# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2f0ec4a-486f-5f6a-9ec3-b51ef2acac3a
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-02-20
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 20.02.2001 JAAC 66.57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_015_JAAC-66-57--_2001-02-20.pdf

## Full Text

JAAC 66.57

Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission
vom 20. Februar 2001 in Sachen X [SRK 1999-052];

dieser wurde durch Urteil des Bundesgerichts vom
13. Februar 2002 [2A.150/2001] bestätigt

Taxe sur la valeur ajoutée. Sponsoring de prestations de services
culturelles (art. 14 ch. 12 OTVA). Facturation (en cas de prestation
mixte). Base de calcul de l’impôt.

- Constitutionnalité de l’expression «fournies directement au public»
(consid. 3).

- En cas de sponsoring de manifestations culturelles ou d’un autre
type, il y a un échange de prestations relevant de la taxe sur la valeur
ajoutée lorsque la prestation en argent ou en nature du sponsor fait
l’objet d’une contrepartie fournie par la personne sponsorisée. Le
caractère imposable d’une activité ne dépend donc pas des termes
utilisés pour sa désignation (par ex. sponsoring), mais de l’existence
d’un échange de prestations au sens du droit de la taxe sur la valeur
ajoutée (consid. 5a/bb).

- La pratique administrative relative au sponsoring est justifiée en ce
qui concerne les dons offerts par des entreprises qui sont dirigées selon
des critères économiques et pour les personnes physiques sans relation
avec une activité commerciale ou professionnelle. Cette pratique
est en revanche contraire au droit s’agissant des dons en argent
provenant d’associations de soutien d’utilité publique, dont le but est
de subventionner certaines manifestations culturelles (consid. 5a/cc).

- Base de calcul de l’impôt en cas de sponsoring intégrant des éléments
de publicité (consid. 6a) et en cas de sponsoring en nature (consid. 6b).

- Facturation séparée lors de prestations mixtes (prestations culturelles
et prestations de l’hôtellerie et de la restauration). En application de
la jurisprudence du Tribunal fédéral, l’Administration fédérale des

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contributions peut, en cas d’absence de facturation séparée, taxer la
totalité du prix du billet lorsque la composante relative aux prestations
de l’hôtellerie et de la restauration est supérieure à 10% de l’ensemble
de la prestation (consid. 6c).

Mehrwertsteuer. Sponsoring von kulturellen Dienstleistungen
(Art. 14 Ziff. 12 MWSTV). Fakturierung (bei gemischter Leistung).
Bemessungsgrundlage.

- Verfassungsmässigkeit des Passus «dem Publikum unmittelbar
erbracht» (E. 3).

- Werden kulturelle oder andere Veranstaltungen gesponsert, liegt
ein mehrwertsteuerlicher Leistungsaustausch vor, wenn der Geld-
oder Sachleistung des Sponsors eine Leistung des Gesponserten
gegenübersteht. Bei der Frage nach der Steuerbarkeit einer Aktivität
kommt es daher nicht auf deren Begriffsbezeichnung (z. B. Sponsoring)
an, sondern darauf, ob ein Leistungsaustausch im Sinne des
Mehrwertsteuerrechts gegeben ist (E. 5a/bb).

- Die Verwaltungspraxis zum Sponsoring ist rechtens bezüglich
Zuwendungen von Unternehmen, die nach wirtschaftlichen Kriterien
geführt sind und bezüglich natürlichen Personen ohne Hinweis auf eine
Geschäfts- oder Gewerbetätigkeit. Rechtswidrig ist die Praxis jedoch
betreffend Geldzuwendungen von gemeinnützigen Fördervereinigungen,
deren Zwecksetzung darin besteht, bestimmte Kulturveranstaltungen
zu unterstützen (E. 5a/cc).

- Bemessungsgrundlage beim Sponsoring mit integrierter Werbung
(E. 6a) und bei Naturalsponsoring (E. 6b).

- Separate Fakturierung bei gemischten Leistungen (kulturelle
und gastgewerbliche). In Anwendung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung darf die Eidgenössische Steuerverwaltung bei
Unterlassung der separaten Fakturierung den ganzen Billetpreis
veranschlagen, wenn die steuerbare gastgewerbliche Komponente 10%
der ganzen Leistung übersteigt (E. 6c).

Imposta sul valore aggiunto. Sponsorizzazione di prestazioni di servizi
culturali (art. 14 n. 12 OIVA). Fatturazione (in caso di prestazione
mista). Base di calcolo dell’imposta.

- Costituzionalità dell’espressione «fornite direttamente al pubblico»
(consid. 3).

- In caso di sponsorizzazione di manifestazioni culturali o di altro
genere, vi è uno scambio di prestazioni rilevante per l’imposta sul
valore aggiunto se la prestazione in denaro o in natura dello sponsor
genera una controprestazione da parte della persona sponsorizzata.
Per la questione dell’imponibilità di un’attività non è quindi decisivo il

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termine utilizzato per definire quest’ultima (ad es. sponsoring), bensì
l’esistenza di uno scambio di prestazioni ai sensi del diritto dell’imposta
sul valore aggiunto (consid. 5a/bb).

- La prassi amministrativa concernente la sponsorizzazione è
giustificata per quanto riguarda i doni offerti da imprese dirette
secondo criteri economici e per le persone fisiche senza relazione con
una attività commerciale o professionale. La prassi è invece illegale
per quanto riguarda i doni in denaro provenienti da associazioni di
sostegno di utilità pubblica, il cui scopo è di sovvenzionare determinate
manifestazioni culturali (consid. 5a/cc).

- Base di calcolo per la sponsorizzazione che integra elementi
pubblicitari (consid. 6a) e per la sponsorizzazione in natura
(consid. 6b).

- Fatturazione separata in caso di prestazioni miste (prestazioni
culturali e prestazioni alberghiere e di ristorazione). In applicazione
della giurisprudenza del Tribunale federale, l’Amministrazione
federale delle contribuzioni può, in caso di assenza di una fatturazione
separata, tassare la totalità del prezzo del biglietto se la componente
relativa alle prestazioni alberghiere e di ristorazione supera il 10%
della prestazione complessiva (consid. 6c).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. X wurde als Stiftung im Sinne von Art. 80 ff. des Schweizerischen
Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) errichtet. Zweck
von X ist es, auf ausschliesslich gemeinnütziger Grundlage junge begabteste
Musiker aus der ganzen Welt zu fördern und sie zum gemeinsamen
Musizieren auf einem hohen internationalen Niveau nach Y zu holen,
Werke der klassischen und modernen Musik, besonders Kammermusik,
einem breiten internationalen Publikum bekannt zu machen sowie einem
interessierten Laienpublikum den Zugang zur klassischen Musik zu eröffnen.
Zur Erreichung dieses Zweckes kann X selber, oder in Zusammenarbeit mit
anderen Organisatoren und Institutionen, Musikfestivals in Y organisieren,
d. h. Konzerte, Einführungsveranstaltungen und Rahmenprogramme
sowie weitere Anlässe, die dem Stiftungszweck dienen. X kann auch
Kompositionsaufträge erteilen. Das Stiftungsvermögen wird geäufnet
durch Zuwendungen des «Vereins X», freiwillige Zuwendungen Dritter,
Sponsorenbeiträge, Erträge aus der Erhebung von Eintrittsgeldern,
Schutzgebühren, Übertragungshonoraren sowie aus weiteren Tätigkeiten
von X und den Erträgnissen des Stiftungsvermögens. X organisiert jeweils
im Sommer ein internationales Musikfestival. X ist seit dem 1. Januar 1995
im von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) geführten Register für
Mehrwertsteuerpflichtige eingetragen.

B.Mit Schreiben vom 30. März 1995 an die ESTV stellte X den
Feststellungsantrag, dass sie der Mehrwertsteuerpflicht grundsätzlich nicht
unterliegt. Eventualiter sei festzustellen, dass ihre mehrwertsteuerpflichtigen

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Umsätze im Jahre 1994 unter Fr. 75’000.- lagen und dementsprechend nicht
mehrwertsteuerpflichtig waren. Subeventualiter sei ihr jedenfalls für das
laufende Geschäftsjahr die Mehrwertsteuer zu erlassen.

C.Mit Entscheid vom 14. Juni 1995 wies die ESTV den Antrag auf
grundsätzliche Ausnahme von der Steuerpflicht von X ab. Im Weiteren traf sie
verschiedene Feststellungen.

Am 15. August 1995 erhob X dagegen Einsprache mit dem Begehren, es sei
festzustellen, dass Erträge von der Art, wie sie in der Betriebsrechnung
1993/94 unter der Rubrik «Sponsoren» aufgeführt sind, nicht unter die
Mehrwertsteuerpflicht fallen.

D.Mit Einspracheentscheid vom 22. März 1999 hiess die ESTV die Einsprache
teilweise gut und traf wiederum diverse Feststellungen.

E. Am 30. April 1999 reichte X gegen den Einspracheentscheid der ESTV
Beschwerde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK)
ein und beantragte imWesentlichen, dass sie für die zur Erreichung des
Stiftungszweckes bei Dritten gesammelten Beträge der Mehrwertsteuer nicht
unterliege. Eventuell sei festzustellen, dass sie für bestimmte Spenden und
Geschenke nicht mehrwertsteuerpflichtig sei.

Aus den Erwägungen:

1.a.-2.d. (…)

3.a. Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; Art. 8 Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen [UeB] der bis zum 31. Dezember 1999 in Kraft
befindlichen Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 29. Mai 1874 [aBV], BS 1 3) beauftragt den Bundesrat, die
Ausführungsbestimmungen zur Mehrwertsteuer zu erlassen, die bis zum
Inkrafttreten der Bundesgesetzgebung gelten. Lieferungen von Gegenständen
und Dienstleistungen unterliegen nur dann der Steuer, wenn sie gegen Entgelt
ausgeführt werden («einschliesslich Eigenverbrauch»; Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1
Bst. a Ziff. 1 BV, Art. 8 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 UeB aBV). Kulturelle Leistungen sind
ohne Anspruch auf Vorsteuerabzug steuerbefreit (Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 Bst. b
Ziff. 5 BV; Art. 8 Abs. 2 Bst. b Ziff. 5 UeB aBV).

b. Der Bundesrat hat diese Vorgaben der Stufe Verfassung wie folgt
umgesetzt: Der Steuer unterliegen gegen Entgelt erbrachte Lieferungen
und Dienstleistungen (Art. 4 Bst. a und b der Verordnung vom 22. Juni 1994
über die Mehrwertsteuer [MWSTV], AS 1994 1464). Von der Steuer sind
ausgenommen die Umsätze, die nicht-gewinnstrebige Einrichtungen mit
u. a. kultureller Zielsetzung ihren Mitgliedern gegen einen statutarisch
festgesetzten Beitrag erbringen (Art. 14 Ziff. 11 MWSTV); ferner die dem
Publikum unmittelbar erbrachten kulturellen Dienstleistungen der in
Art. 14 Ziff. 12 MWSTV aufgeführten Arten, sofern dafür ein besonderes
Entgelt verlangt wird; schliesslich auch kulturelle Dienstleistungen der
Schriftsteller und Komponisten sowie die Dienstleistungen von deren
Verwertungsgesellschaften (Art. 14 Ziff. 13 MWSTV).

c. Wie für jede andere Aktivität setzt die Steuerbarkeit von Sponsoring
also voraus, dass es im mehrwertsteuerlichen Leistungsaustausch
erfolgt. Dem Sponsor muss für seine Zuwendung ein direkter

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verbrauchsfähiger Nutzen durch den Gesponserten zufliessen. Besteht kein
Leistungsaustauschverhältnis zwischen Begünstigtem und Sponsor, ist die
Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich
der Mehrwertsteuerverordnung.

d. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist nicht zu beanstanden,
dass das geltende Recht die Steuerbefreiung auf kulturelle Dienstleistungen
beschränkt, die dem Publikum unmittelbar erbracht werden. Sinn und
Zweck der Befreiungsvorschrift besteht in der Begünstigung des Bezugs
von kulturellen Leistungen aus kulturpolitischen Gründen. Bereits aus
dem - auf Verfassungsstufe vorgegebenen - Wesen der Steuerbefreiung
ohne Berechtigung zum Vorsteuerabzug geht hervor, dass einzig durch
die Nichtbelastung der letzten Umsatzstufe insgesamt eine geringere
Steuerbelastung für den Endverbraucher bewirkt werden soll. Insofern
ist zutreffend, nur die dem Publikum unmittelbar erbrachten kulturellen
Dienstleistungen zu befreien, und nicht etwa auch gewisse Vorleistungen
(vgl. zu dieser Problematik auch den Entscheid der SRK vom 28. Oktober
1997 i.S. H., E. 4b, in MWST-Journal 1/98, S. 24, geschützt durch das Archiv
für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 69 S. 344 ff. E. 6d/aa; Entscheid des
Bundesgerichts vom 3. März 1999 i.S. K. AG, E. 6a).

Im Übrigen lässt die bundesgerichtliche Rechtsprechung keine Gelegenheit aus,
dem Bundesrat regelmässig den gleichen politischen Entscheidungsspielraum
zuzugestehen wie dem ordentlichen Gesetzgeber (statt vieler: BGE 125 II
331, BGE 123 II 298 f.). Der Richter hat nicht sein Ermessen an die Stelle
des Bundesrates zu setzen. Er beschränkt sich vielmehr auf die Prüfung
der Verfassungsmässigkeit der in Frage stehenden Regelung. In Auslegung
der Verfassungsnorm, dergemäss kulturelle Leistungen ohne Anspruch
auf Vorsteuerabzug steuerbefreit sind (E. a hievor), hat der Bundesrat mit
der Wendung «dem Publikum unmittelbar erbrachte» in Art. 14 Ziff. 12
MWSTV kein übergeordnetes Recht verletzt. Vorab beachtet sie den von der
Verfassung vorgegebenen Grundsatz der Allgemeinheit der Mehrwertsteuer
sowie die daraus abgeleitete restriktive Handhabung und Auslegung der
Befreiungsvorschriften. Sodann werden keine aus der Verfassung abgeleiteten
übergeordneten Grundsätze verletzt. Zudem beachtet die fragliche Regelung
das Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV, Art. 4 aBV), da alle vergleichbaren
Leistungen von vergleichbaren Leistungserbringern gleich behandelt
werden. Sie hält schliesslich vor Art. 27 BV (Art. 31 aBV) stand, da die
Beschwerdeführerin gleich behandelt wird wie ihre direkten Konkurrenten im
Sinne der Rechtsprechung.

Zusammenfassend gesagt, ist es nicht unzulässig, wenn die Verordnung
die Steuerbefreiung auf jene Leistungen beschränkt, die direkt und
unmittelbar dem Publikum erbracht werden, und nicht auf jede erdenkliche
Art von Aktivitäten im Bereich des Kulturschaffens, namentlich auf das
«Auftreiben der nötigen Finanzmittel» via Sponsoring, ausweitet, wie die
Beschwerdeführerin dafürhält.

4.a. Gemäss Art. 17 Abs. 1 MWSTV ist steuerpflichtig, wer eine mit der
Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit
selbständig ausübt, sofern seine mehrwertsteuerrechtlichen Leistungen
im Inland jährlich Fr. 75’000.- übersteigen. Gewerbliche Tätigkeit setzt
voraus, dass Einnahmen erzielt werden. Gewinnstrebigkeit ist jedoch

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_II_331&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_II_331&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_123_II_298&resolve=1

nicht erforderlich (Ernst Höhn/Robert Waldburger, Steuerrecht, Band
I, Bern/Stuttgart/Wien 1997, § 24 Rz. 16; Stephan Kuhn/Peter Spinnler,
Mehrwertsteuer, Muri/Bern 1994, S. 72).

Unter gewissen Umständen können Leistungserbringer von der subjektiven
Steuerpflicht ausgenommen werden (s. Art. 19 MWSTV). Bei der
Befreiungsvorschrift von Art. 14 MWSTV namentlich deren Ziff. 12, handelt
es sich demgegenüber nicht um eine subjektive Steuerbefreiung, sondern
es werden lediglich gewisse Tätigkeiten (objektiv) befreit. Jemand, der
vorwiegend kulturelle Leistungen erbringt im Sinne von Art. 14 Ziff. 12
MWSTV, ist demnach nicht automatisch für alle seine Tätigkeiten von
der Steuer befreit. Zu prüfen ist jeweils, ob er aus andern Gründen die
Voraussetzungen von Art. 17 MWSTV erfüllt.

b. Die Beschwerdeführerin bringt mehrfach vor, sie sei gemeinnützig, nicht
gewinnorientiert und deshalb steuerbefreit. Eine subjektive Steuerbefreiung
wegen Gemeinnützigkeit sieht das geltende Recht jedoch nicht vor (E. a hievor).
Aber auch Art. 14 Ziff. 12 MWSTV knüpft nicht an ein Tatbestandsmerkmal
«Gemeinnützigkeit» an. Die Beschwerdeführerin behauptet ferner, mit ihrer
Tätigkeit wolle sie keine Einnahmen erzielen. Das ist falsch. Laut Art. 4 der
Stiftungsurkunde nimmt sie zur Erreichung ihres Zweckes Zuwendungen
des «Vereins X», freiwillige Zuwendungen Dritter, Sponsorenbeiträge,
Erträge aus der Erhebung von Eintrittsgeldern, aus Schutzgebühren, aus
Übertragungshonoraren sowie aus weiteren Tätigkeiten der Stiftung entgegen.
Die Beschwerdeführerin macht auch verschiedentlich geltend, als Stiftung sei
sie eine von der Steuer ausgenommene nicht gewinnstrebige Einrichtung
mit kultureller Zielsetzung nach Art. 14 Ziff. 11 MWSTV. Auch diesem
Argument ist entgegenzuhalten, dass Art. 14 Ziff. 11 MWSTV keine subjektive
Steuerbefreiung normiert, sondern lediglich gewisse Leistungen befreit (E. a
hievor). Im Übrigen kann die Beschwerdeführerin ohnehin nichts aus dieser
Bestimmung für sich ableiten, da es dort - anders als beim vorliegend zu
beurteilenden Sponsoring - um Leistungen geht, die an (Vereins-)Mitglieder
erbracht werden.

5.a.aa. Nach Verwaltungspraxis unterliegen Werbe- und
Bekanntmachungsleistungen für Sponsoren der Steuer (Wegleitung
1997 für Mehrwertsteuerpflichtige[133], Rz. 261; Branchenbroschüre
Karitative Organisationen, Juli 1995, S. 17). Eine Gegenleistung liege
bereits vor, wenn der Sponsor oder Spender vom Empfänger in einem
Mitteilungsblatt oder Klubheft, in Programmen, aber auch in Form von
Lautsprecherdurchsagen unter Hinweis auf seine berufliche, gewerbliche,
unternehmerische oder andere Tätigkeit namentlich genannt wird
(Wegleitung, Rz. 432i). Die Erwähnung von Privatpersonen ohne jeglichen
Hinweis auf eine geschäftliche Tätigkeit stelle keine Werbeleistung
dar und sei nicht steuerbar (Branchenbroschüre Sport, Juli 1995, S. 36;
Branchenbroschüre Karitative Organisationen, S. 17). Keine Gegenleistung
des Zuwendungsempfängers werde angenommen bei der ein- oder
mehrmaligen Nennung im offiziellen Berichtsteil eines Jahres- und/oder
Rechenschaftsberichtes. Bemessungsgrundlage der Steuer bilde der gesamte
Sponsorbetrag. Bestehe das Sponsoring in der Zuwendung von Naturalien, sei
Steuerbemessungsgrundlage der Preis, der einem unabhängigen Dritten der
gleichen Abnehmerkategorie für die Lieferung der Naturalien in Rechnung
gestellt würde (Wegleitung, Rz. 432l; Branchenbroschüre Sport, S. 24).

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Die ein- oder mehrmalige Nennung von Privatpersonen mit
Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnung, von juristischen Personen,
Personengesellschaften, Personengesamtheiten ohne Rechtspersönlichkeit
und von Anstalten des privaten Rechts (Verein, Stiftung, Genossenschaft,
AG, Kommanditaktiengesellschaft, GmbH, Kommanditgesellschaft,
Kollektivgesellschaft, einfache Gesellschaft, Verband usw.) in anderen
Publikationen als Geschäfts- oder Rechenschaftsberichten stelle daher eine
Werbe- oder imagefördernde Bekanntmachungsleistung dar, so dass der
entsprechende Sponsorenbeitrag der Steuer unterliege.

bb. Werden kulturelle oder andere Veranstaltungen gesponsert, liegt
ein mehrwertsteuerlicher Leistungsaustausch vor, wenn der Geld- oder
Sachleistung des Sponsors eine Leistung des Gesponserten gegenübersteht.
Bei der Frage nach der Steuerbarkeit einer Aktivität kommt es daher nicht
auf deren Begriffsbezeichnung (z. B. Sponsoring) an, sondern darauf, ob ein
Leistungsaustausch im Sinne des Mehrwertsteuerrechts gegeben ist. Mit dieser
Einschränkung ist den nachfolgenden Ausführungen der ESTV durchaus zu
folgen:

Wird das Sponsoring einer mehr oder weniger breiten Öffentlichkeit bekannt
gemacht, steht der Zuwendung eine Werbe- und/oder imagefördernde
Leistung durch den Gesponserten an den Sponsor gegenüber. Der Beitrag an
eine kulturelle Veranstaltung fördert unter Umständen den Bekanntheitsgrad,
die Anerkennung, das Ansehen oder das gute Image des Sponsors. Bei diesem
mehrwertsteuerlichen Leistungsaustauschverhältnis steht also der Werbe-
oder imagefördernden Bekanntmachungsleistung durch den Gesponserten ein
Entgelt in Form der Zuwendung durch den Sponsor gegenüber. Alles, was der
Sponsor aufwendet, um diese Leistung des Gesponserten zu erhalten, bildet
Bestandteil der Bemessungsgrundlage (Art. 26 Abs. 2 MWSTV).

cc. Aufgrund dieser Kriterien ist die Verwaltungspraxis rechtens, dergemäss
die Zuwendungen der in den beschwerdeführerischen Festivalprogrammen
als Sponsoren aufgelisteten, nach wirtschaftlichen Kriterien geführten
Unternehmungen mehrwertsteuerlich zu veranschlagen sind. Durch
das Sponsoring erhoffen sich diese Firmen eine Verbesserung ihrer
Marktposition, zumindest eine positive Wirkung auf ihre «Public Relations».
Das Engagement für die Kulturveranstaltung soll sich günstig auf das
Unternehmensimage auswirken. Der Unterstützung liegt eine geschäfts-,
gewinn- und umsatzorientierte Motivation zugrunde. Der Sponsor erhofft
sich einen wirtschaftlichen Nutzen von der Leistung des Gesponserten.
In der Bekanntmachung des Sponsors gegenüber dem Publikum besteht
die mehrwertsteuerliche Leistung des Gesponserten (entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin macht es keinen Unterschied, ob diese
Bekanntmachungsleistung nun Kommunikations- oder Informationsleistung
zu nennen ist). Die Imageförderung für den nach wirtschaftlichen Kriterien
geführten Betrieb steht im Vordergrund, auch wenn eine untergeordnete,
uneigennützige Spendenabsicht des Sponsors nicht immer auszuschliessen ist.
Insoweit ist die Praxis der ESTV zum Sponsoring nicht zu beanstanden.

Ebenfalls durchaus gerechtfertigt ist, wenn die ESTV in der namentlichen
Nennung einer natürlichen Person (ohne Hinweis auf Geschäfts- oder
Gewerbetätigkeit) in der Programmzeitschrift der Beschwerdeführerin
noch keine steuerbare Leistung erblickt. Unter diesen Umständen geht

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sie zu Recht davon aus, dass die Privatperson ihren Beitrag aufgrund
eines persönlichen Bezugs zur kulturellen Veranstaltung, um der Sache
willen, mäzenatisch leistet. Sie erhofft sich nicht in erster Linie eine
Imageförderung oder gar einen wirtschaftlichen Vorteil. Sie will mit ihrem
Beitrag vielmehr das Kulturschaffen fördern und die Konzertveranstaltung
überhaupt ermöglichen. Insofern erwartet sie keine Leistung durch die
Beschwerdeführerin. Es kann unter diesen Umständen auch nicht gesagt
werden, die Beschwerdeführerin erbringe - einzig durch die Namensnennung
der Privatperson - eine imagefördernde Bekanntmachungsleistung im Sinne
der voranstehenden Erwägungen. In diesen Fällen handelt es sich um eine
Spende, bei der der Zuwender keine mehrwertsteuerliche Leistung erhält, ein
mehrwertsteuerlicher Leistungsaustausch mithin fehlt (vgl. Entscheid des
Bundesgerichts vom 25. August 2000 i.S. S., E. 8a).

Entgegen der Auffassung der Verwaltung verhält es sich gleich im Falle
etwa von gemeinnützigen Fördervereinigungen, deren Zwecksetzung
darin besteht, Kulturveranstaltungen wie jene der Beschwerdeführerin zu
unterstützen. Ihr Engagement ist nicht in erster Linie durch Werbung oder
Imageförderung, schon gar nicht in der Hoffnung eines wirtschaftlichen
Nutzens, motiviert. Es besteht vielmehr in einer uneigennützigen Förderung
und Unterstützung der kulturellen Veranstaltung. Die Fördervereinigung
leistet ihren Beitrag, um die kulturellen Veranstaltungen des Empfängers
oft überhaupt erst zu ermöglichen. Der Unterstützungsgedanke und
damit der Spendencharakter steht im Vordergrund. Auch wenn eine
gewisse Imagepflege der Fördervereinigung durch die Natur der Sache
(sie unterstützt!) nicht auszuschliessen ist, erweist sich dieser Aspekt
gegenüber dem Spendencharakter der Zuwendung als klar untergeordnet.
Die Imagepflege besteht wohl zu einem grossen Teil lediglich darin, dass die
Vereinigung gegen aussen hin manifestiert, sie verwende die ihr durch die
Mitglieder oder Stifter zur Verfügung gestellten Mittel auch tatsächlich gemäss
ihrer Zwecksetzung. Die gemeinnützige Fördervereinigung erwartet keine
Gegenleistung von der Beschwerdeführerin. Unter diesen Umständen erbringt
die Beschwerdeführerin nur durch die Nennung der Fördervereinigung im
Programmheft - nicht anders als bei der Privatperson - keine steuerbare
Leistung. Wohl auch von solchen oder ähnlichen Überlegungen hat sich
die ESTV leiten lassen, wenn sie nach Inkrafttreten des neuen Rechts
Zahlungen von gemeinnützigen Fördervereinen, die von den direkten
Bundessteuern befreit sind, als Spenden behandelt (vgl. Wegleitung
2001 zur Mehrwertsteuer[134], Rz. 418). Insoweit ist der angefochtene
Einspracheentscheid zu korrigieren.

b. Betreffend Steuerbarkeit der noch strittigen Zahlungen von im
Festivalprogramm aufgeführten Geldgebern ist somit folgendes festzustellen:

aa. Bei den nachfolgenden Fällen handelt es sich um steuerbares Sponsoring
gemäss E. a/cc hievor:

- G. K. hat als Kommanditgesellschaft eine wirtschaftliche, an Erzielung
und Verteilung von Gewinn orientierte, zumindest umsatzorientierte
Zwecksetzung. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin macht
es - aufgrund der verschiedenen Motivation - mehrwertsteuerlich sehr wohl
einen Unterschied, ob eine Privatperson oder aber eine Erwerbsgesellschaft

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die Zahlung leistet. Für die Behauptung, G. K. leiste diese Zahlungen jeweils
aus Goodwill und die Nennung von G. K. sei nicht gewollt gewesen, sondern
rein zufällig, vermag die Beschwerdeführerin keine Beweise vorzulegen;

- die S. AG hat als AG eine wirtschaftliche, an Erzielung und Verteilung
von Gewinn orientierte Zwecksetzung. Die Zahlung dient in erster Linie
der geschäftlichen Imageförderung und entspringt einer gewinn- und
umsatzorientierten Motivation. Dass es sich dabei gleichzeitig um einen
«Sympathiebeitrag» handelt wie die Beschwerdeführerin behauptet, kann
nicht gänzlich ausgeschlossen werden, ist unter diesen Umständen aber
unmassgeblich;

- M. bezweckt als Genossenschaft die unmittelbare Förderung wirtschaftlicher
Interessen in gemeinsamer Selbsthilfe. Durch den gemeinsamen
Selbsthilfegedanken wird die Genossenschaft nicht zur gemeinnützigen
Fördervereinigung im Sinne der E. a/cc hievor. Durch die namentliche
Nennung des Teilbegriffs «M.» in der Sponsorenliste erbringt die
Beschwerdeführerin die steuerbare Bekanntmachungsleistung. Daran ändert
nichts, dass M. der «weitaus grösste Kulturunterstützer in der ganzen Schweiz
ist», wie die Beschwerdeführerin behauptet;

(…)

bb. Da es die ESTV unterliess, im vorliegenden Fall einen Leistungsentscheid
zu fällen, wird sie nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides gehalten
sein, in Zusammenarbeit mit der Steuerpflichtigen die geschuldete Steuer
für das Sponsoring zu ermitteln. Dabei hat sie der Beschwerdeführerin
die Beweisgelegenheit einzuräumen, bei den nachfolgend aufgeführten
Geldgebern handle es sich um gemeinnützige Fördervereinigungen im Sinne
der E. a/cc hievor bzw. im Sinne der neuen Praxis der ESTV:

(…)

Nur wenn der Beschwerdeführerin der geforderte Nachweis gelingt, handelt
es sich jeweils nicht um einen steuerbaren Sponsoringtatbestand.

6. Die Beschwerdeführerin erhebt weitere Einwände gegen den
Einspracheentscheid betreffend die Problematik Sponsoring (E. a und b
hienach) und anderer Rechtsfragen (E. c und d hienach):

a. Zunächst hält sie dafür, sie habe der K. und der P. AG als Gegenleistung
für die Geldzahlung zwar Werbefläche im Festivalprogramm, auf Plakaten
usw. zur Verfügung gestellt. Der Wert dieser Werbung betrage jedoch
allerhöchstens 10% der jeweiligen Geldzahlung. Die Zuwendung sei daher
aufzusplitten in einen nichtsteuerbaren und einen werberelevanten,
steuerbaren (10%) Teil. Bei anderen Kulturinstitutionen habe die ESTV ein
Splitting mit einem steuerbaren Teil von 20% akzeptiert. Schon aus Gründen
der Rechtsgleichheit dürfe sie nicht anders behandelt werden (100% statt
20%).

Bei der Werbeleistung mittels Inserat/Logo usw. handelt es sich um einen
Bestandteil der Bekanntmachungsleistung als Ganzes an diese beiden
Sponsoren, zumal die Insertion auch nicht gesondert in Rechnung gestellt
worden ist. Ein Splitting wäre nur dann sinnvoll und angebracht, wenn
einem Teil der Geldzahlung keine Gegenleistung der Beschwerdeführerin
gegenüberstehen würde. Dies wäre beispielsweise dann der Fall,

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wenn anzunehmen wäre, dass nur ein Teil der Sponsorzahlung die
Bekanntmachungsleistung zur Abgeltung bringt, ein erheblicher Teil aber
Spendencharakter aufweist. Dies ist aber bei den unter E. 5b/aa hievor
aufgeführten Sponsoren, mitunter bei der K. und der P. AG, ausgeschlossen
(vgl. E. 5a/cc hievor).

Die Beschwerdeführerin beruft sich sinngemäss auf eine Gleichbehandlung
im Unrecht. Sie kann keinerlei Beweis dafür vorlegen, dass die ESTV in
vergleichbaren Fällen ein solches Splitting angewendet hat. Die ESTV
wehrt sich gegen die beschwerdeführerische Behauptung und erklärt,
vergleichbare Leistungen gleich zu behandeln. Ihre einheitliche Praxis sei
ja in Branchenbroschüren niedergeschrieben. Aus dem Grundsatz einer
Gleichbehandlung im Unrecht, was allerdings voraussetzen würde, dass
die ESTV tatsächlich vergleichbare Sachverhalte abweichend behandelt hat,
könnte die Beschwerdeführerin ohnehin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Denn die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit des Grundsatzes sind
nicht gegeben, sind doch keinerlei Anzeichen dafür ersichtlich, dass die ESTV
eine rechtswidrige Praxis aufrechterhalten will (zu den Voraussetzungen
einer Gleichbehandlung im Unrecht: BGE 122 II 451 f., BGE 115 Ia 83,
je mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung und auf Literatur). Wie
bereits erwähnt, versichert sie vielmehr, vergleichbare Leistungen anderer
Kulturschaffenden würden ebenfalls mit Mehrwertsteuer belastet.

b. Die Beschwerdeführerin führt im Festivalprogramm eine Liste von Hotels
und erwähnt ausdrücklich, diese hätten Naturalleistungen erbracht. Diese
Hotels beherbergen Künstler des Festivals gratis. Die ESTV bezeichnet
diese Leistungen als Naturalsponsoring. Der Steuerberechnung für ihre
Bekanntmachungsleistungen an die Hotels habe die Beschwerdeführerin
jenen Preis zugrunde zu legen, den unabhängige Dritte für die Sach- oder
Dienstleistung zu bezahlen hätten. Die Beschwerdeführerin wendet ein, der
Beruf ihres Präsidenten (Rechtsanwalt) werde sicher im Zusammenhang mit
dem Musikfestival erwähnt, was nach der Argumentation der ESTV zur Folge
hätte, dass seine dabei verdankte Gratisarbeit (Naturalleistung) zum Preis für
unabhängige Dritte zu versteuern wäre. Dies sei absurd.

Besteht die Sponsorleistung nicht in einer Geldzahlung, sondern in einer
Sachleistung wie die Beherbergungs- oder Bewirtungsleistung des Hotels,
liegt ein tauschähnlicher Umsatz vor. Der Bekanntmachungsleistung
der Beschwerdeführerin steht die Naturalleistung des Hotels gegenüber.
Bei tauschähnlichen Umsätzen gilt der Wert jeder Leistung als Entgelt
für die andere Leistung (Art. 26 Abs. 4 MWSTV). Demnach legt die ESTV
bei der Berechnung der Steuer für die Bekanntmachungsleistung der
Beschwerdeführerin zu Recht den Wert der Hotelleistung zugrunde, mithin
den Preis, den ein unabhängiger Dritter für die Beherbergungs- oder
Bewirtungsleistung zu bezahlen hätte.

Die Beschwerdeführerin verkennt mit ihrem angeführten Beispiel, dass
ihr Präsident als solcher für die Stiftung (in deren Namen) handelt, und
damit nicht gleichzeitig eine mehrwertsteuerliche Leistung an sie erbringen
kann. Die Beschwerdeführerin erbringt keine mehrwertsteuerrelevanten
Leistungen an sich selbst. Anders verhielte es sich nur, wenn der
Präsident in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und damit als von der

10

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_122_II_451&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_Ia_83&resolve=1

Beschwerdeführerin unabhängiges Steuersubjekt - und nicht als Präsident
der Beschwerdeführerin - eine Leistung an diese erbringen würde. Diesfalls
richtete sich die Berechnungsgrundlage aber nach der allgemeinen Regel.

c. Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, sie habe lediglich aus
Praktikabilitätsgründen mittels Eintrittskarte den Buffetbeitrag zusammen mit
dem Konzertpreis einkassiert. Der Preis des Buffets bedeute für sie lediglich
einen Durchlaufposten. Es handle sich um ein reines Inkasso, ein Mandat für
den Buffetbetreiber.

Gemäss Verwaltungspraxis sind kulturelle Dienstleistungen nur dann von der
Steuer ausgenommen, wenn die verkauften Karten ausschliesslich zum Zutritt
zur kulturellen Dienstleistung berechtigen. Seien im Eintrittspreis steuerbare
Leistungen wie beispielsweise gastgewerbliche Leistungen enthalten, und
werden die entsprechenden wertmässigen Anteile auf dem Billett bzw. auf der
Rechnung nicht separat ausgewiesen, so sei wie folgt zu unterscheiden:

- Betrage der Anteil der steuerbaren Leistungen nicht mehr als 10% des
gesamten Eintrittspreises, so seien die gesamten Eintrittsgelder - ohne
Anspruch auf Vorsteuerabzug - von der Steuer ausgenommen. Die steuerbaren
Leistungen würden in diesem Fall als Nebenleistungen zur kulturellen
Dienstleistung gelten.

- Übersteige der Anteil der steuerbaren Leistungen jedoch 10% des
gesamten Eintrittspreises, so könne kein spezielles Entgelt für die kulturelle
Dienstleistung nach Art. 14 Ziff. 12 MWSTV mehr angenommen werden.
Folglich seien die gesamten Eintrittsgelder zum Normalsatz zu versteuern
mit Anspruch auf Vorsteuerabzug auf den diesbezüglichen Aufwendungen.

Nach konstanter Rechtsprechung der SRK ist für Unternehmen, die eine
gemischte Tätigkeit ausüben, die teilweise unecht befreit und teilweise
steuerpflichtig ist, eine Aufteilung dieser Leistungsarten (in den Fakturen)
für eine ordnungsgemässe Mehrwertsteuerabrechnung (Ermittlung der
geschuldeten Steuer sowie der berechtigten Vorsteuerabzüge) absolut
unerlässlich (Entscheid der SRK vom 25. September 1998, VPB 63.75,
E. 6a/aa). In einem weiteren konkreten Fall hat die SRK festgestellt, dass
dies gleichzeitig bedeutet, dass die Verwaltung umgekehrt verlangen dürfe,
die unter die Befreiungsvorschrift von Art. 14 Ziff. 7 MWSTV fallenden
Leistungskomponenten seien pauschal - und eben nicht separat - zu
fakturieren (Entscheid der SRK vom 3. Februar 1999, E. 4e, in MWST-Journal
1/99, S. 29 f.). Indes hat die SRK mit ausführlicher Begründung die
Verwaltungspraxis nicht geschützt, sofern sie als Rechtsfolge einer allfälligen
separaten Fakturierung von Leistungskomponenten des Art. 14 Ziff. 7
MWSTV deren volle Versteuerung zummassgebenden Satz vorschreibt.
Unterlasse der Beschwerdeführer pflichtwidrig, separat zu fakturieren,
sei die ESTV verpflichtet, den Anteil der steuerpflichtigen bzw. unecht
befreiten Komponenten nach pflichtgemässem Ermessen gemäss Art. 48
MWSTV zu schätzen. Der Einbezug des unecht befreiten Umsatzes in die
Berechnungsgrundlage der steuerpflichtigen Leistungen bei pflichtwidrigem
Verhalten des Beschwerdeführers entbehre der gesetzlichen Grundlage
(Entscheid der SRK vom 3. Februar 1999, E. 4e, in MWST-Journal 1/99, S. 30 f.).
Das Bundesgericht ist mit dieser Betrachtungsweise nicht einverstanden
und hat ohne auf die ausführliche Begründung der Vorinstanz einzugehen,
festgestellt, die Anordnung der Verwaltung sei sachlich geboten, da der

11

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004373.pdf?ID=150004373

betroffene Steuerpflichtige ein Unternehmen betreibe, das teilweise von der
Steuer ausgenommene und teilweise unter die Steuer fallende Leistungen
erbringt (Entscheid des Bundesgerichts vom 25. August 2000 i.S. S., E. 5).

Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Feststellung ist umso mehr eine
Verwaltungspraxis zu schützen, die im Unterlassungsfall der Aufteilung
der Leistungsarten in den Fakturen oder auf den Eintrittskarten die
Steuerbefreiung uneingeschränkt zulässt, wenn die steuerpflichtige (hier
gastgewerbliche) Komponente 10% der ganzen Leistung nicht übersteigt,
und die Steuerbefreiung gänzlich verwehrt, wenn dieser Anteil 10% des
gesamten Eintrittspreises übersteigt. Eine solche Pauschale kommt bei einer
gemischten Leistung der Wirklichkeit in jedem Falle näher als die durch das
Bundesgericht geschützte Praxis der Verwaltung zu Art. 14 Ziff. 7 MWSTV. Die
beanstandete Verwaltungspraxis ist folglich ebenfalls zu schützen. Allerdings
sei am Rande bemerkt, dass die ESTV aus Gründen der Rechtsgleichheit für
eine einheitliche Praxis in solchen und vergleichbaren Fällen zu sorgen hat.

Mit dem Einwand, sie habe nur im Auftrag des Buffetbetreibers das Inkasso
übernommen, macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, es
handle sich mit Bezug auf die gastgewerbliche Komponente um ein reines
Vermittlungsgeschäft bzw. um direkte Stellvertretung. Sie verkennt, dass sie
- was hier nicht der Fall ist - ausdrücklich im Namen und für Rechnung des
Buffetbetreibers hätte handeln müssen (Art. 10 Abs. 1 MWSTV).

d. Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, was unter dem Titel
«Übertragungsrechte» an sie bezahlt worden sei, sei nichts anderes als
eine Spende des Radios. Der Spender erwarte keinerlei wirtschaftliche
oder Imagevorteile. Für Übertragungen zeitgenössischer Musik müsse der
betreffende Künstler nicht selten sogar etwas bezahlen. Selbst namhafte
Interpreten würden nicht selten von ihren Schallplattenfirmen um einen
Unkostenzuschuss gebeten. So sei es auch hier, im Grunde genommen müssten
Radio und Fernsehen vom Festival für die Übertragung von erfahrungsgemäss
nicht sehr populären modernen Stücken ein Entgelt verlangen, um überhaupt
Sendezeit zur Verfügung zu halten.

Die Beschwerdeführerin verkennt, dass es hier nicht um die Vermittlung
von Imagevorteilen geht. Der Dienstleistungstatbestand der Mehrwertsteuer
ist umfassend (s. Art. 6 Abs. 1 MWSTV). Eine Dienstleistung liegt auch vor,
wenn immaterielle Rechte überlassen werden (Art. 6 Abs. 2 Bst. a MWSTV).
Darunter fällt zweifelsfrei die Veräusserung von Übertragungsrechten an
einem Konzert. Auf die beschwerdeführerische Behauptung, die Rechte an der
Übertragung ihrer Musik seien nicht lukrativ, kommt nichts an. Entscheidend
für das Vorliegen eines mehrwertsteuerlichen Leistungsaustausches ist, dass
der Beschwerdeführerin für die Übertragungsrechte unbestrittenermassen
finanzielle Mittel zugeflossen sind.

7. Die Beschwerde ist im Sinne der vorangehenden Erwägungen teilweise
gutzuheissen (namentlich E. 5a/cc in fine und E. 5b/bb), im Übrigen jedoch
abzuweisen (…).

[133] Die alten Texte zur MWSTV sind zu beziehen bei der Eidgenössischen
Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, CH - 3003 Bern.

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[134] Zu beziehen beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), CH -
3003 Bern. Auf Internet abrufbar: http://www.bbl.admin.ch oder bei der
Eidgenössischen Steuerverwaltung: http://www.estv.admin.ch/data/mwst/
unter: Dokumentation / Drucksachen.

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http://www.bbl.admin.ch/
http://www.estv.admin.ch/data/mwst/

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 66.57 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 20. Februar

2001 in Sachen X [SRK 1999-052]; dieser wurde durch Urteil des Bundesgerichts vom 13.

Februar 2002 [2A.150/2001] bestätigt

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2002
Année

Anno

Band 66
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Ref. No 150 005 618

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 20. Februar 2001 in Sachen X [SRK 1999-052]; dieser wurde durch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2002 [2A.150/2001] bestätigt