# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf529883-9974-5a00-9c76-f275b92031af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2019 E-3238/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3238-2019_2019-08-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3238/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),  

Richterin Roswitha Petry, Richter Markus König, 

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,  

vertreten durch Oliver Lücke, Rechtsanwalt,  

Rechtsanwaltskanzlei, Effingerstrasse 14, 3011 Bern,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Ausstandsbegehren im Verfahren E-3116/2019;  

Verfügung des SEM vom 16. Mai 2019 / N (…). 

 

 

 

E-3238/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 16. Mai 2019 – eröffnet am 20. Mai 2019 – lehnte die 

Vorinstanz das Asylgesuch des Gesuchstellers vom 26. Oktober 2015 ab 

und stellte fest, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. Den Vollzug der 

verfügten Wegweisung aus der Schweiz setzte das SEM jedoch zu Guns-

ten einer vorläufigen Aufnahme aus. Mit Eingabe vom 19. Juni 2019 erhob 

der Gesuchsteller durch seinen Rechtsvertreter gegen diese Verfügung 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Neben den materiellen An-

trägen betreffend Asyl und Flüchtlingseigenschaft wurde in der Beschwer-

deeingabe geltend gemacht, dass der Gesuchsteller die Besetzung des 

Spruchkörpers beim Bundesverwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren 

wegen der Besorgnis der fehlenden Unabhängigkeit und damit wegen 

Verstosses gegen Art. 3 und/oder Art. 4 EMRK i.V.m. Art. 13 EMRK voll-

ständig ablehne.  

B.  

Das Bundesverwaltungsgericht nahm diesen Antrag (Rechtsbegehren 

Nr. 4) in seiner Zwischenverfügung vom 28. Juni 2019 als Ausstandsbe-

gehren im Sinne von Art. 38 VGG i.V.m. Art. 34 ff. BGG gegen sämtliche 

Richterinnen und Richter des Bundesverwaltungsgerichts entgegen und 

eröffnete das vorliegende Verfahren. Es trennte dieses vom Verfahren der 

Hauptsache (Rechtsbegehren Nr. 1 – 3) ab, welches sistiert wurde (hängi-

ges Verfahren E-3116/2019).  

In der Zwischenverfügung stellte die Instruktionsrichterin des Weiteren fest, 

dass der Rechtsvertreter bereits in anderen Asylbeschwerdeverfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht gleichlautende Rechtsbegehren betref-

fend den Ausstand der gesamten Richterschaft gestellt hatte, und diese 

Rechtsbegehren jeweils als unzulässig und rechtsmissbräuchlich bezeich-

net und daher materiell – unter Kostenfolge für die entsprechenden Ge-

suchsteller – nicht behandelt worden waren. Sie wies darauf hin, dass es 

in der Kostenregelung Berücksichtigung finden könnte, falls die Behand-

lung des vorliegenden Ausstandsbegehrens unnötige Kosten zu Lasten 

des Gesuchstellers verursachen würde. Ferner lehnte sie die Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um amtliche Verbeistän-

dung ab und forderte den Gesuchsteller – unter Androhung des Nichtein-

tretens im Unterlassungsfall – auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von 

Fr. 750.– einzuzahlen.  

E-3238/2019 

Seite 3 

C.  

Der Gesuchsteller bezahlte den Kostenvorschuss fristgerecht am 10. Juli 

2019.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

endgültig über Beschwerden gegen Verfügung des SEM, ausser – was vor-

liegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsgesuches des 

Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 VGG und Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG).  

1.2 Im Rahmen dieser Verfahren ist das Bundesverwaltungsgericht auch 

zur abschliessenden Beurteilung von Ausstandsbegehren zuständig (vgl. 

Art. 38 VGG i.V.m. Art. 37 BGG; vgl. ferner BVGE 2007/4 E. 1.1).  

2.  

2.1 Will eine Partei den Ausstand einer Gerichtsperson verlangen, hat sie 

dem Gericht ein schriftliches Begehren einzureichen, sobald sie vom Aus-

standsgrund Kenntnis erhalten hat (Art. 36 Abs. 1 BGG [erster Satz]). 

Macht die Partei die Ausstandsgründe nicht unverzüglich geltend, verwirkt 

sie ihr Ablehnungsrecht (vgl. BGE 139 III 120 E. 3.2.1; 138 I 1 E. 2.2).  

Die Eingabe vom 19. Juni 2019 enthält ein Ausstandsbegehren; dessen 

Einreichung erfolgte bereits im Rahmen der Beschwerdeanhebung und so-

mit unverzüglich. Der Gesuchsteller ist im Hauptverfahren Partei und damit 

zur Einreichung eines Ausstandsbegehrens legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG).  

Der Rechtsvertreter verlangt den Ausstand sämtlicher Richterinnen und 

Richter des Bundesverwaltungsgerichts.  

2.2 Gemäss Praxis kann eine Behörde selber über ihren Ausstand bezie-

hungsweise denjenigen ihrer Mitglieder bestimmen, wenn die gestellten 

Ablehnungsbegehren von vornherein unzulässig oder offensichtlich unbe-

gründet sind (vgl. Urteil des BVGer D-7915/2015 vom 5. Dezember 2016 

E. 1.2, mit Hinweis auf Urteil des BGer 9C_513/2015 vom 9. Dezember 

2015 E. 4.3; erneut bestätigt in den Urteilen des BVGer D-3742/2018 vom 

E-3238/2019 

Seite 4 

11. Juli 2018 E. 3.2; D-3433/2018 vom 16. Juli 2018 E. 2.2; D-1010/2019 

vom 4. April 2019 E. 2.2; D-1149/2019 vom 17. April 2019 E. 2.2). Das vor-

liegende Ausstandsbegehren richtet sich nicht gegen eine bestimmte Ge-

richtsperson oder mehrere bestimmte Gerichtspersonen, sondern vielmehr 

pauschal und unterschiedslos gegen sämtliche Richterinnen und Richter 

des Bundesverwaltungsgerichts beziehungsweise des Bundes. Es ist – wie 

sogleich dargelegt wird – als unzulässig zu qualifizieren (vgl. nachfolgend 

E. 3).  

Bei dieser Konstellation ist davon abzusehen, von allen der 77 Richterin-

nen und Richtern des Bundesverwaltungsgerichts eine Stellungnahme ein-

zuholen (vgl. Art. 36 Abs. 2 BGG).  

3.  

3.1 Die Ausstandsregelung von Art. 34 ff. BGG gewährleistet den in Art. 30 

Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Anspruch der einzelnen 

Person darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, unvoreinge-

nommenen und unbefangenen Gericht ohne Einwirkung von sachfremden 

Umständen entschieden wird (vgl. BGE 144 I 159 E. 4.3; 134 I 238 E. 2.1; 

BVGE 2007/5 E. 2.2, je m.w.H.). Die Eingabe vom 19. Juni 2019 enthält 

ein Ausstandsbegehren im Sinne von Art. 36 Abs. 1 BGG, auch wenn we-

der im Rechtsbegehren noch in der diesbezüglichen Begründung einer der 

in Art. 34 BGG normierten Ausstandsgründe explizit angerufen wird. Von 

den dort aufgezählten Gründen, welche zu einem Ausstand führen, kommt 

keiner der Spezialtatbestände nach Art. 34 Abs. 1 Bst. a – d BGG in Frage, 

weshalb vorliegende Sache im Lichte der Auffangbestimmung von Art. 34 

Abs. 1 Bst. e BGG zu beurteilen ist. Dieser Bestimmung kommt die Funk-

tion einer Auffangklausel zu, die – über den Bereich der namentlich er-

wähnten, besonderen sozialen Beziehungen hinausgehend – sämtliche 

weiteren Umstände abdeckt, welche den Anschein der Befangenheit einer 

Gerichtsperson erwecken und objektiv Zweifel an deren Unvoreingenom-

menheit zu begründen vermögen (vgl. ISABELLE HÄNER, in: Basler Kom-

mentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, Art. 34, N. 6, 16 und 17).  

3.2 In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass eine Partei zur Ableh-

nung einer Gerichtsperson nicht deren tatsächliche Befangenheit nachwei-

sen muss. Es genügt, wenn Umstände glaubhaft gemacht werden, die den 

Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu 

begründen vermögen (vgl. Art. 36 Abs. 1 BGG [zweiter Satz]; vgl. ferner 

BGE 144 I 159 E. 4.3). Dabei ist jedoch nicht auf das subjektive Empfinden 

der Partei abzustellen; das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss 

E-3238/2019 

Seite 5 

vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen (vgl. BGE 140 III 221 

E. 4.1). Das vorliegende Ausstandsbegehren wird dieser Anforderung 

– wie nachfolgend aufgezeigt – offensichtlich nicht gerecht.  

3.3  

3.3.1 Der Gesuchsteller macht geltend, aufgrund der Resultate der Ge-

samterneuerungswahlen des Bundesverwaltungsgerichts für die Amtsperi-

ode 2019-2024 vom 14. März 2018 (vgl. dazu AB 2018 N 576) und der 

diesbezüglichen Presseberichterstattung hege er die berechtigte Besorg-

nis, dass das Gericht in seiner Sache nicht unabhängig entscheiden werde, 

weil auf die Richterinnen und Richter von aussen, mithin vonseiten der Po-

litik, Druck ausgeübt werde. Überdies habe das Europarats-Gremium 

GRECO (Groupe d’Etats contre la Corruption) in seinem am 13. Juni 2019 

veröffentlichten Evaluationsbericht zur Schweiz festgestellt, seitens der 

Schweizerischen Politik bestünden keine Bemühungen, das System der 

Wiederwahl an den eidgenössischen Gerichten abzuschaffen, weshalb der 

Schluss zu ziehen sei, dass tatsächlich eine Bindung zwischen Politik und 

Justiz bestehe. Vor diesem Hintergrund lehne er nicht eine bestimmte Ge-

richtsperson oder bestimmte Gerichtspersonen ab, sondern vielmehr alle 

Richterinnen und Richter des Bundesverwaltungsgerichts. Diese müssten 

als potenziell befangen gelten, weil allen die erforderliche Unabhängigkeit 

im Sinne der Praxis zu Art. 13 EMRK abzusprechen sei. Auch der Europä-

ische Gerichtshof für Menschenrechte habe im Rahmen eines ausländer-

rechtlichen Beschwerdeverfahrens gegen die Schweiz am 19. Dezember 

2018 mitgeteilt, sich mit der Rüge der fehlenden Unabhängigkeit der Bun-

desrichterinnen und –richter im Zusammenhang mit Art. 8 und 13 EMRK 

auseinanderzusetzen. Da die in der Presse dokumentierten politischen 

Druckversuche gegen die Richterschaft des Bundesgerichts mit denen auf 

die Richterschaft des Bundesverwaltungsgerichts identisch seien, müsse 

die Rüge auch gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht vorgebracht 

werden. Überdies müsse als statistisch widerlegt angesehen werden, dass 

die Fallzuteilung der Verfahren am Bundesverwaltungsgericht zufällig und 

automatisiert erfolge. Das Bundesgericht habe in seinem Urteil 

12T_3/2018 vom 22. Mai 2018 in E. 2.4.2 festgehalten, dass in eine auto-

matisierte Spruchkörperbildung zur «Vermeidung einer einseitigen politi-

schen Zusammensetzung der Richterbank» eingegriffen werden könne. 

Dies decke sich mit der gerügten fehlenden Unabhängigkeit durch Druck-

versuche der Politik. 

 

Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden.  

E-3238/2019 

Seite 6 

3.3.2 In der Sache ist dem Gesuchsteller zunächst entgegenzuhalten, dass 

sich sein Vorbringen betreffend den generellen Anschein der Befangenheit 

aller Richterinnen und Richter des Bundesverwaltungsgerichts in blossen 

Mutmassungen erschöpft. Dass die zur Gesamterneuerungswahl vom 

14. März 2018 angetretenen Personen im Rahmen der Wahl unterschied-

liche Resultate erzielten, ist ebenso unbestritten wie der Umstand, dass 

dies Folge der internen Wahlempfehlungen einer einzelnen Partei gewe-

sen sein dürfte, zumal diesbezügliche Äusserungen von Parteiexponenten 

bekannt sind. Inwiefern dieser Umstand oder die Wiederwahl an sich nun 

aber die gewählten Personen ernsthaft in ihrer Rechtsprechung beeinflus-

sen könnten, wird – über die blosse Behauptung hinaus – nicht ansatz-

weise konkretisiert, geschweige denn individualisiert. Bezogen auf die ein-

zelnen Personen unter den 77 Richterinnen und Richtern des Gerichts wird 

jedenfalls nichts Konkretes ersichtlich gemacht, was einer individuellen 

Prüfung zugänglich wäre. Ersichtlich ist lediglich die Behauptung einer an-

geblich generellen Beeinflussbarkeit durch die Politik, womit es dem Aus-

standsbegehren nur schon an der im Ausstandsverfahren geforderten indi-

viduellen Zurechenbarkeit mangelt (vgl. dazu Zwischenentscheid des 

BVGer B-3927/2015 E. 3.2.3-3.2.5). Angesichts dieser Sachlage muss sich 

der Gesuchsteller vielmehr entgegenhalten lassen, dass sich sein Vorbrin-

gen im Kern in einer allgemeinen Kritik an der Organisation der Bundes-

rechtspflege erschöpft, mithin in einer Kritik daran, dass die Richterinnen 

und Richter der eidgenössischen Gerichte von der Bundesversammlung 

und nicht auf Lebenszeit gewählt werden. Seiner Argumentation folgend 

müsste sämtlichen Richterinnen und Richtern aller vier Gerichte des Bun-

des die notwendige Unabhängigkeit abgesprochen werden, weil diese 

Druck vonseiten der Politik zugänglich sein könnten, da alle von der Bun-

desversammlung – und damit von Vertreterinnen und Vertretern «der Poli-

tik» – auf eine Amtszeit von jeweils sechs Jahren gewählt werden (vgl. 

dazu Art. 5 und 9 BGG, Art. 5 und 9 VGG, Art. 42 und 48 StBOG sowie 

Art. 9 und 13 PatGG), und dies nur selten mit identischen Resultaten. Der 

damit hinreichend klar erkennbare Ansatz einer allgemeinen Systemkritik 

ist nicht geeignet, um ein Ausstandsbegehren zu begründen. Dies gilt 

ebenso für die sinngemäss erhobene Rüge, die Gerichtsorganisation des 

Bundes – welche auf dem System der Wahl der Richterinnen und Richter 

des Bundes durch die Bundesversammlung basiert – halte den Anforde-

rungen von Art. 6 Abs. 1 und Art. 13 EMRK nicht stand.  

E-3238/2019 

Seite 7 

3.3.3 Aus diesen Erwägungen folgt, dass das vorliegende Ausstandsbe-

gehren offensichtlich primär auf eine Ausschaltung des gesetzlichen In-

stanzenzugs abzielt. Ein solches Anliegen verdient keinen Rechtsschutz 

(vgl. BGE 105 Ib 301 E. 1b).  

3.3.4 In Bezug auf den zitierten Entscheid des Bundesgerichts 12T_3/2018 

vom 22. Mai 2018 ist festzuhalten, dass das angeführte Urteilszitat nicht 

geeignet ist, die Argumentation des Gesuchstellers zu untermauern, wo-

nach alle Richterinnen und Richter des Bundesverwaltungsgerichts ihre 

Entscheide unter politischem Druck träfen. Nach Art. 30 Abs. 1 BV hat jede 

Person, deren Sache in einem gerichtlichen Verfahren beurteilt werden 

muss, Anspruch auf ein durch Gesetz geschaffenes, zuständiges, unab-

hängiges und unparteiisches Gericht. Ausnahmegerichte sind ausdrücklich 

untersagt. Die Regelung will verhindern, dass Gerichte eigens für die Be-

urteilung einer Angelegenheit gebildet werden. Die Rechtsprechung soll 

auch nicht durch eine gezielte Auswahl der Richterinnen und Richter im 

Einzelfall beeinflusst werden können. Jede Besetzung, die sich nicht mit 

sachlichen Gründen rechtfertigen lässt, verletzt die Garantie des verfas-

sungsmässigen Richters gemäss Art. 30 Abs. 1 BV (vgl. BGE 144 I 37 

E. 2.1 mit Verweis auf BGE 137 I 340 E. 2.2.1; Urteil 4A_473/2014 vom 

11. Dezember 2014 E. 4.2). Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 

12T_3/2018 nachvollziehbar dargelegt, aus welchen Gründen das Bundes-

verwaltungsgericht in sachlich begründeten Ausnahmefällen in die ansons-

ten zufällige Ermittlung der Spruchkörper eingreift; der Ausnahmefall der 

politischen Zusammensetzung der Richterbank – so das Bundesgericht im 

selben Urteil (E. 2.4.3) – kam dabei in Bezug auf die Verfahren, die der vor 

dem Bundesgericht rügende Rechtsanwalt vor dem Bundesverwaltungs-

gericht geführt hatte, in keinem einzigen Verfahren zum Tragen.  

3.3.5 Vorliegend liefert der Rechtsvertreter in der Beschwerdeeingabe 

keine Begründung, inwiefern der Beschwerdeführer durch die Behandlung 

seiner Beschwerde durch Richterinnen und Richter des Bundesverwal-

tungsgerichts in seinen Rechten aus Art. 3 und 4 EMRK tangiert sein 

könnte. Der Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und der Beschwerdeführer 

dürfte an einer derartigen Rüge auch kein Interesse haben, da er mit Ver-

fügung vom 16. Mai 2019 wegen der Unzumutbarkeit des Vollzugs seiner 

Wegweisung nach Syrien vorläufig aufgenommen wurde. An dieser Stelle 

ist auf die alternative Natur der Vollzugshindernisse hinzuweisen; ange-

sichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer bereits vorläufig aufge-

nommen wurde, wird auf den Beschwerdeantrag betreffend eine mögliche 

Unzulässigkeit des Vollzuges der Wegweisung aufgrund völkerrechtlicher 

http://links.weblaw.ch/12T_3/2018
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-340%3Ade&number_of_ranks=0#page340
http://links.weblaw.ch/12T_3/2018

E-3238/2019 

Seite 8 

Vollzugshindernisse im Hauptsachverfahren nicht weiter einzugehen sein 

(zur Alternativität der Vollzugshindernisse vgl. das Urteil des BVGer  

D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 8.4 [als Referenzurteil publiziert], 

BVGE 2011/7 E. 8 und 2009/51 E. 5.4). 

4.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Ausstandsbe-

gehren nicht ansatzweise etwas dargetan wird, was im Hauptverfahren 

zum Ausschluss von bestimmten Gerichtspersonen, geschweige denn aller 

Richterinnen und Richtern des Bundesverwaltungsgerichts führen könnte. 

Das Ausstandsbegehren ist vielmehr als rechtsmissbräuchlich zu erkennen 

(vgl. dazu TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

4. Aufl. 2014, § 22 Rz. 26), weshalb es unzulässig und darauf nicht einzu-

treten ist.  

 

5.  

5.1 Der Rechtsvertreter hat vor dem Bundesverwaltungsgericht bereits 

mehrfach identische Anträge auf Ausstand der gesamten Richterschaft ge-

stellt. Sie wurden allesamt als rechtsmissbräuchlich und unzulässig abge-

wiesen (vgl. die Urteile des BVGer D-3433/2018 vom 16. Juli 2018 E. 2.2; 

D-1010/2019 vom 4. April 2019 E. 2.2; D-1149/2019 vom 17. April 2019 

E. 2.2). Alle genannten Verfahren wurden geführt, weil der Rechtsvertreter 

in Asylbeschwerdeverfahren entsprechende Anträge auf Ausstand der ge-

samten Richterschaft stellte; die Urteile ergingen jeweils mit Kostenpflicht 

für die Mandanten.  

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht bezweifelt, dass die Mandanten des 

Rechtsvertreters, bei denen es sich um aller Wahrscheinlichkeit nach 

sprach- und rechtsunkundige Asylsuchende handelte, überhaupt wussten 

und erkennen konnten, welche Anträge ihr Rechtsvertreter in ihrem Namen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht stellte und ob sie für diese Anträge ihr 

Einverständnis gegeben haben. In diesem Zusammenhang ist die Feststel-

lung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte beachtlich, wo-

nach Asylsuchende als besonders verletzlich gelten und deshalb besonde-

ren Schutzes bedürfen, was international anerkannt ist (vgl. das Urteil des 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte M.S.S. gegen Belgien und 

Griechenland, Nr. 30696/09, Urteil der Grossen Kammer vom 21. Januar 

2011, Rn. 251). Diese Aussage der Grossen Kammer des EGMR bezog 

sich zwar in erster Linie auf die Unterbringung von Asylsuchenden, hat je-

doch auch im Rahmen des Rechtsschutzes von Asylsuchenden ihre Be-

rechtigung. Die Schweizerische Rechtsordnung trägt dieser Verletzlichkeit 

http://links.weblaw.ch/BVGer-D-3839/2013
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/7

E-3238/2019 

Seite 9 

seit 2014 durch die Regelungen der erleichterten amtlichen Verbeistän-

dung in Asylbeschwerdeverfahren Rechnung (vgl. aArt. 110a AsylG, bezie-

hungsweise Art. 102m AsylG; siehe auch die Erläuterungen zu aArt. 110a 

AsylG in der Zusatzbotschaft zur Änderung des Asylgesetzes [Kurzfristige 

Massnahmen], vom 23. September 2011, Ziff. 1.2.3, Massnahmen für ei-

nen verbesserten Rechtsschutz, BBl 2011 7332, 7344). Unter diesen Vor-

zeichen erscheint es fragwürdig, dass ein Rechtsvertreter seine private Kri-

tik an der Organisation der Gerichtsbarkeit in der Schweiz in Verfahren 

äussert, die er für mittellose Mandantinnen und Mandaten führt, denen 

durch sein Vorgehen Kosten entstehen, die offenkundig vermeidbar wären.  

5.3 Bei dieser Ausgangslage behält sich das Gericht ausdrücklich die Prü-

fung vor, ob dem Rechtsvertreter – sollte er in zukünftigen Asylbeschwer-

deverfahren weiterhin offensichtlich unzulässige Ausstandsbegehren stel-

len – die Kosten im Fall des Unterliegens direkt auferlegt werden könnten. 

Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Rechtsvertreter auch beim Bundes-

gericht bereits notorisch für seine systematischen und redundanten An-

träge betreffend die Spruchkörperbildung und die richterliche Befangenheit 

bekannt ist (vgl. dazu die Zusammenstellung in den Urteilen des Bundes-

gerichts 5D_50/2018 vom 26. April 2018 E. 2; 5D_56/2018 vom 18. Juli 

2018 E. 2, alle auch unter Verweis auf BGE 144 I 37) und das Gericht in 

verschiedenen Fällen die direkte Auferlegung der Kosten an den Rechts-

vertreter durch die erste Instanz schützte (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

1B_513/2017 vom 5. März 2018 E. 3; 1B_17/2018 vom 21. März 2018 

E. 4.5) sowie dem Rechtsvertreter seinerseits die Kosten des bundesge-

richtlichen Verfahrens – gestützt auf Art. 66 Abs. 3 BGG – direkt auferlegte 

(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 1B_513/2018 vom 5. März 2018 E. 4, 

Dispositiv-Ziff. 2; 5D_50/2018 vom 26. April 2018 E. 2; 5D_56/2018 vom 

18. Juli 2018 E. 6). 

5.4 Für den Fall, dass der Rechtsvertreter in Zukunft weiterhin mit rechts-

missbräuchlichen Eingaben ans Bundesverwaltungsgericht gelangt, wel-

che auf die Störung des Geschäftsgangs und eine Blockierung der Be-

schwerdeverfahren abzielen respektive sich als mutwillige Prozessführung 

darstellen, behält sich das Gericht Disziplinarmassnahmen gemäss Art. 60 

VwVG vor.  

5.5 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Verfahrens 

dem Gesuchsteller aufzuerlegen und auf Fr. 750.– festzulegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

E-3238/2019 

Seite 10 

SR 173.320.2]). Der am 10. Juli 2019 geleistete Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3238/2019 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf das Ausstandsbegehren wird nicht eingetreten.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe bereits geleistete Kostenvorschuss wird zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Bei weiteren rechtsmissbräuchlichen Eingaben des Rechtsvertreters be-

hält sich das Bundesverwaltungsgericht die Anordnung von Disziplinar-

massnahmen gemäss Art. 60 VwVG vor. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller und das SEM. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Susanne Bolz 

 

 

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