# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f236215b-9dad-52d7-9392-f07b9a967f77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.09.2025 E-4803/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4803-2025_2025-09-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4803/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Mathias Lanz, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;   

Gerichtsschreiberin Irène Meier. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Raphaël Camp, Rechtsanwalt,  

Camp Fahrni Rechtsanwälte, (…), 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

E-4803/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin reiste am 4. August 2023 in die Schweiz ein 

und suchte am 5. August 2023 in der Schweiz um Asyl nach. 

A.b Die Vorinstanz befragte die Beschwerdeführerin am 16. Januar 2024 

und am 24. Februar 2025 in einer ergänzenden Anhörung vertieft zu ihren 

Asylgründen. 

Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, sie sei türkische 

Staatsangehörige kurdischer Ethnie, alevitischen Glaubens und im Bezirk 

B._______ in der Provinz C._______ geboren und aufgewachsen. Der 

Hauptgrund für ihre Ausreise sei die erlebte häusliche Gewalt gewesen. 

Zudem habe sie in der letzten Zeit Probleme mit der Regierung bekommen. 

Es seien türkische Strafverfahren betreffend Unterstützung einer Terroror-

ganisation und wegen Verbreitung von Propaganda für eine Terrororgani-

sation aufgrund ihrer politischen Posts auf den sozialen Medien eingeleitet 

worden. Alsdann machte sie sexuelle Übergriffe in ihrer Kindheit sowie wei-

tere Gewalterfahrungen geltend. Bei einer Rückkehr in die Türkei befürchte 

sie von der türkischen Regierung festgenommen zu werden und allgemein 

den eigenen Tod. 

A.c Zum Nachweis ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin Ko-

pien diverser türkischsprachiger Dokumente ein (vgl. Verfügung des SEM 

vom 5. Juni 2025 Ziff. I/4.): Mehrere Unterlagen zu dem gegen sie in der 

Türkei laufenden Strafverfahren und den abgeschlossenen Gerichtsverfah-

ren gegen ihren älteren Bruder, zwei Schreiben von türkischen Anwälten 

vom 17. Oktober 2023 und 21. Mai 2025, eine Vollmacht und ein Couvert 

an eine türkische Anwältin, Screenshots von Facebook Posts, Mitteilungen 

über ein Erdbeben per Instagram, Textnachrichten mit Drohungen auf Ins-

tagram, ein Auszug aus dem E-Devlet vom (…) 2024, ein Screenshot der 

Aus- und Einreisen der Beschwerdeführerin sowie mehrere Fotos, unter 

anderem von sich selbst und ihrer Mutter.  

Betreffend ihren Gesundheitszustand reichte die Beschwerdeführerin eine 

Anordnung für psychologische Psychotherapie vom 6. Mai 2024, zwei An-

meldungen zu Arztbesuchen wegen psychischen Problemen vom (…) 

2024 und (…) 2024, ein Dokument betreffend Medikamentenbezug (Anti-

depressivum) und den Nachweis über ein psychosoziales Counseling für 

den Zeitraum vom (…) 2025 bis (…) 2025 zu den Akten. 

E-4803/2025 

Seite 3 

A.d Mit Verfügung vom 5. Juni 2025 – eröffnet am 10. Juni 2025 – ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte 

ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg, beauftragte den zustän-

digen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte ihr die editi-

onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

B.  

Mit Eingabe vom 1. Juli 2025 erhob die Beschwerdeführerin – vertreten 

durch den rubrizierten Rechtsvertreter – gegen die Verfügung vom 5. Juni 

2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte, ihr 

Asylgesuch sei gutzuheissen und ihr Aufenthalt in der Schweiz sei zu ge-

nehmigen. Eventualiter sei die Sache zur Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs und zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige 

Aufnahme der Beschwerdeführerin anzuordnen. In prozessualer Hinsicht 

beantragte sie, es sei bis zu einem definitiven Entscheid in der Sache der 

Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz beziehungsweise die 

aufschiebende Wirkung der Beschwerde zu gewähren. Ferner ersuchte sie 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, inklusive Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses, und um Einsetzung des rubrizier-

ten Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsverbeistand. 

C.  

Am 2. Juli 2025 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, die Beschwer-

deführerin könne den Verfahrensausgang einstweilen in der Schweiz ab-

warten. 

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 23. Juli 2025 forderte das Bundesverwal-

tungsgericht die Beschwerdeführerin auf, diverse Beweismittel (Beweismit-

telverzeichnis zu Vorhaben […]-14 ID-016 – 034) in eine Amtssprache zu 

übersetzen. Mit Schreiben vom 2. August 2025 teilte der rubrizierte Rechts-

vertreter dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass auf die Übersetzung 

dieser Beweismittel verzichtet werden könne. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

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Seite 4 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG [SR 142.31]; Art. 48 Abs. 1 sowie 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Auf den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist mangels 

Rechtsschutzinteresse nicht einzutreten, da der Beschwerde von Geset-

zes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 42 AsylG) und diese von der Vorinstanz nicht entzogen wurde. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  

nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das 

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Seite 5 

Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftma-

chen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt da-

bei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, genügen die Vorbringen 

der Beschwerdeführerin nicht, um eine flüchtlingsrechtlich relevante Ver-

folgung anzunehmen. Die Beschwerdeführerin führt insbesondere die 

häusliche Gewalt als Grund für ihre Ausreise an. Sie sei während ihrer 

Kindheit durch ihren älteren Bruder wiederholt misshandelt worden. Nach 

dessen Tod im Jahr (…) hätten sie ihr Vater sowie ihr Onkel D._______ 

(väterlicherseits) für seinen Tod verantwortlich gemacht und sie mehrmals 

geschlagen. Einmalig habe auch ihr Chef ihr eine Ohrfeige gegeben.  

Die vorgebrachten Misshandlungen und die Gewalt durch den mittlerweile 

verstorbenen älteren Bruder, ihren Vater, ihren Onkel und ihren Chef wur-

den allesamt durch nicht-staatliche Akteure verübt. Das Bundesverwal-

tungsgericht hat in gefestigter Praxis die grundsätzliche Schutzwilligkeit 

und Schutzfähigkeit des türkischen Staates im Umgang mit Opfern häusli-

cher Gewalt bejaht und geht davon aus, dass insbesondere in städtischen 

Gebieten die Infrastruktur des Opferschutzes als hinreichend zu erachten 

ist (vgl. Urteile des BVGer E-4068/2025 vom 4. August 2025 S. 6; 

D-235/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 6.4 m.w.H.). Ohne die erlittene 

häusliche Gewalt verharmlosen zu wollen, ist festzustellen, dass sich die 

türkischen Behörden gegenüber der Beschwerdeführerin bereits als 

schutzwillig gezeigt haben. So gehen aus den Akten unter anderem drei 

Verurteilungen des älteren Bruders (insbesondere aufgrund von Körperver-

letzungen) und ein Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Gewaltschutz-

massnahmen zu Gunsten der Beschwerdeführerin gegen ebendiesen Bru-

der hervor. Das zweimalige erfolglose Vorsprechen bei der türkischen Po-

lizei hinsichtlich der Gewalt durch den Vater vermag an der grundsätzlichen 

Schutzwilligkeit und Schutzfähigkeit der türkischen Behörden nichts zu än-

dern, zumal es der Beschwerdeführerin möglich und zumutbar gewesen 

wäre, sich – allenfalls mithilfe eines Anwaltes – erneut an die Polizei oder 

an die nächsthöhere Behörde beziehungsweise an eine gerichtliche In-

stanz zu wenden. Die unsubstantiierten Beschwerdevorbringen, die türki-

schen Behörden seien aufgrund des laufenden Strafverfahrens gegen die 

Beschwerdeführerin als kurdische Frau, und insbesondere im Bezirk 

C._______ nicht mehr schutzwillig (vgl. Beschwerde Ziff. 9 f.), entbehren 

einem sachlichen Fundament. Schliesslich ist auch nicht ersichtlich, dass 

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der Beschwerdeführerin die bestehende Schutzinfrastruktur bei einer 

Rückkehr nicht erneut zugänglich oder ihr deren Inanspruchnahme aus in-

dividuellen Gründen nicht zumutbar wäre. Folglich sind die vorgebrachten 

Übergriffe flüchtlingsrechtlich nicht relevant. 

5.2  

5.2.1 Soweit die Beschwerdeführerin angibt, gegen sie sei ein türkisches 

Strafverfahren wegen Unterstützung einer Terrororganisation und Verbrei-

tung von Propaganda für eine terroristische Organisation eingeleitet wor-

den, so ist ihr zunächst entgegenzuhalten, dass aus den Akten lediglich 

der letztere Vorwurf ersichtlich ist.  

5.2.2 Betreffend das türkische Strafverfahren wird in der Beschwerde gel-

tend gemacht, die Beschwerdeführerin sei politisch verfolgt und bei einer 

Rückkehr in die Türkei bestehe die hohe Wahrscheinlichkeit in Haft genom-

men zu werden. Hierzu ist anzumerken, dass gemäss Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts allein der Umstand, dass ein Strafverfahren 

wegen Terrorpropaganda hängig ist, noch nicht zur Annahme begründeter 

Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung führt. Dies unter ande-

rem deshalb, weil nach gerichtlicher Erkenntnis die Wahrscheinlichkeit ei-

ner späteren Verurteilung durch ein Gericht sehr tief ist und einer solchen 

auch nicht in genereller Weise ein Politmalus zugrunde liegen dürfte. Im 

Einzelfall ist aber zu prüfen, ob Risikofaktoren bestehen, welche im kon-

kreten Fall auf eine erhöhte Gefahr flüchtlingsrechtlich motivierter Bestra-

fung schliessen lassen könnten. Risikofaktoren stellen dabei insbesondere 

frühere, einschlägige Verurteilungen sowie ein exponiertes politisches Pro-

fil dar (vgl. Referenzurteil E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8.7 f.). 

Die Beschwerdeführerin war gemäss ihren eigenen Aussagen noch nie in 

Haft oder vor Gericht, war kaum politisch aktiv, hatte zuvor auch keine re-

levanten Probleme mit den türkischen Behörden und sie verfügt – wie die 

Vorinstanz zutreffend festgestellt hat – über kein exponiertes politisches 

Profil. Die Furcht der Beschwerdeführerin, bei einer Rückkehr in die Türkei 

inhaftiert zu werden, erscheint vor diesem Hintergrund unbegründet. 

5.2.3 Im Weiteren kann dieses Vorbringen betreffend auf die 

vorinstanzlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 

werden (vgl. Verfügung des SEM vom 5. Juni 2025 Ziff. II/3.1). Die Ausfüh-

rungen in der Beschwerde vermögen der zutreffenden vorinstanzlichen 

Einschätzung nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. 

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Seite 7 

5.3 Hinsichtlich der erlebten sexuellen Übergriffe der Beschwerdeführerin 

durch den Cousin einer Freundin sowie durch ihren Onkel E._______, ist 

festzuhalten, dass diese Übergriffe bereits in ihrer Kindheit im Alter von (…) 

Jahren respektive noch davor stattgefunden haben sollen. Dieser Sachas-

pekt entfaltet somit heute keine Aktualität mehr, so dass sie hieraus nichts 

zu ihren Gunsten ableiten kann. Das Asylrecht dient nicht dazu, allfälliges 

in der Vergangenheit erlittenes Unrecht wiedergutzumachen. 

5.4 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich noch geltend, in Zukunft 

eine Verfolgung durch ihre Eltern zu erleiden, weil diese vom sexuellen 

Übergriff auf sie durch ihren Onkel E._______ erfahren könnten. Zudem 

befürchte sie, aufgrund eines Streits mit einem angeblichen Polizisten res-

pektive einem Mann in einem gelben Gilet verfolgt zu werden. Dabei han-

delt sich vorliegend indes um eine rein hypothetische, zukünftige Verfol-

gung, welche nicht ausreicht, um eine asylrelevante Furcht vor Verfolgung 

zu begründen, zumal die Beschwerdeführerin diesbezüglich bisher keine 

Probleme substantiiert aufzeigen konnte. 

5.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann in formeller Hinsicht eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes durch 

die Vorinstanz. Es ergäben sich vorliegend klare Hinweise darauf, dass sie 

bei einer Rückreise in die Türkei unverschuldeterweise eine Festnahme 

und Untersuchungshaft zu erwarten habe. Sollten Zweifel an ihren Aussa-

gen bestehen, so müsse sie ergänzend befragt werden und ihr müsse die 

Gelegenheit geboten werden, weitere Beweismittel zu offerieren.  

6.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Vorinstanz sich in ihren Erwä-

gungen mit den Aussagen der Beschwerdeführerin, den zu den Akten ge-

reichten Beweismitteln, der Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der türki-

schen Behörden und der Wahrscheinlichkeit einer Haftstrafe aufgrund des 

hängigen türkischen Strafverfahrens hinreichend auseinandergesetzt hat 

(vgl. oben E. 5). Auf eine ergänzende Anhörung der Beschwerdeführerin 

kann vorliegend daher verzichtet werden (zur antizipierten Beweiswürdi-

gung vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 m.H.; BVGE 2008/24 E. 7.2). Zudem wäre 

es der Beschwerdeführerin unbenommen gewesen, im Rahmen ihrer Mit-

wirkungspflicht im Sinne von Art. 8 AsylG entsprechende Beweismittel ein-

zureichen. Weder liegt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch des 

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Seite 8 

Untersuchungsgrundsatzes vor. Das Eventualbegehren auf Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs 

und weiterer Sachverhaltsabklärungen ist abzuweisen. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.2  

8.2.1 Vorliegend werden mit dem Wegweisungsvollzug keine völkerrechtli-

chen Verpflichtungen verletzt (Art. 83 Abs. 3 AIG). Mit Blick auf das zuvor 

Gesagte sind keine Hinweise ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin im 

Heimatstaat Folter oder einer unmenschlichen oder erniedrigenden Strafe 

oder Behandlung unterworfen wird (vgl. Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

[FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK). Im Weiteren findet das Prinzip des 

flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement sowie der in Art. 5 AsylG veran-

kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Fall keine An-

wendung, weil es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asyl-

rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen 

(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen. 

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Seite 9 

8.2.2 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 Bezüglich der Türkei ist nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt 

oder bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse auszugehen (vgl. Referenzurteil 

E-4103/2024 E. 13 m.w.H.). Was die Folgen der verheerenden schweren 

Erdbeben vom 6. Februar 2023 mit Blick auf die Frage der Zumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung betrifft, ist festzuhalten, dass aktuell nicht 

mehr von einer Situation auszugehen ist, aufgrund welcher der Vollzug der 

Wegweisung abgewiesener Asylsuchender in die elf hauptsächlich be-

troffenen Provinzen (Kahramanmaras, Hatay, Gaziantep, Osmaniye, Ma-

latya, Adiyaman, Adana, Diyarbakir, Kilis, Sanliurfa und Elazig) generell un-

zumutbar ist (auch nicht mit Bezug auf die am stärksten betroffene Provinz 

Hatay). Die Beurteilung der Zumutbarkeit von Wegweisungen in das be-

troffene Gebiet ist heute im Rahmen einer einzelfallweisen Prüfung der in-

dividuellen Lebenssituation der Betroffenen vorzunehmen. 

8.3.2 Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Gründe 

wirtschaftlicher oder sozialer Art lassen vorliegend auf eine konkrete Ge-

fährdung der Beschwerdeführerin im Fall einer Rückkehr schliessen. Dies-

bezüglich kann vollumfänglich auf die überzeugenden vorinstanzlichen 

Ausführungen verwiesen werden (vgl. Verfügung des SEM vom 5. Juni 

2025 Ziff. III/2). Die Beschwerdeführerin stammt gemäss eigenen Angaben 

aus der Provinz C._______. Sie ist jedoch jung und verfügt über eine gute 

Schulbildung, diverse Berufserfahrung und hatte gemäss eigenen Anga-

ben aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit grundsätzlich keine finanziellen Prob-

leme. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Bestreitung des Lebens-

unterhalts auch in Zukunft möglich sein wird. Die von der Beschwerdefüh-

rerin nicht genauer konkretisierten psychischen Leiden stehen einem Voll-

zug der Wegweisung ebenfalls nicht entgegen, zumal das türkische Ge-

sundheitssystem grundsätzlich westeuropäische Standards aufweist, über 

eine hinreichende psychiatrische Versorgung verfügt (vgl. Urteil des BVGer 

E-1087/2024 vom 2. Mai 2025 E. 8.4.4 m.w.H.) und die Beschwerdeführe-

rin bereits zuvor in der Türkei eine Therapie zwecks Behandlung ihrer 

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Seite 10 

psychischen Probleme besuchte. Ferner leben die Mutter und der jüngere 

Bruder, zu denen sie auch in der Schweiz noch Kontakt gepflegt hatte, und 

weitere Verwandtschaft der Beschwerdeführerin in der Türkei. Eine soziale 

und wirtschaftliche Reintegration in den Heimatstaat erscheint nach dem 

Gesagten somit möglich, weshalb sich der Wegweisungsvollzug auch als 

zumutbar erweist. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Befreiung von der Kos-

tenvorschusspflicht gegenstandslos geworden. 

10.2 Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechts-

verbeiständung (Art. 102m AsylG) sind – ungeachtet der geltend gemach-

ten Bedürftigkeit – abzuweisen, da sich die Beschwerdebegehren entspre-

chend den vorstehenden Erwägungen von vornherein als aussichtslos er-

wiesen haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsver-

beiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mathias Lanz Irène Meier 

 

 

Versand: