# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bee9d233-8be6-54dc-9444-b344cb830840
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.04.2012 IV 2010/129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-129_2012-04-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/129

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 16.04.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 16.04.2012
Art. 8 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 lit. d IVG; Art. 21 IVG; Art. 14 IVV; Ziff. 5.07 HVI-
Anhang; Art. 27 Abs. 1 IVG; Art. 24 Abs. 2 IVV; Die Beschwerdegegnerin 
verfügte die Abgabe von Hörgeräten der Indikationsstufe 2 zugunsten des 
Beschwerdeführers. Aufgrund dessen, dass die Tätigkeit des 
Beschwerdeführers als Polizist im Aussendienst erhöhten Anforderungen an 
Hörvermögen und Hörgeräteanpassung stellt, wird die Beschwerde 
gutgeheissen und dem Beschwerdeführer die Übernahme von Kosten für 
Hörgeräte der Indikationsstufe 4 mit entsprechendem Zubehör durch die 
Invalidenversicherung zugesprochen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 16. April 2012, IV 2010/129).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Jorge Lopez

Entscheid vom 16. April 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, Rosenbergstrasse 42b,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Hilfsmittel (Hörgeräte)

Sachverhalt:

A.       

Der als Polizeibeamter im Aussendienst tätige A.___ ersuchte - unter Hinweis auf eine 

seit Juni bzw. Juli 2009 aufgefallene Schwerhörigkeit - die Sozialversicherungsanstalt 

des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, mit Anmeldung vom 26. Oktober 2009 um eine 

erstmalige Versorgung mit Hörgeräten und beruflichem Zubehör (IV-act. 1, 2).

B.       

Sowohl eine ärztliche Erstexpertise des Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Hals-, 

Nasen-, Ohrenkrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 2. November 2009 (IV-

act. 7) als auch eine ärztliche Folgeexpertise des Dr. med. C.___, Otorhinolaryngologie 

FMH, vom 4. Dezember 2009 (IV-act. 11) ergaben, dass eine beidseitige 

Hörgeräteversorgung gemäss Indikationsstufe 2 angezeigt sei. Der Versicherte 

verzichtete gemäss "Bestätigung der Übernahme von Mehrkosten" vom 29. Dezember 

2009 auf ein Probetragen der bestmöglichen zuzahlungsfreien Variante der 

Hörgeräteversorgung. Denn er benötige eine bessere Versorgung und sei bereit, die 

Mehrkosten von Fr. 4´666.20 zu übernehmen, sofern die Invalidenversicherung nicht 

dafür aufkomme (IV-act. 13/2). Die Kosten für das von ihm ausgewählte Hörsystem 

beliefen sich laut beigelegten Rechnungen 7100611/ 7100612 auf Fr. 8´270.80 (IV-

act. 13/1 und 16/2). Im Anpassbericht vom 29. Dezember 2009 hielt die 

Hörgeräteakustikerin der Amplifon AG fest, sie hätten zwei Geräte aus der 

Indikationsstufe 3 getestet, mit denen die Verständlichkeit in geräuschvoller Umgebung 

vom Versicherten als nicht befriedigend empfunden worden sei. Der Versicherte habe 

sich aufgrund der positiven Versuchsergebnisse für zwei vollautomatische HdO-Geräte 

(Phonak Audéo IX Yes, Serie-Nr. 0943H06XY rechts, und Phonak Audéo IX Yes, Serie-

Nr. 0943H06XY links) sowie für ein Zubehörgerät für den Einsatz des Funkmikrofons 

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entschieden (IV-act. 13/3). Die Kosten für diesen Ohreinsatz beliefen sich laut 

beigelegter Rechnung 7100613 auf Fr. 150.65 (IV-act. 16/3). Laut "Schlussbericht 

betreffend Hörgeräteabgabe" des Dr. B.___ vom 13. Januar 2010 bestanden die vom 

Versicherten gewählten Hörgeräte mit sämtlichen auswertbaren Punkten die 

Schlussexpertise (IV-act. 14).

C.     

Nachdem die IV-Stelle am 21. Januar 2010 Kostengutsprache für zwei Hörgeräte 

Phonak Audéo IX Yes gemäss Indikationsstufe 2 im Betrag von insgesamt Fr. 3´604.60 

erteilte (IV-act. 15), verlangte der Versicherte am 11. Februar 2010 eine 

beschwerdefähige Verfügung. Dabei machte er unter anderem geltend, die Kosten für 

beide Hörgeräte in der Höhe von Fr. 9´330.65 (inklusive Ohreinsatz rechts) und die 

Batterie Pauschale nach altem Tarif 2006 (Fr. 90.-- pro Hörgerät, gesamthaft Fr. 180.-- 

pro Jahr) seien aufgrund der erhöhten beruflichen Anforderungen an die 

Kommunikation und das Hörverständnis von der Invalidenversicherung zu übernehmen 

(IV-act. 16). Mit Verfügung vom 18. Februar 2010 hielt die IV-Stelle an der Abgabe von 

Hörgeräten der Indikationsstufe 2 im Betrag von Fr. 3´604.60 fest. Sie verwies darauf, 

dass nach den medizinischen Unterlagen der Hörverlust nur eine Versorgung der 

Indikationsstufe 2 rechtfertige. Der Versicherte habe auf eine vergleichende 

Hörgeräteanpassung und Erprobung nach der Empfehlung der ärztlichen Expertisen 

verzichtet und sich bereit erklärt, die Mehrkosten zu übernehmen. Da keine 

vergleichende Anpassung stattgefunden habe, sei der IV-Stelle auch die Ohrschale 

nicht verrechnet worden. Die Batterien könnten gemäss Weisung des Bundesamtes für 

Sozialversicherungen erstmals 12 Monate ab Mitteilung (21. Januar 2011) in Rechnung 

gestellt werden (IV-act. 17).

D.     

D.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 22. März 2010. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt darin – unter Kostenfolge – deren 

Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesamten Kosten für zwei 

Hörgeräte Phonak Audéo IX Yes gemäss Indikationsstufe 4 im Betrag von Fr. 8´270.80 

zu bezahlen. Sodann seien dem Beschwerdeführer die Kosten für den Ohreinsatz/IO-

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Schale rechts, angepasster Halterungsring zu Funkmikrophonstöpsel, im Betrag von 

Fr. 150.65 zu erstatten. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, innerhalb 

des unbestrittenen Anspruchs auf eine Hörgeräteversorgung gemäss Indikationsstufe 2 

und ebenfalls der nachfolgenden Indikationsstufe 3 habe kein geeignetes Gerät 

gefunden werden können, das den professionellen Anforderungen an die Tätigkeit 

eines Polizisten im Aussendienst gerecht werde. Das überpreisliche Hörgerät Phonak 

Audéo IX Yes der Indikationsstufe 4 zeige sich sowohl audiometrisch als auch im 

Hinblick auf die berufliche Tätigkeit als die einzig taugliche Versorgungsvariante. Der 

Vorgesetzte habe angesichts des erheblichen Gefährdungspotentials klar zum 

Ausdruck gebracht, dass die Weiterbeschäftigung des Beschwerdeführers im Dienst 

bei der Polizei ernsthaft geprüft werden müsse. Die Akustikerin habe erklärt, dass 

einzig High-Tech-Hörgeräte der Indikationsstufe 4 die komplexen beruflichen 

Anforderungen zu erfüllen vermöchten und dass die zusätzliche Halterung am 

Kopfhörer (Ohrstück) aufgrund mehrerer Tests die einzig taugliche Variante für die 

Anbindung des Funkgeräts bilde. Im Nachhinein habe sich auch der medizinische 

Fachexperte Dr. B.___ den Ausführungen der Akustikerin angeschlossen. Zum Beweis 

reicht der Rechtsvertreter Berichte der Akustikerin und Bestätigungen des Arbeitgebers 

und von Dr. B.___ ein (act. G 1 mit Beilagen 1-14).

D.b   In der Stellungnahme Fachbereich vom 10. Mai 2010 hält die Sachbearbeiterin 

der SVA St. Gallen fest, die zwei ermittelnden Ohrenärzte hätten eine leichte bis 

mittelgradige Hörstörung bestätigt und seien zum Schluss gekommen, dass eine 

komplexe Versorgung aus der Indikationsstufe 2 genügen müsse. Nach den 

audiologischen Komponenten sei nur die Indikationsstufe 1 ausgewiesen. Diese habe 

nur unter Berücksichtigung der beruflichen Komponenten auf die nächste Stufe 2 

erhöht werden können. Indikationsstufe 3 sei deutlich nicht ausgewiesen, weil keine 

schwere Hörstörung vorliege. Die Abgabe von Hörgeräten habe verordnungsgemäss 

nach Tarifvereinbarung zu erfolgen. Es gebe aus medizinischer Sicht keine 

Anhaltspunkte, wonach dieses Verfahren fehlerhaft oder ungenügend sein solle. Das 

Argument, der Beschwerdeführer habe ein Gerät aus der 3. Stufe anprobiert und 

dieses genüge nicht, rechtfertige nicht, jedes Gerät aus der Stufe 2 zum Vornherein als 

ungenügend zu klassifizieren, zumal es innerhalb dieser Stufe eine Vielzahl an Geräten 

mit unterschiedlichen Anpassungsmöglichkeiten gebe. Die Abgabe von Hörgeräten 

habe nach den Feststellungen von Fachleuten und nicht nach Angaben des 

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Arbeitgebers zu erfolgen. Es sei nicht einsichtig, weshalb Dr. B.___ nach seiner 

ursprünglichen Feststellung einer bloss leichten Hörstörung nun für ein Gerät aus der 

Stufe 4 plädiere, ohne die Unzulänglichkeit eines Gerätes aus der 2. Stufe aufzuzeigen. 

Was die beanspruchte Halterung betreffe, sei festzustellen, dass diese deutlich weniger 

als Fr. 400.-- koste und deshalb nicht über die IV abgerechnet werden könne (IV-

act. 24f.).

D.c   Mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde und verweist auf die Stellungnahme Fachbereich vom 

10. Mai 2010 als Teil der Begründung. Des Weiteren führt sie im Wesentlichen aus, die 

versicherte Person müsse namhafte Gründe vorbringen, dass die tarifarische Hörge­

räteversorgung ausnahmsweise – aufgrund eines gesteigerten 

Eingliederungsbedürfnisses – nicht genüge. Das Vorbringen eines bloss gesteigerten 

Hörkomforts reiche nicht. Die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente der 

akustisch stark wechselnden Umgebung, der wichtigen Gespräche mit Personen sowie 

des Sprachverständnisses unter Nebengeräuschen seien bei den Expertisen der 

Ohrenärzte mit der Maximalpunktzahl bereits berücksichtigt worden (act. G 4).

D.d   Mit Replik vom 30. Juli 2010 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinen Begehren fest. Er bringt zudem im Wesentlichen vor, die Schwerhörigkeit könne 

gemäss dem Indikationensystem nicht aus rein audiologischen Kriterien beurteilt 

werden. Doch erreiche die Hörstörung selbst nach dieser isolierten Sicht ein 

erhebliches Ergebnis (29 von insgesamt 50 möglichen Punkten) in der Zweitexpertise. 

Dass ein Gerät der Indikationsstufe 2 den komplexen Anforderungen des beruflichen 

Umfeldes nicht gerecht werden könne, hätten der Facharzt und die Akustikerin belegt. 

Der Vorgesetzte des Beschwerdeführers schreibe mit seinen Angaben keineswegs der 

IV die Art der Hörgeräteabgabe vor, sondern definiere einzig das gesteigerte 

Eingliederungsbedürfnis im Rahmen der beruflichen Tätigkeit. Es gehe nicht um einen 

gesteigerten Hörkomfort. Vielmehr handle es sich darum, dass der Beschwerdeführer 

als Voraussetzung für die Teamarbeit und die Sicherheit der Beteiligten auf Befehle von 

Vorgesetzten und Absprachen mit Teampartnern unverzüglich korrekt reagieren könne. 

Der Rechtsvertreter kritisiert insbesondere, dass die Beschwerdegegnerin entgegen 

der Feststellungen der Experten von einer leichten Hörstörung ausgehe und sich auf 

Rechtsprechung beziehe, deren Sachverhalt mit dem zu beurteilenden Fall nicht 

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deckungsgleich sei. Zudem analysiert er berufsbezogen die technischen Vorzüge des 

gewählten Hörsystems der Indikationsstufe 4 (act. G 9).

D.e   Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 18. August 2010 auf eine Duplik (act. 

G 11).

E.        

E.a   Das Versicherungsgericht beschliesst am 16. April 2012, eine ergänzende 

Abklärung bei der Amplifon AG der Lieferantin für Hörgeräte, vorzunehmen. Die 

Akustikerin wird mit Schreiben vom 18. April 2012 ersucht, einerseits in einer Übersicht 

die Unterschiede zwischen den vom Versicherten gewählten Hörgeräten der 

Indikationsstufe 4 und den Hörgeräten der Indikationsstufe 3 darzustellen, und 

andererseits die Frage zu beantworten, wieweit die Fachperson beim Test von 

Hörgeräten auf die subjektive Rückmeldung des Betroffenen angewiesen ist (act. G 14).

E.b   Der Filialleiter der Lieferantin für Hörgeräte stellt mit Eingabe vom 1. Mai 2012 in 

der angeforderten Übersicht die Unterschiede zwischen den Hörgeräten der 

Indikationsstufen 3 und 4 dar (act. G 16). Zudem gibt er am 6. Mai 2012 an, die 

Fachperson sei beim Test der Hörgeräte unerlässlich auf die subjektiven Aussagen des 

Kunden angewiesen, da es nicht möglich sei, dessen Arbeitsalltag im Fachgeschäft zu 

simulieren (act. G 17).

E.c   Die Parteien haben mit Schreiben vom 8. Mai 2012 Gelegenheit erhalten, zu den 

Angaben der Lieferantin für Hörgeräte Stellung zu nehmen (act. G 18).

E.d   Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht mit Schreiben vom 21. Mai 

2012 geltend, aus dem ergänzenden Bericht der Lieferantin für Hörgeräte und im Lichte 

der objektiven Anforderungen der Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers liessen sich 

die Mängel der Geräte der Indikationsstufe 3 in eindrücklicher Art und Weise erkennen. 

Da die IV-Gesetzgebung stärker auf Eingliederung setze, könne nicht zielführend sein, 

dass der Beschwerdeführer wegen der Nichtübernahme der Kosten für eine etwas 

teurere Hörgeräteversorgung die Anstellung bei der Polizei verliere und sich bei der 

Invalidenversicherung einer wesentlichen kostenintensiveren Wiedereingliederungs- 

bzw. Umschulungsmassnahme unterziehen müsse (act. G 19).

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E.e   Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtschriften sowie den Inhalt 

der weiteren Akten wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.      

Zum anwendbaren Recht ist anzumerken, dass in zeitlicher Hinsicht diejenigen 

Rechtssätze massgebend sind, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen 

führenden Sachverhalts und bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung galten (BGE 

132 V 215 E. 3.1.1). Der hier zu beurteilende Sachverhalt entwickelte sich bis zum 

Erlass der Verfügung vom 18. Februar 2010 (IV-act. 17). Vorliegend sind somit die auf 

den 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen (5. IV-Revision) anwendbar.

2.        

Laut Art. 8 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 lit. d des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) hat die invalide oder von einer Invalidität 

unmittelbar bedrohte versicherte Person Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 

unter anderem auf die Abgabe von Hilfsmitteln, soweit diese notwendig, geeignet und 

angemessen sind, um die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu 

verbessern. Nach Massgabe von Art. 21 IVG und Art. 14 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat die versicherte Person im Rahmen einer in 

der "Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die 

Invalidenversicherung" (HVI; SR 831.232.51) aufgestellten Liste Anspruch auf jene 

Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit, zur Erhaltung oder 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder 

zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf. Gemäss Ziff. 5.07 HVI-Anhang 

sind Hörgeräte bei Schwerhörigkeit abzugeben, sofern das Hörvermögen durch ein 

solches Gerät namhaft verbessert wird und die versicherte Person sich wesentlich 

besser mit der Umwelt verständigen kann.

3.      

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Es steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer eine beidseitige Hörge­

räteversorgung benötigt. In der Unterzeichnung des Formulars "Bestätigung der 

Übernahme der Mehrkosten" kann offensichtlich kein Verzicht auf einen allfälligen 

gesetzlichen Anspruch auf hochwertige Hörgeräteversorgung gesehen werden (IV-

act. 13/2). Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den 

Anspruch des Beschwerdeführers auf den Betrag von Fr. 3´604.60 beschränken durfte.

3.1    Die Vergütung eines Hilfsmittels erfolgt nach Massgabe der vom Bundesrat bzw. 

Bundesamt für Sozialversicherungen mit den Abgabestellen für Hilfsmittel 

abgeschlossenen Tarifverträge (vgl. Art. 27 Abs. 1 IVG und Art. 24 Abs. 2 IVV). Nach 

dem vorliegend anwendbaren Hörgeräte-Tarifvertrag vom 1. Juli 2006 beruht die 

Tarifgestaltung auf einem Indikationenmodell. Die Frage, ob ein Anspruch auf Abgabe 

eines Hörgerätes besteht, ist nach der medizinischen Indikation zu beantworten. Der 

Expertenarzt teilt aufgrund klar festgelegter audiometrischer Kriterien (mit maximal 50 

Punkten gewichtet) sowie des sozial-emotionalen Handicaps und der beruflichen 

Kommunikationsanforderungen (je mit maximal 25 Punkten gewichtet) die versicherte 

Person in eine von drei möglichen Indikationsstufen ein. Aus dieser Indikationsstufe 

ergibt sich der Umfang der Kostenübernahme durch die Invalidenversicherung. Hat die 

Beeinträchtigung des Hörvermögens einer versicherten Person die jeweilige 

Indikationsstufe erreicht, besteht ein Anspruch auf eine einfache Versorgung (25 bis 49 

Punkte), eine komplexere Versorgung (50 bis 75 Punkte) oder eine sehr komplexe 

Versorgung (mehr als 75 Punkte).

3.1.1           Bei der Indikationsstufe 2 beträgt die Preislimite für eine binaurale 

Versorgung insgesamt Fr. 3'350.-- (variabler Maximalpreis für das Hörgerät: Fr. 1650.-- 

+ fixe Pauschale für die Dienstleistung: Fr. 1'700.-- [Anhang 1, Ziff. 4.2, des 

Tarifvertrages]). Vorliegend beauftragte die Beschwerdegegnerin am 9. Dezember 2009 

die Lieferantin für Hörgeräte Amplifon AG mit der vergleichenden Hörgeräteanpassung 

und Erprobung einer binauralen Versorgung gemäss Indikationsstufe 2 bis zum 

Maximalbetrag von Fr. 3'604.60 (IV-act. 12). Dies berücksichtigt die Erhöhung der 

Kosten aufgrund der Mehrwertsteuer in der Höhe von Fr. 254.60 (7.6%).

3.1.2           Dass der Beschwerdeführer von den Expertenärzten in die Indikationsstufe 

2 eingereiht wurde, beruht unter anderem auf einer audiometrisch fassbaren 

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Hörstörung, die von Dr. B.___ mit 22 Punkten und von Dr. C.___ mit 29 Punkten 

gewichtet wurde (IV-act. 7/2 und 11/2). Nachdem im Indikationenmodell die 

audiologischen Kriterien mit maximal 50 Punkten gewichtet sind, kann diese 

Hörstörung entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht mehr als bloss 

leichte bezeichnet werden. Dr. C.___ hielt denn auch in der Zweitexpertise explizit fest, 

es handle sich um eine mittelgradige symmetrische Innenohrschwerhörigkeit (IV-act. 

11/2). Nicht von Belang ist die Tatsache, dass diese Gewichtung einzig und allein für 

eine Indikationsstufe 1 reichen würde, weil dies nach rein audiometrischen Kriterien der 

Regelfall ist. Denn eine komplexere Versorgung kommt erst ab 50 Punkten in Betracht 

und audiologisch gesehen sind wie erwähnt maximal 50 Punkte zu erreichen. Eine 

Hörstörung muss sich auf das soziale Leben und die berufliche Tätigkeit negativ 

auswirken, damit eine höhere Indikationsstufe erreicht wird. Dr. B.___ hielt als Grund 

für die Hörgeräteversorgung fest, dass der Beschwerdeführer beruflich sehr viel zu 

kommunizieren habe, was ihm sehr schwerfalle, weil er öfters nachfragen müsse (IV-

act. 7/2). Dr. C.___ empfahl eine binaurale Versorgung wegen der Probleme mit dem 

Richtungshören und dem Verstehen bei Hintergrundgeräuschen (IV-act. 11/2). 

Insgesamt beträgt die Gewichtung nach der ärztlichen Erstmeinung 52 Punkte 

(audiologische Kriterien 22, sozial-emotionales Handicap 11, beruflichen 

Kommunikationsanforderungen 19) und nach der ärztlichen Zweitmeinung 59 Punkte 

(audiologische Kriterien 29, sozial-emotionales Handicap 10, berufliche 

Kommunikationsanforderungen 20).

3.1.3           Auf die Ergebnisse der ärztlichen Expertisen des Dr. B.___ und des Dr. 

C.___ ist grundsätzlich abzustellen, da zum einen die Beurteilung der audiologischen 

Kriterien Sache der medizinischen Experten ist und das Gericht nur davon abweicht, 

wenn die Berichtserstattung nicht vollständig, nachvollziehbar und schlüssig ist. Zum 

andern erscheint die vorgenommene Gewichtung der sozialen und beruflichen 

Kriterien, obwohl zwangsläufig auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers 

beruhend, als sachgemäss. Was nicht ganz klar ist, ist allerdings, weshalb die Werte 

der audiometrischen Kriterien 7 Punkte auseinander gehen. Welcher Expertise der 

Vorzug zu geben ist, kann dennoch hier offen bleiben. Denn die Punktzahlen in beiden 

Expertisen führen tarifvertraglich zu einer Hörgeräteversorgung der Indikationsstufe 2.

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3.2    Der Beschwerdeführer fordert allerdings eine über die tarifarisch vorgesehene 

Preislimite hinausgehende Hörgeräteversorgung gemäss Indikationsstufe 4 im Betrag 

von Fr. 8´270.80 (act. G 1). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist 

anzunehmen, dass in der Regel eine den tarifvertraglichen Ansätzen entsprechende 

Leistungszuerkennung die Eingliederungsbedürfnisse erfüllt. Vorbehalten bleibt jedoch 

im konkreten Enzellfall die gerichtliche Prüfung, ob die tarifarische 

Hörgeräteversorgung ausnahmsweise, aufgrund eines gesteigerten 

Eingliederungsbedürfnisses, nicht genügt. Ein solches kann sich ergeben sowohl aus 

dem speziellen Gesundheitszustand, wenn sich die Hörstörung als besonders 

schwerwiegend oder die Hörsituation als sehr komplex darstellt, als auch mit Blick auf 

den Tätigkeitsbereich, wenn die Arbeitssituation eine komplexe und wechselnde 

Geräuschkulisse oder besondere berufliche Anforderungen aufweist, welche erhöhte 

Anforderungen an die Kommunikation und das Hörverständnis der Versicherten stellen. 

Nur für solche Fälle ist ein ausnahmsweises Abweichen vom Tarifvertrag angebracht 

(vgl. BGE 130 V 174f. E. 4.3.4). Es ist darauf hinzuweisen, dass vom BSV festgesetzte, 

an sich zulässige Preislimiten (im Verhältnis Leistungserbringer - Versicherung) den 

sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch (im Verhältnis versicherte Person - 

Versicherung) nicht rechtswirksam zu beschränken vermögen (vgl. BGE 123 V 18, BGE 

114 V 90, ZAK 1992 S. 208, Urteil I 347/97 vom 30. April 1998). Dass der Tarifvertrag 

keine Indikationsstufe 4 vorsieht, steht daher einer weitergehenden Kostengutsprache 

nicht entgegen.

3.3    Es stellt sich demnach hier die Frage, ob aufgrund eines gesteigerten 

Eingliederungsbedürfnisses vom Tarifvertrag abgewichen werden darf. Je geringer die 

audiologisch fassbare Hörstörung ist, desto weniger kann von einer schwerwiegenden 

und ausserordentlichen Hörstörung ausgegangen werden (vgl. auch SVR 2005 IV Nr. 5 

S. 17, Urteil I 547/03 vom 17. Mai 2004). Im zu beurteilenden Fall liegt wie gesagt eine 

audiometrisch fassbare, aber keine ausserordentliche Hörstörung vor, welche jede für 

den Alltag erforderliche Verständigungsmöglichkeit praktisch zunichte machen würde.

3.4    Das gesteigerte Eingliederungsbedürfnis ergibt sich allerdings nach der 

Auffassung des Rechtsanwalts des Beschwerdeführers aus den erhöhten 

Anforderungen, welche die Tätigkeit als Polizist im Aussendienst an dessen 

Hörvermögen stellt. Insbesondere beim Personenschutz, Objektschutz und 

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Ordnungsdienst ergäben sich für Leib und

Leben der beteiligten Polizisten, aber vor allem auch für Kollegen und beteiligte 

Zivilpersonen erheblich gefährliche Situationen. Deshalb werde der Polizist im 

Zweierteam oder in Gruppen eingesetzt. Dabei seien - neben einem raschen 

situationsangepassten Verhalten mittels Absprachen vor Ort - vor allem klare 

Befehlsstrukturen und Befehlsketten erforderlich. Das am Einsatz beteiligte 

Teammitglied müsse in einer Stresssituation imstande sein, sich genauestens an 

Befehlen und Absprachen der anderen zu orientieren und diese auch minutiös zu 

befolgen. Erschwerend komme dazu, dass sich die Tätigkeit des Beschwerdeführers 

meist an Einsatzorten mit starken Neben-, Hintergrund- und Störgeräuschen abspiele. 

Die Kommunikation im Polizistenteam müsse bezüglich Klarheit und Verständlichkeit 

unter schwierigsten Bedingungen einwandfrei funktionieren. Unabdingbar seien 

insbesondere die Verständlichkeit über Funkverkehr sowie die gleichzeitige 

Kommunikation über Funkgerät und Telefon. Daher werde ein Hörgerät benötigt, das 

optimal auf die jeweilige konkrete Situation programmiert werden könne (act. G 1).

3.5    Auf die beruflichen Anforderungen bezieht sich Oberleutnant D.___, Leiter der 

Sicherheitsabteilung Gemeindepolizei, Polizeichef, im der Beschwerde beigelegten 

Schreiben vom 17. März 2010 wie folgt:

3.5.1           Der Beschwerdeführer sei seit 1. März 2009 als Polizist in E.___ angestellt. 

In diesem beruflichen Umfeld sei er täglich sehr komplexen und rasch wechselnden

Situationen ausgesetzt, insbesondere bei kritischen Einsätzen im Ausrückdienst 

(Eigenschutz, Drittschutz von Zivilpersonen und Mitarbeitenden). Dabei müsse sich der 

Beschwerdeführer - wegen des erheblichen Gefährdungspotentials bei Anhaltungen, 

Verhaftungen, Personenkontrollen, Interventionen, Einbruchsalarmen, Geiselnahmen, 

Raubüberfällen, Brandalarmen, Veranstaltungen, Verkehrskontrollen etc. - zuverlässig, 

problemlos und ohne Risiko für sich selbst mit den Teammitgliedern und mit 

Zivilpersonen verständigen können. Die vielschichtige Tätigkeit als Polizist finde an 

Einsatzorten mit meist schwierigen Geräuschkulissen, insbesondere starken Neben-, 

Nachhall- und Störungsgeräuschen, wie stark befahrenen Verkehrsachsen, 

Einkaufszentren, Bahnhöfen, Schulanlagen, Freizeitzentren, Stadions, Fabrikhallen und 

in sonstigen Menschenansammlungen, statt. Um die Arbeit zuverlässig erfüllen zu 

können, müsse die Kommunikation auch unter ständig rasch wechselnden und 

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anspruchsvollen Geräuschkulissen und schwierigsten Bedingungen einwandfrei 

funktionieren. Zu diesem Zweck sei ein Polizist auch auf die 100% funktionierende 

Koppelung der Hörgeräte mit den verschiedensten Kommunikationsmitteln wie Funk, 

Telefon etc. zwingend angewiesen. Um bei den erhöhten 

Kommunikationsanforderungen bezüglich Erreichbarkeit über Funk, Telefon sowie 

innerhalb des Teams im Aussen- und Einsatzzentraldienst einen reibungslosen und 

fehlerfreien Ablauf zu gewährleisten und sicherzustellen, benötige er eine optimale 

Hörgeräteversorgung. Die bestmögliche Hörgeräteversorgung sei allein aus 

Sicherheitsgründen unverzichtbar. Sollte eine solche Hörgeräteversorgung nicht 

gewährleistet sein, müsste ernsthaft geprüft werden, ob der Dienst bei der Polizei 

weiterhin ausgeübt werden dürfe bzw. könne (IV-act. 24/36).

3.5.2           In substantiierter Weise hat der Vorgesetzte des Beschwerdeführers 

dargetan, weshalb sich die audiometrisch festgestellte mittelschwere Beeinträchtigung 

des Hörvermögens bei der Berufsausübung erheblich nachteilig auswirkt. Es handelt 

sich dabei zwar nicht um eine fachlich kompetente Aussage über die technischen 

Eigenschaften des Hörgerätes, sondern über das berufliche Anforderungsprofil eines 

Polizisten im Aussendienst. Im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdegegnerin 

kann bei dieser Sachlage nicht von einem bloss subjektiven Bedürfnis nach Hörkomfort 

gesprochen werden. Sicherheitsgründe im öffentlichen Interesse stehen im 

Vordergrund.

3.6     Eine fachlich kompetente Beurteilung über die technischen Eigenschaften der in 

Frage kommenden Hörgeräte kann von der Amplifon AG als Lieferantin erwartet 

werden.

3.6.1           Die technische "Notwendigkeit einer Hörgeräteversorgung über der 

indizierten Stufe 2 im beruflichen Alltag" begründete die Akustikerin der Lieferantin mit 

einer der Beschwerde beigelegten "Bestätigung" vom 2. März 2010 zuhanden des 

Beschwerdeführers wie folgt: Dieser sei in seinem beruflichem Umfeld sehr komplexen 

und rasch wechselnden akustischen Situationen ausgesetzt. Als Polizist im 

Aussendienst müsse er mit seinen Kollegen problemlos kommunizieren und alles 

einwandfrei verstehen können. Geräte aus der indizierten Stufen 2 seien technisch 

nicht in der Lage, diese komplexen Anforderungen zu erfüllen. Daher benötige er 

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Geräte, die eine optimale und schnelle Anpassung an die sich ständig wechselnden 

Situationen in geräuschvoller Umgebung gewährleisteten. Diese sei nur bei High-Tech-

Geräten möglich. Selbst ein Test mit Geräten aus der Stufe 3 sei unbefriedigend 

ausgefallen. Zudem seien alle möglichen Varianten für die Anbindung an das Funkgerät 

getestet worden. Mit einer zusätzlichen Halterung am Kopfhörer des Funkgerätes 

neben den Hörgeräten habe dies am besten funktioniert (IV-act. 24/35).

3.6.2           In einer der Beschwerde beigelegten Übersicht vom 12. März 2010 legte 

die Akustikerin die Unterschiede zwischen den gewählten und den verordneten 

Hörgeräten dar. Hörgeräte der Stufe 4 kennzeichneten sich durch Anpassung der 

Frequenzen an den Hörverlust über 20 Kanäle, Störgeräuschunterdrückung über 20 

Kanäle hinweg, VoiceZoom für Spracherkennung und Herausfilterung über 20 Kanäle, 

SoundFlow für Erkennung und automatische Anpassung vier verschiedener 

Hörsituationen, EchoBlock-System zur Filterung der zeitverschobenen Eingangssignale 

und entsprechendes Zubehör für Anbindung an externe Geräte via Bluetooth oder 

Funk. Demgegenüber stünden die Hörgeräte der Stufe 2 mit Anpassung der 

Frequenzen an den Hörverlust über 4 Kanäle, manueller Anpassung per 

Programmknopf an die verschiedenen Hörsituationen, einfacher 

Störgeräuschunterdrückung über 4 Kanäle hinweg, einfacher Spracherkennung über 4 

Kanäle hinweg und keiner Möglichkeit zur Anbindung an externe Geräte via Bluetooth. 

Damit sei ersichtlich, dass Hörgeräte der Indikationsstufe 2 verschiedene Probleme im 

beruflichen Alltag des Beschwerdeführers nicht bewältigen könnten, weil sie nicht 

genug selbständig agieren könnten. Der Beschwerdeführer sei auf ein System 

angewiesen, welches keine zusätzliche Aufmerksamkeit von ihm während der 

Arbeitseinsätze benötige (IV-act. 24/38).

3.6.3           Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem 

jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber 

auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz 

will die Eingliederung soweit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch 

genügend ist (BGE 132 V 225 E. 4.3.1; BGE 131 V 19 E. 3.6.1; vgl. Art. 21 Abs. 3 IVG 

und Art. 2 Abs. 4 HVI). Aus der Berichterstattung der Hörgeräteakustikerin vom 

29. Dezember 2009 (IV-act. 13/3), 2. März 2010 (IV-act. 24/35) und 12. März 2010 (IV-

act. 24/38) geht zwar hervor, dass die besondere berufliche Situation bzw. das damit 

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verbundene spezifische Eingliederungsbedürfnis des Beschwerdeführers ein besseres 

Hörgerät als dasjenige der verordneten Indikationsstufe 2 verlange. Aufgrund dieser 

Eingaben ist aber nicht ganz klar, ob ein Hörgerät der Indikationsstufe 3 die beruflichen 

Anforderungen erfüllen würde.

3.6.4           Der vom Gericht angeforderte Vergleich vom Mai 2012 zeigt, dass 

Hörsysteme der Indikationsstufe 3 sich durch Anpassung der Frequenzen an den 

Hörverlust über 10 Kanäle, exakte Richtmikrofone, aber keine automatische 

Richtungserkennung, kein VoiceZoom, keine Impulsschallunterdrückung, weniger 

exakte Rückkopplungsunterdrückung, weniger automatische Situationen und kein 

Flexcontrol kennzeichneten. Demgegenüber stehen die Hörgeräte der Stufe 4 mit 

Anpassung der Frequenzen an den Hörverlust über 20 Kanäle, viel exakteren 

Richtmikrofonen, wesentlich genauerer Fokussierung, VoiceZoom, Spracherkennung in 

20 Kanäle, Wireless Ear-to-Ear Technologie, Frequenzkompression, Hallunterdrückung, 

Impulsschallunterdrückung, bester Rückkopplungsunterdrückung, automatischer 

Situationserkennung und Flexcontrol. Gestützt auf diese Unterschiede kommt der 

Filialleiter der Lieferantin für Hörgeräte zum Schluss, dass Hörsysteme der 

Indikationsstufe 3, weil sie nicht genug selbständig agieren und zusätzliche 

Aufmerksamkeit des Benutzers benötigen würden, verschiedene Situationen im 

Arbeitsalltag des Beschwerdeführers nicht bewältigen könnten (act. G 16). Aus der 

Eingabe des Filialleiters vom 6. Mai 2012 ergibt sich, dass die berufliche Eignung von 

Hörgeräten sich nicht technisch testen bzw. messen lässt. Die Fachperson sei auf die 

Angaben des Benutzers angewiesen (vgl. act. G 17).

3.7    In einer der Beschwerde beigelegten Stellungnahme zuhanden des 

Rechtvertreters des Beschwerdeführers vom 20. März 2010 hält Dr. B.___ als 

Begründung für die Verwendung von Hörgeräten der Indikationsstufe 4 fest: Diese 

Geräte würden sich automatisch dem Umgebungslärm anpassen. Bei ihnen seien 

verschiedene Programmierungen möglich, welche den wechselnden Lärmsituationen 

während der Berufsausübung gerecht würden. Diese Geräte würden Geräusche und 

Töne mit hohen Frequenzen verstärken, während sie gleichzeitig die tiefen Frequenzen 

unterdrückten. Mit ihnen sei der Beschwerdeführer imstande, seine beiden Hände 

während seiner beruflichen Tätigkeit frei zu halten. Aus diesen Gründen könne er, der 

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Arzt, den Antrag des Beschwerdeführers nur unterstützen, müsste er doch andernfalls 

mit einer Kündigung rechnen (IV-act. 24/39).

3.8     Sinn und Zweck der Versorgung mit Hilfsmitteln gemäss Art. 8 IVG ist unter 

anderem die Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die 

Schwerhörigkeit ca. im Juni oder Juli 2009 in erster Linie am Arbeitsplatz aufgefallen 

war (IV-act. 1/5; vgl. Beschwerde S. 2). Der Vorgesetzte bestätigt ausdrücklich eine 

konkrete Gefährdung des Arbeitsplatzes, welchen der Beschwerdeführer erst seit 

1. März 2009 inne hatte (IV-act. 24/36). Die Hörbehinderung wirkt sich nach 

Feststellungen der Expertenärzten als sozial-emotionales Handicap wegen 

"Schwierigkeiten mit der Verständigung bei Nebengeräuschen" (4 von 5 möglichen 

Punkten) und als relevantes Defizit bei der beruflichen Kommunikation in Bezug auf 

"akustisch stark wechselnde Umgebung" (5 von 5 möglichen Punkten), "Kunden/

Mitarbeitergespräche" (5 von 5 möglichen Punkten) und "Sprachverständnis unter 

Nebengeräuschen" (5 von 5 möglichen Punkten) aus. Die berufsbezogene 

Beeinträchtigung des Hörvermögens erreicht 19 bzw. 20 von 25 möglichen Punkten 

(IV-act. 7/4; vgl. IV-act. 11). Wenn die beruflichen Kommunikationsanforderungen im 

strukturierten Interview für Expertise 1 (IV-act. 7/4) mit dem Anforderungsprofil für 

einen Polizisten im Aussendienst (IV-act. 24/36) verglichen werden, drängt sich die 

Schlussfolgerung auf, dass die nach Tarifvertrag standardisierten Kriterien die 

Kommunikationsanforderungen im konkret zu beurteilenden Beruf nicht genügend zu 

gewichten vermögen.

3.8.1           Unter technischen Gesichtspunkten erklärt die Akustikerin überzeugend, 

dass die Hörgeräte der Indikationsstufe 4 über vielfältige und automatische 

Anpassungsmöglichkeiten verfügen, welche für die Tätigkeit des Beschwerdeführers 

erforderlich sind. Sie begnügt sich nicht damit, das heute hörgerätetechnologisch 

Erzielbare zu bezeichnen (IV-act. 24/38), sondern argumentiert berufsbezogen über die 

Notwendigkeit der gewählten Hörgeräte und des Zubehörs (IV-act. 24/35). Der Einwand 

in der Stellungnahme Fachbereich der Beschwerdegegnerin, wonach auch bei den 

Hörgeräten der Indikationsstufe 2 vielfältige Anpassungsmöglichkeiten bestünden, ist 

hingegen nicht mit konkreten technischen Angaben untermauert (IV-act. 24f.).

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3.8.2           Die nachträgliche Stellungnahme des Expertenarztes Dr. B.___ bekräftigt 

zudem vor dem Hintergrund des beruflichen Anforderungsprofils die Richtigkeit der 

Einschätzungen der Akustikerin (IV-act. 24/39). Es trifft nicht zu, dass er bei der 

Erstexpertise von einer leichten Hörstörung ausgegangen wäre. Beide Expertisen (Dr. 

B.___ und Dr. C.___) gehen von einer aus audiologischer Sicht relevanten 

Hörverminderung (mit 22 bzw. 29 von 50 Punkten) aus (IV-act. 7/3 und 11/1). Deshalb 

widerspricht sich der Expertenarzt Dr. B.___ nicht, wenn er sich im Nachhinein 

aufgrund des nachgewiesenen gesteigerten Eingliederungsbedürfnisses für eine 

Überschreitung der tarifvertraglich vereinbarten Kostenlimite äussert.

3.8.3           Mit der Berichtergänzung des Filialleiters der Lieferantin ist nachgewiesen, 

dass die Hörgerätsysteme der Indikationsstufe 3 eine immer noch erhebliche 

Aufmerksamkeit des Benützers benötigen, weshalb sie sich als untauglich für die 

gefährlichen Arbeitseinsätze eines Polizisten im Aussendienst erweisen (act. G 15). Es 

ist nicht zu beanstanden, dass sich die Lieferantin auf die subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers stützen muss (vgl. act. G 16). Mit den Expertisen von Medizinern 

verhält es sich nichts anders, wenn diese das sozial-emotionale Handicap und die 

beruflichen Kommunikationsanforderungen bewerten.

3.8.4           Aufgrund des gesteigerten Eingliederungsbedürfnisses erscheint plausibel 

und nachvollziehbar, dass die hohen Anforderungen an die berufliche Stellung des 

Beschwerdeführers eine Hörgeräteversorgung der Indikationsstufe 4 erforderlich 

machen.

3.9    Der Beschwerdeführer stellt zusätzlich den Antrag auf Erstattung der Kosten für 

den Ohreinsatz/IO-Schale rechts in der Höhe von Fr. 150.65 (inklusiv 7.6% 

Mehrwertsteuer, IV-act. 16/3). Was das Zubehör betrifft, sind die Ohrpassstücke bei 

der Geräteabgabe im Preis der Dienstleistung grundsätzlich enthalten (Anhang 1, Ziff. 

1.2, des Tarifvertrages). Allerdings erstreckt sich nach Art. 2 Abs. 3 HVI der Anspruch 

auf Hilfsmittel auch auf das invaliditätsbedingt notwendige Zubehör und die 

invaliditätsbedingten Anpassungen. Ein Ohrpassstück kann denn - gemäss Anhang 1, 

Ziff. 1.2, des Tarifvertrages - auch als besondere Dienstleistung mit Fr. 140.-- vergütet 

werden. Deshalb kommt Ziffer 13.01 HVI, wonach Hilfsmittel, deren 

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Anschaffungskosten den Betrag von Fr. 400.-- nicht übersteigen, zulasten der 

versicherten Person gehen, auch im Rahmen des Tarifvertrages nicht zur Anwendung.

4.      

4.1    Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom 

18. Februar 2010 in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Kosten der binauralen 

Hörgeräteversorgung mit zwei Hörgeräten Phonak Audéo IX Yes gemäss 

Indikationsstufe 4 im Betrag von Fr. 8´270.80 sowie diejenige für den Ohreinsatz/IO-

Schale rechts im Betrag von Fr. 150.65 (inkl. MwSt) zu bezahlen.

4.2    Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1’000.-- festgelegt. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend 

zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in 

Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder 

teilweise abgewiesen werden. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Ihr ist deshalb die 

gesamte Gerichtsgebühr aufzuerlegen. Der Kostenvorschuss ist dem 

Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

4.3    Die obsiegende beschwerdeführerende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang 

einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit 

des Prozesses. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in der Replik eine 

Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'500.-- zuzüglich Mehrwertsteuer, insgesamt 

somit Fr. 3'766.-- (gestützt auf Art. 22. Abs. 1 lit. b. HonO) beantragt. Mit Rücksicht auf 

das durchgeführte Beweisverfahren bei einem im Übrigen durchschnittlichen Fall 

rechtfertigt es sich eine Parteientschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

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entschieden:

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 18. Februar 2010 

aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Kosten der 

binauralen Hörgeräteversorgung mit zwei Hörgeräten Phonak Audéo IX Yes gemäss 

Indikationsstufe 4 im Betrag von Fr. 8´270.80 sowie diejenige für den Ohreinsatz/IO-

Schale rechts im Betrag von Fr. 150.65 (unter Anrechnung der bereits geleisteten 

Zahlung von Fr. 3'604.60) zu bezahlen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer 

zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.04.2012
	Art. 8 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 lit. d IVG; Art. 21 IVG; Art. 14 IVV; Ziff. 5.07 HVI-Anhang; Art. 27 Abs. 1 IVG; Art. 24 Abs. 2 IVV; Die Beschwerdegegnerin verfügte die Abgabe von Hörgeräten der Indikationsstufe 2 zugunsten des Beschwerdeführers. Aufgrund dessen, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Polizist im Aussendienst erhöhten Anforderungen an Hörvermögen und Hörgeräteanpassung stellt, wird die Beschwerde gutgeheissen und dem Beschwerdeführer die Übernahme von Kosten für Hörgeräte der Indikationsstufe 4 mit entsprechendem Zubehör durch die Invalidenversicherung zugesprochen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April 2012, IV 2010/129).

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