# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fba740c-5b73-5abf-8c6c-3be7fc0ae48d
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-28
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 28.05.2021 24344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_24344_2021-05-28.pdf

## Full Text

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

SV 20 25 BGer 9C_266/2021/Abweisung 

P 20 6 

 

 

Entscheid vom 22. März 2021  

Sozialversicherungsabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichter Sepp Schnyder, 

 Verwaltungsrichterin Dr. med. Carole Bodenmüller, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

Z.__, 

Beschwerdeführer, 

vertreten durch lic. iur. HSG, lic. phil. I Benedikt Schneider-

Koch, Rechtsanwalt, Advokatur & Notariat Koch & Schneider, 

Stauffacherstrasse 1, 6020 Emmenbrücke, 

 

 

gegen 

 

 

IV-Stelle Nidwalden, 

Stansstaderstrasse 88, Postfach, 6371 Stans, 

Beschwerdegegnerin. 

 

 

 

 

 

Gegenstand Leistungen Invalidenversicherung 

 

Beschwerde gegen die Verfügungen der IV-Stelle Nidwalden 

vom 11. August 2020. 

 

 

2 

 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1970 geborene A.__ (Beschwerdeführer/Versicherter) meldete sich erstmals am 13. April 

2007 wegen einer Narkolepsie sowie einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die (damals zuständige) IV-Stelle 

Luzern nahm in der Folge entsprechende Abklärungen vor (IV-act. 3 ff.). Sie verneinte einen 

Anspruch auf Hilfsmittel (Schlafmaske; IV-act. 18), gewährte jedoch per 29. Februar 2008 

Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Arbeitsvermittlung; IV-act. 30). Mangels 

erfolgreicher Integration in den Arbeitsmarkt innert angemessener Zeit verfügte die IV-Stelle 

Luzern am 23. April 2009 den Abschluss der Arbeitsvermittlungsmassnahmen (IV-act. 49). 

Mit Anmeldung vom 26. Juni 2015 ersuchte der Beschwerdeführer, nunmehr bei der IV-Stelle 

Nidwalden, erneut um Leistungen der Invalidenversicherung (IV-act. 56). Die IV-Stelle tätigte 

Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht (IV-act. 58 ff.). Hierauf  

wurden Eingliederungsmassnahmen durchgeführt, namentlich ein Belastbarkeits- bzw. 

Aufbautraining ab 13. November 2015 bis 31. Mai 2016 bei der C.__ (IV-act. 115), das bis zum 

31. August 2016 verlängert wurde (IV-act. 144), sowie einen Arbeitsversuch bei der D.__ samt 

Job-Coaching ab 1. September 2016 bis 27. Februar 2017 (IV-act. 200), verlängert bis zum 

31. August 2017 (IV-act. 229). Für die Dauer der Massnahmen wurden dem Versicherten 

jeweils Taggelder zugesprochen (IV-act. 127, 163, 201 und 238). Der Arbeitsversuch wurde 

per 14. Juli 2017 abgebrochen (IV-act. 274 S. 4); das Job-Coaching lief Ende 2017 ebenfalls 

aus (IV-act. 275). Nach Abbruch des Arbeitsversuches erfolgte die Anmeldung beim 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) bzw. bei der Arbeitslosenversicherung (IV-act. 

274 S. 7). In der Folge wurde auf weitere berufliche Massnahmen verzichtet, die 

Rentenprüfung eingeleitet (IV-act. 274 S. 7) und das polydisziplinäre Gutachten der E.__ vom 

17. Juli 2018 veranlasst (IV-act. 297). Mit Vorbescheid vom 29. August 2018 wurde dem 

Versicherten die Ausrichtung einer Viertelsrente ab dem 1. September 2017 in Aussicht 

gestellt (IV-act. 301). Dagegen erhob dieser mit Schreiben vom 29. August 2018 Einwand (IV-

act. 302). Nachdem die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. April 2019 ihren Vorbescheid zunächst 

bestätigt hatte (IV-act. 315), revidierte sie diesen und sprach mit Verfügung vom 1. Mai 2019 

die Viertelsrente neu ab 1. Juli 2017 zu (IV-act. 320). Der Rentenbetrag wurde durch die IV-

Stelle für Versicherte im Ausland IVST nach entsprechender Mitteilung an die Ausgleichskasse 

mit Verfügung vom 31. Juli 2019 festgesetzt (IV-act. 328). Das Bundesverwaltungsgericht 

kassierte die Verfügung mit Urteil C-4735/2019 vom 11. Mai 2020 und wies die Sache zurück 

3 

 

(IV-act. 341). Die IV-Stelle Nidwalden erliess am 11. August 2020 eine neue Verfügung (IV-

act. 344). 

Der Beschwerdeführer ist der Kindesvater von B.__, geb. 1999, weshalb die IV-Stelle 

gleichentags mit separater Verfügung hinsichtlich der ordentlichen Kinderrente verfügte (IV-

act. 343). 

 

B.  

Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte mit Eingabe vom 9. September 2020 beim 

Verwaltungsgericht Nidwalden Beschwerde mit folgenden Anträgen stellen (amtl. Bel. 1):  

«1. Die angefochtenen Verfügungen vom 11.08.2019 [recte: 2020] seien aufzuheben. 

  2. Die Vorakten bei der Ausgleichskasse Nidwalden seien beizuziehen. 

  2. Dem Beschwerdeführer und Tochter B.__ seien die versicherten Leistungen zu 

erbringen. Insbesondere sei ab dem 01.07.2017 eine Rente von mindestens 50% zu 

erbringen und die Kinderrente entsprechend zu erhöhen. 

  3. Es sei ein leidensbedingter Abzug von 20% zu gewähren. 

  4. Es sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. 

  5. Eventualiter sei ein ergänzendes Gutachten unter Berücksichtigung der Einschätzung 

der Schlafspezialistin, der weiteren Einschränkungen, sowie des Leidesabzugs 

einzuholen. 

  6. Dem Beschwerdeführer sei die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen 

unter Beizug des unterzeichneten Rechtsanwalts. 

  7. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zwecks Ergänzung des 

Sachverhalts und Neuverfügung der Rente und der Kinderrente zurück zu weisen. 

  8. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.» 

 

C.   

Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2020 beantragte die IV-Stelle Nidwalden die 

vollumfängliche Beschwerdeabweisung unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers 

(amtl. Bel. 4).  

 

D.  

Mit Entscheid vom 9. September 2020 (P 20 6) wurde dem Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwalt Schneider als unentgeltlicher 

Rechtsvertreter bestellt.  

 

4 

 

E.  

Am 21. Oktober 2020 wurde den Parteien angezeigt, dass kein zweiter Schriftenwechsel 

angeordnet wird (Art. 6 SRG [NG 264.1] e contrario). Der Beschwerdeführer reichte am 

13. November 2020 seine Kostennote ein und gab drei Bemerkungen zu Protokoll 

(amtl. Bel. 6), die der IV-Stelle zur Kenntnis gebracht wurden. Am 7. Januar 2021 übermittelte 

der Beschwerdeführer die Rentenverfügung der Deutschen Rentenversicherung, Knappschaft 

Bahn See, vom 8. Dezember 2020 (amtl. Bel. 7). Die IV-Stelle Nidwalden nahm hierzu am 11. 

Januar 2021 Stellung. Damit war der Rechtsschriftenwechsel abgeschlossen. 

 

F.  

Die Sozialversicherungsabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die Streitsache an 

ihrer Sitzung vom 22. März 2021 in Abwesenheit der Parteien beraten und beurteilt. Auf die 

Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in den Akten wird – soweit für die 

Entscheidfindung erforderlich – in den Erwägungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen: 

1.  

Die Beschwerde richtet sich gegen die Verfügungen vom 11. August 2020 der IV-Stelle 

Nidwalden. Zuständig für deren Beurteilung ist die Sozialversicherungsabteilung des 

Verwaltungsgerichts Nidwalden (Art. 69 IVG i.V.m. Art. 57 ATSG [SR 830.1] und Art. 39 GerG 

[NG 261.1]; Art. 1 Abs. 3 SRG), die in Dreierbesetzung entscheidet (Art. 33 Ziff. 2 GerG). Der 

Beschwerdeführer ist durch die angefochtenen Verfügungen berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 

ATSG). Da auch die örtliche Zuständigkeit (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG) besteht sowie die 

Voraussetzungen über Frist und Form (Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingehalten sind, ist auf die 

Beschwerde einzutreten.  

Dem Eintreten steht nicht entgegen, dass über die Leistungsansprüche des 

Beschwerdeführers mittels zwei separaten Verfügungen befunden wurde. Die Zusprache einer 

Kinderrente steht in integraler Abhängigkeit zum Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 35 

Abs. 1 IVG). 

 

 

5 

 

2.  

2.1  

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, 

Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

 

2.2  

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: (a) ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; 

(b) während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und (c) nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40% invalid (Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht 

Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

 

2.3  

Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle 

Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu 

entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches  

gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer 

Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Vor diesem Hintergrund ist hinsichtlich des Beweiswertes 

eines ärztlichen Gutachtens entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen 

umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

6 

 

Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten 

Person auseinander setzt ‒ was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist ‒, in 

Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden 

ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob 

die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die 

rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin 

nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen 

erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 

V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt. Eine von 

anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die 

Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines 

Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige 

Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzungen letztlich abgestellt werden kann, ist eine 

im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung 

(BGE 132 V 93 E. 7.2.2).  

 

2.4  

Nach dem im Sozialversicherungsprozess geltenden Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ist ein bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss 

möglich ist; hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller relevanten 

Sachumstände, mithin nach objektiven Gesichtspunkten, zur Überzeugung gelangt ist, dass 

er der wahrscheinlichste aller in Betracht fallenden Geschehensabläufe ‒ bei zwei möglichen 

Sachverhaltsvarianten: die wahrscheinlichere ‒ ist und zudem begründeterweise 

angenommen werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden 

Ergebnis nichts mehr ändern (u.a. Urteil des Bundesgerichtes 9C_717/2009 vom 20. Oktober 

2009 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 

 

2.5  

Der gerichtliche Überprüfungszeitraum beschränkt sich grundsätzlich auf den Sachverhalt, wie 

er sich bis zum Erlass der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 11. August 2020) verwirklicht 

hat (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220). Unterlagen, die nach dem Verfügungszeitpunkt datieren, 

sind zu berücksichtigen, wenn und soweit sie sich auf den Zeitraum vor Verfügungserlass 

7 

 

beziehen resp. Rückschlüsse darauf zulassen (BGE 130 V 242 E. 2.1; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_175/2018 vom 16. April 2018 E. 3.3.2). 

Entsprechend unbeachtet bleibt die anlässlich des Beschwerdeverfahrens aufgelegte 

Rentenverfügung der Deutschen Rentenversicherung, Knappschaft Bahn See vom 8. 

Dezember 2020, welche erst nach dem massgeblichen Zeitpunkt (11. August 2020) erging. 

Zwar wird dem Beschwerdeführer mit dieser Verfügung auf dessen Antrag vom 20. Juni 2015 

hin eine befristete Rente für den Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Juli 2022 aufgrund 

«voller Erwerbsminderung» zugesprochen. Für das hiesige Verfahren relevante Rückschlüsse 

lassen sich aus dieser indes nicht ziehen, zumal vorliegend nicht deutsches Recht zur 

Anwendung kommt. Überdies lässt sich der aufgelegten Verfügung nicht entnehmen, auf 

welcher Akten- bzw. medizinischer Grundlage sich dieser Entscheid abstützt. 

 

3.  

3.1  

Die IV-Stelle stützte sich im Wesentlichen auf die polydisziplinäre Beurteilung der E.__ vom 

17. Juli 2019. Demgemäss sei der Versicherte aufgrund eines Gesundheitsschadens in seiner 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Die Tätigkeit als LKW-Chauffeur sei ihm nicht 

mehr zumutbar. In seiner Tätigkeit als Lüftungsmonteur oder einer anderen 

leidensangepassten Tätigkeit sei ihm hingegen eine Anwesenheit am Arbeitsplatz zu 100% 

möglich, bei einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 40%. Ausgehend von einem 

Valideneinkommen von Fr. 67'981.– bzw. einem Invalideneinkommen von Fr. 40'789 ergebe 

sich ein Invaliditätsgrad von 40% (IV-act. 343 f.).  

 

3.2  

Der Beschwerdeführer beanstandet hauptsächlich das polydisziplinäre Gutachten vom 17. Juli 

2018 und dass ihm kein Leidensabzug gewährt wurde.  

 

4.  

Die medizinisch relevante Aktenlage präsentiert sich wie folgt. 

 

4.1  

Prof. Dr. med. F.__, Facharzt für Neurochirurgie, hielt in seinen zu Händen des Hausarztes 

verfassten Arztberichten vom 18. März, 25. April bzw. 12. Mai 2015 (IV-act. 122 S. 7 ff.) 

folgende Diagnosen fest: Zustand nach mikrochirurgischer Radikalresektion eines extra-

8 

 

/intrameatalen Vestibularis-Schwannom links unter Einhaltung des Nervus  

fazialis und des Nervus cochlearis, Narkolepsie, Hypertonus. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte 

sich der Arzt nicht. 

 

4.2  

In seinem zu Handen der IV-Stelle verfassten Arztbericht vom 3. Juli 2015 (IV-act. 66) 

attestierte Dr. med. G.__, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, Hals und Gesichtschirurgie, 

dem Beschwerdeführer eine durch die Narkolepsie bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50%. 

Weiter hält er ein Akustikusneurinom links mit Ertaubung seit Jugendzeit und den Verdacht 

einer Persönlichkeitsänderung fest. Die Behandlung mit Operation des Akustikusneurinoms 

sei abgeschlossen, wobei der Defekt beständig sei. Gleiches gelte für die Narkolepsie. Der 

Beschwerdeführer sei vom 9. Dezember 2014 bis zum 28. Mai 2015 in ambulanter bzw. vom 

15. bis zum 25. April 2015 in stationärer Behandlung gewesen.  

 

4.3  

Der Hausarzt Dr. med. H.__ hielt in seinem IV-Arztbericht vom 30. November 2015 (IV-

act. 122) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: 

− Zustand nach mikrochirurgischer Radikalresektion eines extra-/intrameatalen 

Vestibularisschwannoms links, unter Erhaltung des Nervus fazialis und des Nervus cochlearis vom 

17.04.15 

− späte Fazialisparese House-Brackmann Grad I mit persistierender Schwäche, 

Schwindelzuständen und Regismen 

− Zustand nach Leitersturz mit Rippenfraktur 11 und 12 rechts sowie Supraspinatusläsion der 

rechten Schulter wie auch Thoraxkontusion 

−  obstruktives Schlafapnoe-Syndrom 

− Narkolepsie ohne Kataplexie sowie den Verdacht auf depressive Störungen bei psychosozialen 

Belastungssituationen.  

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen: 

− Adipositas 

− Arterielle Hypertonie  

− Zustand nach Epidiymitis bei chronischen Skrodalschmerzen links.  

Als Baumitarbeiter bzw. Gerüstbauer sei der Versicherte seit dem 11. Dezember 2014 

vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Generell erachte er jedoch eine BEFAS-Abklärung zur 

Feststellung des Ausmasses der Leistungsfähigkeit als angezeigt (Ziff. 1.7). 

 

9 

 

4.4  

PD Prof. Dr. med. I.__, Facharzt für Neurologie, Schlafspezialist SGSSC, Chefarzt Klinik für 

Schlafmedizin O.__, berichtete am 1. Juni 2016 die Diagnosen (IV-act. 153): 

1. Leichtes obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (oSAS) 

2. Monosymptomatische Narkolepsie 

3. St. n. Op. Vestibularis-Schwannom links  

Die Fahreignung sei seit 2007 wegen Hypersomnie bei Narkolepsie und leichtem oSAS nicht 

gegeben. Weitere konkrete Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit fehlen. 

 

4.5  

Prof. F.__ hielt in seinem IV-Arztbericht vom 29. September 2016 (IV-act. 206) als Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: 

Vestibularis-Schwannom links, sich manifestierend durch Hörminderung, sowie eine 

monosymptomatische Narkolepsie  

Die Manifestation der Hörstörung zirka 18 Monate vor der Operation habe keine Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte sei im Zeitraum vom 18. März 2015 bis zum 31. März 

2016 in ambulanter, zeitweise stationärer Behandlung gewesen. Aufgrund des Ausfalls des 

Gleichgewichtsinns sowie der Hörnerven links bestehe bis auf Weiteres eine 40%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Mit einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50% 

könne zu gegebener Zeit (18 Monate nach der Operation) gerechnet werden. 

 

4.6  

In seinem IV-Arztbericht vom 15. Mai 2017 (IV-act. 251) bestätigte der Schlafmediziner 

Prof. I.__ die auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Diagnose der monosymptomatischen 

Narkolepsie. Das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom habe keine Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Monteur bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht ab sofort 

möglich. Es bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit.  

 

4.7  

Im ärztlichen Beiblatt für Eingliederung/Rente vom 29. Juni 2017 (IV-act. 256) notierte 

Prof. F.__, es bestehe neurochirurgisch eine verminderte Leistungsfähigkeit von 40%. Dem 

Versicherten seien während täglich 4-6 Stunden Tätigkeiten an festen Arbeitsplätzen ohne 

Maschinen oder Fahrzeuge zumutbar, wobei auf die Grunderkrankung (Narkolepsie) sowie 

10 

 

Gleichgewichtsstörungen und die einseitige Ertaubung Rücksicht zu nehmen sei 

(angemessene Tätigkeit zumutbar). Der Gesundheitszustand sei stationär, die Diagnosen 

unverändert. 

 

4.8  

Die Schlafmedizinerin Dr. med. J.__ bestätigte in ihrem Verlaufsbericht vom 2. Februar 2018 

(IV-act. 279) die bereits gestellten Diagnosen (vgl. vorstehende E. 4.4). Sie hielt eine 

ungenügende CPAP-Compliance des Beschwerdeführers fest. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte 

sie sich nicht. 

 

4.9  

Das polydisziplinäre Gutachten der E.__ vom 17. Juli 2018 (IV-act. 297) basiert auf den 

Untersuchungen der Internistin Dr. med. K.__, des Neurologen Dr. med. L.__, des 

Pneumologen Dr. med. M.__ und der Psychiaterin Dr. med. Ulrike N.__.  

Die Gutachter hielten in ihrer integrativen medizinischen Beurteilung folgende Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 10 f.): 

− Narkolepsie Typ II (ohne Kataplexie) 

− Vestibularis-Schwannom links 

− Exstirpation 04/2015 

− als Komplikation passagere Facialisparese links (aktuell nur minimale Residuen) 

− Permanenter Hörverlust links mit intermittierendem Tinnitus 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen: 

− Skoliose 

− Multifaktorieller Kopfschmerz 

− Läsion des N. genitofemoralis nach Epididymektomie 

− Leichtgradige obstruktive Schlafapnoe (OSA), ED 2007 

− grenzwertige bis ungenügende Compliance 

− wenig OSA-spezifische Symptome 

− Arterielle Hypertonie 

− Hyperurikämie 

− Adipositas Grad I 

− Leichte Niereninsuffizienz mit einem Kreatin-Clearence von 62 ml/min. 

− Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen F61.0 

− Alkoholkonsum Z72.1 

11 

 

In seiner früheren Tätigkeit als LKW-Chauffeur sei der Versicherte vollumfänglich 

arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit (vermehrter Pausenbedarf mit Rückzugs- und 

Schlafmöglichkeit, insbesondere 1 Stunde über Mittag; flexibel handhabbare Arbeitszeiten; 

keine Fahreignung notwendig; kein Bedienen von Maschinen; keine Tätigkeiten in unebenem 

Gelände oder auf Leitern; keine monotone Tätigkeit über die Zeitdauer von 1 Stunde) bestehe 

eine Arbeitsfähigkeit von 60%. In seiner letzten regulären Tätigkeit als Lüftungsmonteur sei 

der Versicherte aus polydisziplinärer Sicht zu 60% arbeitsfähig, sofern die Tätigkeit die 

genannten Einschränkungen erlaube. Hierbei sei die Anwesenheit entsprechend einem 100%-

Pensum möglich, die Leistung jedoch auf 60% eingeschränkt. 

 

4.10  

Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens legte der Beschwerdeführer u.a. einen auf seinen 

Wunsch verfassten Arztbericht der Schlafmedizinerin J.__ vom 22. Januar 2019 ins Recht (IV-

act. 310 S. 3 f.). Der Bericht wiederholt im Wesentlichen die bereits in früheren Berichten der 

Schlafklinik O.__ erwähnten Diagnosen bzw. Nebendiagnosen. Neu ist lediglich die 

Beurteilung der zwischenzeitlichen Arbeitsversuche sowie der Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten, wobei diese «aus schlafmedizinischer Sicht» mit 50% deklariert wird. Die 

Einschätzung (Anwesenheit zu 100%) gemäss Vorbescheid sei für den Versicherten 

unzumutbar. Aufgrund der Arbeitsversuche müssten nun die Fakten zur Kenntnis genommen 

werden und die Arbeitsfähigkeit und vor allem auch die Präsenzzeit entsprechend reduziert 

werden, da es nicht zumutbar sei, dass der Versicherte zu 100% bei der Arbeit anwesend sein 

müsse und die restliche Zeit des Lebens total übermüdet sei. Die teilweise Arbeitsunfähigkeit 

wird hauptsächlich mit der (unheilbaren) Narkolepsie Typ II mit erheblicher Tagesschläfrigkeit 

begründet. Es wird erwähnt, dass sich die Persönlichkeitsstruktur des anfänglich motivierten, 

sich – im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit – eventuell selbst überschätzenden Versicherten 

aufgrund der Erkrankung und beruflichen Misserfolge akzentuiert habe.  

 

5.  

5.1  

Der Beschwerdeführer erachtet das Gutachten als unvollständig, unschlüssig und nicht 

nachvollziehbar und rügt, zwar variantenreich aber wiederholend, dieselben Aspekte. 

Zunächst macht er geltend, die Gutachter hätten den Abbruch des Arbeitsversuches bzw. 

dessen Gründe nicht abgeklärt und berücksichtigt. 

12 

 

Mit dem in Art. 18a Abs. 1 IVG verankerten Arbeitsversuch soll die tatsächliche 

Leistungsfähigkeit der versicherten Person im Arbeitsmarkt abgeklärt werden. Der 

Arbeitsversuch des Beschwerdeführers wurde nicht aus medizinischen Gründen, sondern 

aufgrund seines unangemessenen Verhaltens abgebrochen. Die diesbezüglichen 

Vorkommnisse und Vorgänge sind aktenkundig, wurden dem Beschwerdeführer eröffnet (IV-

act. 274) und von den Gutachtern thematisiert (IV-act. 297 S. 51 Ziff. 1). Der Beschwerdeführer 

wurde im Rahmen der Exploration mit den Vorgängen konfrontiert (IV-act. 297 S. 20 Ziff. 

3.2.13). Seine Rüge betreffend die unzureichende Beachtung des Abbruchs des 

Arbeitsversuchs bzw. dessen Gründe erweisen sich somit als unbegründet.  

 

5.2  

Der Beschwerdeführer macht geltend, man habe die Diagnose einer Neurofibromatose nicht 

abgeklärt. 

Richtig ist, dass der Otolaryngologe G.__ die Diagnose Neurofibromatose in seinem an den 

Neurochirurgen F.__ (vgl. E. 4.1) gerichteten Schreiben vom 11. Mai 2015 erwähnt (IV-act. 

310 S. 6). Konkret führt dieser unter dem Titel «psychosoziale Situation» u.a. aus, der 

Versicherte leide «an einer Neurofibromatose an den Folgen des Akustikusneurinoms». Die 

Neurofibromatosen sind eine Gruppe von genetischen Erkrankungen die das Nervensystem 

betreffen. Klinisch von Bedeutung ist die Neurofibromatose vom Typ 2 (zentraler Typ) der sich 

klinisch v.a. als Vestibularisschwannom zeigt (Pschyrembel, 268. A., 2020, S. 1220). Damit 

haben sich die Gutachter einlässlich damit auseinandergesetzt (Taubheit links, beklagte 

Gleichgewichtsstörung, Müdigkeit, auffälliges Gangbild, Tinnitus [IV-act. 297 Ziff. 3.1 Abschnitt 

2 f. S. 9]). Insofern erweist sich auch dieser Einwand als unbegründet.  

 

5.3  

5.3.1  

Der Beschwerdeführer moniert die attestierte Arbeitsfähigkeit. Das Gutachten unterscheide 

willkürlich zwischen Diagnosen mit und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, da weder auf 

eine medizinische Praxis noch auf Ausführungen in einzelnen Teilgutachten verwiesen werde. 

Gewichtige Beeinträchtigungen, die zumindest in der Gesamtwürdigung ihrer Summe 

irgendwie eine Rolle spielten wie die kombinierte Persönlichkeitsstörung, multifaktorale 

Kopfschmerzen, Skoliose sowie der Hörverlust und der Tinnitus seien nicht wirklich in die 

Gesamtbeurteilung eingeflossen. Faktisch habe man sich lediglich auf die Narkolepsie 

13 

 

abgestützt und die übrigen weitergehenden Beeinträchtigungen wie Taubheit links, Tinnitus 

mit erhöhter Ermüdbarkeit etc. nicht als verstärkende Teilaspekte einbezogen.  

Der Beschwerdeführer übersieht, dass grundsätzlich keine Korrelation zwischen ärztlich 

gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit besteht (BGE 140 V 193 E. 3.1). Vielmehr ergibt 

sich letztere aus den vorhandenen ‒ objektivierten oder plausibilisierten ‒ 

Funktionseinschränkungen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1). Demzufolge ist zwingend zwischen den 

Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken oder eben nicht, zu unterscheiden. Der 

Aufbau der Gutachten ist für die Gutachterstelle verbindlich (u.a. IV-act. 283). Die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit erfolgte – wie in einer polydisziplinären Begutachtung üblich – im Rahmen 

einer interdisziplinären Konsensbesprechung durch alle Gutachter gemeinsam. Dies 

bestätigen die beteiligten Gutachter denn auch unterschriftlich (IV-act. 297 S. 14). Der Zweck 

der Konsensbesprechung besteht gerade darin, das Beschwerdebild ganzheitlich zu erfassen 

und die sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in ein Gesamtergebnis 

zu bringen.  

 

5.3.2  

Der Beschwerdeführer erachtet das Gutachten unvollständig bezüglich der notwendigen  

Ruhe- und Schlafphasen wegen der Gefahr des Einschlafens und wegen der Kopfschmerzen. 

Er sei zwar befragt worden, aber seine Auskunft habe sich auf Tage bezogen, an denen er 

nicht arbeite. Wenn er arbeite, benötige er wesentlich mehr Ruhepausen. Es sei nicht  

zumutbar 100% zu arbeiten, um dann in der Freizeit zu schlafen. Die zusätzlichen 

Schlafphasen müssten zur Arbeitszeit dazu gerechnet werden, wie wenn er Pikettdienst hätte 

oder zwischen der Arbeit ruhen müsse. Wenn er am Mittag eine Stunde schlafen müsse, um  

seinen Alltag bewältigen zu können, müsse diese Zeit von der Arbeitszeit abgezogen werden. 

Das Gutachten sei daher von seiner Leistungsfähigkeit im Alltag ohne Arbeitstätigkeit 

ausgegangen, anstatt in einem Vollpensum im Beruf. Zudem sei unbeachtet geblieben, dass 

trotz Behandlung mit Caserta (recte: Concerta) und trotz Mittagsruhezeit eine Schlafattacke 

sowie Kopfschmerzen aufgetreten seien, die durch eine Ruhezeit von 20 Minuten  

verschwinden würden. Trotzdem sei auf eine 100%ige Anwesenheit geschlossen worden, 

obwohl gleichzeitig ausreichend Pausen empfohlen worden seien. Zur Zumutbarkeit der 

Tätigkeit und der Belastung auf sein gesamtes Wohlbefinden sowie die langfristige Tragbarkeit 

würden keine Aussagen gemacht. 

14 

 

Der Beschwerdeführer präsentiert in weiten Teilen bloss seine subjektive Auffassung, die 

jedoch für die Beurteilung nicht massgebend ist. Vielmehr ist es Aufgabe des Arztes, anhand 

der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die 

Leistungsfähigkeit zu bestimmen (u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_101/2014 vom 3. April 

2014 E. 5.1). Die Gutachter hielten fest, dass die Narkolepsie im Untersuchungszeitpunkt (seit 

der Therapie mit Concerta) gut im Griff ist. Die leichtgradige Schlafapnoe sei gut mit Maske 

therapierbar, allerdings sei die Compliance grenzwertig (was im Übrigen auch von den 

behandelnden Fachärzten vermerkt wurde [vgl. E. 4.8]). Der Explorand vermöge mit einer 

einstündigen Mittagspause und der Medikation seinem sehr aktiven Alltagsleben gut 

nachzukommen. Sie attestierten dem Beschwerdeführer nachvollziehbar begründet sowohl in 

der bisherigen Tätigkeit als Monteur als auch einer Verweistätigkeit eine 60%ige 

Arbeitsfähigkeit (ganztägig mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von 40%). Diese 

Einschätzung deckt sich im Übrigen mit jener des Neurochirurgen (vgl. E. 4.7).  

Soweit der Beschwerdeführer auf den Bericht der Schlafklinik vom 22. Januar 2019 verweist 

(IV-act. 310 S. 3 ff; vorstehende E. 4.11), vermag er auch damit nichts auszurichten. Der 

entsprechende Bericht wurde auf dessen Bitte und offenkundig partiell basierend auf seinen 

Schilderungen verfasst, denn der Abbruch des Arbeitsversuchs erfolgte nicht aufgrund 

medizinischer Faktoren, sondern wegen des Verhaltens des Beschwerdeführers. Abgesehen 

davon haben Berichte der behandelnden Ärzte rechtsprechungsgemäss eine geringere 

Beweiskraft als im ordentlichen Verfahren eingeholte Gutachten, da sie im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten 

aussagen (u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E. 4.2.3). 

Der Bericht enthält denn auch keine neuen, von den Gutachtern unberücksichtigt gebliebenen 

Aspekte. Analoges gilt für den Bericht des Otorhinolaryngologen G.__, der aus dem Jahre 

2015 stammt, mithin nicht den Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Begutachtung bzw. 

Verfügung präsentiert und im Übrigen den Gutachtern zur Verfügung stand (IV-act. 297 S. 56 

f.). Demzufolge erweisen sich auch diese Einwendungen als unbegründet. 

 

5.4 

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass das Gutachten auf umfassenden Untersuchungen basiert 

und in detaillierter Kenntnis der Vorakten erstellt wurde. Der Beschwerdeführer konnte 

gegenüber den einzelnen Sachverständigen seine aktuellen Beschwerden schildern und 

wurde von diesen jeweils ‒ soweit fachspezifisch erforderlich ‒ eingehend befragt. Die 

geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Diagnostik Berücksichtigung, wobei sowohl 

15 

 

diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit dargelegt und nachvollziehbar erläutert wurden. Die Gutachter nahmen 

ausserdem Stellung zu vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen. Gesamthaft erfüllt das 

Gutachten der E.__ somit die vom Bundesgericht festgelegten formellen Kriterien für eine 

beweiswerte medizinische Expertise (vgl. vorstehende E. 2.3). Es ist nicht ersichtlich, welche 

objektiven neuen Tatsachen und Erkenntnisse sich durch weitere Abklärung des 

medizinischen Sachverhaltes ergeben könnten, weshalb auf die Einholung des beantragten 

Gutachtens verzichtet werden kann (BGE 136 I 229 E. 5.3; 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d). 

 

6.  

6.1  

In Bezug auf den Einkommensvergleich wird einzig das Invalideneinkommen bestritten, 

welches die IV-Stelle auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen 2014 

des Bundesamtes für Statistik ermittelte. Der Beschwerdeführer macht unter Verweis auf 

gravierende persönliche Beeinträchtigungen wie einseitigem Hörverlust, Tinnitus, 

Kopfschmerzen und einer Persönlichkeitsstörung geltend, es sei zu Unrecht kein 

leidensbedingter Abzug vorgenommen worden. Auch wenn er sich darum bemühe im Alltag 

nicht aufzugeben und am Sozialleben teilzunehmen, ergäben sich insgesamt doch 

schwerwiegende Beeinträchtigungen, die zusätzlich in einem Leidensabzug zu 

berücksichtigen seien. Aufgrund der Herkunft, des Alters und der persönlichen 

Beeinträchtigungen sei ein zusätzlicher Leidensabzug von 15-20% angemessen. 

 

6.2  

Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen 

werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, 

Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad 

Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte 

Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug 

soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen. Die 

Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, 

wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der 

16 

 

Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 

nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 

doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 

m.w.H.). 

 

6.3  

Gemäss Gutachten der E.__ ist der Beschwerdeführer sowohl in der bisherigen Tätigkeit als 

Monteur als auch einer Verweistätigkeit eine ganztägige Tätigkeit zumutbar. Dabei besteht 

eine 40%ige verminderte Leistungsfähigkeit, welche sich in einem erhöhten Pausenbedarf 

manifestiert. Wird der leidensbedingten Einschränkung bereits in der medizinischen 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung Rechnung getragen, kann sie nicht zusätzlich in die 

Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung 

desselben Gesichtspunkts führen (u.a. Urteile des Bundesgerichts 8C_768/2018 vom 12. April 

2019 E. 5.2.3; 8C_558/2013 vom 2. April 2014 E. 4.3). Analoges gilt für die aufgeführten 

«gravierenden persönlichen Beeinträchtigungen». Weiter kommt dem Alter im 

Zusammenhang mit dem Leidensabzug nur beschränkte Bedeutung zu. Zum einen fällt der 

Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder 

Faktor regelmässig ausser Betracht (Urteil 8C_558/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.3.2). Zum 

anderen war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Verfügung erst 50 Jahre alt. Da 

Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig 

nachgefragt werden, wirkt sich der Faktor Alter auch nicht zwingend lohnsenkend aus. 

Inwiefern die Nationalität des Beschwerdeführers einen Abzug rechtfertigen soll, wird – wie im 

Übrigen sämtliche der geltend gemachten Faktoren – nicht begründet und erschliesst sich dem 

Gericht nicht. Anzufügen bleibt, dass die angeführten Beschwerden die Lebensführung des 

Beschwerdeführers nicht wesentlich einschränken, schilderte er doch im Rahmen der 

Exploration einen sehr aktiven Alltag. Weder die subjektive Einschätzung noch durch den 

Versicherten beeinflussbare Faktoren wie die Arbeitsbereitschaft vermögen einen 

Leidensabzug zu begründen.  

 

7.  

Insgesamt erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen. 

 

17 

 

8.  

8.1  

Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.‒ bis Fr. 1'000.‒ 

festgelegt. 

Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden auf Fr. 800.– festgesetzt. und 

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege werden diese vorerst auf die Staatskasse genommen (Art. 1 Abs. 2 SRG i.V.m. 

Art. 124e Abs. 1 Ziff. 2 VRG [NG 265.1]).  

 

8.2  

Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht als Versicherungsgericht beträgt das ordentliche 

Honorar Fr. 400.– bis Fr. 6'000.– (Art. 47 Abs. 3 PKoG [NG 261.2]). Das Honorar des 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes beträgt je Stunde Fr. 220.– (Art. 38 Abs. 2 PKoG). Die 

Wirkungen der unentgeltlichen Rechtspflege treten grundsätzlich mit Einreichung des 

Gesuchs ein, wobei die mit der Gesuchseinreichung entstehenden Kosten gedeckt sind. Zu 

vergüten ist nur der für das amtliche Mandat notwendige Aufwand, der für die Wahrung der 

rechtlichen Interessen kausal und verhältnismässig ist und nicht schon, wenn er bloss 

vertretbar erscheint (vgl. BGE 141 I 124 E. 3.1; angemessene Entschädigung [Art. 1 Abs. 2 

SRG i.V.m. Art. 124e Abs. 1 Ziff. 1 VRG]). Nicht vergütet werden unnütze, überflüssige und 

aussichtslose Aufwendungen oder solche, welche bloss einen theoretischen Vorteil bringen 

(Urteil des Bundesgerichts 5A_209/2016 vom 12. Mai 2016 E. 3.3.2). 

Die dem Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren entstandenen 

Anwaltskosten sind zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen auf die 

Staatskasse zu nehmen. Der unentgeltliche Rechtsbeistand machte mit Kostennote vom 13. 

November 2020 ein Honorar von Fr. 3'328.90 (Honorar Fr. 3'956.– [17.2 Std. à Fr. 230.–]; 

Auslagen Fr. 63.40, MwSt. Fr. 309.50 [7.7%]; abzgl. Fr. 1'000.– [Parteientschädigung gem. 

Urteil C-4736/2019 des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Mai 2020) geltend. Die Sache 

war weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht anspruchsvoll oder komplex und es 

wurde lediglich ein Schriftenwechsel durchgeführt. In der knapp elfseitigen Beschwerdeschrift 

werden nur auf knapp sechs Seiten sich wiederholende argumentative Ausführungen zur 

18 

 

Sache präsentiert. In Anbetracht der gesamten Umstände und mit Blick auf ähnlich gelagerte 

Fälle erscheint der dafür geltend gemachte Aufwand deutlich überhöht und vielmehr ein 

solcher von höchstens 12 Stunden gerechtfertigt. Dementsprechend wird in Nachachtung des 

gesetzlich zulässigen Stundenansatzes von Fr. 220.– ein Honorar im Betrage von Fr. 1'911.55 

(Honorar Fr. 2'640.– [12 Std. à Fr. 220.–], Auslagen Fr. 63.40, 7.7% Mehrwertsteuer 

Fr. 208.15, abzgl. Fr. 1'000.– [Parteientschädigung Urteil C-4736/2019 des 

Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Mai 2020]) genehmigt.  

 

8.3  

Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der vom Staat 

entschädigten Parteikosten verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist; der Anspruch des 

Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 1 Abs. 2 SRG i.V.m. Art. 

124f VRG). 

 

19 

 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt und zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Staatskasse 

genommen. 

 

3. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Beschwerdeführers wird zufolge Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung für seine Bemühungen im Beschwerdeverfahren 

einstweilig durch den Staat mit Fr. 1'911.55 entschädigt. 

Die Gerichtskasse wird angewiesen, Rechtsanwalt Schneider ein Honorar von 

Fr. 1'911.55 zu bezahlen. 

 

4. Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der vom Staat 

entschädigten Parteikosten verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der Anspruch des 

Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. 

 

5. Zustellung dieses Entscheids an: 

- Rechtsanwalt Benedikt Schneider-Koch (2-fach; GU) 

- IV-Stelle Nidwalden (Empfangsbescheinigung) 

- Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

- Gerichtskasse (Dispositiv) 

 

 

Stans, 22. März 2021 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Sozialversicherungsabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig Versand:     

20 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht 

werden (Art. 82 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu 

enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind 

beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gilt Art. 44 ff. BGG. 

 
 
  

 

 

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch