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**Case Identifier:** 39931ad2-28cd-5a66-a561-ce4a82d90d65
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2016 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2016-21_0000-00-00.pdf

## Full Text

11/21 Raumordnung PVG 2016

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Ordentliche Baubewilligung. Ausnahmebewilligung nach Art. 
24 RPG. Standortgebundenheit. FAT/ART-Bericht Nr. 476/95. 
Interessenabwägung.
– Voraussetzungen einer ordentlichen Baubewilligung 

mangels Zonenkonformität in der Landwirtschaftszone hier 
nicht gegeben (E.3).

– Voraussetzungen einer Ausnahmebewilligung für Bau- ten 
und Anlagen ausserhalb der Bauzone nach Art. 24 RPG; 
mangels Prüfung, ob in der Region eine geeignete Bauzone 
zur Realisierung des ersuchten Vorhabens vor- handen ist, 
lässt sich die Frage der negativen Standort- gebundenheit 
nicht abschliessend beantworten; stellt sich eine 
Gemeinde auf den Standpunkt, die negative 
Standortgebundenheit sei nicht gegeben, weil in der 
Bauzone geeignete Standorte zur Verfügung stünden, hat 
sie diese zu bezeichnen und nachzuweisen, dass diese 
Standorte für das zur Diskussion stehende Projekt auch 
geeignet sind (E.4).

– Die umweltrechtlichen Bestimmungen des USG und der 
LRV sind vorliegend eingehalten; dabei erfolgte die nicht 
zu beanstandende Mindestabstandsberechnung für den 
strittigen Schweinemastbetrieb zu Recht nach den 
Vorgaben des Revisionsentwurfs vom 7. März 2005 zum 
FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 (E.5, 6).

– Interessenabwägung nach Art. 24 lit. b RPG; solange die 
umweltrechtlichen Bestimmungen eingehalten sind, 
überwiegt hier das Interesse des Beschwerdeführers an 
der Weiterführung seines Schweinemastbetriebs ge- 
genüber dem öffentlichen Interesse hinsichtlich Anwoh- 
nerschutz vor lästigen Einwirkungen (E.7).

– Nicht geprüft wurde die Frage, ob der Betrieb des Be- 
schwerdeführers über die nächsten 15–25 Jahre voraus- 
sichtlich wirtschaftlich rentabel und unter geregelter 
Betriebsnachfolge, d.h. existenzsichernd im Sinne von 
Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV, geführt werden kann; im Bestrei- 
tungsfall müsste diese Frage von der Gemeinde noch 
geprüft werden (E.8).

Licenza edilizia ordinaria. Licenza eccezionale giusta l’art. 24 
LPT. Ubicazione vincolata. Rapporto FAT/ART no. 476/95. 
Ponderazione degli interessi.
– I presupposti per il rilascio di una licenza edilizia ordina-

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ria non sono nell’evenienza dati, in assenza della confor- 
mità alla zona per la zona agricola (cons.3).

– Presupposti per il rilascio di una licenza edilizia eccezio- nale 
per edifici e impianti fuori dalla zona edificabile giusta 
l’art. 24 LPT; non essendo stata esaminata la que- stione 
della reperibilità nella regione di una zona edili- zia adatta 
all’edificazione del richiesto progetto edilizio, non è dato 
decidere in modo conclusivo sulla questione 
dell’ubicazione vincolata negativa; se un comune so- 
stiene il punto di vista che l’ubicazione vincolata negati- va 
non sia data, in quanto nella zona edilizia sarebbero 
disponibili sufficienti ubicazioni adatte, allora l’autorità deve 
indicare e comprovare che tali ubicazioni siano adatte al 
progetto in discussione (cons. 4).

– Le disposizioni in materia di protezione dell’ambiente 
della LPAmb e dell’OIAt sono nell’evenienza rispettate; a 
queste va aggiunto l’incensurabile calcolo – per il con- 
troverso allevamento di suini – della distanza minima 
stabilita giustamente in base ai parametri contenuti nel- la 
proposta di revisione del 7 marzo 2005 del rapporto 
FAT/ART no. 476/95 (cons. 5, 6).

– Ponderazione degli interessi ai sensi dell’art. 24 lett. b 
LPT; fintanto che le disposizioni in materia di protezio- ne 
dell’ambiente siano rispettate, prevale nell’evenienza 
l’interesse del ricorrente alla continuazione del suo alle- 
vamento di suini rispetto all’interesse del vicinato a non 
dover subire ingerenze moleste (cons. 7).

– Non è stata analizzata la questione di sapere, se per i 
prossimi 15–25 anni l’azienda del ricorrente potrà es- sere 
portata avanti in modo economicamente redditizio e con 
una successione regolata, ovvero in modo da ga- rantire 
un’esistenza ai sensi dell’art. 34 cpv. 4 lett. c OPT; in caso di 
contestazione, questa questione dovrà essere ancora 
chiarita da parte del comune (cons. 8).

Erwägungen:
3. a) Gemäss Art. 22 Abs. 2 RPG dürfen Bauten und An- 

lagen nur errichtet oder geändert werden, wenn sie dem Zweck 
der Nutzungszone entsprechen und  das  Land  erschlossen  ist.  
Die allgemeine Zonenkonformität von Bauten und Anlagen in der 
Landwirtschaftszone, in welcher der beschwerdeführerische Be- 
trieb unstrittig liegt, beurteilt sich nach Art. 16 ff. RPG i.V.m.

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Art. 34 ff. RPV. Danach sind Bauten und Anlagen in der Landwirt- 
schaftszone − unter Vorbehalt hier nicht interessierender Ausnah- 
men − zonenkonform, wenn sie im Hinblick auf einen landwirtschaft- 
lichen oder gartenbaulichen Verwendungszweck errichtet werden. 
Neben den eigentlichen Ökonomiegebäuden sind unter gewissen 
Voraussetzungen auch Wohnbauten zugelassen (vgl. Art. 16a Abs. 1 
RPG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 lit. a und b sowie Art. 34 Abs. 2 und 3 RPV). 
Solche Bauten und Anlagen erweisen sich nur dann als zonenkon- 
form, wenn sie der bodenabhängigen Bewirtschaftung oder der 
inneren Aufstockung dienen (Art. 16a Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 RPG 
sowie Art. 34 Abs. 1 RPV). Des Weiteren ist gemäss Art. 34 Abs. 4 
RPV erforderlich, dass die Baute oder Anlage für die in Frage ste- 
hende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), der Baute oder Anlage am 
vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen entge- 
genstehen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig be- 
stehen kann (lit. c; vgl. Waldmann/Hänni, Handkommentar SHK zum 
Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 16a Rz. 7).

Als  bodenabhängig  werden  die  Bewirtschaftungsformen
bezeichnet, die den Boden unmittelbar und im Wesentlichen unter 
natürlichen Bedingungen ausschöpfen, wie der Acker- und Gemü- 
sebau oder die Milch- und Fleischproduktion. Die Tierhaltung er- 
folgt dann bodenabhängig, wenn die Tiere im Wesentlichen auf der 
Grundlage der auf dem Betrieb produzierten Futtermittel ernährt 
werden  (Waldmann/Hänni,  a.a.O.,  Art. 16a  Rz. 16). Als  bodenunab- 
hängig gilt die Bewirtschaftung demgegenüber, wenn kein hin- 
reichend enger Bezug zum natürlichen Boden besteht (vgl. Art. 37 
Abs. 2 RPV betreffend den Gemüse- und den produzierenden Gar- 
tenbau). Tierhaltung ist bodenunabhängig, wenn sie ohne hinrei- 
chende eigene Futterbasis erfolgt (Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 16a 
Rz. 17;  BGE 133 II 370 E.4.2). Art. 16a Abs. 2 RPG (vgl. auch Art. 34
Abs. 1 RPV) lässt Bauten und Anlagen, die einer solchen bodenun-
abhängigen Tierhaltung dienen, im Umfang der inneren Aufsto- 
ckung zu.

Als zulässige innere Aufstockung im Bereich der Tierhal- 
tung gilt die Errichtung von Bauten und Anlagen, wenn der boden- 
unabhängige gegenüber dem bodenabhängigen Betriebsteil eine 
untergeordnete Rolle einnimmt. Für die Bestimmung des zulässi- 
gen Aufstockungspotenzials bei der Tierhaltung sieht Art. 36 RPV 
zwei Methoden zur Auswahl vor. Nach der ersten Methode misst 
sich das zulässige Mass an bodenunabhängiger Produktion am 
Einkommen, und zwar am sog. Deckungsbeitrag; dieser muss klei- 
ner als 50 % des Gesamtdeckungsbeitrags sein (Art. 36 Abs. 1 lit. a

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RPV). Als Deckungsbeitrag bezeichnet man die Differenz zwischen 
Ertrag und variablen Kosten eines Produktionszweigs. Alternativ 
zur Betrachtung des Deckungsbeitrags kann die höchstzulässige 
Aufstockung aufgrund des Trockensubstanzkriteriums beurteilt 
werden. Demnach muss das Trockensubstanzpotenzial des Pflan- 
zenbaus einem Anteil von mindestens 70 % des Trockensubstanz- 
bedarfs des Tierbestands entsprechen (Art. 36 Abs. 1 lit. b RPV). 
Die Trockensubstanz ist derjenige Teil des pflanzlichen Ausgangs- 
produkts, der bei vollständigem Wasserentzug zurückbleibt. Nicht 
mehr erforderlich ist seit der Teilrevision des RPG vom 4. Juli 2007, 
dass der Betrieb nur mit dem Zusatzeinkommen voraussichtlich 
längerfristig  bestehen  kann  (vgl. Waldmann/Hänni,  a.a.O.,  Art. 16a 
Rz. 18 f.; Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutz- 
recht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 178 f.)

b) Vorliegend verfügt der beschwerdeführerische Betrieb
über keine Futtermittelbasis für die beantragte Schweinehaltung. 
Der Beschwerdeführer hat seinen Betrieb im Jahr 1996 unstrittig 
von einem traditionellen landwirtschaftlichen Gewerbe (Rind- 
viehhaltung) in die Intensivtierhaltung, mithin einen Schweine- 
mastbetrieb, umgestellt. Die Mast der Schweine erfolgt gemäss 
unbestritten  gebliebener Aussagen  der  Beschwerdegegnerin 
(vgl. deren Vernehmlassung vom 6. Februar 2015 S. 2) sowie des 
ARE (vgl. deren Duplik vom 11. Juni 2015 S. 5) und der vormaligen 
Einsprecher (vgl. deren Stellungnahme vom 2. September 2015 S. 5) 
ausschliesslich durch zugekaufte, von Dritten produzierte Futter- 
mittel und dementsprechend vollständig bodenunabhängig. Der 
Beschwerdeführer bestätigte in seiner Stellungnahme vom 6. Okto- 
ber 2015 denn auch, dass er sein landwirtschaftliches Land an Drit- 
te verpachtet habe und er seine Schweine ausschliesslich mit Ge- 
treide füttere, wobei das Trockenfutter den Schweinen ad-libitum 
24 Stunden pro Tag zur freien Verfügung stehe. Zusätzlich werde 
auf Wunsch des Kunden der Futterzusatz VevoVital in das Getrei- 
defutter gemischt (vgl. auch Beschwerdeschrift vom 12. Dezember 
2014 S. 2). Beim Betrieb des Beschwerdeführers handelt es sich 
demnach um einen vollständig bodenunabhängigen Betrieb, wes- 
halb auch die Bewilligungsvoraussetzungen für eine innere Aufsto- 
ckung im Sinne von Art. 16a Abs. 2 RPG i.V.m. Art. 36 RPV nicht er- 
füllt sind. Dementsprechend ist der beschwerdeführerische Betrieb 
in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform. Vielmehr wäre die 
über eine innere Aufstockung hinausgehende Umnutzung des tra- 
ditionellen landwirtschaftlichen Betriebs in einen Schweinemast- 
betrieb auf eine Intensivlandwirtschaftszone im Sinne von Art. 16a

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Abs. 3 RPG angewiesen. Parzelle 772, auf welcher der beschwerde- 
führerische Betrieb angesiedelt ist, liegt aber gemäss Zonenplan 
der Gemeinde X. in der «gewöhnlichen» Landwirtschaftszone 
im Sinne von Art. 16 Abs. 1 RPG. Da dem Beschwerdeführer somit 
keine ordentliche Baubewilligung nach Art. 22 i.V.m. Art. 16 ff. RPG 
erteilt werden kann, ist im Folgenden zu prüfen, ob das beschwer- 
deführerische Gesuch vom 12. Juli 2013 aufgrund des Ausnahme- 
bewilligungstatbestands von Art. 24 RPG bewilligungsfähig ist.

4. a) Eine Ausnahmebewilligung für Bauten und Anlagen
ausserhalb der Bauzonen nach Art. 24 RPG wird unter den Be- 
dingungen erteilt, dass der Zweck der Bauten und Anlagen einen 
Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und keine über- 
wiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). Diese beiden Vor- 
aussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein (BGE 116 Ib 221 E.3). 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf die Standort- 
gebundenheit nur dann bejaht werden, wenn eine Baute aus tech- 
nischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der 
Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone 
angewiesen ist (sog. positive Standortgebundenheit) oder wenn 
ein Werk wegen seiner Immissionen in Bauzonen ausgeschlossen 
ist (sog. negative Standortgebundenheit). Dabei beurteilen sich die 
Voraussetzungen nach objektiven Massstäben und es kann weder 
auf die subjektiven Vorstellungen und Wünsche des Einzelnen noch 
auf die persönliche Zweckmässigkeit oder Bequemlichkeit ankom- 
men. Generell sind bei der Beurteilung der Standortgebundenheit 
eines Vorhabens strenge Anforderungen zu stellen, um der Zersie- 
delung der Landschaft entgegenzuwirken (BGE 118 Ib 17 E.2b mit 
weiteren Hinweisen; Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 24 Rz. 8).

b) Dass der hier zur Diskussion stehende Schweinemast-
betrieb, der − wie vorstehend dargestellt (vgl. E.3b) − vollkommen 
bodenunabhängig betrieben wird, aus technischen oder betriebs- 
wirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit 
auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen wäre, wird 
von keiner Seite geltend gemacht und ist auch nicht einzusehen. 
Zu prüfen ist daher, ob der Schweinemastbetrieb wegen seiner Im- 
missionen in der Bauzone ausgeschlossen ist oder nicht sinnvoll 
betrieben werden kann. Es ist dies die Frage nach der negativen 
Standortgebundenheit des bestehenden Schweinemastbetriebs.

c) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf die
negative Standortgebundenheit nur sehr zurückhaltend angenom- 
men werden, etwa wenn ein Werk wegen seiner Immissionen in 
Bauzonen ausgeschlossen ist (vgl. BGE 115 Ib 295 E.3c, 111 Ib 213

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E.3b). Das Bundesgericht hat im nicht veröffentlichten Entscheid 
vom 21. März 1984 i.S. Hui die Meinung vertreten, für Tierheime sei 
die Standortgebundenheit in der Regel zu bejahen, soweit sie im- 
missionsträchtig seien. Dieselbe Ansicht vertrat es auch in Bezug 
auf die Behausungen von 60 Schlittenhunden (Urteil vom 16. Juni 
1989, in ZBl 91/1990 S. 188 E.5b); dabei erwog es, Voraussetzung 
für die Standortgebundenheit sei, dass die geplante Nutzung sich 
in einer Bauzone nicht verwirklichen lasse. Das Bundesgericht hielt 
sodann fest, die Standortgebundenheit sei zu bejahen, wenn eine 
so intensive Beeinträchtigung der allgemeinen Siedlungsnutzung 
durch das Bauvorhaben erfolge, dass die betreffende Nutzung 
nicht oder nur unter übermässig erschwerten Bedingungen aus- 
geübt werden könne. Diese Voraussetzungen wurden für eine Pa- 
pageienzucht sowie in zwei Fällen auch für Pferdestallungen ver- 
neint (unveröffentlichte Urteile des Bundesgerichts vom 7. April 
1989 i.S. Messer E.3, vom 22. Juni 1988 i.S. Gilardoni E.4 und vom
27. Februar 1989 i.S. Theiler E.3). Das Bundesgericht hielt weiter
fest, das Vorliegen einer Standortgebundenheit dürfe nicht von 
den konkreten planerischen Gegebenheiten abhängig gemacht 
werden. Es sei deshalb grundsätzlich auch ohne Belang, dass in ei- 
ner bestimmten Gemeinde offensichtlich kein Bedürfnis nach einer 
neuen, reinen Gewerbe- oder Industriezone bestehe. Entscheidend 
sei lediglich, ob sich ein Bauvorhaben in keiner entsprechenden 
Zone verwirklichen lasse (unveröffentlichtes Urteil vom 10. Dezem- 
ber 1987 i.S. Bundesamt für Raumplanung c. Beyeler E.2). In BGE 
115 Ib 301 E.3c führt das Bundesgericht schliesslich aus, die Hal- 
tung von 80 Mutterschweinen zur jährlichen Produktion von 1400 
bis 1700 Jagern in einem voll klimatisierten, gegen aussen prak- 
tisch abgeschlossenen hochmodernen Schweinestall könne nicht 
mit einem Tierheim verglichen werden. Ein Schweinezuchtbetrieb 
müsse ganz allgemein den Anforderungen der Umweltschutzge- 
setzgebung genügen. Die in diesem Gesetz und den Verordnun- 
gen umschriebenen Vorschriften bezweckten, eine übermässige 
Beeinträchtigung der Umgebung zu verhindern (Art. 1 Abs. 1 USG). 
Lästige Gerüche, beispielsweise aus Schweine- oder Geflügelhal- 
tungen oder aus der Silagelagerung, seien aufgrund von Art. 11 
Abs. 2 USG so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich 
möglich und wirtschaftlich tragbar sei. Eine erhebliche Störung der 
Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden sei zu vermeiden (Art. 15 lit. b 
USG). Emissionsbegrenzungen baulicher und betrieblicher Art, 
insbesondere für geruchsintensive Massentierhaltungen, könnten 
aufgrund von Verordnungen oder nötigenfalls direkt gestützt auf

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Art. 12 USG angeordnet werden. Es bestünden somit, vor allem 
bei UVP-pflichtigen Anlagen, genügend rechtliche Möglichkeiten, 
um zu verhindern, dass von einem Schweinezuchtbetrieb in einer 
Industrie- oder Gewerbezone eine übermässige Belästigung der 
Umgebung bewirkt werde. Die Entsorgung der bei der Tierproduk- 
tion entstehenden Abfälle wie z. B. der Jauche könne für sich allein 
betrachtet die Standortgebundenheit nicht begründen. Etwas offe- 
ner wurde die Standortgebundenheit für einen Schweinemastbe- 
trieb in einem früheren Entscheid des Bundesgerichts beurteilt. 
Ausgehend vom Umstand, dass bei der Gestaltung der Zonenplä- 
ne die Industriezonen nach den Bedürfnissen der herkömmlichen 
Gewerbe- und Industriebetriebe ausgeschieden würden, folgerte 
das Bundesgericht, die Besonderheiten der industriellen Tierhal- 
tung wie Geruchsimmissionen und landwirtschaftliche Abfallver- 
wertung liessen es zu, die Standortgebundenheit anzuerkennen 
(unveröffentlichtes Urteil vom 4. Dezember 1985 i.S. Galli E.4a). Al- 
lerdings waren im damaligen Zeitpunkt die LRV und die LSV noch 
nicht in Kraft (BGE 118 Ib 17 E.2c; vgl. auch Waldmann/Hänni, a.a.O., 
Art. 24 Rz. 8 ff.).

d) Ob ein Bauvorhaben in einer Bauzone verwirklicht wer-
den kann, entscheidet sich der bundesgerichtlichen Praxis entspre- 
chend nach regionalen Gesichtspunkten. Die Frage der (negativen) 
Standortgebundenheit kann sich erst stellen, wenn für ein Bauvor- 
haben in der Region keine geeignete Nutzungszone zur Verfügung 
steht (BGE 118 Ib 17 E.2d mit Hinweis auf die unveröffentlichten 
Urteile des Bundesgerichts vom 27. Juni 1990 i.S. Cotting E.4 und 
vom   27. Februar   1989   i.S. Theiler   E.3c;   Waldmann/Hänni,   a.a.O., 
Art. 24 Rz. 10).

e) Im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-
verfahren wurde die Thematik der negativen Standortgebunden- 
heit erstmals in der Duplik des ARE vom 11. Juni 2015 aufgeworfen.

Das ARE hielt dafür, dass bei der Prüfung der Frage, ob 
sich der zur Diskussion stehende Schweinemastbetrieb als nega- 
tiv standortgebunden im Sinne der Rechtsprechung erweise, zu 
vergegenwärtigen sei, dass sich  gemäss  geltendem  Zonenplan 
der Gemeinde X. die nächstgelegene Industriezone respek- 
tive die nächstgelegene Gewerbe-/Mischzone in einer Entfernung 
von ca. 1 km respektive 1,5 km vom bestehenden Stallstandort be- 
fänden. Bereits daraus ergebe sich, dass das Vorhaben nicht von 
vornherein als standortgebunden gelte. Eine abschliessende Aus- 
sage darüber könne erst nach Prüfung der Realisierbarkeit des Vor- 
habens in den aufgeführten und noch weiteren im beschriebenen

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Umkreis zu untersuchenden Bauzonen bzw. aufgrund einer Ge- 
samtinteressenabwägung gemäss Art. 24 lit. b RPG getroffen wer- 
den. Das Instrument der Ausnahmebewilligung diene hauptsäch- 
lich der Durchsetzung des Anliegens zur Trennung von Bauzonen 
und Nichtbauzonen. Daher dürften Ausnahmebewilligungen nur 
zurückhaltend erteilt werden respektive bestehe auf deren Ertei- 
lung kein Anspruch. Das Trennungsanliegen gebiete ferner auch, 
Präjudizien zu vermeiden, welche das Zersiedlungsgebot unnötig 
in Frage stellen könnten. Mit anderen Worten hätte der Beschwer- 
deführer selbst bei Annahme einer negativen Standortgebunden- 
heit seines Vorhabens keinen absoluten Anspruch auf die Erteilung 
einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG für den fraglichen 
Schweinemastbetrieb.

Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Duplik vom 29. Juni
2015 aus, dass die Tatsache, dass der beschwerdeführerische Be- 
trieb gegenüber einer Bauzone einen bestimmten Abstand einhal- 
ten müsse, nicht automatisch bedeute, dass der Mastbetrieb we- 
gen seiner Immissionen in Bauzonen nicht möglich und deshalb 
die negative Standortgebundenheit am gewählten Ort gegeben 
wäre. Mit der Umweltgesetzgebung gebe es genügend rechtliche 
Möglichkeiten, um zu verhindern, dass von einem Schweinezucht- 
betrieb in einer Industrie- oder Gewerbezone eine übermässige 
Belästigung der Umgebung bewirkt werde. Entscheidend sei, dass 
in einer Industrie- und Gewerbezone im Gegensatz zur Wohnzone 
stärkere Emissionen in Kauf zu nehmen seien, weil dort gemäss 
Art. 74 BG mässig störende (Wohn- und Gewerbezone 1 und 2) bis 
stark störende Betriebe (Industriezone) zonenkonform seien. Die 
Frage nach der negativen Standortgebundenheit stelle sich zudem 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erst dann, wenn in 
der Region keine geeignete Nutzungszone zur Verfügung stehe. 
Nicht nur die Gemeinde X. , sondern auch die Nachbargemein- 
de Y. verfügten über grundsätzlich geeignete Industrie- und 
Gewerbezonen. Der Beschwerdeführer hätte folglich die grund- 
sätzliche Möglichkeit, in diesen Zonen unter Berücksichtigung der 
dort einschlägigen Immissionsbegrenzungen seinen  Mastbetrieb 
zu realisieren. Die Mindestabstände müssten zudem gemäss FAT/ 
ART-Bericht Nr. 476/95 nur gegenüber Wohnzonen, nicht aber in In- 
dustriezonen vollständig eingehalten werden.

f) Wie gesehen, kann sich die Frage der (negativen) Stand-
ortgebundenheit erst stellen, wenn für ein Bauvorhaben in der 
Region keine geeignete Nutzungszone zur Verfügung steht. Vorlie- 
gend hat die Beschwerdegegnerin die Prüfung, ob in der Region

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eine geeignete Bauzone zur Realisierung des ersuchten Vorhabens 
vorhanden ist, bis anhin nicht vorgenommen. Vielmehr hat sie sich 
damit begnügt, in ihrer Duplik darauf hinzuweisen,  dass  nicht  nur 
die Gemeinde X. , sondern auch die Nachbargemeinde Y.  
grundsätzlich über geeignete Industrie- und Gewerbezonen ver- 
fügten. Eine eingehende Prüfung der Realisierbarkeit des  Vorha- 
bens in einer geeigneten Nutzungszone in der Region hat die Be- 
schwerdegegnerin indes nicht vorgenommen. Da dem  Baugesuch  
des Beschwerdeführers vom 12. Juli 2013 − bei heute vorliegender 
Aktenlage − nur die allenfalls fehlende (negative) Standortgebun- 
denheit, nicht aber umweltrechtliche Bestimmungen entgegen- 
stehen (vgl. dazu nachstehend E.5 f.), haben die erwähnten Abklä- 
rungen, mithin die eingehende Prüfung der Realisierbarkeit des 
Vorhabens in  geeigneten  Nutzungszonen  in  der  Region,  seitens 
der Beschwerdegegnerin zwingend stattzufinden. Wenn sich eine 
Gemeinde nämlich − wie vorliegend −  auf  den  Standpunkt  stellt,  
die negative Standortgebundenheit sei nicht gegeben, weil in der 
Bauzone geeignete Standorte zur  Verfügung  stünden,  hat  sie  die- 
se auch zu  bezeichnen  und  nachzuweisen,  dass  diese  Standorte  
für das zur Diskussion stehende Projekt auch geeignet sind. Dabei   
gilt es einerseits zu beachten, dass  das  Bundesgericht  den  Radius 
zur Prüfung von Alternativstandorten für Schweinemastbetriebe in 
BGE 118 Ib 17 E.2d auf 10 km erstreckt hat. Anderseits müssen in 
einer Industrie- oder Gewerbezone respektive in einer Gewerbe- 
Mischzone die Abstände weniger ausgedehnt sein. Indessen gilt es  
zu berücksichtigen, dass solche Zonen, in denen ein höheres Mass   
an Geruchsimmissionen zumutbar ist, wiederum nahe bei reinen 
Wohnzonen liegen könnten, gegenüber denen der Mindestabstand 
vollumfänglich einzuhalten ist (vgl. FAT/ART-Bericht Nr. 476/95, 
Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen [abrufbar unter www. 
blw.admin.ch › Themen › Nachhaltigkeit › Ökologie › Luft; zuletzt 
besucht am 4. April 2016], Ziff. 2.3 S. 6 und S. 16).

5. Streitig und zu prüfen sind des Weiteren die Einhaltung
der umweltrechtlichen Bestimmungen des USG und der LRV in 
Bezug auf die geltend gemachten Geruchsbelästigungen. Wäh- 
rend die Beschwerdegegnerin, das ARE sowie die vormaligen Ein- 
sprecher der Auffassung sind, die aufgrund der umweltrechtlichen 
Bestimmungen erfolgten Berechnungen des Plantahofs respekti- 
ve des ANU trügen den Verhältnissen vor Ort nicht ausreichend 
Rechnung und die Korrekturfaktoren seien nicht richtig festgesetzt 
worden, stellen sich der Beschwerdeführer und das ANU gestützt 
auf die Abstandsberechnung des Plantahofs vom 6. August 2013

http://www/

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auf den Standpunkt, dass das Vorhaben unter dem Aspekt des Um- 
weltrechts bewilligungsfähig sei.

a) Das Umweltschutzgesetz soll unter anderem Menschen 
gegen schädliche oder lästige Einwirkungen schützen (Art. 1 Abs. 1 
USG). Im Sinn der Vorsorge sind Einwirkungen, die schädlich oder 
lästig werden könnten, frühzeitig zu begrenzen (Art. 1 Abs. 2 USG). 
Zu diesen Einwirkungen gehören Luftverunreinigungen, die durch 
den Bau und Betrieb von Anlagen oder den Umgang mit Stoffen, 
Organismen oder Abfällen erzeugt werden (Art. 7 Abs. 1 USG). Da- 
bei handelt es sich um Veränderungen des natürlichen Zustands 
der Luft, namentlich durch Geruch (Art. 7 Abs. 3 USG). Luftverun- 
reinigungen werden beim Austritt aus  Anlagen  als  Emissionen, 
am Ort ihres Einwirkens als Immissionen bezeichnet (Art. 7 Abs. 2 
USG).

b) Übermässig sind Geruchsimmissionen dann, wenn auf- 
grund einer Erhebung feststeht, dass sie einen wesentlichen Teil 
der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stören (Art. 2 
Abs. 5 lit. b LRV). Sie werden durch Massnahmen bei der Quelle be- 
grenzt (Emissionsbegrenzungen; Art. 11 Abs. 1 USG). Nach Art. 11 
Abs. 2 USG sind in einer ersten Stufe Emissionen im Rahmen der 
Vorsorge unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung so 
weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und 
wirtschaftlich tragbar ist. Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass 
die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Um- 
weltbelastung schädlich oder lästig werden, sind die Emissionsbe- 
grenzungen gemäss Art. 11 Abs. 3 USG in einer zweiten Stufe zu 
verschärfen. Der Abgrenzung zwischen nicht übermässigen und 
übermässigen (das heisst schädlichen beziehungsweise lästigen) 
Einwirkungen und damit zwischen den beiden Stufen des zwei- 
stufigen Schutzkonzepts dienen die Immissionsgrenzwerte (Art. 13 
Abs. 1 USG). Die in Art. 11 Abs. 2 und 3 USG enthaltenen Bestim- 
mungen gelten sowohl für neue als auch für bestehende Anla- 
gen   (vgl. Griffel/rauscH,   Kommentar   zum   Umweltschutzgesetz, 
Ergänzungsband zur 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, Art. 11 
Rz. 2). Laut Art. 12 Abs. 1 USG werden Emissionen eingeschränkt 
durch den Erlass von Emissionsgrenzwerten (lit. a), Bau- und Aus- 
rüstungsvorschriften (lit. b), Verkehrs- oder Betriebsvorschriften 
(lit. c), Vorschriften über die Wärmeisolation von Gebäuden (lit. d) 
sowie Vorschriften über Brenn- und Treibstoffe (lit. e). Diese Auf- 
zählung hat abschliessenden Charakter (BGE 126 II 300 E.4b). Auf 
Verordnungsstufe enthält die Luftreinhalteverordnung Vorschrif- 
ten zur Emissionsbegrenzung bei neuen stationären Anlagen

11/21 Raumordnung PVG 2016

165

(Art. 3 ff. LRV) und bei  bestehenden  stationären  Anlagen (Art. 7 
ff. LRV).

c) Beim beschwerdeführerischen Schweinemastbetrieb 
handelt es sich um eine stationäre Anlage im  Sinne  von  Art. 2 
Abs. 1 LRV, dessen Betrieb unter anderem Geruchsstoffemissio- 
nen erzeugt. Neue stationäre Anlagen müssen so ausgerüstet und 
betrieben werden, dass sie die im Anhang 1 LRV und allenfalls die 
in den Anhängen 2 bis 4 festgelegten Emissionsbegrenzungen ein- 
halten (Art. 3 LRV). Für Tierhaltungsanlagen gelten die speziellen 
Anforderungen nach Art. 3 Abs. 2 lit. a LRV und Anhang 2 Ziff. 512 
LRV. Bei der Errichtung derartiger Anlagen müssen die nach den 
anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen Mindestabstän- 
de zu bewohnten Zonen eingehalten werden. Als solche Distanzen 
gelten nach Anhang 2 Ziff. 512 LRV insbesondere die gemäss den 
Empfehlungen der Argoscope Reckenholz-Tänikon (ART) berech- 
neten Abstände. Einschlägig ist der FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 
über Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen. Im vorliegenden 
Fall hat der Plantahof ebenfalls den Revisionsentwurf vom 7. März 
2005 zum FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 berücksichtigt.

d) Die Mindestabstandsvorschrift stellt eine Massnahme 
zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung im Sinn von Art. 3 LRV dar 
(vgl. maurer, Lufthygienerechtliche Mindestabstände von Tierhal- 
tungsanlagen, in URP 2003, S. 297 ff., S. 305). Die FAT/ART-Richt- 
linien befassen sich mit der vorsorglichen Emissionsbegrenzung, 
dienen aber auch als Hilfsmittel zur Beurteilung, ob eine Tierhal- 
tungsanlage übermässige Emissionen bewirkt (BGE 126 II 43 E.4a). 
Dies ist zu erwarten, wenn der halbe Mindestabstand unterschrit- 
ten wird. Von dieser Faustregel ist auszugehen, solange nicht auf- 
grund genauerer Abklärungen etwas anderes zu erwarten ist. Wird 
der Mindestabstand um mehr als 50 % unterschritten, so ist von 
übermässigen Immissionen auszugehen (vgl. Bosonnet, Luftrein- 
haltung in der Landwirtschaft: Mehr als die Bekämpfung der Gerü- 
che, in URP 2002, S. 565 ff., S. 581 Fn. 49).

e) Die Berechnung des Mindestabstands gemäss FAT/
ART-Bericht ist zwar schematisch und vermag nicht allen Einzelhei- 
ten Rechnung zu tragen. Aus Gründen der Rechtssicherheit und der 
Praktikabilität darf der Gesetz- beziehungsweise Verordnungsge- 
ber jedoch bis zu einem gewissen Grad Normen schaffen, welche 
auf eher grobe, dafür leicht handhabbare Kriterien abstellen und 
damit einen gewissen Schematismus und Verlust an Einzelfallge- 
rechtigkeit mit sich bringen können. Ansonsten müssten, da insbe- 
sondere in ländlichen Gebieten der Schweiz die Topografie selten

11/21 Raumordnung PVG 2016

166

eben ist, im Rahmen zahlreicher Baubewilligungsverfahren Son- 
derbeurteilungen durchgeführt werden. Dies entspricht nicht dem 
Sinn und Zweck der Mindestabstandsregelung nach FAT/ART-Be- 
richt, welcher eine Sonderbeurteilung nur bei Vorliegen besonde- 
rer Verhältnisse, mithin in Ausnahmefällen, verlangt. Zudem liegen 
bereits die Mindestabstände gemäss FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 
(vgl. Ziff. 2 S. 3) jeweils rund 30–90 % über der Geruchsschwel- 
lenentfernung (= Entfernung, in welcher die Qualität des Geruchs 
in 50 % der Darbietungen erkannt wird) bei zirkulärer, gleichmässi- 
ger Geruchsausbreitung.

f) Nach dem FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 (Ziff. 2.1 S. 3)
bzw. dem Revisionsentwurf vom 7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht 
Nr. 476/95 (Ziff. 4 S. 7) wird der Mindestabstand in einem dreistufi- 
gen Verfahren errechnet. Zuerst wird die Geruchsbelastung nach 
Tierart (fg) ermittelt und daraus der Normabstand errechnet, der 
schliesslich mit mehreren Korrekturfaktoren (fk) multipliziert wird. 
Zu den Korrekturfaktoren zählen die Topografie (f1), die Höhenlage 
(f2), das Stallsystem (f3), die Lüftung (f4), die Hofdüngerproduk- 
tion (f5), die Sauberkeit hinsichtlich Tiere, Stall, Futterzubereitung 
und -lagerung (f6), die Fütterung (f7), die Geruchsreduzierung im 
Bereich der Abluft (f8) und die Geruchsreduzierung bei der Gülle- 
lagerung (f9). Der Abstand muss zwischen dem Emissionspunkt 
(Ausgangspunkt) und dem nächstgelegenen Wohnhaus (Empfangs- 
punkt) gemessen werden (vgl. auch maurer, a.a.O., S. 303 und 319).

6. a) Vorliegend sind sich die Parteien insofern einig, als
die Mindestabstandsberechnung für Tierhaltungsanlagen  nach 
den Vorgaben des Revisionsentwurfs vom 7. März 2005 zum 
FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 und nicht nach dem FAT/ART-Bericht 
Nr. 476/95 zu berechnen ist, zumal der Bericht aus dem Jahr 1995 
noch auf geschlossenen Ställen mit Zwangslüftung basiert und für 
Stallsysteme mit Auslauf − wie demjenigen des Beschwerdefüh- 
rers − kein verlässliches Bild mehr liefert. Das Bundesgericht hat 
denn auch bestätigt, dass insbesondere bei einer Schweinemast 
die Vorgaben des revidierten Berichts berücksichtigt werden soll- 
ten (vgl. BGE 133 II 370 E.6.2). Die Abstandsberechnung des Plan- 
tahofs vom 6. August 2013 erfolgte denn auch anhand des Revi- 
sionsentwurfs vom 7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht Nr. 476/95. 
Gemäss Stellungnahme des ANU im vorliegenden verwaltungsge- 
richtlichen Beschwerdeverfahren vom 24. Februar 2015 ist dieses 
Vorgehen konsistent mit den Empfehlungen der FAT/ART, welche 
für Schweinehaltungsbetriebe den Revisionsentwurf und nicht den 
ursprünglichen Bericht aus dem Jahr 1995 zur Anwendung emp-

11/21 Raumordnung PVG 2016

167

fiehlt (vgl. auch KecK/Koutny/scHmidlin/Hilty, Nutztiere – Geruch von 
Schweineställen mit Auslauf und freier Lüftung, in: AGRARFor- 
schung 12 [2], S. 84 ff.).

b) Das fachkundige ANU stützt für seine Stellungnahme 
auf die FAT/ART-Abstandsberechnung des Plantahofs vom 6. Au- 
gust 2013 ab, wonach die Abstandsvorschriften mit einem maxi- 
malen Bestand von 450 Mastschweinen problemlos eingehalten 
seien. Das ANU argumentiert, dass gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a i.V.m. 
Anhang 2 Ziff. 512 LRV die nach den anerkannten Regeln der Tier- 
haltung erforderlichen Mindestabstände zu bewohnten Zonen ein- 
gehalten werden müssten. Als solche Regeln gälten insbesondere 
die Empfehlungen der FAT/ART. Die FAT/ART-Richtlinien stellten 
eine rechtsgleiche Behandlung sicher. Vorliegend seien keine Grün- 
de ersichtlich, um von diesen Richtlinien abzuweichen. Demgegen- 
über beanstandet die Beschwerdegegnerin die starre Anwendung 
der FAT/ART-Richtlinien. Diese bildeten wohl eine Grundlage; für 
Spezialfälle wie dem vorliegenden könnten sie indes nicht starr und 
in absoluter Weise angewandt werden. Vielmehr müsse in Fällen 
wie dem vorliegenden eine Sonderbeurteilung erfolgen. Wie nach- 
folgend dargestellt, vermögen die von der Beschwerdegegnerin 
gemachten Änderungen der Korrekturfaktoren Lüftung, Sauberkeit 
und Topografie indes nicht zu überzeugen.

aa) Gemäss FAT/ART-Abstandsberechnung des Plantahofs 
vom 6. August 2013 wird der Korrekturfaktor Lüftung dank der ver- 
längerten Abluftkamine und der zusätzlichen Ausstattung mit Jet- 
hauben, wodurch die Abluft in höhere Luftschichten gebracht wird, 
mit dem Faktor 0,8 berücksichtigt.

Die Beschwerdegegnerin rügt, dass der Faktor für die Lüf- 
tung 1,1 (freie Lüftung) betragen müsste. Die erhöhten Abluftkami- 
ne seien für die Geruchsimmissionen völlig irrelevant. Die Schwei- 
ne könnten sich jederzeit frei bewegen, weshalb nicht davon 
auszugehen sei, dass die Schweine zu 50 % im Stall bzw. zu 50 % 
im Auslauf misteten und urinierten. Vielmehr sei von der maximal 
möglichen Emission auszugehen, nämlich, dass alle Schweine im 
Freilauf urinierten und misteten. Dies entspreche dem natürlichen 
Verhalten von Schweinen. Die Emissionen verhielten sich zudem 
nicht linear zur Anzahl der Tiere. Deshalb sei ohnehin vom höheren 
Faktor 1,1 auszugehen. Der Beschwerdeführer übersehe, dass der 
Freilauf der Tiere das Hauptproblem bzw. die Hauptemissionsquel- 
le darstelle.

Das ANU weist in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 
2015 zu Recht darauf hin, dass Auslauf und Abluftkamin zwei un-

11/21 Raumordnung PVG 2016

168

terschiedliche Emissionsquellen sind. Dies berücksichtigt die FAT/ 
ART-Berechnung mit zwei unterschiedlichen  Korrekturfaktoren 
für Stallsystem (f3) und Lüftung (f4; vgl. Revisionsentwurf vom
7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 Ziff. 4.3 S. 10). Für das 
Stallsystem beträgt der Faktor unbestrittenermassen 1,15, weil es 
sich beim beschwerdeführerischen Stall um einen Schweinestall 
mit Auslauf handelt. Für solche beträgt der Korrekturfaktor − un- 
abhängig davon, ob es sich um einen Stall mit Zwangsentlüftung 
oder mit freier Lüftung handelt − stets 1,15. Sodann erscheinen die 
Ausführungen des ANU, wonach die Art der Stalllüftung für die 
Gesamtemission der Geruchsstoffe eine wesentliche Rolle spiele 
und durch die Erhöhung des Abluftkamins bzw. durch das Anbrin- 
gen von Jethauben die Entlüftung des Stalls wesentlich verbessert 
werde, als nachvollziehbar und schlüssig. Der Revisionsentwurf 
vom 7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 sieht für Kami- 
ne, welche − wie vorliegend − mehr als 1,5 m über den höchsten 
Dachpunkt des Gebäudes hinausragen, denn auch einen  Faktor 
von 0,8 für die Lüftung vor. Dies im Gegensatz zu Kaminen, welche 
weniger als 1,5 m über den höchsten Dachpunkt des Gebäudes hi- 
nausragen, für welche ein Faktor von 1,0 einzusetzen ist. Demnach 
wurde für den Korrekturfaktor Lüftung zu Recht ein Faktor von 0,8 
eingesetzt. Die gegenteilige Auffassung der Beschwerdegegnerin, 
wonach für die Lüftung ein Faktor von 1,1 zu berücksichtigen sei, 
verfängt nicht. Es ist denn auch eine durch nichts belegte Annahme 
der Beschwerdegegnerin sowie der vormaligen Einsprecher, dass 
es dem natürlichen Verhalten von Schweinen entspreche, dass sie 
nur im Aussenbereich urinierten und misteten und praktisch nur 
der offene Laufhof Immissionsquelle sei.

bb) Der Korrekturfaktor Sauberkeit hinsichtlich Tier, Stall 
und Futterzubereitung bzw. -lagerung wird gemäss aktualisierter 
FAT/ART-Abstandsberechnung des Plantahofs vom 6. August 2013 
mit dem Faktor 1,0 (= gut bis zufriedenstellend) berücksichtigt.

Diesbezüglich rügt die Beschwerdegegnerin, dass mehr- 
malige Kontrollen ergeben hätten, dass die Hygienemassnahmen 
mangelhaft bis schlecht seien. Gegenüber geschlossenen Ställen 
mit Zwangslüftung reichten die Abstände für Ausläufe, vor allem 
in der Schweinehaltung, nicht aus. Der Verschmutzungsgrad des 
Auslaufs zeige bei Schweinen die grösste Variation in der Geruchs- 
stoffkonzentration. Verschmutzungsgrad und Reinigungshäufig- 
keit sowie -qualität von Ausläufen seien für die Geruchsfreisetzung 
relevant. Obschon der Beschwerdeführer mehrfach zugesichert 
habe, dass er den Auslauf sauber halten werde, habe er sich nicht

11/21 Raumordnung PVG 2016

169

daran gehalten. Es sei deshalb auch nicht angezeigt, im Sinne ei- 
ner milderen Massnahme lediglich nochmals eine Auflage betref- 
fend Sauberkeit zu verfügen. Damit würde das Ziel der Massnah- 
me nicht erreicht werden. Auch weil der Verschmutzungsgrad von 
Ausläufen eine der zentralen und intensiven Emissionsquellen sei, 
sei eine Auflage nicht gerechtfertigt. Aufgrund der angetroffenen 
Verhältnisse sei der Faktor 1,2 für mangelhafte bis schlechte Sau- 
berkeit anzuwenden. Auch mit der Reduktion des Tierbestands auf 
280 Schweine seien die Reaktionen aus der Bevölkerung nicht zu- 
rückgegangen. Dies sei auch aus der Kurve des Normabstands er- 
sichtlich, indem sich dieser erst ab einer Geruchsbelastung von 40 
und tiefer merklich reduziere. Hier werde aber von einer Geruchs- 
belastung von 90 ausgegangen.

Mit dem von der Beschwerdegegnerin erwähnten Norm-
abstand gemäss Revisionsentwurf vom 7. März 2005 zum FAT/ ART-
Bericht Nr. 476/95 allein kann hier nicht operiert werden. Wie 
gesehen, wird der Mindestabstand in einem dreistufigen Verfahren 
berechnet. Zuerst wird die Geruchsbelastung nach Tierart ermittelt 
und daraus der Normabstand errechnet, der schliesslich mit meh- 
reren Korrekturfaktoren multipliziert wird (vgl. vorstehend E.5f). 
Folglich wird aber der Normabstand vor der Festsetzung der Kor- 
rekturfaktoren berechnet, weshalb dieser nicht aussagekräftig sein 
kann (vgl. Revisionsentwurf vom 7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht 
Nr. 476/95 Ziff. 4.2 S. 9). Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzulei- 
ten vermag die Beschwerdegegnerin aus ihrer Behauptung, wo- 
nach die Reaktionen aus der Bevölkerung auch mit der Reduktion 
des Tierbestands auf 280 Schweine nicht zurückgegangen seien, 
zumal diese Behauptung nicht belegt ist. Vielmehr zeigen die vom 
Beschwerdeführer eingereichten Unterschriftensammlungen von 
Anwohnern  des Wohnquartiers B. , dass sich auch viele An- 
wohner des Quartiers durch die Schweinehaltung in ihrer Wohn- 
qualität nicht beeinträchtigt fühlen (vgl. insbesondere die Beilagen 
7 und 8 des Beschwerdeführers, zusammen mit dem zuletzt vom 
diesem eingereichten Plan mit Angaben der Liegenschaften der 
vormaligen Einsprecher und der «Nichtgestörten»). Hinsichtlich 
Sauberkeit räumt das ANU in seiner Stellungnahme vom 24. Fe- 
bruar 2015 ein, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit 
zwar gewisse Probleme mit der Sauberkeit gehabt habe, welche 
mittlerweile jedoch hätten behoben werden können. Die Sauber- 
keit sei so, wie man sie erwarten dürfe, wovon man sich anlässlich 
von unangemeldeten Besichtigungen habe überzeugen können. 
Unter diesen Voraussetzungen sei ein Faktor 1,0 für die Sauberkeit

11/21 Raumordnung PVG 2016

170

gerechtfertigt. Ein Faktor von 1,2 wäre aus Sicht des ANU nur dann 
statthaft, wenn nachgewiesen wäre, dass sich der Verschmut- 
zungsgrad wieder dauerhaft und erheblich verschlechtere. Dieser 
Nachweis könne nur mittels unangemeldeter Stichprobenkontrol- 
len geführt werden. Dabei sei eine einmalige Verschlechterung des 
Verschmutzungsgrads noch kein Grund, den Faktor zu erhöhen; 
mehrmaliges Nichtbeachten der Reinigungsvorschriften dagegen 
schon. Die Konsequenz einer Erhöhung des Sauberkeitsfaktors 
wäre die Reduktion des Tierbestands auf 276 Schweine bei einem 
Abstand von 150 m zur nächstgelegenen bewohnten Zone. Vor die- 
sem Hintergrund beantragte das ANU die Anpassung der BAB-Be- 
willigung bezüglich des Korrekturfaktors Sauberkeit, indem aus- 
drücklich vorbehalten werden sollte, dass Stichprobenprüfungen 
vorgenommen würden und bei zweimaliger Mahnung infolge man- 
gelnder Sauberkeit eine Anpassung des Korrekturfaktors erfolgte, 
mit der Konsequenz, dass sich der Tierbestand bei einem Abstand 
von 150 m auf 276 Schweine reduzieren würde. Diesen Ausführun- 
gen des ANU vermag sich das streitberufene Gericht anzuschlies- 
sen. Wie das ANU zu Recht ausführt, wäre ein Faktor von 1,2 einzig 
dann gerechtfertigt, wenn die Sauberkeit mangelhaft bis schlecht 
wäre (vgl. Revisionsentwurf vom 7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht 
Nr. 476/95 Ziff. 4.3 S. 10). Solange aber von der Beschwerdegegne- 
rin nicht nachgewiesen ist, dass die Sauberkeit auf dem Betrieb des 
Beschwerdeführers tatsächlich mangelhaft bis schlecht ist, erweist 
sich der vom Plantahof bzw. dem ANU berücksichtigte Korrektur- 
faktor von 1,0 für die Sauberkeit als angemessen und korrekt. Wie 
der Plantahof in seiner internen Stellungnahme vom 30. Septem- 
ber 2013 zuhanden des ANU zu Recht festgehalten hat, wäre es in 
der Tat unstatthaft, bereits im Voraus anzunehmen, dass der Be- 
schwerdeführer die Vorgaben hinsichtlich Sauberkeit nicht einhal- 
ten werde. Auch wenn in der Vergangenheit die Sauberkeit auf dem 
beschwerdeführerischen Betrieb nicht immer optimal war, kann 
nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass dies auch 
künftig so sein wird. Dies zumal der Betrieb des Beschwerdefüh- 
rers gemäss Bericht der C. AG vom 9. Juli 2014 von verschie- 
denen Personen betreut wird. Jedenfalls muss der Beschwerde- 
führer die Chance erhalten, seinen Betrieb ordentlich zu betreiben. 
Bei Nichteinhaltung der branchenüblichen Regeln der Ordnung  
und Sauberkeit wäre es der Beschwerdegegnerin selbstverständ- 
lich freigestellt, den Korrekturfaktor Sauberkeit nachträglich auf 1,2 
zu erhöhen, mit der Konsequenz, dass der Beschwerdeführer den 
Tierbestand reduzieren müsste.

11/21 Raumordnung PVG 2016

171

cc) Schliesslich wendet die Beschwerdegegnerin noch ein, 
die FAT/ART-Abstandsberechnung des Plantahofs vom 6. August 
2013 berücksichtige die besonderen topografischen Verhältnisse 
wie die Hauptwindrichtung von West nach Ost in Richtung des 
Wohnquartiers sowie die im Tal anzutreffende Inversionslage nicht 
ausreichend. Deswegen sei der mit 1,2 berücksichtigte Korrektur- 
faktor Geländeform auf 1,4 zu erhöhen.

Für Betriebe am Hang oder am Rand eines Hanges, in ei- 
nem engen Tal oder in einem Talkessel sieht der Revisionsentwurf 
vom 7. März 2005 zum FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 einen Faktor von 
1,2 vor (vgl. Ziff. 4.3 S. 10). Ein Faktor von 1,4 kommt gemäss FAT/ 
ART-Revisionsbericht nur zur Anwendung, wenn in einem engen 
Tal (Talbreite höchstens dreifache Taltiefe) durch Kanalisierung Tal- 
auf- und -abwind entsteht (vgl. Ziff. 7.1 S. 18). Eine weitere Erhöhung 
des Korrekturfaktors Geländeform kommt beim Vorhandensein lo- 
kaler Kaltluftabflüsse in Betracht (vgl. Ziff.7.2–7.4 S. 19 ff.). Für den 
Betriebsstandort des Beschwerdeführers existieren keine verlässli- 
chen Windmessungen. Das ANU schlug deshalb dem ARE bzw. der 
Beschwerdegegnerin bereits in seiner Stellungnahme vom 23. Ja- 
nuar 2014 vor, eine Windmessung am Standort des beschwerde- 
führerischen Betriebs zu errichten, um den Korrekturfaktor für die 
Geländeform zu überprüfen. Dabei anerbot sich das ANU, die re- 
alen Windverhältnisse zu messen und den Korrekturfaktor für die 
Geländeform definitiv festzusetzen. Die entsprechenden Wind- 
messungen wurden aber offenbar vor Erlass der angefochtenen 
Verfügung nicht vorgenommen; jedenfalls sind keine Ergebnisse 
von Windmessungen für den Betriebsstandort des Beschwerde- 
führers aktenkundig. Solange aber keine präzisen Daten vorliegen, 
erscheint die Ansicht des fachkundigen ANU, wonach der Faktor 
1,2 für die Geländeform eher den realen Windverhältnissen ent- 
spreche als ein Faktor 1,4, als vertretbar. Bei dieser Sachlage ist 
eine Sonderbeurteilung auch diesbezüglich nicht angezeigt, zumal 
eine solche nur bei Vorliegen besonderer Verhältnisse angezeigt 
wäre (vgl. vorstehend E.5e).

c) Nach dem Gesagten ist die FAT/ART-Abstandsberech- 
nung des Plantahofs vom 6. August 2013 bzw. die vom Plantahof 
angewandten Korrekturfaktoren nicht zu beanstanden. Die ange- 
wandten Korrekturfaktoren sind sachlich begründet und nachvoll- 
ziehbar, weshalb von Seiten des streitberufenen Gerichts keine 
Veranlassung besteht, diese abzuändern. Daran vermag die Tatsa- 
che, dass die entsprechende Berechnung vom Beschwerdeführer 
in Auftrag gegeben wurde, nichts zu ändern, zumal von der Be-

11/21 Raumordnung PVG 2016

172

schwerdegegnerin weder dargetan wurde noch ersichtlich ist, wes- 
wegen deshalb nicht darauf abgestellt werden könnte. Unter um- 
weltrechtlichen Aspekten erweist sich das beschwerdeführerische 
Gesuch vom 12. Juli 2013 mit einem Tierhöchstbestand von 450 
Schweinen somit als rechtens. Sollte die Beschwerdegegnerin an 
ihrer Auffassung festhalten, wonach die Abstandsberechnung des 
Plantahofs vom 6. August 2013 die besonderen topografischen Ver- 
hältnisse nicht ausreichend berücksichtige, hätte sie die vom ANU 
vorgeschlagenen Windmessungen am Standort des beschwerde- 
führerischen Betriebs vorzunehmen und den entsprechenden Kor- 
rekturfaktor allenfalls − je nach Ergebnis der Windmessungen − an- 
zupassen.

7. a) Zu prüfen bleibt, ob dem beschwerdeführerischen
Bauvorhaben überwiegende Interessen im Sinne von Art. 24 lit. b 
RPG entgegenstehen. In materieller Hinsicht verlangt Art. 24 lit. b 
RPG, dass alle sich widerstreitenden räumlichen Interessen − seien 
sie öffentlicher oder privater Natur − ermittelt, gegeneinander ab- 
gewogen und mit sachgerechten Erwägungen gewichtet werden 
(vgl. Art. 3 RPV; BGE 116 Ib 228 E.3b mit Hinweisen). Soweit einzel- 
ne Aspekte der allgemeinen Interessenabwägung durch positives 
Verfassungs- und Gesetzesrecht geregelt werden, sind Bauvorha- 
ben vorweg nach diesen Sondernormen zu prüfen. Zu berücksich- 
tigen sind alle Vorschriften, deren sachlicher, räumlicher, zeitlicher 
und persönlicher Geltungsbereich betroffen ist. Dazu zählen unter 
anderem die Immissionsschutzgesetzgebung des USG und seiner 
Ausführungsvorschriften. Neben den raumplanerischen und um- 
weltschutzrechtlichen Gesichtspunkten sind auch solche des Tier- 
schutzes einzubeziehen (vgl. BGE 118 Ib 17 E.3d, 117 Ib 28 E.3). Len- 
kender Massstab der Interessenabwägung bilden namentlich die 
Ziele und Grundsätze der Raumplanung gemäss Art. 1 und 3 RPG. 
Danach ist unter anderem darauf zu achten, dass Wohngebiete vor 
schädlichen oder lästigen Einwirkungen wie Luftverschmutzung, 
Lärm und Erschütterungen möglichst verschont werden (Art. 3 
Abs. 3 lit. b RPG). Bei einem konkreten Bauvorhaben verlangt der 
Grundsatz der umfassenden Interessenabwägung, dass nicht der 
erstbeste Standort oder die erstbeste Ausführungsvariante ge- 
wählt, sondern nach Alternativen gesucht wird, mit welchen die 
Auswirkungen auf die Umwelt so weit begrenzt werden können, als 
dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar 
ist (vgl. BGE 115 Ib 508 E.6b mit weiteren Hinweisen). Die Auswahl 
verschiedener Alternativstandorte bildet indes auch bereits Gegen- 
stand der Überprüfung der Standortgebundenheit eines Vorhabens

11/21 Raumordnung PVG 2016

173

(vgl. vorstehend E.4). Im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips 
muss anlässlich der Interessenabwägung auch geprüft werden, ob 
die Verweigerung der Ausnahmebewilligung zum Schutz der ent- 
sprechenden Interessen auch zweckerforderlich ist. Unter Umstän- 
den können nämlich mildere Massnahmen wie entsprechende Auf- 
lagen oder Bedingungen genügen. In formeller Hinsicht verlangt 
Art. 24 lit. b RPG schliesslich, dass die Interessenabwägung durch 
die nämliche Behörde vorgenommen wird; mithin dürfen die für 
die Interessenabwägung massgebende Einzelfragen nicht sepa- 
raten  Verfahren  vorbehalten  werden  (vgl. Waldmann/Hänni,  a.a.O., 
Art. 24 Rz. 22 f.).

b) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, sie könne, nebst
den baurechtlichen Eckwerten, auch weitere Gesichtspunkte in die 
Interessenabwägung einbeziehen. So seien auch die Bestimmun- 
gen der LRV zu beachten. Geruchsemissionen seien übermässig, 
wenn sie einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem Wohl- 
befinden erheblich störten. Die Voraussetzungen für das Vorhan- 
densein übermässiger Einwirkungen und erheblicher  Störungen 
sei gegeben, wenn Geruchsklagen von mehreren Personen über 
den Zeitraum von mehreren Jahren eingingen, der Aufenthalt im 
Freien verunmöglicht sei, die Tierhaltungsanlage eine mangelnde 
Sauberkeit aufweise und besondere topografische Verhältnisse 
(Wind) erfüllt seien. Bei Tierhaltungen in offenen Ställen sei es nur 
beschränkt möglich, technische Massnahmen zur Geruchsminde- 
rung zu realisieren. Zwar nehme die LRV auf die FAT/ART-Richt- 
linien Bezug. Diese hätten jedoch, im Gegensatz zur LRV, keinen 
Gesetzescharakter. Die Mindestabstandsvorschriften seien nicht 
starr anzuwenden. Aufgrund der Vorgeschichte und der zwischen- 
zeitlichen Erkenntnisse sei davon auszugehen, dass  die  gesetz- 
lich geforderten umweltrechtlichen Ziele (Art. 1 und Art. 11 Abs. 2 
USG) bei der vorgesehenen bzw. vorgenommenen Umnutzung 
nicht erreicht werden könnten. Es liege auch kein umweltschutz- 
rechtlicher Bagatellfall vor, bei welchem die Geruchsimmissionen 
ohne Weiteres hinzunehmen wären. Die bisherigen Schwierigkei- 
ten bezüglich Sauberkeit und die Erfahrungen im Umgang mit Be- 
hörden und Nachbarschaft liessen darauf schliessen, dass bei der 
alleinigen Betriebsführung die Praktikabilität nicht ausreichend 
gegeben sei.  Die  Betreuung  gemäss Bericht der C. AG habe 
keine Verbesserungen bewirkt. Das öffentliche Interesse hinsicht- 
lich Anwohnerschutz vor lästigen Einwirkungen überwiege. Da- 
raus folge, dass sich der Standort für die Schweinehaltung nicht 
eigne.

11/21 Raumordnung PVG 2016

174

c) Die Beschwerdegegnerin beruft sich sinngemäss darauf, 
dass die Praktikabilität der Massnahmen zur Verhinderung der Ent- 
stehung von Emissionen nicht gegeben sei, der Betriebsstandort 
sich für die Schweinehaltung nicht eigne und das öffentliche Inte- 
resse hinsichtlich Schutz der Anwohner vor lästigen Einwirkungen 
das private Interesse des Beschwerdeführers an der Weiterfüh- 
rung seines Betriebs überwiege. Dieser Auffassung vermag sich 
das streitberufene Gericht nicht anzuschliessen. Zunächst kann es, 
entgegen den beschwerdegegnerischen Ausführungen, nicht als 
erstellt gelten, dass die Übermässigkeit der Immissionen aufgrund 
verschiedener Indizien erstellt sei, weil ein wesentlicher Teil der 
Bevölkerung erheblich gestört werde. Gemäss LRV dürfen Immis- 
sionen nicht übermässig sein. Anspruch auf völlige Immissionsfrei- 
heit besteht dagegen nicht. Auch wenn sich der FAT/ART-Bericht 
476/95 in erster Linie mit der vorsorglichen Emissionsbegrenzung 
befasst, kann dieser auch als Hilfsmittel zur Beantwortung der Fra- 
ge beigezogen werden, ob eine Tierhaltungsanlage voraussichtlich 
übermässige Immissionen verursacht (BGE 126 II 43 E.4a). Dies ist 
dann zu erwarten, wenn der halbe Mindestabstand unterschritten 
ist (vgl. FAT/ART-Bericht Nr. 476/95 Ziff. 3. S. 7), was hier eindeutig 
nicht der Fall ist. Von dieser Faustregel ist auszugehen, solange 
nicht aufgrund genauerer Abklärungen etwas anderes zu erwar- 
ten ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1A.85/2006 vom 26. Januar 
2007 E.3.3, 1A.58/2001 vom 12. November 2001 E.2d). Auch nach 
dem Revisionsentwurf vom 7. März 2005  zum  FAT/ART-Bericht  
Nr. 476/95 können übermässige Geruchsimmissionen in der Regel 
erst dann nicht ausgeschlossen werden, wenn die Mindestabstän- 
de unterschritten sind (vgl. Ziff. 1 S. 5). Dies ist hier nicht der Fall, 
wie die FAT/ART-Abstandsberechnung des Plantahofs vom 6. Au- 
gust 2013 zeigt (vgl. dazu vorstehend E.6). Für allfällige Änderun- 
gen der Korrekturfaktoren fehlen genaue und systematische Un- 
tersuchungen (insbesondere bezüglich Windverhältnisse), welche 
eine Abweichung von der Faustregel rechtfertigen. Zwar trifft es 
zu, dass es bezüglich des beschwerdeführerischen Betriebs zu 
Geruchsklagen von Anwohnern gekommen ist und dass die Ge- 
meindevertreter anlässlich verschiedener Begehungen eine hohe 
Geruchsbelastung festgestellt haben. Zudem liegen auch Geruchs- 
erhebungsprotokolle von einzelnen Anwohnern bei den Akten. 
Indessen zeigen aber die bei den Akten liegenden Unterschriften- 
sammlungen von Anwohnern des  Wohnquartiers B. zuguns- 
ten des Beschwerdeführers, dass sich auch viele Anwohner des 
Quartiers durch die Schweinehaltung in ihrer Wohnqualität nicht

11/21 Raumordnung PVG 2016

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beeinträchtigt fühlen (vgl. die Beilagen 7 und 8 des Beschwerdefüh- 
rers). Gemäss Art. 2 Abs. 5 lit. b LRV gelten Immissionen − sofern 
für einen Schadstoff, wie vorliegend, keine Immissionsgrenzwerte 
bestehen − als übermässig, wenn aufgrund einer Erhebung fest- 
steht, dass sie einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem 
Wohlbefinden erheblich stören. Sollte die Beschwerdegegnerin so- 
mit am Vorwurf der übermässigen Immissionen festhalten, wird 
sie nicht darum herumkommen, weitere Untersuchungen in die- 
se Richtung anzustellen. Solange die gesetzlichen Bestimmungen 
eingehalten sind, ist indes davon auszugehen, dass das Interesse 
des Beschwerdeführers an der Weiterführung seines Schweine- 
mastbetriebs, welchen er im Übrigen unstrittig seit dem Jahr 1996 
betreibt, gegenüber dem öffentlichen Interesse hinsichtlich An- 
wohnerschutz vor lästigen Einwirkungen überwiegt. Erwähnt  sei 
an dieser Stelle noch, dass nach der  bundesgerichtlichen  Praxis 
der Anspruch der Behörden auf Wiederherstellung des rechtmässi- 
gen Zustands im Bereich des Baurechts aus Gründen der Rechtssi- 
cherheit grundsätzlich nach 30 Jahren verwirkt (vgl. BGE 107 Ia 121; 
vgl. auch PVG 2007 Nr. 37).

8. Explizit nicht geprüft haben die Beschwerdegegne-
rin (vgl. angefochtener Bau- und Einspracheentscheid vom 11., 
mitgeteilt am 13. November 2014, Ziff. 5) und das ARE (vgl. deren 
Vernehmlassung vom 16. Februar 2015, Ziff. 2) die Frage, ob der 
Betrieb des Beschwerdeführers über die nächsten 15–25 Jahre 
voraussichtlich wirtschaftlich rentabel und unter geregelter Be- 
triebsnachfolge, d.h. existenzsichernd im Sinne von Art. 34 Abs. 4 
lit. c RPV, geführt werden kann. Sollte die Beschwerdegegnerin 
Zweifel daran haben, hätte sie auch diese Prüfung noch vorzuneh- 
men, zumal auch eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG of- 
fenkundig nur erteilt werden kann, wenn der Betrieb voraussicht- 
lich längerfristig bestehen kann.
R 14 114 Urteil vom 12. Januar 2016