# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8493812-d141-56f1-9dae-206147505e3c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 13.03.2024 810 2023 315 (810 23 315)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2023-315_2024-03-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 13. März 2024 (810 23 315) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht  

 

 

 

Anordnung einer Kindsvermögensverwaltungsbeistandschaft / Begründungserfordernis / 

Prinzip der Stufenfolge / Verhältnismässigkeit  

 

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Markus Clausen, Hans 

Furer, Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichterin Ana Dettwiler,  
Gerichtsschreiber Sandro Jaisli 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Martin Kaiser,  
Advokat 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

  
  

Betreff Schutz des Kindesvermögens / Errichtung einer Vertretungsbeistand-
schaft zur Verwaltung des Kindesvermögens  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
21. November 2023) 

 

  

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A. C.____ (geb. 2014) ist die gemeinsame Tochter von A.____ und des am XX.XX.2019 

verstorbenen D.____. Mit Entscheid vom 18. Februar 2020 schlug die Kindes- und Erwachse-

nenschutzbehörde B.____ (KESB) die Erbschaft im Nachlass des Vaters D.____ gestützt auf 

Art. 566 Abs. 1 i.V.m. Art. 306 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 

10. Dezember 1907 ZGB im Namen von C.____ aus. Begründet wurde diese Ausschlagung mit 

einem wahrscheinlich negativen Saldo des Nachlasses, zumal das Kind bei Annahme der Erb-

schaft auch das Schuldenrisiko für noch unbekannte Schulden übernommen hätte.  

 

B. Mit Mail vom 12. Oktober 2023 orientierte E.____, Advokatin in Basel, die KESB dar-

über, dass sie die Familie in einem haftpflichtrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit dem 

Unfalltod von D.____ vertrete, und fragte nach, ob der C.____ zustehende Genugtuungsbetrag 

(rund Fr. 50'000.--), welchen sie von der Haftpflichtversicherung des Schädigers erhalten habe, 

der Mutter A.____ ausbezahlt werden dürfe. Sie teilte der KESB weiter mit, dass sie eher der 

Meinung sei, dass das Geld auf ein vom Zugriff der Mutter geschütztes Konto überwiesen wer-

den sollte, damit die Genugtuung C.____ bei ihrer Volljährigkeit auch sicher zukomme. 

Schliesslich bat sie die KESB um Kontaktaufnahme zwecks Organisation einer Beistandschaft 

für die Verwaltung der Genugtuungssumme sowie zur Klärung der Frage, an wen und wohin 

der noch offene Anteil von C.____ am Versorgerschaden später ausbezahlt werden solle.  

 

C. Mit Schreiben vom 6. November 2023 informierte die KESB A.____ über die beabsich-

tigte Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft für C.____ zur Verwaltung deren Kindsvermö-

gen und gewährte ihr das rechtliche Gehör.  

 

D. Mit Mail vom 13. November 2023 teilte E.____ der KESB mit, dass sie zurzeit noch 

nichts Weiteres bezüglich Höhe und Auszahlungsmodalitäten des Versorgerschadens mitteilen 

könne, da die Verhandlungen mit der Haftpflichtversicherung noch andauerten. Die Genugtuung 

für C.____ über Fr. 50'000.-- sei dagegen zur Auszahlung bereit.  

 

E. Mit Entscheid vom 21. November 2023 errichtete die KESB für C.____ eine Beistand-

schaft, ernannte F.____ als Beiständin und erteilte dieser die Aufgaben, (a) das gesamte 

Kindsvermögen sowie die Kindsvermögenserträge sorgfältig zu verwalten, (b) die Verwendung 

von allfälligen Abfindungen, Schadenersatz und ähnliche Leistungen (Versorgerschaden) in 

Teilbeträgen entsprechend den laufenden Bedürfnissen für den Unterhalt von C.____ im Rah-

men einer Budgetplanung für C.____ zu regeln und (c) die Kindsmutter bei der Bewältigung der 

administrativen Belange von C.____ beratend zu unterstützen. Die KESB hielt weiter fest, dass 

die elterliche Sorge im Umfang der genannten Finanzverwaltung von Gesetzes wegen entfalle. 

Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.  

