# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38c2bc64-85ca-56b9-aef6-bd5ba5878ac2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.02.2006 ZF 2005 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-61_2006-02-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Februar 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 61

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Zinsli 
Aktuar Engler

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des Z., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter 
Marty, Alexanderstrasse 8, Postfach 528, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes I n n  vom 28. Juni 2005, mitgeteilt am 20. Juli 
2005, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen Y., Beklagte I und Be-
rufungsbeklagte I, sowie X., im Prozess verbeiständet durch Ida Giovanoli, Amts-
vormundschaft, 7550 Scuol, Beklagte II und Berufungsbeklagte II, beide vertreten 
bzw. wiedervertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Barbara Janom Steiner, Hin-
term Bach 40, Postfach 203, 7002 Chur,

betreffend Kindesverhältnis
(Anfechtungsklage; Wiederherstellung der Frist zur Klageerhebung),

hat sich ergeben:

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A. Als Z. und Y., welche sich im Jahre 1990 kennen gelernt hatten, am 
22. November 1991 heirateten, war die Braut im vierten Monat schwanger. Am 04. 
Mai 1992 kam dann die Tochter X. zur Welt. Drei Jahre später lösten die Eheleute 
den gemeinsamen Haushalt auf. Mit Urteil  des Bezirksgerichts Inn vom 30. Juni 
1997 wurden sie schliesslich geschieden, wobei die elterliche Sorge über X. der 
Mutter zugeteilt wurde, während Z., der ein Besuchsrecht eingeräumt erhielt, zu 
Unterhaltszahlungen verpflichtet wurde.

Z. ging in der Folge eine neue Ehe ein. Als keine Schwangerschaft eintrat, 
ergaben medizinische Untersuchungen, dass der Mann nicht zeugungsfähig sei. 
Der ärztliche Bericht stammt vom 12. Juli 2002. Dies bewog die heutigen Parteien, 
sich einer DNA-Analyse zu unterziehen. Laut dem Gutachten des Laboratorio di 
diagnostica molecolare in Breganzona kann Z. als Vater von X. mit Sicherheit aus-
geschlossen werden; seine Vaterschaft ist genetisch nicht möglich. Die schriftliche 
Ausfertigung der Expertise datiert vom 04. April 2003. Das Ergebnis wurde aber 
offenbar Z. bereits etwas früher mündlich eröffnet.

B. Am 14. März 2003 machte Z. bei der Kreispräsidentin Suot Tasna 
als Vermittlerin eine gegen Y. und X. gerichtete Klage auf Anfechtung der Vater-
schaft anhängig. Laut dem Leitschein vom 29. November 2004 hatten die Parteien 
an der Sühneverhandlung vom 07. Mai 2003 die folgenden Anträge gestellt:

Klägerisches Rechtsbegehren:

„1. Es sei festzustellen, dass der Kläger nicht der Vater von X., geb. am 
4. Mai 1992, sei.

2. Die bereits durch den Kläger geleisteten Zahlungen in der Höhe von 
Fr. 107'400.00, indexiert gemäss Urteil vom 30. Juni 1997, sind 
zurückzuerstatten.

3. Es sei ein Schadenersatz in der Höhe von Fr. 15'000.00 zuzuspre-
chen.

4. Es sei eine Genugtuung von Fr. 25'000.00 zuzusprechen.

5. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen gehen zu Lasten der Beklag-
ten.“

Beklagtisches Rechtsbegehren:

„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

 2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Klägers.“

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C. Mit Prozesseingabe vom 07. Januar 2005 unterbreitete Z. die Streit-
sache dem Bezirksgericht Inn, wobei er an seinen Rechtsbegehren gemäss Leit-
schein festhielt.

In ihrer Prozessantwort vom 16. Februar 2005 liessen Y. und X. nunmehr 
beantragen:

„A. Prozessuale Anträge:

 1. Es sei in einem Vorentscheid gemäss Art. 94 ZPO darüber zu ent-
scheiden, ob die Klage von Z. infolge Ablauf der Klagefristen laut Art. 
256c ZGB abzuweisen ist.

 2. Eventualiter sei – bei Zulassung der Klage bzw. bei Wiederherstellung 
der Frist – ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.

 3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass gegen die in der Prozessein-
gabe gestellten Forderungen sowohl die Einrede der Verjährung wie 
auch die Einrede der Verrechnung erhoben werden.

 B. Materielle Anträge:

 1. Die Klage sei abzuweisen.

 2. Unter gesetzlicher Kostenfolge.“

In der Folge wurde von der Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels 
vorläufig abgesehen. Statt dessen ordnete das Bezirksgerichtspräsidium Inn an, 
dass vorerst an einer eigenen Hauptverhandlung lediglich über die allfällige Ver-
wirkung der Anfechtungsklage befunden werde.

D. Mit Urteil vom 28. Juni 2005, mitgeteilt am 20. Juli 2005, erkannte 
das Bezirksgericht Inn:

„1. Die Klage wird abgewiesen.

 2. Die Kosten des Kreisamtes Suot Tasna von Fr. 200.00 sowie die Kos-
ten des Bezirksgerichts Inn, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
Fr. 1400.00, Schreibgebühren von Fr. 240.00, Barauslagen von Fr. 
60.00, total somit Fr. 1700.00, gehen zulasten des Klägers.

 3. Der Kläger wird verpflichtet, die Beklagten mit Fr. 3600.00 inkl. Spesen 
und MwSt. ausseramtlich zu entschädigen.

 4. (Rechtsmittelbelehrung).

 5. Mitteilung an: …“

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E. Hiergegen liess Z. am 05. September 2005 Berufung an die Zivil-
kammer des Kantonsgerichts erklären mit dem Begehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichts vom 28. Juni 2005 sei aufzuheben.

 2. Die Klagefrist gemäss Art. 256c ZGB sei wieder herzustellen.

 3. Es sei festzustellen, dass der Kläger und Berufungskläger nicht der 
Vater von X. ist.

 4. Die bereits durch den Kläger und Berufungskläger geleisteten Zahlun-
gen in der Höhe von CHF 107'400.00, indexiert gemäss Urteil vom 30. 
Juni 1997, seien zurückzuerstatten.

 5. Es sei ein Schadenersatz in der Höhe von Fr. 5000.00 zuzusprechen.

 6. Es sei eine Genugtuung von CHF 15'000.00 zuzusprechen.

 7. Die gerichtlichen und aussergerichtlichen Kosten gehen zu Lasten der 
Beklagten und Berufungsbeklagten.“

Nachdem Z. auf entsprechende Verfügung hin seine Berufungsanträge 
schriftlich begründet hatte, erhielten Y. und X. Gelegenheit, sich hierzu vernehmen 
zu lassen. Sie taten dies mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 09. Dezember 
2005, wobei sie beantragen liessen, es sei die Berufung abzuweisen, unter ge-
setzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsklägers.

F. Am 09. Dezember 2005 liessen Y. und X. beim Kantonsgerichtsprä-
sidium Graubünden in einer gemeinsamen Eingabe das Begehren stellen, es sei 
ihnen für das Berufungsverfahren ZF 05 61 in Sachen Anfechtung der Vaterschaft 
und Nebenfolgen mit Wirkung ab 08. September 2005 die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren (Befreiung von Gerichtskosten, Bestellung von Rechtsanwäl-
tin lic. iur. Barbara Janom Steiner als Rechtsvertreterin, beides auf Kosten der 
Gemeinde W.).

Mit Verfügung vom 28. Dezember 2005, mitgeteilt am 30. Dezember 2005 
(PZ 05 239), wurde dem Gesuch zumindest sinngemäss entsprochen. Dass dabei 
das Verfahren, in welchem die unentgeltliche Rechtspflege zum Tragen kommen 
solle, falsch bezeichnet wurde, ist ebenso auf (behebbares) richterliches Versehen 
zurückzuführen wie der Umstand, dass X., die klarerweise nicht weniger bedürftig 
ist als ihre Mutter, in der Verfügung keine ausdrückliche Erwähnung fand.

Z. hatte ebenfalls um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht, 
leistete dann aber dennoch den von ihm geforderten Gerichtskostenvorschuss. 

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Bei dieser Sachlage konnte das Begehren mit Verfügung vom heutigen Tag als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben werden (PZ 05 214).

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Im Zeitpunkt, als die Klage auf Anfechtung der Vermutung der Va-
terschaft (Art. 256 ZGB) anhängig gemacht wurde, hatten Y. und X. ihren Wohnsitz 
in W., in einer zum Bezirk Inn gehörenden Gemeinde also. Damit durfte die von Z. 
angerufene Vorinstanz gestützt auf Art. 16 GestG ihre örtliche Zuständigkeit beja-
hen.

Eine solche Klage fällt gemäss Art. 3 Abs. 1 Ziff. 13 EGzZGB in die sachli-
che Zuständigkeit des jeweiligen Bezirksgerichts, hier also jenes von Inn, so dass 
auch insoweit einem Eintreten auf die Streitsache durch die Vorinstanz nichts ent-
gegenstand.

Ein in einer derartigen Angelegenheit ergangenes Sachurteil – hier das die 
Anfechtungsklage abweisende Erkenntnis des Bezirksgerichts Inn vom 28. Juni 
2005 – kann gemäss Art. 3 Abs. 2 EGzZGB in Verbindung mit Art. 218 ff. ZPO mit 
Berufung bei der Zivilkammer des Kantonsgerichts angefochten werden. Da das 
Rechtsmittel innert Frist ergriffen wurde (Art. 219 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und überdies 
den gesetzlichen Formerfordernissen entspricht (Art. 219 Abs. 1 Satz 2 ZPO), ist 
darauf grundsätzlich einzutreten.

Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass das Bezirksgericht Inn vorerst 
lediglich darüber befunden hat, ob das Kindesverhältnis zwischen der Beklagten 
II und dem Kläger aufzulösen sei – so ist das Feststellungsbegehren in Verbindung 
mit den weiteren Anträgen zu verstehen –, bzw. darüber, ob Z. diesen Klagean-
spruch wegen Fristablaufs verwirkt habe.

2. Gemäss Art. 256c Abs. 1 ZGB hat der Ehemann die Anfechtungs-
klage innert eines Jahres einzureichen, seitdem er die Geburt und die Tatsache 
erfahren hat, dass er nicht der Vater ist oder dass ein Dritter der Mutter um die 
Zeit der Empfängnis beigewohnt hat, in jedem Fall aber vor Ablauf von fünf Jahren 

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seit der Geburt. Auch nach Ablauf der Verwirkungsfrist kann die Anfechtungsklage 
noch eingebracht werden; dann nämlich, wenn sich die Verspätung mit wichtigen 
Gründen entschuldigen lässt (BGE 132 III 1 E. 2 S. 2 f.; Urteil des Bundesgerichts 
vom 29.09.2005 5C.113/2005 E. 2).

Nach den jüngsten (eben erwähnten) Entscheiden des Bundesgerichts, in 
denen die zum alten Recht ergangene Rechtsprechung ausdrücklich bestätigt 
wird, liegen wichtige Gründe vor, wenn der Ehemann bisher keine Veranlassung 
hatte, seine Vaterschaft in Frage zu stellen, wobei blosse Zweifel, die nicht auf 
konkreten Anhaltspunkten beruhen, keine genügende Grundlage für eine Anfech-
tungsklage bilden. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Wiederher-
stellung der Klagefrist grundsätzlich unbeschränkt zulässig ist und dass das neue 
Recht die Frist zur Klageeinreichung erheblich verlängert hat, braucht es keine 
Abkehr von der bisherigen Praxis; es genügt, dass bei der Prüfung der Frage, ob 
wichtige Gründe vorliegen, ein strenger Massstab angelegt wird (BGE 132 III 1 
E.2.1 f. S. 3 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 29.09.2005 5C.113/2005 E. 4.1 f.).

Vom Zeitpunkt an, in welchem der Hinderungsgrund weggefallen ist, der 
Ehemann also Gewissheit erlangt hat, dass er nicht der leibliche Vater des Kindes 
ist, wird von ihm erwartet, dass er nunmehr mit aller nach den Umständen mögli-
chen Beschleunigung Anfechtungsklage erhebt (BGE 132 III 1 E. 3.2 S. 5; Urteil 
des Bundesgerichts vom 29.09.2005 5C.113/2005 E. 5 Abs. 3).

3. Y. macht unwiderlegbar geltend, sie habe, nachdem sie Z. im Jahre 
1990 kennen gelernt habe und mit ihm eine intime Beziehung eingegangen sei, 
bis zu ihrer Verheiratung nur einmal mit einem anderen Mann Geschlechtsverkehr 
gehabt. Da sie diesem Vorkommnis keine besondere Bedeutung beigemessen 
habe und da sie, als sie schwanger geworden sei, der festen Überzeugung gewe-
sen sei, dass das Kind von ihrem künftigen Ehemann stamme, habe sie mit ihm 
weder vor noch nach der Hochzeit über ihren Seitensprung gesprochen. Andere 
Umstände, welche damals in Z. den Verdacht hätten wecken müssen, er könnte 
möglicherweise nicht der Vater von X. sein, sind ebenso wenig ersichtlich. Stutzig 
werden musste er erst, als er sich nach der Scheidung erneut verheiratete, seine 
Partnerin nicht schwanger wurde und ihm nach entsprechenden medizinischen 
Abklärungen in einem ärztlichen Zeugnis vom 12. Juli 2002 beschieden wurde, 
dass er (jedenfalls zur Zeit) zeugungsunfähig sei. Dies zwang ihn freilich noch 
nicht, sofort auf Auflösung des Kindesverhältnisses zu klagen, musste er doch 

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dem medizinischen Befund nicht entnehmen, dass der Mangel bereits 1991 vor-
handen gewesen sei. Hingegen war er gehalten, nunmehr nähere Abklärungen zu 
seiner Vaterschaft zu veranlassen, was er denn auch in Absprache mit Y. und X. 
unverzüglich tat. Aufgrund von Mundabstrichen, welche am 27. August 2002 bei 
den drei Personen gewonnen wurden, wurde eine DNA-Analyse durchgeführt, die 
laut einem schriftlich vorliegenden Gutachten vom 04. April 2003 ergab, dass Z. 
nicht der Vater von X. sein könne. Hierüber wurde er offenbar, wie selber einräumt, 
vorab mündlich unterrichtet. Da es indessen keine Anhaltspunkte gibt, dass dies 
längere Zeit vor dem 14. März 2003 geschah, ist an diesem Tag rechtzeitig An-
fechtungsklage erhoben worden.

Da unbestritten ist, dass X. nicht die leibliche Tochter von Z. ist, und da der 
Kläger nach dem eben Gesagten seinen Anfechtungsanspruch nicht verwirkt hat, 
muss das vorinstanzliche Urteil in teilweiser Gutheissung der Berufung aufgeho-
ben werden, und es ist das Kindesverhältnis zwischen Z. und X. rückwirkend auf 
den Zeitpunkt der Geburt aufzulösen (vgl. INGEBORG SCHWENZER, Basler Kommen-
tar, Zivilgesetzbuch I, 2. Aufl., Basel 2002, Art. 256 ZGB N. 16).

Mit den darüber hinausgehenden Forderungen des Klägers auf Rückerstat-
tung der bislang bezahlten Alimente, auf Leistung von Schadenersatz und auf Ent-
richtung einer Genugtuungssumme musste sich das Bezirksgericht Inn noch nicht 
auseinandersetzen. Deren Behandlung hätte bedingt, dass der Anfechtungsklage 
zuvor Erfolg beschieden war. Dem war hier indessen nicht so, wurde sie doch 
wegen Verwirkung des Anspruchs durch Zeitablauf abgewiesen. Die Angelegen-
heit ist deshalb an das Bezirksgericht Inn zurückzuweisen, um ihm Gelegenheit 
zu geben, die offenen Streitfragen materiell zu behandeln, soweit darauf eingetre-
ten werden kann und der Kläger hieran festhalten will.

4. Im neu zu fällenden Urteil wird das Bezirksgericht Inn in Würdigung 
aller massgeblichen Umstände auch darüber zu befinden haben, welche Partei 
die bis dahin aufgelaufenen Kosten zu tragen hat bzw. in welchem Verhältnis sie 
dem Kläger und den Beklagten zu überbinden sind; desgleichen, ob die eine Par-
tei zu Lasten der anderen für den genannten Verfahrensabschnitt Anspruch auf 
eine Umtriebsentschädigung besitzt. Hiermit hat sich die Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts zur Zeit noch nicht zu befassen.

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Gegenstand des angefochtenen Urteils und des Weiterzugsverfahrens war, 
ob Z. seinen Anspruch auf Anfechtung des Kindesverhältnisses verwirkt hat oder 
nicht; allfällige finanzielle Folgen blieben vorerst ausgeklammert. Insoweit besas-
sen alle Beteiligten ein ungefähr gleichwertiges Interesse, dass die Rechtsbezie-
hung zwischen Z. und X. überprüft und allenfalls mit dem Ergebnis der wissen-
schaftlichen Untersuchung in Einklang gebracht wird. Dies rechtfertigt es allein 
schon, vom Grundsatz abzuweichen, wonach sich die Kosten- und Entschädi-
gungsregelung nach dem Grad des Obsiegens und Unterliegens zu richten habe. 
Im Übrigen hat die Vorinstanz die Klage abgewiesen, weil sie in Anlehnung an 
zwei Lehrmeinungen zum Schluss gelangt war, dass nach jetzigem Recht abwei-
chend von der bisherigen Praxis blosse Unkenntnis der Umstände, die gegen eine 
Vaterschaft sprächen, bzw. das Fehlen hinreichender Verdachtsgründe nicht zur 
Wiederherstellung der absoluten Klagefrist führen könne. Die jüngsten Bundesge-
richtsentscheide, in welchen im Widerspruch hierzu die zum alten Recht ergan-
gene Praxis ausdrücklich bestätigt wurde, waren dem Bezirksgericht Inn noch 
nicht bekannt. Letzteres gilt aber auch für die Beklagten, so dass für die Regelung 
des Kosten- und Entschädigungspunktes nicht entscheidend ins Gewicht fällt, 
dass sie die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des erstinstanzlichen 
Urteils beantragt hatten. Der Prozessaufwand wäre denn auch nicht wesentlich 
geringer ausgefallen, wenn sie sich dem Anfechtungsbegehren des Klägers an-
geschlossen hätten. Unter diesen Umständen erscheint es angezeigt, die Kosten 
des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer auf Fr. 3000.00 festzulegenden 
Gerichtsgebühr und einer Schreibgebühr von Fr. 165.00, zur einen Hälfte Z. und 
zur anderen unter solidarischer Haftung Y. und X. zu überbinden.

Bei dieser Sachlage werden die aussergerichtlichen Kosten für das Verfah-
ren vor der Weiterzugsinstanz wettgeschlagen.

Gestützt auf die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums Graubünden 
vom 28. Dezember 2005 sind die Y. und X. auferlegten Kostenanteile des Beru-
fungsverfahrens sowie die ihnen in diesem Verfahrensabschnitt erwachsenen 
Kosten ihrer Rechtsvertretung unter Vorbehalt der Rückforderung der Gemeinde 
W. in Rechnung zu stellen. Die Höhe der Rechtsanwältin Janom Steiner auszu-
richtenden Entschädigung wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO festgelegt.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und es wird das angefochtene 
Urteil aufgehoben.

2. Das Kindesverhältnis zwischen Z. und X. wird rückwirkend auf den Zeit-
punkt der Geburt (04.05.1992) aufgelöst.

3. Im Übrigen wird die Streitsache im Sinne der Erwägungen zur weiteren Be-
handlung und zur neuen Entscheidung an das Bezirksgericht Inn zurückge-
wiesen.

4. Die Kosten des Verfahrens vor der Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Fr. 3165.00 (Gerichtsgebühr Fr. 3000.00, Schreibgebühr Fr. 165.00) gehen 
zu einem Zweitel zu Lasten von Z. sowie zu einem Zweitel unter solidari-
scher Haftung zu Lasten von Y. und X..

5. Für das Berufungsverfahren werden die aussergerichtlichen Kosten wett-
geschlagen.

6. Die Y. und X. im Verfahren vor der Zivilkammer des Kantonsgerichts aufer-
legten amtlichen Kosten sowie die ihnen in diesem Verfahrensabschnitt ent-
standenen Kosten ihrer Rechtsvertretung werden gestützt auf die Verfü-
gung des Kantonsgerichtspräsidiums Graubünden vom 28. Dezember 
2005 der Gemeinde W. in Rechnung gestellt, unter Vorbehalt des Rückfor-
derungsrechts gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO.

Die Rechtsvertreterin der Berufungsbeklagten I und II wird aufgefordert, in-
nert zehn Tagen seit Zugang dieses Urteils ihre detaillierte und tarif-
gemässe Honorarnote einzureichen.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar