# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83c48bdf-d566-5bc8-8a76-20d8f76a45a6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-10-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 01.10.2002 SKG 2002 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SKG-2002-37_2002-10-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 01. Oktober 2002 Schriftlich mitgeteilt am: 
SKG 02 37

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuar ad hoc 
Koprio.

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In der Schuldbetreibungs- und Konkurssache

des U.B., Gesuchsteller und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Pierluigi Schaad, Quaderstrasse 8, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Plessur vom 14. August 2002, mit-
geteilt am 23. August 2002, in Sachen der M.B., Gesuchsgegnerin und Beschwer-
degegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel, Postfach 160, 
Belmontstrasse 1, 7006 Chur, gegen den Gesuchsteller und Beschwerdeführer, 

betreffend provisorische Rechtsöffnung,

hat sich ergeben:

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A.  U.B. und M.B. sind seit 1989  verheiratet. Am 23. Dezember 1998 
haben sie einen Ehe- und Erbvertrag abgeschlossen und öffentlich beurkunden las-
sen, welcher unter II. Ziffer 5. folgende Vereinbarung enthält: 

„Für den Fall der Scheidung oder Auflösung des Güterstandes durch 
einen  anderen in Art. 217 ZGB genannten Grund bezahlt die Ehefrau 
dem Ehemann zur Abgeltung seines Anspruchs im Zusammenhang 
mit der in die Liegenschaften in Italien getätigten Investitionen von Fr. 
50'000.-- einen Betrag von Fr. 100'000.-- (Franken einhunderttau-
send). Dieser Betrag ist zahlbar innert 6 Monaten seit Rechtskraft des 
Scheidungsurteils.“

B. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2001, mitgeteilt am 13. Dezember 
2001, hat das Bezirksgerichtspräsidium Plessur als Eheschutzrichter erkannt, dass 
die Parteien berechtigt seien, getrennt zu leben und dass die Gütertrennung mit 
Wirkung ab 23. August 2001 angeordnet werde.

C. Mit Zahlungsbefehl vom 23. April 2002 (Betreibungs-Nr. 20000197), 
zugestellt am 25. April 2002, leitete U.B. die Betreibung gegen M.B. ein über einen 
Betrag von Fr. 100‘000.-- nebst Zins zu 5% seit 21. März 2001. Dagegen erhob M.B. 
am 30. April 2002 Rechtsvorschlag. Mit Eingabe vom 4. Juli 2002 gelangte U.B. an 
das Bezirksgerichtspräsidium Plessur mit dem Begehren um Erteilung der proviso-
rischen Rechtsöffnung über den in Betreibung gesetzten Betrag. An der mündlichen 
Rechtsöffnungsverhandlung vom 14. August 2002 vor dem Bezirksgerichtspräsi-
dium Plessur machte der Gesuchsteller beziehungsweise sein Rechtsvertreter gel-
tend, dass bereits die Anordnung der Gütertrennung die Fälligkeit der Forderung 
auslöse, da die Parteien für den Fall der Trennung und die gerichtliche Anordnung 
der Gütertrennung keinen  Zahlungstermin vereinbart hätten (Art. 75 OR). Die 
Rechtsvertreterin der Gesuchsgegnerin stellte sich demgegenüber auf den Stand-
punkt, die Fälligkeit der Forderung könne nicht eintreten, solange die Par-teien noch 
verheiratet seien, da erst mit der Scheidung die Bedingung eintrete, mit der die Zah-
lungsfrist zu laufen beginne. Im Übrigen machte sie geltend, die Fr. 100'000.-- seien 
auch insofern nicht bedingungslos geschuldet, als auf die Auflösung des Güterstan-
des, das heisst auf den Vollzug und nicht auf die gerichtliche Anordnung der Güter-
trennung, abzustellen sei; zudem stellte sie verschiedene Forderungspositionen zur 
Verrechnung. 

D. Mit Rechtsöffnungsentscheid vom 14. August 2002, mitgeteilt am 23. 
August 2002, erkannte das Bezirksgerichtspräsidium Plessur:

„1. Das Gesuch in der Betreibung Nr. 20000197 des Betreibungs-am-
tes Churwalden wird abgewiesen.

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2. Die Kosten des Rechtsöffnungsverfahrens im Betrage von Fr. 
450.-- gehen zulasten des Gesuchstellers. Ausseramtlich hat der 
Gesuchsteller die Gesuchsgegnerin für ihre Umtriebe mit Fr. 600.-
- zu entschädigen.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

Als Begründung des Entscheides machte das Bezirksgerichtspräsidium Ples-
sur unter anderem geltend, dass die Voraussetzungen der Fälligkeit der Forderung 
nicht gegeben seien, da es der Auffassung sei, die Formulierung des Ehe- und Erb-
vertrages stelle auf die Auflösung des Güterstandes als vertragliche Voraussetzung 
für den Eintritt der Fälligkeit ab.

E. Gegen diesen Entscheid vom 14. August 2002, mitgeteilt am 23. Au-
gust 2002, erhob U.B. am 29. August 2002 Beschwerde beim Kantonsgerichtsaus-
schuss von Graubünden mit dem Rechtsbegehren, es sei der vorinstanzliche Ent-
scheid aufzuheben und dem Beschwerdeführer für den in Betreibung gesetzten Be-
trag die provisorische Rechtsöffnung zu erteilen. Als Begründung macht er geltend, 
dass die Formulierung im Ehe- und Erbvertrag zwar auf die Auflösung des Güter-
standes abstelle, damit aber nicht der Zeitpunkt des Vollzugs der güterrechtlichen 
Auseinandersetzung, sondern die Anordnung der Gütertrennung gemeint sei. Aus 
Art. 204 ZGB ergebe sich eindeutig, dass der Güterstand der Errungenschaftsbe-
teiligung seit dem 23. August 2001 aufgelöst und durch die Gütertrennung ersetzt 
worden sei. Die Forderung sei deshalb fällig, wenn man in Betracht ziehe, dass sich 
die Vereinbarung der Zahlungsfrist von sechs Monaten nur auf den Fall einer Schei-
dung beziehe. Mit Beschwerdeantwort vom 23. September 2002 machte M.B. gel-
tend, die Beschwerde sei abzuweisen, da die in Betreibung gesetzte Forderung 
nicht fällig sei. Die Parteien hätten im umstrittenen Ehe- und Erbvertrag ausdrücklich 
den Zahlungstermin „innert sechs Monaten seit Rechtskraft des Scheidungsurteils 
zahlbar“ vereinbart und damit eben gerade nicht gemeint, dass die Forderung be-
reits bei Eintritt eines Grundes zur Auflösung des Güterstandes, das heisst bei der 
gerichtlichen Anordnung der Gütertrennung, fällig werden könne. Die gerichtliche 
Anordnung der Gütertrennung könne auf jeden Fall keine sofortige Fälligkeit per se 
bewirken, vielmehr hätten die Eheleute die güterrechtliche Auseinandersetzung zu-
erst durchzuführen. Auch in der Beschwerdeantwort werden zudem verschiedene 
Positionen zur Verrechnung gestellt. Das Bezirksgerichtspräsidium Plessur verzich-
tete mit Schreiben vom 9. September 2002 auf eine Vernehmlassung. 

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Auf die Vorbringen in den Rechtsschriften sowie auf die Ausführungen im 
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Entscheide des Bezirksgerichtspräsidiums in Rechtsöffnungs- 
sachen kann nach Art. 236 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 Ziff. 2 GVV 
zum SchKG innert zehn Tagen seit der schriftlichen Mitteilung Rechtsöffnungsbe-
schwerde erhoben werden. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
wird eingetreten.

2. Die provisorische Rechtsöffnung nach Art. 82 SchKG wird erteilt, wenn 
der Schuldner die Forderung unterschriftlich anerkannt hat. Als Schuldanerkennung 
gilt unbestrittenermassen auch der hier zur Diskussion stehende Ehe- und Erbver-
trag. Die gestützt auf den Ehe- und Erbvertrag in Betreibung gesetzte Forderung 
von Fr. 100‘000.-- muss jedoch zum Zeitpunkt der  Einleitung der Betreibung fällig 
gewesen sein, da eine verfrühte Betreibung die Stellung des Schuldners beeinträch-
tigt (Staehelin/Bauer/Staehelin, SchKG I, Basel/Genf/ München 1998, N 77 zu Art. 
82). An den provisorischen Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 82 SchKG wird 
deshalb unter anderem die Anforderung gestellt, dass der Zeitpunkt der Fälligkeit 
der in Betreibung gesetzten Forderung aufgrund des Ehe- und Erbvertrages be-
stimmt oder ohne weiteres bestimmbar ist (Spühler/Pfister, SchKG I, Zürich 1999, 
S. 88). Dies ist im Folgenden mittels Auslegung der umstrittenen Vertragsbestim-
mung im summarischen Verfahren (Art. 137 Ziff. 2 ZPO) zu überprüfen. Für eine 
umfassende materielle Prüfung der Frage der Fälligkeit ist indessen nicht der 
Rechtsöffnungsrichter zuständig, sondern es steht, wenn die provisorische 
Rechtsöffnung nicht erteilt wird, die Anerkennungsklage nach Art. 79 SchKG, und 
wenn die provisorische Rechtsöffnung erteilt wird, die Aberkennungsklage nach Art. 
83 Abs. 2 SchKG zur Verfügung.

3. Die umstrittene Bestimmung im Ehe- und Erbvertrag lässt, wie bereits 
die Rechtsbegehren der Parteien zeigen, verschiedene Interpretationen bezüglich 
des Zeitpunktes der Fälligkeit zu. Die Formulierung „Für den Fall der Scheidung 
oder Auflösung des Güterstandes durch einen andern in Art. 217 ZGB genannten 
Grund“ ist so gewählt, dass für die vertragliche Verpflichtung zur Bezahlung der Fr. 
100'000.-- die Auflösung des Güterstandes als Bedingung zu gelten hat. Da die For-
derung erst mit dem Eintritt der Bedingung überhaupt fällig werden kann, ist zur 

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Feststellung des Zeitpunkts der Fälligkeit zu prüfen, was die Parteien mit der „Auf-
lösung des Güterstandes“ gemeint haben. Nach der Auslegung dieser Formulierung 
kommt als Meinung der Parteien sowohl die gerichtliche Anordnung der Gütertren-
nung als auch der Vollzug der güterrechtlichen Auseinandersetzung in Betracht. 
Lässt sich aus der Schuldanerkennung nicht ohne weiteres ein bestimmter Zeit-
punkt für den Eintritt der Bedingung ermitteln, ist auch die Fälligkeit der Forderung 
nicht ohne weiteres bestimmbar. Im Übrigen ist auch umstritten, ob sich der direkte 
Hinweis auf die Fälligkeit „Dieser Betrag ist zahlbar innert sechs Monaten seit 
Rechtskraft des Scheidungsurteils“ wirklich nur auf die Auflösung des Güterstandes 
aufgrund von Scheidung, oder nicht auch auf die Auflösung aus den andern in Art. 
217 ZGB genannten Gründen bezieht. Es ist unklar, ob die Zahlungsfrist von sechs 
Monaten nur im Falle einer Scheidung Geltung haben soll und in den andern Fällen 
die Fälligkeit sofort eintritt, oder ob die Fälligkeit auch in den übrigen Fällen auf den 
Zeitpunkt nach der Scheidung hinausgeschoben werden wollte. Die Argumentation 
des Beschwerdeführers hat zwar etwas für sich, sie vermag jedoch den Standpunkt 
der Beschwerdegegnerin nicht zu widerlegen. Die Frage der Fälligkeit lässt sich 
ohne weitere Beweiserhebungen, etwa durch Befragung des beurkundenden No-
tars, also des Erstellers der Urkunde, nicht klar beantworten. Dem zu beurteilenden 
Sachverhalt fehlt für das vorliegende summarische Verfahren die erforderliche Of-
fensichtlichkeit. Abgesehen davon, dass die Parteien vor der Vorinstanz (siehe No-
venverbot für das Beschwerdeverfahren, Art. 233 Abs. 2 ZPO) keine entsprechen-
den Beweisanträge stellten, wären weitere Beweismittel als die in Art. 138 Ziff. 4 
ZPO  genannten nur zuzulassen, falls der Beschwerdeführer nicht auf den ordentli-
chen Prozessweg verwiesen werden könnte. Dies ist indessen vorliegend nicht der 
Fall. Es wird Sache des ordentlichen Richters im Rahmen eines umfassenden Ver-
fahrens, in welchem die Parteien alle ihnen zur Verfügung stehenden Beweismittel 
einbringen können, sein, die umstrittene Formulierung auszulegen. Der Kantonsge-
richtsausschuss kommt aufgrund einer summarischen Auslegung insgesamt zum 
Schluss, dass die Klausel im Ehe- und Erbvertrag so unklar formuliert ist, dass dar-
aus die Fälligkeit der in Betreibung gesetzten Forderung anhand der vorhandenen 
Akten  nicht bestimmt werden kann oder doch zumindest nicht ohne weiteres be-
stimmbar ist. Der Beschwerdeführer hat daher allenfalls den ordentlichen Prozess-
weg zu beschreiten.

4. Da Unklarheit bezüglich des Zeitpunktes der Fälligkeit der Forderung 
besteht, liegt kein genügender Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 82 SchKG vor. 
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen und die Rechtsöffnung zu verweigern. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten des Beschwer-

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deverfahrens von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 48 in Verbin-
dung mit Art. 61 Abs. 1 GebVSchKG). Dieser hat die Beschwerdegegnerin für das 
Beschwerdeverfahren mit Fr. 700.-- zu entschädigen (Art. 62 Abs. 1 GebVSchKG, 
PKG 1973 Nr. 19, PKG 1990 Nr. 32).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 700.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers, welcher die Beschwerdegegnerin für das Beschwerde-
verfahren mit Fr. 700.-- zu entschädigen hat.

3. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar ad hoc