# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cd72722-5e6b-5545-8cc2-23abdc9f1112
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.11.2023 UV 2023/27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2023-27_2023-11-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/27

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.01.2024

Entscheiddatum: 02.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 02.11.2023
Art. 10 Abs. 1 und Art. 11 Abs. 1 UVG; Art. 67 Abs. 1 und 2 sowie Art. 71 Abs. 
3 UVV: Definition des Anfechtungs- und Streitgegenstandes in diesem 
Beschwerdeverfahren. Prüfung der Leistungspflicht für die Kosten des bei 
der Beschwerdeführerin erfolgten Einsatzes des Mietgeräts Compex 
Chattanooga THETA. Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 
wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. 
November 2023, UV 2023/27).

Entscheid vom 2. November 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2023/27

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion Bern, 

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war in einem Pensum von (…) % als (…) bei der 

B.___ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) unfallversichert, als sie am 28. 

März 2022 einen Skiunfall erlitt (UV-act. 1). Eine Erstbehandlung erfolgte gleichentags 

auf der Notfallstation des C.___, wo als Diagnose der Verdacht auf eine Ruptur des 

vorderen Kreuzbandes (VKB) beim Knie rechts gestellt wurde (UV-act. 7 f.). Mit 

Schadenmeldung UVG vom 29. März 2022 informierte die Arbeitgeberin die Mobiliar 

über das Schadensereignis (UV-act. 1). Eine MRT-Untersuchung des rechten 

Kniegelenks vom 1. April 2022 brachte eine vollständige Ruptur des VKB, 

entsprechende Bone Bruise-Zonen sowie eine schräg verlaufende Rissbildung des 

medialen Meniskushinterhorns zur Darstellung (UV-act. 14).

A.a. 

In einer E-Mail vom 7. April 2022 erklärte die Versicherte gegenüber der Mobiliar, 

dass sie aufgrund des Unfalls keine Hausarbeiten erledigen könne und Unterstützung 

brauche (UV-act. 10). Sie reichte ein entsprechendes Arztzeugnis (UV-act. 11) ein und 

erkundigte sich, wie die Verrechnung der dafür anfallenden Kosten ablaufe. Zudem 

wollte sie von der Mobiliar wissen, ob sie mit der ärztlichen Haushaltshilfeverordnung 

auch eine Kinderbetreuung für die Zeit nach der geplanten Operation engagieren könne 

oder ob es dazu eine spezielle Verordnung brauche (UV-act. 10). Am 13. April 2022 

antwortete die Mobiliar, dass sie nun im Besitz der notwendigen Unterlagen sei, um 

bestätigen zu können, dass sie die Kosten für den Unfall vom 28. März 2022 

übernehme. An der Haushaltshilfe könne sich die Mobiliar über die 

Unfallzusatzversicherung gemäss der medizinischen Verordnung bis zur geplanten 

Operation beteiligen (gemäss den Allgemeinen Versicherungsbedingungen [AVB] 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

maximal Fr. 100.-- pro Tag und maximal Fr. 5'000.-- im Total). Die Versicherte werde 

gebeten, die Rechnungen sowie ihre Kontoangaben zuzustellen. An die 

Betreuungskosten für Kinder (bis zum vollendeten 16. Altersjahr) der verunfallten 

Person könnten bei Einreichung der Originalbelege gemäss AVB höchstens Fr. 150.-- 

pro Tag und maximal Fr. 5'000.-- pro Unfallereignis vergütet werden. Hierfür werde um 

eine Verordnung mit Angabe der vorgesehenen Dauer und des Umfangs der Betreuung 

gebeten (UV-act. 15).

Anlässlich einer Sprechstunde vom 2. Mai 2022 kam Dr. med. D.___, Orthopädie 

E.___, zum Schluss, dass aufgrund des Alters der Versicherten und des 

Anforderungsprofils, welches an das Knie gestellt werde, eine operative Stabilisierung 

des VKB erfolgen sollte (UV-act. 21). Am 3. Mai 2022 wurde die Mobiliar darüber 

informiert, dass der auf den 17. Mai 2022 geplante Spitaleintritt in die Klinik F.___ 

abgesagt worden sei (UV-act. 20). Am 6. Mai 2022 ging bei der Mobiliar ein 

Kostengutsprachegesuch der Klinik G.___ für einen stationären Aufenthalt der 

Versicherten mit Eintritt am 16. Mai 2022 ein (UV-act. 22), welches von der Mobiliar 

noch gleichentags bewilligt wurde (UV-act. 24; vgl. ferner die Zusicherung gegenüber 

der Versicherten; UV-act. 25).

A.c. 

Am 16. Mai 2022 wurde die Versicherte von Prof. Dr. med. H.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik I.___, 

operiert (UV-act. 145 f.).

A.d. 

In einer E-Mail vom 20. Mai 2022 informierte die Versicherte die Mobiliar darüber, 

dass die Operation erfolgreich verlaufen sei und sie das Spital noch an diesem Tag 

verlassen dürfe. Ihr Arzt meine, dass sie eine Kinetec-Schiene nach Hause mitnehmen 

solle, welche ihr Knie passiv bewege. Sie erkundigte sich danach, ob die Kosten für 

diese Schiene gedeckt seien (UV-act. 30). Mit einer weiteren E-Mail vom 23. Mai 2022 

(UV-act. 31) liess die Versicherte der Mobiliar neben Arbeitsunfähigkeitszeugnissen 

(UV-act. 32, 35 und 37) ärztlichen Verordnungen von Prof. H.___ für die Miete der 

passiven Kniebewegungsschiene (UV-act. 34) und die Miete eines Compex 

Elektromyostimulationsgeräts (UV-act. 33), einen ärztlichen Auftrag zur Abklärung und 

Durchführung von hauswirtschaftlichen Spitex-Leistungen für die Dauer von einem 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Monat (UV-act. 36) und ein ärztliches Zeugnis für Kinderbetreuung (UV-act. 35) 

zukommen.

Mit E-Mail vom 7. Juni 2022 bat die Versicherte die Mobiliar um Vergütung der ihr 

für die Kinderbetreuung entstandenen Kosten für den Monat Mai 2022 (UV-act. 40). Am 

9. Juni 2022 forderte die Mobiliar die Versicherte zur Einreichung einer 

Kostenaufstellung für jeden einzelnen Tag auf (UV-act. 41).

A.f. 

Ein Kostengutsprachegesuch der J.___ AG vom 16. Juni 2022 für die Übernahme 

der Mietkosten eines Compex Chattanooga THETA-Geräts (UV-act. 42) wies die 

Mobiliar mit E-Mail vom 20. Juni 2022 ab, da es sich beim Mietgerät um kein Hilfsmittel 

handle, das nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) 

übernommen werden könne (UV-act. 43). Am 21. Juni 2022 bat die Versicherte die 

Mobiliar per E-Mail darum, die Übernahme der Kosten für das Mietgerät Compex 

Chattanooga THETA nochmals zu prüfen, da sie bei der Unfallversicherung 

zusatzversichert sei und ihr im Vorfeld gesagt worden sei, dass die Kosten gedeckt 

seien (UV-act. 44).

A.g. 

In einer Aktenbeurteilung vom 8. Juli 2022 hielt der beratende Arzt der Mobiliar, 

Dr. med. K.___, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, fest, dass die Versicherte 

entsprechend den vorliegenden Angaben Kinderbetreuung, Spitex, eine Kinetec-

Schiene und ein Compex Chattanooga THETA-Gerät in Anspruch nehme. Hierzu könne 

ausgeführt werden, dass bei der Versicherten eine Kreuzbandruptur beim rechten 

Kniegelenk vorliege. Diese mache bei der durchgeführten konservativen Therapie die 

äussere Stabilisierung mittels einer Bewegungsschiene erforderlich und allenfalls eine 

niederfrequente Physiotherapie. Eine weitergehende und erhebliche körperliche 

Einschränkung werde durch die Verletzung respektive Behandlung nicht verursacht. 

Insofern sei die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung oder einer Spitexbetreuung nicht 

nachvollziehbar. Auch könne für eine Kinetec-Motorschiene oder eine Compex 

Chattanooga THETA keine Notwendigkeit erkannt werden. Wenn eine operative 

Therapie durchgeführt worden sei oder werde, sei zu prüfen, ob eine andere 

Einschätzung erforderlich werde (UV-act. 51). Mit E-Mail vom 11. Juli 2022 teilte die 

Mobiliar der J.___ AG mit, dass für das Mietgerät Compex Chattanooga THETA keine 

Kostengutsprache erteilt werden könne, da es sich um kein Hilfsmittel handle, das aus 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dem UVG übernommen werde. Zudem sei die medizinische Notwendigkeit durch den 

ärztlichen Dienst verneint worden (UV-act. 52).

Am 15. Juli 2022 reichte die Versicherte der Mobiliar per E-Mail (UV-act. 53) die 

Rechnung vom 21. Juni 2022 für die Miete des Compex Chattanooga THETA für die 

Dauer vom 20. Mai bis 18. Juni 2022 (UV-act. 54) sowie zwei weitere Arztrechnungen 

(UV-act. 55 f.) ein mit der Bitte um Begleichung (UV-act. 53). Gleichentags antwortete 

die Mobiliar unter Verweis des an die J.___ AG zugestellten Ablehnungsschreibens, 

dass sie die Mietkosten für das Gerät Compex Chattanooga THETA nicht übernehmen 

könne. Die beiden Arztrechnungen müssten direkt von den Ärzten gestellt und nach 

UVG-Tarif erstellt werden (UV-act. 58). Mit E-Mail vom 21. Juli 2022 erklärte die 

Versicherte, dass sie die Antwort der Mobiliar betreffend das Gerät Compex 

Chattanooga THETA nicht ganz verstehe. Sie sei bei der Mobiliar zusatzversichert, 

weshalb die Mietkosten für das Gerät nicht zwingend im Rahmen des UVG bezahlt 

werden müssten. Sie habe eine ärztliche Verordnung für das Gerät, weshalb sie nicht 

einsehe, dass die Mobiliar die Kosten dafür nicht übernehme. Sie bat die Mobiliar um 

nochmalige Klärung der Angelegenheit (UV-act. 60).

A.i. 

Nach Eingang von Rechnungen der Klinik G.___ für Operationsmaterial (UV-act. 61 

ff.) und deren Vorlage an Dr. K.___, hielt dieser in einer Stellungnahme vom 27. Juli 

2022 fest, dass sich in der Gesamtschau keine versicherungsmedizinisch relevanten 

Zweifel an der Unfallkausalität der am rechten Kniegelenk festgestellten Veränderungen 

ergäben. Offensichtlich sei nun eine Operation durchgeführt worden, wobei der 

Operationsbericht leider nicht vorliege. Daher könne bezüglich der beiliegenden 

Rechnungen über das Verbrauchsmaterial nicht qualifiziert Stellung genommen 

werden. Ohne Informationen über die Operation und den postoperativen Verlauf sei 

leider auch keine Einschätzung der Notwendigkeit der Kinderbetreuung, der 

Spitexbetreuung und der Kinetec-Motorschiene möglich. Bei der Compex Chattanooga 

THETA handle es sich nicht um eine anerkannte medizinische Behandlungsmethode, 

sodass deren Notwendigkeit nicht nachvollziehbar sei (UV-act. 69). Am 29. Juli 2022 

ging bei der Mobiliar ein Auszug über die Konsultation der Versicherten vom 20. Juni 

2022 bei der Klinik I.___ ein (UV-act. 73).

A.j. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

In einer E-Mail vom 9. August 2022 reichte die Versicherte Belege und 

Rechnungen für die Kosten der Kinderbetreuung und der hauswirtschaftlichen 

Leistungen für die Periode von April bis Juni 2022 ein und bat um deren Vergütung 

(UV-act. 74 ff.). In einer weiteren E-Mail vom gleichen Tag erklärte sie erneut, dass sie 

nicht nur obligatorisch unfallversichert, sondern auch zusatzversichert sei und ihr die 

medizinische Notwendigkeit für das Gerät Compex Chattanooga THETA aufgrund der 

Verordnung ihres Arztes gegeben scheine, weshalb sie die Mobiliar um eine 

nochmalige Prüfung und um eine diesbezügliche Antwort bitte (UV-act. 83). Überdies 

reichte sie der Mobiliar am selben Tag die Rechnungen für die Mietgebühren des 

besagten Elektrostimulators sowie für die Kinetec-Schiene ein mit der Bitte um kurze 

Rückmeldung und direkte Begleichung (UV-act. 87). Am 11. August 2022 erklärte die 

Mobiliar der Versicherten per E-Mail, dass sie für die Mietkosten des Geräts Compex 

Chattanooga THETA weder aus der obligatorischen Unfallversicherung noch aus der 

Zusatzversicherung Leistungen erbringen könne. Die Begründung für die Ablehnung 

von Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung sei der Versicherten bereits 

zugestellt worden. Für die Verneinung einer Leistungspflicht aus der 

Zusatzversicherung zitierte die Mobiliar einen Auszug aus ihren AVB betreffend die 

Heilkosten, welche von der Zusatzversicherung übernommen würden (UV-act. 89). In 

einer E-Mail vom 20. August 2022 erklärte die Versicherte, dass sie diese Woche in 

einer ärztlichen Kontrolle gewesen sei und der Entscheid der Mobiliar für Dr. med. 

L.___, Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinik I.___, nicht 

nachvollziehbar sei (UV-act. 107). Beiliegend zur E-Mail reichte sie ein ärztliches Attest 

vom 15. August 2022 ein, in welchem Dr. L.___ erklärt hatte, dass eine muskuläre 

Stimulierung mittels Compex zur Kompensation der Muskelatrophie unter 

belastungseingeschränkter Mobilisierung post operationem verordnet worden sei (UV-

act. 108). Am 22. August 2022 erkundigte sich die Versicherte, bis wann ihr die Mobiliar 

Bescheid geben könne. Bei der Rechnung betreffend Compex sei die Zahlungsfrist 

bereits abgelaufen und sie wolle Mahngebühren vermeiden. Noch gleichentags 

antwortete die Mobiliar, der Versicherten werde empfohlen, die Rechnungen zu 

bezahlen, um Mahngebühren zu vermeiden. Ihr Anliegen werde geprüft. Sollte es wider 

Erwarten zu einer Kostenübernahme kommen, könnten die Kosten zurückerstattet 

werden (UV-act. 110 f.). Die Versicherte erklärte daraufhin, die Rechnungen beglichen 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu haben, und im Falle der Übernahme durch die Mobiliar um Rücküberweisung zu 

bitten (UV-act. 113).

In einer E-Mail vom 23. August 2022 kam die Mobiliar auf die diversen von der 

Versicherten eingereichten Belege und Rechnungen betreffend Kinderbetreuung und 

hauswirtschaftliche Dienstleistungen zurück. Sie erklärte, für die Kinderbetreuung den 

maximalen Betrag von Fr. 5'000.-- und für die verordnete Haushaltshilfe zusätzlich Fr. 

1'470.10, insgesamt also Fr. 6'470.10, zu vergüten (UV-act. 114).

A.l. 

Am 24. August 2022 stellte das Physiozentrum M.___ für die Versicherte unter 

Beilage einer Verordnung von Dr. L.___ vom 15. August 2022 einen Antrag auf 

Kostengutsprache für 27 Sitzungen medizinische Trainingstherapie (MTT) parallel zur 

laufenden Einzelphysiotherapie (UV-act. 115).

A.m. 

Am 29. August 2022 leitete die Versicherte der Mobiliar eine Mahnung vom 22. Juli 

2022 betreffend die Rechnung für die Kinetec-Schiene weiter und erklärte, sie sei 

davon ausgegangen, dass die Rechnung durch die Mobiliar bereits beglichen worden 

sei (UV-act. 118 f.). Noch gleichentags antwortete die Mobiliar, dass die Rechnung in 

der Höhe von Fr. 455.-- an diesem Tag bezahlt worden sei (UV-act. 121).

A.n. 

In einer Aktenbeurteilung vom 6. September 2022 hielt Dr. K.___ fest, dass seit der 

Operation vom 16. Mai 2022 leider nachvollziehbare klinische Befunde fehlen würden. 

Insofern seien die Begründungen der Verordnung für Physiotherapie und MTT vom 15. 

August 2022 bzw. 24. August 2022 nicht nachvollziehbar bzw. nicht überprüfbar. Vor 

dem Hintergrund eines problemlosen postoperativen Verlaufs falle es schwer, diese 

Verordnungen zu verstehen. Insofern werde vorgeschlagen, dass bei Dr. L.___ ein 

aktueller Befund- und Behandlungsbericht angefordert werde mit der Bitte um eine 

nachvollziehbare Begründung der aufwändigen Physiotherapieverordnungen (UV-act. 

126). Am 9. September 2022 bat die Mobiliar die Klinik I.___ um den von Dr. K.___ 

gewünschten aktuellen Befund- und Behandlungsbericht (UV-act. 127). Am 13. 

September 2022 liess die Klinik I.___ der Mobiliar einen Auszug aus den 

Behandlungseinträgen für die Zeit vom 3. bis 20. Mai 2022 zukommen (UV-act. 128 f.). 

In einer Aktenbeurteilung vom 21. September 2022 hielt Dr. K.___ fest, dass die im 

vorgelegten Dokument enthaltenen rudimentären Befunde nicht ausreichend seien und 

A.o. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht dem fachärztlichen Standard entsprechen würden. Es könne weiterhin nicht 

nachvollzogen werden, weshalb bei dem dezidiert beschriebenen, problemlosen, 

postoperativen Verlauf aufwändige Physiotherapieverordnungen notwendig seien. 

Insbesondere würden nachvollziehbare klinische fachärztliche Befunde seit der 

Operation vom 16. Mai 2022 gänzlich fehlen. Die Begründungen der Verordnung von 

Physiotherapie und MTT vom 15. bzw. 24. August 2022 seien somit noch immer nicht 

nachvollziehbar bzw. überprüfbar (UV-act. 134). In einer E-Mail vom 26. September 

2022 erklärte die Mobiliar gegenüber dem Physiozentrum M.___, dass die gewünschte 

Kostengutsprache leider nicht erteilt werden könne, da die in der Verordnung vom 15. 

bzw. 24. August 2022 enthaltenen Begründungen für den medizinischen Dienst nicht 

nachvollziehbar bzw. überprüfbar seien (UV-act. 136). In einer E-Mail vom 1. Oktober 

2022 (UV-act. 139) leitete die Versicherte der Mobiliar ein ärztliches Attest von Dr. L.___ 

vom 27. September 2022 weiter, in welchem diese erklärt hatte, dass sich postoperativ 

zwar ein regelrechter Verlauf gezeigt habe, drei Monate postoperativ aber noch ein 

deutliches muskuläres Defizit im Bereich des Oberschenkels von 3 cm und im Bereich 

der Wade von 2 cm im Vergleich zur Gegenseite bestünde. Diesbezüglich sei eine 

MTT-Verordnung ausgestellt worden, um der Versicherten die Möglichkeit zum 

muskulären Aufbau zu geben. Es werde um Kostengutsprache für die MTT für drei 

Monate und begleitende Einzelphysiotherapie gebeten (UV-act. 137). Bezugnehmend 

auf die E-Mail vom 1. Oktober 2022 teilte die Mobiliar der Versicherten in einer E-Mail 

vom 3. Oktober 2022 mit, dass sie an ihrer Stellungnahme festhalte und dazu gerne 

den Bericht des medizinischen Dienstes vorlege (UV-act. 141). Gleichentags ging eine 

erneute Verordnung von Dr. L.___ vom 30. September 2022 für eine dritte Serie 

Physiotherapie bei der Mobiliar ein (UV-act. 140). Am 4. Oktober 2022 reichte die Klinik 

I.___ der Mobiliar auf Wunsch der Versicherten den Operationsbericht vom 16. Mai 

2022 (UV-act. 146), den Austrittsbericht vom 20. Mai 2022 über die Hospitalisation der 

Versicherten vom 16. bis 20. Mai 2022 (UV-act. 145) sowie die Behandlungseinträge für 

die Zeit vom 3. Mai bis 15. August 2022 (UV-act. 143 f.) ein (UV-act. 142).

In einer E-Mail vom 5. Dezember 2022 bat die Versicherte die Mobiliar um eine 

schriftliche Verfügung betreffend alle Leistungen (insbesondere Miete des 

Elektrostimulationsgeräts und MTT), welche die Mobiliar nicht übernehmen wolle (UV-

act. 150).

A.p. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Mit Verfügung vom 7. Dezember 2022 lehnte die Mobiliar mit einem Auszug aus 

der Beurteilung von Dr. K.___ vom 8. Juli 2020 (UV-act. 51) die 

Kostenübernahmegesuche der Versicherten betreffend Kinderbetreuung, Spitex, 

Kinetec-Schiene und Compex Chattanooga THETA aus der obligatorischen 

Unfallversicherung ab, da die Kosten hierfür nicht einer zweckmässigen Behandlung 

entsprechen würden. Ergänzend wies die Mobiliar darauf hin, dass sie mit Schreiben 

vom 23. August 2022 für die Kinderbetreuung entgegenkommenderweise den 

maximalen Betrag von Fr. 5'000.-- und für die verordnete Haushaltshilfe zusätzlich Fr. 

1'470.10, insgesamt Fr. 6'470.10, zugesprochen bzw. auf das Bankkonto der 

Versicherten überwiesen habe. Zusätzlich habe die Mobiliar eine Pauschale für die 

Kinetec-Schiene von Fr. 455.-- bezahlt (UV-act. 151).

A.q. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 4. Januar 2023 Einsprache, in 

welcher sie die Mobiliar namentlich darum ersuchte, sämtliche physiotherapeutischen 

Massnahmen inklusive MTT gemäss den ärztlichen Verordnungen zu übernehmen (UV-

act. 154). Sie legte ihrer Einsprache einen neuen Bericht von Prof. H.___ zur 

Nachkontrolle vom 14. Dezember 2022 und den Radiologiebericht der Klinik G.___ zur 

gleichentags durchgeführten MRT-Untersuchung bei (UV-act. 156-12 ff.).

B.a. 

Am 6. Januar 2023 nahm Prof. H.___ zur Verfügung der Mobiliar vom 7. Dezember 

2022 Stellung (UV-act. 157).

B.b. 

Am 15. März 2023 erfolgte eine erneute Verlaufskontrolle bei Prof. H.___ (UV-act. 

161).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 24. März 2023 lehnte die Mobiliar die Einsprache 

der Versicherten ab (UV-act. 162).

B.d. 

Am 28. März 2023 ersuchte das Physiozentrum M.___ die Mobiliar unter Beilage 

einer ärztlichen Verordnung für Physiotherapie von Prof. H.___ vom 15. März 2023 (UV-

act. 166) um Kostengutsprache (UV-act. 164; zur diesbezüglichen Vorankündigung 

durch die Versicherte vgl. auch UV-act. 160). Gleichentags hielt die Mobiliar gegenüber 

dem Physiozentrum M.___ fest, dass gemäss medizinischem Bericht keine weiteren 

B.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Erwägungen

1.  

Physiotherapien mehr notwendig seien. Deshalb könne keine Kostengutsprache erteilt 

werden (UV-act. 167).

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 30. April 2023 Beschwerde, mit welcher sie die Aufhebung 

des Einspracheentscheids der Mobiliar (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 24. 

März 2023 und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Übernahme sämtlicher 

physiotherapeutischer Massnahmen inklusive MTT gemäss Verordnungen sowie zur 

Übernahme der Kosten für das Gerät Compex Chattanooga THETA beantragte (act. G 

1).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin 

in Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 24. März 2023 die 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde vom 30. April 2023 (act. G 3).

C.b. 

In ihrer Replik vom 5. Juli 2023 hielt die Beschwerdeführerin an dem in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 5).

C.c. 

In ihrer Duplik vom 31. August 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 7).

C.d. 

Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands im vorliegenden Verfahren ist zu 

beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich 

lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung bzw. 

eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Umgekehrt fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und 

insoweit kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).

1.1. 

Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren bildet der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 24. März 2023 (UV-act. 162). Diesem liegt die Verfügung 

vom 7. Dezember 2022 (UV-act. 151) zu Grunde, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung für Kinderbetreuung, Spitex, 

eine Kinetec-Schiene und ein Compex Chattanooga THETA abgelehnt hat. Die 

Ablehnung kann sich nur auf die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus dem 

UVG, nicht jedoch auf jene aus einer Zusatzversicherung nach dem Bundesgesetz über 

den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) bezogen haben, da der 

Beschwerdegegnerin eine Verfügungskompetenz nur als sozialversicherungsrechtliche 

Versicherungsträgerin zukommt (vgl. Art. 49 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 f. des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 1 

UVG). Für allfällige Streitigkeiten um Leistungen aus Versicherungen nach VVG ist die 

Beschwerdeführerin auf den zivilrechtlichen Klageweg zu verweisen.

Nicht ausgesprochen hat sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid bzw. der diesem zu Grunde liegenden Verfügung vom 7. 

Dezember 2022 sodann zu den Ansprüchen auf Physiotherapie und MTT. Folglich sind 

die Ansprüche auf Physiotherapie und MTT auch nicht Anfechtungsgegenstand in 

diesem Beschwerdeverfahren. Soweit die Beschwerdeführerin Physiotherapie und MTT 

beantragt (vgl. act. G 1 und 5), kann auf die Beschwerde demnach nicht eingetreten 

werden.

1.3. 

Zu den von der Beschwerdeführerin geäusserten Bedenken, wonach sie nicht 

wisse, wie sie zu ihrem Recht kommen könne, wenn die MTT- bzw. 

Physiotherapiebehandlungen nicht Gegenstand dieses Verfahrens sein sollten (vgl. act. 

G 5 S. 2), gilt es anzumerken, dass die Beschwerdegegnerin als obligatorische 

Unfallversicherung nach Art. 49 Abs. 1 ATSG grundsätzlich verpflichtet ist, über 

Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die 

betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich zu verfügen. Die 

Beschwerdeführerin hat in ihrer E-Mail vom 5. Dezember 2022 (UV-act. 150) sowie in 

ihrer Einsprache vom 4. Januar 2023 (UV-act. 154) deutlich zum Ausdruck gebracht, 

mit der Ablehnung des vom Physiozentrum M.___ am 24. August 2022 gestellten 

Kostengutsprachegesuchs um MTT gemäss Verordnung von Dr. L.___ vom 15. August 

2022 (UV-act. 115) nicht einverstanden zu sein und diesbezüglich eine 

einsprachefähige Verfügung zu wünschen. Hat die Beschwerdeführerin die MTT-

Behandlung trotz abgelehnter Kostengutsprache in Anspruch genommen, ist ein 

schutzwürdiges Interesse an einer einsprachefähigen Verfügung hinsichtlich des 

abgelehnten Kostengutsprachegesuchs allerdings nicht mehr ersichtlich. Vielmehr 

dürfte sich das Interesse der Beschwerdeführerin diesfalls auf eine nachträgliche 

Leistungsanerkennung und Kostenrückerstattung richten. Der Beschwerdeführerin 

steht es trotz fehlender Kostengutsprache frei, Rechnungen für allfällig in Anspruch 

1.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

genommene MTT-Behandlungen der Beschwerdegegnerin zur Prüfung einer 

Leistungspflicht einzureichen. Sollte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für 

konkrete Rechnungen ablehnen, hätte sie dies in der Form einer einsprachefähigen 

Verfügung zu tun (Art. 49 Abs. 1 ATSG). Gleiches gilt grundsätzlich für die von Dr. L.___ 

am 30. September 2022 (UV-act. 140) und von Prof. H.___ am 15. März 2023 (UV-act. 

166) ausgestellten Verordnungen für Physiotherapie. Sollte sich die 

Beschwerdegegnerin zu Unrecht weigern, eine einsprachefähige Verfügung zu 

erlassen, steht der Beschwerdeführerin die Rechtsverweigerungsbeschwerde ans 

Versicherungsgericht nach Art. 56 Abs. 2 ATSG offen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Anfechtungsgegenstand in diesem 

Beschwerdeverfahren einzig die von der Beschwerdegegnerin aus der obligatorischen 

Unfallversicherung abgelehnte Leistungspflicht für Kinderbetreuung, Spitex, eine 

Kinetec-Schiene und das Gerät Compex Chattanooga THETA bildet.

1.5. 

Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege sind 

diejenigen Rechtsverhältnisse, welche – im Rahmen des durch die Verfügung 

bestimmten Anfechtungsgegenstandes – aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv 

angefochten worden sind. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind demnach identisch, 

wenn die Verwaltungsverfügung bzw. der Einspracheentscheid insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich die Beschwerde demgegenüber nur auf einzelne der durch die 

Verfügung bzw. den Einspracheentscheid bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die 

nicht beanstandeten – verfügungsweise festgelegten – Rechtsverhältnisse zwar wohl 

zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 125 V 414 ff. E. 1b i.V.m. E. 

2a und 131 V 164 f. E. 2.1).

2.1. 

Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerde festgehalten, dass es sich bei den 

Leistungen für die Kinderbetreuung und die Haushaltshilfe um solche aus der 

Unfallzusatzversicherung handle, die nicht Streitgegenstand dieses Verfahrens bilden 

würden. Weiter hat die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde eingeräumt, dass ihr 

die Kosten für die Kinetec-Motorschiene durch die Beschwerdegegnerin bereits 

bezahlt worden seien, sodass dazu keine weiteren Ausführungen mehr notwendig 

seien (vgl. act. G 1 S. 2). Daraus ist zu schliessen, dass sie die Leistungsablehnung aus 

der obligatorischen Unfallversicherung betreffend die Kinetec-Schiene nicht 

angefochten hat, womit diese auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden 

Verfahrens bildet.

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Unter Berücksichtigung des festgestellten Anfechtungsgegenstandes (vgl. oben E. 

1.5) und der angefochtenen Punkte (vgl. oben E. 2.1 f.) bleibt als Streitgegenstand 

dieses Verfahrens einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht 

aus der obligatorischen Unfallversicherung für die Mietkosten des Geräts Compex 

Chattanooga THETA zu Recht abgelehnt hat.

2.3. 

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht einerseits mit der Begründung 

verneint, dass es sich beim Mietgerät um kein Hilfsmittel handle, das nach UVG 

übernommen werden könne (UV-act. 43). Zusätzlich hat sie sich auf den Standpunkt 

gestellt, dass die medizinische Notwendigkeit für dieses Gerät von Dr. K.___ verneint 

worden sei (UV-act. 52; vgl. auch UV-act. 151 und 162).

3.1. 

Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass das 

Elektrotherapiegerät sinnvoll gewesen sei, um dem Muskelschwund mindestens 

teilweise vorzubeugen. Die Elektrotherapie sei direkt nach der Operation durchgeführt 

worden. Die physiotherapeutischen Massnahmen seien hauptsächlich nach dieser 

ersten Phase zum Tragen gekommen. Ob der Einsatz des Elektrotherapiegeräts 

tatsächlich notwendig gewesen sei, vermöge sie als medizinische Laiin nicht zu 

beurteilen (act. G 5 S. 1). Die Einschätzung von Dr. K.___, dass eine weitergehende und 

erhebliche körperliche Einschränkung durch die ereignisbedingt zugezogene 

Verletzung respektive die prä- und postoperative Behandlung nicht verursacht worden 

sei, sei aber jedenfalls falsch. Beim Entscheid über die Notwendigkeit der Behandlung 

sei nicht einseitig auf die Beurteilung von Dr. K.___ abzustellen, sondern es seien auch 

das Schreiben von Prof. H.___ vom 14. Dezember 2022 (UV-act. 156-14 f.) und die 

Stellungnahme von Prof. H.___ vom 6. Januar 2023 (UV-act. 157) zu berücksichtigen 

(act. G 1 S. 2).

3.2. 

 3.3. 

Nach Art. 11 Abs. 1 UVG haben versicherte Personen Anspruch auf die 

Hilfsmittel, die körperliche Schädigungen oder Funktionsausfälle ausgleichen, wobei 

die Hilfsmittel einfach und zweckmässig sein müssen (Art. 11 Abs. 2 UVG). Art. 19 der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) bestimmt, dass das 

Eidgenössische Departement des Innern (EDI) eine Liste der Hilfsmittel aufstellt und 

Bestimmungen über deren Abgabe erlässt. Diesem Auftrag ist das EDI mit der 

Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Unfallversicherung (HVUV; SR 

832.205.12) nachgekommen.

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bei dem streitgegenständlichen Mietgerät Compex Chattanooga THETA handelt 

es sich nicht um ein Hilfsmittel i.S.v. Art. 11 Abs. 1 UVG, das körperliche Schädigungen 

oder Funktionsausfälle ausgleicht. Gemäss ärztlicher Verordnung ist das Gerät nämlich 

zur Elektromyostimulation eingesetzt worden (UV-act. 33). Das Gerät Compex 

Chattanooga THETA ist denn auch nicht in der HVUV aufgeführt. Unter dem Titel 

Hilfsmittel i.S.v. Art. 11 Abs. 1 UVG besteht demnach kein Anspruch auf 

Kostenvergütung durch die obligatorische Unfallversicherung.

3.3.2. 

 3.4. 

Nach Art. 10 Abs. 1 UVG haben versicherte Personen sodann Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Gemäss Art. 67 Abs. 2 UVV sind 

Heilbehandlungen dann zweckmässig, wenn sie aufgrund der konkreten Umstände des 

Einzelfalls geeignet und notwendig sind, um das gesetzliche Ziel in einem vernünftigen 

Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen zu erreichen. Eine Heilbehandlung muss somit 

die aus dem Krankenversicherungsrecht bekannten WZW-Kriterien (Wirksamkeit, 

Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit) erfüllen (Martina Filippo, N 6 und 13 ff. zu Art. 

10 UVG, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [BSK UVG]; vgl. ferner Art. 32 des 

Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Als zweckmässige 

Behandlungen nennt Art. 10 Abs. 1 UVG die ambulante Behandlung durch den Arzt, 

den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie 

durch den Chiropraktor und die ambulante Behandlung in einem Spital (lit. a), die vom 

Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b), die Behandlung, 

Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c), die 

ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) sowie die der Heilung dienlichen 

Mittel und Gegenstände (lit. e).

3.4.1. 

Weiter zu prüfen ist somit, ob für das Gerät Compex Chattanooga THETA eine 

Leistungspflicht unter dem Titel eines der Heilung dienlichen Mittels oder 

Gegenstandes nach Art. 10 Abs. 1 lit. e UVG besteht.

3.4.2. 

In den Art. 15 ff. UVV sind ausführende Bestimmungen zu den in Art. 10 Abs. 1 

UVG aufgezählten Sachleistungen enthalten, jedoch keine zu den der Heilung 

dienlichen Mittel oder Gegenstände. Art. 71 Abs. 3 UVV bestimmt allerdings, dass das 

EDI für die Vergütung der zur Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände einen Tarif 

aufstellen kann. Eine ähnliche Regelung sieht Art. 20a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 der 

Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

(Krankenpflege-Leistungsverordnung [KLV; SR 832.112.31]) für die aus der 

3.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu vergütenden Mittel und Gegenstände 

vor. Gestützt darauf ist die Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) erlassen worden 

(www.bag.admin.ch/migel, abgerufen am 22. September 2023). Die Festlegung des 

Umfangs der Vergütung von der Untersuchung oder Behandlung dienenden Mittel und 

Gegenstände ist unter Berücksichtigung der Grundsätze von Art. 32 Abs. 1 und Art. 43 

Abs. 6 KVG erfolgt (Art. 52 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 KVG), mithin mit dem Ziel, eine qualitativ 

hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen 

Kosten zu erreichen (Art. 43 Abs. 6 KVG; vgl. auch S. 3 MiGeL). Die Leistungen müssen 

wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein, wobei die Wirksamkeit nach 

wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen sein muss (Art. 32 Abs. 1 KVG). Dies 

entspricht auch der Zielsetzung der Unfallversicherung (vgl. Art. 67 Abs. 1 und 2 UVV; 

vgl. dazu auch oben E. 3.4.1). Seite 5 der MiGeL ist zu entnehmen, dass die Kosten für 

Mittel und Gegenstände bei Unfällen zu Lasten der Unfallversicherung gehen, wenn die 

Deckung einer obligatorischen Unfallversicherung vorliegt.

Als Elektrostimulationsgeräte definiert das EDI Geräte, die über Elektroden 

elektrischen Strom zu therapeutischen Zwecken in genau definierter Form auf 

Körpergewebe abgeben, wobei sie der Schmerzbehandlung, Muskelstimulation und 

zur Behandlung der Hyperhidrosis dienen (S. 8 f. 5.09 MiGeL). In der MiGeL werden als 

Elektrostimulationsgeräte Iontophorese-Geräte (09.01), Nervenstimulationsgeräte 

(09.02) und tragbare Defibrillatoren (09.03) genannt. Aufgrund der ärztlichen 

Verordnung (vgl. UV-act. 33) könnte das Gerät Compex Chattanooga THETA 

möglicherweise unter die Kategorie der Nervenstimulationsgeräte fallen, während die 

anderen in der MiGeL enthaltenen Kategorien der Elektrostimulationsgeräte nicht als 

einschlägig erscheinen. Eine Vergütung von Kosten für Nervenstimulationsgeräte sieht 

die MiGeL grundsätzlich nur dann vor, wenn das Gerät zur Schmerztherapie eingesetzt 

wird (S. 37 MiGeL).

3.4.4. 

In der Verordnung vom 16. Mai 2022 für das Compex Gerät hat Prof. H.___ bei 

der Kategorie Hauptdiagnose ein Kreuz bei Neuromuskuläre Krankheiten/Muskelläsion/

Muskelschwund gesetzt, ohne gleichzeitig jene Felder anzukreuzen, die im 

Zusammenhang mit Schmerzen stehen (UV-act. 33). Dazu passend hat Dr. L.___ zur 

Therapieindikation in einem ärztlichen Attest vom 15. August 2022 erklärend 

ausgeführt, dass eine muskuläre Stimulierung mittel Compex verordnet worden sei zur 

Kompensation der Muskelatrophie unter belastungseingeschränkter Mobilisierung post 

operationem (UV-act. 108). Folglich ist anzunehmen, dass das Gerät Compex 

Chattanooga THETA der Beschwerdeführerin nicht zur Behandlung von Schmerzen, 

sondern zum Zwecke des muskulären Aufbaus verordnet worden ist. Nichts anderes 

3.4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

ergibt sich aus dem ärztlichen Attest von Dr. L.___ vom 27. September 2022, in 

welchem sich diese zu einem drei Monate postoperativ bestehenden muskulären 

Defizit der Beschwerdeführerin geäussert hat (UV-act. 137), dem im 

Einspracheverfahren beigebrachten Bericht von Prof. H.___ zur Nachkontrolle vom 14. 

Dezember 2022 (UV-act. 156-14 f.) sowie der Stellungnahme von Prof. H.___ vom 6. 

Januar 2023 (UV-act. 157; in den Akten zu finden zwischen UV-act. 154 und 155). In 

letzterer wird ausgeführt, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der 

Entlastungszeit nach der Operation wegen der eingeschränkten Übungsbehandlung 

eine deutliche Muskelatrophie aufgetreten sei, weshalb ein Compex Muskelstimulator 

rezeptiert worden sei. Zwar mag der Einsatz des Geräts Compex Chattanooga THETA, 

wie von der Beschwerdeführerin und Prof. H.___ vorgebracht, sinnvoll gewesen zu 

sein. Angesichts dessen, dass die MiGeL bei den Elektrostimulationsgeräten das Gerät 

Compex Chattanooga THETA nicht explizit aufführt und eine Kostenvergütung für 

Nervenstimulationsgeräte lediglich beim erfolgten Einsatz zur Schmerzbehandlung 

vorsieht (vgl. oben E. 3.4.4), ist die Beurteilung von Dr. K.___ vom 27. Juli 2022, 

wonach es sich beim Einsatz des Geräts Compex Chattanooga THETA nicht um eine 

anerkannte medizinische Behandlungsmethode handle, sodass deren Notwendigkeit 

nicht nachvollziehbar sei (UV-act. 69), allerdings schlüssig. Diese Einschätzung hat Dr. 

K.___ – im Gegensatz zu seiner ersten Aktenbeurteilung vom 8. Juli 2022, in welcher er 

fälschlicherweise von einer konservativen Behandlung der erlittenen VKB-Ruptur 

ausgegangen war (UV-act. 51) – in Kenntnis der durchgeführten Operation abgegeben 

(vgl. UV-act. 69). Dass die Beschwerdegegnerin in der dem angefochtenen 

Einspracheentscheid zu Grunde liegenden Verfügung die überholte Beurteilung von Dr. 

K.___ vom 8. Juli 2022 zitiert hat (UV-act. 151-2), ist vor diesem Hintergrund nicht 

verständlich und von der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 2 f.) sowie Prof. H.___ (act. G 

1.5 S. 2) zu Recht kritisiert worden. Dies ändert aber nichts daran, dass betreffend die 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin hinsichtlich des bei der Beschwerdeführerin 

erfolgten Einsatzes des Geräts Compex Chattanooga THETA aufgrund der fehlenden 

Auflistung in der MiGeL auf die Beurteilung von Dr. K.___ vom 27. Juli 2022 (UV-act. 

69) abzustellen ist, mithin die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der 

Behandlung nicht allesamt als erstellt erachtet werden können.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG). Entsprechend dem 

Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

4.2. bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 02.11.2023
	Art. 10 Abs. 1 und Art. 11 Abs. 1 UVG; Art. 67 Abs. 1 und 2 sowie Art. 71 Abs. 3 UVV: Definition des Anfechtungs- und Streitgegenstandes in diesem Beschwerdeverfahren. Prüfung der Leistungspflicht für die Kosten des bei der Beschwerdeführerin erfolgten Einsatzes des Mietgeräts Compex Chattanooga THETA. Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. November 2023, UV 2023/27).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T00:42:02+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen