# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a51e9b99-f8ae-575b-af1a-a25973825b5a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2023 D-3046/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3046-2023_2023-08-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3046/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richterin Chiara Piras,    

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten von  

B._______, geboren am (…), 

Afghanistan (zurzeit in C._______), 

Verfügung des SEM vom 28. April 2023 / N (…). 

 

 

 

D-3046/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 29. Oktober 2022 in der Schweiz 

um Asyl nach. Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, sie habe in Af-

ghanistan sowohl bei der Polizei als auch beim Militär gedient. Nach der 

Machtübernahme durch die Taliban sei sie gezwungen gewesen, ihr Hei-

matland zu verlassen.  

A.b Mit Verfügung vom 18. Januar 2023 anerkannte das SEM die Be-

schwerdeführerin als Flüchtling und gewährte ihr in der Schweiz Asyl.  

B.  

Mit Eingabe vom 20. März 2023 stellte die Beschwerdeführerin beim SEM 

ein Gesuch um Familiennachzug zugunsten von B._______ (nachfolgend 

B._______), ihrem derzeit in C._______ lebenden Ehemann, ebenfalls af-

ghanischer Staatsangehöriger.  

C.  

Am 29. März 2023 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, für die 

Weiterbehandlung des Gesuchs bedürfe es der Klärung offener Fragen. 

Sie ersuchte die Beschwerdeführerin um schriftliche Beantwortung eines 

Fragenkatalogs sowie um Einreichung von Beweismitteln. 

D.  

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 13. April 2023 zu den ge-

stellten Fragen Stellung. 

E.  

Mit Verfügung vom 28. April 2023 – eröffnet am 2. Mai 2023 – bewilligte die 

Vorinstanz die Einreise von B._______ in die Schweiz nicht und lehnte das 

Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und Familienasyl ab.  

F.  

Mit undatierter Eingabe (Poststempel: 26. Mai 2023) erhob die Beschwer-

deführerin gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung sowie die Bewilligung des Gesuchs um Familienzusammenfüh-

rung. 

D-3046/2023 

Seite 3 

Der Beschwerde lagen folgende Dokumente bei (alle in Kopie): ein als 

«Marriage Certificate» bezeichnetes Dokument, zwei Seiten eines afgha-

nischen Passes sowie sechs Fotos.  

G.  

Am 30. Mai 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht der Beschwer-

deführerin den Eingang ihrer Beschwerde. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. Juni 2023 forderte die Instruktionsrichterin 

die Beschwerdeführerin auf, bis zum 16. Juni 2023 einen Kostenvorschuss 

in der Höhe von Fr. 750.– zu bezahlen, verbunden mit der Androhung, bei 

Nichtleistung des Kostenvorschusses innert der angesetzten Frist werde 

auf die Beschwerde nicht eingetreten.   

I.  

Der Kostenvorschuss wurde am 16. Juni 2023 geleistet. 

J.  

Mit Instruktionsverfügung vom 20. Juni 2023 wurde die Vorinstanz zur Ein-

reichung einer Vernehmlassung eingeladen. Am 30. Juni 2023 reichte das 

SEM eine Vernehmlassung ein.  

K.  

Mit Instruktionsverfügung vom 3. Juli 2023 wurde der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit gegeben zu replizieren. Sie reichte innert Frist keine Replik 

ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

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Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

 

3.  

3.1 Ehegatten von asylberechtigten Flüchtlingen werden gemäss Art. 51 

Abs. 1 AsylG ihrerseits als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, wenn 

keine besonderen Umstände dagegensprechen. In dauernder eheähnli-

cher Gemeinschaft zusammenlebende Personen (Konkubinatspaare) sind 

den Ehegatten gleichgestellt (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.2 ff.; Art. 1a Bst. e 

Asylverordnung 1 [AsylV 1]). Wurden die anspruchsberechtigten Personen 

nach Art. 51 Abs. 1 AsylG durch die Flucht getrennt und befinden sie sich 

im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 Abs. 4 

AsylG). Die Erteilung einer Einreisebewilligung setzt eine vorbestandene 

Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die Flucht sowie die 

fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraus. Zweck von 

Art. 51 Abs. 4 AsylG ist einzig die Wiedervereinigung von im Zeitpunkt der 

Flucht aus dem Heimatstaat vorbestandener Familiengemeinschaften und 

nicht die Aufnahme neuer respektive vor der Flucht noch nicht gelebter fa-

miliärer Beziehungen (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5, 2017 VI/4 E. 3.1 und 

E. 4.4.2, 2012/32 E. 5). Bei Familien, die bereits vor der Flucht getrennt 

wurden, geht das Bundesverwaltungsgericht von einer vorbestandenen 

Familiengemeinschaft aus, wenn zwingende Gründe für das Getrenntleben 

vorliegen (vgl. Urteile des BVGer E-5603/2019 vom 19. Juli 2021 E. 6.3,  

D-3664/2016 vom 14. Dezember 2018 E. 5.2 sowie D-982/2016 vom 

10. September 2018 E. 5.2.1).  

Dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl entgegenste-

hende besondere Umstände können gemäss der Rechtsprechung bei-

spielsweise vorliegen, wenn das Familienmitglied Bürger eines anderen 

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Seite 5 

Staates als der Flüchtling ist und die Familie in diesem Staat nicht gefähr-

det ist, wenn der Flüchtling seinen Status derivativ erworben hat oder wenn 

das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde und er-

kennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als Familie 

zusammenzuleben (vgl. BVGE 2012/35 E. 5.1 m.w.H.). 

3.2 Wer um die Erteilung einer Einreisebewilligung zwecks Familienasyl 

ersucht, hat die Zugehörigkeit des nachzuziehenden Angehörigen zur Fa-

miliengemeinschaft, die im Zeitpunkt der Flucht vorbestandene Familien-

gemeinschaft, die Familientrennung durch die Flucht sowie die fest beab-

sichtigte Familienvereinigung aller Anspruchsberechtigten nachzuweisen 

oder zumindest glaubhaft zu machen. 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin begründete ihr Gesuch um Familiennachzug 

im Wesentlichen damit, dass das Leben ihres derzeit in C._______ leben-

den Ehemannes in Gefahr sei. Die (…) Polizei würde ihn festnehmen und 

den Taliban übergeben. Würde er nach Afghanistan deportiert, wäre er dort 

in Lebensgefahr. Sie möchte, dass ihr Ehemann zu ihr komme. Sie sei hier 

allein und es sei schwer für sie.  

4.2 In seiner Verfügung führte das SEM aus, es sei der Beschwerdeführe-

rin nicht gelungen glaubhaft zu machen, dass sie bereits vor der Ausreise 

aus Afghanistan in einer ehelichen Gemeinschaft mit B._______ gelebt 

habe. So habe sie die angegebene Heirat und das Eheleben in Afghanistan 

weder mit einer Heiratsurkunde noch mit Hochzeits- oder Familienfotos be-

legen können. Es sei als Schutzbehauptung zu werten, dass die Hochzeits-

fotos sowie die Heiratsurkunde aus Sicherheitsgründen von ihrer Familie 

verbrannt worden seien, als die Taliban gekommen seien. Es sei nicht plau-

sibel, dass sie offenbar nicht daran gedacht habe, bei der Ausreise zumin-

dest Kopien der Heiratsurkunde oder Hochzeits- und Familienfotos mitzu-

nehmen. So sei sie nämlich in der Lage gewesen, bei der Asylgesuchstel-

lung in der Schweiz eine Vielzahl von Dokumenten und Fotos zu ihrer Aus-

bildung sowie ihrer beruflichen Tätigkeit in Afghanistan einzureichen, wel-

che sie auf ihrem Mobiltelefon gespeichert habe. Es sei daher davon aus-

zugehen, dass sie auch Kopien der Heiratsurkunde oder zumindest Hoch-

zeits- und Familienfotos aus Afghanistan dabeigehabt hätte, wenn sie tat-

sächlich bereits in Afghanistan verheiratet gewesen wäre. Dasselbe gelte 

für das Verhalten von B._______, der offenbar bei seiner Ausreise aus Af-

ghanistan zwar Kopien von Identitätsdokumenten und Schulzeugnissen 

mitgenommen habe, jedoch an mindestens ebenso wichtige Dokumente 

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Seite 6 

wie die Heiratsurkunde nicht gedacht haben soll. Ferner stellte die Vo-

rinstanz zahlreiche Unstimmigkeiten in ihren Aussagen fest, so habe sie 

widersprüchliche Angaben zum Hochzeitsdatum sowie zu ihrem Zusam-

menleben gemacht. Schliesslich deute die (…) Heiratsurkunde vom (…) 

sowie der Umstand, dass ihr Zivilstand im (…) Ausweis für Asylsuchende 

als «ledig» angegeben werde, darauf hin, dass sie erst in C._______ und 

dort lediglich religiös getraut worden sei. Ihre Erklärung im Schreiben vom 

13. April 2022, wonach sie sich in C._______ eine neue Heiratsurkunde 

habe ausstellen lassen, da sie die afghanische Heiratsurkunde nicht mehr 

gehabt habe, vermöge nicht zu überzeugen.   

4.3 In der Beschwerde entgegnete die Beschwerdeführerin, aufgrund von 

Stress, Krankheit und dem Umstand, dass sie ihre Hochzeitsdokumente 

vernichtet habe, sei es ihr anlässlich der Anhörung nicht möglich gewesen, 

das korrekte Hochzeitsdatum anzugeben. Sinngemäss führte sie aus, sie 

habe ein Foto ihrer Eheurkunde erhalten («I received a photo of my marri-

age») und bitte um Familienzusammenführung mit ihrem Ehemann.  

4.4 Das SEM führte in der Vernehmlassung aus, die auf Beschwerdeebene 

eingereichten Beweismittel seien nicht geeignet, eine vorbestandene Be-

ziehung in Afghanistan zu belegen. Bei der angeblichen Eheurkunde 

handle es sich lediglich um eine Kopie, die leicht verfälscht werden könne. 

Zudem werde in der Beschwerdeschrift in keiner Weise dargetan, wie diese 

Kopie der Heiratsurkunde entstanden sei, nachdem zuvor geltend gemacht 

worden sei, sämtliche Unterlagen seien vernichtet worden. Auch bleibe un-

klar, weshalb diese Kopie erst jetzt vorgelegt werden konnte. Bezüglich der 

eingereichten Fotos des Paares werde in der Beschwerdeschrift nicht dar-

gelegt, wann und wo diese entstanden seien. Die ersten drei Fotos seien 

bereits im erstinstanzlichen Verfahren eingereicht worden. Hierzu sei da-

mals ausgeführt worden, dass diese im Jahr 2022 in C._______ aufgenom-

men worden seien. Es sei zu vermuten, dass die weiteren drei Fotos eben-

falls in C._______ und somit erst nach der Ausreise aus Afghanistan ent-

standen seien. Sie seien somit nicht geeignet, eine vorbestandene Bezie-

hung im Heimatstaat glaubhaft zu machen.  

5.  

5.1 Vorliegend gelangt das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der 

Akten in Übereinstimmung mit dem SEM zum Schluss, dass die Voraus-

setzungen für die asylrechtliche Familienzusammenführung gemäss 

Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind. Die Ausführungen in der 

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Seite 7 

Rechtsmitteleingabe vom 26. Mai 2023 sind nicht geeignet, ein von der 

angefochtenen Verfügung abweichendes Ergebnis herbeizuführen. 

5.2 Wie vorstehend dargelegt, knüpft der Anspruch auf Familienasyl an 

den Bestand der Familiengemeinschaft an (vgl. E. 4.1). Eine asylrechtliche 

Familienzusammenführung nach Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG wäre somit 

vorliegend nur möglich, wenn die Person, für welche die Beschwerdefüh-

rerin den Nachzug beantragt, zum Kreis der anspruchsberechtigten Perso-

nen für die Zuerkennung der derivativen Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 51 Abs. 1 AsylG gehört, und zum Zeitpunkt der Flucht der Beschwer-

deführerin aus Afghanistan zwischen ihr und dieser Person eine tatsächlich 

gelebte Familiengemeinschaft bestanden hat, die allein durch die Flucht-

umstände getrennt wurde, und auch nach der Trennung aufrechterhalten 

und stets im Rahmen des Möglichen weitergeführt wurde. 

5.3 Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass es sich bei dem sich 

zurzeit in C._______ aufhaltenden B._______ um ihren Ehemann handle, 

den sie in Afghanistan geheiratet habe. Dass B._______ tatsächlich zum 

Kreis der (grundsätzlich) anspruchsberechtigten Personen gemäss Art. 51 

Abs. 1 AsylG (Ehegatte, Konkubinatspartner) gehört, vermag die Be-

schwerdeführerin jedoch nicht zu belegen. Die Vorinstanz hat zu Recht 

festgestellt, dass die geltend gemachte Hochzeit mit B._______ weder mit 

einer Heiratsurkunde noch mit Hochzeits- oder Familienfotos belegt wor-

den ist und die Erklärung der Beschwerdeführerin, wonach ihre Familie die 

Dokumente und Fotos zum Beleg ihrer Hochzeit aus Angst vor den Taliban 

verbrannt und auf dem Computer gelöscht habe, nicht zu überzeugen ver-

mag. Mit dem SEM ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin mög-

lich war – trotz der geltend gemachten und nachvollziehbaren Gefähr-

dungssituation durch die Taliban – mehrere Beweismittel zum Beleg ihrer 

Tätigkeit bei der Armee und der Polizei einzureichen. Die eingereichten Fo-

tos zeigen die eindeutig erkennbare Beschwerdeführerin sowohl in Militär- 

als auch in Polizeiuniform. Es ist nicht plausibel, dass sie zwar Beweismittel 

mit sich führte, welche ihre Militär- und Polizeizugehörigkeit belegen, in-

dessen die ihre Ehe belegenden Dokumente aufgrund der geltend ge-

machten Gefährdungssituation durch die Taliban allesamt unwiderruflich 

vernichtet haben will. Inwiefern Fotos ihrer Hochzeit sowie die Heiratsur-

kunde ein grösseres Gefährdungspotential zu generieren vermocht hätten, 

als Fotos, welche ihre Tätigkeit beim Militär und der Polizei zeigen, ist nicht 

nachvollziehbar. Unabhängig davon wäre anzunehmen, dass von besagter 

Hochzeit – welche gemäss Angaben der Beschwerdeführerin mit Familien 

und Freunden gefeiert worden sei – zahlreiche Bildaufnahmen existieren, 

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Seite 8 

welche von den anwesenden Hochzeitsgästen aufgenommen worden sind, 

die sie sich auf elektronischem Weg hätte zukommen lassen können. Es 

ist übereinstimmend mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass sie – 

wäre sie tatsächlich bereits in Afghanistan verheiratet gewesen – Fotos ih-

rer Hochzeit sowie eine Kopie der Heiratsurkunde hätte einreichen bezie-

hungsweise zumindest diese vor Verlassen des Heimatlandes hätte abfo-

tografieren können, insbesondere sie sämtliche der Vorinstanz eingereich-

ten Dokumente auf ihrem Mobiltelefon gespeichert hatte.  

Die auf Beschwerdeebende eingereichten Unterlagen führen zu keinem 

anderen Ergebnis. Zum als «Marriage Certificate» bezeichneten Dokument 

ist festzuhalten, dass in Kopie eingereichte Dokumente leicht zu fälschen 

beziehungsweise zu verfälschen sind, weshalb dem eingereichten Doku-

ment per se ein sehr geringer Beweiswert zukommt. Die Beschwerdefüh-

rerin unterlässt es sodann, Angaben zum Erhalt des Zertifikats zu machen. 

So gibt sie nicht an, wie es ihr möglich gewesen sein soll, das Dokument, 

welches in ihrem Heimatland verbrannt worden sei, nun dem Gericht vor-

legen zu können. Aus der Rechtsmitteleingabe geht auch nicht hervor, 

weshalb es ihr erst im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung möglich war, 

das Dokument erhältlich zu machen und aus welcher Quelle das Dokument 

stammt. Ebenso wenig sind die sechs eingereichten Fotos geeignet, die 

geltend gemachte Hochzeit zu belegen. Die Fotos zeigen die Beschwerde-

führerin und B._______ in unterschiedlicher Freizeitbekleidung an unter-

schiedlichen Aussenplätzen. Zudem wurden zu den Fotos weder Orts- 

noch Zeitangaben gemacht. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung 

zutreffend ausführt, wurden die drei ersten Fotos bereits im erstinstanzli-

chen Verfahren eingereicht, wobei dazumal ausgeführt worden sei, die Auf-

nahmen seien in C._______ aufgenommen worden, was vermuten lasse, 

dass auch die drei weiteren Aufnahmen erst nach ihrer Ausreise aus Af-

ghanistan entstanden seien. Dem hält die Beschwerdeführerin nichts ent-

gegen. Dasselbe gilt für die Einschätzung des SEM, dass die eingereichte 

(…) Heiratsurkunde vom (…) sowie der Umstand, dass im (…) Ausweis für 

Asylsuchende «ledig» als Zivilstand vermerkt sei, darauf hindeuten würde, 

dass sie erst in C._______ und dort lediglich religiös getraut worden sei.  

5.4 Damit kommt das Gericht zum Schluss, dass im vorliegenden Fall eine 

vorbestandene Familiengemeinschaft in Afghanistan weder belegt noch 

glaubhaft gemacht wurde. 

5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen von 

Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG vorliegend nicht erfüllt sind, weshalb das SEM 

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Seite 9 

das Gesuch um Familiennachzug und Erteilung einer Einreisebewilligung 

für B._______ in die Schweiz zu Recht abgelehnt hat. Es bleibt der Be-

schwerdeführerin jedoch unbenommen, eine Familienzusammenführung 

im Rahmen des Ausländerrechts zu beantragen.  

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Für deren Begleichung ist der bereits in gleicher Höhe ein-

bezahlte Kostenvorschuss zu verwenden.  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey 

 

 

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