# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffba4805-2c3a-50ad-baf9-718a2ac5ba76
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.12.2008 E-7923/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7923-2008_2008-12-15.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7923/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...),
E._______, geboren (...),
Afghanistan,
alle vertreten durch lic. iur. Rebecca Moses, 
Thurgauer Rechtsberatungsstelle, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7923/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführenden (nachfolgend: Beschwerdeführer, Be-
schwerdeführerin,  Kinder)  – afghanische Staatsangehörige tadschiki-
scher Volkszugehörigkeit aus F._______ (G._______, Provinz Kabul) – 
gemäss Angaben der Beschwerdeführerin (der Beschwerdeführer gibt 
an, sich nicht erinnern zu können; pag. 61 und 201) über den Iran, die 
Türkei,  Griechenland und Italien  am 2. Oktober 2008 in  die  Schweiz 
einreisten und gleichentags um Asyl nachsuchten,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  7. Oktober 2008  im  Empfangs- 
und  Verfahrenszentrum  Kreuzlingen  befragt  und  am  11. Novem-
ber 2008  durch  das  BFM  einlässlich  zu  den  Asylgründen  angehört 
wurden,

dass sie im Wesentlichen geltend machten, der Beschwerdeführer sei 
in  seiner  Funktion  als  H._______  einer  Sondereinheit  der 
afghanischen Armee im Kampf schwer verletzt worden, wobei er (...),

dass er nach seinem Austritt aus der Armee von Splittern einer explo-
dierenden Granate am Kopf verletzt worden sei und seitdem an chroni-
schem Gedächtnisverlust leide,

dass den Kindern angesichts der prekären Sicherheitslage im Heimat-
staat eine unsichere Zukunft bevorstünde und die Beschwerdeführen-
den im Falle einer Rückkehr zu gewärtigen hätten, vernichtet zu wer-
den,

dass zudem der Beschwerdeführer hoffe, in der Schweiz einer weiter-
gehenden medizinischen Behandlung zugeführt zu werden,

dass sie aus diesen Gründen ihren Heimatstaat Anfang August 2008 
verlassen hätten, wobei sie bei ihrer Reise durch Zentraleuropa zwei 
ihrer fünf Kinder in der Türkei beim Bruder der Beschwerdeführerin zu-
rückgelassen hätten, 

dass am 26. November 2008 Italien einem Rückübernahmeersuchen 
des BFM entsprach und gestützt auf das entsprechende bilaterale Ab-
kommen mit  der Schweiz einer Rückübernahme der Beschwerdefüh-
renden zustimmte,

Seite 2

E-7923/2008

dass das  BFM mit  Verfügung vom 2. Dezember  2008 – eröffnet  am 
3. Dezember 2008 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
nicht eintrat und die Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Voraus-
setzungen von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG seien vorliegend erfüllt, da 
der Bundesrat Italien als sicheren Drittstaat bezeichnet habe, die Be-
schwerdeführenden sich vor der Einreise in die Schweiz dort aufgehal-
ten hätten und Italien die Bereitschaft für die Rückübernahme erklärt 
habe,

dass die Beschwerdeführenden ferner in der Schweiz weder nahe An-
gehörige noch enge Beziehungen zu hier lebenden Personen hätten 
und die Flüchtlingseigenschaft  nach Art. 3  AsylG nicht  offensichtlich 
erfüllten,

dass  zudem aufgrund  der  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführenden 
kein begründeter Anlass zur Annahme bestehe, dass sie mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft einer asylrechtlich rele-
vanten Verfolgung ausgesetzt wären,

dass keine Hinweise vorliegen würden, wonach in Italien kein effektiver 
Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG bestünde, 

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle  und keine Gründe ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  in 
den Drittstaat Italien schliessen lassen würden, 

dass  die  Beschwerdeführenden  im  Rahmen des  rechtlichen  Gehörs 
zwar erklärt  hätten, die Betreuung von Asylsuchenden entspräche in 
Italien nicht dem in der Schweiz gebotenen Niveau und dass der Be-
schwerdeführer medizinischer Behandlung bedürfe, 

dass  jedoch  auch  in  Italien  eine  entsprechende  medizinische  Infra-
struktur bestehe und der persönliche Wunsch der Beschwerdeführen-
den, in der Schweiz bleiben zu können,  kein Wegweisungshindernis 
darstelle, 

