# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55d2a958-8f0c-5fad-8923-d350c9136dcb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.03.2016 D-1874/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1874-2015_2016-03-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1874/2015/plo 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, 

Richter Martin Zoller,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

beide Syrien,   

C._______, geboren am (…), 

Ohne Nationalität,   

alle vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, LL.M. 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (ohne Vollzug); 

Verfügung des SEM vom 17. Februar 2015 / N (…). 

 

 

 

D-1874/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden mit letztem Wohnsitz in D._______ in der Pro-

vinz E._______ (Syrien) und kurdischer Ethnie, verliessen ihr Heimatland 

gemäss eigenen Aussagen am 9. oder 10. Februar 2014 in Richtung 

F._______, wo sie sich bis zum Erhalt des Visums für die Schweiz aufhiel-

ten. Am 22. März 2014 reisten sie über den Luftweg in die Schweiz ein, wo 

sie am 31. März 2014 ihre Asylgesuche einreichten. Am 11. April 2014 fand 

die Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum G._______ statt und 

am 28. Januar 2015 wurden sie vom SEM zu ihren Asylgründen angehört.  

Der Beschwerdeführer machte anlässlich der Befragung geltend, er sei 

Maktum und habe Zeit seines Lebens in D._______ gelebt. Er habe wäh-

rend sechs Jahren die Schule besucht und als (…) und (…) gearbeitet. Als 

Maktum habe er kein Recht, die syrische Staatsbürgerschaft zu beantra-

gen, weshalb er keine Ausweispapiere habe beantragen können und somit 

auch keine solchen abgeben könne. Er habe in Syrien zwar an Demonst-

rationen teilgenommen, indessen deswegen mit den Behörden keine Prob-

leme bekommen. Vielmehr sei er wegen des Bürgerkrieges ausgereist. In 

seiner Gegend gebe es die Jabhat Naser- und die Daesh-Leute, welche 

gewalttätig seien und viele unschuldige Leute töten würden. Es gebe keine 

Sicherheit. Er habe auch mit Privaten oder mit Organisationen keine Prob-

leme im Heimatland gehabt.  

Anlässlich der Anhörung ergänzte der Beschwerdeführer seine Vorbringen 

dahingehend, dass er als Maktum keine Rechte in Syrien habe. Er habe 

sich nicht einbürgern lassen, sondern das Regime stürzen wollen. Als Mak-

tum habe man die Schule nicht in der eigenen Muttersprache besuchen 

dürfen. Nach dem Schulabschluss bekomme man keine Anstellung beim 

Staat. Die Ehe könne nicht offiziell beim Staat registriert werden. Als er von 

der Möglichkeit, mit einem Visum in die Schweiz reisen zu können, gehört 

habe, sei er mit seiner Frau F._______ gereist. Ansonsten hätte er das 

Geld für eine illegale Reise in die Schweiz nicht gehabt. Mit den Angehöri-

gen der "Daesh" oder "Jabhat Nase" habe er persönlich keine Probleme 

gehabt. Er sei Anhänger, nicht jedoch Mitglied, von Barzanis "Al Party" Par-

tei, der "Yeketi" beziehungsweise der "Al Wahda" Partei, und habe mit die-

ser Partei seit 2012 an Demonstrationen gegen das Assad Regime teilge-

nommen. Er wisse nicht, wann dies letztmals geschehen sei. Dabei seien 

staatliche Einrichtungen wie die Polizeiwache oder die Wache der staatli-

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chen Patrouillen angegriffen worden. Er sei von diesem Regime immer un-

terdrückt worden und wolle, dass es gestürzt werde. Alle Menschen sollten 

gleich behandelt und gleichberechtigt sein. Im achten Monat 2012 sei die 

syrische Regierung in D._______ nicht mehr vertreten gewesen, weshalb 

sie hätten Präsenz markieren wollen. Zudem hätten sie verhindern wollen, 

dass die freie syrische Armee ihr Gebiet einnehme, weil dann ihre Stadt 

aus der Luft hätte bombardiert werden können. Wegen dieser Demonstra-

tionen seien viele Menschen verhaftet worden. Er selber sei zwar deswe-

gen nie verhaftet, jedoch gesucht worden, denn er sei nicht vermummt ge-

wesen, da er gedacht habe, das Regime sei nach ein bis zwei Jahren nicht 

mehr an der Macht, so wie dies in anderen Staaten geschehen sei. Seinem 

Bruder, der im gleichen Haus wie er wohne, sei ein Jahr später, das heisst 

im Sommer oder im neunten Monat 2013, von Angehörigen des Staatssi-

cherheitsdienstes eine Mitteilung ausgehändigt worden, wonach man nach 

ihm, dem Beschwerdeführer, suche, weil er an den Demonstrationen teil-

genommen und verschiedene Sicherheitsposten – Posten des Militärs und 

des Staatssicherheitsdienstes – angegriffen habe. Dem Bruder sei gesagt 

worden, dass man mit ihm, dem Beschwerdeführer, sprechen, das heisst 

über Politik sprechen wolle. Der Bruder sei indessen nicht unter Druck ge-

setzt worden. Man habe zwei oder drei Mal im Abstand von 15 oder 20 

Tagen – er sei sich nicht sicher – beim Bruder nach ihm gefragt. Im An-

schluss an diese Suche nach seiner Person habe er praktisch nicht mehr 

an seinem Wohnort, sondern bei Freunden in verschiedenen Dörfern, ge-

schlafen. Zuhause habe er sich nur noch während ein bis zwei Stunden 

aufgehalten. Dieses Schreiben, wonach er gesucht werde, könne er abge-

ben, könne aber nicht sagen, was im Schreiben stehe, weil er die Schule 

nie besucht habe und weder lesen noch schreiben könne. Er vermute, dass 

einer der Baathisten ihn bei den Behörden denunziert oder ihn anlässlich 

einer Demonstrationsteilnahme fotografiert habe. Zudem sei er im Sommer 

2013 von einer ihm unbekannten Bande während 15 bis 20 Tagen festge-

halten worden. Man habe ihm das Geld und den Mähdrescher weggenom-

men und von den Angehörigen Geld verlangt. Diese sei jedoch nicht be-

zahlt worden. Danach habe man ihn geschlagen und ihn laufen gelassen. 

Seine Frau habe aufgrund dieses Vorfalls ihr ungeborenes Kind verloren. 

Es gebe viele solcher Verbrecherbanden in Syrien. Auch sein Bruder und 

ein Mitarbeiter seien mitgenommen worden. Erst nach diesem Vorfall sei 

er von den Behörden gesucht worden.  

Die Beschwerdeführerin machte geltend, seit 2011 syrische Staatsangehö-

rige und vorher Aynabi gewesen zu sein. Sie sei einmal schwanger gewe-

sen, habe das Kind jedoch verloren, und jetzt wieder in Erwartung eines 

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Kindes. Sie sei wegen des Bürgerkrieges und aus Angst vor den "Jabhat 

Naser-Leuten" aus dem Heimatland ausgereist. Im Jahr 2013 sei ihr Mann 

festgenommen und etwa während eines Monats festgehalten worden, weil 

er in einer arabischen Ortschaft in der Landwirtschaft gearbeitet habe. Die 

Angehörigen seien zur Bezahlung einer Summe Geld gedrängt und die Er-

schiessung des Ehemannes sei in Aussicht gestellt worden. Aufgrund die-

ser Umstände habe sie das Kind verloren. Die Beschwerdeführerin habe 

weder mit den Behörden des Heimatlandes noch mit Privaten oder Orga-

nisationen Probleme gehabt. 

Anlässlich der Anhörung legte sie zudem dar, ihr Ehemann sei Maktum und 

habe keine Rechte im Heimatland. Zudem werde er in Syrien gesucht. In-

nerhalb eines Jahres seien immer wieder Angehörige der Staatssicherheit 

vorbeigekommen und hätten nach dem Ehemann gefragt. Sie habe die 

Türe nie geöffnet und Angst gehabt, diese Leute anzuschauen, und habe 

auch nicht mit ihnen gesprochen, obwohl sie dies verlangt hätten. Deshalb 

habe der Bruder des Ehemannes die Fragen beantwortet. Es seien immer 

viele Leute gekommen. Deswegen sei er praktisch nicht mehr nach Hause 

gekommen, sondern habe in Feldern und im Freien übernachtet. Nachdem 

sie erfahren hätten, dass man offiziell in die Schweiz reisen könne, hätten 

sie sich entschlossen, Syrien zu verlassen. Ihr Ehemann sei zudem zu-

sammen mit seinem Bruder und einer weiteren Person von Unbekannten 

festgehalten worden. Es sei ein Lösegeld verlangt worden. Obwohl dieses 

nicht bezahlt worden sei, habe man den Ehemann nach einer gewissen 

Zeit freigelassen. Den Mähdrescher habe man ihm weggenommen. Sie 

persönlich habe mit Leuten von "Daesh" und "Al Nusra" keine Probleme 

gehabt.  

Die Beschwerdeführerin reichte ihre syrische Identitätskarte und der Be-

schwerdeführer ein Identifikationszertifikat sowie einen Mitteilungsschein 

vom 17. September 2012 (als Haftbefehl) zu den Akten.    

B.  

Mit Verfügung vom 17. Februar 2015 – eröffnet am 20. Februar 2015 – 

stellte das SEM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllten, und lehnte ihre Asylgesuche ab. Sie wurden aus der 

Schweiz weggewiesen, der Vollzug der Wegweisung indessen zugunsten 

einer vorläufigen Aufnahme infolge fehlender Zumutbarkeit aufgeschoben. 

Der zuständige Kanton wurde mit der Umsetzung der vorläufigen Auf-

nahme beauftragt. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwä-

gungen näher eingegangen. 

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Seite 5 

C.  

Mit Eingabe vom 23. März 2015 reichte die Rechtsvertreterin der Be-

schwerdeführenden eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 

ein und beantragte die Aufhebung der Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs der 

angefochtenen Verfügung, die Anerkennung als Flüchtlinge und die Ge-

währung von Asyl sowie eventuell die Gewährung der vorläufigen Auf-

nahme infolge fehlender Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

sucht. Hinsichtlich der Begründung wird auf die nachfolgenden Erwägun-

gen verwiesen. Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Ver-

fügung, eine Vollmacht, eine Fürsorgebestätigung vom 4. März 2015 und 

ein Ausdruck aus Track & Trace bei.  

D.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. März 

2015 wurde den Beschwerdeführenden mitgeteilt, dass sie den Ausgang 

des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könnten. Das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wurde gutgeheissen 

und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet werden. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM legte in der angefochtenen Verfügung dar, dass die Vorbrin-

gen der Beschwerdeführenden teilweise den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit und teilweise denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu 

genügen vermöchten. 

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5.1.1 Der Beschwerdeführer habe zwar geltend gemacht, Anhänger der 

"Al-Party"-Partei zu sein, sei indessen nicht in der Lage gewesen, den kor-

rekten und vollständigen kurdischen oder arabischen Namen dieser Partei 

bekanntzugeben. Er habe im Verlauf der Anhörung diese Partei sogar ver-

wechselt mit einer anderen kurdischen Partei. Weder habe er zutreffende 

Angaben zur aktuellen und ehemaligen Führung der Partei in Syrien zu 

Protokoll geben können noch habe er eine Ahnung von wesentlichen Hin-

tergründen des Partei-Milieus und der Geschichte der Partei. Er habe die 

Partei auch nicht von anderen kurdischen Parteien abgrenzen können. So-

mit bestünden erhebliche Zweifel daran, dass er jemals mit irgendeiner kur-

dischen Partei affiliiert gewesen sei. Die geltend gemachte politische An-

hängerschaft könne somit nicht geglaubt werden. Des Weiteren sei das 

Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer in Syrien von den Behörden 

gesucht werde, nicht glaubhaft ausgefallen, weil beide Beschwerdeführen-

den anlässlich der Befragung von dieser Suche nichts erwähnt hätten, ob-

wohl ihnen dazu Gelegenheit geboten worden sei. Zudem habe der Be-

schwerdeführer keine plausiblen Gründe angegeben, warum er nach der 

ersten Suche nach seiner Person nicht F._______ ausgereist sei und sich 

stattdessen während mehrerer Monate in Syrien versteckt habe. Nicht 

nachvollziehbar sei auch, dass weder der Bruder noch die Ehefrau einge-

hender zu seinem Aufenthaltsort befragt worden seien und sich der Staats-

sicherheitsdienst mit der Aussage zufrieden gegeben habe, man wisse 

nicht, wo sich der Beschwerdeführer aufhalte. Unerklärlich sei auch, dass 

der Beschwerdeführer keine konkreten Angaben zum Schreiben des Si-

cherheitsdienstes, das er abgegeben habe, geben könne, obwohl er den 

Bruder oder die Ehefrau darum hätte bitten können, ihm den Inhalt zu er-

klären. Die mangelnde Beschäftigung mit der eigenen Gefährdungssitua-

tion lasse daran zweifeln, dass er jemals tatsächlich gesucht worden sei. 

Schliesslich hätten die beiden Beschwerdeführenden unterschiedliche An-

gaben zum Zeitpunkt der angeblichen Suche zu Protokoll gegeben. An die-

ser Einschätzung vermöge das eingereichte Schreiben des Staatssicher-

heitsdienstes nichts zu ändern. Somit seien diese Vorbringen insgesamt 

nicht glaubhaft.  

5.1.2 Die Angaben des Beschwerdeführers über die Teilnahme an De-

monstrationen seien nicht asylerheblich, weil der Beschwerdeführer ge-

mäss seinen Aussagen nie anlässlich einer Demonstration verhaftet wor-

den sei und ihm – wie den vorangehenden Erwägungen zu entnehmen sei 

– nicht geglaubt werden könne, dass die heimatlichen Behörden von seiner 

Teilnahme an Demonstrationen Kenntnis erlangt hätten. Auch das Vorbrin-

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gen, wonach die Beschwerdeführenden wegen des Bürgerkrieges ausge-

reist seien, könne nicht als asylbeachtlich betrachtet werden, weil erlittene 

Nachteile im Rahmen von Krieg oder Situationen allgemeiner Gewalt keine 

Verfolgung im Sinne des Gesetzes darstellen würden. Ebensowenig könne 

die Angst vor islamistischen Organisation wie der Al-Nusra-Front oder des 

Islamischen Staates (IS beziehungsweise DAESH) zur Begründung der 

Flüchtlingseigenschaft führen. Insbesondere habe der Herkunftsort der Be-

schwerdeführenden weder im Zeitpunkt der Ausreise im Februar 2014 

noch im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung unter der Kontrolle des IS 

oder der Al-Nusra-Front gestanden. Vielmehr werde dieses Gebiet nach 

wie vor von den säkularen, kurdischen Einheiten der Yekîneyên Parastina 

Gel (YPG) kontrolliert und gehalten. Ausserdem hätten die Beschwerde-

führenden gemäss ihren Aussagen keine persönlichen Probleme mit is-

lamistischen Organisationen erlebt. Somit bestünden keine Anhaltspunkte 

dafür, dass die Beschwerdeführenden mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zeit gegen sich gerichtete Nachteile zu erleiden hätten. 

Allein die Furcht vor einem möglichen Eintritt dieser Situation sei nicht be-

gründet im Sinne von Art. 3 AsylG. Bezüglich der geltend gemachten Ent-

führung und Lösegeldforderung sei Folgendes festzuhalten: Einerseits 

handle es sich um einen abgeschlossenen Vorfall; andererseits bestünden 

keine Anhaltspunkte dafür, dass den Beschwerdeführenden in absehbarer 

Zeit eine erneute Verfolgung durch eine Bande drohe. Somit seien sie im 

Zeitpunkt des Asylentscheides nicht asylrechtlich bedroht. Zudem handle 

es sich bei den Tätern um Drittpersonen, welche die Wirren des Bürger-

krieges zu ihrer persönlichen Bereicherung zu nutzen versucht hätten. So-

mit sei auch dieses Vorbringen nicht asylrelevant. Angesichts der fehlen-

den Asylrelevanz könne auf die Erörterung von Unglaubhaftigkeitselemen-

ten verzichtet werden. Die vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit 

seinem Status in Syrien als Maktum geltend gemachten Nachteile würden 

keine Gefährdung im Sinne des Gesetzes darstellen. Somit sei allein der 

Umstand, dass der Beschwerdeführer Maktum sei, nicht asylrelevant.  

5.2 In ihrer Beschwerde machten die Beschwerdeführenden geltend, ent-

gegen der Argumentation in der angefochtenen Verfügung seien die Vor-

bringen des Beschwerdeführers über die Partei, bei welcher er Anhänger 

gewesen sei, nicht unbegründet und zu wenig konkret und detailliert. Viel-

mehr habe er genügend Informationen zu Protokoll gegeben und Namen 

von Anführern und ähnliche Parteien gekannt. Allfällige mangelnde detail-

lierte Angaben seien mehr mit seiner fehlenden schulischen und allgemei-

nen Bildung zu sehen als mit der absichtlichen Unglaubhaftigkeit seiner 

Aussagen. Die Probleme mit der Verbrecherbande habe er deshalb nicht 

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erwähnt, weil man ihm anlässlich der kurzen Befragung gesagt habe, er 

werde in erster Linie über seine Personalien und nur kurz über seine Asyl-

gründe befragt. Die Beschwerdeführerin habe von Anfang an über dieses 

Thema gesprochen, weil sie dabei ihr Kind verloren habe, was sie sehr 

getroffen habe. Das Motiv für seine Flucht habe der Beschwerdeführer an-

lässlich der Anhörung zu Protokoll gegeben, nämlich die Suche nach ihm 

durch die Sicherheitsbehörden als Folge der Teilnahme an Demonstratio-

nen. Alle Angaben des Beschwerdeführers und seine Befürchtungen wür-

den mit den Berichten über Syrien übereinstimmen. Zudem seien seine 

Vorbringen besser nachvollziehbar als diejenigen des SEM, welche sich 

nur auf pure Vermutung und Behauptung stützen würden. Seit Ausbruch 

des Krieges in Syrien hätten sich viele Gruppen, darunter auch Verbrecher-

banden, gebildet. Diese Moslemgruppen würden immer mehr Macht ge-

winnen und grosse Gebiete im Norden und Osten des Landes kontrollieren. 

Ihr Umgang mit andersdenkenden Menschen müsse dem SEM bekannt 

sein. Die Fluchtmotive des Beschwerdeführers seien einerseits seine 

Furcht vor einer Inhaftierung und unverhältnismässiger Bestrafung wegen 

seiner Teilnahme an Kundgebungen sowie die Zugehörigkeit zu einer ver-

botenen oppositionellen Partei und andererseits – dies sei der Hauptgrund 

für die Flucht – sein Status als Staatenloser in Syrien. Der Entzug der 

Staatsangehörigkeit führe zum Entzug von allen Rechten, die Syrien ihren 

Bürgern garantiere. Das Vorgehen der syrischen Regierung widerspreche 

mehreren internationalen Übereinkommen. Gemäss dem Hohen Flücht-

lingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) würden die meisten 

asylsuchenden Syrer die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Auch das Bun-

desverwaltungsgericht stelle in seiner Mitteilung vom 19. März 2015 fest, 

dass bereits einfache Teilnehmer an regimefeindlichen Demonstrationen, 

sollten sie von den staatlichen syrischen Sicherheitskräften identifiziert 

worden sein, einer Verfolgungsgefahr im Sinne des Flüchtlingsbegriffs aus-

gesetzt seien. Aus den erwähnten Gründen sei die ethnische Zugehörigkeit 

des Beschwerdeführers wohl asylrelevant, weshalb er die Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft erfülle. Er habe begründete Furcht vor einer 

gezielten staatlichen Verfolgung und den damit verbundenen ernsthaften 

Nachteilen. Seine Angaben seien plausibel und nachvollziehbar und somit 

glaubhaft und asylrelevant.  

5.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

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der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Für die Glaubhaftigkeit von Fluchtvorbringen sprechen 

insbesondere die Übereinstimmung der Aussagen zwischen den verschie-

denen Befragungen sowie die Vereinbarkeit von Aussagen mit den einge-

reichten Beweismitteln und den Erkenntnissen über die Situation im Hei-

mat- oder Herkunftsland. Auch aus der Kohärenz, der Substanziiertheit, 

der Nachvollziehbarkeit, der Schlüssigkeit, der Korrektheit und der Origi-

nalität der Angaben lässt sich die Glaubhaftigkeit der Aussagen schliessen. 

Glaubhaftmachung bedeutet ferner im Gegensatz zum strikten Beweis ein 

reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände 

und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Person. Eine Behaup-

tung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahr-

heit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 

nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es dem-

gegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber 

in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Um-

stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Ent-

scheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; 

dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 

E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.3). Insbesondere reicht die blosse Plausibilität 

nicht aus, wenn gewichtige Umstände gegen die Sachverhaltsdarstellung 

sprechen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: PETER UEBERSAX/BEAT RU-

DIN/THOMAS HUGI YAR/THOMAS GEISER {Hrsg.}, Ausländerrecht, Handbü-

cher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Basel u.a. 2009, S. 568, Rz. 11.149; 

EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a S. 270). Zudem darf sich die Argumentation der 

Behörden nicht in blossen Gegenbehauptungen oder allgemeinen Vermu-

tungen erschöpfen. 

 

5.4 Aufgrund der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht vorliegend 

insgesamt zum Schluss, dass den Ausführungen der Vorinstanz im Resul-

tat zuzustimmen ist, wie den nachfolgenden Erwägungen entnommen wer-

den kann. 

 

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Seite 11 

5.5 Namentlich ist dem SEM zuzustimmen, dass die Aussagen der Be-

schwerdeführenden bezüglich der geltend gemachten Parteizugehörigkeit 

des Beschwerdeführers und der Suche nach seiner Person infolge der Teil-

nahme an Demonstrationen nicht glaubhaft ausgefallen sind. Um unnötige 

Wiederholungen zu vermeiden, sei auf die zutreffende Argumentation in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen. Demgegenüber vermögen die 

Einwände in der Beschwerde nicht zu überzeugen. Insbesondere kann 

dem SEM nicht vorgeworfen werden, es stütze sich bei seinen Erwägun-

gen auf pure Vermutung und Behauptung. In Ergänzung zur vorinstanzli-

chen Argumentation ist Folgendes festzuhalten: 

5.5.1 Vorab fällt auf, dass die Beschwerdeführenden sowohl anlässlich der 

Befragung als auch anlässlich der Anhörung die Frage, warum sie ihr Hei-

matland verlassen hätten, zuerst mit der Lage in ihrem Heimatland und mit 

dem Bürgerkrieg in Syrien begründeten (vgl. Akte A22/12 S. 2 und Akte 

A23/7 S. 2). Aus dieser Gewichtung der Ausreisemotive wird deutlich, dass 

die Beschwerdeführenden ihr Heimatland offensichtlich in erster Linie we-

gen des Bürgerkrieges und der in diesem Zusammenhang unsicheren 

Lage verlassen haben. Entgegen der Argumentation in der Beschwerde 

stellen somit nicht die Suche nach dem Beschwerdeführer durch die syri-

schen Behörden beziehungsweise sein Status als Maktum den Hauptaus-

reisegrund dar, zumal unter diesen Umständen nicht – übereinstimmend 

vier Mal – der Krieg als erstes auf die Frage nach den Ausreisegründen 

erwähnt worden wäre. Somit werfen alle erst später vorgebrachten Motive, 

warum sie ihr Heimatland verlassen hätten, grundsätzliche Zweifel auf. 

Diese werden, wie den nachfolgenden Erwägungen entnommen werden 

kann, bestätigt.  

5.5.2 Insbesondere ist festzustellen, dass die Ausreisemotive von den Be-

schwerdeführenden anlässlich der Befragung und anlässlich der Anhörung 

inhaltlich in wesentlichen Punkten unterschiedlich, nicht realistisch und 

substanzlos dargestellt worden sind. 

5.5.2.1 So beschränkten sie anlässlich der Befragung zur Person ihre Aus-

reisegründe übereinstimmend darauf, dass sie ihr Heimatland wegen des 

Bürgerkrieges sowie aus Angst vor den Leuten der "Jabhat Naser" und der 

"Daesh" verlassen und weder mit den Behörden Syriens noch mit Privaten 

oder Organisationen Probleme gehabt hätten (vgl. Akte A3/10 S. 7 und 

Akte 4/10 S. 7). Die erst anlässlich der Anhörung dargelegte Suche nach 

dem Beschwerdeführer durch die syrischen Behörden wurde in den beiden 

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Seite 12 

Erstprotokollen auch nicht ansatzweise erwähnt, obwohl in der Be-

schwerde geltend gemacht wird, diese Suche sei einer der Hauptausreise-

gründe gewesen. Als zentrales Ausreisemotiv hätte die Suche nach dem 

Beschwerdeführer indessen von Anfang an erwähnt werden müssen, um 

als glaubhaft gelten zu können. Somit erweist sich die Suche nach dem 

Beschwerdeführer als nachgeschoben und unglaubhaft. 

5.5.2.2 An dieser Einschätzung vermag das eingereichte Schreiben mit 

dem übersetzten Titel "Mitteilungsschein", das einen Haftbefehl gegen den 

Beschwerdeführer zum Inhalt hat, nichts zu ändern, zumal der Inhalt des 

Dokumentes nicht in allen Teilen mit den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers in Einklang gebracht werden kann. Der Beschwerdeführer machte 

nämlich geltend, er habe ab August 2012 bis zur Ausreise an Demonstra-

tionen teilgenommen (vgl. Akte A22/12 S. 3), was bedeutet, dass er bis am 

9. oder 10. Februar 2014 an diesen teilgenommen haben müsste. Die Be-

hörden hätten ihn ein Jahr später gesucht, beziehungsweise er habe erst 

ein Jahr danach erfahren, dass er gesucht werde, beziehungsweise er 

werde seit Sommer 2013 gesucht (vgl. Akte A22/12 S. 5). Abgesehen da-

von, dass es sich bei diesen Aussagen nicht um übereinstimmende Anga-

ben handelt, weshalb sie schon aus diesem Grund nicht überzeugen, ist 

es angesichts der letzten dieser Aussage nicht nachvollziehbar, dass der 

Beschwerdeführer – nachdem man ihn seit Sommer 2013 mittels Haftbe-

fehl gesucht haben soll – trotzdem noch bis zu seiner Ausreise im Februar 

2014 an Demonstrationen teilgenommen haben soll, zumal das Risiko ei-

ner Festnahme bei einer gesuchten Person besonders hoch ist und die 

Teilnahme an Demonstrationen deshalb nicht nachvollzogen werden kann. 

Auch das spricht gegen die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Suche. 

5.5.2.3 Zudem soll der Haftbefehl gegen den Beschwerdeführer gestützt 

auf das eingereichte Schreiben am 17. September 2012 ergangen sein,  

was sich mit seiner Aussage, wonach er seit Sommer 2013 gesucht werde, 

nicht vereinbaren lässt. 

5.5.2.4 Angesichts des Ausstellungsdatums des Schreibens des Sicher-

heitsdienstes vom 17. September 2012 ist es ferner nicht plausibel, dass 

dieses Schreiben erst am 28. September 2013 – mithin ein gutes Jahr nach 

seiner Ausstellung – dem Bruder des Beschwerdeführers übergeben wor-

den sein soll (wie dem Schreiben zu entnehmen ist). Gemäss dem Ausstel-

lungsdatum des Schreibens wäre der Beschwerdeführer nämlich schon 

seit dem September 2012 und nicht erst – wie er darlegte – seit dem Som-

mer 2013 gesucht worden. Dies wirft weitere Zweifel an der Glaubhaftigkeit 

D-1874/2015 

Seite 13 

auf, wobei dies umso mehr der Fall ist, als der Beschwerdeführer aussagte, 

er habe nicht mehr an seinem Wohnort geschlafen, nachdem er diese Mit-

teilung erhalten haben, mithin nach dem Sommer 2013 (vgl. Akte A22/12 

S. 5). Unter diesen Umständen indessen hätte er vom Staatssicherheits-

dienst nicht erst seit dem Sommer 2013, sondern schon während fast eines 

ganzen Jahres – nämlich seit dem Ausstellungsdatum des Schreibens vom 

17. September 2012 – an seinem Wohnort angetroffen werden können, 

weshalb nicht nachvollzogen werden kann, dass die syrischen Behörden 

den Beschwerdeführer während fast einem Jahr nicht an seinem Wohnort, 

wo er sich gemäss seinen Aussagen ja erst seit dem Sommer 2013 nicht 

mehr regelmässig aufgehalten haben will, angetroffen haben wollen.  

5.5.2.5 Schliesslich erscheint es auch nicht logisch, dass der Beschwerde-

führer mit diesem Schreiben gesucht worden sein soll, das Schreiben aber 

bereits schriftlich festhält, dass man ihn nicht habe erreichen können und 

deshalb den Bruder am 28. September 2013 darüber informiert habe. Wäre 

das Schreiben tatsächlich ein echter Haftbefehl, würde es nicht Sachver-

haltselemente wie die fehlende Erreichbarkeit des Beschwerdeführers ent-

halten, die erst nach der Ausstellung des Haftbefehls entstanden sein kön-

nen.  

