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**Case Identifier:** ddbc9abf-d8c5-5fdc-9c3f-a52a70dd3e03
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.06.2023 CA.2020.7
**Docket/Reference:** CA.2020.7
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2020-7_2023-06-14

## Full Text

Berufung teilweise Anfechtung des Urteils (Art. 399 Abs. 4 StPO), Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. b StGB), qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB);;Berufung teilweise Anfechtung des Urteils (Art. 399 Abs. 4 StPO), Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. b StGB), qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB);;Berufung teilweise Anfechtung des Urteils (Art. 399 Abs. 4 StPO), Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. b StGB), qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB);;Berufung teilweise Anfechtung des Urteils (Art. 399 Abs. 4 StPO), Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. b StGB), qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB)

Urteil vom 14. Juni 2023 
Berufungskammer 

Besetzung  Richterin Andrea Blum, Vorsitzende 
Richterin Marcia Stucki und  
Richter Thomas Frischknecht 
Gerichtsschreiberin Nathalie Hiltbrunner  

Parteien  A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Oliver Kunz 
und Rechtsanwalt Dr. Christoph Hohler,  

Berufungsführer / Beschuldigter  
 

 
gegen 

  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 
des Bundes Urs Köhli, 

Berufungsgegnerin / Anklagebehörde  
 

Gegenstand 
 

Qualifizierte Geldwäscherei 
 
Berufung (teilweise) des Beschuldigten vom 28. April 2020 
gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2020.7 

- 2 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil  

A.1 Am 25. April 2012 erstattete die Meldestelle für Geldwäscherei (nachfolgend: 
MROS) gestützt auf Art. 23 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Bekämpfung 
der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung vom 10. Oktober 1997 
(Geldwäschereigesetz, GwG; SR 955) eine Meldung an die Staatsanwaltschaft I 
des Kantons Zürich (BA pag. 05.101-0001 ff.). Die zugrundeliegende Verdachts-
meldung i.S.v. Art. 9 GwG vom 20. April 2012 betraf je ein Konto der C. Corp. 
und der D. Inc. – beide Gesellschaften panamaischen Rechts – bei der Bank E. 
AG in ZZ., deren wirtschaftlich Berechtigter F. war, sowie drei auf F. selbst lau-
tende Privatkonten, ebenfalls bei der Bank E. (BA pag. 05.101-004 ff.). 

A.2 Am 27. April 2012 eröffnete die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) gegen F. 
und Unbekannt eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei (BA SV.12.0528 
pag. 01.100-0001). Es bestand der Verdacht, dass F. seinem Cousin, dem ehe-
maligen griechischen Verteidigungsminister Apostolos-Athanasios (Akis) 
Tsochatzopoulos (nachfolgend: Tsochatzopoulos), bei der Weiterleitung von Be-
stechungsgeldern aus Rüstungsgeschäften, unter anderem mit der russischen 
Gesellschaft G., über eigene sowie über Drittkonten von ihm zurechenbaren Un-
ternehmen behilflich gewesen sei (BA pag. 18.101-0002; 21.102-0036 ff.). 
Gleichzeitig führte die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich infolge der 
MROS-Meldung vom 25. April 2012 eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt, 
bevor sie diese auf entsprechende Übernahmeerklärung der BA hin mit Verfü-
gung vom 23. November 2012 an die BA abtrat (BA pag. 05.100-0003 f.; 21.102-
0036 ff.). Im Zuge der mit dieser Strafuntersuchung einhergehenden Ermittlun-
gen erhärtete sich aus Sicht der BA der Tatverdacht gegen A. (nachfolgend: Be-
schuldigter) – den Kundenberater von F. bei der Bank E. (BA pag. 13.001.0003 
ff.) –, weshalb die BA am 20. Juni 2014 gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen 
qualifizierter Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB) eröffnete 
(BA pag. 01.100-0001). Am 26. Juni 2014 dehnte die BA die Strafverfolgung ge-
gen den Beschuldigten auf den Tatbestand der Urkundenfälschung gemäss 
Art. 251 Ziffer 1 StGB aus (BA pag. 01.100-0002). 

A.3 Am 2. September 2015 wurde die Strafverfolgung gegen den Beschuldigten zu-
sätzlich auf den Tatbestand der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 
Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB ausgedehnt. Aus den bisherigen Ermittlungen ergab 
sich der Verdacht, dass er gemeinsam mit seinem langjährigen Freund H. unter 
dem Vorwand von (fingierten) Kunstverkäufen Vermögenswerte von den Konten 
der C. und der D.  bei der Bank E. auf Konten der I. Ltd. und der J. Anstalt (von 
H. respektive dem Beschuldigten kontrollierte Gesellschaften [BA pag. 10.208-

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0026 ff.]) bei anderen Banken transferiert habe, ohne dass der wirtschaftlich Be-
rechtigte F. diesen Transaktionen zugestimmt habe (BA pag. 01.100-0004 ff.; 
13.001-0408.). Gegen H. hatte die BA in der vorliegenden Angelegenheit bereits 
mit Verfügung vom 12. März 2015 eine Strafuntersuchung wegen qualifizierter 
Geldwäscherei nach Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB eröffnet (BA pag. 
01.100-0003). 

A.4 Der Beschuldigte befand sich im Rahmen der Ermittlungen vom 1. bis 2. Juli 2014 
und vom 16. Dezember 2014 bis 26. November 2015 in Untersuchungshaft (BA 
pag. 6.001-0010 und -0917).  

A.5 Die BA nahm umfangreiche Beweiserhebungen, unter anderem auf dem Rechts-
hilfeweg im Ausland, vor: Es wurden verschiedene in die untersuchten Vorgänge 
involvierte Personen in der Schweiz und in Griechenland befragt (BA Rubriken 
12.1. bis 12.20. und 13.1. bis 13.2.), Akten aus konnexen Straf- und Rechtshilfe-
verfahren beigezogen (BA Rubriken 7.1. bis 7.4.), Bankunterlagen und andere 
Dokumente ediert (BA Rubriken 7.100. bis 7.200.) sowie Überwachungsmass-
nahmen (BA Rubriken 9.101. bis 9.104.) und Hausdurchsuchungen mit Sicher-
stellungen und Beschlagnahmen (BA Rubriken 8.101. bis 8.107.) durchgeführt.  

A.6 Am 7. Oktober 2013 wurden Tsochatzopoulos, F. und weitere Beschuldigte in 
Griechenland erstinstanzlich wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei von aus 
Bestechung stammenden Vermögenswerten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt 
(BA pag. B18.101.07-0001 ff., insbesondere -0174; TPF pag. 210.222.008 ff. und 
210.223.083 ff.). Mit Urteil vom 1. November 2017 bestätigte das Berufungsge-
richt in Athen die ergangenen Schuldsprüche (CAR pag. 5.101.001 ff.). Gemäss 
Mitteilung von Eurojust vom 31. Juli 2019 hatte der Oberste Gerichtshof Grie-
chenlands mit Entscheid vom 27. Juni 2019 das von Tsochatzopoulos gegen das 
Urteil des griechischen Berufungsgerichts erhobene Rechtsmittel abgewiesen 
und dessen Rechtskraft bestätigt (TPF pag. 210.224.023 ff., 210.261.1.014 ff.; 
CAR pag. 5.101.001 ff.). 

A.7 Bereits am 4. April 2005 hatte ein russisches Gericht K. wegen Amtsmissbrauchs 
verurteilt. Dies mit der Begründung, dass er Dritten in seiner Position als stellver-
tretender Generaldirektor der G., und zum Schaden dieses vom russischen Staat 
gegründeten und kontrollierten Unternehmens Gewinne bzw. Vorteile verschafft 
habe. Das russische Gericht erachtete es als erwiesen, dass K. seine Kompe-
tenzen missbraucht habe, indem er am 18. Juli 2000 als Vertreter der G. – in 
Missachtung von griechischen Richtlinien und des Vertrags Nr. 2 zwischen der 
G. und dem Verteidigungsministerium Griechenlands über die Lieferung von 
Waffensystemen im Wert von USD 800 Mio. – mit der zypriotischen Firma L. Ltd. 
die Zusatzvereinbarung Nr. 3 über Kompensationsprogramme im Wert von rund 

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USD 80 Mio. abgeschlossen habe (BA pag. B18.101.04-0240 ff., insbesondere -
0242 ff., -0252 ff., -0271, -0277 ff., -0282 f.).  

A.8 Mit Verfügung vom 28. August 2017 stellte die BA das Strafverfahren gegen F. 
wegen Verdachts der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB in Anwendung von 
Art. 319 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 8 Abs. 3 StPO ein (BA SV.12.0528 pag. 03.102-
0022, -0036). Mit Verfügung vom 19. Dezember 2018 stellte die BA das Strafver-
fahren gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts der Urkundenfälschung 
gemäss Art. 251 Ziffer 1 StGB und – infolge Verjährung – auch wegen des Ver-
dachts der qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB hinsichtlich der 
ihm bis zum 9. Oktober 2003 vorgeworfenen Geldwäschereihandlungen ein (BA 
SV.18.1245 [SV.14.0756] pag. 03.001-0001 ff.). Das Strafverfahren gegen H. 
wurde mit Verfügung der BA vom 19. Dezember 2018 vom Verfahren gegen den 
Beschuldigten abgetrennt und separat weitergeführt (BA SV.18.1245 [SV.14.0756] 
pag. 03.002-0001 ff.). 

A.9 Am 19. Dezember 2018 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts (nachfolgend: Strafkammer) gegen den Beschuldigten Anklage wegen 
qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB sowie 
wegen qualifizierter Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziffer 1 Abs. 2 i.V.m. Ziffer 2 
StGB (TPF pag. 210.100.001 ff.). 

A.10 Im Rahmen der Prozessvorbereitung veranlasste die erstinstanzliche Verfah-
rensleitung u.a. die Übersetzung wesentlicher Teile des erstinstanzlichen griechi-
schen Urteils vom 7. Oktober 2013 und diverser in griechischer Sprache verfass-
ter Rechtshilfedokumente ins Deutsche (TPF pag. 210.223.001 ff. und -124 ff.). Zu-
dem wurden der Bericht der Forensischen Finanzanalyse (FFA-Bericht) aus dem 
Verfahren gegen F. und der Schlussbericht der Bundeskriminalpolizei (BKP) zu 
den Akten erkannt (BA pag. 10.208.0001 ff.; TPF pag. 210.400.002, -510.017 ff., 
insbes. -021 f.). Schliesslich veranlasste die Verfahrensleitung die Erstellung eines 
Gutachtens zu Fragen bezüglich des griechischen Straf(prozess)rechts (Rechts-
gutachten vom 8. August 2019 [TPF pag. 210.661.046 ff.]). 

A.11 Anlässlich der Hauptverhandlung vor der Strafkammer vom 21. bis 23. August 
2019, die in Anwesenheit der BA, des Beschuldigten und der Verteidigung am 
Sitz des Bundesstrafgerichts in Bellinzona stattfand, wurden neben dem Be-
schuldigten die ehemaligen Mitarbeiter der BANK E. JJJJ. und OOOO. als Zeu-
gen befragt (TPF pag. 210.720.001 ff.; -731.001 ff., -761.001 ff., 762.001 ff.). 

A.12 Mit Urteil SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019, den Parteien am 14. Oktober 2019 
mündlich eröffnet (TPF pag. 210.930.001 ff.), wurde der Beschuldigte vom Vor-
wurf der qualifizierten Veruntreuung (Art. 138 Ziffer 1 Abs. 2 StGB) freigespro-
chen, hingegen der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 

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lit. b StGB) schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten 
(wovon 15 Monate bedingt vollziehbar, bei einer Probezeit von 2 Jahren) sowie 
einer Geldstrafe von 250 Tagessätzen à Fr. 1'000.00 (bedingt, bei einer Probezeit 
von 2 Jahren) verurteilt (TPF pag. 210.930.001 ff.). 

A.13 Mit Schreiben vom 16. Oktober 2019 meldete der Beschuldigte fristgerecht Be-
rufung an (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; TPF pag. 210.940.001). 
Das schriftlich begründete Urteil (CAR pag. 1.100.003 ff.) wurde am 7. April 2020 
an die Parteien versandt (TPF pag. 210.930.028 ff.; CAR pag. 1.100.151) und von 
diesen am 8. April 2020 postalisch entgegengenommen (CAR pag. 1.100.167 f.). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Im Nachgang an die Übermittlung des erstinstanzlichen Urteils inkl. Berufungs-
anmeldung und sämtlichen Verfahrensakten an die Berufungskammer stellte der 
Beschuldigte mit Berufungserklärung vom 28. April 2020 folgende Anträge (CAR 
pag. 1.100.169 ff.): 

Rechtsbegehren:  

1. Ziff. 3, 4 und 5 des Urteils der Vorinstanz seien aufzuheben und der Beschuldigte 
sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Ziff. 6.1 des Urteils der Vorinstanz sei aufzuheben und die Sicherheitsleistung im 
Betrag von CHF 200'000 sei dem Beschuldigten freizugeben. 

3. Ziff. 7.1, 7.2 und 7.4 des Urteils der Vorinstanz seien aufzuheben und sämtliche 
beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte (einschliesslich der Gegen-
stände gemäss Dispositiv Ziffer 7.1) seien dem Beschuldigten herauszugeben und 
nicht einzuziehen. 

4. Ziff. 8 des Urteils der Vorinstanz sei aufzuheben und die angeordnete Ersatzforde-
rung sei aufzuheben. 

5. Ziff. 9 und 10 des Urteils der Vorinstanz seien aufzuheben und die gesamten Ver-
fahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren sowie für das Vorver-
fahren seien der Staatskasse zu überbinden und dem Beschuldigten sei eine an-
gemessene Entschädigung (zzgl. MwSt.) für seine Anwaltskosten zuzusprechen. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

Beweisanträge: 

1. Sämtliche Unterlagen zu den Checkeingängen (insbesondere die für eine Gut-
schrift erforderlichen Formulare wie das «Clarification of Physical Transactions» 
Formular) seien von der Bank E. edieren zu lassen. 

2. EEEEE. sei als Zeuge zu den nachgenannten Themenkomplexen zu befragen. 

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3. O. sei als Zeuge zu den nachgenannten Themenkomplexen zu befragen. 

4. FFFFF., der Sohn von Rechtsanwalt IIII., sei als Zeuge zu den nachgenannten 
Themenkomplexen zu befragen. 

5. Der vormals Mitbeschuldigte H. (v.d. RAin Galatia Pfister) sei zu den nachgenann-
ten Themenkomplexen zu befragen. 

6. Die Akten des Strafverfahrens SV.12.0528-OCH gegen F. (Verfahren «F.») sowie 
der damit zusammenhängenden Rechtshilfeverfahren RH.12.0100-OCH und 
RH.12.0112-OCH («Rechtshilfeverfahren») seien beizuziehen, insbesondere 
(aber nicht abschliessend) die Protokolle der Besprechungen von Staatsanwalt 
KÖHLI mit RA N., insb. diejenigen vom 12. April 2016.  

7. Die zweit- und drittinstanzlichen griechischen Urteile gegen Akis TSOCHATZO-
POULOS, F. und Mitbeschuldigte seien rechtshilfeweise aus Griechenland beizu-
ziehen. 

