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**Case Identifier:** 9922299e-03e0-5b85-ab41-f4eaecc5fd55
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.03.2007 IV 2006/98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-98_2007-03-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/98

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 28.03.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 28.03.2007
Art. 43 Abs. 1 ATSG: Untersuchungsgrundsatz. Würdigung der 
medizinischen Akten; unzureichende Abklärung des physischen und 
psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin, unklare und 
teilweise widersprüchliche medizinische Aktenlage (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. März 2007, IV 
2006/98).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; a.o. Gerichtsschreiber Marcel Aebischer

Entscheid vom 28. März 2007

In Sachen

W.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, procap, Schweizerischer Invaliden-

Verband, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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IV-Leistungen

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Am 30. Juni 2000 erlitt W.___, geboren 1946, bei einem Sturz in ihrer Wohnung eine 

Trümmerfraktur des rechten Ellbogens mit Ellbogenluxation (Radiusköpfchen-

Trümmerfraktur). Das Radiusköpfchen wurde am 14. Februar 2001 operativ durch eine 

zementierte Prothese ersetzt (act. G 3.1/12 S. 2; G 3.2/27 S. 2 Ziff. 3). Am 21. Mai 2001 

meldete sich die Versicherte zum Bezug von Leistungen der IV an und beantragte eine 

Rente (act. G 3.1/2). Aufgrund der fortbestehenden Schmerzen im rechten Handgelenk 

wurde am 3. Mai 2002 eine Verkürzungsosteotomie der Ulna durchgeführt. Die hierbei 

verwendete Metallplatte wurde am 5. Februar 2003 entfernt (vgl. act. G 3.2/27 S. 2 Ziff. 

3). Die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten betrug seit dem Unfalldatum 100 %. Die 

Allianz Suisse als Unfallversicherung gemäss UVG anerkannte ihre Leistungspflicht und 

richtete die gesetzlichen Leistungen aus (act. G 3.1/21).

B.- a) Der von der Unfallversicherung zugezogene Experte, Dr. med. A.___, Facharzt für 

Orthopädie FMH, X.___, stellte bei der Versicherten mit Gutachten vom 15. März 2004 

die folgenden Diagnosen: Schmerzhafte Bewegungseinschränkung Ellbogen und 

Handgelenk rechts, Radiusköpfchenprothese wegen Nekrose und 

Verkürzungsosteotomie Ulna rechts, schnellender Finger III links sowie eine verheilte 

Metatarsale V Fraktur rechts. Dr. A.___ führte aus, trotz der vorgenommenen 

Operationen sei eine schmerzhafte Beweglichkeit sowohl am Hand- als auch am 

Ellbogengelenk zurückgeblieben. Das Bewegungsausmass am rechten Handgelenk sei 

minimal eingeschränkt. Ein Streckausfall am rechten Ellbogen von 30 Grad sei 

funktionell von untergeordneter Bedeutung. Störend sei die schmerzhafte 

Beweglichkeit, welche die Tätigkeit der Versicherten als Coiffeuse einschränke. In 

diesem Beruf bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Es könnten zwar einige 

Haarschnitte pro Tag ausgeführt werden, allerdings in deutlich verlangsamtem Tempo 

und mit langen Pausen. Für Haushalttätigkeiten betrage die Einschränkung 30 %. 

Diese Beurteilung gelte ab dem 1. April 2003, d.h. nach dem Abschluss der Heilung 

nach Metallentfernung (act. G 3.2/27 S. 4 Ziff. 6).

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b) Da Dr. A.___ bei der Versicherten aufgrund der Akten und der eigenen 

Untersuchungen nebst den somatischen Beschwerden auch eine psychische 

Problematik festgestellt hatte, zog er Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Psychiatrie 

und Psychotherapie, X.___, für eine psychiatrische Konsiliaruntersuchung bei. Dr. B.___ 

diagnostizierte mit Gutachten vom 22. März 2004 eine psychogene Überlagerung bei 

schmerzhafter Bewegungseinschränkung des linken Ellbogens und Handgelenks 

rechts nach Trümmerfaktur, Osteosynthese und prothetischem Ersatz des 

Radiusköpfchens sowie eine Anpassungsstörung mit Angst, Depression und Ärger 

(ICD-10 Z 60.8) infolge von Integritätsschaden, Langzeit-Arbeitslosigkeit und Verlust 

von Angehörigen bei Persönlichkeit mit histrionischen Zügen (ICD-10 Z 73.1). Er führte 

aus, die schon relativ stark arbeitsrelevanten Schmerzen der rechten Hand seien 

vermutlich überlagert mit neurotischen Mechanismen im Sinne einer Projektion von 

Versagens- und Schuldgefühlen auf einen Körperteil bzw. den Unfall oder den 

Versicherer. Die ganzen Mechanismen seien der Versicherten nicht bewusst und nicht 

durch eine Willensanstrengung zu überwinden. Die berufliche Eingliederung könnte 

dann Erfolg haben, wenn die Versicherte dadurch in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt 

würde. Allenfalls sei eine Tätigkeit denkbar, bei der ihre Anerkennungsbedürftigkeit 

positiv zum Tragen komme, z.B. nach entsprechender Umschulung an einem Kiosk, als 

Beraterin, Verkäuferin in einer kleinen Filiale oder an einer Reception (act. G 3.2/28 S. 4 

f.). Die psychiatrisch relevanten Beschwerden könnten nur teilweise objektiviert 

werden. Die Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sei nicht allein auf 

unfallbedingte somatische Ursachen zurückzuführen. Sie seien auch durch eine 

psychiatrische Erkrankung mitbedingt. Diese sei als Folge des Unfalls anzusehen. Es 

handle sich dabei um eine Fehlverarbeitung von Verlusten der körperlichen Integrität 

und um eine narzisstische Kränkung infolge der unfallbedingten Kündigung. Die 

psychische Fehlentwicklung stehe im Verhältnis zum restlichen unfallbedingten 

Beschwerdebild nicht im Vordergrund. Mit Sicherheit könne gesagt werden, dass die 

psychischen Ursachen sich nicht allein auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

auswirkten. Falls von orthopädischer Seite die Möglichkeit der Verlagerung der 

beruflichen Tätigkeit auf eine andere Arbeit bejaht werde, könne diese auch von 

psychiatrischer Seite bejaht werden. Es sei abzuraten von Tätigkeiten, welche im 

Hinblick auf das Sozialprestige wesentlich unter dem Beruf einer Coiffeuse lägen, wie 

z.B. Montage- oder Kontrollarbeiten. In einer anderen zumutbaren Tätigkeit bestehe 

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langfristig keine bleibende Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, sodass die 

Versicherte in einer den orthopädischen Gegebenheiten angepassten Tätigkeit mit 

einem normalen Arbeitspensum belastet werden könne. Für eine Einarbeitungszeit von 

maximal einem Monat dürfte eine Verminderung der Leistung von ca. 20 % bestehen. 

Die Prognose hinsichtlich des Gesundheitszustandes der Versicherten sei offen. 

Gelinge eine narzisstisch stärkende und existentiell sichere Integration in das 

Berufsleben werden die Konversionssymptomatik in den Hintergrund treten und die 

Anpassungsstörung verschwinden. Misslinge eine berufliche und auch soziale 

Reintegration, werde sich die Konversionssymptomatik fixieren und das depressive 

Syndrom chronifizieren. Aus psychiatrischer Sicht sei noch kein Endzustand erreicht 

(act. G 3.2/28 S. 5 ff. Ziff. 1-6).

c) Gestützt auf diesen Bericht und die eigenen Untersuchungen beantwortete Dr. A.___ 

die ihm von der Unfallversicherung mit dem Gutachtensauftrag gestellten Fragen. Er 

führte aus, die Dauerschmerzen im rechten Arm seien Restbeschwerden nach den 

durchgeführten Operationen. Es sei eine erstaunlich gute Beweglichkeit in den 

betroffenen Gelenken erzielt worden. Da aber mehrere Eingriffe stattgefunden hätten, 

müsse die gesamte Funktion der Gelenke als beeinträchtigt angesehen werden, was 

sich in Bewegungsschmerzen und einer verminderten Belastbarkeit äussere. Die 

eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei vorwiegend durch unfallbedingte somatische 

Ursachen bedingt. Zusätzlich formuliere Dr. B.___ eine Erkrankung, die als Unfallfolge 

anzusehen sei, bezogen auf die somatischen Beschwerden allerdings nicht im 

Vordergrund stehe. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde verursacht durch die 

Behinderung am rechten Arm, wo keine Lasten über 5 kg gehoben werden könnten. 

Ausserdem seien keine wiederholten Bewegungen im Hand- und Ellbogengelenk sowie 

keine Zwangshaltungen in einer schmerzhaften Position möglich. Es bleibe eine 

beidhändige Tätigkeit bei gut erhaltener Steh- und Sitzdauer unter Ausschluss dieser 

Einschränkungen vollschichtig zumutbar. Dies treffe auf einfache Montage- und 

Kontrollarbeiten zu, von welchen psychiatrischerseits jedoch abgeraten werde. Da die 

Patientin nicht mehr Auto fahre, entfalle auch eine Tätigkeit im Aussendienst (act. G 

3.2/27 S. 5 ff. Ziff. 1-7).

C.- a) Am 10. Mai 2004 nahm Dr. med. C.___, Spezialarzt FMH für Chirurgie, X.___, zu 

den Gutachten von Dr. A.___ und Dr. B.___ Stellung. Er führte aus, er gehe mit den 

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beiden Gutachtern weitgehend einig. In orthopädischer Hinsicht könne er sich der 

Ansicht anschliessen, wonach bis zum 31. August 2002 als Coiffeuse eine 100 %-ige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Seit diesem Zeitpunkt sei die Versicherte zu 60-70 

% arbeitsunfähig und werde dies auch bleiben. Die unfallbedingte Behandlung für die 

somatischen Leiden sei in Übereinstimmung mit Dr. A.___ per 1. April 2003 als 

abgeschlossen zu betrachten. Der Versicherten seien jedoch andere Tätigkeiten 

zumutbar. Geeignet seien alle Arbeiten, welche nicht ausschliesslich den rechten Arm 

belasteten, wie z.B. an einem Kiosk, an einer Tankstelle oder als Verkäuferin. Für 

leichtere Tätigkeiten erachte er sie momentan zu 60-70 % arbeitsfähig. Gleiches gelte 

für die Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht. Sollte eine adaptierte Tätigkeit 

gefunden werden, so könnte die Arbeitstätigkeit entsprechend noch gesteigert werden 

(act. G 3.2/24).

b) Mit Stellungnahme vom 2. Juni 2004 bezifferte der Regionale ärztliche Dienst für die 

Invalidenversicherung (RAD) die Arbeitsfähigkeit der Versicherten gestützt auf die 

Gutachten von Dr. A.___ und Dr. B.___ mit 80 % in einer adaptierten Tätigkeit (act. G 

3.1/39). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen leitete daraufhin ein Verfahren zur 

Abklärung beruflicher Massnahmen ein. Mit Abklärungsbericht vom 7. September 2004 

wurde ausgeführt, die Versicherte könne eigenen Angaben zufolge nicht zur Arbeit 

gehen, da sie einen Hund habe und diesen nicht in Fremdbetreuung geben wolle. 

Zudem könne sie am Morgen nicht aufstehen, sonst habe sie zuviel Stress. Eigentlich 

wolle sie eine Rente, damit die finanzielle Situation klar werde. Es sei versucht worden, 

die Versicherte zu einer Arbeitsabklärung bei der Kleika (Bereich Textil) zu motivieren. 

Sie sei jedoch längere Zeit als Selbständigerwerbende tätig gewesen und wolle 

deshalb weder in einer Fabrik noch als Angestellte arbeiten. Eine Eingliederung sei in 

dieser Situation nicht möglich, weshalb der Abklärungsauftrag abgeschlossen werde 

(act. G 3.1/43).

c) Mit Verfügung vom 15. Februar 2005 richtete die Unfallversicherung der Versicherten 

eine IV-Rente von 25 % aus (act. G 3.2/2). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft 

(vgl. act. G 3.1/55).

d) Am 6. Februar 2006 verneinte die IV-Stelle verfügungsweise den Anspruch der 

Versicherten auf berufliche Massnahmen. Sie könne weiterhin einer der Behinderung 

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angepassten Tätigkeit zu 80 % nachgehen. Demzufolge sei sie angemessen 

eingegliedert und benötige keine beruflichen Massnahmen (act. G 3.1/64). Mit 

Verfügung vom gleichen Datum wurde auch das Gesuch um Ausrichtung einer IV-

Rente abgewiesen. Dazu wurde ausgeführt, aufgrund der 80 %-igen Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit bestehe keine Invalidität im Sinne der IV-Gesetzgebung (act. 

G 3.1/65).

D.- a) Gegen die Verfügung betreffend IV-Rente liess die Versicherte über ihren 

Rechtsvertreter am 13. März 2006 Einsprache einreichen (act. G 3.1/68). Mit Entscheid 

vom 6. April 2006 wies die IV-Stelle die Einsprache ab.

b) Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 22. Mai 2006 mit dem 

Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien zusätzliche medizinische 

Abklärungen vorzunehmen. Zur Begründung legt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin unter anderem Stellungnahmen von Dr. med. D.___, Spezialarzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, X.___, und von Dr. med. E.___, Facharzt FMH 

für Allgemeinmedizin, Y.___, ins Recht (act. G 1).

c) Mit Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

d) Replicando hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 20. Juni 2006 an 

seinem Antrag fest. Ausserdem reicht er erneut eine Stellungnahme von Dr. D.___ ein 

(act. G 5).

e) Am 23. Juni 2006 reicht die Beschwerdegegnerin eine Duplik ein und hält ebenfalls 

an ihrem Antrag fest (act. G 7).

f) Auf die Ausführungen der Parteien und die ins Recht gelegten Akten wird, soweit 

entscheidwesentlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen 

werden.

II.

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1.- Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Bei der Prüfung eines 

allfälligen schon vor dem In-Kraft-Treten des ATSG entstandenen Anspruchs auf eine 

Rente der Invalidenversicherung sind die allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln 

heranzuziehen, gemäss welchen - auch bei einer Änderung der gesetzlichen 

Grundlagen - grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts galten. Demzufolge ist im 

vorliegend zu beurteilenden Fall der Rentenanspruch für die Zeit bis zum 31. Dezember 

2002 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu 

prüfen (BGE 130 V 329). Für den Verfahrensausgang ist dies indessen insofern von 

untergeordneter Bedeutung, als die im ATSG enthaltenen Umschreibungen hinsichtlich 

der invalidenversicherungsrechtlichen Invaliditätsbemessung keine substanziellen 

Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Normenlage 

brachten. Denn die im ATSG enthaltenen Definitionen der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 

ATSG), der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidität (Art. 8 ATSG) ebenso 

wie die Vorschrift über die Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16 ATSG) 

entsprechen den bisherigen, in der Invalidenversicherung von der Rechtsprechung 

dazu entwickelten Begriffen und Grundsätzen (BGE 130 V 343; Urteil I 528/2004 des 

Eidg. Versicherungsgerichts vom 24. Februar 2005, E. 1.1).

2.- a) Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 4 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) gilt die Invalidität als eingetreten, 

sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung 

erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Hinsichtlich des Anspruchs auf eine Rente 

der Invalidenversicherung gilt Folgendes: Ist die versicherte Person zu mindestens 40 

% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Viertelsrente. Beträgt der Invaliditätsgrad 

mindestens 50 %, so erhält sie eine halbe, bei mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente. 

Ab einer Invalidität von 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 

IVG). Diese Ordnung gilt für den Zeitraum nach der 4. IV-Revision ab 1. Januar 2004. 

Da ein allfälliger Anspruch auf eine Rente bereits per 1. Juli 2001 entstanden sein 

könnte, wären die früheren Rentenabstufungen zu beachten. Gemäss Art. 29 Abs. 1 

IVG entsteht der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 

der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbunfähig geworden ist (lit. a), oder 

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während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 

40% arbeitsunfähig gewesen war (lit. b).

b) Für die Bemessung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Der Vergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz 

lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des 

Einkommensvergleichs). Unter dem Valideneinkommen ist dabei jenes Einkommen zu 

verstehen, welches die versicherte Person als Gesunde tatsächlich erzielen würde (ZAK 

1992 S. 92 E. 4a; 1961 S. 367). Da die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall 

regelmässig weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des 

Valideneinkommens regelmässig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen 

Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (Urteil I 447/06 des Eidg. 

Versicherungsgerichts vom 5. September 2006, E. 1.3.1; vgl. auch UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Art. 16 N 11). Für den Einkommensvergleich sind die 

Verhältnisse im Zeitpunkt des (potentiellen) Beginns des Rentenanspruchs 

massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage 

zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis 

zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, bestätigt im Urteil I 

447/06 des Eidg. Versicherungsgerichts vom 5. September 2006, E. 1.3.3).

3.- a) Nach dem Untersuchungsgrundsatz hat die Behörde den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Welche konkreten Abklärungsmassnahmen in gesundheitlicher 

Hinsicht im Hinblick auf eine rechtsgenügliche Sachverhaltsermittlung geboten sind, 

lässt sich mit Blick auf die Besonderheiten des Einzelfalles nicht allgemein sagen. Der 

Versicherungsträger hat zunächst abzustecken, welche Bereiche für die zu 

entscheidende Frage massgebend sind. In der Folge hat er im Rahmen des so 

begrenzten Bereichs den Sachverhalt bis zur zweifelsfreien Eruierung abzuklären (UELI 

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KIESER, a.a.o., Art. 43 ATSG N 9, 11, je mit Hinweisen; SVR 2006 IV Nr. 10, S. 39). Auf 

die Erhebung von Beweisen kann nur verzichtet werden, wenn zweifelsfrei davon 

ausgegangen werden kann, diese vermöchten zur Erhellung eines 

Sachverhaltselementes nicht beizutragen (UELI KIESER, a.a.o., Art. 43 ATSG N 30 f.). 

