# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c40eb7f-249d-57b5-bbca-789d977e16d8
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht VG.2019.00016 (VG.2019.803)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00016_nodate.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. Juni 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00016

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin  

    

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische
    Unfallversicherungsanstalt (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin  

    

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwältin C.______

    

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 A.______, geboren am […],
  arbeitete als Zeitungsverträgerin bei der D.______AG und war damit bei der Schweizerischen
  Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und
  Nichtberufsunfällen versichert.

  
	
   

  
	
  1.2 A.______ war am 26. Mai 2013
  zusammen mit ihrer Tochter, E.______sel., beim Vertragen der Zeitungen in einen
  Verkehrsunfall verwickelt.
  Gemäss dem Rapport der
  Kantonspolizei F.______ vom 13. Juli 2013 kollidierte am
  26. Mai 2013, ca. 05:00 Uhr, in […] ein Personenwagen mit dem
  Personenwagen von A.______. Durch den Unfall erlitt A.______ ein Polytrauma
  und musste im Spital G.______ gleichentags notoperiert werden, wobei ihr u.a.
  die Milz entfernt wurde. Anschliessend wurde sie vom 26. Mai 2013 bis
  11. Juni 2013 im Spital G.______ hospitalisiert und hielt sich vom
  11. Juni 2013 bis 20. Juni 2013 in der Rehaklinik H.______
  auf. Die Suva richtete vom 16. Juli 2013 bis 31. Juli 2018
  Taggelder aus. A.______ meldete sich im Dezember 2013 bei der IV-Stelle
  Glarus zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung an. Die D.______AG
  kündigte am 4. Februar 2015 das Arbeitsverhältnis auf den 30. April
  2015. Am 3. März 2017 und am 13. Juni 2018 bezahlte die Suva der
  Beschwerdeführerin einen Vorschuss in der Höhe von jeweils Fr. 15'000.-
  für die Integritätsentschädigung aus.

  
	
   

  
	
  1.3 Mit Verfügung vom 4. September
  2018 sprach die Suva A.______ ab dem 1. August 2018 bei einer
  Erwerbsunfähigkeit von 49 % und einem versicherten Verdienst von
  Fr. 6'369.- eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung von
  Fr. 50'400.-, entsprechend einer Einbusse der Integrität von 40 %,
  zu. Gegen diesen Entscheid erhob
  A.______ am 5. Oktober 2018 Einsprache bei der Suva. Am 9. Januar
  2019 hiess die Suva die Einsprache teilweise gut und erhöhte den Rentensatz
  von 49 % auf 51 %. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab.

   

  
	
  2.

  
	
  A.______ gelangte mit Beschwerde vom 11. Februar 2019 ans
  Verwaltungsgericht und beantragte die
  Aufhebung des Entscheids der Suva vom 9. Januar 2019. Es sei von einer
  Erwerbsunfähigkeit von 83 % auszugehen und ihr sei eine Rente von
  Fr. 352.30 zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
  Lasten des Staates. Die Suva schloss am 18. April 2019 auf Abweisung der
  Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das
  Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
  die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m.
  Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
  Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) sowie Art. 1
  des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom
  3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor,
  sie leide heute noch an den psychischen und somatischen Folgen des Unfalls
  vom 26. Mai 2013. Die zahlreichen medizinischen Konsultationen und
  Massnahmen hätten nicht zu einer namhaften Verbesserung ihres
  Gesundheitszustands geführt. Seit Herbst 2018 gehe sie einer
  Erwerbstätigkeit mit einem Beschäftigungsgrad von 20 % bei der I.______
  nach. Sie erwirtschafte ein Einkommen von ca. Fr. 600.-. Eine Ausweitung
  dieser Tätigkeit sei jedoch aufgrund ihrer somatischen Beschwerden und
  Einschränkungen nicht möglich. Die kreisärztliche Untersuchung habe ergeben,
  dass eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Zeitungsverträgerin
  und als Stickerin aufgrund der starken HWS- und LWS-Beschwerden nicht mehr
  zumutbar sei. Bei der Tätigkeit als Stickerin liefen die Arbeitsabläufe
  mehrheitlich automatisiert ab. Dieses Profil alleine schliesse bereits
  sämtliche Arbeiten gemäss LSE 2014, TA 1, Total,
  Kompetenzniveau 1, vollkommen aus. Zudem sei im Zumutbarkeitsprofil
  nicht berücksichtigt worden, dass Druckbelastungen der Bauchregion zu
  vermeiden seien. Durch die breit gefächerten und erheblichen Einschränkungen
  könne sie ihre Arbeitsfähigkeit nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll einsetzen,
  was durch Kreisarzt med. pract. J.______, Facharzt für
  Neurochirurgie, bestätigt werde. Es sei maximal auf das tatsächliche und in
  völliger Überforderung realisierte monatliche Einkommen und damit auf eine
  Erwerbseinschränkung von 83 % abzustellen.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin bringt vor,
  die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf eine höhere Rente. Es seien
  sämtliche relevanten Einschränkungen berücksichtigt und die massgeblichen
  Stunden für die Berechnung des Invalideneinkommens korrekt ermittelt worden.
  Die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 2018 für die I.______ tätig.
  Ihre Restarbeitsfähigkeit sei demnach verwertbar. Vor dem Unfall habe die
  Beschwerdeführerin umfangreiche Stickarbeiten durchgeführt. Nachvollziehbar
  sei, dass umfangreiche Stick- und Näharbeiten nicht mehr zumutbar seien, da
  sie nichtautomatisierte Arbeiten und damit statische Haltearbeiten vor
  Körperniveau enthielten, welche kaum wechselbelastend seien. Dies sei mit dem
  Zumutbarkeitsprofil nicht vereinbar. Weitgehend automatisierte Arbeiten seien
  ihr jedoch weiterhin zumutbar, da sie ihre selbständige Tätigkeit in den
  letzten Jahren reaktiviert und ausgebaut habe. Dadurch habe sie ein
  AHV-pflichtiges Jahreseinkommen von zwischen rund Fr. 15'500.- und
  Fr. 17'500.- erwirtschaften können. Somit sei auch die Anwendung der
  Tabelle TA 1 nicht zu beanstanden. Beim massgeblichen
  Zumutbarkeitsprofil sei berücksichtigt worden, dass die tägliche Arbeitszeit
  von 4,17 Stunden durch eine halbstündige Pause bzw. zwei
  viertelstündige Pausen unterbrochen werden müsse.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1

  
	
  3.1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei
  Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten die
  Versicherungsleistungen gemäss Art. 10 ff. UVG gewährt, sofern das
  Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 ATSG die
  plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen
  äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der
  körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge
  hat. 

  
	
   

  
	
  3.1.2 Ist ein Versicherter infolge eines
  Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig im Sinne vom Art. 6 ATSG, so
  hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wenn von
  der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
  Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann und allfällige
  Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind,
  besteht bei einem Invaliditätsgrad vom mindestens 10 % Anspruch auf eine
  Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 1
  UVG). Mit dem Rentenbeginn fällt der Anspruch auf Taggeld dahin (Art. 19
  Abs. 1 UVG).

  
	
   

  
	
  3.1.3 Invalidität ist die
  voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
  Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
  durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
  Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
  verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
  Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
  ATSG). 

  
	
   

  
	
  3.1.4 Nach
  Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit vor, wenn sie
  aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Auf das subjektive Empfinden des
  Versicherten kommt es nicht an. Medizinisch nicht begründbare
  Selbsteinschätzungen und ‑limitierungen begründen daher keine
  Erwerbsunfähigkeit, selbst wenn sie ärztlicherseits unterstützt werden
  (BGE 141 V 281 E. 3.7.1). Aus diesem Grund kann beispielsweise
  bei Angaben von subjektiven Schmerzen nur eine Erwerbsunfähigkeit angenommen
  werden, wenn die subjektiven Schmerzangaben durch korrelierende, fachärztlich
  schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind und dadurch medizinischer
  Feststellung und Überprüfung zugänglich sind (BGE 143 V 124
  E. 2.2.2).

  
	
   

  
	
  3.1.5 Für die Beurteilung des
  Gesundheitszustands und der rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und
  Gerichte auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen. Die Aufgabe dieser
  Experten ist es, sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls
  auf den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen und zu umschreiben,
  welche Tätigkeiten ihm noch zumutbar sind und inwiefern er in seiner
  körperlichen und geistigen Integrität beeinträchtigt ist (vgl. dazu
  BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Einschätzungen der Experten
  haben die Verwaltung wie auch die kantonalen Versicherungsgerichte nach dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG)
  ohne Bindung an förmliche Beweisregeln umfassend und pflichtgemäss zu
  würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle
  Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
  danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
  Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 351
  E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines
  Arztberichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend
  ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
  berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
  der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
  medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet
  sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
  Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
  Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125
  V 351 E. 3a, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.2.3 Auch den Berichten und Gutachten
  versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als
  schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
  widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
  Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem
  Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
  mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
  besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
  Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die
  erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
  zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin
  allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 122 V 157
  E. 1c).

