# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd2d2e99-d1d9-51a7-ac12-1dfb1e1f02f9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.11.2023 SK 2022 404
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-404_2023-11-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 22 404

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. November 2023

Besetzung Obergerichtssuppleantin Salzmann (Präsidentin i.V.), 
Oberrichterin Schwendener, Oberrichter Zbinden
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

B.________

Strafklägerin

Gegenstand Drohung und versuchte Nötigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 23. Dezember 2021 (PEN 20 280)

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil 

Mit Urteil vom 23. Dezember 2021 (pag. 1138 ff.) stellte das Regionalgericht Bern-
Mittelland (Einzelgericht, nachfolgend: Vorinstanz) das Strafverfahren gegen 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wegen Tätlichkeiten, angeblich mehrfach 
begangen z. N. B.________ (damals Straf- und Zivilklägerin, nachfolgend: Privat-
klägerin), sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ein, unter Auf-
erlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (2/7), insgesamt bestimmt auf 
CHF 2'355.20 (inklusive Gebühr für die schriftliche Urteilsbegründung), an den 
Kanton Bern (pag. 1139, Ziff. I. erstinstanzliches Urteil). 

Ferner sprach die Vorinstanz den Beschuldigten von den Anschuldigungen der 
mehrfachen Tätlichkeiten, der mehrfachen einfachen Körperverletzung, der mehr-
fachen Drohung, der Nötigung und des Diebstahls, alles angeblich begangen 
z. N. der Privatklägerin, sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz und der Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz frei, un-
ter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (4/7), insgesamt bestimmt 
auf CHF 4'710.25 (inklusive Gebühr für die schriftliche Urteilsbegründung), an den 
Kanton Bern (pag. 1139 f., Ziff. II. erstinstanzliches Urteil).

Hingegen erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten der Drohung, begangen am 
ca. 31. August 2018 in .________, sowie der versuchten Nötigung, begangen ca. 
im Sommer 2018 in .________, beides z. N. der Privatklägerin schuldig und verur-
teilte ihn zu einer Geldstrafe von 105 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend to-
tal CHF 3’150.00, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit 
von zwei Jahren. Die Untersuchungshaft von 95 Tagessätzen wurde auf die Gelds-
trafe angerechnet. Ferner verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zu den auf 
die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten (1/7), insgesamt bestimmt auf 
CHF 1’177.55 (inklusive Gebühr für die schriftliche Urteilsbegründung; pag. 1140, 
Ziff. III. erstinstanzliches Urteil). 

Im Zivilpunkt verfügte die Vorinstanz, dass die Zivilklage der Privatklägerin infolge 
der Einstellung eines Teils des Strafverfahrens sowie dem Umstand, dass der Be-
schuldigte mehrfach freigesprochen wurde, auf den Zivilweg verwiesen wird. Für 
den Zivilpunkt wurden keine Kosten ausgeschieden (pag. 1142, Ziff. V. erstinstanz-
liches Urteil).

2. Berufung 

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Fürsprecher 
C.________, mit Schreiben vom 30. Dezember 2021 form- und fristgerecht die Be-
rufung an (pag. 1150). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Ver-
fügung vom 28. Juni 2022 (pag. 1213 f.) erklärte der Beschuldigte mit Eingabe vom 
12. Juli 2022 form- und fristgerecht die Berufung, beschränkt auf Ziff. III. des erstin-
stanzlichen Urteils (Schuldsprüche, Sanktion und Verfahrenskosten; pag. 1217 f.). 
Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 2. August 2022 auf 
die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 1225 f.). 

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Mit Verfügung vom 22. August 2022 wurde festgestellt, dass die Privatklägerin in-
nert Frist keine Anschlussberufung eingereicht und keine Gründe für ein Nichtein-
treten auf die Berufung geltend gemacht hat. Ferner wurde festgestellt, dass der 
Beschuldigte unbekannten Aufenthaltes ist und voraussichtlich nicht zur Beru-
fungsverhandlung, in welcher er zur Person und zur Sache zu befragen ist, vorge-
laden werden kann. Folglich könnte ein Rückzug der Berufung im Sinne von 
Art. 407 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) 
vorliegen. Dem Beschuldigten wurde Gelegenheit gegeben, eine Stellungnahme zu 
einer allfälligen Abschreibung des Berufungsverfahrens infolge Rückzugs der Beru-
fung einzureichen. Zudem wurde der Privatklägerin Gelegenheit gegeben, zum 
Vorliegen der Voraussetzungen zur weiteren Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege Stellung zu nehmen bzw. eine Kostennote für allfälligen Aufwand für 
das oberinstanzliche Verfahren einzureichen (pag. 1227 f.).

Mit Schreiben vom 29. August 2022 teilte Fürsprecher C.________ die aktuelle 
Adresse des Beschuldigten mit und stellte den Antrag, das Berufungsverfahren sei 
nicht abzuschreiben infolge Rückzugs der Berufung. Der Beschuldigte habe klar 
die Absicht geäussert, auch anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung persön-
lich anwesend zu sein (pag. 1231 f.). Die Privatklägerin, vertreten durch Rechtsan-
walt D.________, nahm mit Schreiben vom 26. September 2022 zur weiteren Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege Stellung und reichte die Honorarnote ein 
(pag. 1254 ff.). 

Mit Verfügung vom 11. Oktober 2022 wurde die der Privatklägerin gewährte unent-
geltliche Rechtspflege widerrufen, Rechtsanwalt D.________ aus dem amtlichen 
Mandat entlassen und die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes 
der Privatklägerin für das oberinstanzliche Verfahren bestimmt. Ferner wurde dem 
Beschuldigten Gelegenheit gegeben, zum Vorliegen der Voraussetzungen zur wei-
teren Gewährung der amtlichen Verteidigung Stellung zu nehmen und gegebenen-
falls eine Kostennote für die Honorarbestimmung im oberinstanzlichen Verfahren 
einzureichen (pag. 1287 ff.). 

Gestützt auf die Verfügung vom 11. Oktober 2022 teilte Rechtsanwalt D.________ 
mit Schreiben vom 13. Oktober 2022 mit, dass kein Mandatsverhältnis mehr zwi-
schen ihm und der Privatklägerin bestehe (pag. 1293). Der Beschuldigte beantrag-
te mit Schreiben vom 2. November 2022, es sei ihm die amtliche Verteidigung für 
das oberinstanzliche Verfahren zu gewähren (pag. 1304 ff.). 

Mit Verfügung vom 23. November 2022 wurde die dem Beschuldigten am 22. Ja-
nuar 2019 gewährte amtliche Verteidigung durch Fürsprecher C.________ widerru-
fen (pag. 1308 ff.). Gestützt auf diese Verfügung reichte Fürsprecher C.________ 
mit Schreiben vom 5. Dezember 2022 seine Kostennote und eine Vollmacht ein 
und teilte mit, dass ihn der Beschuldigte beauftragt habe, seine Interessen in dieser 
Angelegenheit weiterhin zu wahren (pag. 1314 ff.). Mit Verfügung vom 8. Dezem-
ber 2022 wurde die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, 
Fürsprecher C.________, für das oberinstanzliche Verfahren bestimmt (1319 ff.). 
Mit Schreiben vom 3. Oktober 2023 teilte Fürsprecher C.________ mit, dass er den 
Beschuldigten mit sofortiger Wirkung nicht mehr vertrete (pag. 1363). 

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Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 16. November 2023 in 
Anwesenheit des Beschuldigten und eines Übersetzers für Albanisch statt 
(pag. 1369 ff.). 

Die Privatklägerin ist trotz ordnungsgemässer Vorladung und Verpflichtung zum 
persönlichen Erscheinen (pag. 1337 ff.) ohne jegliche Mitteilung, Entschuldigung 
oder Vorbringen von Verhinderungsgründen nicht zur Berufungsverhandlung er-
schienen (pag. 1370). Die Privatklägerin wurde indes bereits mehrfach und aus-
führlich zu den vorliegend zu beurteilenden Vorfällen befragt (vgl. pol. EV: pag. 122 
ff.; EV StA: pag. 135 ff.; EV Vi: pag. 1102 ff.). Ihre Einvernahme vor der Vorinstanz 
wurde zudem auf einem Tonträger festgehalten, so dass sich die Kammer ein un-
mittelbares Bild ihres Aussageverhaltens machen konnte (vgl. pag. 1053; 
pag. 1112). Schliesslich liegen als weitere Beweismittel Zeugenaussen vor. Aus 
diesen Gründen verzichtete die Kammer auf die Einvernahme der Privatklägerin 
und fuhr mit der Berufungsverhandlung fort. 

3. Beweisergänzungen 

Von Amtes wegen wurde oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (pag. 1367).  

Zudem wurde der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhandlung unter Beizug 
einer Albanisch-Übersetzung ergänzend einvernommen (pag. 1372 ff.). 

4. Anträge des Beschuldigten 

Der Beschuldigte beantragte an der oberinstanzlichen Verhandlung einen vollum-
fänglichen Freispruch und begründete diesen Antrag (pag. 1383). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer  

Zufolge der Berufung nur des Beschuldigten hat die Kammer die Schuldsprüche 
wegen Drohung und versuchter Nötigung, die Strafzumessung sowie die Kosten 
und Entschädigungsfolgen zu überprüfen. Abgesehen davon ist das Urteil des Re-
gionalgerichts Bern-Mittelland vom 23. Dezember 2021 in Rechtskraft erwachsen. 
Der Rechtskraft nicht zugänglich sind die Verfügungen betreffend das erstellte 
DNA-Profil sowie die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten. 

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO) und ist aufgrund der al-
leinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der 
reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorgeschichte

Die dem Beschuldigten gemachten Vorwürfe stehen in Zusammenhang mit der Be-
ziehung, die er und die Privatklägerin damals geführt haben. Zur Vorgeschichte 

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zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin erwog die Vorinstanz Folgen-
des (pag. 1163 f.; S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Die nachfolgend zu beurteilenden Delikte spielen sich vor dem Hintergrund der sehr schwierigen Be-
ziehung zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten ab.

Der Beschuldigte sagte, die Zeit in der Schweiz sei die schlechteste Zeit seines Lebens gewesen 
(pag. 1117, Z. 19 f.). Er sei von der Privatklägerin abhängig gewesen und diese habe die Situation 
maximal ausgenutzt (pag. 1118, Z. 25 ff.). Sie sei gewalttätig und habe ihn geschlagen (pag. 1123, 
Z. 44). Er sei in einer toxischen Beziehung gewesen (pag. 1125, Z. 7 ff.). Zu den Vorwürfen seine 
Person betreffend machte der Beschuldigte mehrheitlich nur karge Aussagen, wobei natürlich zu 
berücksichtigen ist, dass seine Aussagen übersetzt werden mussten, was bei der Privatklägerin nicht 
der Fall war, weshalb bei der Aussagenanalyse nicht gleiche Massstäbe angewendet werden dürfen. 
Die Privatklägerin sagte wiederholt aus, der Beschuldigte sei extrem eifersüchtig gewesen, er habe 
sie ständig kontrollieren wollen und habe sie regelmässig geschlagen (statt vieler: pag. 125, Z. 148 ff.; 
pag. 1102, Z. 28 ff.). Trotzdem habe sie ihn sehr geliebt und den Traum einer gemeinsamen Familie 
mit ihm nicht aufgeben wollen (statt vieler: pag. 1110, Z. 6 f.).

Für das Gericht ist erstellt, dass die Parteien eine schwierige, explosive Beziehung mit starken emoti-
onalen und finanziellen Abhängigkeiten geführt haben, die auch von Gewalt geprägt war und das 
beidseits. Das Gericht glaubt auch, dass die Privatklägerin vieles an Gewalt erduldet und erlitten hat, 
was eine Person in einer normalen Situation nicht mit sich hätte machen lassen. Andererseits ist das 
Gericht auch der Auffassung, dass es die Privatklägerin Ende Dezember 2020 nicht ertragen konnte, 
dass der Beschuldigte sie einfach verlassen hat, dies geht aus dem eindrücklichen Mailverlauf 
(pag. 343 ff.) klar hervor und wurde gewissermassen von der Privatklägerin bestätigt, indem sie aus-
sagte, dass sie sich zur Anzeige entschieden habe, als sie gemerkt habe, dass er nicht mehr zurück-
komme. Sie habe sich verarscht gefühlt (pag. 1110, Z. 10 f.). So ist davon auszugehen, dass sie ihre 
Anzeige zum Teil auch aus Rache erstattet hat, womit die darin gemachten Anschuldigungen mit Vor-
sicht zu geniessen sind und nicht ohne weiteres als gegeben erachtet werden können.

Vor diesem Hintergrund werden nachfolgend die konkreten Aussagen zu den einzelnen Vorwürfen 
nach den oben dargelegten Massgaben der modernen Aussagepsychologie gewürdigt, woraus die 
konkreten Beweisergebnisse resultieren.

Der Kammer liegen zur Vorgeschichte nebst dem Anzeigerapport vom 1. April 2019 
(pag. 95 ff.) und den von der Vorinstanz erwähnten Aussagen des Beschuldigten 
und der Privatklägerin auch Facebook-Chats (pag. 289 ff.), der E-Mailverkehr 
(pag. 343 ff.) und WhatsApp-Nachrichten (pag. 394 ff.) zwischen dem Beschuldig-
ten und der Privatklägerin, das Meldeformular häusliche Gewalt der Kantonspolizei 
Bern vom 8. Dezember 2018 (pag. 255 ff.), der Journaleintrag der Polizei Basel-
Landschaft zu einer Meldung des Beschuldigten vom 14. Januar 2019 (pag. 105), 
die Anzeige und der Rapport der Kantonspolizei zu den Widerhandlungen gegen 
das Ausländer- und Integrationsgesetz (pag. 428 ff.) sowie die edierten Akten des 
Migrationsdienstes des Kantons Bern (pag. 482 ff.) vor. Aus den Migrationsakten 
geht hervor, dass sich der Beschuldigte und die Privatklägerin im Juli 2016 im Ko-
sovo kennengelernt haben, danach eine Fernbeziehung führten und sich im Juli 
2017 im Kosovo verlobten (pag. 514 f.). Der Beschuldigte reiste am 18. April 2018 
mittels Schengenvisums zwecks Heirat in die Schweiz ein. Das Ehevorbereitungs-
verfahren wurde aufgrund des nicht legalen Aufenthaltes des Beschuldigten abge-

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wiesen. Auch der Migrationsdienst des Kantons Bern sah mit Verfügung vom 
20. September 2018 deswegen und wegen fehlender finanzieller Mittel die Voraus-
setzungen für die Erteilung einer Bewilligung zur Vorbereitung der Heirat als nicht 
erfüllt an (pag. 549 ff.). Weiter geht aus den vom Rechtsvertreter der Privatklägerin 
eingereichten WhatsApp-Nachrichten vom 25. September bis zum 3. Dezember 
2017 (pag. 394-412 und Übersetzungen dazu auf pag. 413-425), hervor, dass die 
beiden bereits vor der Einreise des Beschuldigten eine schwierige Beziehung führ-
ten und der Beschuldigte eifersüchtig war (vgl. dazu auch seine Aussagen bei der 
Staatsanwaltschaft am 22. Januar 2019, wonach er ein bisschen eifersüchtig sei 
[pag. 22 Z. 100 f.], und am 17. April 2019, wonach er wie ein Kosovare eifersüchtig 
sei und habe wissen wollen, was die Privatklägerin mache und wo sie sei, so wie 
sie dies auch von ihm habe wissen wollen [pag. 174 Z. 30 ff.; pag. 175 Z. 71 ff.; 
pag. 183 Z. 369 ff.]; und die Aussagen von E.________ an der delegierten Einver-
nahme vom 1. März 2019, wonach er den Eindruck gehabt habe, dass der Be-
schuldigte die Privatklägerin habe kontrollieren wollen und dessen Eifersucht zuge-
nommen habe [pag. 226 Z. 68 ff.]). Zudem geht aus den WhatsApp-Nachrichten 
vom 25. September bis zum 3. Dezember 2017 auch hervor, dass der Beschuldigte 
wiederholt davon sprach, dass er die Privatklägerin geschlagen hätte, wäre sie bei 
ihm gewesen. Ob der Beschuldigte die Privatklägerin vor seiner Einreise in die 
Schweiz tatsächlich schon ein- oder mehrmals geschlagen hat, lässt sich nicht ein-
deutig beantworten. In diese Richtung deuten aber seine Nachrichten auf pag. 419 
f. hin. In diese Richtung deuten auch die vom Rechtsvertreter der Privatklägerin bei 
der Staatsanwaltschaft am 15. Februar 2019 eingereichten Fotos, auf welchen bei 
der Privatklägerin ein Zigarettenbrandfleck auf ihrer Hand sowie Hämatome ersicht-
lich sein sollen (vgl. Schreiben Rechtsanwalt D.________ vom 15. Februar 2019 
[pag. 379] und Fotos auf pag. 390 ff.; Aussagen Privatklägerin zum Brandfleck 
durch den Zigarettenstummel [EV StA: pag. 154 Z. 692 ff.]). Auch die von der Pri-
vatklägerin anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 2019 gemach-
ten Angaben (pag. 124 f. Z. 106 ff.) deuten in diese Richtung. Der Beschuldigte be-
stritt, der Privatklägerin die auf den vom Rechtsvertreter der Privatklägerin einge-
reichten Fotos ersichtlichen Verletzung zugefügt zu haben (EV StA vom 17. April 
2019: pag. 184 Z. 381 ff.; pag. 186 Z. 459 ff.). 

Aus den Nachrichten (pag. 360; pag. 363) und den Aussagen der Privatklägerin an 
der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 2019 (pag. 125 Z. 112 ff.) geht her-
vor, dass die Familie der Privatklägerin mit der Beziehung zum Beschuldigten nicht 
einverstanden war und der Kontakt zu ihrer Familie nach der Verlobung mit dem 
Beschuldigten abgebrochen ist. Der Beschuldigte gab ebenfalls an, dass die Pri-
vatklägerin und er ab dem Zeitpunkt der Verlobung entschieden hätten, dass sie 
ohne die Familie der Privatklägerin weiterfahren würden (EV StA vom 17. April 
2019: pag. 178 f. Z. 194 ff.). 

Nachdem sich der Beschuldigte in der Schweiz befand, wurde die Beziehung zwi-
schen den beiden nicht einfacher, da der Beschuldigte keinen legalen Aufenthalt 
hatte, die Sprache nicht beherrschte, nicht arbeiten konnte, sich langweilte, keinen 
Freundeskreis in der Schweiz hatte und von der Privatklägerin völlig abhängig war 
(finanziell und betreffend alle administrativen Belange). Im Gegenzug musste die 
Privatklägerin arbeiten gehen, um ihrer beider Lebensunterhalte zu finanzieren, 

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sich um die administrativen Belange kümmern sowie den Haushalt besorgen, wie 
auch aus dem Meldeformular häusliche Gewalt der Kantonspolizei Bern vom 
8. Dezember 2018 hervorgeht, als die Polizei von einem Nachbarn (G.________) 
gerufen wurde (pag. 761 ff.; vgl. auch die Aussagen des Beschuldigten an der poli-
zeilichen Einvernahme vom 21. Januar 2019 [pag. 158 Z. 67 ff.]). Dabei gab die 
Privatklägerin an, sie habe den Beschuldigten geschubst (pag. 763; pol. EV PK 
vom 14. Januar 2019: pag. 133 Z. 513). Gemäss ihren Aussagen bei der Staats-
anwaltschaft zerstörte die Privatklägerin damals offenbar auch das Mobiltelefon 
des Beschuldigten (EV StA PK vom 31. Januar 2019: pag. 148 Z. 461 f.; pag. 154 
Z. 710 ff.; pag. 155 Z. 717 ff.). Die Privatklägerin wurde im Meldeformular als ge-
waltausübende und der Beschuldigte als gewaltbetroffene Person geführt 
(pag. 762). Den Aussagen von F.________, der Ehefrau von G.________, welcher 
die Polizei angerufen hatte, lässt sich aber auch entnehmen, dass sie gesehen ha-
ben will, wie der Beschuldigte die Privatklägerin drei- bis fünf Mal ins Gesicht ge-
schlagen habe (del. EV vom 24. Januar 2019: pag. 203 Z. 32 ff.; pag. 204 Z. 68 ff.; 
pag.  207 f. Z. 243 ff.). 

Aus den in der Zeit ab dem 15. Oktober 2018 vorliegenden Facebook-Nachrichten 
zwischen den beiden geht weiter hervor, dass die Privatklägerin zwischen negati-
ven Äusserungen und Liebesbezeugungen schwankte und ebenfalls zur Eifersucht 
und dazu neigte, den Beschuldigten zu kontrollieren (pag. 289 ff.; siehe auch deren 
Aussage bei der Staatsanwaltschaft am 31. Januar 2019: pag. 153 Z. 643 ff.). 
Nachdem der Beschuldigte ohne Vorankündigung am 23. Dezember 2018 die ge-
meinsame Wohnung verlassen und sich bei der Asylunterkunft im Bundesasylzen-
trum in L.________ gemeldet hatte, schrieb ihm die Privatklägerin rund 95 Benach-
richtigungen, die ebenfalls zwischen Liebesbezeugungen / Bitten um Rückkehr und 
negativen Äusserungen hin und her schwankten (pag. 343 ff.). Als der Privatkläge-
rin bewusst wurde, dass der Beschuldigte nicht mehr zurückkehren würde, schrieb 
sie dem Beschuldigten, dass sie sich umbringen werde oder einen Selbstmordver-
such hinter sich habe. Zudem schrieb sie ihm, dass sie ihn wegen allem, was er ihr 
angetan habe, anzeigen werde (E-Mailverkehr: pag. 343 ff.). Der Beschuldigte sei-
nerseits suchte am 14. Januar 2019 den Polizeiposten L.________ auf und gab an, 
dass er von der Privatklägerin bedroht und belästigt werde. Sie drohe damit, ihn zu 
zerstören und seiner Familie etwas anzutun. Die Privatklägerin wolle sich an ihm 
rächen, weil er sie verlassen habe (Journaleintrag Polizei Basel-Landschaft: 
pag. 105). 

Gestützt auf die gemachten Ausführungen geht die Kammer davon aus, dass beide 
– sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin – zumindest verbal austeilen 
konnten, dass beide eine Eifersucht und einen Kontrollzwang an den Tag legten 
und dass die Privatklägerin die Strafanzeige gegen den Beschuldigten vom 10. Ja-
nuar 2019 machte, nachdem sie sich durch den unangekündigten Weggang des 
Beschuldigten verletzt und missbraucht fühlte (siehe dazu auch ihre Aussagen an 
der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 2019: pag. 124 Z. 80 ff.). 

Die Aussagen der Privatklägerin sind deshalb mit Vorsicht zu würdigen bzw. die 
Entstehungsgeschichte der Strafanzeige ist in der Beweiswürdigung mitzuberück-
sichtigen. Jedoch zeigen insbesondere auch die WhatsApp-Nachrichten, dass der 

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Beschuldigte zumindest schon mit Schlägen gedroht hatte. Auch die Privatklägerin 
sprach bereits bei ihrer Meldung bei der Polizei am 10. Januar 2019 von wiederhol-
ten Tätlichkeiten (vgl. pag. 97 «Eingang Meldung»). Weiter erklärte sie anlässlich 
der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 2019 bereits zu Beginn ihrer Einver-
nahme, es gehe ihr schlecht, weil sie Schläge von ihm erhalten habe und getan 
habe, was er gewollt habe, und am Schluss habe er sie im Stich gelassen, womit 
sie nicht zurechtkomme (pag. 124 Z. 83 ff.). Der Beschuldigte habe bereits 
während ihrer Fernbeziehung aus Eifersucht Tätlichkeiten ausgeteilt (pol. EV vom 
14. Januar 2019: pag. 124 f. Z. 106 ff.). Die Aussagen der Nachbarin F.________ 
deuten ebenfalls darauf hin, dass der Beschuldigte gegen die Privatklägerin auch 
tätlich wurde (del. EV vom 24. Januar 2019: pag. 203 Z. 32 ff.; pag. 204 Z. 68 ff.; 
pag. 207 f. Z. 243 ff.).

Nachfolgend zur Verdeutlichung einige Nachrichten zwischen dem Beschuldigten 
und der Privatklägerin:

WhatsApp-Nachrichten vom 25. September bis 3. Dezember 2017 (pag. 394-412 
und Übersetzungen dazu auf pag. 413-425):
- Man sieht aus diesen Nachrichten, dass die beiden bereits während ihrer Fern-

beziehung eine schwierige Beziehung hatten. Die Privatklägerin schrieb dem 
Beschuldigten am 23. Oktober 2017, dass sie in der Psychiatrie bzw. beim 
Psychiater gewesen sei und Tabletten bekommen habe und dass der Beschul-
digte nicht normal sei. Der Beschuldigte schrieb daraufhin, dass sie ihn ja an-
zeigen und vor Gericht und ins Gefängnis bringen könne (pag. 413 und 
pag  417). Der Beschuldigte drohte auch damit, dass er die Privatklägerin ka-
putt machen und sich rächen werde (pag. 417 f.) und dass er ihr etwas 
Schlechtes antun und sie bestrafen werde, da sie seine ehrliche Liebe verkackt 
und ihn runtergebracht habe (pag. 418).

- pag. 419: Der Beschuldigte schrieb der Privatklägerin, dass er sie liebe, wie sie 
ihn verlassen könne und dass er sie schlagen wolle. Weiter schrieb er: «Du bist 
nicht da, sonst hätte ich dich blau gemacht. Wie ein Mann hätte ich dir geschla-
gen». Als ihm die Privatklägerin antwortete, dass er nicht fähig sei, ein Papier 
zu erledigen, antwortete der Beschuldigte: «Komm du wirst schon sehen. Ich 
habe es dir einmal getan. Du hast nicht genug bekommen. Furz dich» 
(pag. 420). Später wiederholte er nochmals: «Du bist nicht da, sonst hätte ich 
dich blau gemacht. Wie ein Mann hätte ich dir geschlagen» (pag. 420). In einer 
weiteren Nachricht schrieb der Beschuldigte der Privatklägerin, dass sie ihm 
das Recht gebe, ein «böser Junge zu werden». Sie werde dafür leiden 
(pag. 421). «Falls ich dich an diesen Tagen sehe, werde ich dir wie eine Zigeu-
nerin schlagen. Ich werde es dir zeigen» (pag. 422). «Du wirst leiden, wenn ich 
dort komme» (pag. 423). Er werde ihr Gesicht kaputt machen. Für das werde er 
sie blau machen» (pag. 423). 

- Weiter sieht man aus den Textnachrichten, dass der Beschuldigte eifersüchtig 
war, meinte, die Privatklägerin betrüge ihn, und sie kontrollieren wollte (vgl. 
pag. 418 f.; pag. 422 f.; pag. 424 f.). 

Auszüge aus den Facebook-Chats (pag. 289 ff.):
- pag. 289, Chat vom 15. Oktober 2018: Die Privatklägerin schrieb: «Ich will se-

hen, mit wem du gesprochen hast. Jetzt». 
- pag. 291, Chat vom 16. Oktober 2018: Der Beschuldigte schrieb: «Ich will mit 

dir gut sein, vielleicht habe ich viele Fehler gemacht B.________, es tut mir leid 
für alles».

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- pag. 293, Chats vom 19. Oktober 2018: Die Privatklägerin schrieb: «Herz, viel-
leicht stellt sich mein Handy ab, mach dir keine Sorgen». Der Beschuldigte 
antwortete ihr: «Hoffentlich nicht, benütze es nicht mehr, du fehlst mir sehr».

- pag. 294, Chats vom 6. Dezember 2018: Die Privatklägerin schrieb: «Ich will 
nie wieder deine Augen sehen! Du sollst verdammt sein» und «Bei mir bist du 
nicht mehr angemeldet! Melde dich bei anderen Muschis oder bei deine gute 
«Freunde»! Lebewohl». 
Der Beschuldigte bat die Privatklägerin daraufhin mehrmals, ihn in Bern abzu-
holen, da es ihm schlecht gehe und er kein Geld habe um zurückzukehren 
(pag. 295 ff.). 
Die Privatklägerin schrieb ihm wütende Nachrichten zurück: «Mach was du 
willst, geh zu den Huren, die der Freund für dich gefunden hat» (pag. 296) oder 
«Verschwinde du Verräter» (pag. 297). Schliesslich machte sie sich aber doch 
auf den Weg nach Bern: «Ich bin für nach Bern aufgebrochen» (pag. 298) oder 
«Wo bist du?» (pag. 298). 

- pag. 299, Chat vom 10. Dezember 2018: Die Privatklägerin schrieb: «Ich bin 
angekommen Seele, ich liebe dich sehr». 

- pag. 306 f., Chats vom 12. Dezember 2018: Die Privatklägerin schrieb: Du 
sollst nie Glück sehen/haben» oder «Du sollst verdammt sein» oder «Fick dich 
jetzt». 

- pag. 331 ff., Chats vom 23. und 24. Dezember 2018: Die Privatklägerin schrieb: 
«Du hast mir das Wort gegeben, dass du mich nie verlässt, auf Gott hast du 
geschworen, denn er soll dich umbringen!!! Du hast alles vergessen, wegen 
deine Interesse! Du sollst verdammt sein» oder «Ich bin ganz verschwunden!!! 
Sollst es wissen, das Leben werde ich für die Liebe geben!!!!! Ich liebe dich 
sehr! Lebewohl» (pag. 331) oder «Herz komm nach Hause?» oder «Alleine 
hast du mich gelassen, du sollst kein Glück sehen, Schwanz Mann. Geh, denn 
du wirst es sehen! Du hast auf Gott geschworen, dass du mich nie verlassen 
wirst, du illegaler Mensch!! Ganz alleine bin ich» (pag. 332) oder «An diesem 
Tag, als ich mich gegen meine Familie entschieden habe und habe mich mit dir 
getroffen, angeblich in den Ferien, haben wir einander das Wort gegeben, das 
wir immer zusammen sein werden, Gott ist Zeuge!!! Du bist als Verräter her-
ausgekommen A.________!!! Geh jetzt!» (pag. 333) oder «Komm nach Hause, 
weil ich dich sehr liebe.» (pag. 334) oder «Jetzt haben wir uns getrennt oder 
was? Sag mir, wo du bist, A.________, wir haben uns nicht getrennt! Ich liebe 
dich und ich habe dir nie etwas angetan!! Sag mir, wo du bist, A.________, ich 
komme dich abholen! Lass mich heute Abend nicht alleine!! Ich bin deine Frau 
o Dummer» (pag. 337).

- pag. 339 ff., Chats vom 25. Dezember 2018: Nachdem der Beschuldigte der 
Privatklägerin am 24. Dezember 2018 geschrieben hatte, dass er Asyl ange-
meldet habe (pag. 335), suchte die Privatklägerin ihn am darauffolgenden Tag 
in den Asylheimen, wurde in Basel zwar fündig, sie wurde aber nicht ins Bun-
desasylzentrum hineingelassen und der Beschuldigte wollte nicht zu ihr hinaus-
kommen.

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Auszüge aus dem E-Mailverkehr zwischen den beiden (pag. 343 ff.):
- pag. 343 ff.: Die Privatklägerin schrieb dem Beschuldigten am 25. und 26. De-

zember 2018 wiederholt, dass sie ihn liebe, nur ihn habe, dass sie Fehler ge-
macht habe, dass sie ihn brauche und er zurückkehren solle. 

- pag. 343, pag. 350 f.: Die Privatklägerin schrieb am 25. Dezember 2018 und 
am 4. Januar 2019, dass sie sich etwas antun werde bzw. dass sie alle Tablet-
ten eingenommen habe. 

- pag. 343, pag. 348-354, pag. 358-360, pag. 364, pag. 367: Die Privatklägerin 
schrieb, dass sie vielleicht schwanger sei (E-Mail vom 25. Dezember 2018, 
pag. 343), dass sie das Baby abtreiben gehe (E-Mail vom 3. Januar 2019, pag. 
348), dass sie das Baby verloren habe (E-Mail vom 4. Januar 2019, pag. 349), 
dass sie beide ein Baby umgebracht hätten und dass sie zu ihrem Baby gehen 
wolle (E-Mail vom 4. Januar 2019, pag. 350), dass ihr gemeinsames Baby ver-
loren gegangen sei (E-Mail vom 6. Januar 2019, pag. 351), dass ihr Baby und 
der Beschuldigte verschwunden seien (E-Mail vom 6. Januar 2019, pag. 353), 
dass sie wegen Stress ihr Baby verloren hätten (E-Mail vom 7. Januar 2019, 
pag. 354), dass es keine Lüge sei, dass sie ihr Baby verloren habe und dass es 
in neun Monaten zur Welt gekommen wäre (E-Mail vom 7. Januar 2019, 
pag. 358). Weiter schrieb die Privatklägerin dem Beschuldigten, dass er ihr Ba-
by umgebracht habe und ihn ihr Baby nicht interessiere. Jedoch schrieb sie ihm 
auch, dass sie ihn liebe und er zurückkehren solle (E-Mails vom 7. und 8. Ja-
nuar 2019, pag. 359 f.). Sie sei schwanger gewesen (E-Mail vom 15. Januar 
2019, pag. 364). Sie schickte ihm auch ein Bild eines Schwangerschaftstestes 
(E-Mail vom 17. Januar 2019, pag. 367). 

- pag. 360, pag. 363: Die Privatklägerin schrieb dem Beschuldigten auch, dass 
sie es wegen ihm mit ihrer Familie verdorben habe, dass sie wegen ihm Schul-
den habe und dass sie niemanden ausser ihn habe (E-Mails vom 8. und vom 
14. Januar 2019). 

- pag. 354 f., pag. 357: Die Privatklägerin schrieb am 7. Januar 2019, dass sie 
zur Polizei gehen werde und melde, dass er geflohen sei, so dass er internatio-
nal gesucht werde. Gleichentags schrieb sie dem Beschuldigten, sie habe ihn 
der Polizei gemeldet, es tue ihr sehr leid. 

- pag. 362-364: Die Privatklägerin schrieb, dass sie eine Anzeige machen werde 
«für alles, was du mir angetan hast!!! Und ich werde erzählen, dass dein 
Freund uns dieses Papier gefälscht hat, dass ich angeblich zu 20% arbeite» 
[….]. «Ich habe viele Zeugen, plus Spital, plus Chef, plus Polizei von Zollikofen! 
Was hat du dir angetan!!! Männliche Hure bist du gewesen. […]. Wir sehen uns 
vor dem Gericht. Bye» (E-Mail vom 9. Januar 2019, pag. 362). Sie habe heute 
einen Termin bei der Polizei gehabt, sei aber nicht gegangen. Er (der Beschul-
digte) habe einen grossen Fehler gemacht, als er schlecht über sie gesprochen 
habe. Trotzdem wolle sie ihm nichts Schlechtes antun (E-Mail vom 9. Januar 
2019, pag. 362). Sie werde allen erzählen, was er gemacht habe, sie habe we-
gen ihm genug gelitten. «Genug habe ich den Mund geschlossen!!!! Jetzt bin 
ich dein Feind, der grösste… du sollst es wissen, dass ich alles erzählen wer-
de» (E-Mail vom 9. Januar 2019, pag. 363). «Weisst du, wie viel ich geduldet 
habe, für sinnlose Sachen, die nie existiert haben??? […]. «Ich kann nicht und 
ich will nicht glauben, dass alles für Papiere war… wie viel Prügel habe ich von 
dir gegessen (Anm. eingesteckt), warum??? (E-Mail vom 15. Januar 2019, 
pag. 364). 

11

7. Aussageverhalten 

7.1 Aussageverhalten der Privatklägerin

Wie bereits dargelegt, sind die Aussagen der Privatklägerin aufgrund der Entste-
hungsgeschichte ihrer Strafanzeige mit Vorsicht zu würdigen. Was die einzelnen 
Vorwürfe betrifft, so hat die Privatklägerin zumindest in Bezug auf die vorgeworfe-
nen Vergewaltigungen ein Aggravationsverhalten an den Tag gelegt (vgl. dazu 
auch die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. September 2019 
[pag. 843 ff., insbesondere pag. 850 f.]). 

Sie gab an der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 2019 z.B. auch wahr-
heitswidrig an, dass sie erst ein, zwei Tage vor der Strafanzeige vom 10. Januar 
2019 (wäre also am 8. Januar 2019) erfahren habe, dass der Beschuldigte einen 
Asylantrag gestellt habe (pag. 124 Z. 72 ff.). Sieht man sich aber ihre mit dem Be-
schuldigten ausgetauschten Chatnachrichten an, dann hatte dieser ihr bereits am 
25. Dezember 2018 geschrieben, dass er einen Asylantrag gestellt habe. Zudem 
begab sie sich daraufhin auf die Suche nach dem Beschuldigten und schrieb ihm, 
dass sie in Basel sei, aber nicht ins Asylzentrum hineingelassen werde (pag. 339 
ff.). In ihrer Einvernahme vom 14. Januar 2019 sprach die Privatklägerin auch da-
von, dass der Beschuldigte ihre Kleidung zerrissen habe und sie viele zerrissene 
Klamotten daheim habe (pag. 129 Z. 327 f.). Bei ihrer staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme vom 31. Januar 2019 wies die Privatklägerin ebenfalls darauf hin, dass 
sie sehr viele zerrissene Kleidung habe und es sein könne, dass sie solche als Be-
weismittel in ihrer Wohnung habe (pag. 142 Z. 243 ff.). Anlässlich der Hausdurch-
suchung bei der Privatklägerin fanden sich aber keine zerrissenen Kleider (pag. 99 
f. «Hausdurchsuchung bei Frau B.________»).

Zudem kontaktierte die Privatklägerin offenbar vor deren Einvernahme auch Aus-
kunftspersonen (vgl. dazu die Aussagen von H.________: pag. 199 Z. 233 ff.; pag. 
200 Z. 272 ff.; F.________: pag. 203 Z. 15 ff.; I.________: pag. 211 Z. 24 f., Z. 36 
f.; J.________: pag. 219 Z. 81 ff.; pag. 1101 Z. 20 ff.). 

Die Privatklägerin gab aber auch zu, dass sie sich durch das Verhalten des Be-
schuldigten «verarscht» (pol. EV vom 14. Januar 2019: pag. 124 Z. 80 f.; pag. 133 
Z. 512 f.; EV Vi vom 9. Dezember 2021: pag. 1110 Z. 14) oder enttäuscht (EV StA 
vom 31. Januar 2019: pag. 151 f. Z. 585 ff.) gefühlt habe, dass sie den Beschuldig-
ten während des Streits vom 5. Dezember 2018 «höchstens gestossen» habe 
(pol. EV vom 14. Januar 2019: pag. 133 Z. 513), dass sie den Beschuldigten auch 
verbal beschimpft und zudem versucht habe, ihn mal zu schlagen, sie aber gegen 
ihn nichts habe ausrichten können (EV StA vom 31. Januar 2019: pag. 145 Z. 384 
ff.). Weiter gab sie zu, anlässlich des Streits vom 5. Dezember 2018 das Mobiltele-
fon des Beschuldigten zerstört zu haben (EV StA vom 31. Januar 2019: pag. 148 
Z. 460 ff.; pag. 154 f. Z. 711 ff.).

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die damals noch anwaltlich vertretene 
Privatklägerin sowohl die Einstellung des Verfahrens betreffend mehrfacher Ver-
gewaltigung (pag. 843 ff.) als auch die erstinstanzlichen Freisprüche wegen mehr-
facher Tätlichkeiten, mehrfacher einfacher Körperverletzung, mehrfacher Drohung, 
Nötigung und Diebstahls, angeblich begangen zu ihrem Nachteil, akzeptiert und 

12

keine Anschlussberufung eingereicht hat (vgl. pag. 1128). Dies entkräftet die Aus-
sage des Beschuldigten, dass die Privatklägerin ihm mit allen Mitteln schaden wolle 
(vgl. hierzu Ziff. II. 7.2 nachfolgend). 

Insgesamt kann auf die Aussagen der Privatklägerin insbesondere aufgrund der 
Entstehungsgeschichte der Strafanzeige und der Aggravationstendenz bei den 
Vergewaltigungsvorwürfen nicht per se abgestellt werden, sondern ihre Aussagen 
sind im Rahmen der Beweiswürdigung bei den einzelnen Vorwürfen zu würdigen. 
Dabei ist in Bezug auf die einzelnen noch zu beurteilenden Vorwürfe auch zu wür-
digen, ob die Privatklägerin hierzu detaillierte und konstante Aussagen machte.

7.2 Aussageverhalten des Beschuldigten 

Der Beschuldigte neigte in seinen Einvernahmen dazu, sich als Opfer und die Pri-
vatklägerin in einem schlechten Licht darzustellen. Auf konkrete Vorwürfe bezogen 
machte der Beschuldigte in der Regel oberflächliche, ausweichende Antworten und 
ging oft zum Gegenangriff auf die Privatklägerin über. So gab er auf Frage, ob er 
die Privatklägerin bedroht oder beschimpft habe, an, die Privatklägerin respektive 
deren Vater habe ihn bedroht. Zudem habe die Privatklägerin ihn beschimpft. Be-
schimpfungen habe es von beiden Seiten gegeben (pol. EV vom 21. Januar 2019: 
pag. 159 Z. 108 ff.). Es habe Bedrohungen und schmutzige Worte gegeben, aber 
gegenseitig (EV StA vom 17. April 2019: pag. 175 ff.). Er sei ein bisschen eifer-
süchtig, aber die Privatklägerin sei extrem eifersüchtig und eifersüchtiger als er 
(Haft-EV StA vom 22. Januar 2019: pag. 94 ff.). 

Auf Frage nach Tätlichkeiten gegenüber der Privatklägerin gab der Beschuldigte 
an, die Privatklägerin sei nicht eine Frau, die so etwas mit sich machen lasse. 
Wenn sie ihn geschubst habe, habe er sie auch geschubst. Einmal habe er sie 
auch geohrfeigt. Er habe jedoch mehrere Ohrfeigen von ihr erhalten (pag. 159 
Z. 138 ff.). Er habe immer noch Spuren, die sie ihm hinterlassen habe. Seiner Mei-
nung nach sei sie die Gewalttätige (pag. 159 Z. 151 ff.). Der Beschuldigte zeigte 
dabei zwei fingerspitzengrosse blaue Flecken am linken Ober- und Unterarm sowie 
einen fünffranken grossen Fleck auf der linken Hand, welcher von einem Biss der 
Privatklägerin stammen solle (pag. 160 Z. 155 ff.). Dass diese blauen Flecken 
tatsächlich von der Privatklägerin stammen können, ist aber kaum möglich, da er 
seit dem 23. Dezember 2018, also knapp einen Monat vor seiner Einvernahme, 
keinen Kontakt mehr mit der Privatklägerin hatte. Auf Vorhalt der Aussagen von 
F.________, einer ehemaligen Nachbarin, wonach diese gesehen habe, wie er der 
Privatklägerin am 5. Dezember 2018 draussen vor dem Haus mehrfach (drei bis 
fünf Mal) mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen habe, erwiderte der Be-
schuldigte, er wünschte sich, dass es dort eine Kamera gebe. Wenn er das 
tatsächlich gemacht hätte, dann dürfe man ihn sein Leben lang ins Gefängnis ste-
cken (EV StA vom 17. April 2019: pag. 177 Z. 141 ff.; vgl. auch delegierte EV 
F.________ vom 24. Januar 2019: pag. 203 Z. 32 ff.; pag. 204 Z. 68 ff.; pag. 207 f. 
Z. 243 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen von F.________, wonach die Privatklägerin 
erst danach zu reagieren begonnen resp. zurückgeschlagen habe, erklärte der Be-
schuldigte, die Wahrheit sei, dass die Privatklägerin ihn geschlagen habe. Er hätte 
sie nie und erst recht nicht vor anderen Leuten geschlagen (EV StA vom 17. April 
2019: pag. 177 Z. 149 ff.; vgl. auch delegierte EV F.________ vom 24. Januar 

13

2019: pag. 204 Z. 85 ff.; pag. 205 Z. 105 f.; pag. 208 Z. 256 f.). Der Beschuldigte 
schilderte weiter, die Privatklägerin habe ihn geschlagen und gestossen. Er sei 
emotional sehr schwach und verloren gewesen. Die Polizei habe gesehen, dass es 
ihm schlecht gegangen sei. (EV StA vom 17. April 2019: pag. 186 Z. 482 ff.). Er 
habe die Privatklägerin nie geschlagen, sie jedoch habe ihn ab und zu geschlagen 
oder gestossen (EV StA vom 17. April 2019: pag. 178 Z. 171 f., Z. 183 f.). Die Pri-
vatklägerin sei ihm gegenüber sehr grob, zum Teil auch gewalttätig gewesen. 
Nachdem er erfahren habe, dass sie in psychiatrischer Behandlung sei, habe er es 
einfach hingenommen und möglichst nicht auf ihr Verhalten reagiert, bis auf verba-
le Entgegnungen (EV ZMG vom 23. Januar 2019: pag. 45 Z. 69 ff.). Die Privatklä-
gerin sei keine Frau, die Gewalt gegen sich zulasse. Sie übe Gewalt aus und habe 
ihn geschlagen. Er selber habe nichts gemacht (EV Vi vom 9. Dezember 2021: 
pag. 1123 Z. 43 ff.). 

Auf Vorhalt der von der Privatklägerin eingereichten Fotos mit angeblicher Zigaret-
tenausdrückverletzung auf der linken Handwurzel sowie mit blauem Unterarm 
rechts, verneinte der Beschuldigte, der Privatklägerin einen Fleck mit der Zigarette 
gemacht zu haben. Er habe diese Verletzung noch nie an der Privatklägerin gese-
hen. Zum blauen Unterarm erklärte der Beschuldigte, dass die Privatklägerin eine 
sehr empfindliche Haut habe und sofort blaue Flecken bekomme. Sie habe ihn 
auch manchmal gebissen. Sie hätten sich «aus Spielerei», «wegen der Liebe» und 
nicht «wegen Gewalt» so behandelt. Die Fotos seien in Kosovo oder Albanien auf-
genommen worden (EV StA vom 17. April 2019: pag. 184 Z. 381 ff.; pag. 186 
Z. 459 ff.). 

Die Privatklägerin habe ihn terrorisiert und sie ertrage es nicht, wenn man ihr wi-
derspreche (EV ZMG vom 23. Januar 2019: pag. 45 Z. 84 ff.). Sie habe diese Vor-
würfe gegen ihn vorgebracht, weil sie Angst habe, dass man sie sonst in den Ko-
sovo zurückschicke, wenn er sich über sie beschwere (Haft-EV StA vom 22. Januar 
2019: pag. 22 Z. 90 ff.; EV ZMG vom 23. Januar 2019: pag. 44 Z. 29 ff.; pag. 45 
Z. 52 f.). 

Auf Vorhalt der WhatsApp Chats zwischen ihm und der Privatklägerin aus dem 
Jahr 2017, erklärte der Beschuldigte, es habe Momente gegeben, in denen er aus-
ser sich gewesen sei. Er habe aus Nervosität so reagiert. Es seien nur Worte. Er 
sei nicht so schlimm, wie es hier stehe. Die Privatklägerin habe dies ausgenutzt 
und gegen ihn verwendet. Sie habe ihm gesagt, er sei kein Mann, er sei Dreck und 
zu nichts fähig. Diese Chats seien nur eine Momentaufnahme. Es gebe Millionen 
Fälle, in denen die Privatklägerin genau gleich zu ihm gewesen sei. Sie habe ihm 
gegenüber Fluchwörter benutzt (EV StA vom 17. April 2019: pag. 183 Z. 348 ff.). 
Sie hätten sich kontinuierlich so geschrieben, auch die Privatklägerin habe solche 
Sachen geschrieben. Es sei eine Kulturfrage, wie man miteinander schreibe. Auch 
die Privatklägerin habe ihm so geschrieben. Sie habe keine Angst wegen seiner 
Nachrichten gehabt (EV Vi vom 9. Dezember 2019: pag. 1122 Z. 35 ff.). Auf Vorhalt 
seiner Nachrichten, wonach er die Privatklägerin bestrafen, ihr etwas Schlechtes 
antun werde (pag.418), sie kaputt machen werde (pag. 417) und sie schlagen 
möchte (pag.419 f.), erklärte der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhand-
lung, das seien lediglich Aussagen, die sie als Volk im Alltag verwenden würden, 

14

die aber nicht so gemeint seien, dass man sie tatsächlich umsetzen würde. Das sei 
eher kulturell bedingt (EV OG vom 16. November 2023: pag. 1376 Z. 28 ff.). 

Der Beschuldigte bestätigte zwar auf Vorhalt der Aussagen von H.________, dass 
er nicht gewollt habe, dass die Privatklägerin und H.________ Kontakt zusammen 
hätten. Er gab aber an, dass er damit nicht die Privatklägerin habe abschotten wol-
len, sondern dass die Privatklägerin und er vereinbart hätten, dass sie während ih-
rer Beziehung mit bestimmten Menschen keinen Kontakt mehr hätten, da sie nicht 
gewollt hätten, dass ihre Beziehung von diesen Menschen beeinflusst werde (EV 
StA vom 17. April 2019: pag. 176 Z. 102 ff., vgl. auch del. EV H.________ vom 
22. Januar 2019: pag. 195 Z. 33 ff.; pag. 198 Z. 199 ff.). Dass die Privatklägerin 
keinen Kontakt mit ihrer Familie mehr gehabt habe, hätten die Privatklägerin und er 
gemeinsam entschieden, da deren Familie keinen Respekt ihm gegenüber gezeigt 
habe (EV StA vom 17. April 2019: pag. 178 f. Z. 194 ff.; vgl. del. EV J.________ 
vom 1. März 2019: pag. 219 Z. 65 ff.). 

Auch an der oberinstanzlichen Verhandlung stellte sich der Beschuldigte als Opfer 
dar. So schilderte er, seine derzeitige Arbeitslosigkeit habe sehr viel mit dem vor-
liegenden Verfahren zu tun. Wenn bei einem Journalisten solche Anschuldigungen 
publik würden, zerstöre dies seine ganze Karriere (EV OG vom 16. November 
2023: pag. 1373 Z. 23 ff.). Aus seinen weiteren Aussagen geht indes hervor, dass 
weder der Verlust seiner Stelle als Produzent bei einem Medienhaus in Kosovo 
noch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Berater des Präsidenten einer 
politischen Partei mit dem vorliegenden Verfahren in Zusammenhang stehen (vgl. 
EV OG vom 16. November 2023: pag. 1374 f. Z. 14 ff.). Weiter führte der Beschul-
digte aus, er befürchte, dass er sich auch nach dieser Verhandlung mit weiteren 
Belästigungen der Privatklägerin auseinandersetzen müsse (EV OG vom 16. No-
vember 2023: pag. 1377 Z. 11 f.). Seine grösste Angst sei, dass die Veröffentli-
chung dieser Sache hier das Ende seiner Karriere bedeuten würde. Im Kosovo rei-
che es, wenn der Name in einem solchen Zusammenhang erwähnt werde. Als Be-
schuldigter sei alles zerstört. Er würde von niemandem mehr ernst genommen 
werden (EV OG vom 16. November 2023: pag. 1378 Z. 9 ff.). Er sei ein Journalist, 
der für die schrecklichste Sache der Welt angeklagt worden sei. Er möchte über 
das, was hier vorgefallen sei, nicht in den Medien und in der Öffentlichkeit spre-
chen. Er sei sich aber sicher, dass es irgendwann herauskommen werde. Das sei 
seine grösste Angst (EV OG vom 16. November 2023: pag. 1378 Z. 18 ff.). Seine 
Angst sei, dass es publik werde und in den Medien darüber berichtet werde. Er 
glaube fest daran, dass die Privatklägerin so etwas machen werde (EV OG vom 
16. November 2023: pag. 1378 Z. 32 f.). Es gibt indes keine Anhaltspunkte, dass 
die Privatklägerin den Beschuldigten in den letzten zwei Jahren belästigt hat oder 
ihm mit allen Mitteln schaden will (vgl. dazu die Aussagen des Beschuldigten EV 
OG vom 16. November 2023: pag. 1377 f. Z. 16 ff.).

Insgesamt wirken die Aussagen des Beschuldigten zu seinem Verhalten beschöni-
gend und gegenüber der Privatklägerin angriffig. Seine Aussagen sind demzufolge 
nicht einfach zu übernehmen, sondern in Bezug auf die einzelnen Vorwürfe zu 
würdigen. 

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8. Vorwurf der Drohung

8.1 Ausgangslage 

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 3.1 des Strafbefehls vom 13. Januar 2020 Dro-
hung, begangen ca. am 31. August 2018, vorgeworfen, indem er der Privatklägerin 
gesagt habe, dass er sie umbringen werde, bevor er gehe, was die Privatklägerin 
im Zusammenhang mit der vorliegenden Würgesituation stark geängstigt habe 
(pag. 941). 

Die im Sachverhalt erwähnte Würgessituation betrifft einen Vorwurf der einfachen 
Körperverletzung (pag. 941, Ziff. 2.2 des Strafbefehls). Die Vorinstanz sprach den 
Beschuldigten diesbezüglich vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung frei, da 
sie zwar den entsprechenden Sachverhalt als erstellt erachtete, jedoch betreffend 
die rechtliche Qualifikation nicht von einer einfachen Körperverletzung, sondern 
von einer Tätlichkeit ausging (pag. 1173 ff., S. 20 ff. der erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung). Dieser Freispruch ist in Rechtskraft erwachsen. Da der dazu im Strafbe-
fehl erwähnte Sachverhalt bei der Beurteilung der noch zu überprüfenden Drohung 
aber eine Rolle spielt, wird er im Folgenden aufgeführt: 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er die auf dem Sofa sitzende Privatklä-
gerin mit einer oder beiden Händen an den Schultern gepackt habe, sie so zu Bo-
den geworfen habe, wo sie den Kopf erheblich angestossen habe. Danach soll der 
Beschuldigte auf die Privatklägerin gekniet, ihre Hände mit den Beinen blockiert 
und sie während ca. 5 bis 6 Sekunden gewürgt haben, bis sie Tränen in den Augen 
gehabt und kaum noch Luft bekommen habe, es ihr schwindlig geworden sei und 
sie im Anschluss blaue Flecken am Hals gehabt habe. Als es der Privatklägerin 
sichtlich schlecht gegangen sei, habe er von ihr abgelassen (pag. 941, Ziff. 2.2 des 
Strafbefehls). 

Wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, darf we-
gen der gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden (Art. 11 Abs. 1 StPO). Tati-
dentität liegt vor, wenn dem ersten und dem zweiten Strafverfahren identische oder 
im Wesentlichen gleiche Tatsachen zugrundeliegen. Auf die rechtliche Qualifikation 
dieser Tatsachen kommt es nicht an. Das Verbot der doppelten Strafverfolgung 
verbietet die Wiederholung eines durch rechtskräftige Entscheidung abgeschlosse-
nen Strafverfahrens. Es bildet mithin ein Verfahrenshindernis, das in jedem Verfah-
rensstadium von Amtes wegen zu berücksichtigen ist (BGE 144 IV 362 E. 1.3.2; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1203/2021 vom 12. Januar 2022 E. 1.1; je mit Hin-
weisen).

Dass der Beschuldigte vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freigespro-
chen wurde, steht einer Verurteilung wegen Drohung nicht entgegen. Es liegt keine 
Tateinheit vor. Die beiden Tatvorgänge wurden im Strafbefehl denn auch gegen-
einander abgegrenzt und lassen sich ohne weiteres auseinanderhalten. Die Sperr-
wirkung des erstinstanzlichen Freispruchs vom Vorwurf der einfachen Körperver-
letzung erstreckt sich nicht auf den Sachverhalt, der erstinstanzlich zur Verurteilung 
wegen Drohung führte und aufgrund der Berufung des Beschuldigten nachfolgend 
zu überprüfen ist. Dem Freispruch und der Verurteilung liegen zwei unterscheidba-
re Lebensvorgänge zugrunde. An diesem Ergebnis ändert nichts, dass beide Hand-

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lungskomplexe Teil eines übergeordneten Gesamtgeschehens bildeten (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1203/2021 vom 12. Januar 2022 E. 1.4). Da in Ziff. 3.1 des 
Strafbefehls auch die Würgesituation erwähnt ist, ist die Würgesituation nachfol-
gend ebenfalls zu würdigen. 

8.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet den Würgevorfall vollumfänglich und gab in Bezug auf 
die Drohung zwar zu, dass es zu gegenseitigen Drohungen gekommen sei, diese 
aber nicht ernst gemeint gewesen seien. Eine Todesdrohung bestätigte er nicht. An 
der oberinstanzlichen Verhandlung bestritt der Beschuldigte die ihm zur Last geleg-
te Drohung explizit (pag. 1376 Z. 2 ff.; pag. 1377 Z. 7 ff.).

8.3 Beweismittel

Der Kammer liegen die zur Vorgeschichte erwähnten Beweismittel als Beweis-
grundlage vor. 

Die Privatklägerin machte zudem an der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 
2019 (pag. 127 Z. 236 ff.; pag. 128 Z. 263 ff.; pag. 133 Z. 537 ff.), vor der Staats-
anwaltschaft am 31. Januar 2019 (pag. 145 Z. 374 f.; pag. 146 Z. 390 ff.) und an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 9. Dezember 2021 (pag. 1104 
Z. 4 ff.; pag. 1105 Z. 1 ff.; pag. 1106 Z. 5 ff.; pag. 1111 Z. 40 ff.; pag. 1112 Z. 1 ff.) 
Aussagen zu diesem Vorfall. 

Der Beschuldigte wurde zu diesem Vorfall an der delegierten Einvernahme vom 
21. Januar 2019 (pag. 160 Z. 161 ff.), an der Hafteinvernahme bei der Staatsan-
waltschaft vom 22. Januar 2019 (pag. 21 Z. 67 ff.), vor dem Zwangsmassnahmen-
gericht am 23. Januar 2019 (pag. 45 f. Z. 90 ff.), anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 9. Dezember 2021 (pag. 1118 Z. 19 ff., Z. 32 ff.) sowie an 
der oberinstanzlichen Verhandlung vom 16. November 2023 (pag. 1375 ff. Z. 34 ff.) 
befragt. 

Weiter wurde eine Kollegin der Privatklägerin, H.________, am 22. Januar 2019 
delegiert polizeilich einvernommen, wobei sie auch Aussagen zum Würgen machte 
(pag. 196 Z. 95 ff.; pag. 197 Z. 105 ff.). Sie hatte jedoch gemäss eigenen Aussagen 
am Tag zuvor Kontakt mit der Privatklägerin, wobei ihr diese gesagt habe, dass sie, 
H.________, von der Polizei kontaktiert werden würde (pag. 199 Z. 232 ff.). Zudem 
wurde die ehemalige Nachbarin der Privatklägerin, I.________, am 24. Januar 
2019 delegiert polizeilich einvernommen (pag. 213 Z. 132 ff.; pag. 214 Z. 155 ff.). 
Auch sie wurde vor ihrer Einvernahme von der Privatklägerin kontaktiert und ge-
fragt, ob sie sie als Auskunftsperson angeben könnte (pag. 211 Z. 24 f., Z. 36 f.). 

Die Vorinstanz hat die Aussagen der befragten Personen ausführlich und korrekt 
wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (pag. 1170 ff., pag. 1175 f., S. 17 
ff., S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auf eine Zusammenfassung 
der oberinstanzlichen Einvernahme des Beschuldigten wird verzichtet. Die relevan-
ten Aussagen werden in der nachfolgenden Beweiswürdigung direkt gewürdigt.

17

8.4 Theoretische Grundlagen 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Beweiswürdigung zutreffend 
wiedergegeben (pag. 1161 ff., S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), 
weshalb darauf verwiesen werden kann.

8.5 Beweiswürdigung

Die Verteidigung brachte anlässlich des Plädoyers an der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vor, die Privatklägerin zeige ein widersprüchliches und aggravieren-
des Aussageverhalten. Die untereinander ausgetauschten E-Mails und Chats wür-
den zeigen, dass Drohungen und derbe Äusserungen zum Alltag gehört hätten. Be-
reits im Jahr 2017 habe es Todesdrohungen gegeben. Weiter zeige die Art, wie die 
Privatklägerin auf die Drohungen reagiert habe, dass sie keine Angst gehabt habe. 
Trotz der Drohungen im Jahr 2017 habe die Privatklägerin den Beschuldigten in die 
Schweiz geholt und habe ihn nach seinem Weggang am 23. Dezember 2018 ange-
fleht, zurückzukommen (pag. 1134 f.). 

Die Vorinstanz hielt betreffend Ziff. 2.2 des Strafbefehls beweiswürdigend Folgen-
des fest (pag. 1173, S. 20 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bei ihrer Einvernahme bei der Polizei machte die Privatklägerin sehr detaillierte Angaben, wie der 
ganze Vorfall abgelaufen ist. So schilderte sie ihre Gefühlslage, sie «hatte mega Angst». Dabei gab 
sie verschiedene Details an wie beispielsweise, dass der Beschuldigte sagte, «Wie du ausgesehen 
hast, deine Augen!» oder, dass sie Tränen in den Augen gehabt habe, nicht von weinen, sondern von 
Würgen. Sie aggravierte nicht, so sagte sie beispielsweise, dass das mit dem Würgen schnell gegan-
gen sei, fünf bis sechs Sekunden. Auch sagte sie es, wenn sie etwas nicht mehr wusste, wie betref-
fend die Frage, ob er sie mit beiden oder einer Hand gewürgt habe und belastete sich selber mit der 
Aussage, dass sie ihn glaublich am Hals gekratzt habe. Die Aussagen der Privatklägerin weisen be-
züglich dieses Vorfalls viele Realitätskriterien auf. Auch die von der Privatklägerin geschilderten 
Gründe, weshalb sich der Beschuldigte aufregte, passen in den zeitlichen Kontext und das Verhal-
tensmuster des Beschuldigten. Die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung für den Beschuldigten war 
zum damaligen Zeitpunkt immer noch in der Schwebe. Ihre Aussagen werden damit als glaubhaft er-
achtet.

Die Aussagen werden auch indirekt durch die Auskunftsperson I.________ gestützt. So sagte diese 
aus, dass die Privatklägerin einmal bei ihr gewesen sei und gesagt habe, dass sie gewürgt worden 
sei. Die Privatklägerin sei da sehr aufgedreht gewesen. Zu diesem Zeitpunkt sei von Seiten der Pri-
vatklägerin der Beizug der Polizei kein Thema gewesen.

Der Beschuldigte gab nur knapp Antwort: «das ist nicht wahr, das ist eine Lüge», etc. An der Haupt-
verhandlung stellte er sich dann als Opfer dar und machte die Privatklägerin schlecht. Zum Vorfall 
konkret hatte er nichts zu sagen.

Es ist somit auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin abzustellen. Der Sachverhalt gemäss 
Ziff. 2.2 des Strafbefehls ist erstellt.

Weiter erwog die Vorinstanz zum Vorwurf der Drohung gemäss Ziff. 3.1 des Straf-
befehls Folgendes (pag. 1176, S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

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Der Beschuldigte gab zwar zu, dass es zu Drohungen gekommen sei, diese seien aber gegenseitig 
und nicht ernst gemeint gewesen. Die Privatklägerin habe nie Angst vor ihm gehabt. Von Todesdro-
hungen sprach er nicht. Er wich den konkreten Fragen aus. 

Die Privatklägerin hingegen schilderte die Situation, in der es zur Drohung gekommen sei, sehr detail-
liert und ihre Aussagen weisen diverse weitere Realkriterien auf […]. Betreffend die konkrete Drohung 
beschrieb sie ihren Gefühlszustand starker Angst sehr anschaulich. Auch grenzte sie den konkreten 
Vorfall deutlich von allen anderen Drohungen, welche in der Beziehung zahlreich gewesen sein sol-
len, ab, so sagte sie, er habe in dem Moment sicher gesagt, dass er sie umbringen werde. Ob er das 
vorher oder nachher auch gesagt habe, könne sie heute nicht mehr sagen. Auch habe sie die Dro-
hungen nicht so ernst genommen bis zu dem Tag, als er sie gewürgt habe. Da habe sie schon ihren 
Tod vor Augen gesehen.

Gestützt auf die nachvollziehbaren und glaubhaften Aussagen der Privatklägerin auch im Zusammen-
hang mit dem Würgen erachtet das Gericht den Sachverhalt gemäss Ziff. 3.1 als erstellt. 

Die Ausführungen der Vorinstanz sind zutreffend, weshalb darauf verwiesen wer-
den kann. Ergänzend und präzisierend ist darauf hinzuweisen, dass die Privatklä-
gerin in Bezug auf einige Details an der polizeilichen Einvernahme und anlässlich 
ihrer Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung abweichende Aus-
sagen machte. So gab sie an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, der Be-
schuldigte habe sie geschlagen, weshalb sie auf den Boden gefallen sei (pag. 1104 
Z. 9 f.), wohingegen sie bei der Polizei ausgeführt hatte, dass der Beschuldigte sie 
mit beiden Händen an den Schultern gepackt und sie fest auf den Boden geworfen 
habe, weshalb sie den Kopf angeschlagen habe (pag. 127 Z. 242 ff.). Weiter ver-
neinte sie anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung entgegen ihren Aus-
sagen bei der Polizei, mit der Nachbarin I.________ nach dem Vorfall in der 
Waschküche über das Würgen gesprochen zu haben (pag. 1104 Z. 23 ff.). Bei die-
sen Widersprüchen handelt es sich jedoch um Nuancen, die sich mit dem langen 
Zeitablauf zwischen den beiden Einvernahmen (die erstinstanzliche Hauptverhand-
lung vom 9. Dezember 2021 fand rund 2 ¾ Jahre nach der polizeilichen Einver-
nahme vom 14. Januar 2019 statt) erklären lassen und die für sich alleine nicht so 
gravierend sind, als dass sie die gesamten Aussagen der Privatklägerin als un-
glaubhaft erscheinen lassen. Die Privatklägerin gab anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung denn auch an, sie wisse nicht mehr, was der Auslöser für den 
Streit gewesen sei (pag. 1104 Z. 15 ff.), sie wisse nicht mehr genau, was sie nach 
dem Vorfall mit I.________ besprochen habe (pag. 1104 Z. 30 ff.). Sie könne sich 
auch nicht mehr an gewisse Sachen, die vorher oder danach passiert seien, erin-
nern (pag. 1105 Z. 46 ff.; pag. 1106 Z. 1 f.). 

Die Privatklägerin aggravierte den Vorfall nicht. So gab sie an der polizeilichen Ein-
vernahme an, das Würgen habe nicht lange gedauert, vielleicht fünf bis sechs Se-
kunden (pag. 128 Z. 288 f.). Der Beschuldigte habe von sich aus von ihr abgelas-
sen, als es ihr schlecht gegangen sei (pag. 127 Z. 247 f.; pag. 128 Z. 269 f.; vgl. 
auch pag. 1104 Z. 12 f.). Weiter gab sie an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
an, sie habe nach dem Vorfall noch einen Tag lang etwas Schluckweh gehabt und 
habe auch etwas Probleme mit der Brust bzw. Atemprobleme gehabt, wobei es ihr 
Fehler gewesen sein könne, da sie vielleicht vergessen habe, zu atmen (pag. 1106 
Z. 4 ff.). 

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Die Aussagen der Privatklägerin enthalten zudem aussergewöhnliche Nebensäch-
lichkeiten, wie beispielsweise, dass der Beschuldigte ihr nach dem Würgen gesagt 
habe, sie mache ihn verrückt. Er sei aufgestanden, sei in der Wohnung herumge-
laufen, habe seine Mutter angerufen und über sie, die Privatklägerin, geschimpft 
(pag. 127 Z. 248 ff.). Später sei er am PC gewesen und habe im Internet arabische 
Videos angeschaut (pag. 129 Z. 309 f.). Auch dass sie selber nach ca. 15 Minuten 
zur Beruhigung in die Waschküche gegangen sei, um Wäsche zu holen (pag. 127 
Z. 250 f.; pag. 1104 Z. 39 f.), ist eine Nebensächlichkeit, die für den Realitätsgehalt 
ihrer Aussagen spricht. 

Die Privatklägerin setzte diesen Würgevorfall in Relation zu anderen Vorfällen mit 
Würgen und führte aus, dieses Mal in .________ sei sie viel stärker gewürgt wor-
den (pag. 133 Z. 541 ff.). Weiter setzte sie auch die vom Beschuldigten geäusserte 
Drohung, dass er sie umbringen werde, in Relation zu den anderen Drohungen. So 
gab sie an, der Beschuldigte habe sie sehr oft bedroht. Sie habe das aber nicht so 
ernst genommen, bis zu dem Tag, als er sie gewürgt habe. Da habe sie den Tod 
vor Augen gesehen (pag. 1105 Z. 1 ff.). Die Privatklägerin erwähnte mehrfach, sie 
habe Todesangst gehabt und schilderte ihren damaligen Gefühlszustand sehr an-
schaulich (vgl. pag. 127 Z. 245 f., Z. 254; pag. 128 Z. 274 f.). 

Insgesamt machte die Privatklägerin detaillierte Aussagen, die sie mit Nebensäch-
lichkeiten untermauerte. Weiter konnte sie nachvollziehbar darlegen, weshalb sie 
die vom Beschuldigten geäusserte Drohung, dass er sie umbringen werde, bevor 
er gehe, ernst nahm; dies im Gegensatz zu früheren Drohungen. Die Aussagen der 
Privatklägerin werden von I.________ sinngemäss bestätigt, auch wenn diese un-
klare Aussagen dazu machte, ob sie die «Bläuele» am Hals der Privatklägerin ge-
sehen hat oder nicht (vgl. pag. 213 f. Z. 139 ff.). Da sie – wie H.________ – vor ih-
rer Einvernahme Kontakt mit der Privatklägerin hatte, ist ihre Aussage nur als Indiz 
und nicht als Hauptbeweis zu werten. Schliesslich fällt dieser Vorfall in eine Zeit 
(Ende August 2018), in der die Privatklägerin und der Beschuldigte eine ange-
spannte und konfliktbehaftete Beziehung führten, wie von beiden wiederholt ausge-
führt wurde. Dies hing mit der unklaren Aufenthaltssituation des Beschuldigten, den 
engen finanziellen Verhältnissen und der «Langeweile» beim Beschuldigten, der 
keine sozialen Kontakte hatte und nicht arbeiten konnte, zusammen. Auch dies 
spricht dafür, dass sich ein solcher Vorfall ereignet hat. 

Der Beschuldigte hingegen begnügte sich damit, den Vorfall zu bestreiten, und 
darauf hinzuweisen, dass die Privatklägerin mehrmals Gewalt gegen ihn ange-
wandt habe. Seine Aussage, wonach die Privatklägerin keine Frau sei, die Gewalt 
gegen sich zulasse (pag. 1123 Z. 43), widerspricht seinen WhatsApp-Nachrichten 
im Jahr 2017, in denen er der Privatklägerin wiederholt mit Schlägen drohte und ihr 
schrieb, dass er es ihr schon einmal getan habe und sie nicht genug bekommen 
habe (pag. 420). Auch anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung bestritt der 
Beschuldigte den Vorfall und die ihm zur Last gelegte Drohung (pag. 1376 Z. 2 ff.; 
pag. 1377 Z. 7 ff.). Auf Frage, ob er der Privatklägerin jemals gesagt habe, dass er 
sie umbringen werde, bevor er gehe, antwortete der Beschuldigte ausweichend, er 
habe der Privatklägerin gesagt, dass er niemals für sie ins Gefängnis gehen werde, 

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weil sie es nicht wert sei, dass er sein Leben und seine Karriere für sie hinschmeis-
se. Das habe er immer gesagt (pag. 1376 Z. 22 ff.). 

Die Kammer stellt deshalb auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin ab und 
erachtet den Sachverhalt gemäss Ziff. 3.1 des Strafbefehls vom 13. Januar 2020 
(pag. 941) als erstellt: 

Der Beschuldigte sagte der Privatklägerin während des Sachverhalts gemäss 
Ziff. 2.2 des Strafbefehls, dass er sie umbringen werde, bevor er gehe, was die Pri-
vatklägerin im Zusammenhang mit der Würgesituation stark ängstigte.

9. Vorwurf der versuchen Nötigung

9.1 Ausgangslage 

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 4.2 des Strafbefehls vom 13. Januar 2020 versuch-
te Nötigung, begangen ca. im Sommer 2018 im Restaurant K.________ in 
.________ (damalige Arbeitsstelle der Privatklägerin), vorgeworfen, indem er nach 
einem vorhergehenden Streit und geäusserten Trennungsabsichten unangemeldet 
am Arbeitsplatz der Privatklägerin aufgetaucht sei und verlangt habe, dass sie 
rauskommen solle. Die Privatklägerin sei mitten im Service gewesen und habe die 
Arbeit nicht unterbrechen können bzw. wollen. Auch Beruhigungsversuche durch 
den Vorgesetzten der Privatklägerin hätten keinen Erfolg gehabt, was letztlich dazu 
geführt habe, dass die Privatklägerin gegen ihren Willen von ihrem Vorgesetzten 
nach Hause geschickten worden sei (pag. 941). 

9.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Der Sachverhalt war bis zur oberinstanzlichen Verhandlung grundsätzlich unbestrit-
ten (vgl. pag. 1184, S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). An der oberin-
stanzlichen Verhandlung machte der Beschuldigte neu geltend, im Restaurant sei 
nichts dergleichen vorgefallen (pag. 1379 Z. 37). Er sei lediglich dorthin gegangen, 
um den Schlüssel abzuholen (pag. 1379 Z. 45; pag. 1380 Z. 1, Z. 14 f.). Der Be-
schuldigte bestritt, selber laut geworden zu sein und machte geltend, nur die Pri-
vatklägerin habe die Stimme erhoben (pag. 1380 Z. 8 ff.). 

9.3 Beweismittel

Der Kammer liegt nebst den zur Vorgeschichte erwähnten Beweismitteln der im 
Anzeigerapport vom 1. April 2019 (pag. 95 ff.) erwähnte Hinweis der Polizei vor, 
dass sich die Privatklägerin gemäss Polizeisystem am 31. August 2018 um 
13.51 Uhr bei der Polizei gemeldet habe, da der Beschuldigte sie an ihrem Arbeits-
platz in .________ bedroht habe (pag. 97 «Eingang der Meldung»; pag. 132 Z. 503 
ff.). 

Die Privatklägerin machte zudem an der polizeilichen Einvernahme vom 14. Januar 
2019 (pag. 126 Z. 172 ff.), vor der Staatsanwaltschaft am 31. Januar 2019 
(pag. 146 f. Z. 419 ff.) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
9. Dezember 2021 (pag. 1107 Z. 5 ff.) Aussagen zu diesem Vorfall. 

Der Beschuldigte wurde zu diesem Vorfall an der delegierten Einvernahme vom 
21. Januar 2019 (pag. 159 Z. 130 ff.), an der Hafteinvernahme bei der Staatsan-
waltschaft vom 22. Januar 2019 (pag. 22 f. Z. 118 ff.), an der staatsanwaltschaftli-

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chen Einvernahme vom 17. April 2019 (pag. 179 f. Z. 225 ff.), anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 9. Dezember 2021 (pag. 1119 f. Z. 19 ff.; 
pag. 1124 Z. 1 ff.) sowie an der oberinstanzlichen Verhandlung vom 16. November 
2023 (pag. 1379 ff. Z. 21 ff.) befragt. 

Weiter wurde E.________, der damalige Arbeitgeber der Privatklägerin, an der de-
legierten Einvernahme vom 1. März 2019 (pag. 225 f. Z. 43 ff.; pag. 228 Z. 146 ff.) 
und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 9. Dezember 2021 
(pag. 1095 Z. 40 ff.; pag. 1096 Z. 1 ff.) zum Vorfall befragt. 

Die Vorinstanz hat die Aussagen der befragten Personen ausführlich und korrekt 
wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (pag. 1185 ff., S. 32 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Auf eine Zusammenfassung der oberinstanzlichen 
Einvernahme des Beschuldigten wird verzichtet. Die relevanten Aussagen werden 
in der nachfolgenden Beweiswürdigung direkt gewürdigt. 

9.4 Beweiswürdigung

Die Verteidigung machte in ihrem Plädoyer anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung geltend, der Beschuldigte habe eine Szene gemacht, weil er die Woh-
nungsschlüssel gewollt habe. Dies sei aber keine Nötigungshandlung. Die Privat-
klägerin sei freiwillig mit nach Hause gegangen und habe keine Angst mehr gehabt 
(pag. 1134). 

Die Vorinstanz erwog hierzu Folgendes (pag. 1188 f., S. 35 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung): 

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte die Privatklägerin im K.________ aufgesucht hat, um mit ihr 
zu sprechen, wobei er sehr aufgebracht war. Was den genauen Verlauf des Vorfalls betrifft, weichen 
die Aussagen der drei Befragten nur in wenigen Punkten voneinander ab. 

Der Beschuldigte sagte zu Beginn der Einvernahme, er habe nicht geschrien, so dass alle Gäste zu 
ihnen geschaut hätten. Gemäss Aussage des Zeugen sei der Beschuldigte im Restaurant gewesen 
und habe herumgeschrien. Er habe vor allen Gästen geschrien. Die erste Aussage des Beschuldigten 
erscheint, auch vor seinen späteren Aussagen, laut gewesen zu sein, Drama gemacht zu haben und 
seiner wiederholten Beteuerung, wie sehr er sich für sein Verhalten schäme, als klassische Schutz-
behauptung. Es ist diesbezüglich auf die glaubhaftere Aussage des Zeugen abzustellen. Auch die 
Schilderung des Zeugens betreffend die weiteren Ereignisse – der Beschuldigte habe der Privatkläge-
rin befohlen nach Hause zu kommen, ihr von draussen mit Blicken, Winken und mit dem Zeigefinger 
gedroht und durch diese Verhalten eine Polizeiliche Intervention nötig gemacht – sind in sich konsis-
tent, werden in beiden Einvernahme übereinstimmend wiedergegeben und decken sich im Grundsatz 
mit den Aussagen der Privatklägerin. Das Gericht erachtet sie damit als sehr glaubhaft. Der Beschul-
digte äusserte sich nur oberflächlich zum Gang der Geschehnisse. Vielmehr verweist er auf seine 
schwierige Lage und darauf, wie schlecht es ihm gegangen sei. Es ist folglich auf die Aussagen des 
Zeugen E.________ abzustellen.

Betreffend Frage, ob die Privatklägerin freiwillig nach Hause gegangen sei, als E.________ sie und 
den Beschuldigten nach Hause geschickt habe, antwortete er, sie sei freiwillig gegangen. Sie habe 
keine Angst mehr gehabt. Die Privatklägerin selber sagte aus, sie habe weiterarbeiten wollen. Da nur 
die Privatklägerin Auskunft über ihren inneren Willen geben kann und auch in Anbetracht des voran-
gehenden Verhaltes des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin, erachtete das Gericht ihre Aus-

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sage als glaubhaft, dass sie eigentlich hätte weiterarbeiten wollen. Als ihr Chef sie aber nach Hause 
geschickt hat, folgte sie dieser Anweisung und ging mit dem Beschuldigten nach Hause. 

Der Sachverhalt gemäss Ziff. 4.2 des Strafbefehls ist damit erstellt.

Diese Ausführungen der Vorinstanz sind zutreffend. Die detaillierten Aussagen der 
Privatklägerin werden durch die Aussagen von E.________ und die Tatsache, dass 
sich die Privatklägerin nachweislich am 31. August 2018 um 13.51 Uhr bei der Po-
lizei gemeldet hat, da der Beschuldigte sie an ihrem Arbeitsplatz in .________ be-
droht habe, bestätigt. E.________ war zwar im Zeitpunkt des Vorfalls der Arbeitge-
ber der Privatklägerin, hat ihr aber Ende 2018 gekündigt (vgl. pag. 225 Z. 23 ff.; 
pag. 1096 Z. 44 ff.; pag. 1097 Z. 1 ff.). Im Zeitpunkt der delegierten Einvernahme 
von E.________ am 1. März 2019 bestand das Arbeitsverhältnis somit nicht mehr. 
Zudem gab E.________ zu Protokoll, der Beschuldigte habe bis zu diesem Vorfall 
einen sehr guten Eindruck auf ihn gemacht (pag. 1095 Z. 30 f.). Er (E.________) 
habe gehört, was der Beschuldigte im Kosovo erlebt habe und habe ihm seine 
Freundschaft anbieten wollen (pag. 226 Z. 67). Der Beschuldigte gab an, er habe 
E.________ immer wie einen Vater angesehen (pag. 1380 Z. 43). Es ist deshalb 
nicht ersichtlich, weshalb E.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten soll-
te. 

Die Privatklägerin schilderte, der Beschuldigte sei an diesem Tag sehr wütend und 
aggressiv gewesen (pag. 126 Z. 173 f.; pag. 1107 Z. 11 f.). Der Beschuldigte gab 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ebenfalls an, er sei damals wütend, 
frustriert und traurig gewesen (pag. 1119 Z. 29 f.). Schliesslich zeigen auch die Be-
ruhigungsversuche von E.________, dass der Beschuldigte aufgebracht war. Wür-
de man der Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten an der oberinstanzlichen 
Verhandlung folgen, ist nicht ersichtlich, weshalb sich der Arbeitgeber der Privat-
klägerin hätte einschalten sollen und die Privatklägerin die Polizei hätte rufen müs-
sen.

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin und von E.________ ist 
erstellt, dass der Beschuldigte im Sommer 2018 nach einem vorhergehenden Streit 
und geäusserten Trennungsabsichten unangemeldet am Arbeitsplatz der Privatklä-
gerin auftauchte und verlangte, dass sie rauskommen soll. Die Privatklägerin war 
mitten im Service und konnte bzw. wollte die Arbeit nicht unterbrechen. Der Be-
schuldigte wurde im Restaurant vor den Gästen laut, packte die Privatklägerin am 
Oberarm und zog sie. Nachdem E.________ den Beschuldigten mit nach draussen 
nahm, drohte der Beschuldigte der Privatklägerin von draussen mit Blicken, Winken 
und erhobenem Zeigefinger, so dass sich die Privatklägerin gezwungen sah, die 
Polizei anzurufen. E.________ versuchte den Beschuldigten zu beruhigen und 
schickte die Privatklägerin schliesslich gegen ihren Willen nach Hause, damit sie 
die Angelegenheit zu Hause regeln konnten.

Der Sachverhalt gemäss Ziff. 4.2 des Strafbefehls vom 13. Januar 2020 ist damit 
erstellt.

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III. Rechtliche Würdigung

10. Drohung

10.1 Rechtliche Grundlagen

Nach Art. 180 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden durch schwere Drohung in 
Schrecken oder Angst versetzt. Der Täter wird u.a. von Amtes wegen verfolgt, 
wenn er der hetero- oder homosexuelle Lebenspartner des Opfers ist, sofern sie 
auf unbestimmte Zeit einen gemeinsamen Haushalt führen und die Drohung 
während dieser Zeit oder bis zu einem Jahr nach der Trennung begangen wurde 
(Art. 180 Abs. 2 Bst. b StGB). 

Der objektive Tatbestand setzt voraus, dass der Drohende seinem Opfer ein künfti-
ges Übel ankündigt oder in Aussicht stellt. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeig-
net ist, die geschädigte Person in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist 
grundsätzlich ein objektiver Massstab anzulegen, wobei in der Regel auf das Emp-
finden eines vernünftigen Menschen mit einigermassen normaler psychischer Be-
lastbarkeit abzustellen ist. Zudem ist erforderlich, dass die betroffene Person durch 
das Verhalten des Täters tatsächlich in Schrecken oder Angst versetzt wird. Tritt 
dieser tatbestandsmässige Erfolg nicht ein, kommt nur eine Verurteilung wegen 
versuchter Drohung in Betracht. Der subjektive Tatbestand verlangt mindestens 
Eventualvorsatz (Urteile des Bundesgerichts 6B_ 1151/2022 vom 29. August 2023 
E. 2.2.3; 6B_425/2023 vom 14. August 2023 E. 2.3.1; 6B_1131/2021 vom 12. Ja-
nuar 2022 E. 4.1; 6B_1017/2019 vom 20. November 2019 E. 5.2).

10.2 Subsumtion 

Die Vorinstanz erwog Folgendes (pag. 1177 f., S. 24 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung): 

Der Beschuldigte bedrohte die Privatklägerin, während er sie würgte, mit dem Tod. Damit ist eine 
schwere Drohung im Rechtssinne, also gemessen an einem objektiven Massstab, klar erfüllt. Die Pri-
vatklägerin hat in diesem Moment ihren Tod vor Augen gesehen, sie hatte «nur noch Angst». Damit 
sind auch der hervorgerufene Schrecken bzw. die erzeugte Angst beim Opfer gegeben, womit der ob-
jektive Tatbestand erfüllt ist.

Durch die verbale Todesdrohung im Zusammenhang mit dem Würgen versetzte der Beschuldigte die 
Privatklägerin willentlich und bewusst in Angst. Der Beschuldigte handelte vorsätzlich.

Rechtfertigungs- und Schuldausschliessungsgründe liegen keine vor. Der Beschuldigte ist der Dro-
hung, begangen ca. am 31.08.2018 in .________ z. N. von B.________ gemäss Art. 180 Abs. 2 StGB 
schuldig zu sprechen (Ziffer 3.1 des Strafbefehls).

Ergänzend und verdeutlichend zu diesen zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz ist darauf hinweisen, dass die beiden Parteien sich in den ausgetauschten 
E-Mails und Chats bereits vor der Zeit ihres Zusammenlebens teilweise Schlechtes 
wünschten und der Beschuldigte der Privatklägerin insbesondere in WhatsApp-
Nachrichten (pag. 394 ff.) androhte, sie zu schlagen, bzw. äusserte, dass er sie ge-
schlagen hätte, wenn sie anwesend gewesen wäre. Der vorliegend zu beurteilende 
Vorfall unterscheidet sich aber von den Äusserungen in den Chats und im E-Mail-
Verkehr. Der Beschuldigte würgte die Privatklägerin während fünf bis sechs Se-

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/addb283d-35e3-4dbd-866a-fee212825085/citeddoc/73a5df50-0a1d-4028-87b8-66b3c353a9d8/source/document-link

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kunden, so dass ihr schwindlig wurde. In diesem Zusammenhang machte er die 
Äusserung, dass er sie umbringen werde, bevor er gehe. Dabei handelt es sich um 
eine schwere Drohung, die geeignet ist, einen durchschnittlich empfindlichen Men-
schen in Schrecken oder Angst zu versetzen. 

Es ist nachvollziehbar, dass die Privatklägerin die Äusserung des Beschuldigten in 
diesem Kontext ernst nahm und dadurch in Schrecken und Angst versetzt wurde. 
Dies geht auch aus ihren Aussagen hervor. Dass die Privatklägerin rund vier Mona-
te nach dem Vorfall den Beschuldigten nach seinem Weggang in diversen Chats 
und E-Mails darum bat, zurückzukehren, ändert nichts daran, dass sie in dem Mo-
ment, als der Beschuldigte die Todesdrohung aussprach und sie dabei würgte, 
Angst verspürte. 

Der Beschuldigte und Privatklägerin waren zu diesem Zeitpunkt Lebenspartner, 
wohnten in derselben Wohnung und der gemeinsame Haushalt war auf unbe-
stimmte Zeit ausgerichtet. 

Der objektive Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b StGB ist damit er-
füllt. 

Da der Beschuldigte die Privatklägerin wissentlich und willentlich würgte und dabei 
die Todesdrohung aussprach, war ihm bewusst, dass er die Privatklägerin damit in 
Angst versetzen wird. Dies war denn auch sein Ziel. Damit handelte er vorsätzlich. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich.

Der Beschuldigte ist somit – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – der Dro-
hung gemäss Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b StGB, begangen ca. am 31. August 
2018 z.N. der Privatklägerin, schuldig zu sprechen. 

11. Versuchte Nötigung 

11.1 Rechtliche Grundlagen

Der Nötigung nach Art. 181 StGB macht sich schuldig, wer jemanden durch Gewalt 
oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner 
Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden.

Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer die Zufügung 
eines Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erschei-
nen lässt. Es kommt dabei nicht darauf an, ob der Täter die Drohung wirklich wahr 
machen will, sofern sie nur als ernst gemeint erscheinen soll. Ernstlich sind die 
Nachteile, wenn ihre Androhung nach einem objektiven Massstab geeignet ist, 
auch eine besonnene Person in der Lage des Betroffenen gefügig zu machen und 
so ihre Freiheit der Willensbildung oder -betätigung zu beschränken. Die Drohung 
muss eine gewisse Intensität aufweisen, die von Fall zu Fall und nach objektiven 
Kriterien festzulegen ist. Misslingt die Bestimmung von Willensbildung oder -
betätigung, bleibt es beim Versuch. Ob eine Äusserung als Drohung zu verstehen 
ist, beurteilt sich nach den gesamten Umständen, unter denen sie erfolgt. Die An-
drohung von Nachteilen im Rechtssinne setzt nicht voraus, dass der Täter diese 
ausdrücklich ankündigt, solange für den Geschädigten nur hinreichend klar ist, 
worin sie bestehen (zum Ganzen etwa Urteile des Bundesgerichts 6B_466/2019 

25

vom 17. September 2019 E. 3.2; 6B_363/2017 vom 21. März 2018 E. 1.3; 
6B_302/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2.3; 6B_934/2015 vom 5. April 2016 E. 
3.3.1; je mit Hinweisen).

Bei der Tatvariante der «anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit» wird vor-
ausgesetzt, dass die fragliche Einwirkung das üblicherweise geduldete Mass der 
Beeinflussung in ähnlicher Weise eindeutig überschreitet, wie es für die vom Ge-
setz ausdrücklich genannte Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile der Fall 
ist (BGE 119 IV 301 E. 2.a f.).

Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Verge-
hens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollen-
dung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann 
das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB).

11.2 Subsumtion 

Die Vorinstanz erwog Folgendes (pag. 1190 f.; S. 37 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung): 

Der Beschuldigte wollte die Privatklägerin dazu nötigen, ihre Arbeitsstelle zu verlassen und mit ihm 
nach Hause zu kommen. Die Privatklägerin hätte aber weiterarbeiten wollen und ist dann aufgrund 
der Anweisung ihres Chefs E.________ mit dem Beschuldigten nach Hause gegangen. Die Bestim-
mung der Willensbildung – dass sich die Privatklägerin also gemäss dem Willen des Beschuldigten 
verhalten hätte – ist damit misslungen. Das nötigende Verhalten des Beschuldigten hat sie nicht dazu 
zu bringen vermocht, mit ihm nach Hause zu kommen. Der vom Beschuldigten angestrebte Nöti-
gungserfolg ist nicht eingetreten und es ist die Versuchsstrafbarkeit zu prüfen.  

Das Verhalten des Beschuldigten manifestiert seine Tatentschlossenheit und lässt keinen anderen 
Schluss zu, als dass er mit Wissen und Willen in Bezug auf das Nötigungsmittel sowie auf dem ange-
strebten Nötigungserfolg gehandelt hat. Sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale sind erfüllt. 

Der Beschuldigte tat alles, um die Privatklägerin dazu zu bringen, mit ihm nach Hause zu kommen. Er 
befahl es ihr, packte sie, schrie an ihrem Arbeitsplatz laut herum und bedrohte sie mit Gesten, welche 
die Privatklägerin auch in Anbetracht der durch Gewalt geprägten Beziehung mit dem Beschuldigten 
ängstigten. Wie sehr sein aggressives Auftreten auf die Privatklägerin wirkte, wird dadurch sichtbar, 
dass diese sich gezwungen fühlte – obschon sich bereits ihr Chef um den Beschuldigten kümmerte 
und von ihr fernhielt – zusätzlich die Polizei einzuschalten. Dass die polizeiliche Intervention gemäss 
dem Zeugen notwendig war, ist Indiz dafür, dass das Verhalten des Beschuldigten die erforderliche 
Zwangsintensität des Nötigungsmittels aufwies, die eine besonnene Person in der Lage der Privatklä-
gerin entgegen ihrem eigenen Willen zu dem vom Beschuldigten gewünschten Verhalten bestimmen 
kann. Die Tathandlung wurde damit bereits ausgeführt, lediglich der Erfolg trat nicht ein. Es liegt ein 
vollendeter Versuch vor, die Schwelle zum Versuch ist unproblematisch.

Die Rechtswidrigkeit begründet sich vorliegend durch das unzulässige Nötigungsmittel. Sein aggres-
sives Verhalten am Arbeitsplatz der Privatklägerin stellte diese vor ihren Mitarbeitenden sowie vor den 
Gästen des Restaurants bloss und schädigte ihren Ruf sowie zu einem gewissen Grad auch den Ruf 
des Restaurants. Sein Verhalten verstiess gegen die guten Sitten. Weiter ist das Packen und Ziehen 
am Arm der Privatklägerin in Kombination mit dem Befehlen, Schreien und den drohenden Gesten vor 
dem Hintergrund der gewaltgeprägten Beziehung gesamthaft als Drohung zur Gewalt zu werten, was 

26

in der Regel rechtswidrig ist (TRECHSEL/MONA, in: Trechsel/Pieth (Hrsg.), Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 181 N 11).

Rechtfertigungs- und Schuldausschliessungsgründe liegen keine vor. Der Beschuldigte ist der ver-
suchten Nötigung i.S.v. Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1, begangen ca. im Sommer 2018 in .________ z. 
N. von B.________ schuldig zu sprechen (Ziffer 4.2 des Strafbefehls).

Diesen Ausführungen ist zuzustimmen. Ergänzend und präzisierend ist auf Folgen-
des hinzuweisen: 

Indem der Beschuldigte unangemeldet am Arbeitsplatz der Privatklägerin auftauch-
te, von ihr während ihrer Arbeit verlangte, dass sie rauskommen soll, und dabei laut 
wurde, die Privatklägerin am Oberarm packte, sie zog und ihr mit Blicken, Winken 
und erhobenem Zeigefinger drohte, erfüllt der Beschuldigte mindestens das Nöti-
gungsmittel der anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit der Privatklägerin. 
Da die Privatklägerin in der Folge aus Angst die Polizei rief – was gemäss den 
Aussagen ihres Arbeitgebers aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten nötig war 
– und auch Beruhigungsversuche des Arbeitgebers nicht halfen, hat der Beschul-
digte mit seinem Verhalten das üblicherweise geduldete Mass der Beeinflussung in 
ähnlicher Weise eindeutig überschritten, wie es für die vom Gesetz ausdrücklich 
genannte Gewalt oder die Androhung ernstlicher Nachteile nötig ist. 

Der Beschuldigte wollte mit seinem Verhalten erreichen, dass die Privatklägerin ih-
re Arbeit unterbricht und mit ihm nach Hause kommt bzw. ihm den Wohnungs-
schlüssel übergibt. Damit wollte er die Privatklägerin zu einem Tun nötigen. Der 
Beschuldigte handelte rechtswidrig. Das von ihm an den Tag gelegte Verhalten und 
der von ihm angestrebte Zweck (Unterbruch der Arbeit durch die Privatklägerin und 
Übergabe des Wohnungsschlüssels) stehen nicht im richtigen Verhältnis. Da der 
Arbeitgeber die Privatklägerin schliesslich nach Hause schickte und die Privatklä-
gerin die Arbeit nicht von sich aus unterbrach, ist der objektive Tatbestand nicht er-
füllt und es handelt es sich nicht um eine vollendete Nötigung.

Mit seinem Verhalten hat der Beschuldigte aber die Schwelle zum Versuch über-
schritten. Es liegt ein Versuch nach Art. 22 Abs. 1 StGB vor. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich.

Der Beschuldigte ist somit – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – der ver-
suchten Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, begangen ca. im 
Sommer 2018 z.N. der Privatklägerin, schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung 

12. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen 

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 1201 f., S. 48 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

Der Beschuldigte hat sich der Drohung (Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b StGB) 
und der versuchten Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig ge-

27

macht. Beide Delikte sind mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe be-
droht. 

Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung ste-
henden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die 
persönliche Freiheit der betroffenen Person eingreift bzw. sie am wenigsten hart 
trifft. Dabei ist die Geldstrafe der Freiheitsstrafe grundsätzlich vorzuziehen (vgl. 
BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 
6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.4.2; 6B_1246/2015 vom 9. März 2016 
E. 1.2.2). Die Kammer sieht vorliegend keinen Grund, vom Prinzip des Vorrangs 
der Geldstrafe abzuweichen. Im Übrigen ist die Kammer aufgrund des zu beach-
tenden Verschlechterungsverbots ohnehin an diese Strafart gebunden. Es kann 
deshalb bereits an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass vorliegend eine 
Gesamtgeldstrafe auszufällen ist.

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst der Strafrah-
men für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 
schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1079/2016 vom 21. März 2017 E. 1.3 mit Hinweisen). Die Vorinstanz er-
achtete korrekterweise die vollendete Drohung, die in Zusammenhang mit einem 
Würgevorgang erfolgte, als schwerwiegender als die versuchte Nötigung 
(pag. 1203, S. 50 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

In einem zweiten Schritt ist die Einsatzstrafe aufgrund des Schuldspruchs wegen 
versuchter Nötigung in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu er-
höhen. Trotz Asperation sind vorliegend keine aussergewöhnlichen Umstände er-
sichtlich, die es gebieten würden, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen (vgl. 
BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 
9. Februar 2015 E. 4.2).

Ist ein versuchtes Delikt zu beurteilen, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung in einem ersten Schritt die schuldangemessene Strafe für das vollendete 
Delikt festzulegen. Die derart ermittelte hypothetische Strafe ist in der Folge unter 
Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrunds von Art. 22 Abs. 1 StGB 
zu reduzieren (Urteile des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.1; 
6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1).

13. Einsatzstrafe für die schwerste Straftat

13.1 Objektive Tatkomponenten

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (mit Änderungen vom 17. Juni 2022 
per 1. Januar 2023; nachfolgend: VBRS-Richtlinien) sehen für den Tatbestand der 
Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB eine Referenzstrafe von 60 Strafeinheiten 
für folgenden Referenzsachverhalt vor: «In einer kriselnden Beziehung droht der 
Täter der getrenntlebenden Partnerin mündlich und/oder per Telefon mit dem Tod. 
Die Partnerin hat Angst wegen dem zur Gewalt neigenden Täter und traut sich 
kaum mehr auf die Strasse» (VBRS-Richtlinien, S. 49). 

https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_853%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-55%3Ade&number_of_ranks=0#page55

28

Zum Ausmass des verschuldeten Erfolges ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 
der Privatklägerin drohte, dass er sie umbringen werde, bevor er gehe. Damit und 
mit dem gleichzeitigen Würgen versetzte er die Privatklägerin in Angst. Diese Angst 
hielt die Privatklägerin jedoch nicht davon ab, mit dem Beschuldigten zusammen-
zubleiben, und ihn nach dessen Verschwinden am 23. Dezember 2018 mehrmals 
darum zu bitten, zu ihr zurückzukehren. Ferner ist zu berücksichtigen, dass es in 
der Beziehung der beiden mehrmals vorkam, dass der Beschuldigte die Privatklä-
gerin bedrohte, was aber von diesem nicht ernst gemeint war und von der Privat-
klägerin auch nicht ernst genommen wurde. 

Betreffend die Art und Weise des Vorgehens bzw. die Verwerflichkeit des Handelns 
ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte nicht nur verbal mit dem Tod drohte, 
sondern die Drohung im Rahmen einer heftigen Auseinandersetzung mit Würgen 
aussprach, was straferhöhend zu berücksichtigen ist. 

13.2 Subjektive Tatkomponenten

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus rein egoistischen Gründen. Er 
wollte der Privatklägerin Angst machen und sie einschüchtern, was indes tatbe-
standsimmanent ist und deshalb neutral zu gewichten ist. 

Der Beschuldigte hätte die Drohung ohne Weiteres unterlassen und sich rechtskon-
form verhalten können. Eine Verschuldensminderung unter dem Titel der Vermeid-
barkeit ist mithin nicht angezeigt.

13.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe

Das Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Frei-
heitsstrafe insgesamt als leicht zu bezeichnen. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Umstände erachtet die Kammer für den Schuldspruch wegen Drohung in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz eine Einsatzstrafe von 90 Strafeinheiten als dem Tat-
verschulden des Beschuldigten angemessen (pag. 1204, S. 51 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

14. Asperation für die versuchte Nötigung

14.1 Objektive Tatkomponenten

Zum Ausmass des verschuldeten Erfolges ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 
unangemeldet am Arbeitsplatz der Privatklägerin auftauchte und von ihr verlangte, 
dass sie rauskommen soll. Der Beschuldigte insistierte so lange, bis die Privatklä-
gerin die Polizei avisierte. Zudem schaltete sich der Arbeitgeber der Privatklägerin 
ein und schickte die Privatklägerin nach Hause. Ausgehend vom vollendeten Erfolg 
(Unterbruch der Arbeit durch die Privatklägerin) ist das Ausmass des verschuldeten 
Erfolges relativ gering, weshalb von einem leichten Verschulden auszugehen ist.

Betreffend die Art und Weise des Vorgehens bzw. die Verwerflichkeit des Handelns 
ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte im Restaurant vor den Gästen laut 
wurde, die Privatklägerin am Oberarm packte und sie zog. Zudem drohte er der 
Privatklägerin von draussen mit Blicken, Winken und erhobenem Zeigefinger. Sein 
Verhalten führte dazu, dass die Privatklägerin aus Angst die Polizei avisierte. 

29

14.2 Subjektive Tatkomponenten

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich aus rein egoistischen Gründen. Als 
Beweggrund gab er an, die Privatklägerin habe ihn am Vorabend nach einem Streit 
aus der Wohnung geworfen und er habe die Nacht auswärts verbringen müssen. 
Er habe die Privatklägerin aufgesucht, um den Wohnungsschlüssel zu erhalten. 

Die Tat wäre ohne Weiteres vermeidbar gewesen, indem der Beschuldigte die 
Pause oder den Feierabend der Privatklägerin hätte abwarten können oder indem 
er sie in angemessenem Ton um den Wohnungsschlüssel hätte bitten können. Da-
zu wäre kein Abbruch der Arbeit nötig gewesen. 

14.3 Fazit Tatkomponenten

Das Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Frei-
heitsstrafe insgesamt als leicht zu bezeichnen. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Umstände erachtet die Kammer für das hypothetisch vollendete Delikt eine Strafe 
von 40 Strafeinheiten als dem Tatverschulden des Beschuldigten angemessen. 

14.4 Strafminderung zufolge Versuch 

Vorliegend ist der tatbestandsmässige Erfolg nicht eingetreten. Es liegt ein Versuch 
vor. Das Gesetz sieht für den Versuch lediglich eine fakultative Strafmilderung vor 
(Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 48a StGB; vgl. BGE 137 IV 113 E. 1.4.2). Das Bundesge-
richt hielt in seinem Grundsatzentscheid BGE 121 IV 49 indes fest, dass dem Ver-
such bzw. dem Ausbleiben des Erfolgs zumindest strafmindernd Rechnung getra-
gen werden muss (BGE 121 IV 49 E. 1 b). 

Der Beschuldigte hat alles getan, um die Nötigung zu vollenden. Dass es nur beim 
Versuch geblieben ist, ist nicht seinem Verhalten zu verdanken, sondern kam da-
durch zustande, dass die Privatklägerin die Polizei rief und ihr Arbeitgeber sich ein-
schaltete und die Privatklägerin nach Hause schickte. Für den Versuch erscheint 
daher nur eine geringe Reduktion der Strafe um 10 Strafeinheiten auf 30 Strafein-
heiten als angemessen. 

14.5 Fazit Asperation / Gesamtstrafe aufgrund der Tatkomponenten

Für den Schuldspruch wegen versuchter Nötigung erscheint für sich alleine beur-
teilt eine Strafe von 30 Strafeinheiten als angemessen. Diese ist mit 2/3, ausma-
chend 20 Strafeinheiten, zur Einsatzstrafe von 90 Strafeinheiten zu asperieren.

Somit resultiert aufgrund der Tatkomponenten eine Gesamtstrafe von 110 Strafein-
heiten. 

15. Täterkomponenten 

Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschul-
digten sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren korrekt wiederge-
geben (pag. 1205 f., S. 52 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), weshalb 
darauf verwiesen werden kann. 

Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafemp-
findlichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteile des Bun-
desgerichts 6B_694/2020 vom 17. Juni 2021 E. 4.1.2; 6B_1107/2019 vom 27. Ja-

30

nuar 2020 E. 2.6.4; 6B_301/2019 vom 17. September 2019 E. 1.4.1; je mit Hinwei-
sen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit 
des Beschuldigten ist deshalb als neutral zu beurteilen.

Die Täterkomponenten wirken sich insgesamt neutral aus. 

16. Konkretes Strafmass

Zusammenfassend erachtet die Kammer für die Schuldsprüche wegen Drohung 
und versuchter Nötigung eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen als angemessen. 
Aufgrund des zu beachtenden Verschlechterungsverbots (vgl. Ziff. I. 5. vorne) darf 
die Kammer aber nicht über die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe 
von 105 Tagessätzen hinausgehen.

An diese 105 Tagessätze ist die ausgestandene Polizei- und Untersuchungshaft im 
Umfang von 95 Tagessätzen anzurechnen. 

17. Höhe des Tagessatzes

Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz in der Regel mindestens 
CHF 30.00 und höchstens CHF 3'000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe des Ta-
gessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im 
Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensauf-
wand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenz-
minimum.

Die Vorinstanz ging von einem Einkommen des Beschuldigten im Kosovo von 
700.00 Euro monatlich aus und legte die Tagessatzhöhe auf CHF 30.00 fest 
(pag. 1206, S. 53 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung führte der Beschuldigte aus, er habe in den letzten Mona-
ten nicht gearbeitet (pag. 1373 Z. 7). Sein nächstes Einkommen erwarte er, sobald 
sein Podcast aufgeschaltet sei. Er rechne mit einem Lohn von mindestens 1'000.00 
Euro monatlich (pag. 1375 Z. 9 ff.). Eine Tagessatzhöhe von CHF 30.00 erscheint 
angesichts der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten angemessen. 

18. Vollzugsart

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Schiebt 
das Gericht den Vollzug einer Strafe auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts ist der Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich 
nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). 

Es sind keine Anhaltspunkte für eine Schlechtprognose ersichtlich. Der Beschuldig-
te ist nicht vorbestraft und seit den vorliegend zu beurteilenden Delikten – soweit 
ersichtlich – nicht mehr straffällig geworden (pag. 1367). 

Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzugs sind somit erfüllt. 
Im Übrigen ist die Kammer aufgrund des zu beachtenden Verschlechterungsver-
bots ohnehin an diese Vollzugsart gebunden (vgl. BGE 142 IV 89 E. 2.1). Die Pro-

31

bezeit ist – ebenfalls begrenzt durch das Verschlechterungsverbot – auf das Mini-
mum von zwei Jahren festzusetzen. 

19. Verbindungsbusse

Auf das Ausfällen einer Verbindungsbusse kann, da seit den beiden Taten im Jahr 
2018 keine weiteren Strafverfehlungen bekannt geworden sind und der Beschuldig-
te bereits 95 Tage in Haft verbracht hat, was als genügender Denkzettel angese-
hen wird, verzichtet werden. Auch das Verschlechterungsverbot würde einer Ver-
bindungsbusse entgegenstehen. 

V. Kosten und Entschädigung 

20. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

Angesichts des Ausgangs des oberinstanzlichen Verfahrens ist die erstinstanzliche 
Kostenliquidation zu bestätigen. Dem Beschuldigten sind die auf die Schuldsprüche 
entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten (1/7), insgesamt ausmachend 
CHF 1’177.55 (inklusive Gebühr für die schriftliche Urteilsbegründung), aufzuerle-
gen.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Partei 
im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 
Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_999/2021 vom 10. Oktober 2022 E. 5.2.2 mit Hinweis). 

Als unterliegende Partei im Rechtsmittelverfahren trägt der Beschuldigte auch die 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2‘500.00 (Art. 24 Bst. a des 
Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]).

21. Entschädigung der amtlichen Verteidigung

Gemäss Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem Anwaltsta-
rif desjenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde. 
Art. 135 Abs. 4 StPO bestimmt, dass die beschuldigte Person bei einer Verurtei-
lung zu den Verfahrenskosten dazu verpflichtet ist, (Bst. a) dem Kanton die Ent-
schädigung zurückzuzahlen und (Bst. b) der Verteidigung die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor erster In-
stanz durch Fürsprecher C.________ wurde von der Vorinstanz gemäss der Kos-
tennote vom 11. Dezember 2021 (pag. 1086 ff.) bestimmt und ist zu bestätigen 
(pag. 1208 f., S. 55 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Mit Verfügung vom 
11. September 2019 wurde bereits ein amtliches Honorar von CHF 9'063.60 fest-

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/2584af7e-cc30-4914-b73f-1a2d1698f96f?source=document-link&SP=5|kfcxca

32

gesetzt und Fürsprecher C.________ vom Kanton Bern entsprechend entschädigt. 
Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher C.________ für die amtliche Verteidi-
gung des Beschuldigten somit noch mit CHF 9'216.95. Es wird festgestellt, dass 
Fürsprecher C.________ im erstinstanzlichen Verfahren auf die Geltendmachung 
der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar ver-
zichtet hat. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern 1/7 der für das erstinstanzliche 
Verfahren ausgerichteten Entschädigung von insgesamt CHF 9'216.95, ausma-
chend CHF 1'316.70, zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnis-
se erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Für die auf die Einstellung des Verfahrens (2/7) 
und die Freisprüche (4/7) entfallende Entschädigung besteht für den Kanton Bern 
kein Rückforderungsrecht. 

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor oberer In-
stanz durch Fürsprecher C.________ wurde bereits mit Verfügung vom 8. Dezem-
ber 2022 (pag. 1319 ff.) bestimmt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für 
das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 881.00 zurückzuzahlen und Fürsprecher C.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 215.40, 
zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 
4 StPO).

22. Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin

Gemäss Art. 426 Abs. 4 StPO trägt die beschuldigte Person die Kosten für die un-
entgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft nur, wenn sie sich in günstigen 
wirtschaftlichen Verhältnissen befindet. 

Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Priva