# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** add75c25-59e0-55ab-89c2-dc5f9f8bd0d2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.03.2024 BK 2023 359
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-359_2024-03-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 359

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. März 2024

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lienhard

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Post-
fach, 3001 Bern

C.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen Sachbeschädigung, Tätlichkeiten und Be-
schimpfung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 8. August 2023 (BJS 23 4027)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft/Vorinstanz) führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) ein Straf-
verfahren (BJS 23 4027) wegen Sachbeschädigung, Tätlichkeiten und Beschimp-
fung, angeblich begangen am 17. Mai 2022 in Lyss, E.________ (Autobahnab-
schnitt), zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers C.________ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer). Mit Verfügung vom 8. August 2023 stellte die Staatsanwaltschaft 
das Verfahren ein. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 23. August 2023 Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 
Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) und beantragte sinngemäss die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Weiterführung der Untersuchung. In der 
Folge eröffnete die Verfahrensleitung am 29. August 2023 ein Beschwerdeverfahren 
und forderte den Beschwerdeführer zur Bezahlung einer Sicherheitsleistung auf. Mit 
Verfügung vom 7. September 2023 nahm die Verfahrensleitung i.V. von der geleis-
teten Sicherheit Kenntnis, stellte den Parteien eine Kopie der Beschwerde zu und 
gab ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Generalstaatsanwaltschaft bean-
tragte am 21. September 2023 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Nach 
einmaliger Fristerstreckung beantragte am 23. Oktober 2023 auch der Beschuldigte 
die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 
MWST) zulasten des Beschwerdeführers. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2023 
nahm und gab die Verfahrensleitung von den genannten Eingaben Kenntnis und 
teilte mit, dass auf einen zweiten Schriftenwechsel verzichtet werde. Mit Verfügung 
vom 1. November 2023 nahm gab sie von den abschliessenden Bemerkungen des 
Beschwerdeführers vom 31. Oktober 2023 Kenntnis.

2.

2.1 Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessord-
nung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des 
Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Zur Be-
schwerde legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Der Beschwerdeführer ist durch die Einstellungsverfügung grundsätzlich in 
seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung 
legitimiert. Unter Vorbehalt des Nachstehenden (E. 2.2) ist auf die form- und fristge-
rechte Beschwerde einzutreten.

2.2 Obschon hinsichtlich des Tatbestands der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) ein Strafantrag vorliegt, 
machte der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren in Zusammenhang mit der 
Frage des fehlenden Strafantrags wegen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 
StGB (vgl. dazu E. 6 hiernach) geltend, er habe aus «Goodwill» auf eine Anzeige 

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wegen Tätlichkeiten verzichtet. Hinsichtlich der Überprüfung der Einstellung des Ver-
fahrens wegen Tätlichkeiten verfügt er daher über kein Rechtsschutzinteresse, so 
dass auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist.

3. Zum Sachverhalt geht aus der angefochtenen Verfügung hervor, dass die Kantons-
polizei am 17. Mai 2022 nach Lyss ausrücken musste, da der Beschwerdeführer der 
Kantonalen Einsatzzentrale eine Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Be-
schuldigten gemeldet hatte. Der Beschwerdeführer wirft dem Beschuldigten vor, ihn 
mitsamt seinem Roller in die Hecke geworfen zu haben, als er diesen habe zur Rede 
stellen wollen, nachdem er von ihm im Kreisverkehr links fast abgedrängt worden 
sei. Wie dem Anzeigerapport vom 11. November 2022 entnommen werden kann, 
trafen die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Bern vor Ort auf den Beschuldigten und 
den Beschwerdeführer. Die Stimmung der Beteiligten, namentlich die des Beschwer-
deführers, wurde als aufgeheizt wahrgenommen. Die Aussagen vor Ort seien nicht 
identisch gewesen. Der Beschwerdeführer habe angeben, vom Beschuldigten in die 
Hecke gestossen worden zu sein, während der Beschuldigte ausgeführt habe, der 
Beschwerdeführer habe bereits in der Hecke gelegen, als er aus seinem Fahrzeug 
ausgestiegen sei und sich hinter sein Fahrzeug begeben habe. Eine Einigung sei 
nicht möglich gewesen. In der Folge seien Fotos der angetroffenen Situation erstellt 
und die Einvernahmen auf den nächsten Tag verlegt worden (Akten BJS 23 4027, 
pag. 3 sowie 14-16). Am 18. Mai 2022 fanden die polizeilichen Einvernahmen der 
beiden Beteiligten statt (Akten BJS 23 4027, pag. 6-13). Zudem stellte der Beschwer-
deführer Strafantrag wegen Sachbeschädigung (und Tätlichkeiten) (Akten 
BJS 23 4027, pag. 5, dazu sogleich E. 6). Nach Rücksprache mit dem Kriminaltech-
nischen Dienst sei keine Spurensicherung vorgenommen worden, da beide Parteien 
angegeben hätten, den Roller berührt zu haben. Betreffend Spurenbild sei mit dem 
Unfalltechnischen Dienst Rücksprache genommen worden; dieses habe keine ein-
deutigen Ermittlungsansätze ergeben (Akten BJS 23 4027, pag. 4). Nachdem die 
Staatsanwaltschaft die Polizei am 15. Februar 2023 darum ersucht hatte, die finan-
ziellen Verhältnisse des Beschuldigten abzuklären (Akten BJS 23 4027, pag. 20), 
teilte die Staatsanwaltschaft den Parteien am 17. Juli 2023 mit, dass sie die Strafun-
tersuchung als vollständig erachte und beabsichtige, das Verfahren gegen den Be-
schuldigten einzustellen (Akten BJS 23 4027, pag. 23). Nachdem innert Frist keine 
Beweisanträge gestellt worden und keine Eingabe eingegangen war, wurde das Ver-
fahren am 8. August 2023 eingestellt.

4. In der angefochtenen Verfügung fasste die Staatsanwaltschaft zunächst die im Rah-
men der polizeilichen Einvernahmen getätigten Aussagen des Beschwerdeführers 
und des Beschuldigten zusammen. Zudem stellte sie fest, dass seitens der Kantons-
polizei ein Fotodossier mit Bildern vom mutmasslichen Tatort erstellt worden sei. In-
soweit hielt sie fest, dass vom Standort des Rollers aus deutliche Schleif- und Kratz-
spuren zu sehen seien. 

Zur Begründung der Verfahrenseinstellung führt die Vorinstanz in einem ersten 
Schritt an, dass im vorliegenden Fall keine schweren Delikte zu beurteilen seien. 
Ausserdem erscheine ein Freispruch viel wahrscheinlicher als eine Verurteilung, zu-
mal der Beschuldigte die Vorwürfe bestreite, der Beschwerdeführer angebe, vom 

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Beschuldigten nicht tätlich angegangen worden zu sein, und das Spurenbild am mut-
masslichen Tatort eher für die Version des Beschuldigten spreche. Vor diesem Hin-
tergrund sei nicht mit einem Schuldspruch zu rechnen, weshalb das Strafverfahren 
wegen Sachbeschädigung und Tätlichkeiten einzustellen sei.

Bezüglich des Vorwurfs der Beschimpfung habe der Beschwerdeführer keinen Straf-
antrag gestellt, weshalb es zur Verfolgung dieser Straftat definitiv an einer Prozess-
voraussetzung fehle. Entsprechend sei das Verfahren gegen den Beschuldigten 
auch in diesem Punkt einzustellen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a-e StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Einstellung 
des Strafverfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfer-
tigt, kein Straftatbestand erfüllt ist, Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand un-
anwendbar machen, Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können, 
Prozesshindernisse aufgetreten sind oder nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafver-
folgung oder Bestrafung verzichtet werden kann. 

Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz 
«in dubio pro duriore» zu richten. Sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht 
in Frage kommt, ist Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher 
erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Ver-
urteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Ankla-
geerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsan-
waltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, son-
dern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 146 IV 68 E. 2.1; 
143 IV 241 E. 2.2.1; Urteile des Bundesgerichts 7B_220/2023 vom 7. Novem-
ber 2023 E. 3.3.1; 6B_790/2022 vom 15. Juni 2023 E. 4.2.1; 6B_1055/2020 vom 
13. Juni 2022 E. 4.3.2; je mit Hinweisen).  

Die Sachverhaltsfeststellung obliegt grundsätzlich dem Sachgericht. Die Staatsan-
waltschaft und die Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über die Einstellung 
eines Strafverfahrens den Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht fest-
stellen. Sachverhaltsfeststellungen müssen unter Berücksichtigung des Grundsat-
zes «in dubio pro duriore» jedoch auch bei Einstellungen zulässig sein, soweit ge-
wisse Tatsachen «klar» bzw. «zweifelsfrei» feststehen, so dass im Fall einer Anklage 
mit grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Da-
von kann nicht ausgegangen werden, wenn eine abweichende Beweiswürdigung 
durch das Gericht ebenso wahrscheinlich erscheint. Den Staatsanwaltschaften ist es 
mithin nur bei unklarer Beweislage untersagt, der gerichtlichen Beweiswürdigung 
vorzugreifen (BGE 143 IV 241 E. 2.3.2; Urteile des Bundesgerichts 7B_220/2023 
vom 7. November 2023 E. 3.3.2; 6B_790/2022 vom 15. Juni 2023 E. 4.2.1). 

Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber («Aussage-gegen-Aussage-Kon-
stellation») und ist es nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder 
weniger glaubhaft zu bewerten, ist nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» in der 
Regel Anklage zu erheben. Dies gilt insbesondere, wenn typische «Vier-Augen-De-
likte» zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven Beweise vorliegen. Auf 
eine Anklageerhebung kann hingegen verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein 

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widersprüchliches Aussageverhalten offenbart hat und seine Aussagen daher wenig 
glaubhaft sind oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände 
aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich erscheint 
(BGE 143 IV 241 E. 2.2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_790/2022 vom 
15. Juni 2023 E. 4.2; 6B_1306/2022 vom 13. Juni 2023 E. 2.2; 6B_130/2021 vom 
8. Juni 2022 E. 2.3).

5.2

5.2.1 Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungs-
recht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird, auf Antrag, mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 144 Abs. 1 StGB). 
Der Tatbestand der Sachbeschädigung dient dem Schutz des Berechtigten vor jeder 
mehr als nur belanglosen Beeinträchtigung seiner Sache. Als beeinträchtigt bzw. be-
schädigt gilt eine Sache unter anderem, wenn in ihr äusseres Erscheinungsbild ein-
gegriffen bzw. ihre Ansehnlichkeit herabgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts 
6B_258/2022 vom 12. Januar 2023 E. 3.2.1 mit Hinweis).

5.2.2 Wer jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten 
in seiner Ehre angreift, wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen be-
straft (Art. 177 Abs. 1 StGB). Der Beschimpfung macht sich strafbar, wer jemanden 
in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre 
angreift. Beschimpfung ist jeder Angriff auf die Ehre, der nicht unter Art. 173 f. StGB 
fällt (Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 23 23 vom 3. August 2023 
E. 5.2.4 mit Verweis auf TRECHSEL/LEHMKUHL, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Rz. 1 zu Art. 177 StGB).

5.3 Gemäss Art. 30 StGB erlischt das Antragsrecht nach Ablauf von drei Monaten. Die 
Frist beginnt mit dem Tag, an welchem der Täter der antragsberechtigten Person 
bekannt wird.

6.

6.1 Was die Einstellung des Verfahrens wegen Beschimpfung anbelangt, macht der Be-
schwerdeführer geltend, den Beschuldigten gemäss Anzeigerapport 11. Novem-
ber 2022 nebst der Sachbeschädigung auch der Beschimpfung beschuldigt zu ha-
ben. 

6.2 Auch wenn dem Beschwerdeführer beigepflichtet werden muss, dass der Tatbe-
stand der Beschimpfung im Anzeigerapport aufgeführt ist und der Beschuldigte im 
Übrigen wegen Tätlichkeiten und Beschimpfung einvernommen wurde, hält die Vor-
instanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, dass der Beschwerdeführer 
wegen des Vorwurfs der Beschimpfung keinen Strafantrag gestellt hat. Die General-
staatsanwaltschaft weist zu Recht darauf hin, dass im aktenkundigen Formular 
«Strafantrag - Privatklage», das vom Beschwerdeführer handschriftlich unterzeich-
net wurde, unter dem Abschnitt «I. Strafantrag» einzig die Tatbestände der Sachbe-
schädigung und der Tätlichkeiten aufgeführt sind. Direkt darunter befindet sich die 
Unterschrift des Beschwerdeführers (Akten BJS 23 4027, pag. 5). Die Muttersprache 
des Beschwerdeführers ist Deutsch, er ist (pensionierter) Fürsprecher und formu-
lierte die von ihm im Beschwerdeverfahren eingereichten Eingaben mutmasslich 

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selbst. Mit der Generalstaatsanwaltschaft ist nicht ersichtlich, inwiefern er das be-
sagte Formular nicht hätte verstehen sollen. Daran ändert auch sein Vorbringen, wo-
nach er nie als Jurist gearbeitet habe, nichts. Vielmehr räumt er selbst ein, dass er 
sich auf die Professionalität der Polizistin verlassen und das Formular beim Unter-
schreiben nicht genügend kontrolliert/nachgelesen habe. Soweit er in seiner Be-
schwerde anführt, dass nötigenfalls noch einmal Strafantrag gestellt werden müsse, 
ist mit der Generalstaatsanwaltschaft daran zu erinnern, dass die Möglichkeit, die 
Beschwerde vom 23. August 2023 als Strafantrag wegen Beschimpfung entgegen-
zunehmen, entfällt, da die dreimonatige Antragsfrist gemäss Art. 31 StGB zum Zeit-
punkt, in dem die Beschwerde erhoben wurde, bereits abgelaufen war.

6.3 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in der angefoch-
tenen Verfügung zum Schluss kam, dass es hinsichtlich der Beschimpfung mangels 
Strafantrags definitiv an einer Prozessvoraussetzung fehlt, und das Verfahren inso-
weit eingestellt hat.

7. Anders verhält es sich hinsichtlich der Einstellung des Verfahrens wegen Sachbe-
schädigung:

7.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 17. Mai 2022 in Lyss mit 
seinem Roller hinter dem Auto des Beschuldigten gefahren, es während der Fahrt 
zu Unstimmigkeiten gekommen war und der Beschwerdeführer den Beschuldigten 
beschimpft hatte. Nicht bestritten ist sodann, dass der Beschuldigte sein Fahrzeug 
am rechten Strassenrand angehalten hatte und der Beschwerdeführer ihm gefolgt 
war. Schliesslich ist unstrittig, dass der Roller auf dem Boden und der Beschwerde-
führer in der Hecke gelegen hatte. Demgegenüber besteht Uneinigkeit darüber, wie 
es zum Sturz des Beschwerdeführers gekommen war. 

7.2 Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, greift die von der Staatsanwaltschaft vorge-
nommene Beweiswürdigung zu kurz:

7.2.1 Vorweg kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie dafürhält, das Spurenbild 
am mutmasslichen Tatort spreche eher für die Version des Beschuldigten. Aufgrund 
der von der Polizei erstellten Fotodokumentation ist erkennbar, dass der Asphalt auf 
der Höhe des Rollers des Beschwerdeführers zwei in unterschiedliche Richtungen 
verlaufende Schleif- bzw. Kratzspuren aufweist (Akten BJS 23 4027, pag. 15). An-
ders als es die Vorinstanz anzudeuten scheint, können diese indes nicht als vom 
Standort des Rollers ausgehend bezeichnet werden. So ist zu berücksichtigen, dass 
der Roller zum Zeitpunkt, in dem die Fotos durch die Polizei erstellt wurden, bereits 
wieder aufgestellt worden war. Entgegen den Vorbringen der Generalstaatsanwalt-
schaft lässt die dokumentierte Position des Rollers somit keine Rückschlüsse auf 
das tatsächlich Geschehene zu. Dem Beschwerdeführer ist vielmehr beizupflichten, 
wenn er sinngemäss rügt, dass keine Fotos des liegenden Rollers erstellt worden 
sind. Hinzu kommt, dass der Asphalt auch bereits mehrere Meter vor der Stelle, an 
der sich der Vorfall zugetragen haben soll, eine lange gerade Schleif- bzw. Kratzspur 
aufweist (Akten BJS 23 4027, pag. 15). Mit dem Beschwerdeführer bleibt mithin auch 

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bei dieser Spur unklar, ob sie im Zuge des zu untersuchenden Vorfalls entstanden 
ist oder bereits zuvor vorhanden war. 

7.2.2 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass fehlende Schäden an den Lenkeren-
den gegen einen Selbstunfall beim Fahren oder Abbremsen sprechen, ist ihm 
grundsätzlich beizupflichten. Ihm ist jedoch entgegenzuhalten, dass die Polizei die 
Lenker- enden nicht fotografisch festgehalten hat (Akten BJS 23 4027, pag. 15-17). 
Aus der Fotodokumentation sind indes senkrecht verlaufende Kratzspuren am Aus-
puff des Rollers ersichtlich, die nicht auf Schleifspuren aufgrund eines Sturzes hin-
deuten (Akten BJS 23 4027, pag. 16). Wie der Fotodokumentation entnommen wer-
den kann, wies der ansonsten sehr saubere Roller nach dem mutmasslichen Vorfall 
aussen am rechten Blinker jedoch frisch aussehende Dreckspuren auf (Akten BJS 
23 4027, pag. 16). Während die senkrecht verlaufenden Kratzer am Auspuff mit ei-
nem Aufkommen auf harten Boden erklärbar sind – wie im Übrigen auch der Be-
schuldigte vorbringt –, sprechen die Dreckspuren am rechten Blinker dafür, dass die-
ser Fahrzeugteil auf weichem Boden aufgekommen ist. Beides liesse sich dadurch 
erklären, dass der Roller auf der Strasse in Fahrtrichtung parallel zur Grünfläche 
bzw. der Hecke angehalten wurde und alsdann seitlich zu Fall kam. Insgesamt spre-
chen die Spuren am Fahrzeug somit eher gegen einen Selbstunfall des Beschwer-
deführers beim Fahren oder Abbremsen bzw. für ein Umfallen desselben aus dem 
Stillstand. Dass der Roller am Auspuff nebst den senkrecht verlaufenden Kratzspu-
ren auch stärkere Abriebspuren aufweist (Akten BJS 23 4027, pag. 16; vgl. auch die 
oberinstanzlich vom Beschwerdeführer eingereichten Fotos), spricht schliesslich 
eher dafür, dass er mit einer gewissen Wucht zu Boden ging.

7.3 Gerade weil der Beschuldigte den Tatvorwurf bestreitet, sind sodann die Aussagen 
der beiden Beteiligten zu würdigen:

7.3.1 Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers spricht, dass er den 
Geschehensablauf konstant, umfassend und widerspruchsfrei schilderte und sich 
dabei auch selbst belastete. Zudem gab er wieder, wie er sich aufgrund des Vorfalls 
gefühlt hatte. Konkret sagte der Beschwerdeführer anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme vom 18. Mai 2022 aus, dass er den Beschuldigten, nachdem dieser ihn 
im Kreisverkehr fast links abgedrängt gehabt habe, habe zur Rede stellen wollen 
bzw. ihm habe sagen wollen, was für ein «Dubel» er sei. Dazu sei er auf der Über-
holspur etwas zurückversetzt neben ihm hergefahren (Akten BJS 23 4027, pag. 11 
Z. 29-31). In der Folge habe der Beschuldigte rechts angehalten und er sei ihm ge-
folgt (Akten BJS 23 4027, pag. 11 Z. 40-42). Er habe mit einer verbalen oder einer 
tätlichen Auseinandersetzung gerechnet; er habe aber seinen Helm getragen und 
sich geschützt gefühlt (Akten BJS 23 4027, pag. 11 Z. 42-43). Danach sei alles sehr 
schnell gegangen. Der Beschuldigte sei zu seinem Roller gekommen und habe die-
sen mit offenen Armen gepackt. Die rechte Hand sei hinten am Roller, die linke vorne 
am Roller gewesen. So habe der Beschuldigte den Roller gegen die Hecke gestos-
sen und er sei mit dem Roller in die Hecke gefallen. Er habe sich nicht zur Wehr 
setzen oder reagieren können, da das Ganze so schnell gegangen sei (Ak-
ten BJS 23 4027, pag. 11 Z. 43-48). Er sei über die Situation erschrocken und habe 
an der rechten Hand gezittert (Akten BJS 23 4027, pag. 11 Z. 50). Später präzisierte 
der Beschwerdeführer, dass er ebenfalls in die Hecke gefallen sei, da er noch auf 

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dem Roller gewesen sei. Er habe auf dem Roller gestanden, den Seitenständer habe 
er schon nach unten geschoben gehabt (Akten BJS 23 4027, pag. 11 Z. 59-61), was 
nachvollziehbar erscheint, zumal der Beschwerdeführer angab, angehalten und mit 
einer verbalen oder einer tätlichen Auseinandersetzung gerechnet zu haben. Darü-
ber hinaus ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer den Beschuldigten nicht 
übermässig belastet, zumal er aussagte, dass zwischen dem Aussteigen und dem 
Umstossen des Rollers keine Beschimpfungen erfolgt seien (Akten BJS 23 4027, 
pag. 11 Z. 48-49). Gleiches gilt, wenn er angab, der Beschuldigte habe sich etwas 
über ihn lustig gemacht, als er etwas aus der Fassung geraten sei bzw. die Notruf-
nummer nicht sofort gefunden habe, es aber zu keinen gegenseitigen Beschimpfun-
gen mehr gekommen sei (Akten BJS 23 4027, pag. 11 Z. 51-53 und 65-67). Schliess-
lich gab der Beschwerdeführer auch zu Protokoll, dass er davon ausgehe, dass der 
Beschuldigte den Roller und nicht seine Person habe umstossen wollen, weshalb es 
für ihn keine Tätlichkeit, sondern eher eine Sachbeschädigung gewesen sei (Akten 
BJS 23 4027, pag. 11 Z. 56-59). Nach dem Gesagten sind die Aussagen des Be-
schwerdeführers für sich allein betrachtet lebensnah und stringent.

7.3.2 Demgegenüber werfen die Aussagen des Beschuldigten gewisse Fragezeichen auf. 
Konkret gab er im Rahmen der handschriftlich abgefassten Einvernahme durch die 
Polizei vom 18. Mai 2022 an, am rechten Strassenrand angehalten zu haben und 
ausgestiegen zu sein. Er sei um sein Auto herumgegangen und als er hinten ange-
kommen sei, habe der Roller bereits am Boden und der Beschwerdeführer in der 
Hecke gelegen (Akten BJS 23 4027, pag. 8). Im Laufe der weiteren Einvernahme 
sagte er indes aus, es sei wie ein schlechter Film gewesen, «[d]en Roller auf der 
Seite parkieren und dann in den Busch liegen». Dies, um kurzum wieder zu bekräf-
tigen, dass er «dies alles» – auch den Sturz – leider nicht gesehen habe, da er sich 
auf das Parkieren konzentriert habe (Akten BJS 23 4027, pag. 9). Aufgrund der ver-
wirrlichen Aussagen des Beschuldigten ist mithin unklar, ob er in einem ersten Mo-
ment einen parkierten oder einen umgefallenen Roller wahrgenommen hat. Überdies 
fällt auf, dass der Beschuldigte sehr darum bemüht zu sein scheint, sich selbst als 
besonders vorsichtigen Verkehrsteilnehmer darzustellen, was er mit seiner nachge-
schoben wirkenden Aussage, wonach er vor dem Aussteigen den Blinker rechts ge-
stellt, sich abgegurtet und noch zwei Fahrzeuge habe passieren lassen, unterstreicht 
(Akten BJS 23 4027, pag. 8), während er dem Beschwerdeführer vorwirft, beim An-
halten aus eigener Unvorsicht gestürzt zu sein. Die spontane Anmerkung, dass dem 
Beschuldigten die Strassenbeleuchtung, der Schacht und die Schleif-/Kratzspuren 
am Boden komisch erschienen seien, sowie die Erklärung, dass sich der Beschwer-
deführer beim Stillstehen vielleicht dort habe festhalten wollen (Akten BJS 23 4027, 
pag. 9), muten denn eher gesucht bzw. wenig plausibel an. Nicht anders verhält es 
sich, wenn der Beschuldigte von sich aus anführte, er habe kurz nach dem Roller 
geschaut, um zu sehen, ob dieser auf festem Untergrund sei oder ob er noch gegen 
den Beschwerdeführer in der Hecke rutsche, wobei er nach dem Roller gegriffen 
habe. Unter Berücksichtigung des Spurenbilds am Roller darf davon ausgegangen 
werden, dass lediglich der vordere obere Bereich des Fahrzeugs mit der Grünfläche 
bzw. der Hecke in Berührung gekommen ist, während sich der untere – und damit 
der schwerere – Teil des Rollers auf dem Asphalt befunden hat (vgl. E. 7.2.2 hiervor). 

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Dass der unbestrittenermassen über 250 kg schwere Roller gegen den Beschwer-
deführer in die Hecke gerutscht sein soll bzw. hätte rutschen können, erscheint mit-
hin wenig lebensnah. Dies umso mehr, als keiner der beiden Beteiligten angegeben 
hat, dass der Motor des Rollers noch gelaufen wäre. Gerade weil es sich bei der 
erwähnten Schilderung um eine Schutzbehauptung handeln könnte, hätten entge-
gen der Generalstaatsanwaltschaft Fingerabdrücke gesichert werden und der Wahr-
heitsgehalt der Aussagen des Beschuldigten weiter abgeklärt werden müssen. 
Schliesslich ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte nicht wahrheitsgemäss aussagt, 
wenn er angibt, die Polizei angerufen zu haben. Wie dem Anzeigerapport entnom-
men werden kann, war es vielmehr der Beschwerdeführer, der die Polizei anvisiert 
hat (Akten BJS 23 4027, pag. 1).

7.3.3 Nach dem Gesagten können die Aussagen des Beschwerdeführers jedenfalls nicht 
als weniger glaubhaft als die des Beschuldigten beurteilt werden.

7.4 Was das Vorbringen der Verteidigung im Beschwerdeverfahren anbelangt, wonach 
die vom Beschwerdeführer beschriebene Handlungsweise des Beschuldigten le-
bensfremd sei, da der Beschuldigte nicht genügend Kraft habe, um den Roller mit 
samt dem Beschwerdeführer umzustossen, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie der 
Beschwerdeführer nachvollziehbar darlegt, können auch schwere Zweiräder ohne 
Weiteres umgestossen werden, wenn sie nicht auf dem Hauptständer stehen. Wird 
ein Motorrad lediglich durch einen Seitenständer gestützt, kann ein Umfallen leicht 
herbeigeführt werden, indem das Fahrzeug gerade aufgestellt und losgelassen wird. 
Das Aufstellen bzw. vom Ständer nehmen eines Rollers an sich braucht erfahrungs-
gemäss nicht viel Kraft. Daraus folgt, dass es dem Beschuldigten, einem gelernten 
Baumaschinenmechaniker, auch unter Berücksichtigung der physikalischen Ge-
setze durchaus möglich gewesen ist, den Roller mit beiden Händen an den entge-
gengesetzten Enden fassend mitsamt dessen Fahrer umzustossen.

7.5 Nachdem Gesagten ist für die Einstellung des Verfahrens wegen Sachbeschädigung 
kein Einstellungsgrund im Sinne von Art. 319 StPO gegeben. Vielmehr ist das Ver-
fahren unter Berücksichtigung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» weiterzu-
führen und – sollte kein Raum für eine Einigung bestehen – Anklage zu erheben.

8. Die Beschwerde erweist sich hinsichtlich der Einstellung des Verfahrens wegen 
Sachbeschädigung als begründet und ist insoweit gutzuheissen. Die Staatsanwalt-
schaft wird angewiesen, das Strafverfahren diesbezüglich im Sinne der Erwägungen 
fortzusetzen. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen soweit darauf 
einzutreten ist.

9.

9.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Beschwerdeführer 
obsiegt insoweit, als die verfügte Einstellung des Strafverfahrens wegen Sachbe-
schädigung gegen den Beschuldigten aufgehoben und die Staatsanwaltschaft ange-
wiesen wird, die Strafuntersuchung fortzusetzen. Soweit auf die Beschwerde nicht 
eingetreten bzw. diese abgewiesen wird, unterliegt der Beschwerdeführer. Bei die-
sem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer die Hälfte 

10

der Verfahrenskosten von CHF 2'000.00, ausmachend CHF 1’000.00, aufzuerlegen. 
Die verbleibenden CHF 1'000.00 trägt der Kanton. Der Betrag von CHF 1’000.00, 
wird der vom Beschwerdeführer einbezahlten Sicherheitsleistung (CHF 2’000.00) 
entnommen. Der Rest der geleisteten Sicherheit, ausmachend ebenfalls 
CHF 1’000.00, wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

9.2

9.2.1 Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer (teilweisen) Kassation Anspruch auf eine angemes-
sene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. Diese 
Bestimmung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsverfah-
ren), muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren an-
wendbar sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt (GRIESSER, 
in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 zu 
Art. 436 StPO; WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische Straf-
prozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren Hinweisen sowie 
GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 
Diss. BE 2011, Rz. 580). Anspruch auf eine Entschädigung gestützt auf Art. 436 
Abs. 3 StPO hat grundsätzlich nicht nur der Beschwerdeführer als (teilweise) obsie-
gender Straf- und Zivilkläger, sondern auch der Beschuldigte.

9.2.2 Im Gegensatz zur beschuldigten Person (Art. 429 Abs. 2 StPO) hat die Privatkläger-
schaft ihre Entschädigungsforderung ausdrücklich zu beantragen und zu beziffern 
(Art. 433 Abs. 2 StPO). Ein entsprechender Antrag wurde vom Beschwerdeführer 
nicht gestellt, weshalb ihm keine Entschädigung zugesprochen wird. Ohnehin erwei-
sen sich die Aufwendungen des nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführers als 
geringfügig.

9.2.3 Der anwaltlich vertretene Beschuldigte hat Anspruch auf eine volle Entschädigung 
seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte, da 
er – soweit die angefochtene Verfügung nicht kassiert wird – obsiegt (Art. 436 Abs. 1 
i.V.m. Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO). Da Rechtsanwältin B.________ keine Kosten-
note eingereicht und sich das Einreichen einer solchen auch nicht vorbehalten hat, 
wird die Entschädigung praxisgemäss nach Ermessen des Gerichts festgesetzt. 
Gemäss Art. 41 Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) besteht 
die Tarifordnung für Strafrechtssachen aus Rahmentarifen. Mit Blick auf Art. 17 
Abs. 1 Bst. f i.V.m. Bst. b und e (PKV; BSG 168.811) reicht der vorliegende Tarifrah-
men bis zu CHF 12'500.00. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikos-
tenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand und der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). Die Bedeu-
tung der Streitsache kann als durchschnittlich bezeichnet werden, während der ge-
botene Zeitaufwand sowie die Schwierigkeit des Prozesses als unterdurchschnittlich 
zu beurteilen sind. Das Prozessthema war eng begrenzt und übersichtlich und der 
Aktenumfang gering, weshalb die Entschädigung im untersten Bereich des Tarifrah-
mens anzusiedeln ist. Die Entschädigung wird somit auf CHF 1’500.00 (inkl. Ausla-
gen und MWST) bestimmt. Die Entschädigung ist je hälftig vom Kanton Bern und – 
im Umfang des Nichteintretens und der Abweisung der Beschwerde – vom Be-
schwerdeführer zu tragen (siehe dazu BGE 147 IV 47 E. 4.2.5 f., wonach bei einer 

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Einstellung des Strafverfahrens oder bei einem Freispruch die Entschädigung der 
beschuldigten Person zulasten der Privatklägerschaft geht, wenn es sich um An-
tragsdelikte handelt).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staatsan-
waltschaft Berner Jura-Seeland vom 8. August 2023 (BJS 23 4027) wird insoweit auf-
gehoben, als das Verfahren wegen Sachbeschädigung zu Unrecht eingestellt wurde, 
und die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wird angewiesen, das Straf-
verfahren im Sinne der Erwägungen fortzusetzen.

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2’000.00, werden zur Hälfte, 
ausmachend CHF 1’000.00, dem Beschwerdeführer auferlegt und der von ihm bezahl-
ten Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 1’000.00 entnommen, womit ihm die Si-
cherheitsleistung im Umfang von CHF 1’000.00 zurückerstattet wird. Die verbleibende 
Hälfte der Kosten von CHF 1’000.00 trägt der Kanton Bern.

3. Dem Beschuldigten wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 1’500.00 (inkl. Auslagen und MWST) zugesprochen. Diese ist je 
zur Hälfte vom Kanton Bern und vom Beschwerdeführer zu entrichten. 

4. Weitergehend wird keine Entschädigung gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwältin B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

F.________
(mit den Akten – per Einschreiben)

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Bern, 13. März 2024 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lienhard
i.V. Gerichtsschreiberin Kurt

Die hälftige Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen 
entrichtet. Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.