# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bf827cb-4e42-54ce-9b7a-c78e0cadc43a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2008 D-6719/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6719-2008_2008-12-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6719/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Fulvio Haefeli, Richter Hans Schürch,
Gerichtsschreiberin Simona Liechti.

A._______, geboren (...),
Irak,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
1. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6719/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – ein irakischer Staatsangehöriger – am 
3. März 2008 in der Schweiz um Asyl ersuchte,

dass er am 5. März 2008 im Empfangszentrum B._______ zum ersten 
Mal befragt und am 17. März 2008 nach Art. 29 Abs. 4 des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört wurde,

dass er dabei unter anderem angab, er habe seine Freundin im Irak 
geschwängert,  woraufhin diese von ihren Eltern  umgebracht  worden 
sei,

dass auch er von den Eltern seiner Freundin hätte umgebracht werden 
sollen und gegen ihn zudem eine Anzeige erstattet worden sei, wes-
halb er untergetaucht und geflüchtet sei,

dass  das  BFM mit  Verfügung vom 1. Oktober  2008  das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers abwies und die Wegweisung wie auch deren 
Vollzug anordnete,

dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers seien unglaubhaft und unsubstan-
ziiert,  weshalb  diese  die  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung 
nicht erfüllen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Oktober 2008 gegen 
obgenannte  Verfügung  Beschwerde  erhob und  dabei  unter  anderem 
um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf das Erheben 
eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
5. November  2008  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  mit 
Hinweis  auf  die  Aussichtslosigkeit  der  Beschwerde  abwies  und  ent-
sprechend einen Kostenvorschuss erhob,

dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss fristgerecht einzahl-
te,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110])  und dabei das neue Verfah-
rensrecht anwendet (Art. 53 Abs. 2 VGG),

dass der  Beschwerdeführer  durch den angefochtenen Entscheid  be-
rührt  ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist,

dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist,

dass in Anwendung von Art. 111a Abs. 1 AsylG auf eine Vernehmlas-
sung der Vorinstanz verzichtet werden kann,

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
Sachverhaltes  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können 
(Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass  die  Schweiz  grundsätzlich  Flüchtlingen  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält,

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dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  mit  Recht  feststellte,  dass  die  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers  den  Anforderungen an die  Glaubhaftmachung nicht 
genügen, 

dass die Ausführungen des Beschwerdeführers in weiten Teilen unrea-
listisch, unlogisch und widersprüchlich ausfallen,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwä-
gungen der  Vorinstanz  verwiesen  werden kann  (vgl. Art.  109 Abs. 3 
BGG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift zudem keine 
neuen Tatsachen oder Argumente vorbringt und sich seine Entgegnun-
gen in  Wiederholungen der  bereits  im Rahmen des vorinstanzlichen 
Verfahrens geltend gemachten Vorbringen erschöpfen,

dass es dem Beschwerdeführer folglich nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft nachzuweisen oder diese zumindest glaubhaft zu machen,

dass nach dem Gesagten die Vorinstanz das Asylgesuch zu Recht ab-
gelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und der Beschwerdeführer zudem keinen Anspruch 
auf Erteilung einer solchen hat (vgl. Entscheidungen und Mitteilung der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  2001 Nr. 21),  wes-
halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Be-
stimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes-

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gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die ihm in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die Vorinstanz zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer stam-
me aus einer der drei von der kurdischen Regionalregierung kontrol-
lierten nordirakischen Provinzen, in denen keine Situation allgemeiner 
Gewalt herrsche, 

dass zudem der junge und - nach Aktenlage - gesunde Beschwerde-
führer über eine solide Grundausbildung verfügt und sich in seiner Hei-
mat auf ein ausreichendes familiäres Beziehungsnetz stützen kann,

dass  sich  somit  der  Wegweisungsvollzug  gemäss  den  Kriterien  der 
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2008/5, E. 7.5) als 
zumutbar erweist,

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dass der  Vollzug der  Wegweisung des Beschwerdeführers  in  seinen 
Heimat-  bzw. Herkunftsstaat  schliesslich  möglich  ist  (Art.  83  Abs. 2 
AuG),  da  er  über  eine  gültige  Identitätskarte  und  einen  irakischen 
Nationalitätenausweis verfügt, 

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 16  Abs. 1 Bst. a  VGG i.V.m. Art. 2  und 3  des  Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass die Kosten durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und 
mit diesem zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.-- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Originalverfügung)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N (...) (in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bendicht Tellenbach Simona Liechti

Versand:

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