# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d24cbcd-1a3e-5407-bb5c-80be6ad77be1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-03-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 14.03.2006 ZF 2005 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-76_2006-03-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 14. März 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 76

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger, Zinsli
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der zivilrechtlichen Berufung

des A., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius 
Schmid, Villa Fontana, Obere Strasse 22B, Postfach 546, 7270 Davos Platz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 22. September 2005, mitgeteilt 
am 24. Oktober 2005, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen die B . , 
Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter 
Schnyder, Gelbes Haus, 7220 Schiers,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. Per 1. September 1996 trat A. eine Stelle als Vertriebsarbeiter in der 
Filiale C. der B. an. Zu seinen Aufgaben zählte unter anderem die maschinell unter-
stützte Fleischverpackung. Nachdem die Hauptmaschine einige Tage zuvor ausge-
fallen war, arbeitete A. am 24. August 1998 - wie bei früheren Ausfällen der Haupt-
maschine auch schon - an der Fleischkanone (Einziehpresse) der Marke „Possenti“. 
Während er um ca. 15.15 Uhr den Schutzdeckel der Einziehpresse schloss, be-
merkte er, dass das von ihm zuvor in der Maschine platzierte Fleisch nicht in einer 
für den Verpackungsvorgang optimalen Position lag. A. zog deshalb die noch nicht 
verriegelte Schutzhaube der Einziehpresse wieder hoch, um das Fleisch korrekt zu 
positionieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fleischkanone ihren maschinellen Vor-
gang jedoch bereits gestartet. Als A. mit der rechten Hand nach dem Fleisch griff, 
amputierte ihm eine rotierende Säge die Hand im Bereich der Mittelhandknochen. 
Die Hand konnte gleichentags am Universitätsspital Zürich operativ wieder replan-
tiert werden. Anschliessend wurde mit intensiver Therapie versucht, die Funktions-
tüchtigkeit der Hand so weit als möglich wiederherzustellen. Diese Bemühungen 
zeigten zunächst gute Erfolge. Später trat jedoch eine Stagnation ein, was dazu 
führte, dass die Hand gebrauchsunfähig blieb. In der Folge machte der Arbeitneh-
mer gegenüber der Arbeitgeberin eine Forderung wegen Verletzung der Fürsorge-
pflicht geltend. Da die B. sowohl eine Verletzung des Arbeitsvertrages als auch ein 
Verschulden ihrerseits verneinte, kam es zur gerichtlichen Auseinandersetzung. 

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 5. Oktober 2004 gelangte A. an den 
Kreispräsidenten von Davos. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 17. November 
2004 wurden folgende Rechtsbegehren deponiert: 

„Rechtsbegehren des Klägers:

1. Die Beklagte sie zu verpflichten, dem Kläger CHF 29'160.-- zu zahlen 
zuzüglich 5 % Zins seit dem 24. August 1998.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu 
Lasten der Beklagten.

Rechtsbegehren der Beklagten:

1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit eingetreten werden 
kann.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zulasten 
des Klägers.“

C. a) Mit Prozesseingabe vom 8. Dezember 2004 liess A. seine Klage mit 
unverändertem Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Prättigau/Davos prosequie-
ren. In der Begründung machte er im wesentlichen geltend, die Fleischkanone der 
Marke „Possenti“ sei mangelhaft gewesen, da man die Schutzhaube auch noch 

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während etwa 0.5 Sekunden habe öffnen können, nachdem der maschinelle Pack-
vorgang gestartet worden sei. Ebenso habe die Maschine nicht automatisch ge-
stoppt, als er die Schutzhaube geöffnet habe. Dass er die Schutzhaube trotz ge-
starteter Maschine habe öffnen können, bedeute einen Mangel im Sinne von Art. 
328 Abs. 2 OR in den Sicherheitsvorkehrungen der Fleischkanone. Für diesen Man-
gel hafte die Beklagte, denn die Inbetriebsetzung einer Maschine mit einem derar-
tigen Sicherheitsmangel bedeute eine Verletzung der arbeitgeberischen Fürsorge-
pflicht. Die Versicherung der Beklagten habe dem Kläger eine Integritätsentschädi-
gung ausgerichtet, basierend auf dem für das Unfalljahr versicherten Jahreshöchst-
verdienst und einer gutachterlich festgestellten Integritätseinbusse von 50%. Im Un-
falljahr seien jedoch weit höhere privatrechtliche Genugtuungsentschädigungen zu-
gesprochen worden als der versicherte Jahreshöchstverdienst, weshalb dem Kläger 
aufgrund der festgestellten Integritätseinbusse von 50% auch eine höhere als die 
ausgerichtete Genugtuungssumme zustehe. Die besonderen Umstände für die Ge-
währung einer Genugtuung würden vorliegen. Das in Art. 44 Abs. 2 UVG enthaltene 
sogenannte Haftungsprivileg schliesslich entfalte bei Genugtuungsansprüchen ge-
genüber dem Arbeitgeber keine Wirkung, denn bei Genugtuungsansprüchen hafte 
der Arbeitgeber für jede Form von Fahrlässigkeit. 

b) In ihrer Prozessantwort vom 31. Januar 2005 behielt die B. ihr Rechtsbe-
gehren unverändert bei. In der Begründung bestritt sie, dass die Fleischkanone der 
Marke „Possenti“ unmittelbar vor dem 24. August 1998 einen Defekt aufgewiesen 
habe und habe repariert werden müssen. Sie hielt im weiteren fest, dass der Schutz-
deckel der Fleischkanone, sobald er geschlossen werde, seitlich mit einem Siche-
rungsbolzen gegen das Öffnen gesichert werde und nicht mehr geöffnet werden 
könne, bis der Packvorgang abgeschlossen sei. Zusätzlich sei die Einziehpresse 
mit einem roten Sicherheitsknopf versehen, mit welchem der automatische Press-
vorgang jederzeit gestoppt werden könne. Dieser Sicherheitsknopf befinde sich auf 
der Vorderseite der Maschine und könne rasch und problemlos betätigt werden. 
Beide Sicherheitseinrichtungen hätten vor und nach dem Unfall reibungslos funktio-
niert. Der Kläger habe bereits während fünf Tagen vor dem Unfall an der besagten 
Fleischkanone gearbeitet und sei mit dem Sicherheitsmechanismus vertraut gewe-
sen. Zum Unfall sei es gekommen, weil der Kläger mit einer nicht vorhersehbaren, 
blitzartigen Bewegung die Schutzhaube nach dem Schliessen wieder geöffnet 
habe. Es sei denkbar, dass der Bolzen wegen der blitzartigen Bewegung nicht ein-
gerastet sei. Es wäre dem Kläger jedoch ein Leichtes gewesen, den Sicherheits-
knopf zu drücken, womit die Maschine gestoppt worden und der Pressestempel 
nicht nach unten gekommen wäre. Indem der Kläger ohne jegliche Kontrolle mit der 

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Hand in die bereits gestartete Maschine gegriffen habe, habe er grobfahrlässig ge-
handelt. Sein Fehlverhalten sei nicht voraussehbar gewesen. Dem Arbeitgeber be-
ziehungsweise dessen Organen könne unter diesen Umständen kein Verschulden 
zur Last gelegt werden. Mangels Verschuldens des Arbeitgebers und in Berücksich-
tung von Art. 44 Abs. 2 UVG, der auch im vorliegenden Fall zur Anwendung ge-
lange, habe der Kläger keinen Rechtsanspruch auf die Ausrichtung einer Genugtu-
ung. Schliesslich sei auch festzuhalten, dass Art. 44 UVG ein Verschulden der Or-
gane des Arbeitgebers selbst verlange. G. als einziges Organ der B. habe aber 
keine Kenntnis hinsichtlich des Einsatzes der fraglichen Presse gehabt. Da kein 
Mangel an der Maschine vorgelegen habe beziehungsweise ein Mangel für die Or-
gane nicht erkennbar gewesen wäre, sei die Klage abzuweisen. Vorsorglich werde 
die Klage schliesslich auch quantitativ bestritten.

c) Mit Schreiben vom 21. Februar 2005 verzichtete A. auf die Einreichung 
einer Stellungnahme. Am 23. Februar 2005, mitgeteilt am 24. Februar 2005, erliess 
der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos die Beweisverfügung, welche unan-
gefochten blieb, und erklärte den Schriftenwechsel für geschlossen. 

D. Am 22. September 2005 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirks-
gericht Prättigau/Davos statt, an welcher der Kläger mit seinem Rechtsvertreter so-
wie der Rechtsvertreter der Beklagten teilnahmen.

Mit Urteil vom 22. September 2005, mitgeteilt am 24. Oktober 2005, ent-
schied das Bezirksgericht Prättigau/Davos:

„1. Die Klage des A. gegen die B. wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Kreisamtes Davos in Höhe von Fr. 200.00 sowie die 
Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00
- Schreibgebühren von Fr. 710.00
- Barauslagen von Fr. 40.00

total somit von Fr. 3'250.00

gehen zulasten der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos (Art. 343 
Abs. 2 OR in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 OR).

3. A. wird verpflichtet, die B. ausseramtlich mit Fr. 7'341.10 (inkl. Spesen, 
Interessenwertzuschlag und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4. (Rechtsmittel).

5. (Mitteilung).“

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In der Begründung führte es insbesondere aus, aus der Zeugeneinvernahme 
von E. und aus dem Videoband ergebe sich, dass der Sicherheitsdeckel der Fleisch-
kanone „Possenti“ grundsätzlich nach dem Verriegeln nicht mehr habe geöffnet wer-
den können. Das automatische Verriegeln der Haube bedürfe aber eines Bruchteils 
einer Sekunde. Offenbar werde die Fleischfräse nicht erst dann in Gang gesetzt, 
wenn der Deckel verriegelt sei, sondern bereits dann, wenn die Haube geschlossen 
werde. Dass der Kläger den Deckel noch einmal habe öffnen können, belege, dass 
die Haube zu wenig lang geschlossen geblieben sei, als dass die Verriegelung ge-
griffen hätte. Es sei ein Mangel, wenn die Schutzhaube nochmals geöffnet werden 
könne, obwohl der Betriebsvorgang bereits in Gang gesetzt worden sei. Die Mög-
lichkeit, den Deckel nach bereits gestartetem Fräsbetrieb nochmals öffnen zu kön-
nen, müsse jedoch als grosse Ausnahme, als „Ausreisser“, angesehen werden. Vor 
dem Hintergrund, dass die Beklagte für einen Mangel verantwortlich gemacht wer-
den solle, der vernünftigerweise weder im Bereich des normalerweise zu Erwarten-
den gelegen habe, noch ihr durch den Mitarbeiter D. bekannt gegeben worden sei, 
könne nicht von einer Sorgfaltspflichtverletzung der Arbeitgeberin gesprochen wer-
den, wie sie Art. 328 OR verlange. Die Fleischkanone sei mit Schutzvorkehrungen 
versehen gewesen, die die Beklagte gutgläubig als ausreichend habe akzeptieren 
dürfen. Dass derjenige, der die Maschine bediene, in die automatisch startende Ma-
schine greifen würde, nachdem der Deckel bereits geschlossen gewesen sei, habe 
nach dem Wissens- und Erfahrungsstand der Beklagten völlig ausgeschlossen wer-
den dürfen. Habe die Beklagte aber mit einer solchen Konstellation nicht rechnen 
müssen, könne ihr auch nicht vorgeworfen werden, sie habe es schuldhaft unterlas-
sen, geeignete Schutzmassnahmen zu treffen. Die Beklagte treffe kein Verschulden 
an der objektiv ungenügenden Sicherheitsmassnahme, weshalb ihre Haftung ent-
falle. Die Klage sei auch aus einem weiteren Grund abzuweisen. Der Kläger habe 
zwar bezüglich der besonderen Umstände gemäss Art. 47 OR, welche erst eine 
Genugtuung rechtfertigen würden und vom Kläger zu beweisen seien, in der Pro-
zesseingabe nur ausgeführt, diese lägen vor. Er habe aber ein Dossier „Medizini-
sche Akten“ sowie ein Gutachten eingelegt, aus denen sich die besonderen Um-
stände ergäben. Der Kläger habe von der Haftpflichtversicherung der Beklagten be-
reits eine Integritätsentschädigung erhalten. Ziehe man die Gerichtspraxis und die 
Umstände des vorliegenden Falles heran, so zeige sich, dass eine Genugtuung in 
Höhe von Fr. 40'000.-- angemessen sei. Die Integritätsentschädigung, welche von 
der Genugtuung in Abzug zu bringen sei, übersteige diesen Betrag. Der Kläger habe 
daher nichts mehr zu gute und die Klage sei abzuweisen, ohne dass näher geprüft 
zu werden brauche, um wie viel Prozent das Selbstverschulden des Klägers die für 
angemessen erachtete Genugtuung reduzieren würde.

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E. Gegen dieses Urteil führt A. mit Eingabe vom 14. November 2005 Be-
rufung beim Kantonsgericht von Graubünden. Er beantragt:

„1. Das Urteil vom 22. September 2005 des Bezirksgerichts Prättigau/Da-
vos (Proz. Nr. 110-2004-39) sei aufzuheben.

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 29'160.00 zu zahlen 
zuzüglich 5 % Zins seit dem 24. August 1998.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu 
Lasten der Beklagten.“

F. An der Hauptverhandlung vor der Zivilkammer des Kantonsgerichtes 
von Graubünden am 14. März 2006 waren A. mit seinem Rechtsvertreter, Rechts-
anwalt Dr. iur. Luzius Schmid, sowie der Rechtsvertreter der Beklagten, Rechtsan-
walt Dr. iur. Peter Schnyder, anwesend. Das angefochtene Urteil sowie die Beru-
fungserklärung waren dem Gericht sowie den Parteien bekannt, weshalb auf deren 
Verlesung verzichtet wurde. Die Zivilkammer hatte von den Akten bereits Kenntnis 
genommen. Zu Legitimation und Zusammensetzung des Gerichtes bestanden 
keine Vorfragen.

a) In seinem Plädoyer begründete Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid die 
Berufungsanträge. Er hielt unter anderem fest, die Schutzvorrichtungen der Fleisch-
kanone hätten den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt. Infolge fehlerhafter 
Konstruktion habe der Deckel nämlich auch nach Starten des Betriebsvorganges 
geöffnet werden können. Dies sei nicht aufgrund eines unvorhersehbaren und kras-
sen Bedienungsfehlers seines Mandanten möglich gewesen, sondern aufgrund ei-
ner von der Beklagten bewusst in Kauf genommenen technischen Unzulänglichkeit 
der Fleischkanone. Der Beklagten sei vorzuwerfen, dass sie nicht mit dem nach 
dem Stand der Technik Machbaren für das gefahrenfreie Funktionieren der Siche-
rungsvorkehrung besorgt gewesen sei. Der Fehler sei im Betrieb bekannt gewesen. 
Die Annahme der Vorinstanz, die Arbeitgeberin habe den Mangel nicht gekannt, sei 
arbeitnehmerfeindlich und nicht zu hören. Sein Mandant habe eine Integritätsent-
schädigung erhalten, die unbestritten auf die Genugtuung anzurechnen sei. Es be-
stehe jedoch ein weitergehender Genugtuungsanspruch. Bezüglich des Haftungs-
privilegs gemäss Art. 44 Abs. 2 UVG sei festzuhalten, dass die Arbeitgeberin grob-
fahrlässig gehandelt habe, so dass das Haftungsprivileg nicht zum Zuge komme. 
Aber selbst wenn das Verschulden der Beklagten nur als fahrlässig und nicht als 
grobfahrlässig betrachtet werden würde, bestehe von Seiten seines Mandanten An-
spruch auf eine Genugtuung, denn Genugtuungsansprüche würden vom Haftungs-
privileg nicht erfasst. Das Kantonsgericht werde ersucht zu entscheiden, dass das 
Haftungsprivileg zu Gunsten des Arbeitgebers für Genugtuungsansprüche nicht 

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gelte. Im Unfalljahr seien privatrechtliche Genugtuungssummen von Fr. 150'000.-- 
und mehr zugesprochen worden. Bei einer Integritätseinbusse von 50% stehe sei-
nem Mandanten eine höhere als die ausgerichtete Genugtuungssumme zu. Von 
einem Fehlverhalten seines Mandanten könne nicht gesprochen werden. Wenn der 
Verletzte ein reflexartiges Verhalten an den Tag lege, vor dessen negativen Auswir-
kungen eine geforderte Sicherheitsvorkehr gerade schützen wolle und müsse, dann 
liege kein Selbstverschulden vor.

b) In seinem Plädoyer beantragte Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schnyder die 
kostenfällige Abweisung der Berufung. Unter anderem hielt er fest, gemäss Art. 44 
Abs. 2 UVG bestehe ein „Haftpflichtanspruch“ des Arbeitnehmers nur bei Vorsatz 
oder grober Fahrlässigkeit des Arbeitgebers. Da sich die Haftpflicht aus Schaden-
ersatz und Genugtuung zusammensetze, sei klar, dass nach dem Willen des Ge-
setzgebers keine Haftung für Genugtuung bestehe. Nebenbei sei zu erwähnen, 
dass der Arbeitgeber nur hafte, wenn einem Organ eine Sorgfaltspflichtverletzung 
vorgeworfen werden könne, die Haftung für Hilfspersonen sei ebenfalls ausge-
schlossen. Die Maschine habe vor und nach dem Unfall einwandfrei gearbeitet. Der 
Unfall beruhe auf einem singulären, nicht voraussehbaren Ablauf, dessen Ursachen 
bis heute nicht feststehen würden. Im übrigen sei eine Sorgfaltspflichtverletzung 
vom Kläger zu beweisen. Ein solcher Beweis liege jedoch nicht vor. Schliesslich sei 
eine Genugtuung bei Körperverletzung nach dem klaren Gesetzeswortlaut nur bei 
Vorliegen besonderer Umstände zuzusprechen. Die Behauptungs- und Beweislast 
dafür würde beim Kläger liegen. Besondere Umstände würden in der Prozessein-
gabe jedoch nirgends dargetan, der globale Hinweis auf die Rechtspraxis ersetze 
die Behauptung der massgeblichen konkreten Tatsachen nicht. Die Vorinstanz 
stütze sich für die Begründung der besonderen Umstände zu Unrecht auf das Dos-
sier „Medizinische Akten“. Die besonderen Umstände seien in den Rechtsschriften 
aufzuführen, ansonsten der Beklagte keine Veranlassung habe, sich damit ausein-
ander zu setzen. Ihre Darlegung bilde bei einer Genugtuungsklage das eigentliche 
Klagefundament. Wenn es fehle, sei die Klage wegen fehlender Substantiierung 
abzuweisen. Schliesslich treffe den Kläger auch ein sehr schweres Selbstverschul-
den. Das krasse Fehlverhalten des Arbeitnehmers sei nicht vorhersehbar gewesen 
und stelle die wesentliche Ursache für den Unfall dar. Dies führe dazu, dass auch 
unter diesem Gesichtspunkt keine Genugtuung geschuldet sei. Für den Fall, dass 
die Haftungsvoraussetzungen doch als gegeben betrachtet würden, seien zur Be-
messung der Höhe der Genugtuung die Tabellen von Hütte/Ducksch massgeblich. 
Es würden vorliegend aber alle Angaben für die Bemessung fehlen. Aufgrund von 
Vergleichsfällen sei eine Genugtuung in Höhe von ca. Fr. 8'000.-- gerechtfertigt. Da 

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die Integritätsentschädigung, die von der Genugtuung abzuziehen sei, mehr be-
trage, sei in jedem Fall keine Genugtuung auszurichten, selbst wenn die Anspruchs-
voraussetzungen gegeben wären.

c) Es folgten Replik und Duplik, in denen die Rechtsvertreter der Parteien an 
ihren Ausführungen festhielten.

G. Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil und die weitere Begrün-
dung der Anträge wird, soweit erforderlich, im folgenden eingegangen. Im Sinne von 
Art. 51 Abs. 1 lit. b OG gaben die Rechtsvertreter überdies schriftliche Ausfertigun-
gen ihres Vortrages zu den Akten.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Der Berufungskläger macht geltend, die Berufungsbeklagte habe als 
Arbeitgeberin die Pflicht gehabt, die zum Schutze von Leben und Gesundheit des 
Berufungsklägers erforderlichen und geeigneten Massnahmen zu treffen. Insbeson-
dere hätte sie geeignete, mit den erforderlichen Schutzmassnahmen versehene 
Maschinen zur Verfügung stellen müssen, so dass die Unfallgefahr möglichst klein 
gehalten worden wäre. Dieser Pflicht sei die Berufungsbeklagte nicht nachgekom-
men, womit sie ihre aus Art. 328 OR fliessende Fürsorgepflicht verletzt habe.

a) Nach Art. 328 Abs. 2 OR hat der Arbeitgeber zum Schutze von Leben und 
Gesundheit des Arbeitnehmers die erforderlichen und geeigneten Massnahmen zu 
treffen. Er muss also unter anderem Maschinen und Geräte mit den erforderlichen 
Schutzvorrichtungen versehen lassen und den Arbeitsablauf möglichst gefahrlos 
gestalten. Ferner hat er den Arbeitnehmer auf Gefahren hinzuweisen, ihn zu instru-
ieren und für geeignete Überwachung auf Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen 
zu sorgen. Grenze der Schutzpflichten ist das technisch Mögliche und wirtschaftlich 
Zumutbare.

b) Wie sich aus den Akten ergibt, verfügt die Einziehpresse der Marke „Pos-
senti“ zunächst über einen Schliessmechanismus, der das Öffnen der Presse nach 
erfolgtem Start verhindern soll. Dieser Schliessmechanismus funktioniert in der 
Weise, dass nach dem Schliessen der Schutzhaube ein Bolzen sofort ein Loch 
durchstösst, das sich in einem Dornfortsatz der Haube befindet. Gleichzeitig wird 
offensichtlich der automatische Packvorgang gestartet. Wie die Vorinstanz zu Recht 
festgehalten hat, übernimmt die Schutzhaube somit augenscheinlich eine doppelte 

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Funktion: zum einen wird mit ihrem Schliessen die Fräse in Betrieb gesetzt, zum 
andern schützt sie die Person, welche die Einziehpresse bedient, davor, während 
des Packvorgangs auf irgendeine Weise in den Gefahrenbereich zu geraten. Dass 
der Schutz der Person, die sie bedient, wichtiger und zentraler Sinn und Zweck der 
Schutzhaube ist, ergibt sich ohne weiteres aus dem Umstand, dass sie beim 
Schliessen sofort mit einem Bolzen arretiert wird. Wäre die Schutzhaube nämlich 
einzig dafür gedacht, mit ihrem Schliessen den Packvorgang auszulösen, so wäre 
ein Arretieren der Haube vollkommen unnötig. Aus dem Umstand, dass die Schutz-
haube verriegelt wird, ist daher leicht ersichtlich, dass mit ihr vornehmlich der Schutz 
der die Einziehpresse bedienenden Personen bezweckt wird. Diese Schutzfunktion 
aber kann die Schutzhaube offensichtlich nur erfüllen, wenn sie nicht mehr geöffnet 
werden kann, sobald der Packvorgang begonnen hat. Unter diesen Umständen 
aber durfte die Berufungsbeklagte darauf vertrauen, dass die Arretierung der 
Schutzhaube und der Start des Packvorganges so aufeinander abgestimmt waren, 
dass ein Öffnen der Schutzhaube nach gestartetem Vorgang nicht mehr möglich 
war. Es bestand für sie daher grundsätzlich keine Veranlassung, weitere Schutzvor-
kehrungen zu treffen, um ein vorzeitiges beziehungsweise reflexartiges Öffnen der 
Schutzhaube zu verhindern. Sie durfte vielmehr davon ausgehen, dass ein solches 
vorzeitiges Öffnen gar nicht möglich war. Der Berufungskläger macht in diesem Zu-
sammenhang geltend, die Versicherung der Berufungsbeklagten habe eingestan-
den, dass der Bolzen für die Arretierung des Schutzdeckels rund 0.5 Sekunden 
benötige, bis er mit dem Dornfortsatz der Schutzhaube schliesse. Diese kurze Zeit-
spanne aber habe genügt, um bei einer Reflexhandlung den Deckel wieder öffnen 
zu können. Im Schreiben der Versicherung der Berufungsbeklagten, auf welches 
sich der Berufungskläger bezieht, hat diese ausgeführt, der Bolzen benötige für die 
Arretierung des Schutzdeckels „angeblich eine Zeit von ca. 0.5 Sekunden“ (Schrei-
ben der F. an den Anwalt des Berufungsklägers vom 26. November 1999, KB 3, S. 
2 Mitte). Mit der gewählten Formulierung lässt die Versicherung augenscheinlich 
offen, ob die angegebenen 0.5 Sekunden für den Schliessvorgang zutreffen oder 
nicht. Kommt hinzu, dass ihrer Aussage nicht entnommen werden kann, dass der 
Packvorgang tatsächlich schon gestartet wird, bevor die Schutzhaube vollständig 
arretiert ist. Darauf aber käme es allein an. Aus dem Schreiben der Versicherung 
vom 26. November 1999 kann somit nichts zu Gunsten des Berufungsklägers ab-
geleitet werden. Der Zeuge D. hat ausgesagt, die Schutzhaube habe nach dem 
Start vielleicht zwei bis drei Sekunden lang noch geöffnet werden können (Einver-
nahmeprotokoll vom 10. Mai 2005, S. 2, zu Frage 2). Diesbezüglich ist festzuhalten, 
dass der ganze Packvorgang nach dem Schliessen der Schutzhaube gemäss Vi-
deoband vom September 2001, welches die Berufungsbeklagte zu den Akten ge-

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reicht hat (BB 4), nur etwa fünf Sekunden dauert. Der Berufungskläger hat bezüglich 
dieses Videobandes eingewendet, dessen Herkunft und Aktualität seien nicht gesi-
chert, so dass es keinen Beweiswert habe. Aus der Prozessantwort, mit welcher die 
Berufungsbeklagte das Videoband eingereicht hat, geht hervor, dass dieses im Sep-
tember 2001 entstanden ist. Dies erscheint durchaus nachvollziehbar, zeigte sich 
mit der ersten Sühneverhandlung vom 16. August 2001 doch, dass es zwischen den 
Parteien zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen konnte. Es war für die 
Berufungsbeklagte damit notwendig geworden, entlastende Beweise so gut als 
möglich zu sichern. Es ist kein Grund ersichtlich, warum an dieser Zeitangabe der 
Berufungsbeklagten gezweifelt werden sollte. Ein Vergleich mit den bei den Akten 
liegenden Fotos der Einziehpresse Possenti ergibt im weiteren, dass es sich um 
dasselbe Modell handelt. Es ist zudem leicht zu erkennen, dass der Schliessme-
chanismus genau so funktioniert, wie ihn der Berufungskläger in der Prozessein-
gabe und in den Plädoyers vor der Vorinstanz sowie vor der Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts beschreibt. Wer das Video aufgenommen hat, lässt sich den Akten 
tatsächlich nicht entnehmen. Aber es handelt sich offensichtlich um dieselbe Ma-
schine, die der Berufungskläger am 24. August 1998 bedient hat. Das Videoband 
hat daher durchaus Beweiswert. Und gemäss diesem Videoband dauerte der ganze 
Packvorgang etwa fünf Sekunden. Unter diesen Umständen aber erscheint es recht 
unwahrscheinlich, dass die Schutzhaube zwei bis drei Sekunden, also ungefähr 
während der Hälfte der Zeit, die der gesamte Packvorgang benötigte, noch hätte 
geöffnet werden können, da sie so eines guten Teils ihrer Schutzfunktion verlustig 
ginge. Das Videoband zeigt denn auch deutlich, dass dem nicht so war. Offensicht-
lich hat D. die zwei bis drei Sekunden geschätzt und sich dabei massiv verschätzt. 
Was seiner Aussage jedoch klar entnommen werden kann, ist, dass die Schutz-
haube gemäss seiner Meinung nach dem Schliessen eine gewisse kurze Zeit-
spanne wieder geöffnet werden konnte, obwohl der Packvorgang bereits gestartet 
war. Ob diese Auffassung auf eigener Beobachtung beziehungsweise Erfahrung 
beruhte oder aus dem vorliegend zu beurteilenden Ereignis abgeleitet war, kann der 
Aussage von D. nicht entnommen werden. Der Aussage von D. widerspricht der 
Zeuge E., welcher ausgeführt hat, er habe die Einziehpresse vor Inbetriebnahme 
überprüft; nach dem Unfall habe er versucht, den Deckel nach dem Schliessen so-
fort wieder zu öffnen, was ihm aber nicht gelungen sei (Einvernahmeprotokoll vom 
10. Mai 2005, S. 2, zu Frage 2). Es bestehen somit zwei sich widersprechende Zeu-
genaussagen. Beide Zeugen haben unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB aus-
gesagt. Beide sind bei der Berufungsbeklagten angestellt, stehen mithin grundsätz-
lich in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zur Berufungsbeklagten. Beide ken-
nen den Berufungskläger, sind jedoch weder besonders befreundet noch auf irgend-

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eine Weise verfeindet mit ihm. Beide haben die Einziehpresse Possenti gekannt, 
D., weil er immer mal wieder an ihr gearbeitet hat, E., weil er die Maschine wöchent-
lich und vor den jeweiligen Einsätzen technisch überprüft hat. Beide Zeugen wurden 
am 10. Mai 2005, also beinahe sieben Jahre nach dem Unfall, befragt. Bei beiden 
sind keine Hinweise ersichtlich, dass sie bewusst falsch ausgesagt oder etwas über-
trieben dargestellt hätten. Allein aus dem Umstand, dass E. der Vorgesetzte des 
Berufungsklägers war und somit Verantwortung für dessen Instruktion und Überwa-
chung trug, kann nicht geschlossen werden, er habe bewusst zu Ungunsten des 
Berufungsklägers ausgesagt. Kommt hinzu, dass seine Aussage, die Schutzhaube 
habe nach dem Start der Maschine grundsätzlich nicht mehr geöffnet werden kön-
nen, durch das Videoband vom September 2001 (BB 4) gestützt wird. Der Wider-
spruch in den beiden Zeugenaussagen kann unter diesen Umständen weder zu-
gunsten der einen noch der anderen Aussage aufgelöst werden. In Anbetracht die-
ses Beweisergebnisses ist nicht nachgewiesen, dass die Einziehpresse Possenti 
generell startete, bevor die Schutzhaube sicher verriegelt war, so dass diese bei 
gestartetem Packvorgang noch geöffnet werden konnte. Es muss daher davon aus-
gegangen werden, dass es sich bei den Ereignissen am 24. August 1998, als der 
Berufungskläger die Schutzhaube der Einziehpresse unbestrittenermassen noch 
öffnen konnte, nachdem der Packvorgang bereits gestartet gewesen war, um ein 
vollkommen singuläres Ereignis gehandelt hat, das nicht vorausgesehen werden 
konnte. Unter diesen Umständen aber kann der Berufungsbeklagten kein Vorwurf 
gemacht werden, sie habe die notwendigen Schutzmassnahmen nicht getroffen. 
Selbst wenn man aber davon ausgehen müsste, die Aussage von D. sei dahinge-
hend zu verstehen, dass die Sicherheitshaube nicht immer, aber hin und wieder 
noch nach dem Start des Packvorgangs habe geöffnet werden können, ist nicht 
erwiesen, dass D. oder ein anderer Mitarbeiter diesen Umstand der Berufungsbe-
klagten beziehungsweise einem ihrer Organe gemeldet hätte. Auch ergibt sich aus 
den Akten kein Hinweis, dass die Belegschaft über einen solchen Mangel informiert 
gewesen wäre, so dass es auch die Berufungsbeklagte hätte wissen können, wie 
der Berufungskläger geltend macht. Die Berufungsbeklagte durfte nach dem Ge-
sagten davon ausgehen, dass der Schliessmechanismus der Schutzhaube und der 
Start der Einziehpresse so aufeinander abgestimmt waren, dass ihre Arbeitnehmer 
bei laufendem Packvorgang nicht in den Gefahrenbereich gelangen konnten. Falls 
dies nicht ständig gewährleistet war, war ihr darüber keine Mitteilung gemacht wor-
den. Es gab daher für die Berufungsbeklagte keine Veranlassung, weitere Schutz-
massnahmen zu ergreifen. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang auch darauf 
hinzuweisen, dass die Fleischkanone sowohl wöchentlich als auch vor der Inbe-
triebnahme technisch überprüft wurde und nach Aussage von E. einwandfrei funk-

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tionierte (vgl. Tabelle Ausführungskontrolle, BB 3; Einvernahmeprotokoll E. vom 10. 
Mai 2005, S. 2, zu Frage 2 und 4). Es gab mithin für die Berufungsbeklagte keinen 
Hinweis, dass die Einziehpresse Possenti für die Arbeitnehmer eine Gefahr darstel-
len könnte, weshalb sie auch nicht weitere Schutzvorkehrungen treffen musste. Der 
Berufungskläger hat schliesslich noch geltend gemacht, die Hauptmaschine, wel-
che die Berufungsbeklagte hauptsächlich für das Verpacken des Fleisches ver-
wende, verfüge gemäss Aussagen von E. über Sensoren, die verhindern würden, 
dass Unfälle passieren könnten. Die Berufungsbeklagte habe mit dem Einsatz der 
Fleischkanone Possenti entgegen dem technisch Machbaren offensichtlich die Ge-
sundheit ihrer Mitarbeiter riskiert. Unbestrittenermassen verfügte die Fleischkanone 
Possenti im Gegensatz zur Hauptmaschine über keine Sensoren. Es handelte sich 
bei der Fleischkanone aber auch um ein anderes, kleineres und langsameres Mo-
dell als bei der Hauptmaschine (Zeugenaussage E., Einvernahmeprotokoll vom 10. 
Mai 2005, S. 3, zu Frage 1). Möglicherweise stammten die beiden Maschinen auch 
von unterschiedlichen Herstellern. Darüber geben die Akten keine Auskunft. Aus 
der Tatsache, dass die Hauptmaschine Sensoren aufwies, kann unter diesen Um-
ständen nicht geschlossen werden, die Einziehpresse Possenti hätte nachträglich 
mit Sensoren nachgerüstet werden können und müssen. Was beim einen Modell 
technisch machbar ist, muss beim anderen Modell nicht zwingend auch möglich 
sein. Zudem besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Hauptmaschine bereits bei 
ihrer Herstellung mit Sensoren versehen worden ist. Die Tatsache, dass die Haupt-
maschine Sensoren aufwies, sagt deshalb nichts über die Möglichkeit aus, die 
Fleischkanone Possenti mit Sensoren nachzurüsten. Es steht vorliegend somit nicht 
fest, dass die Fleischkanone Possenti überhaupt mit Sensoren hätte nachgerüstet 
werden können. Kommt hinzu, dass die Berufungsbeklagte, wie bereits ausgeführt, 
gar keine Veranlassung hatte, weitere Sicherheitsvorkehrungen bezüglich der Ein-
ziehpresse Possenti zu treffen. Sollte der Berufungskläger mit diesem Punkt geltend 
machen wollen, die Berufungsbeklagte hätte die Fleischkanone Possenti gar nicht 
einsetzen dürfen, weil sie keine Sensoren aufwies, so ist ihm darin nicht zuzustim-
men. Wie bereits einlässlich dargelegt, verfügte die Einziehpresse über eine Siche-
rung, die grundsätzlich ein Öffnen der Schutzhaube während des Packvorganges 
verhinderte. Dass sich die Schutzhaube, mindestens hin und wieder, noch während 
einer kurzen Zeitspanne nach dem Start des Packvorganges öffnen liess, ist nicht 
bewiesen. Der Vorfall vom 24. August 1998 muss daher als singuläres Ereignis, als 
„Ausreisser“, angesehen werden, mit dem nicht zu rechnen war. Kommt hinzu, dass 
die fragliche Einziehpresse der Marke „Possenti“ über einen Notstopp-Knopf ver-
fügt, der an prominenter Stelle auf ihrer Vorderseite angebracht ist. Er ist zudem rot 
eingefärbt und damit sehr auffällig. Dieser Notstopp-Knopf ist sowohl von demjeni-

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gen, der die Presse bedient, als auch von demjenigen, der das verpackte Fleisch in 
Empfang nimmt, leicht zu erreichen (vgl. Fotos der Einziehpresse, BB 2). Nach Aus-
sage von E. wird die ganze Maschine durch das Betätigen dieses Notstopp-Knopfes 
sofort blockiert (Einvernahmeprotokoll vom 10. Mai 2005, S. 2, zu Frage 3). Auch 
dieser Notstopp-Knopf diente mithin der Sicherheit und erhöhte den Schutz für die 
Arbeitnehmer, die an der Fleischkanone arbeiteten, waren sie damit doch in die 
Lage versetzt, die Maschine jederzeit und aus welchem Grund auch immer anhalten 
zu können. Die an der Einziehpresse Possenti angebrachten Schutzvorkehrungen 
genügten daher, so dass die Berufungsbeklagte diese Fleischkanone ohne Weite-
res einsetzen durfte. Eine Verletzung der Schutzpflichten und damit ein Verschulden 
der Berufungsbeklagten, wie es der Berufungskläger geltend macht, ist mithin nicht 
bewiesen. 

2.  Die Berufungsbeklagte macht vorliegend geltend, das Haftungsprivi-
leg gemäss Art. 44 Abs. 2 UVG in der Fassung, wie sie im Zeitpunkt des schädi-
genden Ereignisses gegolten habe, umfasse sowohl die Schadenersatz- als auch 
die Genugtuungsansprüche. Eine Genugtuung wäre von ihrer Seite daher nur ge-
schuldet, wenn sie absichtlich oder grobfahrlässig den Unfall herbeigeführt hätte. 
Es könne ihr aber weder Absicht noch grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, 
weshalb die Zahlung einer Genugtuung ausgeschlossen sei. Der Berufungskläger 
seinerseits wendet ein, das Haftungsprivileg gemäss Art. 44 Abs. 2 aUVG gelte nur 
für Schadenersatz-, jedoch nicht für Genugtuungsansprüche. - Unter der Herrschaft 
des KUVG hatte das Bundesgericht festgestellt, Art. 129 Abs. 2 KUVG begrenze 
die Haftung des Arbeitgebers bezüglich der Genugtuung nicht. Begründet wurde 
dies damit, dass Art 129 Abs. 2 KUVG den Arbeitgeber nur deshalb der Verantwor-
tung für einen weder absichtlich noch grobfahrlässig herbeigeführten Betriebsunfall 
enthebe, weil der Arbeitgeber die Beiträge an die obligatorische Unfallversicherung 
bezahlt habe. Daraus ergebe sich, dass der weder absichtlich noch grobfahrlässig 
handelnde Arbeitgeber nur für jene Folgen des schädigenden Ereignisses nicht ein-
stehen müsse, die Gegenstand der obligatorischen Versicherung gegen Berufsun-
fälle seien. Sowohl bezüglich einer Genugtuung als auch gegen Sachschäden sei 
der Arbeitnehmer aber bei der SUVA nicht versichert, so dass die obligatorische 
Unfallversicherung diesbezüglich keine Leistungen erbringen müsse, weshalb der 
Arbeitgeber sich in diesem Zusammenhang nicht auf das Haftungsprivileg von Art. 
129 Abs. 2 KUVG berufen könne (vgl. zum Ganzen BGE 110 II 163; 96 II 218 E 4a; 
88 II 38 E 4; 86 I 251 E 7). Mit dem Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die 
Unfallversicherung (UVG), in Kraft seit dem 1. Januar 1984, welches zusammen mit 
dem KVG das KUVG ablöste, führte der Gesetzgeber die Integritätsentschädigung 

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ein (Art. 24 UVG). Zweck der Integritätsentschädigung war und ist, einen geldwerten 
Ausgleich für immaterielle oder seelische Unbill wie Schmerz, Leid, verminderte Le-
bensfreude, Beeinträchtigung des Lebensgenusses und ähnliche Ursachen seeli-
schen Unbehagens zu leisten (BGE 115 IV 147 E 3a). Damit aber verfolgen sowohl 
die Integritätsentschädigung als auch die Genugtuung nach Art. 47 OR denselben 
Zweck (vgl. Rumo-Jungo, Haftpflicht und Sozialversicherung, Freiburg 1998, N 
1001). Beide Entschädigungstypen decken Leistungen gleicher Art ab, was der Ge-
setzgeber in Art. 43 Abs. 2 lit. d UVG ausdrücklich festgehalten hat. Die Aufzählung 
in Art 43 UVG, in welcher der Gesetzgeber die gleichartigen Leistungen, in die der 
Versicherer bis zur Höhe der gesetzlichen Leistungen subrogiert, explizit einander 
gegenüber stellt, zeigt zudem deutlich auf, dass die in Art. 44 Abs. 2 UVG vorge-
nommene Beschränkung der zivilen Haftung streng mit der Möglichkeit der Subro-
gation gekoppelt ist. Aus diesem Grund hat das Bundesgericht - nachdem es die 
Frage, ob die Genugtuung nach Art. 47 OR vom Haftungsprivileg gemäss Art. 44 
Abs. 2 UVG erfasst werde, in seinem Entscheid BGE 125 IV 153 E 2d/bb noch 
offen gelassen hatte - in seinem Urteil 4C.10/2001 vom 7. August 2001 explizit fest-
gehalten, Art. 44 Abs. 2 UVG befreie den Arbeitgeber, der ohne Absicht oder grobe 
Fahrlässigkeit gehandelt habe, auch von der Pflicht, eine Genugtuung zu leisten. 
Die Zivilkammer des Kantonsgerichts Graubünden schliesst sich dieser Rechtspre-
chung des Bundesgerichts an (vgl. auch Urteil der Zivilkammer des Kantonsgerichts 
vom 13. November 2000, ZF 00 37). Da der Berufungsbeklagten vorliegend keine 
Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden kann, sie mithin weder absichtlich 
noch grobfahrlässig oder auch nur leicht fahrlässig gehandelt hat, kann sie sich er-
folgreich auf das Haftungsprivileg von Art. 44 Abs. 2 aUVG berufen. 

3. Nach Art. 47 OR kann das Gericht bei einer Körperverletzung dem 
Verletzten unter Würdigung der besonderen Umstände eine angemessene Geld-
summe als Genugtuung zusprechen. Der Berufungskläger hat mit Bezug auf die 
besonderen Umstände in der Prozesseingabe lediglich ausgeführt, diese lägen vor, 
er verweise auf die Rechtspraxis. Die Berufungsbeklagte macht geltend, der Beru-
fungskläger sei damit seiner Behauptungslast nicht nachgekommen, die Klage sei 
mangels Substantiierung abzuweisen. 

a) Gemäss Art. 118 ZPO ist es Sache der Parteien, dem Gericht das Tatsäch-
liche des Rechtsstreites darzulegen. Damit statuiert die bündnerische Zivilprozess-
ordnung die Verhandlungsmaxime. Folge der Verhandlungsmaxime ist, dass das 
Gericht seinem Urteil nur Tatsachen zugrunde legen darf, die behauptet worden 
sind („Quod non est in actis, non est in mundo“, „Da mihi facta, dabo tibi ius“). Oder 

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mit anderen Worten: Was nicht behauptet worden ist, darf vom Richter nicht berück-
sichtigt und kann auch nicht zum Beweis gestellt werden (Schmid, Basler Kommen-
tar, N 31 zu Art. 8 ZGB). Rechtsbegründende und rechtsaufhebende Tatsachen 
müssen daher behauptet werden. Im Unterschied zu dieser im Zivilprozess üblichen 
Verhandlungsmaxime, nach welcher die Parteien den Prozessstoff einbringen müs-
sen und nur über Bestrittenes Beweis zu führen ist, verpflichtet Art. 343 Abs. 4 OR 
den Richter, in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert unter Fr. 
30'000.- (Art. 343 Abs. 2 OR) den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und 
die Beweise nach freiem Ermessen zu würdigen, ohne dass ihn irgendwelche Re-
geln über die Beweiswürdigung binden (vgl. Streiff/von Kaenel, Arbeitsvertrag, Pra-
xiskommentar zu Art. 319 - 362 OR, 6. Auflage, Zürich 2006, N 14 und 15 zu Art. 
343 OR). Die sozialpolitisch begründete Untersuchungsmaxime gemäss Art. 343 
OR entbindet die Parteien jedoch nicht von der aktiven Mitwirkung im Prozess. Die 
Parteien tragen vielmehr auch im Bereich dieser Untersuchungsmaxime die Verant-
wortung dafür, dass die relevanten Behauptungen vorgebracht werden; ebenso sind 
sie gehalten, die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen (vgl. zum Ganzen 
Urteil des Bundesgerichts 4C.201/2004 vom 22. Juli 2004, E 2; BGE 130 III 102 E 
2.2; 107 II 233 E 2c; 125 III 231 E 4a). Die Parteien dürfen also in arbeitsrechtlichen 
Streitigkeiten, die der Untersuchungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR unterstehen, 
nicht einfach die Hände in den Schoss legen. Ihnen obliegt weiterhin die Behaup-
tungs- und Substantiierungspflicht und die Bezeichnung von Beweismitteln. Die Un-
tersuchungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR bewirkt dementsprechend nur folgen-
des: Erstens gilt für den Richter eine ausgedehntere Fragepflicht. Sie wird dann 
praktisch, wenn der Richter Grund hat, an der Vollständigkeit des Sachverhaltsvor-
trages und der Beweisanträge zu zweifeln (BGE 107 II 236 E 2c). Zweitens kann er 
Tatsachen in den Prozess einbeziehen, die von niemandem behauptet worden sind, 
weil er zu prüfen hat, ob die Tatsachenbehauptungen der Parteien vollständig sind 
(Obergericht Zürich in JAR 1996 S. 190). Solche Tatsachen müssen sich aber aus 
den Akten (BGE 107 II 236 E 2b) oder aus dem Beweisverfahren ergeben. Und 
drittens kann er Beweise erheben und berücksichtigen, die von keiner Seite ange-
rufen worden sind. Er hat also den Sachverhalt zu erforschen (vgl. dazu BGE 107 
II 233; Obergericht Luzern in JAR 1999 S. 319, 381). Der Untersuchungs-grundsatz 
zwingt den Richter demzufolge, alle rechtserheblichen, im Verfahren bekannt ge-
wordenen Tatsachen zu berücksichtigen, selbst wenn die Parteien sich nicht auf sie 
berufen haben (BGE 107 II 233). Auch muss er seiner Fragepflicht nachkommen, 
insbesondere wenn er begründete Zweifel an der Vollständigkeit der Parteivorbrin-
gen und -anträge hat (vgl. zum Ganzen Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 14 zu Art. 343 
OR; Rehbinder, Berner Kommentar, N 22 zu Art. 343 OR; Staehelin, Zürcher Kom-

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mentar, N 31 f. zu Art. 343 OR; Rehbinder/Portmann, Basler Kommentar, N 16 ff. 
zu Art. 343 OR). Von der Untersuchungsmaxime nicht berührt wird die Nichtzulas-
sung neuer Behauptungen und Beweise ab einem bestimmten Zeitpunkt (soge-
nannte Eventualmaxime; Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 14 zu Art. 343 OR; Staehelin, 
a.a.O., N 32 zu Art. 343 OR; Rehbinder/Portmann, a.a.O., N 17 zu Art. 343 OR; 
BGE 91 II 2; Obergericht Luzern in JAR 2000 S. 271; Arbeitsgericht Bern in JAR 
1990 S. 442). Der bündnerische Gesetzgeber hat die Eventualmaxime in Art. 118 
ZPO statuiert, wo er im zweiten Satz festgehalten hat, dass das Gericht seinem 
Verfahren nur rechtzeitig geltend gemachte Tatsachen zugrunde legt. Rechtzeitig 
im Sinne von Art. 118 ZPO heisst in den Rechtsschriften (Art. 82 Abs. 1 Ziff. 3 ZPO, 
Art. 87 Abs. 3 ZPO; PKG 1987 Nr. 9, 1997 Nr. 5, 2002 Nr. 7; Urteil der Zivilkammer 
des Kantonsgerichts Graubünden vom 2. Mai 2005, ZF 04 77, Erwägung 6d/bb). 
Aus dem Dargestellten ergibt sich mithin, dass der Richter unter der Ägide der Un-
tersuchungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR zum einen neue Behauptungen der 
Parteien, die diese nicht in den Rechtsschriften aufgestellt haben, nicht berücksich-
tigen darf, dass er zum andern aber unvollständige Behauptungen, die sich in den 
Rechtsschriften finden, beachten und mittels seiner Fragepflicht zu vervollständigen 
suchen muss.

b) Nach dem Gesagten steht somit fest, dass es auch in von der Untersu-
chungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR beherrschten Verfahren grundsätzlich Sa-
che der Parteien ist, die relevanten Behauptungen aufzustellen. Wie weit die an-
spruchsbegründenden Tatsachen inhaltlich zu substantiieren sind, damit sie unter 
die massgeblichen Normen des materiellen Rechts subsumiert werden können, be-
stimmt das materielle Bundesrecht (BGE 127 III 365 E 2b; 123 III 183 E 3e; 108 II 
337 E 2, 3). Die jeweiligen Anforderungen ergeben sich einerseits aus den Tatbe-
standsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen 
Verhalten der Gegenpartei. Massgebende Tatsachenbehauptungen müssen dabei 
so konkret formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten möglich ist oder der 
Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 II 365 E 2b, mit Verweisen). In 
arbeitsrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert unter Fr. 30'000.-- hat der Rich-
ter jedoch aufgrund der Untersuchungsmaxime nachzufragen, wenn nicht alle not-
wendigen Behauptungen aufgestellt werden, das heisst, wenn zu wenig substanti-
iert wird. - Vorliegend stellt sich nun zunächst die Frage, welche Voraussetzungen 
(Tatbestandselemente) das materielle Bundesrecht für die Zusprechung einer Ge-
nugtuung aufstellt. Das Gesetz nennt in einem ersten Punkt die besonderen Um-
stände. Dies wird von der Rechtsprechung dahingehend interpretiert, dass die erlit-
tene immaterielle Unbill, für welche eine Genugtuung anbegehrt wird, von einer ge-

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wissen Schwere und Intensität sein muss (BGE 121 II 369 E 3c/bb; Brehm, Berner 
Kommentar, N 165 zu Art. 47 OR). Nicht jede physische oder psychische Verletzung 
oder Beeinträchtigung führt somit zu einer Genugtuung (BGE 125 III 70 E 3c; 110 II 
163 E 2c; Brehm, a.a.O., N 28 und N 161 zu Art. 47 OR). Voraussetzung für eine 
Genugtuung ist folglich in erster Linie eine immaterielle Unbill von einer gewissen 
Schwere. Weiter muss der schädigende Eingriff in die Persönlichkeit widerrechtlich 
erfolgt sein. Und schliesslich muss ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen 
der schädigenden Handlung und der immateriellen Unbill vorliegen. Die Beweislast 
für diese anspruchsbegründenden Sachverhaltselemente trifft den Kläger (Art. 8 
ZGB; vgl. auch BGE 114 II 289 E 2a mit Hinweisen). Es war mithin Aufgabe des 
Berufungsklägers, in der Prozesseingabe unter anderem Behauptungen bezüglich 
der immateriellen Unbill, deren Schwere und Intensität sowie deren Auswirkungen 
aufzustellen (vgl. auch PKG 2002 Nr. 7 und dort zitierte Entscheide und Literatur). 
In diesem Zusammenhang ergibt sich aus der Prozesseingabe aber einzig, dass 
dem Berufungskläger am 24. August 1998 bei einem Arbeitsunfall die rechte Hand 
amputiert wurde. Es finden sich keine - nicht einmal minimalste - Angaben über die 
konkreten Verletzungen (aus der Prozesseingabe wird nicht einmal ersichtlich, dass 
die abgetrennte Hand wieder replantiert werden konnte), über die notwendige me-
dizinische Behandlung, über die erforderlichen Operationen, Spitalaufenthalte und 
Therapien, deren Dauer, Verlauf und Erfolg, über anhaltende Schmerzen und Ein-
schränkungen sowie über die Auswirkungen auf die Lebensgestaltung und das We-
sen des Berufungsklägers. Diese Angaben wären aber Voraussetzung für die Sub-
sumption der klägerischen Vorbringen unter den Begriff der besonderen Umstände 
gewesen. Die Behauptungen des Berufungsklägers in der Prozesseingabe waren 
mithin im Prinzip zu wenig substantiiert, hätte er doch ganz konkret dartun müssen, 
worin er die vom Gesetz geforderten besonderen Umstände im vorliegenden Fall 
als gegeben erblickt. Das Vorbringen des Berufungsklägers war somit grundsätzlich 
unvollständig. Dies ist offensichtlich. Die Vorinstanz hat nun ausgeführt, indem der 
Kläger medizinische Akten sowie das Gutachten vom 26. Oktober 2000 eingereicht 
habe, habe er implizit die - in diesem Verfahren, das von der Untersuchungsmaxime 
beherrscht werde, zu beachtenden - Behauptungen aufgestellt, die darin aufschei-
nenden Befunde würden besondere Umstände im Sinne von Art. 47 OR darstellen 
(angefochtenes Urteil S. 19). Es stellt sich in diesem Zusammenhang nun aber die 
Frage, ob sich die Vorinstanz korrekterweise nur auf die Akten gestützt und Behaup-
tungen als implizit erhoben betrachtet hat, um das Vorliegen der besonderen Um-
stände zu prüfen, oder ob sie von der ausgedehnteren Fragepflicht hätte Gebrauch 
machen müssen, die ihr bei unvollständigen Parteivorbringen im Verfahren nach 
Art. 343 Abs. 4 OR obliegt (vgl. auch Art. 112 Abs. 1 ZPO). Weiter stellt sich die 

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Frage, ob die Vorinstanz dadurch, dass sie ihre Fragepflicht nicht wahrgenommen 
und stattdessen Behauptungen als implizit aufgestellt angenommen hat, die Mög-
lichkeiten der Berufungsbeklagten, sich in Bezug auf das Vorliegen der besonderen 
Umstände angemessen zu verteidigen, in unzulässiger Weise beschnitten hat. 
Diese Fragen müssen vorliegend jedoch keine Klärung finden; sie können vielmehr 
offen gelassen werden, da die Klage des Berufungsklägers bereits aus anderen 
Gründen abgewiesen werden muss, so dass die Berufungsbeklagte nicht belastet 
wäre, selbst wenn ihre Verteidigungs-rechte durch die Vorinstanz beschnitten wor-
den wären. Im übrigen wäre auch der Berufungskläger durch das Vorgehen der 
Vorinstanz nicht belastet, hat diese zu seinen Gunsten doch die bezüglich der vom 
Gesetz geforderten besonderen Umstände relevanten Behauptungen als vorhan-
den und rechtzeitig aufgestellt angenommen (vgl. dazu hinten die Eventualerwä-
gung unter Ziffer 5 lit. c).

4. Die Berufungsbeklagte macht geltend, den Berufungskläger treffe ein 
sehr schweres Selbstverschulden, das den adäquaten Kausalzusammenhang zwi-
schen einer - bestrittenen - Sorgfaltspflichtverletzung und dem Arbeitsunfall unter-
breche. – Die Vorinstanz hat sich mit der Frage des Selbstverschuldens nicht näher 
befasst, da sie die Genugtuungsforderung des Berufungsklägers bereits aus ande-
ren Gründen abgewiesen hat. Wie sich den Akten entnehmen lässt, hat der Beru-
fungskläger die Einziehpresse der Marke Possenti gut gekannt, da er bereits vor 
dem 24. August 1998 verschiedentlich an dieser Maschine gearbeitet hat (Zeugen-
aussage E., Einvernahmeprotokoll vom 10. Mai 2005, S. 3 oben). Er wusste daher, 
wie sie arbeitet, und ohne Zweifel war ihm bekannt, dass sich unter der Schutz-
haube der Gefahrenbereich der Fleischkanone befand. Dies war allein schon auf-
grund des Umstandes offensichtlich, dass die Schutzhaube während des Packvor-
ganges grundsätzlich verriegelt wurde. Der Berufungskläger bestreitet nicht, dass 
er sowohl über den Schliessmechanismus der Schutzhaube, als auch über die 
Funktion des roten Notstopp-Knopfes informiert war. Ebenso wenig bestreitet er, 
dass es ihm ohne Weiteres möglich gewesen wäre, diesen Notstopp-Knopf zu drü-
cken und damit die ganze Maschine anzuhalten, um anschliessend ohne Gefahr 
das zu verpackende Stück Fleisch in eine optimale Position zu bringen. In diesem 
Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass sich den Akten keine Anhalts-
punkte dafür entnehmen lassen, dass das Fleisch so in der Maschine lag, dass es 
nicht hätte verpackt werden können oder gar die Maschine Schaden hätte nehmen 
können, wenn der Berufungskläger nicht reagiert hätte. Vielmehr wird in der Pro-
zesseingabe erklärt, das Fleisch sei nicht in einer „für den Verpackungsvorgang op-
timalen Position“ gewesen, was der Berufungskläger erkannt habe, worauf er es 

19

habe „korrekt positionieren“ wollen. Diese Formulierung deutet klar darauf hin, dass 
die Manipulation des Berufungsklägers, welche zum Unfall führte, grundsätzlich 
hätte unterbleiben können, ohne dass die korrekte Durchführung des Verpackungs-
vorganges oder die Maschine selbst gefährdet gewesen wären. Unter diesen Um-
ständen erscheint das Verhalten des Berufungsklägers noch unbegreiflicher. Wie 
sich im weiteren dem Video vom September 2001 (BB 4) entnehmen lässt, ist akus-
tisch leicht erkennbar, dass die Maschine den Packvorgang begonnen hat. Der Be-
rufungskläger wusste mithin, dass sich unter der Schutzhaube der Gefahrenbereich 
befand; er konnte hören, dass der Packvorgang bereits gestartet war; er wusste, 
dass er mit dem Notstopp-Knopf die Maschine jederzeit anhalten konnte; und 
schliesslich hätte das Fleisch auch so verpackt werden können, wie es der Beru-
fungskläger zunächst in die Maschine gelegt hatte. Und trotzdem riss der Beru-
fungskläger an der Schutzhaube und griff, als diese sich öffnen liess, unter den 
Schutzdeckel in die - ihm bestens bekannte - laufende Maschine. Damit muss sein 
Verhalten als ausgesprochen krasse Fehlmanipulation bezeichnet werden, was ihm 
als schweres Selbstverschulden anzurechnen ist, wenn nicht gar als Unterbrechung 
des adäquaten Kausalzusammenhanges. Die Frage aber, ob der adäquate Kausa-
lzusammenhang durch das Selbstverschulden des Berufungsklägers unterbrochen 
wurde, kann vorliegend offen gelassen werden, da die Genugtuungsforderung des 
Berufungsklägers bereits aus anderen Gründen abzuweisen ist. 

5. Der Berufungskläger hat vor Schranken der Vorinstanz und auch vor 
der Zivilkammer des Kantonsgerichts geltend gemacht, es seien im Unfalljahr pri-
vatrechtliche Genugtuungsentschädigungen in Höhe von Fr. 150'000.-- und mehr 
zugesprochen worden. Aufgrund der festgestellten Integritätseinbusse von 50% 
stehe ihm folglich eine höhere als die ausgerichtete Genugtuungssumme zu. Zur 
konkreten Berechung stützt er sich auf einen Beitrag von Max Sidler (Die Bemes-
sung der Genugtuung bei Invaliditätsschäden) in der SJZ 1997 (Jg. 93), S. 165 ff.. 
Max Sidler vertritt in diesem Aufsatz die Meinung, es sei für die Bemessung der 
Genugtuungssumme von einem Basiswert in doppelter Höhe der Integritätsent-
schädigung nach UVG auszugehen und von diesem Basiswert aus seien anschlies-
send individuelle Anpassungen vorzunehmen. Entsprechend hat der Berufungsklä-
ger zur Berechnung der Genugtuung zunächst die ausbezahlte Integritätsentschä-
digung in Höhe von Fr. 48'600.-- verdoppelt und anschliessend wegen seines Alters 
25% ab- und wegen des ästhetischen Schadens 5% hinzugezählt, was eine Genug-
tuung von insgesamt Fr. 77'760.-- ergeben hat. Von dieser hat der Berufungskläger 
die ausbezahlte Integritätsentschädigung in Abzug gebracht, so dass ein Restbe-

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trag von Fr. 29'160.-- verblieben ist, den nach Auffassung des Berufungsklägers die 
Berufungsbeklagte zu bezahlen hat. 

a) Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich für erlittene Unbill, indem das 
Wohlbefinden anderweitig gesteigert oder die Beeinträchtigung erträglicher ge-
macht wird (BGE 123 III 10 E 4c/bb; 123 III 306 E 9b). Bemessungskriterien sind 
vor allem die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und Dauer der Auswir-
kungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen, der Grad des Verschuldens des 
Haftpflichtigen (BGE 125 III 412 E 2a), ein allfälliges Selbstverschulden des Ge-
schädigten (BGE 124 III 182 E 4d) sowie die Aussicht auf Linderung des Schmerzes 
durch die Zahlung eines Geldbetrages (BGE 118 II 410 E 2a). Die Höhe der Summe, 
die als Abgeltung erlittener Unbill in Frage kommt, lässt sich naturgemäss nicht er-
rechnen, sondern nur schätzen (BGE 117 II 50 E 4a/aa). Die Festsetzung der Höhe 
der Genugtuung ist eine Entscheidung nach Billigkeit. Dennoch hat das Gericht für 
ungefähr gleiche Fälle eine gewisse Objektivierung walten zu lassen. Einschlägige 
Präjudizien können dabei als Richtschnur oder Ausgangspunkt für einen Vergleich 
mit einem neuen Fall dienen (vgl. Hütte/Ducksch, Die Genugtuung, 3. Auflage, 
Zürich 1996, Stand: März 2003, I/100 f.). Das Bundesgericht hat es aber abgelehnt, 
dass sich die Bemessung der Genugtuung nach schematischen Massstäben richten 
soll. Die Genugtuungssumme darf nicht nach festen Tarifen festgesetzt, sondern 
muss dem Einzelfall angepasst werden (BGE 127 IV 215 E 2e). Denn die besonde-
ren Umstände, nach denen die Genugtuung gemäss Art. 47 OR zu bemessen ist, 
lassen sich nicht derart verallgemeinern, dass daraus eine Tarifierung zu gewinnen 
wäre. Die Bemessung der Genugtuung mag zwar grundsätzlich ihrer Grössenord-
nung nach bestimmt werden durch die objektive Art und Schwere der Verletzung; 
auch hat die Rechtsprechung stets der Haftungsgrundlage und einem allfälligen 
Selbstverschulden des Geschädigten Rechnung getragen. Eine dritte Kategorie von 
Umständen erlaubt dagegen Rückschlüsse auf die subjektive Empfindlichkeit des 
Geschädigten sowie darüber, auf welche Weise und wie schwerwiegend er in seiner 
besonderen Situation von der objektiven Schädigung getroffen und etwa durch die 
Verletzung in seiner konkreten Lebensführung beeinträchtigt wird. Diese Kategorie 
von Umständen entzieht sich weitgehend der Schematisierung, obwohl gerade sie 
für den spezifischen Ausgleich, der mit der Genugtuung erreicht werden soll, we-
sentlich ist. Die subjektiven Umstände der geschädigten Person und damit auch ihre 
Betroffenheit durch die Verletzung sind von Fall zu Fall verschieden und lassen sich 
nur im Einzelfall werten. Jede Person reagiert auf die ihr widerfahrene seelische 
Unbill und damit verbundene Schmerzen unterschiedlich. Art. 47 OR verweist auch 
auf diese, die subjektive Betroffenheit charakterisierende Kategorie von Umstän-

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den, wenn dem Gericht die Würdigung der besonderen Umstände in ihrer Gesamt-
heit vorgeschrieben wird; insofern verbietet sich letztlich jede abschliessende Sche-
matisierung (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4C.123/1996 vom 21. Ok-
tober 1997, E 3b mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat es hingegen als mit Art. 47 
OR vereinbar erachtet, zur Bewertung der objektiven Schwere der Beeinträchtigung 
auf die Integritätsentschädigung, welche nach der Skala über die Integritätsein-
busse im Anhang 3 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversi-
cherung bemessen wird und im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des 
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes entspricht, im Sinne eines Richtwer-
tes zurückzugreifen. Dabei ist jedoch stets zu beachten, dass sich die Integritäts-
entschädigung allein nach der Schwere des objektiven Integritätsschadens und 
nach der Art des medizinischen Befundes bemisst, während die für die Bemessung 
der Genugtuung mitentscheidenden anderen Kategorien von Umständen (Haf-
tungsgrundlage, Verschulden, Lebensumstände) völlig ausser acht bleiben. Die 
abstrakt und egalitär bemessene Integritätsentschädigung der Unfallversicherung 
beruht zwar - wie bereits eingehend erläutert - weitgehend auf dem gleichen Ge-
danken wie die Genugtuung und ist nach Art. 43 Abs. 2 lit. d UVG an diese anzu-
rechnen. Sie bemisst sich jedoch allein nach einem Teil der für die Genugtuung 
massgebenden Kriterien und lässt insbesondere die individuelle Situation der ge-
schädigten Person und die Umstände, die deren subjektive Betroffenheit charakte-
risieren, unberücksichtigt. Sie kann daher auch abgesehen davon, dass sie nicht 
sämtliche möglichen Integritätsschädigungen erfasst, die Bemessung der Genugtu-
ung nicht bestimmen, sondern mag ebenso wie die Präjudizien über objektiv ver-
gleichbare Beeinträchtigungen höchstens als Anhaltspunkt zur Bestimmung der 
Grössenordnung der angemessenen Genugtuung herangezogen werden (Urteil 
des Bundesgericht 4C.123/1996 vom 21. Oktober 1997, E 3b; BGE 132 II 117 E 
2.2.3). Bei der Integritätsentschädigung handelt es sich mithin in Bezug auf die Be-
messung der Genugtuung lediglich um einen Richtwert, der im Verhältnis zu ande-
ren massgeblichen Bemessungskriterien unterschiedlich gewichtet werden kann. 
Das Kantonsgericht schliesst sich der Rechtsprechung des Bundesgerichts an (vgl. 
PKG 2002 Nr. 7, S. 60). Die von Max Sidler in seinem zitierten Aufsatz in der SJZ 
vertretene Meinung ist abzulehnen, da sie zu wenig Rücksicht auf die subjektiven 
Kriterien nimmt, welche für den mit der Genugtuung bezweckten Ausgleich aber 
gerade wesentlich sind.

b) Selbst wenn jedoch mit dem Berufungskläger davon ausgegangen werden 
müsste, die Höhe der Genugtuung sei nach der von Max Sidler vorgeschlagenen 
Berechnungsweise zu bestimmen, stünde dem Berufungskläger keine über die In-

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tegritätsentschädigung hinausgehende Forderung mehr zu. Denn wie bereits aus-
geführt, ist dem Berufungskläger zumindest ein schweres Selbstverschulden anzu-
rechnen. Dieses wäre von der vom Berufungskläger errechneten insgesamten Ge-
nugtuungssumme in Höhe von Fr. 77'760.-- in Abzug zu bringen. Das zumindest 
schwere Selbstverschulden des Berufungsklägers übersteigt eine Haftungsquote 
von 40%, welche Fr. 31'104.-- entspräche, bei weitem. Nach Abzug dieser Haf-
tungsquote wegen Selbstverschuldens verbliebe somit eine Genugtuungssumme 
von weniger als Fr. 46'656.--. Von dieser Genugtuungssumme wäre die bereits aus-
bezahlte Integritätsentschädigung in Höhe von Fr. 48'600.-- unbestrittenermassen 
abzuziehen. Damit ist offensichtlich, dass dem Berufungskläger auch nach der von 
Max Sidler vorgeschlagenen Berechnungsmethode keine Restforderung mehr ver-
bliebe. 

c) Schliesslich hat der Berufungskläger aber auch keine höhere Genugtu-
ungssumme zu erwarten, wenn zu deren Bemessung auf die Art und Schwere der 
Verletzung, auf die Intensität und die Dauer der Auswirkungen sowie auf den Grad 
des Verschuldens des Schädigers und des Verletzten abgestellt wird und Präjudi-
zien als Richtwerte herangezogen werden. Würde somit - wie dies die Vorinstanz 
getan hat und obwohl sich der Berufungskläger zu der Schwere der Verletzung so-
wie zu deren Auswirkungen in der Prozesseingabe nicht geäussert hat - auf die 
eingelegten medizinischen Akten, die mit genügender Klarheit über die medizini-
sche Behandlung sowie die notwendigen Therapien Auskunft geben und die die 
Auswirkungen der Verletzung auf die Lebensumstände des Berufungsklägers schil-
dern, abgestellt, so ergäbe sich - auch wenn die Beantwortung prozessrechtlicher 
Fragen vorne offen gelassen wurde (vgl. vorne E 3) - folgendes Bild: Es müssten - 
da der Richter im vorliegenden Verfahren, das unter der Untersuchungsmaxime 
gemäss Art. 343 Abs. 4 OR steht, auch Tatsachen in die Beurteilung miteinbeziehen 
darf, die von keiner Partei behauptet worden sind, und Beweise abnehmen kann, 
die keine Partei angeboten hat (vgl. vorne E 3a) - die Grundlagen für die Bemessung 
der Genugtuung entgegen den Ausführungen der Berufungsbeklagten als vorhan-
den erachtet werden und die Genugtuungssumme wäre wie folgt zu bestimmen: 
Dem Berufungskläger wurde am 24. August 1998 bei einem Arbeitsunfall die rechte 
Hand amputiert. Sie konnte gleichentags replantiert werden. Es folgten offenbar 
zwei weitere Operationen und während Monaten verschiedene intensive Therapien. 
Nach anfänglichen Erfolgen setzte eine Stagnation ein, die dazu führte, dass die 
rechte Hand gebrauchsunfähig blieb. Es besteht keine Hoffnung, mit weiteren The-
rapien oder Operationen die Funktionsfähigkeit der Hand zu verbessern. Der Beru-
fungskläger klagt über ständige Schmerzen in der Hand, weswegen er täglich 

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Schmerzmittel zu sich nehmen muss. Es ist offensichtlich, dass der Berufungskläger 
dadurch, dass er - als Rechtshänder - die rechte Hand nicht mehr benutzen kann, 
in seinem täglichen Leben stark tangiert und beeinträchtigt wird. Auch die perma-
nenten Schmerzen beeinflussen zweifellos die Lebensqualität des Berufungsklä-
gers beträchtlich. Gemäss Gutachten (KB 5) beträgt die Integritätseinbusse 50%. 
Dies zeigt deutlich auf, dass die Verletzung offensichtlich zu einer dauerhaften, nicht 
unerheblichen Beeinträchtigung geführt hat. In der Rechtsprechung der letzten 
Jahre finden sich bei Körperverletzungen ähnlicher Art folgende zugesprochenen 
Genugtuungssummen: Einem Geschädigten, der bei einem Arbeitsunfall die linke 
Hand (nicht Gebrauchshand) verlor, wurde bei einem Selbstverschulden von 10% 
und grober Fahrlässigkeit des Arbeitgebers eine Genugtuung von Fr. 60'000.-- zu-
gesprochen (Hüte/Ducksch, a.a.O., Zeitraum 1995 - 1997, VIII/31 Nr. 22b). Einem 
20-jährigen Geschädigten, der bei einem Autounfall seinen linken Vorderarm verlor, 
wobei während 14 Jahren keine Prothese angepasst werden konnte, der unter psy-
chischen Schwierigkeiten litt und Mühe hatte, sich an die Behinderung zu gewöhnen 
und eine Arbeit zu suchen, wurde eine Genugtuung von Fr. 70'000.-- zugesprochen 
(Hüte/Ducksch, a.a.O., Zeitraum 1995 - 1997, VIII/34 Nr. 22f). Einem 17-jährigen 
Metzgerlehrling, der trotz vorhandener Sicherheitsvorkehrungen mit der rechten 
Hand in einen Fleischwolf geriet, worauf der rechte Vorderarm 15 cm unterhalb des 
Ellenbogens amputiert werden musste, wurde bei einer 50%-igen Invalidität eine 
Genugtuung von Fr. 50'000.-- zugesprochen, wobei das Bundesgericht den Betrag 
als am oberen Rand des Vertretbaren bezeichnete (Hüte/Ducksch, a.a.O., Zeitraum 
1998 - 2000, VIII/42 Nr. 17b). Im Vergleich zu diesen zitierten Fällen ist insbeson-
dere darauf hinzuweisen, dass der Berufungskläger im Zeitpunkt des Unfalls mehr 
als 60 Jahre alt war und ihm zudem zumindest ein schweres Selbstverschulden 
angerechnet werden muss. Angesichts der zitierten Rechtsprechung sowie unter 
Würdigung der konkreten Umstände - insbesondere der weitgehenden Gebrauchs-
unfähigkeit der Hand sowie des zumindest schweren Selbstverschuldens - erachtet 
die Zivilkammer des Kantonsgerichts vorliegend eine Genugtuung von höchstens 
Fr. 40'000.--, wie sie schon die Vorinstanz zugesprochen hat, als angemessen. Da-
von ist unbestrittenermassen die bereits ausbezahlte Integritätsentschädigung in 
Höhe von Fr. 48'600.-- in Abzug zu bringen. Dem Berufungskläger steht mithin auch 
unter diesem Gesichtspunkt keine Restforderung mehr zu.

6. Zusammenfassend kann folgendes festgehalten werden: Eine Sorg-
faltspflichtverletzung der Berufungsbeklagten und damit ein Verschulden ihrerseits 
ist nicht nachgewiesen. Die Berufungsbeklagte kann sich auf das Haftungsprivileg 
gemäss Art. 44 Abs. 2 aUVG berufen. Den Berufungskläger trifft zumindest ein 

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schweres Selbstverschulden, welches bei der Berechnung der Genugtuungs-
summe mitberücksichtigt werden muss, so dass in jedem Fall eine Genugtuungs-
summe resultiert, die die bereits ausbezahlte und anrechenbare Integritätsentschä-
digung unter keinen Umständen übersteigt. Jeder einzelne dieser Punkte steht der 
Zusprechung einer die Integritätsentschädigung übersteigenden Genugtuung zu 
Lasten der Berufungsbeklagten, wie sie der Berufungskläger anbegehrt, entgegen. 
Jeder einzelne dieser Punkte würde für sich allein bereits zur Abweisung der Klage 
des Berufungsklägers führen. Die Vorinstanz hat mithin völlig zu Recht die Klage 
des Berufungsklägers abgewiesen. Die Berufung erweist sich daher als unbegrün-
det.

7. Vorliegend handelt es sich um eine arbeitsrechtliche Streitigkeit mit 
einem Streitwert unter Fr. 30'000.--, weshalb das Berufungsverfahren kostenlos ist 
(Art. 343 Abs. 3 OR). Die in der Sache obsiegende Partei hat aber in Verfahren, die 
gemäss Art. 343 Abs. 3 OR kostenlos sind, Anspruch auf Parteientschädigung (BGE 
115 II 30 E 5c). Der Berufungskläger hat die Berufungsbeklagte demgemäss für das 
Berufungsverfahren angemessen ausseramtlich zu entschädigen (Art. 122 Abs. 2 
ZPO). 

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Für das Berufungsverfahren werden keine Kosten erhoben.

3. Der Berufungskläger hat die Berufungsbeklagte für das Berufungsverfahren 
mit Fr. 2'000.-- (inklusive Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: