# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f71dd252-775d-5ced-9255-e6b49de296b4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2010 C-6174/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6174-2008_2010-09-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6174/2008/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV-Kinderrente, Rechtsverweigerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6174/2008

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 10. März 1998 sprach die IV-Stelle Bern dem 1958 
geborenen A._______ rückwirkend ab Januar 1996 eine ganze Rente 
der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV),  eine Zusatzrente für 
die  Ehefrau  B._______  sowie  Kinderrenten  für  die  beiden  Söhne 
C._______ (geboren 1988) und D._______ (geboren 1992) zu (SAK-
Akt. 11).  Die  Ehe wurde am 2. Februar  1999 geschieden,  wobei  die 
elterliche Sorge für  den älteren Sohn C._______ dem Vater, für den 
jüngeren  Sohn  D._______  der  Mutter  zugesprochen  wurde  (SAK-
Akt. 26). 

A.a Aufgrund der Akten der Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK) 
ist  zu  vermuten,  dass  die  Kinderrente  für  den  Sohn  D._______  bis 
September 2003 zeitweise an die sorgeberechtigte Mutter B._______ 
ausbezahlt  wurde  (vgl.  SAK-Akt. 27  und 39).  Mit  Schreiben  vom 
3. November  2003  an  die  IV-Stelle  Bern  liess  A._______  –  unter 
Hinweis auf eine Vereinbarung der geschiedenen Ehegatten – bean-
tragen, die Kinderrente für D._______ sei ab November 2003 wieder 
an ihn auszurichten (SAK-Akt. 40). Mit Datum vom 19. November 2003 
erliess die IV-Stelle Bern eine entsprechende Verfügung (SAK-Akt. 43, 
vgl. auch SAK-Akt. 51 [Verfügung vom 4. Februar 2004]). 

A.b Mit  Datum vom 23. November  2004 beantragte der  Sozialdienst 
der  Einwohnergemeinde  E._______  die  Auszahlung  der  Kinderrente 
für D._______ an die Gemeinde. Zur Begründung wurde ausgeführt, 
die  Vormundschaftsbehörde  E._______  habe  einen  Obhutsentzug 
verfügt  und  D._______  sei  am  25. Oktober  2004  in  einem  Heim 
platziert  worden.  Für  die  Heimkosten  müsse  subsidiär  die 
Einwohnergemeinde  aufkommen  (SAK-Akt. 54).  Gleichzeitig  wurde 
das  von  der  sorgeberechtigten  Mutter  unterzeichnete  Gesuch  um 
Rentenauszahlung  an  eine  Drittperson  oder  Behörde  eingereicht 
(SAK-Akt. 55).  Ab  1. Januar  2005  ging  die  Zuständigkeit  betreffend 
Sozialhilfe  an die Sozialen Dienste der  Stadt  F._______ über  (SAK-
Akt. 56).

A.c Mit  Datum vom 5. Mai  2006  überwies  die  Ausgleichskasse  des 
Kantons  Bern  die  Akten  an  die  SAK,  da  der  Versicherte  nach 
Deutschland weggezogen sei  (SAK-Akt. 64). Mit  Datum vom 11. Mai 
2006 teilte die SAK den Sozialen Diensten der Stadt F._______ mit,  

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dass mit Wirkung ab 1. Juni 2006 eine ganze ordentliche Kinderrente 
in  der  Höhe  von  Fr. 366.-  für  D._______  ausgerichtet  werde  und 
verwies  auf  die  einzureichenden  Angaben  betreffend  Bank-  oder 
Postcheckkonto (SAK-Akt.67). Mit Schreiben vom 13. Juni 2006 gaben 
die  Sozialen  Dienste  der  Stadt  F._______  der  SAK  bekannt,  Frau 
B._______  –  als  Inhaberin  der  elterlichen  Sorge  –  habe  sich 
entschieden,  die  Rente  ihres  Kindes  auf  ein  besonderes  Konto 
überweisen zu lassen, und verwies auf die beiliegende Korrespondenz 
(SAK-Akt. 71). 