Verfahrensanträge zu den Untersuchungsakten: 

1. Sämtliche von der Verteidigung und von Dritten im Zusammenhang mit diesem 
Verfahren an die Bundesanwaltschaft gesandten (einschliesslich die im Aus-
standsverfahren eingereichten), von dieser jedoch nicht zu den Akten genomme-
nen Eingaben und Beilagen seien zu den Akten zu nehmen. 

2. Das erstinstanzliche griechische Urteil gegen Akis TSOCHATZOPOULOS, F. und 
Mitbeschuldigte sei vollständig zu übersetzen. 

B.2 Die BA verzichtete innert Frist auf die Beantragung des Nichteintretens und die 
Erhebung einer Anschlussberufung. Mit Eingabe vom 28. Mai 2020 nahm sie zu 
den Beweis- und Verfahrensanträgen des Beschuldigten Stellung (CAR pag. 
2.100.003 ff.). 

B.3 Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden die Beweisanträge des Be-
schuldigten vom 28. April 2020 bezüglich Edition der Unterlagen bei der Bank E., 
der Befragung des Zeugen EEEEE. (im Sinne der Einholung eines schriftlichen 
Berichts i.S.v. Art. 145 StPO), der Einvernahme des Zeugen H., des Beizugs der 
Akten des Strafverfahrens (inkl. der konnexen Rechtshilfeverfahren) gegen F., 
der Edition der zweit- und drittinstanzlichen griechischen Urteile gegen Tsochatz-
opoulos, F. und Mitbeschuldigte sowie des Beizugs sämtlicher an die BA gesand-
ten, von dieser nicht zu den Akten genommenen Eingaben gutgeheissen. Die 
Anträge bezüglich der Zeugenbefragung von O. und FFFFF. sowie der vollstän-
digen Übersetzung der erstinstanzlichen griechischen Urteile (gemäss Verfah-
rensantrag Ziffer 2) wurden abgewiesen (vgl. Verfügung der Verfahrensleitung 
vom 2. September 2020; CAR pag. 6.400.001 ff.). 

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B.4 Die Bank E. teilte auf Editionsaufforderung vom 17. März 2021 hin mit Schreiben 
vom 29. März 2021 mit, dass sie bereits sämtliche noch vorhandenen Dokumente 
und Beweismittel der BA eingereicht habe und diese bereits im Aktendossier ent-
halten seien (CAR pag. 5.302.001 ff.). Die BA reichte mit Eingabe vom 12. April 
2021 ihre Akten aus den abgeschlossenen Rechtshilfeverfahren RH.12.0100 und 
RH.13.0112 sowie des abgeschlossenen Strafverfahrens gegen F. SV.12.0528 
ein (CAR pag. 4.102.007). Mit Schreiben vom 13. April 2021 teilte die BA mit, 
dass sich sämtliche Eingaben und Beilagen zu den editierten Akten bereits in 
diesen Akten befänden (CAR pag. 4.102.011). Die mit Rechtshilfeersuchen vom 
17. März 2021 (CAR pag. 5.101.001 ff.) in Griechenland edierten Urteile Nr. 
2973/2017 des Berufungsgerichts in Athen und Nr. 1309/2019 des Obersten Ge-
richtshofs Griechenlands wurden mit Eingabe vom 12. Juli 2021 von den griechi-
schen Behörden übermittelt (CAR pag. 5.101.001 ff.).  

B.5 Mit Eingabe vom 7. Mai 2021 (sowie Nachtrag vom 11. Mai 2021) beantragte der 
Beschuldigte den Ausstand des fallführenden Staatsanwalts des Bundes Urs 
Köhli sowie des ehemaligen fallführenden Staatsanwalts des Bundes Lienhard 
Ochsner im vorliegenden Strafverfahren gegen den Beschuldigten (CAR pag. 
4.101.028 ff.). 

B.6 Am 18. Mai 2021 wurde das Ausstandsgesuch des Beschuldigten vom 7./11. Mai 
2021 zuständigkeitshalber an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
übermittelt (CAR pag. 3.201.001). Das vorliegende Berufungsverfahren wurde 
mit Beschluss CN.2021.19 vom 18. Juni 2021 bis zum entsprechenden Entscheid 
der Beschwerdekammer sistiert (CAR pag. 10.600.001 ff.). 

B.7 Mit Beschluss BB.2021.147 vom 25. Mai 2022 wies die Beschwerdekammer das 
Ausstandsgesuch des Beschuldigten gegen die Staatsanwälte des Bundes Köhli 
und (ehem.) Ochsner ab. Infolgedessen wurde die Sistierung des Berufungsver-
fahrens per 4. August 2022 aufgehoben (CAR pag. 1.200.003 f.).  

B.8 Nach Wiederaufnahme des Verfahrens veranlasste die Verfahrensleitung im Hin-
blick auf die Berufungsverhandlung den Beizug der Akten des Strafverfahrens 
gegen H. (SV.18.1245), welches von der BA mit Strafbefehl vom 24. Juni 2021 
abgeschlossen worden war (CAR pag. 6.101.001 ff.).  

Nach Einbezug der Parteien in die Formulierung (CAR pag. 4.101.005 ff. und 
4.102.012 f.) unterbreitete das Gericht dem Zeugen EEEEE. am 6. Oktober 2022 
einen Fragenkatalog zwecks Erstellung eines schriftlichen Berichts gemäss Art. 
145 StPO (CAR pag. 5.401.001 ff.). Am 21. Oktober 2022 übermittelte EEEEE. 
dem Gericht seinen schriftlichen Bericht (CAR pag. 5.401.023).  

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Auf Antrag des Beschuldigten vom 25. November 2022 (CAR pag. 4.101.095 ff.) 
wurden zudem einzelne Auszüge aus den edierten griechischen Urteilen auf 
Deutsch übersetzt (CAR pag. 4.202.008 ff.). 

B.9 Anlässlich der Berufungsverhandlung, welche am 20. März 2023 (Teil 1) in An-
wesenheit des Beschuldigten, von dessen Verteidigung und der BA am Sitz des 
Bundesstrafgerichts in Bellinzona stattfand (CAR pag. 8.200.001 ff.), wurde der 
Beschuldigte einvernommen (CAR pag. 8.401.001 ff.). Aufgrund des Nichter-
scheinens des korrekt vorgeladenen Zeugen H. (dieser hatte sich via seine grie-
chische Rechtsvertretung per E-Mail vom 20. März 2023 und ärztlichem Attest 
wegen Atemproblemen entschuldigen lassen [CAR pag. 7.100.008 ff.]) wurde die 
Verhandlung unterbrochen und auf den 23. Mai 2023 vertagt (CAR pag. 
8.200.006 f.). 

B.10 Am 23. Mai 2023 fand die Fortsetzung der Berufungsverhandlung statt, wiederum 
in Anwesenheit des Beschuldigten, von dessen Verteidigung und der BA (CAR 
pag. 8.200.008 ff.). Trotz abermaliger korrekter Vorladung (CAR pag. 7.201.008 
und 7.301.006) erschien der Zeuge H. auch zu diesem Verhandlungstermin nicht. 
Er hatte sich zuvor mit E-Mail vom 28. April 2023 aufgrund seines angeblich fra-
gilen Gesundheitszustands und unter Verweis auf seine schriftliche Stellung-
nahme vom 7. Januar 2019 (TPF pag. 6.101.015 ff.) entschuldigen lassen (CAR 
pag. 7.201.008 und 7.301.006). Im Rahmen des Beweisverfahrens entschied das 
Gericht, die Verhandlung vorerst – unter Vorbehalt einer möglichen Wiederauf-
nahme des Beweisverfahrens im Rahmen der Urteilsberatung (Art. 349 StPO) – 
ohne die besagte Beweisabnahme weiterzuführen. 

Im Rahmen seines Parteivortrags präzisierte der Beschuldigte seine Anträge wie 
folgt (CAR pag. 8.200.013): 

1. Ziff. 3, 4 und 5 des Urteils der Vorinstanz seien aufzuheben und… 

… und das Verfahren sei zufolge diverser Verletzungen von Art. 3 StPO einzu-
stellen; 

Eventualiter ... der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Ziff. 6.1 des Urteils der Vorinstanz sei aufzuheben und die Sicherheitsleistung im 
Betrag von CHF 200'000 sei dem Beschuldigten unverzüglich freizugeben. 

3. Ziff. 7.1, 7.2 und 7.4 des Urteils der Vorinstanz seien aufzuheben und sämtliche 
beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte (einschliesslich der Gegen-
stände gemäss Dispositiv Ziffer 7.1) seien dem Beschuldigten herauszugeben und 
nicht einzuziehen. 

4. Ziff. 8 des Urteils der Vorinstanz sei aufzuheben und die angeordnete Ersatzforde-
rung sei aufzuheben. 

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5. Ziff. 9 und 10 des Urteils der Vorinstanz seien aufzuheben und die gesamten Ver-
fahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren sowie für das Vorver-
fahren seien der Staatskasse zu überbinden und dem Beschuldigten sei eine an-
gemessene Entschädigung (zzgl. MwSt.) für seine Anwaltskosten zuzusprechen. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Die BA stellte im Rahmen ihres Parteivortrags folgende Anträge (CAR pag. 
8.200.014): 

1. Die von der Verteidigung gestellten Rechtsbegehren 1 bis 6 gemäss Berufungs-
erklärung vom 29. April 2020 seien abzuweisen.  

2. Der Beschuldigte und Berufungsführer sei im Sinne der Vorinstanz wegen qualifi-
zierter Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 lit. b StGB zu bestrafen.  

3. Es sei im Sinne der Vorinstanz gestützt auf Art. 70 StGB die Einziehung von Ver-
mögenswerten im Umfang von CHF 2 Mio. zu beschliessen.  

4. Es sei im Sinne der Vorinstanz gestützt auf Art. 71 StGB im Umfang von CHF 
491'961.50 auf eine Ersatzforderung zu erkennen.  

5. All dies unter Kostenfolge für den Berufungsführer. 

Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Eröffnung des Urteils (Art. 84 Abs. 3 
Satz 2; Art. 351 Abs. 3 i.V.m. Art. 379 und Art. 405 Abs. 1 StPO; CAR pag. 
8.200.021). 

B.11 Das Urteil vom 14. Juni 2023 wurde den Parteien am 19. Juni 2023 postalisch im 
Dispositiv unter Beilage einer schriftlichen Kurzbegründung eröffnet (CAR pag. 
11.100.001 ff.). 

Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen. 

 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

1.1 Die Berufungsanmeldung und -erklärung des Beschuldigten erfolgten jeweils un-
ter Fristenwahrung (Art. 399 Abs. 1-3 StPO; CAR pag. 1.100.003 ff.). Mit dem 
Urteil der Strafkammer SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 wurde das Strafverfah-
ren gegen den Beschuldigten im Sinne von Art. 398 Abs. 1 StPO abgeschlossen. 
Aufgrund des Teilschuldspruches und der verhängten Strafe ist der Beschuldigte 

- 10 - 

durch das vorinstanzliche Urteil beschwert, an dessen Aufhebung oder Änderung 
interessiert und somit zur Berufung legitimiert (Art. 104 Abs. 1 lit. a, Art. 111 Abs. 1 
und Art. 382 Abs. 1 StPO). 

1.2 Die Bestimmung von Art. 305bis StGB untersteht im vorliegenden Kontext der Bun-
desgerichtsbarkeit (Art. 24 Abs. 1 lit. a StPO). Die Berufungskammer des Bun-
desstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer bzw. Berufungsgericht) ist in 
der Besetzung mit drei Richterpersonen für die Beurteilung der vorliegenden Be-
rufung örtlich und sachlich zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 lit. c, Art. 38a 
und Art. 38b des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des 
Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). Sämtliche Ein-
tretensvoraussetzungen sind erfüllt. Verfahrenshindernisse liegen keine vor. Auf 
die Berufung ist somit einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition 

2.1 Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefoch-
tenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Die vorliegende Berufung vom 8. Oktober 
2019 richtet sich gegen das Urteil der Strafkammer SK.2018.73, jedoch lediglich 
gegen den Schuldspruch bezüglich qualifizierter Geldwäscherei (Art. 305bis 
Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB) mit entsprechenden Konsequenzen für die Neben-
folgen (vgl. Anträge oben, Sachverhalt lit. B.1 und B.10). Betreffend alle nicht 
angefochtenen Teile des vorinstanzlichen Urteils ist vorab vom Eintritt der 
Rechtskraft Vormerk zu nehmen. 

2.2 In Bezug auf den Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis 

Ziffer 1 i. V. m. Ziffer 2 StGB in den Anklageziffern (nachfolgend: AKZ) 1.1.3.3.1 
bis -20 wurde das Verfahren erstinstanzlich infolge Eintritts der Verjährung ein-
gestellt. Diese Einstellung wie auch der Freispruch des Beschuldigten vom Vor-
wurf der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziffer 1 Abs. 2 StGB (AKZ 
1.2) blieben seitens der BA unangefochten. Bezüglich des Anklagevorwurfs der 
qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB) gilt es anzu-
merken, dass die Vorinstanz den Tatbestand bezüglich AKZ 1.1.3.1.1 (erste 
Transaktion von EUR 1 Mio. innerhalb des Sachverhaltskomplexes AKZ 1.1.3.1 
betreffend Investitionen in die Buchhandlung III. über die Firma BB.) sowie AKZ 
1.1.3.6 (zwei Überweisungen ab dem D.-Konto auf ein Privatkonto von M.) als nicht 
erfüllt betrachtet (vgl. Urteil SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 E. II. 1.5.2.1 b. aa 
und ff, S. 97 und 101). Damit hat die Vorinstanz in diesen beiden Anklagepunkten 
in der Sache ein freisprechendes Erkenntnis gefällt, was jedoch im erstinstanz-
lichen Urteilsdispositiv nicht zum Ausdruck kommt. Im Sinne einer erschöpfen-
den Behandlung der Anklage ist das Urteilsdispositiv von Amtes wegen entspre-
chend zu berichtigen. Nachdem die BA diese beiden Freisprüche nicht angefochten 

- 11 - 

hat, kann auf diese im Berufungsverfahren nicht mehr zurückgekommen werden 
(CAR pag. 8.200.002 f.). 

2.3 Demzufolge ist festzustellen, dass folgende Dispositivziffern des Urteils 
SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 in Rechtskraft erwachsen sind: 

1. Das Strafverfahren gegen A. betreffend qualifizierte Geldwäscherei gemäss Art. 305bis 
Ziff. 1 StGB wird bezüglich der AKZ 1.1.3.3.1 bis 1.1.3.3.20 eingestellt.  

2. A. wird freigesprochen 

− vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
StGB (AKZ 1.2); 

− vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. 
Ziff. 2 StGB, angeblich begangen am 26. Juli 2005 (AKZ 1.1.3.1), am 23. Sep-
tember 2010 (AKZ 1.1.3.6.1.) und am 24. Oktober 2011 (AKZ 1.1.3.6.2).  

    […] 

6.  […] 

6.1  […] 

6.2  Die monatliche Meldepflicht wird aufgehoben. 

7.  Sichergestellte bzw. beschlagnahmte Vermögenswerte 

7.1  […] 

7.2  […] 

7.3  Unter Vorbehalt der oben stehenden Ziff. 7.1 und 7.2 werden die übrigen sicherge-
stellten bzw. beschlagnahmten Unterlagen und Gegenstände nach Eintritt der 
Rechtskraft an die berechtigten Personen zurückgegeben. 

2.4 Das in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerte Prinzip des Verbots der «reformatio in 
peius» (Verschlechterungsverbot [vgl. BGE 139 IV 282 E. 2.3.1]) greift zugunsten 
der beschuldigten Person, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 
worden ist. Vorliegend hat die BA auf die Erhebung der Berufung oder Anschluss-
berufung verzichtet. Entsprechend darf das erstinstanzliche Urteil nicht zu Un-
gunsten des Beschuldigten abgeändert werden. 

3. Verletzung von Verfahrensgrundsätzen 

3.1 Argumente der Verteidigung 

Die Verteidigung rügte im ersten Teil ihres Plädoyers im Berufungsverfahren zu-
sammengefasst eine krasse Verletzung elementarer verfahrensrechtlicher Grund-
sätze im Strafverfahren durch die BA. So seien etwa der Untersuchungsgrund-
satz in Bezug auf die Pflicht, belastende und entlastende Umstände mit gleicher 

- 12 - 

Sorgfalt zu untersuchen i.S.v. Art. 6 Abs. 2 StPO, das Gebot des Handelns nach 
Treu und Glauben nach Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO, das Verbot des Rechtsmiss-
brauchs nach Art. 3 Abs. 2 lit. b StPO und das Gebot, alle Verfahrensbeteiligten 
gleich und gerecht zu behandeln nach Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO je verletzt worden. 
Aufgezeigt werde dies durch diverse Erkenntnisse aus den erst im Berufungs-
verfahren beigezogenen Akten des Strafverfahrens der BA gegen F. 
(SV.12.0528). Entgegen der Behauptung der BA, die den Aktenbeizug habe ver-
hindern wollen, seien in diesen Akten für das vorliegende Strafverfahren erhebli-
che Beweismittel enthalten, die im vorliegenden Verfahren gegen den Beschul-
digten nicht dokumentiert worden seien. So habe es geheime Treffen zwischen 
Rechtsanwalt N., dem Rechtsvertreter von F., und der BA gegeben, wobei der 
Verdacht bestehe, dass es dabei auch um das Verfahren gegen den Beschuldig-
ten gegangen sei. Der Verdacht eines kollusiven und unzulässigen Zusammen-
wirkens zwischen den Staatsanwälten des Bundes und Rechtsanwalt N. werde 
untermauert durch E-Mails zwischen der BA und Rechtsanwalt N. in den Akten 
im Verfahren gegen F. Darin seien Fragen zu den bevorstehenden Einvernah-
men von F. und M. mit Fragen zur Rückabwicklung einer Versicherungspolice bei 
der ZZ. Versicherung verknüpft worden. Die Staatsanwälte hätten sodann im Zu-
sammenhang mit der Rückabwicklung dieser Versicherungspolice eine Zahlung 
über Fr. 359'000.00 auf ein auf F. lautendes privates Konto in Deutschland veran-
lasst. Sie hätten dies getan, obwohl sie offenbar davon ausgegangen seien, dass 
die Einmalprämie bei Abschluss der Versicherung aus deliktischem Geld begli-
chen worden sei und keine Garantien vorgelegen hätten, dass die Rückzahlung 
gemäss den Beteuerungen von F. letztlich an den griechischen Staat gelange. 
Weiter seien die im Verfahren gegen F. durchgeführten Einvernahmen mit 
Rechtsanwalt N. vom 16. Oktober 2014 und Rechtsanwalt GGGGG. vom 4. No-
vember 2014 verheimlicht worden, obwohl in diesen für das Verfahren gegen den 
Beschuldigten relevante Angaben (betreffend Verwechslung von Tsoschatzop-
oulos und F.) enthalten seien. Die Staatsanwälte des Bundes hätten Erkennt-
nisse verheimlicht, die Verteidigung bewusst in die Irre geführt und nicht nach 
Treu und Glauben agiert. Die Befragung von H. in Griechenland habe die BA 
bewusst platzen lassen. Die Vorinstanz habe die Argumente der Verteidigung im 
erstinstanzlichen Verfahren übergangen, indem sie vorgegeben habe, nicht auf 
Aussagen von F., M., Rechtsanwalt N. oder H. abzustellen, und stattdessen of-
fengelassen habe, ob das Vorgehen der BA korrekt gewesen war. Vor dem be-
stehenden Hintergrund sei unklar, ob die BA nun tatsächlich alle vorhandenen 
relevanten Akten offengelegt habe. Durch die Nichtverwertung von einzelnen 
Aussagen würden die vorhandenen Verfahrensmängel nicht behoben oder ge-
heilt. Die Gutheissung von Beweisanträgen der Verteidigung durch die Beru-
fungskammer heile die Verletzung der Verteidigungsrechte auch nicht. Aufgrund 
der diversen Verletzungen von Verfahrensgrundsätzen müsse das vorliegende 

- 13 - 

Verfahren eingestellt werden. Die Anklage basiere auf einer von Beginn weg un-
fairen Untersuchung, auf deren Grundlage keine Verurteilung ergehen dürfe. Zu-
mindest aber seien die Verstösse gegen Art. 3 StPO bei der Beweiswürdigung zu 
berücksichtigen, indem sämtlichen Erkenntnissen aus der unfairen Untersu-
chung jeglicher Beweiswert abgesprochen werde. Im Falle eines Schuldspruchs 
müssten die genannten Verletzungen zu einer Strafbefreiung führen bzw. min-
destens im Rahmen der Strafzumessung berücksichtigt werden (CAR pag. 
8.301.003 ff. und -060 ff.). 

3.2 Argumente der BA 

Die BA bestritt die gerügten Verfahrensfehler und verwies insbesondere auf die 
beiden Ausstandsverfahren (CAR pag. 8.200.003 f.). Die BA habe bei Eröffnung 
des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten sämtliche relevanten Akten aus 
anderen Verfahren beigezogen (CAR pag. 8.301.136). Die von der Verteidigung 
im Antrag auf Aktenbeizug vorgebrachten Tatsachen hätten sich in den genann-
ten Akten nicht finden lassen (CAR pag. 8.301.137). Der Beweisantrag auf Akten-
beizug sei eine geschickte «fishing-expedition» gewesen (CAR pag. 8.301.137). 
Der Beweisantrag hätte daher von der Berufungskammer als verpönte Beweis-
ausforschung abgelehnt werden können (CAR pag. 8.301.139). Aus den Akten-
beizügen hätten sich sodann keine beweismässigen Resultate von Relevanz für 
das vorliegenden Verfahren ergeben (CAR pag. 8.301.140). Die Verteidigung 
habe wiederholt, was bereits Gegenstand von zwei Ausstandsverfahren gewe-
sen sei (CAR pag. 8.301.173 f.). Die Beschwerdekammer habe klar und eindeu-
tig festgehalten, dass – entgegen der Auffassung der Verteidigung – keine Rede 
von besonders krassen oder wiederholten Irrtümern seitens der Verfahrenslei-
tung sein könne (CAR pag. 8.301.175 ff.). 

3.3 Rechtliche Grundlagen 

Im Strafverfahren gilt das Fairnessgebot. Die Strafbehörden beachten nament-
lich (a) den Grundsatz von Treu und Glauben, (b) das Verbot des Rechtsmiss-
brauchs, (c) das Gebot, alle Verfahrensbeteiligten gleich und gerecht zu behan-
deln und ihnen rechtliches Gehör zu gewähren und (d) das Verbot, bei der Be-
weiserhebung Methoden anzuwenden, welche die Menschenwürde verletzen 
(Art. 3 Abs. 2 StPO; vgl. auch Art. 5 Abs. 3, Art. 29 Abs. 1 und 2 sowie Art. 32 
Abs. 2 Satz 2 BV). Nach Art. 6 Abs. 1 StPO klären die Strafbehörden von Amtes 
wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Person bedeutsa-
men Tatsachen ab. Sie untersuchen die belastenden und entlastenden Um-
stände mit gleicher Sorgfalt (Art. 6 Abs. 2 StPO). Die Staatsanwaltschaft und die 
Gerichte ziehen Akten anderer Verfahren bei, wenn dies für den Nachweis des 
Sachverhalts oder die Beurteilung der beschuldigten Person erforderlich ist (Art. 194 
Abs. 1 StPO). Dabei kann es sich insbesondere um Akten von Strafverfahren 

- 14 - 

gegen denselben oder einen anderen Beschuldigten handeln, welche Bestandteil 
eines separaten Verfahrens bilden bzw. bildeten (DONATSCH, in: Donatsch/Lieber 
et. al. [Hrsg.], Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 194 N. 3). Art. 194 Abs. 1 
StPO ist Ausfluss des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 Abs. 1 StPO), womit 
Staatsanwaltschaft und Gerichte verpflichtet sind, Akten anderer Verfahren bei-
zuziehen, wenn dies für den Nachweis des Sachverhalts erforderlich ist (Urteil 
des BGer 6B_798/2019 vom 27. August 2019 E. 4.2). Wird ein sich aufdrängen-
der Entlastungsbeweis nicht erhoben, so liegt eine Verletzung des Untersu-
chungsgrundsatzes vor. Das Berufungsgericht kann den Verstoss durch Nach-
holung der Beweiserhebung heilen (WOHLERS, in: Donatsch/Lieber et. al. [Hrsg.], 
a.a.O., Art. 6 StPO N. 10 f.). 

3.4 Würdigung 

3.4.1 Die Akten des Strafverfahrens gegen F. SV.12.0528 wurden der Verteidigung, 
nachdem frühere entsprechende Anträge abgelehnt worden waren, erstmals im 
Berufungsverfahren zugänglich gemacht (CAR pag. 4.102.007). Es ist üblich, 
dass Akten aus konnexen Verfahren in Strafverfahren ediert werden. Sind in die-
sen für die Feststellung des Sachverhalts relevante Tatsachen zu vermuten, sind 
Staatsanwaltschaft und Gericht zur Vornahme der Aktenedition sogar verpflich-
tet. Die dem Beschuldigten im vorliegenden Verfahren vorgeworfenen Taten sind 
mit dem Strafverfahren gegen F. sowie den im Zuge der Bestechungsermittlun-
gen von den griechischen Behörden angestrengten Rechtshilfeverfahren so eng 
verknüpft, dass zum Verständnis der Gesamtzusammenhänge der vollständige 
Rückgriff auf diese Akten wesentlich erscheint (vgl. Verfügung über Beweismas-
snahmen vom 2. September 2020, CAR pag. 6.400.007). Zudem belastet F. den 
Beschuldigten als einziger ausdrücklich. F.’s. Glaubwürdigkeit bzw. die Glaub-
haftigkeit seiner Aussagen stellt damit einen wesentlichen Punkt im Strafverfah-
ren gegen den Beschuldigten dar. Es Iiegt in der Natur der Sache, dass die Be-
deutung von Aktenteilen für das Beweisergebnis ohne deren vorherige Kenntnis-
nahme nicht zuverlässig abzuschätzen ist (vgl. dazu auch CAR pag. 6.400.007). 
Dass sich allenfalls nicht dasjenige aus den beigezogenen Akten ergibt, was sich 
ein Beschuldigter aus einer Beweiserhebung konkret erhofft hatte, lässt einen 
Beweisantrag jedenfalls nicht als unzulässig erscheinen. 

Die weitgehend deckungsgleichen Argumente wie vorliegend hatte die Verteidi-
gung bereits im Anschluss an den Erhalt der Akten, bzw. im Rahmen des im 
Berufungsverfahrens geführten zweiten Ausstandsverfahrens gegen die Staats-
anwälte des Bundes vor der Beschwerdekammer vorgebracht (vgl. CAR pag. 
4.101.028 ff.; Beschluss der Beschwerdekammer BB.2021.147 vom 25. Mai 
2022 E. 7.3 bzw. CAR pag. 4.203.002 ff.). Die Beschwerdekammer erwog in ih-
rem abweisenden Beschluss unter anderem, dass die Kontakte des Staatsan-

- 15 - 

walts des Bundes mit dem Rechtsvertreter von F. zu Recht nicht im Strafverfah-
ren gegen den Beschuldigten dokumentiert worden seien und der Vorwurf der 
Verheimlichung unbegründet sei (E. 7.5). Der Vorwurf sei bereits im ersten Aus-
standsverfahren mit Beschluss der Beschwerdekammer BB.2018.3 vom 27. März 
2018 entkräftet worden, worauf verwiesen werde (E. 7.6). Der Beschuldigte habe 
keine schwere Verletzung von Amtspflichten aufgezeigt, und eine andere recht-
liche Würdigung durch die BA als durch den Beschuldigten, mit den entsprechen-
den Konsequenzen, genüge nicht für die Annahme einer Lüge (E. 8.2). Die ent-
sprechenden Einvernahmeprotokolle seien zu Recht nur im Verfahren gegen F. 
SV.12.0528 und nicht im Verfahren gegen den Beschuldigten SV.14.0756 abge-
legt worden (E. 8.4). Es bestehe kein Anspruch der beschuldigten Person, aus-
serhalb der Akten des gegen sie geführten Verfahrens über das gleiche Wissen 
wie die Verfahrensleitung zu verfügen (E. 8.5). In Bezug auf die Aufhebung der 
Sperre der Lebensversicherungspolice und die Auszahlung des Rückkaufswer-
tes an F. habe der Beschuldigte keine konkrete Verletzung von Verfahrensbe-
stimmungen geltend gemacht (E. 8.6). Die Frage des Ausstands ist vorliegend 
nicht mehr zu prüfen. Es ist dem Beschuldigten jedoch unbenommen, dieselben 
Punkte bezüglich anderer möglicher rechtlicher Konsequenzen erneut vorzubrin-
gen, zumal diesbezüglich nicht zwingend dieselben Massstäbe gelten wie im 
Rahmen der Prüfung eines Ausstandsgrundes. So entfaltet der Beschluss der 
Beschwerdekammer, welcher das Vorliegen eines Ausstandsgrundes gegen die 
verfahrensleitenden Staatsanwälte des Bundes mangels schwerwiegender Ver-
letzungen von Amtspflichten verneinte, insofern keine Bindungswirkung für die 
Berufungskammer bezüglich der Frage, ob die Grundsätze eines fairen Verfah-
rens nach Art. 3 Abs. 2 StPO eingehalten wurden und welche Konsequenzen 
eine allfällige Nichteinhaltung in Bezug auf den materiellen Entscheid in der 
Hauptsache hätte. Im Folgenden sind die von der Verteidigung an der Verfah-
rensführung der BA kritisierten Punkte anhand der vorliegenden Akten im Einzel-
nen näher zu betrachten. 

3.4.2 Nichtgewährung der Akteneinsicht: Es ist zutreffend, dass die Verteidigung im 
Vorverfahren, im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren und im Berufungsverfahren 
um Beizug der Akten des Strafverfahrens SV.12.0528 gegen F. sowie der damit 
zusammenhängenden Rechtshilfeverfahren ersucht hatte (vgl. BA pag. 16.101-
0807, -0821, -0856; TPF pag. 210.521.004; CAR pag. 1.100.191 ff.). Die BA ver-
fügte bzw. beantragte jeweils die Abweisung dieses Antrages mit der Begrün-
dung, dass sich darin keine Akten von Bedeutung für das Verfahren gegen den 
Beschuldigten befinden würden, die nicht bereits beigezogen worden wären (vgl. 
BA pag. 16.101-0812, -0886 f.; TPF pag. 210.510.082 und 210.720.003 f.; CAR 
pag. 2.100.006). Die von der Verteidigung formulierte These, die BA habe diese 
Behauptungen als «bewusste Irreführung» der Verteidigung und der Gerichte, 
d.h. wider besseres Wissen, gemacht (vgl. CAR pag. 8.301.007 ff. und 33 ff.), 

- 16 - 

lässt sich nach Ansicht der Berufungskammer so nicht aufrechterhalten. Es ist 
gerichtsnotorisch, dass die Ansichten, ob oder was aus welchen Beweismitteln 
Relevantes abzuleiten ist oder nicht, erheblich divergieren können. Immerhin ist 
der Verteidigung jedoch beizupflichten, dass in den Akten des Strafverfahrens 
gegen F., die im Verfahren gegen den Beschuldigten nicht beigezogen worden 
waren, doch gewisse Aktenstücke vorhanden waren, die für die Verteidigung – 
deren nachvollziehbares Ziel es war, die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussa-
gen von F. gegen den Beschuldigten in Frage zu stellen – grundsätzlich tatsäch-
lich von Bedeutung sein könnten: 

a) So fanden im Verfahren gegen F. zwei Mal, nämlich am 12. April 2016 und am 
24. Februar 2017, Besprechungen zwischen den Vertretern der BA und Rechts-
anwalt N. als Vertreter des Beschuldigten F. statt. Diese Besprechungen wurden 
in den Akten des Verfahrens gegen F. mit kurzen Aktennotizen dokumentiert 
(BA SV.12.0528 pag. 16.102-0257 und -0264). Letzteren ist zu entnehmen, dass 
am 12. April 2016 insbesondere die Frage der Akteneinsicht – die gemäss Ak-
tennotiz gewährt wurde – und beide Male jeweils die Verfahrenserledigung be-
sprochen worden seien. Eine detaillierte Protokollierung des Inhalts dieser Be-
sprechungen ist jedoch nicht vorhanden.  

Im vorliegenden Verfahren gegen den Beschuldigten hatte F. am 16. März 2016 
in Griechenland in einer rechtshilfeweisen Vorladung durch die griechischen Be-
hörden zu Protokoll gegeben, dass anlässlich eines Treffens vom 12. April 2016 
zwischen seinem Anwalt und dem Staatsanwalt des Bundes in Bern geklärt wer-
den sollte, was die Schweizer Behörden von ihm wollten, weshalb er eine Frist-
erstreckung für die Durchführung der rechtshilfeweisen Einvernahme beantrage 
(BA pag. 12.009-0449). Aus dieser Angabe von F. erhellt, dass es offenbar zu-
mindest für ihn eine Verbindung gab zwischen seiner Bereitschaft, im Verfahren 
gegen den Beschuldigten auszusagen, und der Erledigung des von der BA ge-
gen ihn geführten Verfahrens. 

Der Verdacht der Verteidigung, wonach es bei diesen Besprechungen auch um 
das Verfahren gegen den Beschuldigten gegangen sein könnte (CAR pag. 
8.301.014 f.), lässt sich anhand der Akten indes nicht bestätigen. Insbesondere 
kann nicht gefolgert werden, die BA hätte F. und Rechtsanwalt N. die Fragen der 
Verteidigung vor seiner weiteren rechtshilfeweisen Einvernahme im Verfahren 
gegen den Beschuldigten in Griechenland zur Verfügung gestellt (vgl. CAR pag. 
8.301.015 Rz. 72; mehr dazu infra E. I. 3.4.4). Der Verdacht, dass anlässlich 
dieser Besprechungen auch das Verfahren gegen den Beschuldigten themati-
siert worden sein könnte, erscheint aufgrund der erwähnten Verknüpfungen 
durch die Aussage von F. und die Korrespondenz mit Rechtsanwalt N. jedoch 
auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. So bestand durchaus ein Interesse des 

- 17 - 

Beschuldigten, zu seiner eigenen Verteidigung Einsicht in die Akten des Verfah-
rens gegen F. bezüglich erfolgter Korrespondenz zwischen der BA und Rechts-
anwalt N. zu erhalten. 

b) Gemäss den Akten im Verfahren gegen F. fand am 16. Oktober 2014, somit 
nach Eröffnung des Verfahrens gegen den Beschuldigten am 20. Juni 2014 (BA 
pag. 01.100-0001), eine Einvernahme mit Rechtsanwalt N. statt (BA SV.12.0528 
pag. 12.007-0001 ff.). Diese betraf insbesondere eine Erklärung von F. vom 
2. September 2014, wonach der Schweizer Rechtsanwalt GGGGG. über die 
Identität von F. getäuscht worden und nicht von ihm (F.), sondern von Tsochatz-
opoulos mandatiert worden sei. Die BA vermutete daher, dass aufgrund einer 
Verwechslung gar nicht F. an gewissen Handlungen in der Schweiz beteiligt ge-
wesen sein könnte (vgl. BA SV.12.0528 pag. 18.103-0206). Diese Erklärung vom 
2. September 2014 wurde auch in den Akten des Verfahrens gegen den Beschul-
digten akturiert (BA pag. 12.009-0043). Rechtsanwalt N. wurde konkret auch 
nach seiner Bekanntschaft mit dem Beschuldigten gefragt (BA SV.12.0528 pag. 
12.007-0007 Rz. 9 ff.); er nahm in seiner Antwort auf eine ebenfalls einzig im 
Verfahren gegen F. dokumentierte Erklärung von F. vom 16. Oktober 2014 Be-
zug. Dieser erklärte dort explizit, der Beschuldigte sei Ende 2005 mit ihm und 
Tsochatzopoulos im Büro der LLLL. Treuhand gewesen, wo sich Tsochatzopou-
los als F. ausgegeben habe (BA SV.12.0528 pag. 16.102-0080-A). Zu diesem 
angeblichen Treffen wurde später auch der Beschuldigte in seinem Verfahren 
befragt (BA pag. 13.001-0390). Zur selben Thematik der Mandatierung von 
Rechtsanwalt GGGGG. durch Tsochatzopoulos anstatt durch F. fand am 4. No-
vember 2014 eine Zeugeneinvernahme mit Rechtsanwalt GGGGG. statt, die 
ebenfalls nur im Verfahren gegen F. Eingang in die Akten fand (BA SV.12.0528 
pag. 12.008-0005 ff.). Er gab eine Erklärung zu Protokoll, wonach er überzeugt 
sei, sich in der Identität seines Mandanten nicht getäuscht zu haben und er wisse, 
wer F. sei und dass er diesen vertreten habe (BA SV.12.0528 pag. 12.008-007 f. 
und 12.008-0011). Die von F. unterzeichnete Vollmacht an Rechtsanwalt 
GGGGG. vom 27. Mai 2011 war ebenfalls einzig Teil der Akten im Verfahren 
gegen F. (BA SV.12.0528 pag. 16.102-0018). 

Die Erklärung von F. vom 2. September 2014 war auch Teil der Akten im Straf-
verfahren gegen den Beschuldigten, und die Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
F., der wiederholt eine Verwechslung von ihm und Tsochatzopoulos behauptete, 
stellt ein zentrales Element für dessen Verteidigung dar. Deshalb kann die Re-
levanz dieser Einvernahmen und der damit zusammenhängenden Unterlagen für 
das Verfahren gegen den Beschuldigten nicht abgesprochen werden. Indem der 
Beschuldigte keinen Zugang zu den Einvernahmen mit Rechtsanwalt N. und 
Rechtsanwalt GGGGG. und sämtlichen konnexen Unterlagen erhielt, fehlten ihm 

- 18 - 

für seine Verteidigung mögliche wesentliche, seiner allfälligen Entlastung die-
nende Elemente. Dies stellt insofern klarerweise eine Benachteiligung des Be-
schuldigten / der Verteidigung bezüglich derer Teilnahmerechte dar. Dass die BA 
das Verfahren gegen F. ganz bewusst quasi zur Führung eines vor der Verteidi-
gung und dem Beschuldigten «verheimlichten Schattendossiers» genutzt habe 
– wie dies die Verteidigung vorbringt (CAR pag. 8.301.030) – ist damit jedoch 
nicht erstellt. 

3.4.3 Vorwurf des «Tauschhandels» durch Rückabwicklung einer Lebensversicherungs-
police: Aus den Akten des Strafverfahrens gegen F. ist erstellt, dass die BA mit 
Verfügung vom 3. Juni 2016 eine zuvor angeordnete Sperre auf einer Lebens-
versicherungspolice von F. bei der ZZ. Lebensversicherungs-Gesellschaft AG 
aufhob und die Auszahlung des vereinbarten Restwertes von Fr. 359'060.40 auf 
ein Bankkonto von F. bei einer deutschen Bank genehmigte (BA SV.12.0528 pag. 
07.201-0143 ff.). Die entsprechende Verfügung wurde auch den griechischen 
Behörden mitgeteilt (vorab per Fax; BA SV.12.0528 pag. 07.201.0152). F. soll 
gegenüber der BA seine Absicht bekundet haben, die Vermögenswerte dem grie-
chischen Staat zukommen zu lassen (BA SV.12.0528 pag. 07.201-0127), was er 
vermutlich nicht tat. Denn wie den von der Verteidigung eingereichten griechi-
schen Presseartikeln, die im Internet auffindbar sind, zu entnehmen ist, fand spä-
ter in Griechenland ein Strafverfahren gegen F. statt, bei dem es wohl um den 
Vorwurf der Geldwäscherei bezüglich dieser Rückzahlung aus der Versiche-
rungspolice ging (vgl. CAR pag. 8.300.119 ff.). Weshalb die BA so vorging, ist 
nicht bekannt und auch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Dass 
die BA etwa, wie die Verteidigung zu vermuten scheint, eine unzulässige Abma-
chung bzw. einen Tauschhandel mit F. gemacht haben könnte, indem sie diese 
Auszahlung veranlasste und F. im Gegenzug gegen den Beschuldigten aus-
sagte, lässt sich gestützt auf die Akten nicht erstellen. Schliesslich hatte F. den 
Beschuldigten mit seinen Aussagen bereits im Jahr 2014 und somit vor der Be-
sprechung der BA mit Rechtsanwalt N. am 12. April 2016 und der Aufhebung der 
Sperre auf der Versicherungspolice am 3. Juli 2016 belastet (vgl. etwa die Aus-
sage vom 3. Februar 2014; BA pag. 12.009-0358). Es ist zwar zutreffend, dass in 
der E-Mail-Korrespondenz zwischen der BA und Rechtsanwalt N. betreffend die 
Versicherungspolice der Staatsanwalt des Bundes auch noch nachfragte, ob der 
Einvernahmetermin zur rechtshilfeweisen Einvernahme von F. im Verfahren ge-
gen den Beschuldigten in Griechenland schon bekannt sei (BA SV.12.0528 pag. 
07.201.0138 f.). Entgegen der Ansicht der Verteidigung (CAR pag. 8.301.016 f.) 
lässt sich daraus aber nicht folgern, dass die Abwicklung der Versicherungs-
police mit der rechtshilfeweisen Aussage von F. im Verfahren gegen den Be-
schuldigten in Zusammenhang steht. Dass diese blosse organisatorische Nach-
frage nicht auch in den Verfahrensakten des Verfahrens gegen den Beschuldig-

- 19 - 

ten dokumentiert wurde, hat die Verteidigungsrechte des Beschuldigten im Er-
gebnis nicht beeinträchtigt. Allerdings ist es absolut nachvollziehbar, dass die 
Veranlassung der Auszahlung einer dermassen erheblichen Summe an einen 
wichtigen Belastungszeugen in einem getrennt geführten Verfahren im selben 
Sachverhaltskomplex, in Kombination mit informellen Besprechungen und Kon-
takten mit der Rechtsvertretung dieses Belastungszeugen, aus der Perspektive 
des Beschuldigten bzw. von dessen Verteidigung den Anschein einer voreinge-
nommenen Untersuchung durch die BA erweckt. 

3.4.4  Vorgehen der BA bezüglich Einvernahmen von F.: Weitere Unklarheiten be-
stehen sodann bei den Abläufen betreffend rechtshilfeweise Einvernahmen im 
Jahr 2018 von F., Rechtsanwalt N. und H. in Griechenland, die schliesslich nicht 
durchgeführt wurden. Die BA teilte der Verteidigung, die Einvernahmen in der 
Schweiz beantragt hatte, mit Schreiben vom 18. Dezember 2017 mit, dass die 
Verfahrensleitung grundsätzlich an rechtshilfeweisen Einvernahmen festhalte, je-
doch im Falle einer Ablehnung der Anwesenheit der Verteidigung durch die grie-
chischen Behörden stattdessen versuchen würde, die Einvernahmen in der 
Schweiz durchzuführen (BA pag. 16.101-0814). Am 15. März 2018 stellte die BA 
ein ergänzendes Rechtshilfeersuchen an Griechenland, in dem sie um Einver-
nahme von H., F. und Rechtsanwalt N. ersuchte (BA pag. 18.101-0449 ff.). Aus 
E-Mails des Staatsanwalts des Bundes an den zuständigen griechischen Richter 
vom 30. Mai und 5. Juni 2018 geht hervor, dass die Einvernahmen am 3. oder 4. 
Juli 2018 stattfinden sollten und die Anwesenheit der Verteidigung des Beschul-
digten als Bedingung gestellt werde (BA pag. 18.101-0474). Am 7. Juni 2018 
wurde seitens des griechischen Richters der Termin vom 4. Juli 2018 telefonisch 
bestätigt und die BA ersuchte nochmals um Antwort betreffend Anwesenheit der 
Verteidigung (BA pag. 18.10-0476). Aus einem Fax der griechischen Behörden, 
datiert vom 12. Mai 2018 (recte: 12. Juni 2018, Eingang bei der BA am 12. Juni 
2018) geht hervor, dass die griechischen Behörden die persönliche Anwesenheit 
der Verteidigung ablehnten, ihr jedoch zugestanden, vorgängig Fragen einzu-
reichen (BA pag. 18.101-0478). Den Antrag der Verteidigung um Einvernahmen 
in der Schweiz vom 16. Mai 2018 lehnte die BA mit Verfügung vom 19. Juni 2018 
ab bzw. sie hielt – trotz der nicht erlaubten Teilnahme der Verteidigung – an den 
rechtshilfeweisen Einvernahmen fest und setzte der Verteidigung Frist zur Ein-
reichung von Fragenkatalogen bis am 2. Juli 2018 (BA pag. 16.101-0885 f.). 
Ebenfalls am 19. Juni 2018 schrieb die BA dem zuständigen Richter in Griechen-
land, dass sie auf eine Teilnahme an den Einvernahmen verzichten und die Fra-
gen der Verteidigung mit Eingabefrist bis zum 2. Juli 2018 zusammen mit den 
Fragen der BA übersetzen und weiterleiten werde. Gleichzeitig schrieb sie, dass 
die Übermittlung der übersetzten Fragenkataloge bis am 4. Juli 2018 nicht mög-
lich sei und diese wohl erst etwa Mitte Juli 2018 geliefert werden könnten (BA 
pag. 18.101-0479). Im aktenkundigen Schreiben wird sodann in der deutschen 

