# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7b5415c-c87c-590e-91ec-9e2dd326ee4c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 26.01.2023 SK1 2021 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-64_2023-01-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 26. Januar 2023

Referenz SK1 21 64

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Richter
Thöny, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Aquasanastrasse 8, 7000 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

B._____
Privatkläger

Gegenstand gewerbsmässiger Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB und 
mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 03.08.2021, mitgeteilt am 
23.08.2021 (Proz. Nr. 515-2021-29)

Mitteilung 30. Oktober 2023

2 / 11

Sachverhalt

A. Mit Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 3. August 2021 wurde A._____ 
des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, der geringfügigen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB, des 
mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der Drohung gemäss Art. 
180 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes 
gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie der mehrfachen Übertretung des Personen-
beförderungsgesetzes gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG für schuldig befunden. Gegen 
das gleichentags mündlich eröffnete Urteil des Regionalgerichts Plessur meldete 
A._____ am 5. August 2021 Berufung an. Daraufhin teilte das Regionalgericht 
Plessur den Parteien am 23. August 2021 das begründete Urteil mit. Darin erkann-
te es wie folgt:

1. A._____ wird vom Vorwurf der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 
Abs. 1 StGB freigesprochen.

2. A._____ ist schuldig:

- des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB

- der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 
i.V.m. Art. 172ter StGB

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB

- der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG

- der mehrfachen Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes 
gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG.

3.a) Dafür wird A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten und einer 
Busse von CHF 600.00 bestraft.

  b) An die Freiheitsstrafe ist die erstandene Polizei- und Untersuchungs-
haft von 119 Tagen anzurechnen.

  c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 6 Tage. Sie tritt an Stelle 
der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4. Die beschlagnahmten ca. 3.6 Gramm Marihuana (GR 2020-8-1761) 
werden gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten.

5. Die Zivilklage der C._____ gegen A._____ im Umfang von CHF 
440.00 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

Die Zivilklagen der D._____ (E._____, F._____, G._____, H._____), 
der I._____, der J._____, der K._____, der L._____, der M._____, der 
N._____, der O._____ sowie von B._____ gegen A._____ werden auf 
den Zivilweg verwiesen. 

6.a) Die Verfahrenskosten von CH 13'386.00 (ohne amtliche Verteidigung) 
gehen zu Lasten von A._____.

3 / 11

  b) Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft von 
CHF 34'972.00 sowie des Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden. A._____ hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 
Abs. 2 StGB zu beteiligen. 

  c) A._____ schuldet dem Kanton Graubünden folglich: 

Busse CHF     600.00
Verfahrenskosten CHF 13'386.00
Total CHF 13'986.00

7. A._____ wird keine Entschädigung nach Art. 429 StPO zugesprochen.

8.a) Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli, wird für 
das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 7'530.80 (inkl. Barauslagen 
und MwSt.) entschädigt. Diese Entschädigung geht zu Lasten des 
Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt. Vorbe-
halten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss Art. 135 
Abs. 4 lit. a StPO.

  b) A._____ wird gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO verpflichtet, der amtli-
chen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar, mithin CHF 1'459.20 (inkl. MwSt.), zu 
erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

9.a) (Vormerk Berufungsanmeldung)

  b) (Rechtsmittelbelehrung)

10. (Mitteilung)

B. Am 13. September 2021 reichte A._____ (nachstehend: Berufungskläger) 
beim Kantonsgericht von Graubünden die Berufungserklärung ein. Darin stellte er 
die folgenden Anträge:

1. Es seien Dispositiv-Ziff. 2 und Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen Ur-
teils aufzuheben.

2. A._____ sei schuldig zu sprechen:

- des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB

- der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 
i.V.m. Art. 172ter StGB

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG

- der mehrfachen Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes 
gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG.

3. A._____ sei in Bezug auf den Vorwurf der Drohung gemäss Art. 180 
Abs. 1 StGB freizusprechen.

4. Hierfür sei der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 6 ½ Monaten 
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie einer 
Busse von CHF 400.00 zu verurteilen. Die bereits erstandene Polizei- 
und Untersuchungshaft sei an die Strafe anzurechnen.

4 / 11

5. Es sei eine Bewährungshilfe während der Dauer der Probezeit anzu-
ordnen.

6. Eventualiter sei die Sache im Sinne der Anträge zur neuen Beurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen.

7. Es sei der Unterzeichnende auch für das Berufungsverfahren vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden als amtlicher Verteidiger des Beru-
fungsklägers zu bestellen.

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zu Lasten des 
Staates. 

C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 5. Ok-
tober 2021 auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 
StPO.

D. Am 26. Januar 2023 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt, an welcher lediglich der Berufungskläger 
mit seinem Rechtsvertreter anwesend war; die Staatsanwaltschaft Graubünden 
verzichtete vorgängig auf eine Teilnahme. Der Berufungskläger verzichtete auf 
seinen vormals gestellten Antrag auf Ausfällung einer bedingten Strafe, hielt aber 
an den übrigen Anträgen fest. Auf die mündliche Eröffnung des Urteils wurde mit 
Einverständnis des Berufungsklägers verzichtet. Stattdessen wurde das Urteil am 
folgenden Tag schriftlich im Dispositiv mitgeteilt.

Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das 
Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 Abs. 1 
StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Ge-
richt innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Pro-
tokoll anzumelden. Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung an-
gemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des be-
gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben 
hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c). Die genannten Eintretensvoraussetzungen geben zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist demzufolge einzutreten.

5 / 11

2. Gegenstand der Berufung

Mit der Berufung angefochten wurden lediglich die Verurteilung wegen Drohung 
gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie das Strafmass. Nicht angefochten wurden 
demgegenüber die Verurteilungen wegen gewerbsmässigen Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 2 StGB, geringfügiger Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB i.V.m. Art. 172ter StGB, mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 
StGB, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG sowie mehrfacher Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes 
gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG. Diese Punkte erwachsen in Rechtskraft (Art. 387 
i.V.m. Art. 402 StPO), was im vorliegenden Urteil festzustellen ist. Gleiches gilt für 
den gerichtlichen Einzug und die Vernichtung der Betäubungsmittel (Ziff. 4 des 
angefochtenen Dispositivs) sowie für die Beurteilung der Zivilklagen (Ziff. 5 des 
angefochtenen Dispositivs).

3. Anklage

Gemäss Anklageschrift vom 2. Juni 2021 wird dem Berufungskläger vorgeworfen, 
am 27. Mai 2020, um ca. 16.00 Uhr im Tankstellenshop P._____ an der Q._____ 
in E._____ einen Ladendiebstahl verübt zu haben. Daraufhin habe B._____, der 
im Tankstellenshop P._____ arbeitet, den Berufungskläger anhalten wollen. Er 
habe ihn am Rucksack gepackt und sei mit ihm zu Boden gestürzt. Der Beru-
fungskläger sei sofort wieder aufgestanden und habe B._____, welcher noch am 
Boden gelegen habe, gedroht, er würde ihn im Dunkeln finden und umbringen. 
B._____ sei dadurch in Angst versetzt worden. Der Berufungskläger bestreitet 
nicht, den Ladendiebstahl begangen zu haben. Auch gibt er zu, dass ihn B._____ 
daraufhin am Rucksack gepackt und beide zu Boden gestürzt sind. Dass er 
B._____ dabei bedroht haben solle, könne er sich nicht mehr erinnern, er könne 
es jedoch auch nicht ausschliessen. Mit dem verbalen Angriff auf B._____ habe er 
keineswegs darauf abgezielt, diesen zu bedrohen. Vielmehr habe es der emotio-
nalen Entlastung des Drucks durch die aussergewöhnliche Situation gedient. Da-
mit könne ihm auch kein Vorsatz beziehungsweise Eventualvorsatz unterstellt 
werden. Die ganzen Umstände hätten bei ihm zu einem unüberlegten und heftigen 
Wortschwall geführt. Zudem könne davon ausgegangen werden, dass er unter 
Drogeneinfluss gestanden habe. Er habe sich somit nicht der Drohung gemäss 
Art. 180 Abs. 1 StGB strafbar gemacht. 

4. Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB

4.1. Nach Art. 180 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden durch schwere 
Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Der Täter wird unter anderem von Am-

6 / 11

tes wegen verfolgt, wenn er Ehegatte des Opfers ist (Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB). 
Der objektive Tatbestand setzt voraus, dass der Drohende seinem Opfer ein künf-
tiges Übel ankündigt oder in Aussicht stellt. Erforderlich ist ein Verhalten, das ge-
eignet ist, die geschädigte Person in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist 
grundsätzlich ein objektiver Massstab anzulegen, wobei in der Regel auf das Emp-
finden eines vernünftigen Menschen mit einigermassen normaler psychischer Be-
lastbarkeit abzustellen ist. Zudem ist erforderlich, dass die betroffene Person 
durch das Verhalten des Täters tatsächlich in Schrecken oder Angst versetzt wird. 
Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, mindestens Eventualvorsatz. Nicht 
erforderlich ist, dass der Täter das Opfer mit dem Tode bedroht oder das in Aus-
sicht gestellte Übel genau beschreibt (BGer 6B_196/2018 v. 19.9.2018 E. 1.1.2 
mit Hinweisen). 

4.2. Der Sachverhalt ist als erstellt zu werten. Zwar kann sich der Berufungsklä-
ger nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern, er schliesst es jedoch auch 
nicht aus, B._____ gesagt zu haben, er würde ihn im Dunkeln finden und umbrin-
gen (vgl. dazu auch act. H.1 S. 3). Auch hat er vor der Vorinstanz den von der 
Staatsanwaltschaft vorgeworfenen Sachverhalt ohne Einschränkung anerkannt 
(vgl. RG act. 35 E. 2 und 4.4). Seine gegen B._____ gerichtete Aussage war in 
der besonderen Situation und aufgrund der vorherrschenden aufgeladenen Stim-
mung ohne weiteres geeignet, das Opfer durch das angekündigte Übel in Angst 
und Schrecken zu versetzen. Der Berufungskläger wendet dagegen ein, es sei 
B._____ gewesen, welcher ihn zu Boden gerissen habe, weshalb es diesem auch 
hätte bewusst gewesen sein müssen, dass es sich beim verbalen Angriff um einen 
emotionalen Ausbruch aufgrund der ganzen Situation und nicht um eine ernstge-
meinte Situation gehandelt habe. Diese Auffassung kann nicht geteilt werden. Wie 
die Vorinstanz zutreffend ausführte, besteht gerade bei Drogenabhängigen oft-
mals die Gefahr, dass sie unter Druck enthemmt agieren und auch vor Gewaltan-
wendung nicht zurückschrecken. Da der Berufungskläger über den Arbeitsort von 
B._____ und die Öffnungszeiten des Tankstellenshops Bescheid wusste, wäre es 
für ihn ohne weiteres möglich gewesen, B._____ nach Ladenschluss aufzulauern. 
Unter diesen Umständen erscheint es naheliegend, dass bei B._____ der – wie 
der Berufungskläger selber beschreibt – unüberlegte und heftige Wortschwall als 
ernstgemeinte Drohung ankam. Es bestehen damit keine Zweifel, dass der Beru-
fungskläger mit seiner Aussage und seinem Verhalten den objektiven Tatbestand 
der Drohung erfüllt hat. 

4.3. Was den subjektiven Tatbestand anbelangt, bringt der Berufungskläger vor, 
im Zeitraum der Tatbegehungen sei er obdachlos und drogenabhängig gewesen. 

7 / 11

Aufgrund seiner finanziellen Notlage habe er den besagten Ladendiebstahl be-
gangen. Da er Geld gebraucht habe, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sei 
er unter massivem Druck gestanden. Zweifellos habe eine aussergewöhnliche 
Situation vorgelegen. Dem ist entgegenzusetzen, dass der Berufungskläger an 
jenem Tag im Tankstellenshop P._____ gemäss Anklageschrift drei Glaces ge-
stohlen hatte. Es handelte sich somit weder um dringend benötigte Lebensmittel 
noch um Produkte, welche er durch Weiterverkauf hätte zu Geld machen können. 
Insofern überzeugt die Darstellung des Berufungsklägers, dass es sich um einen 
emotionalen Ausbruch aufgrund der ganzen Situation gehandelt habe, nicht. Sie 
ist vielmehr als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Kommt hinzu, dass es zwar 
B._____ gewesen war, welcher den Berufungskläger am Rucksack auf den Boden 
gezogen hatte, der Berufungskläger jedoch selbst diese Situation verschuldet hat-
te, indem er drei Glaces entwenden wollte. Das Verhalten des Berufungsklägers 
kann nicht anders gedeutet werden, als er zumindest in Kauf nahm, den von ihm 
bedrohten B._____ in Angst und Schrecken zu versetzen. Ob er dabei beabsich-
tigt hatte, seine Drohung in die Tat umzusetzen, ist unerheblich. Somit ist auch der 
subjektive Tatbestand der Drohung erfüllt. 

4.4. Nach dem Gesagten erweist sich die Würdigung der Vorinstanz als zutref-
fend und der Berufungskläger hat sich der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 
StGB zum Nachteil von B._____ schuldig gemacht hat. Die Berufung ist in diesem 
Punkt abzuweisen. 

5. Strafzumessung

5.1. Vorab kann auf die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzu-
messung verwiesen werden (RG act. 35 E 9.1 und 9.2). Die Vorinstanz verurteilte 
den Beschuldigten für sämtliche der begangenen Delikte zu einer Freiheitsstrafe 
von 11 Monaten (Einsatzstrafe für den gewerbsmässigen Diebstahl von 9 Mona-
ten) und einer Busse von CHF 600.00. Der Berufungskläger führt zur objektiven 
Tatschwere aus, der gesamte Deliktsbetrag der 21 verübten Diebstähle sei auch 
von Seiten der Staatsanwaltschaft als insgesamt nicht sehr hoch bezeichnet wor-
den. Die Diebstähle seien zudem tagsüber begangen worden, somit habe er sich 
keinen Zugang zu den Läden verschaffen müssen. Weder die Mitarbeiter noch die 
anwesende Kundschaft sei zu irgendeinem Zeitpunkt durch ihn gefährdet gewe-
sen. Von ihm sei bei der Begehung der Straftaten keine kriminelle Energie hervor-
gegangen. In subjektiver Hinsicht strafmindernd gelte es zu berücksichtigen, dass 
er sich während des gesamten Untersuchungsverfahrens kooperativ gezeigt habe 
und in den Einvernahmen grundsätzlich geständig gewesen sei. Unter Berücksich-
tigung dieser Umstände erscheine eine hypothetische Einsatzstrafe für den ge-

8 / 11

werbsmässigen Diebstahl von 5 Monaten als angemessen. Für die Hausfriedens-
brüche sei die Einsatzstrafe um einen Monat zu erhöhen; bei den geringfügigen 
Sachbeschädigungen lediglich um einen halben Monat. Damit resultiere eine Ge-
samtstrafe von 6½ Monaten. Für die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes 
gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG und des Personenbeförderungsgesetzes gemäss 
Art. 57 Abs. 3 PBG erscheine eine Busse von CHF 400.00 als angemessen.

5.2. Eine Reduktion der Einsatzstrafe für den gewerbsmässigen Diebstahl, wie 
sie der Berufungskläger beantragt, rechtfertigt sich vorliegend nicht. Wie vorste-
henden Erwägungen gezeigt haben, hat er bei einem seiner Ladendiebstähle ei-
nen Verkäufer bedroht. Sein Einwand, von ihm gehe keine kriminelle Energie aus, 
geht damit fehl. Der Hinweis auf sein kooperatives Verhalten hat sich im vorlie-
genden Berufungsverfahren zudem relativiert: Bei seiner Befragung anlässlich der 
mündlichen Hauptverhandlung vom 26. Januar 2023 zeigte er sich äusserst unge-
halten und gab an, er sei nicht hier, um über sein Leben zu reden, woraufhin die 
Verhandlung unterbrochen werden musste. Danach entschuldigte er sich zwar für 
seinen emotionalen Ausbruch, gab aber an, keine weiteren Aussagen machen zu 
wollen. Von einem besonders kooperativen Verhalten, welches strafmindernd 
berücksichtigt werden könnte, kann damit keine Rede sein. Wie die Vorinstanz 
zudem zutreffend festgehalten hat, relativiert sich auch das weitgehende Ge-
ständnis dadurch, dass er bei einer Vielzahl der Diebstähle gefilmt worden war, 
vom Personal beobachtet werden konnte oder er in flagranti erwischt worden war 
und somit zumeist bereits überführt war. Eine Reduktion der Strafe aufgrund sei-
nes Verhaltens im Strafverfahren fällt nach dem Gesagten ausser Betracht. Damit 
ist die durch die Vorinstanz vorgenommene Bemessung der Einsatzstrafe im Er-
gebnis nicht zu beanstanden. Auch die Asperation der Strafe für die weiteren De-
likte – wenngleich methodisch nicht korrekt vorgenommen (vgl. dazu BGE 144 IV 
313 E. 1.1 ff.), was jedoch nicht angefochten wurde – um 2 Monate erscheint im 
konkreten Fall angemessen. Die ausgefällte Gesamtstrafe von 11 Monaten wie 
auch die Busse von CHF 600.00 sind demzufolge zu bestätigen. 

5.3. Im Rahmen seines Plädoyers anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung 
vom 26. Januar 2023 führte der Rechtsvertreter aus, dass es dem Berufungsklä-
ger seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis nicht besser gehe, weshalb auf den 
Antrag auf eine bedingte Strafe verzichtet werde. Damit erübrigen sich weitere 
Ausführungen hierzu. 

9 / 11

6. Kostenfolge

6.1. Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositivziffern 
6-8) zu bestätigen (vgl. RG act. 35 E. 12; Art. 426 Abs. 1 StPO).

6.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist unter Berücksichtigung 
der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitaufwands der erken-
nenden Kammer auf CHF 4'000.00 festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. 
Art. 7 VGS [BR 350.210]). Der Berufungskläger unterliegt im Berufungsverfahren 
vollständig, weshalb ihm die Kosten des Rechtsmittelverfahrens aufzuerlegen sind 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Prozessentschädigungen sind keine zuzusprechen. 

