# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7db324a6-dad8-5135-aeb5-bbd8d3e0cd20
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-27
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 27.09.2023 S 2022 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-28_2023-09-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Diana Oswald
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 27. September 2023 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Hilflosenentschädigung)

S 2022 28

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Urteil S 2022 28

A.
A.a Unter Hinweis auf Beschwerden in Armen und Händen meldete sich die 1966 ge-
borene A.________ am 18. Juli 2017 bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-
act. 7). Daraufhin tätigte die Verwaltung medizinische und erwerbliche Abklärungen und 
beauftragte die MEDAS medexperts AG (nachfolgend: MEDAS) mit einer polydisziplinären 
Begutachtung in den Disziplinen innere Medizin, orthopädische Chirurgie, Psychiatrie, 
Neurologie und Neuropsychologie (Gutachten vom 29. August 2019 [IV-act. 101]; ergän-
zende Stellungnahme vom 1. April 2020 [IV-act. 140]). Die Gutachter attestierten gestützt 
auf ihre Befunde (IV-act. 101, S. 9) eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten 
Tätigkeit, die angestammte (monotone, repetitive, die Vorderarmmuskulatur besonders 
beanspruchende) Tätigkeit als Bauzeichnerin am PC sei der Versicherten nicht mehr zu-
mutbar (IV-act. 101, S. 10; IV-act. 140, S. 3). Daraufhin sprach die IV-Stelle der Versicher-
ten ab 1. März 2018 eine Viertelsrente (bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 40 %) zu 
(Vorbescheid vom 3. Oktober 2019 [IV-act. 103]; Verfügung vom 11. Mai 2020 [IV-act. 141 
i.V.m. 145]). Die dagegen von der BVG-Versicherung (als leistungspflichtige Pensionskas-
se) geführte Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde abgewiesen (VGer ZG S 2020 70 
vom 9. November 2021). 

A.b Im Januar 2020 meldete sich A.________ zudem für den Bezug einer Hilf-
losenentschädigung an. Sie gab an, im Bereich "Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher 
Kontakte" auf Hilfe angewiesen zu sein (ohne genaue Beschreibung der Art und Häufigkeit 
der Hilfe), sie sei bettlägerig und könne für ca. sechs Stunden pro Tag das Bett verlassen, 
weiter sei sie auf lebenspraktische Begleitung angewiesen (seit 2017: Reinigungshilfe, 
Wäschepflege, Kochen, Administration, Begleitung bei Einkäufen und Einkäufe tragen; seit 
Juli 2019: Auszug der Tochter, die bis zu diesem Zeitpunkt alle Hilfeleistungen geleistet 
habe [IV-act. 125]). Die IV-Stelle veranlasste in der Folge eine Abklärung zuhause, welche 
am 11. März 2021 (auch in Anwesenheit der Tochter) erfolgte (Abklärungsbericht vom 
22. März 2021 [IV-act. 169]). Gestützt darauf stellte die Verwaltung mit Vorbescheid vom 
14. April 2021 die Abweisung des Gesuchs in Aussicht (IV-act. 170), woraufhin die Versi-
cherte durch ihre Rechtsschutzversicherung Einwände erheben liess (IV-act. 176). Am 
9. Februar 2022 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden (BF-act. 1; IV-act. 187). 

B. Dagegen liess die nunmehr anwaltlich vertretene A.________ am 14. März 2022 
Beschwerde führen und beantragen, es sei die Verfügung vom 9. Februar 2022 aufzuhe-
ben und ihr eine Hilflosenentschädigung nach IVG zuzusprechen; unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. 1). 

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C. Die Beschwerdeführerin bezahlte den von ihr verlangten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.– fristgerecht (act. 2, 3).

D. Mit Vernehmlassung vom 27. Mai 2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde (act. 6). 

E. Innert erstreckter Frist (act. 8–11) liess die Beschwerdeführerin replizierend zwei 
Arztberichte vom Mai bzw. Juli 2022 einreichen (BF-act. 3, 4) und erklären, dass weitere 
medizinische Abklärungen notwendig seien (act. 12). 

F. Am 19. September 2022 hielt die Beschwerdegegnerin duplizierend an der bean-
tragten Abweisung der Beschwerde fest, der medizinische Sachverhalt, welcher der Ver-
fügung vom 9. Februar 2022 zugrunde gelegen habe, sei hinreichend abgeklärt worden 
(act. 14). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invaliden-
versicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben. Die 
strittige Verfügung erging am 9. Februar 2022 (früheste Zustellung am Folgetag). Die 30-
tägige Beschwerdefrist (Art. 60 Abs. 1 ATSG) wurde unter Berücksichtigung von Art. 38 
Abs. 3 ATSG (letzter Tag der Frist an einem Samstag) mit der Postaufgabe der Beschwer-
de am Montag, 14. März 2022 gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochte-
nen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift er-
füllt sodann die formellen Anforderungen, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 

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Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Ver-
waltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

2.
2.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem 
Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der 
Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönli-
chen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG).

2.2 Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind für die Bemessung der 
Hilflosigkeit die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 
V 94 E. 3c; 125 V 297 E. 4a): Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen, Abliegen; Es-
sen; Körperpflege; Verrichtung der Notdurft; Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kon-
taktaufnahme. Massgebend ist dabei nur der objektive Hilfebedarf, d.h. die tatsächlich 
benötigte Hilfe. Nicht anerkannt wird die Hilfe von Drittpersonen, wenn die versicherte 
Person eine bestimmte Verrichtung nur erschwert oder verlangsamt ausführen kann (BGer 
9C_633/2012 vom 8. Januar 2013 E. 3.4). Berücksichtigt wird die Hilfe, die die versicherte 
Person braucht, nachdem sie geeignete und zumutbare Massnahmen getroffen hat, um ih-
re Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen (z.B. der Behinderung angepass-
te Kleidung wie Schuhe mit Klettverschluss, Hilfsmittel oder Hilfsvorrichtungen). Die Hilfe 
gilt als regelmässig, wenn die versicherte Person sie täglich benötigt oder hypothetisch 
täglich nötig haben kann (BGer 9C_562/2016 vom 13. Januar 2017 E. 5.3).

2.3 In Art. 37 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sind 
drei Hilflosigkeitsgrade vorgesehen. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosig-
keit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher 
Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen 

Pflege bedarf;
d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen 

Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter 
gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

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e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen 
ist.

2.4 Eine volljährige versicherte Person ist im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV dau-
ernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen, wenn sie gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV 
(i.V.m. Art. 42 Abs. 3 IVG) ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der 
Gesundheit:

a. ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b. für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer 

Drittperson angewiesen ist; oder
c. ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.

Zu berücksichtigen ist gemäss Abs. 3 derselben Bestimmung nur die lebenspraktische 
Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit einer der Situationen nach Abs. 1 
erforderlich ist. Als regelmässig gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine 
Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche 
benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).

2.5
2.5.1 Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für die 
Gerichte nicht verbindlich. Diese sollen sie aber bei ihren Entscheidungen berücksichtigen, 
sofern sie dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegungen der anwendba-
ren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen 
Grund von Verwaltungsweisungen ab. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch 
interne Weisungen eine rechtsgleiche Normanwendung zu gewährleisten, Rechnung ge-
tragen (statt vieler: BGE 148 V 385 E. 5.2; 147 V 278 E. 2.2, je mit Hinweisen).

2.5.2 Hier ist als einschlägige Verwaltungsweisung das Kreisschreiben des Bundes-
amtes für Sozialversicherungen über Hilflosigkeit (KSH, Stand 1. Januar 2022 [im Verfü-
gungszeitpunkt gültige Fassung]) zu berücksichtigen. Dieses führt in seinen Ziffern 2085 ff. 
genauer aus, welche Hilfeleistungen konkret unter den Titel der lebenspraktischen Beglei-
tung fallen, d.h. für das selbständige Wohnen als absolut erforderlich erachtet werden und 
ohne die die versicherte Person verwahrlosen würde oder in ein Heim eintreten müsste. 
Explizit äussert sich die Weisung bezüglich gewisser Einschränkungen in der Wohnungs-
pflege. So führt praxisgemäss etwa eine Unfähigkeit zu bügeln, Fenster zu putzen, Staub 

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zu saugen oder aufzuräumen noch nicht zu einer Verwahrlosung, weswegen Hilfeleistun-
gen in diesem Bereich nicht als lebenspraktische Begleitung anerkannt werden könnten 
(KSH, Ziff. 2098). Diese Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen stellt eine überzeu-
gende Konkretisierung der gesetzlichen und verordnungsrechtlichen Bestimmungen dar, 
weshalb das Gericht davon grundsätzlich nicht abweicht.

2.6 Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsan-
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach der Rechtspre-
chung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des 
Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichter-
statter wirkt eine qualifizierte Person, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhält-
nisse sowie der aus den ärztlicherseits gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträch-
tigungen und Hilfsbedürftigkeit hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische 
Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rück-
fragen an die medizinischen Fachpersonen notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe 
leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten 
im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und 
detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestands-
mässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der 
lebenspraktischen Begleitung sein. Sodann hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und 
Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverläs-
sige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen 
der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen 
vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Ab-
klärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige 
Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1; 133 V 450 E. 11.1.1; 130 V 61 E. 6.1 f.). Diese Grund-
sätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichts-
punkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. BGer 
8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4).

3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 9. Februar 2022 eine Hilflosigkeit 
verneint. Die durchgeführte Abklärung habe ergeben, dass die Versicherte in allen 
Lebensverrichtungen selbständig sei und keiner regelmässigen Hilfe von Dritten bedürfe. 
Sie benötige weder Hilfe bei der Pflege noch dauernde persönliche Überwachung. Die le-
benspraktische Begleitung sei nicht ausgewiesen. Sie könne ihre Tagesstruktur selber ge-

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stalten und benötige auch keine Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen. 
Ebenfalls benötige sie keine Anleitung oder Überwachung zur Erledigung des Haushaltes. 
Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen sei nicht notwendig. Eine Gefahr der dau-
ernden Isolation bestehe nicht. Die Voraussetzungen für eine Hilflosenentschädigung sei-
en deshalb nicht erfüllt (IV-act. 187).

3.2 Die Beschwerdeführerin lässt zusammengefasst vorbringen, dass sie Hilfe bei der 
Haushaltsarbeit und auch Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen von 
ihrer in Basel lebenden Tochter benötige. Die Schlussfolgerungen aus dem Abklärungsbe-
richt seien nicht nachvollziehbar. In Anbetracht der jetzigen Aktenlage habe sie Anspruch 
auf eine Entschädigung aufgrund einer leichten Hilflosigkeit, da sie dauernd auf lebens-
praktische Begleitung angewiesen sei. Ohne die Hilfe einer Drittperson hätte sie keine 
Kraft, die Aufgaben, welche sie heute noch selber machen könne, auszuführen, was zu 
einer grösseren Hilflosigkeit bzw. zu einer konkreten Gefahr, dass sie nicht mehr alleine 
leben könne, führen würde. Aufgrund der genetisch bedingten Neuropathie bestehe keine 
Heilungschance. Der Gesundheitszustand werde sich in Zukunft verschlechtern. Es sei 
somit auch im Sinne der Beschwerdeführerin, so lange wie möglich die Selbständigkeit 
bewahren zu können. Dazu brauche sie aber eine regelmässige Hilfe in der Haushalts-
führung, welche nicht anderweitig ersetzbar sei. Ein Anspruch auf lebenspraktische Be-
gleitung sei somit zu bejahen. In jedem Fall sei festzuhalten, dass die Untersuchungs-
handlungen der Beschwerdegegnerin für eine Leistungsabweisung ungenügend erbracht 
worden seien und dass auf den Abklärungsbericht nicht abgestellt werden könne (act. 1).

4.
4.1 Das Verwaltungsgericht hat mit Urteil S 2020 70 vom 9. November 2021 rechts-
kräftig über den Rentenanspruch der Versicherten entschieden. In diesem Zusammen-
hang hat es dem MEDAS-Gutachten vom 29. August 2019 vollen Beweiswert zuerkannt. 
Dies tat das Gericht insbesondere unter Berücksichtigung des im Rahmen des Beschwer-
deverfahrens eingereichten Berichtes des Spitals C.________ vom 27. April 2021 mit der 
neu gestellten Diagnose einer Small Fibre Neuropathie (damals noch unklarer Ätiologie, 
differenzialdiagnostisch genetisch [IV-act. 173, S. 2 ff.]). 

Die MEDAS-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit (IV-act. 101, S. 9): 

- Panvertebrales Schmerzsyndrom bei radiologisch mässigen degenerativen Verände-
rungen (ICD-10 M54.80)

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- Epikondylitis humeri ulnaris und radialis beidseits mit starker Schmerzsymptomatik bei 
freiem Bewegungsausmass (ICD-10 M77.0, M77.1)

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41)

- Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)
- chronische Migräne, DD Analgetika-Übergebrauch

Folgenden weiteren Diagnosen massen die Gutachter keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit bei (IV-act. 101, S. 9):

- Anamnestisch Bakerzyste beider Knie mit Notwendigkeit wiederkehrender Punktionen

- Hallux valgus links

In der polydisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass bei 
der Versicherten ein komplexes Beschwerdebild bestehe. Zunächst habe eine seit 15 Jah-
ren bestehende heftigste Migräne, die sich in letzter Zeit zunehmend verstärkt habe, im 
Vordergrund gestanden. Des Weiteren würden Einschränkungen des Bewegungsapparats 
vorwiegend seitens der Unterarme jedoch auch der Wirbelsäule und der Kniegelenke und 
beispielsweise am Hallux valgus links rapportiert. Die Beschwerden hätten in der Intensität 
nicht objektiviert werden können. Es komme zu Überlappungen mit den Symptomen der 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aus polydisziplinärer Sicht 
sei die Versicherte in der bisherigen PC-Tätigkeit oder in einer ähnlich gearteten Tätigkeit 
seit März 2017 zu 100 % arbeitsunfähig. In einer adaptierter Tätigkeit sei sie zu 80 % ar-
beitsfähig. Angepasst seien leichte, manuell wenig beanspruchende, wechselbelastende 
und möglichst rückenschonende Tätigkeiten (Heben bis 10 kg, selten über 10 kg, nicht 
über 15 kg [IV-act. 101, S. 9 f.]).

Zur Diagnose einer Small Fibre Neuropathie hielt das Verwaltungsgericht in seinem Urteil 
S 2020 70 vom 9. November 2021 in Erwägung 5.3.3 Folgendes fest:

"Den wohl grössten Einfluss auf die Invaliditätsbemessung dürfte indessen die von der or-
thopädischen Gutachterin attestierte Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit am PC 
haben (IV-act. 101/20–21). Diese wird offensichtlich auf die Unterarmschmerzen zurück-
geführt. Zwar dürfen die Schmerzangaben der Versicherten aufgrund der oben erwähnten 
Inkonsistenzen nicht unbesehen ins zumutbare Leistungsprofil übernommen werden. Je-
doch können auch nicht erklärbare Schmerzen Einschränkungen bewirken, was der Lei-
tende Arzt der MEDAS in seiner Stellungnahme vom 1. April 2020 klar festhielt (IV-
act. 139/2). Diese Aussage wird von den Befunden der weiteren Abklärungen im Neuro-

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zentrum des Spitals C.________ bestätigt. Diese führten schliesslich zur Diagnose einer 
Small Fibre Neuropathie (vgl. E. 4.4.). Im Lichte dieser neuen, die geklagten Beschwerden 
an den Unterarmen zumindest teilweise erklärenden Diagnose, welche die Schlussfolge-
rungen im MEDAS-Gutachten unterstützt, erscheint die gutachterlich attestierte Unzumut-
barkeit der weiteren Ausübung der angestammten Tätigkeit nachvollziehbar, weshalb eine 
erneute Begutachtung – wie sie Dr. D.________ in seiner Stellungnahme vom 13. Mai 
2020 vorschlägt (BF-act. 5/3–7) – einer unzulässigen second Opinion gleichkommen wür-
de (statt vieler: BGer 8C_776/2018 vom 9. Mai 2019 E. 5.1 mit Hinweisen)."

4.2 Vorab ist auf die Rügen der Beschwerdeführern einzugehen, wonach auf den Ab-
klärungsbericht vom 22. März 2021 aus formellen Gründen nicht abgestellt werden könne. 
Die Beschwerdeführerin bringt namentlich vor, dass aus dem Abklärungsbericht lediglich 
die Diagnose einer Migräne hervorgehe, mit dem Bericht vom 27. April 2021 jedoch die 
Diagnose einer Small Fibre Neuropathie gestellt worden sei (act. 1, Rz. 29). Zudem hätte 
der Abklärungsbericht dem RAD vorgelegt werden müssen, da bei der Beschwerdeführe-
rin neben somatischen Beschwerden auch eine psychische Komponente vorliege (act. 1, 
Rz. 31). 

Aus dem Abklärungsbericht vom 22. März 2021 wird klar ersichtlich, dass der erfahrenen 
Abklärungsperson das MEDAS-Gutachten vom 29. August 2019 bekannt war. Einerseits 
wird das Gutachten ausdrücklich genannt (IV-act. 169, S. 1, Ziff. 1.3 "Vorgeschichte"). An-
dererseits werden die Diagnosen "Migräne, Verdacht auf Fibromyalgiesyndrom, etc." er-
wähnt, woraus sich auch eindeutig ergibt, dass diese Aufzählung nicht abschliessen ist; 
mithin nicht "nur" von der gestellten Diagnose einer Migräne ausgegangen wurde. Die Ab-
klärungsperson erwähnt denn auch, dass die Beschwerdeführerin "überall Schmerzen in 
den Gliedern" habe (IV-act. 169, S. 6). Im Zeitpunkt der Abklärung vor Ort im März 2021 
lag die Neuropathie-Diagnose noch nicht vor, sie wurde erstmals im Bericht des Spitals 
C.________ vom 27. April 2021 erwähnt (IV-act. 173, S. 2 ff.). Wie in der vorstehenden 
Erwägung allerdings bereits dargelegt wurde, erachtete das Verwaltungsgericht die gut-
achterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und des Leistungsprofils gerade im Lichte 
dieser neuen Diagnose als beweistauglich. Es schadet insofern auch vorliegend nicht, 
dass die Neuropathie-Diagnose der Abklärungsperson im März 2021 nicht bekannt war 
bzw. noch gar nicht bekannt sein konnte. Am Leistungsprofil der Versicherten änderte sich 
nichts. 

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Es liegen sodann keine Berichte eines Psychiaters vor, die der Einschätzung der Ab-
klärungsperson widersprechen würden. Im Gegenteil: Die im Abklärungsbericht erfassten, 
der Versicherten als zumutbar erachteten, Haushaltsarbeiten sind durchaus mit dem im 
MEDAS-Gutachten festgehaltenen Leistungsprofil für eine angepasste Tätigkeit – wofür 
gutachterlich aus rein psychiatrischer Sicht gar eine 90%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt 
wurde – vereinbar (vgl. in diesem Zusammenhang auch VGer ZG S 2020 70 vom 9. No-
vember 2021 E. 5.3.1). Das MEDAS-Gutachten vom 29. August 2019 (worin u.a. die von 
der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang referenzierte Diagnose einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt wurde) wurde 
dem RAD ferner im September 2019 zur Stellungnahme vorgelegt (IV-act. 102). Inwieweit 
eine Stellungnahme des RAD zum Abklärungsbericht vom 22. März 2021 darüber hinaus 
hätte weitere Erkenntnisse bringen sollen, vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun 
und ist auch nicht ersichtlich (vgl. in diesem Sinne BGer 8C_724/2022 vom 21. April 2023 
E. 5.3 mit dem Hinweis auf BGE 133 V 450; 8C_241/2022 vom 5. August 2022 E. 4.1). 
Auch der Verweis auf Rz. 8142 ff. des Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit 
in der Invalidenversicherung (KSIH; Stand 1. Januar 2021, gültig bis Ende 2021) bleibt vor 
diesem Hintergrund unbehelflich, zumal das erwähnte Kreisschreiben im Verfügungszeit-
punkt nicht mehr gültig war und die entsprechende Randziffer weder in das KSH noch in 
das Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI; Stand 1. Ja-
nuar 2022) überführt wurde. 

In formeller Hinsicht ist der Abklärungsbericht vom 22. März 2021 nach dem Gesagten 
nicht zu beanstanden.

4.3 Soweit die Beschwerdeführerin mit den Hinweisen auf Hilfsbedürftigkeit im Bereich 
"Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte" (ohne genaue Beschreibung der Art 
und Häufigkeit der Hilfe) und Bettlägerigkeit (IV-act. 125) sowie Hilfsbedarf bei der Körper-
pflege (Rasieren, Gesäss abwischen, Anziehen, sich Waschen [act. 1, Rz. 22]; vgl. aber 
auch die Anmeldung zur Hilflosenentschädigung, worin die Versicherte angab, bei der 
Körperpflege keine Hilfe zu benötigen [IV-act. 125, S. 3]) eine Hilflosigkeit im Sinne von 
Art. 37 Abs. 3 lit. a–d IVV geltend zu machen scheint, begnügt sie sich mit unsubstantiier-
ten Behauptungen, die in der Abklärung zuhause – bei welcher auch die Tochter der Be-
schwerdeführerin zugegen war – unerwähnt blieben, in den aktenkundigen ärztlichen Be-
richten keine Stütze finden und mithin keinen weiteren Abklärungsbedarf zu begründen 
vermögen. 

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4.4 Es bleibt zu erörtern, ob die Versicherte im Sinne des Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV dau-
ernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV (i.V.m. Art. 42 Abs. 3 IVG) 
angewiesen ist.

4.4.1 Die Abklärungsperson hat im Bericht vom 22. März 2021 keinen Bedarf für le-
benspraktische Begleitung ermittelt. Weiter hat sie die abweichenden Angaben der Be-
schwerdeführerin (und ihrer Tochter) unter Ziffer 5 ("Bemerkungen") festgehalten und den 
von der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung vor Ort skizzierten Tagesablauf wie-
dergegeben (IV-act. 169, S. 5 f.). Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson sodann 
fest, dass sich die Beschwerdeführerin selber organisieren, kochen, täglich allein nach 
draussen gehen, einkaufen, mit dem Auto kurze Strecken zurücklegen, die Therapien und 
Ärzte etc. besuchen könne. Die Wohnung sei pflegeintensiv (alt), die Versicherte könne ih-
re Haushaltsarbeiten dann ausführen, wenn es ihr besser gehe. Die Mithilfe der Tochter 
könne berücksichtigt werden, es sei aber schwierig herauszufiltern, was gesundheitlich 
nötig sei, was die Tochter schon immer gemacht habe und was die Mutter von der Tochter 
erwarte. Ein Heimeintritt oder ein Eintritt in ein betreutes Wohnen dränge sich nicht auf, 
die Tochter sei ausgezogen und die Mutter lebe allein in der Wohnung. Die Beschwerde-
führerin könne selber Entscheidungen treffen und für sich selber sorgen (IV-act. 169, 
S. 6 f.). 

4.4.2 Nach ständiger Praxis und Rechtsprechung ist auch bei der lebenspraktischen 
Begleitung (in einem zweiten Schritt bei der Prüfung der Schadenminderungspflicht) die 
tatsächlich erbrachte oder zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen zu berücksichtigen 
(vgl. BGer 8C_241/2022 vom 5. August 2022 E. 4.5.2). Zwar kann die zumutbare Hilfeleis-
tung der Tochter nach ihrem Auszug vorliegend jedenfalls nicht mehr im gleichen Umfang 
wie vor ihrem Wegzug nach Basel berücksichtigt werden (vgl. BGer 8C_724/2022 vom 
21. April 2023 E. 4.2). Wie die nachfolgende Erwägung zeigt, gelingt es der Beschwerde-
führerin allerdings so oder anders nicht, einen Hilfsbedarf darzulegen bzw. Zweifel an der 
Einschätzung der Abklärungsperson zu begründen. Weiterungen zur Schadenminderungs-
pflicht der Tochter erübrigen sich insofern.

4.4.3 Angesichts des gutachterlich festgestellten und gerichtlich als beweistauglich an-
erkannten Leistungsprofils der Beschwerdeführerin (vorstehende E. 4.1) ist ein Bedarf an 
lebenspraktischer Begleitung in der Tat nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin begnügt 
sich auch diesbezüglich mit unsubstantiierten Behauptungen, die in den aktenkundigen 
medizinischen Berichten keine Stütze finden. Dass die Beschwerdeführerin ihren Be-

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schwerden schon im Rahmen der Begutachtung einen hohen Stellenwert beigemessen 
hat, wurde gutachterlicherseits berücksichtigt und als Symptomverdeutlichung im Rahmen 
der chronischen Schmerzstörung gewertet (vgl. IV-act. 140) bzw. konnten die beklagten 
Beschwerden durch die Neuropathie-Diagnose zumindest teilweise erklärt werden. Mithin 
wurde im Rentenverfahren – entgegen der Vorbringen der BVG-Versicherung (damalige 
Beschwerdeführerin) – trotz Inkonsistenzen in den Angaben und dem Verhalten der Versi-
cherten auf die Einschätzungen der MEDAS-Gutachter abgestellt (VGer ZG S 2020 70 
vom 9. November 2021 E. 5.3 ff.). Der Verweis auf ihren "seit Jahren", "auch während der 
Begutachtung" geäusserten – mithin subjektiven – Hilfsbedarf bei der Haushaltsführung 
(vgl. act. 1, Rz. 21; siehe in diesem Zusammenhang auch die Angaben der Versicherten in 
ihrer Anmeldung zur Hilflosenentschädigung mit dem seit 2017 angegebenen Hilfsbedarf 
und dem seit dem Auszug der Tochter 2019 offenbar grundsätzlich gleich gebliebenem 
Hilfsbedarf [IV-act. 125]), vermag vor diesem Hintergrund keine Zweifel an der Einschät-
zung der Abklärungsperson zu begründen. Es erschliesst sich denn auch nicht, weshalb 
es der Beschwerdeführerin nicht zumutbar sein sollte, Einkäufe und Haushaltsarbeiten an 
jenen Tagen zu erledigen, an welchen es ihr besser geht, Hilfssysteme beizuziehen, oder 
etwa die Wäsche in Portionen in die Waschküche im Keller zu bringen (vgl. act. 1, Rz. 20, 
23). Gemäss MEDAS-Gutachten ist es der Beschwerdeführerin – trotz ihrer gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen, namentlich trotz Schmerzen – möglich und zumutbar im Rah-
men einer Arbeitsfähigkeit von 80 % (wechselbelastend) bis 10 kg zu heben (vgl. vorne 
E. 4.1). Auch drängt sich noch kein Heimaufenthalt auf, wenn allenfalls zwischendurch 
Waschtage ausgelassen werden müssten. Dass es der Beschwerdeführerin nur möglich 
sein sollte, leichte Sachen einzukaufen, ergibt sich aus den Akten nach dem Gesagten 
ebenso wenig. Auch die geltend gemachten Einschränkungen beim Kochen, Autofahren 
oder die Ausführungen zur Gehstrecke (vgl. act. 1, Rz. 24, 26), stehen dem gutachterlich 
festgestellten Leistungsprofil entgegen. Anlässlich der Abklärung vor Ort hatte die Be-
schwerdeführerin ferner selbst angegeben, jeweils nach dem (selber zubereiteten) 
Frühstück zuhause Sportübungen zu machen und jeden Tag für ca. 1,5 Stunden draussen 
an der frischen Luft mit Rucksack oder Umhängetasche laufen (gemeint ist wohl spazie-
ren) zu gehen, wenn auch mit wackeligem Gang; sie habe das Auto zuletzt letzte Woche 
benutzt, da es ihr zu Fuss ins Oberdorf zu weit gewesen sei, der Arzt oder die Therapeu-
ten seien von ihrer Wohnung aus in wenigen Gehminuten erreichbar (IV-act. 169, S. 6). 
Die Beschwerdeführerin legt denn auch nicht dar, inwieweit die im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren eingereichten Arztberichte vom 31. Mai 2022 (Operationsbericht des 
Spitals E.________ über eine sakrospinale Fixation sowie Kolpoperineoplastik infolge ei-
ner symptomatischen Descensus genitalis [Beckenbodensenkung]; BF-act. 3) und vom 13. 

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Juli 2022 (Bericht des Radiologie & Neurologie Instituts F.________ über eine MRT- und 
MRA-Untersuchung des Schädels/Felsenbeine infolge eines unklaren Schwindels; BF-
act. 4) einen Hilfsbedarf belegen oder eine Fehleinschätzung im Abklärungsbericht aufzei-
gen sollten (vgl. act. 12). Solches ist auch nicht ersichtlich (vgl. hierzu auch die Aus-
führungen der Beschwerdegegnerin in act. 14). Anzumerken bleibt, dass sich der gerichtli-
che Überprüfungszeitraum grundsätzlich auf den Sachverhalt beschränkt, wie er sich bis 
zum Erlass der streitigen Verwaltungsverfügung – hier 9. Februar 2022 – verwirklicht hat 
(vgl. etwa BGE 131 V 9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). 

4.5 Zusammenfassend sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht geeignet, 
eine klar feststellbare Fehleinschätzung der Abklärungsperson aufzuzeigen (vgl. E. 2.6 
hiervor), weshalb kein Anlass besteht, von der Beurteilung im Abklärungsbericht vom 
22. März 2021 (IV-act. 169) abzuweichen. Insbesondere liegen diesem die Angaben "der 
ersten Stunde" (vgl. zu deren erhöhter Überzeugungskraft statt vieler: BGer 8C_722/2021 
vom 20. Januar 2022 E. 5.3) zugrunde, welche die Beschwerdeführerin anlässlich der Er-
hebung vor Ort machte und waren der Abklärungsperson mit dem Gutachten vom 29. Au-
gust 2019 (IV-act. 101) auch das ärztlicherseits festgelegte Leistungsprofil der Versicher-
ten und ihre gesundheitlichen Einschränkungen bekannt (vorstehende E. 4.2).

5. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

6. Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach ei-
ne Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird. Diese ist entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdeführerin zu tragen und mit dem 
vor ihr geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

Bei diesem Verfahrensausgang ist gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– erhoben, die der Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in nämlicher Höhe ver-
rechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
(im Dispositiv zum Vollzug von dessen Ziffer 2) an die Finanzverwaltung des Kan-
tons Zug.

Zug, 27. September 2023

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am