# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8da7cff7-4ba8-5625-b141-8047442c34e7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.10.2015 S 2014 146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-146_2015-10-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 146

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 28. Oktober 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alexander Blöchlinger, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ absolvierte von 1978 bis 1982 eine Lehre als Optiker. Seither ist 

er, soweit er sich hierzu gesundheitlich in der Lage sieht, als Optiker tätig. 

Am 31. Oktober 2004 wurde A._____ in Thailand von einem Affen in den 

linken Arm gebissen. Diese Wunde infizierte sich und beeinträchtigte 

A._____ vorübergehend bei seiner beruflichen Tätigkeit. Am 28. März 

2007 stürzte er vom Pferd. Dabei erlitt er am rechten Arm eine distale 

Humerusschaftfraktur rechts und eine posttraumatische Radialläsion. In 

den Jahren 2010 und 2013 wurde A._____ sodann wegen eines Tumors 

im Mundbereich operiert. 

2. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) anerkannte für die 

Folgen des Unfallereignisses vom 28. März 2007 zuständig zu sein und 

erbrachte die kurzfristigen Versicherungsleistungen in Form von Heilbe-

handlung und Taggeldern. Mit Verfügung vom 30. November 2012 sprach 

sie A._____ alsdann bei einer Integritätseinbusse von 5 % eine Inte-

gritätsentschädigung von Fr. 5'340.-- zu. Zugleich verneinte sie dessen 

Anspruch auf eine UV-Rente, da er infolge des Unfalls vom 28. März 

2007 keine erhebliche Erwerbseinbusse erlitten habe. 

3. Bereits am 15. Mai 2009 hatte sich A._____ bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Versicherungsleis-

tungen angemeldet. Die IV-Stelle holte daraufhin die SUVA-Akten und 

weitere medizinischen Unterlagen ein. Mit Verfügung vom 1. Oktober 

2012 schloss sie die beruflichen Massnahmen ab. In der Folge stellte sie 

A._____ mit Vorbescheid vom 25. September 2013 in Aussicht, sein Leis-

tungsbegehren auf Ausrichtung einer Invalidenrente abzulehnen. Der da-

gegen von A._____ erhobene Einwand veranlasste die IV-Stelle, ein po-

lydisziplinäres Gutachten beim ABI, Ärztliches Begutachtungsinstitut 

GmbH, Basel, einzuholen. Auf der Grundlage dieses Gutachtens vom 

12. Juni 2014 sowie der übrigen Aktenlage wies die IV-Stelle das Leis-

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tungsbegehren von A._____ daraufhin nach Durchführung des Vorbe-

scheidverfahrens mit Verfügung vom 16. September 2014 ab. 

4. Gegen diese abschlägige Verfügung gelangte A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 15. Oktober 2014 mit Beschwerde an das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, die Verfü-

gung der IV-Stelle vom 16. September 2014 sei aufzuheben und ihm sei 

ab dem 1. November 2009 mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. 

Eventuell sei über das Ausmass der Einschränkung in der Tätigkeit als 

Optiker ein Obergutachten einzuholen. Zur Begründung dieser Anträge 

führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, seit dem Reitunfall 

vom 28. März 2007 nicht mehr in der Lage zu sein, Brillengestelle und –

gläser zu bearbeiten und anzupassen. Auch rund um die Beratung und 

den Verkauf von Kontaktlinsen seien seine Möglichkeiten infolge der ein-

geschränkten Beweglichkeit und Belastbarkeit seiner rechten Hand derart 

stark eingeschränkt, dass er diese Tätigkeiten nicht mehr ausüben könne. 

Schliesslich befürchte er, seine Krebserkrankung könnte abermals auftre-

te, was ihn psychisch stark belaste. Aufgrund dieser Umstände sei er in 

seiner Arbeitsfähigkeit voraussichtlich dauerhaft stark beeinträchtigt. Auf-

grund dessen habe er seine Arbeitsstelle bis anhin nur nicht verloren, da 

er nicht nur Angestellter der B._____ AG sei, sondern auch deren Mitei-

gentümer und Verwaltungsratspräsident. Wegen seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen habe er jedoch einen zusätzlichen Optiker bzw. zwei 

angelernte Optikerverkäufer in Teilzeit anstellen müssen, welche die Ar-

beiten übernommen haben, welche er vormals erledigt habe und aus ge-

sundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen könne. Vor diesem Hinter-

grund sei die in der angefochtenen Verfügung getroffene Annahme, wo-

nach er infolge seiner gesundheitlichen Verfassung keine Erwerbseinbus-

se erlitten habe offensichtlich unzutreffend. Seit dem Geschäftsjahr 

2008/2009 habe er eine mehr als 50 % Lohneinbusse hinnehmen müs-

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sen. Demzufolge habe die IV-Stelle ihm mindestens eine halbe IV-Rente 

auszurichten.

5. Die IV-Stelle beantragte in der Vernehmlassung vom 28. Oktober 2014 

die Abweisung der Beschwerde. Die ABI-Gutachter kämen im Gutachten 

vom 12. Juni 2014 zum Schluss, der Beschwerdeführer weise in seiner 

angestammten Tätigkeit als Optiker und Geschäftsführer eine integrale 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 5 % auf. Diese gutachterlichen 

Feststellungen seien voll beweiskräftig und weitere Beweisvorkehren 

nicht erforderlich. Dies gelte umso mehr, als die Beurteilung der ABI-

Gutachter – was die Unfallfolgen betreffe – im Einklang mit den Feststel-

lungen der SUVA stünde. Der Beschwerdeführer zeige in seiner Be-

schwerdeschrift vom 15. Oktober 2014 denn auch nicht substantiiert auf, 

inwiefern er seine angestammte Tätigkeit infolge seiner gesundheitlichen 

Verfassung nicht mehr ausüben könne. Selbst wenn, was notorisch nicht 

der Fall sei, die Tätigkeit als Optiker und Geschäftsführer nur aus feinmo-

torischen Tätigkeiten bestünde, wäre aufgrund der gutachterlichen Fest-

stellungen im Übrigen von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwer-

deführers in seiner angestammten Tätigkeit auszugehen. Es sei daher 

nicht zu beanstanden, wenn die ABI-Gutachter die integrale Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers als Optiker und Geschäftsführer auf 95 % 

schätzten. Bei diesem Ergebnis sei durchaus plausibel, dass der Be-

schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit keine rentenbegrün-

dende Erwerbseinbusse erlitten habe. 

6. Zu diesen Vorbringen nahm der Beschwerdeführer am 15. Januar 2015 

unter Erneuerung seiner bisherigen Rechtsbegehren Stellung. Dabei hielt 

er ergänzend fest, die IV-Stelle habe nicht ermittelt, wie sich seine ge-

sundheitliche Verfassung auf seine Erwerbsituation auswirke. Sie habe 

zwar intern bei C._____ eine Betriebsanalyse eingeholt. Dieser habe am 

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12. September 2014 jedoch festgehalten, ohne Abklärungen vor Ort nicht 

in der Lage zu sein, die Analyse der Betriebsergebnisse der D._____ AG 

zu bestätigen. In der Folge habe er eine provisorische Betriebsanalyse 

ausgearbeitet, die er mit zahlreichen Vorbehalten versehen habe. Damit 

lasse sich der vom Beschwerdeführer infolge seiner gesundheitlichen Be-

einträchtigung erlittene Erwerbsausfall offenkundig nicht belegen. Auch im 

ABI-Gutachten hielten die Gutachter im Übrigen fest, den Anteil der fein-

motorischen Arbeiten bei der angestammten Tätigkeit des Beschwerde-

führers nicht zuverlässig abschätzen zu können. Nach der Einschätzung 

des Beschwerdeführers machten die fraglichen Arbeiten mindestens 80 % 

seines ursprünglichen Tätigkeitsfeldes aus. Für diese Arbeiten müsse er 

seit dem Unfall vom 28. März 2007 einen Mitarbeiter beiziehen. Entgegen 

der Auffassung der IV-Stelle habe er somit aufgrund seiner derzeitigen 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine erhebliche Einkommensein-

busse erlitten. 

7. Mit Schreiben vom 20. Januar 2015 verzichtete die IV-Stelle auf die Ein-

reichung einer Duplik. 

8. Mit prozessleitender Verfügung vom 25. August 2015 ersuchte die zu-

ständige Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer, die in der Be-

schwerdeschrift vom 15. Oktober 2014 unter Ziff. B/5 und Ziff. III/B zum 

Beweis angebotenen Urkunden (Auszug aus dem Handelsregister, Orga-

nigramm, Anstellungsverträge, Lohnausweise und Jahresrechnungen) 

nachzureichen. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2015 teilte der Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers dem Gericht mit, seinen Mandanten mehr-

fach gebeten zu haben, ihm die gewünschten Unterlagen zukommen zu 

lassen. Er habe jedoch keine entsprechenden Unterlagen erhalten, wes-

halb er davon ausgehe, dass der Beschwerdeführer derzeit nicht in der 

Lage sei, die gewünschten Unterlagen einzureichen.

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Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien und die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Aus-

führungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 16. September 2014. Eine solche 

Anordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versiche-

rungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] 

i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung [IVG; SR 831.20]). Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

fällt folglich in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formeller 

und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der an-

gefochtenen Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Dem-

nach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-

cherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Schliesslich hat der Beschwerdefüh-

rer seine Beschwerde frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht 

eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf 

die vorliegende Beschwerde ist demnach einzutreten.

2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer eine In-

validenrente beanspruchen kann. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, 

wer in rentenbegründendem Umfang invalid ist. Bei erwerbstätigen Versi-

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cherten – wie dem Beschwerdeführer – gilt als Invalidität die durch einen 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursach-

te, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig-

keit (Art. 1 IVG i.V.m.Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge von Geburts-

gebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Gemäss 

Art. 28 Abs. 1 IVG liegt ein rentenbegründender Invaliditätsgrad vor, wenn 

eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Ein-

gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder Aufgaben-

bereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind diese Vorausset-

zungen erfüllt, steht der versicherten Person nach Ablauf von sechs Mo-

naten nach Geltendmachung des Anspruchs, frühestens im Monat der 

Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditäts-

grad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei erwerbstäti-

gen Versicherten ist der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund ei-

nes Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das der Versicherte 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zu-

mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbs-

einkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre 

(sogenanntes Valideneinkommen).

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b) Bei den erwerbstätigen Versicherten hat der Einkommensvergleich in der 

Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs-

einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge-

genüber gestellt werden, worauf aus der Einkommensdifferenz der Invali-

ditätsgrad bestimmen werden kann (allgemeine Methode des Einkom-

mensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1, 104 V 135 E.2b). 

Lassen sich die massgeblichen Vergleichseinkommen nicht mit hinrei-

chender Wahrscheinlichkeit beziffern, sind sie aufgrund der im Einzelfall 

bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe-

rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenom-

men, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung 

von Annäherungswerten bestehen (sog. Schätzungsvergleich). Vielmehr 

kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das 

ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann 

mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen ent-

sprechend kleineren Prozentsatz zu veranschlagen ist, so dass sich aus 

der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentver-

gleich; BGE 114 V 310 E.3a, 107 V 22 E.2d, 104 V 136 E.2a und b; UELI 

KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2015, Art. 16 

N. 75). Dieses Vorgehen ist auch dann zulässig, wenn eine genaue zif-

fernmässige Einkommensermittlung an sich möglich wäre, aber einen un-

verhältnismässig grossen Aufwand erfordern würde, und angenommen 

werden kann, dass die blosse Schätzung der Einkommen ein ausreichend 

zuverlässiges Resultat ergibt (BGE 104 V 135 E.2a). 

c) Unter den Erwerbstätigen gibt es aber auch Fälle, bei denen eine zuver-

lässige Ermittlung oder Schätzung der beiden hypothetischen Erwerbs-

einkommen nicht möglich ist. Dies kommt in erster Linie bei Selbständi-

gerwerbenden vor, kann jedoch auch für Unselbständigerwerbende gel-

ten, die gewisse Unkosten selber zu tragen haben und zivilrechtlich allen-

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falls als Selbständigerwerbende zu qualifizieren sind (z.B. Akkordanten, 

BGE 104 V 135 E.2c). In solchen Fällen ist der Invaliditätsgrad nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Anlehnung an die für Nichter-

werbstätige geltende spezifische Methode zu ermitteln. Nach dieser sog. 

ausserordentlichen Methode sind hierzu zunächst die verschiedenen 

Tätigkeitsbereiche der angestammten Tätigkeit und deren Anteil zu ermit-

teln. Steht die solchermassen bestimmte Arbeitsunfähigkeit fest, erfolgt 

deren wirtschaftliche Gewichtung. Der Unterschied zwischen dieser aus-

serordentlichen Methode der Invaliditätsbemessung und der sog. spezifi-

schen Methode der Invaliditätsbemessung besteht darin, dass die Invali-

dität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als sol-

chem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsver-

gleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist sodann 

im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. 

Denn eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen 

eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise ei-

ne Erwerbseinbusse in gleichem Umfang zur Folge zu haben. Wollte man 

bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsver-

gleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei 

dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Er-

werbsunfähigkeit zu bestimmen ist (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG; BGE 128 V 29 

E.1, 104 V 135 E.2c; Urteil des Bundesgerichts 9C_236/2009 vom 7. Ok-

tober 2009 E.4; KIESER, a.a.O., Art. 16 N. 75; GUSTAVO SCARTAZZINI / MA-

RC HÜRZELER, Bundesversicherungsrecht, 4. Aufl., Basel 2012, S. 191; 

ULRICH MEYER / MARCO REICHMUTH, in: STAUFFER / CARDINAUX [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgericht zum Sozialversicherungsrecht, Bun-

desgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., 2014, Art. 28a N. 41 

ff.; URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 

Bern 2010, Rz. 1081).

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3. Weder aus der angefochtenen Verfügung noch aus der Vernehmlassung 

der IV-Stelle vom 28. Oktober 2014 ergibt sich, nach welcher Methode 

der streitige Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers berechnet wurde. 

Der Beschwerdeführer hat sich zu dieser Frage ebenfalls nicht explizit 

geäussert. Seine Argumentation lässt jedoch darauf schliessen, dass er 

annimmt, der streitige Invaliditätsgrad sei vorliegend nach der ausseror-

dentlichen Methode zu bestimmen (vgl. Beschwerdeschrift vom 15. Janu-

ar 2015 und Replik vom 15. Oktober 2014, auszugsweise wiedergegeben 

im Sachverhalt unter Ziff. 4 und 6 hievor). Bevor auf die vom Beschwerde-

führer gegen die angefochtene Verfügung erhobenen Rügen im Einzelnen 

einzugehen ist, erscheint es nachfolgend daher angezeigt, die für die In-

validitätsbemessung massgebliche Methode zu bestimmen.

a) Aus dem Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers 

geht im Hinblick auf dessen berufliche Tätigkeit hervor, dass er von 1983 

bis 2007 eine unselbständige Erwerbstätigkeit bei der B._____ AG ausüb-

te. Daneben ging er in den Jahren 2005 und 2007 zusätzlich einer 

selbständigen Erwerbstätigkeit nach, worauf er 2008 ausschliesslich als 

Selbständigerwerbender tätig war (IV-act. 56 S. 2-4). Diese Einträge im 

individuellen Konto des Beschwerdeführers erwecken den Eindruck, der 

Beschwerdeführer habe 2008 seine Tätigkeit bei der B._____ AG zu 

Gunsten einer selbständigen Erwerbstätigkeit aufgegeben, die er bereits 

2005 und 2007 neben seiner Anstellung bei der B._____ AG aufgenom-

men haben könnte. Dem steht jedoch entgegen, dass der Beschwerde-

führer in seiner Beschwerdeschrift vom 15. Oktober 2014 – wie bereits im 

vorinstanzlichen Verfahren – angegeben hat, als ausgebildeter Optiker 

bei der B._____ AG als Angestellter zu arbeiten. Zugleich sei er deren 

Verwaltungsratspräsident (Beschwerdeschrift S. 3 f.). Diese Angaben 

werden durch den elektronisch abrufbaren Handelsregistereintrag der 

B._____ AG insofern bestätigt, als der Beschwerdeführer danach seit 

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1998 als Verwaltungsratspräsident dieser Unternehmung tätig ist. Im 

Case Report wird zur beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers im 

Weiteren festgehalten, der Beschwerdeführer führe das 1974 gegründete 

Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder (IV-act. 111 S. 5). 

Im ABI-Gutachten vom 12. Juni 2014 werden diese Angaben dahinge-

hend ergänzt, als dem Beschwerdeführer die B._____ AG gemeinsam mit 

seinem Bruder gehöre. Sein Bruder würde vor allem das Fotogeschäft 

führen, während er für das Optikergeschäft verantwortlich sei. Insgesamt 

hätten sie 10 Angestellte (IV-act. 107 S. 12). Im Bericht der Klinik Bellikon 

vom 8. Oktober 2010 wird in Bezug auf die berufliche Situation des Be-

schwerdeführers sodann ausgeführt, der Beschwerdeführer habe vor dem 

Unfall vom 28. März 2007 zu 80-90 % als Optiker gearbeitet. Im Übrigen 

habe er in seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident und Geschäfts-

führer vorwiegend administrative Arbeiten verrichtet (IV-act. 48 S. 1). Um 

diese Angaben und weitere Behauptungen des Beschwerdeführers zu 

seiner beruflichen Tätigkeit zu verifizieren, forderte die zuständige Instruk-

tionsrichterin den Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung vom 

25. August 2015 auf, die in der Beschwerdeschrift vom 15. Oktober 2014 

unter Ziff. B/5 und Ziff. III/B zum Beweis angebotenen Urkunden (Auszug 

aus dem Handelsregister, Organigramm, Anstellungsverträge, Lohnaus-

weise und Jahresrechnungen) einzureichen. Dieser Aufforderung kam der 

Beschwerdeführer trotz mehrmaliger Fristverlängerung nicht nach, wo-

durch er die ihm obliegende Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise 

verletzte (vgl. THOMAS FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN / MOSIMANN 

[Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 121). In Würdigung 

dieses Verhaltens und der übrigen Aktenlage erscheint es dem Gericht 

als überwiegend wahrscheinlich, dass die berufliche Situation des Be-

schwerdeführers entgegen den insofern irreführenden Eintragungen in 

dessen individuellen Konto von 2005 bis 2008 keine Änderung erfahren 

hat und er seit 1998 als angestellter Optiker, Geschäftsführer sowie Ver-

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waltungsratspräsident der ihm gemeinsam mit seinem Bruder gehörenden 

B._____ AG tätig gewesen ist.

b) Versicherte, die als Verwaltungsratspräsident einer Aktiengesellschaft 

tätig sind, gelten im Sozialversicherungsrecht als unselbständig erwer-

bend (BGE 105 V 113 E.3; UELI KIESER, in: MURER / STAUFFER [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2012, Art. 5 N. 91 und N. 115). Dasselbe gilt 

für Optiker, welche diese Tätigkeit als Angestellter in betrieblicher und 

wirtschaftlicher Abhängigkeit ausüben. Schliesslich sind auch Versicherte 

in ihrer Funktion als Geschäftsführer einer ihnen gehörenden Aktienge-

sellschaft nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, den zivilrechtli-

chen Verhältnissen folgend, im Allgemeinen als unselbständig erwerbend 

einzustufen (Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit vom 

1. Januar 2015 [KSIH] Rz. 3028.1; Urteile des Bundesgericht 

8C_898/2010 vom 13. April 2011, 8C_346/2012 vom 24. August 2012). 

Verfügt ein Geschäftsführer allerdings über einen massgeblichen Einfluss 

auf die Gesellschaft (z.B. aufgrund einer Einzelunterschriftberechtigung), 

kann es sich gleichwohl rechtfertigen, die Invaliditätsbemessung – analog 

den Selbständigerwerbenden – anhand der ausserordentlichen Methode 

vorzunehmen. Ein solches Vorgehen erweist sich insbesondere dann als 

angezeigt, wenn der Versicherte als Alleinaktionär einen massgeblichen 

Einfluss auf den Geschäftsgang hat und diesen sowie die ihm zufliessen-

den Einkünfte praktisch allein festlegen kann (KSIH Rz. 3028.1; Urteile 

des Bundesgericht 8C_898/2010 vom 13. April 2011, 8C_346/2012 vom 

24. August 2012 E.4). Dass diese Voraussetzungen im vorliegenden Fall 

erfüllt sind, kann aufgrund der Akten ausgeschlossen werden, zumal dem 

Beschwerdeführer die B._____ AG gemeinsam mit seinem Bruder gehört, 

der im Betrieb ebenfalls mitarbeitet und dort vor allem das Fotogeschäft 

führt (vgl. vorne E.3a; IV-act. 107 S. 12). Der Beschwerdeführer bringt 

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denn auch keine Gründe vor, die es nahelegen würden, zur Ermittlung 

des streitigen Invaliditätsgrads ausnahmsweise auf die ausserordentliche 

Methode zurückzugreifen. Der rentenbegründende Invaliditätsgrad des 

Beschwerdeführers ist folglich aufgrund der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs zu ermitteln. Lassen sich die zu diesem Zweck zu 

ermittelnden Vergleichseinkommen nicht mit hinreichender Wahrschein-

lichkeit beziffern, so wird ein Schätzungs- oder Prozentvergleich vorzu-

nehmen sein (vgl. vorne E.2b). 

c) Es ist durchaus denkbar, dass der rentenbegründende Invaliditätsgrad in 

der angefochtenen Verfügung nach der ausserordentlichen Methode be-

stimmt wurde, was der Beschwerdeführer nicht beanstandet hat. Das Ge-

richt ist im Beschwerdeverfahren indessen weder an die in der Beschwer-

de vorgebrachten Rügen und Argumente noch an die Erwägungen der 

Vorinstanz gebunden. Es kann eine Beschwerde aus einem anderen als 

dem angerufenen Grund gutheissen. Ebenso hat es die Möglichkeit, die 

Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichen-

den Begründung abweisen (KASPAR PLÜSS, in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommen-

tar VRG, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2014, § 7 N. 167, Vorbemerkun-

gen zu §§ 19-28a N. 29). Die vorliegend bezüglich der anzuwendenden 

Methode der Invaliditätsbemessung möglicherweise vorgenommene Mo-

tivsubstitution ist demnach ohne weiteres zulässig und verletzt den An-

spruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers nicht, zumal der 

Beschwerdeführer mit der Anwendung des Einkommensvergleichs als der 

im Regelfall geltenden Invaliditätsbemessung rechnen musste (vgl. dazu 

BGE 131 V 9 E.5.4.1, 128 V 278 E.5b/bb; MARCO DONATSCH, a.a.O., 

§ 20a N. 21).

4. a) Für die Ermittlung des interessierenden Valideneinkommens ist entschei-

dend, was der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren-

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tenbeginns als Gesunder verdient hätte. Dazu wird in der Regel am zu-

letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent-

wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung 

entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge-

setzt worden wäre (BGE 135 V 297 E.5.1, 134 V 322 E.4.1, 129 V 222 

E.4.3.1; KIESER, a.a.O., Art. 16 N. 22). Bei dem im Gesundheitsfall erziel-

ten Einkommen handelt es sich um eine hypothetische Tatsache, die mit 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen-

den Wahrscheinlichkeit zu beweisen ist. Dieses Beweismass gilt ebenfalls 

für geltend gemachte Lohnerhöhungen im Vergleich zum vor dem Unfall 

zuletzt erzielten Verdienst, die z.B. darauf zurückzuführen sein können, 

dass die vor der Invalidität ausgeübte Tätigkeit vorübergehender Natur 

war und der Versicherte als Gesunder wieder in seinen erlernten Beruf 

zurückgekehrt wäre (MEYER / REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a N. 62). 

b) Mit prozessleitender Verfügung vom 25. August 2015 forderte die zustän-

dige Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer auf, die in der Beschwer-

deschrift vom 15. Oktober 2014 unter Ziff. B/5 und Ziff. III/B zum Beweis 

angebotenen Urkunden (Auszug aus dem Handelsregister, Organigramm, 

Anstellungsverträge, Lohnausweise und Jahresrechnungen) nachzurei-

chen. Der Beschwerdeführer kam dieser Aufforderung trotz mehrmaliger 

Fristverlängerung nicht nach. Durch dieses Verhalten verletzte er – wie 

bereits festgehalten (vgl. vorne E.3a) – die ihm obliegende Mitwirkungs-

pflicht. Bezüglich der Ermittlung des vom Beschwerdeführer in seiner an-

gestammten Tätigkeit bei der B._____ AG erzielten Einkommens wirkt 

sich dies dahingehend aus, dass die fraglichen Einkünfte primär aufgrund 

der Einträge aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers zu er-

mitteln ist. Danach verdiente der Beschwerdeführer bei der B._____ AG 

als unselbständig Erwerbender im Jahr 2000 Fr. 118'000.- (Fr. 90'000.-- + 

Fr. 28'000.--), im Jahr 2001 Fr. 118'000.--, im Jahr 2002 Fr. 120'340.--, im 

- 15 -

Jahr 2003 Fr. 90'000.--, im Jahr 2004 Fr. 76'831.-- (Fr. 90'000.-- - 

Fr. 13'169.--), im Jahr 2005 Fr. 36'607.-- (Fr. 90'000.-- - 53'393.--), im Jahr 

2006 Fr. 69'868.-- (Fr. 90'000.-- - Fr. 20'132.--) und im Jahr 2007 

Fr. 16'875.--. Daneben erzielte er 2005 ein Einkommen aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit im Betrag von Fr. 113'300.-- und 2007 ein solches von 

Fr. 315'500.--. Schliesslich ist im individuellen Konto des Beschwerdefüh-

rers im Jahr 2008 ein Einkommen von Fr. 91'900.-- aus selbständiger Er-

werbstätigkeit eingetragen (vgl. IV-act. 54 S. 3). Dass alle diese Einkünfte 

aus der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der B._____ 

AG stammen, behauptet dieser nicht. Im Gegenteil macht er geltend, seit 

er am 28. März 2007 vom Pferd gestürzt sei, feinmotorische Arbeiten 

nicht mehr ausführen zu können. Für diese Arbeiten, die nach seiner Ein-

schätzung ungefähr 80 % seines ursprünglichen Tätigkeitsfeldes ausma-

chen würden, müsse er seither einen Mitarbeiter beziehen. Deshalb sei er 

gezwungen gewesen, Mitarbeiter anzustellen, was sich negativ auf den 

Geschäftsgewinn der B._____ AG ausgewirkt habe (vgl. dazu insbeson-

dere die Beschwerdeschrift vom 15. Oktober 2014 S. 2 f., auszugsweise 

wiedergegebenen im Sachverhalt unter Ziff. 4 sowie Duplik vom 15. Ja-

nuar 2015, auszugsweise wiedergegebenen im Sachverhalt unter Ziff. 6). 

Anknüpfend an diese Argumentation kann ausgeschlossen werden, dass 

die im individuellen Konto des Beschwerdeführers in den Jahren nach 

dem Reitunfall ausgewiesenen Einkünfte allein aus der angestammten 

Tätigkeit des Beschwerdeführers für die B._____ AG stammen. Sie wi-

derspiegeln somit das Erwerbspotential des Beschwerdeführers nicht, 

weshalb sie für die Ermittlung des Valideneinkommens nicht heranzuzie-

hen sind. Bezüglich der im individuellen Konto vor 2007 ausgewiesenen 

Erwerbseinkünfte gilt es alsdann zu beachten, dass der Beschwerdefüh-

rer am 31. Oktober 2004 von einem Affen in den linken Arm gebissen 

wurde und in der Folge während längerer Zeit in seiner Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigt war. Die während dieses Zeitraums erhaltenen Taggeldzah-

- 16 -

lungen könnten der Grund dafür sein, dass im individuellen Konto des 

Beschwerdeführers in den Jahren 2004, 2005 und 2006 jeweils zunächst 

ein Jahreseinkommen von Fr. 90'000.-- aus unselbständiger Erwerbs-

tätigkeit bei der B._____ AG eingetragen wurde, das in der Folge in Ab-

hängigkeit zu den erhaltenen Taggeldzahlungen reduziert wurde. Davon 

ausgehend liegt der Schluss nahe, dass der Beschwerdeführer, wäre er 

damals voll arbeitsfähig gewesen, als Optiker, Geschäftsführer und Ver-

waltungsratspräsident der B._____ AG ein jährliches Bruttoeinkommen 

von Fr. 90'000.-- erzielt hätte. Diese Annahme wird dadurch bestätigt, 

dass der Beschwerdeführer in der SUVA-Schadenmeldung vom 22. De-

zember 2004 angab, bei der B._____ AG 12 x Fr. 7'500.--, mithin 

Fr. 90'000.-- pro Jahr, zu verdienen (IV-act. 29 S. 1). Damit ist das vom 

Beschwerdeführer im Gesundheitsfall in seiner Tätigkeit als Optiker, Ge-

schäftsführer und Verwaltungsratspräsident bei der B._____ AG erzielte 

Erwerbseinkommen auf der Grundlage des im Jahr 2004 im individuellen 

Konto des Beschwerdeführers ausgewiesenen Verdiensts zu bestimmen. 

Unter Anpassung an die Nominalentwicklung (www.bfs.admin.ch > The-

men > 03 – Arbeit und Erwerb > Löhne, Erwerbseinkommen > Detaillierte 

Daten > Lohnentwicklung, besucht am 26. Januar 2016) ist für die Be-

rechnung des streitigen Invaliditätsgrads folglich von einem massgebli-

chen Valideneinkommen für den Zeitpunkt der beantragten Rentenzu-

sprache (1. November 2009) von Fr. 97'333.90 (90'000.-- x 1.01 [2005] x 

1.012 [2006] x 1.016 [2007] x 1.02 [2008] x 1.021 [2009]) auszugehen. 

5. a) Diesem Valideneinkommmen ist der Verdienst gegenüberzustellen, den 

der Beschwerdeführer unter Ausschöpfung seiner Restarbeitsfähigkeit auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte erzielen können. Um die Arbeits-

fähigkeit des Beschwerdeführers bestimmen zu können, sind die Verwal-

tung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen an-

gewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

http://www.bfs.admin.ch

- 17 -

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheits-

zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist 

(BGE 125 V 256 E.4, 115 V 134 E.2). Der Beweiswert solcher ärztlicher 

Stellungnahmen hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung da-

von ab, ob es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, 

in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizini-

schen Situation einleuchtet und in den daraus gezogenen Schlussfolge-

rungen begründet ist. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist folglich 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Be-

zeichnung als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 

351 E.3a; 122 V 160 E.1c). Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen. Danach haben Gutachten versiche-

rungsexterner Ärzte, wie jene der Medizinischen Abklärungsstellen der 

Invalidenversicherung (MEDAS), zu denen das ABI zählt, vollen Beweis-

wert, wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkre-

te Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 353 

E.3b/bb). In einem solchen Fall sind ergänzende Beweisvorkehren nur in 

Betracht zu ziehen und nötigenfalls anzuordnen, wenn die Schlüssigkeit 

eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint (vgl. 

BGE 121 Ia 146 E.1c). 

b) Die IV-Stelle beauftragte am 7. Februar 2014 das ABI mit einer polydiszi-

plinären Begutachtung des Beschwerdeführers. Im Gutachten vom 

12. Juni 2014 stellten die ABI-Gutachter, Dr. med. E._____, Fallführung, 

FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. F._____, FMH Psychiatrie und 

- 18 -

Psychotherapie, Dr. med. G._____, FMH orthopädische Chirurgie, Dr. 

med. H._____, FMH Neurologie, und Dr. med. I._____, FMH 

Otorhinolaryngologie, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit des Exploranden eine leichtgradige, residuelle partielle sensomotori-

schen Radialisparese rechts dominant (ICD-10: G 56.2) bei Status nach 

einer Humerustrümmerfraktur am distalen Drittel am 28. März 2007 mit of-

fener Reposition und Plattenosteosynthese gleichentags und ein zere-

belläres Syndrom unklarer Ursache (ICD-10: G 98) fest. Als Krankheit oh-

ne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine psoriasis 

vulgaris (ICD-10: L 40.9), ein oropharynxkarzinomrezidiv des weichen 

Gaumens rechts (ICD-10: C 05.1), ein sensibles Karpaltunnelsyndrom 

rechts, mässiggradig (ICD-10: G 56.0), eine leichtgradige, sensomotori-

sche Ulnaris-Neuropathie links mit Läsionsort Ellbogensulcus (ICD-10: 

G 56.2), eine regelmässige ventrikuläre Extrasystolie, leichtgradige Hoch-

tonschallempfindungsschwerhörigkeit links (ICD-10: H 90.4) und einen 

Status nach VKB-Ersatzplastik Knie links 1992 (IV-act. 107 S. 34 f.). Zur 

Begründung führten sie im Wesentlichen aus, aus allgemeininternistischer 

Sicht lägen keine Befunde und Diagnosen vor, die sich auf die Arbeits-

fähigkeit auswirkten (IV-act. 107 S. 14). Aus psychiatrischer Sicht könne 

keine eigentliche psychiatrische Diagnose gestellt werden. Die gelegent-

lich auftretenden Ängste bezüglich eines Rezidivs der Krebserkrankung 

seien nachvollziehbar. Sie seien jedoch nicht derart gravierend, um die 

Diagnose einer psychiatrischen Störung zu rechtfertigen, zumal der Be-

schwerdeführer nicht über hierdurch bedingte schwerwiegende Beein-

trächtigungen klage. Die psychische Verfassung des Exploranden beein-

trächtige dessen Arbeitsfähigkeit folglich nicht (IV-act. 107 S. 18). Derzeit 

ebenfalls nicht beeinträchtigt sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers aus orthopädischer Sicht. Allgemein bestehe für körperlich leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten, bei denen das linke Knie nicht übermässig be-

lastet werde, eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeits-

- 19 -

fähigkeit (IV-act. 107 S. 23). Aus otorhinolaryngologischer Sicht bestünde 

ein Status nach transoraler Tumorresektion der Pharynxwand rechts und 

elektiver Neck dissection bei Oropharynxkarzinomrezidiv des weichen 

Gaumens. Aus diesem Grundleiden könne derzeit aber weder subjektiv 

noch objektiv eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden 

(IV-act. 107 S. 33 und S. 36). Aus neurologischer Sicht sei die Arbeits-

fähigkeit des Exploranden hingegen als Folge der residuellen partiellen 

Radialislähmung auf der dominanten rechten Seite eingeschränkt. Die 

Schädigung betreffe jedoch nur noch die distalen Muskeln und sei partiell. 

Die Einschränkung hänge stark von den manuellen Anforderungen ab, die 

mit einer Arbeitstätigkeit verbunden sei. Bei feinmotorischen Tätigkeiten, 

die bei der klassischen Arbeit als mechanischer Augenoptiker anzuneh-

men seien, sei von einer Einschränkung von 20 % auszugehen (IV-

act. 107 S. 26 f. und S. 35). Aus interdisziplinärer Sicht beziffern die ABI-

Gutachter die beim Exploranden aus gesundheitlicher Sicht bestehende 

Arbeitsfähigkeit eine feinmotorische Tätigkeit mit 20 %. In seiner ange-

stammten Funktion als Geschäftsführer, im Verkauf und bei mechani-

schen Tätigkeiten, alles in unklarem zeitlichen Ausmass, könne pauschal 

von einer Gesamteinschränkung von insgesamt 5 % ausgegangen wer-

den. Für eine reine Verweisungstätigkeit sowie eine rein administrative 

Tätigkeit bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Das gelte all-

gemein für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne feinmanuelle Bean-

spruchung der rechten Hand und ohne übermässige Belastung des linken 

Knies (Skiunfall 1992). Die Kleinhirnstörung begründe zwar keine qualita-

tive Störung, doch sollte der Explorand deshalb keine Arbeiten auf Leitern 

und Gerüsten ausüben (IV-act. 107 S. 36 und S. 38). 

c) Die vorangehend auszugsweise wiedergegebenen Ausführungen im ABI-

Gutachten vom 12. Juni 2014 sind für die strittigen Belange umfassend, 

berücksichtigen die vom Beschwerdeführer geklagten Leiden und wurden 

- 20 -

in Kenntnis der medizinischen Vorakten erstellt. Zudem beruhen sie auf 

einer eingehenden persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers. 

Die gutachterlichen Ausführungen überzeugen ausserdem hinsichtlich der 

Darlegung der medizinischen Situation und der medizinischen Zusam-

menhänge. Dagegen vermögen sie insoweit nicht zu überzeugen, als sie 

sich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner ange-

stammten Tätigkeit als Optiker, Geschäftsführer und Verwaltungsratsprä-

sident bei der B._____ AG beziehen. Ob und inwiefern der Beschwerde-

führer in dieser Tätigkeit aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung 

beeinträchtigt ist, kann nur beurteilt werden, wenn bekannt ist, welche 

Tätigkeiten diese Arbeiten beinhaltet und wieviel Zeit der Beschwerdefüh-

rer vor dem Unfall vom 28. März 2007 hierfür im Allgemeinen aufge-

wendet hat. Die diesbezüglichen Angaben des Beschwerdeführers sind 

jedoch – wie die ABI-Gutachter selbst einräumen (vgl. IV-act. 107 S. 37) – 

ausgesprochen vage. Allein auf dieser Grundlage ist es daher nicht mög-

lich, die vom Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit ausge-

führten Arbeiten zuverlässig zu charakterisieren und den Anteil feinmoto-

rischer Tätigkeiten zu bestimmen. Soweit sich die ABI-Gutachter zur Ar-

beitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit 

äussern, beruhen ihre Ausführungen folglich auf vagen Vermutungen und 

blossen Mutmassungen hinsichtlich des Ausmasses der hiermit verbun-

denen feinmotorischen Arbeitstätigkeiten. Die auf dieser Grundlage gezo-

genen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in 

seiner angestammten Tätigkeit vermögen deshalb nicht zu überzeugen. 

Insoweit sich die ABI-Gutachter indessen zur Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit äussern, sind ihre 

Ausführungen objektiv begründet und können nachvollzogen werden. In 

dieser Beziehung erfüllt das interessierende ABI-Gutachten die von der 

Rechtsprechung an beweiskräftige Gutachten gestellten Anforderungen. 

Dem ABI-Gutachten vom 12. Juni 2014 ist somit voller Beweiswert zuzu-

- 21 -

erkennen, soweit es sich zur funktionellen Leistungsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit äussert. Damit gilt 

als erstellt, dass der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere 

Tätigkeiten ohne feinmanuelle Beanspruchung der rechten Hand und oh-

ne übermässige Belastungen des linken Knies voll arbeitsfähig ist, sofern 

hiermit kein Arbeiten auf Gerüsten und Leitern erforderlich ist. 

d) Was der Beschwerdeführer gegen dieses Ergebnis einwendet, vermag 

nicht zu überzeugen. 

aa) Soweit sich der Beschwerdeführer zu der als Folge der leichten, residuel-

len partiellen Radialislähmung für feinmotorische Tätigkeiten bestehenden 

Arbeitsunfähigkeit äussert, ist festzuhalten, dass die diesbezüglichen me-

dizinischen Stellungnahmen insoweit übereinstimmen, als der Beschwer-

deführer danach bei feinmotorischen Tätigkeiten beeinträchtigt ist. Unter-

schiedliche Beurteilungen liegen lediglich hinsichtlich der hieraus für die 

angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers resultierenden Arbeitsun-

fähigkeit vor. Diese Frage kann jedoch dahingestellt bleiben, wenn bei der 

Invaliditätsbemessung, wie vorliegend, von einer leidensadaptierten 

Tätigkeit ausgegangen wird, die keine feinmotorischen Arbeiten beinhal-

tet. Hinsichtlich dieser Tätigkeit beeinträchtigt die leichte, residuelle parti-

elle Radialislähmung den Beschwerdeführer nach den insofern überein-

stimmenden ärztlichen Beurteilungen nicht (vgl. insbesondere Arztbericht 

von Dr. med. Dr. med. K._____, vom 31. Dezember 2013 nichts zu än-

dern [IV-act. 90]). 

 

bb) Der Argumentation des Beschwerdeführers, infolge seiner beiden Tumor-

erkrankungen psychisch stark belastet und dadurch in seiner Arbeits-

fähigkeit beeinträchtigt zu sein, ist alsdann entgegenzuhalten, dass der 

ABI-Gutachter, Dr. med. F._____, im Gutachten vom 7. Februar 2014 

- 22 -

festhielt, die entsprechenden Ängste seien nachvollziehbar. Sie seien je-

doch nicht derart schwerwiegend, um die Diagnose einer psychiatrischen 

Störung zu rechtfertigen. Die psychische Verfassung des Exploranden 

beeinträchtige dessen Arbeitsfähigkeit nicht (IV-act. 107 S. 18). Diese 

fachärztliche Beurteilung erscheint nachvollziehbar und ist angesichts der 

gesamten Aktenlage nicht zu beanstanden. Dasselbe gilt für die Beurtei-

lung der gesundheitlichen Verfassung des Beschwerdeführers und des-

sen Arbeitsfähigkeit aus otorhinolaryngologischer Sicht. Die entsprechen-

de Beurteilung stimmt denn auch mit jener des behandelnde ORL-Arztes, 

Dr. med. L._____, Facharzt ORL, überein, der im Arztbericht vom 21. Ja-

nuar 2014 festhielt, von Seiten des Tumors bestünden aktuell nur geringe 

körperliche, geistige und psychische Einschränkungen. Die Mund-

schleimhaut trockne schneller aus. Wenn der Patient bei der Arbeit viel 

spreche, bestehe eine gewisse Einschränkung. Aus fachärztlicher Sicht 

sei der Beschwerdeführer aus otorhinolaryngologischer Sicht seit dem 

26. Oktober 2013 wieder voll arbeitsfähig ein (IV-act. 94 S. 2). Zu dem-

selben Schluss waren im Übrigen bereits die behandelnden Ärzte der Kli-

nik für Ohren-, Nasen, Hals-, Oral-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des 

Kantonsspitals Graubünden gelangt (IV-act. 107 S. 34). Es besteht somit 

kein Anlass, an der Richtigkeit der gutachterlichen Feststellungen zu 

zweifeln, wonach der Beschwerdeführer aus psychischer und otorhinola-

ryngologischer Sicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist.

cc) Daran vermag der Arztbericht der Hausärztin des Beschwerdeführers, 

Dr. med. K._____, vom 31. Dezember 2013 nichts zu ändern (IV-act. 90). 

Freilich diagnostiziert sie als Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeits-

fähigkeit des Beschwerdeführers eine Humerus-Trümmer-fraktur distal 

rechts, ein rezidivierendes Oropharynxkarzinol rechts bei Status nach 

Tumorresektion 2010 und transoraler Tumorresektion Pharynxand rechts 

2013, eine schwere Depression sowie psoriasis mit rezidivierenden aku-

- 23 -

ten Exarzerbationen (IV-act. 90 S. 2 f.). Aufgrund dieser Krankheiten er-

achtet sie den Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Optiker seit dem 

8. Juli 2011 für zu 50 % und seit 14. August 2013 bis auf weiteres als zu 

100 % arbeitsunfähig. Erläuternd führte sie aus, dem Beschwerdeführer 

seien die als Optiker auszuführenden manuellen Arbeiten nicht möglich. 

Ausserdem sei er bei der Kundenberatung und dem Sozialkontakt wegen 

des rezidivierenden Stimmverlusts und depressiver Verstimmung einge-

schränkt. Krankheitsbedingt sei seine Arbeitsfähigkeit im manuellen, ko-

gnitiven und kommunikativen Bereich eingeschränkt. Bei der Würdigung 

dieser Beurteilung ist zu beachten, dass Dr. med. K._____ im Unterschied 

zu den ABI-Gutachtern nicht als begutachtende Fachärztin zur Arbeits-

fähigkeit des Beschwerdeführers Stellung nimmt, sondern sich hierzu als 

behandelnde Hausärztin äussert. In Bezug auf solche Berichte von 

Hausärzten soll und darf das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 

tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus-

sagen (BGE 125 V 351 E.3b/cc). Es ist daher nicht geboten, ein Gerichts-

gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-

zungen gelangen. Vorbehalten bleiben freilich Fälle, in denen sich eine 

klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers (oder auch direkt eine 

abweichende Beurteilung) aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichti-

ge – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – 

Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-

gewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_784/2011 vom 

15. Dezember 2011 E.3.2, 8C_260/2011 vom 25. Juli 2011 E.5.2). Dies 

trifft hinsichtlich des Arztberichts von Dr. med. K._____ vom 31. Dezem-

ber 2013 nicht zu, zumal dieser im ABI-Gutachten vom 12. Juni 2014 in 

der Aktenzusammenfassung erwähnt wird (IV-act. 107 S. 4) und sowohl 

Dr. med. E._____ (IV-act. 107 S. 14) als auch Dr. med. F._____ hierauf 

- 24 -

Bezug nehmen (IV-act. 108 S. 18). Die ABI-Gutachter haben die im Arzt-

bericht vom 31. Dezember 2013 erwähnten Umstände folglich zur Kennt-

nis genommen und angemessen gewürdigt. In den Akten finden sich 

demnach keine konkreten Indizien, welche Zweifel an der Zuverlässigkeit 

der gutachterlichen Einschätzung der vollen Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit wecken.

6. a) Der Beschwerdeführer macht im Weiteren zumindest sinngemäss gel-

tend, es sei ihm nicht zuzumuten, seine angestammte Tätigkeit bei der 

B._____ AG für eine leidensadaptierte Tätigkeit aufzugeben. Bevor ein 

Versicherter Leistungen von der Invalidenversicherung beanspruchen 

kann, hat er aufgrund der ihn treffenden Schadenminderungspflicht alles 

ihm Zumutbare vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu 

mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn er selbst ohne Ein-

gliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, zumut-

barerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkom-

men zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der 

zumutbaren Tätigkeit sind die gesamten subjektiven und objektiven Ge-

gebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen 

bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie 

die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie etwa Alter, berufliche Stel-

lung, Verwurzelung am Wohnort. Bei den objektiven Umständen sind ins-

besondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende 

Aktivitätsdauer zu beachten (Urteile des Bundesgerichts 9C_624/2013 

vom 11. Dezember 2013 E.3.1.1, 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E.2; 

8C_482/2010 vom 27. September 2010 E.4.2). Eine Betriebsaufgabe ist 

nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar, und es kann ein Be-

trieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrecht er-

halten werden, wenn der Versicherte darin Arbeit von einer gewissen er-

- 25 -

werblichen Bedeutung leistet (Urteile des Bundesgerichts 9C_624/2013 

vom 11. Dezember 2013 E.3.1.1, 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E.4). 

b) Der am 10. Juni 1961 geborene Beschwerdeführer war, als er am 

28. März 2007 vom Pferd stürzte, 45 Jahre alt. Als er sich rund drei Jahre 

später bei der IV-Stelle zum Bezug von Versicherungsleistungen anmel-

dete, war er 48-jährig. Selbst wenn für die Bestimmung der dem Be-

schwerdeführer verbleibenden Aktivitätsdauer vorliegend auf den Zeit-

punkt der IV-Anmeldung abzustellen wäre, blieben dem Beschwerdefüh-

rer bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters folglich noch 17 Jah-

re. Für diesen langen Zeitraum lohnt sich eine berufliche Neuorientierung 

allemal. Dies umso mehr, als sich die gesundheitlichen Beeinträchtigun-

gen des Beschwerdeführers nach seiner Darstellung in der angestamm-

ten Tätigkeit in erheblichem Umfang auswirken (vgl. etwa Beschwerde-

schrift vom 15. Oktober 2014), während er in einer leidensangepassten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. Hinzu kommt, dass dem Beschwerdeführer 

ein weites Spektrum an leidensadaptierten Tätigkeiten offensteht, das es 

ihm ermöglicht, an die in seiner angestammten Tätigkeit in der Geschäfts-

führung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten anzuknüpfen und diese 

nutzbringend zu verwerten. Unter diesen Umständen ist es dem Be-

schwerdeführer zuzumuten, seine angestammte Tätigkeit bei der B._____ 

AG aufzugeben und eine leidensadaptierte Arbeitstätigkeit aufzunehmen. 

Der Beschwerdeführer bringt denn auch keine Gründe vor, welche einen 

solchen Berufswechsel als unzumutbar erscheinen lassen. Bei diesem 

Ergebnis kann dahingestellt bleiben, inwieweit die festgestellten gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen den Beschwerdeführer in seiner ange-

stammten Tätigkeit beeinträchtigen und welche erwerblichen Folgen 

hiermit verbunden sind. Der Eventualantrag des Beschwerdeführers, ein 

medizinisches / betriebswirtschaftliches Obergutachten hierzu einzuholen, 

- 26 -

ist deshalb in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen (vgl. BGE 131 I 

153 E.3, 130 II 425 E.2.1, 122 V 162 E.1d).

c) Schliesslich deutet in den Akten nichts darauf hin, dass der Beschwerde-

führer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine leidensadaptierte Ar-

beitsstelle finden und die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit verwerten 

kann. Da der Beschwerdeführer bis anhin keine leidensadaptierte Tätig-

keit aufgenommen hat, deren Verdienst für die Ermittlung des Invaliden-

einkommens gegebenenfalls herangezogen werden könnte, ist das vom 

Beschwerdeführer mit einer leidensadaptierten Tätigkeit erzielbare Ein-

kommen aufgrund der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge-

gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu bestimmen. Laut der LSE 

2008, TA1, Anforderungsniveau 3, betrug das Bruttoeinkommen bei Män-

nern im Jahr 2008 Fr. 5'789.--. Auf der Basis der damals betriebsüblichen 

Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden (www.bfs.admin.ch > Themen > 03 

– Arbeit und Erwerb > Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit > Indikatoren > Ar-

beitszeit > Normalarbeitsstunden, besucht am 26. Januar 2016) ergibt 

sich ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 6'020.60 (Fr. 5'789.- : 40 x 

41.6). Angepasst an die Nominallohnentwicklung ergibt dies für 2009 ein 

Jahreseinkommen von Fr. 73'764.40 (12 x Fr. 6'020.60 x 1.021 [2009]). 

d) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und 

berufliche Merkmale des Versicherten wie Alter, Dauer der Betriebszu-

gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungs-

grad einen auf höchstens 25 % begrenzten Leidensabzug von dem nach 

den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen rechtferti-

gen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens 

verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser 

Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittli-

chem Einkommen verwertet werden kann (BGE 135 V 297 E.5.2, 126 V 

- 27 -

75 E.5). Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in 

Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdi-

gung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen. Der Leidensab-

zug bezweckt, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkom-

men zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen 

Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der (Rest-) 

Arbeitsfähigkeit am besten entspricht (BGE 134 V 322 E.6.2). Der Be-

schwerdeführer ist in einer leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. 

Es sind keine Gründe ersichtlich, die darauf schliessen lassen, dass er in 

einer solchen Tätigkeit lediglich ein unterdurchschnittliches Einkommen 

zu erzielen vermag. Der Beschwerdeführer kann folglich keinen Leidens-

abzug beanspruchen. Demzufolge ist davon auszugehen, dass er bei 

Ausschöpfung seiner Restarbeitsfähigkeit im Jahr 2009 Fr. 73'764.40 ver-

dient hätte.

7. Wird dieses Einkommen dem massgeblichen Valideneinkommen von 

Fr. 97'235.60 gegenübergestellt, so zeigt sich, dass der Beschwerdefüh-

rer bei Ausschöpfung der ihm verbliebenen Restarbeitsfähigkeit infolge 

seiner gesundheitlichen Verfassung im 2009 eine Erwerbseinbusse von 

Fr. 23'471.20 (Fr. 97'235.60 – Fr. 73'764.40) erlitten hätte. Damit beträgt 

sein Invaliditätsgrad 24 % (24.13 %; BGE 130 V 121 E.3). Dem Be-

schwerdeführer steht folglich keine Invalidenrente zu. Die angefochtene 

Verfügung erweist sich demnach im Ergebnis als rechtens, was zur Ab-

weisung der dagegen erhobenen Beschwerde und zur Bestätigung des 

angefochtenen Entscheides führt.http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-

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8. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kosten-

pflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach dem 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-322
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-322

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Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen. Sie 

werden vorliegend ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und entspre-

chend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer als unterliegender 

Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die obsiegende IV-

Stelle hat als zuständiger Sozialversicherungsträger keinen Anspruch auf 

eine aussergerichtliche Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contra-

rio).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]