# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 837eddc6-3c36-58f9-a273-cd33ebd7f8f1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-02-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 18.02.2004 SB 2004 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-2_2004-02-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 18. Februar 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 2 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Schäfer und Vital
Aktuar ad hoc Thöny

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger,

und

der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, An-
schlussberufungsklägerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 21. Oktober 2003, mitge-
teilt am 11. Dezember 2003, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend Widerhandlung gegen das Waffengesetz,

hat sich ergeben:

2

A. X. wurde am 10. September 1943 in A. geboren. Bis zu seinem fünften 
Lebensjahr wuchs er zusammen mit vier Stiefgeschwistern bei den Eltern auf. Da-
nach kam er ins Kinderheim „Gott hilft“ nach B., wo er während acht Jahren die 
Primarschule besuchte. Nach der Grundschule absolvierte er eine Lehre als Plat-
tenleger, ohne diese abzuschliessen. Anschliessend arbeitete er als Plattenleger 
bei der C. in D.. Wegen gesundheitlichen Problemen musste er diese Stelle im Jahre 
1965 aufgeben. In der Folge war er während 10 Jahren in diversen Branchen als 
Hilfsarbeiter tätig. Nach achtmonatiger Arbeitslosigkeit begann er im Herbst 1975 
als selbstständiger Fensterputzer zu arbeiten. Infolge eines Motorradunfalls vermag 
er seit Juli 1989 keiner geregelten Arbeit mehr nachzugehen. Gelegentlich ist er 
noch als Fensterreiniger tätig. X. verfügt weder über steuerbares Einkommen noch 
über Vermögen. Er erhält von der Zürich-Versicherung eine monatliche Rente, wel-
che sich zurzeit auf Fr. 1'045.-- beläuft. Ausserdem bezieht er eine monatliche IV-
Rente in Höhe von ca. Fr. 166.--. Die Krankenversicherungsprämien werden vom 
Sozialamt getragen.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit drei Eintragungen verzeich-
net. Mit Urteil vom 12. August 1998 verurteilte ihn der Kreisgerichtsausschuss E. 
wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln, Widerhandlung gegen die National-
strassenabgabeverordnung und Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- und 
Konkursverfahren zu 14 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 300.--. Am 7. 
Februar 2001 wurde er vom Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden wegen 
Vergehen gegen das Kriegsmaterialgesetz, Vergehen gegen das Waffengesetz, 
Missbrauchs von Ausweisen und Schildern und wegen Fahrens trotz Führeraus-
weisentzug zu sechs Monaten Gefängnis, bedingt unter Ansetzung einer dreijähri-
gen Probezeit sowie einer Busse von Fr. 100.-- verurteilt. Mit Urteil vom 17. März 
2003 wurde dieser bedingt gewährte Strafvollzug vom Bezirksgericht Plessur wider-
rufen und X. wegen Vergehen gegen das Waffengesetz zu 12 Monaten Gefängnis 
unter Anrechnung der Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 48 Tagen, 
bedingt bei einer Probezeit von vier Jahren, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil 
des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 7. Februar 2001 verurteilt. 
Der Leumund von X. muss als getrübt bezeichnet werden. 

B. Nachdem X. im Rahmen des letzten Verfahrens mit Entscheid des 
Haftrichters des Bezirksgerichtes Plessur vom 29. Januar 2003 am 30. Januar 2003 
aus der Sicherheitshaft entlassen worden war, wurde er aufgrund der vorliegend zu 
beurteilenden Delikte am 24. April 2003 in B. erneut festgenommen. Mit Verfügung 
vom 25. April 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine neuerliche 

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Strafuntersuchung gegen X. wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Mit 
der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt Chur be-
auftragt. Am 28. April 2003 wurde X. vom Haftrichter des Bezirksgerichts Plessur in 
Untersuchungshaft versetzt, die in der Strafanstalt Sennhof in Chur vollzogen 
wurde. Nach Erlass eines Strafmandats vom 28. Mai 2003 ordnete der Kreispräsi-
dent Chur mit Verfügung vom 2. Juni 2003 Sicherheitshaft an, die infolge der Ein-
sprache gegen das Strafmandat dahinfiel. Der Haftrichter des Bezirksgerichts Ples-
sur ordnete deshalb am 13. Juni 2003 erneut Untersuchungshaft an, aus der X. am 
7. Juli 2003 entlassen und in den Strafvollzug versetzt wurde. Er befand sich somit 
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens vom 24. April bis 7. Juli 2003, damit 
während 75 Tagen, in Untersuchungs- und Sicherheitshaft. 

