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**Case Identifier:** 93c89253-cfd1-52b8-b641-7b6d94de421d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 18.08.2017 FO.2015.22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2015-22_2017-08-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2015.22

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 28.01.2020

Entscheiddatum: 18.08.2017

Entscheid Kantonsgericht, 18.08.2017
Werden die Kinder zu 40% vom Vater und zu 60% von der Mutter betreut, ist 
es angebracht und notwendig, dass die Obhut jeweils demjenigen Elternteil 
zusteht, bei dem sich die Kinder gerade aufhalten. Diese sogenannte 
alternierende Obhut zieht im Vergleich zum “traditionellen“ Modell 
Mehrkosten nach sich, welche grundsätzlich von den Eltern zu übernehmen 
sind. In knappen Verhältnissen bedeutet dies, dass die Eltern – soweit 
zumutbar und möglich – einen grösseren Arbeitseinsatz als üblich zu leisten 
haben, der Grundbetrag der Kinder zu erhöhen und der Betreuungsunterhalt 
im Verhältnis der Betreuungsanteile auf die Eltern aufzuteilen ist 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 18. August 2017, FO.2015.22; mit Urteil des 
Bundesgerichts vom 22. Mai 2019 teilweise aufgehoben, vgl. BGer 
5A_743/2017).

Sachverhalt: Die Eltern (Vater/Berufungskläger, Jg. 1980; Mutter/Berufungsbeklagte, 

Jg. 1984) heirateten 2008 und trennten sich 2011. Sie sind die Eltern von A. (Jg. 2007) 

und B. (Jg. 2009). Im Rahmen des Scheidungsverfahrens sind unter anderem noch die 

Kinderbetreuung sowie der Kinder- und nacheheliche Unterhalt umstritten.

Aus den Erwägungen

(…)

Kinderbetreuung und Obhut 6. Unter dem hier relevanten neuen Sorgerecht umfasst 

die Obhut nur noch die faktische Obhut, das heisst die Befugnis zur täglichen 

Betreuung des Kindes und die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang 

mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (BGer 5A_991/2015, E. 4.1; BGer 

5A_904/2015, E. 3.2.2; BGer 5A_548/2015, E. 4.2; BSK ZGB I-SCHWENZER/COTTIER, 

Art. 298 N 4). Im Fall der gemeinsamen elterlichen Sorge kann das Gericht entweder 

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einem Elternteil die alleinige Obhut zuteilen oder eine alternierende Obhut beider 

Elternteile festlegen. Aus der gemeinsamen elterlichen Sorge kann kein Elternteil das 

Recht ableiten, das Kind auch tatsächlich zur Hälfte betreuen zu können (BGer 

5A_991/2015, E. 4.2; BGer 5A_904/2015, E. 3.2.3; BGer 5A_266/2015, E. 4.2.2.1; BGer 

5A_631/2015, E. 3.2; BÜCHLER/MARANTA, Das neue Recht der elterlichen Sorge, in: 

Jusletter 11. August 2014, Rz 46). Die Regelung hat sich an bewährten Grundsätzen zu 

orientieren. Leitprinzip ist demnach das Kindeswohl; die Interessen der Eltern haben in 

den Hintergrund zu treten. Alternierende Obhut stellt hohe Anforderungen an Eltern und 

Kinder. Entscheidend ist zunächst die Erziehungsfähigkeit der Eltern, kommt die 

alternierende Obhut doch nur dann in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. 

Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische Massnahmen und 

gegenseitige Information der Eltern. Sie bedingt daher eine gute Kooperationsfähigkeit 

und funktionierende Kommunikation der Eltern. Einzubeziehen sind sodann die 

bestehenden Bindungen des Kindes zu den beiden Elternteilen und die Bereitschaft, 

insbesondere die Beziehung zum anderen Elternteil zuzulassen. Zudem spielt die 

geografische Situation, insbesondere die Distanz zwischen den Wohnungen der Eltern, 

eine Rolle. Zu berücksichtigen sind weiter die Stabilität, die eine Weiterführung des 

bisherigen Betreuungsmodells für das Kind gegebenenfalls mit sich bringt, sowie die 

Bereitschaft und die Möglichkeit der Eltern, sich persönlich um das Kind zu kümmern, 

das Alter des Kindes, seine Beziehung zu Geschwistern und die Einbettung in ein 

weiteres soziales Umfeld. Schliesslich ist auch dem Wunsch des Kindes Beachtung zu 

schenken. Abgesehen von der zwingend vorausgesetzten Erziehungsfähigkeit der 

Eltern sind die genannten Beurteilungskriterien oft voneinander abhängig und je nach 

den konkreten Umständen des Einzelfalles von unterschiedlicher Bedeutung (BGer 

5A_991/2015, E. 4.2 f., mit weiteren Hinweisen; BGer 5A_904/2015, E. 3.2.3 f.; 

GASSNER/JENNY/MAJID, Neuere Rechtsprechung und Literatur zum Ehe- und 

Kindesrecht, in: 7. Symposium zum Familienrecht 2013, Familien in Zeiten 

grenzüberschreitender Beziehungen, Familienund migrationsrechtliche Aspekte, N 

165). Es ist diejenige Lösung zu wählen, die unter Berücksichtigung der gesamten 

Umstände dem Kind die Voraussetzungen bietet, die es für seine optimale Entwicklung 

und Entfaltung benötigt (BGer 5A_985/2014, E. 7). Zusätzlich ist erforderlich, dass 

beide Elternteile das Kind in zeitlich grösserem Ausmass als beim üblichen 

Wochenendbesuchsrecht betreuen (OGer ZH vom 23. Dezember 2014, LE140040 E. 

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1.3, in: ZR 2015, 37 f.). Die Betreuung muss aber nicht genau hälftig aufgeteilt werden. 

Erwartet wird, dass ein Elternteil mehr als einen Drittel seiner Zeit dem Kind widmet 

(FamKomm Scheidung/VETTERLI, Art. 176 ZGB, N 1). Die Betreuungsform der 

alternierenden Obhut ist – sofern die Rahmenbedingungen stimmen – grundsätzlich 

optimal für die Kinder, weil sie so von den Kompetenzen beider Eltern profitieren und 

diese im Leben der Kinder gleichermassen präsent bleiben sowie sich gegenseitig 

entlasten können (SÜNDERHAUF/WIDRIG, Gemeinsame elterliche Sorge und 

alternierende Obhut, in: AJP 7/2014, 895).

7. a) Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Vater einen bedeutenden Anteil der 

Kinderbetreuung im Umfang von rund einem Drittel – wie von der Vorinstanz festgelegt 

– übernehmen soll. (…) 

b) (…) Mit der Betreuungsregelung wird nicht bezweckt, einen Ausgleich zwischen den 

Eltern und ihren sich möglicherweise entgegenstehenden Anträgen anzustreben; im 

Zentrum steht vielmehr allein das Kindeswohl. Insbesondere hat sich die 

Kinderbetreuung nicht nach rein rechnerischen Grössen zu richten, welche in diesem 

Zusammenhang ohnehin lediglich eine scheinbare Genauigkeit herzustellen vermögen. 

Der auf die halbe Stunde genaue Regelungsvorschlag des Vaters erweist sich damit 

von vornherein als untauglich. Zudem kann beispielsweise die Schlafenszeit der Kinder 

schwerlich als gleichbedeutende Betreuungszeit eingestuft werden wie die Feierabend- 

oder Wochenendzeit. Eine auf die Minute genaue Aufteilung der Betreuungszeit unter 

den Eltern macht keinen Sinn und ist in der Praxis daher auch nicht üblich. Vielmehr 

soll es die Betreuungsregelung den beiden Mädchen vor allem ermöglichen, ihre 

bestehenden intakten Beziehungen zu beiden Elternteilen aufrechtzuerhalten und 

weiter zu pflegen, sowie die für ihre gedeihliche Entfaltung notwendigen 

Voraussetzungen schaffen. Dazu gehört unter anderem ihr Bedürfnis nach einer 

geregelten Wochenstruktur, in der sie in sinnvollen Abständen zwischen Mutter und 

Vater abwechseln. Überdies soll damit die der alternierenden Obhut innewohnende 

Gefahr, dass die Kinder mit unterschiedlichen Tagesabläufen überfordert werden oder 

dass durch häufig notwendige Absprachen zwischen den Eltern kindesschädigende 

Konflikte entstehen, möglichst vermieden werden.

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c) Wie die Erfahrungen mit der seit rund eineinhalb Jahren gelebten 

Betreuungsregelung zeigen, vermag diese den soeben genannten Anforderungen 

gerecht zu werden und hat sich diese für die Kinder bewährt. Sie gibt ihnen 

insbesondere die Möglichkeit, auch mit dem Vater einen wesentlichen Teil ihres Alltags 

zu verbringen, zu dem die Mädchen eine ebenso gute und tragfähige Beziehung 

aufweisen wie zur Mutter. Die Übernachtungen beim Vater und die damit verbundene 

Reduktion der Wechsel zwischen Vater und Mutter haben zu einer Beruhigung ihres 

Wochenrhythmus geführt. Zudem steht damit auch genügend Zeit für die 

Unterstützung durch den Vater in schulischen Belangen zur Verfügung. Diese für die 

Kinder positiven Auswirkungen werden implizit auch von der Mutter anerkannt, welche 

sich im Berufungsverfahren nicht gegen die im vorinstanzlichen Entscheid 

vorgesehenen zwei Übernachtungen beim Vater unter der Woche wendet. Für die 

Regelung der künftigen Kinderbetreuung wird es daher als sinnvoll erachtet, die 

bisherige, funktionierende Ordnung so weit als möglich beizubehalten. Die Vorbringen 

der Parteien im Berufungsverfahren zeigen deutlich, dass wesentliche Anpassungen 

bei der Betreuungsregelung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu neuen, 

kindesschädigenden Konflikten zwischen den Eltern führen würden. Das 

jetzige funktionierende Modell soll daher nicht ohne Not durch eine neue Regelung aufs 

Spiel gesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund ist der (sinngemässe) Vorschlag des Vaters, die Kinder jeweils 

am Montag und Donnerstag neu den ganzen Tag zu betreuen, zur verbindlichen 

Regelung zu machen. Dies umso mehr, als die Kinder seit einiger Zeit an diesen beiden 

Tagen ohnehin den Mittagstisch besuchen und der Vater gemäss eigenen Angaben an 

der Vergleichsverhandlung plant, dies künftig ebenso zu handhaben. Am Dienstag, 

Mittwoch und Freitag hingegen sollen die Kinder wie bisher grundsätzlich von der 

Mutter betreut werden. Dies hat sich zum einen in der Vergangenheit bewährt. Zum 

anderen benötigt der Vater den Freitag zumindest teilweise dazu, um das von ihm 

ausgeübte 80%- ige Arbeitspensum bewältigen zu können. In Bezug auf die 

Wochenendbetreuung fordert der Vater, dass er die Kinder abwechselnd in der einen 

Woche am Samstag bis zum Abendessen und in der anderen Woche ab 

Samstagmittag für den Rest des Wochenendes betreue. Diese Forderung scheint 

unausgewogen, würden die Mädchen dabei doch vom Wochenende lediglich noch 

jeden zweiten Samstagabend und Sonntag mit der Mutter verbringen und würde die 

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restliche Wochenendzeit dem Vater “gehören“. Es sind aber gerade die Wochenenden, 

welche – vor allem im Hinblick auf die künftige Schulzeit der Kinder – als speziell 

wertvoll zu bezeichnen sind und welche es erlauben, einen längeren Zeitraum ohne 

“Alltagshektik“ miteinander zu verbringen und gemeinsam etwas zu unternehmen. 

Diesen Umständen ist dadurch Rechnung zu tragen, dass die Kinder – wie bisher – 

Samstag und Sonntag je abwechslungsweise bei Mutter oder Vater verbringen. Dies 

entspricht im Wesentlichen der gelebten Regelung, welche vorab von den Kindern gut 

akzeptiert wurde und welche die Parteien bis anhin ohne nennenswerte Probleme 

umzusetzen vermochten.

Im Übrigen zeigt sich die vorgesehene Betreuungsregelung auch deshalb als 

vorteilhaft, weil sie den Parteien neben der Kinderbetreuung die für ihre 

Berufsausübung notwendige Zeit zur Verfügung stellt (vgl. dazu hinten E. II.11). Dies 

liegt im weiteren Sinn ebenfalls im Interesse der Kinder, hängt doch davon die 

wirtschaftliche Situation der Familie ab, welche sich nicht zuletzt auch auf sie auswirkt. 

Auch wenn grundsätzlich nichts dagegen sprechen würde, dem Vater unter der Woche 

etwas mehr Zeit mit den Kindern zuzugestehen, ist gesamthaft gesehen nicht 

ersichtlich, wie dies für ihn neben seinem 80%-igen Arbeitspensum langfristig 

umsetzbar sein sollte, ohne die Situation für die Kinder zu verschlechtern. So hätten 

weitere Betreuungszeiten des Vaters unter der Woche zusätzliche Wechsel der Kinder 

zur Folge, welche, verbunden mit der Gefahr von zusätzlichen Konflikten zwischen den 

Eltern und einer Überforderung der Kinder mit einer allzu komplexen Wochenstruktur, 

nicht im Interesse der Kinder liegen.

Schliesslich befolgt die vorgesehene Betreuungsregelung – entgegen der Auffassung 

des Berufungsklägers – die nachvollziehbaren und schlüssigen Empfehlungen der 

Sozialabklärung und der Beiständin und ist auf Dauer angelegt.

Nach dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend folgende Betreuungsregelung:

Woche 1 Vormittag (ab Schulbeginn) Mittag Nachmittag (ab Schulbeginn) Abend (nach 

Schulschluss) Nacht (bis Schulbeginn am nächsten Morgen) Montag Schule/Vater 

Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater Dienstag Schule/Mutter Mutter Schule/

Mutter Mutter Mutter Mittwoch Schule/Mutter Mutter Mutter Mutter Mutter Donnerstag 

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Schule/Vater Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater Freitag Schule/Mutter Mutter 

Schule/Mutter Vater Vater Samstag Vater Vater Vater Vater Mutter Sonntag Mutter 

Mutter Mutter Mutter Mutter

Woche 2 Vormittag (ab Schulbeginn) Mittag Nachmittag (ab Schulbeginn) Abend (nach 

Schulschluss) Nacht (bis Schulbeginn am nächsten Morgen) Montag Schule/Vater 

Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater Dienstag Schule Mutter Mutter Mutter 

Mutter Mittwoch Schule Mutter Mutter Mutter Mutter Donnerstag Schule/Vater 

Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater Freitag Schule Mutter Mutter Mutter Mutter 

Samstag Mutter Mutter Mutter Mutter Vater Sonntag Vater Vater Vater Vater Vater

Demnach betreut der Vater die Kinder jeweils vom Montagmorgen ab Schulbeginn bis 

Dienstagmorgen Schulbeginn sowie am Donnerstagmorgen ab Schulbeginn bis 

Freitagmorgen Schulbeginn. Zudem verbringen die Kinder das Wochenende 

abwechslungsweise von Freitag nach Schulschluss bis Samstag, 19.30 Uhr (Woche 1), 

oder von Samstag, 19.30 Uhr, bis Montagmorgen Schulbeginn (Woche 2) beim Vater. 

In der übrigen Zeit werden die Kinder von der Mutter betreut.

Zudem hat jeder Elternteil das Recht, drei Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern zu 

verbringen. Während dieser Zeit entfällt die vorstehende Betreuungsregelung. Im 

Übrigen gilt diese aber auch während der Schulferien oder bei Krankheit der Kinder.

An den Feiertagen betreuen die Eltern die Kinder folgendermassen: In den geraden 

Jahren verbringen die Kinder den 24. Dezember jeweils mit dem Vater und die Zeit vom 

25. Dezember bis zum 1. Januar mit der Mutter. In den ungeraden Jahren verbringen 

die Kinder den 24. Dezember jeweils mit der Mutter und die Zeit vom 25. bis zum 30. 

Dezember mit dem Vater. Den 31. Dezember verbringen die Kinder jeweils mit der 

Mutter (Geburtstag der Mutter). Dabei ist diese Zeit (24. Dezember bis 1. Januar) nicht 

an die Ferienzeit von Mutter und Vater anzurechnen.

Diese Ferien- und Feiertagsregelung, welche der vorinstanzlichen Regelung entspricht, 

erscheint sachgerecht. Die Forderung des Berufungsklägers hingegen, die gesamten 

Schulferien hälftig unter den Eltern aufzuteilen, scheint – insbesondere in Anbetracht 

der Arbeitstätigkeit der Eltern – nicht praktikabel.

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Mit der getroffenen Betreuungsregelung liegt der Anteil des Vaters an der 

Kinderbetreuung bei ca. 40% und derjenige der Mutter bei ca. 60%. Dies ergibt sich 

daraus, dass der Vater die Kinder unter der Woche grundsätzlich an zwei Tagen 

(Montag und Donnerstag) und die Mutter an drei Tagen (Dienstag, Mittwoch und 

Freitag) betreut. An den Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien werden die Kinder 

zu gleichen Teilen von den Eltern betreut, so dass diese nicht ins Gewicht fallen.

8. (…) In Anbetracht der vorstehend erläuterten Betreuungsregelung, wonach die 

Kinder zu 40% vom Vater und zu 60% von der Mutter betreut werden, (…) ist es 

angebracht und notwendig, dass sich jeder Elternteil um die sich während seiner 

Betreuungszeit für die Kinder ergebenden Angelegenheiten kümmern kann. Diese 

Fähigkeit ist nicht nur dem Vater, sondern auch der Mutter zuzutrauen, welche ihre 

Deutschkenntnisse weiterhin verbessert und seit der Trennung genügend Deutsch 

gelernt hat, um sich im Alltag zurecht zu finden. Die Obhut soll mithin demjenigen 

Elternteil zustehen, bei dem sich die Kinder gerade aufhalten, was – wie schon der 

Begriff sagt – eine alternierende Obhut bedeutet.

(…)

Kinder- und nachehelicher Unterhalt

 (…)

11. a) Per 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen zum Kindesunterhalt in 

Kraft getreten, die insbesondere das neue Institut des Betreuungsunterhalts einführen 

(Änderung des ZGB vom 20. März 2015). Diese sind bereits im vorliegenden 

Berufungsverfahren anzuwenden (Art. 13cbis Abs. 1 SchlT ZGB; DOLDER, 

Betreuungsunterhalt: Verfahren und Übergang, in: FamPra.ch 04/2016, S. 918), was zur 

Folge hat, dass die Beurteilung des Kindesunterhalts nach neuem Recht erfolgt 

(SCHWANDER, Grundsätze des intertemporalen Rechts und ihre Anwendung auf 

neuere Gesetzesrevisionen, in: AJP 2016, 1575, 1584; DOLDER, a.a.O., S. 919 ff.). Wie 

sich nachfolgend zeigen wird, hat dies auch Auswirkungen auf die Berechnung des 

nachehelichen Unterhalts.

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Die weitreichenden Änderungen der Gesetzesrevision auf die (Berechnung der) 

Unterhaltsbeiträge führen dazu, dass im vorliegenden Entscheid eine 

Auseinandersetzung mit den vorinstanzlich festgelegten Kinder- und nachehelichen 

Unterhaltsbeiträge unterbleiben kann, erweist sich doch ein Vergleich der “neuen“ mit 

den “alten“ Unterhaltsbeiträgen angesichts der Änderungen nicht mehr als sinnvoll. 

Dasselbe gilt für die Vorbringen der Parteien, welche sich noch auf das bis Ende 2016 

geltende Unterhaltsrecht bezogen. Nachfolgend wird daher lediglich auf diejenigen 

Vorbringen und Argumente eingegangen, welche sich im Lichte des neuen 

Unterhaltsrechts noch als relevant erweisen.

b) Gemäss dem neuen Art. 276 ZGB ist der Unterhalt des Kindes – wie bisher – 

grundsätzlich durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung zu erbringen (Abs. 1). Die 

Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden 

Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, 

Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Abs. 2). Der gebührende Kindesunterhalt 

umfasst neben dem geldwerten Barunterhalt und dem durch Naturalbetreuung 

erbrachten Naturalunterhalt neu auch den Betreuungsunterhalt. Der 

Barunterhaltsbedarf, unter den die direkten Kosten des Kindes fallen (zu denen auch 

die Kosten für eine allfällige Fremdbetreuung gehören), ist wie bis anhin anhand der 

konkreten Bedarfspositionen zu ermitteln (FamKomm Scheidung/SCHWEIGHAUSER, 

Art. 285 ZGB, N 9 f.). Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen in 

Anwendung einer pauschalierten Betrachtungsweise für durchschnittliche Verhältnisse 

grundsätzlich von einem Betrag von Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 100% 

ausgegangen, entsprechend den durchschnittlich anzunehmenden 

Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. Liegt keine besondere 

Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so erscheint es (in Anlehnung an die 

Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 Kreisschreiben der Aufsichtsbehörde 

SchKG über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums von 

Dezember 2008 [nachfolgend: Kreisschreiben]) sachgerecht, dem betreuenden 

Elternteil bis zum vollendeten 6. Altersjahr kein Arbeitspensum, bis zum vollendeten 12. 

Altersjahr ein solches von rund 1/3 (35%) und bis zum vollendeten 16. Altersjahr ein 

solches von 55% zuzumuten (vgl. Entscheid Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 15. Mai 

2017, FO.2016.5, unter www.gerichte.sg.ch). Entsprechend reduziert sich der 

Betreuungsunterhalt mit Erreichen der jeweiligen Altersstufen. Im Übrigen ist, wenn der 

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betreuende Elternteil schon früher in höherem Umfang erwerbstätig war, grundsätzlich 

– wie schon nach der bis anhin geltenden Rechtsprechung – von den tatsächlichen 

Verhältnissen auszugehen. Wie bisher dauert die Unterhaltspflicht grundsätzlich über 

die Volljährigkeit hinaus bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung des 

Kindes (Art. 277 ZGB; BGer 5A_184/2015, E. 3). Ebenfalls keine Änderung erfuhr mit 

dem neuen Recht der Grundsatz der Unantastbarkeit des Existenzminimums des 

Unterhaltsschuldners (vgl. Botschaft, BBl 2014, 529, 560 f.).

12. Nachehelicher Unterhalt ist geschuldet, wenn es einem Ehegatten nach der 

Scheidung nicht zumutbar ist, selbst für seinen gebührenden Unterhalt aufzukommen. 

In diesem Fall hat der andere ihm einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 

1 ZGB). Entscheidend für die Bemessung des nachehelichen Unterhalts ist, ob die Ehe 

lebensprägend geworden ist. Kurze Ehen, die weniger als fünf Jahre gedauert haben, 

gelten in der Regel nicht als lebensprägend. Jedoch kann auch eine kurze Ehe 

lebensprägend sein, wenn sie für einen Ehegatten zu einer Entwurzelung aus seinem 

bisherigen Kulturkreis geführt hat oder wenn aus der Ehe Kinder hervorgegangen sind 

(FamKomm Scheidung/SCHWENZER/BÜCHLER, Art. 125 ZGB, N 63 ff., mit weiteren 

Hinweisen; BGE 135 III 59, E. 4.1; BGer 5A_177/2010, E. 6.4; BGer 5A_95/2012, E. 

3.1).

Die Parteien waren bis zur Trennung im Herbst 2011 zwar nur gut drei Jahre 

verheiratet, jedoch haben sie zwei gemeinsame Kinder. Zudem reiste die in Kenia 

geborene und aufgewachsene Berufungsbeklagte 2007 in die Schweiz ein, weil sie ein 

Kind vom Berufungskläger erwartete. Ihren zukünftigen Ehemann lernte sie während 

seiner Ferien in Kenia kennen und sie hatte vormals keinen Bezug zur Schweiz. 

Während der Ehe arbeitete der Berufungskläger weiterhin voll, während sich die 

Berufungsbeklagte um die beiden Töchter sowie den Haushalt kümmerte und nicht 

erwerbstätig war. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, liegt aufgrund dieser 

Umstände eine lebensprägende Ehe vor. Damit hat die Berufungsbeklagte 

grundsätzlich Anspruch auf einen nachehelichen Unterhalt, welcher sich nach dem 

zuletzt gemeinsam erreichten Lebensstandard bemisst (BGer 5A_363/2010 = ius.focus 

2011, Heft 2, 4; FamKomm Scheidung/SCHWENZER/BÜCHLER, Art. 125 ZGB N 5 und 

N 58; RASELLI/MÖCKLI, Aktuelle Fragen des nachehelichen Unterhalts, in: 

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SCHWENZER/BÜCHLER, Dritte Schweizer Familienrecht§tage, 11; SCHWENZER, 

Betreuungsunterhalt - Gretchenfrage des Unterhaltsrechts, FamPra.ch 2010, 18, 29 f.).

13. Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung verschiedentlich festgehalten, 

dass das Gesetz keine bestimmte Methode vorschreibt, nach der Unterhaltsleistungen 

festzulegen sind (vgl. z.B. BGE 128 III 411, E. 3.2 = Pra 2003 Nr. 5; BGE 127 III 136; 

BGer 5A_589/2009, E. 2.3; FamKomm Scheidung/AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, 

N 38). Unter der Geltung des neuen Unterhaltsrechts scheint es angebracht, die 

Unterhaltsbeiträge (Kindes- und nachehelicher Unterhalt) anhand eines Gesamtbudgets 

zu berechnen (FamKomm Scheidung/AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 40). Dabei 

sind in einem ersten Schritt die verfügbaren Mittel der betroffenen Familienmitglieder je 

separat aufzunehmen. In einem zweiten Schritt ist der Bedarf der Ehegatten und der 

minderjährigen Kinder ebenfalls je separat zu berechnen (FamKomm Scheidung/

AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 43 ff.). Anschliessend ist gestützt auf diese 

Zahlen in einem dritten Schritt zunächst der Barunterhalt der Kinder und in einem 

vierten Schritt ihr Betreuungsunterhalt zu bestimmen. Schliesslich ist in einem fünften 

Schritt der Beitrag an den gebührenden Unterhalt für die einzelnen Familienmitglieder 

zu bestimmen.

14. Zunächst sind die massgebenden Einkommen der einzelnen Familienmitglieder zu 

bestimmen.

a) Einkommen des Berufungsklägers

(…)

bb) Der Berufungskläger arbeitet als (…). Seit 1. Januar 2015 beträgt sein 

Arbeitspensum 80%. Dass er dieses Arbeitspensum neben der von ihm geleisteten 

Kinderbetreuung weiterhin ausüben wird, ist nicht umstritten. Zum einen wendet er sich 

selber nicht dagegen. Zum anderen ist es ihm angesichts der vorstehend festgelegten 

Betreuungsregelung, wonach die Kinder an den beiden Tagen, an denen er für ihre 

Betreuung verantwortlich ist (Montag und Donnerstag), in der Regel die Schule und den 

Mittagstisch besuchen, auch konkret möglich und zumutbar, dieses 80%-ige 

Arbeitspensum wahrzunehmen. In einer ersten Phase, d.h. ab Rechtskraft dieses 

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Berufungsentscheides bis Ende Juni 2021, mithin bis auch die jüngere Tochter 12 

Jahre alt ist, erweist sich das 80%-Pensum auch unter Berücksichtigung seines 40%-

igen Anteils an der Kinderbetreuung, der vorerwähnten (neuen) Altersabstufungen 

6/12/16 sowie der der Ehefrau auferlegten Arbeitstätigkeit in diesem Zeitraum (60%; 

vgl. dazu hinten E. II.14.b/bb) als gerechtfertigt. Entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz erscheint es unter Berücksichtigung dieser Umstände hingegen nicht als 

sachgerecht, ihm ein höheres Einkommen anzurechnen. Daran ändert auch nichts, 

dass der Berufungskläger während des Scheidungsverfahrens eine gewisse Zeit lang 

90% arbeitete, denn damals lag sein Betreuungsanteil tiefer. Insbesondere darf nicht 

ausser Acht gelassen werden, dass gemäss Sozialabklärung er derjenige Elternteil ist, 

welcher mit den Kindern Deutsch spricht, ihnen die speziell benötigte Unterstützung in 

schulischen Belangen zukommen lässt sowie das Schweizer Schulsystem und die 

hiesigen Gepflogenheiten kennt. Damit kommt ihm eine wichtige Rolle in der Erziehung 

und Fürsorge seiner Töchter zu, welcher er sich durchaus bewusst ist und welche er 

auch wahrnimmt. Hingegen erscheint es unter Berücksichtigung der bereits genannten 

Kriterien (Betreuungsanteil, Altersabstufung, Arbeitspensum Ehefrau) sachgerecht, das 

Arbeitspensum des Vaters ab Juli 2021 – beide Kinder sind dann 12 Jahre alt – mit 

90% und schliesslich ab Juli 2025 – beide Kinder sind dann 16 Jahre alt – mit 100% zu 

veranschlagen. Dies ist ihm unter Hinweis auf die nachfolgenden Ausführungen zum 

hypothetischen Einkommen (…) sowie seine eigenen Angaben zur Flexibilität seines 

Arbeitgebers möglich und zumutbar. (…)

Nach dem Gesagten ist beim Berufungskläger gerundet von folgenden monatlichen 

Nettoeinkommen auszugehen:

Fr. 4‘660.00 ab Rechtskraft des Entscheides bis Ende Juni 2021 (80%-Pensum; […])

Fr. 5‘250.00 ab Juli 2021 bis Ende Juni 2025 (90%-Pensum; ausgehend vom obigen 

Lohn)

Fr. 5‘830.00 ab Juli 2025 (100%-Pensum; ausgehend vom obigen Lohn)

b) Einkommen der Berufungsbeklagten (…)

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bb) (… [Grundsätze für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens]) 

Ausgangspunkt für die Festlegung eines hypothetischen Einkommens der 

Berufungsbeklagten bilden die vorstehend festgesetzte Betreuungsregelung sowie die 

(neuen) Altersabstufungen 6/12/16. Der Mutter steht während den Betreuungszeiten 

des Vaters (Montag und Donnerstag) und den schulischen Abwesenheiten der Kinder 

an den übrigen Tagen unter der Woche genügend Zeit zur Verfügung, um einer 

teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei scheint es in der ersten Phase bis 

Ende Juni 2021 (mindestens eines der Kinder ist noch nicht 12 Jahre alt) unter 

Berücksichtigung des dem Berufungskläger zugemuteten Umfangs an 

Kinderbetreuung (40%) und Erwerbstätigkeit (80%) sachgerecht, der 

Berufungsbeklagten ein Arbeitspensum von 60% zuzumuten. Ein solches vermag sie 

während der zahlreichen Abwesenheiten der Kinder umzusetzen. Zudem ist bei ihr 

aufgrund der für sie in Frage kommenden Tätigkeitsfelder (mehr dazu folgt 

nachstehend) denkbar, dass sie teilweise auch an den Wochenenden wird arbeiten 

können bzw. müssen. Das im Vergleich zu den Altersabstufungen 6/12/16 erhöhte 

Arbeitspensum ist zudem auch deshalb gerechtfertigt, weil das vorliegend umgesetzte 

Modell der alternierenden Obhut im Vergleich zum “traditionellen“ Modell Mehrkosten 

(Wohnungsmieten, doppelte Anschaffungen) verursacht, welche grundsätzlich von den 

Eltern zu übernehmen sind. In knappen Verhältnissen wie hier bedeutet dies, dass die 

Eltern – soweit zumutbar und möglich – einen grösseren Arbeitseinsatz zu leisten 

haben. Diese Auffassung wird im Übrigen dadurch bekräftigt, dass nach allgemeiner 

Lebenserfahrung auch ungetrennte Elternpaare, welche die Kinderbetreuung ähnlich 

wie die Parteien aufgeteilt haben, in der Regel deutlich mehr arbeiten als ungetrennte 

Paare, welche ein herkömmliches Familienmodell mit einer haupterwerbstätigen und 

einer hauptbetreuenden Person gewählt haben. Dieselben Überlegungen gelten auch 

für die zweite Phase ab Juli 2021, wenn beide Kinder 12 Jahre alt sind. Der Mutter ist 

ab dann ein 80%-iges Arbeitspensum zuzumuten. Wenn schliesslich im Juli 2025 beide 

Kinder 16 Jahre alt sein werden, hat sie ein volles Arbeitspensum auszuüben. Die 

vorinstanzlichen Ausführungen zur Einkommenshöhe sodann sind zutreffend und 

diesen ist nichts beizufügen. Schliesslich ist davon auszugehen und wird auch nicht in 

Abrede gestellt, dass es der Berufungsbeklagten bei geeigneter Stellensuche innert 

nützlicher Frist möglich ist, eine passende Stelle (beispielsweise als Reinigungshilfe) zu 

finden. Dafür spricht auch die von ihr im Dezember 2015 angetretene, allerdings 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/45

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wenige Wochen später bereits wieder aufgegebene Arbeitsstelle für Hausmeister- und 

Reinigungsarbeiten. Die Berücksichtigung einer angemessenen Übergangsfrist durch 

Schaffung einer weiteren Abstufung in der Unterhaltsberechnung rechtfertigt sich 

angesichts der bereits vorgenommenen zahlreichen Abstufungen und Annahmen 

jedoch nicht. Eine weitergehende Berufstätigkeit, wie vom Berufungskläger gefordert, 

ist der Berufungsbeklagten nicht zumutbar. Ohnehin ist die Forderung des 

Berufungsklägers nach einer 80%-igen Berufstätigkeit bereits im jetzigen Zeitpunkt auf 

das vorliegend nicht umgesetzte Modell der je hälftigen Kinderbetreuung ausgerichtet. 

(…)

Zusammenfassend ist bei der Berufungsbeklagten von folgenden monatlichen 

Nettoeinkommen (hypothetische Einkommen) auszugehen:

Fr. 1‘800.00 ab Rechtskraft des Entscheides bis Juni Ende 2021 (60%-Pensum)

Fr. 2‘400.00 ab Juli 2021 bis Ende Juni 2025 (80%-Pensum)

Fr. 3‘000.00 ab Juli 2025 (100%-Pensum)

c) Einkommen der Kinder A. und B. sind bis zur jeweiligen Vollendung des 16. 

Altersjahres die monatlichen Kinderzulagen von je Fr. 200.00 und anschliessend die 

Ausbildungszulagen von monatlich je Fr. 250.00 als Einkommen anzurechnen (Art. 3 

Abs. 1 FamZG; vgl. auch www.svasg.ch/prokukte/familienzulagen).

15. In einem zweiten Schritt sind die individuellen familienrechtlichen Grundbedürfnisse 

festzulegen, welche ausgehend vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum (vgl. 

Kreisschreiben) sowie anhand der konkreten Bedarfspositionen zu ermitteln sind (vgl. 

FamKomm Scheidung/VETTERLI, Art. 176 ZGB, N 29; FamKomm Scheidung/ 

AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 50 ff.; HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des 

Unterhaltsrechts, Rz 02.58 ff. und Rz. 06.129 ff.).

a) Grundbedarf des Berufungsklägers

(…)

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In Bezug auf die Wohnkosten ist zu ergänzen, dass der vergleichsweise hohe Mietzins 

des Berufungsklägers als Folge der Betreuungsregelung zu berücksichtigen ist. Damit 

werden insbesondere die bei ihm anfallenden Wohnkosten der Kinder berücksichtigt, 

würden einer Einzelperson in vergleichbaren wirtschaftlichen Verhältnissen doch 

lediglich Wohnkosten von rund Fr. 1‘000.00 pro Monat angerechnet (vgl. Nachrichten 

zum Familienrecht, Nr. 1/14, Überblick über die kantonsgerichtliche Rechtsprechung 

im Unterhaltsrecht im Jahre 2013, S. 5 unter: www.gerichte.sg.ch).

(…)

Zusammenfassend ist beim Berufungskläger von folgendem monatlichen Grundbedarf 

auszugehen:

Fr. 2‘990.00 ab Rechtskraft des Entscheides bis Ende Juni 2025 (…).

Fr. 3‘660.00 ab Juli 2025 (…).

b) Grundbedarf der Berufungsbeklagten

(…)

Der Grundbedarf der Berufungsbeklagten beträgt somit:

n der ersten Phase bis Ende Juni 2021 (Arbeitspensum 60%) monatlich Fr. 2‘120.00 

(…).

Ab Juli 2021 (Arbeitspensum 80% / 100%) monatlich Fr. 2‘140.00 (…).

c) Grundbedarf der Kinder

(…)

In diesem Fall ist speziell zu beachten, dass die getroffene Betreuungsregelung mit 

einem Anteil des Vaters von 40% und einem solchen der Mutter von 60% sowie die 

alternierende Obhut der Eltern zu Mehrkosten führen, indem nicht nur der Mutter, 

sondern auch dem Vater eine Wohnung zuzugestehen ist, welche genügend Raum für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/45

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drei Personen bietet. Zudem werden einige Dinge für die Kinder doppelt anzuschaffen 

sein, wie beispielsweise gewisse Kleidungsstücke oder Spielsachen. Es scheint 

sachgerecht, diesen Mehrkosten dadurch Rechnung zu tragen, dass der 

betreibungsrechtliche Grundbetrag der Kinder nicht nur wie üblich um 20%, sondern 

um 40% erhöht wird. (…)

Damit beläuft sich der monatliche Grundbedarf je Kind bis zum vollendeten 12. 

Altersjahr auf Fr. 870.00 (…). Ab dem 13. Altersjahr beträgt der monatliche Grundbedarf 

je Kind Fr. 1‘120.00 (…).

16. Gestützt auf die vorstehenden Zahlen ist im folgenden Schritt der Barunterhalt der 

Kinder festzulegen, und zwar – entsprechend dem soeben festgelegten Grundbedarf – 

bis zum vollendeten 12. Altersjahr und ab dem 13. Altersjahr. Die 40%-ige Beteiligung 

des Vaters an der Kinderbetreuung wird dabei so berücksichtigt, dass jeweils 40% vom 

Grundbetrag jedes Kindes (Fr. 225.00 bzw. Fr. 325.00) abgezogen und dem 

Grundbedarf des Vaters zugerechnet werden (Letzteres kommt jedoch erst bei der 

Berechnung seines Beitrages an den gebührenden Unterhalt der Familie zum Tragen 

[E. II.18]).

Damit beträgt der monatliche Barunterhaltsbedarf bzw. -anspruch für ein Kind unter 12 

Jahren Fr. 445.00 (Grundbedarf Fr. 870.00 ./. Anteil Vater Fr. 225.00 ./. Kinderzulage Fr. 

200.00). Der monatliche Barunterhaltsbedarf bzw. -anspruch für ein Kind über 12 

Jahren beträgt Fr. 595.00 (Grundbedarf Fr. 1‘120.00 ./. Anteil Vater Fr. 325.00 ./. 

Kinderzulage Fr. 200.00) bzw. Fr. 545.00 ab dem 17. Altersjahr, weil dann die 

Ausbildungszulage von Fr. 250.00 anzurechnen ist.

17. Im nächsten Schritt ist der Betreuungsunterhalt der Kinder zu bestimmen. Gestützt 

auf die Betreuungsordnung werden die Kinder zu 60% von der Mutter und zu 40% vom 

Vater betreut. Ausgehend von den bereits erwähnten, durchschnittlichen 

Lebenshaltungskosten von Fr. 2‘800.00 für eine Betreuung von 100% beträgt der auf 

die Mutter entfallende Betreuungsunterhalt somit Fr. 1‘680.00 (60% von Fr. 2‘800.00) 

und derjenige, der auf den Vater entfällt Fr. 1‘120.00 (40% von Fr. 2‘800.00). Je nach 

Alter der Kinder und Arbeitsumfang der Eltern ergeben sich demnach folgende Beträge 

(vgl. FamKomm Scheidung/SCHWEIGHAUSER, Art. 285 ZGB, N 102):

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1. Phase: Zeitspanne ab Rechtskraft dieses Entscheids bis Ende Juni 2019: In dieser 

ersten Phase sind beide Kinder noch unter 12 Jahre alt. Beim Berufungskläger wird von 

einem Arbeitspensum von 80%, bei der Berufungsbeklagten von einem solchen von 

60% ausgegangen.

Betreuungsunterhalt Mutter: 60% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 1‘092.00 

Betreuungsunterhalt Vater: 40% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 728.00 A. B. 

Betreuungsbedürftigkeit 65% 65% Anteil 65/130 65/130 Betreuungsunterhalt Mutter 

Fr. 546.00 Fr. 546.00 Betreuungsunterhalt Vater Fr. 364.00 Fr. 364.00

Der Vater hat während dieser Zeitspanne gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt von Fr. 180.00 je Kind (Fr. 546.00 ./. Fr. 364.00) zu bezahlen.

2. Phase: Zeitspanne ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021: A. hat das 12. Altersjahr 

vollendet, weshalb sich ihr Betreuungsbedarf reduziert. Beim Berufungskläger wird 

nach wie vor von einem Arbeitspensum von 80%, bei der Berufungsbeklagten von 

einem solchen von 60% ausgegangen. 

Betreuungsunterhalt Mutter: 60% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 1‘092.00 

Betreuungsunterhalt Vater: 40% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 728.00

A. B. Betreuungsbedürftigkeit 45% 65% Anteil 45/110 65/110 Betreuungsunterhalt 

Mutter Fr. 447.00 Fr. 645.00 Betreuungsunterhalt Vater Fr. 298.00 Fr. 430.00

Der Vater hat während dieser Zeitspanne gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt für A. von Fr. 150.00 (Fr. 447.00 ./. Fr. 298.00) und für B. von Fr. 

215.00 (Fr. 645.00 ./. Fr. 430.00) zu bezahlen.

3. Phase: Zeitspanne ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023: Auch B. hat das 12. Altersjahr 

vollendet, weshalb sich ihr Betreuungsbedarf ebenfalls reduziert. Beim Berufungskläger 

wird von einem Arbeitspensum von 90%, bei der Berufungsbeklagten von einem 

solchen von 80% ausgegangen.

Betreuungsunterhalt Mutter: 60% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 756.00 

Betreuungsunterhalt Vater: 40% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 504.00 A. B. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/45

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Betreuungsbedürftigkeit 45% 45% Anteil 45/90 45/90 Betreuungsunterhalt Mutter Fr. 

378.00 Fr. 378.00 Betreuungsunterhalt Vater Fr. 252.00 Fr. 252.00

Der Vater hat während dieser Zeitspanne gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt je Kind von Fr. 125.00 (Fr. 378.00 ./. Fr. 252.00) zu bezahlen.

4. Phase: Zeitspanne ab Juli 2023 bis Ende Juni 2025: A. hat das 16. Altersjahr 

vollendet und damit keinen Anspruch mehr auf Betreuungsunterhalt. Beim 

Berufungskläger wird von einem Arbeitspensum von 90%, bei der Berufungsbeklagten 

von einem solchen von 80% ausgegangen.

Betreuungsunterhalt Mutter: 60% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 756.00 

Betreuungsunterhalt Vater: 40% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 504.00

A. B. Betreuungsbedürftigkeit 0% 45% Anteil 0 45/45 Betreuungsunterhalt Mutter 0 Fr. 

756.00 Betreuungsunterhalt Vater 0 Fr. 504.00

Der Vater hat während dieser Zeitspanne für B. gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt von Fr. 250.00 (Fr. 756.00 ./. Fr. 504.00) zu bezahlen. Es 

entspricht der Konzeption des Gesetzgebers, dass das jüngere Kind in dieser Phase, in 

welcher das ältere Geschwister keinen Betreuungsunterhalt mehr erhält, einen höheren 

bzw. den gesamten Betreuungsunterhalt erhält, obwohl es älter ist als in der 

vorangehenden Phase und somit grundsätzlich von einer geringeren 

Betreuungsbedürftigkeit auszugehen ist (vgl. zum Ganzen: SPYCHER, 

Betreuungsunterhalt, in FamPra.ch 2017, S. 198, 222 f.).

18. Schliesslich ist in einem fünften Schritt der Beitrag an den gebührenden Unterhalt 

für die einzelnen Familienmitglieder zu bestimmen.

Dabei ist – wie bereits vorne in E. II.15.a erwähnt – die 40%-ige Beteiligung des Vaters 

an der Kinderbetreuung dadurch zu berücksichtigen, dass die bei der 

Barunterhaltsberechnung vom Grundbetrag der Kinder abgezogenen 40% (Fr. 225.00 

bzw. Fr. 325.00) dem Grundbedarf des Vaters zuzurechnen sind.

1. Phase: ab Rechtskraft des Scheidungsurteil bis Ende Juni 2019 Beide Kinder sind 

unter 12 Jahre alt, der Vater arbeitet 80%, die Mutter 60%.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/45

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Vater Mutter A. B. Total Einkommen 4‘660 1'800 200 200 6'860 Bedarf (Vater inkl. 

Grundbetragsanteile der Töchter von 2 x 225) 3'440 2‘120 645 645 6'850 Überschuss/

Manko (= Barbedarf der Töchter) + 1‘220 -320 -445 -445 + 10 Betreuungsunterhalt 

("netto")* 180 180 360 gebührender Unterhalt Töchter 625 625 1'250 * "netto" versteht 

sich als Differenz zwischen dem auf die Betreuung durch die Mutter und dem auf die 

Betreuung durch den Vater entfallenden Betreuungsunterhalt.

Bei einem Existenzminimum von Fr. 3'440.00 und einem Einkommen von Fr. 4'660.00 

vermag der Berufungskläger den gebührenden Unterhalt der beiden Kinder von 

insgesamt Fr. 1'250.00 nicht ganz zu decken; es bleibt ein Manko von Fr. 30.00, das 

die Töchter, die in dieser Phase denselben Betreuungsbedarf aufweisen, je hälftig zu 

tragen haben. Dies bedeutet, dass der Berufungskläger ab Rechtskraft des 

vorliegenden Entscheids bis Ende Juni 2019 für jedes Kind einen Unterhaltsbeitrag von 

Fr. 610.00 zu bezahlen hat. Für einen persönlichen Unterhalt der Berufungsbeklagten 

sodann bleibt kein Raum.

Der neue Art. 301a ZPO schreibt vor, dass in einem Entscheid, in dem 

Kinderunterhaltsbeiträge festgelegt werden, nicht nur der Betrag anzugeben ist, der 

vom unterhaltspflichtigen Elternteil unter Berücksichtigung seiner Leistungsfähigkeit 

geschuldet ist, sondern unter anderem auch derjenige Betrag, welcher zur Deckung 

des gebührenden Unterhalts des Kindes fehlt bzw. notwendig wäre (Botschaft, a.a.O., 

S. 927 ff.). Angesichts des marginalen Fehlbetrages zur Deckung des gebührenden 

Unterhalts der Kinder erscheint vertretbar, die während der 1. Phase bestehende 

Unterdeckung zu vernachlässigen.

2. Phase: ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021 A. ist 12 Jahre, B. 10 Jahre; der Vater 

arbeitet 80%, die Mutter 60%.

Vater Mutter A. B. Total Einkommen 4‘660 1'800 200 200 6'860 Bedarf (Vater inkl. 

Grundbetragsanteile der Töchter von 225 und 325) 3'540 2‘120 795 645 7'100 

Überschuss/Manko (= Barbedarf der Töchter) + 1‘120 -320 -595 -445 -240 

Betreuungsunterhalt ("netto") 150 215 365 FO.2015.22-K2 18/22 gebührender 

Unterhalt Töchter 745 660 1'405

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/45

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Bei einem Existenzminimum von Fr. 3'540.00 und einem Einkommen von Fr. 4'660.00 

vermag der Vater den gebührenden Unterhalt der beiden Kinder nicht zu decken, 

indem er für die Deckung des Barbedarfs von insgesamt Fr. 1'040.00 (Fr. 595.00 + Fr. 

445.00) zwar über genügend Mittel verfügt, ihm aber für den Betreuungsunterhalt von 

insgesamt Fr. 365.00 nur noch Fr. 80.00 zur Verfügung stehen. Es erscheint 

sachgerecht, das betreffende Manko von Fr. 285.00 anteilsmässig unter die Töchter 

aufzuteilen. A. stehen mithin Fr. 33.00 (41%) und B. Fr. 47.00 (59%) zu, woraus sich ein 

monatlicher Unterhaltsbeitrag für A. von gerundet Fr. 630.00 (Barunterhalt Fr. 595.00 + 

Betreuungsunterhalt Fr. 33.00) und für B. ein solcher von Fr. 490.00 (Barunterhalt Fr. 

445.00 + Betreuungsunterhalt Fr. 47.00) ergeben. Für einen persönlichen Unterhalt der 

Berufungsbeklagten sodann bleibt wiederum mangels Leistungsfähigkeit kein Raum.

3. Phase: ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023 Beide Kinder sind 12 Jahre alt; der Vater 

arbeitet 90%, die Mutter 80%.

Vater Mutter A. B. Total Einkommen 5'250 2'400 200 200 8'050 Bedarf (Vater inkl. 

Grundbetragsanteile der Töchter von 2 x 325) 3'640 2‘140 795 795 7'370 Überschuss/

Manko (= Barbedarf der Töchter) + 1‘610 + 260 -595 -595 + 680 Betreuungsunterhalt 

("netto") 125 125 250 gebührender Unterhalt 720 720 1'440

Dem Berufungskläger stehen für die Bezahlung des gebührenden Unterhalts der 

beiden Töchter von insgesamt Fr. 1'440.00 genügend Mittel zur Verfügung; es bleibt 

ihm ein Überschuss von Fr. 170.00. Der Überschuss der Berufungsbeklagten sodann 

beträgt Fr. 260.00. Insgesamt resultiert mithin rechnerisch ein Überschuss von Fr. 

430.00, an dem die Familienmitglieder gemäss der üblichen Regel nach grossen und 

kleinen Köpfen, d.h. im Verhältnis von 1/3 : 1/3 : 1/6 : 1/6 zu beteiligen sind. Der 

Berufungskläger könnte demnach knapp Fr. 145.00 seines Überschusses für sich 

beanspruchen und müsste Fr. 25.00 den Kindern zukommen lassen. Angesichts der 

Geringfügigkeit dieses Betrages und in der Annahme, dass die Töchter von ihrem 

rechnerischen Überschussanteil dann in natura profitieren, wenn sie vom Vater betreut 

werden, ist auf einen zusätzlichen Ausgleich zu verzichten und ist der vom 

Berufungskläger für die Kinder zu bezahlende Unterhaltsbeitrag auf je Fr. 720.00 

festzusetzen. Für einen persönlichen Unterhaltsbeitrag der Berufungsbeklagten besteht 

auch in dieser Phase mangels Leistungsfähigkeit keine Grundlage.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/45

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4. Phase: Juli 2023 bis Ende Juni 2025 A. ist 16 Jahre alt, ihr Anspruch auf 

Betreuungsunterhalt fällt weg. Der Vater arbeitet 90%, die Mutter 80%.

Vater Mutter A. B. Total Einkommen 5'250 2'400 250 200 8'100 Bedarf (Vater inkl. 

Grundbetragsanteile der Töchter von 2 x 325) 3'640 2‘140 795 795 7'370 Überschuss/

Manko (= Barbedarf der Töchter) + 1‘610 + 260 -545 -595 + 730 Betreuungsunterhalt 

("netto") 0 250 250 gebührender Unterhalt 545 845 1'390

Dem Vater stehen für die Bezahlung des gebührenden Unterhalts der beiden Töchter 

von insgesamt Fr. 1'390.00 genügend Mittel zur Verfügung; es bleibt ihm ein 

Überschuss von Fr. 220.00. Der Überschuss der Berufungsbeklagten sodann beträgt 

Fr. 260.00. Insgesamt resultiert mithin ein Überschuss von Fr. 480.00, an dem die 

Familienmitglieder nach grossen und kleinen Köpfen, d.h. im Verhältnis von 1/3 : 1/3 : 

1/6 : 1/6 zu beteiligen sind. Fr. 160.00 seines Überschusses könnte der 

Berufungskläger demnach für sich beanspruchen, während er Fr. 80.00 als Unterhalt 

für die Kinder einzusetzen hätte. Wiederum mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des 

Betrages und in der Annahme, dass die Töchter von ihrem rechnerischen 

Überschussanteil dann in natura profitieren, wenn sie vom Vater betreut werden, ist auf 

einen zusätzlichen Ausgleich zu verzichten und der vom Berufungskläger zu 

bezahlende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 545.00 (A.) und Fr. 845.00 (B.) festzusetzen. Für 

einen persönlichen Unterhaltsbeitrag der Berufungsbeklagten besteht auch in dieser 

Phase mangels Leistungsfähigkeit keine Grundlage.

5. Phase: Juli 2025 bis Volljährigkeit bzw. bis zum ordentlichen Abschluss einer 

Ausbildung der Kinder 

Beide Kinder sind 16-jährig, es gibt keinen Betreuungsunterhalt mehr und keinen 

Anspruch auf nachehelichen Unterhalt. Bei den Eltern ist von einem Arbeitspensum von 

je 100% auszugehen.

Vater Mutter A. B. Total Einkommen 5'830 3'000 250 250 9'330 Bedarf (Vater inkl. 

Grundbetragsanteile der Töchter von 2 x 325) 4'310 2‘140 795 795 8'040 Überschuss/

Manko (= Barbedarf der Töchter) + 1‘520 + 860 -545 -545 + 1'290 Betreuungsunterhalt 

("netto") 0 0 gebührender Unterhalt 545 545 1'090

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/45

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Nach Deckung des gebührenden Unterhalts der Töchter von Fr. 1'090.00 verbleibt dem 

Berufungskläger ein Betrag von Fr. 430.00. Dieser Betrag entspricht seinem Anspruch 

am Freibetrag von insgesamt Fr. 1'290.00 (Fr. 430.00 + Fr. 860.00), weshalb er sich am 

Unterhalt der Kinder (schon aus diesem Grund) nur im Umfang der rechnerischen je Fr. 

545.00 zu beteiligen hat. Für einen persönlichen Unterhaltsbeitrag der 

Berufungsbeklagten besteht schliesslich in dieser Phase deshalb keine Grundlage, weil 

im Juli 2025 beide Kinder 16 Jahre alt sind und ab diesem Alter ein Anspruch auf 

nachehelichen Unterhalt dahinfällt.

19. Die vorstehend berechneten Kinderunterhaltsbeiträge tragen – zusammenfassend – 

der Gesamtsituation Rechnung: Dabei wurde insbesondere beachtet und Wert darauf 

gelegt, dass beide Elternteile – entsprechend ihren jeweiligen beruflichen und 

persönlichen Möglichkeiten – in etwa gleichwertig an der Kindererziehung und dem 

Kinderunterhalt beteiligt werden sollen. So erbringt die Mutter ihren Anteil ungefähr zu 

60%, der Vaters seinen Anteil ungefähr zu 40% durch die unmittelbare Betreuung der 

Mädchen in natura. Auch in finanzieller Hinsicht werden beide Parteien im Verhältnis 

ähnlich belastet, indem nicht nur der Vater, sondern auch die Mutter zur 

Erwirtschaftung eines wesentlichen Einkommens verpflichtet wird. (…)

Veränderung der Verhältnisse A. und B. sind gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB berechtigt, 

bei einer wesentlichen Verbesserung der finanziellen Verhältnisse vom Vater eine 

Erhöhung des Kinderunterhalts für die Zukunft zu verlangen. Sie sind gemäss Art. 286a 

Abs. 1 und 2 ZGB überdies berechtigt, vom Vater denjenigen Betrag zu verlangen, der 

während der letzten fünf Jahre, in denen der Unterhaltsbeitrag ihren gebührenden 

Unterhalt nicht deckte, zur Deckung des gebührenden Unterhalts gefehlt hat. Ein auf 

Art. 129 Abs. 3 ZGB gestützter Vorbehalt zu Gunsten der Berufungsbeklagten steht 

hingegen mangels Geltendmachung nicht zur Diskussion.

(…)

 

Entscheid 1. …

2. (…)

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/45

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d) Die Eltern üben die Obhut alternierend aus, d.h. die Obhut hat jeweils derjenige 

Elternteil inne, bei dem sich die Kinder aufhalten.

3. Der Berufungskläger wird verpflichtet, an den Unterhalt von A. monatlich im Voraus 

folgende Beträge zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen:

a) ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides bis Ende Juni 2019 Fr. 610.00

b) ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021 Fr. 630.00 Zur Deckung des gebührenden 

Unterhalts von Fr. 745.00 (Barunterhalt Fr. 595.00; Betreuungsunterhalt Fr. 150.00) fehlt 

monatlich der Betrag von Fr. 115.00 (Betreuungsunterhalt).

c) ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023 Fr. 720.00

d) ab Juli 2023 bis Ende Juni 2025 Fr. 545.00

e) ab Juli 2025 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung Fr. 545.00

4. Der Berufungskläger wird verpflichtet, an den Unterhalt von B. monatlich im Voraus 

folgende Beträge zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen:

a. ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides bis Ende Juni 2019 Fr. 610.00

b. ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021 Fr. 490.00 Zur Deckung des gebührenden 

Unterhalts von Fr. 660.00 (Barunterhalt Fr. 445.00; Betreuungsunterhalt Fr. 215.00) fehlt 

monatlich der Betrag von Fr. 170.00 (Betreuungsunterhalt)

c. ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023 Fr. 720.00

d. ab Juli 2023 bis Ende Juni 2025 Fr. 845.00 FO.2015.22-K2 22/22

e. ab Juli 2025 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung Fr. 545.00

(…)  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/45

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Alternierende Obhut und Kindesunterhalt nach neuem Recht  
 

Werden die Kinder zu 40% vom Vater und zu 60% von der Mutter betreut, ist es 
angebracht und notwendig, dass die Obhut jeweils demjenigen Elternteil zusteht, 
bei dem sich die Kinder gerade aufhalten. Diese sogenannte alternierende Obhut 
zieht im Vergleich zum “traditionellen“ Modell Mehrkosten nach sich, welche 
grundsätzlich von den Eltern zu übernehmen sind. In knappen Verhältnissen 
bedeutet dies, dass die Eltern – soweit zumutbar und möglich – einen grösseren 
Arbeitseinsatz als üblich zu leisten haben, der Grundbetrag der Kinder zu erhöhen 
und der Betreuungsunterhalt im Verhältnis der Betreuungsanteile auf die Eltern 
aufzuteilen ist (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 18. August 2017, FO.2015.22; noch nicht 
rechtskräftig). 

 

 

Sachverhalt:  
Die Eltern (Vater/Berufungskläger, Jg. 1980; Mutter/Berufungsbeklagte, Jg. 1984) 

heirateten 2008 und trennten sich 2011. Sie sind die Eltern von A. (Jg. 2007) und B. 

(Jg. 2009). Im Rahmen des Scheidungsverfahrens sind unter anderem noch die 

Kinderbetreuung sowie der Kinder- und nacheheliche Unterhalt umstritten.  

 

Aus den Erwägungen 

(…)  

 

Kinderbetreuung und Obhut 

6. Unter dem hier relevanten neuen Sorgerecht umfasst die Obhut nur noch die 

faktische Obhut, das heisst die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und die 

Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufenden 

Erziehung (BGer 5A_991/2015, E. 4.1; BGer 5A_904/2015, E. 3.2.2; BGer 5A_548/2015, 
E. 4.2; BSK ZGB I-SCHWENZER/COTTIER, Art. 298 N 4). Im Fall der gemeinsamen 

elterlichen Sorge kann das Gericht entweder einem Elternteil die alleinige Obhut zuteilen 

oder eine alternierende Obhut beider Elternteile festlegen. Aus der gemeinsamen 

elterlichen Sorge kann kein Elternteil das Recht ableiten, das Kind auch tatsächlich zur 

Hälfte betreuen zu können (BGer 5A_991/2015, E. 4.2; BGer 5A_904/2015, E. 3.2.3; 

BGer 5A_266/2015, E. 4.2.2.1; BGer 5A_631/2015, E. 3.2; BÜCHLER/MARANTA, Das neue 

Recht der elterlichen Sorge, in: Jusletter 11. August 2014, Rz 46). Die Regelung hat sich 

an bewährten Grundsätzen zu orientieren. Leitprinzip ist demnach das Kindeswohl; die 

Interessen der Eltern haben in den Hintergrund zu treten. Alternierende Obhut stellt hohe 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 2/22 

  

Anforderungen an Eltern und Kinder. Entscheidend ist zunächst die Erziehungsfähigkeit 

der Eltern, kommt die alternierende Obhut doch nur dann in Frage, wenn beide Eltern 

erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische 

Massnahmen und gegenseitige Information der Eltern. Sie bedingt daher eine gute 

Kooperationsfähigkeit und funktionierende Kommunikation der Eltern. Einzubeziehen sind 

sodann die bestehenden Bindungen des Kindes zu den beiden Elternteilen und die 

Bereitschaft, insbesondere die Beziehung zum anderen Elternteil zuzulassen. Zudem 
spielt die geografische Situation, insbesondere die Distanz zwischen den Wohnungen der 

Eltern, eine Rolle. Zu berücksichtigen sind weiter die Stabilität, die eine Weiterführung des 

bisherigen Betreuungsmodells für das Kind gegebenenfalls mit sich bringt, sowie die 

Bereitschaft und die Möglichkeit der Eltern, sich persönlich um das Kind zu kümmern, das 

Alter des Kindes, seine Beziehung zu Geschwistern und die Einbettung in ein weiteres 

soziales Umfeld. Schliesslich ist auch dem Wunsch des Kindes Beachtung zu schenken. 

Abgesehen von der zwingend vorausgesetzten Erziehungsfähigkeit der Eltern sind die 

genannten Beurteilungskriterien oft voneinander abhängig und je nach den konkreten 

Umständen des Einzelfalles von unterschiedlicher Bedeutung (BGer 5A_991/2015, E. 4.2 

f., mit weiteren Hinweisen; BGer 5A_904/2015, E. 3.2.3 f.; GASSNER/JENNY/MAJID, Neuere 

Rechtsprechung und Literatur zum Ehe- und Kindesrecht, in: 7. Symposium zum 

Familienrecht 2013, Familien in Zeiten grenzüberschreitender Beziehungen, Familien- 

und migrationsrechtliche Aspekte, N 165). Es ist diejenige Lösung zu wählen, die unter 

Berücksichtigung der gesamten Umstände dem Kind die Voraussetzungen bietet, die es 
für seine optimale Entwicklung und Entfaltung benötigt (BGer 5A_985/2014, E. 7). 

Zusätzlich ist erforderlich, dass beide Elternteile das Kind in zeitlich grösserem Ausmass 

als beim üblichen Wochenendbesuchsrecht betreuen (OGer ZH vom 23. Dezember 2014, 

LE140040 E. 1.3, in: ZR 2015, 37 f.). Die Betreuung muss aber nicht genau hälftig 

aufgeteilt werden. Erwartet wird, dass ein Elternteil mehr als einen Drittel seiner Zeit dem 

Kind widmet (FamKomm Scheidung/VETTERLI, Art. 176 ZGB, N 1). Die Betreuungsform 

der alternierenden Obhut ist – sofern die Rahmenbedingungen stimmen – grundsätzlich 

optimal für die Kinder, weil sie so von den Kompetenzen beider Eltern profitieren und 

diese im Leben der Kinder gleichermassen präsent bleiben sowie sich gegenseitig 

entlasten können (SÜNDERHAUF/WIDRIG, Gemeinsame elterliche Sorge und alternierende 

Obhut, in: AJP 7/2014, 895).  

 

7. a) Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Vater einen bedeutenden Anteil der 
Kinderbetreuung im Umfang von rund einem Drittel – wie von der Vorinstanz festgelegt – 

übernehmen soll.  

(…) 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 3/22 

  

 

b) (…)  

Mit der Betreuungsregelung wird nicht bezweckt, einen Ausgleich zwischen den Eltern 

und ihren sich möglicherweise entgegenstehenden Anträgen anzustreben; im Zentrum 

steht vielmehr allein das Kindeswohl. Insbesondere hat sich die Kinderbetreuung nicht 

nach rein rechnerischen Grössen zu richten, welche in diesem Zusammenhang ohnehin 

lediglich eine scheinbare Genauigkeit herzustellen vermögen. Der auf die halbe Stunde 
genaue Regelungsvorschlag des Vaters erweist sich damit von vornherein als untauglich. 

Zudem kann beispielsweise die Schlafenszeit der Kinder schwerlich als gleichbedeutende 

Betreuungszeit eingestuft werden wie die Feierabend- oder Wochenendzeit. Eine auf die 

Minute genaue Aufteilung der Betreuungszeit unter den Eltern macht keinen Sinn und ist 

in der Praxis daher auch nicht üblich. Vielmehr soll es die Betreuungsregelung den beiden 

Mädchen vor allem ermöglichen, ihre bestehenden intakten Beziehungen zu beiden 

Elternteilen aufrechtzuerhalten und weiter zu pflegen, sowie die für ihre gedeihliche 

Entfaltung notwendigen Voraussetzungen schaffen. Dazu gehört unter anderem ihr 

Bedürfnis nach einer geregelten Wochenstruktur, in der sie in sinnvollen Abständen 

zwischen Mutter und Vater abwechseln. Überdies soll damit die der alternierenden Obhut 

innewohnende Gefahr, dass die Kinder mit unterschiedlichen Tagesabläufen überfordert 

werden oder dass durch häufig notwendige Absprachen zwischen den Eltern 

kindesschädigende Konflikte entstehen, möglichst vermieden werden.  

 
c) Wie die Erfahrungen mit der seit rund eineinhalb Jahren gelebten 

Betreuungsregelung zeigen, vermag diese den soeben genannten Anforderungen gerecht 

zu werden und hat sich diese für die Kinder bewährt. Sie gibt ihnen insbesondere die 

Möglichkeit, auch mit dem Vater einen wesentlichen Teil ihres Alltags zu verbringen, zu 

dem die Mädchen eine ebenso gute und tragfähige Beziehung aufweisen wie zur Mutter. 

Die Übernachtungen beim Vater und die damit verbundene Reduktion der Wechsel 

zwischen Vater und Mutter haben zu einer Beruhigung ihres Wochenrhythmus geführt. 

Zudem steht damit auch genügend Zeit für die Unterstützung durch den Vater in 

schulischen Belangen zur Verfügung. Diese für die Kinder positiven Auswirkungen 

werden implizit auch von der Mutter anerkannt, welche sich im Berufungsverfahren nicht 

gegen die im vorinstanzlichen Entscheid vorgesehenen zwei Übernachtungen beim Vater 

unter der Woche wendet. Für die Regelung der künftigen Kinderbetreuung wird es daher 

als sinnvoll erachtet, die bisherige, funktionierende Ordnung so weit als möglich 
beizubehalten. Die Vorbringen der Parteien im Berufungsverfahren zeigen deutlich, dass 

wesentliche Anpassungen bei der Betreuungsregelung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu 

neuen, kindesschädigenden Konflikten zwischen den Eltern führen würden. Das jetzige 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 4/22 

  

funktionierende Modell soll daher nicht ohne Not durch eine neue Regelung aufs Spiel 

gesetzt werden.  

 

Vor diesem Hintergrund ist der (sinngemässe) Vorschlag des Vaters, die Kinder jeweils 

am Montag und Donnerstag neu den ganzen Tag zu betreuen, zur verbindlichen 

Regelung zu machen. Dies umso mehr, als die Kinder seit einiger Zeit an diesen beiden 

Tagen ohnehin den Mittagstisch besuchen und der Vater gemäss eigenen Angaben an 
der Vergleichsverhandlung plant, dies künftig ebenso zu handhaben. Am Dienstag, 

Mittwoch und Freitag hingegen sollen die Kinder wie bisher grundsätzlich von der Mutter 

betreut werden. Dies hat sich zum einen in der Vergangenheit bewährt. Zum anderen 

benötigt der Vater den Freitag zumindest teilweise dazu, um das von ihm ausgeübte 80%-

ige Arbeitspensum bewältigen zu können. In Bezug auf die Wochenendbetreuung fordert 

der Vater, dass er die Kinder abwechselnd in der einen Woche am Samstag bis zum 

Abendessen und in der anderen Woche ab Samstagmittag für den Rest des 

Wochenendes betreue. Diese Forderung scheint unausgewogen, würden die Mädchen 

dabei doch vom Wochenende lediglich noch jeden zweiten Samstagabend und Sonntag 

mit der Mutter verbringen und würde die restliche Wochenendzeit dem Vater “gehören“. 

Es sind aber gerade die Wochenenden, welche – vor allem im Hinblick auf die künftige 

Schulzeit der Kinder – als speziell wertvoll zu bezeichnen sind und welche es erlauben, 

einen längeren Zeitraum ohne “Alltagshektik“ miteinander zu verbringen und gemeinsam 

etwas zu unternehmen. Diesen Umständen ist dadurch Rechnung zu tragen, dass die 
Kinder – wie bisher – Samstag und Sonntag je abwechslungsweise bei Mutter oder Vater 

verbringen. Dies entspricht im Wesentlichen der gelebten Regelung, welche vorab von 

den Kindern gut akzeptiert wurde und welche die Parteien bis anhin ohne nennenswerte 

Probleme umzusetzen vermochten.  

 

Im Übrigen zeigt sich die vorgesehene Betreuungsregelung auch deshalb als vorteilhaft, 

weil sie den Parteien neben der Kinderbetreuung die für ihre Berufsausübung notwendige 

Zeit zur Verfügung stellt (vgl. dazu hinten E. II.11). Dies liegt im weiteren Sinn ebenfalls im 

Interesse der Kinder, hängt doch davon die wirtschaftliche Situation der Familie ab, 

welche sich nicht zuletzt auch auf sie auswirkt. Auch wenn grundsätzlich nichts dagegen 

sprechen würde, dem Vater unter der Woche etwas mehr Zeit mit den Kindern 

zuzugestehen, ist gesamthaft gesehen nicht ersichtlich, wie dies für ihn neben seinem 

80%-igen Arbeitspensum langfristig umsetzbar sein sollte, ohne die Situation für die 
Kinder zu verschlechtern. So hätten weitere Betreuungszeiten des Vaters unter der 

Woche zusätzliche Wechsel der Kinder zur Folge, welche, verbunden mit der Gefahr von 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 5/22 

  

zusätzlichen Konflikten zwischen den Eltern und einer Überforderung der Kinder mit einer 

allzu komplexen Wochenstruktur, nicht im Interesse der Kinder liegen.  

 

Schliesslich befolgt die vorgesehene Betreuungsregelung – entgegen der Auffassung des 

Berufungsklägers – die nachvollziehbaren und schlüssigen Empfehlungen der 

Sozialabklärung und der Beiständin und ist auf Dauer angelegt.  

 
Nach dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend folgende Betreuungsregelung:  

 

Woche 1 
 Vormittag 

(ab 
Schulbeginn) 

Mittag Nachmittag 
(ab 
Schulbeginn) 

Abend 
(nach 
Schulschluss) 

Nacht  
(bis Schulbeginn am 
nächsten Morgen) 

Montag Schule/Vater Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater 
Dienstag Schule/Mutter Mutter Schule/Mutter Mutter Mutter 
Mittwoch Schule/Mutter Mutter Mutter Mutter Mutter 
Donnerstag Schule/Vater Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater 
Freitag Schule/Mutter Mutter Schule/Mutter Vater Vater 
Samstag Vater Vater Vater Vater Mutter 
Sonntag Mutter Mutter Mutter Mutter Mutter 

 
 
Woche 2 

 Vormittag 
(ab 
Schulbeginn) 

Mittag Nachmittag 
(ab 
Schulbeginn) 

Abend 
(nach 
Schulschluss) 

Nacht  
(bis Schulbeginn am 
nächsten Morgen) 

Montag Schule/Vater Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater 
Dienstag Schule Mutter Mutter Mutter Mutter 
Mittwoch Schule Mutter Mutter Mutter Mutter 
Donnerstag Schule/Vater Mittagstisch/Vater Schule/Vater Vater Vater 
Freitag Schule Mutter Mutter Mutter Mutter 
Samstag Mutter Mutter Mutter Mutter Vater 
Sonntag Vater Vater Vater Vater Vater 

 

Demnach betreut der Vater die Kinder jeweils vom Montagmorgen ab Schulbeginn bis 

Dienstagmorgen Schulbeginn sowie am Donnerstagmorgen ab Schulbeginn bis 

Freitagmorgen Schulbeginn. Zudem verbringen die Kinder das Wochenende 

abwechslungsweise von Freitag nach Schulschluss bis Samstag, 19.30 Uhr (Woche 1), 

oder von Samstag, 19.30 Uhr, bis Montagmorgen Schulbeginn (Woche 2) beim Vater. In 

der übrigen Zeit werden die Kinder von der Mutter betreut. 

 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 6/22 

  

Zudem hat jeder Elternteil das Recht, drei Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern zu 

verbringen. Während dieser Zeit entfällt die vorstehende Betreuungsregelung. Im Übrigen 

gilt diese aber auch während der Schulferien oder bei Krankheit der Kinder.  

 

An den Feiertagen betreuen die Eltern die Kinder folgendermassen: In den geraden 

Jahren verbringen die Kinder den 24. Dezember jeweils mit dem Vater und die Zeit vom 

25. Dezember bis zum 1. Januar mit der Mutter. In den ungeraden Jahren verbringen die 
Kinder den 24. Dezember jeweils mit der Mutter und die Zeit vom 25. bis zum 30. 

Dezember mit dem Vater. Den 31. Dezember verbringen die Kinder jeweils mit der Mutter 

(Geburtstag der Mutter). Dabei ist diese Zeit (24. Dezember bis 1. Januar) nicht an die 

Ferienzeit von Mutter und Vater anzurechnen.  

 

Diese Ferien- und Feiertagsregelung, welche der vorinstanzlichen Regelung entspricht, 

erscheint sachgerecht. Die Forderung des Berufungsklägers hingegen, die gesamten 

Schulferien hälftig unter den Eltern aufzuteilen, scheint – insbesondere in Anbetracht der 

Arbeitstätigkeit der Eltern – nicht praktikabel.  

 

Mit der getroffenen Betreuungsregelung liegt der Anteil des Vaters an der 

Kinderbetreuung bei ca. 40% und derjenige der Mutter bei ca. 60%. Dies ergibt sich 

daraus, dass der Vater die Kinder unter der Woche grundsätzlich an zwei Tagen (Montag 

und Donnerstag) und die Mutter an drei Tagen (Dienstag, Mittwoch und Freitag) betreut. 
An den Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien werden die Kinder zu gleichen 

Teilen von den Eltern betreut, so dass diese nicht ins Gewicht fallen.  

 

8. (…) In Anbetracht der vorstehend erläuterten Betreuungsregelung, wonach die 

Kinder zu 40% vom Vater und zu 60% von der Mutter betreut werden, (…) ist es 

angebracht und notwendig, dass sich jeder Elternteil um die sich während seiner 

Betreuungszeit für die Kinder ergebenden Angelegenheiten kümmern kann. Diese 

Fähigkeit ist nicht nur dem Vater, sondern auch der Mutter zuzutrauen, welche ihre 

Deutschkenntnisse weiterhin verbessert und seit der Trennung genügend Deutsch gelernt 

hat, um sich im Alltag zurecht zu finden. Die Obhut soll mithin demjenigen Elternteil 

zustehen, bei dem sich die Kinder gerade aufhalten, was – wie schon der Begriff sagt – 

eine alternierende Obhut bedeutet.  

 
(…) 

 

Kinder- und nachehelicher Unterhalt 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 7/22 

  

(…) 

 

11. a) Per 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen zum Kindesunterhalt in 

Kraft getreten, die insbesondere das neue Institut des Betreuungsunterhalts einführen 

(Änderung des ZGB vom 20. März 2015). Diese sind bereits im vorliegenden 

Berufungsverfahren anzuwenden (Art. 13cbis Abs. 1 SchlT ZGB; DOLDER, 

Betreuungsunterhalt: Verfahren und Übergang, in: FamPra.ch 04/2016, S. 918), was zur 
Folge hat, dass die Beurteilung des Kindesunterhalts nach neuem Recht erfolgt 

(SCHWANDER, Grundsätze des intertemporalen Rechts und ihre Anwendung auf neuere 

Gesetzesrevisionen, in: AJP 2016, 1575, 1584; DOLDER, a.a.O., S. 919 ff.). Wie sich 

nachfolgend zeigen wird, hat dies auch Auswirkungen auf die Berechnung des 

nachehelichen Unterhalts.  

 

Die weitreichenden Änderungen der Gesetzesrevision auf die (Berechnung der) 

Unterhaltsbeiträge führen dazu, dass im vorliegenden Entscheid eine 

Auseinandersetzung mit den vorinstanzlich festgelegten Kinder- und nachehelichen 

Unterhaltsbeiträge unterbleiben kann, erweist sich doch ein Vergleich der “neuen“ mit den 

“alten“ Unterhaltsbeiträgen angesichts der Änderungen nicht mehr als sinnvoll. Dasselbe 

gilt für die Vorbringen der Parteien, welche sich noch auf das bis Ende 2016 geltende 

Unterhaltsrecht bezogen. Nachfolgend wird daher lediglich auf diejenigen Vorbringen und 

Argumente eingegangen, welche sich im Lichte des neuen Unterhaltsrechts noch als 
relevant erweisen.  

 

b) Gemäss dem neuen Art. 276 ZGB ist der Unterhalt des Kindes – wie bisher – 

grundsätzlich durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung zu erbringen (Abs. 1). Die Eltern 

sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden 

Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, 

Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Abs. 2). Der gebührende Kindesunterhalt 

umfasst neben dem geldwerten Barunterhalt und dem durch Naturalbetreuung erbrachten 

Naturalunterhalt neu auch den Betreuungsunterhalt. Der Barunterhaltsbedarf, unter den 

die direkten Kosten des Kindes fallen (zu denen auch die Kosten für eine allfällige 

Fremdbetreuung gehören), ist wie bis anhin anhand der konkreten Bedarfspositionen zu 

ermitteln (FamKomm Scheidung/SCHWEIGHAUSER, Art. 285 ZGB, N 9 f.). Für den 

Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen in Anwendung einer pauschalierten 
Betrachtungsweise für durchschnittliche Verhältnisse grundsätzlich von einem Betrag von 

Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 100% ausgegangen, entsprechend den 

durchschnittlich anzunehmenden Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. Liegt 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 8/22 

  

keine besondere Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so erscheint es (in Anlehnung 

an die Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 Kreisschreiben der Aufsichtsbehörde 

SchKG über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums von 

Dezember 2008 [nachfolgend: Kreisschreiben]) sachgerecht, dem betreuenden Elternteil 

bis zum vollendeten 6. Altersjahr kein Arbeitspensum, bis zum vollendeten 12. Altersjahr 

ein solches von rund 1/3 (35%) und bis zum vollendeten 16. Altersjahr ein solches von 

55% zuzumuten (vgl. Entscheid Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 15. Mai 2017, FO.2016.5, 
unter www.gerichte.sg.ch). Entsprechend reduziert sich der Betreuungsunterhalt mit 

Erreichen der jeweiligen Altersstufen. Im Übrigen ist, wenn der betreuende Elternteil 

schon früher in höherem Umfang erwerbstätig war, grundsätzlich – wie schon nach der 

bis anhin geltenden Rechtsprechung – von den tatsächlichen Verhältnissen auszugehen. 

Wie bisher dauert die Unterhaltspflicht grundsätzlich über die Volljährigkeit hinaus bis zum 

Abschluss einer angemessenen Ausbildung des Kindes (Art. 277 ZGB; BGer 

5A_184/2015, E. 3). Ebenfalls keine Änderung erfuhr mit dem neuen Recht der Grundsatz 

der Unantastbarkeit des Existenzminimums des Unterhaltsschuldners (vgl. Botschaft, BBl 

2014, 529, 560 f.).  

 

12. Nachehelicher Unterhalt ist geschuldet, wenn es einem Ehegatten nach der 

Scheidung nicht zumutbar ist, selbst für seinen gebührenden Unterhalt aufzukommen. In 

diesem Fall hat der andere ihm einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 

ZGB). Entscheidend für die Bemessung des nachehelichen Unterhalts ist, ob die Ehe 
lebensprägend geworden ist. Kurze Ehen, die weniger als fünf Jahre gedauert haben, 

gelten in der Regel nicht als lebensprägend. Jedoch kann auch eine kurze Ehe 

lebensprägend sein, wenn sie für einen Ehegatten zu einer Entwurzelung aus seinem 

bisherigen Kulturkreis geführt hat oder wenn aus der Ehe Kinder hervorgegangen sind 

(FamKomm Scheidung/SCHWENZER/BÜCHLER, Art. 125 ZGB, N 63 ff., mit weiteren 

Hinweisen; BGE 135 III 59, E. 4.1; BGer 5A_177/2010, E. 6.4; BGer 5A_95/2012, E. 3.1).  

 

Die Parteien waren bis zur Trennung im Herbst 2011 zwar nur gut drei Jahre verheiratet, 

jedoch haben sie zwei gemeinsame Kinder. Zudem reiste die in Kenia geborene und 

aufgewachsene Berufungsbeklagte 2007 in die Schweiz ein, weil sie ein Kind vom 

Berufungskläger erwartete. Ihren zukünftigen Ehemann lernte sie während seiner Ferien 

in Kenia kennen und sie hatte vormals keinen Bezug zur Schweiz. Während der Ehe 

arbeitete der Berufungskläger weiterhin voll, während sich die Berufungsbeklagte um die 
beiden Töchter sowie den Haushalt kümmerte und nicht erwerbstätig war. Wie die 

Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, liegt aufgrund dieser Umstände eine lebensprägende 

Ehe vor. Damit hat die Berufungsbeklagte grundsätzlich Anspruch auf einen 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 9/22 

  

nachehelichen Unterhalt, welcher sich nach dem zuletzt gemeinsam erreichten 

Lebensstandard bemisst (BGer 5A_363/2010 = ius.focus 2011, Heft 2, 4; FamKomm 

Scheidung/SCHWENZER/BÜCHLER, Art. 125 ZGB N 5 und N 58; RASELLI/MÖCKLI, Aktuelle 

Fragen des nachehelichen Unterhalts, in: SCHWENZER/BÜCHLER, Dritte Schweizer 

Familienrecht§tage, 11; SCHWENZER, Betreuungsunterhalt - Gretchenfrage des 

Unterhaltsrechts, FamPra.ch 2010, 18, 29 f.).  

 
13. Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung verschiedentlich festgehalten, dass 

das Gesetz keine bestimmte Methode vorschreibt, nach der Unterhaltsleistungen 

festzulegen sind (vgl. z.B. BGE 128 III 411, E. 3.2 = Pra 2003 Nr. 5; BGE 127 III 136; 

BGer 5A_589/2009, E. 2.3; FamKomm Scheidung/AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 38). 

Unter der Geltung des neuen Unterhaltsrechts scheint es angebracht, die 

Unterhaltsbeiträge (Kindes- und nachehelicher Unterhalt) anhand eines Gesamtbudgets 

zu berechnen (FamKomm Scheidung/AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 40). Dabei sind 

in einem ersten Schritt die verfügbaren Mittel der betroffenen Familienmitglieder je 

separat aufzunehmen. In einem zweiten Schritt ist der Bedarf der Ehegatten und der 

minderjährigen Kinder ebenfalls je separat zu berechnen (FamKomm 

Scheidung/AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 43 ff.). Anschliessend ist gestützt auf diese 

Zahlen in einem dritten Schritt zunächst der Barunterhalt der Kinder und in einem vierten 

Schritt ihr Betreuungsunterhalt zu bestimmen. Schliesslich ist in einem fünften Schritt der 

Beitrag an den gebührenden Unterhalt für die einzelnen Familienmitglieder zu bestimmen.  
 

14. Zunächst sind die massgebenden Einkommen der einzelnen Familienmitglieder zu 

bestimmen.  

 

a) Einkommen des Berufungsklägers 

(…)  

 

bb) Der Berufungskläger arbeitet als (…). Seit 1. Januar 2015 beträgt sein 

Arbeitspensum 80%. Dass er dieses Arbeitspensum neben der von ihm geleisteten 

Kinderbetreuung weiterhin ausüben wird, ist nicht umstritten. Zum einen wendet er sich 

selber nicht dagegen. Zum anderen ist es ihm angesichts der vorstehend festgelegten 

Betreuungsregelung, wonach die Kinder an den beiden Tagen, an denen er für ihre 

Betreuung verantwortlich ist (Montag und Donnerstag), in der Regel die Schule und den 
Mittagstisch besuchen, auch konkret möglich und zumutbar, dieses 80%-ige 

Arbeitspensum wahrzunehmen. In einer ersten Phase, d.h. ab Rechtskraft dieses 

Berufungsentscheides bis Ende Juni 2021, mithin bis auch die jüngere Tochter 12 Jahre 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 10/22 

  

alt ist, erweist sich das 80%-Pensum auch unter Berücksichtigung seines 40%-igen 

Anteils an der Kinderbetreuung, der vorerwähnten (neuen) Altersabstufungen 6/12/16 

sowie der der Ehefrau auferlegten Arbeitstätigkeit in diesem Zeitraum (60%; vgl. dazu 

hinten E. II.14.b/bb) als gerechtfertigt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz erscheint 

es unter Berücksichtigung dieser Umstände hingegen nicht als sachgerecht, ihm ein 

höheres Einkommen anzurechnen. Daran ändert auch nichts, dass der Berufungskläger 

während des Scheidungsverfahrens eine gewisse Zeit lang 90% arbeitete, denn damals 
lag sein Betreuungsanteil tiefer. Insbesondere darf nicht ausser Acht gelassen werden, 

dass gemäss Sozialabklärung er derjenige Elternteil ist, welcher mit den Kindern Deutsch 

spricht, ihnen die speziell benötigte Unterstützung in schulischen Belangen zukommen 

lässt sowie das Schweizer Schulsystem und die hiesigen Gepflogenheiten kennt. Damit 

kommt ihm eine wichtige Rolle in der Erziehung und Fürsorge seiner Töchter zu, welcher 

er sich durchaus bewusst ist und welche er auch wahrnimmt. Hingegen erscheint es unter 

Berücksichtigung der bereits genannten Kriterien (Betreuungsanteil, Altersabstufung, 

Arbeitspensum Ehefrau) sachgerecht, das Arbeitspensum des Vaters ab Juli 2021 – beide 

Kinder sind dann 12 Jahre alt – mit 90% und schliesslich ab Juli 2025 – beide Kinder sind 

dann 16 Jahre alt – mit 100% zu veranschlagen. Dies ist ihm unter Hinweis auf die 

nachfolgenden Ausführungen zum hypothetischen Einkommen (…) sowie seine eigenen 

Angaben zur Flexibilität seines Arbeitgebers möglich und zumutbar. (…)  

 

Nach dem Gesagten ist beim Berufungskläger gerundet von folgenden monatlichen 
Nettoeinkommen auszugehen: 
 

Fr. 4‘660.00 ab Rechtskraft des Entscheides bis Ende Juni 2021 (80%-Pensum; […]) 
 

Fr. 5‘250.00 ab Juli 2021 bis Ende Juni 2025 (90%-Pensum; ausgehend vom obigen 
Lohn) 
 

Fr. 5‘830.00 ab Juli 2025 (100%-Pensum; ausgehend vom obigen Lohn) 
 

b) Einkommen der Berufungsbeklagten 

(…) 

 

bb) (… [Grundsätze für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens]) 

Ausgangspunkt für die Festlegung eines hypothetischen Einkommens der 

Berufungsbeklagten bilden die vorstehend festgesetzte Betreuungsregelung sowie die 

(neuen) Altersabstufungen 6/12/16. Der Mutter steht während den Betreuungszeiten des 

Vaters (Montag und Donnerstag) und den schulischen Abwesenheiten der Kinder an den 

übrigen Tagen unter der Woche genügend Zeit zur Verfügung, um einer teilzeitlichen 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 11/22 

  

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei scheint es in der ersten Phase bis Ende Juni 2021 

(mindestens eines der Kinder ist noch nicht 12 Jahre alt) unter Berücksichtigung des dem 

Berufungskläger zugemuteten Umfangs an Kinderbetreuung (40%) und Erwerbstätigkeit 

(80%) sachgerecht, der Berufungsbeklagten ein Arbeitspensum von 60% zuzumuten. Ein 

solches vermag sie während der zahlreichen Abwesenheiten der Kinder umzusetzen. 

Zudem ist bei ihr aufgrund der für sie in Frage kommenden Tätigkeitsfelder (mehr dazu 

folgt nachstehend) denkbar, dass sie teilweise auch an den Wochenenden wird arbeiten 
können bzw. müssen. Das im Vergleich zu den Altersabstufungen 6/12/16 erhöhte 

Arbeitspensum ist zudem auch deshalb gerechtfertigt, weil das vorliegend umgesetzte 

Modell der alternierenden Obhut im Vergleich zum “traditionellen“ Modell Mehrkosten 

(Wohnungsmieten, doppelte Anschaffungen) verursacht, welche grundsätzlich von den 

Eltern zu übernehmen sind. In knappen Verhältnissen wie hier bedeutet dies, dass die 

Eltern – soweit zumutbar und möglich – einen grösseren Arbeitseinsatz zu leisten haben. 

Diese Auffassung wird im Übrigen dadurch bekräftigt, dass nach allgemeiner 

Lebenserfahrung auch ungetrennte Elternpaare, welche die Kinderbetreuung ähnlich wie 

die Parteien aufgeteilt haben, in der Regel deutlich mehr arbeiten als ungetrennte Paare, 

welche ein herkömmliches Familienmodell mit einer haupterwerbstätigen und einer 

hauptbetreuenden Person gewählt haben. Dieselben Überlegungen gelten auch für die 

zweite Phase ab Juli 2021, wenn beide Kinder 12 Jahre alt sind. Der Mutter ist ab dann 

ein 80%-iges Arbeitspensum zuzumuten. Wenn schliesslich im Juli 2025 beide Kinder 

16 Jahre alt sein werden, hat sie ein volles Arbeitspensum auszuüben. Die 
vorinstanzlichen Ausführungen zur Einkommenshöhe sodann sind zutreffend und diesen 

ist nichts beizufügen. Schliesslich ist davon auszugehen und wird auch nicht in Abrede 

gestellt, dass es der Berufungsbeklagten bei geeigneter Stellensuche innert nützlicher 

Frist möglich ist, eine passende Stelle (beispielsweise als Reinigungshilfe) zu finden. 

Dafür spricht auch die von ihr im Dezember 2015 angetretene, allerdings wenige Wochen 

später bereits wieder aufgegebene Arbeitsstelle für Hausmeister- und Reinigungsarbeiten. 

Die Berücksichtigung einer angemessenen Übergangsfrist durch Schaffung einer weiteren 

Abstufung in der Unterhaltsberechnung rechtfertigt sich angesichts der bereits 

vorgenommenen zahlreichen Abstufungen und Annahmen jedoch nicht. Eine 

weitergehende Berufstätigkeit, wie vom Berufungskläger gefordert, ist der 

Berufungsbeklagten nicht zumutbar. Ohnehin ist die Forderung des Berufungsklägers 

nach einer 80%-igen Berufstätigkeit bereits im jetzigen Zeitpunkt auf das vorliegend nicht 

umgesetzte Modell der je hälftigen Kinderbetreuung ausgerichtet.  
(…) 

 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 12/22 

  

Zusammenfassend ist bei der Berufungsbeklagten von folgenden monatlichen 

Nettoeinkommen (hypothetische Einkommen) auszugehen:  
 

Fr. 1‘800.00 ab Rechtskraft des Entscheides bis Juni Ende 2021 (60%-Pensum) 
 

Fr. 2‘400.00 ab Juli 2021 bis Ende Juni 2025 (80%-Pensum) 
 

Fr. 3‘000.00 ab Juli 2025 (100%-Pensum) 

 

c) Einkommen der Kinder 

A. und B. sind bis zur jeweiligen Vollendung des 16. Altersjahres die monatlichen 

Kinderzulagen von je Fr. 200.00 und anschliessend die Ausbildungszulagen von 

monatlich je Fr. 250.00 als Einkommen anzurechnen (Art. 3 Abs. 1 FamZG; vgl. auch 

www.svasg.ch/prokukte/familienzulagen).  

 
15. In einem zweiten Schritt sind die individuellen familienrechtlichen Grundbedürfnisse 

festzulegen, welche ausgehend vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum 

(vgl. Kreisschreiben) sowie anhand der konkreten Bedarfspositionen zu ermitteln sind 

(vgl. FamKomm Scheidung/VETTERLI, Art. 176 ZGB, N 29; FamKomm Scheidung/ 

AESCHLIMANN/BÄHLER, Anh. UB, N 50 ff.; HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des 

Unterhaltsrechts, Rz 02.58 ff. und Rz. 06.129 ff.).  

 

a) Grundbedarf des Berufungsklägers 

(…) 

 

In Bezug auf die Wohnkosten ist zu ergänzen, dass der vergleichsweise hohe Mietzins 

des Berufungsklägers als Folge der Betreuungsregelung zu berücksichtigen ist. Damit 

werden insbesondere die bei ihm anfallenden Wohnkosten der Kinder berücksichtigt, 

würden einer Einzelperson in vergleichbaren wirtschaftlichen Verhältnissen doch lediglich 
Wohnkosten von rund Fr. 1‘000.00 pro Monat angerechnet (vgl. Nachrichten zum 

Familienrecht, Nr. 1/14, Überblick über die kantonsgerichtliche Rechtsprechung im 

Unterhaltsrecht im Jahre 2013, S. 5 unter: www.gerichte.sg.ch).  

(…) 

 

Zusammenfassend ist beim Berufungskläger von folgendem monatlichen Grundbedarf 

auszugehen:  
 

Fr. 2‘990.00 ab Rechtskraft des Entscheides bis Ende Juni 2025 (…). 
 

Fr. 3‘660.00 ab Juli 2025 (…). 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 13/22 

  

 

b) Grundbedarf der Berufungsbeklagten 

(…) 

 

Der Grundbedarf der Berufungsbeklagten beträgt somit: 
 

In der ersten Phase bis Ende Juni 2021 (Arbeitspensum 60%) monatlich Fr. 2‘120.00 (…).  
 

Ab Juli 2021 (Arbeitspensum 80% / 100%) monatlich Fr. 2‘140.00 (…). 
 

c) Grundbedarf der Kinder 

(…) 

 

In diesem Fall ist speziell zu beachten, dass die getroffene Betreuungsregelung mit einem 

Anteil des Vaters von 40% und einem solchen der Mutter von 60% sowie die 

alternierende Obhut der Eltern zu Mehrkosten führen, indem nicht nur der Mutter, sondern 

auch dem Vater eine Wohnung zuzugestehen ist, welche genügend Raum für drei 

Personen bietet. Zudem werden einige Dinge für die Kinder doppelt anzuschaffen sein, 

wie beispielsweise gewisse Kleidungsstücke oder Spielsachen. Es scheint sachgerecht, 

diesen Mehrkosten dadurch Rechnung zu tragen, dass der betreibungsrechtliche 

Grundbetrag der Kinder nicht nur wie üblich um 20%, sondern um 40% erhöht wird.  

(…) 

 
Damit beläuft sich der monatliche Grundbedarf je Kind bis zum vollendeten 12. Altersjahr 

auf Fr. 870.00 (…). Ab dem 13. Altersjahr beträgt der monatliche Grundbedarf je Kind 

Fr. 1‘120.00 (…). 

 

16. Gestützt auf die vorstehenden Zahlen ist im folgenden Schritt der Barunterhalt der 

Kinder festzulegen, und zwar – entsprechend dem soeben festgelegten Grundbedarf – bis 

zum vollendeten 12. Altersjahr und ab dem 13. Altersjahr. Die 40%-ige Beteiligung des 

Vaters an der Kinderbetreuung wird dabei so berücksichtigt, dass jeweils 40% vom 

Grundbetrag jedes Kindes (Fr. 225.00 bzw. Fr. 325.00) abgezogen und dem Grundbedarf 

des Vaters zugerechnet werden (Letzteres kommt jedoch erst bei der Berechnung seines 

Beitrages an den gebührenden Unterhalt der Familie zum Tragen [E. II.18]).  

 

Damit beträgt der monatliche Barunterhaltsbedarf bzw. -anspruch für ein Kind unter 
12 Jahren Fr. 445.00 (Grundbedarf Fr. 870.00 ./. Anteil Vater Fr. 225.00 ./. Kinderzulage 

Fr. 200.00). 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 14/22 

  

 

Der monatliche Barunterhaltsbedarf bzw. -anspruch für ein Kind über 12 Jahren beträgt 

Fr. 595.00 (Grundbedarf Fr. 1‘120.00 ./. Anteil Vater Fr. 325.00 ./. Kinderzulage 

Fr. 200.00) bzw. Fr. 545.00 ab dem 17. Altersjahr, weil dann die Ausbildungszulage von 

Fr. 250.00 anzurechnen ist.  

 

17. Im nächsten Schritt ist der Betreuungsunterhalt der Kinder zu bestimmen. Gestützt 
auf die Betreuungsordnung werden die Kinder zu 60% von der Mutter und zu 40% vom 

Vater betreut. Ausgehend von den bereits erwähnten, durchschnittlichen 

Lebenshaltungskosten von Fr. 2‘800.00 für eine Betreuung von 100% beträgt der auf die 

Mutter entfallende Betreuungsunterhalt somit Fr. 1‘680.00 (60% von Fr. 2‘800.00) und 

derjenige, der auf den Vater entfällt Fr. 1‘120.00 (40% von Fr. 2‘800.00). Je nach Alter der 

Kinder und Arbeitsumfang der Eltern ergeben sich demnach folgende Beträge (vgl. 

FamKomm Scheidung/SCHWEIGHAUSER, Art. 285 ZGB, N 102):  

 

1. Phase: Zeitspanne ab Rechtskraft dieses Entscheids bis Ende Juni 2019: 

In dieser ersten Phase sind beide Kinder noch unter 12 Jahre alt. Beim Berufungskläger 

wird von einem Arbeitspensum von 80%, bei der Berufungsbeklagten von einem solchen 

von 60% ausgegangen. 

 

Betreuungsunterhalt Mutter: 
60% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 1‘092.00  

Betreuungsunterhalt Vater: 

40% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 728.00 

 

 A.  B. 
Betreuungsbedürftigkeit 65% 65% 
Anteil 65/130 65/130 
Betreuungsunterhalt Mutter Fr. 546.00 Fr. 546.00 
Betreuungsunterhalt Vater Fr. 364.00 Fr. 364.00 

 

Der Vater hat während dieser Zeitspanne gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt von Fr. 180.00 je Kind (Fr. 546.00 ./. Fr. 364.00) zu bezahlen.  

 

2. Phase: Zeitspanne ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021: 

A. hat das 12. Altersjahr vollendet, weshalb sich ihr Betreuungsbedarf reduziert. Beim 

Berufungskläger wird nach wie vor von einem Arbeitspensum von 80%, bei der 

Berufungsbeklagten von einem solchen von 60% ausgegangen. 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 15/22 

  

 

Betreuungsunterhalt Mutter: 

60% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 1‘092.00  

Betreuungsunterhalt Vater: 

40% von 65% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 728.00 

 

 A.  B. 
Betreuungsbedürftigkeit 45% 65% 
Anteil 45/110 65/110 
Betreuungsunterhalt Mutter Fr. 447.00 Fr. 645.00 
Betreuungsunterhalt Vater Fr. 298.00 Fr. 430.00 

 

Der Vater hat während dieser Zeitspanne gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt für A. von Fr. 150.00 (Fr. 447.00 ./. Fr. 298.00) und für B. von 

Fr. 215.00 (Fr. 645.00 ./. Fr. 430.00) zu bezahlen.  

 

3. Phase: Zeitspanne ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023: 

Auch B. hat das 12. Altersjahr vollendet, weshalb sich ihr Betreuungsbedarf ebenfalls 

reduziert. Beim Berufungskläger wird von einem Arbeitspensum von 90%, bei der 

Berufungsbeklagten von einem solchen von 80% ausgegangen. 

 

Betreuungsunterhalt Mutter: 
60% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 756.00 

Betreuungsunterhalt Vater: 

40% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 504.00 

 

 A.  B. 
Betreuungsbedürftigkeit 45% 45% 
Anteil 45/90 45/90 
Betreuungsunterhalt Mutter Fr. 378.00 Fr. 378.00 
Betreuungsunterhalt Vater Fr. 252.00 Fr. 252.00 

 

Der Vater hat während dieser Zeitspanne gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt je Kind von Fr. 125.00 (Fr. 378.00 ./. Fr. 252.00) zu bezahlen.  

 

4. Phase: Zeitspanne ab Juli 2023 bis Ende Juni 2025: 

A. hat das 16. Altersjahr vollendet und damit keinen Anspruch mehr auf 

Betreuungsunterhalt. Beim Berufungskläger wird von einem Arbeitspensum von 90%, bei 

der Berufungsbeklagten von einem solchen von 80% ausgegangen. 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 16/22 

  

 

Betreuungsunterhalt Mutter: 

60% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 756.00 

Betreuungsunterhalt Vater: 

40% von 45% von Fr. 2‘800.00 = Fr. 504.00 

 
 A.  B. 
Betreuungsbedürftigkeit 0% 45% 
Anteil 0 45/45 
Betreuungsunterhalt Mutter 0 Fr. 756.00 
Betreuungsunterhalt Vater 0 Fr. 504.00 

 

Der Vater hat während dieser Zeitspanne für B. gerundet einen monatlichen 

Betreuungsunterhalt von Fr. 250.00 (Fr. 756.00 ./. Fr. 504.00) zu bezahlen. Es entspricht 

der Konzeption des Gesetzgebers, dass das jüngere Kind in dieser Phase, in welcher das 

ältere Geschwister keinen Betreuungsunterhalt mehr erhält, einen höheren bzw. den 

gesamten Betreuungsunterhalt erhält, obwohl es älter ist als in der vorangehenden Phase 

und somit grundsätzlich von einer geringeren Betreuungsbedürftigkeit auszugehen ist 

(vgl. zum Ganzen: SPYCHER, Betreuungsunterhalt, in FamPra.ch 2017, S. 198, 222 f.).  
 

18. Schliesslich ist in einem fünften Schritt der Beitrag an den gebührenden Unterhalt für 

die einzelnen Familienmitglieder zu bestimmen. 

 

Dabei ist – wie bereits vorne in E. II.15.a erwähnt – die 40%-ige Beteiligung des Vaters an 

der Kinderbetreuung dadurch zu berücksichtigen, dass die bei der 

Barunterhaltsberechnung vom Grundbetrag der Kinder abgezogenen 40% (Fr. 225.00 

bzw. Fr. 325.00) dem Grundbedarf des Vaters zuzurechnen sind.  

 

1. Phase: ab Rechtskraft des Scheidungsurteil bis Ende Juni 2019 

Beide Kinder sind unter 12 Jahre alt, der Vater arbeitet 80%, die Mutter 60%.  

 

 Vater Mutter 
 

A. B. Total 

Einkommen 4‘660 1'800 200 200 6'860 
Bedarf (Vater inkl. 
Grundbetragsanteile 
der Töchter von 2 x 
225) 

3'440 2‘120 645 645 6'850 

Überschuss/Manko  
(= Barbedarf der 
Töchter) 

+ 1‘220 - 320 - 445 - 445  + 10 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 17/22 

  

Betreuungsunterhalt 
("netto")* 

  180 180 360 

gebührender Unterhalt 
Töchter 

  625 625 1'250 

 
* "netto" versteht sich als Differenz zwischen dem auf die Betreuung durch die Mutter und dem auf die 
Betreuung durch den Vater entfallenden Betreuungsunterhalt. 
 

Bei einem Existenzminimum von Fr. 3'440.00 und einem Einkommen von Fr. 4'660.00 

vermag der Berufungskläger den gebührenden Unterhalt der beiden Kinder von 

insgesamt Fr. 1'250.00 nicht ganz zu decken; es bleibt ein Manko von Fr. 30.00, das die 

Töchter, die in dieser Phase denselben Betreuungsbedarf aufweisen, je hälftig zu tragen 

haben. Dies bedeutet, dass der Berufungskläger ab Rechtskraft des vorliegenden 

Entscheids bis Ende Juni 2019 für jedes Kind einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 610.00 zu 

bezahlen hat. Für einen persönlichen Unterhalt der Berufungsbeklagten sodann bleibt 

kein Raum. 

 

Der neue Art. 301a ZPO schreibt vor, dass in einem Entscheid, in dem 
Kinderunterhaltsbeiträge festgelegt werden, nicht nur der Betrag anzugeben ist, der vom 

unterhaltspflichtigen Elternteil unter Berücksichtigung seiner Leistungsfähigkeit geschuldet 

ist, sondern unter anderem auch derjenige Betrag, welcher zur Deckung des 

gebührenden Unterhalts des Kindes fehlt bzw. notwendig wäre (Botschaft, a.a.O., S. 

927 ff.). Angesichts des marginalen Fehlbetrages zur Deckung des gebührenden 

Unterhalts der Kinder erscheint vertretbar, die während der 1. Phase bestehende 

Unterdeckung zu vernachlässigen.  

 

2. Phase: ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021 

A. ist 12 Jahre, B. 10 Jahre; der Vater arbeitet 80%, die Mutter 60%. 

 

 Vater Mutter 
 

A. B. Total 

Einkommen 4‘660 1'800 200 200 6'860 
Bedarf (Vater inkl. 
Grundbetragsanteile 
der Töchter von 225 
und 325) 

3'540 2‘120 795 645 7'100 

Überschuss/Manko  
(= Barbedarf der 
Töchter) 

+ 1‘120 - 320 - 595 - 445 - 240 

Betreuungsunterhalt 
("netto") 

  150 215 365 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 18/22 

  

gebührender Unterhalt 
Töchter 

  745 660 1'405 

 

Bei einem Existenzminimum von Fr. 3'540.00 und einem Einkommen von Fr. 4'660.00 

vermag der Vater den gebührenden Unterhalt der beiden Kinder nicht zu decken, indem 

er für die Deckung des Barbedarfs von insgesamt Fr. 1'040.00 (Fr. 595.00 + Fr. 445.00) 

zwar über genügend Mittel verfügt, ihm aber für den Betreuungsunterhalt von insgesamt 

Fr. 365.00 nur noch Fr. 80.00 zur Verfügung stehen. Es erscheint sachgerecht, das 

betreffende Manko von Fr. 285.00 anteilsmässig unter die Töchter aufzuteilen. A. stehen 
mithin Fr. 33.00 (41%) und B. Fr. 47.00 (59%) zu, woraus sich ein monatlicher 

Unterhaltsbeitrag für A. von gerundet Fr. 630.00 (Barunterhalt Fr. 595.00 + 

Betreuungsunterhalt Fr. 33.00) und für B. ein solcher von Fr. 490.00 (Barunterhalt 

Fr. 445.00 + Betreuungsunterhalt Fr. 47.00) ergeben. Für einen persönlichen Unterhalt 

der Berufungsbeklagten sodann bleibt wiederum mangels Leistungsfähigkeit kein Raum. 

 

3. Phase: ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023 

Beide Kinder sind 12 Jahre alt; der Vater arbeitet 90%, die Mutter 80%.  

 

 Vater Mutter 
 

A. B. Total 

Einkommen 5'250 2'400 200 200 8'050 
Bedarf (Vater inkl. 
Grundbetragsanteile 
der Töchter von 2 x 
325) 

3'640 2‘140 795 795 7'370 

Überschuss/Manko  
(= Barbedarf der 
Töchter) 

+ 1‘610 + 260 - 595 - 595 + 680 

Betreuungsunterhalt 
("netto") 

  125 125 250 

gebührender Unterhalt   720 720 1'440 
 

Dem Berufungskläger stehen für die Bezahlung des gebührenden Unterhalts der beiden 

Töchter von insgesamt Fr. 1'440.00 genügend Mittel zur Verfügung; es bleibt ihm ein 

Überschuss von Fr. 170.00. Der Überschuss der Berufungsbeklagten sodann beträgt 

Fr. 260.00. Insgesamt resultiert mithin rechnerisch ein Überschuss von Fr. 430.00, an 

dem die Familienmitglieder gemäss der üblichen Regel nach grossen und kleinen Köpfen, 

d.h. im Verhältnis von 1/3 : 1/3 : 1/6 : 1/6 zu beteiligen sind. Der Berufungskläger könnte 

demnach knapp Fr. 145.00 seines Überschusses für sich beanspruchen und müsste 

Fr. 25.00 den Kindern zukommen lassen. Angesichts der Geringfügigkeit dieses Betrages 

und in der Annahme, dass die Töchter von ihrem rechnerischen Überschussanteil dann in 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 19/22 

  

natura profitieren, wenn sie vom Vater betreut werden, ist auf einen zusätzlichen 

Ausgleich zu verzichten und ist der vom Berufungskläger für die Kinder zu bezahlende 

Unterhaltsbeitrag auf je Fr. 720.00 festzusetzen. Für einen persönlichen Unterhaltsbeitrag 

der Berufungsbeklagten besteht auch in dieser Phase mangels Leistungsfähigkeit keine 

Grundlage. 

 

4. Phase: Juli 2023 bis Ende Juni 2025 

A. ist 16 Jahre alt, ihr Anspruch auf Betreuungsunterhalt fällt weg. Der Vater arbeitet 90%, 

die Mutter 80%. 

 

 Vater Mutter 
 

A. B. Total 

Einkommen 5'250 2'400 250 200 8'100 
Bedarf (Vater inkl. 
Grundbetragsanteile 
der Töchter von 2 x 
325) 

3'640 2‘140 795 795 7'370 

Überschuss/Manko  
(= Barbedarf der 
Töchter) 

+ 1‘610 + 260 - 545 - 595 + 730 

Betreuungsunterhalt 
("netto") 

  0 250 250 

gebührender Unterhalt   545 845 1'390 
 

Dem Vater stehen für die Bezahlung des gebührenden Unterhalts der beiden Töchter von 

insgesamt Fr. 1'390.00 genügend Mittel zur Verfügung; es bleibt ihm ein Überschuss von 

Fr. 220.00. Der Überschuss der Berufungsbeklagten sodann beträgt Fr. 260.00. 
Insgesamt resultiert mithin ein Überschuss von Fr. 480.00, an dem die Familienmitglieder 

nach grossen und kleinen Köpfen, d.h. im Verhältnis von 1/3 : 1/3 : 1/6 : 1/6 zu beteiligen 

sind. Fr. 160.00 seines Überschusses könnte der Berufungskläger demnach für sich 

beanspruchen, während er Fr. 80.00 als Unterhalt für die Kinder einzusetzen hätte. 

Wiederum mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Betrages und in der Annahme, dass 

die Töchter von ihrem rechnerischen Überschussanteil dann in natura profitieren, wenn 

sie vom Vater betreut werden, ist auf einen zusätzlichen Ausgleich zu verzichten und der 

vom Berufungskläger zu bezahlende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 545.00 (A.) und Fr. 845.00 

(B.) festzusetzen. Für einen persönlichen Unterhaltsbeitrag der Berufungsbeklagten 

besteht auch in dieser Phase mangels Leistungsfähigkeit keine Grundlage. 

 

5. Phase: Juli 2025 bis Volljährigkeit bzw. bis zum ordentlichen Abschluss einer 

Ausbildung der Kinder 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 20/22 

  

Beide Kinder sind 16-jährig, es gibt keinen Betreuungsunterhalt mehr und keinen 

Anspruch auf nachehelichen Unterhalt. Bei den Eltern ist von einem Arbeitspensum von je 

100% auszugehen.  

 

 Vater Mutter 
 

A. B. Total 

Einkommen 5'830 3'000 250 250 9'330 
Bedarf (Vater inkl. 
Grundbetragsanteile 
der Töchter von 2 x 
325) 

4'310 2‘140 795 795 8'040 

Überschuss/Manko  
(= Barbedarf der 
Töchter) 

+ 1‘520 + 860 - 545 - 545 + 1'290 

Betreuungsunterhalt 
("netto") 

  0 0  

gebührender Unterhalt   545 545 1'090 
 

Nach Deckung des gebührenden Unterhalts der Töchter von Fr. 1'090.00 verbleibt dem 

Berufungskläger ein Betrag von Fr. 430.00. Dieser Betrag entspricht seinem Anspruch am 

Freibetrag von insgesamt Fr. 1'290.00 (Fr. 430.00 + Fr. 860.00), weshalb er sich am 

Unterhalt der Kinder (schon aus diesem Grund) nur im Umfang der rechnerischen je 

Fr. 545.00 zu beteiligen hat. Für einen persönlichen Unterhaltsbeitrag der 

Berufungsbeklagten besteht schliesslich in dieser Phase deshalb keine Grundlage, weil 

im Juli 2025 beide Kinder 16 Jahre alt sind und ab diesem Alter ein Anspruch auf 

nachehelichen Unterhalt dahinfällt. 

 
19. Die vorstehend berechneten Kinderunterhaltsbeiträge tragen – zusammenfassend – 

der Gesamtsituation Rechnung: Dabei wurde insbesondere beachtet und Wert darauf 

gelegt, dass beide Elternteile – entsprechend ihren jeweiligen beruflichen und 

persönlichen Möglichkeiten – in etwa gleichwertig an der Kindererziehung und dem 

Kinderunterhalt beteiligt werden sollen. So erbringt die Mutter ihren Anteil ungefähr zu 

60%, der Vaters seinen Anteil ungefähr zu 40% durch die unmittelbare Betreuung der 

Mädchen in natura. Auch in finanzieller Hinsicht werden beide Parteien im Verhältnis 

ähnlich belastet, indem nicht nur der Vater, sondern auch die Mutter zur Erwirtschaftung 

eines wesentlichen Einkommens verpflichtet wird. (…) 

 

Veränderung der Verhältnisse 

A. und B. sind gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB berechtigt, bei einer wesentlichen 

Verbesserung der finanziellen Verhältnisse vom Vater eine Erhöhung des 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 21/22 

  

Kinderunterhalts für die Zukunft zu verlangen. Sie sind gemäss Art. 286a Abs. 1 und 2 

ZGB überdies berechtigt, vom Vater denjenigen Betrag zu verlangen, der während der 

letzten fünf Jahre, in denen der Unterhaltsbeitrag ihren gebührenden Unterhalt nicht 

deckte, zur Deckung des gebührenden Unterhalts gefehlt hat. Ein auf Art. 129 Abs. 3 ZGB 

gestützter Vorbehalt zu Gunsten der Berufungsbeklagten steht hingegen mangels 

Geltendmachung nicht zur Diskussion.  

 
(…) 

 

 

Entscheid 
1. … 

 

2. (…) 

d) Die Eltern üben die Obhut alternierend aus, d.h. die Obhut hat jeweils derjenige  

Elternteil inne, bei dem sich die Kinder aufhalten. 
 

3. Der Berufungskläger wird verpflichtet, an den Unterhalt von A. monatlich im Voraus  

folgende Beträge zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen: 
a) ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides bis Ende Juni 2019  Fr. 610.00 

b) ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021 Fr. 630.00 

Zur Deckung des gebührenden Unterhalts von Fr. 745.00 

(Barunterhalt Fr. 595.00; Betreuungsunterhalt Fr. 150.00)  

fehlt monatlich der Betrag von Fr. 115.00 (Betreuungsunterhalt). 

c) ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023    Fr. 720.00 

d) ab Juli 2023 bis Ende Juni 2025   Fr. 545.00 

e) ab Juli 2025 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss einer  

angemessenen Erstausbildung   Fr. 545.00 
 

4. Der Berufungskläger wird verpflichtet, an den Unterhalt von B. monatlich im Voraus  

folgende Beträge zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen: 

a. ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides bis Ende Juni 2019  Fr. 610.00 
b. ab Juli 2019 bis Ende Juni 2021  Fr. 490.00 

Zur Deckung des gebührenden Unterhalts von Fr. 660.00  

(Barunterhalt Fr. 445.00; Betreuungsunterhalt Fr. 215.00) fehlt 

monatlich der Betrag von Fr. 170.00 (Betreuungsunterhalt) 

c. ab Juli 2021 bis Ende Juni 2023    Fr. 720.00 

d. ab Juli 2023 bis Ende Juni 2025    Fr. 845.00 

 
 
 
 
 

FO.2015.22-K2 22/22 

  

e. ab Juli 2025 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss einer  

angemessenen Erstausbildung   Fr. 545.00 
 

(…) 

 

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 18.08.2017
	Werden die Kinder zu 40% vom Vater und zu 60% von der Mutter betreut, ist es angebracht und notwendig, dass die Obhut jeweils demjenigen Elternteil zusteht, bei dem sich die Kinder gerade aufhalten. Diese sogenannte alternierende Obhut zieht im Vergleich zum “traditionellen“ Modell Mehrkosten nach sich, welche grundsätzlich von den Eltern zu übernehmen sind. In knappen Verhältnissen bedeutet dies, dass die Eltern – soweit zumutbar und möglich – einen grösseren Arbeitseinsatz als üblich zu leisten haben, der Grundbetrag der Kinder zu erhöhen und der Betreuungsunterhalt im Verhältnis der Betreuungsanteile auf die Eltern aufzuteilen ist (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 18. August 2017, FO.2015.22; mit Urteil des Bundesgerichts