# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 875abafc-8746-5785-b01e-0a2c0cbfa0ed
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 01.07.2013 VO130094
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO130094_2013-07-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Präsident   
 
 

Geschäfts-Nr.: VO130094-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef  

 sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Gürber 

 

Urteil vom 1. Juli 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin 

 

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge B._____,  

vertreten durch Dr. iur. X1._____,  

substituiert durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ 

 

 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Ausgangslage 

1.1. A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) liess beim Friedensrichteramt 

C._____ mit Eingabe vom 13. Juni 2013 ein Schlichtungsgesuch einreichen be-

treffend eine Feststellungs- und Erbteilungsklage gegen D._____ und E._____ 

(vgl. act. 4/2). 

1.2. Ebenfalls mit Eingabe 13. Juni 2013 (beim Obergerichtspräsidenten einge-

gangen am 17. Juni 2013) liess die Gesuchstellerin um Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes 

für das Schlichtungsverfahren ersuchen (act. 1 S. 2). 

1.3. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Parteient-

schädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher 

gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Beurteilung des Gesuchs 

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident 

im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche 

Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz neu zu beantra-

gen, weshalb der Obergerichtspräsident die unentgeltliche Rechtspflege bei Vor-

liegen der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungs-

verfahrens bewilligen kann.  

2.2. Anspruch auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und auf Bestel-

lung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes hat eine Partei dann, wenn sie mit-

tellos ist (Art. 117 lit. a ZPO), wenn ihr Prozess nicht als aussichtslos erscheint 

(Art. 117 lit. b ZPO) und wenn sie für die gehörige Führung des Prozesses eines 

rechtskundigen Vertreters bedarf (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).  

- 3 - 

2.3. Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand des not-

wendigen Lebensunterhalts (sog. "zivilprozessualer Notbedarf") das massgebli-

che Einkommen übersteigt, bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Überschuss re-

sultiert, welcher es dem Gesuchsteller nicht erlauben würde, die Prozesskosten 

innert nützlicher Frist zu bezahlen. Nebst dem Einkommen ist auch das Vermö-

gen zur Bestreitung des Prozessaufwands einzusetzen. Zu berücksichtigen ist 

vorhandenes Vermögen jeglicher Art, soweit es effektiv verfügbar, realisierbar und 

sein Verbrauch zumutbar ist (Emmel, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivil-

prozessordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/ 

Genf 2010, N 7 zu Art. 117). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse 

im Zeitpunkt der Gesuchstellung (Emmel, a.a.O., N 4 zu Art. 117). 

2.4. Bei der Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege für das 

Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe anzulegen: Die in einem 

Schlichtungsverfahren entstehenden Kosten sind – anders als vor einer Gerichts-

instanz – äusserst beschränkt und können deshalb bereits bei einem relativ ge-

ringen Überschuss des Einkommens über den zivilprozessualen Notbedarf be-

stritten werden.  

2.5. Ein Gesuchsteller hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung sei-

nes Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend 

darzulegen - es trifft ihn bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine 

umfassende Mitwirkungspflicht. Kommt ein Gesuchsteller dieser Mitwirkungs-

pflicht nicht oder nur ungenügend nach und kann als Folge davon seine Bedürf-

tigkeit nicht hinreichend beurteilt werden, ist der Anspruch um unentgeltliche 

Rechtspflege zu verweigern (BGE 120 Ia 179). 

2.6. Dem Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege gehen allfällige gesetzliche 

Unterhaltspflichten wie bspw. die Unterhaltspflicht der Eltern für ihre Kinder ge-

mäss Art. 276 ff. ZGB vor (vgl. BGE 127 I 202), weshalb vorliegend insbesondere 

zu prüfen ist, ob die Gesuchstellerin nicht auf der Grundlage solcher Verpflichtun-

gen die nötigen finanziellen Mittel erhältlich machen kann. Konkret sind deshalb 

die finanziellen Verhältnisse der Mutter der Gesuchstellerin in die Beurteilung ih-

rer Mittellosigkeit einzubeziehen. 

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2.7. Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um ein fünfjähriges Kind und es er-

scheint glaubhaft, dass sie weder über Einkommen noch Vermögen verfügt (vgl. 

act. 1 S. 3 Ziff. 5 und Ziff. 6 und S. 4 Ziff. 10). Es bleibt indes zu prüfen, ob die 

Mutter der Gesuchstellerin in Anwendung von Art. 276 ZGB angehalten werden 

kann, für die relativ geringen Kosten des Schlichtungsverfahrens und die damit 

zusammenhängenden Kosten einer anwaltlichen Vertretung aufzukommen. Die 

Gesuchstellerin liess hierzu ausführen, ihre Mutter verfüge über kein Erwerbsein-

kommen. Sie erhalte eine Witwenrente von jährlich Fr. 5'616.- und Ergänzungs-

leistungen von monatlich Fr. 769.-. Für die Gesuchstellerin werde ihr sodann eine 

Waisenrente von monatlich Fr. 456.- ausgerichtet. Die jährlichen Lebenshaltungs-

kosten beliefen sich auf Fr. 10'035.-, der jährliche Mietaufwand betrage 

Fr. 4'800.-. Vermögenswerte seien keine vorhanden (act. 1 S. 3 f.). Zu sämtlichen 

Einnahmen liess die Gesuchstellerin die entsprechenden Belege ins Recht rei-

chen (act. 4/3-4). Damit ist auf Seiten der Mutter der Gesuchstellerin von monatli-

chen Einnahmen von Fr. 1'693.- (Witwenrente Fr. 468.- [act. 4/3 S. 2]; Ergän-

zungsleistungen Fr. 769.- [act. 4/3 S. 1]; Waisenrente für die Gesuchstellerin 

Fr. 456.- [act. 4/4]) auszugehen. Bei den Auslagen wurde einzig die Miete von 

monatlich Fr. 400.- belegt (act. 4/3 S. 2). Unter Hinzurechnung der Grundbeträge 

gemäss Kreisschreiben von insgesamt Fr. 1'600.- (Fr. 1'200.- für die Mutter der 

Gesuchstellerin und Fr. 400.- für die Gesuchstellerin) ergibt dies einen monatli-

chen Bedarf von Fr. 2'000.-. Die Vermögenslosigkeit der Mutter der Gesuchstelle-

rin ergibt sich sodann aus der Berechnung der kantonalen Ausgleichskasse des 

Kantons Waadt ("FORTUNE NETTE: ZERO", act. 4/3 S. 2). Damit ist es der Mut-

ter der Gesuchstellerin nicht zumutbar, gestützt auf Art. 276 ZGB für die Kosten 

des Schlichtungsverfahrens und der anwaltlichen Vertretung aufzukommen. Die 

Mittellosigkeit der Gesuchstellerin ist hinreichend belegt bzw. glaubhaft gemacht. 

2.8. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Vorausset-

zung der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist eine gewisse Prozess-

prognose vonnöten, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen 

ist. Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich ge-

- 5 - 

ringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können (vgl. z.B. BGE 69 I 160). 

2.9. Die Feststellungs- und Erbteilungsklage gegen D._____ und E._____ kann 

aus heutiger Perspektive aufgrund der eingereichten Unterlagen (act. 4/2) nicht 

als aussichtslos bezeichnet werden. Gemäss Urteil des Bezirksgerichts Affoltern 

vom 12. Juni 2012 handelt es sich bei der Gesuchstellerin und E._____ um die 

gesetzlichen Erben und bei D._____ um den eingesetzten Erben der Erblasserin 

F._____ (act. 4/2 Beilage 2). 

2.10. Folglich kann dem Antrag der Gesuchstellerin entsprochen werden und ist 

ihr für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt C._____ betreffend 

oberwähnte Feststellungs- und Erbteilungsklage die unentgeltliche Rechtspflege 

zu gewähren. 

2.11. Damit die Bestellung eines Rechtsbeistandes im Schlichtungsverfahren 

schliesslich als notwendig erscheint, bedarf es ganz besonderer Umstände, d.h. 

es sind hohe Anforderungen an die Notwendigkeit eines unentgeltlichen Rechts-

vertreters zu stellen. Allgemein ausgedrückt hat eine Partei dann einen Anspruch 

auf Verbeiständung, wenn ihre Interessen in schwerwiegender Weise betroffen 

sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, 

die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen (so Emmel, a.a.O., 

N 5 zu Art. 118). Dabei sind neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Un-

übersichtlichkeit des Sachverhaltes auch in der Person des Betroffenen liegende 

Gründe zu berücksichtigen, so das Alter, die soziale Situation, Sprachkenntnisse 

sowie allgemein die Fähigkeit, sich im Verfahren zurecht zu finden (Entscheid des 

Bundesgerichts 1C_339/2008 vom 24. September 2008, E. 2.2.) 

2.12. Einleitend ist festzuhalten, dass für die Beantwortung der Frage, ob die Ge-

suchstellerin in der Lage ist, ihre Rechte im derzeitigen Verfahrensstadium selber 

wahrzunehmen, nicht auf ihre eigene Person abzustellen ist. Vielmehr wird die 

Gesuchstellerin durch ihre Mutter gesetzlich vertreten. Das Erfordernis der Not-

wendigkeit eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes ist vorliegend ausnahmsweise 

zu bejahen. Aufgrund des geschilderten Sachverhalts ist davon auszugehen, dass 

- 6 - 

die Klage durchaus anspruchsvolle Abklärungen erforderlich machen kann. Zu-

dem geht es um einen für die Gesuchstellerin sehr hohen Betrag. Beim streitigen 

Nachlass handelt es sich offenbar um das einzige namhafte Aktivum der zur Zeit 

mittellosen Gesuchstellerin. Ausserdem ist auf die relative Komplexität einer Fest-

stellungs- und Erbteilungsklage hinzuweisen, was es ebenfalls als sinnvoll er-

scheinen lässt, dass die Gesuchstellerin bereits im aktuellen Verfahrensstadium 

anwaltlich vertreten ist. Und schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die in 

G._____/Kanton Waadt wohnhafte Mutter der Gesuchstellerin die deutsche Spra-

che nur ungenügend beherrscht und über keine juristischen Kenntnisse verfügt 

(act. 1 S. 6). Die sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-

dung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO ist damit zu bejahen und es ist der 

Gesuchstellerin für das Schlichtungsverfahren in der Person von Rechtsanwalt 

Dr. X2._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. 

3. Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege 

Gemäss den einschlägigen Bestimmungen der ZPO werden die Kosten der un-

entgeltlichen Rechtspflege vom "Kanton" getragen bzw. wird der unentgeltliche 

Rechtsbeistand vom "Kanton" entschädigt (Art. 113 Abs. 1 und Art. 122 ZPO). 

Der ständigen Praxis des Obergerichts des Kantons Zürich zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung folgend sowie entsprechend der bisherigen zürcherischen 

Praxis sind die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren vor der 

Schlichtungsbehörde von der zuständigen Gemeinde zu tragen, vorliegend somit 

von der Gemeinde C._____. Zu beachten ist indes, dass die Kosten des Schlich-

tungsverfahrens gemäss Art. 207 Abs. 2 ZPO bei der Einreichung der Klage zur 

Hauptsache geschlagen werden und das erkennende Gericht somit in der Folge 

über diese zusammen mit den übrigen Prozesskosten gemäss Art. 104 ff. ZPO zu 

entscheiden hat. Die Kostenauflage an die Gemeinde C._____ erfolgt deshalb un-

ter diesem Vorbehalt. 

4. Kosten und Rechtsmittel 

4.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos. 

- 7 - 

4.2. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr 

ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. 

Es wird erkannt: 

1. Der Gesuchstellerin wird für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedens-

richteramt C._____ betreffend Feststellungs- und Erbteilungsklage die un-

entgeltliche Rechtspflege i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. a und b ZPO gewährt. 

2. Der Gesuchstellerin wird für das erwähnte Schlichtungsverfahren in der Per-

son von Rechtsanwalt Dr. X2._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand 

i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO bestellt 

3. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege trägt unter Vorbehalt von 

Art. 207 Abs. 2 ZPO die Gemeinde C._____. 

4. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Vertreter der Gesuchstellerin 
− das Friedensrichteramt C._____, … [Adresse]  
− die Gegenpartei in der Hauptsache, D._____, … [Adresse] 
− die Gegenpartei in der Hauptsache, E._____, … [Adresse] 

 je gegen Empfangsschein. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 

Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

- 8 - 

Zürich, 1. Juli 2013 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Die Gerichtsschreiberin: 
 

 

lic. iur. A. Gürber 

 

versandt am: 

	Urteil vom 1. Juli 2013
	 Erwägungen:
	1. Ausgangslage
	1.1. A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) liess beim Friedensrichteramt C._____ mit Eingabe vom 13. Juni 2013 ein Schlichtungsgesuch einreichen betreffend eine Feststellungs- und Erbteilungsklage gegen D._____ und E._____ (vgl. act. 4/2).
	1.2. Ebenfalls mit Eingabe 13. Juni 2013 (beim Obergerichtspräsidenten eingegangen am 17. Juni 2013) liess die Gesuchstellerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das Schlichtungsv...
	1.3. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Parteientschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Parteientschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3...

	2. Beurteilung des Gesuchs
	2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Einreichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist ge...
	2.2. Anspruch auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes hat eine Partei dann, wenn sie mittellos ist (Art. 117 lit. a ZPO), wenn ihr Prozess nicht als aussichtslos erscheint (Art. 117 lit....
	2.3. Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand des notwendigen Lebensunterhalts (sog. "zivilprozessualer Notbedarf") das massgebliche Einkommen übersteigt, bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Überschuss resultiert, welcher es...
	2.4. Bei der Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe anzulegen: Die in einem Schlichtungsverfahren entstehenden Kosten sind – anders als vor einer Gerichtsinstanz – äusserst bes...
	2.5. Ein Gesuchsteller hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung seines Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen - es trifft ihn bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine umfassende Mitwirku...
	2.6. Dem Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege gehen allfällige gesetzliche Unterhaltspflichten wie bspw. die Unterhaltspflicht der Eltern für ihre Kinder gemäss Art. 276 ff. ZGB vor (vgl. BGE 127 I 202), weshalb vorliegend insbesondere zu prüfen i...
	2.7. Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um ein fünfjähriges Kind und es erscheint glaubhaft, dass sie weder über Einkommen noch Vermögen verfügt (vgl. act. 1 S. 3 Ziff. 5 und Ziff. 6 und S. 4 Ziff. 10). Es bleibt indes zu prüfen, ob die Mutter de...
	2.8. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Voraussetzung der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist eine gewisse Prozessprognose vonnöten, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichtsl...
	2.9. Die Feststellungs- und Erbteilungsklage gegen D._____ und E._____ kann aus heutiger Perspektive aufgrund der eingereichten Unterlagen (act. 4/2) nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Gemäss Urteil des Bezirksgerichts Affoltern vom 12. Juni 20...
	2.10. Folglich kann dem Antrag der Gesuchstellerin entsprochen werden und ist ihr für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt C._____ betreffend oberwähnte Feststellungs- und Erbteilungsklage die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
	2.11. Damit die Bestellung eines Rechtsbeistandes im Schlichtungsverfahren schliesslich als notwendig erscheint, bedarf es ganz besonderer Umstände, d.h. es sind hohe Anforderungen an die Notwendigkeit eines unentgeltlichen Rechtsvertreters zu stellen...
	2.12. Einleitend ist festzuhalten, dass für die Beantwortung der Frage, ob die Gesuchstellerin in der Lage ist, ihre Rechte im derzeitigen Verfahrensstadium selber wahrzunehmen, nicht auf ihre eigene Person abzustellen ist. Vielmehr wird die Gesuchste...

	3. Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege
	Gemäss den einschlägigen Bestimmungen der ZPO werden die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege vom "Kanton" getragen bzw. wird der unentgeltliche Rechtsbeistand vom "Kanton" entschädigt (Art. 113 Abs. 1 und Art. 122 ZPO). Der ständigen Praxis des Ob...

	4. Kosten und Rechtsmittel
	4.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	4.2. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nicht...

	Es wird erkannt:
	1. Der Gesuchstellerin wird für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt C._____ betreffend Feststellungs- und Erbteilungsklage die unentgeltliche Rechtspflege i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. a und b ZPO gewährt.
	2. Der Gesuchstellerin wird für das erwähnte Schlichtungsverfahren in der Person von Rechtsanwalt Dr. X2._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO bestellt
	3. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege trägt unter Vorbehalt von Art. 207 Abs. 2 ZPO die Gemeinde C._____.
	4. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Vertreter der Gesuchstellerin
	 das Friedensrichteramt C._____, … [Adresse]
	 die Gegenpartei in der Hauptsache, D._____, … [Adresse]
	 die Gegenpartei in der Hauptsache, E._____, … [Adresse]

	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Zürich, 1. Juli 2013
	versandt am: