# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08c7436a-27cb-5164-8cf4-fbaf110aeea3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.05.2024 725 24 9 / 114 (725 2024 9 / 114)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-24-9---114_2024-05-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. Mai 2024 (725 24 9 / 114) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung der medizinischen Unterlagen betreffend natürliche Kausalität von Schulter-

beschwerden zum Unfallereignis 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Daniel Riner, Advo-
kat, Steinentorstrasse 13, Postfach, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. A.____, geboren 1983, arbeitete ab 1. März 2018 bei der B.____ AG in einem 100 % 
Pensum als Logistiker und war dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 
versichert. Am 18. August 2020 stolperte er gemäss Schadenmeldung UVG vom 26. August 2020 
von der Ladefläche seines Lieferwagens und stürzte auf den Boden, wobei er auf beide Arme fiel. 
Gemäss den ersten medizinischen Berichten zog er sich dabei eine Handgelenksdistorsion rechts 

 

 
 
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sowie an beiden Ellbogen undislozierte Radiusköpfchenfrakturen zu. In der Folge trat eine Zervi-
kalgie hinzu. Die Suva übernahm die Versicherungsleistungen. Ab 19. Oktober 2020 war der 
Versicherte wieder zu 100 % arbeitsfähig und nahm seine angestammte Tätigkeit als Logistiker 
wieder auf. Aufgrund persistierender Beschwerden im linken Ellbogen wurden am 5. März 2021 
in der Klinik C.____ eine Arthrotomie und Anfrischung der Pseudoarthrose, eine offene Reposi-
tion und osteosynthetische Versorgung der Radiusköpfchenfraktur, eine trans- 
ossäre Refixation des lateralen Kollateralapparates sowie eine Plica humeroradialis Resektion 
durchgeführt. Die Arbeitgeberin meldete der Suva am 15. März 2021 den Rückfall. Ab 1. Juni 
2021 war der Versicherte wieder voll arbeits- und leistungsfähig. In der Folge zeigten sich aber 
Beschwerden in beiden Schultern und ab 19. Mai 2022 bestand wieder eine 100 %-ige Arbeits-
unfähigkeit. Die Arbeitgeberin meldete am 23. Mai 2022 den Rückfall. Am 3. August 2022 wurden 
an der linken Schulter des Versicherten eine Schulterarthroskopie, eine subacromiale Dekom-
pression, AC-Gelenksresektion und eine Bizepstenotomie und Tenodese durchgeführt. Die Ar-
beitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis am 18. August 2022 per 31. Oktober 2022. Mit Verfü-
gung vom 3. Mai 2023 lehnte die Suva einen Leistungsanspruch des Versicherten bezüglich der 
Beschwerden in beiden Schultern und im Nacken unter Verneinung des natürlichen Kausalzu-
sammenhangs ab, wobei sie auf die medizinische Beurteilung ihres versicherungsmedizinischen 
Dienstes verwies. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache, worin er die Kausalität 
der Schulterbeschwerden zum Unfallereignis vom 18. August 2020 geltend machte, wies die 
Suva mit Einspracheentscheid vom 29. November 2023 ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Dr. Daniel Riner, Advokat, mit Eingabe vom 11. 
Januar 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 
29. November 2023 und der Verfügung vom 3. Mai 2023 sowie die Zusprechung der gesetzlichen 
Leistungen aus der Unfallversicherung, eventualiter die weitere medizinische Abklärung; alles 
unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 19. Januar 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab-
weisung der Beschwerde. 
 
D. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht 
des Kantonsgerichts vom 24. Januar 2024 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer zur Beur-
teilung überwiesen. 
 
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der Akten wird, soweit 
notwendig, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Kantonsgericht er-
hobene Beschwerde vom 11. Januar 2024 ist einzutreten. 
 

 

 
 
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-
fällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person 
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versi-
cherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000), ist der 
Unfallversicherer gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG verpflichtet, ihr ein Taggeld auszurichten. Besteht 
infolge des Unfalles eine mindestens 10 %-ige Invalidität (Art. 8 ATSG), so hat die versicherte 
Person Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine 
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so steht ihr nach Art. 
24 Abs. 1 UVG eine angemessene Integritätsentschädigung zu. 
 
2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ur-
sachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor-
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. 
nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 
alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das schädi-
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer-
den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen-
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder 
im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozi-
alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 mit Hinweisen). 
 
2.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche ist die rechtsanwen-
dende Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen angewiesen (BGE 134 
V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an 
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass 
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach 
zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 
die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abge-
stellt wird (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, 
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

 

 
 
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Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). 
Berichten versicherungsinterner Fachpersonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im 
Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem 
Gerichtsgutachten zu. An die Beweiswürdigung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt-
lichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1). 
Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsver-
fahren und der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG 
und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht sind. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen 
für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie 
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind. 
 
3. Zwischen den Parteien ist einzig umstritten, ob die Schulterbeschwerden des Beschwer-
deführers in einem natürlich kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 18. August 2020 
stehen. 
 
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid auf die medizinische Beurteilung von 
Dr. med. D.____, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegeg-
nerin. Da es sich hierbei um eine versicherungsinterne Stellungnahme handelt, genügen bereits 
leichte Zweifel an den Feststellungen von Dr. D.____, um weitere Abklärungen in die Wege zu 
leiten. 
 
4.2.1 Dr. D.____ hielt mit Aktennotiz vom 4. Oktober 2022 fest, dass sich in den dem Unfall-
ereignis zeitlich nahen medizinischen Berichten keine Angaben finden lassen würden, wonach 
neben den Ellbogen- auch Schulterbeschwerden bestanden hätten. Unfallbedingte Schulterbe-
schwerden würden unmittelbar und in hoher Intensität auftreten, würden zu einem Funktionsver-
lust im Schultergelenk (Pseudoparese) führen und würden im Verlauf wieder abklingen. Das sei 
hier nicht der Fall gewesen. Zudem hätten sich in der Bildgebung der linken Schulter einschliess-
lich des MRT vom 20. Mai 2022 keine eindeutig auf ein Unfallereignis hinweisende Befunde ge-
zeigt. Hingegen seien klare Zeichen einer aktivierten Arthrose im AC-Gelenk sowie einer Bursitis 
subacromialis abgebildet worden. Die Beschwerden und die Veränderungen an der linken Schul-
ter seien somit nicht überwiegend wahrscheinlich kausal auf das Ereignis vom 18. August 2020 
zurückzuführen. Auch die Beschwerden an der rechten Schulter seien mit einer deutlichen Latenz 
aufgetreten. In der Bildgebung der rechten Schulter würden sich konventionell-radiologisch ein 
hoher CSA-Wert von über 36° als Risikofaktor für eine subakromiale Impingementsymptomatik 
und keine Hinweise für unfallbedingte strukturelle Läsionen finden lassen, jedoch eine aktivierte 
AC-Gelenksarthrose und eine Tendinopathie der langen Bizepssehne. Die Veränderungen und 
die Beschwerden seien somit auch an der rechten Schulter nicht überwiegend wahrscheinlich 
kausal auf das Ereignis vom 18. August 2020 zurückzuführen. Die Tatsache, dass sich Beschwer-
den an beiden Schultergelenken mit ähnlicher Symptomatik und nahezu identischen Befunden in 
der Bildgebung gezeigt hätten, sei suggestiv für eine degenerative Pathogenese und spreche klar 
gegen eine traumatische Genese. 

 

 
 
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4.2.2 In seiner Stellungnahme vom 15. März 2023 hielt Dr. D.____ in Bezug auf die Schulter-
beschwerden erneut fest, dass die MRT-Untersuchung der Schultergelenke keine unfallbeding-
ten strukturellen Läsionen zeige, jedoch deutliche hypertrophe AC-Gelenksarthrosen und 
Tendinopathien der langen Bizepssehnen beidseits. Links sei deshalb am 3. August 2022 eine 
Schulterarthroskopie mit transarthroskopischer, subacromialer Dekompression, anterolateraler 
Acromioplastik, arthroskopischer AC-Gelenksresektion, partieller Labrum- und Synovia-Resek- 
tion inklusive LB-Tenotomie und Tenodese durchgeführt worden. Die Abklärung der Beschwer-
den in den Schultergelenken beidseits habe als Ursache degenerative Veränderungen im Sinne 
von AC-Gelenksarthrosen gezeigt. Das Unfallereignis habe somit, falls überhaupt, lediglich zu 
einer vorübergehenden Verschlimmerung der unfallfremd vorbestehenden degenerativen Schul-
tergelenksveränderungen geführt. Eine solche traumatische Verschlimmerung gelte aber nach 
sechs Wochen, spätestens aber nach drei Monaten als abgeschlossen und der Status quo sine 
als erreicht. Die beim Versicherten erst im Verlauf deutlich zugenommenen Beschwerden seien 
nicht mehr mit Unfallfolgen erklärbar, sondern seien eindeutig durch die degenerativen Verände-
rungen an den AC-Gelenken und der langen Bizepssehne bedingt. In Bezug auf den Bericht der 
Notfallstation des Spitals E.____ vom 18. August 2020 führte Dr. D.____ aus, dass dort anam-
nestisch von Verspannungen in der Schulter und im Nacken berichtet worden sei. Es sei jedoch 
bei der klinischen Untersuchung eine freie Schultergelenksbeweglichkeit ohne Druckdolenz fest-
gestellt worden. In der Bildgebung einschliesslich dem MRT vom 20. Mai 2022 hätten keine auf 
das Ereignis zurückzuführenden strukturellen Läsionen nachgewiesen werden können. Es hätten 
sich jedoch degenerative Veränderungen wie eine hypertrophe AC-Gelenksarthrose und eine 
Tendinopathie gezeigt.  
 
4.2.3 Dr. D.____ hielt in seiner letzten, von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des Ein-
spracheverfahrens eingeholten Stellungnahme vom 17. November 2023 nach Auflistung der me-
dizinischen Akten des UVG-Dossiers sowie nach Studium der Stellungnahmen der behandelnden 
Ärzte in Bezug auf die Schulterproblematik zudem fest, dass die behandelnde Ärztin die AC-
Gelenksarthralgie und auch die Tendinopathie der langen Bizepssehne als Unfallfolge vom 18. 
August 2020 sehe und begründe dies mit einem erlittenen axialen Stauchungstrauma beim Sturz 
auf den linken Ellbogen. Sie argumentiere, dass die bei der Operation festgestellten Arrosionen 
am dorsalen Pulley-System am ehesten für eine traumatische Genese sprächen. Im MRT vom 
20. Mai 2022 hätten sich jedoch ausschliesslich degenerative Veränderungen im Sinne einer hy-
pertrophen AC-Gelenksarthrose gefunden. Diese sei eine typische Verschleisserkrankung. 
Symptome würden meist im mittleren Alter vor allem bei körperlich aktiven Personen auftreten, 
wie das auch beim Versicherten der Fall gewesen sei. Die AC-Gelenksarthrose gehöre zudem 
zu einer der häufigsten Arthrosen des menschlichen Körpers. Dabei handle es sich um eine typi-
sche degenerative Erkrankung. Posttraumatische Arthrosen würden meist Jahre nach traumati-
scher Verletzung der Bandstrukturen des AC-Gelenks auftreten. Solche Verletzungen hätten hier 
aber keine nachgewiesen werden können. Intraoperativ hätten sich deutliche entzündliche Ver-
änderungen der Gelenkinnenhaut (Synovitis) gezeigt mit auch Spornbildung am Acromion am 
Ansatz des coraco-acromialen Ligaments. Dabei handle es sich um typische degenerative Ver-
änderungen. Die bei der Operation beschriebenen "Arrosionen" am Pulley-System seien bereits 
aufgrund der Semantik nicht überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt. Die Arrosion (lateinisch 