A.d Mit Datum vom 12. August bzw. 12. Dezember 2006 (SAK-Akt. 73 
und  74)  reichte  der  Vertreter  von  B._______  eine  Kopie  der  an 
A._______  gerichteten  Verfügung  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland (IVSTA) vom 24. November  2006 betreffend Kinderrente  für 
D._______ ein und ersuchte um Erläuterung. Es sei ihm aufgrund der 
Verfügung nicht möglich nachzuvollziehen, wohin die Kinderrente nun 
effektiv ausbezahlt werde. Er bitte um Bestätigung, dass die Rente in 
der Vergangenheit  aber auch in Zukunft  an die Stadt F._______ und 
nicht an den in Deutschland wohnenden Vater ausbezahlt werde (SAK-
Akt. 73).  Mit  Schreiben  vom 8. Januar  2007  (SAK-Akt. 75)  teilte  die 
SAK  dem Vertreter  Folgendes  mit:  „Die  Kinderrente  von  D._______ 
wird  weiterhin  separat  ausbezahlt  (gemäss  Anweisungen  von  Frau 
B._______).“

A.e Mit  Datum vom 10. Juni  2007  stellte  A._______  bei  der  IVSTA 
„Antrag  für  die  rechtmässige,  seit  Dezember  2004  rückwirkende 
Ausrichtung  der  ordentlichen  Kinderrente  für  meinen  Sohn  (...) 
D._______, an meine Person“ (SAK-Akt. 76). Zur Begründung führte er 
im  Wesentlichen  aus,  die  Ausrichtung  der  Kinderrente  an  die  Stadt 
F._______  bzw.  die  Gemeinde  E._______  sei  –  von  Anfang  an  – 
rechtswidrig  gewesen.  Die  Vormundschaftsbehörde  habe  nie  eine 
Verfügung betreffend Einweisung in das Heim erlassen. Gemäss der 
behördlich  genehmigten  Vereinbarung  sei  die  Kinderrente  für 
D._______  ab  Oktober  2003  an  ihn  auszurichten  gewesen. 
Schliesslich  wies  er  darauf  hin,  dass  sich  D._______  seit  dem 
6. Dezember 2005 nicht mehr im Heim aufhalte und seit März 2006 bei 
ihm wohne.

A.f Die  in  der  Folge  (von  der  SAK) vorgenommenen  Abklärungen 
ergaben, dass D._______  bis Ende Dezember 2005 im Heim war und 
seit März 2006 seinen Wohnsitz in Z._______ (Deutschland) hat (SAK-

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Akt. 77 ff.). Mit  Schreiben vom 26. September 2007 (und vom 5. De-
zember  2007)  forderte  die  SAK  die  Sozialen  Dienste  der  Stadt 
F._______ auf, zur Frage der Verwendung der Kinderrente seit Januar 
2006 Stellung zu nehmen. Die Kinderrente sei bis am 30. Juni 2007 an 
die  Stadt  F._______  ausgerichtet  worden  (SAK-Akt. 83  und  86). Mit 
Datum vom 11. Dezember 2007 teilten die Sozialen Dienste der Stadt 
F._______  der  SAK  mit,  sie  habe  vom  Jugendamt  Z._______  die 
Information  erhalten,  dass  die  elterliche  Sorge neu  geregelt  werden 
soll, bisher liege ihr aber noch keine entsprechendes Gerichtsurteil vor 
(SAK-Akt. 88).  A._______  reichte  mit  Schreiben  vom  17. Dezember 
2007  die  einstweilige  Anordnung  des  Amtsgerichts  Z._______  vom 
6. September 2007 (SAK-Akt. 90) und den Beschluss dieses Gerichts 
vom 3. Dezember 2007 (SAK-Akt. 89) ein, wonach die elterliche Sorge 
für D._______  dem Vater übertragen wurde (SAK-Akt. 91).

A.g Am  15. Februar  2008  ersuchte  A._______  um  Erlass  einer 
Verfügung  betreffend  seinen  Antrag  vom  10. Juni  2007,  andernfalls 
werde er Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde 
erheben (SAK-Akt. 94).

A.h Mit  Schreiben  vom 18. April  2008  an  die  Sozialen  Dienste  der 
Stadt  F._______  stellte  die  SAK  fest,  dass  ihre  Anfrage  vom 
26. September  2007  unbeantwortet  geblieben  sei,  und  forderte  den 
Sozialdienst  auf,  die  für  die  Periode  vom 1. März  2006  bis  30. Juni 
2007 erhaltenen Kinderrenten für  D._______  (insgesamt Fr. 7'886.-) 
an  den  Vater  A._______  zu  überweisen.  Rückwirkend  ab  Juli  2007 
werde die Kinderrente für  D._______ direkt  an den Vater A._______ 
ausgerichtet (SAK-Akt. 96).  

A.i In  Ergänzung  seines  Antrages  vom  10. Juni  2007  forderte 
A._______  die  SAK  mit  Datum  vom  25. April  2008  auf,  über  die 
Rückerstattung von zu Unrecht bezogenen Leistungen gegenüber der 
Gemeinde F._______ zu verfügen (SAK-Akt. 99, vgl. auch IV-Akt. 105). 
Die  SAK  ersuchte  die  Sozialen  Dienste  der  Stadt  F._______  mit 
Schreiben  vom  27. Juni  2008,  den  Betrag  von  Fr. 7'886.-  in  den 
nächsten Tagen an A._______ zu überweisen (SAK-Akt. 106).

A.j Am  7. November  2008  reichten  die  Sozialen  Dienste  der  Stadt 
F._______ der SAK eine Kopie ihres an A._______ gerichteten Briefes 
vom 31. Oktober 2008 einschliesslich Beilagen (Klientenkontojournal) 
ein  (SAK-Akt. 109).  Darin  wird  ausgeführt,  die  Kinderrente  für 
D._______  sei bis Ende Dezember 2005 zu Recht an die Gemeinde 

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F._______ ausgerichtet  worden. Ab Januar 2006 sei  die Kinderrente 
während sieben Monaten (Fr. 366.- pro Monat, insgesamt Fr. 2'562.-) 
weiterhin an die Gemeinde F._______ ausbezahlt worden. Der Betrag 
von Fr. 2'562.-  werde A._______ in den nächsten Tagen überwiesen 
(SAK-Akt. 108). Mit Datum vom 17. November 2008 reichte A._______ 
der SAK seine an die Sozialen Dienste der Stadt F._______ gerichtete 
Stellungnahme ein, wonach er mit dem in Aussicht gestellten Betrag 
bzw.  den  diesem  zu  Grunde  liegenden  Berechnungen  und 
Begründungen nicht einverstanden sei (SAK-Akt. 110).

B.
Mit Datum vom 23. September 2008 erhob A._______ beim Bundes-
verwaltungsgericht  Beschwerde  wegen  Rechtsverweigerung  und 
stellte  folgende  Rechtsbegehren:  1. Sein  Antrag  vom  10. Juni  2007 
betreffend rückwirkende Ausrichtung der Kinderrente für seinen Sohn 
D._______  sei  zu  behandeln  und  die  SAK  habe  darüber  in 
Verfügungsform  zu  befinden.  2. Die  der  Ausgleichskasse  seit  dem 
10. Juni  2007  bekannten  strafbaren  Handlungen  (Erwirken  von 
Leistungen der Invalidenversicherung durch unwahre Angaben) seien 
der zuständigen Instanz anzuzeigen (Akt. 1).

C.
Die SAK beantragte mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2008 die 
Abweisung der Beschwerde, sofern darauf überhaupt einzutreten sei. 
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Entscheid, wem 
die Kinderrente für den Sohn D._______ ab Dezember 2004 zustehe, 
hänge  vom  Ausgang  des  Rechtsstreites  zwischen  dem 
Beschwerdeführer  und  der  Gemeinde  F._______  ab,  ob  die 
Heimunterbringung  damals  rechtmässig  und  die  Gemeinde 
dementsprechend  berechtigt  gewesen  sei,  die  Auszahlung  der 
Kinderrente zu verlangen. Der Ausgleichskasse komme diesbezüglich 
keine  Prüfungs-  und  Entscheidungskompetenz  zu. Weiter  sei  darauf 
hinzuweisen, dass die Heimunterbringung und die von der Gemeinde 
verlangte Auszahlung der Kinderrente im Zeitpunkt der Anordnung im 
Jahr  2004  unbestritten  geblieben  sei.  Erst  im  Juni  2007  habe  der 
Beschwerdeführer Einwände dagegen erhoben (Akt. 3).

D.
Mit Replik vom 17. Januar 2009 hielt der Beschwerdeführer an seinen 
Anträgen fest (Akt. 6).

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E.
Die IVSTA reichte mit Datum vom 26. Januar 2009 eine Duplik ein und 
bestätigte  „ihre“  in  der  Vernehmlassung  vom 2. Dezember  2008  ge-
machten Ausführungen und den darin gestellten Antrag (Akt. 8). 

F.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
sofern  keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als  Vorinstanzen 
gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Das Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach  dem  Verwaltungsver-
fahrensgesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes 
bestimmt  (Art. 37  VGG).  Vorbehalten  bleiben  gemäss  Art. 3  Bst. dbis 

VwVG  die  besonderen  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1).

1.1 Eine Beschwerde kann auch erhoben werden, wenn der Versiche-
rungsträger  entgegen  dem  Begehren  der  betroffenen  Person  keine 
Verfügung  oder  keinen  Einspracheentscheid  erlässt  (Art. 56  Abs. 2 
ATSG,  vgl.  auch  Art. 46a VwVG).  Die  Rechtssuchenden  müssen  – 
bevor  sie  Beschwerde  einreichen  –  bei  der  zuständigen  Stelle  ein 
Begehren  um  Erlass  einer  Verfügung  stellen  bzw.  bei  Verzögerung 
dieses wiederholen. Zudem muss Anspruch auf Erlass einer Verfügung 
bestehen (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 241 Rz. 5.20). 

1.2 Zuständig zur Beurteilung einer Rechtsverweigerungsbeschwerde 
im Sinne von Art. 56 Abs. 2 ATSG ist das Sozialversicherungsgericht, 
welches auch zur  Beurteilung der  anbegehrten Verfügung  zuständig 

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wäre (vgl. BGE 130 V 90 E. 2, UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 
Zürich 2009, Rz. 13 zu Art. 56).

1.2.1 Im  Bereich  der  individuellen  Leistungen  der  Invalidenversi-
cherung  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  nur  Verfügungen  der 
IVSTA (nicht  aber  der  SAK) zu beurteilen  (vgl. Art.  69  Abs. 1  Bst. b 
des  Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1959  über  die  Invalidenver-
sicherung [IVG, SR 831.20]). 

1.2.2 Die  Ausgleichskassen  sind  gemäss  Art. 60  Abs. 1  IVG für  die 
Berechnung  und  die  Auszahlung  von  Renten  der  Invalidenversiche-
rung zuständig. Der Erlass der Verfügung fällt  jedoch in den Zustän-
digkeitsbereich  der  IV-Stellen  (vgl.  Art. 57  Abs. 1  Bst. g  IVG,  siehe 
auch  Kreisschreiben  des  Bundesamtes  für  Sozialversicherungen 
[BSV] über das Verfahren in der IV [KSVI] Rz. 3039 ff.; Urteil BVGer C-
7778/2006 vom 20. Oktober 2008 E. 1). Die Ausgleichskassen können 
daher  nicht  Partei  im  Beschwerdeverfahren  sein  (BGE  127  V  213 
E. 1c/bb). Dies gilt auch wenn – wie vorliegend – allein die Frage der 
Drittauszahlung  einer  Kinderrente  streitig  ist  (vgl.  BGE  127  V  213 
E. 1d mit Hinweis). 

1.2.3 Der  Beschwerdeführer  ist  seiner  vorprozessualen Obliegenheit 
nachgekommen,  bei  der  Behörde  wiederholt  den  Erlass  einer 
Verfügung zu verlangen. Das erste Begehren vom 10. Juni 2007 hat er 
an die für den Erlass einer Verfügung zuständige IVSTA gerichtet, die 
späteren  an die  mit  der  Abklärung befassten  (und  zur  Weiterleitung 
der Begehren verpflichteten, vgl. Art. 30 ATSG) SAK. 

1.3 Offenbar war dem Beschwerdeführer nicht bekannt, dass die SAK 
nicht verfügungsbefugt ist, weshalb er die vorliegende Rechtsverwei-
gerungsbeschwerde fälschlicherweise nicht gegen die IVSTA, sondern 
gegen die SAK richtete. Daraus darf ihm angesichts der für ihn kaum 
ersichtlichen  Zuständigkeitsabgrenzung  zwischen  IV-Stelle  und  Aus-
gleichskasse  und  der  engen  Zusammenarbeit  zwischen  SAK  und 
IVSTA indessen kein Nachteil  erwachsen. Es ist  daher  festzustellen, 
dass  sich  die  Rechtsverweigerungsbeschwerde  gegen  die  IVSTA 
richtet.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur  Beurteilung  der 
Beschwerde zuständig.

1.4 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass – trotz falscher Parteibe-
zeichnung  im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  –  auch  die  IVSTA 
offenbar  erkannt  hat,  dass  sie  (und nicht  die  SAK)  im vorliegenden 

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Verfahren am Recht steht,  wurde doch die Duplik  – mit  welcher die 
Ausführungen der SAK in der Vernehmlassung und der darin gestellte 
Antrag ausdrücklich bestätigt wurden – von der IVSTA eingereicht.

2.
Das  mit  einer  Rechtsverweigerungsbeschwerde  verfolgte  rechtlich 
geschützte  Interesse  besteht  darin,  einen  an  eine  gerichtliche 
Beschwerdeinstanz  weiterziehbaren  Entscheid  zu  erhalten.  Streit-
gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist deshalb allein die Prüfung 
der  beanstandeten Rechtsverweigerung. Nicht  zum Streitgegenstand 
gehören dagegen die zu regelnden materiellen Rechte und Pflichten 
(Urteil EVG I 328/03 vom 23. Oktober 2003, publiziert in SVR 2005 IV 
Nr. 26,  E.  4.2  mit  Hinweisen,  vgl.  auch  in  BGE  134  V  145  nicht 
publizierte E. 1 [Urteil 8C_23/2007]).

2.1 Eine  Rechtsverweigerung  liegt  vor,  wenn  eine  Behörde  es  aus-
drücklich  ablehnt  oder  stillschweigend  unterlässt,  eine  Entscheidung 
zu treffen,  obwohl  sie  dazu verpflichtet  ist  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O., S. 242 Rz. 5.24).

2.1.1 Gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über 
Leistungen,  Forderungen  und  Anordnungen,  die  erheblich  sind  oder 
mit  denen  die  betroffene  Person  nicht  einverstanden  ist,  schriftlich 
Verfügungen zu erlassen. Leistungen, Forderungen und Anordnungen, 
die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können in einem formlosen 
Verfahren  behandelt  werden  (Art. 51  Abs. 1  ATSG).  Die  betroffene 
Person  kann  den  Erlass  einer  Verfügung  verlangen  (Art. 51  Abs. 2 
ATSG). 

2.1.2 Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht,  haben 
für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- 
und Hinterlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf 
eine  Kinderrente  (Art. 35  Abs. 1  IVG).  Die  Kinderrente  wird  –  als 
akzessorische Leistung –  gemäss Art. 35  Abs. 4  IVG wie  die  Rente 
ausbezahlt, zu der sie gehört. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen 
über die zweckgemässe Verwendung (Art. 20 ATSG) und abweichende 
zivilrichterliche Anordnungen. Art. 20 Abs. 1 ATSG sieht zur Gewähr-
leistung  zweckgemässer  Verwendung  die  Möglichkeit  einer  Drittaus-
zahlung von Geldleistungen vor – sofern (a) die berechtigte Person die 
Geldleistungen nicht für den eigenen Unterhalt oder für den Unterhalt  
von  Personen,  für  die  sie  zu  sorgen  hat,  verwendet  oder  dazu 
nachweisbar nicht im Stande ist; und (b) die berechtigte Person oder 

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Personen, für die sie zu sorgen hat, aus einem Grund nach Bst.  a auf 
die  Hilfe  der  öffentlichen  oder  privaten  Fürsorge  angewiesen  sind. 
Weiter  bestimmt  Art. 71ter Abs. 1  der  Verordnung  vom  31. Oktober 
1947  über  die  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung  (AHVV,  SR 
831.101),  dass  die  Kinderrente  bei  getrennt  lebenden  Eltern  auf 
Antrag dem nicht rentenberechtigten Elternteil  auszuzahlen ist, wenn 
diesem  die  elterliche  Sorge  über  das  Kind  zusteht  und  es  bei  ihm 
wohnt.  Abweichende  vormundschaftliche oder  zivilrichterliche  Anord-
nungen  bleiben  vorbehalten. Art. 71ter Abs. 1  AHVV gilt  kraft  Art. 35 
Abs. 4 IVG und Art. 82  Abs. 1 der  Verordnung vom 17. Januar  1961 
über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) auch im Bereich der 
Invalidenversicherung.  Die  Verwaltung  hat  den  nicht  rentenberech-
tigten  Elternteil  auf  die  Möglichkeit  der  direkten  Auszahlung  der 
Kinderrenten  hinzuweisen,  sofern  aus  den  Rentenakten  hervorgeht, 
dass die Eltern getrennt leben (Wegleitung des BSV über die Renten 
in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche-
rung [RWL] Rz. 10010; vgl. auch AHI 2001 232 [betreffend Auszahlung 
der Zusatzrenten]). 

2.1.3 Der Entscheid über eine allfällige Drittauszahlung ist,  wie sich 
aus den soeben angeführten Bestimmungen ohne Weiteres ergibt, als 
erheblich  im  Sinne  von  Art. 49  Abs. 1  ATSG  zu  qualifizieren.  Es 
handelt  sich  dabei  auch  nicht  um einen  der  in  Art.  74ter IVV vorge-
sehenen Ausnahmefälle, in welchen Leistungen ohne Verfügung zuge-
sprochen werden können. Die IV-Stelle hat demnach eine Verfügung 
zu erlassen, wenn sie einem Begehren um Auszahlung an Dritte statt -
gibt (oder diese verweigert) und wenn die Auszahlungsmodalitäten zu 
einem  späteren  Zeitpunkt  geändert  werden,  bspw. eine  Kinderrente 
wieder dem rentenberechtigten Elternteil ausgerichtet wird.

2.2 Soweit  aus  den  Akten  ersichtlich,  wurde  lediglich  im  November 
2003  (von  der  damals  zuständigen  IV-Stelle  Bern)  mit  Verfügung 
darüber  entschieden,  an  wen  die  Kinderrente  für  D._______   aus-
bezahlt werden soll (vgl. SAK-Akt. 43). Betreffend der Auszahlung an 
die Gemeinde E._______ bzw. die Stadt  F._______ wurde hingegen 
keine  Verfügung  erlassen.  Eine  weitere  Änderung  der 
Auszahlungsmodalitäten  wurde  wahrscheinlich  im  Juli  2006 
vorgenommen,  indem  die  Kinderrente  auf  ein  Konto  der  nicht 
rentenberechtigten Mutter überwiesen wurde (vgl. SAK-Akt. 67 ff. und 
108).  Sofern  die  IVSTA  mit  Datum  vom  24. November  2006  eine 
Verfügung  betreffend  der  Kinderrente  erlassen  hat  (vgl.  die  vom 

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Rechtsvertreter  der  geschiedenen Ehefrau eingereichte  Kopie  [SAK-
Akt. 72]),  wurde  damit  offensichtlich  nicht  (oder  nicht  mit  der 
gebotenen Klarheit)  über den Auszahlungsmodus verfügt,  weil selbst 
für die SAK nicht klar war, an wen die Kinderrente ausbezahlt wurde. 
Rückwirkend  ab  Juli  2007  wurde  die  Kinderrente  wieder  dem 
Beschwerdeführer ausgerichtet, wie (lediglich) aus dem Schreiben der 
SAK an die Sozialen Dienste der Stadt F._______ vom 18. April 2008 
hervorgeht (SAK-Akt. 96). Die jeweils zuständigen IV-Stellen sind ihrer 
Verfügungspflicht demnach mehrmals nicht nachgekommen.

2.3 Nach der Rechtsprechung ist  die Befugnis der versicherten Per-
son, einen formell korrekten Entscheid des Versicherers zu verlangen, 
insbesondere mit Blick auf das Gebot der Rechtssicherheit sowie den 
Verfassungsgrundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 [BV, SR 101]) zeitlich zu beschränken (BGE 134 V 145 E. 5.2 mit 
Hinweisen). Das Rechtssicherheitsgebot wird dem Beschwerdeführer 
– angesichts der Kumulation von Fehlern und Unklarheiten im vorlie-
genden Fall – kaum entgegengehalten werden können. Vielmehr kann 
erst  durch  den  Erlass  einer  Verfügung  Rechtssicherheit  hergestellt 
werden. Dies schliesst  indessen nicht  aus,  dass die Vorinstanz zum 
Schluss  gelangt,  dem  Beschwerdeführer  wäre  es  nach  Treu  und 
Glauben  möglich  und  zumutbar  gewesen,  die  Zulässigkeit  der  Aus-
zahlung an die Gemeinde E._______ bzw. F._______ (ab Ende 2004) 
bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu bestreiten. Die IVSTA wird aber  
jedenfalls  darüber  zu  verfügen  haben,  ab  welchem  Zeitpunkt  die 
Kinderrente (wieder) dem Beschwerdeführer auszurichten war. 

Hinzuweisen ist zudem auf Folgendes: 

2.3.1 Es ist Sache der IV-Stelle, unrechtmässig bezogene Leistungen 
gestützt auf Art. 25 Abs. 1 ATSG zurückzufordern. Wurden Leistungen 
während  einer  bestimmten  Zeit  an  eine  nicht  anspruchsberechtigte 
Person ausgerichtet,  trägt  grundsätzlich der Versicherungsträger das 
Risiko einer allfälligen Doppelzahlung (vgl. Urteil  BGer 9C_326/2009 
vom 20. Oktober  2009 E. 3.2,  Urteil  EVG I  780/04 vom 3. Mai  2006 
E. 8.2.5). Deshalb durfte sich die Vorinstanz nicht darauf beschränken, 
die Sozialen Dienste der Stadt F._______ (brieflich) aufzufordern, die 
zu viel ausbezahlten Kinderrenten an den Beschwerdeführer zu über-
weisen,  und  es  dem Beschwerdeführer  überlassen,  die  vom Sozial -
dienst  erstellte  Abrechnung zu bestreiten. Es ist  Aufgabe der  IVSTA 

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(unter Einbezug der SAK) abzuklären, ob bzw. in welchem Umfang die 
Sozialen Dienste der Stadt F._______ und die geschiedene Ehegattin 
zu Unrecht Kinderrenten für den Sohn des Beschwerdeführers bezo-
gen haben,  und die  entsprechenden Rückerstattungsverfügungen zu 
erlassen. Der  Anspruch des  Beschwerdeführers  auf  Auszahlung  der 
Kinderrente  hängt  jedoch  –  unter  Vorbehalt  des  bereits  erwähnten 
Grundsatzes von Treu und Glauben bzw. des Rechtsmissbrauchsver-
botes – nicht davon ab, ob die Kinderrente während einer bestimmten 
Zeitperiode an nicht anspruchsberechtigte Dritte ausgerichtet wurde. 

2.3.2 Hingegen  hat  die  IV-Stelle  nicht  zu  beurteilen,  ob  eine  Heim-
platzierung  rechtens  ist.  Sie  hat  lediglich  zu  prüfen,  ob  die  Voraus-
setzungen  für  die  Ausrichtung  von  Leistungen  an  eine  Behörde 
gemäss Art. 20 Abs. 1 ATSG erfüllt sind.

2.4 Nicht  einzutreten  ist  auf  das  zweite  Rechtsbegehren  betreffend 
Anzeige von strafbaren Handlungen. Aus dem vom Beschwerdeführer 
(in  Analogie)  angerufenen  Art. 208  AHVV  (Anzeigepflicht  der  Leiter 
der  Ausgleichskassen  bei  strafbaren  Handlungen)  kann  weder  eine 
Verfügungspflicht  der  Verwaltung noch ein  Rechtsschutzinteresse im 
vorliegenden Verfahren abgeleitet werden.

2.5 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Rechtsverweigerungs-
beschwerde  –  soweit  darauf  einzutreten  ist  –  gutzuheissen  ist.  Die 
Sache  wird  deshalb  an  die  IVSTA zurückgewiesen,  damit  sie  ohne 
weitere  Verzögerung  den  Anspruch  auf  Auszahlung  der  Kinderrente 
beurteile und darüber mittels anfechtbarer Verfügung entscheide. 

3.
Der  unterlegenen  Vorinstanz  sind  keine  Verfahrenskosten  aufzuer-
legen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Dem obsiegenden, nicht anwaltlich ver-
tretenen Beschwerdeführer sind keine verhältnismässig hohen Kosten 
entstanden, weshalb von der Zusprechung einer Parteientschädigung 
abzusehen  ist  (Art. 64  Abs. 1  VwVG sowie  Art. 7  Abs. 4  des  Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht ([VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die 
IVSTA  wird  angewiesen,  ohne  weitere  Verzögerung  im  Sinne  der 
Erwägungen zu verfügen.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben  und  es  wird  keine 
Parteientschädigung zugesprochen. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- die Schweizerische Ausgleichskasse
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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