# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec716f2b-e5ac-5b2f-b3e9-14746fca4b46
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 12.01.2015 S 2014 165
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-165_2015-01-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 165

Versicherungsgericht

Vizepräsidentin Moser als Einzelrichterin und Kudelski als Aktua-

rin ad hoc 

URTEIL
vom 12. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. Der 1958 geborene A._____ ist gelernter Musiklehrer und war als solcher 

zuletzt in einer Musikschule tätig. Am 20. August 2013 stellte er einen An-

trag auf Arbeitslosenentschädigung.

2. Am 10. September 2013 fand das Erstgespräch mit dem zuständigen 

Berater des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) X._____ statt, 

wobei A._____ angab, nun auf selbständiger Basis Schüler in seinen 

Räumlichkeiten auszubilden (Selbständigkeit im Nebenerwerb). A._____ 

wurde aufgefordert, auf dem entsprechenden Formular anzugeben, an 

welchen Tagen und zu welchen Zeiten er selbständig erwerbend sei und 

zu welchen Zeiten er sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen 

könne. Dieser Aufforderung kam A._____ am 10. September 2013 nach. 

3. Mit Schreiben vom 10. Oktober 2014 wurde A._____ vom RAV X._____ 

angewiesen, sich innert zwei Arbeitstagen telefonisch für die Teilnahme 

am Einsatzprogramm B._____ (Beschäftigungsgrad von 40 %) zu mel-

den. Als Ziel/Grund der Zuweisung wurde „Prüfung Vermittlungsfähigkeit 

(Mo. - Do. jeweils NA)“ angegeben. Dieser Anweisung kam A._____ nicht 

nach, worauf A._____ vom kantonalen Amt für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit Graubünden (KIGA) mit Schreiben vom 23. Oktober 2014 zur Stel-

lungnahme aufgefordert wurde. A._____ teilte dem KIGA mit Stellung-

nahme vom 27. Oktober 2014 mit, dass er dem für ihn zuständigen Per-

sonalberater des RAV X._____ bereits am 13. Oktober 2014 gemeldet 

habe, dass er am Einsatzprogramm nicht teilnehmen werde. A._____ be-

gründete dies damit, dass er gerade zu denjenigen Zeiten für das Ein-

satzprogramm aufgeboten werden sollte, in denen er Unterrichtsstunden 

als selbständiger Schlagzeuglehrer gebe.

4. In der Folge stellte das KIGA mit Verfügung vom 3. November 2014 fest, 

dass A._____ bezüglich Nichtantritt einer arbeitsmarktlichen Massnahme 

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kein fehlbares Verhalten vorgeworfen werden könne, weshalb auf eine 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung verzichtet werde. 

5. Ebenfalls mit Schreiben vom 3. November 2014 wurde A._____ vom RAV 

X._____ erneut aufgefordert, sich innert zwei Arbeitstagen telefonisch für 

die Teilnahme am Einsatzprogramm bei B._____ (wiederum mit Beschäf-

tigungsgrad von 40 %) zu melden. Als Ziel/Grund der Zuweisung wurde 

„Prüfung Vermittlungsfähigkeit (Mo. – Do. jeweils VM)“ angegeben. Auch 

dieser Anweisung kam A._____ nicht nach, was er dem RAV X._____ am 

4. November 2014 mitteilte. In der Folge wurde A._____ vom KIGA mit 

Schreiben vom 7. November 2014 zur Stellungnahme aufgefordert. Mit 

Stellungnahme vom 10. November 2014 teilte A._____ mit, vom KIGA be-

reits mit Schreiben vom 23. Oktober 2014 zu einer Stellungnahme aufge-

fordert worden zu sein. Die erneute Zuweisung zu einer arbeitsrechtlichen 

Massnahme beim B._____ sei ihm unverständlich, ebenso wie die erneu-

te Aufforderung zu einer Stellungnahme. Unverständlich sei dies deshalb, 

weil das KIGA mit Verfügung vom 3. November 2014 auf eine Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung verzichtet habe.

6. Mit Verfügung vom 10. November 2014 wurde A._____ wegen faktischer 

Ablehnung einer arbeitsmarktlichen Massnahme für 23 Tage in der An-

spruchsberechtigung eingestellt. Die dagegen erhobene Einsprache wies 

das KIGA mit Entscheid vom 19. November 2014 ab.

7. Gegen den Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwer-

deführer) mit Eingabe vom 21. November 2014 Beschwerde beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte die Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids. Zur Begründung führte er aus, dass er aus-

serberuflich nicht vermittelbar sei, wenn er seinen Schlagzeugunterricht 

aufrecht erhalten möchte. Bis heute habe er nicht erwähnt, dass er auf-

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grund seiner finanziellen Lage in seinem Unterrichtslokal wohne, wo es 

keine Nasszelle gebe. Er sei daher jeweils am Morgen zwischen 8.30 Uhr 

und 10.30 Uhr im Hallenbad. Ausserdem benötige er meistens von 

5.00 Uhr, manchmal von 6.00 Uhr, bis 8.00 Uhr Zeit für die Vorbereitung 

seines Unterrichts. Ferner sei unzutreffend, dass er sich „im Umfang von 

35 % angemeldet habe“. Vielmehr habe er „50 % angegeben“. Ab Januar 

2014 habe er wegen eines Zwischenverdienstes „nur noch 35 % angege-

ben“. Ebenfalls unzutreffend sei, dass eine Beschäftigungsmassnahme 

von Nöten sei. Das Einsatzprogramm entspreche nicht seinen persönli-

chen Verhältnissen und er müsste seinen Beruf (das Unterrichten) aufge-

ben. Im Weiteren sei unzutreffend, dass er nicht unterhaltspflichtig sei. 

Schliesslich sei unzutreffend, dass er dem Arbeitsmarkt jeweils montags 

bis freitags von 6.00 Uhr bis 12.00 Uhr zur Verfügung stehen könne. Die 

von ihm angegeben Zeiten, in denen er nicht unterrichte, würden sich nur 

auf sporadische Einsätze, wie etwa das Beladen eines LKW’s mit Hilfs-

gütern, beziehen.

8. Mit Stellungnahme vom 11. Dezember 2014 beantragte das KIGA (nach-

folgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Der Be-

schwerdeführer habe in seiner Anmeldung zur Arbeitsvermittlung vom 

20. August 2013 eine selbständige Erwerbstätigkeit von 35 % bis 40 % 

angegeben. In seinem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 

24. August 2013 habe er hingegen festgehalten, bereit und in der Lage zu 

sein, höchstens 13 Stunden bzw. 50 % einer Vollzeitbeschäftigung zu ar-

beiten. Im Weiteren habe der Beschwerdeführer gegenüber dem RAV de-

klariert, von Montag bis Donnerstag jeweils von 13.00 Uhr bis 20.00 Uhr 

selbständig erwerbstätig zu sein, womit er verpflichtet sei, in der übrigen 

Zeit an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Der Beschwerdeführer 

sei verpflichtet, auch ausserhalb seines bisherigen Berufes Arbeit zu su-

chen und diese Arbeit unverzüglich anzunehmen, sofern sie nicht unzu-

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mutbar sei. Ferner seien laufende Unterhaltsverpflichtungen für die Zu-

mutbarkeit eines Einsatzprogramms unbeachtlich, ebenso wie die körper-

liche Ertüchtigung und Hygiene. Wenn der Beschwerdeführer nun geltend 

mache, dass er zusätzliche Zeit für die Ausübung seiner selbständigen 

Erwerbstätigkeit benötige, beispielsweise wegen der Vor- oder Nachberei-

tung seines Unterrichts, müsse er die Zeiten seiner selbständigen Er-

werbstätigkeit neu definieren. Dies habe allerdings auch Auswirkungen 

auf seinen versicherten Verdienst.

9. Mit Replik vom 13. Dezember 2014 hielt der Beschwerdeführer fest, dass 

die Zeiten, in denen er nicht unterrichte, nichts mit einer vermittelbaren 

Zeitangabe für regelmässiges Arbeiten zu tun hätten. Er könne die zuge-

wiesene arbeitsmarktliche Massnahme nicht antreten, da der Unterricht 

sonst zusammenbrechen würde. Weder habe er Weisungen nicht befolgt, 

noch arbeitsmarktliche Massnahmen offenbar nicht angetreten. Vielmehr 

habe er den Beschwerdegegner immer begründet darüber informiert, 

weshalb er dies nicht tun könne.

10. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2014 verzichtete der Beschwerdegeg-

ner auf das Einreichen einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht lie-

genden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

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1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in einzelrichterli-

cher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und 

keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der versicherte Verdienst des 

Beschwerdeführers beträgt Fr. 3‘402.-- und wird ihm im Umfang von 80 % 

entschädigt (beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Dies entspricht 

gemäss Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-

beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; 

SR 837.0) und Art. 40a der Verordnung über die obligatorische Arbeitslo-

senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) ei-

nem Taggeld von Fr. 125.40 (Fr. 3‘402.-- : 21.7 Tage x 0.8). Mit Verfü-

gung vom 10. November 2014 - bestätigt mit dem angefochtenen Ein-

spracheentscheid vom 19. November 2014 - wurde der Beschwerdeführer 

für 23 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt, was einem Streit-

wert von Fr. 2‘884.20 (Fr. 125.40 x 23 Tage) entspricht. Da der Streitwert 

somit weniger als Fr. 5'000.-- beträgt und die Streitsache nicht in Fünfer-

besetzung entschieden werden muss, ist die Zuständigkeit der Einzelrich-

terin gegeben.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Ein-

spracheentscheid des Beschwerdegegners vom 19. November 2014. 

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen fakti-

scher Ablehnung einer arbeitsmarktlichen Massnahme für 23 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.

3. a) Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte, der Versicherungs-

leistungen beanspruchen will, alles Zumutbare unternehmen, um die Ar-

beitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. In Konkretisierung dieser 

Schadensminderungspflicht bestimmt Art. 17 Abs. 3 lit. a AVIG, dass der 

Versicherte auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an arbeitsmarktli-

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chen Massnahmen teilzunehmen hat, die seine Vermittlungsfähigkeit för-

dern. Der Versicherte ist nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchs-

berechtigung einzustellen, wenn er die Kontrollvorschriften oder die Wei-

sungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumut-

bare Arbeit nicht annimmt oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne 

entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung 

oder Zweck durch sein Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht.

b) Eine auf Dauer ausgerichtete selbständige Erwerbstätigkeit schliesst die 

Vermittlungsfähigkeit, das heisst den Anspruch auf Arbeitslosenversiche-

rungstaggeld nicht grundsätzlich aus. Die Vermittlungsfähigkeit ist solan-

ge gegeben, als die selbständige Erwerbstätigkeit ausserhalb der norma-

len Arbeitszeit ausgeübt werden kann. Es ist daher zu prüfen, in welchem 

Umfang diese Tätigkeit den anrechenbaren Arbeitsausfall vermindert. 

Hierzu muss sich die versicherte Person festlegen, in welchem Umfang 

und zu welchen Tageszeiten sie die auf Dauer ausgerichtete selbständige 

Erwerbstätigkeit ausüben will, damit sich der anrechenbare Arbeitsausfall 

bestimmen lässt (Urteil des Bundesgerichts 8C_672/2012 vom 5. Dezem-

ber 2012 E.2; vgl. auch AVIG-Praxis ALE B238 und B241).

4. a) Vorliegend wurde der Beschwerdeführer in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt, weil er der Weisung des RAV  am Einsatzprogramm B._____ 

teilzunehmen, unbestrittenermassen keine Folge leistete. Der Beschwer-

deführer begründet dies unter anderem damit, dass er ausserberuflich 

nicht vermittelbar sei, wenn er seinen Schlagzeugunterricht aufrecht er-

halten möchte. Ausserdem wohne er aufgrund seiner finanziellen Lage in 

seinem Unterrichtslokal, wo es keine Nasszelle gebe. Er sei daher jeweils 

am Morgen zwischen 8.30 Uhr und 10.30 Uhr im Hallenbad. Schliesslich 

brauche der Mensch ja seine Bewegung und Reinlichkeit. Im Weiteren sei 

gar keine Beschäftigungsmassnahme von Nöten. Das Einsatzprogramm 

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entspreche nicht seinen persönlichen Verhältnissen und er müsste seinen 

Beruf (das Unterrichten) aufgeben. Schliesslich sei unzutreffend, dass er 

nicht unterhaltspflichtig sei.

b) Beim Einsatzprogramm B._____ handelt es sich um ein vorübergehendes 

Beschäftigungsprogramm im Sinne von Art. 64a Abs. 1 lit. a AVIG. Dieses 

ist subsidiärer Natur und kommt erst in Frage, wenn dem Beschäftigten 

keine zumutbare Beschäftigung zugewiesen werden kann und keine an-

dere arbeitsmarktliche Massnahme angezeigt ist (BGE 125 V 362 E.4b). 

Anders als bei der Zuweisung einer Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt 

beurteilt sich die Frage, ob eine dem Versicherten zugewiesene vorüber-

gehende Beschäftigung diesem zumutbar ist, laut Art. 64a Abs. 2 AVIG in 

sinngemässer Anwendung von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. Es ist deshalb 

einzig zu prüfen, ob die zugewiesene vorübergehende Beschäftigung 

dem Alter, den persönlichen Verhältnissen und dem Gesundheitszustand 

des Versicherten nicht angemessen und damit unzumutbar ist. Die weite-

ren Kriterien von Art. 16 Abs. 2 lit. a, b sowie d-i AVIG sind unbeachtlich. 

Dem Versicherten steht es demnach nicht frei, unter welchen Umständen 

er an einem Einsatzprogramm teilnehmen will oder nicht (Urteil des Bun-

desgerichts 8C_833/2007 vom 14. Mai 2008 E.3.2).

c) Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Rüge, dass das Einsatzpro-

gramm B._____ auf seine bisherige Tätigkeit keine Rücksicht nehme, ist 

daher unbehelflich. Auch das Alter des heute 56-jährigen Beschwerdefüh-

rers stellt keinen Unzumutbarkeitsgrund dar, befindet er sich doch noch 

inmitten seines Erwerbslebens. Zudem steht das Einsatzprogramm 

B._____ für Teilnehmer aller Altersklassen offen. Gesundheitliche Ein-

schränkungen werden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Zu-

dem gilt es zu erwähnen, dass eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen 

Gründen durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis oder allenfalls durch 

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andere geeignete Beweismittel belegt sein müsste (BGE 124 V 234 

E.4b/bb; vgl. auch AVIG-Praxis ALE B290). Auch aus seinen persönlichen 

Verhältnissen kann der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten. Unter 

die persönlichen Verhältnisse fallen insbesondere der Zivilstand, die Zahl 

der betreuungsbedürftigen Kinder, die Intensität der Verwurzelung am 

Wohnort oder das Vorhandensein eines Eigenheims. Diese Punkte müs-

sen bei der Beurteilung der Angemessenheit einer Arbeit berücksichtigt 

werden. So ist z.B. einem ledigen Versicherten eine längere Abwesenheit 

vom Wohnort zumutbarer als einem Familienvater mit Kindern (vgl. hierzu 

GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Band I, 1987, S. 234). Der Beschwer-

deführer ist geschieden und in X._____ wohnhaft, so dass ihm eine Teil-

nahme an einem Einsatzprogramm in X._____ auch in dieser Hinsicht 

durchwegs zumutbar ist. Betreuungs- bzw. Obhutspflichten, welche allen-

falls zu einer Einschränkung in der Flexibilität und/oder Verfügbarkeit 

führen könnten, wurden vom Beschwerdeführer weder geltend gemacht 

noch ergeben sich solche aus den Akten. Bei den vom Beschwerdeführer 

hingegen geltend gemachten Unterhaltspflichten gegenüber seinen bei-

den Kindern handelt es sich um einen rein finanziellen Aspekt und nicht 

um einen persönlichen Grund, der eine arbeitsmarktliche Massnahme im 

Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG unzumutbar machen würde. Auch 

sein Einwand, er besuche mangels einer Nasszelle jeweils am Morgen 

zwischen 8.30 Uhr und 10.30 Uhr das Hallenbad, da schliesslich jeder 

Mensch Bewegung und Reinlichkeit brauche, ist unbehelflich. Vielmehr 

zählt die Körperpflege (ebenso wie z.B. die Verpflegung) zu den alltägli-

chen menschlichen Bedürfnissen und kann deshalb grundsätzlich keinen 

Unzumutbarkeitsgrund darstellen (Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts C 435/99 vom 23. Oktober 2000 E.3.b). Auch der Einwand 

des Beschwerdeführers, er müsste durch das Einsatzprogramm seine 

selbständige Tätigkeit als Schlagzeuglehrer aufgeben, ist unbehelflich. 

Der Beschwerdeführer hat auf dem von ihm eigenhändig ausgefüllten und 

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unterzeichneten Formular vom 10. September 2013 (Bg-act. 6) gegenü-

ber dem RAV explizit angegeben, jeweils von Montag bis Donnerstag von 

13.00 Uhr bis 20.00 Uhr seiner selbständigen Erwerbstätigkeit nachzuge-

hen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb er nicht ausserhalb dieser Zeiten zu 

einer arbeitsmarktlichen Massnahme aufgeboten werden könnte bzw. 

weshalb er bei einem entsprechenden Aufgebot ausserhalb seiner Unter-

richtszeiten seine selbständige Erwerbstätigkeit aufgeben müsste. Unzu-

mutbarkeitsgründe im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG sind folglich 

nicht ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer eine Teilnahme am Ein-

satzprogramm B._____ zumutbar gewesen wäre.

5. Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer, der Beschwerdegegner sei unzu-

treffenderweise davon ausgegangen, dass er (der Beschwerdeführer) 

dem Arbeitsmarkt jeweils montags bis freitags von 6.00 Uhr bis 12.00 Uhr 

zur Verfügung stehe. Die von ihm angegeben Zeiten, in denen er nicht 

unterrichte, würden sich nur auf sporadische Einsätze, wie etwa das Be-

laden eines LKW’s mit Hilfsgütern, beziehen. Ausserdem benötige er 

meistens von 5.00 Uhr, manchmal von 6.00 Uhr, bis 8.00 Uhr Zeit für die 

Vorbereitung seines Unterrichts. Diesbezüglich ist der Beschwerdeführer 

wiederum auf das von ihm eigenhändig unterzeichnete Formular (Bg-

act. 6) hinzuweisen, mit welchem er gegenüber dem RAV angegeben hat, 

jeweils von Montag bis Donnerstag von 13.00 Uhr bis 20.00 Uhr seiner 

selbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das RAV ist in der Zuwei-

sung zur arbeitsmarktlichen Massnahme vom 3. November 2014 (Bg-

act. 13) somit zu Recht davon ausgegangen, den Beschwerdeführer von 

Montag bis Donnerstag, jeweils vormittags, für das Einsatzprogramm auf-

bieten zu können. Auch hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch dar-

auf, bloss zu sporadischen Einsätzen aufgeboten zu werden, da es Versi-

cherten nicht zusteht, frei zu bestimmen, unter welchen Umständen sie an 

einem Einsatzprogramm teilnehmen wollen oder nicht (KUPFER BUCHER, 

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in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 287). Der Einwand des Be-

schwerdeführers, er benötige jeweils am Morgen Zeit für die Vorbereitung 

seines Unterrichts, ist vorliegend unbeachtlich. Die versicherte Person 

muss sich festlegen, in welchem Umfang und zu welchen Tageszeiten sie 

die auf Dauer ausgerichtete selbständige Erwerbstätigkeit ausüben will, 

damit sich der anrechenbare Arbeitsausfall bestimmen lässt (AVIG-Praxis 

ALE B241). Auch in dieser Hinsicht erweist sich somit der angefochtene 

Entscheid als richtig.

6. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, der Beschwerdegegner habe zu 

Unrecht angenommen, dass er sich „im Umfang von 35 % angemeldet 

habe“. Vielmehr habe er „50 % angegeben“. Ab Januar 2014 habe er we-

gen eines Zwischenverdienstes „nur noch 35 % angegeben“. Der Be-

schwerdeführer hat in seiner Anmeldung zur Arbeitsvermittlung vom 

20. August 2013 (Bg-act. 19) angegeben, er wünsche eine Arbeitszeit von 

50 % und er sei im Umfang von ca. 35 % bis 40 % selbständig erwerbs-

tätig. Auch in seinem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 24. Au-

gust 2013 (Bg-act. 20) hat der Beschwerdeführer angegeben, er sei bereit 

und in der Lage, 13 Stunden pro Woche bzw. 50 % einer Vollzeitbeschäf-

tigung zu arbeiten. Beide Dokumente sind vom Beschwerdeführer eigen-

händig unterzeichnet worden. Die Aufforderung des RAV an den Be-

schwerdeführer, im Umfang von 40 % an der arbeitsmarktlichen Mass-

nahme teilzunehmen, ist daher nicht zu beanstanden. Der angefochtene 

Entscheid erweist sich somit auch in dieser Hinsicht als korrekt.

7. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

einer Weisung der zuständigen Amtsstelle ohne entschuldbaren Grund 

keine Folge geleistet hat, weshalb die Einstellung in der Anspruchsbe-

rechtigung zu Recht erfolgt ist.

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8. a) Damit bleibt zu prüfen, ob die Dauer der Einstellung in der Anspruchsbe-

rechtigung von 23 Tagen angemessen ist. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG 

bemisst sich die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

nach dem Grad des Verschuldens, das sich die versicherte Person vor-

werfen lassen muss. Die Einstellung dauert 1 bis 15 Tage bei leichtem 

Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31 bis 

60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Bei der Fest-

setzung der Einstelldauer handelt es sich um eine typische Ermessens-

frage (Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5. März 2008 E.3.1), 

weshalb bei der Überprüfung durch das Verwaltungsgericht Zurückhal-

tung geboten ist. Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die 

Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Kor-

rektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende 

Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen lassen (BGE 123 V 

150 E.2).

b) Vorliegend wurde der Beschwerdeführer für 23 Tage in der Anspruchsbe-

rechtigung eingestellt. Damit bewegt sich die Einstellungsdauer im mittle-

ren Bereich des mittelschweren Verschuldens. Es sind keine Gründe er-

sichtlich, welche ein Abweichen rechtfertigen würden. Insbesondere ent-

spricht die verfügte Einstelldauer auch der AVIG-Praxis ALE D72 

Ziff. 3C/1.

9. a) Der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit in 

allen Punkten als begründet und rechtens, weshalb die Beschwerde ab-

zuweisen ist.

b) Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das kantonale Be-

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schwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinni-

ger oder mutwilliger Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend kei-

ne Kosten erhoben werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht 

kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e con-

trario).

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]