 

 
 
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für "Annagen", "Anfressen") bezeichne definitionsgemäss die allmähliche Zerstörung von Ge-
webe durch einen degenerativen respektive entzündlichen oder tumorösen Prozess und sei klar 
nicht unfallbedingt. Intraoperativ habe sich denn auch eine gewisse Synovitis gezeigt. Auch die 
Veränderungen im Bereich der langen Bizepssehne mit Tendinopathie im intraartikulären Verlauf 
sei mit leichten degenerativen Veränderungen erklärbar und nicht überwiegend wahrscheinlich 
unfallkausal. Auch sei die nachgewiesene SLAP 1 Läsion definitionsgemäss degenerativ bedingt. 
Unfallkausale Beschwerden würden zudem unmittelbar und in hoher Intensität auftreten und im 
Verlauf wieder abklingen. Das sei hier klar nicht der Fall gewesen. Der Versicherte habe bei der 
Erstvorstellung auf der Notfallstation frei bewegliche Schultergelenke und keine Druckdolenzen 
im Bereich der Schultern präsentiert. Die im Verlauf über die nächsten zwei Jahre erfolgte Be-
schwerdezunahme sei typisch für eine krankheitsbedingte respektive degenerative Genese. Die 
von der behandelnden Ärztin vorgebrachte Argumentation vermöge somit in keiner Weise zu 
überzeugen. Der behandelnde Schmerztherapeut begründe seine Beurteilung nicht, sondern 
spreche lediglich von einer möglichen sekundären Arthrose nach Trauma und mutmasse, dass 
es sich auch um Sekundärfolgen der Ruhigstellung des Ellbogengelenks handeln könnte. Er 
bleibe aber eine Begründung schuldig. Auch bei Annahme einer traumatischen Verschlimmerung 
eines unfallfremden Vorzustandes wäre diese bei Fehlen von eindeutig unfallbedingten struktu-
rellen Läsionen im Schulterbereich klar vorübergehend. Eine solche vorübergehende Verschlim-
merung an der Schulter respektive am AC-Gelenk gelte nach sechs Wochen, spätestens aber 
nach drei Monaten als abgeschlossen und der Status quo sine als erreicht. Die am 3. August 
2022, also fast zwei Jahre nach Unfall durchgeführte Operation habe somit keine Unfallfolgen 
adressiert, sondern ausschliesslich degenerativ bedingte Veränderungen an der linken Schulter. 
 
4.3 Die Berichte von Dr. D.____ sind umfassend und basieren auf einer vollständigen Ak-
tenkenntnis. Sie sind zudem in der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet. Aus den Akten 
geht hervor und ist erstellt, dass die Schultern anlässlich der notfallmässigen Vorstellung im Spital 
E.____ am 18. August 2020 frei beweglich waren, keine Einschränkungen aufwiesen und keine 
Druckdolenzen vorhanden waren. Der Beschwerdeführer berichtete lediglich über eine Ver-
spanntheit in den Schultern. Auch in den Sprechstundenberichten des Spitals E.____ vom 28. 
August 2020, vom 31. August 2020 und vom 19. Oktober 2020 sowie in den nachfolgenden me-
dizinischen Akten sind keinerlei Schulterbeschwerden dokumentiert. Erstmals im Bericht von Dr. 
med. F.____, Klinik C.____, vom 8. März 2022 wurden Schulterbeschwerden erwähnt. Dr. F.____ 
stellte die Diagnose einer AC-Arthralgie in beiden Schultern. Weiter ist erstellt und wird auch nicht 
bestritten, dass die MRT-Untersuchungen der beiden Schultern vom 22. Mai 2022 (links) und 
vom 25. August 2022 (rechts) keine strukturellen Läsionen, die auf den Unfall zurückgeführt wer-
den könnten, zeigten. Aus den Akten geht ausserdem hervor, dass der Beschwerdeführer seine 
Arbeitstätigkeit am 19. Oktober 2020 wieder zu 100 % aufnahm und er bei seiner Tätigkeit im 
Lager fast nur Überkopfarbeiten verrichten musste (vgl. Telefonnotiz vom 24. Juni 2022). Die 
erneute 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2022 war auf die Schulterbeschwerden zurückzu-
führen. Bei dieser Ausgangslage mit fehlenden strukturellen Läsionen ohne initiale Beschwerden 
ist es nachvollziehbar, dass die später festgestellten AC-Gelenksarthrosen von Dr. D.____ als 
unfallfremd bezeichnet werden. Die Akten geben keine Hinweise auf unfallbedingte Schulterbe-
schwerden oder unfallbedingte Probleme der langen Bizepssehne. Damit erfüllt die Beurteilung 

 

 
 
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von Dr. D.____ die bundesgerichtlichen Voraussetzungen an eine beweistaugliche medizinische 
Einschätzung. Zu prüfen bleibt, ob die Einwände des Beschwerdeführers geringe Zweifel an der 
Verlässlichkeit der Einschätzung zu wecken vermögen. 
 
5.1 Der Beschwerdeführer beruft sich zunächst auf die Stellungnahmen von Dr. med. 
G.____, Oberärztin in der Klinik C.____, und von Dr. med. H.____, Facharzt Orthopädie, Klinik 
I.____. 
 
5.2.1 Dr. G.____ gelangte in ihrer Stellungnahme vom 14. April 2023 nach Akteneinsicht zum 
Schluss, dass die Schulterproblematik mit der führenden AC-Gelenksarthralgie und der LB-
Tendinopathie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge des Unfalles vom 18. August 
2020 anzusehen sei. Hierbei sei es zu einem Sturz auf den linken Ellbogen mit einem axialen 
Stauchungstrauma der linken Schulter gekommen. Aufgrund des posttraumatischen subakromi-
alen Impingements mit AC-Arthralgie inkl. LB-Tendinopathie als auch SLAP-Läsion Typ II sei am 
3. August 2022 eine operative Versorgung erfolgt. Die hierbei festgestellten Arrosionen im Be-
reich des dorsalen Pulley-Systems würden am ehesten für eine traumatische Genese sprechen. 
Man empfehle insgesamt aufgrund auch der multilokulären Schmerzen zur Beurteilung der Schul-
ter-/Nacken-Problematik eine Mitbeurteilung eines externen Gutachters. 
 
5.2.2 Dr. H.____ hielt in seiner Stellungnahme vom 21. April 2023 fest, dass im rechten Schul-
tergelenk gestützt auf das MRT vom 25. August 2022 eine aktivierte ACG-Arthrose, Tendinopa-
thie der langen Bicepssehne vorliege. Im linken Schultergelenk liege gestützt auf das MRT vom 
20. Mai 2022 ein entzündlich verändertes AC-Gelenk mit Gelenkserguss, Kapselverdickung und 
ossärem Ödem, wenig vermehrte Flüssigkeit Bursa subakromial DD Bursitis, Tendinopathie der 
Supraspinatussehne vor. In seiner Beurteilung gelangte er zum Schluss, dass bezüglich der 
schulterbezogenen Diagnosen die beschriebenen Veränderungen der AC-Gelenke beidseits als 
mögliche sekundäre Arthrose nach Trauma im Rahmen des Sturzes sowie die Tendinopathien 
der langen Bizepssehne rechts und der Supraspinatussehne im Zusammenhang mit dem Unfall-
geschehen zu sehen wären. Denkbar wäre auch, dass die Veränderungen an den Schulterge-
lenken als Sekundärfolgen nach der Ruhigstellung der Ellbogen oder haltungsbedingt bei Zu-
stand nach Radiusköpfchenfrakturen beidseits nach dem Unfallgeschehen entstanden seien. 
 
5.2.3 Mit Schreiben vom 4. Mai 2023 führte Dr. G.____ sodann aus, dass sie sich der Meinung 
von Dr. H.____ anschliesse. Man erachte die Beschwerden im Bereich der Schultern mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit als im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen stehend.  
 
5.3 Das von Dr. G.____ erwähnte Stauchungstrauma belegt noch keine unfallbedingten Lä-
sionen. Die Argumentation von Dr. D.____, wonach die Arthrosen bei fehlenden strukturellen Lä-
sionen degenerativ seien, ist nachvollziehbar, vor allem auch unter Hinweis auf den physiologi-
schen Prozess im AC-Gelenk mit zunehmendem Alter sowie unter Berücksichtigung des Um-
stands, dass AC-Arthrosen häufig vorkommen. Nachvollziehbar ist auch sein Hinweis auf intrao-
perativ festgestellte entzündliche Veränderungen. Zu all diesen Punkten nahmen Dr. G.____ und 
Dr. H.____ keine Stellung. Irgendeine Bandverletzung oder Schulterluxation, die die Entstehung 

 

 
 
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einer Arthrose begünstigen würde, ist nicht ausgewiesen. Vielmehr ist erstellt, dass der Be-
schwerdeführer eine schulterbelastende Tätigkeit ausübte. Dr. D.____ äusserte sich auch zu den 
von Dr. G.____ erwähnten intraoperativ festgestellten Arrosionen. Auch hier ist nachvollziehbar, 
wenn er diese unter Hinweis auf die Synovitis auf einen entzündlichen Prozess zurückführt. Die 
anderslautenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen somit keine, auch nicht 
leichten Zweifel an der Beurteilung von Dr. D.____ zu wecken. 
 
5.4.1 In der Beschwerde wird zudem vorgetragen, der Unfallhergang lasse darauf schliessen, 
dass beim Sturz des schwergewichtigen Beschwerdeführers aus 1.5 m Höhe direkt auf die 
Hände/Arme ganz erhebliche Kräfte gewirkt hätten, die sich logischerweise auch auf die Schul-
tern übertragen mussten. Dass die Kräfte gross gewesen seien, werde durch die Frakturen an 
beiden Ellenbogen bewiesen. Es sei also festzustellen, dass der Unfallhergang durchaus geeig-
net sei, schwere und auch längerfristig anhaltende Schäden an den Schultern zu verursachen. 
Der Beschwerdeführer habe vorher nicht an Schulterbeschwerden gelitten, was ein Indiz dafür 
sein könnte, dass es zu einer richtungsweisenden Verschlechterung eines Vorzustandes gekom-
men sei. Die Beschwerdegegnerin stütze sich vor allem auf das Argument, dass lange Zeit nicht 
von Schulterbeschwerden die Rede gewesen sei. Diese Behauptung sei falsch. Hierfür spreche 
eine E-Mail vom 21. November 2020, in welcher das Spital E.____ die Beschwerdegegnerin dar-
über informiert habe, dass am 25. August 2020 eine Vorstellung in der Wirbelsäulen-Sprech-
stunde und am 15. September 2020 in der Schulter-Sprechstunde stattgefunden habe. Eine Vor-
stellung in der Schulter-Sprechstunde lasse sich nur damit erklären, dass Beschwerden in den 
Schultern bestanden hätten und der zeitliche Zusammenhang lasse keine Zweifel darüber offen, 
dass es sich um Unfallfolgen handle. Soweit Dr. D.____ ausführe, die Tatsache, dass Beschwer-
den an beiden Schultergelenken mit ähnlicher Symptomatik aufgetreten seien mit nahezu identi-
schen Befunden in der Bildgebung, sei suggestiv für eine degenerative Pathogenese und spreche 
klar gegen eine traumatische Genese, sei dem entgegenzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
anlässlich des Unfalles vom 18. August 2020 nachweislich auf beide Arme gefallen sei und sich 
somit die Wucht des Aufpralls auch auf beide Schultern ausgewirkt habe. Es sei daher nahelie-
gend, dass bei einer unfallkausalen Ursache beide Schultern betroffen seien. Die Argumentation 
von Dr. D.____ hätte nur dann eine Berechtigung, wenn nur eine Seite respektive eine Schulter 
vom Unfall betroffen gewesen wäre und sich die unverletzte Schulter trotzdem gleich wie die 
verletzte Schulter entwickelt hätte. Dies sei aber nicht der Fall.  
 
5.4.2 Es kann durchaus sein, dass sich die Intensität des Sturzes auf die Schultern übertrug. 
Vorliegend fehlen aber der Nachweis einer strukturellen Verletzung sowie des Eintritts eines un-
mittelbaren Schmerzes. Hinzu kommt, dass im Rahmen der Notfallbehandlung eine freie Beweg-
lichkeit der Schultern festgestellt wurde. Es ist richtig, dass in der E-Mail des Spitals E.____ vom 
21. November 2020 zuhanden der Beschwerdegegnerin festgehalten wurde, dass sich der Be-
schwerdeführer am 25. August 2020 in der Wirbelsäulen-Sprechstunde und am 15. September 
2020 in der Schulter-Sprechstunde vorgestellt habe. Dr. med. J.____, Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, und zu jenem Zeitpunkt Leiter des Teams 
Schulter und Ellbogen des Spitals E.____, hielt im Bericht vom 28. September 2020 betreffend 
die Sprechstunde vom 15. September 2020 fest, dass es sich um eine planmässig klinisch-radi-

 

 
 
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ologische Verlaufskontrolle vier Wochen posttraumatisch handle. Bezüglich des rechten Ellbo-
gens berichte der Patient über wenig Beschwerden und gute Funktion. Mehr Schmerzen bereite 
ihm der linke Ellbogen, wo auch eine Bewegungseinschränkung vorhanden sei. Zudem berichte 
er über persistierende Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule. Schulterschmerzen er-
wähnte der Beschwerdeführer somit knapp einen Monat nach dem Unfallereignis nicht. Auch in 
der Diagnoseliste wurden von Dr. J.____ keine Schulterbeschwerden aufgeführt. Es besteht so-
mit kein Grund zur Annahme, dass es in dieser Sprechstunde auch um die Schultern ging. Es ist 
zwar grundsätzlich richtig, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, dass in aller Regel die 
offensichtlichen Verletzungen beurteilt und gewürdigt werden. Vorliegend waren dies die Verlet-
zungen an den Ellbogen. Es ist aber auch erstellt, dass die Schultern initial und noch ohne Medi-
kamenteneinfluss frei beweglich waren und keinerlei Anzeichen für eine relevante Verletzung 
zeigten. Dr. D.____ durfte somit den Zeitablauf bei seiner Einschätzung berücksichtigen. Auch 
durfte Dr. D.____ berücksichtigen, dass ein fast identisches Bild an beiden Schultergelenken an-
zutreffen ist, was nachvollziehbar für eine krankheitsbedingte Genese spricht, vor allem wenn 
berücksichtigt wird, dass keine traumatischen Läsionen festgestellt wurden. Letztlich ist dem Be-
weiswert der Stellungnahmen von Dr. D.____ auch nicht abträglich, dass er eine Aktenbeurtei-
lung vornahm. Es liegt ein lückenloser Befund vor und es geht einzig um die Beurteilung eines 
feststehenden medizinischen Sachverhalts. 
 
5.3 Es bestehen somit keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. D.____. 
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren ablehnenden Entscheid zu Recht auf dessen ärztliche Be-
urteilung und verneinte die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden beidseits. Damit ist der an-
gefochtene Einspracheentscheid vom 29. November 2023 nicht zu beanstanden. Die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 
 
6. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 
Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz 
vorgesehen ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende 
Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird dem Ausgang des Verfah-
rens entsprechend nicht zugesprochen.  
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht