# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a55e375-c9b1-57d2-ae6d-97ef79297c7c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.01.2024 UV 2021/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-76_2024-01-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.02.2024

Entscheiddatum: 25.01.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2024
Art. 6 Abs. 1 UVG. Ungewöhnlichkeit des äusseren plötzlichen Faktors 
verneint. Kein Unfall gemäss Art. 4 ATSG. Bezüglich Schalldruckpegel und 
Einwirkungszeit kein hinreichend erstellter Sachverhalt. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 25. Januar 2024, UV 2021/76).

Entscheid vom 25. Januar 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; a.o. Gerichtsschreiberin Lea 

Schneider

Geschäftsnr.

UV 2021/76

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1, Postfach 

1126, 9001 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion Bern, 

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Marco Büchel, Graf Niedermann Büchel Rechtsanwälte, 

St. Leonhardstrasse 20, 9001 St. Gallen,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit August 2003 bei der evangelisch-

reformierten Kirchgemeinde B.___ respektive der C.___ als Kirchenmusikerin und 

Musiklehrerin angestellt und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Berufs- 

und Nichtberufsunfällen versichert. Am 21. Mai 2019 meldete die Arbeitgeberin der 

Mobiliar einen Unfall vom 19. April 2019. Die Versicherte habe beim Proben in einer 

Kirche in D.___ einen Gehörschaden erlitten, als eine Lautsprecheranlage getestet 

worden sei. Als verletzter Körperteil wurden beide Ohren (Gehör) und als Art der 

Schädigung ein Tinnitus aufgeführt (UV-act. UM 1).

A.a. 

Die Versicherte hatte sich – auf Zuweisung von Dr. med. E.___, Facharzt für 

Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, – am 30. April 2019 in der 

Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) bei Dr. med. F.___, 

Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, vorgestellt. Im Bericht vom 9. Mai 

2019 zu dieser Untersuchung hatte Dr. F.___ als Diagnose einen beidseitigen Tinnitus, 

links mehr als rechts nach einem akustischen Trauma vom 19. April 2019 festgehalten. 

Zur Anamnese führte er unter anderem aus, die Versicherte habe angegeben, 

Organistin zu sein und bei einer Probe für einen Gottesdienst am 19. April 2019 ein 

A.b. 

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akustisches Trauma erlitten zu haben. Dabei sei offenbar unerwartet die Mikrofon-

Anlage der Kirche getestet worden. Die Versicherte sei dabei mehrfach einem sehr 

lauten Pfeifen der Anlage ausgesetzt gewesen. Insbesondere die linke Seite habe näher 

bei dem Lautsprecher gestanden. Sie berichte nun über einen Tinnitus beidseits, der 

sofort nach dem Schallereignis eingesetzt habe. Dieser sei links stärker ausgeprägt als 

rechts. Sie habe keine vorbestehenden Ohrprobleme oder Symptome gehabt und auch 

sonst keine weiteren Beschwerden. Früher habe die Versicherte auch Episoden mit 

Tinnitus gehabt. Diese Episoden seien aber als Nebenwirkungen von Medikamenten 

interpretiert worden und nach deren Absetzung regredient gewesen. Zu der von ihm 

durchgeführten Ohrmikroskopie hatte Dr. F.___ ausgeführt, die Gehörgänge seien 

beidseitig reizlos und frei, die Trommelfelle intakt, differenziert und reizlos. Überdies 

war am KSSG ein Ton-Audiogramm durchgeführt worden (vgl. zu diesem UV-act. M 2), 

aufgrund dessen Ergebnissen Dr. F.___ zu dem Schluss gekommen war, dass eine 

gravierende Hörstörung ausgeschlossen werden könne (UV-act. M 3 f.).

Einem Eintrag vom 17. Mai 2019 zufolge, welcher vermutlich aus der 

Patientenakte der Versicherten beim KSSG bzw. von Dr. F.___ stammt, hatte sich der 

Versicherte an diesem Tag zur planmässigen Nachkontrolle vorgestellt. Dabei hatte sie 

unter anderem berichtet, es bestehe ein konstanter Tinnitus beidseitig, wobei dieser 

insbesondere bei hohen Lautstärken einen schmerzenden Charakter annehme. Es 

bestehe zudem ein eingeschränktes Richtungshören und Hören im Störlärm (UV-

act. M 1). Einem weiteren Eintrag vom 25. Juni 2019 zufolge, welcher wiederum 

vermutlich aus der Patientenakte der Versicherten beim KSSG bzw. von Dr. F.___ 

stammt, hatte die Versicherte an diesem Tag berichtet, das Brummen sei besser 

geworden. Ein hochfrequentes Pfeifen bestehe noch immer beidseitig. Zudem habe sie 

immer noch ein Wattegefühl im rechten Ohr im Sinne einer Hörminderung, 

insbesondere in lauter Umgebung/Störlärm. Die Ohrmikroskopie sei beidseits blande 

gewesen (UV-act. M 7).

A.c. 

Im Schreiben vom 3. Juni 2020 zuhanden von Dr. G.___, Facharzt für Allgemeine 

Innere Medizin,  berichtete Dr. med. H.___, Fachärztin für Ohren-, Nasen- und 

Halskrankheiten, ORL (Oto-Rhino-Laryngologie) Praxis I.___, über die Konsultation der 

Versicherten vom 2. Juni 2020. Sie diagnostizierte einen chronischen Tinnitus 

beidseitig nach der Lärmexplosion am 19. April 2019. Es bestünden ein regredientes 

A.d. 

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Vertäubungsgefühl, eine regrediente Verminderung des Richtungshörens, 

persistierende Schmerzen bei schrillen Geräuschen und ein persistierendes 

schlechteres Verständnis bei Umgebungsgeräuschen. In der Reintonaudiometrie sehe 

man nur eine leicht beginnende Hochtonschwerhörigkeit mit noch recht gutem Gehör. 

Der Tinnitus werde bei 8000 Hz angegeben und liege 5 dB über der Hörschwelle (UV-

act. M 6).

Im Arztzeugnis UVG vom 13. August 2020 führte Dr. H.___ gegenüber der Mobiliar 

aus, die Ohrmikroskopie sei beidseitig unauffällig gewesen. Die Reintonaudiometrie 

zeige eine leichte, hochbetonte Schwerhörigkeit. Der Tinnitus werde bei > 8 kHz 

angegeben. Dr. H.___ diagnostizierte einen posttraumatisch bedingten Tinnitus auris 

beidseitig seit dem 19. April 2019, bei anamnestisch bestehendem Verlust des 

absoluten Gehörs seit dem Unfall vom 19. April 2019. Die aktuellen Beschwerden seien 

auf den Unfall zurückzuführen. Die Versicherte habe vorher nicht unter ähnlichen 

Beschwerden gelitten. Zum Behandlungsabschluss könne sie noch nichts sagen. Der 

Tinnitus sei chronischer Art und werde wohl immer wieder aufflackern und Probleme 

machen (UV-act. M 8 und M 8.1).

A.e. 

Auf Zuweisung von Dr. H.___ (UV-act. M 9) stellte sich die Versicherte am 

3. November 2020 in der Sprechstunde von Dr. med. J.___, Fachärztin für Hals-, 

Nasen- und Ohrenkrankheiten, HNO Praxis K.___, vor. Im am gleichen Tag von 

Dr. J.___ verfassten Bericht führte diese folgende Befunde auf: "ORL-Status: 

Gehörgang und Trommelfell beiderseits reizlos; Nasen-Rachen frei; Oropharynx 

endoskopisch unauffällig; übriger HNO-Befund ohne Befund; Impedanzaudiometrie: 

atmosphärische Mittelohrdrucke, Stapediusreflexe auslösbar; bei 70 dB; 

Tonaudiometrie: lärmtraumatische Hochtonperzeptionsstörung beiderseits von 

20-50 dB, Tinnitus bei 16 kHz, nicht versteckbar, Unbehaglichkeitsschwelle: 70 dB; 

Tinnitus-Fragebogen nach Goebel-Hiller: psychische Belastung: 7/40; Gesamtscore: 

32/84; es ergibt sich daraus eine mittelschwere Belastung durch den Tinnitus." 

Dr. J.___ diagnostizierte unter anderem einen chronisch-kompensierten Tinnitus 

beiderseits Grad 2 mit Hyperakusis mit gering- bis mittelgradiger lärmtraumatischer 

Hochtonperzeptionsstörung beiderseits nach dem Lärmtrauma vom 19. April 2019 (UV-

act. M 12 und UV-act. M 12.1).

A.f. 

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Die Arbeitgeberin meldete am 17. November 2020 einen erneuten Unfall der 

Versicherten vom 15. November 2020. Ein plötzliches schrilles, lautes Pfeifen habe zu 

einem Tinnitus geführt. Als Unfallort wurde die Kirche L.___ angegeben (UV-act. UM 2).

A.g. 

Mit Schreiben vom 7. Dezember 2020 ersuchte Dr. G.___ die Mobiliar um 

Kostengutsprache für eine Akupunkturbehandlung der Versicherten (UV-act. M 14). Mit 

E-Mail vom 17. Februar 2021 erteilte die Mobiliar die Kostengutsprache für sechs 

solche Behandlungen (UV-act. K 29).

A.h. 

Am 15. März 2021 ersuchte Dr. H.___ die Mobiliar um Kostengutsprache für einen 

Noiser. Zur Begründung hielt sie fest, bei der Versicherten seien innerhalb kurzer Zeit 

zwei akustische Lärmtraumata aufgetreten. Daraus hätten verschiedene Ohrprobleme – 

unter anderem auch ein Tinnitus – resultiert. Da die Versicherte berufsbedingt das 

Gehör brauche und lernen müsse, mit dem Tinnitus umzugehen, würde sie von 

ärztlicher Seite einen Noiser empfehlen, damit die Versicherte in bestimmten Phasen – 

in denen viele Nebengeräusche auf sie einströmen würden – vom Tinnitus abgelenkt 

werden könne. Das Ziel sei, dass die Versicherte ihrem Beruf als Musiklehrerin 

weiterhin voll nachgehen könne (UV-act. M 17).

A.i. 

Am 9. April 2021 nahm der beratende Arzt der Mobiliar, Dr. med. M.___, Facharzt 

für Orthopädie und Unfallchirurgie, zum Fall der Versicherten Stellung. Er führte aus, es 

würden bei der Versicherten Vorzustände bestehen, namentlich ein chronisch-

kompensierter Tinnitus beiderseits Grad 2 mit Hyperakusis mit gering- bis 

mittelgradiger Hochtonperzeptionsstörung. Beim Tinnitus handle es sich um eine sehr 

häufige Erscheinung, die in aller Regel nicht durch sogenannte Lärmtraumata 

verursacht würden. Bei der Versicherten würden offensichtlich mehrere Probleme des 

Hörvermögens sowie als erheblich zu bezeichnende Begleiterkrankungen bestehen. Es 

sei nicht klar, ob schon vor den angegebenen Ereignissen Behandlungen des 

Hörvermögens erfolgt seien und wann die erstmalige ärztliche Untersuchung nach den 

Ereignissen erfolgt sei. Die gesundheitlichen Störungen seien nicht überwiegend 

wahrscheinlich auf das eingangs erwähnte Ereignis zurückzuführen. Dr. M.___ sprach 

die Empfehlung aus, die Unfallkausalität noch durch einen Facharzt für ORL beurteilen 

zu lassen (UV-act. M 18).

A.j. 

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Am 13. April 2021 teilte die Mobiliar der Versicherten mit, dass im vorliegenden 

Fall das Kriterium des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht gegeben sei, womit der 

Unfallbegriff nicht erfüllt sei. Aufgrund der medizinischen Feststellungen handle es sich 

nicht um eine Trommelfellverletzung, weshalb die Mobiliar keine weiteren Leistungen 

erbringen werde. Die bisher erbrachten Leistungen würden nicht zurückgefordert (UV-

act. K 5).

A.k. 

Am 2. Mai 2021 teilte Dr. E.___ der Mobiliar – bezugnehmend auf das Schreiben 

vom 13. April 2021 – mit, dass, entgegen ihrer Ansicht, der Gesetzgeber und die 

zugehörige Literatur den akustischen Unfall vom akuten Lärmtrauma mit ein- und/oder 

doppelseitiger akuter Hörbeeinträchtigung mit gegebenenfalls späterer Progredienz der 

Innenohrschädigung unterscheiden würden. Eine Trommelfellverletzung werde hierbei 

nicht vorausgesetzt. Die Entwicklung der Hörbeeinträchtigung stehe mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit der benannten Lärmexposition, 

die somit dafür ursächlich sei. Die übrigen Unfallkriterien seien ebenfalls als erfüllt 

anzusehen. Insofern ersuche er um weitere Übernahme der Kosten für Diagnostik und 

Behandlung (UV-act. K 6).

A.l. 

Mit Schreiben vom 3. Mai 2021 teilte die Versicherte der Mobiliar sinngemäss mit, 

dass sie mit der geplanten Leistungseinstellung nicht einverstanden sei, da es sich aus 

ihrer Sicht durchaus um einen "ungewöhnlichen äusseren Faktor" handle (UV-act. K 7).

A.m. 

Am 7. Mai 2021 bestätigte Dr. G.___ gegenüber der Versicherten schriftlich, dass 

sie am 10. April 2019 (korrekt: 19. April 2019) ein akustisches Hörtrauma erlitten habe 

mit konsekutivem Tinnitus mehr links als rechts. Durch das zweite Trauma vom 

15. November 2020 sei es zu einer erneuten Aggravierung des Tinnitus gekommen 

(UV-act. M 19).

A.n. 

Mit Verfügung vom 17. Mai 2021 stellte die Mobiliar die Versicherungsleistungen 

für die beiden Unfallereignisse vom 19. April 2019 und 15. November 2020 ein, da kein 

Unfall im Rechtssinne vorliege. Auf die Rückforderung der bereits erbrachten 

Leistungen verzichte sie. Die der Versicherten bereits zugesicherten 

Akupunkturbehandlungen werde sie noch vergüten (UV-act. K 17).

A.o. 

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B.  

Am 16. Juni 2021 erhob die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG 

(nachfolgend: Protekta Rechtsschutz) im Auftrag der Versicherten vorsorglich 

Einsprache gegen die Verfügung vom 17. Mai 2021. Sie beantragte, die Verfügung sei 

aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zur Begründung 

hielt sie fest, kurz dauernde akute Schallereignisse würden in der Rechtsprechung als 

sogenannte Knall- bzw. Gehörtraumata unter bestimmen Voraussetzungen als Unfälle 

anerkannt. Der Unfallbegriff sei ihres Erachtens vorliegend erfüllt. Ausserdem habe die 

Mobiliar im Jahr 2019 aufgrund des damaligen Ereignisses, welches mit demjenigen 

vom 15. November 2020 absolut vergleichbar sei, ebenfalls Leistungen erbracht. Sie 

ersuchte um eine Fristerstreckung zur Einreichung einer ergänzenden 

Einsprachebegründung (UV-act. K 19).

B.a. 

Am 21. Juli 2021 nahm Dr. J.___ gegenüber der Protekta Rechtsschutz zum Fall 

der Versicherten Stellung. Aufgrund des Berichts von Dr. F.___ vom 9. Mai 2019 zur 

Untersuchung vom 30. April 2019 und aufgrund fehlender Reintonaudiogramme vor 

den strittigen Ereignissen müsse davon ausgegangen werden, dass die Versicherte vor 

dem Unfall völlig normal gehört und weder einen Tinnitus noch eine Hyperakusis 

gehabt habe. Es handle sich beim ersten Ereignis vom 19. April 2019 um einen 

ungewöhnlichen äusseren Faktor, da ein Rückkoppelungspfeifen aus einem 

Lautsprecher gewöhnlich nicht zu einer Musikprobe gehöre. Bezüglich des zweiten 

Vorfalls gelte das gleiche. Es liege ein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor, der nicht 

vorhersehbar gewesen sei. Weiter hielt Dr. J.___ fest, vor dem strittigen Unfallereignis 

hätten keine Probleme mit den Ohren bestanden. Es sei korrekt, dass der Tinnitus auch 

andere Ursachen als ein Lärmtrauma haben könne. Ein akustisches Lärmtrauma führe 

neben der Innenohrstörung aber zum grössten Teil immer zu einem Tinnitus, auch, 

wenn dieser nur vorübergehend auftrete. Insofern sei auch die Angabe, dass die 

gesundheitlichen Störungen nicht auf das strittige Unfallereignis zurückzuführen seien, 

falsch. Es handle sich in jedem Fall um einen Rückfall, da Tinnitus, Hyperakusis und 

Hochtonschwerhörigkeit auf das strittige Unfallereignis zurückzuführen und zusätzlich 

durch das zweite Ereignis verstärkt worden seien (UV-act. M 23).

B.b. 

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Mit Schreiben vom 11. August 2021 informierte die Mobiliar die Protekta 

Rechtsschutz auf deren Nachfrage hin insbesondere darüber, dass letzten Endes von 

der von Dr. M.___ empfohlenen ergänzenden Beurteilung durch einen HNO-

Spezialisten in antizipierter Beweiswürdigung abgesehen worden sei, da bereits 

eingehende Untersuchungen mehrerer HNO-Spezialisten erfolgt seien, anhand derer 

sich keine organische Schädigung habe nachweisen lassen. Zudem hätten bereits 

zahlreiche Beschwerden vorbestanden und es sei bereits früher zu vorübergehenden 

Episoden mit Tinnitus gekommen. Zudem informierte die Mobiliar die Protekta 

Rechtsschutz darüber, dass sich die Verfügung dazu zwar nicht explizit geäussert 

habe, vorliegend aber faktisch eine Einstellung "ex nunc pro futuro, ohne 

Rückforderung zu Unrecht erbrachter Heilkosten" erfolgt sei. Zudem wäre im 

vorliegenden Fall – unabhängig von der Frage nach einem Unfallereignis sowie der 

natürlichen Kausalität der Gesundheitsschäden – auch die adäquate Kausalität zu 

verneinen (UV-act. K 47).

B.c. 

Am 20. August 2021 verfasste Dr. H.___ ein ärztliches Zeugnis zuhanden der 

Mobiliar, in welchem sie festhielt, es habe sich nach dem ersten Lärmtrauma vom 

19. April 2019 ein Tinnitus entwickelt, welcher vorher nicht schon vorhanden gewesen 

sei. Es könne folglich mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass 

der Tinnitus vom Lärmtrauma verursacht worden sei. Es sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine Kausalität zwischen dem nun 

vorhandenen Tinnitus und den beiden Lärmtraumata bestehe. Ausserdem sei zu 

betonen, dass die Versicherte ihr absolutes Gehör verloren habe, was für sie als 

Musikerin schlimm sei (UV-act. M 24).

B.d. 

Am 1. September 2021 berichtete Dr. med. N.___, Geschäftsleitung/Arzt und 

Naturheilpraktiker Akupunktur TCM, dass bei der Versicherten eine Akupunktur 

durchgeführt worden sei, da sich diese bei der Behandlung eines akuten Tinnitus als 

sehr erfolgreich erwiesen habe. Die Versicherte spreche gut auf die Therapie an. Um 

den Tinnitus erfolgsversprechend behandeln zu können, seien 12-15 

Akupunktursitzungen notwendig, wobei die Abstände der Behandlungen in der Praxis 

kontinuierlich vergrössert werden könnten (UV-act. M 25).

B.e. 

Am 9. September 2021 informierte die Protekta Rechtsschutz die Mobiliar, dass sie 

die Versicherte nicht mehr vertrete, die Einsprache aber bestehen bleibe (UV-act. K 48).

B.f. 

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Mit Schreiben vom 9. September 2021 zuhanden der Mobiliar legte die Versicherte 

unter anderem dar, sie habe bis zum ersten Vorfall im April 2019 ein perfekt 

funktionierendes Gehör gehabt. Sie habe nur vorübergehend – als Nebenwirkung von 

einzelnen Medikamenten – im Vergleich zum jetzigen Tinnitus leichte Ohrgeräusche 

(mal ein Pfeifen, mal ein Rauschen) gehabt. Die Entstehung der Hörprobleme habe 

definitiv nichts mit irgendwelchen psychischen Faktoren zu tun, sondern sei 

ausschliesslich das Resultat insbesondere des ersten und (weniger) des zweiten 

Lärmvorfalls während der Arbeit (UV-act. K 49). Zusammen mit ihrer Eingabe reichte 

die Versicherte unter anderem einen Arztbericht von Dr. med. O.___, Spezialarzt für 

Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde sowie Hals- und Gesichtschirurgie, vom 22. November 

2010 ein, aus welchem insbesondere hervorgeht, dass sie damals seit etwa eineinhalb 

Jahren an einem hochfrequenten Ohrenpfeifen auf beiden Seiten gelitten habe. 

Dr. O.___ hielt jedoch fest, das Hörorgan der Versicherten sei in einem 

ausgezeichneten Zustand. Er habe ihr die Ohrphysiologie und den 

Entstehungsmechanismus eines solchen Ohrensausens ausführlich erläutert. Zudem 

habe er ihr versichert, dass keine beunruhigende Erkrankung dahinterstecke und dass 

nicht zu fürchten sei, dass das Sausen lauter und unangenehmer werde. Er habe sie 

auch aufgefordert, mit medikamentösen Massnahmen aufzuhören, da solche 

Massnahmen die natürliche Kompensation eher behindern würden. Die Versicherte 

müsse den Schritt machen und das Ohrenpfeifen im Moment für sich annehmen und 

akzeptieren lernen (UV-act. M 22).

B.g. 

Mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2021 wies die Mobiliar die Einsprache 

der Versicherten gegen die Verfügung vom 17. Mai 2021 ab. Vorliegend seien keine 

natürlich kausalen Beschwerden gegeben und selbst wenn die natürliche Kausalität zu 

bejahen wäre, so wäre die adäquate Kausalität zu verneinen. Was die Ereignisse 

anbelange, sei zwar zutreffend, dass es nicht erstellt sei, ob bei der Rückkoppelung die 

nötige Lärmschwelle erreicht worden sei. Abgesehen davon, dass es mehrmals zum 

selben Problem gekommen sei, so dass die Versicherte spätestens nach dem 

erstmaligen Auftreten auf weitere Vorfälle hätte gefasst sein müssen, sei allerdings 

unbekannt, um was für eine Anlage es sich handle und insbesondere, über wie viele 

Watt diese verfüge. Damit sei ein als Unfall zu erachtendes akustisches Trauma im 

Prinzip nicht erwiesen gewesen. Es stehe – wenn auch teilweise aus anderen bzw. 

B.h. 

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C.  

weiteren Gründen als in der Verfügung genannt – fest, dass die Mobiliar zu Recht einen 

weiteren Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung abgewiesen 

habe (UV-act. K 52).

In der Beschwerde vom 3. November 2021 (Postaufgabe: 4. November 2021) 

beantragte die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch 

Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, St. Gallen, der Einspracheentscheid vom 

1. Oktober 2021 der Mobiliar (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei aufzuheben und 

es seien ihr die versicherten Leistungen, namentlich Heilungskosten, zu erbringen; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer. Aufgrund der kurzfristig 

erfolgten Mandatierung ersuchte Rechtsanwältin Ley um die Gewährung einer 

angemessenen Nachfrist, um die Beschwerdebegründung nach erfolgter Akteneinsicht 

nötigenfalls noch ergänzen zu können (act. G 1).

C.a. 

Innert der erstreckten Frist zur Nachreichung einer Beschwerdeergänzung wurde 

die Sistierung des Verfahrens zwecks aussergerichtlicher Vergleichsverhandlungen 

beantragt (act. G 6). Nachdem auch die Beschwerdegegnerin der Sistierung 

zugestimmt hatte (act. G 8), wurde das Verfahren am 10. Februar 2022 sistiert 

(act. G 9). Nachdem bis zum Ablauf der letztmaligen Verlängerung der Sistierung keine 

Einigung eingereicht worden war, wurde das Verfahren am 12. Dezember 2022 

wiederaufgenommen und der Beschwerdeführerin nochmals eine Frist zur Ergänzung 

der Beschwerde angesetzt (act. G 15). Am 17. Januar 2023 verzichtete diese auf die 

Ergänzung der Beschwerde (act. G 16).

C.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Büchel, LL.M., St. Gallen, die Beschwerde 

sei abzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 20). Zusammen mit der 

Beschwerdeantwort reichte Rechtsanwalt Büchel aufforderungsgemäss die 

vorinstanzlichen Akten der Beschwerdegegnerin ein (act. G 20.1 [K 1 bis K 54] und 

act. G 20.2 [UM 1 und UM 2 sowie M 1 bis M 32]). Aus diesen ergibt sich, dass bei der 

Beschwerdegegnerin in der Zwischenzeit ein weiterer Bericht von Dr. J.___ vom 

8. Dezember 2021 zu einer Tonaudiometrie vom 7. Dezember 2021 eingegangen war. 

Darin hatte Dr. J.___ zuhanden von Dr. H.___ ausgeführt, es bestehe eine 

C.c. 

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Erwägungen

1.  

lärmtraumatische Hochtonperzeptionsstörung beiderseits von 20-50 dB und ein 

Tinnitus bei 16 kHz, der nicht verdeckbar sei. Die Unbehaglichkeitsschwelle liege bei 

70 dB. Es finde sich zudem neben der bekannten Hochtonperzeptionsstörung eine 

leichte Schallleitung durch nach wie vor bestehende Nackenverspannungen (UV-

act. M 21).

In der Replik vom 14. September 2023 wiederholte Rechtsanwältin Ley die in der 

Beschwerdeschrift vom 3. November 2021 gestellten Rechtsbegehren und erklärte, 

dass an den Ausführungen und den Schlussfolgerungen in der Beschwerdeschrift 

vollumfänglich festgehalten werde (act. G 28).

C.d. 

Mit Duplik vom 6. Dezember hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Rechtsbegehren in der Beschwerdeantwort vom 22. März 2023 fest (act. G 34).

C.e. 

Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands ist zu beachten, dass im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich lediglich 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die zuständige 

Verwaltungsbehörde oder Versicherung vorgängig verbindlich – in Form einer 

Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit 

bestimmen die Entscheide der Beschwerdegegnerin den beschwerdeweise 

weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und 

insoweit kein Entscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E. 2.1 mit Hinweis). 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid 

vom 1. Oktober 2021 (UV-act. K 52). Diesem liegt die Verfügung vom 17. Mai 2021 

zugrunde (UV-act. K 17).

1.1. 

Hinsichtlich der Verfügung vom 17. Mai 2021 (UV-act. K 17) ist vorab der 

Vollständigkeit halber festzuhalten, dass in deren Rubrum zwar lediglich das Ereignis 

vom 15. November 2020, im Betreff des Einspracheentscheids jedoch auch das 

Ereignis vom 19. April 2019 aufgeführt wird. Aus den Begründungen der Verfügung und 

des Einspracheentscheids ergibt sich sodann, dass die Beschwerdegegnerin 

hinsichtlich beider Ereignisse von der fehlenden Erfüllung des Unfallbegriffs ausgeht. 

Dies ergibt sich im Übrigen auch aus dem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 

1.2. 

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11. August 2021 (UV-act. K 47), in welchem sie der Beschwerdeführerin bzw. der 

Protekta Rechtsschutz nochmals das rechtliche Gehör gewährt hatte: In diesem 

Schreiben wurden im Rubrum beide Ereignisse aufgeführt und auch inhaltlich 

klarerweise auf beide Ereignisse Bezug genommen. Ein anderweitiges Verständnis 

wurde seitens der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht, vielmehr bezieht sich 

auch ihre Argumentation in der Beschwerde darauf, dass ihr ein Leistungsanspruch für 

beide Ereignisse zukomme (vgl. act. G 1). Demnach umfasst der vorliegende 

Anfechtungs- sowie auch Streitgegenstand die Leistungseinstellung hinsichtlich beider 

Ereignisse.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über die bereits 

erbrachten Taggelder und Heilbehandlungsleistungen hinaus sowie neben den 

Akkupunkturbehandlungen (vgl. Bst. A.h und A.o) einen Anspruch auf 

Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 19. April 2019 und/

oder 15. November 2020 hat. In diesem Zusammenhang ist als erstes zu prüfen, ob es 

sich bei den beiden Ereignissen um Unfälle gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) handelt, was die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid verneint hat. Sollte diese 

Frage verneint werden, entfällt nämlich eine Prüfung der – zwischen den Parteien 

ebenfalls umstrittenen – natürlichen sowie adäquaten Unfallkausalität des bestehenden 

Tinnitus (zur Voraussetzung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 

vgl. André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

1.3. 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), insbesondere lit. h, zwischen den Parteien zu 

Recht nicht diskutiert wird. Zeitnah nach dem ersten Ereignis hatte sich nämlich 

anlässlich der Untersuchung vom 30. April 2019 durch Dr. F.___ das Trommelfell intakt 

dargestellt (UV-act. M 3.1; vgl. auch UV-act. M 12) und es liegen keine Berichte zu 

zeitnah nach dem zweiten Ereignis stattgefundenen Untersuchungen vor, welche einen 

Hinweis auf eine Trommelfellverletzung liefern würden. Insbesondere machte auch 

Dr. E.___ in seiner E-Mail vom 2. Mai 2021 keine solche geltend (UV-act. K 6). Eine 

1.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/20

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2.  

Schädigung des Trommelfells ist mithin nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt und 

eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG steht 

ausser Frage.

Überdies ist darauf hinzuweisen, dass die Mobiliar offenbar auch die zuständige 

Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin ist (vgl. UV-act. M 26). Allfällige 

Leistungen aus diesem Versicherungsverhältnis bilden jedoch nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens.

1.5. 

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.1. 

Die leistungsansprechende Person muss – im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht – 

die einzelnen Umstände, die zu einem Unfall geführt haben, nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie 

unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen 

eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, ist der 

Unfallversicherer nicht leistungspflichtig. Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt 

es nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein 

Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen 

wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten/Informationen namhaft 

gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über 

die Tatumstände ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im 

Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des 

Unfallbegriffs erfüllt sind (vgl. zum Ganzen: Rumo-Jungo/ Holzer, a. a. O., S. 29 mit 

weiteren Hinweisen; BSK UVG-Hofer, N 9 zu Art. 6; BGE 114 V 305 E. 5b mit weiteren 

Hinweisen).

2.2. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes 

wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im 

Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 

wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

2.3. 

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3.

Der Unfallversicherer hat gemäss BGE 130 V 384 E. 2.3.1 die Möglichkeit, trotz der – 

durch die Übernahme von Heilbehandlungskosten und allenfalls der Ausrichtung von 

Taggeldern – faktisch anerkannten Leistungspflicht seine Versicherungsleistungen mit 

Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der 

Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art. 53 ATSG) einzustellen, 

wenn er zu dem Schluss gelangt, ein versichertes Ereignis habe bei richtiger 

Betrachtungsweise gar nie vorgelegen. Aus dem Umstand, dass die 

Beschwerdegegnerin Heilbehandlungskosten übernommen und die Übernahme der 

Kosten für die Akupunkturbehandlung zugesichert hat, lässt sich folglich nichts 

zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Insbesondere lässt sich daraus nicht 

schliessen, dass die beiden Ereignisse als Unfälle im Sinne von Art. 4 ATSG zu 

qualifizieren sind bzw. die Beschwerdegegnerin auf ihrer konkludenten Einschätzung in 

dieser Hinsicht zu behaften wäre. Mit Blick auf eine allfällige Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin kann somit nachfolgend frei geprüft werden, ob die Ereignisse 

vom 19. April 2019 und 15. November 2020 als Unfälle gemäss Art. 4 ATSG zu 

qualifizieren sind und ob diesbezüglich insbesondere das Begriffsmerkmal des 

ungewöhnlichen äusseren Faktors erfüllt ist.

4.  

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Die Richterin und der Richter haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, 

die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigen 

(BGE 138 V 221 f. E. 6).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d. h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten.

2.4. 

Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet (BGE 142 V 219 E. 4.3.1 und 

4.1. 

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134 V 72 E. 4.1). Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die 

objektiven Umstände in Betracht fallen (BGE 134 V 79 E. 4.3.1, 129 V 404 E. 2.1, 122 V 

233 E. 1, 121 V 38 E. 1a je mit weiteren Hinweisen; BSK UVG-Hofer, N 32 ff. zu Art. 6; 

KOSS UVG-Nabold, N 42 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 31). Das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren 

Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich gezogen hat (BGE 112 V 202 E. 1; Urteile des 

Bundesgerichts vom 6. Mai 2019, 8C_842/2018, E. 3.3.1 und vom 27. August 2014, 

8C_231/2014, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen).

Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bestimmt sich gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einer Lärm- bzw. Schallemission in erster 

Linie anhand der Schallexpositionspegelwerte (Urteile des Bundesgerichts vom 

14. November 2019, 8C_545/2019, E. 9.2 mit weiteren Hinweisen, vom 3. August 2010, 

8C_317/2010, E. 3.2 und vom 17. September 2020, 8C_368/2020, E. 6.3). Akustische 

Traumata – solche sind insbesondere das Knalltrauma, das Explosionstrauma sowie 

das akute Lärmtrauma – werden in der Regel nach Schalldruckpegel und 

Einwirkungszeit eingeteilt. Ein Knalltrauma definiert sich durch eine sehr kurze 

Schalleinwirkung (< 2 oder 3 ms) mit hohem Schalldruck (160 bis 190 dB) auf das Ohr 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. September 2020, 8C_368/2020, E. 5.1 f. und 

E. 6.8 und vom 21. Mai 2010, 8C_280/2010, E. 3.2.1). Von einem Explosionstrauma 

spricht man bei einer Schalleinwirkung von > 2 oder 3 ms mit einem Spitzenpegel bei 

140 dB(C) und einem Schallexpositionspegel bei 125 dB(A) SEL (Urteil des 

Bundesgerichts vom 10. September 2008, 8C_477/2007, E. 3.2, und RKUV 2006 Nr. 2 

U 245/05 S. 170, E. 5.b und 6.c [= Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG] vom 1. Dezember 2005, U 245/05, E. 2.4]). Bei einem akuten Lärmtrauma wirkt 

ebenfalls ein hoher Schalldruck bzw. eine hohe Lautstärke ≥ 100 bzw. 130 bis 160 dB 

auf das Hörorgan, doch dauert hier die Zeit der Schalleinwirkung definitionsgemäss 

Minuten bis Stunden (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2020, 

8C_368/2020, E. 6.2.2). Gemeinsam ist allen drei akustischen Traumata ein einmaliges 

Schallereignis (im Gegensatz zum chronischen Lärmtrauma als häufiger 

Berufskrankheit; vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 269. Aufl. Berlin/

Boston 2023, S. 1775; https://www.amboss.com/de/wissen/Akustisches_Trauma/ 

sowie https://flexikon.doccheck.com/de/Akustisches_Trauma [beide zuletzt besucht 

am 19. Januar 2024]). Die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung hat sich 

vorwiegend mit Knall- und chronischen Lärmtraumata auseinandergesetzt. Für 

diejenigen akustischen Traumata, welche in zeitlicher Hinsicht dazwischenliegen, gibt 

4.2. 

https://www.amboss.com/

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/20

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5.  

es weder klare Grenzwerte noch eine gefestigte Rechtsprechung (vgl. RKUV 2006 Nr. 

U 578 S. 172 [EVG vom 1. Dezember 2005, U 245/05]; Urteile des Bundesgerichts vom 

21. Mai 2010, 8C_280/2010, vom 3. August 2010, 8C_317/2010, vom 7. September 

2018, 8C_403/2018 und vom 14. November 2019, 8C_545/2019). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind jedoch auch bei den Schallereignissen, die 

bezüglich Dauer und Schallpegel zwischen dem Knalltrauma und dem chronischen 

Lärmtrauma liegen, eine Anwendung der Grenzwerte für Knalltraumata nicht per se 

ausgeschlossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2020, 

8C_368/2020, E. 6.5 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 

2019, 8C_545/2019).

Hinsichtlich des ersten Ereignisses vom 19. April 2019 wurde in der Unfallmeldung 

lediglich festgehalten, die Beschwerdeführerin habe beim Proben einen Gehörschaden 

erlitten, als eine Lautsprecheranlage getestet worden sei (UV-act. UM 1). Am 3. Mai 

2021 gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin zum 

Ereignishergang an, in der Kirche an der Orgel für den Gottesdienst mit einem anderen 

Musiker geprobt zu haben, als plötzlich ein länger anhaltendes schrilles und lautes 

Pfeifen aus den rechts und links der Empore montierten Lautsprechern ertönt sei, 

welches erst nach Abbruch ihres Musizierens und lautstarkem Protest geendet habe. 

Das Pfeifen habe sich aber trotzdem noch ein paar Mal wiederholt. Ursache dafür sei 

gewesen, dass die Mesmerin unten im Kirchenschiff die (Lautsprecher-)Anlage 

(Verstärkung für sprechende Personen im Gottesdienst) getestet habe. Dies habe 

keinen Zusammenhang mit ihrer Probe gehabt und sie seien vorgängig auch nicht 

informiert worden (UV-act. K 7). Diese Schilderung deckt sich im Wesentlichen mit 

derjenigen im Rahmen des Beschwerdeverfahrens (act. G 1-5 Ziff. 2 und G 1.4) und im 

Übrigen auch mit den (auf den Schilderungen der Beschwerdeführerin beruhenden) 

Anamnese-Angaben der behandelnden Ärzte in deren jeweiligen Berichten (vgl. 

insbesondere die Berichte von Dr. F.___ vom 9. Mai 2019 [UV-act. M 3] und Dr. J.___ 

vom 3. November 2020 [UV-act. M 12] sowie das Arztzeugnis UVG von Dr. H.___ vom 

13. August 2020 [UV-act. M 8]).

5.1. 

Hinsichtlich des zweiten Ereignisses vom 15. November 2020 wurde in der 

Unfallmeldung angegeben, ein plötzliches, schrilles, lautes Pfeifen habe zu einem 

Tinnitus geführt (UV-act. UM 2). In diesem Zusammenhang gab die 

Beschwerdeführerin am 3. Mai 2021 gegenüber der Beschwerdegegnerin an, im 

Gottesdienst sei nochmals zweimal ein – wohl auf die Schilderungen zum ersten 

Ereignis bezogen – vergleichbares Pfeifen erklungen. Beim ersten Mal habe sie schnell 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 17/20

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genug reagiert und sich die Ohren zuhalten können. Beim zweiten Mal habe sie an der 

Orgel gespielt und gleichzeitig gesungen, so dass sie nicht habe reagieren können. 

Dies sei trotz der Zusicherung passiert, dass die Anlage repariert sei und dies 

eigentlich nicht mehr hätte passieren sollen. Die Lautsprecher seien wieder von der 

Mesmerin im Kirchenschiff bedient worden und sie hätte keinen Einfluss darauf gehabt 

(UV-act. K 7). Auch diese Schilderung deckt sich im Wesentlichen mit den Angaben der 

Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens, wobei sie nun zusätzlich 

angab, das Pfeifen habe ca. zwei Minuten angedauert und sei erst nach Ende ihrer 

Darbietung abgestellt worden (act. G 1-6 Ziff. 3 und G 1.4). Dr. G.___ hatte in seinem 

Schreiben vom 7. Mai 2021 ausgeführt, es sei am 15. November 2020 erneut zu einem 

Hörtrauma gekommen, nachdem abermals ein lautes Pfeifen während eines 

Gottesdienstes aus einem Lautsprecher gekommen sei. Dieses sei deutlich lauter 

gewesen als dasjenige im Jahr 2019. Durch das erneute Hörtrauma sei es zu einer 

erneuten Aggravierung des Tinnitus gekommen (UV-act. M 19).

Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist überwiegend wahrscheinlich – und 

von der Beschwerdegegnerin unbestritten geblieben – davon auszugehen, dass es 

anlässlich der Proben vom 19. April 2019 sowie 15. November 2020 jeweils mehrfach 

zu akustischen Rückkoppelungen, d. h. einem Pfeifen der Lautsprecheranlage 

gekommen ist (für eine kurze Information zum Effekt der Rückkoppelung, siehe: https://

www. audisana.ch/blog/akustische-rueckkopplung [zuletzt besucht am 21. November 

2023]). Die Dauer der jeweiligen Pfeifereignisse wurde seitens der 

Beschwerdeführerin – mit Ausnahme des zweiten Vorfalls anlässlich der Probe vom 

15. November 2020, welcher ca. zwei Minuten angedauert hat (act. G 1-6 Ziff. 3 und 

G 1.4) – nicht weiter spezifiziert. Anhand der Angabe, dass das Pfeifen jeweils länger 

angedauert habe (act. G 1.4), ist jedoch überwiegend wahrscheinlich davon 

auszugehen, dass diese mehrere Sekunden bis wenige Minuten gedauert haben. 

Hinsichtlich der Lautstärke ist sodann festzuhalten, dass die die Beschwerdeführerin 

selber nicht angegeben hatte, dass das Pfeifen anlässlich der Probe vom 

15. November 2020 lauter gewesen sei, als beim ersten Ereignis (dies ergibt sich 

lediglich aus einem Schreiben von Dr. G.___; UV-act. M 19). Dieser Umstand ist damit 

nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Dies erscheint auch mit Blick auf die 

Ausführungen der Beschwerdeführerin vom 3. Mai 2021 gegenüber der 

Beschwerdegegnerin unwahrscheinlich. Dabei gab sie nämlich an, dass sich die 

zusätzliche Beeinträchtigung ihres Gehörs nach dem zweiten Ereignis wieder etwas 

gelegt habe und sie fast nur noch unter den Folgen des ersten Ereignisses leide 

(vgl. UV-act. K 7-2). Wäre das Pfeifen anlässlich des zweiten Ereignisses tatsächlich 

lauter gewesen, wäre hingegen zu erwarten gewesen, dass die Folgen desselben 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 18/20

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6.  

schlimmer gewesen wären und länger angehalten hätten als diejenigen des ersten 

Ereignisses. Mithin ist davon auszugehen, dass die Lautstärke des Pfeifens bzw. die 

Schalleinwirkung bei beiden Ereignissen ungefähr gleich hoch gewesen war.

Ausgehend von einer überwiegend wahrscheinlichen Einwirkungszeit im Bereich 

von Sekunden bis wenigen Minuten (vgl. vorstehend 5.3), stehen im vorliegenden Fall 

ein chronisches Lärmtrauma, ein Knalltrauma sowie ein Explosionstrauma zu Recht 

nicht zur Diskussion. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit handelt es sich somit 

vorliegend um ein akutes Lärmtrauma (vgl. dazu auch die Einschätzung von Dr. J.___ 

vom 21. Juli 2021 [UV-act. M 23], vgl. E. 4.2). Nachfolgend ist deshalb näher auf den 

Schalldruckpegel einzugehen.

6.1. 

Bei der Angabe eines "lauten" Pfeifens der Beschwerdeführerin handelt es sich um 

ihr subjektives Empfinden, was eine Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors somit 

nicht nachzuweisen vermag.

6.2. 

Gegen die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors spricht sodann, dass bei 

beiden Ereignissen weitere Personen in der Kirche anwesend waren, welche aber 

offenbar keinen Gesundheitsschaden erlitten haben. Dieser Umstand lässt darauf 

schliessen, dass das Pfeifen anlässlich der beiden vorliegend strittigen Ereignisse nicht 

ungewöhnlich (laut) i. S. v. Art. 4 ATSG war. Andernfalls wäre damit zu rechnen 

gewesen, dass auch weitere Personen gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten 

hätten. Ausserdem lässt insbesondere mit Blick auf das zweite Ereignis bzw. das 

damals für zwei Minuten anhaltende Pfeifen – während dem die Beschwerdeführerin 

gemäss ihrer eigenen Schilderung weitergespielt und gesungen hatte und sich deshalb 

die Ohren nicht habe zuhalten können (vgl. vorstehende E. 5.2 und UV-act. K 7) – 

darauf schliessen, dass dessen Lautstärke nicht ungewöhnlich i. S. v. Art. 4 ATSG war. 

Ansonsten wäre zu erwarten gewesen, dass die entsprechenden Lärmimmissionen bei 

der Beschwerdeführerin ein umgehendes Unbehagen verursacht hätten, welches zum 

Abbruch des Musizierens geführt hätte. Bezeichnenderweise war dies vorliegend nicht 

der Fall.

6.3. 

Das konkrete Ausmass bzw. die Lautstärke eines Rückkopplungseffekts hängt von 

diversen Faktoren, namentlich von der Art und der jeweiligen Ausrichtung der 

Lautsprecheranlage und dem Mikrofon, der Distanz zwischen diesen beiden und den 

vorgenommenen Einstellungen an der Anlage etc., ab (vgl. https://klein-

beschallung.de/aktuell/ rueckkopplungen/ sowie https://www.tonundlicht.ch/nice-to-

know/lexikon/r%C3%BCckkopplung-feedback/ [beide zuletzt besucht am 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 19/20

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28. November 2023]). Die Lautstärke des Rückkopplungseffekts bzw. des Pfeifens wird 

aber durch die maximale Leistung des Systems, d. h. der Lautsprecher, limitiert (vgl. 

https://www.spektrum.de/lexikon/physik/rueckkopplung/1262 [zuletzt besucht am 28. 

November 2023]). Im vorliegenden Fall sind die einzelnen Faktoren, welche den 

Rückkopplungseffekt bzw. das Ausmass desselben beeinflusst haben und mithin der 

exakte Schalldruckpegel für beide strittigen Ereignisse nicht abschliessend erstellt (vgl. 

dazu bereits den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin [UV-act. K 52-11 

Ziff. 4.1 lit. a]). Weitere Abklärungen dazu können in antizipierter Beweiswürdigung aber 

unterbleiben, da davon keine entscheidrelevante Erhellung der Verhältnisse zu erwarten 

wäre. Die Schallimmission bei einer Rückkopplung hängt – wie erwähnt – von 

zahlreichen Faktoren ab, welche nachträglich nicht mehr mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit rekonstruiert werden können. Selbst wenn der genaue Anlagetyp 

sowie seine maximale Leistung, welche indirekt die maximale Schalleinwirkung im Falle 

einer Rückkoppelung vorgibt, noch bestimmt werden könnten, wäre nicht überwiegend 

wahrscheinlich erstellt, dass bei den vorliegend strittigen Ereignissen tatsächlich eine 

maximale Schalleinwirkung stattgefunden hat.

Insofern liegt ein Fall von Beweislosigkeit vor, da nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann, ob der Schalldruckpegel bei 

den beiden strittigen Ereignissen im Bereich der rechtsprechungsgemäss anwendbaren 

Grenzwerte bzw. darüber lag und damit das Kriterium der Ungewöhnlichkeit erfüllt ist.

6.5. 

Zusammengefasst fehlt es hinsichtlich der beiden Ereignisse vom 19. April 2019 

und 15. November 2020 am Nachweis der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors 

bzw. der Erfüllung des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG. Für diesen Umstand ist die 

Beschwerdeführerin beweisbelastet (vgl. anstelle vieler das Urteil des EVG vom 27. 

April 2005, U 6/05, E. 1.2). Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin 

zunächst Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen erbracht und damit das Vorliegen 

eines Unfalls im Rechtssinne faktisch anerkannt hat. Auch bei einer 

Leistungseinstellung ex nunc et pro futuro (vgl. zur Zulässigkeit derselben vorstehende 

E. 3), findet keine Umkehr der Beweislast statt (vgl. dazu sinngemäss die 

Schlussfolgerung im Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2009, 8C_434/2008, E. 

5.7, in welcher das Bundesgericht im Ergebnis davon ausging, die Beweislast für die 

Unfallkausalität der Schädigung am rechten Knie liege – auch bei einer 

Leistungseinstellung ex nunc et pro futuro – bei der versicherten Person).

6.6. 

Da ein Unfall im Rechtssinne zu verneinen ist, muss – wie bereits erwähnt – die 

strittige Kausalität des festgestellten Gesundheitsschadens (Tinnitus) nicht weiter 

6.7. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 20/20

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

geprüft werden. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 

Abs. 1 UVG besteht bzw. bestand demnach nicht.

Nach dem Gesagten besteht keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über 

die bereits erbrachten bzw. zugesprochenen Leistungen hinaus. Die Beschwerde vom 

3. November 2021 ist somit – in Bestätigung des Einspracheentscheids vom 1. Oktober 

2021 – abzuweisen.

7.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(Art. 61 lit. f  ATSG).

7.2. 
bis

Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin keine 

Parteientschädigung auszurichten. Die Beschwerdegegnerin hat – unabhängig vom 

Verfahrensausgang und ihrer anwaltlichen Vertretung – keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

7.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2024
	Art. 6 Abs. 1 UVG. Ungewöhnlichkeit des äusseren plötzlichen Faktors verneint. Kein Unfall gemäss Art. 4 ATSG. Bezüglich Schalldruckpegel und Einwirkungszeit kein hinreichend erstellter Sachverhalt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2024, UV 2021/76).

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