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**Case Identifier:** 5f022c3e-55b8-51b1-829a-ec23bf944b46
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.12.2016 200 2016 637
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-637_2016-12-13.pdf

## Full Text

200 16 637 IV
SCP/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Dezember 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Juni 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Februar 2014 bei der IV-Stelle Bern (nachfol-
gend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von IV-Leistungen 
an. Bezüglich gesundheitlicher Beeinträchtigungen nannte sie Depressio-
nen, Ängste, Schlafstörungen und Rückenschmerzen (Antwortbeilage 
[AB] 1). Die IV-Stelle tätigte in der Folge in erwerblicher und medizinischer 
Hinsicht Abklärungen (AB 9.1 – 9.8, 11, 14, 17, 19, 20). Dabei zog sie unter 
anderem die Akten der C.________ als der mit der Versicherten bereits 
vorbefassten Krankentaggeldversicherung bei, welchen ein psychiatrisches 
Gutachten von Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, vom 12. November 2013 (AB 9.7 S. 7 ff.) beilag. Nach 
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst RAD (AB 24) beauf-
tragte die IV-Stelle zudem Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, mit einer psychiatrischen Begutachtung der Versicher-
ten (Gutachten vom 28. Juni 2015; AB 37.1).

Am 16. Oktober 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung 
des Leistungsbegehrens in Aussicht. Die Abklärungen hätten ergeben, 
dass ihr Beschwerdebild von belastenden psychosozialen Faktoren herrüh-
re, welche im Vordergrund stünden. Ein davon unabhängiger, verselbstän-
digter Gesundheitsschaden im Sinne der Invalidenversicherung liege nicht 
vor (AB 49). 

Gleichentags ging der IV-Stelle ein Verlaufsbericht der Klinik F.________ 
vom 12. Oktober 2015 zu (AB 50).

Mit Schreiben vom 13. November 2015 erhob die Versicherte, vertreten 
durch die B.________ AG, gegen den Vorbescheid der IV-Stelle vom 
16. Oktober 2015 Einwände (AB 52), welche sie mit Eingabe vom 3. De-
zember 2015 unter Beilage eines Austrittsberichts der 
Klinik F.________ vom 7. Mai 2015 ergänzend begründen liess (AB 56).

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Die IV-Stelle unterbreitete das Dossier in der Folge Dr. med. G.________ 
vom RAD, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zur Beurteilung 
und Stellungnahme. Diese datiert vom 2. März 2016 (AB 59).

Am 3. März und am 5. April 2016 gingen der IV-Stelle weitere Berichte der 
Klinik F.________ zu (AB 61, 64, 65), worauf die IV-Stelle die so ver-
vollständigten Akten erneut Dr. med. G.________ zur Stellungnahme un-
terbreitete (siehe Stellungnahme des RAD vom 11. Mai 2016; AB 69).

Mit Verfügung vom 8. Juni 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 
der Versicherten ihrem Vorbescheid vom 16. Oktober 2015 (AB 49) ent-
sprechend ab, wobei sie die Berichte des RAD vom 2. März und 11. Mai 
2016 zum Bestandteil der Verfügung erklärte (AB 70).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch die 
B.________ AG, am 5. Juli 2016 (Datum der Postaufgabe) Beschwerde mit 
den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine 
ganze Rente zuzusprechen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. August 2016 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 8. Juni 2016 
(AB 70). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
eine Rente der Invalidenversicherung hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

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nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 6

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht 
klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können 
solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen 
im Sinne des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invali-
ditätsbegriff selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des 
(invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten 
Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische 
Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden und bei 
Wegfall der Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente be-
rechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen 
Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf 
eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. 
Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in 
den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus-
geprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV 
Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokultu-
relle Faktoren einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden auf-
rechterhalten oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Ele-
menten bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar 
invaliditätsbegründend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 
2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen 
zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und 
der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark 
als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheits-
modell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

3.

3.1 Den Akten lassen sich im Wesentlichen die folgenden Angaben 
entnehmen:

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3.1.1 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, diagnostizierte bei der Versicherten ab Mai 2013 einen Erschöp-
fungszustand wegen Mobbing am Arbeitsplatz und schrieb sie in der Folge 
ab dem 27. Mai 2013 vollständig arbeitsunfähig (AB 9.7 S. 23 ff.). Ab dem 
11. August 2013 erachtete er sie für die bisherige Tätigkeit an einem Ar-
beitsplatz mit adäquater Arbeitssituation wieder für vollständig arbeitsfähig. 
Der Arbeitsstopp habe zu einer Besserung des Zustands geführt (AB 9.7 
S. 20 f.).

3.1.2 Gemäss Bericht von Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, leidet die Beschwerdeführerin seit längerem 
an einer depressiven Symptomatik mit Antriebslosigkeit. Eine Suizidalität 
sei nicht gegeben. Sie lebe in einer psychosozial schweren Belastungssi-
tuation mit Trennung vom Ehemann und Stellenverlust im Juli 2013, was 
die Symptomatik habe akut werden lassen. Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit 
bei diagnostizierter mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10: F32.1) sei 
bis Ende September 2013 attestiert worden. Ab dem 1. Oktober 2013 gelte 
die Versicherte als wieder zu 100% arbeitsfähig. Sie brauche in ihrer 
schwierigen familiären und beruflichen Lage weiterhin Unterstützung. Die 
Dauer der Begleitung durch sie, die bereits 2006 begonnen habe, sei ihrer-
seits nicht begrenzt. Das Ziel der Therapie sei, der Versicherten bei ihrer 
privaten und beruflichen Problematik behilflich zu sein (AB 9.7 S. 15 f.).

3.1.3 Gemäss Beurteilung von Dr. med. D.________ in seinem Gutach-
ten vom 12. November 2013 sei davon auszugehen, dass die Versicherte 
während Jahren aufgrund ihrer Doppelbelastung mit Kindererziehung und 
Arbeitstätigkeit überfordert gewesen sei. Sie habe durchgehalten, solange 
die Ehe stabil geblieben sei (AB 9.7 S. 10). In den letzten Jahren hätten 
sich jedoch schwerwiegende Eheprobleme eingestellt. Sie habe sich von 
ihrem Ehemann nicht mehr verstanden gefühlt. Dieser habe wegen dem 
Geld ständig Druck auf sie ausgeübt. Die gerichtliche Trennung sei unter-
dessen vollzogen worden. Gemäss Trennungsvereinbarung sollte der 
Ehemann aus der Wohnung ausziehen, was er aber nicht tue. Zurzeit fehle 
ihr die Kraft, ihn aus der Wohnung zu weisen, zumal er sie oft bedrohe. 
Andererseits sei sie froh, dass der Ehemann sie unterstütze (AB 9.7 
S. 10 f.; siehe auch AB 9.7 S. 8 f.). An der letzten Arbeitsstelle solle ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 8

Mobbing stattgefunden haben. Diese Angabe könne er als Gutachter nicht 
überprüfen. Womöglich sei eine grundsätzlich schwierige Situation vorhan-
den gewesen, da die Versicherte ihre drei Kinder habe erziehen müssen 
und daneben in … zu 60% arbeitstätig gewesen sei. Es sei eine Erschöp-
fungssymptomatik entstanden. Nach der Kündigung der Arbeitsstelle seien 
die Symptome einer mittelgradigen depressiven Episode vorhanden gewe-
sen. Im September 2013 sei es zum Zerwürfnis mit der langjährigen Psy-
chotherapeutin gekommen. Diese habe sie ab dem 1. Oktober 2013 wieder 
voll arbeitsfähig geschrieben. Diese Beurteilung sei nicht ganz nachvoll-
ziehbar, habe die Psychiaterin doch eine mittelgradige depressive Episode 
diagnostiziert. Eine solche führe in der Regel zu einer Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit von 50%. Aktuell bestehe bei der Versicherten noch eine 
knapp mittelgradige depressive Episode. Es gebe ungünstige krankheits-
fremde Faktoren: Berufliche und familiäre Überlastung, Eheprobleme usw. 
Es sei davon auszugehen, dass die Versicherte deswegen ihre Restar-
beitsfähigkeit nicht ausübe. Die Prognose sei nicht ungünstig. Es müsse 
ein Fragezeichen hinter eine sofortige definitive Heilung gesetzt werden, 
solange die Versicherte in einer schwierigen persönlichen und familiären 
Situation lebe (AB 9.7 S. 11).

3.1.4 Der die Versicherte seit Herbst 2013 behandelnde Hausarzt 
Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, dia-
gnostizierte bei dieser im März 2014 eine Erschöpfungs- bzw. Überlas-
tungsdepression mit initial Panik- und Angstreaktion wegen Mob-
bing/Entlassung und chronischer Demütigung bei häuslicher Gewalt. Die 
Prognose sei eher gut. Sie sei abhängig von der privaten und (zukünftigen) 
beruflichen Situation bzw. ob sie Arbeit finde (AB 14 S. 2).

3.1.5 Frau Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, hielt mit Bericht vom 10. April 2014 einen gleichbleibenden 
Verlauf fest, da die Stressoren, welche die Versicherte stark belasteten und 
zur raschen Überforderung an einem möglichen Arbeitsplatz und im priva-
ten Bereich führten, nach wie vor vorhanden seien und einer Genesung im 
Wege stünden (AB 19 S. 2).

3.1.6 Im Juli 2014 diagnostizierte Dr. med. K.________ bei der Versi-
cherten eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Störung bei 

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anhaltender Belastungssituation (ICD-10: F43.2). Die Patientin habe sich 
wegen länger andauernden Schlafstörungen infolge fortgesetzter Belastung 
mit familiären Veränderungen, emotionalen Ausgelaugtseins, Gefühlen der 
starken Beeinträchtigung bei der Bewältigung der alltäglichen familiären 
Routine, Gefühlen des Überfordertseins mit depressiver Entwicklung und 
Ängsten angemeldet. Es sei eine medikamentöse Behandlung in Kombina-
tion mit einer Gesprächstherapie und Entspannungsmethoden erfolgt. Die 
Symptome hätten sich dadurch nur geringfügig verändert, da die belasten-
de Situation fortbestehe (AB 20 S. 2 f.).

3.1.7 Gemäss Austrittsbericht der Klinik F.________ vom 7. Mai 2015 
konnte kein therapeutischer Prozess in die Wege geleitet werden. Da die 
familiäre, berufliche und finanzielle Situation verstrickt gewesen sei, hätten 
mit Hilfe des sozialdienstlichen Angebots Gespräche mit dem Kostenträger 
und der KESB geführt werden müssen. Das Gespräch mit dem Kostenträ-
ger habe ergeben, dass die Taggelder in Kürze auslaufen würden und die 
Versicherte ein Gesuch um Sozialhilfe einreichen sollte. Das Gespräch mit 
der KESB habe ergeben, dass die aktuelle Familiensituation problematisch 
sei und weitere Abklärungen durch die KESB am Laufen seien. Eine Be-
treuung durch die Psychiatriespitex nach Klinikaustritt sei besprochen und 
in die Wege geleitet worden. Wegen Gewaltdrohungen durch den Ehe-
mann habe sich der gesundheitliche Zustand im Verlauf des Aufenthalts 
destabilisiert, so dass zwei Kostengutsprachverlängerungen beim Kosten-
träger hätten beantragt werden müssen (AB 56 S. 5). Die Versicherte habe 
einen chronischen Konflikt mit dem Ehemann geschildert, der sie „zermür-
be“ und ihr alle Energie geraubt habe. Nach der Trennung 2013 sei er im-
mer wieder bei ihr eingezogen, letztmals habe sie ihn im November mit 
Unterstützung der Polizei aus dem Haus gebracht. Nun müsse er aber we-
gen ihrem geplanten stationären Aufenthalt wieder bei ihr wohnen, weil er 
nur so die Möglichkeit habe, die beiden jüngeren Kinder zu betreuen. Die 
ältere Tochter (17-jährig) wohne in einer WG. Sie „hasse den Vater“ und 
sei gar nicht glücklich, dass er wieder bei ihr einziehen werde. Dass sie nun 
wieder auf den Ehemann angewiesen sei, sei sehr schwierig für sie, aber 
sie benötige die stationäre Therapie unbedingt. Sie brauche Ruhe und 
mehr Stabilität. Mittlerweile könne sie sich auch damit abfinden, dass die 
Kinder beim Vater wohnen würden. Insbesondere den bestehenden finan-

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ziellen Druck halte sie jedoch kaum noch aus. Sie könne ihrer Arbeit als … 
seit dem Jahr 2013 nicht mehr nachgehen. Wiederholt sei sie „gemobbt“ 
oder ungerecht behandelt worden. Dies, aber auch die Behandlung durch 
den Ehemann hätten ihr Selbstwertgefühl auf den Nullpunkt gebracht. Der 
Selbstwert sei aufgrund der „Demütigungen“ durch den Vater schon immer 
klein gewesen. Aktuell sei sie nicht in psychotherapeutischer Behandlung. 
Sie habe die bisherigen Psychiater als „nicht kompetent“ erlebt. Bei ihrem 
Hausarzt fühle sie sich ausreichend verstanden und ernst genommen. Fi-
nanziell sei es schwierig. Die Krankentaggeldversicherung habe die Zah-
lungen aufgrund eines Gutachtens im Dezember 2014 eingestellt. Ende 
November habe ein IV-Gutachten stattgefunden, bei welchem eine genera-
lisierte Angststörung diagnostiziert worden sei (AB 56 S. 3 f.).

3.1.8 Gemäss dem Gutachten von Dr. med. E.________ vom 28. Juni 
2015 gab die Beschwerdeführerin im Untersuchungszeitpunkt vom 4. De-
zember 2014 an, sie habe das Gefühl, dass sie unter einer posttraumati-
schen Belastungsstörung leiden könnte. Ihre drei letzten Stellen seien 
schlimm gewesen. Nicht nur ihre häusliche Situation, sondern auch die 
beruflichen Schwierigkeiten hätten ihr arg zugesetzt. Sie habe das Gefühl, 
total versagt zu haben. Sie habe sehr grosse Angst, wie es finanziell wei-
tergehen könne, habe panische Angst, dass sie nicht mehr in der Lage sein 
werde, sich um ihre Kinder zu kümmern. Sie habe Schuldgefühle ihren 
Kindern gegenüber, hasse sich manchmal dafür, dass sie nicht mehr zu 
leisten vermöge (AB 37.1 S. 7). Sie habe ihre Behandlung bei Frau 
Dr. med. K.________ im Sommer 2014 sistiert. Sie habe sehr schlechte 
Erfahrungen gemacht, habe Efexor verschrieben bekommen und darunter 
Blutdruckkrisen entwickelt. Sie habe sich auch nicht ernst genommen ge-
fühlt (AB 37.1 S. 8). Psychopathologisch zeigte die Versicherte anlässlich 
der Begutachtung gemäss Dr. med. E.________ ein deutlich ausgeprägtes 
depressives Zustandsbild. Bei unauffälliger schulischer, familiärer und be-
ruflicher Entwicklung sei eine Persönlichkeitsstörung zu verneinen. Akzen-
tuierte (selbstunsichere und ängstlich-vermeidende) Persönlichkeitszüge 
lägen vor. Der Verlauf der Störung sei gesamthaft durch eine bereits deutli-
che Fixierung der Beschwerden im Sinne einer deutlichen Chronifizierungs-
tendenz der depressiv-ängstlichen Symptomatik trotz adäquater Behand-
lung gekennzeichnet. Die Chronifizierungstendenz werde wesentlich unter-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 11

halten durch die ungünstige Wechselwirkung der relevanten depressiven 
Störung und Angststörung sowie der interagierenden psychosozialen 
Hemmfaktoren (AB 37.1 S. 15 f.). Zum Untersuchungszeitpunkt liege vor 
dem Hintergrund einer akzentuierten (dependenten, selbstunsicheren, 
ängstlich-vermeidenden) Persönlichkeit eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit für 
jedwelche Tätigkeiten aufgrund der mittelgradig ausgeprägten depressiven 
Symptomatik und der generalisierten Angststörung (deren typische Sym-
ptome von der Versicherten beschrieben worden seien; vgl. AB 37.1 S. 16) 
vor (AB 37.1 S. 17). Invaliditätsfremde Faktoren (ungewisse berufliche Zu-
kunft, finanzieller Engpass, Dekonditionierung, ausgeprägte subjektive In-
suffizienzüberzeugung, laufendes versicherungsrechtliches Verfahren) sei-
en dabei von ihm abgegrenzt worden und nicht in die Beurteilung der medi-
zinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer Tätigkeit miteingeflossen (AB 37.1 
S. 18).

3.1.9 Gemäss Bericht der Klinik F.________ vom 12. Oktober 2015 kam 
es wegen zwischenmenschlichen Konflikten (Abgrenzungsprobleme ge-
genüber dem Ehemann, belastende Rückmeldungen von Behörden) nach 
einer initialen Stabilisierung des Gesundheitszustands zu einer rapiden 
Verschlechterung. Die Versicherte habe berichtet, dass sie sich von der 
Betreuung in der Tagesklinik etwas vernachlässigt gefühlt habe. Zudem 
hätten Gespräche mit der KESB und einer Freundin die Woche vor dem 
Austritt aus der Tagesklinik extrem Druck ausgelöst. Sie habe sich sozial, 
finanziell und zwischenmenschlich unter Druck gefühlt. Ihr Ehemann (in 
Trennung lebend) habe es zudem versäumt, während den Schulferien der 
zwei jüngeren Kinder Ferien einzugeben, was wiederum für die KESB wie 
eine Vernachlässigung der Kinderbetreuung hätte wirken können. Somit 
habe sie sich entschieden, den Aufenthalt in der Tagesklinik frühzeitig zu 
beenden, um während den Ferien bei den Kindern sein zu können. Sie 
habe zunehmend auch Schwierigkeiten gehabt, für die Transportkosten 
zwischen … und … aufzukommen, was sie in ihrer Entscheidung bestärkt 
habe, die Therapie in der Tagesklinik abzubrechen. Ende Mai seien die 
Versicherungsgelder ausgeschöpft und der Antrag auf Sozialhilfe noch 
hängig gewesen. Die Invalidenversicherung habe ihr eine schlechte Pro-
gnose auf Besserung des Gesundheitszustands gegeben. Entlastend sei 
gewesen, dass ihr Sozialarbeiter beim Ausfüllen der Anmeldung für Sozial-

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hilfe habe helfen können und ihr Ehemann den Antrag sogar unterschrie-
ben habe. Sie fühle sich zurzeit viel entspannter. Als Diagnosen nannten 
die Ärzte der Klinik F.________ eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10: F43.1), eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychi-
scher Krankheit (ICD-10: F62.1) sowie eine Agoraphobie ohne Angabe 
einer Panikstörung (ICD-10: F40.0). Berufliche Tätigkeiten seien nur noch 
im geschützten Rahmen möglich (AB 50 S. 2 f.).

3.1.10 Mit Kurzaustrittsbericht vom 1. Februar 2016 hielten die Ärzte der 
Klinik F.________ fest, dass es im Rahmen einer erneuten tagesklinischen 
Behandlung nach initialer Stabilisierung der psychischen Verfassung zu 
einer weiteren Dekompensation bei multiplen psychischen und psychosozi-
alen Belastungsfaktoren gekommen sei. Trotz psychotherapeutischen 
Bemühungen habe eine Stabilisierung der psychischen Verfassung in der 
Tagesklinik nicht gewährleistet werden können. Es habe sich eine klare 
Indikation für einen stationären Aufenthalt gestellt. Dies sei auch der 
Wunsch der Patientin gewesen (AB 61).

3.1.11 Dr. med. G.________ vom RAD stellte am 2. März 2016 zusam-
menfassend fest, dass der gesamte „Krankheitsverlauf“ in hohem Masse 
von äusseren Einflüssen, die in allen Berichten ausführlich geschildert wür-
den, gekennzeichnet sei. Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich keine An-
haltspunkte, dass ohne die psychosozialen Belastungsfaktoren eine der in 
den Berichten genannten Störungen entstanden wäre oder aufrechterhal-
ten würde. Zudem begründete er, warum die geltend gemachten somati-
schen Störungen (Rückenschmerzen, Hypothyreose) keine langandauern-
de Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zu begründen vermöchten 
(AB 59 S. 3).

3.1.12 Gemäss Austrittsbericht der Klinik F.________ vom 22. März 2016 
ist die Versicherte am 18. Januar 2016 aus einem ambulanten Setting her-
aus wieder in ihre psychiatrisch-psychotherapeutische Tagesklinik eingetre-
ten. Bei Eintritt seien eine traurig-bedrückte Symptomatik sowie eine starke 
Überforderung im Vordergrund gestanden. Als Auslöser dafür habe die 
Versicherten den (unverarbeiteten) Tod ihrer Mutter und die sich daraus 
entwickelnden Erbschaftsstreitigkeiten mit ihren Geschwistern angegeben 
(AB 64 S. 2). Weiter habe sie von grossen existentiellen Ängsten und Sor-

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gen berichtet. Sie sei ausgesteuert, finde keine Arbeit, erhalte von ihrem 
Ehemann kaum Unterstützung und eine Unterstützung durch die IV sei 
abgelehnt worden. Mittlerweile müsse sie sich Geld von ihrer Tochter aus-
leihen. Als Diagnosen wurden wiederum eine posttraumatische Belas-
tungsstörung, eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer 
Krankheit sowie eine Agoraphobie ohne Angabe einer Panikstörung ge-
nannt (AB 64.1 S. 1).

3.1.13 Mit Austrittsbericht vom 24. März 2016 berichtete die Klinik 
F.________ über eine stationäre Behandlung der Versicherten vom 2. Fe-
bruar bis 8. Februar 2016 und vom 15. Februar bis 8. März 2016. Vor dem 
Eintritt am 2. Februar 2016 habe die Versicherte berichtet, dass sie viel 
Schweres erlebt habe, wie den unerwarteten Tod der 80-jährigen Mutter im 
Oktober, darauffolgende Erbstreitigkeiten unter den Geschwistern, im De-
zember sei das Arbeitslosengeld ausgelaufen und es sei seither finanziell 
ziemlich knapp. Die IV-Anmeldung sei abgelehnt worden. So sei ihr alles zu 
viel geworden. Sie sei sehr erschöpft. Die Beziehung zu ihrem Mann, mit 
dem sie getrennt im selben Haus lebe, sei derzeit sehr angespannt und so 
fühle sie sich von ihm wenig wahrgenommen und entsprechend einsam 
und verloren. In psychischer Hinsicht diagnostiziert wurden eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2), 
eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit 
(ICD-10: F62.1) sowie eine Agoraphobie ohne Angabe einer Panikstörung 
(ICD-10: F40.00; AB 65 S. 1).

3.1.14 Aufgrund der seit seiner zusammenfassenden Stellungnahme vom 
2. März 2016 eingetroffenen weiteren Berichte nahm Dr. med. G.________ 
vom RAD am 11. Mai 2016 eine erneute Beurteilung vor. Die Ausführungen 
in den neusten Berichten zur depressiven Verstimmung seien teilweise 
nachvollziehbar. Eine „schwere“ Episode könne aus seiner Sicht aus den 
dargestellten Verhaltensbeobachtungen und den Umständen des unterbro-
chenen Klinikaufenthalts aber nicht abgeleitet werden. Insofern sei aus 
seiner Sicht bereits diese Diagnose nicht korrekt. Zur Diagnose „Persön-
lichkeitsänderung nach psychischer Krankheit“ (ICD-10: F62.1) seien keine 
Erklärungen abgegeben worden. Die Diagnose sei in den Berichten weder 
begründet noch seien Auswirkungen auf das Verhalten der versicherten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 14

Person beschrieben worden. Die Diagnose einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung, in den früheren Berichten noch erwähnt, werde im Austritts-
bericht vom 24. März 2016 nicht mehr genannt, was auf eine diagnostische 
Unsicherheit schliessen lasse. Die übrigen, zumeist somatischen Störun-
gen seien alle gut behandelbar und hätten keine Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit. Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E.________ vom 
28. Juni 2015 werde die schwierige Situation der Versicherten in der Kind-
heit ausführlich dargestellt. Schule und Studium seien von Ängsten geprägt 
gewesen, sie habe aber alle Anforderungen gemeistert. Ihre Anstellungs-
verhältnisse nach dem Studienabschluss seien teilweise kurz, teilweise 
aber auch länger gewesen. Die im Gutachten erfragten aktuellen Be-
schwerden seien ganz überwiegend ängstlich und depressiv gefärbt gewe-
sen. Zu beachten sei, dass die Diagnostik von Dr. med. E.________ unter 
Einwirkung der doch erheblichen krankheitsfremden psychosozialen Fakto-
ren zustande gekommen sei. Nach eingehenden Untersuchungen inkl. 
psychologischen Testverfahren habe Dr. med. E.________ eine generali-
sierte Angststörung sowie eine rezidivierende depressive Störung und (oh-
ne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) eine „akzentuierte Persönlichkeit“ 
diagnostiziert. Die später daraus entstandenen Diagnosen einer posttrau-
matischen Belastungsstörung oder einer Persönlichkeitsänderung nach 
psychischer Krankheit seien nicht nachvollziehbar. Diese Diagnosen wür-
den im Verlaufsbericht der Klinik F.________ vom 12. Oktober 2015 erst-
mals aufgeführt und in späterem Berichten wiederholt. Im Text würden al-
lerdings überwiegend krankheitsfremde Faktoren aufgezählt. Der psycho-
pathologische Befund sei mit Ausnahme von deutlichen Hinweisen auf 
Ängste und eine Depression überwiegend unauffällig gewesen. Aus diesem 
Grund halte er, wie bereits in seinem Bericht vom 2. März 2016 erwähnt, 
die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Per-
sönlichkeitsänderung für unzulässig. Dementsprechend sei festzustellen, 
dass mit den neu eingetroffenen ärztlichen Berichten weder eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands festgestellt, noch eine korrekte 
Diagnostik durchgeführt worden sei und somit keine Tatsachen bekannt 
geworden seien, die die bisherige Beurteilung in Frage stellten (AB 69 
S. 2 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 15

3.2 Sämtliche Berichte beschreiben psychosozial widrige Lebensum-
stände und damit einhergehend die Entwicklung bzw. das Bestehen eines 
im Wesentlichen ängstlich-depressiven Zustandsbilds. Die Berichte stim-
men auch darin überein, dass die festgestellte psychiatrische Symptomatik 
in ihrer Ausprägung mit den psychosozialen Belastungsfaktoren korreliert. 
So wird von Dr. med. D.________ bezüglich Prognose festgehalten, hinter 
eine sofortige definitive Heilung müsse ein Fragezeichen gesetzt werden, 
solange die Versicherte in einer schwierigen persönlichen und sozialen 
Situation lebe (AB 9.7 S. 11). Dies deckt sich mit der Beurteilung von 
Dr. med. J.________ vom 25. März 2014, wonach die medizinische Pro-
gnose von der privaten und (zukünftigen) beruflichen Situation der Versi-
cherten abhänge (AB 14 S. 2). Im gleichen Sinne wurde sodann von 
Dr. med. K.________ festgehalten, dass der Verlauf gleichbleibend sei, 
weil die stark belastenden Stressoren, welche zu einer raschen Überforde-
rung der Versicherten an einem möglichen Arbeitsplatz und im privaten 
Bereich führten, nach wie vor vorhanden seien (AB 19 S. 2; siehe auch 
AB 20 S. 3). Dass das Fortdauern bzw. die Chronifizierungstendenz der 
depressiv-ängstlichen Symptomatik wesentlich durch die interagierenden 
psychosozialen Hemmfaktoren unterhalten wird, entspricht sodann auch 
explizit der Beurteilung durch Dr. med. E.________ (AB 37.1 S. 16). Auch 
aus den diversen Berichten der Klinik F.________ ergibt sich nichts ande-
res. Aus deren Bericht vom 7. Mai 2015 geht hervor, dass ein therapeuti-
scher Prozess wegen der sehr verstrickten familiären, beruflichen und fi-
nanziellen Situation nicht habe in die Wege geleitet werden können, son-
dern dass es vordringlich darum gegangen sei zu versuchen, mit Hilfe des 
sozialdienstlichen Angebots die psychosozialen Belastungsfaktoren zu re-
duzieren, um der Beschwerdeführerin zu helfen (AB 56 S. 5). Jede Verän-
derung des Zustandsbilds wird in den betreffenden Berichten sodann nach-
vollziehbar mit einer Veränderung der psychosozialen Belastungsfaktoren 
begründet („Wegen Gewaltdrohungen durch den Ehemann destabilisierte 
sich der gesundheitliche Zustand“ [AB 56 S. 5], „Nach initialer Stabilisie-
rung des Gesundheitszustands rapide Verschlechterung wegen zwischen-
menschlichen Konflikten (Abgrenzungsprobleme gegenüber Ehemann, 
belastende Rückmeldungen von Behörden)“ [AB 50 S. 2]; siehe sodann 
E. 3.1.12 und E. 3.1.13 hiervor). Nicht zuletzt belegt durch die Berichte der 
Klinik F.________ ist bei dieser Aktenlage mit dem Beweisgrad der über-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 16

wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die psychiatrische Symptoma-
tik der Beschwerdeführerin durch die Vielzahl der erheblichen psychosozia-
len Belastungsfaktoren im Sinne einer Aneinanderreihung von reaktiven 
Störungen getriggert wird und nicht Ausdruck eines eigenständigen, von 
den erheblichen psychosozialen Belastungsfaktoren verselbstständigten 
Gesundheitsschadens ist. Die diesbezügliche Beurteilung durch die Be-
schwerdegegnerin bzw. den RAD ist nach dem Dargelegten schlüssig und 
überzeugt.

3.3 Soweit gegen diese Beurteilung eingewandt wird, Dr. med. 
E.________ habe in seinem Gutachten bei der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit explizit krankheitsfremde Faktoren wie die ungewisse berufliche 
Zukunft, den finanziellen Engpass, die Dekonditionierung, die ausgeprägte 
subjektive Insuffizienzüberzeugung und das laufende versicherungsrechtli-
che Verfahren “aussenvorgelassen“ (vgl. AB 37.1 S. 18), ist festzuhalten, 
dass diese Abgrenzung dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell entspricht, gemäss welchem auch psychische 
Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden und bei 
Wegfall der Belastung wieder verschwinden, medizinisch relevante Ge-
sundheitsschäden darstellen. Solche Störungen berechtigen jedoch nicht 
zu einer Invalidenrente, zumal der für die Belange der Rechtsanwendung 
massgebende sozialversicherungsrechtliche Begriff der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung solche Störungen abweichend von dem in der Medizin 
verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell nicht miteinschliesst 
(vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 sowie E. 2.5 hiervor). In Bezug auf die 
advokatorisch anmutende Kritik an der RAD-ärztlichen Beurteilung durch 
die Klinik F.________ vom 28. Juni 2016 (Beschwerdebeilage [BB] 3), die 
krankheitsfremden psychosozialen Faktoren seien nicht erheblich und hät-
ten nur einen minimalen Einfluss auf das Leidensbild (vgl. BB 3 S. 3), ist 
aufgrund der Ausführungen hiervor festzustellen, dass diese Auffassung 
auch unter Berücksichtigung der in Medizin und Sozialversicherungsrecht 
unterschiedlichen Krankheitsbegriffe klar aktenwidrig und realitätsfremd ist. 
Bezüglich der in diesem Bericht vertretenen Thesen kann auf die zutreffen-
den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 
verwiesen werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2016, IV/16/637, Seite 17

3.4 Zusammenfassend ist gestützt auf die medizinischen Akten er-
stellt, dass die Beschwerdeführerin an keinem invalidisierenden Gesund-
heitsschaden leidet. Die unstrittig vorhandene psychiatrische Symptomatik 
stellt keinen eigenständigen, von den erheblichen psychosozialen Belas-
tungsfaktoren verselbstständigten und damit aus sozialversicherungsrecht-
licher Sicht relevanten Gesundheitsschaden dar (vgl. E. 3.2 hiervor) und 
auch in somatischer Hinsicht ist (unstrittig) kein invalidisierender Gesund-
heitsschaden ausgewiesen. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 8. Juni 2016 (AB 70) ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdeführerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder die Beschwerde-
führerin (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) 
noch die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt 
des Kantons Bern einen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 3 
VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.