# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cc41add-b65e-52d6-b4b0-b98cf0226c1f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.07.2014 200 2013 532
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-532_2014-07-03.pdf

## Full Text

200 13 532 IV
FUR/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juli 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Braune

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2014, IV/13/532, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ meldete sich wegen einer seit September 
2007 bestehenden Psychose am 23. Juni 2010 zum Bezug von Leistungen 
in Form einer Rente bei der IV-Stelle Bern (IVB) an (Akten der IVB [act. II] 
2). 

Die IVB holte medizinische (act. II 7, 11, 26) und erwerbliche Berichte (act. 
II 8, 17, 25) ein und führte am 12. Juli 2010 ein Intake-Gespräch mit der 
Versicherten (act. II 13).

Vom 15. November 2010 bis 4. Februar 2011 absolvierte die Versicherte 
eine berufliche Grundabklärung in der Abklärungsstelle B.________ (act. II 
35, 36, 46), gefolgt von einem knapp drei Monate dauernden Arbeitstrai-
ning bei der C.________ (act. II 45). Nachdem für eine Verlängerung die-
ses Trainings bis am 24. Juli 2011 Kostengutsprache geleistet worden war 
(act. II 53), konnte die Versicherte ab 1. Juni 2011 das Arbeitstraining mit 
Unterstützung durch die Invalidenversicherung bei der D.________ fortset-
zen (act. II 60) und bis Ende November 2011 verlängern (act. II 67); ansch-
liessend erhielt sie einen Anstellungsvertrag bei der D.________ mit einem 
Pensum von 60% ab 1. Dezember 2011 (act. II 72). 

Nach erfolgreichem Abschluss dieser beruflichen Massnahmen (act. II 63) 
liess die IVB den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Frage, wie sich 
die Diagnosen/Befunde auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
auswirkten, und zwecks Definition eines Leistungsprofils Stellung nehmen. 
Dabei gelangte die RAD-Ärztin E.________, Fachärztin für Neuropsychia-
trie (BH), am 28. Dezember 2011 zum Schluss, dass der Versicherten in 
der bisherigen Tätigkeit ein Pensum von 60% mit einer Leistungsverminde-
rung von 30% zugemutet werden könne; in einer Verweistätigkeit bestehe 
keine grössere Verwertbarkeit der beruflichen Leistungen (act. II 75). 

In einem Verlaufsbericht vom 11. April 2012 bescheinigte Dr. med. 
F.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bei unveränderter Dia-
gnosestellung einen stationären Gesundheitszustand (act. II 79).

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B.

Zwischenzeitlich hatte die D.________ das Arbeitsverhältnis mit der Versi-
cherten per 31. März 2013 gekündigt (act. II 78), worauf die IVB wiederum 
Eingliederungsmöglichkeiten prüfte (act. II 80, 83).

Sodann holte die IVB einen Abklärungsbericht Haushalt ein, in welchem 
ausgehend von einem Status der Versicherten von 90% Erwerbstätigkeit 
und 10% Betätigung im Aufgabenbereich jeweils im Erwerbsbereich ab 31. 
August 2008 eine gewichtete Invalidität von 31%, ab 30. Juni 2010 eine 
solche von 90% und ab 1. Dezember 2012 eine solche von 42% ermittelt 
wurde (act. II 85).

Nach weiteren Bemühungen zur Arbeitsvermittlung (act. II 86) stellte die 
IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 31. Juli 2012 die Ausrichtung 
einer ganzen Rente ab 1. Dezember 2010 sowie einer Viertelsrente ab 1. 
März 2012 in Aussicht (act. II 87). Hiergegen erhob die Versicherte mit Ein-
gabe vom 31. August 2012 Einwand, in dem sie geltend machte, die nicht 
voll durchdachte Äusserung gegenüber der Abklärungsperson, sie würde 
ohne Krankheit nur 90% arbeiten, treffe heute nicht mehr zu; wie viele an-
dere alleinstehende Männer oder Frauen würde sie 100% arbeiten und den 
kleinen Dreizimmerhaushalt ohne weiteres nebenbei erledigen. Vor ihrer 
Erkrankung habe sie 90% gearbeitet und gleichzeitig einen anspruchsvol-
len Bauernhaushalt mit ihren beiden pubertierenden Söhnen geführt (act. II 
97).

In seiner Stellungnahme vom 17. September 2012 hielt der Abklärungs-
dienst am festgelegten Status fest, worauf am 22. Mai 2013 entsprechend 
dem Vorbescheid verfügt wurde (act. II 124).

C.

In ihrer hiergegen gerichteten Beschwerde vom 20. Juli 2013 macht die 
Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, sie wäre im Gesundheitsfall zu 
100% erwerbstätig, dies im Wesentlichen mit der bereits im Einwand vom 
31. August 2012 vorgetragenen Begründung sowie unter Hinweis auf ein 

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Arztzeugnis von Dr. med. F.________ vom 20. Juli 2013 (Beschwerdebei-
lage [act. I] 1). 

Die IVB beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 29. August 2013 die 
Abweisung der Beschwerde.

Am 20. Mai 2014 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 
161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Mai 2014 wies die Instruktionsrich-
terin die Beschwerdeführerin darauf hin, dass der medizinische Sachverhalt 
sowie die Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit als unge-
nügend abgeklärt erscheine und die Angelegenheit deshalb an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen wäre zum Einholen eines psychiatri-
schen Gutachtens; dabei könne sich ergeben, dass der Entscheid zu Un-
gunsten der beschwerdeführenden Partei abgeändert würde. Die Be-
schwerdeführerin wurde dementsprechend auf die Möglichkeit einer 
Schlechterstellung aufmerksam gemacht und es wurde ihr Gelegenheit 
gegeben, sich hierzu zu äussern oder die Beschwerde allenfalls zurückzu-
ziehen. Diese liess sich in der Folge, nachdem sie die Verfügung nicht ab-
geholt hatte und diese dem Gericht retourniert worden war sowie nach 
nochmaliger Zustellung derselben mittels A-Post, nicht vernehmen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a Beschwerden gegen solche 
Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit 
ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, wes-
halb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständig-
keit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invali-
denversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 
81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist 
auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. Mai 2013 (act. II 
124). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG stellt sich die Frage nach 
der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie 
Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 
3.3 S. 508).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 
28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149).

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Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind 
oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, für 
diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch 
im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007 
aArt. 28 Abs. 2bis IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit bezie-
hungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 125 V 
146 E. 2a S. 150). 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Den Akten ist zur – der angefochtenen Verfügung zu Grunde geleg-
ten – medizinischen Situation im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Am 8. Juli 2010 bescheinigte Dr. med. F.________ aufgrund der 
festgestellten psychiatrischen Erkrankung (vgl. act. II 29.2 S. 1) eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt ab 1. Juli 2010; 
in geschütztem Rahmen wäre vorerst mit einem Pensum von 50 – 60% ein 
Einsatz (Training/Wiedereingliederung) zu versuchen (act. II 14).

In seinem Bericht vom 13. November 2011 hielt der gleiche Arzt fest, dass 
die bipolare Störung mit psychotischen Anteilen unter der gegenwärtigen 
Medikation unter Kontrolle sei, aber eine verminderte Belastbarkeit und 

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Leistungseinbussen bestünden. Die Leistungsfähigkeit dürfte in der jetzigen 
wie auch in einer anderen Arbeit bei ca. 50 – 60% liegen (act. II 71 S. 2).

3.1.2 Die RAD/Ärztin E.________ bestätigte in ihrem Bericht vom 28. De-
zember 2011 die von Dr. med. F.________ postulierte Störung und stellte 
die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig (unvollstän-
dig) remittiert (ICD-10: F31.7). Aus versicherungspsychiatrischer Sicht kön-
ne der Patientin in den stabilen gesundheitlichen Phasen in ihrem Beruf als 
… beim derzeitigen Arbeitgeber (D.________) ein Pensum von 60% mit 
einer 30%ige Leistungsminderung zugemutet werden; dabei wirkten sich 
die Antriebsstörungen in Form von schnellem Auftreten der Ermüdungser-
scheinungen, Überforderung sowie reduziertem Tempo und Flexibilität auf 
die Arbeitsfähigkeit aus (act. II 75 S. 4).

3.1.3 Im Verlaufsbericht vom 11. April 2012 attestierte Dr. med. 
F.________ unter Bestätigung der gestellten Diagnose einen stationären 
Gesundheitszustand. Nach Stellenverlust und anschliessenden beruflichen 
Massnahmen dürfte die durchschnittliche Langzeitarbeitsunfähigkeit de 
facto leistungsmässig um 50% liegen, positiv ausgedrückt bestehe eine 
Leistungsfähigkeit von ca. 50 – 60% bei eventuell längerer Präsenzzeit 
(act. II 79 S. 1 f.).

3.1.4 Die RAD-Ärztin med. pract. G.________, Fachärztin für Neurologie 
und Psychiatrie, bezeichnete die von Dr. med. F.________ bescheinigten 
Arbeitsunfähigkeiten in ihrem Bericht vom 8. Juni 2012 als nachvollziehbar; 
hingegen nahm die RAD-Ärztin zum durch diesen definierten Zumutbar-
keitsprofil – trotz ausdrücklichen Hinweises der anfragenden Abklärungs-
fachperson (act. II 81 S. 1 f.) – nicht Stellung, sondern gab lediglich das 
von der RAD-Ärztin E.________ definierte Profil wieder (act. II 81 S. 3). 

3.2 In medizinischer Hinsicht ist nach den hinsichtlich der Diagnose im 
Wesentlichen übereinstimmenden ärztlichen Berichten davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin an einer – die Arbeitsfähigkeit beeinträchti-
genden – psychischen Erkrankung leidet; der behandelnde Psychiater stell-
te die Diagnose einer bipolaren Störung mit psychotischen Anteilen (ICD-
10: F31), DD Mischpsychose (ICD-10: F25), während die RAD-Ärztin 
E.________ diagnostisch von einer bipolaren affektiven Störung, gegen-

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wärtig (unvollständig) remittiert (ICD-10: F31.7), ausging (act. II 79 bzw. 
act. II 75). 

Unterschiedlich beurteilen dagegen Dr. med. F.________ und die RAD-
Ärztin die sich aus dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung ergebende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dr. med. F.________ hielt in seinem 
Bericht vom 13. November 2011 fest, dass die Beschwerdeführerin auf-
grund der Medikation und der Gesprächstherapie weder depressiv noch 
psychotisch sei, sie jedoch bei der Arbeit verlangsamt sei mit Tendenz zu 
Konzentrationsschwächen. Die Arbeitsfähigkeit in der derzeit ausgeübten 
wie auch in einer anderen Tätigkeit schätzte er auf 50 – 60% bei eventuell 
längerer Präsenzzeit (act. II 79 S. 1 f.). 

Demgegenüber definierte die RAD-Ärztin das Zumutbarkeitsprofil ange-
sichts der Antriebsstörungen, verbunden mit schnellerem Auftreten von 
Ermüdungserscheinungen, Überforderung sowie reduziertem Arbeitstempo 
und Flexibilität bei der Arbeit, dahingehend, dass in der bisherigen als auch 
in jeglicher Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60% mit einer Leis-
tungsminderung von 30% bestehe (act. II 75 S. 4). 

Im Verlaufsbericht vom 11. April 2012 bestätigte Dr. med. F.________ die 
zuvor gestellte Diagnose und bezeichnete den Gesundheitszustand als 
stationär; nach Stellenverlust und IV-Wiedereingliederung dürfte die durch-
schnittliche Langzeitarbeitsunfähigkeit leistungsmässig um die 50% liegen, 
positiv ausgedrückt betrage die Leistungsfähigkeit ca. 50 – 60% bei ev. 
längerer Präsenzzeit (act. II 79 S. 1 ff.). Damit hält er letztlich an der Leis-
tungsbeurteilung, wie er sie bereits im November 2011 abgegeben hat, fest 
bzw. seine damalige Einschätzung wurde durch den seitherigen Verlauf 
bestätigt.

3.3 Bei dieser  Aktenlage ist die (ohne eigene Untersuchung abgegebe-
ne) medizinische Beurteilung der RAD-Ärztin E.________ bzw. das von ihr 
definierte Zumutbarkeitsprofil gemäss Bericht vom 28. Dezember 2012, 
wonach der Beschwerdeführerin – wie erwähnt – aus versicherungspsych-
iatrischer Sicht in gesundheitlich stabilen Phasen in der bisher ausgeübten 
Tätigkeit als … ein Pensum von 60% bei einer Leistungsverminderung von 
30% zugemutet und auch in einer Verweistätigkeit von keiner grösseren 

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Verwertbarkeit der beruflichen Leistungen ausgegangen werden könne 
(act. II 75 S. 4), nicht nachvollziehbar. Die RAD-Ärztin hat sich – obschon 
sie auf dessen Bericht Bezug nimmt – mit den Angaben des behandelnden 
Arztes zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten nicht auseinan-
dergesetzt und die Abweichung ihrer Einschätzung von derjenigen durch 
Dr. med. F.________ nicht begründet. Nach der Bestätigung der Einschät-
zung seitens des behandelnden Psychiaters (act. II 79 S. 1 ff.) hat sie sich 
nicht mehr zur Sache geäussert. Der Bericht der RAD-Ärztin med. pract. 
G.________ vom 8. Juni 2012 (act. II 81 S. 3) trägt ebenfalls nicht zur 
Klärung der unterschiedlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei. 

Es bestehen damit – aus den Akten nicht erklärbare – erhebliche Unter-
schiede in der Beurteilung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit, nämlich 
einerseits 42% (RAD) und andererseits 55% (Dr. med. F.________), wel-
che sich durchaus in dem Sinne auf den Rentenanspruch auswirken könn-
ten, als ein solcher sogar entfallen könnte. Gleichzeitig fehlt eine umfas-
sende und fundierte medizinische Würdigung sowohl seitens des behan-
delnden Arztes wie auch seitens des RAD. Die zur Verfügung stehenden 
medizinischen Unterlagen lassen eine abschliessende Beurteilung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin damit nicht zu. Hinzu 
kommt, dass die aktenkundigen ärztlichen Berichte im Zeitpunkt des Erlas-
ses der vorliegend angefochtenen Verfügung bereits über ein Jahr alt wa-
ren und deshalb die massgebenden Verhältnisse auch von daher nicht 
aussagekräftig abbilden. Es bedarf mithin weiterer medizinischer Ab-
klärung, und zwar mittels einer psychiatrischen Begutachtung durch eine 
Fachärztin oder einen Facharzt, die bzw. der bisher nicht mit der Patientin 
befasst war. Hierzu ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

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dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-
teils zurückzuerstatten.

4.2 Da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass dessen 
überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheit zu-
gemutet werden kann, hat die – nicht vertretene – Beschwerdeführerin trotz 
ihres Obsiegens keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 127 
V 205 E. 4b S. 207). 

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 22. Mai 2013 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss wird der Be-
schwerdeführerin nach Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- A.________ (samt eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.