# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80b79392-3f19-513f-bc7c-f10f788b9fd9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.10.2023 SB230164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230164_2023-10-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230164-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Was-

ser-Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. Kessler sowie die Ge-

richtsschreiberin MLaw Meier

Urteil vom 10. Oktober 2023

in Sachen

A._____,
Beschuldigte und Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ l

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Übertretung des Waffengesetzes

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 1. Dezember 2022 (GG220164)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 8. Juni 2022 

(Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:

1. Die Beschuldigte ist schuldig der Übertretung des Waffengesetzes im Sinne 

von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 sowie Art. 4 

Abs. 1 lit. g und Art. 25 WG.

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 100.–.

3. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 13. Januar 

2022 (Urk. 7/1) beschlagnahmte Imitationswaffe (Asservat-

Nr. A015'665'357) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

5. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 1'100.–   Gebühr für das Vorverfahren

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten auferlegt. 

-   3   -

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 34)

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. Dezember 2022 wird voll-

umfänglich angefochten.

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. Dezember 2022 sei auf-

zuheben und meine Mandantin sei vollumfänglich und kostenlos freizu-

sprechen.

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:

(Urk. 39) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

_______________________________

Erwägungen:

I. Prozessverlauf

1. Seitens der Vorinstanz wurde der Verfahrensgang hinsichtlich des Vorverfah-

rens einlässlich und zutreffend geschildert (Urk. 32 E. I. 1.), weshalb vollumfänglich 

darauf verwiesen werden kann.

2. Das Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, entschied mit Urteil vom 1. Dezem-

ber 2022 im Verfahren GG220164 über die vorliegende Anklage. Gegen dieses 

Urteil liess die Beschuldigte mit Eingabe ihres Verteidigers vom 9. Dezember 2022 

(Urk. 28) innert Frist Berufung anmelden. Das vollständig begründete Urteil (Urk. 29 

bzw. 32) wurde von der Staatsanwaltschaft am 3. März 2023 und von der Verteidi-

gung am 7. März 2023 entgegengenommen (Urk. 31/1-2). Mit Eingabe vom 

21. März 2023 ging die Berufungserklärung der Beschuldigten bei der hiesigen 

-   4   -

Kammer fristgerecht ein (Urk. 34). Mit Präsidialverfügung vom 22. März 2023  

wurde der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) 

unter Hinweis auf die Berufungserklärung der Beschuldigten Frist zur Erhebung ei-

ner Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichteintreten auf die Berufung ange-

setzt (Urk. 36). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 27. März 2023 

fristgerecht auf eine Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils (Urk. 39). Die Vorladungen an die Beschuldigte und die Staats-

anwaltschaft zur Berufungsverhandlung ergingen am 10. Mai 2023 (Urk. 41).

3. Erschienen waren zur Berufungsverhandlung vom 10. Oktober 2023 die Be-

schuldigte in Begleitung ihres Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (Prot. II 

S. 3). Der Staatsanwaltschaft war das Erscheinen an der Berufungsverhandlung 

freigestellt. Sie verzichtete auf die Teilnahme. Das Verfahren erweist sich als 

spruchreif.

II. Prozessuales

1. Die Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an (Urk. 34). 

Damit bildet das ganze vorinstanzliche Urteil Berufungsgegenstand und ist mithin 

in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen.

2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. 

Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und 

massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit 

weiteren Hinweisen). 

3. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten 

Sachverhalts auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. 

4. Die Staatsanwaltschaft erhob kein Rechtsmittel, weshalb das Verbot der re-

formatio in peius greift (Art. 391 Abs. 2 StPO), was zur Folge hat, dass weder eine 

strengere Bestrafung, noch eine höhere Strafe in Betracht kommt.

-   5   -

III. Schuldpunkt

1. Der Beschuldigten wird – soweit noch relevant – zusammengefasst zur Last 

gelegt, sie habe über den Onlineshop "B._____.de" eine Imitationswaffe in 

Deutschland bestellt, welche aufgrund ihres Aussehens mit einer echten Feuer-

waffe verwechselt werden könne. Sie habe dies getan, ohne über eine für die Ein-

fuhr einer solchen Waffe in die Schweiz notwendige Bewilligung des Bundesamts 

für Polizei zu verfügen. Die am 10. November 2021 über den Postweg in die 

Schweiz gelieferte Imitationswaffe sei aufgrund der fehlenden Einfuhrgenehmigung 

beim Zoll in C._____ sichergestellt worden. Die Beschuldigte habe es pflichtwidrig 

unterlassen, sich vor der Einfuhr der Imitationswaffe rechtsgenügend über die in 

der Schweiz geltenden Gesetzesbestimmungen zu informieren, andernfalls ihr be-

wusst gewesen wäre, dass sie für die Einfuhr eine entsprechende Bewilligung be-

nötigt hätte. Zudem sei ihr bewusst gewesen, dass die Imitationswaffe aufgrund 

ihres Aussehens mit einer echten Feuerwaffe verwechselt werden könne oder sie 

habe dies zumindest in Kauf genommen (Urk. 20 S. 3 f.). Rechtlich würdigt die 

Staatsanwaltschaft dieses vorgeworfene Verhalten der Beschuldigten als Übertre-

tung des Waffengesetzes (WG; SR 514.54) im Sinne von dessen Art. 33 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. g und Art. 25 WG als Vergehen gegen das Waffen-

gesetz, eventualiter als Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 33 Abs. 

1 WG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 sowie Art. 4 Abs. 1 lit g und Art. 25 WG (Urk. 

20 S. 4). 

2. Den Erwägungen der Vorinstanz folgend ist zunächst festzuhalten, dass die 

Beschuldigte geständig ist, bei B._____.de (der deutschen Webpräsenz des Onli-

neversandhändlers B._____) eine "Plastikpistole" bestellt zu haben, ohne zuvor 

eine Einfuhrbewilligung eingeholt zu haben. Sie habe dabei jedoch keine böse Ab-

sicht gehabt (Urk. 32 E. II. 1.4. mit weiteren Hinweisen). Bestritten wird von der 

Verteidigung, dass es sich bei der von der Beschuldigten bestellten Spielzeugwaffe 

um einen Gegenstand handelt, der unter das Waffengesetz fällt (Prot. I S. 9 f. und 

Prot. II. S. 14 f.). Die Beschuldigte stellt hingegen nicht in Abrede, die (Spielzeug-) 

Waffe wissentlich und willentlich aus Deutschland bestellt zu haben. Sie bestreitet 

-   6   -

aber gewusst zu haben, dass sie für die Einfuhr derselben eine Bewilligung benötigt 

hätte (Prot. I S. 8, Urk. 4 F/A 6, 11 F/A 5, Prot. II S. 11).

3. Die Vorinstanz qualifizierte die von der Beschuldigten bei B._____ bestellte 

(Spielzeug-) Waffe als Imitationswaffe im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. g WG (vgl. 

dazu Urk. 32 E. II. 3.1.-2.). Sie kam zum Schluss, dass die Beschuldigte nicht über 

die gemäss Art. 25 Abs. 1 WG notwendige Einfuhrbewilligung verfügt habe und 

damit den objektiven Tatbestand von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG erfüllt habe (Urk. 32 

S. 9). Sie erwog weiter, es fehle in subjektiver Hinsicht am Vorsatz der Beschuldig-

ten bezüglich aller objektiven Tatbestandselemente, insbesondere habe der Be-

schuldigten das Wissen um den tatbestandsmässigen Erfolg gefehlt (Urk. 32 

S. 10). Angesichts ihres Bildungsstands wäre es der Beschuldigten, so die Vor-

instanz weiter, zuzumuten gewesen, sich im Internet über die Einfuhrbestimmun-

gen bezüglich waffenähnlicher Gegenstände zu informieren, zumal die Beschul-

digte auch schon als Bankangestellte tätig gewesen sei und ihr die Problematik 

bewusst gewesen sein müsse. Der Irrtum der Beschuldigten über die Art der 

"Waffe" sei somit auf fehlende Erkundigungen zurückzuführen und wäre bei pflicht-

mässiger Vorsicht im Sinne von Art. 13 Abs. 2 StGB vermeidbar gewesen. Die Be-

schuldigte habe damit fahrlässig im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit 

Art. 33 Art. 2 WG gehandelt (Urk. 32 S. 10 f.). 

4.1 Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zutreffend dargelegt, so dass 

darauf zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen verwiesen werden 

kann (Urk. 32 S. 5-11, insb. E. 2.1-2.3; 3.2. 1. Absatz; 4.1., 5.2.). Gemäss den zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 32 E. II 2.2.) gelten als "Waffen" auch 

Imitations-, Schreckschuss- und Soft-Air-Waffen, die aufgrund ihres Aussehens mit 

echten Feuerwaffen verwechselt werden können (Art. 4 Abs. 1 lit. g WG). Verwech-

selbar mit Feuerwaffen sind Druckluft-, CO2-, Imitations-, Schreckschuss- und Soft-

Air-Waffen, wenn sie auf den ersten Blick echten Feuerwaffen gleichen und zwar 

unabhängig davon, ob eine Fachperson oder sonst jemand nach kurzer Prüfung 

die Verwechselbarkeit erkennt (Art. 6 der Waffenverordnung vom 2. Juli 2008; WV; 

SR 514.541). Bei der Beurteilung derselben zählen einzig die Kriterien der visuellen 

Erscheinung und Wahrnehmung von einer gewissen Distanz (Botschaft zur Revi-

-   7   -

sion der Waffenverordnung vom 28. Mai 2006; BBl 2006 2713 ff.). Gemäss dem 

Merkblatt für Handel mit Imitations-, Schreckschuss- und Soft-Air-Waffen der Zen-

tralstelle Waffen des fedpol vom 19. Juli 2010 ist die Verwechselbarkeit mit echten 

Feuerwaffen gegeben, wenn sie von Laien nicht auf den ersten Blick als funktions-

untaugliche Feuerwaffen erkennbar sind (FATIH ASLANTAS in: NICOLAS FACIN-

CANI/RETO SUTTER [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar, Waffengesetz, 2017, N 15 

zu Art. 4 WG).

4.2 Ergänzend ist zum subjektiven Tatbestand folgendes zu ergänzen.

a) Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt (Art. 12 Abs 2 Satz 1 StGB). Vorsätzlich handelt bereits, wer 

die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den 

Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er 

ihm auch unerwünscht sein (sog. Eventualvorsatz; vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB; 

BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 143 V 285 E. 4.2.2; 137 IV 1 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). 

b) Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das 

Gericht bei Fehlen eines Geständnisses aufgrund der Umstände entscheiden. 

Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsver-

wirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, seine Beweggründe und 

die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirk-

lichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf ge-

folgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen 

(BGE 147 IV 439 E  7.3.1; 134 IV 26 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). 

c) Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit 

kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der be-

wusst fahrlässig handelnde Täter weiss um die Möglichkeit des Erfolgseintritts bzw. 

um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stim-

men somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. Unter-

schiede bestehen beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig handelnde Täter 

vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich 

vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich 

-   8   -

mithin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich 

handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit 

ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, "will" ihn 

im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg 

"billigt" (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1 mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsver-

wirklichung im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf genommen hat, muss das Ge-

richt – bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten – aufgrund der Um-

stände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos 

der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Be-

weggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlich-

keit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverlet-

zung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf 

den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahr-

scheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünfti-

gerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 147 IV 

439 E. 7.3.1; 133 IV 9 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_638/2022 vom 17. Au-

gust 2023 E. 1.2.1; je mit Hinweisen).

4.3.1 Der von der Beschuldigten bestellte Gegenstand war beim Online-Anbieter 

B._____ unter der Bezeichnung "… Toy rifle rat sound toy gun" zu einem Preis von 

EUR 12.95 zum Verkauf erhältlich (Urk. 5/3). Die Beschreibung lässt klar darauf 

schliessen, dass es sich dabei um eine Spielzeugwaffe handelte. Zur Qualifikation 

eines Spielzeuggewehrs als Imitationswaffe ist massgebend, ob der Gegenstand 

auf den ersten Blick mit einer echten Feuerwaffe verwechselbar ist oder ob auf-

grund des Erscheinungsbildes auch ein Durchschnittsmensch auf ein Spielzeug 

schliessen würde. Die verfahrensgegenständliche Waffe, die der erkennenden 

Kammer in der Berufungsverhandlung zur direkten Anschauung vorlag, ist von 

schwarzer bzw. dunkelgrauer Farbe und hat am Ende des Laufs einen leuchtend 

orangen Stöpsel, der vom Lauf entfernt werden kann. Das Material des Spielzeug-

gewehrs ist Kunststoff mit einer relativ schlechten Verarbeitungsqualität. Beim nä-

heren Betrachten fällt auf, dass einzelne Teile des Plastikgewehrs nicht kompakt 

verarbeitet sind. So kann durch einzelne Öffnungen ins Innere sowie durch den 

-   9   -

Gegenstand hindurch gesehen werden. Es ist dadurch erkennbar, dass sich im In-

nern der Waffe kein Magazin und keine Munition befindet. Im Vergleich zu einem 

echten Maschinengewehr ist die Grösse des Spielzeuggewehrs auffallend klein 

und es ist auffallend leicht. Beim Betätigen des Abzugs gibt es einen surrenden 

Spielzeugton ab.

In einer Gesamtbetrachtung stellt die Spielzeugwaffe aufgrund der genannten Be-

sonderheiten, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, in diesem Einzelfall nicht 

eindeutig eine Imitationswaffe dar. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob eine Durch-

schnittsperson aus einiger Entfernung darauf geschlossen hätte, dass es sich dabei 

um eine funktionstaugliche Feuerwaffe handelte. Das Spielzeuggewehr weist – ins-

besondere aufgrund des direkt ins Auge fallenden orangen Stöpsels am Ende des 

Laufs – damit schwerlich eine Verwechslungsgefahr mit einem echten Maschinen-

gewehr auf. Daher ist auch die Gefahr praktisch auszuschliessen, dass eine Dritt-

person durch deren Erscheinungsbild in Angst und Schrecken versetzt worden 

wäre. Eine Verwechslungsgefahr mit einer echten Waffe ist vorliegend nicht gege-

ben. Der objektive Tatbestand ist damit nicht erfüllt. Selbst wenn diese Einschät-

zung nicht geteilt würde (z.B. wegen möglicher Demontage des orangen Stöpsels), 

führte dies im Ergebnis nicht zu einem anderen Resultat, da es, wie nachfolgend 

zu erläutern ist, an der Erstellung des subjektiven Tatbestandes ohnehin scheitert. 

4.3.2 In subjektiver Hinsicht macht die Beschuldigte geltend, dass die Spielzeug-

waffe ein Accessoire für ihre Verkleidung als Protagonistin der Netflix-Serie "Money 

Heist" (spanisch: "La casa de papel", deutsch: "Haus des Geldes") darstellen sollte, 

welches sie für eine bei ihren Freunden zu Hause geplante Halloween-Party bestellt 

habe (Prot. I S. 8 f., Urk. 4 F/A 9 und 11 F/A 5). Sie führte in den Einvernahmen bei 

der Polizei und der Staatsanwaltschaft übereinstimmend aus, dass sie nicht ge-

wusst habe, dass es sich bei der explizit als Spielzeug bezeichneten Waffe ("… 

Spielzeug-Gewehr Ratter Sound") um einen als Waffenimitat unter das Waffenge-

setz fallenden Gegenstand handeln könnte. Sie sei daher auch sehr überrascht 

gewesen, als sie vom Zollamt kontaktiert und von ihr eine Waffenbewilligung ein-

gefordert worden sei (Urk. 4 F/A 6, 11 F/A 5). 

-   10   -

4.3.3 Unbestritten ist, dass die Beschuldigte auf "B._____.de" wissentlich und 

willentlich ein als Spielzeug deklariertes Plastikgewehr bestellte, welches sie sich 

in die Schweiz zustellen liess. Diese Plastikwaffe sollte der Beschuldigten als Re-

quisit für ihr Halloween-Kostüm der Fernsehserie "Money Heist" (span. La casa de 

papel, dt. Haus des Geldes) dienen (Urk. 4 F/A 6 ff., Urk. 11 F/A 5, Prot. I S. 8, Prot. 

II S. 10 ff.). Wie die Vorinstanz zu Recht erwägt, erscheint glaubhaft, dass die Be-

schuldigte kein Wissen bezüglich der Bewilligungspflicht bzw. der Einfuhr ohne Be-

rechtigung gehabt hatte (vgl. Urk. 32 E. II. 4.2.). Dafür spricht auch, dass die Be-

schuldigte die Spielzeugwaffe nicht illegal oder heimlich in die Schweiz hat einfüh-

ren lassen, sondern sie auf dem offiziellen Postweg hat liefern lassen und daher 

offensichtlich nicht damit rechnete etwas Unrechtes zu tun.

Aus der Bezeichnung "… Toy rifle rat sound toy gun" sowie aufgrund des äusseren 

Erscheinungsbildes der inkriminierten Spielzeugwaffe auf der Homepage 

"B._____" durfte die Beschuldigte davon ausgehen, dass es sich bei dem von ihr 

bestellten Plastikgewehr – wie deklariert – um eine Spielzeugwaffe handelt, die 

nicht mit einer funktionstüchtigen echten Waffe verwechselt werden kann. Die Be-

schuldigte führt glaubhaft aus, dass sie die Waffe nie zuvor in der Hand gehalten 

hat – die inkriminierte Waffe wurde am Zoll beschlagnahmt – und davon ausgegan-

gen ist, dass das Plastikgewehr mit dem farbigen Stöpsel am Ende des Laufs un-

möglich mit einer echten Feuerwaffe hätte verwechselt werden können (Prot. II S. 

11 f.). Da sie das Spielzeug nur abgebildet und beschrieben sah, konnte sie auch 

nicht wissen, dass der orange Stöpsel tatsächlich vom Spielzeuggewehr entfernbar 

war. Die Beschuldigte sah mithin weder eine Verwechslungsgefahr noch die Mög-

lichkeit einer Verletzung des Waffengesetzes durch die Bestellung und Einfuhr der 

Spielzeugwaffe voraus. Sie vertraute daher auch nicht auf das Ausbleiben eines 

als möglich vorausgehenden Erfolgs. Sie war unter diesen Umständen und der klar 

als Spielzeug erkennbaren "Waffe" auch nicht verpflichtet, irgendwelche Abklärun-

gen bezüglich Einfuhrbewilligungen für diesen Gegenstand einzuholen. Entspre-

chend fehlt es bei der Beschuldigten an der pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit und 

damit an der für die Strafbarkeit nach Art. 33 Abs. 2 WG erforderlichen Fahrlässig-

keit. Der Sachverhalt ist damit in subjektiver Hinsicht nicht erstellt.

-   11   -

4.4 Im Ergebnis ist die Beschuldigte der Übertretung des Waffengesetzes im 

Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 WG sowie Art. 4 

Abs. 1 lit. g WG und Art. 25 WG nicht schuldig und daher freizusprechen. 

IV. Einziehung

Anlässlich der Strafuntersuchung im vorliegenden Verfahren wurde die verfahrens-

gegenständliche Waffe von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit Verfügung 

vom 13. Januar 2022 in Anwendung von Art. 263 Abs. 1 StPO beschlagnahmt 

(Urk. 7/2). Da, wie bereits vorgängig erwähnt (E. III 4.3.1), der orange Stöpsel am 

Ende des Laufs der Waffe problemlos entfernt werden kann und ohne diesen eine 

gewisse Verwechslungsgefahr zu einer Originalwaffe entstehen könnte, erscheint 

es vorsichtshalber besser die Waffe (Asservat-Nr. A015'665'357) gestützt auf 

Art. 69 StGB und Art. 31 WG einzuziehen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

zu überlassen.

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes we-

gen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, wenn 

sie selber einen neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet (GRIESSER, in: 

ZH StPO Kommentar, 3. Aufl., Zürich, 2020, N 14 zu Art. 428). Gemäss Art. 426 

Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verur-

teilt wird. Ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung. Wird das Ver-

fahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, können ihr die Ver-

fahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und 

schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung er-

schwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Anspruch auf eine Entschädigung hat die be-

schuldigte Person, wenn sie ganz oder teilweise freigesprochen wird bzw. das Ver-

fahren eingestellt wird (Art. 429 StPO). 

2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

-   12   -

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in wel-

chem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen wer-

den (Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1 mit 

Hinweisen; bestätigt in 6B_10/2015 vom 24. März 2015 E. 4.2.1). 

3. Die Beschuldigte wird vollumfänglich freigesprochen. Ausgangsgemäss sind 

daher die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten für das Berufungsverfahren fallen 

ausser Ansatz. Gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO ist der Beschuldigten eine 

Entschädigung für die Kosten ihrer Verteidigung aus der Gerichtskasse zuzuspre-

chen. Sie liess insgesamt eine Entschädigung von Fr. 6'570.20 (exkl. MwSt.) gel-

tend machen (Urk. 25 und Urk. 43). Ein Stundenansatz von Fr. 280.– erweist sich 

im Rahmen der durch den Staat zu entschädigenden Aufwendungen für die ange-

messene Ausübung der Verfahrensrechte im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 

als zu hoch. Ausgehend von einem Stundenansatz von Fr. 220.– rechtfertigt es 

sich, die Beschuldigte pauschal mit Fr. 5'300.– für die Aufwendungen ihrer Vertre-

tung im Vorverfahren und in den Gerichtsverfahren beider Instanzen aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen.

Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A._____ ist der Übertretung des Waffengesetzes im Sinne 
von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 sowie Art. 4 

Abs. 1 lit. g und Art. 25 WG nicht schuldig und wird freigesprochen.

2. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 13. Januar 

2022 (Urk. 7/1) beschlagnahmte Spielzeugwaffe (Asservat-

Nr. A015'665'357) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

3. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.

4. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden 

auf die Gerichtskasse genommen.

-   13   -

5. Der Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 5'300.– für an-

waltliche Verteidigung für das gesamte Verfahren aus der Gerichtskasse zu-

gesprochen.

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
 das Bundesamt für Polizei fedpol

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG)
 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 42
 die Kantonspolizei Zürich gemäss Dispositivziffer 2.

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

-   14   -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 10. Oktober 2023

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. Wenker

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw Meier