# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21ea2f06-1499-5ca0-82d9-5b02c295a201
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.11.2017 SB160413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160413_2017-11-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160413-O/U/ag 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Stiefel und Ersatz-

oberrichterin lic. iur. Keller sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. Sa-

mokec 

 

Urteil vom 3. November 2017 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, vertreten durch Stv. Leitende 

Staatsanwältin lic. iur. Leu,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

sowie 

 
A._____,  

Privatklägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

 

gegen 

 

 

B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

- 2 - 

betreffend Veruntreuung etc. und Widerruf   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht in Zivil- 
und Strafsachen, vom 17. März 2016 (GG150018) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 11. Sep-

tember 2015 (Urk. 16) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig des fahrlässigen Fahrens eines Bootes in 

dienstunfähigem Zustand im Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBSG i.V.m. Art. 50 

Abs. 1 aBSG. 

2. Vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 sowie 

Ziff. 2 StGB und der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 500.– (entsprechend Fr. 7'500.–). 

4. Auf einen Widerruf der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, 

I. Strafkammer, vom 12. Dezember 2011 bedingt ausgesprochenen Geld-

strafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 600.– (entsprechend Fr. 6'000.–) wird ver-

zichtet. 

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei 

Jahre festgesetzt. 

6. Die Privatklägerin wird mit ihrer Forderung auf den Zivilweg verwiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ;  die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 9'000.00  Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 826.55  Auslagen (Gutachten, ärztliche Leistung) 

 

- 4 - 

8. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 

10% dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

9. Dem Beschuldigten wird für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädi-

gung von Fr. 26'000.– (Fr. 18'000.– für das Vorverfahren und Fr. 8'000.– für 

das Hauptverfahren) für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zu-

gesprochen. 

10. [Mitteilungen] 

11. [Rechtsmittel] 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 69 S. 2, Urk. 77 S. 1 f.; sinngemäss) 

1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich 
des Schuldspruchs wegen fahrlässigen Fahrens eines Bootes in 
dienstunfähigem zustand im Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBSG 
i.V.m. Art. 50 Abs. 1 aBSG (Dispositiv Ziff. 1) sowie der Kosten-
festsetzung (Dispositiv Ziff. 7) sowie des Zivilpunktes in Rechts-
kraft erwachsen ist. 

2. B._____ sei schuldig zu sprechen 
 - der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 sowie 

Ziff. 2 StGB, 

 - eventualiter der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne 
von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, 

 - subeventualiter der ungetreuen Geschäftsbesorgung im 
Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

3. B._____ sei mit einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 
Fr. 500.00 (entsprechend Fr. 135'000.00) sowie einer Busse von 
Fr. 10'000.00 zu bestrafen, dies teilweise als Zusatzstrafe zum 
Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 
12.12.2011. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von 3 Jahren. 

- 5 - 

5. Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse festzusetzen. 

6. Die mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkam-
mer, vom 12.12.2011 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 10 
Tagessätzen zu Fr. 600.00 (entsprechend Fr. 6'000.00) sei zu wi-
derrufen und für vollziehbar zu erklären. 

7. [entfällt] 
8. Dem Beschuldigten seien die kosten der Untersuchung und des 

Gerichtsverfahrens aufzuerlegen. 

b) Der erbetenen Verteidigung: 

(Urk. 78 S. 2) 

"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen 

2. Der Beschuldigte sei in Bestätigung von Ziffer 2 des 
vorinstanzlichen Urteils vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne 
von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 sowie Ziff. 2 StGB und der ungetreuen 
Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB 
freizusprechen. 

3. Auf die Zivilklage der Privatklägerin sei nicht einzutreten. Der 
Privatklägerin sei dementsprechend keine Prozessentschädigung 
auszurichten. 

4. Die Verfahrenskosten seien auf die Gerichtskasse zu nehmen 
und der Beschuldigte sei für die Ausübung seiner 
Verfahrensrechte angemessen zu entschädigen." 

 

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Erwägungen:  

I. Verfahrensgang 

 Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, schriftlich eröffnete Ur-

teil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht, vom 17. März 2016 meldete die 

Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 22. März 2016 und die Privatklägerin mit 

Eingabe vom 6. April 2016 Berufung an (Prot. I S. 46, S. 49; Urk. 55; Urk. 59; 

Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 12. resp. 14. Sep-

tember 2016 reichte die Staatsanwaltschaft am 30. September 2016 (Datum des 

Poststempels) fristgerecht die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 

StPO ein und beantragte auch betreffend des Vorwurfs der Veruntreuung einen 

Schuldspruch (Urk. 69; Urk. 63). Die Privatklägerschaft liess keine Berufungser-

klärung einreichen, weshalb auf ihre Berufung nicht einzutreten ist (Art. 403 

StPO). Mit Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2016 wurde die Berufungserklä-

rung der Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten und der Privatklägerschaft zuge-

stellt und Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt 

(Urk. 71; Urk. 72/1–3). Weder der Beschuldigte noch die Privatklägerschaft lies-

sen sich dazu vernehmen. Mit Eingabe vom 8. November 2016 liess der Beschul-

digte sein Datenerfassungsblatt mit einer Beilage einreichen (Urk. 73/1–3). Be-

weisanträge wurden von keiner Partei gestellt. Am 7. Juni 2017 wurden die Par-

teien zur Berufungsverhandlung vom 3. November 2017 vorgeladen (Urk. 74). 

II.  Prozessuales 

 Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Ur-

teilsdispositivziffern 1 (Schuldspruch betr. Fahren eines Bootes in dienstunfähi-

gem Zustand), 6 (Zivilanspruch), 7 (Kostenfestsetzung) unangefochten blieben, ist 

mittels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang 

in Rechtskraft erwachsen ist. 

- 7 - 

III. Sachverhalt 

 1. In der Anklageschrift vom 11. September 2015 wird dem Beschuldigten im 

Wesentlichen zur Last gelegt (Urk. 16 S. 2 ff.), er habe als Inhaber und alleiniger, 

einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer der C._____ Consulting die Privat-

klägerin am 12. März 2007 an ihrem Wohnort … zu einem einzigen, rund einstün-

digen Beratungsgespräch getroffen und mit ihr einen Vermögensverwaltungsver-

trag abgeschlossen, der Fr. 80'000.– geerbtes Vermögen beinhaltet habe. Sie 

habe das Geld auf ein Konto bei der D._____ SA überwiesen und ihm mit Verwal-

tungsvollmacht vom 12. März 2007 die Befugnis eingeräumt, diese Vermögens-

werte ohne ihre weitere Mitwirkung zu verwalten. Die Privatklägerin habe gewollt, 

dass das dem Beschuldigten zur Verwaltung überlassene Geld "arbeite" und ein 

kleiner Gewinn entstehe. Ihr sei wichtig gewesen, dass das Vermögen verfügbar 

sei, wenn sie es brauche. Anlässlich des Beratungsgesprächs habe sie das For-

mular "Beratungsprotokoll Vermögensverwaltung" unterzeichnet, wobei in sämtli-

chen Auswahlfeldern bereits vorgedruckte Kreuze angebracht gewesen seien. 

 Ab August 2007 habe der Beschuldigte damit begonnen, Aktien der E._____ 

AG aus dem privaten Bestand von F._____ an Investoren zu verkaufen, wobei 

dieser pro verkaufte Aktie Fr. 2.50 erhalten habe und der diesen Betrag überstei-

gende Anteil am Kaufpreis für ihn bestimmt gewesen sei. Im Rahmen seiner Ver-

mögensverwaltungstätigkeit für die Privatklägerin habe er in deren Namen und 

auf deren Rechnung am 17. August 2007 3'750 Aktien der E._____ AG zum 

Stückpreis von Fr. 4.– für insgesamt Fr. 15'000.– aus dem Bestand von F._____ 

erworben. Die E._____ AG sei im Sommer 2007 ein Sanierungsfall gewesen, was 

dem Beschuldigten bekannt gewesen sei. Unter diesen Umständen habe eine In-

vestition in die E._____ AG im Umfang von ca. 20% des damaligen Gesamtport-

foliowertes dem Risikoprofil der Privatklägerin widersprochen. Überdies habe für 

den Beschuldigten bei diesem Aktienkauf ein erheblicher Interessenkonflikt be-

standen, da er für F._____ als Vermittler für Aktien der E._____ AG tätig gewesen 

sei und ihm dafür Provisionszahlungen in Aussicht gestanden hätten. Der Be-

schuldigte habe somit in pflichtwidriger Weise über das von ihm zu verwaltende 

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Vermögen der Privatklägerin verfügt, was er gewusst und gewollt resp. in Kauf 

genommen habe. 

 Durch das pflichtwidrige Verfügen über das Vermögen der Privatklägerin mit 

diesem Aktienkauf vom 17. August 2007 habe der Beschuldigte dieser einen 

Vermögensschaden verursacht, zumal über die E._____ AG am 11. Dezember 

2008 der Konkurs eröffnet worden sei. Der Vermögensschaden bestehe in der 

vollen Höhe des Kaufpreises von Fr. 15'000.–, evt. in der Differenz zwischen dem 

wirklichen Wert der Aktie von Fr. 0.50 oder Fr. 2.20 und dem bezahlten Kaufpreis 

von Fr. 4.–. 

 Die Aktie der E._____ AG habe am 17. August 2007 einen wirklichen Wert 

von maximal Fr. 0.50, eventualiter von Fr. 2.20, pro Aktie aufgewiesen. Der Be-

schuldigte habe keinen Anspruch darauf gehabt, der Privatklägerin Aktien zu ei-

nem Preis zu verkaufen, welcher den damaligen wirklichen Wert derart massiv 

überstiegen habe. Er habe von der Unrechtmässigkeit der Bereicherung gewusst 

und die Bereicherung von F._____ – von welcher er in dem den Betrag von 

Fr. 2.50 übersteigenden Ausmass selbst profitieren sollte – willentlich herbeige-

führt resp. zumindest in Kauf genommen. 

 2. Mit Ausnahme der letzten Phase der staatsanwaltschaftlichen Schluss-

einvernahme vom 5. März 2015 (Urk. 4 S. 004146 ff.), machte der Beschuldigte in 

seinen übrigen Befragungen zum Anklagevorwurf weitestgehend vom Aussage-

verweigerungsrecht Gebrauch (Urk. 4 S. 004002 ff.; Urk. 4 S. 004041 ff.; Urk. 4 

S. 004086 ff.; Urk. 4 S. 004133 ff.). Vor Vorinstanz bestätigte er seine früheren 

Zugaben, wonach es zutreffe, dass die Privatklägerin am 12. März 2007 einen 

Vermögensverwaltungsvertrag mit der C._____ Consulting abgeschlossen und 

eine Verwaltungsvollmacht (Urk. ND 2 S. 001066) unterzeichnet habe und er am 

17. August 2007 3'750 Aktien der E._____ AG zu einem Stückpreis von Fr. 4.– für 

sie erworben habe. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, damals regelmäs-

sig mit der Privatklägerin Kontakt gehabt zu haben, per Telefon, schriftlich oder an 

verschiedenen Terminen bei ihm im Büro, wo sie die Anlagen in deren Depot im-

mer wieder besprochen hätten. Sie habe ihm klar gesagt, dass sie das Geld ge-

erbt habe und langfristig nicht brauche. Er habe mit der Privatklägerin immer ein 

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sehr gutes Einvernehmen gehabt, bis sich Herr X._____ eingeschaltet habe. 

Ebenfalls bestätigte der Beschuldigte vor Vorinstanz, dass er Kenntnis des Be-

richtes der G._____  AG zur Bewertung der E._____ AG vom 11. Oktober 2006, 

des Businessplanes der E._____ AG vom 11. Dezember 2006, des Fact Sheets 

E._____ AG von Mai 2007, des Prospekts "Wachsen mit E._____ AG" von Juni 

2007, des Berichtes der Revisionsstelle der E._____ AG, inklusive geprüfter Jah-

resrechnung für das Geschäftsjahr 2006/2007 vom 23. Juli 2007, und der Han-

delsregisterakten der E._____ AG gehabt und trotzdem darauf geschlossen habe, 

dass sich eine Investition lohne. Für ihn sei die E._____ AG im Sommer 2007 

kein Sanierungsfall gewesen. Er habe erst im Mai 2008 gemerkt, dass sie ein Sa-

nierungsfall gewesen sei bzw. allenfalls Konkurs anmelden müsse (Urk. 4 

S. 004016 = S. 9; Urk. 4 S. 004041 ff., insbes. S. 2 f.; Urk. 4 S. 004146 ff.; Prot. I 

S. 16, S. 24 ff.). 

 An dieser Darstellung hielt der Beschuldigte auch anlässlich der Berufungs-

verhandlung fest (Prot. II S. 10 ff.). 

 3. Der Anklagesachverhalt ist daher aufgrund der Untersuchungsakten und 

der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisre-

geln zu prüfen. 

 3.1. Die Grundsätze der richterlichen Beweis- und Aussagenwürdigung wur-

den im angefochtenen Urteil zutreffend wiedergegeben. Es kann darauf verwie-

sen werden (Urk. 67 S. 6 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 3.2. Als zur Erstellung des Sachverhalts dienende Beweismittel wurden im 

angefochtenen Urteil lediglich die Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin 

und jene von F._____ sowie "diverse Urkunden", aufgeführt (Urk. 67 S. 13). Als 

wesentliche Beweismittel liegen insbesondere vor: 

(1) Beratungsprotokoll Vermögensverwaltung vom 12. März 2007 (Ord-

ner 3, Urk. ND 2 S. 001064), 

(2) Verwaltungsvollmacht zwischen der C._____ Consulting und der Pri-

vatklägerin vom 12. März 2007 (Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001066), 

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(3) Kontoeröffnungsvertrag der Privatklägerin bei H._____ vom 15. März 

2007 (Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001065), 

(4) Bericht der G._____ AG zur Bewertung der E._____ AG vom 11. Okto-

ber 2006 (Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 S. 011252), 

(5) Businesspläne der E._____ AG vom 11. Dezember 2006 und vom 

September 2008 (Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 S. 011180, 011223 f., 

S. 011106 ff.), 

(6) Fact Sheet E._____ AG von Mai 2007 (Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 

S. 011104 f., vgl. auch S. 011074 f.: Stand September 2007 und März 

2008), 

(7) Das offenbar "vertrauliche Dokument" "Wachsen mit E._____ AG" von 

Juni 2007 (Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 S. 011170 ff.), 

(8) Bericht der I._____ Treuhand AG, … Zürich, Revisionsstelle der 

E._____ AG, inkl. geprüfter Jahresrechnung und Bilanz für das Ge-

schäftsjahr 2006/2007 vom 23. Juli 2007 (Ordner 5 Urk. ND 2 

005905 ff.), 

(9) Handelsregisterauszug der E._____ AG vom 29. August 2007 (Ord-

ner 11 Urk. ND 2 S. 100355; vgl. auch Ordner 3 Urk. ND 2 S. 001068). 

 3.3. Zum Überblick sind zunächst nochmals die wesentlichen Aussagen des 

Beschuldigten und der Privatklägerin zum Anklagevorwurf zusammengefasst wie-

derzugeben. 

 3.3.1. Anlässlich seiner ersten Befragung durch die Stadtpolizei Zürich vom 

25. Juli 2013 machte der Beschuldigte – damals noch als Verzeigter wegen Un-

gehorsams gegen eine amtliche Verfügung, nachdem er mit Verfügung des Ein-

zelrichters des Bezirksgerichtes Hinwil vom 8. Juli 2010 verpflichtet worden war, 

der Privatklägerin Einsicht ins Aktienbuch zu gewähren und Auskunft zu erteilen – 

im Beisein seiner damaligen Verteidigung vom Recht auf Aussageverweigerung 

Gebrauch (Ordner 4, Urk. 4 S. 004002 ff.). Anlässlich der gleichentags anschlies-

send durchgeführten zweiten polizeilichen Befragung, diesmal zum eigentlichen 

Anklagevorwurf, blieb der Beschuldigte im Wesentlichen dabei, keine Stellung zu 

nehmen und bezeichnete den Vorwurf, das anvertraute Geld nicht vereinbarungs-

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gemäss investiert zu haben, als haltlos. Er habe die Privatklägerin jeweils über die 

Risiken aufgeklärt, bevor er von ihrem Geld in das ausgewählte Produkt investiert 

habe. Er habe sie auch vollumfänglich darüber aufgeklärt, dass er die J._____ 

Vermögensverwaltung AG gegründet habe (Ordner 4, Urk. 4 S. 004008 ff.). Auf 

Ergänzungsfragen seiner Verteidigung gab er alsdann zu Protokoll (ebenda, 

004016 = S. 9), er habe damals regelmässig mit der Privatklägerin Kontakt ge-

habt, per Telefon, schriftlich oder anlässlich verschiedener Termine bei ihm im 

Büro, wo sie die Anlagen in deren Depot immer wieder besprochen hätten. Sie 

habe ihm klar gesagt, dass sie das Geld geerbt habe und langfristig nicht brau-

che. Er habe mit der Privatklägerin immer ein sehr gutes Einvernehmen gehabt, 

bis sich Herr X._____ eingeschaltet habe. 

 3.3.2. Anlässlich seiner ersten staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 

11. September 2014 gab der Beschuldigte in Anwesenheit seiner damaligen Ver-

teidigung im Wesentlichen zu Protokoll (Ordner 4, Urk. 4 S. 004041 ff.), er sei der 

alleinige Geschäftsführer, wirtschaftlich Berechtigte und Einzelzeichnungsberech-

tigte der C._____ Consulting gewesen. Er sei mit keiner seiner Firmen Mitglied 

des Verbandes Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) gewesen. Es sei zu-

treffend, dass die Privatklägerin gemäss Beratungsprotokoll (Ordner 3, Urk. ND 2 

S. 001064) am 12. März 2007 einen Vermögensverwaltungsvertrag mit der 

C._____ Consulting abgeschlossen und eine Verwaltungsvollmacht (Ordner 3, 

Urk. ND 2 S. 001066) unterzeichnet habe. Nur er habe dieses Depot bewirtschaf-

tet. Ob es weitere Vertragsdokumente gebe und zu allen weiteren Fragen wollte 

er zu jenem Zeitpunkt nicht sagen (Ordner 4, Urk. 4 S. 004041 ff., insbes. S. 4 –

16). 

 3.3.3. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 5. März 2015 

machte der Beschuldigte in Anwesenheit seiner damaligen Verteidigung bei Fra-

gen zu den Anklagevorwürfen wiederum vom Aussageverweigerungsrecht Ge-

brauch (Ordner 4, Urk. 4 S. 004086 ff.). 

 3.3.4. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 

5. März 2015 bestätigte der Beschuldigte die ersten beiden Vorhalte betr. Grün-

dung der C._____ Consulting, deren Zweck, etc. sowie den Abschluss des Ver-

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mögensverwaltungsvertrages mit der Privatklägerin vom 12. März 2007 über eine 

Summe von Fr. 80'000.–, etc., mit "Ja", machte nach einem entsprechenden Hin-

weis der Verteidigung fortan aber wieder integral vom Aussageverweigerungs-

recht Gebrauch (Ordner 4, Urk. 4 S. 004133 ff.). Erst am Ende der Schlusseinver-

nahme machte er geltend (Urk. 4 S. 004146 ff.), dass die Investition rechtens ge-

wesen sei und er die Privatklägerin per Telefon und mehrere Male bei Zusam-

menkünften über den Stand der Investitionen informiert habe. Sie sei zu jedem 

Zeitpunkt über die Chancen und Risiken, insbesondere über dieses Investment 

(gemeint: E._____) informiert gewesen. Er glaube, die Privatklägerin auch am 

3. November 2008 in seinem Büro getroffen zu haben. Er habe ihr den Sachver-

halt nochmals detailliert dargelegt und mit Kontrollfragen sichergestellt, dass sie 

diesen auch verstanden habe. Erst nach der Kündigung am 17. Juni 2009 durch 

ihren Anwalt habe sie sich nicht mehr richtig an dieses Gespräch erinnern wollen. 

Die Investition in E._____ Aktien sei mit der Privatklägerin besprochen worden, 

inklusive Risiken, auch eines möglichen totalen Verlustes, worauf sie ihr aus-

drückliches Einverständnis zu diesem Investment erklärt habe. Er sei sich selber 

absolut sicher gewesen, dass dieses Investment in E._____ Aktien eine sehr gute 

Investition sei. Er wolle auch noch anmerken, dass die Privatklägerin auch schrift-

lich angekreuzt habe, dass sie den Prospekt "Besondere Risiken im Effektenhan-

del" gelesen und verstanden habe. Auch die Privatklägerin habe er mit J._____-

Aktien schadlos halten wollen. Leider habe es diese nicht für nötig gehalten, diese 

Aktien von ihm zu kaufen. Sie hätte dabei nur ca. Fr. 150.– an ihn bezahlen müs-

sen. Wäre sie seine Kundin geblieben, wäre ihr gesamter "Verlust E._____" heute 

vollumfänglich ausgeglichen worden. Ihm komme kein anderer seiner übrigen 

Kunden in den Sinn, der aus der Investition E._____ heute einen Verlust auszu-

weisen habe. Herr X._____ habe ihm vor Bezirksgericht in Anwesenheit seines 

damaligen Verteidigers mitgeteilt, dass er alles unternehmen würde, um ihn zur 

Strecke zu bringen bzw. fertigzumachen (ebenda, S. 004150 ff.). 

 3.3.5. Vor Vorinstanz blieb der Beschuldigte dabei und bestritt jegliche 

Schädigungs- und Bereicherungsabsicht. Er anerkannte weiterhin das Bestehen 

des Vermögensverwaltungsmandates und den Kauf der 3'750 Aktien der E._____ 

AG vom 17. August 2007 zu einem Preis von Fr. 4.– pro Aktie für die Privatkläge-

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rin. Bezüglich des Wertes der Aktie und der Preisbestimmung verwies er auf die 

Bewertung durch die G._____. Später sei die Aktie auch an der OTC-Börse der 

K._____ [Bank] zu Fr. 4.– pro Stück verkauft bzw. bewertet worden (Prot. I 

S. 15 ff., S. 27 f.). Zur Frage, weshalb er selbst die gleiche Aktie für Fr. 2.20 pro 

Stück erworben habe, während er diese für die Klägerin zu Fr. 4.– pro Aktie be-

zogen habe, wollte er sich nicht äussern. Mit den für sich selbst erworbenen Ak-

tien der E._____ habe er einen hohen Verlust erlitten, wie hoch, könne er nicht 

sagen (Prot. I S. 17 f.). Die finanziellen Probleme der E._____ AG gemäss Bilanz 

und Erfolgsrechnung per 31. März 2007 vom 23. Juli 2007 seien für ihn "kein 

Problem" gewesen. Es sei ihm plausibel aufgezeigt worden, dass noch 1 Million 

fehle, um das Produkt (die "Lärmvernichtungsmaschine") auf den Markt zu brin-

gen. Hätte dieses Produkt funktioniert, wäre es ein Selbstläufer gewesen. Er habe 

gedacht, 5 bis 10 Millionen Franken aufzutreiben, würde kein Problem sein. Letzt-

lich sei Geld von Investoren in dieser Grössenordnung geflossen (Prot. I S. 23 f.). 

Im Mai 2008 habe er gemerkt, dass die E._____ AG ein Sanierungsfall gewesen 

sei, als ein Mitarbeiter der Gesellschaft ihm dies erzählt habe. Im September 2008 

habe er gemerkt, dass es mit der E._____ AG kein gutes Ende nehmen werde, 

weshalb er einen Brief an alle Aktionäre, auch die Privatklägerin, geschrieben ha-

be (Prot. I S. 26 f.). 

 3.3.6. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung blieb der Beschuldigte 

bei seinen bisherigen Aussagen, wobei er ergänzend anfügte, dass die Privatklä-

gerin ihm ganz klar gesagt habe, dass sie das investierte Geld geerbt habe und 

sie dieses bis zu ihrer Pension nicht antasten wolle bzw. es für sie so sei, als ob 

dieses Geld zurzeit nicht verfügbar sei (Prot. II. S. 11). 

 3.4. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 4. Juli 2013, mithin ca. 

sechs Jahre seit den anklagegegenständlichen Geschehnissen, gab die Privat-

klägerin im Wesentlichen zu Protokoll (Ordner 4, Urk. ND 2 S. 004019 ff.), 

L._____, ein Kollege ihres damaligen Freundes, habe ihr den Beschuldigten für 

die Verwaltung ihres Vermögens empfohlen. Sie habe Fr. 100'000.– geerbt. Da-

von habe sie Fr. 80'000.– beim Beschuldigen angelegt und Fr. 20'000.– bei 

L._____. Da sie über ihren Freund in Kontakt mit diesen Leuten gekommen sei, 

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habe es kein Misstrauen gegeben. Sie habe diesen Leuten einfach vertraut. Sie 

habe sich nicht über mögliche alternative Geldanlagen erkundigt und keine 

Kenntnisse über Aktiengeschäfte oder Ähnliches gehabt. Es sei alles neu für sie 

gewesen, weshalb sie auch alles geglaubt habe, was man ihr erzählt habe. Bei 

einem einzigen, ca. einstündigen Beratungsgespräch im Jahre 2007 bei ihr zu 

Hause habe sie dem Beschuldigten gesagt, es sei ihr wichtig, jederzeit über das 

Geld verfügen zu können und dass dieses arbeite. Der Beschuldigte habe gesagt, 

dass er dies so machen werde. Sie habe sich von der Investition einen kleinen 

Gewinn erhofft. Mit einem Teil- oder Totalverlust des investierten Geldes habe sie 

nicht gerechnet. 

 3.4.1. Die Privatklägerin hätte online auf ihr Bankkonto bei der H._____ zu-

greifen können, habe diese Möglichkeit aber nie genutzt, da sie damals von Com-

putern und Internet nichts verstanden habe. Zur Anlagestrategie und zum Risi-

koprofil befragt, erklärte sie, es habe ein Formular gegeben, auf welchem die 

Kreuze bereits angebracht gewesen seien. Dieses habe sie unterzeichnet. Münd-

lich sei vereinbart worden, dass sie jederzeit über das Geld verfügen könne und 

dass kein Risiko bestehe. Dies habe ihr der Beschuldigte so versprochen. Erst im 

Nachhinein habe Herr X._____ ihr erklärt, was der Beschuldigte tatsächlich mit ih-

rem Geld gemacht habe. Erst von Frau I._____, welche ihre Steuererklärung ge-

macht habe, sei sie darauf aufmerksam gemacht worden, dass etwas nicht in 

Ordnung sei. Zwischendurch habe sie auch erfahren, dass die Fr. 20'000.–, wel-

che sie bei L._____ angelegt habe, nichts mehr wert gewesen seien. Der Be-

schuldigte habe ihr dann gesagt, dass er und L._____ ein Depot hätten, um sol-

che Verluste bei Kunden auszugleichen. Der schriftliche Vermögensverwaltungs-

vertrag sei vermutlich dieser Zettel gewesen, den sie unterzeichnet habe. Sie hät-

ten keinen bestimmten Zeitraum abgemacht. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, 

dass sie jederzeit auf ihr Geld zugreifen könne. Mit einem Totalverlust habe sie 

nie gerechnet. Ob das Anlegen von Geld in Aktien Gegenstand im Beratungsge-

spräch gewesen sei, wisse sie nicht mehr. Sie habe dem Beschuldigten vertraut 

und vom Ganzen überhaupt nichts verstanden. Weshalb die gesamten 

Fr. 80'000.– in Aktien angelegt worden seien, wisse sie nicht. Davon, in welche 

Aktien die Fr. 80'000.– investiert würden, habe der Beschuldigte ihr nie etwas ge-

- 15 - 

sagt, ansonsten sie sich an Firmennamen erinnern würde. Sie wisse daher nicht, 

in welche Aktien das Geld angelegt worden sei. Sie habe nur den Gesamtwert 

gesehen, womit es für sie in Ordnung gewesen sei. Erst als Frau I._____ ihr die 

Steuererklärung erstellt habe, sei sie vor vollendete Tatsachen gestellt worden. 

Beim Beratungsgespräch habe der Beschuldigte vom Wachsen und Pflücken von 

Erdbeeren gesprochen und ihr eine Graphik mit Wachstumslinien gezeigt. So ha-

be er ihr das Wachstum des Geldes erklärt. Über die E._____ AG habe er ihr 

nichts erzählt. Der Beschuldigte habe sicher von Gewinn gesprochen, sie wisse 

aber nicht mehr von wie viel. Später seien dann Briefe gekommen, in denen von 

4% die Rede gewesen sei (ebenda, S. 004022 ff.). 

 3.4.2. Sie habe online auf das bei H._____ eröffnete Bankkonto zugreifen 

können, damals aber nichts von Computern und Internet verstanden. Der Be-

schuldigte habe angeboten, ihr dies zu zeigen. Es sei aber nie dazu gekommen. 

Sie selber habe nie darauf zugegriffen. Erst später habe ihr Anwalt dies gemacht. 

Auch die Aktienverläufe habe sie nicht mitverfolgt. Sie habe einfach das Total des 

Kontoauszuges angeschaut. Solange es mehr als Fr. 100'000.– gewesen sei, sei 

es für sie okay gewesen. Erst ihre Treuhänderin, Frau I._____ habe sie darauf 

aufmerksam gemacht, dass Ende 2008 nur noch die Hälfte der Fr. 80'000.– auf 

dem Konto gewesen sei. Sie habe Zweifel bekommen und den Beschuldigten 

kontaktiert. Deshalb sei sie zu ihm gegangen und habe ihr gesamtes Geld zu-

rückverlangt. Der Beschuldigte habe ihr dann gesagt, dies sei nicht möglich, da 

das Geld langfristig angelegt sei. Der Beschuldigte sei wieder mit den Erdbeeren 

gekommen und nicht auf ihre Fragen eingegangen. Den Verlust habe er nicht be-

gründet. Wie es dazu gekommen sei, dass schliesslich 56'000 Aktien der J._____ 

Vermögensverwaltung AG auf ihr H._____ Konto eingebucht gewesen seien, wis-

se sie nicht. Der Beschuldigte habe die Vollmacht gehabt. Sie habe damals nichts 

von dieser Sache verstanden. Das Depot habe dann wieder Fr. 107'000.– aufge-

wiesen, welche Ende Jahr ausgewiesen worden seien. Sie habe den Kurs der Ak-

tien nicht gekannt. Ihr Anwalt habe sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass 

mit dem Kurswert dieser Aktien etwas nicht stimme (ebenda, S. 004022 ff.). 

- 16 - 

 Ihre finanziellen Verluste würden total Fr. 36'000.– betragen. Sie habe von 

den Fr. 80'000.– vom Beschuldigten Fr. 44'000.– zurückerhalten (ebenda, 

S. 004025). 

 3.4.3. Anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 11. Septem-

ber 2014 (Ordner 4, Urk. ND 2 S. 004026 ff.) bestätigte die Privatklägerin in An-

wesenheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung ihre bisherigen Aussagen. 

Ihr sei es wichtig gewesen, dass sie jederzeit auf das Geld hätte zugreifen kön-

nen, falls sie es gebraucht hätte. In Sachen Geldanlagen und Vermögensverwal-

tung habe sie null Erfahrung gehabt. Sie wisse gar nicht mehr genau, welche Un-

terlagen der Beschuldigte ihr während des Vermögensverwaltungsmandates zu-

geschickt habe. Sie habe einmal eine Einladung zu einer Versammlung bekom-

men und jeweils Ende Jahr einen Auszug, auf dem sie habe sehen können, wie 

viel Geld vorhanden gewesen sei. Von der Frau, welche ihr die Steuererklärung 

gemacht habe, sei sie darauf aufmerksam gemacht worden, dass eine Aktie, sie 

glaube die E._____, mit Fr. 20'000.– drinstehe, aber eigentlich gar keinen Wert 

mehr habe. Andernfalls würde sie heute noch denken, dass alles in Ordnung sei. 

Über die Firmen, deren Aktien der Beschuldigte in ihr Depot aufgenommen habe, 

namentlich über die E._____ AG, sei sie vom Beschuldigten nicht informiert wor-

den. Auch selbst habe sie sich nicht darüber informiert. Dass über die E._____ 

AG am 11. Dezember 2008 der Konkurs eröffnet wurde, habe sie von der Frau er-

fahren, welche ihre Steuererklärung gemacht habe. Einen Brief des Beschuldigten 

über den Konkurs der E._____ AG habe sie nie erhalten. 

 3.5. Zur Ermittlung des Inhaltes des am 12. März 2007 zwischen dem Be-

schuldigten und der Privatklägerin abgeschlossenen Vermögensverwaltungsver-

trages liegen als Personalbeweismittel einzig die vorstehend wiedergegebenen 

Aussagen beider Vertragsparteien und als Sachbeweismittel das Beratungsproto-

koll vom 12. März 2007 (Urk. 38/1 = Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001064), der Vermö-

gensverwaltungsvertrag/Verwaltungsvollmacht zwischen der C._____ Consulting 

und der Privatklägerin vom 12. März 2007 (Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001066) sowie 

der Kontoeröffnungsvertrag der Privatklägerin bei H._____ vom 15. (März) 2007 

(Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001065), vor. Obwohl der Beschuldigte geltend machte, 

- 17 - 

die Privatklägerin habe auch schriftlich angekreuzt, dass sie den Prospekt "Be-

sondere Risiken im Effektenhandel" gelesen und verstanden habe, befand sich 

bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung kein "Prospekt Besondere Risiken im 

Effektenhandel" in den Akten. An der betreffenden Stelle auf dem von der Privat-

klägerin am 12. März 2007 unterzeichneten Beratungsprotokoll befindet sich zwar 

ein Kreuz vor "Abgabe Informationen zu besonderen Risiken im Effektenhandel" 

(Urk. 38/1 = Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001064), dennoch lässt sich nicht eruieren, 

worin solche Informationen an die Privatklägerin bestanden haben könnten und in 

welcher Form diese erbracht worden sein könnten. Die Privatklägerin bestreitet, 

solche Informationen vom Beschuldigten erhalten zu haben. Ein solches Doku-

ment befindet sich denn auch nicht in ihrem Kundendossier (Urk. 37 f.), und die 

von der Verteidigung schliesslich erst vor Vorinstanz eingereichte Broschüre von 

H._____ trägt kein Erscheinungsdatum, so dass nicht einmal eruiert werden kann, 

ob es sich um eine Ausgabe handelt, welche am 12. März 2007 bereits erschie-

nen war (Urk. 52/1). Es fehlt daher an einem Sachbeweis dafür, dass die Privat-

klägerin den Prospekt betreffend besondere Risiken im Effektenhandel tatsächlich 

erhalten hätte. Zudem hätte es für den Beschuldigten aufgrund seines bisherigen 

Kontakts zur Privatklägerin auch ohne Weiteres erkennbar sein müssen, dass 

diese, selbst wenn sie den fraglichen Prospekt erhalten hätte, die darin enthalte-

nen Informationen ohne seine Mithilfe wohl nicht hätte verstehen können (vgl. 

nachfolgend, Erw. III.3.5.1.) Schliesslich konnte sich die Privatklägerin mehr als 

sechs Jahre nach den anklagegegenständlichen Geschehnissen anlässlich ihrer 

Befragungen verständlicherweise auch nicht mehr verlässlich genug an Details 

über die Kontakte mit dem Beschuldigten und deren Gegenstand erinnern. So 

wusste sie beispielsweise nicht mehr, ob das Anlegen von Geld in Aktien Gegen-

stand des Beratungsgesprächs gewesen sei (Ordner 4, Urk. ND 2 S. 004028 f.). 

 3.5.1. Hinzu kommt, dass die Privatklägerin geltend machte, damals über 

keine Kenntnisse in Sachen Geldanlagen und Vermögensverwaltung verfügt zu 

haben, vom Ganzen überhaupt nichts verstanden zu haben, und von ihrer Steu-

erberaterin (und erst in zweiter Linie durch ihren Rechtsvertreter) auf die Wertlo-

sigkeit der sich in ihrem Wertschriftendepot befindenden E._____ Aktien aufmerk-

sam gemacht worden zu sein. Auch von Computern habe sie damals nichts ver-

- 18 - 

standen und sei mit dem Internet nicht so vertraut gewesen (Ordner 4, Urk. ND 2 

S. 004028 ff.). Diese Angaben der damals erst 24-jährigen Privatklägerin sind 

glaubhaft, zumal sie wohl auch in ihrer Ausbildung und ihrem Beruf als Emp-

fangsdame keine Berührungspunkte zu dieser Branche aufwies. Der Beschuldigte 

schien dies ebenfalls bemerkt zu haben, was untrüglich daraus hervorgeht, dass 

er ihr Vorgänge bei Vermögensanlagen, wie er mit seinen Aussagen bestätigte 

(Ordner 4, Urk. ND 2 S. 004148), mit Erdbeeren zu erklären versuchte (Ordner 4, 

Urk. ND 2 S. 004022, S. 004033) und offenbar mit Kontrollfragen sicherstellen 

wollte, dass sie seine Erklärungen verstanden habe (Ordner 4, Urk. ND 2 

S. 004148), so auch spätere Erklärungen in seinem Büro im November 2008 zum 

Kauf von Aktien der J._____ Vermögensverwaltung AG (Ordner 4, Urk. ND 2 

S. 004149). 

 3.5.2. Es ist daher auf der anderen Seite wenig glaubhaft, dass der Be-

schuldigte, wie er bereits bei der Polizei geltend gemacht hatte (Ordner 4, 

Urk. ND 2 S. 004016 und S. 004148), das Depot der Privatklägerin, wie von die-

ser bestritten, immer wieder mit ihr besprochen und sie darüber aufgeklärt habe, 

welche Anlagen sich darin befunden hätten, zumal sie dies nach dem Dargeleg-

ten (vorstehend, Erw. III.3.5.1.) damals ohnehin nicht leichthin verstanden hätte, 

wie dem Beschuldigten durchaus bewusst zu sein schien. Schriftliche Belege für 

solche von der Privatklägerin bestrittenen regelmässigen Besprechungen vor dem 

17. August 2007 gibt es jedenfalls nicht, insbesondere auch nicht in ihrem Kun-

dendossier (Urk. 37 f.), wie die Staatsanwaltschaft zutreffend geltend machte 

(Urk. 69 S. 6 Rz. 16). Auch der von der Verteidigung vor Vorinstanz eingereichte 

Auszug aus der Agenda des Beschuldigten vom 29. Januar 2008 (Urk. 51 S. 19 

Rz 12, S. 20 Rz 13; Urk. 52/5) hilft ihm nicht weiter, da dieser Eintrag einen Zeit-

punkt lange Zeit nach dem anklagegegenständlichen Kauf der E._____ Aktien 

vom 17. August 2007 betrifft. Dennoch lässt sich nicht erstellen, dass es sich 

beim Beratungsgespräch vom 12. März 2007 um das einzige Gespräch dieser Art 

handelte, wie dem Beschuldigten in der Anklageschrift zu Last gelegt wird 

(Urk. 16 S. 4 Ziff. II.8.), nachdem sich auch aus den Aussagen der Privatklägerin 

mehrere Kontakte mit ihm ergaben, welche diese zeitlich aber nicht mehr genau 

einzuordnen vermochte. 

- 19 - 

 3.5.3. Die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin zum Ver-

tragsinhalt, zu einer möglichen Anlagestrategie und der vom Beschuldigten ihr 

gegenüber angeblich geleisteten Informations- und Beratungshandlungen liegen 

weit auseinander. Das Beratungsprotokoll vom 12. März 2007 ist lediglich in Ko-

pie vorhanden, weshalb nicht mit Sicherheit zu beurteilen ist, ob alle Kreuze be-

reits im Voraus angebracht waren oder nicht (Urk. 38/1 = Ordner 3, Urk. ND 2 

S. 001064). Es lässt sich daraus auch nicht leichthin auf eine schlüssige Anlage-

strategie schliessen. Dasselbe trifft auf die Verwaltungsvollmacht zwischen der 

C._____ Consulting und der Privatklägerin vom 12. März 2007 zu (Ordner 3, 

Urk. ND 2 S. 001066). 

 3.5.4. Immerhin geben die in der Kopie des Beratungsprotokolls ersichtli-

chen, offenbar von Hand eingefügten Kreise (Urk. 38/1 = Ordner 3, Urk. ND 2 

S. 001064) gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass sich die Privatklägerin anläss-

lich des Beratungsgespräches für eine Investition der Fr. 80'000.– gemäss "Plan 

3" entschieden hat, da die Ziffer 3 mit einem solchen von Hand angebrachten 

Kreis versehen wurde. Damit beauftragte sie den Beschuldigten, das zu verwal-

tende Vermögen zu 50% in wachstumsorientierten Anlagen, insbesondere Aktien, 

anzulegen. Der Anlagehorizont der Privatklägerin kann als mittel- bis langfristig 

bezeichnet werden (fünf bis zehn Jahre [7. und 8. Kreuz auf dem Protokoll]; 

Urk. 38/1 = Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001064). Insoweit erweist sich der Anklagesa-

chverhalt als erstellt (Urk. 16 S. 4 Ziff. II.9.). Dies erscheint angesichts der eher 

beschränkten Risikobereitschaft der Privatklägerin – sie hätte sich mit einem klei-

nen Gewinn begnügt – und der angesichts ihrer vorhandenen Vermögenswerte 

eher geringen Risikofähigkeit als angemessen, widerspricht aber ihrer an sich 

nicht unglaubhaften Intention, bei Bedarf auf dieses Geld zugreifen zu können 

(Ordner 4, Urk. ND 2 S. 004020). Es lässt sich daher auch nicht ausschliessen, 

dass die Privatklägerin, angesichts der ihr damals fehlenden grundlegenden 

Kenntnisse über solche Geldanlagen, den Beschuldigten missverstanden haben 

könnte. Der erstmals anlässlich der Berufungsverhandlung vom Beschuldigten 

vorgebrachte Einwand, die Privatklägerin habe ihm gesagt, dieses Geld bis zu ih-

rer Pensionierung nicht antasten zu wollen, erweckt den Eindruck einer nachge-

schobenen Schutzbehauptung. 

- 20 - 

 3.5.5. Aber auch wenn in Übereinstimmung mit der Auffassung der Verteidi-

gung (Urk.  51 S. 28 f.; Urk. 78 S. 11 Rz 3) als erstellt betrachtet wird, dass sich 

die Privatklägerin beim Beratungsgespräch für eine Investition gemäss "Plan 3" 

entschieden hatte und den Beschuldigten damit beauftragte, die zu verwaltende 

Summe von Fr. 80'000.– bei einem Anlagehorizont von 5 resp. 10 Jahren maxi-

mal zu 50% in wachstumsorientierte Anlagen, insbesondere Aktien, anzulegen, 

wie es aus dem Beratungsprotokoll hervorzugehen scheint, ist in einem solchen 

Mandat nirgends ein Auftrag oder eine Ermächtigung an den Beschuldigten ent-

halten, rund einen Fünftel des von der Privatklägerin bei ihm angelegten Kapitals 

in Hochrisikopapiere zu investieren, bei welchen die konkrete Gefahr eines Total-

verlustes droht. Aus dem Beratungsprotokoll und den darauf angebrachten hand-

schriftlichen Ergänzungen ergibt sich offenkundig nicht, dass die Privatklägerin 

einer hochspekulativen Investition oder gar einem möglichen Totalverlust zuge-

stimmt hätte, wie der Beschuldigte später geltend machte (vgl. nachfolgend, 

Erw. III.3.7.1.). 

 3.6. Wenn im angefochtenen Urteil zu Gunsten des Beschuldigten erwogen 

wurde, dieser habe am 17. August 2007, dem Zeitpunkt des Erwerbes der 

E._____ Aktien für die Privatklägerin, ohne weiteres von einer Fortführung des 

Unternehmens E._____ AG ausgehen dürfen (Urk. 67 S. 22, Ziff. 4.5.2.), lässt 

auch die Vorinstanz die sich aus dem Revisionsbericht vom 27. Juli 2007 erge-

bende düstere Prognose in unzulässiger Weise bei der Beweiswürdigung ausser 

Acht. 

 3.6.1. Aus dem Bericht der I._____ Treuhand AG, … Zürich, Revisionsstelle 

der E._____ AG, welcher dem Beschuldigten bekannt war (Prot. I S. 24 f.), ergibt 

sich vielmehr (Ordner 5, Urk. ND 2 005905 f.), dass die Jahresrechnung der 

E._____ AG für das per 31. März 2007 abgeschlossene Geschäftsjahr einen Bi-

lanzverlust von Fr. 2,79 Mio. und eine "sehr angespannte Liquidität" aufwies und 

das Unternehmen im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR überschuldet war. Der Ver-

waltungsrat hatte offenbar einzig von einer Benachrichtigung des Richters abge-

sehen, da Gläubiger einen Rangrücktritt erklärt hatten. Ein Sanierungsfall war die 

E._____ AG somit bereits damals und nicht erst im Mai oder September 2008, 

- 21 - 

wie der Beschuldigte vorgibt, damals geglaubt zu haben (Prot. I S. 26 f.). Ausser-

dem wurde im Bericht ausdrücklich auf die Anmerkung im Anhang der Jahres-

rechnung hingewiesen, wonach eine wesentliche Unsicherheit bezüglich der Fort-

führungsfähigkeit des Unternehmens bestehe (Ordner 5, Urk. ND 2 S. 005919). 

Eine Fortführung der Gesellschaft war mithin alles andere als sicher, m.a.W. be-

reits in jenem Zeitpunkt und damit auch am 17. August 2007 ernsthaft gefährdet. 

Der betreffende Anklagesachverhalt ist somit erstellt (Urk. 16 S. 6, Ziff. 20). 

 3.6.2. Unter diesen Vorzeichen dem Beschuldigten zuzugestehen, er habe 

(im August 2007) "ohne Weiteres" von einer Fortführung der Gesellschaft ausge-

hen dürfen, erweist sich daher, jedenfalls im Zusammenhang mit der Beurteilung 

seiner gegenüber der Privatklägerin eingegangenen vertraglichen Vermögens-

verwaltungspflichten, als unzutreffend und unhaltbar; dies nicht zuletzt auch an-

gesichts des Umstandes, dass es sich beim von der E._____ AG auf den Markt 

zu bringenden Produkt um eine "Lärmvernichtungsmaschine" gehandelt haben 

soll: "Bei Erfolg locken Milliardenumsätze.", "Wir ersetzen Lärm mit unhörbarem 

Gegenlärm" (Prot. I S. 21 f.; Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 S. 011073 ff.; Urk. 16 

S. 5, Ziff. III.12.). Gegen Ende der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme 

vom 5. März 2015 meinte dann auch der Beschuldigte, allerdings rückblickend, es 

sei nur ihm zu verdanken, dass schlussendlich herausgefunden worden sei, dass 

das Produkt gar nicht marktfähig gewesen sei und gar nicht funktioniert habe, wie 

von F._____ vorgelogen worden sei (Ordner 4, ND 2 S. 004147). 

 3.7. Aktien einer Gesellschaft, deren Fortführung im Zeitpunkt des Erwerbes 

ihrer Beteiligungspapiere nicht sicher ist, erweisen sich selbstredend als äusserst 

risikobehaftet. Ein Kaufentscheid birgt die latente Gefahr, dass das investierte 

Kapital zu einem grösseren Verlust, allenfalls sogar Totalverlust, führt. Die Aktie 

der E._____ AG hatte demnach bereits im Zeitpunkt des Erwerbes vom 17. Au-

gust 2007 für die Privatklägerin, entgegen der vorinstanzlichen Beweiswürdigung 

(Urk. 67 S. 23), die Eigenschaften eines eigentlichen Hochrisikopapieres. Die In-

vestition, welche der Beschuldigte am 17. August 2007 für die Privatklägerin tätig-

te, war somit hochspekulativ. Der betreffende Anklagesachverhalt (Urk. 16 S. 7, 

Ziff. 21. erster Satz) erweist sich daher als erstellt. 

- 22 - 

 3.7.1. Dass eine derart hochspekulative Investition des Kapitals der Privat-

klägerin durch den Beschuldigten Gegenstand des am 12. März 2007 zwischen 

den beiden abgeschlossenen Vermögensverwaltungsvertrages gebildet hätte, wie 

der Beschuldigte geltend macht, ergibt sich weder aus dem Beratungsprotokoll 

vom 12. März 2007 oder generell aus dem Kundendossier der Privatklägerin 

(Urk. 37 f.) noch ist es aus anderen Gründen glaubhaft (vgl. vorstehend, 

Erw. III.3.5.5.). Darüber hinaus widerspricht es jeglicher Lebenserfahrung, dass 

die Privatklägerin einer Investition in eine Anlage, wie Aktien der E._____ AG, 

wissentlich zugestimmt hätte, wenn der Beschuldigte sie tatsächlich in einer für 

sie verständlichen Form darüber informiert hätte, dass dabei auch ein Totalverlust 

resultieren könnte, wie er am Ende der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinver-

nahme erstmals geltend machte (vorstehend, Erw. III.3.3.4.) und von der Privat-

klägerin ausdrücklich in Abrede gestellt wurde (vorstehend, Erw. III.3.4. ff.). Es 

kann daher nicht ernsthaft zu Gunsten des Beschuldigten angenommen werden, 

die Privatklägerin hätte bei der von ihr investierten Erbschaft von Fr. 80'000.– 

wissentlich in eine Investition in E._____ Aktien eingewilligt, welche die konkrete 

Gefahr eines totalen Verlustes oder eines namhaften Teils davon beinhaltet hätte. 

Hinzu kommt, dass auch der Beschuldigte bei der Polizei noch geltend gemacht 

hatte, die Privatklägerin habe ihm klar gesagt, dass sie das Geld geerbt habe und 

langfristig nicht brauche (vorstehend, Erw. III.2. und III.3.4.1.). Davon, dass sie ei-

nen möglichen Totalverlust wissentlich gebilligt hätte oder mit einem solchen habe 

rechnen müssen, war damals auch beim Beschuldigten noch nicht die Rede. Sei-

ne betreffende spätere Aussage erweist sich daher als nachgeschobene Schutz-

behauptung. Es ist somit erstellt, dass der Beschuldigte den Aktienkauf vom 

17. August 2007 ohne Wissen und Zustimmung der Privatklägerin getätigt hat 

(Urk. 16 S. 5, Ziff. III.16.). 

 3.7.2. Wenn der Beschuldigte sich überdies auf den Standpunkt stellte, die 

vorhandenen, gravierenden finanziellen Probleme gemäss Bilanz und Erfolgs-

rechnung per 31. März 2007 sowie des Revisionsberichtes vom 23. Juli 2007 sei-

en für ihn nicht relevant gewesen, die E._____ AG sei im Sommer 2007 für ihn 

kein Sanierungsfall gewesen, da er vorausgesehen habe, dass Investoren die zur 

Marktreife des Produktes und dessen Durchbruch benötigten Millionen investieren 

- 23 - 

würden (Prot. I S. 23 ff., S. 26; Prot. II S. 12 f.), ist ihm entgegenzuhalten, dass 

die finanzielle Situation der E._____ AG im Zeitpunkt des Erwerbes der E._____ 

Aktien für die Privatklägerin am 17. August 2007 für seinen Investitionsentscheid 

massgebend war und nicht irgendwelche unsicheren, später vielleicht noch flies-

senden Gelder Dritter. Alle Informationen, welche der Beschuldigten erst nach 

dem 17. August 2007 zur sicheren Kenntnis erlangen konnte, waren für seinen 

Investitionsentscheid für die Privatklägerin nicht mehr massgebend. Demgegen-

über durfte er die sich aus den Zahlen der Gesellschaft per 31. März 2007 und 

dem Bericht der Revisionsstelle vom 23. Juli 2007 offensichtlich ergebenden fi-

nanziellen Schwierigkeiten der E._____ AG bei dieser Investitionen nicht einfach 

ausser Acht lassen. 

 3.7.3. Die spätere finanzielle Situation der E._____ AG hatte sich in der Fol-

ge denn auch innert Jahresfrist entgegen den anderslautenden Beteuerungen des 

Beschuldigten vor Vorinstanz noch weiter massiv verschlechtert. Gemäss Jahres-

rechnung 2007/2008 betrug der Bilanzverlust inzwischen Fr. 6'233'743.–, beste-

hend aus Fr. 3'443'555.– Jahresverlust und Fr. 2'790'188.– Verlustvortrag aus 

dem Vorjahr (Ordner 2, Urk. HD, ND1 S. 006066 ff. [vgl. Traktandenliste, Ziff. 5]). 

Wie bereits ein Jahr zuvor (Ordner 5, Urk. ND 2 S. 005905 f., S.005919), hätte am 

31. März 2008 erneut eine Überschuldung gemäss Art. 725 Abs. 2 OR vorgele-

gen, wäre diese nicht wiederum durch eine Sanierungsmassnahme abgewendet 

worden, indem der damalige CEO der E._____ AG, F._____ (vgl. Ordner 9, 

Urk. HD, ND 1-3 S. 011230 f.), am 25. März 2008 seine übrigen Darlehen gegen-

über der E._____ AG im Totalbetrag von Fr. 1'210'000.– offenbar in ein Wandel-

darlehen mit Rangrücktritt umgewandelt hatte (Ordner 2, Urk. HD, ND1 

S. 006068; Ordner 2 Urk. HD, ND 2 S. 006047 ff.). Es wirkt wenig überzeugend, 

dass die E._____ AG im März 2008 auf diese Weise durch deren CEO erneut sa-

niert werden musste, wenn anlässlich von Produktdemonstrationen im Juni, Au-

gust und Oktober oder November 2007 angeblich verschiedene Leute tatsächlich 

so begeistert gewesen sein sollen, so auch mehrere Vertreter von M._____ 

[Bank] und N._____ [Bank], dass es ihnen angeblich "kalt den Rücken hinunter-

lief" und Dritte zu jener Zeit namhafte Beträge investiert hätten, wie der Beschul-

digte noch vor Vorinstanz glauben machen wollte (Ordner 4, Urk. ND 2 

- 24 - 

S. 004146 f.; Prot. I S. 21 ff.). Als rückwirkend betrachtet interessant erweist sich 

in diesem Zusammenhang auch ein Blick in den (späteren) Businessplan 2008, 

welchem unter dem Titel "8.3 Patents summary" zu entnehmen ist, dass selbst im 

September 2008 nach wie vor ein Grossteil der aufgeführten technischen Patente 

erst den Status "submitted" aufgewiesen haben sollen, somit erst angemeldet wa-

ren. Gesichert waren dagegen offenbar im Wesentlichen bloss Patente für Laut-

sprecherdesigns und die Trademark (Ordner 9, HD, ND 1-3 S. 011133). 

 3.8. Aus denselben Gründen kann der Beschuldigte, entgegen den vorin-

stanzlichen Erwägungen (Urk. 67 S. 22, Ziff. 4.5.3.), auch nichts zu seinen Gun-

sten daraus ableiten, dass die Aktien der E._____ AG offenbar bei der K._____ 

gehandelt wurden. Dies war erst im Jahre 2008 der Fall, mithin über sieben Mo-

nate nach dem Erwerb der Titel für die Privatklägerin. Die Aktien wurden durch 

den Verwaltungsrat der E._____ AG überdies erst per 1. April 2008 an der OTC-

Plattform der K._____ gelistet, dies aber nur für sehr kurze Zeit, bis am 5. Juni 

2008 (Ordner 5, Urk. ND 2 S. 006105). Die dortige Höhe des Stückpreises von 

Fr. 4.– war daher bloss vorübergehender Natur und keine verlässliche Referenz-

grösse, worauf auch die Staatsanwaltschaft zutreffend hingewiesen hat (Urk. 69 

S. 7 Rz. 21). Ausserdem war bereits anlässlich der ausserordentlichen General-

versammlung der E._____ AG vom 10. April 2008 kritisch danach gefragt worden, 

was unternommen werde, um einen Kurssturz der E._____ Aktie an der OTC 

Börse zu verhindern (Ordner 2, Urk. HD ND 1 S. 006053, 006059, 006063, 

006069). All dies sind zumindest gewichtige Indizien dafür, dass man sich auch 

an diesen Stellen des tatsächlich weit tieferen Wertes der Aktie bewusst war. 

Dass auch der Beschuldigte über diese Vorgänge bestens im Bilde war, ergibt 

sich u.a. aus seinem eigenen eingeschriebenen Brief an die Verwaltungsräte der 

E._____ AG vom 23. Mai 2008, in welchem er selbst eine (weitere) ausserordent-

liche Generalversammlung der E._____ AG beantragt und Anträge zum Thema 

gestellt hatte (Ordner 2, Urk. HD, ND 1 S. 006063 f.). 

 3.9. Soweit der Beschuldigte sich im Zusammenhang mit der Bewertung der 

E._____ AG und dem Preis pro Aktie im August 2007 auf die G._____-Bewertung 

(Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 S. 011252; Prot. I S. 15 ff., S. 27 f.) beruft, blendet er 

- 25 - 

erneut den zeitlichen Aspekt aus. Die Bewertung der G._____ stammt vom 11. 

Oktober 2006. In dieser Bewertung wurde unter dem Titel "DISCLAIMER" im Üb-

rigen ausdrücklich auf folgendes hingewiesen (ebenda, S. 011256): 

 "Dieses Dokument ist von der G._____ AG am 11. Oktober 2006 erstellt worden 

und dient ausschliesslich Informationszwecken. Die im Bericht verarbeiteten Infor-

mationen basieren auf Angaben der E._____ AG sowie weiterer öffentlich zugängli-

cher Quellen, welche die G._____ AG nicht prüfte bzw. nicht unabhängig überprü-

fen liess, so dass die G._____ AG nicht für deren Richtigkeit und Vollständigkeit ga-

rantieren kann. Die Bewertung basiert auf Annahmen und Schätzungen zur zukünf-

tigen Markt- und Unternehmensentwicklung, welche uns vom Management der 

E._____ AG zur Verfügung gestellt wurde(n)….". 

 3.9.1. Der G._____-Bewertung vom 11. Oktober 2006 kam im Sommer 2007 

daher nicht mehr dasselbe Gewicht zu, wie den beim Aktienkauf für die Privatklä-

gerin am 17. August 2007 weit aktuelleren und verlässlicheren düsteren Zahlen 

aus der Bilanz und Erfolgsrechnung der E._____ AG per 31. März 2007 (Ord-

ner 5, Urk. ND 2 S. 005905 f., S. 005919), wie auch die Staatsanwaltschaft zutref-

fend festhielt (Urk. 69 S. 6 Rz. 19). 

 3.9.2. Nicht anders verhält es sich mit dem Businessplan der E._____ AG 

vom 11. Dezember 2006 (Ordner 9, Urk. HD, ND 1-3 S. 011180, 011223 f.). Die 

aus der Bilanz und der Erfolgsrechnung der E._____ AG per 31. März 2007 er-

sichtlichen Zahlen zeigen deutlich auf, dass ein Erreichen der im Businessplan 

2006 gesetzten Ziele und die in der G._____-Bewertung getroffenen Annahmen 

und Schätzungen im Sommer 2007 in weiter Ferne lagen, mithin völlig unrealis-

tisch waren und deshalb nicht als Referenzgrösse taugten. Überdies waren im ei-

genen Depot des Beschuldigten bei der O._____ [Bank] 125'000 Aktien der 

E._____ AG am 3. Januar 2008 mit Fr. 0.01 pro Titel (insgesamt Fr. 1'250.–) be-

wertet, und im Wertschriftenverzeichnis seiner Steuererklärung 2007 befanden 

sich insgesamt 5,45 Millionen Aktien der E._____ AG zu Fr. 0.01 (Ordner 5, 

Urk. ND 2 S. 5731 f.). Das gleiche Bild ergibt sich aus der Steuererklärung 2007 

von F._____ (ebenda, S. 5783 ff.). 

- 26 - 

 3.10. Schliesslich kann der Beschuldigte entgegen der vorinstanzlichen 

Würdigung (Urk. 67 S. 22 f.) und entgegen der Auffassung der Verteidigung 

(Urk. 51 S. 16 Rz 5 f.; Urk. 78 S. 21 Rz 5) auch nichts zu seinen Gunsten daraus 

ableiten, dass er selbst zur fraglichen Zeit trotz der ihm bekannten grossen finan-

ziellen Schwierigkeiten der E._____ AG im grösseren Stile Aktien dieser Gesell-

schaft erworben hatte und offenbar auch andere Investoren – zu welchen vom 

Beschuldigten nicht näher spezifizierten Zeitpunkten auch immer – bereit gewe-

sen zu sein schienen, das Wagnis einer Investition in diese Hochrisikopapiere 

einzugehen (Prot. I S. 25 f.; Ordner 2, Urk. HD, ND 1 S. 006073 ff., S. 006100 ff.), 

zumal diese finanzstarken Investoren auch eine völlig andere Entscheidungs-

grundlage für die Investition in Hochrisikopapiere besassen, als die damals 24-

jährige, kaum eigens erspartes Vermögen besitzende und nichts von Anlagege-

schäften verstehende Privatklägerin. Der Beschuldigte selbst erzielte bei einem 

Weiterverkauf der von ihm erworbenen Aktien der E._____ AG immerhin einen 

ansehnlichen Gewinn und hatte damit für seinen Investitionsentscheid ebenfalls 

ganz andere Beweggründe, als die Privatklägerin (vgl. nachfolgend, Erw. 

III.3.10.1). 

 3.10.1. Der Beschuldigte war Kaufverpflichtungen für 227'273 Aktien der 

E._____ AG zum Stückpreis von Fr. 2.20, 200'000 Stück zum Preis von Fr. 0.01 

und 200'000 Stück zu Fr. 4.– und 300'000 Stück zu Fr. 4.– gegenüber F._____ 

eingegangen (Ordner 2, Urk. HD, ND 1 S. 006073 – 006076). An seine Kunden 

verkaufte der Beschuldigte die Titel für Fr. 4.– weiter (Prot. I S. 28). Aus den vier 

Kaufverträgen zwischen ihm und F._____ von anfangs August 2007 ergibt sich 

ein Durchschnittspreis pro Aktie von rund Fr. 2.70, weshalb der Beschuldigte bei 

einem Verkauf an seine Kunden einen Gewinn von mindestens durchschnittlich 

Fr. 1.30 pro Titel erzielte. Wenn er angesichts dieser lukrativen Rendite dazu be-

reit war, persönlich ein derart hohes Investitionsrisiko einzugehen, befreite ihn 

dies selbstredend nicht von den gegenüber der Privatklägerin mit dem Vermö-

gensverwaltungsmandat eingegangenen vertraglichen Pflichten, welche keine 

solch gewagten Investitionen in Hochrisikotitel vorsahen (Ordner 3, Urk. ND 2 

S. 001064 ff.; vgl. auch vorstehend, Erw. II.3.5.5.) und auch keine derart hohen 

Provisionen. Die auf der Kopie des Beratungsprotokolls ersichtlichen, unter dem 

- 27 - 

Titel "Kaufs- und Verkaufskosten" von Hand eingefügten Kreise deuten vielmehr 

klar auf Kosten (Kommissionen) in der Grössenordnung von 1 % hin und nicht auf 

Fr. 1.30.– pro gekaufter Aktie (Urk. 38/1 = Ordner 3, Urk. ND 2 S. 001064 unten). 

Dass die Privatklägerin einer so eklatant hohen Entschädigung des Aufwandes 

(Kommission) zu seinen Gunsten zugestimmt hätte, macht auch der Beschuldigte 

wohlwissend nicht geltend. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang aber 

immerhin, dass er beim Kauf der 227'273 E._____ Aktien von F._____ zu einem 

Preis von Fr. 2.20.– pro Aktie "absolutes Stillschweigen" über den Kaufpreis mit 

diesem vereinbart hatte (Ordner 2, Urk. HD, ND 1 S. 006073). 

 3.10.2. Der hochrisikoreiche Kauf der Aktien für die Privatklägerin vom 

17. August 2007 lag somit vor allem im wirtschaftlichen Interesse des Beschuldig-

ten und nicht im Nutzen der Privatklägerin (Urk. 51 S. 16 Rz 6), weshalb er sich 

dabei, wie von der Anklagebehörde zurecht geltend gemacht (Urk. 69 S. 4 Rz 10; 

Urk. 77 S. 13 Rz. 27 ff.) in einem erheblichen Interessenkonflikt befand und ent-

gegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 51 S. 17 oben und S. 30 f.; Urk. 78 

S. 11 Rz 3 ff. und S. 24 Rz 1 ff.) in pflichtwidriger Weise über das von ihm im 

Rahmen des Vermögensverwaltungsmandates zu verwaltende Vermögen der 

Privatklägerin verfügte. Der betreffende Anklagesachverhalt (Urk. 16 S. 7, 

Ziff. 21.) ist somit erstellt. Weshalb die erworbenen Aktienpakete derart unter-

schiedliche Stückpreise aufwiesen, obwohl alle vier Käufe anfangs August 2007 

und beim gleichen Verkäufer erfolgt waren, liess der Beschuldigte unbeantwortet 

(Prot. I S. 17 f.). 

 3.10.3. Aus dem Dargelegten folgt jedenfalls, dass es sich bei den E._____ 

Aktien im Zeitpunkt des Erwerbes der Titel für die Privatklägerin am 17. August 

2007 aufgrund der auch dem Beschuldigten bekannten ausgewiesenen grossen 

finanziellen Schwierigkeiten der Gesellschaft um Hochrisikopapiere handelte. 

Dass der Beschuldigte angeblich erst im September 2008, mithin kurz vor der 

Konkurseröffnung (Ordner 13, Urk. ND 2 S. 101247), bemerkt haben will, dass es 

mit der E._____ AG kein gutes Ende nehmen würde (Prot. I S. 27) resp. im Mai 

2008 gemerkt habe, dass sie einen Sanierungsfall dargestellt habe (Prot. I S. 26 

u.) bzw. allenfalls Konkurs anmelden müsse, ändert daran nichts, zeigt aber, wie 

- 28 - 

widersprüchlich und unglaubhaft seine Angaben zu seinen effektiven Kenntnissen 

über die tatsächliche wirtschaftliche Lage der E._____ AG waren. Der Beschuldig-

te kann sich demzufolge entgegen der Darstellung im vorinstanzlichen Verteidi-

gungsplädoyer (Urk. 51 S. 27) auch nicht gutgläubig auf einen Aktienwert und 

damit korrekten Aktienpreis von Fr. 4.– pro Titel im Zeitpunkt des Kaufes der Pa-

piere für die Privatklägerin vom 17. August 2007 berufen. 

 3.10.3. Der exakte Wert der Aktie am 17. August 2007 lässt sich nicht be-

stimmen. Er dürfte aber allerhöchstens den Durchschnittswert von Fr. 2.70 auf-

gewiesen haben, welcher sich aus den Käufen des Beschuldigten von insgesamt 

927'273 Titeln von F._____ anfangs August 2007 ergibt (vorstehend, 

Erw. III.3.9.1.), wovon zu Gunsten des Beschuldigten auszugehen ist (Art. 10 

Abs. 3 StPO). 

 3.10.4. Dass die Aktie der E._____ AG am 17. August 2007 einen wirklichen 

Wert von maximal Fr. 0.50, eventualiter von Fr. 2.20, pro Aktie aufgewiesen habe, 

wie dem Beschuldigten in der Anklageschrift zu Last gelegt wird, lässt sich somit 

nicht rechtsgenügend erstellen. Erstellt ist damit aber entgegen der Auffassung 

der Verteidigung (Urk. 51 S. 25; Urk. 78 S. 15 f.), dass der Wert der Aktie, wie der 

Beschuldigte aufgrund seiner gesamten Kenntnisse wissen musste, allerhöchs-

tens Fr. 2.70.– betragen haben konnte. 

 3.11. Der Beschuldigte investierte am 17. August 2007 unbestrittenermas-

sen Fr. 15'000.– vom Kapital der Privatklägerin für den Kauf von 3'750 Aktien der 

E._____ AG, mithin zu einem Preis von Fr. 4.– pro Titel. Da der Aktienwert auf-

grund der dem Beschuldigten bekannten finanziellen Schwierigkeiten der Gesell-

schaft im Geschäftsjahr 2006/2007 und der dadurch bereits in jenem Zeitpunkt 

ernsthaft gefährdeten Fortführung derselben (vorstehend, Erw. III.3.6.1.) bereits 

damals erheblich tiefer, mindestens aber bei Fr. 2.70 pro Titel lag (vorstehend, 

Erw. III.3.10.3. f.), trat entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk 51 S. 31 f.; 

Urk. 78 S. 18 ff.) für die Privatklägerin bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlus-

ses durch den Beschuldigten am 17. August 2007 unabhängig vom späteren 

Konkurs der E._____ AG ein Vermögensschaden in entsprechender Höhe (min-

destens Fr. 4'875.–) ein. Dafür, dass er der Privatklägerin bei diesem Aktienkauf 

- 29 - 

anstelle der im Vermögensverwaltungsvertrag vereinbarten Kaufs- und Verkaufs-

kosten in der Grössenordnung von 1% mindestens Fr. 1.30.– pro gekauftem Titel 

verrechnete (vorstehend, Erw. III.3.10.1.), verfügte der Beschuldigte wohlwissend 

über keine vertragliche oder rechtliche Grundlage, weshalb der Bezug von so ho-

hen Kosten pflichtwidrig war und er sich in entsprechendem Umfang bewusst un-

rechtmässig bereichert hat. 

 Somit erweist sich der Anklagesachverhalt auch in diesen Punkten insoweit 

als erstellt (Urk. 16 S. 7 f., Ziff. IV. ff.). 

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das in Anklagesachverhalt A beschriebene 

Verhalten des Beschuldigten als Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

sowie Ziff. 2 StGB, eventualiter als ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB bzw. im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Urk. 69 S. 2; Urk. 77 S. 1). 

 1.1. Der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich strafbar, 

wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines ande-

ren Nutzen verwendet. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt als an-

vertraut, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im 

Interesse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu ver-

walten oder einem anderen abzuliefern. Dabei soll Abs. 2 nur jenes Unrecht er-

fassen, das mit der in Abs. 1 umschriebenen Veruntreuung von Sachen strukturell 

gleichwertig ist. In den Fällen, in denen Abs. 2 zur Anwendung kommt, erwirbt der 

Treuhänder an den erhaltenen Werten Eigentum. Er erlangt daher nicht nur eine 

tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Verfügungsmacht. Die ins Eigentum 

des Treuhänders übergegangenen Werte sind jedoch bestimmt, wieder an den 

Berechtigten zurückzufliessen. In diesem Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der 

Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Treugeber den Wert des Empfangenen 

ständig zu erhalten. Nur wo diese besondere Werterhaltungspflicht besteht, befin-

det sich der Treuhänder in einer vergleichbaren Stellung mit demjenigen, der eine 

- 30 - 

fremde bewegliche Sache empfangen und das Eigentum des Treugebers daran 

zu wahren hat (BGE 133 IV 21 E.6.2.). 

 1.2. Mit Abschluss des Vermögensverwaltungsvertrags am 12. März 2007 

wurde dem Beschuldigten die Befugnis eingeräumt, das auf dem Konto H._____ 

SA belegene Vermögen der Privatklägerin ohne deren Mitwirkung zu verwalten. 

Das Konto bei der D._____ SA lautete dabei auf den Namen der Privatklägerin 

(Urk. 38/4), wobei Letztere zudem die Möglichkeit hatte, via E-Banking auf das 

Konto zuzugreifen bzw. die vom Beschuldigten getätigten Verwaltungshandlun-

gen nachzuverfolgen und zu kontrollieren (Urk. 38/1). In Anbetracht der Erwägun-

gen des Bundesgerichts (Erw. IV.1.1), wonach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB nur 

das Unrecht erfassen soll, welches mit der Veruntreuung von Sachen im Sinne 

von Abs. 1 strukturell gleich ist, wäre vorliegend eine solche Gleichheit nur dann 

anzunehmen, wenn die Privatklägerin ihre Verfügungsmacht bzw. ihre Kontroll-

möglichkeiten über die betreffenden Vermögenswerte vollständig aufgegeben hät-

te, wie dies gemäss der herrschenden Lehre auch für das Anvertrauen von Sa-

chen im Sinne von Abs. 1 gefordert wird (NIGGLI/ RIEDO, in: Basler Kommentar, 

Strafrecht II, 3 Auflage, Basel 2013, N 45 f. und N 82 f. zu Art. 138 StGB). Der 

Auffassung der Verteidigung folgend (Urk. 78 S. 3 f.) ist damit das Anvertrautsein 

der fraglichen Vermögenswerte der Privatklägerin als nicht gegeben zu erachten. 

 1.3. Was die Werterhaltungspflicht betrifft, ist zunächst anzumerken, dass 

im Beratungsprotokoll keine solche Pflicht des Beschuldigten festgehalten wurde. 

Weiter wählte die Privatklägerin das Investitionsprofil gemäss "Plan 3", wonach 

bis zu 50% der Investitionssumme in wachstumsorientierte Anlagen, namentlich 

Aktien, Aktienfonds etc., investiert werden konnte, wobei die Gefahr eines Wert-

verlustes bei solchen Anlageprodukten, selbst bei einer konservativen Anlagestra-

tegie, bekannterweise nicht unerheblich ist. Im Beratungsprotokoll wurde denn 

auch das Feld "Kursschwankungen", wonach die Privatklägerin Kursschwankun-

gen betreffend die wachstumsorientierten Anlagen akzeptiere, sowie ein weiteres 

Feld angekreuzt, womit die Privatklägerin bestätigte, dass sie selbst bei den si-

cherheitsorientierten Anlagen eine moderate Wertschwankung in Kauf nehme 

(Urk. 38/1). Wenn die Privatklägerin eine weitestgehend risikofreie Anlagevariante 

- 31 - 

hätte wählen wollen, hätte sie bspw. auch den "Plan I" wählen und sich für eine 

Anlagestrategie entscheiden können, welche zu 100% auf sicherheitsorientierten 

Wertschriften basiert, wobei selbst in diesem Fall, wie vorstehend bereits erwähnt, 

moderate Wertschwankungen von der Privatklägerin hätten in Kauf genommen 

werden müssen, d.h. keine Garantie dafür bestanden hätte, dass die Privatkläge-

rin den ursprünglich investierten Betrag auch wieder zur Gänze zurückerhalten 

hätte. Der Auffassung der Verteidigung folgend (Urk. 78 S. 8 ff), ist eine Werter-

haltungspflicht unter den vorliegenden Umständen nicht gegeben. 

 1.4. Aufgrund der vorstehenden Darlegungen haben die von der Privatkläge-

rin zwecks Vermögensverwaltung investierten Fr. 80'000.– nicht als dem Be-

schuldigten im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB anvertraut zu gelten, womit 

eine Verurteilung nach ebendieser Norm ausser Betracht fällt und die Strafbarkeit 

des Beschuldigten nach Art. 158 StGB zu prüfen ist. 

 2. Nach dem Treubruchtatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer auf Grund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages 

oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, das Vermögen eines anderen zu 

verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei 

unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Ver-

mögen geschädigt wird (Abs. 1). Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen 

anderen unrechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe von einem Jahr 

bis zu 5 Jahren erkannt werden (Abs. 3). 

 2.1. Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB ist, wer in tatsächlich oder 

formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen 

für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als 

Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, mit welcher 

dieser über das fremde Vermögen oder über wesentliche Bestandteile desselben, 

über Betriebsmittel oder das Personal eines Unternehmens verfügen kann. Der 

Tatbestand ist namentlich anwendbar auf selbstständige Geschäftsführer sowie 

auf operationell leitende Organe von juristischen Personen bzw. Kapitalgesell-

schaften. Geschäftsführer ist aber auch, wem die Stellung nur faktisch zukommt 

- 32 - 

und ihm nicht formell eingeräumt worden ist (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 

BGE 123 IV 17 E. 3b). 

 2.2. Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher 

kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Ver-

mehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung 

der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Vermögen in einem 

Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist. 

Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung 

durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getragen werden muss 

(BGE 129 IV 124 E. 3.1; BGE 123 IV 17 E. 3d; BGE 121 IV 104 E. 2c mit Hinwei-

sen). Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden 

muss ein Kausalzusammenhang bestehen. 

 2.3. Die Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung besteht in der 

Verletzung jener spezifischen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als Ge-

schäftsführer generell, aber auch bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des 

Auftraggebers treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b; BGE 118 IV 244 E. 2b = Pra 84 

[1995] Nr. 50). Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen 

Grundverhältnis. Pflichtwidrig im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB handelt, 

wer als Vermögensverwalter ein unerlaubtes Geschäftsrisiko eingeht, indem er 

Weisungen des Klienten missachtet (BGE 120 IV 190 E. 2b S. 193). Tätigkeiten, 

die sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung halten, sind nicht 

tatbestandsmässig, selbst wenn die geschäftlichen Dispositionen zu einem Ver-

lust führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Ge-

schäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. Es ist daher in einem 

solchen Fall ex ante zu bestimmen, ob die eingegangenen Risiken den getroffe-

nen Vereinbarungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwiderlaufen 

(BGE 142 IV 346 E. 3.2 mit Hinweisen). 

 2.4. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrig-

keit des Handelns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und den Kau-

salzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden 

beziehen. Eventualvorsatz genügt. An dessen Nachweis sind hohe Anforderun-

- 33 - 

gen zu stellen, da der objektive Tatbestand, namentlich das Merkmal der Pflicht-

verletzung, relativ unbestimmt ist (BGE 120 IV 190 E. 2b mit Hinweisen). Der qua-

lifizierte Treubruchtatbestand gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB setzt die Ab-

sicht unrechtmässiger Bereicherung voraus. Eventualabsicht genügt 

(BGE 142 IV 346 E. 3.2). An der Absicht unrechtmässiger Bereicherung kann es 

schliesslich fehlen, wenn der Täter Ersatzbereitschaft aufweist. Der Täter muss 

mithin zum Zeitpunkt der Tat den Willen haben, fristgerecht Ersatz zu leisten und 

darüber hinaus auch fähig sein, dies zu tun (NIGGLI/ RIEDO, a.a.O., N116 zu 

Art. 138 StGB). 

 3. Der Beschuldigte liess sich mit seiner Einzelfirma C._____ Consulting im 

Vermögensverwaltungsvertrag vom 12. März 2007 von der Privatklägerin damit 

beauftragen, Vermögenswerte in der Höhe von Fr. 80'000.– für sie zu verwalten 

und nach Möglichkeit gewinnbringend, d.h. zu 50% in wachstumsorientierten An-

lagen, insbesondere Aktien, gemäss "Plan 3" anzulegen, bei einem mittel- bis 

langfristigen Anlagehorizont von fünf resp. zehn Jahren (Urk. 38/1 = Ordner 3, 

Urk. ND 2 S. 001064; vorstehend, Erw. III.3.3.2. und III.3.5.3. ff.). Damit wurde er 

aufgrund eines Rechtsgeschäftes damit betraut, Vermögenswerte eines anderen 

zu verwalten. 

 3.1. Er war im anklagegegenständlichen Zeitraum der alleinige Geschäfts-

führer, wirtschaftlich Berechtigte und Einzelzeichnungsberechtigte der Einzelun-

ternehmung C._____ Consulting. Nur er bewirtschaftete das eigens dafür eröffne-

te Depot der Privatklägerin bei der D._____ selbständig (vorstehend, 

Erw. III.3.3.2.). Er erfüllte somit die gesetzlichen Anforderungen an einen Ge-

schäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB. 

 3.2. Obwohl dem Beschuldigten im Zeitpunkt der Investition bekannt war 

und er daher hätte berücksichtigen und die Privatklägerin darüber informieren 

müssen, dass die E._____ AG, in deren Titel er am 17. August 2007 für sie inves-

tiert hatte, bereits damals ein Sanierungsfall und deren Fortführung ernsthaft ge-

fährdet war (vorstehend, Erw. III.3.6. ff., III.3.7.2., III.3.8. ff.), kaufte er diese Titel 

für sie zu einem Stückpreis von Fr. 4.–, im Wissen darum, dass diese weit weni-

- 34 - 

ger wert waren, jedenfalls aber höchstens einen Wert von Fr. 2.70 aufwiesen 

(vorstehend, Erw. III. 3.8 ff., insbes. III. 3.10.1. und 3.10.3.). 

 3.2.1. Das von der Privatklägerin angenommene Vermögensverwaltungs-

mandat vom 12. März 2007 enthielt jedoch keinen Auftrag oder eine Ermächti-

gung an den Beschuldigten, rund einen Fünftel des bei ihm angelegten Kapitals in 

Hochrisikopapiere zu investieren, bei welchen die konkrete Gefahr eines Totalver-

lustes drohte (vorstehend, Erw. III. 3.5.5. und III. 3.7.1.). Auch eine spätere, nach-

trägliche Zustimmung der Privatklägerin zu einer solch hochspekulativen Investiti-

on liegt nicht vor. Das regelmässige zur Verfügung stellen von Auszügen der 

D._____, welche über die Produkte im Depot informierten und der vorhandene 

Online-Zugang der Privatklägerin zum betreffenden H._____ Konto genügen ent-

gegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 51 S. 20 Rz 16 und S. 21 Rz 19; 

Urk. 78 S. 15) für die Annahme einer konkludenten Genehmigung der Geschäfts-

tätigkeit des Beschuldigten nicht (BGE 142 IV 346 E. 4.3; Urteil des Bundesge-

richts 6B_967/2013 vom 21. Februar 2014 E. 3.2.1 a.E.). 

 3.2.2. Das Vermögensverwaltungsmandat vom 12. März 2007 enthielt aber 

nicht bloss keine Grundlage für eine derart spekulative Investition in Hochrisikoti-

tel, sondern auch keine solche für die Erhebung von derart eklatant hohen Kaufs- 

und Verkaufskosten (vorstehend, Erw. III. 3.10.1.). 

 3.2.3. Dennoch hat der Beschuldigte am 17. August 2007 bewusst ohne ver-

tragliche Grundlage im Vermögensverwaltungsmandat und ohne Wissen der Pri-

vatklägerin pflichtwidrig in die hochspekulativen Risikopapiere der E._____ AG in-

vestiert (vorstehend, Erw. III.3.7.), womit er ihr bereits im Zeitpunkt des Aktiener-

werbes einen Vermögensschaden von mindestens Fr. 4'800.– zufügte (vorste-

hend, Erw. III.3.11.). Aufgrund der zum Erwerbszeitpunkt überaus prekären wirt-

schaftlichen Lage der E._____ AG muss es dem Beschuldigten überdies zudem 

schon damals bewusst gewesen sein, dass aufgrund des Kaufs von E._____ Ak-

tien ein unerlaubt hohes Risiko für einen Investitionsausfall und damit einen weite-

ren bei der Privatklägerin eintretenden Vermögensschaden bestand, wobei der 

Beschuldigte den Eintritt dieses Vermögensschadens dennoch in Kauf nahm. An 

dieser Einschätzung ändert sich auch nichts, wenn der Beschuldigte behauptet, 

- 35 - 

dass er von einer lohnenswerten Investition ausgegangen sei, weil auch Dritte in 

die E._____ AG investiert hätten, da sich die Entscheidungsgrundlage für einen 

Aktienkauf bei diesen Dritten völlig anders darstellte, als bei der Privatklägerin 

(vgl. vorstehend, Erw. III.10. ff. ; Urk. 77 S. 10). 

 3.3. Da der Bezug von derart hohen Kommissionen keine Grundlage im 

Vermögensverwaltungsmandat hatte, hat der Beschuldigte sich im betreffenden 

Umfang auch wissentlich unrechtmässig bereichert (vorstehend, Erw. III. 3.11. 

a.E.). Eine Ersatzbereitschaft des Beschuldigten lag nicht vor. Dass er der Privat-

klägerin gegen Ende 2008 anbot, Aktien der J._____ Vermögensverwaltung AG 

zu kaufen, kann nicht als Ausdruck seines Ersatzwillens gewertet werden, son-

dern stellt vielmehr eine weitere Investitionsempfehlung des Beschuldigten in sei-

ner Funktion als Vermögensverwalter dar, zumal die Privatklägerin den Kaufpreis 

der J._____-Aktien wiederum aus ihrem Investitionsvermögen hätte bezahlen 

müssen (vgl. vorstehend, Erw. III. 3.3.4.). Im Übrigen war es zum damaligen Zeit-

punkt auch völlig offen, ob die Aktien der J._____ Vermögensverwaltung AG 

überhaupt an Wert gewinnen würden. Das blosse Vertrauen des Beschuldigten, 

dass diese Aktien eine solche Wertsteigerung erfahren würden, so dass der Ver-

mögensschaden der Privatklägerin getilgt werden könne, genügt jedenfalls nicht 

für die Annahme der Ersatzfähigkeit (vgl. NIGGLI/ RIEDO, a.a.O., N 128 zu Art. 138 

StGB). 

 4. Demzufolge hat der Beschuldigte sowohl die objektiven, als auch die sub-

jektiven Tatbestandsmerkmale des Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbe-

sorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB und insbesondere auch das qualifizier-

te Tatbestandsmerkmal der Absicht unrechtmässiger Bereicherung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erfüllt, weshalb er ausserdem auch im Sinne dieser 

Bestimmung schuldig zu sprechen ist. 

V. Strafzumessung 

 1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten für den Schuldspruch wegen 

fahrlässigen Fahrens eines Bootes in dienstunfähigem Zustand im Sinne von 

- 36 - 

Art. 41 Abs. 1 aBSG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 aBSG mit einer Geldstrafe von 15 Ta-

gessätzen zu Fr. 500.–. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die 

Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Auf einen Widerruf der mit Urteil des Oberge-

richtes des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 12. Dezember 2011 bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 600.– wurde ebenfalls 

verzichtet (Urk. 67 S. 61). 

 1.1. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, welche der Täter begangen hat, 

bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es eine Zu-

satzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die 

strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). 

Die Bestimmung will im Wesentlichen das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte As-

perationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der 

mehrere gleichartige Strafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip 

der Strafschärfung beurteilt werden, unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt 

durchgeführt werden oder nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3; BGE 141 IV 61 E. 6.1.2). 

Dabei ist keine erneute Überprüfung der bereits in Rechtskraft erwachsenen Stra-

fe (Grundstrafe) erlaubt (BGE 142 IV 265 E. 2.4.1). Die gedanklich zu bildende 

hypothetische Gesamtstrafe ist aus der rechtskräftigen Grundstrafe (für die abge-

urteilten Taten) und der nach seinem freien Ermessen festzusetzenden Einzel-

strafen für die neuen Taten zu bilden. Das richterliche Ermessen beschränkt sich 

auf die gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB vorzunehmende Asperation zwischen rechts-

kräftiger Grundstrafe und der für die noch nicht beurteilten Taten auszusprechen-

den Strafe (ebenda, E. 2.4.2). Um feststellen zu können, ob die Voraussetzungen 

für eine Zusatzstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB vorliegen, hat das Zweitgericht 

(zumindest bei Realkonkurrenz/Tatmehrheit) zunächst sämtliche Einzelstrafen für 

die von ihm neu zu beurteilenden Taten festzusetzen und zu benennen. Aus dem 

Urteil muss hervorgehen, welche Einzelstrafen für die verschiedenen Straftaten 

festgesetzt werden und welche Strafzumessungsgründe für jede Einzelstrafe 

massgebend waren (E. 2.4.3). 

 1.2. Da der Beschuldigte den Aktienkauf vom 17. August 2007 begangen 

hat, bevor er mit Urteil des Obergericht des Kantons Zürich am 12. Dezember 

- 37 - 

2011 wegen Verleumdung mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 600.– verurteilt wurde, liegt diesbezüglich ein Fall von retrospektiver Konkur-

renz vor (vgl. nachfolgend, Erw. V.5.5.). 

 2. Die Anklagebehörde beantragt mit ihrer Berufung wie vor Vorinstanz die 

Bestrafung mit 270 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 500.– sowie mit Fr. 10'000.– 

Busse, dies teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichtes des Kantons 

Zürich, I. Strafkammer, vom 12. Dezember 2011, die Gewährung des bedingten 

Vollzuges der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren und die 

Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen bei schuldhafter Nichtbe-

zahlung der Busse. Ausserdem sei der Vollzug der mit Urteil des Obergerichtes 

des Kantons Zürich vom 12. Dezember 2011 bedingt ausgesprochenen Geldstra-

fe von 10 Tagessätzen zu Fr. 600.– anzuordnen (Urk. 47; Urk. 67 S. 2; Urk. 69 

S. 2). 

 3. Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung wurden im vor-

instanzlichen Urteil unter Hinweis auf Lehre und Rechtsprechung korrekt wieder-

gegeben (Urk. 67 S. 50). Zu ergänzen ist, dass als Strafschärfungsgrund die in-

nerhalb des Strafrahmens zu berücksichtigende Tatmehrheit im Sinne von Art. 49 

Abs. 1 StGB vorliegt und keine aussergewöhnlichen Umstände gegeben sind, 

welche ein Verlassen des Strafrahmens verlangen würden. In der Regel findet 

keine Erweiterung und kein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens statt (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_857/2015 vom 21. März 2016 E. 2.3.3, 6B_853/2014 vom 

9. Februar 2015 E. 4.2 und 6B_31/2011 vom 27. April 2011 E. 3.4.1; 

BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen). 

 3.1. Gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird der Grundtatbestand der un-

getreuen Geschäftsbesorgung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld-

strafe bestraft. Bei der qualifizierten Tatbegehung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 

StGB kann dagegen auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren 

erkannt werden. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft liegt somit ein Verzicht auf 

die Beachtung der fakultativen Mindeststrafe und damit der Verhängung einer 

Freiheitsstrafe zu Grunde. 

- 38 - 

 3.2. Als Strafen sieht das Strafgesetzbuch Geldstrafe gemäss Art. 34 StGB, 

gemeinnützige Arbeit gemäss Art. 37 StGB, Freiheitsstrafe gemäss Art. 40 StGB 

sowie bei Übertretungen Busse gemäss Art. 106 StGB vor. Als Regelsanktion ist 

für den Bereich der leichteren Kriminalität Geldstrafe und gemeinnützige Arbeit 

vorgesehen, für den Bereich der mittleren Kriminalität Geldstrafe und Freiheits-

strafe (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 und 5.2.3). Da sich die Taten des Beschuldigten 

im Bereich der leichteren bis mittleren Kriminalität bewegen, erweist sich die Aus-

fällung einer Geldstrafe als zweckmässig. Der Strafandrohung des Grundtatbe-

standes und des qualifizierten Tatbestandes entsprechend (Freiheitsstrafe bis zu 

fünf Jahren oder Geldstrafe; Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) kommt eine Geldstrafe 

von einem bis 360 Tagessätzen in Frage (Art. 34 Abs. 1 StGB). Bezüglich der Ta-

gessatzhöhe bleibt anzufügen, dass der maximale Tagessatz Fr. 3'000.– beträgt 

(Art. 34 Abs. 2 1. Satz StGB). 

 3.3. Der Grundtatbestand des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss 

geltendem, am 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Bundesgesetz über die Bin-

nenschifffahrt (SR 747.201) sieht als abstrakte Strafandrohung eine Bestrafung 

mit Busse vor und stellt somit einen Übertretungstatbestand dar (Art. 41 Abs. 1 

1. Satz BSG). Liegt eine qualifizierte Blutalkoholkonzentration vor (Art. 24b Abs. 6 

lit. a oder b BSG), umfasst der abstrakte Strafrahmen Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe (Art. 41 Abs. 1 2. Satz BSG). Der Bundesrat hat die quali-

fizierte Angetrunkenheit in der Binnenschifffahrt ab einer Blutalkoholkonzentration 

von 0,80 Gewichtspromille festgelegt (Art. 40a Abs. 3 BSV). Nachdem der Be-

schuldigte eine auf den Ereigniszeitpunkt zurückgerechnete Blutalkoholkonzentra-

tion von minimal 1,02 Gewichtspromille und maximal 1,76 Gewichtspromille, mit-

hin 1,02 Gewichtspromille, aufwies, lag eine qualifizierte Blutalkoholkonzentration 

vor, weshalb seine Tat vom 11. August 2012 gemäss geltender Fassung des BSG 

ein Vergehen darstellt und die Möglichkeit einer Bestrafung mit Busse entfällt. 

 3.3.1. Die anklagegegenständliche Fahrt des Beschuldigten auf dem Zürich-

see fand indessen bereits am 11. August 2012 und damit vor in Kraft treten dieser 

Bestimmungen statt, sodass zunächst der von der Vorinstanz nicht thematisierte 

zeitliche Geltungsbereich des anwendbaren Rechts herzuleiten ist. 

- 39 - 

 3.3.2. Gemäss der früheren und der geltenden Fassung von Art. 54 BSG 

gelten für Widerhandlungen nach den Artikeln 40 – 48 BSG die allgemeinen Be-

stimmungen des Strafgesetzbuches. Art. 2 Abs. 2 StGB regelt, dass bei einem 

Täter, welcher ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes 

begangen hat und dessen Beurteilung erst nachher erfolgt, dieses Gesetz anzu-

wenden ist, wenn es für ihn das mildere ist (lex mitior). Die rückwirkende Anwen-

dung der Gesetzesänderung ist unzulässig, sofern sie sich zu Lasten des Täters 

auswirkt (Art. 2 Abs. 1 StGB). Daraus leitet sich ab, dass grundsätzlich jenes Ge-

setz anwendbar ist, das im Zeitpunkt der verübten Tat galt, es sei denn, das neue 

Gesetz sei das mildere (BGE 129 IV 49 E. 5.1). 

 3.3.3. Da der geltende Art. 41 BSG auch eine Regelung für eine qualifizierte 

Blutalkoholkonzentration (Art. 24b Abs. 6 lit. a oder b BSG) vorsieht und dafür 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe androht (vorstehend, 

Erw. V.3.3.), während Art. 41 aBSG (Fassung vom 13. Dezember 2001, in Kraft 

seit 1. Januar 2007) lediglich einen Grundtatbestand mit einer solchen von Geld-

strafe bis zu 180 Tagessätzen aufweist, ist das neue Recht nicht milder. 

 3.4. Im angefochtenen Urteil wurde der für diese Tat anwendbare Strafrah-

men von einem bis zu 180 Tagessätzen Geldstrafe gemäss Art. 41 aBSG somit 

ohne Begründung korrekt abgesteckt (Urk. 67 S. 51). 

 3.5. Da die qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung demzufolge die 

schwerere der vom Beschuldigten begangenen Taten darstellt, ist der nachfol-

genden Strafzumessung der Strafrahmen dieser Bestimmung, von Freiheitsstrafe 

bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, zu Grunde zu legen (vorstehend, Erw. V.3.1.). 

Die (zusätzliche) Bestrafung mit einer Busse ist weder bei diesem Tatbestand 

noch beim Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss Binnenschifffahrtsgesetz 

vorgesehen. 

 4. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es be-

rücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach 

der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach 

- 40 - 

der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters so-

wie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-

ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 

Abs. 2 StGB). Der Begriff des Verschuldens bezieht sich auf den gesamten Un-

rechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Zu unterscheiden ist zwischen 

der Tat- und Täterkomponente (MARKUS HUG, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/We-

der, Kommentar zum StGB, 19. Auflage 2013, N 5 ff. zu Art. 47 StGB). Bei der 

Tatkomponente sind die objektive und die subjektive Tatschwere zu gewichten. 

 5. Vom schwersten Delikt ausgehend ist zunächst die Tatkomponente der 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zu bewerten. 

 5.1. Bei der objektiven Tatschwere der ungetreuen Geschäftsbesorgung ist 

zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte das Vermögensverwaltungsmandat der 

Privatklägerin übernommen hat, im Wissen darum, dass sie von solchen Vermö-

gensanlagen damals keine Ahnung hatte und daher ohne fremde Hilfe nicht dazu 

in der Lage war, eine pflichtgemässe Verwaltung durch den Beschuldigten zu 

überprüfen. Allerdings kann dem Beschuldigten kein besonders raffiniertes, aber 

durchaus überlegtes und insofern auch berechnendes Vorgehen zur Last gelegt 

werden. Beim anklagegegenständlichen pflichtwidrigen Kauf der E._____ Aktien 

vom 17. August 2007 handelte es sich indessen um einen einmaligen Vorgang im 

Gesamtbetrage von Fr. 15'000.–, mithin in der Grössenordnung von ca. 20% des 

von der Privatklägerin beim Beschuldigten angelegten Kapitals von Fr. 80'000.–, 

mit welchem er ihr einen Vermögensschaden von rund Fr. 4'800.– verursachte 

(vorstehend, Erw. IV.3.2.3.). Angesichts der überschaubaren Deliktssumme und 

der Schadenshöhe ist die objektive Schwere der Tat als noch leicht einzustufen. 

 5.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu gewichten, dass der Beschuldigte 

der Privatklägerin völlig überhöhte Kaufskosten von Fr. 1.30.– pro gekaufter 

E._____ Aktie verrechnete (vorstehend, Erw. III.3.10.1.), im Bewusstsein, dafür 

über keine Grundlage im Verwaltungsmandat zu verfügen. Der Beschuldigte han-

delte zudem aus einem rein geldwerten Motiv und nahm zum Zweck der Berei-

cherung auch den Eintritt eines Vermögensschadens bei der Privatklägerin in 

Kauf. Er war in seinem Entscheid dazu völlig frei und hätte ohne weiteres man-

- 41 - 

datskonform handeln können. Verschuldensmindernde Aspekte sind nicht gege-

ben. 

 5.3. Insgesamt wiegt das Tatverschulden somit noch leicht. Eine hypotheti-

sche Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen Geldstrafe erweist sich als angemessen. 

 5.4. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-

messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu 

tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-

sentlichen täterbezogene Komponenten, wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-

strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis, 

Einsicht, Reue etc. (MARKUS HUG, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O, 

N 14 ff. zu Art. 47 StGB). 

 5.4.1. Zum Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten ist bislang bekannt (Ordner 4 S. 004064 ff.; Ordner 9 S. 010005 und 

S. 010009; Urk. 15/97 S. 22; Urk. 48/1–3; Prot. I S. 8 ff.), dass er am tt. Februar 

1972 im Kinderspital in Zürich zur Welt kam und in P._____ ZH aufwuchs. Er er-

lernte den Beruf des Elektromonteurs und machte diverse Ausbildungen. Sein ak-

tueller Beruf ist Finanzberater. Aus seiner inzwischen getrennten Ehe hat er drei 

Kinder im schulpflichtigen Alter. Aus den Angaben des Beschuldigten zu seinen 

finanziellen Verhältnissen vor Vorinstanz geht hervor, dass er von seiner Frau ge-

trennt lebte und eine noch nicht rechtskräftige Unterhaltsverpflichtung seiner Frau 

und seinen Kindern gegenüber von Fr. 7'600.– aufwies. Zur Zeit der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung war der Beschuldigte wegen eines Schleudertraumas zu 

100% arbeitsunfähig. Ein Unfalltaggeld werde ihm bislang nicht ausbezahlt. Mo-

natlich würde ihm ein Betrag von insgesamt Fr. 7'020.– zur Verfügung stehen: Je 

80% von Fr. 3'000.– für seine 50%-Pensen bei der Q._____ AG und der R._____ 

AG, Fr. 900.– Kindergeld, Fr. 500.– für die Büromiete einer Gesellschaft, bei wel-

cher er Verwaltungsrat sei, und ein Verwaltungsratshonorar von Fr. 12'000.– pro 

Jahr, welches derzeit allerdings gestundet sei. Im Zeitpunkt der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung bewohnte der Beschuldigte ein 7½-Zimmer-Einfamilienhaus in 

P._____, welches einen Vermögenswert von rund Fr. 2'500'000.– aufwies. Die 

monatlichen Hypothekarzinsen beliefen sich nach Angabe des Beschuldigten auf 

- 42 - 

Fr. 3'000.– und die Nebenkosten auf Fr. 2'400.– pro Monat. Die Krankenkassen-

prämie koste monatlich Fr. 170.–. Sein Vermögen betrage derzeit Fr. 0.–, obwohl 

sich aus einem Verfahren betr. Strafrechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft III 

des Kantons Zürich am Fürstlichen Landgericht des Fürstentum Liechtenstein aus 

dem Jahre 2015 Hinweise auf namhafte Vermögenswerte ergeben. Zu seinen 

Schulden wolle er keine Angaben machen. Die FINMA habe eine Untersuchung 

gegen die Firmen Q._____ AG und der R._____ AG angeordnet und die "S._____ 

Rechtsanwälte" als Vertreter beauftragt. Dazu, ob er noch Beteiligungen an der 

J._____ Vermögensverwaltung AG habe, wollte er sich vor Vorinstanz nicht äus-

sern (Prot. I S. 14 f.). 

 5.4.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte ergän-

zend aus (Prot. II S. 6 ff.), dass er aktuell als Immobilienvermittler tätig sei. Er ar-

beite seit Februar 2017 in einem Anstellungsverhältnis. Er sei noch verheiratet, 

wobei das gerichtliche Trennungsverfahren noch andauere. Von seinem zum 

Zeitpunkt der vorinstanzlichen Hauptverhandlung noch bestehenden Schleuder-

trauma habe er sich noch nicht ganz erholt, sei aber wieder zu 100% arbeitsfähig. 

Sein aktuelles Einkommen betrage Fr. 6'500.– brutto pro Monat. Einen 13. Mo-

natslohn erhalte er nicht. Weiter sei er jeweils einziges Verwaltungsratsmitglied 

der J._____ Treuhand AG, T._____ Immobilien AG, U._____ Immobilien AG, 

V._____ AG, W._____ AG und AA._____ AG. Durch diese Verwaltungsratsman-

date erwirtschafte er keine weiteren Einkommen, da es bei jeder dieser Firmen im 

Hinblick auf die Liquidität etwas "eng" aussehe. Bei drei der vorgenannten sechs 

Firmen besitze er aber Anteile im Umfang von 10%, 11% und 100%. Die Beteili-

gung im Umfang von 100% stelle als einzige einen Aktivwert dar, wobei deren 

Wert gemäss der letzten Steuerrechnung etwa Fr. 630'000.– betrage. Er bezahle 

Kinderunterhaltsbeiträge in der Höhe von monatlich Fr. 3'090.– und Er wohne 

nach wie vor im ehelichen Einfamilienhaus, wofür er auch die monatlich anfallen-

den Hypothekarzinsen von etwa Fr. 3'000.– sowie die Nebenkosten in der Höhe 

von etwa Fr. 1'500.– bezahle. Seine monatliche Krankenkassenprämie betrage 

nach wie vor Fr. 170.–. Seine Ausgaben für Steuern konnte der Beschuldigte auf-

grund noch offener Steuerrechnungen nicht konkret benennen. Vermögen habe 

er mutmasslich keines. Er gehe eher davon aus, dass Schulden vorhanden seien, 

- 43 - 

insbesondere solche beim Steueramt, wobei er auch deren genaue Höhe nicht 

kenne. Es sei gut möglich, dass es sich um Schulden im sechsstelligen Bereich 

handle.  

 5.4.3. Im Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

finden sich keine strafmassrelevanten Besonderheiten. 

 5.4.4. Der Beschuldigte ist aktuell, gemäss Strafregisterauszug vom 26. Ok-

tober 2017, mit einer Vorstrafe wegen Verleumdung im Sinne von Art. 174 Abs. 1 

StGB verzeichnet (Urk. 75). Mit Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 

I. Strafkammer, vom 12. Dezember 2011 wurde er wegen diesem Delikt (began-

gen am 15.02.2010 zum Nachteil der Privatklägerin; vgl. Urk. 15) mit einer Geld-

strafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 600.– bedingt, bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

bestraft. Der Deliktszeitpunkt und die Verurteilung bezüglich dieses Delikts liegt 

zeitlich nach dem anklagegegenständlichen Aktienkauf vom 17. August 2007, 

aber vor der Eröffnung des betreffenden Strafverfahrens im Jahre 2012, weshalb 

es keine Auswirkungen auf die Strafzumessung zu dieser Tat (ungetreue Ge-

schäftsbesorgung) hat. 

 5.4.5. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und 

im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-

ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue 

wirken strafmindernd. Umfangreiche und prozessentscheidende Geständnisse 

können eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 

E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesondere davon ab, in 

welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Ein Verzicht auf 

Strafminderung ist zulässig, wenn das Geständnis die Strafverfolgung nicht er-

leichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweis-

lage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig gewor-

den ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_558/2011 vom 21. November 2011 E. 2.3). 

 5.4.5.1. Der Beschuldigte bestreitet nach wie vor die wesentlichen Tatvor-

würfe, indem er geltend macht, dass die anklagegegenständliche Investition rech-

tens gewesen sei und jegliche Schädigungs- und Bereicherungsabsicht bestreitet. 

- 44 - 

Auch aufrichtige Reue und Einsicht ins Unrecht seiner Taten sind nicht auszu-

machen. 

 5.4.5.2. Das geltend gemachte Angebot des Kaufs von Aktien der J._____ 

Vermögensverwaltung AG durch die Privatklägerin zum Zwecke des Schaden-

sausgleiches im Herbst 2008 stellt keine Bemühung zur Wiedergutmachung be-

züglich des anklagegegenständlichen Schadens vom 17. August 2007 dar. Aus-

serdem hatte dies nichts mit einem gleichwertigen Ersatz des betreffenden Scha-

dens der Privatklägerin zu tun, sondern viel eher etwas mit dem ihr angebotenen 

Kauf einer Option, mit der in jenem Zeitpunkt völlig offenen Möglichkeit, dass die 

J._____ Vermögensverwaltung Aktien in der Folge im Wert hätten ansteigen kön-

nen. 

 Auch aus dem Nachtatverhalten zu dieser Tat ergeben sich somit weder 

Strafminderungs- noch Straferhöhungsgründe. 

 5.5. Es bleibt daher auch nach der Beurteilung der Täterkomponente bei ei-

ner hypothetischen Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen Geldstrafe. Da ein Fall 

teilweise retrospektiver Konkurrenz vorliegt, ist in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 

StGB die hypothetische Gesamtstrafe unter Einbezug der rechtskräftigen Vorstra-

fe vom 12. Dezember 2011 von 10 Tagessätzen Geldstrafe (Grundstrafe) zu-

nächst auf 155 Tagessätze zu erhöhen (vgl. vorstehend, Erw. V.1.1. f.). Diese be-

trägt damit, unter Berücksichtigung der infolge der Asperation eingetretenen Re-

duzierung der rechtskräftigen Grundstrafe, 145 Tagessätze Geldstrafe (BGE 142 

IV 265 E.2.4.4.).  

 5.6. Während die Anzahl der Tagessätze einer Geldstrafe nach dem Ver-

schulden des Täters festgesetzt wird, wird die Höhe des Tagessatzes nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-

teils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen 

Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum be-

stimmt, wobei ein Tagessatz höchstens Fr. 3'000.– betragen darf (Art. 34 Abs. 1 

und 2 StGB). Ausgangspunkt für die Tagessatzberechnung ist somit das Ein-

kommen, welches dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Davon ab-

- 45 - 

zuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter nicht zufliesst, insbe-

sondere die notwendigen Berufsauslagen, die laufenden Steuern und die Kran-

kenkassenprämien. Nicht zu berücksichtigen sind Wohnkosten und Abzahlungs-

verpflichtungen (MARKUS HUG, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., 

N 20 f. zu Art. 34 StGB). 

 5.6.1. Die finanziellen Verhältnisse wurden, soweit bekannt, bereits aufge-

führt (vorstehend, Erw. V.5.4.1. f.). Da der Beschuldigte gewisse Angaben bislang 

vorenthielt (Prot. I S. 12 f.), kann die Höhe seines Einkommens nicht zuverlässig 

ermittelt werden, weshalb auf ein "hypothetisches Einkommen" abzustellen ist, 

das sich am geschätzten Lebensaufwand orientiert (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Das 

Kriterium des Lebensaufwands dient als Hilfsargument, wenn die Einkommens-

verhältnisse geschätzt werden müssen, weil ihre genaue Feststellung nicht mög-

lich ist oder der Täter dazu unzureichende oder ungenaue Angaben macht. Die 

Annahme eines erhöhten Tagessatzes ist dort gerechtfertigt, wo ein ersichtlich 

hoher Lebensaufwand mit einem auffällig tiefen Einkommen kontrastiert (BGE 

134 IV 60 E. 6.3). 

 5.6.2. Der Beschuldigte machte anlässlich der Berufungsverhandlung gel-

tend, dass er zurzeit ein monatliches Brutto-Einkommen von Fr. 6'500.– verdiene 

(Prot. II. S. 6). Die von ihm angegebenen monatlichen Ausgaben für Hypothekar-

zinsen und Nebenkosten, Krankenversicherung sowie Kinderunterhaltsbeiträge 

betragen dagegen bereits Fr. 7'760.– pro Monat (vorstehend, Erw. V. 5.4.2.). Der 

vom Beschuldigten genannte Monatslohn würde demzufolge nicht einmal seine 

angegebenen monatlichen Fixkosten, geschweige denn die im Übrigen noch an-

fallenden Lebenshaltungskosten, decken, weshalb seine Angaben über die Ein-

künfte offensichtlich unvollständig sind. Unter Berücksichtigung, dass dem alleine 

lebenden Beschuldigten grundsätzlich ein Grundbetrag für Lebenshaltungskosten 

von Fr. 1'200.– anzurechnen wäre (vgl. das Kreisschreiben der Verwaltungskom-

mission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. September 2009 betref-

fend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmini-

mums) sowie in Anbetracht übriger üblicherweise anfallender Fixkosten für Tele-

kommunikation, Versicherungen, Arbeitsweg, Verpflegung während der Arbeit etc. 

- 46 - 

benötigt er ein monatliches Einkommen von etwa Fr. 9'500.–, um seine Ausgaben 

vollständig zu decken. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Tages-

satzhöhe mit Fr. 250.– zu bemessen.  

 6. Im Rahmen der Asperation gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist alsdann die 

Tatkomponente des Fahrens in dienstunfähigem Zustand zu gewichten. 

 6.1. Was die objektive Tatschwere anbelangt, ist zu berücksichtigen, dass 

der Beschuldigte das Motorboot seines Freundes nur während einer kurzen Zeit 

lenkte. Durch seinen erheblichen Alkoholisierungsgrad von mindestens 1,02 Ge-

wichtspromille zurückgerechneter Blutalkoholkonzentration im Zeitpunkt der Fahrt 

und die aufgrund der herrschenden Dunkelheit eingeschränkten Sichtverhältnisse 

schuf er nicht nur leichtfertig und verantwortungslos eine abstrakte Gefährdung 

anderer Verkehrsteilnehmer auf dem See, vielmehr verwirklichte sich diese, in-

dem er den anklagegegenständlichen Unfall verursachte. Dieser verlief für die Be-

teiligten glimpflich. Die objektive Schwere der Tat ist daher als gerade noch leicht 

einzustufen. 

 6.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu gewichten, dass der Beschuldigte 

bloss fahrlässig handelte. Es hätte ihm als Verke