# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d39a1de-2aa9-550e-9aa4-277c9fcdd5c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.04.2024 100 2022 356
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-356_2024-04-24.pdf

## Full Text

100.2022.356
HER/CHS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. April 2024

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Tissot
Gerichtsschreiberin Reichelt

A.________ (geb. …)
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Sicherheits-
direktion des Kantons Bern vom 20. Oktober 2022; 2022.SIDGS.488)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.04.2024, Nr. 100.2022.356U, 
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Prozessgeschichte:

A.

A.________ (Jg. 1987), Ledigname …, ist serbische Staatsangehörige. Sie 
reiste am 25. November 2018 zwecks Vorbereitung der Eheschliessung mit 
dem Schweizer Bürger B.________ (Jg. 1953) in die Schweiz ein und 
meldete am 29. November 2018 Wohnsitz an dessen Adresse in der 
Einwohnergemeinde (EG) E.________ an. Am 28. Dezember 2018 heiratete 
das Paar in Serbien. Nachdem A.________ anfangs 2019 erneut in die 
Schweiz eingereist war, erhielt sie im Juli 2019 gestützt auf die Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis zum 10. Juli 2021 verlängert 
wurde. Im Juli 2021 verliess B.________ die eheliche Wohnung. Das Paar 
lebte fortan getrennt.

Mit Verfügung vom 14. Juli 2022 lehnte das Amt für Bevölkerungsdienste 
des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung mangels verselbständigten nachehelichen Aufent-
haltsanspruchs von A.________ ab, verweigerte ihr eine ermessensweise 
Härtefallbewilligung und wies sie unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 12. August 2022 
Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Diese wies 
die Beschwerde mit Entscheid vom 20. Oktober 2022 ab und setzte ihr eine 
neue Ausreisefrist auf den 2. Dezember 2022.

C.

Hiergegen hat A.________ am 21. November 2022 Verwaltungsge-
richtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt, es sei «die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und [ihr] die Aufenthaltsgenehmigung (bedingungslos) zu 

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erteilen» (Rechtsbegehren 1). Eventuell sei der angefochtene Entscheid auf-
zuheben und die Sache zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen (Rechtsbegehren 2). Subeventuell sei ihr die Aufenthaltsbewilligung 
zu verlängern und das vorliegende Verfahren zu sistieren, «bis rechtskräftig 
über die Ehe und die damit zusammenhängenden Belange entschieden ist» 
(Rechtsbegehren 3). 

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2022 die Abwei-
sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Hinsichtlich der Sistie-
rung des Verfahrens enthält sie sich eines Antrags. 

Am 8. Juni 2023 ging die Meldung des Regionalgerichts D.________ ein, 
wonach sich A.________ und ihr Schweizer Ehemann getrennt und den 
gemeinsamen Haushalt im Juli 2021 aufgehoben haben. 

Mit Eingabe vom 7. Juli 2023 liess A.________ durch ihren Rechtsvertreter 
mitteilen, mit dieser Meldung sei belegt, dass «es in der Ehe wohl gekriselt 
hat»; sie und B.________ hätten indes «in der Zwischenzeit wieder 
zueinander gefunden». Als Beilage reichte sie ein kurzes Schreiben von 
B.________ ein (datiert vom 6.7.2023), in dem er schrieb, er habe sich 
entschlossen, zu ihr zurückzukehren; er werde sich bis spätestens Mitte 
August 2023 wieder in E.________ anmelden. Am 22. August 2023 ging die 
Meldung der EG E.________ ein, wonach sich B.________ wieder in der 
Gemeinde angemeldet habe und mit A.________ zusammenlebe. Im August 
und Oktober 2023 gab der MIDI je eine anonyme E-Mail zu den Akten, in 
denen der Verdacht geäussert wurde, bei der Beziehung B.________-
A.________ gehe es nur um die Sicherung des Aufenthalts der Frau. Am 
26. September 2023 reichte B.________ ein persönliches Schreiben ein, in 
dem er erklärte, sie wollten ihrer Beziehung noch eine Chance geben, 
weshalb sie die eheliche Gemeinschaft wiederaufgenommen hätten. Der 
Rechtsvertreter erklärte mit Eingabe vom 26. September 2023, dass unter 
den gegebenen Umständen dem mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
gestellten Antrag auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ohne weiteres 
stattzugeben sei. Die SID hielt mit Stellungnahme vom 27. September 2023 
fest, dass der Nachweis der Wiederaufnahme des Ehelebens nicht erbracht 
sei. Mit Schlussbemerkungen vom 20. November 2023 (A.________), 

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27. November 2023 (B.________) und 30. November 2023 (SID) hielten die 
Beteiligten an ihren Positionen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind grund-
sätzlich eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Von vornherein 
kein schutzwürdiges Interesse hatte die Beschwerdeführerin angesichts der 
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde an der Beurteilung ihres Antrags, 
es sei ihr «der Aufenthalt in der Schweiz bis zum rechtskräftigen Abschluss 
des Verfahrens zu gewähren» (Art. 82 i.V.m. Art. 68 Abs. 1 VRPG; vgl. auch 
Art. 59 Abs. 2 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, 
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Darauf wurde sie be-
reits im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren hingewiesen (Akten SID 
pag. 33).

1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt, die ursprüngliche Verfügung sei 
aufzuheben (Ziff. 1), und stellt für den Fall, dass dem nicht entsprochen wird, 
den Antrag, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 2; vorne 
Bst. C). Soweit die Aufhebung der Verfügung des ABEV vom 14. Juli 2022 
verlangt ist, ist entsprechend dem Antrag der SID auf die Beschwerde nicht 
einzutreten, weil der Entscheid der SID an die Stelle der Verfügung des 
ABEV getreten ist (sog. Devolutiveffekt; vgl. statt vieler BVR 2022 S. 515 
E. 1.7).

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1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

2.1 Im Juli 2021 hatte B.________ das eheliche Domizil verlassen und 
wurde der gemeinsame Haushalt aufgehoben (vorne Bst. A; Feststellung im 
Eheschutzverfahren [act. 7A]). Per Mitte August 2023 meldete er sich wieder 
bei der Gemeinde E.________ an und kehrte in die ehemalige eheliche 
Wohnung zurück, wo die Beschwerdeführerin nach seinem Auszug 
verblieben war (vorne Bst. C). Es wird von der SID nicht mehr bestritten und 
kann als erstellt betrachtet werden, dass das Ehepaar wieder 
zusammenwohnt (Schlussbemerkungen SID [act. 32]; Mutationsmeldung 
der Gemeinde [act. 14A]). Gestützt auf den neuen Sachverhalt (Art. 25 
VRPG; BVR 2008 S. 193 E. 4.3) hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; 
SR 142.20), Erlöschensgründe vorbehalten (Art. 51 Abs. 1 AIG). Angesichts 
des engen sachlichen Zusammenhangs mit der ursprünglich strittigen Nicht-
verlängerung nach Art. 50 Abs. 1 AIG – gleiche Parteien, deren Ehe während 
der Trennungszeit formell weiterbestand –, bildet Streitgegenstand neu die 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 Abs. 1 AIG (vgl. auch 
BGer 2C_800/2019 vom 7.2.2020 E. 3.4.2). 

2.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihr sei die Aufenthaltsbewilligung 
infolge der Rückkehr des Ehemannes in die eheliche Wohnung ohne weite-
res zu verlängern (act. 22); der Nachweis ihres Zusammenlebens sei 
erbracht (act. 29). Nach Ansicht der SID ist der Beweis für eine effektive ehe-
liche Wiedervereinigung allein mit der Tatsache, dass das Paar seit Mitte 
August wieder zusammenwohnt, nicht erbracht (act. 23 und 32). Die 
Beschwerdeführerin ist hinsichtlich einer Wiedervereinigung objektiv beweis-
belastet (Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) und 
sie hat im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. 
Art. 90 Bst. a und b AIG) die sachverhaltlichen Vorbringen für eine Wieder-

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vereinigung zu substanziieren und mit den nötigen Beweisen zu unterlegen 
(vgl. VGer AG WBE.2021.435 vom 28.11.2022 E. 3; verfahrensleitende Ver-
fügung vom 17.7.2023 [act. 11]). Der Nachweis muss derart sein, dass 
gleichzeitig rechtsmissbräuchliche Berufung auf die Ehe zwecks Umgehung 
der Ausländergesetzgebung ausgeschlossen werden kann. Denn diesfalls 
würde der Anspruch aus Art. 42 Abs. 1 AIG gestützt auf Art. 51 Abs. 1 Bst. a 
AIG erlöschen.

2.3 Im Rahmen der Verfahrensinstruktion gingen nachstehende für die 
Frage der ehelichen Wiedervereinigung relevanten Dokumente ein:

– Handschriftlich unterzeichnete Erklärung von B.________ vom 
16. August 2023, wonach er sich einige Male mit seiner Ehefrau 
getroffen und sich entschlossen habe, zu ihr zurückzukehren, samt er-
gänzender handschriftlicher Erklärung der Ehefrau, dass sie diese 
Ausführungen bestätige und die Absichten ihres Ehemannes mit ihren 
Absichten übereinstimmten (act. 12A). 

– Mutationsmeldung der EG E.________ (17.8.2023) betreffend die 
Wiederanmeldung von B.________ per 15. August 2023 in der 
Gemeinde, wo er mit seiner Ehefrau zusammenwohne, mit einer an 
die Gemeinde gerichteten Erklärung von B.________ vom 17. August 
2023, worin er sich zu seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung im 
Juli 2021 erklärt, Gründe angibt, welche die Ehe damals stark belastet 
hätten, und den gemeinsamen Willen ausdrückt, einen Neuanfang zu 
starten (act. 14A). 

