# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3f47d0f-4a52-5a2f-a92f-4756ea130314
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.11.2021 SB210135
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210135_2021-11-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210135-O/U/mc-ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Schärer 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Laufer sowie Gerichtsschreiber 

MLaw Huter 

 

Urteil vom 12. November 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

amtlich verteidigt durch lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin und Berufungsbeklagte 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

 

 

betreffend einfache Körperverletzung etc.   
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 20. Oktober 2020 (GG200103) 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 6. Mai 2020 

(Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB so-

wie 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die mit Urteil des Regionalgerichtes Bern - Mittelland vom 12. Oktober 2018 

für den bedingten Strafteil von 28 Monaten Freiheitsstrafe angesetzte Pro-

bezeit wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert. 

5. Die folgenden, von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände 

werden eingezogen und der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheids innert einer Frist von drei Monaten auf erstes Verlangen hin 

herausgegeben, ansonsten sie der Lagerbehörde zur gutscheinenden Ver-

wendung überlassen werden: 

a) Damenkleid blau mit Farbenmuster (Asservat Nr. A012'719'925), 

b) Damenschuhe Ballerinas schwarz/weiss (Asservat Nr. A012'719'947). 

6. Die folgenden, von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände 

werden eingezogen und der Privatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Entscheids innert einer Frist von drei Monaten auf erstes Ver-

langen hin herausgegeben, ansonsten sie der Lagerbehörde zur gutschei-

nenden Verwendung überlassen werden: 

- 4 - 

a) Oberteil weiss mit dunklen Querstreifen (Asservat Nr. A012'719'696), 

b) Strickjacke dunkel (Asservat Nr. A012'719'709), 

c) Damenschuhe rot (Asservat Nr. A012'719'710), 

d) Hose mit Leibgurt, Jeans dunkelblau (Asservat Nr. A012'719'721). 

7. Die folgenden, sichergestellten Asservate werden eingezogen und der La-

gerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung über-

lassen: 

a) IRM-Fotografie (Asservat Nr. A012'719'812), 

b) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'823), 

c) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'834), 

d) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'845), 

e) Vergleichs-WSA (Asservat Nr. A012'719'856), 

f) IRM-Fotografie (Asservat Nr. A012'719'958), 

g) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'969), 

h) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'970), 

i) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'981), 

j) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'992), 

k) Vergleichs-WSA (Asservat Nr. A012'720'002) 

l) Atelier-Fotografie (Asservat Nr. A012'720'104), 

m) Atelier-Fotografie (Asservat Nr. A012'720'115). 

8. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

9. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 3'500.– zu-

züglich 5 % Zins ab 13. Juni 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 5 - 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:  

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 862.45   Auslagen (Gutachten); 

Fr. 8'737.15   amtliche Verteidigung; 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft, werden der Beschuldigten auferlegt. 

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

13. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 8'737.15 (inkl. MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.  

14. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 

B._____ wird mit separater Verfügung entschieden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

(Urk. 59 S. 1) 

1. Die Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

20. Oktober 2020 im Verfahren GG200103-L sei aufzuheben; 

2. In Abänderung des bezeichneten Urteils sei die Beschuldigte zu einer 

bedingten Strafe sowie einer Probezeit von fünf Jahren zu verurteilen; 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7 % MwSt. 

- 6 - 

b) Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 45, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Die Privatklägerschaft: 

(sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

_____________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Ver-

meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urk. 39 S. 4). Mit Urteil des Bezirksgerichts Zü-

rich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 20. Oktober 2020 wurde die Beschuldigte 

im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen 

und bestraft (Urk. 39 S. 50). Gegen das gleichentags mündlich eröffnete Urteil 

liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 fristgerecht Berufung 

anmelden (Urk. 35). Das begründete Urteil wurde der Verteidigung am 

23. Februar 2021 zugestellt (Urk. 38/2). Mit Eingabe vom 8. März 2021 reichte 

diese innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungser-

klärung ein (Urk. 41). Anschlussberufungen wurden keine erhoben (Urk. 45). Am 

16. April 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 12. November 2021 vor-

geladen (Urk. 47). Zur Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigte per-

sönlich in Begleitung ihres amtlichen Verteidigers sowie die Privatklägerin (Prot. II 

S. 3). 

- 7 - 

2. Umfang der Berufung 

2.1. In der Berufungserklärung focht die Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil 

mit Ausnahme von Dispositivziffer 13 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) 

in sämtlichen Punkten an (Urk. 41 S. 2). Anschlussberufungen wurden keine er-

hoben. Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte die Beschuldigte nur 

noch die Abänderung des vorinstanzlichen Urteils bezüglich der Vollzugsfrage. 

Namentlich beantragte sie, es sei Dispositiv Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils 

aufzuheben und sie sei neu zu einer bedingten Strafe mit einer Probezeit von fünf 

Jahren zu verurteilen (Urk. 59 S. 1). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

kann das Berufungsgericht, wenn nur die Vollzugsfrage angefochten ist, die 

Überprüfung auf das Strafmass ausdehnen, da Strafmass und Vollzugsfrage eng 

miteinander zusammenhängen (BGE 144 IV 383 E. 1.1.). Auch zwischen der Fra-

ge des Widerrufs einer aufgeschobenen Vorstrafe und der Vollzugsfrage besteht 

ein enger Zusammenhang. Entsprechend erscheint es angemessen, vorliegend 

die Strafzumessung der Vorinstanz sowie die Verlängerung der Probezeit des mit 

Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 festgelegten 

bedingten Strafteils von 28 Monaten Freiheitsstrafe ebenfalls zu überprüfen. 

2.2. Damit ist das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelge-

richt, vom 20. Oktober 2020 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 5 bis 

7 (sichergestellte Asservate), 8 und 9 (Zivilansprüche), 10 bis 12 (Kostenfolgen) 

und 13 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) sowie 14 (Entschädigung der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin) und die Verfügung vom 22. Oktober 

2020 (Höhe dieser Entschädigung) in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzu-

stellen ist. 

II. Sanktion 

1. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln 

1.1. Beurteilt das Gericht gleichzeitig mehrere Delikte, so bildet es eine Ge-

samtstrafe, wenn es für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen aus-

fällt. Es folgt dabei dem Asperationsprinzip: Hat der Täter durch eine oder mehre-

re Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so 

- 8 - 

verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie an-

gemessen (Art. 49 Abs. 1 erster Satz StGB). Die jüngste Rechtsprechung 

schliesst eine Gesamtbetrachtung aller Einzeltaten oder die Bildung von Delikts-

gruppen bei mehrfacher Verwirklichung desselben Tatbestands grundsätzlich aus, 

sofern dies darauf hinausläuft, im Einzelfall die nach dem Asperationsprinzip ge-

bildete Gesamtstrafe zugunsten einer gesetzlich nicht vorgesehenen "Einheits-

strafe" aufzugeben. Diese Praxis ist auf die Strafartbestimmung anhand der so-

genannten konkreten Methode zugeschnitten. Gemäss dieser Methode ist die Bil-

dung einer Gesamtstrafe nach dem Asperationsprinzip nur soweit möglich, wie für 

jeden Normverstoss im konkreten Fall gleichartige Strafen auszufällen sind (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_432/2020 vom 30. September 2021 E. 1.4 mit Hinwei-

sen). 

1.2. Die Beschuldigte wurde rechtskräftig der einfachen Körperverletzung i.S.v. 

Art. 123 Ziff. 1 StGB und der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB 

schuldig gesprochen. Beide Delikte werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft. Der Vorinstanz (Urk. 39 S. 36) ist darin zu folgen, dass 

sich für die einfache Körperverletzung eine Strafe von über 180 Tagessätze als 

angemessen erweist, weshalb eine Geldstrafe nicht mehr in Betracht kommt (vgl. 

Art. 34 Abs. 1 StGB). Für die mehrfachen Drohungen erweist sich eine Freiheits-

strafe ebenfalls als angemessene Sanktion. Die Vorinstanz hat diesbezüglich zu-

treffend darauf hingewiesen, dass die Beschuldigte mit Urteil des Regionalge-

richts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 zu einer Freiheitsstrafe von 

36 Monaten verurteilt wurde, wovon 28 Monate bedingt aufgeschoben wurden 

(Urk. 51; Urk. 54). Die vorliegend zu beurteilenden Straftaten beging die Beschul-

digte acht Monate nach diesem Urteil, womit sie innert kurzer Zeit gegen die ihr 

angesetzte Probezeit von 4 Jahren verstiess. Offensichtlich vermochten sie weder 

die Verurteilung zu einer 36-monatigen Freiheitsstrafe noch der drohende Vollzug 

des bedingt ausgesprochenen Strafteils von immerhin 28 Monaten zu beeindru-

cken. Die Beschuldigte befand sich im damaligen Verfahren auch während rund 8 

Monaten in Untersuchungshaft, ohne dass sie dadurch von weiterer Delinquenz 

abgehalten wurde. Unter den dargelegten Umständen kann nicht davon ausge-

gangen werden, dass eine Geldstrafe, selbst wenn sie unbedingt ausgesprochen 

- 9 - 

würde, bei der Beschuldigten die angestrebte Wirkung zu erreichen vermag. Es 

besteht daher keine Veranlassung, einzelne der heute zu beurteilenden Straftaten 

mit einer Geldstrafe zu sanktionieren.  

1.3. Die Beschuldigte beging die zu beurteilenden Delikte während der mit Ur-

teil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 angesetzten Pro-

bezeit (Urk. 51; Urk. 54). Die Vorinstanz hat auf den Widerruf des bedingten 

Strafteils dieser Vorstrafe verzichtet (Urk. 39 S. 50). Nachdem allein die Beschul-

digte Berufung erhoben hat, darf das vorinstanzliche Urteil nicht zu ihrem Nachteil 

abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO), weshalb ein Widerruf nicht in Betracht 

kommt. Damit entfällt die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 46 Abs. 1 

StGB. 

1.4. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung richtig aufgezeigt. 

Zur Vermeidung von Wiederholungen kann darauf verwiesen werden (Urk. 39 

S. 36 ff.). Mit der Vorinstanz erweist sich die einfache Körperverletzung als 

schwerstes Delikt. Entsprechend ist hierfür eine Einsatzstrafe festzusetzen. Aus-

serordentliche Umstände, die ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens als 

angezeigt erscheinen liessen, liegen nicht vor. 

2. Tatkomponente 

2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere der einfachen Körperverletzung ist 

mit der Vorinstanz (Urk. 39 S. 38) festzuhalten, dass die Beschuldigte sehr ag-

gressiv und brutal vorging. Die Beschuldigte biss der Privatklägerin in die Unter-

lippe und riss ihr ein Stück der Lippe heraus (vgl. dazu auch die Fotografien in 

Urk. 4 S. 4 ff.). Dieses Verhalten zeugt von einer nicht unerheblichen Gewaltbe-

reitschaft und Geringschätzung der körperlichen Integrität. Bissverletzungen sind 

zudem sehr schmerzhaft. Dies gilt umso mehr, wenn mit den Lippen eine emp-

findliche Körperregion betroffen ist. Aufgrund der ihr zugefügten Bissverletzung 

musste die Privatklägerin hospitalisiert und ihre Unterlippe operativ rekonstruiert 

werden. Sie verbrachte mehrere Tage im Spital und war während zwei Wochen 

arbeitsunfähig. In dieser Zeit konnte sie nur spezielle Kost zu sich nehmen. Bis 

heute bestehen bei der Nahrungsaufnahme Einschränkungen (Prot. II S. 10 f.). 

- 10 - 

Menschenbisse weisen zudem ein hohes Infektionsrisiko auf, weshalb die Privat-

klägerin auch mit Antibiotika behandelt werden musste. Einige Monate nach dem 

Vorfall musste bei der Privatklägerin ein weiterer operativer Eingriff an der Lippe 

durchgeführt werden, welcher erneut zu einer fast zweiwöchigen Arbeitsunfähig-

keit führte. Aufgrund der bis heute bestehenden Probleme steht gemäss den An-

gaben der Privatklägerin an der Berufungsverhandlung eine dritte Operation be-

vor (Prot. II S. 10 f.). Ob die Beeinträchtigungen dauerhaft sein werden, kann der-

zeit nicht beurteilt werden. In jedem Fall ist gemäss Gutachten zur körperlichen 

Untersuchung des IRM vom 28. Juni 2019 mit bleibenden Narben zu rechnen. 

Nachdem sich die Verletzung an der Lippe befindet, handelt es sich dabei um 

nicht unerhebliche ästhetische Folgen. Mangels anderweitiger Anhaltspunkte ist 

zu Gunsten der Beschuldigten davon auszugehen, dass die Tat nicht von langer 

Hand geplant war, sondern der Tatentschluss kurzfristig gefasst wurde. Die Vor-

instanz hat diesbezüglich jedoch zu Recht darauf hingewiesen, angesichts des 

Umstands, dass die Privatklägerin von hinten angegriffen worden sei, sei von ei-

ner gewissen Planmässigkeit und Hinterhältigkeit auszugehen (Urk. 39 S. 38). 

Das objektive Verschulden ist im Rahmen des Tatbestandes der einfachen Kör-

perverletzung als nicht mehr leicht zu bewerten. Bei der subjektiven Tatschwere 

fällt ins Gewicht, dass die Beschuldigte gezielt vorging und direktvorsätzlich han-

delte. Angesichts der Angaben beider Beteiligten ist erstellt, dass ihre Beziehung 

schon seit längerer Zeit angespannt war und es zwischen ihnen auch immer wie-

der zu Streitereien kam. Das Verschulden der Beschuldigten wird dadurch nur 

leicht relativiert, zumal es am Tag des Vorfalls gemäss übereinstimmender Dar-

stellung beider Parteien nicht zu einem Streit zwischen ihnen gekommen war. Für 

die einfache Körperverletzung erweist sich die von der Vorinstanz festgesetzte 

Einsatzstrafe von 9 Monaten (Urk. 39 S. 39) als angemessen. 

2.2. Die Beschuldigte drohte der Privatklägerin am 29. Juni 2019 am gemein-

samen Arbeitsplatz damit, dass sie noch nicht fertig mit ihr sei und ihr "die Nase 

nehmen" werde. Die Privatklägerin wurde dadurch in erhebliche Angst versetzt. 

Angesichts des am 13. Juni 2019 erfolgten tätlichen Angriffs befürchtete sie nach-

vollziehbarerweise, die Beschuldigte werde ihre Drohung in die Tat umsetzen. Die 

Äusserung der Beschuldigten hatte nachhaltige Auswirkungen auf das Sicher-

- 11 - 

heitsgefühl und die Lebensführung der Privatklägerin. Angesichts der von der Pri-

vatklägerin erlittenen nicht unerheblichen Verletzung an der Lippe erscheint die 

Drohung der Beschuldigten, sie an der Nase zu verletzen, auch als bösartig. Bei 

der subjektiven Tatschwere ist auch an dieser Stelle auf die konfliktbehaftete Be-

ziehung zwischen der Beschuldigten und der Privatklägerin hinzuweisen, was das 

Verschulden leicht relativiert. Wie erwähnt, hat die Privatklägerin eingeräumt, die 

Beschuldigte beim Vorfall vom 13. Juni 2019 ihrerseits beschimpft und beleidigt 

zu haben. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips erweist sich für die am 

29. Juni 2019 erfolgte Drohung eine Erhöhung der Einsatzstrafe um einen Monat 

als angemessen. Die Beschuldigte bedrohte die Privatklägerin bei zwei weiteren 

Gelegenheiten mit dem Tod, was einen der schwersten denkbaren Nachteile dar-

stellt. Der zwischen den Beteiligten seit längerer Zeit bestehende Konflikt lässt ihr 

Verhalten in einem etwas milderen Licht erscheinen. Für die weiteren Drohungen 

erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um einen weiteren Monat als ange-

messen. 

3. Täterkomponente 

3.1. In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten kann vorab 

auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 39 S. 40 f.) verwiesen 

werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte ergänzend 

aus, sie habe in C._____ [Land in Afrika] die Schule bis zur sechsten oder siebten 

Klasse besucht und danach eine Schneiderlehre gemacht und abgeschlossen. 

Etwa im Alter von 24 Jahren sei sie dann nach Frankreich ausgewandert, wo sie 

ihren späteren Ehemann, einen Schweizer, kennengelernt habe. Weiter ergänzte 

sie auf entsprechende Nachfrage, dass ihre drei Kinder keine gemeinsamen Kin-

der mit ihrem damaligen Ehegatten gewesen seien. Vielmehr habe er die Kinder 

anerkannt. Die Kinder seien inzwischen erwachsen und sie habe mit ihnen sowie 

auch mit ihren Enkelkindern Kontakt. Nach der Scheidung sei ihr Ex-Ehegatte ge-

storben, aktuell habe sie keinen Lebenspartner. Die Beschuldigte arbeite weiter-

hin bei der D._____, allerdings neu zu einem Pensum von 100 %. Vor drei Mona-

ten habe sie allerdings ihren Fuss gebrochen, weshalb sie zurzeit nicht arbeite 

und ein reduziertes Einkommen von ca. Fr. 2'400.– habe. Schliesslich gab die 

- 12 - 

Beschuldigte an, sie werde im Jahr 2022 pensioniert. Die Schulden hätten sich 

auf ca. Fr. 10'000.– reduziert (Prot. II S. 5 ff.). Aus der Biographie und den per-

sönlichen Verhältnissen der Beschuldigten lassen sich keine strafzumessungsre-

levanten Faktoren ableiten. 

3.2. Die Beschuldigte verfügt über eine Vorstrafe. Die von der Vorinstanz er-

wähnte Verurteilung aus dem Jahr 2011 ist inzwischen gelöscht und darf der Be-

schuldigten nicht mehr entgegengehalten werden (Art. 369 Abs. 7 StGB). Die Be-

schuldigte wurde mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 

2018 wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 

einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Die Freiheitsstrafe wurde im Um-

fang von 28 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt 

(Urk. 51; Urk. 54). Diese Vorstrafe ist nicht einschlägig, aber erheblich. Dessen 

ungeachtet vermochte sie die Beschuldigte nicht von weiterer Delinquenz abzu-

halten, wurde sie doch nur acht Monate nach dieser Verurteilung erneut straffällig, 

womit sie die ihr angesetzte Probezeit verletzte. Der drohende Vollzug des be-

dingt ausgesprochenen Strafteils von immerhin 28 Monaten vermochte sie offen-

sichtlich nicht zu beeindrucken. Die Beschuldigte befand sich in jenem Verfahren 

auch rund 8 Monate in Untersuchungshaft, ohne dass dies bei ihr eine nachhalti-

ge Wirkung hinterliess. Die Drohung vom 29. Juni 2019 beging die Beschuldigte 

zudem während laufendem Strafverfahren. Das Verhalten der Beschuldigten 

zeugt von Unbelehrbarkeit und Einsichtslosigkeit. Angesichts der Vorstrafe und 

der Delinquenz während der Probezeit erweist sich eine Straferhöhung um zwei 

Monate als angemessen. 

3.3. Die Vorinstanz hat betreffend das Nachtatverhalten zutreffend festgehal-

ten, dass die Beschuldigte die Drohungen während des gesamten Verfahrens be-

stritten hat (Urk. 39 S. 41). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte sie gel-

tend, sich nicht mehr zu erinnern (Prot. II S. 9). In Bezug auf die ihr vorgeworfene 

Körperverletzung stellte sie eine Auseinandersetzung nicht in Abrede, machte je-

doch im Vorverfahren hinsichtlich des Ablaufs der Auseinandersetzung Erinne-

rungslücken geltend (Urk. 39 S. 41). Anlässlich der Berufungsverhandlung bat die 

Beschuldigte um Entschuldigung für die Tat, hielt aber gleichzeitig daran fest, sich 

- 13 - 

nicht daran zu erinnern, wie es zum Biss gekommen sei (Prot. II S. 8 f.). Damit 

liegt auch im Berufungsverfahren kein eigentliches Geständnis vor, zumal etwas, 

an was man sich nicht erinnert, nicht ernsthaft gestanden werden kann. Die Ent-

schuldigung vor Gericht zeugt aufgrund desselben Vorbehalts auch nicht von tat-

sächlicher Einsicht und Reue. Die von der Verteidigung vorgebrachte "zurückhal-

tende und ruhige Art und Weise", wie sich die Beschuldigte entschuldigte (Prot. II 

S. 10), führte anlässlich der Berufungsverhandlung im Übrigen vielmehr zum Ein-

druck, als würde die Beschuldigte ihr Fehlverhalten (noch) nicht vorbehaltlos ein-

sehen bzw. zumindest nicht vorbehaltlos dazu stehen können. Sie wich aus und 

sah die Privatklägerin bei der Entschuldigung nicht an. Von Reue kann schliess-

lich nicht gesprochen werden, wenn die Beschuldigte zwei Wochen nach dem 

Biss in die Lippe der Privatklägerin androht, ihr auch noch die Nase zu nehmen. 

Damit zeigt sich offenkundig, dass die Beschuldigte nach dem Biss entgegen ihrer 

Behauptung anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 11 f.) nicht vorhatte, 

sich persönlich für den Biss zu entschuldigen. Nach dem Gesagten ist festzuhal-

ten, dass die Beschuldigte nicht nur bezüglich der Drohungen, sondern auch be-

züglich der Körperverletzung keine strafzumessungsrelevante Deliktseinsicht oder 

Reue zeigte und auch nicht geständig war. Insgesamt wirkt sich das Nachtatver-

halten deshalb neutral aus. 

4. Fazit 

In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots bleibt es nach dem Gesagten bei der vorinstanzlich 

ausgefällten Strafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe. Der Anrechnung der erstan-

denen Haft von 2 Tagen an die Strafe steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

5. Vollzug 

5.1. Bei einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten sind die objektiven Vorausset-

zungen für die Gewährung des bedingten und teilbedingten Vollzugs erfüllt 

(Art. 42 Abs. 1 StGB; Art. 43 Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht ist zu berück-

sichtigen, dass die Beschuldigte mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 

vom 12. Oktober 2018 zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt wurde 

- 14 - 

(Urk. 51; Urk. 54). Der Aufschub der Freiheitsstrafe ist daher nur zulässig, wenn 

besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 SGB). 

5.2. Wie bereits erwähnt, wurde die Beschuldigte lediglich acht Monate vor der 

vorliegend zu beurteilenden Delinquenz zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten 

verurteilt, wobei 28 Monate bedingt aufgeschoben wurden. Offenbar bestanden 

damals Bedenken betreffend das künftige Wohlverhalten der Beschuldigten, wes-

halb eine Probezeit von 4 Jahren für den bedingt aufgeschobenen Strafteil ange-

setzt wurde. Diese erhebliche Vorstrafe hielt die Beschuldigte nicht davon ab, 

kurz darauf erneut zu delinquieren, womit sie gegen die ihr angesetzte Probezeit 

verstiess. Dies zeugt von Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit. Wenn bereits der 

drohende Vollzug einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten die Beschuldigte nicht von 

weiterer Delinquenz abhält, kann dies umso weniger beim Aufschub von 12 Mo-

naten Freiheitsstrafe erwartet werden. Wie bereits dargelegt, vermochte auch die 

Untersuchungshaft von rund 8 Monaten keine nachhaltige Wirkung bei der Be-

schuldigten zu erzielen. Kurz nach der zweitägigen Untersuchungshaft aufgrund 

der Bissverletzung drohte die Beschuldigte zudem der Privatklägerin, ihr noch ihre 

Nase zu nehmen, und zeigte damit ihre Unbelehrbarkeit auf. Vor Vorinstanz wie 

auch anlässlich der Berufungsverhandlung wies die Verteidigung zwar darauf hin, 

dass die Beschuldigte in geregelten Verhältnissen lebe (Prot. I S. 20; Urk. 59 

S. 6 ff.). Dies war indes bereits im Tatzeitpunkt der Fall und vermochte die Be-

schuldigte nicht von strafbaren Handlungen abzuhalten. Im heutigen Verfahren 

war die Beschuldigte zudem nicht geständig und zeigte keine ernsthafte Reue  

oder Einsicht, was ebenfalls Zweifel an ihrem künftigen Wohlverhalten aufkom-

men lässt. Dass die Beschuldigte vorbringen lässt, sie könne sich nicht erklären, 

wie es zum "Aussetzer" gekommen sei (Urk. 59 S. 2 f. und S. 6), bedeutet 

schliesslich, dass die Beschuldigte die Auslöser ihres gewalttätigen Handelns 

nicht kennt und somit jederzeit wieder in einer ähnlichen Streitsituation einen 

"Aussetzer" haben könnte. Die Vorinstanz hat das Vorliegen von besonders güns-

tigen Umständen daher zu Recht verneint. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. 

- 15 - 

6. Widerruf 

Wie bereits erwähnt, beging die Beschuldigte die hier zu beurteilenden Delikte 

während der mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 

2018 angesetzten Probezeit (Urk. 51; Urk. 54). Die Vorinstanz hat auf den Wider-

ruf des bedingten Strafteils dieser Vorstrafe verzichtet und die Probezeit um 

1 Jahr verlängert (Urk. 39 S. 50), was zu bestätigen ist. Ein Widerruf der Vorstrafe 

kommt bereits aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht in Betracht. Es wur-

de sodann bereits dargelegt, dass hinsichtlich des künftigen Wohlverhaltens der 

Beschuldigten Bedenken bestehen (Ziff. II.5.2.). Diese werden durch den Um-

stand, dass die heute ausgesprochene Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu vollzie-

hen ist, nicht beseitigt. Die Beschuldigte befand sich im früheren Verfahren bereits 

rund 8 Monate in Untersuchungshaft, ohne dass dies sie genügend zu beeindru-

cken und von weiterer Delinquenz abzuhalten vermochte. Die mit Urteil des Regi-

onalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 für den bedingten Strafteil von 

28 Monaten Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit ist daher um 1 Jahr zu verlän-

gern. 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Ob-

siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Mit dem heutigen Urteil unter-

liegt die Beschuldigte mit ihrem Berufungsantrag vollumfänglich. Die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und 

der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, sind daher vollumfänglich der 

Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche auf 

Fr. 3'200.– (inkl. 7.7 % MwSt.) festzusetzen sind, und die Kosten der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerin, welche mit Fr. 1'156.70 (inkl. 7.7 % MwSt.) zu 

Buche schlagen, sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzah-

lungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten ist. 

- 16 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abtei-

lung - Einzelgericht, vom 20. Oktober 2020 bezüglich der Dispositivziffern 1 

(Schuldspruch), 5 bis 7 (sichergestellte Asservate), 8 und 9 (Zivilansprüche), 

10 bis 12 (Kostenfolgen) und 13 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) 

sowie 14 (Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin) 

und die Verfügung vom 22. Oktober 2020 (Höhe dieser Entschädigung) in 

Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, wo-

von 2 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

3. Die mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 für 

den bedingten Strafteil von 28 Monaten Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit 

wird um 1 Jahr verlängert.  

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'200.00   amtliche Verteidigung 

Fr. 1'156.70   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 

   
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerin, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

- 17 - 

6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 

− den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 

− den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− das Regionalgericht Bern-Mitteland, in die Akten Geschäfts-Nr. PEN 17 
195 (im Dispositiv). 

7. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

- 18 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 12. November 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Huter 
 

 

	Urteil vom 12. November 2021
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.

	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Die mit Urteil des Regionalgerichtes Bern - Mittelland vom 12. Oktober 2018 für den bedingten Strafteil von 28 Monaten Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert.
	5. Die folgenden, von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids innert einer Frist von drei Monaten auf erstes Verlangen hin herausgegeben, ansonsten si...
	a) Damenkleid blau mit Farbenmuster (Asservat Nr. A012'719'925),
	b) Damenschuhe Ballerinas schwarz/weiss (Asservat Nr. A012'719'947).

	6. Die folgenden, von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und der Privatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids innert einer Frist von drei Monaten auf erstes Verlangen hin herausgegeben, ans...
	a) Oberteil weiss mit dunklen Querstreifen (Asservat Nr. A012'719'696),
	b) Strickjacke dunkel (Asservat Nr. A012'719'709),
	c) Damenschuhe rot (Asservat Nr. A012'719'710),
	d) Hose mit Leibgurt, Jeans dunkelblau (Asservat Nr. A012'719'721).

	7. Die folgenden, sichergestellten Asservate werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen:
	a) IRM-Fotografie (Asservat Nr. A012'719'812),
	b) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'823),
	c) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'834),
	d) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'845),
	e) Vergleichs-WSA (Asservat Nr. A012'719'856),
	f) IRM-Fotografie (Asservat Nr. A012'719'958),
	g) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'969),
	h) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'970),
	i) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'981),
	j) DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'719'992),
	k) Vergleichs-WSA (Asservat Nr. A012'720'002)
	l) Atelier-Fotografie (Asservat Nr. A012'720'104),
	m) Atelier-Fotografie (Asservat Nr. A012'720'115).

	8. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin...
	9. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 3'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 13. Juni 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden der Beschuldigten auferlegt.
	12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	13. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 8'737.15 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	14. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin B._____ wird mit separater Verfügung entschieden.
	Berufungsanträge:
	1. Die Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 20. Oktober 2020 im Verfahren GG200103-L sei aufzuheben;
	2. In Abänderung des bezeichneten Urteils sei die Beschuldigte zu einer bedingten Strafe sowie einer Probezeit von fünf Jahren zu verurteilen;
	3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7 % MwSt.
	_____________________________
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang und Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 39 S. 4). Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - E...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. In der Berufungserklärung focht die Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme von Dispositivziffer 13 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) in sämtlichen Punkten an (Urk. 41 S. 2). Anschlussberufungen wurden keine erhoben. Anlässl...
	2.2. Damit ist das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 20. Oktober 2020 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 5 bis 7 (sichergestellte Asservate), 8 und 9 (Zivilansprüche), 10 bis 12 (Kostenfolgen) und 13 ...

	II. Sanktion
	1. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln
	1.1. Beurteilt das Gericht gleichzeitig mehrere Delikte, so bildet es eine Gesamtstrafe, wenn es für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt. Es folgt dabei dem Asperationsprinzip: Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen di...
	1.2. Die Beschuldigte wurde rechtskräftig der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 StGB und der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Beide Delikte werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstra...
	1.3. Die Beschuldigte beging die zu beurteilenden Delikte während der mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 angesetzten Probezeit (Urk. 51; Urk. 54). Die Vorinstanz hat auf den Widerruf des bedingten Strafteils dieser Vo...
	1.4. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung richtig aufgezeigt. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann darauf verwiesen werden (Urk. 39 S. 36 ff.). Mit der Vorinstanz erweist sich die einfache Körperverletzung als schwerstes Delikt. Ents...

	2. Tatkomponente
	2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere der einfachen Körperverletzung ist mit der Vorinstanz (Urk. 39 S. 38) festzuhalten, dass die Beschuldigte sehr aggressiv und brutal vorging. Die Beschuldigte biss der Privatklägerin in die Unterlippe und riss...
	2.2. Die Beschuldigte drohte der Privatklägerin am 29. Juni 2019 am gemeinsamen Arbeitsplatz damit, dass sie noch nicht fertig mit ihr sei und ihr "die Nase nehmen" werde. Die Privatklägerin wurde dadurch in erhebliche Angst versetzt. Angesichts des a...

	3. Täterkomponente
	3.1. In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten kann vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 39 S. 40 f.) verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte ergänzend aus, sie habe in C...
	3.2. Die Beschuldigte verfügt über eine Vorstrafe. Die von der Vorinstanz erwähnte Verurteilung aus dem Jahr 2011 ist inzwischen gelöscht und darf der Beschuldigten nicht mehr entgegengehalten werden (Art. 369 Abs. 7 StGB). Die Beschuldigte wurde mit ...
	3.3. Die Vorinstanz hat betreffend das Nachtatverhalten zutreffend festgehalten, dass die Beschuldigte die Drohungen während des gesamten Verfahrens bestritten hat (Urk. 39 S. 41). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte sie geltend, sich nicht meh...

	4. Fazit
	5. Vollzug
	5.1. Bei einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten sind die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten und teilbedingten Vollzugs erfüllt (Art. 42 Abs. 1 StGB; Art. 43 Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die B...
	5.2. Wie bereits erwähnt, wurde die Beschuldigte lediglich acht Monate vor der vorliegend zu beurteilenden Delinquenz zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt, wobei 28 Monate bedingt aufgeschoben wurden. Offenbar bestanden damals Bedenken b...

	6. Widerruf
	III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 20. Oktober 2020 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 5 bis 7 (sichergestellte Asservate), 8 und 9 (Zivilansprüche), 10 bis 12 (Koste...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, wovon 2 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	3. Die mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2018 für den bedingten Strafteil von 28 Monaten Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit wird um 1 Jahr verlängert.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertr...
	6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 das Regionalgericht Bern-Mitteland, in die Akten Geschäfts-Nr. PEN 17 195 (im Dispositiv).

	7. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.