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**Case Identifier:** 4346e814-baa2-5a42-a99d-719c0a02199a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2021 B-2588/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2588-2020_2021-07-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2588/2020 

 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Martin Kayser (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Jean-Luc Baechler,    

Gerichtsschreiber Jonas Wüthrich. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Bildung,  

Forschung und Innovation SBFI,  

Einsteinstrasse 2, 3003 Bern,    

Vorinstanz,  

 

Prüfungskommission der höheren  

Fachprüfung für Wirtschaftsprüfer,  

c/o EXPERTsuisse AG,   

Stauffacherstrasse 1, 8004 Zürich,   

Erstinstanz.  

 

Gegenstand 
 Höhere Fachprüfung für Wirtschaftsprüfung 2018  

(Beschwerdeentscheid vom 30. März 2020). 

 

B-2588/2020 

Seite 2 

 

 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) legte im August 2018 die hö-

here Fachprüfung für Wirtschaftsprüfer ab. Am 11. September 2018 teilte 

ihm die zuständige Prüfungskommission (nachfolgend: Erstinstanz) mit, 

dass er die Prüfung nicht bestanden habe.  

B.  

Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer am 15. Oktober 2018 

Beschwerde beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation 

SBFI (nachfolgend: Vorinstanz) mit dem Antrag, ihm sei das eidgenössi-

sche Diplom als Wirtschaftsprüfer zu erteilen. Die Note im Prüfungsteil 

«Professional Judgement (Fallstudie)» sei von 3.0 auf 4.5 anzuheben 

(Rn. 57), denn seine Leistungen seien unterbewertet worden. 

C.  

Mit Entscheid vom 30. März 2020 wies die Vorinstanz die Beschwerde ab. 

Im Wesentlichen führte sie aus, dass die Bewertung der Experten nicht zu 

beanstanden sei. Daraus ergebe sich, dass es bei der Note 3.0 im genann-

ten Prüfungsteil sein Bewenden habe. 

D.  

Mit Eingabe vom 19. Mai 2020 beantragt der Beschwerdeführer die Aufhe-

bung des soeben erwähnten vorinstanzlichen Entscheids, die Prüfung als 

bestanden zu werten und ihm das Diplom zu verleihen. Zur Begründung 

bringt er im Wesentlichen vor, es sei keine unabhängige Überprüfung der 

Leistungsbewertung erfolgt. Der Prüfungsentscheid sei zudem materiell 

unvertretbar und rechtsungleich. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2020 beantragt die Erstinstanz die 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolge. Sie bringt vor, es gelinge dem Beschwerdeführer nicht, ernst-

hafte Zweifel an der Angemessenheit der erfolgten Bewertung zu wecken 

(Rn. 47). Weiter führt sie aus, dass kein Anspruch auf Gleichbehandlung 

im Unrecht bestehe. 

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Seite 3 

 

 

F.  

Die Vorinstanz verweist mit Vernehmlassung vom 24. Juli 2020 im Wesent-

lichen auf den angefochtenen Entscheid. Zudem bringt sie vor, dass ent-

gegen dem Antrag des Beschwerdeführers keine unabhängige Expertise 

einzuholen sei, weil die Bewertung der Experten nicht als falsch erscheine. 

Auch rechtfertigten die Beurteilungsspielräume bei der Bewertung einer 

Fallstudie für sich allein den Beizug eines unabhängigen Gutachters nicht. 

G.  

Mit Replik vom 7. September 2020 wiederholt der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen seine bereits in der Beschwerde vorgebrachte Argumenta-

tion.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 30. März 2020 stellt eine 

Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG dar. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig 

(Art. 31 und Art. 33 Bst. d VGG; Art. 61 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die Berufsbildung vom 13. Dezember 2002 [Berufsbildungsgesetz, BBG, 

SR 412.10]). 

1.2 Des Weiteren hat der Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfah-

ren teilgenommen, ist als Adressat der angefochtenen Verfügung beson-

ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder 

Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist somit zur Beschwerde legitimiert. 

Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerde-

schrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen sind ebenfalls erfüllt (Art. 44 ff. VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

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Seite 4 

 

 

2.  

