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**Case Identifier:** b8adf946-10dd-5f30-8d76-3d3d51874aae
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.09.2021 720 20 461/249
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-461-249_2021-09-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. September 2021 (720 20 461 / 249) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Tschopp, Advo-
kat, Baur Laubscher Tschopp Manera Brodbeck Advokaturbüro, 
Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Die 1967 geborene A.____ war seit März 2002 bei der B.____ als Reinigungsangestellte 
tätig. Am 24. August 2009 erlitt sie einen Treppensturz, wobei sie sich eine Rissquetschwunde 
am Kopf sowie eine Kontusion am Steissbein zuzog. In der Folge entwickelte sie psychische 
Beschwerden. Am 11. November 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf unfall- und krank-
heitsbedingte Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-

 

 
 
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tungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte die erwerblichen, hauswirt-
schaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse ab, wobei sie die Versicherte durch das Zent-
rum für Medizinische Begutachtung (ZMB) polydisziplinär begutachten liess (Expertise vom 
11. Juni 2013). Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermittelte sie in Anwendung 
der gemischten Methode mit einem Erwerbsanteil von 80 % und einem Haushaltsanteil von 
20 % ab August 2010 (Ablauf des Wartejahrs) einen IV-Grad von 47 % und ab September 2011 
einen solchen von 80 %. In der Folge sprach sie A.____ unter Berücksichtigung, dass der Ren-
tenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungs-
anspruchs entsteht, mit Verfügung vom 13. August 2014 für den Zeitraum vom 1. Juni 2011 bis 
30. November 2011 eine Viertelsrente und ab 1. Dezember 2011 eine ganze Rente zu. Dieser 
Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Der Rentenanspruch wurde in der Folge wiederholt revisi-
onsweise überprüft und bestätigt. 
 
A.2 Am 9. August 2018 leitete die IV-Stelle eine weitere Revision des Rentenanspruchs ein, 
wobei sie Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatolo-
gie, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem bidisziplinären Gut-
achten beauftragte (Expertisen vom 28. Mai 2019/22. Juli 2019). Gestützt auf deren Untersu-
chungsergebnisse gelangte sie zur Auffassung, dass A.____ ab August 2019 in einer ange-
passten Verweistätigkeit wiederum zu 70 % arbeitsfähig sei und nunmehr in Anwendung der 
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs ermittelte Invaliditätsgrad 37 % betrage. Als-
dann hob sie die laufende ganze Rente nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Ver-
fügung vom 10. November 2020 per Ende Dezember 2020 auf. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, am 30. November 
2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 10. November 2020 
aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurich-
ten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der 
unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Tschopp als Rechtsvertreter, die Gewährung des 
Replikrechts und darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begrün-
dung brachte sie im Wesentlichen vor, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht verbessert habe 
und der Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. 
 
C. Mit Verfügung vom 5. Januar 2021 wurde der Beschwerdeführerin für das vorliegende 
Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Daniel Tschopp als Rechtsvertreter be-
willigt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Januar 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. E.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 14. Dezember 
2020 bei. 
 
E. Mit Verfügung vom 26. Januar 2021 wies der instruierende Präsident des Kantonsge-
richts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei der Be-

 

 
 
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schwerde gegen die Verfügung vom 10. November 2020 die aufschiebende Wirkung zu ertei-
len, ab. 
 
F. Mit Replik vom 24. März 2021 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Begehren fest. 
Gleichzeitig reichte sie eine Stellungnahme des behandelnden Arztes Dr. med. F.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. März 2021 ein und beantragte, die IV-Stelle sei 
zu verpflichten, sämtliche von ihr bei Dr. D.____ eingeholten Gutachten seit 1. Januar 2019 
herauszugeben. 
 
G. In ihrer Duplik vom 15. April 2021 hielt die IV-Stelle an ihrem Abweisungsantrag fest. 
 
H. Mit Instruktionsverfügung vom 20. April 2021 wurde die Angelegenheit der Dreierkam-
mer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
eingereichte Beschwerde vom 30. November 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

 

 
 
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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert 
schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls 
bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil-
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen 
(vgl. BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund-
heitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicher-
te Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die 
Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati-
ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (vgl. BGE 102 V 165; vgl. auch 
BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind 
oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen 
Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich 
tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem 
Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehe-
gatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte 
Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 144 I 21 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

 
 
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4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen) 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 

 

 
 
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auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6.1 Streitig ist, ob die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 10. November 2020 die 
laufende ganze Rente der Versicherten zu Recht per Dezember 2020 aufgehoben hat. 
 
6.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers er-
heblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend 
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt 
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi-
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur 
bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, 
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan-
des erheblich verändert haben (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung 
der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein 
Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2 und vom 28. August 
2003, I 212/03, E. 2.2.3). Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wand-
lung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit weiteren Hinweisen). 
 
