# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fabedd54-1905-5fb2-bf6a-fb9c43c8b256
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.09.2021 200 2021 279
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-279_2021-09-06.pdf

## Full Text

200 21 279 IV
KOJ/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 6. September 2021

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________, handelnd durch C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2021, IV/21/279, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1998 geborene, aus ... stammende A.________ (Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) reiste im Februar 2007 in die Schweiz ein und verfügt 
seit dem 25. Februar 2009 über den Status eines vorläufig aufgenomme-
nen Flüchtlings (Ausweis F; Antwortbeilagen der Invalidenversicherung 
[AB] 3). Am 26. Mai 2020 meldete er sich unter Hinweis auf Traumatisie-
rungen und Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe-
zug an (AB 2). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen erteilte 
die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) am 11. November 2020 
Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung (AB 27) und 
am 23. Dezember 2020 eine solche für eine Vorbereitung auf die erstmali-
ge berufliche Ausbildung in der Abklärungsstelle D.________ vom 12. Ja-
nuar bis 31. Juli 2021, dies ohne Ausrichtung eines Taggeldes (AB 31). Der 
Sozialdienst B.________ (Sozialdienst) ersuchte am 20. Januar 2021 na-
mens des Versicherten um Erlass einer anfechtbaren Verfügung bezüglich 
des Taggeldanspruches (AB 37 S. 1). Nach Durchführung des Vorbe-
scheidverfahrens (AB 39, 46) bestätigte die IVB mit Verfügung vom 
15. März 2021 (AB 53) die Kostengutsprache für die Vorbereitung auf die 
erstmalige berufliche Ausbildung in der Abklärungsstelle D.________ vom 
12. Januar bis 31. Juli 2021, dies ohne Zusprache eines Taggeldes. Zuvor 
hatte sie dem Sozialdienst am 12. März 2021 den per 18. Februar 2021 
gesundheitsbedingt erfolgten Abbruch der genannten Vorbereitungsmass-
nahme mitgeteilt (AB 52 S. 1 f.). 

B.

Gegen die Verfügung vom 15. März 2021 erhob der Versicherte, vertreten 
durch das Sozialamt B.________, handelnd durch Fürsprecherin 
C.________, am 16. April 2021 Beschwerde. Er beantragt, in Aufhebung 
der Verfügung vom 15. März 2021 sei ihm für die Vorbereitungs- und/oder 
Wartezeit bis zur erstmaligen beruflichen Ausbildung sowie während der 
erstmaligen beruflichen Ausbildung ein Taggeld der Invalidenversicherung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2021, IV/21/279, Seite 3

auszurichten. Des Weiteren ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege. 

Mit Eingabe vom 26. April 2021 reichte der Beschwerdeführer Unterlagen 
zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu den Akten.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 
2021 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Mit Verfügung vom 21. Mai 2021 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. März 2021 
(AB 53). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
ein Taggeld der Invalidenversicherung während der Vorbereitung auf die 
erstmalige berufliche Ausbildung in der Abklärungsstelle D.________ vom 
12. Januar bis 31. Juli 2021. 

Soweit der Beschwerdeführer um Ausrichtung eines Taggeldes während 
der erstmaligen beruflichen Ausbildung ersucht (vgl. Beschwerde, S. 2 
Ziff. I.2), bewegt er sich ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes (vgl. 
BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1), weshalb 
insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (vgl. auch Beschwerde-
antwort, S. 3 lit. C.b Ziff. 16). 

1.3 Da das "grosse Taggeld" nach Art. 23 Abs. 1 und 1bis IVG (vgl. 
MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
3. Aufl. 2014, Rz. 7 zu Art. 22) an das letzte ohne gesundheitliche Ein-
schränkung erzielte Erwerbseinkommen anknüpft, der Beschwerdeführer 
jedoch bislang noch nie erwerbstätig war (vgl. E. 3.1.1 hiernach), kommt 
vorliegend höchstens ein sogenanntes "kleines Taggeld" (vgl. dazu 
MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 22) in Frage. Die Ausführungen in 
der Beschwerde mit Bezugnahme auf Rz. 1033 f. und 1044 des Kreis-
schreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Taggelder 
der Invalidenversicherung (KSTI; vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. IV.3) beziehen 
sich denn auch auf das "kleine Taggeld" (30 % des Höchstbetrages des 
Taggeldes nach dem Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallver-
sicherung [UVG; SR 832.20 {Art. 23 Abs. 2 und 2bis i.V.m. Art. 24 Abs. 1 
IVG}], d.h. 30 % von Fr. 406.-- pro Tag [Art. 22 Abs. 1 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung {UVV; SR 832.202}]). Da-
mit liegt der Streitwert offensichtlich unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beur-
teilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen in medizinischen Massnahmen, Integrations-
massnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Massnah-
men beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 
Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) sowie in der Abgabe von 
Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3 IVG).

Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmass-
nahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrations-
massnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung 
von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a 
Abs. 1 IVG). Als Integrationsmassnahmen gelten gezielte, auf die beruf-
liche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozial-beruflichen Rehabili-
tation und Beschäftigungsmassnahmen (Art. 14a Abs. 2 IVG).

2.2 Nach Art. 22 Abs. 1 IVG haben Versicherte während der Durch-
führung von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch 
auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen 
wegen der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in 
ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
sind.

2.2.1 Neben den Anspruchsberechtigten gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG 
haben auch Versicherte in der erstmaligen beruflichen Ausbildung und 
solche, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht 
erwerbstätig gewesen sind, Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie ihre Er-
werbsfähigkeit ganz oder teilweise einbüssen (Art. 22 Abs. 1bis IVG).

2.2.2 Der Bundesrat bestimmt, unter welchen Voraussetzungen unter 
anderem Taggelder für Wartezeiten ausgerichtet werden (Art. 22 Abs. 6 

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IVG). Gemäss Art. 18 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat die versicherte Person, die zu 
mindestens 50 % arbeitsunfähig ist und auf den Beginn einer erstmaligen 
beruflichen Ausbildung oder einer Umschulung warten muss, während der 
Wartezeit Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch setzt sodann die objek-
tive und subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus (Entscheid des Bundes-
gerichts vom 15. März 2010, 9C_942/2009, E. 5.4.1). Der Anspruch auf ein 
Taggeld für Wartezeit ist nur gegeben, wenn der Zustand der versicherten 
Person an sich die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen erlaubt, 
sie aber aus äusseren Gründen, z.B. Platzmangel in der Eingliederungs-
stätte, warten muss (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 22).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer mit der 
angefochtenen Verfügung vom 15. März 2021 (AB 53) Kostengutsprache 
für die Vorbereitung auf die erstmalige berufliche Ausbildung vom 12. Ja-
nuar bis 31. Juli 2021, dies ohne Zusprache eines Taggeldes. Für die Teil-
nahme an einer solchen Integrationsmassnahme zur Vorbereitung auf die 
berufliche Eingliederung im Sinne Art. 8 Abs. 3 lit. abis i.V.m. Art. 14a IVG 
besteht gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG grundsätzlich Anspruch auf ein Tag-
geld, wenn eine der beiden folgenden Tatbestandsvarianten erfüllt ist (vgl. 
E. 2.2 hiervor und BGE 146 V 271 E. 6.1 S. 279). 

3.1.1 Anspruchsberechtig ist gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG einerseits, wer 
eingliederungsbedingt verhindert ist, einer Arbeit nachzugehen. Darunter 
fällt die unmittelbar vor der Durchführung der Eingliederungsmassnahme 
ausgeübte Erwerbstätigkeit (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 22). 

Aufgrund der Akten steht fest - und wird denn auch von keiner Seite bestrit-
ten -, dass der Beschwerdeführer bisher noch nie erwerbstätig war (vgl. 
Beschwerde, S. 4 Ziff. IV.5, und Beschwerdeantwort, S. 3 lit. C.b Ziff. 18). 
Er wird seit März 2017 vom Sozialdienst unterstützt (vgl. Beschwerdebeila-
gen 6 und Beschwerde, S. 4 Ziff. IV.6). Damit ist die erste Tatbestandsvari-
ante nach Art. 22 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) nicht erfüllt. 

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3.1.2 Anspruchsberechtigt ist andererseits, wer in seiner gewohnten 
Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig ist. Die gewohnte Tätigkeit 
bezieht sich auf jenen Beruf, welchen der Versicherte vor dem Eintritt der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung ausübte (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 
Rz. 2 f. zu Art. 22; vgl. dazu auch Rz. 1012 KSTI [zur Verbindlichkeit von 
Verwaltungsweisungen für das Gericht: BGE 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228]). 
Ein solcher Beruf liegt hier - wie wiederum zu Recht von keiner Seite 
bestritten wird (vgl. E. 3.1.1 hiervor) - nicht vor. 

Was die weitere Voraussetzung der mindestens 50%igen Arbeitsunfähig-
keit angeht, besteht diese, wenn die gewohnte Erwerbstätigkeit zur Hälfte 
nicht mehr ausgeübt werden kann (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Rz. 4 zu 
Art. 22). Sie wird durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen, die 
darüber Auskunft erteilt, in welchem Masse die versicherte Person aus ge-
sundheitlichen Gründen verhindert ist, ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit 
nachzugehen (Rz. 1013 KSTI). Gestützt auf den schlüssigen und überzeu-
genden, mithin beweiskräftigen Bericht von Dr. med. E.________, Facharzt 
für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher 
Dienst, vom 17. Oktober 2020 (AB 26 S. 3 bis 7; vgl. zum Beweiswert eines 
ärztlichen Berichts oder Gutachtens: BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 
231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352) steht zu Recht ausser Frage, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund einer komplexen posttraumatischen 
Belastungsstörung (AB 26 S. 5 f.) in einer angepassten Tätigkeit (ohne 
zeitlichen Druck, ohne vorwiegenden Publikumsverkehr, ohne Multitasking, 
ohne vermehrte Verantwortungsübername) zu 80 % arbeitsfähig ist und ein 
erfolgreicher Ausbildungsabschluss nur unter kontinuierlicher ambulanter 
psychotherapeutischer Behandlung mit wöchentlicher Frequenz erreicht 
werden kann (AB 26 S. 7). Diese Beurteilung lässt sich ohne Weiteres in 
das von Dr. med. F.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -psychotherapie, im Bericht vom 12. September 2020 (AB 23) ge-
zeichnete Gesamtbild einfügen, wonach bei weiterer psychischer Stabilisie-
rung eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100 % gegeben sei (AB 23 S. 6 
Ziff. 4.1). Gestützt darauf wurde denn auch das Pensum während der Vor-
bereitungsmassnahme in der Abklärungsstelle D.________ auf 80 % fest-
gesetzt, welches nach zwei Wochen auf 70 % reduziert wurde, damit der 
Beschwerdeführer "mehr Zeit für sich" habe und "so in einen normalen 

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Rhythmus hineinfinden" könne (AB 49 S. 3). Im Übrigen wird die Arbeits-
fähigkeitsbeurteilung vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Dem-
nach ist der Beschwerdeführer in einer (Verweis-)Tätigkeit lediglich zu 
20 % arbeitsunfähig und nicht, wie in Art. 22 Abs. 1 IVG verlangt, zu min-
destens 50 %, weshalb auch die zweite Tatbestandsvariante nach Art. 22 
Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) nicht erfüllt ist.

3.1.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
die Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG für den Tag-
geldbezug nicht erfüllt (vgl. E. 3.1.1 f. hiervor). Dieses Ergebnis stimmt im 
Übrigen auch mit dem Grundsatz überein, wonach Sinn und Zweck des in 
Art. 22 f. IVG vorgesehenen Taggeldanspruchs während der Durchführung 
von Eingliederungsmassnahmen einzig noch der Ersatz für ein aktuelles, 
effektives Einkommen ist, das infolge der Massnahmen nicht mehr erzielt 
werden kann (BGE 146 V 271 E. 6.3.1 S. 283 und E. 6.4 S. 286). Nach 
dem in E. 3.1.1 f. Ausgeführten entgeht dem Beschwerdeführer während 
der Vorbereitungsmassnahme in der Abklärungsstelle D.________ (zuge-
sprochen für die Zeit vom 12. Januar bis 31. Juli 2021) kein aktuelles, 
effektives Erwerbseinkommen, welches es mit Taggeldern zu ersetzen gilt. 

3.2 Soweit der Beschwerdeführer die Grundlage für seinen Tag-
geldanspruch in Art. 22 Abs. 1bis IVG (vgl. E. 2.2.1 hiervor) erblickt (vgl. 
Beschwerde, S. 3 Ziff. IV.3), ist dem entgegenzuhalten, dass sich der Be-
schwerdeführer bei der Teilnahme der Vorbereitungsmassnahme in der 
Abklärungsstelle D.________ resp. im hier zu beurteilenden Zeitraum vom 
12. Januar bis 31. Juli 2021 nicht in der erstmaligen beruflichen Ausbildung 
befindet. Zudem war der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Leistungs-
anmeldung bereits 20 Jahre alt (AB 2 S. 1 Ziff. 1.1 und S. 8 Ziff. 10). 

3.3 Dem Beschwerdeführer kann sodann nicht gefolgt werden, soweit 
er einen Anspruch aus Art. 18 Abs. 1 IVV ableiten will (vgl. Beschwerde, 
S. 3 Ziff. IV.3). Der Anspruch auf ein Wartetaggeld gemäss Art. 18 Abs. 1 
IVV setzt zunächst eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit voraus (vgl. 
E. 2.2.2 hiervor), die - wie bereits in E. 3.1.2 hiervor ausgeführt - beim Be-
schwerdeführer nicht gegeben ist. Damit ist der Anspruch auf ein Warte-
taggeld bereits aus diesem Grund zu verneinen. 

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Aber selbst wenn diese Voraussetzung erfüllt wäre, bestünde der Anspruch 
nur, wenn die Ursachen der Wartezeit nicht vom Versicherten zu vertreten 
wären (vgl. E. 2.2.2 hiervor und BGE 114 V 139 E. 2.b S. 141). Dies war 
vorliegend nicht der Fall. Der Abbruch der vom Beschwerdeführer am 
12. Januar 2021 begonnenen Vorbereitungsmassnahme per 18. Februar 
2021 erfolgte aus gesundheitlichen Gründen (AB 49 S. 1 Ziff. 1.2 und S. 8 
Ziff. 5, AB 52 S. 1). Bei diesem Verhinderungsgrund handelt es sich somit 
nicht um einen äusseren Umstand, sondern um einen solchen subjektiver 
Natur, womit ein Anspruch auf ein Taggeld für die Wartezeit ausscheidet 
(vgl. BGE 114 V 139 E. 2.b S. 141). 

Daran würde nichts ändern, wenn, wie in der Beschwerde geltend gemacht 
(S. 3 Ziff. IV.2), der Beschwerdeführer die Vorbereitungsmassnahme Ende 
April 2021 wieder angetreten hätte, besteht doch aus den bereits in E. 3.1.1 
bis 3.2 hiervor dargelegten Gründen für den gesamten hier zu beurteilen-
den Zeitraum vom 12. Januar bis 31. Juli 2021 kein Anspruch auf ein Tag-
geld.

4.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin einen Taggeldan-
spruch des Beschwerdeführers in der hier zur Diskussion stehenden Zeit 
vom 12. Januar bis 31. Juli 2021 zu Recht verneint. Die angefochtene Ver-
fügung vom 15. März 2021 (AB 53) ist demnach nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

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Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, grundsätzlich 
zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege (vgl. Ziff. 3 der Verfügung vom 21. Mai 2021) ist er - unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien.

5.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, handelnd durch Fürsprecherin C.________ z.H. des 

Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.