# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b90e6e55-adf9-5258-93a3-72707139129d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 04.11.2016 R 2015 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2015-44_2016-11-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 15 44

5. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Moser, Racioppi

Aktuar Gross

URTEIL

vom 4. November 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ sowie Erben B._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin,

Beschwerdeführer
gegen 

Schätzungskommission der Meliorationsgenossenschaft X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital, 

Beschwerdegegnerin 1
und

Meliorationsgenossenschaft X._____,
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Neuzuteilung bei Güterzusammenlegung

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1. A._____ ist Alleineigentümer von zahlreichen Grundstücken im Beizugs-

gebiet der Gesamtmelioration X._____. Weiter ist er in seiner Eigenschaft 

als Alleinerbe von B._____ auch Eigentümer von zahlreichen weiteren, 

ebenfalls in das Meliorationsverfahren einbezogenen Grundstücken.

2. Gegen die in der Zeit vom 10. Oktober 2014 bis 10. November 2014 

erfolgte Auflage der Neuzuteilung erhob A._____ bei der Schätzungs-

kommission der Meliorationsgenossenschaft X._____ für sich und die Er-

ben B._____ am 8. November 2014 frist- und formgerecht Einsprache. 

Anlässlich dreier Einspracheverhandlungen, an denen mehrere 

Anpassungen an die Zuteilung vorgenommen wurden, konnte eine 

umfassende und abschliessende Einigung nicht erzielt werden. Deshalb 

erging am 24. März 2015 der Einspracheentscheid mit folgendem 

Dispositiv:

1. Die Parzelle 11219 gemäss Auflageakten wird verkleinert und 
erhält die Form und Grösse gemäss beiliegendem Plan 
"Parzelle 11219". Zusätzlich wird den Erben B._____ die 
Parzelle 11366 (Waldparzelle) zugeteilt.

2. Der Einsprache von C._____, mit dem Antrag die Parzelle 
10670 aufzuheben und die entsprechende Fläche ihm 
zuzuteilen, wird stattgegeben. Gleichzeitig wird der Antrag des 
Einsprechers, Parzelle 10670 zu vergrössern, abgewiesen; der 
Anspruch des Einsprechers aus Parzelle 10670 (Punkte und 
Flächen) wird gemäss beiliegendem Plan „Parzelle 11600", 
der Parzelle 11600 zugeschlagen.

3. Parzelle 11214 wird gemäss Antrag des Einsprechers und 
Ergebnis der Einsprachenverhandlung vom 28.01.2015 
angepasst. Dabei wird insbesondere der direkte Zugang zur 
Meliorationsstrasse Nr. 50 sichergestellt und die Abgrenzung 
der Parzelle entlang von natürlichen Grenzen verbessert. 
Die neue Parzellenform kann dem beiliegenden Plan 
„Parzelle 11214" entnommen werden.

4. Parzelle 12218 wird nicht verändert. Das Näherbaurecht 
verbleibt als Last auf der Parzelle. Die notwendigen Zugänge 

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sind im Rahmen der Bauarbeiten an der angrenzenden 
Strasse zu erstellen. Der für diese Arbeiten zuständige 
Meliorations-vorstand wird entsprechend informiert.

5. Die Grunddienstbarkeit Nr. 693 zL. Parzelle Nr. 11218 und zG 
Parzelle Nr. 19958 (übertragbares Baurecht für 
Leitungsschacht) wird bestätigt. Die aus den Auflageakten 
ersichtliche Geometrie (Leitungsverlauf) ist Bestandteil dieser 
Dienstbarkeit Nr. 693.

6. Der Vorstand der Melioration wird angewiesen, die 
Zugänglichkeit für die gesamte Parzelle 12059 
sicherzustellen und die notwendige „bavuns" zu erstellen. 
Hierfür hat eine Begehung zu erfolgen und die 
parzelleninternen Erschliessungen („bavuns") sind in einem 
Plan zu erfassen.

7. Die Behandlung der Einsprache mit Bezug auf die 
Anmerkungen zum Schnittzeitpunkt, Trockenstandorten und 
Mooren wird sistiert, bis der Vorstand der 
Meliorationsgenossenschaft die Sache einer neuen 
(globalen) Prüfung unterzogen und gegebenenfalls in der 
Sache neu entschieden hat.

8. Der Antrag auf die Eintragung von Alprechten wird 
abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

9. Im Übrigen werden die Einsprachen abgewiesen, soweit 
darauf eingetreten werden kann.

10. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Dagegen erhoben A._____ und die Erben B._____ (Beschwerdeführer) 

am 6. Mai 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Darin beantragten sie die Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides und Rückweisung der Rechtsache an die Vorinstanz zu neu-

em Entscheid. Eventualiter sei zumindest Ziff. 2 des angefochtenen Ent-

scheids dergestalt aufzuheben, dass den Beschwerdeführern im Gebiet 

"D._____" landwirtschaftliches Land im bisherigen Umfang – 61.3 a - 

mindestens aber gemäss publizierter Neuzuteilung – Parzelle 10670 im 

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Halte von 27,4 a - zugeteilt werde; unter gesetzlicher Kosten- und Ent-

schädigungsfolge. Sie begründen ihre Beschwerde im Wesentlichen da-

mit, dass der angefochtene Entscheid ihren Anspruch auf rechtliches 

Gehör verletze und die für sie vorgesehene Neuzuteilung in quantitativer 

und qualitativer Hinsicht nicht dem Altbestand entspreche, was den Vor-

gaben der Meliorationsgesetzgebung zuwiderlaufe. Insbesondere sei die 

"Wegnahme" sämtlichen landwirtschaftlichen Landes im Gebiet "D._____" 

willkürlich und rechtsungleich; die Neuzuteilung bedeute eine rechtswidri-

ge Benachteiligung der Beschwerdeführer in Bezug auf Höhenlage und 

Bewässerungsperimeter.

4. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Juni 2016 beantragte die Schätzungs-

kommission der MG X._____ (Beschwerdegegnerin 1) die Abweisung der 

Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-

schwerdeführer. Der angefochtene Entscheid sei wohlbegründet und im 

Einklang mit den Grundsätzen des Meliorationsgesetzes und in pflicht-

gemässer Ermessensausübung gefällt worden. Verfahrensrechtlich bean-

tragt die Beschwerdegegnerin noch die Beiladung von C._____.

5. Am 12. Juli 2015 lud der Instruktionsrichter C._____ zum Verfahren bei. 

Dieser liess sich innert Frist vernehmen, und zwar ausschliesslich zur 

Neuzuteilung der Hausparzelle D._____. Mit der Neuzuteilung der Parzel-

le Nr. 10670 sei er nicht einverstanden gewesen, weshalb er Einsprache 

erhoben habe. Die Schätzungskommission habe die Einsprache gutge-

heissen und die Parzelle ihm zugeteilt, was vollumfänglich der Zielset-

zung der Melioration entspreche, würde doch damit das Gebiet um die 

Stallparzelle ihres landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebs korrekt arron-

diert. Einer Baulandparzelle müsse im Zuge einer Melioration keine Zu-

fahrt über Landwirtschaftsland im Meliorationsperimeter gewährt werden. 

Schliesslich orientiert C._____ noch darüber, dass A._____ ihm die Pacht 

von rund 20 ha Landwirtschaftsland zwei Tage nach Erhalt des Einspra-

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cheentscheides der Schätzungskommission per Ende März 2016 gekün-

digt habe.

6. Am 5. Oktober 2016 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) vor Ort 

einen Augenschein durch, an welchem der Beschwerdeführer persönlich 

in Begleitung seiner Ehefrau und seines Rechtsvertreters (RA Dr. iur. Vin-

cent Augustin) teilnahm. Die Beschwerdegegnerin 1 war durch ihren Ob-

mann und zwei Beisitzer in Begleitung ihres Rechtsvertreters (RA lic. iur. 

Armon Vital) anwesend. Die Beschwerdegegnerin 2 war durch ihren Prä-

sidenten vertreten. Als Beigeladene waren zudem einerseits der Grunds-

tücksnachbar zur "Hausparzelle 10670" des Beschwerdeführers sowie 

andererseits der Geometer/Landschaftsvermesser der Gesamtmelioration 

persönlich anwesend und als Auskunftspersonen am Verfahren beteiligt. 

Allen Anwesenden wurde in der Folge an vier verschiedenen Standorten 

die Möglichkeit geboten, sich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern. 

Von Seiten des Gerichts wurden zudem noch insgesamt 9 Farbfotos der 

aktuellen Raum-, Erschliessungs- und Nutzungsverhältnisse erstellt und 

dem Protokoll des Augenscheins beigefügt. Unter Berücksichtigung und 

in Kenntnis der Rechtsprechung des Bundesgerichts betreffend Protokol-

lierungspflicht (Urteil 1C_457/2015 vom 3. Mai 2016 E.2.3 und 2.4) wur-

den die Parteien vom Instruktionsrichter – zur Wahrung des rechtlichen 

Gehörs vor der Urteilsfällung – angefragt, ob sie die Zustellung des Au-

genscheinprotokolls wünschten oder ob sie darauf verzichten würden. Der 

Beschwerdeführerin wünschte hierauf die Zustellung des Protokolls und 

damit der Möglichkeit zur Stellungnahme, was folgerichtig rechtsgleich 

natürlich auch für die anderen Parteien zu gelten hat.

7. Am 25. Oktober 2016 wurde das zugestellte Augenscheinprotokoll vom 5. 

Oktober 2016 – zumindest stellenweise - den Rückmeldungen der Partei-

en vom 20. Oktober 2016 (Beschwerdeführer mit Nachreichung "Tabella-

rischer Gegenüberstellung Verteilung der Werte Alt – Neubestand" sowie 

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Punktetabelle "Vergleich Parzellenflächen Alt- Neu [Basis mittlere Bonitie-

rung]") und vom 24. Oktober 2016 (Beschwerdegegnerin 1) noch entspre-

chend angepasst, korrigiert und ergänzt. Auf eine erneute Zusendung der 

Fotos wurde indessen verzichtet. Am 27. Oktober 2016 äusserte sich der 

Beschwerdeführer auch noch zum 'rektifizierten' Augenscheinprotokoll.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit er-

forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist hier der Entscheid vom 24. März 2015, worin die 

Beschwerdegegnerin 1 die Einsprache der Beschwerdeführer gegen die 

Neuzuteilungen im Zuge der Gesamtmelioration durch die Beschwerde-

gegnerin 2 – mit verschiedenen Präzisierungen (Ziff. 1-7 im Dispositiv) - 

abwies, soweit sie darauf eintrat (Ziff. 8/9). Die Beschwerdeführer bean-

tragten in ihrer Beschwerde vom 6. Mai 2015 die Aufhebung dieses Ent-

scheids und die Zurückweisung der Angelegenheit zur neuen Entschei-

dung an die Vorinstanz; eventualiter die Aufhebung und Anpassung der 

Ziffer 2 des Dispositivs, worin die Einsprache des Nachbarn C._____ be-

treffend Aufhebung der Hausparzelle 10670 der Beschwerdeführer gut-

geheissen wurde und die entsprechende Grundstücksfläche neu diesem 

Nachbarn zugeteilt wurde. Gleichzeitig wurde damit der Antrag der Be-

schwerdeführer auf Vergrösserung der Hausparzelle 10670 abgewiesen 

und ihnen dafür im Gegenzug zugesichert, ihre Ansprüche aus Parzelle 

10670 (Punkte und Fläche) mit der erweiterten Zuteilung von Parzelle 

11600 zu kompensieren bzw. wertmässig auszugleichen. Beschwer-

dethema bildet somit die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 1 durch ihre 

Vorgehensweise bei den Neuzuteilungen im Perimetergebiet gegen die 

Meliorationsgesetzgebung des Kantons Graubünden (MelG; BR 915.100) 

verstiess und somit die Einwände der Beschwerdeführer zu Recht erfolg-

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ten, oder ob dies hier in einer Gesamtschau gerade nicht der Fall ist. Es 

geht also um die Recht- und Verhältnismässigkeit des angefochtenen 

Entscheids. Nicht Streitgegenstand dieser Beschwerde können hingegen 

die Themen „Schnittzeitpunkt“ bzw. die „Anmerkung derselben auf den 

Grundstücken“ (Ziff. 7) sowie die Bonitierung (Einzelbewertung) der rund 

4‘500 Parzellen der Gesamtmelioration sein. Ersteres Thema wurde im 

angefochtenen Entscheid ausdrücklich sistiert und somit noch gar nicht 

entschieden (Ziff. 7); letzteres Thema wurde durch die Beschwerdegeg-

nerin 2 bereits rechtskräftig abgeschlossen und kann deshalb nicht mehr 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerde- und Prüfungsverfahrens sein 

(so bereits: PVG 1972 Nr. 62, 1983 Nr. 60, 1986 Nr. 50). Im Übrigen sei 

noch erwähnt, dass der Gesetzgeber nur die Anfechtung der Bonitierung 

der eigenen Parzellen im Altbestand vorsieht, nicht aber auch von Parzel-

len 'Dritter' im Zuge eines Meliorationsverfahrens, weshalb die Beschwer-

deführer mit ihren Einwänden betreffend zu hoher oder zu tiefer Boden-

bewertungen der übrigen Grundeigentümer zum vornherein nicht durch-

gedrungen wären (s. OTMAR HERMANN BÄNZIGER, Bodenverbesserungen, 

rechtliche Probleme der landwirtschaftlichen Güterzusammenlegungen 

und der Gesamtumlegungen, Diss. Basel 1978 S. 64 f. - Bonitierungswert 

als reiner Tauschwert und S. 120 f. – Zeitpunkt für die Anfechtung der 

einzelnen Schritte im Güterzusammenlegungsverfahren). Die Eintragung 

von Alprechten (vgl. Ziff. 8; zivilrechtliche Angelegenheit) hat mit den hier 

zur Diskussion stehenden Neuzuteilungen zu Gunsten bzw. zu Lasten der 

Beschwerdeführer meliorationsrechtlich nichts zu tun, weshalb sich auch 

diesbezüglich weitere Erwägungen im nachstehenden Urteil erübrigen.

2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen 

Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhe-

bung oder Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu er-

mächtigt ist. Im konkreten Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführer 

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vor der Gesamtmelioration über viele Grundstücke – z.T. auch Kleinstpar-

zellen im Perimetergebiet – verfügt haben und jetzt nach der Gesamtme-

lioration über bedeutend weniger, dafür jedoch allesamt grössere und 

flächenmässig zusammenhängende Grundstücke verfügen. Von diesen 

örtlich auseinanderliegenden und flächenrelevanten Neuzuteilungen mit 

Güter- und Grundstückskonzentrationen sind die Beschwerdeführer un-

mittelbar betroffen, weshalb sie als Adressaten des Entscheids vom 24. 

März 2015 natürlich auch zu dessen Anfechtung berechtigt sind. Auf die 

zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutre-

ten.

3. a) Laut Art. 1 MelG bezweckt das Meliorationsverfahren, die Ertragsfähigkeit 

des Bodens zu erhalten oder zu steigern, seine Bewirtschaftung zu er-

leichtern oder ihn vor Verwüstung und Zerstörung durch Naturereignisse 

zu schützen. Zur Güterzusammenlegung wird in Art. 12 Abs. 1 lit. a MelG 

präzisierend bestimmt, dass sie der rationellen Verwendung des Bodens 

in der Land- und Forstwirtschaft diene. Nach Art. 28 Abs. 1 MelG gilt es 

folgende Grundsätze zu beachten: Die Neuzuteilung hat, abgesehen vom 

Landabzug für gemeinsame Infrastrukturanlagen, in quantitativer und 

qualitativer Hinsicht dem alten Bestand zu entsprechen, soweit sich dies 

unter Berücksichtigung der betriebswirtschaftlichen und technischen Er-

fordernisse bewerkstelligen lässt. Mit der Neuzuteilung sind grösstmögli-

che Betriebsverbesserungen anzustreben. Zum Grundprinzip des Realer-

satzes wird in Art. 29 MelG bestimmt: Lässt sich ein voller Realersatz 

nicht bewerkstelligen und muss der betroffene Eigentümer eine Minderzu-

teilung in Kauf nehmen, so ist diese nach dem Verkehrswert zu bemes-

sen (Abs. 1); analog ist bei Mehrzuteilungen zu verfahren (Abs. 2). Eine 

Abgeltung mittels Bezahlung eines Geldbetrags zwecks Wertausgleichs 

ist somit möglich; zumal den fachkundigen Meliorationsbehörden bei der 

Neuzuteilung von Boden im Zuge einer Gesamtmelioration naturgemäss 

ein weites Ermessen zukommt und dem Grundsatz der rechtsgleichen 

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Behandlung aller betroffenen Grundeigentümer auf „wert- oder flächen-

mässigen Realersatz“ meistens nur in abgeschwächter Form nachgelebt 

werden kann (Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] R 13 178 vom 29. 

Januar 2015 E.2, R 09 11 vom 27. August 2009 E.1, R 07 94 vom 20. Mai 

2008 E.2a und R 06 111 vom 13. März 2007 E.3a; PVG 2006 Nr. 31 E.2, 

2002 Nr. 41 E.3, 1993 Nr. 47 E.2, 1990 Nr. 50 sowie 1978 Nr. 72). Diese 

Grundsätze und Leitvorgaben gelten auch für die Beurteilung des vorlie-

genden Streitfalles über die Rechtmässigkeit der getroffenen Neuzutei-

lungen durch die Beschwerdegegnerin 2 als Planungsträgerin bzw. deren 

allfällige Änderungen durch die Beschwerdegegnerin 1 als Einsprache- 

und erste Rechtsmittelinstanz in diesem Meliorationsverfahren (s. Urteile 

des Bundesgerichts 1P.48/2007 vom 11. Juni 2007 E.4.2 und E.4.4 sowie 

1C_392/2008 vom 17. März 2009 E.2.5). 

b) Die Beschwerdeführer rügen vorab eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs, da die Einsprache des Nachbarn C._____ - mit dem Antrag die 

Parzelle Nr. 10670 sei aufzuheben und die entsprechende Landfläche 

(neu) ihm zuzuteilen - ihnen nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden 

sei, wodurch die Beschwerdegegnerin 1 Art. 39 Abs. 4 und Art. 40 Abs. 2 

MelG verletzt habe. Ziff. 2 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids 

erweise sich schon daher als rechtswidrig und müsse an die Beschwer-

degegnerin 1 zur Nachholung seines verfassungsmässigen Anhörungs-

rechts zurückgewiesen werden. In der Replik führen die Beschwerdefüh-

rer aus, sie seien bezüglich der Parzelle Nr. 10670 vor vollendete Tatsa-

chen gestellt worden, indem die Beschwerdegegnerin 1 klargestellt habe, 

dass dieses Land dem Nachbarn C._____ zugeteilt würde. Die Be-

schwerdegegnerin 1 sei somit nie an einer Kompromisslösung interessiert 

gewesen und habe stattdessen bereits anlässlich der ersten Einigungs-

verhandlung festgehalten, dass sie im Rahmen ihres Ermessensspiel-

raums aktive Landwirte bei der Neuzuteilung bevorzugen wolle. Die Be-

schwerdegegnerin 1 weist dazu darauf hin, dass der Präsident der Be-

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schwerdegegnerin 2 allen Meliorationsvorstandsmitgliedern - zu denen 

auch der Beschwerdeführer A._____ zähle - sämtliche Einsprachen ge-

gen die Auflage der Neuzuteilungen zugestellt habe. Im Rahmen von drei 

Einspracheverhandlungen hätte sich der Beschwerdeführer A._____ um-

fassend zur Zuteilung der Landfläche D._____ äussern können.

c) Das streitberufene Verwaltungsgericht vermag bei diesem Geschehens-

ablauf keine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erkennen, hat der Be-

schwerdeführer A._____ als Vorstandsmitglied der Beschwerdegegnerin 

2 doch über alle relevanten Informationen verfügt, um sich bereits ab der 

ersten Einspracheverhandlung umfassend zu den sich stellenden Fragen 

der Landzuteilung im fraglichen Gebiet D._____ (mit Parzelle Nr. 10670) 

zu äussern. Spätestens im Rahmen der drei Einspracheverhandlungen 

wären ihm die notwendigen Informationen mit Sicherheit zugegangen. Mit 

dem in der Replik ergänzten Standpunkt unterstreicht der Beschwerde-

führer A._____ lediglich, dass er über die Einsprache des Nachbarn 

C._____ orientiert war. Eine Verletzung von Art. 39 Abs. 4 und Art. 40 

Abs. 2 MelG kann das Gericht darin nicht erblicken. Im Übrigen müssten 

allfällige Abweichungen vom formellen Prozedere als geheilt betrachtet 

werden, verfolgen die Bestimmungen über die Einhaltung des rechtlichen 

Gehörs doch keinen blossen Selbstzweck, sondern dienen sie der Si-

cherstellung aller fallrelevanten Informationen und somit der Gelegenheit, 

den eigenen Standpunkt vor Erlass des behördlichen Entscheids einzu-

bringen, was für den Beschwerdeführer A._____ als Meliorationsvor-

standsmitglied hier uneingeschränkt möglich war (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 1C_392/2008 vom 17. März 2009 E.2.1). Mit ihrem Einwand der 

Gehörsverweigerung stossen die Beschwerdeführer daher ins Leere.

d) Die Beschwerdeführer bringen weiter vor, dass die Gutheissung der Ein-

sprache des Nachbarn C._____ einhergehend mit der Wegnahme des 

zwischenzeitlich ihnen zugeteilten Grundstückes Nr. 10670 (vgl. Plan in 

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Beschwerdeschrift S. 8) zur Entwertung der sich im Alleineigentum des 

Beschwerdeführers A._____ befindenden Hausparzelle Nr. 208 führe. 

Diese Parzelle erstreckt sich auf eine Fläche von rund 58 a über die Bau- 

und die Landwirtschaftszone und ist im Bereich der Bauzone mit einem 

Haus und Stall sowie einer Scheune überbaut; dabei handelt es sich um 

das Elternhaus des Beschwerdeführers A._____. Der landwirtschaftliche 

Betrieb wurde vor Jahren von der Tante des Beschwerdeführers A._____ 

aufgegeben. Beschwerdeführer A._____ bewohnt das Elternhaus 

während seinen Aufenthalten in der Gemeinde.

Plan 1: Altbestand (Beilage 6 Beschwerdeführer [Bf-act. 6])

Plan 2: Neuzuteilung vor Einsprache (Beilage 8 [Bf-act. 8])

e) Die Beschwerdeführer machen geltend, dass nach entsprechendem Um-

bau gemäss neuen Vorschriften jederzeit eine Kleintierhaltung, z.B. für 

Ziegen, Esel, Hühner etc., in Betrieb genommen werden könne, wofür der 

Umschwung gemäss Altbestand benötigt würde. Es sei willkürlich, wenn 

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beim Hof C._____ (s. Planbilder unten links) von einer andauernden 

landwirtschaftlichen Nutzung ausgegangen werde, würden die Eheleute 

C._____ doch in rund 10 Jahren das Pensionsalter erreichen, während 

die Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme beim Beschwerdeführer 

A._____ ausgeblendet würde bzw. hierfür ein anderer Standort vorgese-

hen werde. Die Arrondierung zu Gunsten des Nachbarn C._____ hätte 

geradesogut auf dessen Neuzuteilungsgrundstück in ‚E._____‘ (Parzelle 

Nr. 11605) vollzogen werden können, womit die Entwertung der Restpar-

zelle Nr. 208 einfach zu vermeiden gewesen wäre. Die nun strittige Neu-

zuteilung habe zudem einen Baulandverlust zur Folge, weil auf der Rest-

parzelle Nr. 208 künftig ein Grenzabstand von 2.5 m eingehalten werden 

müsse, was im Altbestand aufgrund identischer Eigentumsverhältnisse 

nicht der Fall gewesen sei. Ausserdem werde das durch die Beregnung 

verursachte Feuchtigkeitsproblem an den Gebäuden auf Parzelle Nr. 208 

mit der Neuzuteilung noch verstärkt. Auch die Erschliessung von Süden 

her werde mit der Neuzuteilung verunmöglicht. Der Beschwerdeführer 

A._____ sei der Einzige, dem im vergleichbaren Umfang an sein Bauland 

angrenzendes landwirtschaftliches Land weggenommen werde; selbst die 

Eigentümer von Maiensässen hätten um diese herum landwirtschaftliches 

Land zugeteilt erhalten. Die neugeschaffene Situation stehe auch mit je-

ner im westlichen Teil ‚F._____‘ im Widerspruch, wo ebenfalls ein grösse-

rer Teil des Landes unterhalb des Hauses, welcher teilweise Landwirt-

schaftsland sei, nicht Bestandteil des Meliorationsperimeters geworden 

sei. Die Kompensation des weggenommenen Landes ‚D._____‘ nach 

E._____ (erweiterte Neuzuteilung Parzelle Nr. 11600 an Beschwerdefüh-

rer A._____) sei zudem qualitativ nicht gleichwertig und hinsichtlich der 

Bewirtschaftung nachteilig. Die Beschwerdegegnerin 1 sei dementspre-

chend auch nicht in der Lage, eine nachvollziehbare Begründung für die 

Umverteilung abzugeben. Schliesslich widerspreche die Neuzuteilung 

auch klar der von der Beschwerdegegnerin 2 eingeholten Wunschliste.

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f) Die Beschwerdegegnerin 1 hält der Argumentation der Beschwerdeführer 

entgegen, dass es sich bei der strittigen Fläche (ehemals Parzelle Nr. 

10670) weder um Bauland, Gartenfläche noch um unproduktives Land 

handle, sondern um eine seit jeher ausschliesslich landwirtschaftlich ge-

nutzte Fettwiese in der Landwirtschaftszone. Der missliebige Entscheid 

habe nichts mit den involvierten Personen zu tun, sondern sei ein rechts-

konformer Grundsatzentscheid der Beschwerdegegnerin 1, wonach – in 

Übereinstimmung mit den Zielsetzungen des Meliorationsgesetzes – be-

stehende landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe möglichst viel Um-

schwung zugewiesen werden solle. Eine mögliche zukünftige Nutzung ei-

nes in der Bauzone gelegenen Stalles für eine Kleintierhaltung mit Bedarf 

für grösseren landwirtschaftlichen Umschwung könne meliorationsrecht-

lich nicht begründet werden. Künftige landwirtschaftliche Nutzungen könn-

ten durch die Beschwerdeführer unterhalb der Kantonsstrasse realisiert 

werden. Den Beschwerdeführern werde auch nicht faktisch Bauland ent-

zogen, nur weil sie – wie alle anderen Eigentümer in der Bauzone – den 

gesetzlichen Grenzabstand von 2.5 m einhalten müssten. Dass mit der 

Neuzuteilung die bisherige Erschliessung der Gebäude von Südosten her 

nicht mehr möglich sei, sei unbeachtlich, weil die Erschliessung von Bau-

land von ausserhalb der Bauzone her ohnehin rechtlich ausgeschlossen 

sei. Der Hinweis auf den Umschwung von ‚F._____‘ greife schon deshalb 

nicht, weil dieser – im Übrigen für die Landwirtschaft unproduktive – 

Landstreifen gar nicht zum Meliorationsperimeter zähle.

Der Nachbar C._____ schliesst sich im Wesentlichen der Argumentation 

der Beschwerdegegnerin 1 an. Er bezweifelt zudem, dass eine Wieder-

aufnahme einer Kleintierhaltung in der Bauzone möglich wäre. Es würde 

damit jedenfalls sicherlich kein eigentlicher Landwirtschaftsbetrieb entste-

hen können. Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern in Frage gestell-

ten Kontinuität des Bauernhofes C._____ wurde erklärt, dass die Tochter 

diesen dereinst sehr gerne einmal übernehmen und weiterführen wolle.

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g) Wie der gerichtliche Augenschein vom 5. Oktober 2016 noch bestätigt 

hat, ist die Arrondierung der hofnahen Fläche um die Parzelle Nr. 10670 

zu Gunsten des unmittelbar im Süden unterhalb daran angrenzenden 

landwirtschaftlichen Hofes- und Betriebszentrums des Nachbarn C._____ 

(Parzellen Nr. 11085/11086) sachlich begründet und diese – erst auf die 

Einsprache vom Nachbarn C._____ hin so vorgenommene – Grenzver-

laufsverschiebung stimmt ohne Weiteres auch mit den Zielsetzungen der 

Melioration betreffend erleichterte Bewirtschaftung, Konzentration und 

Zusammenführung von landwirtschaftlichem Boden zwecks rationeller 

Verwendung überein. Betrachtet man den dortigen Meliorationsperimeter, 

so ist dieser Entscheid sogar naheliegend und betriebswirtschaftlich auch 

absolut vernünftig (vgl. Zonenplan „Hausparzelle“ Beschwerdeführer 

A._____ im Massstab 1:500 des für die Gesamtmelioration zuständigen 

Vermessungsbüros vom 7. Oktober 2016; Gerichtsfotos 1 bis 3 am 

Standort 2 mit Bildlegende am Ende des Augenscheinprotokolls; zudem 

illustrativ aus der Vogelperspektive noch der vom Vermessungsbüro 

nachgereichte Neuzuteilungsplan im Massstab 1:2000 für die unterhalb 

südlich situierte Parzelle 11600 in ‚E._____‘). Umgekehrt wäre es für die 

Beschwerdegegnerin 1 offensichtlich viel schwieriger zu begründen ge-

wesen, wieso die von der Beschwerdegegnerin 2 zuvor im Sinne einer 

Kompromisslösung tatsächlich immer noch den nicht landwirtschaftlich 

vollerwerbstätigen Beschwerdeführern zugeteilte Parzelle Nr. 10670 wei-

terhin in deren Eigentum hätte belassen werden müssen (vgl. PVG 1969 

Nr. 59, 2000 Nr. 74; nichts Gegenteiliges ist auch dem von den Parteien 

unterschiedlich interpretierten Bundesgerichtsurteil 1C_135/2015 vom 17. 

September 2015 E.4.2 zu entnehmen). Was die wegfallende Erschlies-

sung von Süden her betrifft, so genügt in der Bauzone nur eine Erschlies-

sung, welche - hier von Norden - nach wie vor sichergestellt ist (s. noch-

mals Zonenplan mit „Hausparzelle“ Nr. 208). Allfällige Schäden durch die 

Bewässerung sind auf dem zivilrechtlichen Weg geltend zu machen. Im 

Übrigen gilt es festzuhalten, dass die Beschwerdeführer die in diesem 

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Zusammenhang vorgebrachten Argumente gegen eine Verschiebung des 

Grenzverlaufs bzw. der angefochtenen Arrondierung im Gebiet D._____ 

schon im Rahmen der Abgrenzung des Meliorationsperimeters hätten gel-

tend machen müssen und nicht erst im Rahmen der individuellen Neuzu-

teilungen an die jeweiligen Grundeigentümer und Bodenbewirtschafter. 

An der Rechtmässigkeit und Vertretbarkeit des angefochtenen Entscheids 

vom 24. März 2015 gibt es unter meliorationsrechtlichen Gesichtspunkten 

jedenfalls nichts auszusetzen, zumal die ganze Melioration eine Fläche 

von 800 ha Land, 4‘500 Parzellen und 220 bis 230 verschiedene Ei-

gentümer umfasst hat (vgl. Protokoll Augenschein S. 3; unbestrittene 

Eckdaten vom Präsidenten der Beschwerdegegnerin 2). Massgebend 

konnte im konkreten Fall einzig und allein sein, ob die neu zugewiesene 

(Ersatz-) Parzelle Nr. 11600 in 'E._____' direkt neben bzw. unterhalb der 

Kantonsstrasse in einer Entfernung von wenigen hundert Metern (Luftli-

nie) als zumindest ebenbürtig bezüglich Bewirtschaftung und Erschlies-

sung bezeichnet werden kann, was aufgrund des Augenscheins zweifels-

frei und vorbehaltlos bejaht werden kann (vgl. Gerichtsfoto 4 am Standort 

2 sowie Neuzuteilungsplan für Parzelle Nr. 11600). Der Einwand der Be-

schwerdeführer der meliorationsrechtlich nicht zu rechtfertigenden Grenz-

arrondierung im südlichen Hangbereich 'D._____' (durch Wegnahme von 

Parzelle Nr. 10670; im Gegenzug dafür erweiterte Kompensationszuwei-

sung bei Parzelle Nr. 11600) unterhalb der weiterhin unverändert beste-

henden Hausparzelle Nr. 208 (Elternhaus A._____) erweist sich daher als 

unbegründet. 

h) Darüber hinaus rügen die Beschwerdeführer, dass ihnen im Widerspruch 

zu den Grundsätzen von Art. 28 MelG bei den flächenmässigen Neuzutei-

lungen in den Höhenlagen bis 1‘600 m.ü.M. bedeutende, qualitativ minde-

re Zuteilungen zugesprochen würden, währenddessen versucht werde, 

dies in den Höhenlagen über 1‘600 m.ü.M. wieder auszugleichen. Konkret 

komme ihnen zwar in der interessanten Höhenlage unter 1‘400 m.ü.M. ei-

- 16 -

ne quantitative Mehrzuteilung zu Gute (neu 754.5 a gegenüber vorher 

674.4 a), welche aber qualitativ schlechter bonitiertes Land umfasse. Bei 

der Höhenlage zwischen 1‘350 und 1‘600 m.ü.M. erfolge sowohl eine 

quantitative als auch eine qualitative Minderzuteilung (375.3 a gegenüber 

vorher 570.9 a [-35 %]; mittlere Bonitierung von 10.2 gegenüber 18.2 [-44 

%]). Auch hinsichtlich des Kriteriums „Bewässerung“ zeige sich die krasse 

Benachteiligung der Beschwerdeführer: So reduziere sich deren bewäs-

serte Fläche von ehemals 462.37 a auf neu 389.6 a (-16 %) und auch der 

Punkteanteil verringere sich von ehemals 3‘352‘125 auf neu 2‘998‘977 (-

11 %). Die Neuzuteilungen seien somit unter dem Kriterium ‚Höhenlage 

und Bewässerungsperimeter‘ willkürlich erfolgt und deshalb aufzuheben.

i) Die Beschwerdegegnerin 1 stellt den Altbestand der Neuzuteilung – ein-

schliesslich Korrektur in der Duplik – wie folgt gegenüber:   

Fläche (nach Abzug) Punkte (nach Abzug) Durchschnittlicher Wert
Alter 
Bestand

1'950.6 a 5'638'144 Pkt. 28.9

Neuer 
Bestand

1'990.3 a 5'643'341 Pkt. 28.3

Differenz +39.7 a / +2.04% +5'197 Pkt. / +0.09% -0.6

Zur Erläuterung dieses Zahlenmaterials wurde angeführt, dass die Neu-

zuteilungen bis zu 10 % (gemäss Vorgaben des Amtes für Landwirtschaft 

und Geoinformation) vom Anspruchswert abweichen dürften, wenn dabei 

der Durchschnittswert in etwa gleich bleibe, welcher üblicherweise nicht 

mit 'Nachkommastellen' angegeben werde. Die Grundsätze einer sach-

gerechten Neuzuteilung seien damit vorliegend in optima forma gewahrt. 

Im Übrigen hätten die Beschwerdeführer insgesamt 11 Parzellen unter-

schiedlicher Qualität auf allen Höhenstufen erhalten, sodass bei der 

Neuzuteilung die relevanten Höhenstufen mit Sicherheit mehr als genü-

gend berücksichtigt worden seien. Die rein mathematische Betrachtungs-

weise der Beschwerdeführer lasse ausser Acht, dass sowohl in mittleren 

als auch in höheren Lagen unproduktives Land (Bäume, Moor, Steine) 

wie auch weniger produktive Flächen (Weiden, Böschungen usw.) vor-

- 17 -

kämen, wobei diese teilweise bewusst zusammengefasst worden seien. 

Tatsächlich weiche die Qualität der zugeteilten Flächen nicht von der 

Qualität der eingebrachten Flächen ab, auch wenn eine Häufung von un-

produktivem Land an einer Stelle subjektiv deutlich mehr auffalle und im 

ersten Moment störend wirken könne.

j) Wie sich das Gericht anlässlich des Augenscheins vom 5. Oktober 2016 

vor Ort noch selbst überzeugen konnte (Besichtigungsstandorte 2-4) so-

wie zu Beginn dieses Ortstermins (am Standort 1 auf der Gemeindekanz-

lei mit Wandbildprojektionen sämtlicher vorhandenen Pläne über den Alt-

bestand und die Neuzuteilung der Beschwerdeführer [einschliesslich des 

Nachbarn C._____]) kontradiktorisch von den Parteien und den zum Au-

genschein aufgebotenen Auskunftspersonen (Geometer/Vermesser der 

Gesamtmelioration; Nachbar C._____) ausführlich erläutert wurde, war es 

angesichts der enormen Anzahl der ins Meliorationsverfahren einbezoge-

nen Parzellen (4‘500 Stück), verteilt auf mehrere Höhenstufen mit oder 

ohne Bewässerungsanlagen, sehr schwierig und komplex, eine einiger-

massen befriedigende Gesamtlösung für sämtliche rund 230 Eigentümer 

im Perimetergebiet zu finden. Die Konzentration auf mehrere grössere 

und zusammenhängende Parzellen und deren ausgewogene Verteilung 

auf die verschiedenen Höhenstufen mit unterschiedlicher Produktivität 

(wie Alpweiden) oder Nutzung (Wälder) scheint dem Gericht insgesamt 

geglückt und harmonisch umgesetzt worden zu sein (vgl. dazu im Beson-

deren die vier Planmappen des Geometers betreffend Alter und neuer 

Bestand im Massstab 1:7‘500 vom 13. September 2016 bezüglich Be-

schwerdeführer [Mappe 1], des Nachbarn C._____ [Mappe 2], inkl. Be-

regnungsperimeter bei Beschwerdeführer [Mappe 3] bzw. beim Nachbarn 

C._____ [Mappe 4] sowie zusätzlich die grenzscharfen Detailpläne vom 

20. September 2016 betreffend Neuzuteilung an die Beschwerdeführer 

mit ihren 11 [neuen] Parzellen Nrn. 11600, 10688, 11219, 10976, 11218, 

10979, 11366, 12059, 10840, 11649 und 11214. Entgegen den Darstel-

lungen der Beschwerdeführer vermochte das Gericht darin keine eklatan-

- 18 -

ten oder sonst wie ziffernmässig gravierenden Abweichungen zwischen 

den aufgelisteten Altbeständen und den Neuzuteilungen zu erkennen (vgl. 

Beilage 2 der Beschwerdegegnerin 1 - mit farblich dargestelltem Ver-

gleich alte und neue Zuteilung Beschwerdeführer A._____ in Dorfnähe 

[Punktetotal Altbestand 4‘376‘699 – Neubestand 4‘225‘320 [-3.58 %]; fer-

ner Beilage 7 [Güterzettel alter Bestand – Anspruchswert 1‘645‘077 bzw. 

3‘993‘067] und Beilage 14 [Güterzettel neuer Bestand – Wertpunkte 

1‘649‘472 bzw. 3‘993‘869] der Beschwerdeführer, woraus sogar ein klei-

ner Mehrwert von +0.2 % bzw. +0.02 % Punkten zu Gunsten der Be-

schwerdeführer resultiert). Aus Sicht des Gerichts ist daher eher von einer 

geglückten "Punktlandung" auch bei der Neuzuteilung im Falle der Be-

schwerdeführer zu sprechen. Die festgestellten Abweichungen liegen je-

denfalls bei weitem unter dem vom Amt für Landwirtschaft festgelegten 

Maximalwert von 10 % (vgl. PVG 1976 Nr. 64; worin ein Anspruch auf 

Ausgleich sogar erst bei einer Minderzuteilung von 20 % bejaht wurde). 

Im Übrigen ist es selbstredend (systembedingt) überhaupt nicht möglich 

und mit den Grundsätzen der Melioration auch nicht vereinbar, den Be-

schwerdeführern aufgrund der Vielzahl ihrer eigenen Parzellen im Altbe-

stand (allein Beschwerdeführer A._____ 138 Parzellen) in der Realität 

überall dort wieder Land zuzuteilen, wo sie schon zuvor solches besessen 

haben (ebenso: PVG 1981 Nr. 63, 1979 Nr. 88). Die eingangs dargestellte 

Tabelle bezüglich Gegenüberstellung Altbestand - Neubestand mit Diffe-

renzen +2.04 % [Fläche], +0.09 % [Punkte] und -0.6 [Durchschnittlicher 

Wert), welche die Beschwerdegegnerin 1 in ihrer Duplik (Ziff. 7 auf Seite 

6) anführt, zeigt mit aller Deutlichkeit, dass von einer Benachteiligung der 

Beschwerdeführer bei der Neuzuteilung keine Rede sein kann und diese 

Rüge somit klar unbegründet ist. Dem ist vorliegend umso mehr zuzu-

stimmen, als die Beschwerdeführer insgesamt 11 Parzellen von unter-

schiedlicher Qualität auf allen Höhenstufen zugewiesen erhalten haben, 

so dass auch diesem Aspekt optimal Rechnung getragen wurde. Für die 

relativ hohe Anzahl an Parzellenneuzuweisungen zugunsten der Be-

- 19 -

schwerdeführer (11 statt 3-4 Parzellen) wurde der Geometer vom Amt für 

Landwirtschaft und Geoinformation im Bericht vom 11. September 2014 

sogar noch getadelt, in dem dort vermerkt wurde: "(Zu) viele Parzellen!" 

(Beilage 5 der Beschwerdegegnerin 1 [Bgin-act.5]).

k) Im Weiteren kritisieren die Beschwerdeführer, dass die von der Be-

schwerdegegnerin 2 zu Beginn des Meliorationsverfahrens initiierte 

„Wunschliste“ betreffend Neuzuteilungen bei deren Umsetzung keine Be-

achtung gefunden habe und ihre Begehren (vgl. Beilage 23 der Be-

schwerdeführer [Bf-act. 23] bzw. Beilage 4 der Beschwerdegegnerin 1 

[Bgin-act. 4] – Mündliche Wunschentgegennahme vom 15. Juni 2012) 

somit völlig unbeachtet geblieben seien. Die Beschwerdeführer verken-

nen dazu offensichtlich die Bedeutung solcher Wunschlisten, zumal sol-

che – wie der Name bereits sagt – keine verbindlichen Zusagen enthal-

ten, sondern vielmehr einen Fragenkatalog darstellen, aus welchem die 

jeweiligen Präferenzen der Grundeigentümer ersichtlich sein sollten. Aus 

den von ihnen geäusserten Wünschen betreffend Neuzuteilungen können 

die Beschwerdeführer deshalb auch nichts Rechtsverbindliches herleiten. 

Soweit die Beschwerdeführer bemängeln, dass sie bei den Neuzuteilun-

gen inkl. Beregnungsperimeter (vorerwähnte Mappe 3) zu wenig berück-

sichtigt worden seien, gilt es klar festzuhalten, dass eine Minderzuteilung 

(der blau markierten) Bewässerungsflächen aktenkundig auf den aus-

drücklichen Wunsch der Beschwerdeführer zurückgeht, eine grössere und 

zusammenhängende Bewirtschaftungsfläche im Gebiet ‚K._____‘ zuge-

teilt zu erhalten. Diesem Wunsch wurde dann in Form der Zuteilung von 

Parzelle Nr. 11214 auch entsprochen, und zwar sogar als Mehrzuteilung, 

was automatisch zu einer Minderzuteilung in vergleichbaren Flächen – 

wie z.B. im Gebiet ‚D._____‘ (Wegnahme Parzelle Nr. 10670) – führen 

musste. Hinzu kommt, dass die Fläche des Beregnungsperimeters im 

Rahmen der Melioration gesamthaft gesunken ist, weil die künstliche Be-

wässerung des landwirtschaftlichen Bodens inskünftig nicht mehr gleich 

- 20 -

flächendeckend und intensiv erfolgen sollte (so z.B. keine Beregnung 

mehr in ‚L._____‘). Unter diesem Gesichtspunkt haben die Beschwerde-

führer anteilsmässig kaum weniger ‚beregnete Flächen‘ erhalten, als sie 

zuvor bereits – überall verstreut auf meist Kleinstparzellen – innehatten 

(vgl. Neuzuteilungen in den bewässerten Gebieten ‚I._____‘ [Parzelle Nr. 

11649] und ‚E._____‘ [Parzelle Nr. 11600]). Schliesslich rügen die Be-

schwerdeführer noch, dass sie zu Unrecht die Waldparzelle Nr. 11366 

zugeteilt erhalten hätten. Diesem Einwand ist entgegenzuhalten, dass die 

Beschwerdeführer in ihrer Einsprache vom 8. November 2014 in Ziff. II.1 

noch selbst ausdrücklich mehr Waldfläche beantragt hatten und ihrem ei-

genen Wunsch somit in diesem Punkt lediglich entsprochen wurde. Darü-

ber hinaus hat der gerichtliche Augenschein vom 5. Oktober 2016 auch in 

Bezug auf die besichtigte Waldparzelle Nr. 11366 gezeigt, dass diese in 

genügender Weise erschlossen ist und deren sinnvolle Verwendung und 

Nutzung durchaus auch im Interesse von Privatpersonen – nicht nur im 

übergeordneten öffentliche Interesse der Waldwirtschaft – stehen kann 

und Waldzuteilungen deshalb keineswegs als minderwertig oder bedeu-

tend schlechteres Agrarland im Vergleich zu anderen Grundstücken in 

gleicher Höhenlage zu betrachten sind (vgl. Gerichtsfoto 5 am Standort 2, 

sowie insbesondere Fotos 1 und 2 am Standort 3). Im Übrigen sei hier nur 

noch erwähnt, dass die Beschwerdeführer am fraglichen Ort schon im 

Altbestand über Wald verfügten und somit von einer eklatanten Wertmin-

derung bei der Neuzuteilung sowohl bei Parzelle Nr. 11366 als auch den 

noch höher gelegenen – teils ebenfalls bewaldeten - Parzellen Nr. 10976 

im Gebiet ‚H._____‘ (Gerichtsfoto 1 am Standort 4) sowie Nr. 11218 im 

Gebiet ‚G._____‘ (Foto 2 am Standort 4) in einer Gesamtschau sicherlich 

nicht gesprochen werden kann. Dieser Gesamteindruck vor Ort wird 

durch die nachgereichten Vergleichs- und Punktetabellen des zuständi-

gen Geometers vom 7. Oktober 2016 noch erhärtet (1. Tabellarische Ver-

teilung der Werte im Vergleich Altbestand <> Neubestand: Total Alt 

5‘638‘145, total Neu 5‘643‘357 [Punktedifferenz +5‘212 bzw. +0.09 %]; 2. 

- 21 -

Grafische Darstellung der Wertverteilung: Rot Punkte Alt [überall verteilt] 

– Grün Punkte Neu [Konzentration bei 15-17, 35-36 und 41 Punkten – bei 

max. 43 Wertpunkten]). Diese Schwerpunktbildung entspricht den mit der 

Gesamtmelioration verfolgten und  hier auch erreichten Zielen, wonach 

die (zu) vielen Parzellen der Beschwerdeführer im Besonderen (Redukti-

on von 138 auf 11 Parzellen) als auch die riesige Anzahl von ehemals 

4‘500 Parzellen im Allgemeinen um total 86 % gesenkt werden konnte 

(vgl. erneut Beilage 5 der Beschwerdegegnerin 1 [Bgin-act. 5], Bericht 

über ‚Neuzuteilungsentwurf‘ – Neu somit noch max. 630 Parzellen). Im 

Übrigen erweist sich auch die Landumverteilung von ‚M._____‘ nach 

‚E._____‘ (Parzelle Nr. 11600) als korrekt und haltbar, umso mehr die Be-

schwerdeführer laut Protokoll vom 15. Juni 2012 noch selber explizit die-

se Verlegung wünschten (s. Beilage 4 der Beschwerdegegnerin 1 [Bgin-

act.4]). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführer mit 

den zusätzlich vorgebrachten Argumenten gegen ihre Neuzuteilungen 

ebenfalls nicht durchdringen, zumal die Beschwerdegegnerin 1 ihr pflicht-

gemässes (und weites) Ermessen offensichtlich weder sachfremd noch 

willkürlich ausübte. Die festgestellten (Werte-/Punkte-) Abweichungen lie-

gen vielmehr nachweislich weit unter der von der Praxis des Amtes für 

Landwirtschaft höchstzulässigen Werteinbusse von maximal 10 %, womit 

es an der angefochtenen Gesamtmelioration auch aus der besonderen 

Sicht der Beschwerdeführer weder formell noch materiell (zu Recht) et-

was auszusetzen gibt. 

4. a) Der angefochtene Entscheid vom 24. März 2015 ist damit in jeder Bezie-

hung rechtmässig, was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der da-

gegen erhobenen Beschwerde vom 6. Mai 2015 führt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte den Beschwerdeführern, unter solidari-

scher Haftung, aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht 

- 22 -

nach Art. 78 Abs. 2 VRG weder der anwaltlich vertretenen Beschwerde-

gegnerin 1 (Einsprache- bzw. Rechtsmittelinstanz) noch der Beschwerde-

gegnerin 2 (Planungsträgerin) zu, da sie beide lediglich in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegten.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 524.--

zusammen Fr. 4'524.--

gehen je zur Hälfte zulasten von A._____ sowie den Erben B._____, unter 

solidarischer Haftung für das Ganze, und sind innert 30 Tagen seit Zustel-

lung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 9. Mai 

2017 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (1C_599/2016).