# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4d1ad5d-e358-5bdb-b5e8-09c5294dc0ce
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 11.06.2013 ERZ 2013 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ERZ-2013-60_2013-06-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 11. Juni 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ERZ 13 60          17. Juni 2013

Urteil
Einzelrichter in Zivilsachen

Vorsitz Hubert
Aktuar Wolf

In der Zivilsache

der X . _ _ _ _ _ , Beklagte und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
LL.M. Andreas R. Bihrer, Bahnhofstrasse 28a/Paradeplatz, 8022 Zürich, 

gegen

den Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ vom 25. Oktober 
2012, mitgeteilt am 14. Januar 2013, in Sachen der Y . _ _ _ _ _ , Klägerin und 
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Stefania Vecellio, 
S. Antonio, 7745 Li Curt, gegen die Beklagte und Beschwerdeführerin,

betreffend Forderung aus Auftrag,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 34

I. Sachverhalt

A. Die Y._____ ist eine Treuhand-, Revisions- und Beratungsgesellschaft mit 
Sitz in A._____. In den Jahren 2002 bis 2009 fungierte sie als Revisionsstelle der 
X._____ (vormals B._____ AG beziehungsweise B._____ AG) mit Sitz in C._____. 
Letztere verfolgt hauptsächlich den Zweck des Kaufs, Verkaufs, der Herstellung, 
Montage, Verteilung und Wartung von Sportgeräten, Sportartikeln, Freizeit- und 
Sportbekleidung sowie Zubehörartikeln. Die Y._____ erbrachte während mehrerer 
Jahre verschiedene Dienstleistungen für die X._____. Mit Schreiben vom 21. April 
2009 stellte sie dieser eine Rechnung über Fr. 3‘819.80 für ihre Bemühungen in 
der Zeit vom 29. April 2008 bis zum 25. März 2009 zu. Trotz entsprechender 
Aufforderungen vom 19. Juni 2009, 18. August 2009 und 2. November 2009 
beglich die X._____ diese Rechnung nicht, worauf die Y._____ für die Forderung 
von Fr. 3‘819.80 zuzüglich 5% Zins seit dem 18. August 2009 die Betreibung 
einleitete. Der Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr. 2090765 des 
Betreibungsamtes C._____ wurde der X._____ am 20. November 2009 zugestellt. 
Die X._____ erhob dagegen gleichentags Rechtsvorschlag. 

B. Am 30. November 2009 reichte die Y._____ beim Kreisamt C._____ ein 
Vermittlungsbegehren ein. Nach erfolgloser Sühneverhandlung bezog sie am 4. 
Juni 2010 den Leitschein mit folgenden klägerischen Rechtsbegehren:

„1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 3‘819.90 nebst 
5% Zins seit dem 18.08.2009 zu bezahlen.

2. Es sei der von der Beklagten in der Betreibung-Nr. 2090765 
erhobene Rechtsvorschlag vom 20.11.2009 zu beseitigen und der 
Klägerin sei die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“

Das beklagtische Rechtsbegehren lautete auf kosten- und 
entschädigungspflichtige Klageabweisung.

C. Mit Prozesseingabe vom 28. Juni 2010 prosequierte die Y._____ die 
Streitsache an das Bezirksgericht D._____. Die Klägerin hielt an ihren vor 
Kreisamt gestellten Rechtsbegehren fest und präzisierte, die definitive 
Rechtsöffnung sei für den Betrag von Fr. 3‘819.90 nebst 5% Zins seit dem 18. 
August 2009 zu erteilen. In ihrer Prozessantwort vom 20. September 2010 
beantragte die X._____ die vollumfängliche Klageabweisung unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Ausserdem erhob sie Widerklage und verlangte, die 
Klägerin sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihr einen 

Seite  3 — 34

Betrag von bis zu Fr. 5‘000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit Rechtshängigkeit der 
Widerklage zu bezahlen.

D. In ihrer Replik und Widerklageantwort vom 22. November 2010 beantragte 
die Y._____ unter anderem, auf die Widerklage sei unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen.

E. Mit Duplik und Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 hielt die X._____ an 
ihrem Widerklagebegehren fest und ergänzte ihre Anträge zur Hauptklage mit dem 
Eventualbegehren, die Forderung der Y._____ sei mit ihren Forderungen 
vollumfänglich zu verrechnen.

F. Am 14. März 2011 reichte die Y._____ eine Widerklageduplik und 
Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 GR-ZPO ein. 

G. Nach Durchführung des Beweisverfahrens, in dessen Rahmen 
insbesondere die Zeugen E._____ und F._____ einvernommen wurden, erkannte 
die Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ mit Entscheid vom 25. Oktober 
2012, mitgeteilt am 14. Januar 2013, wie folgt: 

 „1. In Gutheissung der Klage wird die X._____ verpflichtet, der Y._____ 
CHF 3‘819.80 zuzüglich 5 % Zins seit dem 18. August 2009 zu 
bezahlen.

2. Der von der X._____ in der Betreibung Nr. 2090765 (Betreibungsamt 
Kreis C._____, Forderung CHF 3‘819.80 zuzüglich 5 % Zins seit 18. 
August 2009) erhobene Rechtsvorschlag wird vollumfänglich 
beseitigt.

3. Auf die Widerklage wird nicht eingetreten.

4.a) Die Kosten des Kreisamtes C._____ in Höhe von CHF 266.00 sowie 
die Gerichtsgebühr von CHF 3‘000.00 gehen zu Lasten der X._____.

  b) Die X._____ hat die Y._____ mit CHF 14‘659.05 (inkl. Barauslagen 
und Mehrwertsteuer) aussergerichtlich zu entschädigen.

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilung]“

H. Dagegen erhob die X._____ am 14. Februar 2013 Beschwerde an das 
Kantonsgericht von Graubünden und stellte in der Sache folgende Anträge:

„1. Der Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ vom 25. 
Oktober 2012 im Verfahren mit der Proz. Nr. 135-2010-41 sei 
aufzuheben und es sei die Klage abzuweisen.

2. Eventualiter sei der Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht 
D._____ vom 25. Oktober 2012 im Verfahren mit der Proz. Nr. 135-
2010-41 aufzuheben, zur Ergänzung des Beweisverfahrens sowie zur 

Seite  4 — 34

Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin.

In prozessualer Hinsicht verlangte die X._____, dass die Zeugeneinvernahme von 
G._____, welche die Akten bei der Y._____ abgeholt habe und auch wesentlich 
bei der Durchsicht der erhaltenen Akten und Unterlagen beteiligt gewesen sei, 
nachgeholt werde.

I. In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. März 2013 beantragte die Y._____ die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. 

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und auf die Ausführungen der 
Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, im Folgenden 
eingegangen.

II. Erwägungen

1. Der angefochtene Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ 
vom 25. Oktober 2012 wurde den Parteien am 14. Januar 2013 mitgeteilt und 
somit nach Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) 
am 1. Januar 2011 eröffnet. Auf das vorliegende Rechtsmittelverfahren findet 
demnach im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren, welches noch nach der 
alten Bündnerischen Zivilprozessordnung (GR-ZPO; BR 320.000) durchgeführt 
wurde (vgl. Art. 404 Abs. 1 ZPO), die Schweizerische Zivilprozessordnung 
Anwendung (Art. 405 Abs. 1 ZPO).

2.a) Mit der Beschwerde anfechtbar sind insbesondere nicht berufungsfähige 
erstinstanzliche Endentscheide, Zwischenentscheide und Entscheide über 
vorsorgliche Massnahmen (Art. 319 lit. a ZPO). Die Beschwerde ist unter Beilage 
des angefochtenen Entscheids beim Kantonsgericht von Graubünden innert 30 
Tagen seit der Zustellung desselben schriftlich und begründet einzureichen (Art. 
321 Abs. 1 und 3 ZPO sowie Art. 7 Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]).

Der vorliegend angefochtene Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht 
D._____ stellt einen erstinstanzlichen Endentscheid dar, denn damit wurde das 

Seite  5 — 34

vorinstanzliche Verfahren teils durch Sachentscheid (Gutheissung der Klage), teils 
- hinsichtlich der Widerklage - durch Nichteintretensentscheid  beendet (vgl. Art. 
236 Abs. 1 ZPO; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., A._____ 
2013, Art. 308 N 14). Zudem ist der angefochtene Entscheid nicht berufungsfähig, 
da der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Klagebegehren unter Ausschluss 
des Widerklagebegehrens (Art. 94 Abs. 1 ZPO) Fr. 3‘819.90 und damit weniger als 
Fr. 10'000.-- beträgt (vgl. Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Beschwerde vom 14. Februar 
2013 gegen das am 14. Januar 2013 mitgeteilte Urteil ist auch zeitig. Sie ist ferner 
formgerecht, das heisst die Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils 
sowie eine schriftliche Begründung enthaltend.

b) Gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO entscheidet das Kantonsgericht von 
Graubünden in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert im 
Rechtsmittelverfahren wie im vorliegenden Fall Fr. 5'000.-- nicht überschreitet (vgl. 
auch die Verfügungen der I. Zivilkammer ZK1 11 37 vom 16. Juni 2011 und der II. 
Zivilkammer ZK2 11 15 vom 27. April 2011).

c) In ihrem Rechtsbegehren beantragt die Beschwerdeführerin die Aufhebung 
des Entscheids der Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ vom 25. Oktober 
2012, mithin auch die Aufhebung von Ziffer 3 des Dispositivs des angefochtenen 
Entscheids, womit auf die Widerklage nicht eingetreten wurde. Die 
Beschwerdeführerin begründet ihr diesbezügliches Begehren aber mit keinem 
Wort. Da ein Beschwerdeantrag ohne Begründung unzureichend ist, kann insoweit 
auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (Art. 321 Abs. 1 ZPO; vgl. dazu 
Sterchi, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 
2012, Art. 321 N 17 ff. und N 22; vgl. ferner - allerdings das Berufungsverfahren 
betreffend - Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 N 36 und Hungerbühler, in: 
Brunner/Gasser/
Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, Art. 311 N 
14 ff. und N 27 f. sowie ZR 110 (2011) S. 246; PKG 2000 Nr. 7 E. 3 und 5). Im 
Übrigen ist die Vorinstanz mangels - nach bündnerischem Zivilprozessrecht 
grundsätzlich erforderlicher (vgl. Art. 67 Abs. 2 GR-ZPO) - Vermittlung des 
Widerklagebegehrens völlig zu Recht auf die Widerklage nicht eingetreten (vgl. 
angefochtener Entscheid S. 5).

d) Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die 
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (Art. 320 

Seite  6 — 34

ZPO). Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung umfasst jeden Verstoss 
gegen geschriebenes und ungeschriebenes Recht. Die Beschwerdeinstanz 
überprüft entsprechende Rügen mit freier Kognition. Für die Beschwerde 
hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung gilt indessen eine beschränkte Kognition. 
Diesfalls ist eine qualifiziert fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts erforderlich, 
wobei „offensichtlich unrichtig“ gleichbedeutend mit willkürlich im Sinne von Art. 9 
BV ist (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., A._____ 2013, Art. 
320 N 3 ff.; Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Basel 2010, Art. 320 N 1 f.).

e) Der Beschwerdeführerin, welche gestützt auf die Schweizerische 
Zivilprozessordnung indirekt auch die Beweisverfügung vom 25. Mai 2011 
anfechten möchte (Beschwerde S. 4), wird von Seiten der Beschwerdegegnerin 
entgegengehalten, gemäss Art. 404 ZPO gelte das bisherige Verfahrensrecht bis 
zum Abschluss vor der betroffenen Instanz. Nach Art. 96 GR-ZPO könne der 
Gerichtspräsident bis zum Abschluss der Prozessvorbereitung auf die 
Beweisverfügung zurückkommen und laut Art. 108 GR-ZPO erhielten die Parteien 
zudem Gelegenheit, im Rahmen der Hauptverhandlung Anträge zur Durchführung 
des Beweisverfahrens zu stellen. Die Beschwerdeführerin habe es in den 
Rechtsschriften und an der Hauptverhandlung unterlassen, weitere Anträge zum 
Beweisverfahren zu stellen, weshalb die Beantragung der Zeugeneinvernahme 
von G._____ ein unzulässiges Novum darstelle (Beschwerdeantwort S. 3). 
Tatsächlich finden sich abgesehen vom beschwerdeführerischen Beweisantrag 
auf Einvernahme von G._____ (Beschwerde S. 26) keinerlei substantiierte 
Vorbringen im Zusammenhang mit der vorinstanzlichen Beweisverfügung vom 25. 
Mai 2011. Im Gegensatz zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin stellte die 
heutige Beschwerdeführerin den besagten Beweisantrag aber sehr wohl bereits in 
ihren Rechtsschriften vor Vorinstanz, denn sowohl in der Klageantwort und 
Widerklage vom 20. September 2010 (S. 8 f.) als auch in der Duplik und 
Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 (S. 12 f.) begehrte sie die 
Zeugeneinvernahme von G._____ beziehungsweise G._____. Entgegen dem, 
was die Beschwerdegegnerin glauben machen will, schadet es sodann nicht, dass 
die Beschwerdeführerin den Beweisantrag an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung nicht wiederholt hat. Ebenso wenig, wie im Geltungsbereich der 
Bündnerischen Zivilprozessordnung die unterlassene (selbständige) Anfechtung 
einer Beweisverfügung der Beantragung von vor erster Instanz abgelehnten 
Beweismitteln im Rechtsmittelverfahren entgegen steht (vgl. für das 

Seite  7 — 34

Berufungsverfahren PKG 1973 Nr. 4; nichts anderes gilt nach der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, vgl. Hasenböhler, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., A._____ 
2013, Art. 154 N 25), kann im Rechtsmittelverfahren eine Rolle spielen, ob 
abgelehnte Beweismittelanträge an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
wiederholt wurden. Demnach stellt die beschwerdeweise beantragte Einvernahme 
von G._____ kein Novum dar. Letztlich ist dies indessen ohne Relevanz, ist dieser 
Beweisantrag doch – wie sogleich zu zeigen sein wird - ohnehin abzulehnen.

f) Ihren Beweisantrag um Einvernahme von G._____ als Zeugin begründet 
die Beschwerdeführerin mit dem Hinweis, diese sei im Gegensatz zu F._____ viel 
intensiver mit der Mandatsübernahme und der Einarbeitung befasst gewesen und 
könne dazu dem Gericht noch viel detaillierter und genauer Auskunft geben 
(Beschwerde S. 26). Inwieweit G._____ genaue Auskünfte erteilen können sollte, 
führt die Beschwerdeführerin indessen nicht substantiiert aus. Wie sie sodann 
selbst andeutet, sind von allfälligen Aussagen von G._____ als Angestellter der 
neuen Treuhandgesellschaft der Beschwerdeführerin keine neuen 
entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, nachdem bereits F._____ 
einvernommen worden ist, welche ebenfalls bei der O._____ angestellt und seit 
Beginn mit dem Mandat der Beschwerdeführerin betraut ist. Unter diesen 
Umständen hat bereits die Vorinstanz zu Recht eine Auswahl aus den 
angebotenen Beweismitteln getroffen und - stillschweigend - in antizipierter 
Beweiswürdigung die beantragte Zeugeneinvernahme von G._____ abgelehnt 
(vgl. dazu Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., A._____ 2013, Art. 152 N 20 
ff.). Bei ihrem Hinweis auf den allenfalls erhöhten Detaillierungsgrad des 
mandatsspezifischen Kenntnisstandes von G._____ übersieht die 
Beschwerdeführerin ausserdem, dass ihre prozessualen Vorbringen in den 
erstinstanzlichen Rechtsschriften zu substantiieren sind und sie diese Aufgabe 
nicht einer Zeugin überlassen kann. Selbst wenn somit G._____ sehr detailliert 
über den vorliegenden Fall im Bilde sein sollte, könnte sich die 
Beschwerdeführerin dieses Wissen im Prozess nicht unbedingt zu Nutzen 
machen, zumal sie - wie im Folgenden wiederholt zu zeigen sein wird - ihrer 
Substantiierungslast vielerorts nur ungenügend nachgekommen ist, was teilweise 
gar dem Rückgriff auf die - nach der beschwerdeführerischen Darstellung weniger 
detaillierten - Zeugenaussagen von F._____ entgegen steht.

Seite  8 — 34

3.a) Die Vorinstanz hielt fest, zwischen den Parteien sei ein Auftragsverhältnis 
zustande gekommen, welches nebst Arbeiten für die Beschwerdeführerin auch 
Arbeiten für deren Geschäftsführerin, H._____, und deren Tochter I._____ 
enthalten habe. Aus verschiedenen Schreiben gehe hervor, dass die 
Beschwerdegegnerin tatsächlich Arbeiten im Steuerbereich für H._____ und 
I._____ erledigt habe. Gemäss Handelsregisterauszug sei H._____ seit dem Jahr 
2003 einziges Mitglied des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin und führe 
deren Geschäfte. Die Korrespondenz bezüglich der privaten Belange sei seitens 
der Beschwerdegegnerin grundsätzlich auch an die Adresse der 
Beschwerdeführerin, zu Handen von H._____, gesandt worden. Weiter hätten sich 
H._____ und I._____ in der Regel des Geschäftspapiers der Beschwerdeführerin 
oder der geschäftlichen E-Mail-Adresse bedient, auch wenn sie sich bezüglich der 
persönlichen Belange an die Beschwerdegegnerin gewandt hätten. Dies lasse 
erkennen, dass H._____ ihre privaten Angelegenheiten – zumindest in gewissen 
Belangen wie dem Steuerbereich – mit ihrer Funktion als Geschäftsführerin der 
Beschwerdeführerin verbunden habe. Sie habe damit in ihrer Eigenschaft als 
Vertreterin der Beschwerdeführerin die von der Beschwerdegegnerin erbrachten 
Dienstleistungen auch entgegengenommen, soweit diese eigentlich private 
Angelegenheiten von ihr und ihrer Tochter betroffen hätten. H._____ als einzige 
Geschäftsführerin und einziges Verwaltungsratsmitglied der Beschwerdeführerin 
habe den Überblick über sämtliche Arbeiten gehabt, welche die 
Beschwerdegegnerin für die Gesellschaft ausgeführt habe. Auch wenn die 
Rechnungen nicht detailliert ausgewiesen hätten, welche einzelnen Arbeiten in 
einer bestimmten Periode erbracht worden seien, so habe sie dennoch Kenntnis 
von denselben gehabt, zumal die ganze Korrespondenz zu ihren Handen 
abgewickelt worden und sie die einzige Ansprechsperson für die 
Beschwerdeführerin im Aussenverhältnis zur Beschwerdegegnerin gewesen sei. 
So habe sie auch Bescheid darüber gewusst, dass die Beschwerdeführerin 
Steuererklärungen für sie und ihre Tocher I._____ erstellt habe. Durch Bezahlung 
der Rechnungen habe die Beschwerdegegnerin schliesslich anerkannt, mit dieser 
Vorgehensweise einverstanden zu sein. Dass die Beschwerdegegnerin die 
Arbeiten für die privaten Belange von H._____ und I._____ nicht unentgeltlich 
ausgeführt habe, sei H._____ als Vertreterin der Beschwerdeführerin und 
Geschäftsfrau bekannt gewesen, zumal diese Arbeiten auch in der Vergangenheit 
über die Beschwerdeführerin abgerechnet worden seien. Schliesslich habe die 
Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht, dass über diese privaten 
Arbeiten anderweitig abgerechnet worden sei (angefochtener Entscheid S. 8 ff.).

Seite  9 — 34

b) Dagegen führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, die Vorinstanz 
habe Tatsachen von elementarer Wichtigkeit im Rahmen der Beweiswürdigung 
ausgeklammert, Beweise inkonsequent gewürdigt und zuletzt ausschliesslich auf 
die Aussagen des Zeugen E._____ abgestellt, welcher vom Ausgang des 
Prozesses als Partner der Beschwerdegegnerin unmittelbar betroffen sei und 
daran offensichtlich ein eigenes Interesse habe. Bei korrekter Würdigung der 
Beweise wäre die Vorinstanz zum Schluss gelangt, dass die privaten Arbeiten für 
H._____ und I._____ nicht Gegenstand des Auftrags zwischen den Parteien seien 
und es damit in dieser Hinsicht an der Passivlegitimation fehle. Im Rahmen eines 
Treuhandmandates bestehe die Zweckerreichung in der Erstellung einer 
vollständigen, verständlichen, klaren und insbesondere korrekten und wahren 
Buchhaltung, wie dies auch das Gesetz in Art. 958c OR verlange. Entgegen der 
Vorinstanz sei vorliegend die Tätigkeit der Beschwerdegegnerin als 
Revisionsstelle der Beschwerdeführerin von grosser Relevanz. Dass die 
Beschwerdegegnerin in ihrer Funktion als Revisionsstelle Jahr für Jahr das 
Nichtausscheiden des angeblichen Privatanteils gekannt und ohne jede 
Beanstandung jedes Jahr aufs Neue abgesegnet habe, bestätige eindeutig, dass 
auch die Beschwerdegegnerin von mehreren Auftragsverhältnissen ausgegangen 
sei und auch ausgehen habe müssen. Die Beschwerdegegnerin hätte die von ihr 
erbrachten Leistungen für die Beschwerdeführerin sowie H._____ und I._____ 
entweder auf drei separate Rechnungen aufteilen müssen, oder dann hätte sie in 
ihrer Funktion als Revisionsstelle intervenieren müssen, als sie festgestellt habe, 
dass nach einer pauschalen Rechnungsstellung ein allfälliger Privatanteil von 
H._____ und I._____ in der Buchhaltung der Beschwerdeführerin nicht 
ausgeschieden worden sei. Die Beschwerdeführerin habe gar nicht wissen 
können, ob in den ihr bis anhin zugestellten Rechnungen Aufwendungen für 
private Arbeiten mit enthalten gewesen seien oder nicht. Den der 
Beschwerdeführerin zugestellten Rechnungen sei einzig zu entnehmen, dass 
ausschliesslich die für die Beschwerdeführerin getätigten Arbeiten verrechnet 
worden seien. Dass betreffend der privaten Belange der E-Mail-Verkehr nur „in der 
Regel“ über die geschäftliche Adresse abgewickelt worden sei, belege, dass der 
angefochtene Entscheid im Wesentlichen auf reinen Mutmassungen und 
willkürlichen „Zurechtrückungen“ basiere. Die Bezeichnung des Mandatskontos 
durch die Beschwerdegegnerin als „H._____“ (für H._____) werfe weiter die Frage 
auf, weshalb denn dieses Konto nicht mit einer für die Firma der 
Beschwerdeführerin stehenden Abkürzung betitelt worden sei (Beschwerde S. 6 
ff.).

Seite  10 — 34

c) Indem die Vorinstanz mangels einer (schriftlichen) Vertragsurkunde den 
Inhalt des zwischen den Parteien zustande gekommenen Auftrags auf der 
Grundlage des Verhaltens der Parteien nach Vertragsabschluss ermittelt hat, hat 
sie den wirklichen Parteiwillen festgestellt, welcher vom Einzelrichter in 
Zivilsachen als Beschwerdeinstanz nur auf offensichtliche Unrichtigkeit überprüft 
werden kann (vgl. dazu Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches 
Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band I, 9. Aufl., A._____ 2008, N 1215 und 
1200). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin stellen zum grössten Teil aber 
lediglich ihre eigene Sicht der Dinge dar; die Rüge, die Vorinstanz sei bei ihrem 
Entscheid in Willkür verfallen, erweist sich bei näherer Betrachtung als 
unbegründet. 

d) Die Beschwerdeführerin verkennt zunächst, dass sich die Vorinstanz bei 
ihrem Erkenntnis keineswegs ausschliesslich auf den Zeugen E._____ gestützt 
hat. In erster Linie stellte sie vielmehr auf die von den Parteien eingelegten 
Urkunden ab. So führte die Vorinstanz auch selbst aus, die – mit angemessener 
Zurückhaltung zu würdigenden – Aussagen des Zeugen E._____ bestätigten 
regelmässig die Schlussfolgerungen, wie sie sich bereits aus der Würdigung der 
übrigen Beweise ergäben (angefochtener Entscheid S. 10). Entgegen den 
Behauptungen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 14) hat die Vorinstanz 
sodann nicht selbst festgestellt, H._____ habe gewünscht, dass die Leistungen für 
private Arbeiten über die Aktiengesellschaft abgerechnet würden. Sie hat 
diesbezüglich lediglich die Zeugenaussage von E._____ (in indirekter Rede und 
vor dem Hintergrund der klägerischen Behauptungen) wiedergegeben, ohne 
selbst darüber eine eigene Feststellung zu treffen. Fest steht jedenfalls, dass – 
wie sogleich darzulegen sein wird -  nach dem Inhalt des zwischen den Parteien 
geschlossenen Vertrages auch die für H._____ und I._____ erbrachten 
Leistungen über die Beschwerdeführerin abzurechnen waren. Ob dies auf 
(ausdrücklichen) Wunsch einer Partei erfolgte, ist irrelevant, weshalb es sich für 
die Vorinstanz auch gar nicht aufdrängte, hierüber eine Feststellung zu treffen.

e) Entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 9 unten) ist nicht 
nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz zu Unrecht die Aussagen der Zeugin 
F._____ unberücksichtigt gelassen haben sollte. Inwiefern diese Zeugenaussagen 
einen Rückschluss auf den Inhalt des zwischen den Parteien abgeschlossenen 
Vertrages geben könnten, ist unerfindlich, denn als Angestellte der neuen 
Treuhandgesellschaft der Beschwerdeführerin kam sie erst nach der Auflösung 
des hier zu beurteilenden Auftragsverhältnisses ins Spiel. Entsprechend findet 

Seite  11 — 34

sich in ihren Aussagen auch nichts, das in diesem Zusammenhang relevant sein 
könnte. 

f) Im Beschwerdeverfahren ist nebst der Qualifikation des fraglichen 
Vertragsverhältnisses als Auftrag gänzlich unbestritten geblieben, dass – wie es 
sich auch hinlänglich aus den Akten ergibt - die Beschwerdegegnerin für H._____ 
und I._____ jahrelang Arbeiten im Steuerbereich erledigte und dass H._____ als 
Geschäftsführerin und einziges Verwaltungsratsmitglied der Beschwerdeführerin 
vollumfänglich über die von Seiten der Beschwerdegegnerin für die 
Beschwerdeführerin sowie H._____ und I._____ ausgeführten Arbeiten Bescheid 
wusste. Ebenso beanstandet die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche 
Feststellung, wonach die Beschwerdegegnerin die der umstrittenen Rechnung 
vom 21. April 2009 zu Grunde liegenden Arbeiten tatsächlich erbracht habe und 
die verrechneten Stundenansätze im Rahmen der Honorarempfehlungen der 
Treuhand-Kammer lägen und somit angemessen seien, vor Kantonsgericht mit 
keinem Wort. Die von ihr vorgebrachte Rüge, sie habe gar nicht wissen können, 
ob in den ihr bis anhin zugestellten Rechnungen Aufwendungen für private 
Arbeiten mit enthalten gewesen seien oder nicht, tatsächlich sei dies denn auch 
nicht der Fall gewesen, ist haltlos. H._____ war es angesichts der in der 
Vergangenheit gestellten und bezahlten Honorarrechnungen (kB 21 und 22) 
bewusst, dass die Beschwerdegegnerin ihre Arbeiten im Steuerbereich ganz 
grundsätzlich nur gegen Entgelt erbrachte. Etwas anderes macht sie auch nicht 
geltend. Ihr sinngemässes Vorbringen, die in den Akten liegenden Rechnungen 
seien ihr möglicherweise gar nicht in dieser Form zugestellt worden (Beschwerde 
S. 13), ist unzutreffend, denn im bisherigen Verfahren hat sie diesen Einwand 
nicht erhoben und in diesem Zusammenhang auch darauf verzichtet, eigene 
Beweismittel einzureichen, welches Verhalten durchaus der freien 
Beweiswürdigung unterliegt. Bereits die in den Akten liegende Korrespondenz 
zwischen H._____ und der Beschwerdegegnerin lässt darauf schliessen, dass die 
für Erstere zu erledigenden steuerlichen Arbeiten relativ umfangreich waren (unter 
anderem Liegenschaften in Deutschland und C._____, vgl. Replik kB 24 und 35). 
Dazu kamen noch regelmässig die für I._____ vorzunehmenden Leistungen. Da 
eine allfällige kostenlose Ausführung dieser über Jahre hinweg erbrachten 
Leistungen vor diesem Hintergrund von Vornherein nicht in Betracht zu ziehen war 
und eine anderweitige Verrechung dieser Arbeiten von keiner Seite auch nur 
behauptet wird, ist der erkennende Einzelrichter in Zivilsachen davon überzeugt, 
dass die der Beschwerdeführerin in Rechnung gestellten, mitunter stets mit 
„Erledigen von steuerlichen Arbeiten“ bezeichneten Leistungen immer auch die für 

Seite  12 — 34

H._____ und I._____ ausgeführten Arbeiten beinhalteten und dies H._____ als 
Geschäftsführerin und einzigem Verwaltungsratsmitglied der Beschwerdeführerin 
und damit auch Letzterer bekannt war (sog. Wissensvertretung, vgl. dazu Böckli, 
Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl., A._____ 2009, § 13 N 513 mit Hinweisen). 

g) Weshalb das Konto der Beschwerdeführerin in der Buchhaltung der 
Beschwerdegegnerin mit dem Namen von H._____ bezeichnet wurde, ist 
entgegen der Erstgenannten völlig irrelevant. Jedenfalls kann daraus nicht der 
Schluss gezogen werden, es habe ausschliesslich mit H._____ persönlich ein 
Auftragsverhältnis bestanden. Auch kann nicht mit Erfolg behauptet werden, der 
angefochtene Entscheid basiere auf reinen Mutmassungen, da in den privaten 
Belangen der E-Mail-Verkehr „nur“ regelmässig über die geschäftliche Adresse 
abgewickelt worden sei. Hierbei handelt es sich durchaus um ein taugliches 
Kriterium für die Beurteilung, ob das zwischen den Parteien bestehende 
Auftragsverhältnis auch die Leistungen zu Gunsten von H._____ und I._____ 
umfasste. Letztlich ist darauf hinzuweisen, dass H._____ entgegen den 
Ausführungen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 12) sehr wohl mit ihr 
arbeitsvertraglich verbunden ist (Replik kB 7 und 10-13), weshalb einer Erledigung 
ihrer steuerlichen Arbeiten im Auftrag der Beschwerdeführerin nicht von 
Vornherein jeder Sinn abgesprochen werden kann. Somit ist es nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz davon ausgegangen ist, nach dem Inhalt des 
zwischen den Parteien geschlossenen Vertrages habe dieser auch die für 
H._____ und I._____ auszuführenden steuerlichen Arbeiten umfasst und die 
Beschwerdeführerin schulde im Grundsatz das ihr in Rechnung gestellte Honorar.

h) An diesem Ergebnis vermag auch die von der Beschwerdeführerin 
eingebrachte Diskussion um dessen Vereinbarkeit mit den Grundsätzen 
ordnungsmässiger Rechnungslegung und den an die Revision der X._____ 
aufgestellten Erfordernissen nichts zu ändern. Denn selbst wenn davon 
ausgegangen würde, die Abrechnung von steuerlichen Arbeiten für H._____ und 
I._____ über die Beschwerdeführerin stosse sich an einer ordnungsgemässen 
Buchführung und/oder Revision, hätte dies die Parteien nicht daran gehindert, 
einen Vertrag mit genau diesem Inhalt abzuschliessen. Bei ihrer Argumentation 
übersieht die Beschwerdeführerin ausserdem, dass die Beschwerdegegnerin – 
wie bereits die Vorinstanz richtig festgehalten hat (angefochtenes Urteil S. 20) – 
nach den diesbezüglich übereinstimmenden Ausführungen der Parteien vor 
Vorinstanz gar nicht die Buchführung der Beschwerdeführerin zu erledigen hatte. 
In diesem Zusammenhang wirkte die Beschwerdegegnerin vielmehr nur beratend 

Seite  13 — 34

und unterstützte so die bei der Beschwerdeführerin angestellte K._____, welche 
offenbar für die Buchführung zuständig war (Klage vom 28. Juni 2010 S. 3, 
Klageantwort und Widerklage vom 20. September 2010 S. 4, Duplik und 
Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 6, widersprüchlich dazu freilich S. 8 f.). 
Hätte die Beschwerdeführerin ihre (in der Vergangenheit stets beglichenen) 
Schulden gegenüber der Beschwerdegegnerin für die von dieser erbrachten 
Dienstleistungen in ihren Büchern anders erfassen wollen, als sie es offenbar 
getan hat, wäre dies demnach in erster Linie an ihr selbst gelegen und nicht an 
der insoweit lediglich beratend tätigen Beschwerdegegnerin. Abgesehen davon, 
dass im Übrigen schleierhaft ist, welchen Einfluss eine allfällige Verletzung der 
Pflicht der Beschwerdegegnerin zur Beratung in Buchführungsangelegenheiten 
auf die Ermittlung des Inhalts des zwischen den Parteien bestehenden 
Vertragsverhältnisses haben könnte, begründet die Beschwerdeführerin eine 
solche angebliche Pflichtverletzung auch nicht weiter. Ebenso wenig lassen sich 
aus der jahrelangen Tätigkeit der Beschwerdegegnerin als Revisionsstelle der 
Beschwerdeführerin irgendwelche Rückschlüsse auf den hier zur Diskussion 
stehenden Vertragsinhalt ziehen. Diesbezügliche allfällige Pflichtverletzungen 
bilden nicht Verfahrensgegenstand, nachdem die Beschwerdeführerin ihre geltend 
gemachten Ansprüche auf Honorarminderung (die umstrittene Honorarrechnung 
umfasst keinerlei Aufwand für irgendwelche Revisionstätigkeiten) und ihre 
Verrechnungsforderungen gar nicht mit einer allfälligen Schlechterfüllung der 
beschwerdegegnerischen Revisionstätigkeit begründet.

4.a) Die Vorinstanz verweigerte die geltend gemachte Reduktion 
beziehungsweise den Wegfall der eingeklagten und ausgewiesenen 
Honorarforderung. Betreffend das die Parteien verbindende Auftragsverhältnis 
habe die Beschwerdeführerin nicht konkret geltend gemacht, dass die 
Beschwerdegegnerin ihrer Ablieferungspflicht nicht nachgekommen sei. Die 
angeblich fehlenden Unterlagen beträfen vielmehr die L._____, die M._____, 
sowie N._____. Die Beschwerdegegnerin weise durch Einlage verschiedener 
Schreiben nach, dass sie Dokumente, welche sie im Zuge des zwischen den 
Parteien bestehenden Auftragsverhältnisses geschaffen habe, der 
Beschwerdeführerin beziehungsweise direkt Veronika oder I._____ zugestellt 
habe. Dies bestätige auch der Zeuge E._____. Eine Verletzung der 
Ablieferungspflicht im Auftragsverhältnis zwischen den Parteien habe daher nicht 
erstellt werden können. Bezüglich unsorgfältiger Auftragserledigung im 
Zusammenhang mit der Ausführung des Auftrags durch die Beschwerdegegnerin 
für die Beschwerdeführerin (und in deren Namen auch für H._____ und I._____) 

Seite  14 — 34

bringe die Beschwerdeführerin sehr wenige konkrete Behauptungen vor. Soweit 
die Beschwerdeführerin geltend mache, dass die Arbeiten nicht immer 
termingerecht erledigt worden seien, bringe sie dafür keine konkreten Beispiele 
vor. Aus verschiedenen im Recht liegenden Schreiben gehe hervor, dass die 
Beschwerdegegnerin sowohl die Beschwerdeführerin als auch H._____ mehrmals 
auffordern habe müssen, die für die Auftragsausführung benötigten Unterlagen 
bereitzustellen. Auch der Zeuge E._____ habe bestätigt, dass die deutsche 
Steuerberaterin von H._____ mehrmals habe gemahnt werden müssen, weil sie 
die benötigten Unterlagen nicht ausgehändigt habe. Hinsichtlich dem Vorwurf, 
durch Vornahme falscher Buchungen latente Steuerrisiken geschaffen zu haben, 
würden die Zeugenaussagen von E._____ durch im Recht liegende Urkunden 
bestätigt. H._____ und E._____ hätten am 12. April 2007 eine E-Mail-
Korrespondenz geführt, welche steuerliche Korrekturen betreffend die 
Aufrechnung von Warenbezügen sowie eines Privatanteils bezüglich des 
Fahrzeugs und übriger Spesen zum Gegenstand gehabt hätten. In einem 
Schreiben vom 16. Mai 2007 sei H._____ seitens der Beschwerdegegnerin über 
die diesbezüglichen Vereinbarungen mit dem Steuerkommissär informiert worden. 
Damit sei ausgewiesen, dass diese Problematik der Beschwerdeführerin bekannt 
gewesen sei (angefochtener Entscheid S. 18 ff.). 

b) Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, am 24. Juni 2009 sei an 
Unterlagen der Beschwerdeführerin ein einziger Ordner übergeben worden. 
Gefehlt hätten Steuererklärungen, diverse Verträge, sowie sämtliche 
Geschäftsunterlagen der Jahre 2002-2006. Der Vorinstanz hätte angesichts der 
rund siebenjährigen Vertragsbeziehung zwischen den Parteien klar sein müssen, 
dass mit der Übergabe eines einzigen Ordners der auftragsrechtlichen 
Ablieferungspflicht nicht genüge getan worden sei. Dass die während sieben 
Jahren angehäuften Unterlagen sehr umfangreich seien und die 
Beschwerdeführerin nicht jedes einzelne Dokument habe nennen können, werde 
von der Vorinstanz komplett ausgeblendet. Einmal mehr habe die Vorinstanz auf 
irrelevante Beilagen der Beschwerdegegnerin und einmal mehr auf die Aussagen 
des Zeugen E._____ abgestellt. Den Aussagen der Zeugin F._____ könne nicht 
nur entnommen werden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Ablieferungspflicht 
verletzt habe, sondern auch, dass der Beschwerdeführerin für die Rekonstruktion 
der Buchhaltungsunterlagen ein Mehraufwand und damit ein Schaden von 
mindestens Fr. 8'477.50 entstanden sei. Wie aus den von der Beschwerdeführerin 
eingereichten Beweismitteln ohne weiteres ersichtlich sei, seien auch die 
vorgenommenen Arbeiten mangelhaft gewesen. Die Zeugin F._____ habe 

Seite  15 — 34

bestätigt, dass die Buchhaltungsunterlagen einerseits nicht auf dem neusten 
Stand gewesen und andererseits nicht korrekt geführt worden seien. In der 
Buchhaltung sei Provisorisches als definitiv erschienen. Ebenso hätten 
Buchungen neu erfasst werden müssen (Beschwerde S. 15 ff.).

c) Gemäss Art. 398 OR haftet der Beauftragte im Allgemeinen für die gleiche 
Sorgfalt wie der Arbeitnehmer im Arbeitsverhältnis (Abs. 1). Er haftet dem 
Auftraggeber für getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen 
Geschäftes (Abs. 2). Der Auftrag gilt als erfüllt, wenn der angestrebte Erfolg durch 
die Tätigkeit eintritt oder wenn alles getan wird, was erfahrungsgemäss zum Erfolg 
führt (Weber, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Obligationenrecht I, 5. Aufl., Basel 2011, Art. 398 N 24). Nach Art. 400 Abs. 1 OR 
ist der Beauftragte ferner schuldig, auf Verlangen jederzeit über seine 
Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, was ihm infolge derselben 
aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu erstatten. Die Ablieferungspflicht 
erstreckt sich aber nicht nur auf das, was der Beauftragte vom Auftraggeber 
erhält, sondern auch auf alles, was er in Ausführung des Auftrages von Dritten 
erlangt. Schliesslich ist er auch gehalten, all diejenigen Gegenstände abzuliefern, 
die zu schaffen er sich verpflichtet hat. Ausgeschlossen sind demgegenüber etwa 
vorbereitende Studien, interne Notizen (zum Beispiel Aktennotizen), Entwürfe 
sowie Materialsammlungen. Im Rahmen seiner Rechenschaftspflicht hat der 
Beauftragte jedoch dem Auftraggeber auf Verlangen von diesen Unterlagen 
Kopien anzufertigen, wobei Letzterer die daraus entstehenden Kosten zu 
übernehmen hat (vgl. Fellmann, Berner Kommentar zum Schweizerischen 
Privatrecht, Band IV: Obligationenrecht, 2. Abteilung: Die einzelnen 
Vertragsverhältnisse, 4. Teilband: Der einfache Auftrag, Bern 1992, Art. 400 N 115 
f. und 136).

In der Rechtsprechung und Lehre wird mehrheitlich davon ausgegangen, dass ein 
Honorar gemäss dem Äquivalenzgedanken nur bei korrekter und 
sorgfaltsgemässer Auftragsausführung geschuldet ist. Eine relevante Unsorgfalt 
führt zum Wegfall der Honorarforderung beziehungsweise berechtigt zur 
Honorarreduktion, nicht nur zur Geltendmachung von Schadenersatz. Im Falle der 
Verletzung oder Schlechterfüllung des Auftrags besteht somit nur für diejenigen 
Tätigkeiten ein Honoraranspruch, welche vertragskonform ausgeführt worden 
sind. Wird hingegen die Auftraggeberin durch eine Schadenersatzleistung nicht 
nur wertmässig, sondern auch tatsächlich so gestellt, wie wenn der Auftrag richtig 
erfüllt worden wäre, ist eine Gegenleistung entsprechend dem Wert der Arbeit der 

Seite  16 — 34

Beauftragten geschuldet (vgl. zum Ganzen Weber, a.a.O., Art. 394 N 43 mit 
zahlreichen Hinweisen). Beim Recht auf Honorarreduktion handelt es sich seiner 
Natur nach um ein Gestaltungsrecht. Solche sind im Allgemeinen nicht abtretbar, 
sondern untrennbar mit dem Schuldverhältnis (hier: Auftragsverhältnis) als 
Ganzem verbunden (vgl. dazu Gauch/Schluep/Schmid/Rey/Emmenegger, 
Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band II, 9. Aufl., Zürich 
2008, N 3624). Entsprechend hat die Vorinstanz zu Recht im Hinblick auf eine 
allfällige Honorarreduktion von Vornherein nur solche behaupteten 
Vertragsverletzungen berücksichtigt, die sich auf das Vertragsverhältnis zwischen 
den Parteien beziehen. Allfällige Vertragsverletzungen aus den Verhältnissen 
zwischen der Beschwerdegegnerin und der L._____, der M._____, und N._____ 
sind demgegenüber richtigerweise beiseite zu lassen. Die Beschwerdeführerin 
bringt denn auch gar nichts anderes vor.

d) Auf den vorinstanzlichen Vorhalt, die Beschwerdeführerin habe betreffend 
das die Parteien verbindende Vertragsverhältnis keine konkrete Verletzung der 
Ablieferungspflicht der Beschwerdegegnerin geltend gemacht, geht Erstere nicht 
weiter ein, sondern verweist lediglich auf den grossen Umfang der sich 
angehäuften Unterlagen (Beschwerde S. 15) und ist im Übrigen der Auffassung, 
der Nachweis der Erfüllung der Ablieferungspflicht obliege der 
Beschwerdegegnerin als Beauftragter (Beschwerde S. 17). Sie verkennt dabei, 
dass eine allfällige Verletzung der Ablieferungspflicht nach den allgemeinen 
Grundsätzen von der Beschwerdeführerin jedenfalls zu behaupten und - 
zumindest mangels Anerkennung durch die Gegenseite - zu substantiieren ist, 
zumal die Beschwerdeführerin daraus zu ihren Gunsten eine Honorarreduktion 
beziehungsweise gar einen Wegfall des Honorars abzuleiten gedenkt. 

Die Beschwerdegegnerin übergab der Beschwerdeführerin am 24. Juni 2009 
unbestrittenermassen relativ umfangreiche Unterlagen (angefochtener Entscheid 
S. 17) und stellte sich ferner auf den Standpunkt, die übrigen bei ihr vorhandenen 
Akten (Revisionsnotizen, Kopien, Korrespondenz etc.) würden als interne 
Arbeitspapiere betrachtet (bB 4). Gegenüber dem beschwerdeführerischen Vorhalt 
fehlender Unterlagen (Schreiben vom 30. Juni 2009, bB 8) verneinte die 
Beschwerdegegnerin dem Sinn nach den Besitz an irgendwelchen 
ablieferungspflichtigen Dokumenten (E-Mail vom 1. Juli 2009, Bb 9). Dieselbe 
Auffassung vertrat die Beschwerdegegnerin auch in ihren Rechtsschriften vor 
Vorinstanz (Replik und Widerklageantwort vom 22. November 2010 S. 12 f. und 
20 ff.; Widerklageduplik und Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 GR-ZPO vom 14. 

Seite  17 — 34

März 2011 S. 6). Dies hätte die Beschwerdeführerin dazu veranlassen müssen, 
die Gegenstand der von ihr vorgebrachten Ablieferungspflicht bildenden 
Schriftstücke einigermassen konkret zu bezeichnen. Die Anforderungen an diese 
sogenannte Substantiierungslast ergeben sich nämlich einerseits aus den 
Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem 
prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Massgebende Tatsachenbehauptungen 
müssen dabei so konkret formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten 
möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 III 365 E. 2b 
mit Hinweisen). Bestreitet der Prozessgegner das an sich schlüssige Vorbringen 
der behauptungsbelasteten Partei, kann diese gezwungen sein, die 
rechtserheblichen Tatsachen nicht nur in den Grundzügen, sondern so umfassend 
und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen werden kann (BGE 127 
III 365 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch Hausheer/Jaun, Die Einleitungsartikel des 
ZGB, Bern 2003, N 42 f. zu Art. 8, 9 und 10 ZGB). Die Beschwerdeführerin 
machte jedoch in ihren Rechtsschriften vor Vorinstanz kein einziges Dokument 
namhaft, welches ihr angeblich vorenthalten wurde. Die Behauptung, die 
Aushändigung „zahlreiche[r] Unterlagen wie Steuererklärungen, 
Jahresabschlüsse“ sei unterblieben (Klageantwort und Widerklage vom 20. 
September 2010 S. 7), ist völlig unbestimmt. Vor allem aber handelt es sich 
hierbei – wie aus dem Schreiben vom 29. Juni 2009 (bB 6) hervorgeht, womit die 
Beschwerdeführerin ihr diesbezügliches Vorbringen untermauern möchte – gar 
nicht um angeblich der Beschwerdeführerin vorenthaltene Dokumente, werden 
doch im entsprechenden Beweismittel ausschliesslich fehlende Unterlagen der 
L._____, der M._____, und von N._____ bemängelt. Auch aus den übrigen Akten 
geht nicht hervor, dass die Beschwerdegegnerin die Ablieferung von Unterlagen 
der Beschwerdeführerin oder von H._____ und I._____ unterlassen haben könnte. 
Einzig im E-Mail des beschwerdeführerischen Rechtsvertreters vom 2. Juli 2009 
rügte dieser das Fehlen von Kopien der Steuerunterlagen von H._____ und von 
sämtlichen Unterlagen (Steuererklärungen, Verträge etc.) betreffend die 
Beschwerdeführerin (bB 9). In den Rechtsschriften vor Vorinstanz fehlten 
entsprechende, hinreichend konkrete Vorbringen aber gänzlich. Das 
Zusammentragen des rechtserheblichen Sachverhalts aus den Beilagen ist 
grundsätzlich nicht Aufgabe der Gegenpartei oder des erkennenden Gerichts (vgl. 
dazu PKG 1997 Nr. 5 Erw. 2a; 2002 Nr. 7 Erw. 4). Abgesehen davon, wurden die 
angeblich fehlenden Unterlagen auch im angesprochenen E-Mail nicht so konkret 
bezeichnet, dass darüber Beweis hätte abgenommen werden können. Bei 
genügender Spezifizierung hätte sich die Beschwerdegegnerin nicht darauf 

Seite  18 — 34

beschränken müssen, durch Einlage zahlreicher Schreiben nachzuweisen, dass 
sie verschiedene, im Zuge des zwischen den Parteien bestehenden 
Auftragsverhältnisses geschaffene Dokumente der Beschwerdeführerin 
beziehungsweise direkt H._____ und I._____ zugestellt hat (vgl. etwa kB 5, 7, 8, 
9, 12, 13, 14, 15, Replik kB 17, 18, 31, 32). Vielmehr wäre es ihr gegebenenfalls 
möglich gewesen, konkret Gegenbeweis zu führen. Ausserdem fällt auf, dass die 
Beschwerdeführerin die ihr angeblich vorenthaltenen Dokumente offenbar auf 
Originalunterlagen beschränkt (Beschwerde S. 16), während vorprozessual auch 
noch Kopien zur Diskussion standen (bB 9), was gar nicht die von der 
Beschwerdeführerin angesprochene Ablieferungspflicht, sondern eher die 
Rechenschaftspflicht der Beschwerdegegnerin beschlagen hätte. Schliesslich 
macht die Beschwerdeführerin auch mit keinem Wort geltend, zufolge einer 
allfälligen Verletzung der Rechenschaftspflicht, die sich als Vorleistungspflicht 
qualifiziert und deren vollständige und richtige Erfüllung die Beauftragte zu 
beweisen hätte (Fellmann, a.a.O., Art. 400 N 96 und 60), habe sie ihre behauptete 
Ablieferungsforderung nicht substantiieren können (vgl. dazu Fellmann, a.a.O., 
Art. 400 N 15, 56, 60 und 92). Nicht einmal aufgrund der prozessualen Vorbringen 
der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den angeblich vorenthaltenen 
Schriftstücken kann demnach auf eine allfällige Verletzung der Ablieferungspflicht 
der Beschwerdegegnerin geschlossen werden. Mit anderen Worten fehlt eine 
substantiiert behauptete Verletzung der Ablieferungspflicht der 
Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin.

e) Soweit in der Beschwerde mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 
ausgeführt wird, die Beschwerdegegnerin habe dieser gegenüber die Ablieferung 
von Steuererklärungen, diversen Verträgen sowie sämtlichen Geschäftsunterlagen 
2002-2006 unterlassen, handelt es sich nach dem Ausgeführten um neue und 
deshalb unzulässige Behauptungen. Abgesehen davon fehlen aber auch bei 
dieser Umschreibung wiederum konkrete Angaben über vorenthaltende 
Dokumente, weshalb die Beschwerdeführerin auch hier ihrer 
Substantiierungsobliegenheit nicht genügt. Der angeblich grosse Umfang an 
fehlenden Dokumenten würde die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht davon 
abhalten, zumindest einen Teil davon konkret zu bezeichnen und damit ein 
Beweisverfahren darüber zu ermöglichen sowie den Weg für den Gegenbeweis zu 
ebnen. Ebenso neu ist die Behauptung, durch die Verletzung der 
Ablieferungspflicht gegenüber der Beschwerdeführerin habe die 
Beschwerdegegnerin der Erstgenannten einen Schaden von mindestens Fr. 
8'477.50 zugefügt, welcher durch die Rekonstruktion der Buchhaltungsunterlagen 

Seite  19 — 34

entstanden sei (Beschwerde S. 17). Es fällt auf, dass es sich beim erwähnten 
Betrag auf den Rappen genau um die Summe aus den auf Grund angeblicher 
Pflichtverletzungen der Beschwerdegegnerin aus den Vertragsverhältnissen mit 
der L._____, der M._____, sowie N._____ geltend gemachten 
Verrechnungsforderungen handelt. Wiederholend ist aber darauf hinzuweisen, 
dass die Beschwerdeführerin aus allfälligen Vertragsverletzungen der 
Beschwerdegegnerin gegenüber der L._____, der M._____, sowie N._____ von 
Vornherein keine Reduktion des von ihr selbst geschuldeten Honorars in Anspruch 
nehmen kann. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die 
Beschwerdeführerin die von ihr geltend gemachte Reduktion beziehungsweise 
den Wegfall des der Beschwerdegegnerin zustehenden Honorars nicht auf eine 
Verletzung der Ablieferungspflicht stützen kann.

f) Dass die Beschwerdegegnerin, wie F._____ als Zeugin ausgesagt hat 
(Zeugenaussage F._____ S. 5), in der Steuererklärung 2007 die Deklaration eines 
Bankdepots von H._____ vergessen haben soll, hat die Beschwerdeführerin in 
ihren vorinstanzlichen Rechtsschriften nie vorgebracht, weshalb diese Behauptung 
nunmehr (Beschwerde S. 26) verspätet erfolgt. In ihren restlichen Ausführungen 
zum geltend gemachten Wegfall der Honorarforderung (Beschwerde S. 17 Rz 38 
f.) begnügt sich die Beschwerdeführerin praktisch damit, die Aussage der Zeugin 
F._____ bruchstückhaft wiederzugeben. Ein Bezug zu den Ausführungen der 
Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ (angefochtener Entscheid S. 19 f.) fehlt 
gänzlich. Da der angefochtene Entscheid ausserhalb konkreter Rügen und einer 
hinreichenden Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Entscheidgründen 
keiner Überprüfung durch das Kantonsgericht unterliegt, ist auf die angeblichen 
Pflichtverletzungen nicht weiter einzugehen (vgl. vorstehend E. 2.b). Im Übrigen ist 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in ihren erstinstanzlichen 
Rechtsschriften überhaupt nichts Handfestes zur angeblichen Verletzung der 
Buchführungspflicht durch die Beschwerdegegnerin vorbrachte (Klageantwort und 
Widerklage vom 20. September 2010 S. 7 ff.; Duplik und Widerklagereplik vom 31. 
Januar 2011 S. 8 ff.). Im Wesentlichen erhob die Beschwerdeführerin gegenüber 
der Beschwerdegegnerin lediglich gewisse Vorwürfe, welche sie aus einem 
Schreiben und einem E-Mail der O._____ vom 29. Juni beziehungsweise 30. Juni 
2009 übernahm (Klageantwort und Widerklage vom 20. September 2010 S. 8 mit 
Hinweisen auf bB 6 und 7). Diese Korrespondenz bezog sich indes mitnichten auf 
das Vertragsverhältnis zwischen den heutigen Parteien, sondern betrifft die 
L._____, die Frei & Co, Transporte, sowie N._____. Schliesslich übersieht die 
Beschwerdeführerin einmal mehr, dass die Führung der Buchhaltung gemäss den 

Seite  20 — 34

übereinstimmenden Vorbringen der Parteien vor Vorinstanz gar nicht Aufgabe der 
Beschwerdegegnerin war, sondern diese insoweit lediglich eine unterstützende 
Funktion inne hatte (vgl. vorstehend E. 3.h).

g) Als Zwischenergebnis kann festgehalten werden, dass keinerlei Grund 
besteht, den der Beschwerdegegnerin zustehenden Honoraranspruch zu kürzen.

5.a) Die von der Beschwerdeführerin dem Honoraranspruch der 
Beschwerdegegnerin gestützt auf eine Rechnung der O._____ an die L._____ (bB 
11) entgegengehaltene Verrechnungsforderung über Fr. 3‘825.-- hielt die 
Vorinstanz für nicht ausgewiesen. Die Auflösung des zwischen der 
Beschwerdegegnerin und der L._____ bestehenden Auftragsverhältnisses sei 
nicht von Ersterer ausgegangen, weshalb sämtliche Aufwendungen, welche im 
Zusammenhang mit der Mandatsübergabe an sich ordentlicherweise angefallen 
seien, der Beschwerdegegnerin gegenüber nicht als Schaden geltend gemacht 
werden könnten. Dazu gehöre das Übernehmen und Durchsehen der Unterlagen. 
Aufgrund der Akten sei bezüglich der Buchhaltungsunterlagen sodann erstellt, 
dass die L._____ diese erhalten habe, womit die Beschwerdegegnerin ihrer 
Ablieferungspflicht nachgekommen sei. Für die O._____ sei weiter ersichtlich 
gewesen, dass die Buchhaltung für das Jahr 2008 noch nicht definitiv 
abgeschlossen gewesen sei, weshalb die damit verbundenen Arbeiten (zum 
Beispiel auch die Korrektur der Eröffnungssalden) nicht zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin gingen. Dass die O._____ den Abschluss per Ende 2008 
habe erstellen müssen, sei durch den Zeitpunkt der Übergabe bedingt und nicht 
der Beschwerdegegnerin anzulasten. Ebenfalls nicht zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin gehe, wenn deren Software nicht mit jener der neuen 
Treuhandgesellschaft übereinstimme, wie das F._____ anlässlich der 
Einvernahme bestätigt habe, so dass die Daten der Buchhaltung nicht elektronisch 
hätten übernommen werden können und für das Jahr 2008 neu erfasst hätten 
werden müssen (angefochtener Entscheid S. 21 ff.).

b) Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz 
habe übersehen, dass der Beschwerdegegnerin das Mandat deshalb entzogen 
worden sei, weil ihre Arbeiten in diverser Hinsicht mangelhaft gewesen seien. Aus 
diesem Grund seien ihr sehr wohl die Aufwendungen im Zusammenhang mit der 
Mandatsübergabe anzulasten. Auch im Zusammenhang mit den Aufwendungen 
für das Wiederbeschaffen der fehlenden Unterlagen habe es sich die Vorinstanz 
sehr einfach gemacht. Wie die Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung 

Seite  21 — 34

gestützt auf zwei Beweismittel (Replik kB 41 und 42) zum Schluss gelange, dass 
die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die L._____ der auftragsrechtlichen 
Ablieferungspflicht nachgekommen sei, sei der Beschwerdeführerin ein Rätsel. 
Diese Urkunden vermöchten nicht zu belegen, dass ihrem Ersuchen um 
Herausgabe sämtlicher Kopien von Steuererklärungen sowie der Formulare 103 
ab dem Jahre 2002 entsprochen worden sei. Es sei notorisch, dass durch das 
Fehlen respektive die Zurückbehaltung von Geschäftsunterlagen der letzten 
sieben Jahre ein Schaden entstehe. Die Geschäftsunterlagen müssten in diesem 
Fall anderweitig bei diversen Ämtern, Vertragspartnern, Versicherungen etc. 
wieder eingeholt oder rekonstruiert werden, was mit grossen Zeitaufwand und 
Kosten verbunden sei. Dasselbe werde durch die Zeugin F._____ ausdrücklich 
bestätigt. Die der Beschwerdeführerin beziehungsweise der O._____ angeblich 
übergebene Pendenzenliste sei inhaltlich unklar und missverständlich. Das 
Dokument sei von keiner Partei unterzeichnet worden, obwohl dies zwingend 
verlangt werde. Wie die Vorinstanz trotzdem zum Schluss habe gelangen können, 
dass die Pendenzenliste der O._____ übergeben worden sei und Letzterer somit 
habe klar sein müssen, dass eine halbfertige Buchhaltung des Geschäftsjahres 
2008 übergeben worden sei, sei nicht ersichtlich. Bei einer objektiven 
Beweiswürdigung wäre man zwingenderweise zum Schluss gelangt, dass der 
eingereichten Pendenzenliste nicht entnommen werden könne, ob und an wen 
diese übergeben worden sei. Wie die Zeugeneinvernahmen ergeben hätten, habe 
sich die Beschwerdegegnerin sodann nicht einer für eine Geschäftsbuchhaltung 
angebrachten Software bedient, sondern es vorgezogen, die Buchhaltung der 
L._____ geradezu hobbymässig auf der privaten Software des Zeugen E._____ zu 
führen. Dies habe zu einer komplett unübersichtlichen Darstellung der Buchungen 
geführt, was bei der O._____ falsche Rückschlüsse provoziert habe. Die aufgrund 
ihres Wissens um die Gefahr irreführender Rückschlüsse nötige Instruktion habe 
die Beschwerdegegnerin unterlassen, weshalb ihr auch die Aufwendungen der 
O._____ für die Rechnungspositionen „Buchhaltung 2008 eröffnen“, „Kontoplan 
überarbeiten“, „Belege 2008 nochmals kontieren und verbuchen“ und „Abschluss 
per 31.12.2008 erstellen“ anzulasten seien. Da weder die Vorinstanz noch die 
Beschwerdegegnerin die Angemessenheit der Rechnungsbetrages über Fr. 
3‘825.-- in Frage gestellt hätten, sei erstellt, dass der L._____ durch die 
Verletzung der auftragsrechtlichen Ablieferungspflicht sowie durch die 
mangelhafte Vornahme der Buchhaltungsarbeiten ein Schaden im besagten 
Ausmass entstanden sei. Die entsprechende Schadenersatzforderung sei mit 
Abtretungserklärung vom 16. September 2010 an die Beschwerdeführerin zediert 

Seite  22 — 34

worden, womit die geltend gemachte Verrechnung zu berücksichtigen und 
zuzulassen sei (Beschwerde S. 18 ff.).

c/aa) Die der geltend gemachten Verrechnungsforderung über Fr. 3‘825.-- zu 
Grunde liegende Rechnung der O._____ vom 30. Juni 2010 belegt folgende 
Aufwendungen: Unterlagen übernehmen und durchsehen, diverse Abklärungen 
betreffend unvollständiger Unterlagen, Buchhaltung 2008 eröffnen, Kontoplan 
überarbeiten, Belege 2008 nochmals kontieren und verbuchen, Abschluss per 
31.12.2008 erstellen (bB 11). Für diesen Aufwand weist die Rechnung ohne 
weitere Unterteilung einen Betrag über Fr. 3‘825.-- zu Lasten der L._____ aus.

c/bb) Zu Recht hat die Vorinstanz denjenigen Aufwendungen, welche bei jeder 
Mandatsübergabe beziehungsweise -übernahme anfallen, die Schadensqualität 
abgesprochen. Auch die Zeugin F._____ bejahte die Frage, ob üblicherweise bei 
der Übernahme neuer Mandate Kosten wie Einrichten der Buchhaltung, 
Kontenpläne, Saldoübernahme, Erstellen der Dossiers, Erfassen in der 
Kundendatenbank, erstmaliges Erfassen der Daten in Steuerprogrammen, 
Einarbeitung und Aktenstudium anfielen (Zeugeneinvernahme F._____ S. 4 und 
7). Soweit die Beschwerdeführerin zu glauben machen versucht, das Mandat der 
L._____ sei der Beschwerdegegnerin entzogen worden, weil sie Arbeiten für die 
L._____ mangelhaft ausgeführt habe, behauptet sie neue Tatsachen. Im 
erstinstanzlichen Verfahren hat sie lediglich ausgeführt, die Beschwerdeführerin 
und die ihr nahe stehenden Personen hätten die Zusammenarbeit mit der 
Beschwerdegegnerin beendet, weil die Beschwerdeführerin und H._____ seit 
längerem mit den Arbeiten sowie den Beratungen der Beschwerdegegnerin nicht 
mehr zufrieden gewesen seien (Klageantwort und Widerklage vom 20. September 
2010 S. 7). Inwiefern vermeintliche Pflichtverletzungen der Beschwerdegegnerin 
gegenüber der Beschwerdeführerin und H._____ die Fortsetzung des 
Vertragsverhältnisses mit der L._____ für diese unzumutbar gemacht haben 
könnten und deshalb die Beschwerdeführerin durch den Wechsel des 
Treuhandbüros die bei Mandatseröffnungen üblicherweise entstehenden Kosten 
unfreiwillig verursacht haben könnte, ist indessen schleierhaft. Zudem ist - wie 
bereits dargelegt worden ist (vorstehend E. 4) - überhaupt keine Pflichtverletzung 
der Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin (und auch nicht 
gegenüber H._____) ausgewiesen. Selbst im gegenteiligen Fall wäre weder 
anerkannt (vgl. Art. 156 Abs. 1 Satz 2 GR-ZPO) noch bewiesen, dass Verträge - 
sei es mit der Beschwerdeführerin oder mit der L._____ - aufgrund irgendwelcher 
Pflichtverletzungen der Beschwerdegegnerin aufgelöst worden wären. In den 

Seite  23 — 34

Akten findet sich bis zum Beizug von Rechtsanwalt Bihrer keinerlei 
Korrespondenz, woraus der Schluss gezogen werden könnte, die verschiedenen 
Mandantinnen der Beschwerdegegnerin seien mit deren Arbeiten nicht völlig 
zufrieden gewesen. Selbst im Schreiben vom 5. Juni 2009 (bB 3), womit 
Rechtsanwalt Bihrer die verschiedenen Vertragsverhältnisse unter Danksagung 
für die Bemühungen sowie die langjährige Zusammenarbeit auflöste, ist keinerlei 
Hinweis auf allfällige Pflichtverletzungen enthalten, aufgrund derer die 
Auflösungen erfolgt sein könnten. Unter diesen Umständen ist kein objektiver 
Grund ersichtlich, weshalb der L._____ die Weiterführung der Zusammenarbeit 
mit der Beschwerdegegnerin unzumutbar gewesen sein könnte. Die bei der 
O._____ zufolge Übernahme des neuen Mandats der L._____ entstandenen, 
üblicherweise anfallenden und der L._____ in Rechnung gestellten Kosten hat 
demnach Letztere freiwillig durch den Wechsel des Treuhandbüros verursacht, 
weshalb sie von Vornherein nicht schadenersatzweise auf die 
Beschwerdegegnerin abgewälzt werden können. Somit ist die Vorinstanz zu Recht 
zum Schluss gekommen, die in Rechnung gestellten Kosten für das Übernehmen 
und Durchsehen der Unterlagen durch die O._____ stelle keine ersatzfähige 
Schadensposition dar. Daran vermag auch der - durch nichts belegte und auch 
nicht näher konkretisierte - Einwand der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, die 
O._____ habe die Buchhaltungsunterlagen nicht nur durchsehen, sondern - 
nachdem bereits auf den ersten Blick Fehler und Ungereimtheiten festgestellt 
worden seien - aufmerksam nach Fehlbuchungen durchsuchen müssen, welche 
Aufwendungen nicht üblicherweise bei einer Mandatsübergabe anfielen 
(Beschwerde S. 18). Schuldet die Beschwerdegegnerin der L._____ nach dem 
Ausgeführten für eine der - von Seiten der O._____ nur gemeinsam in Rechnung 
gestellten und von der Beschwerdeführerin nur insgesamt als Schadenersatz 
eingeklagten - Positionen keinen Ersatz, so fehlt es in Bezug auf die übrigen 
Positionen an der Substantiierung des darauf entfallenden Aufwandes 
beziehungsweise des entsprechenden Schadens. Denn die Beschwerdeführerin 
hat nirgends auch nur behauptet, welche Kosten für die restlichen Positionen 
angefallen sind. Bereits deshalb hat die Vorinstanz die entsprechende 
Verrechnungsforderung – und zwar insgesamt - zu Recht abgelehnt.

c/cc) In tatsächlicher Hinsicht ist die Vorinstanz sodann davon ausgegangen, bei 
der Auflösung des Mandats durch die L._____ sei die Buchhaltung für das Jahr 
2008 noch nicht definitiv abgeschlossen gewesen (angefochtener Entscheid S. 
24). Die Beschwerdeführerin vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern dies 
offensichtlich unrichtig sein könnte. Zwar hat F._____, die bei der neuen 

Seite  24 — 34

Treuhandgesellschaft der Beschwerdeführerin angestellt ist und deren 
Arbeitgeberin hin und wieder Mandate vom beschwerdeführerischen 
Rechtsvertreter vermittelt erhält, als Zeugin ausgesagt, sie habe die Unterlagen 
der L._____ als definitive Buchhaltungen für die Jahre 2008 und 2009 in Empfang 
genommen (Zeugeneinvernahme F._____ S. 4). Offenbar ist der Zeugin aber im 
Nachhinein aufgefallen, dass die Buchhaltungen dennoch nicht fertig waren 
(Zeugeneinvernahme S. 7). Derweil bezeugte E._____, Partner der 
Beschwerdegegnerin, die Buchhaltungen 2008 und 2009 seien nur provisorisch 
nachgeführt gewesen, da sie nicht über sämtliche Unterlagen und Entscheidungen 
verfügt hätten (Zeugeneinvernahme E._____ S. 10). In den Akten findet sich des 
Weiteren ein Übergabeprotokoll beziehungsweise eine Pendenzenliste für die 
L._____, die den Buchhaltungsabschluss für das Jahr 2008 („Abschluss 2008: 
Abgrenzung Steuern 2008“) als ausstehend bezeichnet (Replik kB 44). Wenn die 
Beschwerdeführerin die Übergabe der Pendenzenliste in Frage zu stellen sucht 
(Beschwerde S. 20 f.), ist sie nicht zu hören, denn in den vorinstanzlichen 
Rechtsschriften hat sie sich noch auf die Kritik an der inhaltlichen Aussagekraft 
besagter Pendenzenliste beschränkt (Duplik und Widerklagereplik vom 31. Januar 
2011 S 17 f.), womit sie deren Empfang implizite anerkannt hat (vgl. immerhin die 
– in diesem Zusammenhang von der Beschwerdeführerin nicht angerufene – 
Zeugenaussage von F._____ S. 4 und 7, wonach die neue Treuhandgesellschaft 
lediglich im Besitz einer Pendenzenliste der M._____, gewesen sein soll). Vor 
diesem Hintergrund ist die Vorinstanz willkürfrei davon ausgegangen, der 
Buchhaltungsabschluss für das Jahr 2008 sei bei Auflösung des in Frage 
stehenden Vertragsverhältnisses pendent gewesen. Den von der O._____ der 
L._____ in Rechnung gestellten Abschluss per Ende 2008 kann die 
Beschwerdeführerin deshalb nicht als Schadenersatz gegenüber der früheren 
Treuhandgesellschaft geltend machen, denn es ist nicht ersichtlich, dass bereits 
die Beschwerdegegnerin für den besagten Jahresabschluss Aufwendungen 
getätigt und in Rechnung gestellt haben könnte. Somit fehlt es hinsichtlich der 
Erstellung des Jahresabschlusses 2008 an der Ersatzfähigkeit und im Hinblick auf 
die übrigen Positionen wiederum an der Substantiierung des darauf entfallenden 
(finanziellen) Aufwandes. Auch dies muss zur Abweisung der (ganzen) 
Verrechnungsforderung führen.

c/dd) Den Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe für die Buchhaltung der 
L._____ keine angebrachte Software verwendet, sondern sorgfaltspflichtwidrig 
hierfür die private „Hobbysoftware“ von E._____ benützt (Beschwerde S. 21), hat 
die Beschwerdeführerin in ihren vorinstanzlichen Rechtsschriften ausschliesslich 

Seite  25 — 34

im Zusammenhang mit der M._____, vorgebracht, hingegen nicht mit Bezug auf 
die L._____ (Duplik und Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 13 und 18). 
Ausserdem ist der Vorwurf unbegründet. Auch wenn F._____ offenbar 
Schwierigkeiten mit den von der Beschwerdegegnerin verwendeten Programmen 
hatte und in diesem Zusammenhang verneinte, dass es sich bloss um ein 
Darstellungsproblem gehandelt habe (Zeugenaussage F._____ S. 6), kann daraus 
(noch) nicht geschlossen werden, die Verwendung der Software „Abacus“ sei 
geradezu sorgfaltspflichtwidrig erfolgt. Ohnehin könnte eine solche allfällige 
Pflichtverletzung nicht allein auf die Zeugenaussage von F._____ gestützt werden, 
da diese Zeugin – bereits mehrfach erwähnten – Interessenbindungen unterliegt, 
die verlangen, ihre Aussagen mit der gebotenen Zurückhaltung zu würdigen. 
Demnach erweist sich, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihrer Auffassung 
für die der L._____ von der O._____ in Rechnung gestellten Aufwendungen für die 
Eröffnung der Buchhaltung 2008, die Überarbeitung des Kontoplans sowie die 
nochmalige Kontierung und Verbuchung der Belege 2008 keinen Ersatz von der 
Beschwerdegegnerin fordern kann. Welchen Einfluss eine eingehende Instruktion 
ihrer früheren Treuhandgesellschaft bei der Übergabe des Mandates gehabt hätte, 
legt die Beschwerdeführerin nicht im Einzelnen dar. Immerhin kann im Anschluss 
an die Vorinstanz (angefochtener Entscheid S. 24 f.) festgehalten werden, dass 
die Beschwerdegegnerin anlässlich der Übergabe der mandatsbezogenen 
Unterlagen gegenüber dem beschwerdeführerischen Rechtsanwalt die Abgabe 
von Erläuterungen anbot (Replik kB 39), und aus den Akten nicht hervorgeht, dass 
sich die Beschwerdeführerin ihrerseits jemals um eine solche – den Einstieg in 
das Mandat für die O._____ unbestrittenermassen erleichternde – mündliche 
Einführung durch die Beschwerdegegnerin bemüht hätte. Auch aus der 
Zeugenaussage von F._____ kann die Beschwerdeführerin insoweit nichts zu 
ihren Gunsten ableiten. Daraus könnte höchstens der Schluss gezogen werden, 
dass die neue Treuhandgesellschaft im Gegensatz zum beschwerdeführerischen 
Rechtsvertreter von der schriftlich mitgeteilten Bereitschaft der 
Beschwerdegegnerin zur Einführung in das Mandat zwecks Erleichterung dessen 
Übergabe gar keine Kenntnis erlangte. Den der O._____ für die Eröffnung der 
Buchhaltung 2008, die Überarbeitung des Kontoplans sowie die nochmalige 
Kontierung und Verbuchung der Belege 2008 angefallene Aufwand kann die 
Beschwerdeführerin damit nicht auf die Beschwerdegegnerin abwälzen. Für die 
restlichen im Zusammenhang mit der L._____ geltend gemachten 
Schadenspositionen heisst dies, dass es insoweit an der erforderlichen 

Seite  26 — 34

Substantiierung fehlt. Auch aus diesem Grund wurde die entsprechende 
Verrechnungsforderung vorinstanzlich zu Recht abgewiesen.

c/ee) Unter den beschriebenen Umständen kann offen bleiben, ob die 
Beschwerdegegnerin ihre Ablieferungspflicht gegenüber der L._____ verletzt hat. 
Allerdings ist ohnehin fraglich, ob es der Beschwerdeführerin einzig um die 
Ablieferungspflicht geht, ist doch zumindest auch von Kopien von 
Steuererklärungen und Formularen die Rede, welche allenfalls im Rahmen der 
Rechenschaftspflicht eine Rolle spielen könnten. Da es indessen bereits an der 
Substantiierung des angeblichen, auf die Abklärungen betreffend unvollständiger 
Unterlagen entfallenden Mehraufwandes fehlt, erscheint die Beantwortung dieser 
Fragen hinfällig.

d) Somit kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz zu Recht die von der 
L._____ abgetretene Verrechnungsforderung abwies.

6.a) Die zweite, dem Honoraranspruch der Beschwerdegegnerin entgegen 
gehaltene Verrechnungsforderung über Fr. 1'815.--, welcher von der O._____ der 
M._____, in Rechnung gestellte Aufwendungen zu Grunde liegen, lehnte die 
Vorinstanz ebenfalls ab. Die Aufwendungen der Übernahme und des 
Durchsehens der Unterlagen gehörten zur Mandatsübernahme. Die Kündigung 
des Auftragsverhältnisses mit der M._____, sei ebenfalls nicht seitens der 
Beschwerdegegnerin ausgesprochen worden und könne ihr nicht angelastet 
werden. Die Beschwerdeführerin habe nicht behauptet, dass die fehlenden 
Unterlagen bei der M._____, selbst nicht hätten eingeholt werden können. Es sei 
daher wiederum davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin ihrer 
Ablieferungspflicht gegenüber der Mandantin nachgekommen sei. Aufgrund der 
entsprechenden Pendenzenliste sei für die O._____ erkennbar gewesen, dass die 
Buchhaltung des Jahres 2008 nicht bereits abgeschlossen gewesen sei. Bezüglich 
der Korrektur der Eröffnungssalden und der fehlenden Mandatseinführung könne 
auf die vorstehenden Ausführungen zur L._____ verwiesen werden. Dass die 
seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Buchungen unvollständig und 
fehlerhaft gewesen sein sollten, sei nur pauschal behauptet und nicht mit 
konkreten Beispielen belegt worden. Dass die Buchhaltung mit einer anderen 
Software geführt worden sei und die Zahlen deshalb bei der O._____ nicht hätten 
eingelesen werden können, könne wiederum nicht der Beschwerdegegnerin 
angelastet werden (angefochtener Entscheid S. 25 f.).

Seite  27 — 34

b) Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, gemäss der vorprozessualen 
Korrespondenz seien die definitiven Jahresabschlüsse der M._____, für das 
Geschäftsjahr 2006 am 24. Juni 2009 nicht übergeben worden. Nirgends sei 
ersichtlich, dass die fehlenden Unterlagen jemals der M._____, zugestellt worden 
wären. Die Rekonstruktion dieser Unterlagen sei mit entsprechendem Aufwand 
verbunden gewesen. Indem die Vorinstanz dasselbe Schriftstück beiziehe, 
welches sie bereits im Zusammenhang mit der L._____ als Pendenzenliste betitelt 
habe, verfahre sie willkürlich. Es könne nicht sein, dass ein und dasselbe 
Dokument in jeglichen Zusammenhängen – nach Bedarf und Gutdünken – als 
relevante Beilage beigezogen werde. Es könne keinesfalls davon ausgegangen 
werden, dass das besagte Dokument der O._____ oder der M._____, jemals 
übergeben worden sei. Nachgewiesenermassen sei der M._____, durch die 
Nichtablieferung der Geschäftsunterlagen sowie durch die mangelhafte Führung 
der Buchhaltung ein Schaden in der geltend gemachten Höhe entstanden. Da 
auch alle übrigen Haftungsvoraussetzungen erfüllt seien und die 
Schadenersatzforderung der M._____, mit Abtretungserklärung vom 16. 
September 2010 rechtsgültig an die Beschwerdeführerin zediert worden sei, sei 
die Forderung zur Verrechnung zuzulassen (Beschwerde S. 21 ff.).

c/aa) Die der geltend gemachten Verrechnungsforderung über Fr. 1‘815.-- zu 
Grunde liegende Rechnung der O._____ vom 30. Juni 2010 belegt folgende 
Aufwendungen: Unterlagen übernehmen und durchsehen, diverse Abklärungen 
betreffend unvollständiger Unterlagen, Buchhaltung 2008 eröffnen, Belege Januar 
bis Oktober 2008 nochmals kontieren und verbuchen (bB 12). Für diesen Aufwand 
weist die Rechnung ohne weitere Unterteilung einen Betrag über Fr. 1‘815.-- zu 
Lasten der M._____, aus.

c/bb) Für den der neuen Treuhandgesellschaft zufolge Übernahme und 
Durchsicht der Mandatsunterlagen verursachten, bei Mandatsübernahmen 
üblicherweise entstehenden Aufwand ist vollumfänglich auf das vorstehend 
Ausgeführte (E. 5.c/bb) zu verweisen, das auch im Zusammenhang mit der 
M._____, gilt.

c/cc) Entgegen dem, wovon die Vorinstanz und die Beschwerdeführerin 
auszugehen scheinen, ist nicht ersichtlich, inwiefern es eine Rolle spielen könnte, 
ob die Buchhaltung der M._____, für das Jahr 2008 bei der Auflösung des 
Mandatsverhältnisses bereits abgeschlossen war oder nicht. Im Gegensatz zur bei 
der L._____ angetroffenen Ausgangslage, hat nämlich die O._____ gegenüber der 

Seite  28 — 34

M._____, gar keinen Aufwand für die Erstellung des Jahresabschlusses 2008 
verbucht. Jedenfalls zeugt es von eklatanter Unkenntnis der Verfahrensakten, 
wenn die Beschwerdeführerin bei den Pendenzenlisten für die L._____ und die 
M._____, von ein und demselben Dokument spricht. Die entsprechende Beilage 
(Replik kB 44) hat – wie so oft – mehr als eine einzige Seite. Die erste Seite stellt 
ihrer fettgedruckten Beschriftung nach die Pendenzenliste für die L._____ dar, 
während die zweite Seite offensichtlich die M._____, betrifft. Ebenso falsch ist, 
dass die O._____ (oder die M._____, selbst) die Pendenzenliste für die M._____, 
nie erhalten haben soll. Selbst die Zeugin F._____ hat den Besitz an einer 
Pendenzenliste für die M._____, bestätigt (Zeugenaussage F._____ S. 4 und 7).

c/dd) Auf den vorinstanzlichen Vorhalt, die Beschwerdeführerin habe nur 
pauschal behauptet, dass die seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommenen 
Buchungen unvollständig und fehlerhaft gewesen seien, geht die 
Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde überhaupt nicht ein, weshalb auf die 
angeblich mangelhafte Ausführung von Buchhaltungsaufgaben durch die 
Beschwerdegegnerin an sich schon aus formellen Gründen nicht eingegangen 
werden kann (fehlende Begründung der Beschwerde, vgl. dazu vorstehend E. 
2.b). Im Übrigen ist der Vorinstanz insoweit auch beizupflichten, denn allein die 
Aussage „auch hier [bei der M._____] war die Buchhaltung unvollständig und 
fehlerhaft, was ebenfalls zu einer umfassenden Neuverbuchung durch die 
O._____ führte“ (Duplik und Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 13) stellt 
keinesfalls eine substantiierte Darlegung einer buchhalterischen Fehlleistung dar. 
Auch die Zeugenaussage von F._____ hat insofern keine Präzisierung 
herbeigeführt. Abgesehen davon durfte die Beschwerdeführerin die 
Substantiierung ohnehin nicht der von ihr angerufenen Zeugin überlassen. 
Vielmehr hätte sie eine allfällige Sorgfaltspflichtverletzung bereits in ihren 
Rechtsschriften vor der Vorinstanz so konkret aufzeigen müssen, dass ein 
substantiiertes Bestreiten möglich gewesen wäre oder der Gegenbeweis hätte 
angetreten werden können (BGE 127 III 365 E. 2b mit Hinweisen). Darüber hinaus 
hat die Beschwerdeführerin ihre diesbezügliche Verrechnungsforderung in den 
vorinstanzlichen Rechtsschriften einzig mit der Verwendung der „persönlichen“ 
Software von E._____ durch die Beschwerdegegnerin begründet (Duplik und 
Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 13), wozu vollumfänglich auf das 
vorstehend Ausgeführte verwiesen werden kann (E. 5.c/dd).

c/ee) Die beschwerdeführerische Behauptung, in den am 24. Juni 2009 
überreichten Unterlagen hätten die definitiven Jahresabschlüsse der M._____, für 

Seite  29 — 34

das Geschäftsjahr 2006 gefehlt, was vorprozessual auch beanstandet worden sei, 
findet sich nicht in den erstinstanzlichen Rechtsschriften. Das Vorhandensein 
dieser Behauptungen in den Beilagen (kB 8-10) genügte nicht, auch wenn die 
Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz mit Bezug auf einen Teil der Beilagen 
ausführte, die dort genannten Unterlagen seien bis heute nicht zugestellt worden 
(vgl. etwa Duplik und Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 9). Es wäre der 
Beschwerdeführerin ein Leichtes gewesen, diese angeblich fehlenden Unterlagen 
namhaft zu machen, worauf darüber auch hätte Beweis abgenommen werden 
können. Die beschwerdeführerische Berufung auf eine Verletzung der 
Ablieferungspflicht, welche sich mehr oder weniger pauschal durch sämtliche 
Rechtsschriften hindurchzieht, genügte der notwendigen Substantiierung nicht. 
Auf die angebliche Verletzung der Ablieferungspflicht braucht aber letztlich nicht 
weiter eingegangen zu werden. Aufgrund des vorstehend Ausgeführten erhellt, 
dass die in Rechnung gestellte Übernahme und Durchsicht von Unterlagen 
einerseits, sowie die Eröffnung der Buchhaltung 2008 und die nochmalige 
Kontierung und Verbuchung der Belege von Januar bis Oktober 2008 andererseits 
vorliegend nicht als Grundlage für eine Verrechnungsforderung gegen die 
Beschwerdegegnerin dienen können. Damit fehlt es zum Vornherein an der 
Bezifferung des für die (jeweils) übrigen Positionen entstandenen Aufwandes.

d/ff) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz zu 
Recht die von der M._____, abgetretene Verrechnungsforderung abwies.

7.a) Auch die dritte, dem Honoraranspruch der Beschwerdegegnerin entgegen 
gehaltene Verrechnungsforderung über Fr. 2'837.50, welcher von der O._____ 
N._____ in Rechnung gestellte Aufwendungen zu Grunde liegen, lehnte die 
Vorinstanz ab. Das verrechnete Übernehmen und Durchsehen der Unterlagen 
könnten nicht der Beschwerdegegnerin angelastet werden. Weiter gehöre es 
ordentlicherweise zur Einarbeitung in ein Mandat, dass die Unterlagen auf ihre 
Vollständigkeit hin überprüft würden. Zumal nicht geltend gemacht werde, dass die 
Beschwerdegegnerin bestimmte Unterlagen nicht an N._____ herausgegeben 
habe, sei wiederum nicht von einer Verletzung der Ablieferungspflicht 
auszugehen. Es werde lediglich geltend gemacht, dass die Unterlagen bei 
N._____ persönlich hätten eingeholt werden müssen. Dass der Aufwand für das 
Einholen der Urkunden bei der Mandantin persönlich keine Schadenersatzposition 
darstelle, sei bereits ausgeführt worden. Mangels Detailauszuges lasse sich auch 
nicht prüfen, weshalb die in Rechnung gestellten Leistungen einen so hohen 
Gesamtaufwand verursacht hätten. Im Zusammenhang mit allfälligen Abklärungen 

Seite  30 — 34

der Buchhaltung habe die O._____ gemäss Rechnung schliesslich keine 
Aufwendungen in Rechnung gestellt (angefochtener Entscheid S. 26 f.).

b) Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, der N._____ von der O._____ 
in Rechnung gestellte Mehraufwand sei auch hier durch die Verletzung der 
auftragsrechtlichen Ablieferungspflicht sowie durch die mangelhafte Führung der 
Buchhaltung von Seiten der Beschwerdegegnerin entstanden. Die Vorinstanz 
übersehe, dass der beschwerdeführerische Rechtsvertreter die 
Beschwerdegegnerin nicht um Aushändigung der fehlenden Unterlagen ersucht 
hätte, sofern dieselben bei N._____ einzuholen gewesen wären. Mit keinem 
einzigen Dokument vermöge die Beschwerdegegnerin zu belegen, dass sie 
N._____ die fehlenden Unterlagen jemals zugestellt habe. Die 
Beschwerdegegnerin habe sich somit reiner haltloser und unsubstantiierter 
Behauptungen bedient, welche durch die willkürliche Beweiswürdigung der 
Vorinstanz auch noch geschützt worden seien. Es könne der Schluss gezogen 
werden, dass der Beschwerdegegnerin durch die Verletzung ihrer 
Ablieferungspflicht ein Schaden im Umfang von Fr. 2‘837.50 entstanden sei. Auch 
die übrigen Haftungsvoraussetzungen seien gegeben. Überdies sei diese 
Schadenersatzforderung von N._____ an die Beschwerdeführerin abgetreten 
worden (Beschwerde S. 23 f.).

c/aa) Die der geltend gemachten Verrechnungsforderung über Fr. 2‘837.50 zu 
Grunde liegende Rechnung der O._____ vom 30. Juni 2010 belegt folgende 
Aufwendungen: Unterlagen übernehmen und durchsehen, diverse Abklärungen 
betreffend unvollständiger Unterlagen (bB 13). Für diesen Aufwand weist die 
Rechnung ohne weitere Unterteilung einen Betrag über Fr. 2‘837.50 zu Lasten von 
N._____ aus.

c/bb) Für den der neuen Treuhandgesellschaft zufolge Übernahme und 
Durchsicht der Mandatsunterlagen verursachten, bei Mandatsübernahmen 
üblicherweise entstehenden Aufwand ist vollumfänglich auf das vorstehend 
Ausgeführte (E. 5.c/bb) zu verweisen, das auch im Zusammenhang mit N._____ 
gilt. 

c/cc) Weder in ihren vorinstanzlichen Rechtsschriften (Duplik und 
Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 13) noch vor Kantonsgericht zeigt die 
Beschwerdeführerin einigermassen konkret auf, welche buchhalterischen 
Fehlleistungen die Beschwerdegegnerin ihrer Auffassung nach begangen haben 
soll und welcher Schaden dadurch angeblich entstanden ist. Teilweise führt sie 

Seite  31 — 34

auch die gesamte in diesem Zusammenhang verrechnungsweise geltend 
gemachte Schadenersatzforderung auf die angebliche Verletzung der 
Ablieferungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zurück (Beschwerde S. 24 
oben). Tatsächlich würde eine allfällige Verletzung von Buchführungspflichten 
keinerlei Niederschlag in der Grundlage der geltend gemachten 
Verrechnungsforderung bildenden Honorarrechnung der O._____ finden. Im 
Gegensatz zu den bereits abgehandelten, zu Lasten der L._____ und der 
M._____, ausgestellten Rechnungen, lassen sich aus der Rechnung für N._____ 
keinerlei buchhalterische Aufwendungen der O._____ entnehmen. Auf die 
angeblich fehlerhaft erledigte Buchführung kann damit eine Schadenersatzpflicht 
der Beschwerdegegnerin nicht ernsthaft abgestützt werden.

c/dd) Auf eine angebliche Verletzung der Ablieferungspflicht gegenüber N._____ 
hat sich die Beschwerdeführerin bereits in den vorinstanzlichen Rechtsschriften 
nur halbherzig berufen. Dort machte sie ausdrücklich geltend, die auch bei 
N._____ noch vorhandenen Unterlagen habe die O._____ unter Mehraufwand 
persönlich abholen müssen (Duplik und Widerklagereplik vom 31. Januar 2011 S. 
13). Wie einzig aus den Beilagen hervorgeht (bB 8-10), sind offenbar sämtliche 
Steuererklärungen von N._____ samt aller Beilagen angesprochen, welche 
N._____ - wie es die Vorinstanz bereits festgestellt hat - in der Tat zumindest 
teilweise bereits zugesendet wurden (Replik kB 43). Es überzeugt nicht, wenn die 
Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nun sich selbst und den Akten 
widerspricht und dabei vorbringt, die fehlenden Unterlagen seien auch bei 
N._____ nicht einzuholen gewesen, die gegenteilige Annahme könne sich auf kein 
einziges Dokument stützen (Beschwerde S. 23). Im Anschluss an die Erwägungen 
der Einzelrichterin am Bezirksgericht D._____ ist nicht einzusehen, weshalb der 
O._____ durch die Abholung der Unterlagen bei N._____ ein relevanter 
Mehraufwand entstanden sein könnte. Damit erweist sich, dass der 
Beschwerdegegnerin aus ihrem Verhältnis mit N._____ keine Verletzung der 
auftragsrechtlichen Ablieferungspflicht vorgeworfen werden kann. Im Übrigen ist 
der Vorinstanz auch zu folgen, wenn sie darauf hinweist, dass die im Recht 
liegende Rechnung angesichts der darauf ausgewiesenen Leistungen der 
O._____ unverhältnismässig hoch erscheint. Unter den beschriebenen 
Umständen braucht darauf allerdings nicht näher eingegangen zu werden.

d/ff) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz zu 
Recht auch die von N._____ abgetretene Verrechnungsforderung abwies.

Seite  32 — 34

8.a) Den vorinstanzlich erkannten Zinsenlauf - 5% auf das geschuldete Honorar 
seit dem 18. August 2009 (Datum der Mahnung; kB 26) - beanstandet die 
Beschwerdeführerin nicht. Die betreffenden Ausführungen (angefochtener 
Entscheid S. 28) treffen denn auch durchwegs zu, weshalb nicht weiter darauf 
einzugehen ist. Damit steht fest, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu 
Recht in (teilweiser) Gutheissung der Klage dazu verpflichtete, der 
Beschwerdegegnerin Fr. 3‘819.80 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 18. August 2009 
zu bezahlen. Ebenso zu Recht und unbestritten hat die Vorinstanz antragsgemäss 
den von der Beschwerdeführerin in der Betreibung Nr. 2090765 des 
Betreibungsamtes C._____ erhobenen Rechtsvorschlag beseitigt (Ziffer 2 des 
Dispositivs des angefochtenen Entscheids).

b) Das vorinstanzliche Erkenntnis über die Kosten und die Entschädigung 
(Ziffer 4 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids) ficht die 
Beschwerdeführerin endlich mit dem Argument an, die Vorinstanz habe bei der 
Kostenverteilung in keiner Weise berücksichtigt, dass die Beschwerdegegnerin mit 
der verlangten Erteilung der definitiven Rechtsöffnung (Ziffer 2 des von der 
Beschwerdegegnerin vor der Vorinstanz gestellten Rechtsbegehrens) unterlegen 
sei (Beschwerde S. 24). Die Vorinstanz hat ihren Entscheid in diesem Punkt damit 
begründet, dass sich neben der Beseitigung des Rechtsvorschlags eine 
zusätzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung erübrige. Dies mag wohl 
zutreffen. Dessen ungeachtet entspricht aber das Begehren der 
Beschwerdegegnerin durchaus der gängigen Praxis und wird von den Gerichten 
auch regelmässig in dieser Form gutgeheissen (vgl. etwa das Urteil der II. 
Zivilkammer ZK2 09 40 vom 2. September 2009). Es dürfte sich dabei wohl eher 
um ein begriffliches als um ein juristisches Problem handeln, zumal auch mit der 
Rechtsöffnung der Rechtsvorschlag beseitigt wird. Jedenfalls aber kann eine 
derart marginale Abweichung vom klägerischen Rechtsbegehren offensichtlich 
keinen Einfluss auf die Kostenfolge haben. Der der Vorinstanz für die Behandlung 
des Antrags um Erteilung definitiver Rechtsöffnung entstandene Aufwand ist 
vernachlässigbar, so dass vernünftigerweise nicht beanstandet werden kann, 
wenn sie für die Kostenverteilung vom vollständigen Obsiegen der 
Beschwerdegegnerin ausgegangen ist. Weitere Einwände dagegen, dass ihr die 
kreisamtlichen Kosten von Fr. 266.-- sowie die Gerichtsgebühr von Fr. 3‘000.-- 
auferlegt wurden und sie - auf der Grundlage einer gekürzten Honorarnote - dazu 
verpflichtet wurde, die Beschwerdegegnerin mit Fr. 14‘659.05 (inkl. Barauslagen 
und Mehrwertsteuer) aussergerichtlich zu entschädigen, erhebt die 
Beschwerdeführerin nicht.

Seite  33 — 34

c) Im Ergebnis ist der angefochtene Entscheid somit zu bestätigen. Die 
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist demnach abzuweisen, soweit 
überhaupt darauf eingetreten werden kann.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens, die gestützt auf Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 320.210) auf Fr. 6'000.-- festgesetzt 
werden, vollumfänglich zu Lasten der Beschwerdeführerin. Diese ist ausserdem 
zur Leistung einer - mangels Einreichung einer Honorarnote durch die 
Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin nach richterlichem Ermessen 
festzusetzenden - aussergerichtlichen Entschädigung in der Höhe von pauschal 
Fr. 4‘000.-- (inkl. MWST) an die Beschwerdegegnerin zu verpflichten.

Seite  34 — 34

III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.a) Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 6‘000.-- gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin und werden mit dem von ihr geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 6‘000.-- verrechnet.

b) Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin ausserdem für das 
Beschwerdeverfahren mit Fr. 4‘000.-- (inkl. MWST) aussergerichtlich zu 
entschädigen.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn 
sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist 
die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. 
In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 
113 ff. BGG.

4. Mitteilung an: