# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b466cba-5a89-5323-9ecc-89dc746d2cc2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.11.2010 A-6642/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6642-2008_2010-11-08.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6642/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, 
Richter Lorenz Kneubühler, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG in Liquidation, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (4. Quartal 2003); Übertragung mit 
Meldeverfahren, Treu und Glauben.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6642/2008

Sachverhalt:

A.
Die  X._______  AG in  Liquidation,  ...  (nachfolgend  X._______  oder 
Gesellschaft),  war vom 1. Oktober 2003 bis am 30. September 2006 
unter der Nummer ...22 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen bei 
der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen. 

B.
B.a Mit  Mehrwertsteuerabrechnung  vom 3. März  2004  (Eingang  bei 
der  ESTV am 8. März  2004)  wies  die  X._______ für  das  4. Quartal 
2003  (Zeit  vom  1. Oktober  bis  zum  31. Dezember  2003)  unter  Be-
rücksichtigung anrechenbarer Vorsteuern ein Mehrwertsteuerguthaben 
von  Fr. 54'026.--  aus. Die  Abrechnung  wurde  von  A._______  unter-
zeichnet.

B.b Nach  entsprechender  Aufforderung  reichte  die  X._______  mit 
Schreiben vom 24. März 2004 zwecks Prüfung der vorerwähnten Ab-
rechnung das Vorsteuerjournal für die betreffende Steuerperiode sowie 
mit Schreiben vom 5. April 2004 zudem die verlangten Originalbelege 
von mehreren Posten des Vorsteuerjournals bei der ESTV ein.

B.c Aus  dem  Mehrwertsteuerjournal  ging  laut  ESTV  hervor,  dass 
hauptsächliche Erbringerin der steuerbaren Leistungen, für welche die 
X._______ Vorsteuern geltend machte, die vom 30. April 2002 bis zum 
31. Dezember  2003  im  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  ein-
getragene,  inzwischen  jedoch  aus  dem  Handelsregister  gelöschte 
Y._______ AG (vormals W._______ ag; nachfolgend auch Y._______) 
gewesen  war.  Namentlich  hatte  die  X._______  am  30. September 
2003 Kassensysteme, Ladeneinrichtungen, einen Markennamen sowie 
Warenlager von der W._______ ag bzw. der Y._______ gekauft. Die im 
Zusammenhang  mit  diesem  Kauf  verbuchten  und  deklarierten  Vor-
steuern beliefen sich laut ESTV auf Fr. 43'896.85.

B.d Nach  telefonischer  Anfrage  eines  Mitarbeiters  der  ESTV  be-
stätigte (der bereits erwähnte) A._______, diesmal indessen handelnd 
für die Y._______ AG in Liquidation,  per Telefax vom 27. April  2004, 
"dass die Y._______ AG in Liquidation (vormals W._______ ag) unter 
der Mehrwertsteuer-Nr. ...87 [handschriftlich korrigiert  in Nr. ...87] die 
Verrechnungen  an  X._______  AG  für  Ladeneinrichtungen,  Marken-
name  und  Warenlieferungen  in  den  Abrechnungen  vom  3.  und 

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4. Quartal  2003 unter den Ziffern 110 und 111 als Vorsteuerkürzung 
abgerechnet  hat"  (act. 6). Daraufhin  sandte  die  ESTV mit  Schreiben 
vom  17. Mai  2004  die  erhaltenen  Originalbelege  an  die  X._______ 
zurück  –  unter  Beifügung  folgender  Mitteilung:  "[...]  Alles  ist  in 
Ordnung nach Erhalt Ihres Faxes vom 27.4.2004" (act. 7).

B.e Am 22. Juni 2004 wurde gemäss Handelsregisterauszug über die 
Y._______  AG in  Liquidation  der  Konkurs  eröffnet.  Das  Konkursver-
fahren wurde am 15. Juli 2004 mangels Aktiven eingestellt, worauf die 
Aktiengesellschaft  mit  Tagebucheintrag  vom  26. Oktober  2004  bzw. 
SHAB-Publikation vom 1. November 2004 von Amtes wegen aus dem 
Handelsregister gelöscht wurde.

B.f Im Zusammenhang mit  der  Überprüfung der  Schlussabrechnung 
der X._______, datiert  vom 30. November 2006, belastete die ESTV 
der  X._______  mit  Ergänzungsabrechnung  (EA)  Nr. ...  vom  13. Juli 
2007  für  die  Steuerperiode  4. Quartal  2003  Mehrwertsteuer  in  der 
Höhe  von Fr. 43'896.--  nach. Diese  Nachbelastung  wurde  damit  be-
gründet,  dass  bei  der  Übernahme  diverser  Vermögensbestandteile 
durch die X._______ von der  W._______ ag bzw. der  Y._______ im 
4. Quartal  2003  (vgl.  oben  Bst. B.c)  das  Meldeverfahren  hätte  an-
gewendet werden müssen.

C.
Der  Vertreter  der  X._______  bat  am  7. Dezember  2007  um  Erlass 
eines formellen Entscheids. Hierauf bestätigte die ESTV mit Entscheid 
vom 24. April 2008 ihre Forderung in Höhe von Fr. 43'896.--, zuzüglich 
5 % Verzugszins ab dem 28. Februar 2004, wobei sie diesem Betrag 
ein  von der  Gesellschaft  für  das  3. Quartal  2006 deklariertes  Mehr-
wertsteuerguthaben  in  Höhe  von  Fr. 128.40  anrechnete.  Die  ESTV 
wies eine hiergegen erhobene Einsprache vom 21. Mai 2008 mit Ent-
scheid vom 16. September 2008 ab.

D.
Mit Eingabe vom 21. Oktober 2008 liess die X._______ (Beschwerde-
führerin) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde führen mit den 
Rechtsbegehren,  der  Einspracheentscheid  vom 16. September  2008 
sei aufzuheben; es sei festzustellen, dass die fragliche Rückbelastung 
der  Vorsteuer  zu  Unrecht  erfolgt  sei  und  sie  aus der  Steuerperiode 
4. Quartal  2003  keine  Mehrwertsteuerschuld  treffe  –  alles  unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ESTV.

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E.
In ihrer Vernehmlassung vom 8. Dezember 2008 schloss die ESTV auf 
vollumfängliche und kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Auf die weiteren Eingaben und Vorbringen der Parteien wird – soweit 
entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt  gemäss Art. 31 des Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  (VGG,  SR 173.32)  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine solche liegt nicht vor, und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinn 
von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Be-
urteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Soweit  das  VGG 
nichts anderes bestimmt, richtet sich gemäss dessen Art.  37 das Ver-
fahren nach dem VwVG. 

1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung  zu  entsprechen,  wenn  die  gesuchstellende 
Person ein entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer 
Feststellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  einer  Leistungs-  oder 
Gestaltungsverfügung  (BGE  132  V  257  E. 1,  119  V  13  E. 2a;  statt 
vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-654/2008  vom 
7. September  2010  E. 1.4;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
und  Frankfurt  am  Main  1990,  Nr. 36,  S. 109 f.;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel  2008, Rz. 2.29 f.). Soweit  die Beschwerdeführerin ihre 
Anträge formell  als  Feststellungsbegehren stellt,  fehlt  ihr  folglich ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Behandlung,  weil  bereits  das 
negative Leistungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung der angefoch-
tenen Nachforderung (durch entsprechende Aufhebung des Einspra-
cheentscheids),  gestellt  worden  ist.  Damit  kann  anhand  eines  kon-
kreten Falls entschieden werden, ob die fragliche Rückbelastung der 

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Vorsteuer  besteht,  was  das  Feststellungsinteresse  hinfällig  werden 
lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_726/2009  vom  20. Januar 
2010 E. 1.3; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteil  des Bundesverwaltungsge-
richts  A-8017/2009  vom 2. September  2010  E. 1.2  mit  Hinweis).  Mit 
dieser  Einschränkung  ist  auf  die  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten.

1.3 Am 1. Januar 2010 sind das Mehrwertsteuergesetz vom 12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) sowie die dazugehörige Verordnung vom 
27. November 2009 (MWSTV, SR 641.201) in Kraft getreten. Die bis-
herigen  gesetzlichen  Bestimmungen  sowie  die  darauf  gestützt  er-
lassenen  Vorschriften  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  während 
ihrer Geltungsdauer eingetretene Tatsachen und entstandene Rechts-
verhältnisse anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Die materielle Be-
urteilung  des  sich  vorliegend  im  Zeitraum  vom  1. Oktober  bis 
31. Dezember  2003  zugetragenen  Sachverhalts  richtet  sich  deshalb 
nach  dem  (alten)  Bundesgesetz  vom  2. September  1999  über  die 
Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300).

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In-
krafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art. 113 
Abs. 3  MWSTG  insofern  restriktiv  auszulegen,  als  gemäss  höchst-
richterlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort 
auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-
halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009  vom 23. Februar  2010  E. 1.3).  Kein  Verfahrensrecht  in 
diesem engen Sinn stellen im vorliegenden Fall etwa die nachfolgend 
abgehandelten Themen wie das Selbstveranlagungsprinzip (E. 2) oder 
das  Meldeverfahren  für  die  Mehrwertsteuer  bei  Reorganisationstat-
beständen (E. 3.3)  dar,  so dass vorliegend diesbezüglich noch altes 
Recht anwendbar ist. Keine Anwendung finden sodann beispielsweise 
Art. 38, 70, 71, 72, 79 oder 87 MWSTG, obwohl sie (teilweise) unter 
dem Titel "Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" stehen 
(statt  vieler: Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  A-6198/2009 vom 
22. Juli 2010 E. 1.3 mit Hinweis; vgl. zum Meldeverfahren ausführlich: 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3579/2008 vom 17. Juli 2010 
E. 2, insb. E. 2.5).

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1.4 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die 
Beschwerdeführerin  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht 
(Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Fest-
stellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 49  Bst. b  VwVG) 
auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; 
vgl.  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.149,  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich 
2010, Rz. 1758 ff.).

2.
Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach dem 
Selbstveranlagungsprinzip  (Art. 46  aMWSTG;  vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/ 
PETER LOCHER,  System  des  schweizerischen  Steuerrechts,  6. Aufl., 
Zürich  2002,  S. 421 ff.).  Dies  bedeutet,  dass  der  Steuerpflichtige 
selbst und unaufgefordert  über seine Umsätze und Vorsteuern abzu-
rechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf  der  Abrechnungs-
periode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer vom Umsatz 
abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat. Die ESTV ermittelt 
die  Höhe  des  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrages  nur  dann  an 
Stelle des Steuerpflichtigen, wenn dieser seinen Pflichten nicht nach-
kommt (ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch 
zum  Mehrwertsteuergesetz,  2. Aufl.,  Bern  2003,  Rz. 1680).  Der 
Steuerpflichtige  hat  seine  Mehrwertsteuerforderung  selbst  festzu-
stellen;  er  ist  allein  für  die  vollständige  und  richtige  Versteuerung 
seiner  steuerbaren  Umsätze  und  für  die  korrekte  Ermittlung  der 
Vorsteuer  verantwortlich  (vgl. anstelle  vieler:  Urteile  des Bundesver-
waltungsgerichts  A-705/2008  vom 12. April  2010  E. 2.1,  A-140/2008 
vom 30. Oktober 2009 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Das Selbstver-
anlagungsprinzip setzt demnach voraus, dass sich der Steuerpflichtige 
über  die  geltende  Praxis  zum  Mehrwertsteuergesetz  hinreichend 
informiert  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6834/2007  vom 
14. Juni 2010 E. 3.4).

3.
3.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. die durch Steuerpflichtige im 
Inland gegen Entgelt  erbrachten Lieferungen von Gegenständen und 
Dienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b aMWSTG).

3.2 Verwendet  ein  Steuerpflichtiger  Gegenstände  oder 
Dienstleistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  er  in 

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seiner  Steuerabrechnung  Vorsteuern  für  Lieferungen  und 
Dienstleistungen  gemäss  Art. 38  Abs. 1  und  2  aMWSTG  abziehen. 
Vorsteuerabzugsberechtigt ist der steuerpflichtige Leistungsempfänger 
einer Leistung, auf welcher die Vorsteuern abgezogen werden sollen 
(DANIEL RIEDO,  Vom  Wesen  der  Mehrwertsteuer  als  allgemeine 
Verbrauchsteuer  und  von  den  entsprechenden  Wirkungen  auf  das 
schweizerische Recht, Bern 1999, S. 247, 251, 253; IVO P. BAUMGARTNER, 
in:  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer,  Basel  2000,  N 13 zu  Art. 38  aMWSTG). Das Recht 
zum  Vorsteuerabzug  kann  der  Steuerpflichtige  grundsätzlich  nur 
bezüglich  der  ihm  selbst  durch  einen  anderen  Steuerpflichtigen  in 
Rechnung  gestellten  Mehrwertsteuer  beanspruchen  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-5312/2008 vom 19. Mai 2010 E. 3.2, A-
6612/2007  vom  11. Dezember  2009  E. 2.6.1,  A-1555/2006  vom 
27. Juni 2008 E. 2.3.1).

3.3
3.3.1 Bei der entgeltlichen oder der unentgeltlichen Übertragung eines 
Gesamt-  oder  Teilvermögens  von  einer  steuerpflichtigen  Person  auf 
eine andere im Rahmen einer Gründung, einer Liquidation oder einer 
Umstrukturierung (wie z.B. eines Unternehmenszusammenschlusses) 
hat  die steuerpflichtige  Person ihre  Steuerpflicht  durch Meldung der 
steuerbaren  Lieferung  und  Dienstleistungen  zu  erfüllen  (Meldever-
fahren;  Art. 47  Abs. 3  aMWSTG).  Hier  erfüllt  der  Leistungserbringer 
(der  Übertragende)  die  Steuerpflicht  demnach  mit  der  Meldung  des 
steuerbaren Umsatzes. Damit entfällt für ihn die Pflicht zur Entrichtung 
der Steuer. Entsprechend steht dem Leistungsempfänger (dem Über-
nehmenden)  kein  Vorsteuerabzugsrecht  zu  (Entscheide  der  Eid-
genössischen Steuerrekurskommission [SRK]  vom 8. Juli  2004 [SRK 
2002-089]  E. 4a,  bestätigt  durch  das  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.499/2004 vom 1. November 2005 E. 3.3 und 5.3,  vom 12. August 
2003,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden [VPB] 
68.18 E. 2a; Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-3579/2008 vom 
17. Juli  2010 E. 3.4  mit  Hinweis;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O., 
Rz. 1602; JEAN-MARC RIVIER/ANNIE ROCHAT, Droit fiscal suisse, La taxe sur 
la valeur ajoutée, Lausanne 2000, S. 253 ff.). Entsprechend darf auch 
keine  MWST  fakturiert  werden  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.102/2004  vom  11. April  2005,  veröffentlicht  in  Archiv  für 
Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 76 S. 223 ff. E. 5.1). Das Melde-
verfahren  bezweckt  die  Vereinfachung in  der  Abwicklung von Unter-
nehmensreorganisationen (JEAN-DANIEL ROUVINEZ,  in: mwst.com, a.a.O., 

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N 2 zu Art. 47  Abs. 3  aMWSTG;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O., 
Rz. 1602; vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-
3579/2008  vom  17. Juli  2010  E. 3.4,  A-1643/2006  vom  19. August 
2008 E. 2.3.1).

3.3.2 Die Anwendung des Meldeverfahrens wird  von den folgenden, 
kumulativ  zu  erfüllenden  Voraussetzungen  abhängig  gemacht:  (1) 
Steuerbarkeit der Leistungen; (2) Steuerpflicht des Übertragenden wie 
auch  des  Übernehmenden; (3)  Gegenstand  der  Übertragung  ist  ein 
Gesamt-  oder  ein  Teilvermögen;  (4)  Reorganisationstatbestand;  (5) 
Meldung  innerhalb  von  30  Tagen  nach  erfolgter  Übertragung  (Urteil 
des Bundesgerichts 2A.102/2004 vom 11. April 2005, veröffentlicht in 
ASA 76 S. 223 ff. E. 5.1; vgl. Merkblatt [MB] der ESTV Nr. 11 "Über-
tragung mit Meldeverfahren", gültig mit Einführung des aMWSTG per 
1. Januar  2001  bis  30. Juni  2004  [nachfolgend  MB  der  ESTV 
Nr. 11/2001], Ziff. 2).

Sind  die  Voraussetzungen  für  das  Meldeverfahren  erfüllt,  so  ist  es 
zwingend  anzuwenden;  es  besteht  kein  Wahlrecht  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1643/2006  vom  19. August  2008 
E. 2.3.3;  Entscheid  der  SRK  vom  12. August  2003,  veröffentlicht  in 
VPB  68.18  E. 2c).  Stellt  die  ESTV  fest,  dass  eine  Vermögensüber-
tragung  trotz  Vorliegen  der  Voraussetzungen  nicht  gemeldet  wurde, 
wendet sie das Meldeverfahren – selbst nach Fristablauf – von Amtes 
wegen an. Ist im Rahmen einer Vermögensübertragung das Meldever-
fahren zu Unrecht nicht angewendet worden und wurde auf den Über-
tragungsbelegen  die  Mehrwertsteuer  ausgewiesen,  so  ist  der  Über-
nehmende  trotz  Vorliegen  eines  nach  Art. 37  Abs. 1  aMWSTG  ge-
nügenden  Belegs  nicht  zum  Vorsteuerabzug  berechtigt.  Ein  allfällig 
geltend  gemachter  Vorsteuerabzug  wird  demnach  von  der  ESTV 
zurückbelastet (Urteil  des Bundesgerichts 2A.102/2004 vom 11. April 
2005,  veröffentlicht  in  ASA  76  S. 223  ff.  E. 5.2;  vgl.  MB  der  ESTV 
Nr. 11/2001,  Ziff. 3.2.5).  Wurde  indessen  die  Steuer  vom  Über-
tragenden nachweislich an die ESTV abgeliefert, kann diese gemäss 
der mit  MB der  ESTV Nr. 11 "Übertragung mit  Meldeverfahren"  vom 
1. Juli  2004  in  Ziff. 3.2.6  eingeführten  Verwaltungspraxis  aus  ver-
waltungsökonomischen  Gründen  von  nachträglichen  Korrekturmass-
nahmen,  d.h. von der  Rückbelastung des Vorsteuerabzugs,  absehen 
(vgl. auch MB der ESTV Nr. 11 vom 1. Januar 2008 Ziff. 3.2.6; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-3579/2008 vom 17. Juli 2010 E. 3.5, 
A-1643/2006 vom 19. August 2008 E. 2.3.3).

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4.
4.1 Der Grundsatz von Treu und Glauben zählt nach schweizerischem 
Rechtsverständnis zu den grundlegenden Rechtsprinzipien. Er gilt seit 
jeher als Richtschnur für das Handeln der Privaten untereinander (vgl.  
Art. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 
[ZGB, SR 210]) und bestimmt auch die Beziehungen zwischen Staat 
und  Privaten  (PASCAL MAHON,  in:  Aubert/Mahon  [Hrsg.],  Petit 
commentaire de la Constitution fédérale de la Confédération suisse du 
18  avril  1999,  Zürich/Basel/Genf  2003,  N 15  zu  Art. 5; 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 622). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung  findet  der  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  im 
Steuerrecht  insbesondere  auf  das  Verfahren  Anwendung (BGE 97  I 
125 E. 3; Urteile  des Bundesgerichts  2C_475/2008 vom 1. Juli  2009 
E. 3.3,  2A.52/2003  vom 23. Januar  2004  E. 5.2;  Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-5555/2008  vom  28. Oktober  2009  E. 1.6, 
1. Abschnitt).

4.2 Inhaltlich umfasst der Grundsatz von Treu und Glauben im Verwal-
tungsrecht  unterschiedliche  Tatbestände  wie  den  Vertrauensschutz, 
das Verbot widersprüchlichen Verhaltens und das Rechtsmissbrauchs-
verbot  (Urteil  des  Bundesgerichts  1P.701/2004  vom  7. April  2005 
E. 4.2;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 623;  vgl.  zur  Abgrenzung 
ausführlich:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5555/2008  vom 
28. Oktober 2009 E. 1.6, 2. Abschnitt). 

4.2.1 Das in Art. 9 BV enthaltene Gebot von Treu und Glauben ver-
standen  als  Vertrauensschutz  gibt  dem  Bürger  einen  Anspruch  auf 
Schutz des berechtigten Vertrauens, das er in selbst unrichtige Aus-
künfte  oder  Zusicherungen  und  sonstiges,  bestimmte  Erwartungen 
begründendes Verhalten der Behörden setzt. Vorausgesetzt  ist,  dass 
die  Auskunft  für  einen  konkreten  Einzelfall  aufgrund  einer  voll-
ständigen  Darstellung  des  Sachverhalts  vorbehaltlos  erteilt  wurde, 
dass die Amtsstelle für die Auskunftserteilung zuständig war oder der 
Bürger sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte, 
dass  die  anfragende  Person  die  Unrichtigkeit  bei  pflichtgemässer 
Aufmerksamkeit  nicht  ohne  weiteres  erkennen  konnte,  dass  sie  im 
(berechtigten) Vertrauen auf die Auskunft eine nicht wieder rückgängig 
zu machende Disposition getroffen und dass die Rechtslage sich seit 

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Erteilung der  Auskunft  nicht  geändert  hat. Erforderlich  ist  mithin  zu-
nächst,  dass  die  Person,  die  sich  auf  Vertrauensschutz  beruft,  be-
rechtigterweise  auf  diese  Grundlage  vertrauen  durfte.  Schliesslich 
scheitert  die  Berufung  auf  Treu  und  Glauben  auch  dann,  wenn  ihr 
überwiegende  öffentliche  Interessen  gegenüberstehen  (BGE  131  II 
627 E. 6.1, 129 I 161 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 2C_123/2010 
vom  5. Mai  2010  E. 4.1,  2C_130/2009  vom  5. März  2009  E. 2.2; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-3198/2009  vom 
2. September 2010 E. 2.6.2, A-5745/2008 vom 11. Juni 2010 E. 5.2, je 
mit weiteren Hinweisen; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 622 ff.). Im 
Steuerrecht,  das  vom  Grundsatz  der  Gesetzmässigkeit  beherrscht 
wird, kommt eine vom Gesetz abweichende Behandlung gestützt auf 
das Vertrauensprinzip ohnehin nur in Betracht, wenn die Bedingungen 
klar  und eindeutig erfüllt  sind  (vgl. zum Ganzen: Urteil  des  Bundes-
gerichts 2C_693/2009 vom 4. Mai 2010 E. 2.1).

4.2.2 Als  Verbot  widersprüchlichen  Verhaltens  und  des  Rechtsmiss-
brauchs untersagt  der Grundsatz von Treu und Glauben sowohl  den 
Behörden  wie  auch  den  Privaten,  sich  in  ihren  öffentlich-rechtlichen 
Rechtsbeziehungen  widersprüchlich  oder  rechtsmissbräuchlich  zu 
verhalten.  Er  gebietet  staatlichen  Organen  und  Privaten  ein  loyales 
und  vertrauenswürdiges  Verhalten  im  Rechtsverkehr  (Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.52/2003 vom 23. Januar 2004 E. 5.2). Das Verbot 
widersprüchlichen  Verhaltens  untersagt  der  Verwaltungsbehörde  ins-
besondere,  einen  einmal  in  einer  bestimmten  Angelegenheit  ein-
genommenen  Standpunkt  ohne  sachlichen  Grund  zu  wechseln 
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 707;  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-5555/2008  vom  28. Oktober  2009  E. 1.6,  3. Ab-
schnitt).

5.
5.1 Im vorliegenden Fall  ist  nicht  nur unbestritten,  sondern wird von 
der  Beschwerdeführerin  eingestanden,  dass  die  Übertragung  des 
Teilvermögens von der Y._______ an sie Ende September 2003 statt-
gefunden hat  und das Meldeverfahren "korrekterweise"  damals hätte 
durchgeführt  werden  müssen. Mithin  ist  unbestritten,  dass  beim Er-
werb  der  Kassensysteme,  Ladeneinrichtungen,  Warenlager  sowie 
eines  Markennamens  von  der  Y._______  durch  die  Beschwerde-
führerin die Voraussetzungen für die Anwendung des Meldeverfahrens 
(s. dazu oben E. 3.3.2) erfüllt waren, so dass sich weitergehende Aus-
führungen  diesbezüglich  (grundsätzlich)  erübrigen.  Zu  beurteilen  ist 

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indessen,  ob  die  Beschwerdeführerin  der  ESTV  zu  Recht  vorwirft,  
diese habe sich ihr gegenüber widersprüchlich verhalten (unten E. 5.2) 
bzw. anderweitig  gegen  den  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  ver-
stossen,  weshalb  sie  in  ihrem  Vertrauen  zu  schützen  sei  (unten 
E. 5.3).

5.2
5.2.1 Die  Beschwerdeführerin  hält  dafür,  die  ESTV  habe  die  An-
wendung des Meldeverfahrens aus "schlichter Unkenntnis" (zunächst) 
unterlassen  und  hätte  sie  spätestens  nach  Sichtung  der  nach-
gereichten Dokumente und Belege auf die Notwendigkeit des Melde-
verfahrens aufmerksam machen müssen. Stattdessen habe die ESTV 
ihr  die  fraglichen  Originalbelege  mit  Schreiben  vom  17. Mai  2004 
zurückgesandt und gleichzeitig  zugesichert,  es sei  alles in Ordnung. 
Dies konnte in diesem Zusammenhang, wo es um die Prüfung einer  
allfälligen Mehrwertsteuerschuld gegangen sei,  nach Ansicht der Be-
schwerdeführerin nichts anderes bedeuten, als dass keine Mehrwert-
steuer geschuldet  ist. Indem die ESTV in der Folge (gleichwohl)  auf 
eine  geschuldete  Mehrwertsteuerschuld  von  Fr. 43'896.--  erkannt 
habe,  habe  diese  gegen  das  Verbot  widersprüchlichen  Verhaltens 
verstossen.

5.2.2 Dem hält die ESTV steuersystematisch zu Recht entgegen, dass 
die Mehrwertsteuer nach dem Prinzip der Selbstveranlagung (s. dazu 
oben E. 2) erhoben wird. Danach lag es grundsätzlich in der alleinigen 
Verantwortung  der  Beschwerdeführerin,  namentlich  ihr  Vorsteuergut-
haben korrekt  zu ermitteln. Mithin  oblag es der  Beschwerdeführerin, 
sich hinreichend über die Verwaltungspraxis betreffend das Meldever-
fahren (oben E. 3.3)  zu informieren. Für  ein solches Versäumnis der 
Beschwerdeführerin  kann  damit  grundsätzlich  nicht  die  ESTV  ver-
antwortlich gemacht werden.

5.2.3 Im  Übrigen  bezog  sich  die  ESTV  in  ihrem  Schreiben  vom 
17. Mai  2004 klar  und unmissverständlich  auf  das  Faxschreiben der 
Y._______ vom 27. April 2004. Die betreffende Zusicherung der ESTV 
lautete  –  vollständig  wiedergegeben  –  nämlich  wie  folgt  (vgl.  oben 
Bst. B.d): "Originalbelege retour. Alles ist in Ordnung nach Erhalt Ihres 
Faxes vom 27.4.2004"  (act. 7). Im referenzierten Faxschreiben hatte 
A._______, der wie erwähnt sowohl ein Mitarbeiter der Beschwerde-
führerin als auch der Y._______ war, bestätigt, dass Letztere die Ver-
rechnungen  an  die  Beschwerdeführerin  für  Ladeneinrichtungen, 

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Markennahme und Warenlieferungen in den Abrechnungen vom 3. und 
4. Quartal  2003 als  Vorsteuerabzugskürzung abgerechnet  habe (vgl. 
oben  Bst. B.d).  Nur  "nach  Erhalt"  und  damit  unter  ausdrücklichem 
Vorbehalt  dieser  schriftlichen Bestätigung  war  von Seiten der  ESTV 
"alles in Ordnung [...]". Die mehrfache Behauptung der Beschwerde-
führerin  in  ihrer  Beschwerdeschrift,  wonach  die  schriftliche  Auskunft 
der ESTV vorbehaltlos erfolgt sei, trifft somit nicht zu. Weil sich in der 
Folge  indessen  herausstellte,  dass  die  Y._______  –  entgegen  ihrer 
Zusicherung  –  infolge  Liquidation  bzw.  Einstellung  des  sie  be-
treffenden  Konkursverfahrens  mangels  Aktiven  keine  Vorsteuer-
abzugskürzung  im Umfang  der  geschuldeten  Mehrwertsteuerbeträge 
vornahm, hat die ESTV den von der Beschwerdeführerin geltend ge-
machten  Vorsteuerabzug  zu  Recht  wieder  zurück  belastet;  dies  im 
Einklang  mit  ihrer  höchstrichterlich  genehmigten  Verwaltungspraxis 
(E. 3.3.2).  Mithin  hat  sich  die  ESTV nicht  widersprüchlich  verhalten, 
indem  sie  im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  der  Schlussab-
rechnung der Beschwerdeführerin Mehrwertsteuern  in  der  Höhe von 
Fr. 43'896.-- nachgefordert hat.

5.3 Die  Beschwerdeführerin  beruft  sich  sodann auf  den Vertrauens-
schutz. Zu  beurteilen  bleibt  nachfolgend  somit,  ob  die  Beschwerde-
führerin  dem  Schreiben  der  ESTV  vom  17. Mai  2004  entnehmen 
durfte, es sei keine Mehrwertsteuer geschuldet.

5.3.1 Dies  ist  zu  verneinen.  Denn  die  Aussage  der  ESTV  in  ihrem 
Schreiben vom 17. Mai  2004,  wonach "[alles]  in  Ordnung [sei]  nach 
Erhalt  [des] Faxes vom 27.4.2004" (vgl. oben Bst. B.d) konnte – ent-
gegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  –  nicht  so  verstanden 
werden, dass unter keinen Umständen mehr eine Mehrwertsteuer ge-
schuldet  sei. Vielmehr  musste  unter  Berücksichtigung  der  besagten, 
einschlägigen  Verwaltungspraxis  (E. 3.3.2)  davon  ausgegangen 
werden, dass die vom genannten Mitarbeiter der Beschwerdeführerin 
gemachte Zusicherung gemäss Telefax vom 27. April  2004 (act. 6) – 
worauf  im  Schreiben  vom  17. Mai  2004  explizit  Bezug  genommen 
wurde – eine Bedingung für die betreffende, vorerwähnte Aussage der 
ESTV bildete. Dies war für die Beschwerdeführerin erkennbar, zumal 
A._______ als gemeinsamer Mitarbeiter beider hier in Frage stehender 
Gesellschaften zuvor auf telefonische Anfrage der ESTV hin schriftlich 
bestätigt  hatte,  dass die Y._______ eine Vorsteuerabzugskürzung im 
Umfang der geschuldeten Steuerforderung aus der Übertragung des 
Teilvermögens an die Beschwerdeführerin vorgenommen habe.

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5.3.2 Die ESTV weist in diesem Zusammenhang auch zutreffend auf 
die enge personelle  und organisatorische Verflechtung zwischen der 
Beschwerdeführerin  und  der  Y._______  hin.  Denn  laut  den  be-
treffenden  Handelsregisterauszügen  waren  die  Verwaltungsräte  der 
Beschwerdeführerin  und  der  Y._______  zum  Zeitpunkt  der  Über-
tragung  des  Teilvermögens  am  30. September  2003  praktisch 
identisch.  Des  Weiteren  verfolgten  die  beiden  Unternehmungen 
deckungsgleiche Firmenzwecke und hatten ihren Geschäftssitz an der 
selben Adresse. Kommt hinzu, dass die Mehrwertsteuerabrechnungen 
der beiden involvierten Firmen von der selben, bereits mehrfach ge-
nannten  Person  unterzeichnet  wurden (act. 23  und 24),  welche  laut 
Handelsregisterauszug zu dieser Zeit  (neben seiner Tätigkeit  bei der 
Beschwerdeführerin gleichzeitig) als Liquidator der Y._______ amtete.

Aufgrund  der  soeben  umschriebenen  personellen  und 
organisatorischen Verflechtung zwischen den beiden Firmen ist mit der 
ESTV davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die desolaten 
finanziellen  Verhältnisse  der  Y._______  vor  deren  Auflösung  hätten 
bekannt  sein  müssen.  Denn  nur  knapp  zwei  Monate  nach  der  be-
sagten  schriftlichen  Bestätigung  betreffend  die  angeblich  vor-
genommene Vorsteuerabzugskürzung  wurde  über  die  Y._______  am 
22. Juni 2004 der Konkurs eröffnet  und das Konkursverfahren in der 
Folge mangels Aktiven wieder eingestellt, so dass die Unternehmung 
ihren Zahlungspflichten namentlich  der  ESTV gegenüber  nicht  mehr 
nachkommen konnte. Die Beschwerdeführerin kann unter diesen Um-
ständen auch keinesfalls als gutgläubig bezeichnet werden.

5.4 Mit einer nachträglichen Anwendung des Meldeverfahrens und in-
folgedessen  mit  einer  allfälligen  Rückbelastung  des  geltend  ge-
machten Vorsteuerabzugs  musste  daher  gerechnet  werden. Wie  ge-
sehen (E. 5.2.3)  hat  sich die ESTV – entgegen der Ansicht  der Be-
schwerdeführerin  –  nicht  widersprüchlich  verhalten. Da  die  Aussage 
der ESTV in ihrem Schreiben vom 17. Mai 2004 nach dem Gesagten 
nicht  im  Sinn  der  Beschwerdeführerin  interpretiert  werden  kann 
(E. 5.3.1),  fehlt  es  vorliegend  zudem  bereits  an  einer  Vertrauens-
grundlage,  auf  die  sich  die  Beschwerdeführerin  in  guten Treuen be-
rufen könnte. Infolgedessen erübrigt es sich nachfolgend, die weiteren, 
für  die  Anwendbarkeit  des  Vertrauensschutzes  kumulativ  erfüllt  sein 
müssenden  Voraussetzungen  zu  prüfen.  Die  Beschwerde  ist  damit 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. oben E. 1.2).

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6.
Bei  diesem  Verfahrensausgang  hat  die  unterliegende  Beschwerde-
führerin  die  Verfahrenskosten  zu tragen  (vgl. Art.  63  Abs. 1  VwVG). 
Diese sind auf Fr. 3'000.-- festzulegen (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des 
Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  und mit  dem geleisteten Kostenvorschuss in  gleicher 
Höhe zu verrechnen. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG bzw. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art.  7 
Abs. 3 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 3'000  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Michael Beusch Keita Mutombo

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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