– Stellungnahme von B.________ vom 26. September 2023 zur 
anonymen E-Mail vom 14. August 2023 (act. 13A), wonach der Zu-
sammenzug des Ehepaars rein ausländerrechtlich motiviert sei: Er 
führt aus, der Altersunterscheid zwischen ihnen sei zwar gross 
(34 Jahre), er habe seine Ehefrau aber aus Zuneigung mit der Absicht 
geheiratet, noch eine Familie zu gründen; sie hätten sich entschieden, 
ihrer Beziehung eine weitere Chance zu geben und sie beabsichtigten, 
nach dieser unschönen Begebenheit (anonyme E-Mail) sich für den 
Neuanfang nach einer grösseren und schöneren Wohnung umzuse-
hen, die in der Nähe des Arbeitsplatzes der Ehefrau sein sollte. 

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– Am 6. November 2023 reichte Fürsprecherin C.________, Schwester 
von B.________ und dessen Rechtsvertreterin im 
Eheschutzverfahren, den Eheschutzentscheid des Regionalgerichts 
D.________ vom 19. April 2023 ein, den die SID zur Edition beantragt 
hatte (vgl. act. 23, 26 und 26A). Sie teilte dabei mit, dass ihr Bruder 
seit Mitte August 2023 wieder bei seiner Ehefrau lebe.

– Mit Eingabe vom 6. November 2023 brachte der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin eine gemeinsame Erklärung der Eheleute vom 
4. November 2023 bei (act. 27 und 27A). Sie führen aus, dass es nach 
Durchführung der Eheschutzverhandlung zu zahlreichen Kontakten 
und Treffen zwischen ihnen gekommen sei. Sie hätten dabei längere 
Gespräche über die Ursachen ihrer Konflikte geführt. Im Laufe der Ge-
spräche seien sie sich emotional und gefühlsmässig nähergekommen. 
Da sie festgestellt hätten, dass sie sich wieder gefunden hätten, hätten 
sie sich entschieden, wieder zusammenzuleben. Sie würden sich 
wieder gut verstehen.

– Am 20. November 2023 äusserte sich der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin zur zweiten anonymen E-Mail vom Oktober 2023 
(act. 25A und 29). Es sei Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht 
worden. Den Antrag, die anonymen E-Mails aus den Akten zu weisen, 
lehnte die Instruktionsrichterin mit verfahrensleitender Verfügung vom 
7. Dezember 2023 ab (act. 33).

– B.________ schrieb mit Eingabe vom 27. November 2023, er lebe nun 
seit dreieinhalb Monaten wieder mit seiner Ehefrau zusammen. Die 
Beziehung gestalte sich harmonisch. Sie unterstütze ihn auch tatkräftig 
bei der Bewältigung des Alltags. Leider kämpfe er zurzeit mit 
gravierenden Rückenschmerzen, ein chirurgischer Eingriff dürfte nun 
kaum mehr vermeidbar sei, die Wohnung könne er momentan je nach 
Schmerzintensität nur mit Unterstützung verlassen. Er hoffe, dass er 
und seine Frau nach erfolgreicher chirurgischer Behandlung und 
Rehabilitation wieder vermehrt als Paar in der Öffentlichkeit in 
Erscheinung treten können (act. 31).

2.4 Das Verwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass entgegen der SID 
auf die Wiedervereinigung bzw. Wiederaufnahme der Ehegemeinschaft per 

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Mitte August 2023 (Rückkehr des Ehemannes in die eheliche Wohnung) zu 
schliessen ist und auch keine konkreten Indizien für die rechtsmissbräuchli-
che Berufung auf die Ehe bestehen (vgl. vorne E. 2.2): 

2.4.1 Wesentlich für diese Einschätzung sind die Stellungnahmen von 
B.________. Er war es, der die Ehefrau verlassen hatte (vorne E. 2.1 und 
hinten E. 4.2.2). Seine Schilderungen sind ernsthaft, zurückhaltend, 
plausibel und insgesamt glaubhaft. Sie entsprechen dem Bild, das die Akten 
von ihm bzw. seiner Sicht auf die Ehefrau und die Beziehung zeichnen. Er 
hatte bereits im Verfahren auf erstmalige Erteilung der Aufenthaltsbewilli-
gung an die Ehefrau im Jahr 2019 die Beziehung recht nüchtern beschrieben 
(Befragung vom 20.6.2019, Akten MIDI pag. 93-100). Er gab damals an, «in 
erster Linie aus Liebe» zu heiraten, sie beide hätten ein Familienbedürfnis, 
blendete aber nicht aus, dass für seine Frau eine gewisse finanzielle Sicher-
heit eine Rolle spiele und es für sie eine «Zweckehe» sei, sie fühle sich bei 
ihm einfach sicher (pag. 95, 98, 99). Seine heutige Motivation zur Wieder-
aufnahme des Ehelebens ist mit der ursprünglichen Motivation vergleichbar. 
Er hofft, dass sich die Ehefrau nunmehr auf ein gemeinsames Leben 
einlassen kann, weil belastende Faktoren nicht mehr bestehen (insb. 
Entfallen des Loyalitätskonflikts gegenüber ihm und der Grossmutter infolge 
deren Todes; keine häufigen Reisen in die Heimat mehr infolge des Todes 
der Grossmutter und der Arbeitsintegration der Ehefrau [Erklärung vom 
17.8.2023, act. 14A]). Hinzu kommt, dass heute seine Schwester 
C.________ bestätigt, dass das Paar wieder zusammenlebt. Sie (und die 
anderen Schwestern) standen der Beziehung ausgesprochen skeptisch 
gegenüber; ihres Erachtens ging es der Ehefrau einzig um die finanziellen 
Vorteile, die sie für sich und ihr familiäres Umfeld erhoffte. C.________ war 
es auch, die B.________ eine Unterkunft organisierte, als für ihn Anfang Juni 
2021 definitiv feststand, dass er so nicht mehr weiterleben konnte, weil er 
am mangelnden Interesse der Ehefrau an einem gemeinsamen Leben litt 
und von deren familiären Umfeld unter Druck gesetzt worden sei, als die 
Ehefrau merkte, dass er so nicht weitermachen wollte. Ihrer Aussage kommt 
daher einiges Gewicht zu (vgl. Aussagen C.________ vom 9.8.2021 auf 
Fragen des MIDI, Akten MIDI pag. 126-132). 

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2.4.2 Die zwei anonymen E-Mails fallen für die Beurteilung der Wiederauf-
nahme der Ehegemeinschaft ab Mitte August 2023 nicht ins Gewicht. Sie 
können die glaubhaften Ausführungen von B.________ nicht entkräften. 
Anlass, Motivlage und Glaubwürdigkeit der Verfasserin oder des Verfassers 
zu ermitteln (vgl. dazu BGer 6B_31/2022 vom 9.3.2023 E. 1.4.3, 
2C_855/2020 vom 6.4.2021 E. 5.2), besteht daher und mit Blick auf das in 
E. 2.4.3 Folgende nicht.

2.4.3 Da die Ausführungen von B.________ ohne weiteres glaubhaft sind, 
erscheint dessen förmliche Befragung als Auskunftsperson weder notwendig 
noch geboten; der dahingehende Beweisantrag der SID (Eingabe vom 
27.9.203 [act. 23]) wird daher abgewiesen. Ebenso wenig bedarf es hier 
anderer Beweise, um nachzuweisen, dass bei B.________ der Wille wieder 
besteht, eine Beziehung im Sinn einer auf Dauer konzipierten, 
wirtschaftlichen, körperlichen und spirituellen Vereinigung auf der Grundlage 
solidarischen Verhaltens zu führen (Umschreibung gemäss BGer 
2C_1008/2015 vom 20.6.2016 E. 4.5). Wenn gewisse Zweifel daran beste-
hen, ob dem Paar die gemeinschaftliche Lebensführung in diesem Sinn 
gelingt, liegen diese weniger in der Person oder Absicht von B.________, 
sondern in der Person der Ehefrau. Ob sie sich in ein echtes Zu-
sammenleben einlassen kann, erscheint nicht ohne weiteres sicher, auch 
wenn die Änderungen in ihrem Leben (vorne E. 2.4.1) die Chancen dazu 
erhöht haben dürften. Diese Unsicherheit bestand jedoch bereits bei der erst-
maligen Bewilligungserteilung im Jahr 2019 namentlich mit Blick auf den 
beträchtlichen Altersunterschied und die gänzlich unterschiedliche Soziali-
sation der Eheleute. Zudem bestätigt die Ehefrau heute, das Leben mit 
B.________ führen zu wollen und B.________ hat berichtet, dass sie ihn bei 
der Bewältigung des Alltags unterstütze (vgl. vorne E. 2.3 letztes Lemma).

2.5 Ist somit für die Zeit ab 15. August 2023 (Rückkehr in die eheliche 
Wohnung) auf einen gegenseitigen echten Ehewillen (Realbeziehung) zu 
schliessen, ist damit zugleich gesagt, dass der Erlöschensgrund nach Art. 51 
Abs. 1 Bst. a AIG nicht gegeben ist. Zudem bestehen auch keine Anhalts-
punkte, dass der Anspruch nach Art. 42 Abs. 1 AIG wegen Widerrufs-
gründen erloschen wäre (Art. 51 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 63 AIG). Solches 
bringt denn auch die SID nicht vor.

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2.6 Die Beschwerde erweist sich demnach, soweit darauf einzutreten ist 
(vorne E. 1.2), als begründet. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben 
und das ABEV ist anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerde-
führerin zu verlängern. Es ist Sache der zuständigen Ausländerbehörde, an-
gesichts der Vorgeschichte (über zwei Jahre Trennung) im nächsten Ver-
längerungszeitpunkt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für das Anwesen-
heitsrecht der Beschwerdeführerin noch erfüllt sind.

