# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a552483-83ac-5254-8ed4-d61c81c0950d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.09.2021 720 21 107/263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-107-263_2021-09-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. September 2021 (720 21 107 / 263) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Rückweisung zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____ Beschwerdeführerin, vertreten durch Thibaut Meyer, Rechts-
anwalt, schadenanwaelte AG, Totentanz 5, Postfach 2039, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Die 1977 geborene A.____ meldete sich am 23. September 2013 unter Hinweis auf eine 
unfallbedingte Sprunggelenkverletzung bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) nahm Abklärungen vor und gewährte der Versi-
cherten berufliche Massnahmen in Form von Arbeitsvermittlung. Diese schloss sie mangels 
Bedarf mit Verfügung vom 27. Januar 2014 ab. 
 

 

 
 
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A.2 Ab dem 1. Dezember 2014 war A.____ in einem Teilzeitpensum von 80 % bei der  
B.____AG in Basel als Kauffrau angestellt. Am 22. Februar 2017 meldete sie sich erneut bei 
der IV zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle klärte die erwerblichen, hauswirtschaftlichen und 
gesundheitlichen Verhältnisse ab, wobei sie die Versicherte durch Dr. med. C.____, FMH 
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, begutachten liess (Expertise vom 4. April 
2019). Zudem beauftragte sie Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit ei-
nem Gutachten, welches am 10. September 2020 erstattet wurde. Gestützt auf die daraus ge-
wonnenen Erkenntnisse ermittelte die IV-Stelle in Anwendung der gemischten Bemessungsme-
thode mit einem Erwerbsanteil von 80 % und einem Haushaltsanteil von 20 % ab 1. August 
2017 einen Invaliditätsgrad von 35 % und ab 1. Januar 2018 einen solchen von 45 %. In der 
Folge sprach sie A.____ mit Wirkung ab 1. Januar 2018 eine Viertelsrente zu (Verfügung vom 
10. März 2021). 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Thibaut Meyer, am 23. März 
2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 10. März 2021 aufzu-
heben und ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im We-
sentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterla-
gen beruhe und die Bemessung der Invalidität nicht zutreffend erfolgt sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Mai 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. E.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 29. März 2021 
bei. 
 
D. Mit Instruktionsverfügung vom 31. Mai 2021 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer 
zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde vom 23. März 2021 ist demnach einzutreten. 
 

 

 
 
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2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. März 2021 entwickelt 
hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). Später eingereichte ärztliche Berichte sind 
aber zu berücksichtigen, wenn daraus Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand im Zeitpunkt 
des Verfügungserlasses gezogen werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juli 
2015, 9C_48/2015, E. 3.2.1) 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 

 

 
 
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sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1). Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich (z.B. Haus-
halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 
wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in 
welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; 
Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich 
im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach 
Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invali-
dität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der 
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden 
Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 
 
3.4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig, teilzeitig oder als nichterwerbstätig einzustu-
fen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches 
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden 
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (vgl. BGE 133 V 504 
E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt täti-
gen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, 
das Alter, berufliche Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 
Begabungen zu berücksichtigen. 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterla-
gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

 

 
 
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Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte 
von behandelnden Ärztinnen und Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache 
Rechnung tragen, dass diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des bzw. der therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes bzw. Ärztin einerseits und von Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten 
fachmedizinischen Experten und Expertinnen anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des 
EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach-
ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die be-
handelnden Ärzte bzw. Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden 
Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 
– Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 

 

 
 
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6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid von Bedeutung sind. 
 
6.2 Die IV-Stelle liess die Versicherte durch Dr. C.____ begutachten. Am 4. April 2019 diag-
nostizierte er mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom. 
Die Versicherte leide seit der Jugend an chronischen Rückenschmerzen, welche Anfang August 
2017 im Sinne einer radikulären Reizsituation links exazerbiert seien. Am 18. Juli 2016 sei eine 
2-Etagen-Spondylodese L4/5 und L5/S1 durchgeführt worden, worauf sich die Situation im lum-
balen Rücken deutlich verbessert habe. Gegen Ende 2017 sei es lumbal zu einer Verschlechte-
rung gekommen, mit neu andersartigen in den linksseitigen Oberschenkel ausstrahlenden 
Schmerzen ohne Ausstrahlung in den Unterschenkel, möglicherweise einer mittellumbalen 
Wurzel entsprechend. Aktuell bestünde ein erhebliches chronisches Lumbovertebralsyndrom 
mit spondylogener Ausstrahlung linksseitig. Eine radikuläre Ausstrahlung der L4-Wurzel sei 
sehr wahrscheinlich. Zudem sei aufgrund der Bilder eine Instabilität resp. beginnende An-
schlussdegeneration L3/4 zu postulieren. Aufgrund der Gesamtsituation sei die Versicherte 
auch in einer leichten Bürotätigkeit im Umfang von 50 % eingeschränkt. 
 
6.3 Im Bericht der Klinik F.____ vom 14. November 2019 wurden mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine seit 1989 bestehende rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit-
telgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine seit 2013 bestehende Agoraphobie ohne Panikstörung 
(ICD-10 F40.0), eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine hypochondrische 
Störung (ICD-10 F45.2) diagnostiziert. Aktuell könne die Versicherte den Haushalt führen, sie 
sei jedoch regelmässig auf die Hilfe des Ehemanns angewiesen. Aufgrund der Schmerzproble-
matik und der depressiven Beschwerden müsse sie viele Pausen einlegen. Zudem brauche sie 
therapeutische Strukturhilfen bei der Umsetzung. Ihren Hobbies könne sie aufgrund der An-
triebsstörung, der Konzentrationsschwierigkeiten und der Selbstwertproblematik nicht mehr 
nachgehen. Zudem würden die Ängste ihre Alltagstätigkeiten erschweren und die depressive 
Symptomatik sowie die allgemeine Müdigkeit verstärken. Es sei davon auszugehen, dass die 
Versicherte ihre bisherige Tätigkeit maximal zwei Stunden pro Tag ausüben könnte. Die phobi-
schen Ängste würden die Leistungsfähigkeit zusätzlich einschränken (Ausfälle, verminderte 
Konzentrationsfähigkeit). 
 
6.4 Die IV-Stelle beauftragte Dr. D.____ mit einem Gutachten. Am 10. September 2020 di-
agnostizierte er mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10 
F40.0) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, paranoiden und 
selbstunsicher-vermeidenden Anteilen (ICD-10 F61.0). Die Versicherte berichte über eine er-
heblich belastende Kindheit und Jugend, wobei insbesondere der Einfluss der Mutter als aus-
gesprochen negativ beschrieben werde. Es habe ihr an positiven emotionalen Erfahrungen in-
nerhalb der Familie gemangelt und sie habe keine enge Bezugsperson gehabt. Seit einem Sui-
zidversuch im Jahr 1994 befinde sie sich (mit wenigen Unterbrüchen) in ambulanter psychiat-
risch-psychotherapeutischer Behandlung. Es habe mit mehreren früheren Arbeitgebern Konflik-
te gegeben und die Anstellungsverhältnisse seien teilweise bereits nach relativ kurzer Zeit be-

 

 
 
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endet worden. Die letzte Arbeitsstelle habe sie jedoch wegen ihrer körperlichen Beeinträchti-
gungen verloren. Mit der Zunahme der somatischen Beschwerden habe sich auch das psychi-
sche Befinden verschlechtert. Aktuell bestünden eine leicht bedrückte Stimmung, ein reduzier-
tes Freudempfinden, ein Verlust des Selbstvertrauens und Schlafstörungen. Zudem klage die 
Versicherte über ein vermindertes Denkvermögen. Ein Interessenverlust oder ein erheblich 
verminderter Antrieb könne jedoch nicht objektiviert werden. Die depressive Störung sei ge-
genwärtig leichtgradig ausgeprägt. Anhaltspunkte für frühere manische oder hypomanische 
Episoden seien nicht ersichtlich. Es lägen aber Ängste und ein Vermeidungsverhalten vor allem 
in Bezug auf öffentliche Plätze, alleiniges Reisen und Menschenansammlungen vor. Die Symp-
tomatik sei gut mit einer Agoraphobie zu vereinbaren. Die Diagnose einer generalisierten 
Angststörung könne aber nicht gestellt werden, da in der Untersuchungssituation weder eine 
starke Nervosität noch eine vegetative Erregung erkennbar gewesen sei. Hinweise auf eine 
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bestünden ebenfalls nicht. Die Versicherte zeige 
seit der Jugend weitgehend stabile Normabweichungen in den Bereichen Impulskontrolle, Af-
fektivität und Kognition. Zudem finde sich ein grundlegend defizitäres Selbstwerterleben. Die 
Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung sei gerechtfertigt. Die Versicherte befinde 
sich in kontinuierlicher ambulanter psychotherapeutischer Behandlung, wobei es in den vergan-
genen Monaten mehrfach zu medikamentösen Anpassungen gekommen sei. Aufgrund der 
chronischen psychischen Beeinträchtigungen sei die Indikation für eine langfristige psychiat-
risch-psychotherapeutische Behandlung gegeben. Im Rahmen der MMPI-2-RF (Minnesota Mul-
tiphasic Personality Inventory 2) Zusatzuntersuchung habe die Versicherte eine ungewöhnliche 
Kombination von Antworten gegeben. Vielleicht würden bei ihr tatsächlich erhebliche und/oder 
sehr vielfältige somatische und kognitive Probleme vorliegen. Die Angaben würden einen Man-
gel an positiven Erlebnissen, an Antrieb und Interesse zeigen und liessen auf eine ehebliche 
psychische Krise schliessen. Es bestünde ein Risiko für Suizidversuche. Zudem würden die 
Antworten der Versicherten auf eine ausgeprägte Denkstörung hinweisen. Weiter führte der 
Gutachter aus, dass sich die geklagten kognitiven Beeinträchtigungen in der Untersuchungssi-
tuation kaum hätten objektivieren lassen. Offenbar hätten sich diese auch im Rahmen früherer 
beruflicher Tätigkeiten wenig bemerkbar gemacht. Anlässlich der Exploration hätten sich auch 
keine erheblichen Denkstörungen gezeigt. Die Versicherte verfüge über eine abgeschlossene 
berufliche Ausbildung und über eine langjährige Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich. 
Die Anwendung fachlicher Kompetenz sei nicht beeinträchtigt. Dasselbe gelte für die Fähigkeit, 
intime Beziehungen zu führen und die Fähigkeit zur Selbstpflege. Die Versicherte sei durchaus 
genussfähig, sie verfüge über eigene Interessen und über die Fähigkeit, für sich soziale Unter-
stützung zu mobilisieren. Weiter fänden sich eine reduzierte Frustrationstoleranz, eine mittel-
gradig reduzierte Gruppenfähigkeit und mittelgradige Einschränkungen hinsichtlich Flexibilität 
und Umstellfähigkeit. Derzeit sei sie nicht in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 
Aufgrund des Zusammenwirkens mehrerer weitgehend chronisch verlaufender psychischer Stö-
rungsbilder betrage die Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als kaufmännische An-
gestellte bezogen auf ein Vollzeitpensum circa 50 %. Nachdem es der Versicherten in der Ver-
gangenheit wiederholt gelungen sei, über längere Zeit Anstellungen im Vollzeitpensum zu be-
wältigen, sei es ab circa 2016 im Zusammenhang mit zunehmenden körperlichen Problemen zu 
einer psychischen Destabilisierung gekommen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychi-
atrischer Sicht gelte daher ab circa Sommer 2016. Die bisherige Tätigkeit sollte innerhalb eines 

 

 
 
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kleineren stabilen Teams mit klaren Hierarchien und wenig Kundenkontakt ausgeübt werden. 
Zu beachten seien auch die körperlichen Einschränkungen. Die angestammte Tätigkeit sei den 
Leiden angepasst. Eine bidisziplinäre Begutachtung sei nicht möglich gewesen. Aus psychi-
scher Sicht sei die Versicherte in einer Tätigkeit, die das von somatischer Seite definierte Ein-
schränkungsprofil berücksichtige, zu 50 % arbeitsfähig. 
 
6.5 Am 14. Oktober 2020 nahm Dr. E.____ Stellung, wobei er festhielt, dass die Versicherte 
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, der kombinierten Persönlichkeitsstörung und 
des chronischen Lumbovertebralsyndroms in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Weder die 
Ausprägung der Beschwerden noch deren Kombination seien geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit 
von mehr als 50 % zu begründen. Aus interdisziplinärer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit von 
August 2016 bis November 2016 100 %, von November 2016 bis Februar 2017 50 %, von Feb-
ruar 2017 bis Juni 2017 100 % und ab Juli 2017 50 %. 
 
6.6 Am 30. November 2020 nahm die behandelnde Ärztin der Klinik F.____ zum Gutachten 
von Dr. D.____ vom 10. September 2020 Stellung. Sie hielt fest, dass es in den letzten zwei 
Jahren nie eine symptomfreie Zeit aber durchaus schwerere Phasen mit ausgeprägten Sui-
zidgedanken und allgemeiner Hoffnungslosigkeit gegeben habe. Zudem habe die Versicherte 
seit Behandlungsbeginn im Jahr 2018 wiederholt einen reduzierten Antrieb mit deutlichen Ein-
schränkungen in der Alltagsbewältigung aufgewiesen. Im Rahmen des psychiatrischen Gutach-
tens sei zwar dem Querschnitt, nicht aber dem Längsschnitt Rechnung getragen worden. Ins-
gesamt würden neben den zwei Kernkriterien (depressive Verstimmung und verminderter An-
trieb) vier weitere Kriterien (ausgeprägte Schuldgefühle, wiederkehrende Gedanken an den 
Tod, Schlafstörungen und veränderter Appetit) vorliegen, was insbesondere in Kombination mit 
den beträchtlichen Einschränkungen in der Alltagsbewältigung die Diagnose einer rezidivieren-
den depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) rechtfertige. Zu-
dem würden die im psychiatrischen Gutachten gestellten Diagnosen die Ängste und Sorgen der 
Versicherten nur ungenügend abdecken. Die Versicherte weise seit 2013 wiederkehrende 
krankheitswertige Ängste und Sorgen bezüglich verschiedener Alltagssituationen auf. Inhaltlich 
würden sich die Sorgen auf die Zukunft, die finanziellen Angelegenheiten, die ständige Angst, 
ihr Mann könnte sterben, ihr eigenes Fehlverhalten oder diverse Krankheitsängste beziehen. 
Sie seien übermässig stark, belastend, würden als unkontrollierbar erlebt und sich einschrän-
kend auf die Lebensqualität auswirken. Die Ängste seien von den agoraphobischen Ängsten 
und dem eher in die Vergangenheit gerichteten Grübeln der depressiven Störung abgrenzbar. 
Die Sorgen würden körperlich mit Reizbarkeit, Herzklopfen, Ruhelosigkeit, Anspannung, Nervo-
sität, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Ein- und Durchschlafstörungen einherge-
hen. Insgesamt seien die Diagnosekriterien der generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) 
erfüllt. Weiter fehle im Gutachten eine Funktionsdiagnostik zur Einschätzung der Einschränkun-
gen der Versicherten im Alltag. Gemäss Mini-ICF-APP (Aktivitäts- und Partizipationsstörungen 
bei psychischen Erkrankungen) sei die Versicherte in der Flexibilität und Umstellfähigkeit, in der 
Entscheidungs-, Urteils-, und Gruppenfähigkeit sowie in der Fähigkeit zu engen dynamischen 
Beziehungen aber auch in der Selbstpflege und -versorgung zwar nur mässig beeinträchtigt. 
Eine erheblich ausgeprägte Beeinträchtigung bestünde aber bei den Fähigkeiten Planung und 
Strukturierung von Aufgaben, in der Proaktivität und bei Spontanaktivitäten, in der Selbstbe-

 

 
 
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hauptungsfähigkeit sowie in der Mobilität und Verkehrsfähigkeit. Aufgrund der chronisch verlau-
fenden depressiven Störung, der kombinierten Persönlichkeitsstörung, der Agoraphobie und der 
generalisierten Angststörung sei die Arbeitsunfähigkeit mit insgesamt 70 % zu veranschlagen. 
Zu beachten sei, dass die psychischen Störungsbilder zu anderen Einschränkungen führen als 
die körperlichen Beschwerden. So seien Rückenschmerzen unmittelbar spürbar und würden 
etwa zu häufigem Lagewechsel und Pausen führen. Demgegenüber würden sich die durch die 
Persönlichkeitsstörung bedingten Beeinträchtigungen in Interaktionen und den daraus resultie-
renden sozialen Konflikten zeigen. Zudem führten die Ängste zu hoher Anspannung, Konzent-
rationsstörungen sowie rascher Ermüdbarkeit und die agoraphobischen Ängste würden es sehr 
schwierig machen, den Arbeitsort überhaupt zu erreichen. Schliesslich würden die rezidivieren-
de depressive Störung und die Ängste zu vielen Fehlzeiten führen. Wegen der Wechselwirkun-
gen zwischen den psychischen und den somatischen Beschwerden sei von einem (noch) höhe-
ren Arbeitsunfähigkeitsgrad auszugehen. 
 
6.7 Am 27. Januar 2021 nahm Dr. E.____ erneut Stellung. Er hielt fest, dass die im Bericht 
der Klinik F.____ vom 30. November 2020 genannten syndromalen Krankheitsbilder von 
Dr. D.____ vollständig erfasst worden seien. Unterschiedliche Beurteilungen bestünden bei der 
Schwere der depressiven Störung. Aufgrund der Tatsache, dass Dr. D.____ der Versicherten 
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung eine dauerhafte 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiere, weise darauf hin, dass er die Schwankungsbreite dieser Störung durchaus berück-
sichtigt habe, denn eine leichte Depression könne keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit begrün-
den. Mit einer dauerhaft 50%igen Arbeitsunfähigkeit werde auch dem Längsschnitt der Erkran-
kung Rechnung getragen. Die bisweilen vorhandenen Phasen mit vermindertem Antrieb seien 
umfassend berücksichtigt worden. Dr. D.____ habe die Angststörung der Versicherten der Ago-
raphobie ohne Panikstörung zugeordnet. Die Diagnose einer generalisierten Angststörung sei 
nicht nachvollziehbar, da die entsprechenden Kriterien fehlen würden. Diagnostisch bleibe so-
mit die Agoraphobie, welche mit der dauerhaften 50%igen Arbeitsunfähigkeit hinlänglich be-
rücksichtigt worden sei. Die im Bericht der Klinik F.____ diagnostizierte kombinierte Persönlich-
keitsstörung würde der im Gutachten gestellten Diagnose der kombinierten emotional-
instabilen, paranoiden, selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitsstörung entsprechen. Das 
niedrige Selbstwertgefühl könne sowohl der Persönlichkeitsstörung als auch der rezidivierenden 
depressiven Störung zugeordnet werden. Auch dieses Symptom habe der Gutachter berück-
sichtigt. Die attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit werde auch der Persönlichkeitsstörung ge-
recht, indem für die Verweistätigkeit entsprechende Arbeitsverhältnisse gefordert würden. Die 
Versicherte sei in der Lage, enge dynamische Beziehungen einzugehen. Eine ausgeprägte Be-
einträchtigung bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie der Mobilitäts- und Ver-
kehrsfähigkeit sei ebenfalls nicht erkennbar. Die Versicherte sei in der Lage, am Strassenver-
kehr teilzunehmen. Daher sei auch die Beurteilung, wonach die Versicherte Konzentrations-
probleme habe und rasch ermüdbar sei, in dieser Form nicht nachvollziehbar. In Relation zu 
den vorhandenen Ressourcen seien bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die psychischen 
Störungen der Versicherten hinlänglich berücksichtigt worden. 
 
7.1 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügung vom 10. März 2021 gestützt auf die 
Beurteilungen in den Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 4. April 2019 und 

 

 
 
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10. September 2020 sowie der Einschätzungen von Dr. E.____ vom 14. Oktober 2020 und 
27. Januar 2021 davon aus, dass der Versicherten angepasste Tätigkeiten im Umfang von 
50 % zumutbar seien. Wie in Erwägung 4.4 hiervor ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwal-
tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und Spezialärzten volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, wenn diese aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, und solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässig-
keit der Expertise sprechen. Solche Indizien sind vorliegend jedoch nicht von der Hand zu wei-
sen, wie die nachstehenden Erläuterungen aufzeigen. 
 
7.2 Zunächst bestehen in psychiatrischer Hinsicht bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit 
fachärztliche Diskrepanzen. Zweifel an der Schlüssigkeit der psychiatrischen Expertise von 
Dr. D.____ ergeben sich namentlich aufgrund der erheblich unterschiedlichen Beurteilung im 
Bericht der Klinik F.____ vom 30. November 2020. Während Dr. D.____ – aufgrund einer ein-
maligen Exploration und eher spärlichen psychiatrischen Vorakten – mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 
F33.0), eine Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10 F40.0) und eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung mit emotional-instabilen, paranoiden sowie selbstunsicher-vermeidenden Anteilen 
diagnostizierte und davon ausging, dass die Versicherte in einer körperlich angepassten Tätig-
keit zu 50 % arbeitsfähig sei, ergibt sich aus den Berichten der behandelnden Ärztin der Klinik 
F.____ ein anderes Bild. Diese legte detailliert dar, weshalb entgegen der Beurteilung von 
Dr. D.____ von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), auszugehen und die Diagnose einer generalisierten Angststörung (ICD-10 
F41.1) zu bejahen ist. Sodann attestierte sie aufgrund ihrer Beobachtungen eine deutlich höhe-
re Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 70 % und untermauerte ihre Einschätzung mit dem 
Ergebnis des Mini-ICF-APP Rating. Zwar enthält der Bericht der Klinik F.____ vom 30. Novem-
ber 2020 keine vollständige bzw. ausreichende Begründung. Dennoch lässt er unüberwindbare 
Zweifel an der Beurteilung im Gutachten von Dr. D.____ aufkommen. Dies gilt umso mehr, als 
sich dieser mit den vorhandenen medizinischen Unterlagen, insbesondere auch mit der abwei-
chenden Beurteilung im Bericht der Klinik F.____ vom 14. November 2019 – wenn überhaupt – 
nur oberflächlich auseinandersetzte. Zwar zog er aufgrund der Angaben der Versicherten im 
Rahmen der MMPI-2 Zusatzuntersuchung in Betracht, dass diese tatsächlich erhebliche 
und/oder vielfältige somatische und kognitive Probleme aufweisen könnte (vgl. S. 16 des Gut-
achtens). Zudem stellte er fest, dass die Antworten der Versicherten auf eine erhebliche Denk-
störung hinweisen würden («Ihr Denken ist wahrscheinlich desorientiert und unrealistisch»; vgl. 
S. 17 des Gutachtens), kam dann aber zum Schluss, dass die Angaben der Versicherten, er-
hebliche kognitive Beeinträchtigungen und Denkstörungen zu haben, in der Untersuchungssitu-
ation kaum objektivierbar gewesen seien (vgl. S. 21 des Gutachtens), was widersprüchlich er-
scheint. Zudem lassen sich seine Feststellungen, wonach die Versicherte eine «erhebliche psy-
chische Krise» erlebe und sie sich wahrscheinlich intensiv mit Suizid und Tod beschäftige (vgl. 
S. 17 des Gutachtens) mit der diagnostizierten leichten affektiven Störung nur schwer vereinba-
ren. Insgesamt ist die Herleitung und Beurteilung der Leistungsfähigkeit nur knapp begründet 
und insgesamt nicht überzeugend. Zudem fehlen Angaben zum Verlauf der Erkrankung resp. 

 

 
 
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der Arbeitsfähigkeit, die allenfalls auch hinsichtlich der Statusfrage bessere Erkenntnisse liefern 
könnten. 
 
7.3 Alsdann fehlt eine interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der 
nachvollziehbaren Ausführungen im Bericht der Klinik F.____ vom 30. November 2020 ist nicht 
ausgeschlossen, dass zwischen den somatischen Beeinträchtigungen und der psychischen 
Situation eine Wechselwirkung bestehen und daraus eine höhere Arbeitsunfähigkeit resultieren 
könnte. Da es die IV-Stelle unterliess, eine interdisziplinäre Konsensbeurteilung durchzuführen, 
besteht ein weiteres Abklärungsdefizit. Der Bemerkung von Dr. D.____, wonach eine bidiszipli-
näre Beurteilung nicht möglich gewesen sei, die Versicherte aber aus psychischer Sicht in einer 
Tätigkeit, die das von somatischer Seite definierte Einschränkungsprofil berücksichtige, zu 50 % 
arbeitsfähig sei, kommt hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit kein tauglicher Beweiswert zu, zumal er 
als Psychiater keine bindenden Aussagen über die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der rheumatolo-
gischen Befunde machen kann. Dieser Mangel wird auch durch die Billigung seitens des RAD 
nicht aufgewogen. Bei dieser Sachlage besteht keine hinreichende Grundlage zur Bestimmung 
der Arbeitsfähigkeit. 
 
7.4 Nach dem Gesagten bestehen erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und Richtigkeit 
der Ausführungen im Gutachten von Dr. D.____ vom 10. September 2020. Es stellt daher keine 
geeignete Entscheidgrundlage dar. Zudem fehlt eine interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit. So wie sich die Aktenlage präsentiert, ist der massgebende medizinische Sachverhalt 
nicht ausreichend abgeklärt, weshalb die Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden auf 
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht ab-
schliessend beurteilt werden können. Folglich ist der rechtserhebliche Sachverhalt durch geeig-
nete medizinische Abklärungen zu vervollständigen. Von weiteren Abklärungen kann nicht ab-
gesehen werden, da nicht von vornherein angenommen werden kann, eine ergänzende Begut-
achtung vermöge zu keinen besseren Erkenntnissen führen. Damit steht fest, dass die ange-
fochtene Verfügung vom 10. März 2021 auf unzureichenden medizinischen Abklärungsergeb-
nissen beruht und deshalb aufzuheben ist. Bei diesem Ergebnis kann in diesem Verfahren of-
fenbleiben, wie es sich hinsichtlich der ökonomischen Auswirkungen der verbleibenden Arbeits-
fähigkeit und der Bemessung der Invalidität verhält. 
 
8. Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungs-
gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die 
Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Ge-
richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen 
Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativex-
pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-
Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher voll-
ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung  
oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1). 
Vorliegend erweist sich das der angefochtenen Verfügung zugrunde gelegte Gutachten von 
Dr. D.____ vom 10. September 2020 als nicht beweistauglich. Da es die IV-Stelle unterliess, 
den massgeblichen medizinischen Sachverhalt – trotz eingehender und detaillierter fachärztli-

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

cher Kritik am psychiatrischen Teilgutachten und fehlender Konsensbeurteilung – mit der gebo-
tenen Sorgfalt widerspruchsfrei abzuklären und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte 
ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer 
Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Diese wird angehalten, bei einem bisher nicht 
involvierten psychiatrischen Experten ein neues Gutachten in Auftrag zu geben. Hernach ist 
eine interdisziplinäre Konsensbeurteilung durchzuführen. Gestützt auf die Ergebnisse dieser 
Aktenergänzungen wird die IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin neu zu befinden haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
9.1 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung 
von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden 
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Ange-
legenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Ver-
fügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei 
als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (vgl. BGE 137 V 57 
E. 2.1 und 2.2). Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit ihr auferlegt. Der Be-
schwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 
 
9.2 Nachdem die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sin-
ne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat die Beschwerdeführerin An-
spruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Dieser wird vom Gericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine 
Honorarnote eingereicht, weshalb das Honorar nach Ermessen festzusetzen ist. In Anbetracht 
des Aktenumfangs und der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen erscheinen für das 
vorliegende Verfahren ein Aufwand von 12 Stunden zuzüglich Auslagen von pauschal Fr. 100.-- 
als angemessen. Somit ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'338.70 (12 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen 
von Fr. 100.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzuspre-
chen. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig 
gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbe-
gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an-
fechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-

 

 
 
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weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (vgl. BGE 133 V 477 E. 4.2). 
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. März 2021 aufge-
hoben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3'338.70 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 
 
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