# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa7a6008-8fd0-5539-a0cd-763736e013c9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 13.04.2005 SB 2005 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-6_2005-04-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. April 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 6 (nicht/mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Riesen-Bienz und Möhr
Aktuarin ad hoc Nüssle

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer, 
Quaderstrasse 5, 7000 Chur, 

gegen 

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses J. vom 24. November 2004, mitgeteilt 
am 11. Januar 2005, in Sachen der Staatsanwaltschaft Graubünden, 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, gegen den Berufungskläger,

betreffend fahrlässige Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 24. Juli 1978 in B. geboren, wo er zusammen mit einer 
Schwester in geordneten Familienverhältnissen bei seinen Eltern aufwuchs. Dort 
wohnte er bis zu seinem 16. Lebensjahr; danach zog die ganze Familie nach C. In 
B. und C. besuchte X. während elf Jahren die Schule und während 1 ½ Jahren ein 
Comunity College; danach absolvierte er eine 18-monatige Ausbildung an einem 
Institut. Anschliessend arbeitete er an verschiedenen Stellen als Koch. Im Jahre 
2000 arbeitete er für neun Monate im Hotel A. und danach in zwei Restaurants. 
Sodann unternahm er Reisen nach Australien, Thailand und in die Schweiz. Nach 
dem Autounfall vom 29. November 2002 flog er in die USA zurück. Im Sommer 2003 
kam er wieder in die Schweiz, wo er sich zwei bis drei Monate aufhielt. Sodann 
arbeitete er zu 40-50% in einer Cateringfirma und von Februar bis Mai 2004 
zusätzlich zu 40-50% im Sicherheitsdienst des Flughafens Q.. Zuletzt erzielte er ein 
monatliches Einkommen von ca. USD 2'000.-.

X. ist weder im schweizerischen Zentralstrafregister noch im SVG-
Massnahmenregister verzeichnet. 

B. X. wurde von der Staatsanwaltschaft Graubünden wegen fahrlässiger 
Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB angeklagt. Gemäss Anklageschrift 
vom 17. August 2004 liegt dieser Anklage folgender Sachverhalt zugrunde:

„Am 29. November 2002, um ca. 19.45 Uhr, fuhr X. mit dem 
Personenwagen Nissan Prairie, Kennzeichen O.., von H. kommend 
über die G.-Strasse in Richtung I.. Zur selben Zeit fuhr D. mit dem 
Personenwagen der Marke Seat Alhambra, Kennzeichen P., in die 
Gegenrichtung. Die Strasse war nass und es herrschten eher 
schlechte Sichtverhältnisse. Auf der Höhe der Örtlichkeit F. fuhr zur 
gleichen Zeit ein unbekannter Personenwagen vom Kreisel her über 
die Zufahrtsstrasse in die G.-Strasse ein. Als sich jenes Fahrzeug 
seitlich bis auf ca. 50-60 cm dem Fahrzeug des Angeklagten genähert 
hatte, schwenkte dieser brüsk nach links auf die Gegenfahrbahn und 
fuhr direkt vor den Personenwagen von D., worauf es zu einer 
Frontalkollision zwischen diesen zwei Personenwagen kam. Durch die 
Wucht des Aufpralles drehte sich der Personenwagen von X. um die 
eigene Achse und kam anschliessend zum Stillstand. D. konnte ihre 
Fahrtrichtung beibehalten und prallte mit dem Fahrzeugheck gegen 
die rechtsseitige Leitplanke, wo sie mit ihrem Fahrzeug zum Stillstand 
kam.

Beide Fahrzeuglenker wurden bei diesem Unfall verletzt. Gemäss 
Arztbericht vom 11. Dezember 2002 erlitt D. Unterarmbrüche 
beidseits, einen Beckenbruch mit Beteiligung der linken 
Hüftgelenkspfanne, eine Verstauchung des Knöchels rechts sowie 
Prellungen (Oberschenkel, Nase, Knie) und musste hospitalisiert 
werden. Am 11. Dezember 2002 wurde sie für die Dauer von 1 ½ 

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Monaten in die Rehabilitationsklinik verlegt. Gemäss Arztbericht vom 
17. März 2003 sind diese Verletzungen mit Ausnahme derjenigen an 
der linken Elle ausgeheilt. Die linke Elle musste hingegen zweimal 
operiert werden. D. litt auch 8 Monate nach dem Unfall immer noch an 
den Unfallfolgen und war über längere Zeit 100% arbeitsunfähig. Ab 
Mitte Juni 2003 konnte sie wieder zu 50% arbeiten, obwohl sie in ihrer 
Arbeit erheblich eingeschränkt war und permanente Schmerzen am 
Arm oder im Bereich Nacken/Schultern hatte.

Der vom Angeklagten gelenkte Personenwagen erlitt Totalschaden in 
der Höhe von ca. Fr. 2'000.--. Das von D. gelenkte Fahrzeug erlitt 
ebenfalls Totalschaden in der Höhe von ca. Fr. 30'000.--. Der 
Sachschaden an der Leitplanke beläuft sich gesamthaft auf ca. Fr. 
2'000.--.

Der beim Angeklagten durchgeführte Alco-Test fiel negativ aus. Auch 
die D. entnommene Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration 
von 0,00 Gewichtspromille.“

C. Die Fachstelle für Kriminaltechnische Dienste der Kantonspolizei 
Graubünden klärte ab, ob es zwischen dem Fahrzeug von X. und dem unbekannten, 
über die Einfahrt F. in die G.-Strasse einmündenden Personenwagen zu einer 
Streifkollision gekommen sei (act. 3/4). Dabei konnte festgestellt werden, dass der 
von X. gefahrene Nissan Prairie neben dem Schaden an der Front ebenfalls 
Beschädigungen an folgenden Stellen aufwies: hinten rechts, an Türe und 
Radkasten, 63-70 cm ab Boden, an der Stossstangenecke, 52-56 cm ab Boden und 
am Hinterrad (Felge), am linken Vorderrad und am rechten Hinterrad fehlte die 
Radzierblende (vgl. act. 3/5, Fotos 3-9). Nach der mikroskopischen Untersuchung 
der Spuren kam der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Graubünden 
beziehungsweise der zuständige Sachbearbeiter E. am 19. Dezember 2002 zu 
folgenden Schlüssen (act. 3/4, S. 4 f.):

- „Im Spurenmaterial gesichert ab dem Nissan Prairie, 
Kennzeichen O., ab der rechten Hintertüre und ab 
anschliessendem Radkasten konnte hellblaue Eigenfarbe mit 
schwarzer Grundierung und fremder Kunststoffabrieb 
festgestellt werden (Foto 4+5). Der Lackschaden an der Türe 
wies bereits auf der Unfallstelle Rost auf (Foto 5). Somit handelt 
es sich um einen älteren Schaden.

- Im Spurenmaterial gesichert ab der Stossstangenecke hinten 
rechts des Nissan Prairie befindet sich ausser Schmutz, 
hellblaue Eigenfarbe mit schwarzer und gelber Grundierung 
(Foto 4+6). Anhaftender Schmutz an den Kratzspuren weisen 
auf eine ältere Beschädigung hin.

- Im Spurenmaterial gesichert ab dem rechten Hinterrad (Felge) 
des Nissan Prairie befinden sich Mineralien und schwarze 

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Eigenfarbe mit grauer Grundierung. Anhand der angerosteten 
Felge und den Mineralien handelt es sich um eine ältere 
Beschädigung. Die Beschaffenheit der Beschädigungen deuten 
auf ein Anfahren eines Randsteins hin (Foto 4, 7+9). 

- Das eingesammelte Material an der Unfallstelle, durch das 
Tiefbauamt Werkhof, wurde durch uns untersucht. Dabei kamen 
Teile einer Radzierblende und eine intakte Radzierblende der 
Marke Nissan zum Vorschein. Da am linken Vorderrad des 
Nissan Prairie, Kennzeichen O., der Spannring von der 
Radzierblende eingeklemmt zurückblieb, konnte die 
vollständige Radzierblende dem Hinterrad rechts zugeordnet 
werden. Diese dürfte beim Zusammenstoss von der Felge 
gesprungen sein. Montiert man diese Radzierblende auf das 
beschädigte Rad, deckt man die Beschädigung an der Radfelge 
vollständig ab (Foto 8).

- Der Frontschaden des Seat Alhambra, Kennzeichen P., stammt 
eindeutig vom Zusammenstoss mit dem Nissan Prairie, 
Kennzeichen O.. Durch den Aufprall brach das Heck des Seat 
Alhambra gegen die rechtsseitige Leitplanke aus. Dabei wurde 
die Leitplanke und die Stossstangenecke hinten rechts am Seat 
Alhambra beschädigt.

- Fremdspuren, die auf einen Drittbeteiligten hinweisen, konnten 
nicht festgestellt werden.

Aufgrund der durchgeführten Untersuchungen gelangen wir zur 
Überzeugung, dass die Beschädigungen hinten rechts am 
Personenwagen Nissan Prairie, Kennzeichen O., vor diesem 
Verkehrsunfall entstanden sind. Es handelt sich um ältere 
Beschädigungen, die mit dem vorliegenden Verkehrsunfall nicht in 
Zusammenhang stehen.“

D. Mit Strafmandat vom 16. April 2004 erkannte der Kreispräsident Fünf 
Dörfer:

„1. X. ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB.

2. Dafür wird er bestraft mit Fr. 800.00 Busse.

3. Der Eintrag der Busse im Strafregister wird nach Ablauf der Pro-
bezeit von 1 Jahr vorzeitig gelöscht.

4. (Kosten)

      (Rechtsmittelbelehrung)

      (Mitteilung).“

E. Mit Eingabe vom 23. April 2004 liess X. Einsprache gegen dieses 
Strafmandat erheben.

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F. Am 11. Juni 2004 legte die Rechtsanwältin von X. einen Unfallanaly-
sebericht der “Zürich“ Versicherungs-Gesellschaft vom 17. Mai 2004 (act. 3/25) so-
wie den von der “Zürich“ Versicherungs-Gesellschaft veranlassten Untersuchungs-
bericht des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich vom 7. April 2004 
(act. 3/26) ins Recht. Der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich kam 
darin zum Schluss, dass an der Hintertüre rechts und am Radkasten hinten rechts 
am Fahrzeug X. Spuren von einem anderen Fahrzeug vorhanden seien. Dabei 
handle es sich vermutlich um ein Fahrzeug mit einer schwarz metallisierten Lackie-
rung. Da es sich nur um eine geringfügige Beschädigung an der Hintertüre und dem 
Radkasten handle, könne sich nur ein leichtes Touchieren ereignet haben. Wann 
die Spurenübertragung stattgefunden habe (bereits vor oder während des Unfallge-
schehens), könne jedoch aufgrund der vorgenommenen Untersuchung nicht gesagt 
werden.

G. Mit Schreiben vom 6. Juli 2004 stellte der Rechtsvertreter von D. den 
Antrag, es sei dem Grundsatz nach festzustellen, dass X. für sämtlichen seiner Kli-
entin entstandenen Schaden (materiell und immateriell) haftbar sei. Im übrigen sei 
für die Bestimmung des Quantitativen die Forderung gemäss Art. 9 Abs. 3 OHG an 
den Zivilrichter zu verweisen. 

H. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss J. fand am 
24. November 2004 in Anwesenheit von X. und seiner Verteidigerin statt. Mit Urteil 
vom 24. November 2004, mitgeteilt am 11. Januar 2005, erkannte der Bezirksge-
richtsausschuss J.:

„1. X. ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss 
Art. 125 Abs. 2 StGB. 

2. Dafür wird er mit einer Busse von CHF 800.00 bestraft.

3. Die Probezeit für die vorzeitige Löschung der Busse im Strafregister 
wird auf ein Jahr angesetzt.

4. Es wird dem Grundsatze nach festgestellt, dass X. für sämtlichen 
D. aus dem Vorfall vom 29. November 2002 entstandenen Schaden 
(materiell und immateriell) haftbar ist. Für die Bestimmung des 
Quantitativen wird die Forderung gestützt auf Art. 9 Abs. 3 OHG an 
den Zivilrichter verwiesen.

5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus: 

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft 

Graubünden                                                          Fr. 1'700.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden 

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- Fr. 1'364.70

- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichtsausschusses 

- J. Fr. 2'640.00

- den Barauslagen des Bezirksgerichtsausschusses 

- J. Fr.      60.00

total somit Fr. 5'764.70
werden X. auferlegt.

6. Die Gebühren und Barauslagen des Kreisamtes Fünf Dörfer in 
Höhe von Fr. 220.00, welche aus dem Erlass des Strafmandates 
resultieren, sind ebenfalls von X. zu bezahlen.

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8.(Mitteilung)“.

I. Gegen das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses J. vom 24. Novem-
ber 2004 erhob X. mit Eingabe vom 1. Februar 2005 Berufung beim Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden. Er beantragt die vollumfängliche Aufhebung des 
angefochtenen Urteils; eventualiter sei von einer Strafe im Sinne von Art. 66bis Abs. 
1 StGB Umgang zu nehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge plus 7,6% 
Mehrwertsteuer. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 10. Fe-
bruar 2005 auf eine Vernehmlassung ebenso wie die Vorinstanz mit Schreiben vom 
22. Februar 2005, welche die Akten einreichte.

Am 22. Februar 2005 beantragte der Rechtsvertreter von D., dass die Beru-
fung vollumfänglich abzuweisen sei unter Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils; 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers für beide 
Instanzen.

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen:

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer 
Ausschüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 

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Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-
ausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Ent-
scheides Berufung einreichen. Diese ist zu begründen und hat darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden 
und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. 
StPO). 

b) Diesen Anforderungen vermag die im übrigen form- sowie fristgerecht 
eingereichte Berufung von X. vom 1. Februar 2005 zu genügen, weshalb auf sie 
einzutreten ist.

2. Der Kantonsgerichtspräsident kann von Amtes wegen oder auf Antrag 
eine mündliche Berufungsverhandlung durchführen, wenn die persönliche Befra-
gung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 
Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Berufungsverhandlung statt, so trifft der 
Kantonsgerichtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt aufgrund der Akten 
(Art. 144 Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber 
unabhängig von der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise und öffentlich gehört wird. 
Dieser Anspruch ist Teilgehalt der umfassenden Garantie auf ein faires Verfahren. 
Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das 
erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines 
korrekten Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelweges, somit auch 
auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Die Art der Anwendung von 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK auf ein Verfahren vor einer Rechtsmittelinstanz hängt von deren 
Besonderheiten ab. Von einer mündlichen Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz 
kann etwa abgesehen werden, soweit die erste Instanz tatsächlich mündlich 
verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen oder Tatfragen zur Diskussion stehen, die 
sich leicht nach den Akten beurteilen lassen, ferner wenn eine reformatio in peius 
ausgeschlossen oder die Sache von geringer Tragweite ist und sich keine Fragen 
zur Person und deren Charakter stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; ZGRG 2/99, S. 
46). Zudem darf einem nichtöffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches 
Interesse entgegenstehen. Der Betroffene kann von sich aus auf eine mündliche 
Verhandlung verzichten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er 
ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen 
eindeutig ergibt. 

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b) Der Berufungskläger verlangte keine mündliche Berufungsverhandlung. 
Es besteht auch kein Grund, dass das urteilende Gericht von sich aus eine 
mündliche Berufungsverhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz in 
Anwesenheit von X. mündlich verhandelt hat, bezüglich des strittigen Sachverhaltes 
keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen Verhandlung zu erwarten sind 
und sich zudem keine Fragen zur Person und zum Charakter des Berufungsklägers 
stellen, welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aus den Akten 
beantworten lassen (vgl. BGE 119 Ia 318 f. E. 2b). Die zu beurteilenden Tatfragen 
in bezug auf die Kollision können sodann aufgrund der Akten beantwortet werden. 
Die Frage der reformatio in peius (Art. 146 Abs. 1 StPO) stellt sich vorliegend nicht, 
da zuungunsten von X. keine Berufung eingelegt worden ist. Ebenfalls steht im 
vorliegenden Fall einem nichtöffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches 
Interesse entgegen. Die streitige Strafsache kann daher ohne mündliche 
Verhandlung gestützt auf die Akten entschieden werden. Ein persönliches Vortreten 
von X. vor Gericht erweist sich als nicht notwendig.

3. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognition zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er das vorinstanzliche Urteil grundsätz-
lich aber nur im Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft (W. 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., 
Chur 1996, S. 375). Es gilt dabei jedoch zu berücksichtigen, dass der Kantonsge-
richtsausschuss auch weitere Urteilspunkte abändern oder ergänzen kann und 
muss, wenn sonst der Würdigung aller Umstände unzureichend Rechnung getragen 
würde beziehungsweise einzelne Fragen aus dem Sachzusammenhang gerissen 
würden und damit Bundesrecht verletzt würde (vgl. BGE 117 IV 104 ff.).

4. a) Der Kantonsgerichtsausschuss hat sich vorliegend mit der sich am 29. 
November 2002 auf der G.-Strasse bei der Örtlichkeit F. ereigneten Kollision zwi-
schen den von D. und X. gelenkten Personenwagen zu befassen. Unbestritten ist 
dabei, dass X. mit seinem Personenwagen auf der Höhe der Zufahrtsstrasse F. 
brüsk nach links auf die Gegenfahrbahn ausgeschwenkt und anschliessend mit dem 
korrekt entgegenkommenden Personenwagen von D. frontalkollidiert ist sowie, 
dass D. dadurch schwer verletzt wurde. Ebenfalls unbestritten ist, dass sich zu je-
nem Zeitpunkt ein drittes Fahrzeug über die Einfahrtsstrasse F. dem Fahrzeug des 
Berufungsklägers genähert hat. Der Berufungskläger bestreitet aber für die fragliche 
Kollision verantwortlich zu sein. Vielmehr habe diese Drittperson den Unfall verur-
sacht, indem sie sein Fahrzeug abgedrängt, allenfalls touchiert, habe und so sein 

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Ausscheren nach links veranlasst habe. Streitig ist damit vorliegend, ob der unbe-
kannte, einfahrende Fahrzeuglenker durch sein Handeln den adäquaten Kausalzu-
sammenhang zwischen dem Verhalten des Berufungsklägers und den Verletzun-
gen von D. durchbrochen hat.

b) Die Vorinstanz erachtete es aufgrund der Zeugenaussagen und der Beur-
teilung durch die beigezogenen Experten als erwiesen an, dass unmittelbar vor der 
Frontalkollision mit dem Personenwagen von D. keine Streifkollision mit einem drit-
ten Fahrzeug stattgefunden habe. Aber selbst dann, wenn es zu einer leichten Tou-
chierung gekommen wäre, wäre X. ein pflichtwidriges Verhalten vorzuwerfen. Denn 
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne von einer Durchbrechung 
des adäquaten Kausalzusammenhanges erst dann gesprochen werden, wenn die 
vom Opfer oder von Dritten gesetzte Mitursache derart sei, dass nach dem gewöhn-
lichen Lauf der Dinge damit schlechthin nicht mehr gerechnet werden müsse. Diese 
Voraussetzungen seien vorliegend nicht erfüllt, da im Bereich von Einfahrten jeder-
zeit mit einfahrenden Fahrzeugen und der damit verbundenen Gefahr von gefährli-
chen Annäherungen oder gar Kollisionen gerechnet werden müsse. Der Bezirksge-
richtsausschuss J. kam deshalb zum Schluss, dass X. sich der fahrlässigen schwe-
ren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig gemacht habe.

c) Demgegenüber hielt X. in seiner Berufungsschrift daran fest, dass der 
Unfall durch das Einfahrmanöver eines Dritten verursacht worden sei beziehungs-
weise dieser durch sein Verhalten den adäquaten Kausalzusammenhang durchbro-
chen habe. Diese Darstellung werde durch die Zeugenaussagen gestützt und eine 
Touchierung mit dem einfahrenden Fahrzeug des Dritten unmittelbar vor der Kolli-
sion sei auch nach den Expertenmeinungen zumindest wahrscheinlich. Er habe we-
gen der Berührung durch dieses Drittfahrzeug beziehungsweise durch das Herein-
drängeln dieses unbekannten Verkehrsteilnehmers eine Schreckreaktion erlitten 
und die Richtung geändert. Da er nicht damit rechnen habe müssen, dass er durch 
einen in die G.-Strasse einmündenden Fahrzeuglenker touchiert oder abgedrängt 
werde, könne ihm diese Schreckreaktion nicht als Verletzung einer Vorsichtspflicht 
vorgehalten werden. Er sei deshalb vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung 
im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB freizusprechen.

5. a) Gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder 
Busse bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit 
schädigt. Nach Abs. 2 der genannten Bestimmung wird der Täter von Amtes wegen 
verfolgt, wenn die Schädigung schwer ist. Art. 125 Abs. 2 StGB entspricht hinsicht-

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lich seines objektiven Tatbestandes der schweren Körperverletzung im Sinne von 
Art. 122 StGB. Danach macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, wer 
einen Menschen lebensgefährlich verletzt, einen Körperteil, ein wichtiges Organ 
oder Glied des Menschen verstümmelt oder unbrauchbar macht, einen Menschen 
bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines 
Menschen arg und bleibend entstellt oder eine andere schwere Schädigung des 
Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursacht. Die Qualifika-
tion bewirkt nur den Wegfall des Antragserfordernisses respektive die Tat wird als 
Offizialdelikt behandelt ohne eine Änderung der Strafdrohung zu erfahren.

Mit einer Verurteilung nach Art. 125 StGB rechnen muss, wer durch sein 
Verhalten bei einem Anderen unvorsätzlich eine Körperverletzung bewirkt und sich 
vorwerfen lassen muss, die nach den Umständen und seinen persönlichen 
Verhältnissen erforderliche Vorsicht nicht beachtet zu haben (Art. 18 Abs. 3 StGB). 
Dabei muss für den Täter voraussehbar gewesen sein, dass durch sein 
sorgfaltswidriges Verhalten der tatbestandsmässige Erfolg eintreten könnte. 
Ausserdem muss erstellt sein, dass er dies durch pflichtgemässes Verhalten mit 
grosser Wahrscheinlichkeit hätte vermeiden können. Das tatbestandsmässige 
Verhalten kann in einem Tun liegen, im Herbeiführen oder Steigern einer Gefahr, 
die dann in den Erfolg umgeschlagen ist. Es kann aber auch in blossem Unterlassen 
bestehen, dann nämlich, wenn jemand in Verletzung einer Rechtspflicht (als 
sogenannter Garant) eine Handlung unterlässt, die objektiv möglich gewesen wäre, 
und dabei voraussehen konnte, dass der verpönte Erfolg durch das gebotene 
Handeln höchstwahrscheinlich abgewendet worden wäre. Das Mass der im 
Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt lässt sich nicht allgemein bestimmen. Es richtet 
sich vielmehr nach den konkreten Umständen, zu denen unter anderem Art, Zweck 
und Notwendigkeit der geplanten Handlung, die mit ihr verbundenen Gefahren 
sowie die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und Schutzvorkehrungen gehören, 
des Weiteren aber auch nach den speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten des 
Täters (vgl. statt vieler BGE 129 IV 282 E. 2). Für gewisse Lebensbereiche legen 
besondere Vorschriften fest, welche Sorgfalt bei der Ausübung einer bestimmten 
Tätigkeit zu beachten ist. Ob der Täter pflichtgemäss oder pflichtwidrig gehandelt 
hat, beurteilt sich in solchen Fällen in erster Linie nach diesen Bestimmungen. Dies 
schliesst freilich nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit – namentlich bei 
Lückenhaftigkeit von Spezialgesetzen und Verbandsnormen – auch auf allgemeine 
Rechtsgrundsätze gestützt werden kann, auf den Gefahrensatz etwa, wonach 
derjenige, der einen Gefahrenzustand schafft, alles Zumutbare tun muss, damit die 
Gefahr zu keiner Verletzung fremder Rechte führt (F. Riklin, Schweizerisches 

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Strafrecht, AT I, 2. Aufl., S. 194 f.; BGE 121 IV 14; PKG 1995 Nr. 45; PKG 1996 Nr. 
38). Richtet sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt nach den konkreten 
Umständen, so heisst dies auch, dass im Einzelfall zu unterscheiden ist, welche 
Vorkehrungen zum Schutz des Rechtsgutes an sich möglich gewesen wären, 
welche zur Vermeidung einer Gefahr konkret zu treffen waren, und welche effektiv 
getroffen wurden. Grenzen der Sorgfaltspflicht setzt das erlaubte Risiko und das 
Vertrauensprinzip. Für die Beantwortung der Frage, ob die Gefahr des 
Erfolgseintritts für den Täter erkennbar beziehungsweise voraussehbar war, gilt der 
Massstab der Adäquanz. Das Verhalten des Täters muss demnach geeignet sein, 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen 
Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen (BGE 
129 IV 282 E. 2; BGE 127 IV 39 und 65; BGE 121 IV 14 und 286; BGE 120 IV 300 
E. 3e; BGE 118 IV 130 E. 3c; BGE 116 IV 182 E. 4b je mit Hinweisen). Nur 
ausnahmsweise ist eine Unterbrechung des Kausalzusammenhanges 
anzunehmen: die Vorhersehbarkeit ist zu verneinen, wenn ganz 
aussergewöhnliche, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder 
Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht 
gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als 
wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache eines Erfolges erscheinen und so 
alle anderen mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten des Täters – 
in den Hintergrund drängen (BGE 127 IV 39; BGE 121 IV 290; BGE 122 IV 23 und 
310; BGE 100 IV 279; Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 17. 
November 2004, SB 04 11; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, Art. 18 StGB N 27; Riklin, AT I, a.a.O., S. 
139).

b)  Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so 
beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Ferner schreibt 
Art. 34 Abs. 1 SVG vor, dass Fahrzeuge rechts, auf breiten Strassen innerhalb der 
rechten Fahrbahnhälfte fahren müssen. Sie haben sich möglichst an den rechten 
Strassenrand zu halten, namentlich bei langsamer Fahrt und auf unübersichtlichen 
Strecken. Nach Art. 34 Abs. 4 SVG schliesslich ist gegenüber allen 
Strassenverkehrsbenützern ausreichend Abstand zu wahren, namentlich beim 
Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren.

6. a) Es gilt im Folgenden zunächst zu prüfen, ob die Vorinstanz zu 
Recht von der Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwaltschaft ausgegangen ist. 
Anlässlich dieser Prüfung ist eine Würdigung der Beweismittel vorzunehmen. 

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Gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO entscheidet das Gericht bei der Würdigung der 
Beweismittel nach freier Überzeugung. Dieser Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die 
Bundesstrafrechtspflege (BStP). Der Richter hat danach von Bundesrechts wegen 
frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung 
aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu 
entscheiden, ob er eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 
f.). Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit 
wegleitend, so kann für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Richters 
massgebend sein (vgl. R. Hauser/E. Schweri/K. Hartmann, Schweizerisches Straf-
prozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 2, S. 244). Allein auf diese Weise kann 
der Richter ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen. Neben der Würdigung 
der Beweise stellt sich dem Richter die Frage, wann er eine bestimmte Tatsache 
als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Lehre und Rechtsprechung gehen 
zutreffend davon aus, blosse Wahrscheinlichkeit dürfe für eine Verurteilung nicht 
genügen, absolute Sicherheit sei für eine solche aber auch nicht erforderlich und 
eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein könnte, 
rechtfertige keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 11, 
S. 247). 

Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung und Art. 6 
Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel “in dubio pro reo“ darf sich der 
Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen 
Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel 
bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, oder mit anderen Worten 
Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis 
bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische Zweifel sind indessen nicht 
massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht 
verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 120 la 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit 
Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung 
der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des 
Beschuldigten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die 
vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 

13

1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307). Diese allgemeine Regel kommt im übrigen 
nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist 
vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu 
untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene der Angeklagten den Richter 
zu überzeugen vermögen. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen 
noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz “in 
dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen 
werden (PKG 1978 Nr. 31; Padrutt, a.a.O., S. 307).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzuführen, dass der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die 
Aussagen von Zeugen und Angeschuldigten voll gültige Beweismittel mit derselben 
Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern 
vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie 
die Überzeugungskraft massgebend. Entscheidend ist mit anderen Worten allein 
die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Hauser/Schweri/ 
Hartmann, a.a.O., § 54 N 5, S. 246).

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die 
persönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche 
Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage (vgl. R. Hauser, Der Zeugenbeweis im 
Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als 
Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit 
und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und 
anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses zu werten. Die Schilderung des Vorfalles 
in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den 
Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für 
die Korrektheit einer Aussage sprechen unter anderem die Selbstbelastung oder 
unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle und die Konstanz in der Aussage bei 
verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen diese 
Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen 
sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 
Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe 
mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten 
und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition 
muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem 
Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System der 
Glaubwürdigkeitskriterien von Arntzen (F. Arntzen/E. Michaelis-Arntzen, 

14

Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., 
München 1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist vor dem 
Hintergrund allgemein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychischer 
Eigenarten zu betrachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als 
Glaubwürdigkeitsmerkmale anzusehen sind. Unterschieden wird dabei zwischen 
Glaubwürdigkeitskriterien, die sich aus dem Aussageinhalt, der 
Aussageentwicklung, der Aussageweise sowie dem Motivationsumfeld der 
Aussage ergeben. Kriterien des glaubhaften Aussageinhalts sind der Grad der 
Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homogenität der 
Aussage. Die Glaubhaftigkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung ergibt sich 
aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinanderliegenden 
Befragungen sowie der Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden 
Befragungen. Nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise 
sprechen für einen hohen Wahrheitsgehalt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich 
massgebend für den Grad der Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld 
ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

b) Die Zeugin K. führte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 
29. November 2002 (act. 3/15) aus, dass sie zum Unfallzeitpunkt von J. 
herkommend über die G.-Strasse in Richtung R. unterwegs gewesen sei. Sie sei in 
einer Distanz von ca. 60 Metern hinter dem Personenwagen von X. hergefahren. 
Beim Heranfahren habe sie plötzlich festgestellt, dass ein unbekannter 
Personenwagen über die Einfahrt zur G.-Strasse gekommen sei und in diese habe 
einfahren wollen. Sie habe diesen einfahrenden Personenwagen erstmals bemerkt, 
als er sich zuoberst auf der Einfahrt, parallel zur G.-Strasse, befunden habe. Das 
Fahrzeug von X. habe sich praktisch auf gleicher Höhe befunden wie der 
einfahrende Personenwagen. Sie habe indes nicht genau sehen können, ob der 
Einfahrende das Fahrzeug von X. abgedrängt oder gestreift habe. Jedoch stehe 
fest, dass sich die beiden Personenwagen seitlich sehr nahe, schätzungsweise auf 
einen Abstand von ca. 50-60 cm, gekommen seien. Daraufhin habe X. ruckartig 
einen deutlichen Schwenker auf die Gegenfahrbahn eingeleitet, wo es zur Kollision 
mit dem entgegenkommenden Fahrzeug gekommen sei. Zum einfahrenden 
Personenwagen konnte K. keine weiteren Angaben machen. Auf dem 
Schadensplatz seien ihr aber ein Mann und eine Frau aufgefallen, die sich bei ihr 
erkundigt hätten, was passiert sei. Dieses Paar habe gesagt, sie hätten einen Knall 
gehört und hätten deshalb angehalten. Der Mann habe dann seinen Wagen auf 
einen allfälligen Schaden kontrolliert und die beiden seien, noch bevor die Polizei 
anwesend gewesen sei, weitergefahren.

15

c) Der Zeuge L. schilderte den Unfallhergang bei seiner polizeilichen 
Einvernahme am 30. November 2002 (act. 3/16) folgendermassen: Er sei zum 
fraglichen Zeitpunkt in einer Distanz von ca. 100 Metern hinter dem Fahrzeug von 
X. hergefahren. Als er sich nach der Brücke befunden habe, habe er in der Einfahrt 
F. ein einfahrendes Fahrzeug bemerkt. Dieses habe sich zu jenem Zeitpunkt 
ungefähr im ersten Drittel des Beschleunigungsstreifens befunden. Dieser 
unbekannte, einmündende Personenwagen habe dann noch auf der Einfahrt einen 
brüsken Schwenker nach rechts oder links gemacht. Einen kurzen Augenblick 
später sei es zur Kollision zwischen den Fahrzeugen von X. und D. gekommen. Zum 
einfahrenden Personenwagen sowie zum Abstand zwischen dem Wagen von X. 
und jenem des Unbekannten konnte L. keine Angaben machen. 

d) D. sagte am 3. Dezember 2002 (act. 3/17) folgendes aus: Als sie sich 
zum fraglichen Zeitpunkt auf der Höhe der Ausfahrt von der G.-Strasse nach J. 
befunden habe und der vor ihr fahrende Personenwagen über diese Ausfahrt die 
G.-Strasse verlassen hatte, habe sie plötzlich einige Lichter auf sich zukommen 
sehen. Durch die Spiegelung der Fahrbahn habe sie die Lichter nicht genau 
zuordnen können. Danach habe es einen Knall gegeben und sie habe feststellen 
müssen, dass es zu einem Unfall gekommen sei. Die Strasse sei damals nass und 
rutschig gewesen und die Sicht, bedingt durch den Regen, eher schlecht. Sie sei 
mit ca. 70-80 km/h korrekt auf ihrer Fahrbahn gefahren.

e) X. wurde am 10. Dezember 2002 polizeilich einvernommen (act. 3/18). 
Er sagte aus, dass er sich nicht daran erinnern könne, was am Unfalltag geschehen 
sei. Der 29. November 2002 sei wie ein schwarzes Loch in seinem Gedächtnis. 
Anlässlich seiner Einvernahme als Angeschuldigter am 11. Juni 2004 bestätigte X. 
(act. 3/23), dass er sich an den Unfall nicht erinnern könne. Betreffend der 
festgestellten Beschädigungen hinten rechts an seinem Fahrzeug widersprach er 
den Aussagen im Spurenauswertungsbericht der Kantonspolizei Graubünden (act. 
3/4), wonach diese bereits vor dem Unfall vorgelegen haben, denn die Mutter seiner 
Freundin - ihr gehörte das fragliche Unfallfahrzeug - habe ihm bestätigt, dass diese 
Beschädigungen zum Zeitpunkt der Übergabe des Autos an ihn noch nicht 
vorhanden gewesen seien.

f) Am 25. Juni 2004 wurde M., die Eigentümerin des Unfallautos Nissan 
Prärie, O., und Mutter der Freundin von X., als Zeugin einvernommen (act. 3/27). 
Sie sagte aus, dass sie ihr Fahrzeug am 27. oder 28. November 2002 X. übergeben 
habe. Zu diesem Zeitpunkt habe das Fahrzeug hinten rechts keine Kratzer 

16

aufgewiesen. Zudem habe sie das Fahrzeug erst einige Monate zuvor vorgeführt. 
Sie gab ausserdem zu Protokoll, dass sie mit X. vor dieser Zeugendeposition nicht 
über den Unfall oder die Beschädigungen an ihrem Auto gesprochen habe.

g) Am 25. Juni 2004 wurde der Polizeibeamte und Verfasser des 
Spurenauswertungsberichts des Kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei 
Graubünden vom 19. Dezember 2002 (act. 3/4), E., als Sachverständiger vom 
Untersuchungsrichter befragt (act. 3/28). Er führte aus, dass er am fraglichen Abend 
an den Unfallort ausgerückt sei. Er habe dort unter anderem die Fotos vom Unfallort 
gemacht. Die Fotos von den Beschädigungen hinten rechts am Nissan Prairie (act. 
3/5, Fotos 3-9) habe er am darauffolgenden Tag in der Garage angefertigt. Da sich 
am Lackschaden an der hinteren rechten Seite des Fahrzeugs von X. bereits Rost 
gebildet hatte, sei für ihn klar gewesen, dass diese Beschädigungen nicht im 
Zusammenhang mit dem Unfall stehen könnten. Vielmehr müssten sie bereits 
vorher vorhanden gewesen sein, denn Rost könne sich nicht dermassen schnell 
bilden. Dass es sich dabei offenbar um fremde Lackspuren gehandelt habe - wie 
dies der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich ausgeführt habe (act. 
3/26) –, habe mit den von ihm angewendeten Methoden nicht festgestellt werden 
können. Er sei davon ausgegangen, dass es sich um Kunststoffabrieb von einer 
Stossstange gehandelt habe. Jedoch sei klar gewesen, dass es sich um 
Fremdspuren gehandelt habe. Die Beschädigung an der Stossstangenecke hinten 
rechts (act. 3/5, Fotos 4+5) habe er aufgrund des an der Beschädigung anhaftenden 
Schmutzes als älteren Schaden eingestuft. Zudem seien keine frische, aufgeraute 
Ränder vorhanden gewesen. Zur Beschädigung an der rechten hinteren Felge (act. 
3/5, Foto 7-9) führte E. aus, dass dieser Schaden nicht während einer schnellen 
Fahrt habe entstehen können. Vielmehr seien diese Beschädigungen - auch wegen 
der darin gefundenen Mineralien (Sand, Kies) - wohl beim Anfahren an einen 
Randstein entstanden. Zudem spreche auch der Umstand, dass der Raddeckel 
praktisch unbeschädigt aufgefunden worden sei, dafür, dass hier keine Kollision 
stattgefunden habe. Nach einem Aufprall würde der Raddeckel grössere Schäden 
aufweisen. Zusammenfassend handle es sich deshalb auch bei dieser 
Beschädigung an der hinteren rechten Felge um ältere Schäden, die nicht im 
Zusammenhang mit dem Unfall stünden. Auf die Frage der Verteidigung, ob die 
Spurensicherung nicht durch das anhaltende schlechte Wetter beeinträchtigt 
worden sei, antwortete der Sachverständige E., dass es zwar nicht optimal gewesen 
sei, eine starke Beeinflussung des Ergebnisses aber ausgeschlossen werden 
könne.

17

7. Der Experte E. des Kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei 
Graubünden kommt entgegen der Ansicht des Berufungsklägers zum Schluss, dass 
die Beschädigungen hinten rechts am Fahrzeug von X. bereits vor dem Unfall 
vorhanden waren. Sie können demgemäss nicht von dem unbekannten Fahrzeug, 
welches über die Einfahrt zur G.-Strasse kam, verursacht worden sein. 

a) Im Zusammenhang mit dem Gutachten gilt es allgemein festzuhalten, 
dass es im pflichtgemässen Ermessen liegt, Sachverständige beizuziehen, welche 
aufgrund ihrer besonderen beruflichen und privaten Kenntnisse zur Beurteilung der 
jeweiligen Fachfragen geeignet erscheinen. Der Sachverständige ist Entschei-
dungshilfe des Richters, dessen Wissen er durch besondere Erfahrungs- und Wis-
senssätze aus seinem Gebiet ergänzt (BGE 118 Ia 145; unveröffentlichtes Urteil 
des Bundesgerichtes vom 29. März 1990 i.S. A.A.; E. 7c, S. 17). Gemäss Lehre und 
Praxis ist ein Gutachter, der zur Beantwortung gewisser Fragen beigezogen wird, 
zwar Gehilfe und nicht Richter (vgl. PKG 1994 Nr. 45). Die Würdigung des Gutach-
tens unterliegt der freien richterlichen Beweiswürdigung. Doch sind Abweichungen 
von der Expertenmeinung in aller Regel nur dann zulässig, wenn deren Überzeu-
gungskraft durch gewichtige Tatsachen oder Indizien ernstlich gefährdet ist 
(Padrutt, a.a.O., S. 231; M. Helfenstein, Der Sachverständigenbeweis im schweize-
rischen Strafprozess, Diss., Zürich 1978, 254 f.). Das Bundesgericht hielt in BGE 
101 IV 130 fest, dass der Richter, der mangels eigener Fachkenntnisse einen Ex-
perten beiziehe, zwar grundsätzlich in der Würdigung des Gutachtens frei sei. Aller-
dings dürfe er in Fachfragen von der Ansicht des Experten nur abweichen, wenn 
triftige Gründe vorlägen. Mit anderen Worten dürfe der Richter nur dann von der 
Meinung eines Experten abweichen, wenn wirklich gewichtige zulässig begründete 
Tatsachen oder Indizien deren Überzeugungskraft ernstlich erschüttern. Weiter 
führt es in BGE 101 IV 130 aus: „Der Richter wird namentlich dann von den Schluss-
folgerungen des Gutachters abweichen dürfen, wenn dieser sich schon in seinem 
Gutachten widersprüchlich äussert oder bei einer nachfolgenden Einvernahme in 
wichtigen Punkten von der im Gutachten vertretenen Auffassung abweicht. Das-
selbe gilt, wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten zu anderen Schlussfol-
gerungen gelangt. Auch dort, wo ein Gutachten ausdrücklich auf bestimmte Akten 
oder Zeugenaussagen gestützt wird, deren Beweiskraft oder Gehalt vom Richter 
anders bewertet werden, ist dieser in seinem Entscheid weitgehend frei.“ Ebenfalls 
wird der Richter dann von den Schlussfolgerungen des Gutachters abweichen dür-
fen, wenn dieser für die Beurteilung wesentliche Umstände ausser Acht gelassen 
hat, wobei diesfalls wohl in den meisten Fällen die Einholung eines ergänzenden 
Gutachtens erforderlich sein wird. In technischen Fragen hält sich das Bundesge-

18

richt im Rahmen seiner Kognition an die Auffassung des Experten, sofern diese 
nicht offensichtlich widersprüchlich erscheint oder auf irrtümlichen tatsächlichen 
Feststellungen beruht (BGE 110 Ib 52 E. 2; BGE 101 Ib 408). Grundsätzlich ist ein 
Abweichen von der Expertise nur aus triftigen Gründen zulässig (BGE 107 IV 8; 
BGE 102 IV 225 E. 7b). Weicht das Gericht von den Folgerungen des Gutachters 
ab, hat es dies zu begründen (vgl. dazu auch BGE 129 I 57 f.).

b) Vorliegend sind keine stichhaltigen Umstände ersichtlich, welche die 
Überzeugungskraft des Gutachtens von E. erschüttern könnten. Zunächst konnten 
weder die Zeugin K. noch der Zeuge L. eine seitliche Kollision zwischen dem über 
die Zufahrtsstrecke in die G.-Strasse einbiegenden Personenwagen und dem 
Fahrzeug von X. feststellen. Die Zeugenaussagen bestätigen damit die Darstellung 
der Verteidigung, wonach die Beschädigungen hinten rechts am Fahrzeug von X. 
durch eine seitliche Touchierung mit dem unbekannten Personenwagen entstanden 
seien, gerade nicht. Weiter ist der Vorhalt der Verteidigung, dass sich Rost unmit-
telbar bilde, nicht nachvollziehbar. Zumal diese Behauptung durch nichts belegt wird 
und die Fotos der fraglichen Beschädigungen bereits einen Tag nach dem Unfall 
angefertigt wurden (vgl. act. 3/28, S. 2). Das Ergebnis des Experten E., wonach die 
Beschädigungen hinten rechts an dem von X. gefahrenen Fahrzeug bereits vor dem 
Unfall vorhanden waren, stellt auch die Untersuchung des Wissenschaftlichen 
Dienstes der Stadtpolizei Zürich nicht in Frage. Denn die Zürcher Expertise 
untersuchte den Nissan Prairie zwar auf Spuren eines Fremdfahrzeugs, ohne das 
Alter der gefundenen Fremdpartikel beziehungsweise der Beschädigungen zu 
bestimmen. Es wird dort denn auch festgehalten, dass nicht gesagt werden könne, 
wann die Spurenübertragung stattgefunden habe (bereits vor oder während des 
Unfallgeschehens). Zwar sagte die Zeugin M., die Eigentümerin des von X. gefah-
renen Fahrzeugs, aus, dass die umstrittenen Beschädigungen bei der Übergabe 
des Fahrzeugs an X. ihres Wissens noch nicht vorhanden gewesen seien, doch 
vermag diese Aussage die Expertise nicht zu erschüttern. Denn zum einen hat sie 
ihren Wagen vor der Übergabe nicht speziell untersucht und zum andern gab sie 
lediglich an, ihres Wissens habe er hinten rechts keine solchen Kratzer gehabt; die 
festgestellten Beschädigungen könnten auch unbemerkt entstanden sein. Zudem 
könnte sie als Fahrzeughalterin und zukünftige Schwiegermutter des Berufungsklä-
gers ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens haben. Auch besteht ein 
Widerspruch zwischen ihren Aussagen und jenen des Berufungsklägers. Während 
M. behauptet hat, nicht mit dem Berufungskläger über die Beschädigungen an ihrem 
Personenwagen gesprochen zu haben (vgl. act. 3/27, S. 2 f.), sagte X. aus, dass M. 
ihm im Spital bestätigt habe, dass die Kratzer hinten rechts vor dem Unfall noch 

19

nicht vorhanden gewesen seien (vgl. act. 3/23, S. 2 f.). Ebenso hat die N. als Haft-
pflichtversicherung des Berufungsklägers ein eigenes Interesse am Ausgang des 
vorliegenden Verfahrens, weshalb auch ihre Einschätzung, wonach eine Berührung 
mit einem Drittfahrzeug wahrscheinlich sei, nur mit Zurückhaltung zu würden ist und 
insbesondere die unabhängige Expertise nicht in Zweifel zu ziehen vermag.

Der Kantonsgerichtsausschuss sieht aus all diesen Gründen vorliegend 
keine Veranlassung, im Widerspruch zur Expertenmeinung zu entscheiden. Er ge-
langt deshalb zur Überzeugung, dass sich zwischen dem Fahrzeug des 
Berufungsklägers und dem unbekannten Personenwagen, welcher sich auf der 
Einfahrt befand, keine Streifkollision ereignet hatte. In Würdigung der gesamten 
Sachlage gibt es demnach für das Gericht keine erheblichen Zweifel, dass sich der 
Sachverhalt nach der Darstellung der Vorinstanz zugetragen hat. 

8. a) Aufgrund des Beweisergebnisses steht somit fest, dass der 
Berufungskläger mit seinem Wagen auf der Höhe der Zufahrtsstrasse brüsk nach 
links auf die Gegenfahrbahn ausgeschwenkt und anschliessend mit dem korrekt 
entgegenkommenden Fahrzeug von D. zusammengestossen ist. Der 
Berufungskläger erfüllt damit unbestritten den Tatbestand nach Art. 31 Abs. 1 SVG 
und Art. 34 Abs. 1 und 4 SVG. 

b) Gemäss Arztbericht vom 11. Dezember 2002 (act. 3/10) erlitt D. durch 
diese Kollision Unterarmbrüche beidseits, einen Beckenbruch mit Beteiligung der 
linken Hüftgelenkspfanne, eine Verstauchung des Knöchels rechts sowie 
Prellungen (Oberschenkel, Nase, Knie) und musste hospitalisiert werden. Am 11. 
Dezember 2002 wurde sie für die Dauer von 1 ½ Monaten in die Rehabilitationsklinik 
verlegt. Gemäss Arztbericht vom 17. März 2003 (act. 3/20) sind diese Verletzungen 
mit Ausnahme derjenigen an der linken Elle ausgeheilt. Die linke Elle musste 
hingegen zweimal operiert werden. D. litt auch 8 Monate nach dem Unfall immer 
noch an den Unfallfolgen und war über längere Zeit 100% arbeitsunfähig. Ab Mitte 
Juni 2003 konnte sie wieder zu 50% arbeiten, obwohl sie in ihrer Arbeit erheblich 
eingeschränkt war und permanente Schmerzen am Arm oder im Bereich 
Nacken/Schultern hatte. Dass derartige Verletzungen als schwer im Sinne der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung einzustufen sind, steht ausser Frage. X. 
bestreitet denn auch zu Recht nicht, dass D. objektiv unter Art. 125 Abs. 2 StGB zu 
subsumierende Körperverletzungen erlitten hat. Zu prüfen ist, ob der Tatbestand 
auch in subjektiver Hinsicht erfüllt ist.

20

c) Hat der Angeklagte gegen Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 1 und 
4 SVG verstossen, so fällt ihm eine Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB 
zur Last. Er dachte nicht an die Folgen seines pflichtwidrigen Verhaltens, weil er es 
an der nach den konkreten Umständen und seiner persönlichen Erfahrung als 
Automobilist gebotenen Vorsicht fehlen liess. Seine Fehlreaktion, nämlich das 
plötzliche Linksausscheren trotz Gegenverkehr, war entgegen seiner Ansicht nicht 
entschuldbar. Zum einen hat er es an der erhöhten Aufmerksamkeit, welche 
Einfahrten zuzumessen ist, fehlen lassen. Im Bereich von Einfahrten ist stets mit 
einbiegewilligen Fahrzeugen zu rechnen, weshalb Kreuzungen mit Einfuhrstecken 
stets mit erhöhter Aufmerksamkeit zu befahren sind. Bei aufmerksamer Fahrweise 
hätte der Berufungskläger den einfahrenden Personenwagen genügend rechtzeitig 
erkennen können (vgl. BGE 100 IV 279), so dass eine „Schreckreaktion“ von 
vorneherein ausgeschlossen gewesen wäre. Dass ein frühes Erkennen des 
unbekannten Fahrzeugs ohne weiteres möglich gewesen wäre, zeigen die 
Aussagen der Zeugen K. und L. (vgl. act. 3/15 und 3/16). Beide Zeugen bemerkten 
das einfahrwillige Fahrzeug bereits frühzeitig. Zum andern wäre die vom 
Berufungskläger geltend gemachte Gefahrensituation, wonach das fremde 
Fahrzeug ihn abgedrängt habe, durch blosses Bremsen zu meistern gewesen (vgl. 
BGE 83 IV 84). 

d) Sein Fehlverhalten stand in ursächlichem Zusammenhang mit dem 
nachfolgenden Unfall und war somit in natürlichem Sinne kausal. Die Ursachenfolge 
war auch rechtserheblich. Ein brüsker Schwenker nach links auf einer Strasse mit 
Gegenverkehr ist nach der allgemeinen Erfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge geeignet, zu Verkehrsunfällen mit schweren Verletzungen von Menschen zu 
führen. Ein Verhalten eines dritten Fahrzeuglenkers, welches diesen 
Kausalzusammenhang durchbrechen könnte, ist nach dem oben Gesagten 
entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers nicht ersichtlich. Aber selbst 
dann, wenn ein solches Verhalten, nämlich ein zu nahes seitliches Auffahren eines 
Drittfahrzeuges (gemäss Aussage von K. 50-60 cm) in Betracht zu ziehen wäre, 
könnte dem Berufungskläger der Vorwurf eines pflichtwidrigen Verhaltens nicht 
erspart bleiben. Denn gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann – wie 
oben erläutert - von einer Durchbrechung der Adäquanz erst dann gesprochen 
werden, wenn die vom Opfer oder von Dritten gesetzte Mitursache einem derart 
unsinnigen Verhalten zuzuschreiben wäre, dass nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge damit schlechthin nicht hätte gerechnet werden müssen. Das Mitverschulden 
des Dritten müsste also derart sein, dass es als unmittelbarste Ursache des 
folgenschweren Ereignisses erscheint und alle anderen Faktoren, die zu seinem 

21

Eintritt beitrugen, insbesondere das Verhalten des Täters, in den Hintergrund 
drängen. Diese Voraussetzungen sind vorliegend entgegen der Auffassung des 
Berufungsklägers nicht gegeben, muss doch – wie bereits erwähnt - im Bereich von 
Einfahrten jederzeit mit einfahrenden Fahrzeugen und der damit verbundenen 
grundsätzlichen Gefahr von Annäherungen gerechnet werden. Der Berufungskläger 
musste somit unter den gegebenen Umständen mit dem Einfahren eines anderen 
Fahrzeuges in seine Fahrbahn rechnen. Er hätte dieses fremde Fahrzeug bei der 
nötigen Aufmerksamkeit auch genügend früh erkennen können und müssen (vgl. 
BGE 100 IV 279). 

Die Verteidigung zitiert zur Entlastung des Berufungsklägers das Urteil BGE 
122 IV 225. Darin habe das Bundesgericht festgehalten, dass nicht verlangt werden 
könne, dass im Strassenverkehr jedermann zu jederzeit ein Höchstmass an 
Aufmerksamkeit und Umsicht an den Tag lege. Führt man sich jedoch den diesem 
Urteil zugrundeliegenden Sachverhalt vor Augen, wird klar, dass sich diese 
höchstrichterliche Rechtsprechung nicht auf die vorliegende Angelegenheit 
übertragen lässt. In BGE 122 IV 225 entschied das Bundesgericht, dass ein 
Sattelschlepperfahrer, welcher aus einem Stopsack heraus eine Strasse geradeaus 
überqueren wolle, seine Aufmerksamkeit in erster Linie dem vortrittberechtigten 
Querverkehr zuzuwenden habe. Er sei nicht verpflichtet, danach Ausschau zu 
halten, ob sich allenfalls ein Mofafahrer in krasser Verletzung der Verkehrsregeln in 
den Verkehr einfüge. Dieser Fall unterscheidet sich somit grundsätzlich von den hier 
zu beurteilenden Sachumständen. Denn vorliegend geht es um einen über die 
Einfahrtstrasse einmündenden Personenwagen, von dessen Einfahrwilligkeit ein 
aufmerksamer Motorfahrzeuglenker nicht überrascht sein darf. Handelt es sich doch 
um eine alltägliche und normale Situation im Strassenverkehr, welche sich deshalb 
erheblich von den wegen des grobverkehrswidrigen Mofafahrers 
aussergewöhnlichen Umständen, die dem zitierten bundesgerichtlichen Urteil 
zugrunde lagen, unterscheidet. Der Sattelschlepperfahrer musste nicht mit dem 
Verhalten des Mofalenkers rechnen, während im Bereich von Einfahrten immer mit 
einfahrenden Fahrzeugen zu rechnen ist. Ein umsichtiger Fahrzeuglenker ist 
deshalb gerade verpflichtet, den Kreuzungen mit Einfahrten besondere 
Aufmerksamkeit zu schenken. Der Berufungskläger kann somit aus der Anrufung 
dieses Urteil nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

Schliesslich ist erstellt, dass selbst im Falle einer tatsächlich erfolgten 
Streifkollision zwischen den beiden Fahrzeugen – wovon der 
Kantonsgerichtsausschuss wie dargelegt nicht ausgeht - die Intensität derselben 

22

nach den Erkenntnissen des Wissenschaftlichen Dienstes der Kantonspolizei 
Zürich nicht ausgereicht hätte, um den Personenwagen des Berufungsklägers 
physikalisch nach links abzudrängen (vgl. act. 3/26). Angesichts der ganzen 
Umständen kann vorliegend deshalb nicht von einer Durchbrechung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhalten des Berufungsklägers und dem 
Unfall gesprochen werden. Ein allenfalls zu nahes seitliches Auffahren des 
einfahrenden Lenkers kann, wie gesagt, nicht als derart unsinnig qualifiziert werden, 
dass nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge damit schlechthin nicht hätte 
gerechnet werden müssen. Ein allfälliges Mitverschulden des anderen 
Fahrzeuglenkers würde also vorliegend nicht als unmittelbarste Ursache des 
Unfalles erscheinen und nicht alle anderen Faktoren, die zu seinem Eintritt 
beitrugen, insbesondere das Verhalten des Berufungsklägers, in den Hintergrund 
drängen. Eine sogenannte Schuldkompensation gibt es ausserdem nicht (Riklin, AT 
I, a.a.O., § 13 N 39, S. 139 mit Hinweisen). Für den Erfolg haftet auch, wer ihn bloss 
mitverursacht hat (BGE 120 IV 300 E. 3e; G. Jenny, Basler Kommentar zum 
Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 18 StGB N 72). Damit ergibt sich, dass X. der 
fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB 
schuldig zu sprechen ist.

f) Da sich die vom Berufungskläger geschaffene Gefahr voll ausgewirkt 
hat, indem ausser D. keine weiteren Personen konkret gefährdet wurden, wird die 
Verletzung von Verkehrsregeln durch die Verurteilung wegen fahrlässiger 
Körperverletzung konsumiert (vgl. PKG 1969 Nr. 44 und 62; BGE 91 IV 215). 

9. a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Gemäss Art. 63 StGB 
bemisst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Er berücksichtigt 
dabei die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schul-
digen. Der Betrag der Busse ist im Weiteren so zu bemessen, dass der Schuldige 
die seinem Verschulden angemessene Einbusse erleidet. Es müssen insbesondere 
das Einkommen, das Vermögen und die Familienpflichten berücksichtigt werden 
(Art. 48 Ziff. 2 StGB).

Grundlage für die Bemessung der Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei 
der Beurteilung der Tatkomponenten werden insbesondere das Ausmass des ver-
schuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, 
mit welcher der Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schuldigen berück-

23

sichtigt. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das Mass des Verschuldens variiert unter ande-
rem mit der Schwere des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden 
Modalitäten der Tatbegehung und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem 
Täter zugeschrieben werden muss. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechts-
gutverletzung zu vermeiden, je grösser also sein Handlungsspielraum war, desto 
grösser wiegt das Verschulden (vgl. BGE 117 IV 113 f.; BGE 118 IV 14 f.; BGE 124 
IV 44 ff.).

b) Gemäss Art. 66bis StGB kann der Richter von einer Bestrafung absehen, 
wenn der Täter durch die unmittelbaren Folgen seiner Tat so schwer betroffen wor-
den ist, dass eine Strafe unangemessen wäre. Art. 66bis StGB hat jene Grenzfälle 
im Auge, in denen meist schon das natürliche Rechtsgefühl sagt, dass eine Straf-
verfolgung oder Bestrafung unangemessen wäre. Die Unangemessenheit einer 
Strafe hängt einerseits von der Schwere der Betroffenheit des Täters ab. Die unmit-
telbaren Folgen müssen den Rahmen des Üblichen deutlich sprengen. Andererseits 
hängt der Entscheid über die Unangemessenheit der Strafe wesentlich vom Ver-
schulden ab (F. Riklin, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 
66bis StGB N. 3 und 43 f.). Schliesslich ist die Schwere der Betroffenheit mit der 
angemessenen Strafe zu vergleichen (BGE 119 IV 280). Dabei ist zunächst nach 
den allgemeinen Regeln eine Strafzumessung ohne Berücksichtigung der Auswir-
kungen der Tat für den Täter vorzunehmen und die Höhe des Strafübels, das der 
Schuld des Täters entspricht, zu ermitteln; in einem zweiten Schritt sind der so er-
mittelten Einsatzstrafe die tatsächlich beim Täter eingetretenen unmittelbaren Tat-
folgen gegenüberzustellen. Sie sind sodann vom verwirkten Strafübel zu substra-
hieren (H. Wiprächtiger, Die Abklärung der Persönlichkeit des Beschuldigten – die 
Sicht des Richters, ZStrR 1993, 188 f.). Bleibt nach der Gegenüberstellung der un-
mittelbaren Folgen der Tat mit der angemessenen Strafe ein Rest zugunsten der 
Letzteren und kommt eine gänzliche Strafbefreiung deshalb nicht in Frage, kann die 
Strafe gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nach dem Grundsatz in 
maiore minus nach freiem Ermessen gemildert werden (BGE 119 IV 282; BGE 121 
IV 176). Konkurriert eine schwere Selbstverletzung des Täters mit einer von ihm 
begangenen schweren Körperverletzung zum Nachteil einer ihm nicht nahestehen-
den Person, wird nach der Rechtsprechung Art. 66bis StGB regelmässig nur als 
Strafmilderungsgrund angewendet (vgl. die Kasuistik bei Riklin, Kommentar StGB, 
a.a.O., Art. 66bis StGB N 58 ff.). 

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c) Das Verschulden des X. kann nicht als leicht bewertet werden. Er muss 
sich den Vorwurf gefallen lassen, in Verletzung elementarer Verkehrsvorschriften 
einen Menschen schwer verletzt und dessen Gesundheit über längere Zeit, wenn 
nicht sogar bleibend, beeinträchtigt zu haben. Strafmindernd kann dem Berufungs-
kläger seine Vorstrafenlosigkeit und sein einwandfreier Leumund zugute gehalten 
werden. Straferhöhungs- und Strafschärfungsgründe sind nicht ersichtlich. In An-
wendung von Art. 66bis StGB gilt es – wie dies auch die Vorinstanz getan hat - zu 
berücksichtigen, dass der Berufungskläger eine Gehirnerschütterung, einen offenen 
Oberschenkelbruch links, einen Knochenbruch am linken Vorderarm und eine Horn-
hautverletzung des rechten Auges als Folge des Unfalls erlitten hat (act. 3/11). 
Seine Verletzungen sind – soweit aus den Akten ersichtlich - ausgeheilt. D. erlitt 
Unterarmbrüche beidseits, einen Beckenbruch mit Beteiligung der linken 
Hüftgelenkspfanne, eine Verstauchung des Knöchels rechts sowie Prellungen 
(Oberschenkel, Nase, Knie) (act. 3/10). Sie war mehrere Monate hospitalisiert. Die 
linke Elle musste zweimal operiert werden. D. litt auch 8 Monate nach dem Unfall 
immer noch an den Unfallfolgen und war über längere Zeit 100% arbeitsunfähig. Ab 
Mitte Juni 2003 konnte sie wieder zu 50% arbeiten, obwohl sie in ihrer Arbeit 
erheblich eingeschränkt war und permanente Schmerzen am Arm oder im Bereich 
Nacken/Schultern hatte. Im Sinne der oben dargelegten Rechtsprechung rechtfer-
tigt es sich unter diesen Umständen angesichts dessen, dass D. durch die Tat 
schwer betroffen wurde, die Schuld des Berufungsklägers nicht leicht wiegt und er 
selber durch seine Tat nicht derart erheblich betroffen wurde, dass es den Rahmen 
des Üblichen deutlich sprengen würde, nicht, dass von der Verhängung einer Strafe 
abgesehen wird. Vielmehr ist die Betroffenheit des Berufungsklägers – wie dies 
auch bereits die Vorinstanz getan hat - nur als Strafmilderungsgrund zu berücksich-
tigen. In Anbetracht seines Einkommens erscheint deshalb die von der Vorinstanz 
ausgefällte Busse von Fr. 800.-, die im vorliegenden Berufungsverfahren nicht er-
höht werden darf, als dem Verschulden des Berufungsklägers angemessen.

10. Die Beurteilung der Adhäsionsklage durch die Vorinstanz erfolgte in 
zutreffender Weise. Der Berufungskläger hat sich dazu denn auch nicht näher 
geäussert. Da die Beurteilung der Adhäsionsklage durch die Vorinstanz nicht the-
matisiert worden ist, bleibt es bei der Ziffer 4 des Dispositivs des Urteils des Be-
zirksgerichtsausschusses J.. 

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens bleibt es beim vorinstanzlichen 
Kostenspruch. Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen bei diesem Ausgang 
des Verfahrens zu Lasten des Berufungsklägers (Art. 160 StPO), welcher D., die 

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durch ihren Rechtsvertreter eine kurze Vernehmlassung einreichen liess, für das 
Berufungsverfahrens mit Fr. 250.- (inkl. MWSt) zu entschädigen hat.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers, welcher die Adhäsionsklägerin für das Berufungsverfah-
ren mit Fr. 250.- (inkl. MwSt.) zu entschädigen hat. 

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc: