# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfb636e5-5f9b-57ab-8fc8-5c6d4ab3fbac
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2013 UV 2012/46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-46_2013-08-20.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/46

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.12.2020

Entscheiddatum: 20.08.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2013
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von Beschwerden nach 
schleudertraumaähnlicher Verletzung. Frage der Leistungseinstellung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. 
August 2013, UV 2012/46).

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 20. August 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Bolt, Auerstrasse 2, Postfach 91, 

9435 Heerbrugg,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17, 

3074 Muri b. Bern,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ war bei der B.___ AG tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, als er 

am 20. Januar 2011 als Lenker eines Personenwagens mit einem anderen Fahrzeug 

seitlich-frontal zusammenstiess (UV-act. 1, 9, 17). Im Bericht des 

Landeskrankenhauses F.___ vom 20. Januar 2011 wurde beim Versicherten eine 

Thoraxprellung links diagnostiziert. Er habe eine Schmerzhaftigkeit im Bereich der 

LWS; hier vorbestehend sei eine Bandscheibenproblematik mit 

Grosszehenheberschwäche links 4 und 5. Im Bereich der HWS, BWS und LWS sei im 

Röntgenbefund keine aktuelle Frakturlinie erkennbar bei degenerativen Veränderungen 

der mittleren und unteren HWS bei leichter Skoliose (UV-act. 3). Im Arztzeugnis des 

Landeskrankenhauses vom 8. Februar 2011 wurde zusätzlich unter anderem ein HWS-

Distorsions-Trauma vermerkt und festgehalten, dass ein Trauma-CT angefertigt 

worden sei; dort seien keine Frakturen oder ähnliches beschrieben worden. Es bestehe 

eine massive Spondylose der HWS mit Ostheophytenbildung und deutlichen Unc-

arthrosen. Der Versicherte berichte auch über eine psychische Belastung nach dem 

Unfall (UV-act. 23 S. 3). Im ärztlichen Zwischenbericht vom 25. März 2011 bestätigten 

die Spitalärzte eine Wirbelsäulen-Distorsion sowie vorbestehende degenerative 

Wirbelveränderungen und einen sehr zögerlichen Heilverlauf (UV-act. 24). Am 23. 

Februar 2011 hatte der Versicherte berichtet, dass er in der Anfangsphase nur bedingt 

bei Bewusstsein gewesen sei, da er nur eine lückenhafte Erinnerung an das 

Unfallgeschehen habe. Nach dem Unfall hätten Nackenbeschwerden mit Ausstrahlung 

bis zum Gesäss bestanden (UV-act. 9).

A.b  Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen eröffnete die 

Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 2. September 2011, aufgrund des 

kreisärztlichen Untersuchungsberichtes vom 30. August 2011 (UV-act. 77) lägen heute 

keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vor. Die jetzt noch geklagten 

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Beschwerden seien organisch als Folge des erlittenen Unfalles nicht mehr erklärbar. 

Psychische Gründe seien dafür verantwortlich. Diese seien nicht adäquat unfallkausal. 

Die Leistungen würden daher auf den 5. September 2011 eingestellt. Mangels adäquat 

kausaler Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form 

einer Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung (UV-act. 78). Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 121) wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 29. März 2012 (UV-act. 134) ab.

B.      

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Th. Bolt, 

Heerbrugg, für den Versicherten am 15. Mai 2012 Beschwerde mit den 

Rechtsbegehren, die Verfügung (Einspracheentscheid) vom 29. März 2012 sei 

aufzuheben. Dem Beschwerdeführer seien aufgrund des Unfalles vom 20. Januar 2011 

die gemäss UVG vorgesehenen Versicherungsleistungen auszurichten, insbesondere 

Taggelder sowie Kosten für die laufenden medizinischen Behandlungen. Eventualiter 

sei die Sache zur weiteren (medizinischen) Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, beim 

Beschwerdeführer sei nach dem Unfall vom 20. Januar 2011 das für HWS-

Verletzungen typische Beschwerdebild aufgetreten. Vor dem Unfall sei er grundsätzlich 

beschwerdefrei gewesen. Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule seien 

letztmals im Jahr 2008 behandelt worden. Es sei nicht nötig, dass das Unfallereignis 

alleinige Ursache der Beschwerden sei. Die natürliche Unfallkausalität sei auch zu 

bejahen, wenn das Unfallereignis zusammen mit anderen Bedingungen zu diesen 

Folgen geführt habe. Die Heilbehandlung des Beschwerdeführers sei entgegen der 

Annahme der Beschwerdegegnerin noch nicht abgeschlossen. Dies ergebe sich aus 

dem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 14. Juli 2011 (UV-act. 66). Die Prüfung 

der adäquaten Unfallkausalität sei verfrüht erfolgt. Selbst wenn man zum Schluss 

komme, dass die Adäquanzprüfung nicht zu früh erfolgt sei, seien weiterhin 

Versicherungsleistungen auszurichten, da die Adäquanz zu bejahen sei. Die beteiligten 

Fahrzeuge hätten Totalschaden erlitten, und der Beschwerdeführer habe durch die 

Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden müssen. Entgegen der biomechanischen 

Kurzbeurteilung (UV-act. 58) sei davon auszugehen, dass das delta-v einiges mehr als 

30 km/h betragen habe. So habe der Beschwerdeführer glaubhaft angegeben, dass er 

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mit ca. 45 km/h gefahren sei. Dies korreliere mit den massiven Schäden an beiden 

Fahrzeugen. Demzufolge sei das Unfallereignis als klar mittelschwer, eher gegen 

schwer einzustufen. Es seien mehrere Adäquanzkriterien erfüllt.

