# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2de22725-3782-5ea3-8932-c682871d8e6c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2025 E-7308/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7308-2025_2025-10-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7308/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Kaspar Gerber (Vorsitz), 

Richterin Regina Derrer,  

Richter Mathias Lanz,    

Gerichtsschreiberin Anna Lisa Blaser. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

Sri Lanka,    

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 12. September 2025 / N (…). 

 

 

 

E-7308/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reichte am 9. Juli 2025 in der Schweiz ein Asylge-

such ein und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ 

zugewiesen. 

B.  

Am 15. Juli 2025 bevollmächtigte die Beschwerdeführerin die juristischen 

Mitarbeiter des HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren B._______ zu ih-

rer rechtlichen Vertretung im laufenden Asylverfahren. 

C.  

Das SEM hörte die Beschwerdeführerin erstmals am 5. August 2025 und 

vertieft am 4. September 2025 zu ihren Asylgründen an. Dabei gab sie im 

Wesentlichen zu Protokoll, sri-lankische Staatsbürgerin tamilischer Ethnie, 

in C._______ geboren und zwei Tage nach ihrer Geburt von ihren Eltern 

adoptiert worden zu sein. Danach habe sie bis zu ihrer Ausreise in 

D._______ (Distrikt C._______) gelebt. Sie habe das E._______ besucht 

und im Jahr (…) das A-Level abgeschlossen. Von Mitte Oktober bis Mitte 

November 2024 habe sie ein (…)-Programm in einem (…) besucht, dieses 

jedoch vorzeitig abgebrochen. 

Ihr Grossvater wie auch ihr Vater seien in den Jahren 1990 – 1991 politisch 

aktiv und Anhänger der UNP (United National Party) gewesen. Deshalb 

habe ihr Vater Probleme mit den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelan) 

sowie mit der (von der LTTE abgespaltenen) Karuna-Gruppe gehabt und 

sei aus diesem Grund ins Ausland geflohen. Die Karuna-Gruppe habe spä-

ter auch ihrem Bruder Probleme bereitet, weshalb dieser das Land eben-

falls verlassen habe. Als sie nur noch mit ihrer Mutter und ihrer Schwester 

in der Heimat gelebt habe, sei ihre Schwester eines Tages entführt, einige 

Tage festgehalten und vergewaltigt worden. Nach diesem Ereignis sei auch 

sie (die Schwester) ausgereist und lebe seither in der Schweiz, wo sie Asyl 

erhalten habe. Sie (die Beschwerdeführerin) und ihre Mutter hätten fortan 

in Angst gelebt und bei Bekannten übernachtet. Sie hätten Einladungs-

briefe für Befragungen in F._______ erhalten, wo sich ein Büro der Karuna-

Gruppe befinde. Eines Tages auf dem Weg zum (…)-Programm in einem 

(…) sei sie sodann auf der Strasse angehalten worden und Männer auf 

Motorrädern hätten versucht, sie zu entführen, wobei ihr die Flucht gelun-

gen sei. Daraufhin habe ihre Mutter eine Anzeige bei der Polizei in 

G._______ erstattet. 

