# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 511dda1c-8588-5819-94be-eb3ed8b07d25
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 06.02.2024 S 2023 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-22_2024-02-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 22

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 6. Februar 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Zacharias Ziegler, 

Beschwerdeführer

gegen

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1985, war vom 19. Dezember 2018 bis 30. April 2022 

Betriebsleiter des Bergrestaurants C._____ in D._____ und über seine 

Arbeitgeberin, die E._____ GmbH, bei der B._____ AG (fortan B._____) 

obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 

versichert. Am 20. Januar 2022 stürzte A._____ beim Skifahren. Dabei 

erlitt er gemäss Schadenmeldung vom 28. Januar 2022 sowie den 

medizinischen Erstberichten zufolge eine Kontusion des rechten Knies 

sowie eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes (fortan VKB). A._____ 

suchte umgehend die Notaufnahme des Spitals D._____ auf und es 

erfolgte eine Erstversorgung mittels ACL-Brace sowie auf Wunsch hin eine 

konservative Therapie. A._____ nahm seine Arbeitstätigkeit wieder auf. 

Aufgrund rezidivierenden Giving-ways wurde zwecks VKB-Plastik eine 

Operation auf den 23. Mai 2022 geplant.

2. Am 26. April 2022 verdrehte sich A._____ bei der Arbeit erneut das rechte 

Knie, indem er darauf stürzte. Für dieses Ereignis erfolgte keine 

Unfallmeldung; A._____ wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 

27. April 2022 bis 22. Mai 2022 attestiert. Das Arbeitsverhältnis mit der 

E._____ GmbH endete am 30. April 2022. Ab Mai 2022 hatte A._____ bei 

einer Gartenbaufirma eine Anstellung in Aussicht; ein Arbeitsbeginn war 

aufgrund des Unfalls aber nicht möglich, weshalb kein Arbeitsvertrag 

unterzeichnet wurde.

3. Die geplante Kniearthroskopie erfolgte am 23. Mai 2022 mit intra- und 

postoperativ komplikationslosem Verlauf. A._____ war vom 23. bis 27. Mai 

2022 hospitalisiert, danach erfolgte eine Behandlung mittels Physio-

therapie. Im Rahmen regelmässiger Kontrollen wurde A._____ eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 9. August 2022 im Gartenbau 

attestiert.

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4. Der beratende Versicherungsmediziner Dr. med. F._____, Facharzt für 

Chirurgie, Spez. Allgemeinchirurgie und Traumatologie inklusive 

komplexe Gelenkverletzungen, bestätigte in seiner Aktenbeurteilung vom 

7. Juli 2022 die vollständige Arbeitsunfähigkeit im Gartenbau bis 9. August 

2022. In einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit Wechsel-

belastung ohne körperliche Belastung, sei ab 18. Juli 2022 eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit zumutbar. Per 9. August 2022 sollte die Arbeitsfähigkeit in 

einer Verweistätigkeit 100 % betragen. Mutmasslich ab 23. September 

2022 würden keine Einschränkungen mehr bestehen.

5. Mit Schreiben vom 28. Juli 2022 teilte die B._____ A._____ mit, er sei in 

einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit Wechselbelastung 

ohne körperliche Belastung per 9. August 2022 vermittlungsfähig, weshalb 

die Taggeldzahlungen ab dem 10. August 2022 eingestellt würden; unter 

Hinweis auf die Möglichkeit, sich zwecks Prüfung des Anspruchs auf 

Arbeitslosenentschädigung beim zuständigen RAV zu melden.

6. Mit E-Mail vom 9. August 2022 teilte A._____ der B._____ mit, er sei mit 

der Einstellung der Taggeldleistungen nicht einverstanden. Er habe immer 

noch starke Schmerzen. Er legte ein weiteres Arbeitsunfähigkeitszeugnis 

des behandelnden Arztes Dr. med. G._____ vom 30. August 2022 bei und 

stellte einen aktuellen Arztbericht desselben in Aussicht. Der 

entsprechende Konsultationsbericht von Dr. med. G._____ datiert vom 

10. August 2022. Der behandelnde Arzt berichtet darin über einen "etwas 

zögernden" Verlauf mit Schmerzen am lateralen Oberschenkel, teilweise 

auch in der Tibialis-anterior-Loge. Im Kniegelenk selbst hätte A._____ 

kaum Schmerzen. Der Bewegungsumfang habe stetig zugenommen. 

A._____ wurde seitens der behandelnden Ärzte eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit bis zum 27. September 2022 attestiert.

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7. Der beratende Versicherungsmediziner Dr. med. H._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, 

nahm am 21. August 2022 gestützt auf die seither eingegangenen 

medizinischen Berichte eine erneute Beurteilung vor und gelangte zum 

Schluss, dass sich anhand der aktuell vorliegenden Befunde keine 

plausiblen Argumente für eine andere Einschätzung der angepassten 

beruflichen Belastbarkeit als in der Vorbeurteilung von Dr. med. F._____ 

ergäben.

8. Nach Eingang des Berichts vom 30. August 2022 des behandelnden 

Arztes Dr. med. G._____, wonach eine Tätigkeit als Landschaftsgärtner 

aktuell nicht möglich sei, holte die B._____ bei Dr. med. H._____ eine 

weitere vertrauensärztliche Beurteilung, datierend vom 8. September 

2022, ein. Der Versicherungsmediziner bestätigte, dass sich anhand der 

aktuell vorliegenden Befunde keine plausiblen Argumente für eine andere 

Einschätzung der angepassten beruflichen Belastbarkeit als in der 

Vorbeurteilung ergäben. Gegebenenfalls bedürfe es auch einer insgesamt 

6-monatigen postoperativen Anpassung des Rendements im 

angestammten Beruf.

9. Dr. med. I._____, Leitender Arzt Schmerztherapie Spital D._____, hielt in 

seinem Konsultationsbericht vom 8. September 2022 zur anhaltenden 

Schmerzproblematik fest: "Wohl am ehesten durch die bei der Operation 

angelegte Manschette und Blutsperre am Oberschenkel ausgelöste 

Irritation des Nervus peroneus mit nachfolgendem neuropathischen 

Schmerzbild im Versorgungsgebiet des Nervus peroneus. Zunächst 

Versuch durch entsprechende antineuropathische Medikation mit 

Pregabalin in ansteigender Dosierung bis auf maximal 2 x 100 mg, die 

Beschwerden zu beeinflussen. Der Patient wird instruiert, möglichst alle 

Faktoren zu vermeiden, die zusätzlich Schmerzen in diesem Gebiet 

auslösen, ebenso das wiederholte Massieren im Bereich der lateralen 

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proximalen Muskelregion." Dr. med. G._____ bestätigte mit Verlaufs-

bericht vom 27. September 2022 hinsichtlich des Kniegelenks einen 

erfreulichen Verlauf "bei noch leichtem Schonhinken und anhaltenden 

Schmerzen in der Peronealmuskulatur". Er attestierte eine weitere 

Arbeitsunfähigkeit bis 25. Oktober 2022.

10. Mit Verfügung vom 28. September 2022 bestätigte die B._____ die 

Einstellung der Taggeldleistungen (rückwirkend) per 9. August 2022. Sie 

führte aus, dass A._____ keine Übergangsfrist zu gewähren sei, da er in 

keinem Anstellungsverhältnis stehe; in einer Verweistätigkeit bestehe ab 

10. August 2022 eine vollständige Arbeitsfähigkeit.

11. Dr. med. I._____ hielt im Zwischenbericht vom 29. September 2022 – bei 

Diagnose neuropathischer Schmerzen am rechten Unterschenkel – rück-

läufige neuropathische Schmerzen und mit Bericht vom 20. Oktober 2022 

keine wesentliche Verbesserung bei gesteigerter Pregabalin-Therapie fest 

und führte eine sonographisch gestützte Blockade des Nervus peroneus 

in der Kniekehle durch.

12. Gegen die Verfügung vom 28. September 2022 erhob A._____ am 

14. Oktober 2022 Einsprache und machte geltend, aufgrund der von zwei 

Ärzten bescheinigten Komplikationen sei er arbeitsunfähig. Mit 

Einspracheergänzung vom 31. Oktober 2022 liess der zwischenzeitlich 

anwaltlich vertretene A._____ nach Einsicht in die Akten und unter 

Berufung auf Berichte der behandelnden Ärzte ausführen, er sei weiterhin 

als Gärtner unfallbedingt vollständig arbeitsunfähig und ein Berufswechsel 

könne ihm nicht zugemutet werden.

13. In einem weiteren Verlaufsbericht vom 25. Oktober 2022 befundete 

Dr. med. G._____ ein nach wenigen Schritten normalisiertes, 

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symmetrisches Gangbild und attestierte eine vollständige Arbeits-

unfähigkeit bis 15. November 2022.

14. Gemäss Bericht von Dr. med. I._____ vom 31. Oktober 2022 führte die 

Massnahme der Blockade nicht zum gewünschten Erfolg, weshalb eine 

Blockade weiter proximal durchgeführt werden musste, was auf den 

1. November 2022 geplant wurde. Gleichentags wurde ein MRI veranlasst.

15. Mit Bericht vom 10. November 2022 stellte Dr. med. I._____ nach 

Durchführung der Blockade des proximalen Nervus ischiadicus am 

rechten Oberschenkel am 1. November 2022 einen deutlich besseren 

Effekt fest, wobei die Schmerzsituation weiterhin vorhanden war. Er 

empfahl die Vorstellung bei einem Neurologen.

16. Dem Verlaufsbericht von Dr. med. G._____ vom 15. November 2022 ist 

zu entnehmen, dass seit ca. einer Woche eine deutliche Besserung der 

Schmerzen im Unterschenkel eingetreten sei, und A._____ sich nun traue, 

seine Tätigkeit in der Gastronomie wiederaufzunehmen. Er werde ihn 

deshalb ab 18. November 2022 bis 29. November 2022 zu 50 % arbeits-

fähig schreiben, damit der Patient am folgenden Freitag seine Arbeit 

aufnehmen könne. Eine Arbeitsaufnahme als Landschaftsgärtner für diese 

zwei Tage sei nicht sinnvoll.

17. Mit Verlaufsbericht vom 29. November 2022 stellte Dr. med. G._____ fest, 

nach zwei Wochen 50%-iger Arbeitsfähigkeit habe der Patient die Mehr-

belastung relativ gut toleriert und die Schmerzen seien deutlich 

zurückgegangen, weshalb er ihm eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte. Zur 

Wiederherstellung des muskulären Defizits verschrieb er weitere 

Physiotherapie.

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18. Dr. med. J._____, Konsiliararzt Neurologie Spital D._____, hielt mit Konsi-

liarbericht vom 6. Dezember 2022 fest, diagnostisch bestehe eine 

Sensibilitätsstörung im Ausbreitungsgebiet des Nervus peroneus 

profundus und superficialis rechts. Möglicherweise sei durch die 

Blutsperre am Oberschenkel oder eine andere perioperative Massnahme 

die stumpfe Schädigung des Nervus peroneus communis ca. in Höhe 

Kniegelenk beziehungsweise etwas weiter proximal davon aufgetreten. 

Mittel- bis langfristig würde bei dem bestimmten Trauma eigentlich eine 

gute Prognose resultieren.

19. Gemäss Bericht von Dr. med. I._____ vom 10. Januar 2023 habe sich die 

Problematik nicht verändert, die Funktionalität und Belastbarkeit des 

rechten Beines habe sich aber deutlich gebessert. Es sei aufgrund der 

Entwicklung gerechtfertigt, die Reduktion der Medikation zu versuchen.

20. Mit Entscheid vom 19. Januar 2023 wies die B._____ die Einsprache von 

A._____ ab und bestätigte die angefochtene Verfügung vom 

28. September 2022, wonach ab 10. August 2022 keine weiteren 

Taggelder ausgerichtet würden. Die B._____ erwog, es sei von jener 

Tätigkeit auszugehen, welche vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zuletzt 

ausgeübt worden sei. Vor dem Unfall sei A._____ Leiter eines 

Restaurationsbetriebs gewesen, ab 10. Mai 2022 habe er in einem 

Gärtnerbetrieb tätig werden wollen. Gemäss eigenen Aussagen in der 

Einsprachebegründung habe er den Beruf eines Industrietechnikers 

gelernt. Aufgrund der angefochtenen Verfügung könne dahingestellt 

bleiben, ob als bisherige Tätigkeit diejenige im Gastgewerbe oder 

diejenige als Landschaftsgärtner massgeblich sei. Nach den 

Feststellungen der beratenden Versicherungsärzte sei er in einer vorwie-

gend sitzenden Tätigkeit ab 9. August 2022 vollständig arbeitsfähig. Die 

behandelnden Ärzte würden A._____ eine Arbeitsunfähigkeit in der 

Tätigkeit als Landschaftsgärtner attestieren. Dass er in einer sitzenden 

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Tätigkeit nicht oder nur eingeschränkt arbeiten könne, wie dies der 

Versicherungsmediziner Dr. med. H._____ als zumutbar bezeichne, sei 

nirgends dokumentiert. Weiter führte die B._____ aus, die 

Arbeitsunfähigkeit habe ab Datum der Knieoperation vom 23. Mai 2022 

bestanden. Da A._____ dann in keinem Arbeitsverhältnis gestanden habe, 

die Tätigkeit als Landschaftsgärtner nicht seinem erlernten Beruf 

entspreche und er zudem bereits vor dem Unfall in verschiedenen Berufen 

tätig gewesen sei, dürfe die Zumutbarkeit der Aufnahme einer 

Verweistätigkeit bereits per 10. August 2022 bejaht werden. Eine 

Übergangsfrist müsse aus demselben Grund nicht angesetzt werden. 

A._____ hätte sich sofort um eine Stelle in einer Verweistätigkeit bemühen 

können; zur fraglichen Zeit habe ein Arbeitskräftemangel bestanden. Es 

sei davon auszugehen, dass sich A._____ – hätte er keine Taggelder 

erhalten – bereits vorher eine andere Arbeit gesucht hätte, die er aufgrund 

der Restbeschwerden hätte ausführen können. So habe A._____ auch 

nach dem Unfall und vor der Operation des rechten Knies eigenen 

Angaben zufolge vor allem Büroarbeiten verrichtet können.

21. Dem Bericht von Dr. med. G._____ vom 31. Januar 2023 ist zu 

entnehmen, dass der Patient unterdessen voll arbeite. Es zeige sich ein 

guter Rehabilitationsfortschritt bei doch noch nicht abgeschlossener 

Rehabilitation.

22. Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Januar 2023 liess A._____ 

(fortan Beschwerdeführer) am 20. Februar 2023 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben, mit den folgenden 

Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 19.1.2023 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetz-

lichen Leistungen, insbesondere weiterhin Taggeldleistungen, zu erbringen.

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3. Es sei eventualiter die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 

verbunden mit der Auflage, ein Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG einzuholen.

4. Subeventualiter sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen und die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf dessen Ergebnis zu verpflichten, die gesetz-

lichen Leistungen auszurichten.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Auslagen und MWST zu Lasten 

der Beschwerdegegnerin.

Als Beilage reichte der Beschwerdeführer Kurzberichte von Dr. med. 

G._____ vom 25. Oktober 2022 und Dr. med. I._____ vom 1. November 

2022, einen Bericht über den KOOS-Test vom 24. Januar 2023, ein 

ärztliches Zeugnis vom 15. November 2022 sowie Jobinserate ein. Zur 

Begründung führte er an, es sei ärztlich festgehalten worden, dass er in 

seinem angestammten Beruf als Angestellter im Gartenbau 100 % vom 

23. Mai 2022 bis 17. November 2022 und 50 % bis 29. November 2022 

arbeitsunfähig gewesen sei. Auch die Beschwerdegegnerin sei in ihrem 

Fragebogen für die Versicherungsärzte davon ausgegangen, dass der 

Beschwerdeführer als Angestellter im Gartenbau bis mindestens Ende 

August arbeitsunfähig sei. Sie habe hingegen nicht ärztlich abklären 

lassen, seit wann der Beschwerdeführer im Gastrobereich arbeitsfähig 

wäre. Dazu fänden sich in den Akten keine Äusserungen. Weil die Arbeiten 

im Service für den Beschwerdeführer und seine Knieverletzung gleich, 

wenn nicht minimal schwerer zu werten seien, sei die oben attestierte 

Arbeitsunfähigkeit als Landschaftsgärtner auch für den Gastrobereich im 

gleichen Zeitraum anzunehmen. Die gesetzlichen Voraussetzungen für 

einen Berufswechsel im Sinne von Art. 6 Satz 2 ATSG seien vorliegend 

nicht erfüllt. Er sei erst per 31. Oktober 2022 über sechs Monate 

arbeitsunfähig gewesen. Auch die Beschwerdegegnerin anerkenne im 

Einspracheentscheid vom 19. Januar 2023, dass eine lange Dauer nach 

sechs Monaten angenommen werde. Sein Gesundheitszustand sei im 

relevanten Zeitpunkt nicht genügend stabil und aus diesem Grund sei ein 

Berufswechsel nicht zumutbar gewesen. Der Beschwerdeführer hätte 

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starke Schmerzen gehabt und habe aufgrund dessen keine Arbeits-

tätigkeiten ausüben können. Auch eine sitzende Tätigkeit sei in diesem 

Zeitpunkt für ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen. 

Sogar auf Nachfrage bei der Arbeitslosenkasse sei er abgewiesen 

worden. Solange er arbeitsunfähig sei und die Schmerzbeschwerden 

bestünden, sei er als nicht vermittlungsfähig eingestuft worden. Überdies 

hätten sich die Ärzte dahingehend geäussert, dass die Beeinträchtigung 

der Arbeitsfähigkeit in der bisher ausgeübten Berufstätigkeit nicht dauern-

der Natur sei. Aus den Berichten von Dr. med. I._____ oder Dr. med. 

J._____ gehe hervor, dass eine Prognose mit der Schmerztherapie bzw. 

Blockade positiv ausfallen werde. Weiter sei aus den Akten nicht 

ersichtlich, dass der Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vom 

28. September 2022 dazu aufgefordert worden wäre, sich eine Arbeit in 

einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit zu suchen. Die Beschwerde-

gegnerin habe zu Unrecht keine Übergangsfrist angesetzt. Der 

Beschwerdeführer habe von der Notwendigkeit eines Berufswechsels mit 

hinreichender Bestimmtheit erstmals im Rahmen der Beurteilung des 

Vertrauensarztes Dr. med. H._____ am 8. September 2022 erfahren. 

Überdies sei es ohne entsprechende berufliche Massnahme dem 

Beschwerdeführer nicht möglich, Büroarbeiten bzw. die Tätigkeiten eines 

angepassten Profils auszuüben. Der Beschwerdeführer habe eine Lehre 

als Industrietechniker Geräte- und Feinwerktechnik im Jahr 2004 

absolviert. Danach habe er mehrheitlich im Service gearbeitet. Er habe 

sich immer körperlich betätigt und habe somit keine Erfahrungen mit 

Büroarbeiten sammeln können. Die von ihm nach dem Unfall erledigten 

Büroarbeiten seien auch nicht mit jenen Bürostellen auf dem Arbeitsmarkt 

vergleichbar. Im fraglichen Zeitpunkt seien denn auch praktisch keine 

Stellen frei gewesen, die dem Profil des Beschwerdeführers entsprochen 

hätten. Damals und auch heute seien am Wohnsitz des Beschwerde-

führers hauptsächlich die Stellen in der Gastronomie frei gewesen, die ihm 

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im relevanten Zeitpunkt weder in subjektiver noch in objektiver Hinsicht 

zumutbar gewesen seien.

23. In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. März 2023 schloss die B._____ (fortan 

Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, die Annahme des 

Beschwerdeführers, dass die angestammte Tätigkeit im Bereich 

Gartenbau anzusiedeln sei, sei falsch. Er sei vielmehr sehr vielseitig tätig 

gewesen, schwergewichtig in leitenden Funktionen verschiedener 

Betriebe. Der Beschwerdeführer könne der Feststellung, es könne 

dahingestellt bleiben, ob und wann der Beschwerdeführer vor der 

effektiven Wiederaufnahme der Arbeit wieder eine Tätigkeit in der 

Gastronomie hätte aufnehmen können, nichts entgegensetzen. Die 

Arbeitsunfähigkeit habe ab dem Datum der Knieoperation vom 23. Mai 

2022 bestanden. Zur Zumutbarkeit der Aufnahme einer Verweistätigkeit 

macht die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort geltend, es 

sei der Gemeinschaft der Versicherten nicht zuzumuten, für einen 

Schaden aufzukommen, der vom Geschädigten selbst vermieden werden 

könne. Das Argument des Beschwerdeführers, die Aufnahme einer 

Verweistätigkeit sei nur bei stabilem Gesundheitszustand zumutbar, greife 

gerade im vorliegenden Fall nicht. Der Beschwerdeführer sei in seiner 

bisherigen Berufslaufbahn vielseitig und oft in befristeten Anstellungen 

tätig gewesen; er hätte gerne eine Sommersaison im Gartenbau 

gearbeitet. Gleichermassen wäre es ihm zuzumuten gewesen, eine 

leichtere und wechselbelastende Tätigkeit aufzunehmen, um dann ab 

Spätherbst wieder in die Wintergastronomie einsteigen zu können. 

Bezüglich der nicht gewährten Übergangsfrist wiederholte die 

Beschwerdegegnerin das im angefochtenen Einspracheentscheid 

Gesagte. Sie führte weiter an, es sei zudem falsch, dass der Beschwerde-

führer nicht vor Erlass der Verfügung vom 28. September 2022 

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aufgefordert worden sei, eine andere Tätigkeit aufzunehmen. Vielmehr 

habe die Beschwerdegegnerin ihm mit Schreiben vom 28. Juli 2022 

mitgeteilt, dass er in einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit 

mit Wechselbelastung ohne körperliche Belastung per 9. August 2022 

vermittlungsfähig sei und die Taggeldzahlungen ab dem 10. August 2022 

eingestellt würden.

24. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen 

fest und vertieften ihre Argumentation. Im Rahmen der Replik reichte der 

Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag bezüglich einer Anstellung im 

Gartenbau vom 24. Juni 2021 sowie ein Rezept von Dr. med. I._____ vom 

5. September 2022 ein.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 19. Januar 2023 sowie die übrigen Akten wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 19. Januar 2023 (vgl. Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 2; Akten der Beschwerdegegnerin [Bgin-act.] 

81). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall-

versicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einspracheentscheid innert 

30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde an das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person 

im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der 

Beschwerdeführer ist in K._____ wohnhaft, womit das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden 

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Beschwerde örtlich zuständig ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formeller und 

materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer davon überdies berührt und weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten 

(Art. 38 und Art. 52 Abs. 1 VRG).

2. Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Januar 2023. 

Unbestritten geblieben sind das Vorliegen eines Unfalls i.S.v. Art. 4 ATSG 

und die Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG (Heilbehandlung und 

Taggeld). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ab dem 

10. August 2022 eine Verweistätigkeit hätte aufnehmen müssen resp. die 

Beschwerdegegnerin zu Recht per 9. August 2022 die Taggeldleistungen 

eingestellt hat. Bei der Beurteilung der streitigen Fragen ist der 

Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefoch-

tenen Einspracheentscheids am 19. Januar 2023 verwirklicht hat (vgl. 

BGE 143 V 295 E.4.1.4 und 142 V 337 E.3.2.2 mit Hinweisen; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_64/2019 vom 27. November 2019 E.6.2.1 und 

8C_714/2018 vom 5. März 2019 E.4.3 m.H.a. BGE 134 V 392 E.6 und 130 

V 445 E.1.2).

3.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatori-

schen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll 

oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er gemäss Art. 16 

Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieser Anspruch entsteht gemäss 

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Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag (Satz 1) und 

erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im 

Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in 

einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 

UVG in Verbindung mit Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E.2.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_609/2017 vom 27. März 2018 E.3.1, 8C_132/2016 

vom 9. Mai 2016 E.2, 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E.3), mit dem 

Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 

Abs. 2 UVG). Tritt die Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem Unfall, sondern erst 

im Verlaufe der Heilbehandlung ein, ist gleichwohl eine Wartefrist zu 

prästieren (vgl. HÜRZELER, in; FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], 

Basler Kommentar zum Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 16 

Rz. 45 mit Hinweis auf MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungs-

recht, 2. Aufl., Bern 1985, S. 337; a.M. FRÉSARD/MOSER-SZELESS, 

L’assurance-accident obligatoire (avec des aspects de l’assurance 

militaire), in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, 

Soziale Sicherheit, Bd. XIV, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 220).

3.2. Arbeitsunfähigkeit ist nach Art. 6 Satz 1 ATSG die durch eine Beein-

trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder 

Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch 

die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 

berücksichtigt (Art. 6 Satz 2 ATSG; BGE 135 V 287 E.3.1). Gemäss den 

Materialien ist i.d.R. bei einer Dauer von über sechs Monaten von einer 

langen Dauer i.S.v. Art. 6 Satz 2 ATSG auszugehen (vgl. SCHMID, in: 

HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Sozialver-

sicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 

2018, Art. 16 Rz. 8; KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich et al. 2020, 

Art. 6 ATSG Rz. 98 mit Hinweis auf BBl 1991 II 185 ff., 249; HÜRZELER, 

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a.a.O., Art. 16 Rz. 11). Massgebend ist die aufgrund ärztlicher 

Feststellungen ermittelte tatsächliche Unfähigkeit, am angestammten 

Arbeitsplatz nutzbringend tätig zu sein und nicht die medizinisch-

theoretische Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 114 V 281 E.1c mit Hinweisen; 

RKUV 1987 Nr. U 27 S. 394 f.; AHI-Praxis 2000 157 E.3b; HÜRZELER, 

a.a.O., Art. 16 Rz. 13). Das Gericht ist zwar an die ärztliche Beurteilung 

der Arbeitsunfähigkeit nicht gebunden, soll aber nicht ohne hinreichenden 

Grund davon abweichen (RUMO-JUNGO/HOLZER, in: MURER/STAUFFER 

[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs-

recht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich et al. 

2012, S. 124; RKUV 1987 Nr. K 720 S. 106 E.2; RSKV 1983 Nr. 558 

S. 266 E.2).

3.3. Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der 

Schadenminderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat 

der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an 

die veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene 

Übergangsfrist einzuräumen, während welcher das bisherige Taggeld 

geschuldet bleibt (Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2008 vom 

20. August 2008 E.2.3 mit Hinweis auf RKUV 2000 Nr. KV 112 S. 122 E.3a 

[K 14/99] mit weiteren Hinweisen). Diese Übergangsfrist bemisst sich nach 

den jeweiligen Umständen des Einzelfalles und ist in der Regel auf drei bis 

fünf Monate festzulegen (BGE 141 V 625 E.4.1 mit Hinweisen). Nach 

deren Ablauf entspricht der für die Bemessung des Taggeldes 

massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad der Differenz zwischen dem 

Einkommen, das ohne Unfall im bisherigen Beruf verdient werden könnte, 

und dem Einkommen, das im neuen Beruf zumutbarerweise zu erzielen 

wäre (vgl. BGE 114 V 281 E.3c). Diese Grundsätze gelten (unter 

Vorbehalt der Bestimmungen über die Koordination mit den Taggeldern 

der Arbeitslosenversicherung) auch für arbeitslose Versicherte (siehe zum 

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Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2021 vom 8. Februar 2022 

E.5 mit Hinweis auf RKUV 2000 Nr. U 366 S. 92, U 104/99 E.4; Urteil 

8C_889/2014 vom 23. Februar 2015 E.3.2 mit Hinweisen).

3.4. Die durch die Pflicht zur Schadenminderung gebotene Verwertung der 

Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als dem angestammten Tätigkeits-

bereich bildet die Ausnahme vom Grundsatz, wonach für die Bemessung 

der Arbeitsunfähigkeit auf die tatsächliche Einschränkung im zuletzt 

ausgeübten Beruf abzustellen ist (BGE 141 V 625 E.4.1; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_714/2018 vom 5. März 2019 E.4.4.2). Sie setzt eine 

voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der 

bisher ausgeübten Berufstätigkeit (BGE 114 V 281 E.1d) einerseits und 

einen stabilen Gesundheitszustand andererseits voraus; ein labiles 

gesundheitliches Geschehen von zeitlich beschränkter Dauer genügt nicht 

(vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2021 vom 

8. Februar 2022 E.7.1 mit Hinweis auf RKUV 2004 Nr. U 501 S. 179, Urteil 

des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG] U 301/02 vom 1. Oktober 2003 

E.1.3; HÜRZELER, a.a.O., Art. 16 Rz. 14, SCHMID, a.a.O., Art. 16 Rz. 9).

3.5.1. Zu prüfen ist zunächst, ab welchem Zeitpunkt die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers anzunehmen ist. In ihrer Verfügung vom 

28. September 2022 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, die volle 

Arbeitsunfähigkeit bestehe seit dem 27. April 2022. In den Akten findet 

sich ein entsprechendes Arztzeugnis der Hausarztpraxis, datierend vom 

27. April 2022 (Bg-act. 12 und 13). Der Hausarzt bestätigte der 

Beschwerdegegnerin mit E-Mail vom 12. Mai 2022 (Bg-act. 15), der 

Beschwerdeführer habe sich das rechte Knie am 26. April 2022 nochmals 

verdreht bzw. er sei darauf gestürzt; da die Operation für den 23. Mai 2022 

geplant sei und der Beschwerdeführer ab Mai im Gartenbau arbeite, sei 

mit diesem sehr schmerzhaften und instabilen Knie eine Arbeitsunfähigkeit 

bis zur Operation ausgesprochen worden. Wenn die Beschwerdegegnerin 

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es wünsche, könne auch ein Zweitunfall gemeldet werden; an der 

Arbeitsunfähigkeit würde sich jedoch nichts ändern. Die Beschwerde-

gegnerin hielt gemäss E-Mail vom 12. Mai 2022 fest, es sei eine Unfall-

meldung einzureichen (Bg-act. 19). Sie wurde am 28. Mai 2022 indes 

nochmals gebeten, Bescheid zu geben, sollte sie doch noch eine neue 

Schadenmeldung benötigen (Bg-act. 19). Eine zusätzliche Meldung findet 

sich nicht in den Akten und die Beschwerdegegnerin hielt in ihrem 

Schreiben an den Beschwerdeführer vom 28. Juli 2022 fest: "Seit dem 

27. April 2022 sind Sie zu 100 % arbeitsunfähig" (Bg-act. 34). Der 

massgebende Zeitpunkt des Eintrittes der vollen Arbeitsunfähigkeit ist im 

zu beurteilenden Fall somit der 27. April 2022 und der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Taggelder entstand nach Ablauf der dreitägigen 

Wartefrist am 30. April 2022, somit noch während des Arbeitsverhältnisses 

mit der E._____ GmbH. Der nachträgliche Wegfall der Verdiensteinbusse 

des Beschwerdeführers begründet kein Erlöschen des Taggeldanspruchs 

(vgl. SCHMID, a.a.O., Art. 16 Rz. 18 und 25).

3.5.2. Es erhellt, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Beurteilung seiner 

für den Taggeldanspruch massgebenden Arbeitsunfähigkeit nicht arbeits-

los war, weshalb die einschlägige Rechtsprechung, wonach bei arbeits-

losen Versicherten keine Übergangsfrist anzusetzen ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_889/2014 vom 23. Februar 2015 E.4.3.2 mit Hinweis 

auf Urteil 8C_838/2012 vom 19. April 2013 E.4.2.2), im konkreten Fall 

eben gerade nicht zur Anwendung gelangt.

3.5.3. Der Versicherungsträger kann sich erst dann auf Art. 6 Satz 2 ATSG 

berufen, wenn er die versicherte Person zuvor zu einem Berufswechsel 

aufgefordert und ihm eine angemessene Übergangsfrist eingeräumt hat 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2021 vom 8. Februar 2022 E.5). 

Eine rechtsprechungsgemässe Anpassungsfrist von drei bis fünf Monaten 

sind im vorliegenden Fall nicht gewährt worden. Mit Schreiben vom 28. Juli 

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2022 (Bg-act. 38) hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 

zwar mitgeteilt, dass er in einer angepassten Tätigkeit per 9. August 2022 

vermittlungsfähig sei, forderte ihn aber bloss auf, sich an das zuständige 

RAV zu wenden. Die von der Beschwerdegegnerin implizit gewährte 

"Anpassungsfrist" (Einstellung der Taggelder per 9. August 2022) von 

knapp zwei Wochen kann auch nicht als angemessen erachtet werden. 

Eine Anpassungsfrist dient entgegen der Begründung der Beschwerde-

gegnerin nicht dazu, dass sich die versicherte Person bei der Arbeitslosen-

versicherung anmelden kann, sondern soll ihr ermöglichen, sich auf die 

neue berufliche Situation einzustellen, namentlich eine geeignete Arbeit 

zu suchen (vgl. BGE 114 V 281 E.5b; Urteil des Bundesgerichts 

8C_694/2014 vom 19. November 2014 E.5; EVG U 108/05 vom 

28. August 2006 E.2.3). Mit Verfügung vom 28. September 2022 (Bg-act. 

71) stellte die Beschwerdegegnerin rückwirkend fest, der Beschwerde-

führer werde in angepasster Tätigkeit per 9. August 2022 als voll 

arbeitsfähig erachtet und verwies ihn abermals ans RAV. Selbst wenn die 

Beschwerdegegnerin damit die Aufforderung verbunden hätte, einen 

Berufswechsel vorzunehmen und eine leidensangepasste Tätigkeit 

aufzunehmen, kann sie dies nicht mit der Verfügung, mit welcher die 

Taggeldleistungen eingestellt werden, vornehmen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_443/2016 vom 11. August 2016 E.2.1 und 

8C_173/2008 vom 20. August 2008 E.3.3). Auch wenn es dem 

Beschwerdeführer nach (späterer) Ansicht der Beschwerdegegnerin 

objektiv betrachtet spätestens ab 10. August 2022 möglich gewesen wäre, 

einer angepassten Tätigkeit nachzugehen, konnte von ihm – ohne 

Aufforderung und entsprechende Ansetzung einer angemessenen Frist 

von drei bis fünf Monaten – nicht erwartet werden, seine Arbeitsfähigkeit 

ab dem 10. August 2022 in einer angepassten Tätigkeit zu verwerten (vgl. 

BGE 141 V 625 E.4.4). Die Einstellung der Taggeldzahlungen per 

9. August 2022 ist somit zu Unrecht erfolgt.

- 19 -

3.5.4. Die Arbeitsfähigkeit in einer neuen beruflichen Tätigkeit ist nur und erst 

dann massgebend, wenn die für einen Berufswechsel erforderlichen 

Voraussetzungen erfüllt sind. Wie hiervor ausgeführt, ist eine lange Dauer 

ab sechs Monaten anzunehmen, was i.c. ab dem 27. Oktober 2022 der 

Fall wäre. In jenem Zeitpunkt muss auch klar sein, ob von einer weiteren 

Fortsetzung der medizinischen Behandlung noch eine wahrnehmbare 

Verbesserung zu erwarten ist, andernfalls der Taggeldanspruch ohnehin 

dahinfällt und ein Rentenanspruch nach Art. 19 Abs. 1 UVG zu prüfen ist 

(vgl. HÜRZELER, a.a.O., Art. 16 Rz. 15 mit Hinweisen). Eine Arbeits-

unfähigkeit von längerer Dauer, welche zur Aufnahme einer angepassten 

Tätigkeit verpflichtet, liegt nicht vor, sofern aufgrund der medizinischen 

Unterlagen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Prognose gestellt 

werden kann, dass die versicherte Person in ihrem angestammten Beruf 

wieder arbeitsfähig ist, und zwar in einer den Taggeldanspruch 

ausschliessenden Weise (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_702/2018 

vom 11. Juli 2019 E.3.1.2 mit Hinweis auf U 108/05 vom 28. August 2006 

E.4.1). Im Lichte dessen beschränkt sich der Anwendungsbereich von 

Art. 16 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 6 Satz 2 ATSG auf jene 

Konstellationen, in denen noch nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten ist (was den Fallab-

schluss zur Folge hätte; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2018 vom 

5. März 2019 E.4.4.1 mit Hinweis), aber auch nicht die Prognose gestellt 

werden kann, die versicherte Person werde mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf 

zurückgewinnen (was die Einstellung der Taggeldleistungen zur Folge 

hat).

3.5.5. I.c. steht fest, dass der Beschwerdeführer spätestens ab dem 

30. November 2022 (vgl. Arztzeugnis Dr. med. G._____ vom 

- 20 -

15. November 2022 [Bg-act. 74]) wieder in seiner Tätigkeit im 

Gastgewerbe voll arbeitstätig war. Ob es sich hierbei um die angestammte 

Tätigkeit handelt, kann offenbleiben. Der Versicherungsmediziner 

Dr. med. H._____ hat mit Beurteilung vom 8. September 2022 (Bg-act. 50) 

bezüglich der Frage, welche Tätigkeit dem Beschwerdeführer im 

Beurteilungszeitpunkt nicht zumutbar sei, folgendes ausgeführt: "Schwere 

körperliche Arbeiten in überwiegend stehender oder gehender Position, 

Arbeiten auf unebenem Untergrund, in kniender/hockender Position, auf 

Treppen, Leitern, Gerüsten. Restriktionen sind zunächst für 6 Monate 

postoperativ als begründet zu bewerten". M.a.W. würden diese 

Einschränkungen bis 25. Oktober 2022 andauern. Der Beschwerdeführer 

war aufgrund der medizinischen Unterlagen der behandelnden Ärzte auch 

nach dem 25. Oktober 2022 zu 100 Prozent arbeitsunfähig, was die 

Beschwerdegegnerin hätte veranlassen müssen, entweder den 

Fallabschluss oder die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem 

angestammten Beruf über den 9. August 2022 hinaus abzuklären, und 

zwar in einer den Taggeldanspruch ausschliessenden Weise nach dem 

Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. In diesem Sinne ist die 

Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht nachgekommen, was 

sie nachzuholen hat.

3.6. Zusammenfassend sind die Voraussetzungen von Art. 6 Satz 2 ATSG 

nicht erfüllt und der Beschwerdeführer hat den Anspruch auf Taggeld-

leistungen über den 9. August 2022 hinaus, sofern seine Arbeits-

unfähigkeit gemäss Art. 6 Satz 1 ATSG in der angestammten Tätigkeit in 

den nachzuholenden medizinischen Abklärungen für den Zeitraum bis zur 

teil- und schliesslich vollständigen Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit im 

Gastrobereich im November 2022 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt werden kann. Demgemäss ist die vorliegende Beschwerde im 

Sinne einer Rückweisung gutzuheissen sowie die Angelegenheit zur 

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Veranlassung weiterer medizinischer Abklärungen bezüglich der 

Beurteilung der Zumutbarkeit im bisherigen Beruf und zu erneutem 

Entscheid über ihre Leistungspflicht in Anwendung von Art. 16 UVG i.V.m. 

Art. 6 Satz 1 ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im 

Lichte der Rückweisung erübrigen sich die Eventualbegehren des 

Beschwerdeführers um Einholung eines externen medizinischen 

Gutachtens respektive eines Gerichtsgutachtens. Eine Rückweisung an 

die Beschwerdegegnerin ist geboten, wenn sie allein in der notwendigen 

Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist (vgl. 

BGE 137 V 210 E.4.4.1.4), was i.c. der Fall ist.

4.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen Versi-

cherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn 

dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die Sonderbestimmungen 

zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen keine generelle 

Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungsrechtliche Beschwerde-

verfahren über Leistungen in der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die 

Kostenauflage infolge – in casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder 

leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine 

ATSG). Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sind daher keine 

Kosten zu erheben.

4.2.1. Die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu erneuter 

Abklärung und neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) gilt praxis-

gemäss als vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei, 

unabhängig davon, ob sie beantragt und ob das entsprechende Begehren 

im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wurde (vgl. dazu BGE 141 V 281 

E.11.1, 137 V 210 E.7.1, 132 V 215 E.6.1; vgl. statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 8C_214/2022 vom 16. Februar 2023 E.5 mit Hinweisen). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der obsiegende, anwaltlich 

vertretene Beschwerdeführer somit Anspruch auf einen angemessenen 

- 22 -

Parteikostenersatz, welcher vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g 

ATSG). Im Übrigen bestimmt sich die Bemessung der Parteient-

schädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG nach dem kantonalen Recht 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_5/2022 vom 3. August 2022 E.5.1.1 

und 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.5.2). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. 

Art. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 

310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts 

festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend 

gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie 

(üblichen) Stundenansatz ausgeht. Ausgangspunkt ist die durch den 

Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote. Als üblich gilt gemäss Art. 3 

Abs. 1 HV ein Stundenansatz von CHF 210.00 bis CHF 270.00. Die Praxis 

des Verwaltungsgerichts (Praxisänderung vom 6. September 2017, vgl. 

dazu Urteile des Verwaltungsgerichts U 16 92 vom 25. Oktober 2017 

E.13b, S 17 15 vom 27. September 2017 E.7b und R 18 17 vom 

18. September 2019 E.9.2.1) geht gestützt auf die HV dahin, dass bei 

Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend gemachte Stunden-

ansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz von CHF 270.00 nicht 

überschreitet.

4.2.2. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht mit Honorarnote vom 

24. April 2023 Kosten von insgesamt CHF 7'372.21, bestehend aus einem 

Honorar von CHF 6'600.00 (22 h à CHF 300.00), Barauslagen von 

CHF 264.00 und 7.7 % MWST von CHF 508.21 geltend. Nach Art. 52 

Abs. 3 ATSG werden im Einspracheverfahren in der Regel keine Partei-

entschädigungen ausgerichtet, wovon vorliegend nicht abzuweichen ist. 

Damit ist der geltend gemachte Aufwand ab Erhalt der Einsprache am 

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23. Januar 2023 zu berücksichtigen, was zu einer entsprechenden 

Kürzung des Aufwands um 7.59 h und zu einem angemessenen Aufwand 

von 11.66 h (19.25 h abzüglich 7.59 h [vgl. Gerichtsakte E1]) plus 2.75 h 

(vgl. Gerichtsakte E2), entsprechend insgesamt 14.41 h führt. Bei einem 

praxisgemäss gekürzten Stundenansatz von CHF 270.00 hat die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer folglich mit insgesamt 

CHF 4'316.00 (14.41 h à CHF 270.00 [CHF 3'890.70], zuzüglich 3 % 

Spesen [CHF 116.72] sowie 7.7 % MWST [CHF 308.57]) ausser-

gerichtlich zu entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-

entscheid vom 19. Januar 2023 aufgehoben und die Angelegenheit zur 

weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid über die Taggeldleistungen an die B._____ AG zurück-

gewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die B._____ AG entschädigt A._____ aussergerichtlich mit CHF 4'316.00 

(inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]