- 20 - 

Version ein Satz abgebrochen, was auf eine fehlende Passage hindeutet (BA 
pag. 18.101-0479). An der fehlenden Stelle heisst es, die Einvernahmen vom 
4. Juli 2018 müssten verschoben werden und die Terminierung könne ohne Ab-
sprache mit der BA neu vorgenommen werden. Die Verteidigung teilte sodann 
mit Schreiben vom 2. Juli 2018 an die BA mit, dass sie mit einer rechtshilfeweisen 
Einvernahme ohne Teilnahme der Verteidigung nicht einverstanden sei, reichte 
keinen Fragenkatalog ein und wiederholte den Antrag auf Einvernahme in der 
Schweiz (BA pag. 16.101-0893 f.). Weiter ist zu diesem ergänzenden Rechtshil-
feersuchen vom 15. März 2018 nichts mehr aktenkundig. Fragenkataloge wurden 
offenbar nie übermittelt, sodass die griechischen Behörden gar nicht in der Lage 
waren, das Rechtshilfeersuchen zu vollziehen. So scheint die BA nach dem Pro-
test der Verteidigung bewusst von den rechtshilfeweisen Einvernahmen abgese-
hen zu haben, ohne dass das Rechtshilfeersuchen jedoch formell zurückgenom-
men worden wäre. Vermutungsweise wurden die Einvernahmen mangels Einver-
ständnisses mit dem Vorgehen und mangels Eingabe von Fragen seitens der 
Verteidigung nicht mehr als notwendig erachtet. Dies wäre dann aber zu kommu-
nizieren gewesen. Es ist jedoch nicht hinreichend erstellt, dass die BA von Be-
ginn weg treuwidrig die Absicht gehabt hätte, die Einvernahmen in Griechenland 
platzen zu lassen, wie dies die Verteidigung geltend macht. 

3.5 Fazit 

Insgesamt bestehen diverse Unklarheiten, die sich aufgrund der vorhandenen 
Akten nicht eindeutig klären lassen. Die Berufungskammer war jedenfalls auf-
grund des Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet, die Akten konnexer Verfahren zu 
edieren. Klar festzustellen ist Folgendes: Aufgrund des Beizugs der Verfahrensakten 
zum Strafverfahren der BA SV.12.0528 gegen F. hat sich herausgestellt, dass in 
diesen Akten für die Verteidigung wesentliche Unterlagen enthalten waren, die 
im Verfahren gegen den Beschuldigten hätten beigezogen werden müssen. 
Weshalb die BA der Verteidigung nicht spätestens nach dem rechtskräftigen Ab-
schluss des Verfahrens gegen F. vollständige Akteneinsicht gewährte, um in 
Achtung des Fairnessgebots, der Grundsätze von Treu und Glauben sowie des 
rechtlichen Gehörs vollständige Transparenz zu schaffen, ist für die Berufungs-
kammer nicht nachvollziehbar. Der fehlende Aktenbeizug wurde im Berufungs-
verfahren zwar nachgeholt und dem Beschuldigten somit in diesem Verfahrens-
stadium das rechtliche Gehör gewährt. Allerdings wurde seine Verteidigung im 
Rahmen der Strafuntersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren erschwert, 
was strafmindernd zu berücksichtigen ist. Weiter ist festzustellen, dass die 
Durchführung von informellen Besprechungen und Kontakten mit am Verfahren 
beteiligten Personen, die nicht detailliert dokumentiert sind, grundsätzlich geeig-
net sind, Zweifel an einer ausgewogenen und fairen Strafuntersuchung zu we-
cken. Daher ist ein solches Vorgehen, soweit möglich, zu vermeiden. 

- 21 - 

Unter Berücksichtigung aller Umstände erachtet die Berufungskammer die er-
wähnte Verfahrensführung im Lichte der Anforderungen von Art. 3 Abs. 2 lit. a 
und c StPO sowie Art. 5 Abs. 3, Art. 29 Abs. 1 und 2 und Art. 32 Abs. 2 Satz 2 BV 
als problematisch und ungenügend. Es lassen sich zwar keine derart krassen 
Verletzungen von Amtspflichten erstellen, die geradezu eine Einstellung des Ver-
fahrens gegen den Beschuldigten zur Folge haben müssten. In der Summe wirkt 
sich die intransparente Verfahrensführung allerdings im Rahmen der Strafzu-
messung strafmindernd aus (vgl. dazu infra E. II. 4.5). Die Verwertbarkeit der 
Beweise wird hingegen nicht generell tangiert. Was spezifisch die Verwertbarkeit 
der Aussagen von F. und M. betrifft, wird auf die nachfolgenden Ausführungen 
verwiesen. 

4. Verwertbarkeit der Aussagen von F. und M. 

4.1 Argumente der Verteidigung 

Im Berufungsverfahren beantragt die Verteidigung, wie bereits vor Vorinstanz, 
die Befragung von F., Rechtsanwalt N. oder M., sofern auf deren Aussagen/Er-
klärungen abgestellt würde (CAR pag. 8.300.013 ff.). Es sei jedoch zweifelhaft, 
inwiefern sich die bisherigen, von der BA zu vertretenden Verfahrensmängel über-
haupt durch neue Befragungen heilen liessen, wobei auf die Ausführungen im 
erstinstanzlichen Verfahren verwiesen wurde (CAR pag. 8.300.013). Die Frage- 
und Teilnahmerechte des Beschuldigten und der Verteidigung seien insbeson-
dere bei den Einvernahmen von F. absichtlich verletzt worden. Die Konfrontati-
onseinvernahme zu den fristgerecht eingereichten schriftlichen Ergänzungsfragen 
habe erst rund eineinhalb Jahre nach der ursprünglichen rechtshilfeweisen Ein-
vernahme stattgefunden und F. und M. hätten bereits im Voraus Zugang zum 
gesamten Fragenkatalog der Verteidigung erhalten. Zudem seien F. und M. die 
Dokumente, die ihnen gemäss Instruktion der Verteidigung zusammen mit den 
Ergänzungsfragen hätten vorgelegt werden sollen, anlässlich der Einvernahme 
vom 1. Dezember 2016 nicht vorgehalten worden. Es müsse gar davon ausge-
gangen werden, dass es gar nie zu einer mündlichen Einvernahme von F. und 
M. gekommen, sondern einzig eine von Rechtsanwalt N. vorbereitete schriftliche 
Erklärung eingereicht worden sei. Das Schriftbild der angeblichen Befragungs-
protokolle habe nicht demjenigen der übrigen Befragungsprotokolle entsprochen, 
sondern sei mit der gleichentags abgegebenen schriftlichen Erklärung von F. 
identisch. Die BA habe die weiteren Einvernahmen mit F., M. und Rechtsanwalt 
N. bewusst scheitern lassen (vgl. TPF 210.721.001 ff., Zusammenfassung in Ur-
teil SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 E. I. 3.4.1, TPF pag. 210.930.040 ff.). 

 

 

- 22 - 

4.2 Argumente der BA 

Die BA bestritt in diesem Zusammenhang anlässlich der Berufungsverhandlung 
(erneut) jegliche Verfahrensfehler. Sie erinnerte an die beiden im vorliegenden 
Strafverfahren gegen Staatsanwalt des Bundes Urs Köhli und gegen seinen ehe-
maligen Kollegen Lienhard Ochsner bei der Beschwerdekammer des Bundes-
strafgerichts eingereichten Ausstandsgesuche; insbesondere im Entscheid der 
Beschwerdekammer zum zweiten Ausstandsgesuch sei klipp und klar festgehal-
ten worden, dass es keine Verfahrensfehler gebe, die irgendeinen Ausstand be-
wirken würden. Vorliegend gehe es schlussendlich um genau dasselbe. Man 
wolle nochmals dieselben Thematiken vorbringen. Aber damit sollte jetzt wirklich 
Schluss sein. Zudem habe die Vorinstanz in ihrem Urteil klar festgehalten, dass 
der gesamte Sachverhalt dermassen gut dokumentiert sei, dass ohne Zweifel 
dieser Schuldspruch habe erfolgen können, ohne sich auf Einvernahmen oder 
Aussagen von F. abstützen zu müssen. Man brauche keine weiteren Einvernah-
men von F. Bezüglich der Beweisanträge des Beschuldigten könne die BA noch 
auf den Entscheid des Berufungsgerichts verweisen, welches diese bereits ab-
gelehnt habe (vgl. CAR pag. 8.200.003 f. und -018). 

4.3 Erwägungen der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erwog in diesem Kontext unter anderem, es seien keine schlüs-
sigen Hinweise dafür ersichtlich, dass F. die Fragen vor der Einvernahme aus-
gehändigt worden wären, weshalb auch der Einwand, wonach er vermutlich gar 
nie mündlich einvernommen worden sei, jeglicher Grundlage entbehre. Inwiefern 
die zeitliche Verzögerung zwischen der Einvernahme von F. im Juni 2015 und 
der Konfrontation mit den Fragen der Verteidigung am 1. Dezember 2016 die 
Verteidigungsrechte tangiert haben solle, werde nicht begründet und sei auch 
nicht ersichtlich (Urteil SK.2018.73 E. I. 3.4.3.1, S. 15 f.). Im Ergebnis kam die 
Vorinstanz zum Schluss, dass das Teilnahme- bzw. Konfrontationsrecht des Be-
schuldigten insofern ungenügend gewahrt wurde, als aus den Einvernahmepro-
tokollen klar hervorgehe, dass F. und M. die von der Verteidigung zu ihren Fra-
genkatalogen beigelegten Dokumente von den griechischen Behörden nicht vor-
gehalten worden seien (insbesondere BA pag. 12.009-0476 ff., Fragen 13, 25, 34, 
37, 39, 43 - 45; BA pag. 12.010-0051, Frage 8). Dokumentenunabhängige Fragen 
bzw. deren Antworten blieben hingegen im Prinzip verwertbar, zumal die Verteidi-
gungsrechte gemäss Art. 148 StPO gewahrt worden seien. Angesichts der vorhan-
denen Aktenbeweise werde das Gericht jedoch ohnehin nicht auf die Aussagen 
von F. und M. abzustellen brauchen, weshalb diese nicht beweiswesentlich seien 
(Urteil SK.2018.73 E. I. 3.4.3.2, S.16 f.). 

 

- 23 - 

4.4 Rechtliche Grundlagen 

Nach Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweis-
erhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein 
und einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Gemäss dem Konfrontations-
anspruch i.S.v. Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziffer 3 lit. d 
EMRK ist eine belastende Aussage grundsätzlich nur verwertbar, wenn die be-
schuldigte Person wenigstens einmal während des Verfahrens angemessen und 
hinreichend Gelegenheit hatte, die Aussage in Zweifel zu ziehen und Fragen zu 
stellen. Um ihr Fragerecht wirksam ausüben zu können, muss die beschuldigte 
Person in die Lage versetzt werden, die persönliche Glaubwürdigkeit der befrag-
ten Person zu prüfen und den Beweiswert ihrer Aussagen zu hinterfragen (BGE 
133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 3.1; je mit Hinweisen). Die Gewähr-
leistung des Teilnahmerechts (Art. 147 StPO) und des Konfrontationsrechts ist 
insbesondere dann mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, wenn Beweis-
abnahmen nicht im Inland, sondern im Ausland stattfinden (WOHLERS, in: Do-
natsch/Lieber et al. [Hrsg.], a.a.O., Art. 148 StPO N. 1). Gemäss Art. 148 Abs. 1 
StPO ist, wenn Beweise im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens im Ausland er-
hoben werden, dem Teilnahmerecht der Parteien Genüge getan, wenn diese zu-
handen der ersuchten ausländischen Behörde Fragen formulieren können (lit. a), 
nach Eingang des erledigten Rechtshilfegesuchs Einsicht in das Protokoll erhal-
ten (lit. b) und wenn sie schriftliche Ergänzungsfragen stellen können (lit. c). Die 
Parteien haben also vor und nach der Einvernahme Anspruch, schriftliche Fra-
gen zu stellen (vgl. SCHLEIMINGER METTLER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, 
Art. 148 StPO N. 1). Dieses Verfahren entspricht der Sache nach der Vorgehens-
weise, die auch für die Einvernahme von Belastungszeugen i.S.v. Art. 6 Ziffer 3 
lit. d EMRK als konventionskonform anerkannt ist (vgl. BGE 118 Ia 462 E. 5). 
Gerade weil bei den rechtshilfeweisen Einvernahmen ohne Teilnahmerecht der 
beschuldigten Person eine Einschränkung dieses Rechts vorliegt, sind die for-
mellen Vorgaben nach Art. 148 StPO besonders strikte einzuhalten. Beweise, 
die in Verletzung dieser Bestimmungen erhoben worden sind, dürfen nicht zulas-
ten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war (Art. 147 Abs. 4 und 
Art. 148 Abs. 2 StPO). Wurde das rechtliche Gehör im Rechtshilfeverfahren nicht 
in der in Art. 148 Abs. 1 StPO vorgeschriebenen Weise gewährt, resultiert daraus 
somit Unverwertbarkeit (SCHMID/JOSITISCH, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, 
Art. 148 StPO N. 7). 

4.5 Würdigung 

4.5.1 Bei den Aussagen von F. im Besonderen handelt es sich grundsätzlich um den 
Beschuldigten belastende Beweismittel. F. wurde im vorliegenden Verfahren 
erstmals am 27. Mai bzw. 8. Juni 2015 rechtshilfeweise in Griechenland einver-
nommen (BA pag. 12.009-0418 ff.; deutsche Übersetzung ab BA pag. 12.009-

- 24 - 

0432 ff.). Sowohl am 16. März 2016 (BA pag. 12.009-0446 ff.) als auch am 
22. November 2016 (BA pag. 12.009-0450 ff.) erschien F. bei den griechischen 
Behörden, die seine Personalien aufnahmen und ihn entsprechend belehrten. 
Am 16. März 2016 sagte er, es sollte sich anlässlich eines Treffens zwischen 
seinem Anwalt und dem Staatsanwalt des Bundes in Bern klären, was die 
Schweizer Behörden von ihm wollen, weshalb er eine Fristerstreckung beantrage 
(BA pag. 12.009-0449). Am 22. November 2016 wurde er insbesondere über die 
Möglichkeit, Kenntnis von allen Dokumenten zu erlangen, belehrt, worauf er eine 
erneute Fristerstreckung für seine Verteidigung beantragte (BA pag. 12.009-
0452 f.). Anlässlich seines Erscheinens vor der griechischen Richterin im Rah-
men des Rechtshilfeverfahrens am 1. Dezember 2016 (BA pag. 12.009-0454 ff.) 
reichte F. zunächst eine schriftliche Erklärung ein (BA pag. 12.009-0022 f.). Dort 
führte er insbesondere aus, dass er um die Fragen der Verteidigung des Beschul-
digten gebeten habe zwecks Vorbereitung seiner Antworten, was ihm jedoch ver-
weigert worden sei (BA pag. 12.009-0459). Vom 1. Dezember 2016 existiert so-
dann ein Einvernahmeprotokoll (BA pag. 12.009-0026 ff.; deutsche Übersetzung 
BA pag. 12.009-0474 ff.). M. wurde im vorliegenden Verfahren am 27. Mai bzw. 
8. Juni 2015 (BA pag. 12.010-0006 ff.) und am 1. Dezember 2016 (BA pag. 
12.010-0045 ff.) in Griechenland rechtshilfeweise befragt. 

4.5.2 Zutreffend ist – wie von der Verteidigung ausgeführt und von der Vorinstanz be-
stätigt –, dass in den Einvernahmen von F. und M. vom 1. Dezember 2016 ge-
mäss den Antworten die in den Vorhalten zitierten Dokumente offenbar nicht vor-
gelegt wurden, entgegen dem entsprechenden Antrag der Verteidigung (BA pag. 
12.009-0476 ff., pag. 12.010-0051). Die Berufungskammer kommt wie bereits die 
Vorinstanz zum Schluss, dass diese Antworten unverwertbar sind. Dass F. die 
Fragen der Verteidigung zur Einvernahme vom 1. Dezember 2016 vorgängig 
hätte einsehen können, lässt sich – entgegen der Auffassung der Verteidigung – 
anhand der Akten nicht erhärten. Zwar findet sich eine Quittung der griechischen 
Behörde in griechischer Sprache in den Akten, die auf eine Herausgabe von Ko-
pien hindeutet (BA pag. B18.101.08-0054). Diese datiert vom 1. Dezember 2016 
um 12:30 Uhr. Um erschien F. zur Einvernahme bei der griechischen Richterin 
und erklärte, dass er nur Kenntnis vom Rechtshilfeersuchen habe. Er übergab ihr 
eine schriftliche Erklärung, gemäss welcher er keine Kenntnis von den Fragen 
erhalten habe, was er für inakzeptabel halte (BA pag. 12.008-0456 und -0459). 
Zum einen wäre diese Erklärung sinnlos, wenn er tatsächlich vorgängig Kenntnis 
von den Fragen gehabt hätte. Zum anderen lässt sich aus der vorhandenen Quit-
tung nicht schliessen, dass die Fragen der Verteidigung Teil der herausgegebe-
nen Akten waren. Zudem wäre innerhalb der guten Stunde zwischen Herausgabe 
und Einvernahme kaum ausreichend Zeit geblieben, um die Unterlagen zu stu-
dieren. Im Protokoll zur Befragung von M., die ebenfalls am 1. Dezember 2016 
stattfand, allerdings am Vormittag ab 08:30 Uhr, wurde in der Rechtsbelehrung 

- 25 - 

gleich wie bei der Befragung von F. am 22.  November 2016 das grundsätzliche 
Recht nach griechischer Rechtsordnung auf Herausgabe von Untersuchungsdo-
kumenten erwähnt (BA pag. 12.010-0049). Daraus lässt sich jedoch nicht schlies-
sen, dass M. vorgängig vom Fragenkatalog der Verteidigung Kenntnis gehabt 
hätte. Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass er von diesem Recht vor der Einver-
nahme Gebrauch gemacht hätte. M. wurde zwar ebenfalls von Rechtsanwalt N. 
vertreten. Dieser war jedoch – anders als bei der Einvernahme von F. (vgl. BA 
pag. 12.009-0456) – anlässlich der Einvernahme von M. vom 1. Dezember 2016 
nicht persönlich anwesend (vgl. BA pag. 12.010.0050). Ausserdem wurden M. 
andere Fragen gestellt als F. Es bestehen keine hinreichenden Hinweise, dass 
F. oder M. vor deren Einvernahmen vom 1. Dezember 2016 im Besitz der Fragen 
der Verteidigung des Beschuldigten gewesen wären. Ebenso lässt sich nicht er-
stellen, dass es sich in Wirklichkeit nicht um Einvernahmen, sondern um schrift-
liche Stellungnahmen handeln solle. Beim von der Verteidigung erwähnten 
Schriftbild handelt es sich um eine simple Standardformatierung, die derjenigen 
der schriftlichen Erklärung von F. vom 1. Dezember 2016 zwar gleicht, aber auch 
nicht grundlegend anders daherkommt als die übrigen Einvernahmeprotokolle 
der griechischen Behörden. Zudem wurde das Einvernahmeprotokoll zum 
Schluss mit dem Vermerk «Aufgesetzt, vorgelesen und wie folgt unterschrieben» 
versehen und insbesondere von der Assistenzuntersuchungsrichterin und der 
Sekretärin unterschrieben (BA pag. 12.009-0473 und -0486). Es muss also klar 
von mündlichen Einvernahmen ausgegangen werden. Ansonsten müsste den 
griechischen Behörden die Einreichung von täuschenden Dokumenten vorge-
worfen werden – wofür jedoch keine stichhaltigen Anhaltspunkte ersichtlich sind. 

4.5.3 Während die BA an den Einvernahmen in Griechenland am 8. Juni 2015 ohne 
direktes Fragerecht anwesend war (BA pag. 12.009.0433, 12.010-0027), wurden 
der Verteidigung und dem Beschuldigten die Anwesenheit mit Fragerecht von 
den griechischen Behörden gestützt auf die griechische Strafprozessordnung 
verwehrt (BA pag. 18.101-0237). Die Verteidigung hatte der BA am 1. Juni 2015 
schriftliche Fragen zu den rechtshilfeweisen Einvernahmen von F. und M. zuge-
stellt (Eingang: 2. Juni 2015; BA pag. 16.101-0282 ff.). Aus einem Schreiben der 
BA an die griechischen Behörden vom 25. November 2015 geht hervor, dass die 
BA die von der Verteidigung eingereichten Fragen der griechischen Untersu-
chungsrichterin vor Ort übergeben hatte, diese jedoch aus Zeitgründen nicht hät-
ten gestellt werden können (BA pag. 18.101-0275 f.). Im Nachgang an die Ein-
vernahme vom 8. Juni 2015 hatte die BA der Verteidigung mit Schreiben vom 
26. August 2015 ebenfalls mitgeteilt, dass ihre Fragenvorschläge vom 1. Juni 
2015 nicht hätten gestellt werden können. Jedoch sei mit der griechischen Be-
hörde vereinbart worden, diese Fragen im Rahmen einer weiteren Einvernahme 
beantworten zu lassen, zusammen mit allfälligen Ergänzungsfragen nach Zustel-
lung der Protokolle (BA pag. 16.101-0435 f.). Nachdem die Verteidigung dieses 

- 26 - 

Vorgehen mit Eingabe vom 29. September 2015 moniert hatte und keine Ergän-
zungsfragen stellen liess (BA pag. 16.101-0454 f.), ersuchte die BA am 25. No-
vember 2015 bei den griechischen Behörden um Durchführung der Einvernah-
men zu den Fragen der Verteidigung (BA pag. 18.101-0275 f.). Bezüglich F. und 
M. erfolgten diese rechtshilfeweisen Ergänzungseinvernahmen in Griechenland 
dann am 1. Dezember 2016 (BA pag. 12.009-0474 ff. und 12.010-0049 ff.). Un-
bekannt ist, weshalb die griechischen Behörden diese in der Eigenschaft als «An-
geklagte» befragten. Zahlreiche weitere aktenkundige Einvernahmen mit F. fan-
den entweder in dessen griechischen Strafverfahren (BA pag. 12.00-0001 ff.) 
oder im separat gegen F. geführten Strafverfahren der BA (BA pag. 12.009-287 
ff.) ohne Gewährung einer Teilnahme der Verteidigung oder des Beschuldigten 
statt. 

4.5.4 Zu prüfen ist, ob dieses Vorgehen mit Art. 148 Abs. 1 StPO und Art. 6 Ziffer 3 
lit. d EMRK vereinbar ist bzw. ob die Teilnahme- und Konfrontationsrechte des 
Beschuldigten hinreichend gewahrt wurden. Die Verteidigung konnte zwar für die 
Einvernahmen Fragen formulieren. Diese wurden jedoch nicht in den eigentli-
chen bzw. ursprünglichen Einvernahmen, sondern später in den separaten Ein-
vernahmen gestellt. Der Beschuldigte hatte Einsicht in die Einvernahmeproto-
kolle und erhielt die Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu stellen. Durch die Zwei-
teilung der Einvernahmen zu den Fragen der BA einerseits und zu den eigenen 
Fragen andererseits entging ihm jedoch die Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu 
den Antworten der einvernommenen Personen auf die von ihm formulierten Fra-
gen zu stellen. Das zweimalige Fragerecht wurde somit beschränkt. Gerade in 
Fällen, in denen die Teilnahme- und Konfrontationsrechte eingeschränkt werden, 
etwa aufgrund einer rechtshilfeweisen Einvernahme im Ausland, sind die formel-
len Vorgaben besonders strikte einzuhalten. Dies ist hier nicht geschehen. Der 
Beschuldigte bzw. dessen Verteidigung vermochte sich keinen persönlichen Ein-
druck der einvernommenen Personen zu verschaffen. Die Teilnahme- und Kon-
frontationsrechte des Beschuldigten betreffend die Aussagen von F. und M. wur-
den damit nicht gewahrt. Dementsprechend sind deren Aussagen im vorliegen-
den Verfahren nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar. Ob bzw. inwiefern 
die Art der Verfahrensführung der BA die Verwertbarkeit beeinträchtigt, muss da-
mit nicht mehr geprüft werden. 

5. Nicht erfolgte Beweisabnahmen 

5.1 Der Beschuldigte wiederholte anlässlich der ersten Berufungsverhandlung vom 
20. März 2023 die bereits mit Berufungserklärung vom 28. April 2020 gestellten, 
mit Verfügung der Berufungskammer vom 2. September 2020 (CAR pag. 
6.400.001 ff.) jedoch abgewiesenen Beweisanträge. Er verlangte die Einver-
nahme von O. sowie von FFFFF. als Zeugen (CAR pag. 8.300.010 ff.). Zudem 

- 27 - 

verlangte er für den Fall, dass die Berufungskammer wider Erwarten auf die Aus-
sagen von F., N. oder M. abzustellen beabsichtige, deren Befragung (CAR pag. 
8.300.013 ff.). Die Berufungskammer wies diese Beweisanträge anlässlich der 
zweiten Berufungsverhandlung vom 23. Mai 2023 ab (CAR pag. 8.200.011 f.). 
Zur Begründung ist Folgendes auszuführen: 

5.2 Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren auf den Bewei-
sen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben wor-
den sind. Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden nach Art. 389 
Abs. 2 StPO nur wiederholt, wenn Beweisvorschriften verletzt worden sind (Iit. a), 
die Beweiserhebungen unvollständig waren (Iit. b) oder die Akten über die Be-
weiserhebungen unzuverlässig erscheinen (Iit. c). Die Rechtsmittelinstanz erhebt 
von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei sodann die erforderlichen zusätz-
lichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Über Tatsachen, die unerheblich, offen-
kundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, 
wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Das Gericht kann einen Be-
weisantrag ablehnen, wenn es in willkürfreier Würdigung der bereits abgenom-
menen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt 
sei genügend abgeklärt, und es überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung 
der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde 
dadurch nicht mehr geändert (BGE 141 I 64 E. 3.3; 136 I 236 f. E. 5.3 m. H.). 

5.3 O. war im vorliegend relevanten Zeitraum Kundenberater bei der Bank P. Die 
gemäss Anklage inkriminierten Gelder, die auf die Konten bei der Bank E. über-
wiesen wurden, stammten von Konten bei der Bank P., die O. für F. persönlich 
sowie für die Gesellschaften DDD. SA und EEE. eröffnet haben soll (CAR pag. 
8.300.010). Gemäss Verteidigung könnten mittels Einvernahme von O. die Schil-
derungen des Beschuldigten bestätigt werden, wonach F. Ende der 1990er-
Jahre effektiv als vermögender und seriöser Geschäftsmann aufgetreten sei. Der 
Argumentation der Anklage, wonach F. damals nicht dem Profil einer vermögen-
den Person entsprochen habe, würde damit der Boden entzogen. Eine der weni-
gen Grundlagen für die Annahme eines angeblichen Eventualvorsatzes des Be-
schuldigten bei den Kontoeröffnungen im Jahr 1999 würde damit entfallen (CAR 
pag. 8.300.011). 

Wie bereits mit Verfügung vom 20. September 2020 (vgl. CAR pag. 6.400. 004 f.) 
ausgeführt, war O. weder an der Kontoeröffnung durch den Beschuldigten noch 
an den anschliessenden Kontotransaktionen beteiligt und kann daher keine An-
gaben zum hier relevanten Wissen des Beschuldigten machen. Hinzu kommen 
der lange Zeitablauf von über 20 Jahren, die von der Vorinstanz dokumentierte 
fehlende Aussagebereitschaft wie auch die angegebenen gesundheitlichen 
Probleme des Betagten O. (TPF pag. 210.363.018). Insgesamt war von einer 

- 28 - 

Einvernahme von O. kein Beitrag zur Wahrheitsfindung zu erwarten, weshalb der 
Beweisantrag abzuweisen war. 

5.4 Bei FFFFF. handelt es sich um den Sohn des mittlerweile verstorbenen IIII., der 
laut Anklage den Kontakt zwischen dem Beschuldigten und F. vermittelt haben 
soll (vgl. TPF pag. 210.100.005). Gemäss Verteidigung habe die Vorinstanz spe-
kuliert, dass a) IIII. eine enge Beziehung zum Minister Tsochatzopoulos hatte; b) 
er im Jahr 1999 die verwandtschaftliche Beziehung zwischen F. und Tsochatz-
opoulos kannte; c) er wusste, dass F. als Strohmann für Tsochatzopoulos tätig 
war; d) er wusste, dass F. auf den Konten der Bank E. (angebliche) Schmiergel-
der in Millionenhöhe deponieren würde; e) er eine so enge Beziehung zum Be-
schuldigten hatte, dass er ihn in einen derartigen Plan eingeweiht hatte (wenn er 
denn überhaupt Kenntnis von diesem Plan hatte). FFFFF. habe die Anwaltskanz-
lei seines Vaters übernommen, weshalb Anlass zur Annahme bestehe, dass er 
zu gewissen der genannten Spekulationen über eigene Wahrnehmungen ver-
füge, welche diese widerlegen würden (CAR pag. 8.300.012). Allermindestens 
würde er bestätigen können, dass in Griechenland gegen seinen Vater kein Ver-
fahren wegen des Vorwurfs, Tsochatzopoulos oder F. Beihilfe zum Verheimli-
chen bzw. Verstecken von Schmiergeldern geleistet zu haben, geführt worden 
sei. Er werde auch erklären können, dass sein Vater nicht der Anwalt der Pasok-
Partei gewesen sei (CAR pag. 8.300.012 f.). 

Wie bereits in der Verfügung vom 20. September 2020 ausgeführt (vgl. CAR pag. 
6.400.005), ist höchst ungewiss, ob FFFFF. tatsächlich über das Verhältnis sei-
nes verstorbenen Vaters zu Tsochatzopoulos einerseits und zum Beschuldigten 
andererseits würde Auskunft geben können. Soweit ersichtlich, war er selbst 
nicht in die angeblichen Kontakte seines Vaters involviert. Allfällige Aussagen 
wären sodann angesichts der persönlichen Beziehung zu einem sehr nahen Fa-
milienmitglied mit Zurückhaltung zu würdigen. Dass gegen IIII. in Griechenland 
ein Verfahren geführt worden wäre, wird nicht angenommen. Ausserdem heisst 
es in der Anklage lediglich, dass IIII. ein Vertrauter der Pasok-Partei gewesen sei 
und nicht, dass er generell deren Anwalt gewesen sei (vgl. TPF pag. 
210.100.005). Die Anklage verwies dabei auf Aussagen des Beschuldigten 
selbst, der angegeben hatte, die Kanzlei IIII. sei bekannt dafür gewesen, dass 
sie mit der Pasok-Partei sehr enge Beziehungen gepflegt habe (BA pag. 13.001-
0008). Die Befragung von FFFFF. erscheint für die Urteilsfindung nicht sachdien-
lich und konnte daher unterbleiben. Der Beweisantrag war abzuweisen. 

5.5 Auf eine weitere (rechtshilfeweise) Einvernahme der sich im Ausland befinden-
den Personen F., N. und M. konnte verzichtet werden. Solche Einvernahmen 
hätten eine Verfahrensverzögerung verursacht, ohne dass neue Erkenntnisse zu 
erwarten gewesen wären. N. als Rechtsvertreter von F. und M. könnte höchstens 
Aussagen zur Glaubhaftigkeit der Angaben von F. und M. machen. Sofern nicht 

- 29 - 

auf deren Aussagen abgestellt wird, erübrigt sich eine solche Glaubhaftigkeits-
prüfung. Somit war auch eine Einvernahme von N. nicht erforderlich. 

5.6 Der ebenfalls im Ausland wohnhafte H. wurde in Gutheissung des Beweisantrags 
der Verteidigung im Berufungsverfahren zwei Mal zur Einvernahme als Zeuge 
vorgeladen. Beide Male entschuldigte er sich aus gesundheitlichen Gründen, wo-
bei er nur für den Termin vom 20. März 2023 ein entsprechendes Arztzeugnis 
vorwies (vgl. supra Sachverhalt lit. B.9 ff.). Die Durchführung der Einvernahme 
innert nützlicher Frist war somit unmöglich und erscheint in absehbarer Zukunft 
nicht realistisch. Mit Eingabe vom 28. April 2023 legte H. dar, welche Angaben 
er zu machen bereit sei und verwies im Übrigen auf seine schriftliche Stellung-
nahme vom 7. Januar 2019 (CAR pag. 6.101.017). So erschienen in antizipierter 
Beweiswürdigung neue Erkenntnisse durch eine Einvernahme von H. als un-
wahrscheinlich, weshalb das Verfahren ohne seine Einvernahme fortgesetzt 
wurde (vgl. zur Begründung auch CAR pag. 8.200.012). 

6. Verjährung 

Die Vorinstanz erkannte die Anklage bezüglich der vor dem 8. Oktober 2004 (d.h. 
zwischen 15. Dezember 2003 und 5. Oktober 2004) begangenen mutmasslichen 
Geldwäschereihandlungen als verjährt und stellte das Strafverfahren bezüglich der 
entsprechenden Anklageziffern (1.1.3.3.1 - 1.1.3.3.20) ein. Auf den 1. Januar 2014 
trat in Bezug auf die Verjährung das neue Recht in Kraft, mit dem eine Verlängerung 
der Bestimmungen über die Verfolgungsverjährung vorgenommen wurde (AS 2013 
4417). Anwendbar ist vorliegend das im Tatzeitpunkt gültige Recht, zumal das neue 
Recht in Bezug auf die Verjährung nicht das mildere ist (vgl. Art. 2 StGB). Gemäss 
aArt. 97 StGB, wie er bis am 31. Dezember 2013 in Kraft war, verjährte die Strafver-
folgung in 30 Jahren, wenn die Tat mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe bedroht ist 
(lit. a); in 15 Jahren, wenn die Tat mit einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren 
bedroht ist (lit. b) und in sieben Jahren, wenn die Tat mit einer anderen Strafe bedroht 
ist (lit. c). Ist vor Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, so 
tritt die Verjährung nicht mehr ein (aArt. 97 Abs. 3 StGB). Die qualifizierte Geld-
wäscherei nach Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB ist mit einer Freiheitsstrafe bis 
zu fünf Jahren oder Geldstrafe bedroht, wobei mit einer Freiheitsstrafe eine Geld-
strafe von bis zu 500 Tagessätzen verbunden wird. Die im Berufungsverfahren zu 
beurteilenden mutmasslichen qualifizierten Geldwäschereihandlungen sind somit 
noch nicht verjährt. 

 

 

- 30 - 

II. Materielle Erwägungen  

1. Anklagevorwurf und erstinstanzliches Urteil 

1.1 Anklagevorwurf 

1.1.1 Die Anklage (TPF pag. 210.100.001 ff.) wirft dem Beschuldigten zusammenge-
fasst vor, als Mitarbeiter der BANK E. in ZZ. im Jahr 1999 unter Angabe von 
falschen Kundendaten Bankbeziehungen eröffnet und zwischen Dezember 2003 
(Anmerkung des Gerichts: vorliegend noch zu beurteilen ab 8. Oktober 2004) und 
April 2012 gemeinsam mit Tsochatzopoulos, F., S. und T. daran mitgewirkt zu 
haben, die darauf einbezahlten Gelder in der Höhe von insgesamt rund EUR 21,7 
Mio. – in Missachtung bankinterner Regeln zur Verhütung von Geldwäscherei – 
zu Gunsten des damaligen griechischen Verteidigungsministers Tsochatzopou-
los in verschiedene Projekte investiert zu haben sowie in Griechenland Bargeld-
beträge erhältlich gemacht zu haben (AKZ 1.1.3.1 bis 1.1.3.8). 

Konkret werden dem Beschuldigten, als in der fraglichen Zeit zuständigen Kun-
denberater von F., betreffend die Betreuung von dessen Bankbeziehungen bei 
der BANK E. folgende im Berufungsverfahren noch zu beurteilenden Vorwürfe 
gemacht: 

1) Investition in die Buchhandlung von AA. via BB. AG (AKZ 1.1.3.1.2): Dem 
Beschuldigten wird vorgeworfen, zulasten des auf F. lautenden BANK E.-Kontos 
4 (recte: Konto 5; vgl. BA pag. B7.101.3.2.1.156 f.) am 16. Juni 2006 einen Zah-
lungsauftrag über EUR 500'000.00 genehmigt zu haben (AKZ 1.1.3.1.2). Die Zah-
lung erfolgte zugunsten eines Kontos bei der Bank CC. in ZZ., lautend auf die 
von Tsochatzopoulos gegründete BB. AG, von wo sie an AA. weiterüberwiesen 
worden seien. Mit diesem Betrag von EUR 500'000.00 habe Tsochatzopoulos in 
eine Buchhandlung von AA. in Athen investiert.  

Ergänzend ist nochmals an Folgendes zu erinnern: Bezüglich des Vorwurfs, dass 
der Beschuldigte im Sachverhaltskomplex 1.1.3.1 am 26. Juli 2005 eine weitere 
Überweisung von EUR 1'000'000.00 genehmigt habe (AKZ 1.1.3.1.1; betreffend 
Investitionen in die Buchhandlung III. über die Firma BB.), hat die Vorinstanz den 
Tatbestand als nicht erfüllt erachtet (vgl. Urteil SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 
E. II. 1.5.2.1 lit. b. aa, S. 97) und damit in der Sache ein freisprechendes Erkennt-
nis gefällt. Im erstinstanzlichen Urteilsdispositiv kommt dies jedoch nicht zum 
Ausdruck, weshalb dieses von Amtes wegen entsprechend zu berichtigen ist. 
Nachdem die BA diesen Freispruch nicht angefochten hat, kann im Berufungsver-
fahren auf diesen nicht mehr zurückgekommen werden (vgl. supra E. I. 2.2). 

- 31 - 

2) Kauf von Goldbarren bei der DD. SA (AKZ 1.1.3.2): Dem Beschuldigten wird 
vorgeworfen, zwischen Dezember 2005 und Juli 2007 (recte: Juli 2006) elf Zah-
lungsaufträge über Beträge zwischen EUR 150'000.00 und EUR 330'000.00 (ins-
gesamt EUR 2'420'000.00) zulasten des auf F. lautenden Kontos 5 bei der BANK 
E.  zu Gunsten eines Kontos der Genfer Goldhandelsfirma DD. SA bei der BANK 
B. AG genehmigt zu haben, womit Tsochatzopoulos in Gold investiert habe (AKZ 
1.1.3.2.1 bis 1.1.3.2.11). Die Goldbarren seien in der Folge irgendwo in der 
Schweiz gelagert oder nach Griechenland transportiert worden. 

3) Kompensationsgeschäfte mit EE. SA (AKZ 1.1.3.3): Dem Beschuldigten 
wird noch (d.h. soweit nicht verjährt) vorgeworfen, zwischen 15. Oktober 2004 
und August 2006 48 Zahlungsaufträge zulasten der auf F. lautenden Konten 4, 5 
und 6 zugunsten der S. – dem Vater des engsten Freundes des Beschuldigten, 
H. – gehörenden Devisenhandelsgesellschaft EE. mit Büro in Athen genehmigt 
zu haben (AKZ 1.1.3.3.21 bis 1.1.3.3.68). Dadurch seien für Tsochatzopoulos mit-
tels Kompensationsgeschäfte in Athen Vermögenswerte im Umfang von EUR 
10'779'683.00 und USD 210'000.00 in bar zur Verfügung gestanden. 

Das Geschäft der EE. habe auf folgendem Modell basiert: Ein Kunde habe einen 
Bargeldbetrag von z.B. EUR 100'000.00 in die Büroräumlichkeiten der EE. in 
Athen gebracht und diese beauftragt, die Bargelder auf ein Konto Y des Kunden 
X in der Schweiz zu transferieren, ohne eine Geldspur von Griechenland in die 
Schweiz zu legen. Da die EE. gewusst habe, dass Tsochatzopoulos in der 
Schweiz über Bestechungsgelder verfügt habe, diese jedoch nicht per Bank-
transfer nach Griechenland habe überweisen wollen, habe die EE. F. gefragt, ob 
er bzw. Tsochatzopoulos eventuell EUR 100'000.00 benötige. Bejahendenfalls 
sei das Bargeld entweder von einem Boten zu Tsochatzopoulos gebracht worden 
oder F. habe das Geld in den Räumlichkeiten der EE. abgeholt. Mindestens ein-
mal sei das Geld sogar von Tsochatzopolos persönlich abgeholt worden. Zur 
Kompensation habe Tsochatzopoulos bzw. F. von den Konten 4 oder 5 bei der 
BANK E. in der Schweiz den Betrag von EUR 100'000.00 auf eine sich ebenfalls 
in der Schweiz oder in Zypern befindende Bankbeziehung der EE. überwiesen. 
Nach Eingang des Betrags habe die EE. diesen schliesslich nach Abzug einer 
Kommission an die Bankbeziehung Y des Kunden X in der Schweiz weitergelei-
tet. Der Beschuldigte sei mit diesem Geschäftsmodell der EE. bestens vertraut 
gewesen und habe diese Vorgehensweise in allen anklagerelevanten Fällen vor-
geschlagen. 

4) Kompensationsgeschäfte mit II. SA (AKZ 1.1.3.4): Dem Beschuldigten wird 
vorgeworfen, zwischen November 2009 und Juni 2010 drei Zahlungsaufträge zu-
lasten des auf C. lautenden Bank E.-Kontos 7, an dem F. wirtschaftlich berechtigt 
gewesen sei, zugunsten der S. gehörenden Nachfolgefirma der EE., der II., mit 
Bankbeziehung bei der Bank JJ. in der Schweiz, genehmigt zu haben 

- 32 - 

(AKZ 1.1.3.4.1 bis 1.1.3.4.3). Die II. habe Tsochatzopoulos in Athen mit der im 
Zusammenhang mit den Überweisungen an die EE. geschilderten Vorgehens-
weise mit Bargeld in der Höhe von insgesamt EUR 174'000.00 versorgt.  

5) Bargeldtransaktionen (AKZ 1.1.3.5): Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, an 
zwei Bargeldoperationen zugunsten von F. beteiligt gewesen zu sein, wodurch die-
sem am 28. Juli 2010 ein Bargeldbetrag über Fr. 20'000.00 (AKZ 1.1.3.5.1) und 
am 25. August 2010 ein Bargeldbetrag über Fr. 30'000.00 (AKZ 1.1.3.5.2) ab 
dem Bank E.-Konto 7 (C.) ausbezahlt worden sei. 

6) Zahlung an LL. (AKZ 1.1.3.7): Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 
5. April 2012 einen von M. unterzeichneten Zahlungsauftrag im Umfang von EUR 
40'000.00 zulasten des Bank E.-Kontos 8 der D.  und zu Gunsten eines Kontos 
von LL., der Ex-Ehefrau von S., bei der Bank MM. SA in Athen genehmigt zu 
haben.  

7) Transfers an I.  (AKZ 1.1.3.8): Schliesslich wird dem Beschuldigten vorge-
worfen, zwischen Juli 2010 und November 2011 die nachfolgenden sieben Über-
weisungen im Umfang von gesamthaft EUR 960'000 an die H. gehörende I. bei 
der Bank NN. in London veranlasst zu haben: Am 8. Juli 2010 EUR 180'000.00 
und am 27. Juli 2010 EUR 230'000.00 zulasten des Bank E.-Kontos 7 der C. 
(Anklageziffern 1.1.3.8.1 und 1.1.3.8.2) sowie am 11. Oktober 2010 
EUR 60'000.00, am 23. März 2011 EUR 80'000.00, am 3. Juni 2011 EUR 
70'000.00, am 8. September 2011 EUR 160'000 und am 16. November 2011 
EUR 180'000 (AKZ 1.1.3.8.3 - 1.1.3.8.7) zulasten des Bank E.-Kontos 8 der D.  

Die einbezahlten Gelder sollen gemäss Anklage aus Bestechungszahlungen der 
russischen Rüstungsgesellschaft G. an den ehemaligen griechischen Verteidi-
gungsminister Tsochatzopoulos im Zusammenhang mit der Beschaffung der 
Flugabwehrraketensysteme TOR-M1 stammen. Solche Bestechungsgelder sol-
len dann über diverse Konten geflossen und schliesslich auf der vom Beschul-
digten betreuten Kundenbeziehung von F. bei der Bank E. gelandet sein (vgl. 
TPF pag. 210.100.013 ff.). Der Beschuldigte habe alle angeklagten Handlungen 
vorgenommen, obwohl er seit 1999 gewusst habe, dass die von F. bei der Bank 
E. einbezahlten Gelder verbrecherischer Herkunft gewesen seien. Dieses Wis-
sen leitet die Anklage insbesondere aus den persönlichen Beziehungen und Be-
kanntschaften des Beschuldigten, aus diversen in der Anklage geschilderten Um-
ständen bei der Eröffnung der Kundenbeziehung von F. im Jahr 1999 und aus 
dem Verhalten des Beschuldigten bei der Betreuung der Kundenbeziehung vor 
und nach dem Erscheinen von Presseartikeln im Jahr 2010 insbesondere zur 
Verwandtschaft zwischen F. und Tsochatzopoulos sowie nach deren Verhaftung 
im Jahr 2012 ab (TPF pag. 2010.100.005 ff.). Der Beschuldigte soll die ihm vor-
geworfenen Taten als Mitglied einer Bande begangen haben, welche sich im 

- 33 - 

Zeitraum von Juli 1999 bis April 2012 aus Tsochatzopoulos, F., dem Beschuldig-
ten, S., T. und H. zusammengesetzt habe. Damit habe er sich der bandenmässi-
gen Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB schuldig 
gemacht (TPF pag. 210.100.037 ff.). Zusätzlich seien die dem Beschuldigten vorge-
worfenen Handlungen als anderer schwerer Fall von Geldwäscherei im Sinne von 
Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 StGB zu qualifizieren (TPF pag. 210.100.040 f.). 

1.2 Erstinstanzliches Urteil SK.2018.73 vom 8. Oktober 2019 

Die Vorinstanz kam in drei Anklagepunkten mangels objektiver Tatbestands-
mässigkeit je zu einem Freispruch. Betreffend den Sachverhaltskomplex der 
Kompensationsgeschäfte mit der EE. wurde das Verfahren bezüglich der Über-
weisungen vom 15. Dezember 2003 bis 5. Oktober 2004 (AKZ 1.1.3.3.1 – 
1.1.3.3.20) durch die Vorinstanz infolge Verjährung eingestellt. Zudem wurde der 
Tatbestand bezüglich der AKZ 1.1.3.1.1 und 1.1.3.6 als nicht erfüllt qualifiziert 
(vgl. supra E. I. 2.2 und E. II. 1.1.1 Ziffer 1). Im Übrigen erachtete die Vorinstanz 
sämtliche Anklagevorwürfe betreffend qualifizierte Geldwäscherei als erstellt. Die 
Begründung lautete zusammengefasst im Wesentlichen wie folgt: 

1.2.1 In den Erwägungen zum objektiven Tatbestand stellte die Vorinstanz betreffend 
die Vortat auf die rechtskräftigen griechischen Urteile ab. Sie erachtete es als 
erstellt, dass sich unter anderem Tsochatzopoulos, F., OO., S., T. und AA. im Zu-
sammenhang mit Einkünften aus der «andauernden passiven Bestechung zulas-
ten der griechischen öffentlichen Hand» wegen mittäterschaftlich begangener ge-
werbsmässiger Geldwäscherei (nach griechischem Recht) schuldig gemacht hät-
ten. Das griechische Gericht habe die passive Bestechung inzident detailliert ge-
prüft und als erstellt erachtet. Eine Verurteilung von Tsochatzopoulos wegen pas-
siver Bestechung habe jedoch nicht ergehen können wegen der verkürzten Ver-
jährungsfrist, von der er als Ministerpräsident profitiert habe. Gemäss Rechtsgut-
achten des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung (SIR) vom 8. Au-
gust 2019 habe nach griechischer Gesetzgebung zum Tatzeitpunkt bei Geldwä-
schedelikten die Einziehung unabhängig von einer strafrechtlichen Verurteilung 
wegen einer Vortat, wie passive Bestechung, angeordnet werden können, selbst 
nach Einstellung des Verfahrens respektive der Verjährung der Vor- bzw. Geld-
wäscherei-Tat. Zusammengefasst sah die Vorinstanz sowohl bezüglich der ge-
mäss griechischem Urteil begangenen passiven Bestechung von Tsochatzopou-
los durch die G., als auch der von ihm gemeinsam mit anderen Personen began-
genen qualifizierten Geldwäscherei die Voraussetzungen der Vortat i.S.v. 
Art.305bis Ziffer 1 StGB als erfüllt an (vgl. Urteil SK.2018.73 E. II. 1.5.1., S. 89 ff.). 

1.2.2 Sämtliche anklagerelevanten Transaktionen wurden – soweit es sich um Über-
weisungen/Transaktionen ab den vom Beschuldigten betreuten Konten von F. bei 
der Bank E. handle sowie zusätzlich der Weitertransfer von EUR 500'000.00 ab 

- 34 - 

dem schweizerischen Konto der BB. AG – als dem Beschuldigten anrechenbar 
erachtet. Sämtliche der genannten Transaktionen im Umfang von EUR 14'373'683, 
USD 210'000.00 und Fr. 50'000.00 würden Vereitelungscharakter aufweisen und 
damit gesamthaft den objektiven Tatbestand der Geldwäscherei (Art.305bis Ziffer 1 
StGB) erfüllen (vgl. Urteil SK.2018.73 E. II. 1.5.2.1, S. 95 ff.).  

1.2.3 In subjektiver Hinsicht ging die Vorinstanz davon aus, dass der Beschuldigte hin-
sichtlich der verbrecherischen Herkunft der anklagerelevanten Vermögenswerte 
von Anfang an (d.h. ab 1999) mit Eventualvorsatz gehandelt habe. Er habe also 
um die verbrecherische Herkunft der Gelder gewusst bzw. diese in Kauf genom-
men. Ab Erscheinen der ersten einschlägigen griechischen Presseartikel im 
Mai/Juni 2010 ging die Vorinstanz gar von einem Handeln des Beschuldigten mit 
direktem Vorsatz aus (vgl. Urteil SK.2018.73 E. II. 1.5.2.2, S. 102 ff.).  

1.3 Standpunkte der Parteien 

1.3.1 Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestritt im Berufungsverfahren, wie bereits seit Beginn des Ver-
fahrens, die ihm vorgeworfenen Straftaten konstant. Vor Berufungskammer 
führte er insbesondere aus, dass er zu keinem Zeitpunkt bis April 2012 von der 
deliktischen Herkunft der von F. bei der Bank E. deponierten Gelder gewusst 
habe. Ausserdem habe er niemals Kontakt zum ehemaligen griechischen Vertei-
digungsminister Tsochatzopoulos gehabt und bis 2010 nicht einmal von dessen 
Verwandtschaft zu F. gewusst. Er habe sämtliche Bankgeschäfte gemäss den 
geltenden Regeln, nach den internen Richtlinien der Bank E., ausgeführt (vgl. 
letztes Wort des Beschuldigten vor Berufungsgericht [CAR pag. 8.200.021 f.]).  

Gemäss Verteidigung sei im Wesentlichen bereits der objektive Tatbestand der 
Geldwäscherei nicht erfüllt. Der Geldfluss auf die Konten bei der BANK E. sei 
von einer anderen Schweizer Bank erfolgt und nicht aus dem Ausland (CAR pag. 
8.301.065 f., Rz. 216 ff.). Bei den 29 Checkeingängen seien in den «Clarification 
of Physical Transaction»-Formularen jeweils erweiterte Abklärungen in Bezug 
auf die Herkunft der eingehenden Gelder und zur Plausibilität der Zugänge vor 
dem Hintergrund des Kundenprofils von F. vorgenommen worden. Diese Abklä-
rungen seien von dritter Stelle als genügend betrachtet worden. Aus dem Um-
stand, dass diese Dokumentation nicht mehr greifbar sei, könne nicht abgeleitet 
werden, dass damals erforderliche Abklärungen nicht gemacht worden seien. So 
seien die nicht im Kundenprofil vermerkten Angaben in diesen Formularen erho-
ben worden. Er sei erstellt, dass in den detaillierten Abklärungen zu den Check-
eingängen weitergehende Informationen zu den Unternehmensverkäufen erfasst 
worden seien, sodass gut vorstellbar sei, dass solche Unterlagen dort abgelegt 
gewesen seien (CAR pag. 8.301.066 ff., Rz. 220 ff.). 

- 35 - 

Betreffend die in der Anklage vorgeworfenen Geldwäschereihandlungen habe 
der Beschuldigte die Zahlungsaufträge entgegengenommen und sie zur Erledi-
gung an den Zahlungsverkehr weitergeleitet. Die Anklage spreche von einer 
«Genehmigung» und werfe ihm damit eine aktive Handlung vor, während eine 
Unterlassung oder auch ein Genehmigen Lassen durch Dritte nicht angeklagt sei. 
Es sei keine mittelbare Täterschaft angeklagt. Die von der Vorinstanz angenom-
mene Zurechenbarkeit von Zahlungsaufträgen, die von einem anderen Team-
mitglied bearbeitet worden seien, gehe in unzulässiger Weise über den Anklage-
vorwurf hinaus. Gänzlich verfehlt sei eine «Zurechnung» von Handlungen von 
Mitarbeitern innerhalb der ZZer Bank zur Zeit, als der Beschuldigte in London 
tätig gewesen sei. Es sei nicht Aufgabe des Bankkundenberaters, Zahlungen sei-
ner Kunden zu «genehmigen». Das bankinterne Visum diene vielmehr der Prü-
fung, ob effektiv ein Auftrag des Kunden vorliege und ob dieser in formeller Hin-
sicht korrekt sei und ob genügend Geld vorhanden sei, um diesen Auftrag aus-
zuführen. Insofern habe der Beschuldigte keine «Genehmigungen» von Zahlun-
gen vorgenommen (CAR pag. 8.301.069 ff., Rz. 232 ff.). Bei den angeklagten 
angeblichen Geldwäschereihandlungen handle es sich um ganz übliche Bank-
überweisungen. Der Vereitelungscharakter der angeklagten Handlungen sei zu 
verneinen, soweit sie dem Beschuldigten überhaupt zurechenbar seien (CAR 
pag. 8.301.074 ff., Rz. 256 ff.). 

Der Beschuldigte und auch H. seien in den griechischen Urteilen nicht als angeb-
liche Mitglieder der (Geldwäscherei-)Bande genannt worden. Niemand – nicht 
einmal F. – habe im griechischen Verfahren den Beschuldigten namentlich bzw. 
in seiner Rolle erwähnt. Auch in dem von F. geschriebenen Buch «Akisgate» 
komme der Beschuldigte nicht vor. Er habe zu den anderen angeblichen Ban-
denmitgliedern keine relevanten Kontakte gehabt. Es fehle der Beweis für ein 
bewusstes Zusammenwirken des Beschuldigten respektive für seine Teilnahme 
an einem bandenmässigen Vorgehen (CAR pag. 8.301.076 f., Rz. 268 ff.). 

Die angebliche Vortat werde in der Anklage nicht rechtsgenüglich umschrieben. 
Jedenfalls aber sei der Beweis für diese nicht erbracht worden. Es sei in der 
Anklage nicht hinreichend spezifiziert worden, mit welchen konkreten Handlun-
gen die angeblichen Bestechungszahlungen in einem Austauschverhältnis ge-
standen haben sollen. Die Vorinstanz habe verkannt, dass es keine Bindungs-
wirkung an ausländische Strafurteile gebe. Eine Verurteilung wegen Geldwä-
scherei belege noch lange nicht, dass sich Tsochatzopoulos einer passiven Be-
stechung nach Schweizer Recht (oder eines anderen Verbrechens) schuldig ge-
macht hätte. Zudem habe die Vorinstanz ignoriert, dass im Rechtsmittelurteil des 
griechischen Berufungsgerichts nur noch von einer Deliktssumme von EUR 10 
Mio. ausgegangen worden sei und nicht mehr wie im erstinstanzlichen Urteil von 

- 36 - 

EUR 40 Mio. bzw. USD 81 Mio. So sei fraglich, ob es sich bei den Geldern, wel-
che auf den Konten der Bank E. eingingen, überhaupt um diejenigen Gelder han-
delte, die nach Auffassung der griechischen Berufungsinstanz deliktischer Natur 
sind und eingezogen werden können. Die Annahmen in den griechischen Ver-
fahren und in der Anklage stünden ausserdem im Widerspruch zum Urteil des 
Kreisgerichts Kountsevski (Moskau), mit welchem die beiden G.-Mitarbeiter we-
gen Amtsmissbrauchs verurteilt wurden. Gemäss diesem Urteil habe der Offset-
vertrag nicht der Bestechung griechischer Amtsträger gedient. Aufgrund des 
Anklageprinzips sei es sodann unzulässig, sich auf ein anderes Delikt als die 
angeklagte angebliche passive Bestechung von Tsochatzopoulos – etwa die 
qualifizierte Geldwäscherei – abzustützen. Eine Geldwäschereihandlung könne 
zudem nicht Vortat einer Geldwäschereihandlung sein. Zudem seien die Geld-
wäschereihandlungen, die Gegenstand der Verurteilung in Griechenland gewe-
sen seien, der vorliegend zu beurteilenden Geldwäschereihandlung nicht vorge-
lagert gewesen. Etwaige Verschleierungshandlungen, die vor der eigentlichen 
Bestechungshandlung erfolgt seien, würden keine Geldwäscherei darstellen 
(CAR pag. 8.301.078 ff., Rz. 279 ff.). 

Zudem sei die angebliche Vortat verjährt, womit auch nach griechischem Recht 
eine Einziehung als Nebenstrafe nicht mehr möglich gewesen sei. Die Annahme 
der Vorinstanz, dass eine Verjährung der Vortat einer Einziehung nach griechi-
schem Recht nicht entgegenstehe, wenn das Strafverfahren gestützt auf die 
Geldwäschereigesetzgebung geführt worden sei, könne so nicht richtig sein. Als 
sinnvolle Begrenzung müsse auf die Verjährung des Einziehungsanspruchs aus 
der Ersttat abgestellt werden und nicht auf eine angeblich «ewig» mögliche Ein-
ziehbarkeit nach der ausländischen Geldwäschereigesetzgebung. Andernfalls 
hätte der Beschuldigte mit Bezug auf die Einziehbarkeit nicht mit Wissen und 
Willen gehandelt, da er von der Nicht-Einziehbarkeit der Vermögenswerte habe 
ausgehen können (CAR pag. 8.301.082 f., Rz. 298 ff.). 

Nicht erfüllt sei sodann der subjektive Tatbestand (CAR pag. 8.301.084 ff., Rz. 
307 ff.). Es gebe keine objektiven Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte 
von Anfang an – d.h. bereits bei den Kontoeröffnungen 1999 – über die delikti-
sche Herkunft der Gelder Bescheid gewusst habe. Abgesehen von F. habe nie 
jemand behauptet, dass der Beschuldigte eingeweiht gewesen sei. Die BA habe 
einen angeblichen Vorsatz des Beschuldigten nur durch wilde Spekulationen und 
Vermutungen konstruiert. Das in der Anklage behauptete konspirative Treffen 
1999 in Athen habe es nie gegeben, was auch die Vorinstanz nicht angenommen 
habe. Die Annahme der Vorinstanz, dass der Beschuldigte trotz des krassen 
Missverhältnisses zwischen den angekündigten und den eingegangenen Vermö-
genswerten passiv geblieben sei, beruhe auf falschen Prämissen. Es ha