C. Im Rahmen eines früheren Verfahrens war über den Angeklagten bei 
der Psychiatrischen Klinik Waldhaus ein Gutachten eingeholt worden. Darin ge-
langte der Gutachter am 12. April 2000 zum Schluss, dass bei X. eine paranoide 
bzw. querulatorische Persönlichkeitsstörung vorliege. Die Fähigkeit zur Einsicht in 
das Unrecht der Taten sei wohl vorhanden gewesen; aufgrund der Störung sei aber 
die Fähigkeit, gemäss der vorhandenen Einsicht zu handeln, in leichtem Grade her-
abgesetzt gewesen. Gemäss Gutachter würde der Geisteszustand des Angeklag-
ten grundsätzlich eine ärztliche Behandlung erfordern. Eine allfällige Rückfallgefahr 
liesse sich jedoch durch die Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt letztlich 
wohl auf längere Zeit hin nicht verhindern oder vermindern, da Persönlichkeitss-
törungen definitionsgemäss lebenslang andauernde Störungen seien. Grundsätz-
lich würde auch eine ambulante Behandlung genügen; aufgrund der Untersu-
chungsergebnisse sei jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit da-
von auszugehen, dass sich X. einer solchen Behandlung nicht unterziehen würde. 

D. Mit Strafmandat vom 28. Mai 2003, mitgeteilt am 30. Mai 2003 wurde 
X. vom Kreispräsidenten Chur wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz gemäss Art. 17 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 33 Abs. 3 lit. a WG zu 
drei Monaten Gefängnis, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts 
Plessur vom 17. März 2003 verurteilt. Die vom Bezirksgericht Plessur bedingt aus-
gesprochene Gefängnisstrafe von zwölf Monaten wurde widerrufen und die be-
schlagnahmten Waffen, Stichwaffen und Schlagwaffen sowie die Munition wurden 
richterlich eingezogen. 

E. Dagegen liess X. mit Schreiben vom 5. Juni 2003 frist- und formge-
recht Einsprache erheben. Infolgedessen wurden die Akten gestützt auf Art. 175 

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Abs. 2 StPO der Staatsanwaltschaft Graubünden zur Durchführung des ordentli-
chen Verfahrens überwiesen. Nach erfolgter Ergänzung der Untersuchung ver-
setzte die Staatsanwaltschaft Graubünden X. mit Verfügung vom 3. September 
2003 wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss 
Art. 33 Abs. 3 lit. a WG in den Anklagezustand. Diese zu Handen des Bezirksge-
richtsausschusses Plessur erhobene Anklage stütze sich auf folgenden Sachver-
halt:

„1. Nachdem der Angeklagte am 17. März 2003 vom Bezirksgericht Plessur 
wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer Gefängniss-
trafe von zwölf Monaten verurteilt worden war, musste er am 24. April 
2003 in B. erneut festgenommen werden, weil er in seinem Rucksack 
folgende Waffen und Waffenzubehör mitführte, die er am selben Tag 
von Liechtenstein in die Schweiz eingeführt hatte:

- 2 Pistolen, Marke unbekannt, Typ GT 23, Kal. .22l.r., mit Holzgriff-
schalen

- 2 Schalldämpfer, Marke unbekannt, Länge 200 mm, Durchmesser 
30 mm.

2. Die Kantonspolizei führte am 25. April 2003 in der Wohnung des Ange-
klagten an der F.-Strasse in B. eine Hausdurchsuchung durch und 
stellte dabei folgende Gegenstände sicher:

- 1 Springmesser, Marke Concord
- 1 Packung Revolver-Munition, 7 mm, 50 Stück
- 2 Packungen Flobert-Munition, 6 mm, je 100 Stück
- 1 Patrone, Kal. 45

3. In der Folge führte die Kantonspolizei auch in der Werkstatt des Ange-
klagten an der G.-Strasse eine gründliche Hausdurchsuchung durch, 
bei welcher folgende Waffen, Stichwaffen und Munition sichergestellt 
wurden:

- 1 Gewehr, Identifikations-Nr. 45192, Marke Army Sport, Kal. .22 l.r.
- 1 Revolver, Identifikations-Nr. 45856, Marke Ives Johanso’s, Kal. 

357 Magnum
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. SZ005095, Marke Beretta, Typ 9000S, 

Kal. 9 mm
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. E06503Y, Marke Beretta, Typ 48F, Kal. 

9 mm
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. TRH41605, Marke Taurus, Typ PT111, 

Kal. 9 mm Parra
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. M513841, Marke SIG-Sauer, Typ P225, 

Kal. 9 mm
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 5545C, Marke Astra, Typ A-75, Kal. 40 

S&W
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 006364, Marke Erma, Typ EP452, Kal. 

.22 l.r.
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 014632, Marke Erma, Typ EP552, KAl. 

.22 l.r.
- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 273784, Marke Walther, Typ PPK, Kal. 

7.65 mm

5

- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 23460LR, Marke Walther, Typ PP, Kal. 
.22 l.r.

- 1 Pistole, Identifikations-Nr. 19591, Marke Walther Manurhin, Typ 
PP, Kal. 7.65 mm

- 3 Wehrmacht-Dolche
- 1 DDR-Dolch, Identifikations-Nr. 558
- 1 UdSSR-Dolch, Identifikations-Nr. 99301
- 1 Dolch (ohne nähere Bezeichnung)
- 1 Schweizer Off-Dolch, Identifikations-Nr. 256356
- 1 Schweizer Off-Dolch, Identifikations-Nr. 263194
- 1 Schweizer Off-Dolch, Identifikations-Nr. 182514
- 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 526456, zu Stgw 57
- 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 527622, zu Stgw 57
- 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 61974, zu Stgw 57
- 1 Bajonett, Identifikations-Nr. 206651 zu Stgw 57
- 1 Bajonett zu Stgw 90
- 3 Springmesser (verschiedene Klingenlängen)
- 1 Schlagring aus Aluminium 
- 575 Schuss Pistolen-Munition, Nr. 325, Kal. 7.65 mm
- 96 Schuss Pistolen-Munition, Nr. 41, Kal. 9 mm
- 25 Schuss Pistolen-Munition, Luger, Kal. 9 mm
- 150 Schuss Pistolen-Munition, Randfeuerpatronen, Kal. .22 l.r.
- 100 Schuss Gewehr-Munition, UMC Remington, Kal. .30 Carbine
- 50 Schuss Pistolen-Munition, UMC Remington, Kal. 7.65 mm
- 50 Schuss Pistolen-Munition, Luger, Kal. 9 mm
- 50 Schuss Pistolen-Munition, Luger kurz, Kal. 9 mm
- 50 Schuss Revolver-Munition, Teilmantel, Kal. .38 Spezial
- 50 Schuss Pistolen-Munition, Makarov, Kal. 9 x 13 mm
- 35 Schuss Pistolen-Munition, Luger, Kal. 9 mm

4. Zur Herkunft der sichergestellten Waffen, die untersuchungsrichterlich 
beschlagnahmt wurden, machte der Angeklagte keine genauen Anga-
ben. Er gab lediglich zu, die zwei Pistolen und die zwei Schalldämpfer, 
welche sich in seinem Rucksack befunden hatten, am 24. April 2003 in 
Nendeln/FL im Rahmen eines Tauschgeschäftes von einem unbekann-
ten Mann erworben zu haben. Zur erbrachten Gegenleistung schwieg 
sich X. ebenfalls aus. Zu den in seiner Wohnung und in seiner Werkstatt 
beschlagnahmten Waffen, Stichwaffen, Waffenzubehör und Munition 
gab der Angeklagte an, diese in den letzten zwei bis drei Jahren, mithin 
vor der Verurteilung vom 17. März 2003, gekauft zu haben.

X. macht geltend, er sei darauf angewiesen, dem Waffenhandel nach-
zugehen, um überleben zu können. Vom Sozialamt erhalte er keine Un-
terstützung. 

Der Angeklagte leistete ein Depositum in der Höhe von Fr. 1'820.--.

5. Mit Strafmandat vom 28. Mai 2003 wurde X. vom Kreispräsidenten Chur 
wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu 
einer unbedingten Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt, teilweise 
als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. März 
2003. Ausserdem wurde die vom Bezirksgericht Plessur am 17. März 
2003 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 12 Monaten wider-
rufen und die beschlagnahmten Waffen, Stichwaffen, Schlagwaffen und 
Munition richterlich eingezogen. Gegen dieses Strafmandat liess der 
Angeklagte am 5. Juni 2003 rechtzeitig Einsprache erheben. 

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6. Mit Verfügung vom 29. August 2003 wurde auch der 6-schüssige Re-
volver Nr. 8 beschlagnahmt, der gemäss Urteil vom 17. März 2003 dem 
Angeklagten zu erstatten ist. Diese schiesstaugliche Waffe wurde um 
1920 hergestellt und ist demnach nicht antik im Sinne des Waffengeset-
zes.“

F. Mit Urteil vom 21. Oktober 2003, mitgeteilt am 11. Dezember 2003, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:

„1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 
33 Abs. 3 lit. a WG.

