# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27482451-e9c8-5679-873a-bcac44e7e2eb
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 16.08.2023 WBE.2023.15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-15_2023-08-16.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2023.15 / ME / wm 
(2022-001475)  

Art. 89 

 

Urteil vom 16. August 2023 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiber Meier 

Rechtspraktikant Brunschwiler 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 B._____  

vertreten durch lic. iur. Suzanne Styk Kohlhaas, Rechtsanwältin, 

Neumattstrasse 17, 5000 Aarau    

 

        

gegen 

 

 
   

  Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales, Südallee 22,  

5001 Aarau 1 

 

  Regierungsrat des Kantons Aargau, Regierungsgebäude, 5000 Aarau   

handelnd durch das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS), 

Generalsekretariat / Rechtsdienst, Bachstrasse 15, 5001 Aarau    

     

   
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtbestehen des abschliessenden 

Qualifikationsverfahrens und Abbruch der Ausbildung 

 

Entscheid des Regierungsrats vom 23. November 2022 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

B. besuchte den Ausbildungsgang zum Pflegefachmann HF an der 

Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales (HFGS) in Aarau. Vom März 

2021 bis März 2022 absolvierte er das dritte Ausbildungsjahr. Das 

abschliessende Qualifikationsverfahren besteht aus einer Diplomarbeit, der 

Praxisqualifikation und einem Prüfungsgespräch. 

 

2. 

In der Praxisqualifikation und im Fachgespräch erzielte B. die genügenden 

Noten C und E. Seine Diplomarbeit vom 10. Januar 2022 mit dem Titel 

"Kommunikation bei tracheostomierten fremdsprachigen" (vgl. Titelblatt) 

wurde hingegen mit 23.5 von 46 möglichen Punkten bewertet, woraus sich 

die ungenügende Note F ergab. 

 

Mit Entscheid vom 31. Januar 2022 teilte die HFGS B. mit, er habe den 

Prüfungsteil Diplomarbeit nicht bestanden. Es wurde darauf hingewiesen, 

dass eine ungenügende Diplomarbeit einmal verbessert werden könne; 

gleichzeitig wurde der Abgabetermin für die überarbeitete Diplomarbeit auf 

den 18. Februar 2022 festgesetzt.  

 

3. 

Die überarbeitete Fassung der Diplomarbeit vom 18. Februar 2022 (mit 

dem Titel "Kommunikation bei tracheostomierten fremdsprachigen Pa-

tient*innen") wurde mit 24.5 Punkten und damit wiederum mit der ungenü-

genden Note F bewertet. 

 

Mit Entscheid vom 8. März 2022 teilte die HFGS B. mit, er habe das 

Qualifikationsverfahren aufgrund der überarbeiteten, wiederum 

ungenügenden Diplomarbeit nicht bestanden und müsse die Ausbildung 

zum Pflegefachmann HF abbrechen. 

 

B. 

1. 

Gegen den Entscheid der HFGS erhob B. mit Eingabe an den 

Regierungsrat vom 7. April 2022 Verwaltungsbeschwerde mit folgenden 

Begehren: 

 

1. Der Entscheid vom 8. März 2022 betreffend das Nichtbestehen 
des abschliessenden Qualifikationsverfahrens an der höheren 
Fachschule Gesundheit und Soziales, Südallee 22, 5001 Aarau, 
sei aufzuheben. 
 

 - 3 - 

 

 

 

2. Die Diplomarbeit des Beschwerdeführers sei auf mindestens 
27.5 Punkte und damit mindestens auf die Note E anzuheben und 
damit die Diplomarbeit als bestanden zu erklären. 
 

3. Das Qualifikationsverfahren sei als bestanden zu erklären und 
dem Beschwerdeführer sei das Diplom für den Abschluss der Aus-
bildung zum Pflegefachmann HF an der Höheren Fachschule Ge-
sundheit und Soziales zu erteilen. 
 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 
 
 
Eventualbegehren: 
 
Die Diplomarbeit sei durch eine unabhängige und externe Fachperson 
bewerten zu lassen. 

 

2. 

Der Regierungsrat beschloss am 23. November 2022: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Regierungsrat, 
bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.– sowie der 
Kanzleigebühr und den Ausgaben von Fr. 540.60, insgesamt 
Fr. 2'040.60, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 
 

3. Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

Aus der Begründung des Entscheids folgt, dass nach Auffassung des Re-

gierungsrats die überarbeitete Diplomarbeit mit 25 anstatt 24,5 Punkten zu 

bewerten war, woraus sich weiterhin die ungenügende Note F ergab. 

 

C. 

1. 

Gegen den Regierungsratsbeschluss erhob B. mit Eingabe vom 16. Januar 

2023 Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit folgenden Begehren: 

 

1. Der Regierungsratsbeschluss Nr. 2022-001475 vom 23. Novem-
ber 2022 betreffend den Entscheid über die Beschwerde gegen 
das Nichtbestehen des abschliessenden Qualifikationsverfahrens 
an der höheren Fachschule Gesundheit und Soziales sei aufzuhe-
ben. 
 

2. Die Beschwerde sei vollumfänglich gutzuheissen. 
 

3. Die Diplomarbeit des Beschwerdeführers sei auf mindestens 
27.5 Punkte, folglich auf die Note E oder höher, anzuheben und 
damit die Diplomarbeit als bestanden zu erklären. 
 

4. Das gesamte Qualifikationsverfahren sei damit als bestanden zu 
erklären und dem Beschwerdeführer sei das Diplom für den Ab-
schluss der Ausbildung zum Pflegefachmann HF an der Höheren 
Fachschule Gesundheit und Soziales zu erteilen. 

 - 4 - 

 

 

 

 
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

 
 
Eventualiter: 
 
Die Beschwerde sei gutzuheissen und die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, mit der Anweisung, eine unabhängige und 
externe Fachperson mit einer Bewertung der Arbeit des Beschwerdefüh-
rers zu beauftragen (§ 49 VRPG). 

 

2. 

Das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS), Generalsekretariat, be-

antragte am 27. Februar 2023 namens des Regierungsrats: 

 

1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 
 

2. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. 

 

3. 

Die HFGS beantragte in der Stellungnahme vom 20. März 2023: 

 

Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 

 

4. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 16. August 2023 beraten und ent-

schieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Die Schulleitung der HFGS entscheidet über das Bestehen des abschlies-

senden Qualifikationsverfahrens, das aus einer Diplomarbeit, der Prakti-

kumsqualifikation und einer mündlichen Prüfung besteht (§ 41 Abs. 2 

Satz 1 der Verordnung über die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales 

Brugg und die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales Aarau vom 

7. November 2007 [V BFGS und HFGS; SAR 422.231]). Gegen Entscheide 

der Anbieter der Berufsbildung kann innert 30 Tagen Beschwerde beim Re-

gierungsrat geführt werden (§ 65 Abs. 1 des Gesetzes über die Berufs- und 

Weiterbildung vom 6. März 2007 [GBW; SAR 422.200]). Gegen letztin-

stanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist gemäss § 54 Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 

[Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]) die Verwaltungs-

gerichtsbeschwerde zulässig. Das Verwaltungsgericht ist somit zur Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

 

 - 5 - 

 

 

 

2. 

Mit dem angefochtenen Entscheid wird bestätigt, dass der Beschwerdefüh-

rer das abschliessende Qualifikationsverfahren nicht bestanden hat und die 

Ausbildung zum Pflegefachmann HF abbrechen muss. Dadurch ist er be-

schwert und somit zur Beschwerde befugt (§ 42 lit. a VRPG). 

 

3. 

Die Beschwerde erfolgte unter Berücksichtigung des Rechtsstillstands vom 

18. Dezember bis und mit 2. Januar rechtzeitig (§ 28 Abs. 1 und 2 VRPG 

i.V.m. Art. 145 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 

19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). 

 

4. 

Der Beschwerdeführer verweist bezüglich des Bewertungskriteriums 

"9. Evidenz" lediglich auf die Ausführungen in der Verwaltungsbeschwerde 

(Verwaltungsgerichtsbeschwerde, Rz. 36). Um den Anforderungen an die 

Beschwerdebegründung (§ 43 Abs. 2 VRPG) zu genügen, muss sich diese 

mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen. Der pauschale Ver-

weis auf vorangegangene Rechtsschriften ist demgegenüber unzureichend 

(vgl. Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, 

S. 276; 2001, S. 375; MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, Klage und Normen-

kontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungs-

rechtspflege, Kommentar zu den §§ 38-72 [a]VRPG, Zürich 1998, § 39 

N 39). Insoweit ist somit auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

 

Die weiteren Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Ausser in Bezug auf das Bewertungskriterium "9. Evidenz" ist auf 

die Beschwerde einzutreten. 

 

5. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 55 Abs. 1 VRPG). Die Rüge der Unangemessenheit ist unzuläs-

sig (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG). 

 

II. 

1. 

1.1. 

In formeller Hinsicht beanstandet der Beschwerdeführer zunächst, der an-

gefochtene Entscheid sei nicht genügend begründet worden. Die Vor-

instanz verweise "hauptsächlich auf die Ausführungen der HFGS, ohne 

sich gross mit den Vorbringen des Beschwerdeführers auseinanderzuset-

zen." Die im Vergleich zur Kommilitonin C. rechtsungleiche Behandlung sei 

nicht ausreichend thematisiert worden. Die Bemerkungen der vom Be-

schwerdeführer beigezogenen Fachperson seien nicht berücksichtigt und 

 - 6 - 

 

 

 

das Schreiben einer Pflegefachfrau, die den Lösungsansatz des Beschwer-

deführers unterstütze, nicht erwähnt worden (vgl. Verwaltungsgerichtsbe-

schwerde, Rz. 11, 24 ff., 29). 

 

1.2. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) 

verlangt unter anderem, dass die Behörde die rechtserheblichen Vorbrin-

gen der Parteien hört und bei der Entscheidfindung angemessen berück-

sichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu be-

gründen. Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen 

sich die Beschwerdeinstanz hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Par-

teistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbrin-

gen ausdrücklich widerlegt. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben 

und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen 

kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (Urteile des Bundesgerichts 2C_883/2021 vom 14. De-

zember 2022, Erw. 3.1.2; 2D_24/2021 vom 5. November 2021, Erw. 3.2). 

 

1.3. 

Die Vorinstanz setzte sich im angefochtenen Entscheid eingehend mit 

sämtlichen Bewertungskriterien der Diplomarbeit auseinander (Erw. 6.1-

6.13.2). Die betreffenden Ausführungen genügen den Anforderungen an 

die Entscheidbegründung ohne Weiteres. Aufgrund der fehlenden Ver-

gleichbarkeit und vor dem Hintergrund der beschränkten Kognition der Be-

schwerdeinstanzen (vgl. hinten Erw. 2.2) brauchte die Vorinstanz nicht tie-

fer auf die besser bewertete Diplomarbeit der Kommilitonin C. mit dem Titel 

"Neglect! Wenn die Aufmerksamkeit gestört ist" einzugehen (Verwal-

tungsbeschwerdebeilage 8). 

 

Das Rechtsmittelverfahren kann nicht dazu dienen, die Korrektur bzw. Be-

wertung der Prüfung zu wiederholen; die Würdigung der erbrachten Prü-

fungsleistungen obliegt in erster Linie den fachkundigen Examinatorinnen 

(Urteil des Bundesgerichts 2D_41/2016 vom 20. Januar 2017, Erw. 2.1). 

Es liegt daher keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, wenn die Vor-

instanz erläuternde Ausführungen und nachträgliche Ergänzungen des Be-

schwerdeführers zur Diplomarbeit nicht berücksichtigte. Auf Bewertungs-

vorschläge der vom Beschwerdeführer beigezogenen Fachperson und die 

Einschätzung einer vom Beschwerdeführer angefragten Pflegefachfrau 

musste sie nicht zwingend explizit eingehen, zumal die entsprechenden 

Aussagen lediglich als Teil der Parteibehauptungen anzusehen sind. 

 

 - 7 - 

 

 

 

2. 

2.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe eine Stellungnahme von C., 

Prüfungsexperte der Berufsfachschule Gesundheit Baselland, eingereicht. 

Dieser hätte seine Diplomarbeit mit 33.5 Punkten bewertet. Aufgrund 

dieser Bewertung durch eine externe Fachperson hätten erhebliche Zweifel 

an der Bewertung durch die HFGS bestanden; daher wäre eine 

Drittbewertung einzuholen gewesen (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, 

Rz. 55). 

 

2.2. 

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auferlegen sich 

die Rechtsmittelinstanzen eine besondere Zurückhaltung bei der materiel-

len Beurteilung von Prüfungsentscheiden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2D_24/2021 vom 5. November 2021, Erw. 3.6.1; 2D_68/2019 vom 12. Mai 

2020, Erw. 2.2; BGE 136 I 229, Erw. 6.2; 131 I 467, Erw. 3.1). Die Zurück-

haltung rechtfertigt sich, weil materielle Bewertungen kaum überprüfbar 

sind, zumal der Rechtsmittelbehörde in der Regel nicht alle massgebenden 

Faktoren der Bewertung bekannt sind. Prüfungen haben häufig Spezialge-

biete zum Gegenstand, in denen die Rechtsmittelbehörde über keine eige-

nen Fachkenntnisse verfügt. Die Abänderung einer Examensbewertung 

birgt die Gefahr neuer Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber 

anderen Kandidaten in sich (Entscheide des Verwaltungsgerichts 

WBE.2020.336 vom 15. Juli 2021, Erw. II/3.2; WBE.2016.180 vom 6. Ok-

tober 2016, Erw. II/3.3; WBE.2012.474 vom 30. Mai 2013, Erw. II/1). Die 

Zurückhaltung bei der Überprüfung von Prüfungsentscheiden gilt nur für 

materielle Bewertungen und rechtfertigt sich, solange es keine Hinweise 

auf "krasse Fehleinschätzungen" gibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2D_24/2021 vom 5. November 2021, Erw. 3.6.1). Soweit formelle Fehler 

gerügt werden, ist eine volle Rechtskontrolle vorzunehmen (Entscheide des 

Verwaltungsgerichts WBE.2020.336 vom 15. Juli 2021, Erw. II/3.2; 

WBE.2016.180 vom 6. Oktober 2016, Erw. II/3.3; WBE.2012.474 vom 

30. Mai 2013, Erw. II/1). 

 

2.3. 

Da in der Regel keine eingehende inhaltliche Kontrolle der Prüfung erfolgt, 

muss im Rechtsmittelverfahren grundsätzlich keine Expertise eingeholt 

werden. Eine solche ist erst dann geboten, wenn sich ernstliche Hinweise 

auf eine eigentliche Fehlbeurteilung ergeben, sei es bereits aufgrund der 

Akten, sei es gestützt auf substantiierte Vorbringen des Prüfungsabsolven-

ten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2D_6/2013 vom 19. Juni 2013, 

Erw. 3.2.3; 2D_5/2019 vom 26. Februar 2021, Erw. 6). Derart erhebliche 

Zweifel an der Richtigkeit der Bewertung bestehen trotz der Stellungnahme 

der vom Beschwerdeführer beigezogenen Fachperson nicht (Verwaltungs-

beschwerdebeilage 10). Diese führt zwar eingangs aus, dass sie die Be-

wertung der Diplomarbeit als unzureichend erachtet. In der Folge zeigt sie 

 - 8 - 

 

 

 

aber keine klaren Fehler in der Bewertung auf, sondern argumentiert ledig-

lich, unter sämtlichen Bewertungskriterien (siehe dazu hinten Erw. 4) wä-

ren zusätzliche Punkte zu vergeben gewesen. Indem sie eine eigene Be-

wertung vornimmt, wird eine unhaltbare Bewertung durch die Prüfungsex-

pertinnen weder behauptet noch dargetan. Bei der inhaltlichen Bewertung 

einer Diplomarbeit bestehen regelmässig Beurteilungsspielräume, die es 

zwangsläufig mit sich bringen, dass diese verschiedenen Einschätzungen 

auch von Fachleuten unterliegen kann (vgl. BGE 136 I 229, Erw. 5.4.1). Die 

vom Beschwerdeführer beigezogene Fachperson ist zudem nicht vertraut 

mit den internen Bewertungsvorgaben der HFGS und nimmt keine Prüfun-

gen auf Stufe Höhere Fachschule ab (Vorakten 49). 

 

Der Beizug einer Expertin oder eines Experten ist im Rechtsmittelverfahren 

somit nicht erforderlich. 

 

3. 

3.1. 

Weiter rügt der Beschwerdeführer die Verletzung von Verfahrensvorschrif-

ten. Die Bewertung der Diplomarbeit durch die zweitlesende Expertin sei 

ihm – soweit eine solche erfolgt sei – nicht vorgelegt worden und er habe 

sich folglich dazu nicht äussern können. Die Vorinstanz behandle die ein-

zelnen Bewertungen der Expertinnen zu Unrecht als interne Akten. Die bei-

den Bewertungen müssten unabhängig voneinander erfolgen, zumal sich 

der Beschwerdeführer mit der begleitenden Lehrperson nicht gut verstan-

den habe und sowohl die Expertin seiner Kommilitonin M.S. als auch die 

vom Beschwerdeführer beigezogene Fachperson die Diplomarbeit anders 

bewertet hätten. Die Bewertung der zweitlesenden Expertin werde vom Ak-

teneinsichtsrecht erfasst. Es bestehe der Anschein, dass diese die Bewer-

tung der begleitenden Lehrperson lediglich unterzeichnet habe. Kontakt 

habe der Beschwerdeführer einzig mit letzterer gehabt, welche mit ihm die 

Arbeit und die Bewertung besprochen habe. Da eine Zweitlesung nur im 

Falle einer ungenügenden Benotung erfolge, hätte ihm auch umfassende 

Einsicht in die erste Bewertung gewährt werden müssen; es könnten nicht 

lediglich für den internen Gebrauch bestimmte Handnotizen vorliegen. Die 

vollständigen Bewertungen seien entscheidrelevant. Schliesslich sei bei 

der Bewertung der überarbeiteten Diplomarbeit im Wesentlichen der Text 

der ersten Bewertung und dabei auch versehentlich das Datum übernom-

men worden (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, Rz. 12 ff.). 

 

  

 - 9 - 

 

 

 

3.2. 

Das BKS entgegnet in der Beschwerdeantwort, nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung unterlägen persönliche Aufzeichnungen der Exami-

natorinnen im Hinblick auf eine anschliessende Beratung nicht der Akten-

sicht der Prüfungskandidierenden. Es handle sich um rein interne Notizen. 

Den einzelnen Bewertungsbogen der erst- und zweitlesenden Prüfungsex-

pertinnen käme bloss die Bedeutung einer Gedankenstütze zur Vorberei-

tung des Prüfungsentscheids zu. Daraus resultiere die konsolidierte und 

bereinigte Bewertung, die in den anfechtbaren Entscheid münde. Der von 

beiden Prüfungsexpertinnen unterzeichnete definitive Bewertungsbogen 

liege vor. Somit bestehe keine Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht 

bzw. rechtliches Gehör. Es handle sich um eine unbelegte Behauptung, 

wenn der Beschwerdeführer vorbringe, die zweite Prüfungsexpertin habe 

keine eigenständige Bewertung der Diplomarbeit vorgenommen bzw. den 

Bewertungsbogen der erstlesenden Expertin lediglich "mitunterschrieben". 

Die HFGS habe den Bewertungsprozess nachvollziehbar dargelegt. Weder 

aus der V BFGS und HFGS noch den Bestimmungen zum Qualifikations-

verfahren im Bildungsgang Pflege HF ergebe sich ein Anspruch auf eine 

Zweitbewertung, wenn die Erstbewertung ungenügend ausfalle. Der betref-

fende Validierungsprozess gehöre aber zum fachlichen Standard bei Qua-

lifikationsverfahren (Beschwerdeantwort BKS, S. 2 f.). 

 

3.3. 

Nach der Darstellung der HFGS entspricht es der Praxis und gemäss der 

Stellungnahme des BKS dem Standard bei Qualifikationsverfahren, dass 

die an der Notengebung beteiligten Prüfungsexpertinnen und Prüfungsex-

perten je eine voneinander unabhängige bzw. eigenständige Bewertung 

abgeben. Im vorliegenden Fall habe die erstlesende Lehrperson die über-

arbeitete Diplomarbeit als ungenügend erachtet und die zweitlesende Lehr-

person in der Folge eine eigene Bewertung erstellt. Anschliessend hätten 

die Prüfungsexpertinnen eine Bewertung erstellt, in der Erst- und Zweitle-

sung zusammengeführt worden seien, und über die Qualifikation (F = nicht 

erreicht) entschieden. Anlässlich eines Controllings sei die abschliessend 

erstellte Bewertung in einem Gespräch mit der Bildungsgangleiterin kritisch 

hinterfragt worden; dabei seien die Einzelbewertungen offengelegt und die 

erste Fassung der Diplomarbeit einbezogen worden (Vorakten 41 ff.). 

 

3.4. 

Die Beurteilung der Leistungen beruht auf den zu erreichenden beruflichen 

Kompetenzen gemäss Rahmenlehrplan und erfolgt in Noten von A-F; die 

Noten A-E werden für genügende Leistungen vergeben, die Note F für un-

genügende (§ 36 V BFGS und HFGS). Gemäss dem Rahmenlehrplan für 

Bildungsgänge der höheren Fachschulen "Pflege" mit dem geschützten Ti-

tel "dipl. Pflegefachfrau HF" bzw. "dipl. Pflegefachmann HF" der Nationalen 

Dach-Organisation der Arbeitswelt Gesundheit OdASanté und dem 

Schweizerischen Verband Bildungszentren Gesundheit und Soziales BGS 

 - 10 - 

 

 

 

verwendet der Bildungsanbieter für die Beurteilungen Instrumente, welche 

geeignet sind, die beruflichen Kompetenzen zu überprüfen. Nach dem Ras-

ter für die Beurteilung gilt A als hervorragend, B als sehr gut, C als gut, D 

als befriedigend, E als ausreichend und F als nicht bestanden (Beilage 1 

zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022, S. 17). Der Rahmenlehrplan wurde 

vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) geneh-

migt (Art. 8 Abs. 2 und 3 der Verordnung des WBF über Mindestvorschrif-

ten für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der 

höheren Fachschulen vom 11. September 2017 [MiVo-HF; SR 412.101.61] 

und Anhang 1, Ziffer 40). Seine diesbezüglichen Vorgaben gelangen auf-

grund von § 36 Abs. 1 V BFGS und HFGS auch auf die Beurteilung der 

Diplomarbeit zur Anwendung (vgl. Reglement Promotion und Abschlies-

sendes Qualifikationsverfahren, S. 3 [Beilage 3 zur Stellungnahme vom 

12. Mai 2022]). 

 

Eine ungenügende Diplomarbeit kann einmal verbessert werden. Eine 

zweite Verbesserung ist nicht gestattet (§ 41a V BFGS und HFGS). Es 

müssen alle drei Teile des abschliessenden Qualifikationsverfahrens be-

standen werden (§ 41 Abs. 2 Satz 2 V BFGS und HFGS). 

 

3.5. 

Die erstlesende und die zweitlesende Lehrperson bewerteten die überar-

beitete Diplomarbeit entsprechend dem gemeinsam unterzeichneten Be-

wertungsbogen mit der ungenügenden Note F (24.5 von 46 möglichen 

Punkten). Die betreffende Bewertung liegt bei den Akten (Verwaltungsbe-

schwerdebeilage 4). Folglich hatte der Beschwerdeführer Einsicht in dieses 

Dokument. Darin wurde zwar versehentlich das Datum der Bewertung der 

ursprünglichen Fassung beibehalten (Vorakten 40). Es ist aber nicht be-

streitbar, dass bei den Kriterien "Situationsbeschreibung", "Reflexion" und 

"Formale Kriterien zur Diplomarbeit" eine unterschiedliche Punktvergabe 

erfolgte und eine angepasste Begründung vorliegt. Aus der fehlerhaften 

Datumsangabe kann daher nicht auf eine unterbliebene Auseinanderset-

zung mit der überarbeiteten Diplomarbeit geschlossen werden. 

 

3.6. 

Das Akteneinsichtsrecht ist Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Ge-

hör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und bezieht sich auf sämtliche verfahrens-

bezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden 

(Urteile des Bundesgerichts 2D_13/2021 vom 11. März 2022, Erw. 3.1.1; 

2D_20/2021 vom 19. Oktober 2021, Erw. 3.3.2; 2C_505/2019 vom 

13. September 2019, Erw. 4.1.1; 2D_10/2019 vom 6. August 2019, 

Erw. 3.2). 

 

Keine Einsicht gewährt werden muss demnach in verwaltungsinterne Ak-

ten. Sie sind nicht Teil der beweiserheblichen Aktenstücke, weshalb für die 

Feststellung des massgebenden Sachverhalts auch nicht darauf abgestellt 

 - 11 - 

 

 

 

werden darf. Als verwaltungsintern gelten Unterlagen, die ausschliesslich 

der behördlichen Meinungsbildung dienen und denen für die Behandlung 

des Falles kein Beweischarakter zukommt (MICHEL DAUM, in: Kommentar 

zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Auflage, 

Bern 2020, Art. 23 N 2). 

 

Dass verwaltungsinterne Akten vom Einsichtsrecht ausgenommen sind, 

wird in der Literatur teilweise kritisiert (vgl. GEROLD STEINMANN/BENJAMIN 

SCHINDLER/DAMIAN WYSS, in: Die schweizerische Bundesverfassung, 

St. Galler Kommentar, 4. Auflage, Zürich/St. Gallen 2023, Art. 29 N 67; 

ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 

2013, N 495; JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der 

Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, S. 875 f.). Bemängelt wird zum einen, es 

fehle an klaren Zuordnungskriterien zur Abgrenzung von dem Einsichts-

recht unterliegenden Akten und behördeninternen Unterlagen; die Behör-

den könnten versucht sein, Aktenstücke im Zweifelsfall als intern zu quali-

fizieren. Zum andern bestehe Grund zur Annahme, dass sich die entschei-

dende Behörde auf Grundlagen abstütze, die den Verfahrensbeteiligten 

nicht bekannt seien (vgl. ALAIN GRIFFEL, in: Kommentar zum Verwaltungs-

rechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Auflage, 

Zürich/Basel/Genf 2014, § 8 N 14 f.). Schliesslich wird auf das Öffentlich-

keitsprinzip verwiesen und gefordert, dass auch die Meinungsbildung der 

Verwaltung zumindest im Nachhinein für jedermann nachvollziehbar sein 

sollte (vgl. STEPHAN C. BRUNNER, in: VwVG, Kommentar, 2. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2019, Art. 26 N 40). 

 

3.7. 

Die Rechte und Ansprüche der betroffenen Personen während hängigen 

Verfahren der Verwaltungsrechtspflege richten sich nach dem anwendba-

ren Verfahrensrecht (§ 2 Abs. 2bis des Gesetzes über die Information der 

Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen vom 24. Oktober 

2006 [IDAG; SAR 150.700]). Daher ist für das Akteneinsichtsrecht des Be-

schwerdeführers § 22 VRPG massgebend. Gemäss § 22 Abs. 1 Satz 2 

VRPG gehören Notizen, Entwürfe, Referate und dergleichen nicht zu den 

Verfahrensakten, wenn sie nur dem internen Gebrauch dienen. Damit ist 

gesetzlich verankert, dass bestimmte Dokumente von der Akteneinsicht 

ausgenommen sind. Im Rahmen der laufenden Revision des VRPG ist 

nicht vorgesehen, die betreffende Regelung zu ändern (vgl. Botschaft des 

Regierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen vom 26. April 2023, 

VRPG, Änderungen, Bericht und Entwurf zur 1. Beratung, 23.140). 

  

 - 12 - 

 

 

 

3.8. 

Für die Auslegung von § 22 Abs. 1 Satz 2 VRPG ist die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung heranzuziehen. Danach unterliegen persönliche Aufzeich-

nungen der Examinatoren im Hinblick auf die anschliessende Beratung als 

rein interne Notizen, die nicht zu den Verfahrensakten gehören, nicht der 

Akteneinsicht. Diesen Handnotizen kommt bloss die Bedeutung einer Ge-

dankenstütze zur Vorbereitung des Prüfungsentscheids zu, welcher der 

Beweischarakter abgeht (Urteile des Bundesgerichts 2D_13/2021 vom 

11. März 2022, Erw. 3.1.1; 2C_505/2019 vom 13. September 2019, 

Erw. 4.1.1). Gescheiterten Kandidatinnen und Kandidaten ist aber grund-

sätzlich in sämtliche Akten Einsicht zu gewähren, die für den negativen 

Prüfungsentscheid wesentlich sind (z.B. schriftliche Prüfungsaufgabe und 

-arbeit, Lösungsskizze, Punkte- bzw. Notenschema) (DAUM, a.a.O., Art. 23 

N 3). 

 

3.9. 

An der Bewertung der Diplomarbeit waren zwei Prüfungsexpertinnen bzw. 

Prüfungsexperten beteiligt. Wesentlich erscheint, dass dem Beschwerde-

führer die gemeinsame Bewertung der Prüfungsexpertinnen zur Kenntnis 

gebracht wurde. Jener lässt sich die jeweilige Punktvergabe gemäss dem 

Bewertungsraster sowie die Begründung dafür entnehmen (Verwaltungs-

beschwerdebeilage 4). Der gemeinsamen Bewertung vorangegangene 

Vorarbeiten der erst- und zweitlesenden Lehrperson sind grundsätzlich als 

interne Arbeitsgrundlagen zu betrachten. Entsprechende Notizen, Unterla-

gen und provisorische Bewertungen unterliegen nicht der Akteneinsicht. 

Ihnen kommt keine Verbindlichkeit zu und sie dienen einzig der finalen ge-

meinsamen Entscheidfindung. Für den Beschwerdeführer ist grundsätzlich 

nicht wesentlich, ob und bezüglich welcher Punktvergaben im Einzelnen 

eine interne Differenzbereinigung erfolgte. Es entspricht demgegenüber ei-

nem wesentlichen Interesse der HFGS, die getrennten Bewertungen aufei-

nander abstimmen, allfällige Differenzen ausräumen und "mit einer 

Stimme" gegen aussen auftreten zu können. 

 

Nicht relevant ist schliesslich, falls sich der Beschwerdeführer mit der be-

gleitenden Lehrperson "schlecht verstanden" haben sollte. Einen Aus-

standsgrund (§ 16 Abs. 1 VRPG) hat er nicht geltend gemacht und ein sol-

cher ist nicht ersichtlich. 

 

3.10. 

Somit liegt keine Verletzung von Verfahrensvorschriften (insbesondere des 

Rechts auf Akteneinsicht) vor. 

 

4. 

Die überarbeitete Diplomarbeit des Beschwerdeführers mit dem Titel "Kom-

munikation bei tracheostomierten fremdsprachigen Patient*innen" wurde 

wie folgt bewertet: 

 - 13 - 

 

 

 

Inhaltliche Kriterien zur Diplomarbeit  
I. Situationsbeschreibung  

1. Phänomen 0.5/2 Punkten 

2. Fallbeschreibung und Zusammenhang zum Phä-
nomen 

1/3 Punkten 

3. Problemstellung 1.5/2 Punkten 

II. Formulierung der Fragestellung und Zielset-
zungen 

 

4. Fragestellung 1.5/2 Punkten 

5. Zielsetzungen 1.5/2 Punkten 

III. Literaturrecherche  

6. Bezug zur Fragestellung und Begründung der 
Themenauswahl 

1/2 Punkten 

7. Vertiefte Auseinandersetzung mit relevanten The-
men in Bezug zur Fragestellung 

1/4 Punkten 

8. Bearbeitung von Fachliteratur 1/4 Punkten 

9. Evidenz 2.5/4 Punkten 

IV. Lösungsansätze  

10. Fachlichkeit 2/4 Punkten 

11. Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit 2/4 Punkten 

12. Begründung der ausgewählten Lösungsansätze 1/2 Punkten 

V. Reflexion  

13. Prozess der Bearbeitung der Diplomarbeit 1.5/2 Punkten 

14. Schlussfolgerungen für den zukünftigen Pflege-
alltag 

1.5/2 Punkten 

Formale Kriterien zur Diplomarbeit  
15. Rahmenbedingungen 2/3 Punkten 

16. Quellenangaben nach Wegleitung 3/4 Punkten 

Ergebnis 24.5/46 Punkten 

 

Nach Ansicht der Vorinstanz waren beim Kriterium "4. Fragestellung" zu-

sätzliche 0.5 Punkte zu vergeben. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer beansprucht beim Bewertungskriterium "1. Phäno-

men" die volle Punktzahl, d.h. 2 anstatt 0.5 Punkte (Verwaltungsgerichts-

beschwerde, Rz. 24 ff.). 

 

Die HFGS rechtfertigt die Punktvergabe damit, dass der Beschwerdeführer 

unter dem Titel "Phänomen" den Begriff der Kommunikation sowie die He-

rausforderungen an die Pflege erklärt habe. Beides gehöre nicht zum "Phä-

nomen". Effektiv werde dieses in der Diplomarbeit nur unvollständig be-

schrieben. Es komme zwar im Ansatz zum Ausdruck, wovon die Patientin 

betroffen sei, jedoch kaum, wie sich das Phänomen auf die Patientin aus-

wirke und wie es sich subjektiv und objektiv zeige. Die Vorgabe von drei 

bis vier Sätzen sei überschritten (Vorakten 39; Stellungnahme der HFGS 

vom 20. März 2023, S. 2). 

 

Entsprechend dem Arbeitspapier "Beschreibung Phänomen" der HFGS 

(Beilage 6 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022) setzt sich das Phänomen 

 - 14 - 

 

 

 

aus drei Aspekten zusammen (Wer ist betroffen? Wovon und wie zeigt es 

sich? Wie wirkt es sich aus?) (vgl. auch Einführung und Begleitung Schrift-

liche Arbeit, S. 4 [Beilage 4 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022]). Nach 

dem Kriterienraster des Dokuments "Bildungsgang Pflege HF, Qualifika-

tionsverfahren" (Beilage 2 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022) richtet 

sich die Punktvergabe danach, ob und gegebenenfalls wie (ansatzweise 

oder vollständig?) komplexe Zusammenhänge aus dem aktuellen Arbeits-

umfeld umschrieben werden (S. 7). Für die Ausführungen des Beschwer-

deführers wurden 0.5 Punkte vergeben. Wie die Vorinstanz grundsätzlich 

nachvollziehbar erwog, gelangen die drei Aspekte des "Phänomens" nur 

ungenügend zum Ausdruck (angefochtener Entscheid, Erw. 6.2.2). Zudem 

enthält die Umschreibung Aspekte, die nicht unter das "Phänomen" gehö-

ren. Nachvollziehbar ist auch die Beanstandung, dass dem Abschnitt jegli-

che Prägnanz fehlt. Bezeichnenderweise wurde das Phänomen nicht in 

drei bis vier Sätzen umschrieben, wie dies idealtypisch wäre (Vorakten 39). 

Insgesamt lässt sich der Abzug von 1.5 Punkten im Rahmen der vorliegen-

den Überprüfung (vgl. vorne Erw. 2.2) nicht beanstanden. 

 

Die Examinatorinnen kritisierten im Weiteren, dass bereits das Phänomen 

mit einer Theorie der Kommunikation untermauert werde. Demgegenüber 

erkennt die vom Beschwerdeführer beigezogenen Fachperson darin ein 

rhetorisches Stilmittel (Beilage 10 zur Verwaltungsbeschwerde). Diese Auf-

fassung zielt an der Sache vorbei; eine möglicherweise spannende Einfüh-

rung ersetzt wissenschaftlich korrektes Arbeiten nicht. Soweit der Be-

schwerdeführer im Vergleich zur Kommilitonin C. eine Ungleichbehandlung 

geltend macht, kann ihm nicht gefolgt werden. Jene orientierte sich bei 

Auswahl und Beschrieb des Phänomens enger an den Vorgaben zur Di-

plomarbeit und lieferte prägnantere Formulierungen (Verwaltungsbe-

schwerdebeilage 8, S. 2). 

 

5.2. 

Bei der Bewertung von "2. Fallbeschreibung und Zusammenhang zum 

Phänomen" beanstandet der Beschwerdeführer, er habe sämtliche ur-

sprünglichen Kritikpunkte der Prüfungsexpertinnen in der überarbeiteten 

Fassung der Diplomarbeit aufgenommen. Da ihm (zu Unrecht) vorgewor-

fen worden sei, "zu wichtigen Themen zu wenig" zu schreiben, habe er das 

Kapitel ausgebaut. Trotzdem halte ihm nun auch die Vorinstanz vor, er 

hätte weitere und genauere Ausführungen machen müssen. Entsprechend 

dem Leitfaden genügten für das Kapitel drei bis vier Sätze. Dass Bluthoch-

druck und Diabetes zu engmaschigen und regelmässigen Blutdruck- und 

Blutzuckerkontrollen sowie gegebenenfalls zu entsprechender Medikation 

führten, sei ohne weitere Ausführungen klar. An ihn gestellte Anforderun-

gen stünden im Widerspruch zum Leitfaden; damit würden unerreichbare 

Hürden für die Maximalpunktzahl aufgestellt. Der Beschwerdeführer hätte 

3 Punkte anstatt 1 Punkt erhalten müssen (Verwaltungsgerichtsbeschwer-

de, Rz. 27 ff.). 

 - 15 - 

 

 

 

 

Die Examinatorinnen kritisierten, in der Überarbeitung des paradigmati-

schen Falls würden zum Teil Elemente des Phänomens und der Situation 

der Patientin genannt. Diese seien aber weniger fokussiert und klar als in 

der ersten Fassung, insbesondere was die Umschreibung von kulturellen 

und kommunikativen "Barrieren" betreffe. Es komme zu wenig zum Aus-

druck, wo genau Probleme und Missverständnisse lägen. Mögliche Hinter-

gründe oder getroffene Massnahmen zur Verbesserung der Kommunika-

tion würden kaum beschrieben. Eigene Anteile seien ansatzweise vorhan-

den und transparent (Verwaltungsbeschwerdebeilage 4). 

 

Erwartet werden in der Fallbeschreibung Hinweise auf das Phänomen in 

Form von Merkmalen (objektiv und subjektiv); die eigenen Anteile des Ver-

fassers sollen transparent werden (Kontakt, Erleben, Erfahrungen, Gefühle 

etc.). Bezüglich des Phänomens erfolgte Interventionen und die Reaktion 

der Patientin darauf sind zu beschreiben. Die Punktvergabe richtet sich da-

nach, wie nachvollziehbar die Situation beschrieben wird, wie viele Infor-

mationen vorhanden sind und wie sich das Phänomen in der Fallbeschrei-

bung zeigt (Beilage 2 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022, S. 7; Vorak-

ten 39; Stellungnahme der HFGS vom 20. März 2023, S. 2 f.). 

 

Die Bewertung durch die Prüfungsexpertinnen erscheint (jedenfalls soweit 

vorliegend zu beurteilen ist; vgl. vorne Erw. 2.2) schlüssig. Der Beschwer-

deführer blieb bei der Beschreibung der Kommunikationsbarrieren und -

störungen wie auch bezüglich möglicher Interventionen äusserst oberfläch-

lich. Den betreffenden Ausführungen mangelt es offensichtlich an der fach-

lichen Tiefe. Bezüge zu weiteren, die Situation der Patientin erschweren-

den Umständen wurden kaum hergestellt. Insgesamt fehlt es den Ausfüh-

rungen des Beschwerdeführers an einer stringenten Aussage. Offenbar 

konnte der Beschwerdeführer die Kritikpunkte der Expertinnen zur ersten 

Fassung der Diplomarbeit nicht aufnehmen und umsetzen. Damit war er 

angehalten worden, relevante Fakten zu nennen, Massnahmen zur Ver-

besserung der Kommunikation zu beschreiben und mögliche Ursachen des 

Verhaltens der Patientin zu hinterfragen (Verwaltungsbeschwerdebei-

lage 3). Im Rahmen der verwaltungsgerichtlichen Überprüfung (vgl. vorne 

Erw. 2.2) lässt es sich nicht beanstanden, dass 1 von 3 möglichen Punkten 

vergeben wurde. 

 

Im Vergleich zur Kommilitonin C. kann keine Ungleichbehandlung erkannt 

werden. Ihr gelang es offensichtlich besser, Bezüge zwischen Phänomen 

und Fallbeispiel auf fachlichem Niveau herzustellen (Verwaltungs-

beschwerdebeilage 8). Zu keiner anderen Beurteilung kann auch die Ein-

schätzung der vom Beschwerdeführer beigezogenen Fachperson führen 

(Verwaltungsbeschwerdebeilage 10). Dass danach auf "alle relevanten 

Pflegeproblematiken" Bezug genommen wurde, steht einerseits im Wider-

 - 16 - 

 

 

 

spruch zu den schlüssigen Ausführungen der Examinatorinnen und ande-

rerseits wird damit nicht auf die Bewertungskriterien der HFGS eingegan-

gen. 

 

5.3. 

Beim Kriterium "3. Problemstellung" verlangt der Beschwerdeführer 2 an-

statt 1.5 Punkte, da diese entsprechend dem PES-Schema vollständig be-

handelt sei (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, Rz. 30). 

 

Gemäss der Beurteilung der Examinatorinnen ist die Problemstellung in der 

Präzisierung und Klarheit ausbaubar (Verwaltungsbeschwerdebeilage 4); 

entsprechend der Stellungnahme der HFGS vom 20. März 2023 ist das 

PES-Format nur ansatzweise erkennbar (S. 3). 

 

Nach den Vorgaben der HFGS ist die Problematik aus Sicht der Patientin 

anhand des PES-Schemas (Problem, Einflussfaktoren/Ursache [Ätiologie], 

Symptome/Merkmale) darzustellen (Vorakten 38; Bildungsgang Pflege HF, 

Qualifikationsverfahren [Verwaltungsbeschwerdebeilage 7], S. 5). 

 

Im Rahmen der zurückhaltenden Überprüfung der Bewertung (vgl. vorne 

Erw. 2.2) ist nicht zu beanstanden, dass ein Abzug von 0.5 Punkten er-

folgte. Zum einen erscheint eine präzisere Ausrichtung am PES-Schema 

möglich, zum andern erfolgte die Beschreibung der Problemstellung nicht 

– den Vorgaben entsprechend – aus Sicht der Patientin. Die Einschätzung 

der vom Beschwerdeführer beigezogenen Fachperson, wonach die "pra-

xisbezogene Problemstellung" aufgezeigt wurde, steht nicht im Wider-

spruch dazu (Beilage 10 zur Verwaltungsbeschwerde). 

 

5.4. 

Der Beschwerdeführer besteht darauf, unter "5. Zielsetzungen" die volle 

Punktzahl von 2 Punkten anstatt nur 1.5 Punkte zu erhalten (Verwaltungs-

gerichtsbeschwerde, Rz. 32). In seiner Diplomarbeit formulierte er folgende 

zwei Zielsetzungen (Verwaltungsbeschwerdebeilage 6): 

 

 "Ich bestimme 3 Interventionen, die es der Pflege ermöglicht opti-
mal mit Frau A. zu kommunizieren, um der Sprachbarriere best-
möglichst entgegenzutreten." 
 

 "Ich lege 2 passende Modelle fest, um einen Beziehungsaufbau 
mit Frau A. zu erreichen, mit den wichtigsten Grundlagen des Is-
lams zu kennen, die für die Pflege relevant sind." 

 

Die Prüfungsexpertinnen beanstandeten, bei der zweiten Zielsetzung 

handle es sich um eine "Mischform zwischen persönlicher Aufarbeitung des 

Fachwissens der Pflege und der Zielsetzung von Frau A." (Verwaltungsbe-

schwerdebeilage 4). 

 

 - 17 - 

 

 

 

Die Festlegung von Zielsetzungen erfolgt auf Grundlage der SMART-Regel 

(danach muss ein Pflegeziel spezifisch/präzise, messbar, akzeptierbar, re-

alistisch und terminiert sein) bzw. der RUMBA-Regel (ein Pflegeziel erfüllt 

die Anforderungen, wenn es für das Problem der Patientin relevant, un-

missverständlich, messbar, beobachtbar [Verhalten] und angemessen [er-

reichbar] ist) (Vorakten 37; Bildungsgang Pflege HF, Qualifikationsverfah-

ren [Verwaltungsbeschwerdebeilage 7], S. 5; Stellungnahme der HFGS 

vom 20. März 2023, S. 4). Entsprechend dem Kriterienraster richtet sich die 

Bewertung danach, wie realistisch und überprüfbar die Zielsetzungen in 

Bezug zum Fall sind (Beilage 2 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022, 

S. 8). 

 

Die zweite Zielsetzung erscheint unverständlich. Die Kritik der Examinato-

rinnen, wonach damit kein eigentliches Pflegeziel festgelegt wird, ist daher 

gerechtfertigt; die eingeschränkte Überprüfbarkeit liegt auf der Hand. Die 

vom Beschwerdeführer beigezogene Fachperson verkennt den Stellenwert 

der Überprüfbarkeit, wenn sie vom "Einbezug der religiösen Begebenhei-

ten" spricht (Verwaltungsbeschwerdebeilage 10). Der Abzug von 0.5 Punk-

ten lässt sich im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung (vgl. vorne 

Erw. 2.2) nicht beanstanden. 

 

5.5. 

Der Beschwerdeführer moniert, trotz Verbesserungen in der zweiten Fas-

sung der Diplomarbeit habe er für "6. Bezug zur Fragestellung und Begrün-

dung der Themenauswahl" wiederum nur 1 von 2 möglichen Punkten er-

halten. Die Vorinstanz habe eine mögliche Verbesserung der Arbeit unter 

Verweis auf den Ermessenspielraum der HFGS als nicht massgeblich er-

achtet. Die Tracheostomie werde detailliert beschrieben und die Kommuni-

kation mit der Patientin habe sich angesichts ihrer fehlenden Deutschkennt-

nisse und vor dem transkulturellen Hintergrund schwierig gestaltet (Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde, Rz. 34). 

 

Nach der Einschätzung der Prüfungsexpertinnen ist die themenmässige 

Zusammenfassung der bisherigen Kapitel "Krankenpflege" und "Islam" 

nicht gelungen. Beim Thema Kommunikationssysteme sei die Begründung 

nicht kongruent mit dem Text; Zeichensysteme fehlten in der Literatur-

recherche. Kommunikationsbarrieren und mögliche Interventionen würden 

in den einzelnen Kapiteln (etwa im Zusammenhang mit der transkulturellen 

Pflege) allgemein oder nur am Rand aufgezeigt; Aussagen zum Bezie-

hungsaufbau fehlten (Verwaltungsbeschwerdebeilage 4). 

 

Entsprechend dem Kriterienraster richtet sich die Punktvergabe danach, 

inwieweit ein Zusammenhang zur Fragestellung vorhanden ist und die The-

menwahl begründet wird (Beilage 2 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022, 

S. 8). Die Ausführungen des Beschwerdeführers in den Kapiteln "Kranken-

pflege" und "Islam" erscheinen im Kontext der Arbeit isoliert. Nicht anders 

 - 18 - 

 

 

 

verhält es sich mit den aufgelisteten Zielsetzungen der transkulturellen 

Pflege und den Grundlagen der Kommunikationstheorie. Ein Zusammen-

hang zum Thema der Arbeit wird jeweils nicht oder zumindest nicht ausrei-

chend hergestellt. Schliesslich werden Tracheostoma und Trachealkanülen 

entgegen dem Vorgebrachten nur kurz beschrieben. Insgesamt lässt sich 

der Abzug von 1 Punkt im vorliegenden Verfahren (vgl. vorne Erw. 2.2) 

nicht beanstanden. 

 

Mangels Rechtserheblichkeit brauchte sich die Vorinstanz nicht zwingend 

mit der ersten Fassung der Diplomarbeit auseinanderzusetzen (Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde, Rz. 34). Es ist aber offensichtlich, dass der Be-

schwerdeführer die Vorgaben in den Korrekturhinweisen zu Bedeu-

tung/Auswirkungen der Tracheostomie, möglichen pflegerischen Interven-

tionen und Kommunikation nur unzureichend umsetzen konnte (Verwal-

tungsbeschwerdebeilage 3). 

 

5.6. 

Im Zusammenhang mit der Bewertung "7. Vertiefte Auseinandersetzung 

mit relevanten Themen in Bezug zur Fragestellung" verwehrt sich der Be-

schwerdeführer gegen den Vorhalt der Vorinstanz, Themen hätten weiter 

vertieft werden müssen (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, Rz. 35). Der Re-

gierungsrat erwog, der Vertiefungsgrad der Diplomarbeit liege unter dem 

Niveau einer Höheren Fachschule; ein Hauptziel, neue Erkenntnisse für die 

pflegerische Fragestellung zu erlangen, werde damit nicht erreicht (ange-

fochtener Entscheid, Erw. 6.8.2). 

 

Die Prüfungsexpertinnen vergaben 1 von 4 möglichen Punkten. Die HFGS 

verweist auf eine ungenügende Literaturrecherche im Zusammenhang mit 

Tracheostoma und Kommunikationsbarriere. Die transkulturelle Pflege 

werde sehr allgemein beschrieben; nicht ausgeführt werde, was diese in 

Bezug auf Kommunikation und Kommunikationsbarrieren bedeute. Im Ka-

pitel "Krankenpflege" seien "Tabus" und "Geschlechterbeziehung" zu we-

nig fundiert bearbeitet. Die beschriebenen Modelle der Kommunikation und 

Beziehungsgestaltung gingen nicht über den Unterricht hinaus (Vorak-

ten 36). 

 

Die Kritik der Examinatorinnen erscheint nachvollziehbar, zumal der Be-

schwerdeführer Ziele der transkulturellen Pflege auflistete, ohne diese mit 

der für die Arbeit relevanten Themen zu vernetzen. Es ist auch sachlich 

begründet, dass bei für die Patientin zentralen Aspekten der Krankenpflege 

vertieftere und mit Recherchen in der Literatur unterlegte Ausführungen er-

wartet wurden. Keineswegs unhaltbar ist schliesslich, dass die allgemein 

und isoliert dargestellten Grundlagen der Kommunikationstheorie als unzu-

reichend erachtet wurden (Verwaltungsbeschwerdebeilage 6). Im Rahmen 

der zurückhaltenden Prüfung durch das Verwaltungsgericht (vgl. vorne 

Erw. 2.2) lässt sich die Bewertung nicht beanstanden. 

 - 19 - 

 

 

 

5.7. 

Der Beschwerdeführer kritisiert, beim Bewertungskriterium "8. Bearbeitung 

von Fachliteratur" sei der Kritikpunkt an der ersten Arbeit, wonach Aufzäh-

lungen "1:1 übernommen" und "nicht als solches gekennzeichnet" seien, 

weggefallen. Ungeachtet dessen habe er wiederum bloss 1 von 4 mögli-

chen Punkten erhalten. Offensichtliche Verbesserungen hätten nicht zu ei-

ner besseren Bewertung geführt. Die transkulturelle Pflege sei sehr indivi-

duell und die Situation vom Beschwerdeführer so zu beschreiben, wie er 

sie erlebt habe. Unhaltbar sei der Vorwurf, dass er die Fachliteratur unsorg-

fältig bearbeitet habe. Die verwendete Literatur werde vollständig aufgelis-

tet (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, Rz. 35). 

 

Nach der Einschätzung der HFGS besteht auch in der überarbeiteten Di-

plomarbeit eine sehr grosse Ähnlichkeit zwischen dem Text der Diplomar-

beit und dem Quellentext. Die Bearbeitung der Fachliteratur wird als un-

sorgfältig erachtet (Vorakten 35 f.). Die Examinatorinnen hielten fest, die 

Literaturrecherche und somit die Bearbeitung der Fragestellung seien in 

der Überarbeitung inhaltlich und in der Fundierung nicht verbessert (Ver-

waltungsbeschwerdebeilage 4). 

 

Erwartet wird einerseits eine über den Unterricht und die Pflichtlektüre hi-

nausgehende Bearbeitung der Fachliteratur und andererseits die korrekte 

Wiedergabe von Quellen mit eigenen Worten und in zusammenfassender 

Form. Nach dem Kriterienraster wird 1 Punkt vergeben, wenn die Fachlite-

ratur "wenig sorgfältig" bearbeitet wird; 2 Punkte erfordern eine "teilweise 

sorgfältige Bearbeitung" (Beilage 2 zur Stellungnahme vom 12. Mai 2022, 

S. 9; Vorakten 36, 49). 

 

Die Kritik der Prüfungsexpertinnen erscheint angesichts der verbreitet un-

reflektiert übernommenen Literatur (vgl. etwa Lenthe im Bereich der trans-

kulturellen Pflege und Baumann in den Bereichen "Krankenpflege" und "Is-

lam") nachvollziehbar (Verwaltungsbeschwerdebeilage 6). Die betreffen-

den Zitate und Auflistungen lassen eine eigentliche Auseinandersetzung 

mit der Fachliteratur (d.h. Erarbeitung, Zusammenfassung und Wieder-

gabe) vermissen. Es lässt sich im vorliegenden Verfahren (vgl. vorne 

Erw. 2.2) nicht beanstanden, dass die Prüfungsexpertinnen von einer we-

nig sorgfältigen Literaturbearbeitung ausgingen und 1 Punkt vergaben. 

 

Die Vorinstanz hat sich mit den gestellten Anforderungen, der Umsetzung 

durch den Beschwerdeführer, den Bewertungskriterien und der Beurteilung 

auseinandergesetzt (angefochtener Entscheid, Erw. 6.9). Eine unzu-

reichende Würdigung liegt daher nicht vor (Verwaltungsgerichtsbeschwer-

de, Rz. 35). 

 

 - 20 - 

 

 

 

5.8. 

Die Lösungsansätze in der Diplomarbeit (bestehend aus den Unterkriterien 

"10. Fachlichkeit", "11. Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit" und "12. Begrün-

dung der ausgewählten Lösungsansätze") wurden mit insgesamt 5 von 10 

möglichen Punkten bewertet. Der Beschwerdeführer wehrt sich dagegen, 

dass ein Punkteabzug erfolgte. Die Patientin habe über keine Deutsch-

Kenntnisse verfügt und sich aufgrund ihres muslimischen Glaubens nicht 

von einem männlichen Pflegenden behandeln lassen wollen; für die Pflege 

sei daher nur eine weibliche Fachperson in Frage gekommen (Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde, Rz. 39, 43). 

 

Die Prüfungsexpertinnen bemängelten, dass der Beschwerdeführer für 

sich als männliche Pflegefachperson ohne Albanisch-Kenntnisse keine Lö-

sung sehe (Verwaltungsbeschwerdebeilage 4). Die HFGS wies in diesem 

Zusammenhang darauf hin, es sei nicht immer möglich, dass Handlungen 

nur von weiblichen Pflegenden übernommen würden. Etwa für Notfallsitua-

tionen und nachts wären Lösungsansätze für einen männlichen Pflegenden 

berechtigt und sinnvoll gewesen (Vorakten 34). 

 

Hinsichtlich der "Fachlichkeit" der Arbeit ist ein Theorie-Praxistransfer in 

Bezug zum Fall gefragt; Lösungen und Interventionen werden anhand des 

Kriteriums "Umsetzbarkeit" bzw. "Nachhaltigkeit" bewertet; die für die be-

schriebene Fallsituation getroffenen Massnahmen und gewählten Vorge-

hensweisen sind zu begründen (Vorakten 35). 

 

Der Beschwerdeführer konnte den geforderten Theorie-Praxistransfer nicht 

genügend umsetzen; in Bezug auf die konkrete Fallsituation vermochte er 

nicht in ausreichendem Umfang wirksame und umsetzbare Massnahmen 

zu implementieren und diese zu begründen. Die Kommunikation mit der 

tracheostomierten Patientin erfolgt entsprechend der Diplomarbeit anhand 

von "vorgedruckten Sätzen" der albanischen Alltagssprache und unter Ver-

wendung von Piktogrammen bzw. Symbolen (Verwaltungsbeschwerdebei-

lage 6). Für die eigentliche Pflege der muslimischen Patientin empfiehlt der 

Beschwerdeführer den Beizug einer albanisch sprechenden weiblichen 

Pflegefachperson (von ihm als "die ultimative Lösung" bezeichnet). Zu wei-

teren möglichen Vorgehensweisen der (nicht albanisch sprechenden und 

insbesondere männlichen) Pflegefachpersonen äussert sich der Beschwer-

deführer in der Arbeit überhaupt nicht. Insofern fehlt es der Diplomarbeit in 

einem zentralen Punkt an einer fachlichen Auseinandersetzung. Das ge-

wählte Phänomen mag die Erarbeitung von Lösungsansätzen erschwert 

haben. Es ist aber mit der HFGS (Vorakten 34; Stellungnahme vom 

20. März 2023, S. 6) davon auszugehen, dass die betreffende Auswahl 

grundsätzlich im Verantwortungsbereich des Beschwerdeführers lag. Ein 

anspruchsvoller paradigmatischer Fall kann nicht als Rechtfertigung für 

eine unterbliebene oder mangelhafte Lösungsentwicklung dienen. Diesbe-

züglich überzeugt es auch nicht, wenn der Beschwerdeführer vorbringt, er 

 - 21 - 

 

 

 

habe keine Lösungsansätze präsentieren müssen, die den Erwartungen 

der Patientin widersprochen hätten (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, 

Rz. 39). 

 

Daran ändert nichts, dass die vom Beschwerdeführer angefragte Fachper-

son den Beizug einer Pflegefachfrau als empathischen Lösungsansatz be-

zeichnet (Verwaltungsbeschwerdebeilage 10). Dass bei Verfügbarkeit 

weibliche Pflegende beigezogen werden können, ist selbsterklärend. Quel-

lenangaben und Zitate in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind für die 

Bewertung nicht massgebend und können nicht zur nachträglichen Fundie-

rung der Diplomarbeit dienen (Rz. 46-52). 

 

Entsprechend den Prüfungsexpertinnen wären die beiden Interventionen 

"vorgedruckte Sätze" und "Piktogramme" im Theorieteil aufzuzeigen gewe-

sen (und nicht bei den Lösungsansätzen) (Verwaltungsbeschwerdebei-

lage 4). Der Beschwerdeführer verkennt, dass an deren Stelle andere bzw. 

zusätzliche Lösungsansätze gefragt waren (Verwaltungsgerichtsbeschwer-

de, Rz. 38). 

 

Insgesamt kann die Punktvergabe im Rahmen der zurückhaltenden ge-

richtlichen Überprüfung (vgl. vorne Erw. 2.2) nicht beanstandet werden. 

 

5.9. 

Bezüglich des Kriteriums "Reflexion" macht der Beschwerdeführer geltend, 

die Bewertung der Examinatorinnen stehe im Widerspruch zur Einschät-

zung der von ihm beigezogenen Fachperson (Verwaltungsgerichtsbe-

schwerde, Rz. 53). 

 

Die Prüfungsexpertinnen vergaben für die Ausführungen zur Reflexion des 

Lernprozesses und zu den Schlussfolgerungen für den Pflegealltag als 

Pflegefachperson jeweils 1.5 von 2 möglichen Punkten. Die Abzüge wur-

den mit einer bloss teilweisen Vertiefung bzw. ausbaubaren Differenzierun-

gen begründet (Verwaltungsbeschwerdebeilage 4). 

 

Entsprechend dem Kriterienraster richtet sich die Bewertung danach, wie 

aussagekräftig der persönliche Prozess der Bearbeitung der Diplomarbeit 

reflektiert wurde und wie differenziert die Schlussfolgerungen für den zu-

künftigen Pflegealltag beschrieben werden (Beilage 2 zur Stellungnahme 

vom 12. Mai 2022, S. 11). 

 

Die Kritik der Prüfungsexpertinnen erscheint nachvollziehbar. Die Reflexion 

des Lernprozesses ist – den präsentierten Lösungen entsprechend – zu 

allgemein gehalten, als dass die volle Punktzahl erreicht werden könnte. 

Dementsprechend sind auch die Schlussfolgerungen für den künftigen 

Pflegealltag in der Differenzierung ausbaubar. Eine unhaltbare Bewertung 

wird mit der Stellungnahme der vom Beschwerdeführer beigezogenen 

 - 22 - 

 

 

 

Fachperson nicht aufgezeigt. Diese betont zwar die erfolgte Reflexion in 

Bezug auf die Behandlung der Patientin und sieht darin einen "guten Pra-

xisbezug" (Verwaltungsbeschwerdebeilage 10). Dies ändert jedoch nichts 

daran, dass durch ein fundierteres Fazit ein zusätzlicher fachlicher Erkennt-

nisgewinn möglich gewesen wäre. Die Bewertung mit jeweils 1.5 Punkten 

lässt sich im Rechtsmittelverfahren (vgl. vorne Erw. 2.2) nicht beanstanden. 

 

6. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

abzuweisen. 

 

III. 

1. 

Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die ver-

waltungsgerichtlichen Kosten zu tragen (§ 31 Abs. 2 VRPG). 

 

Die Staatsgebühr wird unter Berücksichtigung des Zeitaufwands und der 

Bedeutung der Sache auf Fr. 2'500.00 festgelegt (vgl. § 3 Abs. 1 i.V.m. § 22 

Abs. 1 lit. c des Dekrets über die Verfahrenskosten vom 24. November 

1987 [Verfahrenskostendekret, VKD; SAR 221.150]). Für die Kanzleige-

bühr und die Auslagen wird auf §§ 25 ff. VKD verwiesen. 

 

2. 

Parteikosten sind nicht zu ersetzen (vgl. § 29 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 2'500.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 338.00, gesamthaft Fr. '2'838.00, sind vom Beschwerdeführer zu 

bezahlen. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreterin) 

die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales 

den Regierungsrat 

 - 23 - 

 

 

 

 

Mitteilung an: 

das BKS, Generalsekretariat 

 

 
   

Subsidiäre Verfassungsbeschwerde 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von verfassungsmässigen Rech-

ten innert 30 Tagen seit Zustellung mit der subsidiären Verfassungsbe-

schwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag 

nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember 

bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, 

wie der Entscheid zu ändern ist, sowie in gedrängter Form die Begründung, 

inwiefern der angefochtene Akt Verfassungsrecht verletzt, mit Angabe der 

Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel 

angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 113 ff. des Bundesgesetzes 

über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 16. August 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Michel Meier