# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 234b9720-98cc-529c-893d-d2c291f7b574
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.04.2016 715 15 391 / 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-15-391---95_2016-04-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
Vom 21. April 2016 (715 15 391 / 95) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Insolvenzentschädigung; Verletzung der Schadenminderungspflicht. Lohnausstände 
sind frühzeitig und mit Nachdruck zu verfolgen und rechtlich einzufordern, andernfalls 
die versicherte Person ihren Anspruch auf Insolvenzentschädigung verliert.  
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Insolvenzentschädigung 
 
 
 
A.  Die 1980 geborene A.____ war seit 1. April 2011 bei der B.____ GmbH in einem unbe-
fristeten Anstellungsverhältnis als C.____ tätig. Dieses Arbeitsverhältnis wurde ihr am 27. Sep-
tember 2012 per Ende November 2012 aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Zwischen Feb-
ruar 2013 und 23. November 2013 arbeitete A.____ im Stundenlohn erneut für die B.____ 
GmbH. Dabei erhielt sie im August 2013 letztmals einen Teil des vereinbarten Lohnes ausbe-
zahlt. 
 

 
 
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B. Am 10. März 2015 wurde über die B.____ GmbH der Konkurs eröffnet. Am 21. April 
2015 stellte A.____ bei der öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Kasse) einen Antrag auf 
Insolvenzentschädigung für den ausstehenden Lohn bis zum 23. November 2013 in der Höhe 
von CHF 9‘530.20.  
 
C. Mit Verfügung vom 8. Juni 2015 lehnte die Kasse den Antrag auf Insolvenzentschädi-
gung mit der Begründung ab, dass die Versicherte ihrer Schadenminderungspflicht nicht nach-
gekommen sei. Sie habe es insbesondere unterlassen, die offenen Lohnforderungen bei ihrer  
ehemaligen Arbeitgeberin rechtsgenüglich geltend zu machen. Eine dagegen erhobene Ein-
sprache wies die Kasse mit Einspracheentscheid vom 17. November 2015 ab.  
 
D. Hiergegen erhob die Versicherte am 16. Dezember 2015 Beschwerde beim Kantons-
gericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), 
und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die 
Ausrichtung der ihr zustehenden Insolvenzentschädigung. Zur Begründung machte sie geltend, 
dass ihr der ausstehende Lohn zustehe, weil sie dafür gearbeitet habe. Daran ändere nichts, 
dass sie die Lohnausstände nicht rechtzeitig mit einem unmissverständlichen Zeichen wie bei-
spielsweise einer Betreibung oder einer Konkursandrohung ernsthaft bei ihrer ehemaligen Ar-
beitgeberin moniert habe. Sie habe auf die Aussage des Geschäftsführers ihrer ehemaligen 
Arbeitgeberin vertraut. Dieser habe versprochen, ihr das Salär zu überweisen. 
 
E. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 1. Februar 2016 auf Abweisung der Be-
schwerde. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Versicherte eingestanden 
habe, die ausstehenden Löhne noch während des Arbeitsverhältnisses lediglich mündlich sowie 
per Email geltend gemacht zu haben. Auch nach der Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses 
habe sie es lediglich bei einer mündlichen Geltendmachung belassen, wobei keinerlei Akten 
vorhanden wären, welche ihre Aussage bestätigen würden. Es gehe nicht an, dass die Versi-
cherte eineinhalb Jahre untätig geblieben sei. Daran ändere auch nichts, dass sie ein sehr gu-
tes Verhältnis zum Geschäftsführer ihrer ehemaligen Arbeitgeberin und dessen Familie inne 
gehabt habe. Zusammenfassend habe die Beschwerdeführerin ihre Schadenminderungspflicht 
verletzt. Sie besitze daher keinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten ist einzutreten.  
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von CHF 10'000.- 
durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den 
Anspruch auf Insolvenzentschädigung im Umfang von CHF 9‘530.20 zu Recht verneint hat. Die 
Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 
 

 
 
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2.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG haben beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeit-
gebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder Arbeitnehmende beschäf-
tigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihre Arbeitgeber der Konkurs eröffnet 
wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen. Gemäss Art. 52 Abs. 1 AVIG 
deckt die Insolvenzentschädigung die Lohnforderungen für die letzten vier Monate des Arbeits-
verhältnisses vor der Konkurseröffnung des Arbeitgebers, für jeden Monat jedoch nur bis zum 
Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 1 AVIG. Der gesetzliche Zweck der Insolvenzentschädigung be-
steht im Schutz der Lohnguthaben der Arbeitnehmerenden und soll diesen im Konkursfall ihres 
Arbeitgebers den Lebensunterhalt garantieren. Damit soll vermieden werden, dass die betroffe-
nen Arbeitnehmer durch den Verlust ihrer Lohnforderungen in ihrer Existenz bedroht werden 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 
Insolvenzentschädigung vom 2. Juli 1980; BBl 1980 III 534 f. und 606; BGE 114 V 58 E. 3c und 
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, 
sozialrechtliche Abteilungen] C 321/99 vom 20. April 2001 E. 3b). Hintergrund bildet die Überle-
gung, dass Arbeitnehmende grundsätzlich vorleistungspflichtig sind und das Entgelt für ihre 
Arbeit erst am Ende des Monats fällig wird (vgl. Art. 323 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend 
die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [OR] vom 30. März 1911).  
 
2.2 Wird der Arbeitgeber zahlungsunfähig, so kann der Arbeitnehmende gemäss Art. 337a 
OR das Arbeitsverhältnis fristlos auflösen, sofern ihm für seine Forderungen aus dem Arbeits-
verhältnis nicht innert angemessener Frist Sicherheit geleistet wird. Dem Arbeitnehmer steht mit 
dieser Bestimmung die Möglichkeit offen zu verhindern, dass er dem Arbeitgeber auf unbe-
stimmte Zeit Kredit gewährt und das Risiko trägt, die Gegenleistung nicht zu erhalten 
(BGE 120 II 212 E. 6a). Es kann von ihm jedoch nicht unter dem Titel der Schadenminderungs-
pflicht (BGE 129 V 463 E. 4.2, 123 V 233 E. 3c mit Hinweisen) verlangt werden, diesen Schritt 
zu machen. Können Lohnansprüche während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht erhält-
lich gemacht werden, bedeutet dies zudem noch nicht, dass dies auch im Konkursverfahren der 
Fall sein wird. Um zu verhindern, dass der Arbeitnehmer beliebig lange ohne Lohn beim bishe-
rigen Arbeitgeber bleibt, hat der Gesetzgeber in Art. 52 Abs. 1 AVIG eine zeitliche Grenze für 
die Bezugsdauer der Insolvenzentschädigung gesetzt. Spätestens nach vier Monaten ohne 
Lohn ist es dem Arbeitnehmer demnach aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht nicht 
mehr zumutbar, beim insolventen Arbeitgeber zu verbleiben. Dem Schutzzweck der Insolven-
zentschädigung entsprechend sollen nicht Unternehmensrisiken abgedeckt, sondern soziale 
Härten der Arbeitnehmenden vermieden werden (SVR 2005, AlV Nr. 10 S. 31 f. E. 5.3; Urteil 
des EVG C 264/04 vom 20. Juli 2005). Verbleibt der Arbeitnehmer ohne Lohnbezug über die-
sen Zeitraum hinaus beim bisherigen Arbeitgeber, anstatt sich nach einer neuen Beschäftigung 
umzusehen, handelt er auf eigenes Risiko (Urteil des EVG C 270/05 vom 6. Februar 2006). 
 
2.2.1 Nach Art. 55 Abs. 1 AVIG müssen Arbeitnehmende im Konkurs- oder Pfändungsver-
fahren alles unternehmen, um ihre Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis die 
Kasse ihnen mitteilt, dass sie an ihrer Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Danach müssen 
sie die Arbeitslosenkasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise 
unterstützen. Diese Bestimmung bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfän-
dungsverfahren. In reduziertem Umfang greift diese Schadenminderungspflicht bereits auch 

 
 
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schon vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, wenn der Arbeitgeber der Lohnzahlungs-
pflicht nicht oder nur teilweise nachkommt und mit einem Lohnverlust zu rechnen ist (ARV 2002 
Nr. 30 S. 190). 
 
2.2.2 Die Anforderungen an die Erfüllung der Schadenminderungspflicht und damit an die 
ausreichenden Bemühungen im Sinne von Art. 55 Abs. 1 AVIG wurden vom Bundesgericht in 
steter Praxis präzisiert. In BGE 114 V 60 E. 4 führte das Bundesgericht aus, der Anspruch auf 
Insolvenzentschädigung entfalle, wenn der Arbeitnehmer vor oder nach der Auflösung des Ar-
beitsverhältnisses seine Lohnansprüche nicht innert nützlicher Frist geltend mache. Dabei setze 
der Anspruch auf Insolvenzentschädigung nicht voraus, dass der Versicherte unverzüglich be-
treibungsrechtliche Schritte gegen seinen Arbeitgeber einleite (Urteil des Bundesgerichts vom 
4. September 2001; C 91/01). Es genüge, wenn die Arbeitnehmenden unmissverständliche Zei-
chen setzen, aus denen die Ernsthaftigkeit ihrer Lohnforderungen zu erkennen ist (Urteil des 
Bundesgerichts vom 15. Oktober 2001, C 194/01, E. 2b). In einem weiteren Urteil vom 14. Ok-
tober 2004 (C 114/04) hat das Bundesgericht diese Praxis dahingehend konkretisiert, dass ei-
ner versicherten Person vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht die gleiche Schadenmin-
derungspflicht obliege wie danach. Das Ausmass der vorausgesetzten Schadenminderungs-
pflicht richte sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls (Urteil vom 6. Februar 2006, C 
270/05, E. 3.1). Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person insbesondere dann ge-
halten, wenn es sich um erhebliche Lohnausstände handelt und sie konkret mit einem Lohnver-
lust rechnen muss. Unmissverständliche Zeichen zur Geltendmachung der Lohnforderungen 
würden dabei nicht ausreichen. Gefordert sei eine konsequente und kontinuierliche Weiterver-
folgung der eingeleiteten Schritte, welche in einem der vom Gesetz geforderten zwangsvollstre-
ckungsrechtlichen Stadien münden müssten, damit ein Anspruch auf Insolvenzentschädigung 
bestehe (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2009, 8C_462/2009, E. 3.3). Selbst wenn die 
Überschuldung des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin offensichtlich erscheine, sei es kei-
neswegs ausgeschlossen, dass die Lohnforderungen von Arbeitnehmern kurz vor der Kon-
kurseröffnung oder der Pfändung nicht doch noch beglichen würden (Urteil des Bundesgerichts 
vom 3. Oktober 2011, 8C_630/2011, E. 4.2). Eine versicherte Person, deren Arbeitsverhältnis 
bereits lange vor dem Konkurs des Arbeitgebers beendigt worden ist, und die nach Beendigung 
ihres Arbeitsverhältnisses mehr als ein Jahr zuwartet, um ausstehende Löhne geltend zu ma-
chen, verliert deshalb den Anspruch auf Insolvenzentschädigung (Urteil vom 4. Juli 2002, C 
39/02). 
 
2.2.3 In seinem Urteil vom 23. Oktober 2009 bestätigte das Bundesgericht seine Rechtspre-
chung und führte aus, dass es für die Erfüllung der Schadenminderungspflicht grundsätzlich 
nicht genüge, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt würden. Dies gelte beispiels-
weise, wenn eine langandauernde, das heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde 
Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Arbeitgebers zur Diskussion stehe; wenn 
überhaupt keine, also auch keine Akonto- oder Teilzahlung erfolgt sei; wenn aus der Sicht des 
Versicherten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden könne, dass sich bald eine Bes-
serung der Situation ergebe oder wenn nicht andere, im Einzelfall verständliche Gründe vorlä-
gen, die ein vorläufiges Zuwarten mit zielgerichteten Schritten aus objektiver Sicht verständlich 
erscheinen lassen. Der Umstand allein, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ver-

 
 
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wandtschaftliche Beziehungen bestünden, sei dabei insbesondere keine hinreichende Begrün-
dung für ein Nichtergreifen der notwendigen Massnahmen, auch wenn es mit Blick auf ein be-
stehendes Familienverhältnis aus persönlicher Sicht verständlich erscheinen möge, dass von 
weiteren Massnahmen zur Realisierung der Lohnansprüche abgesehen würde (Urteil des Bun-
desgerichts 8C_685/2009 vom 23. Oktober 2009, E. 4.2).  
 
3. Strittig ist die Rechtmässigkeit der ursprünglich von der Kasse am 17. November 2015 
verfügten Ablehnung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung. Die Versicherte hat in ihrem 
Antrag auf Insolvenzentschädigung vom 21. April 2015 den ausstehenden Lohn bis zu ihrem 
letzten Arbeitstag am 23. November 2013 ihres im Stundenlohn entgoltenen Arbeitsverhältnis-
ses eingefordert (vgl. Kassen-Dok N° 29). Der in diesem Zusammenhang massgebenden Zeit-
erfassung kann entnommen werden, dass sie letztmals am 2., 8., 9., 15., 16., 22. sowie am 
23. November 2013 für ihre ehemalige Arbeitgeberin tätig gewesen ist (Kassen-Dok N° 15). Im 
Hinblick auf die Bestimmung von Art. 52 Abs. 1 AVIG ist deshalb vorab festzuhalten, dass ein 
allfälliger Lohnanspruch so oder anders nicht mehr durch die Insolvenzentschädigung abge-
deckt wird, sofern dessen Fälligkeit mehr als vier Monate seit der Konkurseröffnung zurückliegt 
(vgl. Erwägung 2.1 hiervor). Jene Arbeitsstunden und mit ihnen die im Zeitpunkt ihrer Leistung 
fällig gewordenen Lohnforderungen, welche bei der im Stundenlohn angestellten Versicherten 
mehr als vier Monate vor der Konkurseröffnung über die B.____ GmbH am 10. März 2014 noch 
vor dem 10. November 2013 angefallen sind, sind im vorliegenden Fall durch die Insolvenzent-
schädigung nicht gedeckt. Die gemäss Art. 52 Abs. 1 AVIG von der Insolvenzentschädigung in 
zeitlicher Hinsicht noch erfasste Lohnforderung beschränkt sich demnach unabhängig von der 
zwischen den Parteien strittigen Schadenminderungspflicht auf den ausstehenden Lohn der 
Versicherten für deren Arbeitsstunden zwischen dem 10. und  23. November 2013 im Umfang 
von insgesamt 30 ¾ Stunden à CHF 27.75 und damit auf lediglich CHF 853.30 (vgl. Arbeits-
zeiterfassung November 2013, Kassen-Akt N° 15; ebenso Bescheinigung über den Zwischen-
verdienst der B.____ GmbH vom 23. November 2013, Kassen-Akt N° 18).  
 
4. In Bezug auf den für die Zeit zwischen dem 10. und 23. November 2013 ausstehenden 
Lohn der Versicherten verbleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ihrer Schadenminde-
rungspflicht im Sinne der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nachgekommen ist.  
 
4.1 Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Im Antrag auf Insolvenzentschädigung vom 
21. April 2015 gab die Beschwerdeführerin an, ihren Lohn ab August 2013 nur noch teilweise 
erhalten zu haben. Für die Monate August bis November 2013 machte sie offene Lohnforde-
rungen im Umfang von CHF 9‘530.20 geltend (Kassen-Dok N° 28). Aus der dieser Anmeldung 
beigelegten und von der Versicherten unterzeichneten Erklärung vom 21. April 2014 geht her-
vor, dass sie bereits vom 1. April 2011 bis Ende November 2012 bei der B.____ GmbH gearbei-
tet habe. Deren Personalverantwortlicher habe sie im Frühjahr 2013 angefragt, ob sie nicht 
wieder bei ihm arbeiten würde. Sie habe lediglich im Zwischenverdienst zugesagt, da die Lage 
unsicher gewesen sei. Für die Zeit dieses erneuten Arbeitsverhältnisses zwischen Februar bis 
November 2013 habe weder ein schriftlicher Vertrag noch eine Kündigung existiert. Sie habe in 
dieser Zeit im Stundenlohn gearbeitet. Ab August 2013 habe sie nur noch einen Teil bzw. kei-
nen Lohn mehr erhalten. Da ein sehr gutes Verhältnis zu den Verantwortlichen ihrer Arbeitgebe-

 
 
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rin und deren Familie bestanden habe, habe sie sich bis Ende 2014 auf deren Versprechen, ihr 
den ausstehenden Lohn bis Ende 2014 zu überweisen, verlassen. Zwischen  August und Sep-
tember 2014 habe sie immer wieder telefonisch, per Mail und persönlich im Geschäft danach 
gefragt und gebeten, ihr das Geld zu überweisen. Erst im Frühjahr 2015 habe sie dann mit ei-
nem eingeschriebenen Brief an ihre ehemalige Arbeitgeberin weitere Schritte unternommen 
(Kassen-Dok N° 27). Aus einem undatierten Einschreiben der Versicherten an ihre ehemalige 
Arbeitgeberin geht denn auch hervor, dass die fälligen Lohnforderungen von August bis No-
vember 2013 im Gesamtbetrag von CHF 9‘530.20 noch nicht überwiesen worden seien. Sie 
setze eine letzte Frist bis zum 27. Februar 2015 bzw. 2. März 2015 zur vollständigen Beglei-
chung, andernfalls rechtliche Schritte eingeleitet würden (Kassen-Dok N° 26). Der Forderungs-
eingabe für Arbeitnehmer vom 21. April 2015 zufolge (Kassen-Dok N° 25) wurde diese einge-
schrieben versandte Zahlungsaufforderung offenbar erst im Februar 2015 versandt. In den Ak-
ten findet sich schliesslich ein Betreibungsbegehren, welches von der Versicherten jedoch we-
der datiert noch unterzeichnet worden ist. Im Übrigen sind keine Unterlagen oder Hinweise vor-
handen, wonach die Versicherte eine arbeitsrechtliche Klage oder eine Betreibung tatsächlich 
auch eingereicht bzw. in die Wege geleitet hätte. Der Einsprache der Versicherten vom 3. Juli 
2015 kann im Gegenteil entnommen werden, dass sie keine Betreibung in die Wege geleitet 
habe (Kassen-Dok N° 39). Ebenso wenig sind allfällige Unterlagen vorhanden, welche die von 
der Versicherten erwähnten Emails substantiieren würden.  
 

4.2. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. November 2015 
davon aus, dass die Beschwerdeführerin ihre Schadenminderungspflicht verletzt habe, indem 
sie die ausstehende Lohnforderung erst im Frühjahr 2015 und mithin lange nach ihrem Aus-
scheiden aus der B.____ GmbH geltend gemacht habe. Die Beschwerdeführerin ihrerseits be-
streitet nicht, es unterlassen zu haben, ihren ehemaligen Arbeitgeber rechtzeitig mit einem un-
missverständlichen Zeichen wie beispielsweise einer Betreibung zur Begleichung ihrer Lohnfor-
derung aufgefordert zu haben (vgl. Beschwerdebegründung vom 16. Dezember 2015, ebenso 
Einsprache der Versicherten vom 3. Juli 2015, Kassen-Akt N° 39). Sie vertritt jedoch die Auffas-
sung, dass sie mit Blick auf ihre mündlich und per Email erfolgten Abmahnungen auf das Ver-
sprechen des Geschäftsführers ihrer ehemaligen Arbeitgeberin habe vertrauen dürfen, dass ihr 
der Lohn schliesslich doch noch überwiesen würde. 
 

4.2.1 Von entscheidender Bedeutung ist vorliegend die Tatsache, dass die Beschwerdefüh-
rerin ihre ausstehende Lohnforderung in der über eineinhalb Jahre dauernden Zeitspanne von 
Ende August 2013 bis Frühjahr 2015 einzig mündlich respektive auf elektronischem Wege per 
Email abgemahnt, jedoch keinerlei konkrete, rechtliche Schritte zur Realisierung und Durchset-
zung ihrer Lohnausstände unternommen hat. Mit zunehmendem Zeitablauf wurde es jedenfalls 
immer unwahrscheinlicher, dass die ehemalige Arbeitgeberin noch über die Mittel verfügt hätte, 
um die ausstehenden Löhne noch begleichen zu können. Dieser Umstand musste auch der 
Versicherten schon früh bekannt sein, weil sie vor dem nunmehr fraglichen Arbeitsverhältnis 
bereits zwischen dem 1. April 2011 und 30. November 2012 bei derselben Arbeitgeberin ange-
stellt gewesen und schon dazumal aus wirtschaftlichen Gründen entlassen worden war 
(vgl. Kassen-Akt N° 21). Nachdem die Versicherte die wirtschaftliche Situation deshalb offenbar 
bereits im Zeitpunkt ihres erneuten Stellenantritts bei der B.____ GmbH im Frühjahr 2013 als 

 
 
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unsicher eingeschätzt hatte, wäre sie im Rahmen der ihr obliegenden Schadenminderungs-
pflicht deshalb umso mehr gehalten gewesen, die zur Realisierung ihrer Lohnansprüche erfor-
derlichen rechtlichen Schritte nicht nur ohne Verzug, sondern auch unmissverständlich in die 
Wege zu leiten. Auch nach der Beendigung des vorliegend zur Diskussion stehenden Arbeits-
verhältnisses Ende November 2013 beliess es die Beschwerdeführerin jedoch weiterhin bei 
einer mündlichen Geltendmachung und dem Schreiben von Emails. In diesem Zusammenhang 
ist festzustellen, dass weder die Anzahl der Telefongespräche noch der Emails aktenkundig 
sind, welche ihre Aussage belegen würden. Den Akten ist einzig ein undatiertes Einschreiben 
zu entnehmen, mit welchem die Versicherte ihre ehemalige Arbeitgeberin offenbar im Februar 
2015 (vgl. Forderungseingabe für Arbeitnehmer, Kassen-Akt N° 25) und damit erst rund 18 Mo-
nate seit dem ersten Lohnausstand im August 2013 aufgefordert hat, die ausstehenden Löhne 
zu bezahlen. Eine solche Unterlassung aber führt grundsätzlich zum Verlust des Anspruchs auf 
Insolvenzentschädigung (vgl. oben, Erwägung 3.2.2. a. E.). Unabhängig davon, dass keinerlei 
Belege oder sonstige Hinweise in den Akten zu finden sind, wonach das fragliche Einschreiben 
im Februar 2015 tatsächlich versandt worden wäre, sind keine Bemühungen ausgewiesen, wel-
che darauf schliessen lassen, dass die Versicherte konsequent und kontinuierlich überhaupt je 
rechtliche Schritte eingeleitet hätte, welche in einem der vom Gesetz geforderten zwangsvoll-
streckungsrechtlichen Stadien gemündet hätten. Die bloss behaupteten Bemühungen der Ver-
sicherten mündlicher und elektronischer Natur sind deshalb nicht zuletzt auch in Anbetracht der 
hohen Lohnausstände im Umfang von knapp CHF 10‘000.— als grobe Missachtung des objek-
tiv zu Erwartenden zu werten (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 8C_66/2011, 
E. 4.3).  
 
4.2.2 Mit Blick auf die unter Erwägung 3.2.1 f. hiervor dargelegte Rechtsprechung ist in der 
langen Untätigkeit der Beschwerdeführerin demnach eine offensichtliche Verletzung der in 
Art. 55 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht zu sehen. Die diesbezügliche Würdi-
gung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Be-
schwerdeführerin offenbar bis zuletzt auf die Zusagen des Geschäftsführers ihres ehemaligen 
Arbeitgebers vertraut hat, wonach ihr das Salär zu guter Letzt doch noch überwiesen würde. 
Dem Gesagten zufolge hätte die Versicherte ihre Ausstände deutlich früher auf dem Rechtsweg 
einfordern müssen, weil ihr ein Jahr zuvor aus wirtschaftlichen Gründen schon einmal gekündet 
worden war und ihr die wirtschaftliche Lage ihres Arbeitgebers bereits zu Beginn des erneuten 
Arbeitsverhältnisses offenbar selbst als zu unsicher erschienen ist, um sich von der Arbeitslo-
senversicherung abzumelden (vgl. Beiblatt zum Antrag auf Insolvenzentschädigung vom 
21. April 2015, Kassen-Akt N° 27). Auch wenn es der Beschwerdeführerin unbenommen war, 
ihrem damaligen Arbeitgeber gegenüber das Vertrauen entgegenzubringen, dass ihre Lohnfor-
derung doch noch beglichen würde, kann der daraus entstandene Verlust nicht auf die Arbeits-
losenkasse überwälzt werden. An diesem Ergebnis vermag der Einwand der Beschwerdeführe-
rin nichts zu ändern, dass sie ein sehr gutes (familiäres) Verhältnis zum Geschäftsführer ihres 
Arbeitgebers inne gehabt habe. Es kann an dieser Stelle auf die in diesem Zusammenhang 
massgebende Rechtsprechung des Bundesgerichts verwiesen werden, wonach eine verwandt-
schaftliche Nähe das Nichtergreifen der notwendigen Massnahmen nicht zu rechtfertigen ver-
mag. Daran ändert schliesslich auch nichts, dass es mit Blick auf ein bestehendes Familienver-

 
 
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hältnis aus persönlicher Sicht verständlich erscheinen mag, dass von weiteren Massnahmen 
zur Realisierung eigener Lohnansprüche abgesehen wird (vgl. oben, Erwägung 3.2.3 hiervor). 
 
5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin ihre Lohnforderun-
gen – soweit sie in zeitlicher Hinsicht überhaupt von der Insolvenzentschädigung gedeckt wer-
den (vgl. oben, Erwägung 4 hiervor) – weder frühzeitig genug noch mit genügendem Nachdruck 
verfolgt und eingefordert hat. Die Ablehnung ihres Anspruchs auf Insolvenzentschädigung ist 
deshalb nicht zu beanstanden und die dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen. 
 
6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. 
 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.