# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a55ca7ae-86df-50aa-8325-d08040246de9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 05.04.2016 110 2015 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2015-130_2016-04-05.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2015/130 Bern, 5. April 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

Frau C.________
Beschwerdeführerin 3

Herrn D.________
Beschwerdeführer 4

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt E.________

und

F.________AG
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Fürsprecher G.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Emmental, Amthaus, Dorfstrasse 21, 3550 Langnau im 
Emmental

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lützelflüh, Gemeindeverwaltung, Kirchplatz 
1, 3432 Lützelflüh

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Emmental vom 28. August 2015 
(bbew 60/2015; Neubau von zwei Doppeleinfamilienhäusern)

RA Nr. 110/2015/130 2

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 27. März 2015 bei der Gemeinde Lützelflüh ein 

Baugesuch ein für den Neubau von zwei Doppeleinfamilienhäusern mit Autounterständen 

auf der Parzelle Lützelflüh Grundbuchblatt Nr. H.________. Die Parzelle liegt in der 

Wohnzone 2 (W2). Gegen das Bauvorhaben erhoben unter anderen die 

Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 28. August 2015 erteilte das 

Regierungsstatthalteramt Emmental die Baubewilligung.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 25. September 2015 Beschwerde 

bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen 

die Aufhebung des Gesamtentscheides vom 28. August 2015 und die Erteilung des 

Bauabschlages. Sie machen insbesondere geltend, die Bauparzelle liege in der Nähe der 

Pistolenschiessanlage Brandis. Gemäss Baureglement der Gemeinde Lützelflüh (GBR1) 

dürften Vorhaben auf der Bauparzelle erst bewilligt werden, wenn die Lärmemissionen aus 

der Pistolenschiessanlage mit baulichen oder anderen Massnahmen soweit begrenzt 

seien, dass auf der Parzelle die Grenzwerte der Empfindlichkeitsstufe II (ES II) gemäss 

Lärmschutzverordnung (LSV2) eingehalten werden könnten. Ein Bericht der I.________AG 

vom 27. Januar 2014 halte zwar fest, die Anforderungen der LSV an Neubauzonen seien 

bei der Bauparzelle erfüllt. Ein früher eingeholtes Lärm-Gutachten habe aber noch 

festgehalten, der Planungswert werde um 5 dB(A) überschritten. Da seither bei der 

Schiessanlage keine Massnahmen realisiert worden seien, sei es fraglich, wie das neuste 

Gutachten zum Schluss kommen könne, die Planungswerte seien nun eingehalten. Weiter 

sei zu wenig abgeklärt worden, wie sich die Bautätigkeit auf der Bauparzelle, die in der 

gelben Gefahrenzone liege und rutschgefährdet sei, auswirken werde. Schliesslich habe 

die Vorinstanz zu Unrecht keinen Umgebungsgestaltungsplan eingeholt. 

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. 

1 Baureglement der Gemeinde Lützelflüh vom 28. Oktober 2009, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung am 19. Februar 2010
2 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2015/130 3

Die Vorinstanz hält in ihrer Stellungnahme fest, die Überprüfung des Lärmgutachtens für 

die Freigabe der Bauparzelle zur Überbauung sei nicht Prüfungsgegenstand des 

Baubewilligungsverfahrens. Da sich die Bauparzelle nur in einem Gefahrengebiet mit 

geringer Gefährdung befinde, bestehe keine Pflicht, ein Naturgefahrengutachten 

einzuholen. Was den Anschluss an das Nachbargrundstück betreffe, werde dieser "normal" 

ausgeführt und entspreche der baurechtlichen Grundordnung. 

Die Gemeinde Lützelflüh beantragt die Abweisung der Beschwerde und führt aus, es 

bestehe kein Anlass, am Lärmgutachten der erfahrenen und renommierten I.________AG 

zu zweifeln. Den Befürchtungen der Beschwerdeführenden betreffend Auswirkungen auf 

die unterirdischen Wasserläufe und allfälligen Schäden bei ihrer Liegenschaft habe die 

Vorinstanz mit einer Rechtsverwahrung Rechnung getragen. Die Terraingestaltung sei in 

den Baugesuchsplänen dargestellt und das Grundstück der Beschwerdeführenden sei nur 

wenig von den Terrainanpassungen tangiert.

Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung 

der Baubewilligung. Sie macht insbesondere geltend, die Lärmgutachten hätten einen 

verschiedenen Hintergrund. Das eine habe die Auswirkungen von Lärmschutzwänden an 

der Lärmquelle geprüft, das andere die Lärmimmissionen auf den Baulandparzellen. Die 

Stabilität des Baugrundes und mögliche Beeinträchtigungen der bestehenden Quellen 

habe sie untersuchen lassen. Es seien keine besonderen Risiken festgestellt worden.

4. Das Rechtsamt edierte bei der Gemeinde Lützelflüh die von dieser eingeholten 

Lärmgutachten (Gutachten der J.________AG vom 2. Oktober 2009 und Gutachten der 

I.________AG vom 5. September 2013 und vom 27. Januar 2014). Nach Eingang der 

Berichte beauftragte das Rechtsamt die I.________AG, ergänzend zum Bericht vom 27. 

Januar 2014 Zusatzfragen zu beantworten. Anschliessend erhielten die 

Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zu Schlussbemerkungen. 

5. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

RA Nr. 110/2015/130 4

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG4. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG5 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer 

Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit 

Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, 

sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten.

2. Lärmimmissionen: Grundlagen

a) Die Bauparzelle befindet sich etwa 460 Meter nordöstlich der Pistolenanlage Brandis, 

die über eine 25-Meter und 50-Meter Schiessanlage verfügt. Laut Art. 29 Abs. 2 GBR 

dürfen Bauvorhaben auf dem Baugrundstück und auf zwei benachbarten Parzelle erst 

bewilligt werden, "wenn die Lärmemissionen aus der Pistolenanlage Brandis mit baulichen 

oder anderen Massnahmen soweit begrenzt sind, dass auf den fraglichen Parzellen die 

Grenzwerte der Empfindlichkeitsstufe II gemäss LSV eingehalten werden können". Art. 8 

Abs. 2 der Überbauungsvorschriften der UeO "Schützenweg Brandis" verlangt in diesem 

Zusammenhang, es sei bei beiden Schiessanlagen eine Lärmschutzwand zu realisieren. 

Diese Lärmschutzwände wurden bisher nicht erstellt. Es ist nun umstritten, ob der 

massgebende Grenzwert auf der Bauparzelle trotzdem eingehalten werden kann.  

4 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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b) Art. 29 Abs. 2 GBR verweist auf die Grenzwerte, die gemäss LSV für die ES II gelten. 

Die Vorschrift sagt aber nicht explizit, ob der bei Einzonungen geltende Planungswert oder  

der bei der Bewilligung von Bauten in lärmbelasteten Gebieten massgebende 

Immissionsgrenzwert (Art. 22 USG6) gemeint ist. Aus der Entstehungsgeschichte der 

Vorschrift ergibt sich jedoch zweifelsfrei, dass sie die Einhaltung des Planungswertes 

verlangt: 

Die Gemeinde Lützelflüh wollte anlässlich ihrer letzten Ortsplanungsrevision die 

Bauparzelle sowie zwei weitere Parzellen neu in die Bauzone bzw. Wohnzone einzonen. 

Neue Bauzonen für Wohngebäude oder andere Gebäude, die dem längeren Aufenthalt von 

Personen dienen, dürfen aber nur in Gebieten ausgeschieden werden, in denen die 

Lärmimmissionen den Planungswert nicht überschreiten oder in denen dieser Wert durch 

planerische, gestalterische oder bauliche Massnahmen eingehalten werden kann (Art. 24 

Abs. 1 USG und Art. 29 LSV). Da man im Genehmigungsverfahren zum Schluss kam, bei 

den einzuzonenden Parzellen werde aufgrund der Lärmimmissionen von der 

Pistolenschiessanlage Brandis der massgebende Planungswert überschritten, beschloss 

der Gemeinderat, planerische Massnahmen in der Überbauungsordnung "Schützenweg 

Brandis" vorzusehen. Um die Lärmsituation zu klären, gab die Gemeinde ein 

Lärmgutachten in Auftrag. Die J.________AG kam in ihrem Gutachten vom 2. Oktober 

2009 zum Schluss, mittels Lärmschutzwänden neben den beiden Schiessanlagen (25 m 

und 50 m) könne der Planungswert auch am exponiertesten Empfangsort der Einzonungen 

eingehalten werden. Nach einem längeren Verfahren genehmigte das Amt für Gemeinden 

und Raumordnung (AGR) einerseits eine Änderung der Überbauungsvorschriften der UeO 

"Schützenweg Brandis", gemäss der bei beiden Schiessanlagen  eine Lärmschutzwand zu 

realisieren ist, und andererseits die Einzonung sowie den neuen Art. 29 Abs. 2 GBR.7 Das 

AGR hielt dazu in der Genehmigungsverfügung fest, in der UeO seien planerischen 

Massnahmen vorgesehen, damit die Lärmvorbelastung einer Einzonung nicht mehr 

entgegenstehe. Zur abschliessenden Sicherstellung und zur Verhinderung der Erstellung 

von Bauten vor der Realisierung der notwendigen Massnahmen, sei Art. 29 Abs. 2 GBR ins 

Baureglement eingefügt worden. 

Mit diesem Vorgehen haben die Planungsbehörden die abschliessende Prüfung, ob auf 

den eingezonten Parzellen die Planungswerte eingehalten werden, vom 

6 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) 
7 Verfügungen des AGR vom 9. Oktober 2012 und vom 22. Januar 2013, Ziff. 3.6

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Planungsverfahren ins Baubewilligungsverfahren verschoben. Art. 29 Abs. 2 GBR 

bezweckt daher, die Einhaltung des massgebenden Planungswertes sicherzustellen. Das 

Bauvorhaben kann somit nur bewilligt werden, wenn die Lärmimmissionen auf der 

Bauparzelle den Planungswert nicht überschreiten.

c) Das Baugrundstück befindet sich in einer Wohnzone, für welche die 

Empfindlichkeitsstufe II gilt (Art. 43 Abs. 1 Bst. b LSV i.V.m. Art. 47 Abs. 1 GBR). Gemäss 

Anhang 7 zur LSV, der die Belastungsgrenzwerte für den Lärm ziviler Schiessanlagen 

festlegt, gilt für solche Zonen ein Planungswert von 55 dB(A). 

d) Gemäss Art. 38 Abs. 1 LSV werden die Lärmimmissionen als Beurteilungspegel Lr 

oder als Maximalpegel Lmax anhand von Berechnungen oder Messungen ermittelt. Bei 

Lärm von Schiessanlagen ist der Beurteilungspegel Lr massgebend. Der Beurteilungspegel 

Lr ist gemäss Ziff. 31 Anhang 7 zur LSV die energetische Summe der 

Teilbeurteilungspegel Lri der auf einer Anlage verwendeten Waffenkategorien. Der 

Teilbeurteilungspegel Lri wiederum ist die Summe des mittleren Einzelschusspegels Li 

einer Waffenkategorie und der Pegelkorrektur Ki, wobei der mittlere Einzelschusspegel Li 

das über die Schusszahlen gewichtete energetische Mittel der energetisch gemittelten 

Einzelschusspegel eines Waffen- bzw. Munitionstyps ist. Der energetisch gemittelte 

Einzelschusspegel ist anhand von Messungen mittels eines auf die Zeitkonstante FAST 

eingestellten Schallmessgeräts mit A-Bewertungsfilter zu ermitteln. Die Pegelkorrektur Ki 

wird anhand der Anzahl jährlicher Schiesshalbtage und der Anzahl jährlicher Schüsse pro 

Waffenkategorie berechnet (Ziff. 32 Anhang 7 LSV). Bei der Erhebung der Schiesshalbtage 

und der Anzahl Schüsse sind alle Schiessen zu berücksichtigen, die innerhalb von drei 

Jahren regelmässig stattfinden. Jedes Schiessen, das länger als zwei Stunden dauert, 

zählt als Schiesshalbtag. Dauert es zwei Stunden oder weniger lang, so zählt es als halber 

Schiesshalbtag (Ziff. 321 und Ziff. 322 Anhang 7 LSV). Zudem ist zwischen 

Schiesshalbtagen an Werktagen (Dw) und Schiesshalbtagen an Sonn- und allgemeinen 

Feiertagen (Ds) zu unterscheiden.

3. Lärmimmissionen: Beurteilung

a) Die I.________AG hat 2013 im Auftrag der Gemeinde Lützelfüh die durch die 

Pistolenschiessanlage verursachte Lärmbelastung auf den Parzellen Nrn. K.________, 

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L.________ und H.________ untersucht. Sie nahm am 28. November 2013 an vier 

Empfängerpunkten auf diesen Parzellen Messungen und anschliessend eine 

Lärmbeurteilung vor. Auf der Bauparzelle wurden an einem Empfängerpunkt Messungen 

durchgeführt (als Messpunkt 4 bezeichnet). In ihrem Bericht vom 27. Januar 2014 kam die 

I.________AG zum Schluss, der Planungswert von 55 dB(A) werde an allen vier 

Messpunkten eingehalten. Für den Messpunkt 4 auf der Bauparzelle kam sie zu folgenden 

Resultaten: Die auf Messungen basierenden Mittelwerte Li der Kategorie 

Grosskaliberpistolen betrugen nach ihren Angaben für die 25 m Anlage 74.3 dB(A) und für 

die 50 m Anlage 74.6 dB(A), was einen Mittelwert für beide Anlagen von 74.5 dB(A) ergibt. 

Die Immissionen der Kategorie Kleinkaliberpistolen wurden nicht gemessen, sondern die 

Annahme getroffen, sie seien im Mittel der meist verwendeten Waffen um 9 dB(A) leiser als 

jene der am häufigsten verwendeten Grosskaliberpistolen. Die I.________AG nahm daher 

an, der Mittelwert Li der Kategorie Kleinkaliberpistolen für beide Anlagen betrage 65.5 

dB(A). Als Pegelkorrektur Ki berechnete sie anhand der Schiesshalbtage und der Anzahl 

jährlicher Schüsse in den Jahren 2011 bis 2013 für die Grosskaliberpistolen einen Wert 

von - 20.7 und für die Kleinkaliberpistolen einen solchen von - 22.8. Gestützt darauf 

berechnete die I.________AG am Messpunkt 4 für die Waffenkategorie Grosskaliber einen 

(gerundeten) Teilbeurteilungspegel Lri von 54 dB(A) und für die Kategorie Kleinkaliber 

einen (gerundeten) Teilbeurteilungspegel Lri von 43 dB(A), woraus ein 

Gesamtbeurteilungspegel Lr von 54 dB(A) resultierte. 

b) Die Beurteilung der I.________AG vom 27. Januar 2014 beruht auf den 

Betriebsdaten (Schusszahlen und Schiesshalbtage) der Jahre 2011 - 2013 und ist nicht auf 

das hier umstrittene Bauvorhaben bezogen. Die I.________AG nahm eine allgemeine 

Beurteilung der Lärmbelastung der eingezonten Parzellen vor und hielt dazu fest, im 

Zeitpunkt der Einzonung (2013) sei der massgebende Planungswert eingehalten 

gewesen.8 Aufgrund des Wortlautes und der Entstehungsgeschichte der Spezialregelung in 

Art. 29 Abs. 2 GBR ist allerdings für die Beurteilung der Immissionen auf der Bauparzelle 

nicht der Zeitpunkt der Genehmigung der Einzonung massgebend, sondern die Beurteilung 

hat während des Baubewilligungsverfahrens im Hinblick auf das konkrete Bauvorhaben zu 

erfolgen. Der Lärmbeurteilung sind dabei die Betriebsdaten der letzten drei Jahre vor 

Einreichung des Baugesuches zu Grunde zu legen. Da das Baugesuch im März 2015 

eingereicht wurde, sind vorliegend die Betriebsdaten Jahre 2012 bis 2014 massgebend. 

8 Bericht vom 11. Januar 2016 Seite 2 in der Mitte

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Das Rechtsamt hat daher bei der I.________AG eine ergänzende Berechnung der Ki-

Werte eingeholt, die auf den Betriebsdaten 2012 - 2014 basiert. Die I.________AG 

beziffert in ihrem ergänzenden Bericht vom 11. Januar 2016 die durchschnittliche 

Pegelkorrektur für die Kategorie Grosskaliberpistolen für die Jahre 2012 bis 2014 auf - 19.7 

und jene für die Kategorie Kleinkaliberpistolen auf - 23.8. Mit diesen Pegelkorrekturen 

ergibt sich für die Waffenkategorie Grosskaliber ein (gerundeter) Teilbeurteilungspegel Lri 

von 55 dB(A) und für die Kategorie Kleinkaliber ein (gerundeter) Teilbeurteilungspegel Lri 

von 42 dB(A). Daraus resultiert ein Gesamtbeurteilungspegel Lr von 55 dB(A). Nach den 

Berechnungen der I.________AG wäre somit der Planungswert auch für den 

Beurteilungszeitraum 2012 bis 2014 eingehalten.

c) Aus ihren Berichten sowie den Schiesstagemeldungen für die Jahre 2012 - 2014 

ergibt sich allerdings, dass die von der I.________AG verwendeten Zahlen der 

Schiesshalbtage nicht vollständig mit den Daten der Schiesstagemeldungen 

übereinstimmen. Zudem hat die I.________AG bei ihren Berechnungen der 

Pegelkorrekturwerte jene Schiesshalbtage, an denen auf der Anlage sowohl mit Gross- als 

auch mit Kleinkaliber geschossen wurde, nur in der Berechnung der Pegelkorrektur für 

Grosskaliberpistolen berücksichtigt. Dies entspricht nicht den Vorgaben von Anhang 7 der 

LSV. Die Pegelkorrekturen sind getrennt nach Waffenkategorien zu berechnen und dabei 

sind alle Schiesshalbtage bzw. halben Schiesshalbtage zu berücksichtigen, an denen mit 

einer Waffenkategorie geschossen wurde. Wird an einem Schiesshalbtag mit mehreren 

Waffenkategorien geschossen, ist der Schiesshalbtag bei allen Waffenkategorien in die 

Berechnung der Pegelkorrektur einzubeziehen. Aufgrund der Gesetzmässigkeiten der 

Dezibeladdition9 ergeben sich zwar bei diesen unterschiedlichen Vorgehensweisen nur 

geringfügige Unterschiede bei den resultierenden Werten. In Fällen, in denen ein 

Beurteilungspegel sehr nahe beim massgebenden Grenzwert liegt, können sich die 

Methodenunterschiede aber in entscheidender Weise auswirken. Aus diesen Gründen hat 

die BVE eine eigene Berechnung der Pegelkorrekturwerte vorgenommen. Sie ging dabei 

von folgenden Zahlen aus:

Schiesshalbtage gemäss Schiesstagemeldungen 2012 - 2014 

Grosskaliber Kleinkaliber
 Dw < 2 Std. Dw > 2 Std. Dw < 2 Std. Dw > 2 Std.

9 Vgl. dazu beispielsweise Kurt Eggenschwiler / Jean Marc Wunderli, Lärmbekämpfung, Dübendorf, 2015, S. 41

RA Nr. 110/2015/130 9

2012 32 6 41 2

2013 31 6 42 3

2014 31 5 41 3

Anzahl Schüsse

Grosskaliber Kleinkaliber
2012 3'955 5'700

2013 7'501 8'300

2014 5'788 5'150

Gestützt auf diesen Zahlen beträgt der Pegelkorrekturwert für die Kategorie 

Grosskaliberpistolen - 19.5 und jener für die Kategorie Kleinkaliberpistolen - 18.9. 

Ausgehend von den von der I.________AG für den Messpunkt 4 genannten gemessenen 

Mittelwerten Li ergibt sich für die Kategorie Grosskaliberpistolen ein Teilbeurteilungspegel 

Lri von 55 dB(A) (74.5 dB(A) -19.5) und für die Kategorie Kleinkaliberpistolen ein 

Teilbeurteilungspegel Lri von 46.6 dB(A) (65.5 (dB(A) -18.9). Der Gesamtbeurteilungspegel 

Lr, das heisst die energetische Summe dieser Teilbeurteilungspegel, beträgt 55.6 dB(A). 

Allerdings sind die von der I.________AG genannten Mittelwerte Li nicht vollumfänglich 

nachvollziehbar: Aufgrund der im Bericht vom 27. Januar 2014 aufgelisteten gemessenen 

Einzelschusspegeln ergibt sich für die Kategorie Grosskaliberpistolen rechnerisch ein 

durchschnittlicher Mittelwert von 74.6 dB(A) und nicht ein solcher von 74.5 dB(A). Zieht 

man davon 9 dB(A) ab, ergibt sich für die Kategorie Kleinkaliberpistolen ein Mittelwert von 

65.6 dB(A). Mit den Pegelkorrekturwerten von 19.5 bzw. 18.9 führt dies zu 

Teilbeurteilungspegeln Lri von 55.1 dB(A) und 46.7 dB(A) sowie zu einem 

Gesamtbeurteilungspegel von 55.7 dB(A). Sowohl gestützt auf die von der I.________AG 

genannten Mittelwerte als auch gestützt auf die korrigierten Werte ergibt sich ein 

gerundeter10 Gesamtbeurteilungspegel von 56 dB(A), der über dem Planungswert von 55 

dB(A) liegt.

d) Der ermittelte Lärmbeurteilungspegel ist ein Mittelwert, der auf der Grundlage von 

unter variablen Bedingungen erhaltenen Messwerten berechnet wurde. Bei 

Lärmmessungen können sich "zufällige Fehler" ergeben, die auf zahlreichen Faktoren 

10 Zur Rundung von Resultaten bei der Ermittlung von Lärmpegeln: BGE 126 II 480 E. 6.d

RA Nr. 110/2015/130 10

beruhen (Wind, Druck etc.). Die "zufälligen Fehler" zeigen sich in der Streuung der 

Messwerte um den Mittelwert. Dafür wird häufig der Begriff "Standardabweichung" 

verwendet, um den Genauigkeitsgrad des Mittelwertes entsprechend dieser Streuung 

anzugeben. Angegeben wird dabei ein der Standardabweichung entsprechender 

symmetrischer Abstand auf beiden Seiten des Mittelwerts.11 Die I.________AG hat in ihrem 

Bericht vom 11. Januar 2016 angegeben, die Messunsicherheit liege bei +/- 2 dB(A). Eine 

solche Unsicherheitsspanne darf gemäss konstanter Praxis des Bundesgerichts nicht als 

Fehlerspielraum interpretiert werden, der eine Korrektur des Mittelwerts zur Folge hätte. 

Wenn ein Grenzwert 55 dB(A) beträgt und der Beurteilungspegel 55 dB(A) +/- 2 dB(A), ist 

der Grenzwert eingehalten; wenn der Beurteilungspegel dagegen wie hier 56 dB(A) +/- 2 

dB(A) beträgt, ist der Grenzwert überschritten.12 Die Erwähnung der Messunsicherheit in 

einem akustischen Bericht ist somit für die Beurteilung der Einhaltung eines Grenzwertes 

nicht entscheidend. Sie ermöglicht aber der zuständigen Behörde eine bessere Beurteilung 

der Bedeutung des Mittelwerts; sie hat gegebenenfalls zu prüfen, ob durch zusätzliche 

Messungen der Einfluss der Zufallsfaktoren zu beschränken bzw. die Beweiskraft des 

Resultats zu erhöhen ist.13

e) Da der basierend auf den auf der Bauparzelle erfolgten Messungen und den 

Betriebsdaten 2012 bis 2014 ermittelte Beurteilungspegel den Planungswert überschreitet, 

kann die von der Vorinstanz erteilte Baubewilligung nicht bestätigt werden. Allerdings liegt 

der ermittelte Beurteilungspegel nur knapp über dem Grenzwert. Zudem erfolgten die 

Messungen auf der Bauparzelle vor Einreichung des Baugesuches für das hier zu 

beurteilende Bauvorhaben und berücksichtigten dessen konkrete Ausgestaltung nicht. 

Heute wären projektbezogene Messungen möglich, da sich aufgrund der Baupläne die 

massgebenden Empfängerpunkte gemäss Art. 39 LSV bestimmen lassen. Die 2013 

durchgeführten Messungen erfolgten zudem nur an einem Tag und nur für die 

Waffenkategorie Grosskaliber. Für die Immissionen von Kleinkaliberpistolen traf die 

I.________AG die Annahme, sie seien im Durchschnitt circa 9 dB(A) leiser und setzte um 9 

dB(A) reduzierte Mittelwerte in ihrer Berechnung ein. Es handelt sich dabei nur um einen 

ungefähren, gerundeten Differenzwert, der allenfalls auch höher sein könnte und 

Auswirkungen auf das Gesamtresultat hätte. So hat beispielsweise die J.________AG in 

einer früheren Beurteilung eine Differenz von 9.7 dB(A) zwischen Klein- und Grosskaliber 

11 Kurt Eggenschwiler / Jean Marc Wunderli, a.a.O., S. 347 ff.
12 BGE 126 II 480 E. 6
13 BGE 126 II 480 E. 6c

RA Nr. 110/2015/130 11

verwendet. Solche Unterschiede mögen in vielen Fällen nicht relevant sein; vorliegend 

könnten sie sich aber auswirken. Der gestützt auf die Messungen von 2013 ermittelte 

Beurteilungspegel ist daher zu wenig aussagekräftig. Es sind zusätzliche Messungen 

notwendig, um ein aussagekräftigeres Resultat zu erhalten. Der Sachverhalt ist noch 

ungenügend abgeklärt. Es ist eine neue Lärmbeurteilung, basierend auf neuen 

projektbezogenen Messungen und den Betriebsdaten 2012 bis 2014, erforderlich. 

f) Die Vorinstanz hält dazu zwar grundsätzlich richtig fest, sie müsse Lärmgutachten, 

die als Grundlage für die Einzonung von Grundstücken dienten, im 

Baubewilligungsverfahren nicht mehr überprüfen oder weitere Abklärungen treffen. 

Vorliegend handelt es sich jedoch um einen Sonderfall: Die Planungsbehörden haben im 

Zeitpunkt der Einzonung nicht abschliessend geprüft, ob der massgebende Planungswert 

eingehalten ist, und diese Prüfung ins Baubewilligungsverfahren verschoben. Daher obliegt 

diese Prüfung hier den Baubewilligungsbehörden und die Bauherrschaft trägt ein gewisses 

Risiko, dass der Planungswert überschritten wird. Diesfalls würde es der Gemeinde 

obliegen, die in der UeO "Schützenweg Brandis" vorgesehenen Massnahmen bei der 

Schiessanlage durchzusetzen.

4. Gefahrengebiet

a) Die Beschwerdeführenden machen weiter geltend, das Baugrundstück befinde sich 

in der gelben Gefahrenzone und im Bereich von Hangmuren. Der Hang, an dem sich die 

Bauparzelle befinde, enthalte viel Wasser, das in Quellen unterhalb der Bauparzelle zu 

Tage trete. Es bestehe die Gefahr, dass durch die Bautätigkeit an den 

Nachbarliegenschaften Schäden durch Wasser entstehen könnten. Im Bericht zur Revision 

der Ortsplanung sei festgehalten, dass Rutschungen nicht ausgeschlossen seien und 

deshalb im Baubewilligungsverfahren ein hydrogeologisches Gutachten erstellt werden 

müsse. Ohne ein solches Gutachten dürfe das Bauvorhaben nicht bewilligt werden.

b) Das Baugesetz teilt die Gefahrengebiete in Gebiete mit erheblicher Gefahr (rote 

Gefahrengebiete), solche mit mittlerer Gefährdung (blaue Gefahrengebiete) und solche mit 

geringer Gefährdung (gelbe Gefahrengebiete) ein (Art. 6 Abs. 1 bis Abs. 3 BauG). Bei 

Bauvorhaben in roten und blauen Gefahrengebieten und bei besonders sensiblen 

Bauvorhaben in gelben Gefahrengebieten hat die Bauherrschaft nachzuweisen, dass die 

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nötigen Schutzmassnahmen getroffen werden (Art. 6 Abs. 5 BauG). Gemäss Zonenplan 

Gefahrenhinweise der Gemeinde Lützelflüh14 befindet sich das Baugrundstück teilweise in 

der gelben Gefahrenzone. In gelben Gefahrengebieten sind Bauten und Anlagen jeder Art 

grundsätzlich zulässig.15 Gemäss Art. 6 Abs. 3 BauG ist in solchen Gefahrengebieten nur 

bei besonders sensiblen Bauten wie beispielsweise Spitälern oder Kläranlagen 

sicherzustellen, dass Menschen und erhebliche Sachwerte nicht gefährdet sind. Vorliegend 

handelt es sich nicht um ein besonders sensibles Bauvorhaben. Für normale Objekte in 

Gebieten mit geringer Gefährdung (gelbes Gefahrengebiet) gelten keine öffentlich-

rechtlichen Einschränkungen. Hier sind Personen nicht gefährdet und Schäden können in 

der Regel mit einfachen Massnahmen vermieden werden. Diese Massnahmen sind der 

Eigenverantwortung der Bauherrschaft zu überlassen.16 Die Vorinstanz kam daher zu 

Recht zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin keine Sicherheitsmassnahmen 

nachzuweisen hat.

c) Die Beschwerdeführenden berufen sich im Zusammenhang mit den befürchteten 

Hangrutschen auf den Bericht zur Ortsplanung 2007/2009, der die Erstellung eines 

hydrogeologischen Gutachtens im Baubewilligungsverfahren fordere. Bei diesem Bericht 

handelt es sich um einen Planungsbericht im Sinne von Art. 47 RPV17 in Verbindung mit 

Art. 118 BauV18. Planungsberichte richten sich in erster Linie an die kantonale 

Genehmigungsbehörde und dienen zur Verständlichkeit und Erläuterung der Ortsplanung. 

Sie entfalten jedoch keine Rechtswirkung und begründen Privaten gegenüber weder 

Rechte noch Pflichten.19 Die Beschwerdegegnerin kann daher gestützt auf den Bericht zur 

Ortsplanung nicht verpflichtet werden, ein hydrogeologisches Gutachten einzureichen. Im 

Übrigen erwähnt der Bericht die Erstellung eines hydrogeologischen Gutachtens nicht im 

Zusammenhang mit allfälligen Hangrutschen, sondern wegen Quellen, die sich auf einer 

anderen Parzelle befinden. Zur Rutschgefahr auf der Bauparzelle hält der Bericht nur fest, 

Rutschungen seien aufgrund der Steilheit des Geländes nicht ausgeschlossen und diesem 

14 Zonenplan Gefahrenhinweise der Gemeinde Lützelflüh vom 27. November 2007 , genehmigt durch das Amt 
für Gemeinden und Raumordnung am 19. Februar 2010
15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 6 
N. 6
16 Amt für Gemeinden und Raumordnung, Berücksichtigung von Naturgefahren in der Ortsplanung, Arbeitshilfe 
für die Ortsplanung, 2009, S. 5
17 Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
18 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV, BSG 721.1)
19 Vgl. Amt für Gemeinden und Raumordnung, Bericht zu Planungen der Gemeinde, Arbeitshilfe für die 
Ortsplanung, 2000, S. 5

RA Nr. 110/2015/130 13

Umstand müsse beim Bauen Rechnung getragen werden. Der Bericht verweist damit auf 

die Eigenverantwortung der Bauherrschaft, bietet aber keine Grundlage, um von der 

Bauherrschaft im Baubewilligungsverfahren besondere Massnahmen oder Nachweise zu 

verlangen. Das Baurecht beschränkt sich darauf, die Bauherrschaft auf die Regeln der 

Baukunde zu verweisen (Art. 57 Abs. 1 BauV). Diese müssen eingehalten werden auch 

ohne dass dies ausdrücklich als Auflage in die Baubewilligung aufgenommen werden 

muss. Allfällige durch die Bautätigkeit verursachte Schäden auf Nachbargrundstücken sind 

auf zivilrechtlichem Weg geltend zu machen. Die Vorinstanz hat den entsprechenden 

Befürchtungen der Beschwerdeführenden im Bauentscheid mit einer Rechtsverwahrung 

Rechnung getragen.

Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin ein spezialisiertes Ingenieurunternehmen, die 

M.________AG beigezogen und die Stabilität des Baugrundes sowie die mögliche 

Beeinträchtigung der Quellfassungen auf dem Nachbargrundstück untersuchen lassen. Die 

M.________AG kam zum Schluss, eine Beeinträchtigung der Quellfassungen sei nicht zu 

erwarten; sie empfahl aber Massnahmen zur Hangsicherung und zur Beweissicherung 

hinsichtlich der Quellfassungen.20

d) Aus diesen Gründen musste die Vorinstanz weder aufgrund der Quellen noch wegen 

des Gefahrengebietes ein hydrogeologisches Gutachten oder Schutzmassnahmen im 

Sinne von Art. 6 Abs. 5 BauG fordern. Die Rügen der Beschwerdeführenden sind 

unbegründet. 

5. Gewässerschutz / Versickerung

a) Das Bauvorhaben umfasst unter anderem das Erstellen von Gebäuden, bei denen 

verschmutztes Abwasser anfällt, und eine Versickerungsanlage. Beides erfordert eine 

Gewässerschutzbewilligung (Art. 11 KGSchG21 und Art. 26 Abs. 1 Bst. a und c KGV22). 

b) Die Vorinstanz hat in ihrem Gesamtentscheid keine Gewässerschutzbewilligung 

erteilt. Sie verweist nur auf den Amtsbericht "Entwässerung" der Gemeinde und hält in 

20 Bericht der M.________AG vom 22. Juni 2015, Vorakten p. 74 ff.
21 Kantonales Gewässerschutzgesetz vom 11. November 1996 (KGSchG; BSG 821.0)
22 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1)

RA Nr. 110/2015/130 14

einer Auflage fest, die Versickerungsanlage müsse gemäss den Angaben des Büros 

M.________AG und mit einer Oberbodenpassage ausgeführt werden.23 Dieses Vorgehen 

ist nicht zulässig: Einerseits darf ohne die erforderliche Gewässerschutzbewilligung keine 

Baubewilligung erteilt werden. Andererseits muss vor Erteilung der 

Gewässerschutzbewilligung geprüft werden, ob deren Voraussetzungen erfüllt sind und die 

massgebenden Vorschriften eingehalten werden. Dabei muss insbesondere auch die 

Versickerungsanlage in gewässerschutzrechtlicher Hinsicht geprüft werden. Diese Prüfung 

ist nur möglich, wenn Detailangaben und Detailpläne zur Versickerungsanlage vorhanden 

sind. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Baugesuchspläne bezeichnen nur den Standort 

der Anlage und halten fest, es handle sich um eine unterirdische Versickerungsanlage. Die 

Vorinstanz und die Gemeinde haben denn auch keine konkrete Prüfung vorgenommen, 

sondern nur als Auflage festgehalten, die Versickerung müsse – anders als in den Plänen 

vorgesehen – oberirdisch erfolgen. Dies reicht nicht aus. Es ist eine 

gewässerschutzrechtliche Beurteilung gestützt auf eine von der Bauherrschaft vorgelegte 

Detailplanung der Versickerungsanlage vorzunehmen. Zudem ist zu beachten, dass die 

von der Gemeinde und der Vor-instanz geforderte Versickerung mit Oberbodenpassage 

ohne Änderungen des Bauvorhaben schwierig zu realisieren sein dürfte: Das 

Baugrundstück befindet sich gemäss Versickerungskarte in einer schlecht durchlässigen 

Zone (Versickerungszone gelb). Die Versickerung über eine Oberbodenpassage würde 

daher wahrscheinlich eine grosse Fläche in Anspruch nehmen. Zudem ist eine 

konzentrierte Versickerung laut der M.________AG einzig im südöstlichen Teil der 

Bauparzelle möglich.24 In diesem Teil der Parzelle ist aufgrund der vorgesehenen steilen 

Böschungen und einer Spiel- und Aufenthaltsfläche kaum Platz für eine grossflächige 

oberirdische Versickerung. Aus diesen Gründen ist die Versickerung auf der Bauparzelle 

sorgfältig zu planen und zu überprüfen, bevor eine Gewässerschutzbewilligung erteilt 

werden kann.

6. Umgebungsgestaltung

a) Die Gemeinde Lützelflüh forderte in ihrem Amtsbericht vom 7. Juli 2015, es sei ihr vor 

Baubeginn ein detaillierter Umgebungsgestaltungsplan, der die Anforderungen von Art. 4 

23 Vgl. Ziff. 4.1.5 des Gesamtentscheides und den Amtsbericht "Gewässerschutz" der Gemeinde vom 2. Juni 
2015 (Vorakten p. 119).
24 Bericht der M.________AG vom 22. Juni 2015, S. 2 (Vorakten p. 78)

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GBR erfülle, zur Genehmigung vorzulegen. Die Vorinstanz hielt dazu im angefochtenen 

Entscheid fest, die meisten der in Art. 4 GBR genannten Umgebungsmassnahmen wie 

Terrainveränderungen, Stützmauern, Böschungen und Höhenangaben seien bereits in den 

Baugesuchsplänen enthalten. Einzig die Terrainübergänge zu den Nachbargrundstücken 

auf der Ost- und Westseite ergäben sich aus den Plänen nicht klar. Die Vorinstanz forderte 

daher in einer Auflage, der Baupolizeibehörde der Gemeinde sei vor Inangriffnahme der 

Umgebungsarbeiten ein Umgebungsgestaltungsplan einzureichen, aus dem ersichtlich sei, 

wie die Terrainanschlüsse an die Nachbargrundstücke ausgeführt werden. Die 

Beschwerdeführenden kritisieren dieses Vorgehen und machen geltend, der 

Umgebungsgestaltungsplan müsse im Baubewilligungsverfahren eingereicht werden, damit 

sich die Nachbarn allenfalls zur Wehr setzen könnten. Zudem müsse gemäss Art. 7 GBR 

geprüft werden, ob der Übergang zu den Nachbargrundstücken harmonisch gestaltet 

werde.

b) Gemäss Art. 14 ist die Umgebung von Bauten und Anlagen so zu gestalten, dass 

sich eine gute Einordnung in die Landschaft und Siedlung ergibt und sie den Bedürfnissen 

der Benützer entspricht. Die Gemeinden können nähere Vorschriften über die 

Umgebungsgestaltung erlassen. Bestehen solche besonderen Vorschriften, ist im 

Baubewilligungsverfahren ein Umgebungsgestaltungsplan einzureichen (Art. 14 Abs. 1 Bst 

d BewD25). Die Gemeinde Lützelfüh hat von der Möglichkeit gemäss Art. 14 BauG 

Gebrauch gemacht und folgende Bestimmungen in ihr Baureglement aufgenommen:

Art. 4 GBR

"Sofern die Umgebung neu- oder umgestaltet wird, ist zusammen mit dem Baugesuch ein 

Umgebungsgestaltungsplan einzureichen (Art. 14 BauG, Art. 14 lit. d BewD). Der 

Umgebungsgestaltungsplan muss unter anderem aufzeigen:

a) Anordnung der notwenigen Parkplätze und deren Zufahrten sowie die zum Verständnis 

notwendigen Höhenangaben,

b) Terrainveränderungen, Terrainübergänge zu Nachbargrundstücken, Stützmauern, Böschungen, 

Höhenangaben, Art von Einfriedungen,

c) Belagsänderungen (Vorplätze, Parkplätze, Gehwege, usw.)."

Art. 7 GBR

"1 Bei der Erstellung von Wohn-, Gewerbe- oder Industriebauten ist die Baukommission befugt, eine 

angemessene Bepflanzung der zu überbauenden Parzellen zu verlangen.

25 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

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2 Abgrabungen und Aufschüttungen sind so zu gestalten, dass sie sich harmonisch in die 

herkömmliche Bebauungsstruktur und in das bestehende Gelände einfügen und ein guter Übergang 

zu den Nachbargrundstücken entsteht. Ganz besonders ist darauf zu achten, dass der Bezug der 

Gebäude Strassenraum nicht durch Aufschüttungen gestört wird.

3 Stützmauern, auf die aus topographischen Gründen nicht verzichtet werden kann, sind in Grund- 

und Aufriss zu gliedern (Staffeln, Versätze). Stützmauern mit einer Höhe von mehr als 1.50 m 

werden nur in begründeten Ausnahmefällen bewilligt (vgl. Anhang I)."

c) Da die Gemeinde Lützelflüh detaillierte Vorschriften zur Umgebungsgestaltung 

erlassen hat, ist für Bauvorhaben in ihrer Gemeinde grundsätzlich ein 

Umgebungsgestaltungsplan einzureichen. Darauf kann nur dann verzichtet werden, wenn 

die übrigen Pläne sämtliche der in den Artikeln 4 und 7 GBR genannten Details der 

Umgebungsgestaltung darstellen. Die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Pläne 

zeigen zwar einige Elemente der Umgebungsgestaltung. Es fehlen allerdings Angaben und 

Darstellungen zu den Terrainübergängen gegenüber den Nachbarparzellen Nr. 

N.________, O.________ und K.________. Diese Angaben sind vorliegend wichtig, da das 

Bauvorhaben mit grossen Terrainanpassungen verbunden ist und die Bewilligungsbehörde 

prüfen muss, ob ein guter Übergang zu den Nachbargrundstücken entsteht (Art. 7 Abs. 2 

GBR). Diese Prüfung darf nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, sondern 

hat im Baubewilligungsverfahren zu erfolgen. Die Vorinstanz hat daher zu Unrecht auf das 

Einholen eines Umgebungsgestaltungsplans verzichtet. 

7. Rückweisung

a) Nach Art. 72 Abs. 1 VRPG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache oder 

weist die Akten ausnahmsweise mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück. 

Mangelnde Entscheidreife einer Sache kann ein Grund für eine solche Rückweisung sein.26

b) Das umstrittene Bauvorhaben kann noch nicht abschliessend beurteilt werden: Es 

fehlt eine Detailplanung der Grundstückentwässerung bzw. Versickerungsanlage. Gestützt 

auf eine solche Detailplanung muss beurteilt werden, ob die Gewässerschutzbewilligung 

erteilt werden kann. Weiter fehlt ein detaillierter Umgebungsgestaltungsplan, gestützt auf 

den beurteilt werden muss, ob das Vorhaben die Anforderungen von Art. 7 GBR erfüllt, das 

26 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 3

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heisst, ob es sich harmonisch in die Bebauungsstruktur und in das bestehende Gelände 

einfügt und ob ein harmonischer Übergang zu den Nachbargrundstücken entsteht. Weiter 

ist eine neue Lärmbeurteilung basierend auf neuen, projektbezogenen Messungen 

vorzunehmen. Es ist nicht Aufgabe der BVE als Beschwerdeinstanz, in diesem Ausmass 

weitere Abklärungen vorzunehmen. Daher ist der Gesamtentscheid der Vorinstanz vom 

28. August 2015 aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

8. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere 

Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben 

werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'200.00 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV27). Als zusätzliche Gebühr 

kommen die Kosten für den Zusatzbericht der I.________AG vom 11. Januar 2016 von Fr. 

2'600.00 hinzu. Die Verfahrenskosten betragen gesamthaft Fr. 3'800.00 und werden der 

Beschwerdegegnerin auferlegt.

b) Die Beschwerdegegnerin hat zudem den Beschwerdeführenden die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Anwalt der Beschwerdeführenden macht ein 

Honorar von Fr. 3'500.00, Auslagen von Fr. 114.00 sowie Mehrwertsteuern von Fr. 289.10 

geltend. Dies gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegnerin hat den 

Beschwerdeführenden Parteikosten von Fr. 3'903.10 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Gesamtentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Emmental vom 28. August 2015 wird aufgehoben und 

27 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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die Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'800.00 werden der Beschwerdegegnerin zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführenden die Parteikosten im Betrag 

von Fr. 3'903.10 zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt E.________, eingeschrieben

- Herrn Fürsprecher G.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Emmental, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lützelflüh, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin