# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb6c50a1-61f9-5101-97b0-a36e3d8c6318
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1994 1267
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1994-1267_nodate.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierunasrates 1267

1267

Baubewilligung. Formelle Voraussetzungen an ein Baugesuch 
(Bestätigung der Rechtsprechung).

Gemäss Art. 8 Abs. 1 der kantonalen Bauverordnung (BVo, bGS 
721.11) sind Pläne und andere Unterlagen, darunter Baugesuchsfor­
mulare, von Grundeigentümer, Bauherr und Planverfasser zu unter­
zeichnen. Wesentlich für eine Baubewilligungsbehörde ist, dass ein 
Grundeigentümer dann, wenn er nicht selbst baut, seine Einwilligung 
zum Baubegehren bekundet (vgl. AR GVP 3/1991, Nr. 1216). Gemäss 
Art. 602 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210) 
werden die Erben einer Erbengemeinschaft Gesamteigentümer der 
Erbschaftsgegenstände und verfügen - unter Vorbehalt vertraglicher 
oder gesetzlicher Vertretungs- und Verwaltungsbefugnisse - über die 
Rechte aus der Erbschaft gemeinsam. Solange die Erbgemeinschaft 
existiert, müssen die Miterben der "Gemeinschaft zur gesamten Hand" 
somit gemeinsam verfügen, wenn kein Vertreter bestellt ist (vgl. 
Tuor/Schnyder, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 10. Aufl. 1986, S. 
508 ff.). Auf die Unterschrift der Grundeigentümer kann demgegenüber 
nur verzichtet werden, wenn der Gesuchsteller ein schutzwürdiges 
Interesse an der Beurteilung des Baugesuches hätte, d.h. Stockwerk­
eigentümer oder Miteigentümer mit einem seinen Eigentumsanteil be­
treffenden Bauvorhaben, Enteignungsberechtigter oder Baurechtsaus­
übender wäre (vgl. E. Zimmerlin, Baugesetz des Kt. Aargau, Kom­
mentar, S. 370 und A. Zaugg, Kommentar zum Baugesetz des Kt. 
Bern, S. 229). Keiner dieser Fälle trifft hier zu, ebenso ist kein Vertreter 
bestellt. Somit ist der Gemeinderat grundsätzlich zu Recht vom Erfor­
dernis sämtlicher Unterschriften ausgegangen und ist, da diese nicht 
beigebracht wurden, auf das Baugesuch richtigerweise nicht einge­
treten.

RRB 6.9.1994

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