# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df19295c-6c73-5586-a694-107956b30944
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.03.2022 RR.2020.315
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2020-315_2022-03-25.pdf

## Full Text

Entscheid vom 25. März 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A., am 8. Januar 2020 an Kroatien ausgeliefert,  

vertreten durch Rechtsanwältin Veronica Kuonen-Mar-

tin,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung,  

 

Beschwerdegegner 

 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an Kroatien 

 

Kosten (Art. 62 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2020.315 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Interpolmeldung vom 18. April 2017 ersuchten die kroatischen Behörden 

um Fahndung und Verhaftung des kroatischen Staatsangehörigen A. zwecks 

Auslieferung im Zusammenhang mit verschiedenen Betrugsdelikten 

(act. 4.1). Mit Schreiben vom 6. Juni 2017 reichte das kroatische Justizmi-

nisterium ein formelles Auslieferungsersuchen gegen A. ein (act. 4.2). 

 

 

B. Gestützt auf einen Auslieferungshaftbefehl des Bundesamtes für Justiz 

(nachfolgend «BJ») vom 12. März 2018 (act. 4.3) wurde A. am 3. April 2018 

verhaftet (vgl. act. 4.4). Mit Schreiben vom 24. Mai 2018 liess das BJ A. eine 

Kautionsvereinbarung (Kaution: Fr. 5'000.–) zukommen (act. 4.5, 4.5A). Mit 

Schreiben vom 25. Mai 2018 (vorab per Telefax) liess A. dem BJ die unter-

zeichnete Kautionsvereinbarung zukommen (act. 4.6). Die Kautionsverein-

barung enthält namentlich die Bestimmung, wonach sich das BJ das Recht 

vorbehält, die Kaution (bzw. einen Teil davon) zur Deckung der Kosten des 

Auslieferungsverfahrens im Sinne von Art. 62 Abs. 2 IRSG zu verwenden 

(Ziff. 1). Per Telefax vom 25. Mai 2018 ordnete das BJ die umgehende Ent-

lassung von A. aus der Auslieferungshaft an (act. 4.7). 

 

 

C. Mit Auslieferungsentscheid vom 13. Mai 2019 bewilligte das BJ die Ausliefe-

rung von A. an Kroatien für die dem Auslieferungsersuchen des kroatischen 

Justizministeriums vom 6. Juni 2017 zugrunde liegenden Straftaten 

(act. 4.8). Die von A. dagegen erhobene Beschwerde vom 13. Juni 2019 

wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Entscheid 

RR.2019.141 vom 30. Oktober 2019 ab. Auf die von A. dagegen erhobene 

Beschwerde vom 11. November 2019 trat das Bundesgericht mit Urteil 

1C_594/2019 vom 13. Dezember 2019 nicht ein. 

 

 

D. Gestützt auf einen Auslieferungshaftbefehl des BJ vom 31. Oktober 2019 

(act. 4.11A) wurde A. am 1. November 2019 erneut verhaftet (act. 4.12). Mit 

Verfügung vom 13. November 2019 wies das BJ ein Haftentlassungsgesuch 

von A. ab (act. 4.13). Die von A. dagegen erhobene Beschwerde vom 2. De-

zember 2019 wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Ent-

scheid RH.2019.24 vom 17. Dezember 2019 ab. Auf die von A. dagegen 

erhobene Beschwerde vom 30. Dezember 2019 trat das Bundesgericht mit 

Urteil 1C_680/2019 vom 8. Januar 2020 nicht ein. 

 

 

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E. Am 8. Januar 2020 wurde A. an Kroatien ausgeliefert (act. 4.14). 

 

 

F. Am 21. Oktober 2020 verfügte das BJ, dass die Kaution von Fr. 5'000.– voll-

umfänglich zur Deckung der Haft- und Transportkosten verwendet wird 

(act. 1.1, 4.20). 

 

 

G. Dagegen gelangt A., vertreten durch Rechtsanwältin Veronica Kuonen-Mar-

tin, mit Beschwerde vom 23. November 2020 an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts und beantragt, die Verfügung des BJ vom 21. Ok-

tober 2020 sei aufzuheben und die geleistete Kaution in der Höhe von 

Fr. 5'000.– sei ihm auszuhändigen (act. 1). 

 

 

H. Mit Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2020 beantragt das BJ, die Be-

schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen (act. 4). Diese wurde A. am 

11. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht (act. 5). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind die Bestimmungen des VwVG anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. 

Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt 

(Art. 12 Abs. 1 IRSG). 

 

 

2. Die angefochtene Verfügung unterliegt der Beschwerde an die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts (Art. 25 Abs. 1 IRSG; Entscheide des Bun-

desstrafgerichts RR.2017.47 vom 1. Juni 2017 E. 1.1; RR.2010.190 vom 

5. November 2010 E. 1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.106/2001 vom 

21. August 2001 E. 1). Die Beschwerde wurde innert der 30-tägigen Be-

schwerdefrist erhoben (Art. 50 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

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3. Die angefochtene Verfügung erging in Anwendung des Art. 62 Abs. 2 IRSG. 

Gemäss Art. 62 IRSG übernimmt bei der Auslieferung an das Ausland der 

Bund die Haft- und Transportkosten, soweit sie im internationalen Verkehr 

üblicherweise vom ersuchten Staat getragen werden (Abs. 1). Persönliches 

Eigentum des Verfolgten kann zur Deckung der Kosten verwendet werden, 

soweit es nicht auszuliefern ist (Abs. 2). 

 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Willkürverbots nach Art. 9 

BV. Über die Verwendung persönlichen Eigentums des Verfolgten zur De-

ckung der Kosten müsse im Auslieferungsentscheid entschieden werden. Es 

bestehe kein rechtlicher Rahmen für einen nachträglichen Entscheid. Der 

Beschwerdeführer habe nach allgemeinen rechtlichen Grundsätzen davon 

ausgehen dürfen, dass spätestens mit Eintritt der Rechtskraft des Ausliefe-

rungsentscheids die Angelegenheit erledigt sei. Es gelinge dem Beschwer-

degegner nicht, eine stringente Argumentation für den nachträglichen Ent-

scheid zu liefern (act. 1 S. 3 ff.). 

 

4.2 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen 

Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden. 

Willkürlich ist ein Entscheid nicht bereits dann, wenn eine andere Lösung 

ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre. Vielmehr liegt Will-

kür erst vor, wenn der betreffende Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur 

tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen 

unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise 

dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür ist einzig zu bejahen, 

wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheids, sondern auch das Er-

gebnis unhaltbar ist (BGE 147 V 194 E. 6.3.1 mit Hinweis). 

 

4.3 Davon kann hier keine Rede sein. In der Kautionsvereinbarung wurde fest-

gehalten, dass der Beschwerdegegner sich das Recht vorbehält, die Kaution 

(bzw. einen Teil davon) zur Deckung der Kosten des Auslieferungsverfah-

rens im Sinne von Art. 62 Abs. 2 IRSG zu verwenden (Ziff. 1 der Kautions-

vereinbarung). Das IRSG legt nicht fest, zu welchem Zeitpunkt über die Ver-

wendung persönlichen Eigentums des Verfolgten zur Deckung der Kosten 

zu entscheiden ist. Haft- und Transportkosten entstehen regelmässig auch 

noch nach Erlass des Auslieferungsentscheids. Es ist daher auch zulässig, 

über die Verwendung persönlichen Eigentums des Verfolgten nach Erlass 

des Auslieferungsentscheids zu verfügen. Der Auslieferungsentscheid 

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erging am 13. Mai 2019. Der Beschwerdeführer befand sich vom 3. April 

2018 bis zum 25. Mai 2018 und vom 1. November 2019 bis zum 8. Januar 

2020 in Auslieferungshaft. Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass 

dem Beschwerdegegner vom Regionalgefängnis Bern Kosten für die Auslie-

ferungshaft des Beschwerdeführers in Rechnung gestellt wurden: am 3. Mai 

2018 für 28 Tage im April 2018 (act. 4.18A), am 4. Juni 2018 für 25 Tage im 

Mai 2018 (act. 4.18B), am 4. Dezember 2019 für 30 Tage im November 2019 

(act. 4.18C), am 6. Januar 2020 für 31 Tage im Dezember 2019 (act. 4.18D) 

und am 5. Februar 2020 für 7 Tage im Januar 2020 (act. 4.18E). Angesichts 

dessen ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner erst nach Er-

lass des Auslieferungsentscheids über die Verwendung der Kaution ver-

fügte. 

 

4.4 Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Verletzung seines Anspruchs 

auf rechtliches Gehör. Art. 62 Abs. 2 IRSG räume dem Beschwerdegegner 

ein grosses Ermessen ein. Die angefochtene Verfügung enthalte keine kon-

kreten Ausführungen zur Ermessensausübung, sondern halte einzig fest, 

dass die Kaution zur Deckung der Kosten verwendet werde. Damit werde 

die Begründungspflicht im Ermessensentscheid verletzt (act. 1 S. 5). 

 

5.2 Die aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV) fliessende Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begrün-

den, verlangt nicht, dass sich diese mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken, so dass der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten 

werden kann (BGE 146 II 335 E. 5.1; 143 III 65 E. 5.2 S. 70 f.; je mit Hinwei-

sen). An die Begründung sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je 

grösser der der Behörde eingeräumte Ermessensspielraum ist und je vielfäl-

tiger die tatsächlichen Voraussetzungen sind, die bei der Betätigung des Er-

messens zu berücksichtigen sind (BGE 129 I 232 E. 3.3 S. 239 mit Hinwei-

sen). 

 

5.3 In der angefochtenen Verfügung bringt der Beschwerdegegner zum Aus-

druck, warum er die Kaution von Fr. 5‘000.– vollumfänglich zur Deckung der 

Haft- und Transportkosten verwendet. Gemäss Art. 62 Abs. 2 IRSG könne 

persönliches Eigentum des Verfolgten zur Deckung der Kosten verwendet 

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werden, sofern es nicht auszuliefern sei. Die vom Beschwerdeführer geleis-

tete Kaution gehöre ohne Weiteres zu den Vermögenswerten, und damit 

zum Eigentum des Beschwerdeführers. Dem Beschwerdegegner seien nur 

schon durch die Auslieferungshaft Kosten von über Fr. 28‘000.– angefallen. 

Die tatsächlichen Voraussetzungen bei der Betätigung des Ermessens, das 

Art. 62 Abs. 2 IRSG dem Beschwerdegegner einräumt, sind bestimmt und 

nicht vielfältig. Die Anforderungen an die Begründung sind deshalb gering. 

Diesen wird die angefochtene Verfügung gerecht, eine sachgerechte An-

fechtung war jedenfalls möglich. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör liegt damit nicht vor. 

 

5.4 Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

6. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegrün-

det. Sie ist abzuweisen. 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr 

ist auf Fr. 1'000.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 

StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 des Reglements des Bundesstrafge-

richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-

gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 25. März 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwältin Veronica Kuonen-Martin 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).