# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 318d6f52-397c-5953-974b-da0f6661a307
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.03.2014 200 2013 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-123_2014-03-04.pdf

## Full Text

200 13 123 BV und
200 13 124 BV (2)
KNB/TOZ/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. März 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichterin Stirnimann
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
Klägerin

gegen

previs Personalvorsorgestiftung Service Public
Seftigenstrasse 362, 3084 Wabern
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beklagte 1

Stiftung Auffangeinrichtung BVG
Rechtsdienst, Weststrasse 50, Postfach, 8036 Zürich
Beklagte 2

betreffend Klage vom 13. Februar 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte resp. Klägerin) 
arbeitete zuletzt in den Jahren 2000 bis 2006 als … und war über ihren 
damaligen Arbeitgeber bei der previs Personalvorsorgeeinrichtung Service 
Public (nachfolgend Beklagte 1) berufsvorsorgeversichert (Akten der IV-
Stelle Bern [nachfolgend IVB] im Verfahren IV/2011/936 [act. II] 7). In den 
Jahren davor bezog sie abwechslungsweise Arbeitslosenentschädigung 
und übte – überwiegend im …- und … – Erwerbstätigkeiten aus (act. II 8).

B.

Im November 2007 meldete sich die Versicherte bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 1). Mit Verfügung 
vom 2. September 2011 (act. II 63) sprach ihr die IVB nach Abklärungen 
medizinischer und erwerblicher Art eine Viertelsrente mit Wirkung ab 
1. September 2007 zu. Im Rahmen der Invaliditätsbemessung ermittelte sie 
für die Zeit ab September 2007 – ausgehend von einer 80%igen Erwerbs- 
und einer 20%igen Haushaltstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall 
resp. einer Einschränkung im Erwerb von gewichtet 36.74% und einer sol-
chen im Haushalt von gewichtet 4.30% – einen Invaliditätsgrad von insge-
samt 41% (act. II 63, S. 6). Eine hiergegen erhobene Beschwerde hiess 
das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 27. Januar 2014, IV/2011/936, gut 
und sprach der Versicherten unter Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung eine halbe Invalidenrente (Invaliditätsgrad: 55%) ab September 2007 
zu. Das Gericht erwog hauptsächlich, dass die Versicherte ab diesem Zeit-
punkt bei guter Gesundheit überwiegend wahrscheinlich zu 100% erwerbs-
tätig gewesen wäre. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 3

C.

Nachdem die Versicherte bei der Beklagten 1 um Ausrichtung einer Invali-
denrente ersucht hatte, verneinte diese mit Schreiben vom 8. September 
2009 (Akten der Klägerin 1 [act. I] 2) ihre Leistungspflicht mit der Begrün-
dung, die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, sei 
vor Beginn des Vorsorgeverhältnisses eingetreten. Mit Schreiben vom 23. 
Oktober 2012 (act. I 3) führte die Beklagte 2 aus, dass zum Zeitpunkt des 
Eintritts der Arbeitsunfähigkeit am 1. September 2006 keine BVG-
pflichtigen Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausbezahlt worden sei-
en und deshalb kein Versicherungsschutz in der Risikoversicherung für 
arbeitslose Personen bestanden habe.

D.

Mit Eingabe vom 13. Februar 2013 (Postaufgabe 14. Februar 2013) erhob 
die Versicherte Klage. Sie beantragt sinngemäss die Ausrichtung einer 
Invalidenrente der obligatorischen beruflichen Vorsorge durch die Beklagte 
1, eventualiter durch die Beklagte 2. 

In der Klageantwort vom 17. Mai 2013 beantragt die Beklagte 1, vertreten 
durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, die gegen sie erhobene Klage 
sei vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zulasten der Klägerin. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend, 
dass die vorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit bei Beginn der An-
stellung im Krankenheim C.________ bereits bestanden habe und es in 
dieser Zeit zu keiner Unterbrechung des zeitlichen Konnexes gekommen 
sei. Weiter sei die Beklagte 1 nicht an die Feststellungen der IVB bezüglich 
Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit gebunden, da für diese 
angesichts der im November 2007 erfolgten IV-Anmeldung kein Anlass 
bestanden habe, sich mit der Arbeitsunfähigkeit vor Herbst 2006 eingehend 
und abschliessend zu befassen. 

Mit Klageantwort vom 14. Juni 2013 beantragt die Beklagte 2, die Klage sei 
abzuweisen, soweit diese gegen sie gerichtet sei. Sie stellt sich auf den 
Standpunkt, dass die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität ge-

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führt habe, nicht in einem Zeitpunkt eingetreten sei, in dem die Klägerin 
Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen habe resp. bei der Be-
klagten 2 versichert gewesen sei. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. November 2013 gab der Instrukti-
onsrichter den Parteien Gelegenheit für allfällige Schlussbemerkungen. 
Während die Beklagte 2 am 13. November 2013 auf weitere Ausführungen 
verzichtete, begründete die Beklagte 1 mit Eingabe vom 16. Dezember 
2013 die gestellten Rechtsbegehren weitergehend. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungs-
rechtliche Abteilung, ist als einzige kantonale Instanz sachlich und funktio-
nell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 13. Februar 2013 geltend 
gemachten Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die beruf-
liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 
[BVG; SR 831.40] i.V.m. Art. 87 lit. c des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21] und 
Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 [GSOG; 
BSG 161.1]). Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der schweizerische 
Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des Betriebes, bei dem die 
versicherte Person angestellt wurde. Dabei kommt es für den Wahlge-
richtsstand nicht darauf an, ob die Vorsorgeeinrichtung, der Arbeitgeber 
oder die versicherte Person klagende Partei ist (SVR 2006 BVG Nr. 17 
S. 62 E. 2.3). 

Die Klägerin arbeitete zuletzt bis Ende Oktober 2006 im Krankenheim 
C.________ (act. I 1). Damit ist bezogen auf die Klage gegen die Beklagte 
1 – als Pensionskasse der letzten Arbeitgeberin – der alternative Wahlge-

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richtsstand des Betriebsortes im Kanton Bern gegeben. Weil rechtspre-
chungsgemäss die passive subjektive Klagenhäufung im Rahmen der 
Gerichtsstandsregelung von Art. 73 Abs. 3 BVG zulässig ist und in solchen 
Fällen ein einheitlicher Gerichtsstand für sämtliche Beklagten Anwendung 
findet (BGE 133 V 488 E. 4 S. 491), ist der Gerichtsstand Bern auch für die 
Beklagte 2 gegeben. Dass diese am 30. Januar 2013 ihren Sitz von Bern 
nach Zürich verlegt hat (vgl. SHAB, Nr. 20 vom 30. Januar 2013), ist unter 
diesen Umständen nicht von Bedeutung. Auch die übrigen Prozessvoraus-
setzungen sind erfüllt, insbesondere ist die Klage formgerecht eingelangt 
(Art. 32 VRPG). Auf die Klage ist somit einzutreten.

1.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die Klägerin gegenüber der Beklag-
ten 1, eventualiter gegenüber der Beklagten 2 Anspruch auf eine BVG-
Invalidenrente hat. In diesem Zusammenhang ist insbesondere umstritten, 
wann die für die Entstehung des Leistungsanspruches relevante Arbeitsun-
fähigkeit eingetreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Aufgrund des im Recht der beruflichen Vorsorge auf kantonaler 
Ebene vorgeschriebenen Klageverfahrens ergibt sich der Streitgegenstand 
einzig aus den Rechtsbegehren der Klage, und allenfalls, soweit zulässig, 
der Widerklage. Innerhalb des Streitgegenstandes ist das Berufsvorsorge-
gericht in Durchbrechung der Dispositionsmaxime an die Begehren der 
Parteien nicht gebunden. Diese im Anwendungsbereich des ATSG gelten-
de Verfahrensregel (Art. 61 lit. d Satz 1 ATSG) kommt auch im erstinstanz-
lichen Berufsvorsorgeprozess zum Zuge (BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26).

2.

2.1 In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangs-
rechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massge-
blich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfol-
gen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 
S. 220). Gemäss lit. f Abs. 1 der Übergangsbestimmungen der Änderung 

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des BVG vom 3. Oktober 2003 (1. BVG-Revision) unterstehen Invaliden-
renten, die vor dem In-Kraft-Treten dieser Gesetzesänderung (1. Januar 
2005) zu laufen begonnen haben, dem bisherigen Recht. Soweit die Fest-
legung der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung betreffend, hat sich mit 
der 1. BVG-Revision nichts geändert.

2.2 Anspruch auf Invalidenleistungen haben nach Art. 23 BVG (in der 
bis zum 31. Dezember 2004 gültigen Fassung [nachfolgend: aArt.]) resp. 
Art. 23 lit. a BVG (in der seit dem 1. Januar 2005 [1. BVG-Revision] gelten-
den Fassung) Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu min-
destens 50 bzw. 40% invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, 
deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. 

2.3 Die Invalidenleistungen nach aArt. 23 BVG bzw. Art. 23 lit. a BVG 
werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher der An-
sprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Ent-
scheidend ist dabei einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, 
unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus 
ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft 
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht 
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimme-
rung der Invalidität. Für eine einmal aus – während der Versicherungsdauer 
aufgetretener – Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die 
Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Been-
digung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entspre-
chend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen 
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG [Umkehrschluss]; BGE 136 V 65 
E. 3.1 S. 68). 

Der Bestimmung von Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung 
mehrerer Vorsorgeeinrichtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine 
in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Ar-
beitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt. Der An-
spruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall 
nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derje-
nigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden 
Arbeitsunfähigkeit angehört hatte (BGE 130 V 270 E. 4.1 S. 275). 

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2.4

2.4.1 Unter Arbeitsunfähigkeit ist eine Einbusse an funktionellem Leis-
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen 
(BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23). Sie muss mindestens 20% betragen (SVR 
2011 BVG Nr. 14 S. 52 E. 2.1). 

2.4.2 Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) berufli-
chen Vorsorge setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammen-
hang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses (einsch-
liesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestandenen 
Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität 
voraus. Der Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, 
muss von der Art her im Wesentlichen derselbe sein, der der Erwerbsun-
fähigkeit zu Grunde liegt. Nicht erforderlich ist ein adäquater Kausalzu-
sammenhang; eine Wechselwirkung im Sinne natürlicher Kausalität genügt 
(BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22; SVR 2011 BVG Nr. 12 S. 45 E. 3, 2001 BVG 
Nr. 18 S. 70 E. 5b). Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs 
setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähig-
keit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, nicht während längerer Zeit 
wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten 
Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die 
Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch 
den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wie-
deraufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu 
den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen 
zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden 
Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine voll vermittlungsfähige, 
Stellen suchende Person über längere Zeit hinweg Taggelder der Arbeits-
losenversicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche 
Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit 
Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeits-
fähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Inva-
lidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) als Richtschnur 
gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbes-
serung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie 

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ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus-
sichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während mindestens drei Mona-
ten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauer-
hafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, 
stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zu-
sammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls 
mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist 
oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und 
eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 
E. 3.2.1 S. 22). 

2.5 Nach Art. 41 Abs. 2 BVG verjähren Forderungen auf periodische 
Beiträge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Art. 129 
bis 142 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) sind an-
wendbar.

Die Verjährung wird gemäss Art. 135 OR unterbrochen durch Anerkennung 
der Forderung von Seiten des Schuldners, namentlich auch durch Zins- 
und Abschlagszahlungen, Pfand und Bürgschaftsbestellung (Ziff. 1) oder 
durch Schuldbetreibung, durch Schlichtungsgesuch, durch Klage oder Ein-
rede vor einem staatlichen Gericht oder einem Schiedsgericht sowie durch 
Eingabe im Konkurs (Ziff. 2).

3.

3.1 Nach der Rechtsprechung sind Vorsorgeeinrichtungen, die aus-
drücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbe-
griff wie die Invalidenversicherung ausgehen, an die Invaliditätsbemessung 
der IV-Stelle gebunden, wenn diese sich nicht als offensichtlich unhaltbar 
erweist (BGE 138 V 125 E. 3.3 S. 130, 129 V 150 E. 2.5 S. 156; SVR 2011 
BVG Nr. 12 S. 46 E. 5.1). Für den Bereich der obligatorischen beruflichen 
Vorsorge ist die Bindungswirkung positivrechtlich ausdrücklich verankert, 
indem sich der Leistungsanspruch auf eine Invalidenrente der obligatori-
schen beruflichen Vorsorge an den sachbezüglichen Voraussetzungen des 
IVG orientiert (Art. 23 lit. a BVG bzw. aArt. 23 BVG; BGE 132 V 1 E. 3.2 
S. 4). 

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Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der beruflichen 
Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen und gilt folg-
lich nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche 
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des An-
spruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren. Daran hat sich mit In-
Kraft-Treten des ATSG nichts geändert (BGE 132 V 1 E. 3.2 S. 4). 

Im Hinblick auf die verbindliche Wirkung der IV-rechtlichen Qualifikation 
sind die IV-Stellen gehalten, die Vorsorgeeinrichtung(en) spätestens im 
Vorbescheidverfahren in das IV-rechtliche Verfahren einzubeziehen. Erfolgt 
dieser Einbezug nicht, vermag der Beschluss der IV-Stelle keine Bin-
dungswirkung für die berufliche Vorsorge zu entfalten (BGE 138 V 125 
E. 3.3 S. 130, 129 V 73 E. 4.2.2 S. 76; SVR 2011 BVG Nr. 12 S. 46 E. 5.1). 

3.2 Was die Verbindlichkeitswirkung der Feststellungen der IVB anbe-
trifft, ist festzuhalten, dass der Vorbescheid vom 15. März 2010 (act. II 42) 
und die Verfügung vom 2. September 2011 (act. II 63) der Beklagten 1, 
nicht aber der Beklagten 2, eröffnet worden sind. Dementsprechend sind 
die IV-rechtlichen Qualifikationen grundsätzlich nur für die Beklagte 1 ver-
bindlich. 

Die Beklagte 1 verneint jedoch eine Verbindlichkeitswirkung der von der 
IVB auf den 1. September 2006 festgesetzten einjährigen Wartezeit 
(act. 41, S. 12 Ziff. 11) mit der Begründung, dass im invalidenversiche-
rungsrechtlichen Verfahren auf eine Ermittlung des genauen Wartezeitbe-
ginns habe verzichtet werden können und deshalb nur eine grobe Ein-
schätzung erfolgt sei (Klageantwort, S. 8 f. Schlussbemerkungen, Ziff. 5.1). 
In der Tat erforderte die invalidenversicherungsrechtliche Leistungsprüfung 
keine weitergehenden Abklärungen zur Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor 
Dezember 2006, da mit Blick auf den Eingang der IV-Anmeldung im No-
vember 2007 (act. II 1) und in Anwendung des bis Ende 2007 in Kraft ge-
standenen Art. 48 Abs. 2 IVG rückwirkende Leistungen ohnehin nur 
während maximal zwölf Monaten möglich gewesen wären. Unter diesen 
Umständen kommt der entsprechenden Feststellung der Invalidenversiche-
rung (auch) gegenüber der Beklagten 1 keine Verbindlichkeit zu (vgl. E. 3.1 
hiervor). Der Beginn der (berufsvorsorgerechtlich) relevanten Arbeitsun-

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fähigkeit ist nachfolgend somit ohne Bindung an die Feststellungen der IVB 
zu ermitteln.

4.

Aus den medizinischen Unterlagen ergibt sich zum Eintritt der relevanten 
Arbeitsunfähigkeit das Folgende:

4.1 Dr. med. D.________, Fachärztin für Neurologie FMH, berichtete 
am 20. Dezember 2006 (Akten der Beklagten 1 [act. II BV] 3), die Klägerin 
leide seit dem 17. Altersjahr an einer Kraftminderung für das Strecken der 
Finger und des Handgelenks rechts, welche langsam progredient sei. Vor 
vier bis fünf Jahren seien dieselben Symptome auch links aufgetreten.

4.2 Dr. med. E.________ (im Ärzteverzeichnis FMH ohne Facharzttitel 
eingetragen) diagnostizierte im Bericht vom 30. November 2007 (act. II 10; 
act. II BV 5) eine Neuropathie der Hände und Arme beidseits seit mindes-
tens 10 Jahren sowie neu auch der Beine. Für die Zeit von Juni 2000 bis 
Oktober 2006 attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 55% und ab No-
vember 2006 bis auf weiteres eine solche von 100%. Weiter wies er darauf 
hin, dass sich die Klägerin im Jahr 2000 zur … umgeschult habe, weil sie 
die bisherige Tätigkeit in der … aufgrund der Armschwäche habe aufgeben 
müssen. 

4.3 Im Bericht vom 24. Dezember 2007 (act. II 9) diagnostizierte 
Dr. med. D.________ eine schwere beidseitige Radialparese unklarer Ur-
sache sowie ein ausgeprägtes subakromiales Schulter- und Armschmerz-
syndrom rechts mit subakromialem Impingement und Bursitits. Die rechts-
seitige Parese bestehe seit dem 17. Altersjahr, die linksseitige Parese seit 
ca. 2001. Durch die Parese seien mittlerweile eine Überlastung der Ellen-
bogen und eine Fehlhaltung der Schultern entstanden.

4.4 Dr. med. F.________, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie 
FMH, diagnostizierte im Gutachten vom 11. Juli 2008 (act. II 14) eine bilate-
rale, idiopathische Radialislähmung im Ellbogenbereich/Supinatorkanal mit 
Lähmung ab Handgelenksextension bis nach ganz distal sowie ein reaktiv 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 11

ausgeprägtes Schulterarmsyndrom beidseits. Die Diagnosen bezeichnete 
er als „arbeitsrelevant“. Weiter gab er an, dass diese seit mehr als acht 
Jahren bestehen würden (act. II 14, S. 4). Im Rahmen der Anamneseerhe-
bung berichtete Dr. med. F.________ (act. II 14, S. 2), dass die Klägerin 
zunächst in der … gearbeitet habe und von Juni 2000 bis Oktober 2006 als 
… tätig gewesen sei. Die Arbeit im … sei damals nicht mehr möglich gewe-
sen. Gesundheitshalber habe sie im Jahr 2000 ihr damaliges Pensum von 
100% auf 40% reduziert. Ab Ende 2006 habe die Klägerin nicht mehr gear-
beitet. Dies zum einen deshalb, weil die Schmerzen bei der Arbeit zuge-
nommen hätten und zum anderen, weil die neu gegründete Firma ihres 
Ehemannes zu diesem Zeitpunkt gute Gewinne gemacht habe. Sie habe 
sich aus diesen Gründen für die vierköpfige Familie entschieden. 

4.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Chirurgie und Trau-
matologie FMH, berichtete am 22. August 2008 (act. II 19, S. 1 f.), dass die 
Klägerin seit dem letzten Eingriff (Sehnentransfer rechts im Jahr 2007) das 
Handgelenk und die Finger wieder genügend strecken könne, um mit der 
Hand zu grüssen. Die Kraft sei jedoch nach wie vor schlecht. Seit 2005 
leide sie zudem unter einem therapieresistenten Nacken-, Schulter- und 
Oberarmschmerzsyndrom unklarer Ätiologie mit einer deutlichen Verspan-
nung und Hypertrophie des Trapezius rechts. Diese Beschwerden störten 
die Nachtruhe und bestünden nun ganztägig. Die operative subakromiale 
Dekompression der rechten Schulter im Jahr 2007 habe nur eine vorüber-
gehende Verbesserung der Symptomatologie gebracht. Auch die physio-
therapeutischen sowie die analgetischen Massnahmen linderten die Sym-
ptomatologie nur ungenügend. Die Klägerin habe bis Ende November 2006 
zu einem Pensum von 50 bis 60% in der … gearbeitet. Seither habe sie 
keine Anstellung mehr gehabt. 

4.6 Im Gutachten der MEDAS vom 9. Dezember 2009 (act. II 37.1 bis 
37.3; act. II BV 8) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haupt-
sächlich eine Multiplex-Neuropathie, eine leicht ausgeprägte Neuropathie 
im Bereich der unteren Extremitäten, ein mässig ausgeprägtes rechtsbe-
tontes Zervikalsyndrom bei degenerativen Wirbelsäulenveränderungen und 
ein mässig ausgeprägtes rechtsbetontes Schulter-Arm-Syndrom diagnosti-
ziert (act. II 37.1, S. 14; act. II BV 8). Zur Krankheitsentwicklung wurde 

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ausgeführt (act. II 37.1, S. 15 f.; act. II BV 8), dass die Klägerin seit dem 17. 
Altersjahr unter einer Schwäche im Bereich der rechten Hand leide, welche 
sie nicht mehr habe öffnen können. Nach einem operativen Eingriff in … in 
Form einer Sehnenverlagerung habe sie die Hand wieder öffnen können. 
Damals sei sie achtzehn Jahre alt gewesen. Ca. zwei Jahre nach der Ope-
ration sei es erneut zu einer Schwäche im Bereich der rechten Hand ge-
kommen, verbunden mit Schmerzen im Vorderarmbereich. Ungefähr ab 
dem Jahr 2000 habe das Schwächegefühl im Vorderarmbereich und der 
Hand zugenommen und es sei zu Schmerzen – auch im Bereich des Ober-
arms und des Schultergürtels rechts – gekommen. Ab 2001 habe die 
Schwäche auch auf der linken Seite bestanden, so dass das Strecken der 
Finger nicht mehr möglich gewesen sei. Seit einer Sehnentransferoperation 
im November 2007 könne die Klägerin ihre Finger wieder etwas strecken. 
In der angestammten Tätigkeit im … und im …. eines … bestehe eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Gleiches gelte für jegliche Tätigkeiten mit den 
Händen sowie solche mit einer mehr als nur leicht bis mässigen Schulter-
gürtelbelastung. Für angepasste Tätigkeiten ohne erforderliches Zugreifen 
und Fassen von Objekten mit den Händen und ohne Schultergürtelbelas-
tung sowie Kopfzwangshaltungen betrage die Arbeitsunfähigkeit 40%. Der 
Beginn der Arbeitsunfähigkeit könne nur im Sinne einer Schätzung ange-
geben werden, dabei sei eine langsame Progredienz der Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. In diesem Sinne sei davon auszugehen, dass die an-
gegebene Arbeitsfähigkeit ab Januar 2008 gelte (act. II 37.1, S. 18 Ziff. 7.2 
ff.; act. II BV 8). 

5.

5.1 Die Klägerin hat zwei Töchter, geboren 1995 und 1998. Vor der 
Geburt der zweiten Tochter arbeitete sie in den Monaten Mai bis Oktober 
1997 im H.________ als … zu einem Pensum von 100% (act. II 8, S. 6; 
act. II 41, S. 3 Ziff. 3.2). Daraufhin war sie arbeitslos und bezog Taggelder 
Arbeitslosenversicherung (Monate Juni bis September 1998). Nach einem 
(kurzen) Einsatz als … im I.________ (September bis Dezember 1998; act. 
II 8, S. 6; act. II 37.3, S. 4 Mitte) folgte erneut eine Zeit der Arbeitslosigkeit 
(Dezember 1998 bis Dezember 1999). Von Februar bis Oktober 1999 war 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 13

die Klägerin bei der J.________ angestellt. Bis Juni 2000 bezog sie wie-
derum Taggelder der Arbeitslosenversicherung, worauf sie im selben Mo-
nat im C.________ als … angestellt wurde (act. II 8, S. 6; act. II 7). Dort 
arbeitete sie bis Ende Oktober 2006 (act. I 1). 

Das Verwaltungsgericht hat der Klägerin mit Entscheid IV/2011/936 vom 
27. Januar 2014 eine halbe Rente der Invalidenversicherung (Invaliditäts-
grad: 55%) mit Wirkung ab September 2007 zugesprochen. Die obligatori-
sche Leistungspflicht der Beklagten 1 resp. der Beklagten 2 setzt den Ein-
tritt einer mit der Invalidität zeitlich wie sachlich eng zusammenhängenden 
Arbeitsunfähigkeit während des jeweiligen Vorsorgeverhältnisses voraus 
(vgl. 2.4.2 hiervor). Ein solches bestand bei der Beklagten 1 unter Berück-
sichtigung der Nachdeckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG von Juni 
2000 bis Ende November 2006 (act. I 1; act. II 7), bei der Beklagen 2 in den 
Monaten Juni bis September 1998 sowie durchgehend von Dezember 1998 
bis Juni 2000 (act. II 8, S. 6). Vorausgesetzt für die Leistungspflicht ist 
demnach, dass eine – die Erheblichkeitsschwelle von 20% überschreitende 
(vgl. E. 4.2.1 hiervor) – Arbeitsunfähigkeit bei Beginn der jeweiligen Vor-
sorgeverhältnisse nicht vorbestanden hat oder aber in zeitlicher oder sach-
licher Hinsicht unterbrochen wurde. Zu berücksichtigen ist in diesem Zu-
sammenhang, dass arbeitslose Personen erst seit Inkraftsetzung der Ver-
ordnung über die berufliche Vorsorge von arbeitslosen Personen vom 
3. März 1997 (SR 837.147) am 1. Juli 1997 berufsvorsorgerechtlich versi-
chert sind (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute Bundesgericht] vom 17. Mai 2001, B 56/00, E. 3a). 

5.2 Nachfolgend ist vorab festzustellen, zu welchem Zeitpunkt die rele-
vante Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich eingetreten ist. In 
einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob und gegebenenfalls wann der zeitli-
che oder sachliche Konnex zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der 
später eingetretenen Invalidität unterbrochen wurde. 

5.2.1 Entsprechend den Angaben der Dres. med. E.________ und 
D.________ leidet die Klägerin seit mindestens zehn Jahren resp. seit ih-
rem 17. Lebensjahr an einer progredienten Schwäche der Arme und Hand-
gelenke, welche zunächst lediglich linksseitig bestanden habe (Berichte 
vom 20. und 24. Dezember 2006 sowie vom 30. November 2007; act. II 9 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 14

und 10 sowie act. II BV 3). In Übereinstimmung damit berichtete Dr. med. 
F.________ im Gutachten vom 11. Juli 2008 (act. II 14, S. 4) über eine ar-
beitsrelevante bilaterale iodiopathische Radialislähmung im Ellbogenbe-
reich/Supinatorakal mit Lähmung ab Handgelenksextension bestehend seit 
mehr als acht Jahren. Im Gutachten der MEDAS vom 24. Januar 2010 (act. 
II 37, S. 15 unten) wurde zur Krankheitsentwicklung ausgeführt, dass bei 
der Klägerin im Alter von 17 Jahren eine Schwäche im Bereich der rechten 
Hand aufgetreten sei mit der Folge, dass sie diese nicht mehr habe öffnen 
können. Ein Jahr später sei deshalb in … eine Sehnenverlagerung vorge-
nommen worden. Zwei Jahre nach diesem Eingriff habe die Schwäche im 
rechten Handbereich aber bereits wieder eingesetzt, nun verbunden mit 
Schmerzen im Vorderarmbereich. Seit ungefähr dem Jahr 2000 sei es zu 
einer Zunahme der Schwäche sowie der Schmerzen im Hand- und Vorder-
armbereich gekommen. Weiter seien Schmerzen im Bereich des Oberarms 
und des Schultergürtels hinzugetreten. 

In Anbetracht des dargelegten Krankheitsverlaufs ist mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Klägerin zufolge der ein-
geschränkten Arm- und Handfunktion, welche sich mittlerweile zu einer 
invalidisierenden Neuropathie mit im Vordergrund stehender rechtsbetonter 
Radialislähmung und Parese der Fingerstrecker weiterentwickelt hat, be-
reits im Alter von ca. 17 Jahren zu mindestens 20% arbeitsunfähig war. 
Dafür spricht, dass die 1969 geborene Klägerin ihre Tätigkeit als … in … 
bis ins Jahr 1986, d.h. bis zum 17. Altersjahr ausgeübt hat und in der Folge 
bis zur Einreise in die Schweiz im Jahr 1989 offensichtlich nicht mehr be-
rufstätig war (act. II 7 S. 3 Ziff. 4.1 und S. 4 Ziff. 6.2; vgl. auch die Angaben 
der Klägerin act. II 37.1, S. 7 unten). Zu keiner anderen Beurteilung führen 
die Angaben der MEDAS, welche sich letztlich nur zur Gültigkeit der gut-
achterlich festgelegten Arbeits- und Leistungsfähigkeit per 1. Januar 2008, 
nicht aber zum Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit geäussert hat (act. 
II 37.1, S. 18 Ziff. 7.4). Mangels echtzeitlicher medizinischer Unterlagen zur 
Indikation des noch in … erfolgten operativen Eingriffs in Form einer Seh-
nenverlagerung und den kurze Zeit später erneut aufgetretenen Beein-
trächtigungen sah sich denn auch Dr. med. F.________ nicht in der Lage, 
überzeugende Angaben zum medizinisch begründeten Beginn der Arbeits-
unfähigkeit zu machen (vgl. act. II 14, S. 6 Ziff. 6). Der Beginn der berufs-

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vorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit ist schliesslich auch dem 
Bericht des Dr. med. E.________ vom 30. November 2007 (act. II 10) nicht 
zu entnehmen, äusserte sich dieser zur Arbeitsfähigkeit doch nur insoweit, 
als dies für die invalidenversicherungsrechtliche Leistungsfestsetzung von 
Bedeutung war. 

Als Zwischenergebnis ist somit festzustellen, dass eine unter dem Blick-
winkel von Art. 23 BVG relevante Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahr-
scheinlich bereits im 17. Altersjahr eingetreten war. Es ist somit nachfol-
gend zu prüfen, ob – und falls ja wann – diese Arbeitsunfähigkeit später in 
zeitlicher oder sachlicher Hinsicht unterbrochen worden ist.

5.2.2 Die Klägerin arbeitete von Mai bis Oktober 1997 im H.________ 
und von September bis Dezember 1998 im I.________ als .... In der Zeit 
dazwischen bezog sie Taggelder der Arbeitslosenversicherung (act. II 8, S. 
6). Während diesen beiden Anstellungen hatte die Klägerin ein Pensum 
von 100% inne (act. II 8, S. 6; act. II 37.3, S. 4 Mitte und S. 5 Mitte [mit teil-
weise abweichenden Daten]; act. II 41, S. 3 Ziff. 3.2). Anhaltspunkte dafür, 
dass diese Tätigkeiten lediglich Eingliederungsversuche dargestellt bzw. 
massgeblich auf sozialen Erwägungen der Arbeitgeber beruht hätten, lie-
gen nicht vor (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Vielmehr ist aufgrund der Akten davon 
auszugehen, dass es sich dabei um reguläre Arbeitsverhältnisse gehandelt 
hat. Dafür spricht auch der Umstand, dass die Klägerin ihre Anstellung im 
I.________ letztlich nicht zufolge gesundheitlicher Einschränkungen, son-
dern aus wirtschaftlichen Gründen (Geschäftsaufgabe; act. II 37.3, S. 4 
Mitte) verloren hat. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass 
die Klägerin in der Zeit zwischen Mai 1997 und Dezember 1998 während 
mindestens (bzw. mehr als) drei Monaten wieder eine volle Leistungsfähig-
keit in der Tätigkeit als … erreicht hatte. Dadurch wurde der zeitliche Kon-
nex zwischen der ca. 1986 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit von mindest-
sens 20% und der späteren Invalidität unterbrochen. 

In der Folge blieb die Klägerin bis Juni 2000 arbeitslos. Im Jahr 1999 arbei-
tete sie vorübergehend bei der J.________, dies bei fortbestehender Un-
terstützung durch die Arbeitslosenversicherung und obligatorischer Versi-
cherung durch die Beklagte 2; im Rahmen der besagten Beschäftigung war 
die Klägerin mangels Erwirtschaftung des Mindestjahreseinkommens 

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(vgl. act. II 8, S. 6; aArt. 8 BVG) nicht obligatorisch berufsvorsorgeversi-
chert. Daraufhin absolvierte sie im Jahr 1999 über die regionale Arbeits-
vermittlung (RAV) einen Kurs für … und war in der … der K.________ tätig. 
Zu Beginn des Jahres 2000 absolvierte sie sodann einen Pflegekurs des 
L.________ (act. II 37.3, S. 4 Mitte und S. 5 Mitte). Laut Angaben von 
Dr. med. E.________ erfolgte diese „Umschulung“ zur …, weil die Tätigkeit 
als … infolge der zunehmenden Armschwäche nicht mehr zumutbar gewe-
sen sei (act. II 10, S. 2 oben). Die Beschwerdeführerin gibt an, dieser Kurs 
habe es ihr ermöglicht, eine körperlich weniger anstrengendere, dennoch 
aber gut bezahlte Tätigkeit auszuüben (act. II 1, S. 7). Über das Arbeits-
pensum als … im C.________ ab Juni 2000 finden sich in den Akten wi-
dersprüchliche Angaben, welche von bloss 30 % (Beklagte 1 im Schreiben 
vom 8. September 2009; act. I 2) bis 100 % im Arbeitgeberbericht vom No-
vember 2007 (act. II 7) reichen. Darauf kann schon mit Blick auf den IK-
Auszug (act. II 8 S. 6), in dem für die Jahre 2000 (auf ein Jahr umgerech-
net) bis 2004 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 33‘500.- bis Fr. 37‘500.- 
ausgewiesen wird, nicht abgestellt werden. Mit dem IK-Auszug stimmen 
vielmehr die Angaben der Klägerin anlässlich der Haushaltabklärung vom 
April 2008 überein, wonach sie vor allem als … und an Wochenenden ca. 
40-50 % gearbeitet habe, je nach Arbeitsanfall auch bis zu 60 %. Der An-
stellungsvertrag mit vereinbartem Stundenlohn habe auf 50 % gelautet. 
Aufgrund der wechselnden Anzahl Stunden und der Zulagen habe der 
Lohn relativ stark variiert. Dass es in der Zeit zwischen der letzten Tätigkeit 
als … Ende 1998 und der am 20. Juni 2000 angetretenen Stelle als … im 
C.________ zu einer Verschlechterung im Sinne einer Ausweitung der bis-
lang rechtsseitigen Beeinträchtigungen an Hand und Vorderarm auf den 
oberen Nacken- und Schulterbereich sowie später auf die gesamte obere 
linke Extremität gekommen ist, ergibt sich aus diversen medizinischen Un-
terlagen: So hielt Dr. med. F.________ im Gutachten vom 11. Juli 2008 
fest, dass die arbeitsrelevante Diagnose im Sinne einer bilateralen, idiopa-
thischen Radialislähmung im Ellenbogenbereich mit Lähmung ab Handge-
lenksextension seit mehr als acht Jahren bestehe (act. II 14, S. 4). Wenn 
demgegenüber in der Anamnese von einer Reduktion der Stelle im 
C.________ im Jahr 2000 von 100% auf 40% berichtet wird (act. II 14, S. 
2) kann darauf - wie dargelegt - nicht abgestellt werden (vgl. vorstehend). 
Auch im Gutachten der MEDAS wurde über eine Zunahme der bisherigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 17

Schwäche in der rechten Hand und zu einer Ausweitung der Schmerzen ab 
ca. dem Jahr 2000 berichtet (act. II 37.1, S. 15). Entsprechende Angaben 
sind überdies dem Bericht  des Spitals M.________ vom 5. Dezember 
2008 (act. II 32, S. 7) zu entnehmen. 

Nach dem Dargelegten ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass nach Unterbrechung des zeitlichen Zu-
sammenhangs (was spätestens Ende 1998 aufgrund der Anstellung im 
I.________ der Fall war) während der Arbeitslosigkeit in den Jahren 1999 
bis Mitte 2000 erneut eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% einge-
treten ist (vgl. vorstehend E. 2.4.1) und die Klägerin daraufhin gesundheits-
bedingt nicht mehr in der Lage war, ein 80 % Pensum (oder mehr) auszuü-
ben. 

5.2.3 Insgesamt ist vorliegend davon auszugehen, dass bereits anlässlich 
bzw. vor der Anstellung im C.________ im Juni 2000 eine Arbeitsunfähig-
keit von rund 55% vorlag (vgl. Bericht des Dr. med. E.________ vom 30. 
November 2007; act. II 10, S. 1). Die Klägerin war in der Folge nicht mehr 
in der Lage, ihre Arbeitsfähigkeit auf 100% zu steigern (vgl. auch die ent-
sprechenden Ausführungen der Beklagten 1 in act. I 2). Ein weiterer Unter-
bruch des zeitlichen Konnexes in der Zeit nach Wiedereintritt der relevan-
ten Arbeitsunfähigkeit ist unter diesen Umständen zu verneinen. 

Hinweise für einen Unterbruch der sachlichen Konnexität (vgl. E. 2.4.2 
hiervor) liegen nicht vor; namentlich ist der die mindestens 20%ige Arbeits-
unfähigkeit begründende Gesundheitsschaden (eingetreten während der 
Arbeitslosigkeit 1999 bis Mitte 2000) im Sinne von Schmerzen und Läh-
mungserscheinungen in der gesamten oberen rechten – und später auch 
der linken – Extremität derselbe, der nach Beendigung des Arbeitsverhält-
nisses im C.________ zu einer Invalidität von 55% resp. zur Zusprache 
einer halben Rente der Invalidenversicherung per September 2007 geführt 
hat (vgl. VGE IV/2011/936). 

5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die relevante Arbeitsun-
fähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, während des Bezugs 
von Arbeitslosentaggeldern in der Zeit von Januar 1999 bis Mitte Juni 2000 
eingetreten ist (vgl. E. 5.2.2 hiervor), d.h. zu einer Zeit, als die Klägerin bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 18

der Beklagten 2 berufsvorsorgeversichert war (vgl. E. 2.3 hiervor). Der ge-
naue Zeitpunkt kann offen bleiben, da der Rentenbeginn – unter 
Berücksichtigung der Vorschriften zur Verjährung nach Art. 41 Abs. 2 BVG 
bzw. aArt. 41 Abs. 1 BVG sowie des Zeitpunkts der Klageerhebung am 
14. Februar 2013 (vgl. E. 2.5 vorne) – erst auf Februar 2008 festzusetzen 
ist. Das Verwaltungsgericht hat den Invaliditätsgrad im erwerblichen Be-
reich und damit den Rentenanspruch im invalidenversicherungsrechtlichen 
Verfahren (IV/2011/936) umfassend geprüft und den Invaliditätsgrad (bei 
einem Status als voll Erwerbstätige) auf 55% festgesetzt. Das Reglement 
der Beklagten 2 (in der ab 1. Januar 2005 geltenden Fassung) verweist in 
Art. 14 lit. a. bezüglich des Invaliditätsbegriffs auf denjenigen der Invaliden-
versicherung, so dass vorliegend die IV-rechtliche Invaliditätsbemessung 
auch im Rahmen der beruflichen Vorsorge zu berücksichtigen ist. Dies bei 
freier Prüfung ohne Bindung an die Invalidenversicherung (vgl. vorstehend 
E. 3.2).

Weiter hat die Klägerin in ihrem Rechtsbegehren zwar keinen Verzugszins 
gefordert (vgl. Klage S. 1). Indes gilt der prozessuale Grundsatz „ne ultra 
petita“, wonach das Gericht einer Partei nicht mehr und nicht etwas ande-
res zusprechen darf als sie verlangt hat, in der ursprünglichen Verwaltungs-
rechtspflege im Bereich des Sozialversicherungsrechts nicht (Art. 92 Abs. 3 
VRPG; vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, N. 4 und 7 zu Art. 92). Hinsichtlich des Zeitpunkts der zu ent-
richtenden Verzugszinsen gilt für BVG-Renten die Verzugszinsregelung 
von Art. 105 Abs. 1 OR, wonach Verzugszinsen für Renten ab Betreibung 
oder Klageerhebung geschuldet sind (vgl. BGE 137 V 373 E. 6.6 S. 382). 
Vorliegend hat die Klägerin am 14. Februar 2013 die Klage eingereicht 
(Postaufgabe der Klage). Die Höhe des Verzugszinses entspricht dabei 
dem BVG-Zins (vgl. diesbezüglich Art. 34 des Vorsorgereglements der Be-
klagten 2 in der hier anwendbaren Fassung mit Gültigkeit ab Januar 2013; 
Akten der Beklagten 2 [act. IIA] 2). Dementsprechend sind auf den fällig 
gewordenen Rentenbetreffnissen ab jeweiligem Fälligkeitstermin 
Verzugszins zu bezahlen. 

Nach dem Gesagten ist die Klage gegen die Beklagte 2 gutzuheissen, 
wohingegen die Klage gegen die Beklagte 1 abzuweisen ist. Die Beklagte 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 19

hat der Klägerin eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 55 % 
auszurichten, zuzüglich der vorstehend erwähnten Verzusgzinsen. Die Ak-
ten gehen zur Festsetzung der Rentenhöhe an die Beklagte 2. Dies ist trotz 
des in der beruflichen Vorsorge geltenden Klageverfahrens zulässig 
(BGE 129 V 450 S. 453 E. 3.4 und E. 3.5), nachdem die Klägerin lediglich 
die Feststellung der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung beantragt hat 
und sich die Rentenbetreffnisse aufgrund der von der Beklagten 2 einge-
reichten Unterlagen nicht beziffern lassen. Das angerufene Gericht hat un-
ter diesen Umständen vorliegend nicht über die Höhe des Anspruchs zu 
befinden. 

6.

6.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG keine 
zu erheben.

6.2 Die nicht anwaltlich vertretene – gegenüber der Beklagten 2 obsie-
gende – Klägerin hat nach konstanter Praxis trotz ihres Obsiegens keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung, da der Aufwand zur Wahrung ihrer 
Interessen den Rahmen dessen nicht überschreitet, was der Einzelne übli-
cher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen 
Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

6.3 Der in den meisten Sozialversicherungszweigen und im letztinstanz-
lichen Verfahren geltende Grundsatz, wonach der obsiegende Sozialversi-
cherungsträger keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, ist auch 
im erstinstanzlichen Verfahren der beruflichen Vorsorge anzuwenden 
(BGE 126 V 143 E. 4b S. 150). Der obsiegenden Beklagten 1 steht als So-
zialversicherungsträgerin kein Anspruch auf eine Parteientschädigung zu.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, BV/13/123, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung des Eventualbegehrens der Klage vom 14. Februar 
2013 wird die Beklagte 2 verurteilt, der Klägerin ab Februar 2008 eine 
Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 55%, auszu-
richten. Die nachzuzahlenden Rentenbetreffnisse sind seit dem 14. Fe-
bruar 2013 ab dem jeweiligen Fälligkeitstermin zu verzinsen. 

2. Die Akten gehen an die Beklagte 2 zur betragsmässigen Festsetzung 
der Rente.

3. Die Klage gegen die Beklagte 1 wird abgewiesen.

4. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beklagten 1
- Stiftung Auffangeinrichtung BVG
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, 

Postfach, 3000 Bern 14

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.