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**Case Identifier:** 7a340ad3-069a-51d2-9e5f-ddf8211380bd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.12.2017 IV 2015/220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-220_2017-12-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/220

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 15.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2017
Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Die vorliegende 
medizinische Aktenlage bietet eine hinreichende Grundlage für die 
Beurteilung. Rentenanspruch verneint, Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. 
Dezember 2017, IV 2015/220).

Entscheid vom 15. Dezember 2017

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann und a.o. Versicherungsrichterin 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.  

IV 2015/220

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller,

Engelgasse 214, 9053 Teufen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente (Abklärung)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im Juli 2012 unter Hinweis auf 

Schulterbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-

act. 1).

A.b  Bei der Arbeit als Hilfsgärtner war der Versicherte am 19. August 2011 gestürzt, 

wobei er sich die rechte Schulter verletzt hatte (Fremdakten 1). Am 24. November 2011 

war beim Versicherten im Spital B.___ durch Dr. med. C.___, Oberarzt Orthopädie, bei 

einer Rotatorenmanschettenruptur rechts, einer AC-Gelenksarthrose rechts und einer 

Bizepssehnenruptur rechts eine diagnostische Schulterarthroskopie rechts, eine offene 

Rotatorenmanschettenrekonstruktion über dem Deltoideus-Split und eine laterale 

Clavicularesektion rechts vorgenommen worden (Fremdakten 20). Dr. C.___ hatte dem 

Versicherten ab dem 9. April 2012 wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert, 

auch für körperliche Arbeiten (Fremdakten 64-3, 78).

A.c  Der Kreisarzt der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva), Dr. med. 

D.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, war anlässlich der Untersuchung vom 13. Juni 2012 zum 

Schluss gelangt, dass dem Versicherten bei rezidivierender belastungsabhängiger 

Schmerzsymptomatik mit Beweglichkeitseinschränkungen des rechten 

Schultergelenkes die körperlich schwere angestammte Tätigkeit als Hilfsgärtner nicht 

mehr vollschichtig zumutbar sei. Hingegen sei er in einer leichten bis mittelschweren 

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Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne ausladende körperferne Bewegungen des 

rechten Armes sowie ohne repetitive Rotationsbewegungen des rechten Armes 

vollschichtig arbeitsfähig bzw. vermittelbar (IV-act. 63-8 ff.). Der regionale ärztliche 

Dienst (RAD) schloss sich der Einschätzung von Dr. D.___ an (IV-act. 26), woraufhin die 

IV-Stelle gestützt darauf am 23. Mai 2013 die Ablehnung eines Rentenanspruches 

verfügte (IV-act. 35). Diese Verfügung erwuchs in Rechtkraft.

B. 

B.a  Im Juli 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen bei 

der IV-Stelle St. Gallen an (IV-act. 37).

B.b  Im Juli 2013 war beim Versicherten anlässlich einer Kernspintomographie ein 

weitergehender Einriss im Bereich der rechten Rotatorenmanschette festgestellt 

worden (IV-act. 63-42). Auf Anraten von Dr. D.___ (IV-act. 63-18) hatte sich der 

Versicherte für eine bessere Schulterfunktion vom 18. Dezember 2013 bis 16. Januar 

2014 in stationäre Rehabilitationsbehandlung inkl. Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL) in die Rehaklinik Bellikon begeben (IV-act. 63-20 ff.). Im 

Austrittsbericht vom 20. Januar 2014 war im Wesentlichen ausgeführt worden, dass die 

angestammte Tätigkeit nicht mehr in vollem Umfang zumutbar sei. Eine angepasste 

Arbeit mit kleineren und auch körperlich leichteren Hilfstätigkeiten im Gartenbau, wie 

sie zuletzt ausgeübt worden sei, könne mindestens halbtags wieder aufgenommen 

werden. Nach Möglichkeit sollte eine sukzessive Ausdehnung bis ganztags angestrebt 

werden. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei ohne Tätigkeit mit dem rechten Arm 

länger dauernd über Brusthöhe sowie ohne häufig wiederholten (Kraft-)Einsatz 

desselben ganztags möglich (IV-act. 63-21 ff.).

B.c  Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. April 2014 hatte Dr. D.___ 

ausgeführt, dass trotz Zustand nach Reruptur der Supraspinatussehne im Sinne eines 

unfallbedingten Residualzustandes nach offener Rotatorenmanschettenrekonstruktion 

und lateraler Clavicularesekton rechts an den Arbeitsfähigkeitsschätzungen und dem 

Zumutbarkeitsprofil vom 13. Juni 2012 festgehalten werde (IV-act. 63-39). Der RAD 

schloss sich bei Feststellung eines weitergehenden Einrisses im Bereich der 

Rotatorenmanschette (IV-act. 56-2) und in Würdigung der weiteren 

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Kernspintomographie vom 21. Oktober 2014 (vgl. IV-act. 63-47) am 4. Mai 2015 der 

Einschätzung von Dr. D.___ an (IV-act. 64).

B.d  Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2015 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentenanspruches in Aussicht (IV-act. 66). Am 9. Juni 2015 erhob der Versicherte 

gegen den Vorbescheid Einwand (IV-act. 71). Am 10. Juni 2015 verfügte die IV-Stelle 

die Abweisung des Begehrens (IV-act. 73).

C.

C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 10. Juli 2015. 

Der Rechtsvertreter des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer), Rechtsanwalt 

lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Teufen, beantragt, dass die Verfügung vom 10. Juni 2015 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung spätestens ab Januar 2015 

mindestens eine halbe Rente zuzusprechen sei. Eventualiter sei die Verfügung vom 10. 

Juni 2015 aufzuheben und im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer lässt im Wesentlichen 

ausführen, dass es auch nach der IV-Anmeldung noch zu Vorfällen gekommen sei, seit 

dem Abschluss des ersten Verfahrens zu mindestens zwei gravierenden, welche dann 

zu einem Aufenthalt in Bellikon geführt hätten. Der den Beschwerdeführer behandelnde 

Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, habe schon mehrfach bestätigt, dass der Beschwerdeführer nie 

mehr schwere Arbeit und sicher nicht mehr wie 50% leichtere Arbeit erledigen könnte. 

Die ärztlichen Untersuchungen würden eine deutliche Verschlechterung seit Mai 2013 

objektivierbar aufzeigen, wie auch deutliche Weichteillücken im Bereich der rechten 

Schulter sowie verschmächtigte Muskeln rechts etc., sodass von einer dauerhaften, 

zunehmenden Schädigung ausgegangen werden müsse, welche sich insbesondere 

auch auf sogenannt adaptierte Tätigkeiten auswirken würde, weil der rechte Arm nur 

noch sehr zurückhaltend und ohne Krafteinsatz eingesetzt werden könne. 

Insbesondere müssten auch jegliche repetitiven Tätigkeiten oder Sortierarbeiten am 

Förderband als nicht möglich eingestuft werden. Es könne keine konkrete Arbeitsstelle 

genannt werden, wo der Beschwerdeführer aufgrund seiner Einschränkungen 

tatsächlich eine wirtschaftlich relevante Erwerbstätigkeit ausüben könnte, da er nicht 

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nur körperlich eingeschränkt sei, sondern wegen des Schmerzgeschehens auch nicht 

schlafen könne, sondern oft in der Nacht herumgehe. Für anspruchsvollere Tätigkeiten 

fehle es ihm an den Ressourcen und die funktionellen Einschränkungen des rechten 

Armes würden sich im Alltag viel gravierender auswirken als es die 

Beschwerdegegnerin annehme. Es werde als nicht zulässig erachtet, dass die 

Beschwerdegegnerin einfach auf die Suva-Akten abstelle, weshalb eine 

polydisziplinäre Begutachtung beantragt werde. Damit könne auch den weiteren 

Unfällen vom Sommer 2013 und September 2014, welche die Situation verschlechtert 

hätten, Rechnung getragen werden (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, dass sich der RAD auf 

die überzeugend begründeten Schlussfolgerungen des Suva-Kreisarztes und der Ärzte 

der Rehaklinik Bellikon habe abstützen dürfen, zumal die im Bereich der 

Unfallversicherung getroffenen Feststellungen auch für die Belange der 

Invalidenversicherung massgebend seien und es durchaus statthaft sei, gestützt auf 

ohne eigentlichen Begutachtungsauftrag eingeholte Arztberichte über einen 

Leistungsanspruch zu entscheiden, wenn diese den hiefür erforderlichen Aufschluss 

vermittelten. Dies sei mit den Berichten des Suva-Arztes erfüllt. Nachdem der 

Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren schulteradaptierten 

Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig sei, habe er nicht mit einer relevanten 

Erwerbseinbusse zu rechnen, zumal er in seiner Tätigkeit als Hilfsgärtner ein tieferes 

Einkommen erzielt habe als der statistische Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters. Die 

angefochtene Verfügung sei damit nicht zu beanstanden (act. G 4).

C.c In der Replik vom 27. November 2015 lässt der Beschwerdeführer unverändert an 

der Beschwerde festhalten. Er lässt anführen, dass die nach dem ersten Verfahren 

bereits wieder neu geschädigte Rotatorenmanschette (vgl. MRI von Juli 2013) nach 

einem erneuten Sturz am 19. September 2014 noch einmal weiter beschädigt worden 

sei. Das neueste MRI vom 21. Oktober 2014 zeige zudem, dass der aktuelle 

medizinische Zustand nicht mit demjenigen bei der Anmeldung oder im Zeitpunkt des 

Aufenthaltes in Bellikon verglichen werden könne. Der Unfall vom September 2014 und 

das MRI von Oktober 2014 würden von der Beschwerdegegnerin schlicht 

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ausgeblendet. Es sei damit offensichtlich, dass der medizinische Sachverhalt alles 

andere als genügend erstellt erklärt werden könne (act. G 14).

C.d Mit Eingabe vom 4. Dezember 2015 hält die Beschwerdegegnerin vollumfänglich 

an ihrem Antrag und ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Auf eine 

begründete Duplik verzichtet sie (act. G 16).

Erwägungen

1. 

Die Beschwerdegegnerin hat nach materieller Prüfung das Leistungsbegehren 

bezüglich Rentenanspruch mit Verfügung vom 10. Juni 2015 abgewiesen (IV-act. 73). 

Entsprechend ist sie, entgegen einiger Aktenstücke (vgl. insbesondere IV-act. 65), nach 

erfolgter Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes (vgl. Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) auf die Neuanmeldung von Juli 2014 

zu Recht eingetreten. Zu prüfen ist demnach, ob die Ablehnung des Antrages auf eine 

Invalidenrente zu Recht erfolgte.

1.1  Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% 

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invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht 

verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) 

Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung 

jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen 

Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).

2. 

Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende 

Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches bietet. Die 

Beschwerdegegnerin stützt die Rentenabweisung in medizinischer Hinsicht auf die 

Abklärungen der Suva, insbesondere auf die kreisärztlichen Untersuchungen vom 13. 

Juni 2012 (IV-act. 63-8 ff.), vom 10. September 2013 (IV-act. 63-14 ff.) und vom 29. 

April 2014 (IV-act. 63-34 ff.). Des Weiteren stützt sie sich auf den Austrittsbericht der 

Rehaklinik Bellikon vom 20. Januar 2014 (IV-act. 63-20 ff.) und auf die Stellungnahmen 

des RAD (IV-act. 26, 56, 64).

2.1  Nachdem keine unfallfremden Beschwerden zur Diskussion stehen, ist ein 

zentrales Abstellen auf die unfallversicherungsrechtlichen medizinischen Abklärungen 

zweckmässig, soweit jenen Berichten – in Beachtung der durch die Rechtsprechung 

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vorgegebenen Regeln (Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2011, 8C_543/2011, 

E. 3) – der Beweiswert nicht abgesprochen werden kann.

2.2  Die Berichte des Kreisarztes Dr. D.___ beruhen auf eingehender klinischer 

Untersuchung des Beschwerdeführers und unter Einbezug der geklagten Schmerzen. 

Die oberen Extremitäten wurden bezüglich Beweglichkeit der Schulter, Kraft, 

Faustschluss und Umfang mehrmals verglichen und die daraus gezogenen Schlüsse 

nachvollziehbar dargelegt. Die medizinischen Vorakten wurden berücksichtigt und auch 

das Verhalten des Beschwerdeführers diskutiert. Die beschriebene nahezu freie 

Beweglichkeit der rechten Schulter beim An- und Auskleiden (IV-act. 63-38) und damit 

deren Alltagsfähigkeit ist zwar – wie es der Beschwerdeführer geltend macht (act. G 14 

S. 2) – kein Beweis für seine Arbeitsfähigkeit; sie kann aber als Indiz für eine 

Arbeitsfähigkeit bei entsprechendem Belastungsprofil sein. Bei den Einschätzungen 

von Dr. D.___ sind auch die Befunde, welche mittels Arthro-MRI der rechten Schulter 

am 12. Juli 2013 erhoben wurden, berücksichtigt. Diese Befunde sind unbestritten 

(partielle Reruptur der Rotatorenmanschettenrekonstruktion [IV-act. 63-43]), weshalb 

sich ein Beizug des Berichtes erübrigt. Der objektiv bestehenden Verschmächtigung 

der schulterumgebenden Muskulatur wurde durch den Kreisarzt ebenfalls Rechnung 

getragen bzw. auch deshalb durch ihn eine Rehabilitation in Bellikon empfohlen (IV-act. 

63-18). Insgesamt werden Beschwerden im Bereich der rechten Schulter von Dr. D.___ 

nicht in Frage gestellt. Wenn er deren Auswirkungen nach umfassender Abklärung, 

gestützt auf die klinische Untersuchung und die objektivierbaren Befunde, bei 

entsprechendem Belastungsprofil als nicht einschränkend qualifiziert, ist dies nicht zu 

beanstanden. Insgesamt sind die Untersuchungsberichte des Kreisarztes umfassend, 

detailliert und schlüssig und keine Gründe ersichtlich, die gegen deren Zuverlässigkeit 

sprechen würden.

2.3  Die übrigen medizinischen Akten können daran nichts ändern. Dr. E.___ überlässt 

mit Bericht vom 22. Juli 2013 die Arbeitsfähigkeitsschätzung dem Kreisarzt, wobei 

auch er – wie Dr. D.___ – im Bereich des Gartenbaus nicht von einer 100%-igen 

Leistungsfähigkeit ausgeht (IV-act. 63-42 f.). Die Einschätzungen der Ärzte der 

Rehaklinik Bellikon stimmen mit denjenigen des Kreisarztes überein. Gemäss Bericht 

vom 20. Januar 2014 gehen sie von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit für leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten aus (IV-act. 63-21). Nach dem Aufenthalt des 

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Beschwerdeführers in Bellikon empfiehlt Dr. E.___ mit Bericht vom 11. Februar 2014 

erneut eine Beurteilung durch den Kreisarzt, wobei auf Wunsch des Beschwerdeführers 

ab 10. Februar 2014 ein Arbeitsversuch mit offizieller Festlegung der Arbeitsfähigkeit 

auf 50% ganztags mit reduzierter Leistung und mit reduzierter Belastung des rechten 

Schultergürtels am angestammten Arbeitsplatz erfolge (IV-act. 63-44). Eine 

verbindliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E.___, insbesondere auch bezüglich 

einer angepassten Tätigkeit, welche die Einschätzungen des Kreisarztes in Frage 

stellen würden, ergibt sich aus diesem Bericht nicht.

2.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt bis am 29. 

April 2014 (die aktuellste kreisärztliche Untersuchung datiert von jenem Tag [IV-act. 

63-34 ff.]) genügend abgeklärt ist und auf die Einschätzungen von Dr. D.___ abgestellt 

werden kann. Entsprechend ist per 29. April 2014 von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit 

in adaptierter Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne 

ausladende körperferne Bewegungen des rechten Armes sowie ohne repetitive 

Rotationsbewegungen des rechten Armes) auszugehen (IV-act. 63-12 f., 63-39).

3. 

Im Weiteren ist zu prüfen, ob die nach der letzten Beurteilung durch Dr. D.___ bis zum 

Verfügungserlass am 10. Juni 2015 im Recht liegenden medizinischen Unterlagen an 

dessen Einschätzungen etwas zu ändern vermögen bzw. sich weitere medizinische 

Abklärungen aufdrängen.

3.1  Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang bei einem weiteren Sturz 

auf die rechte Schulter am 19. September 2014 eine ungenügend abgeklärte 

Verschlechterung der rechten Schulter geltend. Das MRI vom 21. Oktober 2014 zeige 

im Vergleich zu demjenigen vom 12. Juli 2013 neu eine narbige Überbrückung der 

vormals kleinvolumigen Ruptur der Supraspinatussehne ansatznah bei Status nach 

Rotatorenmanschettenrekonstruktion mit weiterhin auch deutlichen narbigen 

Veränderungen im übrigen Abschnitt der Supraspinatussehne mit zum Teil auch 

Metallabriebeartefaktüberlagerungen, eine vorbestehende Ruptur der langen 

Bizepssehne im intraarticulären Verlauf sowie eine Auffaserung der Sehne im 

Sulcusbereich (act. G 1 S. 4).

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3.2  Der RAD nahm zu den Befunden gemäss MRI vom 21. Oktober 2014 (IV-act. 63-47 

f.) am 4. Mai 2015 Stellung (IV-act. 64). Er verglich die Befunde der zwei 

durchgeführten MRIs und würdigte auch die aktuellen ärztlichen Berichte des 

Hausarztes Dr. med. F.___, Innere Medizin FMH, vom 27. April 2015 (IV-act. 63-1 ff.) 

und des Facharztes Dr. E.___ vom 3. Februar 2015 (IV-act. 63-46). Diese Berichte und 

das aktuellste MRI widersprechen den Einschätzungen des RAD nicht. Der Facharzt Dr. 

E.___ sprach in Kenntnis des MRI vom 21. Oktober 2014 zwar von einer 

Retraumatisierung nach einem Sturz auf die rechte Schulter am 19. September 2014; 

er bezeichnete aber den Befund als praktisch unverändert zur Voruntersuchung. 

Bereits im Sprechstundenbericht vom 27. Oktober 2014 hatte Dr. E.___ in Würdigung 

des MRI vom 21. Oktober 2014 ausgeführt, dass es kernspintomographisch zu keiner 

relevanten zusätzlichen Schädigung an der rechten Schulter gekommen sei (IV-act. 

63-45). Auch bescheinigte er in keinem seiner Berichte, entgegen dem Vorbringen des 

Beschwerdeführers (act. G 1 S. 8), eine lediglich 50%-ige Arbeitsfähigkeit in 

angepasster Tätigkeit (IV-act. 63-42 ff., act. G 1.2; vgl. dazu auch vorstehenden E. 2.3). 

Eine Lücke in den medizinischen Abklärungen von mindestens zwei Jahren, wie es der 

Beschwerdeführer geltend macht (act. G 14 S. 4), ist aufgrund der regelmässigen 

Besuche bei Dr. E.___ (fünf Besuche innert 22 Monaten) und seinen Berichten dazu 

(vgl. wiederum IV-act. 63-42 ff., act. G 1.2) nicht ersichtlich und die objektivierbaren 

Veränderungen des Gesundheitsschadens fanden sowohl in die Berichte von Dr. E.___ 

als auch des RAD (IV-act. 64-2) Eingang.

3.3  Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich der RAD in seiner Stellungnahme 

vom 4. Mai 2015, aber auch in seinen Stellungnahmen davor (IV-act. 26, 56), mit den 

zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellen medizinischen Akten genügend auseinandergesetzt 

hat und seine daraus gezogenen Schlüsse einleuchten, zumal sie mit der Einschätzung 

der Suva übereinstimmen (vgl. act. G 1.3). Es sind keine Gründe ersichtlich, von dieser 

(abschliessenden) Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

abzuweichen. Nachvollziehbar haben die neuesten Befunde des MRI vom 21. Oktober 

2014 keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bei 

entsprechendem Belastungsprofil, womit der medizinische Zustand in Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit mit demjenigen im Zeitpunkt des Aufenthaltes in Bellikon und der 

letzten kreisärztlichen Untersuchung im April 2014 verglichen werden kann. Damit 

konnte sich die Beschwerdegegnerin weiterhin auf die Einschätzungen des Kreisarztes 

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Dr. D.___ abstützen und auf die Aktenbeurteilung des RAD abstellen. Der Sachverhalt 

wurde aus medizinischer Sicht auch bis zum Verfügungsdatum genügend abgeklärt. 

Weiterungen erübrigen sich. Es besteht demnach in einer adaptierten leichten bis 

mittelschweren Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne ausladende körperferne 

Bewegungen des rechten Armes sowie ohne repetitive Rotationsbewegungen des 

rechten Armes eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit, auch per Verfügungszeitpunkt am 10. 

Juni 2015.

4. 

4.1  Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, dass keine konkrete Arbeitsstelle 

genannt worden sei, in welcher er aufgrund seiner Einschränkungen tatsächlich eine 

wirtschaftlich relevante Erwerbstätigkeit ausüben könnte. Für anspruchsvolle 

Tätigkeiten fehle es ihm an den Ressourcen und die funktionellen Einschränkungen des 

rechten Armes würden sich viel gravierender auswirken als von der 

Beschwerdegegnerin angenommen (act. G 1 S. 5).

4.2  Wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 3.3), ist es dem Beschwerdeführer bei 100%-

iger Arbeitsfähigkeit möglich und zumutbar, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne 

Überkopfarbeiten, ohne ausladende körperferne Bewegungen des rechten Armes 

sowie ohne repetitive Rotationsbewegungen des rechten Armes auszuführen. Dass 

aufgrund dieses Belastungsprofils ein genügend breites Spektrum an Hilfstätigkeiten 

zur Verfügung steht, bedarf keiner weiteren Erläuterung (vgl. zu den gemäss 

Rechtsprechung realistischen Betätigungsmöglichkeiten selbst für funktionell als 

einarmig zu betrachtende Personen das Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2012, 

8C_94/2012, E. 3.2). Die Arbeitsfähigkeit ist verwertbar.

5. 

Ausgehend von einer verwertbaren 100%-igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten erübrigen sich – vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer vor dem 

Unfall kein überdurchschnittliches Einkommen erzielte (vgl. IV-act. 3), aber auch bei 

einem geltend gemachten Valideneinkommen von Fr. 68‘000.-- (act. G 14 S. 5) – die 

Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung 

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eines Tabellenlohnabzuges, da offensichtlich kein rentenbegründender 

Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.

6. 

6.1  Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 10. Juni 2015 nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde abzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G 6) ist er von der Bezahlung zu 

befreien.

6.3  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die vergleichsweise 

bescheidene Aktenlage eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit 

entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (vgl. BGE 

125 V 201) mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

6.4  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 

600.-- befreit.

3. 

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2017
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Die vorliegende medizinische Aktenlage bietet eine hinreichende Grundlage für die Beurteilung. Rentenanspruch verneint, Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2017, IV 2015/220).

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