# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b75d1fdf-6049-5b12-af17-882ef6352fc9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 07.11.2018 WBE.2017.391
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2017-391_2018-11-07.pdf

## Full Text

144 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

zug der Wegweisung keine Hindernisse entgegenstehen, ist die Be-
schwerde abzuweisen. 

III. 
Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt 
(§ 31 Abs. 2 VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, 
gehen die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen 
Lasten. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 
VRPG). 

 

14 Widerruf der Niederlassungsbewilligung; Verhältnismässigkeitsprüfung 

- Bemessung des öffentlichen Interesses bei Straffälligkeit mit kultu-

rellem Hintergrund (Erw. 3.2.2) 

- Bemessung des privaten Interesses insbesondere mit Blick auf die 

Aufenthaltsdauer (Erw. 3.3) 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 7. November 2018, in 

Sachen A. A. gegen Amt für Migration und Integration (WBE.2017.391). 

Sachverhalt 

A. 
Der Beschwerdeführer reiste am 20. April 1991 im Alter von 

15 Jahren in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Fami-
liennachzugs eine Niederlassungsbewilligung zum Verbleib bei 
seinen Eltern (Akten des Amts für Migration und Integration 
[MI-act.] 3 ff.). 

Am 11. Mai 1993 wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl 
der Jugendanwaltschaft des Kantons X. wegen Widerhandlung gegen 
das ANAG zu einer Busse von CHF 60.00 verurteilt (MI-act. 17). 

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Der Beschwerdeführer heiratete am 29. September 1993 B. B., 
mit welcher er drei Kinder hat (C., geboren 1993; D., geboren 1995; 
und E., geboren 2000). 

Am 12. Februar 1997 wurde der Beschwerdeführer mit Straf-
befehl des Bezirksamts Y. wegen Widerhandlung gegen das SVG zu 
einer Busse von CHF 500.00 verurteilt (MI-act. 24). 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Z., Strafgericht, vom 22. Januar 
2014 wurde der Beschwerdeführer wegen mehrfacher Drohung, 
mehrfacher Körperverletzung, mehrfacher Beschimpfung, Sachbe-
schädigung sowie Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, 
einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 100.00 sowie einer 
Busse von CHF 500.00 verurteilt, wobei der Vollzug der Freiheits-
strafe und der Geldstrafe, unter Ansetzung einer Probezeit von vier 
Jahren, aufgeschoben wurde (MI-act. 67 ff.). Am 14. Oktober 2015 
hob das Bezirksgericht Z., Strafgericht, Dispositivziffer 5 seines 
Urteils vom 22. Januar 2014, womit dem Beschwerdeführer unter-
sagt worden war, während der Probezeit seine Tochter C. und seine 
Schwester F. F.-A. in irgendeiner Weise zu kontaktieren oder sich 
ihnen um mehr als 200 Meter zu nähern, ersatzlos auf 
(MI-act. 102 ff.). 

Das MIKA gewährte dem Beschwerdeführer am 16. Dezember 
2016 das rechtliche Gehör betreffend Widerruf seiner Niederlas-
sungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (MI-act. 84 f.). 
Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen damaligen Rechtsver-
treter, reichte dem MIKA am 10. März 2017 seine Stellungnahme ein 
(MI-act. 119 ff.). 

Mit Verfügung vom 27. April 2017 widerrief das MIKA die 
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und wies ihn aus 
der Schweiz weg (MI-act. 128 ff.). 

B. 
Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer mit Eingabe 

seiner Rechtsvertreterin vom 24. Mai 2017 beim Rechtsdienst des 
MIKA (Vorinstanz) Einsprache erheben (MI-act. 152 ff.). Mit Verfü-
gung vom 4. Juli 2017 nahm die Vorinstanz weitere Sachverhaltsab-
klärungen vor (MI-act. 173 f.). 

146 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

Am 21. August 2017 erliess die Vorinstanz folgenden Ein-
spracheentscheid (act. 1 ff.): 

1. 

Die Einsprache wird abgewiesen. 

2. 

Es werden keine Gebühren erhoben. 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden 
Erwägungen eingegangen. 

C. 
Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 20. September 2017 

erhob der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Aargau (Verwaltungsgericht) Beschwerde und stellte folgende An-
träge (act. 13 ff.): 

1. 

Der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. August 2017 sei vollumfäng-

lich aufzuheben. 

2. 

Die dem Beschwerdeführer am 3. Juni 1991 erteilte und letztmals am 

16. April 2013 verlängerte Niederlassungsbewilligung sei i.S.v. Art. 34 i.V.m. 

Art. 63 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG zu verlängern und von ei-

ner Wegweisung aus der Schweiz sei abzusehen. 

3. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den 
nachstehenden Erwägungen. 

D. 
Nach fristgerechtem Eingang des Kostenvorschusses (act. 29 f.) 

wurde die Beschwerde mit Instruktionsverfügung vom 9. Oktober 
2017 der Vorinstanz zur Vernehmlassung und Einreichung aller mig-
rationsamtlichen Akten zugestellt. Gleichzeitig wurden die 
Strafakten des Strafurteils des Bezirksgerichts Z. gegen den 
Beschwerdeführer vom 22. Januar 2014 beigezogen und wurde das 
Bezirksgericht Z. ersucht, dem Verwaltungsgericht die Strafakten zur 
Einsichtnahme zukommen zu lassen (act. 31 f.). Die Vorinstanz 

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reichte mit Schreiben vom 17. Oktober 2017 ihre Akten ein, hielt an 
ihren Erwägungen im angefochtenen Entscheid fest und beantragte 
die Abweisung der Beschwerde (act. 33). Ebenfalls am 17. Oktober 
2017 gingen die Strafakten des Bezirksgerichts Z., Strafgericht, beim 
Verwaltungsgericht ein. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2017 wurde 
die Vernehmlassung der Vorinstanz dem Beschwerdeführer zur 
Kenntnisnahme zugestellt und auf die Anordnung eines weiteren 
Schriftenwechsels verzichtet (act. 34 f.). 

E. 
Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 7. November 2018 

beraten und entschieden. 

Erwägungen 

I. 
1. 
Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit 

Zustellung mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezo-
gen werden (§ 9 Abs. 1 EGAR). Beschwerden sind schriftlich einzu-
reichen und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; 
der angefochtene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel 
sind zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen (§ 2 Abs. 1 
EGAR i.V.m. § 43 VRPG). 

Der Beschwerdeführer beantragt mit seiner Beschwerde, dass 
seine Niederlassungsbewilligung zu verlängern und von einer 
Wegweisung abzusehen sei. Bezüglich Verlängerung der Niederlas-
sungsbewilligung ist festzuhalten, dass diese unbefristet ist und ohne 
Bedingungen erteilt wird (Art. 34 Abs. 1 AuG; Urteil des Bundesge-
richts vom 18. Juni 2015 [2C_200/2015], Erw. 1.2). Es geht lediglich 
darum, die Kontrollfrist neu anzusetzen. Zudem kann das Verwal-
tungsgericht keine Bewilligungen verlängern. Wird die Beschwerde 
gutgeheissen und der Einspracheentscheid aufgehoben, bleibt die 
Niederlassungsbewilligung bestehen und die Kontrollfrist wird durch 
das MIKA automatisch neu angesetzt. 

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In diesem Sinne sowie mit Blick auf das Absehen von einer 
Wegweisung und da sich die Beschwerde inhaltlich gegen den Ein-
spracheentscheid der Vorinstanz vom 21. August 2017 richtet, ist die 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts gegeben und auf die frist- und 
formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 

2. 
Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften 

oder Bestimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das 
Verwaltungsgericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt 
werden. Die Ermessensüberprüfung steht dem Gericht jedoch grund-
sätzlich nicht zu (§ 9 Abs. 2 EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). 

II. 
1. 
1.1. 
Die Vorinstanz hält in ihrem Einspracheentscheid vom 21. Au-

gust 2017 fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Verurtei-
lung durch das Bezirksgericht Z. zu einer bedingten Freiheitsstrafe 
von zwei Jahren den Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG erfülle, was unbestritten sei. 

Hinsichtlich dieser Verurteilung des Beschwerdeführers stellt 
die Vorinstanz mit Blick auf die entsprechende Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft V. weiter fest, dass ihr gravierende Delikte zu-
grunde lägen, welche ein grosses öffentliches Interesse an der auslän-
derrechtlichen Massnahme begründeten. Der kulturelle Hintergrund 
der Taten steigere das öffentliche Interesse an einer Entfernung des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz erheblich, so dass dieses als sehr 
gross zu bezeichnen sei. Der Beschwerdeführer habe seine Tochter 
und seine Schwester über viele Jahre hinweg unterdrückt und ihnen 
auf gewalttätige Weise seinen Willen aufgedrängt. Er habe ein Ver-
halten gezeigt, das in der schweizerischen Gesellschaft und mit Blick 
auf die hiesigen Grundwerte völlig inakzeptabel sei. Die behauptete 
plötzliche umfassende Einsicht, die angebliche tiefe Reue und das 
scheinbar mühelose Ablegen jahrelang gelebter kultureller Überzeu-
gungen ohne unterstützende Massnahmen seien nicht glaubhaft. 

2018 Migrationsrecht 149 

Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass sich der Beschwerde-
führer aufgrund echter Einsicht in sein Fehlverhalten gebessert habe, 
sei festzustellen, dass dem Wohlverhalten seit 2012 lediglich unter-
geordnete Bedeutung zukomme, sei er doch unter dem Eindruck des 
Strafverfahrens, der Probezeit sowie des ausländerrechtlichen Ver-
fahrens gestanden. Zudem könnten bei Drittstaatsangehörigen grund-
sätzlich auch generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt 
werden. Gestützt auf die lange Aufenthaltsdauer geht die Vorinstanz 
von einem entsprechend grossen privaten Interesse an einem weite-
ren Aufenthalt in der Schweiz aus, welches jedoch trotz Sprachkennt-
nissen und langjähriger beruflicher Tätigkeit mangels vertiefter Inte-
gration in die schweizerische Kultur und Gesellschaft erheblich rela-
tiviert würde, so dass dem Beschwerdeführer ein mittleres privates 
Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz zuzubilligen sei. 
Weiter hält die Vorinstanz fest, dass eine Rückkehr in den Kosovo 
aus sozialer und beruflicher Sicht nicht mit besonderen Schwierig-
keiten verbunden sei und dem Beschwerdeführer die Reintegration 
ohne grössere Schwierigkeiten möglich sein dürfte. Zu seinen Guns-
ten sei zu berücksichtigen, dass er in der Schweiz eine gefestigte 
berufliche Stellung aufgeben müsste. Insgesamt würden die persön-
lichen Nachteile das private Interesse an einem Verbleib in der 
Schweiz leicht zu erhöhen vermögen. Die Beziehungen zu seinen 
Kindern würden das private Interesse an einem Verbleib in der 
Schweiz sodann nur leicht erhöhen. Auch für die Ehefrau des 
Beschwerdeführers, welche ebenfalls aus dem Kosovo stamme, wäre 
die Rückkehr ins Herkunftsland nicht unzumutbar. Da davon auszu-
gehen sei, dass sie zumindest bis zur Volljährigkeit bei ihrem jüngs-
ten Sohn in der Schweiz bleiben werde und die Wegweisung des Be-
schwerdeführers daher zu einer zumindest vorübergehenden Tren-
nung der Ehegatten führen würde, sei das private Interesse an einem 
Verbleib in der Schweiz leicht erhöht. Insgesamt beurteilt die Vorin-
stanz das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib 
in der Schweiz als gross. 

Im Ergebnis kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass das sehr 
grosse öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung und der Wegweisung aus der Schweiz das grosse private Inte-

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resse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz über-
wiege, womit sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht 
nur als rechtmässig, sondern auch als verhältnismässig erweise. Eine 
Verwarnung falle somit ausser Betracht. Würde von einem Eingriff 
in das gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV geschützte 
Rechtsgut ausgegangen, wäre festzuhalten, dass dieser nach Art. 8 
Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 36 Abs. 3 BV verhältnismässig und damit 
auch zulässig wäre. Eine vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbar-
keit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs komme vorlie-
gend von vornherein nicht in Betracht; Vollzugshindernisse seien 
denn weder ersichtlich noch geltend gemacht worden. 

1.2. 
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass mit Blick auf seine 

Verurteilung nicht unberücksichtigt bleiben dürfe, dass er geständig 
sei, seine Fehler eingesehen habe und sich mit seiner Tochter, die ja 
die Hauptbetroffene der verurteilten Taten sei, ausgesöhnt habe. Er 
habe sodann einen ersten Termin bei einer Therapeutin absolviert. 
Seit dem Jahr 2012 habe er sich nichts mehr zuschulden kommen 
lassen, wobei mit Blick auf die Ausführungen der Vorinstanz nicht 
nachvollziehbar sei, wie er sich ohne tatsächliche Veränderung eine 
derart lange Zeit hätte tadellos verhalten sollen. Das öffentliche Inte-
resse an einem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung und an 
seiner Wegweisung aus der Schweiz wöge höchstens mittelschwer. In 
wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und sprachlicher Hinsicht sei er 
vollständig integriert. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz 
dürfe von ihm jedoch nicht verlangt werden, sämtliche Wertvorstel-
lungen seines Herkunftslandes aufzugeben; eine eigentliche Assimi-
lation sei nicht gefordert. Angesichts der sehr langen Aufenthalts-
dauer sowie seiner vollen Integration sei von einem sehr grossen 
privaten Interesse an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. 
Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz verfüge er über keine 
nennenswerten Kontakte im Kosovo. Weiter bringt der Beschwerde-
führer vor, dass er beinahe zwei Drittel seines Lebens in der Schweiz 
verbracht habe und seine Ehefrau, seine Tochter, seine zwei Söhne, 
seine Eltern, weitere Verwandte sowie seine Freunde in der Schweiz 
leben würden. Sein jüngster Sohn sei noch nicht volljährig und 

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deshalb in besonderem Masse auf die tatsächliche Anwesenheit 
seines Vaters angewiesen. Ebenso wäre die gute Beziehung zu seiner 
Tochter, welche sich immer noch am Entwickeln sei, durch seine 
Wegweisung aus der Schweiz gefährdet. Auch seine Ehefrau habe 
sich zusammen mit ihrer Familie ein Leben in der Schweiz aufge-
baut, welches sie nicht ohne massive Einschränkungen aufgeben 
könnte, um ihm in den Kosovo zu folgen. 

Zusammenfassend verfüge er über ein sehr grosses privates 
Interesse an einem Verbleib in der Schweiz, welches einem maximal 
mittleren öffentlichen Interesse an seiner Wegweisung gegenüber-
stehe. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung sowie die Weg-
weisung aus der Schweiz erwiesen sich somit als unverhältnismässig 
und damit nicht rechtens. Der Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung verstosse klar gegen Art. 8 EMRK, denn seine privaten Interes-
sen und diejenigen seiner Ehefrau sowie seines minderjährigen 
Sohnes weiterhin in der Schweiz zu leben, überwögen die öffentli-
chen Interessen an seiner Wegweisung aus der Schweiz. 

2. 
2.1. 
Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG liegt 

ein Grund zum Widerruf einer Niederlassungsbewilligung unter 
anderem dann vor, wenn eine ausländische Person zu einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine straf-
rechtliche Massnahme im Sinne von Art. 59 - 61 oder Art. 64 StGB 
angeordnet wurde. Von einer längerfristigen Freiheitsstrafe im er-
wähnten Sinne ist praxisgemäss immer dann auszugehen, wenn ein 
Betroffener zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ver-
urteilt wurde (BGE 135 II 377, Erw. 4.2; VGE vom 27. März 2013 
[WBE.2011.1073], Erw. II/2.2), wobei unerheblich ist, ob die Strafe 
bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollziehen ist (Urteil des Bun-
desgerichts vom 27. Januar 2010 [2C_515/2009], Erw. 2.1). Der 
Widerrufsgrund ist jedoch nur dann erfüllt, wenn eine Strafe für sich 
alleine das Kriterium der Längerfristigkeit erfüllt, das heisst die 
Dauer von einem Jahr überschreitet (BGE 137 II 297, Erw. 2.3.6). 

Dieser Widerrufsgrund gilt gemäss Art. 63 Abs. 2 AuG selbst 
dann, wenn sich die betroffene Person seit mehr als 15 Jahren unun-

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terbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhält (vgl. zum 
ordnungsgemässen Aufenthalt BGE 137 II 10, Erw. 4). 

2.2. 
Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Urteil des Bezirks-

gerichts Z., Strafgericht, vom 22. Januar 2014 unter anderem zu einer 
Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, wobei der Vollzug, unter 
Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren, aufgeschoben wurde 
(MI-act. 67 ff.). Damit ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 
lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt, was vom Beschwerde-
führer auch nicht bestritten wird (act. 20). 

3. 
3.1. 
Der Widerruf bzw. die Verweigerung einer Bewilligung recht-

fertigt sich nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende 
Interessenabwägung die entsprechende Massnahme als verhältnis-
mässig erscheinen lässt (BGE 135 II 377, Erw. 4.3). Konkret muss 
bei Gegenüberstellung aller öffentlichen und privaten Interessen ein 
überwiegendes öffentliches Interesse an der Entfernung aus der 
Schweiz resultieren. 

Ob sämtliche relevante Kriterien berücksichtigt und richtig 
angewandt worden sind bzw. ob sich der Widerruf oder die Verwei-
gerung einer Bewilligung als verhältnismässig erweist, ist als Rechts-
frage durch das Verwaltungsgericht frei zu prüfen. 

3.2. 
3.2.1. 
Beim Vorliegen von Widerrufsgründen infolge Straffälligkeit 

bestimmt sich das Mass des öffentlichen Interesses vorab anhand der 
Schwere des Verschuldens der betroffenen Person. Ausgangspunkt 
und Massstab dafür sind die vom Strafrichter verhängten Strafen. 
Das heisst, je höher eine Strafe ausfällt, umso höher ist aus migra-
tionsrechtlicher Sicht das Verschulden eines Betroffenen zu qualifi-
zieren und umso grösser ist das öffentliche Interesse an der migra-
tionsrechtlichen Massnahme einzustufen. Bei Festsetzung des Straf-
masses werden strafmildernde Umstände überdies stets mitberück-
sichtigt, weshalb auf die Beurteilung des Strafrichters grundsätzlich 
abzustellen ist (BGE 129 II 215, Erw. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

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vom 12. Juni 2012 [2C_797/2011], Erw. 2.2). Im Rahmen des migra-
tionsrechtlichen Verfahrens erfolgt keine erneute Abwägung der 
Elemente, die zur verschuldensabhängigen Strafzumessung führten. 
Praxisgemäss wird regelmässig vom im Strafverfahren festgestellten 
Verschulden und der durch den Strafrichter erfolgten Strafzumessung 
ausgegangen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2018 
[2C_1015/2017], Erw. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 
2005 [2A_570/2004], Erw. 3.3). 

Das Bezirksgericht Z., Strafgericht, verurteilte den Beschwerde-
führer am 22. Januar 2014 wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher 
Körperverletzung, mehrfacher Beschimpfung, Sachbeschädigung 
sowie Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, einer Geld-
strafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 100.00 sowie zu einer Busse 
von CHF 500.00, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geld-
strafe, unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren, aufgescho-
ben wurde. Weiter untersagte es dem Beschwerdeführer mit Disposi-
tivziffer 5 seines Urteils, sich seiner Tochter und seiner Schwester 
während der vierjährigen Probezeit um mehr als 200 Meter zu nähern 
und sie während dieser Zeit gegen ihren Willen in irgendeiner Weise 
zu kontaktieren (MI-act. 67 ff.). Bereits aufgrund der Dauer der Frei-
heitsstrafe von zwei Jahren ist aus migrationsrechtlicher Sicht von 
einem schweren Verschulden auszugehen, da dieses Strafmass weit 
über der Grenze von einem Jahr liegt, welche für die Möglichkeit des 
Widerrufs der Niederlassungsbewilligung massgeblich ist (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 30. Mai 2015 [2C_940/2014], Erw. 5.3). 
Folglich besteht ein entsprechend grosses öffentliches, insbesondere 
sicherheitspolizeiliches Interesse an der Verweigerung des weiteren 
Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz (BGE 135 II 377, 
Erw. 4.4). 

3.2.2. 
Aus migrationsrechtlicher Sicht sind in einem zweiten Schritt 

sämtliche weitere Umstände zu berücksichtigen, die zu einer Erhö-
hung des öffentlichen Interesses am Widerruf bzw. an der Verweige-
rung der Bewilligung führen können. Bei schweren Straftaten, insbe-
sondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren Betäubungsmitteldelik-
ten, sowie bei wiederholter Delinquenz bzw. erneuter Delinquenz 

154 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

nach Untersuchungshaft, nach verbüsster Freiheitsstrafe oder nach 
migrationsamtlicher Verwarnung erhöht sich aus migrationsrechtli-
cher Sicht das öffentliche Interesse am Widerruf bzw. an der Verwei-
gerung der Bewilligung entsprechend. 

Vorliegend hat der Beschwerdeführer durch seine Taten die be-
sonders schützenswerten Rechtsgüter des Lebens und der Gesundheit 
auf gravierende Art und Weise verletzt und durch seine Handlung 
grundlegende Normen der hiesigen Rechtsordnung missachtet. Aus 
dem schriftlich nicht begründeten Urteil des Bezirksgerichts Z., 
Strafgericht, vom 22. Januar 2014 bzw. der darin zitierten Anklage-
schrift der Staatsanwaltschaft V. vom 28. Oktober 2013 geht insbe-
sondere Folgendes hervor (MI-act. 75 f., 64 f.): 

Am 23. Juni 2012 kam [C.], die damals 18jährige Tochter des Beschuldigten, 

erst um ca. 23:45 Uhr vom Ausgang nach Hause an den gemeinsamen Wohn-

ort [W.], obwohl sie wusste, dass der Beschuldigte dies nicht goutierte. 

Nachdem sie die Wohnung betreten und die Wohnungstür von innen 

abgeschlossen hatte, ging der Beschuldigte auf sie zu, ergriff ihre Haare und 

zog sie an den Haaren in die Küche. Dort angekommen schlug der Beschul-

digte den Kopf von [C.] zwei bis dreimal heftig gegen den Kühlschrank. 

Daraufhin stiess er [C.] in eine Zimmerecke und liess ihre Haare los. Da diese 

weinte und schrie, sagte ihr der Beschuldigte, sie solle still sein, ansonsten er 

sie umbringen werde, er wolle sie nur noch tot sehen. Der Beschuldigte holte 

ein Rüstmesser ohne Wellenschliff mit einer Klingenlänge von ca. 11 cm aus 

einer Küchenschublade, packte seine Tochter [C.] wieder an den Haaren, zog 

sie nach oben und hielt ihr das Messer so nahe an den Hals, dass es gerade 

noch knapp nicht zu einem Hautkontakt kam. Währenddessen betrat 

[B. B.-A.], die Ehefrau des Beschuldigten und Mutter von [C.], die Küche, wo 

es ihr gelang, dem Beschuldigten das Messer aus der Hand zu nehmen. Wäh-

rend der Beschuldigte daraufhin ein Tranchiermesser mit einer Klingenlänge 

von ca. 20 cm aus der Küchenschublade behändigte, gelang es [C.] in ein 

anderes Zimmer zu rennen, wo sich auch der Vater des Beschuldigten, [G. A.], 

aufhielt. Der Beschuldigte folgte [C.] mit dem Tranchiermesser in der Hand zu 

diesem Zimmer, wo [C.] vorerst die Tür zum Zimmer von innen zuhielt, um 

zu verhindern, dass der Beschuldigte ins Zimmer gelangen konnte. Sie liess 

dann aber ihren Grossvater [G. A.] die Zimmertür öffnen, welcher versuchte, 

den Beschuldigten zu beruhigen. Der Beschuldigte begann daraufhin zu flu-

2018 Migrationsrecht 155 

chen und sagte, [C.] und ihre Tante [F. F.-A.] seien Schlampen. Danach for-

derte der Beschuldigte [C.] auf, ihm ihr Mobiltelefon herauszugeben, ansons-

ten er sich umbringen werde. Zur Bekräftigung seiner Forderung hielt er sich 

das Tranchiermesser an den Hals. In ihrer Angst, der Beschuldigte werde sich 

selber oder sie umbringen, gab [C.] ihm ihr Mobiltelefon iPhone, worauf es 

der Beschuldigte zuerst auf den Boden und danach in die Toilette warf. Dabei 

entstand ein Sachschaden von rund CHF 400.00. Durch die Schläge an ihren 

Kopf trug [C.] starke Kopfschmerzen davon. Sie fürchtet seit diesem Vorfall 

um ihr Leben, weshalb sie unmittelbar nach dem 23. Juni 2012 aus ihrem Zu-

hause flüchtete und sich seither vor der Familie versteckt. 

Aus dem Strafurteil bzw. aus der darin wiedergegebenen Ankla-
geschrift geht weiter hervor, dass der Beschwerdeführer in der Zeit 
zwischen 2001 und 2012 mindestens einmal pro Monat Gewalt ge-
gen seine Tochter angewendet hat, indem er sie ohrfeigte, mit den 
Händen schlug, ihr mit den Füssen in den Bauch trat oder sie mit den 
Händen am Hals packte. Am 23. November 2007 soll der Beschwer-
deführer, der seine Schwester an einen weiteren Mann vermitteln 
wollte, zudem auf sie losgegangen sein, als sie ihm sagte, dass sie 
wegziehen wolle und einen Neuanfang brauche. Dabei soll er mit 
seinen Händen und Fäusten mehrere Male heftig auf ihren Körper 
und ihr Gesicht eingeschlagen haben, bis sie für kurze Zeit bewusst-
los zu Boden gegangen ist, wobei er für letztere Handlungen offen-
bar nicht belangt wurde (Meldung zum Vollzug von Freiheitsstrafen 
und Massnahmen [Urteilsauszug] vom 25. Februar 2014). Zudem 
bedrohte und beschimpfte der Beschwerdeführer am 27. Juni 2012 
seine Schwester anlässlich der Suche nach seiner infolge des Vorfalls 
vom 23. Juni 2012 verschwundenen Tochter, indem er ihr sagte, der 
Vorfall im Jahre 2007 sei noch nichts zu dem, was noch folgen 
werde, sie werde erst ihre Ruhe haben, wenn er sie umgebracht habe 
und indem er sie als "Schlampe", "Hure" und "Zigeunerin" bezeich-
nete. Die Schwester des Beschwerdeführers flüchtete unmittelbar 
nach diesem Vorfall von zu Hause und hielt sich vor der Familie 
versteckt (MI-act. 67 ff., 62 ff.). 

Aus dem Polizeirapport vom 13. Juli 2012 geht hervor, dass der 
"A.-Clan" in der Schweiz nach den im Kosovo herrschenden Sitten 
und Bräuchen lebe; die Männer seien die Oberhäupter der Familie 

156 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

und die Frauen hätten sich unterzuordnen, wozu auch die Zwangshei-
rat gehöre. Die Tochter des Beschwerdeführers gab gegenüber der 
Polizei an, zu Hause nicht akzeptiert zu sein und keine Willensfrei-
heit zu haben, ansonsten wäre sie schon lange von zu Hause wegge-
zogen. Sie sei so erzogen worden, dass Mädchen nichts wert seien. 
Weiter ist im Polizeirapport festgehalten, dass die körperliche Züchti-
gung als "normale" Erziehungsmethode wahrgenommen werde. 
Sowohl die Tochter als auch die Schwester des Beschwerdeführers 
hätten seine Drohungen sehr ernst genommen und würden ihm 
zutrauen, dass er die Drohungen in die Tat umsetze. Beide seien sie 
nach dem Vorfall im Frauenhaus gewesen (MI-act. 48 ff.). 

Dem Protokoll betreffend die Hauptverhandlung vor dem Be-
zirksgericht Z., Strafgericht, vom 22. Januar 2014 lässt sich entneh-
men, dass die Tochter des Beschwerdeführers von diesem mit 
Ohrfeigen oder mit dem Gurt auf die Hände geschlagen wurde. Dies 
im Gegensatz zu ihren beiden Brüdern, welche gemäss Aussage der 
Tochter des Beschwerdeführers nie bestraft worden seien; die Jungen 
dürften bei ihnen halt machen, was sie wollten (Protokoll vom 
22. Januar 2014, S. 11). Vor dem 23. Juni 2012 hätten der Beschwer-
deführer und sie zwar unter demselben Dach gelebt, jedoch während 
eines Jahres nicht miteinander gesprochen und auch die Mahlzeiten 
nicht gemeinsam eingenommen. Dies, weil er erfahren habe, dass sie 
einen Freund habe, was er ihr verboten habe (Protokoll vom 22. Ja-
nuar 2014, S. 9 f., 21). Sie habe als Frau wie früher sein müssen; 
keinen Ausgang, keine Schminke, keinen Freund, keine kurzen 
Kleider (Protokoll vom 22. Januar 2014, S. 12). Weiter sagte die 
Tochter an der Hauptverhandlung vom 22. Januar 2014 aus, dass sie 
sich nicht vorstellen könnte, nach einer gewissen Zeit wieder Kon-
takt mit ihrem Vater zu haben; sie es aber hoffe, da er immer noch ihr 
Vater sei und sie doch nicht mit niemandem mehr Kontakt haben 
wolle, nur weil das passiert sei (Protokoll vom 22. Januar 2014, 
S. 7). Die Schwester des Beschwerdeführers gab am 22. Januar 2014 
zu Protokoll, dass sie und ihr Bruder mit Gewalt aufgewachsen seien 
und er schnell ausraste. Es gehe immer um Ehre und Stolz und nicht 
um das Wohl der Familie, sondern darum, dass die Verwandten gut 
reden würden. Weiter sagte sie aus, dass sie noch immer Angst habe 

2018 Migrationsrecht 157 

vor ihrem Bruder. Sie habe schon zweimal wegen ihrem Bruder um-
ziehen müssen (Protokoll vom 22. Januar 2014, S. 17 f.). Der Be-
schwerdeführer gab anlässlich der Hauptverhandlung vom 22. Januar 
2014 zwar zu, das Handy seiner Tochter zerstört zu haben, stritt je-
doch jegliche Gewaltanwendung gegenüber seiner Tochter und seiner 
Schwester ab (Protokoll vom 22. Januar 2014, S. 23 f.). Der Be-
schwerdeführer gab an, dass er seine Tochter liebe. Sie sei das älteste 
Kind und auch die einzige Tochter. Momentan habe er aber nicht die 
Kraft, sich mit ihr zu versöhnen. Seine Tochter sei weg und sein 
Sohn sei im Kinderheim. Er müsse erst einmal für sich sein 
(Protokoll vom 22. Januar 2014, S. 24 f.). Ebenso ist dem fachärztli-
chen Gutachten vom 19. Februar 2013 zu entnehmen, dass der Be-
schwerdeführer zu jenem Zeitpunkt keinen Kontakt zu seiner Tochter 
wollte; sie solle sich zuerst überlegen, was sie falsch gemacht habe 
und wie das Leben allein und wie es mit den Eltern gewesen sei. An 
Weihnachten habe er sie vermisst (Gutachten vom 19. Februar 2013, 
S. 14 f.). 

Die Einvernahmen der Tochter und der Schwester des Be-
schwerdeführers anlässlich der Hauptverhandlung vom 22. Januar 
2014 fanden - auf entsprechenden Antrag der Tochter und der 
Schwester hin - unter Ausschluss des Beschwerdeführers statt (Verfü-
gung des Bezirksgerichts Z., Strafgericht, vom 8. Januar 2014; Urteil 
des Bezirksgerichts Z., Strafgericht, vom 22. Januar 2014, S. 6, 
act. 73). Die Rechtsvertreterin der Tochter und der Schwester des 
Beschwerdeführers begründete diesen Antrag damit, dass die Tochter 
und die Schwester des Beschwerdeführers seit dem strafrechtlich 
relevanten Vorfall an einem anonymen Ort leben würden und den 
Kontakt zum Beschwerdeführer aus Angst vollständig abgebrochen 
hätten. Es falle ihnen sehr schwer, sich im selben Gebäude wie der 
Beschwerdeführer aufzuhalten. Zudem befürchteten sie, dass Fami-
lienangehörige des Beschwerdeführers sie abpassen könnten (Schrei-
ben an das Bezirksgericht Z., Strafgericht, vom 24. Dezember 2013). 
Darauf angesprochen, dass seine Tochter ihn an der Hauptverhand-
lung vom 22. Januar 2014 nicht habe sehen wollen, gab der Be-
schwerdeführer an, er denke, seine Tochter habe eingesehen, dass sie 
einen Fehler gemacht habe, indem sie ihn angezeigt habe (Protokoll 

158 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

vom 22. Januar 2014, S. 22 f.). Mit Strafurteil des Bezirksgerichts Z., 
Strafgericht, vom 22. Januar 2014 wurde dem Beschwerdeführer 
denn auch untersagt, sich seiner Tochter und seiner Schwester wäh-
rend der vierjährigen Probezeit um mehr als 200 Meter zu nähern 
und sie während dieser Zeit gegen ihren Willen in irgendeiner Weise 
zu kontaktieren (MI-act. 67 ff.). 

Mit seinem Verhalten gegenüber seiner Tochter sowie auch ge-
genüber seiner Schwester legte der Beschwerdeführer eine Unbe-
herrschtheit und Gewaltbereitschaft an den Tag, welche nicht hinge-
nommen werden können. Der Umstand, dass es sich bei den vom Be-
schwerdeführer begangenen Straftaten auch um Gewaltdelikte han-
delte, hat aus migrationsrechtlicher Sicht eine Erhöhung des öffentli-
chen Interesses am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an 
der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz zur Folge. 

Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass die vom Be-
schwerdeführer begangenen Straftaten auf seinen kulturellen Hinter-
grund zurückzuführen sind. In seinem Schreiben an die Vorinstanz 
hält der Beschwerdeführer unter anderem selber fest, dass er gegen-
über seiner Tochter Gewalt angewendet habe, weil er damals dachte, 
dass Gewalt besser wirke als Worte, dass seine Tochter so besser 
verstehen würde, wie man sich in ihrer Kultur zu verhalten habe und 
dass ihr dies für ihr späteres Leben helfen würde (Beschwerdebei-
lage 4). Die Vorinstanz kommt zu Recht zum Schluss (vgl. act. 6 f.), 
dass aus migrationsrechtlicher Sicht der kulturelle Hintergrund einer 
Straftat einen relevanten Umstand bildet, welcher das öffentliche 
Interesse an der Entfernung einer ausländischen Person aus der 
Schweiz erhöhen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 
2014 [2C_28/2014], Erw. 6.3; Urteil des Bundesgerichts vom 
13. Februar 2015 [2C_685/2014], Erw. 6.1). Aufgrund der vorliegend 
eindeutig kulturell motivierten Straftat ist von einer weiteren Erhö-
hung des öffentlichen Interesses auszugehen. 

Insgesamt zeugt das Verhalten des Beschwerdeführers von einer 
eklatanten Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung und 
des hier geltenden Wertesystems. Es besteht daher ein sehr grosses 
öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
des Beschwerdeführers und an seiner Wegweisung aus der Schweiz. 

2018 Migrationsrecht 159 

3.2.3. 
3.2.3.1. 
Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei zu berücksichtigen, 

dass er sich seit dem Jahr 2012 nichts mehr habe zuschulden kom-
men lassen. Sein Wohlverhalten seit 2012 sei zu seinen Gunsten zu 
berücksichtigen. Selbst wenn die Veränderungen durch das Strafver-
fahren ausgelöst worden sein sollten, sei es ein Faktum, dass diese 
Veränderungen stattgefunden hätten. Es handle sich um einen Zeit-
raum von mittlerweile sechs Jahren und es sei nicht nachvollziehbar, 
wie er sich eine derart lange Zeit hätte tadellos verhalten sollen, ohne 
dass eine tatsächliche Veränderung stattgefunden hätte (act. 21). 

Zur Frage, ab wann aus migrationsrechtlicher Sicht ein Wohl-
verhalten zu beachten ist, ist Folgendes festzuhalten: Gemäss der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europäischen Gerichts-
hofs für Menschenrechte (EGMR) sind im Rahmen der Interessenab-
wägung die Natur und die Schwere der begangenen Delikte sowie 
die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das seitherige Verhal-
ten der betreffenden Person zu berücksichtigen. Massgebend ist da-
mit der Zeitpunkt der Tatbegehung, wobei mit "Tatbegehung" jene 
Delikte gemeint sind, welche die migrationsrechtliche Massnahme 
ausgelöst haben. Später begangene Delikte werden als Verhalten ge-
würdigt, welches die betroffene Person in der "seit der Tatbegehung 
verstrichenen Zeit" an den Tag gelegt hat. Beim Widerrufsgrund der 
längerfristigen Freiheitsstrafe gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG ist für 
den Beginn des (allfälligen) Wohlverhaltens somit jener Zeitpunkt 
massgeblich, in dem die Straftaten, welche das migrationsrechtliche 
Verfahren ausgelöst haben, abgeschlossen waren. Das Abstellen auf 
diesen Zeitpunkt erlaubt es auch, ein Delikt in die Interessenabwä-
gung einzubeziehen, welches während des betreffenden Strafverfah-
rens begangen wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2014 
[2C_28/2014], Erw. 6.6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
vom 26. September 2014 [2C_147/2014], Erw. 4.4). 

Zu beachten ist, dass ein rechtskonformes Verhalten grundsätz-
lich von jedermann erwartet wird und nicht speziell positiv ins Ge-
wicht fällt. Vielmehr ist bei fortdauernder Delinquenz von einem er-
höhten öffentlichen Interesse an der Entfernung auszugehen. Nichts 

160 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

zu seinen Gunsten kann die betroffene Person aus ihrem 
Wohlverhalten im Straf- bzw. Massnahmenvollzug ableiten. Eine 
gute Führung im Strafvollzug wird allgemein erwartet und lässt 
angesichts der dort herrschenden, engmaschigen Betreuung keine 
verlässlichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zu 
(Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013 [2C_360/2013], 
Erw. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2013 
[2C_733/2012], Erw. 3.2.4). Dem Wohlverhalten während eines 
hängigen Strafverfahrens, einer laufenden Probezeit oder eines 
hängigen migrationsrechtlichen Verfahrens ist zudem nur untergeord-
nete Bedeutung beizumessen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Ju-
ni 2014 [2C_904/2013], Erw. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 
27. Februar 2014 [2C_191/2014], Erw. 3.3.2; Urteil des Bundesge-
richts vom 10. April 2002 [2A.605/2005], Erw. 2.5.2). Nach dem 
Gesagten ist in Bezug auf die Beurteilung des Wohlverhaltens im 
Rahmen der Interessenabwägung in erster Linie auf die Dauer der in 
Freiheit verbrachten Zeit abzustellen, in welcher die betreffende 
Person nicht unter dem Druck drohender straf- oder migrationsrecht-
licher Sanktionen stand. 

Wie lange sich ein Betroffener seit dem Delikt, welches die 
migrationsrechtliche Massnahme auslöste, wohl verhalten haben 
muss, damit von einem entscheidwesentlich reduzierten öffentlichen 
Interesse an der migrationsrechtlichen Massnahme auszugehen ist, 
lässt sich nicht schematisch festlegen. Vielmehr ist auf die Dauer der 
Strafe, die Art der begangenen Delikte und damit insgesamt darauf 
abzustellen, wie gross das öffentliche Interesse an der getroffenen 
Massnahme im Zeitpunkt des letzten relevanten Delikts zu veran-
schlagen war. Je höher dieses öffentliche Interesse ausfällt, umso 
länger muss sich ein Betroffener wohl verhalten haben, damit von 
einem entscheidwesentlich reduzierten öffentlichen Interesse an der 
migrationsrechtlichen Massnahme auszugehen ist. 

Vorliegend lösten die im Rahmen des Urteils des Bezirksge-
richts Z., Strafgericht, vom 22. Januar 2014 abgeurteilten Straftaten, 
begangen zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 23. Juni 2012 und 
vom 23. bis zum 27. Juni 2012, das migrationsrechtliche Verfahren 
aus (Meldung zum Vollzug von Freiheitsstrafen und Massnahmen 

2018 Migrationsrecht 161 

[Urteilsauszug] vom 25. Februar 2014; MI-act. 83 ff.). Mithin ist in 
casu das Verhalten des Beschwerdeführers seit dem 27. Juni 2012 
massgebend. Vom 4. September bis 29. November 2012 befand er 
sich in Untersuchungshaft (MI-act. 77) und stand anschliessend unter 
dem Druck des laufenden Strafverfahrens. Das Strafverfahren wurde 
mit der rechtskräftigen Verurteilung des Beschwerdeführers am 
22. Januar 2014 abgeschlossen (MI-act. 67 ff.). Die dem Beschwer-
deführer mit dem Strafurteil vom 22. Januar 2014 angesetzte vier-
jährige Probezeit ist zum heutigen Zeitpunkt zwar abgelaufen. 
Jedoch nahm das migrationsrechtliche Verfahren mit der Gewährung 
des rechtlichen Gehörs am 16. Dezember 2016 seinen Anfang 
(MI-act. 83 ff.). Damit befand sich der Beschwerdeführer seit Beginn 
der angeordneten Untersuchungshaft vom 4. September 2012 unter 
dem Druck des laufenden Strafverfahrens, anschliessend unter jenem 
der laufenden Probezeit sowie des eingeleiteten migrationsrechtli-
chen Verfahrens. Dem Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit 
Juni 2012 kann damit nur untergeordnete Bedeutung beigemessen 
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2015 
[2C_84/2014], Erw. 4.3.2). 

3.2.3.2. 
Der Beschwerdeführer bringt im Rahmen seiner Beschwerde 

vor, dass er sich mit seiner Tochter ausgesöhnt habe und sich um die 
Beziehung zu seiner Tochter bemühe, was nur möglich sei, da die 
Tochter selber nach einer längeren Pause wieder auf ihren Vater 
zugegangen sei und das Strafgericht um die Aufhebung des Kontakt-
verbots ersucht habe (act. 17, 21). In einem von ihm im Rahmen des 
vorinstanzlichen Verfahrens verfassten Schreiben führt der Be-
schwerdeführer aus, dass er doch Werte aus der Heimat mitgenom-
men habe und es daher weiterhin wichtig gewesen sei, dass sie 
ehrenhafte Menschen seien und andere sie nicht verspotten könnten. 
Gewalt sei kein Tabu gewesen, sondern eher als eine Massnahme zur 
Besserung angesehen worden. Moral, Familie und Ehre seien ein 
sehr grosses Thema und das höchste Gebot gewesen. Er habe lange 
gebraucht um zu verstehen, dass es kein absolutes Richtig und Falsch 
gäbe und dass auch er falsch liegen könne. Er schäme sich heute 
dafür, was er getan habe. Er habe heute verstanden, dass er zwar 

162 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

seine eigenen Werte haben dürfe und diese nicht falsch seien, dass 
aber andere Menschen ihre eigenen Werte hätten und wenn diese 
nicht mit seinen übereinstimmten, wolle er heute die andere Person 
nicht mehr von seiner Meinung überzeugen. Durch seine Tochter 
habe er gelernt, dass es für sie beide förderlich sein könne, verschie-
dener Meinung zu sein (MI-act. 181 ff., Beschwerdebeilage 4). Seine 
Tochter bestätigte in ihrem Schreiben vom 17. Mai 2017, dass sie 
wieder zueinander gefunden hätten und das Leben in vollen Zügen 
als friedliche Familie geniessen würden. Dies hätten sie geschafft, 
indem sich der Beschwerdeführer bei ihr gemeldet und um ein 
Treffen gebeten habe. Sie habe diesem zugestimmt und so sei es dazu 
gekommen, dass sie sich ausgesprochen hätten. Seither gehe es ihnen 
viel besser und das Familienleben sei viel schöner geworden. Ihr 
Vater habe sich für sie und grösstenteils für sich selber im positiven 
Sinne stark verändert (MI-act. 149, Beschwerdebeilage 5). In einem 
weiteren Schreiben führt sie aus, dass ihr Vater ein ganz anderer 
Mensch geworden sei und sich - nicht nur gegenüber ihr, sondern 
auch gegenüber der Familie und Bekannten sowie ihrem Verlobten - 
sehr stark ins Positive verändert habe seitdem sie sich mit ihm ver-
söhnt habe. Ihr Vater sei früher ganz anders gewesen, doch heute 
zeige er sich von seiner besten Seite. Für sie habe sich alles positiv 
verändert, seitdem sich ihr Vater verändert habe. Ein Leben in der 
Schweiz ohne ihren Vater könne sie sich nicht vorstellen (Beschwer-
debeilage 10). Den Akten ist zudem zu entnehmen, dass das Bezirks-
gericht Z., Strafgericht, mit Urteil vom 14. Oktober 2015 die dem 
Beschwerdeführer mit Urteil vom 22. Januar 2014 auferlegte Wei-
sung, womit ihm untersagt worden war, sich während der vierjäh-
rigen Probezeit seiner Tochter und seiner Schwester um mehr als 
200 Meter zu nähern oder sie in irgendeiner Weise zu kontaktieren, 
ersatzlos aufhob. Dies aufgrund eines Schreibens seiner Tochter vom 
7. September 2014. Die Schwester des Beschwerdeführers gab im 
Rahmen ihrer Stellungnahme an das Bezirksgericht Z., Strafgericht, 
vom 20. August 2015 betreffend Aufhebung des Kontaktverbots 
hingegen an, dass sie zu jenem Zeitpunkt mit der Aufhebung nicht 
einverstanden sei. Sie wolle vorerst eine Erklärung des Beschwerde-

2018 Migrationsrecht 163 

führers, dass er sie in Ruhe lasse. Diesem Begehren kam der Be-
schwerdeführer nach (MI-act. 102 ff.). 

Auch wenn die Ausführungen des Beschwerdeführers und 
diejenigen seiner Tochter prima vista glaubhaft erscheinen mögen, 
wohnen den Aussagen des Beschwerdeführers nach der Tat und sei-
nen Ausführungen in seinem Schreiben gewisse Unstimmigkeiten 
inne: An der Hauptverhandlung vom 22. Januar 2014 stritt er noch 
jegliche Gewalttätigkeit gegenüber seiner Tochter und seiner 
Schwester ab. Aus seinen damaligen Aussagen gehen weder Reue 
noch Einsicht hervor. Ausserdem gab er an, noch keinen Kontakt zu 
seiner Tochter zu wollen. Auch aus dem Therapieverlaufsbericht der 
Psychiatrischen Dienste H. (PDH) vom 27. November 2013 geht 
hervor, dass die Tochter den Kontakt zu ihm wieder wünsche, er sie 
jedoch bis zum Ablauf der zwei Jahre nicht sehen wolle. Demgegen-
über hält er in seinem Schreiben an die Vorinstanz ungefähr dreiein-
halb Jahre später fest, dass es für ihn sehr schlimm gewesen sei, als 
seine Tochter von zu Hause weggezogen sei und er gewusst habe, 
dass es seine Schuld gewesen sei, dass seine Tochter weggegangen 
sei. Diese Aussagen des Beschwerdeführers lassen sich offensichtlich 
nicht miteinander vereinbaren. Weiter gibt der Beschwerdeführer in 
seiner Beschwerde an, dass seine Tochter den ersten Schritt auf ihn 
zu gemacht habe, während seine Tochter in ihrem Schreiben das 
Gegenteil behauptet. Wie zudem bereits die Vorinstanz in ihrem Ent-
scheid festhält (act. 8), ist nicht glaubhaft, dass sich der Beschwerde-
führer seit ungefähr dreieinhalb Jahren nicht mehr von den Werten 
aus seinem Heimatland leiten lässt, welche ihn über Jahre hinweg 
und auch noch nach 22-jährigem Aufenthalt in der Schweiz zu Ge-
walttätigkeiten gegenüber seiner Tochter veranlassten. Dies umso 
weniger, als er in seinem Schreiben gleichzeitig festhält, dass er zwar 
seine eigenen Werte haben dürfe und diese nicht falsch seien, er je-
doch verstanden habe, dass andere Menschen ihre eigenen Werte 
hätten. Überdies geht aus dem erwähnten Therapieverlaufsbericht der 
PDH vom 27. November 2013 hervor, dass er nur wenige Ansätze 
zeige, seine subjektive Wahrnehmung des Vorgefallenen zu überden-
ken. Zwar wurde das strafgerichtlich angeordnete Kontaktverbot auf 
Initiative seiner Tochter hin ersatzlos aufgehoben. Dies ändert jedoch 

164 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

nichts daran, dass seine Schwester der Aufhebung des Kontaktver-
bots nicht vorbehaltlos zustimmte und dass dem Wohlverhalten des 
Beschwerdeführers seit der Tatbegehung nur untergeordnete Bedeu-
tung zukommt (siehe vorne Erw. 3.2.3.1). 

Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführer auch in Bezug 
auf die geltend gemachte aktuelle Beziehung zu seiner Tochter nichts 
zu seinen Gunsten ableiten. 

3.2.3.3. 
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass aufgrund seiner Ein-

sicht ausgeschlossen werden könne, dass er erneut einschlägig delin-
quent würde (act. 21). Seine Tochter hält in ihrem zweiten Schreiben 
fest, dass weder sie selber noch alle anderen, die ihren Vater kennen 
würden, sich vorstellen könnten, dass er irgendwann einmal rückfäl-
lig werden könnte (Beschwerdebeilage 10). 

Gemäss fachärztlichem Gutachten vom 19. Februar 2013, wel-
ches im Rahmen des Strafverfahrens erstellt wurde, wurde dem Be-
schwerdeführer zwar eine eher günstige Gesamtprognose gestellt, 
gleichzeitig aber mit der Verübung ähnlicher Taten gerechnet, wobei 
von einer mittleren Wahrscheinlichkeit ausgegangen wurde. Eine 
Therapie/Beratung könnte gemäss Gutachten das Risiko reduzieren. 
Ausserdem wurde eine örtliche Trennung des Beschwerdeführers 
und seiner Tochter empfohlen (Gutachten vom 19. Februar 2013, 
S. 25 f., 28, 30). Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons X. 
ordnete am 29. November 2012 anstelle der Untersuchungshaft Er-
satzmassnahmen an: Neben einem Kontaktverbot in Bezug auf seine 
Tochter und seine Schwester wurde der Beschwerdeführer verpflich-
tet, sich sofort nach seiner Entlassung in mindestens wöchentlich 
stattfindende psychotherapeutische Behandlungen bei den PDH zu 
begeben (Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 29. No-
vember 2012). Gemäss Therapieverlaufsbericht der PDH vom 
27. November 2013 erschien der Beschwerdeführer zu 13 Therapie-
sitzungen. Weiter wird im Therapieverlaufsbericht ausgeführt, dass 
der Beschwerdeführer eine traditionelle Lebensweise der Familie 
und Erziehung der Kinder bestreite. Ihm zufolge habe er den Kindern 
jegliche Freiheiten zugestanden und könne man für die Kinder kei-
nen Partner auswählen, das müssten sie selber tun. Allerdings sei die 

2018 Migrationsrecht 165 

Erziehung von der Angst beeinflusst worden, dass sie Drogen konsu-
mieren könnten. Darüber hinaus scheine auch eine gewisse Angst vor 
der Anwendung archaischer Gewohnheiten in seinem Heimatland 
vorhanden zu sein. Der Beschwerdeführer habe beim Versuch, ihm 
mögliche Sichtweisen der Tochter zu vermitteln, verschlossen ge-
wirkt und versucht, sich in ein gutes Licht zu rücken. Weiter ist im 
Therapieverlaufsbericht festgehalten, dass diese sogenannte soziale 
Erwünschtheit eine Therapie äusserst schwierig mache. Im Rahmen 
der Sachverhaltsermittlung der Vorinstanz gab der Beschwerdeführer 
an, bisher nicht in therapeutischer Behandlung gewesen zu sein, es 
sei ihm bisher nicht klar gewesen, dass ihm ein Psychologe bei der 
Verarbeitung seiner Probleme helfen könne. Er wolle aber versuchen, 
sich weiterzuentwickeln und so rasch als möglich eine Therapie 
beginnen (MI-act. 185, 181). In seiner Beschwerde macht der Be-
schwerdeführer sodann geltend, dass er eine Therapeutin gefunden 
und bereits einen ersten Termin absolviert habe. Der in Aussicht 
gestellte Zwischenbericht der Therapeutin blieb allerdings aus 
(act. 18). Damit dürfte sich die psychotherapeutische Behandlung des 
Beschwerdeführers insgesamt auf ein Minimum belaufen haben. 
Demgegenüber fand - wie gutachterlich empfohlen - eine örtliche 
Trennung des Beschwerdeführers und seiner Tochter statt; ist doch 
weder aus den Akten noch aus den Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers ersichtlich, dass seine Tochter nach dem Vorfall vom 23. Juni 
2012 wieder zu ihren Eltern gezogen wäre. Der Zugriff des Be-
schwerdeführers auf seine Tochter erschwerte sich dadurch auto-
matisch, was sich auf die Rückfallgefahr günstig ausgewirkt haben 
dürfte. 

Wie bereits aufgezeigt (siehe vorne Erw. 3.2.2), hat der Be-
schwerdeführer gravierende Straftaten gegen seine Tochter sowie 
seine Schwester verübt und dabei eine erhebliche Unbeherrschtheit 
und Gewaltbereitschaft unter Beweis gestellt. Dass er die Delikte 
nicht an einem beliebigen Dritten verübt hat, lässt sie in keiner Weise 
als geringfügiger erscheinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
8. Januar 2015 [2C_84/2014], Erw. 4.3.3). Hinzu kommt, dass sich 
das straffällige Verhalten des Beschwerdeführers nicht nur gegen 
seine Tochter, sondern auch gegen seine Schwester richtete. Wie 

166 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

bereits erwähnt, gab diese noch gut drei Jahre nach dem Vorfall, im 
Rahmen ihrer Stellungnahme an das Bezirksgericht Z., Strafgericht, 
vom 20. August 2015 betreffend Aufhebung des Kontaktverbots an, 
dass sie mit der Aufhebung nicht einverstanden sei und eine Erklä-
rung des Beschwerdeführers wolle, wonach er sie in Ruhe lasse. Der 
Beschwerdeführer kann damit mit Blick auf die Rückfallgefahr 
nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal er gemäss eigenen Angaben 
nach wie vor an seinen Wertvorstellungen, welche Auslöser für seine 
Gewalttätigkeit waren, festhält und diese nicht für falsch hält und 
zumal im Zusammenhang mit Gewaltdelikten selbst ein relativ gerin-
ges Restrisiko nicht hingenommen werden muss (Urteil des Bundes-
gerichts vom 24. Januar 2013 [2C_733/2012], Erw. 3.2.4). Zu be-
rücksichtigen ist sodann, dass der Rückfallgefahr bzw. der Wahr-
scheinlichkeit eines künftigen Wohlverhaltens ausserhalb des An-
wendungsbereichs des FZA rechtsprechungsgemäss keine zentrale 
Bedeutung zukommt. Im Rahmen der Interessenabwägung nach rein 
nationalem Ausländerrecht ist die Prognose über das künftige Wohl-
verhalten zwar mitzuberücksichtigen, aber nicht ausschlaggebend 
(Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2015 [2C_84/2014], 
Erw. 4.3.3; Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2015 
[2C_516/2014], Erw. 4.3.2 mit Hinweisen). Zudem können gemäss 
konstanter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts bei Staatsange-
hörigen von Drittstaaten grundsätzlich auch generalpräventive Über-
legungen bei der Bemessung des öffentlichen Interesses mitberück-
sichtigt werden (VGE vom 27. März 2013 [WBE.2011.1020], 
Erw. II/3.2.2; RGAE vom 16. November 2010 [1-BE.2009.31], 
Erw. II/3.2.2, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 
2011 [2C_13/2011], Erw. 2.2), was vorliegend mit Blick auf den 
kulturellen Hintergrund der Straftaten des Beschwerdeführers beson-
ders angezeigt ist. Mit anderen Worten ist gegenüber Drittstaatsange-
hörigen im Allgemeinen mit aller Deutlichkeit zu unterstreichen, 
dass kulturell bedingte Gewalttätigkeit, insbesondere gegenüber 
Familienmitgliedern, nicht toleriert wird. 

3.2.4. 
Insgesamt ergibt sich ein sehr grosses öffentliches Interesse am 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung des 

2018 Migrationsrecht 167 

Beschwerdeführers aus der Schweiz. Massgebend für diese Beurtei-
lung ist die Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer Freiheits-
strafe von zwei Jahren wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Kör-
perverletzung, mehrfacher Beschimpfung, Sachbeschädigung sowie 
Nötigung zum Nachteil seiner Tochter und seiner Schwester sowie 
der kulturelle Hintergrund der Taten, aufgrund dessen von einem sehr 
grossen öffentlichen Interesse auszugehen ist, auch wenn dieses in-
folge der Aufhebung des strafgerichtlich angeordneten Kontaktver-
bots auf Initiative seiner Tochter hin relativiert wird. 

3.3. 
3.3.1. 
Dem festgestellten sehr grossen öffentlichen Interesse am 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz ist sein privates Interesse am 
weiteren Verbleib gegenüberzustellen. 

Das private Interesse einer Person am weiteren Verbleib in der 
Schweiz bestimmt sich aufgrund ihrer Aufenthaltsdauer in der 
Schweiz und der dabei erfolgten Integration, ihrer familiären Verhält-
nisse, ihrer gesundheitlichen Situation und ihrer (Re-)Integrations-
chancen im Heimatland. 

3.3.2. 
3.3.2.1. 
Bei der Bemessung des privaten Interesses kommt der Aufent-

haltsdauer in der Schweiz eine erhebliche Bedeutung zu. Je länger 
eine Person in einem bestimmten Land lebt, desto enger werden in 
der Regel die Beziehungen sein, die sie dort geknüpft hat, und umso 
grösser ist grundsätzlich ihr Interesse an einem Verbleib in diesem 
Land. Dabei ist die anrechenbare Aufenthaltsdauer praxisgemäss 
abstrakt - unter Abzug der in Unfreiheit bzw. ohne Aufenthaltsbe-
rechtigung in der Schweiz verbrachten Zeitspanne - zu berechnen 
(vgl. VGE vom 22. Mai 2018 [WBE.2017.531], Erw. II/4.3.2; VGE 
vom 27. Juni 2018 [WBE.2016.546], Erw. II/4.3). 

Massgebend ist aber nicht die Aufenthaltsdauer für sich alleine. 
Vielmehr lässt sich das aus der Aufenthaltsdauer resultierende private 
Interesse erst unter Berücksichtigung der während der Aufenthalts-
dauer erfolgten Integration - namentlich in sprachlicher, sozialer, 

168 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht - bestimmen. Damit gilt der 
Grundsatz "je länger die Aufenthaltsdauer, umso grösser das private 
Interesse an einem Verbleib in der Schweiz" nur, wenn die Integra-
tion einen der Aufenthaltsdauer entsprechenden Grad erreicht. Wird 
der aufgrund der Aufenthaltsdauer zu erwartende Integrationsgrad 
übertroffen, ist das private Interesse an einem Verbleib in der 
Schweiz entsprechend höher zu veranschlagen. Erreicht die Integra-
tion demgegenüber den mit Blick auf die Aufenthaltsdauer zu erwar-
tenden Grad nicht, stellt die Entfernungsmassnahme für die be-
troffene Person einen weniger gravierenden Eingriff dar und ist das 
private Interesse an einem Verbleib in der Schweiz entsprechend 
tiefer zu veranschlagen. Demnach lässt sich das aus der anrechenba-
ren Aufenthaltsdauer resultierende private Interesse am weiteren 
Verbleib in der Schweiz erst im Rahmen einer Gesamtbetrachtung 
feststellen. Anzumerken bleibt, dass bei sehr langer Aufenthaltsdauer 
ein entsprechend hoher Integrationsgrad, mithin eine sehr erfolgrei-
che Integration, erwartet wird, weshalb das private Interesse in die-
sen Fällen in der Regel nicht höher zu veranschlagen ist. 

3.3.2.2. 
Der Beschwerdeführer reiste am 20. April 1991 in die Schweiz 

ein, womit er - unabhängig von den knapp drei Monaten Untersu-
chungshaft - seit nunmehr über 27 Jahren in der Schweiz lebt. 

Diese sehr lange Aufenthaltsdauer lässt grundsätzlich auf ein 
sehr grosses privates Interesse schliessen. Zu prüfen ist im Folgen-
den, wie sich der Beschwerdeführer mit Blick auf die Aufenthalts-
dauer integriert hat und ob aufgrund des Integrationsgrades ein 
abweichendes privates Interesse resultiert. 

3.3.2.3. 
Hinsichtlich der sprachlichen Integration in der Schweiz ergibt 

sich aus den Akten, dass die Befragungen des Beschwerdeführers 
jeweils auf Deutsch erfolgten bzw. dass die Verhandlungssprache 
Deutsch war (Strafakten; MI-act. 77), womit davon auszugehen ist, 
dass er sich sprachlich in der Schweiz integriert hat. Nachdem weder 
aus den Akten hervorgeht noch vom Beschwerdeführer geltend ge-
macht wird, dass seine Sprachkenntnisse den mit Blick auf seine 
Aufenthaltsdauer zu erwartenden Integrationsgrad über- oder unter-

2018 Migrationsrecht 169 

schreiten würden, ist von einer in sprachlicher Hinsicht normalen 
Integration auszugehen. 

3.3.2.4. 
Unter dem Aspekt der kulturellen und sozialen Integration ist 

namentlich zu berücksichtigen, in welchem Alter die betroffene Per-
son in die Schweiz eingereist ist, welche sozialen Beziehungen sie 
ausserhalb ihrer Kernfamilie in der Schweiz pflegt und ob aufgrund 
ihres gesamten Verhaltens auf eine vertiefte Verwurzelung in der 
Schweiz zu schliessen ist. 

Der Beschwerdeführer ist im Alter von 15 Jahren in die 
Schweiz eingereist und hat damit seine Kindheit und den Grossteil 
der prägenden Jugendjahre im Heimatland verbracht. Mit Blick auf 
das in der Schweiz gezeigte - namentlich straffällige - Verhalten des 
Beschwerdeführers (siehe vorne Erw. 3.2) kann nicht von einer in 
kultureller Hinsicht erfolgreichen Integration des Beschwerdeführers 
in der Schweiz ausgegangen werden; basierten seine gegenüber sei-
ner Tochter und seiner Schwester verübten Straftaten doch gerade auf 
dem kulturellen Hintergrund seines Heimatlandes. Wie der Be-
schwerdeführer zutreffend geltend macht, besteht zwar keine über 
die gesetzlichen Gebote hinausgehende Assimilierungspflicht, die 
von hier lebenden ausländischen Personen eine umfassende Anpas-
sung an hiesige Gebräuche und Lebensweisen verlangen würde 
(BGE 134 II 1, Erw. 4.2). Jedoch hat der Beschwerdeführer im Um-
gang mit seiner Tochter sowie auch gegenüber seiner Schwester eine 
mit den hiesigen Wertvorstellungen und der hiesigen Rechtsordnung 
nicht zu vereinbarende Haltung an den Tag gelegt. 

Hinsichtlich seiner sozialen Integration verweist der Beschwer-
deführer auf die Empfehlungsschreiben einer früheren Nachbarin 
und einer Freundin der Familie und macht geltend, sie würden bestä-
tigen, dass er eine freundliche, gute und hilfsbereite Person sei und 
der Kontakt sowohl in der Vergangenheit als auch heute stets gut 
gewesen sei. Auch seine Arbeitgeberin bestätige, dass er ein sehr 
wichtiger, im Betrieb voll integrierter Mitarbeiter sei. Ausserdem 
reicht der Beschwerdeführer eine Liste mit Namen von Arbeitskolle-
ginnen und -kollegen ein, welche mit ihrer Unterschrift eine kulturel-
le Integration und eine angenehme Zusammenarbeit mit ihm bestä-

170 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

tigen (act. 18, Beschwerdebeilagen 6 - 8). Nachdem er im Rahmen 
seines Schreibens selber angegeben hatte, ihm sei es wichtig gewe-
sen, dass sie ehrenhafte Menschen seien und andere sie nicht ver-
spotten könnten (Beschwerdebeilage 4), lassen diese Empfehlungs-
schreiben und Bestätigungen keinen Schluss auf eine erfolgreiche 
soziale Integration in der Schweiz zu. Zudem erstreckt sich eine 
solche nicht allein darauf, wie ein Betroffener auf Dritte wirkt und ob 
er ihnen gegenüber ein möglichst gutes Bild abgibt. Vielmehr um-
fasst die soziale Integration insbesondere auch das innerfamiliäre 
Verhalten, über welches Nachbarn oder Arbeitgeber mangels entspre-
chender Kenntnis in der Regel keine Auskunft geben können. Es ist 
überdies nicht ersichtlich, dass und inwiefern der Beschwerdeführer - 
abgesehen von seiner hier lebenden Ehefrau und seinen Kindern 
(siehe dazu hinten Erw. 3.3.3) - besonders enge Beziehungen in der 
Schweiz pflegen würde, deren Abbruch bei einem Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung und einer damit verbundenen Wegwei-
sung aus der Schweiz zu einer unzumutbaren Entwurzelung führen 
könnte. Solches wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan. 

Mit Blick auf die sehr lange Aufenthaltsdauer ist beim Be-
schwerdeführer damit in kultureller und sozialer Hinsicht von einer 
mangelhaften Integration auszugehen. 

3.3.2.5. 
Weiter ist zu prüfen, ob sich die betroffene Person in beruflicher 

Hinsicht entsprechend ihrer Aufenthaltsdauer in der Schweiz inte-
griert hat und beim Verlassen der Schweiz ein stabiles Arbeitsumfeld 
aufgeben müsste. 

Nach seiner Einreise in die Schweiz war der Beschwerdeführer 
ab dem Jahr 1991 im Rahmen diverser Temporäranstellungen tätig, 
bis er im Jahr 1998 von seiner heutigen Arbeitgeberin angestellt 
wurde. Eine Berufslehre hat er nicht absolviert (Gutachten vom 
19. Februar 2013, S. 5 f.). Wie der Beschwerdeführer geltend macht 
und aus dem Zwischenzeugnis seiner Arbeitgeberin vom 19. Mai 
2017 hervorgeht, ist er seit 20 Jahren als Betriebsmitarbeiter im 
Schichtbetrieb angestellt und verrichtet Arbeiten in der Sperrholzfer-
tigung. Weiter bestätigt die Arbeitgeberin, dass er sehr gute Leistun-
gen erbringe, eine hohe Leistungsbereitschaft aufweise und sich 

2018 Migrationsrecht 171 

gegenüber seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern tadellos verhalte. 
Sie sähe den Beschwerdeführer als voll integriert in ihrem Betrieb 
an. Er sei ein sehr wichtiger Mitarbeiter für sie (act. 18, Beschwerde-
beilage 6). 

Damit liegt in beruflicher Hinsicht mit Blick auf die sehr lange 
Aufenthaltsdauer eine normale Integration des Beschwerdeführers in 
der Schweiz vor und müsste er bei einer Wegweisung aus der 
Schweiz ein stabiles Arbeitsumfeld aufgeben. 

3.3.2.6. 
Unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Integration ist einerseits 

von Bedeutung, ob die betroffene Person wirtschaftlich unabhängig 
ist, d.h. ihren Lebensunterhalt primär mit eigenen Mitteln, insbeson-
dere ohne Inanspruchnahme der öffentlichen Fürsorge, finanzieren 
kann, und andererseits wie sich ihre Schuldensituation präsentiert. 

Das Sozialamt T. bestätigt mit Schreiben vom 7. Februar 2017, 
dass der Beschwerdeführer seit seinem Zuzug am 1. Dezember 2006 
keine materielle Unterstützung der Gemeinde T. bezogen habe 
(MI-act. 109). Weiter geht aus den Akten hervor, dass beim Regiona-
len Betreibungsamt U. auf den Namen des Beschwerdeführers per 
7. Februar 2017 keine Betreibungen oder Verlustscheine registriert 
waren (MI-act. 108). 

Demnach ist in wirtschaftlicher Hinsicht mit Blick auf die sehr 
lange Aufenthaltsdauer von einer normalen Integration des Be-
schwerdeführers in der Schweiz auszugehen. 

3.3.2.7. 
Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer mit Blick auf die 

sehr lange Aufenthaltsdauer in sprachlicher sowie in beruflich-wirt-
schaftlicher Hinsicht zwar in die schweizerischen Verhältnisse inte-
griert, jedoch liegt in kultureller und sozialer Hinsicht eine mangel-
hafte Integration vor. Angesichts der sehr langen Aufenthaltsdauer in 
der Schweiz ist die dabei erfolgte Integration des Beschwerdeführers 
damit insgesamt als eher mangelhaft zu qualifizieren und entspre-
chend lediglich noch von einem bestenfalls grossen bis sehr grossen 
privaten Interesse des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in 
der Schweiz auszugehen. 

172 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

3.3.3. 
3.3.3.1. 
Weiter ist zu prüfen, ob hinsichtlich der Kernfamilie der betrof-

fenen Person von einem erhöhten privaten Interesse am weiteren 
Verbleib in der Schweiz auszugehen ist. Dabei sind namentlich eine 
eheliche, partnerschaftliche oder gefestigte Konkubinatsbeziehung 
sowie das Vorhandensein von minderjährigen Kindern bzw. erwach-
senen Verwandten in auf- oder absteigender Linie mit Abhängigkeits-
verhältnis relevant. Von Bedeutung sind die Auswirkungen und die 
der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile bei 
einer Ausreise aus der Schweiz (BGE 135 II 377, Erw. 4.3; Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. September 2018 [2C_410/2018], Erw. 4.2). 

3.3.3.2. 
Der Beschwerdeführer ist seit dem 29. September 1993 mit ei-

ner kosovarischen Staatsangehörigen verheiratet. Es steht ausser 
Frage, dass eine räumliche Trennung des Beschwerdeführers von 
seiner Ehefrau einen grossen Eingriff in ihr Eheleben darstellen wür-
de, da diesfalls die Beziehung nur noch besuchsweise bzw. über die 
traditionellen und die modernen Kommunikationsmittel gelebt wer-
den könnte. Jedoch hat der Beschwerdeführer das Familienleben in 
der Schweiz durch sein Verhalten selbst aufs Spiel gesetzt. 

Der Ehefrau des Beschwerdeführers steht es frei, ihrem Ehe-
mann in die Heimat zu folgen, besitzt sie doch ebenfalls die kosova-
rische Staatsbürgerschaft. Eine Übersiedlung in das gemeinsame 
Heimatland dürfte zwar mit gewissen Schwierigkeiten und Ein-
schränkungen verbunden sein; ist sie doch im Alter von 17 Jahren 
das erste Mal in die Schweiz eingereist. Jedoch hat sie ihre gesamte 
Kindheit sowie einen Teil ihrer Adoleszenz in ihrem Heimatland 
verbracht und ist daher mit den kulturellen Gepflogenheiten und den 
heimatlichen Verhältnissen vertraut. Eine Rückkehr in den Kosovo 
ist für die Ehefrau des Beschwerdeführers damit nicht generell als 
unzumutbar anzusehen. Daran vermögen die anderslautenden Vor-
bringen des Beschwerdeführers (act. 23 f.) nichts zu ändern. 

3.3.3.3. 
Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau haben drei gemein-

same Kinder, welche heute 25, knapp 23 und knapp 18 Jahre alt sind, 

2018 Migrationsrecht 173 

wobei das jüngste Kind im Jahr 2018 volljährig wird. Angesichts 
dessen, dass dem Beschwerdeführer durch das MIKA eine Ausreise-
frist von 90 Tagen nach Rechtskraft der Verfügung angesetzt und 
diese durch die Vorinstanz nicht abgeändert wurde, wären im Fall 
einer Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz im Zeit-
punkt seiner Ausreise alle seine Kinder volljährig. Auch wenn nach-
vollziehbar ist, dass es den Kindern schwer fallen wird, wenn ihr 
Vater das Land verlassen müsste, wird ein besonderes Abhängig-
keitsverhältnis zum Vater nicht geltend gemacht und ist ein solches 
auch nicht ersichtlich. Allein der Umstand, dass Kinder auf ihrem 
schulischen und beruflichen Weg auf die Unterstützung der Eltern 
angewiesen sein können, vermag kein Abhängigkeitsverhältnis im 
Sinne der Rechtsprechung zu begründen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 8. Januar 2015 [2C_84/2014], Erw. 5.2.2). Die Beziehung 
zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern kann im Fall 
seiner Ausreise aus der Schweiz sodann besuchsweise oder mittels 
traditioneller und moderner Kommunikationsmittel gepflegt werden. 

Im Übrigen steht es den Kindern frei zu entscheiden, ob sie dem 
Beschwerdeführer in das Heimatland folgen oder in der Schweiz 
verbleiben wollen. 

3.3.3.4. 
Nach dem Gesagten resultiert für den Beschwerdeführer auf-

grund seiner Familienangehörigen in der Schweiz ein leicht erhöhtes 
privates Interesse an einem weiteren Verbleib. 

3.3.4. 
In Bezug auf die gesundheitliche Situation des Beschwerdefüh-

rers geht aus den Akten nichts hervor und wird auch nichts geltend 
gemacht, was das private Interesse an einem Verbleib in der Schweiz 
erhöhen könnte. 

3.3.5. 
3.3.5.1. 
Schliesslich ist bei der Bemessung des privaten Interesses zu 

prüfen, welche Beziehungen die betroffene Person zum Heimatland 
unterhalten hat oder noch unterhält und ob sie bei einer Ausreise aus 
der Schweiz im Heimatland auf unüberwindbare (Re-)Integrations-
probleme stossen würde. Zu beachten sind zudem auch jene Aspekte, 

174 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

die eine Rückkehr ins Heimatland aufgrund der dort bestehenden 
Situation als unzumutbar erscheinen lassen (vgl. Art. 83 Abs. 7 AuG; 
BGE 135 II 110, Erw. 4.2). 

3.3.5.2. 
Der Beschwerdeführer besuchte die erste bis achte Primarschul-

klasse im Kosovo und reiste im Alter von 15 Jahren in die Schweiz 
ein. Damit verbrachte er seine gesamte Kindheit wie auch einen 
Grossteil der prägenden Jugendjahre in seinem Heimatland, womit er 
mit der heimatlichen Kultur vertraut sein dürfte. Dies gilt vorliegend 
umso mehr, als er eine Landsfrau geheiratet hat und sie ihre Ferien 
gemäss eigenen Angaben ab und zu im Kosovo verbringen 
(MI-act. 161). Darüber hinaus basierten die Straftaten des Beschwer-
deführers auf dem kulturellen Hintergrund seines Heimatlands und 
führte er im Rahmen seines Schreibens selber aus, dass er die Werte 
aus dem Heimatland mitgenommen habe (Beschwerdebeilage 4). 

Mithin dürfte ihm bei einer Wegweisung aus der Schweiz die 
kulturelle Reintegration in seinem Heimatland leicht fallen. 

3.3.5.3. 
Die Kenntnisse der heimatlichen Sprache sind mit Blick auf die 

(Re-)Integrationschancen der betroffenen Person in ihrem Heimat-
land im Rahmen der Interessenabwägung nur insofern von Relevanz, 
als die betroffene Person der heimatlichen Sprache nicht (mehr) 
mächtig ist und es ihr auch nicht zumutbar ist, diese zu erlernen. 

Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer bis zu seinem 
16. Lebensjahr im Kosovo gelebt und eine kosovarische Staatsange-
hörige geheiratet hat, ist davon auszugehen, dass er der heimatlichen 
Sprache nach wie vor mächtig ist. Etwas Anderes ergibt sich weder 
aus den Akten noch aus den beschwerdeführerischen Vorbringen. 

Somit ist in sprachlicher Hinsicht von guten Reintegrations-
chancen des Beschwerdeführers in seinem Heimatland auszugehen. 

3.3.5.4. 
Der Beschwerdeführer macht im Rahmen seiner Beschwerde 

geltend, dass er praktisch keine Kontakte in den Kosovo habe 
(act. 19). Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer selber damit 
nicht ausschliesst, über gewisse Kontakte im Heimatland zu verfü-
gen, wären im vorliegenden Fall selbst dann keine unüberwindbaren 

2018 Migrationsrecht 175 

Reintegrationsschwierigkeiten ersichtlich, wenn er sein Beziehungs-
netz im Heimatland neu aufbauen müsste. 

3.3.5.5. 
Mit Blick auf die berufliche und wirtschaftliche Integration im 

Heimatland geht weder aus den Akten noch aus den Vorbringen des 
Beschwerdeführers hervor, dass und weshalb ihm diese nicht gelin-
gen sollte. Namentlich lassen die geltend gemachten fehlenden be-
ruflichen Kontakte im Kosovo (act. 23) keinen anderen Schluss zu. 
Selbst unter Berücksichtigung der im Vergleich zur Schweiz 
schlechteren Wirtschaftslage und allfälliger Startschwierigkeiten ist 
damit von intakten Integrationschancen auszugehen. 

3.3.5.6. 
Vorliegend besteht auch kein Anlass zur Befürchtung, dass der 

Beschwerdeführer bei einer Ausreise in sein Heimatland aufgrund 
der allgemeinen Lage einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. 
Solches wird denn auch nicht geltend gemacht. 

3.3.5.7. 
Mit Blick auf die (Re-)Integrationschancen des Beschwerdefüh-

rers im Heimatland sind keine unüberwindbaren Hindernisse ersicht-
lich, womit er unter diesem Aspekt nichts zu seinen Gunsten ableiten 
kann. 

3.3.6. 
Zusammenfassend erhöht sich das mit Blick auf die sehr lange 

Aufenthaltsdauer und die dabei erfolgte eher mangelhafte Integration 
in der Schweiz bestenfalls grosse bis sehr grosse private Interesse 
aufgrund seiner familiären Situation leicht und ist insgesamt als 
gross bis sehr gross zu qualifizieren. 

 
3.4. 
Bei Gesamtwürdigung der sich gegenüberstehenden öffentli-

chen und privaten Interessen überwiegt das sehr grosse öffentliche 
Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sein grosses 
bis sehr grosses privates Interesse, in der Schweiz zu verbleiben. Der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist damit gemessen am 
nationalen Recht nicht zu beanstanden. 

176 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

4. 
4.1. 
Zu prüfen bleibt, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilli-

gung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz 
vor Art. 8 EMRK standhalten. 

4.2. 
4.2.1. 
Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie der - soweit hier von Interesse - in-

haltlich im Wesentlichen übereinstimmende Art. 13 Abs. 1 BV ge-
währleisten das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. 
Diese Garantien können namentlich dann verletzt sein, wenn einer 
ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz le-
ben, die Anwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Fami-
lienleben vereitelt wird. Damit stellt das Recht auf Achtung des Pri-
vat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK zwar ein Ab-
wehrrecht des Betroffenen gegenüber dem Staat dar und soll verhin-
dern, dass dieser in unzulässiger Weise in das Privat- und Familienle-
ben eines Betroffenen eingreift. Art. 8 EMRK verschafft dem Be-
troffenen jedoch praxisgemäss keinen Anspruch auf Einreise und 
Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel (vgl. 
BGE 139 I 330, Erw. 2.1). Mit anderen Worten hindert Art. 8 EMRK 
die Konventionsstaaten nicht daran, Regeln über die Anwesenheit 
auf ihrem Staatsgebiet bzw. die Art der zu erteilenden Bewilligung 
zu normieren und den Aufenthalt ausländischer Personen gegebenen-
falls auch wieder zu beenden, sofern das Familien- und Privatleben 
im Rahmen einer Interessenabwägung berücksichtigt wird und letzt-
lich ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Bewilligungs-
verweigerung resultiert. 

4.2.2. 
Grundsätzlich umfasst der Schutzbereich neben der eigentlichen 

Kernfamilie (Beziehungen zwischen Ehegatten sowie zwischen El-
tern und minderjährigen Kindern) auch die Beziehung zwischen 
Eltern und erwachsenen Kindern sowie die Beziehung zwischen 
Geschwistern. In ausländerrechtlichen Fällen gewährleistet Art. 8 
Ziff. 1 EMRK gemäss der Rechtsprechung des EGMR das Familien-
leben ausserhalb der Kernfamilie jedoch nur dann, wenn eine fak-

2018 Migrationsrecht 177 

tische Familieneinheit vorliegt, die zusätzliche Elemente einer Ab-
hängigkeit aufweist, die über normale, gefühlsmässige Verbindungen 
hinausgehen (vgl. hierzu ALBERTO ACHERMANN/MARTINA CARONI, 
in: PETER UEBERSAX/BEAT RUDIN/THOMAS HUGI YAR/THOMAS 
GEISER [Hrsg.], Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 6.27). 

Liegt ein geschütztes Familienleben vor, kann sich ein Betroffe-
ner jedoch nur dann auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen, wenn das ge-
schützte Familienleben durch den staatlichen Eingriff tangiert wird. 
Ein solcher Eingriff bzw. eine Verletzung von Art. 8 EMRK ist von 
vornherein zu verneinen, wenn es den Betroffenen ohne Schwierig-
keiten möglich ist, die Familienzusammenführung im Ausland vorzu-
nehmen. In diesen Fällen wird das Familienleben gar nicht tangiert 
(Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2014 [2C_147/2014], 
Erw. 5.3). 

4.2.3. 
Ein durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschütztes Privatleben liegt ge-

mäss Bundesgericht vor, wenn eine betroffene Person über besonders 
intensive private Bindungen (gesellschaftlicher oder beruflicher Na-
tur) oder entsprechend vertiefte soziale Beziehungen im ausserfami-
liären respektive ausserhäuslichen Bereich verfügt, die über eine 
normale Integration hinausgehen (BGE 130 II 281, Erw. 3.2.1 mit 
Hinweisen). Von derart intensiven Beziehungen ist mit Blick auf die 
neueste bundesgerichtliche Rechtsprechung bei einem rechtmässigen 
Aufenthalt von rund zehn Jahren regelmässig auszugehen, selbst 
wenn die betroffene ausländische Person erst im Erwachsenenalter in 
die Schweiz übersiedelt ist. Dabei ist die Aufenthaltsdauer jedoch 
lediglich als Richtgrösse zu verstehen. Weder genügt sie allein für 
die Annahme eines Eingriffs in das Privatleben noch stellt sie eine 
zwingende Voraussetzung dafür dar. Im Einzelfall kann die Integra-
tion der betroffenen ausländischen Person trotz eines zehnjährigen 
rechtmässigen Aufenthalts derart mangelhaft sein, dass kein Eingriff 
vorliegt. Demgegenüber kann bei besonders ausgeprägter Integration 
trotz eines längeren, aber noch nicht zehnjährigen rechtmässigen 
Aufenthalts ein Eingriff in das Privatleben vorliegen (Urteil des 
Bundesgerichts vom 8. Mai 2018 [2C_105/2017], Erw. 3.9; vgl. auch 

178 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

Erw. 3.6 - 3.8 mit Hinweisen auf die zugrundeliegende Rechtspre-
chung des EGMR). 

4.2.4. 
Selbst wenn ein Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK ge-

schützte Privat- und Familienleben bejaht wird, ist ein solcher ge-
mäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen 
ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesell-
schaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung, das wirt-
schaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur 
Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesund-
heit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig 
erscheint. Bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 
EMRK sind - ebenso wie bei Art. 96 AuG - die Schwere des be-
gangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Ver-
halten des Ausländers während dieser Periode, die Auswirkungen auf 
die primär betroffene Person sowie deren familiäre Situation zu be-
rücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Nachteile, die dem Ehe-
partner oder den Kindern erwachsen würden, müssten sie dem Be-
troffenen in dessen Heimat folgen (vgl. BGE 135 II 377, Erw. 4.3 mit 
Hinweisen). 

4.3. 
Nachdem der Ehefrau des Beschwerdeführers eine Übersied-

lung in den Kosovo möglich und zumutbar ist, die gemeinsamen 
Kinder volljährig sind und bezüglich der Kinder keine Anhaltspunkte 
für das Vorliegen einer faktischen Familieneinheit bestehen, welche 
zusätzliche Elemente einer Abhängigkeit aufweist, die über normale, 
gefühlsmässige Verbindungen hinausgehen (siehe vorne Erw. 3.3.3), 
ist der Schutzbereich des Familienlebens vorliegend nicht tangiert. 

Aufgrund des 27-jährigen migrationsrechtlich anrechenbaren 
Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz ist, unabhängig 
von individuell-konkreten Integrationsaspekten, davon auszugehen, 
dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegwei-
sung aus der Schweiz einen Eingriff in sein Privatleben im Sinne von 
Art. 8 Ziff. 1 EMRK darstellen. Dieser Eingriff ist vorliegend jedoch 
durch ein überwiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt (siehe 
vorne Erw. 3.4). 

2018 Migrationsrecht 179 

 
Ein Verstoss gegen Art. 8 EMRK liegt damit weder hinsichtlich 

des geschützten Familienlebens noch hinsichtlich des geschützten 
Privatlebens des Beschwerdeführers vor. 

5. 
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Widerruf der Nie-

derlassungsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers 
aus der Schweiz nicht gegen nationales Recht verstossen und auch 
vor Art. 8 EMRK standhalten. Der Entscheid der Vorinstanz betref-
fend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung ist 
demnach nicht zu beanstanden. 

6. 
6.1. 
In einem letzten Schritt ist zu prüfen, ob dem Vollzug der Weg-

weisung Hindernisse entgegenstehen. 
6.2. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig 

oder nicht zumutbar, so verfügt das SEM die vorläufige Aufnahme 
(Art. 83 Abs. 1 AuG). 

6.3. 
Da der Beschwerdeführer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe 

verurteilt wurde (siehe vorne Erw. 2), kommt eine Gewährung der 
vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit 
des Wegweisungsvollzugs von vornherein nicht in Betracht (Art. 83 
Abs. 7 lit. a AuG). Demnach ist nicht weiter zu prüfen, ob Gründe 
bestehen, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG oder unmöglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 
AuG erscheinen lassen. 

6.4. 
Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflich-

tungen der Schweiz einer Weiterreise der ausländischen Person in 
den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen 
(Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf etwa gemäss Art. 3 EMRK und Art. 25 
Abs. 3 BV insbesondere keine Gefahr bestehen, dass eine Person bei 
der Ausreise Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe 
oder Behandlung ausgesetzt wird. 

180 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 

 
Es ergeben sich keine Hinweise darauf, dass sich der Vollzug 

der Wegweisung vorliegend als unzulässig erweisen könnte. Entspre-
chendes wird denn auch nicht geltend gemacht. 

6.5. 
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung 

als zulässig. Das Vorliegen von Vollzugshindernissen wurde damit 
durch die Vorinstanzen zu Recht verneint. 

7. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerde-
führers aus der Schweiz gemäss nationalem Recht nicht zu beanstan-
den sind und auch vor Art. 8 EMRK standhalten. Nachdem auch dem 
Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse entgegenstehen, ist der 
Entscheid der Vorinstanz nicht zu beanstanden und die Beschwerde 
abzuweisen. 

III. 
Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt 
(§ 31 Abs. 2 VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, 
gehen die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen 
Lasten. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 
VRPG). 

(Hinweis: Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Verfah-
rensnummer des Bundesgerichts: 2C_1153/2018) 

 

2018 Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht 181 

IV. Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht 

 

15 Nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb ausserhalb der Bauzonen 

Anwendungsfall eines im Sinne von Art. 24b Abs. 1bis RPG zulässigen 

nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetriebs ausserhalb der Bauzonen (Um-

nutzung bestehender Räumlichkeiten zu Schulungs-, Seminar-, Degusta-

tions- und Eventraum). 

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 25. Januar 

2018, in Sachen A. und B. gegen C. sowie Gemeinderat X. und Regierungsrat 

(WBE.2017.211). 

Aus den Erwägungen 

1. 
1.1. 
Die Beschwerdegegnerin bewirtschaftet einen Landwirtschafts-

betrieb mit rund 47 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche (davon rund 
13 ha Ackerbau), Milchviehhaltung (39 Kühe mit 9 Stück Jungvieh) 
sowie 7 Pferden und Ponys (Betriebsdatenerhebung 2015); der Be-
trieb – bzw. die von der vorliegenden Umnutzung betroffene Parzelle 
Nr. yyy – liegt in der Landwirtschaftszone. 

1.2. 
Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt, das Obergeschoss einer 

im Jahr 2003 bewilligten Baute auf der Parzelle Nr. yyy umzunutzen. 
Das Gebäude wurde im Untergeschoss als Backstube, als Verarbei-
tungsraum und für technische Installationen, im Obergeschoss als 
Degustationsraum und Büro geprüft und bewilligt. Das Obergeschoss 
besteht heute aus einem Raum (sog. D.-Stübli) für rund 40 Personen, 
mit Toilette und einer Einbauküche. Nach Angaben der Beschwerde-
gegnerin wurde das D.-Stübli in den letzten Jahren vor allem als be-
triebseigener Sitzungs- und Verpflegungsraum genutzt. Gelegentlich