# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ecfd35f7-546a-59a6-bacc-b2409d466b63
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 18.08.2011 IV-2011/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2011-14_2011-08-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2011/14

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 18.08.2011

Entscheiddatum: 18.08.2011

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 18.08.2011
Art. 14 Abs. 2 lit. c und d, Art. 16d Abs. 1 lit. b und c, Art. 17 Abs. 3 SVG (SR 
741.01). Auffallend deutlich positiver Ethylglucuronid(EtG)-Befund von 
durchschnittlich 630 pg/mg trotz geltend gemachter Alkoholabstinenz. Die 
Untersuchung von Haarproben auf das Alkoholabbauprodukt EtG ist eine 
direkte beweiskräftige Analysemethode (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung IV, 18. August 2011, IV-2011/14).

Präsident Urs Gmünder, Mitglieder Urs Früh und Beat Fritsche; Gerichtsschreiber 

Thomas Scherrer

X, Rekurrent,

vertreten durch lic.iur. Nadine Osterwalder, Rechtsanwältin, Hauptstrasse 17, 

9422 Staad,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Wiedererteilung des Führerausweises

Sachverhalt:

A.- Nachdem X innerhalb weniger als eines Monats dreimal in angetrunkenem Zustand 

verkehrsauffällig geworden war, nämlich am 20. und am 26. Juni 2009 als 

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Motorfahrzeuglenker mit Blutalkoholkonzentrationen von 1,48 Gew.-‰ und 

durchschnittlich 2,77 Gew.-‰ sowie am 15. Juli 2009 als Radfahrer mit einer 

durchschnittlichen Blutalkoholkonzentration von 2,06 Gew.-‰, wurde er im Rahmen 

eines Administrativverfahrens zur Abklärung der Fahreignung am 10. Dezember 2009 

verkehrsmedizinisch und -psychologisch untersucht. Gestützt auf das Gutachten vom 

8. Februar 2010, in welchem die Fahreignung aus charakterlichen Gründen bei 

verkehrsrelevantem Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung nicht befürwortet wurde, 

entzog ihm das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen den 

Führerausweis mit Verfügung vom 5. März 2010 mangels Fahreignung aus 

charakterlichen Gründen auf unbestimmte Zeit. Die Wiederzulassung zum Verkehr 

wurde von einer kontrollierten und fachlich betreuten Alkoholabstinenz (Arzt und 

Beratungsstelle) von mindestens sechs Monaten (gemäss Info-Blatt) und einer 

verkehrsmedizinischen und –psychologischen Kontrolluntersuchung (inkl. Labor) 

abhängig gemacht.

B.- Am 30. September 2010 ersuchte X unter Beilage aktueller Berichte seines 

Hausarztes und der Fachtherapeutin um Wiedererteilung des Führerausweises. Er 

wurde am 25. Oktober 2010 am Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. 

Gallen verkehrsmedizinisch und am 29. Oktober 2010 verkehrspsychologisch 

untersucht. Gestützt auf das kombinierte Gutachten vom 22. Dezember 2010, in 

welchem aufgrund des in der Haarprobe ermittelten Ethylglucuronidgehalts von 

durchschnittlich 630 pg/mg die Fahreignung erneut aus charakterlichen Gründen bei 

verkehrsrelevantem Alkoholmissbrauch mit fortgesetztem Alkoholüberkonsum nicht 

befürwortet wurde, wies das Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung mit 

Verfügung vom 11. Januar 2011 ab.

C.- Gegen diese Verfügung erhob X durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 

25. Januar 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem 

Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und der Führerausweis mit der Auflage einer zweijährigen 

kontrollierten und fachlich betreuten Alkoholabstinenz bei halbjährlichen 

Kontrolluntersuchungen (verkehrsmedizinisch und –psychologisch) wiederzuerteilen. 

