# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90079774-e2d0-5a51-9d63-10651454f981
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.11.2023 S 2022 127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-127_2023-11-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 127

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Zanolari Hasse und Audétat

Aktuarin ad hoc Fuchs

URTEIL

vom 7. November 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend AHV-Beiträge

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I. Sachverhalt:

1. Per 1. April 2018 zog A._____, damaliger selbständiger Geschäftsführer 

der B._____ GmbH mit Sitz in C._____, von D._____ nach E._____ um. 

Aus diesem Anlass übermittelte die Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden am 12. November 2021 die Steuermeldung AHV für das Jahr 

2019 an die AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden 

(nachfolgend: AHV-Ausgleichskasse). In dieser wurde ein Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von CHF 53'399.-- als 

Aufwandsentschädigung aus einem Geschäftsführervertrag ausgewiesen. 

2. Die AHV-Ausgleichskasse forderte in der Folge A._____ mit Schreiben 

vom 29. November 2021 zwecks Überprüfung der AHV-Beitragspflicht 

dazu auf, eine Anmeldung als Selbständigerwerbender einzureichen. Eine 

schriftliche Erinnerung erfolgte am 4. Januar 2022 und eine weitere am 

28. Januar 2022. Am 25. Februar 2022 übermittelte die Steuerverwaltung 

des Kantons Graubünden der AHV-Ausgleichskasse die AHV-Meldung für 

Selbständige für das Jahr 2018, welche sie der AHV-Ausgleichskasse 

bereits am 8. Januar 2021 übermittelt hatte. Darin wurde festgehalten, 

dass keine im Ausland erzielten Einkommen vorhanden seien und dass 

A._____ ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von 

CHF 55'434.-- erzielt habe. Mangels jeglicher Kontaktaufnahme von 

A._____ und aufgrund der Tatsache, dass er bislang keine AHV-Beiträge 

bezahlt hatte, erliess die AHV-Ausgleichskasse am 29. April 2022 die 

Beitragsverfügungen als Selbständigerwerbender (Persönliche Beiträge, 

Akontobeiträge, Verzugszinsen für Beitragsnachforderung, 

Differenzrechnung) für die Jahre 2018 bis und mit 2022. 

3. Gegen die Beitragsverfügungen erhob A._____ am 8. Juni 2022 per Mail 

Einsprache. Zur Begründung – welche am 13. Juni 2022 per Schreiben 

und per Mail nachgereicht wurde – führte er an, dass es sich bei der 

Entschädigung um eine monatliche Kostenpauschale handle, die kein 

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Einkommen, sondern Spesenersatz darstelle, welche nicht 

sozialabgabepflichtig sei. Überdies habe er ab 2021 wegen Corona nicht 

mehr Euro 4'000.-- sondern nur noch Euro 2'000.-- erhalten. Die 

Zahlungen endeten mit Antritt des Vorruhestandes am 30. Juni 2022. 

4. Die AHV-Ausgleichskasse wies die Einsprache mit Einspracheentscheid 

vom 2. November 2022 mit der Begründung ab, dass die von A._____ im 

Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer für die B._____ GmbH in 

Deutschland erzielten Einkünfte gemäss dem Bundesgesetz über die 

Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) in der Schweiz 

beitragspflichtig seien. Falls die Einkünfte nach deutschem Recht nicht 

beitragspflichtig seien, bestimme sich nach Schweizer Recht, ob eine 

Beitragsflicht bestehe. Das Abkommen zwischen der Schweiz und der EU 

käme nicht zur Anwendung, da A._____ nur in einem Staat (Deutschland) 

tätig sei und eine Koordination aus diesem Grunde nicht erforderlich sei. 

5. Gegen den Einspracheentscheid vom 2. November 2022 erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 30. November 2022 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte 

sinngemäss dessen Überprüfung und Aufhebung. In seiner Beschwerde 

führt der Beschwerdeführer aus, dass er seit seiner Tätigkeit als 

selbständiger Geschäftsführer der B._____ GmbH eine monatliche 

Aufwands- bzw. Kostenpauschale von Euro 4'000.-- erhalten habe, die in 

Deutschland nicht sozialversicherungspflichtig sei. Zu keinem Zeitpunkt 

habe er in der Schweiz ein Einkommen erzielt. 

6. Mangels neuer rechtserheblicher Vorbringen seitens des 

Beschwerdeführers verzichtete die AHV-Ausgleichskasse (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) am 9. Januar 2023 auf eine Vernehmlassung und 

hielt an ihren Ausführungen in der Verfügung vom 29. April 2022 und im 

Einspracheentscheid vom 2. November 2022 fest, so dass die 

Beschwerde abzuweisen sei. 

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 2. November 2022. Solche Entscheide 

können mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden als zuständigem Versicherungsgericht angefochten werden 

(vgl. Art. 84 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] und Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege für den Kanton Graubünden 

[VRG; BR 370.100]). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde folglich zuständig. 

1.2. Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher 

Überprüfung auf. Er ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und Art. 61 ATSG).

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdeführer mit den durch 

die B._____ GmbH, C._____, ausbezahlten monatlichen 

Pauschalbeträgen in Höhe von Euro 4000.-- (bis 31. Dezember 2020) 

bzw. Euro 2000.-- (ab 1. Januar 2021) in der Schweiz beitragspflichtig ist, 

was mit den Beitragsverfügungen für Selbständigerwerbende vom 

29. April 2022 festgestellt und mit Einspracheentscheid vom 2. November 

2022 bestätigt wurde.

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3. Unbestritten geblieben ist, dass der Beschwerdeführer als deutscher 

Staatsangehöriger seit April 2018 mindestens bis zum Zeitpunkt des 

Einspracheentscheids am 2. November 2022 Wohnsitz in E._____ gehabt 

hat, er ab Dezember 2012 als Selbständigerwerbender für seine 

Geschäftsführertätigkeit bei der B._____ GmbH in C._____ eine 

monatliche pauschale Aufwandsentschädigung von Euro 4'000.-- bzw. 

coronabedingt ab Januar 2021 reduziert auf Euro 2'000.-- ausbezahlt 

erhalten hat (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 6), er sein 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in der Schweiz deklariert 

und versteuert hat (Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1, 16, 17), 

und dass er in der Schweiz nie erwerbstätig gewesen ist.

4. Weist ein Sachverhalt einen internationalen Zusammenhang auf, ist vorab 

zu klären, welches nationale Recht zur Anwendung gelangt. Der 

internationale Zusammenhang des vorliegenden Sachverhaltes ergibt sich 

aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer als deutscher 

Staatsangehöriger ab dem Jahr 2012 (ausschliesslich) in Deutschland für 

seine in C._____ ansässige Firma – die B._____ GmbH – tätig war und 

eine Aufwandsentschädigung dafür ausbezahlt erhalten hat und 

andererseits aus seiner Wohnsitzbegründung in D._____ bzw. später – im 

Jahr 2018 – in E._____. Somit sind Anknüpfungspunkte zu mindestens 

zwei Staaten gegeben (FORSTER, AHV-Beitragsrecht, in: MEYER/GÄCHTER 

(Hrsg.), Schriften zum Sozialversicherungsrecht, 2007, S. 53).

5. Durch den Auslandsbezug handelt es sich um einen internationalen 

Sachverhalt, sodass vorab festzustellen ist, welches Kollisionsrecht zur 

Anwendung gelangt (FREY, in: FREY/MOSIMANN/BOLLINGER (Hrsg.), 

AHVG/IVG Kommentar, Zürich 2018, Art. 1a N 25). Für die Bestimmung 

des anwendbaren Rechts ist auf die in den internationalen 

Sozialversicherungsabkommen geregelten Kollisionsnormen abzustellen. 

Diese geben die Kriterien (Anknüpfungsbegriffe) vor, anhand derer sich 

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die anwendbare nationale Rechtsordnung (lex causae) bestimmt 

(FORSTER, a.a.O., S. 52). 

6.1. Die Sozialversicherungssysteme der verschiedenen Staaten sind 

unterschiedlich organisiert und auf das jeweilige Staatsgebiet beschränkt. 

Beim Wechsel von einem Land zu einem anderen kann es zu doppelten 

Beitragsbelastungen oder Versicherungslücken sowie zum Verlust von 

Ansprüchen kommen. Um diese Probleme zu lösen, ist eine Koordinierung 

der nationalen Sozialversicherungssysteme notwendig (vgl. 

NIEDERER/MEYER, Grenzüberschreitende Erwerbstätigkeit aus 

sozialversicherungs- und steuerrechtlicher Sicht, in: Der Schweizer 

Treuhänder 10/2013, S. 712). Das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene 

Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits 

und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten 

andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (FZA; SR 

0.142.112.681) sieht die Koordination der sozialen Sicherheit nach dem 

Muster der in der Europäischen Gemeinschaft massgebenden 

Regelungen vor, damit der freie Personenverkehr nicht durch 

einschränkende sozialversicherungsrechtliche Regelungen behindert 

wird. Die Schweiz wird dadurch in die Koordination der sozialen Sicherheit 

der Europäischen Gemeinschaft integriert. Gemäss Art. 8 FZA regeln die 

Vertragsparteien die Koordinierung der sozialen Sicherheit gemäss 

dessen Anhang II; dieser bildet Bestandteil des Abkommens (Art. 15 FZA). 

Nach Art. 1 Abs. 1 des Anhangs II des FZA i.V.m. Abschnitt A dieses 

Anhangs wenden die Vertragsparteien insbesondere die Verordnungen 

VO (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit 

(SR 0.831.109.268.1; nachfolgend: VO [EG] Nr. 883/2004) und VO (EG) 

Nr. 987/2009 vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für 

die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die 

Koordinierung der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11; 

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nachfolgend: VO [EG] Nr. 987/2009) an. Diese Verordnungen sind durch 

den Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom 31. März 

2012 zur Ersetzung des Anhangs II FZA per 1. April 2012 in Kraft getreten 

(vgl. EUGSTER, Krankenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, 3. Aufl., Zürich 2016, Rz. 68 

mit weiteren Hinweisen; vgl. BGE 147 V 387 E.3.2, 144 V 127 E.4.1; 

Art. 153a Abs. 1 lit. a und b AHVG; vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 

[VGU] S 19 68 vom 23. Dezember 2019 E.3.1.2.1). Sie regeln die 

Koordination der staatlichen Rechtsordnungen zur 

Versicherungsunterstellung, wobei materielle Versicherungsnormen nicht 

enthalten sind (FREY, a.a.O., Art. 1a N 26).

6.2. Die Anwendung der Kollisionsnormen der VO (EG) Nr. 883/2004, nach 

denen sich die anzuwendenden Rechtsvorschriften bestimmen, ist für die 

Mitgliedstaaten zwingend. Sie bilden ein geschlossenes System von 

Kollisionsnormen, das den nationalen Gesetzgebern die Befugnis nimmt, 

in diesem Bereich den Geltungsbereich und die 

Anwendungsvoraussetzungen ihrer nationalen Rechtsvorschriften im 

Hinblick darauf zu bestimmen, welche Personen ihnen unterliegen und in 

welchem Gebiet sie ihre Wirkung entfalten sollen (BGE 146 V 152 

E.4.2.3.1).

7. Voraussetzung für die persönliche Anwendung der VO (EG) Nr. 883/2004 

bzw. der Durchführungsverordnung VO (EG) Nr. 987/2009 für die 

versicherte Person sind die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaats und 

Wohnort in einem Mitgliedstaat, für die die Rechtsvorschriften eines oder 

mehrerer Mitgliedstaaten gelten oder galten, sowie für ihre 

Familienangehörigen und Hinterbliebenen (Art. 2 Abs. 1 VO [EG] 

Nr. 883/2004, Art. 153a Abs. 1 lit. a AHVG). Im vorliegenden Fall besitzt 

der Beschwerdeführer die deutsche Staatsangehörigkeit und hat jahrelang 

für die B._____ GmbH in Deutschland gearbeitet, auch, als er Wohnsitz in 

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der Schweiz hatte, womit der persönliche Anwendungsbereich des 

Abkommens bzw. der Verordnungen erfüllt ist. 

7.1. In sachlicher Hinsicht sind die Abkommen einschlägig, wenn es sich 

(letztlich) um Leistungen im Alter (Art. 3 Abs. 1 lit. d VO [EG] Nr. 883/2004) 

oder um Leistungen für die Hinterbliebenen dreht (lit. e derselben 

Bestimmung). Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdeführer 

AHV-beitragspflichtig in der Schweiz ist oder nicht. Damit ist auch der 

sachliche Geltungsbereich des Abkommens bzw. der beiden 

Verordnungen erfüllt. 

7.2. Die beiden Verordnungen sind ab dem 1. April 2012 in Kraft getreten und 

von der Schweiz entsprechend ratifiziert worden. Die Beitragspflicht 

umfasst im vorliegenden Fall den Zeitraum vom 1. April 2018 bis ins Jahr 

2022, weshalb die Verordnungen auch in zeitlicher Hinsicht anwendbar 

sind. 

7.3. In einem Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die beiden 

Verordnungen VO (EG) Nr. 883/2004 und VO (EG) Nr. 987/2009 im 

vorliegenden Fall zur Anwendung gelangen (siehe auch Urteil des 

Bundesgerichts 9C_614/2017 vom 22. Juni 2018 E.4.2 m.w.H.). Der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass diese nicht anwendbar seien, 

da der Beschwerdeführer nur in einem Staat (Deutschland) tätig sei und 

eine Koordination aus diesem Grunde nicht erforderlich sei, kann somit 

nicht gefolgt werden. 

8.1. Bereits der Ingress der VO (EG) Nr. 883/2004 besagt, dass es erforderlich 

ist, Personen, die sich innerhalb der Gemeinschaft bewegen, dem System 

der sozialen Sicherheit nur eines Mitgliedstaats zu unterwerfen, um eine 

Kumulierung anzuwendender nationaler Rechtsvorschriften und die sich 

daraus möglicherweise ergebenden Komplikationen zu vermeiden 

(Ziff. 15). Um die Gleichbehandlung aller im Hoheitsgebiet eines 

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Mitgliedstaats erwerbstätigen Personen am besten zu gewährleisten, ist 

es zweckmässig, als allgemeine Regel die Anwendung der 

Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats vorzusehen, in dem die betreffende 

Person eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit 

ausübt (Ziff. 17). Nach Art. 11 Abs. 3 lit. a VO (EG) Nr. 883/2004 unterliegt 

eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder 

selbständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses 

Mitgliedstaates (BGE 147 V 387 E.3.2). Welche Rechtsvorschriften dies 

sind, bestimmt sich nach diesem Titel (Anm. des Gerichts: Titel II – 

Bestimmung des anwendbaren Rechts). Abs. 2 Satz 1 dieser Norm 

bestimmt, dass für die Zwecke dieses Titels bei Personen, die aufgrund 

oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit 

eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen wird, dass sie diese 

Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Gemäss Art. 11 Abs. 3 lit. a VO 

(EG) Nr. 883/2004 gilt im Grundsatz, dass eine Person, die in einem 

Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbständige Erwerbstätigkeit 

ausübt, dessen Rechtsvorschriften unterliegt. Der Ort, an dem gearbeitet 

wird, ist hierbei Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des anwendbaren 

Landrechts. Die Versicherteneigenschaft bestimmt sich somit 

grundsätzlich nach dem Recht desjenigen Landes, in dessen Gebiet die 

Person beschäftigt ist bzw. ihre Erwerbstätigkeit ausübt (lex loci laboris). 

Es gilt das sog. Erwerbsortprinzip (FORSTER, a.a.O., S. 52). Gemäss 
Art. 11 Abs. 3 lit. a VO (EG) Nr. 883/2004 ist der Versicherungsnehmer 

folglich in dem Staat versichert, in dem er (ausschliesslich) tätig ist (BGE 

149 V 57 E.3.2). Das Erwerbsortprinzip gilt selbst dann, wenn die 

versicherte Person in einem anderen Mitgliedstaat wohnt (FORSTER, 

a.a.O., S. 54; vgl. VGU S 19 168 vom 23. Dezember 2019 E.3.1.2.2). 

Staatsangehörige der EU, die nur in einem EU-Staat arbeiten, sind folglich 

in der Schweizerischen Alters- und Hinterlassenenversicherung nicht 

versichert (FREY, a.a.O., Art. 1a N 37; vgl. Wegleitung über die 

Versicherungspflicht in der AHV/IV [WVP], Stand 1. Januar 2023, 

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Rz. 2009, 2016, insbes. Rz. 2040 und Anhänge 3 und 9). Nichts anderes 

hält auch das Bundesgericht in seiner ständigen Praxis fest. Es betont, 

dass eine Person nach dem Erwerbsortprinzip in demjenigen Staat 

versichert ist, in dem sie ihre Erwerbstätigkeit ausübt (vgl. BGE 149 V 57 

E.3.2). Dies gelte sowohl für abhängige Beschäftigte als auch für 

selbständig tätige Personen unabhängig vom Wohnort (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_614/2017 vom 22. Juni 2018 E.5.2.1). 

8.2. Nur wenn es an einem Abkommen zwischen der Schweiz und dem Staat, 

dem die versicherte Person angehört, fehlt, gilt die Rechtsordnung der 

Schweiz, mit der Folge, dass die Frage der Versicherungsunterstellung 

sich allein nach AHVG richtet (FREY, a.a.O., Art. 1a N 27). 

8.3. Das FZA knüpft daran an, ob eine Tätigkeit in der Eigenschaft als 

Arbeitnehmer oder als Selbständigerwerbender ausgeübt wird. Als 

"Beschäftigung" und "selbständige Erwerbstätigkeit" gilt jede Tätigkeit 

oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften 

der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaats, in dem die Tätigkeit ausgeübt 

wird oder die gleichgestellte Situation vorliegt, als solche gilt (Art. 1 lit. a 

und b VO [EG] Nr. 883/2004). Die Qualifikation der Tätigkeit erfolgt nach 

dem Recht desjenigen Staates, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird (FREY, 

a.a.O., Art. 1a N 34 und 42; EUGSTER, a.a.O., Rz. 78). 

8.4. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers habe er während zwei bis drei 

Tagen die Woche als Berater und Geschäftsführer seiner Firma B._____ 

GmbH gearbeitet. Unter anderem habe er ein- bis zweimal die Woche die 

Baustelle in der F._____ in C._____ kontrolliert. Sein Zeitaufwand habe 

hierfür insg. 16-24 Stunden pro Woche betragen. Zu keinem Zeitpunkt 

habe er in der Schweiz gearbeitet. Sein Tätigkeitsfeld beschränkte sich 

stets und ausschliesslich auf C._____ (Bf-act. 7; Bg-act. 63 S. 3). In seiner 

E-Mail vom 10. August 2022 (Bf-act. 2; Bg-act. 91 S. 2) erläutert der 

Steuerberater und Anwalt des Beschwerdeführers in Deutschland, dass 

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hinsichtlich der (potentiellen) Sozialversicherungspflicht von 

Geschäftsführern für pauschale Kosten- und Auslagenerstattungen die 

Qualifikation der Beträge (Auslagenersatz resp. Werbungskostenersatz) 

entscheidend sei. Er vertieft seine Einschätzung zur Befreiung von der 

Sozialversicherungspflicht in Deutschland mit Schreiben vom 26. Oktober 

2022 (Bg-act. 70 und 71). Die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit 

wird nach deutschem Recht zu qualifizieren sein.  

8.5. Dem Erwerbsortprinzip folgend unterliegt der Beschwerdeführer entgegen 

der Auffassung der Beschwerdegegnerin damit nicht dem 

schweizerischen AHV-Recht, sondern es ist die Koordination zugunsten 

von Deutschland vorzunehmen, dessen System der sozialen Sicherheit 

Anwendung findet. Für Schweizer Recht verbleibt kein Raum und zwar 

unabhängig davon, ob und wie Deutschland als zuständiger Staat die 

selbständig erworbene Aufwandsentschädigung von Euro 4'000.-- bzw. 

Euro 2'000.-- behandelt. Ob und inwieweit der Beschwerdeführer in 

Deutschland tatsächlich der Beitragspflicht untersteht, ist ohne Belang, 

denn selbst wenn Deutschland als zuständiger Staat von einer 

Beitragspflicht absieht, kann sich die Schweiz nicht über die 

kollisionsrechtliche Regelung hinwegsetzen und die Beitragspflicht für sich 

beanspruchen. Die Verordnung VO (EG) Nr. 883/2004 dient dazu, die im 

konkreten Fall anwendbare Sozialrechtsordnung zu finden, sie bezweckt 

hingegen nicht, in jedem Fall eine Unterstellung unter eine Beitragspflicht 

vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 216 E.4.3).

8.6. In Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben, womit der Beschwerdeführer keiner 

Beitragspflicht nach AHVG untersteht.

9.1. In Anwendung der geänderten Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. dazu 

VGU S 21 48 vom 8. Februar 2022 E.4.1 ff. und VGU S 21 49 vom 

8. Februar 2022 E.3.1 ff.) richten sich die Kostenpflicht und der 

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Kostenrahmen von versicherungsgerichtlichen Verfahren gemäss Art. 61 

ATSG, die nicht als Leistungsstreitigkeiten im Sinne von Art. 61 lit. fbis 

ATSG gelten, wie insbesondere Beitragsstreitigkeiten, grundsätzlich nach 

dem kantonalen Recht und somit nach den allgemeinen 

Kostenverlegungsgrundsätzen für Rechtsmittel- und Klageverfahren vor 

dem Verwaltungsgericht (Art. 72 ff. VRG). Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Art. 73 

Abs. 1 VRG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 AHVG und Art. 61 ATSG). Die 

Staatsgebühr beträgt in der Regel höchstens CHF 20'000.--- und richtet 

sich nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem 

Interesse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der 

Kostenpflichtigen. Vorliegend ist die Staatsgebühr in Anwendung von 

Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 500.-- festzusetzen (vgl. VGU S 21 53 vom 

7. Dezember 2022 E.3.1 f.). 

9.2. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat praxisgemäss 

keinen Anspruch auf einen Parteikostenersatz (Art. 61 lit. g ATSG). 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der AHV-

Ausgleichskasse vom 2. November 2022 aufgehoben, womit A._____ 

keiner Beitragspflicht nach AHVG untersteht. 

2. Die Staatsgebühr in Höhe von CHF 500.-- geht zulasten der AHV-

Ausgleichskasse. 

3. Es wird kein Parteikostenersatz zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]]

5. [Mitteilung]