# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4444ba25-761e-519b-b264-e7b8e5e3e17c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2011 E-8097/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8097-2009_2011-09-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­8097/2009

U r t e i l   v om   1 4 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Martin Zoller, Richter Kurt Gysi,   
Gerichtsschreiberin Laura Wayllany.

Parteien A._______, geboren (…),
dessen Ehefrau
B._______, geboren (…),
und deren Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
E._______, geboren (…),
F._______, geboren (…),
Myanmar,
alle vertreten durch Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, 
(…)
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl; 
Verfügung des BFM vom 30. Dezember 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 

A.a.  Der  Beschwerdeführer  A._______  verliess  seinen  Heimatstaat 
eigenen Angaben zufolge  im Jahre  (…) und  reiste nach G._______.  Im 
Jahre  (…)  heiratete  er  im  Flüchtlingslager  H._______  die 
Beschwerdeführerin B._______, welche  ihren Heimatstaat  im Jahre  (…) 
verlassen hatte.

A.b. Am (…) gelangten die beiden Beschwerdeführenden zusammen mit 
ihren  (…)  Kindern  auf  dem  Seeweg  nach  I._______.  Etwa  (…)  Tage 
später  erreichten  sie  auf  dem  Luftweg  J._______,  von  wo  aus  sie  mit 
einem Personenwagen am (…) in die Schweiz gelangten. Am 8. Oktober 
2001  suchten  sie  in  der  Empfangsstelle  (heute:  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum [EVZ]) K._______ um Asyl nach.

A.c. Anlässlich  der  summarischen  Befragungen  vom  12.  Oktober  2001 
brachten  die  Beschwerdeführenden  vor,  sie  seien  in  der  Region 
L._______,  Myanmar  (damals:  Burma),  geboren,  würden  der 
Volksgruppe  der  M._______  angehören  und  seien  (…).  Der  Vater  des 
Beschwerdeführers  sei  der  "Leader"  der  islamischen  Organisation  der 
Region gewesen. Aus diesem Grunde hätten  sie  seit  (…) Probleme mit 
dem Militärregime gehabt, weshalb im Jahre (…) zunächst der Vater und 
(…) später die restliche Familie des Beschwerdeführers nach G._______ 
geflüchtet sei. Da in ihrem Heimatstaat Muslime verfolgt und umgebracht 
worden  seien,  habe  auch  die  Beschwerdeführerin  Myanmar  verlassen. 
Den  Entscheid,  G._______  zu  verlassen,  hätten  sie  schliesslich  aus 
Angst  gefasst,  von  der  dortigen  Regierung  nach  Myanmar 
zurückgeschickt zu werden.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten sie eine Identitätskarte der Mutter 
und des Vaters, ein Familienbüchlein sowie ein Primarschulzeugnis des 
Beschwerdeführers  und  ein  Schreiben  der  M._______  Solidarity 
Organisation (…) L._______ zu den Akten. 

A.d.  Mit  Schreiben  vom  28.  November  2001  zeigte  das  (…)amt  des 
Kantons N._______  dem BFF  (Bundesamt  für  Flüchtlinge;  ab  1.1.2005: 
BFM) an, dass die Beschwerdeführenden seit dem (…) November 2001 
unbekannten Aufenthalts seien. 

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Am  4.  Dezember  2001  schrieb  das  BFF  die  Asylgesuche  als  gegen­ 
standslos geworden ab.

B. 

B.a. Am (…) reisten die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge 
auf dem Luftweg von O._______ nach J._______ und gelangten mit dem 
Zug und anschliessend mit einem Personenwagen erneut in die Schweiz. 
Am 5. April 2007 suchten sie im EVZ P._______ um Asyl nach. 

B.b. Im Rahmen der Kurzbefragungen im EVZ vom 27. April 2007 hielten 
die  beiden  Beschwerdeführenden  an  ihren  bereits  im  ersten  Verfahren 
gemachten  Asylvorbringen  fest.  Zur  Begründung,  weshalb  sie  die 
Schweiz vor (…) Jahren verlassen hätten, gaben sie an, die Bedingungen 
im EVZ K._______ seien sehr schlecht gewesen. Eines  ihrer Kinder sei 
erkrankt und aus Angst, es würde sterben, hätten sie beschlossen, nach 
O._______ auszureisen. Anschliessend hätten sie  (…) Jahre  illegal und 
vom Verdienst des Beschwerdeführers aus dem (…)handel in Q._______ 
gelebt. Gerade zu diesem Zeitpunkt  in die Schweiz zurückgekehrt seien 
sie,  weil  sie  Angst  gehabt  hätten,  in  (…)  verhaftet  und  nach  Myanmar 
zurückgeführt zu werden. 

Für  Einzelheiten  wird  auf  die  anlässlich  der  im  Jahre  2001  erfolgten 
ersten summarischen Befragungen gemachten Vorbringen verwiesen.

B.c.  Am  30.  Mai  2007  zeigte  der  Rechtsvertreter  dem  BFM  die 
Mandatsübernahme  an  und  reichte  die  entsprechende  Vollmacht  und 
diverse Beweismittel zu den Akten.

B.d.  Die  Anhörung  vom  28.  Juni  2007  durch  den  Kanton  R._______ 
wurde aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten mit dem Dolmetscher 
bereits  zu  Beginn  abgebrochen.  In  der  Folge  beantragten  die 
Beschwerdeführenden eine Anhörung durch das BFM in (…) oder in (…).

B.e. Mit Schreiben vom 2. September 2008 und vom 29. Dezember 2008 
erkundigten  sich  die  Beschwerdeführenden  nach  dem  Stand  des 
Verfahrens,  beantragten  eine  Anhörung  und  verwiesen  auf  das 
abgeschlossene  Asylverfahren  des  Bruders  (N …)  des 
Beschwerdeführers  und  die  in  diesem  Rahmen  vorgenommene 
Sprachenanalyse. 

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Sie  reichten  fünf  Bestätigungsschreiben  verschiedener  M._______­
Organisationen und eine Kopie der Aufenthaltsbewilligung B des Bruders 
des Beschwerdeführers als weitere Beweismittel zu den Akten. 

B.f. Eine vom Bundesamt in Auftrag gegebene und am 22. Januar 2009 
telefonisch  durchgeführte  wissenschaftliche  Sprach­  und 
Herkunftsanalyse der  (BFM­)Fachstelle LINGUA ergab gemäss den sich 
bei  den  Vorakten  befindlichen  Expertengutachten  vom  18.  Juni  2009, 
dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Sicherheit  ("definitely")  aus  der 
Region L._______, Myanmar, stammen würden.

B.g. Am 22. Oktober 2009 wurden die Beschwerdeführenden vom BFM 
angehört.

Der  Beschwerdeführer  A._______  wiederholte  dabei  im  Wesentlichen 
seine  schon  bei  den  zwei Kurzbefragungen gemachten Vorbringen. Auf 
die  Frage  weshalb  er  (…)  aus  Myanmar  geflüchtet  sei,  führte  er 
ergänzend  aus,  sein  Vater  sei  Lehrer  einer  Koranschule  und  Mitglied 
beziehungsweise  "Leader"  der  muslimischen  Organisation  S._______ 
gewesen.  Die  Schüler,  sein  Vater  und  auch  er  selbst  hätten  an  den 
Demonstrationen  von  (…)  teilgenommen.  In  der  Folge  seien  die 
Teilnehmer dieser Demonstrationen nach und nach verhaftet worden. Als 
das Militär seinen Vater  im Jahre (…) zuhause aufgesucht habe, um ihn 
zu  verhaften,  sei  dieser  bereits  auf  der  Flucht  gewesen.  Weil  er  aus 
geheimer Quelle erfahren habe, dass  ihn das Militär verhaften wolle, sei 
er  (…)  später  zusammen  mit  der  restlichen  Familie  dem  Vater  nach 
G._______ gefolgt.

Kurz  nach  seiner  Ankunft  in  G._______  habe  er  begonnen,  als 
"Information  Helper"  für  die  (…)  zu  arbeiten.  Weil  sich  deren  Spaltung 
abgezeichnet  habe,  sei  er  im  Jahre  (…)  aus  dieser  Organisation 
ausgetreten  und  habe  zusammen mit  anderen  früheren  Mitgliedern  die 
(…) gegründet. 

Im  Jahre  2001  hätten  sie  die  Schweiz  aus  Angst  um  ihr  krankes  Kind 
verlassen und anschliessend (…) Jahre in (…) gelebt.

Auch  die  Beschwerdeführerin  B._______  wiederholte  im  Wesentlichen 
einzig  die  von  ihr  gemachten  Aussagen  während  den  beiden 
summarischen Befragungen. Über die Aktivitäten ihres Mannes wisse sie 
als Frau nicht Bescheid. Es  sei  ihr  einzig  bekannt,  dass dieser Mitglied 

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der  M._______  Partei  gewesen  sei  und  sie  während  langer  Zeit  von 
dessen Ersparnissen beziehungsweise dessen Erbe gelebt hätten. 

Für die weiteren Aussagen wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf 
die  nachfolgenden  Erwägungen  und  auf  die  jeweiligen 
Anhörungsprotokolle in den Akten verwiesen. 

C. 
Mit Verfügung vom 26. November 2009 stellte das BFM fest, die beiden 
Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft, wogegen  ihre 
Kinder  diese  nicht  erfüllten,  entschied,  dass  die  Beschwerdeführenden 
die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllten,  lehnte  ihre  Asylgesuche  indessen 
aufgrund  subjektiver  Nachfluchtgründe  gestützt  auf  Art.  54  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  ab,  ordnete  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  an  und  nahm  sie  zufolge  Unzulässigkeit 
des Wegweisungsvollzugs vorläufig auf.

Am 26. November  2009 wurde  diese Verfügung wegen  eines  formellen 
Mangels  (Zustellung  direkt  an  die  Beschwerdeführenden  statt  an  den 
Rechtsvertreter)  durch  eine  neue  (inhaltlich  gleichlautende)  vom  30. 
Dezember 2009 ersetzt.

D. 
Mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom  28.  Dezember  2009 
(Poststempel)  liessen  die  Beschwerdeführenden  den  vorinstanzlichen 
Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechten.  In  materieller 
Hinsicht  beantragten  sie  die  Gewährung  von  Asyl  und  in  prozessualer 
Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  samt 
anwaltlicher Verbeiständung sowie den Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses,  alles  unter  Entschädigungs­  und  Kostenfolge 
zulasten  der  Vorinstanz.  Für  die  Begründung  und  Einzelheiten  wird, 
soweit für den Entscheid wesentlich, auf die nachstehenden Erwägungen 
verwiesen.

Mit Eingabe vom 3. Februar 2010 ergänzten sie ihre Beschwerde. 

E. 
Mit Zwischenverfügung vom 9. Februar 2010 hiess der Instruktionsrichter 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter dem 
Vorbehalt  der  Nachreichung  einer  Fürsorgebestätigung  gut,  verzichtete 
auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses  und  lehnte  das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  gemäss  Art.  65 

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Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ab.

F. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  11.  Februar  2010  verwies  die  Vorinstanz 
auf  die  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung,  hielt  an  diesen 
vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Am  15.  Februar  2010  wurde  den  Beschwerdeführenden  die 
Vernehmlassung zur Kenntnis gebracht.

G. 
Am  17.  Februar  2010  reichten  die  Beschwerdeführenden  eine 
"Bescheinigung  wirtschaftlicher  Sozialhilfe"  vom  15.  Februar  2010  der 
Caritas R._______ zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Be­
schwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

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und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Da  die  Beschwerdeführenden  zufolge  subjektiver  Nachfluchtgründe 
vorläufig  aufgenommen  wurden,  beschränkt  sich  das  vorliegende 
Verfahren  nunmehr  auf  die  Frage,  ob  das  BFM  deren  Asylgesuche  zu 
Recht  abgelehnt  und  sie  aus  der  Schweiz  weggewiesen  hat.  Die 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  unangefochten  in Rechtskraft 
erwachsen.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken. (Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 

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5.1. Das BFM hielt zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheides 
fest,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  hielten  den 
Anforderungen an die Glaubhaftmachung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 
7 AsylG) nicht stand.

Der  Beschwerdeführer  A._______  gebe  an,  die  Polizei  habe  einige 
Monate  nach  den  Demonstrationen  von  (…)  in  Myanmar  vergeblich 
versucht,  seinen  Vater  am  Wohnort  der  Familie  zu  verhaften.  Der 
Beschwerdeführer, welcher vorbringe,  sich ebenfalls an den Aufständen 
beteiligt  und  sich  zu diesem Zeitpunkt  zu Hause aufgehalten  zu haben, 
habe  es  aber  erst  im  Jahre  (…)  für  angebracht  gehalten,  zu  flüchten. 
Dieser  Umstand  würde  –  insbesondere  unter  dem  Gesichtspunkt  der 
damals herrschenden rigorosen Verfolgung durch die Militärjunta und der 
Gefahr vor Reflexverfolgung – der allgemeinen Erfahrung und Logik des 
Handelns wiedersprechen.

Die Beschwerdeführenden hätten sich nach der Einreise  in die Schweiz, 
ein  Staat  in  welchem  sie  Sicherheit  und  Schutz  gefunden  hätten, 
aufgrund  der  geltend  gemachten  schlechten  Bedingungen  in  der 
Empfangsstelle in die (…) begeben. Dort hätten sie bewusst das Risiko in 
Kauf  genommen,  nach  Myanmar  zurückgeschickt  zu  werden,  und  sich 
nicht darum bemüht, einen Aufenthaltstitel zu erhalten. Dieses Verhalten 
würde nicht jenem von tatsächlich verfolgten Personen entsprechen.

Die  Beschwerdeführenden  seien  indessen  illegal  aus  Myanmar 
ausgereist  und  hätten  hier  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch  gestellt, 
weshalb sich Hinweise auf das Vorliegen von asylbeachtlichen Nachteilen 
bei  einer  allfälligen  Rückkehr  ergeben  würden.  Somit  erfüllten  die 
Beschwerdeführenden  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft,  jedoch  einzig 
aufgrund  deren  illegalen Ausreise  aus  dem Heimatstaat, weshalb  ihnen 
gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl zu gewähren sei.

Für  die  weitere  Begründung  wird  auf  die  angefochtene  Verfügung 
verwiesen.

5.2. Die Beschwerdeführenden halten dieser Begründung entgegen, das 
BFM  sei  fälschlicherweise  vom  Vorliegen  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen  ausgegangen. Die Vorinstanz  sei  offensichtlich  noch 
nicht  lange  der  Ansicht,  eine  illegale  Ausreise  aus  Myanmar  und  das 
Einreichen  eines  Asylgesuches  im  Ausland  würden  bereits  die 
Flüchtlingseigenschaft  begründen.  Es  sei  unklar,  seit  wann  diese 

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automatische  Wirkung  eingetreten  sei,  und  das  Verhalten  des 
Militärregimes habe sich seit (…) stark verändert. Seien es aber Gründe 
im Heimatland, die den Geflohenen im Ausland später erst zum Flüchtling 
machten,  würden  "klassische  objektive  Nachfluchtgründe  eines  Réfugié 
sur  place"  vorliegen,  weshalb  Asyl  zu  gewähren  und  die  angefochtene 
Verfügung bundesrechtswidrig sei.

Weiter  sei  der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  den 
Demonstrationen  von  (…)  zunächst  im Heimatstaat  verblieben  und  erst 
im  Jahre  (…)  seinem  Vater  nach  G._______  gefolgt  sei,  durchwegs 
plausibel  und  keineswegs  widersprüchlich.  Denn  das  Vorgehen  der 
Militärjunta  sei  nicht  konstant  gewesen.  Zu  Beginn  seien  die  Proteste 
blutig niedergeschlagen und zahlreiche Teilnehmer verhaftet worden. Auf 
Druck  des  Westens  habe  sich  dann  die  Militärjunta  in  der  Folge 
gemässigter gegeben. Als die National League  for Democraty  (NLD)  im 
Mai  1990  überraschend  gesiegt  habe,  habe  der  State  Law  and  Order 
Restoration Council (SLORC) die Machtübergabe verweigert, weshalb die 
Proteste  erneut  aufgeflammt  seien.  Die  Repressionen  hätten 
zugenommen und würden sich nicht mehr nur gegen die Führer richten, 
sondern  gegen  alle,  die  in  Verdacht  stünden,  mit  der  Opposition 
zusammen zu arbeiten.

Die  Vorinstanz  bringe  vor,  die  Ausreise  der  Beschwerdeführenden  aus 
der  Schweiz  im  Jahre  2001 würde  nicht  dem Verhalten  von  tatsächlich 
verfolgten  Personen  entsprechen.  Indessen  habe  das  Bundesamt  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt, und es würde somit die Verfolgung der 
Beschwerdeführenden  gar  nicht  in Abrede  stellen.  Zugegebenermassen 
sei die Ausreise (…) wenig sinnvoll gewesen, doch reiche dies nicht aus, 
um die Glaubhaftigkeit  der geltend gemachten Vorfluchtgründe  in Frage 
zu stellen. Zudem sei damals die Praxis zu Asylsuchenden aus Myanmar 
sehr ungewiss gewesen.

Des weiteren  habe  sich  der Beschwerdeführer  präzise  und  kohärent  zu 
den Geschehnissen im Jahre (…) und zur Rolle seines Vaters geäussert. 
Da  dieser  Lehrer  in  einer  Koranschule  und Mitglied  einer muslimischen 
Organisation  gewesen  sei  und  sich  für  die  Rechte  der  M._______ 
eingesetzt  habe,  sei  der Beschwerdeführer  einer  drohenden Verhaftung 
nur  knapp entkommen. Die Beschwerdeführenden  seien bereits  vor  der 
Ausreise religiös, ethnisch und politisch verfolgt worden.

Für die weitere Begründung wird auf die Akten verwiesen.

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6. 

6.1.  Bezüglich  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  seiner 
politischen Tätigkeit bei der  (…) beziehungsweise später bei der  (…)  ist 
auf Folgendes hinzuweisen:

Gemäss Art.  54 AsylG wird Flüchtlingen  kein Asyl  gewährt wenn deren 
Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von Art.  3 AsylG erst  durch  die  illegale 
Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  oder  durch  ein  Verhalten  nach  der 
Ausreise begründet wurde. 

Der  Beschwerdeführer  gab  anlässlich  der  zwei  Kurzbefragungen,  der 
Anhörung  und  in  der  Beschwerde  an,  seine  Tätigkeit  bei  der  (…) 
beziehungsweise der (…) erst nach seiner Ausreise aus dem Heimatstaat 
aufgenommen  zu  haben.  Somit  kann  eine  Prüfung,  ob  die 
diesbezüglichen  –  und  nach  Meinung  des  Gerichts  auffallend 
unterschiedlichen  –  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  Art.  7  AsylG 
standhalten, vorliegend unterbleiben. Denn selbst wenn diese Aussagen 
als  glaubhaft  zu  qualifizieren  wären,  würde  sich  am  Ergebnis 
(Asylausschluss  aufgrund  von  subjektiven  Nachfluchtgründen)  nichts 
ändern.

6.2.  Das  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden,  nicht  deren  Verhalten 
(illegale Ausreise  aus Myanmar)  sondern  äussere Umstände  hätten  die 
nachträgliche  Gefahrensituation  ausgelöst,  weshalb  objektive 
Nachfluchtgründe  eines  "Réfugié  sur  place"  vorliegen  würden  (vgl. 
E 5.2.), geht fehl.

"Réfugiés  sur  place"  sind  Personen,  welche  ihren  Heimatstaat  ohne 
äusseren Druck  verlassen und bei welchen  sich erst  später  im Ausland 
die  Gefahr  ernsthafter  Nachteile  manifestiert.  Diese  nachträgliche 
Gefahrensituation  kann  durch  verschiedene  Ereignisse,  welche  in 
subjektive und objektive Nachfluchtgründe zu unterteilen sind, begründet 
werden. Bei  ersteren wird  die  veränderte Situation  durch  das Verhalten 
der  betreffenden  Person  ausgelöst,  bei  letzteren  durch  äussere 
Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Einfluss nehmen 
konnte.

Vorweg  ist  festzustellen,  dass  der  Einwand,  es  würden  objektive 
Nachfluchtgründe  vorliegen,  in  Anbetracht  des  Antrages,  dem 
Beschwerdeführer  sei  aufgrund  der  bereits  vor  (…)  bestehenden 
Gefahrensituation  die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  und  somit 

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Asyl  zu  gewähren,  unlogisch  ist.  Für  die  Beurteilung,  ob  objektive 
Nachfluchtgründe  vorliegen,  ist  entscheidend,  wann  und  durch  wessen 
Verhalten  die  Gefahrensituation  geschaffen  wurde.  Der  "Burma 
Immigration  (Emergency  Provisions)  Act"  welcher  in  seinem  Art.  3  (2) 
festlegt,  dass  sich  Staatsangehörige  welche  ohne  gültigen  Reisepass 
nach Myanmar  einreisen  (und  somit  auch  solche, welche ohne gültigen 
Reisepass  ausgereist  sind  und  wieder  einreisen),  strafbar  machen, 
stammt aus dem Jahre 1947. Die von den Beschwerdeführenden geltend 
gemachte  Gefahrensituation  wurde  somit  nicht  nach  deren  Ausreise, 
sondern bereits durch das Verlassen des Heimatstaates und somit durch 
deren  Verhalten  (subjektive  Nachfluchtgründe)  geschaffen.  Die  in  der 
Beschwerde  vorgenommene  Anknüpfung  an  den  Zeitpunkt  der 
diesbezüglichen Praxisänderung der Vorinstanz ist sachfremd. 

Weiter  sind  für  das  Gericht  auch  keine  Hinweise  für  das  Vorliegen 
anderer  objektiver  Nachfluchtgründe  ersichtlich,  woran  auch  der 
allgemeine Einwand der Beschwerdeführenden,  "seit  (…) habe sich das 
Verhalten des Militärregimes stark verändert", nichts zu ändern vermag.

7. 
Vorliegend  ist  sodann  zu  prüfen,  ob  die  geltend  gemachten 
Vorfluchtgründe glaubhaft sind. Denn wie bereits dargelegt (s. vorstehend 
E.  4.2.),  muss,  wer  um  Asyl  nachsucht,  die  Flüchtlingseigenschaft 
zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). 

Die  wahrheitsgemässe  Schilderung  einer  tatsächlichen  Verfolgung  ist 
dabei  durch  Korrektheit,  Originalität,  hinreichende  Präzision  und  innere 
Übereinstimmung gekennzeichnet (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der  [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 1996 
Nr.  28  S.  270).  Unglaubhaft  wird  eine  Schilderung  von  Erlebnissen 
insbesondere  bei  wechselnden,  widersprüchlichen,  gesteigerten  oder 
nachgeschobenen  Vorbringen.  Bei  der  Beurteilung  der 
Glaubhaftmachung  geht  es  um  eine  Gesamtbeurteilung  aller  Elemente 
(Übereinstimmung  bezüglich  des  wesentlichen  Sachverhaltes, 
Substanziiertheit  und  Plausibilität  der  Angaben,  persönliche 
Glaubwürdigkeit  etc.),  die  für  oder  gegen  die  Beschwerdeführenden 
sprechen.  Glaubhaft  ist  eine  Sachverhaltsdarstellung  nur,  wenn  die 
positiven  Elemente  überwiegen.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es 
demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber 
in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  oder  überwiegende 
Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. 

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7.1.  Bevor  vorliegend  auf  die  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten 
Vorfluchtgründe  im Detail  eingegangen wird  (siehe  nachfolgend E.7.2.), 
ist  an  dieser  Stelle  eine  summarische  Prüfung  der  persönlichen 
Glaubwürdigkeit  der Beschwerdeführenden vorzunehmen. Sie  führt  zum 
Schluss,  dass  die  Vorbringen  in  ihrer  Gesamtheit  nicht  zu  überzeugen 
vermögen,  in  wesentlichen  Teilen  unsubstanziiert,  widersprüchlich  und 
konstruiert  erscheinen  und  durch  Unstimmigkeiten  sowie 
Nachbesserungen auffallen.

Dies  gilt  insbesondere  für  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zu 
seinem  politischen  Engagement  für  die  (…)  beziehungsweise  (…). 
Auffallend  ist,  dass er  sehr ähnliche,  zum Teil  identische Geschehnisse 
wie  sein  Bruder  geltend  macht,  ohne  aber  diesen  als  Mitglied  der 
Organisation  zu  erwähnen,  und  mit  dem  Unterschied,  dass  der  Bruder 
diesbezügliche  Fragen  substanziiert  beantworten  konnte.  Das  bei  der 
summarischen  Befragung  eingezogene  Briefpapier  der  (…)  enthält 
zudem  die  Adresse  seines  Bruders,  so  dass  insgesamt  der  Eindruck 
entsteht,  der  Beschwerdeführer  versuche,  dessen  Geschichte  (oder 
zumindest  die  von  diesem  geltend  gemachte)  als  seine  eigene 
vorzubringen.  Der  Bruder  gibt  denn  auch  zu  Protokoll,  dass  von  der 
Familie  nur  er  und  sein Vater  politisch  aktiv  gewesen  seien  (Vgl. Akten 
BFM [N …] A 13/31 S. 12). 

Der Umstand, dass die Beschwerdeführenden nach erfolgter Einreise die 
Schweiz einzig aufgrund der angeblich schlechten Bedingungen  im EVZ 
verlassen  haben  und  deren  bewusste  Inkaufnahme  des  Risikos  einer 
Rückschaffung  von  (…)  in  den  Heimatstaat,  entspricht  nicht  dem 
Verhalten von tatsächlich verfolgten Personen.

Widersprüchlich ausgefallen sind auch die Angaben zur Finanzierung des 
Lebensunterhaltes der Familie, zum Aufenthalt des Beschwerdeführers in 
T._______  und  selbst  zum  Wohnort  seiner  Mutter  und  Geschwister. 
Zudem  ist  darauf  hinzuweisen  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Asylgesuche jeweils unter einem anderen Namen einreichte.

Bezüglich  der  weiteren  Widersprüche  und  Unstimmigkeiten  ist  zur 
Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen in der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen. 

7.2.  In  der  Beschwerde  wird  vorgebracht,  der  Beschwerdeführer  sei 
einerseits aufgrund seiner Teilnahme an den Demonstrationen von  (…), 

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anderseits aufgrund der Rolle seines Vaters (Lehrer in einer Koranschule, 
Mitglied  beziehungsweise  "Leader"  der  islamischen  Organisation  der 
Region)  bei  besagten  Aufständen  bereits  vor  seiner  Ausreise  von  der 
burmesischen Regierung gesucht worden.

Bezüglich  der  Teilnahme  des  Beschwerdeführers  an  den 
Demonstrationen von (…) ist darauf hinzuweisen, dass er diese weder in 
der summarischen Befragung vom 12. Oktober 2001 noch  in derjenigen 
vom 27. April  2007 erwähnt hat. Erst  in der Anhörung vom 22. Oktober 
2009 brachte er vor, als Mitläufer teilgenommen zu haben (B 32/19 S. 3 
f.), machte aber ansonsten keine weiteren Ausführungen, weshalb diese 
als "Nachbesserung" zu qualifizieren sind. 

Was  die  Rolle  seines  Vaters  bei  den  Aufständen  und  allenfalls  daraus 
resultierende  Reflexverfolgung  anbelangt,  ist  anzumerken,  dass  auch 
diesbezüglich  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  äusserst 
widersprüchlich  und  teilweise  nachgeschoben  erscheinen.  In  der 
summarischen Befragung vom 12. Oktober 2001 gab er an, sein Vater sei 
"Leader"  einer  islamischen  Organisation  gewesen  (A  4/14  S.7);  am 
27. April  2007  hingegen  brachte  er  vor,  dieser  sei  Lehrer  einer 
Koranschule  gewesen,  und erst  auf Nachfragen erwähnte  er,  dass  sein 
Vater  auch  Mitglied  der  "(…)"  gewesen  sei;  endlich  bestätigte  er – 
wiederum  erst  auf  Nachfragen  hin  –  die  Stellung  seines  Vaters  als 
"Leader" der Organisation (B1/13 S. 9). Hierbei handelt es sich nicht um 
geringfügige Abweichungen bei  den Vorbringen,  die  für  das Gesamtbild 
nicht  entscheidend  sind,  vielmehr  bestärken  sie  das  Gericht  in  der 
Annahme, dass sich der Beschwerdeführer jeweils der Situation anpasst, 
wogegen  spontane,  inhaltlich  überzeugende  und  wiederholt  identische 
Aussagen kaum auszumachen sind.

Dies  gilt  auch  für  das  Vorbringen,  der  Beschwerdeführer  habe  im Mai, 
Juni  oder  Juli  (…)  von  einem Verwandten,  der Gemeindevorsteher  sei, 
erfahren, dass ihn das Militär verhaften wolle (B 32/19 S. 4 f.). Es ist nicht 
einzusehen,  weshalb  das  Militär  den  Beschwerdeführer  nicht  gleich 
verhaftet hat, als dieses angeblich erfolglos versuchte,  seinen Vater am 
Wohnort  der  Familie  und  in  seiner  Anwesenheit  festzunehmen  und 
stattdessen  (…)  zuwartete.  Hätte  der  Vater  tatsächlich  eine  derart 
wichtige  Rolle  bei  den  Aufständen  von  (…)  innegehabt,  wäre  es  wohl 
bereits  bei  dieser  ersten  Gelegenheit  zur  Festnahme  des 
Beschwerdeführers gekommen.

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Abschliessend  bleibt  darauf  hinzuweisen  dass  der  Beschwerdeführer  in 
der  ersten  Kurzbefragung  angibt,  dass  er  von  der  burmesischen 
Regierung  seit  (…)  –  somit  nach  dem  Verlassen  des  Heimatstaates – 
gesucht  werde  (A4/14  S.  8),  und  in  der  zweiten  Befragung  überdies 
explizit angibt, er werde in Myanmar gesucht, seit er geflohen sei (B1/13 
S. 8).

7.3.  Zusammenfassend  ist  unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Akten, 
Vorbringen  und  Beweismittel  festzustellen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  ihre  Vorfluchtgründe  nicht  glaubhaft  machen 
können,  das  erwähnte  Verhalten  der  Beschwerdeführerenden  in  keiner 
Weise  dem  Verhalten  von  Personen  entspricht,  welche  sich  in  ihrem 
Heimatland ernsthaft  verfolgt wähnen und  in ein anderes Land  flüchten, 
um  dort  Schutz  zu  suchen,  und  darüber  hinaus  starke  Zweifel  an  ihrer 
Glaubwürdigkeit vorhanden sind.

8. 
Das Bundesverwaltungsgericht  kommt  zum Schluss,  dass  das BFM die 
Asylgesuche  zu  Recht  abgewiesen  hat,  da  keine  objektiven 
Nachfluchtgründe vorliegen, und es insbesondere dem Beschwerdeführer 
nicht gelungen ist, Vorfluchtgründe glaubhaft zu machen. 

9. 
Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein, 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).

9.1.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  (Art. 32  Bst. a  der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) noch über 
einen Anspruch auf Erteilung einer solchen  (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 
733). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht verfügt.

9.2.  Da  die  Beschwerdeführenden  als  Flüchtlinge  im  Sinne  des 
Asylgesetzes  anerkannt  wurden,  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
unzulässig (Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über  die  Ausländerinnen  und Ausländer  [AuG,  SR  142.20]  i.V.m.  Art.  5 
Abs.  1  AsylG  sowie  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR  101] 
und  Art.  33  Abs.  1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 

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Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR  0.142.30]).  Das  BFM  ordnete 
demnach zu Recht ihre vorläufige Aufnahme an.

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG). 
Nachdem  aber  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung 
vom 9. Februar 2010 gutgeheissen wurde,  sind keine Verfahrenskosten 
zu erheben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und das Amt 
für Migration des Kantons R._______.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Laura Wayllany

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