# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c02966f5-2184-5c6d-b4d1-d804c0b51468
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 23.01.2015 SK1 2014 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2014-27_2015-01-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 23. Januar 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 14 27 28. Januar 2015

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Richter Brunner und Michael Dürst
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. Martin Suenderhauf, Gäuggelistrasse 16, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 5. Juni 2014, mitgeteilt am 14. 
August 2014, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Überlassen eines nicht vorschriftsgemässen und nicht betriebssicheren 
Fahrzeugs,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1978 in O.1_____ geboren und wuchs zusammen 
mit zwei Geschwistern in geordneten Verhältnissen bei seinen Eltern in O.2_____ 
auf, wo er auch die Primar- und Sekundarschule besuchte. Nach dem Schulab-
schluss trat er bei der A._____ eine Lehre als Maschinenzeichner an, die er je-
doch wegen Differenzen mit dem Lehrmeister abbrach. In der Folge absolvierte 
X._____ bei der B._____AG in O.3_____ eine zweijährige Lehre als Radio-/TV-
Verkäufer, worauf er im Jahre 1998 die Rekrutenschule besuchte. Im Anschluss 
daran arbeitete er während eines Jahres in seinem erlernten Beruf als Verkäufer 
im C._____ in O.1_____ sowie bei der D._____AG in O.4_____. Seit etwa zehn 
Jahren ist X._____ selbständig. Er betreibt zusammen mit seinem Vater und sei-
nem Bruder das Transportunternehmen E._____GmbH, in welchem zurzeit sieben 
bis acht Angestellte beschäftigt werden. Eigenen Angaben zufolge erzielt er mit 
dieser Tätigkeit ein monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 3'500.-- bis Fr. 
3'600.--. X._____ hat weder Schulden noch Vermögen und ist mit F._____ verhei-
ratet.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ mit drei Eintragungen ver-
zeichnet. Mit Strafmandat des Kreispräsidenten Fünf Dörfer vom 3. Dezember 
2004 wurde er wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von 
Fr. 1'000.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von einem Jahr, und mit Straf-
mandat der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 14. Juni 2005 wegen Fahrens 
in fahrunfähigem Zustand (Motorfahrzeug, qualifizierte Blutalkoholkonzentration) 
und Verletzung von Verkehrsregeln zu 30 Tagen Gefängnis, bedingt vollziehbar 
bei einer Probezeit von vier Jahren, und einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. Fer-
ner bestrafte der Kantongerichtsausschuss Graubünden X._____ mit Urteil vom 
21. Mai 2008 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Motorfahrzeug, qualifi-
zierte Blutalkoholkonzentration von 0.9‰) mit einer Geldstrafe von 60 Tages-
sätzen zu je Fr. 50.--.

Gemäss Auszug aus dem SVG-Massnahmenregister wurde X._____ der Füh-
rerausweis zum ersten Mal wegen Geschwindigkeitsübertretung für die Dauer vom 
30. März 2005 bis 29. April 2005 entzogen. In der Folge erfolgten zwei weitere 
Führerausweisentzüge, und zwar vom 5. Mai 2005 bis 4. November 2005 wegen 
Angetrunkenheit und überhöhter Geschwindigkeit sowie vom 20. August 2010 bis 
19. August 2011 wegen Angetrunkenheit, überhöhter Geschwindigkeit und ande-
rer Fahrfehler. Am 20. Dezember 2010 wurde X._____ der Führerausweis wegen 

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Angetrunkenheit und Alkoholabhängigkeit/-missbrauch ein letztes Mal bis auf wei-
teres entzogen.

B. Am 10. Januar 2013, mitgeteilt am 17. Januar 2013, erliess die Staatsan-
waltschaft Graubünden einen Strafbefehl und sprach X._____ des Überlassens 
eines nicht vorschriftsgemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss 
Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG für schuldig und bestrafte 
ihn mit einer Busse von Fr. 300.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung an deren Stelle 
mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. Gegen diesen Strafbefehl liess 
X._____ am 21. Januar 2013 Einsprache erheben, woraufhin die Staatsanwalt-
schaft Graubünden weitere Beweise abnahm (Art. 355 Abs. 1 StPO). Mit Partei-
mitteilung vom 30. April 2013 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden X._____ 
mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei und stellte ihm aufgrund der 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Anklageerhebung beim Gericht 
gemäss Art. 324 ff. StPO in Aussicht. 

C. Am 10. Juli 2013 übermittelte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Ver-
fahrensakten dem Bezirksgericht Prättigau/Davos und erklärte im Rahmen der 
Anklageschrift, dass auf eine Vorladung zur Hauptverhandlung verzichtet werde. 
Der Anklageschrift vom 8. Juli 2013 liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

"Am 4. Oktober 2012 lenkte G._____ den nicht betriebssicheren Lieferwa-
gen seiner Arbeitgeberfirma, der E._____GmbH, einen IVECO Daily, GR 
_____, von O.5_____ bis O.6_____, wo er von der Polizei kontrolliert wur-
de.

Am Lieferwagen wurden folgende Mängel festgestellt:

Die Feststellbremse wies keine Bremskraft auf. Im Fahrzeug leuchteten die 
Warnlampe der Bremsverschleissanzeige sowie die Kontrolllampe des Air-
bags. Am Lieferwagen fehlten ausserdem diverse Abdeckungen. Die linke 
Seitenscheibe war zudem aufgezogen und festgeklebt. Am linken Seiten-
spiegel war das Glas gerissen und das linke und rechte Standlicht sowie 
das linke Fernlicht waren defekt. Die vordere rechte Felge war deformiert. 
Am Kotflügel war die rechte Abdeckung lose. Der linke und rechte Stabili-
sator hatte Spiel. Die linken und rechten Federpakete an der hinteren Ach-
se waren gebrochen. Zudem war am vorderen oberen linken Führungsge-
lenk die Schraube lose. Der Lieferwagen wurde noch gleichentags vom 
Strassenverkehrsamt Graubünden durch Annullierung des Fahrzeugaus-
weises aus dem Verkehr genommen.

Der Beschuldigte ist als Geschäftsführer der E._____GmbH für den vor-
schriftsgemässen Zustand der Firmenfahrzeuge verantwortlich. Obwohl er 
die Mängel am fraglichen Lieferwagen kannte, hat er es unterlassen, die 
Verwendung dieses Fahrzeuges nach seinen Möglichkeiten zu verhindern, 
indem er z.B. die Fahrzeugschlüssel nicht an einem sicheren Ort aufbe-
wahrte oder indem er die Kontrollschilder am Fahrzeug beliess."

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D. Die Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Prättigau/Davos, zu welcher mit 
prozessleitender Verfügung vom 24. Februar 2014 vorgeladen worden war, fand 
am 5. Juni 2014 statt. X._____ erschien in Begleitung seines Rechtsanwalts lic. 
iur. Martin Suenderhauf. Die Staatsanwaltschaft Graubünden war nicht zugegen. 
Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:

"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden (siehe Ziff. 3 der Anklage-
schrift, act. 38):

1. X._____ sei schuldig des Überlassens eines nicht vorschriftsgemässen 
und nicht betriebssicheren Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG in Verbin-
dung mit Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG.

2. X._____ sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen.

3. Die Kosten des Verfahrens seien X._____ zu überbinden.

Anträge beschuldigte Person (RA lic. iur. Martin Suenderhauf):

1. X._____ sei vom Vorwurf des Überlassens eines nicht vorschrifts-
gemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG 
i.V.m. Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG freizusprechen.

2. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.

3. Dem Beschuldigten sei für seine Verteidigungsaufwendungen eine 
Parteientschädigung von CHF 6'335.20 zuzusprechen."

E. Gegen das am 5. Juni 2014 gefällte, dem Beschuldigten gleichentags 
mündlich eröffnete und am 6. Juni 2014 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte 
Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos meldete X._____ am 11. Juni 2014 Be-
rufung an, woraufhin das Bezirksgericht Prättigau/Davos den Parteien das be-
gründete Urteil am 14. August 2014 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:

"1. X._____ ist schuldig des Überlassens eines nicht vorschriftsgemässen 
und nicht betriebssicheren Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG in Verbin-
dung mit Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG.

2. Dafür wird X._____ bestraft mit einer Busse von CHF 300.00. Die Er-
satzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die Stelle 
der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'130.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
1'330.00, Gerichtsgebühren CHF 1'800.00) gehen zu Lasten von 
X._____.

X._____ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:

Busse CHF   300.00

Verfahrenskosten CHF 3'130.00

Total CHF 3'430.00

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In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Ein-
zahlungsschein zu bezahlen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung)."

Das Bezirksgericht Prättigau/Davos gelangte nach Würdigung der sich bei den 
Akten befindlichen Aussagen zum Schluss, dass der Beschuldigte der ihm oblie-
genden Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei und sich demnach der fahrlässi-
gen Tatbegehung schuldig gemacht habe.

F. Mit Berufungserklärung vom 9. September 2014 stellte X._____ folgende 
Anträge:

"I. RECHTSBEGEHREN

1. Ziff. 1 - 3 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Prätti-
gau/Davos vom 05. Juni 2014, mitgeteilt am 14. August 2014, seien 
vollumfänglich aufzuheben.

2. Der Berufungskläger sei vom Vorwurf des Überlassens eines nicht 
vorschriftsgemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeuges gemäss 
Art. 29 SVG i.V.m. Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG freizusprechen.

3. Die Verfahrenskosten (Untersuchungsgebühren und Auslagen Staats-
anwaltschaft, Gerichtsgebühren Bezirksgericht Prättigau/Davos) seien 
vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.

4. Dem Berufungskläger sei für seine Verteidigungsaufwendungen im 
Verfahren vor der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz eine Partei-
entschädigung in Höhe von Fr. 6'335.20 zuzusprechen.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu 
nehmen.

6. Dem Berufungskläger seien zulasten des Staates die anwaltlichen 
Aufwendungen für das Berufungsverfahren zu ersetzen bzw. als Par-
teientschädigung zuzusprechen.

II. BEWEISANTRÄGE

Es sei F._____, als Zeugin zu befragen."

G. Mit Schreiben vom 16. September 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden einerseits die kostenfällige Abweisung der Berufung und andererseits 
unter Verweis auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil die Abweisung des 
Antrags auf Zeugenbefragung von F._____. Da das Verfahren eine Übertretung 
betrifft, wurde unter Hinweis auf Art. 406 Abs. 1 lit. c und lit. d StPO zudem der 
Antrag gestellt, auf die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung zu 
verzichten.

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H. Mit Beschluss vom 18. September 2014, mitgeteilt gleichentags, ordnete 
die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden gestützt auf Art. 406 
Abs. 1 lit. c StPO die Durchführung des schriftlichen Verfahrens an und setzte 
dem Berufungskläger Frist bis zum 10. Oktober 2014 zur Einreichung der schriftli-
chen Berufungsbegründung. Die Fristansetzung erfolgte unter dem ausdrücklichen 
Hinweis auf Art. 407 Abs. 1 lit. b StPO, wonach die Berufung als zurückgezogen 
gilt, wenn die Partei, welche Berufung erklärt hat, keine schriftliche Eingabe ein-
reicht.

I. Mit Eingabe vom 3. November 2014 liess X._____ dem Kantonsgericht von 
Graubünden innert erstreckter Frist seine schriftliche Berufungsbegründung zu-
kommen, in welcher er mit Ausnahme des Beweisantrags auf Einvernahme von 
F._____ als Zeugin, welcher fallengelassen wurde, an seinen in der Berufungser-
klärung gestellten Rechtsbegehren unverändert festhielt. X._____ macht im We-
sentlichen Verletzungen des Akkusationsprinzips sowie seiner Verteidigungsrech-
te geltend. Darüber hinaus sei das vorinstanzliche Erkenntnis einerseits bundes-
rechtswidrig und andererseits in sich widersprüchlich und damit willkürlich im Sin-
ne von Art. 9 BV.

J. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Schreiben vom 12. No-
vember 2014 unter Hinweis auf die Akten und die Ausführungen im angefochtenen 
Urteil die kostenfällige Abweisung der Berufung.

Auf die weitergehenden Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefoch-
tenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

II. Erwägungen

1.a. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Ge-
richt innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Proto-
koll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfer-
tigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als 
Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungsgeset-
zes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach 
Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Kan-

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tonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des erstin-
stanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. c).

b. Gegen das am 5. Juni 2014 mündlich eröffnete und am 6. Juni 2014 ohne 
schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos 
meldete X._____ am 11. Juni 2014 die Berufung an (act. A.1). Nach Zustellung 
des begründeten Urteils am 14. August 2014 reichte er alsdann fristgemäss am 9. 
September 2014 seine Berufungserklärung ein (act. A.2). Da auch alle anderen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutreten.

c. Bildeten – wie dies vorliegend der Fall ist – ausschliesslich Übertretungen 
Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens, so kann mit der Berufung nur gel-
tend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des 
Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung 
(Art. 398 Abs. 4 StPO). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen oder auf Rechts-
verletzung beruhenden Feststellung des Sachverhalts entspricht Art. 97 BGG. Of-
fensichtlich unrichtig ist eine Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (Lu-
zius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung, Art. 196-457 StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 3a zu Art. 
398 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues 
Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (Art. 408 StPO). Weist das erstinstanz-
liche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden 
können, so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die 
Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines 
neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO). Im 
vorliegenden Fall ist – wie sich nachstehend ergibt – eine Rückweisung nicht er-
forderlich.

2. Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (Art. 405 StPO). Schrift-
liche Berufungsverfahren sollen nach der Schweizerischen Strafprozessordnung 
die Ausnahme bilden (BGE 139 IV 290 E. 1.1 S. 291 f. = Pra 2014 Nr. 20 mit wei-
teren Hinweisen). Art. 406 StPO zählt abschliessend auf, in welchen Fällen das 
Berufungsgericht die Berufung im schriftlichen Verfahren behandeln kann. 
Gemäss Art. 406 Abs. 1 StPO kann das schriftliche Verfahren angeordnet werden, 
wenn ausschliesslich Rechtsfragen zu entscheiden sind (lit. a), wenn der Zivil-
punkt angefochten ist (lit. b), wenn Übertretungen Gegenstand des erstinstanzli-
chen Urteils bilden und mit der Berufung nicht ein Schuldspruch wegen eines Ver-

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brechens oder Vergehens beantragt wird (lit. c), wenn Kosten-, Entschädigungs- 
und Genugtuungsfolgen (lit. d) oder Massnahmen im Sinne von Art. 66-73 StGB 
angefochten sind (lit. e). Mit dem Einverständnis der Parteien kann das schriftliche 
Verfahren zudem angeordnet werden, wenn die Anwesenheit der beschuldigten 
Person nicht erforderlich ist oder wenn Urteile eines Einzelgerichts Gegenstand 
der Berufung sind (Art. 406 Abs. 2 StPO). Mit Beschluss vom 18. September 2014 
ordnete die I. Strafkammer gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. c StPO die Durch-
führung des schriftlichen Verfahrens an (act. F.1), weil lediglich eine Übertretung 
Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildete. Zudem wird mit der Beru-
fung kein Schuldspruch wegen eines Verbrechens oder Vergehens beantragt. Oh-
nehin hat die Beurteilung von Übertretungen in der Regel im schriftlichen Verfah-
ren zu erfolgen. Eine mündliche Verhandlung ist diesfalls namentlich auch deshalb 
entbehrlich, weil weder neue Behauptungen noch Beweise vorgebracht werden 
können (Eugster, a.a.O., N 4 zu Art. 406 StPO). Im Übrigen ist hierzu zu bemer-
ken, dass die Vorinstanz bereits eine öffentliche Verhandlung mit Urteilsverkün-
dung durchgeführt hat, eine reformatio in peius aufgrund der ausschliesslich durch 
den Beschuldigten eingelegten Berufung ausgeschlossen ist und der Berufungs-
kläger gegen die Anordnung des schriftlichen Verfahrens keine Einwände erhoben 
hat.

3. In seiner Berufungserklärung vom 9. September 2014 (act. A.2) beantragte 
der Berufungskläger die von der Vorinstanz abgelehnte Befragung seiner Ehefrau 
F._____ als Zeugin erneut und führte zur Begründung aus, durch ihre Aussage 
könne erhärtet werden, dass G._____ bei Antritt der Frühschicht am 4. Oktober 
2012 mehrere betriebssichere Fahrzeuge hätte nutzen können; ebenso lasse sich 
dadurch erhärten, dass für jedermann erkennbar gewesen sei, dass das von 
G._____ verwendete Fahrzeug nicht hätte benutzt werden dürfen. Die Vorinstanz 
verzichtete in antizipierter Beweiswürdigung auf die nochmalige Einvernahme von 
F._____ (angefochtenes Urteil, E. 2 S. 7). In der schriftlichen Berufungsbegrün-
dung vom 3. November 2014 (act. A.4) findet dieser Beweisantrag keine Erwäh-
nung mehr, obgleich in der Berufungserklärung in Aussicht gestellt wurde, dass 
darauf in der schriftlichen Berufungsbegründung noch näher eingegangen werde 
(vgl. act. A.2 S. 3). Dies kann nur bedeuten, dass der entsprechende Beweisan-
trag fallengelassen wurde. Ungeachtet dessen besteht – wie sich aus den nach-
folgenden Erwägungen ergibt – an einer erneuten Einvernahme von F._____ aber 
ohnehin keine Notwendigkeit, sodass hiervon selbst dann abzusehen wäre, wenn 
am Beweisantrag festgehalten würde.

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4. Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz des Überlassens eines nicht 
vorschriftsgemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG in 
Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG schuldig gesprochen und hierfür mit einer 
Busse von Fr. 300.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung derselben mit einer Ersatz-
freiheitsstrafe von drei Tagen, bestraft. Mit der vorliegenden Berufung verlangt 
X._____ die Aufhebung der Ziffern 1-3 des angefochtenen Urteils und damit einen 
Freispruch in Bezug auf die ihm zur Last gelegte Verkehrsregelverletzung. Diesem 
Antrag entsprechend seien die Verfahrenskosten vollumfänglich auf die Staats-
kasse zu nehmen und ihm sei für seine Verteidigungsaufwendungen im Verfahren 
vor der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz eine Parteientschädigung in Höhe 
von Fr. 6'335.30 zuzusprechen. Die Staatsanwaltschaft stellt unter Hinweis auf die 
Akten und die Ausführungen im angefochtenen Urteil Antrag auf kostenfällige Ab-
weisung der Berufung.

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, erfolgte die dem Berufungskläger 
vorgeworfene Übertretung am 4. Oktober 2012, weshalb für die Beurteilung der-
selben grundsätzlich das in der Fassung vom 1. Mai 2012 geltende Strassenver-
kehrsgesetz massgebend ist. Per 1. Januar 2013 wurde Art. 93 SVG gestützt auf 
das Bundesgesetz vom 15. Juni 2012 über die Änderung des Strassenverkehrs-
gesetzes (AS 2012 6291 ff.) neu gefasst. Mit Ausnahme von redaktionellen An-
passungen (neu Art. 93 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a und lit. b SVG statt Art. 93 Ziff. 1 
und Ziff. 2 SVG) blieben die Bestimmungen betreffend einfache und grobe Ver-
kehrsregelverletzung materiell unverändert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_121/2013 vom 8. April 2013 E. 2 in Bezug auf Art. 90 SVG). Art. 29 SVG er-
fuhr keinerlei Anpassungen und ist mit der vorherigen Bestimmung identisch. An-
gesichts dessen ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auf die aktuellen Be-
stimmungen zu Art. 29 SVG und Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG abzustellen. Die Beurtei-
lung nach dem neuen Recht ist auch mit Blick auf Art. 2 StGB unbestritten, was 
auch vom Berufungskläger ausdrücklich anerkannt wird (act. A.4 S. 2).

5.a. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10 Abs. 1 StPO). Beste-
hen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 
der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der 
derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten 
Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflich-
tet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (Wolfgang Wohlers, in: Donatsch/ 

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Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Nachweis sind hohe 
Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, 
nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV, 
Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungsregel 
„in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für 
den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objekti-
ver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich 
der Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind 
indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Ge-
wissheit nicht verlangt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_277/2010 vom 
7. Juni 2010 E. 2.3.3). Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unter-
drückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 2.c S. 37). Aufgabe des Richters ist es, 
ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und 
sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien 
stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermö-
gen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung 
auf der Grundlage des Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. 
Aufl., Zürich 2004, N 294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon 
dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr an-
hand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob 
die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeu-
gen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der 
anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro 
reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden. In 
diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen.

b. Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (Niklaus Schmid, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 5 zu 
Art. 10 StPO). Ferner schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermittlung der 
materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Parteien aus 
(ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Auskunftsperso-
nen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Auch 
wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt seine Aussage eben-

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falls ein Beweismittel dar und seine Aussagen sind richterlich auf ihre materielle 
Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die Form, sondern 
der Gesamteindruck, d.h. die Art und Weise der Bekundung, sowie die Überzeu-
gungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entscheidend (Robert Hauser/Erhard 
Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, 
§ 54 N 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des Aussagenden, son-
dern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im Vordergrund steht. 
Mehrere Indizien, die, einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewissen Wahr-
scheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können zusammen vol-
len Beweis und volle Überzeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel aus-
schliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu 
würdigen (Urteil des Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4). Als 
Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit 
und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und 
anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im Detail Friedrich Arnt-
zen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaub-
würdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993).

c. Anzumerken bleibt, dass der „Aussage der ersten Stunde“ der Parteien und 
allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, erfolgt sie 
doch zeitnah zum Geschehen und ist sie weniger mit Erinnerungslücken und allfäl-
ligen Absprachen behaftet als eine Aussage, welche Wochen oder Monate später 
erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 E. 3 sowie im Bereich des Sozialversiche-
rungsrechts BGE 121 V 45 E. 2.a S. 47, wonach die spontanen „Aussagen der 
ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die späteren 
Darstellungen).

6. Fahrzeuge dürfen nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zu-
stand verkehren. Sie müssen so beschaffen und unterhalten sein, dass die Ver-
kehrsregeln befolgt werden können und dass Führer, Mitfahrende und andere 
Strassenbenützer nicht gefährdet und die Strassen nicht beschädigt werden (Art. 
29 SVG). Gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG wird mit Busse bestraft, wer als Halter 
oder wie ein Halter für die Betriebssicherheit eines Fahrzeugs verantwortlich ist 
und wissentlich oder aus Sorglosigkeit den Gebrauch des nicht den Vorschriften 
entsprechenden Fahrzeugs duldet. 

a. Unbestritten und aufgrund der Akten zweifelsfrei nachgewiesen ist 
zunächst, dass das fragliche Fahrzeug nicht den Vorschriften von Art. 29 SVG 
entsprach und damit dessen Verkehrs- und Betriebssicherheit nicht gegeben war 

Seite  12 — 24

(vgl. Akten StA, act. 3 und 4). Diesbezüglich kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 
4 StPO auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil (E. 5 S. 10 f.) 
verwiesen werden. Die Vorinstanz legte des Weiteren ebenfalls zutreffend dar, 
dass der Berufungskläger als Geschäftsführer der E._____GmbH und Zuständiger 
für die technischen Belange der Fahrzeuge sowie als derjenige, welcher als Ge-
schäftsführer die Verfügungsmacht über die Fahrzeuge hat, für den Unterhalt und 
die Betriebssicherheit der Fahrzeugflotte wie ein Halter verantwortlich ist und des-
halb unter den Anwendungsbereich von Art. 93 Abs. 2 SVG fällt (angefochtenes 
Urteil, E. 6 S. 11 ff.). Dies wird auch vom Berufungskläger anerkannt, wenn er in 
der Berufungsbegründung ausführt, es werde nicht bestritten, "dass X._____ in 
seiner damaligen Funktion bei der E._____GmbH unter den Anwendungsbereich 
der vorerwähnten Bestimmung fällt" (act. A.4 S. 3). Insofern kann auch hierfür auf 
die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 
StPO).

b. Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG kann vorsätzlich oder fahrlässig begangen werden. 
Fahrlässig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvor-
sichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die 
Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den 
Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 
Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässigen Überlassens eines nicht vor-
schriftsgemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeugs setzt somit voraus, dass 
der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorg-
faltswidrig ist ein Verhalten, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der 
Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefähr-
dung der Rechtsgüter hätte erkennen können und müssen und wenn er zugleich 
die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere Normen ein 
bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden 
Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus, dass der 
Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den 
allgemeinen Gefahrensatz gestützt werden kann. Die Vorsicht, zu der ein Täter 
verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen 
Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten 
in Vorschriften gefasst werden können. Grundvoraussetzung für das Bestehen 
einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die 
Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe 
müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraus-
sehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der be-

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treffenden Rechtsgüter hätte voraussehen beziehungsweise erkennen können und 
müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Da-
nach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizu-
führen oder mindestens zu begünstigen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Er-
folg vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und 
geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben 
wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters 
mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs 
bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4 S. 9 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_738/2012 vom 
18. Juli 2013 E. 2.3.1).

c. Die Vorinstanz befand den Berufungskläger vorliegend der fahrlässigen 
Tatbegehung für schuldig. Zur Begründung wurde ausgeführt, er sei der ihm gebo-
tenen Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen und habe geduldet und nicht verhin-
dert, dass G._____ das nicht betriebssichere Fahrzeug am 4. Oktober 2012 be-
nutzt habe. Zwar habe er nach eigenen Angaben einen Zettel im nicht betriebssi-
cheren Fahrzeug hinterlassen, die getroffene Massnahme habe jedoch nicht ver-
hindert, dass das nicht verkehrstaugliche Fahrzeug dennoch eingesetzt worden 
sei. Nach Angaben von G._____ sei das verkehrsuntaugliche Fahrzeug mehrmals 
pro Monat im Einsatz gewesen und auch F._____ habe nicht ausschliessen kön-
nen, dass das besagte Fahrzeug von G._____ mehrmals benutzt worden sei. Dem 
Beschuldigten und Geschäftsführer sei deshalb vorzuwerfen, den Betrieb nicht so 
organisiert zu haben, dass den Chauffeuren die Benutzung des verkehrsuntaugli-
chen Fahrzeugs verunmöglicht worden sei. Einerseits hätte er eine solche Situati-
on verhindern können, wenn er den Chauffeuren die Fahrzeuge jeweils konkret 
zugewiesen hätte. Andererseits wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er den 
Schlüssel dort aufbewahre, wo nicht jeder Chauffeur Zugang dazu habe. Unge-
wöhnlich erscheine auch die Tatsache, dass das besagte Fahrzeug noch eingelöst 
bzw. die Nummernschilder noch montiert gewesen seien und dass die Kosten 
dafür getragen würden, obwohl das Fahrzeug selbst nach Auffassung des Be-
schuldigten nicht mehr verkehrstauglich gewesen sei. Eine Autonummer wäre für 
das Umparkieren auf dem Depotareal nicht notwendig gewesen. Letztlich wäre ein 
Zettel so anzubringen gewesen, dass dieser nicht verrutsche und mit Sicherheit 
jeder der Chauffeure diesen auch bemerke. Der Beschuldigte sei demnach der 
ihm obliegenden Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen und habe sich der fahrläs-
sigen Tatbegehung schuldig gemacht.

Seite  14 — 24

d. Der Berufungskläger kritisiert das angefochtene Urteil insofern, als damit 
faktisch eine strafrechtliche Kausalhaftung stipuliert werde, indem die Vorinstanz 
die Tatbestandsmässigkeit allein schon darin begründet sehe, dass G._____ los-
gelöst von den konkreten Umständen die Möglichkeit gehabt habe, das Fahrzeug 
zu benutzen. Tatbestandsmässigkeit im Sinne von Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG setze 
indessen voraus, dass der für die Betriebssicherheit eines Fahrzeugs zuständige 
Verantwortungsträger den Gebrauch des Fahrzeugs aus Sorglosigkeit dulde. Al-
lein die Tatsache, dass die Benutzung eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs 
durch den Chauffeur möglich geblieben sei, erfülle den Tatbestand von Art. 93 
Abs. 2 lit. b SVG nicht. Insoweit erweise sich das vorinstanzliche Erkenntnis als 
bundesrechtswidrig und sei daher aufzuheben. Unbesehen davon übersehe die 
Vorinstanz, dass im konkreten Fall G._____ selbst die inkriminierte Fahrt ausge-
führt habe. Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz habe dieser vor 
der inkriminierten Fahrt im Detail um die Mängel dieses Fahrzeugs gewusst und 
es trotzdem benutzt. Mithin hätte die von der Vorinstanz als ausreichend um-
schriebene Fixierung des Zettels im Lieferwagen die fragliche Fahrt von G._____ 
auch nicht verhindern können. Letzterer habe sich schlicht um die Weisungen des 
Arbeitgebers und den ihm bekannten Zustand des von ihm benutzten Fahrzeugs 
foutiert. Dass G._____ bei Antritt der Frühschicht am 4. Oktober 2012 kein ande-
res Fahrzeug zur Verfügung gestanden haben soll, werde von der Vorinstanz in 
tatsächlicher Hinsicht nicht festgestellt und treffe auch in keiner Weise zu. Diesbe-
züglich könne auf die Aussagen des Berufungsklägers und der Zeugin F._____ 
verwiesen werden. Soweit die Vorinstanz im Übrigen von mehreren Fahrten von 
G._____ mit dem nicht betriebssicheren Lieferwagen ausgehe, bilde dies nicht 
Anklagegenstand und verletze insoweit das Akkusationsprinzip. Gemäss Anklage 
gehe es ausschliesslich um die Fahrt vom 4. Oktober 2012. Es sei somit weder mit 
dem Akkusationsprinzip noch mit dem Fairnessgebot und auch nicht mit dem 
Gehörsanspruch des Berufungsklägers vereinbar, in Ausdehnung des angeklag-
ten Sachverhalts zu seinen Ungunsten nachteilige Schlüsse zu ziehen. Dass 
G._____ mit diesem nicht betriebssicheren Fahrzeug mehrere Fahrten ausgeführt 
haben soll, sei schliesslich auch unzutreffend; diese tatsächliche Feststellung der 
Vorinstanz stütze sich ausschliesslich auf die polizeilichen Aussagen von G._____ 
ab. An dieser Befragung habe der Berufungskläger seine Verfahrensrechte nicht 
wahrnehmen können; zwar sei G._____ von der Staatsanwaltschaft am 18. April 
2013 noch als Zeuge befragt worden, allerdings habe er abgesehen von einem 
vom Staatsanwalt dem Befragten abgerungenen Pauschalverweis auf seine poli-
zeilichen Aussagen jede weitere Aussage verweigert. Die vorinstanzliche Unter-
stellung an die Adresse des Berufungsklägers und seines Vertreters, G._____ bei 

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dieser Befragung keine Ergänzungsfragen unterbreitet zu haben, sei willkürlich, 
zumal allfällige Ergänzungsfragen einzig deshalb nicht gestellt worden seien, weil 
Letzterer schlicht jede Antwort verweigert habe. Damit werden seitens des Beru-
fungsklägers Verletzungen des Akkusationsprinzips einerseits und der Verfahrens-
rechte andererseits gerügt. Hierzu gilt folgendes:

e/aa. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 
und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festge-
schriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des 
Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten 
Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, 
dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert 
sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte 
der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör 
(Informationsfunktion; statt vieler Urteile des Bundesgerichts 6B_518/2014 vom 4. 
Dezember 2014 E. 6.2 und 6B_907/2013 vom 3. Oktober 2014 E. 1.3, je mit weite-
ren Hinweisen). Die Anklageschrift bzw. deren Inhalt bestimmen mithin den Pro-
zessgegenstand (Marcel Alexander Niggli/Stefan Heimgartner, in: Niggli/Heer/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Art. 
1-195 StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 36 zu Art. 9 StPO). In der Anklageschrift sind 
namentlich die Umstände aufzuführen, welche zum gesetzlichen Tatbestand 
gehören (Urteil des Bundesgerichts 6B_107/2010 vom 22. Februar 2011 E. 3.3.2 
mit Hinweisen).

e/bb. Der vorliegend zur Diskussion stehenden fahrlässigen Begehung von Art. 
93 Abs. 2 lit. b SVG durch den Berufungskläger liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. Juli 2013 (Akten StA, act. 38) der folgende 
Sachverhalt zugrunde:

"Am 4. Oktober 2012 lenkte G._____ den nicht betriebssicheren Lieferwa-
gen seiner Arbeitgeberfirma, der E._____GmbH, einen IVECO Daily, GR 
_____, von O.5_____ bis O.6_____, wo er von der Polizei kontrolliert wur-
de.

Der Beschuldigte ist als Geschäftsführer der E._____GmbH für den vor-
schriftsgemässen Zustand der Firmenfahrzeuge verantwortlich. Obwohl er 
die Mängel am fraglichen Lieferwagen kannte, hat er es unterlassen, die 
Verwendung dieses Fahrzeuges nach seinen Möglichkeiten zu verhindern, 
indem er z.B. die Fahrzeugschlüssel nicht an einem sicheren Ort aufbe-
wahrte oder indem er die Kontrollschilder am Fahrzeug beliess."

Diese äusserst rudimentäre Umschreibung des angeklagten Sachverhalts hat ins-
besondere mit Blick auf die vorerwähnte Umgrenzungsfunktion Konsequenzen. 

Seite  16 — 24

Als die Strafbarkeit auslösender Akt wird in der Anklageschrift nämlich einzig die 
Fahrt vom 4. Oktober 2012 aufgeführt. Dass der Berufungskläger von vorange-
gangenen Fahrten mit dem nicht betriebssicheren Lieferwagen, welche G._____ 
unternommen haben soll, Kenntnis hatte oder hätte haben müssen oder dass er 
wusste oder hätte wissen müssen, dass G._____ den Lieferwagen an besagtem 
4. Oktober 2012 nehmen würde, wird bei der Umschreibung des Sachverhalts 
nicht erwähnt. Mit anderen Worten bildet derjenige Tatsachenaspekt, wonach der 
Berufungskläger aufgrund früherer Fahrten von G._____ mit dem betreffenden 
Lieferwagen hätte wissen müssen, dass die Möglichkeit bestand, dieser würde 
trotz seines Wissens um die Mangelhaftigkeit des Fahrzeugs dennoch damit fah-
ren, nicht Gegenstand der Anklageschrift. Ebenso wenig wird darin ausgeführt, 
dass der Berufungskläger aus irgendwelchen anderen Gründen konkret wusste 
oder hätte wissen müssen, dass G._____ am fraglichen Tag das nicht betriebssi-
chere Fahrzeug benutzen würde; mithin wird auch eine derartige Sachverhalts-
schilderung nicht von der Anklageschrift umfasst. Wenn die Vorinstanz dem Beru-
fungskläger aufgrund des von der Staatsanwaltschaft dargestellten Sachverhalts 
nun eine Sorgfaltspflichtverletzung zum Vorwurf macht und ihn infolgedessen der 
fahrlässigen Verletzung von Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG schuldig spricht, ohne dass in 
der Anklageschrift die hierfür erforderliche Vorhersehbarkeit der nachfolgenden 
Ereignisse thematisiert wird, verletzt sie – wie vom Berufungskläger zu Recht gel-
tend gemacht – den Anklagegrundsatz. Denn wie gesehen, bildet die Vorherseh-
barkeit des Erfolgs Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflicht-
verletzung und demzufolge für die Fahrlässigkeitshaftung. Eine vorgängige Kennt-
nis des Berufungsklägers vom Umstand, dass G._____ dazu tendierte, den Lie-
ferwagen trotz dessen Mangelhaftigkeit zu verwenden, bildete aber gerade nicht 
Teil der Anklageschrift, weshalb die von der Vorinstanz vorgenommene Würdi-
gung einer unzulässigen Ausdehnung des Anklagesachverhalts gleichkommt. 
Während die Verletzung des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit einer un-
terschiedlichen rechtlichen Würdigung (Art. 344 StPO) durch das Berufungsgericht 
geheilt werden kann, fällt ein solches Vorgehen in Bezug auf übrige Verletzungen 
des Anklageprinzips ausser Betracht (Niggli/Heimgartner, a.a.O., N 63 zu Art. 9 
StPO; Wolfgang Wohlers, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 23 zu Art. 9 
StPO). Art. 409 Abs. 1 StPO bestimmt, dass das Berufungsgericht das angefoch-
tene Urteil aufzuheben und zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und 
zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen 
hat, wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Be-
rufungsverfahren nicht geheilt werden können. Ob das Berufungsgericht einen 

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Anklagesachverhalt auch direkt an die Staatsanwaltschaft zurückweisen kann, wie 
dies von Niggli/Heimgartner mit dem Argument propagiert wird, dass der Vor-
instanz im Falle der Rückweisung verbunden mit der Aufforderung, die Sache an 
die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen, nur die Funktion einer Poststelle zukäme, 
ohne dass dem Aufwand und Zeitverlust irgendein Vorteil gegenüberstünde 
(a.a.O. N 63b zu Art. 9 StPO), braucht vorliegend nicht entschieden zu werden, da 
die Berufung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – ohnehin gutzuheissen und der 
Berufungskläger vom Vorwurf der fahrlässigen Verkehrsregelverletzung freizu-
sprechen ist.

e/cc. Vorliegend ist unbestritten, dass sowohl der Berufungskläger als auch 
G._____ wussten, dass das betreffende Fahrzeug nicht den Vorschriften ent-
sprach (vgl. Akten StA, act. 8, 9, 30 und 31). Umstritten ist hingegen, ob am fragli-
chen Tag ein Zettel im Fahrzeug angebracht war, wonach eine Benützung dessel-
ben ausgeschlossen sein sollte. G._____ räumte zwar ein, dass nicht betriebssi-
chere Fahrzeuge normalerweise mit einem Zettel im Fahrzeug gekennzeichnet 
seien oder vom Vorgesetzten die Schlüssel weggenommen würden (Akten StA, 
act. 8 S. 3). Aus der polizeilichen Einvernahme wird indessen nicht klar, ob sich 
auch zum fraglichen Zeitpunkt ein entsprechender Zettel im Lieferwagen befand 
oder nicht. Der die Einvernahme durchführende Polizeibeamte hat in diesem 
Punkt auch nicht nachgehakt. Klar ist hingegen, dass sich G._____ selbst belastet 
hätte, wenn er eingestanden hätte, das Fahrzeug trotz des entsprechenden Ver-
bots genommen zu haben. Anlässlich der zweiten Einvernahme durch die Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 18. April 2013 (Akten StA, act. 30) verweigerte 
G._____ sodann – auch zu diesem Punkt – jede Auskunft, obschon er zumindest 
im Rahmen des ihm vorgeworfenen Vorfalls wegen des Grundsatzes "ne bis in 
idem" nichts mehr zu befürchten hatte. Der Berufungskläger und seine Frau 
bestätigten dagegen übereinstimmend, dass ein entsprechender Warnzettel an-
gebracht wurde. So gab der Berufungskläger an, dass das betreffende Fahrzeug 
durch eine Info am Lenkrad (Auto nicht nehmen) gekennzeichnet gewesen sei 
bzw. er einen Zettel mit der Aufschrift "Fahrzeug nicht benutzen" auf dem Armatu-
renbrett hinterlegt habe. Zudem habe er G._____ persönlich gesagt, er solle für 
seine Arbeit einen Peugeot benutzen und nicht den zur Diskussion stehenden Lie-
ferwagen (Akten StA, act. 9 S. 3 und 5, 31 S. 2 f.). Auch F._____ zufolge soll sich 
im Fahrzeug auf dem Armaturenbrett ein Zettel ungefähr in der Grösse einer A4 
Seite befunden haben, auf welchem geschrieben gewesen sei, dass man dieses 
Fahrzeug nicht verwenden dürfe. Zwar wisse sie nicht, ob G._____ diesen Zettel 
auch gesehen habe, indessen hätten sie alle gewusst, dass sich dieses Fahrzeug 

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in einem nicht betriebssicheren Zustand befinde (Akten StA, act. 29 S. 2). Auch 
wenn die Aussagen des Berufungsklägers aufgrund seiner Stellung als Angeklag-
ter sowie diejenigen seiner Ehefrau mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen 
sein mögen, reicht die inhaltlich unklare und durch die spätere Einvernahme nicht 
bestätigte Aussage von G._____ für sich allein für die Feststellung, dass sich an 
besagtem Morgen des 4. Oktober 2012 trotz der sonstigen Übung kein Zettel im 
Fahrzeug befand, nicht aus. Hat G._____ aber entgegen einer ausdrücklichen An-
ordnung – und nachgewiesenermassen im Wissen um die Mangelhaftigkeit des 
Fahrzeugs – die Fahrt mit diesem dennoch angetreten, so kann dies nicht seinem 
Vorgesetzten angelastet werden. Letzterer darf sich nach dem Vertrauensprinzip 
darauf verlassen, dass ein Chauffeur weder wissentlich ein nicht betriebssicheres 
Fahrzeug benutzt noch einer ausdrücklichen Anweisung zuwiderhandelt. Es fehlt 
unter diesen Umständen an der strafrechtlich relevanten Vorhersehbarkeit. Wei-
tergehende Massnahmen wie Schlüsselverstecken oder die Fahrzeugnummer 
abmontieren, müssen entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht ge-
troffen werden. Fehlt es nach dem Gesagten an der für die Erfüllung des Tatbe-
stands erforderlichen Vorhersehbarkeit, kann dem Berufungskläger auch keine 
fahrlässige Begehung der ihm vorgeworfenen Verkehrsregelverletzung zur Last 
gelegt werden. Folgerichtig hat ein Freispruch zu ergehen.

f. Ist die Berufung nach den vorangegangenen Ausführungen gutzuheissen 
und der Berufungskläger freizusprechen, kommt der ebenfalls gerügten Verlet-
zung der Verteidigungsrechte vorliegendenfalls keine entscheidrelevante Bedeu-
tung mehr zu. Der Vollständigkeit halber ist darauf aber dennoch kurz einzugehen.

f/aa. Der Berufungskläger machte bereits vor der Vorinstanz geltend, dass die 
Einvernahme von G._____ vom 18. April 2013 nicht verwertbar sei, da dieser nicht 
korrekt belehrt worden sie. Zudem sei auch dessen polizeiliche Einvernahme nicht 
verwertbar, da er (der Berufungskläger) an dieser Befragung nicht habe teilneh-
men können. Die Vorinstanz zog in Erwägung, dass der Beschuldigte zwar nicht 
bei der polizeilichen Einvernahme von G._____ anwesend gewesen sei, hingegen 
bei derjenigen vor der Staatsanwaltschaft Graubünden. Dort habe G._____ auf 
seine bei der Polizei gemachten Aussagen verwiesen. Ergänzungsfragen seitens 
des Beschuldigten oder seines Rechtsvertreters fänden sich nicht im Protokoll, 
weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass diese – obwohl anwesend – 
von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht hätten. Der Einwand des Verteidi-
gers gehe demnach fehl und die Aussage von G._____ sei durchaus verwertbar, 
auch wenn der Beschuldigte bei der polizeilichen Befragung nicht dabei gewesen 
sei (angefochtenes Urteil, E. 7.2 S. 15). Der Berufungskläger sieht seine Verteidi-

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gungsrechte dadurch verletzt, dass er faktisch keine Möglichkeit gehabt habe, 
G._____ mit konkreten Ergänzungsfragen zum Sachverhalt konfrontieren zu kön-
nen. Zwar sei Letzterer durch die Staatsanwaltschaft am 18. April 2013 noch als 
Zeuge befragt worden, er habe jedoch abgesehen von einem Pauschalverweis auf 
seine polizeilichen Aussagen jede weitere Aussage verweigert. Angesichts dessen 
sei die vorinstanzliche Unterstellung an die Adresse des Berufungsklägers und 
seines Vertreters, G._____ bei dieser Befragung keine Ergänzungsfragen unter-
breitet zu haben, willkürlich.

f/bb. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch des Angeschuldigten, 
den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts 
auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Mit der Garantie von Art. 6 Ziff. 3 
lit. d EMRK soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von 
Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens einmal ange-
messene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel 
zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Dieser Anspruch wird als Konkre-
tisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV 
gewährleistet. Ziel der genannten Normen ist die Wahrung der Waffengleichheit 
und die Gewährung eines fairen Verfahrens. Der Begriff des Zeugen ist entspre-
chend der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 
autonom und ohne formelle Bindung an das nationale Recht auszulegen. Als Aus-
sagen von Zeugen gelten demnach all jene, die formell zugelassen sind, dem Ge-
richt zur Kenntnis kommen und von ihm verwendet werden. Aussagen von Zeugen 
und Auskunftspersonen dürfen in der Regel nur nach erfolgter Konfrontation zum 
Nachteil eines Angeschuldigten verwertet werden. Das strenge Erfordernis des 
Anspruchs auf Befragung von Belastungszeugen erfährt in der Praxis allerdings 
eine gewisse Abschwächung. Es gilt uneingeschränkt nur, wenn dem streitigen 
Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung zukommt, dieses also den 
einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Zur Wahrung der Verteidi-
gungsrechte ist erforderlich, dass die Gelegenheit der Befragung angemessen und 
ausreichend ist und die Befragung tatsächlich wirksam ausgeübt werden kann. 
Der Beschuldigte muss namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer 
Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe 
und in Frage stellen zu können (BGE 131 I 476 E. 2.2 S. 480 f.; 129 I 151 E. 3.1 S. 
153 f. und E. 4.2 S. 157, je mit weiteren Hinweisen).

f/cc. Da das Verfahren gegen G._____ zum Zeitpunkt der staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme vom 18. April 2013 bereits abgeschlossen war, konnte er im 
gegen den Berufungskläger durchgeführten Verfahren grundsätzlich formell als 

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Zeuge einvernommen werden. Wäre die Staatsanwaltschaft indessen davon aus-
gegangen, dass G._____ nicht nur einmal, sondern mehrmals mit dem defekten 
Lieferwagen gefahren sei, so bliebe eine erneute Bestrafung – da keine Identität 
vorläge – trotzdem möglich. In einem solchen Fall hätte G._____ als Auskunfts-
person einvernommen werden müssen. Dass er von der Staatsanwaltschaft nicht 
darauf hingewiesen wurde, keine selbstbelastenden Aussagen machen zu müs-
sen, stellt zwar klarerweise einen verfahrensrechtlichen Fehler dar, führt entgegen 
der Auffassung des Berufungsklägers aber noch nicht zu einem Verwertungsver-
bot. Die entsprechende Bestimmung bezweckt den Schutz des Zeugen und nicht 
des Beschuldigten. Aus der unterlassenen Belehrung des Zeugen kann der Beru-
fungskläger somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Was alsdann den Vorwurf 
der fehlenden Möglichkeit, Ergänzungsfragen an den Zeugen stellen zu können, 
anbelangt, ist festzuhalten, dass G._____ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme lediglich global seine bei der Polizei gemachten Aussagen bestätig-
te, in der Folge aber jede weitere Antwort verweigerte. Dies selbst zu Fragen, die 
ihm in der polizeilichen Einvernahme gar nicht gestellt wurden. Insgesamt weiger-
te er sich nicht weniger als achtmal, weitere Angaben zu machen, unter anderem 
zu den konkreten Fragen des Staatsanwalts, ob das Auto bereits zuvor benutzt 
worden sei, ob er gewusst habe, dass die Verwendung verboten sei, und ob ihm 
an besagtem Tag ein anderes Fahrzeug zur Verfügung gestanden hätte. Als der 
Staatsanwalt ihn schliesslich darauf aufmerksam machte, dass er als Zeuge zur 
Aussage verpflichtet sei und kein Zeugnisverweigerungsrecht habe, gab G._____ 
zu Protokoll, dass er es dann einfach vergessen habe; er könne nicht alles behal-
ten, was passiert sei (Akten StA, act. 30). Unter diesen Umständen war es dem 
Berufungskläger vorliegend in der Tat nicht möglich, sein Fragerecht wirksam 
auszuüben. Ebenso wenig geht es an, aus dem Umstand, dass seitens des Beru-
fungsklägers bzw. seines Verteidigers keine Ergänzungsfragen angebracht wur-
den, auf einen entsprechenden Verzicht zu schliessen. In Anbetracht des vorer-
wähnten Aussageverhaltens des Zeugen durften und mussten diese vielmehr da-
von ausgehen, dass auch ihrerseits gestellte Ergänzungsfragen nicht beantwortet 
würden. Da die betreffende polizeiliche Aussage von G._____ im vorliegenden 
Fall zudem den einzigen Beweis für die dem Berufungskläger zur Last gelegte 
Sorgfaltspflichtverletzung darstellt, gilt der Anspruch auf Befragung des Belas-
tungszeugen im Lichte von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK uneingeschränkt. Eben dieses 
Recht wurde dem Berufungskläger vorliegend jedoch verwehrt. Unter den konkre-
ten Umständen mutet es denn auch seltsam an, wenn die Staatsanwaltschaft sich 
unter Hinweis auf die kantonsgerichtliche Rechtsprechung zur Bemerkung veran-
lasst sieht, dass bei der Würdigung der vorhandenen Beweismittel der ersten Aus-

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sage, die noch unter dem Eindruck der Ereignisse erfolgt sei, besondere Bedeu-
tung zukomme, weil diese Aussage in der Regel unbefangener und zuverlässiger 
sei als die späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträgli-
chen Überlegungen oder anderer Art beeinflusst sein könnten (vgl. Akten StA, act. 
39 S.3). Der von der Staatsanwaltschaft zitierte Grundsatz des Vorrangs der Aus-
sage der ersten Stunde gelangt nur bei widersprüchlichen oder in einzelnen Punk-
ten voneinander abweichenden Aussagen eines Zeugen zur Anwendung. Diesfalls 
wird davon ausgegangen, dass der Aussage der ersten Stunde besondere Auf-
merksamkeit gebührt, weil diese zeitnah zum Geschehen erfolgt und erfahrungs-
gemäss mit weniger Erinnerungslücken und allfälligen Absprachen behaftet ist als 
eine Aussage, welche Wochen oder Monate später erfolgt (vgl. E. 5.c hiervor). In 
einem Fall wie dem vorliegenden, in welchem ein Zeuge im Rahmen einer zweiten 
Einvernahme wiederholt jegliche Aussage verweigert und anschliessend demons-
trativ vorgibt, sich nicht mehr daran erinnern zu können, hat die Anwendung die-
ses Grundsatzes indessen keine Berechtigung.

g. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Berufung gutzu-
heissen und der Berufungskläger von der Anklage des Überlassens eines nicht 
vorschriftsgemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG in 
Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG freizusprechen ist.

7.a. Als Folge davon, dass der Berufungskläger von Schuld und Strafe freizu-
sprechen ist, hat er weder die Kosten der Strafuntersuchung (Untersuchungsge-
bühr der Staatsanwaltschaft) noch diejenigen der Vorinstanz und des Berufungs-
verfahrens zu tragen (Art. 426 Abs. 1 e contrario und Art. 428 Abs. 1 in Verbin-
dung mit Art. 428 Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 423 Abs. 1 StPO werden die Verfah-
renskosten von demjenigen Kanton getragen, der das Verfahren geführt hat. 
Demnach gehen die Kosten der Staatsanwaltschaft sowie diejenigen des Verfah-
rens vor Bezirksgericht Prättigau/Davos als auch des Berufungsverfahrens zu Las-
ten des Kantons Graubünden. Für Entscheide im Berufungsverfahren wird eine 
Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- bis Fr. 20'000.-- erhoben (vgl. Art. 7 der Verord-
nung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten 
des Berufungsverfahrens werden vorliegend auf Fr. 2'500.-- festgesetzt.

b. Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO hat die freigesprochene Person An-
spruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung 
ihrer Verfahrensrechte. Dasselbe gilt kraft Verweisung in Art. 436 Abs. 1 StPO für 
das Rechtsmittelverfahren. Eine Entschädigung ist vor allem dann auszurichten, 
wenn die beschuldigte Person durch einen Wahlverteidiger vertreten wurde. Die 

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Höhe der Entschädigung bemisst sich nach dem Zeitaufwand, den der Rechtsver-
treter für die Verteidigung der beschuldigten Person aufwenden musste. Zu be-
achten ist die kantonale Gesetzgebung zu den Anwaltstarifen. Im Kanton 
Graubünden wird die Parteientschädigung gemäss der gestützt auf Art. 19 des 
Anwaltsgesetzes (AnwG; BR 310.100) erlassenen Verordnung über die Bemes-
sung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) 
näher konkretisiert. Gemäss Art. 2 Abs. 1 HV setzt die urteilende Instanz die Par-
teientschädigung der obsiegenden Partei nach Ermessen fest. Sie geht vom Be-
trag aus, welcher der entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Ver-
tretung in Rechnung gestellt wird, sofern der vereinbarte Stundenansatz zuzüglich 
allfällig vereinbartem Interessenwertzuschlag üblich ist und keine Erfolgszuschlä-
ge enthält (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 HV). Als üblich gilt dabei ein Stundenansatz zwi-
schen Fr. 210.-- und Fr. 270.-- (Art. 3 Abs. 1 HV). Vorausgesetzt wird alsdann, 
dass der geltend gemachte Aufwand angemessen und für die Prozessführung er-
forderlich war (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 HV). Aus den vorgenannten Bestimmungen 
folgt demnach, dass die Bemessung des sachgerechten Aufwands auf einer indi-
viduellen Würdigung zu beruhen hat, bei welcher dem Gericht ein erheblicher Er-
messensspielraum zukommt.

c. Mit Honorarnote vom 4. Juni 2014 (Akten der Vorinstanz, act. 7) machte 
Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf für das erstinstanzliche Verfahren einen 
entschädigungspflichtigen Aufwand von 22 Stunden à Fr. 250.-- geltend. Der 
Stundenansatz von Fr. 250.-- entspricht demjenigen gemäss Honorarvereinbarung 
vom 21. Januar 2012 (Akten StA, act. 19) und gilt zudem als üblich im Sinne von 
Art. 3 Abs. 1 HV; dieser ist mithin nicht zu beanstanden. Indessen erscheint der in 
Rechnung gestellte Aufwand angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfra-
gen sowie der Komplexität der Sache als leicht überhöht. Namentlich betrifft dies 
die Korrespondenzen mit dem Klient (Mail, Schreiben, Telefon etc.), welche unter 
verschiedenen Aufwandpositionen mit insgesamt 5.30 Stunden zu Buche schla-
gen. Ein derart zeitintensiver Aufwand für die vorliegend zur Diskussion stehende 
Übertretung ist weder nachvollziehbar noch erforderlich und demzufolge zu kür-
zen. In Anbetracht der vorliegenden Angelegenheit sind hierfür Aufwendungen von 
2 Stunden angemessen und ohne weiteres ausreichend. Demnach ist der Auf-
wand für das vorinstanzliche Verfahren um 3.30 Stunden zu kürzen, womit sich 
der entschädigungspflichtige Aufwand für diesen Verfahrensabschnitt auf 18.70 
Stunden beläuft. Ausgehend von einem Stundenansatz von Fr. 250.-- ergibt sich 
ein Entschädigungsanspruch von Fr. 4'675.--. Hinzu kommen Fahrspesen von Fr. 
146.--, eine Spesenpauschale von Fr. 187.-- (4% auf Fr. 4'675.--) sowie die Mehr-

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wertsteuer von Fr. 400.65 (8% auf Fr. 5'008.--), so dass insgesamt eine Entschä-
digung von Fr. 5'408.65 resultiert.

d. Für das vorliegende Berufungsverfahren macht Rechtsanwalt lic. iur. Martin 
Suenderhauf mit nachgereichter Honorarnote vom 3. Dezember 2014 (act. D.11) 
einen entschädigungspflichtigen Aufwand von 8.60 Stunden geltend, welcher als 
angemessen erachtet wird. Der Berufungskläger ist für das Berufungsverfahren 
folglich mit Fr. 2'414.90 (inkl. Spesen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädi-
gen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das angefochtene Urteil des Bezirks-
gerichts Prättigau/Davos vom 5. Juni 2014 wird aufgehoben.

2. X._____ wird von der Anklage des Überlassens eines nicht vorschrifts-
gemässen und nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG in 
Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. b SVG freigesprochen.

3. Die Kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'330.-- und dieje-
nigen des Bezirksgerichts Prättigau/Davos von Fr. 1'800.-- gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden, welcher X._____ hierfür mit Fr. 5'408.65 (inkl. 
Spesen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen hat.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'500.-- gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden, welcher X._____ hierfür mit Fr. 2'414.90 (inkl. Spe-
sen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen hat.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: