# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8936e73-c2e6-565d-b9a2-27c2b3daca87
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.10.2008 C-3011/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3011-2008_2008-10-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3011/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Michael Peterli, Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

H._______i,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente, Verfügung vom 1. April 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3011/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der am (...) 1948 geborene Beschwerdeführer deutscher Nationa-
lität mit Gesuch vom 16. August 2006 (act. 3), eingegangen bei der So-
zialversicherungsanstalt  des  Kantons  St.  Gallen,  IV-Stelle  (nachfol-
gend: IV-Stelle St. Gallen) am 17. August 2006, eine Invalidenrente be-
antragt hat,

dass dem Beschwerdeführer mit Arztbericht der Klinik X._______ vom 
27. September  2006  (act.  14  S. 5-6),  unterzeichnet  von R._______, 
dipl.  Psychologe  FH,  und  Dr.  med.  K._______,  Chefarzt 
Psychosomatik, eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 10. April 2006 
bis  14.  Mai  2006  und  eine  solche  von  50%  ab  dem  15.  Mai  2006 
bescheinigt worden ist,

dass die IV-Stelle St. Gallen mit Auftrag vom 18. Januar 2007 (act. 25) 
gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. S._______ vom Regiona-
len Ärztlichen Dienst (nachfolgend: RAD) Ostschweiz vom 19. Dezem-
ber  2006  (act.  22  S.  2)  eine  Begutachtung  des  Beschwerdeführers 
durch Dr. med. G._______,  Facharzt  für  Psychiatrie  und Neurologie, 
veranlasst hat,

dass Dr. med. G._______ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 
14. August 2007 (act. 27) die Diagnosen einer derzeit  mittelgradigen 
bis schweren rezidivierenden depressiven Störung und einer Persön-
lichkeitsstörung mit selbstunsicheren und dependenten Zügen gestellt 
hat,

dass der Gutachter ausgehend von den genannten Diagnosen eine Ar-
beitsfähigkeit von 25% im angestammten Beruf und von 50% in einer 
angepassten Tätigkeit festgestellt hat,

dass die  IV-Stelle  St. Gallen  gestützt  auf  die Angaben von Dr. med. 
G._______ im Einkommensvergleich vom 26. Oktober 2007 (act. 29) 
einen Invaliditätsgrad von 50% errechnet hat, 

dass die IV-Stelle St. Gallen dem Beschwerdeführer mit  Vorbescheid 
vom 30. November 2007 (act. 33) mitgeteilt hat, er habe mit Wirkung 
ab 1. April 2007 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente, 

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dass der Beschwerdeführer gegen den Vorbescheid vom 30. Novem-
ber 2007 mit Eingabe vom 4. Januar 2008 (act. 34) Einwand erhoben 
hat,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Einwand  vom 4. Januar  2008  einen 
Bericht von Dr. med. O._______, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 22. Januar 2007, in dem dieser den Beschwerdeführer 
als zu 75% arbeitsunfähig einstufte, sowie einen an die Pensionskasse 
gerichteten Antrag seiner Arbeitgeberin vom 13. Dezember 2007 auf 
Höherbewertung seiner Invaliditätspensionierung auf 100% eingereicht 
hat,

dass die IV-Stelle St. Gallen den Text der zu erlassenden Verfügung 
mit  Schreiben vom 29. Januar 2008 (act. 39) an die Schweizerische 
Ausgleichskasse  in  Genf  übermittelt  hat  mit  der  Aufforderung,  die 
Geldleistung zu berechnen,  die Verfügung zu erstellen und diese zu 
versenden,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz) 
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. April 2008 (act. 46) eine 
halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 1. April 2007 zugesprochen hat,

dass  die  Vorinstanz  ihren  Entscheid  damit  begründet  hat,  der  Be-
schwerdeführer  habe mit  Einwand vom 4. Januar  2008 keine neuen 
medizinischen Sachverhalte geltend gemacht,

dass der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Simon Kehl 
(vgl. Vollmacht vom 24. April 2008 [act. 50]), die Verfügung der Vorin-
stanz vom 1. April 2008 mit Beschwerde vom 7. Mai 2008 beim Bun-
desverwaltungsgericht  angefochten hat  mit  den  Anträgen,  die  Verfü-
gung der  Vorinstanz sei  aufzuheben und dem Beschwerdeführer  sei 
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei der Sachver-
halt neu abzuklären oder seien Eingliederungsmassnahmen zu treffen 
und danach über die Rentenfrage neu zu befinden, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Beschwerdeergänzung vom 12. Juni 
2008 neu einen von Dr. T._______, Fachärztin für Neurologie/Psychiat-
rie und Psychotherapie, Dr. R._______ und Dr. N._______ unterzeich-
neten  Entlassbrief  des  Zentrums  für  Psychiatrie  Y._______  vom 13. 
Dezember  2007,  einen von Dr. T._______ und Dr. N._______ unter-
zeichneten Bericht vom 26. Februar 2008 derselben Institution sowie 
einen weiteren, von Dr. T._______ und Dr. N._______ unterzeichneten 

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Entlassbrief  des  Zentrums  für  Psychiatrie  Y._______  vom  14.  April 
2008 eingereicht hat, 

dass die Vorinstanz mit  Vernehmlassung vom 2. Juli  2008 die Aufhe-
bung der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  an 
die Verwaltung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts beantragt hat,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Antrags ausgeführt hat, ge-
mäss  Entlassbrief  vom  14.  April  2008  liege  ein  ausserordentlich 
schwerer Verlauf der Erkrankung vor und und sei von einer vollständi-
gen Erwerbsunfähigkeit  auszugehen,  und  nach  Rücksprache  mit  Dr. 
med. S._______ vom RAD Ostschweiz scheine es sich um eine weite-
re depressive Episode zu handeln, wobei derzeit nicht gesagt werden 
könne,  ob eine andauernde gesundheitliche Verschlechterung einge-
treten sei,

dass der Beschwerdeführer mit  Replik vom 15. Juli  2008 implizit  hat 
mitteilen lassen, er sei mit dem Antrag der Vorinstanz einverstanden,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgeset-
zes  vom 17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (Verwal-
tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d 
VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 
über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) für  die Behandlung 
der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist 
und an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse 
hat, so dass er gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, 
SR 830.1; vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG) zur Beschwerdeführung legi-
timiert ist,

dass die am 7. Mai 2008 der Schweizerischen Post übergebene Be-
schwerde  fristgerecht  und  im  Übrigen  auch  formgerecht  eingereicht 
worden ist, so dass darauf einzutreten ist,

dass gemäss Art. 49 Bst. b VwVG die unrichtige oder unvollständige 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann,

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dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Akten keine Veran-
lassung hat, die Notwendigkeit weiterer sachverhaltlicher Abklärungen 
im Sinn der  ärztlichen Stellungnahme von Dr. med. S._______ bzw. 
des Antrags der Vorinstanz vom 2. Juli 2008 anzuzweifeln,

dass somit der rechtserhebliche Sachverhalt unvollständig festgestellt 
erscheint,

dass daher dem Antrag der Vorinstanz und dem Eventualantrag des 
Beschwerdeführers  auf  Gutheissung  der  Beschwerde  und  Rückwei-
sung der Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts gestützt auf 
Art. 61 Abs. 1 VwVG stattzugeben ist,

dass dem obsiegenden Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario),

dass  dem obsiegenden  Beschwerdeführer  gemäss  Art.  64  VwVG in 
Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) eine Parteientschädigung für ihm erwachsene 
notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen ist,

dass der Rechtsvertreter  des Beschwerdeführers mit  Replik vom 15. 
Juli 2008 eine Kostennote in der Höhe von Fr. 3'287.00 eingereicht hat, 
basierend auf einem Zeitaufwand von 13 Std. 35 Min. à Fr. 240.00 zu-
züglich Spesen von Fr. 27.00,

dass die Parteientschädigung für Beschwerdeverfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht die Kosten der Vertretung sowie allfällige weite-
re notwendige Auslagen der Partei  umfasst,  die Parteientschädigung 
nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin 
zu bemessen ist und der Stundenansatz für Anwälte und Anwältinnen 
mindestens  200  und  höchstens  400  Franken  (exkl.  Mehrwertsteuer) 
beträgt  (Art.  64  VwVG  in  Verbindung  mit  Art.  7,  Art.  9  und  Art.  10 
VGKE),

dass sich der Rechtsvertreter nicht mit einem komplexen Sachverhalt 
zu befassen hatte und es sich bezüglich der zeitlichen Inanspruchnah-
me um einen eher unterdurchschnittlichen Fall  handelt,  da die Vorin-
stanz bereits in ihrer Vernehmlassung die Gutheissung der Beschwer-
de  und  Rückweisung der  Sache zur  erneuten  Beurteilung  beantragt 
hat,

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dass  daher  der  vorliegend  notwendige  Zeitaufwand  in  Berücksichti-
gung des Umfangs der Beschwerdeschrift  und der Akten auf 10 Std. 
veranschlagt wird, ausmachend ein Anwaltshonorar von Fr. 2'400.00,

dass  gemäss  Art.  5  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom  2. September 
1999  über  die  Mehrwertsteuer  (Mehrwertsteuergesetz,  MWSTG,  SR 
641.20) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Bst. c MWSTG für Leistungen 
von Anwälten, die im Ausland erbracht werden, keine Mehrwertsteuer 
geschuldet ist und diese demzufolge nicht entschädigt wird (Art. 9 Abs. 
1 Bst. c VGKE),

dass die Parteientschädigung damit auf Fr. 2'427.00 festzusetzen und 
diese von der Vorinstanz zu leisten ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen,  und die  Verfügung vom 1. April 
2008 wird aufgehoben.

2.
Die Angelegenheit  wird  zur  weiteren Abklärung des Sachverhalts  im 
Sinn der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung 
von Fr. 2'427.00 zu bezahlen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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