# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf9db9b4-bc80-5ea9-a005-340ea7560536
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.04.2021 720 19 26/95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-26-95_2021-04-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 15. April 2021 (720 19 26 / 95) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Rentenzusprache aufgrund eines gerichtlichen Gutachtens. 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advo-
kat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1971 geborene A.____ war letztmals bis 1. Oktober 2012 als Betriebsmitarbeiterin 
tätig. Am 11. Februar 2014 meldete sie sich aufgrund von Kopfschmerzen und einer Nackensteife 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der 
gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse wies die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
einen Rentenanspruch gestützt auf einen ermittelten IV-Grad von 15% nach durchgeführtem Vor-
bescheidverfahren mit Verfügung vom 4. Dezember 2018 ab.  
 

 
 
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B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Nikolaus Tamm, am 18. Ja-
nuar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialver-
sicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei ihr eventualiter gestützt auf ein gericht-
liches Gutachten eine unbefristete IV-Rente auszurichten. Zur Begründung liess sie im Wesent-
lichen vorbringen, dass nicht auf das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten der MEDAS vom 26. 
April 2016 abgestellt werden könne. Mit Vernehmlassung vom 1. März 2019 schloss die IV-Stelle 
auf Abweisung der Beschwerde. Das fragliche MEDAS-Gutachten geniesse uneingeschränkte 
versicherungsmedizinische Gültigkeit. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts 
vom 12. März 2019 wurde die Angelegenheit dem Gericht erstmals zur Beurteilung überwiesen. 
Am 8. April 2019 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik B.____ vom 27. Februar 
2019 einreichen, wonach eine Restarbeitsfähigkeit im Umfang von höchstens 20% in einer leich-
ten Verweistätigkeit gegeben sei. 
 
C. Anlässlich der Urteilsberatung vom 11. April 2019 gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
Aktenlage nicht möglich sei. Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassung würden die 
medizinischen Beurteilung der MEDAS vom 12. April 2016, deren ergänzende Stellungnahme 
vom 21. Juli 2017 sowie die Einschätzungen der Ärzte des regional-ärztlichen Dienstes der IV-
Stelle (RAD) nicht überzeugen. Während das MEDAS-Gutachten zum Schluss komme, dass die 
Beschwerdeführerin lediglich an einer leichten depressiven Episode leide, gehe aus den vorlie-
genden Akten einerseits hervor, dass der behandelnde Psychiater sowie das Spital C.____ be-
reits im Jahr 2014 eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert hätten. Andererseits di-
agnostiziere der behandelnde Psychiater nebst einer mittelgradigen depressiven Episode mit so-
matischem Syndrom auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine Panikstörung. 
In somatischer Hinsicht stehe einer abschliessenden Beurteilung schliesslich insbesondere die 
Beurteilung der Klinik B.____ entgegen. Das Kantonsgericht beschloss daher unter Berücksich-
tigung der in BGE 137 V 210 ff. dargelegten Rechtsprechung, den Fall auszustellen, da möglich-
erweise ein bidisziplinäres, allenfalls auch polydisziplinäres Gerichtsgutachten zur abschliessen-
den Klärung der medizinischen Sachlage in Auftrag zu geben sei. Vorerst aber sei der Beschwer-
degegnerin eine Frist zur Stellungnahme zum neu eingereichten Bericht der Klinik B.____ vom 
27. Februar 2019 einzuräumen.  
 
D. Nach Eingang der Stellungnahme der IV-Stelle vom 10. Mai 2019 ordnete das Kantons-
gericht mit Beschluss vom 6. Juni 2019 ein polydisziplinäres Gutachten bei der D.____ an. Dieses 
wurde 8. Juli 2019 in Auftrag gegeben und erging am 31. Dezember 2019. Die Beschwerdefüh-
rerin beantragte in ihrer Stellungnahme vom 11. Februar 2020 die Gutheissung der Beschwerde. 
Die IV-Stelle schloss mit Stellungnahme vom 27. Februar 2020 weiterhin auf Abweisung der Be-
schwerde. Die im Gerichtsgutachten der D.____ attestierte Restarbeitsunfähigkeit von 40% sei 
versicherungsrechtlich nicht mit der notwendigen überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewie-
sen. Nach einem weiteren Schriftenwechsel der Parteien wurde die Angelegenheit mit verfah-
rensleitender Verfügung vom 10. März 2020 dem Gericht erneut zur Beurteilung überwiesen. 
 

 
 
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E. Anlässlich seiner Urteilsberatung vom 7. Mai 2020 gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass eine Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Ak-
tenlage trotz des bei der D.____ eingeholten Gerichtsgutachtens vom 31. Dezember 2019 nach 
wie vor nicht möglich sei. Es lägen vereinzelte Unklarheiten im Raum, ohne deren Klärung die 
bundesgerichtlichen Kriterien an ein schlüssiges Gerichtsgutachten nicht gänzlich erfüllt würden. 
Das Kantonsgericht beschloss daher, der D.____ ergänzende Fragen zur Beantwortung zu un-
terbreiten. Die entsprechende Antwort der D.____ erging am 31. August 2020. Mit Stellungnahme 
vom 11. September 2020 hielt die IV-Stelle fest, dass auf das Gerichtsgutachten der D.____ vom 
31. Dezember 2019 nicht abgestellt werden könne. Die gutachterlich festgestellte Arbeitsunfähig-
keit sei nach Prüfung der Standardindikatoren nicht hinlänglich nachvollziehbar, weil allen Inkon-
sistenzen zum Trotz im Wesentlichen auf die subjektive Beschwerdepräsentation der Versicher-
ten abgestellt werde. Die Beschwerdeführerin hielt mit Stellungnahme vom 2. Oktober 2020 an 
ihren Rechtsbegehren fest. Die D.____ habe mit der Beantwortung der Ergänzungsfragen allfällig 
verbliebene Unschärfen beseitigt. Auf deren Gerichtsexpertise könne vollumfänglich abgestellt 
werden. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 7. Oktober 2020 wurde die Angelegenheit dem 
Kantonsgericht erneut zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 18. Januar 2019 ist demnach einzutreten.  
 
2. Zu prüfen ist, ob und allenfalls in welcher Höhe die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
eine IV-Rente hat. Massgebend ist dabei jener Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 4. Dezember 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtspre-
chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 
mit Hinweis). 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 

 
 
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2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49, E. 1.2, 130 V 396, E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwar-
tet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294, E. 5a mit Hinwei-
sen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Er-
werbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig 
ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr 
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell-
schaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294, E. 4c in fine). 
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-

 
 
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ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15, E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310, E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1  Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsfähig oder arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 
105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche andere  Erwerbstätigkeit 
als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausge-
glichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut-
barerweise noch verrichtet werden kann (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der 
Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi-
alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2  Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. 
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 mit diversen Hin-
weisen). Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die not-
wendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen ge-
bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es 
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweis-
würdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozialversiche-
rungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu 
Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn 
die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 
 
4.3 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat das Gericht die ihm von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Be-
weismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge-
mäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat-
ten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

 
 
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Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen).  
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So führte das Bundesgericht zu 
den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschät-
zungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu er-
fassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungs-
trägern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Recht-
sprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). 
Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizini-
schen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, 
E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite-
rer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen 
(Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die be-
handelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - 
Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 
(Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung bei der Beurteilung des medi-
zinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das von ihr eingeholte Gutachten der MEDAS vom 
12. April 2016 sowie deren ergänzende Stellungnahme vom 21. Juli 2017 (IV-Dok 85). Sie ging 
demzufolge davon aus, dass die Versicherte in psychiatrischer Hinsicht an einer leichtgradigen 
depressiven Störung ohne somatisches Syndrom leide, indes keine eigenständige Angststörung, 
insbesondere auch keine Panikstörung vorliege. Ebenfalls nicht erfüllt seien die Kriterien einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Auf dieser Basis sei aus psychiatrischer Sicht eine 
Arbeitsfähigkeit in einer somatisch angepassten, wechselbelastenden leichten bis gelegentlich 
mittelschweren Tätigkeit mit einer Leistungsminderung von 10-20% zumutbar. Diese Leistungs-
minderung von durchschnittlich 15% gelte auch in interdisziplinärer Hinsicht, wobei die Leistungs-
minderung mit den Einschränkungen der psychischen Belastbarkeit bei leichtgradiger depressi-
ver Symptomatologie begründet werde. Wie oben ausgeführt (E. 4.4 hiervor) ist den im Rahmen 
des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche 

 
 
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aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten 
Urteilsberatung vom 6. Juni 2019 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, 
dass dem im Rahmen des strittigen Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten der MEDAS 
keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Anlass, an dessen Schlussfolgerungen zu zwei-
feln, gab insbesondere der Umstand, dass der behandelnde Psychiater Dr. med. E.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie das Spital C.____ bereits im Jahr 2014 bei der Versicher-
ten eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert hatten. Überdies hatte Dr. E.____ nebst 
einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom in Abweichung zum Gut-
achten der MEDAS auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine Panikstörung 
bei der Versicherten diagnostiziert. Damit blieb bereits auf diagnostischer Ebene ungeklärt, ob 
der Versicherten eine Leistungs- und Arbeitsfähigkeit von durchschnittlich 85% zugemutet wer-
den konnte. Anlass an den gutachterlichen Schlussfolgerungen auch in somatischer Hinsicht zu 
zweifeln bildete schliesslich der beim Gericht am 9. April 2019 eingegangene Bericht von Dr. med. 
F.____, FMH Rheumatologie, vom 27. Februar 2019, welcher die von der MEDAS festgestellte 
unzureichende Kooperation anlässlich der funktionellen Untersuchung der Versicherten auf bild-
gebend nachweisbare degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule zurückgeführt und 
eine vollständige Blockade der Halswirbelsäule als entscheidenden Faktor im Zusammenhang 
mit der Entwicklung eines Schmerzsyndroms postuliert hatte, welche eine höchstens noch 20%-
ige Arbeitsfähigkeit zulassen würden. Zumal die Exploration der Versicherten durch die MEDAS-
Gutachten im Zeitraum Mai bis Juli 2015 mit Blick auf die im Zeitpunkt des strittigen Verfügungs-
erlasses vom 4. Dezember 2018 massgebenden Verhältnisse bereits rund dreieinhalb Jahre alt 
war, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren somit nicht ausreichend 
beweiskräftig genug, als dass das Gericht darauf hätte abstellen können.  
 
5.2 Nachdem sich deshalb mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 11. April 2019 die Ein-
holung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht hinsichtlich der Be-
urteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nunmehr das gerichtliche Gutachten der 
D.____ vom 31. Dezember 2019 und dessen Ergänzung vom 31. August 2020 im Zentrum der 
divergierenden Parteistandpunkte. In ihrem neurologischen Fachgutachten vom 10. September 
2019 hat die D.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikozephales sowie ein lumbover-
tebrales Schmerzsyndrom ohne klinische oder diagnostische Anhaltspunkte für eine Radikulopa-
thie oder eine Spinalstenose, ein leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom beidseits sowie einen un-
systematischen Schwindel diagnostiziert. Es hätten sich deutliche Hinweise auf Inkonsistenzen 
bezüglich des Ausmasses der geklagten Beschwerden sowie eine ausgeprägte Symptomaus-
weitung bei inkonsistenten Befunden ergeben. Die Einordnung dieser Diskrepanzen sei in der 
Konsensbeurteilung erfolgt. In einer angepassten Verweistätigkeit sei die Leistungsfähigkeit in 
neurologischer Hinsicht nicht eingeschränkt.  
 
Im rheumatologischen Fachgutachten vom 11. September 2019 diagnostizierte die D.____ mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom mit aktuell 

 
 
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eher nicht radikulärer Schmerzausstrahlung in den Schultergürtelbereich beidseits oder die Ober-
arme und mit einer klinisch im Ausmass inkonstanten, weitgehend teils muskulär, teils konstituti-
onell bedingt ossären Blockierung der HWS-Beweglichkeit in alle Richtungen bei bildgebend 
deutlich mehrsegmentalen Osteochondrosen akzentuiert auf Höhe C5/6 und kongenital fehlender 
ossärer Wirbelkörpersegementierung C2/3, sowie ein chronisches lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom, anamnestisch progredient seit Januar 2018. In der aktuellen Untersuchung 
beklage die Explorandin primär die bekannten Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den dorsa-
len Schulterbereich beidseits und occipital in den Kopf sowie in den ventralen Schulterbereich 
und in die Oberarme. Zweitens bestünden im Beckenbereich Trochanterschmerzen beidseits, 
diffuse Gefühlsstörungen an den Ober- und Unterschenkeln sowie an den Füssen. Auf Nachfrage 
würden schliesslich flächige lumbale Rückenschmerzen beidseits seit 2018 mit sakralen und glu-
tealen Schmerzen beim Sitzen und im Stehen berichtet. Wie in den Akten schon früh notiert, 
schildere die Explorandin für den Alltag ein mehrfaches Sich-Hinlegen, ein Verbringen des Tages 
auf dem Sofa, höchstens abends gelegentliche Spaziergängen in Begleitung, keine strukturierten 
Tätigkeiten und kein wesentliches Engagement im Haushalt. Die Bildgebung zeige mehrsegmen-
tale deutliche Veränderungen der Halswirbelsäule. An der Lendenwirbelsäule fänden sich tief-
lumbale Bandscheibendegenerationen ohne stenosierende Veränderungen. Insgesamt bestünde 
ein langjähriges, therapeutisch nicht beeinflussbares, intensives Schmerzsyndrom des oberen 
Achsenskeletts im Nacken- und Schultergürtelbereich mit teils wechselnden neuen Schmerzen. 
In der aktuellen rheumatologischen Abklärung lasse sich in etwas anderer Betrachtung als im 
früheren MEDAS-Gutachten für das am oberen Achsenskelett akzentuierte Beschwerdebild 
durchaus ein organläsioneller Kern identifizieren. Die Gesamtsituation entspreche einem mehr-
ursächlichen Mischbild, in welchem sich organläsionelle Veränderungen und ein ausgeprägtes 
Schmerzvermeidungsverhalten überlagern würden und eine entsprechende Trennung der Anteile 
ausgesprochen schwierig sei. Vor dem Hintergrund der durch die Malformation in ossärer Hin-
sicht einschränkten Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei es zu einer ausgeprägten und komple-
xen Schmerzchronifizierung gekommen. Eine vollständige Immobilisierung der Kopfbeweglich-
keit könne mit den radiologischen Befunden aber nicht erklärt werden. Neu gegenüber dem 
MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 2015 sei zusätzlich eine lumbale Beschwerdesymptomatik bei 
der Zumessung der plausiblen Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Auch dort bestehe angesichts 
der eher geringen radiologischen Segmentdegenrationen eine Diskrepanz zwischen der vollstän-
digen muskulären Blockierung der Beweglichkeit. Das Ausmass der organläsionell bedingten Be-
schwerdesymptomatik im Bereich des oberen Achsenskeletts sei etwas höher einzuschätzen als 
noch im Jahr 2015 gutachterlich angenommen. Zu subtrahieren sei trotz des subjektiv vorhande-
nen Leidensanteils ein ausgeprägtes Schmerzverdeutlichungssignal mit appellativ wirkendem 
Schmerzvermeidungsverhalten und teils inkonstanter Einschränkung des Mobilitätsbildes. Auch 
wenn das Ausmass der Einschränkung isoliert biomechanisch-rheumatologisch betrachtet und 
unter Ausblendung neurophysiologischer Schmerverarbeitungsprozesse nicht nachvollzogen 
werden könne, müsse der Grad an plausibel erscheinender, rein muskuloskelettärer Leistungs-
fähigkeit aktuell jedoch höher als in der Vorbegutachtung veranschlagt werden. In einer den kör-
perlichen Leiden angepassten, leichten und sehr leichten Verweistätigkeit ohne Hantieren von 
Lasten über 3 bis 5 Kilogramm, ohne wiederholte Oberkörperrotation, ohne repetitives Sich-Bü-
cken-Müssen, ohne ausschliesslich stehende oder sitzende Tätigkeitsanteile, ohne repetitiv grei-
fende Tätigkeiten, mit der Möglichkeit zum selbständigen Wechsel der Körperposition und ohne 

 
 
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Überkopfarbeiten, sei seit der Exazerbation der Beschwerdesymptomatik am unteren Achsenske-
lett zu Beginn des Jahres 2018 aus muskuloskelettärer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von noch 60% 
zumutbar. Die Zeit zuvor könne retrospektiv nicht zuverlässig beurteilt werden. Allenfalls habe die 
Leistungsfähigkeit zuvor etwas höher gelegen. 
 
Im psychiatrischen Fachgutachten vom 30. September 2019 diagnostizierte die D.____ mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren sowie eine depressive Episode, Schweregrad allenfalls leichtgradige Episode, gegen-
wärtig nicht einschätzbar. Die depressive Episode werde nicht als hauptsächlicher Faktor für die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit betrachtet. Bei der Explorandin bestünde eine Vielzahl psy-
chosozialer Belastungen. Aufgrund diverser Inkonsistenzen bestehe eine Unsicherheit in der 
Ausprägung des Schweregrads hinsichtlich der Schmerz- und Depressionssymptomatik. Die 
Schilderungen der Explorandin und die Präsentation ihrer kognitiven Defizite würden an sich eine 
schwere bis vollständige Beeinträchtigung implizieren. Das von ihr dargebotene Zustandsbild und 
die geschilderte Symptomatik hätten aber teils inkonsistent gewirkt. Insbesondere die ausgepräg-
ten kognitiven Störungen seien nicht plausibel gewesen. Es sei davon auszugehen, dass auf-
grund der Schmerz- und Depressionssymptomatik eine gewisse reduzierte Belastbarkeit sowie 
eine erhöhte Ermüdbarkeit und Energielosigkeit bestünden, welche die Fähigkeit einschränkten, 
anstehende Aufgaben sinnvoll zu strukturieren und dafür angemessen Zeit aufzuwenden. Bei 
reduzierter Stress- und Frustrationstoleranz sei zudem die Fähigkeit, sich im Verhalten, Denken 
und Erleben an wechselnde Situationen anzupassen, beeinträchtigt. Ebenso bestehe aufgrund 
des geschilderten sozialen Rückzugs eine Einschränkung in der Fähigkeit, soziale Kontakte auf-
zunehmen. Die familiären Beziehungen würden vor allem durch die demonstrierte und enorme 
Hilfsbedürftigkeit der Explorandin beeinflusst. Seitens ihrer Familie würden ihr jegliche Verpflich-
tungen abgenommen und damit das regressive Verhalten unterstützt. Gemäss den anamnesti-
schen Schilderungen sei ihr auch das Initiieren von Spontanaktivitäten nahezu nicht mehr mög-
lich. Aufgrund einer mit der Depression einhergehenden Antriebsminderung sei von einer mittel-
gradigen Einschränkung hinsichtlich von Freizeitaktivitäten und Hobbys auszugehen. Das sub-
jektiv sehr hoch dargestellte Ausmass der Einschränkung könne objektiv jedoch nicht begründet 
werden. Bedingt durch die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren bestehe sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung 
in der Arbeitsfähigkeit von 30%. Der Schweregrad der Schmerzstörung und der rezidivierenden 
depressiven Störung sei am ehesten als leicht einzuschätzen. Das Beschwerdebild sei durch 
Verdeutlichungstendenzen, eine dramatisierende Darstellung und Inkonsistenzen überlagert. Die 
30%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wirke nicht additiv zu den somatisch formulierten 
Einschränkungen. 
 
In ihrer interdisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter der D.____ zum Schluss, 
dass sich aktuell ein deutliches Schmerzgebaren im Sinne einer Schmerzverdeutlichung mit ei-
nem ausgeprägten Schmervermeidungsverhalten und deutlichen Diskrepanzen finden liessen. 
Insbesondere die hochgradige Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule mit vollständiger 
Immobilisierung der Kopfbeweglichkeit könne nicht mit den radiologischen Befunden erklärt wer-
den. Unabhängig von dieser klaren funktionellen Überlagerung lasse sich nichts desto trotz ein 
organischer Kern als Teilursache für die rheumatologischen Beschwerden nachweisen, welcher 

 
 
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in der bisherigen Beurteilung der MEDAS zu wenig gewichtet worden sei. Neu im Vergleich zu 
jener Beurteilung sei bei der Einschätzung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit zusätzlich eine 
lumbale Beschwerdesymptomatik zu berücksichtigen. Trotz einer auch hier vorhandenen Diskre-
panz zwischen der vollständigen muskulären Blockade und der spontanen Bewegungsfähigkeit 
fänden sich an der unteren Lendenwirbelsäule ebenfalls degenerative Veränderungen. Die Dis-
krepanz zwischen dem effektiven Ausmass der objektivierbaren Befunde und den demonstrierten 
Funktionseinschränkungen sei diagnostisch primär als chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren zu interpretieren, wohingegen die Depression klar im Hinter-
grund stehe. Dabei müsse vom Vorhandensein eines zumindest partiell die Beschwerden be-
gründenden organischen Kerns ausgegangen werden. In Abgrenzung zur isoliert rheumatologi-
schen Beurteilung dieses organischen Kerns sei von einer eher leichtgradigen Ausprägung der 
Depression auszugehen. Das Ausmass der organläsionell nachvollziehbaren Beschwerdesymp-
tomatik und damit der Funktionseinschränkung im Bereich des oberen Achsenskeletts sei etwas 
höher einzuschätzen als gutachterlich noch im Jahr 2015 angenommen. Zudem sei die Sympto-
matik des unteren Achsenskeletts zu würdigen. In einer angepassten Verweistätigkeit sei mus-
kuloskelettär eine Arbeitsfähigkeit von 60% zumutbar. Die Reduktion gegenüber einem Vollzeit-
pensum berücksichtige einen organläsionellen Beschwerdeanteil im Bereich des oberen Ach-
senskeletts, eine organläsionell bedingte verminderte Nackenbeweglichkeit mit entsprechend et-
was verlangsamten Bewegungsabläufen, die Notwendigkeit zu vermehrten Pausen und eine ver-
mehrte Erholungszeit. Das Ausmass der zusätzlichen Schmerzstörung erscheine indes nicht so 
ausgeprägt, dass eine additive Einschränkung der Leistungsfähigkeit bedingt durch psychiatri-
sche Diagnosen hinzukäme. Zum einen könne die Schmerzsituation bereits durch einen organi-
schen Kern erklärt werden. Andererseits seien die Symptome, die sowohl der Schmerzstörung 
als auch der Depression zugeordnet werden könnten, als Ausdruck des dysfunktionalen Um-
gangs mit diesen Schmerzen und weniger als eigenständiges Leiden zu verstehen. Mit Blick auf 
den Verlauf der Arbeitsfähigkeit könne davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt des Gut-
achtens der MEDAS bei aus heutiger Sicht abweichender Gewichtung der Problematik an der 
Halswirbelsäule noch eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, die sich mit der Manifestie-
rung der zusätzlichen Probleme an der Lendenwirbelsäule seit März 2018 auf 60% verschlechtert 
habe. Ab März 2018 sei die Beschwerdesymptomatik am unteren Achsenskelett exarzerbiert, so 
dass seither eine etwas höhere Einschränkung wie aktuell bei 60% anzusetzen sei. Die neuerli-
che MR-Bildgebung vom 7. März 2018 würde deutliche degenerative Veränderungen an der Len-
denwirbelsäule mit einer dort verminderten Belastbarkeit erkennen lassen. 
 
5.3 Anlässlich der Urteilsberatung vom 7. Mai 2020 kam das Kantonsgericht zum Schluss, 
dass bei der Analyse des Gerichtsgutachtens der D.____ vereinzelte Unklarheiten im Raum stün-
den, ohne deren Klärung die bundesgerichtlichen Kriterien an ein schlüssiges Gerichtsgutachten 
nicht gänzlich erfüllt würden. In Nachachtung zu diesen Erwägungen hat das Kantonsgericht des-
halb beschlossen, den Fall erneut auszustellen und bei der D.____ eine ergänzende Nachfrage 
zu veranlassen. Am 31. August 2020 hat die D.____ die entsprechenden Ergänzungsfragen be-
antwortet. Zunächst hat sie festgestellt, dass durch die Problematik an der Lendenwirbelsäule 
primär eine qualitative zusätzliche Limitierung ausgewiesen sei, die sich auch in einer geringen 
zusätzlichen zeitlichen Limitierung im Umfang von 10% niederschlage. Im Zeitpunkt des Vorgut-

 
 
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achtens der MEDAS habe primär bedingt durch die Problematik an der Halswirbelsäule insge-
samt eine Arbeitsfähigkeit von 70% und ab März 2018 bedingt durch die zusätzliche Verschlech-
terung der Probleme an der Lendenwirbelsäule eine Arbeitsfähigkeit noch von 60% vorgelegen. 
Die im rheumatologischen Teilgutachten verwendete Formulierung, wonach die quantifizierende 
Einschätzung der verschiedenen, das Geschehen mitbeeinflussenden Faktoren weitgehend ar-
biträr ausfallen müsse, bringe lediglich zum Ausdruck, dass jeder Einschätzung der Arbeitsfähig-
keit letztlich ein gewisses Ermessen zu Grunde liege. Die medizinische Einschätzung entspreche 
der bestmöglichen Annäherung an die Realität und bilde die noch vorhandene Arbeitsfähigkeit 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab. 
 
5.4 Das zitierte Gerichtsgutachten der D.____ vom 31. Dezember 2019 erfüllt zusammen 
mit dessen Ergänzung vom 31. August 2020 alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen 
an ein beweiskräftiges Gerichtsgutachten. Nachdem die Gerichtsexperten mit ihrer Ergänzung 
vom 31. August 2020 nunmehr noch einmal explizit an ihrer Einschätzung der der Versicherten 
ab März 2018 interdisziplinär verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 60% festgehalten haben, 
weist ihre Begutachtung weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist ihre Einschätzung – 
wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (oben, E. 4.3 f. hiervor) – für die streitigen Belange 
umfassend. Die Schlussfolgerungen der Gerichtsgutachter sind in Kenntnis aller relevanten 
Vorakten abgegeben worden und beruhen auf allseitigen und detaillierten Untersuchungen der 
Versicherten sowie auf deren Gesundheitsbiographie. Die interdisziplinären Explorationsergeb-
nisse berücksichtigen alle geklagten Beschwerden und leuchten in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation insbesondere auch 
hinsichtlich des Längsverlaufs der im Vordergrund stehenden rheumatologischen Störungsbilder 
ein. Die Gerichtsgutachter der D.____ vermögen dabei nicht nur schlüssig zu begründen, dass 
zwar eine klare funktionelle Überlagerung der rheumatologischen Beschwerden festzustellen ist, 
jedoch auch ein organischer Kern als Teilursache für die rheumatologischen Beschwerden ins-
besondere am oberen Achsenskelett vorliegt, welcher in der bisherigen Beurteilung der MEDAS 
zu wenig gewichtet worden ist. Diese Feststellung begründen sie nachvollziehbar mit den bildge-
bend erhobenen Befunden an der Halswirbelsäule. Deren Herleitung stimmt damit mit der bereits 
im Bericht von Dr. F.____ vom 8. April 2019 geäusserten Einschätzung überein, wonach die ge-
klagten Beschwerden der Versicherten zumindest teilweise sehr wohl konsistent seien (so bereits 
Beschluss des Kantonsgerichts vom 6. Juni 2019). Wenn die D.____-Gutachter das Ausmass 
der organläsionell bedingten Beschwerdesymptomatik im Bereich des oberen Achsenskeletts 
letztlich etwas höher einschätzen als gutachterlich noch im Jahr 2015 durch die MEDAS ange-
nommen, kann darin jedenfalls kein konkretes Indiz gegen die Zuverlässigkeit ihrer Expertise 
erkannt werden. So lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags der vom Gericht bestellten 
fachmedizinischen Experten der D.____ nicht zu, deren Gerichtsgutachten nur deshalb in Frage 
zu stellen, weil die MEDAS und der RAD zuvor zu anderslautenden Einschätzungen gelangt sind.  
 
5.5 Nicht anders verhält es sich hinsichtlich der ab März 2018 zusätzlich zu berücksichtigen-
den Einschränkung aus rheumatologischer Sicht am unteren Achsenskelett. Trotz einer in Über-
einstimmung mit den Vorakten auch hier klar vorhandenen Diskrepanz zwischen einer vollstän-
digen muskulären Blockade und der spontanen Bewegungsfähigkeit haben sich an der unteren 
Lendenwirbelsäule aufgrund der MR-Bildgebung vom 7. März 2018 nachweisbar degenerative 

 
 
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Veränderungen ergeben, welche aufgrund des zeitlichen Verlaufs von der MEDAS nicht erkannt 
worden sind. Obschon die radiologischen Segmentdegenerationen an der Lendenwirbelsäule of-
fenbar geringer ausgeprägt sind als jene an der Halswirbelsäule, stellen auch sie eine somatisch 
nachvollziehbare Ursache für die ab März 2018 postulierte Exazerbation der Beschwerden dar. 
Daran ändert nichts, dass im Bereich der unteren Extremitäten aus neurologischer Sicht ebenfalls 
keine Hinweise auf eine radikuläre Nervenbeteiligung erhoben werden konnten. Nicht gefolgt 
werden kann bei dieser Aktenlage der in der Stellungnahme der IV-Stelle vom 11. September 
2020 vertretenen Auffassung, die Ausschlusskriterien seien diesbezüglich durch die D.____ we-
der kritisch gewürdigt noch thematisiert worden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Experten der 
D.____ halten bezüglich der vollständigen muskulären Blockierung der Beweglichkeit gerade 
auch im Lumbalbereich fest, dass trotz des subjektiv vorhandenen Leidensanteils ein ausgepräg-
tes Schmerzverdeutlichungssignal mit appellativ wirkendem Schmerzvermeidungsverhalten und 
teils inkonstanter Einschränkung des Motilitätsbildes berücksichtigt werden müsse. Mithin kann 
keinesfalls gesagt werden, die Experten der D.____ hätten keine kritische Reflektion der diversen 
Malingerin-Kriterien vorgenommen, wie dies der RAD in seiner Stellungnahme vom 8. September 
2020 den Experten der D.____ vorgeworfen hat. Wenn die IV-Stelle zusammen mit dem RAD in 
Frage stellt, weshalb trotz als inkonsistent qualifizierter Unbeweglichkeit der Hals- und Lenden-
wirbelsäule eine eingeschränkte Beweglichkeit als Argument für die von der D.____ attestierte 
Arbeitsunfähigkeit herangezogen worden sei, übersieht sie mit anderen Worten, dass nicht das 
inkonsistente Verhalten an sich, sondern das von der D.____ abweichend erhobene Ausmass 
eines somatischen Kerns im Zentrum der divergierenden Parteipunkte steht. Soweit die D.____ 
bei dieser Ausgangslage gesamtmedizinisch von einem mehrursächlichen Mischbild ausgeht, in 
welchem sich organläsionelle Veränderungen und ein ausgeprägtes Schmerzvermeidungsver-
halten überlagern und eine entsprechende Trennung der Anteile ausgesprochen schwierig ist, 
erweist sich die von ihr vorgenommene Einschätzung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit mit-
hin durchaus schlüssig. Daran ändert auch nichts, dass die quantifizierende Einschätzung der 
verschiedenen, das Geschehen mitbeeinflussenden Faktoren von den Gutachtern als «arbiträr» 
bezeichnet wurde. Damit bringen die Gerichtsexperten einzig zum Ausdruck, dass jeder Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit letztlich ein gewisses Ermessen zu Grunde liegt. Alleine deshalb vom 
Gerichtsgutachten der D.____ abzuweichen, geht mit Blick auf deren sorgfältige Abwägung der 
zweifellos vorhandenen Inkonsistenzen nicht an. Jedenfalls kann nicht gesagt werden, dass allen 
Inkonsistenzen zum Trotz auf die subjektive Beschwerdepräsentation der Versicherten abgestellt 
worden sei. 
 
5.6 Nichts anderes gilt in psychiatrischer Hinsicht, wonach die Gerichtsgutachter der D.____ 
diagnostisch zu einer ebenfalls abweichenden Einschätzung als noch die MEDAS  gelangt sind. 
Während die MEDAS einzig eine leichtgradige depressive Störung ohne somatisches Syndrom 
erhoben und gestützt darauf auf eine 10 bis 20%-ige Arbeitsunfähigkeit geschlossen hatten, at-
testieren die Gerichtsexperten der D.____ der Versicherten insbesondere bedingt durch eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eine Arbeitsunfähigkeit 
von 30%. Auch hier sind die Gerichtsgutachter davon ausgegangen, dass das Beschwerdebild 
durch Verdeutlichungstendenzen, eine dramatisierende Darstellung und Inkonsistenzen überla-
gert ist. Ihre Schlussfolgerung, dass das Ausmass der zusätzlichen Schmerzstörung nicht sehr 
ausgeprägt ist, weil die Schmerzsituation einerseits bereits durch einen organischen Kern erklärt 

 
 
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werden kann, und die Symptome, die sowohl der Schmerzstörung als auch der Depression zu-
geordnet werden könnten, andererseits als Ausdruck des dysfunktionalen Umgangs mit diesen 
Schmerzen und weniger als eigenständiges Leiden zu verstehen sind, erweist sich ebenfalls als 
nachvollziehbar. Da die psychiatrisch bedingte Arbeits- und Leistungsminderung ohnehin nicht 
additiv wirkt, kann letztlich dahingestellt bleiben, wie es sich damit im Detail verhält.  
 
5.7 Wie oben ausgeführt (oben, E. 4.4), weicht das Gericht bei einem Gerichtsgutachten 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Auf-
gabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimm-
ten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Solche zwingenden Gründe liegen im vorliegenden Fall 
keine vor, weshalb kein Anlass besteht, von den Ergebnissen des zitierten Gerichtsgutachtens 
und dessen Ergänzung abzuweichen. Es ist in diesem Zusammenhang in Erinnerung zu rufen, 
dass es in der Natur eines Begutachtungsauftrags liegt, die medizinischen Verhältnisse nicht nur 
zu erheben, sondern in ihrer Gesamtheit neu und damit im Vergleich zu den übrigen medizini-
schen Unterlagen allenfalls auch abweichend zu bewerten. Der Umstand, dass die Gerichtsgut-
achter der D.____ im Vergleich zur vom RAD vertretenen Auffassung zu einer – wie aufzuzeigen 
sein wird – Renten begründenden Restarbeitsfähigkeit von insgesamt noch 60% gelangt sind, 
stellt für sich alleine keinen Grund für die Nichtverwertbarkeit des Gerichtsgutachtens dar. Mas-
sgebend ist vielmehr, ob das fragliche Gutachten den rechtsprechungsgemässen Kriterien zu-
folge (oben, Erwägung 4.3 f.) überzeugend ausgefallen ist. Dies ist hier der Fall. Anders als der 
RAD haben die Gerichtsgutachter die Versicherte umfassend exploriert. Sie sind dabei zum nach-
vollziehbaren Ergebnis gelangt, dass der Versicherten aus gesamtmedizinischer Hinsicht auch in 
einer optimal angepassten Tätigkeit bis März 2018 noch eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit 
von 70% und für die Zeit danach noch von 60% verblieben ist. Daran ist festzuhalten. Damit ist 
zugleich gesagt, dass die Gerichtsexpertise der D.____ einen genügenden Aufschluss über die 
gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin ermöglicht und eine zuverlässige Beurtei-
lung ihrer verbleibenden Kapazitäten zulässt. Auf allfällige zusätzliche Abklärungen kann deshalb 
verzichtet werden. 
 
6. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkun-
gen. Mit Blick auf das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG lit. b IVG (oben, Erwägung 2.1) ist 
der für einen Rentenanspruch massgebende IV-Grad bei einer durchgehend bis März 2018 be-
stehenden Arbeitsunfähigkeit von lediglich 30% bei der hypothetisch erwerbstätigen Versicherten 
aufgrund eines Einkommensvergleichs (oben, Erwägung 3.2) erst per März 2019 zu bestimmen 
(Art. 16 ATSG). Entgegen der von der IV-Stelle herangezogenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 
aus dem Jahr 2014 bildet mit Blick auf den frühestmöglichen Rentenbeginn ab März 2019 Grund-
lage korrekterweise die LSE 2016, Tabelle TA1, Privater Sektor Total, Frauen, Kompetenzniveau 
1 für einfache und repetitive Arbeiten (Fr. 4'363.— x 12 / 40 x 41,7 Wochenstunden, zuzüglich 
Nominallohnentwicklung per 2019 im Umfang von 1,8% [Tabelle BFS 1.2.10 Nominallohnindex 
Frauen 2011-2018]). Damit ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 55’564.—. Diesem Vali-
deneinkommen ist auf der Basis eines im Invaliditätsfall zumutbaren Pensums von 60% ein auf 
denselben LSE beruhendes, gleichermassen nominallohnindexiertes Invalideneinkommen von 
Fr. 22'225.— gegenüber zu stellen, woraus ein IV-Grad von 40% und damit mit Wirkung ab März 

 
 
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2019 letztlich Anspruch auf eine Viertelrente der IV resultiert. Die Beschwerde ist bei diesem 
Ergebnis gutzuheissen. 
 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge-
richt kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, 
in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei 
in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb 
ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— aufzuerlegen sind und der in gleicher Höhe 
geleistete Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin demnach zurückzuerstatten ist. 
 
7.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtlichen Abklärungen und die gerichtliche 
Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versi-
cherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet 
hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, 
wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. 
entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig 
erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen 
mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in 
Auftrag gegebenen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bun-
desgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. 
BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung 
vom 6. Juni 2019 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhan-
dene Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass das von der IV-Stelle 
eingeholte Verwaltungsgutachten der MEDAS vom 12. April 2016 sowie deren ergänzende Stel-
lungnahme vom 21. Juli 2017 nicht überzeugt haben (oben, E. 5.1). Mit Blick auf die dazumal 
vorliegenden Widersprüche und Unklarheiten erwiesen sich die Abklärungsergebnisse aus dem 
Verwaltungsverfahren mithin als nicht ausreichend beweiskräftig genug, und das im Anschluss in 
Auftrag gegebene Gerichtsgutachten vom 31. Dezember 2019 und dessen Ergänzung vom 31. 
August 2020 haben sich deshalb als unerlässlich erwiesen. Im Lichte der geschilderten bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung sind die resultierenden Kosten, welche sich insgesamt auf 
Fr. 18'766.55 belaufen (Rechnungen der D.____ vom 31. Dezember 2019 über Fr. 18'189.05 
sowie vom 31. August 2020 über Fr. 577.50), demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach-
dem die Beschwerde gutzuheissen ist, hat die IV-Stelle der Versicherten eine Parteientschädi-
gung auszurichten. Ihr Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 15. Oktober 2020 einen 
Zeitaufwand von insgesamt 29 Stunden und 10 Minuten geltend gemacht. Dieser Aufwand ist in 

 
 
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Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie angesichts der Stellung-
nahmen zum eingeholten Gerichtsgutachten sowie dessen Ergänzung grundsätzlich angemes-
sen. Allerdings sind die Bemühungen im Zusammenhang mit der Vorsorgestiftung der Versicher-
ten, welche keinen Konnex zum rubrizierten Beschwerdeverfahren aufweisen, in Abzug zu brin-
gen (Bemühungen vom 17. Dezember 2018 sowie vom 30. November 2019, 4. Dezember 2019 
und vom 5. Dezember 2019). Der resultierende Aufwand im Umfang von 28 Stunden und 20 
Minuten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.— zu ver-
güten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). 
Mit Ausnahme der Spesen für ein Telefonat an die Vorsorgestiftung der Versicherten sind die in 
der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von mithin insgesamt Fr. 91.40 ebenfalls 
nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe 
von Fr. 7'727.20 (28 Stunden und 20 Minuten à Fr. 250.— zuzüglich Auslagen von Fr. 91.40 und 
7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 4. 
Dezember 2018 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Be-
schwerdeführerin mit Wirkung ab 1. März 2019 Anspruch auf eine Vier-
telrente der IV besitzt.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Be-
schwerdeführerin zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten der D.____ in der Höhe von 
Fr. 18'766.55 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 7'727.20 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten.