt voraus, dass die kritisierten Passagen 
des Entscheids wie auch die Aktenstellen, auf die sich die Kritik stützt, genau be-
zeichnet werden (BGE 138 III 374 = Pra 2013 Nr. 4 E. 4.3.1). Bei Fehlen einer genü-
genden Begründung ist auf die Berufung nicht einzutreten (Gehri, a.a.O., N 4 zu 
Art. 311 ZPO).

3.4. Novenschranke im Berufungsverfahren

Die eingeschränkte Untersuchungsmaxime hat zur Folge, dass im Berufungsver-
fahren neue Tatsachen, neue Beweismittel und neue Anträge (Noven) nur noch un-

21 / 106

ter den Voraussetzungen von Art. 317 ZPO zu berücksichtigen sind (BGE 138 III 
625 E. 2.1 f. = Pra 2013 Nr. 26; 142 III 413 E. 2.2.2). Unechte Noven sind Tatsachen 
oder Beweismittel, die im vorinstanzlichen Verfahren vor Eintritt der Noven-
schranke, d.h. dem Zeitpunkt, in dem Tatsachen und Beweismittel vor erster Instanz 
letztmals vorgebracht werden konnten, bereits existierten; echte Noven hingegen 
solche, die erst nach diesem Zeitpunkt entstehen. Bei Geltung der Untersuchungs-
maxime tritt dieser Zeitpunkt bzw. die Novenschranke mit Beginn der Urteilsbera-
tung ein (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Beide Novenarten sind im Berufungsverfahren nur 
dann zu berücksichtigen, wenn sie unverzüglich vorgebracht werden. Ohne Verzug 
bedeutet, dass die Partei das Novum bei der ersten Gelegenheit geltend machen 
muss, nachdem sie tatsächlich davon Kenntnis erhalten hat oder ihr die Kenntnis-
nahme möglich gewesen wäre (Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Ber-
ner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, Bern 2012, N 7 zu 
Art. 317 ZPO; Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., N 10 zu Art. 317 ZPO). In der Lehre wer-
den teilweise Fristen für die Noveneingabe genannt. Diese gehen von fünf oder 
zehn Tagen bis zu einer oder zwei Wochen (zehn Tage: Reetz/Hilber, a.a.O., N 48 
zu Art. 317 ZPO; fünf bis zehn Tage: Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., N 10 zu Art. 317 
ZPO; zehn Tage, unter Verweis auf Reetz/Hilber: Thomas Steininger, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 
2. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 317 ZPO; eine oder zwei Wochen: Karl Spühler, 
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 7 zu Art. 317 ZPO). Für die Berücksichtigung 
von unechte Noven ist zudem vorausgesetzt, dass sie auch bei Beachtung der zu-
mutbaren Sorgfalt im erstinstanzlichen Verfahren nicht hätten vorgebracht werden 
können. Bei unechten Noven ist daher namentlich darzulegen, weshalb es nicht 
möglich war, sie im erstinstanzlichen Verfahren geltend zu machen (BGE 143 III 42 
E. 4.1).

3.5. Novenschranke im erstinstanzlichen Verfahren; Steuererklärung 2016

3.5.1. Im Berufungsverfahren ist streitig, ob die Steuererklärung 2016 des Ehe-
mannes berücksichtigt werden darf. Die Vorinstanz führte aus, die von der Ehefrau 
am 8. November 2018 nachgereichte Steuererklärung 2016 (RG act. II.55 [51]) da-
tiere vom 18. Juni 2018 und stelle kein echtes Novum dar. Nachdem die Ehefrau 
ihre Edition verlangt habe und erst am 8. November 2018 in ihren Besitz gelangt 
sei, sei sie unverzüglich eingereicht worden und könne vorliegend berücksichtigt 
werden (act. B.1, E. 7.2). Die Vorinstanz stellte gestützt auf diese Steuererklärung 
fest, dass das Wertschriftenvermögen der Parteien im Vergleich zum Vorjahr ange-

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stiegen sei und den Ehegatten gemäss dieser Steuererklärung Mittel von 
CHF 292'000.00 für den Lebensunterhalt zur Verfügung gestanden hätten (act. B.1, 
E. 7.2 und 7.4.3 in fine).

3.5.2. Der Ehemann rügt die Berücksichtigung der Steuererklärung 2016. Der an-
gefochtene Entscheid datiere vom 25. Oktober 2018. An diesem Tag sei der Ent-
scheid gefallen und die Novenschranke eingetreten. Deshalb dürfe die erst am 
8. November 2018 eingereichte Steuererklärung 2016 nicht in die Entscheidfindung 
einbezogen werden. Die Ehefrau hätte jederzeit bei der Steuerbehörde die Steu-
ererklärungen verlangen können, dafür bedürfe es keiner Edition seinerseits; aus-
serdem habe die Ehefrau ihr Editionsbegehren zurückgezogen. Ferner habe die 
Ehefrau die Steuererklärung 2016 erst über eine Woche nach deren Erhalt am 
30. Oktober 2018 bei der Vorinstanz eingereicht (act. A.1, II.10 f. [21]). Die Ehefrau 
erklärt, der Umstand, dass die am 8. November 2018 eingereichte Steuererklärung 
2016 sowie die "aktuellen Bankauszüge" des Ehemannes, eingereicht am 29. Ok-
tober 2018, in den Entscheid eingeflossen seien, zeige, dass dieser nicht am 
25. Oktober 2018 gefällt worden sei. Das Entscheiddatum könne durch das urtei-
lende Gericht jederzeit nach Art. 334 ZPO berichtigt werden. Wie aus dem E-Mail 
des Steuerkommissärs (RG act. II.57 [51]) hervorgehe, habe sie die Steuerer-
klärung erst am 8. November 2018 erhalten und gleichentags beim Gericht einge-
reicht. Die Vorinstanz habe das Einkommen des Ehemannes auch nicht gestützt 
auf die Steuererklärung 2016 beziffert, sondern festgehalten, dass sich die Leis-
tungsfähigkeit des Ehemannes in der Gesamtbetrachtung als gegeben erweise 
(act. A.4, II.16 ff. [21]). Der Ehemann bestreitet, dass ein Berichtigungstatbestand 
gemäss Art. 334 ZPO vorliege. Aus der vorinstanzlichen Feststellung, die Steuerer-
klärung 2016 sei kein echtes Novum, lasse sich ableiten, dass auch die Vorinstanz 
von einer Urteilberatung am 25. Oktober 2018 ausgegangen sei. Bezüglich des Ab-
stützens der Vorinstanz auf die Steuererklärung 2016 verweist der Ehemann darauf, 
dass die Vorinstanz die zur Verfügung stehenden Mittel (sehr wohl) unter Bezug-
nahme auf die letzten vorliegenden Steuererklärungen festgestellt habe (act. A.5, 
II.15 ff. [21]). Die Ehefrau besteht darauf, dass Art. 334 Abs. 1 oder Abs. 2 ZPO 
einschlägig sei. Die Novenschranke falle nicht mit Beginn der Urteilsberatung, son-
dern nach Abschluss des doppelten Schriftenwechsels gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. a 
ZPO, somit mit Abschluss der Hauptverhandlung vom 25. Oktober 2018. Daher lies-
sen die vom Ehemann zitierten Ausführungen der Vorinstanz keinen Schluss darauf 
zu, wann das Urteil beraten worden sei (act. A.6, II.13 [21]). Der Ehemann erwidert, 
neue Tatsachen und Beweismittel würden bis zur Urteilsberatung und nicht bis zum 
Abschluss des doppelten Schriftenwechsels vorgetragen werden können. Die No-

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venschranke falle mit Beginn der Urteilsberatung, mithin im Entscheidstadium, was 
vorliegend am 25. Oktober 2018 der Fall gewesen sei (act. A.7, II.15 [21]; keine 
Bemerkungen mehr in act. A.8, II.7).

3.5.3. Vorliegend fand der zweite Teil der vorinstanzlichen Hauptverhandlung am 
25. Oktober 2018 statt. Anlässlich dieser stellte der Ehemann einen Antrag auf Ab-
nahme seiner aktuellen Bankauszüge vom 15. September 2018 als Beweis. Er 
werde diese im Anschluss an die Verhandlung nachreichen. Die Vorinstanz schloss 
daraufhin das Beweisverfahren mit Vorbehalt auf diese noch ausstehenden Bank-
auszüge ab (RG act. VII.2, S. 9 [51]). Einen Tag später, am 26. Oktober 2018, 
reichte der Ehemann die besagten aktuellen Bankauszüge nach, mit der Bemer-
kung, diese am Vortag beschafft zu haben (RG act. V.6 [51]). Die Ehefrau nahm zu 
dieser Eingabe unter Berufung auf das Replikrecht Stellung und reichte bei dieser 
Gelegenheit die in Frage stehende Steuererklärung 2016 ein (vgl. act. B.1, E. Q, 
RG act. I.5 [51]). Sie begründete, die Gegenseite habe es trotz Begehren auf Her-
ausgabe der Steuererklärung 2016 im Eheschutzgesuch und auch nach Vorliegen 
derselben am 18. Juni 2018 unterlassen, diese einzureichen. Dieses Verhalten 
dürfe nicht geschützt werden. Die Steuererklärung 2016 sei im Rahmen von Art. 229 
Abs. 1 lit. b ZPO zu berücksichtigen. Es sei ihr nicht zumutbar gewesen, die Steu-
ererklärung 2016 vorher einzureichen. Bereits im Mai 2018 habe sie bei der Steu-
erbehörde die letzten zwei Steuererklärungen verlangt, worauf sie die Steuerer-
klärungen 2014/2015 erhalten habe. Sie habe nicht davon ausgehen müssen, dass 
die Gegenseite in der Zwischenzeit eine Steuererklärung ohne Unterzeichnung der 
Ehefrau der Steuerverwaltung einreichen und es unterlassen würde, diese in den 
Prozess einfliessen zu lassen (RG act. I.5 [21]).

3.5.4. Ist der Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, berücksichtigt das Ge-
richt im erstinstanzlichen Verfahren neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Ur-
teilsberatung, und zwar unbeschränkt und voraussetzungslos (Art. 219 i.V.m. 
Art. 229 Abs. 3 i.V.m. Art. 272 ZPO; Daniel Willisegger, in: Spühler/Tenchio/Infan-
ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 
2017, N 8, 47 und 56 zu Art. 229 ZPO; Eric Pahud, in: Brunner/Gasser/Schwander 
[Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, 
N 23 zu Art. 229 ZPO). Es ist unerheblich, wann die Tatsachen und Beweismittel 
entstanden sind, ob sie bei sorgfältiger Prozessführung bereits früher hätten vorge-
bracht werden können oder ihr späteres Vorbringen entschuldbar erscheint. Erst mit 
Beginn der Urteilsberatung tritt die Novenschranke ein. Nach Beginn der Urteilsbe-
ratung sind Parteivorbringen im erstinstanzlichen Verfahren ausgeschlossen. 

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Nachträgliche Eingaben bleiben unberücksichtigt, unabhängig davon, ob sie unver-
züglich oder entschuldbar verspätet erfolgen oder das Novum nachträglich entstan-
den ist. Sie werden der Gegenpartei lediglich zur Kenntnisnahme zugestellt, im Üb-
rigen aber ohne Weiterung zu den Akten genommen. Das Parteivorbringen kann 
höchstens noch im Berufungsverfahren unter den Voraussetzungen von Art. 317 
ZPO berücksichtigt werden (Willisegger, a.a.O., N 51 zu Art. 229 ZPO). 

3.5.5. Die Äusserungen der Vorinstanz lassen darauf schliessen, dass sie von 
der Anwendbarkeit von Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO ausging. Wie soeben dargelegt ist 
jedoch Art. 229 Abs. 3 ZPO massgebend. Entscheidend ist folglich, wann die Ur-
teilsberatung begonnen hat. Bei Zuständigkeit des Einzelrichters besteht die Urteils-
beratung in einer rein intellektuellen Tätigkeit, die keine äusseren Spuren hinter-
lässt. Sie findet tatsächlich in dem Augenblick statt, in dem der Einzelrichter die 
Entscheidung fällt. Die Urteilsberatung im Sinne von Art. 229 Abs. 3 ZPO beginnt 
jedoch unabhängig von diesem Zeitpunkt gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung unmittelbar nach dem Abschluss der Hauptverhandlung (BGer 5A_445/2014 
v. 28.8.2014 E. 2.1: "Dans ce cas, la phase de prise de décision commence dès la 
clôture des débats principaux"; 5A_16/2016 v. 26.5.2016 E. 5.1; 5A_756/2017 v. 
6.11.2017 E. 3.3; François Bohnet/Lorenz Droese, Präjudizienbuch ZPO, 2018, N 5 
zu Art. 229 ZPO).

3.5.6. Die Urteilsberatung stellt einen eigenen Verfahrensabschnitt dar, der erst 
nach Abschluss der Hauptverhandlung beginnen kann (BGE 138 III 788 E. 4.2 = 
Pra 2013 Nr. 53: "les délibérations constituent une étape procédurale distincte qui 
ne peut débuter qu'une fois les débats principaux clos"), wobei die Hauptverhand-
lung (3. Kapitel der ZPO) folgende Phasen umfasst: erste Parteivorträge (Art. 228 
ZPO), Beweisabnahme (Art. 231 ZPO) und Schlussvorträge (Art. 232 ZPO). Das 
bedeutet nicht, dass der Beginn der Urteilsberatung zwingend mit dem Abschluss 
der Hauptverhandlung zusammenfällt; dabei handelt es sich vielmehr um seinen 
frühestmöglichen Zeitpunkt. Der Beginn der Urteilsberatung und der Abschluss der 
Hauptverhandlung können zeitlich auseinanderliegen (vgl. OGer ZH LA190043 v. 
7.2.2020 E. 3.5; vgl. Laurent Killias, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommen-
tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 29 zu Art. 229 ZPO; 
Thomas Engler, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], ZPO, Schweizerische Zi-
vilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2015, 10a zu Art. 229 ZPO), etwa dann, wenn 
eine der Phasen der Hauptverhandlung noch nicht vollständig abgeschlossen ist. 
So beginnt im Falle schriftlicher Schlussvorträge (Art. 232 Abs. 2 ZPO) die Urteils-
beratung nicht mit Abschluss der Hauptverhandlung, sondern erst mit Ablauf der für 

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die schriftlichen Schlussvorträge angesetzten Frist (vgl. die in E. 3.5.5 zitierten Ent-
scheide). Analog kann die Urteilsberatung nicht bereits mit Abschluss der Hauptver-
handlung beginnen, wenn das Beweisverfahren noch nicht abgeschlossen oder 
wiedereröffnet ist (vgl. BGE 138 III 788 E. 5 = Pra 2013 Nr. 53).

3.5.7. Vorliegend wurde das Beweisverfahren mit Abschluss der Hauptverhand-
lung noch nicht (vollständig) bzw. mit Vorbehalt hinsichtlich der Bankauszüge abge-
schlossen. Entsprechend beginnt auch hier die Urteilsberatung frühestens mit Ab-
lauf der Frist zur nachträglichen Einreichung der Bankauszüge bzw. der daran an-
schliessenden Frist zur Wahrnehmung des Replikrechts. Die innert letzterer einge-
reichte Steuererklärung 2016 wurde daher noch während offenem Beweisverfahren 
und damit vor dem Beginn der Phase der Urteilsberatung eingereicht (vgl. OGer ZH 
LY190031 v. 6.9.2019 E. 3.6/3.6.1 Abs. 2). Die Vorinstanz war daher berechtigt, die 
fragliche Steuererklärung zu berücksichtigen.

3.5.8. Was die Datierung des Entscheides anbelangt gilt Folgendes: Entscheide 
sind grundsätzlich auf den Tag zu datieren, an dem die Abstimmung stattfindet, mit 
der das Beratungsverfahren abgeschlossen wird. Bei Zirkulationsentscheiden ist es 
der Tag, an dem die Zirkulation beendet wird (Art. 238 lit. b ZPO; Daniel Steck/Nor-
bert Brunner, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 9 zu Art. 238 ZPO). Auch bei ein-
zelrichterlichen Entscheiden ist das Datum der Entscheidfällung für die Datierung 
des Entscheides massgebend und nicht etwa das Datum, an dem die Hauptver-
handlung durchgeführt wird. Nach dem Gesagten (E. 3.5.7) war es deshalb nicht 
korrekt, den vorinstanzlichen Entscheid auf das Datum der Hauptverhandlung zu 
datieren. Auf die novenrechtliche Zulässigkeit der Steuererklärung 2016 (und im Üb-
rigen auch an der novenrechtlichen Zulässigkeit der ebenfalls nach dem vermeintli-
chen Entscheiddatum eingereichten Bankauszüge) hat die Datierung des Ent-
scheids aber ohnehin keinen Einfluss. Selbständige Bedeutung kommt ihr auch in-
sofern nicht zu, als es sich um eine reine Ordnungsvorschrift handelt, deren Verlet-
zung nicht anfechtbar ist (Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., N 6 zu Art. 238 ZPO; Killias, 
a.a.O., N 5 zu Art. 238 ZPO; a.A. Steck/Brunner, a.a.O., N 10 zu Art. 238 ZPO).

4. Bedarf der Ehefrau

4.1. Kein Grundbetrag; Zulässigkeit von Pauschalierungen

4.1.1. Der Ehemann rügt verschiedentlich die Berücksichtigung von bar bezahl-
ten Bedarfspositionen. Er macht geltend, dass für diese keinerlei Beweise vorlägen 

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bzw. aus den eingereichten Bestätigungen keine Ausgaben entnommen werden 
könnten (act. A.1, II.13 [21] [Haushälterin, Gärtner, Kulturausgaben]). Ferner wür-
den die angeblich bar bezahlten Bedarfspositionen (Reinigungshilfe, Gärtner, Zahn-
arztkosten, Osteopath, Kosmetikartikel, ÖV/Taxi, Kultur, sportliche Aktivitäten, Valet 
Parking, Hunde-Sitterin, Ferien, Restaurant- und Hotelbesuche und Steuern, total 
CHF 3'200.00) die von der Ehefrau zusammengetragenen Bargeldbezüge 
(CHF 1'350.00) um ein Vielfaches übersteigen. Damit sei erwiesen, dass diese Kos-
ten nicht angefallen seien (act. A.5, II.22 [21]). Die Bedarfsberechnung ohne Grund-
betrag dürfe sodann nicht einfach mit dem Hinweis ausgehebelt werden, dass Aus-
lagen des täglichen Bedarfs pauschaliert werden müssten, weil es schwer sei, die 
Zahlen nachträglich zu ermitteln bzw. vorzulegen. Entweder erfolge eine Ermittlung 
des Bedarfs mittels Grundbetrag oder es dürften nur bewiesene Auslagen an den 
Bedarf angerechnet werden; die unterhaltsberechtigte Person habe die Folgen der 
Beweislosigkeit zu tragen (act. A.1, II.14 [21] [Reinigungshilfe, Gärtner, Hausrat- 
und Motorradversicherung, Kultur]; act. A.2 [26], II.10 [Allgemein], II.48 [Zahnarzt], 
II.49 [Osteopathie]; II.50 [ungedeckte Gesundheitskosten], II.57 [ÖV/Taxi]; II.59 
[Schwimmbad]; II.63 [Hund]). Die Ehefrau wendet ein, die Bedarfspositionen seien 
mithilfe der Kreditkarten- und Bankbelege des Ehemannes, der Bestätigungsschrei-
ben und ihren unbestritten gebliebenen Ausführungen glaubhaft gemacht (act. A.4, 
II.8 [21]). Sie verweist darauf, dass die Bargeldbezüge monatlich CHF 3'435.00 (RG 
act. II.43 [51]; act. A.4, II.23 ff. [21]) bzw. zusammen mit den Checkbezügen 
CHF 4'466.00 betragen hätten. Es habe stets der Ehemann für die Ehefrau bezahlt, 
sofern er anwesend gewesen sei, weshalb auch seine Bezüge zu berücksichtigen 
seien. Damit würden die von der Gegenseite aufgeführten Bedarfspositionen ohne 
Weiteres gedeckt werden können (RG act. II.44 [51]; act. A.6, II.17 [21]).

4.1.2. Es obliegt der unterhaltsberechtigten Person, ihren Bedarf darzulegen und 
glaubhaft zu machen. Dabei ist grundsätzlich jede einzelne Position des Bedarfs zu 
substantiieren, zu beziffern und zu belegen (Daniel Bähler, Unterhaltsberechnun-
gen – von der Methode zu den Franken, in: FamPra.ch 2/2015, S. 283 und S. 306). 
Wie bereits die Vorinstanz ausführte, kommt auch die Bedarfsberechnung anhand 
der einstufig-konkreten Methode nicht ohne gewisse Pauschalierungen aus, da es 
nahezu unmöglich ist, für Auslagepositionen wie den täglichen Bedarf die entspre-
chenden Zahlen nachträglich noch zu ermitteln, geschweige denn Belege beizubrin-
gen (Annette Spycher/Heinz Hausheer, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch 
des Unterhaltsrechts, 2. Aufl., Bern 2010, N 02.65c). Diese Schwierigkeit besteht 
nicht nur aufgrund der Vielzahl von kleinsten Transaktionen für den alltäglichen Be-
darf, sondern auch aufgrund des Umstandes, dass diese oft bar bezahlt werden. Es 

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ist daher auch bei der einstufig-konkreten Methode zulässig, auf einen (vervielfach-
ten) betreibungsrechtlichen Grundbetrag abzustellen (BGer 5A_580/2019 v. 
20.4.2021 E. 3.2; 5A_1020/2015 v. 15.11.2016 E. 5.1 [Verdreifachung Grundbe-
trag]; 5A_956/2015 v. 7.9.2016 E. 4 [Verfünffachung Grundbetrag]; 5A_108/2020 v. 
7.12.2021 E. 4.2.1 [Vervierfachung Grundbetrag]; KGer GR ZK1 17 141/142 v. 
5.10.2018 E. 4.4 m.w.H.; 5A_198/2012 v. 24.8.2012 E. 8.3.3 [Verdreifachung 
Grundbetrag]). Wird auf die Geltendmachung eines solchen verzichtet und der kon-
krete Bedarf behauptet und einzeln dargelegt, bedeutet dies jedoch nicht, dass für 
die Ausgaben des täglichen Bedarfs bzw. jede Barzahlung der strikte Beweis mittels 
Quittung oder eines anderen Belegs erforderlich wäre. Auch in diesem Fall ist es 
zulässig, die Höhe von bar bezahlten Bedarfspositionen gestützt auf Erfahrungs-
werte pauschal zu bemessen, sofern die behaupteten Kosten soweit als möglich 
substantiiert wurden und es glaubhaft erscheint, dass die Position an sich zum ehe-
lichen Standard gehörte. Die Summe der bar bezahlten Bedarfspositionen kann fer-
ner anhand der bar oder mittels Check beglichenen Gesamtausgaben zusätzlich 
plausibilisiert werden. Ob, wie der Ehemann geltend macht, für die bar bezahlten 
Bedarfspositionen keinerlei Beweise vorliegen bzw. keinerlei Elemente für deren 
Vorhandensein sprechen, ist bei den einzelnen Bedarfspositionen zu prüfen.

4.2. Vorbemerkung zur Bedeutung des verwendeten Zahlungsmittels

4.2.1. Die Ehefrau gibt in ihren Auflistungen einerseits Ausgaben an, die der ei-
genen Kreditkarte belastet wurden, und andererseits solche, die der Kreditkarte des 
Ehemannes belastet wurden. Die Vorinstanz hat in einigen Fällen (RG act. II.45b, 
II.45f, II.45h, II.45l [51]; act. B.1, E. 7.3.1, 7.3.3 und 7.3.5) auch die letzteren, vom 
Ehemann beglichenen Kosten zum Bedarf der Ehefrau gezählt, in anderen hat sie 
die Zahlungen des Ehemannes abgezogen (Parkgebühren und Bargeldbezugskom-
missionen; RG act. II.45o [51]; act. B.1, E. 7.3.6) oder der Ehefrau gar keine Kosten 
angerechnet, weil sie grösstenteils vom Ehemann bezahlt wurden (Strassenge-
bühren; RG act. II.45p [51]; act. B.1, E. 7.3.6). Bei den Positionen Restaurant/Hotel 
(RG act. II.45r [51]) und Lebensmittel (RG act. II.45t [51]) hat sie zwar nicht direkt 
die Zahlungen des Ehemannes abgezogen, aber jeweils eine Reduktion von einem 
Drittel vorgenommen, einmal mit der Begründung, die Parteien hätten Hotels/Re-
staurants gemeinsam besucht, einmal mit der Begründung, dies sei für einen Ein-
zelhaushalt angemessen (act. B.1, E. 7.3.7).

4.2.2. Der Ehemann rügt, die Auflistungen der Ehefrau enthielten Ausgaben, die 
ihn beträfen und dies auch den Angaben der Ehefrau zufolge. Er verlangt unter Be-
rufung auf die vorinstanzliche Erwägung 7.3.6 bei mehreren Bedarfspositionen das 

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gleiche Vorgehen wie bei den Parkgebühren und Bargeldbezugskommissionen, bei 
denen die Vorinstanz die seiner Kreditkarte belasteten Ausgaben nicht dem Bedarf 
der Ehefrau zurechnete (act. A.1, II.29 f. [21]; act. A.5, II.19 f., II.46 ff. und II. 55 
[21]). Er macht geltend, jeder sei – unter Vorbehalt weniger Ausnahmen – für seine 
eigenen Ausgaben aufgekommen, da sie örtlich getrennt gelebt hätten, er F._____ 
und die Ehefrau in Frankreich. Deshalb würden die Belastungen der Kreditkarte des 
Ehemannes die Ausgaben des Ehemannes betreffen und umgekehrt, auch wenn 
die Kreditkartenabrechnungen der Ehefrau durch den Ehemann beglichen worden 
seien. Es gehe nicht an, auf der Basis der Auflistungen den Bedarf zu ermitteln, 
ohne zu berücksichtigen, dass diese auch Positionen enthalte, die bei ihm angefal-
len seien (act. A.7, II.17 [21]; act. A.1, II.20 ff. und II.27 [21]; act. A.5, II.30 ff. [21]). 
Die Ehefrau bestreitet diese Ausführungen und wendet ein, die Behauptung, jeder 
Ehegatte sei für seine eigenen Ausgaben aufgekommen, sei neu, verspätet und 
nicht zu hören (act. A.6, II.15, II.39 ff. und II.47 [21]; act. A.8, II.8 [21]). Ferner könne 
aus der Tatsache, dass der Ehemann die Beträge bezahlt habe, nicht geschlossen 
werden, dass diese nicht der Ehefrau zugutegekommen seien. Es sei nicht unüblich, 
dass nicht getrenntlebende Ehegatten für einander Rechnungen begleichen wür-
den. Es sei vorliegend Usanz gewesen, dass der Ehemann wenn möglich sämtliche 
Auslagen der Ehefrau mit seiner Karte oder bar begleicht (act. A.4, II.31 ff., II.47 ff. 
und II.56 [21]). Der Ehemann bestreitet, dass seine Behauptungen zum faktischen 
Getrenntleben und zu den mit der jeweils eigenen Kreditkarte vorgenommenen Zah-
lungen neu seien; er verweist auf seine vorinstanzliche Stellungnahme und sein Plä-
doyer, die Parteibefragungen und die schriftlichen Bestätigungen verschiedener 
Personen (act. A.7, II.28 f., II.42 ff. und II.50 [21]).

4.2.3. Da die Vorinstanz den Umstand, mit welcher Kreditkarte Ausgaben begli-
chen wurden, je nach Bedarfsposition unterschiedlich würdigte und der Ehemann 
die erwähnte Rüge bei mehreren Bedarfspositionen erhebt, rechtfertigt sich eine 
gesamthafte Beurteilung. Der Ehemann erhebt die Behauptung, wonach von ihm 
bezahlte Positionen auch nur seinen Bedarf beträfen, ausdrücklich erstmals mit der 
Replik und substantiiert sie erst mit der Triplik. Er begründet nicht, weshalb sein 
Vorbringen als unechtes Novum noch zulässig sein sollte. Es ist nicht ersichtlich, 
weshalb er bei Anwendung der notwendigen Sorgfalt die entsprechenden Einwände 
gegen einzelne Ausgaben nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätte geltend 
machen können, zumal die Ehefrau ihre Behauptung mit den Auflistungen detailliert 
substantiierte und ihm ausreichend Zeit zur Verfügung stand. Schliesslich ist daran 
zu erinnern, dass dem Ehemann eine qualifizierte Bestreitungslast oblag, soweit 
Informationen in seinem eigenen Handlungs- oder Wahrnehmungsbereich betroffen 

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waren, was mit Blick auf die fraglichen Ausgaben der Fall ist (E. 3.2.7). Die erwähnte 
Rüge des Ehemannes kann daher bei keiner Bedarfsposition berücksichtigt werden.

4.2.4. Im Übrigen könnte die Argumentation der Vorinstanz in Erwägung 7.3.6, in 
der sie auf die Belastung der Kreditkarte des Ehemannes Bezug nimmt, ohnehin 
nicht verallgemeinert werden. Aus der Tatsache, dass jemand Kosten übernommen 
hat, lässt sich nicht generell schliessen, wem diese zugutekamen, bei wem sie "an-
fielen" bzw. wessen Bedarf sie zuzuordnen sind. Indem die Ehefrau auch vom Ehe-
mann übernommene Kosten in ihren Auflistungen aufnimmt, macht sie geltend, 
dass sie in ihrem Bedarf zu berücksichtigen seien. Ferner übersieht der Ehemann, 
dass selbst er nicht konsequent alle seiner Kreditkarte belasteten Ausgaben seinem 
Bedarf zurechnet. So bestreitet er etwa nicht, dass die teils seiner Kreditkarte be-
lasteten Nebenkosten für das Haus in Frankreich den Bedarf der Ehefrau betreffen 
(act. II.45b [51]; act. B.1, E. 7.3.1).

4.3. Vorbemerkung zum Wechselkurs

Die von der Ehefrau in Schweizer Franken umgerechneten Beträge wurden vom 
Ehemann mit Bezug auf den Wechselkurs nicht angezweifelt. Trotzdem übernahm 
die Vorinstanz bei der Umrechnung der in Euro bezahlten Beträge in Schweizer 
Franken nicht immer den von der Ehefrau verwendeten Wechselkurs von 1.16 
EUR/CHF, sondern korrigierte diesen stellenweise auf 1.11 oder 1.10 EUR/CHF. 
Während sie dies bei den Haushaltskosten mit Verweis auf den Wechselkurs 
gemäss Kreditkartenabrechnungen begründete, liess sie die übrigen Anpassungen 
(Wohnkosten 1.11 EUR/CHF; Krankenkassenprämien in Frankreich 1.11 
EUR/CHF; Kosmetik 1.10 EUR/CHF; Restaurant und Hotel 1.10 EUR/CHF) unkom-
mentiert. Da dies weder von der Ehefrau noch vom Ehemann im Berufungsverfah-
ren thematisiert bzw. gerügt wird, bleibt es im Folgenden bei den von der Vorinstanz 
errechneten Werten bzw. dem jeweils angewendeten Wechselkurs.

4.4. Wohnkosten für zweites Domizil in der Schweiz

4.4.1. Vor erster Instanz hatte die Ehefrau Mietkosten für das von ihr bewohnte 
Haus in Frankreich sowie für eine Wohnung in K._____ geltend gemacht. Die Vor-
instanz erachtete es unter Verweis auf die Parteibefragung der Ehefrau als nicht 
glaubhaft, dass diese rund die Hälfte des Jahres auf der F._____ gelebt haben soll. 
Sie ging ferner davon aus, dass das Haus in Frankreich zumindest in den letzten 
Jahren vor der Trennung der Ehefrau nicht nur als Feriendomizil, sondern als Wohn-
sitz gedient und der Ehefrau keine zusätzliche Wohnung zur Verfügung gestanden 

30 / 106

habe. Die Umsetzung der von ihr anlässlich der Parteibefragung vorgebrachten Um-
zugspläne würde nicht unmittelbar bevorstehen, ausserdem seien diese vage hin-
sichtlich des Ortes. Der Ehefrau seien daher nur die Wohnkosten für das Haus in 
Frankreich anzurechnen, aber keine zusätzlichen Kosten für eine weitere Wohnung 
in der Schweiz (act. B.1, E. 7.3.1 und 7.3.9).

4.4.2. Die Ehefrau besteht auf der Anrechnung von Wohnkosten von 
CHF 3'352.00 für das Haus in Frankreich und CHF 5'000.00 für eine Mietwohnung 
in K._____. Zu Letzterem führt sie aus, die Argumentation der Vorinstanz sei wider-
sprüchlich. Einerseits halte sie fest, dass die Parteien immer über ein Domizil in 
Frankreich verfügt hätten, im Wissen darum, dass sie beide ihren Wohnsitz auf der 
F._____ gehabt hätten. Andererseits führe sie aus, es entspreche dem zuletzt ge-
lebten ehelichen Standard, dass die Ehefrau vornehmlich alleine im Haus in Frank-
reich gelebt und ihr keine zusätzliche Wohnung zur Verfügung gestanden habe. Ihr 
habe das zusätzliche Domizil auf der F._____ immer zur Verfügung gestanden und 
sie habe davon unbestrittenermassen auch Gebrauch gemacht, selbst wenn das 
Gericht zum Schluss komme, es sei nicht glaubhaft, dass sie rund die Hälfte des 
Jahres dort gelebt habe. Dass sie in der Schweiz und aufgrund ihrer Sprachkennt-
nisse im französisch- oder italienischsprachigen Teil wohnhaft bleiben möchte, er-
scheine glaubhaft, nachdem sie seit 17 Jahren in der Schweiz angemeldet und 
wohnhaft sei. Für einen Umzug in die Schweiz würden ihr aktuell bloss die Mittel 
fehlen (act. A.1, II.20 ff. [26]). Der Ehemann führt aus, der Lebensmittelpunkt der 
Ehefrau habe sich während der Ehe in Frankreich befunden und dies gelte nach wie 
vor, da die Ehefrau nur Französisch spreche, auch ihre Tochter in L._____ lebe und 
sie weder Geschäfte noch einen Bekanntenkreis in der Schweiz bezeichnen könne. 
Mit Bezug auf die angerechneten Wohnkosten für das Haus in Frankreich gibt der 
Ehemann den in seiner Berufung vertretenen Standpunkt wieder (act. A.2, II.36 f. 
[26]; dazu E. 4.5.1). Zu der eigentlichen Rüge der Ehefrau entgegnet der Ehemann, 
dass ihr kein zweites Domizil in der Schweiz zustehe, da sie in den letzten Jahren 
vor der Trennung vom Domizil auf der F._____ keinen Gebrauch gemacht habe. 
Sie sei in M._____ nur auf dem Papier angemeldet gewesen, habe ihren Lebens-
mittelpunkt jedoch seit jeher in Frankreich gehabt. Dass sie nicht beabsichtige, et-
was daran zu ändern, verdeutliche der Umstand, dass sie ihre Mittel weiterhin für 
das Haus in Frankreich verwende, anstatt in die Schweiz zu ziehen. Ferner verfüge 
sie über kein Bankkonto bei einer Schweizer Bank und auch ihre Lebensversiche-
rung habe sie in Frankreich. Aus seiner Sicht handle es sich um eine Scheinehe, 
die Ehefrau sei nur auf sein Geld aus gewesen und ihr Interesse an der Ehe habe 
vordergründig der Erlangung eines Schweizer Passes gegolten (act. A.2, II.38 [26]). 

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Die Ehefrau bezeichnet die Behauptung der Scheinehe als neu, unbeachtlich und 
ferner unnötig verletzend. Der Ehemann vergesse, dass die Parteien während 15 
Jahren grösstenteils glücklich verheiratet gewesen seien (act. A.3, II.13 [26]). Der 
Ehemann weist darauf hin, dass er bereits im vorinstanzlichen Verfahren unter Ein-
reichung diverser Zeugenaussagen dargelegt habe, dass er alleine auf der F._____ 
und die Ehefrau in Frankreich gelebt habe. Er bestreitet, dass die Parteien während 
über 15 Jahren grösstenteils glücklich verheiratet gewesen seien und hält an seinen 
Ausführungen zur Scheinehe fest (act. A.4, II.15 [26]).

4.4.3. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Parteien stets über ein luxu-
riöses Domizil in Frankreich verfügt hätten, beschlägt nicht die Frage, ob die Ehe-
frau ein zweites Domizil gehabt hat. Sie ist daher nicht widersprüchlich. Der Ehefrau 
sind die Kosten für ein zweites Domizil in der Schweiz nur dann anzurechnen, wenn 
die regelmässige Nutzung eines solchen zum ehelichen Standard gehörte. Allein 
das Zurverfügungstehen im Sinne der blossen Möglichkeit, ein zweites Domizil in 
Anspruch nehmen zu können, ohne dies effektiv zu tun, genügt nicht. Analog zur 
Yacht (E. 4.15) stand der Ehefrau während des Zusammenlebens wohl die Mög-
lichkeit offen, das Domizil des Ehemannes zu nutzen. Dass sie dies zuletzt während 
der Ehe regelmässig getan hätte, hat die Ehefrau jedoch nicht glaubhaft gemacht. 
Neben den fehlenden Orts- und Sprachkenntnissen der Ehefrau sowie des fehlen-
den lokalen Freundes- oder auch nur Bekanntenkreises deuten auch die hauptsäch-
lich ausserhalb der F._____ vorgenommenen Bankkontobelastungen darauf hin, 
dass die Ehefrau kaum Zeit auf der F._____ verbrachte, mithin das Domizil des 
Ehemannes nicht häufig nutzte und erst recht nicht ihren Lebensmittelpunkt dort 
hatte. Daran vermag auch der Umstand, dass die Ehefrau in der Gemeinde 
M._____ als Einwohnerin angemeldet war, nichts zu ändern. Es handelt sich hier 
um den formellen Wohnsitz, der nichts darüber aussagt, wie viel sich die Ehefrau 
effektiv in der Gemeinde M._____ aufhielt. Die Ehefrau erklärte selbst, sie sei die 
letzten zwei Jahre weniger mit ihrem Ehemann zusammen gewesen und habe sich 
nicht mehr stets am gleichen Ort aufgehalten, da er sie betrogen habe. Die Behaup-
tung, wonach sie je hälftig in Frankreich und auf der F._____ gelebt hätten, bezog 
also selbst die Ehefrau nicht auf die letzten Ehejahre, sondern auf die Zeit der funk-
tionierenden Ehe (RG act. VII.4., S. 2 [51]). Massgebend ist jedoch der zuletzt ge-
lebte eheliche Standard (vgl. E. 2.1.2). Die während dieser Zeit höchstens noch ver-
einzelt vorkommenden Besuche der Ehefrau beim Ehemann können nicht als Nut-
zung des Domizils auf der F._____ betrachtet werden, die einen Anspruch auf ein 
weiteres Domizil in der Schweiz begründen könnte. Im Übrigen entspräche eine 
Wohnung in K._____ als Stadt mit den teuersten Mietwohnungen der Schweiz nicht 

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ohne Weiteres dem Standard eines Domizils auf der F._____ (vgl. https://www.com-
paris.ch/immobilien/wohnungssuche/mietpreise-groesste-staedte, zuletzt besucht 
am 16.8.22). Da ein zweites Domizil nicht Teil des zuletzt gemeinsam gelebten 
Standards bildete, ist auf die Höhe der Kosten für eine Wohnung in K._____ jedoch 
nicht weiter einzugehen. Der vorinstanzliche Entscheid ist in diesem Punkt zu 
bestätigen und der Ehefrau sind keine Kosten für eine Zweitwohnung in K._____ 
anzurechnen.

4.5. Wohnkosten für Domizil in Frankreich

4.5.1. Die Vorinstanz hielt fest, dass es dem zuletzt gelebten ehelichen Standard 
entsprochen habe, dass die Ehefrau vornehmlich alleine im Haus in Frankreich 
wohnte und die Parteien eine luxuriöse Wohnform pflegten. Für das Haus in Frank-
reich rechnete die Vorinstanz der Ehefrau unter Korrektur des Wechselkurses auf 
1.11 einen Mietzins von CHF 2'940.00 (RG act. II.21 [51]) sowie Nebenkosten von 
CHF 280.00 (RG act. II.45b [51]), d.h. insgesamt Wohnkosten von CHF 3'220.00 
an. Die Argumentation des Ehemannes, dass das Haus im Hinblick auf seinen Ein-
kommensrückgang infolge Ruhestands durch eine günstigere Wohnung ersetzt 
werden müsse, bezeichnete die Vorinstanz als nicht überzeugend. Er äussere sich 
zu seiner bevorstehenden Zurruhesetzung nicht konkret und sei weiterhin als Ge-
schäftsführer der C._____ GmbH im Handelsregister eingetragen. Zudem ändere 
ein vermeintlicher Ruhestand nichts an den Mieteinnahmen, mittels der die Parteien 
ihren Lebensunterhalt gemäss Angabe des Ehemannes hauptsächlich bestritten 
hätten (act. B.1, E. 7.3.1 und 7.3.9).

4.5.2. Der Ehemann besteht darauf, dass die Ehefrau in eine günstigere, den 
finanziellen Verhältnissen angepasste Wohnung mit einem Mietzins von maximal 
CHF 1'800.00 ziehen müsse und ihr entsprechend nur dieser Betrag anzurechnen 
sei. Das Haus sei zu gross und nicht zuletzt aufgrund der reduzierten Leistungs-
fähigkeit des Ehemannes auch zu teuer (act. A.1, II.19 [21]; act. A.5, II. 27 ff. [21]). 
Die Ehefrau erwidert, es entspreche dem zuletzt gelebten ehelichen Standard, dass 
sie vornehmlich alleine im betreffenden Haus gelebt habe. Die Argumentation mit 
der Zurruhesetzung sei prozesstaktisch motiviert und nicht zu hören, sie habe an-
gesichts der künftigen Dividendenausschüttungen auch keine Auswirkungen auf die 
Leistungsfähigkeit des Ehemannes (act. A.4, II. 28 ff. [21]).

4.5.3. Der Ehemann setzt sich nicht mit der Begründung der Vorinstanz ausein-
ander und legt insbesondere nicht dar, inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch 
angewendet oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben sollte (siehe E. 3.3). 

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Er wiederholt bloss seine vorinstanzlichen Argumente, was als Berufungsbegrün-
dung nicht ausreicht, können damit die angeblichen Mängel des angefochtenen Ent-
scheids gar nicht gerügt sein. Der Ehemann vermischt sodann die Fragen des ehe-
lichen Lebensstandards und der Leistungsfähigkeit. Letztere ist bei der Bestimmung 
der Bedarfspositionen nach der einstufig-konkreten Methode nicht von Belang (vgl. 
E. 2.1.2). Schliesslich ist unbestritten, dass die Ehefrau zuletzt alleine und in einem 
Haus in Frankreich lebte und ein luxuriöser Wohnstandard Teil des ehelichen Stan-
dards bildete. Auf die Vorbringen des Ehemannes ist daher nicht einzutreten.

4.5.4. Mit Noveneingabe vom 12. November 2020 macht der Ehemann geltend, 
die Ehefrau wohne neu mit ihrer (nicht gemeinsamen) Tochter N._____ und/oder – 
Gerüchten zufolge – ihrem Lebenspartner in einer anderen, vermutungsweise güns-
tigeren Wohnung. Deshalb seien die Wohnkosten sowie die Bedarfspositionen Rei-
nigungshilfe, Gärtner, Hausrat- und Motorradversicherung, Kommunikation, Haus-
haltsgeräte und Gartenarbeiten zu kürzen. Die Tochter oder der Lebenspartner hät-
ten sich an diesen Kosten hälftig zu beteiligen, wodurch sich der Unterhaltsbeitrag 
um mindestens CHF 2'857.75 reduziere. Wo die Ehefrau tatsächlich lebe, sei unbe-
kannt; sie habe in zwei Rechtsöffnungsverfahren unterschiedliche Angaben zu ihrer 
Adresse gemacht. Mit Blick auf die Zulässigkeit der Noven führt der Ehemann aus, 
es handle sich um echte Noven, wobei er die neue Adressangabe der Ehefrau erst 
im Zuge der Ausarbeitung einer Abänderungsklage festgestellt habe und N._____ 
ihm erst kürzlich mitgeteilt habe, dass sie bei der Ehefrau wohne. Im Zusammen-
hang mit dem mutmasslichen Umzug der Ehefrau beantragt der Ehemann die Edi-
tion verschiedener Dokumente (Mietvertrag über neue Wohnung, Kündigung des 
früheren Mietverhältnisses, Untermietvertrag für die bisherige und die neue Woh-
nung, Wohnsitzbestätigungen der Ehefrau sowie der Tochter N._____; act. A.18 
[21]).

4.5.5. Die Ehefrau wendet in ihrer Stellungnahme vom 26. November 2020 unter 
Verweis auf das jeweilige Datum der Rechtsöffnungsgesuche und der Vorladungen 
in den Rechtsöffnungsverfahren ein, diese seien nicht ohne Verzug eingereicht wor-
den und daher nicht zu beachten. Dasselbe gelte für die Behauptungen, wonach sie 
mit einem Lebenspartner und ihrer Tochter zusammenleben würde. Die Ehefrau 
reicht schriftliche Bestätigungen der Tochter und der Grossmutter ein und erklärt, 
die Tochter würde bei der Grossmutter in O._____ und sie selbst allein leben, seit 
dem 1. Juni 2020 an der Q._____, was aus dem Mietvertrag vom 25. Mai 2020 her-
vorgehe. Sie habe sich gezwungen gesehen, den bisherigen Mietvertrag zu kündi-
gen und eine günstigere Mietwohnung zu beziehen, weil sich der Ehemann trotz 

34 / 106

vollstreckbarem Eheschutzentscheid weigere, ihr den vollen Unterhaltsbeitrag zu 
bezahlen. Es gehe nicht an, dass der Ehemann sie durch Vernachlässigung seiner 
Unterhaltspflichten zwinge, aus dem während Jahren bewohnten Haus in eine güns-
tigere 3.5 Zimmerwohnung zu ziehen, und ihr dann tiefere Mietkosten anrechnen 
lassen wolle (act. A.19 [21]).

4.5.6. Der Ehemann erklärt in seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2020, es 
treffe nicht zu, dass seine Vorbringen verspätet seien. Er habe bis zur Stellung-
nahme der Ehefrau vom 26. November 2020 keine Kenntnis davon gehabt, wo die 
Ehefrau effektiv wohne und welche reduzierten Wohnkosten für die neue Wohnung 
anfallen würden. Diese Informationen hätten auch mit Recherchen nicht in Erfah-
rung gebracht werden können. Die Ehefrau sei ihrer Pflicht nicht nachgekommen, 
die Adressänderung mitzuteilen. Es seien ihr ab dem 1. Juni 2020 maximal die 
Hälfte von EUR 1'800.00 als Wohnkosten anzurechnen. Es werde bestritten und sei 
unbelegt, dass die Ehefrau aus finanziellen Gründen umgezogen sei. Die einge-
reichten Erklärungen seien nicht beweistauglich, da sie von Familienmitgliedern 
stammten und Gefälligkeitserklärungen darstellen würden. Er halte daran fest, dass 
die Ehefrau zusammen mit der Tochter und/oder ihrem Lebenspartner wohne. Auf-
fällig sei in diesem Zusammenhang, dass die Ehefrau die Adresse des angeblich 
neuen Vermieters P._____ geschwärzt habe, womöglich, weil diese identisch mit 
ihrer neuen Wohnadresse sei. Der Ehemann verlangt die ungeschwärzte Version 
des Mietvertrags sowie Zahlungsbelege der Mietzinse (act. A.20 [21]).

4.5.7. Neue Vorbringen, mit denen veränderte Verhältnisse in einem Berufungs-
verfahren behauptet und belegt werden sollen, dürfen gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung (BGE 143 III 42 E. 4.1, 5) nicht in ein Abänderungsverfahren ver-
wiesen werden, sondern sind im Berufungsverfahren selbst zu prüfen und zu 
berücksichtigen, sofern sie die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO erfüllen 
(vgl. BGer 5A_294/2021 v. 7.12.21 E. 4.3 f.; siehe E. 3.3).

4.5.8. Die Rechtsöffnungsbegehren, aus denen die neuen Adressangaben her-
vorgehen, wurden dem Ehemann zusammen mit den Vorladungen in den Rechtsöff-
nungsverfahren zugestellt (C.9 f. [21]). Die Vorladungen datieren vom 13. Juli 2020 
und 19. August 2020 und gingen dem Ehemann an diesen Daten bzw. einige Tage 
später zu, weshalb ihm die Kenntnisnahme des Adresswechsels bereits einige Mo-
nate vor der Noveneingabe im November 2020 möglich war. Bei Anwendung der 
gebotenen Sorgfalt wäre der Adresswechsel daher dazumal oder spätestens an den 
am 19. August und 16. September 2020 stattfindenden Verhandlungen, d.h. in je-

35 / 106

dem Fall früher erkennbar gewesen, weshalb die Frist zur Geltendmachung ohne 
Verzug, unabhängig von ihrem genauen Beginn, mit Eingabe im November 2020 
nicht gewahrt ist. Erfolgten die Behauptungen zum Umzug und der allenfalls daraus 
folgenden Anpassung der Wohnkosten sowie anderer Bedarfspositionen verspätet, 
wären sie im vorliegenden Berufungsverfahren grundsätzlich nicht zu berücksichti-
gen und in ein Abänderungsverfahren zu verweisen, jedoch hat die Ehefrau den 
neuen Mietvertrag von sich aus eingereicht, womit feststeht, dass sie umgezogen 
ist und effektiv tiefere Wohnkosten hat (act. C.11 [21]). Da sie allerdings glaubhaft 
geltend macht, mangels ausreichender finanzieller Mittel umgezogen zu sein – der 
Ehemann bezahlte ihr unbestrittenermassen nur einen Teil des Unterhaltsbeitrages, 
worauf sie ihn betrieb –, muss sie sich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
nicht darauf behaften lassen, dauerhaft in einer günstigeren, aber nicht dem eheli-
chen Standard entsprechenden Wohnung zu wohnen (BGer 5A_108/2020 v. 
7.12.21 E. 4.3; vgl. auch KGer GR ZK1 19 101 v. 23.12.2021 E. 3.6.5 m.w.H.). Dem-
zufolge besteht auch kein Grund, im Zusammenhang mit dem Haus stehende Po-
sitionen zu kürzen.

4.5.9. Mit Bezug auf das Novum der Lebensgemeinschaft erläutert der Ehemann 
nicht, von wem und insbesondere wann er davon Kenntnis erlangt hat. Die Zuläs-
sigkeit dieses Novums ist daher nicht ausreichend begründet. Auch die Rechtzeitig-
keit der neuen Behauptung einer Wohngemeinschaft mit der Tochter lässt sich allein 
basierend auf der Angabe, wonach der Ehemann die Mitteilung der Tochter "erst 
kürzlich" erhalten habe, nicht beurteilen. Die besagte Mitteilung sowie das Bestehen 
einer Wohngemeinschaft mit der Ehefrau wurden ferner seitens der Ehefrau sowie 
der Tochter bestritten. Beide Noven – Wohngemeinschaft mit dem Lebenspartner 
oder mit der Tochter – können somit nicht zugelassen werden.

4.5.10. Da der Umzug zufolge verspäteter Geltendmachung nicht zu berücksichti-
gen ist, die nachweislich tieferen Wohnkosten unbeachtlich und die neuen Behaup-
tungen zur Wohngemeinschaft mangels ausreichender Begründung unzulässig 
sind, sind die in diesem Zusammenhang gestellten Editionsanträge des Ehemannes 
abzuweisen. Der angefochtene Entscheid ist auch mit Blick auf die Höhe der ange-
rechneten Wohnkosten zu schützen und der Ehefrau solche von CHF 3'220.00 (inkl. 
Nebenkosten) anzurechnen. Soweit die Ehefrau in ihrer Berufung höhere Mietkos-
ten verlangt, lässt sie diese unbegründet (act. A.1, II.20 ff. [26], E. 4.4.2), weshalb 
es beim erwähnten Betrag bleibt.

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4.6. Kosten für Reinigungshilfe

4.6.1. In Bezug auf die seitens der Ehefrau geltend gemachten Kosten von 
CHF 694.00 für eine Reinigungshilfe hielt die Vorinstanz fest, dass aus dem von der 
Ehefrau eingereichten Schreiben der Reinigungshilfe R._____ (RG act. II.31 [21]) 
weder der Umfang noch die Kosten für die Reinigung hervorgehen würden. Da der 
Ehemann jedoch nicht in Abrede stelle, dass die Ehefrau über eine Reinigungshilfe 
verfügt habe und eine solche in Anspruch nehmen dürfe, sei der Ehefrau derselbe 
Betrag (CHF 200.00) zuzugestehen, den der Ehemann für sich beanspruche. Der 
grössere Aufwand für die Reinigung des Hauses werde dabei durch die höhere 
Kaufkraft in Frankreich kompensiert (act. B.1, E. 7.3.2).

4.6.2. Der Ehemann rügt, die Kosten für die Reinigungshilfe seien nicht mittels 
eines Vertrages nachgewiesen worden. Die Bestätigung von R._____ stelle keinen 
Beleg für Reinigungsarbeiten im Haus der Ehefrau und im Auftrag der Ehefrau dar 
und auch keinen Beleg für die Höhe der Kosten. Die Ehefrau begnüge sich mit der 
lapidaren Behauptung, alles bar bezahlt zu haben. Eine Anrechnung sei selbst beim 
Beweismass des Glaubhaftmachens nicht vertretbar (act. A.1, II.13 [21]; act. A.5, 
II.21 f. [21]; act. A.7, II.19 ff. [21]). Eventualiter anerkennt der Ehemann Kosten von 
maximal CHF 100.00 für die Reinigungshilfe (act. A.2, II.9 ff. und II.40 [26]). Die 
Ehefrau erklärt, sie habe keinen schriftlichen Arbeitsvertrag und keine Lohnaus-
weise einreichen können, weil diese nicht existieren würden. In Frankreich sei es 
nicht unüblich, alles mündlich zu regeln und bar zu bezahlen. Mit dem Bestätigungs-
schreiben von R._____ (RG act. II.31 [51]) sei jedoch belegt, dass jene von Mitte 
2016 bis Mitte 2017 für die Eheleute tätig gewesen und auch weiterhin für die Ehe-
frau tätig sei; gemäss Bestätigungsschreiben habe sie nur die Reinigung auf dem 
Boot eingestellt. Damit sei glaubhaft gemacht, dass eine Reinigungshilfe im Haus 
in Frankreich dem letzten gemeinsam geführten Lebensstandard der Parteien ent-
sprochen habe (act. A.4, II.22 f. [21]; act. A.6, II.17 ff. [21]; act. A.8, II.8 [21]). Hin-
sichtlich der Höhe besteht die Ehefrau auf den geltend gemachten Kosten von 
CHF 694.00. Sie stellt sich auf den Standpunkt, der Ehemann habe nicht substan-
tiiert bestritten, dass sie während des Zusammenlebens täglich bzw. fünfmal in der 
Woche für je zwei bis drei Stunden eine Reinigungshilfe zur Verfügung gehabt habe. 
Ferner habe auch der Ehemann in seiner ersten Rechtsschrift noch CHF 500.00 
monatlich für seine Haushaltshilfe geltend gemacht, was vier bis fünf Stunden pro 
Woche entspreche und realistischer sei als CHF 200.00 (act. A.1, II.22 f. [26]; 
act. A.3 [26]). Im Zusammenhang mit der neuerdings diagnostizierten Erkrankung 

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an Morbus Bechterew macht die Ehefrau ferner Kosten für Zusatzstunden der Haus-
haltshilfe geltend (siehe E. 4.10.4 f.).

4.6.3. Wie bereits von der Vorinstanz festgestellt, wurde die Behauptung, dass 
eine Reinigungshilfe (femme de ménage) während der Ehe täglich in Anspruch ge-
nommen wurde bzw. dies dem ehelichen Standard entsprochen habe, nicht bestrit-
ten. Der Ehemann ging in seiner Stellungnahme auf diese Behauptung nicht ein. 
Auch die Präzisierung der Häufigkeit ("täglich") anlässlich der Hauptverhandlung als 
fünfmal pro Woche für je zwei bis drei Stunden liess der Ehemann unkommentiert. 
Abgesehen von der fehlenden vorinstanzlichen Bestreitung ist entgegen dem Dafür-
halten des Ehemannes mit dem Schreiben der Reinigungshilfe glaubhaft gemacht, 
dass diese (auch) für die Ehefrau in deren Haus tätig war. Aus dem besagten 
Schreiben geht nämlich hervor, dass R._____ auf dem Boot sowie "dans leur rési-
dence secondaire" gearbeitet habe. Bei letzterem handelte es sich um den (fakti-
schen) Wohnsitz der Ehefrau. Auch ohne die Vorlage eines schriftlichen Arbeitsver-
trags erscheint es daher glaubhaft, dass die Ehefrau eine Reinigungshilfe in An-
spruch nahm.

4.6.4. Genauso erscheint es glaubhaft, dass die Reinigungshilfe bar bezahlt 
wurde. Die Kosten substantiierte die Ehefrau im Übrigen aber erst spät und relativ 
rudimentär – sie machte bloss Angaben zur Häufigkeit und Dauer der Einsätze, 
nicht hingegen zur Art der Hausarbeiten (nur Reinigung oder auch weitere Haus-
haltstätigkeiten) oder zur Form der Abgeltung (Stunden- oder Monatslohn). Daher 
geht es nicht an, mangels genügend detaillierter Bestreitung der behaupteten Häu-
figkeit und Dauer der Einsätze seitens des Ehemannes (E. 4.6.3) auf Anerkennung 
des geltend gemachten Betrags von CHF 694.00 zu erkennen, zumal der Ehemann 
die erwähnte Summe auch als massiv überhöht rügte. Der geltend gemachte Um-
fang von zwei bis drei Stunden täglich erscheint denn auch selbst für die Reinigung 
eines grossene Hauses als überhöht. Der Ansatz der Vorinstanz, für die Höhe auf 
die beim Ehemann anfallenden Reinigungskosten abzustellen, ist hingegen auch 
nicht angemessen, da der Betrag von CHF 200.00 für eine mehrfache Reinigung 
pro Woche wiederum zu tief ist. Ausgehend vom gesetzlichen Mindeststundenlohn 
(sog. salaire minimum interprofessionnel de croissance, kurz SMIC) in Frankreich 
im 2017 von EUR 9.76, heute EUR 10.57, entspräche dies nur rund 18 Stunden pro 
Monat oder 4.5 Stunden pro Woche. Es rechtfertigt sich deshalb eine Erhöhung der 
angerechneten Kosten auf CHF 300.00, was den Einsatz einer Reinigungshilfe für 
rund 7.5 Stunden pro Woche ermöglicht. Die Berücksichtigung von Kosten für zu-
sätzliche Einsätze der Haushaltshilfe im Zusammenhang mit der Erkrankung der 

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Ehefrau fällt aufgrund der fehlenden Substantiierung derselben ausser Betracht 
(siehe E. 4.10.5).

4.7. Kosten für Gärtner

4.7.1. Für den Gärtner machte die Ehefrau vor erster Instanz einen monatlichen 
Betrag von CHF 133.00 geltend. Die Vorinstanz erwog, aus dem von der Ehefrau 
eingereichten Schreiben des Gärtners (RG act. II.33 [51]) gehe bloss hervor, dass 
die Ehefrau über einen solchen verfüge. Die behaupteten Kosten von CHF 133.00 
seien hingegen nicht belegt und würden hoch erscheinen, zumal der Gärtner nicht 
das ganze Jahr beansprucht werden dürfte. Der Betrag sei um die Hälfte auf 
CHF 65.00 zu reduzieren (act. B.1, E. 7.3.2).

4.7.2. Auch mit Bezug auf die Kosten für den Gärtner bemängelt der Ehemann, 
diese seien nicht mittels Vertrages nachgewiesen worden. Der eingereichten 
Bestätigung des Gärtners würden auch keine Ausgaben entnommen werden kön-
nen (act. A.1, II.13 f. [21]; act. A.5, II.23 [21]; act. A.7, II.23 [21]). Die Ehefrau erwi-
dert, es würden weder ein schriftlicher Arbeitsvertrag mit dem Gärtner noch Lohn-
belege existieren, jedoch sei unbestritten geblieben, dass die Anstellung eines Gärt-
ners dem ehelichen Standard entsprochen habe. Genauso habe der Ehemann nicht 
substantiiert bestritten, dass für den Gärtner im Sommer Kosten von EUR 150.00 
und im Winter solche von EUR 80.00 monatlich angefallen seien und er viermal pro 
Monat tätig gewesen sei (act. A.4, II.24 [21]; act. A.6, II.20 [21]; act. A.8 [21]). Es sei 
gerichtsnotorisch, dass in L._____ der Garten im Sommer und im Winter gepflegt 
werden müsse. Wöchentliche Ausgaben von EUR 20.00 im Winter und knapp 
EUR 40.00 im Sommer seien angemessen (act. A.1, II.24 f. [26]; act. A.3 [26]). Der 
Ehemann vertritt hingegen die Ansicht, dass in den Wintermonaten wie auch im 
Hochsommer in L._____ keine Gartenarbeiten anfallen würden. Der angerechnete 
Betrag sei zumindest auf CHF 30.00 monatlich zu reduzieren (act. A.2, II.41 f. [26]).

4.7.3. Indem die Ehefrau die Bedarfsposition Gärtnerkosten beansprucht, macht 
sie implizit geltend, dass diese zum ehelichen Standard gehörten. Dieser Umstand 
wurde vom Ehemann auch nicht bestritten und erscheint angesichts der Bestätigung 
des Gärtners glaubhaft, in der er erklärt, sich um leichte Unterhalts- und Gartenar-
beiten zuerst in der Wohnung der Eheleute in O._____ gekümmert zu haben und 
diese nun in der Villa in Q._____ zu verrichten (RG act. II.33 [51]). Entgegen dem 
Dafürhalten des Ehemannes erscheint es daher auch ohne Arbeitsvertrag als glaub-
haft, dass die Anstellung eines Gärtners zum ehelichen Standard gehörte.

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4.7.4. Die Ehefrau machte vorinstanzlich erstmals anlässlich der Hauptverhand-
lung genauere Ausführungen zu den Gärtnerkosten, die sie im Plädoyer zuerst auf 
CHF 133.00 bezifferte (RG act. VII.5 [51]), wobei sie in der Replik dann präzisierte, 
dass der Gärtner etwa viermal im Monat vorbeikomme und sich die Kosten im Som-
mer auf EUR 80.00 und im Winter auf EUR 50.00 monatlich belaufen würden (RG 
act. VII.2 [51]). Über das ganze Jahr gesehen würden die Kosten damit maximal 
EUR 65.00 monatlich betragen. Zwar begründete die Vorinstanz den angere