6.3. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Tobias Brändli, 
reichte anlässlich der Berufungsverhandlung eine Honorarnote in der Höhe von 
CHF 3'568.35 ein, wobei er einen zu entschädigenden Aufwand von 16.08 Stun-
den à CHF 200.00 zuzüglich einer Spesenpauschale von 3% und 7.7% Mehrwert-
steuer geltend machte (act. G.1). Dieser Aufwand erscheint überhöht. Zunächst 
sind die Positionen vor Einreichung der Berufungserklärung (insgesamt 1 Stunde 
5 Minuten) zu streichen, da sie bereits mit dem erstinstanzlichen Verfahren pau-
schal abgegolten worden sind. Des Weiteren sind die Aufwendungen im Zusam-
menhang mit den Schreiben des Kantonsgerichts von Graubünden vom 17. Sep-
tember 2021, 30. September 2021 und vom 30. Juni 2022 auf je 5 Minuten sowie 
diejenigen vom 5. Oktober 2022 auf 10 Minuten zu kürzen, zumal diese Rechts-
anwalt Brändli lediglich zur Kenntnisnahme zugestellt worden waren. Sodann sind 
sämtliche Telefonate zwischen dem 15. Februar 2022 und dem 17. April 2022 mit 
der Polizei respektive dem Berufungskläger zu streichen, da sie in keinem unmit-
telbaren Zusammenhang mit dem vorliegenden Berufungsverfahren standen. Für 
die Berufungsverhandlung samt An- und Rückfahrt stellte Rechtsanwalt Tobias 
Brändli 2 Stunden in Rechnung. In Berücksichtigung der effektiven Dauer der Be-
rufungsverhandlung ist dieser Aufwand auf 1 Stunde zu kürzen. Der übrige in 
Rechnung gestellte Aufwand erscheint angemessen. Rechtsanwalt Tobias Brändli 
ist daher für das Berufungsverfahren für insgesamt 11.15 Stunden mit insgesamt 
CHF 2'495.95 (Honorar von CHF 2'250.00 zzgl. Spesenpauschale 3% von 
CHF 67.50 und 7.7% MwSt. von CHF 178.45) zu entschädigen. Die Entschädi-
gung ist dem Berufungskläger aufzuerlegen, jedoch einstweilen aus der Gerichts-
kasse des Kantonsgerichts zu bezahlen. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungs-
pflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

10 / 11

Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
3. August 2021, schriftlich mitgeteilt am 23. August 2021 (Proz. Nr. 515-
2020-12), wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

1. A._____ wird vom Vorwurf der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 
Abs. 1 StGB freigesprochen.

2. A._____ ist schuldig

 des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, 

 der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB i.V.m. Art. 172ter StGB

 des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB,

 […]

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes 
gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG,

 der mehrfachen Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes 
gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG.

[…].

4. Die beschlagnahmten ca. 3.6 Gramm Marihuana (GR 2020-8-1761) 
werden gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten.

5. Die Zivilklage der C._____ gegen A._____ im Umfang von CHF 
440.00 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

Die Zivilklagen der D._____ (Chur, F._____, G._____, H._____), der 
I._____, der J._____, der K._____, der L._____, der M._____, der 
N._____, der O._____ sowie von B._____ gegen A._____ werden auf 
den Zivilweg verwiesen.

[…].

2. A._____ ist schuldig der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB.

3.1. Dafür wird A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten und einer 
Busse von CHF 600.00 bestraft.

3.2. Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 119 Tagen wird an die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

3.3. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 6 Tage. Sie tritt an Stelle der 
Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4.1. Die Untersuchungskosten und Auslagen der Staatsanwaltschaft in Höhe 
von CHF 9'786.00 gehen zu Lasten von A._____.

11 / 11

4.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 11'130.80 (Gerichts-
kosten CHF 3'600.00; Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 7'530.80 
[inkl. Spesen und MwSt.]) gehen zu Lasten von A._____.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren wer-
den einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur be-
zahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss 
Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 6'495.95 (Gerichtskosten 
CHF 4'000.00, Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 2'495.95 [inkl. 
Spesen und MwSt.]) gehen zu Lasten von A._____. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren werden 
einstweilen aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts bezahlt. Vorbehal-
ten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. 
a StPO.

6.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6.2. Hinsichtlich des Entschädigungsentscheids kann der amtliche Verteidiger 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) 
Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem 
Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellin-
zona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 
39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässig-
keit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Ver-
fahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

7. Mitteilung an: