# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b78fb876-ed32-5686-b57d-1799c6a86f55
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.07.2010 S 2010 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-26_2010-07-01.pdf

## Full Text

S 10 26

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 1. Juli 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren am 2. Dezember 1965, ist portugiesische Staatsangehörige, 

verheiratet und Mutter einer dreizehnjährigen Tochter. Seit Dezember 1990 

lebt die Versicherte in der Schweiz und arbeitete seit dem Jahr 2001 bis zum 

16. September 2008 als Zimmerfrau in ... 

2. Die Versicherte steht seit dem 16. September 2008 wegen 

Rückenbeschwerden, die nach einer ruckartigen Bewegung bei ihrer Tätigkeit 

als Zimmerfrau aufgetreten waren, in ärztlicher Behandlung. Der behandelnde 

Hausarzt Dr. med. … attestierte ihr aufgrund dieser Schmerzen seit dem 17. 

September 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. In der Folge bezog die 

Versicherte ab dem 17. Oktober 2008 Versicherungsleistungen ihrer 

Krankentaggeldversicherung.

3. Am 27. März 2009 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden zum Bezug von IV-Leistungen an. 

4. Der Hausarzt sowie die Krankentaggeldversicherung überwiesen die 

Versicherte in gegenseitiger Absprache in die Klinik … zu einer 

interdisziplinären Schmerzsprechstunde, welche am 16. April 2009 stattfand. 

Anlässlich dieser interdisziplinären Schmerzsprechstunde wurde die 

Versicherte rheumatologisch, neurologisch und psychosomatisch untersucht. 

Zudem wurden ergonomische Basistests zur arbeitsbezogenen körperlichen 

Leistungsfähigkeit gemacht. Die IV-Stelle tätigte in der Folge ebenfalls diverse 

Abklärungen und bot die Versicherte mit Schreiben vom 5. Mai 2009 zu einem 

Besprechungstermin unter anderem mit dem regionalärztlichen Dienst (RAD) 

auf. Anlässlich dieser Besprechung am 12. Mai 2009 wurde die Versicherte 

von Dr. med. … untersucht. 

5. Nachdem die Versicherte von der Möglichkeit sich im Vorbescheidverfahren 

zur vorgesehenen Verfügung zu äussern keinen Gebrauch gemacht hatte, 

lehnte die IV-Stelle mit Verfügungen vom 19. und 20. Januar 2010 sowohl den 

Anspruch auf eine Invalidenrente als auch den Anspruch auf berufliche 

Massnahmen (Umschulung) ab. Zur Begründung führte sie aus, es läge 

lediglich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 12% vor, der im 

Übrigen auch keinen Anspruch auf Umschulung begründe. Gemäss 

Abklärungen bestehe in einer leidensangepassten Tätigkeit (leichte, zum Teil 

mittelschwere körperliche Arbeiten im Wechselrhythmus, gelegentliches 

Heben und Tragen von bis 10 kg, ohne Zwangshaltungen für die Wirbelsäule) 

eine Arbeitsfähigkeit von 75% seit dem 12. März 2009.

6. Dagegen erhob die Versicherte am 5. Februar 2010 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss die 

Aufhebung der Verfügung vom 19. Januar 2010 sowie die Zusprechung einer 

Invalidenrente. Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin vor, eine 

Arbeitsfähigkeit von 75% für eine leichte Arbeit sei trotz ihrer grosser 

Motivation nicht möglich. Es gehe auch aus der handschriftlichen Notiz auf 

dem Austrittsbericht vom 13. September 2009 der Klinik … hervor, dass sie 

am Austrittstag, dem 19. September 2009, wieder erhebliche Symptome 

gezeigt habe. Weiter attestierten auch die Ärzte Dr. med. … und Dr. med. … 

in ihren Arztzeugnissen vom 13. und 27. November 2009 eine weiterhin 

bestehende Arbeitsunfähigkeit von 100%. 

7. Mit Vernehmlassung vom 8. März 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und verwies primär auf die angefochtene 

Verfügung, an welcher vollumfänglich festgehalten werde. Ergänzend wurde 

geltend gemacht, dass entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin in allen 

aktenkundigen Arztberichten klar festgehalten werde, dass sie in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit arbeitsfähig sei. So habe auch der 

Hausarzt Dr. med. … in einer adaptierten Tätigkeit jeweils eine hohe bis 

vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert. Es sei daher davon auszugehen, dass 

sich Dr. med. … und Dr. med. … in den mit der Beschwerde eingereichten 

Arztzeugnissen zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und nicht 

zur Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten äusserten. Zudem habe Dr. 

med. … seit dem 12. März 2009 konstant eine Arbeitsfähigkeit von 50-75% 

(resp. 6 bis 7 Stunden pro Tag) in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit 

attestiert. Die Klinik … sei sogar von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen. Bei dieser Aktenlage sei denn auch nicht zu beanstanden, 

dass der RAD in seinem Bericht von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten seit dem 12. März 2009 ausgegangen sei. 

8. Am 16. April 2010 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein. Ergänzend 

beantragte sie, die Arbeitsfähigkeit sei aus fachärztlicher Sicht zu beurteilen 

und der IV-Grad sei entsprechend anzupassen. In ihrer Begründung führte sie 

aus, die beigezogenen Spezialisten hätten den Sachverhalt anders als der 

Hausarzt, auf welchen sich die Beschwerdegegnerin berufe, beurteilt. So 

gehe aus der handschriftlichen Notiz auf dem Austrittsbericht der Klinik … 

vom 13. September 2009 klar hervor, dass die Untersuchung noch nicht 

abgeschlossen sei und um eine Nachkontrolle gebeten werde. Auch die RAD-

Ärztin, welche sich zwar auf den Hausarzt berufe, habe in ihrem Bericht 

vermerkt, dass die von Dr. med. … angeordneten Massnahmen nicht zu 

dessen erwarteten Besserung geführt habe. Weiter brachte die 

Beschwerdeführerin vor, es sei bis auf den Aufenthalt in … vom 25. August 

2009 bis 19. September 2009, bei welchem im Austrittsbericht handschriftlich 

eine Neubeurteilung empfohlen werde, keine detaillierte Abklärung der 

bestehenden Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit erfolgt. 

9. Mit der Begründung, es seien in der Replik keine neuen rechtserheblichen 

Vorbringen angeführt worden, verzichtete die Beschwerdegegnerin mit 

Schreiben vom 23. April 2010 auf eine Duplik und verwies auf die 

Vernehmlassung vom 8. März 2010.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften der Parteien wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Mit Beschwerde vom 5. Februar 2010 beantragte die Beschwerdeführerin 

sinngemäss lediglich die Prüfung der Verfügung der IV-Stelle vom 19. Januar 

2010 betreffend "Invalidenrente". Im Weiteren sind der Beschwerdeschrift 

keine Ausführungen zu entnehmen, die darauf hinweisen würden, dass die 

Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung vom 20. Januar 2010 

betreffend "Umschulung" beantragte. Letztere Verfügung hat demnach als 

nicht angefochten zu gelten. Anfechtungsobjekt im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren bildet somit lediglich die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 19. Januar 2010 betreffend "Invalidenrente". 

Gegenstand des Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das 

Gesuch zum Bezug von IV-Leistungen zu Recht abgelehnt hat. 

2. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 4 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der 

Anspruch auf Invalidenrente entsteht nach Ablauf eines Jahres, sofern ohne 

wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 

mindestens 40% vorgelegen hat und anschliessend eine rentenbegründete 

Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

3. Streitig ist das hypothetische Invalideneinkommen, beziehungsweise die für 

die Bemessung des Invalideneinkommens entscheidende Frage, welche 

Arbeitsleistungen der Beschwerdeführerin in welchem Umfang noch 

zugemutet werden können. Für die Beantwortung dieser Frage sind 

Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf medizinische 

Experten angewiesen. Vorliegend stehen folgende ärztliche Beurteilungen zur 

Verfügung:

• Dr. med. …, Facharzt für Allgemein Medizin (Hausarzt), 12. März 2009: 

Die Patientin leide an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom mit 

Ausstrahlung in die Ober- und Unterschenkel. In einer 

wechselbelastenden Tätigkeit (Stehen/Sitzen) ohne Tragen und Heben 

von Lasten bestehe eine 50-75%ige Arbeitsfähigkeit. 

• Interdisziplinäre Schmerzsprechstunde Klinik …, Dr. med. …, Facharzt für 

Rheumatologie und Facharzt für Innere Medizin, Dr. med. …, Oberarzt 

Psychosomatik und …, Therapeut Ergonomie, 20. April 2009:

Aufgrund der rheumatologischen, psychiatrischen und ergonomischen 

Untersuchungen könne festgehalten werden, dass die Patientin für eine 

leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit einsatzfähig sei. 

Jedoch müsse mit einem erhöhten Kurzpausenbedarf gerechnet werden. 

• Dr. med. … / RAD, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und 

Facharzt für Allgemein Medizin, 15. Mai 2009: 

Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Zudem könne in Anbetracht der Befunde der 

interdisziplinären Schmerzsprechstunde der Klinik … unter laufender 

muskulärer Rehabilitation innert kürzester Zeit von einer Arbeitsfähigkeit 

von 100% in angestammter Tätigkeit ausgegangen werden. Die 

Versicherte scheine aus versicherungsmedizinischer Sicht sowohl in der 

angestammten Tätigkeit als auch in jeder anderen adaptierten Tätigkeit 

zu 100% arbeitsfähig zu sein. 

• Dr. med. …, 17. August 2009:

Unter intensiver Physiotherapie im Sinne einer stationären Reha könne 

bei einer adäquaten Kooperation seitens der Patientin eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% in der angestammten Tätigkeit in einem 

Zeitraum von vier bis sechs Wochen erreicht werden. Eine 

behinderungsangepasste Tätigkeit, welche zwischen Sitzen, Stehen und 

Gehen wechsle und nur das Heben leichter Lasten beinhalte, könne 

sieben Stunden pro Tag ausgeführt werden. 

• Dr. med. … und Dr. med. …, Klinik …, 13. September 2009:

Für eine leichte bis mittelschwere Arbeit in Wechselbelastung mit 

Hantieren von Lasten bis max. 15 kg bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 

100%. 

• Dr. med. …, 6. Oktober 2009:

Die bisherige Tätigkeit sei derzeit nicht zumutbar und es bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%. Hingegen könne eine wechselbelastende 

adaptierte Tätigkeit (Sitzen/Stehen/Gehen) ohne Heben von Lasten von 

mehr als 10 kg und Zwangshaltung ca. sechs bis sieben Stunden pro Tag 

ausgeübt werden.

• Dr. med. …, 13. November 2009

Die Patientin habe in der letzten Woche der stationären Reha in der Klinik 

… über eine Zunahme der Rückenschmerzen geklagt. Anlässlich der 

Untersuchung vom 21. September 2009 habe er festgestellt, dass durch 

die Reha keine Änderung der Beschwerden / Symptome stattgefunden 

habe. Trotzdem habe die Patientin einem Arbeitsversuch zugestimmt und 

er habe sie zu 100% arbeitsfähig geschrieben. Die Symptomatik habe 

sich allerdings verschlimmert und er habe die Patientin am 25. September 

2009 erneut zu 100% arbeitsunfähig schreiben müssen. Diese 

Arbeitsunfähigkeit daure bis auf Weiteres an. 

• Pract. med. … / RAD, 16. November 2009

Die Versicherte sei in einer adaptierten Tätigkeit - leichte zum Teil 

mittelschwere körperliche Tätigkeit im Wechselrhythmus mit 

gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg, ohne 

Zwangshaltungen für die Wirbelsäule - seit dem 12. März 2009 zu 75% 

arbeitsfähig. In der angestammten Tätigkeit bestehe hingegen eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%, wobei eine Verbesserung als fraglich 

angesehen werden müsse. 

• Dr. med. …, 27. November 2009

Als behandelnder Arzt eines chronischen Schmerzsyndroms der Patientin 

seit dem 9. März 2009 bestätige er eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit 

Beginn der Behandlung. 

4. a) Gemäss den oben dargelegten diversen ärztlichen Berichten sowie gemäss 

Abschlussbericht des RAD vom 16. November 2009 besteht in einer 

adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75%, resp. 7 Stunden pro Tag. 

Einzig die Arztberichte von Dr. med. … vom 13. November 2009 und Dr. med. 

… vom 27. November 2009 attestieren eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, 

wobei aus dem Bericht von Dr. med. … nicht klar hervor geht, ob sich die 

Arbeitsunfähigkeit lediglich auf die angestammte Tätigkeit oder auch auf eine 

leidensangepasste Tätigkeit bezieht. Die von Dr. med. … attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 100% ab dem 25. September 2009 bezieht sich 

hingegen - anders als von der IV-Stelle dargelegt - auf eine adaptierte 

Tätigkeit. Sollte auf die mehrheitlich eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit bejahenden Arztberichte abgestellt werden können, hätte die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht 

abgelehnt. In diesem Sinne stellt sich die Frage, ob die gesundheitliche 

Situation der Versicherten genügend abgeklärt worden ist und auf die 

vorliegenden ärztlichen Beurteilungen, welche eine Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit bejahen, abgestellt werden kann, oder ob die 

Arztberichte von Dr. med. … (13. November 2009) und Dr. med. … (27. 

November 2009) diese zu erschüttern vermögen.

b) Um den Invaliditätsgrad nach Art. 16 ATSG ermitteln zu können, sind die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht zunächst auf die Unterlagen 

angewiesen, die ihnen Ärzte oder allenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte und Befunde eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 

der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4, 115 V 134 

E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1; EVG-Urteil vom 6. Mai 2003, I 640/02 

E. 2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtend und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, 

welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der 

Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist in der Beweiswürdigung 

volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 104 V 212 E. c). 

c) Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei unklar, weshalb die IV-Stelle 

von einer Arbeitsfähigkeit von 75% ausgehe. Wie sich anlässlich des 

Arbeitsversuches ab 21. September 2009 gezeigt habe, sei sie nicht in der 

Lage selbst leichte Arbeiten auszuführen. Bereits nach vier Tagen habe der 

Arzt sie 100% arbeitsunfähig schreiben müssen. Zudem gehe aus den der 

Beschwerde beigelegten Arztzeugnissen klar hervor, dass sie sowohl von Dr. 

med. … als auch von Dr. med. … zu 100% arbeitsunfähig geschrieben sei. 

Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, dass in sämtlichen vorliegenden 

Arztberichten, auch vom behandelnden Arzt Dr. med. …, jeweils eine hohe 

bis vollständige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert werde. 

Es sei daher anzunehmen, dass sich Dr. med. … und Dr. … in den 

Arztberichten vom 13. und 27. November 2009 zur Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit und nicht zur Arbeitsfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten äusserten. 

d) Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorliegenden ärztlichen Berichte 

ergeben wie unter Erwägung 3 aufgeführt ein relativ konzises Bild. Einerseits 

attestierte der behandelnde Hausarzt Dr. med. … in seinen diversen 

Arztberichten - mit Ausnahme des Berichtes zuhanden des 

Krankentaggeldversicherers vom 13. November 2009 - konstant eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bis 75% beziehungsweise von sechs bis sieben 

Stunden pro Tag. Die Klinik … geht in ihrem Austrittsbericht vom 13. 

September 2009 über den stationären Aufenthalt der Versicherten vom 25. 

August 2009 bis 19. September 2009 sogar von einer 100% Arbeitsfähigkeit 

für eine leichte bis mittelschwere Arbeit in Wechselbelastung mit Hantieren 

von Lasten bis max. 15 kg aus. Auch aus psychiatrischer Sicht wurde im RAD-

Untersuchungsbericht von Dr. med. … eine Arbeitsfähigkeit von 100% 

attestiert. Gestützt auf diese umfassenden ärztlichen Beurteilungen attestierte 

pract. med. … in der RAD-Abschlussbeurteilung eine Arbeitsfähigkeit von 

75% in einer adaptierten Tätigkeit, dies insbesondere unter Berücksichtigung 

der Beurteilungen von Dr. med. … und der Klinik … über den stationären 

Aufenthalt der Beschwerdeführerin. Dies ist gestützt auf die hier vorliegende 

Aktenklage nicht zu beanstanden. Insbesondere vermag der Bericht von Dr. 

med. … vom 13. November 2009 zuhanden der Krankentaggeldversicherung 

die diversen fachärztlichen Einschätzungen nicht umzustossen, zumal dieser 

im Bericht die subjektiven Angaben und Schilderungen der Patientin 

wiederzugeben scheint. Wie unter Erwägung 4.a dargelegt, ist nicht klar, ob 

sich die von Dr. med. … attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% auf die 

bisherige oder eine adaptierte Tätigkeit bezieht und vermag daher die für die 

Frage des Rentenanspruchs massgebenden fachärztlichen Einschätzungen, 

welche eine Restarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bejahen, ebenfalls 

nicht zu erschüttern. 

5. a) Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, mit Ausnahme des stationären 

Aufenthalts in … (25. August 2009 bis 19. September 2009) seien keine 

detaillierten Abklärungen erfolgt, wie hoch die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit sei. Die Arbeitsfähigkeit sei daher aus fachärztlicher 

Sicht zu beurteilen. Zudem hätten die beigezogenen Spezialisten den 

Sachverhalt hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit anders als der Hausarzt beurteilt, 

auf welchen sich die IV-Stelle in ihrem Entscheid stütze. 

b) Anlässlich der interdisziplinären Schmerzsprechstunde vom 16. April 2009 

wurde neben den neurologischen, rheumatologischen und 

psychosomatischen ärztlichen Untersuchungen auch Basistests der 

arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit durchgeführt. Gestützt auf 

diese Tests konnte der Gesundheitszustand beziehungsweise die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch unter dem ergonomischen und 

physiotherapeutischen Aspekt beurteilt werden. Im Arztbericht vom 20. April 

2009 der Klinik … wurde gestützt auf diese Untersuchungen vom 16. April 

2009 eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für eine leichte bis 

mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit attestiert, wobei mit einem 

Kurzpausenbedarf gerechnet werden müsse. Einschränkungen gebe es 

insbesondere in Bezug auf Gewichte, welche beim Heben vom Boden zur 

Taillenhöhe max. 12.5 kg und beim Heben von Taillen- zu Kopfhöhe max. nur 

7.5 kg betragen sollten. Das Heben horizontal sei bis max. 17.5 kg möglich. 

In Bezug auf die Rekonditionierung wurde eine Intensivierung der 

physiotherapeutischen Massnahmen empfohlen. Gestützt darauf wurde der 

stationäre Aufenthalt vom 25. August 2009 bis 19. September 2009 

angeordnet, bei welchem eine Schmerzreduktion durch physiotherapeutische 

und physikalische Behandlungsmassnahmen in Ergänzung mit der 

medikamentösen Therapie sowie die Behandlung motorischer Defizite im 

Bereich der LWS und der rechten Schulter angestrebt wurde. 

Im Austrittsbericht vom 13. September 2009 wurde festgehalten, dass die 

allgemeine Ausdauer und Belastbarkeit verbessert werden konnte und die 

Muskelkraft lumbal und im Bereich der rechten Schulter erhöht und letztlich 

die Schmerzen reduziert werden konnten. Dabei wurde der 

Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 100% für leichte bis 

mittelschwere Arbeit in Wechselbelastung mit Hantieren von Lasten bis max. 

15 kg attestiert. Die Beschwerdeführerin bringt vor, in der Beurteilung ihrer 

Arbeitsfähigkeit sei die handschriftliche Notiz auf dem Austrittsbericht vom 13. 

September 2009, welche festhalte, dass am Austrittstag erneut Symptome 

des bisherigen Beschwerdebildes aufgetreten seien und die Behandlung noch 

nicht abgeschlossen sei, nicht berücksichtigt worden. Auch wenn diese Notiz 

nicht gänzlich zum Austrittsbericht passt, so vermag sie diesen dennoch nicht 

zu erschüttern. Der Bericht wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben und 

die Schlussfolgerungen der Rheumatologen sind bezüglich der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge und medizinischen Situation 

einleuchtend und begründet. Auch stellt die handschriftlichen Ergänzung 

keine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dar. 

Die Einwände der Beschwerdeführerin, es hätte keine detaillierte Abklärung 

stattgefunden, welche sich zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

äussere sind zuwenig stichhaltig und vermögen die diversen 

entscheidrelevanten, fachärztlichen Beurteilungen nicht zu erschüttern. Das 

Gericht ist gestützt auf die hier vorliegende Aktenlage zum Schluss gelangt, 

dass die medizinische Situation fachärztlich genügend abgeklärt wurde, 

sodass von einer weiteren Untersuchung abgesehen werden kann. Die 

Beschwerdegegnerin durfte somit für die Bemessung der Restarbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin zu Recht auf die bei den Akten liegenden diversen 

fachärztlichen Einschätzungen abstellen. 

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass den diversen ärztlichen 

Berichten zur Frage der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, 

insbesondere den Berichten der Klinik … vom 20. April 2009 und 13. 

September 2009, volle Beweiskraft zukommt und die von der 

Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumente diese nicht zu entkräften 

vermögen. Daher hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf die bei den Akten 

liegenden fachärztlichen Beurteilungen zu Recht keine IV-Rente 

zugesprochen.

6. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert der Sache im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der 

unterliegenden Beschwerdeführerin Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.