# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4af6ae0d-3735-577f-bd12-e0473fd0fe5d
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 08.01.2026 ZVE.2025.52
**Docket/Reference:** ZVE.2025.52
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2025-52_2026-01-08.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 3. Kammer 

 

ZVE.2025.52  
(VZ.2025.4)  

Art. 4 

 

Entscheid vom 8. Januar 2026 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Massari, Präsidentin 

Oberrichter Holliger  

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiberin De Martin          

 

 
   

Klägerin 1  A._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Dayana Berényi Kamm,  

[…] 

 

Klägerin 2  B._____,  

[…] 

 

    
   

Beklagte   C._____ AG,  

[…]  

  

 
 

Gegenstand  Forderung aus Arbeitsvertrag 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Klage vom 6. Februar 2025 stellte die Klägerin 1 beim Arbeitsgericht 

Aarau die folgenden Anträge:  

 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 21'102.50 brutto 
 zuzüglich Verzugszins von 5% ab 5. Juni 2024 zu bezahlen. 

  
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 1'062.65 zuzüglich 

Verzugszins von 5% ab 5. Juni 2024 zu bezahlen.  
 
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ein per 4. Juni 2024 da-

tiertes Arbeitszeugnis mit folgendem Inhalt auszustellen: 
 

[…] 
 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8.1% MWSt)." 

 

1.2. 

Mit Eingabe vom 11. März 2025 stellte die Klägerin 2 folgende Anträge:  

 

" 1. Es wird festgestellt, dass im Verfahren R4376391 die Klägerin 2 in der  
  Höhe von CHF 22'949.00 sich an die Stelle der Klägerin 1 substituiert. 
 

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 2 den Betrag von 
CHF 22'949.00 zzgl. 5 % Zins seit 07.03.2024 zu zahlen.  

 
3. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten." 

 

1.3. 

Die Beklagte liess sich nicht vernehmen.  

 

1.4. 

Das Arbeitsgericht Aarau entschied mit Entscheid vom 14. April 2025 was 

folgt:  

 

" 1. 
Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 ein per 4. Juni 2024 datiertes 
Arbeitszeugnis mit nachfolgendem Wortlaut innert 10 Tagen aus- und zu-
zustellen: 

 
 […] 
 

2. 
Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 22'949.00 zuzüglich Zins 
zu 5 % seit 2. März 2025 zu bezahlen.  

 
 3. 
 Es werden keine Gerichtskosten gesprochen. 
 

 - 3 - 

 

 

 4. 
 Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen." 
 

2. 

2.1. 

Gegen diesen ihr am 18. September 2025 in vollständig begründeter Fas-

sung zugestellten Entscheid erhob die Klägerin 1 mit Eingabe vom 15. Ok-

tober 2025 beim Obergericht des Kantons Aargau Berufung und stellte fol-

gende Rechtsbegehren:  

 

" 1. Der Entscheid vom 14. April 2025 sei wie folgt zu ergänzen:  
 

"Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 3'733.55 brutto zu-
züglich Verzugszins von 5% ab 5. Juni 2024 zu bezahlen." 
 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8.1% MWST.)." 
 

2.2. 

Die Beklagte und die Klägerin 2 liessen sich nicht vernehmen.  

 
 
 
    

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Der vor Vorinstanz zuletzt aufrechterhaltene Streitwert der anhängig ge-

machten vermögensrechtlichen Angelegenheit belief sich auf über 

Fr. 10'000.00. Damit ist der vorinstanzliche Entscheid berufungsfähig 

(Art. 308 ZPO).  

 

Mit Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Neue Tatsachen und Beweismittel werden nur noch berücksichtigt, wenn 

sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 

schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 

ZPO). 

 

1.2. 

In der Berufungsschrift ist substantiiert darzulegen, aus welchen Gründen 

der angefochtene Entscheid i.S.v. Art. 310 ZPO unrichtig sei und warum 

und wie er geändert werden müsse. Die Berufungsschrift hat sich vornehm-

lich mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen und soll 

nicht einfach die Ausführungen vor der ersten Instanz wiederholen. In der 

Berufung ist darzulegen, wo und wie die erste Instanz das Recht unrichtig 

angewendet oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll. Dabei 

genügt es nicht, auf die vor der ersten Instanz vorgebrachten Gründe zu 

verweisen oder eine ganz allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid 

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zu üben. Vielmehr ist erforderlich, dass die Passagen des Entscheids, die 

der Berufungskläger angreift, und die Aktenstücke, auf die sich seine Kritik 

stützt, genau bezeichnet werden. Enthält der erstinstanzliche Entscheid 

mehrere selbstständige (alternative oder subsidiäre) Begründungen, muss 

sich der Berufungskläger mit allen Begründungen auseinandersetzen. Bei 

ungenügender Begründung muss die Berufungsinstanz keine Frist zur Be-

hebung des Mangels ansetzen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; SPÜHLER, in: 

Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilprozessrecht 

[BSK ZPO], 4. Aufl. 2024, N. 15 ff. zu Art. 311 ZPO). Die Begründung ist 

eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvorausset-

zung für die Berufung. Fehlt sie, tritt das obere kantonale Gericht nicht auf 

die Berufung ein. Gleiches muss gelten, wenn der Berufungskläger ledig-

lich auf Vorakten verweist oder wenn die Berufung den umschriebenen An-

forderungen in anderweitiger Hinsicht nicht genügt (Urteil des Bundesge-

richts 5A_209/2014 vom 2. September 2014 E. 4.2.1).  

 

1.3. 

Die Vorinstanz erwog, die Klägerin 1 habe mit Schlichtungsgesuch vom 

6. November 2024 unter anderem Lohnforderungen in der Höhe von 

Fr. 22'165.15 gegen die Beklagte geltend gemacht. Mit Subrogationsan-

zeige vom 29. Januar 2025, und damit nach Rechtshängigkeit des vorlie-

genden Verfahrens, habe die Klägerin 2 der Klägerin 1 und der Beklagten 

die Subrogation der von ihr für den Zeitraum vom 7. Februar 2024 bis 

4. Juni 2024 an die Klägerin 1 ausbezahlten Taggeldern in Höhe von 

Fr. 22'949.99 angezeigt. Anschliessend habe die Klägerin 1 am 6. Februar 

2025 Klage erhoben und habe von der Beklagten die Bezahlung von offe-

nen Lohnforderungen in Höhe von Fr. 22'165.15 gefordert (angefochtener 

Entscheid E. 1.4.4).  

 

Gestützt auf Art. 29 Abs. 2 AVIG gehe der Lohnanspruch der Klägerin 1 

gegenüber der Beklagten im Umfang der ausgerichteten Taggeldentschä-

digungen von Gesetzes wegen auf die Kasse und damit auf die Klägerin 2 

über. Die Höhe der ausgerichteten Taggelder übersteige den von der Klä-

gerin 1 eingeklagten Betrag. Im Gegensatz zur Klägerin 1 könne die Klä-

gerin 2 nicht auf die Geltendmachung des übergegangenen Anspruchs ver-

zichten. Nach Eingang der Eingabe vom 11. März 2025 der Klägerin 2 habe 

sich die Klägerin 1 nicht mehr zu den Vorbringen der Klägerin 2 vernehmen 

lassen. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Klägerin 2 den von der 

Klägerin 1 geltend gemachten Anspruch vollständig übernehme. Damit falle 

die Aktivlegitimation der Klägerin 1 in Bezug auf die Lohnforderung dahin. 

Neu aktivlegitimiert sei die Klägerin 2, welche als Rechtsnachfolgerin der 

Klägerin 1 auftrete. Dies führe zu einem Teilparteiwechsel im vorliegenden 

Verfahren betreffend die Lohnforderung (angefochtener Entscheid 

E. 1.4.4). 

 

 - 5 - 

 

 

Gemäss dem vorgelegten Arbeitsvertrag und dem Kündigungsschreiben 

vom 4. April 2024 habe, wie von der Klägerin 1 vorgebracht, zwischen der 

Klägerin 1 und der Beklagten vom 1. Januar 2020 bis am 4. Juni 2024 ein 

Arbeitsverhältnis von 100 % zu einem monatlichen Bruttolohn von 

Fr. 4'500.00 sowie Fr. 500.00 Spesen bestanden. Dies werde von der Be-

klagten auch nicht bestritten (angefochtener Entscheid E. 5.4).  

 

Die Klägerin 2 habe der Klägerin 1 in der Zeit vom 7. Februar 2024 bis 

4. Juni 2024 Arbeitslosenentschädigung in Höhe von insgesamt 

Fr. 24'791.40 ausgebezahlt. Aufgrund der gesetzlichen Subrogation von 

Art. 29 Abs. 2 AVIG gehe die offene Lohnforderung der Klägerin 1 gegen-

über der Beklagten im Umfang der ausgerichteten Taggeldentschädigung 

von Fr. 24'791.40 auf die Klägerin 2 über (angefochtener Entscheid E. 6.2).  

 

1.4. 

Die Klägerin 1 bringt mit Berufung vor, die von ihr geforderte Lohndifferen-

zen für die Monate Juni bis August 2023 sei nicht beurteilt worden (Beru-

fung S. 2, Vorbemerkung). Daneben führt die Klägerin 1 aus, sie habe für 

die Monate Juni bis August 2023 einen Lohnanspruch in der Höhe von 

Fr. 3'733.55 (Berufung A. Rz. 1. ff.).  

 

1.5. 

Die Klägerin 1 bringt einzig vor, die geforderte Lohndifferenz für die Monate 

Juni bis August 2023 sei von der Vorinstanz nicht behandelt worden.  

 

Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid ausgeführt, dass in dieser Phase ein 

Arbeitspensum von 100 % zu einem Bruttolohn von Fr. 4'500.00 vereinbart 

gewesen sei. Indes hat die Vorinstanz vorgängig festgehalten, dass der 

Lohnanspruch von der Klägerin 2 vollständig übernommen worden sei, 

weshalb die Klägerin 1 nicht mehr aktivlegitimiert sei. Gestützt auf diese 

Begründung besteht demnach auch in der hier gegenständlichen Phase 

kein Anspruch mehr. Mit dieser Feststellung befasst sich die Klägerin 1 in 

ihrer Berufung nicht. Sie bringt lediglich vor, weshalb sie aus materieller 

Sicht einen Lohnanspruch für die Monate Juni bis August 2023 haben soll. 

Die vorinstanzliche Erwägung, wonach ihre Forderung vollständig auf die 

Klägerin 2 übergegangen sein soll, rügt sie nicht. Die Berufung der Klägerin 

1 erfüllt die Begründungsanforderungen an eine Berufung (vgl. E. 1.2) des-

halb nicht. Da die Klägerin 1 die von der Vorinstanz festgestellte fehlende 

Aktivlegitimation nicht bestreitet, ist auch das Rechtsschutzinteresse an der 

Berufung nicht ersichtlich.  

 

Auf die Berufung ist deshalb nicht einzutreten.  

 

 - 6 - 

 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 114 lit. c ZPO werden im Entscheidverfahren bei Streitigkeiten 

aus dem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.00 weder 

für das Verfahren vor erster Instanz noch im Rechtsmittelverfahren Ge-

richtskosten erhoben (HOFMANN/BAECKERT, BSK ZPO, N. 2 zu Art. 114 

ZPO). 

 

2.2. 

Von der Zusprechung einer Parteientschädigung ist gestützt auf Art. 116 

Abs. 1 ZPO i.V.m. § 25 Abs. 1 EG ZPO für das Verfahren vor erster Instanz 

wie auch im Rechtsmittelverfahren abzusehen. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.  

 

2. 

Es wird keine obergerichtliche Entscheidgebühr erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

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Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Hän-

den hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 3'733.55. 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die subsidi-

äre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, so-

weit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 1, Art. 90, 

Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen 

(Art. 119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 8. Januar 2026 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

 

Massari De Martin