# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7a1c794-4fc9-5b95-a991-4d19a617d9bb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2010 D-8149/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8149-2010_2010-11-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8149/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______,
alias A._______, geboren C._______,
Nigeria,
D._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 18. November 
2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8149/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
Nigeria im Mai 2000 verliess und sich bis im Oktober 2001 in verschie-
denen nordafrikanischen Ländern aufhielt,

dass er im Oktober 2001 nach E._______ gelangte, nach einem ein-
monatigen Aufenthalt  auf  dem Luftweg  nach  F._______  weiterreiste, 
wo er während dreier Monate bei Freunden lebte,

dass er seine Reise im Januar 2002 fortsetzte und auf dem Luftweg 
nach Italien gelangte, wo er ein Asylgesuch stellte,

dass er am 24. November 2004 in einem Flugzeug zu seinen Freunden 
in G._______ zurückkehrte, wo er sich während weiterer dreier Jahre 
aufhielt, 

das er im Jahr 2007 auf dem Luftweg erneut nach Italien gelangte, wo 
er sich während 20 Monaten aufhielt,

dass er am 8. September 2010 in die Schweiz einreiste und gleichen-
tags im H._______ ein Asylgesuch einreichte,

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben im Januar 2002 
in  Italien  ein  Asylgesuch  gestellt  hatte,  indessen  zum Ausgang  des 
Verfahrens keine Angaben machen konnte,

dass er am 14. September 2010 im EVZ summarisch zu seinen Asyl -
gründen befragt wurde, wobei er darlegte, er sei aus wirtschaftlichen 
Gründen in die Schweiz gelangt,

dass er aus einer  armen Familie  stamme und sein  Vater  mit  seinen 
fünf Ehefrauen insgesamt zwanzig Kinder gezeugt habe, 

dass die Einkünfte nicht gereicht hätten und er mit seiner Arbeit nicht  
für  alle  habe  sorgen  können,  weshalb  er  sich  aus  wirtschaftlichen 
Gründen zur Ausreise entschieden habe, 

dass dem Beschwerdeführer am 14. September  2010 das rechtliche 
Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien beziehungsweise 
G._______ und zu einem möglichen Nichteintretensentscheid gewährt 
wurde,

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dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird, 

dass das BFM die italienischen Behörden am 30. September 2010 um 
Übernahme des Beschwerdeführers ersuchte,

dass  von  den  italienischen  Behörden  bis  zum  Ablauf  der  Frist  am 
31. Oktober  2010  keine  Antwort  einging,  indessen  nach  Eintritt  der 
Verfristung eine positive Antwort vom 10. November 2010 erging,

dass das BFM mit Verfügung vom 18. November 2010 in Anwendung 
von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 
die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien sowie den Vollzug spä-
testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist anordnete und fest-
hielt,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe  keine 
aufschiebende Wirkung,

dass das BFM zur Begründung anführte, aus den Aussagen des Be-
schwerdeführers  gehe hervor, dass  er  im Januar  2002 in Italien  ein  
Asylgesuch eingereicht habe, 

dass Italien gestützt  auf  das  Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder 
in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsabkom-
men  [DAA,  SR  0.142.392.68]) und  auf das  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember 2004, 
SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist nicht 
geantwortet hätten, weshalb die Zuständigkeit gemäss Art. 20 Abs. 1 
Bst. c der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 
2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 
Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist,  

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den  ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat 
gestellt hat (Dublin-II-Verordnung), auf Italien übergegangen sei,

dass Italien nach Ablauf  der Frist  für die Stellungnahme einer Über-
nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dub-
lin-II-Verordnung zugestimmt habe,

dass die Rückführung, -  vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung - bis spätestens am 30. April 2011 zu erfolgen ha-
be, 

dass dem Beschwerdeführer dazu das rechtliche Gehör gewährt wor-
den sei, wobei er ausgesagt habe, er wolle nicht nach Italien zurück-
kehren, weil er dort keine Unterkunft und keine Arbeit bekommen ha-
be, 

dass diese Aussagen kein Hindernis für den Wegweisungsvollzug dar-
stellen würden, da Italien als Rechtsstaat gemäss Dublin-Abkommen 
zur Rückübernahme verpflichtet sei,

dass Italien die Minimum Standards der EU für die Aufnahme der Asyl-
gesuchsteller anwende und demzufolge Aufnahmestrukturen zur Verfü-
gung stelle,

dass aus dem vom Beschwerdeführer am 8. September 2010 einge-
reichten  ärztlichen  Zeugnis  hervorgehe,  er  sei  I._______  und  in 
J._______ behandelt worden,

dass sämtliche Dublin-Staaten über eine adäquate medizinische Ver-
sorgung aller Krankheitsbilder verfügten, weshalb nicht im Einzelfall zu 
prüfen sei, ob eine bestimmte Krankheit angemessen behandelt wer-
den könne,

dass sämtliche Dublin-Staaten nicht nur die medizinische Behandlung 
aller  Krankheitsbilder,  sondern  auch  den  Zugang  zu  medizinischen 
Leistungen sicherstellen würden,

dass keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs nach Italien sprechen würden und insbesondere von der 
Reisefähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden könne,

dass der Wegweisungsvollzug durchführbar sei,

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dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  23.  November  2010 
(Poststempel) Beschwerde gegen diese Verfügung einreichte und be-
antragte, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und die Vorinstanz 
sei  anzuweisen,  ihr  Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich für 
das vorliegende Asylverfahren als zuständig zu erklären, im Sinne vor-
sorglicher Massnahmen sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und 
die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach 
Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  Be-
schwerde entschieden habe, 

dass  er  zudem um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  sowie  um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass mit Telefax vom 24. November 2010 der Vollzug der Wegweisung 
im  Rahmen einer  vorsorglichen  Massnahme (Art.  56  VwVG)  ausge-
setzt wurde,

dass die vorinstanzlichen Akten am 25. November 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass sich aus den Akten ergibt und auch unbestritten blieb, dass der 
Beschwerdeführer während mehrerer Jahre in Italien lebte und dort ein 
Asylgesuch einreichte,

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dass er sich gemäss eigenen Angaben ein erstes Mal von Januar 2002 
bis 24. November 2004 und ein zweites Mal von 2007 bis zum 8. Sep-
tember 2010 in Italien aufhielt, bevor er in die Schweiz weiterreiste,

dass  die  italienischen  Behörden  einer  Wiederaufnahme  des  Be-
schwerdeführers am 10. November 2010 zustimmten (vgl. A 16/2),

dass der Beschwerdeführer somit nach Italien und damit in einen Dritt-
staat  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines  Asylgesuches 
staatsvertraglich zuständig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  geltend 
macht,  er  sei  I._______ und aufgrund der unzureichenden medizini-
schen Behandlung in Italien in die Schweiz gelangt, 

dass sein gesundheitlicher Zustand in Italien niemanden gekümmert 
habe, obwohl er eine regelmässige medizinische Behandlung benöti-
ge,

dass ihm in Italien nicht einmal eine Unterkunft  gewährt  worden sei,  
weshalb  sich  sein  Zustand  zunehmend  verschlechtert  habe,  und  er 
nicht glaube, Italien erkläre sich ab sofort bereit, ihm die nötige medizi -
nische Behandlung zu gewähren,

dass das Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich festhält, dass Itali-
en sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und der  Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten  (EMRK,  SR 0.101) ist  und  keine  konkreten  Anhaltspunkte 
vorliegen, dass sich Italien nicht an die daraus resultierenden völker-
rechtlichen Verpflichtungen halten würde,

dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Un-
terbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt wer-
den und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche pri -
vate  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen, 

dass auch keine Hinweise dafür bestehen, Italien würde seinen Ver-
pflichtungen  im  Rahmen  der  Dublin-II-Verordnung  in  medizinischer 
Hinsicht nicht nachkommen,

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dass unter diesen Umständen keine konkreten Anhaltspunkte dafür er -
sichtlich  sind,  der  Beschwerdeführer  würde  im Falle  einer  Rückkehr 
nach Italien dort in eine existenzielle Notlage geraten,

dass die Vorbringen in der Beschwerde, wonach ihm in Italien die be-
nötigte medizinische Versorgung verwehrt geblieben sei und sein ge-
sundheitlicher Zustand in Italien niemanden interessiert  habe, in kla-
rem Widerspruch zu seinen anlässlich der Kurzbefragung gemachten 
Aussagen stehen,

dass  er  nämlich  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  14.  September 
2010 erklärte, nach seiner erneuten Einreise in Italien im Jahr 2007 
habe er sich sowohl im Spital von K._______ wie auch im Spital von 
J._______ medizinisch behandeln lassen,

dass  er  ebenso  angab,  die  Gemeinde  J._______  habe  ihm  aus 
medizinischen Gründen eine bis Dezember 2009 gültige Aufenthalts-
bewilligung erteilt (vgl. A 1/10, S. 6 f.),

dass der Beschwerdeführer nach der  Rückübersetzung die Wahrheit 
seiner Ausführungen unterschriftlich bestätigte (vgl. A 1/10, S. 8), wes-
halb  er  sich  bei  seinen  diesbezüglichen  Aussagen  behaften  lassen 
muss,

dass nach dem Gesagten der in Widerspruch zu den gemachten Aus-
sagen stehende Einwand in der Rechtsmitteleingabe, wonach dem Be-
schwerdeführer der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Italien ver-
wehrt gewesen sei, als nachgeschoben sowie als unbeholfener Erklä-
rungsversuch zu werten ist, 

dass er zudem unbestrittenermassen Zugang zum italienischen Asyl -
verfahren erhielt,  da er gemäss eigenen Angaben im Januar 2002 in 
Italien ein Asylgesuch stellte und ihm eine Aufenthaltsbewilligung er -
teilt  wurde,  welche gemäss seinen eigenen Aussagen mehrfach ver-
längert wurde (vgl. A 1/10, S. 6 f.),

dass  darüber  hinaus  den  Akten  keine  Anhaltspunkte  zu  entnehmen 
sind, der in Italien gestellte Asylantrag sei nicht in einem rechtsstaat -
lich korrekten Verfahren geprüft worden oder werde nicht in einem sol-
chen Verfahren geprüft,

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dass allfällige entstehende Schwierigkeiten betreffend Unterkunft oder 
Lebensmittelbeschaffung  bei  einem  illegalen  Aufenthalt  beziehungs-
weise nach Ablehnung eines Asylgesuches nicht gegen eine Rückfüh-
rung in den entsprechenden Staat sprechen,

dass  gemäss  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Men-
schenrechte (EGMR) der  Vollzug der  Wegweisung eines abgewiese-
nen Asylsuchenden mit  gesundheitlichen Problemen im Einzelfall  ei-
nen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann,

dass hierfür jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände vorausgesetzt 
sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 211 f., mit einer Zusammen-
fassung der Rechtsprechung des EGMR),

dass vorliegend solche ganz aussergewöhnlichen Umstände („very ex-
ceptional  circumstances“),  wie  sie  der  EGMR  in  seinem Urteil  vom 
2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer 
kurzen  Lebenserwartung  aufseiten  des  an  AIDS  erkrankten  Aus-
zuweisenden  erschwerend  die  Gefahr  eines  Todes  unter  extremen 
physischen  und  psychischen  Leiden  hinzukam  (vgl.  BVGE  2009/2 
E. 9.1.3), bei einer Rückkehr nach Italien hinlänglich ausgeschlossen 
werden  können,  zumal  der  Beschwerdeführer  angab,  sowohl  in 
J._______ wie auch in  K._______ medizinisch behandelt  worden zu 
sein und es ihm gut ginge, wenn er die Medikamente einnehme,

dass nach dem Gesagten davon auszugehen ist, dass der Beschwer-
deführer bei Bedarf in Italien eine adäquate medizinische Betreuung in 
Anspruch nehmen kann, 

dass sich eine Rückführung nach Italien in Berücksichtigung gesund-
heitlicher Aspekte somit als zulässig erweist,

dass aus diesen Gründen der Eingang des in Aussicht gestellten Arzt-
berichtes  nicht  abzuwarten  ist,  zumal  der  angebotene Beweis  keine 
wesentlichen  (neuen)  Erkenntnisse  zu  vermitteln  vermöchte  (antizi-
pierte Beweiswürdigung; zum Ganzen BVGE 2008/24 E. 7.2),

dass der Beschwerdeführer keine Gründe vorbringen kann, die die Zu-
ständigkeit  der  Schweiz  zur  Durchführung  des  Asyl-  und  Wegwei-
sungsverfahrens  nach  sich  ziehen  würden  beziehungsweise  die  der 
Ausreise in den Drittstaat entgegen stünden,

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dass weder angesichts der Verhältnisse in Italien noch zufolge der in -
dividuellen Situation des Beschwerdeführers Anlass zur Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts  im  Sinne  von  Art. 3  Abs. 2  Dublin-II-Verordnung 
besteht, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, 

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG, bei dem es um ein Überstellungsverfahren in den für die 
Prüfung des Asylgesuchs zuständigen Mitgliedstaat  handelt,  system-
bedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art 44 
Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 - 4 des Bundesgesetzes vom 16.  De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20),

dass  nämlich  die  Frage  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen 
vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  selber 
stattfinden  muss,  namentlich  im  Rahmen eines  allfälligen  Selbstein-
trittsrechts im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung, welches, 
wie vorstehend ausgeführt wurde, nicht zur Anwendung gelangt,

dass in diesem Sinne das BFM demnach den Vollzug der Wegweisung 
nach Italien zu Recht angeordnet hat,

dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde 
näher einzugehen, da diese nicht geeignet sind, zu einer anderen Be-
trachtungsweise zu führen,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 

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oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass mit  dem vorliegenden Entscheid in  der Hauptsache der Antrag 
auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und das 
Gesuch um Verzicht  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses ge-
genstandslos werden,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent -
geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet einer 
allfälligen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.− 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- das L._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

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