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 9. August 2012 beantragte Rechtsanwältin Dr. iur. 

M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid 

und führte unter anderem aus, weder die Unfallverursacherin noch die Ärzte des 

Landeskrankenhauses F.___ (UV-act. 23) hätten einen Bewusstseinsverlust in dem vom 

Beschwerdeführer behaupteten Sinn festzustellen vermocht. Die für eine HWS-

Distorsion typischen Beschwerden seien nicht zeitnah und lückenlos dokumentiert. 

Falsch sei ferner die Aussage, Dr. med. C.___, Fachärztin für Neurologie FMH, 

Rorschach, habe ein Schädelhirn-Trauma attestiert (UV-act. 59). Im Weiteren seien die 

Sehbeschwerden (UV-act. 116, 119, 133) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auf den Unfall zurückzuführen. Die medizinischen Abklärungen hätten keine 

unfallbedingten strukturellen Läsionen oder neurologischen Schädigungen ergeben. 

Aufgrund der Akten- und Beweislage könne der natürliche Kausalzusammenhang 

zwischen den organisch nicht nachweisbaren Beschwerden und dem Unfallereignis 

nicht ohne Weiteres bejaht werden. Die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang 

vorliege, könne jedoch offenbleiben, da die Adäquanz zu verneinen sei. Die zum 

typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS (oder einer 

gleichgestellten Verletzung) gehörenden Beeinträchtigungen seien teilweise gegeben. 

Im Vergleich dazu stehe die ausgeprägte psychische Problematik aber ganz im 

Vordergrund. Die Adäquanzprüfung habe deshalb unter dem Gesichtspunkt einer 

psychischen Fehlentwicklung zu erfolgen. Eine Behandlungsbedürftigkeit der 

somatischen Beschwerden werde nicht erwähnt. Der Einwand des verfrühten 

Fallabschlusses bzw. der verfrühten Adäquanzprüfung könne somit nicht gehört 

werden. Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Zuordnung des Unfalls zu 

den mittelschweren im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen lasse sich nicht 

beanstanden. Die diesbezüglichen Adäquanzkriterien seien nicht im erforderlichen 

Umfang erfüllt (act. G 5). Mit Eingabe vom 5. September 2012 hielt die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin ergänzend fest, der Beschwerdeführer habe 

beim Unfall nicht von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden müssen. Die 

Feuerwehr sei nur zufällig am Ort vorbeigefahren und habe die Polizei spontan 

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unterstützt. Sie habe sich vor allem um die Verkehrsregelung und die Reinigung der 

Fahrbahn gekümmert. Der Beschwerdeführer sei ohne besondere Intervention der 

Feuerwehr geborgen worden (act. G 10, 10.1).

B.c  Mit Replik vom 22. Oktober 2012 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen (act. G 13). Mit Eingabe vom 26. 

Oktober 2012 reichte er einen Bericht der Klinik D.___ vom 4. September 2012 nach 

(act.

G 16).

B.d  In der Duplik vom 20. Februar 2013 hielt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest und reichte unter anderem einen 

Ermittlungs- und Observationsbericht vom 17. Oktober 2012 sowie Suva-fachärztliche 

Aktenbeurteilungen (act. G 24.1 Beilagen 1-7) ein.

B.e  Mit Eingabe vom 6. Mai 2013 nahm der Rechtsvertreter zu den mit der Duplik 

eingereichten neuen Beweismitteln Stellung (act. G 32).     

Erwägungen:

1.       

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom 20. Januar 

2011 ausgerichteten Versicherungsleistungen (Heilungskosten, Taggelder) auf den 

5. September 2011 zu Recht einstellte oder nicht, und ob der Anspruch auf 

Invalidenrente und Integritätsentschädigung zu Recht mit Hinweis auf die fehlende 

Unfallkausalität verneint wurde. Im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 2-5) legte 

sie die rechtlichen Voraussetzungen der natürlichen und adäquaten Unfallkausalität von 

somatischen und psychischen Beschwerden zutreffend dar; hierauf ist zu verweisen.

2.       

2.1   Ein beim Beschwerdeführer im Kantonsspital St. Gallen durchgeführtes MRI der 

Wirbelsäule (HWS, BWS und LWS) vom 19. April 2011 ergab gemäss Bericht vom 

19. April 2011 keinen Anhaltspunkt für eine diskoligamentäre Verletzung. Im Vergleich 

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zur Voruntersuchung vom 8. August 2008 (UV-act. 50, 51) bestünden in etwa stationäre 

degenerative Veränderungen. Eine Nervenwurzelkompression wurde verneint (UV-act. 

49). Dr. med. E.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 2. Mai 2011, der 

Beschwerdeführer leide seit langem unter diffusen Rückenbeschwerden. 1996 habe er 

ihn einmal behandelt. Er habe ihn dann 10 Jahre nicht mehr gesehen. 2006 sei er 

wieder mit Schmerzen im Rücken (lumbal und nuchal sowie BWS) gekommen. Damals 

sei eine Abklärung auf der Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen (Bericht vom 

21. August 2006 mit der Diagnose eines rezidivierenden Zervikal- und 

Lumbovertebralsyndroms) vorgenommen worden (UV-act. 44). Im Bericht der Klinik für 

Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 12. Mai 2011 wurden als 

Diagnose Zervikalgien und Lumbalgien bei Status nach Verkehrsunfall mit HWS-

Distorsion und Thoraxkontusion vom 20. Januar 2011 festgehalten. Die vom Patienten 

geäusserte Beschwerdesymptomatik könne nicht mit den nur diskreten Veränderungen 

im MRI korreliert werden. Subjektiv fühle er sich massiv eingeschränkt. Die 

beschriebenen sensomotorischen Läsionen zeigten kein anatomisches Korrelat. Mit 

einer operativen Intervention könne keine Verbesserung erzielt werden. Es werde die 

analgetische Einstellung in der Schmerzsprechstunde empfohlen, dies vor allem zum 

Schutz vor einer Chronifizierung der Beschwerden. Die physiotherapeutische 

Behandlung sei weiterzuführen (UV-act. 46). Seit 28. März 2011 arbeitete der 

Beschwerdeführer bei weiterhin bestehenden Nacken- und Schulterbeschwerden 

wieder zu 100% (UV-act. 52, 53). Am 12. April 2011 erteilte die Beschwerdegegnerin 

Kostengutsprache für einen unfallbedingten Zahnschaden (UV-act. 27, 34). Die 

Neurologin Dr. C.___ vermerkte am 16. Juni 2011 als Angaben des Beschwerdeführers, 

dass er nach dem Unfall mindestens 2 ½ Stunden bewusstlos gewesen sei und im 

Spital habe erbrechen müssen, soweit er sich erinnere. Die Ärztin konstatierte 

diesbezüglich eine Diskrepanz zum Erstuntersuchungs-Bericht des 

Landeskrankenhauses F.___ und zu den Angaben gegenüber dem Suva-Mitarbeiter 

vom März 2011, konnte jedoch trotzdem ein leichtes Schädelhirn-Trauma im Sinne 

einer Commotio cerebri nicht ausschliessen. Beschwerden von dem möglichen leichten 

Schädelhirn-Trauma würden aktuell nicht mehr bestehen. Klinisch bestehe eine 

eingeschränkte HWS-Beweglichkeit. Im Übrigen fänden sich keine objektivierbaren 

pathologischen Befunde. Eine Symptomausweitung müsse postuliert werden. Die 

geklagten Armbeschwerden seien nicht objektivierbar. Es fänden sich auch keine 

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Muskelatrophien. Hinweise auf eine periphere oder zentrale Vestibulopathie als 

Ursache der Schwindelbeschwerden würden fehlen (UV-act. 59). Ab 30. Juni 2011 

bestand wieder eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 147).

2.2   Im Bericht des Instituts für Anästhesiologie am Kantonsspital St. Gallen vom 11. 

Juli 2011 wurde unter anderem festgehalten, bei ausbleibender Wirkung einer 

diagnostischen Blockade der linksseitigen HWS-Facettengelenke sei zunächst eine 

Optimierung der medikamentösen Analgesie und Teilnahme an einem 

Schmerzprogramm vorgesehen (UV-act. 64). Von Seiten des Palliativzentrums des 

Kantonsspitals wurde am 14. Juli 2011 mit Hinweis auf die Chronifizierungsgefahr der 

aktuellen Schmerzproblematik bei guter Kooperation des Patienten eine intensive 

stationäre Rehabilitation für sinnvoll erachtet und eine Kostengutsprache beantragt. 

Der Patient zeige sich hierzu auch hochmotiviert (UV-act. 66, 67). Die Arbeitgeberin 

kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer auf Ende August 2011 (UV-

act. 72). Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt für Chirurgie FMH, hielt im Bericht vom 30. 

August 2011 unter anderem fest, objektiv fänden sich eine leichte Einschränkung der 

Rotationsfähigkeit und Seitneigung im Bereich der HWS und eine leichte Verspannung 

der Nackenmuskulatur bei insgesamt eher schwach ausgebildeter Rückenmuskulatur. 

Es seien keine strukturellen Läsionen nach dem Unfall vom 20. Januar 2011 

nachzuweisen. Es fänden sich auch keine unfallbedingten neurologischen 

Schädigungen. Es bestehe ein erheblicher Vorzustand mit seit 1996 bekannten 

Rückenbeschwerden. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich ebenfalls kein Anhalt 

für eine strukturelle Läsion gefunden. Die aktuell nachweisbaren, eher leichten 

muskulären Verspannungen seien bei dem erheblichen Vorzustand nicht mehr mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen. Eine 

stationäre unfallbedingte Rehabilitation erscheine somit nicht notwendig. Bezüglich der 

Zahnprobleme sei dem Beschwerdeführer geraten worden, einen Zahnarzt 

aufzusuchen (UV-act. 77). In den Berichten des Palliativzentrums des Kantonsspitals 

vom 19. September und 2. November 2011 wurde unter anderem ausgeführt, die 

aktuellen psychologischen Aspekte des Patienten (Verdacht auf posttraumatische 

Belastungsstörung) seien neben seinen körperlichen Beschwerden wesentlich (UV-act. 

83). Die erst nach dem Unfall aufgetretenen und für den Beschwerdeführer aktuell im 

Vordergrund stehenden Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Unruhezustände, 

sexuellen Dysfunktionen und Schwindel seien im Sinn einer posttraumatischen 

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Belastungsstörung zu interpretieren. Neben diesen Beschwerden sei es im Anschluss 

an den Unfall auch zu einer deutlichen Exazerbation von muskuloskeletalen 

Beschwerden gekommen bei vorbeschriebenen degenerativen Veränderungen. Um 

einer Chronifizierung vorzubeugen und um den Patienten wieder zügig in den 

Arbeitsprozess zu integrieren, werde die rasche Einleitung einer multimodalen 

Therapie, idealerweise unter stationären Bedingungen, weiterhin für sinnvoll gehalten; 

bei dieser könnten neben physiotherapeutischen Massnahmen auch eine 

psychosomatische Begleitung angeboten werden. Entsprechend werde noch einmal 

um Prüfung der Kostenübernahme ersucht (UV-act. 118).

2.3   Der Augenarzt Dr. med. H.___ berichtete am 11. November 2011, der 

Beschwerdeführer habe einen Autounfall mit  HWS-Verletzungen und 

Schädelhirntrauma sowie Bewusstlosigkeit erlitten. Schon seit der Kindheit sehe er 

links weniger wegen einer Hornhautnarbe. Seit dem Unfall leide er unter Augenflimmern 

und starken Kopfschmerzen. Aufgrund der Bewusstlosigkeit beim Unfall müsse eine 

Commotio, wenn nicht sogar eine Contusio cerebri angenommen werden, welche die 

Sehbeschwerden und das Flimmern erklären würden (UV-act. 116).  Dr. E.___ 

vermerkte im Unfallschein ab 1. Dezember 2011 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, 

nachdem er zuvor von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen war (UV-act. 142, 

147). Für behandlungsbedürftige Beschwerden am Unfallzahn (Anbringung einer 

Tiefziehschiene) erteilte die Beschwerdegegnerin am 24. Januar 2012 

Kostengutsprache (UV-act. 127). Dr. med. I.___, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-

Krankheiten, berichtete am 2. Februar 2012, dass beim Beschwerdeführer ein 

chronischer Tinnitus und Schwindel nach Verkehrsunfall vom 20. Januar 2010 (richtig: 

2011) mit HWS-Distorsion und Thoraxkontusion mit posttraumatischer 

Belastungsstörung vorliege. Da er vor dem Unfall weder über Tinnitus noch Schwindel 

geklagt habe und auch die klinischen Befunde für einen muskulär ausgelösten Tinnitus 

und Schwindel sprechen würden, könnten die vestibulo-cochlearen Beschwerden in 

jedem Fall auf die HWS-Distorsion im Rahmen des Unfalls vom 20. Januar 2011 

zurückgeführt werden. Im Vordergrund stehe aber das chronische Schmerzsyndrom 

mit depressiver Verarbeitung. Insofern empfehle sie ebenfalls eine stationäre 

Rehabilitation in Valens (UV-act. 128, 145). 

3.       

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3.1   Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die vom Beschwerdeführer über 

den 5. September 2011 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen, 

unfallbedingten organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller 

Veränderungen erklärbar sind und im Bereich der Wirbelsäule (HWS, BWS) ein 

erheblicher degenerativ bedingter Vorzustand besteht (UV-act. 44, 49-51, 59). Klinisch 

erhobene Druckdolenzen, Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im 

Bereich der HWS stellen praxisgemäss kein klar fassbares, unfallbedingtes 

organisches Substrat dar (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 

3. August 2005, U 9/05, E. 4, und vom 23. November 2004, U 109/04, E. 2.2).

3.2   Wenn der Beschwerdeführer gegenüber Dr. C.___ eine mindestens 2 ½- stündige 

Bewusstlosigkeit und Erbrechen ("soweit er sich erinnere") angab (UV-act. 59 S. 2), so 

ist dies mit dem Bericht des Spitals vom 20. Januar 2011, wo die Erstbehandlung nach 

dem Unfall durchgeführt und Bewusstlosigkeit und Erbrechen ausdrücklich verneint 

wurden (UV-act. 3), nicht vereinbar und kann daher nicht als überwiegend 

wahrscheinlich angenommen werden. Die von der Unfallverursacherin anlässlich der 

polizeilichen Befragung gemachte Angabe, dass der Beschwerdeführer am Unfallort 

"schneeweiss" gewesen sei und keine Antwort gegeben habe (UV-act. 147 S. 4), 

vermag ebenfalls keine eigentliche Bewusstlosigkeit zu beweisen, sondern weist 

allenfalls auf eine Bewusstseinsbeeinträchtigung bzw. eine unfallbedingte 

Schockwirkung hin. Der Beschwerdegegnerin gab denn auch dem Suva-

Aussendienstmitarbeiter am 23. Februar 2011 an, dass er nach dem Unfall "in der 

Anfangsphase nur bedingt bei Bewusstsein" gewesen sei und eine lückenhafte 

Erinnerung an das Geschehen habe (UV-act. 9). Der Augenarzt Dr. H.___ basierte seine 

unfallbedingte Diagnose jedoch im Wesentlichen auf den nicht belegten Umstand, dass 

eine (eigentliche und langandauernde) Bewusstlosigkeit vorgelegen habe (UV-act. 116). 

Am 17. November 2011 führte Dr. H.___ unter anderem aus, dass sich im Gesichtsfeld 

ein eigenartiger Befund zeige, den er nur schwer interpretieren könne (UV-act. 119). 

Nachdem die von ihm angeordneten Behandlungen keine Verbesserung brachten, 

ersuchte Dr. H.___ im Schreiben an die Augenklinik des Kantonsspitals vom 21. März 

2012 um weitere augenärztliche Befunde und stellte eine psychiatrische Abklärung und 

eine "Rentenneurose" zur Diskussion (UV-act. 133). Festzuhalten ist in diesem 

Zusammenhang, dass die von Dr. H.___ vermerkten Visus-störungen 

(Sehbeschwerden, Flimmern) unter Umständen Teil des typischen Beschwerdebildes 

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nach schleudertraumaähnlicher Verletzung bilden können (vgl. nachstehende E. 3.3). 

Eine eigentliche (äusserliche) Augenverletzung, wie sie die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Entscheid (UV-act. 134 S. 7 oben) vorauszusetzen scheint, ist hierzu 

nicht erforderlich. Zu beachten ist dabei auch, dass mit Blick auf den unfallbedingten 

Zahnschaden (UV-act. 27, 34) ein Kopfanprall stattgefunden haben musste. Von daher 

erklärt sich auch die Feststellung von Dr. C.___, dass sie ein leichtes 

Schädelhirntrauma im Sinn einer Commotio cerebri nicht ausschliessen könne, wobei 

sie diesbezügliche Beschwerden im Berichtszeitpunkt (16. Juni 2011) verneinte. Im 

Vordergrund stünden cervikale und cerviko-cephale Schmerzen mit Ausstrahlung in 

den linken Arm, welche trotz Therapie mehr oder minder unverändert geblieben seien. 

Vorbestehende Beschwerden im Rahmen der degenerativen HWS-Veränderungen 

hätten sich verstärkt  (UV-act. 59). 

3.3   Anlässlich der Erstbehandlung nach dem Unfall wurde eine Computertomographie 

im HWS-Bereich angefertigt, welche keine Frakturen oder ähnliches bestätigte (UV-act. 

3 S. 3 und UV-act. 23 S. 3). Es bestehe eine massive Spondylose der HWS mit 

Ostheophytenbildung und deutlichen Uncarthrosen (UV-act. 23). Eine HWS-CT wäre 

überwiegend wahrscheinlich nicht angefertigt worden, wenn der Beschwerdeführer - 

wie er am 23. Februar 2011 geltend machte (UV-act. 9) - unmittelbar nach dem Unfall 

nicht auch solche Beschwerden angegeben hätte. In den ärztlichen Berichten wurde 

gestützt hierauf eine HWS-Distorsion angenommen (vgl. UV-act. 23 S. 3, UV-act. 59 S. 

3, UV-act. 60, 64). Dies erscheint auch angesichts des anzunehmenden Kopfanpralls 

(vgl. vorstehende E. 3.2) als plausibel. Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente 

Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer 

organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der 

natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 

4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9; Urteile des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06; 

RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). - Konkret verneinten die erstbehandelnden Spitalärzte 

im Ambulanzprotokoll vom 20. Januar 2011 (Unfalltag) eine Bewusstlosigkeit, Übelkeit, 

Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel (vgl. UV-act. 3). Der Beschwerdeführer 

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klagte jedoch am 23. Februar 2011 über Nackenschmerzen mit Kopfschmerzen und 

Schwindel (UV-act. 9). Später zeigten sich auch psychische Beeinträchtigungen (UV-

act. 23) und Visusstörungen (vorstehende E. 3.2). Nachdem gemäss der 

Rechtsprechung sich innerhalb der Latenzzeit von drei Tagen nach dem Unfall lediglich 

Nacken- bzw. HWS-Beschwerden manifestieren müssen, und nicht auch jene, die 

typischerweise im Rahmen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten 

können (vgl. Urteil des EVG vom 30. Januar 2007, U 215/05, E. 5.3 mit Hinweisen), ist 

davon auszugehen, dass konkret das typische Beschwerdebild teilweise gegeben war. 

Dies anerkennt auch die Beschwerdegegnerin (act. G 5 S. 6 Mitte).

3.4    

3.4.1         Die Beschwerdegegnerin zog im Verlauf des Verfahrens einen vom 

Haftpflichtversicherer in Auftrag gegebenen Observationsbericht bei (act. G 24). Im 

Rahmen ihrer Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts (Art. 43 ATSG) ist sie 

grundsätzlich befugt, Personendaten, wie sie im Bericht der J.___ GmbH vom 

17. Oktober 2012 (act. G 24.2) enthalten sind, zu bearbeiten oder von einer 

medizinischen Gutachterstelle bearbeiten zu lassen, soweit dies für die Beurteilung von 

Leistungsansprüchen erforderlich ist (Art. 96 lit. b UVG). Eine Beschränkung auf 

bestimmte Beweismittel besteht dabei nicht (vgl. BGE 129 V 323 E. 3.3.3; BGE 132 V 

241). - Die Durchführung einer Überwachungsmassnahme setzt unter anderem voraus, 

dass der begründete Verdacht auf eine Unrechtmässigkeit vorliegt. Der Begriff des 

Verdachts setzt voraus, dass mit einer bestimmten, auf konkrete Elemente gestützten 

Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, es liege eine entsprechende 

Unrechtmässigkeit vor. Die verdachtsbegründenden Elemente müssen 

einzelfallbezogen und konkret sein (Ueli Kieser, Überwachung - Eine Auslegung von 

Art. 44a ATSG [Entwurf], in: HILL 2009 Fachartikel Nr. 1, Kap. V, Ziff. 1).

3.4.2         Die Ermittlungen der J.___ GmbH ergaben gemäss Bericht vom 17. Oktober 

2012 unter anderem, dass der Beschwerdeführer im Beobachtungszeitraum ausserhalb 

seines Wohnortes ohne Anzeichen von Beeinträchtigungen oder Schonhaltungen in der 

Lage gewesen sei, mit dem Auto zu fahren und längere Strecken mit dem Fahrrad 

zurückzulegen. Nach den Darlegungen im Ermittlungsbericht liessen sich an sämtlichen 

Beobachtungstagen keine offensichtlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers 

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beobachten (act. G 24.2). Diese Angaben wurden anhand von Bildaufnahmen 

dokumentiert (act. G 24.3). Dazu ist festzuhalten, dass die erwähnten Feststellungen für 

sich allein nicht geeignet sind, Umstände zureichend zu belegen, aufgrund welcher 

abschliessende Aussagen zu den gesundheitlichen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers möglich wären. Aus dem Bericht ergibt sich insbesondere nicht, 

dass der Beschwerdeführer seine Wohnung während des Beobachtungszeitraums 

verliess, um einen Beruf auszuüben. Auch wurden im Bericht keine eigentlichen 

sportlichen Aktivitäten aufgeführt. Allein gestützt auf die Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer mit dem Velo unterwegs sein konnte (dies wurde ihm offenbar in der 

Klinik D.___ empfohlen, act. G 32 S. 2), lässt sich eine gesundheitliche Einschränkung 

im HWS-Bereich nicht ohne Weiteres in Abrede stellen. Im Weiteren ist in Rechnung zu 

stellen, dass die Leistungsfähigkeit nicht an allen Tagen gleichbleibend gewesen sein 

dürfte. Naturgemäss lassen sich sodann durch Beobachtungen weder Schmerzen bei 

der beobachteten Leistung noch die möglicherweise danach eingetretenen 

Schmerzfolgen wahrnehmen und damit auch nicht quantifizieren. Hinzu kommt, dass 

vorliegend Leistungsansprüche ab 5. September 2011 - und damit rund ein Jahr vor 

Erstellung des Observationsberichts - zur Diskussion stehen. Für diesen Zeitraum 

vermag der Observationsbericht zum vornherein nichts zur Entscheidfindung 

beizutragen. Die Frage, ob von einem begründeten Anfangsverdacht auszugehen war 

oder nicht, kann unter diesen Umständen offenbleiben. Nicht untersucht zu werden 

braucht auch der Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers hinsichtlich 

Unvollständigkeit des Observationsberichts (Nichtnennung von Arzt- oder 

Therapiebesuchen, act. G 32 S. 2). 

4.     

4.1   Sind Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die 

versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. keine 

schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 

115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen 

eines Schleudertraumas oder einer ähnlichen Verletzung, muss geprüft werden, ob die 

zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 

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aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen 

aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 

V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten 

Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS sowie bei äquivalenten 

Verletzungen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall 

hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das 

Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 

Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

4.2   Die Beschwerdegegnerin lässt mit Hinweis auf UV-act. 66, 67, 83 102, 128 und 

131 einwenden, die ausgeprägte psychische Problematik stehe beim 

Beschwerdeführer ganz im Vordergrund, weshalb die Adäquanzprüfung unter dem 

Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung zu erfolgen habe (act. G 5, G 24 S. 

3). - Nach dem Unfall vom 20. Januar 2011 war das typische, gemischt somatisch-

psychische Beschwerdebild nach schleudertraumaähnlicher Verletzung 

unbestrittenermassen teilweise gegeben (vorstehende E. 3.3). Wenn von Seiten des 

Kantonsspitals im Bericht vom 2. November 2011 bestätigt wurde, dass es neben 

Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwindel und weiteren Störungen in 

Unfallfolge auch zu einer deutlichen Exazerbation von muskuloskeletalen Beschwerden 

gekommen sei bei vorbeschriebenen degenerativen Veränderungen (UV-act. 118), so 

handelt es sich dabei nach wie vor um ein gemischt physisch/psychisches 

Beschwerdebild, auch wenn daneben eine posttraumatische Belastungsstörung (UV-

act. 118) diagnostiziert worden war. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 

(act. G 5 S. 6) wurde dabei - auch nach dem 5. September 2011 - eine 

Behandlungsbedürftigkeit von somatischen Beschwerden angeführt (UV-act. 118, 129, 

131), so auch noch im Bericht der Klinik D.___ vom 4. September 2012 (act. G 17 S. 1 

unten). Nach der Rechtsprechung war es - und dies erscheint hier ausschlaggebend - 

weder nach der früheren (in RKUV 2002 Nr. U 465 S. 477 publiziertes Urteil U 164/01 

vom 18. Juni 2002) noch in Anwendung der in BGE 134 V 109 entwickelten Praxis 

zulässig, längere Zeit nach einem Unfall, wenn die zum typischen Beschwerdebild 

gehörenden physischen Beschwerden weitgehend abgeklungen sind, die psychische 

Problematik aber fortbesteht, diese fortan nach der Rechtsprechung zu den 

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psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, während sie in einem früheren Stadium, als das 

typische Beschwerdebild noch ausgeprägter war, nach der Schleudertrauma-Praxis 

beurteilt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 

3.3). Die psychiatrische Beurteilung von Suva-Konsiliarpsychiater med. pract. K.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 24. Januar 2013 ergab im 

Übrigen, dass sich die Frage, ob eine psychische Überlagerung in den Monaten nach 

dem Unfall vorhanden gewesen sei, aus der Aktenlage nicht beantworten lasse und 

lediglich hypothetisch postuliert werden könne (act. G 24.7 S. 12). Erst nach der 

Leistungseinstellung, im September 2011, seien die psychischen Symptome unter der 

Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung subsumiert worden 

(act. G 24.7 S. 13). Insgesamt würden die vorhandenen Informationen weder 

Konkreteres zur Symptomatik sagen lassen noch zu Behandlungsbedürftigkeit oder 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (act. G 24.7 S. 14).  

4.3  

4.3.1         Zu klären ist - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - 

die Frage, ob am 5. September 2011 die Behandlung als abgeschlossen zu betrachten 

war. Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 

UVG bedingt, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine 

ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde 

Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine 

unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur 

eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., 

Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch 

dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären 

Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern 

vermag (RKUV 2005, Nr. U 557, S. 388). Für die Bejahung des medizinischen 

Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145).

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4.3.2         Nachdem von Seiten des Palliativzentrums des Kantonsspitals am 14. Juli 

2011 mit Hinweis auf die Chronifizierungsgefahr der aktuellen Schmerzproblematik bei 

guter Kooperation und Motivation des Patienten eine intensive stationäre Rehabilitation 

für sinnvoll erachtet und bei der Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache beantragt 

worden war (UV-act. 66, 67), verneinte Kreisarzt Dr. G.___ am 30. August 2011 die 

unfallbedingte Notwendigkeit einer stationären Rehabilitation mit Hinweis darauf, dass 

unfallbedingt keine strukturellen Läsionen nachzuweisen seien, keine unfallbedingten 

neurologischen Schädigungen bestünden und ein erheblicher Vorzustand vorliege (UV-

act. 77 S. 7). Zur Frage einer Aussicht auf Verbesserung des Gesundheitszustands und 

der Arbeitsfähigkeit durch eine weitere - allenfalls ambulante - Behandlung (für die Zeit 

ab 5. September 2011) lässt sich den vorerwähnten Berichten keine Äusserung 

entnehmen. Die Ärzte wurden allerdings diesbezüglich auch nicht befragt. Aus dem 

Umstand allein, dass keine strukturellen Unfallfolgen nachgewiesen sind und 

erhebliche Vorzustände vorliegen, kann nicht ohne Weiteres auf einen 

Behandlungsabschluss im erwähnten Sinn geschlossen werden, zumal grundsätzlich 

auch nicht somatisch-strukturell objektivierbare sowie psychische Folgen von 

schleudertraumaähnlichen Verletzungen einen Behandlungsbedarf (mit Aussicht auf 

namhafte Verbesserung) begründen können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma der Halswirbelsäule typischen Beschwerden nicht mit 

entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EGG) 

objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden 

als nicht unfallbedingt in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d aa). Aus dem 

kreisärztlichen Bericht vom 30. August 2011 lässt sich somit eine zureichende 

Begründung für die Einstellung der weiteren Heilbehandlung ab 5. September 2011 

nicht ableiten. Allein die Tatsache, dass aus biomechanischer Sicht die Beschwerden 

durch den Unfall nur als schwierig erklärbar bezeichnet wurden (UV-act. 58), reicht als 

Einstellungsgrund nicht aus, zumal die biomechanischen Werte wie erwähnt nur eines 

unter vielen Kriterien darstellen und die Angaben betreffend kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung wegen der mangelnden Qualität der Bilder mit 

Unsicherheiten behaftet waren (vgl. UV-act. 58 S. 2). Zur Arbeitsfähigkeit im verfügten 

Einstellungs-Zeitpunkt äusserte sich der Kreisarzt nicht. Anderseits wurde von Seiten 

des Palliativzentrums im Bericht vom 2. November 2011 bestätigt, dass es neben 

Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwindel und weiteren Störungen in 

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Unfallfolge auch zu einer deutlichen Exazerbation von muskuloskeletalen Beschwerden 

gekommen sei bei vorbeschriebenen degenerativen Veränderungen. Das im Juli 2011 

gestellte Gesuch um Übernahme der Kosten einer multimodalen Therapie wurde 

bestätigt (UV-act. 118). Die durch das Kantonsspital am 19. Dezember 2011 und 31. 

Januar 2012 unterzeichneten Verordnungen zur Physiotherapie führten als 

Behandlungsziele unter anderem die Verbesserung der Gelenks- und Muskelfunktion 

an (UV-act. 126, 129). Die ORL-Ärztin sprach sich am 2. Februar 2012 ebenfalls für das 

(teilweise) Vorliegen von Unfallfolgen und für eine stationäre Reha aus (UV-act. 128, 

145). Die Ärztin des Pallativzentrums des Kantonsspitals bestätigte im Bericht vom 

20. Februar 2012 die früheren Feststellungen. Sie hielt unter anderem fest, nach 

Rückmeldung der betreuenden Physiotherapeuten seien unter der Therapie tatsächlich 

Fortschritte eingetreten, wenn auch vom Patienten nicht so wahrgenommen. Der 

Beschwerdeführer sei mit einer Hospitalisation auf der Palliativstation einverstanden. 

Ziel der Hospitalisation sei unter anderem eine Evaluation der aktuellen Situation mit 

der Option einer stationären Anschlussbehandlung (UV-act. 131).

4.3.3         Gestützt auf die vorstehend geschilderte Aktenlage lässt sich eine 

unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit eines gemischt physisch und psychisch 

bedingten Beschwerdebildes (vgl. UV-act. 118, 126, 129) mit der Aussicht auf eine 

namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit für die Zeit 

ab 5. September2011 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliessen, 

zumal eine teilweise Unfallursache (bei Bestehen von Vorzuständen) für eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin genügt (vgl. Art. 36 Abs. 1 UVG und Urteil 

des EVG vom 18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4). Ein Fallabschluss im Sinn von Art. 

19 Abs. 1 UVG auf den 5. September 2011 - gut sieben Monate nach dem Unfall - mit 

Einstellung der Leistungen erscheint damit nicht ausgewiesen. Der Umstand, dass Dr. 

G.___ seine Beurteilung vom 30. August 2011 (UV-act. 77) nach Kenntnisnahme des 

Observationsberichts vom 17. Oktober 2012 (vorstehende E. 3.4) am 29. Januar 2013 

bestätigte und eine weitere Behandlungsbedürftigkeit diesmal explizit verneinte (act. G 

24.6), vermag - bei unveränderter Begründung - eine Leistungseinstellung auf den 5. 

September 2011 ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Nachdem die Beschwerdegegnerin 

das Vorliegen eines Leistungseinstellungsgrundes zureichend zu belegen hat (vgl. 

RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b), wird sie die Frage der 

Aussicht auf namhafte Besserung durch Behandlung nach dem 5. September 2011 

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und die allfällige Behandlungsdauer noch abzuklären haben. Bevor diese Frage nicht 

geklärt ist, kann die Adäquanz nicht geprüft werden.

5.     

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 29. März 2012 teilweise gutzuheissen und die Sache zur 

Abklärung der Frage, ob nach dem 5. September 2011 eine Aussicht auf namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit durch weitere 

Behandlung bestanden hatte, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem 

Verfahrensausgang besteht Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es 

rechtfertigt sich, diese - wie in vergleichbaren Verfahren üblich - auf pauschal 

Fr. 4'000.-- anzusetzen (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 29. März 2012 aufgehoben und die Sache zur Abklärung der Frage, ob nach dem 

5. September 2011 eine Aussicht auf namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit durch weitere Behandlung bestanden 

hatte, an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 4'000.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2013
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von Beschwerden nach schleudertraumaähnlicher Verletzung. Frage der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2013, UV 2012/46).

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