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**Case Identifier:** 3d72d92d-f8db-52d0-906a-d55380399f86
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.10.2018 200 2018 408
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-408_2018-10-11.pdf

## Full Text

200 18 408 ALV
SCI/BRM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 11. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

beco Berner Wirtschaft 
Arbeitsvermittlung Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 30. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2018, ALV/18/408, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ meldete sich im Oktober 2017 zur Arbeits-
vermittlung (Akten des beco, Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung, RAV 
Region ... [act. IIA] 12) sowie zum Bezug von Taggeldern der Arbeitslosen-
versicherung (Akten des beco, Berner Wirtschaft, Arbeitslosenkasse ... [act. 
IIB] 24-27) an. Dies nachdem sie infolge Rückfalls eines im Dezember 
2015 erlittenen Unfalls – für welchen die D.________ bis 31. Mai 2017 die 
gesetzlichen Leistungen erbracht hatte (vgl. act. IIB 103) – längere Zeit 
arbeitsunfähig gewesen war und ihr das letzte, seit 2004 bestehende Ar-
beitsverhältnis mit Wirkung auf den 30. April 2017 gekündigt worden war 
(act. IIB 28 f.).

Bereits am 7. September 2016 hatte sich die Versicherte bei der IV-Stelle 
Bern (IVB) für Berufliche Integration/Rente angemeldet (vgl. instruktions-
richterlich edierte Akten der IVB [act. III] 1). Zu Lasten der Invalidenversi-
cherung absolvierte sie in der Zeit vom 24. April bis 23. Juli 2017 ein Be-
lastbarkeitstraining in der Abklärungsstelle E.________ (act. III 36), gefolgt 
von einem Aufbautraining vom 24. Juli bis 23. Oktober 2017 in derselben 
Institution (act. III 51). Anschliessend ordnete die IVB eine bidisziplinäre 
Begutachtung der Versicherten im F.________ (MEDAS) an (act. III 67); 
das Gutachten wurde am 1. Juni 2018 erstattet (act. III 93.1-93.4). Über 
einen Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung wurde – 
soweit ersichtlich – bisher nicht entschieden.

Angesichts der laufenden invalidenversicherungsrechtlichen Abklärungen 
und des ärztlichen Zeugnisses der behandelnden Ärztin, Dr. med. 
G.________, in welchem diese eine Arbeitsfähigkeit von 20% attestierte 
(act. IIB 49), teilte die Arbeitslosenkasse der Versicherten am 20. Novem-
ber 2017 mit, dass sie auf Grund der Vorleistungspflicht der Arbeitslosen-
versicherung Taggelder unter Vorbehalt auszahle (act. IIB 57 f.). 

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2018, ALV/18/408, Seite 3

Vom 12. Dezember 2017 bis am 6. Januar 2018 wurde die Versicherte im 
Spital H.________ stationär schmerztherapeutisch behandelt (vgl. act. IIB 
87, 100 f.). Im Hinblick darauf erkundigte sich die Versicherte am 8. De-
zember 2017, ob sie während dieses Spitalaufenthaltes Arbeitslosentag-
gelder erhalten werde (act. IIB 85). 

Nach entsprechender Prüfung verneinte das RAV die Vermittlungsfähigkeit 
und damit die Anspruchsberechtigung der Versicherten mit Verfügung vom 
21. Februar 2018 für die Zeit vom 24. Oktober 2017 bis zum 6. Januar 
2018 (act. IIB 119); in der Folge forderte die Arbeitslosenkasse die vom 24. 
Oktober bis 30. November 2017 (bereits) bezogenen Taggelder im Umfang 
von Fr. 2‘956.85 mit Verfügung vom 2. März 2018 zurück bzw. erklärte de-
ren Verrechnung mit zukünftigen Leistungen (act. IIB 122).

Die von der Versicherten, vertreten durch B.________, I.________, am 19. 
März 2018 gegen die Verfügung vom 21. Februar 2018 erhobene Einspra-
che (act. IIB 133) hiess das beco, Berner Wirtschaft, Rechtsdienst mit Ent-
scheid vom 30. April 2018 insofern teilweise gut, als die Vermittlungsfähig-
keit und die Anspruchsberechtigung unter Vorbehalt der Erfüllung der übri-
gen Anspruchsvoraussetzungen vom 24. Oktober bis 11. Dezember 2017 
bejaht wurde; bestätigt wurde weiterhin das Fehlen der Vermittlungsfähig-
keit und der Anspruchsberechtigung für die Zeit vom 12. Dezember 2017 
bis 6. Januar 2018 (Akten des beco, Berner Wirtschaft, Rechtsdienst [act. 
II] 7 ff.).

C.

Mit Beschwerde vom 30. Mai 2018 lässt die Versicherte, vertreten durch 
B.________, beantragen, der Einspracheentscheid vom 30. April 2018 sei 
aufzuheben und es sei die Anspruchsberechtigung auf Leistungen der Ar-
beitslosenversicherung – insbesondere Taggelder nach Art. 28 AVIG – 
auch für die Zeit vom 12. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018 zu bejahen; 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Einspracheentscheid sei zwar 
insofern nachvollziehbar, als während der stationären Behandlung tatsäch-
lich keine Vermittlungsfähigkeit gegeben gewesen sei; für die vorliegend 
beantragten Taggelder gemäss Art. 28 AVIG stelle die Vermittlungsfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2018, ALV/18/408, Seite 4

keit indessen keine Anspruchsvoraussetzung dar. Es sei deshalb wider-
sprüchlich, wenn im Entscheid für den Zeitraum der stationären Behand-
lung mit der Vermittlungsfähigkeit argumentiert werde. Zudem sei die versi-
cherte Person während einer Arbeitsunfähigkeit von den Arbeitsbemühun-
gen befreit, sodass der dahingehende Vorwurf lediglich die Zeit vom 1. bis 
11. Dezember 2017 betreffen könne. Bei der Aberkennung der Anspruchs-
berechtigung handle es sich um die schwerste Sanktion der ALV, deren 
Verhängung gemäss Verhältnismässigkeitsprinzip die Prüfung milderer 
Massnahmen vorauszugehen habe; angesichts des kurzen Überprüfungs-
zeitraums wäre allenfalls eine Einstellung für 2 Tage gerechtfertigt gewe-
sen. Die hier ausgesprochene Sanktion von 19 Tagen sei in jeder Hinsicht 
unverhältnismässig. Schliesslich sei der Argumentation der Beschwerde-
gegnerin, vorübergehend im Sinne von Art. 28 AVIG könnten nur Erkran-
kungen sein, die nicht Grund für eine IV-Anmeldung bildeten, entgegenzu-
halten, dass für die Anspruchsberechtigung gemäss Art. 28 AVIG einzig 
das Zeitelement und nicht eine bestimmte Ursache massgebend sei. 

In seiner Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2018 beantragt der Beschwer-
degegner die Abweisung der Beschwerde.

Von der mit prozessleitender Verfügung vom 27. August 2018 gebotenen 
Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbemerkungen machten die Par-
teien keinen Gebrauch. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 30. April 2018 (act. II 
7 ff.), mit welchem die am 21. Februar 2018 verfügte Verneinung der An-
spruchsberechtigung mangels Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom 12. 
Dezember 2017 bis 6. Januar 2018 bestätigt, die Vermittlungsfähigkeit für 
die Zeit vom 24. Oktober bis zum 11. Dezember 2017 andererseits – in 
teilweiser Gutheissung der Einsprache – anerkannt wurde. 

1.3 Bei einer streitigen Anspruchsberechtigung in der Zeit vom 12. De-
zember 2017 bis 6. Januar 2018 liegt der Streitwert offensichtlich unter 
Fr. 20'000.—, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichter-
liche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Ar-
beitslosenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f 
AVIG). Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG ist eine arbeitslose Person vermitt-
lungsfähig, wenn sie bereit, berechtigt und in der Lage ist, eine zumutbare 
Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Zur 
Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Arbeitsfähigkeit im ob-
jektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft ent-
sprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeits-
zeit einzusetzen. Als Anspruchsvoraussetzung schliesst der Begriff der 
Vermittlungs(un)fähigkeit graduelle Abstufungen aus. Entweder ist die ver-
sicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare 
Arbeit (im Umfang von mindestens 20 % eines Normalarbeitspensums; vgl. 
Art. 5 AVIV) anzunehmen, oder nicht (BGE 143 V 168 E. 2 S. 170, 136 V 
95 E. 5.1 S. 97).

2.2

2.2.1 Körperlich oder geistig Behinderte gelten nach Art. 15 Abs. 2 AVIG 
als vermittlungsfähig, wenn ihnen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage, 
unter Berücksichtigung ihrer Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zu-
mutbare Arbeit vermittelt werden könnte. Behinderung im Sinne dieser Be-
stimmung meint eine dauernde und erhebliche Beeinträchtigung der Ar-
beitsfähigkeit, die allerdings nicht im invalidenversicherungsrechtlichen 
Sinne invalidisierend wirken muss (ARV 2006 S. 142 E. 1.2, 2003 S. 58 E. 
2a).

2.2.2 Ist ein Behinderter, unter der Annahme einer ausgeglichenen Ar-
beitsmarktlage, nicht offensichtlich vermittlungsunfähig und hat er sich bei 
der Invalidenversicherung oder bei einer anderen Versicherung angemel-
det, so gilt er bis zum Entscheid der anderen Versicherung als vermitt-
lungsfähig (Art. 15 Abs. 3 AVIV). Sinn und Zweck dieser Bestimmung liegt 
darin, für die Zeit, in welcher der Anspruch auf Leistungen einer anderen 
Versicherung abgeklärt wird und somit noch nicht feststeht (Schwebezu-
stand), Lücken im Erwerbsersatz zu vermeiden. Dies wird durch die Vor-
leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung im Sinne von Art. 70 Abs. 2 lit. 

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b ATSG und Art. 15 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 AVIV bewerkstelligt. 
Aufgrund dieser Bestimmungen hat die Arbeitslosenversicherung arbeitslo-
se, bei einer anderen Versicherung angemeldete Personen zu entschädi-
gen, falls ihre Vermittlungsunfähigkeit nicht offensichtlich ist. Die Vorleis-
tungspflicht der Arbeitslosenversicherung ist auf die Dauer des Schwebe-
zustandes begrenzt. Sobald das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit fest-
steht, wird der versicherte Verdienst im Sinne von Art. 40b AVIV ange-
passt. Gemäss dieser Bestimmung ist der Verdienst massgebend, welcher 
der verbleibenden Erwerbsfähigkeit entspricht. Der Sinn der vollumfängli-
chen Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung während der Dauer 
des Schwebezustandes liegt in der Gewährleistung des Lebensunterhaltes 
der arbeitslosen Neubehinderten bis zum Abschluss des Verfahrens der 
Invalidenversicherung oder der anderen Versicherung i.S.v. Art. 15 Abs. 3 
i.V.m. Art. 15 Abs. 2 AVIV (BGE 142 V 380 E. 3.2 und E. 3.3.1 S. 382, 136 
V 95 E. 7.1 S. 101).

2.2.3 Grundsätzlich bildet erst die (noch nicht rechtskräftige) Verfügung 
der Invalidenversicherung oder einer anderen Sozialversicherung 
hinreichende Grundlage für die Anpassung des versicherten Verdienstes 
an den damit erkannten Grad der Erwerbsunfähigkeit oder zumindest an 
den nicht umstrittenen Prozentsatz des errechneten Invaliditätsgrades. 
Vorbehalten bleiben Konstellationen, in denen bereits vor Verfügungserlass 
der Invalidenversicherung mit deren Vorbescheid der Grad der 
Erwerbsunfähigkeit absehbar feststeht. Dies betrifft Fälle, wo keine 
Einwände gegen den Vorbescheid zu erwarten sind bzw. erfolgen; oder 
wenn eine ganze Invalidenrente bei verbleibender Restarbeitsfähigkeit in 
Aussicht gestellt wird (BGE 142 V 380 E. 5.5 S. 388).

2.3 Versicherte, die wegen Krankheit (Art. 3 ATSG), Unfall (Art. 4 
ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur vermindert 
arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die Kontrollvorschriften 
nicht erfüllen können, haben gemäss Art. 28 Abs. 1 AVIG, sofern sie die 
übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf das volle 
Taggeld. Dieser dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen 
oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 
Taggelder beschränkt. Taggelder der Kranken- oder Unfallversicherung, 

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die Erwerbsersatz darstellen, werden von der Arbeitslosenentschädigung 
abgezogen (Art. 28 Abs. 2 AVIG). Der Bundesrat bestimmt die 
Einzelheiten. Er regelt insbesondere die Frist für die Geltendmachung des 
Anspruchs und die Folgen einer verspäteten Geltendmachung (Art. 28 Abs. 
3 AVIG).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin war zufolge ihres Spitalaufenthaltes vom 
12. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018 objektiv nicht vermittlungsfähig. 
Dies ist letztlich unbestritten geblieben, wie auch die Tatsache, dass die 
Beschwerdeführerin grundsätzlich Anspruch auf Leistungen der 
Arbeitslosenversicherung im Rahmen der Vorleistungspflicht bei noch 
ausstehendem Entscheid über die Leistungspflicht einer anderen 
Sozialversicherung – vorliegend der Invalidenversicherung – hat und 
ausserhalb des hier zur Diskussion stehenden Zeitraums angesichts der 
ärztlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 20% ex lege als vermittlungsfähig 
gilt. 

Es ergibt sich mithin, dass die Vermittlungsfähigkeit ausserhalb der Dauer 
des Spitalaufenthaltes nicht zufolge erstellter Arbeitsfähigkeit, sondern kraft 
Art. 15 Abs. 2 AVIG vermutet wird. Demgegenüber hat der Aufenthalt im 
Spital mit Ausschluss auch der Restarbeitsfähigkeit von 20% zur Folge, 
dass die entsprechende Vermutung widerlegt und die Beschwerdeführerin 
in diesem Zeitraum nicht vermittlungsfähig ist.

3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sich der Anspruch auf 
Arbeitslosenentschädigung während des Spitalaufenthaltes nicht aus Art. 
15 Abs. 2 AVIV, sondern aus Art. 28 AVIG ergebe. 

Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden: Im Fall eingeschränkter 
Leistungsfähigkeit ist zu unterscheiden zwischen vorübergehend fehlender 
oder verminderter Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 28 AVIG und den 
behinderten Versicherten im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG. Beide 
Tatbestände sind Ausnahmen vom Grundprinzip der 
Arbeitslosenversicherung, wonach Leistungen nur bei Vermittlungsfähigkeit 

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der Versicherten in Betracht kommen. Über das Merkmal der 
vorübergehenden Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit erfolgt die 
Abgrenzung zu den Behinderten im Sinne vom Art. 15 Abs. 2 AVIG. Bei 
länger andauernder gesundheitlicher Beeinträchtigung ist die 
Vermittlungsfähigkeit das massgebende Abgrenzungskriterium (vgl. BGE 
136 V 95 E. 5.2 S. 97). 

Art. 28 Abs. 1 AVIG (vgl. E. 2.2.3 hiervor) weicht vom Grundprinzip der 
Arbeitslosenversicherung ab, wonach Leistungen nur bei 
Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person in Betracht kommen, und 
erfasst – im Unterschied zu Art. 15 Abs. 2 Satz 1 AVIG – Fälle bloss 
vorübergehend fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit infolge 
Krankheit, Unfall und Mutterschaft. Sinn und Zweck dieser 
Ausnahmeregelung besteht darin, trotz Vermittlungsunfähigkeit und damit 
an sich fehlender Anspruchsberechtigung Härtefälle zu vermeiden und 
Lücken im Bereich der "Nahtstellen" zwischen der 
Arbeitslosenversicherung und insbesondere der Kranken- und 
Unfallversicherung zu schliessen. Im Interesse der Verbesserung der 
sozialen Sicherung Arbeitsloser sollte namentlich bei Krankheit und Unfall 
(weiterhin) ein zeitlich limitierter Taggeldanspruch bestehen (Urteil des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 14. April 2003, C 
303/02, E. 2.2 mit Hinweisen). 

Art. 15 Abs. 2 AVIG hingegen statuiert die gesetzliche Vermutung der 
grundsätzlich gegebenen Vermittlungsfähigkeit von Behinderten. Der 
Bundesrat regelt die Koordination mit der Invalidenversicherung (Art. 15 
Abs. 2 letzter Satz AVIG), was er in Art. 15 Abs. 3 AVIV getan hat. Wie sich 
bereits aus dem Gesetzeswortlaut und der Verordnungsbestimmung selbst, 
aber auch aus den Materialien zur Entstehung des Art. 15 Abs. 2 AVIG 
ergibt, soll der Sinn und Zweck von Art. 15 Abs. 3 AVIV darin liegen, für die 
Zeit, in welcher der Anspruch auf Leistungen einer anderen Versicherung 
abgeklärt wird und somit noch nicht feststeht (Schwebezustand), Lücken im 
Erwerbsersatz zu vermeiden. Dies wird durch die Vorleistungspflicht der 
Arbeitslosenversicherung im Sinne von Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 
15 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 3 AVIV bewerkstelligt. 
Aufgrund dieser Bestimmungen hat die Arbeitslosenversicherung eine 

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arbeitslose, bei einer anderen Versicherung angemeldete Person zu 
entschädigen, falls ihre Vermittlungsunfähigkeit nicht offensichtlich ist 
(Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 24. März 2010, 8C_651/2009, E. 
5.1 mit Hinweisen).

Vorliegend liegt nicht eine vorübergehende Verminderung der Arbeits- und 
Vermittlungsfähigkeit vor, weshalb bei hängigem Abklärungsverfahren der 
Invalidenversicherung und vermuteter Vermittlungsfähigkeit von Beginn 
weg Leistungen nach Art. 15 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 AVIV 
ausgerichtet wurden bzw. werden. Die Sonderregelung gemäss Art. 28 
AVIG kommt mithin nicht zur Anwendung, bedarf diese als Grundlage doch 
zunächst der tatsächlichen Vermittlungsfähigkeit ausserhalb der 
Erkrankung. Eine Kumulation der vorgenannten Sonderbestimmungen ist 
angesichts ihres unterschiedlichen Regelungsziels schliesslich nicht 
möglich (BGE 135 V 185 E. 6.1 S. 188 ff.). Insofern fehlt es zufolge 
umgestossener Vermutung während des vollständigen Wegfalls der sonst 
beschränkten Arbeitsfähigkeit an der Vermittlungsfähigkeit und zufolge der 
seit Beginn bestehenden, ärztlich attestierten Leistungseinschränkung ist 
auch keine bloss vorübergehende Einschränkung der Arbeits- und 
Vermittlungsfähigkeit, wie sie in Art. 28 AVIG vorausgesetzt wird, 
vorhanden. 

3.3 Im Übrigen argumentiert die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwer-
de (Ziff. 5), statt der Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit (als schwerst-
mögliche Sanktion) hätte die Beschwerdegegnerin dem Verhältnismässig-
keitsprinzip folgend eine mildere Massnahme prüfen und allenfalls eine 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 2 Tage (wegen ungenügen-
den Arbeitsbemühungen in der Zeit vom 1. bis 11. Dezember 2017) verfü-
gen müssen. Damit verkennt sie, dass es hier nicht um die Frage einer 
(den Gesamtanspruch auf Taggelder vermindernden) Sanktion aufgrund 
einer Verletzung arbeitslosenversicherungsrechtlicher Pflichten, sondern 
um die Erfüllung einer grundsätzlichen Anspruchsvoraussetzung geht. Das 
– in der Beschwerde für die Zeit vom 1. bis 11. Dezember 2017 eingeräum-
te – ungenügende Bemühen um eine Arbeitsstelle ist im vorliegend zu be-
urteilenden Zusammenhang nicht der entscheidende Aspekt und wurde 
von der Beschwerdegegnerin auch nicht geltend gemacht. Ob eine solche 

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Einstellung für die Zeit vor der zur vollständigen Vermittlungsunfähigkeit 
führenden stationären Behandlung zu erfolgen gehabt hätte bzw. noch hat, 
ist eine nicht Gegenstand diesen Verfahrens bildende Frage. 

Schliesslich ändern auch die Akten der Invalidenversicherung am Ganzen 
nichts: Im zwischenzeitlich erstatteten MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2018 
(act. III 93.1-93.4) attestieren die Gutachter seit Dezember 2017 und ent-
gegen den behandelnden Ärzten eine gar höhere Arbeitsunfähigkeit; der 
Entscheid der Invalidenversicherung über die Anspruchsberechtigung und 
die dafür nötige abschliessende und verbindliche versicherungsrechtliche 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit steht indessen noch aus.

3.4 Nach den obigen Darlegungen ist der angefochtene Einspracheent-
scheid nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen 
Beschwerde führt.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2018, ALV/18/408, Seite 12

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- beco Berner Wirtschaft Arbeitsvermittlung 
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.