5.5.2.6 Insgesamt weist das vom Beschwerdeführer abgegebene Schrei-

ben des Sicherheitsdienstes somit unlogische Elemente und damit inhaltli-

che Mängel auf, die gegen die Echtheit des Dokuments sprechen. Da zu-

dem sein Inhalt in wesentlichen Teilen nicht mit den Aussagen des Be-

schwerdeführers zu vereinbaren ist, und überdies Dokumente dieser Art 

auch unrechtmässig erworben werden können, wie das SEM zutreffender-

weise festhielt, ist das Schreiben kein taugliches Beweismittel, um zu be-

legen, dass der Beschwerdeführer von den syrischen Behörden bezie-

hungsweise vom syrischen Sicherheitsdienst gesucht wurde.  

5.5.2.7 Des Weiteren vermag es nicht zu überzeugen, dass dem Be-

schwerdeführer der Inhalt des abgegebenen Schreibens nicht bekannt ist. 

Sein Einwand in der Anhörung, er sei nicht in der Schule gewesen und 

kenne den Inhalt deshalb nicht (vgl. Akte A22/12 S. 6), kann angesichts 

seiner Aussage anlässlich der Befragung, wonach er die sechste Klasse 

abgebrochen habe (vgl. Akte A3/10 S. 4), nicht gehört werden. Zudem kann 

nicht nachvollzogen werden, dass er sich nicht um den Inhalt eines gegen 

ihn gerichteten Haftbefehls gekümmert haben soll, zumal dieser seine Per-

son betrifft, ihn zur auswärtigen Übernachtung während Monaten bewegt 

und die behördliche Suche nach ihm gemäss der Beschwerde einer der 

D-1874/2015 

Seite 14 

Hauptausreisegründe gebildet haben soll. Unter diesen Umständen hätte 

sich eine in einer vergleichbaren Situation wie derjenigen des Beschwer-

deführers stehende Person den Inhalt eines sie betreffenden Haftbefehls 

in allen Details von einer lesekundigen Person erklären lassen.  

5.5.2.8 Wie das SEM auch zutreffend festhielt, kann dem Beschwerdefüh-

rer nicht geglaubt werden, dass er sich als Anhänger oder Sympathisant 

einer kurdischen Partei politisch betätigt hat. Entgegen der Argumentation 

in der Beschwerde sind seine diesbezüglichen Aussagen äusserst dürftig, 

konfus und teilweise nicht übereinstimmend dargestellt worden. So war er 

nicht in der Lage, die Partei, bei welcher er Anhänger sei, mit dem richtigen 

vollständigen Namen zu nennen, was – entgegen den Ausführungen in der 

Beschwerde – nichts mit mangelnder Schulbildung zu tun hat, sondern als 

klarer Hinweis darauf zu verstehen ist, dass er sich mit der Parteienland-

schaft in Syrien gar nicht auskennt und offensichtlich mit keiner Partei wirk-

lich verbunden ist. Auch Personen mit einer geringen Schulbildung kennen 

die Partei, für welche sie sich einsetzen, mit dem richtigen und vollständi-

gen Namen. Der Beschwerdeführer hingegen nannte drei verschiedene 

Namen von Parteien, welchen er angehört habe, wobei zwei der genann-

ten Parteinamen zwar mit einer in Syrien bestehenden Partei eine Ähnlich-

keit aufweisen, die dritte genannte Partei indessen nicht als Partei, sondern 

als eine andere Verbindung existiert. Allein aus der Tatsache, dass er den 

einen oder anderen Namen von Führungspersonen nennen konnte, ist 

nicht der Schluss zu ziehen, seine Ausführungen über die Zugehörigkeit zu 

einer kurdischen Partei in Syrien seien überwiegend substanziell und zu-

treffend ausgefallen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Die dürftigen Aus-

sagen des Beschwerdeführers lassen – in Übereinstimmung mit dem SEM 

– bezweifeln, dass er sich zu irgendeiner Partei in Syrien zugehörig gefühlt 

hat. Zudem erwähnte er die Parteianhängerschaft anlässlich der Befra-

gung mit keinem Wort, weshalb dieses Vorbringen folglich auch als nach-

geschoben zu betrachten ist. Insgesamt kann dem Beschwerdeführer nicht 

geglaubt werden, er sei Anhänger einer syrisch-kurdischen Partei gewe-

sen.  

5.5.2.9 Schliesslich ist festzuhalten, dass der Argumentation des SEM un-

ter Ziff. II./1.b) zuzustimmen ist, weshalb an dieser Stelle keine weiteren 

Erwägungen anzubringen sind, sondern auf die entsprechenden Erwägun-

gen der Vorinstanz zu verweisen ist.  

5.5.3 Im Sinne eines Zwischenfazits ist somit festzuhalten, dass dem Be-

schwerdeführer nicht geglaubt werden kann, er sei Anhänger einer syrisch-

D-1874/2015 

Seite 15 

kurdischen Partei gewesen und infolge der Teilnahme an Demonstrationen 

in Syrien von den syrischen Behörden gesucht worden. An dieser Einschät-

zung vermag das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 

25. Februar 2015 [als Referenzurteil publiziert] nichts zu ändern, zumal ge-

mäss diesem Urteil allein die Teilnahme an Demonstrationen nicht zur An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft führt. Vielmehr ist eine Identifizie-

rung der betroffenen Person durch die syrischen Behörden erforderlich, 

was indessen vorliegend mangels glaubhafter Aussagen der Beschwerde-

führenden nicht der Fall ist.  

5.6 Dem SEM ist zudem beizupflichten, dass die Bürgerkriegssituation in 

Syrien nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu führen ver-

mag. Auch diesbezüglich ist auf die zutreffenden Erwägungen der Vor- 

instanz (vgl. Akte AA24/11 S. 5 II./2./b) zu verweisen. Ferner ist die Furcht 

der Beschwerdeführenden vor islamistischen Organisationen – in Überein-

stimmung mit der Argumentation des SEM – nicht begründet, zumal sich 

aus den Akten nicht ergibt, dass sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zukunft diesbezügliche asylrelevante Verfolgungsmass-

nahmen gegen die Beschwerdeführenden richten werden. Das SEM stellte 

auch zutreffend fest, dass die von den Beschwerdeführenden geltend ge-

machte Entführung des Beschwerdeführers durch eine ihnen unbekannte 

Verbrecherbande als abgeschlossene Verfolgung zu betrachten ist, zumal 

sich den Akten keine gegenteiligen Anhaltspunkte entnehmen lassen. Ins-

besondere ergeben sich keine Hinweise darauf, dass eine erneute Verfol-

gung durch eine dieser Banden mit hoher Wahrscheinlichkeit absehbar er-

scheint. Damit ist im heutigen Zeitpunkt nicht mit einer entsprechenden 

Verfolgung zu rechnen. Weil das Bundesverwaltungsgericht auch in seiner 

jüngeren Praxis das Bestehen einer Kollektivverfolgung von Maktum 

(vgl. das Urteil E-7092/2014 vom 16. September 2015 E. 5.3) und erst 

recht aller Kurden mangels Gezieltheit und Intensität der Verfolgung ver-

neint (vgl. die Urteile D-7014/2013 vom 26. Mai 201, E-6535/2014 vom 

24. Juni 2015 und E-2349/2015 vom 7. Juli 2015), ist auch das Vorbringen 

des Beschwerdeführers, er sei Maktum und erdulde gestützt auf diesen 

Status viele Benachteiligungen, nicht als Verfolgung im Sinne des Geset-

zes zu betrachten. Zudem ergeben sich aus den Akten keine Anhalts-

punkte dafür, dass er aus diesem Grund mit einer Gefährdung im Sinne 

von Art.3 AsylG zu rechnen hätte.  

5.7 Insgesamt erweisen sich somit die von den Beschwerdeführenden gel-

tend gemachten Vorfluchtgründe als überwiegend unglaubhaft, soweit sie 

flüchtlingsrechtlich relevant sind. Aus den vorangehenden Erwägungen 

D-1874/2015 

Seite 16 

ergibt sich, dass der Einschätzung des SEM zuzustimmen ist. Die Be-

schwerdeführenden hatten im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Syrien keine 

asylrelevante Verfolgung erlitten oder eine solche zu befürchten.  

5.8 Allein die Einreichung eines Asylgesuches in der Schweiz vermag 

keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht im Sinne eines sub-

jektiven Nachfluchtgrundes zu begründen, da keine Anhaltspunkte dafür 

bestehen, dass die Stellung eines Asylgesuchs für sich allein betrachtet bei 

einer Rückkehr nach Syrien regelmässig zu behördlicher Verfolgung führt.  

5.9 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Beschwerdeführen-

den nicht gelungen ist, asylrechtlich relevante Verfolgungsgründe im Sinne 

von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft zu machen, weshalb die Vorinstanz die 

Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und die Asylgesuche abgelehnt 

hat.  

6.  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Die Vorinstanz nahm die Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 

17. Februar 2015 infolge fehlender Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zuges vorläufig auf. Unter diesen Umständen ist auf eine Erörterung der 

beiden andern Kriterien – insbesondere der Zulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzuges – zu verzichten. Über diese müsste dann befunden 

werden, wenn die vorläufige Aufnahme aufgehoben würde. Zur Durchführ-

barkeit des Wegweisungsvollzugs erübrigen sich im heutigen Zeitpunkt 

weitere Erwägungen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 

D-1874/2015 

Seite 17 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da die unentgeltliche Pro-

zessführung gewährt worden ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

  

D-1874/2015 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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