# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fd99850-ecb3-5cd6-8f26-4c5fcafd1fbb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2025 F-8315/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8315-2025_2025-11-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8315/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Preisig;   

Gerichtsschreiberin Margerita Socha. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…),  

Türkei,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

substituiert durch MLaw Michael Meyer, AsyLex,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 23. Oktober 2025 / N (…). 

 

 

 

F-8315/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 8. Oktober 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Euro-

dac) ergab, dass sie bereits am 30. September 2025 in Kroatien um Asyl 

ersucht hatte. 

B.  

Am 20. Oktober 2025 führte die Vorinstanz mit der Beschwerdeführerin ein 

Dublin-Gespräch durch. Dabei wurde ihr das rechtliche Gehör zur Zustän-

digkeit Kroatiens für die Durchführung ihres Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens, zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid sowie zur Wegwei-

sung dorthin gewährt. 

C.  

Die kroatischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 14. Ok-

tober 2025 um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf 

Art. 20 Abs. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO) am 22. Oktober 2025 gut. 

D.  

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2025 – eröffnet am 24. Oktober 2025 – trat 

die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre Über-

stellung nach Kroatien an und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

E.  

Am 30. Oktober 2025 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

vollumfänglich aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das 

Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter seien spezifische Garan-

tien von den kroatischen Behörden einzuholen, um eine angebrachte Un-

terbringung und medizinische Versorgung bei der Rückkehr sicherzustel-

len. Die Beschwerdeführerin ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F-8315/2025 

Seite 3 

Weiter sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und 

die kantonalen Behörden seien entsprechend anzuweisen. Die Aussetzung 

des Wegweisungsvollzugs sei superprovisorisch zu verfügen. Es sei das 

Verfahren mit demjenigen von B._______, gemäss Art. 8 EMRK i.V.m. 

Art. 9 Dublin-III-VO zu vereinigen.  

F.  

Am 30. Oktober 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.1  

Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwerde zu-

ständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteils-

voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 20 Abs. 5 Dublin-

III-VO grundsätzlich Kroatien für die Behandlung des Asylgesuchs der Be-

schwerdeführerin zuständig ist, dass das kroatische Asylsystem rechtspre-

chungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die 

Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz über-

ginge (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5), und 

dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich 

sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-

III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie insbesondere die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin im Hinblick auf die schlechte Behandlung seitens der 

F-8315/2025 

Seite 4 

kroatischen Behörden (Abnahme der Fingerabdrücke unter Zwang, rechts-

widrige Behandlung, Push-backs, Zugang zu Rechtsmitteln, Lebensbedin-

gungen in Kroatien sowie Zugang zur medizinischen Versorgung) berück-

sichtigt und rechtsprechungskonform gewürdigt. Des Weiteren hat die Vor-

instanz korrekt erwogen, dass sich aus der Anwesenheit ihres angeblichen 

Ehemannes, nicht zuletzt angesichts des fehlenden Nachweises einer re-

ligiösen Trauung, der Dauer sowie Ernsthaftigkeit der angeblichen Bezie-

hung sowie aufgrund des fehlenden Abhängigkeitsverhältnisses, keine Zu-

ständigkeit der Schweiz ableiten lässt (weder nach Art. 2 Bst. g, Art. 9 und 

Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO noch nach Art. 8. EMRK). Darüber hinaus hat 

die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zukommenden Ermessens von 

einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach 

zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylge-

such der Beschwerdeführerin nicht eingetreten und hat in Anwendung von 

Art. 44 AsylG deren Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Zur näheren 

Begründung wird auf die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen. 

2.2 Was die Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung nichts zu ändern. Die von 

ihr wiedergegebenen Urteile deutscher Gerichte (welche das Bundesver-

waltungsgericht ohnehin nicht binden) und die Berichte von Nichtregie-

rungsorganisationen zur Situation von Asylsuchenden in Kroatien, zu den 

Push-backs, zur Polizeigewalt, zu fehlenden wirksamen Rechtsmitteln, zur 

Gesundheitsversorgung sowie zum Refoulement-Verbot vermögen keine 

systemischen Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu belegen. 

Für eine Änderung der Rechtsprechung (zu den Voraussetzungen: BGE 

147 V 342 E. 5.5.1 m.w.H.) besteht in Würdigung der Äusserungen der 

Beschwerdeführerin keine Veranlassung. Es ist demnach davon auszuge-

hen, dass Gesuchstellende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach 

Kroatien überstellt werden, Zugang zum dortigen Asylverfahren erhalten 

und Kroatien die Sicherheit gestützt auf die Dublin-III-VO überstellter Per-

sonen garantiert und deren Rechte gemäss dem internationalen Recht ein-

hält (siehe E. 2.1 hiervor).  

Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verletzung des Rechts 

auf Familienleben bringt ebenfalls keine neuen Aspekte mit sich. Die auf 

Beschwerdeebene einegereichten Beweismittel zur Dauerhaftigkeit der 

Beziehung und zum Ehevorbereitungsverfahren vermögen als Nachweis 

einer tatsächlich gelebten Beziehung nicht zu überzeugen. Die rudimen-

F-8315/2025 

Seite 5 

tären Angaben lassen kaum Rückschlüsse auf die Dauer oder Intensität 

der Beziehung zu. Darüber hinaus ist nicht nachvollziehbar, weshalb die 

Beschwerdeführerin im Asylverfahren des angeblichen Ehemannes uner-

wähnt geblieben ist. Vor diesem Hintergrund ist keine dauerhafte Bezie-

hung eheähnlicher Intensität anzunehmen, die vom Schutzbereich von 

Art. 8 Abs. 1 EMRK erfasst wäre. Das Ehevorbereitungsverfahren kann 

ohne weiteres im Ausland abgewartet und der Kontakt wie bis anhin über 

die modernen Kommunikationsmittel aufrechterhalten werden.  

2.3 Auch die Rüge, die Vorinstanz habe es versäumt, die Gesuchsgründe 

individuell und geschlechtsspezifisch im Hinblick auf Kroatien zu beurteilen 

und dadurch Art. 2 (c), (d), (e), (f) und 3 des Übereinkommens zur Beseiti-

gung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW [SR 0.108]) ver-

letzt, erweist sich als unbegründet. Die Beschwerdeführerin selbst hat im 

Verlauf des Verfahrens vor der Vorinstanz keine geschlechtsspezifischen 

Beanstandungen gemacht und es ist nicht ersichtlich, in welcher Hinsicht 

hier die Vorinstanz weitere Abklärungen hätte tätigen sollen. Zudem erhielt 

sie im Rahmen des am 20. Oktober 2025 anlässlich des Dublin-Gesprächs 

gewährten rechtlichen Gehörs die Möglichkeit, sich zu allfälligen Wegwei-

sungsvollzugshindernissen zu äussern, wovon sie Gebrauch gemacht hat. 

Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist ab-

zuweisen. 

2.4 Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Praxis davon aus, dass 

die schweizerischen Behörden bei den kroatischen Behörden in der Regel 

keine individuellen Zusicherungen bezüglich des Zugangs zu adäquater 

Unterbringung, Betreuung und medizinischer Versorgung einzuholen ha-

ben (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 12). Das ent-

sprechende Subeventualbegehren ist ebenfalls abzuweisen. 

2.5 Hinsichtlich des Antrags der Beschwerdeführerin, es sei das Verfahren 

mit demjenigen ihres angeblichen Ehemannes gemäss Art. 8 EMRK i.V.m. 

Art. 9 Dublin-III-VO zu vereinigen, wird festgehalten, dass beim Bundes-

verwaltungsgericht kein Verfahren des angeblichen Ehemannes hängig ist, 

weshalb auf den Antrag nicht einzutreten ist.  

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

(Art. 106 AsylG) und die Beschwerde ist abzuweisen. 

  

F-8315/2025 

Seite 6 

4.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 30. Oktober 2025 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin und das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung wird gegenstandslos. 

5.  

5.1 Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65. Abs. 1 und Abs. 2 VwVG) abzuweisen 

ist. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegen-

den Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf ins-

gesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

6.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nachfolgende Seite) 

  

F-8315/2025 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei das Verfahren mit demjeni-

gen ihres angeblichen Ehemannes gemäss Art. 8 EMRK i.V.m. Art. 9 Dub-

lin-III-VO zu vereinigen, wird nicht eingetreten. 

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Margerita Socha 

 

 

Versand: