# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9ea0cc9-aba5-5cd9-ace5-70e6afa499c5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.05.2007 D-4320/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4320-2006_2007-05-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4320/2006
sch/umk
{T 0/2}

Urteil vom 22. Mai 2007

Mitwirkung: Richter Hans Schürch, Richter Fulvio Häfeli, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas
Gerichtsschreiberin Katarina Umegbolu 

A._______, geboren (...), und dessen Ehefrau B._______, geboren (...), Sri Lanka
vertreten durch Heinz Marti, Fürsprecher, (...)

Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 23. November 2005 i.S. Asyl und Wegweisung

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A. Der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Singhalese  mit  letztem  Wohnsitz  in 
Z._______,  verliess  seinen Heimatstaat  eigenen Angaben  zufolge  am (...)  2003 
und gelangte am 1. September 2003 von Italien herkommend in die Schweiz, wo 
er  gleichentags  um  Asyl  ersuchte.  Am  4.  September  2003  wurde  der 
Beschwerdeführer  in  der  Empfangsstelle  Z._______  (neu:  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum  Z._______)  zu  seinen  Asylgründen  und  dem  Reiseweg 
summarisch befragt. In der Folge wurde er für die Dauer des Asylverfahrens dem 
Kanton  Z._______  zugewiesen.  Die  zuständige  kantonale  Behörde  hörte  den 
Beschwerdeführer am 1. Oktober 2003 zu seinen Asylgründen an. 

B. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentli-
chen geltend, von 1994 bis 1999 Mitglied der UNP (United National Party) gewe-
sen zu sein. Für die Wahlen von 1994 habe er den Gesundheitsminister,  gleich-
falls ein Mitglied der UNP, unterstützt. Im Vorfeld der Wahlen sei er vom Sicher-
heitschef des damaligen Präsidenten grundlos festgenommen und inhaftiert  wor-
den. Nach den Wahlen habe man ihn vor ein Gericht gebracht, welches - ohne An-
klageerhebung - seine Freilassung verfügt habe. Die UNP habe damals die Wah-
len verloren  und  Chandrika  Kumaratunga  sei  mit  ihrer  Partei  PA (People's  Alli-
ance)  neue Präsidentin  Sri  Lankas geworden.  1998 habe er  den Parlamentarier 
P._______  kennengelernt,  welcher  gleichfalls  bei  der  UNP  gewesen  sei.  Der 
damalige  Premierminister  R.W.  habe  P._______  im  ganzen  Land  an  diverse 
Kundgebunden geschickt  und er  sei  jeweils  mit  P._______ mitgefahren.  Am 14. 
November  1999  sei  in  der  Ortschaft  Z._______  im  Distrikt  Anuradhapuru  ein 
Bombenattentat auf den P._______ verübt worden, bei welchem er selbst verletzt 
worden sei. P._______ hingegen sei nichts geschehen. Im November 2000 habe 
die  Präsidentin  P._______  einen  Ministerposten  offeriert,  unter  der  Bedingung, 
dass  dieser  die  Partei  wechsle.  P._______  habe  angenommen  und  sei  (...) 
geworden. Daraufhin habe auch er die UNP verlassen, sei der PA beigetreten und 
habe die ihm von P._______ offerierte Stelle als dessen Sekretär angenommen. 
Auch sein Freund F._______ habe einen solchen Posten erhalten. Im Juli, August 
2001 sei das Parlament aufgelöst worden und die Regierung habe für November 
2001 Neuwahlen angesetzt. Damit im Zusammenhang stehend habe ein Journalist 
in  einer  Zeitung  streitige  Aussagen  über  P._______  getroffen,  was  P._______ 
wütend gemacht habe. Am Arbeitsplatz des Journalisten habe P._______ diesen 
beschimpft und ihm gegenüber Morddrohungen ausgestossen. Der Journalist habe 
P._______ daraufhin bei der Polizei angezeigt und es sei ein Strafverfahren gegen 
alle  Personen,  welche  P._______  damals  begleitet  hätten,  unter  anderem auch 
ihn, den Beschwerdeführer, eröffnet worden. Im Zeitpunkt seiner Ausreise sei das 
Verfahren noch hängig gewesen. Darüber hinaus seien in dieser Zeit auch diverse 
Morde  passiert,  denen  beispielsweise  F._______  als  auch  ein  befreundeter 
Polizist namens S. zum Opfer gefallen seien. Den Mörder des Polizisten habe man 
später  gefasst  und  es  habe  sich  herausgestellt,  dass  dieser  im  Auftrag  eines 
Mitglieds der UNP gehandelt  habe. Der Täter habe ausgesagt, dass nach seiner 
Freilassung er auch ihn, den Beschwerdeführer,  gemäss dem erhaltenen Auftrag 

3

töten werde. Die PA habe schliesslich die Wahlen verloren und P._______ habe 
seinen  Posten  als  Minister  aufgeben  müssen.  Damit  sei  auch  seine  Stelle  als 
Sekretär beendet gewesen. Einige Zeit danach seien er und in seiner Abwesenheit 
seine Ehefrau von politischen Gegnern telefonisch mit dem Tod bedroht worden, 
was ihn im März 2002 veranlasst  habe,  mit  seiner  Familie  von Z._______ nach 
Z._______  umzuziehen.  Allerdings  seien  auch  dort  unbekannte  Personen  bei 
ihnen zu Hause aufgetaucht und hätten erneut gedroht, ihn umzubringen, falls er 
die  Polizei  einschalten  würde.  Über  das  Vorgefallene  habe  er  P._______ 
informiert,  welcher ihm geraten habe, das Land zu verlassen.  Er habe daraufhin 
bei  der  Schwiegermutter  oder  bei  seinen  Freunden  übernachtet  und  sei 
schliesslich im (...) 2003 aus Sri Lanka ausgereist. Nach seiner Ausreise habe ein 
UNP-Minister,  der  (...)  R._______ ihn öffentlich beschuldigt,  ein Attentat  auf  ihn 
geplant zu haben. Er vermute, dass dieser Minister ihn töten lassen wolle. Ferner 
hätten Unbekannte weiterhin bei seiner Familie nach ihm gesucht und dabei seine 
Ehefrau bedroht.  Schliesslich sei  am 22. September 2003 einer seiner Freunde, 
welcher oberhalb der Wohnung der Schwiegermutter  gewohnt  habe,  erschossen 
worden, als er mit P._______ unterwegs gewesen sei.

Als Nachweis seiner Identität gab der Beschwerdeführer seine Identitätskarte so-
wie zur Stützung seiner Vorbringen mehrere Beweismittel zu den Akten (vgl. Auf-
zählung und Inhaltsangabe auf  S.  1 des kantonalen Protokolls  A8/14 sowie Be-
weismittelumschlag A1).

C. Abklärungen  des  Bundesamtes  ergaben,  dass  der  Beschwerdeführer  entgegen 
seine bisherigen Aussagen zum Reiseweg,  bereits  am 9.  August  2003 versucht 
hatte,  in  einem Personenwagen illegal  in  die Schweiz  einzureisen.  Von den zu-
ständigen Grenzkontrollbehörden sei er dabei angehalten und noch gleichentags 
an Deutschland  rücküberstellt  worden.  Ferner  habe der  Beschwerdeführer  beim 
Einreiseversuch seinen persönlichen Pass benutzt, worin ein Schengenvisum ein-
getragen gewesen sei.

D. Anlässlich einer weiteren Anhörung vom 2. Dezember 2003 gewährten die kanto-
nalen Behörden dem Beschwerdeführer zu den Abklärungsergebnissen betreffend 
den Reiseweg und die Visaerteilung eines Drittstaates das rechtliche Gehör. Nach 
anfänglichem Festhalten an den bisherigen Vorbringen gab der Beschwerdeführer, 
wiederholt  konfrontiert  mit  den tatsächlichen Reiseerkenntnissen schliesslich  zu, 
am (...) mit der Fluggesellschaft "Qatar Airways" Z._______ um (...) Uhr verlassen 
zu  haben.  Nach  einem  Transitstopp  in  Doha,  Qatar  sei  er  mit  der  gleichen 
Fluggesellschaft weiter nach Frankfurt geflogen, wo er noch am gleichen Tag zirka 
um 17.30 Uhr angekommen sei. Er sei mit seinem eigenen Reisepass gereist und 
das  Visum  habe  eine  Gültigkeitsdauer  von  14  Tagen  aufgewiesen.  Eine 
Kontaktperson  seines  Agenten  aus  Sri  Lanka  habe ihn  in  Frankfurt  in  Empfang 
genommen und mit  dem Auto  nach Freiburg gebracht,  wo er  sich die nächsten 
Tage in einer Wohnung aufgehalten habe. Am 10. August 2003 hätten sie einen 
ersten  Einreiseversuch  in  die  Schweiz  unternommen,  seien  dabei  aber  an  der 
Grenze kontrolliert und zurückgewiesen worden. Daraufhin seien sie nach Freiburg 
zurückgekehrt und bis am 16. August 2003 auch dort geblieben. Ein weiterer Plan 
sei gewesen, einen Einreiseversuch von Frankreich aus zu unternehmen, weshalb 
er nach Frankreich gebracht worden sei. Am 20. August 2003 habe der Schlepper 
auch  diesen  Plan  für  undurchführbar  erklärt  und  sie  seien  weiter  nach  Italien 

4

gefahren.  Am 31.  August  2003  sei  schliesslich  die  Einreise  in  die  Schweiz  von 
Italien  aus  gelungen.  Der  Schlepper  habe  ihn  daraufhin  bis  nach  Z._______ 
gefahren  und  ihm  dort  beim  Abschied  den  Reisepass  abgenommen.  Seine 
bisherigen falschen Angaben habe er auf Anraten des Schleppers vorgebracht.

E. Die  Beschwerdeführerin,  eine  ethnische  Singhalesin,  mit  letztem  Wohnsitz  in 
Z._______, verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (...) 2004 und 
gelangte mit der Fluggesellschaft Emirate (VAE) mit einem Transitstopp in Dubai 
nach Mailand, Italien. Mit Hilfe eines Schleppers reiste die Beschwerdeführerin am 
1. Juni 2004 illegal in die Schweiz ein, wo sie gleichentags um Asyl ersuchte. Am 
7. Juni 2004 wurde die Beschwerdeführerin in der Empfangsstelle Z._______ zu 
ihren Asylgründen und dem Reiseweg summarisch befragt. In der Folge wurde sie 
für die Dauer des Asylverfahrens dem Aufenthaltskanton ihres Ehemannes,  dem 
Kanton  Z._______  zugewiesen.  Die  zuständige  kantonale  Behörde  hörte  die 
Beschwerdeführerin am 2. Juli 2004 zu ihren Asylgründen an. 

F. Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin im Wesentli-
chen geltend, nach der Ausreise ihres Ehemannes sei sie am 3. September 2003 
zu Hause von Unbekannten aufgesucht worden. Diese hätten sich nach dem Ver-
bleib ihres Ehemannes erkundigt und sie eingeschüchtert. Den Vorfall habe sie bei 
der Polizei angezeigt und sei daraufhin mit ihren zwei Kindern und einer Hausan-
gestellten vorübergehend zu ihrer  Mutter  gezogen. Ferner habe sie das srilanki-
sche  Rote  Kreuz  über  die  bisherigen  Ereignisse  informiert.  Am  22.  März  2004 
habe sie in der  Nacht  einen Telefonanruf  erhalten.  Der  Anrufer  habe sich nach 
ihrem Mann erkundigt und sie auch beschimpft. Noch in der gleichen Nacht seien 
unbekannte bewaffnete Männer zu ihrem Haus gekommen. Mit einer Waffe haben 
man sie bedroht und ihr mitgeteilt, dass man sie beim nächsten Mal töten würde, 
falls man ihren Ehemann erneut zu Hause nicht antreffe. Auch diesen Vorfall habe 
sie umgehend der Polizei  gemeldet.  Vor diesem Hintergrund habe sie Sri Lanka 
am (...) 2004 alleine verlassen und ihre beiden Kinder der Obhut der jüngeren, in 
Z._______ wohnhaften Schwester ihres Ehemannes anvertraut.

Als Nachweis ihrer  Identität  gab die Beschwerdeführerin  ihre Identitätskarte und 
den Eheschein sowie zur Stützung ihrer Vorbringen mehrere Beweismittel zu den 
Akten  (vgl.  Aufzählung  und  Inhaltsangabe  auf  S.  1  des  kantonalen  Protokolls 
A19/12 sowie Beweismittelumschlag A15).

G. Mit Schreiben vom 3. Juni 2005 teilte das BFM den Beschwerdeführern mit, aus 
unbekannter Quelle Informationen zu ihrer Person und den Ausreisegründen erhal-
ten zu haben. Gemäss diesen hätten die Beschwerdeführer ihre Asylgesuche im 
Wesentlichen mit  falschen Aussagen begründet,  insbesondere da sie aus finan-
ziellen Gründen und nicht wegen politischer Probleme in die Schweiz gekommen 
seien. Darüber hinaus seien die Beschwerdeführer mit ihren eigenen Reisepässen 
gereist, welche mit Visa für Deutschland versehen gewesen seien. Die Beschwer-
deführer wurden aufgefordert, ihre Reisepässe einzureichen. Ferner gewährte das 
BFM den Beschwerdeführern eine Frist zur Stellungnahme.

H. Mit  Schreiben vom 9. Juni 2005 teilte der Rechtsvertreter  dem BFM seine Man-
datsübernahme  mit  und  ersuchte  um  Akteneinsicht  sowie  eine  allfällige 
Fristerstreckung zur Einreichung der Stellungnahme.

5

I. Das Akteneinsichtsgesuch wies das BFM mit Schreiben vom 13. Juni 2005 wegen 
laufender Untersuchung vorläufig ab, stellte dem Rechtsvertreter jedoch eine Ko-
pie des wesentlichen Inhalts der anonymen Eingabe zu und erstreckte die Frist zur 
Stellungnahme.

J. Mit  Eingabe vom 20.  Juni  2005 bezogen die Beschwerdeführer  Stellung zu den 
anonymen  Vorwürfen  und  hielten  dabei  an  ihren  bisherigen  Vorbringen  vollum-
fänglich fest. Namentlich sei der Beschwerdeführer – wie von ihm in den Einver-
nahmen angegeben – mit  einem Visum nach Europa gelangt,  wogegen die Be-
schwerdeführerin kein Visum in ihrem Reisepass gehabt habe. Beide Pässe seien 
durch die Schleuser eingezogen worden und könnten daher nicht eingereicht wer-
den.

K. Am  27.  Juni  2005  ersuchte  die  Vorinstanz  die  schweizerische  Botschaft  in 
Z._______  um  Abklärung  der  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  der 
Beschwerdeführer  und  deren  allfälliger  Gefährdung  bei  der  Rückkehr  ins 
Heimatland.

L. Am 5. September 2005 und 20. Oktober 2005 trafen die Botschaftsantworten ein. 
Die vorgenommenen Abklärungen ergaben im Wesentlichen, dass im Zusammen-
hang  mit  dem  Vorfall  gegenüber  dem  Journalisten  J._______.  am  22.  Oktober 
2001 in den Räumen der (...) in Z._______ gegen P._______ und weitere sieben 
Personen eine Strafuntersuchung wegen "unlawfull assembly" und "criminal intimi-
dation"  eingeleitet  worden  sei.  Aufgrund  der  Untersuchungsergebnisse  der 
Z._______  Polizei  sei  durch  den  zuständigen  Generalstaatsanwalt  beim 
"Magistrats's  Court"  jedoch  nur  gegen  P._______  Anklage  erhoben  worden, 
währendessen  die  anderen  sieben  Personen  auf  Antrag  des 
Generalstaatsanwaltes in einem separaten Verfahren von den Vorwürfen entlastet 
worden  seien.  P._______  habe  vor  Gericht  auf  nicht  schuldig  plädiert  und  ein 
weiterer  Verhandlungstermin  sei  auf  den (...)  angesetzt  worden.  Hinsichtlich  der 
eingereichten  Polizeianzeige  vom (...)  sowie  einem Schreiben  vom (...)  an  den 
Manager der Sri Lanka Telecom betreffend diverser telefonischer Drohungsvorfälle 
gegenüber  der  Beschwerdeführerin  betreffend  ihren  Ehemann  sei  davon 
auszugehen,  dass  diese Dokumente  echt  seien,  zumal  entsprechende Originale 
bei  den  jeweiligen  Stellen  einsehbar  wären.  Zu  weiteren  polizeilichen 
Untersuchungsmassnahmen sei es allerdings nicht  gekommen, da die jeweiligen 
Täter  unbekannt  seien.  In  einem  separaten  Schreiben  des  srilankischen  Roten 
Kreuzes  vom  (...)  an  die  Schweizer  Botschaft  in  Z._______  versicherte  der 
Chairman der vorgenannten Organisation sodann, den Beschwerdeführer nicht zu 
kennen.  Ferner  habe  er  weder  ein  Schreiben  für  den  Beschwerdeführer 
ausgestellt,  noch  handle  es  sich  um  seine  Unterschrift  auf  dem  vom 
Beschwerdeführer eingereichten Dokument. Im Weiteren ergaben Abklärungen der 
Schweizer  Botschaft  bei  der  Deutschen  Botschaft  in  Z._______,  dass  der 
Beschwerdeführer am (...) 2003 ein Schengenvisum Typ "Holliday", gültig vom (...) 
Juli  2003  bis  zum  (...)  August  2003  erhalten  habe  und  auch  die 
Beschwerdeführerin über einen eigenen Pass verfüge, worin ihr am (...) Mai 2004 
ein Visum Typ "Business", Gültigkeitsdauer 14 Tage ausgestellt worden sei.

M. Mit Schreiben vom 24. Oktober 2005 gewährte das BFM den Beschwerdeführern 
das rechtliche Gehör zu den unter Bst. L erwähnten Abklärungen. Die Beschwer-

6

deführer reichten keine Stellungnahme ein.

N. Mit  Schreiben vom 16. November 2005 gewährte das BFM den Beschwerdefüh-
rern Akteneinsicht.

O. Mit  Verfügung vom 23.  November  2005 lehnte das Bundesamt die Asylgesuche 
der  Beschwerdeführer  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Es begründete seinen Entscheid im We-
sentlichen damit, dass die Beschwerdeführer zu ihren Reisepässen und den jewei-
ligen Reiseumständen  offensichtlich  nicht  den Tatsachen entsprechende  Aussa-
gen gemacht hätten. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführer  nicht  nur  legal  aus Sri  Lanka ausgereist  seien,  sondern  auch – 
entgegen ihren Vorbringen – entweder weiterhin im Besitz ihrer persönlichen Rei-
sepässe seien oder zumindest über deren Verbleib Bescheid wüssten. Hinsichtlich 
der  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  im  Zusammenhang  mit  der 
Strafuntersuchung betreffend den Vorfall mit dem Journalisten sei dessen Befürch-
tung, wegen falscher Anschuldigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt zu werden, 
durch die botschaftlichen Abklärungsergebnisse entkräftet worden. Die seinerzeiti-
ge Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer hätten die zuständigen Behör-
den  fallen  lassen  und  lediglich  P._______  angeklagt.  Schliesslich  habe 
R._______, ein hochrangiges Mitglied des srilankischen Roten Kreuzes eine Be-
kanntschaft  mit  dem Beschwerdeführer  verneint  und die  Übereinstimmung einer 
Unterschrift auf einem durch den Beschwerdeführer bei den Schweizer Asylbehör-
den eingereichten Schreiben, worin eine angebliche Lebensgefahr des Beschwer-
deführers  in  Sri  Lanka  durch  R._______  bestätigt  werde,  mit  der  eigenen 
Unterschrift  ausgeschlossen.  Zu  den  Abklärungsergebnissen  hätten  die 
Beschwerdeführer  keine  Stellung  bezogen.  Vor  diesem  Hintergrund  sei 
offensichtlich,  dass die Beschwerdeführer  mit  unzutreffenden Angaben über ihre 
Ausreiseumstände  sowie  mit  tatsachenwidrigen  Vorbringen  hinsichtlich  ihrer 
angeblichen  Gefährdung  versucht  hätten,  die  schweizerischen  Asylbehörden  zu 
täuschen.  Diesbezüglich  Aussagen  der  Beschwerdeführer  hielten  daher  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  stand.  Weitere  Vorbringen  der 
Beschwerdeführer  prüfte  das  BFM  sodann  auf  deren  Asylrelevanz,  welche 
gleichfalls verneint wurde. So seien weder die Festnahme des Beschwerdeführers 
aus  dem  Jahre  1994  noch  dessen  Verletzungen  im  Jahre  1999  anlässlich  des 
Attentats auf P._______ asylbeachtlich, zumal beide Ereignisse in keinem zeitlich 
und  sachlich  genügend  engem  Kausalzusammenhang  mit  der  im  Jahre  2003 
erfolgten Ausreise aus Sri Lanka stünden. Hinsichtlich der Todesfälle zweier Be-
kannten der Beschwerdeführer als auch der wiederholten Drohungsvorfälle, insbe-
sondere gegenüber der Beschwerdeführerin sowie der diesbezüglich eingereichten 
Beweismittel seien diese zwar nicht von der Hand zu weisen, allerdings seien sie 
grundsätzlich  nicht  geeignet,  die  unglaubhaften  Verfolgungsvorbringen  der  Be-
schwerdeführer zu belegen. In demselben Sinne seien folglich auch die Schreiben 
der  beiden  Politiker  P._______  und  U._______  zu  interpretieren,  welche  als 
Gefälligkeitsdokumente  anzusehen  seien.  Ungeachtet  dessen  sei  jedoch 
festzustellen, dass selbst unter der Annahme einer allfälligen Bedrohungslage sei-
tens politischer Gegner gegenüber den Beschwerdeführern, diese die Möglichkeit 
hätten,  sich  unter  Schutz  der  staatlichen  Behörden  zu  begeben.  Das  bisherige 
mangelnde  Vorgehen  der  Polizei  sei  einzig  darauf  zurückzuführen,  dass  die 

7

(angebliche)  Täterschaft  unbekannt  sei.  Die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer 
hielten somit auch den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht stand.

P. Mit Beschwerde an die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) vom 27. De-
zember 2005 beantragten die Beschwerdeführer durch ihren Rechtsvertreter, der 
Entscheid des Bundesamtes sei aufzuheben und es sei ihnen in der Schweiz Asyl 
zu gewähren.  Eventualiter  seien sie in  der Schweiz  vorläufig  aufzunehmen.  Der 
Eingabe lagen deutsche Übersetzungen einiger bereits zuvor im vorinstanzlichen 
Verfahren eingereichter Beweismittel bei. Darüber hinaus reichten die Beschwer-
deführer  zwei  in  die  deutsche  Sprache  übersetzte,  bisher  nicht  beigebrachte 
Schreiben betreffend "Erlangung eines Hauses zu günstigen Bedingungen" sowie 
drei Zeitungsartikel mit Übersetzungen ein.

Q. Mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2006 teilte die ARK den Beschwerdefüh-
rern mit, dass sie den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwar-
ten könnten. Ferner verzichtete die ARK unter Hinweis auf Art. 63 Abs. 1 VwVG 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

R. Das Bundesamt beantragte in seiner Vernehmlassung vom 2. März 2006 die Ab-
weisung der Beschwerde.

S. In ihrer Stellungnahme vom 3. April  2006 hielten die Beschwerdeführer an ihren 
Anträgen fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art.  31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 
173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),  sofern keine Ausnahme nach Art.  32 VGG vor-
liegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  und 34 VGG genannten  Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt  auf  das Asylgesetz  vom 26.  Juni 
1998  (AsylG,  SR 142.31);  das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem 
Bereich  endgültig  (Art.  105  AsylG;  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung 
der am 1. Januar 2007 bei der ARK hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrens-
recht ist anwendbar (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemes-
senheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

8

2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdeführer sind 
legitimiert  (Art.  6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. 
Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer  bestimmten sozialen Gruppe oder  wegen ihrer  politi-
schen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gel-
ten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, 
die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin-
dest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben hält.  Unglaubhaft 
sind insbesondere  Vorbringen,  die in  wesentlichen Punkten zu wenig  begründet 
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer  macht  in  der  Rechtsmitteleingabe  im 
Wesentlichen geltend, der rechtserhebliche Sachverhalt sei falsch festgestellt wor-
den und der angefochtene Entscheid daher willkürlich. So hätten zwar beide Be-
schwerdeführer zu ihren Reisepässen und den Reiseumständen zum Teil falsche 
Aussagen gemacht, doch sei dies nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf Anord-
nung des Schleppers geschehen. Dieser habe den Beschwerdeführern denn auch 
die Pässe abgenommen, so dass die Feststellung, sie seien noch in deren Besitz, 
nicht  zutreffe.  Sodann  sei  hinsichtlich  der  Asylvorbringen wohl  richtig,  dass  das 
Verfahren  gegen  den  Beschwerdeführer  fallen  gelassen  worden  sei,  allerdings 
könne nicht davon ausgegangen werden, dass bei einer allfälligen Rückkehr des 
Beschwerdeführers nach Sri Lanka das Verfahren gegen ihn nicht wieder aufge-
nommen  werde.  Hinsichtlich  der  Abklärungen  der  Schweizer  Botschaft  in 
Z._______  beim  Roten  Kreuz  sei  deren  Ergebnis  nicht  zweifelsfrei.  So  würde 
R._______  zwar  eine  Bekanntschaft  mit  dem  Beschwerdeführer  bestreiten  und 
gebe auch an, für den Beschwerdeführer nie ein Schreiben ausgestellt zu haben, 
doch sei dem Dokument vom (...) nicht zu entnehmen, wer dieses verfasst habe. 
Darüber  hinaus  sei  das  Schreiben  nicht  auf  dem  offiziellen  Papier  des 
srilankischen Roten Kreuzes ausgestellt und dem Beschwerdeführer der Verfasser 
des  Schreibens  nicht  bekanntgegeben  worden.  Allein  gestützt  darauf,  die 
Glaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführer  zu  verneinen,  sei 
willkürlich und eine genauere Prüfung müsse zwingend nachgeholt  werden.  Des 
Weiteren  weist  der  Rechtsvertreter  darauf  hin,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Vorfälle aus den Jahren 1994 und 1999 nur der Vollständigkeit halber vorgetragen 
habe, nicht jedoch um das Asylgesuch zu begründen. Hinsichtlich der Verfolgung 

9

und der Druckversuche seitens politischer  Gegner des Beschwerdeführers seien 
diese  nach  wie  vor  aktuell.  Die  betreffenden  Personen  würden  heute  der 
Regierung  angehören,  was  für  den  Beschwerdeführer  selbstredend  weitere 
Schwierigkeiten  bedeute.  Das  bei  den  Akten  befindliche  anonyme  Schreiben 
zeuge von Personen, welche - mit Wissen der Regierung - dem Beschwerdeführer 
bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  offensichtlich  schaden  wollten.  Schliesslich 
habe  ein  ehemaliger  Leibwächter  von  P._______  namens  L._______  in  der 
Schweiz Asyl erhalten, obwohl seine Stellung weniger exponiert gewesen sei, als 
die des Beschwerdeführers  als  Sekretär  von P._______ Willkürlich  sei  diesfalls, 
einer Person Asyl zu gewähren, der anderen jedoch nicht. Abklärungen betreffend 
das Schreiben vom 16. Juli 2005 seien amtlich vorzunehmen und eine Befragung 
von L._______ anzuordnen.

4.2 In  ihrer  Vernehmlassung  vertritt  die  Vorinstanz  ihrerseits  die  Ansicht,  die  Be-
schwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel, 
welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Weitere Bemer-
kungen seien hingegen betreffend den Vorwurf einer willkürlichen Asylablehnung 
anzubringen.  So  habe  der  Beizug  der  Asylakten  von  L._______  sowie  der 
Vergleich der von diesem vorgebrachten wesentlichen Sachverhaltselemente mit 
den Vorbringen der Beschwerdeführer ergeben, dass sich die beiden Sachverhalte 
unterscheiden.  Eine  Offenlegung  im  Einzelnen  sei  dem  BFM  aus 
datenschützerischen Gründen nicht möglich. Die Ablehnung der Asylgesuche der 
Beschwerdeführer  sei  damit   selbst  unter  Berücksichtigung  des  Prinzips  der 
Rechtsgleichheit korrekt erfolgt. 

4.3 Die Beschwerdeführer weisen in ihrer Stellungnahme zunächst auf die Beziehung 
von  L._______  zu  P._______  hin,  welche  nicht  derart  eng  gewesen  sei,  wie 
diejenige  des  Beschwerdeführers  zu  P._______  Des  Weiteren  bringen  die 
Beschwerdeführer  vor,  die  anonymen  Schreiben  würden  klar  auf  eine  weitere 
Gefährdung  ihrer  Person  hinweisen,  zumal  die  unbekannten  Verfasser 
offensichtlich  beabsichtigten,  dass  die  Beschwerdeführer  nach  Sri  Lanka 
zurückkehren müssten. Mit Sicherheit wären sie in einem solchen Fall angesichts 
der  heutigen  Situation  im  Heimatland  an  Leib  und  Leben  bedroht.  Schliesslich 
machen die Beschwerdeführer geltend, dass auch L._______. ein Schreiben des 
srilankischen  Roten  Kreuzes,  unterzeichnet  von  C._______,  eingereicht  habe. 
Dieses Schreiben sei als echt anerkannt worden, dasjenige der Beschwerdeführer 
jedoch nicht. Eine solche Behandlung sei willkürlich.

5. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass 
die Erwägungen der Vorinstanz zutreffen, wonach die Vorbringen der Beschwerde-
führer weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch 
denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG genügen. Die dies-
bezüglichen  Ausführungen  der  Beschwerdeführer  in  deren  Rechtsmitteleingabe 
beziehungsweise Replikschrift  vermögen die Feststellungen und Schlussfolgerun-
gen des BFM - wie nachfolgend dargelegt - nicht in Zweifel zu ziehen: 

5.1 Die Beschwerdeführer monieren zunächst, die Vorinstanz werfe ihnen vor, wegen 
falscher  Angaben  betreffend  ihre  Reisepässe  unglaubwürdig  zu  sein.  Daraus 
schliesse das BFM insgesamt auf die Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen. 

10

5.1.1 Der Argumentation der Beschwerdeführer  kann gestützt  auf  die Aktenlage nicht 
gefolgt werden. Wie die Vorinstanz in Erwägung I Ziff. 1 Abs. 2 der angefochtenen 
Verfügung zu Recht  festgestellt  hat,  bekundeten  beide Beschwerdeführer  offen-
sichtlich grosse Mühe, die Umstände ihrer Reise wie auch die dabei  tatsächlich 
verwendeten Reisedokumente wahrheitsgetreu anzugeben.  Erst  im Rahmen des 
rechtlichen  Gehörs  vom  2.  Dezember  2003  und  nach  wiederholten  Hinweisen 
seitens des Befragers auf die Wahrheitspflicht im Asylverfahren sah sich der Be-
schwerdeführer - konfrontiert mit Erkenntnissen aus dem Grenzkontrollbericht - be-
reit, die tatsächlichen Reiseumstände darzulegen. Bereits damals machte der Be-
schwerdeführer geltend, auf Anordnung des Agenten falsche Angaben gemacht zu 
haben (vgl. Akte A12/8, S. 3). Diese Argumentation wiederholen die Beschwerde-
führer  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  und  bringen  nun  gemeinsam  vor,  nicht  aus 
eigenem Antrieb, sondern auf Geheiss des Schleppers tatsachenwidrige Aussagen 
zu ihrer Reise getroffen zu haben. Es dürfte sich diesfalls um eine Schutzbehaup-
tung der Beschwerdeführer handeln. So kann ohne Weiteres davon ausgegangen 
werden,  dass dem Beschwerdeführer  -  spätestens  nach Gewährung des rechtli-
chen Gehörs vom 2. Dezember 2003 - die Konsequenzen einer wahrheitswidrigen 
Aussagen im Asylverfahren bekannt waren und er seine Ehefrau auch darüber un-
terrichtet hat. Ungeachtet dessen hat die Beschwerdeführerin nach ihrer Einreise 
in  die Schweiz  sich  hinsichtlich  dem Vorhandensein  eines  auf  sie  ausgestellten 
Reisepasses nicht nur widersprochen (vgl.  Akte A14/9,  S.  3: sie habe nie einen 
Reisepass beantragt oder besessen, im Gegensatz zu S. 6: sie habe den Reise-
pass  dem Schlepper  abgegeben),  sondern  im Stellungnahmeschreiben  vom 20. 
Juni 2005 sogar beteuert, in ihrem Pass kein Visum gehabt zu haben. Abklärungen 
der Schweizer Botschaft  vom 20. Oktober 2005 ergaben hingegen, dass der Be-
schwerdeführerin von der Deutschen Botschaft in Z._______ ein Schengenvisum 
ausgestellt worden war. Die erst auf Vorhalten konkreter Abklärungsergebnisse hin 
präzis dosierte Bekanntgabe von Informationen seitens der Beschwerdeführer zu 
ihrer Reiseroute und den dabei tatsächlich verwendeten Reisedokumenten dürfte 
jedoch kaum allein auf Anweisungen eines Schleppers beruhen, insbesondere da 
den Beschwerdeführern die Konsequenzen der Verheimlichung von Informationen 
mehrfach erläutert wurden. Die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführer erfährt da-
durch erste Zweifel. 

5.1.2 Vor  diesem  Hintergrund  trifft  das  Vorbringen  der  Beschwerdeführer,  die 
Vorinstanz habe "deshalb"  auch ihren Aussagen zur Asylbegründung die Glaub-
haftigkeit  abgesprochen,  nicht  zu.  Insbesondere wird aus Erwägung I  der ange-
fochtenen  Verfügung  ersichtlich,  dass  das  BFM  die  einzelnen  Argumentations-
punkt  voneinander  abgetrennt  und  jeweils  mit  dem Wort  "weiter"  neue  Absätze 
(Abs. 4 und 5) geschaffen hat. In diesem Absätzen setzt sich die Vorinstanz so-
wohl mit einzelnen Asylvorbringen als auch mit einem Beweismittel des Beschwer-
deführers  auseinander,  welche  allesamt  im  Widerspruch  zu  den  botschaftlichen 
Abklärungsergebnissen stehen. Zumal die Beschwerdeführer eine  diesbezügliche 
Gelegenheit  zur  Stellungnahme  nicht  ergriffen  haben,  schliesst  die  Vorinstanz 
nachvollziehbar  auf  den  mangelnden  Wahrheitsgehalt  der  Angaben  zu  den 
Fluchtgründen.

5.2 Die Beschwerdeführer machen ferner geltend, von der Verfahrenseinstellung habe 
der Beschwerdeführer selbst nichts gewusst, da ihm dieser Umstand nie direkt mit-

11

geteilt  worden sei.  Es sei daher nicht richtig, ihm Unglaubhaftigkeit  vorzuwerfen, 
wenn er angebe, das Verfahren sei noch hängig. Zudem könne selbst ein einge-
stelltes Verfahren bei einer allfälligen Rückkehr des Beschwerdeführers jederzeit 
wieder aufgenommen werden.

5.2.1 Die  Ausführungen des Beschwerdeführers  vermögen  nicht  zu überzeugen.  Vor-
weg gilt zu bemerken, dass der Beschwerdeführer anlässlich des fraglichen Straf-
verfahrens in Sri Lanka von einem Rechtsanwalt namens S.G. vertreten war (vgl. 
Akte A1, Beweismittel Nr. 5: deutsche Übersetzung S. 7), diesen Umstand anläss-
lich der Befragungen jedoch unerwähnt lässt. Ferner war der Beschwerdeführer an 
diversen Gerichtsterminen anwesend und ein Haftbefehl, welcher aufgrund seiner 
vorgängigen Nichtbefolgung der Gerichtsvorladung erstellt  worden war, ist  in der 
Verhandlung  vom  (...)  durch  das  Gericht  zurückgerufen  worden  (vgl.  Akte  A1, 
Beweismittel  Nr.  5:  deutsche  Übersetzung  S.  6,  8,  10).  Hinweise  darauf,  der 
Beschwerdeführer  sei  in  seiner  Stellung  als  Verdächtiger  gesetzteswidrig  be-
handelt worden, gehen aus den Akten damit keine hervor und die Aussagen des 
Beschwerdeführers zu seinem möglichen Schicksal  bei  Nichterscheinen vor Ge-
richt  (vgl.  Akte  A8/14,  S.  5  und  11)  finden  keinerlei  Stütze.  Abklärungen  der 
Schweizer  Botschaft  in  Z._______ ergaben sodann,  dass im fraglichen "Journa-
listenfall"  der  Generalstaatsanwalt  einzig  gegen  P._______  Klage  erhoben  hat, 
während  das  Verfahren  gegen  die  restlichen  sieben  Mitverdächtigen  eingestellt 
wurde. Gemäss einem Artikel aus dem Daily Mirror vom 2. Dezember 2005 wurde 
das  Strafverfahren  mit  einer  offiziellen  Entschuldigung  und  einer  Zusicherung 
seitens P._______ beendet, der versprach, nie wieder Journalisten zu bedrohen. 
Das  Gericht  habe  den  Parteien  erlaubt,  die  Angelegenheit  einvernehmlich  zu 
regeln und P._______ wurde von den Vorwürfen freigesprochen. Derzeit bekleidet 
P._______  das  Amt  des  (...).  Eine  Wiederaufnahme  des  Strafverfahrens  gegen 
den Beschwerdeführer  nach über  vier  Jahren kann angesichts  dieser  Umstände 
ausgeschlossen werden. 

5.2.2 Im Weiteren reichte der Beschwerdeführer anlässlich des vorinstanzlichen Verfah-
rens drei durch P._______ verfasste Schreiben zu den Akten. Die beigebrachten 
Dokumente geben zu folgenden Bemerkungen Anlass: Das Schreiben vom 9. Mai 
2000 weist zahlreiche Unstimmigkeiten auf (vgl. Akte A1, Beweismittel Nr. 3). So 
fällt  zunächst  auf,  dass  das  ursprünglich  aufgedruckte  Datum  unterhalb  der 
Anschrift,  30. Januar 2002, nachträglich mit weisser Korrekturflüssigkeit übermalt 
wurde. Nicht nachvollziehbar ist dabei,  weshalb ein im Jahre 2000 ausgestelltes 
Schreiben  im  vorgedruckten  Briefkopf  eine  in  der  Zukunft  liegende  Jahreszahl 
enthält.  Ferner  geht  aus  dem  Inhalt  des  fraglichen  Schreibens  hervor,  der 
Beschwerdeführer  sei  P._______  seit  über  fünf  Jahren,  mithin  also  seit  1995 
bekannt  und  habe  während  dieser  Zeitperiode  für  P._______  als  Sekretär 
gearbeitet. Diese Angaben widersprechen den Aussagen des Beschwerdeführers, 
welcher geltend macht, P._______ erst seit 1998 zu kennen und erst dann dessen 
Sekretär gewesen zu sein, als P._______ zum (...) ernannt wurde. Sein Amt habe 
P._______  zirka  von November  2000 bis  Juli,  August  2001 bekleidet  (vgl.  Akte 
A8/14,  S.  6,  8  und  11).  Die  Aussagekraft  des  genannten  Schreibens  ist  somit 
gering.  Die  Echtheit  dieses  Dokuments  vorausgesetzt  dürfte  -  insbesondere 
gestützt  auf  dessen  Wortlaut  -  vielmehr  davon  auszugehen  sein,  dass  es  sich 
dabei  um  ein  Arbeitszeugnis  handelt,  welches  am 30.  Januar  2002  ausgestellt 

12

wurde. Eine solche Annahme findet ihre Begründung nicht nur in den durch den 
Beschwerdeführer  angegebenen  Jahreszahlen,  sondern  entspricht  auch  dessen 
Vorbringen, wonach er erst nach den Wahlen vom Dezember 2001 seine Stelle als 
Sekretär verloren (vgl. Akte A8/14, S. 6) beziehungsweise selbst aufgegeben hat 
(vgl.  Akte A8/14, S. 9).  An der Aussagekraft  der anderen beiden Schreiben vom 
P._______  sind  gleichfalls  erhebliche  Vorbehalte  anzubringen.  So  macht  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Empfangsstellenbefragung  geltend,  nach  den 
Wahlen  vom 5.  Dezember  2001,  anlässlich  welcher  "seine  Regierung"  verloren 
habe, hätten sie Morddrohungen erhalten, weshalb er nicht mehr aus dem Haus 
gegangen sei. Auch der P._______ habe sich versteckt. Sein Kollege F._______, 
ebenfalls Sekretär von P._______ sei kurze Zeit später in der Nähe des Hauses 
des  Beschwerdeführers  erschossen  worden,  als  er  ihm  eine  Einladung  für  die 
Hochzeit  seiner  Tochter  habe  überbringen  wollen.  Anlässlich  der  kantonalen 
Anhörung bringt  der Beschwerdeführer hingegen vor,  schon vor den Wahlen sei 
ein anderer Sekretär in Dehiwala erschossen worden,  als er ihm eine Einladung 
für die Hochzeit  der Tochter überbracht  habe (vgl. Akte A8/14, S. 6). F._______ 
seinerseits habe man auch vor den Wahlen getötet (vgl. Akte A8/14, S. 11). Diese 
Aussage relativiert  der  Beschwerdeführer  später  auf  Nachfrage hin und gibt  an, 
sich  bezüglich  des  Todeszeitpunkts  von  F._______  geirrt  zu  haben  (vgl.  Akte 
A8/14, S. 12). Der Beschwerdeführer vermag jedoch nicht zu überzeugen. So steht 
zunächst aufgrund der beigebrachten Dokumente fest (Akte A1, Beweismittel  5), 
dass P._______ anlässlich der Gerichtsverhandlungen stets anwesend war, sich 
mithin keinesfalls "versteckt" hat. Sodann widerspricht sich der Beschwerdeführer 
indem er einerseits ausführt, F._______ sei vor Gericht nicht erschienen (vgl. Akte 
A2/10,  S.  5),  im  Gegensatz  dazu  als  Begründung  des  Tötungsdelikts  an 
F._______  jedoch  angibt,  weil  dieser  vor  Gericht  erschienen  sei,  habe man ihn 
identifiziert  und  daher  erschossen  (vgl.  Akte  A2/10,  S.  6).  Tatsache  ist,  dass 
gestützt  auf  einen weiteren Polizeibericht  das Gericht  am 21.  Februar  2002 auf 
Ersuchen der Polizei eine Vorladung an F._______ verschickt hat. Erst anlässlich 
der Anhörung vom 14. März 2002 informierte die Polizei das Gericht vom Tod des 
Verdächtigen F._______. F._______ war folglich nie bei einer Gerichtverhandlung 
anwesend  (vgl.  Akte  1,  Beweismittel  Nr.  5),  was  die  Verfolgungstheorie  des 
Beschwerdeführers  von  angeblichen  Parteigegnern  stark  relativiert.  In  diesem 
Zusammenhang erstaunt ohnehin, dass die Polizei einen Monat nach F._______'s 
gewaltsamen  Tod,  über  welchen  sie  angesichts  der  Stellung  F._______'s  als 
Sekretär eines Ministers informiert gewesen sein müsste, beim Gericht Antrag auf 
Erlass  einer  Vorladung  an  den  verstorbenen  F._______  stellt.  Nicht 
nachvollziehbar  erscheint  ferner,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  wohl  an  die 
überbrachte  Einladung  zu  einer  Hochzeit  erinnert,  hingegen  weder  die  getötete 
Person  widerspruchsfrei  zu  nennen  vermag,  noch  im  Stande  ist,  in  freier 
Erzählung  genauere  Angaben  zum  Todeszeitpunkt  von  F._______  zu  machen. 
Hinsichtlich  der  geltend  gemachten  Verfolgung  durch  Parteigegner  nach 
negativem Wahlausgang  verstrickt  sich  der  Beschwerdeführer  zudem in  weitere 
Widersprüche.  So  macht  der  Beschwerdeführer  beispielsweise  geltend,  diverse 
Male  telefonisch  Morddrohungen  erhalten  zu  haben.  Eines  Tages  seien  sogar 
Personen zu ihnen nach Hause gekommen und hätten sich nach seinem Verbleib 
erkundigt.  Da  er  nicht  zu  Hause  gewesen  sei,  hätten  die  Unbekannten  die 
Beschwerdeführerin  mit  dem  Tode  bedroht,  sofern  sie  deren  Besuch  bei  der 

13

Polizei  melden würde (vgl.  Akte A8/14,  S.  6).  Die Beschwerdeführerin  ihrerseits 
gibt  an,  vor  der  Ausreise  ihres  Ehemannes  persönlich  nie  Probleme  gehabt  zu 
haben (vgl. Akte A19/12, S. 8). Die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich 
einer  Gefährdung  durch  politische  Parteigegner  vermögen  deshalb  nicht  zu 
überzeugen.

5.3 Die geltend gemachte Verfolgung suchen die Beschwerdeführer sodann mit zahl-
reichen weiteren Beweismitteln zu belegen. 

5.3.1 Diesbezüglich reichen die Beschwerdeführer unter anderem zwei Schreiben von 
U._______  (...)  zu den Akten (vgl.  Akte  A1,  Beweismittel  Nr.  11 und Akte A15, 
Beweismittel  Nr.  3).  Die beigebrachten Dokumente vermögen die unglaubhaften 
Verfolgungsvorbringen  der  Beschwerdeführer  hingegen  gleichfalls  nicht  zu 
stützen. So macht die Beschwerdeführerin anlässlich der kantonalen Einvernahme 
geltend,  nach der Ausreise  ihres Ehemannes (am 7.  August  2003) habe sie für 
besagten U._______ Schreibarbeiten erledigt (vgl. Akten A19/12, S. 5 und A14/9, 
S.  5).  Der Beschwerdeführer  seinerseits  erwähnt  den (...)  U._______ anlässlich 
seiner Anhörungen nie, noch geht aus seinen Vorbringen hervor, er habe den (...) 
je persönlich gekannt. Ungeachtet dessen reicht der Beschwerdeführer ein an ihn 
gerichtetes  Schreiben  vom  10.  Juli  2003  von  U._______  zu  den  Akten,  worin 
dieser  dem Beschwerdeführer  eine Gefährdungssituation  in  Sri  Lanka  attestiert. 
Die Beschwerdeführerin  ihrerseits  bringt  ebenfalls  ein Schreiben von U._______ 
bei,  dessen  Inhalt  -  die  Echtheit  der  beiden  Dokumente  vorausgesetzt  -  einem 
Gefälligkeitsschreiben entspricht. Ohnehin erstaunt auch bei diesem Dokument die 
zweifache Datumsangabe vom 7.  April  2004 und 3.  Mai  2004.  Der Inhalt  beider 
Schreiben ist ferner hinsichtlich der angeblichen Verfolgung der Beschwerdeführer 
weitgehend oberflächlich und pauschal. 

5.3.2 Im Weiteren reichen die Beschwerdeführer zwei Schreiben des srilankischen Ro-
ten Kreuzes ein. Hinsichtlich des Schreiben vom 9. Februar 2002 ergaben Abklä-
rungen  der  Schweizer  Botschaft  in  Z._______,  dass  der  unterzeichnende 
Verfasser  R._______  genanntes  Dokument  nie  erstellt  hat  und  den 
Beschwerdeführer nicht kennt. Das Erklärungsschreiben von R._______ vom (...) 
wurde  den  Beschwerdeführern  am  24.  Oktober  2005  zur  schriftlichen 
Stellungnahme unterbreitet.  Die Beschwerdeführer reichten keine Stellungnahme 
ein.  In  ihrer  Rechtsmitteleingabe  monieren  die  Beschwerdeführer  neu,  das 
Schreiben  vom  (...)  sei  ihnen  nicht  vollständig  offengelegt  worden,  mithin 
insbesondere  der  Verfasser  des  Schreibens  sei  nicht  bekannt.  Die  Rüge  der 
Beschwerdeführer erweist sich als haltlos. So wurde das Schreiben vom (...) den 
Beschwerdeführern  unter  Berücksichtigung  von  Art.  27  Abs.  1  Bst.  b  VwVG 
weitestgehend  zur  Einsicht  freigegeben  (vgl.  Akte  A32/4,  S.  4),  wobei  die 
Beschwerdeführer aufgrund des Inhalts ohnehin Rückschlüsse auf den Verfasser, 
welcher  sich  als  "Chairman"  bezeichnet,  hätten  ziehen  können.  Das  von  den 
Beschwerdeführern  ihrerseits  eingereichte  Schreiben  vom  9.  Februar  2002  soll 
immerhin  von  derselben  Person  erstellt  worden  sei.  Dies  trifft  gestützt  auf  die 
Abklärungsergebnisse jedoch nicht zu. Die Beschwerdeführer reichen sodann ein 
zweites Schreiben des srilankischen Roten Kreuzes vom 11. September 2003 zu 
den Akten, welches ebenfalls Fragen zu dessen Echtheit aufwirft. So ist der Text 
des  fraglichen  Schreibens  voller  Rechtschreibefehler,  was  ungeachtet  seines 
Inhalts  mit  reinem  Nacherzählcharakter  kaum  dem  Standard  eines  vom 

14

Generaldirektor  des  srilankischen  Roten  Kreuzes  erstellten  Dokumentes 
entspricht.  Ferner  weist  auch  dieses  Beweismittel  nachträglich  mit  weisser 
Korrekturfarbe  überstrichene  und  überschriebene  Textstellen  auf.  Seltsam 
erscheint dabei insbesondere die nach dem Satzende (das Satzzeichen wurde mit 
Korrekturfarbe  überpinselt)  nachgetragene  Datumsangabe,  welche  sich  vom 
ursprünglich  per  Computer  hergestellten  Text  durch  eine  auffällige  Schreib-
maschinenschrift  deutlich  unterscheidet.  Insgesamt  wirkt  das  Dokument  zum 
Zwecke der Beweismittelherstellung konstruiert.  Der Vollständigkeit  halber sei  in 
diesem Zusammenhang  darauf  hingewiesen,  dass  die  Vorinstanz  entgegen  den 
Ausführungen der Beschwerdeführer in deren Replikschrift vom 3. April 2006 sich 
zur  Echtheit  des  Schreibens  von  C._______  nicht  geäussert  hat.  Eine 
diesbezügliche Willkürrüge entbehrt  somit der Grundlage.  Ungeachtet  dessen ist 
auch diesem Beweismittel  aufgrund der obgenannten Ausführungen jegliche Be-
weiskraft betreffend die geltend gemachte Gefährdungslage der Beschwerdeführer 
in ihrem Heimatland abzusprechen.

5.3.3 Die Beschwerdeführer reichen schliesslich mehrere polizeiliche Schreiben zu den 
Akten, deren Echtheit  gestützt  auf die botschaftlichen Abklärungen grundsätzlich 
nicht bezweifelt wird (vgl. Akten A1, Beweismittel Nr. 4 und 14 und A15, Beweis-
mittel Nr. 1). Den vorinstanzlichen Ausführungen folgend vermögen genannte Do-
kumente jedoch einzig eine Anzeigeerstattung bei der Polizei zu belegen. Hinge-
gen vermag keins der beigebrachten Dokumente  die geltend gemachten Verfol-
gungsvorbringen der Beschwerdeführer zu stützen. So bezieht sich beispielsweise 
das Beweismittel Nr. 4 auf die Ereignisse vom 22. Oktober 2001 und gibt im We-
sentlichen  den  Anzeigetext  des  Obersicherheitswachmanns  I._______  bei  der 
Polizeistation  von  Z._______  wieder.  Gemäss  Beweismittel  Nr.  14,  welches  die 
Anzeigeerstattung  der  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  dem  Vorfall 
vom (...) zum Gegenstand hat, geht aus dem Inhalt des Textes hervor,  dass die 
Beschwerdeführerin  weitere Ermittlungen nicht für notwendig hielt  (vgl.  deutsche 
Übersetzung  des  Beweismittels  Nr.  14).  Das  Verhalten  der  Beschwerdeführerin 
erstaunt, erklärt sie doch die Morddrohungen zum wichtigsten Ausreisegrund (vgl. 
Akte A14/9, S. 4). Beim letzten Beweismittel (Nr. 1) handelt es sich schliesslich um 
ein  Schreiben  der  Polizeidienststelle  Z._______  an  den  Direktor  der  Sri  Lanka 
Telecom Ltd. vom 27. März 2003/4, worin auf Wunsch der Beschwerdeführerin zu 
Handen der Telecomgesellschaft  eine Anzeigeerstattung der Beschwerdeführerin 
betreffend Fälle von telefonischen Drohungen vom 19., 20 und 22. März 2004 als 
auch der Vorfall vom 23. März 2004 bestätigt werden. Entsprechende polizeiliche 
Ermittlungen  seien  aufgenommen  worden.  Obwohl  auch  dieses  Dokumente 
grundsätzlich  lediglich  den  Umstand  einer  Anzeigeerstattung  nachzuweisen 
vermag,  kann  gestützt  auf  dessen  Inhalt  davon  ausgegangen  werden,  dass  die 
zuständigen  Polizeibehörden  ihren  Möglichkeiten  entsprechend  auf  die  Anzeige 
der Beschwerdeführerin reagiert habe.

5.4 Der Beschwerdeführer  bringt  schliesslich  vor,  der  seinerzeitige  R._______ habe 
Vorwürfe  gegen  ihn  erhoben,  wonach  er,  der  Beschwerdeführer  zusammen  mit 
P._______ und Mafiabossen geplant hätten, ihn umzubringen (vgl. Akte A8/14, S. 
6f.).  R._______  versuche  nun  falsche Anschuldigungen  gegen  ihn  anzubringen, 
was bei einer allfälligen Verurteilung eine Gefängnisstrafe nach sich ziehen könnte 
(vgl. Akte A8/14, S. 10). 

15

Die Vorbringen der Beschwerdeführers entbehren jeglicher Grundlage und basie-
ren auf Vermutungen (vgl. Akte A8/14, S. 10 und A 19/12, S. 8). Zwar reicht der 
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang einen Artikel  aus der Zeitung "The 
Sunday Leader" vom 24. August 2003, Seite 10 mit  dem Titel "A former PA MP 
has given the contract to kill me" zu den Akten, worin sich der damalige R._______ 
zu  einem  angeblichen  Mordkomplott  gegen  ihn  äussert,  doch  nimmt  besagter 
Artikel keinerlei Bezug auf die Person des Beschwererdeführers noch lässt dessen 
Inhalt  derartigen  Rückschlüsse  auf  den  Beschwerdeführer  zu.  In  diesem  Sinne 
vermag  der  Beschwerdeführer  auch  nicht  glaubhaft  darzulegen,  inwiefern  die 
gegenüber  der  Beschwerdeführerin  verübten  Drohungsvorfälle  in  Verbindung  zu 
R._______ stehen.

5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Beschwerdeführern nicht gelun-
gen ist, eine asylrechtlich bedeutsame Verfolgung glaubhaft zu machen. Es kann 
auch nicht davon ausgegangen werden, dass sie im Zeitpunkt der Ausreise aus Sri 
Lanka  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  haben  mussten.  Eben  so  wenig  kann 
ihnen im heutigen Zeitpunkt begründete Furcht vor einer Rückkehr nach Sri Lanka 
zuerkannt werden. 

5.6 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich daher, auf die weiteren 
Ausführungen in der Eingabe und die eingereichten Beweismittel weiter einzuge-
hen, weil sie am Ergebnis der vorgenommenen Würdigung nichts ändern können. 
Der Antrag in der Beschwerdeschrift  auf weitere Abklärungen des Bundesverwal-
tungsgerichts  betreffend  das  Schreiben  vom  (...)  sowie  auf  Befragung  von 
L._______. ist vor diesem Hintergrund abzuweisen. Der Vollständigkeit halber sei 
anzuführen, dass die eingegangenen anonymen Schreiben keinen Einfluss auf die 
Entscheidfindung  hatten.  Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt, 
dass  die  Beschwerdeführer  keine  Gründen  nach Art.  3  AsylG nachweisen  oder 
glaubhaft machen konnten. Die Vorinstanz hat die Asylgesuche der Beschwerde-
führer demnach zu Recht abgelehnt.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; da-
bei  ist  der Grundsatz der Einheit  der Familie  zu berücksichtigen (Art.  44 Abs.  1 
AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zu-
mutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 
AsylG;  Art.  14a Abs.  1 des Bundesgesetzes  über  Aufenthalt  und Niederlassung 
der Ausländer [ANAG, SR 142.20]). 

6.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 
den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Aus-
länders in seinen Heimat-,  Herkunfts-  oder einen Drittstaat  entgegenstehen.  Der 
Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

6.3 Niemand darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in 

16

dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 
solches Land gezwungen wird (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

6.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  unmenschliche oder  erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied-
rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7. Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthalts-
bewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung 
wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und 
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission / EMARK 2001 Nr. 21). 

8.

8.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass 
der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen (vgl.  M. Gattiker,  Das Asyl-  und Wegweisungsverfahren,  Bern 
1999, S. 89). Da es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 
5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorlie-
genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführer 
in ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

8.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer noch aus 
den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihren 
Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder 
Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis 
des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real  risk") 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Fol-
ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16, S. 
122, m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen. 
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.3 Aus  humanitären  Gründen,  nicht  in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten  der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung auch verzichtet,  wenn die Rück-
kehr in den Heimatstaat  für den Betroffenen eine konkrete Gefährdung darstellt. 
Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland herrschenden allge-
meinen  politischen  Lage,  die  sich  durch  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  durch  eine 
Situation  allgemeiner  Gewalt  kennzeichnet,  oder  aufgrund anderer  Gefahrenmo-
mente,  wie  beispielsweise  einer  notwendigen  medizinischen  Behandlung,  ange-

17

nommen  werden  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesbeschluss  über  das  Asylverfahren 
vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668).

8.3.1 Gemäss Praxis gilt eine Wegweisung in die im Norden Sri Lankas gelegenen Ge-
biete Killinochchi,  Mannar,  Vavuniya,  Mallaitivu und Jaffna als unzumutbar,  eine 
Rückführung  in  die  südlichen  Provinzen  aber  als  grundsätzlich  zumutbar  (vgl. 
EMARK 2006, Nr. 6). Das Bundesverwaltungsgericht sieht zurzeit keine Veranlas-
sung  diese  Praxis  zu  ändern.  Die  Beschwerdeführer  stammen  beide  aus 
Z._______  und  sind  singhalesischer  Ethnie.  Beide  Beschwerdeführer  verfügen 
über gute Schulbildung und langjährige Berufserfahrung, sprechen Singhalesisch 
und haben Kenntnisse der englischen und durch ihren Aufenthalt in der Schweiz 
mittlerweile  auch der deutschen Sprache.  Mehrere nahe Familienangehörige der 
Beschwerdeführer  leben,  wohnen und arbeiten  in  Z._______ und die beiden 11 
und 10 jährigen Töchter  der Beschwerdeführer  sind derzeit  bei  einer Schwester 
des  Beschwerdeführers  in  Z._______  wohnhaft.  Der  Rückkehr  der 
Beschwerdeführer  nach  Z._______  steht  somit  nichts  im Wege,  wobei  sie  über 
genügend  Voraussetzungen  verfügen,  um ihre  Existenz  nach  der  Rückkehr  ins 
Heimatland wieder aufzubauen. 

8.3.2 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu 
bezeichnen.

8.4 Schliesslich  obliegt  es den Beschwerdeführern,  sich in  Zusammenarbeit  mit  der 
Vorinstanz bei der zuständigen Vertretung ihres Heimatstaates die für eine Rück-
kehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist.

8.5 Insgesamt  ist  die durch die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu bestätigen.  Die 
Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erach-
tet.  Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser 
Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 ANAG).

9. Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht 
nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig  und vollständig feststellt 
und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten ab-
zuweisen.

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdeführern auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 
16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  11.  Dezember  2006 
[VGKE]).

(Dispositiv nächste Seite)

18

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  600.--,  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu 
überweisen.

3. Dieses Urteil geht an:

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer,  2  Expl.  (Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Ref.-Nr. N ...)

- (...)

Der Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Katarina Umegbolu