Das subeventuell gestellte Sistierungsbegehren (vgl. vorne Bst. C) ist als ge-
genstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis des Verwaltungsgerichts 
abzuschreiben.

3.

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungs-
gericht wie folgt zu verlegen:

3.1 Die Beschwerdeführerin hat zunächst beantragt, dass die Verfah-
renskosten je zur Hälfte ihr und der Vorinstanz auferlegt werden und ihr 
hälftiger Parteikostenersatz zulasten der Vorinstanz zugesprochen wird (Ein-
gabe vom 26.9.2023 [act. 22]). Mit Eingabe vom 22. März 2024 (act. 36) ist 
neu sinngemäss beantragt, ihr seien zulasten der Vorinstanz bzw. der 
Staatskasse keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und es sei ihr voller Par-
teikostenersatz zu leisten. – Da die Beschwerdeführerin obsiegt, sind ihr 
keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und hat die SID ihr die Parteikosten zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Verfah-
renskosten können nicht der Vorinstanz auferlegt werden und sind daher 
nicht zu erheben (Art. 108 Abs. 2 Satz 1 VRPG). 

3.2 Gemäss Art. 41 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 
28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikosten-
verordnung, PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in Beschwerdever-
fahren Fr. 400.-- bis 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb dieses Rahmentarifs 
bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeit-

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aufwand, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro-
zesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). 

3.3  Die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat seine Leistungen im 
Wesentlichen bis Ende Jahr 2023 erbracht. Dafür macht er für das Verfahren 
vor dem Verwaltungsgericht ein Honorar von Fr. 7'354.15 geltend, zuzüglich 
Pauschalspesen (2 %) von Fr. 147.10, Auslagen (Portokosten) von Fr. 49.-- 
und MWSt von Fr. 570.-- (zum Satz von 7,7 %) sowie von Fr. 11.90 (zum 
Satz von 8,1 %), insgesamt ausmachend Fr. 8'132.15 (Kostennote vom 
21.3.2024 [act. 36A]). Für Leistungen im Jahr 2024 ist ein Honorar von 
Fr. 485.35 verlangt, zuzüglich Spesen von Fr. 9.15 (pauschal 2 %) und 
MWSt von 467.50 (zum Satz von 8,1 %). Das für die Leistungen im Jahr 
2023 verlangte Honorar erscheint nach den genannten Kriterien und im Licht 
der Praxis in ausländerrechtlichen Beschwerdefällen als deutlich überhöht: 
Zwar war der Rechtsvertreter vor dem Verwaltungsgericht erstmals mit der 
Angelegenheit betraut. Die Bedeutung der Sache und der Schwierigkeits-
grad waren aber (maximal) durchschnittlich und der Aktenumfang be-
schränkt. Zudem fand bloss ein einfacher Schriftenwechsel zum angefoch-
tenen Entscheid statt und beschränkten sich die Schriftsätze, welche die 
Wiederaufnahme der Ehegemeinschaft betrafen, auf folgende Eingaben: die 
Zusendung von Erklärungen von B.________ bzw. der Eheleute (Eingaben 
vom 7.7.2023 [act. 10/10A] und vom 18.8.2023 [act. 12/12]), eine kurze 
Stellungnahme mit Anträgen zur Sache und den Kosten (2-seitige Eingabe 
vom 26.9.2023 [act. 22]), die weitere Zusendung einer gemeinsamen 
Erklärung der Eheleute samt kurzer Bemerkung zum Eheschutzentscheid, 
den Fürsprecherin C.________ eingereicht hatte (1-seitige Eingabe vom 
6.11.2023 [act. 27/27A]), kurze Schlussbemerkungen (1-seitige Eingabe 
vom 20.11.2023 [act. 29]) und eine letzte kurze Eingabe (1-seitige Eingabe 
vom 11.12.2023 [act. 34]). Der mit diesen zwar mehrfachen, aber 
ausgesprochen kurzen Eingaben verbundene Aufwand war ebenfalls 
begrenzt, zumal der Rechtsvertreter abgesehen von den eingesandten drei 
Erklärungen der Eheleute keinerlei für die Wiedervereinigung relevanten Be-
weise beschaffte und einreichte (diese gingen von dritter Seite ein). Zudem 
ist nicht verständlich, wieso auf der Kostennote für Leistungen im Jahr 2023 
eine Mehrwertsteuer nach beiden Sätzen ausgewiesen ist (der MWSt-Satz 
von 8,1 % gilt erst seit 1.1.2024). Insgesamt erscheint für das Verfahren vor 

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dem Verwaltungsgericht ein Parteikostenersatz von pauschal Fr. 4'500.-- 
(inkl. Auslagen und MWSt) angemessen.

4.

Zur Verlegung der im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren entstandenen 
Kosten ist Folgendes zu erwägen:

4.1 Diese Kosten sind im Allgemeinen nach dem Prozessergebnis vor 
dem Verwaltungsgericht zu verlegen. Hingegen ist nach ständiger Recht-
sprechung im Fall des Obsiegens im verwaltungsgerichtlichen Verfahren für 
die Verlegung der vorinstanzlichen Kosten dann nicht von einem Obsiegen 
auszugehen, wenn der angefochtene Beschwerdeentscheid aufgrund der 
seinerzeitigen Verhältnisse korrekt war (vgl. BVR 2008 S. 193 E. 9.2; 
VGE 2015/349 vom 21.3.2017 E. 5 mit präzisierter Begründung; Ruth 
Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 7 und 35). – So verhält es sich hier:

4.2 Zu beurteilen war, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Verlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 und 2 AIG hat.

4.2.1 Hinsichtlich Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG ging die Vorinstanz gestützt auf 
die ständige publizierte Rechtsprechung zutreffend davon aus, dass für die 
Berechnung der Dreijahresfrist auf die in der Schweiz tatsächlich gelebte 
Ehegemeinschaft abzustellen ist, wobei im Wesentlichen auf die Dauer der 
nach aussen wahrnehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft abzustellen ist 
(vgl. BGE 138 II 229 E. 2, 137 II 345 E. 3.1.2, 136 II 113 E. 3.3.5). Ihr 
Schluss, die Ehegemeinschaft in der Schweiz habe klarerweise weniger als 
drei Jahre gedauert (angefochtener Entscheid E. 2.1), ist richtig: Die Be-
schwerdeführerin hatte sich am 29. November 2018 an der Wohnadresse 
ihres damaligen Partners und nachmaligen Ehemannes in E.________ 
angemeldet (Akten MIDI pag. 60 ff., 23 f.). Geheiratet hat das Paar am 
28. Dezember 2018 in Serbien (nicht in der Schweiz [unzutreffend Be-
schwerde S. 4]; vgl. Auszug aus serbischem Zivilstandsregister, Akten MIDI 
pag. 68; Familienausweis vom 11.4.2019, Akten MIDI pag. 75). Anfang 2019 
reiste die Beschwerdeführerin wieder in die Schweiz ein. Die Dreijahresfrist 

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hat folglich mit dem Zusammenleben des Paars in der Schweiz Anfang 2019 
zu laufen begonnen und endete im Juli 2021, als B.________ die eheliche 
Wohnung verliess. Die Berufung der Beschwerdeführerin auf die «Bedenk- 
und Aufrechterhaltungsfrist» nach Art. 114 ZGB und das «Recht auf 
eheliches Zusammenleben» nach Art. 8 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention (EMRK; SR 0.101) geht ebenso ins Leere (vgl. insb. 
BGE 137 II 345 E. 3.1.2; BGer 2C_95/2020 vom 24.4.2020 E. 4.1) wie der 
Hinweis, dass der Ehemann die Scheidung nicht eingeleitet habe (Be-
schwerde S. 4, 5 und 7). 

4.2.2 Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids (20.10.2022) war das 
Paar rund 15 Monate getrennt und deutete nichts darauf hin, dass die Ehe-
gemeinschaft wiederaufgenommen wird. Zwar können gemäss Art. 49 AIG 
i.V.m. Art. 76 VZAE erhebliche familiäre Probleme einen wichtigen Grund 
bilden, der eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens be-
gründet und rechtfertigt, auch die Trennungszeit als eheliche Gemeinschaft 
zu berücksichtigen. Vorausgesetzt ist allerdings, dass die Trennung 
«vorübergehend» ist und (kumulativ) dargelegt ist, dass weiterhin eine 
«Familiengemeinschaft» (im Rahmen des Möglichen) besteht (vgl. 
BGer 2C_525/2019 vom 16.9.2019 E. 4.1, 2C_1085/2015 vom 23.5.2016 
E. 3.3, 2C_308/2011 vom 7.9.2011 E. 3.2) bzw. die Führung eines 
Ehelebens in der Schweiz weiterhin ernsthaft beabsichtigt ist (vgl. BGE 
140 II 289 E. 3.5.1). Aus den Akten wird deutlich, dass das Paar vor dem 
Weggang des Ehemannes erhebliche eheliche Probleme hatte. Dies 
rechtfertigt indes den langen Unterbruch nicht. In Frage stehen nach Art. 49 
AIG i.V.m. Art. 76 VZAE Trennungen in «Krisensituationen», die nicht so 
gravierend sind, dass eine Rückkehr in den gemeinsamen Haushalt 
ausgeschlossen erscheint, und die «kurzfristig» sind (BGE 138 II 229 E. 2), 
d.h. nicht länger als drei oder einige Monate dauern, wenn es an belegten 
Versöhnungsversuchen fehlt (BGer 2C_95/2020 vom 24.4.2020 E. 4.1; VGE 
2020/422 vom 20.4.2022 E. 2.2; Thomas Hugi-Yar, Von Trennungen, 
Härtefällen und Delikten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe und 
Familiengemeinschaft, in Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/13, 2013, 
S. 31 ff., 55 f.); jedenfalls darf die Trennung sechs bis zwölf Monate nicht 
überschreiten (vgl. BGer 2C_525/2019 vom 16.9.2019 E. 4.1, 2C_781/2010 
vom 16.2.2011 E. 2.1.1 und 2.1.3; Marc Spescha, in Spescha et al. [Hrsg.], 

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Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 49 AIG N. 4). Die im Entscheidzeitpunkt 
deutlich über ein Jahr dauernde Trennung lässt sich nicht mehr als 
vorübergehend qualifizieren. Zudem hatte während dieser Zeit kein 
Familienleben mehr bestanden. B.________ hatte seinen Weggang geplant, 
ohne dass die Ehefrau davon wusste. Er verliess die eheliche Wohnung und 
liess sich anderswo nieder, ohne die Ehefrau später über seinen Verbleib zu 
orientieren. Er verliess die Ehefrau nicht für eine «Auszeit in einer Krise», 
sondern unter beträchtlichem Leidensdruck aus der für ihn unglücklich 
verlaufenen Ehe (vgl. vorne E. 2.4.1). Er blieb weg, ohne dass er dabei die 
Führung eines Ehelebens beabsichtigt hatte. Die Trennungszeit von Juli 
2021 bis gegen Ende Oktober 2022 kann daher nicht an die von Anfang 2019 
bis Juli 2021 dauernde Ehegemeinschaft angerechnet werden. Die 
Ehegemeinschaft war vielmehr faktisch im Juli 2021 aufgelöst. Dies hat sich 
in der Folgezeit noch Monate über Oktober 2022 hinaus bestätigt. 
Unerheblich wäre, wenn der Ehewille der Ehefrau in der Zeit der Trennung 
(fort-)bestanden hätte, und ohne Belang ist ihre Integration, weil 
Dreijahresdauer und erfolgreiche Integration kumulativ erfüllt sein müssen 
(BGE 140 II 289 E. 3.8). 

4.3 Hinsichtlich des nachehelichen Härtefalls nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b 
i.V.m. Abs. 2 AIG hat die Vorinstanz erkannt, es liege keine eheliche Gewalt 
vor. Dagegen hat die Beschwerdeführerin nicht opponiert (vgl. Beschwerde 
S. 3). Zu Recht: Die Vorinstanz hat die damaligen Vorbringen geprüft und 
schlüssig dargelegt, weshalb im vorliegenden Fall von ehelicher Gewalt in 
Form psychischer Oppression keine Rede sein kann (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 2.3.3). Was die Beschwerdeführerin des Weiteren vorgebracht 
hat, begründet ebenfalls keinen nachehelichen Härtefall: 

4.3.1 Es mag sein, dass das plötzliche «Verschwinden» des Ehemannes 
die Beschwerdeführerin trotz ehelicher Probleme (diese konnten auch ihr 
nicht entgangen sein) getroffen hat und der komplette Kontaktabbruch für sie 
verunsichernd oder frustrierend gewesen ist. Wendet sich – wie hier – der 
Schweizer Ehemann ab, weil die Beziehung sich nicht wie erhofft entwickelt, 
ist systembedingt Folge, dass die Ehefrau den von ihm abgeleiteten Bewilli-
gungsanspruch (unter Vorbehalt eines verselbständigten gesetzlichen Ver-
längerungsanspruchs) wieder verliert, da ein gegenseitiger Ehewille beste-

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hen muss (BGE 138 II 229 E. 2, 137 II 345 E. 3.1.2; BGer 2C_10/2023 vom 
31.5.2023 E. 3.1 [betrifft VGE 2022/55 vom 22.11.2022]). Das Recht auf Ehe 
wird dadurch nicht verletzt. Ebenso wenig befand sich die Beschwerde-
führerin durch den Auszug des Ehemannes in einem vergleichbaren 
Dilemma wie eine gewaltbetroffene Ehefrau (Art. 50 Abs. 2 AIG), die, wollte 
sie nicht allein in ihre Heimat zurückkehren, aus aufenthaltsrechtlichen 
Gründen in einer Ehe verharren müsste, die ihre Persönlichkeitsrechte sys-
tematisch und schwer verletzt (vgl. aber Beschwerde S. 3 f.). Sie war keiner 
ehelichen Gewalt ausgesetzt und die Weiterführung ihres Lebens in Serbien 
wäre problemlos möglich (vgl. hinten E. 4.3.3).

4.3.2 Die vorgebrachte Integration (vgl. Beschwerde S. 7) begründet recht-
sprechungsgemäss keinen Anspruch im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 Bst. b 
AIG (BGer 2C_10/2023 vom 31.5.2023 E. 3.2.3 [betrifft VGE 100.2022.55 
vom 22. 11.2022], 2C_862/2021 vom 16.5.2022 E. 5, 2C_685/2021 vom 
4.10.2021 E. 4.4, 2C_842/2019 vom 20.12.2019 E. 4.3.3).

4.3.3 Die Vorinstanz hat schliesslich zu Recht erkannt, dass der Beschwer-
deführerin die Rückkehr nach Serbien ohne weiteres möglich und zumutbar 
wäre (angefochtener Entscheid E. 2.4.2): Die Behauptung, sie verfüge nach 
dem Tod ihrer Grossmutter als einzig relevante Bezugsperson über kein 
soziales Netz in ihrem Herkunftsland mehr, entbehrt einer Grundlage. Die 
Beschwerdeführerin ist nach eigener Darstellung grösstenteils ohne Eltern 
bei der Grossmutter aufgewachsen (Beschwerde S. 7). Deren Tod mag für 
sie ein harter Schlag gewesen sein. Ein verwandtschaftliches und/oder 
freundschaftliches Umfeld sowie ihre nach wie vor enge Verbundenheit mit 
der Heimat ergeben sich aber ohne weiteres aus den Akten: Reisen zwecks 
Besuchen oder medizinischer Behandlungen sind in den Akten dokumen-
tiert; bei der Trauung in Serbien fungierten zwei Freundinnen als Zeuginnen, 
eine Tante und deren Ehemann waren Gäste (vgl. Protokolle der Befra-
gungen der Eheleute vom 20.6.2019, Akten MIDI pag. 95 und 103); in der 
Heimat verfügt die Beschwerdeführerin zudem über eine Liegenschaft, die 
ihr der Ehemann verschafft hat (Akten MIDI pag. 208, 215). Weshalb ihr die 
Wiedereingliederung in der Heimat nicht möglich sein sollte, hat sie nicht 
substanziiert. Die Beschwerdeführerin könnte sich in ihrem angestammten 
Beruf als Köchin (vgl. Akten MIDI pag. 106 f.) oder aufgrund der in der 

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Schweiz gesammelten Erfahrungen in der Gastronomie (vgl. Akten MIDI 
pag. 143 ff., 236 ff.) beruflich und sozial reintegrieren.

4.4 Die Vorinstanz hat demnach einen Aufenthaltsanspruch der Be-
schwerdeführerin gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a und b i.V.m. Abs. 2 AIG 
zu Recht verneint. Das Gesagte zeigt, dass die Rüge unrichtiger oder unvoll-
ständiger Sachverhaltsfeststellung sowie die damit verbundene Rüge der 
Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet sind: Der Vorwurf ungenü-
gender «Erhebungen/Befragungen» (Beschwerde S. 6) beruht auf falscher 
Rechtsauffassung, weitere Vorwürfe (vgl. Beschwerde S. 3-6) betreffen nicht 
den Sachverhalt, sondern die rechtliche Würdigung, und der Vorwurf, die 
Behörde habe die Möglichkeit der Reintegration in Serbien (vgl. Beschwerde 
S. 7) nicht zureichend untersucht, geht ins Leere, weil sich der massgebliche 
Sachverhalt zur Genüge aus den Akten ergibt, abgesehen davon, dass die 
Kritik unsubstanziiert bleibt und in solchen Fragen vorab die ausländische 
Person (bzw. deren Rechtsvertretung) zur Mitwirkung angehalten ist (Art. 90 
AIG). Die vor Verwaltungsgericht beantragten Befragungen wären in 
antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen gewesen. 

4.5 Zusammengefasst war der angefochtene Entscheid nach den seiner-
zeitigen Verhältnissen korrekt. Es kann keine Rede davon sein, dass die 
Vorinstanz vor Erlass ihres Entscheids «unnötigerweise ‹reingeschossen› 
[ist]» (Eingabe der Beschwerdeführerin vom 26.9.2023 [act. 22]). Namentlich 
war zu jenem Zeitpunkt kein Thema, dass B.________ die Ehegemeinschaft 
wiederaufnehmen will. Die vorinstanzliche Kosten- und Entschä-
digungsregelung (Ziff. 3 und 4 des angefochtenen Entscheids) bleibt daher 
nach dem Unterliegerprinzip (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG) unverändert.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Der Antrag auf Sistierung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens wird 
als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

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2. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der 
Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 20. Oktober 
2022 wird aufgehoben. Die Akten gehen an das Amt für Bevölkerungs-
dienste des Kantons Bern zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
der Beschwerdeführerin.

3. a) Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten 
erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- wird der Be-
schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurücker-
stattet. 

b) Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat der Beschwerdeführerin für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, festge-
setzt auf Fr. 4'500.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

4. Die Kostenverlegung gemäss Ziff. 3 und 4 des Entscheids der Sicher-
heitsdirektion des Kantons Bern vom 20. Oktober 2022 bleibt unverän-
dert.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern, Migrationsdienst
- Staatssekretariat für Migration

und mitzuteilen:
- B.________

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.