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**Case Identifier:** 0e2b6955-7143-56b6-8d55-008b900ea45d
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-08
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 08.04.2025 STK 2024 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2024-21_2025-04-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 8. April 2025
STK 2024 21

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner,
Kantonsrichter Walter Züger, Jörg Meister,
Ilaria Beringer und Monique Schnell Luchsinger,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Privatklägerin, Berufungsführerin und Anschlussberufungsgegnerin,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

1. Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Anklagebehörde, Berufungsgegnerin und Anschlussberufungsgegnerin,
vertreten durch Staatsanwalt C.________,

2. D.________,
Beschuldigter, Berufungsgegner und Anschlussberufungsführer,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt E.________,

betreffend Vergewaltigung, Drohung, versuchte Nötigung
(Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des kantonalen Strafge-
richts Schwyz vom 8. März 2024, SGO 2023 27);-

hat die Strafkammer,

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nachdem sich ergeben:

A. Am 13. Oktober 2023 klagte die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten 
beim kantonalen Strafgericht der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von 
Art. 190 Abs. 1 a StGB bei folgenden Sachverhalten an (Vi-act. 1):

Ungefähr im Oktober 2021, als A.________ im achten Monat schwanger 
war, begab sich D.________ zwischen ca. 22.00 Uhr und 23.00 Uhr in 
der damals gemeinsamen Familienwohnung an der 
J.________strasse xx in F.________ zu der im grossen Schlafzimmer 
zusammen mit dem gemeinsamen Sohn G.________ schlafenden 
A.________. D.________ weckte A.________, nahm sie an der Hand 
und brachte sie vom grossen ins kleine Schlafzimmer, wogegen sich 
A.________ körperlich vergeblich zu wehren versuchte. lm kleinen 
Schlafzimmer legte D.________ A.________ rücklings auf das Bett, be-
gab sich auf sie, fixierte ihre Arme mit seinen Händen und Knien zog ihre 
Hose und Unterhose aus und drang gegen ihren Willen mit seinem Penis 
in ihre Vagina ein. Anschliessend penetrierte D.________ A.________ 
für ungefähr 5 Minuten bis zum Samenerguss.
A.________ wehrte sich gegen das Vorgehen von D.________, indem 
sie zu ihm immer wieder „nein“ sagte und ihm mitteilte, dass sie Schmer-
zen habe und der Geschlechtsverkehr gefährlich für das ungeborene 
Kind sei. Zudem versuchte A.________ wegzulaufen, was ihr jedoch 
nicht gelang. Auf dem Bett im kleinen Schlafzimmer wollte A.________ 
D.________ wegstossen, als dieser sich auf ihr befand. Sie war 
D.________ jedoch körperlich unterlegen, hatte zu wenig Kraft und war 
aufgrund der fortgeschrittenen Schwangerschaft in ihrer Beweglichkeit 
eingeschränkt.

lm Verlaufe der darauf folgenden vier Wochen, ca. zwischen Oktober 
2021 und November 2021, wiederholte D.________ das beschriebene 
Vorgehen ungefähr zwei Mal pro Woche, insgesamt somit ca. 8 Mal. Da-
bei ging er jedes Mal ungefähr gleich vor, indem er A.________ weckte, 
sie ins kleine Schlafzimmer brachte, sie auszog und sie gegen ihren Wil-
len mit seinem Penis vaginal bis zum Samenerguss penetrierte. 
Die körperliche Gegenwehr von A.________ nahm dabei mit der Zeit ab, 
da sie einsah, dass sie D.________ körperlich unterlegen war und sie 
seine Handlungen nicht verhindern konnte. Ungefähr beim zweiten oder 
dritten Vorfall kratzte A.________ D.________ am Arm, was diesen je-
doch ebenfalls nicht von seiner Tat abhielt. A.________ fügte sich 
schliesslich auch aus Angst, dass ihr oder dem ungeborenen Kind bei 

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Gegenwehr etwas zustossen könnte, sowie aus Rücksicht auf den ge-
meinsamen Sohn G.________, der in der Wohnung schlief.
Durch die Handlungen erlitt A.________ jeweils Schmerzen im Bauch 
und im Unterleib.

D.________ wusste jedes Mal aufgrund der verbalen und körperlichen 
Gegenwehr, dass A.________ keinen Geschlechtsverkehr wollte, den-
noch handelte er entsprechend.

Der zweite Anklagepunkt betraf mehrfache Drohungen im Sinne von Art. 180 
Abs. 2 lit. b StGB bei folgenden Sachverhalten (Vi-act. 1):

2.1 Am 9. Februar 2022, um 11.58 Uhr, schickte D.________ mutmass-
lich von seinem damaligen Wohnort an der L.________gasse yy in 
M.________ aus A.________ via WeChat folgende Sprachnachrichten: 
"Ob du die Schweizer Polizei oder wer immer du aufbietest, ich habe vor 
niemandem Angst" und "Wenn ich das Land verlassen muss, dann bin 
ich bereit und ich werde dich mitnehmen. lch werde nicht allein gehen". 

A.________ fürchtete sich aufgrund dieser Sprachnachricht davor, dass 
D.________ ihr "Dhanglang Chatrel" (Tibetisches de facto Ausweisdo-
kument) den Behörden übergeben könnte und sie in der Folge die 
Schweiz verlassen müsste, was D.________ wusste und auch beabsich-
tigte.

2.2 Ungefähr zwischen April 2022 und Mai 2022, nachdem A.________ 
und D.________ ihre Beziehung beendet hatten, äusserte D.________ 
gegenüber A.________ an der J.________strasse xx in F.________ wil-
lentlich folgende Worte: "lch mache deine eine Körperhälfte kaputt, dann 
liegst du im Bett und kannst die Kinder nicht betreuen, dann nehme ich 
die Kinder zu mir" sowie "lch zerstückle dich mit einem Messer in so klei-
ne Teile, dass man dich nicht mehr als Mensch erkennen kann, ich ma-
che Hackfleisch aus dir".

2.3 Ungefähr im Juli 2022 schickte D.________ mutmasslich von seinem 
damaligen Wohnort an der L.________gasse yy in M.________ aus 
A.________ per WeChat einen Zeitungsartikel, in dem berichtet wird, wie 
ein Mann aus Tibet eine tibetische Frau angezündet und getötet hat. An-
schliessend wies er A.________ darauf hin, dass er das gleiche mit ihr 
machen werde.

2.4 Am 25. September 2022 drohte D.________ A.________ an der 
J.________strasse xx in F.________ willentlich damit, er werde ihr der-
massen Gewalt antun, dass sie für den Rest ihres Lebens bettlägerig sei, 

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er die gemeinsamen Kinder mitnehmen und sie alleine zurückbleiben 
werde.

A.________ fürchtete sich aufgrund dieser Äusserungen sowie der Nach-
richt mit dem Zeitungsartikel sehr, was D.________ wusste und auch be-
absichtigte.

Der dritte Anklagepunkt betraf mehrfache versuchte Nötigungen im Sinne von 
Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB bei folgenden Sachverhalten (Vi-act. 1):

3.1 Am 14. Oktober 2022, um 16.28 Uhr, teilte D.________ mutmasslich 
von seinem damaligen Wohnort an der L.________gasse yy in 
M.________ aus A.________ via WeChat Sprachnachricht folgendes mit: 
"Du hast anscheinend beim Anwalt schlecht über mich geredet, indem du 
angerufen und gesagt hast, dass ich dich umbringen möchte und so. 
Falls es Probleme gibt, werde ich dein "Dhanglang Chatrel" (Tibetisches 
de facto Ausweisdokument) abgeben und das schwöre ich dir." Um 
16.41 Uhr schickte D.________ A.________ zudem ein Bild des Aus-
weisdokuments per WeChat.

3.2 Ebenfalls am 14. Oktober 2022 schickte D.________ A.________ um 
17.36 Uhr eine Sprachnachricht per WeChat mit dem lnhalt: "Wie ich ge-
sagt habe, wenn ich zum Gericht gehen muss, dann werde ich deine Pa-
piere nach Bern, Amt für Migration, Politische Gemeinde und Anwalt an 
allen geben. lch schwöre, dass ich das abgeben werde". 

Gleichentags um 17.42 Uhr schickte D.________ eine weitere Sprach-
nachricht mit folgendem lnhalt: 'Wenn ich zum Gericht gehen muss, dann 
ist es so für dich. lch werde alle deine Dokumente abgeben. Wie die Re-
gierung anschliessend entscheiden wird, wird es dann so sein". 

Um 17.49 Uhr schickte D.________ eine Sprachnachricht mit dem lnhalt: 
"Sagst du, dass ich all deine Papiere der Regierung geben soll? Was ist 
nun; geben oder nicht gehen? lch sag es nochmals, wenn ich zum Ge-
richt..." "Jetzt habe ich für KESB alle Papiere zusammengestellt und Ver-
sand bereit gemacht. lch werde es in 2 - 3 Tagen versenden und schnell 
ein Termin vereinbaren" "Wenn ich vom Gericht ein Aufgebot erhalte, 
dann habe ich es schon gesagt. Sag mir anschliessend nicht" "Du hast 
die Dokumente nicht allein eingereicht, das weiss ich. Du hast deine 
Grossmutter angefragt und deine Grossmutter hat dir dabei geholfen und 
eingereicht. Oder angerufen. Wer immer es eingereicht hat. So ist es 
nun. Am Ende werden alle darunter leiden. Du wirst leiden. lch werde lei-
den. Alle werden leiden. Kind wird leiden".

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Um 17.58 Uhr schickte D.________ weitere Sprachnachrichten mit dem 
lnhalt: "lch habe es schon gesagt. lch schwöre dir und sogar an Dalai 
Lama, dass wenn ich zum Gericht gehen muss, dass ich alle Unterlagen 
einreichen werde. lch habe es schon gesagt" "lch habe es gesagt. lch 
werde dein Gesicht ansehen" "lch werde am Montag anrufen und reden 
und wenn sie noch weiter Briefe schreiben oder weitere Probleme ma-
chen, dann werde ich alle Papiere vorbereiten. Deine Unterlagen sind al-
le vorbereitet für den Versand".

3.3 Am 17. Oktober 2022, um 14.54 Uhr, drohte D.________ A.________ 
via WeChat mit folgender Sprachnachricht erneut, dass er ihre „Papiere“ 
(gemeint Ausweisdokumente) verbreiten werde, falls A.________ ihre 
Anschuldigungen nicht zurücknehme: „Deine Anschuldigung, dass ich 
dich töte, zerschneide und du Angst hast, nicht zurücknimmst, werde ich 
all deine Papiere verbreiten“.

D.________ versuchte durch diese Sprachnachrichten A.________ ge-
gen deren Willen dazu zu bringen, ihre Anschuldigungen gegen ihn bei 
den Strafverfolgungsbehörden zurückzuziehen. A.________ wollte unbe-
dingt verhindern, dass ihre Dokumente, insbesondere ihr Green Book / 
Dhanglang Chatrel / "Tibetischer Pass" durch D.________ an verschie-
dene Behörden in der Schweiz übergeben werden, da sie fürchtete, die 
Schweiz in diesem Fall verlassen zu müssen. D.________ war dies be-
wusst, dennoch handelte er entsprechend. A.________ nahm ihre An-
schuldigungen gegen D.________ jedoch nicht zurück, weshalb es beim 
Versuch blieb.

B. Das kantonale Strafgericht sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 
8. März 2024 der am 14./17. Oktober 2022 begangenen versuchten Nötigung 
schuldig (Dispositivziffer 1) und im Übrigen frei (Dispositivziffer 2). Es bestrafte 
ihn mit einer unter einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschobenen Geldstra-
fe von 90 Tagessätzen zu Fr. 90.00 (Dispositivziffer 3 f.) und sah von einer 
Landesverweisung ab (Dispositivziffer 5). Die Zivilforderungen der Privatkläge-
rin verwies es auf den Zivilweg (Dispositivziffer 6) unter Auflage der Kosten 
bzw. Rückzahlungsvorbehalt für die Entschädigung der amtlichen Verteidi-
gungen von 20 % zu Lasten des Beschuldigten (Dispositivziffer 7 f.).

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C. Mit rechtzeitig angemeldeter (KG-act. 2) und erklärter Berufung bean-
tragt die Privatklägerin dem Kantonsgericht, Dispositivziffer 1 und 2 des ange-
fochtenen Urteils aufzuheben und den Beschuldigten im Sinne der Anklage 
schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Im Weiteren sei der Be-
schuldigte zu verpflichten, ihr Schadenersatz von mindestens Fr. 225.60 und 
eine Genugtuung von Fr. 12‘000.00 und ihre Kosten für das Berufungsverfah-
ren zu bezahlen, sofern diese nicht definitiv auf die Staatskasse genommen 
würden (KG-act. 3). Der Beschuldigte erhob Anschlussberufung mit den An-
trägen auf eine angemessene Herabsetzung der Strafe und der Kostenauflage 
sowie der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklä-
gerin unter entsprechenden Korrekturen der Rückzahlungsvorbehalte (KG-act. 
6). Im Weiteren stellen die Parteien Beweisanträge, die verfahrensleitend aus-
ser der Aktennahme von KESB-Unterlagen einstweilen abgewiesen wurden 
(KG-act. 10) und auf die soweit erforderlich in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen wird. Nachträglich beantragte die Privatklägerin ihre persön-
liche Befragung (KG-act. 24). Der Privatklägerin wurde nach entsprechendem 
Gesuch (KG-act. 4) die unentgeltliche Rechtspflege gewährt (KG-act. 10).

D. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Teilnahme an der Berufungs-
verhandlung. Die Parteien hielten nach der Befragung des Beschuldigten an 
ihren Anträgen in der Sache und die Privatklägerin auch an ihren Beweisan-
trägen fest. Der Beschuldigte reichte Unterlagen zur Tagessatzbemessung ein 
und hält seine anderen Beweisanträge nicht mehr aufrecht;-

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und in Erwägung:

1. Das Berufungsverfahren stellt keine Wiederholung des erstinstanzlichen 
Verfahrens dar und das Berufungsgericht ist auch keine zweite Erstinstanz; 
vielmehr knüpft es an das erstinstanzliche Verfahren an und baut darauf auf 
(BGer 6B_224/2023 vom 26. Oktober 2023 E. 4.2.2 m.H.; BGer 7B_15/2021 
vom 19. September 2023 E. 4.2.2 m.H.). Das Rechtsmittelverfahren beruht 
entsprechend auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen 
Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO; BGer 
7B_15/2021 vom 19. September 2023 E. 4.2.2). Die Rechtsmittelbegründung 
hat daher auch regelmässig den Anfechtungsgrund anzugeben, d.h. die 
tatsächlichen und/oder rechtlichen Gründe, die einen anderen Entscheid na-
helegen. Es ist auf den angefochtenen Entscheid einzugehen und – sofern der 
Mangel nicht geradezu offensichtlich ist – aufzuzeigen, inwiefern sich ein An-
fechtungsgrund verwirklicht hat (BGer 7B_257/2022 vom 4. Dezember 2023 
E. 2.2.2 m.H.). Die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 lit. a-c StPO sind eben-
so in der mündlichen Berufungsbegründung zu erfüllen (Bähler, BSK, 3. A. 
2023, Art. 385 StPO N 4; STK 2023 56 vom 13. August 2024 E. 2 m.H.). 
Schliesslich kann das Berufungsgericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die 
tatsächliche und rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die 
Begründung der Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet 
(BGer 7B_257/2022 vom 4. Dezember 2023 E. 4.2.2 m.H. u.a. auf BGE 141 
IV 244 E. 1.2.3; STK 2023 21 und 22 vom 12. März 2024 E. 2).

a) Innert der Frist zur Berufungserklärung beantragte die Privatklägerin die 
vollständige und korrekte Übersetzung der Audioaufzeichnung der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung vom 8. März 2024, die Einvernahme ihrer Vertrau-

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ensperson I.________ als Zeugin und die Aktennahme von KESB-Unterlagen. 
Die Unterlagen wurden zu den Akten genommen. 

aa) Die als Zeugin angebotene langjährige Vertrauensperson der Privatklä-
gerin kann nur vom Hörensagen dessen, was ihr die Privatklägerin anvertrau-
te, berichten. Deshalb sind von deren Befragung, wie schon verfahrensleitend 
festgehalten wurde (KG-act. 10), keine neuen sachdienlichen Erkenntnisse zu 
erwarten. Auch an der Berufungsverhandlung wird nicht dargelegt, was die 
Zeugin zur Sachverhaltsklärung beitragen können soll, namentlich etwa hin-
sichtlich der Unterscheidung zwischen Duldung und Erzwingung des umstrit-
tenen Geschlechtsverkehrs (dazu noch unten E. 2.b in fine). 

bb) Die Privatklägerin und ihre Rechtsvertreterin hörten die ihnen von der 
Vorinstanz zur Verfügung gestellte Audio-Aufnahme der Hauptverhandlung 
vom 8. März 2024 ab. Nachdem verfahrensleitend der Beweisantrag auf deren 
vollständige und korrekte Übersetzung mit der Begründung abgewiesen wur-
de, dass nicht aufgezeigt werde, welche wichtigen Aussagen der Privatkläge-
rin vom Dolmetscher nicht korrekt und/oder nicht vollständig übersetzt worden 
sein sollen (KG-act. 10), listet die Rechtsvertreterin anlässlich der Berufungs-
verhandlung Stellen des Protokolls auf, die laut Privatklägerin weder richtig 
noch vollständig übersetzt worden sein sollen (kursiv in BVP KG-act. 27/2). 
Indes ist das Schriftprotokoll massgebender Beweis für die Aussagen der Pri-
vatklägerin anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung. Es muss sinn-
gemässe, aber keine wörtlichen Transkriptionen der Aufzeichnung enthalten 
(Näpflin, BSK, 3. A. 2023, Art. 78a StPO N 7). Die Audio-Aufnahme ist nur ein 
technisches Hilfsmittel (Art. 78a StPO) und ersetzt die schriftliche Protokolli-
erung nicht (Brühschweiler/Nadig/Schneebeli, SK StPO, 3. A. 2020, Art. 76 
StPO N 8). Soweit die Privatklägerin Übersetzungsmängel geltend macht, 

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liess sie diese nicht durch ein Protokollberichtigungsverfahren bei der Vor-
instanz beheben (Art. 79 StPO). Das ausserhalb der Möglichkeiten von Art. 79 
StPO nicht abänderbare (Näpflin, a.a.O., Art. 79 StPO N 1) Protokoll der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung erscheint daher nicht als im Sinne von 
Art. 389 Abs. 2 lit. c StPO unzuverlässig. Es ist daher im Berufungsverfahren 
nicht durch eine erneute Übersetzung der Audioaufnahme zu kontrollieren. 
Dies umso weniger, als die Übersetzungsfehler monierende Privatklägerin in 
anderen Zusammenhängen ihre sprachlichen Schwierigkeiten einräumt (vgl. 
dazu unten lit. b). Ihre Übersetzungen können daher nicht ohne Weiteres An-
lass zur Kontrolle des erstinstanzlichen Dolmetschers geben, geschweige 
denn Massstab für eine richtige Übersetzung sein. Die kritisierten Übersetzun-
gen bestimmter Aussagen erscheinen zudem weder offensichtlich mangelhaft 
noch unvollständig zu sein und betreffen insbesondere keine wichtigen Sach-
verhaltselemente. Darauf ist soweit erforderlich in der Sache zurückzukom-
men. Aus diesen Gründen kann von einer erneuten Übersetzung der erstin-
stanzlichen Aussagen der Privatklägerin abgesehen werden. Die in der Unter-
suchung zweimal und ein weiteres Mal erstinstanzlich einvernommene Privat-
klägerin braucht im Berufungsverfahren sodann nicht nochmals befragt zu 
werden, zumal ihre Aussagen zufolge möglicher Vorbereitung aufgrund der 
Akten und insbesondere des vorinstanzlichen Protokolls kaum mehr beweis-
geeignet wären. Überdies wird die Berufungsinstanz wie nachfolgend darge-
legt nicht von der erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung abweichen und 
es ist inhaltlich ohnehin keine erneute Beweisabnahme erforderlich (vgl. BGer 
6B_472/2021 vom 27. April 2023 E. 2.3 m.H. u.a. auf BGE 140 IV 196 E. 
4.4.2). Abgesehen davon wäre ein Eindruck ihrer Körpersprache wenig ver-
lässlich (Ludewig/Tavor/Baumer, AJP 2011 S. 1418 ff. Ziff. 3.2). 

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b) Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigungen 
stösst sich die Privatklägerin an den vorinstanzlichen Erwägungen, sie könnte 
aus Wut über die neue Partnerschaft des Beschuldigten Gründe dafür gehabt 
haben, ihn schlecht zu machen, was wiederum erklären könnte, dass die 
Strafanzeige erst ein Jahr später erfolgt sei, sowie daran, dass ihre Aussagen 
relativ oberflächlich seien. Die Berufungsführerin will Letzteres zum einen auf 
ihre sprachlichen Schwierigkeiten und zum anderen auf ihre sehr klare, sach-
liche, direkte und fast schon minimalistische Ausdrucksweise zurückgeführt 
haben. Im Übrigen habe sie einige Details respektive Nebensächlichkeiten 
dargelegt und füge sich das von ihr geschilderte Vor- und Nachgeschehen 
nahtlos in das Kerngeschehen ein. Dagegen seien die Aussagen des Be-
schuldigten nicht nur oberflächlich und eher pauschal, sondern teilweise auch 
widersprüchlich. Daher sei ihren Aussagen den Vorzug zu geben und habe 
sich der Beschuldigte mehrfacher Vergewaltigung strafbar gemacht. Dagegen 
schätzte das Strafgericht die Glaubwürdigkeit der Beteiligten ausdrücklich als 
neutral ein (angef. Urteil S. 11 E. I/2.f). Bei der Beurteilung der im Vordergrund 
stehenden Glaubhaftigkeit der Angaben der Beteiligten stellte es Widersprüch-
lichkeiten und deliktsuntypische Aspekte in den Aussagen der Privatklägerin 
fest (dazu unten E. 2.c), was es in dubio pro reo schliessen liess, der Ankla-
gesachverhalt sei nicht zweifelsfrei erstellt bzw. die grundsätzlich nachvoll-
ziehbare Darstellung des Beschuldigten, es sei zu keinen sexuellen Kontakten 
mit der Privatklägerin mehr gekommen, sei nicht zu widerlegen (insbesondere 
angef. Urteil S. 12 ff. E. I/2.g). Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beru-
fungsführerin im Einzelnen argumentativ ungenügend auseinander, so dass 
auf ihre Berufung mangels hinreichender Darlegung von Anfechtungsgründen 
nicht einzutreten wäre. Zum Vorwurf der mehrfachen Drohungen hielt die Pri-
vatklägerin fest, sie habe insbesondere an der vorinstanzlichen Einvernahme 
mehrmals ihre grosse Angst vor dem Beschuldigten glaubhaft mitgeteilt. Sie 

Kantonsgericht Schwyz 11

ersucht die Berufungsinstanz, ohne weiter auf die Erwägungen des angefoch-
tenen Urteils einzugehen, um die Verurteilung des Beschuldigten wegen 
mehrfachen Drohungen. Damit legt sie ebenfalls keine hinreichenden Anfech-
tungsgründe dar. Abgesehen davon vermögen die Berufungseinwände in der 
Sache bezüglich der mehrfachen Vergewaltigungen (dazu unten E. 2) und 
mehrfachen Drohungen (E. 3) nicht durchzudringen.

2. Nach vorliegend noch anwendbarem Art. 190 Abs. 1 aStGB wird be-
straft, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs 
nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychi-
schen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Die Privatklägerin 
beanstandet nicht, dass die Vorinstanz in rechtlicher Hinsicht davon ausge-
gangen ist, dass ein Opfer sich zwar nicht bis zur Erschöpfung zu wehren 
braucht, doch sich soweit möglich und zumutbar zur Wehr setzen muss (vgl. 
angef. Urteil E. I.2 einleitend in fine m.H.). Ergänzend kann hinzugefügt wer-
den: Das Opfer, das in eine ausweglose Situation gerät, in der es ihm nicht 
zuzumuten ist, sich dem Vorhaben des Täters zu widersetzen, auch wenn 
dieser keine Gewalt anwendet, soll ebenfalls geschützt werden, insbesondere 
wenn es unter dem Druck des ausgeübten Zwangs zum Voraus auf Wider-
stand verzichtet oder ihn nach anfänglicher Abwehr aufgibt. Die Tatbestands-
variante des Unter-Druck-Setzens stellt klar, dass sich die Ausweglosigkeit der 
Situation auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwen-
det. Es kann vielmehr genügen, dass dem Opfer eine Widersetzung unter den 
gegebenen Umständen aus anderen Gründen nicht zuzumuten ist, etwa wenn 
das Opfer wegen einer ausweglosen Lage keinen Widerstand leistet. Der psy-
chische Druck, welchen der Täter durch die Schaffung einer Zwangslage er-
zeugen muss, hat indes von besonderer Intensität zu sein. Zwar wird nicht 
verlangt, dass er zur Widerstandsunfähigkeit des Opfers führt. Die Einwirkung 

Kantonsgericht Schwyz 12

auf dasselbe muss aber immerhin erheblich sein und eine der Gewaltanwen-
dung oder Bedrohung vergleichbare Intensität erreichen. Die Auslegung hat 
sich an der Frage der zumutbaren Selbstschutzmöglichkeiten des Opfers zu 
orientieren (vgl. STK 2024 17 und 18 vom 29. Oktober 2024 E. 2 m.H.).

a) Es kann angesichts der ungenügenden Berufungsgründe (oben E. 1.b) 
vorab beipflichtend auf die Begründung des Freispruchs im angefochtenen 
Urteil verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO und angef. Urteil E. I/2). 

b) Soweit die Privatklägerin behauptet, keine Rachegefühle gehabt zu ha-
ben, und den Vorwurf zurückweist, sie hätte aus Wut den Beschuldigten 
schlechtgemacht, stand diese Möglichkeit für das Strafgericht nicht im Vorder-
grund, auch wenn es solche Motive nicht ausschloss (oben E. 1.b). Zwar darf 
als gerichtsnotorisch gelten, dass Opfer von Sexualdelikten namentlich aus 
Angst und Scham oftmals Strafanzeigen scheuen und sich zur Verdrängung 
des Geschehenen auch niemandem anvertrauen oder dies erst nach Monaten 
oder Jahre tun (vgl. BGE 147 IV 409 E. 5.4.1 m.H.). Indes schliessen diese 
allgemeinen viktimologischen Erkenntnisse andere Motive für eine späte 
Strafanzeige nicht aus. Daher konnte das Strafgericht den späten Zeitpunkt 
der Strafanzeige angesichts des Umstandes als „seltsam“ anmutend würdi-
gen, dass die angeblichen Übergriffe nach der Erklärung der einiges älteren 
Privatklägerin, die bislang gewaltlose Beziehung beenden zu wollen, sofort 
nicht mehr stattfanden (angef. Urteil E. I/2.g S. 12 f.). Die Behauptung, nicht 
die Vermählung, sondern die Druckversuche des Beschuldigten hätten der 
Privatklägerin Scham und Angst vor einer Strafanzeige genommen, beweist 
abgesehen davon keine Vergewaltigungen, zumal die Privatklägerin einräum-
te, ihrerseits den Beschuldigten mit der Ankündigung unter Druck gesetzt zu 
haben, zur Polizei zu gehen, wenn er weiterhin drohe bzw. „solche Sachen“ 

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sage, dass er mit den Kindern resp. dem Sohn ins Ausland gehen wolle (U-
act. 10.1.001 Nr. 7 ff.). Strafbare Drohungen seitens des Beschuldigten sind 
hier jedoch nicht nachzuweisen (dazu vgl. noch unten E. 3). Daher ist auch 
aufgrund der konkreten Umstände nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz 
die Möglichkeit in Erwägung zog, dass die Privatklägerin aus Wut über die 
Vermählung des Beschuldigten sowie über die sich aufgrund von Meinungs-
verschiedenheiten verzögernden Unterhalts- und Besuchsrechtsregelungen 
bei der KESB Vergewaltigungsvorwürfe erhoben haben könnte. Es ist zumin-
dest nicht auszuschliessen, dass sie in dieser Situation im Nachhinein geneigt 
gewesen sein könnte, ihr zugegebenes willentliches Erdulden von Ge-
schlechtsverkehr (dazu unten lit. c) mit der Zeit für sich selbst respektive durch 
ihre als Zeugin angerufene langjährige Vertrauensperson als Vergewaltigung 
(über)interpretieren zu lassen, so dass sie sich dazu bewogen sah, Strafan-
zeige erstatten zu müssen (vgl. U-act. 10.1.001 Nr. 11 „Ich muss. Ich habe 
das alles Frau I.________ erzählt. Und sie hat gesagt, in der Schweiz ist 
Recht das Recht.“).

c) Die Berufungsführerin wirft dem Strafgericht ferner vor, in der Würdigung 
ihrer Aussagen den wichtigen Umstand zu verkennen, dass die polizeiliche 
Einvernahme vom 25. September 2022 (U-act. 10.1.001) ohne Dolmetscher 
stattfand. Indes nahm der Detailreichtum ihrer spontanen Aussagen im Zu-
sammenhang mit den Vergewaltigungsvorwürfen in den weiteren Einvernah-
men mit Übersetzung bei der Staatsanwaltschaft vom 4. November 2022 (U-
act. 10.2.002) und vor dem Strafgericht (Vi-act. 23 HVP) nicht markant zu. 
Vielmehr fällt auf, dass sie zu schildern aufgefordert, wie es zur Strafanzeige 
kam und was alles vorgefallen sei, spontan zunächst auf die angeblichen Dro-
hungen zu sprechen kam (U-act. 10.2.002 Rz 82 ff.), um dann nicht erheblich 
mehr detailliertere Angaben zu den angezeigten Vergewaltigungen zu machen 

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(ebd. Rz 128 ff.). Insbesondere soll sie, wie sie selber einräumte (ebd. Rz 155 
f.), dies schon ohne Dolmetscher der Polizei zu Protokoll gegeben haben. Im 
Kerngeschehen gehen die Aussagen bei der Staatsanwaltschaft zwar über die 
vom Strafgericht mit guten Gründen als bei der Polizei zu wenig deutlich er-
scheinenden Schilderungen über vaginalem Sex (dazu inkl. Zitate angef. Urteil 
S. 10 f. lit. e) hinaus. Dass die auf dem Rücken liegende Privatklägerin in ih-
ren körperlichen Abwehrmöglichkeiten gegen den auf ihr liegenden Beschul-
digten aufgrund ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft eingeschränkt gewe-
sen wäre, erscheint plausibel. Allerdings konnte der Beschuldigte sie dabei 
nicht gleichzeitig fixieren und ihr die Hose und Unterhose ausgezogen haben. 
Deshalb bleibt unabhängig von der Anzahl von Details in Bezug auf die 
schlichte, aber massgebliche Frage des Einvernehmens unklar, ob er sie wirk-
lich festgehalten zum vaginalen Verkehr zwang. Vielmehr scheint seine, von 
der Berufungsführerin erwähnte Beschwichtigung, sie müsse keine Angst ha-
ben (vgl. ebd. Rz 151 sowie unten lit. cc), der tatbestandsmässig erforderli-
chen Intensität einer psychischen Druckausübung entgegen zu stehen. Die 
Aussagen der Privatklägerin beinhalten, wie das Strafgericht zutreffend fest-
stellte, weitere Widersprüche und Deliktsuntypisches (angef. Urteil S. 12 ff. 
E. I/2.g): 

aa) Widersprüchlich sind die Angaben der Privatklägerin hinsichtlich des 
Beginns der Vergewaltigungen. Bei der Polizei sagte sie, das müsse erstmals 
im September 2021 gewesen sein, wobei sie erklärte, dass es im 7. Schwan-
gerschaftsmonat noch ging, sie im 8. Monat aber körperlich nicht mehr so ge-
sund gewesen sei und der Beschuldigte trotz ihres mit Krankheit erklärten 
Unwillens einfach gekommen sei (U-act. 10.1.001 Nr. 15 f.). Dagegen war bei 
der Staatsanwaltschaft ihre Beziehung im September noch „sehr normal“ und 
sie hatten einvernehmlichen Geschlechtsverkehr bis im Oktober, als sie im 

Kantonsgericht Schwyz 15

8. Monat schwanger war (U-act. 10.2.002 Rz 182 ff.). Vorinstanzlich wollte sie 
wieder schon im September keinen Geschlechtsverkehr mehr (HVP Nr. 66).

bb) Die Berufungsführerin erklärt den von der Vorinstanz als deliktsunty-
pisch befundenen Umstand, dass sie aus Rücksicht auf den bei ihr schlafen-
den Sohn die Zimmertüre nicht abschloss, um den Eintritt des Beschuldigten 
zu verhindern, mit ihrer Überforderung bzw. Schockstarre. Am Sachverhalt 
lässt sich jedoch weder diese Erklärung noch ein Verzicht auf Widerstand we-
gen einer ausweglosen Situation festmachen: Die normale Beziehung zwi-
schen den Beteiligten mit einvernehmlichem regelmässigem Geschlechtsver-
kehr verwandelte sich nach den Angaben der Berufungsführerin nach einer 
Übergangsphase, in welcher sie den Beischlaf willentlich erduldete, im Sep-
tember (vgl. dazu oben lit. aa) aufgrund ihres Schmerzempfindens in einen 
Zustand, in welchem sie keinen Geschlechtsverkehr mehr wollte (HVP Nr. 66 
f.). Zu dieser allmählichen Veränderung ihrer Einstellungen zum Geschlechts-
verkehr passt die Erklärung der Privatklägerin nicht, dass sie wegen plötzli-
cher Überforderung und Schockstarre nicht in der Lage gewesen wäre, einfa-
che Schutzmassnahmen wie das Abschliessen ihrer Schlafzimmertür zu er-
greifen, nachdem der Beschuldigte sich ein erstes Mal trotz mitgeteilten Wi-
derwillens, fehlender Bedürfnisse und mangelnder Lust (U-act. 10.2.002 Rz 
230) an ihr vergangen haben soll. Von sich aus spricht sie denn auch mehr-
fach nur ihre Enttäuschung bzw. Traurigkeit über den mangelnden Respekt 
und die fehlende Rücksichtnahme des Beschuldigten an gegenüber ihren 
(nachvollziehbaren) Ängsten und Gefühlen infolge ihrer fortgeschrittenen 
Schwangerschaft (ebd. Rz 233, 246 und 250; U-act. 10.1.001 Nr. 29; HVP Nr. 
17, 20; BVP Beilage 2 Rz 5 ff.; quasi eine „kulturelle Überforderung“ [HVP Nr. 
27]). Von einer Schocksituation wegen eines überraschenden sexuellen Über-
griffs oder einer ausweglosen Situation, in welcher Widerstand zwecklos ge-

Kantonsgericht Schwyz 16

wesen wäre, ist dagegen wenig auszumachen. Vielmehr sollen die Privatklä-
gerin ihren Aussagen zufolge und der Beschuldigte wegen des sexuellen Ver-
kehrs, den sie in ihrer späten Schwangerschaft nicht mehr mochte und wollte, 
diskutiert und sich gestritten haben (U-act. 10.1.001 Nr. 32; BVP Beilage 2 
Beweisanträge Rz 6). 

cc) Zu diesen Auseinandersetzungen passt die Aussage der Privatklägerin, 
dass der Beschuldigte ihr beim inkriminierten Geschlechtsverkehr gesagt ha-
ben soll, dass er aufpasse und sie keine Angst haben müsse (U-act. 10.2.002 
Rz 151 f.). Dies legt nahe, dass sie sich über ihre zu diesem Zeitpunkt unter-
schiedlichen Einstellungen zum Geschlechtsverkehr im Klaren waren und 
darüber miteinander sprachen, was bei Nötigungen bzw. Vergewaltigungen 
untypisch wäre. Die Privatklägerin wich denn auch der vorinstanzlich direkten 
Nachfrage, ob sie dem Beschuldigten ihr fehlendes Einverständnis jeweils 
mitteilte, aus und gab an, dass er um das ihr fehlende Bedürfnis sowie um ihre 
Sorgen, Schmerzen und Überforderungen gewusst haben musste (HVP Nr. 
23). Es ist daher unklar, ob sie ihm jeweils bei konkreten Vorfällen ihr Einver-
ständnis verweigerte oder seinem Drängen trotz ihrer allgemeinen Diskussio-
nen darüber, dass sie in Ruhe gelassen werden (ebd. Nr. 25) und keinen Sex 
wolle, letztlich ohne eine mit Nötigungshandlungen zu überwindenden Abwehr 
nachgab, obwohl sie den Geschlechtsverkehr subjektiv als Gewalt empfand 
(HVP Nr. 72). Denn objektiv verneinte sie jede Gewaltanwendung durch den 
Beschuldigten zur Durchsetzung des Geschlechtsverkehrs, sondern behaup-
tet nur ein gewaltsames Ziehen aus dem Zimmer (HVP Nr. 24). Diese Angabe 
wiederum widerspricht jedoch ihrer Aussage bei der Staatsanwaltschaft, ihm 
im Dunkeln selbständig von ihrem in sein Zimmer gefolgt zu sein, damit sie 
nicht „stürchle“ oder anstosse (U-act. 10.2.002 Rz 142 ff.).

Kantonsgericht Schwyz 17

d) Aufgrund dieser nicht widerspruchsfreien Aussagen und Erklärungen der 
Privatklägerin ist nicht zu beanstanden, dass das Strafgericht praktische Zwei-
fel an den behaupteten Vergewaltigungen nicht auszuräumen vermochte, zu-
mal es die Bestreitungen des Beschuldigten trotz ihrer Oberflächlichkeit zutref-
fend grundsätzlich ebenfalls als nachvollziehbar und plausibel erachtete. Ins-
besondere setzt sich die Berufungsführerin mit der Erwägung im angefochte-
nen Urteil nicht auseinander, dass die Oberflächlichkeit und beschränkte De-
tailliertheit der Aussagen des Beschuldigten weniger erstaunen, da sich 
gemäss seinen Angaben gar nichts ereignet habe, das detailliert beschrieben 
werden könnte (angef. Urteil E. I/2 lit. f). Es ist daher nicht zu beanstanden, 
dass die Vorinstanz in der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten 
und der Privatklägerin keine erheblichen Differenzen auszumachen vermag. 
Sagte die Privatklägerin in der zeitlichen Einordnung ihrer Vergewaltigungs-
vorwürfe widersprüchlich aus (s. oben lit. c/aa), kann die zeitliche Einordnung 
des Beschuldigten hinsichtlich des letzten einvernehmlichen Geschlechtsver-
kehrs im Juli 2021 (HVP Nr. 151) als Schutzbehauptung ebenfalls nicht ohne 
Weiteres verworfen werden. Abschliessend ist deswegen nicht hinreichend 
sicher auszuschliessen, dass der Beschuldigte sich mit seinen Angaben auf 
seines Erachtens einvernehmliche sexuelle Kontakte bezog, welche die Pri-
vatklägerin später als ausbeutend bzw. vergewaltigend schilderte. Der vorin-
stanzliche Freispruch ist somit unter nochmaligem Hinweis auf die zutreffen-
den Erwägungen der Vorinstanz zu bestätigen.

3. Bestraft wird, wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder 
Angst versetzt (Art. 180 StGB). Die Berufungsführerin behauptet im Zusam-
menhang mit dem Vorwurf der Drohungen einzig, dass genau die Aussagen 
vom Dolmetscher mangelhaft übersetzt worden seien, in denen sie an der 
vorinstanzlichen Einvernahme ihre grosse Angst vor dem Beschuldigten mit-

Kantonsgericht Schwyz 18

geteilt habe (vgl. BVP Beilage 2 Rz 8 f.). Dass die im Anklagesachverhalt Zif-
fer 2.1 angeklagten Sprachnachrichten des Beschuldigten im Kontext des 
Chatverlaufs keine schweren tatbestandsmässigen Nachteile androhen, legte 
die Vorinstanz dar, worauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO, an-
gef. Urteil E. I/3 lit. a), zumal die Berufungsführerin auf diese Erwägungen in 
der Berufung nicht eingeht (vgl. oben E. 1). Die eben erwähnten, in der Be-
gründung der Beweisanträge kritisierten mangelhaften Übersetzungen betref-
fen auch nicht die Antworten auf Fragen zu diesem Anklagesachverhalt, son-
dern spätere Vorfälle (Anklageziffern 2.2-2.4). Diese weiteren Sachverhalte 
hielt das Strafgericht indes in tatsächlicher Hinsicht mangels objektiven Be-
weisen und der Zugabe der Privatklägerin, entsprechende Äusserungen des 
Beschuldigten anfänglich bis zum Erhalt der Nachricht mit dem Zeitungsfoto 
im Juli 2022 bzw. -artikel nicht ernstgenommen zu haben (U-act. 10.1.001 Nr. 
40 f.) resp. ihrer Aussage, dass ihr seit April/Mai 2022 nicht mehr gedroht 
worden sei (ebd. Nr. 47), als nicht erstellt (angef. Urteil E. I/3 lit. b-d). Inwiefern 
an dieser kurz zusammengefassten nachvollziehbaren Begründung die an-
geblichen Übersetzungsmängel etwas ändern könnten, legt die Berufungsfüh-
rerin nicht dar und ist im Übrigen nicht ersichtlich. Auch diesbezüglich ist da-
her der vorinstanzliche Freispruch folglich zu bestätigen.

4. Im Schuldpunkt der versuchten Nötigung bleibt nur umstritten, ob der 
Beschuldigte der einfachen oder mehrfachen Tatbegehung schuldig zu spre-
chen ist. Entgegen der Anklage ging die Vorinstanz von einer natürlichen 
Handlungseinheit und mithin von einem einfachen Nötigungsversuch aus, weil 
es dem Beschuldigten bei den in einem Zeitraum von wenigen Tagen liegen-
den Sprachnachrichten darum ging, die Privatklägerin vom Rückzug ihrer An-
schuldigungen zu bewegen und sich ein einheitlicher Willensakt nicht aussch-
liessen lasse (angef. Urteil E. I/4.c). Die Berufungsführerin bestreitet, dass die 

Kantonsgericht Schwyz 19

Nötigungshandlungen in einem derart engen zeitlichen Zusammenhang stün-
den, der sie als einheitliches Geschehen im Sinne der Rechtsprechung be-
trachten liesse (vgl. dazu etwa BGer 6B_1182/2023 vom 22. April 2024 
E. 2.2.3 m.H.). Indes setzt sie sich nicht mit der Erwägung der Vorinstanz 
auseinander, wonach aufgrund des identischen Nötigungsinhalts sachlich 
nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Handlungen auf einem einheit-
lichen Willensakt beruhten. Der Standpunkt der Vorinstanz ist somit ungenü-
gend begründet angefochten und davon abgesehen nicht zu beanstanden, 
weil der Beschuldigte sinngemäss aussagte, dass es nur um ein und dasselbe 
Thema ging (HVP Nr. 180 ff.). Schliesslich ist der Tatsache, dass dieses The-
ma Inhalt mehrerer Sprachnachrichten war, durch die von der Vorinstanz im 
Strafmass mit der, angesichts der strafmindernd berücksichtigten Aspekten 
(blosser Versuch, nicht sonderlich schweres Zwangsmittel, im Trennungsstreit 
mit gegenseitigen Vorwürfen und Eingeständnis des Beschuldigten, angef. 
Urteil E. II/2) hohen Anzahl von 90 Tagessätzen hinreichend Rechnung getra-
gen. Den im Berufungsverfahren dargestellten Einkommensverhältnissen 
(BVP S. 3 ff. und KG-act. 27/4 S. 17 f.) ist eine Tagessatzhöhe von Fr. 50.00 
angemessen. Der bedingte Strafaufschub der Geldstrafe bei einer Probezeit 
von zwei Jahren sowie der Verzicht auf eine Verbindungsbusse und eine Lan-
desverweisung sind nicht angefochten. Darauf ist daher ebenso wenig wie auf 
den Zivilpunkt einzugehen, weil die Berufungsführerin ihren entsprechenden 
Antrag auf Schadenersatz und Genugtuung für den Fall der vorliegenden 
Bestätigung der erstinstanzlichen Freisprüche nicht begründete.

5. Zusammengefasst ist die Berufung der Privatklägerin abzuweisen und 
die Anschlussberufung des Beschuldigten im Strafpunkt in Bezug auf die Ta-
gessatzhöhe sowie auch insoweit teilweise gutzuheissen, als die vorinstanzli-
che Kostentragungsbelastung mit 20 % zu hoch angesetzt erscheint. Denn im 

Kantonsgericht Schwyz 20

Vergleich der Freisprüche von acht Vergewaltigungen und mehrfachen Dro-
hungen wiegt der Schuldspruch wegen einfachen Nötigungsversuchs weniger 
als ein Fünftel. Zu dessen Untersuchung und Anklage fiel denn auch kein er-
heblicher separater Aufwand an. Daher ist der Kostenanteil des Beschuldigten 
auf einen Zehntel festzusetzen. Dagegen ist der Beschuldigte nicht legitimiert, 
die Höhe der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privat-
klägerin anzufechten, soweit ihm diese nicht als Bestandteil der Verfahrens-
kosten (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO) auferlegt werden. Davon ist hier jedoch 
abzusehen, wäre doch die Vertretung der Privatklägerin im verbliebenen 
Schuldpunkt nicht notwendig gewesen. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens sind zu neun Zehntel der mit ihrer Beru-
fung vollständig unterliegenden Privatklägerin aufzuerlegen, wobei das Opfer 
nicht zur Rückerstattung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege zu 
verpflichten ist (Art. 138 Abs. 1bis StPO). Dem Beschuldigten ist ein Zehntel 
der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen (ohne Übersetzungskos-
ten, Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO). Auf die eingereichten Kostennoten der Partei-
vertreter kann nicht abgestellt werden. Der verrechnete Zeitaufwand für die 
Vorbereitungen der Berufungsverhandlung erscheint insbesondere bei der 
Verteidigung ab 24. März 2025 unangemessen hoch. Zudem ist darauf hinzu-
weisen, dass der Zeitaufwand von Praktikanten nicht mit einem Stundenan-
satz von Fr. 220.00 verrechnet werden kann. Die Kostennote der Rechtsbei-
ständin der Privatklägerin enthält ebenfalls zu hohen Vorbereitungsaufwand 
sowie im Zusammenhang mit der Stellung des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege übersetzte und wie schon vorinstanzlich nicht zum Strafverfah-
ren gehörende Positionen. Auch wurde zudem die unentgeltliche Rechtspflege 
bereits vorinstanzlich beantragt und es ist nicht dargetan, inwiefern veränderte 

Kantonsgericht Schwyz 21

finanzielle Verhältnisse der Privatklägerin erheblichen zusätzlichen Aufwand 
verursacht hätte;-

erkannt:

In Abweisung der Berufung und teilweiser Gutheissung der Anschlussberu-
fung wird das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und wie folgt neu ausgefällt:

1. Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen der versuchten Nötigung im 
Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, begangen am 14./17. Ok-
tober 2022. lm Übrigen wird der Beschuldigte freigesprochen.

2. Der Beschuldigte wird mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 
Fr. 50.00 bestraft. Der Vollzug der Strafe wird mit einer Probezeit von 
2 Jahren aufgeschoben.

3. Von einer Landesverweisung wird abgesehen.

4. Die Zivilforderungen der Privatklägerin werden auf den Zivilweg verwie-
sen.

5. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 12‘342.50 (ohne Kosten 
der amtlichen Verteidigung von Fr. 13‘500.00 und der unentgeltlichen 
Verbeiständung von Fr. 13‘000.00) werden dem Beschuldigten zu 10 % 
auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen.

Kantonsgericht Schwyz 22

6. a) Es wird Vormerk genommen, dass der amtliche Verteidiger RA 
K.________ für seine Aufwendungen bis zum 18. Januar 2024 mit 
Fr. 6‘000.00 aus der Strafgerichtskasse entschädigt wurde. Der 
amtliche Verteidiger RA E.________ wird erstinstanzlich pauschal 
mit Fr. 7‘500.00 aus der Strafgerichtskasse entschädigt (je inkl. 
Auslagen und MWST). Vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht 
des Beschuldigten von 10 % der Vergütungen (Fr. 1‘350.00).

b) Die unentgeltliche Rechtsbeiständin RA B.________ wird erstin-
stanzlich aus der Strafgerichtskasse pauschal mit Fr. 13‘000.00 
entschädigt (inkl. Auslagen und MWST). 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4‘761.00 (inkl. Kosten der 
Übersetzung von Fr. 761.00; ohne Kosten der amtlichen Verteidigung 
von Fr. 6‘000.00, der unentgeltlichen Verbeiständung von Fr. 6‘000.00) 
werden zu 90% (Fr. 4‘284.90) der Privatklägerin und zu 10 % 
(Fr. 400.00 ohne Kostenanteil der Übersetzung) dem Beschuldigten auf-
erlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege für das Be-
rufungsverfahren ist die Privatklägerin von der Rückerstattung der Kos-
ten des Berufungsverfahrens befreit. 

a) Der amtliche Verteidiger wird für das Berufungsverfahren aus der 
Kantonsgerichtskasse pauschal mit Fr. 6‘000.00 entschädigt (inkl. 
Auslagen und MWST). Vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht 
des Beschuldigten von 10 % (Fr. 600.00).

b) Die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin wird für das 
Berufungsverfahren aus der Kantonsgerichtskasse mit 

Kantonsgericht Schwyz 23

Fr. 6‘000.00 entschädigt (inkl. Auslagen und MWST). Von der 
Rückerstattung der Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung ist 
die Privatklägerin befreit.

8. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

9. Zufertigung an die Vertreterin der Privatklägerin (2/R), den Verteidiger 
(2/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 1. Abteilung und 1/R an die 
Amtsleitung/zentraler Dienst), die Vorinstanz (1/ü) und nach definitiver 
Erledigung an die Vorinstanz (1/ES mit den Akten), das Amt für Justiz-
vollzug (1/R zum Inkasso), das Amt für Migration (1/R), die KOST (elek-
tronische Meldung) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv).

Namens der Strafkammer
Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Der Gerichtsschreiber

Versand 9. Mai 2025  amu