# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ad7c513-6018-5f40-af77-44af45cc9d2b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 11.04.2006 S 2006 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_S-2006-18_2006-04-11.pdf

## Full Text

S 06 18
1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. April 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Anspruch nach AVIG

1. a) Der heute 45-jährige … (geb. …) ist verheiratet, Vater zweier Kinder, 

portugiesischer Staatsangehöriger und wohnhaft in …/GR. Er ist angelernter 

Maurer und arbeitete lange bei einer grossen Baufirma auf diversen 

Baustellen. Am 31.01.2002 erlitt er einen Arbeitsunfall, als ihm ein rund 400 

Kilogramm schwerer Betonpfeiler auf das linke Bein stürzte, wobei er sich den 

linken Unterschenkel sowie das linke Fussgelenk brach und die Fusszehen 

zerquetscht wurden. Noch am selben Tag wurde er im Kantonsspital Chur 

operiert, wo er danach über einen Monat auch noch gepflegt wurde 

(Hospitalisation 31.01.-07.03.02).

b) Es folgten später (2003-05) zahlreiche Untersuchungen und Abklärungen 

über den Gesundheitszustand und die Restarbeitsfähigkeit des Versicherten. 

Im Juli 2005 meldete sich der Versicherte und frühere Arbeitnehmer bei der 

zuständigen Arbeitslosenkasse (ALK …) zum Bezug einer 

Arbeitslosenentschädigung (ALE) an, wobei er gleichzeitig eine Stelle als 

Hilfsarbeiter für körperlich leichtere Tätigkeiten suchte. Mit Verfügung vom 

23.09.2005 teilte die ALK dem Gesuchsteller mit, dass er ab 01.09.2005 

keinen Anspruch auf ALE habe, da die Kündigungsfrist der Arbeitgeberin erst 

per Ende Okt. 05 auslaufe (bis dahin Lohnfortzahlungspflicht) und deshalb 

erst ab dem 01.11.2005 Leistungen der ALK möglich wären, sofern die 

Vermittlungsfähigkeit durch das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit (KIGA) vorher noch geprüft und alsdann bejaht würde. Eine dagegen 

erhobene Einsprache des Versicherten wies die ALK mit Entscheid vom 

17.12.2005 ab.

c) Das KIGA seinerseits stellte mit Verfügung vom 11.11.2005 fest, dass die 

Vermittlungsfähigkeit des Versicherten – namentlich gestützt auf den letzten 

Hausarztbericht – ab dem 01.09.2005 zu verneinen sei und deshalb kein 

Anspruch auf ALE bestehe. Eine dagegen erhobene Einsprache des 

Versicherten wies das KIGA mit Entscheid vom 24.01.2006 ab.

2. Hiergegen erhob der Einsprecher am 31.01.2006 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen um kostenfällige 

Aufhebung der angefochtenen Entscheide der ALK und des KIGA sowie 

Ausrichtung einer ALE ab 01.09.2005. Zur Begründung brachte er im 

Wesentlichen vor, dass die erwähnten Entscheide widersprüchlich und daher 

nicht haltbar seien; während die ALK von einer Arbeitsfähigkeit von 50% (ab 

01.09.-31.10.05) ausgehe und somit ein Anspruch auf ALE bestünde, habe 

das KIGA seine Vermittlungsfähigkeit ab 01.09.2005 verneint und so jede 

Bezugsberechtigung auf ALE abgelehnt. Entgegen der Sachdarstellung des 

KIGA habe sich der Unfallschein der SUVA (ab 13.09.05 bis auf weiteres zu 

100% arbeitsunfähig) einzig auf die körperlich schwere Arbeit als Maurer bzw. 

Bauarbeiter bezogen; nicht jedoch auf eine leidensangepasste Ersatztätigkeit. 

Um die strittige Vermittlungsfähigkeit seriös prüfen zu können, müssten indes 

noch entsprechende Arbeitsversuche durchgeführt werden. Auch treffe es 

nicht zu, dass die Lohnfortzahlungspflicht der früheren Arbeitgeberin bis Ende 

Okt. 05 angedauert hätte, da für die Dauer des Unfalls die SUVA 

leistungspflichtig wäre; diese habe ihre Pflichten mangels vernünftiger 

Heilungschancen aber per Ende Aug. 05 eingestellt. Ein Verbleib bei der 

früheren Arbeitgeberin hätte zudem keinen Sinn gemacht, da die dort 

vorhandenen Tätigkeiten allesamt zu schwer bzw. körperlich zu anstrengend 

für ihn gewesen wären. Im Ergebnis sei es daher stossend, dass er trotz 

seiner Restarbeitsfähigkeit und Vermittlungsfähigkeit ab 01.09.05 keine 

Leistungen der ALK bzw. des KIGA erhalten habe und so letztlich zum 

Sozialfall würde.

3. In der Stellungnahme beantragte das KIGA Abweisung der Beschwerde. Zur 

Bestätigung der bestrittenen Vermittlungsunfähigkeit des Versicherten (ab 

01.09.05) hielt es fest, dass selbst sein Hausarzt letztlich zum Schluss 

gekommen sei, dass er auf dem freien Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sei. 

Daran ändere auch die ihm attestierte Arbeitsfähigkeit von 50% für ganztätige, 

vorwiegend sitzende Beschäftigungen mit eingeschränkter Tragfähigkeit und 

der Notwendigkeit von Gehhilfen beim Laufen nichts, da er für 

Ersatztätigkeiten im handwerklichen Bereich praktisch so stark behindert sei, 

dass keine neue Stelle für ihn gefunden werden könnte. Für leichtere Arbeiten 

(Bürotätigkeiten usw.) käme er aber ebenso nicht in Frage, da er weder über 

eine entsprechende Ausbildung noch über die dafür erforderlichen 

Deutschkenntnisse verfüge, um selbst bei guter Konjunkturlage als 

Hilfsarbeiter (mit eben sehr schlechten Qualifikationen) auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Erfolg platziert werden zu können. Er sei 

objektiv daher als nicht vermittlungsfähig einzustufen, weshalb der 

angefochtene Entscheid rechtens und zu schützen sei.

4. In ihrer Stellungnahme beantragte die ALK gleichfalls Abweisung der 

Beschwerde. Ein Widerspruch zwischen dem Entscheid des KIGA und ihrem 

Entscheid liege nicht vor, da die Vorfrage der Einhaltung der 

Kündigungsfristen durch die Arbeitgeberin durchaus sinnvoll sei, bevor über 

die Vermittlungsfähigkeit und die Leistungspflichten der ALK entschieden 

werde. Im Übrigen habe die SUVA dem Versicherten ab Sept. 05 sogar eine 

volle Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit im Zuge der zu prüfenden Rente 

attestiert, weshalb bis zum Ablauf der ordentlichen (3-monatigen) 

Kündigungsfrist per Ende Okt. 05 eben auch kein Anspruch auf ALE durch die 

ALK entstanden sein könne. Ihr Entscheid sei darum zu bestätigen.

5. Ein zweiter Schriftenwechsel brachte keine wesentlichen neuen Erkenntnisse 

hervor, vertieften und bekräftigten die Parteien darin doch nur noch einmal 

ihre gegensätzlichen Standpunkte über die Einhaltung und Bedeutung der 

vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen, der Restarbeitsfähigkeit sowie der 

strittigen Vermittlungsfähigkeit ab 01.09.2005.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Zunächst gilt es festzuhalten, dass die Beschwerden gegen den 

Einspracheentscheid der ALK und gegen den Einspracheentscheid des KIGA 

aus prozessökonomischen Gründen in einem Verfahren behandelt und in 

einem einzigen Urteil entschieden werden können, da es inhaltlich um 

denselben Sachverhalt und eng miteinander verbundene Rechtsfragen unter 

den gleichen Parteien geht, und daher eine Vereinigung dieser Verfahren 

gestützt auf Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG; BR 

370.100) sinnvoll und geboten erscheint. 

2. a) Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) hat 

der Versicherte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (ALE), wenn er 

ganz oder teilweise arbeitslos ist. Laut Art. 10 AVIG gilt als arbeitslos, wer in 

keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Voll- oder zumindest 

Teilzeitbeschäftigung sucht. Nach Art. 11 AVIG ist der Arbeitsausfall lediglich 

anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat (Abs. 1). Nicht 

anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, für den dem Arbeitslosen noch Lohn- oder 

Entschädigungsansprüche zustehen (Abs. 3). Zur Lohnfortzahlungspflicht im 

Arbeitsrecht wird in Art. 324a des Obligationenrechts (OR; 220) bestimmt: 

Wird der Arbeitnehmer aus Gründen, die in seiner Person liegen, wie 

Krankheit, Unfall [...], ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung 

verhindert, so hat ihm der Arbeitgeber für eine beschränkte Zeit den darauf 

entfallenden Lohn zu entrichten, samt einer angemessenen Vergütung für 

ausfallenden Naturallohn, sofern das Arbeitsverhältnis mehr als drei Monate 

gedauert hat oder für mehr als drei Monate eingegangen ist (Abs. 1). Durch 

schriftliche Abrede, Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag kann 

eine von den vorstehenden Bestimmungen abweichende Regelung getroffen 

werden, wenn sie für den Arbeitnehmer mindestens gleichwertig ist (Abs. 4). 

Gemäss Arbeitsvertrag vom 04.12.1996 zwischen der ehemaligen 

Arbeitgeberin (Baufirma) und dem Versicherten als Arbeitnehmer sollte die 

Kündigungsfrist vom zweiten bis neunten Dienstjahr zwei Monate (jeweils auf 

Ende des angebrochenen Monats) und ab dem 10. Dienstjahr drei Monate 

betragen. Erstelltermassen arbeitete der Versicherte seit 1997 bis zum Unfall 

im Januar 02 – also fast fünf Jahre – bei derselben Baufirma, womit 

mindestens eine Kündigungsfrist von zwei Monaten einzuhalten gewesen 

wäre. Aktenkundig wurde dem Arbeitnehmer mit eingeschriebener Post Mitte 

August 2005 per Ende Monat gekündigt, was nach Art. 324a bzw. laut 

Arbeitsvertrag (bzw. dem integrierten LMV nach Art. 21) aber offensichtlich 

nicht zulässig gewesen wäre. Laut Art. 324a bzw. vertraglicher Abmachung 

hätte das Arbeitsverhältnis frühestens per Ende Okt. 05 aufgelöst werden 

können. Bis dahin hätte laut Art. 324a OR zweifelsfrei noch eine 

Lohnfortzahlungspflicht der früheren Arbeitgeberin bestanden. Diese 

zivilrechtliche Sach- und Rechtslage musste nach Art. 11 Abs. 1 und 3 AVIG 

indes zur Konsequenz haben, dass die ALK vor Ablauf jener Kündigungsfrist 

samt entsprechender Lohnansprüche vor Nov. 05 aber tatsächlich nicht 

berechtigt gewesen wäre, allfälligen Ansprüche aus der 

Arbeitslosenversicherung stattzugeben. Der angefochtene Entscheid der ALK 

erweist sich damit als rechtens und ist zu bestätigen, was zur Abweisung der 

Beschwerde führt.

b) Anders verhält es sich aber bezüglich des angefochtenen Entscheids des 

KIGA, in dem die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten – gestützt auf ein 

Zeugnis des Hausarztes vom Aug. 05 - ab anfangs Sept. 05 verneint wurde. 

Konkret sind hier folgende ärztlichen Befunde, Stellungnahmen und 

Klinikberichte bekannt und für die Entscheidfindung von Bedeutung:

 In der ersten Unfallmeldung betreffend Arbeitsunfall vom 31.01.2002 der 
damaligen Arbeitgeberin ist von Knochenbrüchen am linken Bein 
(Unterschenkel) und am linken Fuss die Rede.

 Im Operationsbericht vom 01.02.2002 des Rätischen Kantonsspitals 
Chur (KSC) wurde die Diagnose einer geschlossenen multifragmentären 
Tibiakopftrümmerfraktur (Schienbeinbruch) links und einer komplexen 
Vorfussverletzung links mit Quetschtrauma gestellt; womit die Indikation 
zur Gelenk überbrückenden Fixation (Einsatz Metallschiene) am 
Schienbein und zur Revision der schweren Vorfussverletzung 
(Zehenamputation) gegeben sei und umgehend zu erfolgen habe.

 Im Operationsbericht vom 07.02.2002 ist von der Befestigung einer 7-
Loch-Platte bzw. 4-Loch-Drittelrohrplatte am Schienbein links und der 
Revision des Vorderfusses in ca. 5 Tagen die Rede. Im Bericht  vom 
21.03.2002 wird als aufgetretene Komplikation der Wundheilung eine 
Weichteilinfektion am Vorderfuss links genannt. Eine erste klinische und 
radiologische Verlaufskontrolle sollte am 26.03.02 erfolgen.

 Im KSC-Sprechstundenbericht vom 26.03.2002 ist noch von Schmerzen 
im Vorderfuss und unter Belastung teils im lateralen Kniegelenk links die 
Rede, wobei der Patient mit dem Resultat zufrieden sei. Die laufende 
Therapie in der Reha-Klinik … sei daher fortzusetzen.

 Im Austrittsbericht vom 22.05.2002 der Klinik … (nach stationärem 
Aufenthalt 07.03.-10.05.02) – ca. 3½ Monate nach dem Unfall – wurde 
ihm (organisch; funktional) wieder die Zumutbarkeit einer Teilbelastung 
von aktuell 50 kg des linken Beines an zwei Unterarmgehstützen 
attestiert. Die Operationsnarben seien reizlos verheilt. 
Phantomschmerzen (wegen Teilamputation Zehen links) seien nicht 
mehr geklagt worden. Die Physiotherapie sei ambulant fortzusetzen. Bis 
zur Stockentwöhnung sei er weiterhin 100% arbeitsunfähig (AUF).

 Gemäss Spitalverlaufsbericht vom 18.06.2003 (Stempel) erfolgte die 
operative Metallentfernung am linken Bein im Januar 03. Im Mai 03 
klagte der Patient über starke Knieschmerzen, wobei teilweise 
Pseudoblockaden aufgetreten seien, die den Versicherten beim 
Treppensteigen bzw. Bergabwärtslaufen beeinträchtigt hätten. Zum 
Aufbau der Oberschenkelmuskulatur wurde Physiotherapie angeordnet. 
Ein MRI des linken Beins/Kniegelenks anfangs Juni 03 ergab einen 
verheilten Schienbeinbruch mit leichter Stufenbildung (Kettenverletzung) 
an den linken unteren Extremitäten.

 Laut Attest des Hausarztes (Dr. …) vom 01.09.2003 war der Versicherte 
(nach einem zweiten Unfall) bis Ende Aug. 03 zu 100% arbeitsunfähig; 
darauf sei er aber wieder zu 100% arbeitsfähig.

 Im Zwischenbericht des Hausarztes vom 01.10.2003 (für die SUVA) 
wurde präzisiert, dass ihm die Wiederaufnahme einer Arbeit zu 50% seit 
Mitte März 03 möglich sei, wobei fortan aber mit Schmerzen und einer 
eingeschränkten Funktion des linken Knies zu rechnen sei.

 Im Bericht vom 02.12.2003 des Kantonsspitals Baden wird von 
Konturirregularitäten der Gelenksflächen und Anzeichen einer aktivierten 
Arthrose am linken Knie gesprochen.

 Im Austrittsbericht vom 21.01.2004 der Klinik … (nach stationärem 
Abklärungsaufenthalt vom 29.10.-10.12.03) wurden aktuell 
belastungsabhängige Vorderfuss-/Knieschmerzen (nach 
Zehenamputation; bei posttraumatischer Gonarthrose/Meniskopathie) 
festgestellt. Der Versicherte sei als zu 100% AUF seit 11.12.03 zu 
betrachten.

 Laut KSC-Operationsbericht vom 23.04.2004 wurde beim Versicherten 
eine Arthroskopie am linken Knie, eine Teilmeniskusresektion lateral und 
partielle Synovektomie (Gelenkshaut) durchgeführt.

 Aus der kreisärztlichen Untersuchung vom 14.06.2004 geht hervor, dass 
die Beschwerden seit der letzten Operation (vor 7 Wochen) 

zugenommen hätten und der Patient nun ständig auf Gehstöcke 
angewiesen sei. Klinisch sei das Kniegelenk reizlos; es bestehe eine 
hochgradige Muskelatrophie (Muskelschwund) bei recht guter 
Beweglichkeit und intakter Stabilität. Die Röntgenbilder des KSC vom 
März 04 zeigten eine Inkongruenz im Kniegelenk links mit beginnender 
lateraler Gonarthrose (Kniegelenksentzündung) und Zeichen der 
femoro-patellaren Arthrose links (Oberschenkelerkrankung). Diese 
Gelenksveränderungen erklärten das Beschwerdebild. Bezüglich des 
linken Fussproblems seien aktive Massnahmen nicht angezeigt; aber es 
sei auf eine optimale Schuhversorgung zu achten.

 Laut KSC-Operationsbericht vom 18.08.2004 erfolgte als Gelenk 
erhaltender Eingriff die Indikation zu einer Varisationsosteotomie 
(Knochenkorrektur am linken Schenkelhals) und dadurch eine 
Entlastung des lateralen Kompartimentes des linken Kniegelenks.

 Gemäss Hausarztbericht vom 06.10.2004 bestehen seit der Operation 
im August 04 beim Versicherten weiterhin Ruheschmerzen sowie eine 
eingeschränkte Flexion-Extension (Beuge-Streckfunktion), aber kein 
Erguss mehr am linken Knie. Er sei weiterhin mit Krücken mobil, könne 
jedoch keine langen Strecken gehen.

 Dem schmerztherapeutischen Konsilium vom 17.01.2005 der Klinik … 
(Untersuchung am 11.01.05) ist zu entnehmen, dass ein nozizeptives 
Schmerzsyndrom am linken Knie im Vordergrund stehe. Die Schmerzen 
könnten einem gewissen neuropathischen Schmerzanteil entsprechen, 
sollte hier eine Nervenverletzung stattgefunden haben. Die klinischen 
Befunde deuteten aber eher nicht daraufhin.

 Im Austrittsbericht vom 18.02.2005 der Klinik … (Abklärungsaufenthalt 
vom 09.12.-02.02.05) ist sodann von bewegungs- und 
belastungsabhängigen Schmerzen am linken Knie (angewiesen auf zwei 
Unterarmstöcken als Gehhilfen), einem Reizknie links (verursacht durch 
störende LISS-Platte am linken Oberschenkenhals) und 
wiederkehrenden nächtlichen Phantomschmerzen nach 
Zehenamputation (Dig. I-V) am linken Fuss die Rede. Der Versicherte 
sei zurzeit 100% AUF. Die Röntgenaufnahmen der Kniegelenke im 
Seitenvergleich hätten eine beginnende biokompartimentäre 
Gonarthrose links sowie eine Demineralisation gezeigt. Warum er 
allerdings bei Austritt nur wenige Meter stockfrei gehen könne, sei nicht 
nachvollziehbar. Weder erklärten die objektiven Befunde noch 
entsprechende Schonungszeichen/Entlastungen im Gangbild (kleiner 
Mineralisationsunterschied laut Röntgenbildern; praktisch symmetrische 
Beschwielung an den Fersen) solche Beschwerden. Bei Verschwinden 
des linken Reizknies (nach Metallentfernung im Oberschenkel) wäre 
dem Patienten aufgrund der objektivierbaren Befunde eine leichte bis 
mittelschwere, Wechsel belastende Arbeit ganztags, ohne 
Zwangshaltung für das Knie und ohne wiederholtes Treppensteigen 
zumutbar. So lange er sich allerdings auch für rein sitzende Tätigkeiten 
arbeitsunfähig erachte, dürften berufliche Massnahmen zum voraus 
scheitern.

 Laut Hausarztbericht vom 07.03.2005 brachte die 
Oberschenkeloperation im Aug. 04 nicht die erhoffte Verminderung der 
Beschwerden. Von weiteren operativen Eingriffen hätten die Fachleute 
(KSC/SUVA) abgeraten. Eine Wiederaufnahme der angestammten 
Maurertätigkeit sei nicht mehr realistisch. Da er jedoch über einen 
Lastwagenführerschein verfüge, wäre er mindestens noch als Chauffeur 
einsetzbar.

 Im Bericht vom 18.04.2005 der Klinik … sind persistierende  
Knieschmerzen als Einweisungsgrund genannt. Beim Barfussgang sei 
ein deutliches Schonhinken erkennbar. Die Operationsnarbe sei reizlos; 
es sei keine Überwärmung, Rötung oder ein Gelenkserguss ersichtlich. 
Radiologisch sei eine beginnende Arthrose erstellt.

 Gemäss KSC-Operationsbericht vom 25.04.2005 wurde die störende 
und seit August 04 Schmerzen verursachende Metallplatte entfernt. Alle 
gelenkerhaltenden Operationen seien damit ausgeschöpft. Bei erneuter 
Persistenz der Knieschmerzen wäre nur noch die Möglichkeit einer Knie-
TP (Ersatzgelenk mittels Kniearthroplastik) gegeben. Im zugleich 
erstellten Austrittsbericht ist von einem komplikationslosen 
postoperativen Heilungsverlauf die Rede (Eingriff 22.04.05). Er sei schon 
am 25.04.05 in gutem Allgemeinzustand mit trockenen und reizlosen 
Wundverhältnissen wieder nach Hause entlassen worden. Es bleibe nun 
weiter der Effekt der Metallentfernung abzuwarten. Eine erneute 
chirurgische Intervention erscheine aufgrund des jungen Alters des 
Patienten (damals 44-jährig) sowie der klinisch nur schwer 
nachvollziehbaren Schmerzproblematik und Schmerzlokalisation nicht 
angezeigt. Für weitere sinnvolle chirurgische (Gelenk-Prothese) oder 
therapeutische Massnahmen bestünde keine Möglichkeit mehr.

 Im kreisärztlichen Abschlussbericht der SUVA vom 16.06.2005 hielt Dr. 
…, Facharzt FMH orthop. Chirurgie, - unter Einbezug der bisherigen 
Unfall-/Behandlungsgeschichte  - fest, dass beim Versicherten ein 
unverändertes, chronisches Schmerzsyndrom – akzentuiert im 
knienahen Bereich – der linken unteren Körperextremität bestehe. 
Klinisch sei das Kniegelenk trocken und reizlos. Weiter sei ein 
hochgradiger Muskelschwund bei guter Knie- und 
Sprunggelenksbeweglichkeit feststellbar. Die Flexion/Extension (Beuge-
/Streckfunktionen) des Kniegelenks betrage rechts 145-0-0°, links 130-
0-0°. Psychische Störungen mit Krankheitswert bestünden keine. Von 
weiteren medizinischen Behandlungsmassnahmen sei keine 
nennenswerte Besserung mehr zu erwarten. Die bisher ausgeübte 
Maurertätigkeit sei ihm auf Dauer nicht mehr zumutbar. Eine ganztätige 
vorwiegend sitzende Beschäftigung mit Einsatz der oberen Extremitäten 
und das Hantieren mit Werkzeugen sowie leichter Hebe- und Traglasten 
(bis 10 kg) seien ihm möglich und zumutbar. Die Fortbewegungs- und 
Gehmöglichkeit (50 bis 100 m) bestehe, allenfalls mit Stockbenützung. 
Insofern sei ab Mitte Juli 05 von einer halben Vermittlungsfähigkeit (50%) 
und ab Sept. 05 gar von einer vollen Vermittlungsfähigkeit (0% AUF) 
auszugehen.

 Im Hausarztzeugnis vom 23.08.2005 wurde dem Versicherten noch  eine 
volle Arbeitsunfähigkeit (vom 29.10.03-31.08.05 zu 100% AUF) bzw. ab 
01.09.2005 in einer leidenangepassten Erwerbstätigkeit (sitzende 
Arbeiten mit nur leichten Hebe-/Traglasten; und Gehfähigkeit nur mit 
Stöcken) immerhin eine reduzierte Arbeitsfähigkeit (50%) attestiert; 
wobei er den Versicherten zuhanden der ALK bzw. des KIGA als „nicht 
vermittelbar“ einstufte (vgl. Parallelfall VGU S 06 18).

 Laut Operationsbericht vom 06.01.2006 der Gelenksklinik in Zürich 
wurde beim Versicherten eine Knieinfiltration links durchgeführt, wobei 
indes bloss eine Schmerzreduktion von 30-40% im Vergleich zu vorher 
erzielt worden sei. Dies spreche ebenfalls gegen eine operative 
Versorgung der Gonarthrose links mittels Knie-TP(-Implantation).

 Im letzten Zeugnis (Unfallschein UVG) vom 28.02.2006 bescheinigte der 
Hausarzt dem Versicherten – ohne zusätzliche Begründung – eine volle 
Arbeitsunfähigkeit (100% AUF) seit 29.10.2003.

c) In Würdigung der soeben erwähnten Unfall-, Arzt- und Klinikberichte ist das 

Gericht zur festen Überzeugung gelangt, dass keine triftigen Gründe oder 

Anhaltspunkte bestehen, an den sorgfältig und umfassend ermittelten 

Befunden sowie den daraus gezogenen Schlussfolgerungen der Vorinstanz 

zu zweifeln. Die unabhängig voneinander erstellten Operations- und 

Facharztberichte des KSC, der Kliniken … und …, sowie insbesondere des 

SUVA-Kreisarztes Dr. … stimmen allesamt darin überein, dass eine 

Verbesserung des geklagten Knieleidens durch chirurgische Eingriffe oder 

therapeutische Massnahmen nicht mehr möglich sei und darum der 

gesundheitliche Endzustand für die Beurteilung der medizinisch-

theoretischen Restarbeitsfähigkeit erreicht sei. Sie kamen dabei letztlich zum 

Schluss, dass ihm eine Wiederaufnahme der körperlich anstrengenden 

Erwerbstätigkeit als Maurer/Bauarbeiter nicht mehr zumutbar sein würde; ihm 

aber eine leidenangepasste Ersatztätigkeit (rein sitzende Tätigkeiten, ohne 

das Heben und Tragen schwerer Lasten) ab 01.09.2005 wieder 

uneingeschränkt möglich und zumutbar wäre (0% AUF). Insoweit der 

Hausarzt im letzten Zeugnis vom Febr. 06 zu einer gegenteiligen Auffassung 

gelangte, kann ihm nicht gefolgt werden. Der betreffende Hausarzt 

bescheinigte knapp ein halbes Jahr zuvor (im Aug. 05) noch selbst, dass der 

Patient ab Sept. 05 wieder zu 50% arbeitsfähig sei, womit sich der Genannte 

offensichtlich in Widersprüche verstrickte und auf seine Atteste mangels 

Zuverlässigkeit nicht ohne Vorbehalte abgestellt werden kann. Weiter 

erscheint auch die Einholung eines neurologischen Gutachtens nicht als 

indiziert, wurde doch nachweislich bereits im schmerztherapeutischen 

Konsilium der Klinik … vom Jan. 05 auf die Möglichkeit eines neuropathischen 

Schmerzanteils für die geklagten Bein-/Knieleiden links hingewiesen; 

gleichzeitig aber ebenso klar dargetan, dass die klinischen Befunden keine 

Anzeichen für allfällige Nervenverletzungen ergeben hätten. In der Folge 

wurde diese Einschätzung von keinem der konsultierten Fachärzte 

angezweifelt; insbesondere bestätigte keiner der Experten, dass die Knie- und 

Wadenschmerzen mutmasslich - geschweige mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit – auf zerstörte Nervenbahnen zurückgeführt werden 

könnten. Auf zusätzliche Abklärungen kann somit verzichtet werden. Im 

Übrigen belegt speziell der Austrittsbericht der Klinik … vom Februar 05, dass 

die geklagten Gehschwierigkeiten klinisch nicht nachvollziehbar sind. Die 

objektivierbaren Befunde hätten im Gegenteil klarerweise auf die 

Zumutbarkeit einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Arbeit 

ganztags ohne Zwangshaltungen schliessen lassen. Dieser glaubhaften 

Gesamtbeurteilung gibt es hier nichts beizufügen, womit der Versicherte 

medizinisch-theoretisch ab 01.09.2005 in einer behinderungsgerechten 

Ersatztätigkeit als voll einsatz- und arbeitsfähig (0% AUF respektive 100% AF) 

hätte taxiert werden müssen.

d) Wie aus dem Parallelfall VGU S 06 33 hervorgeht, wurde der Invaliditätsgrad 

für eine SUVA-Rente zu Recht auf 38% festgelegt. Daraus folgt umgekehrt, 

dass der Versicherte in einer leidensangepassten Ersatztätigkeit noch zu 62% 

vermittlungsfähig ist, weshalb er vom KIGA ab 01.11.2005 grundsätzlich auch 

wieder als vermittlungsfähig hätte bezeichnet werden müssen. Insofern ist die 

Beschwerde gutzuheissen.

3. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

Hingegen hat das KIGA dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer 

gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG noch eine angemessene aussergerichtliche 

Entschädigung zu bezahlen. Eine Parteienentschädigung an die obsiegende 

ALK entfällt demgegenüber praxisgemäss (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g 

ATSG).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. a) Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Arbeitslosenkasse 

(ALK) … wird abgewiesen.

b) Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid des Amtes für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit des Kantons Graubünden (KIGA) wird gutgeheissen, der 

angefochtene Einspracheentscheid aufgehoben und die Vermittlungsfähigkeit 

(im Umfange der Restarbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit) ab 

dem 1. November 2005 grundsätzlich bejaht.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Das KIGA hat … aussergerichtlich mit Fr. 2'000.-- (inkl. MWST) zu 

entschädigen.