# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a5ba064-3590-505c-bfd2-c59327a92950
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.10.2010 IV 2009/438
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-438_2010-10-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/438

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.07.2020

Entscheiddatum: 15.10.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2010
Art. 28 aIVG; Rentenanspruch; Prozentvergleich respektive Parallelisierung 
des Invalideneinkommens wegen Minderverdienstes; Abzug vom 
Invalideneinkommen (sog. Leidensabzug) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Oktober 2010, IV 
2009/438).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 15. Oktober 2010

in Sachen

F.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Bührer, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a F.___ erlitt bei einem Sturz am 27. Juli 2004 eine intraartikuläre Radiusfraktur links. 

Am 21. September 2006 meldete sie sich zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 3). 

Gestützt auf einen internen Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) verneinte 

die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Juni 2007 einen Rentenanspruch der Versicherten 

(IV-act. 17 und 36). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob diesen 

Entscheid mit Urteil vom 8. April 2009 (IV 2007/276) in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen 

an die IV-Stelle zurück (IV-act. 64).

A.b Im Auftrag der IV-Stelle erfolgte am 22. Juli 2009 eine Begutachtung der 

Versicherten durch Dr. med. A.___, Handchirurgie, Orthopädie am Rosenberg. Im 

Gutachten vom 24. Juli 2009 finden sich die Diagnosen Status nach Radiusfraktur 

adominant links intraartikulär, Zustand nach offener Reposition und innerer Fixation am 

25. August 2004 mittels volarer 3.5-Platte, Status nach Karpaltunnelspaltung links und 

Metallentfernung am 9. März 2005, Radiokarpalarthrose radial mässigen Grades, 

Rhizarthrose links mässigen Grades, Karpaltunnelrezidiv und Tenosynovitis A1 Dig II 

und III. Für Arbeiten in der bisherigen Tätigkeit bestehe eine Einschränkung von 50%. 

Auch bei leichteren Tätigkeiten sei die Versicherte wegen der eingeschränkten 

Feinmotorik beeinträchtigt. Insgesamt bestehe eine Einschränkung von 40% in einer 

adaptierten Tätigkeit (IV-act. 73).

A.c Mit Vorbescheid vom 8. September 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 37% keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente habe (IV-act. 77). Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte durch 

ihre Rechtsvertreterin Einwand erheben. Unter Berücksichtigung der 60%igen 

Arbeitsfähigkeit und eines Leidensabzugs von 15% resultiere ein Invaliditätsgrad von 

49% und somit zumindest eine Viertelsrente (IV-act. 80).

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A.d In der Verfügung vom 14. Oktober 2009 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, 

dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 14% keinen Anspruch auf eine Invalidenrente 

habe (IV-act. 82).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin Sabrina Schneider, 

St. Gallen, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 18. November 

2009 mit dem Antrag, der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab 1. Juli 2005 eine 

halbe Invalidenrente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass auf das Gutachten von Dr. A.___ 

und somit auf eine 60%ige Restarbeitsfähigkeit abgestellt werden könne. Das von der 

Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen von Fr. 36'375.-- (2009) sei nicht zu 

beanstanden. Ebenfalls stütze sich die Beschwerdegegenerin bei der Festlegung des 

Invalideneinkommens zu Recht auf die LSE Tabelle, Schweiz, Privater Sektor, Niveau 4. 

Aufgerechnet auf das Jahr 2009 betrage das Invalideneinkommen somit zunächst 

ungekürzt Fr. 52'052.--. Allerdings lasse die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung 

des Invaliditätsgrads ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall aus 

invaliditätsfremden Gründen ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt habe, 

weshalb eine Parallelisierung des Validen- und Invalideneinkommens durchzuführen 

sei. Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen, des Alters der 

Beschwerdeführerin, der krankheitsbedingten langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt 

und der aktuellen prekären Arbeitsmarktsituation, rechtfertige sich ein Leidensabzug 

von mindestens 20%. Aus der Gegenüberstellung der Einkommen resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 52% und somit mindestens eine halbe Invalidenrente (act. G 1).