  
	
   

  
	
  3.2.4 Die Verwaltung als verfügende
  Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann
  als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter seinen Entscheid, sofern das Gesetz
  nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
  Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 138 V 218
  E. 6).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1

  
	
  4.1.1 Gemäss
  dem Bericht des Spitals G.______ vom 12. Juni 2013 erlitt die
  Beschwerdeführerin bei der Kollision der Fahrzeuge am 26. Mai 2013 ein
  stumpfes Bauchtrauma mit Milzruptur, eine oberflächliche Leberlazeration des
  linken Lappens, eine Blutung der Adnexe rechts, eine kleine Blutung des
  Omentum Majus, einen hämorrhagischen Schock und eine Makrohämaturie. Weiter
  erlitt sie ein Thoraxtrauma mit Hämatopneumothorax links und
  Lungenkontusionen, rechts mehr als links. Zudem bestand der Verdacht auf
  Aspiration im linken Unterlappen. Überdies erlitt sie einen schmalen
  ventralen Pneumothorax links und eine Sternoclavicular-gelenkluxation rechts.
  Schliessich erlitt sie ein Wirbelsäulentrauma mit instabiler HWK 2
  Fraktur, hanged man mit Anterolisthesis, einem ossären Ausriss des hinteren
  Längsbandes sowie eine Inkongruenz der Facettengelenke HWK 2/3. Am
  4. Juni 2013 wurden eine anteriore Diskektomie, eine Spondylodese C2/3
  und eine Allotransplantation durchgeführt.

  
	
   

  
	
  4.1.2 Gemäss dem Austrittsbericht der
  Rehaklinik H.______ vom 20. Juni 2013 wurde bei der
  Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht zusätzlich eine komplexe
  transforaminale Sacrumfraktur mit Frakturausläufern beidseits mit Beteiligung
  der Neuroforamen S1 rechts, S2 beidseits und S3 links diagnostiziert.
  Schliesslich wurde festgehalten, dass bei Austritt der Beschwerdeführerin aus
  der Rehaklinik H.______ beidseitig regrediente Nackenschmerzen und eine
  leicht eingeschränkte Nackenbeweglichkeit sowie eine eingeschränkte
  Beweglichkeit der Halswirbelsäule beständen.

  
	
   

  
	
  4.1.3 Kreisarzt
  med. pract. J.______ untersuchte am 5. April 2016 die
  Beschwerdeführerin. In seinem am 12. April 2016 ergänzten Bericht vom
  5. April 2016 hielt er fest, die rechtsdominante Beschwerdeführerin sei
  schmerzbedingt in einem reduzierten Allgemeinzustand. Derzeit bestehe
  residuell eine deutliche Schmerzsymptomatik seitens der HWS respektive des
  Nacken-Schulter-Komplexes rechts sowie des lumbosacralen Bereichs. Zudem
  beständen intermittierende belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen der
  unteren LWS respektive des sacroiliacalen Gefüges. In beiden Bereichen zeige
  sich eine funktionelle Einschränkung. Mit schnellen ausladenden Bewegungen im
  Bereich der HWS wie auch der LWS seien starke Schwindelattacken verbunden.
  Ferner entständen bei vermehrter Belastung der HWS Kopfschmerzen. Es lägen
  strukturelle Veränderungen in der HWS im Bereich HWK 2/3, dem Sacrum
  sowie intraabdominell vor. Die Thoraxverletzungen bereiteten der Beschwerdeführerin
  keine Beschwerden mehr. Die strukturellen, somatischen Folgen des Unfalls
  seien andauernd und gravierend und würden eine Integritätsentschädigung
  bedingen. Der Beschwerdeführerin sei aufgrund der residuellen Beschwerden
  eine sehr leichte bis leichte wechselbelastende Arbeit in vollzeitlichem
  Pensum zumutbar. Nicht zumutbar seien ihr aufgrund der Schwindelsymptomatik
  schnelle respektive repetitive Beuge- bzw. Rotationsbewegungen. Nicht
  zumutbar seien ferner Arbeiten, die Hämmern oder Schlagen involvierten oder
  Arbeiten mit vibrierenden Maschinen. Auch Überkopfarbeiten seien der
  Beschwerdeführerin nicht zuzumuten. Leitern könne sie allenfalls gelegentlich
  besteigen und Treppensteigen sei gelegentlich möglich. Arbeiten im Hocken
  oder Knien oder mit Druckbelastung in der Bauchregion seien unzumutbar. Ihre
  angestammte Tätigkeit als Stickerin könne sie aufgrund der HWS- und
  LWS-Beschwerden nicht wieder aufnehmen. Sie übernehme noch vereinzelt
  Stickarbeiten, welche primär automatisiert abliefen. Hierin sei jedoch eine
  deutliche Limite gesetzt.

  
	
   

  
	
  4.1.4 Am 20. Mai 2018 berichtete
  K.______ über den Verlauf der Physiotherapie. Die Belastbarkeit sei allgemein
  sehr tief durch die Schmerzen und die Dekonditionierung. Die
  Beschwerdeführerin könne nun zu Hause vermehrt arbeiten, benötige jedoch
  häufige Pausen.

  
	
   

  
	
  4.1.5 Der Kreisarzt,
  med. pract. L.______, Facharzt für Chirurgie, führte am
  17. Juli 2018 eine Abschlussuntersuchung der Beschwerdeführerin durch.
  Im Bericht vom 24. Juli 2018, ergänzt am 27. Juli 2018, hielt er
  fest, die Beschwerdeführerin sei in reduziertem Allgemeinzustand. Die
  Mobilisierung aus dem Wartebereich sei zögerlich und motorisch verlangsamt
  erfolgt. Das Entkleiden sei unter Nutzung beider Arme erfolgt. Insgesamt
  bestehe inspektorisch ein Schulterschiefstand rechts. Es beständen keine
  paravertebralen Myalgielosen und keine Klopfdolenz im Bereich der HWS und
  oberen BWS. Der Kinn-Sternum-Abstand betrage 4 cm. Die Beweglichkeit im
  Bereich der HWS sei endgradig altersentsprechend frei, jedoch motorisch
  extrem verlangsamt; kein Druckschmerz über den AC-Gelenken oder über dem
  Sulcus bicipitalis beidseits. Die Beweglichkeit in den Schultergelenken sei
  ebenfalls seitengleich, altersentsprechend frei. Im Bereich des rechten
  Sternoclaviculargelenks beständen deutliche knöcherne Vorwölbungen, welche
  fest konsolidiert seien. Es liege ein Beckengeradstand vor. Der
  Finger-Bodenabstand betrage 28 cm. Es bestehe kein Druckschmerz über den
  Iliosakralgelenken. Die Bewegung der Hüft-, Knie- und Sprunggelenke sei beidseits
  frei. Lasègue sei beidseits bei 75° positiv. Sinngemäss gab er an, der Thorax
  und Abdomenbereich seien beschwerdefrei. Auffällig seien die
  Schwindelattacken, welche durch ausladende Bewegungen im Bereich der HWS
  ausgelöst würden, und die beklagten Kopfschmerzen. Insgesamt liege aus
  somatischer Sicht ein relativ stabiler Zustand vor. Eine wesentliche, mittel-
  bis langfristige Verbesserung sei nicht zu erwarten. Zumutbar sei
  vollschichtig, d.h. während achteinhalb Stunden, eine sehr leichte bis
  leichte wechselbelastende Arbeit. Es müsse die Möglichkeit bestehen, im
  Rahmen der Arbeitszeit zusätzlich zu einer halbstündigen Pause nochmals vier
  viertelstündige oder zwei halbstündige Pausen einzulegen. Dies entspreche
  einer Gesamtarbeitszeit von sechs Stunden. Unzumutbar seien statische
  Haltearbeiten vor Körperniveau und aufgrund der Schwindelsymptomatik
  schnelle, repetitive Beuge- bzw. Rotationsbewegungen. Ferner seien Arbeiten
  mit hämmernden, schlagenden oder vibrierenden Maschinen sowie Überkopfarbeiten
  nicht möglich. Das Besteigen von Leitern könne allenfalls gelegentlich, das
  Treppensteigen gelegentlich zugemutet werden. Arbeiten auf Gerüsten oder
  Dächern oder Arbeiten in der Hocke oder kniend seien unzumutbar, da eine
  Druckbelastung der Bauchregion zu vermeiden sei.

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Gemäss
  dem Austrittsbericht der Rehaklinik H.______ vom 20. Juni 2013 war
  die Beschwerdeführerin in psychologischer Hinsicht trotz des schweren
  Schicksalsschlags stabil. Weitere Therapien seien zu diesem Zeitpunkt nicht
  nötig gewesen.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Anlässlich der Privatsprechstunde
  vom 5. Juni 2014 im Spital G.______ wurde erstmals der Verdacht
  einer posttraumatischen Belastungsstörung geäussert. Zudem nahm die
  Beschwerdeführerin das Angebot der psychologischen bzw. psychiatrischen Betreuung
  an.

  
	
   

  
	
  4.2.3 Im Bericht vom 18. September
  2015 hielt Dr. M.______sel. fest, die Beschwerdeführerin leide an einer
  Anpassungsstörung. Sodann führte er aus, die körperliche Problematik sei im
  Vergleich zur psychologischen Problematik in den Hintergrund getreten. Es
  könnte mittels Aufarbeiten des Unfalls durch Psychotherapie eine gewisse
  Minderung der Einschränkungen erzielt werden. Es sei jedoch bekannt, dass
  Anpassungsstörungen sehr schwierig zu behandeln seien. Am 22. Januar
  2016 hielt er fest, die Beschwerdeführerin sei psychisch recht stabil, wobei
  sie persistierende Schmerzen habe. Durch die psychologische und
  physiotherapeutische Betreuung habe sich die Prognose leicht verbessert. Es
  seien dauernde persistierende Schmerzen und dauernde Anpassungsprobleme zu
  erwarten.

  
	
   

  
	
  4.2.4 Am 16. März 2016 nahm
  N.______, Dipl. Psychologin FH, zu den psychologischen Unfallfolgen Stellung.
  Sie führte aus, dass das Unfallereignis vom 26. Mai 2013 und
  insbesondere der Verlust ihres Kindes für die Beschwerdeführerin stark
  traumatisierend sei. Weiter diagnostizierte sie eine leichte depressive
  Episode, welche auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Zudem würden die
  dauernden Schmerzen infolge des Unfalls die Beschwerdeführerin stark
  einschränken und psychisch belasten. Derzeit stehe jedoch eine schwerwiegende
  Problematik mit dem Ex-Mann der Beschwerdeführerin sowie die Angst um die
  Kinder im Vordergrund. Die Beschwerdeführerin komme durchschnittlich zweimal
  im Monat zu einem Gespräch.

  
	
   

  
	
  4.2.5 Am 28. September 2016
  berichtete N.______ vom Therapieverlauf und ergänzte am 18. November
  2016 den Bericht. Sie diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin eine leichte
  depressive Episode (ICD-10: F32.0) sowie Probleme familiärer Umstände
  (ICD-10: Z63.5). Hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit seien die
  Antriebslosigkeit sowie die depressive Symptomatik erheblich einschränkend.
  Vorstellbar sei eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 20 % bis 30 %.
  Bei entsprechenden Fortschritten könne der Umfang gesteigert werden.

  
	
   

  
	
  4.2.6 In seiner psychiatrischen
  Beurteilung vom 16. November 2016 führte Dr. med. O.______,
  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die Beschwerdeführerin habe
  an Gedankenkreisen und sozialem Rückzug gelitten. Weiter sei sie erschöpft
  und mit ihrer gesamten Lebenssituation überfordert gewesen. Im Verlauf der
  Therapie habe eine Besserung des psychischen Zustands erreicht werden können.
  Aktuell wirkten sich noch immer gewisse Belastungsfaktoren auf die Arbeits-
  und Leistungsfähigkeit aus. Im Verlauf schwankend leide die
  Beschwerdeführerin unter teilweise erheblicher Antriebslosigkeit und einer
  wechselnd stark ausgeprägten depressiven Symptomatik. Die Verarbeitung des
  Unfalls und der Tod der Tochter sei noch nicht hinreichend bewältigt worden.
  Aktuell sei die Beschwerdeführerin noch immer in wechselndem Ausmass
  antriebslos, depressiv und im Affekt reduziert. Die Symptome seien im Verlauf
  unterschiedlich stark ausgebildet, aber immer wieder durch die auftretenden
  schweren Störungen der Vitalgefühle im Zusammenhang mit Schuld- und
  Insuffizienzgefühlen gekennzeichnet. Die Beschwerdeführerin dürfte noch nicht
  in der Lage sein, eine höherprozentige Tätigkeit mit regelmässiger Präsenz zu
  bewältigen. Erhöhte Anforderungen, Stressbelastungen und unvorhergesehene
  Schwierigkeiten würden im Moment noch immer die Gefahr einer erneuten
  umfassenden Dekompensation bergen. Aktuell bestehe eine erheblich verminderte
  Leistungsfähigkeit von etwa 20 % bis 30 % in einer angepassten
  regelmässigen Tätigkeit ohne Schicht- und Nachtdienst und ohne schwerwiegende
  emotionale Belastung. Der Arbeitsbereich sollte übersichtlich organisiert und
  überschaubar gestaltet sein. Es sollten wenig belastende Situationen
  auftreten und die Arbeitsumgebung sollte mit der Möglichkeit zu wechselnden
  Arbeitspositionen und ausreichenden Pausen versehen sein. Das berufliche
  Führen eines Kraftfahrzeugs erscheine aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig
  nicht zumutbar. Auch in der angestammten Tätigkeit als Mechapraktikerin oder
  im Reinigungsdienst bei der […] bestehe aus psychiatrischer Sicht eine
  Arbeitsunfähigkeit.

  
	
   

  
	
  4.2.7 N.______ diagnostizierte im Bericht
  vom 23. Februar 2018 zusätzlich zu den bereits bestehenden Diagnosen den
  Tod der Tochter der Beschwerdeführerin als Faktor, der den Gesundheitszustand
  beeinflusse (ICD-10: Z63.4). Die Beschwerdeführerin berichte nunmehr jeweils
  von mittelschweren bis schweren Konzentrationsstörungen nach einer Tätigkeit
  von rund einer Stunde, was sich auf die Merkfähigkeit auswirke. Zudem
  schmerzten deren Finger und verkrampften teilweise. Auch sei deren
  Durchblutung gestört, was zu kalten, steifen Händen führe. Im Affekt sei sie
  gut schwingungsfähig. Hinzu seien Ängste um die finanzielle Zukunft der
  Familie gekommen. Aktuell trauere die Beschwerdeführerin um den Tod der
  Tochter, welche am […] volljährig geworden wäre. Zudem leide sie zu Tages-
  und Nachtzeit an Bauch-, Schulter-, Rücken-, Hüft-, Nacken- und
  Kopfschmerzen. Als Stickerin könne sie lediglich kleine Aufträge
  entgegennehmen. Der traumatische Unfall mit dem Verlust der Tochter und die
  eigenen Unfallfolgen hätten die gesundheitliche Situation der
  Beschwerdeführerin erheblich verschlechtert. Die bereits vor dem Unfall
  bestehenden psychischen Belastungen seien dadurch weiter verschlimmert und
  akzentuiert worden. Der Unfall sei gesamthaft betrachtet der hauptsächliche
  Auslöser für die heute festzustellende psychische Situation der
  Beschwerdeführerin.

  
	
   

  
	
  4.2.8 Unter Bezugnahme auf seine psychiatrische
  Beurteilung vom 16. November 2016 nahm Dr. O.______ in seiner
  psychiatrischen Begutachtung vom 18. April 2018 zum psychischen
  Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin Stellung. Er hielt fest, aktuell
  beständen neben Beeinträchtigungen der Merkfähigkeit auch mittelschwer
  ausgeprägte Konzentrationsstörungen. Diese dürften in zeitlicher Hinsicht
  eine angepasste Tätigkeit begrenzen. Es könne davon ausgegangen werden, dass
  eine gewisse Stabilisierung eingetreten sei, sodass keine regelmässige
  psychotherapeutische Behandlung mehr gewünscht oder erforderlich sei. Es
  könne von einem chronifizierenden Verlauf ausgegangen werden. Es könne zudem
  mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass allein durch
  die Folgen des Unfalls aus psychiatrischer Sicht eine massgebliche
  Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit resultiere, die sich auch
  unter Berücksichtigung der Schmerzen deutlich limitierend auswirke. Die
  Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit sei unfallbedingt nicht mehr
  zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Tätigkeit im Ausmass einer
  halben Stelle zumutbar. Vorausgesetzt sei, dass emotional belastende
  Situationen vermieden werden könnten und eine überschaubare Arbeitsgestaltung
  möglich und gewährleistet sei. Zudem müssten ausreichend Pausen in Anspruch
  genommen werden können. Aufgrund der Schmerzen müsse die Beschwerdeführerin
  wechselnde Arbeitspositionen einnehmen können. Schicht- und Nachtarbeit seien
  nicht zumutbar.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1

  
	
  Die
  Beschwerdeführerin beanstandet die Höhe der auf 40 % festgelegten
  Integritätseinbusse für die Folgen des Unfalls vom 26. Mai 2013 in der
  Höhe von Fr. 50'400.- zu Recht nicht. Unbestritten sind sodann die
  Diagnosen sowie die Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit als
  Zeitungsverträgerin. Es sind keine Gründe ersichtlich, um auf all dies
  zurückzukommen. Hiermit hat es diesbezüglich sein Bewenden. Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad bzw. die
  Rentenhöhe.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Die Beschwerdeführerin ist der
  Ansicht, med. pract. J.______ halte selbst die mehrheitlich
  automatisierte Tätigkeit als Stickerin aufgrund der starken HWS- und
  LWS-Beschwerden für unzumutbar. Daher seien ihr sämtliche Arbeiten gemäss
  TA 1 nicht mehr zumutbar. 

  
	
   

  
	
  5.2.2 Die Beschwerdeführerin zweifelt
  durch ihre Einwände den Bericht von med. pract. L.______ an. Dem
  ist entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin weiterhin kleine Stickaufträge ausführt. Dies
  zeigt, dass sie Stickarbeiten in geringem Umfang ausführen kann. Dass die
  Beschwerdeführerin primär automatisierte Stickarbeiten ausführt,
  berücksichtigte auch med. pract. J.______
  in seinem Bericht (vgl. E. II/4.1.3). Im
  Wissen darum kam er zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin aus somatischer
  Sicht eine sehr leichte bis leichte wechselbelastende Arbeit in
  vollzeitlichem Pensum zumutbar sei. Diese Auffassung vertrat auch Kreisarzt med. pract. L.______ in seinem
  Bericht (vgl. E. II./4.1.5). Dabei führte er aus, dass die
  Beschwerdeführerin – bezogen auf ein volles Pensum – zusätzlich vier
  viertelstündige oder zwei halbstündige Pausen benötige.

  
	
   

  
	
  Der
  Bericht von med. pract. L.______ ist umfassend und wurde unter
  Berücksichtigung der Vorakten sowie gestützt auf eine persönliche
  Untersuchung der Beschwerdeführerin erstellt. Dabei wird einerseits
  nachvollziehbar dargelegt, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin noch
  zumutbar sind. Andererseits überzeugt der Bericht auch insofern, als der
  Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht grundsätzlich ein volles
  Arbeitspensum unter Berücksichtigung zusätzlicher Pausen zugemutet wird.
  Medizinische Berichte, welche substantiiert zu einem anderen Schluss
  gelangen, finden sich in den Akten nicht.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Sodann vermag es auch zu
  überzeugen, wenn der Konsiliarpsychiater Dr. O.______ zum Schluss kommt,
  der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht eine angepasste
  Tätigkeit im Ausmass einer halben Stelle zumutbar, wobei emotional belastende
  Situationen zu vermeiden seien und eine überschaubare Arbeitsgestaltung
  möglich sein müsse. Auch diesbezüglich finden sich in den Akten keine
  medizinischen Berichte, welche ernsthafte Zweifel an der Beurteilung von
  Dr. O.______ wecken würden. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen,
  dass N.______ im September 2016 von einer Arbeitsfähigkeit von 20 bis
  30 % ausging, was Dr. O.______ im November 2016 bestätigte.
  Dr. O.______ legte aber in seinem Bericht vom 18. April 2018 dar,
  dass sich der psychiatrische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
  stabilisiert habe, weshalb keine regelmässige psychotherapeutische Behandlung
  mehr erforderlich sei. Dass dies zu einer etwas höheren Arbeitsfähigkeit
  führt, ist nachvollziehbar und wird auch durch den Bericht von N.______ vom
  23. Februar 2018, in welchem sie sich nicht zur Arbeitsfähigkeit
  äusserte, nicht widerlegt.

  
	
   

  
	
  5.2.4 Damit ging die Beschwerdegegnerin
  zutreffend davon aus, dass der Beschwerdeführerin in einer sehr leichten bis
  leichten Tätigkeit ein Arbeitspensum mit einer Präsenzzeit von 50 % und
  (angepasst auf das Pensum von 50 %) zwei zusätzlichen viertelstündigen
  Pausen bzw. einer halbstündigen Pause zumutbar sei

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des
  Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
  Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
  und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
  bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
  Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
  wäre.

  
	
   

  
	
  Für die Ermittlung des
  Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt
  des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
  als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGer-Urteil 9C_128/2014 vom
  20. März 2014 E. 2.1). Dabei wird in der Regel beim zuletzt
  erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
  angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht,
  dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre.
  Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der
  Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den der Versicherte ohne den
  Unfall oder die Berufskrankheit im Jahr vor dem Rentenbeginn bezogen hätte,
  sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der
  Berufskrankheit erzielte Lohn (Art. 24 Abs. 2 UVV).

  
	
   

  
	
  Demgegenüber kann auf den
  tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt werden, wenn die versicherte
  Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit ausübt, bei der
  besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass
  sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
  ausschöpft. Zudem muss das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen
  und nicht als Soziallohn erscheinen (Urteil 8C_347/2014 vom 15. Oktober
  2014 E. 4.2.4).

  
	
   

  
	
  5.3.2 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens stützte
  sich die Suva zu Recht auf die Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin der
  Beschwerdeführerin und stellte für das Jahr 2018 ein Einkommen von
  Fr. 42'442.40 fest. Dies wird durch die Beschwerdeführerin nicht
  beanstandet.

  
	
   

  
	
  5.3.3 Die Beschwerdeführerin vertritt hingegen die
  Ansicht, dass beim Invalideneinkommen vom tatsächlich bei der I.______
  erzielten Verdienst von Fr. 600.- pro Monat auszugehen sei. Gemäss den
  im Recht liegenden Berichten ergibt sich folgendes Zumutbarkeitsprofil: Die
  Beschwerdeführerin kann noch sehr
  leichte bis leichte wechselbelastende Arbeit leisten. Jedoch muss die
  Arbeitstätigkeit wechselnde Arbeitspositionen erlauben. Sie darf keine
  statischen Haltearbeiten vor Körperniveau, schnelle, repetitive Beuge-
  bzw. Rotationsbewegungen, Arbeiten mit hämmernden, schlagenden oder
  vibrierenden Maschinen sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten auf Gerüsten oder
  Dächern bzw. Arbeiten in der Hocke oder Kniend umfassen. Das Besteigen
  von Leitern ist allenfalls gelegentlich, das Treppensteigen gelegentlich
  zumutbar. Während der Arbeitszeit sollte die Beschwerdeführerin keinen
  emotional belastenden Situationen ausgesetzt werden. Eine überschaubare
  Arbeitsgestaltung muss gewährleistet sein. Die Beschwerdeführerin darf nicht
  für Schicht- und Nachtarbeit eingesetzt werden. Dies mit einem Pensum im
  Umfang von 50 %, wobei es zusätzlich zu einer halbstündigen
  Pause möglich sein muss, nochmals zwei viertelstündige oder eine halbstündige
  Pause einzulegen.

  
	
   

  
	
  Daraus folgt ohne
  Weiteres, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Tätigkeit von 20 % bei
  der I.______ die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise
  ausschöpft. Da die LSE 2014, TA 1, Kompetenzniveau 1, eine Vielzahl von
  sehr einfachen Tätigkeiten aufweist, welche mit dem Zumutbarkeitsprofil der
  Beschwerdeführerin vereinbar sind, durfte die Beschwerdegegnerin auf den
  Tabellenlohn abstellen. Dabei ging sie zutreffend von einem halben Pensum der
  betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche aus, von welchem sie
  den zusätzlichen Pausenbedarf von 2,5 Stunden pro Woche abzog, womit 18,35
  Stunden resultieren (41,7 Stunden / 2 - 2,5 Stunden). Bezogen auf ein
  Vollpensum beträgt der auf das Jahr 2018 indexierte und auf die
  betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden aufgerechnete Tabellenlohn
  im Jahr Fr. 55'040.60 (12 x 4'300 x 41,7 / 40 x 1,004 x 1,007 x 1,004 x
  1,008). Bei einem Pensum von 18,35 Stunden ergibt sich somit der massgebende
  Tabellenlohn von Fr. 24'220.50 (Fr. 55'040.60 x 18,35 / 41,7). 

  
	
   

  
	
  5.3.4 Von diesem Tabellenlohn gewährte die
  Beschwerdegegnerin einen Abzug von 15 %, was angesichts des
  eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils nicht zu beanstanden ist. Damit ergibt
  sich ein Invalideneinkommen von Fr. 20'587.43 (Fr. 24'220.50 –
  15 %). Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 42'442.40
  resultiert der von der Beschwerdegegnerin korrekt ermittelte Invaliditätsgrad
  von 51 %.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. a ATSG). Da die Beschwerdeführerin unterliegt, steht
  ihr keine Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]