# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61ac2a79-c27b-5082-8a09-5a92ae5fb9b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.12.2025 D-8586/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8586-2025_2025-12-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8586/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und das Kind 

B._______, geboren am (…), 

Äthiopien,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

und Michel Brülhart, (…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 8. Oktober 2025. 

 

 

 

D-8586/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 24. Mai 2023 suchte A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

zusammen mit ihrem Sohn B._______ (nachfolgend: B._______) in der 

Schweiz um Asyl nach.  

B.  

Nachdem das SEM die Beschwerdeführerin am 18. Juli 2023 zu ihren Asyl-

gründen angehört hatte, verwies es die Asylgesuche am 21. Juli 2023 in 

das erweiterte Verfahren gemäss Art. 26d AsylG (SR 142.31), und es teilte 

die Beschwerdeführenden dem Kanton C._______ zu. 

C.  

Am 5. März 2024 führte das SEM mit der Beschwerdeführerin eine ergän-

zende Anhörung durch. Sie brachte im Rahmen der beiden Befragungen 

im Wesentlichen vor, sie sei äthiopische Staatsangehörige und ihre Mutter 

sei ethnische Amhara, ihr Vater vermutlich Oromo. Ihr Vater sei verstorben 

beziehungsweise sie wisse nicht, ob er noch lebe. Ihre Eltern hätten sich 

vor langer Zeit getrennt. Ihre Mutter habe dann einen anderen Mann ge-

heiratet und (…) Söhne – ihre Halbbrüder – bekommen. Sie hätten in 

D._______ gelebt. Sie habe das Abitur gemacht, ein Diplom als (…) erwor-

ben und zwei Jahre (…) studiert. Im Jahr (…) habe sie geheiratet und das 

Studium nach der Geburt von B._______ abgebrochen. Sie habe als (…) 

bei der (…), dem (…) und (…) gearbeitet. Ihre Mutter arbeite bei einer (…) 

und ein Bruder sei Geschäftsführer einer (…). Mehrere Tanten würden 

auch in Äthiopien leben. Ihr anderer Bruder sei in E._______ und eine 

Grosscousine in F._______. 

Ihr Ehemann sei Mitglied der Partei «G._______» gewesen, wobei er nicht 

öffentlich für die Partei habe arbeiten, sondern im Hintergrund bleiben wol-

len. Er habe versucht, seine Bekannten als Mitglieder anzuwerben, Geld 

gespendet und an Versammlungen teilgenommen. Sie selbst sei nicht Mit-

glied der Partei und nicht politisch aktiv gewesen. Als ihr Mann am 26. Sep-

tember 2022 von einer Parteiversammlung nach Hause gekommen sei, 

seien ihm zwei Personen gefolgt. Diese hätten ihre Wohnung durchsucht, 

Dinge eingepackt und ihren Mann mitgenommen. Als er eine Woche später 

zurückgekehrt sei, habe er Verletzungen aufgewiesen. Man habe von ihm 

Namen von Parteiunterstützern erfahren wollen, und es sei ihm gesagt 

worden, dass die Zeit der Amhara zu Ende sei. Er sei aufgefordert worden, 

nicht mehr mit der Partei zusammenzuarbeiten, ansonsten er getötet 

würde. Wer ihn mitgenommen habe, wisse sie nicht. Obwohl er 

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eingeschüchtert gewirkt und ab da mithilfe eines Schleppers die Ausreise 

der Familie vorbereitet habe, sei er am 21. Dezember 2022 wieder zu einer 

Parteiversammlung gegangen. Nachdem ihm Freunde am selben Abend 

von der Mitnahme von Parteiangehörigen berichtet hätten, sei er am 

nächsten Tag von zuhause weggegangen und seither verschwunden. Am 

Tag seines Verschwindens seien unbekannte Personen bei ihr zuhause er-

schienen und hätten nach ihrem Mann gefragt und das Haus durchsucht. 

Sie wisse nicht, ob es sich dabei um Behördenvertreter gehandelt habe. 

Sie sei aufgefordert worden, ihren Mann anzurufen, was sie erfolglos ver-

sucht habe, worauf sie geohrfeigt worden sei. Eine Woche später seien 

wieder unbekannte Männer erschienen und hätten das Haus durchsucht 

und nach ihrem Mann gefragt. Bei einem dritten Besuch wiederum eine 

Woche später seien ihr dieselben Fragen gestellt worden. Bei jedem Be-

such sei ihr eine Mitnahme angedroht worden, wenn sie nicht sagen würde, 

wo sich ihr Mann aufhalte. Sie habe sich bei der Polizei nach ihrem Mann 

erkundigt, aber es habe geheissen, dass es keinen Gefangenen mit die-

sem Namen gebe. Sie sei dann zum Schluss gelangt, dass es besser sei, 

zu ihrer ebenfalls in D._______ wohnhaften Mutter zu gehen. Dort habe 

sie sich die letzten drei Monate bis zur Ausreise aufgehalten und sei nicht 

mehr behelligt worden. Von ihrem Vermieter habe sie aber erfahren, dass 

noch einmal Männer bei ihrer Wohnung nach ihr und ihrem Mann gefragt 

hätten. Am (…). Mai 2023 seien sie mithilfe eines nicht ihr gehörenden Rei-

sepasses nach H._______ geflogen. Nach einem weiteren Flug an einen 

ihr nicht bekannten Ort, seien sie auf dem Landweg am 24. Mai 2023 in die 

Schweiz gelangt. Sie leide an (…) und (…) und sei besorgt um ihren Mann. 

B._______ sei aufgrund der Geschehnisse verängstigt. 

Bezüglich der weiteren Aussagen wird auf die Anhörungsprotokolle (vgl. 

SEM-Akten […]-17 und 32) und hinsichtlich der eingereichten Beweismittel 

auf die Auflistung in der Verfügung des SEM vom 8. Oktober 2025 (vgl. dort 

I/Ziff. 5 [Dokumente zu Ausbildung und Arbeit der Beschwerdeführerin, 

Taufschein und Arztbericht betreffend B._______]) verwiesen. 

D.  

Mit Verfügung vom 8. Oktober 2025 (eröffnet am 9. Oktober 2025) stellte 

das SEM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfüllten. Es lehnte die Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin vermöchten den Anforderungen an die 

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Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten. Der Weg-

weisungsvollzug sei als durchführbar zu erachten. Für die detaillierten Aus-

führungen wird auf die angefochtene Verfügung verwiesen. 

E.  

Mit Eingabe vom 10. November 2025 erhoben die Beschwerdeführenden 

durch die rubrizierte Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde. Sie ersuchten um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 

und um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie um Gewährung des 

Asyls, eventualiter um Gewährung der vorläufigen Vornahme, subeventu-

aliter um Rückweisung der Sache an das SEM zwecks Neubeurteilung. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde zudem um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Des Weiteren wurde be-

antragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.  

Nebst der angefochtenen Verfügung und der Vollmacht der Rechtsvertre-

tung lagen der Eingabe drei Dokumente (Kopien, mit Übersetzung) bei, bei 

denen es sich um einen Spendenbeleg vom 22. November 2020, einen 

Vorführbefehl vom (…). März 2025 und einen Kautionsbeleg vom (…). Mai 

2025 handle. Die Beschwerdeführerin bekräftigte ihre Sachdarstellung und 

machte zudem neue Entwicklungen geltend, wonach die heimatlichen Be-

hörden Schritte gegen sie persönlich eingeleitet hätten, weil auch sie selbst 

die besagte Partei unterstützt habe. Auf die detaillierte Begründung der Be-

schwerdebegehren und die Beweismittel wird – soweit für den Entscheid 

wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

11. November 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG). 

Gleichentags bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist daher – vorbehältlich E. 2 – einzutreten. 

2.  

Auf den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist mangels 

Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, da der Beschwerde von Geset-

zes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 42 AsylG; Art. 55 Abs. 1 

VwVG), und diese von der Vorinstanz nicht entzogen wurde.  

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel. Ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG, wenn sie Nachteile bestimmter Intensität erlitten hat respektive mit 

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beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeter-

weise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte 

Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen konkrete 

Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch und nach-

vollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Erstrecken sich 

Verfolgungsmassnahmen neben der primär betroffenen Person auf Fami-

lienangehörige, liegt eine Reflexverfolgung vor. Diese ist flüchtlingsrecht-

lich relevant, wenn die von der Reflexverfolgung betroffene Person ernst-

haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt ist oder die 

Zufügung solcher Nachteile mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in ab-

sehbarer Zukunft befürchten muss (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3 m.w.H). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

Vorab ist festzustellen, dass die formellen Rügen (unvollständige Sachver-

haltserstellung, ungenügende Entscheidbegründung [vgl. Beschwerde 

S. 12 f.]) keine Kassation zu bewirken vermögen. Das SEM hat sich rechts-

genüglich mit den im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vor-

bringen auseinandergesetzt und seinen Entscheid hinreichend begründet. 

Das Bundesverwaltungsgericht geht vorliegend auch unter Berücksichti-

gung der neuen Vorbringen in der Beschwerde von der Entscheidreife des 

Verfahrens aus. Es ist nicht erforderlich, die Nachreichung der Originale 

der am 10. November 2025 in Kopie eingereichten Beweismittel abzuwar-

ten respektive der Beschwerdeführerin dazu Frist zu setzen (vgl. hierzu 

auch die nachfolgenden Ausführungen unter E. 7.3). Es besteht folglich 

keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen 

aufzuheben und die Sache zwecks Neubeurteilung an das SEM zurück-

weisen. Das entsprechende (Subeventual-)Begehren ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Beschwerde-

führenden die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu begrün-

den vermögen.  

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Seite 7 

7.2 Das SEM hat den dargelegten Fluchtgründen zu Recht die asylrechtli-

che Relevanz abgesprochen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ver-

wiesen werden. Aus den Schilderungen der Beschwerdeführerin ergibt sich 

nicht, dass sie in Äthiopien wegen des Engagements ihres Ehemannes für 

die Partei «G._______» – oder wegen eigenen politischen Aktivitäten – vor 

der am (…). Mai 2023 erfolgten Ausreise Nachteile asylrelevanten Aus-

masses seitens der äthiopischen Behörden oder von Drittpersonen erlitten 

hat. Die Behelligungen durch ihr nicht bekannte Männer am 22. Dezember 

2022, 27. Dezember 2022 und etwa 3. Januar 2023, welche sie in ein-

schüchternder Weise nach dem Verbleib ihres Mannes gefragt und einmal 

geohrfeigt hätten, weisen nicht die für die Bejahung der flüchtlingsrechtli-

chen Relevanz notwendige Intensität auf. Der Beschwerde sind in diesem 

Zusammenhang keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen. Die Be-

schwerdeführerin vermochte auch nicht aufzuzeigen, dass ihr im Mai 2023 

unmittelbar (Reflex-)Verfolgungsmassnahmen von asylrelevanter Intensi-

tät seitens der heimatlichen Behörden oder Drittpersonen gedroht hätten. 

Im Ausreisezeitpunkt erfüllten die Beschwerdeführenden die Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. 

7.3  

7.3.1 In der Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin neu vor, sie per-

sönlich habe die Partei «G._______» auch unterstützt, als Spenderin res-

pektive indem sie in ihrem Namen Spenden weitergeleitet habe. Sie habe 

dafür Quittungen erhalten und diese seien in den Unterlagen gewesen, 

welche von Sicherheitsbehörden am 26. September 2022 und bei den drei 

Besuchen im Nachgang des Verschwindens des Ehemannes beschlag-

nahmt worden seien. Den Spendenbeleg vom 22. November 2020 habe 

ihre Mutter in einer Jackentasche gefunden. Die Behörden hätten deswe-

gen Schritte gegen sie eingeleitet. Am (…). März 2025 hätten die Sicher-

heitsbehörden einen Vorführbefehl gegen sie erlassen. Laut diesem hätte 

sie sich am (…). März 2025 bei der Polizei für eine Vernehmung bezüglich 

des Vorwurfs der finanziellen Unterstützung von Oppositionsgruppen ein-

finden müssen. Nachdem sie dort nicht erschienen sei, hätten Sicherheits-

beamte am (…). Mai 2025 ihre Mutter aufgesucht und nach dem Verbleib 

von ihr und ihrem Mann gefragt. Ihre Mutter sei geschlagen, mitgenommen 

und bei der Polizei einvernommen worden. Es sei gesagt worden, man 

habe Informationen, laut denen sie und ihr Mann daran arbeiten würden, 

die Regierung zu stürzen. Ihre Mutter habe erklärt, dass sie nicht mehr in 

Äthiopien sei, und nachdem ein Freund eine Kaution bezahlt habe, sei die 

Mutter gleichentags wieder freigelassen worden. 

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Seite 8 

7.3.2 Das besagte, erstmals auf Beschwerdeebene behauptete eigene En-

gagement der Beschwerdeführerin zugunsten der Partei «G._______» ist 

als nachgeschoben zu qualifizieren und damit unglaubhaft, zumal dieses 

Vorbringen in eindeutigem Widerspruch zu der Angabe der Beschwerde-

führerin im vorinstanzlichen Verfahren steht, persönlich in Äthiopien nicht 

politisch aktiv gewesen zu sein (vgl. SEM-Akte […]-17 F106, F100), und 

abgesehen von den (nicht asylrelevanten [vgl. vorstehende Ausführungen 

unter E. 7.2]) Behelligungen wegen ihres Ehemannes keine Probleme ge-

habt zu haben (vgl. SEM-Akte […]-17 F108-110). Die Beschwerdeführerin 

hätte sich wohl auch kaum, wie angegeben, nach den Hausdurchsuchun-

gen zur Polizei begeben, um sich nach ihrem Mann zu erkundigen (vgl. 

SEM-Akte […]-32 F68), wenn sie selbst politisch in Erscheinung getreten 

wäre und sich auf ihren Namen lautende Spendenbelege bei den zuvor 

beschlagnahmten Dokumenten befunden hätten. Am Ende der ergänzen-

den Anhörung vom 5. März 2024 hat die Beschwerdeführerin bestätigt, al-

les gesagt zu haben, es gebe keine weiteren Gründe, die gegen ihre Rück-

kehr nach Äthiopien sprechen würden (vgl. SEM-Akte […]-32 F174). Auch 

im weiteren Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens machte sie keinerlei 

eigene politische Aktivitäten geltend und legte auch keine Geschehnisse 

dar, welche sich in Äthiopien nach ihrer Ausreise ereignet hätten. Wäre tat-

sächlich im März 2025 ein Vorführbefehl gegen sie ergangen und ihre Mut-

ter im Mai 2025 polizeilich zu ihrem Verbleib befragt worden, wäre von der 

– auch im vorinstanzlichen Verfahren rechtlich vertretenen – Beschwerde-

führerin, die eigenen Angaben zufolge mit dem Bruder und der Mutter in 

Äthiopien in Kontakt steht (vgl. SEM-Akte […]-32 F26), zu erwarten gewe-

sen, dass sie die besagten Ereignisse, welche sich etliche Monate vor dem 

Erlass des Asylentscheids vom 8. Oktober 2025 zugetragen hätten, beim 

SEM vorgebracht hätte. Die zur Untermauerung der neuen Vorbringen ein-

gereichten Beweismittel, zu deren Erhalt die Beschwerdeführerin keine An-

gaben machte, vermögen denn auch nicht zu überzeugen. Mit diesen Do-

kumenten (Kopien), an deren Authentizität in Anbetracht der vorstehenden 

Ausführungen erhebliche Zweifel bestehen, vermag die Beschwerdeführe-

rin weder die behauptete eigene politische Aktivität zu belegen, noch dar-

zutun, dass ihr wegen des – mittlerweile mehrere Jahre zurückliegenden – 

politischen Engagements ihres Mannes nunmehr eine asylbeachtliche Re-

flexverfolgung seitens der äthiopischen Behörden (oder Drittpersonen) dro-

hen würde. Es ist daher auch nicht angezeigt, die Nachreichung der Origi-

nale abzuwarten beziehungsweise Frist zu deren Einreichung anzusetzen. 

Im Übrigen bleibt anzumerken, dass es sich bei dem Dokument vom 

(…). März 2025 gemäss dessen Inhalt nicht um einen Haftbefehl, sondern 

lediglich um eine Vorladung zur Aufnahme einer Aussage handelt. Und der 

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Seite 9 

für eine Drittperson ausgestellte Zahlungsbeleg des (…) vom (…). Mai 

2025 lässt weder Rückschlüsse auf die Beschwerdeführerin respektive ihre 

Mutter noch auf den Anlass für die Zahlung der Garantieleistung zu. Mit 

diesen Dokumenten vermag die Beschwerdeführerin keine asylbeachtliche 

Verfolgung ihrer Person zu belegen.  

7.4 Zusammenfassend ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, 

eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante (Reflex-)Verfolgung beziehungs-

weise (Reflex-)Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder zumindest glaubhaft 

zu machen. Die Beschwerdeführenden erfüllen die Flüchtlingseigenschaft 

nicht und das SEM hat die Asylgesuche zu Recht abgelehnt. 

8.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über 

eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 

auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

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Seite 10 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-

schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden 

in den Heimatstaat ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdefüh-

renden für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbote-

nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 

UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen 

im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung dro-

hen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 

2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorste-

henden Ausführungen gelingt ihnen das nicht. Daran vermögen die Hin-

weise auf weitere völkerrechtliche Bestimmung nichts zu ändern. Auch die 

allgemeine Menschenrechtssituation in Äthiopien lässt den Wegweisungs-

vollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

9.2.4 Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asyl- als 

auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Sind von einem allfälligen Weg-

weisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeits-

prüfung ausserdem das Kindeswohl einen zu beachtenden Gesichtspunkt. 

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Seite 11 

Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von 

Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.  

9.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht in konstanter Praxis von der 

grundsätzlichen Zumutbarkeit des Vollzugs von Wegweisungen nach Äthi-

opien aus (vgl. Referenzurteil D-6630/2018 vom 6. Mai 2019 E. 12.2, in 

Bestätigung von BVGE 2011/25 E. 8.3). Trotz der weiterhin herrschenden 

ethnischen Spannungen und Protestbewegungen ist die allgemeine Lage, 

mit Ausnahme einzelner Regionen, nicht generell durch Krieg, Bürgerkrieg 

oder eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, aufgrund derer die 

Zivilbevölkerung allgemein als konkret gefährdet gelten würde (vgl. etwa 

Urteile des BVGer D-5974/2023 vom 14. Mai 2025 E. 5.3.2, D-3995/2021 

vom 20. März 2023 E.  8.4, D-5557/2019 vom 23. Februar 2023 E. 10.3.1). 

Gleichzeitig sind die Lebensbedingungen in Äthiopien in vielen Regionen 

nach wie vor als prekär zu bezeichnen. Der Situation von alleinstehenden 

Frauen ist besonders Rechnung zu tragen, wobei zur Erlangung einer si-

cheren Existenzgrundlage begünstigende Faktoren wie finanzielle Mittel, 

berufliche Fähigkeiten sowie ein intaktes Beziehungsnetz erforderlich sind 

(vgl. Referenzurteil D-6630/2018 vom 6. Mai 2019 E. 12, in Bestätigung 

von BVGE 2011/25 E. 8.4 f.; Urteile des BVGer D-5974/2023 vom 14. Mai 

2025 E. 5.3.2 und D-3261/2022 vom 23. Januar 2024 E. 11.3.1). 

9.3.2 Vorliegend ist aufgrund der Aktenlage vom Vorliegen begünstigender 

Faktoren im Sinne der zitierten Rechtsprechung auszugehen. Die aus der 

Grossstadt D._______ stammende Beschwerdeführerin verfügt ihren An-

gaben zufolge über eine gute Ausbildung (Abitur, Diplom als […], zwei 

Jahre […]studium) und kann Arbeitserfahrung als (…) in verschiedenen 

Bereichen vorweisen. Ihre finanzielle Situation vor der Ausreise aus Äthio-

pien hat sie als gut bezeichnet (vgl. SEM-Akte […]-17 F29). Mit diesem 

Hintergrund darf erwartet werden, dass sie bei einer Rückkehr dorthin in 

der Lage sein wird, ein Auskommen zu generieren. Die Beschwerdeführe-

rin steht gemäss ihren Angaben in Kontakt mit ihrer Mutter in D._______, 

die bei einer (…) angestellt sei und bei welcher sie vor der Ausreise ge-

wohnt hätten, und ihrem Bruder, der als (…) einer (…) arbeite. Auch meh-

rere Tanten seien in Äthiopien wohnhaft. Enge familiäre Anknüpfungs-

punkte und eine Unterkunftsmöglichkeit sind somit vorhanden. Sollte der 

Ehemann verschollen bleiben, wird nicht in Abrede gestellt, dass für einen 

alleinerziehenden Elternteil die Alltagsbewältigung mit der Koordinierung 

von Berufstätigkeit und Kinderbetreuung herausfordernd ist. Es darf aber 

davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bei Bedarf mit 

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der Unterstützung ihrer Angehörigen bei der Reintegration rechnen kann. 

Entsprechend ist insgesamt von hinreichenden begünstigenden Faktoren 

auszugehen, welche verhindern, dass die Beschwerdeführenden bei einer 

Rückkehr in ihr Heimatland befürchten müssten, in eine wirtschaftliche Not-

lage zu geraten. Hinsichtlich der vorgebrachten gesundheitlichen Prob-

leme (Beschwerdeführerin: […], psychische Belastung; B._______: psychi-

sche Belastung, Verdacht auf […] [vgl. SEM-Akte […]-25: Arztbericht vom 

13. Juni 2023]) ist darauf hinzuweisen, dass aus gesundheitlichen Grün-

den nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AIG geschlossen werden kann, wenn eine notwendige me-

dizinische Behandlung im Heimatland schlicht nicht zur Verfügung steht 

und die fehlende Möglichkeit der Behandlung bei einer Rückkehr zu einer 

raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszu-

stands, zur Invalidität oder gar zum Tod der betroffenen Person führt (vgl. 

BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.2). Von einer solchen medizini-

schen Notlage ist vorliegend aufgrund der Aktenlage nicht auszugehen. 

Die besagten gesundheitlichen Beschwerden sind zudem grundsätzlich 

auch in Äthiopien behandelbar (vgl. etwa Urteile des BVGer D-5974/2023 

vom 14. Mai 2025 E. 5.3.5 und E-3090/2018 vom 4. Juni 2018 E. 6.4.1), 

und das SEM hat auch bereits auf die Möglichkeit medizinischer Rückkehr-

hilfe hingewiesen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). 

Schliesslich ist der Wegweisungsvollzug auch unter Berücksichtigung des 

Kindeswohls (Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

über die Rechte des Kindes [Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107]; vgl. 

BVGE 2015/30 E. 7.2 m.w.H.) nicht unzumutbar. B._______ hält sich noch 

nicht sehr lange hierzulande auf und es ist nicht von einer prägenden Bin-

dung zur Schweiz auszugehen. Die wesentliche Sozialisierung ist in Äthio-

pien erfolgt. Aufgrund seines jungen Alters ist er in erster Linie an seiner 

Mutter orientiert und er kann mit ihr – seiner primären Bezugsperson – in 

sein Heimatland zurückkehren. Im Übrigen kann aus der KRK kein An-

spruch auf einen Aufenthalt im Staat mit den für ein Kind vorteilhaftesten 

Lebensbedingungen abgeleitet werden (vgl. Urteil des BVGer E-1306/2024 

vom 7. März 2024 E. 8 m.w.H.). 

Ohne die Schwierigkeiten bei einer Rückkehr zu verkennen, ist somit ins-

gesamt betrachtet nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführenden 

würden in Äthiopien aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer 

oder gesundheitlicher Natur in eine existenzielle Notlage geraten, die als 

konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden Bestimmung zu werten 

wäre (Art. 83 Abs. 4 AIG). 

D-8586/2025 

Seite 13 

9.3.3 Der Vollzug der Wegweisung ist somit auch zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (Art. 47 Abs. 1 AsylG; vgl. dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

11.  

11.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

erweist sich mit dem vorliegenden Urteil als gegenstandslos. 

11.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

amtlichen Rechtsverbeiständung sind abzuweisen, da sich die Begehren 

entsprechend den vorstehenden Erwägungen von vornherein als aus-

sichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen haben. Demzufolge 

sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’000.– (Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr