# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de531e98-9b59-5649-a8ee-b570996127f3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 01.12.2022 SBK.2022.271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2022-271_2022-12-01.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2022.271 / va  
(STA.2022.68)  

Art. 395 

 

 

Entscheid vom 1. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichter Egloff  

Oberrichterin Schär 

Gerichtsschreiber Gasser  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…] 

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,  

Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau  

 

 

Beschuldigter 1  B._____,  

[…]  

 

Beschuldigter 2  C._____,  

[…]  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Nichtanhandnahmeverfügung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 

Aargau vom 5. August 2022 

 

in der Strafsache gegen B._____ und C._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Schreiben vom 20. Januar 2022 erstattete A. (fortan: Beschwerdefüh-

rer) bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau Strafanzeige ge-

gen B. und C. (fortan: Beschuldigte) wegen "Erstellung eines falschen Tes-

tats der Jahresrechnung […] per 30.6.2018".  

 

2. 

Am 5. August 2022 erliess die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

folgende Nichtanhandnahmeverfügung: 

 

" 1. 
Die Strafsache (Strafanzeige, Strafklage) wird nicht an die Hand genom-
men (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). 
 
2. 
Die Kosten gehen zu Lasten des Staates (Art. 423 StPO). 
 
3. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 430 Abs. 1 StPO)." 

 

3. 

3.1. 

Gegen die Nichtanhandnahmeverfügung vom 5. August 2022 erhob der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. August 2022 (Postaufgabe:  

13. August 2022) Beschwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts des Kantons Aargau und beantragte sinngemäss deren 

Aufhebung und die Anhandnahme seiner Strafanzeige vom 20. Januar 

2022. 

 

3.2. 

Am 7. September 2022 leistete der Beschwerdeführer die mit Verfügung 

vom 26. August 2022 von der Verfahrensleiterin der Beschwerdekammer 

in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau für allfällige Kosten 

eingeforderte Kostensicherheit von Fr. 1'000.00. 

 

3.3. 

Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau verzichtete mit Eingabe 

vom 14. September 2022 auf eine Beschwerdeantwort und verwies auf die 

Begründung der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung vom  

5. August 2022.  

 

3.4. 

Die Beschuldigten beantragten mit Stellungnahme vom 15. Septem-

ber 2022 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen.  

 

 - 3 - 

 

 

3.5. 

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Stel-

lungnahme ein.  

 

3.6. 

Am 28. Oktober 2022 reichten die Beschuldigten eine Stellungnahme ein.  

 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss 

Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit 

Beschwerde anfechtbar. Nachdem vorliegend keine Beschwerdeaus-

schlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO bestehen, ist die Beschwerde zulässig. 

Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 396 Abs. 1 

i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist somit einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau führte in der angefochte-

nen Nichtanhandnahmeverfügung vom 5. August 2022 aus, dass die bei-

den Beschuldigten als Revisoren für die Stockwerkeigentümergemein-

schaft […], amten würden. In dieser Funktion hätten sie am 31. Oktober 

2018 zuhanden der Stockwerkeigentümerversammlung testiert, dass die 

Jahresrechnung der Stockwerkeigentümergemeinschaft […], für das am 

30. Juni 2018 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz 

und dem Benutzungs- und Verwaltungsreglement entspreche. Der Be-

schwerdeführer beanstande dieses Testat als falsch, insbesondere sei er 

der Ansicht, dass die Bilanz weder auf den 30. Juni 2018 abgeschlossen 

noch am 1. Juli 2018 für das Geschäftsjahr 2018/2019 hätte wiedereröffnet 

werden können. Das ausgewiesene Jahresergebnis sei nicht nur grob 

falsch, sondern gar unmöglich. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 

Aargau teilte die Meinung des Beschwerdeführers nicht und kam zum 

Schluss, dass die eingereichte Bilanz dem üblichen Aufbau entspreche und 

ordnungsgemäss die Auflistungen der vorhandenen Aktiven und Passiven 

enthalte. Auch die eingereichte Erfolgsrechnung für das Geschäftsjahr 

2017/2018 entspreche dem üblichen Aufbau und enthalte ordnungsge-

mäss die Auflistungen der Ausgaben wie auch der Einnahmen und 

schliesse mit Feststellung eines kleinen Verlustes. Inwiefern die Bilanz und 

die Erfolgsrechnung wie vom Beschwerdeführer behauptet "grob falsch" 

sein solle, könne nicht nachvollzogen werden. Weiter sei unerfindlich, wes-

halb der Revisorenbericht falsch sein sollte. Insgesamt sei festzustellen, 

dass ein strafrechtlich relevantes Verhalten der Beschuldigten nicht ersicht-

 - 4 - 

 

 

lich sei. Im Weiteren beanstande der Beschwerdeführer, dass sich der Be-

schuldigte B. sogar erdreistet habe, der fraglichen Stockwerkeigentü-

merversammlung beizuwohnen und den Revisionsbericht mündlich zu ver-

treten. Der Beschwerdeführer werde darauf hingewiesen, dass es durch-

aus üblich und gute Sitte sei, dass ein Revisor an der Stockwerkeigentü-

merversammlung, welche die Rechnung abnehme, teilnehme und seinen 

Revisionsbericht mündlich erläutere.  

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer macht mit Beschwerde geltend, dass die von der 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau aufgestellten Thesen keinen 

Bezug zur Realität hätten. Die zur Verfügung gestellten Tabellen, welche 

den Betrug beweisen würden, seien auf die Seite geschoben bzw. nicht 

begutachtet worden. Die beiden Beschuldigten seien nie von einer Stock-

werkeigentümerversammlung als Revisoren der Stockwerkeigentümerge-

meinschaft gewählt worden und seien den Eigentümern völlig unbekannt. 

Das Unternehmen F. AG sei von der Immobilienverwalterin E. freiwillig be-

auftragt worden, wobei sie (gemeint wohl die F. AG) im Auftrag der  

G. GmbH arbeite und deshalb von ihr bezahlt werde. Sie würden in der Tat 

eine rechtsmissbräuchliche Vereinigung zwecks Täuschung von Eigentü-

mern bilden. Weil das Testat falsch gewesen sei, sei es den Stockwerkei-

gentümern anlässlich der besagten Stockwerkeigentümerversammlung nur 

vorgelesen und nicht verteilt worden. Erst nach massivem Druck habe der 

Beschwerdeführer eine Kopie erhalten. Die Fakten seien klar, die Jahres-

rechnung sei falsch. Nach Verbuchung des Jahresergebnisses falle die Bi-

lanz ins Ungleichgewicht. Die Totalaktiven würden mit den Totalpassiven 

nicht mehr übereinstimmen. Die Jahresrechnung sei somit aus mathemati-

schen Gründen falsch. Eine falsche Jahresrechnung, die nicht abgeschlos-

sen werden könne, gelte als Urkundenfälschung. Der Beschuldigte B. sei 

an der Stockwerkeigentümerversammlung nicht als Revisor der Stockwer-

keigentümergemeinschaft erschienen, sondern als Interessensvertreter 

seiner Auftraggeberin. Obwohl der Beschwerdeführer während der Stock-

werkeigentümerversammlung auf die gesetzlichen Bestimmungen in Sa-

chen Rechnungslegungspflicht hingewiesen habe, habe der Beschuldigte 

B. mündlich den Inhalt seines falschen Testats wiederholt. Der Beschwer-

deführer habe sich in einer von E. und vom Beschuldigten B. aufgestellten 

Falle befunden.  

 

2.3. 

Die Beschuldigten machen mit Stellungnahme vom 15. September 2022 

geltend, dass die F. AG in Bezug auf die Jahresrechnung 2017/2018 nicht 

als Revisor gewählt worden sei, sondern eine auftragsrechtliche Prüfung 

zuhanden der Auftraggeberin, G. GmbH, durchgeführt habe. Dies ändere 

nichts an der Tatsache, dass der Bericht vom 31. Oktober 2018, welcher 

auf die Jahresrechnung für das am 30. Juni 2018 abgeschlossene Ge-

schäftsjahr Bezug nehme, korrekt sei. Ein Auseinanderklaffen der Bilanz 

 - 5 - 

 

 

und Erfolgsrechnung liege nicht vor. In einer Stockwerkeigentümergemein-

schaft sei der erlittene Verlust durch die Eigentümer zu tragen, weshalb 

dieser in der Bilanz auch anteilsmässig den Eigentümern zugewiesen wor-

den sei. Eine Korrektur der Bilanz sei daher nicht notwendig und die Aktiven 

und Passiven seien gleich hoch. Die fragliche Jahresrechnung sei von der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft genehmigt worden. Sowohl der Vor-

wurf der Täuschung der Eigentümer wie auch der Urkundenfälschung 

werde in aller Form zurückgewiesen.  

 

2.4. 

Mit Stellungnahme vom 3. Oktober 2022 führt der Beschwerdeführer aus, 

dass die G. GmbH für den Abschluss der Stockwerkeigentümergemein-

schaft […], per 30. Juni 2021 die buchhalterische Darstellungsweise des 

Beschwerdeführers übernommen habe. Die Behauptung der Beschuldig-

ten, dass die Jahresrechnung per 30. Juni 2018 korrekt sei, sei falsch. Der 

Beschwerdeführer werfe den Beschuldigten vor, im Dienste der G. GmbH 

zu arbeiten. In der Tat seien für die vier Buchhaltungskreise der […] insge-

samt mindestens 16 Jahresrechnungen nach diesem inkorrekten Raster 

aufgestellt worden. Die Jahresrechnung 2018 sei von den Stockwerkeigen-

tümern gutgeheissen worden und der G. GmbH sei die Decharge erteilt 

worden, nachdem das unkorrekte Testat verlesen worden sei und der Be-

schuldigte B. die Eigentümer beeinflusst habe, zumal die Eigentümer über 

keine betriebswirtschaftliche Ausbildung verfügen würden. In der Tat führe 

die Stockwerkeigentümergemeinschaft jährlich eine Bilanz und eine Be-

triebskostenabrechnung, deren Total am Ende des Geschäftsjahres auf die 

Eigentümerkonten (Debitorenkonto) übertragen  werde. Aus nahelie-

genden Gründen entstehe dabei weder ein Gewinn noch ein Verlust. Die 

G. GmbH führe eine jährliche Erfolgsrechnung mit einer entscheidenden 

Falschbuchung. Sie verbuche die quartalsmässigen Anzahlungen des Ge-

schäftsjahres in der Höhe von Fr. 51'944.00 als Ertrags-, statt als Bilanz-

posten, was zu einer Zerrüttung ihrer Erfolgsrechnung führe. Anschlies-

send ziehe sie die den Stockwerkeigentümern verrechneten Aufwendun-

gen ab, was zu einem nichtexistierenden Verlust des Jahres führe. Die  

F. AG dürfe nie und nimmer eine solche Falschbuchung dulden, sodass der 

leitende Revisor (und Beschuldigte) B. hätte intervenieren müssen. Es sei 

unmöglich, dass ein qualifizierter Revisor mit entsprechender Praxis einen 

solchen Missstand nicht gesehen habe. Es handle sich um einen Freund-

schaftsdienst zwischen der G. GmbH und der F. AG. Aus rechtlicher Sicht 

sei nach der Genehmigung durch die Eigentümerversammlung das in der 

Jahresrechnung ausgewiesene Resultat zu verbuchen, was aus mathema-

tischen Gründen allerdings unmöglich sei.  

 

3. 

Sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass 

die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeu-

tig nicht erfüllt sind, verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme 

 - 6 - 

 

 

(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Die Situation muss sich für den Staatsanwalt 

folglich so präsentieren, dass gar nie ein Verdacht hätte angenommen wer-

den dürfen oder der Anfangsverdacht vollständig entkräftet wurde (NATHAN 

LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 zu Art. 310 StPO). Es muss mit ande-

ren Worten sicher sein, dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand 

fällt, was etwa der Fall ist bei rein zivilrechtlichen Streitigkeiten. Eine Nicht-

anhandnahme darf nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen 

ergehen. Im Zweifelsfall ist folglich eine Untersuchung zu eröffnen. Ergibt 

sich nach durchgeführter Untersuchung, dass kein Straftatbestand erfüllt 

ist, stellt die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gestützt auf Art. 319 

StPO ein (BGE 137 IV 285 E. 2.3).  

 

Die Staatsanwaltschaft eröffnet insbesondere dann eine Untersuchung, 

wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Straf-

anzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatver-

dacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Ein hinreichender Tatverdacht 

setzt voraus, dass die erforderlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung 

konkreter Natur sind. Konkret ist der Tatverdacht dann, wenn eine gewisse 

Wahrscheinlichkeit für eine strafrechtliche Verurteilung des Beschuldigten 

spricht. Die Gesamtheit der tatsächlichen Hinweise muss die plausible 

Prognose zulassen, dass der Beschuldigte mit einiger Wahrscheinlichkeit 

verurteilt werden wird. Diese Prognose geht über die allgemeine theoreti-

sche Möglichkeit hinaus. Ein blosser Anfangsverdacht, d.h. eine geringe 

Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung aufgrund vager tatsächlicher An-

haltspunkte (z.B. ungenaue Schilderungen eines Anzeigeerstatters), ge-

nügt nicht (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 25 f. zu Art. 309 StPO). 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer wirft den Beschuldigten die "Erstellung eines fal-

schen Testats der Jahresrechnung […] per 30.6.2018" vor, womit er die 

Tatbestände der Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 StGB  

(Beschwerde, S. 2) und des Betrugs i.S.v. Art. 146 Abs. 1 StGB  

(Beschwerde, S. 2) für gegeben erachtet, wobei er mit Stellungnahme vom 

3. Oktober 2022 lediglich noch den Tatbestand der Urkundenfälschung gel-

tend zu machen scheint (Stellungnahme Beschwerdeführer vom 3. Okto-

ber 2022, S. 1).  

 

4.2. 

4.2.1. 

4.2.1.1. 

Des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in Ab-

sicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 

oder ihn in seinem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem 

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Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selber oder einen anderen am 

Vermögen schädigt.  

 

4.2.1.2. 

Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich der Urkundenfälschung strafbar, 

wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu 

schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu 

verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift  

oder das echte Handzeichen eines anderen zur Herstellung einer unechten 

Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkun-

det oder beurkunden lässt. Ausserdem macht sich strafbar, wer eine Ur-

kunde dieser Art zur Täuschung gebraucht.  

 

4.2.2. 

4.2.2.1. 

Den Akten ist zu entnehmen, dass die Jahresrechnung für das am 30. Juni 

2018 abgeschlossene Geschäftsjahr (fortan: Jahresrechnung) der Stock-

werkeigentümergemeinschaft […] durch die G. GmbH erstellt wurde (vgl. 

Bilanz und Erfolgsrechnung [Beilage zur Strafanzeige]). Die Beschuldigten, 

beide als Revisoren für die F. AG tätig, reichten am 31. Oktober 2018 einen 

Revisionsbericht ein, worin festgehalten wurde, dass die Jahresrechnung 

dem schweizerischen Gesetz und dem Benutzungs- und Verwaltungsreg-

lement entspreche. Bei den Beschuldigten handelt es sich um zugelassene 

Revisionsexperten, welche durch die G. GmbH beauftragt wurden, den 

Jahresabschluss auf seine Richtigkeit zu überprüfen (Beschwerde, S. 2; 

Stellungnahme Beschuldigte vom 15. September 2022, Bst. a.). Dass die 

Beschuldigten nicht durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft gewählt, 

sondern durch die G. GmbH im Rahmen eines Auftragsverhältnisses mit 

der Revision betraut worden sind (Beschwerde, S. 2; Stellungnahme Be-

schuldigte vom 15. September 2022, Bst. a.), ist nicht ungewöhnlich und 

vermag kein strafrechtlich relevantes Verhalten zu begründen. Vielmehr 

kam die Überprüfung der Jahresrechnung durch zwei zugelassene Revisi-

onsexperten den Stockwerkeigentümern zu Gute, konnte dadurch das Ri-

siko einer fehlerhaften Jahresrechnung doch erheblich minimiert werden. 

Hinzukommend war der Beschuldigte B. anlässlich der Stockwerkeigentü-

merversammlung anwesend und sei gemäss Beschwerdeführer durch ihn 

mit dem Revisionsbericht konfrontiert (Strafanzeige, S. 1) und über die ge-

setzlichen Bestimmungen in Sachen Rechnungslegungspflichten hinge-

wiesen worden, wobei die Stockwerkeigentümer die Jahresrechnung an-

lässlich der Versammlung – trotz der Einwände des Beschwerdeführers – 

in der Folge genehmigten und gar "voll des Lobes für den Auftritt des Herrn 

B." gewesen sein sollen (vgl. Schreiben Beschwerdeführer vom 21. Juni 

2022 an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau). Wären die 

Stockwerkeigentümer mit der Mandatierung der Beschuldigten (bzw. der  

F. AG) als Revisoren nicht einverstanden gewesen, hätten sie wohl spätes-

tens anlässlich der Stockwerkeigentümerversammlung opponiert, zumal 

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der Beschuldigte B. persönlich anwesend war und das Ergebnis anlässlich 

der Versammlung gemäss Beschwerdeführer präsentierte (Beschwerde,  

S. 2), was er indessen kaum getan hätte, würde er nicht für die Richtigkeit 

der Jahresrechnung und somit für seinen Revisionsbericht einstehen. 

Schliesslich wurde die Jahresrechnung durch die Stockwerkeigentümer ge-

nehmigt, wobei wenig plausibel erscheint, dass die Stockwerkeigentümer 

die Jahresrechnung ohne jegliche Prüfung "durchgewunken" haben sollen 

(vgl. Strafanzeige, S. 1), zumal in der fraglichen Abrechnungsperiode ein 

Verlust zu Lasten einzelner Stockwerkeigentümer resultierte.  

 

Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend macht, es habe sich um einen 

"Freundschaftsdienst" gehandelt und der Beschuldigte B. sei nicht als Re-

visor, "sondern als Vertreter der Interessen seiner Auftraggeberin" (folglich 

der G. GmbH bzw. Frau E.) erschienen (Beschwerde, S. 2), kann ihm nicht 

gefolgt werden. Selbst wenn dies zutreffen sollte, wären die Interessen der 

Beschuldigten, der G. GmbH (als Immobilienverwaltung) und diejenigen 

der Stockwerkeigentümer (und somit des Beschwerdeführers) nämlich de-

ckungsgleich. Sämtliche Parteien sind einzig an einer korrekten Jahres-

rechnung interessiert, zumal sich die G. GmbH und die Beschuldigten im 

Falle einer fehlerhaften Jahresrechnung mit zivilrechtlichen Ansprüchen 

seitens der Stockwerkeigentümer konfrontiert sehen könnten und auch ein 

Reputationsschaden nicht auszuschliessen wäre. Es ist nicht ansatzweise 

ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht näher dargelegt, 

welche Vorteile die G. GmbH und die Beschuldigten aus einer gemeinsam 

"aufgestellten Falle" (Beschwerde, S. 2) ziehen könnten bzw. inwiefern und 

aus welchen Gründen die Beschuldigten die Stockwerkeigentümer bzw. 

den Beschwerdeführer täuschen sollten (vgl. E. 4.2.2.2. hiernach).  

 

4.2.2.2. 

Die aktenkundige Bilanz und Erfolgsrechnung entsprechen dem gängigen 

Aufbau und führen jede Position einzeln und nachvollziehbar auf, wobei 

sowohl die Aktiv-/Passivposten wie auch Erfolgs-/Aufwandsposten jeweils 

den identischen Gesamtsaldo aufweisen. Aus der Erfolgsrechnung resul-

tierte ein Verlust von Fr. 1'127.03, welcher gemäss der plausiblen Darstel-

lung der Beschuldigten (Stellungnahme Beschuldigte vom 15. September 

2022, Bst. c) den Stockwerkeigentümern in der Bilanz bereits anteilsmässig 

zugewiesen wurde, zumal der Verlust ohnehin durch diese zu tragen war. 

Inwiefern die Jahresrechnung nicht dem schweizerischen Gesetz und dem 

Benutzungs- und Verwaltungsreglement entsprechen soll, ist nicht ersicht-

lich. Dass die G. GmbH unterdessen die buchhalterische Darstellungs-

weise des Beschwerdeführers übernommen haben soll (Stellungnahme 

Beschwerdeführer vom 3. Oktober 2022, S. 2), vermag, selbst wenn dies 

zutreffen sollte, am Gesagten nichts zu ändern, zumal die Darstellungs-

weise in der Jahresrechnung – wie dargelegt – ohnehin in keiner Weise zu 

beanstanden ist. 

 

 - 9 - 

 

 

Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass die Ausführungen des Be-

schwerdeführers zutreffen und die Jahresrechnung fehlerhaft ist, wäre dies 

im vorliegenden Fall allenfalls im Hinblick auf die (zivilrechtliche) Sorgfalts-

pflicht im Rahmen des Auftragsverhältnisses von Relevanz, vermag aber 

in strafrechtlicher Hinsicht offenkundig keinen Straftatbestand zu begrün-

den, woran auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Tabellen nichts 

zu ändern vermögen (vgl. Beschwerde, S. 2). Es ist weder ersichtlich noch 

wird vom Beschwerdeführer dargelegt, inwiefern er durch die Beschuldig-

ten (arglistig) getäuscht und geschädigt worden sein soll und aus welchen 

Beweggründen die Beschuldigten vorsätzlich eine fehlerhafte Jahresrech-

nung hätten testieren sollen. Selbst wenn also die Jahresrechnung und der 

Revisionsbericht fehlerhaft sein sollten, sind vorliegend nicht ansatzweise 

Vorteils- oder Bereicherungsabsichten seitens der Beschuldigten erkenn-

bar, wobei es zudem abwegig erscheint, dass die Beschuldigten einzig für 

das Testieren einer (Falsch-)Buchung von Fr. 1'127.03 eine Straftat bege-

hen, wodurch sie ihrer Reputation schaden, ihre Zulassung  

(vgl. bspw. Art. 17 RAG [SR.221.302]) gefährden und sich allfälligen zivil-

rechtlichen Forderungen stellen müssten. 

 

Angesichts der vorstehenden Ausführungen erhellt, dass bezüglich des 

Straftatbestands der Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) bei den Be-

schuldigten augenscheinlich keine Absicht vorlag, jemanden am Vermögen 

oder an anderen Rechten zu schädigen oder sich oder einem anderen ei-

nen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, womit der Tatbestand der Ur-

kundenfälschung von vornherein entfällt. Im Hinblick auf den Straftatbe-

stand des Betrugs (Art. 146 Abs. 1 StGB) fehlt es den Beschuldigten an 

einer Bereicherungsabsicht, womit die Tatbestandsmässigkeit entfällt und 

auch hier eine vertiefte Prüfung ausbleiben kann, wobei auch die weiteren 

Tatbestandselemente – wie etwa die (arglistige) Täuschung – augen-

scheinlich nicht gegeben sind.  

 

4.3. 

Weitere in Frage kommende Tatbestände werden durch den Beschwerde-

führer nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Damit ist kei-

nerlei strafbares Verhalten der Beschuldigten erkennbar, womit die Nicht-

anhandnahme des Verfahrens zu Recht erfolgt ist. Im Ergebnis ist die Be-

schwerde abzuweisen.  

 

5. 

5.1. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-

ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO) und mit der von ihm geleisteten Kostensicherheit zu verrech-

nen. Entschädigung ist ihm keine auszurichten.  

 

 - 10 - 

 

 

5.2. 

Da die Beschuldigten im vorliegenden Fall nicht anwaltlich vertreten waren 

und ihnen kein entschädigungspflichtiger Aufwand im Sinne der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung entstanden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1125/2016 vom 20. März 2017 E. 2.2), ist ihnen keine Entschädigung 

auszurichten.  

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 113.00, zusammen 

Fr. 1'113.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit der geleis-

teten Kostensicherheit von Fr. 1'000.00 verrechnet, so dass er noch 

Fr. 113.00 zu bezahlen hat. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

 

 - 11 - 

 

 

 
   

Aarau, 1. Dezember 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Richli Gasser