# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dad82b0-f6db-5d20-a753-8e910f229c52
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.03.2012 E-1312/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1312-2012_2012-03-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1312/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiber Urs David. 

   Parteien 
 

A._______, 

Sri Lanka,  

p.A. Schweizer Botschaft in Colombo, Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 16. Januar 2012 / N (…). 

 

 

E-1312/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der zum damaligen Zeitpunkt in einem srilankischen Gefängnis in-

haftierte und bis heute in Sri Lanka wohnhafte Beschwerdeführer mit an 

die Schweizer Botschaft in Colombo adressierter Eingabe vom 18. Juni 

2006 (Eingang Botschaft am 12. Juli 2006) ein Gesuch um Asyl und Ein-

reise in die Schweiz stellte, 

dass die Schweizer Botschaft dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

25. Juli 2006 den Erhalt des Gesuchs bestätigte und ihn bat, nach der 

Freilassung aus dem Gefängnis mit der Botschaft Kontakt aufzunehmen 

zwecks Fortführung des Verfahrens, 

dass die Botschaft das Asylgesuch mit Begleitschreiben vom 27. Juli 

2006 dem BFM überwies, 

dass das BFM mit einem "internen Abschreibungsbeschluss" vom 26. Ap-

ril 2007 das Asylgesuch vom "12. Juli 2006" (recte: 18. Juni 2006) als ge-

genstandslos geworden abschrieb und den Beschluss damit begründete, 

dass der Beschwerdeführer mangels Kontaktnahme mit der Botschaft 

sein Schutzinteresse verloren habe, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an die Schweizerische Botschaft 

in Colombo vom 4. September 2008 (Eingang Botschaft am 11. Septem-

ber 2008) erklärte, am (…) 2008 aus dem Gefängnis entlassen worden zu 

sein, hiermit wunschgemäss Kontakt mit der Botschaft aufnehme, nach 

wie vor asylrechtlichen Schutz in der Schweiz benötige und seine Asyl-

gründe ergänzte,  

dass die Botschaft den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. Sep-

tember 2008 aufforderte, bis zum 27. Oktober 2008 detaillierte Informati-

onen und gegebenenfalls Beweismittel zu seinem Asylgesuch einzurei-

chen, andernfalls von seinem dahingefallenen Interesse am Asylgesuch 

auszugehen und das Verfahren abzuschreiben sei, 

dass der Beschwerdeführer die ihm gestellten Fragen mit Eingabe an die 

Schweizer Botschaft in Colombo vom 6. Oktober 2008 detailliert beant-

wortete, 

dass die Botschaft den Beschwerdeführer am 27. Januar 2009 zu seinen 

Asylgründen anhörte,  

E-1312/2012 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an die Botschaft vom 30. Januar 

2009 seine neue Wohnadresse bekanntgab und sein Asylgesuch weiter 

ergänzte, 

dass das BFM mit Zwischenverfügung vom 21. Juni 2011 dem Be-

schwerdeführer mitteilte, es erachte den Sachverhalt als erstellt, werde 

das Gesuch um Asyl und Einreise voraussichtlich ablehnen und gewähre 

ihm hierzu die Möglichkeit zur Stellungnahme (an die Botschaft) innert 30 

Tagen nach Erhalt dieser Zwischenverfügung, 

dass die Botschaft dem BFM mit Schreiben vom 14. November 2011 mit-

teilte, die Zwischenverfügung sei per Einschreiben versandt worden, je-

doch sei innert angesetzter Frist keine Stellungnahme eingegangen,  

dass das BFM mit deutschsprachiger Verfügung vom 16. Januar 2012 – 

gemäss dem nur undeutlich lesbaren srilankischen Rückschein wahr-

scheinlich am 6. Februar 2012 eröffnet – dem Beschwerdeführer die Ein-

reise nicht bewilligte und sein Asylgesuch ablehnte, wobei die Botschaft 

in ihrem für die Zustellung verwendeten Begleitschreiben diese beiden 

Dispositivziffern sowie die Rechtsmittelbelehrung auf Englisch übersetzte, 

dass das BFM seinen Entscheid im Wesentlichen mit der seit Beendigung 

des Bürgerkriegs im Mai 2009 eingetretenen positiven Veränderung der 

Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka, der damit dahingefal-

lenen Schutzbedürftigkeit des Beschwerdeführers unter dem Aspekt der 

Verfolgungskriterien nach Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) sowie mit dem Umstand begründete, dass er der Auf-

forderung zur Stellungnahme gemäss Zwischenverfügung 21. Juni 2011 

nicht nachgekommen sei, was ein zusätzliches Indiz für eine fehlende 

Gefährdungssituation darstelle, 

dass an dieser Einschätzung auch die eingereichten Dokumente nichts 

zu ändern vermöchten, zumal die Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht in 

Frage gestellt sei, 

dass der Beschwerdeführer mit englischsprachiger Eingabe vom 9. Feb-

ruar 2012 gegen diese Verfügung Beschwerde erhob, 

dass die Beschwerde am 14. Februar 2012 bei der Botschaft einging, mit 

Begleitschreiben der Botschaft vom 28. Februar 2012 an das Bundes-

verwaltungsgericht weitergeleitet wurde und am 8. März 2012 schliesslich 

beim Gericht einging, 

E-1312/2012 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung des angefochte-

nen Entscheides, die Bewilligung der Einreise in die Schweiz und die 

Asylgewährung beantragt, ferner seine Schwierigkeiten beim Verstehen 

der für ihn fremdsprachigen Erwägungen und – in Anbetracht seiner Ge-

fährdungssituation – bei der Suche nach einem Übersetzer erklärt, wes-

halb er in prozessualer Hinsicht um Verwendung der englischen Sprache 

bei der weiteren Verfahrensführung bitte, 

dass er zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen den bisherigen 

Verfolgungssachverhalt und seine nach wie vor bestehende Gefähr-

dungssituation bekräftigt, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – ausser 

bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Person Schutz sucht – endgültig über Beschwerden 

gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entschei-

det (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass sich gemäss ständiger Praxis die Zuständigkeit der Beschwerde-

instanz auf Grund des engen sachlichen Zusammenhangs auch auf die 

Verweigerung der Einreisebewilligung im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG 

erstreckt, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-

tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), 

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Seite 5 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachstehend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass Parteieingaben in Verfahren vor den Behörden des Bundes in einer 

Amtssprache – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch – ab-

zufassen sind (Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 33a Abs. 1 

VwVG), 

dass die Beschwerdeeingabe in englischer Sprache verfasst ist, indessen 

keine Unklarheiten aufweist und somit praxisgemäss und entgegenkom-

menderweise auf die Einholung einer Übersetzung in eine Amtssprache 

zu verzichten ist, 

dass hingegen für das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass besteht, 

das Beschwerdeverfahren darüber hinaus in Englisch oder in einer ande-

ren Fremdsprache zu führen und sich die vorliegend deutsche Verfah-

renssprache aus der Sprache des angefochtenen Entscheides ergibt (vgl. 

Art. 33a Abs. 2 VwVG), 

dass das BFM ein im Ausland gestelltes Gesuch ablehnen kann, wenn 

die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder 

ihr die Aufnahme in einen Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3, 

Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),  

dass gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG das BFM einem Asylsuchenden die 

Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes bewilligt, wenn ihm nicht zu-

gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder 

in ein anderes Land zu reisen, 

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Seite 6 

dass bei diesem Entscheid die Voraussetzungen zur Erteilung einer Ein-

reisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben sind, wobei den 

Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt, 

dass neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz in Betracht zu ziehen ist (vgl. 

die nach wie vor geltende, in den Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] publizierte Praxis: 

EMARK 2004 Nr. 20, S. 130, mit weiteren Hinweisen), wobei für die Ertei-

lung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Per-

son ausschlaggebend ist, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefähr-

dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 

Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zu-

gemutet werden kann (a.a.O., S. 131), 

dass im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – der Un-

tersuchungsgrundsatz gilt, das heisst, die Asylbehörde hat den rechtser-

heblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig 

und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 

Bst. b AsylG), dabei die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsun-

terlagen zu beschaffen, die relevanten Umstände abzuklären und darüber 

ordnungsgemäss Beweis zu führen, 

dass ein Gesuchsteller in formeller Hinsicht Anspruch auf Akteneinsicht 

und Wahrung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör hat, wobei der 

Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 

Abs. 1 VwVG) unter anderem fordert, dass die verfügende Behörde die 

Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft 

und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in ei-

ner (sachgerecht anfechtbaren) Entscheidbegründung niederzuschlagen 

hat (Art. 35 Abs. 1 VwVG; EMARK 2004 Nr. 38 E. 6.3 und 2006 Nr. 24 

E. 5.1), 

dass die asylsuchende Person unter dem Blickwinkel des rechtlichen Ge-

hörs insbesondere auch das Recht (und nicht nur die Pflicht) hat, an der 

Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, 

BVGE 2007/21 E. 11.1.3 mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 13), 

dass das erstinstanzliche Asylverfahren mit zahlreichen formellen Män-

geln behaftet ist, die insbesondere den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf Wahrung des rechtlichen Gehörs im erwähnten Sinne beschlagen, 

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Seite 7 

dass gemäss gefestigter Rechtspraxis die Verwaltung einer Aktenfüh-

rungspflicht unterliegt, da diese das Gegenstück zum ─ Bestandteil des 

rechtlichen Gehörs bildenden ─ Akteneinsichtsrecht der betroffenen Per-

son darstellt (BGE 130 II 473 E. 4.1 S. 477; ferner das letzthin zu einem 

analogen Prozesssachverhalt ergangene Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts E-5377/2011 vom 18. Januar 2012 S. 7 f. sowie D-812/2009 vom 

19. September 2011 E. 5.4.3), und zwar unabhängig davon, ob das Ak-

teneinsichtsrecht auch tatsächlich in Anspruch genommen wird, 

dass die Akten somit grundsätzlich von Anfang an in chronologischer 

Reihenfolge abgelegt und beim Eingang eines Akteneinsichtsgesuchs 

beziehungsweise spätestens bei Entscheidfällung durchgehend paginiert 

werden müssen, 

dass in der Regel auch ein Aktenverzeichnis zu erstellen ist, welches 

sämtliche Eingaben des Verfahrens chronologisch auflistet (Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. Mai 2011 [2C_327/2010] E. 3.2 mit weiteren 

Hinweisen),  

dass im vorliegenden Verfahren die vorinstanzlichen Akten indes noch 

immer in unpaginierter Form vorliegen und ein Aktenverzeichnis fehlt, 

dass dies umso gravierender erscheint, als die Akten offenbar nicht voll-

ständig zu sein scheinen, da beispielsweise dem Dossier nicht zu ent-

nehmen ist, wann und in welcher Form der Beschwerdeführer zur Anhö-

rung eingeladen beziehungsweise aufgefordert wurde, 

dass das BFM zudem zwar ein mit einem Beweismittelverzeichnis verse-

henes Beweismittelcouvert mit zahlreichen Beweismitteln angelegt hat, 

das Verzeichnis aber keine Einträge aufweist und somit auch nicht 

schlüssig eruiert werden kann, wann, von wem, in welcher Form und zu 

welchem Zweck die einzelnen Beweismittel eingereicht wurden, 

dass die Behörde sodann verpflichtet ist, alle erheblichen Beweismittel zu 

würdigen (Art. 32 VwVG),  

dass eine Würdigung – als solche kann im konkreten Fall durchaus auch 

die Erkenntnis dienen, wonach die eingereichten Dokumente am gewon-

nenen Ergebnis nichts zu ändern vermöchten – aber die Erwähnung der 

Beweismittel in konkreter oder substanziell zusammenfassender Form 

oder zumindest mittels Verweis auf die Akten bedingt, was vorliegend 

nicht geschehen ist, 

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Seite 8 

dass dies darauf schliessen lässt, das BFM habe den Sachverhalt nicht 

hinreichend erstellt oder zumindest die Begründungspflicht verletzt (vgl. 

auch in diesem Zusammenhang das Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-5377/2011 vom 18. Januar 2012 S. 9, sowie das Urteil E-

2442/2011 vom 23. Mai 2011 S. 7 f. ), 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung (vgl. dort S. 1) über das 

"schriftliche Asylgesuch vom 11. August 2008" befindet und dabei nicht 

nur verkennt, dass statt des Eingangsdatums jeweils das tatsächliche 

Gesuchsdatum massgeblich ist, sondern darüber hinaus ignoriert, dass 

das Asylgesuch bereits mit Eingabe vom 18. Juni 2006 gestellt wurde und 

somit auch die zwischen 2006 und 2008 entstandenen Akten heranzuzie-

hen sind, 

dass weder ein separates späteres zweites Asylgesuch auszumachen ist, 

noch ein objektiv und sachlich begründeter Anlass bestand, das Gesuch 

vom "12. Juli 2006" (recte: 18. Juni 2006) amtsintern als gegenstandslos 

geworden abzuschreiben, zumal sich der Beschwerdeführer pflicht- und 

aufforderungsgemäss nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wieder 

bei der Botschaft gemeldet und dabei sein fortbestehendes Interesse an 

der Weiterführung des Asylverfahrens bekundet hat, 

dass im Weiteren das angefertigte Anhörungsprotokoll verschiedene an 

die befragende Person gerichtete und standardisierte Elemente der Fra-

geführung beinhaltet, die in einem Wortprotokoll keinen Eingang zu finden 

haben, da sie keine gesprochenen Worte wiedergeben, 

dass zudem ab Seite 6 des Protokolls auffällig viele Fragen scheinbar ge-

stellt, aber nicht beantwortet wurden, was die Vermutung aufkommen 

lässt, dass diese Fragen tatsächlich gar nie gestellt wurden und somit 

ebenfalls im Protokoll nichts zu suchen hätten, 

dass, sollten die betreffenden Fragen dennoch gestellt worden sein, eine 

mangelhafte Sachverhaltsfeststellung insofern festzustellen wäre, als die 

befragende Person beim Beschwerdeführer allfällige Gründe für sein 

standhaftes Schweigen hätte eruieren müssen, 

dass sich sodann die in der angefochtenen Verfügung dem Beschwerde-

führer zur Last gelegte Behauptung, der Beschwerdeführer hätte das 

Schreiben vom 21. Juni 2011 innert den gewährten 30 Tagen ab Erhalt 

nicht beantwortet, insofern nicht auf die Akten abstützen lässt, als diese 

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Seite 9 

keinen Zustellbeleg enthalten und mithin der Zeitpunkt des Fristablaufs 

nicht feststellbar ist, 

dass demzufolge und aufgrund der gehäuften und erheblichen Gehörs-

verletzungen und Sorgfaltsmängel in der Verfahrensführung die ange-

fochtene Verfügung in Gutheissung des sinngemässen diesbezüglichen 

Antrages aufzuheben und die Sache zur korrekten Sachverhaltsfeststel-

lung und zur neuen Beurteilung an das BFM zurückzuweisen ist (Art. 61 

Abs. 1 VwVG), 

dass das BFM angesichts der Tatsache, dass es sich für den erstinstanz-

lichen Entscheid über ein im Jahre 2006 gestelltes Asylgesuch sechs 

Jahre Zeit genommen hat, anzuhalten ist, das Asylgesuch umgehend 

wieder anhand zu nehmen und zu einer neuen Entscheidung zu führen, 

zumal unter dem Aspekt von Art. 20 Abs. 2 AsylG die wesentliche und 

prima vista nicht zum Vornherein klar negativ zu beantwortende Frage zur 

Diskussion steht, ob dem Beschwerdeführer angesichts der von ihm gel-

tend gemachten Gefährdungslage der weitere Aufenthalt in Sri Lanka zu-

zumuten ist, 

dass angesichts des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens keine Kosten 

aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), 

dass vorliegend keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, zumal da-

von auszugehen ist, dass dem nicht rechtsvertretenen Beschwerdeführer 

durch die Beschwerdeführung keine verhältnismässig hohen Kosten ent-

standen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 4 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1312/2012 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die Verfügung des BFM vom 16. Januar 2012 wird aufgehoben und die 

Sache wird im Sinne der Erwägungen zur vollständigen und richtigen 

Sachverhaltsfeststellung und zur Neubeurteilung an das BFM zurückge-

wiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweize-

rische Vertretung in Colombo. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Urs David 

 

 

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