E-7308/2025 

Seite 3 

Ihre wohlhabenden Verwandten mütterlicherseits hätten sie (die Beschwer-

deführerin) als Adoptivkind nie als Teil der Familie akzeptiert und sie im-

merzu schikaniert. Seit ihrem fünften Lebensjahr sei sie zudem von diesen, 

namentlich von ihrem Onkel mütterlicherseits körperlich und sexuell miss-

handelt worden. Zuletzt sei es zu einem solchen Übergriff gekommen, als 

sie neunzehn Jahre alt gewesen sei. Der Onkel habe diesen gefilmt und 

sie fürchte sich davor, dass er bei ihrer Rückkehr die Bilder veröffentlichen 

würde. Als ihre Mutter ungefähr im Juli 2021 von den Misshandlungen er-

fahren habe, habe sie ihre Verwandten (darunter auch besagten Onkel) mit 

den Vorwürfen konfrontiert, wobei diese erwidert hätten, sie (die Beschwer-

deführerin) sei eine Schande für die Familie. In den Jahren 2022 – 2023 

habe sie (die Beschwerdeführerin) Medikamente zur Behandlung ihrer psy-

chischen Probleme erhalten. Im Oktober 2023 sei ihr Vater vom Ausland 

zurückgekehrt und bis zu seinem (natürlichen) Tod im Mai 2024 bei ihr ge-

blieben, um sie vor weiteren Übergriffen zu schützen. Eine Anzeige gegen 

den Onkel habe sie nicht erstattet, da sie eine Frau sei und dies eine grosse 

Schande darstellen würde. Aus Angst, ihre Mutter zu verlieren und weil ihr 

keine dafür zuständigen Stellen bekannt gewesen seien, habe sie sich 

auch keine anderweitige Hilfe geholt. Einen Monat nach dem Tod ihres Va-

ters habe der Gärtner ihrer Mutter mitgeteilt, dass die Verwandten mütter-

licherseits planen würden, sie (die Beschwerdeführerin) umzubringen. 

Ende Juni 2025 habe sie Sri Lanka auf dem Flugweg Richtung H._______ 

und von dort Richtung I._______ verlassen. Von I._______ aus sei sie auf 

dem Landweg in die Schweiz gelangt. 

D.  

Zum Nachweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin Kopien ihrer 

Geburtsurkunde, Identitätskarte und ihres Führerscheins zu den Akten. 

Weiter reichte sie einen Nachweis des Aufenthaltstitels ihrer Schwester in 

der Schweiz, eine Anzeige vom 1. Juli 2018, einen Arztbericht des 

J._______ Hospital C._______ vom 17. April 2023, einen Arztbericht von 

Dr. med. K._______ vom 22. Juli 2025, einen Arztbericht des (…)spitals 

L._______ vom 23. August 2025 sowie zwei Arztberichte des Spitals 

M._______ vom 2. August 2025 und vom 28. August 2025 als Beweismittel 

ein. 

E.  

Am 9. September 2025 liess das SEM der Beschwerdeführerin den Ent-

wurf des Asylentscheids zur Stellungnahme zukommen, worauf die Be-

schwerdeführerin am 10. September 2025 dazu Stellung nahm. 

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Seite 4 

F.  

Mit Verfügung vom 12. September 2025 (gleichentags eröffnet) verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte ihr 

Asylgesuch ab, verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz und beauf-

tragte den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug. 

G.  

Gleichentags legte die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin ihr Man-

dat nieder. 

H.  

Mit Eingabe vom 22. September 2025 (Posteingang vom 24. September 

2025) erhob die Beschwerdeführerin selbständig Beschwerde gegen die 

Verfügung des SEM vom 12. September 2025 beim Bundesverwaltungs-

gericht. Sie beantragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei auf-

zuheben und ihr Asyl zu gewähren; zudem sei ihr Asylgesuch wegen eines 

Dublin-Falls abgelehnt worden und erneut zu prüfen; eventualiter sei ihr die 

vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren; subeventualiter sei der 

Streitgegenstand an die Vorinstanz zurückzuweisen und der Sachverhalt 

erneut festzustellen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie, ihrer Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Alles unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zulasten der Vorinstanz; sie habe «kein Einkommen». 

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

24. September 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG 

[SR 142.31]). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines 

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Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdefüh-

rende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3  

1.3.1 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist somit zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3.2 Auf den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist man-

gels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, da der Beschwerde von 

Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 42 AsylG) und diese von der Vorinstanz nicht entzogen wurde. 

1.3.3 Auf den Antrag, «ihr abgelehnter Dublin-Fall sei erneut zu prüfen» ist 

ebenfalls nicht einzutreten, da die Ablehnung ihres Asylgesuchs in keiner 

Weise mit dem Dublin-Assoziierungsabkommen respektive der EU-Dublin-

Verordnung in Zusammenhang steht (die internationale Zuständigkeit der 

Schweiz für die Durchführung des nationalen Asylverfahrens steht 

vorliegend nicht in Frage). 

1.3.4 Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

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Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids führt die Vorinstanz im 

Wesentlichen aus, es wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Beschwer-

deführerin in Bezug auf die erlebten Diskriminierungen durch ihre Verwand-

ten mütterlicherseits und insbesondere auf die Misshandlungen durch ih-

ren Onkel an die Sicherheitsbehörden oder eine übergeordnete Instanz ge-

wendet und um Schutz ersucht hätte. Dies insbesondere angesichts der 

Tatsache, dass sie sich in anderer Sache (versuchte Entführung) bereits 

an diese gewendet habe. Indem sie dies unterlassen habe, sei es nicht 

möglich, den heimatlichen Behörden einen fehlenden Schutzwillen vorzu-

werfen. Zudem gebe sie an, der letzte Übergriff seitens des Onkels habe 

bereits einige Zeit vor ihrer Ausreise, mutmasslich Mitte des Jahres 2021, 

stattgefunden. Somit sei kein zeitlicher Zusammenhang zwischen den 

Übergriffen und ihrer Ausreise im Juni 2025 erkennbar. Bei den Todesdro-

hungen ihrer Verwandten handle es sich um blosse Vermutungen, welche 

sich auf das Gerede fremder Personen stützten. Da es bis zu ihrer Ausreise 

im Juni 2025 zu keinen spezifischen Vorkommnissen diesbezüglich ge-

kommen sei, sei nicht vom Vorliegen einer ernsthaften Gefahr für sie aus-

zugehen. 

Zum Entführungsversuch habe sie angegeben, dieser habe einige Monate 

nach der Ausreise ihrer Schwester stattgefunden und sei im Zusammen-

hang mit den Ereignissen ihrer Schwester gestanden. Anhand der Darle-

gungen zeige sich, dass nicht die Beschwerdeführerin selbst das Ziel der 

Entführung gewesen sei, sondern die Personen versucht hätten, über sie 

an ihre Schwester, ihren Bruder oder ihren Vater zu gelangen. Indem sich 

ihre Geschwister seit mittlerweile vielen Jahren im Ausland befänden und 

ihr Vater verstorben sei, bestehe kein begründeter Anlass mehr zur 

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Annahme, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein würde. Folglich würden ihre 

Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AylG nicht standhalten. 

Weiter würden ihre Darlegungen zahlreiche Ungereimtheiten aufweisen. 

So habe sie diverse zeitliche Abläufe in ihren Schilderungen nicht nachvoll-

ziehbar darlegen können. Es befänden sich zudem Widersprüche darin, 

die sie auch auf Nachfrage nicht habe aufklären können. Auch unter Be-

rücksichtigung ihrer psychischen Beschwerden könne von ihr erwartet wer-

den, dass sie in sich kohärente Aussagen zu ihren Asylvorbringen machen 

könne. Diese würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nach Art. 7 

AsylG nicht standhalten. 

Zum in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf geltend gemachten 

Überfall zweier maskierter Männer auf das Haus ihrer Mutter gab das SEM 

an, es sei unklar, inwiefern dieser mit der persönlichen Verfolgungssitua-

tion der Beschwerdeführerin im Zusammenhang stehe. Es könnte sich da-

bei auch um einen Überfall mit deliktischem Hintergrund handeln. 

Der Wegweisungsvollzug erweise sich vorliegend als zulässig, zumutbar 

und möglich. 

4.2 Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmittelein-

gabe vor, sie habe sich in ihrem Heimatland für den Kampf gegen die ano-

nymen Verhaftungen und Entführungen durch staatliche Sicherheitskräfte 

eingesetzt. Sie habe dagegen protestiert und gefordert, dass die Kriegs-

verbrechen der sri-lankischen Regierung angezeigt würden. Ihr Vater sei 

in einer engen Beziehung zu den LTTE gestanden. Er habe grosse Angst 

um sie gehabt, da er durch die Geheimdienste über sie befragt worden sei. 

Nach seinem Tod sei sie direkt durch die Sicherheitskräfte bedroht worden. 

Auch ihre Schwester sei Menschenrechtsaktivistin gewesen und aus die-

sem Grund in Schwierigkeiten mit den Sicherheitskräften geraten. Mittler-

weile sei sie in der Schweiz als Flüchtling anerkannt. Unter Berücksichti-

gung des dargelegten Sachverhalts seien auch bei ihr (der Beschwerde-

führerin) die Voraussetzungen von Art. 3 i.V.m. Art. 7 AsylG erfüllt. 

Hinzu komme, dass sie aus einem Gebiet stamme, in dem sich früher eth-

nische Konflikte zugetragen hätten. Für Personen aus diesen Gebieten be-

stehe ein erhöhter Anfangsverdacht. Die Geheimpolizei sammle zudem 

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Informationen über alle, die in Beziehung zu den LTTE gestanden hätten 

sowie über Menschenrechtsaktivisten und Regierungsgegner. Die Sicher-

heitsbehörden würden daher bei ihrer Einreise vertiefte Abklärungen zu ih-

rem Hintergrund tätigen und sie anschliessend festnehmen und inhaftie-

ren. Eine Wegweisung nach Sri Lanka erweise sich deshalb als unzumut-

bar.  

5.  

5.1 Nach Durchsicht der Akten schliesst sich das Bundesverwaltungsge-

richt der Argumentation in der angefochtenen Verfügung an, welcher auf 

Beschwerdeebene letztlich nichts Substanziiertes entgegengehalten wird. 

5.2 Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Verfolgung 

durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte ist Folgendes festzuhalten: Ihren 

eigenen politischen Aktivismus bringt die Beschwerdeführerin erstmals auf 

Beschwerdeebene vor. In den vom SEM durchgeführten Anhörungen er-

wähnte sie nichts davon. Vielmehr hat sie mehrmals angegeben, die erleb-

ten Schwierigkeiten seien auf ihren Vater sowie ihren Grossvater zurück-

zuführen, die beide politisch aktiv gewesen seien (SEM-Akten Protokoll 

(…), F94, F96, F106). Auf Nachfrage bestätigte sie zudem, selbst nie poli-

tisch oder religiös aktiv gewesen zu sein (Protokoll (…), F114). Weiter gab 

sie an, nie in Schwierigkeiten mit Behörden, der Polizei, dem Militär oder 

sonst einer Organisation geraten zu sein (Protokoll (…), F115). Das Bun-

desverwaltungsgericht erachtet die beschwerdeweise erstmals vorge-

brachten Darlegungen ihres eigenen politischen Engagements im Heimat-

staat und einer damit verbundenen Verfolgung deshalb als nachgeschoben 

und konstruiert. 

5.3 Betreffend die geltend gemachte Reflexverfolgung aufgrund der politi-

schen Aktivitäten ihres Vaters, Grossvaters, Bruders sowie ihrer Schwester 

kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung verwiesen werden (angefochtene Verfügung Ziff. II, S. 6). Der Gross-

vater und der Vater der Beschwerdeführerin sind bereits verstorben. Die 

Geschwister leben seit Jahren im Ausland. Der letzte Vorfall in diesem Zu-

sammenhang war die versuchte Entführung, welche vor mindestens drei 

Jahren stattgefunden hat (Protokoll (…), F107, F109-111). Dabei wurde sie 

auf die Schwester angesprochen, welche einige Monate zuvor das Land 

verlassen hatte. Seither habe die Beschwerdeführerin nie mehr etwas von 

diesen Personen gehört (Protokoll (…), F112). Die zeitliche Aktualität der 

Verfolgung als Voraussetzung zur Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft 

nach Art. 3 AsylG ist hier folglich nicht gegeben. Ergänzend ist auf die 

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legale Ausreise auf dem Flugweg mittels ihren eigenen Ausweisdokumen-

ten hinzuweisen, die als weiteres Indiz gegen das Vorliegen einer aktuellen 

politischen Verfolgungssituation spricht (E. 6.4 hinten). Den Einbruch in 

das Haus ihrer Mutter im September 2025 hat die Beschwerdeführerin bis-

her weder belegt noch hat sie nachvollziehbar aufgeführt, dass er in direk-

tem Zusammenhang mit einer politischen Reflexverfolgung steht. 

5.4 Zu den vorgebrachten Misshandlungen durch ihren Onkel mütterlicher-

seits ist festzuhalten, dass diese unbestrittenermassen zu grossem seeli-

schem und körperlichem Leid der Beschwerdeführerin geführt haben müs-

sen. Auch einem schwerwiegenden Nachteil wie dem Erleiden einer Ver-

gewaltigung oder anderer sexueller Misshandlung müsste jedoch eine 

flüchtlingsrechtlich relevante (Gesamt-)Motivation zugrunde liegen, damit 

er zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft führen könnte (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2006 Nr. 32, insbesondere E. 8.7.3; Urteil des BVGer E-

1819/2018 vom 28. Mai 2018 E. 7.2). Vorliegend ist ein flüchtlingsrechtlich 

relevantes Verfolgungsmotiv nicht zu erkennen, zumal die Beschwerdefüh-

rerin selbst ausser ihrer Adoption kein bestimmtes Verfolgungsmotiv ge-

nannt hat. Im Übrigen schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht auch 

hier den zutreffenden Erwägungen und der Schlussfolgerung der Vo-

rinstanz an (angefochtene Verfügung Ziff. II, S. 5 f.). Namentlich ist mit dem 

SEM darauf hinzuweisen, dass es der Verfolgung durch den Onkel mütter-

licherseits am zeitlichen Kausalzusammenhang zur Ausreise aus Sri Lanka 

fehlt. Weitere Ausführungen hierzu sind vor dem Hintergrund, dass in der 

Beschwerde nicht mehr auf diese Misshandlungen eingegangen wird, nicht 

angezeigt. 

5.5 Die Beschwerdeführerin gibt schliesslich an, ihre im Ausland lebenden 

Verwandten mütterlicherseits würden sie umbringen (lassen) wollen. Sie 

stützt sich dabei auf Äusserungen von Leuten im Dorf, welche auf dem 

Land ihrer Mutter arbeiten würden und dies ihrer Mutter erzählt hätten, res-

pektive vom Gärtner (Protokoll (…)-23/13, F44 f., F49). Eine Woche nach 

Kenntnisnahme dieser Drohung sei sie zu Bekannten in die Stadt gezogen 

und ungefähr ein Jahr später ausgereist. In dieser Zeit sei nichts mehr un-

ternommen worden, um diese Drohung in die Tat umzusetzen (Protokoll 

(…)-23/13, F55, F57). Daraus lässt sich keine konkrete und unmittelbar 

drohende Gefahr für die Beschwerdeführerin ableiten, da abgesehen von 

einer indirekten, mündlich überlieferten Drohung noch nichts weiter vorge-

fallen ist. Somit ist das Vorbringen nicht geeignet, ihre Flüchtlingseigen-

schaft nach Art. 3 AsylG zu begründen. Überdies wäre es der 

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Beschwerdeführerin hier zuzumuten, sich zur Unterstützung an die zustän-

digen Behörden zu wenden und allenfalls Anzeige zu erstatten. Indem sie 

dies unterlassen hat, ist es vorliegend nicht möglich, Schutzunwilligkeit 

oder -unfähigkeit der sri-lankischen Behörden anzunehmen. 

5.6 Zusammenfassend vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

keine flüchtlingsrechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG zu entfalten. 

6.  

6.1 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach 

Sri Lanka ernsthafte Nachteile drohen würden. 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O., E. 8) und festgestellt, dass aus Europa 

respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht ge-

nerell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausge-

setzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurtei-

lung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von 

Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei 

handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeint-

lichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, Teilnahme 

an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und Vorliegen früherer 

Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-

menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE 

(sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem 

gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen 

ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach 

Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt 

werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben 

(sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 

8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemach-

ten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffen-

den Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene 

Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinn von 

Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

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Seite 11 

6.3 Aus den Akten geht nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin auf-

grund der politischen Aktivitäten ihres Vaters und Grossvaters behördlich 

verfolgt worden wäre. Hierzu ist erneut auf ihre Aussage zu verweisen, 

selbst nie in Schwierigkeiten mit Behörden, der Polizei, dem Militär oder 

sonst einer Organisation geraten zu sein (Protokoll (…), F115; s. oben E. 

5.2). Ihr Aufenthaltsort war den Behörden überdies bekannt, sodass diese 

jederzeit Zugriff auf sie gehabt hätten. Die Beschwerdeführerin stand vor 

ihrer Ausreise im Juni 2025 sodann offenbar nie in Verdacht, Verbindungen 

zu den LTTE gehabt zu haben, weshalb vorliegend angenommen werden 

kann, dass sie auch bei einer Rückkehr nach Sri Lanka diesbezüglich nicht 

ernsthaft in Verdacht geraten wird. Sie brachte dem Bundesverwaltungs-

gericht auch nicht zur Kenntnis, dass sie sich in der Schweiz an regimekri-

tischen Aktivitäten beteiligt hätte. Gestützt auf die vorangehenden Erwä-

gungen ist nicht davon auszugehen, dass stark risikobegründende Fakto-

ren vorliegen, die objektiv geeignet wären, eine Furcht der Beschwerde-

führerin vor ernsthaften Nachteilen zu begründen. 

6.4 Ferner sind auch keine schwach risikobegründenden Faktoren ersicht-

lich, aufgrund derer eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung der Be-

schwerdeführerin anzunehmen wäre. Den Akten ist zu entnehmen, dass 

sie Sri Lanka mit ihrem originalen Reisepass legal über den kontrollierten 

Flughafen von Colombo verliess, woraus nicht auf eine relevante Gefähr-

dung geschlossen werden kann, da sie zum Ausreisezeitpunkt und heute 

behördlich nicht gesucht wurde oder wird (Protokoll (…), F70). Ausserdem 

sei ihr Reisepass im Jahr 2022 ausgestellt worden, auch dies scheint prob-

lemlos möglich gewesen zu sein (Protokoll (…), F74). 

6.5 Somit gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführerin über kein Risikoprofil verfügt, aufgrund dessen sie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka in objektiv begründeter Weise eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung zu befürchten hat. Das SEM hat 

ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. Auf eine Prüfung der Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen nach Art. 7 AsylG kann vorliegend verzichtet werden. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

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Seite 12 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

E-7308/2025 

Seite 13 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der 

Beschwerdeführerin nach Sri Lanka ist insoweit zulässig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der 

Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihr das 

nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt 

den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen.  

8.2.6 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

(vgl. Urteile des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 

10466/11; E.G. gegen Grossbritannien vom 31. Mai 2011, 41178/08; T.N. 

gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P.K. gegen Dänemark 

vom 20. Januar 2011, 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien vom 17. Juli 

2008, 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in gene-

reller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilinnen und Ta-

milen drohe eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung 

müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. ge-

gen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11; Rechtsprechung zu-

letzt bestätigt in J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, 44114/14). Aus den 

Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die Be-

schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen soge-

nannten «Background Check» (Befragung und Überprüfung von Tätigkei-

ten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass sie persönlich ge-

fährdet wäre. 

8.2.7 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

E-7308/2025 

Seite 14 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach gefestigter 

Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz 

weiterhin als zumutbar zu erachten, sofern das Vorliegen der individuellen 

Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä-

ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte 

Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden können (vgl. die Refe-

renzurteile des BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5 und  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermag 

die seit einiger Zeit in weiten Teilen Sri Lankas herrschende angespannte 

Lage (Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise) grundsätzlich nichts zu 

ändern, zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft 

(vgl. statt vieler: Urteile des BVGer D-6472/2019 vom 23. September 2024 

E. 9.4.2, D-2181/2020 vom 14. August 2024 E. 9.3.2 und E-1536/2022 

vom 25. Juli 2024 E. 7.3.2 je m.w.H.). Nach der schweren Wirtschaftskrise 

wurde am 22. September 2024 Anura Kumara Dissanayake zum Präsiden-

ten Sri Lankas gewählt, der Vorsitzender der kommunistischen Partei 

«Janatha Vimukthi Peramuna» ist. Damit wurde ein Präsident gewählt, der 

nicht den bisherigen etablierten Parteien angehört. Bei der Parlamentswahl 

von Mitte November 2024 kam ein Linksbündnis, die «National People’s 

Power» (NPP), auf einen Stimmenanteil von 61%. Aktuell ist noch nicht 

absehbar, wie sich diese jüngsten Entwicklungen auf die politische und all-

gemeine Lage in Sri Lanka auswirken werden. Es ist indessen nicht davon 

auszugehen, dass sich die allgemeine Situation für Rückkehrende tamili-

scher Ethnie durch den Regierungswechsel verschärft hätte (vgl. Urteile 

des BVGer D-3443/2021 vom 25. Juni 2025 E. 11.2.3 und E-4262/2022 

vom 1. Mai 2025 E. 8.3.3). 

8.3.3 In Bezug auf das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien kann 

mit Verweis auf die Akten festgehalten werden, dass die Beschwerdefüh-

rerin aus der (…)provinz stammt und bis zu ihrer Ausreise in D._______ 

(Distrikt C._______) lebte. Von ihrer (Adoptiv-)Familie lebt heute nur noch 

E-7308/2025 

Seite 15 

die Mutter dort, da der Vater verstorben ist und die Geschwister ausgereist 

sind. Mit ihrer Mutter, welche ein eigenes Haus sowie bewirtschaftetes 

Land besitzt, steht sie in täglichem Kontakt (Protokoll (…), F24, F47). Die 

Familie gehört gemäss eigenen Angaben zur Mittelschicht (Protokoll (…), 

F38). Auch wenn die Situation für sie als Adoptivkind einer tamilischen Fa-

milie, die den Diskriminierungen und körperlichen Misshandlungen ihrer 

Verwandten mütterlicherseits ausgesetzt war, alles andere als einfach war, 

ist dennoch davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr mindestens 

vorübergehend wieder in das Haus ihrer Mutter ziehen könnte. Zudem ver-

fügt sie mit einem A-Level-Abschluss über eine gute Schulbildung. Anstelle 

von Wiederholungen kann diesbezüglich auf die Ausführungen in der an-

gefochtenen Verfügung verwiesen werden (angefochtene Verfügung 

Ziff. III, S. 10). Insofern bestehen keine Hinweise darauf, dass sie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka in wirtschaftlicher oder sozialer Hinsicht in eine 

existenzielle Notlage geraten könnte. 

8.3.4 Dem ärztlichen Rezept des J._______ Hospital C._______ vom 

17. April 2023 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bereits in 

ihrem Heimatland die Medikamente (…), (…), (…) und (…) (Magensäu-

rehemmer) eingenommen hat. Diese werden zur Behandlung psychischer 

Erkrankungen wie Depression, Angststörung, Schizophrenie oder Post-

traumatische Belastungsstörung eingenommen. Der ambulante Bericht 

des (…) L._______ vom 23. August 2025 stellt der Beschwerdeführerin die 

Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit/bei Somatisie-

rungstendenzen aus. Er hält weiter fest, dass bei ihr eine komplexe Vorge-

schichte aufgrund des jahrelangen Missbrauchs vorliege, jedoch keine Su-

izidalität oder Eigen-/Fremdgefährdung bestehe. Als weiteres Prozedere 

wird angegeben, die angestammte Medikation (namentlich (…), (…) und 

(…)) weiterzuführen. Dasselbe bestätigt der Austrittsbericht des Spitals 

M._______ vom 28. August 2025, wobei der Schweregrad der Posttrau-

matischen Belastungsstörung darüber hinaus als «schwer» bezeichnet 

und ihr eine ambulante Psychotherapie verordnet wurde. 

Aus medizinischen Gründen kann nur dann auf Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige Behand-

lung im Heimatstaat nicht zur Verfügung steht und die fehlende Möglichkeit 

der (Weiter-)Behandlung bei einer Rückkehr zu einer raschen und lebens-

gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffe-

nen Person führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizi-

nische Behandlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer 

menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt 

E-7308/2025 

Seite 16 

nicht alleine deshalb vor, weil im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht 

dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung 

möglich ist (vgl. BVGE 2017 VI/7 E. 6, 2011/50 E. 8.3, je m.w.H.). 

8.3.5 In seinem Referenzurteil E-737/2020 vom 27. Februar 2023 setzte 

sich das Bundesverwaltungsgericht umfassend mit der Gesundheitsver-

sorgung in Sri Lanka in Zusammenhang mit der herrschenden Wirtschafts- 

und Versorgungskrise auseinander. Trotz einer Verschlechterung der Ver-

sorgungslage ging es davon aus, dass eine Grundversorgung gewährleis-

tet sei. Es sei im Einzelfall abzuklären, welcher Behandlung, Betreuung 

und Medikation eine zurückzuführende Person bedürfe (vgl. a.a.O., 

E. 10.2.6). Im Urteil D-3805/2022 vom 15. Juni 2023 gelangte das Bundes-

verwaltungsgericht unter Berücksichtigung des Referenzurteils E-

737/2020 zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung auch im Falle 

eines unter einer komplexen PTBS leidenden Beschwerdeführers zumut-

bar sei (vgl. a.a.O., E. 6.2.2). Im Urteil E-2426/2020 vom 5. Juni 2024 

wurde festgestellt, dass die medizinische Versorgungslage in Sri Lanka 

eine Entspannung erfahren habe. Gängige psychiatrisch-psychologische 

Behandlungen seien verfügbar (vgl. a.a.O., E. 13.3.4.2 S. 30). 

8.3.6 Die Beschwerdeführerin gab an, aufgrund ihrer psychischen Be-

schwerden in ihrer Heimat bereits medizinisch behandelt worden zu sein, 

was das Rezept des J._______ Hospital C._______ vom 17. April 2023 

bestätigt. Das SEM hat sich in der angefochtenen Verfügung zudem vertieft 

mit den konkreten Behandlungsmöglichkeiten und zur Verfügung stehen-

den Kliniken in ihrer Herkunftsregion auseinandergesetzt und diese aufge-

führt, worauf hier zu verweisen ist (angefochtene Verfügung Ziff. III, 

S. 10 f.). Es ist folglich davon auszugehen, dass ihr die Weiterbehandlung 

ihrer psychischen Erkrankung in Sri Lanka möglich und zumutbar ist. Zur 

Erleichterung der Übergangszeit besteht ausserdem die Möglichkeit, in der 

Schweiz medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen. 

8.3.7 Damit liegen keine individuellen Gründe vor, die gegen einen Vollzug 

der Wegweisung sprechen würden. Nach dem Gesagten erweist sich der 

Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-7308/2025 

Seite 17 

8.5 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Nach dem Gesagten und gestützt auf die Akten sind keine Verletzungen 

der Gewährung des rechtlichen Gehörs, der Untersuchungs- oder der Be-

gründungspflicht durch die Vorinstanz ersichtlich. Das nicht näher begrün-

dete und sinngemässe Subeventualbegehren auf Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz ist somit abzuweisen. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Den Antrag der Beschwerde-

führerin «Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vo-

rinstanz. Ich habe kein Einkommen» – zumal in einer Laienbeschwerde 

formuliert – nimmt das Gericht als Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG entgegen. Dieses 

Gesuch ist gutzuheissen, da die Begehren – ex ante betrachtet und insbe-

sondere aufgrund der näher prüfungsbedürftigen Stationen in der Lebens-

geschichte der Beschwerdeführerin (E. 5.2 ff. vorne) sowie ihrer medizini-

schen Situation (E. 8.3.4 ff. vorne) – nicht als aussichtslos zu bezeichnen 

sind und nach Aktenlage von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin 

auszugehen ist. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten ist zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-7308/2025 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Anna Lisa Blaser 

 

 

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