# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ff8b0be-c9ba-571d-b00c-a9fb49e4bade
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.12.2011 D-1949/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1949-2009_2011-12-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­1949/2009

U r t e i l   v om   9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli­Busi, Richter Martin Zoller; 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren X._______, Irak,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 6. Februar 2009 / N_______.

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Sachverhalt:

A.  
A.a. Die Beschwerdeführerin, eine irakische Staatsangehörige kurdischer 
Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______/Provinz C._______, suchte bei 
der  schweizerischen  Vertretung  in  Ankara  mit  Eingabe  vom  25. 
November  2008  um  die  Erteilung  einer  Bewilligung  zur  Einreise  in  die 
Schweiz sowie um Asyl nach. 

A.b.  Am  11.  Dezember  2008  wurde  die  Beschwerdeführerin  von  der 
schweizerischen  Botschaft  in  Ankara  angehört.  Dabei  führte  sie  zur 
Begründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen aus,  ihr Ehemann habe 
bereits einmal während (...) Jahren in der Schweiz gelebt und die hiesige 
Sprache und Kultur angenommen. Da sie kein Leben im Irak hätten und 
ihr Ehemann beabsichtige,  in die Schweiz zurückzukehren, wolle sie mit 
ihm  in  die  Schweiz  reisen.  Ausserdem möchte  ihr  Ehemann  die  in  der 
Schweiz  begonnene  (...)  Behandlung  fortsetzen.  Ferner  sei  die 
wirtschaftliche  Situation  ihres  Schwiegervaters  und  ihrer  Eltern,  die  alle 
Bauern  im  Irak  seien,  nicht  gut.  Als  ihr  Ehemann  im  (...)  in  die  Türkei 
gereist sei, sei sie in ihr Elternhaus zurückgekehrt. Eines Tages sei es auf 
dem Markt zu einer Auseinandersetzung mit den Schwestern der Ex­Frau 
ihres  Ehemannes  gekommen,  weil  diese  fälschlicherweise  ihren 
Ehemann  für  die  Tötung  des  Bruders  seiner  Ex­Frau  verantwortlich 
machen  würden.  Aus  diesem Grund  habe  ihr  Vater  einen  Pass  für  sie 
organisiert,  damit  sie  sich  zu  ihrem  Ehemann  in  die  Türkei  begeben 
könne.

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte, eine 
Heiratsurkunde  sowie  weitere  Dokumente,  ihren  Ehemann  und  dessen 
Aufenthalt in der Schweiz betreffend, ein.

A.c. Mit Schreiben vom 17. Dezember 2008 überwies die Schweizerische 
Botschaft in Ankara das Befragungsprotokoll der Botschaft an das BFM.

B. 
Mit  Verfügung  vom  6.  Februar  2009  –  eröffnet  am  25.  Februar  2009 – 
bewilligte das BFM gestützt auf Art. 20 Abs. 2 sowie Art. 52 Abs. 2 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  [AsylG, SR 142.31]  i.V.m. Art. 3 AsylG 
die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht,  stellte  fest,  die  Beschwerdeführerin 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab. 
Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  aus,  die  Beschwerdeführerin 
mache  in  ihrem  Gesuch  keine  besonders  nahen  Beziehungen  zur 

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Schweiz geltend. Eine nahe Beziehung zur Schweiz bestehe dann, wenn 
sich  hier  ein  Ehepartner  der  Beschwerdeführerin  oder  andere  nahe 
Verwandte aufhielten. Ihr Ehemann habe sich zwar in den Jahren (...) bis 
(...)  in  der Schweiz  aufgehalten,  zuletzt mit  einer Aufenthaltsbewilligung 
B.  Im  (...)  habe  sich  dieser  jedoch  an  seinem Wohnort  in  der  Schweiz 
definitiv  abgemeldet  und  sei  in  den  Irak  zurückgekehrt.  Dessen 
Aufenthaltsbewilligung  sei  in  der  Folge  abgelaufen.  Am  8. September 
2008  habe  dieser  auf  der  schweizerischen  Vertretung  in  Ankara  ein 
Asylgesuch gestellt, um wieder in die Schweiz reisen zu können. Dessen 
Asylgesuch sei  jedoch mit Verfügung des BFM vom 13. November 2008 
abgelehnt worden, wobei diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen sei. 
Unter  diesen  Umständen  stelle  der  frühere  Aufenthalt  des  Ehemannes 
der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  keine  nahe  Beziehung  zur 
Schweiz  dar  und  es  sei  ihr  zuzumuten,  in  einem  anderen  Land  um 
Gewährung von Asyl nachzusuchen. So beispielsweise in der Türkei, wo 
sie  sich  gegenwärtig  zusammen  mit  ihrem  Ehemann  aufhalte,  welcher 
gemäss  seinen  Angaben  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Ankara 
vom 28. November 2008 beim Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der 
Vereinten Nationen (UNHCR) ein Asylgesuch gestellt habe.

Die  von  der  Beschwerdeführerin  angeführten  Gründe,  weshalb  sie  den 
Irak  verlassen  habe  (Familienprobleme;  schlechte  wirtschaftliche 
Situation)  stellten Nachteile  dar,  die  auf  soziale  Lebensbedingungen  im 
Nordirak  zurückzuführen  seien.  Diese  Gründe  seien  demnach  nicht 
asylrelevant.  Die  Vorbringen  würden  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  nicht  standhalten,  weshalb 
die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft somit nicht erfülle.

Sodann  vermöge  der  Wunsch,  zusammen  mit  dem  Ehemann  in  die 
Schweiz  zu  reisen,  um  seine  damals  begonnene  psychiatrische 
Behandlung  weiterzuführen,  eine  Aufnahme  in  der  Schweiz  nicht  zu 
rechtfertigen,  zumal  die  Aufenthaltsbewilligung  des  Ehemannes  in  der 
Schweiz abgelaufen und ihm auch die Einreise in die Schweiz verweigert 
worden sei.

Zusammenfassend  sei  festzustellen,  dass  die  Einreise  in  die  Schweiz 
nicht  zu  bewilligen  sei.  Die  Beschwerdeführerin  erfülle  weder  die 
Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  (Art.  3  AsylG)  noch 
diejenigen  an  die  Familienzusammenführung  (Art.  51  AsylG)  noch  die 
Anforderungen an eine Aufnahme in der Schweiz (Art. 52 Abs. 2 AsylG), 
weshalb ihr auch kein Asyl gewährt werden könne.

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C. 
Mit Eingabe vom 24. März 2009 beantragte die Beschwerdeführerin die 
Aufhebung  der  BFM­Verfügung  vom  6.  Februar  2009  sowie  die 
Bewilligung zur Einreise in die Schweiz, da sie die Anforderungen an die 
Flüchtlingseigenschaft  erfülle.  Es  sei  ihr  die  unentgeltliche 
Prozessführung  im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu 
verzichten.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Rechtsmitteleingabe wurden (Auflistung Beweismittel) beigelegt.

D. 
Am 25. Oktober 2010 richteten die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann 
eine weitere Eingabe an die Vorsteherin des EJPD. Das BFM antwortete 
mit  Schreiben  vom  11.  November  2009  (recte:  2010).  Hinsichtlich  des 
laufenden  Verfahrens  der  Beschwerdeführerin  hielt  die  Vorinstanz  fest, 
das  Beschwerdeverfahren  sei  gegenwärtig  noch  immer  beim 
Bundesverwaltungsgericht  hängig.  Das  BFM  dürfe  jedoch  zu  einem 
hängigen  Verfahren  keine  Stellung  beziehen  und  es  liege  in  der 
Kompetenz  des  Bundesverwaltungsgerichts,  über  die  eingereichte 
Beschwerde zu befinden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

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BGG  liegt  in  casu  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet 
demnach endgültig.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der 
Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 
kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels 
verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2. 
2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG  ist die Einreise  in die Schweiz zu 
bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr  für  Leib,  Leben oder Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird, das 
heisst  im  Hinblick  auf  die  Anerkennung  als  Flüchtling  und  die 
Asylgewährung,  oder  aber  wenn  für  die  Dauer  der  näheren  Abklärung 
des  Sachverhalts  ein  weiterer  Aufenthalt  im  Wohnsitz­  oder 
Aufenthaltsstaat  oder  die  Ausreise  in  einen  Drittstaat  nicht  zumutbar 
erscheint (BVGE 2007/19 E. 3.2 S. 224).

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2.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich  im Ausland 
befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden 
kann,  sich  in  einem anderen Staat  um Aufnahme  zu  bemühen. Bei  der 
Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu prüfen, 
ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es gerade 
die  Schweiz  ist,  die  den  angesichts  der  bestehenden  Gefährdung 
erforderlichen  Schutz  gewähren  soll  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr.  21  E.  4a  S. 139).  In  diese  Gesamtschau  sind  namentlich  die 
Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die 
praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  der  anderweitigen 
Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (EMARK  1997  Nr.  15 
insb.  E.  2f  S.  131  ff.).  Damit  Art.  52  Abs.  2  AsylG  zur  Anwendung 
kommen kann, muss als Grundvoraussetzung eine Gefährdung im Sinne 
von Art. 3 AsylG vorliegen. Nur dann ist es gerechtfertigt, dass überhaupt 
die Ausschlussklausel von Art. 52 Abs. 2 AsylG angewendet wird.

3.  
3.1.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  den  Asylvorbringen  der 
Beschwerdeführerin – wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu 
Recht  festhielt – nicht zu entnehmen  ist, dass sie  im heutigen Zeitpunkt 
die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. So  ist unter dem Blickwinkel von Art. 3 
AsylG  festzuhalten,  dass  den  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin 
keine  Hinweise  zu  entnehmen  sind,  dass  die  angeführten  allgemein 
schlechten  Lebensbedingungen  im  Irak  und  die  gegen  sie  gerichteten 
Drohungen  der  Schwiegerfamilie  ihres  Ehemannes  auf  einen  in  Art.  3 
AsylG genannten Grund  (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe,  politische  Anschauungen)  gestützt 
werden können.

Weiter  ist eine Verfolgung durch Dritte nach der Schutztheorie nur dann 
flüchtlingsrechtlich  relevant,  wenn  dem  Asylsuchenden  im  Heimatland 
kein  adäquater  Schutz  zur  Verfügung  steht.  Schutz  vor  nichtstaatlicher 
Verfolgung  im Heimatstaat  ist als ausreichend zu qualifizieren, wenn die 
betroffene  Person  effektiv  Zugang  zu  einer  funktionierenden  und 
effizienten  Schutzinfrastruktur  hat  und  ihr  die  Inanspruchnahme  eines 
solchen  innerstaatlichen  Schutzsystems  individuell  zumutbar  ist.  Eine 
Garantie  für  langfristigen  individuellen Schutz kann  jedoch nicht verlangt 
werden.  Keinem  Staat  gelingt  es,  die  absolute  Sicherheit  aller  seiner 

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Bürger  jederzeit und überall zu garantieren (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 
10.3.2. S. 204; EMARK 1996 Nr. 28 S. 271 f.). Nach den Erkenntnissen 
des  Bundesverwaltungsgerichtes  verfügen  die  drei  kurdischen 
Nordprovinzen  über  eine  funktionierende  Schutz­Infrastruktur.  Die 
Sicherheits­ und Polizeikräfte sind gut dotiert und gelten als gut und straff 
organisiert.  Parallel  dazu werden Streitfälle  oft  auch auf  traditionelle Art 
und Weise,  d.h.  durch  die  Stammesjustiz/Stammesversöhnung  geregelt 
(vgl. BVGE 2008/4 E. 6.4 f.). Für die Beschwerdeführerin ist nach diesen 
Massstäben  grundsätzlich  hinreichender  Schutz  durch  die  heimatlichen 
Behörden gewährleistet. Zudem ergeben sich aus den Akten auch keine 
Hinweise,  dass  im  Bedarfsfall  die  staatliche  Schutzinfrastruktur  der 
Beschwerdeführerin  in  ihrer  Herkunftsprovinz  (C._______)  nicht 
zugänglich  wäre  und  die  heimatlichen  Behörden  nicht  willens  sein 
könnten,  ihr  –  und  ihrem Ehemann  –  Schutz  vor  (weiteren) Übergriffen 
seitens der Familienangehörigen des Opfers zu gewähren.

Die Beschwerdeführerin bringt daher keine Gründe vor, die im Sinne von 
Art. 3 AsylG als relevant erachtet werden können, weshalb zu Recht die 
Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt wurde.

3.2.  Da  die  Beschwerdeführerin  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt, 
wäre  von  der  Vorinstanz  die  Anwendung  der  Ausschlussklausel  von 
Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht mehr zu prüfen gewesen.

Der  Vollständigkeit  halber  sei  diesbezüglich  jedoch  festgehalten,  dass 
hinsichtlich des Kriteriums der Beziehungsnähe zur Schweiz gestützt auf 
die  Akten  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine 
besonders  nahe  Beziehung  zur  Schweiz  hat,  zumal  weder  Verwandte 
noch  enge  Freunde  derselben  in  der  Schweiz  leben.  Die  in  der 
Rechtsmitteleingabe  hervorgehobene  Tatsache,  dass  ihr  Ehemann 
während  (...)  Jahren  in  der  Schweiz  lebte  und  hierher  zurückkehren 
möchte,  um  seine  (...)  Behandlung  fortzusetzen,  genügt  praxisgemäss 
nicht,  um  eine  besonders  nahe  Beziehung  zur  Schweiz  zu  begründen, 
zumal  dieser Umstand  nicht  Ausdruck  einer  besonderen Verbundenheit 
der Beschwerdeführerin mit der Schweiz ist.

Dagegen  ist  aufgrund  der Akten  von  einer  relativ  nahen Beziehung  der 
Beschwerdeführerin zur Türkei auszugehen. So hält sie sich zusammen 
mit ihrem Ehemann seit dem Jahre (...) in der Türkei auf, wo er beim Amt 
des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) ein 
Asylgesuch  gestellt  habe.  Unter  diesen  Umständen  kann  es  der 

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Beschwerdeführerin in der Tat zugemutet werden, in einem anderen Land 
um Asyl nachzusuchen.

3.3. Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände und 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  ist  zusammenfassend  festzustellen, 
dass  sie  die  Voraussetzungen  für  die  Bewilligung  der  Einreise  nicht 
erfüllt. Es erübrigt  sich, auf die weiteren Ausführungen  in den Eingaben 
auf  Beschwerdeebene  und  die  eingereichten Beweismittel  im Einzelnen 
näher einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Die 
Vorinstanz  hat  daher  zu  Recht  die  Einreise  der  Beschwerdeführerin 
verweigert,  die  Flüchtlingseigenschaft  verneint  und  das  Asylgesuch 
abgewiesen.

4. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  Abs.  1  AsylG).  Die 
Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

5.  
5.1.  Die  Beschwerdeführerin  ersucht  um  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Eine 
Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin 
von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren 
nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Aufgrund  obiger 
Erwägungen  ist  die  eingereichte  Beschwerde  als  aussichtslos  zu 
erachten,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  –  auch  bei 
ausgewiesener Bedürftigkeit – abzuweisen ist.

5.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  dessen  Kosten 
grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 
VwVG). In Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  ist  jedoch  aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  auf  die  Erhebung  von 
Verfahrenskosten zu verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
abgewiesen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die zuständige Schweizer 
Vertretung und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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