# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30c26767-0b74-5360-af07-c47dce042a25
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.01.2023 RR.2022.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2022-17_2023-01-17.pdf

## Full Text

Entscheid vom 17. Januar 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwälte Andri Hess und 

Reto Ferrari-Visca,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Portugal 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2022.17 

  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die portugiesischen Behörden führen ein Strafverfahren gegen B., C. und 

weitere Mitbeteiligte wegen des Verdachts des Verbrechens der aktiven und 

passiven Bestechung und des Verbrechens der ungebührlichen Erteilung 

und Entgegennahme von Vorteilen.  

 

Konkret sollen Jury-Mitglieder im öffentlichen Submissionsverfahren in Por-

tugal derart beeinflusst worden sein, dass sie den von der «Gruppe D.»  

[D. AG ist ein Konzern mit Sitz in der Schweiz] hergestellten Produkten im 

Zeitraum von 1998 bis 2016 jeweils den Zuschlag erteilten. Die Beeinflus-

sung soll in Form von Übernahme der Reisekosten zu internationalen Ärzte-

Kongressen und dem Finanzieren von Weihnachtsessen stattgefunden ha-

ben (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft [nachfolgend «Verfahrensak-

ten»] RH.21.0237, Rubrik 1). 

 

 

B. In diesem Zusammenhang ersuchten die portugiesischen Behörden die 

Schweiz mit Rechtshilfeersuchen vom 26. Mai 2021, eingegangen bei der 

Bundesanwaltschaft am 28. Juni 2021, unter anderem um Einvernahme per 

Videokonferenz von A., Direktor bei der D. AG. Nach Angaben der portugie-

sischen Behörden habe der Beschudigte C., ein ehemaliges hohes Kader 

bei der «Gruppe D.», zu seiner Verteidigung den Beweisantrag auf diese 

Zeugeneinvernahme gestellt (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 1).  

 

Mit ergänzendem Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2021 gelangten 

die portugiesischen Behörden vorab per E-Mail direkt an die Bundesanwalt-

schaft (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 1). Diese ersuchte in der Folge 

das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») um formelle Übertragung des 

portugiesischen Rechtshilfeersuchens zum Vollzug (Verfahrensakten 

RH.21.0237, Rubrik 2).  

 

 

C. Gestützt auf Art. 17 Abs. 4 sowie Art. 79 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfege-

setz, IRSG; SR 351.1) übertrug das BJ mit Schreiben vom 18. Oktober 2021 

das portugiesische Rechtshilfeersuchen samt Ergänzung der Bundesanwalt-

schaft zum Vollzug (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 2).  

 

 

D. Mit Eintretens- und Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2021 trat die Bun-

desanwaltschaft auf das portugiesische Rechtshilfeersuchen vom 26. Mai 

- 3 - 

 

 

2021 samt Ergänzung vom 29. September 2021 ein und bewilligte die er-

suchten Einvernahmen per Videokonferenz. Es hielt dabei fest, die Vollzugs-

massnahmen in separaten Verfügungen anzuordnen (Verfahrensakten 

RH.21.0237, Rubrik 4; act. 1.1).   

 

Noch am 19. Oktober 2021 ersuchte die Bundesanwaltschaft die portugiesi-

schen Behörden um Unterzeichnung der Garantieerklärung, welche der Bun-

desanwaltschaft am 21. Oktober 2021 unterschrieben durch den zuständi-

gen Richter des Zentralen Gerichts für kriminelle Ermittlungen in Lissabon 

retourniert wurde (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 3 und 4).   

 

Ebenfalls am 19. Oktober 2021 lud die Bundesanwaltschaft A. als Zeuge im 

Rahmen des Rechtshilfeverfahrens vor unter Beilage der vorgenannten Ein-

tretens- und Zwischenverfügung (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 7).  

 

 

E. A., begleitet durch seinen Rechtsvertreter, wurde am 4. November 2021 in 

Anwesenheit von Vertretern der Bundesanwaltschaft (der Einvernahmeleite-

rin und der Protokollführerin) und – zugeschaltet per Videokonferenz – in 

Anwesenheit des portugiesischen Richters, einer Gerichtsschreiberin und ei-

nes Dolmetschers sowie weiterer Beschuldigter und deren Verteidiger ein-

vernommen (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 7).  

 

 

F. Der Rechtsvertreter von A. teilte der Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 

25. November 2021 mit, dass der vereinfachten Übermittlung des Einvernah-

meprotokolls nicht zugestimmt werde (Verfahrensakten RH.21.0237, 

Rubrik 14).  

 

  

G. Mit Schlussverfügung vom 23. Dezember 2021 entsprach die Bundesanwalt-

schaft dem portugiesischen Rechtshilfeersuchen samt Ergänzung und ord-

nete die Herausgabe des Rahmenprotokolls der Einvernahme des Zeugen 

A. per Videokonferenz vom 4. November 2021 an die ersuchende Behörde 

an (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 16; act. 1.2).  

 

 

H. Dagegen lässt A. mit Eingabe vom 24. Januar 2022 bei der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben und folgende An-

träge stellen, jeweils unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Bundesanwaltschaft bzw. der Staatskasse (act. 1):  

 

- 4 - 

 

 

«1.  Die Eintretens- und Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2021 und die Schluss-

verfügung vom 23. Dezember 2021 der Bundesanwaltschaft im Rechtshilfever-

fahren RH.21.0237 seien vollumfänglich aufzuheben und es sei dem Zentralen 

Gericht für kriminelle Ermittlung in Lissabon die Verwendung der durch die 

Rechtshilfe erhaltenen Beweismittel und Auskünfte betreffend die Einvernahme 

des Beschwerdeführers vom 4. November 2021 zu untersagen.  

 

2. Eventualiter sei die Schlussverfügung vom 23. Dezember 2021 der Bundesan-

waltschaft im Rechtshilfeverfahren RH.21.0237 aufzuheben und es sei die Ein-

vernahme des Beschwerdeführers zu wiederholen, wobei die Bundesanwalt-

schaft anzuweisen sei, dafür zu sorgen, dass während der gesamten Einver-

nahme eine angemessene Übersetzung (Portugiesisch-Deutsch) sichergestellt 

ist.  

 

3. Subeventualiter sei die Bundesanwaltschaft anzuweisen, im Rahmen der Ge-

währung der Rechtshilfe im Rechtshilfeverfahren RH.21.0237 das Zentrale Ge-

richt für kriminelle Ermittlung in Lissabon schriftlich darüber zu informieren, dass 

aus Sicht des Beschwerdeführers die Übersetzung erhebliche Mängel aufge-

wiesen hat und er den Dolmetscher sowohl akustisch als auch inhaltlich kaum 

verstanden hat.» 

  

 

I. Mit Schreiben vom 11. Februar 2022 verzichtete das BJ auf die Einreichung 

einer Beschwerdeantwort und beantragt die kostenpflichtige Abweisung der 

Beschwerde (act. 7).  

 

Die Bundesanwaltschaft beantragt mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 

2022 in einem ersten Punkt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Even-

tualiter sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die 

Kosten seien dabei dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (act. 9). 

 

 

J. Der Beschwerdeführer hielt mit der Beschwerdereplik vom 14. März 2022 an 

den mit Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. 13). Mit Schreiben vom 

23. März 2022 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere Stel-

lungnahme (act. 15). Auf die Einreichung einer Beschwerdeduplik hat mit 

Schreiben vom 28. März 2022 auch das BJ verzichtet (act. 16). Beide Ein-

gaben wurden allen Parteien mit Schreiben vom 29. März 2022 zur Kenntnis 

gebracht (act. 17). 

 

K. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

- 5 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Portugal und der Schweiz sind in erster Linie 

massgebend die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens vom 

20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.1; EUeR) und 

das Zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 zum Europäischen Über-

einkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.12; Zweites Zu-

satzprotokoll). Zur Anwendung kommen vorliegend auch die Art. 43 ff. des 

Übereinkommens der Vereinten Nationen vom 31. Oktober 2003 gegen Kor-

ruption (UNCAC; SR 0.311.56). Überdies gelangen die Bestimmungen der 

Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des 

Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchfüh-

rungsübereinkommen [SDÜ]; CELEXNr. 42000A0922(02); Abl. L 239 vom 

22. September 2000, S. 19–62; Text nicht publiziert in der SR, jedoch abruf-

bar auf der Website der Schweizerischen Eidgenossenschaft unter «Rechts-

sammlung zu den sektoriellen Abkommen», 8.1 Anhang A; https://www.ad-

min.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html) zur An-

wendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehen-

den Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben 

(Art. 48 Abs. 2 SDÜ; Art. 26 Abs. 2 und 3 EUeR; ZIMMERMANN, La coopéra-

tion judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 18-21, 28-

40, 77, 109). 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3), sind das 

Rechtshilfegesetz und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 

(IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 

136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt 

die Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4; 135 IV 212 E. 2.3; 

123 II 595 E. 7c; TPF 2008 24 E. 1.1).  

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation des Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71]). 

- 6 - 

 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b 

IRSG). 

 

2.2 Zeugen können eine rechtshilfeweise Herausgabe der Einvernahmeproto-

kolle anfechten, soweit ihre eigenen Aussagen auch sie selbst betreffen oder 

soweit sie sich auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen können 

(BGE 126 II 258 E. 2d/bb S. 261; 122 II 130 E. 2b S. 133; 121 II 459 E. 2c 

S. 461 f.; TPF 2020 180 E. 2.2; vgl. BOMIO/GLASSEY, La qualité pour recourir 

dans le domaine de l’entraide judiciaire internationale en matière pénale, 

Jusletter vom 13. Dezember 2010, N. 59 ff.; ZIMMERMANN, a.a.O., S. 558 f.).  

 

2.3 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, der Beschwerdeführer habe als Zeuge 

im Rechtshilfeverfahren ausgesagt und sich nicht auf ein Zeugnisverweige-

rungsrecht berufen. Der Zeuge sei zur Mitwirkung bei der Wahrheitsfindung 

verpflichtet. Die ersuchende Behörde habe dem Zeugen Fragen zu seiner 

beruflichen Beziehung zum Beschuldigten im ausländischen Strafverfahren 

sowie zu seinen Aufgaben bei der D. AG gestellt. Der Beschwerdeführer 

habe weder geltend gemacht, dass er sich als Zeuge zu seinen persönlichen 

Verhältnissen geäussert habe, noch, dass er sich auf sein Zeugnisverweige-

rungsrecht gestützt hätte. Nach der Rechtsprechung fehle dem Beschwer-

deführer somit ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Ände-

rung der angefochtenen Verfügung und er sei nicht beschwerdelegitimiert 

(act. 9 S. 2). 

 

2.4 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, er habe als Zeuge Aussagen zu 

seiner Person gemacht. Er habe ausgesagt, er arbeite seit 2004 bei der 

D. AG und leite dort die Abteilung […]. Er habe weiter ausgeführt, dass seine 

Abteilung für die Einladung der Sprecher der Symposien zugständig gewe-

sen sei, in seiner Abteilung keine Geschenke an Ärzte gemacht worden 

seien und er auch nie gehört habe, dass dies in den Niederlassungen so 

gemacht worden wäre (act. 1 S. 7). Er habe ausschliesslich Fragen zu seiner 

Person und seiner Tätigkeit bei der D. AG beantworten können. Auf Fragen, 

die den Gegenstand des Strafverfahrens betroffen hätten, habe er jeweils 

antworten müssen, dass er keine Kenntnis davon habe, weil er in die 

- 7 - 

 

 

massgebenden Vorgänge nicht involviert gewesen sei. Da er bzw. seine Ab-

teilung nicht für die Einladung der Teilnehmenden an Ärztekongresse zu-

ständig gewesen sei, habe er insbesondere nicht beantworten können, wel-

che Personen aus Portugal aus welchen Gründen und zu welchen Konditio-

nen zwischen 1998 und 2016 an Kongresse eingeladen worden seien. Mit 

Ausnahme von C. habe er keine der von der portugiesischen Behörde wäh-

rend der Einvernahme genannten Personen gekannt. Entsprechend habe er 

auch nicht beurteilen können, ob Jury-Mitglieder von öffentlichen Submissi-

onsverfahren in Portugal zu Ärztekongressen oder Weihnachtsessen einge-

laden worden seien (act. 1 S. 13).  

 

Hinzu komme, dass infolge der mangelhaften Übersetzung die Richtigkeit 

seiner Aussagen nicht sichergestellt sei. Die «falsche bzw. ungenaue» Wie-

dergabe seiner Aussagen würde im portugiesischen Strafverfahren zu einem 

erheblichen Eingriff in seine Persönlichkeit und Grundrechte führen. Er habe 

deshalb ein schutzwürdiges Interesse daran, dass die portugiesische Be-

hörde seine Aussagen nicht im portugiesischen Strafverfahren verwenden 

dürfe (act. 13 S. 4 f.).  

 

2.5 Dem von der Bundesanwaltschaft erstellten und von der Einvernahmeleite-

rin, der Protokollführerin und von A. unterschriebenen Einvernahmeprotokoll 

ist Folgendes zur Einvernahme von A. durch den portugiesischen Richter zu 

entnehmen (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 7, von der Bundesanwalt-

schaft als «EV A. als Zeuge» betitelt): 

«Protokollnotiz: Der Videolink wird um 17:13 Uhr hergestellt.  

Für das Zentrale Gericht für kriminelle Ermittlungen Lissabon anwesend:  

- Dr. E., Richter   

- F., Gerichtsschreiberin   

- G., Dolmetscher  

Anwesende Beschuldiqte und Verteidiqer:   

- C., Beschuldigter   

- Dr. H. und I., Verteidiger von C.   

- Dr. J., Verteidiger der K. SA  

Protokollnotiz: Die Garantieerklärung wurde am 21. Oktober 2021 vom Richter 

des Zentralen Gerichts für kriminelle Ermittlungen in Lissabon unterschrieben. 

Einvernahme zur Sache   

Die Einvernahme vor dem Zentralen Gericht für kriminelle Ermittlungen Lissa-

bon beginnt um 17:13 Uhr. Der Zeuge wird vom Richter befragt. Der Zeuge 

beantwortet die Fragen und beruft sich nicht auf Zeugnisverweigerungsrechte.  

- 8 - 

 

 

Der Zeuge erzählt, dass er seit 2004 bei D. AG arbeitet und dort die Abteilung 

[…] leitet. Für die Einladung der Sprecher (4-5 Personen pro Symposium) der 

Symposien war die Abteilung des Zeugen zuständig. Weitere Teilnehmende 

wurden von den lokalen Tochtergesellschaften, wie beispielsweise der D. Lda. 

(Portugal), eingeladen. Den Ärzten und Teilnehmenden wird die Reise und die 

Unterkunft von der D. gesponsert. In der Abteilung des Zeugen wurden keine 

Geschenke an Ärzte verschenkt und er hat auch nie gehört, dass dies in Nie-

derlassungen so gemacht worden wäre.  

Protokollnotiz: Um 18:04 Uhr schliessen die portugiesischen Behörden die Be-

fragung ab und der Videolink wird getrennt. Die Einvernahmeleitung wendet 

sich an den Zeugen.»  

Das von der Bundesanwaltschaft bei den portugiesischen Behörden einge-

holte und auf Portugiesisch verfasste Dokument mit dem Titel «Auto de In-

quirição de Testemunhas [frei übersetzt: Zeugenbefragungsbericht] (Com 

gravação áudio)» und nach der Bezeichnung der Bundesanwaltschaft «Rah-

menprotokoll ersuchende Behörde» enthält, soweit ersichtlich, keine wort-

wörtliche Wiedergabe der Befragung von A. (Verfahrensakten RH.21.0237, 

Rubrik 3 und 7).   

2.6 Die Einvernahme des Beschwerdeführers durch den portugiesischen Richter 

dauerte knapp eine Stunde. Ein von den portugiesischen Behörden erstelltes 

Wortprotokoll dieser Einvernahme liegt nicht vor bzw. wurde nicht einge-

reicht. Im Einvernahmeprotokoll der Beschwerdegegnerin werden die Aus-

sagen des Beschwerdeführers lediglich in indirekter Rede auf sieben Zeilen 

wiedergegeben (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 7; s.o.). In diesem 

Punkt stellt somit das Einvernahmeprotokoll der Beschwerdegegnerin eine 

Zusammenfassung der Einvernahme des Beschwerdeführers dar. Da die 

spezifischen Fragen des portugiesischen Richters an den Beschwerdeführer 

diesem Einvernahmeprotokoll nicht zu entnehmen sind und kein Wortproto-

koll in den vorliegenden Akten vorhanden ist, fehlt hier der Einvernahmever-

lauf und damit grundsätzlich der Kontext zur abschliessenden Beurteilung, 

welche Bedeutung den Antworten des Beschwerdeführers konkret beizu-

messen ist. Die Frage, ob die gemachten Aussagen den Beschwerdeführer 

zur Beschwerde legitimieren oder nicht, kann hier angesichts des Verfah-

rensausgangs offen bleiben. Es braucht ebenso wenig vertieft zu werden, ob 

die geltend gemachten «gravierenden» Übersetzungsfehler den Beschwer-

deführer zur Beschwerde legitimieren, wenn ihm aufgrund der gemachten 

Aussagen ohnehin keine Beschwerdelegitimation zukommt. Die übrigen Ein-

tretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass.  

 

 

- 9 - 

 

 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer bringt unter dem Titel Verletzung des Verhältnismäs-

sigkeitsgrundsatzes vor, zwischen seinen Aussagen und dem strafrechtlich 

relevanten Sachverhalt fehle es am ausreichenden inhaltlichen Zusammen-

hang. Seine Aussagen seien zur Ermittlung des Sachverhalts weder geeig-

net noch erforderlich. Die Rechtshilfe sei zu verweigern (act. 1 S. 17 ff.).  

 

Der Beschwerdeführer führt namentlich aus, er sei seit dem 1. November 

2004 für die D. AG in der Schweiz tätig und gehöre seit dem 1. Januar 2015 

dem Verwaltungsrat an. Er habe nie Funktionen bei der D. Lda. (Portugal) 

ausgeübt. Innerhalb des D.-Konzerns hätten der Beschwerdeführer und C. 

völlig unterschiedliche Funktionen ausgeübt und seien nicht in denselben 

Bereichen tätig gewesen. Er habe daher auch keine Überwachungsfunktio-

nen oder Weisungsbefugnisse gegenüber C. gehabt. Mit Ausnahme der Tat-

sache, dass sie für denselben Konzern tätig gewesen seien, hätten sie keine 

weiteren gemeinsamen persönlichen oder beruflichen Verbindungen gehabt. 

Ihre Kontakte hätten sich auf die gelegentliche Besprechung von Produktdif-

ferenzierungen gegenüber Konkurrenzprodukten oder Neuentwicklungen 

beschränkt. Für den Markt Portugal sei er nicht zuständig und daher auch 

nicht in die öffentlichen Submissionsverfahren in Portugal involviert gewesen 

(act. 1 S. 10). Die vom Beschwerdeführer geleiteten Abteilungen […] seien 

für die Auswahl und Einladung der Referierenden an Symposien im Rahmen 

von Ärztekongressen zuständig gewesen (act. 1 S. 10 f.). Die Auswahl und 

Einladung der Teilnehmenden sei jedoch über die Tochtergesellschaften, 

d.h. für den Markt Portugal über die D. Lda. (Portugal) erfolgt. Entsprechend 

sei für den Entscheid betreffend die Übernahme allfälliger Reisekosten die 

D. Lda. (Portugal) und nicht die Abteilung […] zuständig gewesen (act. 1 

S. 11). 

 

3.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (ZIMMERMANN, a.a.O., N. 717 mit Verweisen auf die Recht-

sprechung; s. statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2021.27 vom 11. Januar 2022 E. 6.2). Die akzessorische Rechtshilfe ist 

nur zulässig, soweit sie für ein Verfahren in strafrechtlichen Angelegenheiten 

im Ausland erforderlich erscheint oder dem Beibringen der Beute dient (vgl. 

Art. 63 Abs. 1 IRSG). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt 

werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in keinem 

Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Unter-su-

chung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine un-

zulässige Beweisausforschung («fishing expedition») erscheint. Der er-

suchte Staat hat die Würdigung der mit der Untersuchung befassten Be-

hörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem 

- 10 - 

 

 

ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf 

den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt beziehen können (sog. 

potentielle Erheblichkeit; BGE 136 IV 82 E. 4.4 S. 86 f.; 128 II 407 E. 6.3.1 

S. 423; 122 II 367 E. 2c; TPF 2009 161 E. 5.1 S. 163 m.w.H.). Nicht zulässig 

ist es, den ausländischen Behörden nur diejenigen Unterlagen zu überlas-

sen, die den im Rechtshilfeersuchen festgestellten Sachverhalt mit Sicher-

heit beweisen (zum Ganzen BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 121 II 241 E. 3a 

S. 242 f.; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.24 vom 8. Mai 2007 

E. 4.1 und RR.2007.90 vom 26. September 2007 E. 7.2). 

 

Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss aufzeigen, dass zwischen den von 

der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Strafunter-

suchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht und diejenigen Ak-

ten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht zulässig ist 

(BGE 122 II 367 E. 2c S. 371).  

Der von der Rechtshilfemassnahme Betroffene hat allerdings die Obliegen-

heit, schon im Stadium der Ausführung des Ersuchens (bzw. der erstinstanz-

lichen Rechtshilfeverfügung) an der sachgerechten Ausscheidung beschlag-

nahmter Dokumente nötigenfalls mitzuwirken, allfällige Einwände gegen die 

Weiterleitung einzelner Aktenstücke (bzw. Passagen daraus) gegenüber der 

ausführenden Behörde rechtzeitig und konkret darzulegen und diese Ein-

wände auch ausreichend zu begründen.  

3.3 Der Beschwerdeführer ist einer der Direktoren der in die Strafvorwürfe invol-

vierten D. AG. Dessen Einvernahme war ursprünglich vom Beschuldigten C. 

worden (s. supra lit. B; Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 1, S. 2). Die 

portugiesischen Behörden haben diesen Beweisantrag in der Folge gutge-

heissen. Auch sie gingen somit davon aus, dass der Beschwerdeführer Aus-

sagen tätigen könnte, welche zur Klärung des Sachverhalts im Zusammen-

hang mit der «Gruppe D.», C. oder der Finanzierung von Kongressen und 

Weiterem beitragen könnten. Aufgrund der leitenden Stellung des Beschwer-

deführers bei der D. AG bestand Grund zur Annahme, dass dessen Aussa-

gen durchaus wesentlich sein könnten. Es existierte offensichtlich ein Unter-

suchungsinteresse seitens der portugiesischen Behörden an einer Einver-

nahme des Beschwerdeführers. Soweit der Beschwerdeführer einwenden 

wollte, es sei zwischen der Konzerngesellschaft in der Schweiz und der 

Tochtergesellschaft in Portugal zu differenzieren, wäre ihm entgegenzuhal-

ten, dass es sich dabei um eine im Rechtshilfeverfahren unzulässige Gegen-

darstellung handelt (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2; 132 II 81 E. 2.1; 125 II 250 

E. 5b, je m.w.H.). Im Übrigen sind für eine Strafuntersuchung sowohl belas-

tende wie entlastende Aussagen von Bedeutung. Der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer anlässlich seiner Einvernahme schliesslich erklärte, noch 

- 11 - 

 

 

nie von der den Beschuldigten vorgeworfenen Vorgehensweise gehört zu 

haben, ändert nichts daran, dass er sich gerade damit sowie mit seiner Dar-

stellung der Organisation und seiner Aufgaben bei der D. AG zu den Vorwür-

fen äusserte. Dass das streitige Einvernahmeprotokoll mit der Strafuntersu-

chung in Portugal in keinem Zusammenhang stehen würde, trifft demnach 

offenkundig nicht zu. Der Beschwerdeführer verkennt mit seinem Einwand, 

er habe im Ergebnis zu den untersuchten Vorwürfen keine Aussagen ma-

chen können, dass selbst ein solches Einvernahmeprotokoll ein Beweismittel 

darstellt und für das ausländische Strafverfahren als potentiell erheblich zu 

erachten ist. Es wird Sache der zuständigen portugiesischen Behörden sein, 

die konkreten Aussagen des Beschwerdeführers im Strafverfahren ab-

schliessend zu würdigen. Eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips 

durch die rechtshilfeweise Herausgabe des Einvernahmeprotokolls ist zu-

sammenfassend nicht auszumachen.  

 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund der «gravierenden» Mängel 

der Übersetzung während der gesamten Einvernahme sei nicht sicherge-

stellt, dass er die Fragen der portugiesischen Behörden richtig verstanden 

und der Dolmetscher die Aussagen des Beschwerdeführers korrekt über-

setzt habe (act. 1 S. 19).  

 

Der Beschwerdeführer erklärt im Einzelnen, er habe den Dolmetscher so-

wohl akustisch wie inhaltlich kaum verstanden. Zudem habe der Dolmet-

scher die Aussagen des Beschwerdeführers teilweise nur sinngemäss oder 

verkürzt und teilweise sogar inhaltlich falsch übersetzt. Der Beschwerdefüh-

rer habe seine Aussagen weder überprüfen noch korrigieren können, da die 

portugiesische Behörde diese nicht protokolliert habe, sondern eine Audio-

aufnahme der Einvernahme erstellt habe, welche dem Beschwerdeführer 

nicht vorliege (act. 1 S. 20 und 13). Der Beschwerdeführer führt aus, sein 

Rechtsvertreter habe anlässlich der gleichentags durchgeführten Einver-

nahme eines anderen von diesem vertretenen Zeugen durch den portugie-

sischen Richter im Protokoll der Beschwerdegegnerin anmerken lassen, 

dass die Übersetzung aus dem Portugiesischen der Fragen schlecht ver-

ständlich und ungenau gewesen sei. Bei beiden Einvernahmen habe der-

selbe Dolmetscher die Übersetzung vorgenommen. Die Beschwerdegegne-

rin habe in der entsprechenden Schlussverfügung bestätigt, dass es wäh-

rend der Einvernahme des zweiten Zeugen zu akustischen und sprachlichen 

Missverständnissen gekommen sei und dass dieser Zeuge jeweils habe 

nachfragen müssen, worauf die portugiesische Behörde die Frage habe 

- 12 - 

 

 

wiederholen müssen. Dasselbe habe bei der Einvernahme des Beschwer-

deführers stattgefunden (act. 1 S. 14). 

 

Der Beschwerdeführer kommt zum Schluss, dass seine Aussagen daher 

nicht geeignet seien, der Wahrheitsfindung zu dienen. Vielmehr bestehe ein 

erhebliches Risiko, dass seine Aussagen aufgrund der ungenügenden Über-

setzung die Wahrheitsfindung behindern, sollten diese Eingang in das por-

tugiesische Strafverfahren finden (act. 1 S. 19). Das Abstellen auf die durch 

die Übersetzung verfälschten Aussagen des Beschwerdeführers würde zu 

einer ungerechten Behandlung der Beschuldigten im portugiesischen Straf-

verfahren führen und damit insbesondere gegen den Grundsatz des fairen 

Verfahrens verstossen. Ein faires Urteil sei nicht mehr sichergestellt, da es 

auf falschen bzw. ungenauen Tatsachen basieren würde (act. 1 S. 19). Der 

Beschwerdeführer erklärt, die Beschwerdegegnerin hätte daher die Rechts-

hilfe u.a. gestützt auf Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 2 

lit. a und d IRSG verweigern müssen (act. 1 S. 20).   

 

Unter Berufung auf Art. 10 und 13 BV macht der Beschwerdeführer weiter 

geltend, die falsche Wiedergabe bzw. Verwendung von Aussagen einer Per-

son im Rahmen eines Gerichtsverfahrens entgegen deren Wille stelle einen 

erheblichen Eingriff in deren Persönlichkeit und Grundrechte dar (act. 1 

S. 20). Dem Beschwerdeführer sei nicht zuzumuten, dass seine Persönlich-

keit und Grundrechte verletzt werden, indem gegen seinen Willen seine 

durch die mangelhafte Übersetzung verfälschten Aussagen Eingang ins por-

tugiesische Strafverfahren finden. Die Gewährung der Rechtshilfe stelle ei-

nen unzumutbaren und damit unverhältnimässigen Eingriff in die Persönlich-

keit und Grundrechte des Beschwerdeführers dar. Die Beschwerdegegnerin 

hätte nach Ansicht des Beschwerdeführers u.a. gestützt auf Art. 9 Ziff. 5 lit. a 

und lit. d ZPII EUeR, Art. 10 und Art. 13 BV sowie Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 36 

Abs. 3 BV und Art. 63 Abs. 1 IRSG verweigern müssen. 

 

4.2 Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Beschwerdeantwort aus, sie habe 

sich in einem vorgängigen Testlauf zur Kontrolle der Technik mit dem Dol-

metscher in Portugal unterhalten und sich vergewissern können, dass dieser 

fliessend Deutsch spreche. Sie habe deshalb keinen Bedarf gesehen, bei 

der Einvernahme einen Dolmetscher auf ihrer Seite beizuziehen. Zu Beginn 

der Videokonferenz habe es technische Schwierigkeiten gegeben, da die 

Verbindung zu den portugiesischen Behörden schlecht gewesen sei. Die 

Einvernahme habe sich daher um einige Minuten verzögert. Auch nachdem 

die Videoverbindung zustande gekommen sei, hätten manche Fragen der 

ersuchenden Behörde aufgrund der mangelhaften Tonqualität wiederholt 

werden müssen. Die Schwierigkeiten seien jedoch allein technischer Natur 

- 13 - 

 

 

gewesen. Für die an der Einvernahme anwesenden Vertreterinnen der Be-

schwerdegegnerin seien die durch die ersuchende Behörde gestellten Fra-

gen – wenn auch zum Teil erst nach deren Wiederholung – klar und ver-

ständlich gewesen, weshalb sie nie klärend habe einschreiten müssen. Die 

Qualität der Übersetzung durch den Dolmetscher sei während der Zeugen-

einvernahme von niemandem beanstandet worden, weshalb dies auch nicht 

ins Rahmenprotokoll aufgenommen worden sei. Der Zeuge habe auf die Fra-

gen der ersuchenden Behörde geantwortet und die Beschwerdegegnerin 

habe sich vergewissern können, dass die Antworten des Zeugen einen en-

gen Zusammenhang zu den gestellten Fragen aufgewiesen haben und zu 

dem in den Rahmen des im Rechtshilfeersuchen beschriebenen Sachver-

halts passten. Soweit der Zeuge nun angebe, bei seinen Antworten gemut-

masst und geantwortet zu haben, ohne die Fragen verstanden zu haben, 

habe er dies selbst zu verantworten. Jedenfalls habe er Solches anlässlich 

der Einvernahme gegenüber der Beschwerdegegnerin nicht geltend ge-

macht. Die Behauptung des Beschwerdeführers, der portugiesische Richter 

sei aufgrund der mangelhaften Übersetzung während der Einvernahme zu-

nehmend ungehaltener geworden, entspreche nicht der Wahrnehmung der 

Vertreterinnen der Beschwerdegegnerin und sei überdies rein spekulativ. 

Ebenso spekulativ sei die Behauptung des Beschwerdeführers, seine Zeu-

genaussagen seien im portugiesischen Verfahren falsch übersetzt worden 

(act. 9 S. 6). 

 

4.3 Die Einvernahme des Beschwerdeführers vom 4. November 2021 dauerte 

insgesamt von 17:07 Uhr bis 18:05 Uhr. Vor Herstellung des Videolinks um 

17:13 Uhr erläuterte die Einvernahmeleiterin dem Beschwerdeführer das 

Verfahren und belehrte ihn über sein Zeugnisverweigerungsrecht. Die Be-

schwerdegegnerin wies ihn insbesondere darauf hin, dass der Inhalt der Ein-

vernahme sowie die erlangten Informationen nicht zu Ermittlungs- oder Be-

weiszwecken von den portugiesischen Behörden verwendet werden können, 

bis die schweizerischen Behörden ihr Einverständnis gegeben haben. Die 

anschliessend durch den portugiesischen Richter durchgeführte Einver-

nahme des Beschwerdeführers zur Sache wurde in Portugal aufgenommen 

(Audioaufnahme) und dauerte bis 18:04 Uhr, wobei nach den Ausführungen 

der Bundesanwaltschaft die portugiesischen Behörden die Einvernahme 

protokollierten und die Bundesanwaltschaft das Rahmenprotokoll erstellte. 

Im Anschluss an die Einvernahme durch den portugiesischen Richter (und 

nach der Erläuterung von Art. 80c IRSG sowie dem Hinweis der Verfahrens-

leitung auf den Anspruch auf angemessene Entschädigung im Sinne von 

Art. 167 StPO) druckte die Beschwerdegegnerin ihr Protokoll aus und legte 

es dem Beschwerdeführer zur Durchsicht vor. Dieser brachte auf ausdrück-

liche Frage der Beschwerdegegnerin hin weder Ergänzungen noch 

- 14 - 

 

 

Berichtigungen an. In der abschliessenden Protokollnotiz wurde in Anwen-

dung von Art. 143 Abs. 2 StPO vermerkt, dass die Bestimmungen nach 

Art. 143 Abs. 1 StPO eingehalten worden seien. Der Beschwerdeführer hat 

mit seiner Unterschrift bescheinigt, das Protokoll der Beschwerdegegnerin 

selbst gelesen zu haben und es zu bestätigen (Verfahrensakten 

RH.21.0237, Rubrik 7).  

 

4.4 Der Beschwerdeführer wurde in Begleitung seines Rechtsvertreters einver-

nommen. Dem Einvernahmeprotokoll der Beschwerdegegnerin ist nicht zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer oder sein Rechtsvertreter anlässlich 

der Einvernahme Verständnisschwierigkeiten, Übersetzungsfehler etc. ge-

genüber der Verfahrensleiterin oder dem portugiesischen Richter geltend ge-

macht hätten (Verfahrensakten RH.21.0237, Rubrik 7; s.o.). Dass der 

Rechtsvertreter, wie er ausführt, «im Anschluss an die Einvernahme» die 

Beschwerdegegnerin und den Beschwerdeführer auf die schlechte und un-

genaue Übersetzung hingewiesen habe (act. 1 S. 14), ist weder dem Einver-

nahmeprotokoll der Beschwerdegegnerin noch den übrigen Akten zu ent-

nehmen. Der Beschwerdeführer hat das Einvernahmeprotokoll der Be-

schwerdegegnerin vorbehaltlos unterzeichnet und insoweit dessen Vollstän-

digkeit und Richtigkeit bestätigt. Daran vermag der protokollierte Hinweis 

desselben Rechtsvertreters auf Übersetzungsdefizite bei der Einvernahme 

eines anderen Zeugen nichts zu ändern. Selbst dieser brachte im Übrigen 

nach der Durchsicht des betreffenden Protokolls der Beschwerdegegnerin 

auf ausdrückliche Frage hin keine Ergänzungen oder Berichtigungen an. 

Auch der zweite Zeuge bestätigte mit seiner Unterschrift die Vollständigkeit 

und Richtigkeit des betreffenden Protokolls, welches insbesondere eine zu-

sammenfassende Wiedergabe seiner Antworten enthielt (act. 1.9). Bei die-

ser Sachlage besteht im vorliegenden Beschwerdeverfahren kein Anlass für 

eine weitergehende Prüfung der erhobenen Rügen. Wie die Beschwerde-

gegnerin zutreffend ausführt, ist der Beschwerdeführer für allfällige Ein-

wände gegen die Übersetzung der Fragen und Antworten auf das portugie-

sische Strafverfahren zu verweisen, in welchem auch die Audioaufnahme 

der gesamten Einvernahme vorhanden ist. Es sind in diesem Zusammen-

hang keine Rechtshilfehindernisse auszumachen und die Beschwerde er-

weist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.  

 

Am Rande sei bemerkt, dass weder der Beschwerdeführer noch seine 

Rechtsvertreter geltend machen, die portugiesische Sprache zu verstehen. 

Der Beschwerdeführer argumentiert, die «gravierenden» Übersetzungsfeh-

ler seien aus dem Umstand abzuleiten, dass ihm die Fragen hätten wieder-

holt werden müssen, er diese auch dann beantwortet habe, obwohl er sie 

nicht richtig verstanden habe, und der portugiesische Richter mehrmals 

- 15 - 

 

 

nachgefragt habe. Weshalb Nachfragen sowohl der einvernehmenden als 

auch der einvernommenen Person, insbesondere im Rahmen einer Video-

konferenz mit – selbst nach Darstellung des Beschwerdeführers – Akustik-

problemen, ausschliesslich auf «gravierende» Übersetzungsfehler zurück-

zuführen wären, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Ebenso wenig erklärt 

er, weshalb das Beantworten von Fragen, die er – wie seine Rechtsvertreter 

nun geltend machen – nicht verstanden habe, «gravierende» Übersetzungs-

fehler aufzeigen soll. Es ist offenkundig, dass der Beschwerdeführer allein 

mit seiner (überdies unbelegten) Schilderung der Einvernahme keine «gra-

vierenden» Übersetzungsfehler nachzuweisen vermag.  

 

 

5. Der Beschwerdeführer ficht vorliegend ausdrücklich zudem die Eintretens- 

und Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2021 an (act. 1 S. 2, 6). Aus der 

Beschwerde geht nicht eindeutig hervor, aus welchen Gründen die Anfech-

tung in diesem Zusammenhang erfolgt. Soweit der Beschwerdeführer die 

fehlende Erforderlichkeit der angeordneten Rechtshilfemassnahme rügt, ist 

er auf die vorstehenden Ausführungen in E. 3 zu verweisen.  

 

 

6. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde in allen Punkten als unbe-

gründet, weshalb sie abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 

7. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten dem unter-

liegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ge-

richtsgebühr ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen. (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. 

Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bun-

desstrafgerichts vom 31. August 2020 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter An-

rechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe (act. 3 und 

4). 

- 16 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un-

ter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

Bellinzona, 17. Januar 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Andri Hess und Reto Ferrari-Visca  

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).