# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b1c4953-da26-552d-a551-bcca30e0620a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 15.12.2011 R 2011 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-49_2011-12-15.pdf

## Full Text

R 11 49

5. Kammer 

URTEIL
vom 15. Dezember 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch (BAB)

1. a) … erwarben im Jahr 2006 die Parzelle 1137 (in der Zone W2 gelegen) und 

Parzelle 1129 mit darauf stehendem Stallanteil, in …, Gemeinde …. Parzelle 

1129 liegt gemäss Zonenplan/generellem Gestaltungsplan … 1:2000 vom 16. 

Juni 2006 in einer Zone für zukünftige bauliche Nutzung (Art. 40 KRG; 

Nichtbauzone).

b) Mit Schreiben vom 29. November 2006 gestand … gegenüber dem 

Gemeindevorstand ein, die Grundmauern des Stallanteils auf Parzelle 1129 

und die ostseitige Stallwand ohne Bewilligung saniert und den Bauschutt 

ordnungsgemäss deponiert zu haben. Am 26. Januar 2007 reichten er und 

seine Ehefrau Elisabeth nachträglich ein entsprechendes Baugesuch ein.

2. a) Am 26. Februar 2007 bewilligte der Gemeindevorstand … den Einbau eines 

neuen Betonbodens im Unterstall, die Betonierung der Untermauern 

(Aussenwände), die Dacherneuerung (Ziegel) und die Erneuerung zweier 

bestehender Fenster auf der Ostseite, wobei die Ausführung gemäss 

Baugesuch zu erfolgen habe.

b) Anlässlich der Bauabnahme vom 22. November 2008 wurde festgestellt, dass 

im Untergeschoss eine Zweckänderung in Werkstatt und Hobbyraum 

stattgefunden hatte und im Oberstall ein Holzlager und diverse Einbauten 

sowie ein neuer Holzboden errichtet worden waren.

c) Zur Stellungnahme aufgefordert, schrieben … am 12. Dezember 2008, ihrer 

Meinung nach hätte nur eine Umnutzung in einen Wohn- oder Gewerberaum 

einer Bewilligung bedurft. Sie würden im Stall nur Brennholz verarbeiten und 

lagern.

3. a) Am 24. März 2010 forderte der Gemeindevorstand … zur Einreichung eines 

Baugesuchs für den Einbau einer Werkstatt auf. Am 8. April 2010 wurde das 

Baugesuch eingereicht. Beantragt wurde die Umnutzung in eine 

Hobbywerkstatt und einen Holzlagerraum. Abwasser falle infolge 

Versickerung keines an, so die Gesuchsteller. Hinsichtlich des 

Wasseranschlusses wurde nichts angegeben; indessen wurde deklariert, 

dass Wasser im Gebäude vorhanden sei. Die nach aussen unsichtbare 

Renovation sei abgeschlossen. Der Heuboden werde als Lager für Brennholz 

und Geräte benützt. Im ehemaligen Kuhstall hätten sie eine Werkstatt/einen 

Hobbyraum für kleinere Reparaturen und Schreinerarbeiten eingerichtet. Das 

2006 gekaufte Gebäude sei in relativ schlechtem Zustand gewesen, 

Grundmauern, Dach und Fenster hätten erneuert werden müssen.

b) Dagegen erhoben die Miteigentümer von Parzelle 1127, … und …, am 5. Mai 

2010 Einsprache und verlangten die Abweisung des Gesuchs und die 

Verpflichtung der Gesuchsteller, den rechtmässigen Zustand wieder 

herzustellen, allenfalls die Verpflichtung für die Gesuchsteller, ein Art. 73 ff. 

BG entsprechendes Baugesuch einzureichen. Die Einsprecher führten aus, 

hier handle es sich nicht um Unterhalt und Instandstellung, sondern um einen 

Umbau mit Umnutzung. Weiter wurde geltend gemacht, der Stall habe nie 

über fliessendes Wasser im Gebäude verfügt. Zudem legten sie dar, über 

Parzelle 1127 gebe es keine Fahrberechtigung zu Parzelle 1129.

c) Eine weitere Nachbarin, …, erhob ebenfalls Einsprache.

4. Am 21. Juni 2010 wurde mit dem Amt für Raumentwicklung Graubünden 

(ARE) ein Augenschein durchgeführt. Es wurden mehrere Abweichungen vom 

rechtmässigen Zustand festgestellt. Insbesondere seien im Obergeschoss 

zwei Holzkästen eingebaut sowie das Tor durch ein neues ersetzt und das 

Untergeschoss zu einem Hobbyraum beziehungsweise einer Werkstatt 

ausgebaut worden (Täfer und Parkett).

5. Am 24. Juni 2010 nahmen … zu den Einsprachen Stellung.

6. Am 9. Mai 2011 verfügte der Gemeindevorstand, dass die Einsprachen 

teilweise gutgeheissen würden. Die Nutzung des ersten Stocks, 

Holzlagerstätte in der Stallbaute auf Parzelle 1129, werde im Sinne der 

Erwägungen bewilligt. Sämtliche Innenausbauten im Erdgeschoss, soweit sie 

nicht in der Baubewilligung vom 26. Februar 2007 ausdrücklich erwähnt seien, 

würden nicht bewilligt. Dies gelte insbesondere für die Zweckänderung in eine 

Werkstatt und alle damit zusammenhängenden Installationen, die 

Innenverkleidung (Boden, Decke, Wände), die Isolierung, die Erstellung eines 

Feuchtraumes mit Zwischenwand und die Einrichtung eines modernen 

Wasseranschlusses. Der Gemeindevorstand hielt in seinem Entscheid fest, 

die erfolgte Umnutzung sei weder zonenkonform noch standortgebunden.

7. Am 1. Juni 2011 (Poststempel) erhoben … Einsprache (recte Beschwerde) 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragten, der 

Entscheid sei, was die Bewilligungsverweigerung für Innenausbauten 

anbetreffe, aufzuheben, so dass der Umbau und die Umnutzung nachträglich 

bewilligt werden könne. Sie führten weiter aus, in der angefochtenen 

Verfügung fehle ein Entscheid über Wiederherstellung/Duldung des 

gesetzwidrigen Zustandes, was Rechtsunsicherheit schaffe. Sodann machten 

sie geltend, für den Umbau liege eine gültige Baubewilligung (vom 26. Februar 

2007) vor. In vorliegender Streitsache gehe es um die Frage der Umnutzung 

des Oberstalls in einen Holzlagerraum sowie des Erdgeschosses in eine 

Hobbywerkstatt und die damit zusammenhängenden Ausbauten. Darüber sei 

die Baubehörde schon vor der Bewilligung von 2007 informiert worden. Sie 

legten weiter dar, der Feuchtraum habe nichts mit einer Nasszelle zu tun. Er 

diene nur zur Abdichtung des Restes des Gebäudes. Ein Wasseranschluss 

habe bereits bei der Übernahme des Gebäudes bestanden, was …, der 

Rechtsvorgänger, bestätige. Sie erklärten sich einverstanden, den Trog in der 

Werkstatt zu entfernen, ersuchten jedoch um Beibehaltung des Aussenhahns 

zum Giessen der Pflanzen. Die Beschwerdeführer machten geltend, den 

Boden hätten sie neu verlegen müssen, weil der alte verfault gewesen sei. 

Zudem habe er minimal isoliert werden müssen, damit der Wasseranschluss 

im Winter nicht einfriere. Zusammengefasst beantragten sie, dass der 

heutige, z.T. gesetzwidrige Zustand aus Gründen der Verhältnismässigkeit 

und des Vertrauensschutzes geduldet werde.

8. Am 24. Juni 2011 beantragte die Gemeinde die Abweisung der Beschwerde. 

Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid vom 9. Mai 

2011.

9. Am 4. Juli 2011 (Poststempel) beantragten auch die Gebrüder … die 

Abweisung der Beschwerde.

10. Am 5. Juli 2011 beantragte auch das beigeladene ARE die Abweisung der 

Beschwerde. In seiner Begründung hielt das ARE fest, die Baubewilligung 

vom 26. Februar 2007 sei nichtig, weil keine Zustimmung des ARE dazu 

vorliege. Für den in der Verfügung vom 9. Mai 2011 gestützt auf Art. 24a RPG 

ohne BAB-Bewilligung des ARE bewilligten Teil (Oberstall) sei nachträglich 

noch die Zustimmung des ARE einzuholen. Das ARE führt weiter aus, die 

Beschwerdeführer rügten die lange Verfahrensdauer von zirka 13 Monaten. 

Diese habe eine Vertrauensgrundlage geschaffen, indem die 

Beschwerdeführer davon ausgehen hätten können, nach so langer Zeit werde 

der rechtswidrige Zustand von der Gemeinde toleriert. Das ARE legt dar, hier 

gehe es um das Baubewilligungsverfahren, in welchem die allfällige 

Rechtswidrigkeit der Umbauten festgestellt respektive die Bewilligung dafür 

verweigert werde. Erst später werde die Frage der Wiederherstellung/Duldung 

geprüft. Dieses Vorgehen sei korrekt. Das ARE hält fest, die vorgenommenen 

Änderungen im Erdgeschoss seien nicht bewilligungsfähig. Bei den Behältern 

respektive Kästen im Oberstall handle es sich aber um reversible Einbauten, 

die nicht mit der Substanz der Stallbaute verbunden seien und somit bei einer 

allfälligen Rückführung zu landwirtschaftlichen Zwecken wieder ausgebaut 

werden könnten. Die Bewilligung gemäss Art. 24a RPG könnte nachträglich 

erteilt werden.

11. Am 25. Juli 2011 (Poststempel) führten die Beschwerdeführer replicando aus, 

sie könnten eigentlich ihre Beschwerde zurückziehen und die Verfügung 

betreffend Wiederherstellung/Duldung abwarten. Indessen führe die 

Gemeinde unter den nicht bewilligten Ausbauten auch den Feuchtraum und 

den modernen Wasseranschluss auf. Der Feuchtraum sei aber seit jeher 

feucht gewesen und sei im ursprünglichen Zustand belassen worden. Der 

Wasseranschluss bestehe schon seit 30 Jahren. Bei der beanstandeten 

Bauteile seien aber nicht Gegenstand der Baubewilligung und gehörten nicht 

in die Verfügung. Sie wären zu einer vergleichsweisen Regelung der 

Angelegenheit bereit.

12. Am 12. August 2000 verzichtete das ARE, am 26. August 2011, die Gemeinde 

auf die Einreichung einer Duplik. Die Gebrüder … hielten duplicando an ihren 

Anträgen fest.

13. Am 14. Oktober 2011 führte das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden einen Augenschein an Ort und Stelle durch, an welchem die 

Beschwerdeführer … persönlich anwesend waren. Seitens der Gemeinde … 

war Gemeindepräsident … vor Ort präsent und seitens des ARE Kreisplaner 

... Ferner waren Frau … in Begleitung ihres Ehegatten sowie … persönlich 

zugegen. Als Auskunftsperson war schliesslich … anwesend. Allen 

Anwesenden wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten 

auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf das Ergebnis des Augenscheins sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften sowie im angefochtenen Entscheid wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Baubescheid des Gemeindevorstands … vom 9. Mai 2011 zum Bauvorhaben 

ausserhalb der Bauzone. Zu prüfen ist, ob die Gemeinde die Baubewilligung 

für das nachgesuchte und nachträglich zu bewilligende Bauvorhaben zu 

Recht nicht erteilt hat. 

2. a) Die Beschwerdeführer beantragen in ihrer Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden vom 1. Juni 2011 (Datum des 

Poststempels), dass gestützt auf Art. 94 Abs. 4 des Raumplanungsgesetzes 

für den Kanton Graubünden (KRG) der heute zum Teil gesetzwidrige Zustand 

des Stalles auf Parzelle 1129, in 7223 Buchen, aus Gründen der 

Verhältnismässigkeit und des Vertrauensschutzes geduldet und eine 

entsprechende Verfügung erlassen werde. 

b) Wie Erwägung 1 zu entnehmen ist, ist in vorliegender Streitsache der 

Baubescheid vom 9. Mai 2011 des Gemeindevorstands …, welcher im 

Rahmen des nachträglich durch die Beschwerdeführer eingereichten 

Baugesuches vom 8. April 2010 ergangen ist, Anfechtungsobjekt. Das 

Baubewilligungsverfahren für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone 

ist in den Art. 87 KRG sowie Art. 41 ff. der Raumplanungsverordnung für den 

Kanton Graubünden (KRVO) geregelt. Nicht geprüft wird im 

Baubewilligungsverfahren, ob der rechtmässige Zustand wieder herzustellen 

oder eine Duldung des rechtswidrigen Zustands erfolgen könne. Diese Frage 

bildet Gegenstand des Verfahrens gemäss Art. 94 KRG. Wie das Amt für 

Raumentwicklung Graubünden (ARE) in seiner Vernehmlassung vom 5. Juli 

2011 richtig ausführt, ist unabdingbare Voraussetzung für die Anordnung 

einer Wiederherstellungsverfügung das Vorliegen eines rechtskräftig 

festgestellten materiell vorschriftswidrigen Zustands (vgl. VGU R 09 26 vom 

17. November 2009 E. 2.a). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist 

folglich bei illegal erstellten Bauten vorab deren Rechtswidrigkeit in einem 

nachträglichen Baubewilligungsverfahren zu prüfen und erst bei festgestellten 

Regelverstössen die Frage zu klären, ob eine Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands unter Berücksichtigung des Prinzips des 

Vertrauensschutzes sowie der Verhältnismässigkeit verlangt werden kann. 

Dabei ist anzumerken, dass der Entscheid betreffend Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands i.S.v. Art. 94 KRG erneut mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht angefochten werden kann. Vorliegend gilt es jedoch zu 

prüfen, ob es im Rahmen der Umbauarbeiten am Stallteil der 

Beschwerdeführer auf Parzelle 1129 in Buchen zu Regelverstössen 

gekommen ist oder aber eine nachträgliche Baubewilligung auf das 

Baugesuch vom 8. April 2010 hin erteilt werden kann. 

3. Gemäss Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) 

entscheidet die zuständige kantonale Behörde bei allen Bauvorhaben 

ausserhalb der Bauzonen, ob sie zonenkonform sind oder ob für sie eine 

Ausnahmebewilligung erteilt werden kann. Art. 25 Abs. 2 RPG stellt direkt 

anwendbares Bundesrecht dar. Allfälliges kantonales Recht ist unerheblich. 

Seit dem Inkrafttreten dieser Bestimmung am 1. Januar 1980 erfordern 

sowohl zonenkonforme als auch nicht zonenkonforme Bauvorhaben 

ausserhalb der Bauzone die Bewilligung resp. Zustimmung einer kantonalen 

Behörde. Die Anwendung von Art. 25 Abs. 2 RPG auch auf zonenkonforme 

Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone ist wiederum mit dem Bedürfnis 

nach einer einheitlichen und rechtsgleichen Anwendung von Art. 24 RPG zu 

begründen (vgl. Waldmann/Hänni, Handkommentar, RPG 2006, Art. 25 N 33; 

BGE 115 Ib 405). Wurde eine kommunale Bewilligung im Sinne von Art. 24 

RPG ohne Zustimmung der kantonalen Behörde erteilt, kann diese von 

Bundesrechts wegen keine Wirkungen entfalten. Die Zustimmung wirkt 

insofern konstitutiv (vgl. Waldmann/Hänni, a.a.O, N 37). Wird trotz der 

fehlenden Zustimmung gemäss Art. 25 Abs. 2 RPG von einer Bewilligung 

Gebrauch gemacht, so wird dadurch ein unrechtmässiger Zustand 

geschaffen. Die kommunale Bewilligung, die ohne Zustimmung der 

kantonalen Behörde erteilt wurde, ist mit einem schwerwiegenden Mangel 

behaftet und demnach als nichtig zu betrachten. Die kantonale Behörde kann 

deren Ungültigkeit dann grundsätzlich (nur) feststellen (Waldmann/Hänni, 

a.a.O., N 37). Nichtigkeit ist jedoch nicht bereits dann anzunehmen, wenn die 

Zustimmung der kantonalen Behörde fehlt. Vorausgesetzt ist vielmehr auch, 

dass die Erteilung einer nachträglichen Bewilligung klar ausser Betracht fällt. 

Die materielle Rechtswidrigkeit der jeweiligen Baute oder Anlage ist somit 

Voraussetzung dafür, dass die ohne Zustimmung der kantonalen Behörde 

erteilte Bauerlaubnis nichtig und damit in jeder Hinsicht unwirksam ist. Dabei 

muss über die materielle Rechtswidrigkeit "Klarheit" bestehen (vgl. 

Waldmann/Hänni, a.a.O., N 37 mit Verweis auf BGE 111 Ib 220 f. und 132 II 

27 ff.). Ein solcher Verfahrensmangel wäre nach dem Gesagten derart 

schwerwiegend, dass er nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen vom Verwaltungsgericht zu beheben ist, zumal nur so 

gewährleistet werden kann, dass die raum- und umweltrelevanten Aspekte 

und Interessenabwägungen durch die zuständige kantonale Instanz 

vorgenommen werden können. Das bedeutet, dass das Gericht diesfalls den 

angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Sache zu korrekter Einleitung 

und Durchführung des BAB-Verfahrens im Sinne des KRG und der KRVO 

zurückzuweisen hat. Dies ist im Folgenden zu prüfen.

4. a) Die Beschwerdeführer machen geltend, dass für den umstrittenen Um- und 

Ausbau des Stallteils auf Parzelle 1129 eine gültige Baubewilligung, datiert 

26. Februar 2007, vorgelegen habe und es in vorliegender Streitsache 

lediglich um die Frage der Umnutzung des Stallteils in einen Holzlagerraum 

(Obergeschoss) und eine Hobbywerkstatt (Untergeschoss) und der damit 

verbundenen Ausbauarbeiten im Innern des Gebäudes gehe. 

b) Das ARE hält dem in seiner Vernehmlassung zu Recht entgegen, aufgrund 

der Nichtigkeit der kommunalen Bewilligung für Bauten und Anlagen 

ausserhalb der Bauzone vom 26. Februar 2007 könnten die 

Beschwerdeführer nichts zu ihren Gunsten ableiten. Nichtig sei die 

Baubewilligung, da sie ohne Zustimmung der zuständigen kantonalen 

Behörde, im Kanton Graubünden das ARE, ergangen sei. 

c) Wie unter Erwägung 3 ausführlich dargelegt bedarf es bei Bauten und 

Anlagen ausserhalb der Bauzone, wie sie hier unbestrittenermassen vorliegt, 

von Bundesrechts wegen der Zustimmung der zuständigen kantonalen 

Behörde (Art. 25 Abs. 2 RPG). In diesem Sinne ist denn auch in Art. 87 Abs. 

1 KRG bestimmt, dass Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone (BAB) 

neben der Baubewilligung eine kantonale Bewilligung (BAB-Bewilligung) 

erfordern. Zuständige kantonale Behörde im Kanton Graubünden ist gemäss 

Art. 1 Abs. 2 KRVO das ARE als Fachstelle. Wie den Akten zu entnehmen ist, 

wurde das ARE anlässlich des BAB-Gesuches der Beschwerdeführer vom 26. 

Januar 2007 von der Gemeinde … nicht begrüsst, was einen 

schwerwiegenden Mangel darstellt. Die Gemeinde … erliess in der Folge am 

26. Februar 2007 eine Baubewilligung ohne die erforderliche Zustimmung des 

ARE eingeholt zu haben. Damit ist die Baubewilligung wie das ARE in seiner 

Vernehmlassung korrekt ausgeführt hat, aufgrund sachlicher und funktioneller 

Unzuständigkeit nichtig und entfaltet keinerlei Wirkung 

(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, 2010, 

N 963 mit weiteren Hinweisen). Demnach können die Beschwerdeführer aus 

der Baubewilligung vom 26. Februar 2007 auch nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. 

d) Auch im Rahmen des nachträglich eingereichten Baugesuchs der 

Beschwerdeführer vom 8. April 2010 und dem diesbezüglich erlassenen und 

in vorliegendem Verfahren angefochtenen Baubescheid vom 9. Mai 2011 

leitete die Gemeinde … das BAB-Gesuch wiederum nicht an das ARE weiter. 

Vielmehr führte es ohne den gesetzlich zwingend vorgeschriebenen Einbezug 

der Fachstelle im Entschied aus, die Bewilligungsvoraussetzungen seien 

nach Art. 24a Abs. 1 lit. a und b RPG erfüllt und das Baugesuch hinsichtlich 

des Holzlagers im oberen Stock könne bewilligt werden. Hingegen erachtete 

die Gemeinde … – kompetenzgemäss, vgl. Art. 87 Abs. 3 letzter Satz KRG - 

die im Erdgeschoss vorgenommenen Um- und Ausbauarbeiten in eine 

Werkstatt als nicht bewilligungsfähig. Bezüglich der Bewilligungserteilung 

betreffend den Oberstall  wiegt der Verfahrensfehler der sachlichen und 

funktionellen Unzuständigkeit der Gemeinde … indessen schwer und ist als 

einer der Zuständigkeitsfehler zu qualifizieren, die gemäss 

bundesgerichtlicher Praxis Nichtigkeit zur Folge haben (BGE 111 Ib 213, 219 

ff.). 

e) Nach dem in Erwägung 4c und d Ausgeführten kann festgehalten werden, 

dass sowohl die Baubewilligung vom 26. Februar 2007 als auch der 

Baubescheid vom 9. Mai 2011 nichtig ist, soweit er die Um- und Ausbauten 

im oberen Stock bewilligte. Vorliegende Streitsache wird daher – aus 

nachfolgend dargestellten Motiven unter Aufhebung der 

Bewilligungsverweigerung für die Um- und Ausbauten im Unterstall gemäss 

Baubescheid vom 9. Mai 2011 - an die Gemeinde zurückgewiesen, die das 

Baubewilligungsverfahren hinsichtlich aller durch die Beschwerdeführer 

getätigter Um- und Ausbauten des Stallteils auf Parzelle 1129 erneut und 

unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Einbezug des ARE gemäss Art. 47 ff. 

KRVO durchzuführen hat. Die Überprüfung sämtlicher, Gegenstand beider 

Entscheide der Gemeinde vom 26. Februar 2007 und vom 9. Mai 2011 

bildender Um- und Ausbauten drängt sich deswegen auf, weil die im 

Entscheid der Gemeinde vom 9. Mai 2011 nicht bewilligten Um- und 

Ausbauten im Unterstall nur schwer getrennt von den - ohnehin neu zu 

beurteilenden - Um- und Ausbauten gemäss nichtiger Verfügung vom 26. 

Februar 2007 geprüft werden können. 

f) Anzumerken bleibt, dass gestützt auf die Ausführungen des ARE in seiner 

Vernehmlassung vom 5. Juli 2011 (vgl. Erwägung 3) sowie denjenigen der 

Gemeinde … im Baubescheid vom 9. Mai 2011 (vgl. Erwägung 5) die Um- 

und Ausbauarbeiten im Oberstall bewilligungsfähig sind. Das Gericht teilt 

diese Ansicht, nachdem es sich anlässlich des am 14. Oktober 2011 

durchgeführten Augenscheins vor Ort ein Bild davon machen konnte. 

Ebenfalls bewilligungsfähig ist die Führung der Wasserleitung ab Anschluss 

zum Aussenhahn. Anlässlich des Augenscheins konnte …, früherer 

Eigentümer des Stallteils auf Parzelle 1129, als Auskunftsperson zur 

Wasserversorgung befragt werden. Dieser führte aus, vor ca. 40 bis 50 Jahren 

sei das Vieh am Dorfbrunnen getränkt worden. Vor ca. 30 Jahren dann habe 

man das Wasser zum Stall gezogen. Die Wasserleitung befinde sich unter 

Boden und sei nicht sichtbar. Durch die Um- und Ausbauarbeiten sei an der 

Wasserversorgung denn auch nichts verändert worden. Die Situation, wie sie 

sich heute darstelle bestehe seit den 80er Jahren. Auf die 

Bewilligungsfähigkeit des Aussenhahns angesprochen führte 

Gemeindepräsident Johannes Berry aus, ein Rückbau des Aussenhahns sei 

seiner Ansicht nach nicht angezeigt. Dieser könne auch nachträglich bewilligt 

werden. … vom ARE hielt ebenfalls fest, einer nachträglichen Bewilligung des 

Aussenhahns stehe auch von Seiten des ARE nichts entgegen. Er gab weiter 

zu bedenken, würde der Stall weiterhin landwirtschaftlich genutzt, eine 

Selbsttränke oder ein Tränkebrunnen ausserhalb des Stalls ohne weiteres 

bewilligt würde. 

5. Zusammenfassend bleibt nach dem Ausgeführten festzuhalten, dass infolge 

schwer wiegender Zuständigkeitsfehler - sachliche und funktionelle 

Unzuständigkeit - die Baubewilligung vom 26. Februar 2007 sowie der 

Baubescheid vom 9. Mai 2011, soweit er Um- und Ausbauten bewilligte, 

nichtig sind und letzterer Bescheid, soweit er Um- und Ausbauten nicht 

bewilligte, aufzuheben ist. Die Gemeinde … hat das BAB-

Bewilligungsverfahren demnach gesetzeskonform gestützt auf die Art. 41 ff. 

KRVO erneut durchzuführen, wobei die Um- und Ausbauarbeiten des 

Oberstalls sowie die Führung der Wasserleitung ab Anschluss bis zum 

Aussenhahn bewilligungsfähig im Sinne von Art. 24a RPG sind. 

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zur einen Hälfte zulasten 

der solidarisch haftenden Beschwerdeführer und zur anderen Hälfte zulasten 

der Gemeinde ... Aussergerichtliche Entschädigungen werden keine 

zugesprochen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen und 

die Bewilligungsverweigerung der Um- und Ausbauten im Unterstall des 

Stallanteils auf Parzelle 1129 in … gemäss Baugesuch der Beschwerdeführer 

vom 8. April 2010 wird aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen.

2. Es wird festgestellt, dass die Baubewilligung vom 26. Februar 2007 und die 

Baubewilligung vom 9. Mai 2011, letztere betreffend die Um- und Ausbauten 

im Oberstall des Stallanteils auf Parzelle 1129 in …, nichtig sind. 

3. Die Angelegenheit wird an die Gemeinde … zurückgewiesen und diese wird 

verpflichtet, für die Um- und Ausbauten gemäss Baugesuchen der 

Beschwerdeführer vom 26. Januar 2007 sowie 8. April 2010 betreffend den 

Stallanteil auf Parzelle 1129 in … das BAB-Verfahren im Sinne von Art. 87 

KRG und Art. 41 ff. KRVO durchzuführen und neu im Sinne der Erwägungen 

zu entscheiden.

4. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 416.--

zusammen Fr. 2'416.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Gemeinde … sowie der solidarisch haftenden 

Beschwerdeführer … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.