# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c36a4bbb-a9fd-5e5f-89b5-05506f484c7e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.08.2018 S 2017 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-85_2018-08-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 85

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Audétat, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 28. August 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (IV-Rente)

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1. A._____ erlernte keinen Beruf und arbeitete als Maurer, Strassenbauer und 

Bauarbeiter. Ab Juni 2006 war er wegen Entzündungen verschiedener Ge-

lenke in ärztlicher Behandlung, und ab dem 18. August 2010 konnte er 

seine bisherige Berufstätigkeit nicht mehr ausüben.

2. Mit Gesuch vom 16. März 2011 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen 

an. Die IV-Stelle holte beim Hausarzt und beim behandelnden Rheumato-

logen verschiedene ärztliche Berichte ein. Als Diagnose kristallisierte sich 

ein Mischbild einer Gichtarthropathie und einer seronegativen HLA-B27 po-

sitiven Spondarthropathie heraus. Es wurden fluktuierende Beschwerden 

in verschiedenen Gelenken beschrieben und in der bisherigen Tätigkeit 

wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Mit Verfügung vom 

15. Juni 2012 schloss die IV-Stelle die berufliche Massnahme ab, weil sich 

A._____ nicht fähig fühlte, eine berufliche Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

3. Am 25. September 2012 meldete sich A._____ erneut zum Bezug von Leis-

tungen der Invalidenversicherung an. Daraufhin fand am 18. Oktober 2012 

eine Abklärung durch den Rheumatologen Dr. med. B._____ vom Regio-

nalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) statt. In seinem Bericht vom 11. 

Dezember 2012 beschrieb Dr. med. B._____, dass seit der Behandlung mit 

Humira ab Mai 2012 die Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen weit-

gehend verschwunden seien. Dr. med. B._____ attestierte ab dem Zeit-

punkt der RAD-Abklärung vom 18. Oktober 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 

sechs Stunden pro Tag in einer adaptierten, leichten bis zeitweise mittel-

schweren körperlichen Tätigkeit mit Wechselbelastung ohne Zwangshal-

tungen der Wirbelsäule unter Einhaltung von Gelenkschutzmassnahmen. 

Für die Zeit davor müsse aufgrund der Aktenlage von einer generellen vol-

len Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.

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4. Vom 23. Januar bis zum 26. April 2013 fand eine EVAL Abklärung der Ein-

gliederungs- und Arbeitsfähigkeit von A._____ statt. Mit Bericht vom 22. 

April 2013 wurde dazu ausgeführt, durch die Krankheit und die beschei-

denen schulischen und sprachlichen Ressourcen seien die beruflichen Ein-

satzmöglichkeiten und die verwertbare Leistung stark eingeschränkt. In ei-

ner angepassten Tätigkeit in der Lingerie sei bei einer ganztägigen Prä-

senzzeit eine Leistung von 20 % erbracht worden. In der Folge fand eine 

zweite RAD-Abklärung statt. Mit Bericht vom 22. Februar 2013 hielt Dr. 

med. B._____ dazu fest, die Befunde seien seit der vorherigen Abklärung 

unverändert. Es bestünden Hinweise auf Inkonsistenzen und Selbstlimitie-

rung.

5. Vom 5. bis 25. Juni 2013 wurde A._____ stationär in den Kliniken Valens 

behandelt. Am 3. Dezember 2013 fand eine dritte RAD-Abklärung statt, und 

am 18./19. Dezember 2013 wurde eine Evaluation der funktionellen Leis-

tungsfähigkeit (EFL) gemacht. Mit Bericht vom 21. Januar 2014 führte Dr. 

med. B._____ aus, bei der EFL seien Selbstimitierung und eine erhebliche 

Symptomausweitung festgestellt worden. Sowohl aufgrund der klinischen 

Untersuchung wie der EFL entspreche die Belastbarkeit im Wesentlichen 

einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit im Rahmen von 8 ½ h pro Tag, 

wobei eine Stunde zusätzliche Pausen notwendig seien, was eine Arbeits-

fähigkeit von 85 % ab dem 19. Dezember 2013 ergebe. 

6. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte A._____ ein Schreiben 

vom 27. März 2014 ein, in welchem der behandelnde Rheumatologe Dr. 

med. C._____ die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf maxi-

mal 20 % einschätzte.

7. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 sprach die IV-Stelle A._____ gestützt 

auf die Berichte des RAD-Arztes Dr. med. B._____ für die Zeit vom 1. No-

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vember 2011 bis zum 31. Oktober 2012 eine ganze Rente und für die Zeit 

vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2014 eine Viertelsrente zu. 

8. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 14 172 vom 3. November 

2015 gut. Die angefochtene Verfügung wurde aufgehoben und die Angele-

genheit wurde zur weiteren Abklärung und zum Neuentscheid an die IV-

Stelle zurückgewiesen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, die Be-

urteilung des behandelnden Rheumatologen Dr. med. C._____ wecke 

Zweifel an der Beurteilung des RAD-Arztes, so dass ergänzende, versiche-

rungsexterne fachärztliche Abklärungen vorzunehmen seien. Das Gericht 

stützte sich dabei insbesondere auf die Berichte vom 15. Januar 2015 und 

vom 4. Mai 2015, in welchen der behandelnde Rheumatologe ausführlich 

begründet hatte, weshalb die Arbeitsfähigkeit aus seiner Sicht nur bei ma-

ximal 20 % liege.

9. Der in der Folge von der IV-Stelle beauftragte rheumatologische Gutachter 

D._____, diagnostizierte in seinem Gutachten vom 13. Juli 2016 eine Gicht-

arthropathie, eine HLB-B27 positive Spondarthropathie mit axialem und pe-

ripherem Befall, ein rezidivierendes zervikovertebrales und lumbovertebra-

les Schmerzsyndrom sowie eine Polyarthrose. Er attestierte dem Exploran-

den in der angestammten Tätigkeit eine anhaltende vollständige Arbeitsun-

fähigkeit und in einer angepassten, leichten, wechselbelastenden und ak-

tuell vorwiegend sitzenden Tätigkeit eine 70 bis 80%ige Arbeitsfähigkeit ab 

dem Zeitpunkt der gutachterlichen rheumatologischen Untersuchung am 

21. März 2016. Für die Zeit davor bestätigte er im Wesentlichen die Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt Dr. med. B._____.

10. Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2016 informierte die IV-Stelle A._____, 

sie beabsichtige, ihm vom 1. November 2011 bis zum 31. Oktober 2012 

eine ganze Rente und vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2014 eine Vier-

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telsrente zuzusprechen, ab dem 1. April 2014 bestehe kein Rentenan-

spruch mehr. Mit Einwand vom 27. Januar 2017 beantragte A._____ die 

Zusprechung einer ganzen Rente ab dem 1. November 2011. Er stützte 

sich dabei auf den Bericht des behandelnden Rheumatologen Dr. med. 

C._____ vom 27. Januar 2017, wonach auf Dauer keine höhere Arbeits-

fähigkeit als 20 % bestehe. Leider hätten keine Phasen ohne Gelenksent-

zündung beobachtet werden können, in welchen eine angepasste Tätigkeit 

zu 70 bis 80 % zumutbar gewesen wäre. 

11. Mit Verfügung vom 2. Mai 2017 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid 

fest. Es könne auf das Gutachten von D._____ und auf die Berichte des 

RAD-Arztes Dr. med. B._____ abgestellt werden. Die Berichte von Dr. med. 

C._____ vermöchten das Gutachten nicht derart zu erschüttern, dass da-

von abzuweichen wäre.

12. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 6. Juni 2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er beantragte, die angefochtene Verfügung, der Vorbescheid 

vom 13. Dezember 2016 und die Rentenverfügung vom 28. Oktober 2014 

seien aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab dem 1. No-

vember 2011 zuzusprechen. Zur Begründung machte der Beschwerdefüh-

rer geltend, die Argumente von Dr. med. C._____ in seinen verschiedenen 

Arztberichten, insbesondere im Bericht vom 27. Januar 2017, seien stich-

haltig, die IV-Stelle vermöge sie nicht zu entkräften. Die über Jahre hinweg 

beobachtete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden 

Arzt sei den punktuellen Feststellungen des Gutachters vorzuziehen.

13. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2017 die Ab-

weisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die angefoch-

tene Verfügung.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

der angefochtenen Verfügung sowie auf die im Recht liegenden Beweis-

mittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 2. Mai 2017. Das Ver-

waltungsgericht ist aufgrund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der Be-

schwerde sachlich und örtlich zuständig. Als formeller und materieller Ver-

fügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfü-

gung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

gerichtlicher Überprüfung (Art. 59 ATSG). Überdies wurde die Beschwerde 

frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 60 und Art. 

61 lit. b ATSG). Demzufolge ist – unter Vorbehalt nachfolgender Erwägun-

gen 1.2 bis 1.4 –  auf die Beschwerde einzutreten.

1.2. Der Beschwerdeführer beantragt nebst der Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung auch die Aufhebung des zugrundeliegenden Vorbescheids vom 

13. Dezember 2016. Gemäss Art. 57a IVG dienen Vorbescheide in invali-

denversicherungsrechtlichen Verfahren dazu, den versicherten Personen 

das rechtliche Gehör zu verschaffen, indem sie vor dem Erlass einer förm-

lichen Verfügung zur Sache Stellung nehmen können. Vorbescheide haben 

dementsprechend keine rechtsgestaltende Wirkung und stellen keine Ver-

fügungen im Sinne von Art. 49 ATSG beziehungsweise von Art. 5 des Bun-

desgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) dar. 

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Entsprechend sind Vorbescheide gemäss Art. 56 ATSG nicht mit Be-

schwerde anfechtbar. Vorliegend ist deshalb auf den Antrag auf Aufhebung 

des Vorbescheids vom 13. Dezember 2016 nicht einzutreten.

1.3. Ebenfalls nicht einzutreten ist auf den Antrag des Beschwerdeführers auf 

Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 28. 

Oktober 2014. Mit dieser Verfügung hatte die IV-Stelle erstmals über den 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers entschieden. Diese Verfügung 

existiert indessen nicht mehr, sie wurde vom Verwaltungsgericht mit Urteil 

S 14 172 vom 3. November 2015 aufgehoben. In diesem Zusammenhang 

sei darauf hingewiesen, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung 

vom 2. Mai 2017 auf eine irreführende Weise Bezug nahm auf die Verfü-

gung vom 28. Oktober 2014. Die IV-Stelle führte nämlich aus, die Renten-

verfügung vom 28. Oktober 2014 sei nicht zu beanstanden und nicht zu 

ersetzen. Korrekterweise hätte die IV-Stelle deutlich machen müssen, dass 

die Verfügung vom 2. Mai 2017 inhaltlich zwar derjenigen vom 28. Oktober 

2014 entspreche, dass der Rentenanspruch des Beschwerdeführers aber 

ausschliesslich durch die neue Verfügung vom 2. Mai 2017 bestimmt 

werde. 

1.4. Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer ganzen Rente ab 

dem 1. November 2011. Weil ihm aber mit der angefochtenen Verfügung 

vom 2. Mai 2017 für den Zeitraum vom 1. November 2011 bis zum 31. 

Oktober 2012 eine ganze Rente zugesprochen wurde, fehlt ihm in Bezug 

auf den Rentenanspruch für diesen Zeitraum ein schutzwürdiges Interesse 

an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung (Art. 59 

ATSG), so dass auch in dieser Hinsicht nicht auf die Beschwerde einzutre-

ten ist.

2. Gemäss Art. 43 Abs. 2 IVG besteht kein Anspruch auf eine Rente der In-

validenversicherung, wenn die Anspruchsvoraussetzungen für ein Taggeld 

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der Invalidenversicherung erfüllt sind. Vorliegend bezog der Beschwerde-

führer Taggelder der Invalidenversicherung vom 8. Oktober 2012 bis zum 

26. April 2013, nämlich während der Wartezeit vor der Abklärung der Ein-

gliederungs- und Arbeitsfähigkeit der EVAL vom 8. Oktober 2012 bis zum 

22. Januar 2013 (Verfügungen vom 18. Februar 2013 [IV-act. 65] und vom 

4. Juli 2013 [IV-act. 80]) und während der Abklärung vom 23. Januar 2013 

bis zum 26. April 2013 (Verfügung vom 24. Januar 2013 [IV-act. 64]). Der 

Rentenanspruch konnte erst nach dieser Phase des Taggeldbezugs am 

27. April 2013 wieder entstehen. Die Ausrichtung einer Rente ist deshalb 

gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG ab dem 1. April 2013 wieder möglich. Für den 

Zeitraum vom 1. November 2012 bis zum 31. März 2013 kann dem Be-

schwerdeführer wegen des Taggeldbezugs zum vornherein kein Renten-

anspruch zuerkannt werden. 

3. Streitig und zu prüfen ist somit vorliegend der Rentenanspruch ab dem 1. 

April 2013. Während die IV-Stelle dem Beschwerdeführer eine befristete 

Viertelsrente vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2014 zugesprochen hat, 

ist der Beschwerdeführer der Ansicht, er habe Anspruch auf eine unbefris-

tete ganze Rente. Im Zentrum steht die Frage der Arbeitsfähigkeit. Dabei 

ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig-

keit als Bauarbeiter seit dem 18. August 2010 zu 100 % arbeitsunfähig ist. 

Streitig ist hingegen die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit. Die IV-Stelle stützte sich diesbezüglich auf das von ihr eingeholte 

rheumatologische Gutachten des diplomierten Arztes D._____ vom 13. Juli 

2016 (IV-act. 164) und auf die Berichte von Dr. med. B._____ vom Regio-

nalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 11. Dezember 2012 (IV-act. 54) und 

vom 21. Januar 2014 (IV-act. 98), aus welchen für verschiedene Zeitab-

schnitte Arbeitsfähigkeiten von 72 %, 85 % und 70 bis 80 % hervorgehen. 

Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, es sei auf die Ein-

schätzung des behandelnden Rheumatologen Dr. med. C._____ abzustel-

len, welcher dem Beschwerdeführer in diversen Berichten eine konstante 

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Arbeitsfähigkeit von 20 % attestierte (IV-act. 107 S. 3, 130 S. 12, 172 S. 5). 

Für die Beantwortung der im Streit liegenden Fragen ist der Sachverhalt zu 

berücksichtigen, der sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 

2. Mai 2017 verwirklicht hat (BGE 132 V 215 E.3.1.1). Massgeblich ist dabei 

der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 133 V 504 E.3.3).

4. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit, 

welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann 

(Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG). Der rentenbegründende Invali-

ditätsgrad ist aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 

ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 

dass Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst genau er-

mittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Ein-

kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und 

bei einem Invaliditätsgrad von 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 

IVG).

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5. In der angefochtenen Verfügung legte die IV-Stelle das Valideneinkommen 

für das Vergleichsjahr 2016 auf Fr. 73‘521.75 fest. Sie ging dabei vom Ein-

kommen aus, welches der Beschwerdeführer im Jahr 2011 zuletzt in seiner 

angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter erzielt hatte, und passte dieses 

Einkommen an die Nominallohnentwicklung an. Dies ist korrekt und wird 

vom Beschwerdeführer zu Recht auch nicht beanstandet. 

6. Geprüft wird nun das Invalideneinkommen. Für dessen Bemessung ist die 

Frage entscheidend, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können, beziehungsweise in 

welchem Grad die versicherte Person in einer optimal angepassten Tätig-

keit arbeitsfähig ist. Für die Beantwortung dieser Frage ist die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die medi-

zinische und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung stellen 

(BGE 125 V 256 E.4). Aufgabe der medizinischen Fachleute ist es, den 

Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und Stellung zu 

nehmen zu der Frage, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten diese arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E.4, BGE 125 V 261 E.4). Bei 

der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit können sich die IV-Stellen und die So-

zialversicherungsgerichte auf den RAD (Art. 59 Abs. 2bis IVG), auf die Be-

richte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizini-

sche Sachverständige stützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). 

7. Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in sozialversicherungs-

rechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Der 

Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt deshalb nach der Recht-

sprechung davon ab, ob sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf 

allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berück-

sichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Si-

tuation einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu 

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überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher 

Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweis-

mittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 

231 E.5.1). Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

würdigung aufzustellen. So ist rechtsprechungsgemäss den im Rahmen 

des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von versicherungsex-

ternen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 

der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 

V 353 E.3b/bb). Bei Berichten von behandelnden Ärzten darf und soll der 

Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Der Bericht eines behandeln-

den Arztes hat somit nicht den gleichen Rang wie ein Gerichtsgutachten 

oder ein von der IV-Stelle nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht einge-

holtes Gutachten. Ein solcher Bericht verpflichtet indessen - wie jede sub-

stantiiert vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten - den 

Richter zu prüfen, ob der Bericht des behandelnden Arztes die Auffassun-

gen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachters derart zu 

erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 135 V 465 E.4.5, 

125 V 361 E.3c). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll-

ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der be-

fragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, 

lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schlies-

sen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 

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die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-

sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 

im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-

achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 

E.3b/ee).

8. Im vorliegenden Fall sind zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in ei-

ner adaptierten Tätigkeit die in den nachfolgenden Erwägungen 8.1. bis 

8.3. aufgeführten ärztlichen Einschätzungen zu berücksichtigen. 

8.1. Bei Erlass der ersten - vom Beschwerdeführer im vorangehenden verwal-

tungsgerichtlichen Verfahren S 14 172 erfolgreich angefochtenen - Renten-

verfügung vom 28. Oktober 2014 hatten folgende Berichte zur Verfügung 

gestanden:

Bericht vom 11. Dezember 2012 zur ersten RAD-Abklärung von Dr. med. B._____, Fach-

arzt FMH für Rheumatologie, Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation

Es lägen eine seronegative HLA-27 positive Spondarthropathie, eine Gichtarthropathie 

und ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom vor. Klinisch bestehe Verdacht auf arthroti-

sche Veränderungen der linken Schulter, des linken Ellbogengelenkes sowie der Gelenke 

im linken Mittelfuss. Unter der anfänglichen Behandlung mit nichtsteroidalen Rheumatica 

beziehungsweise Analgetica sei vorerst ein ungünstiger Verlauf mit immer wieder auftre-

tenden entzündlichen Schüben in den betroffenen Gelenken zu verzeichnen gewesen. 

Seit der Behandlung mit Humira im Mai 2012 hätten die Gelenkschmerzen und die Ge-

lenkschwellungen abgenommen. In einer leichten bis zeitweise mittelschweren Tätigkeit 

mit Wechselbelastung, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule unter Einhaltung von Ge-

lenkschutzmassnahmen bestehe seit dem 18. Oktober 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 6 

Stunden pro Tag bei leicht vermindertem Arbeitstempo (IV-act. 54).

Bericht vom 22. Februar 2013 zur zweiten RAD-Abklärung von Dr. med. B._____

Die Befunde und Diagnosen seien unverändert. Der Beschwerdeführer zeige sich ange-

passt und vordergründig motiviert, an den Eingliederungsmassnahmen mitzumachen, 

nehme aber insgesamt eine eher passive Haltung ein und zeige sich nicht überzeugt, trotz 

der Krankheit wieder ins Erwerbsleben zurückkehren zu können. Es würden immer wieder 

verschiedene Symptome vorgeschoben, die seine Leistung auch in für ihn adaptierten 

Tätigkeiten einschränken sollten. Die geltend gemachten Einschränkungen hätten aber 

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nicht objektiviert werden können. Es bestünden Hinweise auf Inkonsistenzen und eine 

Tendenz zur Selbstlimitierung (IV-act. 66 S. 2).

Bericht vom 22. April 2013 zur beruflichen Massnahme der EVAL 

Durch die Krankheit, die bescheidenen schulischen und sprachlichen Ressourcen seien 

die beruflichen Einsatzmöglichkeiten sowie die verwertbare Leistung stark eingeschränkt. 

Die Arbeitszeit von 6 Stunden gekoppelt mit dem vierstündigen Arbeitsweg habe das Be-

lastungslimit gebildet. Dabei habe der Beschwerdeführer in der Lingerie in einer ange-

passten Tätigkeit eine Leistung von 20 % erbracht (IV-act. 69).

Bericht vom 21. Januar 2014 zur dritten RAD-Abklärung inklusive Evaluation der funktio-

nellen Leistungsfähigkeit (EFL) von Dr. med. B._____

Es bestünden Funktionseinschränkungen der Gelenke am rechten Zeigefinger, am linken 

Ellbogen, im linken Mittelfuss sowie im Bereich der MTP-Gelenke I beidseits. Bei der linken 

Schulter könne in der Zwischenzeit bei fehlenden objektivierbaren Befunden eine normale 

Belastbarkeit angenommen werden. Die Spondarthropathie sei unter der aktuellen Be-

handlung mit Simponi nicht aktiv. Sowohl bei der klinischen Untersuchung als auch bei 

der EFL hätten sich Inkonsistenzen gezeigt. Die im Arbeitstraining im EVAL gezeigte Leis-

tung von 20 % könne aus medizinischer Sicht nicht plausibel nachvollzogen werden. In 

adaptierter Tätigkeit bestehe ab dem Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung, mithin ab dem 

19. Dezember 2013, eine Arbeitsfähigkeit von 85 %. Adaptiert sei eine leichte bis mittel-

schwere Tätigkeit in Wechselbelastung und ohne Zwangshaltungen des Rückens, sowie 

ohne Knien und Kriechen (IV-act. 98 und 99).

Bericht vom 27. März 2014 des behandelnden Arztes Dr. med. C._____, Facharzt FMH 

für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation

In einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit in einem Nischenarbeitsplatz bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 20 %. Der Verlauf nach der EFL Testung vom 18./19. Dezember 2013 

unterstreiche die Belastungsintoleranz. Nach der EFL sei es zu einer Aktivierung der Be-

schwerden in der rechten Hand, am linken Ellbogen und am rechten oberen Sprunggelenk 

gekommen (IV-act. 107 S. 3).

Bericht vom 15. Januar 2015 des behandelnden Rheumatologen Dr. med. C._____

Es komme immer wieder zu massiven Exazerbationen der Beschwerden im Bereich ver-

schiedener Gelenkstationen. Der Verlauf der letzten vier Jahre, insbesondere der in den 

Sprechstunden nach der EVAL- und der EFL-Abklärung gesehene Verlauf, zeige die Zu-

sammenhänge zwischen Belastung und Schubauslösung. Der Verlauf zeige auch, dass 

der Beschwerdeführer trotz ausgebauter Basistherapie einen sehr labilen Zustand habe, 

mit erheblicher Belastungsintoleranz, wechselhaftem Verlauf und anhaltend hohen Wer-

ten in der SCQM-Dokumentation. Bei einem hohen Risiko von entzündlichen Schüben bei 

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vermehrter Belastung sehe er auf Dauer nur eine Arbeitsfähigkeit von 20 % (IV-act. 130 

S. 10 ff.).

Stellungnahme vom 15. April 2015 des RAD-Arztes Dr. med. B._____ 

Die im Bericht von Dr. med. C._____ vom 15. Januar 2015 aufgeführten Scores seien in 

Anbetracht der bei der RAD-Abklärung gezeigten Inkonsistenzen nicht aussagekräftig. 

Eine Person, die sich massiv selbstlimitiere, habe bei diesen Scores falsch hohe Werte. 

Auch die Beurteilung der EVAL basiere auf den vorgebrachten Beschwerden und bei 

Selbstlimitierung sei die gezeigte Leistung nicht konsistent (IV-act. 135).

Stellungnahme vom 4. Mai 2015 des behandelnden Rheumatologen Dr. med. C._____

Die in den Fragebögen zur Krankheitsaktivität (BASDAI) und zur Funktion im Alltag 

(BASFI) enthaltenen Fragen entsprächen einer Anamnese in schriftlicher Form, und die 

Anamnese sei eine wichtige Grundlage der medizinischen Einschätzung. Patienten mit 

entzündlich rheumatischen Erkrankungen würden instruiert, übermässige Belastungen zu 

vermeiden. Fest stehe, dass der Beschwerdeführer vor der EFL unter der neu etablierten 

Behandlung mit Simponi unter gebesserten Verhältnissen gewesen sei, und dass die EFL 

zu einer Aktivierung geführt habe (IV-act. 141 S. 4).

Bericht vom 6. April 2016 des behandelnden Rheumatologen Dr. med. C._____

Der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Neben dem vorbestehenden Mischbild 

einer seronegativen HLA-B27 positiven Spondarthropathie mit axialem und peripherem 

Befall und intermittierenden gichtarthropathischen Beschwerden bestehe nun auch eine 

im MRI vom 16. Februar 2016 neu entdeckte signifikante Stenosierung des Spinalkanals 

C5/6 > C4/5 sowie neuroforaminale Stenosen C6 und C7 (IV-act. 159).

8.2. Im Nachgang des verwaltungsgerichtlichen Urteils S 14 172 vom 3. No-

vember 2015 holte die IV-Stelle bei D._____, Facharzt FMH für Rheuma-

tologie und für Innere Medizin, ein rheumatologisches Gutachten ein. 

D._____ führte in seinem Gutachten vom 13. Juli 2016 aus, Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit hätten eine Gichtarthropatie, eine HLA-B27 positive 

Spondarthropathie mit axialem und peripherem Befall, ein rezidivierendes 

zervicovertebrales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie eine Po-

lyarthrose. In einer angepassten, leichten, wechselbelastenden und aktuell 

vorwiegend sitzenden Tätigkeit bestehe eine 70 bis 80%ige Arbeitsfähig-

keit ab spätestens Ende März 2016. Dazu erklärte der Gutachter, diese 

Beurteilung stütze sich primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen, 

- 15 -

weil die Resultate der EFL vom 31. März / 1. April 2016 infolge erheblicher 

Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz für die Beurtei-

lung der Belastbarkeit nicht verwertbar gewesen seien. Die Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt Dr. med. B._____ sei nachvoll-

ziehbar, wobei ab dem Zeitpunkt der dritten RAD-Abklärung keine leichte 

bis mittelschwere Tätigkeit, sondern nur noch eine leichte Tätigkeit als ad-

aptiert zu betrachten sei (IV-act. 164 S. 44 ff.).

8.3. Der behandelnde Rheumatologe Dr. med. C._____ kritisierte das Gutach-

ten von D._____ mit Stellungnahme vom 27. Januar 2017 (IV-act. 172 S. 3 

ff). Er machte geltend, bei den engmaschigen, rheumatologisch spezia-

lärztlichen Kontrollen hätten sich keine längerdauernden Phasen einer ge-

samthaften Besserung gezeigt. Der Verlauf habe sich schubweise bezüg-

lich einzelner betroffener Gelenkstationen gezeigt, insgesamt hätten je-

doch bei jeder Konsultation Probleme und Folgeerscheinungen der rheu-

matologischen Erkrankung vorgelegen. Phasen ohne Gelenksentzündung, 

in welchen eine angepasste Tätigkeit zu 70 bis 80 % zumutbar gewesen 

wäre, hätten leider nicht beobachtet werden können. Zudem bestehe ein 

hohes Risiko für eine Verschlechterung bei vermehrter Belastung. Die Ar-

beitsfähigkeit liege nach wie vor bei maximal 20 %.

9. Die IV-Stelle legte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer ad-

aptierten Tätigkeit in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das Gut-

achten von D._____ (IV-act. 164 S. 56) und gestützt auf die vom Gutachter 

retrospektiv bestätigte Einschätzung des RAD-Arztes Dr. med. B._____ 

(IV-act. 54 und 98) wie folgt fest: 72 % vom 18. Oktober 2012 bis zum 18. 

Dezember 2013, 85 % vom 19. Dezember 2013 bis zum 20. März 2016 und 

75 % ab dem 21. März 2016. Dies ist, wie nachstehend gezeigt wird, nicht 

zu beanstanden.

- 16 -

9.1. Der Gutachter D._____ ist als Facharzt FMH für Rheumatologie und für 

Innere Medizin, als Inhaber des Fähigkeitsausweises für Manuelle Medizin 

der SAMM sowie als zertifizierter medizinischer Gutachter SIM für die gut-

achterliche Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers qualifiziert. Nach der Rechtsprechung ist sei-

nem Gutachten als Administrativgutachten volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, wenn es auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten erstattet wurde, wenn es bei der Erörte-

rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangt und wenn nicht kon-

krete Indizien gegen seine Zuverlässigkeit sprechen (vgl. vorne E.7). Diese 

Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Der Gutachter D._____ führte am 

21. März 2016 eine ausführliche rheumatologische Befragung und Unter-

suchung durch, deren Ergebnisse er im Gutachten in den Kapiteln „III. Vor-

geschichte nach eigenen Angaben“ und „IV. Untersuchungsbefunde“ in 

übersichtlicher und differenzierter Weise festhielt (IV-act. 164 S. 1 und S. 

31 ff.). Zudem liess er eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

(EFL) durchführen und konnte bei der Beurteilung auch auf deren Ergeb-

nisse abstellen (IV-act. 164 S. 45 f. sowie IV-act. 165). Der Gutachter hatte 

sodann Einsicht in alle relevanten Vorakten, welche er im Kapitel „II. Akte-

nauszug“ auflistete und in den wesentlichen Punkten zitierte (IV-act. 164 S. 

2 ff.). Er verschaffte sich einen vollständigen Überblick über die Resultate 

der diversen bildgebenden Abklärungen seit Juni 2006 (IV-act. 164 S. 36 

ff.) und berücksichtigte dabei insbesondere auch die im MRI vom 16. Fe-

bruar 2016 festgestellte Stenosierung des Spinalkanals C5/6>C4/5 sowie 

die neuroforaminalen Stenosen C6 und C7 (IV-act. 164 S. 40). Die Labor-

befunde listete er für die Zeit ab August 2009 in übersichtlicher Weise auf 

(IV-act. 164 S. 41 ff.). Damit verfügte der Gutachter über ausreichende 

Grundlagen für die Diagnosestellung und die Beurteilung der Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Dass er 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangte und dass keine konkreten Indizien 

- 17 -

gegen die Zuverlässigkeit seines Gutachtens sprechen, wird nachstehend 

im Detail aufgezeigt.

9.2. Als rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

nannte der Gutachter eine Gichtarthropathie, eine HLA-B27 positive Spon-

darthropathie mit axialem und peripherem Befall, ein rezidivierendes zer-

vicovertebrales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie eine Polyar-

throse. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er 

eine Dyslipidämie, den Verdacht auf eine arterielle Hypertonie, eine akten-

mässig wiederholt diabetische Stoffwechsellage und eine Adipositas auf 

(IV-act. 164 S. 44). Diese Diagnosen decken sich im Wesentlichen mit den-

jenigen des RAD-Arztes Dr. med. B._____ (Berichte vom 11. Dezember 

2012 [IV-act. 54 S. 5], vom 22. Februar 2013 [IV-act. 66 S. 2] und vom 21. 

Januar 2014 [IV-act. 98 S.7]). Die vom Gutachter gestellten Diagnosen de-

cken sich sodann im Wesentlichen auch mit den Diagnosen, welche in den 

Kliniken Valens (Austrittsbericht vom 16. Juli 2013 [IV-act. 89 S. 9]), von 

Dr. med. E._____ (Bericht vom 22. November 2011 [IV-act. 24 S. 1]) und 

vom behandelnden Rheumatologen Dr. med. C._____ (Bericht vom 6. April 

2016 [IV-act. 159 S. 1]) gestellt wurden. Entsprechend kritisierte Dr. med. 

C._____ in seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2017 die vom Gutachter 

gestellten Diagnosen denn auch nicht (IV-act. 172 S. 3).

9.3. Der Gutachter berücksichtigte bei seiner Beurteilung die Ergebnisse einer 

EFL, einem in der Schweiz breit anerkannten Assessmentsystem zur Be-

urteilung der arbeitsbezogenen physischen Belastbarkeit, welches ein Set 

von arbeitsnahen physischen Tests sowie eine standardisierte Befragung 

zu den Symptomen, zur Selbstbeurteilung der eigenen Leistungsfähigkeit 

und zur bisherigen Arbeit beinhaltet (www.sar-reha.ch/interessen

gemeinschaften/ig-ergonomie/efl.html, zuletzt besucht am 29. Juni 2018). 

Die EFL wurde am 31. März und am 1. April 2016 von einer diplomierten 

Physiotherapeutin und bei der SAR akkreditierten Ergonomin, mithin einer 

http://www.sar-reha.ch/interessen

- 18 -

dafür qualifizierten Person, durchgeführt (Liste der EFL-Lizenznehmer auf 

der Webseite der SAR). Als arbeitsrelevante Probleme zeigten sich eine 

verminderte Beweglichkeit und eine verminderte Belastungstoleranz im lin-

ken Knie, im rechten Fuss, im linken Ellbogen und in einzelnen Fingern. 

Am zweiten Testtag konnte der Beschwerdeführer das rechte Bein nicht 

belasten und setzte für die Fortbewegung zwei Unterarmstützen ein. Im 

Vordergrund standen die Schmerzen, welche den Beschwerdeführer vor 

dem Erreichen von physischen muskulären Limiten einschränkten (IV-act. 

165 S. 2). Der standardisierte Test zur Beurteilung möglicher Motivations-

defizite ergab eine erhebliche Symptomausweitung. Die Therapeutin beur-

teilte die Art, wie der Beschwerdeführer Schmerz und Einschränkungen be-

schrieb, als undifferenziert, sein Schmerzverhalten als nicht adäquat und 

das Leistungsverhalten als schlecht. Die Konsistenz war aus Sicht der The-

rapeutin ebenfalls schlecht. Es bestand eine Diskrepanz zwischen dem 

Fehlen einer relevanten klinischen Problematik im Bereich Hand/Vorder-

arm und der unter der Norm liegenden Handkraft. Diskrepant waren auch 

das Ausmass der angegebenen Einschränkungen im Fragebogen zur 

Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit (PACT-Test) und die beobach-

teten funktionellen Fähigkeiten. Nicht konsistent waren schliesslich die Er-

gebnisse der Tests „Handkraft“ und „Tragen einhändig“, und beim Test 

„Handkraft“ zeigte sich nicht die zu erwartende Glockenkurve (IV-act. 165 

S. 5). Es kann somit festgehalten werden, dass diese EFL-Abklärung 

vollständig, sorgfältig und schlüssig ist, so dass sie als aussagekräftige 

Grundlage für das Gutachten von D._____ zu werten ist.

9.4. Der Gutachter ging zu Recht davon aus, dass es bereits bei früheren Un-

tersuchungen Anzeichen für Selbstlimitierung und Symptomausweitung 

gegeben hatte. So hatte der RAD-Arzt Dr. med. B._____ in seinem Bericht 

vom 22. Februar 2013 zur zweiten RAD-Abklärung mit Bezug auf die EVAL-

Abklärung vom 23. Januar bis zum 26. April 2013 darauf hingewiesen, 
dass der Beschwerdeführer immer wieder verschiedene Symptome vorge-

- 19 -

schoben habe, die seine Leistung angeblich auch in für ihn adaptierten 

Tätigkeiten einschränkten, ohne dass die geltend gemachten Einschrän-

kungen hätten objektiviert werden können, und dass Hinweise auf Inkon-

sistenzen und eine Tendenz zur Selbstlimitierung bestehe (IV-act. 164 S. 

48, 66 S. 2). Auch anlässlich der dritten RAD-Abklärung hatten sich gemäss 

dem Bericht von Dr. med. B._____ vom 21. Januar 2014 in der klinischen 

Untersuchung gewisse Inkonsistenzen im Bereich der Beweglichkeit der 

linken Schulter und des linken Handgelenks gezeigt, und die am 18./19. 

Dezember 2013 durchgeführte EFL hatte Hinweise für eine erhebliche 

Symptomausweitung und für Selbstlimitierung ergeben (IV-act. 164 S. 48, 

98 S. 8).

Der Gutachter stellte im Rahmen seiner Untersuchung des Beschwerde-

führers ebenfalls Inkonsistenzen fest. So zeigte der Beschwerdeführer 

während der klinischen Untersuchung teilweise stark auffallende, als nicht 

adäquat imponierende Schmerzreaktionen (IV-act. 164 S. 34). Den Mat-

thias-Tests zum Nachweis einer allfälligen Haltungsinsuffizienz brach der 

Beschwerdeführer wegen Schweregefühl in beiden Armen ab, was für den 

Gutachter rheumatologisch nicht nachvollziehbar war (IV-act. S. 164 S. 34). 

Und schliesslich zeigte der Beschwerdeführer in der Untersuchungssitua-

tion ein starkes Schonhinken, im subjektiv unbeobachteten Zustand hinge-

gen nur ein leichtes bis mässiggradiges Schonhinken und eine deutlich 

schnellere Gehgeschwindigkeit (IV-act. 164 S. 35 f.).

9.5. Gestützt auf die in den vorstehenden Erwägungen geschilderten Hinweise 

für eine Symptomausweitung kam der Gutachter D._____ in nachvollzieh-

barer Weise zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer, entgegen der An-

sicht von Dr. med. C._____, nicht nur ein medizinisch angebrachtes, belas-

tungssensibles Verhalten, sondern eine Selbstlimitierung vorliege. Zu 

Recht wies der Gutachter in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der 

Beschwerdeführer ein selbstlimitierendes Verhalten gezeigt habe, unab-

- 20 -

hängig davon, ob akute Gelenksentzündungen vorgelegen hätten (wie an-

lässlich der EFL vom 31. März / 1. April 2016) oder nicht (wie anlässlich der 

EFL vom 18./19. Dezember 2013; IV-act. 164 S. 48 f.). Zu überzeugen ver-

mögen auch die Ausführungen des Gutachters, dass neben den objekti-

vierbaren somatischen Befunden und Beschwerden nicht IV-relevante ver-

haltensbeeinflussende Faktoren vorlägen. Es bestehe ein Migrantenstatus 

mit Trennung von den Kindern seit dem Kindesalter und eine ungenügende 

sprachliche Integration mit nur schlechten Deutschkenntnissen trotz Auf-

enthalt in der Schweiz seit den 1980er Jahren. Die Chancen des Exploran-

den, auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, seien wegen den krank-

heitsbedingten Einschränkungen und der geringen schulischen und 

sprachlichen Qualifikation nur gering. All diese Faktoren beeinflussten das 

Verhalten von Exploranden, welche sich in versicherungsmedizinischen 

Abklärungen befänden, erfahrungsgemäss häufig. Typisch sei diesbezüg-

lich auch, dass diese Verhaltensauffälligkeiten bei den behandelnden Ärz-

ten weniger deutlich zum Ausdruck kämen als im Rahmen einer versiche-

rungsmedizinischen Abklärung (IV-act. 164 S. 55).

9.6. D._____ nahm in seinem Gutachten sodann in überzeugender Weise Stel-

lung zu früheren, abweichenden medizinischen Einschätzungen. 

9.6.1. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Gutachter stimmt mit der-

jenigen des RAD-Arztes Dr. med. B._____ weitgehend überein (IV-act. 164 

S. 56). Eine Abweichung besteht einzig in Bezug auf den die Arbeitsfähig-

keitseinschätzung betreffenden Zeitraum vom 19. Dezember 2013 bis zum 

20. März 2016. In seinem Bericht vom 21. Januar 2014 (IV-act. 98) hatte 

Dr. med. B._____ dem Beschwerdeführer ab dem 19. Dezember 2013 eine 

Arbeitsfähigkeit von 85 % in einer körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeit attestiert. Diese Einschätzung bestätigte der Gutachter zwar be-

züglich des zumutbaren Arbeitspensums von 85 %, bezeichnete aber nur 

eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit und nicht auch eine 

- 21 -

mittelschwere Tätigkeit als adaptiert. Dies vermag zu überzeugen, führte 

der Gutachter doch in nachvollziehbarer Weise aus, dass die von Dr. med. 

B._____ als zumutbar angesehene Belastbarkeit im Sinne einer leichten 

bis mittelschweren Tätigkeit nicht als realistisch beurteilt werden könne. 

Dies aufgrund der Symptomatik und der Beschwerden anlässlich seiner 

Untersuchung und angesichts der in den Berichten dokumentierten wieder-

holten Arthritiden trotz einer intensiven immunsuppressiven Therapie und 

insbesondere aufgrund der Angabe des behandelnden Rheumatologen Dr. 

med. C._____, dass durch die körperlichen Belastungen während der Ab-

klärung der Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit in der EVAL vom 23. Ja-

nuar bis zum 26. April 2013 und während der EFL vom 18./19. Dezember 

2013 eine Zunahme der Gelenk- und auch der periartikulären Sehnenbe-

schwerden festgestellt worden sei (IV-act. 164 S. 54 ff.). 

9.6.2. Der behandelnde Rheumatologe Dr. med. C._____ hatte dem Beschwer-

deführer konstant eine maximal 20%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Berichte 

vom 27. März 2014 [IV-act. 107 S. 3], vom 15. Januar 2015 [IV-act. 130 S. 

10 ff.] und vom 4. Mai 2015 [141 S. 4]). Dazu nahm D._____ in seinem 

Gutachten wie folgt Stellung: Dr. med. C._____ orientiere sich an der an-

lässlich der EVAL-Abklärung festgestellten Leistungsfähigkeit von 20 %. 

Diese massive Leistungsminderung sowie die subjektiven Einschätzungen 

erschienen durch die nun eindeutig nachgewiesene Verhaltensproblematik 

im Sinne einer ausgeprägten Symptomausweitung mit ausgeprägter 

Selbstlimitierung negativ beeinflusst. Ohne diese Verhaltensproblematik 

sei von einer deutlich höheren Leistung beziehungsweise Leistungsfähig-

keit auszugehen. Dr. med. C._____ habe die Symptomausweitung und 

Selbstlimitierung sehr wahrscheinlich nicht berücksichtigt, dies allenfalls 

deshalb, weil sich der Beschwerdeführer in seiner Sprechstunde nicht der-

artig ausgeprägt verhalten habe. Auch die von Dr. med. C._____ aufge-

führten hohen Werte in den BASDAI- und BASFI-Fragebögen zur Erfas-

sung der Entzündungs- und Krankheitsaktivität seien aufgrund der vom Be-

- 22 -

schwerdeführer gezeigten Verhaltensproblematik zu hinterfragen und bil-

deten mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht den effektiven Zustand ab (IV-

act. 164 S. 57). Diese gutachterliche Beurteilung ist nachvollziehbar. Allem 

Anschein nach hatte Dr. med. C._____ seinen Fokus, seiner Rolle als be-

handelnder Arzt entsprechend, auf die optimale Behandlung ausgerichtet 

und ging dabei vertrauensvoll davon aus, dass der Beschwerdeführer seine 

Symptome nicht modulierte und dass er bei der Abklärung der Eingliede-

rungs- und Arbeitsfähigkeit in der EVAL vom 23. Januar bis zum 26. April 

2013 seine Möglichkeiten effektiv ausgeschöpft hatte. Bezeichnenderweise 

äusserte sich Dr. med. C._____ denn auch nie zu den festgestellten Inkon-

sistenzen, obwohl er, wie dies aus seinem Bericht vom 15. Januar 2015 

hervorgeht (IV-act. 130 S. 10), den Bericht vom 21. Januar 2014 kannte, in 

welchem der RAD-Arzt Dr. med. B._____ auf die bei der EFL vom 18./19. 

Dezember 2013 festgestellte Selbstimitierung und erhebliche Sym-

ptomausweitung hingewiesen hatte (IV-act 98 S. 8). D._____ hingegen war 

in seiner Rolle als Gutachter und aufgrund seiner Qualifikation als zertifi-

zierter medizinischer Gutachter SIM darauf ausgerichtet, den Gesundheits-

zustand des Beschwerdeführers objektiv einzuschätzen und allfällige In-

konsistenzen festzustellen. Vor diesem Hintergrund hat die IV-Stelle der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. C._____ zu Recht eine 

geringere Beweiskraft beigemessen als derjenigen durch den Gutachter, 

ist es doch nach der Rechtsprechung wegen der unterschiedlichen Natur 

des Behandlungsauftrags des therapeutisch tätigen Facharztes und des 

Begutachtungsauftrags des amtlich bestellten medizinischen Experten 

nicht geboten, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und wei-

tere Abklärungen vorzunehmen, wenn der behandelnde Arzt zu anderslau-

tenden Einschätzungen gelangt (Urteile des Bundesgerichts 8C_260/2011 

vom 25. Juli 2011 E.5.2 und 8C_567/2010 vom 19. November 2010 

E.3.2.2).

- 23 -

9.7. In seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2017 (IV-act. 172 S. 3 ff.) kriti-

sierte der behandelnde Rheumatologe Dr. med. C._____ das Gutachten 

von D._____. Allerdings äusserte sich Dr. med. C._____ auch in dieser 

Stellungnahme nicht zu den festgestellten Inkonsistenzen, obwohl diese 

bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten - wie gezeigt zu Recht 

- eine zentrale Rolle spielten. Stattdessen machte Dr. med. C._____ gel-

tend, er betreue den Beschwerdeführer seit August 2010. Bei den engma-

schigen Kontrollen habe sich jeweils ein sehr wechselhaftes Bild bezüglich 

der betroffenen und klinisch objektivierbaren Regionen des Bewegungsap-

parats und Gelenkstationen gezeigt. Es hätten sich bei den engmaschigen 

rheumatologischen Kontrollen keine längerdauernden Phasen einer Bes-

serung insgesamt gezeigt. Der Verlauf habe sich schubweise bezüglich 

einzelner betroffener Gelenkstationen gezeigt, von absolut beschwerde- 

und entzündungsfreien Phasen könne er leider nicht berichten. Phasen 

ohne Gelenksentzündung, in welchen eine angepasste Tätigkeit zu 70 bis 

80 % zumutbar gewesen wäre, habe er leider nicht beobachten können. 

Diese Kritik vermag das Gutachten von D._____ in seiner Beweiskraft in-

dessen nicht zu erschüttern. Zwar führte der Gutachter bei der Herleitung 

und Begründung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter ande-

rem aus, dass ein schubartiger Krankheitsverlauf vorliege, mit wiederholten 

längeren Phasen ohne Entzündungsschübe, und dass bei Vorliegen von 

akuten Arthritiden zumindest vorübergehend jeweils von einer vollständi-

gen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, während in den Phasen ohne Ge-

lenksentzündung in einer angepassten Tätigkeit ein zirka 70 bis 80%-Pen-

sum zumutbar sei (IV-act. 164 S. 54). Bei der abschliessenden Beantwor-

tung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig-

keit verzichtete der Gutachter indessen auf die Differenzierung zwischen 

Phasen mit und ohne Entzündungsaktivität in den Gelenken und gab an, 

aus rheumatologischer Sicht bestehe in einer angepassten leichten wech-

selbelastenden, aktuell vorwiegend sitzenden Tätigkeit eine 70 bis 80%ige 

Arbeitsfähigkeit. In einer solchen Tätigkeit sollten keine Tätigkeiten vor-

- 24 -

kommen, welche wiederholte Gewichtsbelastungen über 10 kg oder einen 

wiederholten Krafteinsatz im Bereiche von Gelenken beinhalten würden. 

Der Beschwerdeführer dürfe keinen Vibrationen und keiner Kälte ausge-

setzt sein. Weiter sollten keine Tätigkeiten in längerdauernder kniender 

oder kriechender Körperhaltung vorkommen, keine Tätigkeiten, welche 

eine Zwangshaltung in der Wirbelsäule, insbesondere in der Halswir-

belsäule bedingen würden, und keine Tätigkeiten mit ausgeprägten fein-

motorischen oder koordinativen Anforderungen an die Hände (IV-act. 164 

S. 55 f.). Diese Umschreibungen der Arbeitsfähigkeit durch den Gutachter 

stehen bei genauerem Hinsehen indessen nicht im Widerspruch. Vielmehr 

berücksichtigte der Gutachter die Tatsache, dass beim Beschwerdeführer 

phasenweise in verschiedenen Gelenken Entzündungsschübe auftreten, 

durch die Umschreibung eines Zumutbarkeitsprofils, bei welchem sich 

diese Schübe aufgrund der sehr geringen körperlichen Anforderungen und 

der Möglichkeit einer maximalen Gelenkschonung in der Regel nicht we-

sentlich beeinträchtigend auswirken. Während Dr. med. C._____ zu Un-

recht annahm, dass jeder Entzündungsschub die Arbeitsfähigkeit massiv 

beeinträchtige, ging der Gutachter in überzeugender Weise davon aus, 

dass die adaptierte Tätigkeit auch dann zumutbar ist, wenn der Beschwer-

deführer zwar unter einem Entzündungsschub leidet, dieser aber ein Ge-

lenk betrifft, welches bei der adaptierten Tätigkeit kaum belastet wird, was 

insbesondere auf die Gelenke der unteren Extremitäten zutrifft.

9.8. Der Beschwerdeführer wendet seinerseits ein, der Gutachter habe ihn nur 

ein paar wenige Stunden gesehen, Dr. med. C._____ hingegen betreue ihn 

seit August 2010. Die Beobachtungen des Gutachters seien deshalb punk-

tuell beschränkt, während die Beobachtungen von Dr. med. C._____ eine 

verwertbare langfristige Periode beträfen. Dieser Einwand ist unbegründet. 

Der Gutachter befragte und untersuchte den Beschwerdeführer ausführlich 

in allen relevanten Aspekten, aus den zahlreichen Berichten der vorunter-

suchenden und behandelnden Ärzte hatte er ein präzises Bild des Krank-

- 25 -

heitsverlaufs und aufgrund der zweitägigen EFL standen ihm zudem die 

Ergebnisse anerkannter standardisierter Tests zur Verfügung. Damit ver-

fügte der Gutachter über ausreichende Grundlagen für die sachgerechte 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl. vorne E.9.1). 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers trifft es sodann nicht zu, 

dass die Aussagekraft einer ärztlichen Beurteilung bei längerer Behand-

lungs- oder Untersuchungsdauer immer grundsätzlich grösser ist. Nach der 

Rechtsprechung hängt es vielmehr von der Fragestellung und dem zu be-

urteilenden Beschwerdebild ab, wie viel Aufwand im Einzelfall zu betreiben 

ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2016 vom 13. Juli 2016 E.5.1). Für 

den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens kommt es grundsätz-

lich nicht auf die Dauer der Untersuchung an; massgebend ist in erster Li-

nie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E. 4.3.1). Das 

Gutachten von D._____ erfüllt diese Voraussetzungen, es ist, wie gezeigt, 

vollständig, nachvollziehbar und schlüssig. Zu diesem Schluss gelangte 

denn auch die RAD-Ärztin F._____, welche in ihrem Abschlussbericht vom 

29. August 2016 ausführte, dass das Gutachten von D._____ in seiner Dar-

stellung objektiv, neutral und schlüssig sei (IV-act. 173 S. 4). 

9.9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die IV-Stelle dem Gut-

achten von D._____ zu Recht volle Beweiskraft beigemessen hat. Ausge-

hend von der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in einer adaptierten, körperlich leichten, wechselbelasten-

den, und aktuell vorwiegend sitzenden Tätigkeit (vgl. IV-act. 164 S. 55 f.) 

ging die IV-Stelle deshalb für den Zeitraum vom 18. Oktober 2012 bis zum 

18. Dezember 2013 zu Recht von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers von 72 % aus, für den Zeitraum vom 19. Dezember 2013 bis zum 

20. März 2016 von einer solchen von 85 %. Für die Zeit ab dem 21. März 

2016 berücksichtigte die IV-Stelle sodann angesichts der gutachterlich be-

urteilten Arbeitsfähigkeit von „70 bis 80 %“ zu Recht den Mittelwert von 75 

- 26 -

% (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 822/04 vom 21. 

April 2005 E.4.3).

10. Zu prüfen bleibt, ob die IV-Stelle das Invalideneinkommen des Beschwer-

deführers korrekt bemessen und gestützt darauf den Invaliditätsgrad und 

den Rentenanspruch richtig festgelegt hat.

10.1. Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem gemäss Art. 7 ATSG 

massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar sei. Als behinde-

rungsgeeignete Einsatzmöglichkeiten nannte sie leichte Maschinenbedie-

nung, Kontrollfunktionen, leichte Sortierarbeiten, Prüf- und Verpackungsar-

beiten sowie leichte Arbeiten im Bereich der zum Teil maschinell unterstütz-

ten Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Dies ist korrekt und wird vom Be-

schwerdeführer zu Recht auch nicht beanstandet.

10.2. Die IV-Stelle stützte sich bei der Ermittlung des Invalideneinkommens für 

das Vergleichsjahr 2016 auf die vom Bundesamt für Statistik herausgege-

bene Lohnstrukturerhebung (LSE 2012, Tabelle TA 1, Total, Männer, Kom-

petenzniveau 1 [vormals Anforderungsniveau 4]) und berücksichtigte dabei 

einen Leidensabzug von 10 %. Diese Bemessung des Invalideneinkom-

mens wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet. 

10.3. Gemäss Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) ist eine Veränderung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 

und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Diese Bestimmung setzte die 

IV-Stelle in korrekter Weise um, indem sie die gutachterlich per 18. Oktober 

2012 festgelegte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 0 auf 72 % beim 

Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2013, die per 19. Dezember 2013 fest-

gelegte Verbesserung von 72 auf 85 % ab dem 1. April 2014 und die per 

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21. März 2016 festgelegte Verschlechterung von 85 auf 75 % ab dem 1. 

Juni 2016 berücksichtigte. 

10.4. Für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis zum 31. März 2014 ermittelte die IV-

Stelle ausgehend von der 72%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers vom 18. Oktober 2012 bis zum 18. Dezember 2013 ein Invalidenein-

kommen von Fr. 43‘732.35. Im Verhältnis zum unbestrittenen Validenein-

kommen von Fr. 73‘521.75 ergab sich ein Invaliditätsgrad von 40.52 %, ge-

rundet mithin ein solcher von 41 % (zur Rundung BGE 130 V 121 E.3; vgl. 

angefochtene Verfügung lit. f S. 6). Diese Berechnung beanstandet der Be-

schwerdeführer zu Recht nicht. Den entsprechenden Anspruch auf eine 

Viertelsrente erkannte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer korrekterweise 

für den Zeitraum vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2014 zu. Während 

der Monate Januar bis März 2013 bezog der Beschwerdeführer Taggelder 

der Invalidenversicherung, so dass er für diesen Zeitraum keinen Renten-

anspruch hat (vgl. vorne E.2).

10.5. Für die Zeit vom 1. April 2014 bis zum 31. Mai 2016 ergibt sich ausgehend 

von der 85%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vom 19. Dezem-

ber 2013 bis zum 20. März 2016 ein Invalideneinkommen von 

Fr. 51‘628.45, womit im Vergleich zum Valideneinkommen ein rentenaus-

schliessender Invaliditätsgrad von 29.78 % beziehungsweise gerundet 

30 % resultiert. Für diese Phase hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer 

somit zu Recht keine Rente zugesprochen.

10.6. Für die Zeit ab dem 1. Juni 2016 errechnete die IV-Stelle ausgehend von 

der 75%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab dem 21. März 

2016 ein Invalideneinkommen von Fr. 45‘554.53 und einen Invaliditätsgrad 

von 38.04 % beziehungsweise gerundet 38 %. Diese Berechnung ist kor-

rekt, so dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer für die Zeit ab dem 1. 

Juni 2016 zu Recht keine Rente zugesprochen hat.

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10.7. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die IV-Stelle 

dem Beschwerdeführer zu Recht vom 1. April 2013 bis 31. März 2014 eine 

Viertelsrente zugesprochen und ab dem 1. April 2014 einen Rentenan-

spruch verneint hat. 

11. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtmässig und die 

Beschwerde ist abzuweisen. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be-

schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei-

gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-

tenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab-

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. 

Vorliegend werden die Kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt. Diese Kosten hat 

der unterliegende Beschwerdeführer zu übernehmen (Art. 73 Abs. 1 VRG). 

Der obsiegenden IV-Stelle steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. 

g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und die 

Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 2. Mai 2017 wird 

bestätigt.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtmittelbelehrung]

 

4. [Mitteilungen]