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**Case Identifier:** 0e439a72-2d27-50d9-b38f-a53cdac54473
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.04.2017 IV 2014/378
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-378_2017-04-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/378

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.04.2020

Entscheiddatum: 10.04.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 10.04.2017
Art. 7 ATSG, Art. 16 ATSG Beweistauglichkeit eines Gerichtsgutachtens. 
Überdurchschnittliches Valideneinkommen aufgrund der Übernahme 
qualifizierter Funktionen und Verantwortlichkeiten und da der 
Beschwerdeführer mehr als 100 % arbeitete. Das Invalideneinkommen kann 
unter diesen Umständen nicht proportional entsprechend der 
Arbeitsfähigkeit zum Valideneinkommen (Prozentvergleich) bemessen 
werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
10. April 2017, IV 2014/378).

Entscheid Versicherungsgericht, 10.04.2017

Entscheid vom 10. April 2017

Besetzung                                                                      

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2014/378            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente (Einholung Gutachten)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war vom 5. April 1993 bis zum 31. Januar 2012 vollzeitlich als 

Werkzeugmacher/Formenbauer bei der B.___ AG tätig (IV-act. 3). Am 26. Juni 2012 

meldete er sich bei der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 

an. Als gesundheitliche Beeinträchtigungen nannte er Spätfolgen einer chronischen 

Hepatitis C / eines Hodentumors (Semicastratio), wie „Fatigue“, totale Erschöpfung, 

Burnout-Syndrom, relevante Seh- und Hörstörungen, starken Schwindel sowie weitere 

in Berichten festgehaltene Symptome (IV-act. 1).

A.b  In einem Frühinterventions-Gesprächsprotokoll des RAD vom 4./6. Juli 2012 mit 

Dr. med. D. C.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, wurden als die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigende Diagnosen eine chronische Hepatitis B/C mit aktuell stark erhöhter 

Viruslast (11 Mio.), eine mittelgradige depressive Episode sowie eine ausgeprägte 

Fatigue im Rahmen der vorgenannten Diagnosen festgehalten. Wegen der Depression 

sei der Versicherte vom 8. Februar bis 6. März 2012 in der Klinik D.___ in stationärer 

Behandlung gewesen (IV-act. 15; vgl. auch IV-act. 18-6 ff., Austrittsbericht der Klinik 

D.___ vom 22. März 2012). Die Klinik für Gastroenterologie / Hepatologie, Departement 

Innere Medizin des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), hatte im Bericht vom 23. Januar 

2012 festgehalten, beim Versicherten sei eine chronische Hepatitis C vom Genotyp 1b 

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bekannt. Die Infektion liege wahrscheinlich über 30 Jahre zurück. Bisher seien keine 

Therapien durchgeführt worden. Der Krankheitsverlauf sei langsam progredient (IV-act. 

18-3 ff.).

A.c  Der regionale ärztliche Dienst (RAD) nahm am 19. September 2012 Stellung, 

aktuell bestehe gemäss hausärztlicher Einschätzung bis zum Abschluss der Therapie 

der Hepatitis C weder in angestammter noch in adaptierter Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit und somit auch keine Eingliederungsfähigkeit (IV-act. 20). Daraufhin 

teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 20. September 2012 mit, zurzeit seien keine 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 22).

A.d  Dr. med. E.___, Gastroenterologie, KSSG, hielt im Arztbericht zuhanden der IV-

Stelle vom 25. März 2013 fest, bezüglich der Hepatitis C könne keine 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % attestiert werden. Die bisherige Tätigkeit sei 

aus medizinischer Sicht zumutbar. Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen, 

Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien eingeschränkt (IV-act. 27).

A.e  Der Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle durch die Aerztliches 

Begutachtungsinstitut GmbH Basel (ABI) begutachtet (polydisziplinäres Gutachten vom 

16. Dezember 2013; Untersuchungen 29./30. Oktober 2013; Allgemeine Innere Medizin, 

Rheumatologie, Gastroenterologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie). Die 

Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch 

rezidivierendes Zervikalsyndrom (ICD-10: M53) sowie eine chronische Hepatitis C 

(ICD-10: B18.2; IV-act. 41-22). Aus interdisziplinärer Sicht zusammenfassend befanden 

sie, eine Arbeitsunfähigkeit für schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten sei zu 

bestätigen. Für körperlich leichte, intermittierend mittelschwere, wechselbelastende 

Tätigkeiten sowie für die jahrelang durchgeführte Arbeit bestehe eine 

Leistungsfähigkeit von 80 %. Eine 20 %ige Leistungseinbusse, multifaktoriell bedingt, 

mit einem etwas erhöhten Pausenbedarf, könne nachvollzogen werden. Das Pensum 

könne vollschichtig umgesetzt werden. Die aktuell festgestellte Arbeitsfähigkeit könne 

über die Zeit gemittelt ab Februar 2012 angenommen werden. Die geltend gemachte 

Müdigkeit müsse überwiegend subjektiv eingeordnet werden. Es sei dem Versicherten 

insbesondere aus psychiatrischer Sicht die Willensanstrengung zumutbar, einer 

adaptierten Tätigkeit uneingeschränkt nachzugehen (IV-act. 41-23 f.).

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A.f  Mit Vorbescheid vom 28. Januar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 46). Hiergegen liess der 

Versicherte am 6. Februar/11. März 2014 Einwand erheben (IV-act. 49; IV-act. 54-1 ff.). 

Er machte im Wesentlichen geltend, auf das ABI-Gutachten könne aus formellen und 

materiellen Gründen nicht abgestellt werden, zumal sich sein Gesundheitszustand 

erheblich verschlechtert habe. Die Gutachter hätten nicht berücksichtigt, dass er an 

einer chronischen Müdigkeit und massiven Konzentrationsstörungen leide. Er habe 

zuletzt einen sehr anspruchsvollen Beruf ausgeübt und ein weit überdurchschnittliches 

Einkommen erzielt. Diese sehr komplexen Tätigkeiten, die ein hohes Mass an 

Konzentrations- und Durchhaltevermögen sowie eine enorme Belastbarkeit verlangten, 

könne er nicht mehr ausüben. Hierzu reichte er u.a. Berichte der Klinik für 

Gastroenterologie/Hepatologie, KSSG, vom 22. November 2013 (IV-act. 54-17 f.), vom 

14. Februar 2014 (IV-act. 54-19 f.), des Instituts für Pathologie, KSSG, vom 11. 

November 2013 (IV-act. 54-16) sowie des Zentrums für Labormedizin vom 7./10. 

Februar 2014 (IV-act. 54-21 ff.) ein. Weiter sei er nicht wie angekündigt durch Dr. F.___, 

sondern durch Dr. G.___ untersucht worden, dennoch habe Dr. F.___ das Gutachten 

unterzeichnet. Bereits aus dem Vergleich mit dem Tabellenlohn eines Mechanikers und 

unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von 20 % würde sich ein 

Invaliditätsgrad von 55,7 % ergeben.

A.g  Nach Einholung von zusätzlichen Stellungnahmen der ABI (vom 26. Mai 2014, IV-

act. 59), des RAD (vom 2. Juni 2014, IV-act. 60, und vom 23. Juli 2014, IV-act. 68) und 

Einräumung des rechtlichen Gehörs (IV-act. 67) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 

24. Juli 2014 das Leistungsbegehren ab. Die vorgebrachten Einwände begründeten 

keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Es sei weiterhin von einer 

Arbeitsfähigkeit von 80 % in angestammter und adaptierter Tätigkeit auszugehen (IV-

act. 69).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 24. Juli 2014 lässt A.___ am 2. September 2014 

Beschwerde erheben. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge, es seien weitere medizinische Untersuchungen 

vorzunehmen und ein neues MEDAS-Gutachten in Auftrag zu geben. Eventualiter sei 

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ihm eine halbe IV-Rente auszurichten. Er macht geltend, die erhöhte Müdigkeit und die 

massiven Konzentrationsstörungen seien von den Gutachtern zu Unrecht nicht 

berücksichtigt worden. Sodann habe sich sein Gesundheitszustand seit der 

Begutachtung massiv verschlechtert; es sei eine erhebliche Progredienz der Leber-

Fibrose histologisch nachgewiesen und es liege eine beginnende Zirrhose vor. Dr. 

G.___ gehe auf die Berichte des KSSG nicht ein. Die Fragen der Beschwerdegegnerin 

hätten zudem durch den begutachtenden Gastroenterologen Dr. H.___ beantwortet 

werden müssen. Es treffe nicht zu, dass sich Dr. I.___ vorwiegend auf seine 

Selbsteinschätzung gestützt habe. Hinsichtlich des Einkommensvergleichs sei von 

einem Valideneinkommen von Fr. 127‘107.--, eventuell von Fr. 131‘690.--, auszugehen. 

Als gelernter Mechaniker könnte er höchstens ein Einkommen von Fr. 72‘912.-- 

erzielen. Bei einer Leistungsfähigkeit von 80 % resultierten ein Invalideneinkommen von 

Fr. 58‘330.-- und ein Invaliditätsgrad von 56 % bzw. 54 %. Somit habe er Anspruch auf 

eine halbe Rente (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Dr. G.___ habe in seinem Schreiben in Kenntnis des 

zweiten Berichts des KSSG (IV-act. 54-13 f.) festgehalten, dass sich aufgrund dieses 

Berichts keine Änderung in der Arbeitsfähigkeit beim Beschwerdeführer ergebe. Als 

Internist sei Dr. G.___ zu einer solchen Aussage fachärztlich kompetent. Auch der RAD 

habe am 23. Juli 2014 festgehalten, das veränderte Staging der Fibrose habe keine 

Auswirkung auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit. Dr. I.___ habe die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung des Beschwerdeführers unverändert übernommen. 

Zudem habe sie auch rheumatologische, neurologische und psychische Leiden 

berücksichtigt, wozu sie fachärztlich nicht kompetent sei. Fachärztin med. prakt. J.___ 

diagnostiziere einzig einen Zustand nach depressiver Episode; sie leite somit die von 

ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit aus körperlichen Leiden ab, wozu sie fachärztlich nicht 

qualifiziert sei. Es sei ohne Einschränkungen auf das schlüssige ABI-Gutachten 

abzustellen und von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

auszugehen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht körperlich schwer gewesen, weshalb es 

dem Beschwerdeführer zumutbar sei, weiterhin eine solche Tätigkeit im Ausmass der 

Restarbeitsfähigkeit auszuüben. Es resultiere damit ein Invaliditätsgrad von 20 %, 

weshalb der Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch habe (act. G 4).

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B.c  In seiner Replik vom 25. November 2014 bringt der Beschwerdeführer vor, die 

auch von der Beschwerdegegnerin anerkannten formellen Mängel führten zur 

Unverwertbarkeit des Gutachtens. Das Schreiben von Dr. G.___ vom 26. Mai 2014 

zeige, dass er zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr neutral und objektiv gewesen sei. 

Auf dieses Schreiben könne daher nicht abgestellt werden. Dr. I.___ habe die 

Arbeitsunfähigkeit - im Gegensatz zu den Gutachtern - in Kenntnis der Berichte des 

KSSG und der Zunahme der Fibrose geschätzt und begründet. Sie habe sodann 

erwähnt, dass das chronische Müdigkeitssyndrom unter Hepatitis C ein bekannter 

Symptomkomplex sei. Die Berichte von Fachärztin med. prakt. J.___ und Dr. I.___ 

vermöchten das ABI-Gutachten in Zweifel zu ziehen (act. G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

B.e  Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 12) und 

Stellungnahme des Beschwerdeführers (act. G 13) hat das Versicherungsgericht die 

MEDAS Zentralschweiz am 28. April 2016 mit der Erstellung eines polydisziplinären 

(allgemeinmedizinischen, rheumatologischen, gastroenterologischen, psychiatrischen, 

neuropsychologischen und pneumologischen) Gerichtsgutachtens beauftragt (act. G 

14). Die Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) eine 

Neurasthenie (ICD-10: F48.0), (2.) ein formal mittelschweres obstruktives 

Schlafapnoesyndrom mit Lageabhängigkeit, in der Vergangenheit ohne Hinweise für 

klinische Relevanz, erfolgloser CPAP-Therapieversuch 2012 bis 2013, in 

Nichtrückenlage nur Grenzbefund, (3.) eine chronische körperliche und geistige 

Erschöpfbarkeit unklarer Ätiologie, differenzialdiagnostisch Chronic-Fatigue-Syndrom 

psychisch, (4.) eine kompensierte polyätiologische Leberzirrhose mit/bei Fibrosegrade 

F3-4 nach Metavir, Stadium Child A, Status nach Hepatitis B und bei nicht 

alkoholischer Steatohepatitis, (5.) einen Status nach chronischer Hepatitis C, mit/bei 

Genotyp 1b, Infektion mutmasslich im Rahmen eines intravenösen Drogenkonsums in 

den 1980er Jahren, prätherapeutischem Aktivitätsgrad A1, Fibrosegrad 3-4 nach 

Metavir (11/2013), erfolgreicher antiviraler Therapie 01-04 2015, seither HCV-RNA 

anhaltend negativ, posttherapeutischem Aktivitätsgrad A1, Fibrosegrade F 3 - 4 nach 

Metavir (02/2016), sowie (6.) eine nicht alkoholische Steatohepatitis mit/bei sekundärer 

Hyperferritinämie (rückläufig seit erfolgreicher HCV-Therapie), Risikofaktoren: 

hyperglykämische Stoffwechsellage, Dyslipidämie. Polydisziplinär bestehe 

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medizintheoretisch angestammt eine Restarbeitsfähigkeit von 35 % und in angepasster 

Tätigkeit von etwa 60 % (Gutachten vom 23. Dezember 2016, act. G 16).

B.f  Innert den Parteien angesetzter Frist (vgl. act. G 17) nahm der Beschwerdeführer 

am 23. Januar 2017 zum Gerichtsgutachten Stellung, auf dieses könne vollumfänglich 

abgestellt werden. Damit sei ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. 

Ausgehend von einem Invalideneinkommen von Fr. 33'169.-- gemäss 

Durchschnittseinkommen Lohnstatistik (LSE) 2010 des Bundesamtes für Statistik 

(BFS), Anforderungs¬niveau 4, Männer - unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit 

von 60 % und eines Tabellenlohnabzuges von 10 %, und einem Valideneinkommen 

von Fr. 127'107.--, resultiere ein Invaliditätsgrad von 74 %. Damit habe er Anspruch auf 

eine ganze Rente (act. G 18). Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen.

Erwägungen

1.   

1.1  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

2.   

2.1  Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten vom 23. Dezember 2016 eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. 

Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche 

"nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten 

ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, 

der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der 

Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit 

Hinweisen).

2.2  Die Parteien haben weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht Mängel an 

der gerichtsgutachterlichen Beurteilung vorgebracht. Der psychiatrische Gutachter legt 

dar, der Beschwerdeführer habe in der neuropsychologischen Begutachtung in den 

geprüften kognitiven Domänen durchgehend durchschnittliche bis vereinzelt 

überdurchschnittliche Ergebnisse erbracht. Die zeitliche mentale Belastbarkeit sei für 

eine dreieinhalbstündige Untersuchung (unterbrochen durch eine 15 minütige Pause) 

gegeben gewesen. Da kognitive Leistungen von einer Vielzahl von Faktoren wie 

Schmerzen, Müdigkeit, psychischer Befindlichkeit etc. abhängig seien, seien trotz 

grundsätzlich unauffälliger kognitiver Leistungsfähigkeit intermittierende 

Leistungsschwankungen möglich (psychiatrisches Teilgutachten, act. G 16, S. 4). 

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Chronische Müdigkeit sei diagnostisch schwierig einzuordnen. Subjektiv stünden die 

Ermüdbarkeit und die Schlafstörungen mit einem unerholsamen Schlaf und die 

Konzentrationsstörungen im Vordergrund. Der Beschwerdeführer leide auch an 

wiederholten Gelenk- und Muskelbeschwerden, jedoch nicht immer, sondern nur 

intermittierend. Er habe schnell Muskelkater. Wenn er ein bis zwei Stunden etwas 

intensiver mache, beispielsweise laufen, dann brauche er zwei bis drei Tage 

Erholungszeit. Dies würde zur Diagnose einer Neurasthenie passen. Entsprechende 

Diagnosekriterien seien erfüllt, nachdem die Depression weitgehend abgeklungen sei. 

Allerdings passe die Müdigkeit auch zu einer hepatisch bedingten vermehrten 

Ermüdbarkeit und zu einer Cancer Related Fatigue, auch wenn die Krebserkrankung 

schon einige Zeit zurückliege. Es sei auch wiederholt ein obstruktives Schlafapnoe-

Syndrom diskutiert worden, das ebenfalls eine solche Symptomatik verursachen 

könne. Am wahrscheinlichsten sei die erhöhte Erschöpfbarkeit und Müdigkeit 

multifaktoriell bedingt (act. G 16, psychiatrisches Gutachten, S. 8 f.). Da sich eine 

Neurasthenie und die übrigen Faktoren, die zu einer Fatigue führen könnten, wie eine 

chronische Lebererkrankung und eine Cancer Related Fatigue, differenzialdiagnostisch 

kaum eindeutig trennen liessen, erfolge die vorzunehmende Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit unter der Annahme, die ganze Symptomatik wäre rein psychisch 

bedingt. Nachdem die Neurasthenie die einzige psychiatrische Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei, ergäbe sich unter der komplementären 

Annahme, dass die ganze Symptomatik somatisch bedingt wäre, eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit. Die Einschätzung sei aus diesem 

Grunde auch mit der der somatischen Gutachter abgestimmt worden (act. G 16, 

psychiatrisches Gutachten, S. 12). Die frühere Arbeit als Führungskraft, 

Lehrlingsausbildner, Konstrukteur und Polymechaniker habe erhöhte Anforderungen an 

die Kreativität, Flexibilität und Stressresistenz mit sich gebracht, der Beschwerdeführer 

habe Führungsfunktionen gehabt und vor allem habe er sich und andere motivieren 

können müssen. Aufgrund der Neurasthenie könne der Beschwerdeführer zeitlich nur 

eingeschränkt arbeiten. Eine Präsenzzeit von 5 Stunden täglich (60 %) wäre zwar 

möglich, aber die effektiv nutzbare Arbeitszeit wäre durch die vermehrt notwendigen, 

kurzen Pausen auf etwa 55 % eingeschränkt. Die Leistungen wären aktuell um etwa 

einen Drittel (35 %) eingeschränkt. Zusammengefasst könne von einer medizinisch-

theoretischen Arbeitsunfähigkeit von etwa 65 % ausgegangen werden für die bisherige 

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(anspruchsvolle) Tätigkeit. In einer Verweistätigkeit, die keine besonderen 

Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder besondere Fähigkeiten 

verlange, insbesondere keine Führungsfunktionen und keine geistig anspruchsvollen 

Tätigkeiten umfasse, sei die Arbeitsfähigkeit weniger eingeschränkt. Zeitlich seien 

aufgrund der wesentlich geringeren Anforderungen weniger Erholungszeit und weniger 

Pausen notwendig, so dass eine Präsenzzeit von 6 Stunden am Tag (75 %) zumutbar 

wäre. Die Leistungen wären nur etwa 20 % eingeschränkt, vor allem durch die 

Konzentrations- und Antriebsstörungen, die Verlangsamung und die erhöhte Müdigkeit. 

Zusammengefasst könne für eine geeignete Verweistätigkeit von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 40 % ausgegangen werden (act. G 16, psychiatrisches 

Gutachten, S. 12 f.). Die Müdigkeit als Kernsymptom halte schon lange Zeit weitgehend 

unverändert an trotz verschiedener, zum Teil sehr erfolgreicher Therapien. So sei die 

Hepatitis C abgeheilt und der Zustand der Leber habe sich offensichtlich gebessert. 

Dies habe aber kaum einen Effekt auf die Müdigkeit gehabt. Von daher sei in Bezug auf 

die wahrscheinlich multifaktoriell bedingte Müdigkeit kaum noch mit einer wesentlichen 

Verbesserung zu rechnen, auch wenn sie möglich sei (act. G 16, psychiatrisches 

Gutachten, S. 15 f.). Dieser Beurteilung wird polydisziplinär gefolgt, während bei den 

Einzeldisziplinen teils zusätzliche Adaptationskriterien genannt werden, wobei der 

Aspekt der Müdigkeit ausgeklammert bleibt. Der rheumatologische Gutachter hat 

festgehalten, durch die objektivierbaren Befunde am Bewegungsapparat liessen sich 

keine langdauernden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit begründen im Bereich 

körperlich leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten. Nicht zumutbar seien körperlich 

schwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit ausgesprochener Zwangshaltung für die 

HWS in ergonomisch ungünstigen Körperpositionen. Dies betreffe jedoch nicht 

Arbeiten an einem Computer, wobei eine optimale Bildschirm-Arbeitsplatzgestaltung 

wichtig sei. Innerhalb dieses Zumutbarkeitsprofils bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit 

(act. G 16, rheumatologisches Gutachten, S. 9). Der gastroenterologische Gutachter ist 

zum Schluss gekommen, aus hepatologischer Sicht dürfte die Arbeitsunfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit rein theoretisch 20 % nicht übersteigen. In einer Verweistätigkeit 

bestehe theoretisch keine Arbeitsunfähigkeit. Der Gutachter merkte an, dass eine 

Diskrepanz zwischen dem klinischen Eindruck bei der Befragung und der Schilderung 

der massiv verringerten Belastbarkeit auffällig gewesen sei. Dies sei aber fachkundig 

(psychiatrisch) zu beurteilen (act. G 16, gastroenterologisches Gutachten, S. 5). Der 

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pneumologische Gutachter führt aus, das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom sei 

letztlich formal zu diagnostizieren; wenn der Beschwerdeführer nicht auf dem Rücken 

schlafe, sei es nicht relevant und schränke somit die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Für die 

geltend gemachte Müdigkeit konnte der Pneumologe keine Erklärung finden (act. G 16, 

pneumologisches Gutachten, S. 3).

2.3  Der psychiatrische Gutachter erläutert die vorliegenden Diagnosemerkmale der 

Neurasthenie umfassend und begründet die Abgrenzung zu anderen Diagnosen 

nachvollziehbar, indem er ausführt, die Depression sei remittiert, eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und eine Persönlichkeitsstörung seien nicht gegeben 

(psychiatrisches Teilgutachten, act. G 16, S. 7 ff., S. 10). Die diagnostizierte 

Neurasthenie gehört nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den 

pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern (BGE 139 V 346 

E. 2, mit Verweis). Das Bundesgericht hat die Vermutung, Schmerzsyndrome und 

vergleichbare psychosomatische Leiden seien überwindbar, in BGE 141 V 281 

aufgegeben. Das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch einen strukturierten, 

normativen Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f.). Das funktionelle 

Leistungsvermögen sei anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296 f. E. 4.1 

und S. 298 ff., E. 4.3). Diese betreffen einerseits den funktionellen Schweregrad einer 

Gesundheitsschädigung, umfassend die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, 

den Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz, das Vorhandensein von 

Komorbiditäten (Komplex "Gesundheitsschädigung"), die Persönlichkeit 

(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, Persönlichkeitsentwicklung und -

struktur; zit. Urteil E. 4.1.3, 4.3.2), sowie den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.1, 4.3.3), 

und andererseits die Konsistenz (zit. Urteil E. 4.3.1, 4.4). Zum Schweregrad führt der 

psychiatrische Gutachter aus, es gebe keine anerkannten Kriterien für die Bestimmung 

des Schweregrades bei Neurasthenie. Aus einer klinischen Sicht und im Vergleich mit 

anderen von dieser Krankheit Betroffenen und unter Berücksichtigung der funktionellen 

Auswirkungen schätze er den Schweregrad auf mittelgradig bis schwer ein (act. G 16, 

psychiatrisches Teilgutachten, S. 9). Es liege aktuell keine psychiatrische Komorbidität 

von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor, hingegen eine 

somatische (act. G 16, psychiatrisches Teilgutachten, S. 11). Zur Persönlichkeit legt er 

dar, Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung seien nicht zu finden gewesen (act. G 16, 

psychiatrisches Gutachten, S. 10). Der Beschwerdeführer sei körperlich und seelisch 

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misshandelt und abgewertet worden, was zu einem erhöhten Risiko für Neurasthenie, 

Suchtleiden, Affekt-, Angst-, Somatisierungs- und Persönlichkeitsstörungen führe. 

Zusätzliche Belastungen könnten zu einer manifesten Erkrankung führen (act. G 16, 

psychiatrisches Gutachten, S. 5). Es gebe beim Beschwerdeführer klinisch und 

anamnestisch Hinweise auf eine überdurchschnittliche Intelligenz. Die Einschränkungen 

durch die wahrscheinlich multifaktoriell bedingte erhöhte Erschöpfbarkeit und 

Müdigkeit hätten zu einem Knick in seiner Karriere geführt. Dieser Verlust an 

Fähigkeiten sei für ihn wahrscheinlich nur schwer zu akzeptieren gewesen (act. G 16, 

psychiatrisches Gutachten, S. 5 f.). Die Entwicklung sei im Zusammenhang mit einem 

hohen Leistungsanspruch bei gleichzeitiger Vernachlässigung und Entwicklung eigener 

Bedürfnisse zu sehen. Nach einem exzessiven Lebensstil mit Drogenproblemen sei 

1987 eine Umkehr zum bürgerlichen Leben mit Heirat, Familiengründung und 

Berufskarriere mit sehr hohem idealistischem und überdurchschnittlichem Engagement 

erfolgt. Der Beschwerdeführer sei sehr leistungsorientiert, perfektionistisch und stolz 

auf seine Leistungen, stelle aber auch hohe Anforderungen an sich selber. Durch 

grosse Leistung und harte Arbeit habe er sich die Anerkennung holen können, die er 

sonst kaum gefunden habe. Von seiner Leistungsfähigkeit habe auch all die Jahre sein 

Selbstwertgefühl abgehangen. Er habe nie bzw. sehr spät zu lernen begonnen, Signale 

seines Körpers zu beachten und auf sich selber und seine Grenzen Rücksicht zu 

nehmen. Diese Konstellation erhöhe das Risiko für Somatisierungsstörungen, 

Depression und Neurasthenie. Der Beschwerdeführer habe aber auch günstige 

Persönlichkeitszüge und Copingmuster. Er sei dankbar für sein Leben, seine Erfolge, 

die ihm gebotenen Chancen und vor allem für seine Familie. Er engagiere sich für 

Menschen, die ihm wichtig seien. Er habe sich, falls notwendig, problemlos 

umorientieren können und habe sich, meist autodidaktisch, mehrere zusätzliche 

Fertigkeiten erworben und in verschiedenen Bereichen gearbeitet, auch als 

willkommene Herausforderung und Abwechslung. Dies alles weise auf eine Fähigkeit 

hin, gewohnte Denkmuster kreativ und flexibel zu verlassen, falls notwendig, und auf 

eine gesunde Neugier und Offenheit für die Herausforderungen und Chancen, die das 

Leben ihm biete. Er habe auch sehr breite Interessen, was aber auch dazu führen 

könne, sich zu verzetteln. In seiner Geschichte falle auf, dass er sich nach Niederlagen 

und Schicksalsschlägen nach einem anfänglichen Tief doch wieder aufrapple, aus der 

Opferhaltung herauskomme und weiter gehe. Er werde von seiner Ehefrau unterstützt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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und getragen und geniesse sehr viel Verständnis. Es gebe auch Hinweise auf eine 

Hochsensibilität. Ansonsten liessen sich in der Vorgeschichte keine persönlichen oder 

familiären Risikofaktoren für ein psychisches Leiden oder schützende Ressourcen 

eruieren. Zusammenfassend würden inzwischen die Risiken und Belastungen die 

Ressourcen etwas überwiegen (act. G 16, psychiatrisches Gutachten, S. 6 f.). Ausser 

den erwähnten Risikofaktoren und Ressourcen gebe es keine Hinweise auf 

Persönlichkeitseigenschaften, welche die Umsetzung der restlichen Arbeitsfähigkeit 

einschränken oder besonders fördern würden (act. G 16, psychiatrisches Gutachten, S. 

10). Zur Konsistenz wird festgehalten, es gebe aktuell keine Hinweise auf eine 

wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simulation. In Bezug auf die im 

Vordergrund stehende Symptomatik sei die Schilderung der Beschwerden, des 

Tagesablaufs, der Aktivitäten und der sozialen Kontakte kongruent mit den gestellten 

Diagnosen. Der Beschwerdeführer habe sich wiederholt um eine psychiatrische 

Behandlung bemüht und diese in Bezug auf seine Depression auch erfolgreich 

abschliessen können. Eine Neurasthenie sei bisher nicht diskutiert worden, so dass es 

bis anhin keine Indikation für eine Fortsetzung der Behandlung gegeben habe. Der 

Abschluss der Behandlung nach Abklingen der Depression spreche daher nicht gegen 

einen hohen Leidensdruck (psychiatrisches Teilgutachten, act. G 16, S. 11).

2.4  Das Gerichtsgutachten gelangt aufgrund umfassender Anamnese- und 

Befunderhebung, unter Würdigung der für unklare Beschwerdebilder massgebenden 

Indikatoren, nachvollziehbar und schlüssig zum Ergebnis, dass in der bisherigen 

Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 65 % ausgegangen werden könne; für 

Verweistätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die Belastbarkeit oder 

besondere Fähigkeiten, insbesondere ohne Führungsfunktionen und ohne geistig 

anspruchsvolle Tätigkeiten, ohne Führen eines Motorfahrzeuges und ohne 

Konfrontation mit laufenden Maschinen und gefährlichen Situationen, sei eine 

Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % zu schätzen (act. G 16, Hauptgutachten, S. 38; 

psychiatrisches Teilgutachten, S. 13). Darauf kann aus rechtlicher Sicht umso mehr 

abgestellt werden, als die Beeinträchtigungen multifaktoriell und damit nicht 

ausschliesslich durch die psychiatrisch diagnostizierte Neurasthenie bzw. durch 

organisch nicht erklärbare Symptome verursacht sind.

3.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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3.1  Das Gerichtsgutachten attestiert dem Beschwerdeführer seit März 2012 eine 

Arbeitsfähigkeit im aktuellen Ausmass (act. G 16, Gutachten S. 39; psychiatrisches 

Teilgutachten S. 13). Somit besteht bei Anmeldung am 26. Juni 2012 ein allfälliger 

Rentenanspruch ab März 2013 (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). 

Massgebend für den Einkommensvergleich ist demnach das Jahr 2013 (BGE 129 V 

222).

3.2  Der Beschwerdeführer verfügt über das Fähigkeitszeugnis als Mechaniker (IV-act. 

3-3). Sein letztes, rund 20 Jahre dauerndes Arbeitsverhältnis wurde infolge Stilllegung 

des Betriebes gekündigt. Der Beschwerdeführer verrichtete Arbeiten im Bereich 3D-

Modellierung und NC-Programmierung einschliesslich Datensicherung. Aufgrund von 

überdurchschnittlichen Leistungen wurden ihm Kompetenzen in der Fertigung und der 

Lehrlingsausbildung übertragen (Arbeitszeugnis vom 31. Januar 2012, IV-act. 3-1). Im 

Jahr 2011 erzielte er ein etwa der langfristigen Entwicklung der Vorjahre 

entsprechendes Jahreseinkommen von Fr. 127'107.-- (vgl. Auszug aus dem 

Individuellen Konto [IK], IV-act. 74 und IV-act. 11-1 f.). In Anbetracht des vorliegenden 

Arbeitszeugnisses erscheint plausibel, dass dieses Einkommen der Erwerbsfähigkeit 

des Beschwerdeführers entspricht und er dieses im Gesundheitsfall auch an einer 

anderen Arbeitsstelle erzielen könnte. Von diesem Valideneinkommen geht auch die 

Beschwerdegegnerin (act. G 4 Ziff. 3). Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung beträgt das Valideneinkommen somit Fr. 129'039.-- 

(Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T39, Index Männer 2011: 2171, 

2013: 2204).

3.3  Die Gutachter schätzen zwar für die angestammte Tätigkeit aus medizinisch-

theoretischer Sicht die Arbeitsunfähigkeit auf 55 %. Sie halten aber gleichzeitig fest, 

dass aus einer praktischen Sicht trotz grosser Erfahrung und einem breiten Wissen die 

bisherige Tätigkeit als Führungskraft und Lehrlingsausbildner in der Maschinenindustrie 

oder als selbständiger Consultant vor allem wegen zeitlichen Limitierungen nicht mehr 

zumutbar sei (Gutachten, act. G 16, S. 37). Somit kann in der angestammten Tätigkeit 

nicht mehr von einer realistisch verwertbaren Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. 

Validen- und Invalideneinkommen sind nicht auf derselben Basis zu erheben, ein 

Prozentvergleich ist daher nicht möglich. Gemäss psychiatrischem Teilgutachten ist 

der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit, ohne Führungs- und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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Ausbildungsfunktionen, zu 50 % arbeitsfähig (75 % Anwesenheit, 30 % 

Leistungseinbusse, act. G 16, psych. Gutachten, S. 15). In diesem Rahmen kann er 

seine Spezialkenntnisse umsetzen. Es ist daher vom Kompetenzniveau 3 (komplexe 

praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet umfassen) 

auszugehen. Das Monatseinkommen beträgt somit Fr. 6'774.-- (Lohnstrukturerhebung 

[LSE] des BFS 2012, TA1 Ziff. 24-25, Metallerzeugung; Herstellung von 

Metallerzeugnissen). Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 

41,4 Std./Woche (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit [BUA] nach Wirtschaftsabteilungen, 

Ziff. 24-25, Herstellung von Metallerzeugnissen) und der Nominallohnentwicklung 

(Lohnentwicklung 2014, T39, Index Männer 2012: 2188, 2013: 2204) ergibt sich ein 

Jahreseinkommen von Fr. 84'748.-- (Fr. 6'774.-- : 40 x 41,4 x 12 : 2188 x 2204). 

Entsprechend einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 

42'374.--. In Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aufgrund der 

lediglich teilzeitlichen Arbeitsfähigkeit ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_808/2015, E. 3.3.2). Dieser beträgt für 

Tätigkeiten des untersten Kaders bzw. ohne Kaderfunktion bei einer Anwesenheit von 

über 75 % bis 89 % höchstens 5 %. Ein höherer Abzug erscheint vorliegend nicht 

gerechtfertigt, zumal in der gutachterlichen Einschätzung alle Faktoren umfassend 

berücksichtigt sind. Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 40'255.-- und ein 

Invaliditätsgrad von 68,8 %. Für einfachere Tätigkeiten besteht eine Arbeitsfähigkeit 

von 60 % (75 % Anwesenheit, 20 % Leistungseinbusse, act. G 16, psych. Gutachten, 

S. 13). Wird vom Tabellenlohn eines gelernten Mechanikers (LSE 2012, TA1, Ziff. 24-25, 

Metallerzeugung; Herstellung von Metallerzeugnissen, Männer Kompetenzniveau 2) 

von Fr. 5'674.-- ausgegangen, betragen das Invalideneinkommen bei einem 

Tabellenlohnabzug von 5 % Fr. 40'462.-- (Fr. 5'674.--: 40 x 41,4 x 12 : 2188 x 2204 x 

0,6 x 0,95) und der Invaliditätsgrad von 68,6 %. Dem Beschwerdeführer ist zuzumuten, 

seine Restarbeitsfähigkeit in diesem Rahmen zu verwerten, zumal er den Beruf des 

Mechanikers erlernt hat und an einer belastungsarmen Stelle nach wie vor ausüben 

kann. Der Beschwerdeführer hat daher ab 1. März 2013 Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente.

4.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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4.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 24. Juli 2014 aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2013 eine Dreiviertelsrente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund der Einholung eines 

Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zeitaufwands erscheint eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als 

angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr 1'000.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.

4.3  Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 19'264.10 (act. G 19) hat die 

Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

4.4  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall 

erscheint unter Berücksichtigung des durch die Einholung eines Gerichtsgutachtens 

entstandenen Mehraufwands eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 24. Juli 2014 aufgehoben und 

dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2013 eine Dreiviertelsrente 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. Der 

vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm 

zurückerstattet.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 19'264.10 zu 

bezahlen.

4.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.04.2017
	Art. 7 ATSG, Art. 16 ATSG Beweistauglichkeit eines Gerichtsgutachtens. Überdurchschnittliches Valideneinkommen aufgrund der Übernahme qualifizierter Funktionen und Verantwortlichkeiten und da der Beschwerdeführer mehr als 100 % arbeitete. Das Invalideneinkommen kann unter diesen Umständen nicht proportional entsprechend der Arbeitsfähigkeit zum Valideneinkommen (Prozentvergleich) bemessen werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. April 2017, IV 2014/378).

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