6.3 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen un-
veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf ei-
ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von 
revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfol-
gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv 
nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens 
zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 
2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Liegt dagegen ein Revisionsgrund im Sin-
ne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hin-
sicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht 
(vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2018, 8C_145/2018, 
E. 3.2). 
 
6.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts-
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk-
ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht 
(vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle 
der Versicherten mit Verfügung vom 13. August 2014 ab vom 1. Juni 2011 eine Viertelsrente 
und ab 1. Dezember 2011 eine ganze Invalidenrente zu. Der Rentenanspruch wurde in der Fol-
ge zwar wiederholt revisionsweise überprüft und bestätigt, wobei jedoch keine einlässlichen 

 

 
 
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materiellen Abklärungen erfolgten. Im Rahmen der aktuellen Rentenrevision hob die IV-Stelle 
nach Vornahme einer umfassenden medizinischen und erwerblichen Abklärung die laufende 
ganze Invalidenrente der Versicherten mit Verfügung 10. November 2020 per Dezember 2020 
auf. Demnach beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen 
eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigt, durch Ver-
gleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung vom 13. August 2014 bestanden 
hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 10. November 
2020. 
 
7.1 Die entscheidende, von den Parteien unterschiedlich beantwortete Frage des vorliegen-
den Verfahrens ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne des Art. 17 ATSG gegeben ist. Die Be-
schwerdegegnerin stützte ihre Annahme einer Verbesserung des Gesundheitszustands auf 
einen Vergleich zwischen dem ZMB-Gutachten vom 11. Juni 2013 und dem bidisziplinären 
Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 28. Mai 2019/22. Juli 2019. Im Gutachten des 
ZMB vom 11. Juni 2013 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische 
Belastungsstörung (PTBS), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epi-
sode ohne psychotische Symptome, ein chronisches lumbovertebrales Syndrom, ein chroni-
sches links-betontes zervikovertebrales Syndrom und ein Schulterimpingement diagnostiziert. 
Im Bereich des Achsenskeletts finde sich im lumbalen Abschnitt ein chronisches lumbovertebra-
les Syndrom mit intermittierend auftretender S1-assoziierter radikulärer Reizsymptomatik links 
aufgrund eines Status nach Diskushernienoperation L5/S1 im Jahr 2000. Es bestünde aktuell 
eine Rezidiv-Diskushernie mediolateral links auf derselben Höhe, motorische Ausfälle hätten 
sich nicht objektivieren lassen. Hingegen sei der lumbale Abschnitt der Wirbelsäule wenig be-
lastbar und in der Bewegung blockiert. Ferner bestünde ein links-betontes zervikovertebrales 
Syndrom mit zephaler Schmerzbeteiligung bei Status nach Treppensturz im August 2009 mit 
Schädelhirntrauma im Sinne einer Commotio cerebri. Radikuläre Reiz- oder Ausfallsyndrome 
auf zervikaler Höhe lägen aber nicht vor. Weiter bestünde eine Schmerzsymptomatik der linken 
Schulter in Form eines Schulterimpingements. Aus rheumatologischer Sicht seien der Versi-
cherten angepasste Verweistätigkeiten im Umfang von 3 x 2 Stunden pro Tag zumutbar. Aus 
psychiatrischer Sicht zeige die Versicherte ein ausgeprägtes depressives Syndrom ohne psy-
chotische Symptome. Sie sei im Jahr 1991 mit ihren beiden Kindern im Rahmen des damaligen 
Balkankriegs in einem serbischen Lager für Frauen und Kinder interniert gewesen. Dort sei sie 
Zeugin von Erschiessungen und Vergewaltigungen geworden und habe während des zweimo-
natigen Lageraufenthalts in ständiger Angst und Panik gelebt. Ihren eigenen Angaben zufolge 
habe sie die traumatischen Erlebnisse während des Balkankriegs während Jahren emotional 
verkraftet. Nach dem Treppensturz im Jahr 2009 scheine sie eine depressive Symptomatik 
entwickelt zu haben. Im Vordergrund stünden Schlafstörungen. Wahrscheinlich seien durch das 
Ereignis verdrängte Erinnerungen an den Balkankrieg reaktiviert worden. Zusätzlich habe die 
Versicherte eine Anhedonie, eine Lärmempfindlichkeit und soziale Rückzugstendenzen entwi-
ckelt. Diese Symptome würden auch zu einer PTBS passen, wobei ungewöhnlich, aber nicht 
ausgeschlossen sei, dass dieses Leiden mehr als 20 Jahre nach den traumatisierenden Erleb-
nissen manifest werde. Heute entspreche die depressive Symptomatik einer schweren depres-
siven Episode. Aufgrund des schweren psychischen Leidens sei der Versicherten aktuell weder 
im angestammten Beruf noch in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit zuzumuten, so dass 

 

 
 
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seit dem Unfall vom 24. August 2009 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen 
sei. 
 
7.2.1 Im Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens beauftragte die IV-Stelle die 
Dres. C.____ und D.____ mit einem bisdiszinären Begutachten. Am 28. Mai 2019 diagnostizier-
te Dr. C.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom 
mit differentialdiagnostisch spondylogener/radikulärer (S1) Schmerzausstrahlung ins linke Bein 
bei breitbasiger, nach caudal umgeschlagener Diskushernie L5/S1 mediolateral links mit Tan-
gierung der Wurzel S1 links gemäss MRT der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 22. März 2019. Im 
Vergleich zur früheren Untersuchung habe sich insofern eine Besserung eingestellt, als das 
Zervikovertebralsyndrom, die muskulären Dysbalancen am Schultergürtel und das Schulterimp-
ingement rechts nicht mehr vorliegen würden. Bezüglich der Hauptdiagnose bestünde dagegen 
weder klinisch noch radiologisch eine relevante Besserung. Obwohl auch Zeichen einer 
Schmerzfehlverarbeitung gegeben seien, würden die beschriebenen Kreuzschmerzen mit Aus-
strahlung ins linke Bein gut mit den klinischen und radiologischen Befunden korrelieren. Zei-
chen von Inkonsistenzen bestünden nicht. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden und 
rückenadaptierten Tätigkeit sei die Versicherte weiterhin im Umfang von 70 % (3 x 2 Stunden 
pro Tag) ohne zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit arbeitsfähig. 
 
7.2.2 Dr. D.____ diagnostizierte am 22. Juli 2019 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf, gegenwärtig leicht- bis mittelgradi-
ge Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33) und eine Agoraphobie mit Panikstörung 
(ICD-10 F40.1), differenzialdiagnostisch eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41). Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein dissoziativer Schwindel (ICD-10 F44.9) und 
ein Verdacht auf eine PTBS (ICD-10 F43.1). Anamnestisch liessen sich eine oft bedrückt-
traurige Stimmung, eine verminderte Energie, wöchentlich auftretende Albträume, häufige 
Müdigkeit, Durchschlafstörungen, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, ein geringes 
Selbstvertrauen und eine Libidoverminderung eruieren. Diese Symptome würden die Kriterien 
einer depressiven Episode erfüllen. Die Depression habe sich nach dem Unfall vom 25. August 
2008 [recte: 24. August 2009] entwickelt. Die Stimmung sei zu Beginn der Untersuchung aus-
geglichen bis fröhlich gewesen, bei der Beschwerdeschilderung sei die Versicherte bedrückt 
und weinerlich geworden, ausserhalb der Beschwerdeschilderung habe sich die Stimmung aber 
wieder aufgehellt. Die affektive Modulationsfähigkeit und die Vitalität seien insgesamt leichtgra-
dig eingeschränkt. Diagnostisch sei von einer rezidivierenden depressiven Störung auszuge-
hen, die aktuell als leicht- bis mittelgradig zu beurteilen sei. Gegen eine ausschliesslich mittel-
gradige oder gar schwergradige Depression spreche die Tatsache, dass anamnestisch keine 
Freud- oder Interesselosigkeit vorliege, auch keine andauernd bedrückt-traurige, gereizt-
aggressive Stimmung oder eine andauernd verminderte Energie. Ferner sei die psychosoziale 
Funktionsfähigkeit der Versicherten in Bezug auf ihren Ehemann, ihre drei Kinder, ihre Ge-
schwister und eine langjährige Freundin intakt. Ausserdem seien keine relevanten kognitiven 
Beeinträchtigungen festzustellen. Im Vergleich zu den psychiatrischen Befunden im Jahr 2013 
sei es zu einer deutlichen Verbesserung gekommen. Insbesondere hinterlasse sie nicht mehr 
während der gesamten Untersuchung einen depressiven, leidenden und antrieblosen Eindruck. 
Zudem könne keine wechselhafte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit festgestellt 

 

 
 
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werden. Vielmehr habe die Versicherte während der aktuellen Untersuchung einen sehr kon-
zentrierten Eindruck hinterlassen. Bezüglich des Zeitpunkts der Verbesserung der depressiven 
Beschwerden liesse sich aufgrund der aktuellen Untersuchung, resp. der unpräzisen Angaben 
der Versicherten keine verlässlichen Angaben machen. Sie gebe an, dass es seit dem Unfall zu 
keinen wesentlichen Veränderungen der depressiven Beschwerden gekommen sei. Ein gleich-
gebliebener psychischer Gesundheitszustand lasse sich bezüglich der Depression im Vergleich 
mit den Befunden im Jahr 2013 indes nicht bestätigen. In Bezug auf die Angstsymptomatik sei 
von einer Agoraphobie mit Panikstörung auszugehen. Der Schweregrad bezüglich Häufigkeit 
der Beschwerden sei als leichtgradig zu beurteilen. So sei es der Versicherten möglich, alleine 
in den Wald spazieren zu gehen oder das öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Im Weiteren 
habe sie bei der Untersuchung ohne äusserlich sichtbare psychovegetative Mitbeteiligung über 
ihre Alpträume sprechen können. Ferner hätten bei der Untersuchung weder eine Schreckhaf-
tigkeit noch eine Hypervigilanz noch Dissoziationen beobachtet werden können. Der Sturz auf 
der Treppe am 24. August 2009 sei nicht geeignet, um eine bis anhin während Jahren latent 
gebliebene PTBS manifest werden zu lassen. Eine solche lasse sich daher nicht mit Sicherheit 
diagnostizieren. Festzuhalten sei, dass die Versicherte angebe, lediglich einmal pro Woche un-
ter Albträumen zu leiden. Auch die behandelnden Psychiater der Klinik G.____ hätten keine 
PTBS diagnostiziert. Erst im Jahr 2015 tauche die Diagnose erstmals definitiv auf, nachdem 
diese im April 2011 differentialdiagnostisch in Betracht gezogen worden war. Sollte tatsächlich 
von einer PTBS ausgegangen werden, so wäre der Schweregrad jedenfalls leicht und ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, ebenso wie der zeitweise auftretende dissoziative Schwin-
del. Betreffend die intermittierend auftretenden Schmerzen liege zumindest teilweise eine so-
matische Ursache vor. Es gebe keine Hinweise, dass die Versicherte unter andauernden 
schweren und quälenden Schmerzen leide, so dass die Diagnose einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung nicht gestellt werden könne. Bei der Versicherten sei eine gewisse 
Tendenz zur Verdeutlichung und eine bewusstseinsnahe Aggravation festzustellen. Ihrer Anga-
ben seien nicht immer konsistent. So beschreibe sie beispielsweise eine erhebliche Intensität 
der depressiven Beschwerden. Anlässlich der aktuellen Untersuchung lasse sich aber beim 
Gespräch über gewisse Themen eine Aufhellung der Stimmung feststellen und am Ende der 
Exploration habe die Versicherte einen vitalen Eindruck mit ausgeglichener Stimmung hinter-
lassen. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb es angesichts der erheblichen geklagten Be-
schwerden nie zu einer psychiatrischen Hospitalisation gekommen sei. Ferner seien die erheb-
lichen subjektiven Beschwerden nicht vereinbar mit dem völlig intakten und normalen Familien-
leben. Weitere Inkonsistenzen bestünden darin, dass sie einerseits angebe, am Abend nie zu 
kochen. Andererseits äussere sie sich dahingehend, dass Kochen und das Anschauen von 
Kochsendungen im TV ihr Hobby sei. Zudem habe sie zu Beginn der Untersuchung angegeben, 
das Haus nie alleine zu verlassen. Später habe sie aber eingeräumt, alleine im Wald spazieren 
zu gehen und alleine mit dem Tram zum Begutachtungsgespräch gefahren zu sein. Es sei 
kaum nachvollziehbar, dass die Versicherte seit dem relativ banalen Treppensturz andauernd 
unter erheblichen depressiven Beschwerden gelitten haben soll, wohingegen sie während und 
nach dem Bosnienkrieg zu keinem Zeitpunkt depressiv gewesen sei. Ihre Ressourcen seien 
gemessen am Ratingbogen Mini-ICF-APP insgesamt aufgrund der aktuellen Untersuchung als 
leicht- bis mittelgradig eingeschränkt. Namentlich seien die Durchhalte-, die Selbstbehaup-
tungs-, und die Gruppenfähigkeit sowie die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit beeinträchtigt. 

 

 
 
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Die übrigen Items des Ratingbogens seien aber nicht relevant eingeschränkt. Im Gutachten des 
ZMB vom 11. Juni 2013 sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen fest-
gestellt worden. Auch attestiere der behandelnde Psychiater Dr. F.____ eine durchgehende 
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dennoch lasse sich heute im Vergleich zu den früheren Berichten 
eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit erkennen. 
Zwar könnten aufgrund der unpräzisen Angaben der Versicherten keine verlässlichen Aussa-
gen zum Zeitpunkt der Verbesserung gemacht werden, weshalb bis zum Begutachtungszeit-
punkt von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden müsse. Ab dem Zeit-
punkt der Begutachtung betrage die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bezogen auf 
ein Vollzeitpensum 70 %. 
 
7.3 Am 1. September 2020 führte Dr. F.____ aus, dass das Gutachten von Dr. D.____ ober-
flächlich und ohne Fremdanamnese erstellt worden sei. Zudem entspreche der psychopatholo-
gische Befund nicht der Realität und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtige nicht 
das gesamte Krankheitsbild. Die Versicherte habe sich von Dr. D.____ angegriffen gefühlt und 
Angst vor ihm gehabt. Auf penetrante und drängelnde Fragen des Gutachters habe sie ihm aus 
Angst, von ihm bestraft zu werden, die Antworten gegeben, die er habe hören wollen. Ihr sei 
aus Angst schwindlig geworden und sie habe nach der Exploration kaum mehr stehen können. 
Es treffe nicht zu, dass sich die Versicherte aufgesetzt oder demonstrativ verhalte. Eine Drama-
tisierungstendenz, Verdeutlichung oder Aggravation bestünden ebenfalls nicht. Ihre Beschwer-
den hätten eine deutlich depressive Verstimmung mit Interessen- und Freudlosigkeit, vermin-
dertem Antrieb, gedrückter Stimmung, verminderter Konzentration und Selbstwertgefühl, nega-
tiven und pessimistischen Zukunftsperspektiven, Gedanken des Lebensüberdrusses und erheb-
lichen Schlafstörungen sowie vermindertem Appetit erkennen lassen. Sie würden eine mindes-
tens mittelgradige depressive Episode begründen. Dazu komme eine soziale Isolation. Zudem 
beschreibe sie Symptome einer generalisierten Angststörung mit Panikstörung, die es ihr ver-
unmöglichen würden, im Alltag zurechtzukommen. Die Angaben betreffend das Kochen seien 
im Gutachten nicht korrekt. Die Gutachten von Dr. D.____ würden immer wieder die gleichen 
Formulierungen enthalten. Der Psychostatus sei nicht nach dem AMDP-System (Arbeitsge-
meinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie) zur standardisierten Erfassung 
und Dokumentation eines psychopathologischen Befunds beschrieben worden und der Gutach-
ter nenne die Symptome einer PTBS nicht. Zudem seien weder testpsychologische Untersu-
chungen noch eine Fremdanamnese durchgeführt worden. Insgesamt sei das Gutachten nicht 
nachvollziehbar. Die Diagnosekriterien für eine PTBS seien klar gegeben und die Versicherte 
sei aufgrund der phobischen Ängste und der Panikstörung im Alltag stark behindert. Demge-
genüber habe Dr. D.____ die funktionellen Einschränkungen einzig aufgrund der affektiven Stö-
rung interpretiert. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nicht plausibel. Die Versicherte 
leide mindestens an einer mittelgradig ausgeprägten rezidivierenden depressiven Störung (ICD-
10 F33.2), einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.0) bei PTBS und Exazerbation nach 
Unfallereignis mit Intrusionen und wiederkehrendem Auftreten von Panikattacken (ICD-10 
F43.1). Differenzialdiagnostisch sei eine Agoraphobie mit Panikstörungen (ICD-10 F40.1) zu 
erwägen. Er behandle die Versicherte seit mehr als 10 Jahren. Zu einer Besserung des Ge-
sundheitszustands sei es trotz der durchgeführten ambulanten und pharmakologischen Be-
handlung nicht gekommen. In den psychometrischen Untersuchungen (Hamilton Depressions-

 

 
 
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skala; HAMD) im Verlauf der Behandlung habe die Versicherte immer wieder Werte erreicht, die 
einer mittelgradigen bis schweren depressiven Verstimmung entsprechen würden. Die Arbeits-
fähigkeit sei mittel- bis schwergradig eingeschränkt. 
 
7.4 Am 15. Dezember 2020 nahm Dr. E.____ Stellung. Er hielt fest, dass sich die von 
Dr. F.____ diagnostizierte affektive Störung nur geringfügig von derjenigen von Dr. D.____ un-
terscheide. Die gutachterliche Untersuchung habe aber ergeben, dass das Ausmass der objek-
tiven psychopathologischen Befunde den mittleren Depressionsgrad nicht ganz erfülle und 
durchaus Ressourcen vorhanden seien. Dr. F.____ habe die Diagnosekriterien für eine genera-
lisierte Angststörung nicht vollständig dargetan. Mit der Diagnose der PTBS habe sich der Gut-
achter eingehend befasst. Der Einwand von Dr. F.____ ergäbe keine neuen Aspekte. Nicht 
nachvollziehbar sei ein sozialer Rückzug der Versicherten in allen Lebenslagen. Sie sei in der 
Kern- und erweiterten Familie durchaus integriert und nehme am Alltagsgeschehen teil. 
 
7.5 Am 13. März 2021 verwies Dr. F.____ auf seine Ausführungen im Bericht vom 
1. September 2020, kritisierte die Art und Weise der Begutachtung durch Dr. D.____ und hielt 
fest, dass das Gutachten vom 22. Juli 2019 sehr oberflächlich sei und in keiner Weise der Rea-
lität entsprechen würde. Es sei davon auszugehen, dass der Gutachter in aggressiver und do-
minanter Art und Weise exploriere und nur höre, was er hören möchte. Die Untersuchung habe 
die Versicherte retraumatisiert. Der Versicherten sei krankheitsbedingt keine berufliche Tätigkeit 
mehr zumutbar. Eine Oberbegutachtung sei dringend indiziert. 
 
8.1 Die IV-Stelle ging in ihrer Verfügung vom 10. November 2020 gestützt auf die Erkennt-
nisse aus dem Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 28. Mai 2019/22. Juli 2019 davon 
aus, dass sich bei der Versicherten im Vergleich zum Jahr 2013 eine Besserung des psychi-
schen Gesundheitszustands eingestellt hatte und sie spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung 
durch Dr. D.____ am 16. Mai 2019 (Untersuchungsdatum) eine Arbeitsfähigkeit von 70 % auf-
wies. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und 
D.____ erfüllt die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurtei-
lungsgrundlage (vgl. E. 4.2 hiervor). Es ist umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwer-
den, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann weist 
das Gutachten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf, setzt sich hinläng-
lich mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinan-
der und enthält alle erforderlichen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidisie-
render Gesundheitszustand anhand der Standardindikatoren verifizieren lässt. Insgesamt ge-
nügt das Gutachten sowohl formal wie inhaltlich den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein be-
weistaugliches Revisionsgutachten. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 7.2.1 und E. 7.2.2 
hiervor) wiedergegebenen Darlegungen der Gutachter vermögen zu überzeugen, sodass darauf 
verwiesen werden kann. Ein Vergleich zum Gutachten des ZMB vom 11. Juni 2013 zeigt klar 
auf, dass eine deutliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerde-
führerin eingetreten ist. Während im ZMB-Gutachten 11. Juni 2013 noch eine schwere depres-
sive Symptomatik beschrieben wurde, stellte Dr. D.____ im aktuellen Gutachten noch eine 
leicht- bis mittelgradig ausgeprägte affektive Störung und eine leichtgradige Angstsymptomatik 

 

 
 
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fest. Diese Beurteilung erscheint in Anbetracht des von ihm erhobenen psychopathologischen 
Befunds nachvollziehbar. So konnte er keine Freud- oder Interessenlosigkeit, andauernd be-
drückt-traurige, gereizt-aggressive Stimmung, kognitiven Beeinträchtigungen, Konzentrations-
störungen oder eine andauernd verminderte Energie mehr erheben und die psychosoziale 
Funktionsfähigkeit erachtete er als intakt. Damit werden erheblich veränderte psychische Ver-
hältnisse beschrieben. Von einem völlig gleich gebliebenen Sachverhalt kann – entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin – keine Rede sein. Zudem setzte sich Dr. D.____ mit der 
Diagnose PTBS kritisch auseinander und kam aufgrund der Akten, der Angaben der Versicher-
ten und seinen Beobachtungen anlässlich der Exploration zum überzeugenden Schluss, dass 
sich diese Diagnose nicht mit Sicherheit diagnostizieren lasse, gegebenenfalls aber nur von 
einer leichten Ausprägung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Soweit die 
Beschwerdeführerin unterstellt, Dr. D.____ habe in seinem Gutachten das Vorliegen einer 
PTBS verneint, trifft dies offensichtlich nicht zu. Wenn sie weiter annimmt, dass sich seine Beur-
teilung/Einschätzung ausschliesslich auf sein Gespräch mit der Versicherten stütze, verkennt 
sie, dass dem psychiatrischen Gutachter diverse, bisher zum Gesundheitszustand der Versi-
cherten erstellte medizinische Akten zur Verfügung standen, die es ihm durchaus ermöglichten, 
eine nicht auf eine Momentaufnahme beschränkte Beurteilung abzugeben. Die Tatsache, dass 
Dr. D.____ die erhobenen Befunde diagnostisch teilweise anders einordnete als die Vorgutach-
ter und der behandelnde Arzt Dr. F.____, schmälert den Beweiswert des Gutachtens nicht. Dies 
umso weniger, als sich Dr. D.____ mit den abweichenden Diagnosen hinreichend auseinander-
setzte. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass letztlich nicht die Diagnosen, 
sondern die funktionellen Einschränkungen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf 
das Leistungsvermögen der versicherten Person ausschlaggebend sind (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 6. August 2009, 9C_617/2008, E. 4.5). Dieses hat sich nach den überzeugen-
den Ausführungen von Dr. D.____ seit der Rentenzusprache deutlich verbessert. Während im 
ZMB-Gutachten vom 11. Juni 2013 noch eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
bejaht wurde, ist im aktuellen Gutachten für eine angepasste Tätigkeit von einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 70 % die Rede. Damit ist mit dem im Sozialversicherungs-
recht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu 
BGE 138 V 218 E. 6) erstellt, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerde-
führerin seit dem Jahr 2013 wesentlich verbessert hat. Abgesehen davon genügt als Revisions-
grund bereits der Statuswechsel von der gemischten zur allgemeinen Methode des Einkom-
mensvergleichs, wie in Erwägung 6.2 hiervor dargelegt. Dieser Wechsel in der Methode ist un-
ter den Parteien unbestritten. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass 
die Revisionsvoraussetzung nach Art. 17 ATSG erfüllt ist. 
 
8.2.1 Was die Beschwerdeführerin gegen Dr. D.____ als Gutachter und die Beweiskraft sei-
nes Gutachtens vorbringt, verfängt nicht. Soweit sie die Auffassung vertritt, dass Dr. D.____ 
praktisch in sämtlichen Explorationen eine «Dramatisierungstendenz» resp. ein «gezielt ge-
steuertes Verhalten» unterstelle und die Beschwerdeschilderungen wiederholt pauschal als 
«zeitweise aber auch vage und wenig fassbar» bezeichne, erkennt das Gericht darin keinen 
begründeten Anfangsverdacht bezüglich der Begehung einer strafbaren Handlung. So ist weder 
behauptet noch erwiesen, dass Dr. D.____ wider besseren Wissens Dramatisierungstendenzen 
feststellen und diese regelmässig mit derselben Zumutbarkeitsbeurteilung verbinden würde. Ob 

 

 
 
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Dr. D.____ in seinen Gutachten etwa den Terminus «Dramatisierungstendenz» öfter verwendet 
als andere Fachexperten, kann offen bleiben. Zu beachten sind aber die Besonderheiten des 
sozialversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens, bei welchen versicherte Personen, wel-
che mit ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung die Zusprechung von Versicherungsleis-
tungen bezwecken, vielfach (wenn auch nicht ausnahmslos) – bewusst oder unbewusst – ihre 
Beschwerden und Einschränkungen im Hinblick auf dieses Ziel präsentieren 
(vgl. KOPP/MARELLI, Somatoforme Störungen, wie weiter? SZS 2012 S. 256). Allein aus den 
genannten Äusserungen kann jedoch nicht auf eine Befangenheit des Gutachters geschlossen 
werden. Befangenheit ist rechtsprechungsgemäss anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die 
in objektiver Weise und nicht bloss aufgrund des subjektiven Empfindens der Partei geeignet 
sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit der sachverständigen Per-
son zu erwecken (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2009, 9C_893/2009, 
E. 1.1; BGE 132 V 93 E. 7.1 mit Hinweis). Der Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der 
Voreingenommenheit ist etwa zu bejahen, wenn das Gutachten nicht objektiv und sachlich ge-
halten ist (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2 mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 
22. August 2013, 8C_227/2013 und vom 20. Juni 2013, 8C_978/2012, E. 5.3.2). Aus dem Gut-
achten von Dr. D.____ ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Experte nicht von 
objektiven Kriterien hätten leiten lassen, die erhobenen Befunde fehlerhaft interpretiert, oder die 
Beurteilung nicht lege artis durchgeführt hätte. Daran könnte auch die von der Beschwerdefüh-
rerin beantragte Edition der Gutachten von Dr. D.____ nichts ändern, weshalb darauf verzichtet 
werden kann. 
 
8.2.2 Es trifft zu, dass im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Begutachtung keine testpsy-
chologische Abklärung durchgeführt wurde. Sind derartige Untersuchungen unterblieben, kann 
daraus aber nicht ohne weiteres auf fehlende Beweiskraft der Expertise geschlossen werden. 
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass Dr. D.____ für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit den 
Ratingbogen Mini-ICP-APP verwendete, insofern der Einwand der Beschwerdeführerin, der 
Gutachter habe auf die Verwendung von Testwerkzeugen vollständig verzichtet, nicht zutrifft. Im 
Übrigen liegt es im Ermessen der Gutachterin oder des Gutachters, ob (und welche) Zusatzun-
tersuchungen durchzuführen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Januar 2015, 
8C_516/2014, E. 6.2). Ein solches Erfordernis lag nach Einschätzung des psychiatrischen Gut-
achters offenbar nicht vor. Ausserdem basieren zahlreiche Tests auf Selbsteinschätzungen und 
sind daher nur beschränkt aussagekräftig. Dazu gehört auch der HAMD. Ob sich eine depressi-
ve Störung gebessert hat, ist für einen erfahrenen Gutachter auch ohne Testung eruierbar. 
Wenn die Beschwerdeführerin weiter bemängelt, dass keine fremdanamnestischen Angaben 
eingeholt worden seien, ist ihr zwar insofern beizupflichten, als eine Fremdanamnese resp. 
Auskünfte der behandelnden Arztpersonen häufig wünschenswert sind. Sie sind aber nicht 
zwingend erforderlich. Die Notwendigkeit der Einholung einer Fremdanamnese bei der behan-
delnden Arztperson oder Dritten ist vielmehr in erster Linie eine Frage des medizinischen Er-
messens (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_444/2015, E. 4.5 und vom 
23. Juli 2014, 8C_323/2014, E. 5.2.1). Auch aus den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychi-
atrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ergibt 
sich in dieser Hinsicht nichts anderes (vgl. die 3. vollständige überarbeitete und ergänzte Aufla-
ge vom 16. Juni 2016; in: SZS 2016 S 435 ff.). Aus dem Gutachten von Dr. D.____ geht hervor, 

 

 
 
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dass ihm zahlreiche Arztberichte betreffend die Beschwerdeführerin zur Verfügung standen. Die 
medizinischen Unterlagen und die Angaben der Beschwerdeführerin waren offenbar hinrei-
chend präzise und kohärent genug, um ein zuverlässiges Bild über ihren psychischen Gesund-
heitszustand machen zu können. Besondere Gründe, warum im vorliegenden Fall Auskünfte 
von Dritten einzuholen gewesen wären, werden weder substantiiert vorgebracht noch sind sie 
aus den Akten ersichtlich. Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, dass 
Dr. D.____ vorliegend keine fremdamnestischen Auskünfte einholte. Gesicherte Hinweise da-
rauf, dass der Gutachter der Beschwerdeführerin einen falschen Sachverhalt unterstellte, wich-
tige Aspekte unberücksichtigt liess oder verharmlost hätte, sind weder ersichtlich noch substan-
tiiert dargetan. Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, die Beurteilung des Gesund-
heitszustands und der Zumutbarkeit im Gutachten basiere auf einem unzutreffenden Sachver-
halt. Vielmehr steht die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen in Einklang 
und gibt ein schlüssiges Bild zum Gesundheitszustand und der daraus resultierenden Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. 
 
8.2.3 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die abweichende Beurteilung des behandelnden 
Arztes Dr. F.____ beruft, ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass es die unterschiedliche Natur 
von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutach-
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 
E. 4) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapie-
kräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Weiter ist zu beachten, dass eine Explo-
ration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den Gutach-
tern praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Interpretationen, was zu-
lässig und zu respektieren ist, sofern die Gutachter – wie hier – lege artis vorgegangen sind. 
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese 
wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei 
der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 23. April 2019, 8C_835/2018, E. 3 mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin legt nicht sub-
stantiiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den Berichten des behandelnden Arztes 
Dr. F.____ vom 1. September 2020 und 15. Dezember 2020 Gesichtspunkte hervorgingen, die 
vom psychiatrischen Gutachter nicht berücksichtigt worden wären. Insgesamt ergibt sich aus 
den Akten nichts, was geeignet wäre, den Beweiswert des Gutachtens der Dres. C.____ und 
D.____ vom 28. Mai 2019/22. Juli 2019 in Zweifel zu ziehen, weshalb in antizipierter Beweis-
würdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen 
verzichtet und davon ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführerin spätestens im 
Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. D.____ am 16. Mai 2019 (Untersuchungsdatum) wiede-
rum zu 70 % arbeitsfähig ist. 
 
8.3 Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne-
rin bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin gestützt auf die Beurteilungen der Dres. C.____ und D.____ vom 28. Mai 2019/22. Juli 2019 
davon ausgegangen ist, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten deut-
lich verbessert hat und ihr angepasste Tätigkeiten im Umfang von 70 % zumutbar sind. Nach-

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzu-
nehmen wäre und die Berechnung auch von der Versicherten nicht beanstandet wurde, erübrigt 
sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkom-
mensvergleich. Es ist mit ihr davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ein rentenaus-
schliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte, was zur Aufhebung der bisher ausgerichte-
ten ganzen Rente führt. 
 
9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom 10. November 
2020 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegrün-
det, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
10.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be-
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten 
ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 5. Januar 
2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten vorläu-
fig auf die Gerichtskasse genommen werden.  
 
10.2 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht ausgerichtet. 
Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Januar 2021 die unentgeltliche Verbeistän-
dung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der 
Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Ho-
norarnote vom 21. April 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden 
und 10 Minuten geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sach-
verhalts- und Rechtsfragen sowie des zweiten Schriftenwechsels angemessen ist. Nicht zu be-
anstanden sind die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von Fr. 178.60. Dem Rechtsver-
treter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'459.25 (15,16 Stunden à Fr. 200.-- [vgl. § 3 
Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003] und Ausla-
gen von Fr. 178.60 sowie 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 

 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 3'459.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskas-
se ausgerichtet. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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