# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 485c2180-2f7f-5745-8f0d-505ea97e1667
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.05.2016 200 2015 893
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-893_2016-05-09.pdf

## Full Text

200 15 893 IV
KOJ/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Mai 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Renz

A.________ 
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Pensionskasse C.________ 
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 9. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 3. September 2005 unter Hinweis auf ihre Brustkrebser-
krankung zum Leistungsbezug (Hilfsmittel) bei der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin, AB] 2). Die IVB erteilte am 3. November 2005 Kosten-
gutsprache für die Anfertigung einer Perücke (AB 5) sowie für die Erstel-
lung von Brustprothesen (AB 6).

Am 29. September 2006 meldete sich die Versicherte erneut zum Leis-
tungsbezug an und beantragte Wiedereinschulung in die bisherige Tätig-
keit, Hilfsmittel und eine Rente (AB 13). Die IVB führte in der Folge medizi-
nische und erwerbliche Erhebungen durch, holte hierfür insbesondere die 
Akten des zuständigen Krankenversicherers ein (AB 15 und AB 17) und 
liess die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-
Stellen Bern/Freiburg/Solothurn psychiatrisch untersuchen (AB 21). Vom 
3. März bis zum 23. Mai 2008 wurde zudem eine berufliche Abklärung 
(AB 35) und vom 2. Juni bis zum 4. August 2008 ein Arbeitstraining durch-
geführt (AB 38 und AB 52). Nachdem die Versicherte bidisziplinär (rheuma-
tologisch-psychiatrisch) begutachtet worden war (AB 66.1), wurde sie am 
13. Juli 2011 unter Hinweis auf ihre Schadenminderungspflicht aufgefor-
dert, sich weiterhin einer psychiatrischen und medikamentösen Behandlung 
zu unterziehen (AB 68). Mit Vorbescheid vom 7. August 2012 (AB 75) wur-
de ihr sodann die Verneinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen 
und Rente in Aussicht gestellt, da sie nach wie vor der Aufforderung nach 
geeigneter Behandlung nicht nachkomme. 

Nach dem gegen diesen Vorbescheid erhobenen Einwand (AB 78 und 
AB 79) liess die IVB die Versicherte durch den RAD untersuchen (AB 81). 
Gestützt auf den entsprechenden Untersuchungsbericht vom 24. Juni 2013 
(AB 89) stellte sie mit Vorbescheid vom 15. August 2013 (AB 90) bei einem 
Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 100 % die Ausrichtung einer ganzen Invali-
denrente (IV-Rente) in Aussicht. Hiergegen erhob die Pensionskasse 

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C.________ als zuständiger BVG-Versicherer am 5. November 2013 Ein-
wand (AB 97), nachdem sie zuvor ein psychiatrisches Gutachten durch 
ihren Vertrauensarzt (AB 97 S. 2 ff.) hatte erstellen lassen. Auf Anregung 
des RAD (AB 102) wurde die Versicherte durch die Klinik D.________ ein 
weiteres Mal einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen (AB 112.1).

Nachdem die Versicherte erneut auf ihre Schadenminderungspflicht auf-
merksam gemacht worden war (AB 115), wurde ihr mit Vorbescheid vom 
16. Dezember 2014 (AB 116) die Ausrichtung einer halben IV-Rente 
ab 1. August 2006 bei einem IV-Grad von 57 % in Aussicht gestellt. Gegen 
diesen Vorbescheid erhob die Versicherte – vertreten durch Fürsprecher 
B.________ – am 14. Januar 2015 (AB 119) bzw. am 6. Februar 2015 
(AB 122) Einwand. Nach erneutem Hinweis auf ihre Schadenminderungs-
pflicht (AB 126) hielt die IVB mit Verfügung vom 9. September 2015 an 
ihrem Vorbescheid fest und sprach der Versicherten eine halbe IV-Rente 
ab dem 1. August 2006 bei einem IV-Grad von 57 % zu (AB 132).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________ – am 12. Oktober 2015 Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern. Sie beantragt die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab dem 
1. August 2006. Mit separatem Gesuch vom 12. Oktober 2015 beantragte 
sie zudem die Gewährung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege 
unter Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlichen Anwalt.

Aufforderungsgemäss liess die Beschwerdeführerin am 14. Oktober 2015 
Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einreichen.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. November 2015 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 16. November 2015 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut und am 27. November 2015 

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reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aufforderungsgemäss 
seine Kostennote ein.

Die mit prozessleitender Verfügung vom 1. April 2016 als zuständiger BVG-
Versicherer zum Verfahren beigeladene Pensionskasse C.________ bean-
tragte mit Schreiben vom 25. April 2016 unter Hinweis auf die angefochte-
ne Verfügung die Abweisung der Beschwerde und verzichtete im Übrigen 
auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtene Entscheid berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. September 2015 
(AB 132). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der IV, namentlich eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art.  61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde vom 12. Okto-
ber 2015 zunächst geltend, die angefochtene Verfügung sei in Verletzung 
von Art. 73ter der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Ja-
nuar 1961 (IVV; SR 831.201) ergangen, da die Einwände ihres BVG-
Versicherers erst am 5. November 2013 – und damit nach Ablauf der 30tä-
gigen Frist seit dem Vorbescheid vom 15. August 2013 (AB 90) – erhoben 
worden seien (vgl. Beschwerde vom 12. Oktober 2015, S. 3 Ziff. III Art. 1). 
Dem kann nicht gefolgt werden. Anders als durch eine Verfügung werden 
mit dem Vorbescheid grundsätzlich keine Leistungsansprüche begründet 
und es können daraus auch keine Ansprüche aus Treu und Glauben abge-
leitet werden (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. Januar 
2008, 9C_115/2007 [= SVR 2008 IV Nr. 43] E. 4 f.). Der Sinn und Zweck 
des Vorbescheidverfahrens besteht vielmehr darin, eine unkomplizierte 
Diskussion des Sachverhalts zu ermöglichen und dadurch die Akzeptanz 
des Entscheides bei den Versicherten zu verbessern (BGE 134 V 97 E. 2.7 
S. 106). Der Ablauf der 30tägigen Frist nach Art. 73ter Abs. 1 IVV kann da-
her nicht zur Folge haben, dass die IVB an das im Vorbescheid Festgehal-
tene gebunden wäre. Soweit im Vorbescheid vom 15. August 2013 (AB 90) 
also ein IV-Grad von 100 % festgehalten wurde, bleibt dies für die im vor-
liegenden Verfahren streitigen Ansprüche folgenlos. 

2.2 Soweit die Beschwerdeführerin zudem eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs geltend macht und ausführt, dass die Beschwerdegegnerin 

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auf die im Vorbescheid vorgebrachten Einwände im Rahmen der angefoch-
tenen Verfügung inhaltlich nicht eingegangen sei (vgl. Beschwerde vom 
12. Oktober 2015, S. 4 Ziff. III Art. 2), kann ihr ebenfalls nicht gefolgt wer-
den. Zwar sind Verfügungen nach Art. 49 Abs. 3 ATSG zu begründen, 
wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Hierbei müs-
sen wenigstens die Überlegungen kurz genannt werden, von denen sich 
die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt 
(124 V 180 E. 1a S. 181). Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich aus-
drücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen 
Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den 
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236). Dies war im vorliegenden Verfahren gewährleistet. Im Übri-
gen wäre eine allfällige Gehörsverletzung durch das vorliegende Verfahren 
vor dem Verwaltungsgericht geheilt, da die Beschwerdeführerin die Mög-
lichkeit hatte, eine ausführlich begründete Beschwerde einzureichen und 
das angerufene Gericht über volle Kognition verfügt (vgl. E. 1.4 hiervor und 
BVR 2013 S. 103 E. 3.3.1 in fine).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

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und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des IV-Grads wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

3.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

3.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-
tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 
S. 132). 

3.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 

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Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

3.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente 
zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 
anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des BGer vom 16. Juni 
2009, 8C_87/2009, E. 2.2 mit Hinweisen).

4.

4.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist den medizinischen Akten im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 5. September 2006 (AB 15 
S. 42 f.) zu Handen des zuständigen Krankenversicherers eine mittel-
schwere Depression und einen Status nach Mammakarzinom mit Mastek-
tomie links am 24. August 2005 und Chemotherapie von September 2005 
bis Januar 2006 (S. 43). Die Beschwerdeführerin sei zurzeit 100 % arbeits-
unfähig, vor allem aus psychischer Sicht.

4.1.2 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 21. No-
vember 2006 (AB 15 S. 1 ff.) die Diagnose eines Mammakarzinoms links 
mit Status nach Operation, Lymphadenektomie, Chemotherapie, Antikör-
pertherapie, anhaltender Übelkeit und Schwindel sowie einer reaktiven De-

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pression. Seit dem 22. August 2005 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % 
arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei nicht zumutbar, da die Be-
schwerdeführerin keine Energie mehr habe, weder flink noch gewandt sei 
und dies im … gewünscht sei (S. 2 Ziff. 3). Solange die Depression und die 
Nausea anhielten, könne keine Tätigkeit ausgeübt werden (Ziff. 4).

4.1.3 Der psychiatrische Vertrauensarzt des zuständigen Krankenversi-
cherers, Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 15. Dezember 2006 (AB 17 
S. 2 f.) eine mittelschwere Depression mit somatischem Syndrom bei aus-
geprägter psychosozialer Belastung (S. 3). Die Beschwerden seien durch 
die Karzinomerkrankung und die damit verbundenen Belastungen, aber 
auch im Rahmen von unerwünschten Wirkungen der Chemotherapie und 
der Herceptinbehandlung verursacht. Aus psychiatrischer Sicht sei die Be-
schwerdeführerin aktuell zu 100 % arbeitsunfähig.

4.1.4 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im Bericht vom 16. Januar 
2007 (AB 18) die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-
10: F32.11) sowie eines Mammakarzinoms mit Mastektomie links. Seit dem 
24. August 2006 und bis auf weiteres sei die Beschwerdeführerin zu 100 % 
arbeitsunfähig aufgrund der Depression.

4.1.5 Nach eigener Untersuchung diagnostizierte die RAD-Ärztin 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
im Untersuchungsbericht vom 9. Mai 2007 (AB 21) ein Krankheitsbild, das 
sich am ehesten als eine Angst und depressive Reaktion gemischt im Sin-
ne einer Anpassungsstörung konzeptualisieren lasse (S. 2). Da die Störung 
länger als sechs Monate andauere, könne sie auch unabhängig als ge-
mischt ängstlich-depressives Krankheitsbild bezeichnet werden. Aus rein 
psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin durchaus in der Lage, 
eine leichte Arbeit für drei bis vier Stunden täglich durchzuführen, sofern 
diese wenig Konzentration erfordere. Objektiv gesehen sei es sogar mög-
lich, dass die Arbeit sie ablenken und die ängstliche Fixierung auf ihre 
Krankheit verbessern würde.

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4.1.6 Dr. med. F.________ hielt in seinem Zwischenbericht vom 
13. September 2007 (AB 23) eine Verbesserung des Gesundheitszustan-
des der Beschwerdeführerin fest und attestierte ab dem 1. September 2007 
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bis auf weiteres in der bisherigen Tätigkeit in 
möglichst stressfreiem Milieu, wobei die psychiatrischen Kontraindikationen 
zu berücksichtigen seien (Ziff. 5 und S. 2 Ziff. 2).

4.1.7 Im Zwischenbericht vom 24. September 2007 (AB 24) hielt auch 
Dr. med. H.________ fest, dass sich der Gesundheitszustand gebessert 
habe und dass ab dem 1. September 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 
in einer angepassten Tätigkeit bestehe, wobei es sich hierbei um eine 
wechselbelastende Tätigkeit ohne zu schwere körperliche Belastung und 
ohne ausgeprägte psychische Überforderung handeln sollte (Ziff. 5 und 
S. 2 Ziff. 3).

4.1.8 Am 30. September 2008 (AB 48) hielt der behandelnde Hausarzt 
Dr. med. F.________ fest, dass der Gesundheitszustand der Beschwerde-
führerin betreffend das Mammakarzinom stabil sei, dass aber Anfang Au-
gust 2008 ein gutartiger Knoten habe entfernt werden müssen. Seither sei 
die Beschwerdeführerin wieder völlig demoralisiert und habe Schmerzen, 
v.a. im Schulterbereich links. Nachdem die Arbeitsfähigkeit vom 1. Sep-
tember 2007 bis zum 4. August 2008 50 % betragen habe, bestehe seit 
dem 5. August 2008 deshalb wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 
(Ziff. 5).

4.1.9 Auch die behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________ attes-
tierte am 14. Oktober 2008 (AB 50) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 
dem 10. August 2008 aufgrund der Diagnose einer mittelgradigen depres-
siven Episode (ICD-10: F32.11). Sowohl die bisherige als auch jede weitere 
Tätigkeit sei nicht zumutbar, da die körperliche und psychische Belastbar-
keit zurzeit stark reduziert sei (S. 2 Ziff. 2 und Ziff. 3).

4.1.10 Im interdisziplinären Gutachten vom 19. Januar 2011 (AB 66.1) 
diagnostizierten die Gutachterinnen Dr. med. J.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. K.________, Fachärz-
tin für Rheumatologie FMH und Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, ein mittelgradig bis schwer ausgeprägtes depressives Syndrom reak-

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tiven Charakters (ICD-10: F32.2) mit vegetativen Symptomen und Angst-
symptomen, unzureichend behandelt, sowie eine Ablatio Mammae links 
und axilläre Lymphadenektomie links am 26. August 2005 (S. 4 Ziff. 5). 

Aus somatischer Sicht sei die frühere Tätigkeit als … ungünstig, da das 
regelmässige Tragen von mittelschweren Gewichten nach Ablatio Mammae 
nicht mehr zumutbar sei (Ziff. 6.15). Eine leichte …tätigkeit ohne wesentli-
che Gewichte sei nach Rekonditionierung wieder zumutbar, ebenso jede 
leicht- bis höchstens mittelschwere Verweistätigkeit, die keine Arbeiten 
über Schulterhöhe bedinge. Aus psychiatrischer Sicht liege eine im ange-
stammten Beruf leistungslimitierende depressive Erkrankung seit spätes-
tens Sommer 2006 mehr oder weniger unverändert vor und schränke die 
Leistungs- und Arbeitsfähigkeit in diesem Tätigkeitsbereich weitestgehend 
ein. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdefüh-
rerin bis dato nicht adäquat habe behandelt werden können. Ziel einer me-
dikamentösen Behandlung wäre es, neben der depressionsbedingten An-
triebsstörung auch die kognitiven Funktionen so weit zu optimieren, dass 
die Beschwerdeführerin von psychotherapeutischen Massnahmen optimal 
profitieren könne.

4.1.11 In den beiden Verlaufsberichten vom 6. März 2012 (AB 71) und 
vom 18. März 2013 (AB 82) hielt Dr. med. H.________ fest, dass der Ge-
sundheitszustand stationär sei und die Arbeitsunfähigkeit weiterhin 100 % 
betrage. Die Beschwerdeführerin leide an hartnäckigen depressiven Sym-
ptomen mit wiederholten Krisensituationen mit erheblichen Ängsten (AB 82 
S. 2). Eine wechselbelastende Tätigkeit, die den körperlichen Beschwerden 
angepasst werden müsse und mit wenig Stress und geringen Anforderun-
gen verbunden sei, könne sie zu 30 % und damit eher im Sinne einer Be-
schäftigungstherapie erfüllen.

4.1.12 Nach erneuter eigener Untersuchung hielt die RAD-Ärztin Dr. med. 
I.________ im Bericht vom 24. Juni 2013 (AB 89) die Diagnosen einer 
chronifizierten mittelschweren Depression (ICD-10: F32) sowie Schmerzen 
mit einem somatischen Kern fest (S. 3). Die Beschwerdeführerin habe auf-
grund ihrer Persönlichkeit nie Verantwortung für sich selber übernommen, 
die Prognose sei deshalb eher schlecht. Weder die Medikamentenoptimie-
rung noch die Rekonditionierung seien erfolgreich wegen der negativen 

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und passiven Einstellung. Die sehr negative Sicht der Welt, welche durch 
die Verschlechterung der Depression bedingt sei, mache eine Aktivierung 
sowie berufliche Integrationsmassnahmen vollkommen unmöglich. Es sei 
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass es nach einem Verlauf von fast 
acht Jahren zu einer Zustandsverbesserung mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit komme.

4.1.13 Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, stellte in seinem Gutachten vom 23. Oktober 2013 (AB 97 S. 2 ff.) zu 
Handen des BVG-Versicherers der Beschwerdeführerin die Diagnose einer 
rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom, derzeit 
leicht- bis mittelgradig, regressive Tendenzen (ICD-10: F33.0-11 [S. 18]). 
Im Zeitpunkt der Untersuchung sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in 
schwerem Grade depressiv gewesen (S. 19). In der ursprünglichen Tätig-
keit bestehe eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 100 %, in einer 
angepassten Tätigkeit bestehe eine Resterwerbsfähigkeit von 50 %, d.h. 
zwei mal zwei Stunden täglich (S. 22 Ziff. 16 und Ziff. 18). Es bestehe keine 
Aggravation, jedoch ein sekundärer Krankheitsgewinn (Ziff. 13).

4.1.14 Im psychiatrischen Gutachten vom 3. Oktober 2014 (AB 112.1) 
diagnostizierten die Dres. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, und N.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, der Klinik D.________ mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode bei anamnestisch rezidi-
vierender depressiver Störung (ICD-10: F33.1 [S. 32 Ziff. 6]). Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren und aktenanamnestisch festgehalten 
sei die somatische Diagnose eines Status nach Mammakarzinom links mit 
operativer Versorgung im Jahr 2005 und konsekutiver Chemo-Therapie, 
rezidivfrei. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 
funktionellen Leistungsfähigkeit mittelschwer eingeschränkt sei (S. 38). In 
der bisherigen Tätigkeit, welche hohe Ansprüche an Flexibilität und Anpas-
sungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit inkl. Umgang mit Kunden sowie Durchhal-
tefähigkeit aufweise, sei sie schwer eingeschränkt (S. 39 Ziff. 8.1 Fragen 2 
bis 5). Die Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit werde auf 
ca. 20 % bis 30 % geschätzt. Gestützt auf die Aktenlage sei davon auszu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 13

gehen, dass die depressive Symptomatik sich seit Ende Sommer 2005 
entwickelt habe, wobei zunächst allerdings die somatische Erkrankung 
deutlich im Vordergrund gestanden habe (Frage 6). Es sei davon auszuge-
hen, dass erst im Verlauf des Jahres 2006 die affektive Störung zuneh-
mend in den Vordergrund gerückt sei und auch ohne Berücksichtigung der 
somatischen Erkrankung zu einer mehr als 20 %igen Arbeitsunfähigkeit 
geführt habe. Es sei anzunehmen, dass die Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit seit 2006 im Bereich von 50 % bis 100 % geschwankt 
habe (Frage 7). Im Längsschnittverlauf erscheine die aktuelle Beurteilung 
(durchschnittlich 70 % bis 80 % arbeitsunfähig) seit der Beendigung der 
Chemotherapie als realistisch. Es sei zu beachten, dass retrospektive Be-
urteilungen mit deutlicher Unsicherheit verbunden seien und daher nur eine 
annähernde Schätzung möglich sei und die aktuelle Beurteilung aussch-
liesslich aus psychiatrischer Sicht erfolge. Gesamthaft sei unter Ausblen-
dung der versicherungsfremden Faktoren (wie erheblicher sekundärer 
Krankheitsgewinn, Selbstlimitierung und suboptimale Leistungsbereitschaft) 
von einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten ruhi-
gen und stressarmen Tätigkeit ohne Kundenkontakt und mit regelmässigen 
Pausenmöglichkeiten von ca. 50 % auszugehen (S. 41 Frage 11).

4.1.15 Im Bericht vom 5. Oktober 2015 (Beschwerdebeilage [BB] 3) dia-
gnostizierten die Fachärzte der Psychiatrischen Dienste O.________ eine 
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome als Folge von 
unverarbeiteten Traumata nach Krebserkrankungen und Gewalterlebnissen 
in der Ehe (ICD-10: F32.2) sowie sonstige andauernde Persönlichkeitsän-
derungen bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8). Vier Monate 
nach Eintritt in die Tagesklinik am 1. Juni 2015 sei die Beschwerdeführerin 
immer noch daran zu Lernen, ihre Grenzen zu spüren (S. 3). Es sei klar, 
dass sie rasch an ihre Grenzen komme, auch im Gespräch zeigten sich 
nach 10 Minuten erste Symptome einer kognitiven Ermüdung mit Konzen-
trations- und Auffassungsschwierigkeiten. Auch wenn sie gerne in die Ta-
gesklinik komme und kooperativ sei, bleibe die Tagesklinik wegen dem 
chronischen Erschöpfungszustand und den somatisch bedingten Schmer-
zen eine grosse Herausforderung für die Beschwerdeführerin. Aus diesem 
Grund sei eine Reduktion des Tagesklinikpensums auf 60 % beschlossen 
worden. Wegen der Ausprägung der depressiven Symptomatik und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 14

täglichen erheblichen somatischen Beschwerden mit Schmerzen sei die 
Aufnahme einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft auch mit einem tiefen 
Pensum völlig ausgeschlossen (S. 4).

Dieser – im Beschwerdeverfahren eingereichte – Bericht ist, soweit den 
zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 
9. September 2015 (AB 132) beschlagend, grundsätzlich zu berücksichti-
gen (vgl. BGE 131 V 9 E. 1 S. 11, 121 V 362 E. 1b S. 366).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Ver-
fügung vom 9. September 2015 (AB 132) massgeblich auf das psychiatri-
sche Gutachten der Klinik D.________ vom 3. Oktober 2014 (AB 112.1) 
gestützt. Dieses Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten An-
forderungen (E. 4.2 hiervor) und zeichnet ein schlüssiges und überzeugen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 15

des Bild des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin, weshalb ihm 
insoweit (vgl. aber auch E. 4.4 hiernach) volle Beweiskraft zukommt 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen 
beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar und einlässlich begründet, so dass 
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.

In Übereinstimmung mit der Beurteilung der Klinik D.________-Gutachter 
und mit Blick auf das langjährige, mittlerweile chronifizierte depressive Ge-
schehen ist in medizinischer Hinsicht ein invalidisierender psychischer Ge-
sundheitsschaden seit 2006 zu Recht unbestritten. Auf die fachärztlich, 
darunter auch vom RAD sowie von den behandelnden Ärzten gestellten 
Diagnosen einer chronifizierten mittelschweren Depression (vgl. Untersu-
chungsbericht des RAD vom 24. Juni 2013 [AB 89 S. 3]), bzw. einer rezidi-
vierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom (vgl. Gutachten 
von Dr. med. L.________ vom 23. Oktober 2013 [AB 97 S. 18 Ziff. VI]) bzw. 
einer mittelgradigen depressiven Episode (bei anamnestisch rezidivier-
ender depressiver Störung; vgl. Bericht von Dr. med. H.________ vom 
14. Oktober 2008 [AB 50] und Gutachten der Klinik D.________ vom 3. Ok-
tober 2014 [AB 112.1 S. 32 Ziff. 6]) ist abzustellen.

4.4 Hingegen kann bezüglich dem Ausmass der Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin in der Zeit seit Auftreten der Gesundheitsschädigung 
nicht alleine auf die Beurteilung der Klinik D.________-Gutachter einer 
50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abgestellt werden, 
wie dies die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 
9. September 2015 (AB 132) getan hat. Vielmehr haben auch die Fachärz-
te der Klinik D.________ im Gutachten selber ihre Einschätzung relativiert: 
Während sie den Beginn der Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 % noch 
klar auf das Jahr 2006 terminierten (AB 112.1 S. 39 Ziff. 6), hielten sie für 
die darauffolgende Zeit fest, dass die Arbeitsunfähigkeit „im Bereich von 
50 % und 100 % geschwankt“ habe und eine „retrospektive Beurteilung mit 
deutlicher Unsicherheit verbunden“ sei, weshalb ihnen „nur eine annähern-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 16

de Schätzung möglich“ sei (Ziff. 7). Die von den Gutachtern definierte 
Bandbreite der Arbeitsfähigkeit von 50 % bis 100 % ist für eine rückwirken-
de Bemessung über einen Zeitraum von acht Jahren per se wenig aussa-
gekräftig, wobei dieser Mangel an Genauigkeit durch die relativierenden 
Bemerkungen der Gutachter selber noch akzentuiert wird. Abzustellen ist 
unter diesen Umständen vielmehr auf die echtzeitlichen Angaben, was dem 
Regelfall entspricht (vgl. Urteil des BGer vom 5. Dezember 2011, 
8C_652/2011, E. 3.2).

4.5 Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2006 
ergibt sich aus den Akten Folgendes: 

4.5.1 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. F.________ attestierte auf-
grund des Mammakarzinoms – und damit somatisch begründet – ab Au-
gust 2005 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (AB 15) und erwähnte be-
reits in diesem Zeitpunkt aus fachfremder Sicht eine Depressivität der Be-
schwerdeführerin. In der Folge hielten neben dem Internisten Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 5. September 2006 (AB 15 S. 42 f.) insbeson-
dere auch der psychiatrische Vertrauensarzt des zuständigen Krankenver-
sicherers Dr. med. G.________ am 15. Dezember 2006 (AB 17 S. 2 f.) und 
ebenso die behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________ im Januar 
2007 (AB 18 S. 1) jegliche Arbeitsfähigkeit aufgrund des depressiven Ge-
schehens für ausgeschlossen. Darauf kann abgestellt werden und es ist 
nach Abschluss der Behandlung der Krebserkrankung (welche wie erwähnt 
aus somatischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit begründete), 
d.h. ab August 2006, von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen 
Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht auszugehen.

4.5.2 Ab September 2007 bescheinigte die behandelnde Psychiaterin 
Dr. med. H.________ im Bericht vom 24. September 2007 (AB 24) einen 
verbesserten Gesundheitszustand (Ziff. 3) und eine Arbeitsunfähigkeit von 
nunmehr 50 % (Ziff. 5). Auch die RAD-Psychiaterin Dr. med. I.________ 
hatte in ihrem Untersuchungsbericht vom Mai 2007 eine Arbeitsfähigkeit in 
einer leichten Tätigkeit von drei bis vier Stunden täglich, die wenig Konzen-
tration erfordert, für zumutbar erachtet (AB 21 S. 3). Spätestens ab Sep-
tember 2007 ist deshalb von einer Verbesserung des Gesundheitszustan-
des und einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 17

4.5.3 Nach der operativen Entfernung eines benignen Brusttumors im 
August 2008 verschlechterte sich der Gesundheitsschaden der Beschwer-
deführerin in psychischer Hinsicht erneut. Sowohl der Hausarzt Dr. med. 
F.________ (AB 48) als auch die behandelnde Psychiaterin Dr. med. 
H.________ (AB 50) attestierten ab Beginn des Augusts 2008 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten. Auch mit Blick auf 
diese Aktenlage hielten die Fachärzte Dres. med. J.________ und 
K.________ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 19. Januar 2011 
(AB 66.1) fest, dass die seit spätestens Sommer 2006 bestehende Arbeits-
unfähigkeit mehr oder weniger unverändert bestehe (S. 4).

Unverändert bestätigte die behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________ 
sowohl im März 2012 (AB 71) wie auch im März 2013 (AB 82) bei statio-
närem Gesundheitszustand eine anhaltende vollständige Arbeitsunfähig-
keit, wobei die Beschwerdeführerin allenfalls zu 30 % eine Tätigkeit erfüllen 
könne, dies jedoch eher im Sinne einer Beschäftigungstherapie (jeweils 
S. 3). In diesem Sinne führte auch die RAD-Psychiaterin Dr. med. 
I.________ in ihrem Untersuchungsbericht vom 24. Juni 2013 (AB 89) aus, 
dass die durch die Verschlechterung der Depression bedingte sehr negati-
ve Sicht der Beschwerdeführerin auf die Welt eine Aktivierung sowie beruf-
liche Integrationsmassnahmen vollkommen unmöglich machten (S. 3). Die 
Depression und die Persönlichkeitsfaktoren hätten zu einer Dekonditionie-
rung und Chronifizierung geführt. Nach einem Verlauf von fast acht Jahren 
sei eine Zustandsverbesserung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit über-
wiegend unwahrscheinlich. 

Gestützt auf die übereinstimmende Beurteilung der Fachärzte ist deshalb 
ab August 2008 wiederum von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszu-
gehen.

4.5.4 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. L.________ bescheinigte in 
seinem Gutachten vom 23. Oktober 2013 (AB 97 S. 2 ff.) gestützt auf die 
Diagnose einer aktuell noch leicht- bis mittelgradigen rezidivierenden de-
pressiven Störung, welche jedoch regressive Tendenzen aufweise (S. 18), 
eine eingetretene Verbesserung. Aufgrund dieser Verbesserung sei es der 
Beschwerdeführerin zwar nicht mehr möglich in ihrer angestammten Tätig-
keit erwerbstätig zu sein, jedoch bestehe in einer angepassten Tätigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 18

eine Resterwerbsfähigkeit von 50 % (S. 22). Damit in Übereinstimmung 
steht auch die Einschätzung der Klinik-Gutachter, welcher volle Beweiskraft 
zukommt (vgl. E. 4.3 vorstehend). Diese attestieren im Zeitpunkt ihrer Be-
gutachtung ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten 
Tätigkeit (AB 112.1 S. 41 Ziff. 11). Gestützt auf die beiden Gutachten von 
Dr. med. L.________ und der Klinik D.________ ist deshalb eine Verbes-
serung des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin erstellt.

Bezüglich der Frage, ab welchem Zeitpunkt von dieser Verbesserung aus-
zugehen ist, sind die Angaben von Dr. med. L.________ sehr ungenau: 
Eine entsprechende Aussage sei „schwierig“ zu machen, allenfalls sei die-
ser auf den Zeitpunkt des Schlussberichts der Beruflichen Abklärung am 
11. November 2008 (AB 52) oder auf das Datum der Untersuchung durch 
die RAD-Psychiaterin vom 18. Juni 2013 (AB 89) festzusetzen. Lediglich 
vier Monate vor der Begutachtung durch Dr. med. L.________ hatte 
Dr. med. I.________ jedoch noch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit at-
testiert (AB 89 S. 3). Unter diesen Umständen kann eine Verbesserung 
nicht vor dem Datum der Untersuchung durch Dr. med. L.________ selber 
am 16. Oktober 2013 (vgl. AB 97 S. 4) angenommen werden. Ab jenem 
Datum ist jedoch gestützt auf die überzeugenden Aussagen im Gutachten 
erstellt, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in schwerem Grade de-
pressiv war (S. 19 Ziff. VI). Diese gutachterliche Einschätzung einer hälfti-
gen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten ruhigen und stressarmen Tätig-
keit ohne Kundenkontakt und mit regelmässigen Pausenmöglichkeiten 
wurde in der Folge auch durch die Gutachter der Klinik D.________ im Ok-
tober 2014 bestätigt (AB 112.1 S. 41 Ziff. 11). 

4.5.5 Ob das von den Gutachtern der Klinik D.________ und Dr. med. 
L.________ erstellte Zumutbarkeitsprofil für die ganze Zeit bis zum Erlass 
der hier angefochtenen Verfügung vom 9. September 2015 (AB 132) seine 
Gültigkeit hat, wie dies die Beschwerdegegnerin angenommen hat, ist 
indessen fraglich: Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der 
Psychiatrischen Dienste O.________ vom 5. Oktober 2015 (BB 3) über die 
Behandlung in der Klinik deutet jedenfalls auf eine im Juni 2015 
eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 19

führerin hin. Dieser Bericht wurde von Dr. med. P.________ 
unterschrieben, welcher entgegen den Ausführungen der 
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 12. November 2015 
im Medizinalberuferegister als Arzt eingetragen ist. Zudem amtet er bei den 
Psychiatrischen Diensten O.________ als Klinikchef (vgl. die Homepage 
der Psychiatrischen Dienste O.________ unter <www…..ch>). An seinen 
fachärztlichen Qualifikationen ist deshalb nicht zu zweifeln, so dass dem 
Bericht durchaus Beweiswert beizumessen ist, ohne dass aber direkt 
darauf abgestellt werden kann. Der weitere Verlauf des 
Gesundheitszustands ab Juni 2015 bzw. der Eintritt einer allfälligen Ver-
schlechterung ist damit unklar, ebenso wie ein allfälliger Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Der rechtserhebliche Sachverhalt 
erweist diesbezüglich als ungenügend abgeklärt. Zu diesem Zweck und zur 
Prüfung einer allfälligen Rentenrevision ist die Sache deshalb an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Festzuhalten ist immerhin, dass der 
Anspruch der Beschwerdeführerin auf (mindestens) eine halbe Rente ab 
Juni 2015 gestützt auf die vorliegenden medizinischen Beurteilungen zu 
Recht unbestritten und zu bestätigen ist. Eine mögliche Schlechterstellung 
(reformatio in peius) im Rahmen der Rückweisung ist ausserhalb der or-
dentlichen Bestimmungen der Rentenrevision nach Art. 17 ATSG (vgl. auch 
E. 3.5 vorstehend) mithin ausgeschlossen und das Einholen einer diesbe-
züglichen Stellungnahme der Beschwerdeführerin erübrigt sich (BGE 137 V 
314 E. 3.2.4 S. 320).

4.6 Zusammenfassend ergeben sich im Zeitverlauf folgende Arbeits-
unfähigkeiten:

- 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten vom 1. August 2005 bis 
zum 31. August 2007 (vgl. E. 4.5.1 vorstehend).

- 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vom 1. Septem-
ber 2007 bis zum 31. Juli 2008 (vgl. E. 4.5.2 vorstehend).

- 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten vom 1. August 2008 bis 
zum 30. September 2013 (vgl. E. 4.5.3 vorstehend).

- Wiederum eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
seit dem 1. Oktober 2013 (vgl. E. 4.5.4 vorstehend).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 20

- Für die Zeit ab Juni 2015 ist nicht genügend abgeklärt, ob eine Ver-
schlechterung der Gesundheit bzw. der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. 
Dies wird abzuklären sein (vgl. E. 4.5.5 vorstehend). Für die weitere Zu-
kunft bis zur neuen Verfügung wird die Beschwerdegegnerin die Sache 
zudem auch hinsichtlich allfälliger Verbesserungen zu untersuchen haben.

5.

5.1 Nachfolgend ist der IV-Grad für die einzelnen Zeitabschnitte zu er-
mitteln:

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 21

5.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs bzw. im Zeitpunkt der 
Rentenrevision massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Ände-
rungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksich-
tigen sind (BGE 129 V 222). Wenn – wie vorliegend – mehrere Revisions-
gründe gegeben sind, ist der gesamte Verlauf zu würdigen und deshalb für 
die einzelnen Revisionszeitpunkte jeweils ein eigener Einkommensver-
gleich durchzuführen (vgl. auch E. 3.5.3 vorstehend).

Unter Berücksichtigung der Neuanmeldung vom 29. September 2006 
(AB 13) und der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin seit 22. August 
2005 zu 100 % arbeitsunfähig war (Zeitpunkt der Mastektomie wegen eines 
Mammakarzinoms [AB 15]), ist der frühestmögliche Rentenbeginn vorlie-
gend in Anwendung von aArt. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der bis zum 31. De-
zember 2007 gültigen Fassung) auf den 1. August 2006 festzusetzen.

5.2

5.2.1 Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ab 
August 2006 (vgl. E. 4.5.1 vorstehend) besteht ab diesem Zeitpunkt von 
vornherein ein Anspruch auf eine ganze Rente und ein Einkommensver-
gleich erübrigt sich. 

5.2.2 Ab September 2007 bestand eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % in 
einer angepassten ruhigen und stressarmen Tätigkeit ohne Kundenkontakt 
und mit regelmässigen Pausenmöglichkeiten (vgl. E. 4.5.2 vorstehend). 
Dies stellt einen Revisionsgrund dar und der IV-Grad ist ab dem 1. Sep-
tember 2007 neu zu ermitteln (vgl. E. 3.5 hiervor).

Die Beschwerdeführerin hat ihre angestammte Tätigkeit im … wegen Ge-
schäftsaufgabe und damit aus invaliditätsfremden verloren (vgl. Fragebo-
gen Arbeitgeber vom 22. November 2006 [AB 14]). Sie wäre damit auch im 
Gesundheitsfalle nicht mehr in diesem Betrieb tätig, so dass das Validen-
einkommen nicht aufgrund des zuletzt erzielten Lohnes ermittelt werden 
kann, sondern grundsätzlich auf den Tabellenlohn abzustellen ist (vgl. 
E. 5.1.1 vorstehend). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 22

Da die Beschwerdeführerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen 
aufgenommen hat, ist das hypothetische Invalideneinkommen ebenfalls auf 
der Basis der Tabellenlöhne zu bestimmen (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Eine ge-
naue Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens erübrigt sich somit, 
da beide aufgrund des gleichen Tabellenlohnes festzusetzen sind: der IV-
Grad entspricht damit dem Grad der Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem 
1. September 2007 (vgl. E. 4.5.2 hiervor) unter Berücksichtigung eines all-
fälligen Tabellenlohn-Abzuges (Entscheid des EVG vom 15. April 2003, 
I 1/03, E. 5.2). Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug 
von 5 % liegt innerhalb des Ermessens der Verwaltung und ist nicht zu be-
anstanden. Dabei resultiert ein IV-Grad von gerundet 53 % (50 % + 5 % 
[zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123]). Selbst bei einem 
zu Gunsten der Beschwerdeführerin angenommenen grosszügigen Abzug 
von 15 % – welcher hier jedoch kaum gerechtfertigt wäre – würde sich am 
Ereignis nichts ändern, da hierbei ein maximaler IV-Grad von gerundet 
58 % resultieren würde.

Unter der Berücksichtigung der Dreimonatsfrist nach Art. 88a Abs. 1 IVV 
besteht deshalb ab 1. Dezember 2007 ein Anspruch auf eine halbe IV-
Rente (vgl. E. 3.2 und E. 3.5.2 vorstehend).

5.2.3 Bei der erneuten vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche 
Tätigkeiten ab August 2008 (vgl. E. 4.5.3 hiervor) ist wiederum ein Revisi-
onsgrund gegeben. Entsprechend den Ausführungen in Erwägung 5.2.1 
hiervor besteht in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV ab dem 1. Novem-
ber 2008 abermals ein Anspruch auf eine ganze Rente.

5.2.4 Bei einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation ab Oktober 
2013 ist bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. E. 4.5.4 vorstehend) 
wieder ein Revisionsgrund gegeben. Auch hier erübrigt sich die genaue 
Ermittlung der beiden Vergleichseinkommen und der IV-Grad entspricht 
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines Abzuges 
von 5 %, was einem IV-Grad von 53 % entspricht (vgl. Berechnung in 
E. 5.2.2 hiervor). Damit hat die Beschwerdeführerin in Anwendung von 
Art. 88a Abs. 1 IVV ab 1. Januar 2014 einen Anspruch auf eine halbe IV-
Rente (vgl. E. 3.2 und E. 3.5.2 vorstehend).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 23

5.2.5 Sollten die Abklärungen betreffend den Gesundheitszustand ab 
Juni 2015 weitere revisionsrechtlich relevante Änderungen aufzeigen (vgl. 
E. 4.5.5 und E. 4.6 vorstehend), wäre gegebenenfalls ein erneuter Ein-
kommensvergleich durchzuführen.

5.3 Anhand der in Erwägung 4.5 ermittelten Arbeitsunfähigkeiten für 
die verschiedenen Zeitabschnitte ergeben sich zusammenfassend folgende 
Ansprüche:

- Vom 1. August 2006 bis zum 30. November 2007 hat die Be-
schwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. E. 4.5.1 und 
E. 5.2.1 hiervor).

- Ab dem 1. Dezember 2007 bis zum 31. Oktober 2008 besteht ein 
Anspruch auf eine halbe IV-Rente (vgl. E. 4.5.2 und E. 5.2.2 vorstehend).

- Für die Zeit vom 1. November 2008 bis zum 31. Dezember 2013 
besteht wiederum ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente (vgl. E. 4.5.3 und 
E. 5.2.3 vorstehend).

- Ab dem 1. Januar 2014 besteht erneut ein Anspruch auf eine halbe 
IV-Rente (vgl. E. 4.5.4 und E. 5.2.4 vorstehend).

- Wie sich allfällige Änderungen im Gesundheitszustand ab Juni 2015 
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und damit auf ihren Ren-
tenanspruch auswirken, ist von der Beschwerdegegnerin abzuklären (vgl. 
E. 4.5.5 und E. 5.2.5 vorstehend).

5.4 Was die in der Beschwerde vom 12. Oktober 2015 eventualiter 
beantragte medizinisch-berufliche Abklärung betrifft (S. 10 Art. 6), enthalten 
die Gutachten von Dr. med. L.________ (AB 97 S. 2 ff.) und der Klinik 
D.________ (AB 112.1) für die Zeit ab Oktober 2013 keine hinreichenden 
Anhaltspunkte, dass nur eine Tätigkeit im geschützten Rahmen zumutbar 
wäre. Wie es sich hingegen mit dem Anspruch auf eine medizinisch-
berufliche Abklärung bei einem allenfalls veränderten Gesundheitszustand 
ab Juni 2015 verhält, wird die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Ab-
klärungen zum allfälligen Vorliegen eines weiteren Revisionsgrundes ab 
Juni 2015 zu prüfen haben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 24

6.

Nach den vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzu-
heissen und die angefochtene Verfügung insofern abzuändern, als der Be-
schwerdeführerin von August 2006 bis Ende November 2007 eine ganze 
IV-Rente, von Dezember 2007 bis Ende Oktober 2008 eine halbe Rente, 
von November 2008 bis Ende Dezember 2013 erneut eine ganze Rente 
sowie ab Januar 2014 wiederum eine halbe IV-Rente zuzusprechen ist. Für 
den Zeitraum ab Juni 2015 ist die Sache an die Verwaltung zurückzuwei-
sen, damit sie die allfällig eingetretene Verschlechterung im Gesundheits-
zustand und deren allenfalls vorliegenden Auswirkungen auf die Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin abklärt und hiernach über 
eine allfällige Rentenerhöhung neu verfügt. Soweit die Beschwerdeführerin 
für die ganze Zeit ab August 2006 eine ganze Rente beantragt, ist ein ent-
sprechender Anspruch nicht ausgewiesen und die Beschwerde mithin ab-
zuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Beim vorliegenden Verfahrensausgang obsiegt die Beschwerdeführerin 
grösstenteils. Angesichts dessen sind der zum überwiegenden Teil unter-
liegenden Beschwerdegegnerin die gesamten Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf insgesamt Fr. 800.–, zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

7.2 Die grösstenteils obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch 
auf eine Parteientschädigung, die sich nach der Bedeutung der Streitsache 
und der Schwierigkeit des Prozesses bemisst (Art. 61 lit. g ATSG). Die 
Kostennote von Fürsprecher B.________ vom 27. November 2015 über 
insgesamt Fr. 3'486.25 (inklusive Auslagen von Fr. 28.– und Mehrwertsteu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 25

er von Fr. 258.25) ist nicht zu beanstanden. Der Antrag lautete zwar auf 
Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. August 2006, dieses „Überkla-
gen“ rechtfertigt jedoch mangels Einflusses auf den Prozessaufwand keine 
Reduktion der Parteientschädigung (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407). Die der 
Beschwerdeführerin auszurichtende Parteientschädigung beläuft sich damit 
auf Fr. 3‘486.25 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer).

7.3 Bei diesem Verfahrensausgang kommt die mit Verfügung vom 
16. November 2015 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tra-
gen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der
IV-Stelle Bern vom 9. September 2015 dahingehend abgeändert, als 
der Beschwerdeführerin ab 1. August 2006 bis 30. November 2007 ei-
ne ganze, ab 1. Dezember 2007 bis 31. Oktober 2008 eine halbe, ab 
1. November 2008 bis 31. Dezember 2013 eine ganze und ab 1. Janu-
ar 2014 eine halbe IV-Rente zugesprochen wird. Für den Zeitraum 
ab Juni 2015 wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückge-
wiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre. Soweit weiter-
gehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteien-
tschädigung, festgesetzt auf total Fr. 3‘486.25 (inkl. Auslagen und 
Mehrwertsteuer), zu bezahlen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2016, IV/15/893, Seite 26

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Pensionskasse C.________ 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.