# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe93dfca-6077-503e-9acb-03e7ecff6f08
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.11.2017 200 2017 794
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-794_2017-11-29.pdf

## Full Text

200 17 794 IV
MAW/JAP/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. November 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Juli 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) sprach dem 1965 gebo-
renen A.________ gestützt auf ein Leistungsgesuch vom 14. Dezember 
2011 mit Verfügung vom 6. März 2015 von 1. Januar bis 30. April 2013 
bzw. vom 1. Februar bis 31. Mai 2014 eine ganze Rente zu und verneinte 
in den übrigen Phasen einen Rentenanspruch (Akten der IVB [act. II] 67, 
104). In Gutheissung einer hiergegen erhobenen Beschwerde (act. II 
107/3-9) hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Verfügung mit 
Urteil vom 13. August 2015, IV/2015/349 (act. II 113), auf und wies die Sa-
che zur weiteren Abklärung an die IVB zurück. In der Folge veranlasste die 
IVB eine orthopädische Begutachtung (Akten der IVB [act. IIA] 140.1) und 
stellte mit Vorbescheid vom 19. Juli 2016 (act. IIA 141) unveränderte Ren-
tenleistungen in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (act. IIA 144) holte sie 
ein neurologisches Gutachten ein (act. IIA 164.1) und ersetzte den Vorbe-
scheid durch einen im Ergebnis unveränderten vom 10. März 2017 (act. IIA 
170). Hiermit zeigte sich der Versicherte wiederum nicht einverstanden 
(act. IIA 171, 174), worauf die IVB Rücksprache mit dem Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD; act. IIA 177, 184) nahm und mit Verfügung vom 12. Juli 
2017 (act. IIA 185) die Rentenleistungen entsprechend dem Vorbescheid 
zusprach bzw. einen weitergehenden Rentenanspruch verneinte. 

B.

Mit Eingabe vom 12. September 2017 erhob der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwältin B.________, Beschwerde und beantragte, die ange-
fochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei ab Juni 2014 
mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Gleichzeitig ersuchte 
er um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung seiner Rechtsvertreterin 
als amtliche Anwältin. Am 27. September 2017 legte er ein weiteres Doku-
ment ins Recht (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 3

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. November 2017 schloss die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 
187), mit welcher von 1. Januar bis 30. April 2013 sowie von 1. Februar bis 
31. Mai 2014 eine ganze Invalidenrente zugesprochen und in den Phasen 
von 1. August bis 31. Dezember 2012, 1. Mai 2013 bis 31. Januar 2014 
und ab 1. Juni 2014 ein Rentenanspruch verneint wurde. Zwar beschränkt 
sich die Beschwerde auf die Zeit ab Juni 2014, in der eine unbefristete 
Rente beantragt wird (Beschwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 1 f.), die unbestritten 
gebliebenen Rentenbezugszeiten werden dadurch jedoch nicht von der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 4

richterlichen Prüfung ausgenommen, denn in anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht liegt ein einziges Rechtsverhältnis vor (vgl. BGE 
125 V 413). Streitig und zu prüfen ist vorliegend folglich der generelle An-
spruch auf eine Invalidenrente, unter Einschluss der zwei jeweils befristet 
zugesprochenen Renten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 5

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). Bei rückwirkender Zuspre-
chung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente sind diese für die Ren-
tenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden (BGE 109 V 125 
E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 187) basiert 
in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf den im Nachgang zum VGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 6

IV/2015/349 (act. II 113) eingeholten orthopädischen und neurologischen 
Gutachten (act. IIA 140.1, 164.1).

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Gutachten 
vom 10. Mai 2016 (act. IIA 140.1) ein rechtsbetont gestörtes Gangbild im 
Rahmen der Polioerkrankung sowie einen Status nach mehrfacher Arthro-
desierung im Mittelfussbereich links mit einer radiologisch nachweisbaren 
Teilkonsolidation (act. IIA 140.1/13). Er erklärte, wegen der auf die 
Grunderkrankung zurückzuführenden Gangstörung könne der Explorand im 
Alltag und im Beruf keine langen Gehstrecken am Stück bewältigen (act. 
IIA 140.1/13), die angestammte Erwerbstätigkeit sei jedoch dem Leiden 
angepasst. Folglich attestierte Dr. med. C.________ sowohl in der bisheri-
gen Beschäftigung als auch einer Verweisungstätigkeit eine 100%ige Ar-
beitsfähigkeit (act. IIA 140.1/16).

3.1.2 In der Expertise vom 9. Februar 2017 (act. IIA 164.1) vermerkte 
Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Poliomyelitis im Alter von 
drei Jahren (ICD-10: B91) mit/bei aktuell rechtsbetonter ausgeprägter Bein-
schwäche und Status nach drei Fussoperationen links in den Jahren 2011 
bis 2014 bei Mittelfussarthrose (act. IIA 164.1/28). Er gelangte zum 
Schluss, dass eine Präsenzzeit in der gut leidensangepassten bisherigen 
Tätigkeit von 80 % bei einem um 10 % reduzierten Rendement zumutbar 
sei, mithin eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % vorliege. Es sei 
nicht wahrscheinlich, dass in einer anderen Tätigkeit eine höhere Arbeits-
fähigkeit erreicht werden könne (act. IIA 164.1/31).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 7

dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Die beiden Administrativgutachten vom 10. Mai 2016 (act. IIA 140.1) 
und 9. Februar 2017 (act. IIA 164.1) erfüllen die vorerwähnten höchstrich-
terlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen 
Beweis. Dass die verwaltungsexterne Abklärung nicht von Anfang an als 
bidisziplinäre Begutachtung angelegt war, ist weder aus formellen noch aus 
materiellen Aspekten problematisch. Einerseits waren nicht mehr als zwei 
Fachdisziplinen involviert, womit die Gutachtensaufträge freihändig verge-
ben werden durften (vgl. BGE 139 V 349) und das zeitlich gestaffelte Vor-
gehen keine Umgehung von Verfahrensvorschriften darstellt (anders ver-
hielte es sich allenfalls, soweit drei oder mehr Fachrichtungen beteiligt ge-
wesen wären [vgl. Art. 72bis der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung {IVV; SR 831.201}; Rz. 2075 ff. sowie Anhang V des 
vom Bundesamt für Sozialversicherungen {BSV} herausgegebenen und ab 
1. Januar 2010 gültigen Kreisschreibens über das Verfahren in der Invali-
denversicherung {KSVI}]). Andererseits vermag der Umstand, dass zwi-
schen den Dres. med. C.________ und D.________ keine abschliessende 
Konsensbesprechung stattfand, den Beweiswert der fachärztlichen 
Schlussfolgerungen nicht zu schmälern, denn die rechtsrelevanten Fragen 
lassen sich gestützt auf die beiden separaten Expertisen ohne weiteres 
beantworten (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128 mit Hinweisen). Dr. med. 
C.________ begründete aus orthopädischer Sicht einleuchtend, dass 
sowohl in der angestammten als auch in einer anderen leidensadaptierten 
Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht. Damit erübrigte 
sich die Diskussion über ein allfälliges Überschneiden der erwerblichen 
Auswirkungen aus beiden Fachrichtungen. Zudem kannte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 8

Dr. med. D.________ das Gutachten von Dr. med. C.________ (act. IIA 
164.1/12 f.) und konnte dessen Einschätzungen bei seiner eigenen Beurtei-
lung miteinbeziehen. Im Übrigen ist in Bezug auf die von ihm gesamthaft 
auf 70 % festgelegte Arbeits- und Leistungsfähigkeit präzisierend anzufü-
gen, dass bei einer zumutbaren Präsenzzeit von 80 % und einer zusätzli-
chen Einschränkung des Rendements von 10 % eigentlich eine Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 72 % (80 % ./. 10 %) resultiert. Die Schlussfol-
gerungen der beiden Sachverständigen sind ansonsten nachvollziehbar 
und überzeugend begründet, womit sich weitere medizinische Sachver-
haltserhebungen erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162]). Die seitens des Beschwerdeführers gegen das Administra-
tivgutachten vorgebrachte Kritik verfängt nicht.

3.3.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, Dr. med. D.________ habe 
verkannt, dass die bisherige Tätigkeit nicht rein sitzend habe verrichtet 
werden können (Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 3), ist dies nicht korrekt. 
Diesbezüglich wies die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf hin (Be-
schwerdeantwort S. 2 f. lit. C Ziff. 4), dass der neurologische Experte gera-
de aus diesem Grund nebst der reduzierten Präsenzzeit eine 10%ige Ein-
schränkung des Rendements annahm (act. IIA 164.1/24 f.).

3.3.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind beträchtliche 
Widersprüche betreffend Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht auszuma-
chen. Zwar trifft es zu, dass Dr. med. D.________ die geltend gemachten 
(linksseitigen) Fussschmerzen als Problem des Bewegungsapparates (im 
Sinne einer Fussarthrose) wertete und sich dazu nicht weiter äusserte (Be-
schwerde S. 4 f. Ziff. III Art. 3 f.). Dieses Vorgehen ist indes folgerichtig, 
hatte er doch einzig den neurologischen Gesundheitszustand des Explo-
randen zu beurteilen und wies explizit darauf hin (act. IIA 164.1/24), dass 
Dr. med. C.________ zu diesem orthopädischen Problem bereits ausführ-
lich Stellung genommen habe (act. IIA 140.1/11). 

3.3.3 Die RAD-Ärztin med. pract. E.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, hielt die Einschätzungen des behandeln-
den PD Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, am 6. Juni 2017 (act. IIA 177) 
richtigerweise für irrelevant und sah folglich auch keinen Bedarf, bei diesem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 9

Arzt eine Stellungnahme zum Gutachten einzuholen (Beschwerde S. 4 
Ziff. III Art. 3; act. IIA 174/3 f.). Die von PD Dr. med. F.________ in den 
Berichten des Spitals G.________ (act. IIA 124/3 f., 125/5, 169/3 f., 169/8) 
für den angestammten Beruf bescheinigte andauernde 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit lässt das Tätigkeitsprofil der letzten Arbeitsstelle ausser Acht 
(act. II 30/10 Ziff. 5) und beruht nicht auf Befunden, die dem orthopädi-
schen Gutachter unbekannt gewesen wären.

3.3.4 Schliesslich vermag der Beschwerdeführer aus dem erst im Be-
schwerdeverfahren aufgelegten Bericht der Klinik H.________ vom 2. Au-
gust 2017 (act. I 4) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (Beschwerde S. 4 
Ziff. III Art. 3). Zwar fand die betreffende ambulante Erstkonsultation in der 
Klinik I.________ noch am Tag des Verfügungserlasses (act. IIA 187) statt, 
womit der Bericht ohne weiteres in die Beurteilung miteinzubeziehen ist 
(vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Der leitende 
Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, benannte jedoch keine 
wichtigen – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 
– Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Das von ihm dia-
gnostizierte Postpoliosyndrom (act. I 4/2) schloss Dr. med. D.________ mit 
nachvollziehbaren Argumenten aus (act. IIA 164.1/23 f.). Zudem setzte sich 
Dr. med. J.________ mit dem neurologischen Gutachten inhaltlich über-
haupt nicht auseinander und erhob keine klinischen Befunde, aus denen 
sich die von ihm postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisheri-
gen bzw. die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer rein sitzenden Tätigkeit her-
leiten liesse. Eine funktionell bedingte Einschränkung beim Sitzen wurde 
zudem auch gar nicht festgehalten, womit die diesbezügliche Arbeitsun-
fähigkeit allein auf den subjektiven Schmerzangaben basiert, die unberück-
sichtigt zu bleiben haben, da sie nicht durch damit korrelierende, fachärzt-
lich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (vgl. BGE 
136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Insbesondere fand Dr. med. D.________ ana-
mnestisch, klinisch und elektroneurographisch keine Hinweise für eine Af-
fektion der sensiblen Nervenfasern (act. IIA 164.1/23). Des Weiteren wäre 
die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, die weit 
überwiegend sitzend verrichtet wurde (act. II 30/10 Ziff. 5), ohnehin nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 10

mit der gleichzeitig bescheinigten 50%igen Restarbeitsfähigkeit in sitzen-
den Tätigkeiten vereinbar.

3.4 Nach dem Dargelegten hat mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
(vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) als erstellt zu gelten, dass in der hier zu 
beurteilenden Zeit zwischen dem frühestmöglichen Rentenbeginn im Au-
gust 2012 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. act. II 21, 45 [betreffend War-
tezeit] bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG i.V.m. act. II 24/6 Ziff. 11 [betreffend Karenz-
frist]) und der angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 187) 
grundsätzlich sowohl im angestammten Beruf als auch in einer Verwei-
sungstätigkeit eine 72%ige Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit bestand. Dass 
im Zusammenhang mit den Fussoperationen vom 4. November 2011 
(act. II 32/2 f.), 29. Januar 2013 (vgl. act. II 62/21) und 4. Februar 2014 
(act. II 79) zwischenzeitlich eine Verschlechterung mit jeweils anschlies-
sender Verbesserung der gesundheitlichen Situation eintrat (act. IIA 
140.1/11), die jeweils einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG 
darstellte (vgl. E. 2.3 hiervor) und zu einer vorübergehenden vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit führte, war zwischen den Parteien stets unbestritten und 
ist aktenmässig ausgewiesen (vgl. act. II 59/1, 62/21, 72/1, 90/4). Der im 
VGE IV/2015/349 (act. II 113) festgestellte weitere Abklärungsbedarf bezog 
sich denn auch nicht auf diese zurückliegenden Phasen anerkannter 
vollständiger Arbeitsunfähigkeit, in denen der Invaliditätsgrad ohne weiteres 
100 % betrug, weshalb sich – trotz uneingeschränktem Streitgegenstand 
(vgl. E. 1.2 hiervor) – Weiterungen zu den in Anwendung von Art. 88a IVV 
zugesprochenen befristeten Renten erübrigen. Nachzugehen ist jedoch 
den erwerblichen Auswirkungen der 72%igen Arbeits- bzw. Leistungsfähig-
keit hinsichtlich der Zeit ab Juni 2014.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 11

kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). 

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 
E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 
E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 12

bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Ermittlung des Validen-
einkommens ab Juni 2014 richtigerweise auf die Angaben der letzten Ar-
beitgeberin (act. IIA 187/6), denn dieses Arbeitsverhältnis wurde nach ge-
scheitertem Arbeitsversuch letztlich aus medizinischen Gründen aufgelöst 
(act. II 61/2; IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 7) und wäre im hypothe-
tischen Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich weitergeführt worden. 
Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die entsprechende Ge-
sellschaft noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung (act. IIA 187) auf 
ein anderes Unternehmen überging und der Sitz bzw. die Betriebsstätte 
innerhalb des Kantons … verlagert wurde (vgl. SHAB Nr. … vom … und 
Nr. … vom …), hätte sich der Arbeitsweg dadurch doch nicht wesentlich 
verlängert. Unter Berücksichtigung der geschlechts- und branchenspezifi-
schen Nominallohnentwicklung (BGE 129 V 408, Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 29. April 2015, 8C_123/2015, E. 3.2.3) ergibt sich für das 
Jahr 2014 ein Bruttojahresgehalt von Fr. 78‘030.-- (Fr. 76‘670.-- [act. II 30/3 
Ziff. 2.10] / 101.5 x 103.3 [BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Män-
ner, Wirtschaftszweig Ziff. 10-33, Index 2012 bzw. 2014]).

5.2 Da der Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische Restar-
beitsfähigkeit von 72 % in der Zeit ab Juni 2014 nicht verwertete, ist für das 
Invalideneinkommen auf hypothetische Werte abzustellen. Dabei ist nicht 
an das Einkommen anzuknüpfen, welches der Beschwerdeführer im letzten 
Arbeitsverhältnis erwirtschaftet hatte (act. IIA 187/5), was die Beschwerde-
gegnerin mittlerweile anerkennt (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 6). 
Denn es steht nicht fest, dass der Beschwerdeführer trotz seines Gesund-
heitsschadens wieder zu seiner ehemaligen Arbeitgeberin zurückkehren 
und das bisherige Lohnniveau erreichen könnte. Mit Blick auf seine Ausbil-
dung zum … und seine langjährige Tätigkeit als … (act. II 1.1/41, 24/4 
Ziff. 5.3) könnte er weiterhin in seinem angestammten Beruf tätig sein. Es 
kann aber auch nicht etwa auf den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 13

K.________ abgestellt werden, da sich die darin stipulierten Mindestlöhne 
allenfalls unter dem statistischen Branchenniveau bewegen. Es ist folglich 
auf die LSE 2014 abzustellen, wobei der Wirtschaftszweig Ziff. 26 (Herstel-
lung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Er-
zeugnissen) massgebend ist (vgl. BFS, NOGA 2008, Allgemeine Systema-
tik der Wirtschaftszweige, Erläuterungen, S. 78). Fraglich ist, ob – wie nach 
dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C 
Ziff. 6) – vom Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten, wie Ver-
kauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschi-
nen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) auszugehen 
ist, oder nicht das Kompetenzniveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, 
welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) anzu-
nehmen wäre. Für das Kompetenzniveau 2 spricht, dass der so ermittelte 
hypothetische Verdienst von Fr. 76‘010.-- für eine vollschichtige Tätigkeit 
(Fr. 6‘256.-- [BFS, LSE 2014, Männer, Wirtschaftszweig Ziff. 26, Kompe-
tenzniveau 2] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 40.5 Wochenar-
beitsstunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitsstunden {BUA}, 2014, Wirt-
schaftszweig Ziff. 26]) in etwa das Valideneinkommen erreicht, während 
das Kompetenzniveau 3 zu einem weit höheren Jahreslohn führt. Wie es 
sich damit verhält, kann aber letztlich offen bleiben, da sich im Ergebnis 
nichts ändert, wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf die tieferen 
Werte des Kompetenzniveaus 2 abgestellt wird (vgl. E. 5.3 hiernach). Vom 
Tabellenlohn für das Invalideneinkommen von Fr. 54‘727.-- (Fr. 76‘010.-- x 
72 % Arbeits- und Leistungsfähigkeit) rechtfertigt sich kein leidensbedingter 
Abzug. Den leidensbedingten Einschränkungen wurde bereits auf medizini-
scher Ebene insoweit Nachachtung verschafft, als zur reduzierten Prä-
senzzeit von 80 % eine Leistungsreduktion von 10 % angenommen wurde 
(act. IIA 164.1/31). Das medizinische Zumutbarkeitsprofil wirkt sich nicht 
zusätzlich lohnmindernd aus, zumal die angestammte Tätigkeit möglich 
bleibt (vgl. MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversiche-
rung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 28a N. 106). Ein zusätzlicher Abzug ist unter 
keiner der möglichen Aspekte (vgl. E. 4.2.2 hiervor) gerechtfertigt. Ein Ab-
zug wegen fehlenden Dienstjahren bzw. fehlender Berufserfahrung fällt von 
vornherein ausser Betracht. Das höhere Alter wirkt sich in der Berufsgrup-
pe der Präzisionshandwerker positiv auf das Erwerbseinkommen aus (vgl. 
BFS, LSE 2014, Tabelle T17, Männer, Berufsgruppe Ziff. 73, Lebensalter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 14

30-49 Jahre bzw. >= 50 Jahre), zudem stand dem Beschwerdeführer in der 
hier fraglichen Zeit ab Juni 2014 noch eine nicht unbeachtliche Aktivitäts-
dauer bevor. Des Weiteren ist er zwar ausländischer Herkunft (act. II 26/1), 
lebt jedoch seit … in der Schweiz (act. II 1.2/7; act. IIA 140.1/5), verfügt 
über das schweizerische Bürgerrecht (act. II 26/4) und spricht gut Deutsch 
(act. IIA 164.1/15). Schliesslich ist bei einem Beschäftigungsgrad von 80 % 
in der konkreten Situation auch kein Abzug wegen Teilzeittätigkeit zuzulas-
sen, da daraus mit Blick auf die statistischen Daten keine überproportionale 
Lohneinbusse resultiert. Für Männer ohne Kaderfunktion liegt der Durch-
schnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 75-89 % proportional bezogen 
auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6‘388.--; BFS, LSE 2014, Monatlicher Brutto-
lohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Ge-
schlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen) sogar über dem 
Durchschnittslohn bei einem Vollpensum (Fr. 6‘069.--; BFS, a.a.O.; vgl. 
auch Entscheid des BGer vom 28. Februar 2017, 8C_12/2017, E. 5.5.2). 
Selbst wenn wegen des verminderten Beschäftigungsgrades (vgl. 
Entscheid des BGer vom 29. Februar 2016, 9C_808/2015, E. 3.3.2; Be-
schwerde S. 5 Ziff. III Art. 4; Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 6) ein Ab-
zug zugebilligt würde, änderte sich im Ergebnis nichts. Der Abzug wäre 
höchstens mit 10 % zu veranschlagen, was zu einem Invalideneinkommen 
von Fr. 49‘254.-- führen würde (Fr. 54‘727.-- ./. 10 %).

5.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich 
ab Juni 2014 im für den Beschwerdeführer günstigsten Fall ein aufgerunde-
ter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und rentenausschliessender 
(vgl. E. 2.2 hiervor) Invaliditätsgrad von maximal 37 % ([Fr. 78‘030.-- ./. 
Fr. 49‘254.--] / Fr. 78‘030.-- x 100). Die angefochtene Verfügung vom 
12. Juli 2017 (act. IIA 187) ist folglich nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 15

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen 
und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem unterliegen-
den Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

6.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann einer Partei überdies ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f 
ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2).

6.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aktenkundig 
(act. I 5). Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos 
bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung ist 
zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung 
von Rechtsanwältin B.________ ist demnach gutzuheissen. Somit ist der 
Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der 
Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Festzusetzen 
bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwältin B.________.

6.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 16

Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 
gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 20. November 2017 macht Rechtsanwältin 
B.________ einen Zeitaufwand von 8.5 Stunden bzw. ein Honorar von 
Fr. 2‘125.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 61.20 sowie die Mehrwertsteuer 
von 8 % (auf Fr. 2‘186.20) im Betrag von Fr. 174.90, total Fr. 2‘361.10, gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Folglich wird der tarifmässige Partei-
kostenersatz für dieses Verfahren auf Fr. 2‘361.10 festgesetzt. Davon ist 
Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1‘700.-- (8.5 h x Fr. 200.--) 
zuzüglich Auslagen von Fr. 61.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 140.90 (8 % 
von Fr. 1‘761.20), total somit eine Entschädigung von Fr. 1‘902.10, auszu-
richten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers 
gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 17

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘361.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘902.10 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.