# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18c39515-07a1-5757-97e0-bc4d7c45c474
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 08.04.2022 21-6099
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_21-6099_2022-04-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/13

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 21-6099

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 22.04.2022

Entscheiddatum: 08.04.2022

BUDE 2022 Nr. 033
Art. 45 VRP, Art. 21 PBV. Ein Nachbar, welcher knapp 170 m von einer 
mehrheitlich offenen Trainingshalle für Hunde sowie einer Hundetherapie mit 
umzäunten Aussenbereichen entfernt wohnt, ist vorliegend zur 
Rekurserhebung berechtigt (Erw. 1.4). Das Baugesuch erweist sich zudem 
mangels vollständigem Betriebskonzept und aufgrund einer fehlenden 
Lärmbeurteilung als unvollständig (Erw. 3).

BUDE 2022 Nr. 33 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

21-6099 

 

Entscheid Nr. 33/2022 vom 8. April 2022 

Rekurrent 1 

 

 

 

Rekurrent 2 

  

 A.___,  

vertreten durch Dr.iur. Karl Gehler, Rechtsanwalt, Lattenhofweg 4, 

8645 Rapperswil-Jona 

 

B.___, 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Baukommission X.___ (Entscheid vom 10. Juni 2021) 

 

 

Rekursgegnerin 

 

 C.___,  

vertreten durch lic.iur. Walter Wagner, Rechtsanwalt, Poststrasse 23, 

9001 St.Gallen 

 

 

Betreff  Baubewilligung (Umnutzung der Reithalle in eine Trainingshalle für 

Hunde sowie des Pferdestalls in einen Therapieraum) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 2/12 

 

Sachverhalt 

A.  

a) D.___ ist Eigentümerin von Grundstück Nr. 001, Grundbuch 

X.___, an der L.___strasse 40 in Y.___. Das Grundstück liegt gemäss 

geltendem Zonenplan Y.___ der X.___ vom 14. Dezember 2012 in 

verschiedenen Zonen. Rund 1'428 m2 der insgesamt 2'003 m2 liegen 

in der Wohn-Gewerbezone (WG2), rund 564 m2 in der Grünzone Frei-

haltung (GF) und rund 7 m2 in der Landwirtschaftszone (L). Die den 

Zonen WG2 und L zugeteilten Flächen sind der Lärmempfindlichkeits-

stufe III, die der Zone GF zugeteilte Fläche der Lärmempfindlichkeits-

stufe II zugeordnet. 

 

b) Das Grundstück ist mit einer auf der Nord-, Süd- und Westseite 

offenen ehemaligen Reithalle für Pferde (Vers.-Nr. 002) überbaut und 

liegt in flachem Gelände. Um die der Zone GF zugeteilte Fläche wur-

den ca. 1,8 m hohe Zäune erstellt. 

 

c) E.___ ist Eigentümerin von Grundstück Nr. 003 an der 

L.___strasse 42 in Y.___. Das Grundstück liegt im nördlichen Bereich 

in der Wohn-Gewerbezone. Der südliche Teil des Grundstücks ist der 

Landwirtschaftszone zugeschieden. 

 

d) Das Grundstück Nr. 003 ist auf der Nordseite mit einem Wohn-

haus (Vers.-Nr. 004) mit angebauter Scheune/Garage (Vers.-Nr. 005) 

mit eingezäunten Therapieboxen für Hunde und einer eingezäunten 

Terrasse überbaut. Dazu kommt ein eingezäunter Garten, der sich 

südlich und östlich des Wohnhauses (Vers.-Nr. 004) in der WG2 be-

findet. Eine kleine Brücke verbindet die Nordseite des Grundstücks mit 

dem auf der Südseite des Grundstücks befindlichen eingezäunten 

Tierspielplatz in der Landwirtschaftszone. Auf dem Hundespielplatz 

befinden sich zudem zwei Zirkuswagen. 

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 8. März 2021 beantragte C.___ bei der Bau-

kommission der X.___ die Baubewilligung für die Umnutzung der Reit-

halle (Vers.-Nr. 002) in eine Trainingshalle für Hunde und des Pferde-

stalls bzw. der Garage (Vers.-Nr. 005) in einen Wohn- und Gewerbe-

raum. Gemäss ihrem Begleitschreiben vom 8. März 2021 sowie dem 

gleichentags von ihr eingereichten Betriebskonzept, wollte sie auf den 

Grundstücken Nrn. 001 und 003 unter anderem Verhaltensberatung 

und Time-Out-Plätze für maximal drei externe Hunde sowie Physio-

therapie für Hunde anbieten. In der umgenutzten Reithalle sollten neu 

insbesondere Hundetrainings in Einzel- und Gruppenstunden mit Hilfe 

von fachspezifischen Kooperationspartnern durchgeführt werden. 

 

b) Mit Schreiben vom 16. April 2021 erhoben A.___ und B.___ in-

nert der Auflagefrist Einsprache gegen die Umnutzung der Grundstü-

cke Nrn. 001 und 003. Sie rügten insbesondere, dass die Umnutzung 

des Reitstalls zu einem Hundetrainingsplatz mit erheblichem Lärm 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 3/12 

 

durch Hundegebell verbunden sei, was eine Verschlechterung der 

Wohnverhältnisse im Tal in Z.___ sowie eine Wertminderung ihrer Lie-

genschaften bedeute. Im Gegensatz zu Pferden hätten Hunde von Na-

tur aus das Bedürfnis, sich durch Bellen mitzuteilen. Es könne von 

Hunden nicht wie von Menschen erwartet werden, dass sie zu be-

stimmten Zeiten still seien. Dies gelte insbesondere dann, wenn sich 

viele Hunde gemeinsam an einem Ort aufhalten würden.  

 

c) Mit Beschluss vom 16. Juni 2021 erteilte die Baukommission der 

X.___ die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies 

die Einsprache von A.___ und B.___ ab. Dies begründete sie im We-

sentlichen damit, dass basierend auf dem Betriebskonzept und der 

Einhaltung der definierten Ruhezeiten gemäss Art. 2 des Immissions-

schutzreglements der X.___ nicht von übermässigem Hundegebell 

ausgegangen werden könne. Als Bedingungen und Auflagen seien die 

besagten Ruhezeiten zu gewährleisten und im Betrieb alles vorzukeh-

ren, dass übermässiges Hundegebell ausgeschlossen werden könne. 

Im Falle allfälliger Lärmklagen von betroffenen Anwohnerinnen und 

Anwohnern bleibe die Anordnung weiterer Lärmschutzmassnahen 

ausdrücklich vorbehalten.  

 

C.  

a) Gegen diesen Beschluss erhoben A.___ (Rekurrent 1) und 

B.___ (Rekurrent 2) mit Schreiben vom 29. Juni 2021 Rekurs beim 

Baudepartement (seit 1. Oktober 2021: Bau- und Umweltdeparte-

ment). Mit Rekursergänzung vom 22. Juli 2021 stellt A.___, vertreten 

durch Dr.iur. Karl Gehler, Rechtsanwalt, Rapperswil-Jona, folgende 

Anträge:  

 
1. Die Baubewilligung der Baukommission der X.___ 

vom 10. Juni 2021 betreffend Umnutzung der Reit-
halle in eine Trainingshalle für Hunde sowie des Pfer-
destalls in einen Therapieraum, GS-Nrn. 003 und 001, 
L.___strasse 40/42, sei aufzuheben. 

2. Die Baubewilligung für die Umnutzung der Reithalle in 
eine Trainingshalle und des Pferdestalls in einen The-
rapieraum samt sämtlichen Aussenflächen sei zu ver-
weigern. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehr-
wertsteuer und Spesen) zulasten der Bauherrschaft. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die Baugesuchsunterla-

gen unvollständig seien. Insbesondere würden Angaben zur Aussen-

lärmbelastung fehlen. Auch sei nicht klar, wie viele Hunde sich im Be-

trieb aufhalten würden. Es müsse jedoch von mehr als fünf, wohl eher 

von zehn Hunden ausgegangen werden. Ein solcher Betrieb sei ge-

mäss der schweizerischen Tierschutzverordnung bewilligungspflich-

tig. Eine entsprechende Bewilligung der zuständigen Behörde für das 

Führen eines solchen Betriebs liege jedoch nicht vor. Auch sei es auf-

grund mangelnder Informationen zur Anzahl und Grösse der Hunde 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 4/12 

 

nicht möglich, den zu erwartenden Lärm zu beurteilen. Zudem werde 

bestritten, dass die Umnutzung einer Reithalle zu einer Trainingshalle 

für Hunde ohne bauliche Veränderungen möglich sei. Weiter gelte für 

die Baugrundstücke zwar die Lärmempfindlichkeitsstufe III, für die an-

grenzende Wohnzone jedoch die Lärmempfindlichkeitsstufe II. Es sei 

nicht zulässig, dass übermässige Immissionen über die Zonengrenze 

hinweg Einfamilienhäuser in der Wohnzone beeinträchtigen würden. 

Da der Betrieb inmitten von Wohnzonen liege, sei er nicht zonenkon-

form. Grundsätzlich sei der Nachweis der Einhaltung der Lärmschutz-

grenzwerte Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung. Die 

Vorgehensweise der X.___, wonach Lärmschutzmassnahmen nach-

träglich angeordnet werden könnten, sei nicht korrekt. Schliesslich 

werde im von der Rekursgegnerin eingereichten Betriebskonzept ohne 

Begründung oder weitere Ausführungen behauptet, dass die Ruhezei-

ten gemäss Art. 2 des Immissionsschutzreglements eingehalten wür-

den. Wie dies mit einer derart grossen Anzahl Hunde bewerkstelligt 

werden soll, könne dem Betriebskonzept jedoch nicht entnommen 

werden.  

 

b) Am 29. Juli 2021 zog der Rekurrent 2 seinen Rekurs zurück 

 

D.  

a) Mit Vernehmlassung vom 10. August 2021 beantragt die 

Rekursgegnerin den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird gel-

tend gemacht, dass sich der Rekurrent 1 in Spekulationen verliere. Die 

einspracheberechtigte Nachbarschaft habe der Umnutzung zuge-

stimmt. Zudem sei der Betrieb nicht bewilligungspflichtig, da die pri-

vate Hundehaltung vom übrigen Betrieb abgetrennt sei und jeweils nur 

zwei bis drei externe Hunde vor Ort seien. Darüber hinaus stelle sie 

die Rekurslegitimation des Rekurrenten 1 in Frage. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 20. August 2021 beantragt die  

Vorinstanz, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begrün-

dung verweist sie auf ihre Ausführungen im Entscheid vom 10. Juni 

2021. 

 

c) Am 1. September 2021 reicht die Rekursgegnerin u.a. einen 

Nachweis ihrer Qualifikation zur Ausübung der von ihr vorgesehenen 

Tätigkeiten sowie ein überarbeitetes Betriebskonzept als Ergänzung 

zum Baugesuch vom 8. März 2021 ein. Seit dem 22. September 2021 

wird die Rekursgegnerin von lic.iur. Walter Wagner, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, vertreten. 

 

E.  

a) Das Bau- und Umweltdepartement führte am 23. November 

2021 in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten einen Augenschein 

durch. Dabei wurde festgestellt, dass sich auf Grundstück Nr. 003 be-

reits eingezäunte Therapieboxen für Hunde sowie im südlichen Teil 

des Grundstücks in der Landwirtschaftszone ein grosser eingezäunter 

Spielplatz für Tiere befinden. Auch die Reithalle auf Grundstück 

Nr. 001 war bereits in eine Trainingshalle für Hunde umfunktioniert 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 5/12 

 

worden. Um den der Grünzone Freihaltung zugehörigen Teil des 

Grundstücks waren etwa 1,8 m hohe Zäune errichtet worden. Die pri-

vaten Hunde der Rekursgegnerin hielten sich während des Augen-

scheins im Innern des Wohnhauses (Vers.-Nr. 004) auf. Die Rekurs-

gegnerin gab an, dass sie aktuell zehn private Hunde halte. 

 

b) Mit Eingabe vom 15. Dezember 2021 lässt sich der Rekurrent 1 

zum Augenscheinprotokoll vernehmen. Er weist insbesondere darauf 

hin, dass die Zahl der sich auf den Grundstücken befindlichen Hunde 

stetig ansteige. Am Augenschein habe sich ergeben, dass zeitweise 

bis zu 18 Hunde anwesend sein könnten. Es sei bemerkenswert, dass 

die Rekursgegnerin ihre Hunde beim Augenschein trotz mehrmaliger 

Aufforderung nicht nach draussen habe lassen wollen. In einem Tal-

kessel wie Z.___ werde Lärm reflektiert und verstärkt, weshalb von 

den Baugrundstücken ausgehender Hundelärm namentlich auf sei-

nem erhöht liegenden Grundstück sehr gut wahrnehmbar und stark 

störend sei. 

 

c) Mit Eingabe vom 27. Dezember 2021 lässt sich die 

Rekursgegnerin zum Augenscheinprotokoll vernehmen. Sie weist ins-

besondere darauf hin, dass sie mit ihren Hunden seit neun Monaten 

an der L.___strasse wohne und es bis anhin zu keinerlei Lärmklagen 

seitens der Nachbarn gekommen sei. Bereits im vergangenen Winter 

hätten Hundetrainings in der Halle stattgefunden. Auch damals sei es 

zu keinerlei Lärmklagen gekommen. Darüber hinaus fehle es an der 

Rekurslegitimation des Rekurrenten 1, weshalb sie um die kostenfäl-

lige Abweisung des Rekurses ersuche. 

 

F.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes ergibt 

sich aus Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(sGS 951.1; abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt.  

 

1.3 Mit dem Rückzug des Rekurses durch den Rekurrenten 2 ist der 

Rekurs in diesem Umfang gegenstandslos geworden und wird in An-

wendung von Art. 57 VRP von der Geschäftsliste des Bau- und Um-

weltdepartementes abgeschrieben. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 6/12 

 

1.4 Die Rekursgegnerin stellt die Rekurslegitimation des Rekurren-

ten 1 in Frage.  

 

1.4.1 Nach Art. 45 VRP ist zur Erhebung eines Rekurses berechtigt, 

wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Ent-

scheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Schutzwürdig ist 

es, wenn der Betroffene rechtlich geschützte Interessen geltend macht 

oder wenn eine Verfügung oder ein Entscheid seine tatsächliche Inte-

ressenlage mehr berührt als irgendeinen Dritten oder die Allgemein-

heit. Legitimiert ist mithin nur, wer den Rekurs im eigenen Interesse 

führt (GEISSER/ZOGG, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskom-

mentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Zürich/St.Gal-

len 2020, Art. 45 N 12; CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im 

Kanton St.Gallen, St.Gallen 2003, Rz. 390 ff.; vgl. zum Ganzen auch 

BDE Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 Erw. 1.2.2). 

 

1.4.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Nachbarn 

zur Beschwerdeführung gegen ein Bauvorhaben legitimiert, wenn sie 

mit Sicherheit oder zumindest grosser Wahrscheinlichkeit durch Im-

missionen (Lärm, Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwir-

kungen) betroffen werden, die der Bau oder Betrieb der fraglichen An-

lage hervorruft. Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Betroffen-

heit dient in der Praxis die räumliche Distanz zum Bauvorhaben bzw. 

zur Anlage. Die Rechtsprechung bejaht in der Regel die Legitimation 

von Nachbarn, deren Liegenschaften sich in einem Umkreis von bis zu 

rund 100 m befinden (BGE 140 II 214 Erw. 2.3 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichtes 1C_286/2020 vom 15. Dezember 2020 

Erw. 2.4). Bei grösseren Entfernungen muss eine Beeinträchtigung 

aufgrund der konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden. 

Allerdings wurde stets betont, dass nicht schematisch auf einzelne Kri-

terien (insbesondere Distanzwerte) abgestellt werden dürfe, sondern 

eine Gesamtwürdigung anhand der konkreten Verhältnisse erforder-

lich sei (Urteil des Bundesgerichtes 1C_11/2021 vom 15. Dezember 

2021 Erw. 1.5 mit Hinweisen). Bei Lärmimmissionen ist die deutliche 

Wahrnehmbarkeit des Lärms ausschlaggebend (GEISSER/ZOGG, 

a.a.O., Art. 45 N 23). So hat das Bundesgericht festgehalten, dass als 

beschwerdelegitimiert all jene zu betrachten sind, die Lärmimmissio-

nen deutlich wahrnehmen und dadurch in ihrer Ruhe gestört werden 

(BGE 110 Ib 99 Erw. 1c). 

 

1.4.3 Das Grundstück des Rekurrenten 1 befindet sich knapp 170 m 

westlich der Baugrundstücke. Es ist ihnen gegenüber 10 bis 15 m er-

höht. Die Trainingshalle sowie der Spielplatz für Hunde auf den Bau-

grundstücken sind vom Grundstück des Rekurrenten 1 aus direkt ein-

sehbar. Im Norden und Süden der L.___strasse erhebt sich das Ge-

lände, weshalb sich Z.___ in einer Talsohle befindet. Insbesondere 

aufgrund dieser topografischen Situation ist in der Talsohle entstehen-

der Lärm auf dem Grundstück des Rekurrenten 1 gut hörbar, was der 

Rekursaugenschein bestätigte. Von den Baugrundstücken ausgehen-

des Hundegebell ist auf dem Grundstück es Rekurrenten 1 aufgrund 

der direkten Einsehbarkeit aus einer Distanz von rund 170 m ohne 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 7/12 

 

Weiteres wahrnehmbar, wodurch die Ruhe des Rekurrenten 1 zweifel-

los gestört wird. Somit ist die Rekursberechtigung des Rekurrenten 1 

gegeben.  

 

1.4.4 Nach dem Gesagten ist auf den Rekurs einzutreten. 

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; 

abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 

(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a 

PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-

scheid erging am 10.Juni 2021. Mithin sind vorliegend grundsätzlich 

die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss Anhang 

zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im PBG“ 

vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 

2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen gelan-

gen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Baureglement 

zur Anwendung.  

 

3.  

Der Rekurrent 1 macht geltend, dass die Vorinstanz die Zonenkonfor-

mität des geplanten Betriebs nicht geprüft habe. Dies sei aufgrund feh-

lender Angaben in den Baugesuchsunterlagen – insbesondere betref-

fend Lärm – gar nicht möglich gewesen. Folglich sei die Baubewilli-

gung bereits aufgrund des unvollständigen Baugesuchs aufzuheben. 

 

3.1 Nach Art. 21 der Verordnung zum Planungs- und Baugesetz 

(sGS 731.11; abgekürzt PBV) muss das Baugesuch die für die Beur-

teilung des Vorhabens notwendigen Unterlagen enthalten. Das Bau-

gesuch beinhaltet den an die zuständige Behörde gerichteten Antrag, 

das in den Unterlagen umschriebene Bauprojekt aufgrund der öffentli-

chen Bauvorschriften sowie weiterer zu beachtender öffentlich-rechtli-

cher Normen (unter anderem umweltrechtliche Vorschriften) zu prüfen 

und nach Massgabe des Ergebnisses dieser Prüfung die Bewilligung 

zur Bauausführung zu erteilen. Es dient der Prüfung der Übereinstim-

mung des Bauvorhabens mit den massgebenden Bestimmungen des 

öffentlichen Rechts. Die Baugesuchsunterlagen müssen deshalb so 

detailliert sein, dass eine Überprüfung der baupolizeilichen Regeln 

möglich ist.  

 

3.2 Bauten und Anlagen haben dem Zweck der jeweiligen Nut-

zungszone zu entsprechen (Art. 22 Abs. 2 Bst. a des eidgenössischen 

Raumplanungsgesetzes [SR 700]). Der Zweck der Nutzungszone 

ergibt sich aus der Umschreibung der Zonenart (Art. 7 PBG). Bei der 

Beurteilung der Zonenkonformität wird in einem ersten Schritt abstrakt 

geprüft, ob eine Baute oder Anlage zu einer bestimmten Kategorie ge-

hört, die in der betreffenden Zone zulässig ist. In Betracht fällt dabei 

nebst der Art der Dienstleistung unter anderem die Zahl der Beschäf-

tigten, die eingesetzten Produktionsmittel sowie die bauliche und 

räumliche Bedeutung des in Frage stehenden Betriebs. Die konkrete 

Beurteilung ist erst in einem zweiten Schritt vorzunehmen. Dabei ist 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 8/12 

 

namentlich zu prüfen, ob der Betrieb Immissionen zur Folge hat, die 

das zulässige Mass überschreiten. Die zweistufige Beurteilung von 

Bauten und Anlagen auf ihre immissionsrechtliche Zulässigkeit wird 

durch Art. 43 der eidgenössischen Lärmschutzverordnung (SR 

814.41; abgekürzt LSV) bestätigt. Nach dieser Bestimmung sind den 

Nutzungszonen nach dem Raumplanungsgesetz Empfindlichkeitsstu-

fen zuzuordnen (vgl. u.a. GVP 2005 Nr. 26 Erw. 3B). Für die vorste-

hende Prüfung ist in der Regel ein ausführliches Betriebskonzept so-

wie bei Bedarf ein Nachweis gemäss Lärmschutzverordnung notwen-

dig (Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 2017/III/6). 

 

3.3 Bei der Trainingshalle für Hunde und den Therapieräumen han-

delt es sich um ortsfeste Anlagen im Sinn von Art. 7 Abs. 7 des eidge-

nössischen Umweltschutzgesetzes (SR 814.01; abgekürzt USG) und 

Art. 2 Abs. 1 LSV, die nach Art. 25 Abs. 1 USG und Art. 7 Abs. 1 LSV 

zu beurteilen sind. Nach Art. 25 Abs. 1 USG dürfen ortsfeste Anlagen 

nur errichtet werden, wenn die durch die Anlagen allein erzeugten  

Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht über-

schreiten. Erstreckt sich die Lärmbelastung auf Gebiete unterschiedli-

cher Lärmempfindlichkeit, müssen an jedem Messpunkt die am betref-

fenden Ort geltenden Planungswerte eingehalten werden (KELLER, in: 

Vereinigung für Umweltrecht (VUR) [Hrsg.], Kommentar zum Umwelt-

schutzgesetz, Zürich/Basel/Genf 2004, Art. 25 N 57). Zudem sind 

nach Art. 11 Abs. 2 USG die Immissionen im Rahmen der Vorsorge 

soweit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich sowie 

wirtschaftlich tragbar ist. Die Immissionsbegrenzung kann dabei unter 

anderem durch den Erlass von Betriebsvorschriften erfolgen 

(Art. 12 Abs. 1 USG). Nach Art. 7 Abs. 1 LSV müssen die Lärmemis-

sionen neuer ortsfester Anlagen nach den Anordnungen der Vollzugs-

behörde so weit begrenzt werden als dies technisch und betrieblich 

möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Bst. a) und dass die von der 

Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht 

überschreiten (Bst. b). Die vom Vorhaben verursachten Lärmimmissi-

onen müssen somit sowohl die Planungswerte der jeweils massge-

benden Empfindlichkeitsstufen einhalten als auch der Vorsorge genü-

gen. 

 

3.4 Nach Art. 36 Abs. 1 LSV ermittelt die Vollzugsbehörde die Aus-

senlärmimmissionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermittlung 

an, wenn sie Grund zur Annahme hat, dass die massgebenden Belas-

tungsgrenzwerte überschritten sind oder ihre Überschreitung zu er-

warten ist. Die Frage, ob Grund zur Annahme besteht, dass die Belas-

tungsgrenzwerte überschritten werden, verlangt eine vorweggenom-

mene Würdigung der Lärmsituation. Ist diese Frage zu bejahen, so ist 

die Behörde zur Durchführung eines Beweis- und Ermittlungsverfah-

rens nach den Art. 36 ff. LSV und den Anhängen 2 bis 7 LSV verpflich-

tet, ohne dass ihr insoweit noch ein Ermessensspielraum zustünde. 

Dabei dürfen keine hohen Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit 

einer Überschreitung der Planungswerte gestellt werden. Dies gilt je-

denfalls im Kontext von Art. 25 Abs. 1 USG: Setzt die Erteilung der 

Baubewilligung eine positive Prognose hinsichtlich der Einhaltung der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 9/12 

 

Planungswerte voraus, so sind weitere Ermittlungen in Form einer 

Lärmprognose (im Sinn von Art. 25 Abs. 2 Satz 1 USG und Art. 36 ff. 

LSV) schon dann geboten, wenn eine Überschreitung der Planungs-

werte möglich erscheint, d.h. beim aktuellen Kenntnisstand nicht aus-

geschlossen werden kann (BGE 137 II 30 Erw. 3.4 mit Hinweisen; Ur-

teil des Bundesgerichtes 1C_534/2011 vom 29. Mai 2012 Erw. 2.4). 

 

3.5 Gemäss Beschreib des Bauprojekts sollen in der ehemaligen 

Reithalle Hundetrainings und im ehemaligen Pferdestall bzw. der Ga-

rage Verhaltensberatung/-therapie und Time-Out für Hunde angebo-

ten werden. Weitere Angaben zum Betrieb, insbesondere zur Art und 

Anzahl der Hunde in den Hundetrainings fehlen. Die eingereichten 

Baugesuchsunterlagen enthalten zudem kaum Angaben, welche auf 

die zu erwartenden Emissionen schliessen zu lassen vermögen. Im 

Betriebskonzept fehlen beispielsweise bezüglich Hundetraining jegli-

che Angaben zur Anzahl und Ausgestaltung der Trainings sowie der 

Anzahl und Art der Hunde. Der Erlass entsprechender Betriebsvor-

schriften ist so nicht möglich. Weiter bestimmt nach ständiger Recht-

sprechung zwar grundsätzlich die Baugesuchstellerin mit ihren Einga-

ben den Umfang des Baugesuchs (BDE Nr. 73/2020 vom 7. August 

2020 Erw. 2.1; Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 

2018/IV/6; GVP 1998 Nr. 9; je mit Hinweisen). Auch wenn die private 

Hundehaltung der Rekursgegnerin vorliegend nicht Gegenstand des 

Baugesuchs bildet, muss diese aufgrund einer wirkungsbezogenen 

Betrachtungsweise sowie der konkreten Immissionen im vorliegenden 

Fall zumindest mitberücksichtigt werden. Gemäss eigenen Angaben 

auf der Homepage der Rekursgegnerin handelt es sich bei den privat 

gehaltenen Hunden ("originelles Lumpenpack") zumindest teilweise 

um Hunde, die in Not geraten sind und umplatziert werden mussten 

und deshalb ein besonderes Mass an Betreuung benötigen. Entspre-

chend ist insbesondere von Interesse, wie die privaten Hunde neben 

dem geplanten Betrieb gehalten werden und wie sichergestellt werden 

soll, dass die privaten Hunde genügend Auslauf und Betreuung erhal-

ten. Darüber hinaus müsste das Betriebskonzept auch darüber Auf-

schluss geben, wie gewährleistet werden soll, dass einerseits die Hun-

detrainings die zu betreuenden sowie die privaten Hunde nicht beein-

trächtigen und wie andererseits Störungen der Trainings durch die be-

treuten oder privaten Hunde verhindert werden sollen. Weiter fehlt es 

an Informationen betreffend die Nutzung der bereits erstellten gross-

zügigen Spiel- und Aussenbereiche in der Landwirtschafts- und 

Grünzone, welche mit Blick auf die vorhandenen Unterlagen voraus-

sichtlich sowohl von den privat gehaltenen als auch von den externen 

Hunden benutzt werden sollen. Eine klare Trennung scheint insbeson-

dere aufgrund der Feststellungen am Augenschein jedenfalls kaum 

möglich. In diesem Zusammenhang ebenfalls zu berücksichtigen ist 

die in den Baugesuchsunterlagen nicht enthaltene, aber bereits er-

stellte grossflächige Umzäunung des Geländes. Schliesslich gibt die 

Rekursgegnerin zwar an, sich an den Vorgaben des Immissions-

schutzreglements der X.___ zu orientieren. An Informationen dazu, 

wie sie die Einhaltung der dort aufgeführten Ruhezeiten bewerkstelli-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 10/12 

 

gen will, fehlt es aber in den von ihr eingereichten Unterlagen. Vor die-

sem Hintergrund und gestützt auf die vorhandenen Unterlagen war für 

die Vorinstanz eine eingehende Überprüfung des Bauvorhabens na-

mentlich in Bezug auf die Einhaltung der Planungswerte in den Lärm-

schutzvorschriften sowie die Zonenkonformität an sich nicht möglich. 

Dazu kommt, dass die Vorinstanz die Prüfung von Lärmschutzmass-

nahmen fast gänzlich unterlassen hat. Das Baugesuch erweist sich 

insgesamt als unvollständig und hätte in dieser Form durch die Vo-

rinstanz weder geprüft noch bewilligt werden können. 

 

3.6 In ihrer Bewilligung vom 10. Juni 2021 hat die Vorinstanz drei 

Auflagen betreffend Lärmimmissionen verfügt. Erstens, dass die Ru-

hezeiten gemäss Art. 2 Immissionsschutzreglement der X.___ zu ge-

währleisten seien. Zweitens, dass im Betrieb alles vorzukehren sei, 

damit übermässiges Hundegebell ausgeschlossen werden könne. An-

dernfalls müssten die Hunde bei geschlossenen Fenstern im Gebäu-

deinnern gehalten werden. Und schliesslich, dass bei allfälligen Lärm-

klagen durch Anwohnerinnen und Anwohner die Anordnung weiterer 

Lärmschutzmassnahmen vorbehalten bleibt. Diese Auflagen vermö-

gen jedoch nichts daran zu ändern, dass das Baugesuch unvollständig 

ist. Da vorliegend eine Überschreitung der Planungswerte nicht aus-

geschlossen werden kann bzw. möglich erscheint, wäre es an der  

Vorinstanz gewesen, weitere Abklärungen zu den erwarteten Aussen-

lärmimmissionen vorzunehmen und eine Lärmbeurteilung zu erstellen. 

Dies im Idealfall vor Ort und in Zusammenarbeit mit der Rekursgegne-

rin. Hierbei ist auf die Vollzugshilfe des Bundesamts für Umwelt 

(BAFU) betreffend die Beurteilung von Alltagslärm hinzuweisen, mit 

deren Hilfe eine Lärmbeurteilung sowohl von der Rekursgegnerin als 

auch von der Vorinstanz hätte durchgeführt werden können 

(www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/laerm/publikationen-stu-

dien/publikationen/beurteilung-alltagslaerm.html). Im Übrigen bringt 

der Rekurrent 1 zu Recht vor, dass nicht nachvollziehbar ist, wie über-

haupt sichergestellt werden soll, dass sich allenfalls sämtliche Hunde 

bei geschlossenen Fenstern im Innern der Gebäude aufhalten sollen. 

Aufgrund der offenen Bauweise ist dies insbesondere bei der Scheune 

von vornherein nicht möglich. 

 

3.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass das Baugesuch unvollstän-

dig und nicht beurteilbar ist. Der Rekurs erweist sich deshalb als be-

gründet und die Baubewilligung vom 10. Juni 2021 ist aufzuheben. Er-

gänzend ist festzuhalten, dass ein aussagekräftiges Betriebskonzept 

sowie eine Lärmbeurteilung aufgrund des Bauvorhabens und seiner 

Lage zwingend zu erstellen gewesen wäre. Der Vollständigkeit halber 

sei an dieser Stelle erwähnt, dass ganz offensichtlich überhaupt nicht 

überprüft wurde, ob dem Vorsorgeprinzip genügend Rechnung getra-

gen wurde. Es ist auf jeden Fall nicht ersichtlich, dass Anstrengungen 

unternommen wurden, um die Lärmemissionen so weit zu begrenzen, 

als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar 

ist. Schliesslich wäre ein neues Baugesuch wohl noch bezüglich Spiel-

platz in der Landwirtschaftszone und Auslauf in der Grünzone Freihal-

tung (inkl. Umzäunung) zu ergänzen sowie dem Amt für Raument-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 11/12 

 

wicklung und Geoinformation zur Beurteilung vorzulegen (vgl. Art. 25 

Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung [SR 700; abge-

kürzt RPG]). Der Rekurs erweist sich als begründet und ist im Sinn der 

Erwägungen gutzuheissen.  

 

 

4.  

4.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten der Rekursgegnerin zu überbinden. 

 

4.2 Der vom Rekurrenten 1 am 16. Juli 2021 geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

5.  

Der Rekurrent 1, die Rekursgegnerin und die Vorinstanz stellen je ein 

Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten. 

 

5.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP).  

 

5.2 Der Rekurrent 1 obsiegt mit seinen Anträgen. Da das Verfahren 

zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bot, 

die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht grund-

sätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis 

VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche Entschä-

digung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der Hono-

rarordnung (sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf 

Fr. 3'250.– zuzüglich Fr. 130.– Barauslagen (4 %; Art. 28bis HonO), 

d.h. insgesamt Fr. 3'380.– festzulegen; sie ist von der Rekursgegnerin 

zu bezahlen. 

 

Da kein begründeter Antrag um Zusprechung der Mehrwertsteuer ge-

stellt wurde, wird diese aufgrund des per 1. Januar 2019 geänderten 

Art. 29 HonO nicht zum Honorar hinzugerechnet.  

 

5.3 Da die Rekursgegnerin mit ihren Anträgen unterliegt, hat sie von 

vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung. 

Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

5.4 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach 

st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 33/2022), Seite 12/12 

 

S. 176). Sie bringt keine Gründe vor, die ein Abweichen von dieser 

Regel rechtfertigen. Ihr Begehren ist daher abzuweisen. 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs von B.___ wird zufolge Rückzugs von der 

Geschäftsliste des Bau- und Umweltdepartementes abgeschrieben. 

 

b) Der Rekurs von A.___ wird im Sinn der Erwägungen 

gutgeheissen. 

 

c) Der Beschluss der Baukommission X.___ vom 10. Juni 2021 

wird aufgehoben. 

 

2.  

a) C.___ bezahlt eine Entscheidgebühr von Fr. 3'500.–. 

 

b) Der am 16. Juli 2021 von A.___ geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Das Begehren von A.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kos-

ten wird gutgeheissen. C.___ entschädigt A.___ ausseramtlich mit 

Fr. 3'380.–. 

 

b) Das Begehren von C.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kos-

ten wird abgewiesen. 

 

c) Das Begehren der Politischen Gemeinde X.___ um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen. 

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BUDE 2022 Nr. 033
	Art. 45 VRP, Art. 21 PBV. Ein Nachbar, welcher knapp 170 m von einer mehrheitlich offenen Trainingshalle für Hunde sowie einer Hundetherapie mit umzäunten Aussenbereichen entfernt wohnt, ist vorliegend zur Rekurserhebung berechtigt (Erw. 1.4). Das Baugesuch erweist sich zudem mangels vollständigem Betriebskonzept und aufgrund einer fehlenden Lärmbeurteilung als unvollständig (Erw. 3).