# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11acba27-ca12-58da-ad22-135ca795677a
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-02-07
**Language:** de
**Title:** Umweltrecht. Mobilfunkbasisstation. Rechtmässigkeit von adaptiven 5G-Antennen.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0011/2020
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2020-17.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 11/2020 vom 7. Februar 2020 in BEZ 2020 Nr. 17 

Das 

in  der  Zentrumszone  gelegene  Grundstück  war  mit  einem 
Gewerbebau  überstellt.  Auf  diesem  sollten  zwei  Sendemasten  mit  diversen 
Antennen  erstellt  werden.  Diese  sollten  auf  den  Frequenzen  700-900  MHz, 
1'400-2'600 MHz und 3'400-3'800 MHz in den Azimuten (Grad-Abweichung von 
der  Himmelsrichtung  N)  60°  (nördlicher  Gebäudetrakt)  bzw.  180°  und  270° 
(südlicher  Gebäudetrakt)  senden.  Unter  anderem  waren  sog.  adaptive 
Antennen  und  der  Einsatz  der  Mobilfunktechnologie  der  fünften  Generation 
(«5G») vorgesehen. 

Aus den Erwägungen: 

3.  Die  Rekurrierenden  machen  zunächst  eine  Verletzung  der  Planungs-
pflicht  geltend.  Sie  bringen  vor,  dass  Mobilfunkanlagen  aktuell  noch  nicht  in 
einem  Sachplan  des  Bundes  oder  in  kantonalen  Richtplänen  enthalten  seien, 
obschon  der  Aufbau  der  Netze  Auswirkungen  auf  den  Raum  habe  und  ein 
hoher Koordinationsbedarf bestehe. (…)  

Eine  Planungs-  und  Koordinationspflicht  besteht  in  Übereinstimmung  mit 
den  Ausführungen  der  Rekursgegnerinnen  auch  nach  der 
jüngeren 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  nicht.  Dies  jedenfalls  dann,  wenn  diese 
nicht  in  kantonalen  oder  kommunalen  Sachplänen  konkretisiert  ist  (vgl.  statt 
vieler  BGr,  6.  März  2015,  1C_685/2013,  E.  2.1  ff.,  mit  Hinweisen).  Weder  im 
Kanton  noch  in  der  Stadt  A  besteht  eine  solche  Pflicht.  Die  rekurrentische 
Auffassung,  wonach  diese  Rechtsprechung  mit  dem  Aufkommen  des  5G-
Standards  als  überholt  gelte,  weil  die  Mobilfunkunternehmen  explizit  ein 
flächendeckendes  Netz  anstrebten,  überzeugt  zudem  nicht,  zumal  ein  solches 
flächendeckendes Netz von den Mobilfunkanbietern seit jeher angestrebt wurde 
(vgl.  dazu  die  entsprechende  Statistik  zum  Versorgungsgrad  von 
Mobilfunkdiensten  bis  2018  auf  https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/-
telekommunikation/zahlen-und-fakten/sammlung-statisticher-daten/mobilfunk/-
infrastruktur-der-terrestrischen-mobilfunknetze.html, 
27. Januar 2020).  

besucht 

zuletzt 

am 

Die Rüge ist damit unbegründet.  

4.1.1 Die Rekurrierenden machen ferner geltend, dass die Anwendung der 
revidierten Bestimmung in Anhang 1 Ziffer 63 der Verordnung über den Schutz 
vor  nichtionisierender  Strahlung  (NISV)  in  Bezug  auf  adaptive  Antennen  zu 
versagen sei, zumal solche Antennen dadurch in unzulässiger Weise privilegiert 
würden.  Dies  deshalb,  weil  der  massgebende  Betriebszustand  adaptiver 
Antennen  nicht  wie  bei  anderen  Antenennen  anhand  des  maximalen 
Gesprächs-  und  Datenverkehrs  bei  maximaler  Sendeleistung  definiert  werde, 
sondern  die  «Variabilität  der  Senderichtung  und  der  Antennendiagramme» 
berücksichtigt werden müsse. (…) 

4.2  Der  Schutz  der  Umwelt  vor  nichtionisierender  elektromagnetischer 
Strahlung  wird  im  Bundesgesetz  über  den  Umweltschutz  (USG)  sowie  in  der 
Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung vom 9. Dezember 

 
 
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1987  (NISV)  geregelt.  Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU;  früher  BUWAL) 
konkretisierte  die  NISV  mit  Vollzugsempfehlungen  (Mobilfunk-  und  WLL-
Basisstationen,  Vollzugsempfehlung 
zur  NISV,  BUWAL/BAFU,  2002 
[Vollzugsempfehlung NISV]).  

Die NISV regelt die Begrenzung von nieder- und hochfrequenten Strahlen-
emissionen,  welche  durch  den  Betrieb  ortsfester  Anlagen  wie  z.B.  Mobilfunk-
Basisstationen  erzeugt  werden  (Art.  2  Abs.  1  lit.  a  NISV).  Es  wurden,  wie  im 
genannten Bundesgesetz vorgeschrieben, Immissionsgrenzwerte (IGW) und in 
Umsetzung  des  gesetzlichen  Vorsorgeprinzips  zudem  Anlagegrenzwerte 
(AGW)  festgelegt.  Der  NISV  liegt  das  Konzept  der  technologieunabhängigen 
Festlegung  von  Immissions-  und  Anlagegrenzwerten  zugrunde.  Es  wird  nicht 
nach der Technologie bzw. des Funkdienstes unterschieden, sondern es gelten 
je  nach  Sendeleistung  der  Anlage  und  Frequenz  unterschiedliche  Grenzwerte 
(vgl.  Benjamin  Wittwer,  Bewilligungen  von  Mobilfunkanlagen,  2.  A.,  2008,  S. 
55). Die entsprechenden Grenzwerte sind damit von allen Mobilfunkanlagen mit 
einer  Gesamtstrahlungsleistung  von  über  6  WERP  –  und  vorliegend  mithin  von 
sämtlichen  geplanten  Antennen  –  zwingend  einzuhalten  (Anhang  1  Ziffer  61 
NISV).  

Für  die  Beurteilung  der  Einhaltung  der  Grenzwerte  gilt  gemäss  Anhang  1 
Ziffer  63  NISV  als  massgebender  Betriebszustand  der  maximale  Gesprächs- 
und  Datenverkehr  bei  maximaler  Sendeleistung.  In  der  seit  1.  Juni  2019 
geltenden  Fassung  der  NISV  wurde  diese  Bestimmung  dahingehend  ergänzt, 
dass  bei  adaptiven  Antennen  die  Variabilität  der  Senderichtungen  und  der 
Antennendiagramme  berücksichtigt  werden.  Sendeantennen  sind  in  diesem 
Sinne  adaptiv,  wenn  ihre  Senderichtung  oder  ihr  Antennendiagramm  auto-
matisch in kurzen zeitlichen Abständen angepasst wird (Anhang 1 Ziffer 62 Abs. 
6 NISV).  

4.3  Nach  übereinstimmenden  Vorbringen  der  Parteien  sollen  vorliegend 
auch  adaptive  Antennen  zum  Einsatz  kommen.  Aus  dem  Standortdatenblatt 
ergibt  sich,  dass  für  die  5G-Antennen  (3,5  GHz-Band  [3'400-3'800  MHz])  eine 
maximale  Sendeleistung  von  200,  300  und  450  WERP  beantragt  wird.  Als 
massgebender  Betriebszustand  wird  mithin  wie  bei  konventionellen  Antennen 
diese  maximale  Sendeleistung  bei  maximalem  Gesprächs-  und  Datenverkehr 
ausgewiesen.  Die  entsprechenden  Antennen  haben  mithin  bei  eingestellter 
maximaler Sendeleistung die Grenzwerte auch bei maximalem Gesprächs- und 
Datenverkehr einzuhalten. Ein Hinweis auf eine Berücksichtigung der besagten 
Variabilität von adaptiven Antennen findet sich im Standortdatenblatt hingegen 
nicht.  Auch  die  Rekurrierenden  vermögen  solches  nicht  darzulegen.  Das 
rekurrentische  Begehren,  dieser  Bestimmung  die  Anwendung  aufgrund  einer 
befürchteten unzulässigen Privilegierung adaptiver Antennen zu versagen, zielt 
damit von vornherein ins Leere. Es ist damit nicht weiter auf die rekurrentischen 
Vorbringen  hinsichtlich  der  von  den  Rekurrierenden  als  unzulässig  taxierten 
Folgen  einer  Berücksichtigung  der  Variabilität  von  adaptiven  Antennen 
einzugehen.  

4.4  Die  Rekurrierenden  kritisieren  in  der  Replik  indes  gerade  auch  den 
Umstand, dass die streitbetroffenen Antennen nach Massgabe des maximalen 

 
 
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Gesprächs-  und  Datenverkehrs  bei  maximaler  Sendeleistung  beurteilt  wurde. 
Es  sei  –  so  die  Rekurrierenden  –  rechtlich  nicht  haltbar,  dass  die  Beurteilung 
nach  einem  «worst-case-Szenario»  vorgenommen  worden  sei.  Die  NISV 
enthalte  keine  Übergangsregelung  und  auch  keine  Bevorzugung  der  Bauher-
rschaft  im  Sinne  einer  Vorwirkung,  die  jene  für  sich  beanspruchen  dürfe.  Die 
Beurteilung von Baugesuchen für adaptive Antennen gestützt auf die NISV sei 
unter anderem mangels aktualisierter Vollzugshilfe rechtswidrig.  

ihr  Zweck 

Dabei  verkennen  die  Rekurrierenden  zunächst,  dass  das  Vorliegen  einer 
Vollzugshilfe  nicht  Bewilligungsvoraussetzung  ist.  Vollzugshilfen  richten  sich 
primär  an  Vollzugsbehörden  und 
liegt  darin,  unbestimmte 
Rechtsbegriffe  von  Gesetzen  und  Verordnungen  zu  konkretisieren  und  eine 
einheitliche  Vollzugspraxis  zu  ermöglichen. 
In  diesem  Sinn  enthält  die 
Vollzugsempfehlung  NISV  Erläuterungen  und  Präzisierungen  hinsichtlich 
Mobilfunk-Basisstationen.  Sie  dient  als  Auslegungshilfe,  ohne  selbst  Recht  zu 
setzen. Daraus folgt, dass andere Lösungen nicht ausgeschlossen sind, sofern 
sie  ebenfalls  rechtskonform  sind  (Christoph  Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas 
Wipf/Daniel Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, 6. A., 2019, Bd. 2, S. 1412 
f.).  Der  Umstand,  dass  adaptive  Antennen  in  der  aktuell  publizierten  Fassung 
der  Vollzugsempfehlung  NISV  nicht 
thematisiert  werden  und  ein 
diesbezüglicher  Nachtrag  noch  ausstehend  ist,  kann  mithin  nicht  pauschal  zur 
Bauverweigerung  der  geplanten  Mobilfunk-Antennenanlage  und  auch  nicht  zu 
führen. 
einer  Sistierung  des  Baugesuchs  oder  des  Rekursverfahrens 
Entscheidend  ist  vielmehr,  ob  das  Vorgehen  der  Rekursgegnerinnen,  wonach 
auch  adaptive  Antennen  nach  dem  sog.  «worst-case»-Szenario  behandelt 
werden, mit den Vorgaben der NISV zu vereinbaren ist.  

und  mithin 

Das  BAFU 

dieselbe  Fachbehörde,  welche 

die 
Vollzugsempfehlung NISV erlassen hat und auch einen Nachtrag in Bezug auf 
die  Berücksichtigung  adaptiver  Antennen  ausarbeiten  wird,  wendet  sich  im 
Informationsblatt  «Mobilfunk  und  Strahlung:  Aufbau  der  5G-Netze  in  der 
Schweiz»  vom  17.  April  2019  (nachfolgend:  Informationsschreiben  5G)  an  die 
Kantone,  mit  dem  Zweck,  für  die  Zeit  bis  zur  Publikation  einer  ergänzten 
Vollzugsempfehlung  eine einheitliche  Vollzugspraxis durchzusetzen.  In  diesem 
Informationsschreiben  empfiehlt  das  BAFU,  adaptive  Antennen  bis  zum 
Vorliegen  des  Nachtrages  nach  dem  erwähnten  «worst-case»-Szenario  zu 
behandeln.  D.h.  die  Strahlung  soll  wie  bei  konventionellen  Antennen  anhand 
des  maximalen  Gesprächs-  und  Datenverkehrs  bei  maximaler  Sendeleistung 
beurteilt  werden.  Damit  –  so  das  BAFU  –  wird  die  tatsächliche  Strahlung  von 
adaptiven Antennen überschätzt und ist die Beurteilung auf der sicheren Seite 
(Informationsschreiben 5G, S. 4). Dem ist aus rechtlicher Sicht nichts entgegen 
zu  halten,  zumal  die  Einhaltung  der  Grenzwerte  mit  diesem  Vorgehen 
sichergestellt  ist  und  damit  kein  Widerspruch  zu  den  Anliegen  der  Umwelt-
Inwiefern  es  dabei  gemäss  rekurrentischer 
schutzgesetzgebung  vorliegt. 
Auffassung  zu  einer  «Bevorzugung  der  Bauherrschaft 
im  Sinne  einer 
Vorwirkung» kommen soll, ist unerfindlich, zumal die Variabilität von adaptiven 
Antennen  gerade  nicht  zugunsten  der  Mobilfunkbetreiberin  berücksichtigt, 
sondern  mit  dem  besagten  «worst-case»-Szenario  der  Beurteilung  eine 
konservative  Berechnung  zugrunde  gelegt  wird.  Da  der  Datenverkehr  nicht 
mehr wie bisher in die gesamte Funkzelle abgestrahlt, sondern tendenziell zum 

 
 
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Nutzer  hingelenkt  wird,  kann  die  über  die  Fläche  und  die  Zeit  gemittelte 
Exposition  mit  dem  Einsatz  von  adaptiven  Antennen  reduziert  werden 
(Arbeitsgruppe  Mobilfunk  und  Strahlung,  Bericht  Mobilfunk  und  Strahlung,  18. 
November  2019,  Ziff.  3.2.2,  bafu.admin.ch).  Dieser  Effekt  wurde  vorliegend 
nicht berücksichtigt. (…) 

5.1.1  Die  Rekurrierenden  stellen  die  Richtigkeit  der 

in  den 
Standortdatenblättern  angegebenen  Sendeleistung  in  Frage.  Sie  bringen 
diesbezüglich  vor,  dass  es  bei  5G-Antennen  nicht  nur  eine  Strahlenkeule  pro 
Sektor gebe, sondern mindestens deren 64. (…)  

5.2  Wie  unter  Ziffer  4.2  vorstehend  dargelegt,  regelt  die  NISV  die 
Begrenzung  von  nieder-  und  hochfrequenten  Strahlenemissionen  von 
Mobilfunk-Basisstationen mittels Immissionsgrenzwerten und in Umsetzung des 
gesetzlichen  Vorsorgeprinzips  zudem  mittels  Anlagegrenzwerten.  Wie  erwähnt 
ist die NISV grundsätzlich technologieneutral und gilt damit unabhängig von der 
Mobilfunktechnologie bzw. -generation. (…) 

die 

von 

über 

Die  Anlagegrenzwerte  gehen  erheblich  über  den  Schutzumfang  der 
in  Konkretisierung  der 
Immissionsgrenzwerte  hinaus.  Sie  verlangen 
Bestimmung 
vorsorgliche 
Abs. 1  NISV 
Art. 4 
Emissionsbegrenzung  an  Orten  mit  empfindlicher  Nutzung  (OMEN),  welche  in 
Art. 3  Abs. 3  NISV  definiert  werden,  durchschnittlich  um  den  Faktor  10  tiefere 
elektrische  Feldstärken.  Als  OMEN  gelten  nach  dieser  Bestimmung 
insbesondere  Räume  in  Gebäuden,  in  denen  sich  Menschen  regelmässig 
längerer  Zeit  aufhalten  (Wohn-  und  Schlafräume,  permanente 
während 
Arbeitsplätze  etc.)  oder  raumplanungsrechtlich  festgesetzte  Kinderspielplätze. 
Die Anlagegrenzwerte bewegen sich frequenzabhängig im Bereich zwischen 4 
und  6 V/m.  Für  die  hier 
in 
Frequenzbereichen  zwischen 700-900  MHz,  1'400-2'600  MHz  und 3'400-3'800 
MHz  senden  soll,  gilt  gemäss  Anhang  1  Ziffer  64  lit.  c  NISV  ein  maximal 
zulässiger Anlagegrenzwert von 5 V/m.  

in  Frage  stehende  Basisstation,  die 

5.3 Die Ermittlung der Immissions- und Anlagegrenzwerte erfolgt mit Hilfe 
des  vom  BAFU  entwickelten  Berechnungsmodells 
für  hochfrequente 
nichtionisierende  Strahlen,  den  sogenannten  Standortdatenblättern  (Art.  11 
Abs. 1 NISV).  

Art. 11  Abs. 2  lit. c  Ziff. 1  und  2  NISV  verlangt  Berechnungen  einerseits 
beim  strahlenmässig  exponiertesten  OKA  (Ort  für  den  kurzfristigen  Aufenthalt 
von  Menschen;  Immissionsgrenzwert)  und  andererseits  für  jene  drei  Orte  mit 
empfindlicher Nutzung (OMEN), an denen die elektromagnetische Strahlung am 
grössten 
ist  (Anlagegrenzwert).  Diese  Berechnungen  werden  von  den 
Mobilfunkgesellschaften  durchgeführt  und  müssen  zwingend  Teil  des 
Baugesuchs sein. Es ist Aufgabe der kommunalen Baubehörden, das jeweilige 
Standortdatenblatt  zusammen  mit  den  übrigen  Baugesuchsunterlagen  auf  ihre 
Vollständigkeit  und  Richtigkeit  zu  überprüfen  oder  von  einer  externen  (…) 
Fachstelle überprüfen zu lassen.  

 
 
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für  die 

Mit  dem  vorliegenden  Standortdatenblatt  hat  die  private  Rekursgegnerin 
Immissionsprognosen  für  einen  OKA  und  sechs  OMEN  vorgenommen.  Die 
Grenzwertberechnungen  basieren  auf  den 
im  Baugesuch  beantragten 
maximalen  Antennenleistungen.  Diese  hat  die  private  Rekursgegnerin  für  die 
im  Frequenzband  von  3'400-3'800  MHz 
«5G-Antennen»,  d.h. 
sendenden,  adaptiven  Antennen,  mit  200,  450  und  300  WERP  angegeben. 
Soweit  die  Rekurrierenden  diese  Angaben  als  falsch  zurückweisen,  weil  die 
Antennen eine deutlich höhere Leistung erzeugen könnten, übersehen sie, dass 
diese  Angaben  wie  vorstehend  dargelegt  Teil  des  Baugesuchs  sind. 
Gegenstand  des  Verfahrens  kann  mithin  nur  die  Mobilfunk-Antennenanlage 
sein, wie sie im Baugesuch beschrieben wird (vgl. BGr 1C_122/2014, E. 2). Es 
ist  mithin  unerheblich,  ob  die  Antenne  aus  technischer  Sicht  eine  höhere 
Leistung erbringen könnte.  

Die  Korrektheit  der  Leistungsangaben  im  Standortdatenblatt  hinsichtlich 
der  «5G-Antenne»  vermögen  die  Rekurrierenden  sodann  auch  mit  ihren 
übrigen  Vorbringen  nicht  in  Zweifel  zu  ziehen.  Sie  bringen  insbesondere  vor, 
dass  die  angegebene  Sendeleistung  mit  der  Anzahl  möglicher  Beams  zu 
multiplizieren  sei,  um  die  Gesamtleistung  der  Antenne  zu  erhalten.  Diese 
Auffassung  widerspricht  der  Darstellung  des  von  der  privaten  Rekursgegnerin 
genannten  Fachartikels  von  B.  Thors  et  al.  (B.  Thors  et  al,  Time-averaged 
Realistic  Maximum  Power  Levels  for  he  Assessment  of  Radio  Frequency 
Exposure for 5G Radio Base Stations using Massive MIMO, Section II. Method, 
C.  Spatial  and  Temporal  Distribution  of  Users,  zu 
finden  auf  http://-
ieeexplore.ieee.org/document/8039290/,).  Daraus  ergibt  sich,  dass  sich  die 
Leistung  einer  adaptiven  Antenne  bei  mehreren  Nutzern  nicht  multipliziert, 
sondern  dass  sich 
ihre  maximal  erlaubte  und  damit  die  verfügbare 
Gesamtleistung  auf  sämtliche  anwesenden  Nutzer  bzw.  auf  die  einzelnen 
Beams verteilt. Der gegenteiligen rekurrentischen Auffassung kann damit nicht 
gefolgt werden.  

Dem bleibt anzufügen, dass die Mobilfunk-Antennenanlage die Einhaltung 
der  maximalen  Sendeleistung  bzw.  der  Grenzwerte  mittels  den  angeordneten 
Abnahmemessungen  sowie  dem  Qualitätssicherungs-System  (QS-System),  zu 
deren  Implementierung  sich  auch  die  private  Rekursgegnerin  verpflichtet  hat, 
sichergestellt werden kann. (…) 

8.1 Die Rekurrierenden begründen ihren auf Aufhebung der angefochtenen 
Bewilligung  gerichteten  Antrag  weiter  damit,  dass  keine  Messempfehlungen 
hinsichtlich 5G-Antennen vorlägen. (…) 

8.2  Gemäss  Art.  12  Abs.  2  NISV  führt  die  Behörde  Messungen  oder 
Berechnungen  zur  Kontrolle  der  Einhaltung  des  Anlagegrenzwertes  nach 
Anhang 1 durch, lässt solche durchführen oder stützt sich auf die Ermittlungen 
Dritter.  Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU)  empfiehlt  geeignete  Mess-  und 
Berechnungsmethoden.  

Weder die Vollzugsempfehlung zur NISV noch die Messempfehlung NISV 
(Nichtionisierende 
[GSM], 
Messempfehlung, BUWAL/BAFU, 2002) sehen explizit auf die 5G-Technologie 

Mobilfunk-Basisstationen 

Strahlung, 

 
 
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zugeschnittene  Empfehlungen  vor  (s.  Messempfehlung  NISV,  S.  9).  Im 
Informationsschreiben 5G hält das BAFU diesbezüglich indes fest, dass bereits 
bei der Einführung von 3G (UMTS) und 4G (LTE) das Messverfahren erst nach 
dem Start der Technologie hätten erarbeitet werden können. Die Ausarbeitung 
habe indes jeweils wenige Monate gedauert. Die Einführung von 5G erfolge in 
Frequenzbereichen,  wie  sie  bereits  jetzt  für  den  Mobilfunk  und  für  WLAN 
verwendet würden, und auch das Modulationsverfahren der Signale sei ähnlich 
wie  bei  4G  (LTE).  Auch  wenn  für  die  Messfirmen  noch  keine  Akkreditierungs-
möglichkeit  basierend  auf  einer  Messempfehlung  des  BAFU  bzw.  des 
Eidgenössischen 
(METAS)  bestehe,  könnten 
Messungen  vorgenommen  werden.  In  diesem  Fall  hätten  sich  die  Messfirmen 
am aktuellen Stand der Technik zu orientieren (Informationsschreiben 5G, S. 5).  

für  Metrologie 

Instituts 

Abnahmemessungen  können  damit  entgegen  der  Auffassung  der 
Rekurrierenden durchaus auch hinsichtlich der Strahlungen einer adaptiven 5G-
Antenne  vorgenommen  werden.  Dass 
für  die  Messfirmen  noch  keine 
Akkreditierungsmöglichkeit besteht,  ändert daran nichts. Wie  gesehen  schreibt 
die  NISV  einzig  vor,  dass  das  BAFU  geeignete  Mess-  und  Berechnungs-
Informationsschreiben  5G  abgegebene 
methoden  empfiehlt.  Die 
Einschätzung des BAFU, dass Messungen vorgenommen werden und sich die 
Messfirmen  am  aktuellen  Stand  der Technik zu  orientieren  hätten,  ist  insoweit 
als  Empfehlung  zu  betrachten.  Es  liegen  keine  Anhaltspunkte  vor,  die  es 
rechtfertigen würden, von dieser Einschätzung der Fachbehörde abzuweichen. 
Auch  die  Rekurrierenden  bringen  nichts  Substantiiertes  vor,  das  berechtigte 
Zweifel  an  der  Richtigkeit  dieser  Einschätzung  und  der  (provisorischen) 
Empfehlung  erwecken  könnte.  Eine  Aufhebung  der  Baubewilligung  rechtfertigt 
sich daher nicht. (…) 

im