Nach Art. 27 Bst. a BBG kann die höhere Berufsbildung durch eine eidge-

nössische Berufsprüfung oder eine eidgenössische höhere Fachprüfung 

erworben werden. Die Prüfungen setzen eine einschlägige berufliche Pra-

xis und einschlägiges Fachwissen voraus (Art. 28 Abs. 1 BBG). Die zustän-

digen Organisationen der Arbeitswelt regeln die Zulassungsbedingungen, 

Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel. Die Vorschriften 

unterliegen der Genehmigung durch das SBFI (Art. 28 Abs. 2 BBG). 

Gemäss der gestützt auf Art. 28 Abs. 2 BBG erlassenen Prüfungsordnung 

über die Höhere Fachprüfung für Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschafts-

prüfer des Schweizer Expertenverbands für Wirtschaftsprüfung, Steuern 

und Treuhand (EXPERTsuisse) vom 23. März 2009 gilt die Diplomprüfung 

als bestanden, wenn die Kandidatin oder der Kandidat in allen Prüfungs-

teilen zusammengerechnet eine gewichtete Gesamtnote von mindestens 

4.0 (24 Notenpunkte) erzielt hat und dabei insgesamt nicht mehr als 1.5 

gewichtete Notenpunkte unter 4 zur Anrechnung kommen (Ziff. 6.41). Der 

Beschwerdeführer hat aufgrund der ungenügenden Note 3.0 im dreifach 

gewichteten Prüfungsteil «Professional Judgement (Fallstudie)» einen No-

tendurchschnitt von 3.83 und 3.0 Notenpunkte unter der Note 4.0 erzielt, 

wobei er im zweifach gewichteten Prüfungsteil «Professional Judgement 

(Expertengespräch)» und im einfach gewichteten Prüfungsteil «Kurzrefe-

rat» genügende Noten (4.5 bzw. 5.0) erzielte. Nachdem ihm die Erstinstanz 

im vorinstanzlichen Verfahren insgesamt zwei zusätzliche Punkte für die 

Fallstudie zugestanden und er dafür insgesamt 189 Punkte erreicht hat, 

fehlen ihm weitere 8 Punkte für die Note 3.5 (197 Punkte). Es besteht zu-

dem eine Grenzfallregelung (datiert am 11. April 2018) mit fünf möglichen 

Rettungspunkten. 

3.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, dass keine 

unabhängige und neutrale Überprüfung der Bewertung seiner Prüfungs-

leistung stattgefunden habe. Im vorinstanzlichen Verfahren hätten allein 

die Prüfungsexperten der Prüfungskommission die gerügte Bewertung 

nachgeprüft und zu Handen der Vorinstanz Stellung genommen (Rn. 15 

der Beschwerde sowie Rn. 2 und 4 der Replik). Der Entscheid sei demnach 

ohne materielle und objektive Prüfung der Beschwerde erfolgt. Der Be-

schwerdeführer macht damit nicht nur eine Verletzung des Willkürverbots 

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geltend, sondern im Ergebnis auch eine Verletzung seines verfassungs-

mässigen Gehörsanspruchs. Seine entsprechenden Rügen sind deshalb 

vorab zu prüfen (Urteile des Bundesgerichts 5A_313/2017 vom 14. Dezem-

ber 2017 E. 4 und 5A_353/2017 vom 30. August 2017 E. 2.1). 

3.1 Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten Anspruch auf rechtliches 

Gehör folgt insbesondere die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid zu be-

gründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene er-

kennen kann, warum die Behörde in einem bestimmten Sinn entschieden 

hat, sodass er den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann 

(Urteil des Bundesgerichts 2C_505/2019 vom 13. September 2019 

E. 4.2.1). Bei Prüfungsentscheiden kommt die Behörde dieser Verpflich-

tung nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nach, wenn sie dem 

Betroffenen kurz darlegt, welche Lösungen bzw. Problemanalysen von ihm 

erwartet wurden und inwiefern seine Antworten den Anforderungen nicht 

zu genügen vermochten. Der Anspruch auf Begründung ist nicht schon 

dann verletzt, wenn die Prüfungsbehörde sich vorerst darauf beschränkt, 

die Notenbewertung bekannt zu geben; es genügt vielmehr, wenn sie die 

Begründung im Rechtsmittelverfahren liefert und der Betroffene Gelegen-

heit erhält, in einem zweiten Schriftenwechsel dazu Stellung zu nehmen 

(Urteile des Bundesgerichts 2C_1004/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1, 

2D_65/2011 vom 2. April 2012 E. 5.1 sowie 2P.23/2004 vom 13. August 

2004 E. 2.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-3020/2018 vom 

12. Februar 2019 E. 4.3.; kritisch dazu RAFAEL ZÜND, Prüfungsrecht: Die 

Begründung von Prüfungsentscheiden, in: sui generis 2021, S. 219 ff., 

insb. Rn. 29 bis 37 mit Verweis auf die Urteile des Bundesgerichts 

2C_505/2019 vom 13. September 2019 E. 4.2.1, 2D_10/2019 vom 6. Au-

gust 2019 E. 4.2. sowie 2D_29/2015 vom 27. November 2015 E. 2.2). Auch 

muss sich die Prüfungsbehörde nicht mit jeder tatbestandlichen Behaup-

tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; es genügt, wenn 

sie sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränkt (Urteil des Bundesgerichts 2D_68/2019 vom 12. Mai 2020 

E. 5.2.1 und BGE 136 I 229 E. 5.2). 

3.2 Diesen verfassungsrechtlichen Anforderungen ist die Erst- und Vor-

instanz nachgekommen. Die Experten der Prüfungskommission haben in 

ihren Stellungnahmen vom 12. Januar 2019 und vom 30. April 2019 an die 

Vorinstanz aufgezeigt, aufgrund welcher wesentlichen Gesichtspunkte die 

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Fallstudie des Beschwerdeführers als ungenügend beurteilt wurde. Er er-

hielt im vorinstanzlichen Verfahren Gelegenheit, sich dazu zu äussern und 

sich mit den Bewertungen auseinanderzusetzen. Nach konstanter Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist die Vorinstanz zudem nicht 

verpflichtet, ihr Ermessen an die Stelle der Erstinstanz zu setzen und, ge-

wissermassen als «Oberprüfungskommission», die Bewertung einzelner 

Aufgaben im Detail erneut vorzunehmen und die Prüfung zu wiederholen. 

Im Beschwerdeverfahren nehmen die Experten, deren Notenbewertung 

beanstandet wird, vielmehr im Rahmen der Vernehmlassung der Prüfungs-

kommission Stellung. In der Regel überprüfen sie ihre Bewertung noch-

mals und geben bekannt, ob sie eine Korrektur als gerechtfertigt erachten 

oder nicht. Solange konkrete Hinweise auf eine Befangenheit fehlen und 

die Beurteilung nicht als fehlerhaft oder unangemessen erscheint, darf die 

Vorinstanz in materieller Hinsicht auf die Meinung der Experten abstellen, 

sofern deren Stellungnahme vollständig ist, d.h. darin die substantiierten 

Rügen des Beschwerdeführers beantwortet werden und die Auffassung 

der Experten, insbesondere soweit sie von derjenigen des Beschwerdefüh-

rers abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts B-623/2019 vom 6. August 2019 E. 3.2 und 

B-6465/2013 vom 18. Mai 2015 E. 5.2.6 sowie BVGE 2010/10 E. 4.1 

m.w.H.).  

Die Vorinstanz hat in ihrem Beschwerdeentscheid (E. 4.2 f.) kurz dargelegt, 

weshalb und gestützt auf welche Überlegungen sie die Einschätzung der 

Experten für nachvollziehbar erachtet, und dass sie diese für vollständig 

hält. Letztere sind, anders als gerügt (Beschwerde Rn. 15), auch nicht un-

vollständig ausgefallen, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen 

ergibt. Vielmehr äussern sie sich hinreichend zu den relevanten Fragen 

und den Rügen des Beschwerdeführers. Sowohl die Vor- als auch die Erst-

instanz liessen sich sodann im Beschwerdeverfahren detailliert zur Beur-

teilung der Prüfungsleistung vernehmen.  

3.3 Angesichts dessen liegt keine Verletzung der Begründungspflicht sei-

tens der Vorinstanzen und keine im gerügten Sinn willkürlich abgefasste 

Begründung vor. Die entsprechenden Rügen des Beschwerdeführers er-

weisen sich somit als unbegründet.  

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4.  

In materieller Hinsicht legt der Beschwerdeführer in Rn. 22 bis 49 seiner 

Beschwerdeschrift dar, wo ihm überall zusätzliche Punkte zu erteilen seien, 

damit er die Prüfung bestanden hätte. Dabei ist festzuhalten, dass der Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht nur 

noch die Bewertung seiner Antworten zu acht Prüfungsaufgaben ins Recht 

legt. Vor der Vorinstanz verlangte er noch bei 27 Aufgaben weitere Punkte 

(siehe Rn. 11 ff. der Beschwerde vor der Vorinstanz). Zusätzlich beruft er 

sich auf drei Parteigutachter, welche als Wirtschaftsprüfer die Fallstudie 

zusätzlich beurteilt hätten. 

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft Entscheide über Ergebnisse 

von Prüfungen grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49 

VwVG; vgl. auch ZIBUNG/HOFSTETTER, in: Waldmann/Weissenberger 

[Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 49 N 43). Indes haben 

Prüfungen oftmals Spezialgebiete zum Gegenstand, in denen die Rechts-

mittelbehörde in der Regel über keine eigenen Fachkenntnisse verfügt. Ihr 

ist es oft nicht möglich, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der 

Leistungen einer Beschwerdepartei und der Leistungen der übrigen Kan-

didaten zu machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der Examens-

bewertung würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten 

gegenüber den anderen Prüfungskandidaten in sich bergen, und es ist 

auch nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungs-

leistungen gewissermassen zu wiederholen (Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts B-7258/2017 vom 19. März 2018 E. 2.2 und BVGE 2008/14 

E. 3.1). In ständiger Rechtsprechung auferlegt sich das Bundesverwal-

tungsgericht daher bei der Bewertung von Prüfungsleistungen und spezifi-

schen Fragen, die seitens der Gerichte nur schwer überprüfbar sind, eine 

gewisse Zurückhaltung. Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewer-

tung von Prüfungsleistungen ist nur dann detailliert einzugehen, wenn die 

beschwerdeführende Partei selbst substantiierte Anhaltspunkte mit den 

entsprechenden Beweismitteln dafür liefert, dass das Ergebnis materiell 

nicht vertretbar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prü-

fungsleistungen offensichtlich unterbewertet wurden (Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts A-1103/2019 vom 5. März 2020 E. 2.2.1 und 

B-5365/2017 vom 1. Februar 2018 E. 3.2 sowie BVGE 2010/21 E. 5.1 

B-2588/2020 

Seite 8 

 

 

m.w.H.; kritisch dazu PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prü-

fungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: ZBI 10/2011, S. 553 ff., insb. S. 555 

f. m.w.H.). 

4.2 Auch in Bezug auf die Beurteilung von Experten auferlegt sich das Bun-

desverwaltungsgericht somit eine gewisse Zurückhaltung, wenn die Exper-

ten zum Parteivorbringen Stellung genommen haben und ihre Auffassung 

nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl. BVGE 2010/11 E. 4.2 und 

BVGE 2008/14 E. 3.1 f. und 4.3.2, je m.w.H). Diese Zurückhaltung gilt nur 

für die materielle Bewertung der Prüfungsleistungen. Ist die Auslegung 

oder Anwendung von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrens-

mängel im Prüfungsablauf gerügt, so hat das Bundesverwaltungsgericht 

die erhobenen Einwendungen mit umfassender Kognition zu prüfen (Ur-

teile des Bundesverwaltungsgerichts B-1098/2018 vom 5. Juli 2018 E. 3.3 

und A-5760/2014 vom 30. April 2015 E. 2.2 sowie BVGE 2008/14 E. 3.3 

m.w.H.).  

4.3 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die Bewertung der 

Prüfungsexperten sei erheblich anzuzweifeln, denn seine Arbeit sei 

willkürlich bewertet bzw. offensichtlich unterbewertet worden (Beschwerde 

Rn. 13, 14, 18, 21 ff. und 50 sowie Replik Rn. 3, 5 und 11 ff.). Dieser 

Vorwurf lässt sich in zwei Fallgruppen kategorisieren: Einerseits macht der 

Beschwerdeführer geltend, dass von den Prüfern unpräzise Aufgaben 

gestellt wurden. Daraus folge, dass seine Antworten als richtig bewertet 

werden müssten, denn sie seien ausreichend begründet (Aufgaben 1.1.6a 

i.V.m. 1.1.6b, 1.2.1a, 2.1.1, 2.1.3 und 3.4.1b), mit den Prüfungsstandards 

der Erstinstanz kompatibel (Aufgabe 1.1.3c) oder würden der 

Lösungsskizze der Prüfer entsprechen (Aufgabe 1.2.2d). Andererseits 

bringt der Beschwerdeführer vor, dass ein anderer Kandidat für die 

gleichen Antworten zu den Aufgaben 1.2.1a und 2.1.1 (zusätzliche) Punkte 

erhalten habe. Die zugezogenen Parteigutachter würden seine 

Einschätzung bestätigen. 

4.4 Die Examinatoren bringen dagegen vor, dass die Antworten des Be-

schwerdeführers mit der korrekten Anzahl an Punkten versehen wurden 

und zeigen auf, dass für den Fall, dass dieser nicht die volle Punktzahl 

erreicht hat, dies auch gerechtfertigt war.  

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Entweder hätten weitere Argumente bzw. Lösungselemente (die angemes-

sene Berücksichtigung des Berichts des vorherigen Abschlussprüfers bei 

Aufgabe 1.1.6a) gefehlt oder es seien gewisse Bezugsgrössen (Eigenka-

pital, Bilanzsumme und Umsatz bei Aufgabe 1.2.1a) oder Handlungen 

nicht genannt bzw. nicht ausreichend begründet worden (so Umklassierun-

gen, die Prüfung der Konsequenzen für die Jahresrechnung und den Be-

stätigungsvermerk, den Beizug von Spezialisten sowie die Information des 

Verwaltungsrates bei Aufgabe 2.1.1 oder die Prüfung bedeutsamer Ge-

schäftsvorfälle ausserhalb des gewöhnlichen Geschäftsverlaufes bei Auf-

gabe 2.1.3). Auch habe der Beschwerdeführer Handlungsbedarf seitens 

von Organen (die Beurteilung des Rückstellungsbedarfs durch den Verwal-

tungsrat bei Aufgabe 3.4.1), Risiken einer wesentlich falschen Darstellung 

der Vermögenslage sowie Prüfungshandlungen bei Aufgabe 1.2.2d und 

andere Aspekte, nach denen gefragt wurde, nicht erkannt (so der Anschein 

bzw. «Independence in Appearance», dass die Objektivität und Unabhän-

gigkeit eines Revisors gefährdet sein könnte und zur Folge hätte, dass die-

ser sein Mandat vor der zeitlichen Obergrenze abgeben sollte bei Aufgabe 

1.1.3c; zum Ganzen die Stellungnahmen der Experten der Prüfungskom-

mission vom 12. Januar 2019 und 30. April 2019, Rn. 4.2 und 4.3 des an-

gefochtenen Entscheids sowie Rn. 20 ff. der Vernehmlassung der Erstin-

stanz).  

4.5 Nach Ansicht des Beschwerdeführers und der Parteigutachter hätten 

die Experten nach der Lektüre seiner Antworten erkennen müssen, dass 

damit die geforderte Lösung erfasst sei und u.a. für eine korrekte, stich-

wortartige Antwort unter Teilaufgabe b auch Punkte unter Teilaufgabe a hät-

ten gegeben werden müssen (dies in Bezug auf Aufgabe 1.1.6a i.V.m. 

1.1.6b). Weiter habe der Beschwerdeführer in Aufgabe 1.2.1a sehr wohl 

eine Begründung für die Wahl des Umsatzes angegeben. Bei der Antwort 

zu Aufgabe 2.1.1 seien die geforderten zusätzlichen Punkte angebracht, 

weil die Massgrösse in direktem Zusammenhang zur Wesentlichkeit stehe 

und somit die Formulierung «Gesamtaufwand als Massgrösse verwenden» 

korrekt sei (dies sei auch so im Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprü-

fung [nachfolgend: HWP] III.3.5.1.1 erwähnt). Ausserdem sei eine gene-

relle Antwort (wie der Einbau eines Überraschungselements, z.B. einer 

Überraschungsprüfung, die nach HWP III.3.9.4.1 und gemäss den Schwei-

zer Prüfungsstandards [nachfolgend: PS], Ausgabe 2013, 240 A.36 vorge-

sehen sei) bei Aufgabe 2.1.3 ausreichend, da die Prüfungsfrage generell 

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Seite 10 

 

 

formuliert und nicht zwingend ein Bezug zum Prüfungsfall verlangt gewe-

sen sei. Seine Antwort zu Aufgabe 3.4.1b «Die Patronatserklärung ist im 

Anhang auszuweisen als Eventualverbindlichkeit mit der Höhe der Zu-

sage» sei ebenfalls genug spezifisch. Überdies sei Aufgabe 1.1.3c offen 

formuliert und baue nicht zwingend auf den Teilaufgaben 1.1.3a und 1.1.3b 

auf. Daraus folge, dass eine Erstprüfung bzw. die erste ordentliche Revi-

sion noch einmal erwähnt werden und PS 510 und 890 auch im vorliegen-

den Fall von Bedeutung seien. Schliesslich seien seine Antworten bei der 

Aufgabe 1.2.2d mit der vom Experten geforderten Lösung identisch (zum 

Ganzen Rn. 22 ff. der Beschwerde und deren Beilage 4 sowie Replik 

Rn. 15 ff. und deren Beilage 5). 

4.6 In der Regel ist davon auszugehen, dass die Examinatoren in der Lage 

sind, die Bewertung der Prüfungsleistungen objektiv vorzunehmen. Vorlie-

gend sind ihre detaillierten Ausführungen nachvollziehbar und einleuch-

tend. Es fehlen damit konkrete Hinweise, welche die Beurteilung als grob 

fehlerhaft, nicht vertretbar oder willkürlich erscheinen liessen. Den Ausfüh-

rungen des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. 

So sind die Prüfungsantworten des Beschwerdeführers zum Teil zu stich-

wortartig. Folglich wird nicht abschliessend klar, was er genau meinte bzw. 

was mit seiner Lösung alles miterfasst sein soll (siehe seine Antwort zu 

Aufgabe 1.1.6a). Für andere, zu Recht erwähnte Bezugsgrössen (wie z.B. 

«Umsatz») scheint er – entgegen seinen Ausführungen – die maximal mög-

liche Punktzahl bzw. zumindest gleich viele Punkte wie der Kandidat, deren 

Lösungen er als Vergleich eingereicht hat, erhalten zu haben (vgl. die Ant-

wort des Beschwerdeführers zu Aufgabe 1.2.1a). An anderer Stelle ist 

seine Begründung zu knapp. So wäre bei Aufgabe 2.1.1 das «Überdenken 

der Wesentlichkeitskriterien» bzw. «eine allfällige Anpassung der Wesent-

lichkeit» (in der Formulierung des Kandidaten, auf den sich der Beschwer-

deführer bezieht) gefragt gewesen. «Wesentlichkeit» alleine war jedoch 

nicht ausreichend. Bei Aufgabe 2.1.3 ist nicht ersichtlich, warum sich nicht 

auch diese Frage auf den konkreten Prüfungsfall beziehen soll. Daraus 

folgt, dass der Ausschluss einer Methode, welche bei der vorliegend be-

reits laufenden Revision nicht mehr möglich bzw. nicht mehr sinnvoll ist, 

nicht willkürlich ist. Weiter ist nachvollziehbar, dass die blosse Erwähnung 

des Anhangs in Aufgabe 3.4.1b sowie die Nennung von PS 510 und 890 

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Seite 11 

 

 

ohne weitere Erklärung in Aufgabe 1.1.3c zu allgemein bzw. zu wenig fall-

spezifisch war. Ausserdem kann der Beschwerdeführer nicht erwarten, für 

identische Lösungen in verschiedenen Teilaufgaben doppelt Punkte zu er-

halten (z.B. für Ausführungen zur «Rotation» und «ordentlichen Revision» 

in den Teilaufgaben 1.1.3a, 1.1.3b und 1.1.3c). Schliesslich erschliesst sich 

nicht wie die Parteigutachter die Antworten des Beschwerdeführers sowie 

die Lösungsskizze von Aufgabe 1.2.2d als identisch bezeichnen können. 

Auch hier hätten die Antworten des Beschwerdeführers ausführlicher sein 

müssen (insbesondere hätte er die Risiken einer wesentlich falschen Dar-

stellung der Vermögenslage erklären müssen). 

4.7 Zur zweiten Fallgruppe äussern sich die Examinatoren nicht. Die Vor-

instanz führt dazu aus, dass selbst für den Fall, dass ein Mitkandidat tat-

sächlich für die gleiche oder gleichwertige Antwort wie der Beschwerdefüh-

rer mehr Punkte als dieser erhalten hätte, jene Punkte zu Unrecht erteilt 

worden wären. Auch sei für eine «Gleichbehandlung im Unrecht» eine 

rechtswidrige Praxis, von der auch in Zukunft nicht abgewichen werden 

soll, erforderlich. Anhaltspunkte dafür gäbe es vorliegend jedoch nicht 

(Rn. 4.3 des angefochtenen Entscheids). 

4.8 Der Beschwerdeführer bringt dazu vor, dass es sich vorliegend nicht 

um eine Frage einer «Gleichbehandlung im Unrecht» handle, sondern es 

darum gehe, dass ein anderer Kandidat für die gleichen oder sinngemäss 

gleichen Antworten deutlich mehr Punkte erhielt. Es liege folglich eine Ver-

letzung des Gleichbehandlungsgebots gemäss Art. 8 Abs. 1 BV vor (Be-

schwerde Rn. 20 und Replik Rn. 10 und 14).  

4.9 Die Argumentation des Beschwerdeführers läuft in diesem Punkt ins 

Leere. Wie in E. 4.6. gezeigt, kann der Beschwerdeführer schon aufgrund 

seiner unzureichenden Antworten durch den Beizug der Prüfungsantwor-

ten eines anderen Kandidaten im Falle der Aufgaben 1.2.1a und 2.1.1 

nichts zu seinen Gunsten ableiten.  

4.10 Demgemäss ist die Bewertung der Fallstudie mit der Note 3.0 nicht zu 

beanstanden. Sie bewegt sich innerhalb des Bewertungsspielraums der 

Erstinstanz. Der Beschwerdeführer könnte somit auch unter Berücksichti-

gung der Grenzfallregelung nicht die erforderlichen Punkte für die Note 3.5 

oder 4.0 erreichen. Vor diesem Hintergrund ist nicht erkennbar, inwiefern 

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Seite 12 

 

 

die Vorinstanz den ihr aufgegebenen Prüfungsumfang (vorn E. 3.1 und 4.1) 

unterschritten hat. 

5.  

Soweit der Beschwerdeführer verlangt, die Fallstudie sei einer unabhängi-

gen Korrektur durch einen weiteren, von der Prüfungskommission unab-

hängigen Experten zu unterziehen, besteht dazu kein Anlass. Wie erwähnt 

auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich der materiellen 

Bewertung von Prüfungsleistungen eine gewisse Zurückhaltung, wenn die 

Experten zu den Parteivorbringen Stellung genommen haben und ihre Auf-

fassung nachvollziehbar und einleuchtend ist (vorn E. 4.1). Da die Ein-

wände des Beschwerdeführers vorliegend keine erheblichen Zweifel an ei-

ner zureichenden Beurteilung durch die Vorinstanz zu wecken vermögen, 

erfolgte die Überprüfung der Benotung sachgerecht und willkürfrei. Auf 

eine zusätzliche Beweismassnahme in Form eines Sachverständigengut-

achtens kann folglich verzichtet werden (vgl. Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts B-5547/2013 vom 24. April 2014 E. 1.5 und 9.1; B-2213/2006 

vom 2. Juli 2007 E. 6.5). Entsprechend ist seinem Antrag, infolge willkürli-

cher Bewertung eine weitere unabhängige Überprüfung der Prüfungsleis-

tungen zu veranlassen, nicht stattzugegeben. 

6.  

Zusammenfassend hält die von der Vorinstanz vorgenommene Prüfung ei-

ner Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht stand. Dementspre-

chend ist auch der Antrag abzuweisen, die Erstinstanz dazu zu verpflich-

ten, dem Beschwerdeführer einen korrigierten Notenausweis und ein kon-

trolliertes Diplom auszustellen. 

7.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Ver-

fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese werden mit 

Blick auf den Verfahrensaufwand und die Schwierigkeit der Streitsache auf 

Fr. 1'500.– festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 VGKE). Der 

vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss wird zur Begleichung 

dieser Verfahrenskosten verwendet. 

B-2588/2020 

Seite 13 

 

 

Ausgangsgemäss sind auch keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Dies gilt gestützt auf Art. 7 

Abs. 3 VGKE auch für die obsiegende Erstinstanz. 

8.  

Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 Bst. t 

BGG). Er ist somit endgültig. 

 

  

B-2588/2020 

Seite 14 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an:  

– den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Einschreiben; Doppel der Replik;  

Akten zurück) 

– die Erstinstanz (Einschreiben; Doppel der Replik; Akten zurück) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

Martin Kayser Jonas Wüthrich 

 

Versand: 7. Juli 2021