# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb348248-0cfb-5304-9517-5450e76cf5fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.11.2005 110 2004 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2004-144_2005-11-08.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

Ÿ

RA Nr. 110/2004/144 Bern, 8. November 2005

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Herrn B.________
Beschwerdeführer 2

Herrn C.________
Beschwerdeführer 3

Herrn D.________
Beschwerdeführer 4

und

Herrn E.________
Beschwerdegegner

Vertreten durch Herrn Fürsprecher und Notar F.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Meiringen, Postfach 532, 3860 Meiringen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft (GSA), Rechtsdienst, Reiterstrasse 11, 
3011 Bern

betreffend die Verfügung der Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 (Baugesuchs Nr. 
785 / 08-04; Überdeckung Vorplatz)

2

I. Sachverhalt

1. Herr E.________ stellte am 27. Februar 2004 das Gesuch für die Überdeckung des 

bestehenden Vorplatzes, die Erweiterung der Unterkellerung und für eine Zufahrt in das 

Untergeschoss, alles auf seiner Parzelle Gbbl. Nr. G.________ an der H.________strasse 

72 in Meiringen. Das Baugrundstück liegt in der Landwirtschaftszone. Die Gemeinde 

publizierte das Gesuch. Es ging eine gemeinsame Einsprache mehrerer Nachbarn ein. Die 

Gemeinde führte eine Einigungsverhandlung durch.  Die Einsprache wurde in drei Punkten 

aufrechterhalten und in einem Punkt in eine Rechtsverwahrung umgewandelt. 

Die Gemeinde erteilte Herrn E.________ am 23. August 2004 die Baubewilligung. Zugleich 

eröffnete sie die Verfügung betreffend die Feststellung der Zonenkonformität des Amtes für 

Gemeinden und Raumordnung (AGR), die Ausnahmebewilligung des 

Strasseninspektorates Oberland Ost betreffend die Unterschreitung des 

Strassenabstandes durch das auskragende Dach sowie die Ausnahmebewilligung 

betreffend die Überschreitung der Gebäudelänge und Gebäudebreite. 

2.a) Die Herren A.________, B.________, C.________ und D.________ erheben 

Beschwerde und beantragen, die Baubewilligung vom 23. August 2004 sei aufzuheben. 

Sie wenden sich gegen die Ausnahmebewilligung für die Überschreitung der 

Gebäudelänge und Gebäudebreite, machen eine Entwertung ihrer Liegenschaften geltend, 

rügen die Verbauung der Aussicht für die Liegenschaft H.________strasse 53 und 

befürchten eine Verstärkung des Strassenlärms durch das Vorhaben für die südlich der 

H.________strasse liegenden Wohnhäuser.

b) Herr E.________ beantragt, die Baubeschwerde vom 2.September 2004 sei 

abzuweisen und die Baubewilligung der Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 sei 

vollumfänglich zu bestätigen. Auch die Gemeinde Meiringen beantragt, die erteilte 

Baubewilligung zu bestätigen. 

c) Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die Bau-, Verkehrs- und 

Energiedirektion (BVE) leitet, holte beim Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) einen 

Bericht zur Frage ein, ob die Überdeckung des Vorplatzes für die Zweckbestimmung des 

Vorplatzes notwendig sei und ob Alternativen dazu bestünden. Dazu konnten die Parteien 

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Stellung nehmen. Herr E.________ liess seinerseits ein Gutachten von Herrn I.________, 

Inforama Berner Oberland, erstellen. Das Rechtsamt führte anschliessend einen 

Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch und edierte bei der Gemeinde Meiringen 

die Akten der bereits erteilten Baubewilligung für den Jungviehstall mit Jauchegrube. 

Zudem stellte es Herrn E.________ Fragen zur geplanten Bewirtschaftung des bewilligten 

Stalles (Raumhöhe, Menge und Lagerform des Heus und des Strohs). Da die 

entsprechenden Antworten teilweise in Widerspruch zu bereits erteilten Bewilligungen und 

Aussagen im Dossier standen, wurde Herrn E.________ die Gelegenheit eingeräumt, die 

Fragen auf der Grundlage des effektiven Viehbestandes pro Jahr nochmals zu 

beantworten. Auf Antrag der Gemeinde wurde das GSA ersucht, gestützt auf den neuen 

Viehbestand den Bedarf an Güllenraum neu zu prüfen. Am 27. Juni 2005 teilte das GSA 

mit, die Bewilligung könne unter bestimmten Bedingungen und Auflagen erteilt werden. 

Anschliessend wurden die Akten nochmals dem LANAT zugestellt, damit es die Frage der 

Zonenkonformität auf der Grundlage des neuen Viehbestandes erneut überprüfe. 

Anschliessend erhielten die beteiligten Parteien die Gelegenheit, zum Ergebnis des 

Beweisverfahrens Stellung zu nehmen und Schlussbemerkungen zum Verfahren 

einzureichen. 

d) Auf Antrag des Beschwerdegegners hob das Rechtsamt mit Verfügung vom 29. Juni 

2005 insoweit die aufschiebende Wirkung der Beschwerde auf, als mit ihr beantragt wird, 

die Baubewilligung der Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 sei bezüglich der 

Erweiterung der Unterkellerung und der Zufahrt in das Untergeschoss sowie der Reduktion 

der bewilligten Jauchegrube aufzuheben. Für die umstrittene Überdeckung des 

bestehenden Vorplatzes blieb die aufschiebende Wirkung bestehen. 

II. Erwägungen

1. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) prüft die 

Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen.

Die Baubewilligungsbehörde der Einwohnergemeinde Meiringen hat die angefochtene 

Baubewilligung gestützt auf Art. 33 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; 

BSG 721) erlassen. Ein solcher Bauentscheid kann mit Baubeschwerde bei BVE 

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angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 BauG). Die Beschwerdeführenden wohnen gegenüber 

der Bauparzelle, auf der anderen Seite der H.________strasse. Sie sind unmittelbar in 

eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen (Art. 35 Abs. 2 Bst. b BauG) und damit zur 

Baubeschwerde legitimiert (Art. 40 Abs. 2 BauG).

Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. Da das Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone liegt, ist als erstes die 

Zonenkonformität zu prüfen.

a) Nach Art. 16a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 

(RPG; SR 700) sind Bauten und Anlagen, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder 

für den produzierenden Gartenbau nötig sind zonenkonform. Insbesondere sind solche 

Bauten und Anlagen zonenkonform, wenn sie der bodenabhängigen Bewirtschaftung oder 

der Lagerung landwirtschaftlicher, nicht industriell-gewerblicher Produkte dienen (Art. 34 

Abs. 1 und Abs. 2 Ziffer b der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000, RPV; 

SR 700.1). Diese Begriffsbestimmung entspricht der von der Rechtsprechung gestützt auf 

Art. 16 RPG in der Fassung vom 22. Juni 1979 (aRPG) erarbeiteten Definition: In einer 

Landwirtschaftszone sind nur solche Gebäude zonenkonform, die in ihrer konkreten 

Ausgestaltung für eine zweckmässige Bewirtschaftung des Bodens am vorgesehenen 

Standort objektiv notwendig und nicht überdimensioniert sind (vgl. dazu BGE 129 II 413 E. 

3.1; 125 II 278 E. 3a). Die Bauten und Einrichtungen müssen den objektiven Bedürfnissen 

der Landwirtschaft angepasst sein, insbesondere mit Bezug auf ihre Grösse, ihren Standort 

und ihre Zweckbestimmung (BGE 114 Ib 131). Ausserdem dürfen gegen ihre Erstellung 

keine überwiegenden öffentlichen Interessen sprechen (BGE 125 II 278 E. 3a). 

b) Der Beschwerdegegner hat folgendes Betriebskonzept vorgelegt: Im neuen Stall 

betreibt er eine Kälbermast mit drei Belegungen pro Jahr. Bei einer Belegung von 200 

Tieren ergibt dies im Jahr 600 Kälber. Zudem hält er in den bestehenden Stallungen 30 bis 

40 Milchkühe sowie 4 bis 10 Rinder. Nach seiner Berechnung benötigt er dafür ca. 73 

Tonnen Heu und 100 Tonnen Stroh. Für das Heu müsse er somit über rund 510 m³ und für 

das Stroh über rund 740 m³ Lagerraum verfügen. Wirtschaftliche Gründe sprächen dafür, 

das Stroh in einer Einmallieferung zu bestellen. Auch das Heu, das er praktisch alles selber 

produziere, falle zu gleicher Zeit an. Das LANAT hat in seinem Fachbericht vom 14. Juli 

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2005 bestätigt, dass das vom Beschwerdegegner berechnete Lagervolumen von 1'250 m³ 

nachvollziehbar sei; es könne als zutreffend beurteilt werden. Damit seien allerdings kaum 

Reserven für eine künftige Entwicklung vorhanden. Die Beschwerdeführer bestreiten das 

Lagervolumen nicht. 

Das Konzept des Beschwerdegegners zur Lagerung der 1'250 m³ Heu und Stroh sieht wie 

folgt aus: 

 Auf dem Zwischenboden im neuen Kälbermaststall will er auf 180 m² Strohballen 

lagern. Dabei sei zu berücksichtigen, dass hier das Stroh nur in einer Höhe von 2 

Ballen übereinander gelagert werden könne, weil von der Höhe her eine dritte Lage 

nicht bewirtschaftet werden könne. Auch aus Sicherheitsgründen könnten maximal 2 

Strohballen übereinander gelagert werden. 

Nach den Berechnungen des LANAT besteht hier somit ein Lagervolumen von 250 m³.

 Auf dem Vorplatz, der mit dem umstrittenen Bauvorhaben überdeckt werden soll, plant 

der Beschwerdegegner auf einer Fläche von 180 m² die Lagerung von 400 m³ Stroh 

und 500 m³ Heu und Emd. 

 Keine Angaben hat der Beschwerdegegner gemacht, wo er die restlichen 100 m³ 

lagern will. 

Das LANAT hat in seinem Amtsbericht vom 14. Juli 2005 ausgeführt, die vorgesehene 

Lagerung auf dem Vorplatz, der überdeckt werden soll, sei zweckmässig (kurze Wege, 

gute Zufahrt). Der Platz sei aber beschränkt und biete keine Erweiterungsmöglichkeiten für 

künftige Betriebsentwicklungen. Die Beschwerdeführenden beurteilen diese Auffassung als 

sehr fragwürdig und bringen Einwände vor, die nachfolgend zu prüfen sind. 

c) Sie bezweifeln die angegebenen Masse des Zwischenbodens im neuen 

Kälbermaststall. 

Aus den Baubewilligungsakten für dieses Gebäude ergibt sich Folgendes: Bewilligt worden 

ist im Abstand von 3,50 m über dem Stallboden ein Zwischenboden über dem ganzen 

Stallbereich. Der Raum über dem Zwischenboden ist den Baugesuchsplänen als 

„Strohlager“ bezeichnet. Er weist eine Fläche von ca. 400 m² auf. Der Beschwerdegegner 

plant hier jedoch nur auf 180 m² Stroh zu lagern. Am Augenschein hat er dies damit 

begründet, dass die Kälbermast eine grössere Raumhöhe benötige, weshalb er vorsehe, 

den Zwischenboden nur teilweise zu errichten. Von Seiten der Gemeinde wurde er 

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anschliessend darauf aufmerksam gemacht, dass es relevant sei, ob mit oder ohne 

Zwischenboden gebaut werde, denn ohne Zwischenboden entfalle Lagerraum. Für eine 

Änderung der bewilligten Pläne müsste eine Projektänderung eingereicht werden. Dies ist 

bis heute nicht erfolgt. Ob der Zwischenboden überhaupt ganz oder nur teilweise erstellt 

worden ist, kann hier deshalb offenbleiben. Gestützt auf die geltende Baubewilligung für 

den Stallneubau ist vielmehr davon auszugehen, dass der ganze Zwischenboden und 

damit auch der ganze Raum oberhalb des Stallbereichs als Lagerraum genutzt werden 

kann. Auch sachlich spräche nichts dagegen, den ganzen Zwischenboden zu erstellen. Der 

Beschwerdegegner hat auf Aufforderung des Rechtsamtes die Richtlinie „Coop Naturaplan 

Kalb“, die für seine Kälbermast wegleitend ist, zu den Akten gegeben. Gemäss dieser 

Richtlinie wird empfohlen, „dass jedem Tier im Stallinnern ein Luftvolumen von mindestens 

4 m³, sowie eine hohe Luftwechselrate zur Verfügung steht. Zur Errichtung dieses 

minimalen Luftvolumens … muss die minimale Raumhöhe über dem Liegebereich 

jederzeit, d.h. auch noch bei erhöhtem Liegebereich auf Tiefstreu, mindestens der 

Mannshöhe (1.80 m) entsprechen.“ Diese Anforderung wird mehr als erfüllt: Bei einer 

Stallhöhe von 3,50 m ergibt sich ein Luftvolumen im Stall von rund 1'400 m³ oder pro Tier 

rund 7 m³. Daraus folgt, dass im Prinzip das ganze Raumvolumen über dem Stallbereich, 

das in den Baubewilligungsplänen als „Strohlager“ bezeichnet wird, als Lagervolumen zur 

Verfügung steht. 

Dem Beschwerdegegner ist zuzugestehen, dass aus Gründen der rationellen 

Bewirtschaftung und der Sicherheit faktisch nicht der ganze Raum als Lager genutzt 

werden kann. Indessen ist fraglich, ob das Stroh tatsächlich nur in einer Höhe von 2 Ballen 

übereinander gelagert werden kann. Die Beschwerdeführer haben Fotografien zu den 

Akten gegeben, die zeigen, dass der Beschwerdegegner selber bis zu vier Ballen 

übereinander gestapelt hat. Selbst wenn man annimmt, dass dies aus Sicherheitsgründen 

nicht auf der ganzen Lagerfläche möglich ist, bietet der Raum über dem Stallbereich ein 

grösseres Lagervolumen als der Beschwerdegegner dies annimmt. Insbesondere ist nicht 

zu sehen, wieso auf der ganzen Fläche nicht mindestens zwei Lagen Strohballen gestapelt 

werden können. Selbst diese vorsichtige Annahme brächte rund zusätzliche 300 m³ 

Lagervolumen (400 m² minus 180 m², multipliziert mit der Höhe von 2 Strohballen von 1,4 

m). Zusammen mit den Lagervolumen auf dem Vorplatz stünden somit total 1'450 m³ oder 

rund 200 m³ mehr als objektiv nötig zur Verfügung. Selbst wenn man dem 

Beschwerdegegner eine gewisse Entwicklungsmöglichkeit zugestehen wollte, erwiese sich 

das Lagervolumen von 1'450 m³ im neuen Stall und auf dem gedeckten Vorplatz aus den 

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nachfolgenden Gründen als objektiv nicht nötig.

d) Die Beschwerdeführer wenden ein, es bestünden Lageralternativen in den 

bestehenden Gebäulichkeiten. Freier Raum bestehe im bestehenden Ökonomiegebäude 

oder könne durch Rückbildung zum ursprünglichen Zweck geschaffen werden. 

Die 73 Tonnen Heu und 100 Tonnen Stroh, welche der Beschwerdegegner berechnete, 

enthalten auch den Bedarf für die 30 bis 40 Milchkühe sowie die 4 bis 10 Rinder, die nicht 

im neuen Stall, sondern in den alten Ökonomiegebäuden untergebracht sind. Am 

Augenschein konnte festgestellt werden, dass sowohl oberhalb des bestehenden 

Kuhstalles wie auch des bestehenden Kälberstalles Lagervolumen vorhanden ist. Der 

Beschwerdegegner nutzt diese Räume teilweise jedoch zur Lagerung anderer Materialien 

(Holz, Milchviehfutter, Kalk, Dünger, Sägemehl) und kleinerer Maschinen. Beides könnte 

jedoch ohne weiteres an anderen Orten, insbesondere in der Einstellhalle unter dem 

Wohnhaus, die heute teilweise vermietet ist, und unter dem neuen Kälbermaststall gelagert 

werden. In diesem Fall könnte mindestens ein Teil des Heus und des Strohs, welches für 

die Milchkühe und die Rinder benötigt wird, in den alten Ökonomiegebäuden - zwar 

dezentral, aber am Ort des Verbrauchs - eingelagert werden. Der Vertreter des LANAT hat 

am Augenschein bestätigt, dass ein Teil des Heus in den bestehenden Räumen 

untergebracht werden könne. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die geplante Überdeckung des Vorplatzes 

überdimensioniert ist, weil mindestens ein Teil des Heus und Strohs auf dem 

Zwischenboden im neuen Kälbermaststall und in den bestehenden Ökonomiegebäuden 

gelagert werden kann. Im Übrigen erscheint das umstrittene Vorhaben auch dann als 

überdimensioniert, wenn man es im Verhältnis zu den Mengen an Material (Stroh, Heu, 

Holz) betrachtet, welche der Beschwerdegegner dort lagern will. Nach seinem Konzept 

benötigt er dazu rund 225 m² Grundfläche. Das ganze geplante Vordach bedeckt jedoch 

fast 600 m². Einzuräumen ist, dass auch die Überdeckung der Abfahrt in die Einstellhalle 

unter dem neuen Kälberstall zweckmässig ist (Verhinderung von Eisglätte). Objektiv nicht 

notwendig erscheint dagegen die Überdeckung derjenigen Fläche, welche der 

Beschwerdegegner für die Güllenaufbereitung und die Entsorgung der entstehenden 

Tierabfälle vorgesehen hat. Auch ist fraglich, ob die Bedachung der Zufahrt von der 

Strasse zu den Ökonomiegebäuden objektiv notwendig ist. Die Überdachung weist zudem 

eine maximale Höhe von über 10 m auf, obwohl der Beschwerdegegner hier nur 4 bis 5 

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Ballen übereinander stapeln will, was eine Lagerhöhe von maximal 5 Metern ergibt.  Die 

geplante Überdachung ist im Verhältnis zum Bedarf an Lagervolumen für Heu und Stroh 

und zum bereits vorhandenen Lagerraum überdimensioniert und deshalb nicht 

zonenkonform. Daran ändert auch der Fachbericht des LANA nichts, der entscheidende 

Gesichtspunkte nicht berücksichtigt (Vollständiger Zwischenboden oberhalb des 

Kälbermaststalles, bestehendes Lagervolumen oberhalb der bestehenden Kuh-, Rinder- 

und Kalberställe). 

3. Die Beschwerdeführer rügen weiter, die Ausnahme zur Überschreitung der 
Gebäudelänge sei zu Unrecht erteilt worden. 

Gemäss Art. 64 Abs. 30 des Baureglementes der Gemeinde Meiringen vom 27. Oktober 

1994 gilt in der Landwirtschaftszone eine Gebäudelänge von 25 m. Das umstrittene 

Vordach soll an den neuen Kälbermaststall angebaut werden. Bereits dieser Stall weist 

eine Länge von rund 30 m auf. Mit dem daran angebauten Vordach würde das Gebäude 

rund 49 m lang. Die vorgeschriebene Gebäudelänge würde damit um fast 100 % 

überschritten. Soweit ersichtlich wurde in der Praxis für eine so starke Abweichung noch 

nie eine Ausnahmebewilligung erteilt. So wurde in einem Fall bei einer zulässigen 

Gebäudelänge von 30 Metern bereits eine Ausnahmebewilligung für die Verlängerung des 

Gebäudes um rund 21 Meter auf rund 51 Meter mit der Begründung abgelehnt, es 

bestünden Alternativen dazu. Insbesondere sei nicht zu sehen, warum nicht zwei getrennte 

Baukörper erstellt werden könnten (BDE RA Nr. 11038-02 B1 vom 12. Juli 2002 i.S. B, E. 

2). Auch im vorliegenden Fall könnte die Überdachung vom bestehenden Stall getrennt 

werden, denn zwischen der Fläche, die für die Lagerung von Heu und Stroh vorgesehen 

ist, und dem Stall befindet sich die Fläche, welche der Beschwerdegegner für die 

Güllenaufbereitung und die Entsorgung der entstehenden Tierabfälle verwenden will. Es ist 

nicht einzusehen, weshalb auch diese Fläche überdacht werden muss. Da die geplante 

Überdachung überdimensioniert und damit nicht zonenkonform ist (E. 2), liegen auch keine 

besonderen, insbesondere betriebswirtschaftlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 

1 BauG vor. Daran ändert nichts, dass die privaten Interessen (Art. 26 Abs. 2 BauG), 

welche die Beschwerdeführenden geltend machen, eine Verweigerung der 

Ausnahmebewilligung nicht zu rechtfertigen vermöchten. Dass mit der überlangen 

Überdachung jegliche Aussicht in Richtung Norden verbaut würde, ist in diesem 

Zusammenhang nicht relevant, denn eine eventuelle Beeinträchtigung könnte durch einen 

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Lastenausgleich nach Art. 30 f. BauG vollwertig ausgeglichen werden. Die befürchtete 

Reflexion des Strassenlärms durch die geplante Überdachung kann, sollte sie denn auch 

wirklich eintreten, nicht dem Beschwerdegegner als Bauherrn zugerechnet werden. Von 

ihm könnten höchstens vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 11 Abs. 2 USG 

verlangt werden (vgl. dazu BGE 129 II 238 E. 4.2; Anne-Christine Favre, 

Strassensanierung im Siedlungsgebiet, in: Raum & Umwelt 2004, S. 53 ff., 56). 

4. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Baubewilligung der 

Gemeinde Meiringen vom 23. August 2004 mit Ausnahme des Kostenpunktes aufzuheben 

und das Baugesuch des Beschwerdegegners vom 27. Februar 2004 ist abzulehnen. Die 

Kosten des Baubewilligungsverfahrens sind auch dann geschuldet, wenn der 
Bauabschlag erteilt werden muss (Art. 52 Abs. 1 des Dekretes vom 22. März 1994 über 

das Baubewilligungsverfahren, BewD; BSG 725.1; VGE 21961 vom 24.11.2004 i.S. B., E. 

2.2). 

Die Gemeinde wird zu prüfen haben, ob der Beschwerdegegner den neuen Maststall 

gemäss der gültigen Baubewilligung erstellt hat (Zwischenboden, Stallinstallationen) und 

ob diese Änderungen sowie das geänderte Betriebskonzept des Beschwerdegegners für 

den Maststall die Durchführung eines (nachträglichen) Baubewilligungsverfahrens oder 

eines Verfahrens zur Anpassung der Gewässerschutzbewilligung vom 13. November 2001 

notwendig macht. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdegegner. Er hat die 

Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese Kosten 
betragen pauschal Fr. 1’950.--. Darin sind eingeschlossen die Gebühren für die 

Fachberichte des LANAT von Fr. 300.-- und den Amtsbericht des GSA vom 27. Juni 2005 

von Fr. 250.--. Dazu kommen die Kosten für den Augenschein mit Instruktionsverhandlung 

von Fr. 400.-- (Art. 103 Abs. 1 VRPG; Art. 19 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Februar 1995 

über die Gebühren der Kantonsverwaltung, GebV; BSG 154.21). 

Die Beschwerdeführer haben eine Anwaltsrechnung im Betrag von Fr. 866.20 eingereicht. 

Da sie nicht durch einen Anwalt vertreten sind und weil es sich auch nicht um ein 

aufwändiges Verfahren gehandelt hat, bestehen keine Gründe, ihnen Parteikosten zu 

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ersetzen (Art. 104 Abs. 1 VRPG). 

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde der Herren A.________, B.________, C.________ und D.________ 

vom 2. September 2004 wird gutgeheissen, die Baubewilligung der Gemeinde 

Meiringen vom 24. August 2004 (Nr. 785 / 08-04) wird aufgehoben und das 

Baugesuch des Herrn E.________ vom 27. Februar 2004 wird abgelehnt.

Herr E.________ hat der Gemeinde Meiringen die amtlichen Kosten des 

Baubewilligungsverfahrens von Fr. 2'248.65 zu bezahlen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens betragen Fr. 2'350.--. Sie werden Herrn 

E.________ zur Bezahlung auferlegt.

Die Zahlungseinladung erfolgt, sobald dieser Entscheid rechtskräftig geworden ist.

3. Parteikosten werden keine gesprochen.

4. Von den Schlussbemerkungen der Gemeinde Meiringen vom 21. Oktober 2005 und 

des Beschwerdegegners vom 31. Oktober 2005 wird Kenntnis genommen und 

gegeben. 

IV. Eröffnung
- Herrn A.________, 
- Herrn B.________, 
- Herrn C.________, 
- Herrn D.________, 
- Herrn Fürsprecher F.________
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Meiringen, 

- allen mit Beilagen gemäss Ziffer 4 und als Gerichtsurkunde
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), 
- Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft (GSA), Rechtsdienst, 
- Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT), zur Kenntnis
- Regierungsstatthalterin von Oberhasli, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin