# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70ea8432-83bd-56b6-8c16-bb4f5104e0ef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.06.2010 E-3264/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3264-2010_2010-06-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3264/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Kolumbien, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 18. März 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3264/2010

Sachverhalt:

A.

Mit  undatierter,  spanischsprachiger  Eingabe  an  die  Schweizerische 

Botschaft  in  Bogotá  (Eingang:  19.  Oktober  2007)  ersuchte  der  Be-

schwerdeführer um Asyl in der Schweiz.

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  in 
B._______, Departement C._______, geboren und aufgewachsen. Im 
Jahre  1992 sei  er  mit  seiner  Familie  nach D._______,  Departement 
E._______,  gezogen.  1997  sei  sein  in  B._______  lebender  Cousin 
F._______  ermordet  worden.  Im  Juni  2006  habe  er  sich  nach 
B._______  begeben,  um  einen  Freund  zu  besuchen.  Gemeinsam 
seien sie mehrmals ausgegangen. Einmal habe sich ihm ein Mann mit 
indianischen Zügen genähert  und ihn gefragt,  ob er  der Familie des 
F._______ angehöre. Dies habe er bejaht. Darauf habe ihm der Mann 
gesagt,  er  solle  auf  sich  aufpassen,  damit  er  nicht  wie  sein  Cousin 
ermordet  werde.  Er  habe  diesem  Vorfall  keine  Bedeutung 
zugemessen,  vielmehr  angenommen,  beim betreffenden  Mann  habe 
es  sich  um einen  Betrunkenen  gehandelt.  Am folgenden  Tag sei  er 
nach  D._______  zurückgekehrt.  Im  Dezember  2006  habe  er  wieder 
seinen  Freund  in  B._______  besucht.  Erneut  sei  ein  Mann  auf  ihn 
zugekommen und habe ihm gesagt, er würde mit dem Feuer spielen, 
wenn  er  sich  hier  aufhalte.  Er  solle  hier  weg  und  nie  mehr 
zurückkehren. Da er in B._______ nie mit jemandem Probleme gehabt 
habe, verstehe er diese Warnungen nicht. Dennoch habe er Angst um 
seine Sicherheit. 

Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Kopie  seiner 

Identitätskarte,  einen  Strafregisterauszug  vom  3.  Oktober  2007  und 

eine Anzeige bei  der  Staatsanwaltschaft  vom 22.  Juni  2007 zu den 

Akten. 

B.

Mit  Schreiben  vom  23.  Oktober  2007  überwies  die  Schweizerische 
Botschaft dem BFM das Dossier zur Bearbeitung.

C.

Mit Zwischenverfügung vom 12. Januar 2010 teilte das BFM dem Be-

schwerdeführer mit,  es erachte den entscheidrelevanten Sachverhalt 

aufgrund  der  schriftlichen  Begründung  des  Asylgesuches  und  der 

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eingereichten ausführlichen Dokumentation als erstellt. Eine Anhörung 

auf  der  Botschaft  erweise  sich  nicht  als  notwendig.  Unter 

Berücksichtigung der Akten, der zu beachtenden Aspekte und des ihm 

zukommenden  weiten  Ermessensspielraumes  erwäge  es,  das 

Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu 

verweigern.  Zudem  erachte  es  die  Möglichkeit  einer  anderweitigen 

Schutzsuche  als  gegeben.  Gleichzeitig  setzte  das  BFM  dem 

Beschwerdeführer  Frist  zur  Einreichung  einer  Stellungnahme.  Innert 

der angesetzten Frist reichte dieser am 2. Februar 2010 die Antwort zu 

den Akten. Diese übermittelte die Schweizerische Botschaft  dem BFM 

mit Schreiben vom 9. Februar 2010.

D.

Mit Verfügung vom 18. März 2010 – eröffnet am 24. April 2010 – ver-

weigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz 

und lehnte das Asylgesuch ab.

E.

Mit  an  die  Schweizerische  Botschaft  gerichteter,  spanischsprachiger 

Eingabe  vom  24.  April  2010  beantragt  der  Beschwerdeführer  sinn-

gemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung.  Die  Be-

schwerde ging am 7. Mai 2010 beim Bundesverwaltungsgericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört  zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesver-
waltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vor-
liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

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1.2  Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes (vgl. 
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a VwVG und Art. 70 Abs. 1 der Bundes-

verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April 

1999 [BV, SR 101]) abgefasst. Das Bundesverwaltungsgericht hat aus 
prozessökonomischen Gründen vorliegend auf eine Rückweisung der 
Beschwerde  und das  Einfordern  einer  Beschwerdeverbesserung  be-
ziehungsweise  Übersetzung  der  Eingabe  verzichtet.  Nach  erfolgter 
amtlicher Übersetzung sind die Rechtsmittelanträge bekannt und hin-
reichend  begründet.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  in  deutscher 
Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor der Vorinstanz teil-

genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-

weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti -

miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. 37 VGG und 

Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Gemäss Art. 19 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei einer  

schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-

richt  an  das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Die 

schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person in der 

Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 

11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR 142.311]).  Ist 

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dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Ver-

tretung  aufgefordert,  ihre Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10 

Abs.  2  AsylV  1).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung 

dieser  Bestimmungen  in  BVGE 2007/30 erkannt,  dass  sich  die  Un-

möglichkeit  einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder 

kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus 

faktischen Hindernissen im betreffenden Land oder aus bei der asyl-

suchenden  Person  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben  kann 

(vgl.  BVGE a.a.O.  E.  5.2  und  5.3).  Da  die  Anhörung  der  Sachver -

haltserstellung  sowie  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  dient 

(vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei gegebener 

Unmöglichkeit  einer  Anhörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungs-

pflicht  in einem individualisierten Schreiben mittels  konkreter  Fragen 

aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten;  ein 

standardisiertes  Schreiben  vermag  diesen  Anforderungen  damit  in 

aller  Regel  nicht  zu genügen (BVGE a.a.O.  E.  5.4).  Allerdings  kann 

sich  eine Befragung  beziehungsweise eine schriftliche Sachverhalts-

abklärung auch erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des 

eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  erscheint;  der 

asylsuchenden Person ist diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen 

Gehörs  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu  einem  abzusehenden 

negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (BVGE a.a.O. E. 

5.7).  Schliesslich  ist  das  BFM in jedem Fall  gehalten,  das  Absehen 

von  einer  Befragung  in  der  Verfügung  über  das  Asylgesuch  zu be-

gründen (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7)

4.2 Vorliegend erachtete das BFM den Sachverhalt aufgrund der ein-

gereichten  Dokumente  als  hinreichend  erstellt,  weshalb  es  auf  eine 

Befragung des Beschwerdeführers verzichtete. Nach Übermittlung der 

Akten setzte das BFM dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung 

vom 12. Januar 2010 Frist,  sich zu seiner im Schreiben dargelegten 

Absicht  zu  äussern.  Gleichzeitig  forderte  es  den  Beschwerdeführer 

auf, allfällig neue Gründe, die seit der Einreichung des Einreise- und 

Asylgesuchs  eingetreten  seien,  dazulegen.  Mit  Schreiben  vom 

2. Februar  2010  liess  sich  der  Beschwerdeführer  vernehmen.  Damit 

erscheint der Sachverhalt vorliegend als hinreichend abgeklärt. Ferner 

hat  das BFM in seiner  Verfügung vom 18.  März  2010 das Absehen 

von einer persönlichen Anhörung einlässlich begründet. Demnach hat 

das  BFM  den  verfahrensrechtlichen  Anforderungen  vorliegend  hin-

reichend Genüge getan hat.

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5.

5.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

5.2 Das BFM kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 

wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 

oder  ihr  die  Aufnahme in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann. 

Vorbringen  sind  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vor-

handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-

ten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tat-

sachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 

Abs. 2 AsylG).

5.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  BFM  einem  Asyl-

suchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihm 

nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 

bleiben oder  in  ein  anderes  Land auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20 

Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 

(EJPD)  schweizerische  Vertretungen  ermächtigen,  einem  Asyl-

suchenden die Einreise zu bewilligen, der glaubhaft macht, dass eine 

unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

5.4 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive Voraussetzungen für  die 

Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-

messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 

Schweiz,  die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 

Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten,  die praktische Mög-

lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-

wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-

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keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 

E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redak-

tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 

nach wie vor Gültigkeit).

6.  
6.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  ausgeführt,  der  Be-

schwerdeführer mache geltend, in B._______ Drohungen erhalten zu 

haben.  Aufgrund seiner  Ausführungen sei  indes unklar,  von wem er 

bedroht worden sei.  Überdies mache er keine Drohungen an seinem 

Wohnort D._______ geltend. Es sei daher davon auszugehen, dass er 

in D._______ oder in einer anderen Region Kolumbiens nicht bedroht 

sei.  Vor  diesem Hintergrund sei  nicht  auf  eine akute Gefährdung zu 

schliessen.  Sodann  verfüge  der  kolumbianische  Staat  grundsätzlich 

über  eine  funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur,  ins-

besondere über einen funktionierenden Polizeiapparat sowie über ein 

Rechts-  und  Justizsystem.  Dementsprechend  könne  sich  der  Be-

schwerdeführer an den Staat wenden und um Schutz nachsuchen. 

Weiter führt die Vorinstanz aus, das Asylgesuch könne auch gestützt 

auf  Art.  52  Abs.  2 AsylG abgelehnt  werden.  Gemäss diesem Artikel 

könne ein Asylgesuch eines sich im Ausland befindenden Ausländers 

abgelehnt werden, wenn ihm zugemutet werden könne, sich in einem 

anderen  Staat  um  Aufnahme  zu  bemühen.  Der  Beschwerdeführer 

mache  keine  besonders  nahe  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend. 

Unter  diesen  Umständen  sei  es  ihm  zuzumuten,  in  einem  anderen 

Land um Asylgewährung nachzusuchen,  beispielsweise in einem der 

Nachbarstaaten  von  Kolumbien.  Die  meisten  Staaten  Südamerikas 

hätten das Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30)  ratifiziert und würden sich gemäss den 

Erkenntnissen  des  BFM  an  die  damit  verbundenen  Verpflichtungen 

halten.  So  seien  beispielsweise  die  Nachbarstaaten  Brasilien, 

Ecuador, Panama und Peru Vertragsparteien sowohl der FK als auch 

des  betreffenden  Zusatzprotokolls  vom 31.  Januar  1967;  Venezuela 

seinerseits  habe  das  Abkommen  selbst  nicht  ratifiziert,  indes  das 

Protokoll.  Diese Länder  würden  mit  Ausnahme Venezuelas  über  ein 

eigenes,  gesetzlich  geregeltes  Verfahren  zur  Anerkennung  von 

Flüchtlingen  verfügen.  Zudem hielten  sie  sich  gemäss  den Erkennt -

nissen  des  BFM  grundsätzlich  an  das  Gebot  des  Non-Refoulement 

von Art. 33 FK, auch wenn als Einschränkung habe festgestellt werden 

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müssen, dass es in den Grenzgebieten – insbesondere denjenigen zu 

Panama und  Venezuela  –  in  den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten 

Rückschiebungen  durch  die  Grenzbehörden  gekommen  sei. Für  die 

praktische  Möglichkeit  und  die  Zumutbarkeit  der  anderweitigen 

Schutzsuche  spreche  im  Weitern  die  Möglichkeit  der  visumsfreien 

Einreise in sämtliche umliegenden Länder Kolumbiens sowie der Um-

stand,  dass  jährlich  mehrere  tausend  kolumbianische  Staats-

angehörige in den Nachbarländern – namentlich in Ecuador – um Asyl 

ersuchen und dort  zu einem beträchtlichen Teil  auch als  Flüchtlinge 

anerkannt würden. Diese Staaten würden überdies aus geografischen, 

sprachlichen und kulturellen  Gründen  als  offensichtlich  näherliegend 

erscheinen.  Hinzu komme,  dass das UNHCR in diesen Ländern vor 

Ort sei und während der ersten Monaten wirtschaftliche Unterstützung 

an Asylsuchende und Flüchtlinge gewähre. Dem Beschwerdeführer sei 

es  somit  zumutbar,  sich  in  einem anderen  Staat  um Schutz  zu  be-

mühen. 

6.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  führt  der  Beschwerdeführer  aus,  die 
geltend gemachten Bedrohungen würden nach wie vor bestehen, dies 
obwohl er die Behörden darüber informiert habe. Heute habe er mehr 
denn  je  Angst  um  sein  Leben.  Dies  namentlich  deshalb,  weil  er 
zwischenzeitlich geheiratet und eine kleine Tochter habe. 

6.3 In  der  angefochtenen  Verfügung  hat  das  BFM  einerseits  dar-

gelegt,  dass  der  Beschwerdeführer  eine  valable  innerstaatliche 

Fluchtalternative hat  und deshalb nicht  auf  den Schutz der  Schweiz 

angewiesen  ist.  Andererseits  hat  es  ausführlich  dargelegt,  dass  es 

dem Beschwerdeführer – und damit heute auch seiner Familie – zu-

mutbar und möglich ist, sich in einem der Nachbarstaaten Kolumbiens 

um  Schutz  vor  allfälliger  Verfolgung  zu  bemühen.  An  diesen  Fest-

stellungen  vermag  der  Beschwerdeführer  mit  dem  blossen  Wieder-

holen  seiner  Vorbringen  in  der  Rechtsmittelgabe  nichts  zu  ändern. 

Namentlich legt er nicht substanziiert dar, inwiefern das BFM zu Un-

recht geschlossen habe, ihm sei die Einreise in die Schweiz nicht zu 

bewilligen und er  sei  nicht  schutzbedürftig  im Sinne des AsylG.  Um 

diesbezüglich Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf 

die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  ver-

wiesen werden.

6.4 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 

weder  schutzbedürftig  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  ist,  noch  die  An-

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forderungen an eine Aufnahme in der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 

AsylG erfüllt sind. Das BFM hat ihm demnach zur Recht die Einreise in 

die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

7.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

8.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.

Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Bogotá.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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Zustellung an  :

- den Beschwerdeführer (durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft  in  Bogotá;  mit  der  Bitte,  dem  Beschwerdeführer  das  bei-
liegende  Urteil  durch  Aushändigung  des  Originals  [gegen 
Empfangsbestätigung]  oder  Zustellung  desselben  per  Post  [Ein-
schreiben mit Rückschein] zu eröffnen und uns anschliessend die 
Empfangsbestätigung bzw. den Rückschein zu übermitteln)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (in 
Kopie)

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