# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ea6211f-1bb8-50bf-8fcb-b4efa2e570ad
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.08.2017 200 2017 445
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-445_2017-08-10.pdf

## Full Text

200 17 445 IV
SCP/GET/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. August 2017

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2017, IV/17/445, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), seit 2000 im Umfang eines 80 bzw. 70%-Pensums als ... erwerbs-
tätig, meldete sich im Oktober 2015 unter Hinweis auf „psychisch schlechte 
Phasen aufgrund einer Borreliose“ bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug in Form von beruflichen Massnahmen 
und einer Invalidenrente an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 20; 28, 60.1 S. 7). Die IVB führte mit 
der Versicherten ein Erstgespräch durch, klärte den Sachverhalt in erwerb-
licher Hinsicht ab, zog Berichte der behandelnden Ärzte bei, holte die Akten 
des zuständigen Krankentaggeldversicherers sowie des sozialen Unfallver-
sicherers (Suva) ein und liess die Versicherte in der MEDAS B.________ 
polydisziplinär begutachten (Expertise [nachfolgend MEDAS-Gutachten] 
vom 18. Januar 2017 [act. II 60.1 S. 2 ff.]). Mit Vorbescheid vom 16. Febru-
ar 2017 (act. II 62) stellte die IVB der Versicherten die Ablehnung des Leis-
tungsbegehrens mit der Begründung in Aussicht, es liege kein 
Gesundheitsschaden im Rechtssinne vor. Dagegen erhob die Versicherte 
Einwand, woraufhin die IVB beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine 
Stellungnahme einholte (act. II 69 S. 3). Am 28. März 2017 (act. II 70) ver-
fügte die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 10. Mai 2017 Be-
schwerde. Die Beschwerdeführerin beantragt die Ausrichtung einer Invali-
denrente, eventuell die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen. 
In der Begründung verweist sie auf die Stellungnahme von Dr. med. 
C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Mai 
2017 (act. I 2 [nachfolgend act. II 73 S. 9-35]). Darin macht die 
behandelnde Ärztin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, das 
MEDAS-Gutachten vom 18. Januar 2017 weise diverse Mängel auf. Entge-
gen der Auffassung der Gutachter leide die Beschwerdeführerin an einer 

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chronischen Borreliose, wobei sämtliche Einschränkungen durch die pha-
senhafte Apathie, Bettlägerigkeit mit starker Hypersomnie, extrem tiefen 
Blutdruckwerten und kognitiven Störungen mit grösster Wahrscheinlichkeit 
auf infektiöse Veränderungen des Gehirns zurückzuführen seien (S. 30).

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juni 2017 beantragt die 
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. März 2017 (act. II 
70). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der Invalidenversicherung. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.1.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der 
Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. 
Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 

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objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher 
Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110).  

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Im vorliegend massgebenden Beurteilungszeitraum bis zur ange-
fochtenen Verfügung vom 28. März 2017 (act. II 70) präsentierte sich der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aufgrund der medizinischen 
Akten im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Vom … bis … 2014 war die Beschwerdeführerin im Spital 
D.________ hospitalisiert. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 
30. September 2014 (act. II 25 S. 14-19) wurde im Wesentlichen ein hoch-
gradiger Verdacht auf chronische Neuroborreliose, eine progrediente bilate-
rale pancochleäre Perzeptions-Schwerhörigkeit sowie ein Verdacht auf 
eine Migraine accompagnée diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin berich-
te von einer seit 2-3 Jahren bestehenden progredienten spastischen 
Gangstörung, Schwäche in den Armen und Beinen sowie einer raschen 
Ermüdbarkeit. Ausserdem bestehe seit ca. einem Jahr eine progrediente 
Hörminderung und seit April 2014 trage die Beschwerdeführerin Hörgeräte 
(S. 14). Es sei eine dreiwöchige Behandlung mit Rocephin verordnet wor-
den (S. 16). 

Vom …. bis zum … 2014 erfolgte im Spital D.________ eine Kurzhospitali-
sation zwecks Standortbestimmung. Im entsprechenden Austrittsbericht 

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vom 29. Oktober 2014 (act. II 25 S. 7-10) wurde festgehalten, subjektiv 
bemerke die Beschwerdeführerin keine wesentliche Besserung der 
Gangstörung oder der Miktionsbeschwerden seit Beendigung der Antibioti-
katherapie. Eine regelmässige Physiotherapie habe nicht stattgefunden. 
Klinisch stehe eine spastische, proximal betonte Paraparese mit positiven 
Pyramidenbahnzeichen sowie eine Stand- und Gangataxie im Vordergrund. 
Verglichen mit den klinischen Befunden vor einem Monat zeige sich objek-
tiv eine leichte Besserung in der Einzelkraftprüfung insbesondere im Be-
reich der oberen Extremitäten (S. 7). Die deutliche Befundregression im 
MRI und im Liquor sowie die klinische Verbesserung im Neurostatus nach 
dreiwöchiger Antibiotikatherapie erhärteten den Verdacht auf eine chroni-
sche Neuroborreliose als Ursache der Symptome. Es werde eine regel-
mässige und intensivierte Physiotherapie empfohlen (S. 8). 

