# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c57df18-ae0a-587b-900b-b6d92361b7c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2016 E-4662/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4662-2016_2016-08-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4662/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;   

Gerichtsschreiber Philippe Baumann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Ozan Polatli,  

Advokatur Gysin + Roth, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 24. Juni 2016 / N (…). 

 

 

 

E-4662/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste gemäss eigenen Angaben im April 2015 in die 

Schweiz ein und ersuchte am 27. Mai 2015 im Empfangs- und Verfahrens-

zentrum (EVZ) Basel um Asyl. 

Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 3. Juni 2015 und der An-

hörung vom 8. September 2015 zu den Asylgründen machte er im Wesent-

lichen geltend, er sei kurdischer Alevite und deshalb schikaniert und be-

nachteiligt worden. Im Jahr 2014 habe er an mehreren Demonstrationen, 

die in Solidarität mit den Gezi-Protesten durchgeführt worden seien, teilge-

nommen. Bei diesen Demonstrationen sei er von der Polizei gefilmt und 

fichiert worden. Im Anschluss daran hätten ihn Polizisten in Zivil mehrmals 

beobachtet. Überdies sei er im März 2014 zweimal für 24 Stunden inhaftiert 

worden. Die Behörden hätten ihn damit zermürben wollen, damit er nicht 

mehr an Demonstrationen teilnehme. Diese Festnahmen hätten beim Ar-

beitgeber einen schlechten Eindruck hinterlassen, sodass er (Beschwer-

deführer) im Juni 2014 entlassen worden sei. Im Juli 2014 habe er noch-

mals demonstriert. Ebenfalls im Jahr 2014 sei gegen eine seiner Schwes-

tern ein Strafverfahren wegen Beleidigung des Präsidenten eröffnet wor-

den. Am 4. Oktober 2014 habe er die Türkei legal mit einem französischen 

Visum auf dem Luftweg verlassen, um der Hochzeit seiner in Frankreich 

lebenden Schwester beizuwohnen. Da in der Türkei die Medien unter 

Druck gesetzt würden, Korruption herrsche und er als kurdischer Alevite 

und Regierungsgegner in der Türkei für sich keine Zukunft mehr gesehen 

habe, habe er sich während seines Aufenthalts in Frankreich zu einem 

Asylgesuch in der Schweiz entschieden. In der Schweiz habe er erfahren, 

dass die türkische Polizei im August 2015 bei seiner Familie nach ihm ge-

fragt und ihn im Haus der Familie gesucht habe. Den Grund dieser Suche 

kenne er nicht. Allenfalls hätten die Behörden gedacht, dass er sich der 

PKK angeschlossen habe. 

Der Beschwerdeführer reichte seinen Nüfus zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Juni 2016 – eröffnet am 28. Juni 2016 – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte 

dessen Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der 

Schweiz und den Vollzug an.  

E-4662/2016 

Seite 3 

C.  

Mit Eingabe vom 28. Juli 2016 reichte der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung ein. Darin bean-

tragt er deren Aufhebung und die Gutheissung seines Asylgesuches, even-

tualiter die Aufhebung der Verfügung hinsichtlich des Wegweisungsvoll-

zugs und die Gewährung der vorläufigen Aufnahme sowie subeventualiter 

die Aufhebung der Verfügung und Rückweisung an das SEM zur vollstän-

digen und richtigen Sachverhaltsfeststellung. Gleichzeit beantragt er die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, den Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses sowie die Bestellung des rubrizierten 

Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand. 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er zwei Berichte von Amnesty In-

ternational und der Zeitschrift «plädoyer» zur politischen Lage in der Türkei 

ein. 

D.  

Mit Verfügung vom 29. Juli 2016 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

dem Beschwerdeführer den Eingang seiner Beschwerde und stellte seinen 

einstweilen legalen Aufenthalt in der Schweiz fest. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

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Seite 4 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

In seiner Rechtsmittelschrift vom 28. Juli 2016 rügt der Beschwerdeführer 

zur Begründung seines Subeventualantrages auf Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz zum einen eine falsche und unvollständige Feststellung 

des Sachverhalts betreffend das Bestehen einer Fluchtalternative und ei-

nes Datenblattes. Die entsprechenden Rügen beanstanden jedoch, wie 

aus den nachfolgenden Ausführungen in E. 7. ersichtlich wird, die rechtli-

chen Erwägungen und Schlussfolgerungen der Vorinstanz. Die betreffen-

den Einwände sind daher nachfolgend innerhalb der materiell-rechtlichen 

Würdigung der Sache und nicht vorangehend als formelle Rügen abzuhan-

deln. Zum anderen rügt der Beschwerdeführer eine mangelhafte Sachver-

haltsfeststellung mit der Begründung, das SEM hätte zum Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses am 24. Juni 2016 den gescheiterten Putschversuch in 

der Türkei bereits erahnen und die sich daraus ändernden Umstände be-

rücksichtigen können. Da dieser Putschversuch jedoch erst in der Nacht 

vom 15. auf den 16. Juli 2016 stattfand, ohne dass es konkrete Anzeichen 

dafür gegeben hatte, kann die diesbezügliche Rüge der falschen und un-

vollständigen Feststellung des Sachverhaltes ebenfalls nicht gehört wer-

den. 

  

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Seite 5 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides qualifizierte das 

SEM die geltend gemachten Vorbringen als den Anforderungen von Art. 3 

AsylG an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügend, wobei es hinsichtlich 

deren Glaubhaftigkeit ausdrücklich einen Vorbehalt anbrachte. Weder bei 

den Schikanen und Benachteiligungen, welchen Angehörige der kurdisch-

alevitischen Bevölkerung ausgesetzt sein könnten, noch bei den kurzzeiti-

gen Festnahmen handle es sich um ernsthafte Nachteile im Sinne des 

Asylgesetzes. Betreffend den Beschwerdeführer bestehe aller Wahr-

scheinlichkeit nach kein Datenblatt, und er unterstehe keinem Passverbot. 

Zudem habe er keine Kenntnisse von einem gegen ihn eingeleiteten Straf-

verfahren. Weiter hätten die geltend gemachten Schikanen lokal be-

schränkten Charakter, und durch einen Wegzug in einen anderen Landes-

teil oder eine Grossstadt könne er sich diesen entziehen. Der Beschwer-

deführer verfüge somit über eine innerstaatliche Fluchtalternative. Im Übri-

gen spreche auch sein Verhalten – er habe das Asylgesuch erst nach meh-

reren Monaten Aufenthalt in Frankreich und in der Schweiz gestellt – gegen 

eine unmittelbare Gefährdung. 

6.2 In seiner Rechtsmittelschrift bringt der Beschwerdeführer vor, in der 

Türkei bestehe über jeden regierungskritischen Bürger ein Datenblatt. Dies 

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habe sich beim gescheiterten Putschversuch durch Teile der türkischen Ar-

mee und den anschliessenden Inhaftierungen von mehr als 10‘000 Perso-

nen gezeigt. Ohne bereits bestehende Datenblätter wären derart zahlrei-

che Festnahmen nicht möglich gewesen. Somit sei davon auszugehen, 

dass auch über den Beschwerdeführer ein Datenblatt bestehe. Zudem 

habe er sich mit seinem Asylgesuch in der Schweiz ein weiteres Mal gegen 

die türkische Regierung positioniert. Bei einer Rückkehr in die Türkei be-

stehe die Gefahr, dass er sich aufgrund der fehlenden Unabhängigkeit der 

türkischen Judikative einem nicht rechtsstaatlichen Prozess stellen müsse. 

Somit befürchte er, im Falle eine Rückkehr in die Türkei ernsthaften Nach-

teilen ausgesetzt zu sein. Eine innerstaatliche Fluchtalternative bestehe 

zudem nicht. Denn er sei in B._______ im Westen der Türkei zweimal fest-

genommen und im August 2015 dort von der Polizei gesucht worden. 

Würde er in eine andere Stadt ziehen, würde er auch dort gesucht. 

7.  

7.1 Einleitend in die materielle Würdigung der Asylvorbringen ist festzuhal-

ten, dass die Art der niederschwelligen politischen Tätigkeiten des Be-

schwerdeführers, seine Unkenntnis über ein eingeleitetes Strafverfahren, 

die Ausstellung des türkischen Passes im August 2014, die legal und ohne 

Probleme vollzogene Ausreise aus der Türkei sowie die ausbleibenden 

Verfolgungshandlungen nach den zwei Kurzinhaftierungen bis zu seiner 

Ausreise gegen eine Registrierung des Beschwerdeführers als «politisch 

unbequeme» Person sprechen. Seine geltend gemachte Fichierung im 

Sinne eines bestehenden politischen Datenblattes, wie in der Beschwer-

deschrift explizit vorgebracht, ist somit als unglaubhaft zu beurteilen. 

7.2 Das SEM ist in der angefochtenen Verfügung zur zutreffenden Erkennt-

nis gelangt, die vorgebrachten Probleme des Beschwerdeführers in der 

Türkei seien nicht als asylrelevant zu qualifizieren. Zur Vermeidung von 

Wiederholungen kann auf die entsprechenden Erwägungen der angefoch-

tenen Verfügung und die Zusammenfassung in E. 6.1 verwiesen werden. 

Es bestehen zudem keine konkreten Hinweise, dass dem Beschwerdefüh-

rer bei einer Rückkehr ernsthafte Nachteile drohen würden. An dieser Fest-

stellung vermag auch der Putschversuch in der Türkei, mit welchem er in 

keinerlei Verbindung steht, oder die unbelegte Suche der türkischen Polizei 

nach ihm im August 2015 nichts zu ändern. Diesbezüglich ist hervorzuhe-

ben, dass er den Grund dieser behördlichen Suche nicht näher anzugeben 

vermochte. Er brachte lediglich vor, dass die türkischen Behörden allenfalls 

vermutet hätten, er sei für die PKK in den zu dieser Zeit aufgeflammten, 

regionalen Konflikt gezogen. Das blosse Stellen eines Asylgesuches führt 

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praxisgemäss ebenfalls nicht zu einem politischen Profil von relevanter Be-

deutung. So gab er bei der Anhörung vom 8. September 2015 dann auch 

selbst an, bei einer Rückkehr vermutlich nicht umgehend inhaftiert zu wer-

den. Aufgrund des Gesagten weisen die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers keine Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 AsylG auf. Somit erfüllt der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft bereits aus den genannten 

Gründen nicht und es ist nicht weiter auf die von der Vorinstanz vorge-

brachten Flucht- beziehungsweise Schutzalternativen innerhalb der Türkei 

einzugehen (vgl. BVGE 2011/51 E. 8.1). 

7.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM das Bestehen einer 

Verfolgungssituation des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Auf-

grund obiger Ausführungen ist von einer vollständigen und korrekten Fest-

stellung des Sachverhalts auszugehen und eine Rückweisung des Verfah-

rens zwecks weiterer Abklärungen erübrigt sich.  

8.  

8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, 

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Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiter- oder Rückreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Grund-

satz der Nichtrückschiebung vorliegend mangels Erfüllung der Flüchtlings-

eigenschaft keine Anwendung findet. Es sind zudem keine anderweitigen 

völkerrechtlichen Vollzugshindernisse erkennbar und auch die allgemeine 

Menschenrechtssituation in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug nicht 

als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zu-

lässig zu erachten. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Die Vorinstanz erwog in zutreffender Weise, dass weder die allgemeine 

oder die politische Lage in der Türkei noch andere, insbesondere individu-

elle Gründe, eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die Türkei als unzu-

mutbar erscheinen lassen. Es kann auf die entsprechenden Ausführungen 

in der angefochtenen Verfügung zur Berufserfahrung, soliden Schulbil-

dung, guten Gesundheit sowie zum jungen Alter und bestehenden familiä-

ren Beziehungsnetz verwiesen werden. Aufgrund dessen ist nicht ersicht-

lich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Türkei in eine 

konkrete Gefährdungslage gerät. Der allgemein gehaltene Einwand in der 

Beschwerdeschrift, er werde als Anhänger einer religiösen und ethnischen 

Minderheit erhebliche Schwierigkeiten bei der Stellensuche haben, führt zu 

keiner anderen Einschätzung. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich 

somit zusammenfassend als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

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Seite 9 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

10.  

Aufgrund dieser Erwägungen erübrigt es sich, weiter auf die Beschwerde-

vorbringen und die eingereichten Beweismittel einzugehen. Die angefoch-

tene Verfügung ist in Übereinstimmung mit dem Bundesrecht, stellt den 

rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fest (Art. 106 

Abs. 1 AsylG) und ist angemessen. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Aufgrund der dargelegten Aussichtslosigkeit der Beschwerde ist das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der belegten Bedürftigkeit des Beschwer-

deführers abzuweisen. Entsprechend ist dem Gesuch um Bestellung eines 

amtlichen Rechtsbeistandes im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG 

ebenfalls nicht stattzugeben. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

11.3 Die weiteren Anträge bezüglich des Aufenthaltsrechts in der Schweiz 

für die Dauer des Verfahrens, des Verzichts auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses und des Replikrechts gegenüber allfälligen Stellungnah-

men des SEM sind mit dem vorliegenden Urteil hinfällig geworden. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um 

amtliche Verbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Philippe Baumann