Den Gerichtsbehörden steht es frei, bei bisher fehlender Abklärung die Sache zur 

Vornahme der erforderlichen Untersuchungen an den Verwaltungsträger 

zurückzuweisen (UELI KIESER, a.a.o., Art. 43 ATSG N 14 mit Verweis auf BGE 122 V 

163).

b) Um den Invaliditätsgrad einer versicherten Person bemessen zu können, ist die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Versicherungsgericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (SVR 2006 

IV Nr. 10, S. 39; BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

c) Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

d) Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist den im Rahmen des 

sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb). In Bezug 

auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 

125 V 353 E. 3b/cc).

4.- Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin sei 

in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit 

komme nicht in Betracht, da der Beurteilung der neutralen Experten Dr. A.___ und Dr. 

B.___ ein grösserer Stellenwert zukomme als derjenigen der erfahrungsgemäss nicht 

ganz unbefangenen behandelnden Ärzte, die aufgrund ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden 

als unabhängige Experten. Nachdem bereits eine bidisziplinäre Begutachtung 

stattgefunden habe, sei eine weitere Begutachtung nicht erforderlich (act. G 1.1). Dr. 

D.___ begründe nicht einmal ansatzweise, weshalb er auf eine Arbeitsfähigkeit von 

höchstens 50 % komme. Auch eine neue Diagnose stelle er nicht. Dr. D.___ beurteile 

den gleich gebliebenen Sachverhalt lediglich anders als Dr. B.___. So habe Dr. B.___ 

mit Gutachten vom 22. März 2004 erwähnt, dass die Konversionssymptomatik in den 

Hintergrund treten und die Anpassungsstörung verschwinden werde, falls eine 

narzisstisch stärkende und existentiell sichere Integration in das Berufsleben gelinge. 

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Die Beschwerdeführerin habe jedoch die Erwerbstätigkeit bisher nicht wieder 

aufgenommen, weshalb die erwähnte Verbesserung nicht eingetreten sei. Aus dem 

Ausbleiben der Verbesserung dürfe nicht auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes geschlossen werden. Die Konversionssymptomatik und das 

depressive Syndrom seien also noch wie Ende 2003 vorhanden, weshalb das 

Gutachten von Dr. B.___ weiterhin Gültigkeit habe (act. G 3; G 7). Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin macht demgegenüber eine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG geltend. Trotz der 

zunehmenden Problematik der psychischen Beschwerden seien keine weiteren 

Abklärungen vorgenommen worden. Da sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin seit der Beurteilung durch Dr. A.___ und Dr. B.___ verändert habe, 

sei ein Abstellen auf die Invaliditätsbemessung der Unfallversicherung nicht zulässig. 

Gemäss Dr. D.___ sei die im Gutachten gestellte Prognose mangels Integration ins 

Berufsleben im negativen Sinn eingetreten. Dr. D.___ erachte die Beschwerdeführerin 

höchstens zu 50 % arbeitsfähig und auch Dr. E.___ erachte eine Arbeitsunfähigkeit aus 

psychischer Sicht als gegeben. Aufgrund der vorliegenden Arztberichte sei erwiesen, 

dass die Beschwerdeführerin seit der letzten Beurteilung durch Dr. B.___ in 

psychischer Hinsicht eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

erlitten habe. Die Beschwerdegegnerin habe deshalb zu Unrecht auf das bereits zwei 

Jahre alte Gutachten von Dr. B.___ abgestellt. Stattdessen sei eine aktualisierte 

psychiatrische Beurteilung zu veranlassen (act. G 1; G 5).

5.- a) Die Beschwerdeführerin war infolge des Unfalls am 30. Juni 2000 in ihrem 

angestammten Beruf als Coiffeuse zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. act. G 3.2/27 S. 6 Ziff. 

3.1). Das Wartejahr gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG endete damit am 30. Juni 2001 und 

ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin entstand grundsätzlich am 1. Juli 2001. 

Fraglich ist deshalb zunächst, ob der Beschwerdeführerin mit Beginn ab 1. Juli 2001 

eine befristete IV-Rente auszurichten gewesen wäre und gegebenenfalls in welcher 

Höhe. Die Beschwerdegegnerin hat dies stillschweigend verneint. Gemäss dem 

Gutachten von Dr. A.___ war die Beschwerdeführerin als Coiffeuse bis zum 1. April 

2003 zu 100 % arbeitsunfähig. Seit diesem Zeitpunkt betrage die Arbeitsunfähigkeit als 

Coiffeuse 70 % (act. G 3.2/27 S. 4 Ziff. 6). An anderer Stelle im Gutachten erklärte Dr. 

A.___ jedoch im Widerspruch dazu, die Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse habe bis 31. 

August 2002 100 % betragen, seit dem 1. September 2002 liege sie bei 70 % (act. G 

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3.2/27 S. 6 Ziff. 3.1). Ebenso variieren die Angaben zur Höhe der Arbeitsunfähigkeit: So 

bezifferte Dr. A.___ die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Coiffeuse zwar 

wie gesehen grundsätzlich mit 70 %, spricht dann aber plötzlich doch nur noch von 

einer 50 %-igen Einschränkung (act. G 3.2/27 S. 8 Ziff. 5.2). Für Dr. C.___ scheinen die 

Angaben von Dr. A.___ plausibel zu sein. Mit Bericht vom 10. Mai 2004 interpretierte er 

sie so, dass bis zum 31. August 2002 als Coiffeuse eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit 

bestehe und die unfallbedingte Behandlung für die somatischen Leiden per 1. April 

2003 abzuschliessen seien (act. G 3.2/24 Ziff. 3-4). Eine solche Argumentation kann 

dem Gutachten von Dr. A.___ entgegen der Meinung von Dr. C.___ allerdings nicht 

entnommen werden, ging es in den genannten Ziffern 6 (S. 4) und 3.1 (S. 6) doch nur 

um die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse und nicht um den Abschluss der 

unfallbedingten Behandlung. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit bezifferte Dr. A.___ sodann mit 100 %, ohne jedoch deren Beginn 

und allenfalls den Verlauf genau anzugeben (act. G 3.2/27 S. 7 f. Ziff. 5.3, 3.4 und 3.5). 

Da die Beurteilung von Dr. A.___ im Gutachten (15. März 2004) retrospektiv erfolgte, 

kann an dieser Stelle nicht zuverlässig ermittelt werden, seit welchem Zeitpunkt und in 

welcher Höhe eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin überhaupt in einer 

adaptierten Tätigkeit besteht. Abgesehen davon widerspricht Dr. C.___ einer 100 %-

igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aber ohnehin: Seiner Meinung nach 

betrug die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit seit dem 1. September 2002 

lediglich 60-70 %. Allerdings sei diese steigerungsfähig, sollte eine auch der 

psychischen Einschränkung der Beschwerdeführerin entsprechende Anstellung 

gefunden werden können (act. G 3.2/24 Ziff. 7 und 9). Zusammenfassend steht 

aufgrund obiger Ausführungen bisher lediglich verlässlich fest, dass die 

Beschwerdeführerin als Coiffeuse bis zum 30. August 2002 zu 100 % arbeitsunfähig 

war. Nicht klar eruierbar ist hingegen, ob die vollständige Arbeitsunfähigkeit als 

Coiffeuse gar bis zum 1. April 2003 gedauert hat und seit welchem Zeitpunkt bzw. in 

welcher Höhe eine adaptierte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu 

veranschlagen ist. Alles in allem ist die medizinische Aktenlage mit Blick auf die 

somatischen Leiden der Beschwerdeführerin unklar und teilweise widersprüchlich. Es 

kann somit nicht beurteilt werden, für welchen Zeitraum und in welcher Höhe der 

Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin eine mit Beginn am 1. Juli 2001 

befristete IV-Rente auszurichten gewesen wäre. Die Streitsache ist folglich bereits in 

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diesem Punkt zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

b) In psychischer Hinsicht ist sodann Folgendes festzuhalten: Im Recht liegt eine 

interne Anfrage an den RAD vom 17. Mai/2. Juni 2004, in welcher ausgeführt wird, 

gemäss den Gutachten von Dr. A.___ und Dr. B.___ betrage die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin als Coiffeuse 50 % und in einer adaptierten Tätigkeit 100 %. In 

psychiatrischer Hinsicht bestehe eine 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten. 

Der RAD bestätigte daraufhin aus medizinischer Sicht eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit (act. G 3.1/39). Indem die 

Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit dem RAD den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente mit der Begründung abgelehnt hat, diese sei in 

einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig, stützt sie sich für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit offenbar primär auf das Gutachten von Dr. B.___. Im Zusammenhang 

mit diesem Gutachten gilt es zunächst einmal anzuführen, dass darin entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin an keiner Stelle eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in 

einer adaptierten Tätigkeit postuliert wird. Dr. B.___ erklärte lediglich, die 

Beschwerdeführerin sei in einer den orthopädischen Gegebenheiten angepassten 

Tätigkeit mit einem normalen Arbeitspensum belastbar. Für eine Einarbeitungszeit von 

maximal einem Monat dürfte eine Verminderung der Leistung von ca. 20 % bestehen 

(act. G 3.2/28 S. 7 Ziff. 5.2). Auch aus den übrigen medizinischen Akten geht keine 

Arbeitsfähigkeit von 80 % hervor. So erklärte insbesondere Dr. C.___ mit Bericht vom 

10. Mai 2004, er erachte die Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht momentan 

bloss zu 60-70 % arbeitsfähig. Insgesamt ist aufgrund der Aktenlage somit nicht 

nachvollziehbar, wie die Beschwerdegegnerin bzw. der RAD auf eine adaptierte 

Arbeitsfähigkeit von 80 % kommen.

c) Das Gutachten von Dr. B.___ vom 22. März 2004 erfüllt die formellen Kriterien an ein 

medizinisches Gutachten, insbesondere berücksichtigt es die vorhandenen Akten, 

erhebt eine persönliche, berufliche und familiäre Anamnese unter Einbezug der von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden, basiert auf zusätzlich durchgeführten 

Untersuchungen bzw. den gestützt darauf erhobenen Befunden, Diagnosen sowie 

Beurteilungen und beantwortet die gestellten Fragen anschliessend daran ausführlich. 

Ausserdem ist die ärztliche Beurteilung einleuchtend, schlüssig und begründet (vgl. 

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zum Aufbau eines Gutachtens UELI KIESER, Die rechtliche Würdigung von 

medizinischen Gutachten, in: Schaffhauser/Schlauri, Rechtsfragen der medizinischen 

Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 145 f., 150 f.). Dieser 

Auffassung sind auch Dr. C.___ und Dr. D.___, indem sie ausführten, mit dem 

Gutachten weitgehend einig zu gehen (act. G 3.2/24 Ziff. 9) bzw. das Gutachten sei 

sehr sorgfältig abgefasst und er (Dr. D.___) könne sich mit den Schlussfolgerungen zu 

jenem Zeitpunkt einverstanden erklären (act. G 5.1). Allerdings erklärte Dr. B.___ auch, 

in psychiatrischer Sicht sei bei der Beschwerdeführerin noch kein Endzustand erreicht 

und die Prognose sei offen. Gelinge eine narzisstisch stärkende und existenziell sichere 

Integration in das Berufsleben, werde die Konversionssymptomatik in den Hintergrund 

treten und die Anpassungsstörung verschwinden. Misslinge eine berufliche und auch 

soziale Integration, werde sich die Konversionssymptomatik hingegen fixieren und das 

depressive Syndrom chronifizieren (act. G 3.2/28 S. 7 Ziff. 6, Ziff. 5.4). Die Prognose 

von Dr. B.___ stand zu jenem Zeitpunkt mit anderen Worten unter dem Vorbehalt einer 

beruflichen und sozialen Integration der Beschwerdeführerin. Eine solche ist allerdings 

misslungen. Die Beschwerdeführerin hat, wie schon nach ihrem Unfall im Juni 2000, 

auch nach der Begutachtung weder gearbeitet noch konnte sie sich sozial besser 

integrieren. Dr. D.___ verwies mit Schreiben vom 7. Juni 2006 auf die zitierten 

Aussagen von Dr. B.___ und erklärte, in den letzten zwei Jahren sei die Prognose im 

negativen Sinn eingetreten. Der Beschwerdeführerin gehe es psychisch immer 

schlechter und die körperliche Symptomatik habe sich nicht gebessert. Sie ziehe sich 

immer mehr zurück und leide unter Existenzängsten. Ausserdem stehe sie vor dem 

dauernden Gefühl, alles breche zusammen. Sie zeige eine zunehmende Verstärkung 

der depressiven Symptomatik. Insgesamt halte er die Beschwerdeführerin für 

höchstens 50 % arbeitsfähig, aber auch dies sei relativ. Die Zumutbarkeit und 

Vermittelbarkeit sei möglicherweise gar nicht mehr gegeben (act. G 5.1). Dr. D.___ 

äusserte sich bereits in zwei früheren Schreiben (22. März bzw. 1. Mai 2006) in diese 

Richtung, indem er erklärte, der Beschwerdeführerin gehe es seit der Begutachtung 

durch Dr. B.___ zunehmend schlechter und er halte sie noch für höchstens 50 % 

arbeitsfähig (act. G 1.3; G 1.4). Schlussendlich hielt auch Dr. E.___ mit Schreiben vom 

9. Januar 2006 fest, der der Beschwerdeführerin attestierte IV-Grad sei in psychischer, 

aber auch in orthopädischer Hinsicht zu niedrig (vgl. act. G 1.5). Im Zeitpunkt des 

Erlasses des Einsprachentscheids (6. April 2006) lagen der Beschwerdegegnerin die 

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Schreiben von Dr. E.___ vom 9. Januar 2006 und Dr. D.___ vom 22. März 2006 bereits 

vor. Zu diesem Zeitpunkt bestanden somit Anzeichen für eine möglicherweise 

erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin. Angesichts der Tatsache, dass gemäss Dr. B.___ am 22. März 

2004 aus psychiatrischer Sicht noch kein Endzustand erreicht war und er die 

Zukunftsprognose deshalb offen gelassen hat, hätte die Beschwerdegegnerin diese 

Indizien nicht einfach ignorieren und davon ausgehen dürfen, die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit aufgrund der Konversionssymptomatik und des depressiven Syndroms 

bestünden noch in gleicher Weise wie zum Zeitpunkt der Begutachtung gegen Ende 

2003. Sie durfte eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bei 

Erlass des Einspracheentscheids nicht ausschliessen. Indem die Beschwerdegegnerin 

auf weitere psychiatrische Abklärungen verzichtet und stattdessen auf das über zwei 

Jahre alte Gutachten von Dr. B.___ abgestellt hat, hat sie den Untersuchungsgrundsatz 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt. Deshalb spielt es keine Rolle, dass es sich bei Dr. D.___ 

und Dr. E.___ um die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin handelt. Ihre 

Angaben zur Entwicklung der psychischen Störung sind ernst zu nehmen, zumal dem 

Gutachten von Dr. B.___ aus den genannten Gründen kein voller Beweiswert 

zukommen kann. Die Streitsache ist somit auch in diesem Punkt zur Vornahme 

ergänzender medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

d) Unzutreffend ist das Argument der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin 

habe selbst dann keinen Rentenanspruch, wenn von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen würde. Die Beschwerdeführerin habe ihr 

ganzes Leben als Coiffeuse gearbeitet und stets unterdurchschnittlich verdient. Ohne 

Gesundheitsschaden würde sie heute ein Jahreseinkommen von rund Fr. 24'000.-- 

erzielen. Gemäss den Tabellenlöhnen verdienten selbst Frauen ohne Qualifikationen 

2004 Fr. 48'585.--. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % resultiere immerhin noch ein 

Einkommen von Fr. 24'293.--, womit die Beschwerdeführerin keine Erwerbseinbusse 

erleide (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin übersieht, dass diese 

Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung auszugleichen ist, da sich den Akten keine Anhaltspunkte dafür 

entnehmen lassen, dass die Beschwerdeführerin sich aus freien Stücken mit einem 

bescheideneren Einkommen hätte begnügen wollen, als sie es hätte erzielen können 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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(vgl. zur Berechnung etwa die Urteile I 443/01 und I 552/04 E. 3.3 des Eidg. 

Versicherungsgerichts vom 1. März 2002 bzw. 8. Juni 2005).

6.- a) Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 6. April 2006 aufzuheben 

und die Sache ist zur Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Je nach dem konkreten Abklärungsergebnis wird die 

Beschwerdegegnerin die nötigen Eingliederungsmassnahmen bzw. ein Mahn- und 

Bedenkzeitverfahren durchführen zu haben, sollte sich die Beschwerdeführerin 

weiterhin zumutbaren Eingliederungsmassnahmen widersetzen (vgl. dazu das 

Kreisschreiben des BSV über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], 

Stand 1. Juli 2006, Rz 1007 ff.).

b) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, auch wenn sie – wie vorliegend der Fall – keinen Antrag auf Zusprechung 

einer Parteientschädigung gestellt hat (vgl. BGE 118 V 140 f.). Als Obsiegen gilt nach 

ständiger Rechtsprechung auch die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks 

ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb in fine). Die Parteientschädigung 

wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 750.-- 

bis Fr. 7'500.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 

3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 6. April 

2006 aufgehoben und die Sache wird zur Vornahme ergänzender medizinischer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.03.2007
	Art. 43 Abs. 1 ATSG: Untersuchungsgrundsatz. Würdigung der medizinischen Akten; unzureichende Abklärung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin, unklare und teilweise widersprüchliche medizinische Aktenlage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. März 2007, IV 2006/98).

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		2025-07-19T16:35:09+0200
	"9001 St.Gallen"
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