# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64d8d533-efe0-5f24-a9bb-42140e1509f8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2010 A-3151/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3151-2008_2010-11-26.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3151/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richterin Charlotte Schoder, 
Gerichtsschreiberin Ursula Spörri.

X._______ AG, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV, 
Zollkreisdirektion Schaffhausen,
Bahnhofstrasse 62, Postfach 1772, 8201 Schaffhausen,
handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verzollung von Filamentgarnen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3151/2008

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG verfolgt u.a. den Zweck, Seile zu entwickeln, herzu-
stellen  und  zu  vertreiben.  Am  28.  und  29.  Juli  2005  hatte  die 
A._______ GmbH aus Waldshut-Tiengen/D zwei für die X._______ AG 
bestimmte  Sendungen  aus  den  USA  im  EDV-Verfahren  zur  Einfuhr 
angemeldet. Die Anträge erfolgten unter der Bezeichnung "Polyester-
hochfestgarn; Tarif-Nr. 5402.2000", zu einem Zollansatz von Fr. 0.50 je 
100 kg brutto, mit dem Hinweis "Verwendungsverpflichtung Nr. 1050-4; 
Zollbegünstigungscode  01".  Das  Zollamt  Koblenz  nahm  die  ver-
bindlichen  Verzollungsanträge  an  und  überprüfte  beide  Sendungen 
materiell. Neben Korrekturen bezüglich Gewicht wurde im Revisions-
befund  insbesondere  festgehalten:  "Garn  aus  Polyester,  texturiert, 
leicht  zu  reissen"  sowie  "Tarif-Nr.  5402.3300;  Normalzollansatz: 
Fr. 97.00". Als besondere Untersuchungsmethode wurde "Brennprobe, 
mikroskopiert"  angegeben. Der am 28. Juli  2005 materiell  kontrollier-
ten Sendung wurden drei Muster entnommen, von welchen eines der 
Zollkreisdirektion  Schaffhausen  zur  Überprüfung  der  Tarifeinreihung 
zugestellt wurde.

B.
Die Überprüfung der  Tarifeinreihung ergab Folgendes: "Filamentgarn 
'Tairlin  100 % Polyester  Textured  Yarn'  (gem. Verpackungsaufdruck); 
hellbeiges Garn aus endlosen synthetischen Fasern aus 100 % Poly-
ester, 27,5 tex (gem. X._______ AG), texturiert, ungezwirnt, auf Indus-
triekonen;  nicht  in  Aufmachung  für  den  Einzelverkauf;  Tarif-
Nr. 5402.3300."  Die  provisorisch  vorgenommenen  Verzollungen  wur-
den vom Zollamt gestützt auf den Revisionsbefund der Zollkreisdirek-
tion unter der Tarif-Nr. 5402.3300 zum Normalansatz von Fr. 97.-- je 
100 kg brutto definitiv zur Einfuhr abgefertigt. Mit den Zoll-/Mehrwert-
steuerausweisen Nr. 7206511 und 7206786 wurde am 8. September 
2006 ein Zollbetrag von insgesamt Fr. 17'211.70 erhoben.

C.
Mit Schreiben vom 18. September 2006 erhob die X._______ AG bei 
der  Oberzolldirektion  (OZD)  Beschwerde  gegen  die  erwähnten 
Festsetzungen  der  Zollabgaben.  Sie  verlangte,  die  Filamentgarne 
unter  die  Tarif-Nr.  5402.2000  einzureihen,  die  Zollausweise 
entsprechend  zu  berichtigen  und  ihr  die  Differenz  der  Zollabgaben 
zurückzuerstatten.

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Die  Beschwerde  wurde  zuständigkeitshalber  der  Zollkreisdirektion 
Schaffhausen  überwiesen.  Diese  wies  mit  Entscheid  vom  14.  April  
2008 die Beschwerde ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 
aus,  die  strittigen  Filamentgarne  könnten  wegen  ihrer  Texturierung 
nicht als "hochfeste Garne" im Sinne der Anmerkung 6 zu Abschnitt XI 
des  Zolltarifs  eingestuft  werden.  Bei  dieser  Sachlage  müsse  daher 
nicht geprüft werden, ob die Festigkeit der Garne der genannten An-
merkung 6 entspreche.

D.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  die  X._______  AG 
(Beschwerdeführerin) am 13. Mai 2008 (mit Verbesserung vom 26. Mai 
2008)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  machte 
insbesondere  geltend,  aus  den  importierten  hochfesten  Garnen 
würden  Hochleistungsseile  hergestellt.  Sie  sei  daher  überzeugt,  der 
Import  unter  der Tarif-Nr. 5402.2000 sei  der  richtige. Das importierte 
Produkt  werde  durch  die  genannte  Tarif-Nr. präzis  umschrieben. Im 
Übrigen sei es wirtschaftlich unmöglich, ein Seil herzustellen, welches 
mit  einem Einfuhrzoll  von  Fr. 97.--/100  kg  belastet  sei.  Aus  diesem 
Grund sei ihr auch eine Zollbegünstigung erteilt worden.

E.
Mit Schreiben vom 18. August 2008 verzichtete die OZD auf eine Ver-
nehmlassung,  verwies auf  den Beschwerdeentscheid der  Zollkreisdi-
rektion Schaffhausen und beantragte die kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde.

F.
Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. April 2010 wur-
de die OZD aufgefordert, zu prüfen und mitzuteilen, welche Festigkeit 
die strittigen Filamentgarne aufweisen würden und ob sie als "hoch-
fest"  im Sinne  der  Anmerkung 6  zum Abschnitt  XI  des  Zolltarifs  zu 
qualifizieren seien.

Mit  Ergänzung  zur  Vernehmlassung vom 11.  Mai  2010 äusserte  die 
OZD, die Garne seien ihrer Ansicht nach unabhängig von ihrer Festig-
keit  als  texturierte Garne einzureihen. Im Übrigen zweifle  sie grund-
sätzlich nicht an, dass die Garne die Grenzwerte gemäss Anmerkung 
6 zu Abschnitt XI des Zolltarifs erfüllten und als hochfest zu qualifizie-
ren  seien.  Technisch  überprüft  werden  könne  die  Festigkeit  jedoch 
nicht mehr, da die anlässlich der Veranlagung gezogenen Muster ver-
sehentlich vernichtet worden seien.

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Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien ist – so-
weit für den vorliegenden Entscheid relevant – im Rahmen der nachfol-
genden Erwägungen näher einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Entscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 in Ver-
bindung mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das  Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden. Im 
Verfahren vor  dieser  Instanz wird  die  Zollverwaltung durch die  OZD 
vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 
SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich nach den Vorschriften des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt 
(Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist 
demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig, 
die im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht worden ist.

1.2 Das ZG sowie die dazugehörige Zollverordnung vom 1. November 
2006 (ZV, SR 631.01) sind am 1. Mai 2007 in Kraft getreten. Zollveran-
lagungsverfahren, die zu diesem Zeitpunkt hängig waren, werden nach 
dem bisherigen Recht und innerhalb der nach diesem gewährten Fris-
ten abgeschlossen (Art.  132 Abs. 1  ZG). Das vorliegende Verfahren 
untersteht deshalb der (alten) Zollrechtsordnung, d.h. dem Zollgesetz 
vom 1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 und BS 6 465) sowie der Ver-
ordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz (aZV, AS 42 339 und BS 6 
514).

2.

2.1 Die  Gesetzgebung  über  Zölle  und  andere  Abgaben  auf  dem 
grenzüberschreitenden Warenverkehr ist Sache des Bundes (Art. 133 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999 [BV, SR 101]). Wer die  Zollgrenze überschreitet  oder 
Waren über die Zollgrenze befördert,  hat die Vorschriften der Zollge-
setzgebung zu befolgen (Art. 1 Abs. 1 aZG). Die Ein- und Ausfuhrzölle 
werden durch den Zolltarif  festgesetzt. Dieser ist in einem separaten 
Erlass,  dem Zolltarifgesetz  vom 9. Oktober  1986 (ZTG,  SR 632.10), 
enthalten.  Art.  1  ZTG  schreibt  vor,  dass  alle  Waren,  die  über  die 

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schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Ge-
neraltarif zu verzollen sind, welcher in den Anhängen 1 und 2 des ZTG 
inbegriffen ist. Der Generaltarif  wird in der Amtlichen Sammlung des 
Bundesrechts  (AS)  nicht  veröffentlicht.  Seine Veröffentlichung  erfolgt 
durch Verweis (Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 
über die Sammlungen des Bundesrechts und das Bundesblatt [Publi-
kationsgesetz,  PublG,  SR 170.512]).  Der  Generaltarif  kann  mitsamt 
seinen Änderungen bei  der  OZD eingesehen oder  im Internet  unter 
www.ezv.admin.ch bzw. www.tares.ch abgerufen werden. Dasselbe gilt 
für  den  Gebrauchstarif  (Art.  15  Abs. 2  und  Anhänge 1  und  2  ZTG; 
Fussnote  29  zum  ZTG).  Trotz  fehlender  Veröffentlichung  in  der  AS 
kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (vgl. statt vieler: Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-642/2008 vom 3. März 2010 E. 2.1,  A-
2748/2008 vom 16. Oktober 2009 E. 2.1, je mit weiteren Hinweisen).

2.2

2.2.1 Die Schweiz ist  Vertragsstaat  des internationalen Übereinkom-
mens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur Bezeich-
nung und Codierung  der  Waren (HS-Übereinkommen,  SR 0.632.11). 
Das  HS-Übereinkommen  ist  für  die  Schweiz  am  1. Januar  1988  in 
Kraft  getreten. Die Vertragsstaaten sind verpflichtet,  ihre Tarifnomen-
klaturen mit dem Harmonisierten System (HS) in Übereinstimmung zu 
bringen und beim Erstellen der nationalen Tarifnomenklatur alle Num-
mern  und  Unternummern  des HS sowie  die  dazugehörenden Code-
nummern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu än-
dern. Sie sind verpflichtet, die allgemeinen Vorschriften für die Ausle-
gung des HS sowie  alle  Abschnitt-,  Kapitel-  und Unternummern-An-
merkungen  anzuwenden.  Sie  dürfen  den  Geltungsbereich  der  Ab-
schnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern des HS nicht verän-
dern und haben die Nummernfolge des HS einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 
Bst. a des HS-Übereinkommens).

2.2.2 Die  Nomenklatur  des  HS  bildet  die  systematische  Grundlage 
des Schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 
achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit ge-
genüber der sechsstelligen Nomenklatur des HS um zwei Stellen ver-
feinert  ist  (REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli 
[Hrsg.], Das schweizerische Bundesverwaltungsrecht, Bd. XII, 2. Aufl., 
Basel 2007, Rz. 576). Daraus folgt, dass die Schweizerische Nomen-
klatur  bis  zur  sechsten  Ziffer  völkerrechtlich  bestimmt  ist.  Falls  die 
siebte und achte Ziffer  ihre  Grundlage im ZTG finden, kommt ihnen 

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Gesetzesrang zu. Die Prüfung der Verfassungsmässigkeit der Bestim-
mungen erübrigt sich, weil das Bundesverwaltungsgericht keine Mög-
lichkeit  hätte, die Norm aufzuheben oder ihr die Anwendung zu ver-
sagen  (Art.  190  BV;  vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
1727/2006,  A-1755/2006  und  A-8527/2007,  alle  vom  12. Oktober 
2010, je E. 2.6.1, A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.4; vgl. auch AR-
PAGAUS,  a.a.O.,  Rz.  578;  YVO HANGARTNER,  in:  Ehrenzeller/Mastronardi/ 
Schweizer/Vallender  [Hrsg.],  Die  schweizerische  Bundesverfassung, 
Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2008, Rz. 5 f. zu Art. 190 BV).

2.2.3 Die Vertragsstaaten des genannten Übereinkommens beabsich-
tigen eine einheitliche Auslegung und Anwendung des HS (vgl. Art. 7 
Ziff. 1 Bst. b und c und Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkommens). Hierzu 
dienen u.a. die "Avis de classement" (nachfolgend Einreihungsavisen) 
und die "Notes explicatives du Système Harmonisé" (nachfolgend Er-
läuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet 
des Zollwesens (Weltzollrat) auf Vorschlag des Ausschusses des Har-
monisierten Systems genehmigt worden sind (Art. 1 Bst. e und f in Ver-
bindung mit Art. 7 Ziff. 1 Bst. a - c in Verbindung mit Art. 8 Ziff. 2 und 3 
des Übereinkommens). Diese Vorschriften sind als materiell internatio-
nales  (Staatsvertrags-)Recht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  ver-
bindlich. Die  Vertragsstaaten  haben  einzig  nach  Art.  7  Ziff.  1  sowie 
Art. 8 Ziff. 1 und 2 des Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprü-
fung oder Änderung der Erläuterungen und Einreihungsavisen zu ver-
anlassen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-642/2008 vom 
8. März 2010 E. 2.2.3, A-2748/2008 vom 16. Oktober 2009 E. 2.2.3, A-
1772/2006 vom 11. September 2008 E. 2.1.3). Dennoch bleibt Raum 
für  nationale Regelungen. So kann die OZD zum Beispiel  zusätzlich 
sogenannte  Schweizerische  Erläuterungen  erlassen.  Diese  können 
unter www.tares.ch abgerufen werden (vgl. Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-642/2008 vom 3. März 2010 E. 2.2.3, A-1727/2006, A-
1755/2006 und A-8527/2007, alle vom 12. Oktober 2010, je E. 2.6.3).

2.3

2.3.1 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art, Menge und Be-
schaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle ge-
stellt  worden  ist  (vgl.  Art.  23  aZG).  Auf  den  Verwendungszweck  ist  
demgegenüber nur dann abzustellen, wenn dies in den einzelnen Tarif-
positionen  als  Einreihungskriterium  ausdrücklich  festgehalten  ist.  Ist 
dies  nicht  der  Fall,  kommt  dem  Verwendungszweck  wie  auch  dem 
Preis,  der Verpackung, der Bezeichnung durch Hersteller  oder Emp-

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fänger der Ware lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende 
Bedeutung  zu  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-642/2008 
vom 3. März 2010 E. 2.3.1, A-1734/2006 vom 10. Juli 2009 E. 2.3.1).

2.3.2 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen 
Zollbehörden angewendeten "Allgemeinen Vorschriften für die Ausle-
gung  des  Harmonisierten  Systems"  (AV)  übereinstimmend  mit  den 
"Allgemeinen  Vorschriften  für  die  Auslegung  des  HS"  des  offiziellen 
Textes des Übereinkommens in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung 
einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-
Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen Vorschriften, soweit die-
se dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen nicht widerspre-
chen, massgebend sind. Bei der Bestimmung der zutreffenden Tarif-Nr. 
ist somit stufenweise in der gesetzlich festgelegten Reihenfolge (Tarif -
text  –  Anmerkungen  –  Allgemeine  Vorschriften)  vorzugehen.  Die 
nächstfolgende Vorschrift ist immer erst dann heranzuziehen, wenn die 
vorangehende Bestimmung nicht  zum Ziel  geführt,  das  heisst  keine 
einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat (vgl. Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts  A-642/2008  vom 3.  März  2010  E.  2.3.2,  A-2748/2008 
vom  16.  Oktober  2009  E.  2.2.2,  A-1734/2006  vom  10.  Juli  2009 
E. 2.3.2, A-6623/2008 vom 9. März 2009 E. 2.3.2).

2.3.3 Kommen für die Einreihung von Waren bei Anwendung der Vor-
schrift  AV Ziff. 2b oder  in  irgendeinem anderen Fall  zwei  oder mehr 
Nummern in Betracht, so ist gemäss AV Ziff. 3 wie folgt zu verfahren:

• a) Die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung geht den 
Nummern  mit  allgemeiner  Warenbezeichnung  vor.  Zwei  oder 
mehr Nummern, von denen sich jede nur auf einen Teil der Stof -
fe  einer  gemischten  oder  zusammengesetzten  Ware  oder  nur 
auf einen Teil der Artikel im Falle von für den Einzelverkauf auf-
gemachten Warenzusammenstellungen bezieht, sind jedoch im 
Hinblick auf diese Ware oder diesen Artikel als gleich genau zu 
betrachten, selbst wenn eine von ihnen eine genauere oder voll -
ständigere Warenbezeichnung aufweist.

• b) Mischungen, Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Be-
standteilen  bestehen  und  für  den  Einzelverkauf  aufgemachte 
Warenzusammenstellungen,  deren  Einreihung  nicht  nach  der 
Vorschrift AV Ziff. 3a erfolgen kann, werden nach dem Stoff oder 
Bestandteil  eingereiht,  der ihnen ihren wesentlichen Charakter 
verleiht,  sofern  dieser  Stoff  oder  Bestandteil  ermittelt  werden 
kann.

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• c) Ist  die Einreihung nach den Vorschriften AV Ziff. 3a und 3b 
nicht möglich, so ist die Ware der in der Nummerierung zuletzt 
genannten  gleichermassen  in  Betracht  kommenden  Nummer 
zuzuweisen.

2.3.4 Gemäss AV Ziff. 6 sind massgebend für die Einreihung von Wa-
ren in die Unternummern einer Nummer der Wortlaut dieser Unternum-
mern  und  der  Unternummer-Anmerkungen  sowie,  mutatis  mutandis, 
die  Vorschriften  der  AV, wobei  nur  die  Unternummern  der  gleichen 
Gliederungsstufe einander gegenübergestellt werden können. Bei Aus-
legung dieser  Vorschrift  sind,  vorbehältlich gegenteiliger  Bestimmun-
gen,  die  Abschnitt-  und  Kapitel-Anmerkungen  ebenfalls  anwendbar. 
Wie bereits erwähnt (E. 2.2.3) bleibt dennoch Raum für nationale Re-
gelungen. Massgebend für die Einreihung von Waren in die schweize-
rischen Unternummern sind der Wortlaut dieser schweizerischen Un-
ternummern  und  der  schweizerischen  Anmerkungen  sowie,  mutatis 
mutandis,  die  Vorschriften  der  AV, wobei  nur  schweizerische  Unter-
nummern  der  gleichen  Gliederungsstufe  einander  gegenübergestellt 
werden können. Bei Auslegung dieser Vorschrift sind, vorbehältlich ge-
genteiliger  Bestimmungen betreffend die  schweizerischen Unternum-
mern, die Abschnitt-,  Kapitel-  und Unternummer-Anmerkungen eben-
falls anwendbar.

3.
Im vorliegenden Fall ist die Tarifierung der von der Beschwerdeführerin 
eingeführten Filamentgarne strittig. Einig sind sich die Parteien, dass 
die Garne unter der Nummer 5402. einzureihen seien, umstritten sind 
die letzten vier Ziffern.
Während die Beschwerdeführerin geltend macht, sie verwende die im-
portierten Garne ausschliesslich zur Herstellung von Hochleistungssei-
len, weshalb eine Einreihung unter Tarif-Nr. 5402.2000 (hochfeste Gar-
ne aus Polyester) korrekt sei, stellt sich die OZD auf den Standpunkt, 
die Garne seien aufgrund ihrer Texturierung der Nr. 5402.3300 zuzu-
ordnen,  ohne  zu  bestreiten,  dass  die  Garne  grundsätzlich  auch  als 
hochfest zu qualifizieren seien.

3.1 Dem Schweizerischen Gebrauchstarif war im Zeitpunkt der Einfuhr 
der in Frage stehenden Filamentgarne aus dem Kapitel 54 Folgendes 
zu entnehmen:

5402 Synthetische Filamentgarne (andere als Nähgarne),  
nicht in Aufmachungen für den Einzelverkauf, ein

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schliesslich synthetische Monofile von weniger als 
67 Dezitex:
- hochfeste Garne aus Nylon oder anderen Polyamiden:

1100 -- [...]
1900 -- [...]
2000 - hochfeste Garne aus Polyester

- texturierte Garne:
3100 -- [...]
3200 -- [...]
3300 -- aus Polyester
3400 -- [...]
3900 -- [...]
[...]

Aus dem Tariftext sowie aus den dazugehörigen Abschnitts- und Kapi-
telanmerkungen geht hervor, dass die Einreihung der fraglichen Fila-
mentgarne im Kapitel 54 unter der Nummer 5402. richtig ist, was von 
den Parteien – wie dargelegt – auch nicht bestritten wird. Lediglich ge-
stützt auf den Tariftext lässt sich das fragliche Garn jedoch nicht ab-
schliessend einreihen, da dafür sowohl die Position "hochfeste Garne 
aus Polyester" als auch diejenige "texturierte Garne" in Frage kommt. 
Es sind daher die Anmerkungen zu konsultieren (vgl. E. 2.3.2).

3.2

3.2.1 In  Anmerkung Nr. 6  zum Abschnitt  XI  (Spinnstoffe  und Waren 
daraus) findet sich die Definition, wann ein Garn als "hochfest" zu qua-
lifizieren ist. Demzufolge gilt ein Garn als "hochfest" im Sinne dieses 
Abschnittes, wenn seine Festigkeit (ausgedrückt in cN/tex [centinewton 
je  tex])  folgende  Grenzwerte  übersteigt:  60  cN/tex  bei  ungezwirnten 
Garnen aus Nylon oder anderen Polyamiden oder Polyester, 53 cN/tex 
bei gezwirnten Garnen aus Nylon oder anderen Polyamiden oder Poly-
ester  bzw. 27  cN/tex bei  gezwirnten oder  ungezwirnten  Garnen aus 
Viskose. Dieselbe Definition findet sich auch in den Erläuterungen zum 
Abschnitt XI unter B. Garne, Ziff. 5 Hochfeste Garne.

Die OZD war der Meinung, eine Prüfung, ob die Festigkeit der fragli-
chen  Filamentgarne  derjenigen  gemäss  Anmerkung  Nr.  6  zum  Ab-
schnitt XI entspreche, sei in casu nicht nötig. Auf entsprechende Auf-
forderung durch das Bundesverwaltungsgericht, die Festigkeit zu über-
prüfen, erklärte die OZD, ihrer Auffassung nach seien die Garne in je -
dem Fall  unabhängig  von ihrer  Festigkeit  einzureihen,  weshalb  eine 

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Prüfung nicht angezeigt gewesen sei. Eine solche sei mittlerweile auch 
nicht  mehr  möglich,  da  die  anlässlich  der  Veranlagung  gezogenen 
Muster  zwischenzeitlich  aus  Versehen  vernichtet  worden  seien.  Die 
OZD bezweifle aber grundsätzlich nicht, dass die Garne die fraglichen 
Grenzwerte erfüllten und dementsprechend als "hochfest" zu bezeich-
nen  seien.  Demnach  sind  sich  die  Parteien  einig,  dass  es  sich  um 
hochfeste Garne handelt.

Unter Berücksichtigung der Anmerkungen bleibt damit eine Einreihung 
unter der Tarif-Nr. 5402.2000 (hochfeste Garne aus Polyester) weiter-
hin möglich.

3.2.2 Der Begriff "texturierte Garne" wird lediglich in der Anmerkung 
Nr. 13 zum Abschnitt XI erwähnt, und nur in der Wortgruppe "andere 
als  texturierte  Garne",  was somit  im  vorliegenden  Sachverhalt  nicht 
weiterhilft. Schliesslich wird in den Erläuterungen zum Kapitel 54 unter 
der Nummer 5402.31/39 erklärt, was texturierte Garne sind, wodurch 
sie sich auszeichnen und wie sie von nicht texturierten Garnen unter-
schieden werden können.

Da die gezogenen Muster in casu nicht mehr vorhanden sind, kann op-
tisch nicht überprüft  werden, ob die Garne texturiert  sind. Zudem ist 
dies unbestritten, weshalb das Bundesverwaltungsgericht davon aus-
geht, dass es sich um texturierte Garne handelt.

Nach  Konsultation  der  Anmerkungen  und  Erläuterungen  ergibt  sich 
weiterhin  kein  eindeutiges  Bild.  Die  fraglichen  Garne  sind  sowohl 
hochfest als auch texturiert. Gemäss Anmerkungen schliesst die eine 
der beiden Eigenschaften die andere nicht aus. Daher sind abschlies-
send die AV heranzuziehen (vgl. E. 2.3.2).

3.3

3.3.1 Aus den AV mit den dazugehörigen Erläuterungen geht Folgen-
des hervor:

Falls für die Einreihung von Waren zwei oder mehr Nummern in Be-
tracht  fallen,  so  geht  die  Nummer  mit  der  genaueren  Warenbe-
zeichnung den Nummern mit allgemeiner Warenbezeichnung vor (AV 
Ziff. 3a,  vgl. E. 2.3.3). Dabei  ist  es nicht  möglich,  starre  Grundsätze 
festzulegen, ob eine Nummer die Waren genauer bezeichnet als eine 
andere (vgl. Erläuterung IV zu AV Ziff. 3a). Gemäss Erläuterung I zu 
AV Ziff. 3  sind die Einreihungsmethoden der  genannten Vorschrift  in 

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der Reihenfolge anzuwenden, wie sie aufgeführt sind, d.h. Bst. b oder 
c der AV Ziff. 3  gelangen erst  zur Anwendung, wenn die Einreihung 
nach Bst. a nicht möglich ist (vgl. E. 2.3.3).

Wie bereits oben (E. 2.3.4) ausgeführt, können gemäss AV Ziff. 6 nur 
Unternummern der gleichen Gliederungsstufe einander gegenüberge-
stellt werden. Laut Erläuterung II Bst. a zu AV Ziff. 6 gelten als "Unter-
nummern der gleichen Gliederungsstufe" entweder die Unternummern 
mit einem Unterteilungsstrich (Gliederungsstufe 1) oder die Unternum-
mern mit zwei Unterteilungsstrichen (Gliederungsstufe 2). Daraus fol-
ge,  dass – wenn im Rahmen der  gleichen Nummer zwei  oder  mehr 
Unternummern mit einem Unterteilungsstrich in Übereinstimmung mit 
AV Ziff. 3a in Betracht kommen könnten – die Genauigkeit jeder dieser 
Unternummern  mit  einem  Unterteilungsstrich  bezüglich  eines  be-
stimmten  Artikels  ausschliesslich  aufgrund  ihres  eigenen  Wortlautes 
beurteilt  werden müsse. Wenn die genaueste der Unternummern mit 
einem Unterteilungsstrich  bestimmt  und  diese  selbst  noch  unterteilt 
sei, dann und nur dann sei zum Bestimmen der schlussendlich anzu-
wendenden Unternummer auf den Text der in Frage kommenden Un-
ternummer mit zwei Unterteilungsstrichen abzustellen.

3.3.2 Zunächst  ist  also  zu  prüfen,  ob  die  eine  der  beiden  in  Frage 
kommenden Warenbezeichnungen als die genauere zu qualfizieren ist. 
Auf der gleichen Gliederungsstufe, nämlich derjenigen mit einem ein-
zelnen Unterteilungsstrich, stehen in casu "hochfeste Garne aus Poly-
ester" und "texturierte Garne" (vgl. E. 3.1). Wie in E. 3.3.1 ausgeführt,  
ist es nicht möglich, starre Grundsätze festzulegen, ob eine Nummer 
die Waren genauer bezeichnet als eine andere. Bei der einen Bezeich-
nung  ("hochfeste  Garne  aus  Polyester")  wird  eine  Eigenschaft  des 
Garns,  nämlich  "hochfest"  sowie  das  Material  (Polyester)  genannt, 
währenddessen die zweite Bezeichnung ("texturierte Garne") nur eine 
(andere)  Eigenschaft  ("texturiert")  angibt.  Dementsprechend  ist  die 
erstgenannte  Warenbezeichnung  ("hochfeste  Garne  aus  Polyester") 
die genauere als die zweite ("texturierte Garne"). Dass in der Unter-
nummer  3300  auch  noch  die  Materialbezeichnung  ("aus  Polyester") 
folgen würde, kann nicht berücksichtigt werden, da sich diese Unter-
nummer, die zwei Unterteilungsstriche aufweist, auf einer anderen, tie-
feren Gliederungsstufe befindet (vgl. E. 3.1).

3.3.3 Hingegen verfängt die Argumentation der OZD, in der Nummern-
folge sei die Tarif-Nr. 5402.3300 die letztgenannte Nummer, weshalb 

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die  Garne  unter  diese  Nummer  einzureihen  seien,  nicht.  Einerseits 
kommt die von der OZD offensichtlich angewandte AV Ziff. 3c vorlie-
gend gar nicht mehr zum Zuge, da – wie soeben dargelegt – bereits 
AV Ziff. 3a zu einem Ergebnis führt (vgl. E. 2.3.3 und 3.3.1). Anderer-
seits  vergleicht  die  OZD  Unternummern  unterschiedlicher  Gliede-
rungsstufen, was gemäss AV ebenfalls nicht zulässig ist (vgl. E. 3.3.1).

3.4

3.4.1 Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdeent-
scheid der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 14. April  2008 aufzu-
heben.  Die  Filamentgarne  sind  dementsprechend  unter  der  Tarif-
Nr. 5402.2000  des  Schweizerischen  Gebrauchstarifs  1986  einzurei-
hen.

3.4.2 Die  Beschwerdeführerin  hatte  bereits  bei  der  Einfuhr  und  an-
schliessend in der Beschwerde vom 18. September 2006 an die Zoll -
kreisdirektion Schaffhausen sowie in der vorliegenden Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht geltend gemacht, sie verfüge über die 
Verwendungsverpflichtung  Nr.  1050-4,  weshalb  die  Verzollung  zum 
zollbegünstigten Ansatz von Fr. 0.50 je 100 kg brutto zuzulassen sei.

Gemäss Art. 1  der  zum Zeitpunkt  der Einfuhr  geltenden Verordnung 
vom  20. September  1999  über  die  Zollbegünstigung  nach  Verwen-
dungszweck (Zollbegünstigungsverordnung, ZBV, AS 1999 2474) dür-
fen die  im  Anhang  aufgeführten  Waren  zu  reduzierten  Zollansätzen 
eingeführt  werden, wenn sie zu der dort  genannten Verwendung be-
stimmt sind. Der Anhang zur ZBV wurde am 30. April 2004 geändert 
(AS  2004  2351).  Die  fragliche  Bestimmung  lautet  folgendermassen: 
Tarif-Nr.: 5402.2000, Warenbezeichnung: Multifilament-Garne aus Po-
lyester,  im  Titerbereich  von  220  bis  5500  Dezitex,  Verwendung: zur 
Herstellung von Seilen, Kordeln, Bänder und Gurten, Zollansatz Fr. je 
100 kg brutto: –.50.

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die Filament-
garne zur Herstellung von Seilen verwendet. Gegen eine entsprechen-
de Zollbegünstigung nach Verwendungszweck werden auch keine Ar-
gumente vorgebracht.

Die  Garne  sind  folglich  gemäss  der  Zollbegünstigung  nach  Verwen-
dungszweck zu Fr. 0.50 je 100 kg brutto zu veranlagen.

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4.

4.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind weder der  obsiegenden Be-
schwerdeführerin noch der Vorinstanz Verfahrenskosten aufzuerlegen 
(Art. 63 VwVG). Zudem hat die Zollkreisdirektion Schaffhausen die der 
Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren auferlegten Verfah-
renskosten von Fr. 202.50 zurückzuerstatten. Der im vorliegenden Ver-
fahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist der Beschwerde-
führerin ebenfalls zurückzuzahlen.

4.2 Die  Beschwerdeinstanz  hat  der  obsiegenden  Partei  von  Amtes 
wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene not-
wendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen (vgl. Art.  64 
Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2];  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU-
BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, 
Rz. 4.65). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung 
sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 in Ver-
bindung mit Art. 9 ff. und Art. 13 VGKE). Zu den weiteren notwendigen 
Auslagen gehören die Spesen der Partei, soweit sie Fr. 100.-- überstei-
gen, sowie der Verdienstausfall der Partei, soweit er einen Tagesver-
dienst übersteigt und die Partei in bescheidenen finanziellen Verhält-
nissen lebt (Art. 13 VGKE). Darunter fallen allerdings lediglich die tat -
sächlichen Auslagen für unumgänglichen Aufwand. Der reine Zeitauf-
wand einer Partei selbst wird dagegen in der Regel nicht entschädigt  
(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.83). Die Beschwerdeführe-
rin hat keinen Vertreter beigezogen, sodass ihr hieraus keine Kosten 
entstanden  sind.  Weitere  notwendige  Auslagen  (Spesen  oder  Ver-
dienstausfall) werden weder geltend gemacht noch sind solche ersicht-
lich. Eine Parteientschädigung ist deshalb nicht auszurichten.

5. Dieser  Entscheid kann in  Bezug auf  die Tarifierung nicht  mit  Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-
richt weitergezogen werden (Art. 83 Bst. l des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Lediglich für Fragen, welche 
nicht die Tarifierung im technischen Sinn betreffen (vgl. E. 3.4.2), steht 
der Beschwerdeweg offen (BGE 119 Ib 103 E. 1.b, Urteile des Bundes-
gerichts  2C_363/2010  vom 6.  Oktober  2010  E. 6,  2C_82/2007  vom 
3. Juli 2007 E. 1.2).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Beschwerdeentscheid der 
Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 14. April 2008 aufgehoben.

2.
Die Filamentgarne sind unter der Tarif-Nr. 5402.2000 einzureihen.

3.
Die Einfuhren sind zu Fr. 0.50 je 100 kg brutto zu veranlagen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
Die Zollkreisdirektion wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die im 
vorinstanzlichen  Beschwerdeverfahren  auferlegten  Verfahrenskosten 
von Fr. 202.50 zurückzuerstatten. Der im vorliegenden Verfahren ge-
leistete Kostenvorschuss von Fr. 2000.--  wird der Beschwerdeführerin 
ebenfalls zurückerstattet. Diese wird ersucht, dem Bundesverwaltungs-
gericht eine Auszahlungsstelle bekanntzugeben.

5.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Salome Zimmermann Ursula Spörri

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen Ziffer 3 dieses Entscheids kann innert 30 Tagen nach Eröffnung 
beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14, Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift  zu enthalten. Der  angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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