# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae7250af-c564-523b-842a-765cee27a719
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 21.02.2012 S 2011 138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-138_2012-02-21.pdf

## Full Text

S 11 138

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 21. Februar 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der Beschwerdeführer, …, war zuletzt als Koch tätig. Aufgrund eines 

Hörverlustes meldete sich der Beschwerdeführer am 5. September 2006 zum 

Bezug von IV-Leistungen an. Er beantragte ein Hörgerät. Die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) erteilte dem Beschwerdeführer am 8. 

Februar 2007 die Kostengutsprache für zwei Hörgeräte.

2. Am 28. Juli 2009 erfolgte eine erneute IV-Anmeldung. Der Beschwerdeführer 

beantragte berufliche Massnahmen sowie eine Rente, weil er an Epilepsie 

leide.

3. Gemäss Austrittsbericht vom 29. Juni 2009 war der Beschwerdeführer vom 

3. Juni 2009 bis 19. Juni 2009 im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert. Er 

wurde wegen Synkopen mit Bewusstlosigkeit und Urinabgang sowie wegen 

eines Clusterkopfschmerzes durch seinen Hausarzt Dr. med. … eingewiesen. 

Am 19. Juni 2009 wurde der Beschwerdeführer zur weiteren Abklärung in das 

Schweizerische Epilepsie-Zentrum (EPI-Zentrum) nach Zürich verlegt. Im 

Austrittsbericht vom 23. Juli 2009 wiesen die Ärzte des EPI-Zentrums darauf 

hin, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Bewusstlosigkeiten im 

angestammten Beruf als Koch nicht mehr arbeitsfähig sei.

4. Im Arztbericht vom 11. August 2009 attestierte Dr. med. … dem 

Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit seit dem 4. Februar 2009 bis auf Weiteres. Die Arbeitsunfähigkeit sei 

durch die heftigen Kopfschmerzen sowie die Ohnmachtsanfälle gegeben. 

Weil die Ohnmachtsanfälle plötzlich auftreten würden, sei eine geregelte 

Arbeit nicht möglich.

5. Am 25. August 2009 stellte das EPI-Zentrum der IV-Stelle einen Arztbericht 

für die Beurteilung des Rentenanspruchs zu. Als Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit wird einerseits der Verdacht auf Epilepsie und 

anderseits eine depressive Entwicklung genannt. Aufgrund der 

rezidivierenden Bewusstlosigkeiten sollte der Beschwerdeführer keine 

Arbeiten an ungeschützten und gefährlichen Maschinen ausüben. Derartige 

Arbeiten seien als Koch jedoch nicht vermeidbar, weshalb eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe. Eine adaptierte 

Tätigkeit sei ab dem 9. Juli 2009 möglich.

6. Vom 25. November 2009 bis 22. Dezember 2009 war der Beschwerdeführer 

das zweite Mal im EPI-Zentrum hospitalisiert. Im Kurzbericht vom 

22. Dezember 2009 wurden psychogene, nicht epileptische Anfälle bei einer 

mittelschweren depressiven Entwicklung mit einer Anpassungsstörung in 

einer psychosozialen Krisensituation diagnostiziert. Die Ärzte attestierten eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Koch bis auf 

Weiteres. In der Folge gab Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Neurologie, der 

IV-Stelle am 5. Februar 2010 bekannt, dass er zu diesem Fall keine Stellung 

mehr nehme. Es handle sich nicht mehr um ein gesundheitliches Problem aus 

dem neurologischen, sondern aus dem psychiatrischen Formenkreis. Es sei 

eine Beurteilung durch den Fachpsychiater erforderlich.

7. Dr. med. … verfasste am 8. Februar 2010 einen Verlaufsbericht zuhanden der 

IV-Stelle. Es bestehe eine deutliche depressive Entwicklung mit zunehmend 

Suizidgedanken, Schlafstörungen und ausgeprägtem Tremor. Die bereits 

bestehenden Skelettschmerzen im Bereich der Füsse hätten sich verstärkt. 

Zur weiteren Stabilisation sei der Beschwerdeführer im Waldhaus 

hospitalisiert worden. Es sei ein Aufenthalt in der Tagesklinik vorgesehen. 

Eine berufliche Tätigkeit sei im Moment ausgeschlossen und die Prognose in 

Bezug auf die Erreichung einer Arbeitsfähigkeit sei schlecht.

8. Vom 1. Februar 2010 bis 29. März 2010 hielt sich der Beschwerdeführer das 

erste Mal in der Klinik … auf. Gemäss Austrittsbericht vom 26. April 2010 

wurden dissoziative Krampanfälle und eine Anpassungsstörung 

diagnostiziert. Die gleichen Diagnosen wurden auch im Austrittsbericht vom 

8. Mai 2010 für den zweiten Aufenthalt vom 9. April 2010 bis 16. April 2010 

gestellt.

9. Weil sich eine psychiatrische Abklärung aufdrängte, erteilte die IV-Stelle Dr. 

med. …, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 16. Juni 2010 

einen entsprechenden Auftrag. Die psychiatrische Untersuchung des 

Beschwerdeführers fand am 3. September 2010 statt. In seinem 

psychiatrischen Gutachten vom 26. Januar 2011 kam Dr. med. … zum 

Schluss, dass der Beschwerdeführer an dissoziativen Krampfanfällen 

(Pseudoanfälle) leide. Es würden sich keine Hinweise finden, die für das 

Vorliegen einer eigentlichen depressiven Episode sprechen würden. Bei der 

bisherigen Tätigkeit als Koch bestehe eine 100%ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Demgegenüber sei der Beschwerdeführer in einer 

adaptieren Tätigkeit aber mindestens zu 70 % arbeitsfähig. Neben den 

dissoziativen Krampfanfällen habe nie eine psychische Erkrankung mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestanden.

10. Am 17. März 2011 teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit, dass die 

Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) in seinem Fall für die Arbeitsvermittlung 

zuständig sei. Wenn bei einer vorliegenden Anstellung eine Einarbeitung, 

Kurse und dergleichen nötig seien, könne sie das übernehmen. Die berufliche 

Massnahme sei somit abgeschlossen.

11. Die IV-Stelle erliess am 22. Juni 2011 einen Vorbescheid, in welchem sie 

festhielt, dass kein Rentenanspruch bestehe. Aus gesundheitlichen Gründen 

sei dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Koch seit dem 

4. Februar 2009 nicht mehr zumutbar. In adaptierten Tätigkeiten gelte er 

jedoch seit dem 9. Juli 2007 als zu 70 % arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit 

könne ganztags umgesetzt werden.

12. Der Beschwerdeführer erhob gegen den Vorbescheid Einwand und 

beantragte, dass eine interdisziplinäre medizinische Abklärung vorzunehmen 

sei. Zur Begründung reichte er ein Schreiben seines Hausarztes Dr. med. … 

vom 27. Juni 2011 ein, wonach er in adaptierten Tätigkeiten nicht zu 70 % 

arbeitsfähig sei. Hauptbehinderung seien die wiederholten und häufigen 

Anfälle, bei denen der Beschwerdeführer jedes Mal einnässe, was ihn stark 

beschäme. Er leide auch an einem ausgeprägten Tremor der rechten Hand, 

der ihn bei Schreibarbeiten behindere und keine feinen Arbeiten zulasse. 

Zudem sei er schwerhörig und habe verschiedene Probleme des 

Bewegungsapparates, insbesondere der Füsse. Alle diese Behinderungen 

zusammen würden eine grössere Arbeitsunfähigkeit als 30 % bei einer 

adaptierten Tätigkeit ausmachen.

13. Andreas Jansen vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) wies am 30. August 

2011 darauf hin, dass der Beschwerdeführer umfassend abgeklärt worden 

sei. Von einer interdisziplinären medizinischen Abklärung erwarte er keine 

andere Beurteilung des Krankheitsbildes. Die von Dr. med. … genannten 

Probleme im Bereich der Füsse seien in den anderen ärztlichen 

Einschätzungen kein Thema gewesen. Insbesondere habe der 

Beschwerdeführer anlässlich seines ersten Aufenthalts in der Klinik … vom 1. 

Februar 2010 bis zum 29. März 2010 erklärt, dass er gesund sei und keine 

Probleme habe. Die Inkontinenz sei mit Windelhosen versorgt und der 

Tinnitus mit Schwerhörigkeit werde im psychiatrischen Konsil von Dr. med. … 

vom 9. Juni 2009 als weitgehend akzeptiert beschrieben. Weiter führte 

Andreas Jansen aus, dass er den Tremor als psychogen ausgelöst erachte, 

zumal sich weder das EPI-Zentrum noch der behandelnde Neurologe Dr. 

med. … dazu geäussert hätten. Vielmehr werde der Tremor als eher 

medikamenteninduziert angesehen.

14. Mit Verfügung vom 1. September 2011 bestätigte die IV-Stelle ihren 

Vorbescheid vollumfänglich. Der Vergleich des ermittelten 

Invalideneinkommens von Fr. 43'728.-- mit dem unbestrittenen 

Valideneinkommen von Fr. 59'676.-- führe zu einem IV-Grad von 26.72 %. Als 

medizinische Entscheidungsgrundlage könne insbesondere auf das 

psychiatrische Gutachten von Dr. med. … vom 26. Januar 2011 abgestellt 

werden. Die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar.

15. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2011 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er 

beantragte die Aufhebung der Verfügung sowie die Rückweisung der 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur weiteren fachmedizinischen 

Abklärung betreffend seine Arbeitsfähigkeit. Eventualiter sei ihm eine 

Viertelsrente zuzusprechen. Weiter verlangte der Beschwerdeführer, dass die 

von ihm veranlassten weiteren medizinischen Abklärungen beim Neurologen 

Dr. med. … und in der Klinik … bzw. deren Berichte und Beurteilungen in das 

Verfahren einzubeziehen seien. Zudem stellte der Beschwerdeführer die 

Verfahrensanträge, dass das Verfahren für mindestens drei Monate zu 

sistieren und ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen sei. Begründend führte 

der Beschwerdeführer aus, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einzig 

aus psychiatrischer Sicht erfolgt sei, obwohl eine interdisziplinäre Bewertung 

der Arbeitsfähigkeit korrekt gewesen wäre. Die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit durch den Psychiater basiere auf Unsicherheiten über die 

Anfallhäufigkeit, die Folgen eines Anfalles und ohne Anfallprognose. Auch die 

Selbst- und Fremdgefährdung sei nicht abgeklärt worden. Der Tremor sei bei 

der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ebenfalls ein wesentlicher Aspekt, 

welcher vom Gutachter überhaupt nicht gewertet worden sei. Folglich sei eine 

seriöse Abklärung unter Einbezug aller vorerwähnten Aspekte in einer 

Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) anzuordnen. Gemäss dem Case 

Report habe das Gutachten von Dr. med. … nämlich nur dem Zweck gedient, 

eine zweite psychische Erkrankung auszuschliessen, aber nicht die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Zum Bericht des EPI-

Zentrums sei zu bemerken, dass dieser sich nur zur Arbeitsunfähigkeit im 

angestammten Beruf äussere. Deshalb sei beim EPI-Zentrum eine 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit einzuholen. 

Auch wenn die Krampfanfälle psychogener Natur seien, könnten sie nämlich 

mit epileptischen Anfällen verglichen werden und seien kaum davon 

unterscheidbar. Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, dass die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Psychiater auf einer 

unausgereiften Diagnostik und offensichtlich falschen Angaben beruhe. 

Gemäss dem Psychiater seien bei dissoziativen Krampfanfällen Zungenbisse, 

schwere Verletzungen beim Sturz und Urinabgang sehr selten und statt des 

Bewusstseinsverlusts trete ein stupor- oder tranceähnlicher Zustand auf. Der 

Beschwerdeführer wies darauf hin, dass die Spitex … mehrmals festgestellt 

habe, dass er am Boden liege und nicht ansprechbar sei. Auch das EPI-

Zentrum habe einen solchen Vorfall dokumentiert. Somit könne eine 

Bewusstlosigkeit nicht ausgeschlossen werden, sondern dieser Frage sei 

nachzugehen. Gemäss der Spitex … komme es auch zu regelmässigem 

Einnässen. Schliesslich rügte der Beschwerdeführer, es könne nicht 

nachvollzogen werden, wie der Gutachter auf die 70%ige Arbeitsfähigkeit 

komme. Zur Einschätzung von Dr. med. … (EPI-Zentrum), welcher von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptieren Tätigkeiten ausgehe, sei zu 

bemerken, dass diese auf der Annahme einer Epilepsie beruhe. Im 

Gegensatz zu psychogenen Krampfanfällen könnten Epilepsien jedoch 

medikamentös erfolgreich behandelt werden. Zum Einkommensvergleich 

brachte der Beschwerdeführer vor, dass das statistisch ermittelte 

Invalideneinkommen 4.67 % über dem tatsächlich generierten 

Valideneinkommen liege. Deshalb sei das Einkommen zu parallelisieren. 

Abschliessend forderte der Beschwerdeführer, dass ihm angesichts der 

persönlichen und beruflichen Merkmale ein Leidensabzug von 25 % zu 

gewähren sei. Das Invalideneinkommen betrage damit Fr. 32'976.-- und es 

ergebe sich ein IV-Grad von 47.5 %.

Gleichzeitig mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer ein Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege ein. Als Begründung brachte er vor, dass er 

von der Gemeinde … öffentlich unterstützt werde.

16. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2011 lehnte die Instruktionsrichterin das 

Sistierungsgesuch des Beschwerdeführers ab.

17. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung 

der Beschwerde. Gemäss geänderter Praxis des Bundesgerichts habe das 

angerufene kantonale Gericht bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit 

grundsätzlich selber eine medizinische Begutachtung anzuordnen. Im 

vorliegenden Fall könne aber auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet 

werden. Entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde habe Dr. med. … den 

Tremor und der bei den Anfällen auftretende Bewusstseinsverlust 

berücksichtigt. Soweit der Beschwerdeführer die unausgereifte Diagnostik 

bemängle, verkenne er die diesbezügliche Einigkeit der beteiligten Fachärzte 

nach intensiven Abklärungen im EPI-Zentrum und in der Klinik ... Damit 

überzeuge das fachärztliche psychiatrische Gutachten auch in dieser 

Hinsicht. Die zwei- bis dreimal pro Woche auftretenden und zwei bis drei 

Stunden dauernden Anfälle entsprächen einer Arbeitsunfähigkeit von 10 - 20 

%, wenn von einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden ausgegangen 

werde. Folglich sei der Schluss des beurteilenden Gutachters, dass aufgrund 

der Anfälle eine höchstens 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, korrekt. Die 

Beschwerdegegnerin bemerkte sodann, dass dem Gutachten von Dr. med. … 

entnommen werde könne, dass Dr. med. … sich zur Arbeitsfähigkeit bei einer 

Epilepsie mit regelmässigen Anfällen geäussert habe. Daher sei der vom 

psychiatrischen Gutachter diesbezüglich getätigte Rückschluss auf die 

vorliegenden dissoziativen Anfälle nachvollziehbar und richtig. Das EPI-

Zentrum habe denn auch im Arztbericht vom 25. August 2009 in 

Berücksichtigung der Anfälle eine Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 

attestiert. Im Zusammenhang mit den Vergleichseinkommen führte die 

Beschwerdegegnerin aus, dass der Beschwerdeführer als Koch tätig 

gewesen sei und gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) 

2008, Tabelle TA1, Wirtschaftszweig „Gastgewerbe“ (Ziff. 55), im Jahr 2011 

im Anforderungsniveau 3 einen Lohn von Fr. 55'710.30 verdient hätte. Das 

auf das Jahr 2011 aufgewertete tatsächliche Valideneinkommen von 

Fr. 59'675.85 sei im Brachenvergleich damit nicht unterdurchschnittlich. Eine 

Parallelisierung sei daher nicht angezeigt. Zum beantragten Leidensabzug 

von 25 % hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass ein solcher zu Recht nicht 

vorgenommen worden sei.

18. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels brachte der Beschwerdeführer 

vor, dass er am 22. September 2011 erneut von Dr. med. … untersucht 

worden sei. Dr. med. … habe in seinem Bericht vom 7. Oktober 2011 das EPI-

Zentrum um eine erneute epileptologische Abklärung ersucht. Der 

Beschwerdeführer beantragte die gerichtliche Anordnung der Untersuchung 

im EPI-Zentrum. Zudem sei ein zweites psychiatrisches Gutachten bzw. ein 

Obergutachten einzuholen.

Im Nachgang zur Replik reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben von … 

von der Spitex … vom 9. November 2011 ein. Darin beschreibt sie das 

Ausmass und die Folgen der Krampfanfälle des Beschwerdeführers und was 

sie für ihn bedeuten.

19. In ihrer Duplik wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass der 

Beschwerdeführer bereits intensiv im EPI-Zentrum abgeklärt worden sei. Dr. 

med. … habe denn auch gestützt auf diese Erkenntnisse mit Schreiben vom 

5. Februar 2010 festgehalten, dass es sich bei den Anfällen nicht um 

epileptische, sondern psychogene Anfälle handle. Dr. med. … verhalte sich 

klar widersprüchlich, wenn er nun um eine erneute epileptologische Abklärung 

bitte. Die vorliegende gutachterlich-psychiatrische 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung überzeuge, weshalb keine weiteren 

Abklärungen angezeigt seien.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtschriften und auf den 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1. September 2011. Streitig und zu 

prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer zu Recht keine Rente zugesprochen 

worden ist. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall 

verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG] in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die 

versicherte Person hat bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe Rente, ab 60 % auf 

eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Bei erwerbstätigen Personen erfolgt die Bemessung der Invalidität aufgrund 

eines Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 

ATSG). Bei dieser Methode wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

Valideneinkommen). In der Regel erfolgt der Einkommensvergleich in der 

Weise, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau bestimmt und einander gegenübergestellt werden, worauf 

sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad ermitteln lässt (BGE 

130 V 343 E. 3.4.2 S. 349, 128 V 29 E. 1 S. 30). Für die Festsetzung des 

Invaliditätsgrades kommt es primär auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit 

und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11 E. 1a 

S. 48 f., 1982 Nr. 80 S. 170). Ohne verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen ist es jedoch nicht möglich, die Erwerbsunfähigkeit 

(IV-Grad) zu bestimmen.

b) Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG ist die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen 

Ärzte oder allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen 

Auskünfte und Befunde sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261, 115 V 133 E. 2 

S. 134, 114 V 310 E. 3c S. 314 f., 105 V 156 E. 1 S. 158 f.; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 640/02 vom 6. Mai 2003, E. 2.1). Es 

ist hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind. Somit ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen 

als Bericht oder Gutachten ausschlaggebend für den Beweiswert (BGE 125 V 

351 E. 3a S. 352). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das 

Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 

zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175 mit 

Hinweisen).

3. a) Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist zu entscheiden, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht als medizinische Entscheidungsgrundlage auf 

das psychiatrische Gutachten von Dr. med. … vom 26. Januar 2011 abgestellt 

hat. Das psychiatrische Gutachten ist eingeholt worden, nachdem sich nach 

intensiven Abklärungen im EPI-Zentrum der anfängliche Verdacht auf 

Epilepsie nicht bestätigt hat. Stattdessen wurden dissoziative Krampfanfälle 

diagnostiziert. Diese Diagnose wurde von den Ärzten der Klinik … in den zwei 

Austrittsberichten vom 26. April 2010 bzw. 8. Mai 2010 bestätigt. Mit 

Schreiben vom 5. Februar 2010 empfahl der Neurologe, Dr. med. …, den 

Beschwerdeführer durch einen Fachpsychiater beurteilen zu lassen, weil bei 

ihm kein neurologisches, sondern ein psychiatrisches Problem vorliege. 

Gestützt auf diese Empfehlung gab die Beschwerdegegnerin bei Dr. med. … 

ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag. Somit kam die Beschwerdegegnerin 

ihrer Abklärungspflicht nach.

b) Der Beschwerdeführer bemängelt, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

durch Dr. med. … auf einer unausgereiften Diagnostik beruhe. Diese Rüge ist 

unbegründet. Der Beschwerdeführer verkennt die diesbezügliche Einigkeit 

der Fachärzte nach eingehenden Abklärungen im EPI-Zentrum und der Klinik 

… Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers hat Dr. med. … in 

seinem Gutachten vom 26. Januar 2011 den beim Beschwerdeführer 

vorliegenden Tremor, die Selbst- und Fremdgefährdung und auch die bei den 

Anfällen auftretenden stuporösen Zustände berücksichtigt und 

miteinbezogen. Dr. med. … weist darauf hin, dass der Beschwerdeführer 

während der psychiatrischen Begutachtung vom 3. September 2010 einen 

grobschlägigen Tremor der rechten Hand gehabt habe, weshalb er die rechte 

mit der linken Hand festgehalten habe (Gutachten, S. 29). Zur Selbst- und 

Fremdgefährdung bringt er vor, dass der Beschwerdeführer nur nicht 

gefährliche Arbeiten ausführen könne (Gutachten, S. 41). Weiter hält er fest, 

dass der Beschwerdeführer während den dissoziativen Krampfanfällen an 

einem stupor- oder tranceähnlichen Zustand leide. Dieser Zustand sei von der 

Spitex gut beschrieben worden (Gutachten, S. 36). Die stuporösen Zustände 

würden alle drei Tage auftreten, seien meist von kurzer Dauer und der 

Beschwerdeführer könne jeweils rasch geweckt werden (Gutachten, S. 41).

c) Auch die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist, erscheint 

schlüssig und nachvollziehbar. Dr. med. … erklärt in seinem Gutachten, dass 

er davon ausgehe, dass der Beschwerdeführer eine adaptierte, nicht 

gefährliche Arbeit ausführe könne. Er begründet dies damit, dass die 

stuporösen Zustände oder „Anfälle“ „nur“ alle drei Tage auftreten würden, 

meist offenbar von kurzer Dauer seien und der Beschwerdeführer jeweils 

rasch geweckt werden könne. Allerdings bestehe bezüglich der letzten Punkte 

doch eine gewisse Unsicherheit, weshalb er keine 100%ige Arbeitsfähigkeit, 

sondern eine höchstens 30%ige Einschränkung in adaptierter Tätigkeit 

attestiere. Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. …, führt zu dieser 

Einschätzung in seinem Bericht vom 27. Juni 2011 aus, dass der 

Beschwerdeführer auch in adaptierter Tätigkeit keineswegs zu 70 % 

arbeitsfähig sei. Er weist aber auch darauf hin, dass Hauptbehinderung sicher 

die wiederholten und häufigen Anfälle seien, welche meist von relativ kurzer 

Dauer seien und nachher ein länger dauernder stuporöser Zustand auftrete, 

der ohne Weiteres zwei bis drei Stunden dauern könne. Die 

Beschwerdegegnerin zeigt damit insgesamt korrekt auf, dass ein 

wöchentlicher Arbeitsausfall von vier bis neun Stunden (zwei- bis dreimal pro 

Woche auftretende und zwei bis drei Stunden dauernde Anfälle) einer 

Arbeitsunfähigkeit von 10 - 20 % bei einer durchschnittlichen wöchentlichen 

Arbeitszeit von 41.6 Stunden (4 : 41.6 = 9.62 %; 9 : 41.6 = 21.63 %) 

entspreche. Das Bundesgericht entschied in einem ähnlichen Fall, dass bei 

zwei bis drei Schwindelanfällen pro Woche eine angepasste Tätigkeit 

ganztägig ausgeübt werden könnte, wobei aufgrund der wiederkehrenden, zu 

Absenzen führenden Anfälle von einer Leistungseinschränkung von 10 % 

auszugehen sei (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 220/06 

vom 25. April 2007, E. 5.1). Auch unter Berücksichtigung der telefonischen 

Auskunft von Dr. med. … (EPI-Zentrum) vom 6. Januar 2011 erscheint die 

von Dr. med. … vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit korrekt. Dr. med. … erklärte, dass aus neurologischer 

Sicht bei einer Epilepsie, die sich mit regelmässigen Anfällen äussern würde, 

in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehen würde. 

Bei einer adaptierten Tätigkeit handle es sich um eine Tätigkeit, welche im 

Sitzen ausgeführt werde könne und keine gefährlichen Maschinen bedient 

werden müssten. Es sei die Möglichkeit zu vermeiden, dass sich der 

Beschwerdeführer selber oder andere in Gefahr bringen könne 

(psychiatrisches Gutachten vom 26. Januar 2011, S. 28). Da sich beim 

Beschwerdeführer auch regelmässige Anfälle ereignen, können die 

Ausführungen von Dr. med. … auch auf ihn angewendet werden, obwohl er 

nicht an Epilepsie, sondern an dissoziativen Anfällen leidet. Zudem geht auch 

aus dem Arztbericht vom 25. August 2009 hervor, dass die Fachärzte des 

EPI-Zentrums von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsangepassten Tätigkeit ausgehen (vgl. Arztbericht vom 25. 

August 2009, S. 6).

d) Insgesamt sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. … vom 26. Januar 2011 in Zweifel zu ziehen 

vermögen. Das Gutachten beurteilt die Arbeitsfähigkeit umfassend, beruht auf 

den bisherigen Akten sowie einer ausführlichen persönlichen Untersuchung 

des Beschwerdeführers, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und 

erscheint in seinen Ergebnissen schlüssig, nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei. Damit kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu. Im 

Schreiben von … von der Spitex … vom 9. November 2011 wird nichts 

vorgebracht, was nicht bereits bekannt und von Dr. med. … berücksichtigt 

worden ist. … schreibt, dass der Beschwerdeführer ca. jeden dritten Tag 

einen epilepsieähnlichen Anfall erleide. Die Anfälle würden ohne Vorwarnung 

kommen. Deshalb würde ihn die Spitex jeweils in allen unmöglichen 

Stellungen am Bode liegend vorfinden. Das bedeute, dass der 

Beschwerdeführer beispielsweise in der Küche liege mit einem Messer in der 

Hand oder mit ausgeleerten Getränken. Jedes Mal erleide er Prellungen und 

Schürfwunden am Körper. Er nässe ein, habe Schaum vor dem Mund, könne 

nur mühsam atmen, sei somnolent und über mehrere Stunden unfähig, 

aufzustehen. Die Spitex hebe ihn mit grossem Aufwand auf das Sofa, wechsle 

die Windeln und lasse ihn dann leider unbetreut in seiner Wohnung zurück. 

Wenn der Beschwerdeführer am Morgen einen Anfall erleide, sei er 

frühestens am Nachmittag soweit, selbständig aufzustehen. Es komme vor, 

dass er den ganzen Tag nicht fähig sei, Nahrung aufzunehmen. Am ersten 

Tag nach dem Anfall sei der Beschwerdeführer sehr erschöpft, habe 

Schmerzen vom Sturz und seine Hände würden zittern. Am zweiten Tag 

könne er sich alltäglichen Sachen widmen, wie z.B. Einkäufe erledigen. Dies 

geschehe jedoch immer mit der Gewissheit, dass morgen der nächste Anfall 

kommen werde. Dr. med. … hat in seinem Gutachten alle diese Fakten 

berücksichtigt.

e) Weitere medizinische Abklärungen, wie sie vom Beschwerdeführer beantragt 

werden, sind nicht angezeigt. Insbesondere ist keine erneute Untersuchung 

im EPI-Zentrum notwendig, weil die dortigen Fachärzte eine Epilepsie klar 

ausgeschlossen haben. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. med. … in 

seinem Schreiben vom 7. Oktober 2011 das EPI-Zentrum um eine erneute 

Abklärung des Beschwerdeführers und um eine Stellungnahme bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit bittet. Er handelt damit in Widerspruch zu seinem früheren 

Schreiben vom 5. Februar 2010, worin er festgehalten hat, dass es sich bei 

den Anfällen des Beschwerdeführers nicht um ein gesundheitliches Problem 

aus dem neurologischen, sondern aus dem psychiatrischen Formenkreis 

handle. Dr. med. … verzichtete damals auf eine weitere Stellungnahme zu 

diesem Fall und wies darauf hin, dass nun eine fachpsychiatrische Abklärung 

erforderlich sei. Aus den Akten ergeben sich sodann keine Hinweise auf eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Es ist 

ausserdem zu erwähnen, dass Dr. med. … vom EPI-Zentrum sich bereits in 

der telefonischen Besprechung mit Dr. med. … vom 6. Januar 2011 

ausführlich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert hat (vgl. 

vorstehende Erwägung 3c).

4. a) Aus vorgenannten Gründen kann im konkreten Fall davon ausgegangen 

werden, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von 70 % verfügt. Im Gegensatz zum 

Einwand gegen den Vorbescheid ist in der Beschwerde – soweit ersichtlich – 

die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht mehr aufgeworfen 

worden. Dennoch wird dazu kurz Stellung genommen. 

b) Bei der Prüfung der Frage, ob es dem Beschwerdeführer möglich ist, mit den 

vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine Arbeitsstelle zu 

finden, ist festzuhalten, dass von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

auszugehen ist (Art. 16 ATSG). Dieser gilt als massgebender Bezugspunkt 

für die trotz Gesundheitsschadens zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten. Beim 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um einen theoretischen und 

abstrakten Begriff. Er berücksichtig die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, 

beinhaltet in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht 

vorhandene Stellenangebote und lässt die fehlenden oder verringerten 

Chancen Teilinvalider, eine geeignete und zumutbare Arbeitsstelle zu finden, 

ausser Betracht (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 71 mit Hinweis; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_119/2008 vom 22. September 2008, E. 4 mit Hinweisen). 

Die Rechtsprechung nimmt an, ein ausgeglichener Arbeitsmarkt biete 

genügend Stellen, welche die Ausübung einer Arbeit ermöglichen, selbst 

wenn die rechte (dominante) Hand nur eingeschränkt als Zureicharm oder 

bestenfalls als Haltearm dienen kann (vgl. bspw. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 446/02 vom 20. März 2003, E. 3). Der 

Beschwerdeführer kann sämtliche Tätigkeiten verrichten, die kein 

feinmotorisches Können benötigen und die im Sitzen ausgeführt werden. 

Dabei darf er keine Maschinen bedienen, mit denen er sich selber oder andere 

in Gefahr bringen könnte. Schliesslich ist bezüglich der Anfälle des 

Beschwerdeführers hervorzuheben, dass der Umstand allein, dass er zur 

Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf einen Nischenplatz angewiesen 

ist, nicht zur Verneinung des Vorhandenseins entsprechender 

Arbeitsgelegenheiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt führt: Der 

Angebotsfächer des ausgeglichenen Arbeitsmarktes umfasst auch 

ausserhalb geschützter Werkstätten Stellenangebote, bei welchen mit einem 

sozial entgegenkommenden Arbeitgeber zu rechnen ist. Massgebend ist, ob 

die vorhandene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

realistischerweise wirtschaftlich verwertbar ist, d.h. nötigenfalls ein sich im 

Rahmen des Realistischen und Zumutbaren bewegendes Entgegenkommen 

potentieller Arbeitgeber erwartet werden darf (Urteil des Bundesgerichts 

8C_119/2008 vom 22. September 2008, E. 4 mit Hinweisen). Dies darf im 

vorliegenden Fall bejaht werden, zumal der Beschwerdeführer aufgrund 

seiner Anfälle jeweils keiner akut-medizinischen Behandlung bedarf, sondern 

lediglich eine Ruhepause von zwei bis drei Stunden einlegen können muss. 

Unter diesen Umständen ist daher davon auszugehen, dass die beim 

Beschwerdeführer noch vorhandene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt realistischerweise verwertbar ist.

5. Zum Valideneinkommen bringt der Beschwerdeführer vor, dass dieses 4.67 

% unter dem statistisch ermittelten Invalideneinkommen liege, was eine 

Parallelisierung erforderlich mache. Der Beschwerdeführer vergleicht 

vorliegend fälschlicherweise das tatsächlich erzielte Einkommen als Koch mit 

dem Invalideneinkommen, welches sich auf den allgemeinen Tabellenlohn 

(Totalwert aller Wirtschaftszweige) gemäss LSE stützt. Nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt ein Abweichen vom Regelfall, 

wonach das Valideneinkommen grundsätzlich anhand des zuletzt verdienten 

Lohnes zu bestimmen ist, jedoch erst dann in Frage, wenn – unter anderem 

– der tatsächlich erzielte Verdienst deutlich unter dem branchenüblichen LSE-

Tabellenlohn liegt (BGE 135 V 297 E. 6.1.1 S. 302 mit Hinweisen). Gemäss 

Tabelle TA1 der LSE 2008 hätte der Beschwerdeführer im Wirtschaftszweig 

„Gastgewerbe“ (Ziff. 55), Anforderungsniveau 3 im Jahr 2008 einen 

monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'286.-- (Zentralwert bei einer wöchentlichen 

Arbeitszeit von 40 Stunden) erzielt. Dies ergibt auf der Basis der üblichen 

durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden für das Jahr 2008 ein 

Jahresgehalt von Fr. 53'489.30 (Fr. 4’286.-- : 40 x 41.6 x 12). Nach der 

Anpassung an die Nominallohnentwicklung ergibt sich gemäss der 

Berechnung der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2011 ein statistisch 

ermitteltes Valideneinkommen von Fr. 55’710.30. Somit ist das von der 

Beschwerdegegnerin auf das Jahr 2011 aufgewertete tatsächliche 

Einkommen von Fr. 59'675.85 im Branchenvergleich nicht 

unterdurchschnittlich, weshalb eine Parallelisierung nicht angezeigt ist. Im 

Übrigen wäre eine solche ohnehin nur vorzunehmen, wenn die Abweichung 

des tatsächlich erzielten Verdienstes vom branchenüblichen LSE-

Tabellenlohn 5 % beträgt (BGE 135 V 297 E. 6.1.2 S. 303).

6. a) Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von 

statistischen Durchschnittwerten ermittelt, so ist nach der Rechtsprechung der 

entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ursprünglich wurde mit 

dem sogenannten Leidensabzug berücksichtigt, dass versicherte Personen, 

welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch 

beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende 

durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Dieser 

Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug. Dabei trug die Rechtsprechung dem Umstand 

Rechnung, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der 

versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität 

oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht generell, sondern 

nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Hinweise dafür bestehen, dass die 

versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre 

gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei 

der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller Merkmale auf 

das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der Umstände im Einzelfall 

gesamthaft zu schätzen. Insgesamt ist der Abzug vom Tabellenlohn auf 

höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; vgl. auch 

BGE 126 V 75 E. 5 S. 78 ff.).

b) Im Grundsatz ist die Gewährung oder Verweigerung des Abzugs stets eine 

frei überprüfbare Rechtsfrage, während die Festlegung der Höhe des Abzugs 

eine Ermessensfrage darstellt (BGE 137 V 71 E. 5.1 S. 72 f. = Pra 2011 Nr. 

91, 132 V 393 E. 3.3 S. 399; Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

IVG, 2. Aufl., Zürich/Basel Genf 2010, S. 315). Vorliegend ist zu prüfen, ob die 

Vorinstanz zu Recht einen Abzug vom Tabellenlohn verweigert hat. Wie 

erwähnt, handelt es sich dabei um eine Rechtsfrage, welche durch das 

kantonale Gericht frei überprüft werden kann.

7. a) Der Beschwerdeführer rügt, dass die Beschwerdegegnerin keinen 

Leidensabzug berücksichtigt hat. Es sei ihm der maximale Abzug von 25 % 

zu gewähren. 

b) Zum Vorbringen des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, dass behinderungsbedingt kein 

Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt sei, zumal dem Beschwerdeführer 

grundsätzlich alle leichten bis mittelschweren Tätigkeiten zumutbar seien. Der 

Umstand, dass der Beschwerdeführer nur sitzende Tätigkeiten ausüben kann, 

wobei er keine gefährlichen Maschinen bedienen darf, führt nicht per se zu 

einem Abzug. Durch dieses Anforderungs- und Belastungsprofil wird das 

Spektrum der Erwerbstätigkeiten bestimmt, welche für den Beschwerdeführer 

realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu trennen ist die Frage, ob 

im Hinblick auf eine konkrete Tätigkeit verglichen mit einem gesunden 

Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine 

Anstellung bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2009 vom 19. 

November 2009, E. 2.3.1). Ohne Zweifel sind die 

Beschäftigungsmöglichkeiten des Beschwerdeführers verglichen mit einer 

gesunden Person in sonst vergleichbarer Lage behinderungsbedingt 

begrenzt. Trotzdem steht ihm aber immer noch ein genügend grosses 

Arbeitssegment offen. Den psychischen Leiden des Beschwerdeführers 

wurde mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % genügend 

Rechnung getragen. In Bezug auf das Alter des Beschwerdeführers – im 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses 53-jährig – kann darauf hingewiesen 

werden, dass mit zunehmendem Alter die Lohnkurve zwar flacher verläuft, der 

Faktor Alter sich aber nicht lohnsenkend auswirkt (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a/cc 

S. 79). Ausserdem ist zu beachten, dass die Nationalität angesichts der 

Tatsache, dass die statistischen Löhne aufgrund der Einkommen der 

schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung erfasst werden, 

vernachlässigt werden kann (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 39/04 vom 20. Juli 2004, E. 2.4). Weiter ist bezüglich 

der schlechten Deutschkenntnisse anzumerken, dass es im 

Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) durchaus 

Arbeitsmöglichkeiten gibt, bei denen die Anforderungen an die sprachlichen 

Fertigkeiten relativ gering sind. Aus den Akten ergibt sich überdies, dass der 

Beschwerdeführer italienisch spricht und damit über Kenntnisse in einer 

weiteren Kantonssprache verfügt. Was die rudimentäre Schul- und 

Berufsbildung des Beschwerdeführers betrifft, lässt sich schliesslich 

festhalten, dass bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf eine 

Tätigkeit im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) 

abgestellt worden ist, womit diesem Umstand genügend Rechnung getragen 

worden ist. 

c) Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer ein Teilzeitabzug vom 

Tabellenlohn zu gewähren ist, weil er nur noch zu 70 % arbeitsfähig ist. Unter 

dem Titel „Beschäftigungsgrad“ bei Männern, welche gesundheitlich bedingt 

lediglich noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, wird grundsätzlich ein 

Abzug anerkannt. Es soll damit dem Umstand Rechnung getragen werden, 

dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger 

gut entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit (Urteil des Bundesgerichts 

9C_708/2009 vom 19. November 2009, E. 2.1.1). Das Bundesgericht hat 

indessen die Frage offen gelassen, ob die Praxis, wonach bei Männern ein 

Abzug vom Tabellenlohn allenfalls bei einer gesundheitlich bedingten 

Teilzeiterwerbstätigkeit, nicht aber bei einer Vollzeiterwerbstätigkeit mit 

gesundheitlich bedingt eingeschränkter Leistungsfähigkeit gerechtfertigt ist, 

abzuändern ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_259/2011 vom 28. Juni 2011, 

E. 3.3.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2011 vom 

11. Juli 2011, E. 3.1). Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden steht 

jedoch einem Teilzeitabzug bei Männern mit einer Vollzeiterwerbstätigkeit mit 

gesundheitlich bedingt eingeschränkter Leistungsfähigkeit grundsätzlich 

positiv gegenüber (vgl. dazu ausführlich Verwaltungsgerichtsurteil S 11 71 

vom 14. September 2011 E. 6b, mit Hinweisen auf weitere Entscheide).

Die Beschwerdegegnerin geht in ihrer Verfügung vom 1. September 2011 

davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ganztags 

verwertet werden könne. Dies kann dem psychiatrischen Gutachten von Dr. 

med. … vom 26. Januar 2011 so nicht explizit entnommen werden. Da die 

Anfälle jedoch unregelmässig auftreten, kann nicht vorausgesehen werden, 

wann der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig ist und somit nicht am 

Arbeitsplatz erscheinen muss. Deshalb kann der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin beigepflichtet werden, dass der Beschwerdeführer die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ganztags mit einer 

Leistungseinschränkung von 30 % verwerten kann. In diesem 

Zusammenhang ist auch auf das Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 220/06 vom 25. April 2007 hinzuweisen. In diesem 

Urteil entschied das Bundesgericht, dass bei wiederkehrenden, zu Absenzen 

führenden (Schwindel-)Anfällen eine angepasste Tätigkeit ganztägig 

ausgeübt werden könne, wobei von einer Leistungseinschränkung von 10 % 

auszugehen sei (E. 5.1). Letztlich ist es vorliegend für den Teilzeitabzug 

jedoch nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer seine Rest-

arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ganztags verwerten kann oder nicht. 

Denn selbst wenn im vorliegenden Fall ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt 

würde, resultierte indessen noch kein rentenbegründender IV-Grad. Gemäss 

der nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabelle „Monatlicher 

Bruttolohn, Privater und öffentlicher Sektor (Bund), Schweiz 2008, Zentralwert 

(Median)“ (abrufbar unter der Rubrik „Lohnniveau nach Geschlecht“ von der 

mit der LSE 2008 ausgelieferten CD-ROM) ist der von Männern im 

Anforderungsniveau 4 erzielte Bruttolohn (Zentralwert) bei Vollzeit (90 % und 

mehr) von Fr. 4'925.-- denn auch um 10.25 % höher als der Lohn bei Teilzeit 

(zwischen 50 % und 74 %) von Fr. 4'420.--. Dies würde somit grundsätzlich 

einen Teilzeitabzug von 10 % rechtfertigen. Im vorliegenden Fall des 

Beschwerdeführers resultierte unter Berücksichtigung eines solchen 

Teilzeitabzuges von 10 % für das Jahr 2011 ein hypothetisches 

Invalideneinkommen von Fr. 39'355.20 (Fr. 43'728.-- x 0.9). Aus dem 

Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 59'676.-- ergäbe sich ein IV-

Grad von 34 % (34.05 %), der jedoch noch keinen Anspruch auf eine IV-Rente 

begründen würde. Da die Mitberücksichtigung eines Teilzeitabzuges somit 

vorliegend keine Auswirkungen auf das Resultat hätte, muss die Frage nach 

einem solchen Abzug nicht abschliessend geklärt werden. 

7. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass der IV-Grad unter 40 % liegt, weshalb 

kein Rentenanspruch besteht. Die angefochtene Verfügung vom 

1. September 2011 erweist sich daher als rechtmässig, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist.

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. 

Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Vorliegend 

setzt das Gericht die Kosten auf Fr. 700.-- fest. Entsprechend dem Ausgang 

dieses Verfahrens werden die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer 

auferlegt. In Anbetracht der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(hiernach lit. b) werden diese Kosten vorliegend aber auf die Gerichtskasse 

genommen. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der 

Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

c) Der Beschwerdeführer beantragt die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung. Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich 

verbeiständen zu lassen, gewährleistet sein. Der Beschwerde führenden 

Person ist ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren, wenn es die 

Verhältnisse rechtfertigen. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der 

unentgeltlichen Verbeiständung sind erfüllt, wenn eine finanzielle 

Bedürftigkeit besteht, das Verfahren nicht aussichtslos erscheint und die 

Vertretung notwendig oder doch geboten ist (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 

2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 N 104). Im vorliegenden Fall sind 

die Kriterien für die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung 

gegeben. Der Beschwerdeführer bezieht Sozialhilfe, weshalb die finanzielle 

Bedürftigkeit offensichtlich gegeben ist. Bezüglich der Höhe der vom Staat 

(zulasten der Gerichtskasse) zu übernehmenden Anwaltskosten gilt es 

festzuhalten, dass dabei gemäss Art. 5 Abs. 1 der kantonalen Verordnung 

über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 

Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) von einem reduzierten 

Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde auszugehen ist. Mit Honorarnote vom 29. 

November 2011 machte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine 

Entschädigung von total Fr. 4'310.05 geltend. Dieser Betrag setzt sich 

zusammen aus einem Honorar von Fr. 3'778.-- (Arbeitszeit von 18.89 

Stunden à Fr. 200.--) zuzüglich Spesen (Fr. 212.80) und Mehrwertsteuer (Fr. 

319.25). Der Aufwand von 18.89 Stunden für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren erscheint dem Gericht als angemessen. Der 

Beschwerdeführer wird somit im Umfang von Fr. 4'310.05 zulasten der 

Gerichtskasse entschädigt. Es gilt der Vorbehalt von Art. 77 VRG, wonach 

die vom Staat übernommenen Kosten zurückgefordert werden können, wenn 

sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers 

gebessert haben und er zur Rückerstattung in der Lage ist.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden die 

Kosten von Fr. 700.-- zulasten von … von der Gerichtskasse übernommen. 

3. a) … wird in der Person von Rechtsanwältin … eine Rechtsvertreterin auf Kosten 

des Staates bestellt. Diese wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 4'310.05 (inkl. 

MWST) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).