# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc9a7f15-7e02-5479-848b-82a64360e0f4
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-21
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 21.07.2021 S 2021 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-5_2021-07-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 21. Juli 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

SUVA, Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 
6002 Luzern
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Kausalität)

S 2021 5

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Urteil S 2021 5

A. Die 1961 geborene A.________ war als Verkäuferin der C.________ bei der Suva 
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 29. Dezember 2018 an 
ihrem Arbeitsplatz in der Filiale D.________ (Detailhandel) von einem maskierten Täter 
mit vorgehaltener Waffe gezwungen wurde, ihm das sich in der Kassenschublade 
befindliche Bargeld zu übergeben. Nachdem sie dies getan hatte, entfernte sich der Täter 
zu Fuss (Suva-act. 1 und 28). Als Folge der Bedrohung erlitt die Versicherte eine 
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; Suva-act. 35). Die Suva anerkannte ihre 
Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung 
und Taggeld; Suva-act. 23). Nach mehreren Beurteilungen durch Kreisarzt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Suva-act. 21, 40, 55 und 75), 
stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 8. September 2020 per 
30. September 2020 ein mit der Begründung, zwischen der aktuellen psychischen Störung 
und dem Unfallereignis vom 29. Dezember 2018 bestehe kein adäquater 
Kausalzusammenhang mehr (Suva-act. 80). Die dagegen erhobene Einsprache (Suva-
act. 84) wies sie mit Einspracheentscheid vom 20. November 2020 ab (Suva-act. 89). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 6. Januar 2021 liess A.________ 
beantragen, der Einspracheentscheid vom 20. November 2020 sei aufzuheben und es 
seien ihr weiterhin Leistungen nach UVG auszurichten; alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht wurde 
die unentgeltliche Rechtspflege – und sinngemäss auch ein unentgeltlicher 
Rechtsbeistand – beantragt. Begründend stellte sich die Beschwerdeführerin im 
Wesentlichen auf den Standpunkt, der Raubüberfall vom 29. Dezember 2018 sei 
angesichts der Umstände als nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 
Lebenserfahrung geeignet zu erachten, innerhalb von zwei, drei Jahren nach dem Ereignis 
Spätfolgen im Sinne der Behandlungsbedürftigkeit von psychischen Beschwerden mit 
Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Der adäquate Kausalzusammenhang sei daher zu 
bejahen. Zudem sei der Status quo sine vel ante bis heute nicht erreicht und die noch 
laufenden Therapien zusammen mit ihrer Motivation geeignet, künftig eine namhafte 
Besserung des Gesundheitszustandes zu erreichen, wodurch auch die Arbeitsfähigkeit auf 
dem ersten Arbeitsmarkt ein realistisches Ziel bleibe. 

C. Mit Vernehmlassung vom 4. Februar 2021 beantragte die Suva die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den 
angefochtenen Einspracheentscheid. 

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Urteil S 2021 5

D. Mit Verfügung vom 19. Februar 2021 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin 
um unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt und ihr für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht in der Person von RA MLaw B.________ ein unentgeltlicher 
Rechtsbeistand beigestellt. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu 20. November 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

1.2 Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 bzw. am 9. November 2016 
verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Das hier zu beurteilende Ereignis hat sich am 
29. Dezember 2018 ereignet, weshalb – entsprechend den allgemeinen 
übergangsrechtlichen Regeln – die am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Normen auf den 
vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.

1.3 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Be-
stimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Artikel 82a ATSG sieht vor, 
dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim 
erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu 
beurteilende Beschwerde wurde am 6. Januar 2021 der Post übergeben, weshalb die am 
1. Januar 2021 in Kraft getretenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden 
und in dieser Fassung zitiert werden. 

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2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das Versicherungsgericht 
desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung 
ihren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerdeführerin wohnt in F.________, 
ZG. Damit ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in Anwendung von § 4 Abs. 1 lit. b 
der kantonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung 
(BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig. Die Beschwerdegegnerin erliess den 
vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid am 20. November 2020. Dieser ging der 
Beschwerdeführerin frühestens am Folgetag zu. Die Beschwerdeschrift wurde am 
6. Januar 2021 der Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. 
Unter Berücksichtigung von Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG gilt die Beschwerde als rechtzeitig 
i.S.v. Art. 60 Abs. 1 ATSG eingereicht. Die Beschwerdeschrift entspricht sodann den 
formellen Anforderungen an eine Beschwerde und die Beschwerdeführerin ist als von der 
Verfügung des Unfallversicherers direkt Betroffene zur Beschwerde legitimiert. Somit ist 
die Beschwerde vom Gericht zu prüfen. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg 
gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt 
– die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 
Berufskrankheiten gewährt. 

3.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 
Tod zur Folge hat. Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse 
auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des 
geltenden Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche 
Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalles 
voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem 
entsprechenden psychischen Schock handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen 
gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden 
Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei 
einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- 

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Urteil S 2021 5

und Schreckwirkungen hervorzurufen, wobei gemäss Rechtsprechung jedoch auf eine 
"weite Bandbreite" von versicherten Personen abzustellen ist (BGE 129 V 177 E. 2.1). 

3.3 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, 
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene 
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur 
gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall 
die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 
Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden 
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 
177 E. 3.1). 

3.4
3.4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzu-
sammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate 
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 
nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis 
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2). Mit der Theorie des adäquaten 
Kausalzusammenhangs wird dem rechtlich bestehenden Bedürfnis nach Eingrenzung und 
Auswahl von Tatsachen aus der natürlichen Kausalkette Rechnung getragen (BGE 123 V 
98 E. 3b). Der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs als einer Rechtsfrage 
kommt somit die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 117 V 369 E. 4a; 115 V 133 
E. 7).

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3.4.2 Die Adäquanz zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzungen 
und den nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen ist nach der oben zitierten 
allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu 
beurteilen. Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei 
Schreckereignissen die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem 
somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. 
Aus diesem Grund ist die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 entwickelten 
Adäquanzkriterien ebenso ungeeignet wie diejenige der so genannten 
Schleudertraumapraxis (BGE 134 V 109, 117 V 359, vgl. auch BGE 129 V 177 E. 4.2). 
Dabei ist nicht allein auf den psychisch gesunden Versicherten, sondern auf eine weite 
Bandbreite der Versicherten abzustellen. In diesem Rahmen bilden auch solche 
Versicherten Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche im Hinblick auf die 
erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko 
gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren 
(BGE 129 V 177 E. 3.3.). 

3.5 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer 
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 
später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b 
mit Hinweisen). Auch das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss ebenfalls mit dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende 
Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen).

4. Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Raubüberfall vom 29. De-
zember 2018 einen Unfall im Sinne des gesetzlichen Unfallbegriffs darstellt, für dessen 
gesundheitliche Folgen die Beschwerdegegnerin grundsätzlich leistungspflichtig ist. Dieser 
Pflicht ist die Suva denn auch nachgekommen und hat während 21 Monaten 

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Heilungskosten übernommen und Taggelder ausgerichtet. Mit Verfügung vom 8. Sep-
tember 2020 bzw. Einspracheentscheid vom 20. November 2020 stellte die 
Beschwerdegegnerin die erbrachten Versicherungsleistungen indes per 30. September 
2020 ein. Die Beschwerdeführerin stellt sich nun auf den Standpunkt, der Fall sei zu früh 
abgeschlossen worden.

4.1 Nach Gesetz und Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall (unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen sowie mit Prüfung des Anspruchs auf eine 
Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen, wenn von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige 
Eingliederungsmassnahmen der lnvalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 134 V 109 E. 4.1). Ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch 
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist, bestimmt sich 
namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der 
Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die 
Verwendung des Begriffes “namhaft“ durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere 
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende 
Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3).

4.2
4.2.1 Wie sich aus den Akten ergibt, zog sich die Beschwerdeführerin beim 
Raubüberfall vom 29. Dezember 2018 keine körperlichen Verletzungen zu. Als Folge der 
Bedrohung erlitt sie hingegen eine PTBS, weswegen ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert wurde (Suva-act. 11) und sie sich am 12. April 2019 bei lic. phil. G.________, 
Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin, in Behandlung (einmal pro Woche) begab 
(Suva-act. 35). 

4.2.2 Am 20. Juni 2019 wurde die Beschwerdeführerin durch den Suva-Konsiliar-
psychiater Dr. E.________ persönlich untersucht. Im Rahmen dessen gab die 
Beschwerdeführerin Dr. E.________ gegenüber zu verstehen, dass es ihr aktuell 
psychisch deutlich besser gehe als noch in der ersten Zeit nach dem Ereignis. Doktor 
E.________ bestätigte die Diagnose einer schweren PTBS und befand die laufenden 
therapeutischen Massnahmen für notwendig und sinnvoll. Dabei war es für den Kreisarzt 
nachvollziehbar, dass die psychische Belastbarkeit und Stabilität bisher für den Einsatz 
traumaspezifischer therapeutischer Methoden (z.B. EMDR) nicht ausreichend gewesen 

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sei. Im Weiteren verneinte er eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, wobei er eine 
verwertbare Arbeitsfähigkeit im besten Fall in rund einem Jahr für erreichbar erachtete 
(Suva-act. 40). 

4.2.3 Am 21. August 2019 wurde die Beschwerdeführerin im Beisein ihres Ehemannes 
von der Suva-Aussendienstmitarbeiterin zu Sachverhalt und Heilverlauf befragt. Dabei 
wurde im entsprechenden Bericht vom 25. August 2019 festgehalten, dass die Versicherte 
während des Gespräches mehrmals geweint habe und es ihr schwergefallen sei, über den 
Unfall zu sprechen. Sie habe jedoch angegeben, dass eine minime Besserung eingetreten 
sei (Suva-act. 44). 

4.2.4 Mit Verlaufsbericht vom 7. Oktober 2019 berichtete Psychotherapeutin 
G.________, dass es der Patientin bis heute noch nicht gelungen sei, den Weg in die 
Therapiesitzungen alleine zurückzulegen. Die Patientin mache nur langsame Fortschritte. 
Seit ihren Ferien im September 2019 in H.________ habe sich ihr "innerer Kampf" aber 
deutlicher zugunsten von mehr Angstbewältigung und Autonomie verlagert, so dass sie 
nun auch bereit sei, in der Therapie Expositionen zu machen (Suva-act. 48). 

4.2.5 Mit neuerlicher psychiatrischer Beurteilung vom 13. Dezember 2019 ging 
Dr. E.________ weiterhin von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem 
Raubüberfall und den noch geklagten Beschwerden und einer mittel- bis langfristig 
erheblichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aus. Dies begründete er mit den insgesamt 
guten persönlichen Ressourcen der Versicherten (Suva-act. 55). 

4.2.6 In einem weiteren Verlaufsbericht vom 27. Dezember 2019 hielt 
Psychotherapeutin G.________ anfänglich kontinuierlich kleine Fortschritte fest, bis ab 
Anfang Dezember 2019, als der Jahrestag des Überfalls näher gerückt sei, wieder eine 
Verschlechterung eingetreten sei. Die Patientin habe seither wieder grosse 
Schlafprobleme, stehe nachts auf, backe Guetzli oder nehme Essen zur Beruhigung zu 
sich, was wiederum zu einer Gewichtszunahme und diesbezüglichen Selbstwertproblemen 
geführt habe. Sie habe wieder vermehrt mit sich und dem Täter gehadert und mehr daran 
gezweifelt, das Trauma überwinden zu können. Seit Weihnachten sei sie nun wieder 
zuversichtlicher mit der Hoffnung, es im neuen Jahr schaffen zu können (Suva-act. 58). 

4.2.7 Am 18. April 2020 berichtete Psychotherapeutin G.________ von weiteren 
Fortschritten indem die Patientin jetzt wieder präsenter durchs Leben gehe, mehr in 

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Kontakt mit ihrem Leben vor dem Überfall sein könne und schöne Erinnerungen ihr wieder 
besser zugänglich seien. Sie sei in den Sitzungen besser in der Lage, sich bewusst mit 
dem Überfall zu konfrontieren und sich dann wieder zu distanzieren und auf die 
Gegenwart zu fokussieren. Sie gestalte ihr Leben zunehmend aktiver, indem sie z.B. 
wieder Gartenarbeit aufnehme. Die Versicherte wirke insgesamt zwar stabiler, aber die 
Traumatherapie müsse weiterhin ihrem Tempo angepasst werden, das durch ihre 
"posttraumatischen Symptome sowie die Schutz- und Vermeidungsstrategien" immer 
wieder gebremst werde. Da sie aber "dranbleibe", gut mitmache und entschlossen sei, den 
"Kampf" gegen ihre Symptome und den Täter gewinnen zu wollen, erachte sie, die 
Psychotherapeutin, die Fortsetzung der Therapie als wichtig und lohnenswert (Suva-
act. 66). 

4.2.8 Mit Bericht vom 1. Juli 2020 wies die Psychotherapeutin schliesslich darauf hin, 
dass der Verlauf seit dem 18. April 2020 von einem "Auf und Ab" der Stimmungslage und 
einem ständigen "inneren Kampf" gekennzeichnet gewesen sei. Es habe immer wieder 
äussere Auslöser gegeben, welche sie an den Überfall erinnert und destabilisiert hätten. 
Dennoch mache die Patientin auch immer wieder kleine Fortschritte. So habe sie es 
beispielsweise geschafft, alleine mit ihrem 7-jährigen Neffen von zu Hause zu Fuss in die 
Therapiestunde zu kommen. Dabei sei die Panik gekommen und gegangen, ihr Bauch sei 
"hart" geworden und sie sei danach erschöpft gewesen. Sie habe immer noch Mühe ein- 
und durchzuschlafen, weil sie innerlich nicht zur Ruhe komme. In der letzten Sitzung habe 
die Versicherte erzählt, dass sie es geschafft habe, fünf Minuten in Begleitung ihres 
Sohnes Zug zu fahren. Beurteilend kam die Psychotherapeutin zum Schluss, die Patientin 
habe auch in den vergangenen sieben Sitzungen Fortschritte gemacht, jedoch nicht 
kontinuierlich, sondern eher nach dem Prinzip: "zwei Schritte nach vorne und wieder ein 
Schritt zurück". Sie kämpfe sich tapfer vorwärts und hadere mit sich selbst, wenn sie 
stecken bleibe. In der Therapie gebe sie ihr Bestes, aber ihr Vermeidungsverhalten 
aufgrund ihrer noch vorhandenen traumatischen Ängste, wenn es um den Täter gehe, 
würden ein angepasstes Vorangehen bei der Traumakonfrontation erfordern. Ein 
"Fortschrittspotential" sei aber immer noch zu sehen (Suva-act. 70). 

4.2.9 Nach Erhalt der Verlaufsberichte der Psychotherapeutin legte die Suva die Akten 
erneut ihrem Konsiliarpsychiater vor. Mit Beurteilung vom 31. August 2020 kam 
Dr. E.________ zum Schluss, dass in absehbarer Zeit eine (zumindest teilweise) 
Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht erreicht werden könne. Der Raubüberfall 
liege mittlerweile ein Jahr und acht Monate zurück. Der Verlauf der psychiatrischen 

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Urteil S 2021 5

Symptomatik sei in dieser Zeit stark protrahiert gewesen. Die behandelnde 
Psychotherapeutin berichte zwar, dass es weiterhin zu kleinen Fortschritten komme, 
allerdings würden sich diese auf einem ausgesprochen tiefen Niveau bewegen. So habe 
es die Versicherte zum Beispiel ausnahmsweise einmal geschafft, in Begleitung ihres 
(erwachsenen) Sohnes fünf Minuten Zug zu fahren. Dies bedeute zugleich, dass sich die 
Symptomatik in einer ganz erheblichen, anhaltenden Weise verbessern müsste, damit 
eine Arbeitsfähigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wäre. Dies sei in absehbarer 
Zeit nicht überwiegend wahrscheinlich (Suva-act. 75). 

4.3 In Würdigung des soeben Dargelegten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin 
weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung ist und ihr seit dem Raubüberfall eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird. Der Fallabschluss setzt jedoch lediglich voraus, 
dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung mehr 
erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich 
ist (BGer 8C_727/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.2.2 und 8C_585/2010 vom 5. 
November 2010 E. 8). Die behandelnde Psychotherapeutin G.________ geht 
offensichtlich von einer weiteren Behandlungsbedürftigkeit aus. Nichtsdestotrotz kann die 
Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie verkennt, dass die in 
psychiatrischer Hinsicht indizierte medizinische Therapie zwar möglicherweise zu einer 
leichten Besserung des Gesundheitszustandes führen könnte, eine namhafte Besserung 
des Gesundheitszustandes, welche den in Art. 19 Abs. 1 UVG vorgesehenen 
Fallabschluss zu verhindern vermöchte, davon aber nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann. Auch die Psychotherapeutin selber spricht 
lediglich von einem "Fortschrittspotential" (Suva-act. 70 S. 2), keineswegs aber von einer 
namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes. Dies zeigt sich auch daran, dass in 
den Verlaufsberichten der Psychotherapeutin zwar von Fortschritten gesprochen wird, 
diese jedoch lediglich als klein und nicht kontinuierlich beschrieben werden. Vielmehr geht 
die Psychotherapeutin von einem ständigen "Auf und Ab" aus. Betrachtet man sämtliche 
Verlaufsberichte, erscheint es jedenfalls nachvollziehbar und schlüssig, wenn Kreisarzt 
Dr. E.________ am 31. August 2020 (Suva-act. 75) – mithin ein Jahr und acht Monate 
nach dem Überfall – zum Schluss kommt, der Verlauf der psychiatrischen Symptomatik sei 
stark protrahiert gewesen und die Fortschritte würden sich auf einem ausgesprochen 
tiefen Niveau bewegen. Angesichts dessen ist dem Kreisarzt zuzustimmen, dass sich die 
Symptomatik in einer ganz erheblichen, anhaltenden Weise verbessern müsste, um von 
einer Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt auszugehen, was nicht als überwiegend 

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Urteil S 2021 5

wahrscheinlich bezeichnet werden kann. Aus diesem Grund durfte die 
Beschwerdegegnerin die Adäquanzbeurteilung zu diesem Zeitpunkt vornehmen.

Abschliessend ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass es seitens des Gerichts als 
zutreffend angesehen wird, dass die psychotherapeutische Behandlung der 
Beschwerdeführerin in der Vergangenheit zu einigen Fortschritten geführt hat und auch für 
die Zukunft noch gewisse Fortschritte möglich sind. Von einem durchschlaggebenden 
Erfolg der seit dem Überfall betriebenen therapeutischen Bemühungen kann jedoch nicht 
gesprochen werden. Angesichts der bereits länger andauernden psychotherapeutischen 
Behandlung spricht das im Juli 2020 gezeigte Heilbehandlungsresultat jedenfalls gegen 
eine noch erzielbare namhafte Besserung des Gesundheitszustandes. 

5. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Raubüberfall vom 29. De-
zember 2018 und der psychischen Störung der Beschwerdeführerin kann, nachdem 
Dr. E.________ diesen explizit bejaht hat (vgl. Suva-act. 21 S. 2, 40 S. 16 und 55 S. 11) – 
was auch ohne Weiteres einleuchtet –, als gegeben bezeichnet werden, zumal dies selbst 
von der Beschwerdegegnerin anerkannt wird (vgl. angefochtenen Einspracheentscheid 
E. 2b). Zu beurteilen ist demgegenüber, ob die weiterhin bestehenden psychischen 
Beschwerden zum Raubüberfall adäquat kausal sind, was nach dem Dargelegten gemäss 
der allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) 
zu prüfen ist (vgl. E. 3.4.2 vorstehend). 

5.1 An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden 
und so genannten Schreckereignissen werden hohe Anforderungen gestellt (BGer 
8C_522/2007 vom 1. September 2008 E. 4.1). So verneinte das Eidgenössische 
Versicherungsgericht (EVG) – allerdings in Anwendung der Adäquanzkriterien von BGE 
115 V 133 – im Fall einer Versicherten, die auf offener Strasse von einem Unbekannten 
angegriffen, zu Boden gedrückt und in Tötungsabsicht gewürgt worden war (wobei sie 
auch körperliche Beeinträchtigungen – Schrammen am Hals und Schmerzen in der 
Lendengegend – erlitt; RKUV 1996 Nr. U 256 S. 215) die Adäquanz. Ebenso wurde die 
Adäquanz verneint im Fall einer Frau, die bei einem nächtlichen Angriff eines 
alkoholisierten Mannes beschimpft und gewürgt wurde (EVG U 390/04 vom 14. April 
2005), bei einer Kioskverkäuferin, die von zwei maskierten Männern unter Waffengewalt 
zur Öffnung der Verkaufskasse gezwungen worden war (BGer 8C_266/2013 vom 4. Juni 
2013), bei einem Mann, der in Zusammenhang mit seinem Geschäft von einem 
unbekannten Begleiter eines Kunden mit dem Messer bedroht und erpresst worden war 

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(jedoch keine somatischen Verletzungen davontrug; EVG U 15/00 vom 19. März 2003), 
und im Fall einer Spielsalonaufsicht, die nach Geschäftsschluss überraschend von einem 
Vermummten mit der Pistole bedroht und (ohne dass sie körperlich angegriffen worden 
wäre) zur Geldherausgabe gezwungen worden war (BGE 129 V 177). Gleiches galt im Fall 
der Versicherten, die als Aufsicht in einem Spielsalon bei Arbeitsschluss von drei 
maskierten Männern überfallen wurde, wobei einer von ihnen mit den Fäusten auf sie 
einschlug und ein anderer eine Pistole auf sie richtete (EVG U 2/05 vom 4. August 2005), 
und beim Barkeeper, der bei Aufräumarbeiten nach Betriebsschluss von zwei maskierten 
Männern mit Schusswaffen bedroht sowie mit Faustschlägen ins Gesicht und Fusstritten in 
den Bauch traktiert wurde, während sich ein dritter um den ebenfalls anwesenden 
Geschäftsführer kümmerte, und danach im Büro des Betriebs eingeschlossen wurde 
(BGer U 593/06 vom 14. April 2008). 

Bejaht hat das Bundesgericht den adäquaten Kausalzusammenhang unter anderem in 
einem Fall, in welchem das weibliche Opfer von einem betrunkenen und mit einem Messer 
bewaffneten Unbekannten zu sexuellen Handlungen in Form von oralem 
Geschlechtsverkehr gezwungen wurde (EVG U 193/06 vom 20. Oktober 2006) und in 
verschiedenen Fällen, in denen Versicherte Opfer des Tsunamis vom 26. Dezember 2004 
im indischen Ozean wurden (vgl. beispielsweise BGer U 548/06 vom 20. September 
2007). Ebenfalls bejaht wurde der adäquate Kausalzusammenhang in einem Fall, in 
welchem das weibliche Opfer früh morgens an ihrem Arbeitsplatz bei einem 
Blumengrosshändler von mehreren vermummten Einbrechern überrascht, mit einer 
Schusswaffe bedroht, gefesselt und in der Toilette eingeschlossen wurde und nicht 
wusste, wann gegebenenfalls mit einer Rettung zu rechnen wäre und während 30 Minuten 
ganz konkret mit einer Vergewaltigung und/oder mit dem Tod aus ihrer Sicht rechnen 
musste (BGer 8C_522/2007 vom 1. September 2008). Dabei wurde vom Bundesgericht 
als erschwerende Elemente insbesondere erwähnt, dass die versicherte Person in einer 
vertrauten Umgebung (an ihrem Arbeitsplatz) überfallen worden war und dass sie sich 
einer "geballten Übermacht von drei Männern" gegenübersah (E. 4.3.4).

Darauf hinzuweisen bleibt, dass nach der Rechtsprechung gewisse Ereignisse nicht 
geeignet sind, einen dauernden, erheblichen psychischen Schaden zu verursachen. Dies 
gilt namentlich, wenn weder das Opfer noch eine Drittperson einen erheblichen Körper-
schaden erlitten und das Ereignis nur relativ kurze Zeit gedauert hat. Die übliche und 
einigermassen typische Reaktion auf ein solches Ereignis dürfte erfahrungsgemäss darin 
bestehen, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel 

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innert einiger Wochen oder Monate überwunden wird. Die psychische Störung kann 
danach nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessene oder einigermassen typische 
Reaktion auf das Schreckereignis bezeichnet werden (BGer 8C_266/2013 vom 4. Juni 
2013 E. 2).

5.2 Gemäss Polizeirapport und Einvernahmeprotokollen spielte sich der Überfall vom 
29. Dezember 2018 wie folgt ab: Um ca. 06:51 Uhr betrat ein mit einer schwarzen 
Sturmmaske und einer schwarzen Skibrille vermummter sowie mit einer Pistole 
bewaffneter Mann die Filiale D.________ und schrie die in der Gemüseabteilung tätige 
Arbeitskollegin der Beschwerdeführerin an, sie solle ihm Geld geben. Da die 
Arbeitskollegin erst seit kurzem in der Filiale D.________ arbeitete, verwies sie den Täter 
an die Beschwerdeführerin, welche zu diesem Zeitpunkt im Tiefkühlraum war. Mit direkt 
auf ihr Gesicht gerichteter Pistole (Abstand je nach dem ca. 2–3 Meter bzw. lediglich 1 
Meter) und den Worten "Das isch en Überfall!", "Gib das Geld!", "Mach de Tresor uf!" und 
"Gib's Geld, suscht passiert dir was. Schnell!" forderte er daraufhin die 
Beschwerdeführerin auf, zur Kasse zu gehen und ihm dort das vorhandene Geld 
auszuhändigen. Während der Täter der Beschwerdeführerin aus dem Tiefkühlraum in den 
Verkaufsraum zur Kasse folgte, gelang es der Arbeitskollegin, mit dem Aufzug vom 
Lagerraum her in das obere Stockwerk zu fliehen, von wo aus sie die Polizei telefonisch 
alarmieren konnte. Die Beschwerdeführerin ihrerseits entnahm der Kassenschublade das 
sich dort befindliche Bargeld von ca. Fr. 1'000.– und übergab es dem Täter. 
Anschliessend entfernte sich dieser zu Fuss von der Liegenschaft weg in Richtung Süden. 
Beim Eintreffen der Polizei war die Beschwerdeführerin vollkommen aufgelöst. Im Rahmen 
der Einvernahme gegenüber der Polizei erklärte sie, dass sie Todesangst gehabt und am 
ganzen Körper gezittert habe. Nachdem der Täter den Laden verlassen gehabt habe und 
die Sache vorbei gewesen sei, hätten sie die Gefühle überholt. Sie habe geweint und sei 
beinahe zusammengebrochen. Irgendwie sei sie erleichtert gewesen, dass ihr nichts 
passiert sei und trotzdem sei sie immer noch zu tiefst erschrocken gewesen über den 
Vorfall (vgl. Suva-act. 28 und Bf-act. 3 f.). 

5.3 Die soeben geschilderte Situation ist mit den Überfällen vergleichbar, welche nach 
Meinung des Bundesgerichts nicht geeignet waren, langjährige, psychische Störungen mit 
andauernder Arbeitsunfähigkeit auszulösen. Insbesondere bestehen eindeutige Parallelen 
zur Kioskverkäuferin, die hinter dem Verkaufstresen von zwei jungen maskierten Männern 
mit einer Pistole bedroht wurde (ohne dass sie dabei körperliche Verletzungen erlitten 
hätte), wobei einer der Täter sie an der Schulter festhielt, eine Pistole gegen ihre Stirn 

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richtete (Abstand ca. 7–10 cm) und schrie "Überfall! Geld her! Kasse!", woraufhin sie die 
Kasse öffnete, der zweite Täter das Notengeld entnahm und die beiden Männer aus dem 
Kiosk flüchteten (BGer 8C_266/2013 vom 4. Juni 2013), oder zur Spielsalonaufsicht, die 
nach Geschäftsschluss überraschend von einem Vermummten mit der Pistole bedroht und 
(ohne dass sie körperlich angegriffen worden wäre) zur Geldherausgabe gezwungen 
wurde (BGE 129 V 177). Zwar ist dem Überfall, bei dem die Beschwerdeführerin mit einer 
Faustfeuerwaffe bedroht wurde, eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen und es 
ist auch nachvollziehbar, dass sie das Ereignis subjektiv als bedrohlich empfand, zumal 
der Arbeitsplatz im Allgemeinen als ein geschützter Ort empfunden wird, was sicherlich als 
erschwerendes Element betrachtet werden kann. Jedoch ist festzustellen, dass der 
Überfall nur von einem einzelnen Täter ausging und die Beschwerdeführerin nicht die 
ganze Zeit allein, sondern anfänglich in Begleitung einer Arbeitskollegin war. Das Ganze 
spielte sich innerhalb einer kurzen Zeitspanne ab (gemäss Einvernahme der 
Beschwerdeführerin dauerte der Überfall nicht länger als fünf Minuten; Bf-act. 4 Ziff. 60), 
wobei weder die Beschwerdeführerin noch Drittbeteiligte längeren körperlichen und/oder 
psychischen Strapazen ausgesetzt waren (wie etwa Fesselung, Einsperren, 
Misshandlungen etc.). Beim Überfall wurde insbesondere keine körperliche Gewalt 
angewendet, sodass weder die Beschwerdeführerin noch die weitere Ladenangestellte 
verletzt wurden. Ausserdem fiel kein Schuss und aus der Einvernahme der Beteiligten 
geht hervor, dass es sich um eine Spielzeugpistole gehandelt haben könnte (Bf-act. 3 
Ziff. 36 ff. und Bf-act. 4 Ziff. 40), was auf eine geringere Gefährlichkeit des Täters 
hinweisen würde. Sodann kann dem Einvernahmeprotokoll der Beschwerdeführerin 
entnommen werden, dass sie während des Überfalls mehrmals Zeit schindete und dem 
Täter entgegen der Wahrheit angab, es gebe keine zweite Kasse und sie hätte auch 
keinen Schlüssel zum Tresor (Bf-act. 4 Ziff. 10). Dies wiederum lässt darauf schliessen, 
dass die Beschwerdeführerin die Situation weniger bedrohlich empfand, als sie nun 
geschildert wird. Ihr gelang es jedenfalls, einigermassen ruhig und kontrolliert zu bleiben 
(vgl. auch Bf-act. 4 Ziff. 55) und sie war genügend mutig, um sich einigen Anweisungen 
des Täters zu widersetzen. Mit diesem Verhalten machte sie den Täter nervös und bewog 
ihn schliesslich zur Flucht (Bf-act. 4 Ziff. 10). In Anbetracht sämtlicher Gegebenheiten – 
und im Lichte der hievor dargelegten Kasuistik (vgl. E. 5.1 vorstehend) – ist der 
Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass der Raubüberfall vom 29. Dezember 2018 kein 
derart aussergewöhnliches Schreckereignis darstellt, dass daraus, selbst unter Einbezug 
einer "weiten Bandbreite" von Versicherten (vgl. E. 3.4.2 vorstehend), nach dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung eine länger als 
21 Monate andauernde psychische Gesundheitsschädigung samt gänzlicher 

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Arbeitsunfähigkeit resultieren würde, zumal das Bundesgericht selbst bei noch etwas 
grösserer Gewaltanwendung die Adäquanz verneint hatte. Dies gilt umso mehr, als die 
Beschwerdeführerin vor dem Ereignis unter keinen psychischen Problemen gelitten hat 
(Suva-act. 40 S. 7 und 12 f.). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festgestellt hat, 
bestand bei der Beschwerdeführerin kein massiv beeinträchtigter psychischer Vorzustand, 
welcher gleichsam zwingend eine Fehlverarbeitung des am 29. Dezember 2018 Erlebten 
bewirkt hätte. Vielmehr wird die Beschwerdeführerin als lebens- und kontaktfreudiger, 
geselliger, humorvoller und fröhlicher Mensch beschrieben (Suva-act. 40 S. 7) und 
Dr. E.________ ging von guten persönlichen Ressourcen ihrerseits aus (Suva-act. 40 
S. 17 und 55 S. 11). Auch das Erleben von Todesangst an sich vermag keine adäquate 
Kausalität zu begründen. Weiter ist anzumerken, dass die Beschwerdegegnerin die 
Leistungen nicht leichtfertig eingestellt, sondern vielmehr über 21 Monate ausgerichtet hat. 
Sie hat damit der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin nach dem 
Unfallereignis genügend Rechnung getragen. Mit Blick auf die allgemeine Erfahrung, dass 
ein Opfer ein solches Ereignis, wie es die Beschwerdeführerin erlebt hat, in der Regel mit 
fortlaufender Zeit überwindet, insbesondere dann, wenn weder es selbst noch ein Dritter 
einen erheblichen Körperschaden erlitten und das Schreckerlebnis nur relativ kurze Zeit 
angedauert hat (BGer 8C_266/2013 vom 4. Juni 2013 E. 2), kann das vorliegende 
Ereignis nicht als derart aussergewöhnlich qualifiziert werden, dass die Adäquanz 
ausnahmsweise zu bejahen wäre. Wie die Beschwerdegegnerin in diesem 
Zusammenhang richtigerweise darauf hingewiesen hat, ging Dr. E.________ am 30. Juni 
2019 prognostisch vom Wiedererreichen einer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 
verwertbaren Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in rund einem Jahr aus (Suva-
act. 40 S. 17). Dies ist offenbar nicht gelungen, weshalb er in seiner Beurteilung vom 
31. August 2020 den Verlauf der psychiatrischen Symptomatik nun als stark protrahiert 
beurteilte (Suva-act. 75 S. 1). Damit aber können die psychische Störung und die lang 
andauernde Erwerbsunfähigkeit nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessene und 
einigermassen typische Reaktion auf das Schreckereignis bezeichnet werden. Gesamthaft 
betrachtet erscheint der vorliegende Fall jedenfalls weniger gravierend als die Fälle, in 
denen das Bundesgericht die adäquate Kausalität bejahte; vielmehr ist er vergleichbar mit 
den Konstellationen, in welchen die Adäquanz verneint wurde. 

6. Zusammenfassend ist es somit nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 30. September 2020 einstellte und einen 
Anspruch auf weitere Geldleistungen (Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung) 
verneinte. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.

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7. Mangels einer entsprechenden Bestimmung im UVG ist das Verfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenlos (vgl. Art. 61 lit. fbis ATSG) und eine 
Parteientschädigung ist – bei vollständigem Unterliegen – nicht zuzusprechen (vgl. Art. 61 
lit. g ATSG). Dem obsiegenden Sozialversicherer ist in Übereinstimmung mit Art. 61 lit. g 
ATSG – welcher nur für die obsiegende Beschwerde führende Partei eine Entschädigung 
vorsieht – ebenfalls keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

Nachdem der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 19. Februar 2021 die unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung gewährt wurde, ist der von der Beschwerdeführerin beigezogene 
Rechtsanwalt, MLaw B.________, für seinen Aufwand ausgehend von einem 
Stundenansatz für Rechtsanwälte von Fr. 220.– und in Berücksichtigung des Umstandes, 
dass nur der notwendige Aufwand verrechnet werden kann, ermessensweise mit 
Fr. 1'300.– (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Staatskasse zu entschädigen. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

RA MLaw B.________ wird mit Fr. 1'300.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der 
Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin und an das Bundesamt für Gesundheit, Bern, sowie zum 
Vollzug von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 21. Juli 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am