Seite 3

E-7923/2008

dass überdies darauf hinzuweisen sei, dass auch in Italien Hilfsorgani-
sationen bestehen würden, welche Asylsuchende betreuen würden,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 10. Dezember 2008 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bun-
desverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  dessen  Aufhebung 
sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks materiel-
ler Prüfung beantragen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  die  unentgeltliche  Prozessführung  mit 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren sei,

dass die Beschwerdeführenden zur Begründung im Wesentlichen vor-
bringen, im italienischen Asylverfahren hänge es von den Platzverhält-
nissen in den Empfangszentren und von allfälligen Bekannten in Italien 
ab, ob auf ihre Asylgesuche überhaupt eingetreten werde,

dass die Empfangszentren überfüllt seien und sie keine Adresse von in 
Italien lebenden Bekannten zu nennen vermöchten, weshalb abzuse-
hen  sei,  dass  im Falle  einer  Rückkehr  die  gesamte  Familie  auf  der 
Strasse bleiben werde,

dass im Übrigen vorliegend hinsichtlich  Sachverhaltsfeststellung und 
Verfahrensgang auf die Akten und den Inhalt der angefochtenen Verfü-
gung verwiesen werden kann,

dass die vorinstanzlichen Akten am 11. Dezember 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1 
VwVG),

Seite 4

E-7923/2008

dass auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2008 in  Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche in der 
Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  sicheren 
Drittstaat  nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in 
welchem sie sich vorher aufgehalten haben,

Seite 5

E-7923/2008

dass nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG der Bundesrat Staaten bezeich-
nen kann, in denen nach seinen Feststellungen effektiver Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht,

dass nach Art. 34 Abs. 3 AsylG die Bestimmung von Abs. 2 dieses Ar-
tikels keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen die asylsu-
chende Person enge Beziehungen hat,  oder nahe Angehörige in der 
Schweiz  leben  (Bst.  a),  die  asylsuchende  Person  offensichtlich  die 
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt (Bst. b) oder Hinweise 
darauf  bestehen,  dass im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor Rück-
schiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Bst. c),

dass die Voraussetzungen der Anwendbarkeit von Art. 34 Abs. 2 Bst. a 
AsylG i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG vorliegend in Bestätigung der 
vorinstanzlichen Erkenntnisse erfüllt sind,

dass der vorangegangene Aufenthalt der Beschwerdeführenden in Ita-
lien aktenkundig und unbestritten ist,

dass von den Beschwerdeführenden zudem nie behauptet wurde, sie 
hätten zur Schweiz enge Beziehungen oder hier nahe Angehörige, 

dass Italien – zusammen mit allen anderen EU- und EFTA Staaten – 
am 14. Dezember 2007 vom Bundesrat als sicherer Drittstaat bezeich-
net worden ist,

dass die Beschwerdeführenden – wie vom BFM zutreffend erkannt – in 
den sicheren Drittstaat Italien zurückkehren können, da dessen Behör-
den mit nach wie vor gültiger Erklärung vom 26. November 2008 ge-
genüber der Schweiz die Rückübernahme zugesichert haben,

dass  die  Beschwerdeführenden  die  Vermutung  der  Beachtung  des 
Rückschiebungsschutzes im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG durch den 
Drittstaat Italien nicht zu widerlegen vermögen,

dass  ferner  eine  Missachtung  des  Non-refoulement-Gebotes  durch 
den Drittstaat gar nicht begangen werden kann, solange die Behörden 
dieses  Drittstaates  mangels  Schutzersuchens  oder  mangels  Mitwir-
kung  der  Betroffenen  (beispielsweise  durch  Beachtung  einer  Anhö-
rungseinladung) gar nicht auf eine allfällige Verfolgungs- oder Gefähr-
dungssituation im Heimatstaat aufmerksam gemacht werden, 

Seite 6

E-7923/2008

dass es somit in der Disposition der Beschwerdeführenden liegt, ent-
sprechende Gründe nach einer Rückkehr nach Italien geltend zu ma-
chen,

dass auch keine Indizien für die Widerlegung der Vermutung ersichtlich 
sind,  wonach  Italien  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  den  Rück-
schiebungsschutz im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG beachte,

dass  bei  Anwendung  des  Nichteintretens-Tatbestandes  von  Art. 34 
Abs. 2 AsylG (sicherer Drittstaat)  und im Unterschied zu Abs. 1 der 
gleichen Bestimmung (safe country im Sinne eines verfolgungssiche-
ren Herkunftslandes) nicht  zu prüfen ist,  ob Hinweise auf Verfolgung 
vorliegen,  sondern lediglich die Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 
Bst. b AsylG zu beachten ist,  wonach von einer Wegweisung  in den 
Drittstaat dann abgesehen wird, wenn die asylsuchende Person offen-
sichtlich die Flüchtlingseigenschaft erfüllt,

dass somit  das BFM nicht darlegen muss, dass die Beschwerdefüh-
renden die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllen, sondern 
bereits die Feststellung genügt, dass die Flüchtlingseigenschaft jeden-
falls nicht offensichtlich zutage tritt,

dass sich, wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend erkannt, aus 
den Akten keine konkreten Hinweise zur offensichtlichen Annahme der 
Flüchtlingseigenschaft ergeben und auf die betreffenden Erwägungen 
verwiesen werden kann,

dass die Beschwerdeschrift keine zureichenden Anhaltspunkte für eine 
gegenüber den vorinstanzlichen Erkenntnissen andere Betrachtungs-
weise in der Eintretensfrage enthält,

dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  a 
AsylG zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführer nicht einge-
treten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

Seite 7

E-7923/2008

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgebenden 
völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  (insb.  auch  Art.  3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]) zulässig ist, da die Beschwer-
deführenden in Italien offensichtlich nicht an Leib, Leben oder Freiheit 
gefährdet  sind  oder  eine menschenrechtswidrige Behandlung zu be-
fürchten  haben  und  sie  dort  zudem  –  wie  bereits  oben  erkannt  – 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden, 
sofern darum ersucht wird,

dass weder die in Italien herrschende allgemeine Lage noch sonstige 
Gründe gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges der Be-
schwerdeführenden nach Italien sprechen und solche auch nicht subs-
tanziell geltend gemacht werden,

dass  nämlich nicht  nachvollziehbar  ist,  worauf  der  Hinweis  in  der 
Rechtsmitteleingabe auf die  "zur Zeit herrschenden Zustände in Itali-
en" abzielt,

dass das Vorbringen, wonach die italienischen Empfangszentren über-
füllt seien und die Beschwerdeführenden deshalb im Falle einer Rück-
kehr  auf  der  Strasse landen würden,  als  abwegig  zu  betrachten  ist, 

Seite 8

E-7923/2008

zumal Italien sowohl Vertragsstaat der FK als auch der EMRK ist und 
den sich daraus ergebenden völkerrechtlichen Pflichten Folge leistet,

dass schliesslich der Umstand,  dass der Verfahrensgang für  Asylsu-
chende in  Italien  vergleichsweise  mühseliger  ausgestaltet  sein  mag, 
den Wegweisungsvollzug nicht als unzumutbar erscheinen lässt,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Ita-
lien  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  konkreten  Vollzugshindernisse 
ersichtlich sind (Art. 83 Abs. 2 AuG) und die italienischen Behörden die 
Rückübernahme zugesichert haben,

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  angeordnete  Vollzug 
der Wegweisung als rechtmässig zu bestätigen ist,

dass demnach die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, 
den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und 
angemessen ist  (Art. 106 AsylG),  weshalb die Beschwerde inklusive 
sämtlicher materieller und prozessualer Anträge abzuweisen ist, 

dass aufgrund des Erkannten und der gesamten Umstände und Vor-
bringen darauf verzichtet werden kann, auf die gestellten Anträge und 
den Inhalt der Beschwerde weiter einzugehen,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet  der behaupteten Bedürftigkeit 
abzuweisen ist, da sich die Rekursbegehren gemäss vorstehenden Er-
wägungen  als  aussichtslos  präsentierten,  welcher  Umstand  die  Ge-
währung unentgeltlicher Prozessführung nach Gesetz ausschliesst,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird.

Seite 9

E-7923/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden (Einschreiben; Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, zu den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

Seite 10