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**Case Identifier:** f5850d46-6f81-50f3-9eca-f5c0420b9fe7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2020 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2020-1_0000-00-00.pdf

## Full Text

PKG 2020

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Praxis Kantonsgericht 2020
1 Alternierende Obhut: Wohnsitz des Kindes, Aufteilung des 

Barunterhalts unter den Eltern, Überschussverteilung / 
vorsorglicher Kindesunterhalt

 Wohnsitz des Kindes bei gemeinsamer elterlicher Sorge und alternierender 
Obhut (E. 3). 

 Vorsorgliche Regelung des Kindesunterhalts nach Art. 303 Abs. 1 ZPO; 
Anrechnung vorläufiger Unterhaltszahlungen an den im Endentscheid 
bestimmten Unterhaltsbeitrag; Rechtsschutzinteresse an einer Überprüfung 
des vorsorglichen Unterhalts durch die Rechtsmittelinstanz (E. 4.1).

 Aufteilung des Barunterhalts unter den Eltern bei alternierender Obhut (E. 4.2.2, 
E. 5.5).

 Beteiligung des Kindes am Überschuss der Eltern bei alternierender Obhut 
(E. 5.6).

Aus dem Sachverhalt:

A._____ (Vater) und B._____ (Mutter) sind die unverheirateten Eltern von C._____ (Tochter), 

geboren am _____ 2015. Der Vater hatte C._____ am _____ 2014 vor dem Zivilstandsamt 

O.1_____ als sein Kind anerkannt. Bis Mitte 2018 wohnten die Eltern gemeinsam in O.2_____. 

Danach zog die Mutter nach O.3_____. Die Tochter C._____ wurde nach der Trennung ihrer 

Eltern alternierend betreut, jeweils von Donnerstagabend bis Sonntagabend vom Vater in 

O.2_____ und von Sonntagabend bis Donnerstagabend von der Mutter in O.3_____. Während 

der Betreuungszeit der Mutter besuchte die Tochter bis Ende August 2019 zwei Tage und ab 

September 2019 einen Tag pro Woche eine Kindertagesstätte. Am 1. Oktober 2019 verlegte 

die Mutter ihren Wohnsitz nach O.4_____.

Nach der Trennung versuchten die Eltern, die Belange der gemeinsamen Tochter C._____ mit 

Hilfe der KESB _____ zu regeln. Da diese Bemühungen scheiterten, reichte A._____ am 31. 

Januar 2019 beim Regionalgericht Plessur gegen B._____ eine entsprechende Klage ein 

(Proz.Nr. _____).

Am 9. Juli 2019 stellte B._____ beim Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur 

gegen A._____ ein Gesuch auf Erlass vorsorglicher Massnahmen (Proz.Nr. _____). Diese 

wurden vom Einzelrichter mit Entscheid vom 10. September 2019, mitgeteilt am 12. 

Dezember 2019, getroffen. Unter anderem wurde C._____ dabei vorsorglich für die Dauer des 

Hauptverfahrens unter die alternierende Obhut von A._____ und B._____ gestellt, dies bei 

Betreuungsanteilen von je 3.5 Tagen pro Woche. Im Weiteren wurde der Wohnsitz von 

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C._____ für die Dauer des Hauptverfahrens am Wohnsitz von B._____ festgelegt. Schliesslich 

wurde A._____ zu vorläufigen Unterhaltszahlungen an C._____ verpflichtet. Gegen diesen 

Entscheid erhob A._____ am 23. Dezember 2019 beim Kantonsgericht von Graubünden 

Berufung.

Aus den Erwägungen:

3.1.1. Der Wohnsitz ist eine bestimmte rechtliche Beziehung einer Person zu einem 

bestimmten Ort. Die Art. 23 ff. ZGB regeln die Frage, an welchem Ort in der Schweiz eine 

natürliche Person ihren (zivilrechtlichen) Wohnsitz hat, wobei die Grundsätze der 

Notwendigkeit (Art. 24 ZGB) und der Einheit (Art. 23 Abs. 2 ZGB) des Wohnsitzes gelten. An 

den Wohnsitz knüpfen andere Gesetzesnormen Rechtsfolgen an (Charlotte Christener-

Trechsel/Christophe A. Herzig, Herausforderung Mobilität bei gemeinsamer elterlicher Sorge: 

Der sogenannte Zügelartikel – Versuch einer Auslegeordnung, in: Fankhauser/Büchler [Hrsg.], 

Neunte Schweizer Familienrecht§tage, Bern 2018, S. 239). Der Wohnsitz hat somit nicht nur 

symbolische Bedeutung, sondern ist sowohl für die Zuordnung von Rechten und Pflichten als 

auch für verschiedene Zuständigkeiten entscheidend. So bestimmt der Wohnsitz des Kindes 

unter anderem behördliche Zuständigkeiten (Gericht, Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde [vgl. Art. 315 Abs. 1 ZGB]), aber auch den Ort der Einschulung 

(Bericht des Bundesrates "Alternierende Obhut" vom 8. Dezember 2017, abrufbar unter 

<https://www.bj.admin.ch/dam/data/bj/gesellschaft/ gesetzgebung/kindesunterhalt/ber-br-

d.pdf> [im Folgenden zitiert als "Bericht des Bundesrates"], S. 22; Kurt Affolter-Fringeli/Urs 

Vogel, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zu Art. 296-327c ZGB, Bern 2016, N 51 

zu Art. 298 ZGB i.V.m. N 19 zu Art. 298b ZGB; Andrea Büchler/Sandro Clausen, in: 

Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 2017, N 

12 zu Art. 298 ZGB; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 

Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 9 zu Art. 298 ZGB). Der 

zivilrechtliche Wohnsitz gemäss den Artikeln 23 ff. ZGB ist im ganzen Bereich des Privatrechts 

massgebend. Im öffentlichen Recht wird der Wohnsitzbegriff autonom bestimmt. 

Ausgangspunkt ist jedoch in vielen Fällen, wie beispielsweise dem Steuerrecht oder dem 

Sozialversicherungsrecht, ebenfalls der zivilrechtliche Wohnsitz (Bericht des Bundesrates, 

a.a.O., S. 22).

3.1.2. Der Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge befindet sich am Wohnsitz der Eltern 

oder, wenn die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, am Wohnsitz des Elternteils, 

unter dessen Obhut das Kind steht; in den übrigen Fällen gilt sein Aufenthaltsort als Wohnsitz 

(Art. 25 Abs. 1 ZGB). Im Fall einer alternierenden Obhut steht sowohl die elterliche Sorge als 

auch die Obhut beiden Eltern gemeinsam zu, so dass sich aus der Obhutsregelung keine 

https://www.bj.admin.ch/dam/data/bj/gesellschaft/%20gesetzgebung/kindesunterhalt/ber-br-d.pdf
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eindeutige Anknüpfung ergibt. Der Fall der alternierenden Obhut stellt daher einen 

Anwendungsfall von Artikel 25 Absatz 1 zweiter Satz ZGB dar, so dass das Kind seinen Wohnsitz 

am Aufenthaltsort haben soll. Unter dem Aufenthaltsort i.S.v. Art. 25 ZGB wird dabei 

grundsätzlich derjenige Ort verstanden, zu dem das Kind seine engsten Bindungen bzw. einen 

stärkeren Bezug aufweist (BGE 144 V 299 E. 5.3.3.1 f.; Bericht des Bundesrates, S. 22 m.w.H.; 

Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, a.a.O., N 51 zu Art. 298 ZGB i.V.m. N 19 zu Art. 298b ZGB; 

Andrea Büchler/Sandro Clausen, a.a.O., N 12 zu Art. 298 ZGB, m.H. auf Andrea Büchler/Luca 

Maranta, Das neue Recht der elterlichen Sorge, in: Jusletter 11. August 2014 Rz. 12 Fn. 31; Urs 

Vogel, Der Wohnsitz des minderjährigen Kindes im Zivil- und Sozialhilferecht, in: 

Fankhauser/Reusser/Schwander [Hrsg.], Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas 

Geiser zum 65. Geburtstag, Zürich 2017, S. 579 f.; vgl. auch Charlotte Christener-

Trechsel/Christophe A. Herzig, a.a.O., S. 240 ff., die für die Bestimmung des Wohnsitzes des 

Kindes bei gemeinsamem Sorgerecht und getrennten Wohnsitzen unabhängig von der 

Obhutsregelung an den Aufenthaltsort i.S.v. Art. 25 Abs. 1 letzter Teilsatz ZGB anknüpfen, 

nachdem seit der Sorgerechtsnovelle das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, 

nicht mehr aus der Obhut abgeleitet wird, sondern untrennbar mit dem Recht auf elterliche 

Sorge verbunden ist). Lehre und Rechtsprechung verweisen zur Bestimmung der engsten 

Beziehungen bspw. auf den Ort, an dem sich das Kind mehrheitlich aufhält, oder auf die 

Betreuungszeit. Der stärkste Bezug muss indes nicht zwingend durch die Häufigkeit der 

Anwesenheit bestimmt sein, es können auch familiäre Bindungen (Erziehungsverantwortliche, 

Geschwister, Grosseltern etc.) oder ausserfamiliäre soziale Verknüpfungen und Aktivitäten 

(z.B. Schule, Ausbildung, Sportverein, Peergroup) ausschlaggebend sein (Bericht des 

Bundesrates, S. 22 m.w.H.; BGE 144 V 299 E. 5.3.3.4; Urs Vogel, a.a.O., S. 579 f.; Charlotte 

Christener-Trechsel/Christophe Herzig, a.a.O., S. 242; vgl. auch den Entscheid des 

Kantonsgerichts Luzern vom 3. August 2016, LGVE 2016 II Nr. 10 E. 4.4.2 u. 4.5, demgemäss 

sich die Wohnsitzfestlegung nach objektivierbaren, in die Zukunft gerichteten Kriterien zu 

richten hat, unabhängig von Verschuldensfragen im Zusammenhang mit der Aufhebung des 

gemeinsames Haushalts, vom Verlauf der bisherigen Betreuung oder von den weiteren 

verwandtschaftlichen Beziehungen).

Lässt sich die engste Bindung des Kindes zu einem Ort nicht feststellen, was namentlich der 

Fall sein dürfte, wenn sich ein Kind je hälftig bei beiden Elternteilen aufhält, sollen gemäss 

Lehre die Eltern entscheiden, wo sich der zivilrechtliche Wohnsitz des Kindes befindet. Können 

sich die Eltern nicht einigen, entscheidet das Gericht oder die Behörde (Ingeborg 

Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 9 zu Art. 298 ZGB i.V.m. N 7 zu Art. 298b ZGB; Kurt 

Affolter-Fringeli/Urs Vogel, a.a.O., N 51 zu Art. 298 ZGB i.V.m. N 19 zu Art. 298b ZGB; Urs 

Vogel, a.a.O., S. 580; Daniel Staehelin, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB 

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I, Art. 1–456 ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 5 zu Art. 25 ZGB; Andrea Büchler/Sandro Clausen, 

a.a.O., N 12 zu Art. 298 ZGB; Thomas Geiser, Umsetzung der gemeinsamen elterlichen Sorge 

durch die Gerichte, in: AJP 2015 S. 1105; LGVE 2016 II Nr. 10 E. 4.3).

3.2. Aufgrund der entsprechenden Einwände der Mutter ist vorliegend vorab die Frage zu 

klären, ob überhaupt ein Rechtsschutzinteresse vorliegt, den Wohnsitz von C._____ für die 

Dauer des Hauptverfahrens vorsorglich zu regeln, ob ihr mit anderen Worten ein Nachteil 

droht, wenn die Wohnsitzfrage erst im Hauptentscheid geklärt würde.

3.2.1. Ein Interesse der Tochter an einer vorsorglichen Klärung ihres zivilrechtlichen 

Wohnsitzes, um einen Anknüpfungspunkt für eine Gerichts- oder Behördenzuständigkeit zu 

schaffen, besteht vorliegend nicht, ist vor dem Regionalgericht Plessur doch bereits seit 

anfangs 2019 ein Verfahren hängig, deren Gegenstand die (umfassende) Regelung der 

Belange von C._____ bildet (zur Kompetenzattraktion zu Gunsten des Gerichts, wenn 

hinsichtlich des Unterhaltsbeitrags Uneinigkeit besteht, vgl. Art. 298b Abs. 3 ZGB sowie Art. 

304 Abs. 2 ZPO; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 14 zu Art. 298b ZGB; Sébastien 

Moret/Daniel Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 

Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, N 6a zu Art. 304 ZPO). Anders sieht es in Bezug 

auf die Einschulung von C._____ im Sinne ihres Eintritts in den Kindergarten im August 2020 

aus. Da sich der Ort der Einschulung nach dem Wohnsitz richtet (vgl. E. 3.1.1), besteht ein 

Bedürfnis des Kindes, dass diese Frage geklärt wird, zumal im Übrigen nicht umstritten ist, 

dass die Tochter den (im Kanton Graubünden freiwilligen) Kindergarten besuchen soll. Aus 

den Akten des Hauptverfahrens (vgl. Prozess-Nr. _____, act. I./1 S. 7, act. I./2 S.11) und 

namentlich aus den Berufungsschriften (vgl. vorn E. 2) geht denn auch hervor, dass sich der 

von den Eltern unter dem Titel Wohnsitz geführte Streit schwergewichtig um die Frage dreht, 

wo C._____ einzuschulen ist. Da die Genannte unter gemeinsamer elterlicher Sorge sowie 

unter alternierender Obhut steht, muss zur Bestimmung des Wohnsitzes auf ihren 

Aufenthaltsort im Sinne desjenigen Ortes abgestellt werden, zu dem sie ihren stärksten Bezug 

hat. Dieser Bezug ist aufgrund der verfügten Betreuungsregelung bzw. aufgrund des 

Umstands, dass sich C._____ je hälftig bei beiden Elternteilen aufhält, allerdings nicht zum 

vornherein klar, weshalb es an sich an den Eltern läge, einen Entscheid über den Wohnsitz der 

Tochter zu treffen. Hierzu sind sie bekanntlich nicht in der Lage. Da der Besuch des 

Kindergartens im Interesse von C._____ liegt, erleidet sie beim Ausbleiben eines 

entsprechenden elterlichen Entscheids einen Nachteil. Diesen gilt es zu ihrem Wohl durch eine 

gerichtliche Regelung abzuwenden. Zu beachten ist, dass der Eintritt in den Kindergarten 

bereits im August 2020 erfolgen soll. Es ist absehbar, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch kein 

rechtskräftiger Entscheid im Hauptverfahren vorliegt. Hinzu kommt, dass der 

Kindergarteneintritt einer gewissen Vorlaufzeit bedarf, muss doch die Anmeldung für den 

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Kindergarten und für allenfalls benötigte Tagesstrukturen in der Regel mehrere Monate im 

Voraus erfolgen. In diesem Sinn liegt ein Interesse von C._____ vor, dass die Frage des 

Wohnsitzes vorsorglich geklärt wird.

Das Bedürfnis nach einem vorsorglichen gerichtlichen Entscheid über den Schul- bzw. 

Kindergartenort besteht im Übrigen auch dann, wenn man sich nicht auf die oben zitierte 

Lehre abstützt, die den Ort der Einschulung aus dem zivilrechtlichen Wohnsitz ableitet, 

sondern den Fokus auf die Regelung im Kanton Graubünden legt. Art. 11 des Gesetzes für die 

Volksschulen des Kantons Graubünden (Schulgesetz; BR 421.000) bestimmt nämlich, dass 

jedes Kind die Schule jener Gemeinde besucht, in der es sich mit Einwilligung der 

Erziehungsberechtigten dauernd aufhält (wobei der Begriff Schule auch die Kindergartenstufe 

umfasst [vgl. Art. 6 ff. Schulgesetz]). Aus dieser Regelung ergibt sich somit ebenfalls das 

Erfordernis, dass sich die gemeinsam sorgeberechtigten Eltern – in Übereinstimmung mit Art. 

301 Abs. 1 ZGB und 301a Abs. 1 ZGB – über den Aufenthalt von C._____ im Hinblick auf den 

Kindergartenbesuch einigen, bzw. beim Fehlen einer entsprechenden Einigung das Bedürfnis 

einer rechtzeitigen behördlichen Intervention.

3.2.2. Die Vorinstanz setzte sich mit der Frage des Wohnsitzes unter dem Aspekt der 

Einschulung soweit ersichtlich nicht auseinander, obwohl in erster Linie diesbezüglich ein 

Rechtsschutzinteresse an einem vorsorglichen Entscheid vorlag und bereits damals 

zweifelhaft war, ob bis zum Zeitpunkt der Kindergartenanmeldung ein rechtskräftiges Urteil 

im Hauptverfahren vorliegt. Eine Rückweisung des Verfahrens rechtfertigt sich aufgrund der 

Dringlichkeit eines entsprechenden Entscheids indes nicht. Ausserdem haben sich beide 

Parteien im Berufungsverfahren ausführlich zur Thematik geäussert und strebt zumindest der 

Vater einen entsprechenden Entscheid durch die Berufungsinstanz an (vgl. die Stellungnahme 

des Vaters vom 5. März 2020 S. 3). 

3.3.1. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, wo C._____ ab August 2020 den 

Kindergarten besuchen soll, ist die aktuelle Situation, ungeachtet davon, ob diese durch 

einseitige Handlungen der Mutter entstanden ist (vgl. BGE 142 III 502 E. 2.7 in fine). Zu 

berücksichtigen ist daher zunächst die vom Vorderrichter verfügte Betreuungsregelung, die 

von keiner Partei angefochten wurde und zurzeit auch gelebt wird. Auszugehen ist im 

Weiteren von den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern, zumal es deren 

Anstellungen aktuell erlauben, nicht nur ihren eigenen Lebensunterhalt zu decken, sondern 

auch an den Unterhalt der Tochter beizutragen (vgl. E. 5 ff.), und es im Übrigen gerade die 

bestehende Stellensituation den Eltern ermöglicht, die Tochter je hälftig zu betreuen. Über all 

dem steht das Kindeswohl, das Verfassungsrang hat und für sämtliche Kinderbelange oberste 

Richtschnur bildet (vgl. BGE 142 III 481 E. 2.6).

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3.3.2. Der Vater beruft sich im vorliegenden Zusammenhang immer wieder auf die Aspekte 

der Stabilität und Kontinuität, denen seiner Ansicht nach bei einem Wohnsitz von C._____ in 

O.2_____ besser Rechnung getragen wird. Dieser Argumentation kann nicht ohne Weiteres 

gefolgt werden. Betrachtet man allein den Wohnort von C._____, so trifft es zwar zu, dass sie 

in den ersten drei Lebensjahren nur in O.2_____ wohnte. Nach der Trennung Mitte 2018 hielt 

sie sich aber lediglich noch an drei und seit dem erstinstanzlichen Entscheid an dreieinhalb 

Tagen in O.2_____ auf. In der restlichen Zeit wohnte sie bei der Mutter, zunächst in O.3_____ 

und dann in O.4_____. Wesentlich erscheint sodann, dass ein Kind in den ersten Lebensjahren

eher personen- als umgebungsbezogen ist. Es ist vorliegend daher nicht nur zu 

berücksichtigen, wo sich C._____ seit ihrer Geburt aufhielt, sondern schwergewichtig auch, 

von wem sie betreut wurde. Dabei fällt auf, dass sich in ihren ersten Lebensjahren tendenziell 

mehr die Mutter um sie kümmerte, dass aber seit jeher auch der Vater eine wichtige Rolle in 

ihrem Leben spielte. Der bedeutendste Stabilitätsfaktor im Leben von C._____ ist daher nicht 

die Wohnung in O.2_____ – und schon gar nicht ein formeller Wohnsitz als solcher –, sondern 

ihre Betreuung durch beide Elternteile (so auch der Vater in der Replik, S. 3 u. 13). Die rund 

hälftige Betreuung soll während der Dauer des Hauptverfahrens aufrechterhalten werden, 

auch nach dem Willen der Eltern, die die entsprechende vorinstanzliche Anordnung wie 

dargelegt nicht angefochten haben. Eine ausgeglichene Beteiligung von Mutter und Vater an 

der täglichen Betreuung ermöglicht es C._____ denn auch, ihre intensive Beziehung zu beiden 

Elternteilen fortzuführen, was für sie zweifellos förderlich ist. Zu beachten ist nun, dass die 

Mutter jeweils am Wochenende arbeitet, weshalb sie die Tochter nur unter der Woche 

betreuen kann. Eine Aufrechterhaltung des aktuellen Betreuungsmodells ist daher nur 

möglich, wenn C._____ in O.4_____ den Kindergarten besucht. Ein Kindergarteneintritt in 

O.2_____ würde nämlich bedeuten, dass sie sich nicht nur am Wochenende dort aufhält, 

sondern auch unter der Woche, wäre es dem Kind doch nicht zumutbar, während der 

Betreuungszeit der Mutter von O.4_____ aus den Kindergarten in O.2_____ zu besuchen. Der 

Mutter verbliebe damit mehr oder weniger nur noch der Mittwochnachmittag, um freie Zeit 

mit C._____ zu verbringen (wie im Übrigen auch der Vater im Hauptverfahren aufzeigte [vgl. 

Proz. Nr. _____, act. II./8]), mit der Folge, dass sich der Alltag der Tochter massiv verändern 

würde. Die seit längerer Zeit gelebte hälftige Betreuung von C._____ durch beide Elternteile 

würde entfallen und ihr Kontakt zur Mutter und im Übrigen auch zu ihren gleichaltrigen 

Kameradinnen aus O.4_____ sehr stark eingeschränkt. Eine derart einschneidende 

Veränderung ist im Massnahmeverfahren, in dem die aktuelle Betreuungs- und 

Erwerbssituation wie erwähnt nach Möglichkeit beibehalten werden soll, nicht angezeigt und 

würde das Kindeswohl deutlich beeinträchtigen. Die Aspekte der Stabilität und Kontinuität 

sprechen daher entgegen der Ansicht des Vaters für einen Kindergarteneintritt in O.4_____ 

und nicht in O.2_____. Ob die alternierende Obhut, genauer gesagt das bestehende 

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Betreuungsmodell, nach dem Kindergarteneintritt aufrechterhalten werden kann, ist nicht 

klar. Es erscheint aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dass die vom Vorderrichter 

angeordnete Betreuungsregelung jedenfalls vorläufig und grosso modo weiterhin umgesetzt 

werden kann, zumal der Vater auch schon seine Bereitschaft bekundet hat, nach O.6_____ zu 

ziehen (vgl. Replik, S. 13; VI act. VII./3 S. 4). In Anbetracht dessen drängt sich eine 

anderslautende (gestützt auf die Offizialmaxime vorzunehmende) Anordnung im 

Berufungsverfahren nicht auf. Vielmehr ist eine allfällige Anpassung der Obhut oder der 

Betreuungsregelung in ein Abänderungsverfahren zu verweisen.

Der Einwand des Vaters, dass eine Einschulung in einer Fremdsprache, nämlich Romanisch, 

für die Tochter nicht förderlich sei, ist nicht zum vornherein von der Hand zu weisen. Bei 

näherem Hinsehen steht das Kindeswohl einem Kindergarteneintritt in O.4_____ indessen 

nicht entgegen. Zwar findet der Kindergarten in O.4_____ in romanischer Sprache statt. Es 

kann aber ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die Kindergartenlehrpersonen – 

und ebenso die meisten der anderen Kindergartenkinder – auch deutsch sprechen und 

C._____ so den Kindergarteneintritt erleichtern können. Zudem hat sie bereits in der 

Kindertagesstätte gewisse Romanischkenntnisse erworben (Proz. Nr. _____ act. III./3/29). Die 

Situation ist daher eine andere als in dem vom Berufungskläger zitierten BGE 142 III 498, in 

dem ein Umzug nach Spanien, in ein Land, zu dem das betroffene Kind gar keine Bezugspunkte 

hatte und in dem lediglich eine Sprache gesprochen wird, zur Diskussion stand. Abgesehen 

davon geht es vorliegend noch nicht um den Eintritt in die Schule, so dass eine Unterstützung 

durch die Eltern bei den Hausaufgaben aktuell nicht erforderlich ist. Wo C._____ dereinst zur 

Schule gehen wird, ist mit der vorliegenden Anordnung noch nicht entschieden. Darüber wird, 

wie auch über die künftige Obhutsregelung, im Hauptverfahren zu befinden sein.

3.3.3. Zusammenfassend erscheint unter Berücksichtigung der Betreuungs- sowie der 

wirtschaftlichen Kontinuität das Kindeswohl von C._____ besser gewahrt, wenn sie ab August 

2020 den Kindergarten in O.4_____ besucht.

Im Hinblick auf den entsprechenden Einwand des Vaters bleibt darauf hinzuweisen, dass es 

bei der vorliegend getroffenen Regelung nicht darum geht, die Mutter für ihr Verhalten zu 

belohnen, sondern darum, eine im Wohl des Kindes liegende Anordnung zu treffen. Im 

Übrigen ist die Niederlassungs- und Bewegungsfreiheit beider Elternteile zu respektieren (BGE 

142 III 481 ff. E. 2.5). Genauso wie der Vater für sich entscheiden durfte, nach der Trennung 

in O.2_____ zu bleiben, durfte die Mutter beschliessen, nach O.3_____ und später nach 

O.4_____ zu ziehen. Die Wahl der fraglichen Wohnorte dürfte notabene auf die Nähe zu ihrem 

Arbeitsort zurückzuführen sein (vgl. Replik, S. 6), wobei sie die entsprechende Anstellung 

bereits während des Zusammenlebens mit dem Vater hatte. Es ging also nicht darum, dem 

Vater die Tochter zu entziehen. Die Motive des Wegzugs der Mutter stehen aber an sich gar 

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nicht zur Debatte. Vielmehr ist, selbst wenn damit eine Verletzung des 

Zustimmungserfordernisses von Art. 301a Abs. 2 lit. b ZGB verbunden gewesen sein sollte, von 

der Prämisse des Wegzugs der Mutter auszugehen, mit der Folge, dass die Eltern-Kind-

Beziehung soweit nötig angepasst werden muss (vgl. BGE 142 III 481 E. 2.5 f.). Im vorliegenden 

Fall gelang es den Eltern nicht, sich nach der Trennung über die Anpassung der Kinderbelange 

im Sinne von Art. 301a Abs. 5 ZGB umfassend zu einigen, weshalb es auch zur Einleitung einer 

Klage durch den Vater kam. Die Parteien fanden aber immerhin über die Betreuung der 

Tochter im Grundsatz eine Einigung, auch wenn dies vom Vater heute bestritten wird. Sie 

verständigten sich nämlich darauf, dass beide C._____ alternierend, und zwar annähernd 

hälftig, betreuen (vgl. auch act. C.2 u. C.7). Streitig waren von Beginn weg lediglich die genauen 

Betreuungsanteile, nämlich wer die Tochter drei und wer sie vier Tage betreuen soll. Zu 

beachten ist, dass damit auch die Zustimmung des Vaters vorlag, dass C._____ an mindestens 

drei Tagen pro Woche einen zweiten Aufenthalt am Wohnsitz der Mutter in O.3_____ 

begründet.

3.4. Ist der Aufenthalt von C._____ im Hinblick auf den Besuch des Kindergartens in O.4_____ 

festzusetzen, besteht kein Anlass, die vorinstanzliche Anordnung, ihren Wohnsitz für die 

Dauer des Hauptverfahrens vorsorglich bei der Mutter festzulegen, aufzuheben, zumal die 

Parteien selbst den Ort der Einschulung vom Wohnsitz ableiten und die Mutter diesen 

ausserdem vorläufig nicht verändern darf. Die erwähnte Regelung ist im Übrigen auch im 

Hinblick auf die Zeit vor dem Kindergarteneintritt nicht zu beanstanden. So steht fest, dass 

sich vorliegend aus den Betreuungszeiten kein Schluss auf eine engere Beziehung zum einen 

oder anderen Ort ziehen lässt, da jeder Elternteil das Kind seit dem erstinstanzlichen Entscheid 

an dreieinhalb Tagen betreut, nämlich die Mutter von Montagmittag bis Donnerstagabend in 

O.4_____ und der Vater von Donnerstagabend bis Montagmittag in O.2_____. Im Interesse 

von C._____ erfolgt die Übergabe nicht am Donnerstag um Mitternacht, sondern früher am 

Abend. Das sich daraus ergebende zeitliche Ungleichgewicht ist daher zu vernachlässigen und 

ein kleinliches Aufrechnen einzelner Stunden, wie es der Vater macht, unangebracht. Dass der 

Vater die Tochter mehr persönlich betreut, trifft zu und hat seine Ursache darin, dass er ein 

kleineres Arbeitspensum hat als die Mutter und im Gegensatz zu ihr nicht auf eine 

Fremdbetreuung angewiesen ist. Entgegen der Ansicht des Vaters geht die persönliche 

Betreuung der Tochter dem – bereits vor der Trennung gelebten – Betreuungskonzept einer 

mittlerweile eintägigen Fremdbetreuung in der Kindertagesstätte am Wohnort der Mutter 

aber nicht in dem Sinn vor, als daraus eine engere Beziehung zu seinem Wohnort entstehen 

würde, zumal sich C._____ deswegen zeitlich nicht mehr in O.2_____ als in O.4_____ aufhält. 

Demgegenüber kann sich, wie oben dargelegt, unter anderem aus ausserfamiliären 

Verknüpfungen ein enger Bezug zu einem Ort ergeben. Dass C._____ seit längerer Zeit in 

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O.4_____ die Kindertagesstätte besucht und daher regelmässige Kontakte zu anderen Kindern 

aus O.4_____ und Umgebung hat, durfte der Vorderrichter daher durchaus als enge(re)n 

Bezug zum erwähnten Ort gewichten.

Damit ist die Berufung des Vaters in Bezug auf die vorsorgliche Wohnsitzregelung abzuweisen, 

auch was seinen Antrag auf Hinterlegung der Schriften von C._____ in der Gemeinde O.5_____ 

betrifft, zumal er den Wechsel der Schriften wohl nur für den Fall beantragt hat, dass der 

Wohnsitz der Tochter in O.2_____ festgelegt wird. Jedenfalls begründete er nie, welches 

Interesse C._____ hätte, ihre Schriften unabhängig von der Frage des zivilrechtlichen 

Wohnsitzes während der Dauer des Verfahrens in O.5_____ und nicht in O.4_____ zu haben. 

Ein solches ist denn auch nicht ersichtlich.

[…]

4.1.1. Angefochten wurde vom Vater auch die vorinstanzliche Unterhaltsregelung. Diese 

erfolgte gestützt auf Art. 303 Abs. 1 ZPO, wonach der Beklagte, steht das Kindesverhältnis fest, 

verpflichtet werden kann, angemessene Beiträge an den Unterhalt des Kindes zu hinterlegen 

oder vorläufig zu zahlen. Voraussetzung für den Erlass entsprechender vorsorglicher 

Massnahmen ist das Feststehen eines Kindesverhältnisses, die Rechtshängigkeit einer 

Unterhaltsklage nach Art. 279 ZGB sowie ein Gesuch durch die klagende Partei (Stefanie 

Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische 

Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. Auflage, Zürich 2016, N 3 ff. zu 

Art. 303 ZPO; Sébastien Moret/Daniel Steck, a.a.O., N 10 u. N 16 zu Art. 303 ZPO). Die 

vorsorglichen Massnahmen werden für die Dauer des Prozesses verfügt, frühestens von der 

Erhebung der Klage an und spätestens bis zur rechtskräftigen Erledigung. Wird das Begehren 

erst im Lauf des Prozesses eingereicht, kann in Analogie zu BGE 115 II 201 eine Rückwirkung 

auf den Zeitpunkt der Klage, längstens aber auf ein Jahr vor Einreichung des Gesuches 

gefordert werden (Art. 303 ZPO i.V.m. Art. 279 ZGB) (Stefanie Pfänder Baumann, a.a.O., N 6 

zu Art. 303 ZPO; Sébastien Moret/Daniel Steck, a.a.O., N 23 zu Art. 303 ZPO; Jonas 

Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 24 zu Art. 303 ZPO). Zur 

Anwendung gelangt das summarische Verfahren (Art. 248 lit. d und Art. 252 ff. ZPO), ergänzt 

durch Art. 296 ZPO betreffend den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz (Jonas 

Schweighauser, a.a.O., N 11 zu Art. 303 ZPO; Sébastien Moret/Daniel Steck, a.a.O., N 15 zu 

Art. 303 ZPO).

4.1.2. Nach der Lehre sind vorläufige Zahlungen an den im Urteil bestimmten 

Unterhaltsbeitrag anzurechnen. Bei einer ganzen oder teilweisen Abweisung der 

Unterhaltsklage hat der Leistende folglich Anspruch auf Rückerstattung der geleisteten 

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vorläufigen Zahlungen bzw. der Differenz zwischen den vorläufigen Zahlungen und den nach 

dem Urteil geschuldeten geringeren Unterhaltsleistungen, wobei er diese in einem separaten 

Verfahren einfordern muss (Stefanie Pfänder Baumann, a.a.O., N 11 zu Art. 303 ZPO; Sébastien 

Moret/Daniel Steck, a.a.O., N 31 f. zu Art. 303 ZPO; Jonas Schweighauser, a.a.O., N 27 zu Art. 

303 ZPO; BGE 136 IV 122 E. 2.3 = Pra 2011 Nr. 45; alle mit Hinweisen auf Cyril Hegnauer, in: 

Hausheer [Hrsg.], Berner Kommentar zu Art. 270-295 ZGB, Bern 1997, N 42 ff. zu Art. 281-284 

ZGB). Das Bundesgericht spricht sich demgegenüber – namentlich unter Verweis auf den 

gesetzlichen Unterhaltsanspruch des unmündigen Kindes nach Art. 277 Abs. 1 ZGB – dafür 

aus, dass der im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen zu Gunsten eines minderjährigen 

Kindes angeordnete Unterhaltsbeitrag nicht zurückzuerstatten ist, wenn der Schuldner im 

Hauptprozess von der Zahlung befreit wird. In einem Verfahren mit einem unmündigen Kind, 

dessen Kindesverhältnis feststehe (Art. 281 Abs. 2 aZGB), seien die angeordneten 

vorsorglichen Massnahmen eigentliche Regelungsmassnahmen, das heisst Massnahmen, die 

das bestehende Rechtsverhältnis zwischen den Parteien für die Dauer des Verfahrens 

provisorisch regeln. In diesem Sinn seien sie mit den vorsorglichen Massnahmen vergleichbar, 

die während des Scheidungsverfahrens angeordnet werden und definitiv erworben seien. 

Gemäss Bundesgericht wird der Entscheid, mit dem die vorsorglichen Massnahmen 

angeordnet werden, daher im Hauptentscheid nicht nochmals behandelt (BGE 137 III 586 E. 

1.2 = Pra 2012 Nr. 49 [zu Art. 281 Abs. 2 aZGB, der dem aktuell gültigen Art. 303 Abs. 1 ZPO 

entspricht] m.w.H., u.a. auf BGE 128 III 121 E. 3c/bb; BGE 138 III 333 E. 1.2 = Pra 2012 Nr. 128; 

vgl. auch Sébastien Moret/Daniel Steck, a.a.O., N 26 zu Art. 303 ZPO sowie Entscheid des 

Kantonsgerichts St. Gallen FO.2017.3 vom 21. November 2019 E. 2.b). Anders als bei einer 

vorsorglichen Anordnung von Unterhaltszahlungen in einem Eheschutzverfahren, deren 

definitive Festsetzung im Endentscheid vorbehalten bleibt (vgl. dazu Urteil des 

Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 18 150 vom 12. November 2019 E. 1.6.1), besteht im 

Falle einer Verpflichtung zu vorläufigen Zahlungen nach Art. 303 Abs. 1 ZPO demnach ein 

Rechtsschutzinteresse an einer Überprüfung durch die Rechtsmittelinstanz.

[…]

4.2.2. Der Betrag, der als Geldzahlung für den Unterhalt des Kindes bestimmt ist, setzt sich aus 

dem Barunterhalt und dem Betreuungsunterhalt zusammen. Ausgangslage für die 

Berechnung des Barunterhalts des Kindes ist dessen Bedarf, wobei Grundlage für die 

Barbedarfsberechnung wiederum die Positionen sind, wie sie auch für die Berechnung des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums verwendet werden. Bei Kindern geht es in der 

Regel um einen Grundbetrag (für Nahrung, Kleidung und Wäsche, Körper- und 

Gesundheitspflege u.a.m.), die Wohnkosten (anteilige Miete; bei alternierender Betreuung in 

der Regel bei beiden Eltern), die Krankenkassenprämien sowie allfällige 

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Drittbetreuungskosten oder andere, kindbezogene direkte Kosten. Die eingesetzten Beträge 

sollen im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern stehen (sog. 

familienrechtlicher Grundbedarf). Je knapper die finanziellen Verhältnisse sind, desto enger 

müssen sich die Gerichte für die Ermittlung des Bedarfs an die für die Berechnung des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums geltenden Zahlen anlehnen. Vom derart 

ermittelten Barunterhaltsanspruch sind die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen abzuziehen 

(Urteil des Bundesgerichts 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.2.3). 

Bei minderjährigen Kindern wird die Unterhaltspflicht durch Leistung an den gesetzlichen 

Vertreter oder den Inhaber der Obhut erfüllt (Art. 289 Abs. 1 ZGB). Teilen sich die Eltern die 

Obhut, ist diese Bestimmung so zu verstehen, dass die Unterhaltspflicht durch Leistung an den 

jeweils anderen Elternteil erfüllt wird. Bei wie vorliegend hälftiger und gleichwertiger 

Betreuung, bei der beide Elternteile gleichermassen durch Pflege und Erziehung zum 

Unterhalt des Kindes beitragen, bemisst sich der Barunterhaltsbeitrag nach dem Kriterium der 

Leistungsfähigkeit: Jeder Elternteil hat den bei sich selbst und den beim anderen Elternteil 

anfallenden Kindesbedarf im Umfang seiner Leistungsfähigkeit zu übernehmen. Die 

Leistungsfähigkeit ist grundsätzlich in dem Umfang gegeben, als das eigene Einkommen den 

eigenen Bedarf übersteigt. Da die den Eltern anfallenden direkten Kinderkosten in der Regel 

unterschiedlicher Höhe sind, bedarf es ausserdem einer Feststellung darüber, wer welche 

Auslagen für das Kind trägt und wer für das Kind bestimmte Leistungen im Sinne von Art. 285a 

ZGB bezieht. So haben beide Eltern – grundsätzlich jeweils im Umfang ihrer Betreuungsanteile 

– Auslagen für Positionen, welche durch den Grundbetrag des Kindes gedeckt sind (Nahrung, 

Kleidung, Hygieneartikel usw.). Ferner kommen beide für den Anteil des Kindes an ihren 

eigenen Wohnkosten auf. Demgegenüber bezahlt üblicherweise bloss ein Elternteil die 

Rechnungen für (vernünftigerweise) nicht teilbare Barauslagen wie Krankenkassenprämien 

und Drittbetreuungskosten. Auch die Kinderzulagen, welche vom Bedarf des Kindes 

abzuziehen sind, bezieht nur ein Elternteil. Diesen Besonderheiten ist bei der Festsetzung des 

Barunterhaltsbeitrages Rechnung zu tragen (Urteile des Bundesgerichts 5A_743/2017 vom 22. 

Mai 2019 E. 5.4.3 sowie 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3; Christiana Fountoulakis, 

a.a.O., N 24 zu Art. 285 ZGB; Jonas Schweighauser, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], 

FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 2017, N 47 ff. zu Art. 285 ZGB; Alexandra 

Jungo/Christine Arndt, Barunterhalt der Kinder: Bedeutung von Obhut und Betreuung der 

Eltern, in: FamPra.ch 2019, S. 756 ff.; Beschluss des Kantonsgerichts Schwyz ZK1 2018 49 vom 

4. März 2019 E. 13).

Der Betreuungsunterhalt entspricht dem Betrag, welcher einem betreuenden Elternteil fehlt, 

um seinen eigenen Bedarf zu decken, soweit das Manko darauf zurückzuführen ist, dass er 

aufgrund der Kinderbetreuung seine Erwerbstätigkeit nicht voll ausschöpfen kann. Er stellt 

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wirtschaftlich eine Abgeltung für die Betreuungszeit an den betreuenden Elternteil dar, steht 

juristisch indes dem Kind zu. Für die Bemessung des Betreuungsunterhalts gelangt nach 

Bundesgericht die Lebenshaltungskosten-Methode zur Anwendung, die darin besteht, die 

Differenz zwischen den Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils und dessen 

(allenfalls hypothetischen) Einkommen auszugleichen. Als Richtschnur gilt das 

familienrechtliche Existenzminimum, wobei die Lebenshaltungskosten indes auf das 

betreibungsrechtliche Existenzminimum beschränkt werden können, falls die vorhandenen 

Mittel nicht ausreichen, um alle Bedarfspositionen zu decken (vgl. BGE 144 III 377 E. 7.1 = Pra 

2018 Nr. 104 m.w.H.; Sabine Aeschlimann/Jonas Schweighauser, in: Schwenzer/Fankhauser 

[Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 2017, N 15 f. Allg. Bem. zu Art. 

276‒293 ZGB; Leitfaden neues Unterhaltsrecht des Obergerichts des Kantons Zürich, Version 

Juni 2019, S. 8 ff., abrufbar unter <https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/Doku 

mente/obergericht/Leitfaden_Unterhaltsrecht_v8.0.pdf> [im Folgenden zitiert als 

"Leitfaden"]; vgl. auch das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 15 97 vom 23. März 

2018 E. 6.2).

[…]

5.5. Zu prüfen ist im Weiteren, wie sich die Eltern an den Barunterhaltskosten von C._____ zu 

beteiligen haben. Der Vorderrichter liess jeden Elternteil diejenigen Kosten der Tochter 

tragen, die bei ihm anfallen. Dies widerspricht Rechtsprechung und Lehre, wonach der 

Barunterhaltsbeitrag bei alternierender Obhut mit hälftiger Betreuung von der 

Leistungsfähigkeit abhängt und jeder Elternteil die bei ihm selbst sowie die beim anderen 

Elternteil anfallenden Barkosten für das Kind folglich proportional zu seiner Leistungsfähigkeit, 

d.h. im Verhältnis der Überschüsse, zu tragen hat (vgl. E. 4.2.2). Die vorinstanzliche 

Berechnung bedarf daher einer Korrektur.

Vorliegend ist von einer Leistungsfähigkeit der Eltern von rund 40% (Mutter CHF 800.00) zu 

60% (Vater CHF 1'350.00) auszugehen. Der Grundbedarf von C._____ beläuft sich nach Abzug 

der Kinderzulagen auf total CHF 1'710.00. Davon hat der Vater 60%, also CHF 1'026.00, zu 

übernehmen. Bei ihm selber fallen für C._____ (durch die Kinderzulagen nicht gedeckte) 

Kosten von CHF 635.00 an, so dass er der Mutter noch einen Beitrag von CHF 391.00 (= CHF 

1'026.00 ./. CHF 635.00) an den bei ihr anfallenden Grundbedarf von C._____ (CHF 1'075.00) 

zu bezahlen hat. Die restlichen Kosten von CHF 684.00 (40% von CHF 1'710.00) hat die Mutter 

selber zu tragen.

5.6.1. Im angefochtenen Entscheid liess der Vorderrichter C._____ am Überschuss der Eltern, 

der diesen nach Deckung des Barunterhalts der Tochter verblieb, partizipieren, was vom Vater 

im Berufungsverfahren gerügt wird. Der Genannte bringt vor, sowohl er als auch die Mutter 

https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/Doku%20mente/obergericht/Leitfaden_Unterhaltsrecht_v8.0.pdf
https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/Doku%20mente/obergericht/Leitfaden_Unterhaltsrecht_v8.0.pdf

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seien in der Lage, den gebührenden Unterhalt von C._____ so zu decken, dass ihnen jeweils 

noch ein Überschuss verbleibe. Indem der Vorderrichter eine Umverteilung des Überschusses 

vom Vater auf die Mutter vornehme, missachte er das geltende Recht, da die Kindseltern nicht 

verheiratet seien. Der Unterhaltsanspruch des Kindes erschöpfe sich in der Deckung des 

(gebührenden) Bar- und Betreuungsunterhaltes. Raum für weiteren Unterhalt bestehe nicht 

(Berufung, S. 11 f.). Die Mutter vertritt demgegenüber die Ansicht, dass die 

Überschussverteilung korrekt vorgenommen worden sei, da C._____ bei beiden Eltern in den 

Genuss des Überschusses kommen solle. Ausserdem sei der gebührende Unterhalt nicht mit 

dem Existenzminimum gleichzusetzen, welches die Vorinstanz in einem ersten Schritt 

berechnet habe (Berufungsantwort, S. 12 u. S. 18).

5.6.2. Den Ausführungen der Mutter kann gefolgt werden, ist doch gestützt auf Art. 285 ZGB 

effektiv nicht bloss das Existenzminimum, sondern ein gebührender Unterhalt geschuldet (vgl. 

E. 4.2.1). Das Kind soll an der Lebenshaltung der Eltern teilhaben, sei dies durch eine Erhöhung 

der Bedarfswerte oder mittels Beteiligung am Überschuss. Bei einer Überschussbeteiligung 

rechtfertigt sich eine Aufteilung nach grossen und kleinen Köpfen, wobei der Überschuss dem 

Kind bei alternierender Betreuung im Verhältnis der Betreuungsanteile beim Vater bzw. bei 

der Mutter zugutekommen soll (Urteil des Bundesgerichts 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 

5.2.3 in fine; Entscheide des Kantonsgerichts St. Gallen FO.2017.6/3 vom 19. März 2019 E. 8d 

sowie FO.2017.17 vom 26. September 2018 E. 10 m.w.H.; Beschluss des Kantonsgerichts 

Schwyz ZK2 2018 49 vom 4. März 2019 E. 13; Leitfaden, S. 19). 

Auf den vorliegenden Fall bezogen bedeutet das, dass C._____ Anspruch auf einen Anteil von 

je einem Drittel an den Überschüssen ihrer Eltern hat. Der Vater verfügt nach Deckung des 

eigenen Grundbedarfs sowie Leistung seines Beitrags an den Grundbedarf von C._____ über 

einen Überschuss von CHF 324.00 (Einkommen CHF 3'910.00 ./. eigener Grundbedarf CHF 

2'560.00 ./. Beitrag an Barbedarf C._____ CHF 1'026.00). Von diesem Überschuss steht 

C._____ ein Drittel oder CHF 108.00 zu. Bei der Mutter resultiert ein Überschuss von CHF 

116.00 (Einkommen CHF 3'350.00 ./. eigener Grundbedarf CHF 2'550.00 ./. Beitrag an 

Barbedarf C._____ CHF 684.00), wovon C._____ rund CHF 38.00 zusteht. Insgesamt hat sie 

demnach Anspruch auf einen Überschussanteil von CHF 146.00, wobei ihr dieser im Verhältnis 

der Betreuungsanteile, also je hälftig (CHF 73.00), bei Vater und Mutter zukommen soll. Da ihr 

bei der Mutter nur ein Überschussanteil von CHF 38.00 anfällt, hat der Vater noch einen Betrag 

von CHF 35.00 auszugleichen.

ZK1 19 212 Entscheid vom 24. Juni 2020