# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7453f69a-9c61-523f-8521-6f30bd216058
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 09.12.2014 S 2014 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-88_2014-12-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 88

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser 

und Vizepräsident Priuli, Aktuarin ad hoc Parolini

URTEIL
vom 9. Dezember 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andrea Tarnutzer-Muench, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ war im massgeblichen Zeitpunkt als Teamleiter bei E._____ 

angestellt und im Zusammenhang mit diesem Arbeitsverhältnis 

obligatorisch bei der B._____ gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 8. 

November 2013 renkte sich A._____ am 6. November 2013, kurz nach 

Mitternacht, durch eine ruckartige Bewegung im Schlaf die linke Schulter 

aus. Er wurde notfallmässig im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert. 

Der gleichentags konsultierte Arzt Dr. med. C._____ diagnostizierte eine 

rezidivierende vordere Schulterluxation links nach geschlossener 

Schulterreposition in Kurznarkose und schrieb A._____ für die Zeit vom 

6.-13. November 2013 zu 100 % und ab dem 13. November 2013 

teilweise arbeitsunfähig, ab dem 18. November 2013 sollte seiner 

Einschätzung nach die Arbeitsaufnahme möglich sein. Am 15. November 

2013 wurden ein MRI der linken Schulter und eine Gado-

Schulterarthroskopie links durchgeführt.

2. Der Arzt der Medgate-SMO (Versicherungsmedizin), Dr. med. D._____, 

führte in seinem Bericht vom 24. Dezember 2013 aus, diese 8. [recte: 7.] 

Schulterluxation sei nur möglich gewesen, weil bei den früheren 

Luxationen die Bänder gedehnt und/oder zerrissen worden seien. Den 

Hauptanteil am Vorfall, den er nicht als Unfall beurteilte, sah er in der 

ersten Luxation im Jahre 1995 [recte: 1993]. Alle folgenden hätten den 

Schaden vergrössert. Es bestehe möglicherweise eine Instabilität, die 

operativ behandelt werden müsse. Die Operation sei nicht kausal mit der 

aktuellen Schulterluxation.

3. Die B._____ erliess am 6. Mai 2014 eine Verfügung, mit der sie ihre 

Leistungspflicht mangels Vorliegens eines Unfalls oder einer 

unfallähnlichen Körperschädigung verneinte. Dagegen erhoben sowohl 

A._____ am 12. Mai 2014 wie auch dessen Krankenkasse am 16./28. Mai 

2014 Einsprache. Diese wurden mit Einspracheentscheid der B._____ 

vom 6. Juni 2014 abgewiesen.

- 3 -

4. Gegen den Einspracheentscheid reichte A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 4. Juli 2014 beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden Beschwerde ein. Er stellte folgendes Rechtsbegehren:

„1. Der Einsprache-Entscheid der B._____ vom 06.06.2014 sei 
aufzuheben.

2. Meine vorliegend erhobene Beschwerde sei gutzuheissen.
3. Die B._____ sei zur Übernahme aller gesetzlichen Leistungen der 

Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
06.11.2013 zu verpflichten.

4. Keine Kostenfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers.“

Im Wesentlichen führte der Beschwerdeführer aus, der Unfallbegriff sei 

erfüllt, zumal die Schulterluxation auf eine unnatürliche ruckartige 

Bewegung mit erhöhtem Kraftaufwand zurückgeführt werden könne. 

Eventuell liege eine unfallähnliche Körperschädigung vor.

5. Mit Vernehmlassung vom 22. August 2014 beantragte die B._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei, soweit darauf 

eingetreten werde, vollumfänglich abzuweisen und der 

Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 sowie die Verfügung vom 6. Mai 

2014 seien zu bestätigen. Ihrer Ansicht nach könne nicht von einem 

Unfall gesprochen werden, weil der Vorfall nicht durch eine 

ungewöhnliche äussere Einwirkung auf den Körper erfolgt sei. Auch eine 

unfallähnliche Körperschädigung sei zu verneinen.

6. Mit Replik vom 3. September 2014 bestätigte der Beschwerdeführer sein 

Rechtsbegehren und bekräftigte die in der Beschwerde dazu dargelegte 

Begründung. Mit Duplik vom 16. September 2014 hielt die 

Beschwerdegegnerin an ihrem Rechtsbegehren und ihrer Begründung 

fest.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

- 4 -

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

kann gegen Einspracheentscheide innerhalb von 30 Tagen (Art. 60 Abs. 1 

ATSG) Beschwerde beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons 

erhoben werden, in dem die versicherte Person zur Zeit der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend ist der Wohnsitz 

des Beschwerdeführers in Graubünden, weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Der Einspracheentscheid 

vom 6. Juni 2014, mit dem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des 

heutigen Beschwerdeführers abgewiesen hat, stellt demnach ein 

taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht dar. Als Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und er weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf 

die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten.

b) Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 

(Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 5, Akten der Beschwerdegegnerin 

[Bg-act.] 26). Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht im Zusammenhang mit der Schulterluxation des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Dabei ist umstritten, ob es sich 

beim Ereignis vom 6. November 2013 um einen Unfall gemäss Art. 4 

ATSG handelt oder nicht bzw. ob sich der Beschwerdeführer dabei eine 

- 5 -

unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 der Verordnung 

über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) zugezogen hat oder nicht.

2. a) Der Beschwerdeführer rügt in der Beschwerde vom 4. Juli 2014, ihm sei 

weder die Person von Dr. med. D._____ noch der von diesem verfasste 

Bericht bekannt bzw. zur Kenntnis gebracht worden. Sinngemäss macht 

er damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend.

Die Beschwerdegegnerin bestreitet nicht, dass eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs vorliege, erachtet diese jedoch als nicht 

schwerwiegend, weshalb sie im Rahmen des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens geheilt werden könne.

b) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 42 

ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das Recht auf 

Akteneinsicht gehört zum Kerngehalt des Gehörsanspruchs (UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, Zürich 2009, Art. 42 N. 12). Dies setzt voraus, dass 

die Beteiligten über den Beizug neuer entscheidwesentlicher Akten 

informiert werden, welche diese nicht kennen und auch nicht kennen 

können (UELI KIESER, a.a.O., Art. 42 N. 12 und Art. 47 N. 20 mit 

Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders 

schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 133 I 201 E.2.2, 127 V 431 E.3d).

c) Vorliegend hatte der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 

keine Kenntnis vom Bericht des von der Beschwerdegegnerin 

konsultierten Versicherungsarztes, Dr. med. D._____, vom 24. Dezember 

2013. Dies stellt grundsätzlich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

dar. Allerdings ist diese als nicht besonders schwerwiegend anzusehen, 

stellte doch einerseits die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

- 6 -

Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 nicht direkt auf diesen Bericht ab, 

sondern gab die Ausführungen des Versicherungsmediziners lediglich im 

Sachverhalt wieder (Bf-act. 5, Bg-act. 26, Ziff. I.5). Andererseits hatte der 

Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden die von ihm auch genutzte (vgl. Replik vom 3. 

September 2014, S. 1) Möglichkeit, in die Akten der Beschwerdegegnerin 

und somit auch in den Bericht von Dr. med. D._____ (Bg-act. 9, 12) 

Einsicht zu nehmen und sich im Rahmen des doppelten 

Schriftenwechsels dazu zu äussern. Da das Verwaltungsgericht 

vorliegend mit voller Kognition entscheidet, ist der Verfahrensmangel als 

geheilt zu betrachten. Im Übrigen würde eine Rückweisung der 

Angelegenheit an die Vorinstanz zu einem formalistischem Leerlauf und 

unnötiger Verzögerung des Verfahrens führen.

3. a) Ferner rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der Abklärungspflicht 
seitens der Beschwerdegegnerin, weil diese ihn weder persönlich noch 

telefonisch näher zum Unfallereignis befragt habe.

Die Beschwerdegegnerin verwies in diesem Zusammenhang auf Art. 45 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und 

Art. 53 UVV, verneinte eine Pflicht zur persönlichen Befragung des 

Versicherten und stellte sich auf den Standpunkt, dass sie ihrer Pflicht, 

den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig zu erheben, 

mittels Unfallmeldung und Fragebogen rechtsgenüglich nachgekommen 

sei.

b) Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die 

Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor 

und holt die erforderlichen Auskünfte ein; mündlich erteilte Auskünfte sind 

schriftlich festzuhalten. Art. 45 UVG enthält die Verpflichtung des 

versicherten Arbeitnehmers, dem Arbeitgeber oder dem Versicherer den 

Unfall, der eine ärztliche Behandlung erfordert oder eine 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, unverzüglich zu melden (Abs. 1). Der 

- 7 -

Arbeitgeber ist seinerseits verpflichtet, dem Versicherer unverzüglich 

Mitteilung zu machen, sobald er erfährt, dass ein Versicherter seines 

Betriebes einen Unfall erlitten hat, der eine ärztliche Behandlung erfordert 

(…) (Abs. 2). Art. 53 UVV spezifiziert diese Meldepflicht u.a. auch mit der 

Regelung über die Abgabe entsprechender Schadenmeldungsformulare 

seitens des Unfallversicherers. Aus dem Zusammenspiel zwischen 

Abklärungspflicht des Unfallversicherers und Mitwirkungspflicht der 

versicherten Person ergibt sich, dass die versicherte Person dem 

Unfallversicherer all jene Umstände anzugeben hat, die für die 

Beurteilung des Falles von Bedeutung sind, und dass der 

Unfallversicherer nachzufragen und Unklarheiten nachzugehen hat, wenn 

die Angaben der versicherten Person unklar oder für die Beurteilung der 

Leistungsansprüche unzureichend sind (Urteile des Bundesgerichts U 

505/05 vom 19. September 2006 E.2.1 und U 64/02 vom 26. Februar 

2004 E.2.2.3). Der Unfallversicherer ist somit, abgesehen bei Vorliegen 

von Unklarheiten, nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu 

seinen Erhebungen zur weiteren Substantiierung des Geschehnisses 

aufzufordern (Urteil des Bundesgerichts U 505/05 E.2.1 mit Hinweisen). 

Damit ist er auch nicht grundsätzlich verpflichtet, die versicherte Person 

persönlich zu befragen, wenn auch nicht auszuschliessen ist, dass eine 

solche in einem konkreten Fall zweckmässig sein kann.

Im vorliegenden Fall liegen die Schadenmeldung vom 8. November 2013 

(Bg-act. 1) und der vom Beschwerdeführer am 23. Dezember 2013 

ausgefüllte Fragebogen (Bg-act. 10) vor. Im Fragebogen der 

Beschwerdegegnerin wurde nach einer detaillierten Schilderung des 

Geschehenen (Ursache, Hergang, Ablauf) gefragt, worauf der 

Beschwerdeführer schrieb: „Im Schlaf die linke Schulter ausgekugelt. 

Vermutlich ruckartige Bewegung im Traum.“ Diese Ausführungen sind, 

wenn auch nicht ausführlich, so doch klar und verständlich. Angesichts 

dieser Beschreibung, die mit der Beschreibung in der Schadenmeldung 

vom 8. November 2013 übereinstimmt („Beim Schlafen durch ruckartige 

- 8 -

Bewegung li. Schulter ausgerenkt“; Bg-act. 1), ist nicht ersichtlich, 

weshalb die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen hätte vornehmen, 

mithin sogar eine telefonische Befragung hätte durchführen sollen. 

Unklarheiten zum Unfallhergang, denen weiter hätte nachgegangen 

werden müssen, gehen daraus nicht hervor. Die Beschwerdegegnerin hat 

die relevanten tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogen, - in dem 

eine detaillierte Schilderung verlangt wurde -, erhoben, womit sie ihrer 

Pflicht zur richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts nachgekommen ist (Untersuchungsgrundsatz; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts U 64/02 vom 26. Februar 2004 E.2.2.3 mit Hinweis auf 

BGE 125 V 195 E.2). Eine Verletzung der Abklärungspflicht liegt nicht vor.

4. a) Den Unfallversicherer trifft eine Leistungspflicht, wenn ein Berufsunfall, 

ein Nichtberufsunfall oder eine Berufskrankheit vorliegt (Art. 6 Abs. 1 

UVG). Ein Unfall ist gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat.

Dabei bezieht sich die Ungewöhnlichkeit auf den Faktor selbst und nicht 

auf dessen Wirkungen auf den menschlichen Körper, womit für die 

Prüfung der Ungewöhnlichkeit nicht relevant ist, ob der äussere Faktor 

allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zieht (RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Zürich 2012, Art. 6, S. 31). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er 

den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen 

überschreitet, was grundsätzlich nach objektiven Gesichtspunkten zu 

beurteilen ist (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 31, mit Hinweis auf 

BGE 134 V 72 E.4.3.1). Der äussere Faktor ist zentrales 

Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegenstück 

- 9 -

zur - den Krankheitsbegriff konstituierenden - inneren Ursache (BGE 134 

V 72 E.4.1.1). Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen 

Vorgang zum einmaligen Vorfall (BGE 134 V 72 E.4.1.1 mit Hinweis auf 

EVGE 1944 S. 103 E.2). Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen 

resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursache einer 

Gesundheitsschädigung (BGE 134 V 72 E.4.1.1). Liegt der Grund somit 

allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben, woran die blosse 

Auslösung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts 

ändert (BGE 134 V 72 E.4.1.1). Unfall setzt begrifflich voraus, dass das 

exogene Element so ungewöhnlich ist, dass eine endogene 

Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 E.4.1.1).

Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre 

und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen 

(RUMO-Jungo, a.a.O., Art. 6, S. 40; BGE 130 V 117 E.2.1 mit Hinweis auf 

RKUV 2000 Nr. U 368, S. 100, E.2.d; MAURER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 176 f.). Bei Körperbewegungen 

gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung 

lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand 

den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam 

"programmwidrig" beeinflusst hat (BGE 130 V 117 E.2.1). Bei einer 

solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor 

zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und 

Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein 

ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E.2.1 mit Hinweisen).

b) Art. 6 Abs. 2 UVG sieht ferner vor, dass der Bundesrat auch 

Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die 

Versicherung einbeziehen kann. Von dieser Kompetenz hat der 

Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und verschiedene 

Körperschädigungen auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den 

Unfällen gleichgestellt. Dazu zählen unter anderem auch Verrenkungen 

- 10 -

von Gelenken (lit. b), zu der auch die Schulterluxation zu zählen ist. Diese 

Liste ist abschliessend (BGE 116 V 147 E.2.b).

Bei unfallähnlichen Körperschädigungen müssen zur Begründung der 

Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der 

Ungewöhnlichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt 

sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des 

äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, 

objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls. Die 

schädigende äussere Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung 

bestehen (zum Ganzen: RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 80, mit 

Hinweisen auf BGE 129 V 466 E.2.2 und E.4.1).

Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigen-

der) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb dieser nicht gegeben 

ist, wenn die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten von 

Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 80, mit Hinweis auf BGE 129 V 466 

E.4.2.1). Nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden 

Faktors auch, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer 

blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu 

beschreiben in der Lage ist. Vielmehr ist gemäss Rechtsprechung für die 

Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend 

einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses 

gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn 

die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer 

allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa 

für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit 

erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die 

in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch 

normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, 

insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen 

- 11 -

einschiessende Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 

Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer 

alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hierzu ein davon 

unterscheidbares äusseres Moment hineinspielt. Die physiologische 

Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und 

Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht 

ungewöhnliches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der 

Körperteile gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen muss. 

Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demzufolge ein 

gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein 

gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur 

Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung 

führenden Faktors (zum Ganzen: RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, 

S. 80 f., mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E.4.2.2 und E.4.3).

c) Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom 

Leistungsansprecher glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue 

oder widersprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis nicht (RKUV 

1990 Nr. U 86, S. 50; BGE 103 V 175 E.a; Urteil des Bundesgerichts 

8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1). Zur Glaubhaftmachung eines 

Unfalls genügt es sodann nicht, einen Gesundheitsschaden 

nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis zurückgehen 

könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, 

genaue und wenn möglich ins Detail gehende Daten namhaft gemacht 

werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich 

über die Tatumstände ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise 

abzuklären (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 29). Unter Umständen 

kann zwar der medizinische Befund einen Beweis dafür bilden, dass eine 

Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung, also auf ein 

Unfallereignis, zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis eines Unfalls 

lässt sich aber selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese 

- 12 -

dienen aber mitunter als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen 

eines Unfalls (zum Ganzen: BGE 134 V 72 E.4.3.2.2 mit Hinweisen).

Im Streitfall obliegt es dem Gericht, zu beurteilen, ob die Elemente eines 

Unfalls erfüllt sind; zu diesem Zwecke hat es den Sachverhalt von Amtes 

wegen zu untersuchen, kann aber die Mitwirkung der Parteien 

beanspruchen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 29; BGE 116 V 

136 E.4b, BGE 114 V 298 E.6b). Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als 

bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (BGE 

138 V 218 E.6). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen; die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht (BGE 138 V 218 E.6). Das Gericht hat jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 

E.6 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 29, mit 

Hinweisen). Wird also das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht 

wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen 

zu gelten, was sich zu Lasten des Leistungsansprechers auswirkt (RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 29; BGE 116 V 136 E.4b, BGE 114 V 

298 E.5b). Diese Grundsätze gelten auch bezüglich des Nachweises 

unfallähnlicher Körperschädigungen (BGE 114 V 298 E.5b).

Die Parteien tragen somit in der Regel eine Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte. Diese Beweisregel greift jedoch erst Platz, wenn es sich 

als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

- 13 -

entsprechen (RKUV 2003 Nr. U 485, S. 259 f., 1990 Nr. U 86, S. 50, 1986 

Nr. U 9, S. 347 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 29).

Angaben im Einsprache- und Beschwerdeverfahren können von 

Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusst sein, weshalb den 

spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ in der Schadensmeldung meist 

grösseres Gewicht beizumessen ist, weil sie unbefangener und 

zuverlässiger erscheinen als spätere Darstellungen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1; BGE 121 V 45 E.2a 

mit Hinweisen). Diese Beweismaxime ist dann heranzuziehen, wenn sich 

die Angaben des Versicherten über den Unfallhergang widersprechen.

5. a) Vorliegend ist unbestritten und ausgewiesen, dass sich der 

Beschwerdeführer in der Nacht vom 6. November 2013 im Schlaf (erneut) 

die linke Schulter auskugelte und dass diese noch am gleichen Tag im 

Kantonsspital Graubünden eingerenkt wurde (Bg-act. 6). Ebenfalls 

aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer zuvor in den Jahren 1993 bis 

2008 insgesamt sechs Schulterluxationen links erlitten hatte (Bg-act. 4, 

Replik S. 4) und es sich demnach vorliegend um die 7. Schulterluxation 

(und nicht um die 8., wie Dr. med. D._____ angab) handelt. Strittig ist, wie 

es am 6. November 2013 zur erneuten Schulterluxation links kam.

In der Schadenmeldung vom 8. November 2013 (Bg-act. 1), im 

Arztbericht von Dr. med. C._____ vom 19. November 2013 (Bg-act. 2) 

sowie im Arztzeugnis des Kantonsspital Graubünden vom 18. November 

2013 (Bg-act. 6) wird die Luxation der linken Schulter des 

Beschwerdeführers auf eine im Schlaf erfolgte ruckartige Bewegung 

zurückgeführt. In dem vom Beschwerdeführer am 23. Dezember 2013 

handschriftlich ausgefüllten Fragebogen (Bg-act. 10) relativierte er diese 

Aussage, indem er angab, er habe „vermutlich“ eine „ruckartige 

Bewegung im Traum“ gemacht. Erst nachdem die Beschwerdegegnerin in 

der Verfügung vom 6. Mai 2014 (Bg-act. 20) sowie im 

- 14 -

Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 (Bf-act. 5, Bg-act. 26) ausgeführt 

hatte, die Schilderungen des Versicherten enthalte nichts 

Aussergewöhnliches, Bewegungen im Schlaf seien normal, könnten nicht 

bewusst gesteuert werden, weshalb sie keinen äusseren und 

ungewöhnlichen Faktor darstellten, und ihnen wohne auch kein 

gesteigertes Schädigungspotenzial inne, weitete der Beschwerdeführer 

seine Beschreibung aus. In der Einsprache vom 12. Mai 2014 (Bf-act. 4, 

Bg-act. 21) sowie in der Beschwerde vom 4. Juli 2014 beschrieb er, dass 

er sich - genau (vgl. Beschwerde) - erinnern könne, in jener Nacht etwas 

Furchtbares geträumt zu haben und im Traum dermassen erschrocken zu 

sein, dass es zur besagten ruckartigen Bewegung, - die in der 

Beschwerde zur unnatürlichen, ruckartigen Bewegung wird, - gekommen 

sei. Wenn im Fragebogen der Beschwerdegegnerin ausdrücklich nach 

einem detaillierten Bild von Ursache, Hergang und Ablauf gefragt wird 

(„Beschreiben Sie das Geschehen bitte genau, sodass wir uns ein 

detailliertes Bild über Ursache, Hergang und Ablauf der vorliegenden 

Beschwerden machen können“ [Bg-act. 10]) und im Begleitschreiben 

dazu gebeten wird, die Fragen sorgfältig zu beantworten, nötigenfalls 

auch unter Benützung der Rückseite (Bg-act. 11), ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer dort lediglich zwei 

stichwortartige Sätze aufführte und weitere Sachverhaltselemente wie 

den angeblich furchtbaren Traum und seine Reaktion darauf, nämlich 

nebst der ruckartigen, auch eine unnatürliche Bewegung nicht erwähnte. 

Es ist unverständlich, dass er die angeblich unnatürliche Bewegung und 

den angeblich furchtbaren, Schrecken auslösenden Traum nicht schon 

früher, bereits in der anfänglichen Hergangsschilderung gegenüber den 

behandelnden Ärzten und in der Schadenmeldung angegeben hat. Dies 

gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer sich offenbar „genau“ (vgl. 

Beschwerde) daran erinnert. Immerhin ist davon auszugehen ist, dass 

solch wesentliche Umstände wie ein "furchtbarer Traum" und eine 

„unnatürliche Bewegung“ nicht vergessen gehen und diese daher bei der 

Schadenmeldung, sicher aber auf konkrete Nachfrage hin bei der 

- 15 -

Hergangsschilderung beschrieben werden. Die späteren Darstellungen in 

der Einsprache und in der Beschwerde sind daher als von - bewusst oder 

unbewusst - versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst 

anzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 

E.5.1 mit weiteren Hinweisen). Dies zeigt sich auch darin, dass in der 

Einsprache aufgeführt ist, die Schulter habe sich bisher noch nie von 

alleine ausgekugelt, und in der Beschwerde angefügt wird, die Luxation 

könne unmöglich durch eine normale Körperbewegung geschehen sein, 

sondern müsse auf eine „unnatürliche Bewegung mit erhöhtem 

Kraftaufwand durch eine Handlung oder eines [recte: einen] 

Handlungsablaufe[s] mit gesteigertem Gefährdungspotential“ 

zurückgeführt werden. Die spätere Beschreibung des Hergangs durch 

den Beschwerdeführer enthält versicherungsspezifische Formulierungen, 

sie erscheint damit nicht mehr unbefangen und zuverlässig. Auf diese 

späteren Schilderungen in Einsprache und Beschwerde des 

Beschwerdeführers kann somit nicht abgestellt werden.

Ist also von der Darstellung in der Schadenmeldung vom 8. November 

2013 (Bg-act. 1) und im Fragebogen vom 23. Dezember 2013 (Bg-act. 1) 

auszugehen, die sich mit dem Beschrieb im Arztzeugnis vom 18. 

November 2013 des Kantonsspitals Graubünden deckt (Bg-act. 6), muss 

vorliegend ein Unfall im Sinne von Art. 6 ATSG verneint werden. Im 

konkreten Ablauf des Ereignisses - ruckartige Bewegung im Schlaf -, der 

durch den im Fragebogen beigefügten Zusatz „vermutlich“ auch noch 

relativiert wird, liegt kein äusserer Umstand, der den natürlichen Ablauf 

der Körperbewegung "programmwidrig" gestört hätte. Die 

Voraussetzungen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors - in Form einer 

unkoordinierten Bewegung - sind somit nicht gegeben und der 

Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG ist nicht erfüllt.

b) Liegt kein Unfall im Rechtsinne vor, ist weiter zu prüfen, ob bei der 

fraglichen Schulterluxation der Tatbestand der unfallähnlichen 

- 16 -

Körperschädigung zu bejahen ist oder nicht. Die erlittene Schulterluxation 

ist unbestrittenerweise eine Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. b 

UVV. Zu prüfen ist, ob ein unfallähnliches Ereignis nämlich ein ausserhalb 

des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger Vorfall zu dieser 

Körperschädigung geführt hat oder nicht.

Die fragliche Schulterluxation ist bereits das siebte Ereignis dieser Art 

(vgl. insbesondere Angaben in Bg-act. 10, S. 2). Dies bedeutet, dass die 

linke Schulter des Beschwerdeführers vorgeschädigt war, dass ein 

gewisser krankhafter bzw. degenerativer Vorzustand bereits vor dem 

Vorfall vom 6. November 2013 bestanden haben musste (vgl. Bg-act. 9, 

12.2). Dies allein reicht jedoch nicht aus, um das Vorliegen einer 

unfallähnlichen Körperschädigung grundsätzlich zu verneinen und eine 

krankheitsbedingte Ursache anzunehmen.

Allerdings fehlen vorliegend die Voraussetzungen für die Annahme eines 

unfallähnlichen Vorgangs nach Art. 9 Abs. 2 UVV. In den Schilderungen 

des Beschwerdeführers sind keinerlei Anhaltspunkte für das Vorliegen 

eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren 

sinnfälligen Vorfalls zu sehen. Auch erfolgte nichts im Sinne einer 

„Tätigkeit" im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage. 

Entgegen der Konstellation im Urteil des Bundesgerichts 8C_445/2012 

vom 9. Oktober 2012 ereignete sich in der Nacht vom 6. November 2013 

während des Schlafs nichts, das - mindestens im Sinne eines 

Auslösungsfaktors - als sinnfällig bezeichnet werden könnte. In jenem 

Urteil ergab sich die fragliche Schulterluxation ebenfalls im Schlaf, jedoch 

eben gerade nicht unter normalen Bedingungen. Vielmehr hatte in jenem 

Fall der Beschwerdeführer glaubhaft dargelegt, dass er - als ehemaliger 

Kunstturner - im Traum seiner kleinen Tochter habe zeigen wollen, wie 

man einen Flickflack mache. Vermutlich habe er eine heftige Bewegung 

mit den Armen nach hinten gemacht, genau wie beim Flickflack, und sei 

an der Bettdecke hängen geblieben, deren Seidenanzug zu gross sei. 

- 17 -

Darauf habe er sich die Schulter ausgerenkt (...) (Urteil 8C_445/2012 vom 

9. Oktober 2012 E.3). Das Bundesgericht beurteilte in jenem Fall das 

seitens der versicherten Person detailliert und ausführlich beschriebene 

Geschehen als glaubhaft und stellte fest, dass dem Vorfall eine 

besondere Sinnfälligkeit nicht abgesprochen werden könne. Im 

vorliegenden Fall fehlt ein solches sinnfälliges Ereignis offensichtlich. Der 

Beschwerdeführer sprach von einer ruckartigen Bewegung bzw. 

vermutete eine solche gar nur. Im Schlaf ausgeführte Bewegungen sind 

normal und alltäglich, dabei können mitunter auch heftige oder ruckartige 

Bewegungen vorkommen. Der Umstand, dass in diesem Zustand eine 

bewusste Steuerung bzw. die Kontrolle und Koordination des Körpers 

nicht möglich sind (vgl. auch Urteil 8C_445/2012 vom 9. Oktober 2012 

E.4), ist ebenfalls normal, kann aber nicht bedeuten, dass dem Schlaf 

grundsätzlich und jederzeit ein erhebliches Schädigungspotential 

innewohnt. Es bedarf eines weiteren, sich von dieser alltäglichen 

Lebensvorrichtung unterscheidbaren äusseren Moments, um einen 

unfallähnlichen Vorfall bejahen zu können. Dass die vom 

Beschwerdeführer behauptete (vermutlich) ruckartige Bewegung eine 

mehr als physiologisch normale und psychologisch beherrschte 

Beanspruchung des Körpers darstellen soll, ist nicht ersichtlich. Auf eine 

unnatürliche Bewegung mit erhöhtem Kraftaufwand beruft sich der 

Beschwerdeführer erst in den Rechtsschriften, weshalb, wie oben 

ausgeführt, diese Aussage nicht glaubhaft ist und darauf nicht abgestellt 

werden kann. Dabei ist auch nicht relevant, dass, wie der 

Beschwerdeführer geltend macht, sein Arm bzw. die linke Schulter im 

Zusammenhang mit den bisherigen Luxationen immer nach unten hing, 

währenddem der Arm im vorliegenden Fall seitlich im rechten Winkel zum 

Körper abgestanden sei. Daraus kann im Hinblick auf ein sinnfälliges 

Ereignis nichts abgeleitet werden. Nichts anderes geht aus dem 

Arztzeugnis von Dr. med. C._____ vom 3. Juli 2014 hervor (Bf-act. 1 

Replik). Die Beurteilung der Frage, ob ein unfallähnliches Ereignis vorliegt 

- 18 -

oder nicht, ist im Übrigen eine Rechtsfrage und nicht eine vom Arzt zu 

beantwortende medizinische Frage.

c) Der Beschwerdeführer beanstandet schliesslich die Beurteilung von Dr. 

med. D._____ (Bg-act. 9 und 12.2). Dieser führte eine Aktenbeurteilung 

durch, indem er insbesondere das, allerdings aufgrund technischer 

Probleme in seiner Aussagekraft eingeschränkte MRI vom 15. November 

2013 (Bg-act. 8) erwähnte. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht 

ausführt, ist davon auszugehen, dass ihm die Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers zur Verfügung stand. Dass er die Akten zu den 

früheren Ereignissen nicht studiert haben soll und dass er von einer 

vermutlich operativ zu behandelnden Instabilität der Schulter sprach, wie 

der Beschwerdeführer rügt, ist vorliegend nicht massgebend, ging es 

doch um die Abgabe einer versicherungsmedizinischen Beurteilung der 

Schulterluxation vom 6. November 2013 und nicht um die Abgabe eines 

umfassenden medizinischen Berichts zum Ursprungsschaden oder eines 

Behandlungsvorschlages. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

kann auch einem reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommen, 

sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 

ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht (Urteil 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2 

mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, das die 

medizinische Einschätzung von Dr. med. D._____ ernsthaft in Frage 

stellte. Insbesondere ist auch unerheblich, dass dieser von der achten 

Luxation sprach, obwohl es (erst) die siebte war. Tatsache ist, dass der 

Beschwerdeführer in den Jahren davor (seit 1993 [und nicht 1995]) 

bereits mehrere Schulterluxationen erlitten hatte. Aus diesem Grund ist 

die Aussage von Dr. med. D._____, dies sei nur möglich gewesen, „da 

bei den früheren Luxationen Bänder etc. gedehnt und oder zerrissen 

wurden“, weil also ein Ursprungsschaden bestand, nachvollziehbar und 

naheliegend. Jedenfalls ist auch aus dem vom Beschwerdeführer ins 

Recht gelegten Schreiben von Dr. med. C._____ vom 3. Juli 2014 (Bf-act. 

- 19 -

1 Replik) nichts Gegenteiliges, insbesondere auch keine andere 

Einschätzung zu entnehmen. Angesichts der medizinischen 

Vorgeschichte des Beschwerdeführers und des feststehenden 

medizinischen Sachverhalts sind die Beurteilung von Dr. med. D._____ 

(Bg-act. 9 und 12.2) und auch der Umstand, dass diese in einem 

Aktengutachten, ohne Befragung und Untersuchung des 

Beschwerdeführers erging, nicht zu beanstanden.

d) Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die 

Schulterluxation links vom 6. November 2013 weder als Unfall im Sinne 

von Art. 4 ATSG noch als unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von 

Art. 9 Abs. 2 UVV zu qualifizieren ist. Folglich ist die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin aus diesem Ereignis zu verneinen. Der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 erweist sich als 

rechtens, die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]