# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 279dc4ca-de41-592c-a12b-2add156d7ee2
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 604_08_15_12_12_08.pdf
**Docket/Reference:** 604_08_15_12_12_08.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf2/604_08_15_12_12_08.pdf

## Full Text

604 2008-15 

Urteil vom 12. Dezember 2008 

STEUERGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

Präsident:  Hugo Casanova 
Beisitzer:  Berthold Buchs, Michael Hank, Geneviève Jenny,  

Albert Nussbaumer 

PARTEIEN 

Eheleute A, in X. Beschwerdeführer, vertreten durch die W. Treuhand, in 
U., 

gegen 

KANTONALE  STEUERVERWALTUNG,  Rue  Joseph-Piller  13,  Postfach, 
1701 Freiburg, Vorinstanz,  

GEGENSTAND 

Vermögenssteuer  der  natürlichen  Personen;  Steuerwert  nicht  kotierter 
Aktien 

Beschwerde  vom  22. Februar  2008  gegen  den Einspracheentscheid  vom 
4. Februar 2008; Kantonssteuer 2005 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A. A. ist Geschäftsführer der A. AG in Y. sowie Angestellter der E. AG in Z. (heute R. AG in 
X.). Zudem besitzt er das gesamte Aktienpaket der A. Holding AG mit Sitz in X., welche vor 
der  Fusion  (Übernahme  der  Aktiven  und  der  Passiven)  per  31.  Dezember  2007  sämtliche 
Aktien  der  S.  Holding  AG  besass.  Letztere  hielt  ihrerseits  die  Beteiligungen  an  den 
vorerwähnten Betriebsgesellschaften.  

In  ihrer  Steuererklärung,  welche  sie  am  12.  August  2006  für  die  Steuerperiode  2005 
einreichten, deklarierten die Eheleute A. ein steuerbares Vermögen von 5'752'913 Franken. 
Dieser  Betrag  umfasst  auf  der  Aktivseite  insbesondere  Privatkapitalien  im  Wert  von 
5'849'971  Franken,  wobei  es  sich  zur  Hauptsache  um  den  mit  5'330'500  Franken 
bezifferten Steuerwert des gesamten Aktienpakets der A. Holding AG handelt. 

Gemäss  Veranlagungsanzeige  vom  23.  November  2006  wurden  die  erwähnten  Aktien  mit 
7'615'000  Franken  bewertet.  Unter  Berücksichtigung  der  übrigen  Faktoren  ergab  sich  ein 
steuerbares  Vermögen  von  8'038'616  Franken  (geschuldete  Vermögenssteuer:  28'135.10 
Franken).  Die  Abweichung  von  der  eingereichten  Steuererklärung  wurde  mit  dem  Hinweis 
begründet,  dass  der  Brutto-Steuerwert  von  76'150  Franken  pro  Aktie  (von  nominal  1'000 
Franken)  anwendbar  sei.  Der  Nettosteuerwert  von  53'305  Franken  könne  im  vorliegenden 
Fall nicht angewendet werden, da keine Minderheitsbeteiligung vorliege. 

B.  Am  19.  Dezember  2006  erhoben  die  Eheleute  A.,  vertreten  durch  die  W.  Treuhand, 
gegen  diese  Veranlagung  Einsprache  mit  dem  Antrag,  das  steuerbare  Vermögen  auf 
2'686'471  Franken  herabzusetzen.  Sie  machten  insbesondere  geltend,  der  Steuerwert  der 
Aktien der A. Holding AG sei aufgrund der Bewertungsmeldungen der Tochtergesellschaften 
mit den Bilanzen und Erfolgsrechnungen 2002/2003 eingesetzt worden. In der Zwischenzeit 
habe  sich  die  finanzielle  Lage  dieser  Tochtergesellschaften  jedoch  stark  verändert. 
im 
Aufgrund  der  Wegleitung  2005  könnten  die  nicht  kotierten  Wertschriften 
Veranlagungsverfahren  berichtigt  werden,  wenn  die  Geschäftsabschlüsse  2004  und  2005 
merklich  von  denjenigen  abwichen,  welche  der  Bewertung  zugrunde  gelegt  worden  seien. 
Im  vorliegenden  Fall  sei  zu  beachten,  dass  die  A.  AG  gegenüber  dem  Geschäftsjahr  2003 
einen  korrigierten  Gewinneinbruch  von  95 %  erlitten  habe.  Zudem  sei  bei  der  E.  AG  trotz 
des guten Ergebnisses im Jahre 2004 in Zukunft mit einem Ertragswert von null Franken zu 
rechnen,  da  der  Lieferant  Firma  F.  die  Lieferverträge  aufgekündigt  habe.  Diese 
Tochtergesellschaft  sei  denn  auch  inzwischen  stillgelegt  worden.  Unter  Berücksichtigung 
dieser  Umstände  ergebe  sich  gemäss  der  beigelegten  Berechnung  ein  Steuerwert  der 
Aktien  der  A.  Holding  AG  von  2'169'812  Franken.  Als  Beweismittel  wurden  die 
Jahresabschlüsse der A. AG, der E. AG sowie der S. Holding AG eingereicht. 

C. Mit Entscheid vom 4. Februar 2008 wies die Kantonale Steuerverwaltung die Einsprache 
ab. Zur Begründung legte sie insbesondere dar: 

"1. Der Steuerwert der Aktien der Gesellschaft A. Holding AG wurde entsprechend der von 

der  Konferenz  staatlicher  Steuerbeamter  und  der  Eidg.  Steuerverwaltung,  Sektion 

Wertschriftenbewertung,  heraus  gegebenen  Wegleitung  zur  Bewertung  von 

Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer festgelegt. 

2.  Der steuerpflichtige Wert der Aktien der Gesellschaft A. Holding AG, anwendbar für die 

Steuerperiode 2005, ist derjenige welcher per Stichtag 31.12.2004 basierend auf den 

 
 
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Abschlüssen  per  30.06.2004  berechnet  wurde.  Aus  diesem  Grund 

ist  der 

Vermögensbetrag der Beteiligung S. Holding AG derjenige per Stichtag 31.12.2003. Es 

verhält sich im gleichen Sinne hinsichtlich der zwei von dieser Gesellschaft besitzenden 

Beteiligungen, namentlich die E. AG und A. AG. 

3.  Im  Gegensatz  zu  den  vom  Steuerpflichtigen  eingereichten  Berechnungen  betreffend 

die  Gesellschaft  E.  AG,  haben  wir  keine  Grundlage  die  es  uns  erlauben  würde,  den 

Ertragswert nicht bei der Berechnung zu berücksichtigen. 

Wir  können  keine  eventuelle  inzwischen  eingetretene  Aktivitätseinstellung  der 

Gesellschaft für die Festlegung von Steuerwerten vergangener Jahre berücksichtigen. 

4.  Unter  eingehender  Berücksichtigung  der  genannten  Bewertungskriterien  würde  eine 

Neubewertung  per  31.12.2005  in  diesem  Sinne  tatsächlich  zu  einer  Zunahme  und 

nicht zu einer Verminderung der steuerbaren Privatkapitalien führen." 

D. Mit Eingabe vom 20. bzw. 21. Februar 2008 reichten die Eheleute A., weiterhin vertreten 
durch  die  W.  Treuhand,  gegen  diesen  Einspracheentscheid  beim  Kantonsgericht 
Beschwerde  ein  mit  dem  Antrag,  den  angefochtenen  Entscheid  aufzuheben  und  das 
steuerbare Vermögen auf 2'686'471 Franken festzusetzen. Nach einleitenden Hinweisen auf 
das  durchgeführte  Einspracheverfahren  machen  sie insbesondere  weiterhin  geltend,  es  sei 
zu  berücksichtigen,  dass  die  Tochtergesellschaft  E.  AG  ihre  Tätigkeit  eingestellt  habe  und 
liquidiert  werde.  Auf  die  erhobenen  Rügen  und  eingereichten  Beweismittel  wird,  soweit 
notwendig, im Rahmen der rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

Der mit Verfügung vom 27. Februar 2008 festgesetzte Kostenvorschuss von 2'000 Franken 
wurde fristgemäss bezahlt. 

In  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  28.  bzw.  29.  Mai  2008  schliesst  die  Kantonale  Steuer-
verwaltung  auf  Abweisung.  Auf  die  einzelnen  Ausführungen  wird  ebenfalls,  soweit  not-
wendig, im Rahmen der rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

Am  11.  Juni  2008  reichten  die  Beschwerdeführer  ihre  Gegenbemerkungen  ein.  Sie  halten 
an ihrem Standpunkt fest. 

E r w ä g u n g e n  

a)  Die  Beschwerde  wurde  innert  der  gesetzlichen  Frist  und  in  der  vorgeschriebenen 

1. 
Form eingereicht, sodass darauf einzutreten ist. 

b)  Im  angefochtenen  Entscheid  wurde  die  Einsprache  ausdrücklich  sowohl  bezüglich 
der Kantonssteuer als auch der direkten Bundessteuer abgewiesen. Diesbezüglich ist jedoch 
darauf hinzuweisen, dass das Verfahren offensichtlich nur die Kantonssteuer betrifft. 

2. 
a)  Gemäss  Art.  52  des  Gesetzes  vom  6. Juni  2000  über  die  direkten  Kantonssteuern 
(DStG; SGF 631.1) sowie Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über 
die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  (StHG;  SR  642.14) 
unterliegt  der  Vermögenssteuer  das  gesamte  Reinvermögen.  Dabei  werden  die  Aktiven 
grundsätzlich,  d.h.  unter  Vorbehalt  von  Sondervorschriften,  zum  Verkehrswert  bewertet 
(Art.  53  Abs.  2  DStG).  Für  den  Verkehrswert  von  nicht  kotierten  Forderungen  und 

 
 
 
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Beteiligungen  erfolgt  eine  Bewertung,  wobei  für  Beteiligungsrechte  der  Ertrags-  und  der 
Substanzwert  des  Unternehmens  angemessen  zu  berücksichtigen  sind  (Art.  57  Abs.  2 
DStG;  vgl.  auch  Art.  14  Abs.  1  StHG).  Das  steuerbare  Vermögen  bemisst  sich  nach  dem 
Stand am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht (Art. 67 Abs. 1 DStG und Art. 66 
Abs. 1 StHG). 

b)  Unter  dem  Verkehrswert  ist  im  Steuerrecht  der  Wert  zu  verstehen,  der  einem 
Vermögensgegenstand  bei  der  Veräusserung  im  gewöhnlichen  Geschäftsverkehr  beige-
messen  wird.  Bei  nicht  kotierten  Wertpapieren,  für  die  offizielle  Kursnotierungen  fehlen 
oder die nicht oder nur selten gehandelt werden, ist der Verkehrswert aufgrund derjenigen 
Schätzungsgrundlagen  zu  ermitteln,  welche  die  zuverlässigste  Wertermittlung  gestatten. 
Entsprechende  Richtlinien  enthielt  zunächst  die  von  der  Konferenz  staatlicher  Steuer-
beamter  und  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  herausgegebene  "Wegleitung  zur  Be-
wertung  von  Wertpapieren  ohne  Kurswert  für  die  Vermögenssteuer"  (Ausgabe  1995;  ASA 
Bd.  65,  S.  872  ff.,  mit  Änderung  per  1.1.1999;  nachfolgend:  die  Wegleitung),  welche  auf 
den  vorliegenden  Fall  noch  anwendbar  ist.  In  jüngerer  Zeit  wurde  diese  Wegleitung  durch 
das  entsprechende  Kreisschreiben  28  der  Schweizerischen  Steuerkonferenz,  welche  die 
Rolle  der  Konferenz  staatlicher  Steuerbeamter  übernommen  hat,  ersetzt  (KS  28;  Version 
vom 21. August 2006 für die Steuerperioden 2006 und 2007 und Version vom 28. August 
2008  gültig  ab  dem  1.  Januar  2008;  vgl.  http://www.steuerkonferenz.ch  unter  der  Rubrik 
Kreisschreiben).  Die  Wegleitung  bezweckt  eine  in  der  Schweiz  einheitliche  Bewertung 
(Ziff. 1). 

Den  in  der  Wegleitung  formulierten  Grundsätzen  liegt  der  Gedanke  zugrunde,  dass  der 
Verkehrswert  erfahrungsgemäss  vom  bisherigen  und  zu  erwartenden  Ertrag  in  Form  von 
Dividenden  und  anderen  Gewinnanteilen  sowie  von  der  Ertragskraft  der  Gesellschaft  ab-
hängt und durch weitere Faktoren beeinflusst wird, wie beispielsweise durch das Vermögen 
der  Gesellschaft  (Kapital,  Reserven),  die  Liquidität  der  Unternehmung,  Stabilität  des 
Geschäftsbetriebes  usw.  Die  Wegleitung  stützt  sich  insbesondere  auf  ein  Gutachten,  das 
eine  von  der  Schutzorganisation  der  privaten  Aktiengesellschaften  beauftragte  Experten-
kommission  erarbeitet  hat  und  welches  auch  in  der  Lehre  und  Praxis  überwiegend 
zustimmend  aufgenommen  worden  ist  (BGer  in  StE  1997  B  22.2.  Nr.  13  Erw.  3).  Dass 
grundsätzlich  auf  die  Wegleitung  abzustellen  ist,  schliesst  indessen  nicht  aus,  dass  im 
Einzelfall  die  Umstände  ein  Abweichen  von  einer  schematischen  Bewertung  nötig  machen 
können (BGer in StE 1988 B 72.13.22 Nr. 10 Erw. 2c). 

c)  Der  Steuergerichtshof  hat  sich  bereits  in  einem  Urteil  vom  8.  Juni  2001  mit  der 
Anwendbarkeit  der  Wegleitung  befasst.  In  Übereinstimmung  mit  der  einschlägigen  Lehre 
und  Rechtsprechung  gelangte  er  dabei  zum  Schluss,  dass  die  "Praktikermethode"  der 
Wegleitung  mit  der  doppelten  Gewichtung  des  Ertragswertes  einen  Kompromiss  darstelle, 
welcher  verhältnismässig  einfach  zu  handhaben  sei  und  in  den  meisten  Fällen  zu  einem 
vernünftigen  Ergebnis  führe.  Insofern  stelle  die  Wegleitung  eine  taugliche  Bewertungs-
grundlage  dar,  von  deren  Grundsätzen  nur,  aber  immerhin,  dann  abzuweichen  sei,  wenn 
eine bessere Erkenntnis des Verkehrswertes oder besondere Umstände dies gebieten (FZR 
2001, S. 167 ff. mit zahlreichen Hinweisen). 

d) Auch in der jüngeren Rechtsprechung und Lehre wird allgemein daran festgehalten, 
dass  bei  der  Verkehrswertschätzung  nicht  kotierter  Wertpapiere  die  Wegleitung  grund-
sätzlich zur Anwendung gelangen soll und dass eine abweichende Einschätzungspraxis nur, 
aber  immerhin,  dann  gerechtfertigt  ist,  wenn  eine  bessere  Erkenntnis  des  Verkehrwertes 
dies gebietet (vgl. etwa das Bundesgerichtsurteil 2A.590/2002 vom 22. Mai 2003, Erw. 2.2 

 
 
 
 
 
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und  3.1;  Verwaltungsgericht  ZH,  26.9.2007,  StE  2008  B  52.42  Nr.4;  Verwaltungsgericht 
ZG,  27.10.2005,  ZGGVP  2005,  S.  100  ff.;R.  ZIGERLIG  /  G.  JUD  in  Zweifel  /  Athanas, 
Kommentar zum schweizerischem Steuerrecht, I/1, Bundesgesetz über die Harmonisierung 
der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  [StHG],  2.  Aufl.,  Basel  2002,  N  18  zu 
Art. 14; M. KLÖTI-WEBER / D. SIEGRIST / D. WEBER, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 
Bern  2004,  §  50  N.  11  ff.;  F.  RICHNER  /  W.  FREI  /  S.  KAUFMANN  /  H.  U.  MEUTER,  Kommentar 
zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. Aufl., Zürich 2006, § 39 N. 21 ff.). Dement-
sprechend  hat  der  Steuergerichtshof  soeben  im  Urteil  4F  07  6  vom  28.  November  2008 
seine  Praxis  bestätigt  und  im  zu  beurteilenden  Fall  keinen  Anlass  gefunden,  um  von  den 
Grundsätzen der Wegleitung abzuweichen. 

a) Für die Bewertung der nicht kotierten Wertpapiere ohne vor- oder ausserbörsliche 

3. 
Kursnotierungen sieht die Wegleitung insbesondere folgende Regeln vor: 

Bei  Unternehmen  mit  nur  einer  Titelkategorie  entspricht  der  Steuerwert  eines  Titels  dem 
Unternehmenswert,  dividiert  durch  die  Anzahl  Titel  (quotaler  Unternehmenswert;  Ziff.  60 
Abs. 1). Der Unternehmenswert von Handels-, Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften 
ergibt  sich  aus  der  zweimaligen  Gewichtung  des  Ertragswertes  und  der  einmaligen 
Gewichtung  des  Substanzwertes  zu  Fortführungswerten  (Ziff.  41).  Demgegenüber  gilt  bei 
reinen  Holding-,  Vermögensverwaltungs-  und  Finanzierungsgesellschaften  der  Substanz-
wert  als  Unternehmenswert  (Ziff.  46).  Die  von  einer  Holdinggesellschaft  gehaltenen  nicht 
kotierten  Aktien  sind  -  unter  Vorbehalt  von  Abweichungen  "in  begründeten  Fällen"  - 
ebenfalls  nach  der  Wegleitung,  jedoch  mindestens  zum  Buchwert  zu  bewerten  (Ziff.  31  in 
Verbindung  mit  Ziff.  47).  Bei  der  Bewertung  ist  die  tatsächlich  ausgeübte  Tätigkeit  einer 
Gesellschaft massgebend (Ziff. 6). 

Da  zum  Zeitpunkt  der  Vermögensveranlagung  der  Steuerpflichtigen  die  massgebenden 
Jahresrechnungen der Unternehmen oft ausstehen, kann aus praktischen Gründen auf den 
für  das  Vorjahr  festgesetzten  Steuerwert  abgestellt  werden.  Weicht  jedoch  dieser  Steuer-
wert  wesentlich  vom  Steuerwert  ab,  der  sich  auf  Grund  der  massgebenden  Jahres-
rechnungen  ergibt,  (Veränderung  der  Ertrags-  und  Vermögenslage,  Kapitalveränderungen 
usw.),  kann  er  im  Veranlagungs-  oder  Beschwerdeverfahren  berichtigt  werden  (Ziff.  4). 
Grundlage für die Bestimmung des Ertragswertes sind in der Regel die zwei letzten vor dem 
massgebenden  Bewertungsstichtag  abgeschlossenen  Jahresrechnungen,  deren  Ergebnisse 
nach  näher  umschriebenen  Grundsätzen  zu  korrigieren  und  zu  kapitalisieren  sind  (vgl. 
Ziff. 7  ff.  und  42  ff.).  Der  Substanzwert  des  Unternehmens  wird  (nach  ebenfalls  näher 
umschriebenen  Regeln)  aufgrund  der  letzten  vor  dem  massgebenden  Bewertungsstichtag 
abgeschlossenen Jahresrechnung bestimmt (Ziff. 17 ff.). 

Für den Sonderfall von in Liquidation stehenden Gesellschaften sieht Ziff. 56 vor, dass sich 
der  Wert  nach  dem  mutmasslichen  Liquidationsergebnis  richtet;  die  Aktiven  sind  zu  Liqui-
dationswerten (Veräusserungswerte, die bei der Auflösung der Gesellschaft erzielt werden), 
die  echten  Passiven,  einschliesslich  anfallender  Liquidationssteuern  und  Liquidationskosten 
der Gesellschaft, zum Nennwert einzusetzen. Gemäss der Definition von Ziff. 55 steht eine 
Gesellschaft  im  Sinne  dieser  Bewertungsvorschriften  in  Liquidation,  wenn  sie  am  Be-
wertungsstichtag den statutarischen Gesellschaftszweck nicht mehr verfolgt, sondern - mit 
oder  ohne  Eintrag  im  Handelsregister  -  die  Verwertung  der  Aktiven  und  die  Erfüllung  der 
Verbindlichkeiten anstrebt. 

b) Die in der Wegleitung statuierte "Praktikermethode" beruht auf einem Kompromiss, 
dessen  schematischer  Charakter  aus  Praktikabilitätsgründen  bis  zu  einem  gewissen  Grad 

 
 
 
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hinzunehmen ist. Ausserordentliche Umstände, welche im Einzelfall ein Abweichen von den 
allgemeinen  Grundsätzen  rechtfertigen,  sind  daher  nicht  leichthin  anzunehmen.  In  diesem 
Sinne sind insbesondere allfällige (ertragswertbedingte) starke Schwankungen der Steuer-
werte der Aktien als systemimmanent hinzunehmen. Blosse, wenn auch erhebliche Gewinn-
schwankungen rechtfertigen also für sich allein noch keine - sei es wertvermindernde oder 
werterhöhende - Abweichungen von der Wegleitung. Dies gilt umso mehr, als der ermittelte 
Wert angesichts der periodisch stattfindenden Vermögensbesteuerung nur für einen relativ 
kurzen  Zeitraum  Gültigkeit  behält  und  eine  Anpassung  an  den  Geschäftsverlauf  gewähr-
leistet  ist.  Insofern  findet  ja  bei  der  Ermittlung  des  Vermögenssteuerwertes  über  längere 
Zeit  hinweg  ein  Wertausgleich  -  sowohl  nach  oben  als  auch  nach  unten  -  statt  (vgl.  das 
Urteil  des  Steuergerichtshofes  vom  8.  Juni  2001,  FZR  2001,  S.  167  Erw.  2  sowie  die  dort 
erwähnten Entscheide). Zudem ist nicht zu übersehen, dass gemäss der Wegleitung bei der 
Ertragswertbestimmung  dem  allgemeinen  Unternehmensrisiko,  auch  jenem  für  besonders 
krisenanfällige  oder  risikoreiche  Branchen  und  der  dadurch  bedingten,  nur  partiellen  Aus-
schüttbarkeit  erarbeiteter  Gewinne  an  die  Aktionäre  Rechnung  getragen  wird,  indem  der 
ermittelte  Reingewinn  um  30  %  gekürzt  wird  (Ziff.  15).  Die  Berücksichtigung  besonderer 
Umstände ist nur innerhalb des Grundprinzips, dass eine technisch-objektive und nicht eine 
subjektiv-wirtschaftliche Betrachtungsweise vorherrschen muss, möglich (ZIGERLIG / G. JUD, 
N 18 zu Art. 14 StHG). 

Im  Zusammenhang  mit  den  Sondervorschriften  für  die  in  Liquidation  stehenden  Gesell-
schaften  (Ziff.  55  f.  der  Wegleitung)  ist  schliesslich  darauf  hinzuweisen,  dass  das  Rein-
vermögen einer Aktiengesellschaft nur dort nach den Grundsätzen  einer Liquidationsbilanz 
zu ermitteln ist, wo eine Liquidation der Gesellschaft in nächster Zukunft durchgeführt wird. 
Ist  dies  nicht  der  Fall,  hat  die  Bewertung  von  den  Grundsätzen  auszugehen,  die  bei  einer 
Fortführung  der  Gesellschaft  massgebend  sind  (Verwaltungsgericht  ZH  26.9.2007,  StE 
2008 B 52.42. Nr. 4 / ZStP 2008, S. 70 ff. Erw. 3.2). 

sei 

4. 
a) Die Beschwerdeführer machen geltend, der Wert der Aktien der A. Holding AG sei 
auf die Werte der von dieser gehaltenen Tochtergesellschaften am Ende der Steuerperiode 
zurückzuführen.  Die  von  der  Vorinstanz  gemäss  dem  Kreisschreiben  28  vom  21.  August 
2006 (KS 28) aufgrund der Geschäftsabschlüsse 2002/2003 vorgenommene Bewertung der 
jedoch  angesichts  der  Aufgabe  der  Geschäftstätigkeit  einer  der 
Aktien 
Tochtergesellschaften (E. AG) per 30. September 2005 falsch. Dies gelte umso mehr, als in 
Ziff.  8  des  KS  28  ausdrücklich  vorgesehen  sei,  dass  ausserordentliche,  am  Stichtag  - 
vorliegend der 31. Dezember 2005 - bereits voraussehbare zukünftige Verhältnisse bei der 
Ermittlung  des  Ertragswertes  angemessen  berücksichtigt  werden  können.  Auch  in  der 
Wegleitung  zur  Steuererklärung  2005  des  Kantons  Freiburg  werde  betont,  der  an  sich 
herangezogene  Steuerwert  vom  31.  Dezember  2004  (aufgrund  der  Geschäftsabschlüsse 
2003 und 2004) könne im Verlauf des Veranlagungsverfahrens berichtigt werden, wenn die 
Bewertung merklich von derjenigen abweiche, die sich aus den Geschäftsabschlüssen 2004 
und  2005  ergeben  habe.  Wie  vorzugehen  sei,  falls  keine  normalen  Verhältnisse  vorliegen, 
werde im KS 28 genügend dargelegt. So werde unter A Ziff. 6 insbesondere bestimmt, dass 
bei  der  Bewertung  die  tatsächlich  ausgeübte  Geschäftstätigkeit  einer  Gesellschaft 
massgebend  sei.  Zudem  betrachte  Rz.  55  eine  Gesellschaft  als  im  Sinne  dieser 
Bewertungsvorschriften in Liquidation, wenn sie am Bewertungsstichtag den statutarischen 
Gesellschaftszweck  nicht  mehr  verfolge,  sondern  -  mit  oder  ohne  Eintrag 
im 
Handelsregister  -  die  Verwertung  der  Aktiven  und  die  Erfüllung  der  Verbindlichkeiten 
anstrebe.  Wenn  wie  vorliegend  von  der  E.  AG  keine  Geschäftstätigkeit  mehr  ausgeübt 
werde und faktisch eine Liquidation vorliege, betrage der Ertragswert Null. Eine Berechnung 

 
 
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unter  Berücksichtigung  dieser  Tatsache  ergebe  für  die  E.  AG  einen  Aktienwert  von  2'170 
Franken (Substanzwert der Gesellschaft: 2'169'812 Franken). 

b) Demgegenüber wendet die Vorinstanz in ihrer Beschwerdeantwort im Wesentlichen 
ein,  der  streitige  Steuerwert  der  nicht  kotierten  Aktien  sei  in  Übereinstimmung  mit  der 
Wegleitung ermittelt worden. Da es sich um die Steuerperiode 2005 handle, gelte das von 
den  Beschwerdeführern  angerufene  KS  28  noch  nicht.  Es  sei  jedoch  einzuräumen,  dass 
schon  nach  der  Wegleitung  die  am  Stichtag  voraussehbaren,  aussergewöhnlichen  Ereig-
nisse  für  die  Berechnung  des  Ertragswertes  angemessen  in  Betracht  gezogen  werden 
könnten. Im vorliegenden Fall sei zu beachten, dass der Aktienwert der A. Holding AG nur 
auf  der  Basis  des  Substanzwertes  zu  bewerten  sei.  Der  Ertragswert  komme  nur  für  die 
Berechnung des Aktienwertes der Tochtergesellschaften A. AG sowie R. AG (vormals E. AG) 
in Betracht. Die von der A. Holding AG gehaltene S. Holding AG, welche ihrerseits alleinige 
Besitzerin  der  erwähnten  Tochtergesellschaften  sei,  werde  ebenfalls  nur  auf  der  Basis  des 
Substanzwertes bewertet. Davon ausgehend wird die streitige Berechnung des veranlagten 
Aktienwertes wie folgt erläutert: 

"Im vorliegenden Fall wurde der Steuerpflichtige beim steuerpflichtigen Vermögen, für die 

100 von ihm gehaltenen Aktien der A. Holding, mit Fr. 7'615'000.00 besteuert, was einem 

Bruttowert  von  Fr.  76'150.00  pro  Aktie  von  nominal  Fr.  1'000.00  entspricht.  Dieser  Wert 

wurde  anhand  der  Abschlusszahlen  per  31.12.2004  ermittelt.  Damit  wir  diese  Schätzung 

erstellen  konnten,  mussten  wir  die  gehaltene  Beteiligung  von  100  Aktien  zu  nominal  Fr. 

1'000.00  der  S.  Holding  AG  berücksichtigen,  und  somit  die  steuerbaren  stillen  Reserven 

definieren.  Da  diese  Gesellschaft  ihre  Buchhaltung  normalerweise  ebenfalls  am  30.6. 

abschliesst,  hätte  als  Wert  für  die  Berechnung  derjenige  vom  30.6.04  herangezogen 

werden  müssen.  Nun  –  nach  Überprüfung  stellte  sich  heraus,  dass  dies  nicht der  Fall  ist. 

Der  irrtümlich  berücksichtigte  Wert  entspricht  dem  Aktienwert  der  S.  Holding  AG  vom 

31.12.2003 (Basis Abschluss 30.6.2003). Der Steuerwert der Aktien der A. Holding AG für 

die Steuerperiode 2005, auf der Basis der Zahlen aus dem Jahr 2004, müsste demzufolge 

Fr.  117'000.00  pro  Titel  betragen;  anstelle  der  beanstandeten  Fr.  76'150.00.  Für  den 

Aktionär  ergäbe  sich  daraus  ein  Privatvermögen  von  Fr.  11'700'000.00,  anstelle  von  Fr. 

7'615'000.00. Erwähnenswert ist, dass die für die Bewertung der Aktien der S. Holding AG 

am  30.6.2004  massgebenden  Werte  der  Tochtergesellschaften  sich  richtigerweise  auf 

deren Abschlusszahlen der Geschäftsjahre 2003 und 2002 abstützen. 

Die Besteuerung der Aktien im Privatvermögen von Herrn A., für die Steuerperiode 2005, 

ist  trotzdem  der  am  30.6.2006  mitgeteilte,  tiefere  Wert,  aufgrund  der  Kriterien  vom 

31.12.2004.  Wir  stimmen  mit  dem  vorgebrachten  Argument  des  Vertreters  überein, 

wonach  im  Veranlagungsverfahren  dieser  Steuerwert  neu  überdacht  werden  kann; 

insofern  dieser  wesentlich,  von  jenem  aufgrund  der  Jahreszahlen  2004  &  2005 

errechneten Steuerwert, abweicht. 

Der  Steuerwert  am  31.12.2005,  aufgrund  des  am  30.6.2005  abschliessenden  Geschäfts-

jahres, wurde von uns für die A. Holding AG errechnet und anschliessend am 26.10.2007 

dem  Steuerpflichtigen  mitgeteilt.  Aus  diesen  Berechnungen  geht  hervor,  dass  sich  der 

Steuerwert pro Aktie auf Fr. 103'600.00 beläuft, also weit über demjenigen Wert, der vom 

Steuerpflichtigen in seiner Steuererklärung 2005 deklariert worden ist. 

Die  für  die  Berechnung  angewandten  Elemente  sind  die  Steuerwerte  der  S.  Holding  AG, 

zum  massgebenden  Zeitpunkt  per  31.12.2005,  auf  der  Basis  der  am  30.06.2005 

abgeschlossenen  Geschäftsjahre,  wobei  sich  die  dazu  berücksichtigten  Steuerwerte  der 

 
 
 
- 8 -

beiden  Tochtergesellschaften  vom  31.12.2004  aufgrund  der  Jahresergebnisse  2004  & 

2003 ergeben." 

Schliesslich  widerspricht  die  Vorinstanz  der  Argumentation  der  Beschwerdeführer  mit  dem 
Hinweis, dass für die Tochtergesellschaften A. AG und R. AG (vormals E. AG), welche ihre 
Buchhaltung  jeweils  am  31.  Dezember  abschliessen,  nur  die  Werte  vom  31.  Dezember 
2004 in Frage kämen. Es sei "tatsächlich unmöglich, für eine von einer Holdinggesellschaft 
zu  berücksichtigen, 
gehaltene  Beteiligung  einen  Steuerwert  vom  31.12.2005 
währenddessen  die  beherrschende  Gesellschaft  (im  vorliegenden  Fall  S.  Holding  AG)  ihre 
Bücher  zu  einem  vorherigen  Zeitpunkt  (30.06.2005)  abgeschlossen  hat".  Ausserdem  habe 
sich  die  R.  AG  (vormals  E.  AG)  am  Stichtag  30.  Juni  2005  noch  gar  nicht  in  Liquidation 
befunden.  Somit  liege  der  besteuerte  Wert  der  A.  Holding  AG  sogar  "weit  unter  der 
Realität". 

5. 
a)  Wie  die  Vorinstanz  in  ihrer  Beschwerdeantwort  zu  Recht  betont  hat,  ist  für  die 
vorliegend  zur  Diskussion  stehende  Steuerperiode  2005  entgegen  der  Annahme  der  Be-
schwerdeführer nicht das KS 28, sondern noch die Wegleitung anwendbar. Dies ist jedoch 
bedeutungslos, soweit die einschlägigen Regelungen inhaltlich übereinstimmen. 

b) Vor dem Kantonsgericht bestreiten die Beschwerdeführer den veranlagten Steuer-
wert  der  Aktien  der  A.  Holding  AG  vor  allem  mit  der  angeblichen  Aufgabe  der 
Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft E. AG per 30. September 2005. Als Beweismittel 
haben  sie  den  entsprechenden  Jahresabschluss  per  31.12.2005  (datiert  vom  19.4.2006) 
sowie die Auszüge aus zwei Ertragskonten, aus denen sich die faktische Liquidation ergebe, 
ins Recht gelegt. 

Aus den beiden Kontoblättern ("32000 Warenertrag" und "36070 Ertrag verr. Transporte") 
ergibt  sich  tatsächlich  ein  Einbruch  der  Erträge  seit  dem  1.10.2005.  Dieser  wird  auf  einer 
selbst  verfassten  Zusammenstellung  ("Steuerliche  Bewertung  per  31.12.2005  der  Aktien") 
mit  der  Kündigung  sämtlicher  Lieferantenverträge  durch  die  Firma  F.  begründet,  wobei 
betont wird, die E. AG führe in Zukunft keine Aktivitäten mehr aus. Damit allein ist jedoch 
die  (unverzügliche  bzw.  unmittelbar  bevorstehende)  Liquidation  der  E.  AG  im  Sinne  der 
vorne  dargelegten  Grundsätze  (vgl.  Erw.  3a  und  b)  nicht  rechtsgenügend  nachgewiesen. 
Dies gilt umso mehr, als in den Akten kein einziges Dokument vorhanden ist, welches eine 
entsprechende  tatsächliche  Liquidation  der  Gesellschaft  bestätigen  würde.  Im  Gegenteil 
ergibt sich aus dem Handelsregisterauszug, dass weder eine eigentliche Liquidation, wie sie 
in  Art.  739  ff.  OR  (SR  220)  geregelt  ist,  noch  eine  Fusion  im  Sinne  des  Bundesgesetzes 
vom 3. Oktober 2003 über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung (SR 
220)  vorliegt.  Daran  ändert  auch  die  Tatsache  nichts,  dass  die  E.  AG  auf  den  1.  Januar 
2006  den  Firmennamen  gewechselt  (R.  AG),  den  Sitz  nach  X.  verlegt,  das  Kapital 
aufgestockt und den bisherigen statutarischen Zweck ausgeweitet hat. Dabei ging es wohl 
ganz  einfach  um  eine  Anpassung  an  die  veränderten  Verhältnisse,  wie  sie 
im 
Wirtschaftsleben  durchaus  geläufig  sind.  Die  Beschwerdeführer  waren  denn  auch  nicht  in 
der  Lage,  andere  massgebende  Unterlagen  (z.B.  Liquidationsbilanz,  Fusionsvertrag  usw.) 
einzureichen.  Von  einer  eigentlichen  Liquidation  der  E.  AG,  welche  eine  Bewertung  deren 
Aktien  bloss  nach  dem  mutmasslichen  Liquidationsergebnis  rechtfertigen  würde  (vgl.  Ziff. 
55  der  Wegleitung)  kann  somit  keine  Rede  sein,  sodass  sich  die  Beschwerde  in  diesem 
Punkt als unbegründet erweist. 

c)  Zu  prüfen  bleibt,  ob  die  von  den  Beschwerdeführern  geltend  gemachte  Ertrags-
einbusse  der  Tochtergesellschaft  E.  AG  im  Jahre  2005  zumindest  als  ausserordentliches 

 
 
 
 
- 9 -

Ereignis gewertet werden kann, welches im Sinne von Ziff. 4 der Wegleitung ein Abweichen 
vom Steuerwert der A.  Holding AG rechtfertigt, welcher für das Vorjahr (aufgrund der per 
31. Dezember 2004 abgeschlossenen Jahresrechnung) festgesetzt worden ist. 

Aus  dem  von  den  Beschwerdeführern  eingereichten  Geschäftsabschluss  per  31.  Dezember 
2005  (Beschwerdebeilage  7)  ergibt  sich,  dass  der  Bruttoertrag  der  E.  AG  in  diesem  Jahr 
gegenüber  dem  Vorjahr  von  6'302'464  Franken  auf  4'329'217  Franken  gesunken  ist,  was 
zum  grössten  Teil  auf  die  geltend  gemachte  Beendigung  der 
anscheinend 
Lieferantenverträge  mit  der  Firma  F.  zurückzuführen  ist.  Wie  das  Verwaltungsgericht  des 
Kantons  Zürich  in  seinem  bereits  erwähnten  Urteil  vom  26.  September  2007  (StE  2008  B 
52.42 Nr. 4) ausgeführt hat, kann der Wegfall eines Exklusivliefervertrages von erheblicher 
Bedeutung  allenfalls  ein  Abweichen  von  der  Wegleitung  rechtfertigen,  sofern  er  nicht  in 
weiter  Ferne  liegt  und  genügend  nachgewiesen  ist.  Im  vorliegenden  Fall  ist  jedoch  die 
Berücksichtigung dieses Ertragseinbruchs in den letzten drei Monaten des Jahres 2005 aus 
einem andern Grund zum vornherein ausgeschlossen: In der Tat ist ja davon auszugehen, 
dass  für  die  verschiedenen  Gesellschaften  deren  Geschäftsjahr  als  Steuerperiode  gilt 
(Art. 131  Abs.  2  DStG).  Dabei  scheinen  die  Beschwerdeführer  zu  übersehen,  dass  die  S. 
Holding  AG  ihr  Geschäftsjahr  je  per  30.  Juni  2005  abschloss,  während  die  Geschäftsjahre 
der  A.  Holding  AG  und  der  E.  AG  mit  dem  Kalenderjahr  übereinstimmen.  Demzufolge  war 
es  für  die  S.  Holding  AG  am  Ende  ihrer  Steuerperiode  2005  (Stichtag  30.  Juni)  gar  nicht 
möglich, die Bewertung ihrer Tochtergesellschaft E. AG aufgrund deren Geschäftsabschluss 
per 31. Dezember 2005 vorzunehmen. Angesichts dieser Divergenz im zeitlichen Abschluss 
konnte, wie die Vorinstanz in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht betont hat, der S. Holding 
AG  damals  nur  das  per  31. Dezember  2004  abgeschlossene  Geschäftsjahr 
ihrer 
Tochtergesellschaft  E.  AG  als  Bewertungsgrundlage  dienen.  Dies  wirkt  sich  entsprechend 
(indirekt)  auf  den  Geschäftsabschluss  der  A.  Holding  AG  (per  Ende  Jahr)  aus,  welcher  ja 
den  Substanzwert  der  S.  Holding  AG  umfasst.  An  dieser  Betrachtungsweise,  welche  durch 
den  zeitlichen  Ablauf  der  sich  beeinflussenden  Geschäftsabschlüsse  vorgegeben  wird, 
ändert  auch  der  Berichtigungsvorbehalt  für  wesentliche  Abweichungen  (Ziff.  4  der 
Wegleitung)  nichts.  Bei  dieser  Sonderregelung  geht  es  einzig  um  den  Vorbehalt  einer 
nachträglichen  Kenntnis  der  (am  Bewertungsstichtag)  massgebenden  Jahresrechnungen, 
im vorliegenden Fall also jener der A. Holding AG, welche sich gezwungenermassen auf die 
früher  (oder  zumindest  gleichzeitig)  abgeschlossenen  Jahresrechnungen  der  direkt  oder 
indirekt  gehaltenen  Gesellschaften  stützt.  Ebenso  wenig  spielt  es  eine  Rolle,  dass  die 
Beschwerdeführer  für  ihr  persönliches  Vermögen  aufgrund  des  Stichtages  vom  31. 
Dezember 2005 veranlagt werden, kann doch  auch auf diesen Zeitpunkt nur der  Wert der 
Aktien  der  A.  Holding  AG  massgebend  sein,  wie  er  sich  aus  deren  Geschäftsabschluss  per 
30.  Juni  2005  ergibt.  Ist  auf  diesen  Zeitpunkt  keine  wesentliche  ausserordentlich 
Veränderung  nachgewiesen,  so  bleibt  es  bei  der  Berücksichtigung  des  Steuerwertes  des 
Vorjahres. 

d)  Aus  der  Beschwerdeschrift  ist  nicht  klar  ersichtlich,  ob  sich  die  Beschwerdeführer 
auch  vor  dem  Kantonsgericht  noch  (wie im  Einspracheverfahren)  darauf  berufen,  dass  die 
andere  Tochtergesellschaft,  die  A.  AG,  im  Jahre  2004  einen  korrigierten  Gewinneinbruch 
von 95 % erlitten habe.  

Wie  dem  auch  sei,  ist  diesbezüglich  nochmals  zu  betonen,  dass  mit  der  grundsätzlichen 
Übernahme  des  Steuerwertes  des  Vorjahres  die  Wertschwankungen  der  nicht  kotierten 
Aktien  -  aus  den  bereits  dargelegten  Praktikabilitätsgründen  -  einfach  zeitverschoben  be-
rücksichtigt  werden,  wie  dies  übrigens  früher  im  System  der  Postnumerando-Besteuerung 
mit  Vergangenheitsbemessung  für  sämtliche  Einkommenselemente  der  Fall  war.  Das  mag 

 
 
 
- 10 -

zwar  in  einem  System  der  Gegenwartsbesteuerung  auf  den  ersten  Blick  erstaunen,  ist 
jedoch - zu Gunsten und zu Ungunsten der Steuerpflichtigen - bis zu einem gewissen Grad 
als systemimmanent hinzunehmen, sodass nur aus besonders erheblichen Gründen von der 
Berichtigungsklausel in Ziff. 4 der Wegleitung Gebrauch zu machen ist. 

Im  vorliegenden  Fall  wurden  die  Gründe  für  den  Umsatzeinbruch  der  A.  AG  von  den 
Beschwerdeführern  nie  näher  erläutert.  Insofern  werden  also  keine  besonderen, 
ausserordentlichen  Ursachen  geltend  gemacht,  geschweige  denn  nachgewiesen.  Dazu 
kommt,  dass  sich  aus  dem  beim  Kantonsgericht  eingereichten  Jahresabschluss  2005 
(Beschwerdebeilage  7)  interessante  Aufschlüsse  ergeben:  In  der  Tat  wird  im  einleitenden 
Bericht  der  Geschäftsleitung  ausdrücklich  betont,  das  Jahr  2005  sei  "wirklich  wie  voraus-
gesehen  das  Jahr  der  Ernte  aus  den  Tätigkeiten  der  vergangenen  zwei  Jahre"  gewesen. 
Dementsprechend wurden ein Betriebsgewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern von 
304'631  Franken  (gegenüber  einem  Verlust  von  -101'187  Franken  im  Vorjahr)  sowie  ein 
Unternehmungsgewinn nach  Steuern  von  252'040  Franken  (gegenüber  einem  solchen  von 
65'679 Franken im Vorjahr) ausgewiesen. Dies zeigt, dass es sich um - wenn auch starke - 
Ertragsschwankungen  der  A.  AG  handelt,  welche  -  wie  bereits  dargelegt  -  nach  dem 
allgemeinen  Bewertungssystem  einfach  zeitverschoben  berücksichtigt  werden.  Wollte  man 
allein  deswegen  im  vorliegenden  Fall  vom  ordentlichen  Bewertungssystem  abweichen,  so 
müsste  dann  auch  in  der  nächsten  Steuerperiode  (gestützt  auf  den  hervorragenden 
Geschäftsabschluss 2005) wiederum eine entsprechende Korrektur - diesmal zu Ungunsten 
der  Beschwerdeführer  -  vornehmen.  Eine 
jeweils  unverzügliche  Anpassung  des 
Ertragswertes macht insofern wenig Sinn und soll die Ausnahme bleiben. Im Übrigen lässt 
die  erwähnte  Erläuterung  im  Geschäftsbericht  2005  den  Schluss  zu,  dass  man  im  Jahre 
2004  trotz  der  momentanen  Ertragseinbusse  durchaus  auf  die  guten  Ertragsaussichten  in 
näherer  Zukunft  (bevorstehende  "Ernte")  vertrauen  konnte,  was  bei  der  Bewertung  einer 
Gesellschaft durchaus auch ins Gewicht fällt. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. 

e) Die Vorinstanz weist schliesslich in ihrer Beschwerdeantwort am Rande noch darauf 
hin, dass sie ihrer Berechnung irrtümlicherweise den Geschäftsabschluss der S. Holding für 
das  Jahr  2003  anstatt  2004  zugrunde  gelegt  habe.  Eine  entsprechende  Korrektur  würde 
sich jedoch zu Ungunsten der Beschwerdeführer auswirken. Sie verzichtet allerdings darauf, 
eine  Abänderung  der  angefochtenen  Veranlagung  zum  Nachteil  der  Beschwerdeführer  zu 
beantragen. 

Die  Beschwerdeführer  haben  sich  in  ihren  Gegenbemerkungen  zu  diesem  Aspekt  nicht 
geäussert. 

Die genaue Trageweite dieses Versehens der Vorinstanz lässt sich aufgrund der Akten nur 
beschränkt überprüfen. Unter den gegebenen Umständen sieht der Steuergerichtshof davon 
ab,  diesbezüglich  von  Amtes  wegen  nochmals  ein  neues  Veranlagungsverfahren  (zu 
Ungunsten der Beschwerdeführer) anzuordnen. 

6. 
 Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  sind  die  Kosten  den  Beschwerdeführern 
aufzuerlegen. (Art. 131 Abs. 1 VRG). Dabei gelangt der Tarif vom 17. Dezember 1991 der 
Verfahrenskosten  und  Entschädigungen  in  der  Verwaltungsjustiz  zur  Anwendung  (vgl. 
Art 146 f. VRG). 

Im  vorliegenden  Fall  erscheint  es  angemessen,  die  Gerichtsgebühr  auf  2'000.—  Franken 
festzusetzen. 

 
 
 
- 11 -

D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

Der Einspracheentscheid wird bestätigt. 

II.  Die  Kosten  (Gebühr:  2'000.  —  Franken)  werden  den  Beschwerdeführern  auferlegt. 

Diese Gerichtsgebühr wird, mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

Der vorliegende Entscheid kann gemäss 73 StHG und Art. 82 ff. des  Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen seit Eröffnung 
mit  einer  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  beim  Bundesgericht 
angefochten werden.  

Gegen  die  Festsetzung  der  Höhe  der  Verfahrenskosten  ist  innert  30  Tagen  die  Einsprache 
an  die  Behörde,  die  entschieden  hat,  zulässig,  sofern  nur  dieser  Teil  des  Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG). 

402.212