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**Case Identifier:** 21ad0b78-142f-5123-8e78-9777a2630807
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 07.11.2023 SST.2023.20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-20_2023-11-07.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2023.20 
(ST.2020.80; StA.2019.1256) 

 

 

Urteil vom 7. November 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Möckli 

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

Privatkläger   A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Dominique Chopard,  

[…] 

 

    
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1973, von Gurzelen, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Kenad Melunovic,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Fahrlässige Körperverletzung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 30. November 2020 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen fahrlässiger Körperverletzung, 

eventualiter wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Unfall-

versicherung gemäss Art. 112 Abs. 1 lit. d UVG und subeventualiter wegen 

Übertretung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung gemäss 

Art. 112 Abs. 2 UVG. 

 

1.2. 

Am 29. Juni 2021 fand die erste Hauptverhandlung vor der Präsidentin des 

Bezirksgerichts Brugg mit Befragung des Beschuldigten statt. 

 

1.3. 

Mit Verfügung vom 9. September 2021 sistierte die Gerichtspräsidentin des 

Bezirksgerichts Brugg das Verfahren, wies die Untersuchungsakten zur 

Ergänzung der Untersuchung im Sinne der Erwägungen an die Staats-

anwaltschaft Brugg-Zurzach zurück und übertrug die Rechtshängigkeit an 

die Staatsanwaltschaft. 

 

1.4. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 11. Februar 2022 die 

folgende Anklage, welche die Anklage vom 30. November 2020 ersetzte: 

I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 

Fahrlässige Körperverletzung, Art. 125 Abs. 2 StGB 

Eventualiter:  

Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG), Art. 112 

Abs. 1 lit. d UVG i.V.m. Art. 82 Abs. 1 und Abs. 3 UVG, Art. 3 Abs. 1 VUV und 

Art. 6 Abs. 1 VUV 

 

 

[…] 

 

Der Privatkläger A._____, geb. tt.mm.2003, [Adresse], begann im Sommer 2018 bei 

der L._____ AG mit Sitz in Q._____ seine Ausbildung als Polymechaniker EFZ. Der 

Beschuldigte war damals Lehrlingsausbilder bei der L._____ AG und mit der 

Ausbildung des Privatklägers betraut. Aus einem Bildungsbericht über die 

Kompetenzen des Privatklägers geht hervor, dass er die fachlichen Anforderungen 

erfüllte. Im Zusammenhang mit der Methodenkompetenz wurde festgehalten, dass 

er öfters Unordnung am Arbeitsplatz hatte. Hinsichtlich Sozialkompetenz wurde 

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vermerkt, dass er sich oft aufspiele und so tue, als ob er alles besser wüsste. Als 

Ziele für das nächste Semester wurde Folgendes formuliert:  

• Fachkompetenz: lieber ein wenig Tempo rausnehmen, dafür genauer 

• Methodenkompetenz: Ordnung am Arbeitsplatz halten, übersichtlich gestalten 

• Sozialkompetenz: Ruhiger werden und sich nicht gegen Andere aufspielen 

• Selbstkompetenz: Nicht den Macho raushängen 

Von anderen Lernenden der L._____ AG wurde der Privatkläger als Person 

wahrgenommen, die alles, auch seine Ausbildung, nicht besonders ernst nahm, die 

aufgedreht, arrogant und hochnäsig war und sich gegenüber Anderen aufspielte. 

Auch war der Privatkläger bei anderen Lernenden bekannt dafür, dass er die 

Sicherheitsvorschriften nicht immer einhielt. Bei der Arbeit an Maschinen trug er 

wiederholt Handschuhe, obwohl dies verboten war und er von anderen Mitarbeitern 

mehrmals aufgefordert war, die Handschuhe auszuziehen.  

Ab Mittwoch, 9. Januar 2019, bildete der Beschuldigte den Privatkläger, welcher sich 

zu jenem Zeitpunkt im ersten Lehrjahr befand, und zwei weitere Lernende im ersten 

Lehrjahr an den betriebseigenen Fräsmaschinen aus. Nachdem die drei Lernenden 

des ersten Lehrjahrs am Mittwoch, 16. Januar 2019 erstmals an den Fräsmaschinen 

gearbeitet hatten, liess der Beschuldigte sie am Donnerstag, 17. Januar 2019, in der 

Lehrlingswerkstatt der L._____ AG, [Adresse], alleine je einzeln an einer 

Fräsmaschine arbeiten. Der Beschuldigte war am Donnerstag, 17. Januar 2019, 

nicht im Betrieb anwesend. Gemäss Anhang 2 zum Bildungsplan zur Verordnung 

über die berufliche Grundbildung Polymechanikerin EFZ und Polymechaniker EFZ 

(Begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes) 

muss ein Lernender beim Bedienen einer Fräsmaschine bis Ende des 2. Lehrjahrs, 

bis die Ausbildung erfolgt ist, ständig und nach erfolgter Ausbildung häufig durch eine 

Fachkraft im Betrieb überwacht werden. Als Fachkraft gilt gemäss besagtem Anhang 

2, wer im Fachbereich über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder über eine 

gleichwertige Qualifikation verfügt. Entgegen dieser Bestimmung organisierte der 

Beschuldigte für Donnerstag, 17. Januar 2019, trotz seiner Abwesenheit keine 

Fachkraft, die den Privatkläger während seiner Arbeit an der Fräsmaschine dauernd 

überwachte. Stattdessen waren lediglich Lernende des vierten Lehrjahrs damit 

betraut, die Lernenden des ersten Lehrjahrs zu betreuen, wobei von jenen keine 

Person alleine für die Betreuung des Privatklägers zuständig war und ihn bei der 

Arbeit an der Fräsmaschine ständig überwachen konnte. Dieser Umstand war dem 

Beschuldigten bewusst und wurde von ihm in Kauf genommen. 

Am Donnerstag, 17. Januar 2019, morgens, arbeitete der Privatkläger – entgegen 

den Vorschriften – mit Handschuhen an der Fräsmaschine Maho MH 800, obwohl er 

an jenem Morgen und auch zuvor mehrfach darauf hingewiesen worden war, dass 

er bei der Arbeit an dieser Maschine keine Handschuhe tragen darf. Um ca. 10:05 

Uhr fasste der Privatkläger während der Arbeit an der besagten Fräsmaschine mit 

seiner linken Hand versehentlich von unten an den drehenden Fräser, wobei der 

Handschuh erfasst und mit der linken Hand und dem linken Unterarm des 

Privatklägers in die Maschine eingezogen wurde. Der Privatkläger erlitt dadurch eine 

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komplexe Hand- und Unterarmverletzung links mit folgenden multiplen Schnitt-

verletzungen:  

- Am Mittelfinger Durchtrennung der radialen Hälfte der FDP-Sehne Zone 2, 

Durchtrennung des radialen Zügels der FDS-Sehne, A2- und A3-Ringband-

durchtrennung, Durchtrennung beider Digitalnerven mit Defekt, Durchtrennung 

der Digitalarterie A5 mit Defekt 

- Am Ringfinger Durchtrennung des ulnaren Gefäss-/Nervenbündels 

- Am kleinen Finger tangentiale Defektwunde ulnar des PIP-Gelenks 

- Mehrere Schnittwunden an den restlichen Fingern, der Hand und am Unterarm. 

Er musste sich danach von 17. Januar bis 19. Januar 2019 stationär im Kantonsspital 

R._____ behandeln lassen. Diese Verletzungen hatten mehrere Narben zur Folge 

und am Mittelfinger blieb eine Gefühlsstörung sowie eine Bewegungseinschränkung 

bestehen. Zudem entwickelte sich beim Privatkläger ein posttraumatisches neuro-

pathisches Schmerzsyndrom, das sich erschwerend auf den Verlauf der Heilung 

auswirkte. Bis mindestens Ende Juni 2020 war er zu 100% arbeitsunfähig. Der 

Privatkläger sah sich aufgrund seiner Handverletzung und der dadurch verursachten 

psychischen Belastung nicht mehr in der Lage, einer handwerklichen Tätigkeit 

nachzugehen und begann eine Ausbildung an einer Handelsschule für den 

kaufmännischen Bereich.  

Der Unfall war darauf zurückzuführen, dass der Beschuldigte am 17. Januar 2019 

weder selbst in der Lehrlingswerkstatt anwesend war, noch eine Fachkraft 

organisiert hatte, die den Privatkläger bei der Arbeit an der besagten Fräsmaschine 

überwachte. Für den Beschuldigten war angesichts dessen, dass im Betrieb bekannt 

war, dass der damals fünfzehnjährige Privatkläger sich gegenüber anderen 

Personen aufspielte und sich so aufführte, als wüsste er alles besser, und sich im 

Weiteren nicht immer vollumfänglich an die Sicherheitsvorschriften hielt, 

voraussehbar, dass dieser bei der Arbeit an der besagten Fräsmaschine ohne 

ständige oder zumindest häufige Überwachung durch eine Fachkraft einen Fehler 

begehen und sich deswegen erheblich verletzen kann. Wäre der Beschuldigte oder 

eine von ihm aufgebotene Fachkraft am 17. Januar 2019 anwesend gewesen, um 

den Privatkläger zu überwachen, hätte er bzw. die von ihm aufgebotene Fachkraft 

zum einen durchsetzen können, dass der Privatkläger ohne Handschuhe an der 

Fräsmaschine arbeitet. Zum anderen hätte der Beschuldigte bzw. die von ihm 

aufgebotene Fachkraft bei einer ständigen bzw. zumindest häufigen Überwachung 

des Privatklägers mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern können, dass er von 

unten in den drehenden Fräser fasst.  

Der Privatkläger A._____ macht eine Zivilforderung dem Grundsatz nach geltend. 

II. Anträge 

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 

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2. Er sei (in Anwendung der vorgenannten Gesetzesbestimmung sowie von Art. 34 

StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB, Art. 44 StGB, 

Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 2 StGB) zu verurteilen: 

als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 24. 

August 2020 

- zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu CHF 140.00, bedingt aufgeschoben 

bei einer Probezeit von 2 Jahren  

- zu einer Busse von CHF 1'400.00, wobei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen 

bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse auszusprechen ist. 

3. Kostenauflage an den Beschuldigten 

   

[…] 

 

1.5. 

Am 9. September 2022 fand die zweite Hauptverhandlung vor der Präsi-

dentin des Bezirksgerichts Brugg mit Befragung des Beschuldigten statt. 

 

1.6. 

Mit Urteil vom 29. November 2022 erkannte die Präsidentin des Bezirks-

gerichts Brugg: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung (schwere Schädigung) 
gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB. 
 
2. 
Der Beschuldigte wird als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-
Zurzach vom 24. August 2020 in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmung und 
gestützt auf Art. 34, 47 und 49 Abs. 2 StGB zu 80 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der 
Tagessatz wird auf Fr. 180.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 14'400.00. 
 
3. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre 
festgesetzt. 
 
4. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmung und gestützt auf 
Art. 42 Abs. 4 sowie Art. 106 StGB zu einer Busse von Fr. 2'500.00 verurteilt. 
 
5. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird gestützt auf Art. 106 Abs. 2 StGB eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 14 Tagen vollzogen. 
 
6. 
6.1. 
Es wird gestützt auf Art. 126 Abs. 3 StPO dem Grundsatz nach festgestellt, dass der 
Beschuldigte dem Zivilkläger A._____ für das Ereignis vom 17. Januar 2019 
Schadenersatz zu leisten hat. 

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6.2. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger gestützt auf Art. 433 Abs. 1 
lit. a StPO für seine Aufwendungen im Zivilpunkt eine Prozessentschädigung von 
Fr. 15'981.10 (inkl. 7.7% MWST) zu bezahlen. 
 
6.3. 
Im Übrigen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen. 
 
7. 
Die Anklagegebühr wird gemäss § 15 Abs. 1bis VKD auf Fr. 1'100.00 festgesetzt und dem 
Beschuldigten auferlegt.  
 
8. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 

a)  der Gebühr von Fr. 2000.00 

b)  den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr. 228.55 

Total Fr.  2228.55 

 
Dem Beschuldigten werden die Gebühr sowie die Kosten gemäss lit. b im Gesamtbetrag 
von Fr. 2'228.55.00 auferlegt. 
 
9. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selbst. 

 

1.7. 

Gegen das dem Beschuldigten am 9. Dezember 2022 im Dispositiv zuge-

stellte Urteil meldete dieser gleichentags Berufung an. Das begründete 

Urteil wurde dem Beschuldigten am 13. Januar 2023 zugestellt. 

 

2. 

2.1. 

Mit Berufungserklärung vom 19. Januar 2023 beantragte der Beschuldigte, 

das vorinstanzliche Urteil sei aufzuheben und er sei freizusprechen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staats zzgl. 7.7 % MWST. 

Ausserdem stellte er die Beweisanträge, er sei zur Sache und zur Person 

zu befragen, D._____, E._____ und F._____ seien als Zeugen bzw. 

Auskunftspersonen zu befragen und es seien die vorinstanzlichen 

Verfahrensakten beizuziehen. 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 25. Januar 2023 wurden die Beweisanträge des 

Beschuldigten einstweilen abgewiesen. 

 

2.3. 

Mit Schreiben vom 27. Januar 2023 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass 

sie darauf verzichte, einen Nichteintretensantrag zu stellen beziehungs-

weise Anschlussberufung zu erklären. 

 

 - 7 - 

 

 

2.4. 

Nachdem dem Verteidiger auf seinen Antrag vom 13. März 2023, 3. April 

2023 und 24. April 2023 (letztmals) Frist zur vorgängigen Berufungsbegrün-

dung erstreckt wurde, er aber innerhalb der angesetzten Frist keine 

Eingabe einreichte, sondern am 12. Mai 2023 ohne nähere Begründung ein 

weiteres Fristerstreckungsgesuch stellte, wurde mit Verfügung vom 15. Mai 

2023 auf eine vorgängige Berufungsbegründung verzichtet und in Termin-

absprache mit den Parteien mit Verfügung vom 7. Juni 2023 zur Verhand-

lung auf den 7. November 2023 vorgeladen. 

 

2.5. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Privatklägers A._____ als 

Auskunftsperson sowie des Beschuldigten fand am 7. November 2023 

statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch, womit das 

vorinstanzliche Urteil vollständig angefochten und entsprechend zu über-

prüfen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

Der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB macht sich 

schuldig, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesund-

heit schädigt. Ist die Schädigung schwer, wird der Täter vom Amtes wegen 

verfolgt (Art. 125 Abs. 2 StGB). 

 

3. 

3.1. 

Eine Schädigung ist schwer, wenn sie den Anforderungen von Art. 122 

StGB entspricht (BGE 109 IV 18 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 

6B_20/2021 vom 17. März 2021 E. 2.2). Nach dieser Bestimmung liegt eine 

schwere Körperverletzung u.a. vor, wenn der Geschädigte bleibend 

arbeitsunfähig gemacht worden ist (Art. 122 lit. b StGB). Dabei genügt, 

wenn die verletzte Person in ihrer angestammten Tätigkeit zumindest 

teilweise arbeitsunfähig ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_442/2019 vom 

26. August 2019 E. 1.3.3). 

 

3.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass A._____, der sich zu diesem Zeitpunkt im ersten Lehrjahr 

als Polymechaniker EFZ befunden hat, am 17. Januar 2019 um ca. 10:05 

Uhr während der Arbeit an der Fräsmaschine Maho MH 800 in der 

Lehrlingswerkstatt der L._____ AG mit seiner linken Hand versehentlich 

 - 8 - 

 

 

von unten an den drehenden Fräser gefasst hat, wobei sein Handschuh 

erfasst worden und mitsamt der linken Hand und dem linken Unterarm in 

die Maschine gezogen worden ist, wodurch er eine komplexe Hand- und 

Unterarmverletzung links mit multiplen Schnittverletzungen (am 

Mittelfinger: Durchtrennung der radialen Hälfte der FDP-Sehne Zone 2, 

Durchtrennung des radialen Zügels der FDS-Sehne, A2- und A3-Ringband-

durchtrennung, Durchtrennung beider Digitalnerven mit Defekt, Durchtren-

nung der Digitalarterie A5 mit Defekt; am Ringfinger: Durchtrennung des 

ulnaren Gefäss-/Nervenbündels; am kleinen Finger: tangentiale Defekt-

wunde ulnar des PIP-Gelenks sowie mehrere Schnittwunden an den 

restlichen Fingern, der Hand und am Unterarm [UA act. 240]) erlitten hat.  

 

Gemäss Schreiben der Suva vom 13. Juli 2020 ist A._____ aus 

versicherungsmedizinischer bzw. unfallchirurgischer Sicht die zuletzt 

ausgeübte berufliche Tätigkeit als Polymechaniker dauerhaft nicht mehr 

zumutbar. Eine ganztägige Arbeitsfähigkeit sei nur noch in einer angepass-

ten, bezüglich der linken oberen Extremität sehr leichten bis leichten Tätig-

keit unter bestimmten Voraussetzungen (u.a. keine Tätigkeit, welche ein 

kraftvolles Zupacken oder eine gute Greiffunktion der linken Hand erfor-

dern) gegeben (GA act. 375). Im Rahmen von beruflichen Eingliederungs-

massnahmen der IV absolvierte A._____ daher von Februar 2020 bis Juli 

2023 eine Ausbildung zum Kaufmann EFZ (GA act. 377) und ist nun als 

Sachbearbeiter tätig (Plädoyer Berufungsverhandlung S. 4; vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 4). A._____ ist als Folge seines Unfalls somit 

in seiner angestammten Tätigkeit als (lernender) Polymechaniker bleibend 

arbeitsunfähig geworden und zu einem Berufswechsel gezwungen worden, 

womit eine schwere Körperverletzung vorliegt. 

 

4. 

Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte die schwere Körperverletzung von 

A._____ fahrlässig verursacht hat: 

 

4.1. 

Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger 

Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflicht-

widrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, 

zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnis-

sen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Das Mass der im Einzelfall zu 

beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der Unfallverhütung und 

der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, in 

erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 145 IV 154 E. 2.1; 143 IV 138 

E. 2.1; 135 IV 56 E. 2.1). 

 

Die Straftat kann auch durch pflichtwidriges Unterlassen begangen werden 

(Art. 11 StGB). Voraussetzung ist in diesem Fall eine Rechtspflicht zur 

Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) sowie die 

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Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen (BGE 148 IV 39 E. 2.3.2; 141 

IV 249 E. 1.1 mit Hinweisen). Die Abgrenzung zwischen Handlung und 

Unterlassung ist im Zweifel nach dem Subsidiaritätsprinzip vorzunehmen. 

Danach ist immer zuerst zu prüfen, ob ein aktives Tun vorliegt, das 

tatbestandsmässig, rechtswidrig und schuldhaft ist. Dabei sind allerdings 

nur Handlungen zu berücksichtigen, die das Risiko, das in den Erfolg 

umschlug, herbeiführten oder steigerten - und nicht nur nicht verminderten 

(BGE 115 IV 199 E. 2a; 120 IV 265 E. 2b).  

 

Grundvoraussetzung für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorher-

sehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe 

müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen 

voraussehbar sein. Zunächst ist also zu fragen, ob der Täter eine Gefähr-

dung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw. erkennen 

können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab 

der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung einen 

Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens wesentlich 

zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz ausser-

gewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers bzw. eines 

Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, 

mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart 

schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache 

des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - 

namentlich das Verhalten des Beschuldigten - in den Hintergrund drängen. 

Das Verhalten eines Dritten vermag den Kausalzusammenhang nur zu 

unterbrechen, wenn diese Zusatzursache derart ausserhalb des normalen 

Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war 

(BGE 142 IV 237 E. 1.5.2; 135 IV 56 E. 2.1 je mit Hinweisen). 

 

Erforderlich ist zudem, dass der Eintritt des Erfolgs vermeidbar war. Dabei 

wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg 

bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die 

Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindes-

tens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs 

bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4; 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

4.2. 

4.2.1. 

In der Anklage wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, er 

habe die Lernenden des ersten Lehrjahrs am 17. Januar 2019 in der 

Lehrlingswerkstatt der L._____ AG je einzeln an einer Fräsmaschine 

arbeiten lassen und sei weder selbst im Betrieb anwesend gewesen noch 

habe er eine Fachkraft für die Überwachung während der Arbeit an der 

Fräsmaschine organisiert. 

 

 - 10 - 

 

 

Die Vorinstanz ist von einem Unterlassungsdelikt ausgegangen (vor-

instanzliches Urteil E. 4.1.4, 4.3.1).  

 

4.2.2. 

Die Abgrenzung zwischen Handlung und Unterlassung ist im Zweifel nach 

dem Subsidiaritätsprinzip vorzunehmen. Demnach ist zunächst zu prüfen, 

ob ein aktives Tun vorliegt, das tatbestandsmässig, rechtswidrig und 

schuldhaft ist. Dabei sind nur solche Handlungen zu berücksichtigen, 

welche das Risiko, das in den tatbestandsmässigen Erfolg umschlug, 

herbeiführten oder steigerten, mithin nicht auch solche Handlungen, welche 

dieses Risiko bloss nicht verhindert haben. Mangelnde Sorgfalt ist ein 

Tatbestandsmerkmal der Fahrlässigkeit und nicht ein Unterlassen im Sinne 

des unechten Unterlassungsdelikts. Wird eine gefährliche Unternehmung 

ohne genügende Sicherungsmassnahmen durchgeführt, so liegt in der Re-

gel ein Begehungsdelikt vor. Massgebender Anknüpfungspunkt ist insoweit 

nicht die im Unterbleiben von Sicherungsmassnahmen liegende Unterlas-

sung, sondern die in der Durchführung der Unternehmung bestehende 

Handlung (Urteil des Bundesgerichts 6B_47/2021 vom 22. März 2023 

E. 4.3 mit Hinweisen). 

 

4.2.3. 

Der Beschuldigte war am 19. Januar 2019 in einem Vollzeitpensum als 

Lehrlingsausbildner bei der L._____ AG angestellt und für die 

Polymechaniker-Lehrlinge zuständig gewesen (GA act. 350 f.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10). Er hat ausgesagt, er habe am Freitag 

[11. Januar 2019] und am darauffolgenden Mittwochmorgen [16. Januar 

2019] mit den Lehrlingen des ersten Lehrjahrs einen Theorieblock zum 

Fräsen mit konventionellen Maschinen durchgeführt. Ebenfalls am Mitt-

woch hätten die Lehrlinge dann die Möglichkeit gehabt, die Maschine 

kennenzulernen und erstmals ein Teil zu fräsen, wobei er hinter ihnen 

gestanden sei. Am Donnerstag [17. Januar 2019] habe er frei gehabt. Die 

Lehrlinge des ersten Lehrjahrs hätten gewusst, was sie an diesem Tag 

machen mussten, weil er dies mit ihnen besprochen habe. Es sei der genau 

gleiche Auftrag wie am Mittwoch gewesen, damit sie etwas Routine 

erhalten würden (GA act. 355). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

hat der Beschuldigte ausgesagt, er habe die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs 

an seinem freien Tag, dem 17. Januar 2019, mit dem Fräsen beauftragt. 

Am Vortag hätten sie ein Teil mit sechs Seiten gefräst. Am 17. Januar 2019 

sei es genau dasselbe Programm - einfach mit einem anderen Teil - 

gewesen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6, 9). Der Beschuldigte 

hat den Lehrlingen des ersten Lehrjahrs als ihnen gegenüber 

weisungsbefugter Lehrlingsausbildner damit den Auftrag erteilt, während 

seiner Abwesenheit am 17. Januar 2019 an der Fräsmaschine zu arbeiten, 

mithin eine gefährliche Tätigkeit vorzunehmen. Dabei bzw. im in der 

Anklage passiv formulierten Arbeiten-Lassen der Lernenden an der 

Fräsmaschine handelt es sich um ein aktives Tun, dem im Sinne des 

 - 11 - 

 

 

Subsidiaritätsprinzips der Vorrang zu geben ist. Die dem Beschuldigten 

vorgeworfene Unterlassung der Beaufsichtigung stellt hingegen den 

Vorwurf der mangelnden Sorgfalt dar. 

 

Letztlich erweist sich die Unterscheidung, ob es sich um ein Begehungs- 

oder Unterlassungsdelikt handelt, vorliegend jedoch nicht als entschei-

dend, denn wenn mit der Vorinstanz von einem Unterlassungsdelikt 

auszugehen wäre, wäre eine Garantenstellung des Beschuldigten zu 

bejahen. Gemäss Art. 19 Abs. 1 der Verordnung 5 zum Arbeitsgesetz 

(Jugendarbeitsschutzverordnung, ArGV 5, SR 822.115) muss der Arbeit-

geber dafür sorgen, dass alle in seinem Betrieb beschäftigten Jugendlichen 

von einer befähigten erwachsenen Person ausreichend und angemessen 

informiert und angeleitet werden, namentlich in Bezug auf Sicherheit und 

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Mitarbeitenden kommt eine Garanten-

stellung nur im Rahmen ihres Aufgabenbereichs und nur insoweit zu, als 

ihnen auch die entsprechenden Entscheidkompetenzen delegiert sind 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_47/2021 vom 22. März 2023 E. 5.1.3 mit 

Hinweisen). Dem Beschuldigten kam in seiner Funktion als Lehrlings-

ausbildner mit den entsprechenden Kompetenzen bei der L._____ AG 

diese Obhutspflicht zum Schutz der jugendlichen Lehrlinge zweifellos zu. 

Zudem hat der Beschuldigte durch den Auftrag an die Lehrlinge des ersten 

Lehrjahrs, während seiner Abwesenheit an der Fräsmaschine zu arbeiten, 

eine Gefahr für diese geschaffen (vgl. nachstehend), womit ihm auch eine 

Garantenstellung aus Ingerenz zukommt. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Jugendliche dürfen gemäss Art. 4 Abs. 1 ArGV 5 nicht für gefährliche 

Arbeiten beschäftigt werden. Als gefährlich gelten für Jugendliche u.a. 

Arbeiten mit Maschinen, Ausrüstungen oder Werkzeugen, die mit Unfall-

gefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche 

sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder wegen mangelnder 

Erfahrung oder Ausbildung nicht erkennen oder nicht abwenden können 

(Art. 1 lit. g der Verordnung des WBF vom 4. Dezember 2007 über 

gefährliche Arbeiten für Jugendliche [SR 822.115.2] in der zum Tat-

zeitpunkt geltenden Fassung vom 1. Januar 2013). Das Staatssekretariat 

für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) kann für Jugendliche ab 15 

Jahren in den Bildungsverordnungen Ausnahmen vorsehen, sofern dies für 

das Erreichen der Ziele der beruflichen Grundbildung unentbehrlich ist, und 

die Organisationen der Arbeitswelt definieren im Anhang zu den Bildungs-

plänen begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesund-

heitsschutzes (Art. 4 Abs. 4 ArGV 5). Gemäss Art. 6 Abs. 4 und 5 der 

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Polymechanikerin/ 

Polymechaniker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) (SR 412. 

101.220.88) können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand 

für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen 

 - 12 - 

 

 

werden, wobei vorausgesetzt wird, dass die Lernenden entsprechend den 

erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden und 

diesbezüglich auf die im Anhang zum Bildungsplan festgelegten Massnah-

men der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes verwiesen wird. 

Gemäss Anhang 2 des Bildungsplans zur Verordnung über die berufliche 

Grundbildung Polymechanikerin EFZ / Polymechaniker EFZ müssen die 

Lernenden beim Bedienen von konventionellen oder CNC-Fräsmaschinen 

bis die Ausbildung erfolgt ist bzw. bis Ende des zweiten Lehrjahrs ständig 

durch eine Fachkraft, d.h. eine Person, die über ein eidgenössisches 

Fähigkeitszeugnis oder eine gleichwertige Qualifikation im Fachbereich der 

Lernenden verfügt, überwacht werden (www.swissmem-berufsbildung.ch/ 

de/unsere-berufe/polymechaniker/in-efz/ausbildungsdokumente-und-regel 

werke.html, S. 2, 4).  

 

4.3.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass A._____ sich im ersten Lehrjahr als Polymechaniker 

befand, seine Ausbildung im Fräsen mit konventionellen Verfahren am 

Unfalltag, dem 17. Januar 2019, noch nicht abgeschlossen hatte (GA 

act. 354 f.; UA act. 93) und dementsprechend bei der Arbeit an der Fräs-

maschine der ständigen Überwachung durch eine Fachkraft bedurfte. 

Unbestritten ist weiter, dass der Beschuldigte am Unfalltag nicht im Betrieb 

anwesend war. Der Beschuldigte durfte die Lehrlinge somit während seiner 

Abwesenheit nur an der Fräsmaschine arbeiten lassen, wenn er deren 

ständige Überwachung durch eine Fachkraft sicherstellte. 

 

Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, G._____ sei zusammen 

mit den Lehrlingen des vierten Lehrjahrs seine Stellvertretung gewesen. 

Dies sei bei der L._____ AG schon immer so gehandhabt worden und es 

sei noch nie etwas passiert, weshalb ihm kein Vorwurf gemacht werden 

könne (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7, 9, 14). 

 

4.3.3. 

4.3.3.1. 

G._____ hat anlässlich seiner Einvernahme vom 9. Dezember 2021 

ausgesagt, er habe nicht gewusst, dass der Beschuldigte am 17. Januar 

2019 nicht im Betrieb anwesend gewesen sei. Dass der Beschuldigte ihn 

am 16. Januar 2019 darüber informiert habe, was er mit den Lehrlingen 

bereits geübt habe und was das Ziel für den 17. Januar 2019 sei, stimme 

nicht. Seit ca. zwei Jahren vor dem Unfall habe zwischen dem 

Beschuldigten und ihm keine Stellvertreterregelung mehr bestanden. Der 

Beschuldigte habe ihm nicht Bescheid geben müssen, wenn er freinehmen 

wollte. Er sei sich sicher, dass der Beschuldigte ihn am 16. Januar 2019 

nicht gebeten habe, die Betreuung und Überwachung der Lehrlinge des 

ersten Lehrjahrs am 17. Januar 2019 zu übernehmen. Er habe von ihm nie 

solche Aufgaben übernommen. Ihm sei bekannt, dass der Beschuldigte 

 - 13 - 

 

 

jeweils Lehrlinge des vierten Lehrjahrs als seine Stellvertreter bestimmt 

habe (Dossier Einvernahmen ab 09.09.2021 S. 3 ff.). 

 

4.3.3.2. 

E._____, der zum damaligen Zeitpunkt im vierten Lehrjahr war, hat 

ausgesagt, sie, die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs, seien am Unfalltag für 

die Betreuung von A._____ zuständig gewesen. Sie hätten die Lehrlinge 

des ersten Lehrjahrs beaufsichtigen und auf Fehler hinweisen müssen, und 

wenn sie etwas nicht verstanden hätten, hätten sie ihnen die Sache erklärt. 

Auf die Frage, ob er am Morgen des 17. Januar 2019 auch von jemandem 

betreut worden sei, hat E._____ ausgesagt, die höheren Chefs seien dort 

gewesen, es sei aber nicht so gewesen, dass ihnen jemand auf die Finger 

geschaut habe (UA act. 229 f.). 

 

4.3.3.3. 

F._____, die sich damals im zweiten Lehrjahr befunden hat, hat ausgesagt, 

sie habe zum Unfallzeitpunkt an der Maschine neben A._____ gearbeitet. 

So wie sie es mitbekommen habe, sei am Unfalltag E._____ alleine für die 

drei Lehrlinge des ersten Lehrjahrs verantwortlich gewesen. H._____, ein 

anderer Lehrling des vierten Lehrjahrs, habe für sich selbst einen Auftrag 

erledigen müssen und I._____, der dritte Lehrling des vierten Lehrjahrs, sei 

mit ihr zusammen an der Drehbank gewesen (UA act. 208). 

 

4.3.3.4. 

D._____, der damals im ersten Lehrjahr gewesen ist, hat ausgesagt, er 

habe am Unfalltag an der Fräsmaschine neben derjenigen von A._____ 

gearbeitet. An diesem Tag seien E._____, H._____ und I._____ für ihre 

Betreuung zuständig gewesen. Er gehe davon aus, dass alle Lehrlinge des 

vierten Lehrjahrs zuständig gewesen seien, weil alle dort gewesen seien. 

Es sei nicht konkret gesagt worden, wer zuständig sei. Am Morgen habe 

E._____ sie darauf hingewiesen, wie man fräsen müsse und später habe 

er die drei Lehrlinge des ersten Lehrjahrs zusammengerufen und weitere 

Sachen erklärt. Kurz vor dem Unfall habe E._____ zu A._____ gesagt, er 

solle die Drehzahl der Maschine runterdrehen (UA act. 221). 

 

4.3.3.5. 

A._____ hat anlässlich seiner Einvernahme vom 20. September 2019 

ausgesagt, die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs, H._____, E._____ und 

I._____, hätten am Unfalltag die Aufsicht gehabt. Diese hätten jedoch 

selbst auch Aufträge gehabt, weshalb sie alleine an der Maschine gewesen 

seien. Die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs seien ein- bis zweimal 

durchgelaufen und hätten geschaut, ob es gut laufe. Sie seien zuvor bereits 

zwei- bis dreimal von den Lehrlingen des vierten Lehrjahrs beaufsichtigt 

worden, wenn der Beschuldigte einen Termin gehabt habe, krank gewesen 

oder früher gegangen sei. Neben den Lehrlingen des vierten Lehrjahrs 

habe der Beschuldigte keinen Vertreter als Ansprechperson für sie gehabt 

 - 14 - 

 

 

(UA act. 175 f.). An der Einvernahme vom 25. Mai 2020 sowie der 

Berufungsverhandlung hat A._____ wiederum bestätigt, die drei Lehrlinge 

des vierten Lehrjahrs seien am Unfalltag für sie zuständig gewesen (UA 

act. 188, 190; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3). Ebenfalls sagte 

A._____ anlässlich der Berufungsverhandlung wiederum aus, G._____ sei 

ihnen nicht als Ansprechperson genannt worden (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3) 

 

4.3.3.6. 

Der Beschuldigte hat anlässlich der ersten vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung vom 29. Juni 2021 ausgesagt, er habe vor seiner Abwesenheit mit den 

Lehrlingen des ersten Lehrjahrs den Auftrag besprochen. Zusätzlich habe 

er seinen Vorgesetzten, G._____, informiert, was sie bereits gemacht 

hätten und dass sie die ganzen Sicherheitsbestimmungen schon ange-

schaut hätten. Zudem habe er ihm gesagt, was das Ziel für Donnerstag 

[17. Januar 2019] sei, nämlich das genau gleiche Teil nochmals zu fräsen, 

damit die Lehrlinge betreffend die Maschine und die Ausrechnungen 

Sicherheit erhalten würden. Bei Abwesenheiten von einem Tag habe er mit 

G._____ jeweils immer einen kurzen mündlichen Rapport gemacht, was 

gelaufen sei und was das Ziel des nächsten Tages sei. Die Frage, ob er mit 

G._____ vereinbart habe, dass er so auf die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs 

aufpasse, wie er es am Mittwoch gemacht habe, nämlich indem er hinter 

den Lehrlingen gestanden habe und gleich interveniert habe, wenn sie 

etwas falsch gemacht hätten, hat der Beschuldigte bejaht und gesagt, er 

habe G._____ gesagt, dass es genau das gleiche wie am Mittwoch sei, 

dass nichts Neues dabei sei und es nur um die Routine gehe. Die Frage, 

ob er mit G._____ vereinbart habe, dass die ständige Überwachung der 

Lernenden am Donnerstag seine Aufgabe sei, hat der Beschuldigte darauf 

ebenfalls bejaht. Auf die Frage, ob jemand des vierten Lehrjahrs, 

namentlich E._____, konkret mit der Aufgabe betraut worden sei, hat der 

Beschuldigte geantwortet, die Hauptaufgabe sei bei G._____ gewesen. Die 

Lehrlinge des vierten Lehrjahrs seien einfach Beobachter gewesen, aber 

nicht Ansprechperson bei Problemen. Er habe den Lehrlingen des vierten 

Lehrjahrs gesagt, wenn sie etwas sehen sollten, müssten sie intervenieren 

und es Herrn G._____ melden. G._____ habe er gesagt, dass auch die 

Lehrlinge des vierten Lehrjahrs ein wenig beobachten würden und sie ihm 

direkt melden würden, wenn ihnen etwas auffalle und er gerade nicht da 

sei (GA act. 356 f.). 

 

Anlässlich seiner Einvernahme vom 20. Januar 2022 hat der Beschuldigte 

ausgesagt, er habe die Aufgabe gehabt, G._____ mitzuteilen, was laufe, 

wenn er selbst abwesend sei. G._____ sei also «sozusagen» sein 

Stellvertreter gewesen. Wenn er abwesend gewesen sei, habe «an und für 

sich» G._____ die Betreuung der Lehrlinge übernommen. Er sei am 

16. Januar 2019 zu G._____ ins Büro gegangen und habe ihm gesagt, was 

die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs an diesem Tag alles geübt hätten. Er 

 - 15 - 

 

 

habe ihn auch darauf hingewiesen, dass er mit den Lehrlingen die 

gesamten Sicherheitsbestimmungen angeschaut habe und dass sie diese 

aufgeschrieben und unterschrieben hätten. Weiter habe er zu ihm gesagt, 

dass die Lehrlinge zwei grosse Metallblöcke hätten, um diese zu fräsen und 

dass sie am Donnerstag, 17. Januar 2019, genau dasselbe machen 

müssten, wie sie am Mittwoch 16. Januar 2019 gemacht hätten. Zudem 

habe er ihm gesagt, dass das Material und die Maschinen bereit seien und 

dass die Lehrlinge ihm gesagt hätten, dass sie an den Maschinen sicher 

seien. G._____ habe darauf geantwortet, dass es in Ordnung sei. Er könne 

sich noch an das Gespräch erinnern, weil es immer so gelaufen sei, wenn 

er abwesend gewesen sei. Ob er G._____ gebeten habe, sich am 

17. Januar 2019 bei den Lehrlingen in der Lehrlingswerkstatt aufzuhalten, 

wisse er nicht mehr genau. Es könne sein, dass er ihm vielleicht gesagt 

habe, er solle «ein bisschen schauen». Die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs 

habe er als «Beobachter» eingesetzt und ihnen gesagt, wenn etwas sei, 

sollen sie zu Herrn G._____ gehen (Dossier Einvernahmen ab 09.09.2021 

S. 10 ff.). 

 

Anlässlich der zweiten vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 9. Septem-

ber 2022 hat der Beschuldigte auf die Frage, wie er während seiner 

Abwesenheit eine ständige Überwachung von A._____ durch eine 

Fachkraft sichergestellt habe, geantwortet, er sei der Meinung gewesen, 

dass es klappe, wenn er es mit G._____ anschaue. Wenn dies nicht so sei, 

dürfe er ja keine Ferien mehr nehmen und müsse ständig dort sein. Er habe 

G._____ am Mittwoch gegen Feierabend in dessen Büro gesagt, was sie 

den ganzen Tag gemacht hätten und was die Aufgabe für Donnerstag sei. 

Auf den Vorhalt, G._____ habe ausgesagt, er habe von ihm nie Aufgaben 

wie die Überwachung der Lehrlinge übernommen, sagte der Beschuldigte, 

dann habe er nie einen Stellvertreter in der Firma gehabt. Er habe immer 

angenommen, dass G._____ schaue, wenn er nicht da sei. Er habe den 

Lehrlingen immer wieder gesagt gehabt, sie sollen zu Herrn G._____ 

gehen. Daran, ob er den Lehrlingen des vierten Lehrjahrs am Tag vor dem 

Unfall gesagt habe, sie sollen sich an G._____ wenden, wenn sie etwas 

sehen würden, könne er sich nicht mehr genau erinnern. Er meine jedoch, 

er habe dies gesagt (GA act. 419 f.). 

 

Anlässlich der Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte ausgesagt, er 

habe die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs zur Beobachtung der Lehrlinge 

des ersten Lehrjahrs eingespannt. Daneben habe er den Leiter des 

[Bereich], G._____, informiert. Er sei am Vorabend zu G._____ gegangen 

und habe ihm gesagt, was die Lehrlinge an jenem Tag gemacht hätten, was 

sie schon kennen würden und welche Aufgaben sie am nächsten Tag 

hätten. Auf die Pflicht zur ständigen Überwachung beim Fräsen habe er 

G._____ nicht hingewiesen. Die Firma habe es ihm immer so 

weitergegeben, dass er G._____ informieren müsse, aber die Lehrlinge des 

vierten Lehrjahrs die ganze Beobachtung machen würden. Es sei ihm 

 - 16 - 

 

 

immer gesagt worden, sie sollten es so machen, dass die Lehrlinge des 

vierten Lehrjahrs plus der Leiter des [Bereich], G._____, seine 

Stellvertretung machen würden. Für ihn sei es klar, dass er das dann auch 

so lebe, wenn die Firma ihm dies so auferlege. Für ihn sei klar gewesen, 

dass die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs beobachten würden und G._____ 

nur im Hintergrund da sei. Er habe angenommen, dass G._____ Kontrollen 

mache. Die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs seien immer dort gewesen und 

hätten beobachtet. Diese seien für ihn qualifizierte Personen. Sie hätten 

gewusst, was diejenigen im ersten Lehrjahr lernen mussten und hätten es 

selbst gekonnt. Die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs hätten immer unter 

Beobachtung sein sollen. Die Lehrlinge hätten auch gewusst, dass Herr 

G._____ auch die Aufsicht habe (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 

ff.). 

 

4.3.4. 

Sämtliche befragten Lehrlinge haben übereinstimmend ausgesagt, die 

Lehrlinge des vierten Lehrjahrs seien am Unfalltag für die Beaufsichtigung 

der Lehrlinge des ersten Lehrjahrs zuständig gewesen, was sich mit der 

Aussage von G._____, ihm sei bekannt, dass der Beschuldigte jeweils 

Lehrlinge des vierten Lehrjahrs als seine Stellvertreter bestimmt habe, 

übereinstimmt. G._____ ist von keinem der Lehrlinge erwähnt worden. 

Dass G._____ verantwortlich gewesen sein soll oder den Lehrlingen 

zumindest gesagt worden sei, wenn etwas wäre, sei dies G._____ zu 

melden, wird weder von den Lehrlingen noch von G._____ bestätigt. 

Vielmehr hat A._____ sogar ausgesagt, sie seien bei Abwesenheit des 

Beschuldigten bereits früher zwei- bis dreimal von den Lehrlingen des 

vierten Lehrjahrs beaufsichtigt worden und der Beschuldigte habe 

ansonsten keinen Vertreter als Ansprechperson für sie gehabt (UA 

act. 176). Auch die Aussage von E._____, die höheren Chefs seien da 

gewesen, es sei aber nicht so gewesen, dass ihnen jemand auf die Finger 

geschaut habe (UA act. 230), spricht nicht dafür, dass den Lehrlingen ein 

Stellvertreter des Beschuldigten bekannt war, obwohl der Beschuldigte 

beteuert hat, den Lehrlingen immer wieder gesagt zu haben, sie sollen sich 

an G._____ wenden (UA act. 420). Im Übrigen konnte sich der 

Beschuldigte selbst zuletzt nicht mehr daran erinnern, ob er den Lehrlingen 

des vierten Lehrjahrs am Tag vor dem Unfall G._____ als Ansprechperson 

angegeben hatte (GA act. 420) und er sprach nur noch sehr allgemein 

davon, dass es «von Anfang an so kommuniziert» worden sei (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). Die Lehrlinge können zwar keine Aussagen 

dazu machen, ob der Beschuldigte G._____ am Tag vor dem Unfall um die 

Beaufsichtigung der Lehrlinge des ersten Lehrjahrs gebeten hat. Ihre 

Aussagen bestätigen jedoch wesentliche Teile der Aussagen von G._____ 

und widersprechen denen des Beschuldigten, weshalb die Aussage von 

G._____, dass der Beschuldigte ihn nicht gebeten habe, die Betreuung und 

Überwachung der Lehrlinge des ersten Lehrjahrs am 17. Januar 2019 zu 

übernehmen, insgesamt glaubhaft erscheint und davon auszugehen ist, 

 - 17 - 

 

 

dass der Beschuldigte nicht G._____, sondern einzig die Lehrlinge des 

vierten Lehrjahrs, bei denen es sich zweifellos nicht um Fachkräfte im 

Sinne von Anhang 2 des vorstehend erwähnten Bildungsplans handelt, mit 

der Überwachung der Lehrlinge des ersten Lehrjahrs beauftragt hat. Dafür 

spricht auch, dass nicht erklärlich ist, weshalb der Beschuldigte einen 

Stellvertreter nicht bereits bei den polizeilichen Einvernahmen erwähnt, 

sondern von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte (UA 

act. 179 ff., 199 ff.), wäre dies Angabe doch naheliegend und zu erwarten 

gewesen, wenn eine solche Abrede mit G._____ bestanden hätte (zur 

Zulässigkeit der Berücksichtigung des Aussageverhaltens, vgl. statt vieler: 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1385/ 2021 vom 29. August 2023 E. 2.4.1 

mit Hinweisen). Der Umstand, dass die L._____ AG mit Schreiben vom 

31. Mai 2021 (GA act. 383) und vom 20. Dezember 2021 (Dossier Akten 

L._____ ab 09.09.2021) bestätigt hat, dass in organisatorischer Hinsicht 

eine Stellvertretungsregelung zwischen dem Beschuldigten und G._____ 

bestanden habe und gemäss Schreiben vom 31. Mai 2021 in Abwesenheit 

des einen der andere dessen Aufgaben nach Absprache übernommen 

habe, vermag daran nichts zu ändern. 

 

Selbst wenn auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt würde, ergibt 

sich aus diesen nicht, dass er G._____ instruiert hat, die Lehrlinge des 

ersten Lehrjahrs am 17. Januar 2019 während der Arbeit an der 

Fräsmaschine ständig zu überwachen. Der Beschuldigte hat wiederholt 

ausgesagt, er habe G._____ am 16. Januar 2019 mitgeteilt, was die 

Lehrlinge bereits gemacht hätten und was die Aufgabe für den 17. Januar 

2019 sei. Eine weitergehende Instruktion bezüglich der ständigen 

Überwachung während des Fräsens ist nicht ersichtlich und wurde vom 

Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung auch ausdrücklich 

verneint (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7). Der Beschuldigte war 

sich sogar nicht einmal mehr sicher, ob er G._____ gebeten habe, sich am 

17. Januar 2019 bei den Lehrlingen in der Lehrlingswerkstatt aufzuhalten 

und «ein bisschen [zu] schauen» (Dossier Einvernahmen ab 09.09.2021 

S. 14). Der Beschuldigte durfte nicht – wie er ebenfalls ausgesagt hat (GA 

act. 420) – annehmen, G._____ schaue, wenn er nicht da sei. Die 

Verantwortung für die Verhütung von Unfällen kann zwar in gewissen 

Grenzen delegiert werden, jedoch muss dabei für die notwendige 

Instruktion und Überwachung gesorgt werden (vgl. BGE 104 IV 96 E. 5; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1016/2009 vom 11. Februar 2010 E. 5.2.1). 

G._____ ist gelernter Maschinenschlosser und war zum Unfallzeitpunkt 

Leiter der Abteilung […] bei der L._____ AG. Zu seinem Tätigkeitsbereich 

gehörte […]. Ferner war er gemäss seiner Aussage denn seit 2015 auch 

nicht mehr hinreichend qualifiziert, Polymechanikerlehrlinge auszubilden 

(Einvernahme von G._____ vom 9. Dezember 2021 S. 4 Ziff. 23). Selbst 

wenn G._____ vom Beschuldigten über dessen Abwesenheit sowie den 

Auftrag der Lehrlinge für den 17. Januar 2019 informiert worden wäre, hätte 

er somit nicht wissen müssen, dass die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs bei 

 - 18 - 

 

 

der Arbeit an der Fräse ständig überwacht werden mussten. Eine 

genügende Instruktion durch den Beschuldigten wäre damit, selbst wenn 

auf dessen Aussagen abzustellen wäre, zu verneinen. Aufgrund seiner 

Garantenstellung (siehe E. 4.2.3) kann sich der Beschuldigte auch nicht 

darauf berufen, dass er die Stellvertreterregelung so gehandhabt habe, wie 

ihm dies von der L._____ AG gesagt worden und schon immer gewesen 

sei. Der Schutz der jugendlichen Lehrlinge, insbesondere bei gefährlichen 

Tätigkeiten wie dem Fräsen, lag in seiner Verantwortung. 

 

Nach dem Gesagten hat der Beschuldigte seine Sorgfaltspflicht verletzt, 

indem er die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs am 17. Januar 2019 an der 

Fräsmaschine hat arbeiten lassen, ohne eine ständige Überwachung durch 

eine Fachkraft sichergestellt zu haben. 

 

4.4. 

4.4.1. 

Der Beschuldigte bringt in Bezug auf die Vorhersehbarkeit des Unfalls im 

Wesentlichen vor, er habe nicht damit rechnen müssen, dass A._____ sich 

irgendwo Handschuhe suche und in das drehende Gerät hineingreife. 

A._____ habe gewusst, dass er keine Handschuhe tragen dürfe und damit 

eine grundlegende Sorgfaltsnorm verletzt. Am Unfalltag hätte A._____ 

zudem nur noch wiederholen müssen, was am Tag zuvor unter seiner 

Aufsicht akribisch durchgespielt worden sei. Es handle sich beim Verhalten 

von A._____ um eine eigenverantwortliche Selbstverletzung oder 

zumindest um eine fahrlässige Selbstschädigung, mit welcher er nicht habe 

rechnen müssen und welche die Stellvertreterregelungsumgehung in den 

Hintergrund rücke (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 12 ff.). 

 

4.4.2. 

A._____ hat eine komplexe Hand- und Unterarmverletzung mit multiplen 

Schnittverletzungen erlitten, indem sein Handschuh von der Fräsmaschine 

erfasst und eingezogen worden ist, als er versehentlich von unten an die 

drehende Fräsmaschine gefasst hat (UA act. 30). Dies stellt keinen 

ungewöhnlichen Unfallhergang dar. Die Sicherheitsmassnahme, dass die 

Lehrlinge bis die Ausbildung erfolgt ist bzw. bis Ende des zweiten Lehrjahrs 

ständig durch eine Fachkraft überwacht werden müssen, dient denn auch 

gerade dazu, Klemm-, Quetsch- und Schnittwunden durch 

unbeabsichtigtes Einschalten, Fehlmanipulationen, Störungen oder nicht 

funktionierende Sicherheitsvorrichtungen zu verhindern (Anhang 2 des 

Bildungsplans zur Verordnung über die berufliche Grundbildung Poly-

mechanikerin EFZ / Polymechaniker EFZ S. 4). Die Lehrlinge des ersten 

Lehrjahrs haben am Vortag des Unfalls zum ersten Mal an der Fräs-

maschine gearbeitet, wobei sie dabei ständig vom Beschuldigten 

beaufsichtigt worden sind (GA act. 355). A._____ war am Unfalltag bei der 

Arbeit an der Fräsmaschine somit noch sehr unerfahren. Dass der 

 - 19 - 

 

 

Beschuldigte A._____ trotz fehlender Erfahrung bzw. fehlender abge-

schlossener Ausbildung ohne ständige Überwachung durch eine Fachkraft 

an der Fräsmaschine hat arbeiten lassen, ist nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, einen Unfall wie 

den vorliegenden und damit eine schwere Hand- und Unterarmverletzung 

herbeizuführen. Zwar ist anhand der Schulungsunterlagen von A._____ 

(UA act. 53) sowie der Aussagen der befragten Lehrlinge (UA act. 209 ff., 

221 f., 230 ff.) und des Beschuldigten (GA act. 353 f.) davon auszugehen, 

dass A._____ entgegen seiner Aussage gewusst hat, dass man bei der 

Arbeit an rotierenden Teilen, mithin einer Fräsmaschine, keine 

Handschuhe tragen darf, womit ihm ein Mitverschulden an seinem Unfall 

zukommt. Von einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung bzw. 

Selbstverletzung kann entgegen der Ansicht des Beschuldigten jedoch 

keine Rede sein. A._____ hat sich nicht – wie im vom Beschuldigten 

zitierten Bundesgerichtsentscheid – «bewusst und freiverantwortlich einer 

bestimmten Gefahr für seine Rechtsgüter aus[ge]setzt» (BGE 134 IV 149 

E. 4.4), indem er mit Handschuhen an der Fräsmaschine gearbeitet hat. 

Die Arbeit an der Fräsmaschine ist mit Unfallgefahren verbunden, von 

denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicher-

heitsbewusstseins oder wegen mangelnder Erfahrung oder Ausbildung 

nicht erkennen oder nicht abwenden können (siehe E. 4.3.1) und A._____ 

hat nur deshalb an der Fräsmaschine gearbeitet, weil der Beschuldigte als 

Lehrlingsausbildner ihm den Auftrag dazu erteilt hat. Der Beschuldigte 

musste aufgrund der fehlenden Erfahrung und nicht abgeschlossenen 

Ausbildung der Lehrlinge an der Fräsmaschine damit rechnen, dass diese 

ohne ständige Überwachung durch eine Fachkraft allenfalls die 

Sicherheitsvorschriften nicht einhalten. Dem Beschuldigten war zudem 

bewusst, dass A._____ sich nur «meistens» an die Sicherheitsvorschriften 

hielt und er hat anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ein 

Beispiel erläutert, bei dem A._____ an einem Tag innert kurzer Zeit 

mehrmals auf dieselbe Sicherheitsvorschrift habe hingewiesen werden 

müssen, weil er sie wiederholt nicht eingehalten habe (GA act. 359). Der 

Beschuldigte musste weiter auch mit der Möglichkeit rechnen, dass 

A._____ Handschuhe tragen könnte, zumal die Lehrlinge für andere 

Arbeiten jeweils Handschuhe getragen haben (UA act. 210, GA act. 354) 

und diese zwar in einem verschlossenen Schrank gelagert, jedoch ohne 

Angabe des Verwendungszwecks herausgegeben wurden (UA act. 209, 

214). Das Mitverschulden von A._____ vermag das Verhalten des 

Beschuldigten als Ursache des Erfolgs nicht in den Hintergrund zu drängen 

und somit den adäquaten Kausalzusammenhang nicht zu unterbrechen. 

Die schwere Hand- und Unterarmverletzung von A._____ durch das 

Einziehen seines Handschuhs während der nicht von einer Fachkraft 

beaufsichtigten Arbeit an der Fräsmaschine war damit für den 

Beschuldigten vorhersehbar. Die beantragte zusätzliche Befragung der 

Lehrlinge D._____, E._____ und F._____ zum Verhalten von A._____ zum 

Unfallzeitpunkt vermag nach dem Gesagten nichts daran zu ändern. In 

 - 20 - 

 

 

antizipierter Beweiswürdigung ist der dahingehende Beweisantrag des 

Beschuldigten somit abzuweisen (Art. 139 Abs. 2 StPO; vgl. BGE 146 III 73 

E. 5.2.2; 144 II 427 E. 3.1.3; je mit Hinweisen). 

 

4.5. 

Hätte der Beschuldigte die Lehrlinge des ersten Lehrjahrs während seiner 

Abwesenheit am Unfalltag nicht an der Fräsmaschine arbeiten lassen oder 

hätte er die ständige Überwachung der Lehrlinge an der Fräsmaschine 

durch eine Fachkraft sichergestellt, hätte sich A._____ mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit nicht schwer verletzt. So hat der 

Beschuldigte denn auch ausgesagt, wenn er einen Lehrling mit Handschu-

hen an der Fräsmaschine arbeiten sähe, würde er es ihm sofort sagen und 

falls dieser seine Weisung nicht befolgen würde, würde er es ihm etwas 

lauter sagen und ihm erklären, warum man keine Handschuhe anziehen 

dürfe und was passieren könne, worauf dieser die Handschuhe ausziehen 

würde. Er habe noch nie erlebt, dass ein Lehrling die Handschuhe trotzdem 

anbehalten habe (GA act. 357). Durch die ständige Überwachung durch 

den Beschuldigten oder eine andere Fachkraft hätte verhindert werden 

können, dass A._____ sich Handschuhe beschafft und damit an der 

Fräsmaschine arbeitet. Hätte A._____ keine Handschuhe getragen, wären 

diese nicht von der Fräsmaschine erfasst und in die Maschine gezogen 

worden, weshalb sich A._____ mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit nicht schwer verletzt hätte. Weiter hat der Beschuldigte 

ausgesagt, A._____ habe seine Anweisungen in seiner Anwesenheit 

jeweils befolgt. Anweisungen der Lehrlinge des vierten Lehrjahrs habe er 

hingegen nicht immer befolgt (GA act. 359). Dass A._____ allenfalls vor 

dem Unfall von D._____, damals Lehrling im ersten Lehrjahr, sowie 

E._____ oder H._____, damals Lehrlinge im vierten Lehrjahr, darauf 

hingewiesen worden sei, dass er an der Fräsmaschine keine Handschuhe 

tragen dürfe und dies in der Folge jedoch nicht beachtet habe (UA act. 222, 

230), vermag an der Vermeidbarkeit des Unfalls durch eine ständige 

Überwachung durch eine Fachkraft nichts zu ändern. Wenn eine Fachkraft 

die Lehrlinge überwacht hätte, hätte sie aufgrund ihrer Ausbildung sowie 

der übernommenen Verantwortung vehementer interveniert und das Nicht-

beachten der Sicherheitsvorschriften durch A._____ nicht geduldet. Zudem 

ist davon auszugehen, dass A._____ die Anordnungen einer ihm 

hierarchisch höhergestellten Fachkraft, im Gegensatz zu solchen von 

anderen Lehrlingen, befolgt hätte. Der Beschuldigte hat ausserdem ausge-

sagt, dass es auch eine Möglichkeit gewesen wäre, den Lehrlingen wäh-

rend seiner Abwesenheit einen anderen Auftrag, z.B. einen Theorieblock, 

zu geben (GA act. 363). In diesem Fall hätten die Lehrlinge des ersten 

Lehrjahrs schon gar keine gefährliche Arbeit vorgenommen, womit der 

Erfolg ebenfalls hätte vermieden werden können. 

 

Bei einem pflichtgemässen Verhalten des Beschuldigten wäre die schwere 

Körperverletzung von A._____ somit vermeidbar gewesen. 

 - 21 - 

 

 

 

4.6. 

Der Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss 

Art. 125 Abs. 2 StGB ist damit erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuld-

ausschlussgründe sind weder ersichtlich noch geltend gemacht worden. 

Der Beschuldigte ist folglich der fahrlässigen schweren Körperverletzung 

gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 24. August 2020 zu einer beding-

ten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à Fr. 180.00 mit einer Probezeit von 

zwei Jahren sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 2'500.00 verurteilt. 

 

Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch. Für den Fall eines Schuld-

spruchs hat er sich nicht zur Strafzumessung geäussert. 

 

Die Vorinstanz hat für die fahrlässige Körperverletzung eine Einsatzstrafe 

von 120 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen erachtet und die Täter-

komponente neutral berücksichtigt (vorinstanzliches Urteil E. 5.2.3 f.). 

Danach finden sich keine weiteren Ausführungen zur Anzahl der Tages-

sätze. Wie die Vorinstanz auf die im Dispositiv ausgefällte Geldstrafe von 

80 Tagessätzen als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Brugg-Zurzach vom 24. August 2020 gekommen ist, lässt sich nicht 

nachvollziehen, weshalb nicht auf die vorinstanzlichen Erwägungen 

verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO) und ohnehin eine neue 

Strafzumessung vorzunehmen ist. 

 

5.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

5.3. 

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-

Zurzach vom 24. August 2020 wegen grober Verletzung der Verkehrs-

regeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG zu einer bedingten Geldstrafe von 130 

Tagessätzen à Fr. 140.00 mit einer Probezeit vom zwei Jahren sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 verurteilt. Der Beschuldigte hat die 

vorliegend zu beurteilende fahrlässige schwere Körperverletzung vor der 

Verurteilung mit vorgenanntem Strafbefehl begangen, weshalb das Gericht 

in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB – bei gleichartigen Strafen – eine 

Zusatzstrafe auszufällen hat, so dass der Beschuldigte nicht schwerer 

 - 22 - 

 

 

bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt 

worden wären. 

 

5.4. 

Der Tatbestand der fahrlässigen (schweren) Körperverletzung sieht eine 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor (Art. 125 StGB). 

Die Vorinstanz erkannte auf eine Geldstrafe. Darauf ist aufgrund des 

geltenden Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht zurück-

zukommen. 

 

5.5. 

5.5.1. 

Die rechtkräftig beurteilte grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 

Art. 90 Abs. 2 SVG und die neu zu beurteilende fahrlässige schwere 

Körperverletzung sehen als Strafe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei 

Jahren oder eine Geldstrafe vor. Es ist bei der Bildung der Zusatzstrafe 

deshalb auf die konkret schwerste Straftat abzustellen. Dabei handelt es 

sich um die grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 

SVG gemäss Strafbefehl vom 24. August 2020 (vorsätzliches Überschrei-

ten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 56 km/h, 

Dossier Verfahrensakten STA5 ST.2020.2083 S. 2). 

 

Auszugehen ist somit von der rechtskräftigen Grundstrafe von 130 

Tagessätzen Geldstrafe für die grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG. Diese ist für die vorliegend zu beurteilende 

fahrlässige schwere Körperverletzung, für die ebenfalls eine Geldstrafe 

auszusprechen ist, angemessen zu erhöhen. Von der (gedanklich) 

gebildeten Gesamtstrafe ist schliesslich die Grundstrafe abzuziehen, was 

die Zusatzstrafe ergibt (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4). 

 

5.5.2. 

5.5.2.1. 

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die Bestimmung des Verschuldens ist die 

Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts 

(Art. 47 Abs. 2 StGB). Durch den Tatbestand der fahrlässigen Körperverlet-

zung wird die körperliche und gesundheitliche Integrität des Menschen als 

sein höchstes Gut neben dem Leben geschützt. A._____ erlitt durch den 

Unfall an der Fräsmaschine eine komplexe Hand- und Unterarmverletzung 

mit multiplen Schnittverletzungen und wurde dadurch in seiner bisherigen 

Tätigkeit als lernender Polymechaniker arbeitsunfähig und zu einem 

Berufswechsel gezwungen. Seine Verletzung wiegt im Spektrum der vom 

Tatbestand erfassten Körperverletzungen als nicht mehr leicht bis 

mittelschwer.  

 

 - 23 - 

 

 

Es liegt in der Natur eines jeden Fahrlässigkeitsdelikts, dass der eingetre-

tene Erfolg vom Täter nicht beabsichtigt worden ist. Diesem Umstand wird 

bei der fahrlässigen Körperverletzung bereits durch den Strafrahmen 

Rechnung getragen. Zu berücksichtigen ist im Rahmen der Tatkomponente 

deshalb vor allem, wie weit der Beschuldigte die von ihm begangene 

Sorgfaltspflichtverletzung nach den inneren und äusseren Umständen 

hätte vermeiden können. Der Beschuldigte hat die Lehrlinge des ersten 

Lehrjahrs, nachdem sie am Vortag zum ersten Mal an der Fräsmaschine 

gearbeitet hatten, während seiner Abwesenheit am 17. Januar 2019 an der 

Fräsmaschine arbeiten lassen, ohne dass er die vorgeschriebene ständige 

Überwachung der Lehrlinge durch eine Fachkraft sichergestellt hat. Es 

wäre für ihn als Lehrlingsausbildner ein Leichtes gewesen, den Lehrlingen 

während seiner Abwesenheit eine andere Aufgabe zu geben oder eine 

andere Fachkraft zu instruieren, die Lehrlinge während seiner Abwesenheit 

bei der Arbeit an der Fräsmaschine ständig zu überwachen. Damit ist von 

einer eher schweren Sorgfaltspflichtverletzung auszugehen. 

 

Verschuldensmindernd ist hingegen zu berücksichtigen, dass als Ursache 

für den Unfall neben der Sorgfaltspflichtverletzung des Beschuldigten auch 

ein Selbstverschulden von A._____ vorliegt, weil dieser gewusst hat, dass 

bei der Arbeit an rotierenden Teilen keine Handschuhe getragen werden 

dürfen, und diese im Zeitpunkt des Unfalls jedoch trotzdem getragen hat. 

 

Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten bis nicht ganz mittelschweren 

Verschulden auszugehen, für welches eine Einzelstrafe von 120 Tages-

sätzen Geldstrafe angemessen erscheint. 

 

5.5.2.2. 

Die Täterkomponente wirkt sich sodann neutral aus. Der Beschuldigte war 

zum Zeitpunkt der vorliegend zu beurteilenden fahrlässigen schweren 

Körperverletzung nicht vorbestraft, was neutral zu bewerten ist, da die 

Vorstrafenlosigkeit als Normalfall zu gelten hat (BGE 136 IV 1). Der 

Beschuldigte hat anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlungen 

ausgesagt, er würde es in Bezug auf das Freinehmen nochmals gleich 

machen. Er habe das Recht, frei zu nehmen (GA act. 361). Weiter hat er 

ausgesagt, er sei sich keiner Schuld bewusst, weil er am Unfalltag nicht 

anwesend gewesen sei (GA act. 369) und was passiert sei, tue ihm leid, 

aber er könne nichts dafür (GA act. 424). A._____ sei zu einem grossen 

Teil selbst schuld. Er habe in die Fräse reingefasst und gewusst, was 

passieren könne (GA act. 424). Anlässlich der Berufungsverhandlung hat 

er wiederholt, es tue ihm leid, was passiert sei, aber schlussendlich könne 

er nichts dafür (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 17). Strafmindernde 

Faktoren wie Einsicht oder Reue sind nicht zu erkennen. Auch ein 

Geständnis liegt nicht vor. Der Beschuldigte hat zwar eingestanden, am 

Unfalltag nicht anwesend gewesen zu sein, jedoch behauptet, G._____ 

habe seine Stellvertretung übernommen. Die persönlichen Verhältnisse 

 - 24 - 

 

 

des Beschuldigten wirken sich ebenfalls neutral aus, ergeben sich daraus 

doch insbesondere keine Anhaltspunkte auf eine erhöhte Straf-

empfindlichkeit. 

 

5.5.2.3. 

Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass zwischen der 

fahrlässigen schweren Körperverletzung und der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 24. August 2020 geahndeten 

groben Verletzung der Verkehrsregeln kein Zusammenhang besteht, 

weshalb der Gesamtschuldbeitrag entsprechend hoch zu veranschlagen 

ist. Angemessen würde vorliegend eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 

130 Tagessätzen im Umfang von 80 Tagessätzen erscheinen.  

 

5.5.3. 

Das Gericht ist bei der gedanklich zu bildenden hypothetischen Gesamt-

strafe an die Ober- und Untergrenze der verschiedenen Strafarten 

gebunden (BGE 142 IV 265 E. 2.4.6). Die Strafobergrenze der Geldstrafe 

beträgt 180 Tagessätze (Art. 34 StGB), weshalb es bei einer hypotheti-

schen Gesamtstrafe von 180 Tagessätzen sein Bewenden hat. Von dieser 

ist die rechtskräftige Grundstrafe von 130 Tagessätzen in Abzug zu 

bringen, womit die auszufällende Zusatzstrafe 50 Tagessätze beträgt. 

 

5.6. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Die Vorinstanz ist von einem durchschnittlichen Nettoeinkommen 

des Beschuldigten von Fr. 7'857.67 ausgegangen und hat gestützt darauf 

einen Tagessatz von Fr. 180.00 festgesetzt (vorinstanzliches Urteil 

E. 5.3.2). Eine wesentliche Veränderung der finanziellen Verhältnisse ist im 

Berufungsverfahren weder geltend gemacht worden noch ist eine solche 

ersichtlich, weshalb es bei einem Tagessatz von Fr. 180.00 sein Bewenden 

hat. 

 

5.7. 

Die Vorinstanz hat die Geldstrafe bedingt ausgesprochen und die Probezeit 

auf zwei Jahre festgesetzt, womit es sich um das gesetzliche Minimum 

handelt (Art. 44 Abs. 1 StGB). Darauf ist aufgrund des geltenden 

Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht zurückzukommen. 

 

5.8. 

Vorliegend erscheint die Verbindung der bedingt ausgesprochenen Geld-

strafe mit einer Busse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB angezeigt, um dem 

Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen 

seines Handelns deutlich vor Augen zu führen. 

 

 - 25 - 

 

 

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten 

Bedeutung der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und 

des Verschuldens des Beschuldigten sowie des Umstands, dass das 

Bundesgericht die Obergrenze der Verbindungsstrafe auf 20 % der schuld-

angemessenen gesamten Strafe, d.h. der Geldstrafe und der Verbindungs-

busse in ihrer Gesamtheit, festgelegt hat (BGE 146 IV 145 E. 2.2; 135 IV 

188 E. 3.4.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_337/2022 vom 12. Juli 2023 

E. 1.3.2, zur Publikation vorgesehen), ist die Verbindungsbusse auf 

Fr. 1'500.00 festzusetzen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem 

Nichtbezahlen der Busse ist ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu 

verwendenden Tagessatz von Fr. 180.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3) auf 

neun Tage festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

5.9. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte somit für die fahrlässige schwere 

Körperverletzung als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Brugg-Zurzach vom 24. August 2020 mit einer bedingten Geldstrafe von 50 

Tagessätzen à Fr. 180.00, Probezeit zwei Jahre, sowie einer Verbindungs-

busse von Fr. 1'500.00 zu bestrafen. 

 

6. 

Die Vorinstanz hat die Zivilklage von A._____ in Bezug auf die Forderung 

von Schadenersatz für das Ereignis vom 17. Januar 2019 dem Grundsatz 

nach gutgeheissen und die Zivilklage im Übrigen auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

In der Berufung des Beschuldigten finden sich für den Fall der Abweisung 

der Berufung im Schuldpunkt keine Ausführungen zu der von der 

Vorinstanz dem Grundsatz nach gutgeheissenen Schadenersatzforderung. 

Darauf ist somit nicht weiter einzugehen bzw. es kann auf die unbestritten 

gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz (E. 6) verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO), zumal hinsichtlich der adhäsionsweise geltend gemachten 

Zivilforderungen die Dispositionsmaxime gilt. 

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit Berufung insofern einen für ihn günstigeren 

Entscheid, als die als Zusatzstrafe ausgesprochene bedingte Geldstrafe 

von 80 auf 50 Tagessätze und die Verbindungsbusse von Fr. 2'500.00 auf 

Fr. 1'500.00 reduziert wird. Im Übrigen wird seine Berufung abgewiesen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, dem 

Beschuldigten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 

 - 26 - 

 

 

(§ 18 VKD) zzgl. Auslagen von Fr. 142.00, d.h. Fr. 2'142.00, zu 4/5 mit 

Fr. 1'713.60 aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

7.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte Anspruch auf 1/5 seiner 

Parteikosten für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im 

Berufungsverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO). 

 

Der Wahlverteidiger des Beschuldigten hat keine Kostennote eingereicht. 

Entsprechend hat das Obergericht den anwaltlichen Aufwand nach seinem 

pflichtgemässen Ermessen zu schätzen. Vorliegend erachtet das Oberge-

richt einen Aufwand von rund 12 Stunden (notwendige Besprechungen und 

Kontakte mit dem Beschuldigten: 1 Stunde; Ausarbeitung der Berufungs-

erklärung: ½ Stunde; übrige Aufwendungen mit verfahrensleitenden Verfü-

gungen: 1 Stunde; Vorbereitung Berufungsverhandlung inkl. Plädoyer: 

7 Stunden; Berufungsverhandlung inkl. Weg und kurze Nachbesprechung: 

2 ½ Stunden) als angemessen. Unter Berücksichtigung des gemäss § 9 

Abs. 2bis AnwT anwendbaren Stundenansatzes von Fr. 220.00, der 

pauschalisierten (§ 13 AnwT) und praxisgemäss auf 3 % zu veranschla-

genden Auslagen und die gesetzliche Mehrwertsteuer von 7.7 % beträgt 

die richterlich festzusetzende Entschädigung gerundet insgesamt 

Fr. 2'930.00. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten 1/5 seiner Partei-

kosten, d.h. Fr. 586.00, auszurichten. 

 

7.3. 

Der im Berufungsverfahren im Schuld- und Zivilpunkt obsiegende 

Privatkläger A._____ hat gegenüber dem Beschuldigten Anspruch auf 

Erstattung des angemessenen Vertretungsaufwands (Art. 436 Abs. 1 StPO 

i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO). 

 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Rechtsvertreter des 

Privatklägers einen Aufwand von 10 Stunden zuzüglich der Zeit der 

Berufungsverhandlung [rund 2 Stunden] und Reisezeit [praxisgemäss in 

der Regel 30 Minuten pro Weg; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

1B_385/2021 vom 25. Oktober 2021 E. 4.8], d.h. insgesamt 13 Stunden, à 

Fr. 220.00 und Auslagen von Fr. 100.00, gesamthaft somit gerundet 

Fr. 3'188.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer), geltend. Der geltend 

gemachte Aufwand erscheint angemessen. Der Beschuldigte ist demnach 

zu verpflichten, dem Privatkläger A._____ für das Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'188.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

auszurichten. 

 

 - 27 - 

 

 

8. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs.1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Der Kostenentscheid 

präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 137 IV 352 

E. 2.4.2).  

 

Da es bei einer Verurteilung des Beschuldigten bleibt, drängt sich an den 

erstinstanzlich verlegten Kosten- und Entschädigungsfolgen keine Ände-

rung auf. 

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss 

Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB sowie in 

Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 2 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 

StGB, Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach 

vom 24. August 2020 zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 

Fr. 180.00, d.h. Fr. 9'000.00, Probezeit zwei Jahre, und einer Verbindungs-

busse von Fr. 1'500.00, ersatzweise 9 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger A._____ für 

das Ereignis vom 17. Januar 2019 dem Grundsatz nach Schadenersatz zu 

leisten hat. 

 

3.2. 

Im Übrigen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen. 

 

 - 28 - 

 

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichts-

gebühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von Fr. 142.00, gesamthaft 

Fr. 2'142.00, werden dem Beschuldigten im Umfang von 4/5 mit 

Fr. 1'713.60 auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. 

 

4.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Beschuldigten für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 586.00 auszurichten. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'188.00 auszurichten. 

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'328.55 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'100.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 15'981.10 auszu-

richten. 

 

5.3. 

Der Beschuldigte trägt seine erstinstanzlichen Kosten selbst. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

  

 - 29 - 

 

 

   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 7. November 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss     M. Stierli