# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9cac3c45-bc08-5655-a1ae-5b828d5c9835
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 30.11.2023 BRGE IV Nr. 0232/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0232-202_2023-11-30.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

 

 

 
 
G.-Nr. R4.2023.00109 
BRGE IV Nr. 0232/2023   
 
 
  Entscheid vom 30. November 2023       
 
 
 

Mitwirkende Abteilungspräsident Reto Philipp, Ersatzrichter Kosmas Savary, Baurichterin 
Petra Röthlisberger, Gerichtsschreiber Christoph Forster     

 
 

in Sachen Rekurrentin 

A, […]  

vertreten durch […] 

 

gegen Rekursgegner 

1. Gemeinderat X, […] 

vertreten durch […] 

Beigeladene 

2. B, […] 
3. C,[…] 

Nr. 3 vertreten durch […] 

4. D, […] 

Nr. 4 vertreten durch […]  

 

 
betreffend Beschluss des Gemeinderates vom 17. April 2023; Bauverweigerung für Mo-

bilfunk-Antennenanlage, […] 
_______________________________________________________ 

 

 

R4.2023.00109 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 17. April 2023 verweigerte der Gemeinderat X der A die 

baurechtliche Bewilligung für eine Mobilfunk-Antennenanlage auf dem 

Grundstück Kat.-Nr. 1 an der E-Strasse 1 in X.  

B. 

Gegen diesen Entscheid erhob die A mit Eingabe vom 26. Mai 2023 fristge-

recht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die 

Aufhebung des Entscheides und die Erteilung der nachgesuchten Baubewil-

ligung bzw. eventualiter die Anweisung der Vorinstanz, die nachgesuchte 

Bewilligung zu erteilen; all dies unter Kostenfolge zulasten der Vorinstanz.  

C. 

Mit Verfügung vom 30. Mail 2023 wurde vom Rekurseingang Vormerk ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. Gleichzeitig wurde 

Dritten, welche rechtzeitig die Zustellung des baurechtlichen Entscheids ver-

langt haben, Frist zur Stellung eines Beiladungsgesuch anberaumt, unter 

Hinweis auf die möglichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

D. 

Mit Eingaben vom 9., 12. und 13. Juni 2023 stellten B, C, D sowie die 

F GmbH im Namen der Stockwerkeigentümergemeinschaft E-Strasse 2 je 

ein Beiladungsgesuch.  

E. 

Den Beiladungsgesuchen von B, C sowie D wurde mit Verfügung vom 

19. Juni 2023 entsprochen. Dementsprechend wurden diese Personen ins 

Rekursverfahren beigeladen. 

Gleichzeitig wurde der F GmbH Frist angesetzt, um den Nachweis zur rechts-

gültigen Stellung des Beiladungsgesuchs im Namen der 

 

 

R4.2023.00109 Seite 3 

Stockwerkeigentümergemeinschaft E-Strasse 2 zu erbringen, wobei für den 

Unterlassungsfall angedroht wurde, dass die Stockwerkeigentümergemein-

schaft E-Strasse 2 nicht als Beigeladene ins Rekursverfahren aufgenommen 

würde. Ein entsprechender Nachweis ging in der Folge nicht ein, weshalb 

von der Beiladung der genannten Stockwerkeigentümergemeinschaft abge-

sehen wurde.  

F.  

Mit Eingabe vom 3. Juli 2023 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des 

Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrie-

renden. 

Mit Eingabe vom 19. Juli 2023 beantragte der Beigeladene B die Abweisung 

des Rekurses.  

Mit Eingabe vom 20. Juli 2023 beantragte die Beigeladene C die Abweisung 

des Rekurses unter Kostenfolge zulasten der Rekurrentin.  

Mit Eingabe vom 21. Juli 2023 beantragten die Beigeladenen D die Abwei-

sung des Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) 

zulasten der Rekurrentin.  

G. 

Mit Replik vom 14. August 2023 beantragte die Rekurrentin unter Festhalten 

an den bereits gestellten Anträgen die Abweisung der Anträge der Beigela-

denen. Mit Dupliken vom 5., 6. und 7. September 2023 hielten die Vorinstanz 

und die Beigeladenen an ihren Anträgen fest.  

H. 

Am 8. November 2023 führte die 4. Abteilung des Baurekursgerichtes im 

Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

 

 

R4.2023.00109 Seite 4 

I. 

Auf die Vorbringen der Parteien und die anlässlich des Lokaltermins ge-

machten Feststellungen wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurrentin ist als Baugesuchstellerin und Adressatin der angefochtenen 

Bauverweigerung im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes 

(PBG) ohne Weiteres zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen 

Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 liegt in der Zone für öffentliche Bauten Öe ge-

mäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X (BZO), steht im Eigentum 

der Gemeinde X und ist mit Gebäuden des Werkhofs überstellt. Unmittelbar 

bei der Ostfassade des bestehenden Gebäudes Vers.-Nr. 1 soll gemäss den 

Plänen der Rekurrentin eine freistehende Mobilfunk-Antennenanlage erstellt 

werden. Der Mast soll eine Höhe von 20 m aufweisen und zwei Antennen-

ebenen aufnehmen. Beim Mastfuss soll zudem ein Technikschrank erstellt 

werden. Die einzelnen Antennenmodule sollen auf den Frequenzbän-

dern 700-900, 1'400-2'600 und 3'600 MHz und in den Azimuten (Abweichung 

in Grad von Nord) von 120° und 230° senden.  

3. 

Die Vorinstanz hat die von der Rekurrentin nachgesuchte Baubewilligung mit 

der Begründung verweigert, dass sich das Bauvorhaben nicht befriedigend 

einordne. Aufgrund des Standortes trete die 20 m hohe Antenne sowohl vom 

Dorf her als auch in der Ebene störend in Erscheinung. Die Y-Ebene dürfe 

landschaftlich als wertvoll umschrieben werden. Eine 20 m hohe Antenne 

 

 

R4.2023.00109 Seite 5 

wirke da nicht nur als Fremdkörper, sondern sogar störend. Anders als weiter 

nördlich bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) finde an diesem Standort 

keinerlei Abdeckung durch hohe Bäume, die Brückenkonstruktion resp. die 

ansteigende Hügellandschaft oder Bauten statt. So wirke die Antenne als 

Fremdköper bzw. nicht befriedigend im Sinne von § 238 Abs. 1 des Pla-

nungs- und Baugesetzes (PBG). 

4. 

Die Rekurrentin bringt dagegen vor, dass die Begründung der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid vorgeschoben wirke und im Widerspruch zu dem 

vor Entscheidfällung an den Tag gelegten Verhalten der Vorinstanz stehe. 

Diese habe zunächst ein paar Anpassung des Projekts verlangt und – nach-

dem das Projekt publiziert worden sei – den Mietvertrag für die (gemeinde-

eigene) Standortliegenschaft unterzeichnet. Die Richtungsänderung der Vo-

rinstanz sei auf den Widerstand der Bevölkerung zurückzuführen. Damit 

habe sich die Vorinstanz der Zuwiderhandlung gegen das eigene frühere 

Verhalten (venire contra factum proprium) bzw. des Verstosses gegen den 

Grundsatz von Treu und Glauben und somit einer rechtsmissbräuchlichen 

Rechtsausübung zuschulden kommen lassen. Es treffe sodann nicht zu, 

dass die geplante Mobilfunk-Antennenanlage "vom Dorf her" oder "in der 

Ebene störend in Erscheinung" trete. Die Anlage weise eine für eine freiste-

hende Anlage vergleichsweise bescheidene Höhe auf. Der vorinstanzliche 

Hinweis, dass es sich bei der geplanten Anlage um einen Fremdkörper 

handle, überzeuge ebenfalls nicht, weil sich in einer landschaftlich geprägten 

Ebene sämtliche Infrastrukturanlagen (so z.B. insbesondere nur in ländlichen 

Umgebungen vorkommende Hochleitungsmasten) mehr von der Umgebung 

abheben würden als in städtisch geprägten Quartieren. Die Wahl des Stan-

dortes hinter dem Werkhof in der Nähe einer Hauptstrasse und umliegender 

Gebäude trage dem landschaftlichen Charakter der Umgebung ganz im Ge-

genteil Rechnung, so dass sich die Anlage, die aus einer Antennenebene 

bestehe, mehr als nur befriedigend im Sinne von § 238 Abs. 1 PBG einzu-

ordnen vermöge.  

5.1. 

Vernehmlassungsweise stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, dass 

die Mobilfunk-Antennenanlage die Anforderungen gemäss § 238 Abs. 2 

 

 

R4.2023.00109 Seite 6 

PBG zu erfüllen habe. Der Werkhof grenze direkt an das kantonale Land-

schaftsschutzobjekt "Gewässerlandschaft Objekt Nr. 1, Y-Tal bei X" an, das 

einen besonderen Schutz der Landschaft verlange. Die Mobilfunk-Antennen-

anlage werde von allen Seiten her und insbesondere im landschaftlichen 

Kontext mit dem Landschaftsschutzobjekt wahrnehmbar sein, da es weit und 

breit keine Bäume oder anderen hohen Objekte gebe, welche die Konturen 

der Mobilfunk-Antennenanlage brechen oder wenigstens relativieren wür-

den. Die Antenne beim Werkhof beeinträchtige damit die landschaftliche Um-

gebung visuell weit mehr als die höhere, vor einem Waldsaum gelegene An-

tenne auf dem ARA-Gelände. Sodann würden sich in einem Wohngebiet 

hohe und Dächer um viele Meter überragende Antennenanlagen ganz 

grundsätzlich schlechter einordnen als Antennenanlagen, die mit geringer 

Höhe auf Flach- oder Satteldächer angebracht würden. Eine Mobilfunk-An-

tennenanlage, die doppelt so hoch wie die umgebenden Häuser sei, füge 

sich nicht befriedigend in die Umgebung ein. Bei der Willensbildung und 

Wahrnehmung des Ermessens könne die Baubehörde ganz verschiedene 

Aspekte in Betracht ziehen, zu denen nebst gemeindespezifischen Überle-

gungen (z.B. Standortattraktivität, Auswirkungen auf die Infrastruktur der Ge-

meinde) auch die Akzeptanz eines Entscheids in der Bevölkerung eine Rolle 

spielen könnten. So habe das Baurekursgericht jüngst festgehalten, dass 

z.B. das Ergebnis einer Volksabstimmung, die sich auf die Gestaltung eines 

Dorfplatzes mit oder ohne potentiellem Schutzobjekt beziehe, im Falle eines 

klaren Ausgangs durchaus als Ausdruck eines öffentlichen Interesses einen 

Einfluss auf den Entscheid haben könne. Entscheidend sei, dass sich die 

Baubehörde auch in einem solchen Fall ein eigenes Bild von der Sach- und 

Rechtslage mache und der Entscheid selbst sachlich begründbar sei. Vorlie-

gend habe sich der Gemeinderat mit den Interessen der Mobilfunkbetreiberin 

(und selbstredend auch der Bevölkerung) an der guten Abdeckung von X mit 

Mobilfunk und den Bedenken der Bevölkerung gegenüber den beiden ge-

planten Anlagen beim Werkhof und der ARA auseinandergesetzt. Dabei 

habe sich der Gemeinderat allein an rechtlich relevanten Kriterien orientiert. 

Auf die in der Bevölkerung mehrfach aufgeworfene Frage der Gesundheits-

gefährdung durch die Strahlung von Mobilfunk-Antennenanlagen sei er nicht 

eingegangen.  

5.2.1. 

Der Beigeladene B macht vernehmlassungsweise zusammengefasst gel-

tend, dass der Mast erheblich dicker ausfalle, als es das Baugespann 

 

 

R4.2023.00109 Seite 7 

aufzeige. Bei den Antennenmodulen sei die Anlage rund 80 cm breit. Der 

Verweis der Rekurrentin auf den Hochleitungsmasten überzeuge nicht, da 

vom Standort aus betrachtet kein solcher sichtbar sei.  

5.2.2. 

Die Beigeladene C führt vernehmlassungsweise zusammengefasst aus, 

dass die Y-Ebene in ihrer landschaftlichen Erscheinung als Einheit wirke und 

als harmonische Umgebung erfassbar sei. Die Umgebung sei niedrig/flach 

und bodennah ausgestaltet. Es ergebe sich ein in sich stimmiges und wert-

volles Landschaftsbild. Dieser Landschaftssilhouette bzw. dem Horizont 

komme an besagtem Standort daher erhöhte Schutzwürdigkeit zu. Den na-

türlichen Geländeverlauf überragende Bäume, Sträucher sowie Gebäude 

fehlten weitestgehend. Dementsprechend sei augenscheinlich, dass die ge-

plante Mobilfunk-Antennenanlage mit einer Masthöhe von 20 m aus der be-

stehenden Umgebung herausragen und dadurch klar störend wirken würde. 

Eine Ab- oder Verdeckung durch andere Bauten und Anlagen oder eben 

Pflanzen in entsprechender Höhe fehle gänzlich. Auch fehle es von Seiten 

des Bauvorhabens gänzlich an Gestaltungspunkten, welche diesen Umstand 

kaschieren würden. So wirke weder die Materialisierung noch die Farbge-

bung des Vorhabens der fehlenden Eingliederung ausreichend entgegen. 

Wenn also wie im vorliegenden Fall die Mängel bei der Eingliederung nicht 

durch Nebenbestimmungen geheilt werden könnten, sei einem Bauvorhaben 

der Bauabschlag zu erteilen. Es treffe ferner entgegen den Ausführungen 

der Rekurrentin nicht zu, dass in der Umgebung vermehrt Infrastrukturanla-

gen bestehen würden. Es sei schliesslich mitnichten von einem unhaltbaren 

Entscheid der Vorinstanz auszugehen. Auch lege die Rekurrentin nicht dar, 

inwiefern der Ermessens- oder Beurteilungsspielraum der Gemeinde über-

schritten worden sei.  

In der weiteren Stellungnahme verweist (auch) die Beigelande C ergänzend 

auf das direkt an das Baugrundstück angrenzende kantonale Landschafts-

schutzobjekt "Y-Tal bei X". 

5.2.3. 

Die Beigeladenen D bringen vernehmlassungsweise zusammengefasst vor, 

dass die Rekurrentin nicht aufzeige, inwiefern die Gemeinde ihr Ermessen 

nicht ausgeübt habe oder diese Ausübung allenfalls willkürlich gewesen sei. 

Sie verweisen überdies ebenfalls auf das geschützte Landschaftsbild "Y-Tal 

 

 

R4.2023.00109 Seite 8 

bei X" und bringen vor, dass die Anlage den Anforderungen von § 238 Abs. 2 

PBG zu erfüllen habe. Es bestehe ein klarer und direkter optischer Bezug 

zwischen den ebenen, weitestgehend unbebauten Wiesen- und Ackerflä-

chen sowie dem sich von der Ebene abrupt abhebenden, aufgrund seiner 

Höhe ins Auge stechenden und dominant in Erscheinung tretenden Funk-

mast. In Addition zu ihrem per se und von Natur aus hässlichen Erschei-

nungsbild werde die Mobilfunkanlage mit ihrer Höhe von 20 m und aufgrund 

ihrer Situierung im Talboden, von allen Siedlungen und Wohnbauten her klar 

und deutlich als unnatürlicher Blickfang sichtbar sein. Diese werde also eine 

nachhaltig massiv prägende Wirkung auf ihre unmittelbare sowie ihre mittel-

bare Umgebung haben, das Orts- und Landschaftsbild der Region nachhaltig 

verändern und auch aus der bestehenden Infrastruktur herausstechen.  

6.1. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-

bung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-

schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich 

als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. Da-

bei erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels ("Gestaltung") hinaus 

nicht nur die Gestaltungselemente wie beispielsweise die Dach- oder die 

Fassadengestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspekte wie etwa die Stel-

lung der Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere Bauvorschriften ge-

regelt sind. Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, 

ist gestützt auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses 

Empfinden rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-

sondere Rücksicht zu nehmen. In der Nachbarschaft von Schutzobjekten 

bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-

gende Gesamtwirkung zu verlangen. Was als Objekt des Natur- und Heimat-

schutzes zu betrachten ist, ergibt sich aus der Aufzählung in § 203 

Abs. 1 PBG. Eine förmliche Unterschutzstellung wird für die Anwendung von 

 

 

R4.2023.00109 Seite 9 

§ 238 Abs. 2 PBG nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich die 

Schutzwürdigkeit aus der Aufnahme des Objektes in ein Inventar im Sinne 

von § 203 Abs. 2 PBG ergibt. 

6.2. 

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen Rechts als Ausfluss der Gemeindeautonomie eine besondere Ent-

scheidungs- und Ermessensfreiheit zukommt, überprüft das Baurekursge-

richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

so hat ihn die Rekursinstanz zu respektieren. Die Rekursinstanz darf nur 

dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-

schreitet, indem sie sich von unsachlichen, dem Zweck der in Frage stehen-

den Regelung fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprin-

zipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Verhältnismäs-

sigkeit, verletzt. Dabei darf sich die Rekursinstanz – entgegen den Vorbrin-

gen der Beigeladenen D – jedoch nicht auf eine blosse Willkürprüfung be-

schränken, vielmehr muss die Eingriffsschwelle tiefer gesetzt werden (vgl. 

BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). 

Ob eine Bestimmung des kantonalen Rechts den Gemeinden einen autono-

men Entscheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln 

(Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20 Rz. 62). Nach ständiger Praxis der kantonalen Instanzen betrifft dies 

insbesondere § 238 PBG, ferner aber auch etwa § 71 PBG betreffend die 

bauliche Gestaltung und Einordnung von Arealüberbauungen, § 237 PBG 

betreffend die Beurteilung der Verkehrssicherheit einer Zufahrt und § 357 

Abs. 1 PBG betreffend die Beurteilung zulässiger Änderungen an vorschrifts-

widrigen Bauten (Donatsch, § 20 Rz. 72). 

7.1. 

In tatsächlicher Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass die Ebene zwi-

schen dem Dorfkern von X und der Y, insbesondere östlich der E-Strasse 

und – ab der Siedlung G – auch westlich davon, im kantonalen Inventar der 

Landschaftsschutzobjekte verzeichnet ist (Objekt Nr. 1, Y-Tal bei X, Katego-

rie Gewässerlandschaften).  

 

 

R4.2023.00109 Seite 10 

Die Aufnahmebegründung des Objekts gemäss Objektblatt lautet wie folgt: 

Die weite, offene Landschaft und der naturferne und begradigte, aber gross-

zügig und parkartig ausgestaltete Flusslauf der Y bieten ein im Kanton Zürich 

einmaliges Landschaftsbild. Zahlreiche Zeugen der ehemaligen natürlichen 

Auenlandschaft, wie Altläufe und Prallhänge, sind in der Landschaft gut 

sichtbar und strukturieren die ackerbaulich genutzte Ebene. Sodann werden 

die allgemeinen Schutzziele wie folgt umschrieben: ungeschmälerter Erhalt 

der landschaftlichen Einheit, insbesondere Schutz vor Beeinträchtigung / 

Zerstörung / Zerschneidung / Zerstückelung von Teilbereichen und prägen-

den Elementen des Objekts; ungeschmälerter Erhalt des typischen land-

schaftlichen Erscheinungsbildes sowie der bestehenden landschaftlichen 

Werte und prägenden Elemente; Erhalt der Aufenthaltsqualität durch Schutz 

vor Lärm- und Lichteinflüssen, sowie vor weiteren visuellen Störungen im 

Inventarobjekt und in dessen unmittelbaren Nähe; ungeschmälerter Erhalt 

von prägender Topographie und Relief. Sodann lauten die spezifischen 

Schutzziele gemäss Inventareintrag wie folgt: Erhalt der landschafts- und 

standorttypischen Lebensräume und ökologischen Qualitäten; Erhalt des 

parkartigen Charakters des künstlichen Y-Ufers; Erhalt des offenen und weit-

läufigen Charakters der ackerbaulich genutzten Ebene.  

In Betracht fällt in diesem Zusammenhang, dass der für die geplante Mobil-

funk-Antennenanlage vorgesehene Standort nicht innerhalb des Schutzge-

biets liegt und der Inventareintrag, wie die Rekurrentin zu Recht vorbringt, 

kein (weitergehender) Umgebungsschutz vorsieht. Der Standort befindet 

sich damit ausserhalb des Schutzperimeters. In Frage kämen höchstens vi-

suelle Störungen des Objekts durch die geplante Anlage. Spezifisch steht 

das Schutzziel des Erhalts des offenen und weitläufigen Charakters der 

ackerbaulich genutzten Ebene in Frage.  

Die Mobilfunk-Antennenanlage soll bei bestehenden Bauten und Anlagen 

am Rande des Inventarobjekts errichtet werden. Aus dessen Perspektive 

heraus ist deshalb von einem peripheren Standort auszugehen. Dergestalt 

vermag die geplante Anlage nicht in rechtserheblicher Weise auf das gross-

flächige Inventarobjekt einzuwirken, wie sich anlässlich des Augenscheins 

bestätigen liess. Die Anlage wird als zu den bestehenden Bauten zugehörig 

betrachtet und grenzt sich insoweit vom Inventarobjekt ab. Auch die geplante 

Höhe führt nicht dazu, dass visuelle Beeinträchtigungen weit in das Inventa-

robjekt hinein zu befürchten wären. Vielmehr ist die Fernwirkung der 

 

 

R4.2023.00109 Seite 11 

geplanten Anlage, deren Ausmasse nicht als aussergewöhnlich einzustufen 

sind, begrenzt (s. Prot. S. 13 Fotografie Nr. 9 sowie die Fotografien in act. 2, 

S. 6 ff., auch zum Folgenden). Angesichts dieser Umstände ist nicht ersicht-

lich, inwiefern die vorstehend dargelegten Schutzziele beeinträchtigt werden 

könnten, namentlich das Ziel, den offenen und weitläufigen Charakter der 

ackerbaulich genutzten Ebene zu erhalten. Vielmehr entsteht lediglich eine 

bloss punktuelle und periphere gemeinsame Sichtbarkeit von Inventarobjekt 

und Anlage, was jedoch noch keinen Einordnungsmangel darstellt. Es ist so-

dann auch nicht zu verlangen, dass die Anlage zwingend von Bäumen oder 

dergleichen verdeckt werden müsste, um eine rechtsgenügliche Einordnung 

zu erreichen, auch wenn dies in Einzelfällen durchaus zu positiven Ergebnis-

sen führen kann. Mit Blick auf die übrige Umgebung ist ferner in Erwägung 

zu ziehen, dass der gewählte Standort – trotz der Nähe zum Inventarobjekt 

– in einer baulich und ästhetisch wenig sensiblen Umgebung, in der Nähe 

von bestehenden Bauten des Werkhofs sowie bestehenden Infrastrukturan-

lagen (breite Strasse mit Nebenanlagen) liegt. Die geplante Anlage nimmt 

darüber hinaus auch genügend Rücksicht auf die Bauten innerhalb des Sied-

lungsgebiets von X – insbesondere der Kernzone –, zumal sie in ausreichen-

dem Abstand hierzu erstellt werden soll. Ein rechtsrelevanter Bezug zwi-

schen Anlage und den Bauten in der Kernzone von X ist nicht erkennbar.  

In Anbetracht dieser Umstände erscheint der Entscheid der Vorinstanz als 

nicht mit den tatsächlichen Verhältnisse vereinbar, weshalb es sich nicht 

mehr vertreten lässt, die befriedigende Einordnung im Allgemeinen bzw. die 

genügende Rücksichtnahme auf das genannten Inventarobjekt im Sinne von 

§ 238 Abs. 2 PBG mit Verweis auf eine visuelle Beeinträchtigung zu vernei-

nen. Die Anlage nimmt vielmehr genügend Rücksicht im Sinne von § 238 

Abs. 2 PBG auf das genannte inventarisierte Objekt und ordnet sich auch im 

Übrigen rechtsgenüglich in die Umgebung ein. Anzumerken bleibt, dass die 

Fernwirkung der geplanten Anlage durchaus noch weiter reduziert werden 

könnte, wenn der Mast mit einer dem Hintergrund angepassten Farbe ver-

sehen sowie die Mastdicke optimiert würde. Dies wird der Gemeinderat bei 

der Bewilligungserteilung in Ausübung seines Ermessens zu berücksichtigen 

haben.  

7.2. 

Die Vorinstanz ist wie dargelegt der Auffassung, dass bei der Willensbildung 

und Wahrnehmung des Ermessens der Gemeinderat ganz verschiedene 

 

 

R4.2023.00109 Seite 12 

Aspekte in Betracht ziehen könne, zu denen nebst gemeindespezifischen 

Überlegungen (z.B. Standortattraktivität, Auswirkungen auf die Infrastruktur 

der Gemeinde) auch die Akzeptanz eines Entscheids in der Bevölkerung 

eine Rolle spielen könnten. Obwohl die Vorinstanz diese Auffassung insofern 

wieder relativiert, als sie vorbringt, auch in solchen Fällen sei stets entschei-

dend, dass sich die Baubehörde ein eigenes Bild von der Sach- und Rechts-

lage mache und der Entscheid selbst sachlich begründbar sei, rechtfertigen 

sich hierzu folgende Bemerkungen:  

Die Vorinstanz bezieht sich bei ihrer Argumentation auf den Entscheid des 

Baurekursgerichts BRGE III Nr. 0034/2023 vom 8. März 2023. In jenem Ver-

fahren stellte sich im Zusammenhang mit der Gewichtung der öffentlichen 

Interessen im Rahmen einer Inventarentlassung eines Gebäudes zugunsten 

der Neugestaltung eines Dorfplatzes, welche Gegenstand einer angenom-

menen Volksinitiative war, die Frage nach der Relevanz des Ergebnisses der 

entsprechenden Gemeindeabstimmung für die Interessenabwägung. Soweit 

die Vorinstanz vorliegend vorbringt, dass in analoger Weise die Akzeptanz 

der Bevölkerung gegenüber der geplanten Anlage als Ausdruck eines öffent-

lichen Interesses den Einordnungsentscheid beeinflussen dürfe, vermag 

dies schon deshalb nicht zu überzeugen, weil im Rahmen von Unterschutz-

stellungen bzw. Inventarentlassungen eine umfassende Interessenabwä-

gung zu erfolgen hat. Demgegenüber besteht nach konstanter Rechtspre-

chung des Bundesgerichts im ordentlichen Baubewilligungsverfahren – im 

Gegensatz zum Ausnahmebewilligungsverfahren gemäss Art. 24 des Raum-

planungsgesetzes (RPG) – kein Raum für eine umfassende Interessenab-

wägung (BGr 1A.140/2003 vom 18. März 2004, E. 3.1 = ZBl 2006 S. 197; 

BGr 1A.18/2004 vom 15. März 2005, E. 4; BGr 1A.120/2005 31. Mai 2006, 

E. 7). Zu prüfen ist lediglich, ob die geplante Anlage zonenkonform ist und 

alle Bauvorschriften des kantonalen Rechts und des Bundesrechts eingehal-

ten sind. Ist dies der Fall, besteht ein Anspruch auf Erteilung der Baubewilli-

gung (VB.2012.00774 vom 22. August 2013, E. 6.2). Die im zitierten Ent-

scheid der 3. Abteilung des Baurekursgerichts angeführten Erwägungen las-

sen sich mithin nicht ohne weiteres auf die vorliegend relevante Einord-

nungsprüfung übertragen.  

Abgesehen davon ist vorliegend ohnehin nicht ausgewiesen, dass der sich 

in der Beantragung von Baurechtsentscheiden und der Durchführung von 

Informations- und Gesprächsversammlungen manifestierende Widerstand 

 

 

R4.2023.00109 Seite 13 

der Bevölkerung primär auf die Sorge um eine rechtsgenügliche Einordnung 

zurückzuführen ist. Im Gegenteil ergibt sich aus den Akten, dass verschie-

dene Themen ursächlich für die Opposition waren (s. act. 5.1 ff.). Die "Ak-

zeptanz eines Entscheids in der Bevölkerung" kann – soweit die vorinstanz-

liche Auffassung nicht schon aus den einleitend genannten Überlegungen 

abzulehnen ist – vorliegend auch im Besonderen mithin bereits deshalb kein 

Kriterium für den Einordnungsentscheid haben, weil die Einordnung betref-

fende Überlegungen in der öffentlichen Meinungsbildung – wenn überhaupt 

– nur teilweise Thema waren. Soweit die Vorinstanz die mangelnde Akzep-

tanz der Bevölkerung für die geplante Anlage in die Ermessensbetätigung 

hinsichtlich der Beurteilung der Einordnung mitberücksichtigt, läuft sie mit 

anderen Worten Gefahr, dass sachfremde Überlegungen letzten Endes zum 

Einordnungsentscheid führen, was nicht statthaft wäre. Wie dargelegt ist die 

Bewilligung zu erteilen, wenn die Anlage zonenkonform ist und alle Bauvor-

schriften des kantonalen Rechts und des Bundesrechts eingehalten sind.  

8. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Ermessensbetätigung der 

Vorinstanz in Bezug auf die Einordnung der geplanten Mobilfunk-Antennen-

anlage nicht halten lässt. Die entsprechende Rüge der Rekurrentin ist be-

gründet. Bei diesem Ergebnis ist der von der Rekurrentin aufgeworfenen 

Frage, ob der Gemeinderat bei seinem abschlägigen Bauentscheid den 

Grundsatz von Treu und Glauben missachtete, nicht nachzugehen.  

Ebenfalls nicht zu prüfen sind die vom Beigeladenen B über den Streitge-

genstand hinaus geltend gemachten Gründe, die einer Baubewilligung eben-

falls entgegenstehen könnten.  

9. 

Der Rekurs ist gutzuheissen. Demgemäss ist der Beschluss des Gemeinde-

rates X vom 17. April 2023 aufzuheben. Der Gemeinderat X ist einzuladen, 

die Baubewilligung unter den allenfalls erforderlichen Nebenbestimmungen 

zu erteilen, sofern auch die übrigen Baubewilligungsvoraussetzungen erfüllt 

sind.  

 

 

R4.2023.00109 Seite 14 

10. 

Gemäss § 13 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) tragen 

mehrere am Verfahren Beteiligte die Kosten in der Regel entsprechend ih-

rem Unterliegen.  

Den als Beigeladene in das Verfahren einbezogenen Dritten können im Falle 

des Unterliegens Kosten auferlegt werden. Dies gilt jedenfalls dann, wenn 

sich die Beigeladenen den Anträgen der obsiegenden Partei widersetzt ha-

ben (vgl. VB.95.00079 in RB 1995 Nr. 2). Dies ist vorliegend der Fall, wes-

halb es sich rechtfertigt, ihnen ebenfalls einen Teil der Kosten aufzuerlegen.  

Die Verfahrenskosten sind dementsprechend ausgangsgemäss zu 1/2 dem 

Gemeinderat X sowie zu je 1/6 den Beigeladenen 2-4 aufzuerlegen (§ 13 

Abs. 2 VRG). Die Beigeladenen D haften solidarisch für den sie betreffenden 

Kostenanteil.  

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr). Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein 

grosser Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

11. 

Die Vorinstanz sowie die Beigeladenen D beantragen die Zusprechung einer 

Umtriebsentschädigung. Dem ist aufgrund des Verfahrensergebnisses nicht 

zu entsprechen.