# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30f7ef98-1dd2-52dc-858c-c600341fa81a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 D-491/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-491-2012_2012-02-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­491/2012

U r t e i l   v om   2 8 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
alias A._______, geboren (…),
Georgien,
vertreten durch Françoise Jacquemettaz,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011 / N.

D­491/2012

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  21.  April  2010  zusammen  mit  seiner 
Ehefrau  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Tbilissi  ein  Asylgesuch 
einreichte und in der Folge zu seinen Asylgründen befragt wurde,

dass  das  BFM  dieses  Gesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom  31. März  2011  als  gegenstandslos  geworden  abschrieb,  nachdem 
die schweizerische Vertretung am 15. Februar 2011 mitgeteilt hatte, der 
Beschwerdeführer  sei  aus  Georgien  ausgereist  und  befinde  sich 
vermutlich in der Türkei,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 25. Dezember 
2010  auf  dem  Landweg  aus  dem  Heimatstaat  ausreiste  und  von  der 
Türkei  her  kommend  am  12.  März  2011  unkontrolliert  in  die  Schweiz 
einreiste,

dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 22. März 2011 im Empfangs­ 
und Verfahrenszentrum  (EVZ) M._______  sowie  der  direkten Anhörung 
vom 3. Mai 2011 durch das BFM zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er habe  im Jahre 2006 bei der Vereinten 
Nationalen  Bewegung  von  Michail  Saakashvili  die  Stelle  als  Leiter  der 
Sonderbrigaden angetreten,

dass  er  im  November  2007  aus  Protest  gegen  die  Verhaftung  seines 
besten  Freundes  anlässlich  einer  gegen  die  Regierung  gerichteten 
Protestkundgebung  vor  mehreren  Tausend  Personen  seinen 
Parteiaustritt  habe  verkünden  und  seinen  Parteiausweis  zerreissen 
lassen,

dass er in der Folge am 13. November 2007 unter dem Vorwand, Drogen 
zu besitzen, verhaftet und wegen Drogenbesitzes zu einer Freiheitsstrafe 
von  acht  Jahren  verurteilt  worden  sei,  wobei  er  seine  Strafe  im 
N._______  Gefängnis  Nr.  (…)  unter  sehr  misslichen  Bedingungen 
verbüsst habe,

dass  ihn  der  georgische  Präsident  indessen  alsbald  begnadigt  habe, 
weshalb  er  im November  2008  aus  dem Strafvollzug  entlassen worden 
sei,

dass  er  sich  danach  ständig  beobachtet  gefühlt  habe  und  keine  Arbeit 
habe finden können, darüber hinaus sein Telefon abgehört worden sei,

D­491/2012

Seite 3

dass  er  im  Juni  2009  mit  dem  Tode  bedroht,  überfallen  und 
zusammengeschlagen  worden  sei,  bei  welcher  Gelegenheit  er  einen 
Beinbruch erlitten habe,

dass am 24. Dezember 2010 sein Reisepass, den er einige Monate zuvor 
erhalten  habe,  wieder  eingezogen  worden  sei,  weshalb  er  seinen 
Heimatstaat  bereits  tags  darauf  und  ohne  seine  Ehefrau  in  Richtung 
Türkei verlassen habe,

dass  er  zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  diverse  Unterlagen  und 
Medienberichte  als  Beweismittel  zu  seinen  politischen  Aktivitäten  und 
zum Strafverfahren zu den Akten reichte,

dass  der  Beschwerdeführer  im  EVZ  aufgefordert  worden  sei,  innert 
48 Stunden  Identitätspapiere  einzureichen,  er  indessen  dieser 
Aufforderung des BFM bislang nicht nachgekommen sei,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 23. Dezember  2011  –  eröffnet  am 28. Dezember  2011  –  ablehnte 
und  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den Wegweisungsvollzug 
anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, es sei gemäss 
Rechtsprechung  grundsätzlich  nicht  Sache  der  schweizerischen 
Asylbehörden,  im Sinne einer Revision ausländische Gerichtsentscheide 
auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen,

dass  trotz  der  Umsetzung  von  zahlreichen  gesetzgeberischen 
Massnahmen  in  der  Vergangenheit  im  Einzelfall  die  Beeinflussung  der 
georgischen  Strafverfolgungsbehörden  nicht  gänzlich  ausgeschlossen 
werden  könne,  weshalb  im  vorliegenden  Fall  vorfrageweise  geprüft 
werde,  ob  in  den  Akten  konkrete  Hinweise  für  die  behauptete 
Unrechtmässigkeit des Gerichtsverfahrens vorlägen,

dass  es  in  casu  keine  objektiven  Anhaltspunkte  gebe,  welche  auf  eine 
rechtswidrige  Anwendung  der  strafrechtlichen  Vorschriften  durch  das 
Gericht hinweisen würden,

dass  der Beschwerdeführer  gegen  das  erstinstanzliche Urteil  auch  eine 
Beschwerde  habe  erheben  können,  welche  allerdings  von  der 
Berufungsinstanz abgewiesen worden sei,

D­491/2012

Seite 4

dass darüber hinaus auch keine prozessualen Vorgänge ersichtlich seien, 
welche auf ein unrechtmässiges Gerichtsverfahren hindeuteten,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  seinem  Versprechen  anlässlich  der 
direkten Bundesanhörung bis dato weder das erstinstanzliche­ noch das 
Beschwerdeurteil  eingereicht  habe,  obwohl  sich  diese  Urteile  seiner 
Aussage zufolge bei  ihm zu Hause befänden und deren Zustellung  ihm 
somit ohne weiteres möglich gewesen wäre,

dass  seine  Aussage  zur  Nichteinreichung  der  Gerichtsunterlagen,  er 
habe über  deren Wichtigkeit  nicht  gewusst,  eine  offensichtliche  und  vor 
allem  unbehelfliche  Schutzbehauptung  sei,  welche  auf  ungünstige 
Feststellungen in den Urteilen hindeute,

dass  bezüglich  der  zahlreichen anderen eingereichten Beweismittel,  die 
der  Beschwerdeführer  –  im  Gegensatz  zu  den  Urteilen  –  offenbar  als 
wichtiger erachtet habe, jedoch auf die grundsätzlich geringe Beweiskraft 
von solchen, von der Partei bestellten Bestätigungen hinzuweisen sei,

dass  formelle  Unzulänglichkeiten  des  Verfahrens,  wie  sie  der 
Rechtsanwalt  des  Beschwerdeführers  kritisiere,  zwar  vorkommen 
könnten,  grundsätzlich  jedoch  davon  auszugehen  sei,  dass  die 
Rechtsprechung  in  Georgien  innerhalb  der  durch  Verfassung  und 
Gesetze festgelegten Normen funktioniere,

dass  das  BFM  des  Weiteren  festgestellt  habe,  die  vorliegenden 
Zeitungsberichte  beruhten  jeweils  auf  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  oder  seiner  Ehefrau,  weshalb  ihnen  die  objektive 
Sichtweise abgehe,

dass  die  Behauptungen  des  Beschwerdeführers,  wonach  das 
Gerichtsverfahren manipuliert worden sei, somit nicht geeignet seien, die 
Rechtmässigkeit des Gerichtsentscheids in Frage zu stellen,

dass  die  von  ihm  geltend  gemachte  Verurteilung  somit  in  seinem 
gesetzwidrigen  Verhalten  begründet  und  rechtsstaatlich  legitim  sei, 
weshalb diese Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an 
die Flüchtlingseigenschaft nicht standhielten,

dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  seiner 
Verfolgung  nach  seiner  Entlassung  aus  dem  Strafvollzug  im  November 
2008  realitätsfremd  und  unsubstanziiert  ausgefallen  seien,  wobei 

D­491/2012

Seite 5

insbesondere sein Verhalten nach der Entlassung erhebliche Zweifel an 
seinen Sachverhaltsschilderungen aufkommen lasse,

dass  er  beispielsweise  trotz  ständiger  Beobachtung  durch  den 
Geheimdienst  und  Behelligungen  seiner  Ehefrau  sowie  ungeachtet  der 
Verhaftungen  seiner  Freunde  ohne  einen  ersichtlichen  Grund  bis  zu 
seiner Ausreise aus Georgien über zwei Jahre habe verstreichen lassen,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  ständigen  Behelligungen  in  all  diesen 
Jahren  von  den  georgischen  Behörden  weder  vorgeladen  noch 
festgenommen worden und ihm vielmehr noch ein Reisepass ausgestellt 
worden sei,

dass er sich trotz der angeblich ständigen Observierung aus Tbilissi habe 
entfernen und den Heimatstaat offenbar problemlos verlassen können,

dass auch in diesem Zusammenhang kaum Hinweise auf eine tatsächlich 
vorhandene behördliche Verfolgungsmotivation ersichtlich sind,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, welche die Zeit nach seiner 
Entlassung  aus  dem  Gefängnis  beträfen,  eindeutige  Kenzeichen  einer 
erfundenen  Verfolgungsgeschichte  aufwiesen  und  insgesamt  den 
Eindruck  erweckten,  er  habe  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf 
Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  können, 
sondern  lediglich  versucht,  eine  angebliche  Verfolgungssituation  zu 
konstruieren,  weshalb  seinen  Schilderungen  nicht  geglaubt  werden 
könne,

dass  der  Wegweisungsvollzug  nach  Georgien  zulässig,  zumutbar  und 
möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  26.  Januar  2012  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und  die  nachfolgend  aufgeführten  Anträge  stellen  liess:  Es  sei  die 
Verfügung der Vorinstanz vom 23. Dezember 2011 aufzuheben und die 
Flüchtlingseigenschaft  des Beschwerdeführers  festzustellen.  Ausserdem 
sei  von  einer  Wegweisung  abzusehen  und  allenfalls  die  vorläufige 
Aufnahme  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  anzuordnen. 
Schliesslich  sei  dem  Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Rechtspflege 
zu gewähren,

D­491/2012

Seite 6

dass  auf  die  Begründung,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen einzugehen ist,

dass der  Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Zwischenverfügung 
vom 6. Februar 2012 abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis 
zum 21. Februar 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu Gunsten 
der Gerichtskasse zu überweisen,

dass der einverlangte Kostenvorschuss am 15. Februar 2012 fristgerecht 
geleistet wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­491/2012

Seite 7

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  der  Beschwerdeschrift 
nicht zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen vermögen,

dass  der  Beschwerdeführer  geltend machte,  er  sei  von  Istanbul  aus  in 
einem  Lastwagen  ohne  gültiges  Reise­  oder  Identitätspapier  in  fünf 
Tagen nach Lugano gereist (A8/13 Ziff. 13.1 und 13.2 S. 5/6, Ziff. 16 S. 9, 
A18/20 F112 – F119 S. 12), wobei er nirgendwo kontrolliert worden sei,

dass  dieses  Vorbringen  angesichts  der  strikten  Kontrollen  an  den 
Aussengrenzen der Europäischen Union unglaubhaft erscheint,

D­491/2012

Seite 8

dass  derartige Unstimmigkeiten  im Zusammenhang mit  der Schilderung 
des  Reisewegs  Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend 
gemachten  Verfolgungssituation  zulassen  (Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1998 
Nr. 17 E. 4b S. 150), was sich auch in casu bestätigt,

dass  der  Beschwerdeführer  bis  zum  heutigen  Tag  seine  Identität  nicht 
nachgewiesen hat, weshalb er selbst aus echten Gerichtsurkunden nichts 
zu seinen Gunsten ableiten könnte,

dass  er  weder  das  erstinstanzliche  noch  das  Beschwerdeurteil  zu  den 
Akten reichte (vgl. A18/20 F79 ff. S. 9),

dass  er  anlässlich  der  BzP  angab,  er  sei  Jurist  (A8/13  Ziff.  8  S.  3), 
weshalb  es  sich  erübrigt,  ihm  den  Beweiswert  eines  echten  Urteils  zu 
erläutern,

dass  er  auch  nicht  in  der  Lage war,  andere Dokumente,  die  es  seinen 
Schilderungen  zufolge geben müsste,  zu den Akten  zu  reichen  (A18/20 
F130 S. 13),

dass die von  ihm eingereichten Beweismittel den Eindruck hinterlassen, 
die  angebliche  Verfolgungssituation  werde  vom  Beschwerdeführer 
inszeniert,

dass  bei  dieser  Sachlage  zur  Vermeidung  von Wiederholungen  auf  die 
zutreffenden  und  ausführlichen  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung  sowie  diejenigen  in  der  Zwischenverfügung  vom  6.  Februar 
2012 des Bundesverwaltungsgerichts verwiesen werden kann,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

D­491/2012

Seite 9

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

D­491/2012

Seite 10

(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  in Georgien  insbesondere weder Krieg noch Bürgerkrieg oder eine 
Situation allgemeiner Gewalt herrschen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem am 15. Februar 2012 geleisteten Kostenvorschuss 
zu verrechnen sind.

D­491/2012

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 15. Februar 2012 in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: