# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64821428-aaf7-5084-b6a5-6a4e1fc850de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2017 E-3419/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3419-2015_2017-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3419/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Christa Luterbacher, 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, Advokatur 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des 

SEM vom 20. April 2015 / N (…). 

 

 

 

E-3419/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der ursprünglich aus B._______ (bzw. C._______ [Zoba Debub, Subzoba 

D._______]) stammende Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zu-

folge sein Heimatland am (…) 2012 und reiste über den Sudan, Libyen und 

Italien am 27. April 2014 in die Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl 

nachsuchte. Anlässlich der summarischen Befragung vom 19. Mai 2014 im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ und der ein-gehen-

den Anhörung vom 25. März 2015 machte er als Asylgrund im Wesentli-

chen seine Desertion aus dem eritreischen Nationaldienst sowie die ille-

gale Ausreise aus seiner Heimat geltend. 

B.  

Mit Verfügung vom 20. April 2015 – eröffnet am 28. April 2015 – lehnte das 

SEM das Asylgesuch ab und wies den Beschwerdeführer aus der Schweiz 

weg; die Wegweisung sei indes aus Gründen der Unzumutbarkeit zu Gun-

sten einer vorläufigen Aufnahme aufzuschieben. Es begründete diesen 

Entscheid dahingehend, dass die Schilderung seiner Flucht aus seiner mi-

litärischen Einheit an verschiedenen Stellen logische Lücken enthalte. Die 

vorgebrachte illegale Ausreise sei zu wenig konkret dargelegt worden. Ins-

gesamt seien die Vorbringen daher als unglaubhaft (Art. 7 AsylG 

[SR 142.31]) zu qualifizieren. 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer durch seinen 

Rechtsvertreter am 28. Mai 2015 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht und beantragte dabei, die Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs der ange-

fochtenen Verfügung seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei die 

Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh-

ren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sowie ein 

unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Der Eingabe lag ein Foto bei, 

welches den Beschwerdeführer im Militärdienst zeige. 

D.  

Mit Verfügung vom 17. Juni 2015 wurde das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtshilfe im Sinne von Art. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. 

Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen und lic. iur. Tarig Hassan als amtlicher 

Rechtsbeistand dem Beschwerdeführer beigeordnet. 

E-3419/2015 

Seite 3 

E.  

Im Rahmen seiner Vernehmlassung hielt das SEM am 4. Mai 2017 fest, 

dass die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be-

weismittel enthalte, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtferti-

gen könnten. Am 24. Mai 2017 reichte die Rechtsvertretung eine Replik 

sowie eine Kostennote ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Der aus Adi Gawl (A6 S. 3 f.; A13 F32 f.) stammende Beschwerdefüh-

rer brachte zu Protokoll, dass er als (…)-Jähriger am (…) 2006 nach Wia 

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Seite 4 

(südlich von Massawa) ins militärische Trainingslager eingezogen worden 

sei (A6 S. 4; A13 F16, 41, 56 und 59 ff.). Nach (...) Wochen sei er für seine 

militärische Ausbildung nach Assab im Südosten Eritreas verlegt worden 

(A13 F67 ff.). (...) Monate später sei er im (...) 2007 nach Bata Gelalo (bzw. 

Gelaelo) und Irifaile, welche in derselben Region lägen (A13 F85), in eine 

Kampfeinheit versetzt worden (A13 F77 ff.). In den Jahren 2008 und 2009 

habe er jeweils einen Monat Urlaub beziehen können (A6 S. 7; A13 

F51 ff., 84 und 95). Im (...) 2010 sei er – weil ein Freund namens F._______ 

desertiert sei – während (...) Monats in G._______ zur Strafe festgehalten 

worden, wobei er auch misshandelt worden sei (A13 F50, 88, 93 ff. und 

121). Danach sei er geflohen (A13 F50, 95 und 99 ff.). Bei H._______ sei 

er kurz darauf gefasst und inhaftiert worden (A13 F50, 88, 93 und 99 ff.). 

Am (...) 2010 sei er aus einem Gefängnis in I._______ entlassen worden 

und zu seiner Einheit zurückgekehrt (A13 F93 und 112). Im (...) 2011 habe 

er schliesslich während der Neujahrsfeierlichkeiten seine Einheit erneut 

verlassen und sei für (...) Jahr und (...) Monate in sein Dorf zurückgekehrt 

(A6 S. 4; A13 F56, 94 und 118 ff.). Im (...) 2012 sei er schliesslich in seinem 

Dorf wieder gefasst worden (A6 S. 4; A13 F56, 123 ff., 134 ff. und 141 ff.). 

Mit einem Bus sei er nach J._______ beziehungsweise K._______ oder 

L._______ (A6 S. 4 und 6, im Westen Eritreas) – seine Einheit sei in der 

Nähe in M._______ (bzw. N._______) stationiert gewesen (A13 F133 und 

139) – gebracht worden; als er sich habe (...) kaufen wollen, sei ihm erneut 

die Flucht gelungen. Ungefähr (...) Monat habe er sich in der Nähe bei ei-

nem Mann namens O._______ einem Landwirt, aufgehalten (A6 S. 6; A13 

F130 ff. und 148 ff.). Am (...) 2012 habe er schliesslich seine Heimat Rich-

tung Sudan verlassen (A6 S. 4; A13 F56, 178 ff. und 200 ff.). Im Sudan 

habe er sich (...) Monate bei einem (...) in Gedarf (bzw. al-Qadarif, süd-

westlich von Kassala) aufgehalten, bevor er nach Khartoum gereist sei (A6 

S. 6; A13 F202 ff.). Im (...) 2014 sei er sodann nach Libyen (A6 S. 6; A13 

F205 f.) und später nach Europa gelangt. 

Als Gründe für seine Ausreise erwähnte er insbesondere seine Zwangs-

rekrutierung als Minderjähriger, die Verhaftung seines Vaters – weil sein 

Bruder P._______ (N […]) geflohen sei (A13 F49; und dies, obwohl alle 

Söhne in den Militärdienst eingetreten seien) – sowie die Misshandlungen 

aufgrund der Flucht eines Freundes (A6 S. 7; A13 F52 f., 55, 120 f. 

und 177 f.). 

3.2 Das SEM hielt in seiner Verfügung vom 20. April 2015 fest, dass die 

Aussagen des Beschwerdeführers verschiedene logische Lücken und Wi-

dersprüche aufweisen würden, weshalb sie nicht glaubhaft seien. 

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Die Schilderungen des Beschwerdeführers, wie er seiner Einheit jeweils 

mit Leichtigkeit habe entkommen können (z.B. im Mai 2010 [A13 F100 ff.] 

sowie im Januar 2011 [A13 F122 ff.]), seien erstaunlich. Auch sei unver-

ständlich, dass der Beschwerdeführer nach seiner ersten Flucht von seiner 

Einheit im (...) 2010 mit dem Willen das Land zu verlassen – angesichts 

der Gefahr einer Festnahme – bei einem Gartenbesitzer habe arbeiten wol-

len (A13 F106 ff.). Ebenso sei der Umstand logisch nicht nachvollziehbar, 

dass er nach der zweiten Flucht (...) Jahr und (...) Monate in seinem Dorf 

habe verbringen können, obschon die Behörden von seiner dortigen An-

wesenheit gewusst hätten (A13 F143). Ausserdem erstaune erheblich, 

dass die Soldaten den Beschwerdeführer nach seiner Festnahme in 

J._______ hätten Kleider einkaufen lassen (A13 F156). Statt direkt in den 

Sudan auszureisen, habe er ferner (...) Monat lang gewartet, um den Weg 

in den Sudan studieren zu können (A13 F169), obschon er aus einer frühe-

ren Erfahrung um das Risiko eines Weiterverbleibs im Land gewusst habe. 

Ausserdem habe sich der Beschwerdeführer bezüglich des Stationie-

rungsorts seiner Einheit (A6 S. 8; A13 F133; zum Zeitpunkt seiner letzten 

Festnahme) sowie der Schilderung der Umstände seiner Flucht in 

J._______ (A13 F148 und 156) widersprochen. Andere Aussagen seien zu 

wenig konkret ausgefallen (A13 F182, 188, 190 und 192).  

Das Ausmass der Unstimmigkeiten lasse darauf schliessen, dass der Be-

schwerdeführer die wahren Umstände seiner Ausreise verheimliche. Unter 

diesen Umständen und entsprechend der Praxis des Bundesverwaltungs-

gerichts sei überdies davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer Erit-

rea auf legale Weise verlassen habe. Namentlich sei nicht auszuschlies-

sen, dass dies bereits zu einem erheblich früheren Zeitpunkt geschehen 

sei (Art. 3 AsylG). 

3.3 Einleitend monierte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelein-

gabe vom 28. Mai 2015, dass die Vorinstanz ihrer Begründungs- und Sorg-

faltspflicht nicht nachgekommen sei, da sie mehrheitlich – ohne Schluss-

folgerungen daraus zu ziehen – generell einfach seine Aussagen zitiert 

habe. 

Den Unglaubhaftigkeitsvorwürfen entgegnete er, er habe jeweils die sich 

zufällig offenbarte Gelegenheit, wie er aus der Einheit entwichen sei, ge-

schildert. Da er schon (...) Jahre beim Militär gewesen sei, habe er ge-

wusst, dass sich im Laufe der Zeit Fluchtmöglichkeiten ergeben würden. 

Ferner sei der Umstand, dass er sich nicht sofort ins Ausland abgesetzt 

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Seite 6 

habe, nicht erstaunlich: Nach der ersten Flucht seien ihm – bis zu seiner 

Verhaftung – nur (...) Tage zur Verfügung gestanden, weshalb nicht von 

einem langen Weiterverbleib ausgegangen werden könne. Ausserdem 

habe er Arbeit gesucht, um sich für die geplante Weiterreise Geld zu be-

schaffen. Er habe ausserdem nie zu Protokoll gebracht, nach der zweiten 

Flucht eine Ausreise in den Sudan beabsichtigt zu haben. Er sei während 

der Anhörung auch nie restlos dazu befragt worden, inwiefern er in den 

einzelnen Stadien seiner Fluchtversuche die konkrete Absicht gehabt 

habe, Eritrea zu verlassen. Er habe nämlich dannzumal versucht, sich län-

gerfristig in der Nähe seiner Familie zu verstecken und allenfalls als Hirte 

zu arbeiten. Erst nach der zweiten Festnahme sei ihm die Hoffnungslosig-

keit vor Augen geführt worden, weshalb er sich dann entschieden habe, 

Eritrea endgültig zu verlassen. Zum Vorwurf, die Behörden hätten ihn kaum 

unbehelligt über eine derart lange Zeitspanne in seinem Dorf gelassen, sei 

zu bemerken, dass er logischerweise nicht gewusst habe, ob den Behör-

den sein Aufenthaltsort bekannt gewesen sei. Darüber hinaus habe er sich 

während der ganzen Zeit versteckt gehalten. Hinsichtlich des vorinstanzli-

chen Unverständnisses bezüglich des (...) sei zu erwähnen, dass er wäh-

rend des Kaufs aus einer Entfernung von ungefähr zehn Metern überwacht 

worden sei. Daher sei er nicht mangels Überwachung entkommen, son-

dern weil er sich unter die vielen Leute auf der Strasse gemischt habe. 

Danach habe er nicht einfach blindlings in ein unbekanntes Gebiet reisen, 

sondern sich über den Weg in den Sudan informieren wollen. Die von der 

Vorinstanz erwähnten Widersprüche seien schliesslich nicht als kontrovers 

zu bezeichnen.  

Unter Hinweis auf die Indizienlage sei es als unwahrscheinlich zu betrach-

ten, dass der Beschwerdeführer Eritrea legal habe verlassen können; im-

merhin stamme er aus einer einfachen, bäuerlichen Familie. 

Zusammenfassend seien die Desertion und die illegale Ausreise als glaub-

haft und damit als asylrelevant zu betrachten. 

3.4 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM am 4. Mai 2017 an seiner Ein-

schätzung betreffend Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerde-

führers fest und fügte hinzu, divergierende Aussagen seien auch bezüglich 

der Dauer des Aufenthalts in H._______ (A6 S. 7; A13 F105) und der nach-

folgenden Haft in den verschiedenen Haftstätten (A6 S. 7; A13 F110) zu 

erkennen. Eigenartig sei auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer in 

H._______ von seiner eigenen Einheit, welche indes (...) km entfernt stati-

oniert gewesen sei, verhaftet worden sei. Unter Hinweis auf das Dossier 

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des Bruders P._______ bleibe sein langer Aufenthalt in seinem Heimatdorf 

unverständlich. Überhaupt erscheine die Festnahme als eine auffällige 

Häufung von Zufällen, welche schliesslich zur Ergreifung des Beschwerde-

führers geführt hätten. Es sei nicht auszuschliessen, dass dieser zusam-

men mit seinem Bruder im (...) 2011 ausgereist sei. Die geltend gemachten 

Umstände bezüglich der definitiven Desertion in J._______ würden weiter-

hin nicht überzeugen; auch sei davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer sich in dieser Region, da er seit dem Jahr 2007 in Q._______ stati-

oniert gewesen sei, gut auskenne. 

3.5 Diesen Erwägungen wurde am 24. Mai 2017 entgegengehalten, dass 

der Bruder des Beschwerdeführers sich genau deswegen nicht im Heimat-

dorf aufgehalten habe, weil er gewusst habe, dass man ihn dort suchen 

würde. Aber auch der Bruder habe sich schliesslich nach der zweiten De-

sertion für (...) Monate in diesem Dorf aufgehalten. Ferner sei die erwähnte 

Häufung von Zufällen für die Rechtsvertretung nicht nachvollziehbar; es sei 

kein Grund ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer – wenn er denn mit 

dem Bruder ausgereist wäre – dies hätte verschweigen sollen. Die Um-

stände in J._______ beziehungsweise das Täuschungsmanöver des Be-

schwerdeführers, um entkommen zu können, seien nachvollziehbar. 

Die Rechtsvertretung unterstrich, dass die Vorinstanz die Leistung des Na-

tionaldienstes durch den Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen habe, 

weshalb offensichtlich sei, dass dieser aus dem Dienst nicht entlassen wor-

den sei, sondern sich diesem entzogen habe. 

4.  

4.1 Vorab ist in formeller Hinsicht zu prüfen, ob die Rüge der Begründungs-

pflicht- sowie Sorgfaltspflichtverletzung begründet ist. Dabei wird der Vor-

wurf erhoben, das SEM habe in seiner Argumentation mehrheitlich Zitate 

aus der Anhörung aneinandergereiht und anschliessend eine Schlussfol-

gerung gefällt, ohne diese zu begründen. Dabei wird vor allem festgehal-

ten, dass während der Befragung nicht restlos habe abgeklärt werden kön-

nen, inwiefern der Beschwerdeführer in den einzelnen Stadien seiner 

Fluchtversuche die konkrete Absicht gehabt habe, sein Heimatland zu ver-

lassen (Beschwerdeschrift S. 6), womit implizit der Vorwurf der mangelhaf-

ten Sachverhaltsabklärung erhoben wird.   

4.2 Die Begründungspflicht ergibt sich aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV nor-

mierten Anspruch auf rechtliches Gehör und ist in Art. 35 Abs. 1 VwVG aus-

drücklich geregelt. Es ist nicht erforderlich, dass sich die entscheidende 

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Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf 

die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung 

muss so abgefasst sein, dass der Betroffene über die Tragweite des Ent-

scheides Rechenschaft geben und diesen in voller Kenntnis der Sache an 

die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens 

kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörden lei-

ten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BVGE 2016/9 E. 5.1, jeweils m.w.H.). 

4.3 Die angefochtene Verfügung genügt diesen Anforderungen. Aus ihr 

geht hervor, auf welchen Grundlagen und Überlegungen sich die Vor- 

instanz für ihren Entscheid stützte. Deren Begründung mag teilweise eher 

knapp ausgefallen sein, doch ist stets plausibel, wie das SEM zu seiner 

Einschätzung gelangte, dass gewisse Aussagen des Beschwerdeführers – 

die jeweils  zitiert sind – nicht nachvollziehbar erschienen seien. Die dies-

bezüglichen Erläuterungen in der Beschwerdeschrift beziehen sich nicht 

auf formelle Mängel, sondern legen vielmehr andere Einschätzungen der 

jeweiligen Aussagen des Beschwerdeführers dar, welche unter materiellen 

Gesichtspunkten zu prüfen sein werden. 

Die Begründung der Verfügung des SEM ist mithin so abgefasst, dass der 

Entscheid sachgerecht angefochten werden konnte. Damit erweist sich die 

Rüge der mangelhaften Begründung der Verfügung als unzutreffend. 

4.4 Laut Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes we-

gen fest. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht 

bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist 

die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und akten-

widriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt 

worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechts-

wesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1043). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze 

an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (vgl. Art. 8 AsylG; Art. 13 

VwVG). 

Die Rüge – es sei nicht geklärt worden, inwiefern der Beschwerdeführer in 

den einzelnen Stadien seiner Fluchtversuche die konkrete Absicht gehabt 

habe, Eritrea zu verlassen – ist zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer 

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Seite 9 

gab anlässlicher seiner Anhörung verschiedene Gründe an, weshalb er 

Eritrea habe verlassen wollen (A13 F48 ff.) und was ihn tatsächlich zur 

Ausreise veranlasst habe (A13 F53 ff.). Aufgrund seiner Angaben durfte 

das SEM darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer seine Ausreise-

absichten zur Genüge erläutern konnte. Somit hat das SEM den Sachver-

halt genügend sorgfältig abgeklärt. 

4.5 Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, die Verfügung aufgrund ei-

nes formellen Mangels aufzuheben. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Hinsichtlich der von der Vorinstanz erwogenen Unglaubhaftigkeit gilt 

zunächst hervorzuheben, dass insbesondere die Aussagen zu den beiden 

angeblichen Fluchtmomenten aus dem Militärdienst ([...] 2010 und [...] 

2011) sowie zur illegalen Ausreise von dieser in Zweifel gezogen wurden. 

Da sich das SEM weder zur Absolvierung des Militärdiensts noch zur an-

geführten Haft im (...) 2010 (als Folge der Desertion des Freundes des Be-

schwerdeführers) weiter äusserte, ist davon auszugehen, dass es diesen 

Glauben schenkte. Die Schilderung der Rekrutierung im Jahr 2006 des da-

mals noch minderjährigen Beschwerdeführers wirkt denn auch authentisch 

(A13 F57 ff.). Die Beschreibung der ersten (...) Wochen in U._______ (A13 

F72 ff.), der darauffolgenden (...) Monate in Assab (A13 F75 ff.) sowie der 

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Seite 10 

Zeit in R._______ (A13 F77 ff. und F84 ff.) enthalten diverse Realkennzei-

chen, persönliche Eindrücke und einen Abriss über seine militärischen 

Kenntnisse. Ebenso stimmen die zeitlichen Angaben überein. Folglich be-

stehen keine Zweifel, dass der Beschwerdeführer in jungen Jahren in den 

Militärdienst eingetreten ist. 

6.2 Hingegen überzeugen die Schilderungen der Desertionen – angeblich 

im (...) 2010 und im (...) 2011 – nicht. Das SEM ist in seiner Einschätzung, 

diese Vorbringen enthielten Unstimmigkeiten und logische Lücken, zu 

schützen. Der Beschwerdeführer gab an, er habe sich jeweils von seiner 

Einheit entfernen können, als die gesamte Gruppe an einer Sitzung teilge-

nommen (und sein Bewacher eingeschlafen sei), beziehungsweise als 

diese das Neujahr gefeiert habe. Bei diesen Situationen scheint es sich um 

Zufälle zu handeln, welche in diesem Ausmass unwirklich erscheinen. 

Auch sind die diesbezüglichen Schilderungen substanz- und im Vergleich 

zu anderen Aussagen emotionslos. 

6.3 Bezüglich der Haftdauer nach der angeblich ersten Desertion sind die 

Widersprüche offenkundig: An der Befragung brachte der Beschwerdefüh-

rer vor, er sei nach (...) Monat in H._______ gefangen genommen und für 

(...) Tage ins Gefängnis von Tehadso gebracht worden („… sono andato a 

H._______ e dopo (...) mese sono stato preso da loro e messo nel carcere 

di Tehadso per (...) giorni.“, A6 S. 7). An der Anhörung sagte er demgegen-

über, (...) Monat und (...) Tage in Haft gewesen zu sein (A13 F50) – konkret 

habe er je (...) Wochen in H._______ und in R._______ und dann (...) Tage 

im S._______-Gefängnis in I._______ verbracht (A13 F99, 101, 110 f. und 

114 ff.). Dieser Widerspruch erhärtet die Einschätzung, dass seine Schil-

derungen als unglaubhaft zu qualifizieren sind. 

Mit dem Begriff „Tehadso“ (bzw. „Tehadiso“) werden unter anderem inoffi-

zielle Gefängnisse der Armee bezeichnet (vgl. KJETIL TRONVOLL/DA-

NIEL R. MEKONNEN, The African Garrison State, Human Rights & Political 

Development in Eritrea, 2014, S. 94). In diesem Sinne könnte der Be-

schwerdeführer mit dem Ausdruck „Tehadso“ eines der Gefängnisse in 

I._______ gemeint haben, wo es auch eine militärische Einrichtung gibt 

(vgl. United Nations General Assembly, Human Rights Council, Report of 

the commission of inquiry on human rights in Eritrea, Doc. A/HRC/29/42 

vom 4. Juni 2015). Dies vermag indessen die oben skizzierten Widersprü-

che nicht auszuräumen. 

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Seite 11 

6.4 Der Beschwerdeführer soll sich nach der zweiten Desertion von (...) 

2011 bis im (...) in seinem Heimatdorf aufgehalten haben. Da er damit ge-

rechnet habe, früher oder später festgenommen zu werden, sei es, so das 

SEM, logisch nicht nachvollziehbar, weshalb er während über einem Jahr 

am gleichen Ort, in seinem Heimatdorf (B._______), verblieben sei, in wel-

chem das Risiko einer Suche durch die Behörden ungleich grösser gewe-

sen sei. Dieser Einschätzung ist beizupflichten. Ein Deserteur dürfte – aus 

ersichtlichen Gründen – eine erneute Festnahme in der Regel verhindern 

wollen. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht plausibel zu machen, wes-

halb er nicht früher ausgereist ist (oder sich anderswo als ausgerechnet im 

Heimatdorf aufgehalten hatte) und sich einem solchen Risiko hätte ausset-

zen sollen. Dieses Verhalten erscheint auch im Lichte des Verhaltens sei-

nes Bruders, das dem Beschwerdeführer ja bekannt war, seltsam. Dieser 

habe sich, wie in der Vernehmlassung vom 4. Mai 2017 vom SEM festge-

halten wurde, zwischen (...) 2011 ebenfalls in B._______ aufgehalten, habe 

aber dann, aufgrund des Verhaftungsrisikos, die Ausreise nach U._______ 

angetreten. 

Nicht überzeugend sind ferner die Ausführungen, weshalb der Beschwer-

deführer in dieser Zeit nicht verhaftet worden ist; immerhin wusste gemäss 

ihm die kommunale Verwaltung, wer sich in B._______ aufhielt. Es ist des-

halb befremdend, dass die Behörde den Beschwerdeführer über eine äus-

serst lange Zeitspanne nicht verhaften liess, zumal er regelmässig mor-

gens zu Hause hätte ausfindig gemacht werden können, wo er sich zum 

Teetrinken eingefunden habe. Dort sei er am Ende – nach über (...) Jahren 

– schliesslich auch festgenommen worden (A13 F135 f.). 

6.5 Nach seiner Festnahme habe der Beschwerdeführer in J._______ Ge-

legenheit gehabt, sich (...) zu kaufen. Dies sei, nach Meinung des SEM, 

äusserst erstaunlich und nicht nachvollziehbar. Diese Schilderung des Be-

schwerdeführers erscheint tatsächlich realitätsfremd, zumal nicht geglaubt 

werden kann, dass seine Begleiter zehn Meter von ihm entfernt gewesen 

seien (A13 F156), erscheint diese Distanz für die Bewachung eines Gefan-

genen doch als zu weit. 

6.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorgebrachten Desertionen 

nicht glaubhaft erscheinen, weshalb die Voraussetzungen von Art. 7 AsylG 

nicht erfüllt sind. Die vorinstanzlichen Ausführungen in der Verfügung vom 

20. April 2015 sowie in der Vernehmlassung vom 4. Mai 2017 sind zu be-

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Seite 12 

stätigen. Die Vorbringen in der Beschwerdeschrift vermögen an diesem Er-

gebnis nichts zu ändern. Es ist daher von keiner asylrelevanten Verfol-

gungssituation im Ausreisezeitpunkt auszugehen. 

7.  

7.1 Nachfolgend ist auf die Frage einzugehen, ob der Beschwerdeführer 

wegen der geltend gemachten illegalen Ausreise aus Eritrea die Flücht-

lingseigenschaft erfüllt. 

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht ging in seiner bisherigen Rechtspre-

chung davon aus, dass eine illegale Ausreise aus Eritrea als subjektiver 

Nachfluchtgrund anzusehen sei, weil illegal Ausgereiste bei einer Rückkehr 

nach Eritrea mit erheblichen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG rechnen 

müssten. Diese Rechtsprechung wurde zwischenzeitlich aufgegeben. Das 

Bundesverwaltungsgericht kam in seinem Referenzurteil D-7898/2015 

vom 30. Januar 2017 nach einer eingehenden Lageanalyse (E. 4.6 ff.) zum 

Schluss, dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise per se 

zur Flüchtlingseigenschaft führe, nicht mehr aufrechterhalten werden 

könne. Es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-

hen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea 

eine asylrelevante Verfolgung drohe (E. 5.1). Für die Begründung der 

Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es neben der illega-

len Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer Verschär-

fung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Ver-

folgungsgefahr führen könnten (E. 5.2). 

7.3 Wie aus den obigen Erwägungen hervorgeht, konnte der Beschwerde-

führer zum Zeitpunkt seiner Ausreise keine bestehende oder drohende, 

asylrechtlich relevante Gefährdung nachweisen oder glaubhaft machen. 

Auch sind keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte im genannten Sinn zu 

erkennen. Die illegale Ausreise des Beschwerdeführers – unbesehen von 

deren Glaubhaftigkeit – vermag daher keine Furcht vor einer zukünftigen 

flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zu begründen. 

8.  

Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die 

Flüchtlingseigenschaft (im Sinne von Art. 3 AsylG) nachzuweisen oder zu-

mindest glaubhaft zu machen (Art. 7 AsylG), weshalb die angefochtene 

Verfügung zu bestätigen ist. 

  

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Seite 13 

9.  

9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug der Wegweisung wurde zugunsten einer vorläufigen Auf-

nahme aufgeschoben, weshalb sich weitere Ausführungen zur Frage des 

Wegweisungsvollzugs erübrigen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hätte der Beschwerdeführer die 

Kosten des vorliegenden Verfahrens zu tragen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde – unter 

Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse 

– mit Verfügung vom 17. Juni 2015 gutgeheissen. Gemäss Kenntnissen 

des Bundesverwaltungsgerichts ist der Beschwerdeführer zwar seit No-

vember 2016 als (...) tätig. Gestützt auf das ausgefüllte Formular „Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege“ vom 13. Oktober 2017 kann jedoch wei-

terhin von einer Mittellosigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ausge-

gangen werden. Demzufolge bleibt der Beschwerdeführer von der Bezah-

lung der Verfahrenskosten befreit. 

11.2 Mit Verfügung vom 17. Juni 2015 wurde lic. iur. Tarig Hassan als amt-

licher Rechtsbeistand bestellt (Art. 110a Abs. 1 AsylG). Die Kostennote 

vom 24. Mai 2017 weist einen Gesamtbetrag von Fr. 2‘900.45 (inkl. Aus-

lagen und Mehrwertsteuerzuschlag) auf. Unter Berücksichtigung der 

massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE), eines Stundenan-

satzes von Fr. 150.– (Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE) und der Ent-

schädigungspraxis in Vergleichsfällen ist der zeitliche Aufwand für das Be-

schwerdeverfahren auf insgesamt 7.5 Stunden festzusetzen. Als amtliches 

Honorar sind demzufolge zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts 

Fr. 1‘230.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zu entrichten.  

E-3419/2015 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand lic. iur. Tarig Hassan wird vom Bundesver-

waltungsgericht ein Honorar von Fr. 1‘230.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

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