# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc8477df-32f6-5e22-bacd-38784dce2842
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 30.05.2024 LE230050
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE230050_2024-05-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE230050-O/U, damit vereinigt Geschäfts-Nr.: LE230051

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, 

Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Reuss Valentini

Beschluss und Urteil vom 30. Mai 2024

in Sachen

A._____,
Gesuchsteller, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____, 

gegen

B._____,
Gesuchsgegnerin, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

betreffend Eheschutz (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen 
Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 11. Juli 2023 
(EE230024-L)

- 2 -

Rechtsbegehren betr. vorsorgliche Massnahmen Gesuchsteller:
(Urk. 7/19 S. 2 f.)

"1. Der gemeinsame Sohn C._____, geboren am tt.mm.2014, sei unter die 
alternierende Obhut der Parteien zu stellen, indem C._____ wie folgt 
vom Gesuchsteller betreut wird:

- an geraden Kalenderwochen: von Donnerstagmorgen ab Schul-
beginn bis Sonntagabend 19.30 Uhr;

- an ungeraden Kalenderwochen: von Mittwochabend 18.00 Uhr 
bis Freitagabend 18.00 Uhr;

- in geraden Jahren über die Weihnachtsferien,

- in ungeraden Jahren über Ostern von Gründonnerstag, 18.00 
Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr,

- während 6.5 Wochen aller (Schul-)Ferien, wobei die Parteien sich 
über die Ferienplanung jeweils rechtzeitig, i.d.R. mindestens drei 
Monate im Voraus, miteinander absprechen. Können sie sich 
nicht einigen, kommt dem Vater in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien 
in diesem Jahr zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl der Mutter.

In der übrigen Zeit (inkl. der übrigen Ferienzeit) sei der gemeinsame 
Sohn von der Gesuchsgegnerin zu betreuen.

Die Übergabe erfolgt jeweils, indem C._____ von der betreuenden Per-
son der anderen Person gebracht wird.

 2. Eventualiter sei C._____ wie folgt vom Vater zu betreuen:

- in ungeraden Kalenderwochen von Montag nach Schulschluss bis 
am folgenden Montag, Schulbeginn bzw. 08.00 Uhr, sowie

- in geraden Jahren über die Weihnachtsferien,

- in ungeraden Jahren über Ostern von Gründonnerstag, 18.00 
Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr,

- während 6.5 Wochen aller (Schul-)Ferien, wobei die Parteien sich 
über die Ferienplanung jeweils rechtzeitig, i.d.R. mindestens drei 
Monate im Voraus, miteinander absprechen. Können sie sich 
nicht einigen, kommt dem Vater in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien 
in diesem Jahr zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl der Mutter.

- 3 -

In der übrigen Zeit (inkl. der übrigen Ferienzeit) sei der gemeinsame 
Sohn von der Gesuchsgegnerin zu betreuen.

Die Übergabe erfolgt jeweils, indem C._____ von der betreuenden Per-
son der anderen Person gebracht wird.

 3. Subeventualiter sei dem Gesuchsteller ein angemessenes Besuchs- 
und Ferienrecht betreffend den gemeinsamen Sohn C._____, geboren 
am tt.mm.2014, einzuräumen.

Die Übergabe erfolgt jeweils, indem C._____ von der betreuenden Per-
son der anderen Person gebracht wird.
[…]

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) 
zulasten der Gesuchsgegnerin."

Rechtsbegehren betr. vorsorgliche Massnahmen Gesuchsgegnerin:
(Urk. 7/21 S. 1 ff. i.V.m. Prot. I S. 11 sinngemäss)

[…]

3. Der Sohn C._____, geb. tt.mm.2014, sei unter die Obhut der Gesuchs-
gegnerin zu stellen. Der Wohnsitz von C._____ sei am Wohnsitz der 
Gesuchsgegnerin festzulegen.

4. Der Gesuchsteller sei zu berechtigen und zu verpflichten, C._____ auf 
eigene Kosten wie folgt zu betreuen: 

Bis nach Herbstferien 2023 
Jeden Montag und jeden Samstag von 07.15 Uhr bis 19.15 Uhr

Bis nach den Weihnachtsferien 2023/24
Jeden Montag und jeden Samstag von 07.15 Uhr bis 19.15 Uhr sowie 
jede zweite Woche von Sonntag 19.15 Uhr bis Montag 07.15 Uhr

Bis nach den Frühlingsferien 2024
Jeden Montag und jeden Samstag von 07.15 Uhr bis 19.15 Uhr sowie 
jeden Sonntag 19.15 Uhr bis Montag 07.15 Uhr

Ab nach den Frühlingsferien 2024
Jeden Montag 07.15 Uhr bis 19.15 Uhr und jedes zweite Wochenende 
von Samstag 07.15 Uhr bis Montag 07.15 Uhr

Ab den Sommerferien 2024 zwei Wochen Sommerferien sowie ab 
2025 vier Wochen Ferien, zweite Woche Sport- oder Frühlingsferien, 
Wochen 4 und 5 im Sommer und die zweite Woche im Herbst.

- 4 -

Sodann betreut der Gesuchsteller C._____ ab 2025 in den ungeraden 
Jahren in der ersten Woche der Weihnachtsferien, in den geraden Jah-
ren in der zweiten Woche.

Während der übrigen Zeit betreut die Gesuchsgegnerin C._____. Die 
Gesuchsgegnerin kann die Betreuung durch den Gesuchsteller wäh-
rend Ihrer Ferien ausfallen lassen,

[…]

11. Es seien sämtliche anderslautenden Anträge des Gesuchstellers abzu-
weisen.

12. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des 
Gesuchstellers.

Verfügung des Einzelgerichts der 5. Abteilung am Bezirksgericht Zürich 
vom 11. Juli 2023:

(Urk. 2 S. 47 f.)

"1. Der gemeinsame Sohn C._____, geboren am tt.mm.2014, wird für die Dauer 
des Eheschutzverfahrens im Sinne vorsorglicher Massnahmen unter die al-
ternierende Obhut der Parteien gestellt. Der gesetzliche Wohnsitz von 
C._____ ist bei der Mutter.

 2. Der Vater ist berechtigt und verpflichtet, die Betreuungsverantwortung für 
den Sohn auf eigene Kosten wie folgt zu übernehmen:

- jeden Montag, ab 7.00 Uhr bis 19.30 Uhr (verpflegt),

- sowie jeden zweiten Donnerstag, ab Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr, bis 
Sonntagabend, 18.30 Uhr, wenn die Mutter am Samstag arbeitet, wo-
bei der Vater C._____ an diesen Sonntagen in die D._____ Schule 
bringt und wieder dort abholt,

- sowie jeden zweiten Donnerstag, ab Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr, bis 
Freitagabend, 19.30 Uhr (verpflegt), wenn die Mutter am Samstag nicht 
arbeitet,

- in ungeraden Kalenderjahren am 26. Dezember sowie in geraden 
Kalenderjahren am 25. Dezember,

- in ungeraden Kalenderjahren am 31. Dezember [recte 1. Januar] sowie 
in geraden Kalenderjahren am 1. Januar [recte 2. Januar],

- 5 -

- während 6.5 Wochen Ferien pro Jahr, davon nur eine Woche in den 
Herbstferien 2023.

In der übrigen Zeit sowie an Pfingst- und Ostermontag wird der Sohn von 
der Mutter betreut.

Die obige Betreuungsregelung orientiert sich daran, dass die Mutter grund-
sätzlich jeden zweiten Samstag arbeitet, sollte dies ausnahmsweise nicht 
der Fall sein, so betreut der Vater C._____ dennoch jeden zweiten Samstag.

Die Mutter wird verpflichtet, den Sohn betreffend die Besuche beim Vater zu 
bestärken. Der Vater wird seinerseits verpflichtet, nach Möglichkeit ange-
messen auf die Bedürfnisse von C._____ Rücksicht zu nehmen. 

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig, 
mindestens 3 Monate im Voraus, ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht 
bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl 
der Mutter.

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseiti-
ger Absprache bleiben vorbehalten.

Die Übergaben erfolgen jeweils, indem C._____ vom betreuenden Elternteil 
dem anderen Elternteil gebracht wird.

Ist ein Elternteil aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage, die 
Betreuung gemäss dem hier vereinbarten Betreuungsplan selber zu über-
nehmen, ist er verpflichtet, für eine angemessene Betreuung des Sohnes 
durch Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein. Eine Anfrage an den 
anderen Elternteil ist möglich; dieser ist jedoch nicht verpflichtet, die Betreu-
ung zu übernehmen. 

 3. Bis zur Rechtskraft dieses Entscheides, gilt die seitens der Parteien am 
10. Juli 2023 einstweilig vereinbarte Betreuungsregelung.

 4. [Schriftliche Mitteilung] 

 5. [Berufung]"

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Berufungsanträge (Erstberufung):

des Gesuchstellers, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten 
(Urk. 1 S. 2):

"1. Es sei festzustellen, dass Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung Z7 vom 11. Juli 
2023 des Bezirksgerichts Zürich im Verfahren EE230024-L nichtig ist. 

 2. Eventualiter sei Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung Z7 vom 11. Juli 2023 des 
Bezirksgerichts Zürich im Verfahren EE230024-L aufzuheben. 

 3. Subeventualiter sei bis zur Rechtskraft der Verfügung Z7 vom 11. Juli 2023 
des Bezirksgerichts Zürich im Verfahren EE230024-L eine angemessene 
Ferien- und Feiertagsregelung anzuordnen, indem der gemeinsame Sohn 
C._____, geboren am tt.mm.2014, wie folgt vom Gesuchsteller betreut wird:

- In ungeraden Kalenderjahren am 26. Dezember sowie in geraden Ka-
lenderjahren am 25. Dezember; 

- in ungeraden Kalenderjahren am 1. Januar sowie in geraden Kalender-
jahren am 2. Januar; 

- während 6.5 Wochen Ferien pro Jahr, davon eine Woche in den Weih-
nachtsferien 2023.

Zudem sei bis zur Rechtskraft der Verfügung Z7 vom 11. Juli 2023 des Be-
zirksgerichts Zürich im Verfahren EE230024-L anzuordnen, dass die Betreu-
ung gemäss Vereinbarung vom 10. Juli 2023 sowie gemäss Ziffer 3 vorste-
hend jeweils derart zu erfolgen habe, dass C._____ von der betreuenden 
Person der anderen Person überbracht wird. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Ge-
suchsgegnerin."

der Gesuchsgegnerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin 
(Urk. 11 S. 2):

"1. Auf die Berufung sei nicht einzutreten.

 2. Eventualiter sei die Berufung abzuweisen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten des Ge-
suchstellers."

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Berufungsanträge (Zweitberufung):

der Gesuchsgegnerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin 
(Urk. 20/1 S. 2):

"1. Die Verfügung vom 11. Juli 2023 (Verfügung Z7) nichtig zu erklären. 
Eventualiter sei sie aufzuheben. 

Subeventualiter sei die Betreuung des Gesuchstellers so zu regeln, dass er 
C._____ jeden Montag und jeden Samstag jeweils von 07.15-19.15 Uhr be-
treut.

 2. Für C._____ sei für das Berufungsverfahren und für das weitere Eheschutz-
verfahren eine Kindesverfahrensvertretung zu bestellen. 

 3. Es sei festzustellen, dass die Hinzufügung der Bemerkung "Dieser Ent-
scheid ist sofort vollstreckbar (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO)" nichtig ist.
Eventualiter sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten des Ge-
suchstellers."

des Gesuchstellers, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten 
(Urk. 20/1 S. 2):

"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Ge-
suchsgegnerin."

Erwägungen:

A. Sachverhalt / Prozessgeschichte

1. Die Gesuchsgegnerin, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin 
(fortan Gesuchsgegnerin) und der Gesuchsteller, Erstberufungskläger und Zweit-

berufungsbeklagte (fortan Gesuchsteller) haben am tt. Juni 2013 in Zürich geheira-

tet. Sie sind die Eltern des Sohnes C._____, geboren am tt.mm.2014 in 

E._____/China (Urk. 7/1 S. 4; Urk. 7/3/1). Seit dem 1. April 2023 leben sie getrennt 

(Urk. 7/1 S. 4; Urk. 7/3/7; Urk. 7/21 S. 1). 

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2. Der Gesuchsteller gelangte am 8. Februar 2023 an die Vorinstanz und er-
suchte um Erlass von Eheschutzmassnahmen (Urk. 7/1). Der detaillierte Prozess-

verlauf kann dem angefochtenen Entscheid vom 11. Juli 2023 (Urk. 7/46 = Verfü-

gung Z7 = Urk. 2 S. 4-6) entnommen werden. Das Verfahren ist nach wie vor bei 

der Vorinstanz hängig. Mit Verfügung vom 11. Juli 2023 genehmigte die Vorinstanz 

die anlässlich der Verhandlung vom 10. Juli 2023 von den Parteien geschlossene 

Vereinbarung über vorsorgliche Massnahmen in Bezug auf die Betreuung des Soh-

nes C._____ für die Dauer des Massnahmeverfahrens (Urk. 7/23, /24 = Verfügung 

Z1). Gleichentags erliess sie den eingangs zitierten Massnahmenentscheid in un-

begründeter Form betreffend die Obhutszuteilung und Betreuung von C._____ 

(Urk. 7/25 = Verfügung Z2). Am 3. Oktober 2023 wurde den Parteien eine begrün-

dete Ausfertigung der Verfügung vom 11. Juli 2023 (Verfügung Z2) verschickt, unter 

"Berichtigung" von Dispositivziffer 3 (Urk. 7/38 = Verfügung Z5). Mit Urteil vom 18. 

Oktober 2023 stellte die Kammer die Nichtigkeit dieser Verfügung fest und erwog, 

dass die Vorinstanz eine Begründung der Verfügung vom 11. Juli 2023 (Z2) mit 

dem ursprünglichen Spruchkörper und einem unveränderten Dispositiv nachzulie-

fern habe (Urk. 7/44 S. 7 ff., Dispositivziffer 1). Alsdann verfasste die erste Instanz 

eine erneute Begründung ihres Massnahmenentscheids vom 11. Juli 2023 mit un-

verändertem Dispositiv (Urk. 2). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2023 wurde dieser 

Entscheid superprovisorisch vollstreckt (Urk. 7/51 = Verfügung Z8). Mit Eingabe 

vom 31. Oktober 2023 stellte die Gesuchsgegnerin bei der Vorinstanz ein 

Ausstandsbegehren (Urk. 7/52). 

3. Gegen den (begründeten) Entscheid vom 11. Juli 2023 (Urk. 2) erhoben so-
wohl der Gesuchsteller als auch die Gesuchsgegnerin je mit Eingaben vom 31. Ok-

tober 2023 rechtzeitig (vgl. Urk. 7/53/1, 2) Berufung mit den eingangs wiedergege-

benen Anträgen (Urk. 1 und Urk. 20/1). Mit Präsidialverfügung vom 15. November 

2023 wurde auf das Begehren der Gesuchsgegnerin betreffend aufschiebende Wir-

kung nicht eingetreten und ihr Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses für das 

Berufungsverfahren in der Höhe von Fr. 3'000.– angesetzt (Urk. 20/7). Diesen leis-

tete sie fristgerecht (Urk. 20/8). Auch der Gesuchsteller bezahlte den ihm mit Prä-

sidialverfügung vom 15. November 2023 auferlegten Kostenvorschuss von 

Fr. 3'000.– rechtzeitig (Urk. 8 und 9). Die Berufungsantworten datieren vom 

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26. bzw. 29. Januar 2024 (Urk. 11 und Urk. 20/10). Die fristgerecht bzw. innert er-

streckter Frist (vgl. Urk. 20/15) erstatteten Stellungnahmen der Parteien zu den No-

ven der Berufungsantworten stammen vom 26. bzw. 28. Februar 2024 (Urk. 15; 

Urk. 20/16). Dazu machten die Parteien mit Eingaben vom 19. März 2024 (Urk. 18, 

Gesuchsgegnerin) bzw. 25. März 2024 (Urk. 20/19 und Urk. 20/20/1-2, Gesuchstel-

ler) je innert zehn Tagen (vgl. Urk. 17; Urk. 20/18) von ihrem Replikrecht Gebrauch. 

Mit Präsidialverfügungen vom 2. April 2024 wurden diese beiden Eingaben je der 

Gegenseite zugestellt und es wurde den Parteien der Eintritt der Urteilsberatungs-

phase angezeigt (Urk. 19; Urk. 20/21). Mit Zuschrift vom 12. April 2024 machte die 

Gesuchsgegnerin (im Zweitberufungsverfahren) wiederum von ihrem Replikrecht 

Gebrauch, trug neue Ausführungen vor und reichte neue Unterlagen ein 

(Urk. 20/22, 23 und 24/23-26). Mit Präsidialverfügung vom 16. April 2024 wurde 

festgehalten, dass die neuen Angaben und Beilagen mit Blick auf die bereits ange-

zeigte Urteilsberatungsphase unbeachtlich sind und dem Gesuchsteller daher nicht 

vor dem Erlass des Endentscheides zur Kenntnis gebracht werden müssen. Das 

Beilagenverzeichnis und die neuen Beilagen (Urk. 20/23, /24/23-26) werden ihm 

mit dem vorliegenden Urteil zugestellt (vgl. Dispositivziffer 5). Sodann wurde die 

Eingabe der Gesuchsgegnerin vom 12. April 2024 dem Gesuchsteller im Hinblick 

auf dessen Replikrecht am 18. April 2024 zur Kenntnis gebracht (Urk. 20/25, An-

hang). Dieser äusserte sich nicht mehr. Das Verfahren ist spruchreif. 

4. Mit Beschluss der 5. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 20. Dezember 
2023 wurde das Ausstandsbegehren der Gesuchsgegnerin betreffend die Vorder-

richterin mittlerweile abgewiesen (Urk. 20/13/64 = Verfügung Z11). Mit Eingabe 

vom 18. Dezember 2023 ersuchte der Gesuchsteller bei der Vorinstanz um Erlass 

des Endentscheids (Urk. 20/13/65). Mit Verfügung vom 10. Januar 2024 hob die 

Vorinstanz u.a. ihre superprovisorische Vollstreckungsverfügung vom 26. Oktober 

2023 betreffend die angefochtene Verfügung auf und wies den Antrag des Gesuch-

stellers ab, wonach ohne Verzögerung ein Endentscheid zu erlassen sei 

(Urk. 20/13/68 = Verfügung Z12). 

- 10 -

B. Vorbemerkungen / Prozessuales 

1. Das am 31. Oktober 2023 von der Gesuchsgegnerin bei der Vorinstanz ge-
stellte Ausstandsbegehren gegen die Vorderrichterin (Urk. 7/52) wurde, wie bereits 

erwähnt, mit Beschluss der 5. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 20. De-

zember 2023 abgewiesen. Weil dabei nebst dem Ausstand der Vorderrichterin 

keine Aufhebung und Wiederholung der durch diese vorgenommenen bisherigen 

Amtshandlungen verlangt wurde (Urk. 7/52; Art. 51 Abs. 1 ZPO), konnte das Beru-

fungsverfahren unabhängig davon weitergeführt werden. Eine Sistierung war nicht 

erforderlich. Eine solche oder etwas anderes wurde denn auch nicht verlangt. 

2. Da sich die beiden Berufungen gegen den nämlichen Entscheid richten und 
die Parteien identisch sind, rechtfertigt es sich, beide Verfahren in (analoger) An-

wendung von Art. 125 lit. c ZPO zu vereinigen, das Zweitberufungsverfahren Ge-

schäfts-Nr. LE230051 als dadurch erledigt abzuschreiben und unter dem vorliegen-

den Geschäft weiterzuführen. Die Akten des Zweitberufungsverfahrens sind als 

Urk. 20/1-25 zu den Akten des vorliegenden Berufungsprozesses zu nehmen. 

3. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, Erw. 3.1). Daraus 

folgt die Zulässigkeit der sog. Motivsubstitution: Die Berufungsinstanz kann die Be-

rufung auch aus andern als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den 

Entscheid mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht 

(OGer ZH LB130055 vom 11.09.2014, Erw. III.1.3. [S. 12]; ZK ZPO-Reetz/Hilber, 

Art. 318 N 21).

4. In der Berufungsschrift (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, in-
wiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft 

zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne 

einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der 

Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich 

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argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-

sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, 

Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich 

der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf 

frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (siehe BGE 138 

III 374 Erw. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, Erw. 3.2; 

BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, Erw. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den 

gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich 

– abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 

Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht 

gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (siehe BGer 4A_290/2014 

vom 1. September 2014, Erw. 3.1 und 5; BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 

2015, Erw. 2.4.3; BGE 142 III 413 Erw. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen; 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, Erw. 5.3). Insofern erfährt der Grund-

satz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK 

ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22).

5. Betreffend die im Streit liegenden Kinderbelange (Obhut, Betreuungsan-
teile/Besuchsrecht) gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 

und 3 ZPO). Noven sind im Berufungsverfahren uneingeschränkt zulässig (BGE 

144 III 349 E. 4.2.1). Die Parteien tragen aber auch bei Geltung der Untersuchungs-

maxime die Last, die relevanten Tatsachenbehauptungen aufzustellen, zu bestrei-

ten und wenn nötig zu substantiieren (z.B. OGer ZH LE150023 vom 30.09.2015, 

Erw. II.4.3). 

6.1. Die Gesuchsgegnerin hält dafür, weil der Gesuchsteller vor Vorinstanz keine 
Begründung der Verfügung vom 11. Juli 2023 (Verfügung Z2) verlangt habe, habe 

er auch auf das Rechtsmittel verzichtet, weshalb auf seine Berufung nicht einzutre-

ten sei. Zwar stehe in den Kommentaren zur ZPO, dass beide Parteien einen Ent-

scheid anfechten könnten, auch wenn nur eine Partei eine Begründung verlangt 

habe. Dies sei jedoch unzutreffend. Soweit ersichtlich habe sich das Bundesgericht 

noch nicht zur Bedeutung von Art. 239 Abs. 2 ZPO geäussert. Der Wortlaut sei 

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diesbezüglich nicht klar, lege aber eher nahe, dass nur die Partei den Entscheid 

anfechten könne, welche die Begründung verlangt habe. Art. 239 Abs. 2 Satz 2 

ZPO sei passiv konstruiert. Dabei erscheine das Subjekt (wer verzichte) nicht. Mit 

anderen Worten könne eine Partei auf das Rechtsmittel verzichten, die andere 

nicht. Die Passivkonstruktion umfasse alle möglichen Situationen, für welche das 

Gesetz ausdrücke, dass wer auf die Begründung verzichte, auf das Rechtsmittel 

verzichte, unabhängig davon, was die andere Partei tue. Daran ändere auch 

Art. 311 i.V.m. Art. 314 ZPO nichts. Diese Bestimmung besage eigentlich nur, dass 

der Berufungskläger erst gegen den begründeten Entscheid an die obere Instanz 

gelangen könne und nicht schon gegen den unbegründeten Entscheid. Art. 311 

ZPO sage aber nichts darüber, was passiere, wenn eine Partei auf das Rechtsmittel 

verzichtet habe. Wer auf ein Rechtsmittel verzichte, könne kein Rechtsmittel mehr 

einlegen, auch wenn die Rechtsmittelfrist noch laufe und wenngleich die andere 

Partei ein Rechtsmittel ergreife. Im Fall von Art. 239 Abs. 2 ZPO müsse es gleich 

sein. Wer auf eine Begründung verzichtet habe, habe auch auf ein Rechtsmittel 

verzichtet. Generell stelle sich die Frage, warum der Gesuchsteller im vorliegenden 

Fall länger über eine Berufung habe nachdenken dürfen als die Gesuchsgegnerin, 

welche sich innert zehn Tagen habe entscheiden müssen, während der Gesuch-

steller drei Monate darüber solle nachdenken können. Diese Auslegung des Ge-

setzes würde eine Art Anschlussberufung einführen, welche im summarischen Ver-

fahren aber ausgeschlossen sei. Der Verzicht, eine Begründung zu verlangen, 

habe dieselbe Bedeutung wie der ausdrückliche Verzicht auf das Rechtsmittel. 

Auch die Regelung der Kostenfolgen spreche gegen die in den Kommentaren ver-

tretene Auslegung des Gesetzes. Es könne nicht sein, dass die Partei, welche die 

Begründung verlange und entsprechend die zunächst um einen Drittel reduzierten 

Kosten zu tragen habe, am Ende auf die Anfechtung verzichte. In diesem Fall 

würde sie die Kosten tragen, um der Gegenpartei die Ergreifung eines Rechtsmit-

tels zu ermöglichen (Urk. 11 S. 2 ff. Rz 4 ff.). 

6.2. Der Gesuchsteller meint demgegenüber, das Begehren einer Partei um Nach-
lieferung der schriftlichen Entscheidbegründung wirke für beide Parteien und er-

mögliche beiden Parteien die Anfechtung des Entscheids. Dies ergebe durchaus 

Sinn, weil sich für ihn erst durch das Verhalten der Gesuchsgegnerin, welche die 

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Begründung verlangt habe, überhaupt ein Rechtsschutzinteresse ergeben habe, 

sich gegen Dispositivziffer 3 der angefochtenen Verfügung zu wehren. Auch der 

Wortlaut von Art. 239 Abs. 2 ZPO spreche nicht für die Ansicht der Gegenseite. Es 

stimme auch nicht, dass ihm eine Art Anschlussberufung ermöglicht worden wäre. 

Denn mit der Zustellung der begründeten Fassung habe er entscheiden müssen, 

ob er Berufung erheben wolle, ohne zu wissen, ob auch die Gesuchsgegnerin dies 

getan habe. Auf seine Erstberufung sei daher einzutreten (Urk. 15 S. 2 f.). 

6.3. Das (erstinstanzliche) Gericht kann seinen Entscheid ohne schriftliche Be-
gründung eröffnen. Eine schriftliche Begründung ist nachzuliefern, wenn eine Partei 

dies innert zehn Tagen seit der Eröffnung des Entscheids verlangt. Wird keine Be-

gründung verlangt, so gilt dies als Verzicht auf die Anfechtung des Entscheides mit 

Berufung oder Beschwerde (Art. 239 Abs. 1 und 2 ZPO). Das Begehren einer Partei 

um Nachlieferung einer schriftlichen Begründung wirkt für beide Parteien und er-

möglicht beiden Parteien die Anfechtung des Entscheids mit Berufung oder Be-

schwerde (Engler, OFK-ZPO, ZPO 239 N 4; ZK ZPO-Staehelin, Art. 239 N 30; BSK 

ZPO-Steck/Brunner, Art. 239 N 20 f.; BK ZPO-Killias, Art. 239 N 19; Kriech, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 239 N 6). Urteilsbegründung verlangen kann jede Prozesspartei, 

unabhängig vom bereits im Dispositiv mitgeteilten Verfahrensausgang. Insbeson-

dere kann nicht vorgebracht werden, die vollumfänglich obsiegende Partei habe 

kein schützenswertes Interesse an einer Urteilsbegründung. Die Überlegungen des 

Gerichts zu kennen, welche zum Urteilsspruch führen, ist ein verfassungsmässiges 

Recht, das aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst (Art. 29 Abs. 2 BV; BSK 

ZPO-Steck/Brunner, Art. 239 N 20a). Die im Vorentwurf zur Schweizerischen ZPO 

enthaltene Reduktion der Entscheidgebühr um mindestens einen Drittel, wenn die 

Parteien auf eine schriftliche Begründung verzichten, wurde nicht übernommen 

(Art. 231 VE, Botschaft zur Schweizerischen ZPO, S. 7344 f.). Allerdings sieht § 10 

Abs. 2 GebV OG (LS 211.11) Folgendes vor: Verzichten die Parteien auf die Be-

gründung des Entscheids, wird die Gebühr auf zwei Drittel ermässigt. Zu den Ge-

richtskosten gehören auch die Kosten für eine Begründung des Urteils, welche 

ebenfalls nach dem Ausgang des Verfahrens zu verteilen sind, unabhängig davon, 

wer die Begründung verlangt hat (ZR 116 [2017] Nr. 57). Nach dem Wortlaut des 

Gesetzes, der den Verzicht an den Tatbestand anknüpft, dass keine Begründung 

- 14 -

verlangt wird, ohne zu spezifizieren, von wem die Begründung verlangt wurde, kön-

nen beide Seiten ein Rechtsmittel einlegen, auch wenn nur eine Seite eine Begrün-

dung verlangt hat (BSK ZPO-Staehelin, Art. 239 N 30 m.w.H.). Den Materialien 

lässt sich nichts anderes entnehmen (vgl. Botschaft zur Schweizerischen Zivilpro-

zessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006, S. 7344). Die ratio legis von 

Art. 239 Abs. 1 ZPO liegt in der Entlastung der Gerichte. Die Möglichkeit der Par-

teien, ein Rechtsmittel zu ergreifen, soll nicht eingeschränkt werden. Auf Verlangen 

einer Partei muss die Begründung denn auch nachgeliefert werden. Gerade weil 

im summarischen Verfahren keine Anschlussberufung vorgesehen ist (Art. 314 

Abs. 2 ZPO), rechtfertigt es sich nicht, jene Partei, welche keine Begründung ver-

langt hat, von einem Rechtsmittel auszuschliessen, wenn die andere Partei um Be-

gründung ersuchte. Dies schiesst über das Ziel hinaus. Der gesetzlich vorgesehene 

Verzicht auf ein Rechtsmittel, wenn keine Partei eine Begründung verlangt hat, ist 

auch nicht mit einem expliziten Verzicht auf ein Rechtsmittel durch eine Partei 

gleichzusetzen. Ein solcher Verzicht gilt selbstverständlich ohnehin nur für die die-

sen erklärende Partei. Verlangt eine Partei die schriftliche Entscheidbegründung, 

heisst das im Übrigen noch nicht zwingend, dass sie tatsächlich auch ein Rechts-

mittel erheben will. Auch sie kann sich das bis zum Vorliegen der schriftlichen Be-

gründung noch überlegen, nicht nur die Gegenseite. Ebenso wenig spricht die Kos-

tenfolge gegen diese einhellige Auslegung von Art. 239 Abs. 2 ZPO durch die herr-

schende Lehre. Nach dem Gesagten ist somit, entgegen der Ansicht der Gesuchs-

gegnerin, nicht von einem Verzicht des Gesuchstellers auf die Berufung auszuge-

hen, weil er, im Gegensatz zur Gesuchsgegnerin (vgl. Urk. 7/29), nicht um schriftli-

che Begründung des angefochtenen Entscheids ersucht hat. Entsprechend ist 

(auch) auf die Erstberufung des Gesuchstellers einzutreten. 

Im Übrigen ist im Rahmen der Zweitberufung der Gesuchsgegnerin ohnehin von 

Amtes wegen zu klären, ob Dispositivziffer 3 der angefochtenen Verfügung nichtig 

ist oder nicht, unabhängig von der diesbezüglichen Erstberufung des Gesuchstel-

lers. 

7. Die Gesuchsgegnerin beantragt, C._____ sei für das Berufungsverfahren und 
für das weitere (erstinstanzliche) Eheschutzverfahren eine Kindesvertretung zu be-

- 15 -

stellen (Urk. 20/1 S. 2 Antragziffer 2). Sie begründet diesen Antrag dahingehend, 

dass die Vorinstanz die Wünsche von C._____ total fehlinterpretiert habe, weshalb 

es notwendig sei, dass C._____ eine Verfahrensvertretung erhalte, welche klar ma-

chen könne, was C._____ effektiv wolle, weil die Vorinstanz nicht in der Lage ge-

wesen sei, die Ansichten von C._____ richtig zu erfassen (Urk. 20/1 S. 24 Rz 80). 

Der Gesuchsteller würde die Einsetzung einer Kindesvertretung an sich begrüssen, 

allerdings nur, falls die Sache noch nicht für spruchreif befunden würde, weil er eine 

weitere Verfahrensverzögerung befürchtet (Urk. 20/10 S. 48 Rz 144). 

Gemäss Art. 299 Abs. 1 ZPO ordnet das Gericht wenn nötig die Vertretung des 

Kindes an und bezeichnet als Beistand eine in fürsorgerischen und rechtlichen Fra-

gen erfahrene Person. Das Gericht hat von Amtes wegen zu prüfen, ob das Kind 

durch einen Beistand vertreten werden muss, dies insbesondere in den in Art. 299 

Abs. 2 lit. a bis c ZPO aufgezählten Fällen. Selbst in diesen hat das Gericht jedoch 

weder automatisch eine Kindesvertretung anzuordnen noch ist es verpflichtet, hier-

über eine formelle Entscheidung zu treffen; vielmehr handelt es sich um eine Mög-

lichkeit, die im Ermessen des Gerichts liegt (BGer 5A_744/2013 vom 31. Januar 

2014, E. 3.2.3; 5A_465/2012 vom 18. September 2012, E. 4.1.2). Das Gericht hat 

eine Interessenabwägung vorzunehmen und sich beim Entscheid über die Notwen-

digkeit der Einsetzung einer Verfahrensvertretung vornehmlich am Kindeswohl zu 

orientieren (BSK ZPO-Michel/Steck, Art. 299 N 7).

Vorliegend hat die Vorinstanz den damals achteinhalbjährigen C._____ am 8. Juni 

2023 in seinem Kinderzimmer bei der Gesuchsgegnerin eingehend angehört 

(Urk. 7/15). Er konnte dabei seinen Willen ausreichend kundtun. Dieser kann auch 

durch die Kammer, wie darzutun sein wird, ohne weiteres klar eruiert werden. Die 

Anordnung einer Kindesvertretung, einzig um die Wünsche von C._____ (richtig) 

zu interpretieren, ist daher nicht vonnöten. Im (zweitinstanzlichen) vorsorglichen 

Massnahmeverfahren im Rahmen des Eheschutzverfahrens drängt sich die Anord-

nung einer Kindesvertretung jedenfalls nicht auf. Vielmehr liegt es im Wohl von 

C._____, rasch eine verbindliche Betreuungsregelung für die weitere Verfahrens-

dauer zu treffen. 

- 16 -

Vor Vorinstanz wurde bislang nicht um die Anordnung einer Vertretung des Kindes 

für das erstinstanzliche Eheschutzverfahren ersucht (Urk. 7/1, /19, /21, /37, /45, 

/47; Prot. I S. 3 ff.). Es obliegt nicht der Berufungsinstanz, anstelle der vorinstanzli-

chen Prozessleitung (Art. 124 ZPO) hierüber erstmals zu entscheiden. Die Ge-

suchsgegnerin hat daher ein allfälliges Begehren um Anordnung einer Kindesver-

tretung für das weitere vorinstanzliche Eheschutzverfahren zeitnah bei der ersten 

Instanz zu stellen. 

8. Während der Gesuchsteller im vorinstanzlichen Verfahren noch selber Be-
richte bzw. E-Mails der Kunsttherapeutin einreichte (vgl. Urk. 7/19 S. 9; 

Urk. 7/20/39, /40 und /44), hält er im Berufungsverfahren plötzlich dafür, diese sei 

mit der Gesuchsgegnerin befreundet und keine unabhängige Fachperson 

(Urk. 20/10 S. 21 Rz 56). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass beim unbe-

schränkten Untersuchungsgrundsatz in Kinderbelangen (Art. 296 Abs. 1 ZPO) der 

sog. Freibeweis gilt (Art. 168 Abs. 2 ZPO). Dies bedeutet, dass das Gericht auch 

Beweismittel berücksichtigen kann, die nicht in den vorgeschriebenen Formen er-

hoben worden sind (BK ZPO-Hurni, Art. 296 ZPO N 75 f. mit weiteren Hinweisen). 

Es kann "nach eigenem Ermessen auf unübliche Art Beweise erheben und von sich 

aus Berichte einholen" (BGE 122 I 53 E. 4a). Die Kunsttherapeutin hat sich in ihren 

Berichten und E-Mails (vgl. Urk. 7/20/39 /40 /44; Urk. 7/31/1; Urk. 7/22/2) differen-

ziert, nachvollziehbar und ausgewogen geäussert, insbesondere hielt sie auch die 

Gesuchsgegnerin an, ihren Ärger (über den Gesuchsteller) nicht vor C._____ zu 

zeigen (Urk. 7/20/44; Urk. 20/10 S. 38 Rz 107; Urk. 20/16 S. 20). Diese Unterlagen 

sind ohne weiteres verwendbar, nicht zuletzt als Mittel der Glaubhaftmachung im 

vorliegenden summarischen Massnahmeverfahren. 

C. Nichtigkeit/Unzulässigkeit der angefochtenen Verfügung Z7

1.1. Vorweg macht die Gesuchsgegnerin geltend, die Parteien hätten auf Vor-
schlag der Vorinstanz anlässlich der Verhandlung vom 10. Juli 2023 bereits eine 

vorläufige Betreuungsregelung vereinbart, welche die erste Instanz mit Verfügung 

vom 11. Juli 2023 (Verfügung Z1) genehmigt habe. Es gebe weder eine Notwen-

digkeit noch eine Grundlage, diese für die weitere Dauer des Eheschutzverfahrens 

vereinbarte Regelung durch einen weiteren, überraschenden Entscheid vom 

- 17 -

11. Juli 2023, nämlich den angefochtenen Entscheid (Verfügung Z2 [unbegründet] 

bzw. Verfügung Z7 [begründet]), zu übersteuern, wie dies die Vorinstanz getan 

habe. Die Vorinstanz habe mit den Verfügungen Z1 und Z2 bzw. Z7 zwei sich wi-

dersprechende Entscheide über dieselbe Sache gefällt, ohne zu begründen wes-

halb. Damit habe sie sich treuwidrig verhalten. Ihre Vorgehensweise, zusätzlich zu 

den vorsorglichen Massnahmen noch einmal vorsorgliche Massnahmen anzuord-

nen, sei absurd. Hinzu komme, dass die erste Instanz die Verfügung Z1 mit der 

Verfügung Z7 abgeändert habe, obschon kein Abänderungsgrund vorgelegen habe 

und von der Vorinstanz auch nicht vorgebracht worden sei. Zudem habe es keinen 

Abänderungsantrag der Parteien betreffend die Verfügung Z1 gegeben (Urk. 20/1 

S. 3 f.). Wenn in der Verfügung Z1 vom 11. Juli 2023 und im erstinstanzlichen Pro-

tokoll auf Seite 42 vom Massnahmebegehren des Gesuchstellers die Rede sei, sei 

darunter eindeutig das Gesuch um Anordnung von Eheschutzmassnahmen zu ver-

stehen. Der Zweck und die Idee der Vereinbarung vom 10. Juli 2023 sei ja gewe-

sen, wenigstens eine Regelung zu haben, bis die Vorinstanz irgendwann über die 

Eheschutzmassnahmen entscheide (Urk. 11 S. 5 Rz 18; vgl. auch Urk. 20/16 S. 2 

f.). 

1.2. Der Gesuchsteller erwidert, das gegnerische Prozessverhalten sei treuwidrig. 
Er habe anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vom 10. Juli 2023 vorsorglich 

die Zuteilung der alternierenden Obhut über C._____ für die Dauer des vorliegen-

den Verfahrens beantragt. Weil die Sommerferien angestanden seien und die Vor-

derrichterin ausgeführt habe, mit einem begründeten Entscheid könne erst nach 

den Sommerferien gerechnet werden, hätten die Parteien die Vereinbarung im 

Sinne einer Minimallösung geschlossen, welche bis zum Vorliegen des Massnah-

menentscheids betreffend den vorsorglich gestellten Antrag gelten sollte. Im erst-

instanzlichen Protokoll der Gerichtsverhandlung werde mehrfach erwähnt, dass die 

Vereinbarung mit Wirkung bis zum Massnahmeentscheid gelten solle und nicht 

etwa bis zur Rechtskraft eines Endentscheids in der Sache. Auch im Rahmen der 

Verfügung Z1 sei festgehalten worden, dass die Regelung bis zur Rechtskraft des 

Entscheids über das Massnahmebegehren gelten würde. Es sei niemals die Rede 

davon gewesen und er hätte auch nie eingewilligt, dass die Regelung gemäss der 

Vereinbarung/Verfügung Z1 bis zum Endentscheid in der Sache gelten sollte. Die 

- 18 -

Vorinstanz habe auch nicht widersprüchlich entschieden, indem die Verfügung Z1 

lediglich bis zur Geltung der Verfügung Z2 bzw. Z7 gültig sein sollte. Ohne die Ver-

fügung Z1 hätte der Gesuchsteller weder die Sommerferien 2023 mit C._____ ver-

bringen noch diesen bei sich übernachten lassen können, und es hätte bei der nun-

mehr eingetretenen Anfechtung der Verfügung Z7 durch die Gesuchsgegnerin rund 

ein Jahr nach Einreichung des Eheschutzbegehrens ohne die Verfügung Z1 über-

haupt keine Betreuungsregelung gegeben (Urk. 20/10 S. 2 f.; Urk. 1 S. 3 f., 10 

Rz 22; Urk. 15 S. 3 f.). 

1.3. Zwar hat die Vorinstanz den Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 
2023 (Urk. 2) im Verhältnis zur von ihr mit Verfügung vom gleichen Tag genehmig-

ten vereinbarten Betreuungsregelung der Parteien vom 10. Juli 2023 (Verfügung 

Z1) nicht (mehr) begründet (Urk. 2 S. 9 ff.; vgl. aber Verfügung Z1 S. 2 oben). Aus 

dem erstinstanzlichen Protokoll geht jedoch klar hervor, dass die von den Parteien 

am 10. Juli 2023 getroffene und von der Vorinstanz mit Verfügung vom 11. Juli 

2023 genehmigte Betreuungsregelung (vgl. Prot. I S. 42; Urk. 7/23; Verfügung Z1) 

im Einverständnis der Parteien nur bis zum Vorliegen des Massnahmenentschei-

des über das vom Gesuchsteller gestellte Massnahmebegehren (Urk. 7/19 S. 3; 

vgl. Prot. I S. 42 "mit Wirkung bis zum Massnahmenentscheid"; vgl. zu Recht auch 

Urk. 1 S. 3 Rz 4) und gerade nicht bis zur Rechtskraft des Eheschutzentscheides 

in der Sache gelten sollte, wie die Gesuchsgegnerin meint. Dass dieser Massnah-

meentscheid dann bereits am 11. Juli 2023 in unbegründeter Fassung (vgl. Verfü-

gung Z2) erging, spielt keine Rolle. Immerhin galt die vereinbarte genehmigte Re-

gelung gemäss der Verfügung Z1 mangels Vollstreckbarkeit der (unbegründeten) 

Verfügung Z2 ohnehin bis zum Vorliegen der von der Gesuchsgegnerin verlangten 

Begründung derselben (vgl. Egli, OFK-ZPO, ZPO 336 N 8). Ohne die Verfügung 

Z1 wäre die Betreuung von C._____ durch den Gesuchsteller, insbesondere wäh-

rend der Sommerferien 2023, überhaupt nicht gerichtlich geregelt gewesen (vgl. 

auch Urk. 15 S. 4 Rz 8). Im Übrigen wurde gemäss der Verfügung Z2 im Unter-

schied zur Verfügung Z1 die (alternierende) Obhut über C._____ und nicht nur des-

sen einstweilige Betreuung durch den Gesuchsteller geregelt. Von einem wider-

sprüchlichen, treuwidrigen Vorgehen der Vorinstanz kann dementsprechend nicht 

die Rede sein. Dass die Anordnung vorsorglicher Massnahmen betreffend Kinder-

- 19 -

belange (Art. 261 ff. ZPO) im Rahmen des vorinstanzlichen Eheschutzverfahrens 

(vgl. dazu: Pfänder Baumann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 273 N 10; OGer ZH 

LE140004 vom 4. März 2014, E. III./2.1 sowie Urk. 2 S. 6 f. m.H.) notwendig und 

dringlich war, weil sich die Parteien nicht über die Betreuung von C._____ einigen 

konnten und dieser darunter litt, steht sodann ausser Frage (vgl. Urk. 2 S. 9-11 

m.H.). Der Erlass der angefochtenen Massnahmeverfügung vom 11. Juli 2023 

durch die Vorinstanz war somit zulässig. 

2.1. Die Gesuchsgegnerin beanstandet sodann, die Vorinstanz habe in der ange-
fochtenen begründeten Fassung der Verfügung vom 11. Juli 2023 (erneut) das Ent-

scheid-Dispositiv geändert, nämlich zusätzlich den Satz "Dieser Entscheid ist sofort 

vollstreckbar (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO)" eingefügt, weshalb die angefochtene Ver-

fügung nichtig sei. Die Änderung des Dispositivs sei gemäss der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung unzulässig (Urk. 20/1 S. 5 f.). 

2.2. Dieser Einwand geht fehl. Hat das Gericht seinen Entscheid gefällt und eröff-
net, ist es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit der Sache befasst. Eine Abänderung 

seines Entscheids ist - unter Vorbehalt der Berichtigung - ausgeschlossen. Der Ent-

scheid ist in jenem Zeitpunkt gefällt, in dem er vom Gericht festgehalten wird (BGE 

149 III 12 Erw. 3.2.1 m.H. auf BGE 142 III 695 Erw. 4.2.1). Vorliegend hat die erste 

Instanz ihren Urteilsspruch (Art. 238 lit. d ZPO) im Rahmen der angefochtenen Ver-

fügung vom 11. Juli 2023 jedoch nicht verändert (vgl. demgegenüber die von der 

Kammer mit Urteil vom 18. Oktober 2023 für nichtig erklärte Verfügung Z5, wo die 

Vorinstanz die in der Verfügung Z2 noch enthaltene Dispositivziffer 3 unzulässiger-

weise gestrichen hat, Urk. 7/48/1 S. 6 f.). Vielmehr ersetzte sie korrekterweise in 

Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verfügung den (in der unbegründeten Verfü-

gung Z2 enthaltenen) Hinweis auf die zehntägige Frist, innert derer die Begründung 

des unbegründeten Entscheides verlangt werden kann (vgl. Art. 239 Abs. 2 ZPO), 

durch den Hinweis auf das Rechtsmittel der Berufung (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. b 

ZPO), nachdem die Gesuchsgegnerin mit Eingabe vom 20. Juli 2023 die Begrün-

dung der Verfügung Z2 verlangt hatte (Urk. 7/29; Art. 239 Abs. 1 und 2 ZPO; 

Art. 238 lit. f ZPO). Dass die angefochtene Verfügung (Urk. 2) sofort vollstreckbar 

ist, ergibt sich aus Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO, wonach die Berufung gegen Ent-

- 20 -

scheide über vorsorgliche Massnahmen keine aufschiebende Wirkung hat. Bei 

Eheschutzentscheiden handelt es sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung um vorsorgliche Massnahmen (BGE 133 III 393 Erw. 5.1). Der Hinweis der 

Vorinstanz in Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verfügung auf Art. 315 Abs. 4 

lit. b ZPO ist somit rein deklaratorischer Natur und entfaltet keine Rechtswirkung. 

Ein ohne schriftliche Begründung eröffneter Entscheid ist im Übrigen erst vollstreck-

bar, wenn die Begründungsfrist unbenutzt ablief oder ein begründeter Entscheid 

vorliegt (Art. 112 Abs. 2 BGG analog; OGer ZH RV120010 vom 13. September 

2012, Erw. III.1d, e, S. 5 f.). Die unbegründete Verfügung Z2 war somit nicht voll-

streckbar, weshalb der Hinweis auch nicht anzubringen war (vgl. auch zu Recht 

Urk. 20/10 S. 3 Rz 5). Und schliesslich ist der Vollständigkeit halber darauf auf-

merksam zu machen, dass die Rechtsmittelbelehrung ohnehin kein Gültigkeitser-

fordernis ist. Ihr Fehlen hat keine Nichtigkeit des Entscheids zur Folge (OFK ZPO-

Engler, Art. 238 N 10a m.H.). 

3. Dispositivziffer 3 der angefochtenen Verfügung lautet wie folgt: "Bis zur 
Rechtskraft dieses Entscheides, gilt die seitens der Parteien am 10. Juli 2023 einst-

weilig vereinbarte Betreuungsregelung". Diese Anordnung widerspricht im Ergeb-

nis Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO, wonach die Berufung gegen Entscheide über vor-

sorgliche Massnahmen von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung hat. 

Diese Entscheide sind sofort vollstreckbar. Die Vollstreckung vorsorglicher Mass-

nahmen kann lediglich durch die Berufungsinstanz ausnahmsweise aufgeschoben 

werden, wenn der betroffenen Partei ein nicht leicht wiedergutzumachender Nach-

teil droht (Art. 315 Abs. 5 ZPO). Die Vorinstanz war demnach nicht zuständig, die 

Vollstreckbarkeit des angefochtenen Massnahmeentscheids bis zu dessen Rechts-

kraft aufzuschieben, wie der Gesuchsteller richtig vorbringt (Urk. 1 S. 8 Rz 16). 

Art. 268 Abs. 2 ZPO, welcher das Verhältnis der vorsorglichen Massnahmen zum 

Urteil in der Hauptsache regelt, ist vorliegend nicht einschlägig (vgl. auch Urk. 15 

S. 8 Rz 18). Dispositivziffer 3 ist daher ersatzlos aufzuheben. Anzumerken bleibt, 

dass sich die Vorinstanz ihres Irrtums durchaus bewusst war und ihn durch Strei-

chung von Dispositivziffer 3 im Sinne eines offensichtlichen Versehens "berichti-

gen" wollte (vgl. Verfügung Z5 S. 47, 49), was jedoch, wie die Kammer im bereits 

erwähnten Urteil vom 18. Oktober 2023 festhielt, nicht zulässig ist (vgl. Urk. 7/48/1 

- 21 -

S. 6 f.). Im Übrigen galt gemäss Präsidialverfügung vom 15. November 2023 für die 

Dauer des Berufungsverfahrens einstweilen die Regelung gemäss der Verfügung 

Z1 (weil zunächst auch Dispositivziffer 3 sofort vollstreckbar wurde und nicht offen-

sichtlich nichtig erschien, vgl. Urk. 20/7 S. 7 f.). Ihre Verfügung vom 26. Oktober 

2023 betreffend die superprovisorische Vollstreckung der angefochtenen Verfü-

gung (Verfügung Z8) hat die Vorinstanz mit Verfügung vom 10. Januar 2024 im 

Übrigen entsprechend aufgehoben (Urk. 11 S. 6 Rz 24; Urk. 7/13/68). Sofern der 

Gesuchsteller vorsorglich für die Dauer des Berufungsverfahrens die Einräumung 

eines Feiertage- und Ferienbesuchsrechts verlangt (Urk. 1 S. 2 Antrag Ziffer 3, S. 9 

Rz 21), wird solches mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos. Zudem 

konnte er, wie darzutun sein wird, Ferien und Feiertage mit C._____ verbringen. 

D. Obhut

1. Die Vorinstanz stellte den gemeinsamen Sohn der Parteien, C._____, gebo-
ren am tt.mm.2014, für die weitere Dauer des Eheschutzverfahrens im Sinne vor-

sorglicher Massnahmen unter die alternierende Obhut der Parteien, mit gesetzli-

chem Wohnsitz von C._____ bei der Gesuchsgegnerin. Dabei wurde die Betreu-

ungsverantwortung dem Gesuchsteller jeden Montag ab 7.00 bis 19.30 Uhr über-

tragen sowie jeden zweiten Donnerstag ab Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr bis Sonn-

tagabend 18.30 Uhr, wenn die Gesuchsgegnerin am Samstag arbeitet, wobei der 

Gesuchsteller C._____ an diesen Sonntagen in die D._____ Schule bringt und dort 

wieder abholt, sowie jeden zweiten Donnerstag ab Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr bis 

Freitagabend 19.30 Uhr, wenn die Gesuchsgegnerin am Samstag nicht arbeitet. 

Ferner wurde ihm ein Feiertagebesuchsrecht an Weihnachten / Neujahr sowie ein 

Ferienbesuchsrecht von 6.5 Wochen Ferien pro Jahr eingeräumt (Urk. 2 S. 47 f., 

Dispositivziffern 1 und 2). Zusammengefasst wurde festgehalten, dass die Voraus-

setzungen für eine alternierende Obhut vorliegend umfassend gegeben seien. 

Stichhaltige Gründe, welche im Kindeswohl gegen eine alternierende Obhut sprä-

chen, seien keine ersichtlich. Unter Würdigung aller Umstände (Erziehungsfähig-

keit beider Parteien, hinreichende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, 

enge Beziehung von C._____ zu beiden Elternteilen, ideale geografische Verhält-

nisse [Wohnorte 8 Minuten bzw. 600 Meter entfernt], beidseitige Gewährleistung 

- 22 -

der persönlichen Betreuung durch beide Eltern in den Randzeiten, Weiterführung 

der bisherigen massgeblichen Beteiligung beider Eltern an der Pflege und Erzie-

hung von C._____, vgl. Urk. 2 S. 25 ff.), insbesondere angesichts der wichtigen 

Ressourcen und massgeblichen Beteiligung beider Eltern an der Erziehung sowie 

des Wunsches des Kindes, mit beiden Eltern gleichermassen Zeit zu verbringen, 

erscheine die Zuteilung der Obhut an beide Parteien dem Kindeswohl am besten 

zu entsprechen. Es sei ferner zu hoffen, dass sich die Konflikte zwischen den Par-

teien rund um die Betreuung des Sohnes mit der anzuordnenden verbindlichen Be-

treuungsregelung legen würden. Klare Strukturen sowie das Setzen von Grenzen 

und das Einfordern ihres Einhaltens seien ein unerlässlicher Aspekt für eine ge-

sunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Auch die Kunsttherapeutin habe be-

reits darauf hingewiesen, es sei wichtig, dass C._____ lerne, dass er nicht immer 

alles so haben könne, wie er sich dies wünsche. Des Weiteren dürften Entschei-

dungen sowie die Ausgestaltung der Betreuungszeiten nicht C._____ alleine über-

lassen werden, da die Übertragung dieser Verantwortung zu einer Überforderung 

und Verstärkung seines Loyalitätskonflikts und den damit einhergehenden Verhal-

tensauffälligkeiten führe, was dem Kindeswohl klar entgegenstehe. Auch wenn 

C._____s Bedürfnissen bei Möglichkeit angemessen Rechnung zu tragen sei, so 

hätten aufgrund des jungen Alters von C._____ stets die Eltern die Verantwortung 

für solche Entscheidungen zu tragen. In diesem Zusammenhang sei auch anzu-

merken, dass die Parteien einen von ihren eigenen Vorstellungen abweichenden 

Erziehungsstil des anderen Elternteils grundsätzlich zu akzeptieren hätten (Urk. 2 

S. 36 f.). 

2.1. Die rechtlichen Prämissen und insbesondere die Kriterien für die Zuteilung 
der (alternierenden) Obhut wurden im angefochtenen Entscheid korrekt wiederge-

geben (Urk. 2 S. 13 ff. m.H.). Es kann grundsätzlich darauf verwiesen werden. Zu 

betonen bleibt, dass (auch) die alternierende Obhut in erster Linie die Erziehungs-

fähigkeit beider Eltern voraussetzt. Weiter erfordert sie organisatorische Massnah-

men und gegenseitige Informationen. Insofern setzt die praktische Umsetzung ei-

ner alternierenden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den 

Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Zu berücksich-

tigen ist ferner die geografische Situation, namentlich die Distanz zwischen den 

- 23 -

Wohnungen der beiden Eltern, und die Stabilität, welche die Weiterführung der bis-

herigen Regelung für das Kind mit sich bringt. In diesem Sinne fällt die alternierende 

Obhut eher in Betracht, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung ab-

wechselnd betreuten. Weitere Gesichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das 

Kind persönlich zu betreuen, und das Alter des Kindes sowie seine Einbettung in 

ein weiteres soziales Umfeld. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu 

schenken, selbst wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) 

nicht urteilsfähig ist (vgl. BGE 142 III 612 Erw. 4.3 m.w.H.). Ergänzend ist ferner 

festzuhalten, dass das Bundesgericht, wie die Vorinstanz richtig ausführte (vgl. 

Urk. 2 S. 17), mit den beiden Urteilen 5A_367/2020 vom 19. Oktober 2020 und 

5A_629/2019 vom 13. November 2020 zwar verdeutlicht hat, dass einer alternie-

renden Obhut gegenüber einer alleinigen Obhut bei fehlender Kindeswohlgefähr-

dung oder anderen stichhaltigen Gründen der Vorzug zu gewähren sei. Bei der 

alternierenden Obhut handelt es sich nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung, anders als dies bei der gemeinsamen elterlichen Sorge der Fall sei (Art. 296 

Abs. 2, Art. 298 Abs. 1, Art. 298b Abs. 2 ZGB), allerdings nicht um den vom Gesetz 

vorgegebenen Regelfall (anders offenbar der Gesuchsteller in Urk. 7/19 Rz 27 mit 

Verweis auf BGer 5A_367/2020 vom 19. Oktober 2020). Vielmehr verpflichte das 

Gesetz das Gericht bloss dazu, die Möglichkeit dieser Form der Betreuung zu prü-

fen, wenn ein Elternteil oder das Kind dies verlange (Art. 298 Abs. 2ter ZGB). Das 

Gericht habe dabei eine sachverhaltsbasierte Prognose abzugeben und gestützt 

auf diese die zum Wohl des Kindes beste Obhuts- und Betreuungsregelung zu tref-

fen. Der Entscheid über die alternierende Obhut liege im Ermessen des Sachge-

richts (Art. 4 ZGB). Das Gericht müsse prüfen, ob dieses Betreuungsmodell möglich 

und mit dem Wohl des Kindes vereinbar sei. Denn nach der Praxis gelte das Kin-

deswohl als oberste Maxime des Kindesrechts; es sei für die Regelung des Eltern-

Kind-Verhältnisses demnach immer der entscheidende Faktor, während die Inter-

essen und Wünsche der Eltern in den Hintergrund zu treten hätten; vgl. BGer 

5A_800/2022 vom 28. März 2023, Erw. 5.4.2; BGE 142 III 612 Erw. 4.2 und 4.3). 

Die vom Gesuchsteller vorgebrachten allgemeinen Vorzüge der alternierenden Ob-

hut (vgl. Urk. 20/10 S. 4 f.) interessieren für die Beurteilung der vorliegenden Ver-

hältnisse nicht. Ebenso wenig ist von Belang, dass mit der alternierenden Obhut 

- 24 -

ungünstige Muster (vgl. Urk. 20/10 S. 4: "es gehört doch zu mir" seitens des haupt-

betreuenden Elternteils bzw. "in die zweite Reihe verwiesen" betreffend den ande-

ren nur punktuell kontaktberechtigten Elternteil) überwunden werden (sollen). Ent-

scheidend ist allein, ob die alternierende Obhut im konkreten Einzelfall dem Kin-

deswohl entspricht. Solches schliesst selbstredend eine automatische Anordnung 

einer alternierenden Obhut mit je hälftiger Betreuung aus (vgl. BGer 5A_463/2022 

vom 22. Mai 2023, Erw. 3.3 in fine). Die alternierende Obhut setzt sodann keine 

streng hälftige Aufteilung der Betreuungsanteile voraus (BGer 5A_247/2021 vom 

10. Januar 2022, Erw. 3.4.2 m.w.H). 

2.2. Im Folgenden ist auf die einzelnen Kriterien für die Zuteilung der (alternieren-
den) Obhut näher einzugehen. 

a) Erziehungsfähigkeit der Eltern

Die Vorinstanz erwog, gestützt auf die natürliche Vermutung sei von der Erzie-

hungsfähigkeit beider Eltern auszugehen. Aus den Akten ergäben sich keine Hin-

weise für eine eingeschränkte Erziehungsfähigkeit eines Elternteils. Vielmehr er-

helle aus der gelebten Betreuungsregelung der Parteien, dass auch diese von einer 

gegenseitigen Erziehungsfähigkeit ausgingen. Wenngleich der Gesuchsteller der 

Gesuchsgegnerin vorwerfe, sie würde durch ihr Verhalten, namentlich durch ab-

schätzige Äusserungen, den bestehenden Loyalitätskonflikt von C._____ bekräfti-

gen, so anerkenne er im Grundsatze und trotz der unterschiedlichen Erziehungs-

stile, dass sie eine gute Mutter sei. Die Gesuchsgegnerin würde sich zwar wün-

schen, dass der Gesuchsteller mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse von C._____ 

nehme, und werfe ihm vor, er verhalte sich C._____ gegenüber teils zu aggressiv, 

indem er ihn anschreie, auch sie anerkenne aber grundsätzlich, dass der Gesuch-

steller ein guter Vater sei. Die Gesuchsgegnerin habe ferner erklärt, auch keine 

Probleme damit zu haben, C._____ alleine durch den Gesuchsteller betreuen zu 

lassen, sofern C._____ dies wünsche, und gehe nach den Herbstferien 2023 eben-

falls von einer Ausdehnung der Betreuungszeiten des Gesuchstellers aus. Beide 

Parteien hätten C._____ seit der Trennung unbestrittenermassen persönlich be-

treut, zeigten sich an C._____ und dessen Wohlergehen interessiert und schienen 

aufgrund seiner Schilderungen anlässlich der Kinderanhörung beide einen liebe-

- 25 -

vollen Umgang mit ihm zu pflegen. Aufgrund der Gesamtumstände sei sodann da-

von auszugehen, dass beide Elternteile wichtige ergänzende Erziehungsressour-

cen aufweisen würden. Die Gesuchsgegnerin scheine für C._____ emotional eine 

wichtige Stütze zu sein und viel Einfühlungsvermögen für seine Bedürfnisse aufzu-

bringen. Der Gesuchsteller wiederum scheine C._____ besser Regeln bzw. Gren-

zen und das Einfordern ihrer Einhaltung vermitteln zu können, was für eine gesunde 

Entwicklung des Kindes ebenfalls unerlässlich sei. Die unabdingbare Vorausset-

zung der beidseitigen Erziehungsfähigkeit für eine alternierende Obhut sei somit 

gegeben (Urk. 2 S. 25 ff.).  

Der Gesuchsteller stellt die Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin an sich im 

Rahmen seiner Erstberufung nicht in Frage (Urk. 1 S. 11 ff.). In seiner Zweitberu-

fungsantwort macht er jedoch geltend, die Gesuchsgegnerin vertrete die Ansicht, 

dass nur sie sich richtig um C._____ kümmern könne. Sie lehne bislang die meisten 

(vom Bundesamt empfohlenen) Impfungen und jegliches Röntgen ab. Bei einer al-

ternierenden Obhut mit hälftiger Betreuung vermöchte er der alternativen Sicht-

weise der Gesuchsgegnerin eine andere Sicht gegenüber zu stellen, welche davon 

geprägt sei, dass gewisse Strukturen einzuhalten seien, wie die Schulpflicht. Die 

unterschiedlichen Erziehungsstile würden sich so ergänzen (Urk. 20/10 S. 23-26). 

Die Gesuchstellerin hielt entgegen, sie sei weder gegen Impfen noch gegen Rönt-

gen. Einzig die MRR-Impfung, welche auf Hühnereiern gezüchtet werde, lehne sie 

ab, weil C._____ allergisch auf rohe Hühnereier sei und daher die Gefahr eines 

anaphylaktischen Schocks für C._____ bestehe (Urk. 20/16 S. 18 Rz 76 f.). 

Indem der Gesuchsteller selbst von alternativer Sichtweise und unterschiedlichen 

Erziehungsstilen spricht, stellt er die grundsätzliche Erziehungsfähigkeit der Ge-

suchsgegnerin jedenfalls nicht in Frage. An dieser ist denn auch nicht zu zweifeln. 

Die Gesuchsgegnerin vermag sich gut in die Bedürfnisse von C._____ einzufühlen 

und ihm Sicherheit zu vermitteln (Urk. 2 S. 27; Urk. 7/31/1; Urk. 7/22/2). Es scheint 

zudem glaubhaft, dass es (auch) bei der Gesuchstellerin Regeln für C._____ gibt, 

namentlich betreffend Medienkonsum, Hausaufgaben und Bettzeiten (Urk. 20/1 

S. 10 Rz 33; Urk. 20/10 S. 33). Zwar erreichte (auch) die Gesuchstellerin nicht im-

mer, dass C._____ zur Schule ging, und musste ihn schliesslich auch schon mehr-

- 26 -

fach zur Arbeit mitnehmen, allerdings legte sie ihre diesbezüglichen Bemühungen 

substantiiert dar (mehrmalige, längere Anwesenheit in der Schule, Begleiten von 

C._____ in die Schule, längere Diskussionen mit C._____ über den Schulbesuch 

etc., vgl. Urk. 7/21 S. 5 ff., Rz 7 f., 11, 15, 18, 23, 25, 29; Urk. 20/1 S. 12 f. Rz 41, 

43 f., S. 27 Rz 94; Prot. I S. 27). C._____ scheint in dieser Hinsicht in der Tat sehr 

schwierig beeinflussbar gewesen zu sein, was allerdings zu einem Grossteil auf die 

Trennungssituation und seinen Loyalitätskonflikt zurückzuführen gewesen sein 

dürfte. Mittlerweile klappt es mit dem Schulbesuch besser (vgl. Urk. 11 S. 7 Rz 29; 

Urk. 20/10 S. 16 Rz 42; Urk. 20/16 S. 19 Rz 88). Allerdings zeigt C._____ offenbar 

aggressives Verhalten gegenüber anderen Kindern in der Pause und hört nicht auf 

die Pausenaufsicht (Urk. 11 S. 7 Rz 29; Urk. 20/16 S. 13 Rz 57; Urk. 20/19 S. 8 

Rz 32; Urk. 18 S. 2 f. Rz 5). Zwischenzeitlich war offenbar die Beaufsichtigung von 

C._____ während der 10-Uhr-Pause durch die Schule nicht mehr gewährleistet und 

die Parteien mussten C._____ in diesen Pausen beaufsichtigen (Urk. 20/19 S. 2 f.; 

Urk. 20/22 S. 2 Rz 3 f.). Unbestritten blieb, dass laut der Schulleiterin die Proble-

matik der Unruhe von C._____ (vgl. auch Urk. 17/19 [Kurzprotokoll schulisches 

Standortgespräch vom 1. Februar 2024]) bereits seit Schulbeginn (vor 2,5 Jahren) 

bestehe. Mal sei sie ausgeprägter, mal weniger. Im Hinblick auf den Übertritt in die 

Oberstufe (recte wohl: Mittelstufe) empfehle sie eine Abklärung auf ADHS (Urk. 15 

S. 7 Rz 16; Urk. 18 S. 2 f. Rz 16). C._____s Probleme scheinen jedenfalls weniger 

auf dem Erziehungsverhalten der Gesuchsgegnerin (oder auch des Gesuchstel-

lers, vgl. sogleich) zu gründen, sondern sind vielmehr einerseits auf die Trennungs-

situation mit Loyalitätskonflikt und andererseits auf persönliche Eigenschaften von 

C._____ selbst zurückzuführen. Eine kinderpsychologische Unterstützung wäre 

hier wohl hilfreich, wird von der Schule empfohlen und grundsätzlich auch von den 

Parteien unterstützt (vgl. Urk. 18 S. 23 f. Rz 5 und Urk. 17/19; Urk. 20/16 S. 17; 

Urk. 20/19 S. 10 Rz 40; Urk. 20/22 S. 3 Rz 7). Hinsichtlich Impfungen und Röntgen 

haben die Parteien als gemeinsame Sorgerechtsinhaber unabhängig von der Ob-

hutsfrage (Entscheidungskompetenz in alltäglichen und dringlichen Angelegenhei-

ten, vgl. Art. 301 Abs. 1bis Ziff. 1 ZGB) ohnehin (weiterhin) gemeinsam zu entschei-

den (vgl. Art. 301 Abs. 1 ZGB). Die Gesuchsgegnerin scheint betreffend Röntgen 

zwar kritisch. C._____ wurde aber sowohl beim Vorfall mit dem Finger in der Schule 

- 27 -

als auch beim Kieferorthopäden geröntgt (Urk. 20/16 S. 12 Rz 40; Urk. 20/19 S. 8 

Rz 29 f.). Eine Kindswohlgefährdung ist nicht auszumachen. 

Die Gesuchsgegnerin verweist mit ihrer Zweitberufung hingegen auf die einge-

schränkte Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers. Sie hält im Wesentlichen dafür, 

sie habe vor Vorinstanz das inadäquate Verhalten des Gesuchstellers dargetan, 

wie es eigentlich schon immer gewesen sei und sich seit der Trennung akzentuiert 

habe. Die Vorinstanz habe zu Unrecht aus der gelebten Betreuungsregelung auf 

die Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers geschlossen. Sie vertrete eine Betreu-

ungsregelung, bei welcher sich die Problematik des Gesuchstellers nicht (allzu-

sehr) manifestiere. Das Konfliktverhalten des Gesuchstellers sei personenunab-

hängig, zumal es ihr gegenüber das gleiche Muster aufweise wie C._____ gegen-

über. Deshalb werde die Problematik in Bezug auf die Erziehungsfähigkeit auch im 

Umgang mit der Gesuchsgegnerin ersichtlich. Das Verhalten des Gesuchstellers 

sei aggressiv. Er habe seit der Trennung ultimativ die alternierende Obhut verlangt 

und dabei regelmässig die Komfortzone von C._____, der Gesuchsgegnerin und 

deren Mutter verletzt, indem er vor der Wohnung erschienen sei oder sich gar Zu-

gang zur Wohnung erzwungen habe. In seiner Kompromisslosigkeit und Aufdring-

lichkeit bestehe die Aggressivität. Die Problematik beim Umgang mit Regeln beim 

Gesuchsteller sei die Rigidität, mit der er seine Regeln durchsetzen wolle. So habe 

er C._____ mehrmals zurückgewiesen, als dieser erst später, als ursprünglich ver-

einbart, zu ihm habe kommen wollen. Es stimme auch nicht, dass der Gesuchsteller 

die Regeln im Unterschied zur Gesuchsgegnerin durchsetzen könne. C._____ 

habe Angst davor, vom Gesuchsteller angeschrien zu werden. Die Einschränkung 

seiner Erziehungsfähigkeit liege darin, dass der Gesuchsteller Konflikte mit 

C._____ nicht auflösen könne, sondern sie mit seiner Strategie schlimmer mache 

(z.B. als C._____ nicht aus dem Auto habe aussteigen wollen und der Gesuchstel-

ler zunächst weggelaufen sei und ihn dann angeschrien habe oder als C._____ auf 

der Pump-Track-Strecke bei der Schule vom Gesuchsteller davon nach Hause ge-

rannt und dann von diesem gestellt und aufs Heftigste zusammengestaucht worden 

sei). Auch habe der Gesuchsteller es mehrfach nicht geschafft, C._____ zum 

Schulbesuch zu bringen, sondern dies letztlich der Gesuchsgegnerin überlassen, 

welche C._____ teilweise zur Arbeit habe mitnehmen müssen. Die Fähigkeit des 

- 28 -

Gesuchstellers, Regeln durchzusetzen, beruhe mithin hauptsächlich auf seiner 

Selbstdarstellung. In der praktischen Erprobung habe sich diese Fähigkeit nicht be-

währt, sondern er habe im Gegenteil das Stresslevel bei allen Beteiligten erhöht. 

Dem Gesuchsteller mangle es an der nötigen Empathie, um mit C._____ umzuge-

hen. Es stimme nicht, dass sich aus den Akten keine Hinweise auf eine Problematik 

beim Gesuchsteller ergäben. So sei in der Kunsttherapie herausgekommen, dass 

C._____ den Gesuchsteller mit Ärger/Wut assoziiere, dies auch übernehme und in 

der Schule abreagiere, zumal er immer wieder Auseinandersetzungen mit seinen 

Schulkameraden habe. Die Vorinstanz übergehe diese Probleme mit Allgemein-

plätzen. Zudem habe die Gesuchsgegnerin gerade nicht bejaht, dass der Gesuch-

steller ein guter Vater sei, sondern vielmehr auf dessen Problematik hingewiesen, 

wonach er aggressiv mit C._____ umgehe und dieser Angst habe, dass der Ge-

suchsteller ihn anschreie. Man könne sich sodann keine Verbesserung mit dem 

Zeitablauf erhoffen. Die diversen Streitigkeiten, welche C._____ mit dem Gesuch-

steller habe, habe er sodann unabhängig vom Loyalitätskonflikt (Urk. 20/1 S. 7 ff.; 

vgl. auch Urk. 20/16 S. 15). 

Der Gesuchsteller erwidert im Wesentlichen, die Gesuchsgegnerin habe anlässlich 

der ersten Gerichtsverhandlung vom 30. Mai 2023 selber zu Protokoll gegeben, 

dass er ein guter Vater sei. Nachdem sie mehr als zwei Monate Zeit gehabt habe, 

um sich anwaltlich beraten zu lassen, habe sie anlässlich der zweiten Gerichtsver-

handlung vom 10. Juli 2023 ohne weitere Substantiierung angegeben, dass er ag-

gressiv sei. Es sei indes unglaubhaft, dass er sich innerhalb eines Monats von ei-

nem guten Vater zu einem Aggressor gewandelt haben solle, ohne dass sich etwas 

verändert habe. Die Tatsachen legten zudem anderes nahe. Der Gesuchsteller sei 

uneingeschränkt in der Lage, sich um sämtliche Bedürfnisse von C._____ zu küm-

mern (Kochen, Krankenpflege, Arztbesuche, schulische Förderung, Teilnahme an 

Schulbesuchstagen, Kontakt mit den Lehrerinnen etc.). Er pflege mit ihm gemein-

same Hobbies, wie Programmieren, Fahrradfahren und Familienmitglieder und 

Freunde treffen. Zudem habe er von September 2023 bis Dezember 2023 freiwillig 

am Elternkurs "Kinder im Blick" teilgenommen. Es stimme nicht, dass er aggressiv 

sei. Er habe C._____ auch nie angeschrien. Die gelebte Betreuung von C._____ 

durch ihn an den Arbeitstagen der Gesuchsgegnerin sowie die Absprache der Par-

- 29 -

teien betreffend die Ferien würden sehr wohl dafürsprechen, dass die Gesuchs-

gegnerin ihn für erziehungsfähig und nicht aggressiv halte (Urk. 20/10 S. 19 ff.).

Der Gesuchsteller hat C._____ unbestrittenermassen während des Zusammenle-

bens jeweils montags (nach der Schule) und samstags betreut, wenn die Gesuchs-

gegnerin arbeitete (Urk. 2 S. 31; Urk. 20/1 S. 15 Rz 51, S. 22 Rz 74 f., S. 29 Rz 100 

f.). Zudem betreute er ihn zumindest teilweise auch während der zweieinhalbjähri-

gen Weiterbildung der Gesuchsgegnerin (vgl. Urk. 20/1 S. 20 f.; Urk. 20/10 S. 7 

Rz 14 f., S. 46 Rz 135; Prot. I S. 17) und widmete sich im Sommer 2022 während 

seiner acht Ferienwochen jedenfalls zum Teil dem Sohn (Urk. 20/10 S. 6 Rz 13; 

Urk. 20/16 S. 4 Rz 13). Es ist nicht davon auszugehen, dass die Gesuchsgegnerin 

C._____ dem Gesuchsteller in diesem Umfang überlassen hätte, wenn sie ernst-

haft an seiner Erziehungsfähigkeit gezweifelt hätte. Der vorinstanzlichen Auffas-

sung ist daher ohne weiteres beizupflichten, wonach aufgrund der gelebten Betreu-

ung auf die Erziehungsfähigkeit (auch) des Gesuchstellers zu schliessen sei. Dass 

es im Zuge der Trennung zu Auseinandersetzungen kam, wobei der Gesuchsteller 

mehrfach am Wohnort der Gesuchsgegnerin vorstellig wurde und C._____ mehr-

mals über das iPad kontaktierte (vgl. Urk. 20/1 S. 7 f.; Urk. 7/21 S. 4 f.), vermag die 

grundsätzliche Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers jedenfalls nicht zu trüben. 

Der Paarkonflikt ist sodann von der Erziehungsfähigkeit abzugrenzen (vgl. z.B. Vor-

fall betreffend Dokumentenherausgabe aus einer Box und Vorenthalten des Autos, 

Urk. 20/1 S. 9 f. Rz 31 bzw. S. 8 f. Rz 28; Urk. 18 S. 3 Rz 6). Die Erziehungsstile 

der Parteien mögen unterschiedlich sein, wobei sie, worauf die Vorinstanz zu Recht 

hingewiesen hat, wichtige ergänzende Erziehungsressourcen aufweisen (Urk. 2 

S. 27). Dass der Gesuchsteller C._____ manchmal anschrie (bzw. streng mit ihm 

sprach, vgl. Prot. I S. 15 f.), weshalb dieser sich ängstigte und den Gesuchsteller 

im Rahmen der Kunsttherapie mit Ärger/Wut assoziierte (Urk. 7/20/44; Urk. 7/31/1 

= Urk. 7/22/1), war dem Kindeswohl zwar abträglich. Allerdings ist allein deshalb 

nicht auf eine grundsätzlich fehlende Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers zu 

schliessen. Es ist insbesondere zu betonen, dass C._____ gerne Zeit mit dem Ge-

suchsteller verbringt, wie er anlässlich der vorinstanzlichen Kindesanhörung vom 

8. Juni 2023 mehrfach deutlich zum Ausdruck brachte (Urk. 7/15). Es ist dem Ge-

suchsteller auch nicht vorzuwerfen, dass er sich anderweitig organisierte, wenn die 

- 30 -

vereinbarten Betreuungszeiten nicht eingehalten wurden bzw. C._____ erst später 

als abgemacht zu ihm kommen wollte (vgl. Urk. 20/1 S. 10 f., Urk. 20/10 S. 33 f.). 

Der Gesuchsteller scheint an C._____ und seiner Entwicklung interessiert. Der vor-

instanzliche Schluss, wonach der Gesuchsteller C._____ besser Regeln bzw. 

Grenzen und das Einfordern ihrer Einhaltung vermitteln könne (Urk. 2 S. 27), ist 

allerdings dahingehend zu relativieren, dass es auch dem Gesuchsteller nicht (im-

mer) gelang, C._____ zum Schulbesuch zu bringen, wie die Gesuchsgegnerin 

nachvollziehbar darlegte (Urk. 20/1 S. 12 Rz 41) und vom Gesuchsteller jedenfalls 

nicht substantiiert bestritten wurde (Urk. 15 S. 10 ff.). Im Zusammenhang mit den 

Streitereien zwischen C._____ und seinem Schulfreund F._____ führte die Kunst-

therapeutin aus, dass C._____ seinen Ärger/Wut vom Gesuchsteller übernommen 

haben könnte, verwies diesbezüglich aber explizit auf beide Elternteile 

(Urk. 7/31/1). Auch wies sie die Gesuchsgegnerin darauf hin, dass sie keinen gros-

sen Ärger in Anwesenheit von C._____ zeigen solle (Urk. 7/20/44). Anlässlich der 

Vergleichsverhandlung vom 30. Mai 2023 führte die Gesuchsgegnerin auf Nach-

frage aus, der Gesuchsteller sei ein guter Vater. Allerdings wünschte sie sich, er 

würde etwas mehr auf C._____s Bedürfnisse Rücksicht nehmen (Prot. I S. 4). Im 

Rahmen der Verhandlung vom 10. Juli 2023 antwortete sie demgegenüber auf die 

Frage der Vorinstanz, ob der Gesuchsteller ihrer Meinung nach ein guter Vater sei, 

er sei aggressiv. Sie habe mit ihm die gleichen Probleme gehabt (Prot. I S. 24). 

Allerdings liess sie nebst dem Anschreien keine weiteren Vorbehalte gegenüber 

dem Gesuchsteller protokollieren. Zudem gab sie an, dass C._____ den Kontakt 

zum Gesuchsteller brauche und das Besuchsrecht jeweils am Montag und am 

Samstag gut funktioniert habe (Prot. I S. 24 f.). Insgesamt bejahte die erste Instanz 

die grundsätzliche Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers nach dem Gesagten so-

mit zu Recht. Im Übrigen spricht auch der Umstand, dass die Gesuchsgegnerin 

dem Gesuchsteller nunmehr breitwillig Ferien mit dem Sohn zugesteht (vgl. Urk. 11 

S. 8 Rz 35; Urk. 15 S. 9 Rz 26), dafür, dass sie ihn für erziehungsfähig erachtet. 

b) Persönliche Beziehung des Kindes zu den Eltern

Die Gesuchsgegnerin pflegt unstrittig eine enge und liebevolle Beziehung zu 

C._____ (Urk. 2 S. 27; Urk. 7/15; Urk. 7/31/1). Auch der Gesuchsteller steht in einer 

- 31 -

guten, vertrauten Beziehung zu C._____, wenngleich diese etwas weniger eng er-

scheint als jene zur Gesuchsgegnerin. Dies erhellt aus der Kindesanhörung. Dort 

deponierte C._____, dass er sich mit dem Gesuchsteller alleine Ferien noch nicht 

ganz vorstellen könne bzw. vielleicht in einem halben Jahr. Er unternehme aber 

gerne alleine mit dem Gesuchsteller etwas. Die Zeit beim Gesuchsteller geniesse 

er, wobei er sich noch an die neue Situation gewöhnen müsse, insbesondere auch 

an die Übernachtungen bei ihm (Urk. 7/15). Gleiches ergibt sich auch aus den Be-

richten und E-Mailnachrichten der Kunsttherapeutin (vgl. z.B. anschaulich: 

Urk. 7/31/1, Vogelnestzeichnung, wo sich C._____ als kleinen Vogel neben der Ge-

suchsgegnerin im Nest zeichnete und in der Luft darüber den grossen Gesuchs-

gegnervogel; Urk. 7/22/2). Entgegen der Auffassung der Gesuchsgegnerin ist indes 

nicht von einer so konflikthaften Beziehung zwischen C._____ und dem Gesuch-

steller auszugehen, welche nicht als vertraut bezeichnet werden könne (Urk. 20/1 

S. 18 Rz 63). Die Spannungen zwischen C._____ und dem Gesuchsteller lassen 

sich in erster Linie vielmehr auf den Loyalitätskonflikt, in welchem sich C._____ 

augenscheinlich befindet, zurückführen (vgl. Urk. 7/20/39, E-Mail der Kunstthera-

peutin vom 12. Mai 2023, in der sie darauf hinweist, dass die Schule, die Bauch-

schmerzen und seine allgemeine Stimmung sekundäre Probleme von C._____ 

seien, zumal er ihr erzählt habe, dass die Kommunikation zwischen seinen Eltern 

sich nicht verbessert habe und er traurig sei, dass sie sich über seine Betreuung 

nicht einigen könnten. Dies störe ihn am meisten). Zudem musste C._____ sich 

zunächst an die Trennungssituation mit zwei Haushalten gewöhnen (vgl. 

Urk. 7/20/40). 

c) Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen

Hinsichtlich der zeitlichen Verfügbarkeit stellte die Vorinstanz fest, dass der Ge-

suchsteller derzeit in einem 100 %-Pensum bei der G._____ [Bank] im IT-Bereich 

und die Gesuchsgegnerin in einem 50 %-Pensum bei der Apotheke H._____ in 

I._____ arbeiten würde. Der Gesuchsteller habe zudem glaubhaft dargelegt, dass 

er sich seine Arbeitszeit frei einteilen und frei wählen könne, ob er von zuhause aus 

oder im Büro arbeite. Aktuell arbeite er in der Regel an zwei oder drei Tagen pro 

Woche von zuhause aus. Sodann habe er angegeben, zukünftig auf ein 80 %-Pen-

- 32 -

sum reduzieren zu wollen, um seinen Sohn mehr persönlich zu betreuen, womit 

seine Arbeitgeberin einverstanden sei. C._____ bleibe in der dritten Klasse mon-

tags, dienstags und freitags über Mittag (sog. gebundene Mittage) in der Schule, 

wobei er an diesen Tagen am Nachmittag bis 15.30 bzw. 16.00 Uhr Unterricht habe. 

Am Mittwoch und Donnerstag sei C._____ bis 12.00 Uhr in der Schule. Die Ge-

suchsgegnerin werde gelegentlich durch ihre Mutter bei der Betreuung des Sohnes 

unterstützt, insbesondere während dessen Ferien. Vorliegend seien keine spezifi-

schen Bedürfnisse des achteinhalbjährigen Sohnes ersichtlich, die eine vorwiegend 

persönliche Betreuung auch ausserhalb der Randzeiten (morgens, abends und am 

Wochenende) notwendig machen würden. C._____ sei im Gegenteil von Montag 

bis Freitag tagsüber grösstenteils in der Schule. Beide Parteien seien in den Rand-

zeiten für die Betreuung des Sohnes sodann ungefähr gleichermassen verfügbar. 

Hinzu trete, dass der Gesuchsteller glaubhaft dargetan habe, dass er an zwei bis 

drei Tagen wöchentlich von zuhause aus arbeiten und er die Homeoffice-Tage frei 

wählen könne, weshalb er nötigenfalls an diesen Tagen auch ausserhalb der Rand-

zeiten verfügbar wäre und er die Betreuung von C._____ angesichts von dessen 

Alter auch dann ohne Weiteres sicherstellen könnte. Der Gesuchsteller verfüge so-

mit auch über ein klares Betreuungskonzept. Demgemäss würden beide Parteien 

gleichermassen Bereitschaft zeigen, C._____ persönlich zu betreuen, und es sei 

beiden Parteien in zeitlicher Hinsicht auch möglich, die Betreuung von C._____ 

sicherzustellen, was für die Anordnung einer alternierenden Obhut spreche (Urk. 2 

S. 30 f.). 

Die Gesuchsgegnerin meint diesbezüglich, der Gesuchsteller könne sein Erwerbs-

pensum nicht reduzieren, um zusätzliche Betreuung zu übernehmen, weil nach der 

Rechtsprechung sich sogar der Elternteil, welcher die (alleinige) Obhut zugeteilt 

bekomme, darauf behaften lassen müsse, wenn er bereits während des Zusam-

menlebens erwerbstätig gewesen sei. Er könne sich nicht darauf berufen, neu in-

folge Kinderbetreuung in seiner Erwerbstätigkeit eingeschränkt zu sein. Sodann 

müsse man auch im Homeoffice arbeiten und habe keine Zeit, sich um die Kinder 

zu kümmern. Man sei höchstens im Notfall schneller zur Stelle. Für die Alltagsbe-

treuung nütze das nichts. C._____ sei noch nicht den ganzen Tag in der Schule, 

sondern er habe beispielsweise am Donnerstagnachmittag frei, an welchem Tag 

- 33 -

der Gesuchsteller die Betreuung übernehmen sollte. Das könne er nicht, weil er 

arbeite. Insofern habe er kein klares Betreuungskonzept. Er habe insbesondere 

nicht dargelegt, wie er C._____ am Donnerstagnachmittag betreuen lassen werde 

(Urk. 20/1 S. 21 f.). 

Der Gesuchsteller hält entgegen, Homeoffice bedeute nicht, dass er arbeite, wenn 

C._____ zu Hause sei. Es heisse vielmehr, dass der Arbeitsweg wegfalle und er 

sofort zur Stelle sei, wenn C._____ in der Schule Hilfe brauche, wie zum Beispiel 

betreffend den Unfall mit dem Finger. Weil er auf ein Pensum von 80 % reduzieren 

könne und würde, könne er die zusätzliche Betreuung am Donnerstagnachmittag 

ohne Weiteres übernehmen (Urk. 20/10 S. 23 Rz 63). 

Es trifft zu, dass beide Parteien in den Randzeiten (morgens, abends und am Wo-

chenende) grundsätzlich für C._____ verfügbar sind. Zwar arbeitet die im Teilzeit-

pensum von 50 % als Apothekerin tätige Gesuchsgegnerin (vgl. Prot. I S. 30) teil-

weise samstags, dann wird die Betreuung jedoch, wie in der Regel bis anhin (vgl. 

Urk. 2 S. 31), durch den Gesuchsteller übernommen (Urk. 7/24 S. 2; Urk. 2 S. 47 

f.). Eine (mögliche) Reduktion seines Arbeitspensums auf 80 % im Falle der Anord-

nung der alternierenden Obhut mit je hälftiger Betreuung (vgl. Urk. 7/19 S. 15 

Rz 35, S. 18 Rz 46; Prot. I S. 8 Ergänzung 5; Urk. 7/20/20) wäre dem Gesuchsteller 

indessen ohne weiteres zuzugestehen (vgl. dazu auch BGer 5A_888/2016 vom 

20. April 2018, Erw. 3.3.2). Solches ist nicht zu vergleichen mit dem Umstand, dass 

sich ein bisher erwerbstätiger Elternteil im Falle der Zuteilung der Alleinobhut 

grundsätzlich auf seinem bisherigen Arbeitspensum behaften lassen muss (BGer 

5A_339/2018 vom 8. Mai 2019, Erw. 5.2 mit Hinweis auf das Kontinuitätsprinzip; 

BGE 144 III 481 Erw. 4.5). Das Schulstufenmodell, welches eine 50 %ige Erwerbs-

tätigkeit ab Eintritt in die erste Schulstufe vorsieht, ist sodann auf den Fall der allei-

nigen Obhut zugeschnitten (BGE 144 III 481 Erw. 4.7.6), findet aber auch bei der 

alternierenden Obhut Anwendung, wobei hier ein höheres Mindestpensum erwartet 

werden darf. In welcher Höhe sich dieses zu bewegen hat, ist jedoch unklar, zumal 

es dazu keinen bundesgerichtlichen Leitentscheid gibt. Es ist aber davon auszuge-

hen, dass bei einer alternierenden Obhut mit je hälftiger Betreuung grundsätzlich je 

ein 70 %-Erwerbspensum zumutbar ist, wobei im Rahmen eines Eheschutzverfah-

- 34 -

rens bei Vorliegen von guten finanziellen Verhältnissen jenem Ehegatten, der wäh-

rend der gelebten Ehe das gemeinsame Kind betreute und den Haushalt führte 

(klassische Rollenverteilung), ein weniger hohes berufliches Engagement abzuver-

langen ist. Die bisher gelebten ehelichen Strukturen sollen nicht ohne Not bereits 

im Eheschutzverfahren völlig umgestossen werden (vgl. OGer ZH LE230010 vom 

14.08.2023, S. 28, Erw. D.3.4; Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, Der Betreuungs-

unterhalt, FamPra.ch 2017, S. 163, 170). 

Arbeit im Homeoffice stellt noch kein Betreuungskonzept dar (BGer 5A_627/2016 

vom 28. August 2017, Erw. 4.2). Der Gesuchsteller, welcher in einer Kaderposition 

in der …-Organisation (Prot. I S. 20) arbeitet, muss auch im Homeoffice in erster 

Linie arbeiten und kann sich nicht uneingeschränkt um C._____ kümmern (vgl. 

auch Urk. 20/10 S. 44 Rz 131). C._____ hat zurzeit am Mittwoch- und Donnerstag-

nachmittag ab 12.00 Uhr frei. Der Gesuchsteller hat indes dargelegt, dass er im 

Falle der alternierenden Obhut und einem auf 80 % reduzierten Arbeitspensum am 

Donnerstag lediglich drei Stunden (wenn C._____ in der Schule ist) arbeiten würde 

(Urk. 7/19 S. 18 Rz 47; Urk. /10 S. 44 Rz 131). Im Einklang mit der Vorinstanz ver-

mochte der Gesuchsteller somit ein praktikables Betreuungskonzept darzutun. 

Hinzu kommt, dass der Donnerstagnachmittag offenbar nur noch im laufenden 

Schuljahr frei ist (Urk. 20/10 S. 51 Rz 156). Spezifische Bedürfnisse von C._____ 

nach einer weitgehend persönlichen Betreuung durch die Eltern wurden nicht be-

hauptet und sind auch nicht ersichtlich. Im Ergebnis ist daher von einer gleichwer-

tigen Möglichkeit und Bereitschaft der persönlichen Betreuung von C._____ durch 

die Parteien auszugehen. Zudem ist gemäss bundesgerichtlicher Praxis (BGE 144 

III 481 Erw. 4.7.1) ohnehin und auch vorliegend von einer Gleichwertigkeit von Ei-

gen- und Fremdbetreuung auszugehen. 

d) Fähigkeit und Bereitschaft der Eltern, in Kinderbelangen zu kommunizieren 
und zu kooperieren

Die Vorinstanz führte aus, es sei offensichtlich und unbestritten, dass die Kommu-

nikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen den Parteien in Bezug auf die Be-

treuung von C._____ derzeit nicht gut funktioniere. Laut dem Gesuchsteller ge-

währe die Gesuchsgegnerin ihm seit der Trennung bloss ein eingeschränktes Be-

- 35 -

suchsrecht, wobei sie die Besuchsdaten und -zeiten einseitig vorgebe und verein-

barte Termine teilweise ohne Vorankündigung nicht wahrgenommen würden. Die 

Gesuchsgegnerin werfe dem Gesuchsteller vor, er übe zu viel Druck auf C._____ 

aus, indem er die Ausdehnung der Besuche erzwingen wolle und dabei die Bedürf-

nisse von C._____ zu wenig berücksichtige. Zudem mache der Gesuchsteller sie 

zu Unrecht für das teilweise Nichtfunktionieren der Besuche verantwortlich. Immer-

hin seien die Parteien indes bisher gleichwohl in der Lage, im Grundsatz eine Be-

treuung von C._____ montags und samstags durch den Gesuchsteller zu installie-

ren. Überdies sei in anderen Kinderbelangen das erforderliche Mass an Kommuni-

kations- und Kooperationsfähigkeit zwischen den Parteien grundsätzlich gegeben, 

so namentlich in schulischen oder medizinischen Belangen von C._____ und be-

treffend erforderliche Anschaffungen. Sie würden auch die Elterngespräche ge-

meinsam wahrnehmen. Kürzlich hätten sie sodann gemeinsam mit C._____ erfolg-

reich dessen Konflikt mit seinem besten Freund F._____ besprechen können. Die 

Kommunikations- und Kooperationsschwierigkeiten der Parteien schienen mithin 

vorwiegend durch die unterschiedlichen Ansichten hinsichtlich der aktuell besten 

Betreuung für C._____ geprägt zu sein. Mit Blick auf die nunmehr zu treffende ver-

bindliche und klare Betreuungsregelung für die Dauer des Eheschutzverfahrens sei 

eine Deeskalation in Bezug auf die Schwierigkeiten rund um die Betreuung von 

C._____ zu erwarten. Grundsätzlich sei das für die alternierende Obhut erforderli-

che Mass an Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit gegeben (Urk. 2 S. 27 

f.). 

Die Gesuchsgegnerin bringt vor, in schulischen und medizinischen Belangen habe 

es zwar Erfolge gegeben, aber auch Misserfolge, namentlich die diversen Versuche 

von beiden Parteien, C._____ zum Schulbesuch zu motivieren, oder die miss-

glückte Information von C._____ über das Elterngespräch vom 29. Juni 2023 oder 

beim Spitalbesuch nach dem Schulunfall. Zudem gehe C._____ seit der Trennung 

nicht mehr regelmässig in die D._____ Schule, worin ihn der Gesuchsteller denn 

auch nicht unterstütze. Die Vorinstanz finde, dass eine klare Betreuungsregelung 

eine Deeskalation herbeiführen werde. Sie begründe aber nicht, warum die bereits 

geltende Regelung übersteuert werden müsse, und auch nicht, dass die bisherige 

Betreuungsregelung völlig umgekrempelt werden sollte. Überdies funktioniere die 

- 36 -

bestehende Regelung eher weniger als mehr. Der Stress von C._____ bestehe 

immer noch. Erst eine Betreuungsregelung, welche den Druck des Übernachtens 

von C._____ nehme, sei geeignet, die Situation zu verbessern (Urk. 20/1 S. 16 f.). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist vorliegend das für die Anordnung einer 

alternierenden Obhut erforderliche Mass an Kommunikations- und Kooperationsfä-

higkeit zu bejahen. Die Parteien sind nicht völlig zerstritten. Sie sind durchaus in 

der Lage, sich in medizinischen und schulischen Belangen auszutauschen und zu 

einigen. So hielt namentlich auch die Kunsttherapeutin in ihrer E-Mail an die Par-

teien vom 12. Mai 2023 fest, es scheine, dass sie in gewissen Situationen (betr. 

Bauchschmerzen von C._____) nach wie vor in der Lage seien, als Team zu arbei-

ten (Urk. 7/20/39). Daran ändert nichts, dass der Gesuchsteller im Zusammenhang 

mit dem Unfall von C._____ in der Schule am 24. Oktober 2023, wo er sich eine 

Verletzung am Finger zuzog, die Gesuchsgegnerin erst (aber immerhin) auf dem 

Weg ins …-Spital davon in Kenntnis setzte (vgl. Urk. 20 /1 S. 10 Rz 32). Auf jeden 

Fall kümmerten sich die Parteien dann im Spital gemeinsam um C._____ 

(Urk. 20/10 S. 15 Rz 40, S. 32 Rz 90; Urk. 20/16 S. 12 Rz 55). Ebenso wenig ver-

mögen das "Kommunikationsverhalten" des Gesuchstellers betreffend die seiner-

seits offenbar aktuell nicht mehr erwünschte Fortsetzung der Kunsttherapie (vgl. 

Urk. 20/1 S. 9 Rz 30; Urk. 20/10 S. 31 Rz 88) und seine Ansicht hinsichtlich der 

Einsetzung eines Jokertages wegen unentschuldigter schulischer Absenz von 

C._____ (Urk. 20/1 S. 13 Rz 43; Urk. 20/19 S. 37 Rz 104) die generelle Kommuni-

kations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien entscheidend in Frage zu stellen. 

Im Übrigen genügt es laut bundesgerichtlicher Praxis, wenn die Parteien schriftlich 

miteinander kommunizieren können. Dies ist vorliegend der Fall (BGer 

5A_629/2019 vom 13. November 2020, Erw. 4.2; vgl. div. E-Mails und Chats 

Urk. 4/5, /9, Urk. 7/20/22, /35-38, Urk. 7/41/45-47, /49, /52; Urk. 13/1-5). Dass 

C._____ teilweise den Schulbesuch verweigerte und phasenweise nur schwierig 

zum Schulbesuch zu motivieren war, lag nicht an der Kommunikation und Koope-

ration unter den Parteien. Vielmehr schien C._____ unter der Trennung zu leiden, 

befand sich zunehmend in einem Loyalitätskonflikt und war hinsichtlich des Schul-

besuchs in der Tat schwierig zu motivieren (vgl. z.B. Prot. I S. 4), was sich nun aber 

gebessert hat (Urk. 20/16 S. 19 Rz 88). Auch am letzten schulischen Standortge-

- 37 -

spräch am 1. Februar 2024 nahmen die Parteien gemeinsam teil (Urk. 20/17/19 

S. 2). 

e) Geografische Situation; namentlich die Distanz zwischen den Wohnorten wie 
auch diejenige zur Schule oder zum Kindergarten

Die örtlichen Gegebenheiten sind in Übereinstimmung mit der Vorinstanz optimal. 

Die beiden Wohnorte der Parteien liegen in Gehdistanz (8 Minuten zu Fuss, 600 

Meter) auseinander und befinden sich nahe der Schule. Das schulische und soziale 

Umfeld von C._____ bleibt ohnehin erhalten (vgl. Urk. 2 S. 29 f. m.H.).

f) Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung mit sich bringt 
(Kontinuität)

Die Vorinstanz zog in Betracht, die Kindesanhörung vom 8. Juni 2023 habe erge-

ben, dass C._____ zu beiden Eltern eine vertraute und enge Beziehung aufweise 

und er gerne gleichermassen mit beiden Zeit verbringe und beide Elternteile in sei-

nem Alltag und seiner Freizeitgestaltung eine wichtige Rolle spielten. Des Weitern 

habe der Gesuchsteller glaubhaft darlegen können, dass er sich schon während 

des Zusammenlebens, insbesondere während den Arbeitszeiten und Ausbildungs-

kursen der Gesuchsgegnerin, jeweils alleine um C._____ gekümmert habe. Die 

Gesuchsgegnerin habe auch nicht bestritten, während diesen Zeiten teilweise aus-

ser Haus und damit teilweise an der Betreuung verhindert gewesen zu sein. Sie 

habe im Gegenteil bestätigt, dass der Gesuchsteller den Sohn mindestens an ihren 

Arbeitstagen montags und samstags betreut habe. Demzufolge spreche die wäh-

rend des Zusammenlebens gelebte Betreuung im Sinne des Kontinuitätsprinzips 

für die Anordnung einer alternierenden Obhut, da beide Elternteile bereits vor der 

Trennung massgeblich an der Pflege und Erziehung des Sohnes beteiligt gewesen 

seien (Urk. 2 S. 31 f.). 

Die Gesuchsgegnerin rügt, es sei das bisher gelebte Betreuungsmodell weiterzu-

führen, wonach der Gesuchsteller C._____ am Montag nach der Schule und am 

Samstag während des Tages betreut habe, wenn sie am Samstag gearbeitet habe. 

Die Vorinstanz missachte das Kontinuitätsprinzip, schwanke zu den Voraussetzun-

- 38 -

gen der alternierenden Obhut um und wiederhole, dass C._____ eine enge Bezie-

hung zu beiden Elternteilen habe. Es stimme sodann nicht, dass der Gesuchsteller 

C._____ während der Ausbildungszeiten der Gesuchsgegnerin betreut habe. Die 

Kurse, welche sie habe absolvieren müssen, damit ihr polnisches Diplom als Apo-

thekerin anerkannt worden sei, seien nicht sehr umfangreich gewesen und hätten 

teilweise online absolviert werden können. Zum Teil sei C._____ auch im Kinder-

garten (dienstags ganztägig im J._____-Kindergarten) bzw. in der Schule (am Don-

nerstag den ganzen Tag) gewesen. Sie habe die Kurse entsprechend legen kön-

nen. Während der in den Jahren 2020, 2021 und der ersten Hälfte des Jahres 2022 

absolvierten Weiterbildungskurse habe der Gesuchsteller insgesamt nur selten zu-

sätzliche Betreuungsaufgaben übernommen. Ausserdem habe sie in diesen Fällen 

das Mittagessen vorgekocht. Bis zum Kindergarteneintritt von C._____, welcher in 

E._____ zur Welt gekommen sei, habe sie ihn ganz alleine betreut, während der 

Gesuchsteller 100 % und mehr gearbeitet habe, teilweise auch am Abend und an 

den Wochenenden, wenn ein Problem bestanden oder Software auf den neusten 

Stand habe gebracht werden müssen. Auch in den Ferien habe der Gesuchsteller 

für die Arbeitgeberin erreichbar sein müssen. Daran habe sich nichts geändert, als 

die Parteien im Juni 2016 in die Schweiz zurückgekehrt seien. Erst im August 2019 

habe sie wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und am Donnerstag sowie an 

zwei Samstagen pro Monat gearbeitet. Am Donnerstag habe der Gesuchsteller 

C._____ zum Kindergarten gebracht und zwischen 17.00 und 18.00 Uhr abgeholt. 

Sie sei um 19.00 Uhr nach Hause gekommen und habe die Betreuung von C._____ 

wieder übernommen. Als C._____ in die Schule gekommen sei, sei er an den Wo-

chentagen, an welchen sie gearbeitet habe, in den Hort (im Schulgebäude) gegan-

gen. Seit 2022 arbeite sie am Montag, Freitag (8.30 bis 14.30 Uhr) und an zwei 

Samstagen im Monat. Der Gesuchsteller habe aber nicht sehr viel mehr Betreuung 

übernommen. Am Montag habe er C._____ nach der Schule betreut. Ausserdem 

an zwei Samstagen pro Monat. Am Freitag sei die Gesuchsgegnerin immer schon 

zurück gewesen, bevor C._____ aus der Schule gekommen sei. Insgesamt ge-

lange auch die Vorinstanz zum Schluss, dass der Gesuchsteller C._____ am Mon-

tag nach der Schule und am Samstag während des Tages betreut habe. Das Kon-

tinuitätsprinzip würde gebieten, dass man dieses Betreuungskonzept weiterführe, 

- 39 -

zumal die Vorinstanz auch feststelle, dass es das gewesen sei, was die Parteien 

alleine hätten installieren können. Wenn das die Regelung sei, welche funktioniere, 

sollte man diese auch weiterführen. Es treffe gerade nicht zu, dass die Parteien 

während des Zusammenlebens ein Betreuungsmodell praktiziert hätten, in wel-

chem die Betreuungsaufgaben einigermassen gleichmässig verteilt worden seien 

oder gar überwiegend beim Gesuchsteller gelegen hätten, wie dies die Vorinstanz 

nunmehr angeordnet habe. Dies räume denn auch die Vorinstanz ein, wenn sie 

festhalte, der Gesuchsteller habe C._____ bisher montags und samstags betreut 

und wünsche sich, C._____ nun ausgedehnter zu betreuen. Wenn man die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung richtig interpretiere, sei in einem solchen Fall bei 

der Trennung nicht von einer einseitigen Betreuung auf eine 50:50 Regelung zu 

wechseln oder gar die Betreuung dem anderen Elternteil überwiegend zuzuteilen, 

wie vorliegend geschehen, indem der vollzeitlich erwerbstätige Gesuchsteller nun 

rund 60 % der Betreuung, nämlich an 8 von 14 Tagen, übernehmen solle (Urk. 20/1 

S. 20 ff.). 

Der Gesuchsteller verweist betreffend die Betreuungssituation vor der Trennung 

auf seine vorinstanzlichen Ausführungen. Ergänzend bringt er vor, er habe C._____ 

ab 2018 freitags und ab 2019 donnerstags und teilweise an weiteren Wochentagen 

in den privaten J._____-Kindergarten gebracht. Im Sommer 2022 habe er acht Wo-

chen Ferien gehabt, welche er ausschliesslich mit C._____ verbracht habe. Neben 

ihrem Pensum als Apothekerin und dem Besuch der Weiterbildung habe die Ge-

suchsgegnerin versucht, als Fotografin und Bloggerin Fuss zu fassen. Über Monate 

hinweg habe sie fotografiert und Skripte für Filme geschrieben. Während ihrer kre-

ativen Tätigkeit sei sie nicht ansprechbar gewesen. In dieser Zeit habe er sich um 

C._____ gekümmert. Um Fotos zu machen, habe sie während des Lockdowns für 

mehrere Stunden das Haus verlassen, ohne zu melden, wann sie wiederkomme. 

Er habe sie dabei unterstützt, indem er die Betreuung von C._____ übernommen 

habe. Zudem habe sie nicht nur einzelne Weiterbildungstermine besucht, sondern 

sich über mehrere Wochen auf die Kurse und Prüfungen vorbereitet. Er sei somit 

keineswegs nur ein "Freizeitpapa" gewesen. Während Corona habe er C._____ 

nicht nur an den Arbeits- und Weiterbildungstagen der Gesuchsgegnerin betreut, 

sondern darüber hinaus morgens, mittags und abends. Er habe mit C._____ ge-

- 40 -

gessen, gespielt, ihm Gutenachtgeschichten vorgelesen, mit ihm Hausaufgaben 

gemacht und ihn zu Terminen begleitet (Urk. 20/10 S. 6 ff.). 

Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung ist nicht von einer gleichmässigen Be-

treuung von C._____ durch die Parteien während des Zusammenlebens auszuge-

hen. Vielmehr wurde die Betreuung von C._____ überwiegend durch die Gesuchs-

gegnerin wahrgenommen. Dies wiederspiegelt sich allein schon an den Erwerbs-

pensen der Parteien. So war der Gesuchsteller stets in verantwortungsvoller Posi-

tion im Vollzeitpensum erwerbstätig, während die Gesuchsgegnerin sich zunächst 

gänzlich um C._____ kümmerte und erst im August 2019 wieder ein Teilzeitpensum 

aufnahm (Urk. 20/1 S. 21 f.; Urk. 20/10 S. 46 Rz 138 f.). Ein paar Pilates-Stunden 

der Gesuchsgegnerin, während welchen der Gesuchsteller die Kinderbetreuung 

übernommen haben will, sowie der Umstand, dass er auch in E._____, wo C._____ 

geboren wurde, flexibel von zu Hause aus habe arbeiten können (vgl. Urk. 20/10 

S. 46 Rz 137), ändern daran nichts. Während der arbeitsbedingten Abwesenheiten 

der Gesuchsgegnerin im Rahmen ihres 50 %-Pensums als Apothekerin betreute 

der Gesuchsteller C._____, sofern dieser nicht ohnehin im ganztägigen J._____-

Kindergarten oder in der Schule bzw. im Hort untergebracht war, zuletzt namentlich 

an jedem Montag nach der Schule und an jedem zweiten Samstag (Urk. 20/1 S. 22 

Rz 74, S. 29 Rz 100; Urk. 20/10 S. 46; Urk. 2 S. 31). Überdies betreute der Ge-

suchsteller C._____ jedenfalls punktuell während der 2,5-jährigen Weiterbildung 

der Gesuchsgegnerin (2020 bis 2022), welche indes teilweise online und halbtags 

stattfand (vgl. Urk. 20/1 S. 20 f.; Urk. 20/4/11-13). Die vom Gesuchsteller geltend 

gemachten Bring- und Abholdienste von C._____ in den J._____-Kindergarten je-

weils freitags bzw. donnerstags sowie der Umstand, dass er C._____ auch wäh-

rend der fotografischen bzw. bloggerischen Tätigkeiten der Gesuchsgegnerin be-

treut und sich während seiner achtwöchigen Ferien im Sommer 2022 ausschliess-

lich dem Sohn gewidmet habe, wobei die Gesuchsgegnerin solches zeitlich nach-

vollziehbar relativiert (Urk. 20/10 S. 6; Urk. 20/16 S. 4 Rz 11-14, wonach die Fami-

lie damals gemeinsam fünf Wochen in Spanien gewesen sei), ändern nichts daran, 

dass die Gesuchsgegnerin die Hauptbetreuungsperson von C._____ war; handelt 

es sich bei den genannten Aktivitäten doch um Randgeschehnisse bzw. Ausnah-

mesituationen. Dies gilt im Übrigen auch für die geltend gemachte (zeitlich nicht 

- 41 -

näher substantiierte) Betreuung von C._____ durch den Gesuchsteller während 

des Lockdowns, wobei er damals im Homeoffice in erster Linie selbstredend arbei-

ten musste und nicht etwa frei hatte (Urk. 20/10 S. 7; Urk. 20/16 S. 5 Rz 15). Aller-

dings war der Gesuchsteller durchaus im Alltag von C._____ präsent und in dessen 

Betreuung involviert, wenn auch nicht in der hauptbetreuenden Funktion. Auch seit 

der Trennung im April 2023 fanden regelmässige Besuchskontakte zwischen dem 

Gesuchsteller und C._____ statt, darunter auch unangemeldete Besuche von 

C._____ beim Gesuchsteller, zunächst mehrheitlich ohne Übernachtungen (vgl. 

Urk. 7/19 S. 5 ff.; Urk. 20/10 S. 7 ff.). Es ist heute entbehrlich, auf den Ablauf der 

einzelnen Betreuungstage bzw. das Zustandekommen vereinbarter Betreuungs-

tage in der Vergangenheit näher einzugehen. Die Beziehung zwischen dem Ge-

suchsteller und C._____ wurde jedenfalls gelebt. Nach gewissen anfänglichen 

Schwierigkeiten findet das Besuchsrecht (gemäss 

vorinstanzlicher Verfügung Z1) nunmehr auch regelmässig statt. C._____ kommt 

jeden zweiten Sonntagabend alleine zum Gesuchsteller (mit Übernachtung) und 

jeden zweiten Freitagmittag (mit Übernachtung; vgl. z.B. Urk. 11 S. 9; Urk. 15 

S. 10; Urk. 20/10 S. 49 Rz 148; Urk. 20/16 S. 22 Rz 101). Nach dem Gesagten legt 

das Kontinuitätsprinzip eine alternierende Obhut jedoch nicht nahe. Daran ändert 

nichts, dass die alternierende Obhut seit der vorinstanzlichen superprovisorischen 

Vollstreckungsverfügung vom 26. Oktober 2023 (Verfügung Z8) bis zur obergericht-

lichen Präsidialverfügung vom 15. November 2023 (Urk. 20/7) bzw. bis Ende No-

vember 2023 für kurze Zeit praktiziert wurde (vgl. Urk. 11 S. 6 f., Urk. 7/65 S. 2 f.; 

Urk. 20/10 S. 14 Rz 39; Urk. 15 S. 12 Rz 35; Urk. 20/16 S. 12 Rz 39). Solches be-

gründet selbstredend noch keine Kontinuität. Seit Ende November 2023 wird denn 

auch wieder die eingeschränkte Betreuung durch den Gesuchsteller gemäss der 

Verfügung Z1 gelebt (vgl. Urk. 11 S. 6 f.; Urk. 15 S. 6, 12; Urk. 7/65 S. 3 f.).  

g) Wünsche des Kindes

Die Vorinstanz erwog, anlässlich der Kindesanhörung vom 8. Juni 2023 habe 

C._____ keinerlei Bedenken in Bezug auf mögliche Übernachtungen beim Gesuch-

steller geäussert. Vielmehr habe sich ergeben, dass C._____ eine enge Bindung 

zu beiden Eltern aufweise, er die Zeit mit beiden Elternteilen gleichermassen ge-

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niesse, er insbesondere gerne mit beiden Freizeitaktivitäten nachgehe und er sich 

daher auch einen regelmässigen Kontakt zum Gesuchsteller wünsche. Die Kindes-

anhörung lasse darauf schliessen, dass eine ausgedehnte Betreuung seitens des 

Gesuchstellers mit Übernachtungen und Ferien im Sinne einer alternierenden Ob-

hut auch mit C._____s Wünschen vereinbar sei. Aus den beidseits eingereichten 

Berichten der Kunsttherapeutin könnten betreffend C._____s Wünsche hinsichtlich 

möglicher Übernachtungen beim Gesuchsteller hingegen keine eindeutigen 

Schlüsse gezogen werden, weil seine Aussagen teils widersprüchlich seien. Unter 

Berücksichtigung der Gesamtumstände, insbesondere der anlässlich der Kindes-

anhörung gewonnenen Eindrücke, deute dies erfahrungsgemäss auf eine Zerris-

senheit des Kindes infolge Loyalitätskonflikt hin. Aufgrund der Therapieberichte er-

gebe sich das Bild, dass sich C._____ am Anfang der Trennung noch unbelastet 

gezeigt und sich unbeschwert auf die Zeit mit beiden Eltern zu freuen geschienen 

habe. Aufgrund der ständigen Konflikte der Eltern rund um seine Betreuung scheine 

C._____ dann zunehmend in einen Loyalitätskonflikt geraten zu sein, welcher sich 

darin zeige, dass er keinen Elternteil enttäuschen und weitere Diskussionen in Be-

zug auf seine Betreuung vermeiden möchte. Dies scheine auch eine plausible Er-

klärung für seine auch gegenüber den Eltern teils divergierenden Äusserungen zum 

Thema Übernachtungen beim Gesuchsteller zu sein. Ferner erscheine C._____s 

Aussage anlässlich der Kindesanhörung, dass er sich zunächst an die neue Situa-

tion gewöhnen müsse und er sich deshalb eine Woche Ferien mit dem Gesuchstel-

ler erst in einem halben Jahr vorstellen könne, angesichts der Präsenz des Ge-

suchstellers während des Zusammenlebens sowie der genauen Zeitangabe bei ei-

nem achteinhalbjährigen Kind eher ungewöhnlich und lasse fraglich erscheinen, ob 

dies nicht vielmehr ein Versuch sei, den Erwartungen bzw. dem Sicherheitsbedürf-

nis der Gesuchsgegnerin gerecht zu werden. Es liege schliesslich in der Natur einer 

Kindesanhörung, dass Äusserungen grundsätzlich jeweils auf Nachfrage des Ge-

richts getätigt würden. Daraus könne die Gesuchsgegnerin jedenfalls nichts zu ih-

ren Gunsten ableiten, zumal nicht ersichtlich sei, inwiefern die wiedergegebenen 

Äusserungen von C._____ nicht seinem tatsächlichen Willen entsprechen sollten. 

C._____ habe dabei denn auch einen selbstsicheren und gelösten Eindruck ge-

macht (Urk. 2 S. 33-36). 

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Die Gesuchsgegnerin moniert, wenn man das Protokoll der Kindesanhörung genau 

ansehe, habe C._____ lediglich gesagt, er könne alle zwei Wochen einmal beim 

Gesuchsteller übernachten. In die Ferien mit dem Gesuchsteller gehe er vielleicht 

in einem halben Jahr. Eine wirkliche Begeisterung für mehr Betreuung durch den 

Gesuchsteller sei das nicht. C._____ sei von der Erstrichterin mehrmals zum 

Thema Übernachten/Ferien befragt worden; daraus ergebe sich, dass seine zu-

stimmenden Aussagen nicht wirklich seinem Willen entsprächen, sondern er damit 

den Erwartungen der mehrfach nachfragenden erstinstanzlichen Richterin entspro-

chen habe. C._____ habe nicht von sich aus den Wunsch geäussert, mehr Zeit mit 

dem Gesuchsteller zu verbringen, bei diesem zu übernachten oder mit diesem Fe-

rien zu machen. Der Kindesanhörung könne daher kein Gewicht beigemessen wer-

den, da diese von der Erwartungshaltung des Gerichts geprägt gewesen sei, dass 

C._____ beim Gesuchsteller übernachten und mit diesem in die Ferien gehen soll. 

Man sollte sich vielmehr an die Äusserungen gegenüber der Therapeutin halten, 

dass C._____ sich bei der Gesuchsgegnerin sicher fühle und nicht beim Gesuch-

steller übernachten wolle. Zudem ignoriere die Vorinstanz die Realität: C._____ sei 

seit der Trennung noch nie freiwillig zum Gesuchsteller zum Schlafen gegangen. 

Beim ersten Mal habe ihn der Gesuchsteller ohne Absprache einfach bei sich be-

halten, wobei in der Kindesanhörung nicht stehe, dass diese Übernachtung gut ver-

laufen sei. Am 13. Juli 2023 habe sich C._____ sodann geweigert, die erste Über-

nachtung beim Gesuchsteller durchzuführen. Die Vorinstanz mache das Gegenteil 

von dem, was C._____ sich vorstelle, nämlich v