B.b In der Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Da auf das Gutachten von Dr. A.___ abgestellt werden 

könne, sei von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

auszugehen. Das Valideneinkommen betrage Fr. 35'100.-- (2006) und das aufgrund der 

Lohnstrukturerhebung (LSE 2006) des Bundesamtes für Statistik berechnete 

Invalideneinkommen Fr. 50'278.--. Weil das Invalideneinkommen höher sei, sei der 

entsprechende Wert bis zu einer positiven Differenz von 5% zum Valideneinkommen zu 

kürzen. Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin an der nicht dominanten Hand 

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seien mit einer Arbeitsfähigkeit von 60% in einer adaptierten Tätigkeit bereits 

grosszügig berücksichtigt worden, weshalb sich die Vornahme eines Leidensabzugs 

nicht rechtfertige. Das Invalideneinkommen betrage demnach Fr. 22'113.--, woraus ein 

Invaliditätsgrad von 37% resultiere (act. G 4).

B.c Mit Replik vom 8. Februar 2010 lässt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

festhalten und führt hauptsächlich aus, dass auf die Berücksichtigung eines 

Leidensabzugs nicht verzichtet werden könne. Die Herabsetzung der Arbeitsfähigkeit 

auf 60% decke sich nicht mit dem Leidensabzug oder der Parallelisierung der 

Einkommen, weshalb nicht von einer mehrfachen Berücksichtigung der gleichen 

Faktoren gesprochen werden könne (act. G 7).

B.d Mit Schreiben vom 16. Februar 2010 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik (act. G 9).

Erwägungen:

1.   

1.1 Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. 

Januar 2008 ergangen ist. Mangels einer spezifischen übergangsrechtlichen Norm 

sind, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Rentenanspruch mit 

Anspruchsbeginn bei Anmeldung unter altem Recht) - wie bereits im Verfahren IV 

2007/276 - die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen 

anzuwenden.

1.2 Betreffend die rechtlichen Ausführungen (Rentenberechtigung, Beweiswert von 

medizinischen Berichten, Untersuchungsgrundsatz) wird auf den bereits erwähnten 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. April 2009 (E. 2) 

verwiesen.

2.   

2.1 Die medizinische Aktenlage, wie sie bis zur Verfügung vom 5. Juni 2007 vorgelegen 

hatte, wurde ebenfalls im erwähnten Entscheid ausführlich wiedergegeben; darauf wird 

verwiesen.

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2.2 Dem von der IV-Stelle veranlassten handchirurgischen Gutachten von Dr. A.___ 

vom 24. Juli 2009 ist u.a. zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin eine 

eingeschränkte, aber ordentliche Handgelenksbeweglichkeit vorliege. Es bestehe ein 

eingeschränkter Faustschluss bei akzeptabler Beweglichkeit der vorgeschalteten 

Gelenke, jedoch könne der Zeigefinger nicht voll eingerollt werden. Sodann bestehe 

eine Druckdolenz im Bereich des Beugesehnensystems beim Halten von 

Gegenständen. Der Beschwerdeführerin seien noch leichte Hilfsarbeiten ohne spezielle 

feinmotorische Anforderungen zumutbar. Das Halten von Gegenständen mit beiden 

Händen zwischen Daumen und den radialen Fingern sei ebenso deutlich erschwert wie 

das feste Zupacken. Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 

40%.

2.3 Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin teilen in den 

eingereichten Rechtsschriften mit, dass auf das Gutachten von Dr. A.___ vom 24. Juli 

2009 vollumfänglich abgestellt werden könne. Diese Auffassung ist nicht zu 

beanstanden. Das Gutachten beruht auf eigenständigen Untersuchungen und 

berücksichtigt die Vorakten und die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin 

hinreichend. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und die 

entsprechende Beurteilung sind nachvollziehbar und einleuchtend. Insbesondere 

vermag die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit auf 60% zu 

überzeugen, zumal sich der Gutachter ausreichend zu den 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen früherer Ärzte äusserte und aufzeigte, dass die 

verschiedenen Angaben grundsätzlich nicht widersprüchlich sind. Somit kann 

nachfolgend auf das Gutachten von Dr. A.___ und die 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit abgestellt werden.

3.   

3.1 Zu prüfen bleibt, ob aus einer Restarbeitsfähigkeit von 60% ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch 

einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen 

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und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das 

die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

3.2 Die beiden Parteien sind sich über den Ausgangswert des Validen- und 

Invalideneinkommens grundsätzlich einig. Die Beschwerdegegnerin ermittelte gemäss 

Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2010 für das Jahr 2006 ein Valideneinkommen von 

Fr. 35'100.--. Die Beschwerdeführerin ist bei ihrer Berechnung vom selben Wert 

ausgegangen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergab sich für das 

Jahr 2009 ein Valideneinkommen von Fr. 36'375.--. Bezüglich der Anpassung an die 

Nominallohnentwicklung führte die Beschwerdegegnerin zu Recht aus, dass eine 

solche Aufrechnung nicht zwingend durchzuführen sei, da davon ausgegangen werden 

könne, dass sich das Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickeln. 

Entscheidend für den Einkommensvergleich ist, dass stets Werte aus derselben 

Vergleichsperiode beizuziehen sind. Da somit eine Aufrechnung nicht zwingend zu 

erfolgen hat, werden für die Berechnung des Invaliditätsgrads die Werte für das Jahr 

2006 berücksichtigt. Aufgrund der Aktenlage ist das für das Jahr 2006 ermittelte 

Valideneinkommen von Fr. 35'100.-- nicht zu beanstanden. Gemäss Angaben des 

früheren Arbeitgebers der Beschwerdeführerin, hätte sie im Jahr 2006 in einem 100% 

Pensum pro Monat Fr. 2'700.-- verdient (IV-act. 12).

3.3 Ebenfalls sind sich die Parteien einig, dass das Invalideneinkommen anhand der 

Tabellenlöhne der LSE zu ermitteln sei. Diese Erkenntnis ist ebenfalls nicht zu 

beanstanden. Gemäss Gutachten vom 24. Juli 2009 sind der Beschwerdeführerin nur 

noch leichte Hilfsarbeiten ohne spezielle feinmotorische Anforderungen zumutbar, 

weshalb die Parteien zu Recht die LSE-Tabelle 1, Privater Sektor, Anforderungsniveau 

4 gewählt haben. Im Jahr 2006 lag der Durchschnittslohn für eine Frau bei einer 

wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden bei Fr. 4'019.--. Aufgerechnet auf die 2006 

vorherrschende durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt 

sich ein Jahreseinkommen und somit ein Invalideneinkommen von Fr. 50'278.--.

3.4 In der Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2010 anerkennt die Beschwerdegegnerin, 

dass das höhere Invalideneinkommen an das tiefere Valideneinkommen anzupassen 

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sei, da nicht davon ausgegangen werden könne, dass sich die Beschwerdeführerin 

freiwillig mit diesem bescheidenen Einkommen begnügen wollte. Aufgrund der 

Aktenlage ist diese Schlussfolgerung ebenfalls nicht zu beanstanden. Allerdings ist die 

Beschwerdegegnerin - entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin - der 

Auffassung, dass eine Differenz von 5% zu belassen sei, weil gemäss der neuesten 

Rechtsprechung des Bundesgerichts mit der Parallelisierung der Einkommen nur der 

Ausgleich einer deutlichen Abweichung des Valideneinkommens zum Einkommen 

gemäss den Tabellenlöhnen bezweckt werde. Wie die nachfolgenden Erwägungen 

zeigen werden, braucht die Frage einer vollständigen Parallelisierung der Einkommen 

nicht abschliessend beurteilt zu werden, da sie im vorliegenden Fall für den 

Rentenanspruch nicht entscheidend ist.

3.5 Die Beschwerdegegnerin macht in der Beschwerdeantwort geltend, dass ein 

Leidensabzug nicht gerechtfertigt sei, da die Einschränkungen an der nicht dominanten 

linken Hand mit einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 60% in einer adaptierten Tätigkeit 

bereits grosszügig berücksichtigt worden seien. Mit einem Leidensabzug würden die 

gesundheitsbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin mehrfach 

berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin beantragt einen Leidensabzug von mindestens 

20%.

Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - insbesondere auch von 

invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte 

Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen 

sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische 

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Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in 

AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

Der Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach die gesundheitlichen 

Einschränkungen mit einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 60% in einer adaptierten 

Tätigkeit bereits grosszügig berücksichtigt worden seien und daher kein Leidensabzug 

mehr zu gewähren sei, kann nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass der 

verminderten Leistungsfähigkeit mit dem Abzug von 40 % entsprechend der von Dr. 

A.___ geschätzten Leistungseinbusse Rechnung getragen wurde und der 

Leidensabzug deshalb in erster Linie wegen der qualitativen Einschränkungen, die die 

Beschwerdeführerin bei einer adaptierten Tätigkeit zu beachten hat, zu erfolgen hat. 

Sodann ist zu beachten, dass bei einer Parallelisierung der Einkommen gewisse 

invaliditätsfremde Faktoren nicht berücksichtigt werden. Wird nämlich beim Validen- 

und beim Invalideneinkommen vom gleichen Tabellenlohn als Grundlage ausgegangen, 

wirken sich invaliditätsfremde Faktoren beim Validen- und beim Invalideneinkommen in 

gleicher Weise aus und geben deshalb keinen Anlass für eine Korrektur. Aufgrund der 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nur noch leichte Hilfsarbeiten ohne spezielle 

feinmotorische Anforderungen ausüben kann und das Halten von Gegenständen mit 

beiden Händen zwischen Daumen und den radialen Fingern sowie das feste Zupacken 

deutlich erschwert sind sowie unter Berücksichtigung des Alters der 

Beschwerdeführerin (Jahrgang 1950), erscheint ein Leidensabzug von 15% - wie 

ursprünglich von der IV-Stelle zugebilligt (IV-act. 25) - als angemessen. Das 

Invalideneinkommen beläuft sich demnach bei einer vollständigen Parallelisierung der 

Einkommen auf Fr. 17'901.-- (Fr. 35'100.-- x 0.6 x 0.85) und bei einer Angleichung des 

Invalideneinkommens bis zu einer positiven Differenz von 5% zum Valideneinkommen 

auf Fr. 18'796.-- (Fr. 35'100.-- x 1.05 x 0.6 x 0.85).

3.6 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens und des Invalideneinkommens 

bei vollständiger Parallelisierung ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad von 49%. Selbst 

beim Einkommensvergleich mit der Angleichung des Invalideneinkommens lediglich bis 

auf 5% resultiert ein Invaliditätsgrad von 46% und somit ein Rentenanspruch.

4.   

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4.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 14. Oktober 2009 aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente 

auszurichten. Die Sache ist zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Davon hat die Beschwerdeführerin, die mit ihrem 

Leistungsbegehren lediglich teilweise durchgedrungen ist, einen Drittel, d.h. Fr. 200.--, 

zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin im 

Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 400.-- 

zurückzuerstatten. Den Restbetrag von Fr. 400.-- hat die Beschwerdegegnerin zu 

bezahlen.

4.3 Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch 

auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, 

wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu 

tragen ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 3'500.-angemessen. Entsprechend dem Ausmass des Obsiegens erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

gerechtfertigt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 14. Oktober 

2009 aufgehoben und der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente zugesprochen. Die 

Sache ist zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

bis

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2.  Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin im Umfang 

von Fr. 400.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 200.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 200.-- 

daran angerechnet und im Umfang von Fr. 400.-- zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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