# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f31bfbb-a581-5978-a350-aa9fde2d16ad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2015 D-2367/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2367-2014_2015-01-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2367/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  J a n u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Hans Schürch, Richter Robert Galliker,    

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

und deren Kinder, 

B._______, geboren (…), 

C._______, geboren (…), 

D._______, geboren (…), 

E._______, geboren (…), 

F._______, geboren (…), 

G._______, geboren (…), 

Somalia,  

alle vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, HEKS 

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn, 

(…), 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration  

(SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM) 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisung);  

Verfügung des BFM vom 4. April 2014 / N (…). 

D-2367/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Ehemann respektive Vater der Beschwerdeführenden gelangte am 

31. Juli 2008 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl ersuchte. Mit 

Verfügung vom 30. März 2011 wies das BFM sein Asylgesuch ab, ordnete 

dessen Wegweisung an und nahm ihn zufolge Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig auf. Mit Urteil vom 15. Mai 

2012 wies das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene 

Beschwerde ab (D-2413/2011). 

B.  

Am 4. Juli 2011 reichten die Beschwerdeführenden – handelnd durch ihre 

Rechtsvertreterin – Asylgesuche aus dem Ausland ein. Am 2. Februar 2012 

wurde ihnen die Einreise in die Schweiz bewilligt. Daraufhin reisten sie am 

23. März 2012 legal in die Schweiz ein, wo sie am 26. März 2012 um Asyl 

ersuchten. Sie wurden am 23. April 2012 im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ summarisch befragt und am 1. April 

2014 eingehend durch das BFM zu ihren Asylgründen angehört. Für die 

Dauer des Asylverfahrens wurden sie dem Kanton I._______ zugewiesen. 

Zur Begründung ihrer Asylgesuche brachten die Beschwerdeführenden im 

Wesentlichen folgendes vor:  

Sie seien am (…) März 2011 von sieben Männern zu Hause überfallen 

worden, wobei sie, die Beschwerdeführerin (Mutter), entführt worden sei. 

Anschliessend sei sie während sechs Tagen festgehalten und ver-gewaltigt 

worden; danach hätten die Männer sie freigelassen. Nachdem sie von 

Leuten, die Holz gesammelt hätten, gefunden und ins Spital gebracht 

worden sei, habe sie etwa zwei Wochen gepflegt werden müssen. Nach 

ihrem Spitalaufenthalt sei sie nach Hause zu ihren Kindern – um welche 

sich in der Zwischenzeit ihr Nachbar gekümmert habe – zurückgekehrt. Am 

20. Mai 2011 sei sie von Männern der Al-Shabab Miliz zu Hause aufgesucht 

und darüber informiert worden, dass sie mit einem der ihren verheiratet 

werde. Sie habe sich zunächst erfolgreich widersetzt, sei jedoch im Laufe 

des Tages trotzdem mitgenommen und sodann verheiratet worden. 

Anschliessend habe man sie in einen anderen Ort gebracht, wo ihr neuer 

Ehemann sie in dessen Zimmer angekettet und immer wieder vergewaltigt 

habe. Im Juni 2011 sei ihr schliesslich die Flucht gelungen, nachdem ihr 

Peiniger mit seinem Wachpersonal zu einem Kampf gerufen worden sei 

und vergessen habe, sie erneut anzuketten und die Türe abzuschliessen. 

Sie sei zu Fuss nach Hause zu ihren Kindern gelangt, wobei sie alle 

D-2367/2014 

Seite 3 

gemeinsam noch am selben Tag die Weiterreise nach J._______ 

angetreten hätten. Da sie von der anhaltenden Suche erfahren hätten, 

seien sie weiter in ein Flüchtlingslager und sodann nach Äthiopien gereist. 

C.  

Mit Verfügung vom 4. April 2014 – eröffnet am 7. April 2014 – stellte das 

BFM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllten, lehnte ihre Asylgesuche ab, verfügte ihre Wegweisung aus der 

Schweiz und schob den Vollzug der Wegweisung zugunsten einer 

vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit auf. Auf die Begründung 

wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

D.  

Mit Eingabe vom 2. Mai 2014 erhoben die Beschwerdeführenden 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten im 

Wesentlichen, die vorinstanzliche Verfügung sei in den Dispositivziffern 1 - 

3 aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen sei 

Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und 

Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses ersucht. Auf die Begründung wird – sofern 

entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

E.  

Mit Verfügung vom 7. Mai 2014 forderte die Instruktionsrichterin die 

Beschwerdeführenden auf, innert Frist eine Fürsorgebestätigung 

einzureichen oder einen Kostenvorschuss zu Gunsten der Gerichtskasse 

zu überweisen. 

F.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2014 reichten die Beschwerdeführenden eine 

Fürsorgebestätigung zu den Akten.  

G.  

Mit Verfügung vom 15. Mai 2014 hiess die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG und Art. 110a Abs. 1 AsylG gut und forderte die Beschwer-

deführenden auf, innert Frist eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen 

amtlichen Rechtsbeistand vorzuschlagen.  

H.  

Mit Eingabe vom 23. Mai 2014 schlugen die Beschwerdeführenden lic. iur. 

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Seite 4 

Patricia Müller, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn, 

als amtliche Rechtsbeiständin vor. Der Eingabe war eine Vollmacht 

beigelegt.  

I.  

Mit Verfügung vom 27. Mai 2014 wurde den Beschwerdeführenden in der 

Person von lic. iur. Patricia Müller, HEKS Rechtsberatungsstelle für 

Asylsuchende Solothurn, eine amtliche Rechtsbeiständin bestellt. Der 

Vorinstanz wurde Gelegenheit eingeräumt, innert Frist eine Vernehm-

lassung einzureichen. 

J.  

In seiner Vernehmlassung vom 3. Juni 2014 hielt das Bundesamt 

vollumfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der 

Beschwerde. 

K.  

Am 10. Juni 2014 wurde den Beschwerdeführenden die Vernehmlassung 

zur Kenntnisnahme zugestellt.  

L.  

Mit Eingabe vom 12. Dezember 2014 reichten die Beschwerdeführenden 

eine Kostennote zu den Akten. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 

Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 

im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines 

Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwer-

deführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt 

nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen 

grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat 

oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 

wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des 

Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesent-

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder 

verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

 

4.  

4.1 Zur Begründung seiner abweisenden Verfügung vom 4. April 2014 

führte das BFM im Wesentlichen aus, die Schilderungen der 

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Seite 6 

Beschwerdeführerin seien in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

ausgefallen. So habe sie im Rahmen der Erstbefragung zu Protokoll 

gegeben, im Mai 2011 zwangsverheiratet und anschliessend am 11. Juni 

2011 ausgereist zu sein. Demgegenüber habe sie in der Anhörung gesagt, 

sie sei am 26. Juni 2011 aus dem Haus ihres zweiten Ehemannes geflohen. 

Weshalb sie ausgerechnet den Tag ihrer Flucht nicht übereinstimmend 

habe angeben können, habe sie nicht zu erklären vermocht. Weitere 

Zweifel an der angeblichen Zwangsheirat entstünden daher, dass sie 

zunächst gesagt habe, ihr zweiter Ehemann habe sie die ganze Zeit 

gefesselt gefangen gehalten. Ausserdem sei das Haus stets von etwa 25 

bewaffneten Männern bewacht worden. Unter diesen Bedingungen 

erscheine es sodann höchst unlogisch, dass ihr Peiniger nicht nur 

vergessen haben soll, sie wieder anzuketten und die Türe abzuschliessen, 

sondern auch das gesamte Wachpersonal abgezogen habe. Auch habe sie 

nicht näher dargelegt, warum ihre Schwiegermutter und die Kinder ihres 

zweiten Ehemanns nichts von ihrer Flucht mitbekommen hätten. 

Schliesslich sei es auch nicht nachvollziehbar, wie es ihr, ohne 

Ortskenntnisse, mitten in der Nacht gelungen sei, ohne Hilfe den Weg nach 

Hause zu finden. Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass auch die 

Schilderungen zu ihrem Reiseweg und ihrem Aufenthalt in Äthiopien 

diverse Ungereimtheiten enthielten.  

Hinsichtlich der erlittenen Vergewaltigung durch Diebe sei anzumerken, 

dass es sich um ein zweifellos tragisches Ereignis handle, welches jedoch 

als normaler krimineller Akt keine Asylrelevanz zu entfalten vermöge. Sie 

sei nach ihrem Spitalaufenthalt nach Hause zurückgekehrt und habe 

anschliessend noch mehrere Wochen dort gewohnt, ohne dass es zu 

weiteren Zwischenfällen gekommen sei. Deshalb sei nicht davon 

auszugehen, dass sie weitere Übergriffe zu befürchten hätte. Demzufolge 

erfüllten sie die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb ihre Asylgesuche 

abzulehnen seien.  

4.2 In der Beschwerdeschrift vom 2. Mai 2014 wird dem im Wesentlichen 

entgegengehalten, das BFM verkenne mit seiner Argumentation, dass sie, 

die Beschwerdeführerin, aufgrund der bekannt gewordenen 

Vergewaltigung stigmatisiert und gesellschaftlich ausgegrenzt worden sei. 

Da sie nicht mehr auf den Schutz eines männlichen Verwandten habe 

zurückgreifen können, hätte sie, bei einem weiteren Verbleib in ihrem 

Heimatstaat, sehr wohl mit weiteren Übergriffen zu rechnen gehabt. Sie sei 

vergewaltigt und Opfer einer Zwangsheirat geworden, weshalb sie 

ernsthafte Nachteile erlitten habe. 

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Seite 7 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete die Ablehnung der Asylgesuche zunächst 

mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführenden. 

Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, dürfen in wesentlichen Punkten nicht 

widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den 

Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 

muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was 

insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf ge-

fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG). 

Aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst 

falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder 

unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 

die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im 

Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, 

wenn der Richter oder die Richterin von ihrer Wahrheit nicht völlig über-

zeugt ist, sie aber für überwiegend wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel 

beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht 

aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung 

der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen 

die vorgebrachte Sachverhaltsdar-stellung sprechen. Entscheidend ist im 

Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf 

eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3; Art. 7 

AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1, S. 4f., E. 5a). 

5.2 Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, kommt das Bundesverwaltungs- 

gericht nach Würdigung der Akten zum Schluss, dass die Erwägungen der 

Vorinstanz zur fehlenden Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Be-

schwerdeführenden zutreffen und die Ausführungen in der Beschwerde-

schrift nicht geeignet sind, die Einschätzung des BFM in einem anderen 

Licht erscheinen zu lassen.  

Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu wesentlichen Vorbringen 

sind widersprüchlich ausgefallen und erscheinen realitätsfremd und 

konstruiert. So erachtet es auch das Gericht als wenig logisch, wenn die 

Beschwerdeführerin zunächst ausführt, sie sei von ihrem neuen Ehemann 

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Seite 8 

stets in Ketten gefangen gehalten geworden, um anlässlich der 

Schilderung ihrer Flucht sodann zu Protokoll zu geben, dieser habe nicht 

nur vergessen sie wieder anzuketten, sondern auch sämtliches 

Wachpersonal – etwa 25 Personen – abgezogen und schliesslich noch 

vergessen die Haustüre abzuschliessen (vgl. act. C19/22 S. 15 f.). In 

Anbetracht des angeblichen Aufbruchs von etwa 25 Männern in den Kampf 

und der engen Platzverhältnisse im Haus (ein Haus mit zwei Zimmern, vgl. 

act. C19/22 A115) erscheint die Aussage der Beschwerdeführerin, die 

Schwiegermutter und die Kinder ihres neuen Ehemanns hätten nichts 

bemerkt von ihrer Flucht, da sie geschlafen hätten, ebenfalls wenig 

überzeugend. Schliesslich vermochte die Beschwerdeführerin auch nicht 

glaubhaft darzulegen, wie es ihr ohne Ortskenntnisse und ohne fremde 

Hilfe mitten in der Nacht gelungen sein soll, den Weg zurück nach Hause 

zu finden. Insgesamt ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die 

angeblich erlittene Zwangsheirat durch die Al-Shabab glaubhaft geltend zu 

machen. Hinsichtlich des Vorbringens der Beschwerdeführerin, sie sei im 

März 2011 durch Diebe entführt und dort während sechs Tagen gefangen 

gehalten und vergewaltigt worden, bestehen auch diesbezüglich 

erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit, sind die Aussagen der 

Beschwerdeführerin doch äusserst unsubstantiiert und stereotyp 

ausgefallen. So führte sie beispielsweise lediglich aus, es seien dunkle und 

grosse Männer gewesen, an dem Ort hätte es einfach viele Bäume gehabt, 

man habe Angst gehabt, sie könne sich an kein besonderes Ereignis 

erinnern, sie sei wie gelähmt gewesen (act. C19/22 S. 7 f.). Da es sich – 

auch bei Wahrunterstellung – zwar um ein äusserst tragisches Ereignis 

handelt, vermag dieses als "gewöhnliches" Verbrechen jedoch keine 

asylrechtliche Relevanz zu entfalten. Angesichts der fehlenden 

Asylrelevanz erübrigen sich diesbezüglich weitere Erörterungen. 

5.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass es den Beschwerdeführenden 

nicht gelingt, glaubhaft zu machen, dass sie im Zeitpunkt der Ausreise 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt gewesen sein 

sollen respektive begründete Furcht haben, solche Nachteilen im Falle der 

Rückkehr in absehbarer Zukunft mit erheblicher Wahrscheinlichkeit 

erleiden zu müssen. Das BFM hat ihre Asylgesuche demnach zu Recht 

abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

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Seite 9 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 

6.3 Da die Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 4. April 2014 in der 

Schweiz vorläufig aufgenommen wurden, erübrigen sich praxisgemäss 

Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Verfügung 

vom 15. Mai 2014 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen, weshalb keine 

Verfahrenskosten zu erheben sind. 

7.2 Den Beschwerdeführenden wurde – ebenfalls mit Zwischenverfügung 

vom 5. Mai 2014 – die unentgeltliche Rechtsverbeiständung i.S. von 

Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG zugesprochen und lic. iur. Patricia Müller, 

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn, als amtliche 

Rechtsbeiständin eingesetzt. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2014 reichte 

die Rechtsvertreterin eine Kostennote in der Höhe von Fr. (…) (inklusive 

Auslagen) zu den Akten, welche als angemessen erscheint (Art. 10 Abs. 2 

und Art. 14 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist der Rechts-vertreterin zulasten 

der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. (…) (inkl. 

Auslagen und allfälliger MWSt) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein amtliches Honorar zulasten der 

Gerichtskasse in der Höhe von Fr. (…) (inkl. Auslagen und MWSt) 

ausgesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die 

zuständige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

 

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