Werde der Rekurs abgewiesen, sei – neben den in der angefochtenen Verfügung im 

Hinblick auf die Wiedererteilung empfohlenen Massnahmen – die Auflage 

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unangekündigter Urinproben beim Hausarzt zu erteilen. Die Vorinstanz beantragte mit 

Vernehmlassung vom 24. Februar 2011 die Abweisung des Rekurses. Auf die 

Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Die Rechtsvertreterin des Rekurrenten reichte am 16. Mai 2011 unter anderem die für 

Ethylglucuronid negativen Ergebnisse beim Hausarzt seit Mitte Februar 2011 

wöchentlich und unangemeldet durchgeführter Urinkontrollen sowie am 8. Juni 2011 

einen aktuellen Bericht der Regionalen Beratungsstelle für Suchtfragen über die 

fachtherapeutische Betreuung des Rekurrenten ein. Die Abteilung Verkehrsmedizin des 

Instituts für Rechtsmedizin äusserte sich in einer Stellungnahme vom 15. Juni 2011 zur 

Bedeutung des in der Haarprobe festgestellten hohen Ethylglucuronidgehalts. Die 

Rechtsvertreterin des Rekurrenten verzichtete am 4. Juli 2011 auf eine Stellungnahme 

und hielt an ihren bisherigen Ausführungen fest. Am 21. Juli 2011 reichte sie je einen 

weiteren Bericht des Hausarztes mit den unauffälligen Ergebnissen der Analysen von 

Urin- und Blutproben und der Regionalen Beratungsstelle für Suchtfragen ein. Es liegen 

jedoch keine Ergebnisse weiterer Haaranalysen vor.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 25. Januar 2011 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 41 lit g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Im Rekurs ist die Schlüssigkeit des verkehrsmedizinischen und 

verkehrspsychologischen Gutachtens vom 22. Dezember 2010, gestützt auf welches 

die Vorinstanz das Gesuch des Rekurrenten vom 30. September 2010 um 

Wiedererteilung des Führerausweises abgewiesen hat, bestritten.

a) Führerausweise dürfen nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer die 

Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet (Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG) oder nach seinem 

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bisherigen Verhalten nicht Gewähr bietet, dass er als Motorfahrzeugführer die 

Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen würde (Art. 14 

Abs. 2 lit. d SVG). Sie sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen 

Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). 

Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis auf unbestimmte 

Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst 

(Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und 

Arzneimittelabhängigkeit (Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 

31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4491), oder wenn sie aufgrund ihres bisherigen 

Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines Motorfahrzeugs die 

Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird (Art. 16d 

Abs. 1 lit. c SVG, Fahreignung in charakterlicher Hinsicht). Die einzelnen Tatbestände 

des Katalogs von Art. 16d Abs. 1 SVG dürfen weder eng noch streng ausgelegt 

werden; geboten ist eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls im Hinblick auf die 

Fahreignung (vgl. BGE 133 II 384 E. 3.1).

Die Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die betroffene Person regelmässig 

so viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese 

Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu 

überwinden oder zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf 

geschlossen werden, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und 

Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, 

dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Der 

Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem medizinischen Begriff 

der Alkoholabhängigkeit. Auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber 

jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt, können demnach vom Führen eines 

Motorfahrzeugs ferngehalten werden (BGE 129 II 82 E. 4.1 mit Hinweis; siehe auch 

Urteil 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.1).

Anzeichen für eine mangelnde Fahreignung aus charakterlichen Gründen bestehen, 

wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die für die Eignung im Verkehr erheblich 

sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr für den Verkehr darstellt (BGE 

104 Ib 95 E. 1). Für den Sicherungsentzug aus charakterlichen Gründen ist die 

schlechte Prognose über das Verhalten als Motorfahrzeugführer massgebend. Die 

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Behörden dürfen gestützt hierauf den Ausweis verweigern oder entziehen, wenn 

hinreichend begründete Anhaltspunkte vorliegen, dass der Führer rücksichtslos fahren 

wird (vgl. Botschaft vom 24. Juni 1955 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über den 

Strassenverkehr, BBl 1955 II S. 21 f.). Die Frage ist anhand der Vorkommnisse (unter 

anderem Art und Zahl der begangenen Verkehrsdelikte) und der persönlichen 

Umstände zu beurteilen; in Zweifelsfällen ist ein verkehrspsychologisches oder 

psychiatrisches Gutachten anzuordnen (BGE 125 II 492 E. 2a; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_98/2007 vom 13. September 2007 E. 4.1).

Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen 

wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist 

abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der 

die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Für den Nachweis der 

Überwindung einer Sucht wird in der Regel eine mindestens einjährige kontrollierte 

Abstinenz verlangt. Der Sicherungsentzug greift damit tief in den 

Persönlichkeitsbereich des Betroffenen ein. Nach der Rechtsprechung ist daher in 

jedem Fall und von Amtes wegen eine genaue Abklärung der persönlichen Verhältnisse 

und insbesondere der Trinkgewohnheiten bzw. der Konsumgewohnheiten anderer 

Drogen des Betroffenen vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen behördlichen 

Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten eingeholt 

werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles und liegt im 

pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 129 II 82 E. 2.2 mit Hinweisen; 

siehe Urteil 1C_98/2007 vom 13. September 2007 E. 2.1-3).

b) aa) Das Gutachten vom 22. Dezember 2010 stützt sich im Wesentlichen auf die 

Vorgeschichte und den Untersuchungsgrund, die Angaben des Rekurrenten gegenüber 

dem Verkehrsmediziner und dem Verkehrspsychologen, die Ergebnisse von 

Laboruntersuchungen und verkehrspsychologischen Testverfahren sowie die Berichte 

des Hausarztes und der Suchtberaterin.

Die Vorgeschichte und der Untersuchungsgrund werden zutreffend wiedergegeben. 

Zur Vorgeschichte gehören auch die Feststellungen im Gutachten vom 8. Februar 

2010. In den Untersuchungen vom 25. und 29. Oktober 2010 wurde der Rekurrent 

sowohl vom Verkehrsmediziner als auch vom Verkehrspsychologen zu seinem 

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Alkoholkonsum befragt. Der Rekurrent gab dazu an, früher habe wegen 

Problemtrinkens eine "punktuelle" Abhängigkeit bestanden, seit November 2009 halte 

er jedoch problemlos eine Abstinenz ein, die vom Freundeskreis respektiert werde. In 

der Familie könne er bessere Gespräche mit klarerem Kopf führen. In der Fachtherapie 

habe er erfahren, dass er eine schwierige Lebenssituation durch Hilfe von aussen – von 

Menschen in ähnlicher Situation, Freunden, Verwandten und zuständigen Stellen – 

lösen könne. Es sei falsch, in eine Ohnmacht zu fallen und nur noch das Opfer zu 

spielen. Habe er wieder einmal ein Problem, werde er nicht warten, sondern sofort eine 

Lösung suchen. Er schätze mehr denn je seine Gesundheit, seine Freiheit, seine eigene 

Wohnung, seine Arbeit und seine Kollegen. Das Familienleben habe er tief bewertet, 

weil er zurzeit keine Partnerin, mit seinen Eltern nur am Wochenende Kontakt und 

sonst nicht sehr viel mehr Zeit für Beziehungen habe.

Bei den Laboruntersuchungen verlief die Analyse der Urinprobe unauffällig. Hingegen 

ergab die Analyse der dem Rekurrenten am 25. Oktober 2010 abgenommenen 

Haarprobe von einer Länge von insgesamt fünf Zentimetern eine Konzentration das 

Alkoholstoffwechselprodukts Ethylglucuronid (EtG) von 630 pg/mg. Eine Analyse mit 

Segmentierung der zweiten Probe bestätigte dieses Ergebnis (wurzelnahes Segment 

von 2,5 Zentimetern 540 pg/mg, anschliessendes Segment von 2,5 Zentimetern 720 

pg/mg). Das verkehrspsychologische Testverfahren für alkoholauffällige Kraftfahrer 

(TAAK) zeigte keinen auffälligen Befund. Der verkehrsbezogene Persönlichkeitstest 

(VPT.2) ergab – bei leicht verminderter Offenheit – überdurchschnittliche Ergebnisse in 

den Bereichen "Soziale Anpassung", "Selbstkontrolle" und "Selbstreflexion" sowie ein 

unterdurchschnittliches Ergebnis im Bereich der "Emotionalen Ansprechbarkeit".

bb) In der Beurteilung schliesst der Verkehrsmediziner aus dem auffallend deutlich 

positiven EtG-Befund auf einen regelmässigen und übermässigen Alkoholkonsum 

während des Zeitraums von fünf bis sechs Monaten vor der Probenentnahme am 

25. Oktober 2010, d.h. seit ungefähr Mai 2010, sodass die angeblich seit November 

2009 eingehaltene Alkoholabstinenz nicht nachvollzogen werden könne. Der 

Verkehrspsychologe bewertet die Testbefunde in jeder Hinsicht, d.h. bezüglich 

Aggressionspotenzial (verkehrsrelevantes Verhalten, Stress, Frustrationstoleranz, 

Impulsivität, Selbstkontrolle), Verhalten mit Suchtmitteln (Konsum, Abstinenz), 

Kritikfähigkeit (Lernbereitschaft, Belehrbarkeit) sowie Einsicht in die Problematik 

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(Bagatellisieren, externe Schuldzuweisung, eigenes verkehrsgefährdendes Verhalten 

erkannt) und in die ursächlichen Bedingungen (Hintergrund, kritische 

Auseinandersetzung, Zeiteinteilung, Planung), als leicht negativ auffällig. Die Offenheit 

im Fragebogen sei leicht vermindert und müsse angesichts des Ergebnisses der 

Haaranalyse bezweifelt werden. Auch wenn der Rekurrent in die Suchtberatung 

gegangen sei, wichtige Faktoren aufzählen könne und in den Bereichen der Information 

über Alkohol, der alkoholspezifischen Dissimulation, des alkoholaffinen Umfelds und 

der alkoholaffinen Einstellung nicht mehr auffällig erscheine, sei seine Kritikfähigkeit 

wegen seiner verminderten Offenheit, den unrealistischen Werten bei der 

Selbstkontrolle und der Selbstreflexion und der ungenügenden emotionalen 

Ansprechbarkeit unzureichend. Die ungenügende emotionale Ansprechbarkeit 

bedeute, dass der Rekurrent sich selber als emotional robust, aber auch als 

gleichgültig gegenüber Verhaltenskonsequenzen mit einer Tendenz zur 

Gefühlsverdrängung sowie einer Neigung zu Selbstüberschätzung und überhöhter 

Selbstsicherheit beurteile. Der Rekurrent habe zwar vordergründig Einsicht gewonnen, 

könne diese aber nicht in ein korrektes Handeln umsetzen.

cc) Im Rekurs wird zunächst geltend gemacht, wenn bereits ein EtG-Wert von 30 pg/

mg auf einen chronischen exzessiven Alkoholkonsum hindeute, könne der für den 

Rekurrenten ermittelte, um das zwanzigfache erhöhte Wert nicht richtig sein. Dem 

Rekurrenten wäre es bei dem für diese Konzentration erforderlichen Alkoholkonsum 

nicht möglich, einen geregelten Tagesablauf zu führen, die vom Arbeitgeber bestätigte 

Leistung bei der Erfüllung seiner anspruchsvollen Arbeit zu erbringen und ein 

regelmässiges Fitnesstraining zu absolvieren. Entweder sei die Analyse nicht 

ordnungsgemäss durchgeführt oder das Ergebnis durch den Gebrauch alkoholhaltiger 

Produkte, beispielsweise das vom Rekurrenten verwendete Haarwasser "Alpecin" 

beeinflusst worden.

Die dem Rekurrenten anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung am 

25. Oktober 2010 abgenommenen Haarproben mit einer Länge von fünf Zentimetern 

wurden am Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen zweimal auf ihren 

EtG-Gehalt untersucht. Die Analyse der ersten Probe ergab einen Wert von ca. 630 pg/

mg. Wegen des auffallend deutlich positiven Befundes wurde die zweite Probe für eine 

zweite Analyse in zwei Abschnitte von je 2,5 Zentimetern Länge segmentiert. Die 

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Ergebnisse von ca. 540 pg/mg für das wurzelnahe und von ca. 720 pg/mg für das 

anschliessende Segment bestätigten den in der ersten Analyse ermittelten Wert exakt. 

Die miteinander vereinbaren Werte zweier zeitlich auseinander liegenden Analysen 

schliessen einen Fehler bei deren Durchführung mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit aus. Dafür, dass bei der Abnahme der Haarproben nicht nach den 

üblichen Regeln und mit der gebotenen Sorgfalt vorgegangen wurde, bestehen keine 

Anhaltspunkte. Der aktuelle Stand der Wissenschaft schliesst eine Erhöhung des 

Analyseergebnisses aufgrund der Verwendung alkoholhaltiger Haarmittel aus (vgl. dazu 

VRKE IV-2011/20 vom 12. Mai 2011 E. 2c/bb, publiziert auf www.gerichte.sg.ch).

dd) Im Rekurs wird sodann beanstandet, es werde einzig auf den EtG-Wert abgestellt. 

Sämtliche positiven Untersuchungs- und Testergebnisse blieben ausser Betracht. 

Wenn bereits bei EtG-Werten von über 30 pg/mg auf einen übermässigen Konsum von 

täglich über 60 g reinen Alkohols geschlossen werde, könne der in der Haaranalyse 

ermittelte Wert von durchschnittlich 630 pg/mg nicht mit dem Lebenswandel des 

Rekurrenten, der einer geregelten Arbeit nachgehe und regelmässig im Fitnesscenter 

trainiere, in Einklang gebracht werden. Die Fachtherapeutin stelle dem Rekurrenten 

zudem ein gutes Zeugnis aus und die beim Hausarzt durchgeführten Blutanalysen 

seien bezüglich CDT unauffällig. Auch die seit Mitte Februar 2011 freiwillig wöchentlich 

und unangemeldet durchgeführten Urinkontrollen auf EtG seien negativ verlaufen. Die 

CDT-Werte seien unauffällig. Hätte der Rekurrent bis dahin die Alkoholmenge 

konsumiert, welche der festgestellten Konzentration von 630 pg/mg zugrunde liegen 

müsse, wäre es ihm nicht möglich gewesen, den Alkoholkonsum ohne 

Übergangsphase zu sistieren.

Das Institut für Rechtsmedizin führt in der verkehrsmedizinischen Stellungnahme vom 

15. Juni 2011 zum Verhältnis zwischen hoher EtG-Konzentration und konkreter 

Trinkmenge aus, aus einem EtG-Wert von über 30 pg/mg sei auf einen chronischen 

Alkoholüberkonsum von mehr als 60 g reinen Alkohols pro Tag zu schliessen. Resultate 

von über 30 pg/mg liessen keine weiteren Rückschlüsse auf das Ausmass des 

Alkoholüberkonsums zu. Die Frage sei irrelevant, weil der Rekurrent eine 

Alkoholabstinenz hätte einhalten müssen (act. 20 Ziff. 3). Aufgrund dieser 

Ausführungen erscheint fraglich, ob die Menge des in den Haaren festgestellten 

Ethylglucuronids sich linear proportional zur Menge des konsumierten Trinkalkohols 

http://www.gerichte.sg.ch

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verhält. Ebensowenig lässt sich daraus der Schluss ziehen, ein EtG-Wert von 30 pg/mg 

entspreche einem täglichen Konsum von 60 g reinen Alkohols. Erklärungsbedarf 

besteht allerdings für den Umstand, dass nur – aber immerhin – bei tiefen EtG-Werten 

bis 30 pg/mg ein zuverlässiger Schluss auf eine konsumierte Mindestmenge möglich 

ist, Werte in höheren Bereichen eine solche Aussage aber nicht zulassen. Zu klären 

wäre also, warum der Menge von 30 pg/mg hinsichtlich der konsumierten 

Alkoholmenge nicht dieselbe Bedeutung zugemessen werden kann, wenn es sich 

dabei beispielsweise um die Differenz zwischen 600 und 630 pg/mg handelt. Dies 

müsste insbesondere dann genauer dargelegt werden, wenn Ergebnisse über 100 pg/

mg nur noch pauschal ausgewiesen würden. Ungeklärt scheint in diesem 

Zusammenhang auch, ob das Ausmass der Einlagerung von EtG gegebenenfalls von 

der Art des konsumierten Alkohols, von der Beschaffenheit des Haares oder anderen 

individuellen Eigenschaften des Betroffenen abhängt. Diese Unklarheiten sind indessen 

für den vom Rekurrenten geforderten Nachweis der Alkoholabstinenz nicht von 

Bedeutung, da sich gemäss dem – unbestrittenen – Stand der Wissenschaft lediglich 

EtG-Werte von weniger als 8 pg/mg mit einer Alkoholabstinenz vereinbaren lassen.

Nach den Darlegungen in der verkehrsmedizinischen Stellungnahme vom 15. Juni 2011 

muss nicht davon ausgegangen werden, der Rekurrent habe bei einem EtG-Wert von 

630 pg/mg im Vergleich zum EtG-Wert von 30 pg/mg – bei linearem Zusammenhang 

zwischen Alkoholkonsum und Einlagerung von Ethylglucuronid im Haar – mindestens 

das 21-fache an Alkohol, d.h. 1'260 g reinen Alkohols täglich konsumiert, was über 

zwei Litern Schnaps entsprechen würde. Es erübrigt sich somit, auf die – vom 

Verkehrsmediziner indessen relativierten – Einwände einzugehen, der mit dem 

festgestellten EtG-Wert verbundene Alkoholkonsum des Rekurrenten wäre mit seiner 

Lebensführung, insbesondere den beruflichen Leistungen und dem regelmässigen 

Fitnesstraining, und der günstigen Beurteilung durch die Fachtherapeutin nicht 

vereinbar und eine abrupte Sistierung des Konsums nicht möglich gewesen. Die 

unauffälligen CDT-Werte schliessen angesichts des hohen Anteils von Personen, bei 

denen trotz bekanntem Alkoholüberkonsum keine Erhöhung festzustellen ist, einen 

Alkoholkonsum ebenfalls nicht aus (vgl. VRKE IV-2011/20 vom 12. Mai 2011 E. 2c/bb). 

Die hinsichtlich EtG-Gehalts negativ verlaufenen Urinkontrollen sind erst seit Mitte 

Februar 2011 dokumentiert und beschlagen deshalb nicht den von der am 25. Oktober 

2010 abgenommenen Haarprobe abgedeckten Zeitraum. Sie sind deshalb von 

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vornherein nicht geeignet, für den Zeitraum von fünf bis sechs Monaten vor der 

Probenentnahme eine Alkoholabstinenz nachzuweisen.

ee) Das kombinierte verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Gutachten vom 

22. Dezember 2010, mit dem die Fahreignung des Rekurrenten weiterhin verneint wird, 

erscheint nachvollziehbar, widerspruchsfrei und schlüssig. Der Rekurrent hat die 

Überwindung des charakterlich bedingten, zumindest zeitweiligen Alkoholüberkonsums 

durch die Einhaltung einer zumindest sechsmonatigen Alkoholabstinenz nachzuweisen. 

Neben dem auf den Konsum von Alkohol zurückzuführenden Nachweis von 

Ethylglucuronid in der am 25. Oktober 2010 abgenommenen Haarprobe hat auch die 

verkehrspsychologische Untersuchung vom 29. Oktober 2010 Auffälligkeiten gezeigt. 

Insbesondere sind im verkehrsbezogenen Persönlichkeitstest (VPT.2) bei geringer 

Offenheit einerseits unrealistisch hohe Werte hinsichtlich der sozialen Anpassung, der 

Selbstkontrolle und Selbstreflexion und anderseits ein weit unterdurchschnittlicher 

Wert bei der emotionalen Ansprechbarkeit festzustellen. Daraus schliesst der Gutachter 

nachvollziehbar auf eine ungenügende Kritikfähigkeit. Ob der Verkehrspsychologe aus 

dem von der Verkehrsmedizin erhobenen – und bestrittenen – EtG-Wert auf eine 

ungenügende Offenheit schliessen darf oder nicht vielmehr allein seine eigenen 

Erhebungen zu würdigen hat, kann unter diesen Umständen offen bleiben. Dass die 

Gutachter aufgrund des in der am 25. Oktober 2010 abgenommenen Haarprobe 

festgestellten EtG-Werts von 630 pg/mg und der verkehrspsychologischen 

Auffälligkeiten trotz der im Übrigen unauffälligen Befunde und günstigen Beurteilungen 

den Nachweis der Überwindung des im Gutachten vom 8. Februar 2010 festgestellten 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs mit Suchtgefährdung mangels nachgewiesener 

Alkoholabstinenz als nicht erbracht angesehen haben, ist nicht zu beanstanden. 

Insbesondere stellt die Untersuchung von Haarproben auf den EtG-Gehalt auch nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine direkte beweiskräftige Analysemethode 

dar (vgl. dazu beispielsweise Urteile des Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 

2.3 und 1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.2).

c) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das kombinierte 

verkehrsmedizinische und –psychologische Gutachten vom 22. Dezember 2010 

abgestellt und das Gesuch des Rekurrenten um Wiedererteilung des Führerausweises 

abgewiesen hat. Dementsprechend ist der Rekurs abzuweisen.

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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten, worunter auch 

die Kosten von Fr. 300.-- für die ergänzende Stellungnahme der verkehrsmedizinischen 

Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 15. Juni 

2011 fallen, dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr 

von Fr. 1'500.-- ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, 

sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen.

2.    Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 1'800.-- unter

       Anrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 1'500.--.

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