# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c06d834-5464-5af2-81c5-650614f52011
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.06.2020 200 2019 795
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-795_2020-06-04.pdf

## Full Text

200 19 795 IV
FUE/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Juni 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. September 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich unter Mithilfe ihrer Krankentaggeldversicherung, 
der C.________ AG, am 16. bzw. 20. April 2018 unter Hinweis auf Beschwer-
den am linken Fuss bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. 
II] 2, 4). Die IVB nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und 
holte die Akten der erwähnten Taggeldversicherung ein (act. II 12, 20, 32, 
39.1 - 39.3, 57.1 - 57.6), beinhaltend ein Gutachten von Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, 
vom 7. Januar 2019 (act. II 52.1 bzw. 57.2). Mit zwei Mitteilungen vom 7. 
Februar 2019 (act. II 53 f.) gewährte die IVB orthopädische Spezialschuhe 
und an diesen vorzunehmende Änderungen/Schuhzurichtungen. Weiter ge-
währte sie Arbeitsvermittlung und eine berufliche Grundabklärung/Referen-
zerarbeitung in der Abklärungsstelle E.________ (act. II 59, 61, 75, 79). 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IVB mit Verfü-
gung vom 20. September 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 15 % den An-
spruch auf eine Invalidenrente (act. II 81, 84). Ferner schloss die IVB mit 
Verfügung vom 10. Dezember 2019 die Arbeitsvermittlung ab (act. II 90, 97). 

B.

Gegen die Verfügung vom 20. September 2019 (betreffend Rentenanspruch; 
act. II 84) erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 21. Oktober 2019 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung seien ihr sämtliche Leistungen nach dem Bundes-
gesetz vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 
nach Massgabe eines IV-Grades von mindestens 58 % auszurichten. Even-
tualiter sei die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2019 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdeführerin hält mit Stellungnahme vom 28. Februar 2020 an 
den gestellten Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 20. September 2019 (act. II 84). 
Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente. Soweit 
die Beschwerdeführerin andere Leistungen beantragt, ist hierauf nicht ein-
zutreten, weil mit der angefochtenen Verfügung darüber nicht befunden 
wurde. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsun-
fähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorlie-
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 
herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 5

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht vom 26. März 2018 (act. II 26/5 f.) führte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, des Spitals G.________, die folgende Diagnose auf:

 Insertionstendopathie der Achillessehne linkes Fersenbein mit Bursitis calcanei 
und Knochenmarksödem

Dr. med. F.________ gab an, der Beschwerdeführerin würden die MR-Be-
funde erläutert und es werde mit ihr die Situation des positiven Verlaufes 
unter der konservativen Therapie besprochen; auch MR-radiologisch zeige 
sich deutlich eine Regredienz des Knochenmarködems im Bereich des Cal-
caneus sowie eine Regredienz der Bursitis calcanei. Es werde die Fortset-
zung der konservativen Therapie mit Tragen von Schuhen mit leichter 
Fersenerhöhung, Tragen der Achillotrainbandage sowie zwischenzeitlicher 
antiphlogistischer Therapie nach Bedarf vereinbart. Es bestehe eine 100%-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 6

ige Arbeitsunfähigkeit bis 31. März 2018, anschliessend werde ein Wieder-
einstieg in die Arbeitstätigkeit mit initial abwechselnd stehender und sitzen-
der Tätigkeit über zwei Wochen im Sinne einer Leistungsfähigkeit von 50 % 
mit anschliessender Steigerung auf 100 % empfohlen.

3.2 In der Stellungnahme vom 2. Oktober 2018 (act. II 37) hielt die RAD-
Ärztin med. pract. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
fest, die attestierten Einschränkungen bzw. Arbeitsunfähigkeiten seien nach-
vollziehbar für eine überwiegend stehende und gehende Tätigkeit. Aus me-
dizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit, eingestuft als überwiegend 
gehende und stehende Tätigkeit, bei Minderbelastbarkeit des linken Fusses 
andauernd seit spätestens 03/2018 ungünstig. Aus medizinischer Sicht 
müssten angepasste, körperlich leichtere und überwiegend sitzende Tätig-
keiten in wohltemperierten Innenräumen mit selbst bestimmbaren Positions-
wechseln ab spätestens 10/2018 ganztags ohne qualitative 
Leistungsminderung leistbar sein.

3.3 Im rheumatologischen Gutachten von Dr. med. D.________ vom 7. 
Januar 2019 (act. II 52.1) wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung 
auf das rheumatologische Leistungsprofil aufgeführt (act. II 52.1/21):

Belastungsabhängige Fersenschmerzen links (medial, dorsal und lateral) mit/bei
 St. n. Abtragung Haglund-Exostose und Bursektomie am 12. Juni 2018 bei In-

sertionstendinopathie der linken Achillessehne mit Bursitis calcanei und Kno-
chenmarksödem im MRI

 dorsalem und plantarem Fersensporn
 Arthrose im Lisfrac Gelenk (Strahl Ill, IV)
 mässigem Knick-/Senkfuss bds.
 Hyposensibilität und zum Teil auch Dysästhesien im Dermatom L5 sowie dem 

Versorgungsgebiet des Nervus suralis links
 leichte Schwäche des Extensor hallucis longus links und Dorsalextension Fuss 

links

Dr. med. D.________ gab an (act. II 52.1/24), der linke Fuss sei minderbe-
lastbar infolge der persistierenden, belastungsabhängigen Schmerzen, der 
nach wie vor palpatorisch vorhandenen Insertionstendinopathie der linken 
Achillessehne, leichter Fussfehlstellung, degenerativen Veränderungen im 
Lisfranc Gelenk (Strahl Ill und IV) und zu vermutender zusätzlicher, den Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 7

schwerdekomplex sehr wahrscheinlich unterhaltender leichter sensomotori-
scher Radikulopathie, am ehesten L5. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit führte die Gutachterin aus (act. II 52.1/27), die Beschwerdeführerin 
habe zuletzt in der ... in einem ... gearbeitet, gemäss Angaben der Beschwer-
deführerin habe sie dabei sehr häufig Treppen hinauf und hinunter gehen 
müssen, zudem sei die Arbeitstätigkeit praktisch ausschliesslich stehend 
und gehend gewesen, sie könne der Beschwerdeführerin daher aus rheu-
matologischer Sicht, da sie nicht einer adaptierten Tätigkeit entspreche, nicht 
mehr zugemutet werden. Die Expertin gab weiter an (act. II 52.1/24 f.), der 
Beschwerdeführerin könnten von rheumatologischer Seite lediglich leichte, 
vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten zugemutet werden, zudem 
müssten sämtliche Arbeiten, die dauerndes oder wiederholtes Steigen auf 
Treppen oder Leitern notwendig machten wie auch Gehen auf unebenem 
Grund, ausgeschlossen werden. In den Akten dokumentiert sei im Prinzip 
eine durchgehende Schmerzsymptomatik seit Frühling 2017, gemäss der 
Beschwerdeführerin hätten die Beschwerden bereits im Winter 2016/2017 
begonnen, zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten die Schmerzen allerdings 
erst im November 2017 (offenbar zusammenfallend mit der Kündigung). 
Spätestens ab diesem Zeitpunkt gelte die oben beschriebene Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht. Während der probatori-
schen Ruhigstellung des linken Fusses im Vacoped hätte die Beschwerde-
führerin theoretisch auch einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen 
können. Nach der operativen Abtragung der Haglund-Exostose habe eine 
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bis zum 19. 
September 2018 bestanden (d.h. drei Monate postoperativ, bei der damali-
gen klinischen Untersuchung freie Beweglichkeit im Sprunggelenk, reizlose 
Wundverhältnisse). Danach wäre der Beschwerdeführerin medizinisch-the-
oretisch eine volle Arbeitsfähigkeit in oben definierter qualitativ angepasster 
Arbeit zumutbar gewesen. Von Seiten der Orthopäden werde jedoch weiter-
hin aufgrund der persistierenden Schmerzsymptomatik eine volle Arbeitsun-
fähigkeit attestiert, was aus rheumatologischer Sicht angesichts der 
objektiven Befunde nicht nachvollzogen werden könne. Vom 1. April bis 27. 
Mai 2018 sei der Beschwerdeführerin von den behandelnden Orthopäden 
eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer wechselnd stehend/sitzenden Tätig-
keit attestiert worden, was aus rheumatologischer Sicht nachvollziehbar sei, 
da bei einer solchen Arbeit im Gegensatz zu einer mehrheitlich im Sitzen zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 8

tätigenden mit vermehrten Schmerzen gerechnet werden müsse. Schwieri-
ger nachzuvollziehen sei, weswegen alleine auf Grundlage von vermehrten 
Scherzen bei gemäss Akten unverändertem Lokalbefund, die Arbeitsun-
fähigkeit dann wieder erhöht worden sei. Abschliessend hielt die Gutachterin 
fest (act. II 52.1/28), aus rheumatologischer Sicht wäre in Ergänzung eine 
neurologische Beurteilung und/oder MRT-Untersuchung der Lendenwir-
belsäule sinnvoll.

3.4 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, führte im Bericht vom 
1. März 2019 (act. II 65) die folgenden Diagnosen auf:

Lokale Neuropathie Nervus suralis links 
 Ätiologie DD im Rahmen der stattgehabten Operation 

 Hypästhesie im Innervationsgebiet des Nervus suralis; elektrophysiolo-
gisch lokale Neurapraxie hinter dem Malleolus (ENMG 1. März 2019) 

Ausgeprägte Fersenschmerzen auf der linken Seite 
 St.n. Exostosenabtragung und Bursektomie am 12. Juli (richtig: Juni) 2018 
 St.n. antiflammatorischer analgetischer Radiotherapie der Ferse links mit 6 x 3 

Gy vom 7. - 24. Dezember 2018

Dr. med. I.________ hielt fest, die Schmerzen im Bereich des Fersensporns 
seien auch aufgrund der heutigen klinischen Untersuchung einem lokalen 
Problem zuzuordnen; hier seien die nachfolgenden Resultate der elektrophy-
siologischen Untersuchungen und der klinischen Einschätzung unergiebig. 
Zur Differentialdiagnose einer Radikulopathie S1 hielt der Mediziner fest, ins-
gesamt könne aufgrund der gesamten Konstellation das Vorliegen einer Ra-
dikulopathie S1 ausgeschlossen werden. Einerseits habe die 
Beschwerdeführerin keinerlei Krafteinbusse, andererseits sei der Achilles-
sehnenreflex symmetrisch auslösbar. Zudem bestünden keine wirklich nen-
nenswerten lumbalen und abstrahlenden Beschwerden. Des Weiteren 
könne die Hypästhesie im Bereich des Fussaussenristes auch anderweitig 
zugeordnet werden. Betreffend der Differentialdiagnose einer Neuropathie 
des Nervus suralis hielt Dr. med. I.________ fest, aufgrund der elektrophy-
siologischen Untersuchungen könne diejenige Komponente mit einer Hypäs-
thesie im Fussaussenrist und die lokale Druckdolenz im Bereich des 
Nervenverlaufs des Nervus suralis einer lokalen Neuropathie des Nervus su-
ralis zugeordnet werden: In den neurographischen Untersuchungen zeige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 9

sich im betroffenen Nervus suralis absolut und im Seitenvergleich eine Ver-
langsamung und ein kleinamplitudiges Summenpotential der sensiblen Reiz-
antwort. Bezüglich der Suralisneuropathie empfehle er, dass die Beschwer-
deführerin ärztlich weiter verwiesen werde zwecks Evaluation hinsichtlich ei-
ner Neurolyse. Gegebenenfalls könnte man sich hier überlegen, diese 
Nerven auch zu durchtrennen.

3.5 Dr. med. J.________, Fachärztin für Ophthalmologie, führte im Be-
richt vom 14. März 2019 (act. II 70) die folgenden Diagnosen auf: 

 Hyperopie, Astigmatismus, beidseitig 
 Presbyopie, Astigmatismus, beidseitig
 Refraktionsamblyopie, beidseitig 
 Epiretinale Fibroplasie, beidseitig 
 Cataracta provecta, beidseitig

Dr. med. J.________ berichtete, die Visusreduktion sei in erster Linie amb-
lyopiebedingt, die Cataract und die Epiretinale Fibroplasie hätten eine eher 
untergeordnete Rolle. Mit einer Cataract-Operation an beiden Augen könnte 
eine Verbesserung erzielt werden; die Möglichkeit der Visusoptimierung mit 
einer ev. PPV (Pars Plana Vitrektomie) an beiden Augen wäre noch zu prü-
fen. Die Beschwerdeführerin möchte momentan wegen Wiedereingliederung 
im Job keine Operationen wahrnehmen. 

3.6 Dr. med. K.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital G.________, führte im Be-
richt vom 24. Mai 2019 (act. II 76) die folgenden Diagnosen in Bezug auf den 
linken Rückfuss auf:

Residuell störender, dorsaler Fersensporn bei: 
 Status nach Haglund-Exostosen-Abtragung sowie Bursektomie vom 12. Juli 

(richtig: Juni) 2018 
 Intermittierende Neuropathie Nervus suralis

Dr. med. K.________ hielt fest, die residuellen Beschwerden im Bereich des 
linken Rückfusses bestünden im Rahmen des weiterhin vorhandenen dorsa-
len Fersensporns. Hier wäre durch eine Abtragung des dorsalen Fersen-
sporns eine Linderung zu erreichen. Die Beschwerdeführerin möchte 
zunächst zuwarten und die Situation auch nochmals mit der IV besprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 10

3.7 Nachdem die RAD-Ärztin med. pract. H.________ im Rahmen einer 
internen Zuweisung beim RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine 
Beurteilung aus orthopädischer Sicht eingeholt hatte (Bericht vom 19. No-
vember 2019 [act. II 94]), hielt sie in der Stellungnahme vom 20. November 
2019 (act. II 95) fest, aus der Sicht des RAD sei das erst jetzt vorgelegte, 
rheumatologische Gutachten (Dr. med. D.________) vom 7. Januar 2019 
umfassend, vollständig, auf allseitigen Untersuchungen beruhend, qualitativ 
einwandfrei, in Kenntnis der Vorakten erstellt, in sich konsistent und in seinen 
Einschätzungen eindeutig. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde 
vom 21. Oktober 2019 werde im rheumatologischen Gutachten ab 20. Sep-
tember 2018 explizit von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der zuvor definierten 
angepassten, körperlich leichten und vorwiegend sitzenden Tätigkeit ausge-
gangen. Die von der rheumatologischen Gutachterin Dr. med. D.________ 
beschriebene nur 50 %-ige Arbeitsfähigkeit habe für den präoperativen Zeit-
raum vom 1. April bis 27. Mai 2018 und nicht mehr für den Zeitraum ab 20. 
September 2018 bestanden (siehe RAD-interne Zuweisung vom 19. Novem-
ber 2019 [act. II 94]). Aus neurologischer Sicht lasse sich anhand der 
fachärztlichen Abklärung des Neurologen Dr. med. I.________ vom 1. März 
2019 insbesondere für angepasste, körperlich leichte, vorwiegend sitzende 
Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit begründen. Auch die vom Neurologen 
vorgeschlagene Neurolyse des N. suralis links könnte lediglich peri- und 
postoperativ während maximal zwei Monaten eine Arbeitsunfähigkeit zu 
100 % bewirken, jedoch nicht längerdauernd. Dasselbe gelte auch für die 
durchgeführten beziehungsweise noch geplanten Augenoperationen. Zu-
sammengefasst lasse sich eine längerdauernde, richtungsweisende Zu-
standsverschlechterung nicht herleiten, weswegen auch aus gesamt-
medizinischer Sicht weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für ange-
passte Tätigkeiten gegeben sei. Zu den Fragen, wie die Einschränkung der 
Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht zu beurteilen sei und ob dies-
bezüglich allenfalls weiterer Abklärungsbedarf bestehe, führte die RAD-Ärz-
tin aus, nein, aus orthopädischer Sicht bestünden bei der 
Beschwerdeführerin residuelle Beschwerden im Bereich des linken Rückfus-
ses. Daraus ergäben sich jedoch keine höhergradigen Einschränkungen ge-
genüber dem rheumatologischen Gutachten vom 7. Januar 2019. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 11

Rheumatologie und Orthopädie seien beides auch Fachdisziplinen des Be-
wegungsapparates mit den gleichen Untersuchungsverfahren, jedoch teils 
unterschiedlichen Behandlungsmethoden (siehe RAD-interne Zuweisung 
vom 19. November 2019 [act. II 94]). Zur Frage wie sich die im Bericht vom 
1. März 2019 des Neurologen Dr. med. I.________ vorgeschlagene Neuro-
lyse des Nervus suralis links auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, hielt med. 
pract. H.________ fest, bereits im orthopädischen Sprechstundenbericht 
vom 16. Juli 2018 des Spitals G.________ (act. II 32/13 f.) werde postope-
rativ erstmals eine diskrete Hyposensibilität im Versorgungsgebiet des Ner-
vus suralis erwähnt. In den nachfolgenden orthopädischen Sprechstunden-
berichten vom 24. Juli bis 4. Dezember 2018 (act. II 32/9 - 12, 42, 45/3 f.) 
werde ein Taubheitsgefühl am äusseren Fussrand links bis Kleinzehe bei 
vollumfänglicher Beweglichkeit des Fusses, intakter Durchblutung und Mo-
torik erwähnt. Im rheumatologischen Gutachten vom 7. Januar 2019 sei 
diese Neuropathie berücksichtigt worden. Im neurologischen Sprechstun-
denbericht vom 1. März 2019 (Dr. med. I.________) werde die Neuropathie 
des Nervus suralis links fachärztlich bestätigt. Der untersuchende Neurologe 
beschreibe explizit eine ubiquitär normale Kraftentfaltung. Demnach bestün-
den hier keine neurologischen Ausfälle im Bereich der Beine. Ebenso 
schliesse der Neurologe das Vorliegen einer Radikulopathie S1 links explizit 
aus. Aufgrund dieses fachärztlich neurologisch erhobenen Befundes einer 
rein sensiblen Neuropathie des Nervus suralis links lasse sich aus neurolo-
gischer Sicht auch für angepasste, körperlich leichte, vorwiegend sitzende 
Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit begründen.

4.

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel-
cher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 12

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 
87 E. 4.2.1). 

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2

4.2.1 Das zu Handen der Taggeldversicherung erstellte Gutachten der In-
ternistin und Rheumatologin Dr. med. D.________ vom 7. Januar 2019 (act. 
II 52.1) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestell-
ten Anforderungen. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf 
den notwendigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten 
Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der 
medizinischen Situation ein, setzt sich ausführlich mit den bei den Akten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 13

liegenden fachärztlichen Einschätzungen auseinander und ist in den 
Schlussfolgerungen überzeugend (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Das Gutachten ist 
somit voll beweiskräftig, so dass darauf abgestellt werden kann, was im Üb-
rigen von der Beschwerdeführerin anerkannt wird (Beschwerde S. 5 Ziff. 4). 
Gestützt auf das Gutachten ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin als 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit belastungsabhängige Fer-
senschmerzen links bestehen (act. II 52.1/21), woraus die Expertin mit Wir-
kung ab November 2017 (sinngemäss) eine Arbeitsunfähigkeit für die 
bisherige Tätigkeit ableitete bzw. eine Arbeitsfähigkeit lediglich für eine ad-
aptierte Tätigkeit für gegeben erachtete (act. II 52.1/24). Vom 12. Juni bis 
19. September 2018 (drei Monate postoperativ) attestierte sie eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit. Für die Folgezeit (ab 20. September 2018) ging sie 
– entgegen den Ausführungen in der Beschwerde S. 5 Ziff. 3 – wiederum 
von einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine Verweistätigkeit aus (act. II 52.1/25). 
Diese Einschätzung überzeugt. Soweit die Expertin die Einschätzung der be-
handelnden Orthopäden, wonach ab 1. April bis zum 27. Mai 2018 eine 
50 %-ige Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (vgl. act. 
II 17/1, 22, 23.2/1 f., 26/6) als „nachvollziehbar“ bezeichnete, ist klarzustel-
len, dass sich diese Einschätzung einzig auf eine wechselnd stehend/sit-
zende Tätigkeit bezog und nicht auf eine (adaptierte) mehrheitlich im Sitzen 
ausgeübte Tätigkeit (act. II 52.1/25). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Dr. 
med. D.________ steht ferner im Einklang mit der Aktenbeurteilung der 
RAD-Internistin med. pract. H.________ vom 2. Oktober 2018 (act. II 37/4) 
sowie den Ergebnissen der beruflichen Grundabklärung in der Abklärungs-
stelle E.________, wo die Beschwerdeführerin in einem externen Einsatz bei 
einem Vollpensum eine Leistung von 95 % erreichte (act. II 79/3 und 6). 

4.2.2 Die von Dr. med. D.________ empfohlene ergänzende neurologi-
sche Abklärung hinsichtlich einer möglichen Radikulopathie, am ehesten L5 
(act. II 52.1/23 f. und 26) wurde durch den Neurologen Dr. med. I.________ 
am 1. März 2019 durchgeführt, wobei er eine lokale Neuropathie des Nervus 
suralis links feststellte, hingegen eine Radikulopathie S1 ausschliessen 
konnte (act. II 65). Der RAD nahm zu diesen Befunden am 20. November 
2019 Stellung und führte nachvollziehbar und schlüssig aus, dass sich durch 
die neurologischen Feststellungen am Zumutbarkeitsprofil nichts ändert (act. 
II 95/6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 14

4.2.3 Damit ist der medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt. Entge-
gen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Eingabe vom 28. Februar 2020 S. 
2 Ziff. 4) bedarf es keiner MRI-Untersuchung der LWS, hat doch Dr. med. 
D.________ eine ergänzende neurologische Untersuchung und/oder eine 
Bildgebung der LWS als indiziert erachtet (act. II 52.1/26), wobei eine Bild-
gebung aufgrund des vom Neurologen erhobenen klinischen Befundes, wel-
cher den Ausschluss einer Radikulopathie erlaubte, nicht indiziert war. Auf 
weitere Erhebungen kann daher in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 
V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) verzichtet werden. 

4.2.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, der Zustand sei nicht 
stationär und damit (noch) nicht beurteilbar, weil noch Operationen bevor-
stünden (Beschwerde S. 3 Ziff. 2 und S. 8 Ziff. 6; Eingabe vom 28. Februar 
2020 S. 1 f. Ziff. 3), legte die RAD-Ärztin med. pract. H.________ am 20. No-
vember 2019 einleuchtend dar, dass sowohl die vom Neurologen vorge-
schlagene Neurolyse des Nervus suralis als auch die Augenoperationen 
(Cataract-OP; vgl. act. II 70) lediglich kurzfristige (weniger als drei Monate 
dauernde) Arbeitsunfähigkeiten zur Folge haben werden, was invalidenver-
sicherungsrechtlich nicht relevant ist, da eine Verschlechterung der 
Erwerbsfähigkeit erst zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche 
Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 der Verord-
nung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]). Dass diese Annahme nicht zutreffend gewesen sein sollte 
(gemäss Protokolleintrag vom 14. Oktober 2019 waren die Operationen im 
Jahr 2019 geplant [im Gerichtsdossier]), machte die Beschwerdeführerin mit 
Eingabe vom 28. Februar 2020 denn auch nicht geltend. 

5.

Es bleibt die Invaliditätsbemessung vorzunehmen:

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 15

fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei-
chen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 
S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo-
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 
Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige 
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfü-
gungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 
222).

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; 
SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen 
Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Ein-
kommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durch-
schnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt für Statistik 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Bun-
desgericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-
son konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an 
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 16

Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt 
zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig be-
nachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 
E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne her-
abzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Um-
ständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug 
auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 
301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

5.3 Der Beschwerdeführerin wurde ab dem 9. November 2017 von ärzt-
licher Seite eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 3.4) 
und die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte im April 2018 (act. II 2, 4). 
In Anwendung von Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 
hiervor) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn somit auf Anfang November 
2018. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen 
(vgl. E. 5.1 hiervor).

5.3.1 Das Valideneinkommen ist anhand statistischer Daten zu ermitteln, 
da die Beschwerdeführerin die letzte Anstellung als … in der ... bei der 
M.________ AG (act. II 20/3) auch ohne gesundheitliche Einschränkung 
nicht mehr inne hätte (vgl. SVR 2009 IV Nr. 58 S. 182 E. 2.3), wurde in der 
Kündigung der Arbeitgeberin doch auf verschiedene Vorkommnisse und 
nicht ausreichende Kompetenzen der Beschwerdeführerin für die notwendi-
gen Anforderungen hingewiesen (act. II 18/2). Auszugehen ist dabei von den 
LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und 
Sozialwesen, Kompetenzniveau 1, Frauen, im Betrag von Fr. 4‘636.-- mo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 17

natlich bzw. Fr. 55‘632.-- jährlich. Angepasst an die betriebsübliche wöchent-
liche Arbeitszeit von 41.6 Stunden im Jahr 2016 im Abschnitt Ziff. 86 - 88, 
Gesundheits- und Sozialwesen, resultiert ein Betrag von Fr. 57‘857.30 (Fr. 
55‘632.-- : 40 h x 41.6 h). Die Indexierung auf das Jahr 2018 ergibt einen 
Betrag von Fr. 58‘202.05 (Tabelle T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 2016 - 
2018, Ziff. 86 - 88, Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen, Index Jahr 
2016: 100.7 Punkte, Index Jahr 2018: 101.3 Punkte). 

5.3.2 Auch das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Daten zu be-
stimmen, da die Beschwerdeführerin trotz der gesundheitlichen Beeinträch-
tigung keine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit ausübt (vgl. E. 5.2.2 hiervor). 
Auszugehen ist dabei von den LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, To-
tal, Frauen, Kompetenzniveau 1, im Betrag von Fr. 4‘363.-- monatlich bzw. 
Fr. 52‘356.-- jährlich. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeits-
zeit im Abschnitt Total im Jahr 2016 von 41.7 Stunden resultiert ein Betrag 
von Fr. 54‘581.15 (Fr. 52‘356.-- : 40 h x 41.7 h). Die Indexierung auf das Jahr 
2018 ergibt einen Betrag von Fr. 55‘068.50 (Tabelle T1.2.15 Nominallohnin-
dex, Frauen 2016 - 2018, Total, Index Jahr 2016: 100.8 Punkte, Index Jahr 
2018 101.7 Punkte). Der von der Beschwerdegegnerin gewährte 10 %-ige 
leidensbedingte Abzug (vgl. E. 5.2.2 hiervor; act. II 84) ist nicht zu beanstan-
den, so dass ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘561.65 resultiert (Fr. 
55‘068.50 x 0.9). 

5.3.3 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerun-
det 15 % (100 / Fr. 58‘202.05 x [Fr. 58‘202.05 - Fr. 49‘561.65] = 14.85 %; zu 
den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 
IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1).

5.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 20. Sep-
tember 2019 (act. II 84) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 18

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher 
Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 28. Fe-

bruar 2020)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, IV/2019/795, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.