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**Case Identifier:** 987293c2-986f-583b-b2bf-c144e5e049f3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.08.2019 ZK1 2019 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-72_2019-08-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Entscheid vom 7. August 2019

Referenz ZK1 19 72

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Michael Dürst und Pritzi
Landolt, Aktuar ad hoc

Parteien X._____, 
Beschwerdeführer

Gegenstand Beistandschaft (Ablehnung des Antrags auf Anpassung)

Anfechtungsobj. Entscheid Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
vom 21.03.2019, mitgeteilt am 28.03.2019 

Mitteilung 13. August 2019

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I. Sachverhalt

A. Zwei von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nachfolgend: 
KESB) Nordbünden eröffnete Abklärungsverfahren im Februar 2014 und im Janu-
ar 2015 wurden mit der Feststellung abgeschlossen, dass die geprüften Hilfestel-
lungen als nicht notwendig erachtet wurden und keine genügenden Hinweise vor-
lagen, die eine Massnahme gegen den Willen von X._____ rechtfertigten. Auf-
grund einer Gefährdungsmeldung von A._____, der ehemaligen Arbeitgeberin von 
X._____, vom 30. März 2016 befasste sich die KESB Nordbünden erneut mit 
X._____. Auch dieses Abklärungsverfahren endete am 5. Juli 2016 ohne Erlass 
von Massnahmen.

B. In der Folge und aufgrund erneuter Hinweise über die Verschlechterung 
seines Gesundheitszustandes sowie der Ankündigung, dass er die ambulante 
psychiatrische Behandlung bei den Psychiatrischen Diensten abbrechen werde, 
teilte die KESB Nordbünden X._____ am 26. Oktober 2016 mit, dass erneut Ab-
klärungen zum fraglichen Schutzbedarf aufgenommen werden.

C. In der Folge erging der Entscheid der Kollegialbehörde KESB Nordbünden 
vom 14. Dezember 2016, mitgeteilt am 23. Dezember 2016, mit welchem für 
X._____ eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung (Art. 394 i.V.m. 
395 ZGB) für die Bereiche Wohnen, Medizin und Gesundheit, Arbeit und Bildung, 
öffentliche Verwaltung, Versicherungen und soziale Teilhabe errichtet und 
A._____ von der Berufsbeistandschaft Plessur als Beistand eingesetzt wurde. Die 
Beistandsperson wurde gehalten, der KESB Nordbünden alle zwei Jahre (erstmals 
per 31. Oktober 2018) die Rechnung samt Belegen sowie einen schriftlichen Re-
chenschaftsbericht und ein aktuelles Budget einzureichen und bei Hinweisen auf 
massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von X._____ die KESB Nord-
bünden zu informieren.

D. Dagegen erhob X._____ Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubün-
den. Der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts teilte X._____ mit, 
dass seine Beschwerdeeingabe keinen rechtsgenüglichen Antrag gemäss Art. 450 
Abs. 3 ZGB enthalte. In der Folge berichtigte X._____ seine Beschwerde mit dem 
sinngemässen Antrag um Aufhebung des angefochtenen Entscheids der KESB 
Nordbünden vom 14. Dezember 2016.

E. Mit Entscheid vom 6. März 2017 stützte das Kantonsgericht von Graubün-
den den Entscheid der KESB Nordbünden und wies die Beschwerde ab.

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F. Diesen Abweisungsentscheid zog X._____ ans Bundesgericht weiter. Auf-
grund offensichtlich unzureichender Begründung wurde mit Urteil vom 9. Mai 2017 
nicht auf die Beschwerde eingetreten.

G. Der Beistand legte am 3. Juli 2017 das mit dem Errichtungsentscheid auf-
geforderte Eingangsinventar per 14. Dezember 2016 zur Genehmigung und ein 
Budget für die laufende Rechenschaftsperiode zur Kenntnisnahme vor. Dieses 
wurde von der KESB Nordbünden mit Entscheid vom 25. Oktober 2017 geneh-
migt.

H. Am 23. Januar 2019 erstellte der Beistand einen Rechenschaftsbericht für 
die Periode vom 15. Dezember 2016 bis zum 31. Oktober 2018 über die Vertre-
tungsbeistandschaft für X._____, welchem gleichentags eine Kopie des Berichts 
ausgehändigt wurde. Der Beistand kommt in dem Bericht abschliessend zu dem 
Ergebnis, anstelle der bisherigen Massnahme sei eine Begleitbeistandschaft nach 
Art. 393 ZGB zu errichten.

I. X._____ verfasste am 31. Januar 2019 eine Stellungnahme zu dem voran-
gegangenen Rechenschaftsbericht. Darin äusserte er sich in schwer verständli-
cher Weise zu verschiedenen Themen, wie beispielsweise zur Buchhaltung und 
Administration der Mittel. Zum konkreten Vorschlag des Beistands in Bezug auf 
die Änderung der Beistandschaft sind keine eindeutigen Äusserungen erkennbar.

J. Mit Entscheid vom 21. März 2019, mitgeteilt am 28. März 2019, lehnte die 
KESB Nordbünden den Antrag um Anpassung der Beistandschaft ab. Stattdessen 
solle die errichtete Massnahme in unveränderter Weise fortgeführt werden.

K. Hiergegen erhob X._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 27. April 
2019 Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden und führte aus, dass die 
Feststellungen der KESB Nordbünden betreffend seine angeblich fehlende Zu-
stimmung zur Begleitbeistandschaft falsch seien. Zu inhaltlichen Gründen seien 
"Einsichten möglich, die aus den bisherigen Beistandschaftsjahren (zwei) gefun-
den sind, gegenseitig" (KG act. A.1). Er konkretisierte, dass das Gespräch sinnvoll 
sei.

L. In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2019 beantragte die KESB Nord-
bünden die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, sofern auf diese eingetreten 
werden könne.

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M. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenen-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach 
Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; 
BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Be-
schwerdeinstanz.

1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am 
Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der Anordnung 
der KESB Nordbünden direkt betroffene Person (vgl. Lorenz Droese/Daniel Steck, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Ba-
sel 2018, N 29 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommen-
tar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 zu Art. 450 ZGB). X._____ ist somit als unmittel-
bar Betroffener des angefochtenen Entscheids ohne weiteres zu dessen Anfech-
tung legitimiert.

1.3. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheids. Der Entscheid der Vorinstanz vom 21. März 2019 
wurde dem Beschwerdeführer am 28. März 2019 mitgeteilt. Damit ist die am 
27. April 2019 beim Kantonsgericht von Graubünden eingegangene Eingabe frist-
gerecht erfolgt.

1.4. Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB ist die Beschwerde beim Gericht schriftlich 
und begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderun-
gen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zi-
vilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 
28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085; Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 42 
zu Art. 450 ZGB). Ein von einer betroffenen urteilsfähigen Person unterzeichnetes 
Schreiben ist hinreichend, sofern das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist und daraus 
hervorgeht, warum sie mit der getroffenen Anordnung ganz oder teilweise nicht 
einverstanden ist (Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Vorliegend fehlt 
der Beschwerdeschrift vom 27. April 2019 ein eigentliches Rechtsbegehren. Der 
Eingabe des Beschwerdeführers lässt sich entnehmen, dass er mit der Schluss-
folgerung der KESB Nordbünden, er habe seine Zustimmung zu einer Begleitbei-
standschaft nicht gegeben, nicht einverstanden ist. Was er genau mit den "inhaltli-

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chen" (KG act. A.1) Gründen für die Beibehaltung der Vertretungsbeistandschaft 
meint, ist aus seiner Beschwerde nicht ohne weiteres ersichtlich. Offensichtlich ist 
aber, dass er die Auffassung der KESB Nordbünden nicht teilt und diese als falsch 
bezeichnet. Bereits aus der Tatsache, dass er gegen den Entscheid der KESB 
Nordbünden Beschwerde eingereicht hat, folgt ohne Zweifel, dass er den Ent-
scheid so nicht akzeptieren will. Die zwar nicht leicht verständlichen Ausführungen 
in der Beschwerdeschrift deuten darauf hin, dass er mit dem Vorschlag des Bei-
stands einverstanden wäre, die Vertretungsbeistandschaft in eine blosse Begleit-
beistandschaft umzuwandeln. Es ist im Folgenden somit zu prüfen, ob die KESB 
Nordbünden den entsprechenden Antrag des Beistandes zu Recht abgelehnt hat.

1.5. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Kindesschutz-
behörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt (Art. 450c 
ZGB). Vorliegend hat das Rechtsmittel aufschiebende Wirkung, da die aufschie-
bende Wirkung des Rechtsmittels weder durch die KESB Nordbünden entzogen 
wurde noch für die Beschwerdeinstanz ein Grund besteht, diese zu entziehen.

2.1. Zu beachten sind die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzli-
chen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen 
Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB 
keine abweichenden Vorschriften enthält (Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., 
N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte un-
eingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle 
festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwen-
dungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche 
Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – 
wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach dem Grundsatz der Einheit 
des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 
(Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 1 zu Art. 446 ZGB 
m.w.H.). Da die Behörde nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das 
Recht von Amtes wegen anzuwenden hat (Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Beurtei-
lung der Verfahrensbeteiligten über die Notwendigkeit einer Massnahme 
grundsätzlich ohne Bedeutung für den Entscheid der KESB Nordbünden bzw. der 
Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, a.a.O., N 40 
zu Art. 446 ZGB). 

2.2. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die 

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Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (vgl. 
Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7085; 
Hermann Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB).

3.1. In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle behördlichen Massnahmen 
des Erwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität und der Ver-
hältnismässigkeit (BGE 140 III 49 E. 4.3.1). Das Prinzip der Verhältnismässigkeit 
gebietet, dass jede behördliche Massnahme erforderlich und geeignet sein muss 
(Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Massnahme soll so wenig wie möglich, aber so stark 
wie nötig in die Privatsphäre und Rechtsstellung der hilfsbedürftigen Person ein-
greifen (Yvo Biderbost/Helmut Henkel, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch, Bd. I, 6. Aufl., Basel 2018, N 9 zu Vor Art. 388-399 
ZGB). Nach dem Grundsatz der Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) dürfen 
behördliche Massnahmen nur angeordnet werden, wenn die Unterstützung der 
hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere nahestehende Personen oder 
private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als ungenü-
gend erscheint. Sind die Voraussetzungen zur Errichtung einer Beistandschaft 
erfüllt, ist die Beistandschaft im konkreten Einzelfall nach Mass, d.h. bedürfnisge-
recht zu gestalten. Zunächst ist die geeignete Art der Beistandschaft zu bestim-
men und anschliessend sind die Aufgabenbereiche sowie die einzelnen Aufgaben 
und Kompetenzen mit Blick auf die Bedürfnisse der hilfsbedürftigen Person festzu-
legen (BGE 140 III 49 E. 4.3.1 m.w.H.; Yvo Biderbost/Helmut Henkel, a.a.O., N 8 
zu Vor Art. 388-399 ZGB). Bei dem Beschwerdeführer war eine psychische Er-
krankung (paranoide Schizophrenie [ICD-10: F20.0 und ICD-10: F20.9]), die in 
verschiedenen Lebensbereichen erhebliche Auswirkungen zeitigte, Auslöser sei-
nes Schwächezustandes (vgl. KESB act. C22, C17, C13 und A8). In seinem Urteil 
vom 6. März 2017 sah das Kantonsgericht von Graubünden den Schwächezu-
stand i.S.v. Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB als gegeben an und erachtete die Errich-
tung einer Vertretungsbeistandschaft für X._____ infolgedessen und unter 
Berücksichtigung der Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit 
als angezeigt. 

3.2. Aus Art. 414 ZGB erschliesst sich eine unverzügliche Meldungspflicht des 
Beistandes oder der Beiständin an die Erwachsenenschutzbehörde über Umstän-
de, die einer Änderung der Massnahme erfordern oder eine Aufhebung der Mass-
nahme ermöglichen (vgl. auch Ziff. 6 des Entscheids zur Beistandserrichtung vom 
14. Dezember 2016). Die Bestimmung soll sicherstellen, dass der betreuten Per-
son der aufgrund des Schwächezustandes zustehende Schutz und die erforderli-

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che Hilfe gewährt werden. Es soll damit aber auch vermieden werden, dass Per-
sonen länger als nötig unter einer Erwachsenen- oder Kindesschutzmassnahme 
oder einer Massnahme mit zu weitgehendem Eingriff in die Rechtsstellung und 
Freiheit der Person stehen. Erfahrungsgemäss besteht die Tendenz, dass eine 
einmal errichtete Massnahme bestehen bleibt (Häfeli, in: Büchler/Hä-
feli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, N 4 zu Art. 414 ZGB). 
Die KESB Nordbünden ihrerseits hat eine Beistandschaft auf Antrag der betroffe-
nen oder einer ihr nahestehenden Person oder von Amtes wegen aufzuheben, 
sobald für die Fortdauer kein Grund mehr besteht. Dies ist etwa dann der Fall, 
wenn die betroffene Person nun in der Lage ist, künftig ihre Angelegenheiten 
selbst hinreichend zu besorgen oder eine Vertretung zu bestellen, etwa weil sich 
ihr Schwächezustand zum Positiven verändert hat. So kann eine Vertretungs-
/Verwaltungsbeistandschaft aufgehoben und eine Begleitbeistandschaft errichtet 
werden.

3.3.1. In dem Rechenschaftsbericht vom 23. Januar 2019 führte der Beistand aus, 
dass der Beschwerdeführer sämtliche Zielsetzungen erreicht habe. Die Selbstän-
digkeit seines Klienten im Bereich Wohnen zeige sich in der Haushaltsführung wie 
auch in der Bezahlung der Miete, wobei der Beschwerdeführer jeweils auf keine 
Hilfe angewiesen sei. Gesundheitlich sei er sehr stabil gewesen und habe in den 
vergangenen zwei Jahren keine stationären Therapien benötigt. Nach Bedarf 
nehme dieser rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch. Wegen Arbeitsunfähig-
keit beziehe der Beschwerdeführer eine IV-Rente. Weiter stellte der Beistand fest, 
dass sich für seinen Klienten keine Massnahme zur Vermeidung eines Liquidität-
sengpasses resp. einer Überschuldung aufdränge. Zwischen den beiden habe 
sich eine gewisse Vertrauensbasis entwickelt. Gespräche bei der Berufsbeistand-
schaft fanden in der Regel jede 6 Wochen statt. Der Beistand kam in seinem Be-
richt abschliessend zur Erkenntnis, dass sein Klient in der entsprechenden Be-
richtsperiode bewiesen habe, dass er in den meisten Lebensbereichen genügend 
selbständig handeln konnte. Trotz anfänglichem Widerstand gegenüber der 
Schutzmassnahme sei die Zusammenarbeit mit dem Beistand konstruktiv gewe-
sen. In den Bereichen Administration, Steuern und Budget sei der Beschwerdefüh-
rer auf Fachhilfe angewiesen. Der konkrete Vorschlag des Beistandes lautete 
demnach auf Errichtung einer Begleitbeistandschaft nach Art. 393 ZGB.

3.3.2. Ohne eine einzige eigene Abklärung oder Anhörung des Betroffenen im 
Zusammenhang mit einer möglichen Umwandlung der Massnahme kam die KESB 
Nordbünden in ihrem Entscheid vom 21. März 2011 zum Schluss, der Antrag des 
Beistandes sei abzulehnen. Die Erwachsenenschutzbehörde begründete ihren 

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Entscheid dahingehend, dass der Beschwerdeführer der Änderung nicht zuge-
stimmt habe und verwies dabei auf die Besprechung mit dessen Beistand. Weiter 
führte sie aus, erscheine die Begleitbeistandschaft von vornherein als nicht genü-
gend. Der ganze bisherige Verlauf zeige, dass der Beschwerdeführer gesund-
heitsbedingt in zentralen Lebensbereichen, wie Finanzen und Administration nicht 
selbständig handlungsfähig und auf Vertretung angewiesen sei. Die momentan 
relativ stabile und selbständige Verfassung des Beschwerdeführers sei aus Ge-
samtsicht verhältnismässig kurz.

3.3.3. Unter den gegebenen Umständen ist der Entscheid der KESB Nordbünden 
nur schwer verständlich. Der Berufsbeistand hat aufgrund seiner rund zweijähri-
gen Erfahrung mit dem Verbeiständeten der KESB Nordbünden einen begründe-
ten Antrag auf Umwandlung der Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwal-
tung in eine Begleitbeistandschaft gestellt. Der Beistand des Beschwerdeführers 
ist in seinem Rechenschaftsbericht auf die einzelnen Vertretungsbereiche einge-
gangen und begründete kurz, weshalb eine Änderung der Massnahme angezeigt 
sei. Schliesslich stellte der Beistand fest, dass sich zwischen ihm und seinem Kli-
enten eine gewisse Vertrauensbasis entwickelt habe und die Zusammenarbeit 
stets konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen sei. Mit dieser 
Vertrauensbasis vermöge auch eine Begleitbeistandschaft zu genügen. Zu 
berücksichtigen ist, dass der Antrag von einer Fachperson stammt, der in den bei-
den letzten Jahren den Beschwerdeführer betreut und seine Entwicklung mitver-
folgen konnte. Seiner Einschätzung kommt deshalb erhebliches Gewicht zu. 

3.3.4. Nicht nachvollziehbar ist unter diesen Umständen die Schlussfolgerung der 
KESB Nordbünden, eine Begleitbeistandschaft erscheine von vornherein als nicht 
genügend, ohne dem Antrag des Beistandes eigene gegenteilige Erkenntnisse 
entgegensetzen zu können. Nur weil der Beistand in seinem Bericht festhielt, dass 
der Beschwerdeführer in gewissen Bereichen seine Unterstützung  sei es als 
Vertreter oder als Berater  benötigte, heisst dies nicht, dass eine blosse Begleit-
beistandschaft unzureichend wäre. Ist die nötige Vertrauensbasis vorhanden, so 
wird der Beschwerdeführer, wo nötig, weiterhin in gewissen Bereichen die Hilfe 
des Beistandes in Anspruch nehmen. Da eine Beistandschaft auch gemäss dem 
Vorschlag des Beistandes bestehen bleibt, hat letzterer auch die Möglichkeit, eine 
gewisse Überwachungsfunktion einzunehmen und dort zu helfen und zu unterstüt-
zen, wo es gerade nötig erscheint. 

3.4.1. Die Offizial- und Untersuchungsmaxime sind sowohl im Errichtungs- aber 
auch im Abänderungsverfahren zu beachten (vgl. Yvo Biderbost/Helmut Henkel, 
a.a.O., N 5 zu Art. 399 ZGB; Philippe Meier, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler 

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[Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, N 17 und 33 zu Art. 399 ZGB). Art. 446 
Abs. 1 ZGB statuiert den Untersuchungsgrundsatz, aufgrund dessen die Erwach-
senenschutzbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat. In der 
Umschreibung von Absatz 2 wird der Grundsatz insoweit konkretisiert, als die 
Behörde angewiesen wird, die "erforderlichen Erkundigungen" einzuziehen und 
die "notwendigen Beweise" zu erheben. Der Behörde obliegt damit eine unbe-
schränkte Pflicht zur Tatsachenfeststellung (Daniel Steck, in: Rosch/Büchler/Jakob 
[Hrsg.], Erwachsenenschutzrecht, Einführung und Kommentar zu Art. 360 ff. ZGB 
und VBVV, 2. Aufl., Basel 2015, N 5 zu Art. 446 ZGB).

3.4.2. Nicht zulässig ist der Schluss der KESB Nordbünden, weil der Beschwerde-
führer in der Vergangenheit aus gesundheitlichen Gründen immer wieder nicht in 
der Lage gewesen sei, seine Belange in der Personensorge zu erledigen, ändere 
seine momentane verhältnismässig stabile und selbständige Verfassung nichts. 
Die stabile Phase sei verhältnismässig kurz. Die KESB Nordbünden verkennt, 
dass die Notwendigkeit einer Massnahme aufgrund der gegenwärtigen Situation 
und nicht aus Sicht der Vergangenheit zu beurteilen ist. Gäbe es Hinweise dafür, 
dass sich eine stabile Phase immer wieder mit einer instabilen mit grösserem Be-
treuungsbedarf abwechselt, so wäre die Begründung der KESB Nordbünden ein-
leuchtend gewesen. Aus dem Bericht des Beistandes geht aber nichts Derartiges 
hervor. Für einen von der Einschätzung des Beistandes abweichenden Schluss 
hätte die KESB Nordbünden schon eigene Abklärungen tätigen müssen. 

3.5.1. Weiter statuiert Art. 447 ZGB das Recht der betroffenen Person, vor der 
Entscheidfindung persönlich (d.h. mündlich) angehört zu werden (Urteil des Bun-
desgerichts 5A_540/2013 vom 3.12.2013, E. 3.1.1). Weder die Gelegenheit zur 
schriftlichen Stellungnahme noch die Vertretung der betroffenen Person durch ei-
nen Rechtsvertreter oder durch einen Verfahrensbeistand reichen demnach aus 
(vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., 
S 7079; zum Ganzen Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, a.a.O., N 2 zu 
Art. 447 ZGB). Sinn und Zweck der persönlichen Anhörung ist die Wahrung der 
Persönlichkeits- bzw. Mitwirkungsrechte der betroffenen Person. Ausserdem kann 
die Anhörung zur Erforschung des Sachverhaltes unentbehrlich sein. Für die ent-
scheidende Person ist es oft wichtig, einen aktuellen und eigenen Eindruck von 
der betroffenen Person zu erhalten (Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, 
a.a.O., N 5 f. zu Art. 447 ZGB). Von einer Anhörung kann insbesondere dann ab-
gesehen werden, wenn diese nach den gesamten Umständen als unverhältnis-
mässig erscheint. Als Faustregel gilt, dass umso weniger auf eine Anhörung ver-
zichtet werden kann, je schwerer der beabsichtigte Eingriff ist. Unverhältnismäs-

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sigkeit kann beispielsweise vorliegen, wenn die Anhörung der betroffenen Person 
gesundheitliche Schäden zufügen könnte oder die Person sich bis zum Zeitpunkt 
nicht äussern kann, in welchem ein Endentscheid der Erwachsenenschutzbehörde 
notwendig ist (Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, a.a.O., N 13 ff. zu 
Art. 447 ZGB). 

3.5.2. Nicht zu hören ist deshalb auch die Begründung, es liege keine Zustim-
mung des Betroffenen zur Errichtung einer Begleitbeistandschaft vor. Zutreffend 
ist wohl, dass der Beschwerdeführer sich gegenüber dem Beistand noch nicht zu-
stimmend zu seinem Vorschlag äusserte  er stellte sich aber auch nicht dagegen. 
In seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2019 ist jedenfalls keine Zustimmung zur 
Begleitbeistandschaft zu finden. Da dieser Punkt noch offen war, wäre es auf-
grund der Offizialmaxime Aufgabe der KESB Nordbünden gewesen, allenfalls an-
lässlich einer Anhörung zu klären, ob der Beschwerdeführer mit der Umwandlung 
der Vertretungsbeistandschaft in eine Begleitbeistandschaft einverstanden ist. 

3.5.3. Die KESB Nordbünden kann sich in vorliegendem Fall auch nicht auf einen 
Ausnahmefall bezüglich der Anhörung berufen. Insbesondere erscheint es nicht 
als unverhältnismässig im Rahmen einer zweijährlichen Abklärung bei entspre-
chenden Anzeichen eine persönliche Anhörung durchzuführen. Gerade weil sich 
die Behörde in ihrer Begründung unter anderem auf die fehlende Zustimmung der 
betroffenen Person beruft (KG act. B.1, Ziff. 4), welche sie im Vergleich zum Bei-
stand unterschiedlich deutet, hätte sie  wie dargelegt  die Pflicht zur weiterge-
henden Abklärung gehabt. 

3.5.4. Es ist somit festzuhalten, dass die KESB Nordbünden ohne genügende 
Gründe den Antrag des Berufsbeistandes abgewiesen hat. Die Sache ist deshalb 
an die KESB Nordbünden zurückzuweisen mit dem Auftrag, im Sinne der Erwä-
gungen abzuklären, ob die Voraussetzungen zur Umwandlung der Vertretungs-
beistandschaft gegeben sei, und hierüber einen neuen Entscheid zu fällen.

4. Bei diesem Ausgang verbleiben die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
welche vorliegend auf CHF 1'500.00 festgesetzt werden, beim Kanton Graubün-
den. Dem Beschwerdeführer wird keine aussergerichtliche Entschädigung zuge-
sprochen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird dahingehend entschieden, dass Ziffer 4 des Ent-
scheids der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden vom 21. März 2019 
aufgehoben wird und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwä-
gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: