# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbb78e10-f5ed-5315-8aa6-b4217af1c026
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 19.05.2020 BK 2020 198
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-198_2020-05-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 198

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. Mai 2020

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, Oberrichter 
Gerber
Gerichtsschreiberin Lustenberger

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin C.________

Gegenstand Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen versuchter sexueller Nötigung, evtl. ver-
suchter Vergewaltigung, Widerhandlungen gegen das Tierschutz-
gesetz, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 27. April 2020
(ARR 20 135)

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Erwägungen:

1. Gegen A.________ läuft eine Strafuntersuchung wegen versuchter sexueller Nöti-
gung, evtl. versuchter Vergewaltigung, Widerhandlungen gegen das Tierschutzge-
setz (TSchG; SR 455), Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(BetmG; SR 812.121), Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie 
weiterer Delikte. Am 27. März 2020 wurde A.________ für die Dauer von einem 
Monat in Untersuchungshaft versetzt. Auf Antrag der zuständigen Regionalen 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) verlän-
gerte das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland (nachfol-
gend: Zwangsmassnahmengericht oder Vorinstanz) die Untersuchungshaft mit 
Entscheid vom 27. April 2020 um zwei Monate, das heisst bis am 24. Juni 2020. 
Gegen diesen Entscheid erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 
7. Mai 2020 Beschwerde. Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe-
ben und er sei mit sofortiger Wirkung aus der Untersuchungshaft zu entlassen. 
Eventualiter sei eine Ersatzmassnahme gemäss Art. 237 StPO anzuordnen. Mit 
Eingabe vom 11. Mai 2020 verzichtete das Zwangsmassnahmengericht auf eine 
Stellungnahme im Beschwerdeverfahren und verwies auf seinen Entscheid vom 
27. März 2020. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 
12. Mai 2020 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Strafprozessordnung (StPO; SR 
312.9) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung und Aufhebung der 
Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwerde angefochten wer-
den. Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts 
[OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Verlängerung der Un-
tersuchungshaft unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen 
und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde (Art. 396 Abs. 1 StPO) ist ein-
zutreten. 

3. Die beschuldigte Person ist grundsätzlich in Freiheit zu belassen (Art. 212 Abs. 1 
StPO). Untersuchungshaft ist nur zulässig, wenn die beschuldigte Person im Sinne 
eines allgemeinen Haftgrunds eines Verbrechens oder Vergehens dringend ver-
dächtig ist und einer der vom Gesetz vorgesehenen besonderen Haftgründe gege-
ben ist (Art. 221 StPO). Zudem hat die Haft den Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu 
wahren (Art. 197 Abs. 1 Bst. c und d StPO).

4. Dringender Tatverdacht

4.1 Gemäss den Haftanträgen vom 25. März und 20. April 2020 wird dem Beschwerde-
führer vorgeworfen, am 14. und 27. Februar 2020 sowie am 18. und in der Zeit vom 
20.-22. März 2020 in Stallungen eingedrungen und dort sexuelle Handlungen mit 
Schafen, insbesondere Vaginalverkehr, vorgenommen zu haben. Bei der in diesem 
Zusammenhang erfolgten Anhaltung am 17. Februar 2020 soll er die Polizisten mit 
einem Messer bedroht haben. Weiter wird er verdächtigt, am 21. März 2020 im 

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Wald eine Frau belästigt zu haben, indem er ihr mit halb heruntergezogener Hose 
den Arm um ihren Oberkörper gelegt habe. Schliesslich wird ihm der Konsum ver-
schiedener Betäubungsmittel (in erster Linie Marihuana und MDMA) zur Last ge-
legt.

4.2 Das Zwangsmassnahmengericht kommt zum Schluss, der dringende Tatverdacht 
der versuchten sexuellen Nötigung, evtl. versuchten Vergewaltigung habe mittels 
Gegenüberstellung, parteiöffentlicher Einvernahme des Opfers sowie Spurenaus-
wertung beim Opfer nicht erstellt werden können. Es ergänzt aber, es werde abzu-
warten sein, ob die Ergebnisse der Spurenauswertung der roten Daunenjacke des 
Beschwerdeführers die vorhandenen Indizien und somit den dringenden Tatver-
dacht vollständig zu erstellen oder zu entkräften vermögen. Bezugnehmend auf 
den Berichtsrapport vom 11. März 2020 geht das Zwangsmassnahmengericht wei-
ter davon aus, dass der Beschwerdeführer mit einem Küchenmesser zwei Polizis-
ten bedroht habe und bejaht diesbezüglich einen dringenden Tatverdacht. 
Schliesslich erachtet die Vorinstanz den dringenden Tatverdacht betreffend Wider-
handlungen gegen das TSchG und das BetmG sowie Hausfriedensbruch als gege-
ben.

4.3 Zur versuchten sexuellen Nötigung, evtl. versuchten Vergewaltigung bringt der Be-
schwerdeführer vor, es fehle sogar nach Auffassung der Vorinstanz an einer Ver-
dichtung des Tatverdachts, die eine Verlängerung der Untersuchungshaft rechtfer-
tigen würde. Der Verdacht habe sich mittlerweile als haltlos erwiesen. Eine Verlän-
gerung der Untersuchungshaft mit der Begründung, es seien noch weitere Ermitt-
lungshandlungen vorzunehmen, welche den Tatverdacht endgültig entkräften oder 
erstellen würden, sei reine Hinhaltetaktik und nicht akzeptabel. 

Da sich dieser Verdacht nicht erhärtet habe, werde nun aus der Tatsache, dass der 
Beschwerdeführer offenbar ein Küchenmesser mit sich getragen habe, eine Bedro-
hung konstruiert. Er habe der Polizei bei der spätnachts erfolgten Kontrolle das 
Messer zwar präsentieren, evtl. abgeben oder hinlegen wollen. Dass er hingegen 
aktiv und vorsätzlich eine Drohungshandlung gegen einen Polizisten gemacht ha-
ben solle, werde weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft behauptet. 
Das Zwangsmassnahmengericht gehe hier fälschlicherweise von einer Bedrohung 
aus.

4.4 Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts ist nach ständiger Rechtspre-
chung des Bundesgerichts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender 
und entlastender Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend kon-
krete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der betroffenen Person 
daran vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringen-
den Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsver-
fahren genügt der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das in-
kriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbe-
standsmerkmale erfüllen könnte. Zur Frage des dringenden Tatverdachts haben 
das Haftgericht und die Beschwerdekammer weder ein eigentliches Beweisverfah-
ren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafgericht vorzugreifen (143 IV 330 
E. 2.1; 137 IV 122 E. 3.2, je mit Hinweisen). Bei Beginn der Strafuntersuchung sind 
die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht geringer als in späteren Stadi-

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en. Im Laufe des Strafverfahrens ist ein immer strengerer Massstab an die Erheb-
lichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen. Nach Durchführung der in Be-
tracht kommenden Untersuchungshandlungen muss eine Verurteilung als wahr-
scheinlich erscheinen (BGE 143 IV 316 E. 3.2). Falls jedoch bereits in einem frühe-
ren Verfahrensstadium konkrete belastende Beweisergebnisse vorlagen, kann es 
für die Fortdauer der Haft genügen, wenn der erhebliche Tatverdacht im Lauf der 
Untersuchung weder ausgeräumt noch deutlich abgeschwächt wird 
(HUG/SCHEIDEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 197 StPO).

4.5 Im Haftantrag vom 25. März 2020 wurde der Verdacht auf versuchte sexuelle Nöti-
gung, evtl. versuchte Vergewaltigung mit folgenden Indizien begründet: Das Opfer 
habe eine Beschreibung des Täters geliefert, die auf den Beschwerdeführer zutref-
fen könnte (unter anderem dunkle Hautfarbe, schwarze, auf der Seite ganz kurz ra-
sierte Haare, gebrochenes Deutsch) und namentlich angegeben, dieser habe eine 
rote Daunenjacke getragen. Bei der Hausdurchsuchung beim Beschwerdeführer 
habe eine rote Daunenjacke sichergestellt werden können. Im Haftverlängerungs-
antrag vom 20. April 2020 ergänzte die Staatsanwaltschaft, der Wohnort des Be-
schwerdeführers liege in der Nähe des Tatorts. Jedoch führt die Staatsanwaltschaft 
selber aus, keine der nach einem Zeugenaufruf befragten Auskunftspersonen habe 
den Beschwerdeführer auf der vorgelegten Fotodokumentation identifizieren kön-
nen. Auch das Opfer habe den Beschwerdeführer nicht zweifelsfrei als Täter er-
kannt. Auf der Jacke des Opfers hätten zudem keine Spuren des Beschwerdefüh-
rers gefunden werden können. 

Bereits die im Zeitpunkt des Haftantrags vom 25. März 2020 bestehende Beweisla-
ge war eher dünn. Nachdem der Beschwerdeführer inzwischen weder von einer 
der fünf befragten Auskunftspersonen noch vom Opfer selber identifiziert werden 
konnte, hat sich der Tatverdacht gegen ihn entkräftet. Es kann nicht von einem 
dringenden Tatverdacht bezüglich der genannten Sexualdelikte ausgegangen wer-
den. Wie der Beschwerdeführer zu Recht moniert, ist es daher nicht zulässig, die 
Haft fortzuführen, um abzuwarten, ob die Ergebnisse der Spurenauswertung der 
roten Jacke des Beschwerdeführers den Tatverdacht «vollständig zu erstellen oder 
entkräften vermögen». Es fehlt von vornherein an einem dringenden Tatverdacht. 
Der Vorwurf der versuchten sexuellen Nötigung, evtl. Vergewaltigung, kann für die 
Beurteilung der Haftverlängerung deshalb nicht von Relevanz sein.

4.6 Den Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 
Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]) erfüllt, wer eine 
Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Dro-
hung an einer Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer 
Amtshandlung nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich angreift. Die Hinde-
rung einer Amtshandlung liegt dann vor, wenn die Ausführung einer konkreten 
Amtshandlung aufgrund eines aktiven Tuns des Täters entweder gänzlich unter-
bleibt oder wenn die Durchführung in nicht unerheblicher Weise verzögert oder er-
schwert wird (STRATENWERTH/WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Hand-
kommentar, 3. Aufl. 2013, N. 3 zu Art. 285 StGB mit Hinweisen auf die Rechtspre-
chung). Wie das Gesetz sagt, kann dies durch Gewaltanwendung, d.h. durch phy-

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sisches Einwirken, oder Drohung geschehen. Eine Drohung in diesem Sinne ist 
das Inaussichtstellen eines Nachteils, dessen Eintritt vom Willen des Täters ab-
hängig erscheint. Dabei muss die Androhung geeignet sein, den Betroffenen in 
seiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken (STRATENWERTH/WOHLERS, a.a.O., 
N. 3 f. zu Art. 181 StGB). 

Vorliegend hätte der Beschwerdeführer, nachdem er der Polizei als verdächtig auf-
gefallen war, einer Kontrolle unterzogen werden sollen. Auf die Rufe «Halt, Poli-
zei!» reagierte er nicht. Stattdessen entfernte er sich weiter vom Patrouillenfahr-
zeug. Die Polizisten nahmen zu Fuss seine Verfolgung auf. Als sie ihn fast einge-
holt und ihm nochmals mehrmals zugerufen hatten anzuhalten, drehte er sich um, 
zog ein Küchenmesser mit einer Klinge von ca. 20 cm hervor und machte einen 
Schritt auf die Polizisten zu. Nach einer Waffenandrohung der Beamten liess er das 
Messer fallen. Der rapportierende Polizist empfand die Situation als bedrohlich und 
war kurz davor, von der Dienstwaffe Gebrauch zu machen (vgl. Berichtsrapport der 
Kantonspolizei vom 11. März 2020). Zum Vorfall befragt gab der Beschwerdeführer 
nebst ein paar wirr anmutenden Aussagen an, er habe nichts mitbekommen von 
einem Zuruf oder einer Aufforderung. Das Messer habe er bei sich gehabt, weil er 
seinen Schlüssel verloren habe und seine Haustüre damit habe öffnen wollen. Er 
habe es den Polizisten nur zeigen wollen (Einvernahme vom 17. Februar 2020 
Z. 27 ff. und 57). Die Angaben des Beschwerdeführers ergeben in sich wenig Sinn 
und können nicht als glaubhaft bezeichnet werden. Auch ist es, anders als die Ver-
teidigung vorbringt, alles andere als nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 
spätnachts bei einer Kontrolle durch die Polizei als erstes das Küchenmesser zei-
gen resp. abgeben will. Vielmehr ist entsprechend der Darstellungen von Seiten 
der Polizei davon auszugehen, dass es sich um eine bedrohliche Situation gehan-
delt hat. So wie sich die Sachumstände präsentieren, ist derzeit mit vertretbaren 
Gründen davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht nur bedrohlich wirk-
te, wie die Verteidigung einräumt, sondern die Polizei auch tatsächlich bedrohte. 
Durch dieses Verhalten hat er die Durchführung der geplanten Personenkontrolle 
massgeblich beeinträchtigt. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz gehen dem-
nach zu Recht von einem dringenden Tatverdacht aus.

4.7 Der dringende Tatverdacht wegen Widerhandlungen gegen das TschG, Hausfrie-
densbruchs und Widerhandlungen gegen das BetmG wird vom Beschwerdeführer 
nicht bestritten. Zu den Vorwürfen der Widerhandlungen gegen das TschG und des 
Hausfriedensbruchs ist hervorzuheben, dass sich die fraglichen Stallungen direkt 
hinter der Wohnung des Beschwerdeführers befinden, dort mehrmals, namentlich 
ab einem Vaginalabrieb eines Schafes seine DNA gesichert werden konnte und die 
Polizei bei der Anhaltung am 17. Februar 2020 Stroh in seiner Kleidung und auch 
in seiner Unterhose feststellte. Damit liegt ein dichtes Netz an insgesamt sehr be-
lastenden Indizien gegen ihn vor. Aus dem Gesagten ergibt sich klar ein dringender 
Tatverdacht auf Widerhandlungen gegen das TschG, Hausfriedensbruch und – da 
der Beschwerdeführer diesbezüglich geständig ist – Widerhandlungen gegen das 
BetmG. Dabei handelt es sich, mit Ausnahme vom letztgenannten Tatvorwurf, um 
Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 26 Abs. 1 TSchG und Art. 16 Abs. 2 
Bst. j der Tierschutzverordnung [TschV; SR 455.1] und Art. 186 StGB). Gleiches 

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gilt im Übrigen für den Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-
amte (Art. 285 Ziff. 1 StGB). 

5. Fluchtgefahr

5.1 Der von der Vorinstanz angerufene besondere Haftgrund der Fluchtgefahr wird 
vom Beschwerdeführer bestritten. Er macht geltend, die vom Zwangsmassnah-
mengericht genannten Kriterien (eritreischer Staatsangehöriger ohne Erwerbstätig-
keit, nebst zwei Schwestern keine familiäre Bindung in die Schweiz) würden auf ei-
ne Grosszahl der in der Schweiz lebenden Ausländer zutreffen. Tatsache sei, dass 
er einen gefestigten Aufenthaltstitel besitze und ihm das Leben in der Schweiz sehr 
gefalle. Ausserdem sei es derzeit kaum möglich, die Schweiz oder Europa zu ver-
lassen. Im Übrigen sei er bereits am 17. Februar 2020 von der Polizei angehalten 
und über das Verfahren wegen Widerhandlungen gegen das TSchG in Kenntnis 
gesetzt worden. Es wäre für ihn ein leichtes Spiel gewesen, bereits damals unter-
zutauchen. Stattdessen habe er sich den Behörden immer zur Verfügung gestellt. 
Dass in Anbetracht der neuen Vorwürfe ein Interesse an einem Untertauchen be-
stehe, sei unwahrscheinlich. Der Hauptvorwurf habe sich offensichtlich in Luft auf-
gelöst und der Vorfall im Zusammenhang mit der Polizeikontrolle wecke, selbst 
wenn der Tatbestand erfüllt sei, kaum die Motivation für eine Flucht, da auch einem 
Laien klar sei, dass man deswegen nicht monatelang inhaftiert werde.

5.2 Fluchtgefahr liegt gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. a StPO vor, wenn ernsthaft zu be-
fürchten ist, dass sich die beschuldigte Person durch Flucht der Strafverfolgung 
oder der zu erwartenden Sanktion entzieht. Im Vordergrund steht dabei eine mögli-
che Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland. Bei 
der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten Verhältnisse 
zu berücksichtigen. Es müssen Gründe vorliegen, die eine Flucht nicht nur als 
möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere der drohen-
den Strafe darf als Indiz für die Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt für sich 
allein jedoch nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Miteinzubeziehen sind die fami-
liären und sozialen Bindungen, die berufliche und finanzielle Situation und die Kon-
takte zum Ausland (BGE 143 IV 160 E. 4.3 mit Hinweisen, Urteile des Bundesge-
richts 1B_379/2019 vom 15. August 2019 E. 6.1; 1B_541/2017 vom 8. Januar 2018 
E. 3.2). Bei einer Person ausländischer Nationalität sind ferner der Aufenthaltssta-
tus, die Anwesenheitsdauer in der Schweiz und das Ausmass der Integration von 
Bedeutung (HUG/SCHEIDEGGER, a.a.O., N. 17 zu Art. 221 StPO). Auch psychische 
Auffälligkeiten, die auf eine besondere Neigung zu Impulsausbrüchen bzw. Kurz-
schlusshandlungen schliessen lassen, können die Wahrscheinlichkeit von Flucht-
verhalten indizieren (Urteil des Bundesgerichts 1B_285/2014 vom 19. September 
2019 E. 3.3). Zu beachten ist, dass mit zunehmender Haftdauer die Fluchtgefahr 
sinkt. In diesem Zusammenhang muss zudem auch – anders als bei der Frage der 
Überhaft  – berücksichtigt werden, wenn die beschuldigte Person mit einer beding-
ten Strafe rechnen kann, sinkt doch damit das Fluchtrisiko (HUG/SCHEIDEGGER, 
a.a.O., N. 15 zu Art. 221 StPO).

5.3 Gemäss Art. 16 Abs. 2 Bst. j TschV sind sexuell motivierte Handlungen mit Tieren 
generell verboten. Das in dieser Bestimmung statuierte Zoophilieverbot gilt unab-

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hängig davon, ob das betroffene Tier in seinem Wohlergehen tatsächlich beein-
trächtigt wird. Die Vornahme von Geschlechtsverkehr mit einem Tier stellt daher in 
jedem Fall eine Missachtung der Tierwürde dar und erfüllt damit den Tatbestand 
der Tierquälerei nach Art. 26 Abs. 1 Bst. a TschG (BOLLI-
GER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNE, Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theorie und 
Praxis, 2019, S. 146). Der Beschwerdeführer wird der wiederholten Tatbegehung, 
dies in Kombination mit Hausfriedensbruch, beschuldigt. Hinzu kommt der Vorwurf 
der Gewalt und Drohungen gegen Behörden und Beamte. Diese Vorwürfe wiegen 
nicht leicht. All diese Taten werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe sanktioniert. Eine Freiheitsstrafe liegt somit durchaus im konkreten 
Rahmen des Möglichen (vgl. unten, E. 6.4), wobei ein bedingter Vollzug denkbar 
ist. Dieser Umstand schwächt das Fluchtrisiko zwar ab. Dennoch kann nicht damit 
gerechnet werden, dass der Beschwerdeführer sich nach einer Haftentlassung dem 
Strafverfahren stellen würde. Er stammt aus Eritrea, wo ein Bruder von ihm nach 
wie vor lebt. Abgesehen von zwei Schwestern hat er keine Familienangehörigen in 
der Schweiz. Über soziale Kontakte scheint er kaum zu verfügen, jedenfalls gab er 
an, alleine zu wohnen und keinen Besuch zu empfangen (Einvernahme vom 
24. März 2020 Z. 110). Auch beruflich ist er nicht integriert, Arbeitsstelle hat er kei-
ne. Die Aussagen zu seinem Einkommen sind widersprüchlich. So erklärte er ei-
nerseits, «kein Geld, keine Sozialhilfe, gar nichts» zu haben (Einvernahme vom 
24. März 2020 S. 3), andererseits sagte er, von der Sozialhilfe zu leben (Hafteröff-
nung vom 25. März 2020 Z. 52). Jedenfalls verfügt er über keine beruflichen oder 
wirtschaftlichen Perspektiven. Bemühungen zur Integration sind, obwohl es ihm in 
der Schweiz angeblich gefällt, keine erkennbar. Von gefestigten Bindungen zur 
Schweiz oder gar einer Verwurzelung kann, anders als bei vielen anderen in der 
Schweiz lebenden Ausländern, keine Rede sein. Nebst dem sind beim Beschwer-
deführer gewisse psychische Auffälligkeiten zu beobachten, welche unüberlegte 
Kurzschlusshandlungen nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen. So fing er 
während den Einvernahmen unvermittelt zu weinen an, gab wiederholt vorlaute 
Antworten, musste ermahnt werden zuzuhören und wurde teilweise auch ausfällig 
und laut, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafür gegeben hätte (z.B. bei 
Fragen zu seiner Kindheit). Ausserdem gab er an, bereits Klinikaufenthalte wegen 
psychischer Probleme hinter sich zu haben (als Grund nannte er Halluzinationen, 
Einvernahme vom 17. Februar 2020 Z. 220, resp. Drogenkonsum, Einvernahme 
vom 24. März 2020 Z. 67). Das aufbrausende Verhalten gegenüber Respektsper-
sonen, die erkennbare Impulsivität und der instabile psychische Zustand verstärken 
das Risiko einer Flucht zusätzlich. Dabei ist, wie das Bundesgericht wiederholt be-
tont, nicht nur an eine Flucht ins Ausland, sondern auch an ein Untertauchen im In-
land zu denken. Dass die Ausreise aus der Schweiz resp. aus Europa derzeit nur 
unter erschwerten Bedingungen möglich ist, vermag die Fluchtgefahr daher nicht 
hinreichend zu bannen, zumal es bald wieder zu Lockerungen kommen sollte und 
ein Übertreten der Grenze auch auf anderem Weg als bei kontrollierten Grenzü-
bergängen möglich ist. Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus der Tat-
sache, dass er nach seiner Anhaltung am 17. Februar 2020 die Flucht nicht ergrif-
fen hat, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie der Vorwurf der Drohungen gegen 
die Polizeibeamten zeigt, war er nämlich damals schon alles andere als kooperati-

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onsbereit. Auch hat er sich seither nicht an geltende Regeln gehalten, sondern sich 
erneut – so jedenfalls der dringende Tatverdacht – an den Schafen in der benach-
barten Scheune vergriffen. Es ist (nach einer zusätzlichen Verdichtung des Tatver-
dachts erst recht) nur schwer vorstellbar, dass jemand, der die geltende Ordnung 
mit einer derartigen Selbstverständlichkeit missachtet, sich den Strafverfolgungs-
behörden ohne Weiteres zur Verfügung stellen sollte. Aus diesen Gründen erachtet 
die Beschwerdekammer den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr im Sinne von 
Art. 221 Abs. 1 Bst. a StPO als gegeben. 

6. Verhältnismässigkeit

6.1 Die Verteidigung führt verschiedene Ersatzmassnahmen auf, welche es ihrer An-
sicht nach erlauben würden, der Fluchtgefahr entgegenzuwirken: Ausweis- bzw. 
Schriftensperre, Hausarrest (allenfalls verbunden mit electronic monitoring) oder 
die Auflage, sich regelmässig bei einer Amtsstelle zu melden. 

Weiter erachtet sie die Verlängerung der Untersuchungshaft in Anbetracht der zur 
Diskussion stehenden Delikte als völlig unverhältnismässig. Keine der vorgeworfe-
nen Straftaten erreiche eine Schwere, welche die weitere Untersuchungshaft recht-
fertigen würde. Die nun noch im Raum stehenden Delikte seien klar als geringfügi-
ge Vergehen einzustufen. Bezüglich des Hauptvorwurfs sei der Beschwerdeführer 
vom Opfer gar entlastet worden. Schliesslich stehe die dreimonatige Untersu-
chungshaft auch nicht im Verhältnis zur zu erwartenden Strafe. 

6.2 Wie Art. 197 Abs. 1 Bst. c StPO besagt, dürfen Zwangsmassnahmen nur ergriffen 
werden, wenn die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen er-
reicht werden können. Der hier umschriebene Grundsatz der Erforderlichkeit wird in 
Art. 212 Abs. 2 Bst. c und Art. 237 StPO konkretisiert. Demnach sind freiheitsent-
ziehende Massnahmen aufzuheben, wenn Ersatzmassnahmen zum gleichen Ziel 
führen. Das Gericht hat eine oder mehrere solcher Ersatzmassnahmen anzuord-
nen, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Ausserdem muss die Be-
deutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigen (Art. 197 Abs. 1 Bst. d 
StPO). Schliesslich dürfen Untersuchungs- und Sicherheitshaft nicht länger dauern 
als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). Es darf mit anderen 
Worten keine Überhaft vorliegen. Dementsprechend darf der Richter die Haft nur 
so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der im Falle einer rechts-
kräftigen Verurteilung konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden 
Sanktion rückt (BGE 132 I 21 E. 4.1).

6.3 Die vom Beschwerdeführer genannten Ersatzmassnahmen vermögen die Fluchtge-
fahr im vorliegenden Fall nicht in befriedigender Weise zu reduzieren. Eine Aus-
weis- oder Schriftensperre kann den Beschwerdeführer nicht von einem Untertau-
chen im Inland oder einem Verlassen der Schweiz ohne Papiere abhalten. Auch 
die elektronische Überwachung stellt in der im Kanton Bern zur Verfügung stehen-
den Form keine gleich geeignete Massnahme dar, da sie eine Flucht nicht verhin-
dern, sondern lediglich bewirken könnte, dass ein Alarm ausgelöst und die Flucht 
rascher erkannt würde (vgl. allgemein Urteil des Bundesgerichts 1B_348/2018 vom 
9. August 2018 E. 6.2.5). Gleiches gilt für die Auflage, sich regelmässig bei einer 

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Amtsstelle zu melden. Anderweitige zielführende Ersatzmassnahmen sind nicht er-
sichtlich.

6.4 Mit den ihm vorgeworfenen Taten richtete sich der Beschwerdeführer in drohender 
Weise gegen die Hoheitsgewalt von Polizeibeamten und wiederholt gegen das 
Hausrecht von Dritten sowie massiv gegen die Würde und das Wohlergehen von 
Tieren. Das Gesamtbild seiner Taten ist nicht als leicht oder geringfügig zu be-
zeichnen und rechtfertigt die Inhaftierung sehr wohl. Was die zeitliche Komponente 
der Verhältnismässigkeit angeht, ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer in 
Anbetracht dieser verschiedenen, teilweise wiederholt und gar nach einer ersten 
polizeilichen Intervention begangenen Taten eine Freiheitsstrafe von mehr als drei 
Monaten droht. Die Gefahr einer Überhaft besteht derzeit nicht. Das Verhältnis-
mässigkeitsprinzip ist gewahrt.

7. Im Ergebnis erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Die Vorausset-
zungen für die Verlängerung der Untersuchungshaft sind erfüllt. Dementsprechend 
wird die Beschwerde abgewiesen.

8. Der unterliegende Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren kosten-
pflichtig (Art. 428. Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten werden auf CHF 1‘500.00 
festgelegt. 

9. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für seine Aufwendungen im Be-
schwerdeverfahren wird durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht 
im Endentscheid festzusetzen sein (Art. 135 Abs. 2 StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Fürsprecher B.________
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland, Gerichtspräsi-

dent D.________ (mit den Akten)
- Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland

(mit den Akten)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft

Bern, 19. Mai 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lustenberger

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.