Im Bericht des Spitals D.________ vom 29. Januar 2015 (act. II 56.49 S. 2-
4) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin zeige weiterhin einen stabi-
len klinischen Zustand; sie führe nur noch einmal monatlich Physiotherapie 
durch. Weiterhin habe sie eine Harndrangsymptomatik, sei aber sonst mit 
dem motorischen Verlauf zufrieden (S. 3). In der Beurteilung wurde festge-
halten, hinsichtlich der Gangstörung zeige sich aktuell eine stabile Sym-
ptomatik ohne weitere Befundverschlechterung; dennoch sei die 
Physiotherapie regelmässiger durchzuführen und die Beschwerdeführerin 
solle selbständig noch Übungen und Sport betreiben. Dies habe ebenso 
einen positiven Einfluss auf die Stresstoleranz bei der Arbeit. Die bisherige 
antibiotische Therapie erscheine ausreichend, so dass bei stabiler Sym-
ptomatik keine weitere medikamentöse Therapie notwendig erscheine. Be-
züglich der Stimmungslage werde eine psychiatrische Vorstellung im 
Verlauf empfohlen, um gegebenenfalls die antidepressive Medikation wei-
ter auszubauen (S. 4).

Am 21. Juli 2015 erfolgte im Spital D.________ eine weitere Konsultation 
im Rahmen der allgemeinen neurologischen Sprechstunde. Im entspre-
chenden Bericht vom 22. Juli 2015 (act. II 56.41 S. 12-14) wurde eine 
chronische Neuroborreliose, eine progrediente bilaterale pancochleäre 
Perzeptions-Schwerhörigkeit sowie ein Verdacht auf eine Migräne mit Aura 
diagnostiziert (S. 12). Die Beschwerdeführerin berichte seit der letzten 

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Konsultation vom 20. Januar 2015 (vgl. act. II 56.49 S. 2-4) über einen sta-
bilen Verlauf hinsichtlich der Gangstörung. Es werde weiter empfohlen, 
Sport und Physiotherapie regemässig durchzuführen. Bei anamnestisch 
gedrückter Stimmung und Antriebslosigkeit sei eine reaktive depressive 
Verstimmung nicht ausgeschlossen. Es sei keine weitere Verlaufskontrolle 
vorgesehen (S. 14). 

3.1.2 Dr. med. C.________ hielt im Bericht vom 28. Januar 2016 (act. II 
31 S. 1-5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chro-
nische Neuroborreliose fest. Als „Diagnosen resp. Symptome“ ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie Gangstörungen wie Paraspastik, 
Gleichgewichtsstörungen mit Stolpern – „mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit Ausdruck einer fortbestehenden“ Neuroborreliose – sowie eine 
durch ein Hörgerät korrigierte Hörminderung (S. 1). Ab November 2014 
habe die Beschwerdeführerin Phasen völliger Antriebslosigkeit und Er-
schöpfung gehabt, weswegen sie Hilfe beim Borreliosespezialisten Dr. 
med. E.________ (vgl. auch act. II 26 S. 1) gesucht habe. Kognitive Defek-
te, Apathie und seelische Tiefs seien zunächst als psychische Störungen 
fehlinterpretiert worden, weshalb die Beschwerdeführerin ihre Praxis auf-
gesucht habe (S. 2). Wegen des Mangels an Konzentration, Auffassung, 
Anpassung und Belastbarkeit seien die jetzigen Arbeiten im Büro kaum 
machbar und es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 20% (S. 5). Bei einer 
(aufgrund eines Missverständnisses vorübergehend gestoppten [S. 3]) 
Langzeitantibiose sei eine langsame Besserung des Gesundheitszustan-
des sowie eine langsame Erhöhung der Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich 
(S. 4). 

3.1.3 Mit zu Handen des Krankentaggeldversicherers verfasstem und 
auf persönlicher Untersuchung beruhendem Bericht vom 23. Februar 2016 
(act. II 34 S. 2 ff.) hielt Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, fest, die Beschwerdeführerin leide an einer Neuroborrelio-
se, die lange nicht diagnostiziert und dann nicht genügend behandelt wor-
den sei. Jetzt sei sie in Behandlung bei der Psychiaterin Dr. med. 
C.________, die sich auf Borrelienerkrankungen spezialisiert und die nun 
eine Langzeittherapie begonnen habe. Die psychische Symptomatik sei 
nicht psycho-, sondern somatogen (ICD-10 F06). Schon die Symptomatik 

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(phasisch, zyklisch, antriebsarm-energielos, maniform-überdreht, keine 
affektive Störung, keine depressiven Gedanken) sei hinreichend. Wie Dr. 
med. C.________ richtig schreibe, müsse jetzt mit einer sehr langen Be-
handlung gerechnet werden und die Heilung werde nicht unbedingt mit 
einer Symptomfreiheit einhergehen. Die im MRI sichtbaren Gehirnverände-
rungen seien auch nicht zwingend synchron mit der Symptomatik (Energie-
losigkeit/Antriebsarmut abwechselnd mit Phasen mit zu viel Antrieb/Energie 
und zu wenig emotionalem Tiefgang, Gangataxie und Hörstörung [S. 5]).

3.1.4 Mit Bericht vom 5. September 2016 (act. II 56.25) hielt Dr. med. 
C.________ fest, unter der Langzeitantibiose hätten sich die Gangstörun-
gen verbessert, desgleichen das Gehör, so dass die Beschwerdeführerin 
kein Hörgerät mehr brauche. Das Hauptproblem sei noch immer die 
schubweise sehr starke Apathie mit wochenlanger Bettlägerigkeit, die bis-
her nicht habe behandelt werden können (S. 1). 

Mit weiterem, zu Handen der Suva erstelltem Bericht vom 12. Oktober 
2016 (act. II 56.21) hielt Dr. med. C.________ fest, bis zum Beweis des 
Gegenteils seien sämtliche psychisch-geistigen Einschränkungen als Folge 
der Neuroborreliose zu betrachten (S. 2). Während den Phasen schwerer 
Apathie sei die Beschwerdeführerin nicht mal in der Lage, das Nötigste für 
sich zu machen. In den sogenannt guten Phasen übersprudle sie fast und 
könne die Schwere ihrer Behinderungen nicht einschätzen respektive sie 
berührten sie emotional überhaupt nicht. Um die Arbeitsfähigkeit klären zu 
können, habe sie daher mit dem Vorgesetzten der Beschwerdeführerin 
Kontakt aufgenommen. Durch die Fremdanamnese schätze sie die Ar-
beitsunfähigkeit auf rund 80%, wobei mit Bezug auf die meisten Arbeits-
plätze die unvermittelten Ausfälle über Wochen untragbar wären (S. 5). 

3.1.5 Im MEDAS-Gutachten vom 18. Januar 2017 (act. II 60.1 S. 2 ff.) 
wurden im Wesentlichen die folgenden Diagnosen gestellt (S. 30): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Hochtonbetonte Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits (ICD-10 
H90.3)

- Zustand nach binauraler Hörgeräteversorgung

2. Intermittierende Gangunsicherheit (ICD-10 H82)

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Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Chronische Neuroborreliose (Stadium 3; ICD-10 A69.2), ED 09/2014

2. Periodische Hypersomnie (ICD-10 G47.1)
- wahrscheinlich psychogen
- möglicherweise medikamentös bedingt
- leichte kognitive Störung

3. Wirbelsäulenfehlstatik (thorakale langgezogene Hyperkyphose, lumbale 
Hyperlordose; ICD-10 R29)

- konsekutiv allgemeine Haltungsinsuffizienz bei Abschwächung 
der abdominellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen

- klinisch völlig unauffällige Bewegungsprüfung an der Wirbelsäu-
le

In der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, bei der Beschwerde-
führerin könne eine chronische Neuroborreliose festgestellt werden, welche 
2014 im Spital D.________ mittels Liquorpunktion diagnostiziert und be-
handelt worden sei. Im Rahmen der infektiologischen Untersuchung sei 
eine chronische Neuroborreliose Stadium 3 diagnostiziert worden. In den 
aktuellen Laboruntersuchungen habe keine aktive Infektion mehr festge-
stellt werden können. Aus infektiologischer Sicht bestehe daher keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit. In der neurologischen Untersuchung sei 
neben der durchgemachten Neuroborreliose eine periodische Hypersomnie 
unklarer Ätiologie diagnostiziert worden. Eine Hypersomnie könne zwar bei 
einer Neuroborreliose beobachtet werden, nach erfolgreicher antibiotischer 
Behandlung sei dies aber ungewöhnlich. Die bei der neuropsychologischen 
Untersuchung festgestellte leichte kognitive Störung könne mit der Hyper-
somnie erklärt werden, habe aber keine organische Grundlage der Neuro-
borreliose. Aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit. In der otorhinolaryngologischen Untersuchung sei eine 
hochtonbetonte Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits diagnostiziert 
worden. Diese sei möglich im Rahmen der Neuroborreliose. Seit der Be-
handlung habe sie sich wieder zurückgebildet. Eine vestibuläre Störung als 
Ursache der Gangunsicherheit bestehe nicht. Aus otorhinolaryngologischer 
Sicht bestehe eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, indem 
Tätigkeiten mit erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel oder solche mit Ab-
sturzgefährdung nicht geeignet seien. In der rheumatologischen Untersu-
chung sei eine Wirbelsäulenfehlstatik mit Haltungsinsuffizienz und 

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Abschwächung der rückenstabilisierenden Muskelgruppen diagnostiziert 
worden. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine kaufmännische 
Tätigkeit bestehe dadurch nicht. In der allgemeininternistischen Untersu-
chung seien keine weiteren Diagnosen gestellt worden. Die Arbeitsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin sei nicht eingeschränkt. Die psychiatrische Unter-
suchung habe unauffällige Befunde ergeben. Das zeitweise erhöhte 
Schlafbedürfnis könne nicht mit einem psychischen Leiden erklärt werden. 
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit. Zusammengefasst sei die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer 
Sicht für die angestammte kaufmännische Tätigkeit wie auch für jede ande-
re körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 100% arbeits- und 
leistungsfähig. Einzig Tätigkeiten mit erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel 
oder Absturzgefährdung seien nicht geeignet (S. 31). Aufgrund der ana-
mnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Do-
kumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon 
auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit während der akuten Phase der Neu-
roborreliose bis zum Behandlungsende erheblich eingeschränkt gewesen 
sei. Nach Abschluss der Behandlung im Spital D.________ im Oktober 
2014 sei aus medizinischer Sicht eine rasche Steigerung der Arbeitsfähig-
keit möglich gewesen. Spätestens ab anfangs 2015 könne von der festge-
stellten 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (S. 31 f.).

3.1.6 In ihrer Stellungnahme „zur Ablehnung der IV-Leistungen […] re-
spektive zur Begutachtung durch das […] MEDAS […]“ vom 10. Mai 2017 
(act. II 73 S. 9-35) äusserte Dr. med. C.________ mannigfaltige Kritik so-
wohl an der diagnostischen Einordnung der Beschwerden als auch hin-
sichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten. 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.3 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 28. März 2017 massgeblich auf das polydisziplinäre Gutachten des 
MEDAS vom 18. Januar 2017 (act. II 60.1 S. 2 ff.) ab. Dieses erfüllt die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2.2 hiervor) 
und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist 
nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet. 
Was die Beschwerdeführerin unter Verweis auf den Bericht ihrer behan-
delnden Ärztin Dr. med. C.________ vom 10. Mai 2017 (act. II 73 S. 9-35) 
dagegen vorbringt, dringt nicht durch:

3.4 Zunächst fällt auf, dass zwischen den Gutachtern der MEDAS ei-
nerseits und der behandelnden Ärztin andererseits offenkundig erhebliche 
fachliche Differenzen hinsichtlich der Beurteilung der Kausalität zwischen 
den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Symptomen und der 
Neuroborreliose, der daraus ableitbaren Arbeitsunfähigkeit sowie bezüglich 
der Auffassungen nach den notwendigen und wirksamen Therapien beste-
hen. Dabei fiel die von Dr. med. C.________ geübte, teils massive Kritik 
nicht durchwegs sachlich aus, wenn sie von „aggressiven Gutachtern“, 
welche „Laborresultate ignorieren“ und Symptome und Befunde übergingen 
(act. II 77 S. 1) bzw. bezogen auf den vorliegenden Fall von „eklatant ab-
weichenden Fehleinschätzungen der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-
Gutachten“ (act. II 73 S. 31) spricht. Dies wird auch nicht durch den 

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Umstand gerechtfertigt, dass die MEDAS-Gutachter im Rahmen ihrer Ge-
samtbeurteilung namentlich die Langzeitantibiotika-Therapie als nicht indi-
ziert beurteilt haben (act. II 60.1 S. 32) und der Infektiologe die umgehende 
Absetzung von Minocyclin und Hydroxychloroquin postulierte bzw. deren 
Nutzen als spekulativ bezeichnete (S. 26), welche Einschätzung vom be-
gutachtenden Neurologen gestützt wird (S. 20). Denn es ist gerade die 
Aufgabe von Gutachtern, von behandelnden Ärzten attestierte Arbeitsun-
fähigkeiten sowie gestellte Diagnosen bzw. die Zuordnung von Befunden 
oder Symptomen zu (scheinbar) feststehenden Diagnosen, aber auch die 
Zweckmässig- und Wirksamkeit laufender Therapien kritisch zu diskutieren. 
Mit Blick auf Letzteres gilt dies umso mehr, als die Frage nach der geeigne-
ten Therapieform bei Neuroborreliose – was auch Dr. med. C.________ 
anerkennt – innerhalb der Medizin offenbar umstritten ist, woran auch 
nichts ändert, dass es sich bei diesen fachlichen Auseinandersetzungen 
ihrer Auffassung nach um „unfruchtbare Kontroversen“ handeln und die 
„herkömmliche Medizin Mühe mit der Akzeptanz der hochkomplexen Zu-
sammenhänge“ haben soll (act. II 73 S. 33). 

Insgesamt weckt die von Dr. med. C.________ teils vehemente und mit 
einer zum absoluten Geltungsanspruch neigenden Kritik am Vorgehen von 
Gutachtern in Borreliosefällen im Allgemeinen und damit auch an jenem 
der MEDAS-Experten im Besonderen Zweifel an der Objektivität ihrer Ein-
schätzungen, was deren Beweiswert schmälert. Davon abgesehen, vermö-
gen die vorgebrachten Kritikpunkte jedoch auch in sachlicher Hinsicht nicht 
zu überzeugen respektive die Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens 
nicht in Frage zu stellen: 

3.5

3.5.1 Die MEDAS-Expertise vom 18. Januar 2017 (act. II 60.1 S. 2 ff.) 
beinhaltet eine allgemeininternistische, psychiatrische, rheumatologische, 
neurologische, neuropsychologische, infektiologische sowie eine otorhino-
laryngologische Untersuchung, während die Gesamtbeurteilung im Rah-
men eines interdisziplinären Konsensus erfolgte (vgl. S. 30 ff.). Mit diesem 
Vorgehen wurde dem von Dr. med. C.________ wiederholt geäusserten 
Kernanliegen einer „fächerübergreifenden“ Beurteilung (vgl. act. II 73 S. 20) 
Rechnung getragen, wobei gerade die abschliessende, gesamthafte Beur-

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teilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit dem Gutachten be-
sonderes Gewicht verleiht (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
21. März 2014, 9C_789/2013, E. 3.2). Dass die Berücksichtigung eines 
weiteren Fachbereichs erforderlich gewesen wäre, macht die behandelnde 
Ärztin nicht geltend und dergleichen ergibt sich auch nicht aus den übrigen 
Akten. Sodann haben die MEDAS-Gutachter in Übereinstimmung mit den 
übrigen medizinischen Akten (vgl. insbesondere E. 3.1.1 vorne) eine 
(durchgemachte) chronische Neuroborreliose festgestellt (act. II 60.1 S. 
31). Auch besteht Konsens mit sämtlichen behandelnden Ärzten, dass zu-
folge der medikamentösen antibiotischen Therapie sich die im Jahre 2014 
akut aufgetretenen Symptome (Gangataxie, motorische Störungen, Mus-
kelschwäche, Störung der Miktion und Hörminderung) in der Zwischenzeit 
deutlich zurückgebildet haben, die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf 
insoweit nicht mehr eingeschränkt (vgl. auch act. II 31 S. 1) und diesbezüg-
lich von stabilen Verhältnissen auszugehen ist. 

Die von der Beschwerdeführerin nunmehr geltend gemachte und die Ar-
beitsfähigkeit nach ihrer Auffassung im Wesentlichen reduzierende Rest-
symptomatik einer heute subjektiv im Vordergrund stehenden periodischen 
Hypersomnie lässt sich gemäss den MEDAS-Gutachtern ätiologisch kei-
nem Fachbereich – namentlich weder dem psychiatrischen noch dem neu-
rologischen – zuordnen. Anders als Dr. med. C.________ insinuiert, haben 
die Gutachter insoweit jedoch keineswegs gleichsam apodiktisch einen 
Zusammenhang mit der Neuroborreliose negiert, sondern vielmehr festge-
halten, dass eine Hypersomnie nach einer Neuroborreliose beobachtet 
werden könne, dies nach einer erfolgreichen antibiotischen Behandlung 
jedoch „ungewöhnlich“ sei (act. II 60.1 S. 31). Diese Auffassung steht u.a. 
im Einklang mit den von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur 
Neuroborreliose publizierten Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der 
Neurologie (AWMF-Register Nr. 030/071), wonach über die Bedeutung von 
chronischen und unspezifischen Beschwerden (u.a. „Chronic Fatigue“) in 
Zusammenhang mit Neuroborreliosen eine kontroverse Diskussion geführt 
werde bzw. klinische Verlaufsuntersuchungen und epidemiologische Studi-
en darauf wiesen, dass diese Beschwerden nach einer Lyme-Borreliose 
nicht häufiger aufträten als bei Kontrollpersonen respektive nach anderen 
Erkrankungen. Es sei insoweit in der Regel von einer Koinzidenz und nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2017, IV/17/445, Seite 14

einer Kausalität zwischen dem Nachweis von Borrelien-spezifischen Anti-
körpern und unspezifischen klinischen Beschwerden auszugehen. Wenn 
die Gutachter die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Sym-
ptome – namentlich die periodisch auftretende Müdigkeit – nicht unbese-
hen der Neuroborreliose zugeschrieben haben, so vermag dies den 
Beweiswert des MEDAS-Gutachtens demnach nicht in Frage zu stellen, 
zumal das transparente Aufzeigen von Unsicherheiten und Unklarheiten 
den Beweiswert einer Expertise nicht schmälert, sondern gegenteils stärkt 
(Entscheid des BGer vom 21. Juni 2016, 9C_614/2015, E. 5.1). Wurden 
zudem – wie vorliegend – die geklagten Beschwerden von diversen Ärzten 
unterschiedlicher Fachrichtungen auf ihre Genese hin untersucht, erweist 
es sich in beweismässiger Hinsicht nicht als überzeugend, „bis zum Beweis 
des Gegenteils sämtliche psychisch-geistigen Einschränkungen als Folge 
der Neuroborreliose zu betrachten“, wie dies – entgegen der im Sozialver-
sicherungsrecht geltenden Beweislastverteilung – Dr. med. C.________ im 
Bericht vom 12. Oktober 2016 postuliert (act. II 56.21 S. 2). Dies umso we-
niger, als gemäss dem begutachtenden Neurologen differentialdiagnostisch 
auch eine medikamentöse Verursachung in Betracht gezogen werden 
muss (act. II 60.1 S. 20). Sodann vermag auch der Umstand, wonach die 
MEDAS-Gutachter – in Übereinstimmung mit den Neurologen des Spitals 
D.________ (vgl. act. II 56.49 S. 4) – die Langzeitantibiose als kontraindi-
ziert erachteten, die Zuverlässigkeit der Expertise nicht in Frage zu stellen: 
Zum einen wird in den bereits genannten AWMF-Leitlinien eine Langzeit- 
oder Dauerbehandlung mit Antibiotika nicht empfohlen. Zum andern be-
steht für die von Dr. med. C.________ applizierten Medikamente Plaquenil 
und Minac betreffend die Borreliose keine Indikation (vgl. 
www.swissmedic.ch, Arzneimittelinformationen zu Minac und Plaquenil 
unter: Fachinformationen, Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten), 
weshalb auch insoweit nicht gesagt werden kann, die Gutachter verträten 
eine fachlich unhaltbare Auffassung, welche ihre Schlussfolgerungen als 
nicht nachvollziehbar und damit beweismässig nicht verwertbar erscheinen 
liessen. Mit Bezug auf Plaquenil ist darüber hinaus zu beachten, dass 
gemäss Arzneimittelinformation die Behandlung abgebrochen werden 
sollte, wenn nach sechs Monaten keine Besserung eingetreten ist. Vor 
diesem Hintergrund bleibt anzumerken, dass sich unter der von Dr. med. 
C.________ durchgeführten Langzeitantibiose gemäss ihren Angaben wohl 

http://www.swissmedic.ch

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die Gangsicherheit und die Schwerhörigkeit, nach Lage der Akten nicht 
jedoch die (die Arbeitsfähigkeit einzig beeinflussende und auch subjektiv im 
Vordergrund stehende) Hypersomnie verbesserten (vgl. act. II 56.25 S. 1). 
Soweit die behandelnde Ärztin sodann „sämtliche Einschränkungen“ mit 
infektiösen Veränderungen des Gehirns begründet (act. II 73 S. 30), findet 
diese Behauptung aus neurologischer Sicht sowohl im MEDAS-Gutachten 
als auch in den übrigen Akten keine Stütze, während der begutachtende 
Psychiater einen Zusammenhang gar ausschloss (act. II 60.1 S. 12) und 
auch Dr. med. F.________ einen solchen nicht mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit herstellte. Anders als von Dr. med. 
C.________ ferner behauptet (act. II 73 S. 17), wurde die Schilddrüsen-
funktion untersucht und als im Normbereich liegend taxiert (act. II 60.1 S. 
8). 

3.5.2 Im Weiteren verkennen Beschwerdeführerin und Dr. med. 
C.________, dass die genaue diagnostische Einordnung eines (psychi-
schen oder somatischen) Leidens für die Beurteilung der Invalidität im inva-
lidenversicherungsrechtlichen Kontext nicht von vorrangiger Bedeutung ist; 
massgeblich ist vielmehr, ob und wenn ja inwieweit (hinreichend objekti-
vierbare) Befunde (plausibilisierbare [vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297]) 
Auswirkungen auf das funktionelle Leistungsvermögen und damit die Ar-
beits- bzw. Erwerbsfähigkeit zeitigen (vgl. E. 2.1.2 vorne). Die MEDAS-
Gutachter haben die objektive Befundlage in ihren Fachbereichen jeweils 
detailliert wiedergegeben und diese im anamnestischen sowie diagnosti-
schen Kontext erörtert. Schliesslich haben sie – im Rahmen der polydiszi-
plinären Gesamtbeurteilung – die (medizinisch-theoretische) 
Arbeitsfähigkeit im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung allein an-
hand der objektivierbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und nicht 
(allein) aufgrund subjektiver Angaben beurteilt. Dabei erscheint ein Aspekt 
wesentlich: Nach Auffassung der behandelnden Ärztin wirkt sich insbeson-
dere die im Rahmen einer Restsymptomatik weiterhin geltend gemachte 
Apathie und eine damit einhergehende (periodische) Hypersomnie auf die 
Arbeitsfähigkeit aus. Die Beschwerdeführerin gibt hierzu an, während guten 
Phasen normal arbeitsfähig zu sein, während dem sie „in schlechten Zei-
ten“ nicht arbeiten könne (act. II 60.1 S. 8). Gegenüber dem psychiatri-
schen Experten der MEDAS erklärte die Beschwerdeführerin, sie habe sich 

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„gestern Abend“ (vor der Begutachtung) sehr müde gefühlt und arbeite zur-
zeit nicht. Sie habe sich daher „nicht in der Lage gefühlt, zur heutigen Un-
tersuchung nach ... zu reisen“, worauf sie das Taxi genommen habe (S. 9). 
Demnach erfolgte die psychiatrische Begutachtung offensichtlich in einer 
Phase, während der sich die Beschwerdeführerin erschöpft fühlte. Gleich-
wohl hielt der Gutachter fest, es hätten sich während der ganzen Untersu-
chung nie Zeichen von Konzentrationsschwäche gezeigt (S. 11) und 
obwohl die Beschwerdeführerin am Morgen des Untersuchungstages an-
gegeben habe, sie könne ihr Bett nicht verlassen, sei müde und erschöpft, 
habe sie sich anlässlich der Begutachtung in völlig unauffälligem Zustand 
präsentiert, wobei die von ihr geklagte schwere Müdigkeit überhaupt nicht 
habe festgestellt werden können (S. 12). Auch im Rahmen der neuropsy-
chologischen Untersuchung zeigte sich einzig eine leichte kognitive 
Störung (S. 23). Unter diesen Umständen zielt die Kritik von Dr. med. 
C.________, das allgemeininternistische Gutachten lasse die Hauptsym-
ptome wie Bettlägerigkeit, Erschöpfung und Apathie „ganz einfach weg“ 
(act. II 73 S. 20), ins Leere. Vielmehr ist mit Blick auf die – auch in Phasen 
der Erschöpfung präsentierte, allein bescheidene – Befundlage die von den 
MEDAS-Gutachtern mit Bezug auf die angestammte Tätigkeit attestierte 
volle Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und schlüssig. Unter diesem Blick-
winkel kann auch offen bleiben, ob noch eine aktive Infektion vorliegt –  
was vom begutachtenden Infektiologen verneint (act. II 60.1 S. 26), von Dr. 
med. C.________ dagegen (wenngleich einzig unter Verweis auf klinische 
Befunde) bejaht wird (act. II 73 S. 19) –, manifestierte sie sich doch kaum 
auf der Befundebene. Dass die Gutachter sodann auf fremdanamnestische 
Angaben – insbesondere des Arbeitgebers – verzichteten, ist nicht zu be-
anstanden: Zum einen besteht für Gutachter keine Pflicht, fremdanamnes-
tische Angaben einzuholen (vgl. Entscheid des BGer vom 19. September 
2013, 9C_351/2013, E. 3.2). Zum andern beurteilt sich die Arbeitsfähigkeit 
nicht anhand des gegenüber dem Arbeitgeber gezeigten oder von diesem 
beobachteten bzw. rapportierten, sondern aufgrund des objektiv zumutba-
ren Leistungsvermögens (vgl. E. 2.1.2 vorne), für dessen Beurteilung die 
medizinischen Feststellungen Anknüpfungspunkt bilden (vgl. E. 2.2 vorne). 
Zur Befragung des Arbeitgebers bestand zudem umso weniger Anlass, als 
sich die begutachtenden Fachärzte gestützt auf ihre eigenen Untersuchun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2017, IV/17/445, Seite 17

gen ohne weiteres im Stande sahen, eine zuverlässige Einschätzung des 
leistungsmässig Machbaren vorzunehmen. 

3.5.3 Demnach wecken weder die Berichte von Dr. med. C.________ 
noch jene der übrigen behandelnden Ärzte Zweifel am Beweiswert des 
MEDAS-Gutachtens vom 18. Januar 2017 (act. II 60.1 S. 2 ff.), womit sich 
der medizinische Sachverhalt als hinreichend abgeklärt erweist und es der 
von der Beschwerdeführerin eventualiter beantragten Rückweisung an die 
Beschwerdegegnerin zwecks Vornahme weiterer Abklärungen nicht bedarf. 

3.6 Zur Arbeitsfähigkeit wurde im MEDAS-Gutachten aus gesamtme-
dizinischer Sicht festgehalten, während der akuten Phase der Neuroborre-
liose bis zum Behandlungsende sei von einer erheblichen Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ab anfangs 2015 bestehe für die ange-
stammte kaufmännische Tätigkeit sowie für andere ähnlich gelagerte, kör-
perlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit (act. II 60.1 S. 31 f.). 

Nachdem die Anmeldung zum Leistungsbezug in Form von beruflichen 
Massnahmen und einer Invalidenrente erst im Oktober 2015 (act. II 20 S. 6) 
erfolgt war (die erste Anmeldung vom Februar 2014 betraf einzig den An-
trag auf Hilfsmittel bzw. ein Hörgerät [act. II 1]), resultiert aus der für die 
Zeit bis Ende 2014 attestierten Arbeitsunfähigkeit kein Leistungsanspruch. 
Die in der Folge seitens der Gutachter bescheinigte volle Arbeitsfähigkeit 
wird durch die übrigen Akten nicht in Frage gestellt: Dr. med. F.________ 
bescheinigte im Bericht vom 23. Februar 2016 (act. II 34 S. 2 ff.) keine Ar-
beitsunfähigkeit bzw. hielt insoweit lediglich fest, die genauen Angaben 
über die erbrachte Leistung seien beim Arbeitgeber einzuholen (S. 5). Dr. 
med. C.________, welche die Beschwerdeführerin seit November 2015 
behandelt (act. II 31 S. 1), attestierte zwar fortwährend eine 80%ige Ar-
beitsunfähigkeit. Diese basiert indessen nicht in erster Linie auf allfälligen 
von ihr erhobenen (psychiatrischen) Befunden, sondern massgebend auf 
den Angaben des Arbeitgebers der Beschwerdeführerin (vgl. act. II 56.21 
S. 5), was in beweismässiger Hinsicht nicht ausreicht (vgl. E. 3.5.2 vorne). 

3.7 Demnach ist sowohl in medizinischer wie auch in rechtlicher Hin-
sicht von einer seit anfangs 2015 bestehenden Arbeitsfähigkeit von 100% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2017, IV/17/445, Seite 18

in der angestammten Tätigkeit auszugehen, womit im vorliegend massge-
benden Beurteilungszeitraum bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfü-
gung vom 28. März 2017 eine Invalidität im Rechtssinne nicht erstellt ist. 

An diesem Ergebnis ändert schliesslich auch nichts, dass die Suva „für die 
Folgen des Zeckenstiches“ Taggeldleistungen erbringt (vgl. act. II 56.3 
S. 3), entfalten doch Entscheide des Unfallversicherers gegenüber der In-
validenversicherung keine Bindungswirkung (BGE 133 V 549 E. 6.4 
S. 555).

3.8 Zusammenfassend erging die angefochtene Verfügung zu Recht 
und die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2017, IV/17/445, Seite 19

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.