 

F. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vom 11. Dezember 2023 bei der 

KESB Einsprache, welche diese mit Schreiben vom 18. Dezember 2023 zuständigkeitshalber 

an das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), weiter-

leitete. Die Beschwerdeführerin führt im Wesentlichen aus, dass sie weder für die Verwaltung 

des Kindsvermögens beziehungsweise dessen Erträgnisse noch für sonstige administrative 

Angelegenheiten auf professionelle Unterstützung angewiesen sei, weshalb sie mit der ange-

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ordneten Beistandschaft nicht einverstanden sei. Sie beantragt damit sinngemäss die kostenfäl-

lige Aufhebung des angefochtenen Entscheids.  

 

G. Mit Eingabe vom 4. Januar 2024 zeigt Dr. Martin Kaiser, Advokat in Basel, dem Kan-

tonsgericht unter Einreichung der entsprechenden Vollmacht an, dass ihn die Beschwerdefüh-

rerin mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hat, und bittet zwecks weiterer, ergänzender 

Ausführungen seinerseits – zur bereits fristgerecht eingereichten Beschwerde – um Zustellung 

der Verfahrensakten. 

 

H. Mit Verfügung vom 8. Januar 2024 wird der Fall der Kammer zu Beurteilung überwiesen 

und die Verfahrensakten der neu anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin in Kopie zugestellt. 

Weiter wird darauf hingewiesen, dass gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB die Beschwerde beim Ge-

richt schriftlich und begründet einzureichen ist, womit für die vom Rechtsvertreter beantragte 

Einreichung einer ergänzenden Beschwerdebegründung nach Ablauf der Beschwerdefrist kein 

Raum besteht. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer 

Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des 

kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 

2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge-

richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich 

nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Ver-

waltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB; §§ 43 ff. des Gesetzes über die Ver-

fassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 

Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die 

der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 

Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdefüh-

rerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übri-

gen formellen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die als Laieneingabe entgegenzuneh-

mende Beschwerde einzutreten. 

 

2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (lit. a), 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die  

Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu.  

 

3.1 Die Vorinstanz begründet die Anordnung der Beistandschaft betreffend Verwaltung und 

Verwendung des Kindsvermögens sowie beratende Unterstützung der Kindsmutter bei der Be-

wältigung der administrativen Belange von C.____ ʺmit den im Sachverhalt geschilderten Um-

ständen.ʺ In Anbetracht dieser Umstände und der finanziellen Verhältnisse erscheine es ange-

zeigt, dass die Kindesvermögensverwaltung einschliesslich der Verwaltung allfälliger Abfin-

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dungs- und Schadenersatzzahlungen durch eine aussenstehende Drittperson erfolge, welche 

dazu die entsprechenden Fachkenntnisse habe und die Kindsmutter auch bei der Bewältigung 

der administrativen Kinderbelange beraten könne. 

 

3.2 Die Beschwerdeführerin führt dagegen aus, dass die Familie seit dem Tod des Vaters 

von C.____ umso mehr zusammenhalte und bemüht sei, vollumfänglich in ihrem Interesse zu 

handeln und zu leben. Die Kindsmutter und ihre Familienmitglieder seien auch bemüht, dass 

C.____ liebevoll unterstützt und betreut werde. Sie möchte für die Aufsicht und Verwaltung des 

Kindsvermögens keine Beiständin bekommen, weil sie darin weder Vorteile noch einen Nutzen 

sehe. Die Beschwerdeführerin legt weiter dar, dass sie für C.____ ein Sperrkonto errichten 

werde, auf welches ihre Tochter ab ihrem 18. Lebensjahr Zugriff haben werde. Sie werde die-

ses Sperrkonto der Advokatin E.____ mitteilen. Schliesslich brauche sie auch wegen ihrer 

sprachlichen Schwierigkeiten keine weitere externe Hilfe und Unterstützung in administrativen 

Belangen, da sie in diesem Bereich anderweitig Unterstützung bekomme.  

 

4. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit die Frage, ob die KESB zur 

Verwaltung beziehungsweise Verwendung des Kindesvermögens und seiner Erträgnisse sowie 

zur beratenden Unterstützung der Beschwerdeführerin bei der Bewältigung der administrativen 

Belange ihrer Tochter zu Recht eine Beistandschaft angeordnet hat.  

 

5.1 Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist im-

mer die mildeste, Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese sollen 

elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität; Urteil des Kan-

tonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 17. Januar 2023 

[810 22 272] E. 4.2; PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar 

zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 4 ff. zu Art. 307).  

 

5.2 Die KESB stützt die Anordnung der Beistandschaft auf Art. 308 Abs. 2 ZGB i.V.m.  

Art. 325 Abs. 1 und 3 ZGB. Den Schutz der vermögensrechtlichen Interessen des Kindes regeln 

die Art. 324 ZGB und 325 ZGB, welche der Abwendung konkret drohender Gefahren dienen. 

Für den Kindesvermögensschutz sind insbesondere das Prinzip der Stufenfolge (Subsidiarität: 

Vorrang milderer Massnahmen) sowie die allgemeinen Prinzipien des Kindesschutzes (Verhält-

nismässigkeitsprinzip in den verschiedenen Ausprägungen) von Belang (PETER BREITSCHMID, 

a.a.O., N 1 f. zu Art. 324/325). Die Übertragung der Verwaltung des Kindesvermögens auf ei-

nen Beistand nach Art. 325 Abs. 1 ZGB beschränkt sich entsprechend auf Fälle, wo der Ge-

fährdung nicht anders begegnet werden kann oder konnte. Sie ist mithin subsidiär (PETER 

BREITSCHMID, a.a.O., N 14 zu Art. 324/325).  

 

5.3 Nach Art. 325 Abs. 3 ZGB kann auch die nicht bestimmungsgemässe Verwendung der 

Erträgnisse Anlass zur Übertragung der Verwaltung auf einen Beistand geben. Lässt sich die 

ordnungsgemässe Verwendung der Erträgnisse nicht mit milderen Vorkehren (z.B. Weisungen 

oder Budgetberatung) sichern, dürfte regelmässig auch das Vermögen als solches gefährdet 

sein, weshalb nicht nur die Ausrichtung der Erträge, sondern jegliche Betätigung des Sorge-

rechtsinhabers im vermögensrechtlichen Bereich auszuschliessen ist. Es liegt damit nicht mehr 

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eine Kindesvermögensbeistandschaft, sondern ein auf die vermögensrechtlichen Aspekte be-

schränkter (Teil-)Entzug der elterlichen Sorge vor (PETER BREITSCHMID, a.a.O., N 16 zu 

Art. 324/325).  

 

6.1 Den vorliegenden Akten ist einerseits zu entnehmen, dass die KESB die Erbschaft im 

Nachlass von D.____ mit Entscheid vom 18. Februar 2020 im Namen seiner Tochter ausge-

schlagen hat (vgl. Sachverhalt lit. A hiervor). Andererseits wird daraus ersichtlich, dass das vo-

rinstanzliche Verfahren zur Anordnung der vorliegend strittigen Beistandschaft durch eine  

E-Mail von E.____ an die KESB vom 12. Oktober 2023 ausgelöst wurde (vgl. Sachverhalt lit. B 

hiervor). In dieser Mail informierte E.____ die KESB darüber, dass sie die Familie in einem 

haftpflichtrechtlichen Verfahren betreffend den Unfalltod von D.____ vertrete. In diesem Zu-

sammenhang seien die Genugtuungsbeiträge von der Versicherung ausbezahlt worden und es 

stelle sich die Frage, ob das Geld der Mutter ausbezahlt werden dürfe. Die Anwältin führte wei-

ter aus, dass sie eher der Meinung sei, dass es ein vom Zugriff der Mutter geschütztes Konto 

sein müsse, damit die Genugtuung später auch sicher C.____ zu Gute komme. Schliesslich bat 

die Rechtsvertreterin um Kontaktaufnahme zwecks Organisation einer Beistandschaft für die 

Verwaltung der Genugtuungssumme. Die Anordnung der vorliegend zu beurteilenden Beistand-

schaft erfolgte ohne weitere Abklärungen durch die KESB und mit der folgenden wörtlichen Be-

gründung: ʺVorliegend erscheint es in Anbetracht der vorgenannten Umstände und den finanzi-

ellen Verhältnissen angezeigt, dass die Kindesvermögensverwaltung einschliesslich der Ver-

waltung allfälliger Abfindungs- und Schadenersatzzahlungen durch eine aussenstehende Dritt-

person erfolgt, welche dazu die entsprechenden Fachkenntnisse hat und die Kindsmutter auch 

bei der Bewältigung der administrativen Kinderbelange beraten kann.ʺ Diese vorinstanzlichen 

Ausführungen erfüllen die minimalen Voraussetzungen an eine hinreichend substantiierte und 

nachvollziehbare Entscheidbegründung nicht.  

 

6.2 Zudem ist vorliegend eine abstrakte Interessenskollision, bei welcher nach Art. 306  

Abs. 3 ZGB die elterlichen Befugnisse der Beschwerdeführerin von Gesetzes wegen dahinfallen 

würden, weder ersichtlich noch werden objektive Gründe oder Anhaltspunkte geltend gemacht, 

die für die Annahme einer solchen sprechen würden. Die Auszahlung einer dem Kind zu-

stehenden Genugtuungssumme an einen überlebenden Elternteil ist auch nicht mit der erb-

rechtlichen Konstellation vergleichbar, in welcher das Kind zusammen mit dem überlebenden 

Elternteil eine Erbengemeinschaft bildet, welche aufgelöst werden muss und bereits die erb-

rechtliche Auseinandersetzung und Auflösung des Nachlasses eine Kollision zwischen den Inte-

ressen des überlebenden Elternteils und des Kindes zur Folge hat. Vielmehr ist für die Anord-

nung einer Beistandschaft zur Verwaltung einer dem Kind zustehenden Genugtuungsgeldsum-

me (unter gleichzeitiger Beschränkung der elterlichen Sorge) gestützt auf Art. 325 Abs. 1 ZGB 

eine konkrete Gefährdung des Kindsvermögens vorausgesetzt, der zudem nicht auf andere 

Weise als durch Anordnung einer solchen Beistandschaft begegnet werden kann. Durch die 

Ausbezahlung der Genugtuungssumme (gemäss Angaben der Rechtsvertreterin rund  

Fr. 50'000.--) erhält C.____ unbestrittenermassen ein entsprechendes Vermögen. Dass dieses 

Vermögen durch die Auszahlung an die Kindsmutter und Inhaberin der elterlichen Sorge konk-

ret gefährdet sein soll, ist vorliegend aber weder ersichtlich noch wird eine solche konkrete Ge-

fährdung von der KESB auch nur ansatzweise nachvollziehbar dargelegt. Aber auch wenn eine 

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solche konkrete Gefährdung nachweislich vorliegen würde, erfordert die Anordnung einer Bei-

standschaft gestützt auf Art. 325 Abs. 1 ZGB zusätzlich, dass dieser Gefährdung nicht auf an-

dere Weise als durch eine externe Beistandschaft begegnet werden kann, was vorliegend gar 

nicht erst geprüft wurde.  

 

6.3 Unter zusätzlicher Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin geltend macht, dass 

sie E.____ ein Sperrkonto mitteile, auf welches die Genugtuung für C.____ überwiesen werden 

könne, und dass gleichzeitig keinerlei Anzeichen für eine Gefahr einer unzulässigen familienin-

ternen Bereicherung daran bestehen, ist festzustellen, dass im Hinblick auf die Verwaltung der 

C.____ zustehenden Genugtuung die Voraussetzungen von Art. 325 Abs. 1 ZGB nicht erfüllt 

sind und die KESB daher zu Unrecht eine Kindsvermögensverwaltungsbeistandschaft angeord-

net hat. Gleichzeitig weist das Kantonsgericht die Beschwerdeführerin hiermit an, die ihrer 

Tochter zustehende Genugtuung auf ein auf C.____ lautendes Sperrkonto zu überweisen be-

ziehungsweise überweisen zu lassen. 

 

6.4 Mit E-Mail vom 13. November 2023 teilte E.____ der KESB auf Nachfrage hin mit, dass 

sie leider im Moment noch nichts Weiteres bezüglich der Höhe und der Auszahlungsmodalitä-

ten des Versorgerschadens mitteilen könne, da die Verhandlungen mit der Haftpflichtversiche-

rung nach wie vor andauerten. Trotzdem hat die KESB faktisch vorsorglich mit Wirkung pro fu-

turo und quasi auf Vorrat auch allfällige Leistungen aus einem Versorgerschaden pauschal und 

ohne weitere Differenzierung betreffend die noch unklaren Auszahlungsmodalitäten unter die 

Verfügungsgewalt der Beiständin gestellt und die elterliche Sorge der Beschwerdeführerin auch 

diesbezüglich eingeschränkt. Entsprechend erteilte sie der Beiständin die Aufgabe, die Ver-

wendung von allfälligen Abfindungen, Schadenersatz und ähnliche Leistungen (Versorgerscha-

den) in Teilbeträgen entsprechend den laufenden Bedürfnissen für den Unterhalt von C.____ im 

Rahmen einer Budgetplanung für C.____ zu regeln. Auch dieser Entscheid lässt jegliche Be-

gründung vermissen. Die Bemühungen der Rechtsvertreterin, Leistungen aus Versorgerscha-

den in Form von regelmässigen Rentenzahlungen zu erwirken, sind auf jeden Fall zu begrüs-

sen. Sollte dies gelingen, ist aufgrund des bereits hiervor Gesagten allerdings nicht ersichtlich, 

weshalb für die Verwaltung und Verwendung dieser Rentenzahlungen eine Beistandschaft er-

forderlich sein sollte. Kommt es dagegen nach Abschluss der Verhandlungen mit der Versiche-

rung zu einer einmaligen grossen Kapitalabfindung, hat die KESB die Situation dannzumal ge-

gebenenfalls neu zu beurteilen. Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Vorinstanz dagegen in unbe-

gründeter und unverhältnismässiger Weise faktisch vorsorglich mit Wirkung pro futuro und qua-

si auf Vorrat pauschal und ohne weitere Differenzierung im Hinblick auf die noch unklare Höhe 

des zugesprochenen Schadens einerseits und dessen Auszahlungsmodalitäten andererseits 

auch unter dem Titel Versorgerschaden eine Kindsvermögensverwaltungsbeistandschaft errich-

tet.  

 

6.5 Schliesslich erteilte die KESB der Beiständin die Aufgabe, die Beschwerdeführerin bei 

der Bewältigung der administrativen Belange von C.____ beratend zu unterstützen. Auch für 

diese Anordnung ist dem angefochtenen Entscheid keine hinreichende Begründung zu ent-

nehmen. Allein die schlechten Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin und die daraus ge-

gebenenfalls resultierenden Sprachbarrieren reichen dafür nicht aus. Dies gilt umso mehr unter 

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Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin über ein familiäres Netzwerk ver-

fügt, welches ihr die notwendige Unterstützung anbieten kann, zumal keine Anzeichen dafür 

bestehen, dass die Familie einerseits nicht gewillt sein könnte, der Beschwerdeführerin die er-

forderliche Hilfeleistung zu gewähren, geschweige denn andererseits diese Abhängigkeit zur 

eigenen unrechtmässigen Bereicherung missbrauchen zu wollen. Mit E-Mail vom 14. November 

2023 teilte die designierte Beiständin der KESB mit, dass sie über den Fall ʺnoch so gut wie 

nichts wisseʺ, es aber dennoch gut finde, wenn auch noch die Begleitung in administrativ-

finanziellen Belangen in den Aufgabenkatalog aufgenommen werde. Aus der gleichen E-Mail 

wird ersichtlich, dass die Beiständin aus dem familiären Umfeld der Beschwerdeführerin mit 

einer Frage betreffend die Genugtuung konfrontiert wurde und mangels Fallkenntnissen mut-

masste, dass es sich um eine Erbteilung handle, welche gesetzlich so vorgesehen sei. Daraus 

wird die Problematik der vorliegenden Konstellation augenscheinlich: Während die Beschwer-

deführerin sich auf die Hilfeleistung ihrer Familie berufen kann, ohne dass aus objektiver Sicht 

irgendetwas dagegensprechen würde, verzichtet die Vorinstanz einerseits sowohl auf eigene 

minimale Sachverhaltsabklärungen als auch auf eine nachvollziehbare Entscheidbegründung 

und organisiert andererseits eine Beiständin, welche ohne Fallkenntnisse beziehungsweise in 

kompletter Verkennung der Sachlage und einer daraus resultierenden falschen Vermutung ihre 

Zustimmung zu einer administrativ-finanziellen Begleitung der Beschwerdeführerin erteilt.  

 

6.6 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass zur Verwaltung der C.____ zustehen-

den Genugtuung einerseits mangels Vorliegen einer abstrakten Interessenskollision und ande-

rerseits wegen fehlender konkreter Gefährdung des Kindsvermögens zu Unrecht eine Bei-

standschaft angeordnet wurde. Sofern die Kindsvermögensverwaltungsbeistandschaft im Hin-

blick auf den Versorgerschaden errichtet wurde, erweist sich diese als zukünftige Massnahme 

auf Vorrat als unzulässig, da im Zeitpunkt der Anordnung weder die Höhe des Schadens noch 

dessen Auszahlungsmodalitäten bekannt waren. Aus Sicht des Kindeswohls von C.____ stellt 

sich dagegen vorliegend die relevante Frage, ob ihre Interessen bei den nach wie vor andau-

ernden Verhandlungen mit der Haftpflichtversicherung des Schädigers im Rahmen der Gel-

tendmachung des Versorgerschadens für ihren Anteil hinreichend gewahrt sind. Dies gilt na-

mentlich deshalb, da es sich beim Versorgerschaden mutmasslich um den weitaus grösseren 

Betrag handelt als bei der Genugtuung und gleichzeitig sowohl die Interessen der Beschwerde-

führerin als auch ihrer Tochter geltend gemacht, beurteilt und verhandelt werden müssen. Im 

Rahmen der Geltendmachung des Versorgerschadens ist deshalb theoretisch eine Interes-

senskollision (vergleichbar mit den hiervor aufgezeigten erbrechtlichen Konstellationen) denk-

bar, weshalb es Sache der KESB als Fachbehörde ist, zu prüfen und zu beurteilen, ob die Wah-

rung der Kindsinteressen von C.____ in diesem Zusammenhang eine eigenständige und unab-

hängige Kindsvertretung erfordert.  

 

6.7 Für die vorliegend durch das Kantonsgericht zu beurteilende Kindsvermögensverwal-

tungsbeistandschaft und entsprechend eingeschränkte elterliche Sorge der Beschwerdeführerin 

ist dagegen zusammengefasst festzuhalten, dass diese im Ergebnis ausschliesslich auf einer 

Anfrage von E.____, wohin die Anwaltskanzlei die C.____ zustehende Genugtuung überweisen 

solle, beruht. Die Vorinstanz hat diese Massnahme weder hinreichend begründet noch im Vor-

feld ihrer Anordnung die erforderlichen Abklärungen vorgenommen. Sowohl die Geeignetheit 

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als auch die Erforderlichkeit der angeordneten Beistandschaft sind aufgrund der Aktenlage we-

der nachgewiesen noch ersichtlich. Aufgrund dieser Ausgangslage erweisen sich schliesslich 

auch die mit der Beistandschaft verbundenen und anfallenden Kosten (insbesondere die be-

hördlichen Verfahrenskosten sowie die Entschädigung der Beiständin) als nicht verhältnismäs-

sig, zumal für deren Begleichung regelmässig das angeblich in seinem Bestand zu schützenden 

Kindsvermögen anzuzehren wäre. Der angefochtene Entscheid verletzt deshalb in formeller 

Hinsicht das Prinzip der hinreichenden und nachvollziehbaren Begründung und in materieller 

Hinsicht sowohl das Prinzip der Stufenfolge als auch das Verhältnismässigkeitsprinzip, weshalb 

er in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben ist.  

 

7.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren 

vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren 

sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem 

Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 1'500.-- entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der KESB aufzuerlegen. Der Be-

schwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- zurückzuer-

statten.  

 

7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den 

Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 

Gegenpartei zugesprochen werden. Vorliegend rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin 

zulasten der KESB ermessensweise eine Parteientschädigung in der Höhe von pauschal  

Fr. 250.-- zuzusprechen.  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde B.____ aufgehoben.  

   

 2. Die Beschwerdeführerin wird angewiesen, die ihrer Tochter zustehende 

Genugtuung auf ein auf C.____ lautendes Sperrkonto zu überweisen.  

   

 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden der Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde B.____ auferlegt. Der von der Be-

schwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von  

Fr. 1'500.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

   

 4. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ hat der Beschwer-

deführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von pauschal Fr. 250.-- 

zu bezahlen.  

 

 

 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

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