2. Dafür wird X. mit einer Gesamtstrafe von zwei Monaten Gefängnis, teil-
weise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. 
März 2003, bestraft. Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 75 Ta-
gen werden an den Strafvollzug angerechnet. 

3. Die mit Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. März 2003 bedingt 
ausgesprochene Gefängnisstrafe von zwölf Monaten ist zu vollziehen. 

4. Die mit Verfügung vom 29. August 2003 beschlagnahmte Waffe (antiker 
Revolver Nr. 8; vgl. act. 4.6) sowie sämtliche mit Beschlagnahmeverfü-
gung vom 26. Mai 2003 (act. 3.13 und 3.14) sichergestellten Waffen, 
Stichwaffen, Schlagwaffen, Waffenzubehör und Munition werden ge-
richtlich zuhanden des Kantons Graubünden eingezogen. 

5. Das von X. geleistete Depositum von Fr. 1'820.-- ist ihm zu erstatten. 

6. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 9'512.85 (Untersuchungskosten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 3'903.--, Gerichtsgebühr von Fr. 
3'000.-- und Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'609.85) ge-
hen zu Lasten des Verurteilten.

Die Kosten der angerechneten Untersuchungs- und Sicherheitshaft so-
wie des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. 

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung).“

G. Gegen dieses Urteil erhob X. mit Eingabe vom 5. Januar 2004 Beru-
fung beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden und beantragte die Aufhe-
bung von Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sowie um Absehen von einem Widerruf 
der zwölfmonatigen Gefängnisstrafe. 

H. Das Bezirksgericht Plessur verzichtete mit Schreiben vom 13. Januar 
2004 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 19. Januar 2004 
liess sich die Staatsanwaltschaft Graubünden in der Sache vernehmen und erhob 
gleichzeitig Anschlussberufung gegen das obgenannte Urteil des Bezirksgerichts-
ausschusses Plessur mit den folgenden Anträgen:

„1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Ziffer 2 des Urteils sei in Bezug auf das Strafmass aufzuheben.

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3. X. sei mit drei Monaten Gefängnis, teilweise als Zusatz zum Urteil des 
Bezirksgerichts Plessur vom 17. März 2003, zu bestrafen. 

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

X. liess sich zur Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft Graubünden mit 
Schreiben vom 10. Februar 2004 vernehmen .

Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie die Begründung der An-
träge wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen 
seit der schriftlichen Eröffnung des Entscheides in dreifacher Ausfertigung, unter 
Beilage des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und hat 
darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob 
das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Innert zehn Tagen seit Zustellung der Berufungsschrift kann Anschlussbe-
rufung erklärt werden (Art. 143 Abs. 3 StPO). Diesen Anforderungen genügen die 
vorliegende Berufung sowie die Anschlussberufung, weshalb auf beide einzutreten 
ist.

2. Art. 144 Abs. 1 StPO sieht in Bezug auf das Berufungsverfahren vor, 
dass der Verurteilte oder Freigesprochene die Durchführung einer mündlichen 
Hauptverhandlung verlangen kann. In den übrigen Fällen kann der Kantonsgerichts-
präsident eine mündliche Verhandlung auch von sich aus anordnen, wenn die per-
sönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich 
ist. Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft der Kantonsgerichtsaus-
schuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 
StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der 
kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, 
dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Verfahrens-
öffentlichkeit gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfah-
ren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive des 
gesamten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 
141 ff. StPO. 

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Der Berufungskläger hat im vorliegenden Fall in seiner Berufung nicht die 
Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verlangt. Es besteht aber 
auch kein Grund, dass das Kantonsgerichtspräsidium von sich aus (vgl. hierzu Art. 
144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungsverhandlung anordnet, nachdem die 
Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich des strittigen Sachverhalts keine zu-
sätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen Verhandlung zu erwarten sind, und 
sich ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter des 
Berufungsklägers stellen, welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit auf-
grund der Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfah-
ren kein öffentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 318). Zur Anschlussberu-
fung der Staatsanwaltschaft und damit zu der in Frage stehenden Erhöhung der 
Strafe wurde X. die Gelegenheit gegeben, sich schriftlich vernehmen zu lassen, was 
er mit Schreiben vom 10. Februar 2004 auch tat. Die streitige Strafsache kann somit 
gestützt auf die vorliegenden Akten sachgerecht entschieden werden. Ein persönli-
ches Vortreten von X. ist daher nicht notwendig.

3. Mit Schreiben vom 29. Januar 2004 stellt der Berufungskläger den An-
trag auf eine amtliche Verteidigung, da er nicht in der Lage sei, sich selbst zu ver-
teidigen. Es ist somit vorgängig zu prüfen, ob ein Anspruch auf eine amtliche Ver-
teidigung im Sinne von Art. 102 StPO, Art. 29 Abs. 3 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK 
besteht. 

Als besondere Garantie für den Angeschuldigten im Strafprozess gewähr-
leistet Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK die unentgeltliche Bestellung eines amtlichen Vertei-
digers, falls dies im Interesse der Rechtspflege erforderlich erscheint und der Ange-
schuldigte mittellos ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die be-
dürftige Partei aber auch gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV einen allgemeinen grund-
rechtlichen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung, wenn ihre Interes-
sen in schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und recht-
licher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erfor-
derlich machen (Entscheid des Bundesgerichts vom 4. März 2003 [1P.627/2002] = 
Pra 2004 Nr. 1 mit Hinweisen). In der bündnerischen StPO wird dieser Anspruch in 
Art. 102 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 144 Abs. 2 StPO konkretisiert. Dem 
Angeklagten wird auch im Berufungsverfahren ein amtlicher Verteidiger bestellt, 
wenn die Anklage vor Gericht mündlich vertreten wird, wenn die Anklage eine Frei-
heitsstrafe von mehr als achtzehn Monaten oder eine Massnahme im Sinne der Art. 
42-44 oder Art. 100bis StGB beantragt oder wenn die tatsächliche oder rechtliche 
Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt. Wie bereits unter Ziffer 2 ausgeführt wurde, 

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kann auf die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verzichtet wer-
den, weshalb aus diesem Grund die amtliche Verteidigung nicht zwingend ist. Auch 
wird von der Staatsanwaltschaft Graubünden lediglich eine Freiheitsstrafe von 3 
Monaten Gefängnis sowie das Festhalten am Widerruf der bedingt ausgesproche-
nen Gefängnisstrafe von 12 Monaten, insgesamt somit eine Freiheitsstrafe von 15 
Monaten Gefängnis, beantragt. Es bleibt damit zu prüfen, ob tatsächliche oder 
rechtliche Schwierigkeiten des Falles eine amtliche Verteidigung als notwendig und 
gerechtfertigt im Sinne von Art. 102 Abs. 1 lit. c StPO erscheinen lassen. 

Falls kein besonders schwerer Eingriff in die Rechte des Gesuchstellers zu 
erwarten ist, müssen zur relativen Schwere des Falles besondere tatsächliche oder 
rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Gesuchsteller - auf sich allein 
gestellt - nicht gewachsen wäre. Dass im betreffenden Verfahren die Offizialmaxime 
gilt, vermag dabei die Notwendigkeit der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 
nicht a priori auszuschliessen. Bei offensichtlichen Bagatelldelikten, bei denen nur 
eine geringfügige Freiheitsstrafe in Frage kommt, verneint die Bundesgerichtspraxis 
jeglichen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung (Entscheid des Bun-
desgerichts vom 4. März 2003 [1P.627/2002] = Pra 2004 Nr. 1 mit Hinweisen). Zur 
Frage, ob Schwierigkeiten rechtlicher oder tatsächlicher Natur gegeben sind, die 
einen Anspruch auf eine amtliche Verteidigung begründen würden, macht der Be-
rufungskläger keine Angaben. Aus dem vorinstanzlichen Urteil ergibt sich jedoch, 
dass X. grundsätzlich die Richtigkeit des in der Anklageschrift aufgeführten Sach-
verhaltes anerkennt. In seiner Berufungsschrift vom 5. Januar 2004 beantragt er 
denn auch nur das Absehen vom Widerruf der bedingt ausgesprochenen zwölfmo-
natigen Gefängnisstrafe. Vorliegend geht es somit einzig um die Frage des Wider-
rufs und die Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung. Es stellen sich je-
doch keinerlei weitere Rechtsfragen, die aufgrund ihrer Komplexität den Beizug ei-
nes amtlichen Verteidigers als notwendig erscheinen lassen, zumal der Verteidiger 
des Berufungsklägers bereits vor der Vorinstanz die Sach- und Rechtsfragen im 
Zusammenhang mit dem Widerruf aufgezeigt hat und dem Antrag des Berufungs-
klägers - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt - vollumfänglich ge-
folgt wird. Bezüglich der Frage, ob eine Strafe von zwei oder drei Monaten Gefäng-
nis auszusprechen ist, bedarf es - zumal es sich um keine erhebliche Differenz han-
delt - keiner amtlichen Verteidigung. Das Gesuch um Beizug eines amtlichen Ver-
teidigers wird deshalb abgewiesen. 

4. X. beantragt die Aufhebung der Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils 
und damit das Absehen vom Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur 

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vom 17. März 2003 bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 12 Monaten (all-
fällige weitere mit Schreiben vom 10. Februar 2004 gestellte Anträge können zu-
folge Verspätung nicht berücksichtigt werden; Art. 142 f StPO). Zur Begründung 
macht er geltend, dass er im Zeitpunkt der Begehung der Straftaten vom 24. April 
2003 keine Kenntnis von diesem Urteil des Bezirksgerichts Plessur hatte. Aus die-
sem Grunde habe die Probezeit noch gar nicht zu laufen begonnen, weshalb der 
Widerruf der bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe nicht rechtswirksam sei. 
Die schriftliche Mitteilung des fraglichen Urteils hätte erst nach Begehung der zu 
beurteilenden Straftaten stattgefunden (die schriftliche Mitteilung erfolgte am 19. 
Mai 2003). Die Staatsanwaltschaft Graubünden hält dem entgegen, dass die Ur-
teilseröffnung gegenüber dem Anwalt genüge, um den Beginn der Probezeit aus-
zulösen. Es stehe fest und werde auch von keiner Seite bestritten, dass das Urteil 
vom 17. März 2003 dem Anwalt des Berufungsklägers am gleichen Tag telefonisch 
eröffnet worden sei. 

a) Gemäss Art. 9 der Verordnung über die schriftliche Mitteilung von 
Strafentscheiden (BR 350.250) erfolgt die Mitteilung eines Entscheides bei Perso-
nen, die im Verfahren einen Verteidiger beziehungsweise Rechtsvertreter beigezo-
gen haben, an den Vertreter im Doppel, auch zuhanden des Vertretenen (vgl. auch 
PKG 1986 Nr. 34). Daraus ergibt sich, dass auch die vorzeitige Mitteilung des Dis-
positivs an den Rechtsvertreter grundsätzlich ausreichend sein muss, um die darin 
angesetzte Probezeit auszulösen, zumal der Rechtsvertreter verpflichtet ist, den 
Entscheid an seinen Mandanten weiterzuleiten, soweit dies faktisch möglich ist. Es 
stellt sich jedoch vorliegend die Frage, ob die telefonische Mitteilung des Urteilsdis-
positivs den formellen Anforderungen an eine Urteilseröffnung zu genügen vermag. 

b) Wie aus dem Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 21. 
Oktober 2003 und den Vorakten hervorgeht, verzichtete das Bezirksgericht Plessur 
im Einvernehmen der Parteien auf die mündliche Eröffnung des Urteils direkt im 
Anschluss an die Hauptverhandlung vom 17. März 2003. Das Urteilsdispositiv 
wurde jedoch dem Verteidiger des Angeklagten gleichentags telefonisch mitgeteilt. 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung beginnt die Probezeit mit der Eröff-
nung des Urteils zu laufen, das vollstreckbar wird. Denn mit der Eröffnung spricht 
der Richter gegenüber dem Verurteilten die Erwartung aus, dass er sich schon 
durch eine bedingt aufgeschobene Strafe werde bessern lassen (BGE 118 IV 102 
mit Hinweisen). Der Verurteilte ist zu diesem Zeitpunkt gewarnt, und von diesem 
Augenblick an wird von ihm ein dem Urteil gemässes Verhalten erwartet (Entscheid 
des Bundesgerichts vom 25. Februar 2002 [6S.506/2001] = Pra 2002 Nr. 76 mit 
Hinweisen). Art. 127 Abs. 1 StPO sieht vor, dass den Parteien das Urteil in öffentli-

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cher Sitzung im Dispositiv und unter Mitteilung der wesentlichen Erwägungen münd-
lich eröffnet wird. Von dieser Regel darf jedoch in Ausnahmefällen aufgrund eines 
Gerichtsbeschlusses abgewichen werden. Das Urteil muss in solchen Fällen in ei-
ner anderen von der bündnerischen Strafrechtspflege vorgesehenen Form mitge-
teilt werden. Vorliegend ist dies mittels vorzeitiger telefonischer Dispositivmitteilung 
erfolgt. Aus Art. 128a Abs. 1 StPO und aus Art. 1 der Verordnung über die schriftli-
che Mitteilung von Strafentscheiden geht jedoch hervor, dass die vorzeitige Dispo-
sitivmitteilung - welche zweifellos den Beginn der Probezeit auszulösen vermag - in 
schriftlicher Form zu erfolgen hat. Die Strafprozessordnung kennt neben der öffent-
lichen keine weitere Form der mündlichen Urteilseröffnung. 

Ein Grund für das Erfordernis der Schriftlichkeit ergibt sich aus der Bedeu-
tung einer vorzeitigen Dispositivmitteilung. Diese dient in erster Linie den Vollzugs-
behörden, welche umgehend darüber informiert werden müssen, ob der Verurteilte 
nach der Urteilsfällung in Sicherheitshaft genommen worden ist, Massnahmen im 
Sinne der Art. 42-44 und Art. 100bis StGB oder der sofortige Strafantritt verfügt wor-
den sind. In Bezug auf eine angesetzte Probezeit lässt sich mittels der vorzeitigen 
Dispositivmitteilung der exakte Beginn derselben ermitteln und auch nachweisen, 
welcher - wie im vorliegenden Fall - dann von Bedeutung ist, wenn der Verurteilte 
während der Probezeit erneut delinquiert. Das Erfordernis der Schriftlichkeit erfüllt 
damit einerseits eine Beweisfunktion, andererseits wird damit das Risiko von 
Falschübermittlungen minimiert. Eine telefonische Dispositivmitteilung an den 
Rechtsvertreter kann diese Funktionen nicht erfüllen, zumal - wie im vorliegenden 
Fall - der genaue Inhalt und die allfällige Weitergabe der telefonischen Information 
hinsichtlich Inhalt und Zeitpunkt oft nicht bewiesen werden kann. Dieser Nachweis 
lässt sich aber mit einer mündlichen Urteilseröffnung in Anwesenheit des Angeklag-
ten ebenso erbringen wie mit der schriftlichen autorisierten Dispositivmitteilung. 
Denn als Voraussetzung für einen Widerruf gilt als Grundsatz immer noch, dass der 
Täter vom früheren Urteil überhaupt genaue Kenntnis hatte (vgl. Stefan Trechsel, 
Kommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 2. Auflage, 1997, N 46 zu Art. 
41 StGB, Basler Kommentar, 2003, N 132 f zu Art. 41 StGB). 

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass eine telefonische Mitteilung 
des Urteilsdispositivs den formellen Anforderungen an eine mündliche Urteilseröff-
nung nicht zu genügen vermag und auch nicht einer vorzeitigen Dispositivmitteilung 
gemäss Art. 128a StPO gleichzustellen ist. Im vorliegenden Fall hat dies zur Folge, 
dass die Probezeit erst mit der schriftlichen Mitteilung des Urteils am 19. Mai 2003 
und somit nach Begehung der von X. begangenen Widerhandlungen gegen das 
Waffengesetz zu laufen begann. Der Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts 

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Plessur vom 17. März 2003, mitgeteilt am 19. Mai 2003, bedingt ausgesprochenen 
Gefängnisstrafe von 12 Monaten fällt damit ausser Betracht. Die Berufung von X. 
ist daher gutzuheissen und die Ziffer 3 des angefochtenen Entscheides aufzuheben. 

5. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragt in ihrer Anschlussbe-
rufung eine Gefängnisstrafe von drei Monaten, teilweise als Zusatz zum Urteil des 
Bezirksgerichts Plessur vom 17. März 2003. Als Begründung führt sie aus, dass 
eine gesamte Strafe von zwei Monaten Gefängnis, wie sie vom Bezirksgerichtsaus-
schuss Plessur ausgesprochen worden ist, bei der Berücksichtigung der Schwere 
des Verschuldens als zu tief erscheine. Allein schon für die vor der Verurteilung vom 
17. März 2003 verübten Widerhandlungen gegen das Waffengesetz liege ein 
schweres Verschulden vor. Der Berufungskläger habe weitere schwerwiegende Wi-
derhandlungen gegen das Waffengesetz begangen, nämlich den Erwerb von zwölf 
Schusswaffen, 17 Dolchen oder Bajonetten, einem Schlagring, einem Sprungmes-
ser und rund 1500 Schuss Munition. Diese Widerhandlungen seien im Verhältnis zu 
den bereits im Urteil vom 17. März 2003 abgeurteilten Fällen keineswegs nur von 
untergeordneter Bedeutung. Dabei falle vor allem ins Gewicht, dass der Berufungs-
kläger die Waffen versteckt hatte. Auch die nach der Verurteilung vom 17. März 
2003 begangenen Delikte seien gravierend. Insbesondere mit dem Erwerb von 
Schalldämpfern habe der Berufungskläger unter Beweis gestellt, dass ihm die öf-
fentliche Sicherheit völlig gleichgültig sei. Aufgrund des jahrelang an den Tag ge-
legten Verhaltens des Berufungsklägers müsse davon ausgegangen werden, dass 
die Pistolen und Schalldämpfer früher oder später veräussert worden wären. 

a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbstständig an. Er misst die Strafe 
nach dem Verschulden des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben 
und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). In 
BGE 117 IV 112 ff. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage 
der Strafzumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens 
auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei 
der Tatkomponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die 
Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter ge-
handelt hat und die Beweggründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt, zu be-
achten. Die Täterkomponente erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere 
auch allfällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat 
und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit 

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(vgl. auch BGE 118 IV 14; BGE 124 IV 44 f.). Innerhalb des gesetzlichen Strafrah-
mens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschuldensgerechte Strafe zu finden.

b) Das Verschulden von X. wiegt schwer. Bezüglich der vor der Verurtei-
lung vom 17. März 2003 verübten Widerhandlungen gegen das Waffengesetz ist 
vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen, wobei die vom 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur verfügte Zusatzstrafe von einem Monat Gefäng-
nis als angemessen erscheint. Bei der Beurteilung der Straftaten, die X. nach der 
Verurteilung vom 17. März 2003 beging, fällt die besondere Verwerflichkeit strafer-
höhend ins Gewicht. Wie die Staatsanwaltschaft Graubünden zu Recht festhält, 
scheint sich X. keine Gedanken darüber gemacht zu haben, dass die von ihm ge-
kauften Pistolen und Schalldämpfer, die in der Schweiz absolut verboten sind, ins-
besondere bei Weiterverkauf auch eingesetzt werden können. Er hat damit ein nicht 
zu unterschätzendes Gefährdungspotential für die öffentliche Sicherheit geschaf-
fen. Auch die Tatsache, dass X. bereits fünf Wochen nach Vortritt vor Bezirksgericht 
wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz erneut delinquierte, ist bei der 
Strafzumessung erhöhend zu berücksichtigen. Schliesslich ist auch sein getrübter 
Leumund straferhöhend zu würdigen. Die Uneinsichtigkeit des Berufungsklägers 
kann zwar entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht straferhöhend bewertet 
werden, allerdings kann X. aufgrund seiner fehlenden Einsicht auch nicht mit be-
sonderer Milde rechnen (vgl. Stratenwerth, Allgemeiner Teil II, 1989, S. 241). Straf-
mildernd ist insbesondere die gemäss psychiatrischem Gutachten vom 12. April 
2000 festgestellte, in leichtem Grad herabgesetzte Zurechnungsfähigkeit zu berück-
sichtigen. Ob X. tatsächlich aus einer finanziellen Notlage heraus delinquierte, ist 
nicht nachgewiesen und kann daher auch nicht strafmindernd angerechnet werden. 
In Anbetracht der gesamten Umstände erachtet der Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten als dem doch erheblichen Ver-
schulden des Berufungsklägers angemessen. Die Anschlussberufung der Staats-
anwaltschaft ist damit gutzuheissen und Ziffer 2 des angefochtenen Entscheides 
aufzuheben. 

c) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass unter der 
Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und in Anbetracht der durch 
das Bezirksgericht Plessur am 17. März 2003 bereits ausgesprochenen Strafe, zum 
Teil als Zusatzstrafe, eine Gefängnisstrafe von insgesamt drei Monaten dem Ver-
schulden und Verhalten von X. als angemessen erscheint. Die Untersuchungs- und 
Sicherheitshaft von 75 Tagen werden an den Strafvollzug angerechnet. 

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6. Die Berufung von X. sowie die Anschlussberufung der Staatsanwalt-
schaft Graubünden werden gutgeheissen. Da beide Seiten mit ihrem Rechtsmittel 
durchgedrungen sind, rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens je 
zur Hälfte X. und dem Kanton Graubünden aufzuerlegen (Art. 160 StPO). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung und die Anschlussberufung werden gutgeheissen.

2. Die Ziffern 2 und 3 des angefochtenen Urteils werden aufgehoben.

3. X. wird mit einer Gesamtstrafe von 3 Monaten Gefängnis, teilweise als Zu-
satzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 17. März 2003 be-
straft. Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 75 Tagen werden an den 
Strafvollzug angerechnet.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen je zur Hälfte zu 
Lasten von X. und des Kantons Graubünden.

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

6. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc