# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90de6f89-9db1-5c7e-8985-d4221d8933d8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 24.04.2013 VO130072
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO130072_2013-04-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Präsident    

 
 

Geschäfts-Nr.: VO130072-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 

 

 

Urteil vom 24. April 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller 

 

 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Ausgangslage 

Mit Eingabe vom 20. April 2013 reichte A._____ (nachfolgend: Gesuchstel-

ler) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung von 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als unentgeltlichen Rechtsvertreter für ein 

beim Friedensrichteramt B._____ eingeleitetes Schlichtungsverfahren gegen 

seine Ehefrau C._____ ein (act. 1).  

1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei-

entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist 

daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Beurteilung des Gesuchs 

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä-

sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un-

entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz 

neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen 

der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver-

fahrens bewilligen kann. 

2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder 

"Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint (Art. 117 ZPO). Die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsverbei-

ständung setzt zusätzlich voraus, dass diese zur Wahrung der Rechte der 

gesuchstellenden Person notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

2.3. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit des Begehrens in der 

Hauptsache ist eine gewisse Prozessprognose notwendig, wobei auf den 

- 3 - 

Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichtslos sind da-

bei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzu-

sehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die 

Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kön-

nen (vgl. z.B. BGE 69 I 160). Zu prüfen ist, ob der geltend gemachte An-

spruch aus den behaupteten Tatsachen rechtlich begründet ist. Die Prozess-

chancen sind in vorläufiger und summarischer Prüfung der Sach- und 

Rechtslage aufgrund des jeweiligen Aktenstandes zu beurteilen (BGE 131 I 

113 E. 3.7.3). Zur Vornahme der Prüfung ist damit auf die vorhandenen Ak-

ten abzustellen (vgl. auch BSK ZPO-Rüegg, Art. 117 N 20). 

2.4. Soweit aus den Akten hervorgeht, reichte der Gesuchsteller beim Friedens-

richteramt eine Forderungsklage über einen Betrag von Fr. 50'000.- zuzüg-

lich Fr. 110.- Betreibungskosten gegen seine Ehegattin C._____ ein und be-

gründete diese damit, er habe mit seiner Frau im März 2009 einen Vertrag 

geschlossen, gemäss welchem er ihr ein Depot von Fr. 50'000.- als Sicher-

heit für ein Jahr übergeben habe. Sie verweigere nun die Rückzahlung des 

Betrages (act. 1 S. 5, act. 2/1).  

 Der Gesuchsteller unterlässt es, seine Ausführungen zum Begehren in der 

Hauptsache mittels Dokumenten zu belegen. Seine Darlegungen im Formu-

lar "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren" 

(act. 1) gehen nicht über blosse Behauptungen hinaus. So hat er es insbe-

sondere unterlassen, mittels Urkunden wie dem erwähnten Vertrag vom 

30. März 2009 nachzuweisen, dass ihm gegenüber seiner Frau tatsächlich 

eine Forderung von Fr. 50'000.- zusteht. Ebenso wenig hat er den zwi-

schenzeitlich erlangten Zahlungsbefehl vom 19. März 2013 ins Recht ge-

reicht. Blosse Behauptungen - wie sie vorliegend gegeben sind - vermögen 

zur Abschätzung der Prozessaussichten in einer summarischen Prüfung und 

damit zur Begründung der fehlenden Aussichtslosigkeit nicht zu genügen, 

vielmehr bedarf es - soweit möglich - der Vorlage vorhandener Belege. 

Mangels ausreichender Dokumentation kann nicht davon ausgegangen 

werden, ein Obsiegen des Gesuchstellers erscheine beträchtlich wahr-

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scheinlicher als ein Unterliegen. Eine Fristansetzung zur Einreichung der 

Unterlagen drängt sich aufgrund des klaren Hinweises auf die Begrün-

dungspflicht im obgenannten Formular nicht auf (vgl. act. 1 S. 5). Das Ge-

such um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen. Dem Gesuch-

steller ist es jedoch unbenommen, bei einem allfälligen Verfahren vor Be-

zirksgericht erneut um die unentgeltliche Rechtspflege zu ersuchen. 

3. Kosten und Rechtsmittel 

3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos.  

3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder 

entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be-

schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie-

gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran 

nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen 

erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als 

obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel 

ans Bundesgericht gegeben wäre.  

3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgelt-

liche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, 

sofern ihr ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

 

Es wird erkannt: 

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt. 

2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

3. Schriftliche Mitteilung an: 

- 5 - 

− den Gesuchsteller (gegen Empfangsschein) 
− das Friedensrichteramt B._____ (gegen Empfangsschein) 
− die Gegenpartei in der Hauptsache, C._____, … [Adresse] (gegen Emp-

fangsschein).  

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 
Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

 

Zürich, 24. April 2013 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH  

Die Gerichtsschreiberin: 
 

 

 

lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 

 

	Urteil vom 24. April 2013
	
	Erwägungen:
	1. Ausgangslage
	Mit Eingabe vom 20. April 2013 reichte A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als unentgel...

	2. Beurteilung des Gesuchs
	2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Einreichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist ge...
	2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder "Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZP...
	2.3. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit des Begehrens in der Hauptsache ist eine gewisse Prozessprognose notwendig, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlic...

	3. Kosten und Rechtsmittel
	3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtspräsident über das G...
	3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nicht...

	Es wird erkannt:
	1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt.
	2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	3. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Gesuchsteller (gegen Empfangsschein)
	 das Friedensrichteramt B._____ (gegen Empfangsschein)
	 die Gegenpartei in der Hauptsache, C._____, … [Adresse] (gegen Empfangsschein).

	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Zürich, 24. April 2013