# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 156c1172-7a1f-5dbe-8c45-9ae931d74092
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 30.09.2009 R 2009 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-16_2009-09-30.pdf

## Full Text

R 09 16
5. Kammer 

URTEIL
vom 30. September 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Planungszone

1. a) Im Juli 2006 wurde bei der Gemeinde … eine kommunale Volksinitiative „für 

eine nachhaltige Entwicklung des Zweitwohnungsbaus in …“ eingereicht. Ziel 

der Initiative war einerseits eine Kontingentierung des Zweitwohnungsbaus im 

Umfang von 4'500 m2 BGF pro Jahr und anderseits eine 

Erstwohnungsregelung. In der Folge arbeitete der … einen Gegenvorschlag 

zu dieser Initiative aus, welcher eine Teilrevision des kommunalen 

Baugesetzes vorsah und den örtlichen Gegebenheiten besser Rechnung 

tragen sollte. Zu diesem Zweck erliess der … am 15. Mai 2007 eine 

Planungszone mit den dazugehörenden Vorschriften im Sinne von vorläufigen 

Regelungen für die Phase der Erarbeitung der entsprechenden definitiven 

Baugesetzrevision. Konkret sahen die vorläufigen Vorschriften einerseits eine 

Kontingentierung von 8000 m2 BGF pro Jahr und anderseits eine 

Lenkungsabgabe auf dem Zweitwohnungsbau sowie auf Hotelumnutzungen 

im Umfange von Fr. 200.-- pro m2 BGF vor. Unter Ziff. 4.2 der 

Planungszonenvorschriften wurde statuiert, dass die vorläufige Regelung ab 

sofort bis zum Zeitpunkt, an dem die entsprechende Baugesetzesrevision in 

Kraft tritt, gelten würde, längstens jedoch während zwei Jahren, vorbehältlich 

einer Verlängerung der Planungszone mit Zustimmung des Kantons.

An der Volksabstimmung vom 1. Juni 2008 lehnten die Stimmberechtigten 

sowohl die Volksinitiative als auch den Gegenvorschlag des … ab.

b) Am 1. Juli 2008 ging bei den Gemeindebehörden eine „Motion für Ergänzung 

BauG mit massvollen Zweitwohnungsbeschränkungen und 

Fördermassnahmen für Hotels und Wohnungen für Einheimische“ ein, welche 

vom Grossen Landrat am 21. August 2008 für erheblich erklärt wurde. Am 22. 

August 2008 wurde zudem eine neue „Volksinitiative für eine massvolle 

Beschränkung des Zweitwohnungsbaus in …“ eingereicht, welche am 25. 

November 2008 vom … als für gültig zustande gekommen erklärt wurde.

c) Bereits am 5. August 2008 hatte der … im Hinblick auf den nach wie vor 

angestrebten Erlass von baugesetzlichen Bestimmungen zur Regelung des 

Zweitwohnungsbaus eine „modifizierte“ Planungszone beschlossen. Die 

Modifikation gegenüber der ersten Planungszone vom 15. Mai 2007 bestand 

im Wesentlichen darin, dass auf die Statuierung einer Lenkungsabgabe auf 

Hotelumnutzungen verzichtet wurde. Unter Ziffer 4.2 der 

Planungszonenvorschriften wurde festgehalten, dass die vorläufige Regelung 

„auch für die noch unter der Planungszone vom 15. Mai 2007 eingereichten 

und behandelten Baugesuche“ gelten solle. In dem am 14. August 2008 

publizierten Beschluss wurde ferner statuiert: „Diese Publikation ersetzt die 

Regelungen der Planungszonenpublikation vom 15. Mai 2007.“ Gegen diesen 

Beschluss liessen die … und die … AG gemeinsam bei der Regierung 

Planungsbeschwerde erheben mit dem Hauptantrag, es sei die Planungszone 

ersatzlos aufzuheben. Eventualiter sei die in Ziffer 4.2 letzter Satz der 

Planungsvorschriften enthaltene Anordnung, wonach die Planungszone vom 

5. August 2008 auch auf die unter der Planungszone vom 15. Mai 2007 

eingereichten und bewilligten Baugesuche Anwendung finden solle, 

aufzuheben. 

d) Mit Entscheid vom 9. Februar 2009, mitgeteilt am 11. Februar 2009, wies die 

Regierung diese Planungsbeschwerde ab, soweit sie überhaupt darauf 

eintrat. Entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung sei die 

ursprüngliche Planungszone vom 15. Mai 2007 nicht automatisch 

dahingefallen, nur weil an der Volksabstimmung vom 1. Juni 2008 sowohl 

Volksinitiative als auch Gegenvorschlag abgelehnt worden seien. Es existiere 

keine Vorschrift, wonach eine Planungszone automatisch dahinfalle, wenn der 

Souverän die mit einer Planungszone zu sichernde Planung ablehne. Dazu 

bedürfe es vielmehr eines entsprechenden förmlichen Beschlusses 

derjenigen Behörde, welche die Planungszone erlassen habe. Voraussetzung 

für den Erlass einer Planungszone sei das Vorliegen einer 

Planungsnotwendigkeit sowie einer gefestigten Planungsabsicht seitens des 

Planungsträgers. Diese Voraussetzungen könnten auch dann noch vorliegen, 

wenn der Souverän eine bestimmte Planungsvorlage in einem ersten Anlauf 

abgelehnt habe. Gerade die Tatsache, dass kurze Zeit nach der 

Volksabstimmung eine Motion und eine neue Volksinitiative mit der gleichen 

Zielsetzung eingereicht worden seien, beweise, dass eine 

Planungsnotwendigkeit und eine gefestigte Planungsabsicht bestehen. Die 

Planungszone vom 15. Mai 2007 gelte daher weiterhin, allerdings mit der 

Modifikation vom 5. August 2008. Anfechtungsgegenstand könne 

entsprechend nur die Modifikation sein, nicht aber die immer noch 

rechtskräftige erste Planungszone vom Mai 2007, weshalb denn auch nur 

insoweit auf die Beschwerde eingetreten werden könne. Die Modifikation 

bestehe im Wesentlichen darin, dass auf die Erhebung einer 

Lenkungsabgabe auf Hotelumnutzungen verzichtet werden solle. Dieser 

Punkt werde nun aber gar nicht angefochten, weshalb die Beschwerde daher 

abzuweisen sei, soweit darauf eingetreten werden könne. Selbst wenn aber 

auf die Einwände der grundsätzlichen Zulässigkeit einer Planungszone im 

Hinblick auf den Erlass von Vorschriften zur Kontingentierung des 

Zweitwohnungsbaus und zur Erhebung einer Lenkungsabgabe auf 

Zweitwohnungen sowie auf die Anfechtung der Rückwirkungsanordnung in 

Ziffer 4.2 Abs. 1 der Planungszonenvorschriften vom 5. August 2008 

eingetreten werden könnte, wäre der Beschwerde kein Erfolg beschieden.

2. Dagegen liessen die … AG und die … AG gemeinsam am 16. März 2009 beim 

Verwaltungsgericht frist- und formgerecht Beschwerde einreichen, mit dem 

Antrag um Aufhebung des angefochtenen Regierungsentscheides und der 

Verfügung der Baubehörde … vom 5. August 2008. Eventuell sei die 

Verfügung der Baubehörde … aufzuheben und die Planungszone insofern 

anzupassen, als eine Rückwirkung auf die unter der Planungszone vom 15. 

Mai 2007 eingereichten und behandelten Baugesuche ausgeschlossen 

werde. Sie machten geltend, dass eine unzuständige Behörde (Baubehörde 

statt Gemeindevorstand) sowohl die angefochtene, wie auch bereits die erste 

Planungszone erlassen habe, weshalb die Verfügung denn auch nichtig sei. 

Selbst wenn aber die Zuständigkeit der Baubehörde zum Erlass der 

Planungszonen gegeben sein sollte, und es zudem zutreffen würde, dass die 

erste Planungszone nicht bereits deshalb aufgehoben sei, weil der Souverän 

die Vorlage abgelehnt habe, so sei doch im Publikationstext der nunmehr 

angefochtenen, neuen Planungszone ausdrücklich festgehalten worden, dass 

diese anstelle der Planungszone vom 15. Mai 2007 trete. Sodann sei auch 

der gesamte Text der Planungszone publiziert worden und nicht nur etwa die 

Modifikationen. Durch letztere seien sie zudem, so beispielsweise durch den 

neu vorgesehenen, rückwirkenden Verzicht auf Verzinsung der 

Lenkungsabgaben im Falle eines Verzichts auf Erhebung derselben betroffen, 

ebenso von der unzulässigen Unterstellung bereits vor dem 5. August 2008 

bewilligter Bauvorhaben wie dem ihrigen. Generell stellten sie sodann die 

Zulässigkeit, die Geeignetheit und Zweckmässigkeit der mit der 

Planungszone verfolgten planerischen Ziele, der siedlungspolitischen 

Bestrebungen wie auch den raumplanerischen Nutzen der vorgesehenen 

Massnahmen in Abrede.

3. a) Die Regierung des Kantons Graubünden liess Abweisung der Beschwerde 

beantragen. Eventualiter sei sie insoweit gutzuheissen, als die in Ziff. 3.2 der 

modifizierten Planungsvorschriften vorgesehene Regelung der 

unverzinslichen Rückerstattung der bezahlten Lenkungsabgabe nicht für die 

Beschwerdeführerin 1 gelten solle; dieser sei die Lenkungsabgabe mithin 

verzinst zurückzuerstatten. Zur Begründung des Abweisungsbegehrens 

verwies die Regierung auf ihre Erwägungen im angefochtenen Entscheid. 

Ergänzend legte sie noch einmal ihren Standpunkt dar, dass die ursprüngliche 

Planungszone nicht automatisch dahingefallen sei, zumal sich an der 

Notwendigkeit des Erlasses von Vorschriften zur Lenkung des 

Zweitwohnungsbaus nichts geändert habe. Die Beschwerdeführerin 1, 

welcher im April 2008 eine Baubewilligung ausgestellt worden sei, sei durch 

die angefochtene Rückwirkung in den modifizierten 

Planungszonenvorschriften nur insoweit tangiert, als ihr diese belastende 

Änderung bringen würde. Solche habe sie in ihrer Eingabe vor der Regierung 

aber nicht vorgebracht. Erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren hätte sie 

sich nun zu Recht darauf berufen, dass neu eine unverzinsliche 

Zurückerstattung der Lenkungsabgaben vorgesehen sei, wohingegen in den 

ursprünglichen Vorschriften noch eine verzinsliche Rückerstattung 

vorgesehen gewesen sei. Soweit sie jedoch die Planungszone und die mit 

dieser verfolgten Ziele und Absichten generell anfechten würden, erweise sich 

die Beschwerde als klarerweise unbegründet.

b) Die Gemeinde … beantragte mit im Wesentlichen denselben Überlegungen 

ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese eingetreten 

werden könne. 

4. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien die 

Gelegenheit, die von ihnen vertretenen Standpunkte zu ergänzen und zu 

verdeutlichen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet der Entscheid der Regierung des Kantons 

Graubünden (RB Nr. 104 vom 9./11. Februar 2009), mit welchem diese die 

dagegen von den heutigen Beschwerdeführern gegen den Erlass einer 

(gegenüber einer ersten Planungszone vom 15. Mai 2007) „modifizierten“ 

Planungszone vom 5. August 2008 erhobene Beschwerde abgewiesen hat, 

soweit sie darauf überhaupt eingetreten ist. Die Beschwerdeführerinnen 

beantragen die ersatzlose Aufhebung des angefochtenen 

Regierungsentscheides und des diesem zugrunde liegenden kommunalen 

Beschlusses vom 5. August 2008. Eventualiter sei der kommunale Beschluss 

aufzuheben und die Planungszone insofern anzupassen, als eine 

Rückwirkung auf die unter der Planungszone vom 15. Mai 2007 eingereichten 

und behandelten Baugesuche ausgeschlossen werde.

2. a) Entscheide der Regierung über den Erlass von kantonalen Nutzungsplänen 

und Ersatzordnungen, über die Genehmigung von kommunalen 

Grundordnungen sowie über Planungsbeschwerden können mit Beschwerde 

gemäss Art. 102 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG) an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden.

b) Gemäss Art. 51 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) 

erstreckt sich die Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichtes im 

Beschwerdeverfahren auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung 

oder Missbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des Sachverhaltes. Das Verwaltungsgericht überprüft somit den 

Sachverhalt und die Rechtsfragen frei. Dagegen beurteilt es nicht, ob der 

angefochtene Entscheid zweckmässig oder angemessen sei. Amtete die 

Regierung nicht nur als Genehmigungs-, sondern - wie vorliegend - auch als 

erste Beschwerdeinstanz und ist das Verwaltungsgericht somit zweite 

kantonale Rechtsmittelbehörde, gilt auch in Ortsplanungssachen die 

Kognition nach Art. 51 Abs. 1 VRG (vgl. zu den identischen altrechtlichen 

Bestimmungen: PVG 1996 Nr. 42, 1999 Nr. 44).

3. a) Die Beschwerdeführerinnen stellen sich zur Stützung ihrer Anträge vorweg 

auf den Standpunkt, sowohl die erste Planungszone vom Mai 2007, als 

insbesondere auch die nunmehr angefochtene „modifizierte“ Planungszone 

vom August 2008 seien von einer unzuständigen Behörde erlassen worden. 

Dies deshalb, weil sie von der Baubehörde und nicht von dem in Art. 21 Abs. 

1 KRG vorgesehenen Gemeindevorstand erlassen worden seien. Angesichts 

der konkreten Gegebenheiten erscheint diese Auffassung mehr als gesucht 

und sie ist letztlich auch unzutreffend. Auch seitens der 

Beschwerdeführerinnen wird zu Recht nicht in Abrede gestellt, dass der … 

dem in Art. 21 Abs. 1 KRG vorgesehenen Gemeindevorstand entspricht und 

dass er als solcher für den Erlass der Planungszone zuständig ist. Ebenso 

wenig bestreiten sie, dass vorliegend denn auch der … als oberste 

vollziehende Behörde den angefochtenen Planungszonenbeschluss erlassen 

hat. Sie beanstanden aber, dass er dies als Baubehörde getan habe und 

leiten daraus die Nichtigkeit des Beschlusses ab. Dabei scheinen sie nun aber 

völlig  übersehen zu haben, dass in der Gemeinde der … gleichzeitig auch als 

Baubehörde bezeichnet wird (vgl. Art. 4 Abs. 1 BG). Entsprechend wird 

unschwer ersichtlich, dass die Planungszone unbesehen der gewählten 

Bezeichnung von der formal zuständigen Behörde erlassen worden ist. Im 

Übrigen ist denn in der kritisierten Publikation auch nur in der Einleitung von 

der Baubehörde, welche aufgrund des Dargelegten wiederum ein Synonym 

sowohl für den … als auch den Gemeindevorstand i.S. von Art. 21 Abs. 1 KRG 

ist, die Rede. Die Publikation selbst wiederum wurde sodann ausdrücklich 

namens des … (= Gemeindevorstand i.S. von Art. 21 KRG) unterzeichnet. 

Damit steht ohne weiteres fest, dass die streitige Planungszone von der 

zuständigen Behörde erlassen worden ist.

b) Wie bereits im Planungsbeschwerdeverfahren vor der Regierung vertreten die 

Beschwerdeführerinnen auch im vorliegenden Verfahren die Auffassung, 

dass angesichts des Publikationstextes mit dem Erlass der „modifizierten“ 

Planungszone vom 5. August 2008 die erste Planungszone vom 15. Mai 2007 

dahingefallen sei. Die Beschwerdegegnerinnen halten dem dagegen, dass 

nirgends eine Vorschrift existiere, wonach eine Planungszone automatisch 

dahinfallen würde, wenn der Souverän die mit der Planungszone zu sichernde 

Planung ablehne. Mangels eines formellen Aufhebungsbeschlusses gelte die 

alte Planungszone vom 15. Mai 2007 weiterhin, die Planungszone vom 5. 

August 2008 sei denn auch nur insoweit neu, als damit die bisherige 

modifiziert werde. Ihnen kann nicht gefolgt werden. Zwar trifft es zu, dass 

keine Vorschrift existiert, welche vorgibt, dass eine Planungszone 

„automatisch“ wegfallen würde, wenn die zu sichernde Planung vom 

Souverän abgelehnt wird. Es existiert aber ebenso wenig eine gesetzliche 

Vorgabe, aufgrund derer eine (bestehende) Planungszone erst aufgrund 

eines formellen behördlichen Beschlusses aufgelöst wird (vgl. Art. 21 Abs. 1 

und 4 KRG regeln lediglich den Erlass und die Änderung). Von Gesetzes 

wegen geht die Planungszone lediglich unter den in Art. 21 Abs. 3 KRG 

vorgegebenen Voraussetzungen faktisch „automatisch“ zufolge 

Überschreitens der zulässigen Dauer (in der Regel also nach 2 Jahren; 

ausnahmsweise später) unter. Nachdem sich vorliegend die Frage des 

Zeitablaufs nicht stellt, ist entsprechend aufgrund der konkreten Umstände zu 

entscheiden. Vorliegend sprechen diese offenkundig gegen die von der 

Vorinstanz vertretene Auffassung. Dies zum einen bereits deshalb, weil der 

Beschluss des … vom 5. August 2008 - wie bereits jener im Mai 2007 - den 

vollständigen Wortlaut aller für die Planungszone geltenden Vorschriften und 

nicht nur etwa die vorgesehenen Modifikationen enthält. In den 

Schlussbestimmungen (Ziff. 4) wurde ferner festgelegt, dass die Vorschriften 

gemäss dieser Publikation ab sofort bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der 

entsprechenden Ortsplanungsrevision gelten würden. Die vorinstanzliche 

Auffassung, wonach jener aus dem Jahre 2007 weiter gelten würde, steht in 

offenkundigem Widerspruch dazu. Dies umso mehr, als in Ziff. 4.2 des 

publizierten Beschlusses zudem noch ausdrücklich statuiert worden ist: 

„Diese Publikation ersetzt die Regelungen der Planungszonenpublikation vom 

15. Mai 2007.“ Aufgrund dieser Sachlage ist mit den Beschwerdeführerinnen 

davon auszugehen, dass mit dem neuen Beschluss vom 5. August 2008 die 

alte Planungszone vom Mai 2007 durch die neue Planungszone ersetzt, d.h. 

abgelöst worden ist. Entsprechend erweist sich denn auch der gesamte 

gemeindliche Beschluss als anfechtbar, und die Regierung ist insoweit denn 

auch zu Unrecht auf die Planungsbeschwerde nicht eingetreten. Nachdem sie 

sich aber im angefochtenen Entscheid im Sinne einer Eventualbegründung 

nicht nur zu den gegenüber den Modifikationen vorgebrachten Überlegungen 

geäussert hat, sondern auch ausführlich mit den weiteren 

beschwerdeführerischen Rügen und Anliegen auseinandergesetzt hat und 

sich die Beschwerdeführerinnen zudem im vorliegenden Verfahren im 

Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels auch noch einmal zu allen 

Fragen ausführlich äussern konnten, kann von einer Rückweisung an die 

Vorinstanz abgesehen werden. Die von den Beschwerdeführerinnen 

aufgeworfenen Fragen sind daher, ohne dass ihnen dadurch ein 

Rechtsnachteil erwachsen würde, im vorliegenden Verfahren einer 

materiellen Prüfung zugänglich.

4. a) Vorliegend hat die Regierung in ihrer Eventualbegründung (Ziff. 4 des 

angefochtenen Entscheides) die für die Beurteilung der angefochtenen 

Planungszone wesentlichen Rechtssätze, Planungsgrundsätze und Kriterien 

in zutreffender Weise dargelegt. Dabei hat sie in einer umfassenden und 

sorgfältigen Interessenabwägung die massgebenden Gesichtspunkte 

dargelegt und gewichtet und daraus die richtigen rechtlichen 

Schlussfolgerungen gezogen. Auf diese Ausführungen kann anstelle von 

Wiederholungen uneingeschränkt verwiesen werden. Der Beschwerdeführer 

bringt dagegen nichts vor, was er nicht auch schon in der 

Planungsbeschwerde bei der Regierung geltend gemacht hat und worauf 

diese in zutreffender Weise im angefochtenen Entscheid eingegangen ist. Auf 

die zutreffenden vorinstanzlichen Darlegungen im angefochtenen Entscheid 

kann, anstelle von Wiederholungen, verwiesen werden. Es drängen sich 

daher nur noch einige kurze ergänzende Überlegungen auf.

b) Auch seitens der Beschwerdeführerinnen wird zugestanden, dass die 

Gemeinde berechtigt ist, Regelungen zur Einschränkung des 

Zweitwohnungsbaus zu treffen (Art. 27 Abs. 4 KRG). Sie erachten es jedoch  

als fraglich, ob die von der Gemeinde ins Auge gefassten Lenkungsabgaben 

überhaupt Auswirkungen auf den Zweitwohnungsbau haben werden und sind 

der Meinung, dass eine solche Abgabe nicht über eine Planungszone 

abgesichert werden könne. Ihre Auffassung geht fehl. Dass Vorschriften über 

Lenkungsabgaben von dem den Bündner Gemeinden mit Art. 27 Abs. 4 KRG 

zugestandenen Legiferierungsrahmen erfasst sind, mithin Gegenstand der 

Grundordnung im Sinne von Art. 22 ff. KRG bilden können, hat 

Verwaltungsgericht bereits verschiedentlich erkannt (VGU R 09 35, R 08 44). 

Das Bundesgericht in dies in zwei neusten Urteilen (1C_363/2009 und 

1C_501/2009, beide vom 4. Januar 2010) denn auch bestätigt. Dasselbe gilt 

für Vorschriften zur Kontingentierung des Zweitwohnungsbaus. Diese beiden 

Massnahmen zusammen sind sicherlich geeignet und erforderlich, gerade in 

Tourismusorten den überbordenden Zweitwohnungsbau angemessen 

einzuschränken und zu kontrollieren. Was die Beschwerdeführerinnen 

dagegen vorbringen, geht fehl. Dass die Gemeinde im Hinblick auf den Erlass 

von Vorschriften zur Kontingentierung des Zweitwohnungsbaus sowie zur 

Erhebung einer Lenkungsabgabe eine Planungszone erlassen kann, ist 

offenkundig (Art. 21 KRG). Im konkreten Fall umso mehr, als angesichts der 

verschiedenen politischen Vorstösse und der breiten Diskussion der 

Zweitwohnungsproblematik in der Bevölkerung auch die erforderliche 

Planungsabsicht augenfällig ist. Die angefochtene Planungszone erweist sich 

daher, soweit damit der Erlass von entsprechenden Vorschriften zur 

Diskussion steht, grundsätzlich ohne weiteres als rechtmässig und der 

vorinstanzliche Entscheid lässt sich entsprechend denn auch nicht 

beanstanden.

c) Hingegen erweist sich die in  Ziff. 3 der Planungszonenvorschriften 

vorgesehene gemeindliche Ermächtigung zur (vorläufigen) Erhebung einer 

Lenkungsabgabe mangels einer klaren Grundlage in einem formellen Gesetz 

als offensichtlich rechtswidrig (VGU R 08 44, zwischenzeitlich bestätigt mit 

BGU 1_363/2009 vom 4. Januar 2010). Entsprechend stellt sich auch die 

Frage einer allfälligen Verzinsung bzw. Nichtverzinsung bezahlter Beiträge 

gar nicht mehr, vielmehr wird Ziff. 4.2 der Planungsvorschriften insoweit ohne 

weiteres obsolet. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist Ziff. 3 der 

Planungszonenvorschriften aufzuheben. Im Übrigen ist sie jedoch 

abzuweisen.

Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu einer Hälfte zulasten der 

solidarisch haftenden Beschwerdeführer und zur anderen Hälfte zulasten der 

Gemeinde …, welche den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern 

überdies eine entsprechend dem Verfahrensausgang angemessen reduzierte 

Parteientschädigung zu bezahlen hat. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziff. 3 der 

Planungszonenvorschriften (Lenkungsabgabe) aufgehoben. Im Übrigen wird 

die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 364.--

zusammen Fr. 4'364.--

gehen zu einer Hälfte unter solidarischer Haftung zulasten der 

Beschwerdeführer und zur anderen Hälfte zulasten der Gemeinde ... Die 

entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die Gemeinde … hat den Beschwerdeführern eine entsprechend dem 

Verfahrensausgang reduzierte Parteientschädigung von insgesamt Fr. 2'000.-

- (inkl. MWST) zu bezahlen.