# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb62ee0e-11df-53da-9412-d7c4a68d55c5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** GG240092-K4
**Docket/Reference:** GG240092-K4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/GG240092-K4.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Winterthur
Einzelgericht Strafsachen  

Geschäfts-Nr.: GG240092-K/Ubegr/fg 

Mitwirkend: Bezirksrichter lic. iur. R. Bretscher

Gerichtsschreiberin MLaw A. Marquart

Urteil vom 23. Januar 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

Anklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigte

betreffend Hausfriedensbruch etc.

Privatkläger

B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____,

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Septem-

ber 2024 (act. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:

-

-

Die Beschuldigte; sowie

der Privatkläger in Begleitung seines Rechtsvertreters Rechtsanwalt MLaw 

X._____.

1.

Der Anklagebehörde (act. 15 S. 3):

Anträge:

" - Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

- Bestrafung mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 80.– 

(entsprechend Fr. 1'600.–)

- Gewährung des bedingten Vollzuges der Geldstrafe unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren

- Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft

- Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 

Fr. 1'100.–) "

2.

Anträge der Beschuldigten (Prot. S. 5 ff., sinngemäss):

1. Die Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.

2. Eventualiter sei sie möglichst milde zu bestrafen.

3. Die Kosten seien vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen.

4. Der Beschuldigten sei für die entstandenen Umtriebe eine Entschä-

digung von mind. Fr. 200.00 zuzusprechen.

3.

Anträge des Privatklägers (act. 31 S. 1):

" 1. Die Beschuldigte sei gemäss Anklage schuldig zu sprechen. 

  2. Es seien die Akten aus dem Verfahren GG240091 beizuziehen.

   3. Die Kosten des Verfahrens seien der Beschuldigten aufzuerlegen, 

eventualiter auf die Staatskasse zu nehmen, und es sei dem Ge-
schädigten eine angemessene Entschädigung (zzgl. 4% Spesen-
pauschale und 8.1% MwSt.) zuzusprechen. "

- 3 -

Erwägungen:

I.
Verfahrensgang

1.   Mit Anklageschrift vom 26. September 2024 (hierorts eingegangen am 

7. Oktober 2024; act. 15) erhob die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

(nachfolgend "Staatsanwaltschaft") Anklage gegen A._____ (nachfolgend 

"Beschuldigte") wegen Hausfriedensbruch sowie Tätlichkeiten.

2.   Mit Verfügung vom 22. Oktober 2024 (act. 16) wurde den Parteien Frist an-

gesetzt, um Beweisanträge zu stellen und zu begründen und es wurde dem Pri-

vatkläger Frist angesetzt, um die Zivilansprüche zu beziffern und zu begründen. 

Sodann wurden die Parteien zur Hauptverhandlung vorgeladen mit dem Hinweis, 

dass die Hauptverhandlungen in den Verfahren GG240091-K und GG240092-K 

gleichzeitig stattfinden. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2024 (act. 18) zeigte 

Rechtsanwalt MLaw X._____ seine Mandatierung als Rechtsbeistand von 

B._____ (nachfolgend "Privatkläger") an (act. 19). 

3.   Mit Eingabe vom 18. November 2024 (act. 26) bzw. 6. Dezember 2024 

(act. 25) liess der Privatkläger einen Beweisantrag stellen, welcher mit Verfügung 

vom 10. Dezember 2024 (act. 27) abgewiesen wurde. 

4.   Am 23. Januar 2025 wurde die Hauptverhandlung durchgeführt, anlässlich 

welcher die Beschuldigte sowie der Privatkläger in Begleitung seines Rechtsver-

treters, Rechtsanwalt MLaw X._____, erschienen sind. Das Urteil wurde gleichen-

tags beraten, gefällt und mündlich eröffnet sowie den Anwesenden in unbegrün-

deter Form ausgehändigt (Prot. S. 5 ff.).

II.
Prozessuales

1.

Strafantrag und Zuständigkeit

Bei den vorliegend zu beurteilenden Delikten des Hausfriedensbruchs im 

Sinne von Art. 186 StGB sowie den Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

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StGB handelt es sich um Antragsdelikte, wobei die notwendigen Strafanträge vor-

liegen (D2 act. 3/3 F/A 24). Zudem sollen die Delikte im Sprengel des Bezirksge-

richts Winterthur verübt worden sein, weshalb das hiesige Gericht auch örtlich zu-

ständig ist (Art. 31 Abs. 1 StPO).

2.

Privatklägerschaft

Gemäss Art. 118 Abs. 3 StPO hat die Erklärung, sich am Strafverfahren als 

Straf- oder Zivilkläger beteiligen zu wollen, spätestens bis zum Abschluss des 

Vorverfahrens zu erfolgen. Der Privatkläger hat sich rechtzeitig vor Anklageerhe-

bung als Zivilkläger konstituiert (D2 act. 5/4).

3. Gehörsrecht

Unter dem Gesichtspunkt des Gehörsrechts ist darauf hinzuweisen, dass die 

Entscheidbegründung kurz die wesentlichen Überlegungen nennen muss, von de-

nen sich das Gericht leiten liess und auf die es seinen Entscheid stützt. Es muss 

sich nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich auseinandersetzen (BGE 146 IV 

297, E. 2.2.7; BGE 141 IV 249, E. 1.3.1; BGE 141 III 28, E. 3.2.4). Dies entspricht 

den konventionsrechtlichen Anforderungen. Die EMRK verpflichtet nach der 

Rechtsprechung des EGMR, Entscheide zu motivieren, wobei es auf den Einzel-

fall ankommt, doch lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht in der Weise auslegen, 

dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde. Wie jedes be-

hördliche Handeln hat auch der Motivationsaufwand sachbezogen und verhältnis-

mässig zu sein (Urteil 6B_880/2017 des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juli 2018, 

E. 2.7 m.w.H.).

III.
Sachverhalt

1.

Anklagesachverhalt und Ausgangslage

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten in der Anklageschrift vom 

26. September 2024 zusammengefasst vor, sie habe trotz eines durch den Privat-

kläger aufgestellten Verbotsschildes, welches ihr bekannt gewesen sei und wor-

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über sie sich willentlich hinweggesetzt habe, das Grundstück des Privatklägers 

betreten, um diesen davon abzuhalten, ihre Kollegin C._____ und zwei Hunde (ei-

ner davon der Hund der Beschuldigten) mit einem Schlauch nass zu spritzen. Da-

bei habe die Beschuldigte am Gartenschlauch des Privatklägers gerissen, sodass 

dieser dem Reissen habe entgegenhalten müssen, um das Entreissen zu verhin-

dern und es sei zu einem ungewollten Körperkontakt gekommen. 

1.2. Die Beschuldigte bestreitet, am Gartenschlauch des Privatklägers gerissen 

zu haben, sodass dieser dem Reissen habe entgegenhalten müssen, um das Ent-

reissen zu verhindern und es dabei zu einem ungewollten Körperkontakt gekom-

men sei. Sodann räumt die Beschuldigte zwar ein, dass sie auf das Grundstück 

des Beschuldigten gegangen sei. Sie macht indessen geltend, dies nur deswegen 

gemacht zu haben, weil der Privatkläger ihre Kollegin C._____ sowie zwei Hunde 

nassgespritzt habe. Es ist nachfolgend zu prüfen, ob der Beschuldigten der in der 

Anklageschrift wiedergegebene Sachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit 

nachgewiesen werden kann. Der eingeklagte Sachverhalt ist somit nach den all-

gemein gültigen Beweisregeln zu erstellen.

2. Grundsätzliches zur Sachverhaltserstellung

2.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es 

nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten ge-

schöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet. Der Grundsatz der freien ge-

richtlichen Beweiswürdigung besagt, dass das Gericht die Beweise frei nach sei-

ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung würdigen soll 

(Art. 10 Abs. 2 StPO). Ist ein Sachverhalt umstritten, ist es die Aufgabe des Ge-

richts, den Fakten verpflichtet und unter Einbezug aller im Einzelfall relevanten 

Umstände, zu prüfen, ob es sich von einer bestimmten Sachverhaltsdarstellung 

überzeugt zeigen kann. Bestehen nach so vorgenommener Beweiswürdigung er-

hebliche und unüberwindbare Zweifel an der Täterschaft der Beschuldigten, so 

sind diese in dubio pro reo zu ihren Gunsten zu werten (Art. 10 Abs. 1 und Abs. 3 

StPO). Auf die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gege-

benenfalls zu würdigen sind, findet der Grundsatz in dubio pro reo aber keine An-

wendung bzw. gibt keine Anweisung, welche Schlüsse aus den vorhandenen Be-

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weismitteln zu ziehen sind. Bei sich widersprechenden Beweismitteln darf das 

Gericht deshalb nicht unbesehen auf den für die Beschuldigte günstigeren Beweis 

abstellen. Der Grundsatz in dubio pro reo kommt nur zur Anwendung, wenn nach 

erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel verbleiben (BGer 

6B_299/2020 vom 13. November 2020, E. 2.2.2; BGer 6B_804/2017 vom 23. Mai 

2018, E. 2.2.3.1). Schliesslich ist festzuhalten, dass für einen Schuldspruch keine 

absolute Gewissheit verlangt werden kann. Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisfüh-

rung erreicht werden kann. Abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je ganz 

auszuräumen. Überzeugung ist erreicht, wenn vernünftigerweise und nach der Er-

fahrung des Lebens ein gegenteiliger Sachverhalt keine oder nur eine geringe 

Wahrscheinlichkeit für sich hat und erhebliche Zweifel demzufolge nicht oder nicht 

mehr bestehen (BGE 144 IV 345, E. 2.2.1; BGE 127 I 38, E. 2.a; BGE 120 Ia 31, 

E. 2.d; BGer 6P.155/2006 und 6S.363/2006 vom 28. Dezember 2006, E. 4.1).

2.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf Aussagen von Beteilig-

ten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfol-

gen. Beim Abwägen der Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaubwürdig-

keit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. Wäh-

rend die erste Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist 

die letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, ob 

sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht (HAUSER, Der 

Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Grundsätzlich kommt der 

Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft bei der Aus-

sageanalyse keine wesentliche Bedeutung zu, sondern der Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf über-

prüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tat-

sächlichen Erleben entspringen. Der Methode der Aussagenanalyse liegt die Er-

kenntnis zugrunde, dass wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche geis-

tige Leistungen erfordern (BGE 129 I 49, E. 5; 128 I 81, E. 2; BGer 6B_375/2015 

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vom 29. Oktober 2015, E. 2.2.2). Während die Wiedergabe eines tatsächlich er-

lebten Ereignisses kognitiv relativ leicht fällt, ist es intellektuell schwieriger, eine 

Aussage über ein komplexes Handlungsgeschehen ohne Erlebnishintergrund zu 

reproduzieren und über einen längeren Zeitraum hinweg konstant zu schildern. 

Wahre und erfundene Darstellungen unterscheiden sich deshalb regelmässig in 

ihrer inhaltlichen Qualität. Ein Lügner verfolgt zudem das Ziel, beim Empfänger 

den Eindruck der Glaubwürdigkeit zu erwecken. Er versucht im Allgemeinen 

Selbstkorrekturen, Erinnerungslücken und Selbstbelastungen zu vermeiden (FER-

RARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsychologie, plädoyer 4/09, S. 36; LU-

DEWIG/TAVOR/BAUMER, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Rich-

tern, Staatsanwälten und Anwälten helfen, AJP 11/2011, S. 1423 f.). Auch dieser 

Umstand kann sich in seinen Aussagen niederschlagen. Im Rahmen der Aussa-

geanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der 

Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und ihrer Motivlage eine solche 

Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Als Analysemittel 

dienen vorab die sogenannten Realkennzeichen. Dabei handelt es sich um wis-

senschaftlich definierte Qualitätsmerkmale für die Bewertung der Glaubhaftigkeit 

von Aussagen. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto glaubhafter erscheint die Aus-

sage (vgl. etwa BGE 133 I 33, E. 4.3; 129 I 49, E. 5; 128 I 81 E. 2; BGer 

6B_760/2016 vom 29. Juni 2017, E. 4.2, und 6B_793/2010 vom 14. April 2011, 

E. 1.3.1). Zu diesen Realkennzeichen gehören beispielsweise die logische Kon-

sistenz, der quantitative Detailreichtum oder die Schilderung von psychischen 

Vorgängen oder Komplikationen im Handlungsablauf (vgl. zu den Realkennzei-

chen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, plä-

doyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, a.a.O., S. 35 f.; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, a.a.O., 

S. 1425).

3.

Verwertbarkeit der Videoaufnahme des Vorfalls vom 17. November 2023

3.1. Standpunkt des Privatklägers

Der Privatkläger lässt geltend machen, die Videoaufnahme des Vorfalls vom 

17. November 2023 sei nicht verwertbar, da es sich um eine unerlaubte Auf-

nahme des Privatbereichs des Privatklägers im Sinne von Art. 179quater StGB 

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handle. Da vorliegend ausschliesslich Übertretungen zur Diskussion stünden, sei 

eine Verwertung nach Art. 141 Abs. 2 StPO nicht zulässig (act. 31 S. 7).

3.2. Würdigung

3.2.1. Für die Verwertbarkeit von durch Private selbständig erlangte Beweise ist in 

den letzten Jahren ein im Grundsatz allgemein konsentiertes Prüfungsschema 

entwickelt worden, das verschiedene Schritte beinhaltet: Dabei ist zunächst da-

nach zu unterscheiden, ob sich der Private bei der Erlangung des infrage stehen-

den Beweises rechtmässig oder aber rechtswidrig verhalten hat. Hat er sich recht-

mässig verhalten, sind die Beweise, die er den Strafverfolgungsbehörden zur Ver-

fügung gestellt hat, verwertbar, es sei denn, es liege ein sog. selbständiges Ver-

wertungsverbot vor.

3.2.2. Vorliegend wurde mit der Videoaufnahme auch das Grundstück des Privat-

klägers gefilmt. Es stellt sich die Frage, ob damit – wie vom Rechtsvertreter des 

Privatklägers vorgebracht – eine unerlaubte Aufnahme des Privatbereichs des 

Privatklägers erstellt wurde. Grundsätzlich zählen alle Bereiche zum Privatbe-

reich, die unter das Hausrecht von Art. 186 StGB fallen. In BGE 137 I 335 hat das 

Bundesgericht dann präzisiert, dass nicht zum von Art. 179quater StGB geschützten 

Bereich gehört, was sich in der Öffentlichkeit abspielt und von jedermann wahrge-

nommen werden kann. Dies könne gar auch Bereiche betreffen, die zu einer Pri-

vatwohnung gehören würden. Somit können gemäss höchstrichterlicher Recht-

sprechung auch Alltagsverrichtungen in einem von jedermann öffentlich einsehba-

ren Bereich (wie beispielsweise auf frei einsehbaren Balkonen einer Privatwoh-

nung) ohne Verstoss gegen Art. 179quater StGB gefilmt werden, da es sich dabei 

um Tatsachen handelt, die ohne Überwindung einer physischen oder psychologi-

schen Schranke zugänglich sind und keine besonders persönlichkeitsbezogene 

Szenen darstellen.

Im konkreten Fall wurde mit der Videoaufnahme ein offener, nicht weiter 

zum Beispiel mittels Mauern oder Ähnlichem abgegrenzter Bereich des Grund-

stücks des Privatklägers gefilmt. Der gefilmte Bereich kann von jedermann ohne 

Überwindung einer physischen oder psychologischen Schranke eingesehen wer-

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den. Dabei wurde der Privatkläger auch nicht in einer Situation gefilmt, die als be-

sonders intim qualifiziert werden müsste. Die Aufnahme wurde deshalb nicht in 

Verstoss von Art. 179quater StGB erstellt.

3.2.3. Zu prüfen bleibt das Datenschutzgesetz. Das Erstellen von Videoaufzeich-

nungen, auf denen Personen erkennbar sind, stellt ein Bearbeiten von Personen-

daten dar (Art. 5 lit. a und lit. d DSG), was gewissen Grundsätzen genügen muss: 

dem Gebot der Verhältnismässigkeit (Art. 6 Abs. 2 DSG), dem Gebot, dass Da-

tenerhebungen nicht auf Vorrat, sondern zu einem konkreten Zweck erfolgen 

müssen (Grundsatz der Zweckbindung, Art. 6 Abs. 3 DSG) sowie dem Erforder-

nis, dass die Aufzeichnung nicht heimlich erfolgen darf, sondern auf die Videoauf-

zeichnung vorgängig hingewiesen worden sein muss (Grundsatz der Erkennbar-

keit, Transparenzgebot, Art. 6 Abs. 3 DSG). Dieser letztere Grundsatz wurde vor-

liegend offenbar nicht eingehalten. Es gibt keinen Hinweis, dass der Privatkläger 

von der filmenden Person auf die bevorstehende Videoaufnahme aufmerksam ge-

macht worden wäre. Vielmehr war es so, dass der Privatkläger perplex war, als 

ihm der Ehemann der Beschuldigten die Aufnahmen zeigte (vgl. D2 act. 3/1 

F/A 11). Daraus kann gefolgert werden, dass der Privatkläger nichts von der Auf-

nahme wusste und die Erstellung des Videos im Moment der Aufnahme für ihn 

nicht erkennbar gewesen war. Dies führt nun aber nicht automatisch zur Unver-

wertbarkeit. Vielmehr hat dies zur Folge, dass die Verwertbarkeit davon abhängt, 

ob für die Erstellung der Videoaufnahme Rechtfertigungsgründe im Sinne von 

Art. 31 DSG bestanden haben. Auch dann, wenn die erwähnten Grundsätze des 

Datenschutzgesetzes im Einzelfall missachtet worden sind und die Videoauf-

nahme deshalb in einem ersten Schritt als grundsätzlich persönlichkeitsverletzend 

zu qualifizieren ist (Art. 30 DSG), kann dennoch eine im Ergebnis rechtmässig er-

langte Videoaufzeichnung vorliegen, wenn und soweit die grundsätzlich gegebene 

Persönlichkeitsverletzung nach Art. 31 DSG gerechtfertigt werden kann. Dies 

kann durch Einwilligung der betroffenen Person, durch ein überwiegendes priva-

tes oder öffentliches Interesse oder durch Gesetz gerechtfertigt sein (Art. 31 

Abs. 1 DSG). Dass der Privatkläger mit der Erstellung der Videoaufnahme einver-

standen gewesen wäre, ist nicht erkennbar. Zu prüfen bleibt damit ein überwie-

gendes privates oder öffentliches Interesse. Falls eine Videoaufnahme zu Schutz- 

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und Sicherheitszwecken erfolgt, kann diese schützenswerten privaten Interessen 

dienen, so wenn Datenerhebungen der eigenen Sicherheit bzw. dem Schutz eige-

ner Rechtsgüter des Aufzeichnenden und/oder dem Schutz von Dritten und deren 

Rechtsgütern dienen. In Notwehrsituationen können unter dem Beweissiche-

rungszweck getätigte (unter Umständen sogar heimliche) Videoaufzeichnungen, 

die in Verletzung des datenschutzrechtlich verankerten Transparenzgebots ange-

fertigt werden, gerechtfertigt sein. Wesentlich dabei ist, dass die für die Datener-

hebung verantwortliche Person selber in den aufzeichnungsrelevanten Vorgang 

involviert ist, damit der Aufzeichnung rechtfertigende Wirkung zukommen kann. 

Erforderlich ist des Weiteren, dass die Aufzeichnung erfolgt, um unmittelbar be-

vorstehende oder sich bereits im Gang befindliche unrechtmässige Eingriffe zu er-

fassen.

Vorliegend wurde die Videoaufnahme erstellt, um den Vorfall vom 17. No-

vember 2023 zu dokumentieren, so dass im Nachgang der Ablauf der Gescheh-

nisse belegt werden kann. Damit wurde die Aufzeichnung nicht auf Vorrat, son-

dern mit einem bestimmten Zweck erstellt. Bei der Person, welche die Videoauf-

nahme erstellte, handelt es sich offensichtlich um die Besitzerin des Hundes (Frau 

D._____), welcher gerade an C._____ abgegeben worden war (D1 act. 4/2 

F/A 27). Sie war damit in den aufzeichnungsrelevanten Vorgang involviert und 

durch die Situation selber betroffen, wurde ihr Hund doch durch den Privatkläger 

ebenfalls mit Wasser bespritzt. Schliesslich ist zu sagen, dass nach herrschender 

Lehre und Rechtsprechung die Beweisverwertungsverbote gemäss Art. 141 Abs. 

2 StPO reine Belastungsverbote darstellen, das heisst, die in dieser Bestimmung 

verankerte Beweisverwertungsverbote gelten nur zuungunsten der Beschuldigten, 

nicht jedoch zu ihren Gunsten (vgl. hierzu Entscheid SB230420-O des Oberge-

richts des Kantons Zürich vom 29. August 2024). Aufgrund des Gesagten ist die 

Videoaufnahme der Geschehnisse vom 17. November 2023 im vorliegenden 

Strafprozess verwertbar.

4.

Vorbemerkung zur Glaubwürdigkeit der befragten Personen

4.1. Wie bereits erwähnt spielt in der Aussagentheorie die Glaubwürdigkeit der 

befragten Personen nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch soll an dieser Stelle 

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kurz auf die Glaubwürdigkeit der einzelnen Personen eingegangen werden. Zur 

Beschuldigten ist zu sagen, dass diese als vom Strafverfahren direkt betroffene 

Person selbsterklärend ein Interesse an einem für sie günstigen Ausgang des 

Strafverfahrens hat. Ebenfalls ein entsprechendes Interesse an einem für ihn 

günstigen Ausgang des Verfahrens hat der Privatkläger, welcher im Verfahren 

GG240091-K wegen des gleichen Vorfalls im genannten Verfahren beschuldigte 

Person ist. C._____ wiederum sagte, die Beschuldigte sei eine sehr anständige 

Person und sehr liebe Kundin. Die Beziehung zum Privatkläger bezeichnete 

C._____ hingegen als schlecht (Prot. S. 14 im Verfahren GG240091-K).

4.2. Damit kann festgehalten werden, dass bei allen Personen mit Bezug auf 

die Glaubwürdigkeit auf die eine oder andere Weise Abstriche gemacht werden 

können. Indessen ist es aber so, dass es auf die Glaubwürdigkeit der einzelnen 

Personen nicht so sehr ankommt. Vielmehr sind die Aussagen der involvierten 

Personen entscheidend, so insbesondere was gesagt wurde und wie die einzel-

nen Aussagen erfolgten. Die Aussagen der befragten Personen sind deshalb 

nachfolgend einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

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5.

Aussagen der beteiligten Personen

5.1. Aussagen der Beschuldigten

5.1.1. Bei der Polizei sagte die Beschuldigte am 20. November 2023 (D2 act. 3/1) 

aus, sie habe den Hund aus dem Auto genommen. Daraufhin habe der Privatklä-

ger alle Anwesenden beschimpft. Er habe mit einem Wasserschlauch umherges-

pritzt. Er habe gesagt, es dürften kein Mensch und kein Tier hier durchlaufen. Sie 

und die andere Dame hätten C._____ je ihren Hund gegeben. Sie hätte C._____ 

gesagt, dass sie den Privatkläger vom Theater abhalten könne und C._____ solle 

mit den Hunden zum Eingang laufen (F/A 1). Der Privatkläger habe begonnen, die 

Hunde und C._____ mit dem Wasserschlauch abzuspritzen. Sie sei dazwischen 

und habe den Schlauch gepackt und geknickt. Er habe den Schlauch auf sie ge-

richtet und als er bemerkt habe, dass kein Wasser mehr fliesse, habe er auf sie 

eingeschlagen (F/A 2). Er habe den Schlauch in der rechten (F/A 4) Faust gehabt 

und damit in Richtung Kopf geschlagen. Getroffen habe er sie an der Schulter 

links und dem Kopf (F/A 3). Sie habe sich nicht bewusst gegen den Privatkläger 

gewehrt. Sie habe nur den Schlauch zugedrückt (F/A 7). Der Schlag sei kraftvoll 

erfolgt. Der Privatkläger sei wütend gewesen und habe mit Wucht zugeschlagen. 

Sie habe nach dem Vorfall Kopfschmerzen gehabt (F/A 12). Sie habe dem Privat-

kläger gesagt, er solle aufhören (F/A13, 15). Sie wisse nicht, ob er bewusst auf 

den Kopf, oder einfach um sich geschlagen habe. Sie wolle ihm nichts unterstel-

len (F/A 14).

5.1.2. Am 29. November 2023 gab die Beschuldigte zu Protokoll (D2 act. 3/4), sie 

habe sich nur gewehrt, weil der Privatkläger C._____ und die Hunde nassges-

pritzt habe. Sie habe den Privatkläger nicht berührt. Sie habe nur den Schlauch 

angefasst (F/A 4, 6). Sie habe ihn ca. dreimal aufgefordert, aufzuhören. Sie sei 

zuerst auf dem Grundstück von C._____ gestanden (F/A 4). Sie habe den 

Schlauch nur angefasst und diesen geknickt, um das Wasser zu stoppen. Sie 

habe den Privatkläger nicht berührt. Sie habe ihn nicht gestossen oder derglei-

chen (F/A 5 f.). Als dieser sie geschlagen habe, hätten sie sich zwangsläufig be-

rührt, aber nicht von ihr aus (F/A 7). Sie habe nicht gewusst, dass sie im Bereich 

der Liegenschaft gestanden sei, welcher zu seinem Grundstück gehöre (F/A 8). 

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Sie bringe die Hunde seit ca. drei Jahren zu C._____ und der Privatkläger habe 

noch nie etwas gesagt, dass sie auf seinem Grundstück sei (F/A 9 f.). Der Privat-

kläger habe die Tafeln – so glaube sie – am 16. November aufgestellt, C._____ 

habe sie darüber informiert. Bis dahin habe sie nichts von diesem Problem mit 

den Grundstücken gewusst. Sie habe sich immer auf der Seite von C._____ be-

funden, bis der Privatkläger nicht damit aufgehört habe mit dem Wasser zu sprit-

zen. Sie habe ihn dreimal aufgefordert aufzuhören, danach habe sie einschreiten 

müssen (F/A 11). Sie habe nicht bewusst einen Hausfriedensbruch begangen. Sie 

sei nur zu ihm, weil sie habe einschreiten müssen (F/A 13). Sie sehe keine Schuld 

ein, den Privatkläger angegriffen zu haben (F/A 14).

5.1.3. Bei der Staatsanwaltschaft am 29. Juli 2024 (D2 act. 3/5) führte die Be-

schuldigte aus, der Privatkläger sei schon auf seiner Seite des Gartens in Position 

mit dem Gartenschlauch gestanden (F/A 5, 16). Sie habe C._____ gesagt, sie soll 

die zwei Hunde nehmen und hochlaufen. Als C._____ die Treppe hochgegangen 

sei, habe der Privatkläger C._____ abgespritzt. Sie (die Beschuldigte) habe dem 

Privatkläger gesagt, er solle aufhören, es sei genug. Dann sei sie auf sein Grund-

stück gegangen, um den Schlauch zu knicken. Das habe ihn aufgeregt, weil er 

bemerkt habe, dass kein Wasser mehr gekommen sei. Er habe mit der Hand ge-

gen sie gewedelt, weil er sie habe anspritzen wollen. Als er bemerkt habe, dass 

nichts mehr gekommen sei, habe er mit dem Schlauch auf sie eingeschlagen, 

worauf sie sogleich weggegangen sei. Sie habe den Schlauch angefasst und 

nicht ihn (F/A 5). Der Privatkläger sei ihr gegenüber handgreiflich geworden (F/A 

6). Er habe die Hand nach oben genommen und sie mit dem Schlauchteil erwi-

scht. Es habe "geklöpft". Danach sei sie davongerannt (F/A 7). Er habe den 

Schlauch vorne beim Teil und hinten beim Schlauch gehalten. Deshalb habe sie 

in der Mitte knicken können (F/A 8). Sie würde sagen, er habe sie mit der Spritz-

düse getroffen, sie wisse nicht, ob es vielleicht auch die Hände gewesen seien 

(F/A 10). Getroffen habe er sie irgendwo am Hinterkopf, sie könne es nicht mehr 

genau sagen (F/A 11). Sie habe danach leichte Kopfschmerzen gehabt, sei aber 

nicht zum Arzt gegangen (F/A 24 f.). Gemäss ihrer Wahrnehmung habe er auf sie 

eingeschlagen (F/A 12). Sie sei ebenfalls nass geworden. Ihre Regenpellerine 

und ihre Haare seien nass gewesen (F/A 13 f.). Sie habe gewusst, dass sie das 

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Grundstück des Privatklägers betrete, als sie eingegriffen habe. Es sei aber noch 

nie Thema gewesen, weil sie die Hunde immer gebracht hätten und sie sich auf 

sein Grundstück hätten begeben müssen. Sie hätten angenommen, es gebe dort 

ein Wegrecht. Sie hätte nicht gewusst, wem das Grundstück gehöre (F/A 15). Der 

Privatkläger sei neben der Treppe auf seinem Grundstück gestanden. Es habe 

eine Tafel gehabt und Striche auf der Treppe. Sie habe erst am 17. November 

2023 gewusst, dass es sein Grundstück sei (F/A 16 ff.). Die Verbotstafel hätte sie 

beachtet, deshalb seien sie auch nicht auf die Treppe gegangen (F/A 19).

5.1.4. Anlässlich der Hauptverhandlung schilderte die Beschuldigte in ihrem freien 

Bericht, sie sei wie immer gekommen und habe ihren Hund bringen wollen. Der 

Privatkläger sei hinter dem Haus hervorgekommen. C._____ habe ihr dann das 

Problem geschildert. Sie habe die Tafel gesehen, die sie zuvor noch nie gesehen 

habe. Sie habe auch nicht gewusst, was das Recht sei. Sie komme seit sieben 

Jahren dort hin und seit sieben Jahren sei es kein Problem. Jetzt heisse es, man 

dürfe das nicht mehr. Sie habe versucht, es zu berücksichtigen. Sie habe gesagt, 

C._____ solle die zwei Hunde nehmen, eine andere Kundin sei auch noch da ge-

wesen, und C._____ solle versuchen, die Treppe hinaufzugehen. Sie sei auf dem 

Grundstück von C._____ gestanden. Der Privatkläger habe zuerst auf ihren Hund 

gespritzt und dann auf C._____. Ob der Privatkläger den hinteren Hund erwischt 

habe, wisse sie nicht mehr genau. Ihren Hund habe er aber erwischt. Sie habe 

den Privatkläger aufgefordert aufzuhören. Da habe dieser "Nein" gesagt. Dieser 

habe nicht aufgehört. Sie habe den Schlauch abgeknickt, damit er nicht mehr 

habe spritzen können. Sie habe den Privatkläger nie berührt. Weder am Körper, 

noch an den Händen oder sonst wo. Dann als das Wasser nicht mehr gelaufen 

sei, sei sie weggegangen und habe sich abgedreht. Sie habe weg gewollt und der 

Privatkläger habe sie hinten, nicht am Gesicht, erwischt. Sie sei weggerannt und 

der Privatkläger habe mit dem Schlauch nachgespritzt (Prot. S. 12). Auf Vorhalt 

des Vorwurfs gemäss Anklageschrift antwortete die Beschuldigte, sie sei natürlich 

auf das Grundstück des Privatklägers gegangen, um ihn zu stoppen, damit er auf-

höre. Dass das so sei, habe sie an diesem Tag das erste Mal gesehen. Sie habe 

dies zuvor nicht gewusst. Es sei etwas zwischen dem Privatkläger und C._____ 

und interessiere sie nicht. Sie bringe ihren Hund dorthin, habe ihn immer dorthin 

- 15 -

bringen können und plötzlich am 17. heisse es, man dürfe dort die Treppe nicht 

mehr hinaufgehen (Prot. S. 12 f.). Sie habe das Verbotsschild gesehen, dieses sei 

gleich bei der Treppe gestanden. Und der Privatkläger habe mit einer Spraydose 

eingezeichnet, wo man durchgehen dürfe. Es habe bei der Treppe noch 20, 25 

cm gehabt, wo man sich hätte durchdrängen können, um beim Zaun hineingehen 

zu können. Bewusst gesehen habe sie das Schild das erste Mal am 17. Novem-

ber 2023. Es könne sein, dass C._____ ihr telefonisch vom Aufstellen des Schil-

des erzählt habe, sie sei sich aber nicht sicher (Prot. S. 13). Sie habe das Grund-

stück des Privatklägers betreten, um ihn zu stoppen. Sonst sei sie nicht auf sei-

nem Grundstück gestanden. Sie sei auf dem Grundstück von C._____ gestanden, 

als sie den Privatkläger aufgefordert habe, aufzuhören. Sie sei nur hinübergelau-

fen, um den Schlauch abzuknicken (Prot. S. 13 f.). Der Privatkläger habe zur 

Kennzeichnung des Grundstücks rosarote Striche auf die Treppe gemacht. Unten 

habe der Privatkläger keine Striche gemacht. Es habe geheissen bis zu dem 

Grundstein, der unten sei. Aber wo genau es hindurchgehe, das habe man nicht 

gesehen. Er habe einfach eine Verbotstafel hingestellt. Da sei es wohl um die 

Treppe gegangen, dass man die Treppe nicht betreten dürfe. Unten bei der 

Strasse habe es irgendwo einen Grundstein. Aber es mache ja einen Bogen. Sie 

wisse nicht, wie das sei. Sie habe wirklich gar kein Ahnung, was C._____ und 

was dem Privatkläger gehöre. Es betreffe sie ja nicht. Sie habe einfach immer die 

Hunde gebracht und es sei nie ein Thema gewesen. Sie hätte ja sonst auch 

schon zuvor das Grundstück betreten, was sie nicht gedurft hätte. Ihr sei ungefähr 

bewusst gewesen, wo die Grundstücksgrenze verlaufe. Es sei ein Teil der Treppe 

und dann verlaufe diese hinunter zum Grundstein. Wo sie ganz genau sei, das 

wisse sie nicht. Das wüssten wohl auch der Privatkläger und C._____ nicht (Prot. 

S. 14). Der Privatkläger habe ihr nie gesagt, dass sie auf seinem Grundstück sei 

und dieses verlassen solle. Er habe nur über die Hunde geschimpft. Er habe 

diese immer "Köter" genannt. Das habe er öfters gesagt. Sie sei zu ihm hin und 

habe den Schlauch abgeknickt. Sie sei gelernte Altenpflegerin. Sie greife sicher 

keinen Menschen an. Sie habe ihm gesagt, dass es genug sei. Es stimme nicht, 

dass sie am Gartenschlauch gerissen habe und es zu einem ungewollten Körper-

kontakt gekommen sei. Sie sei zum Privatkläger hingegangen und habe den 

- 16 -

Schlauch gedrückt. Sie sei da stehen geblieben und habe C._____ gerufen, sie 

solle hinaufgehen. Der Privatkläger habe bemerkt, dass kein Wasser mehr 

komme und habe mit der Hand ausgeholt. Der Privatkläger habe sie erwischt und 

sie sei davon gegangen. Sie habe ihn nie berührt, sie habe nur den Schlauch an-

gefasst (Prot. S. 15 f.). Die Angaben des Privatklägers würden nicht stimmen 

(Prot. S. 16). Sie hätte ihn weder angefasst noch habe sie ihn geschlagen (Prot. 

S. 17). Auf Vorhalt der rechtlichen Würdigung gab die Beschuldigte zu Protokoll, 

es stelle sich die Frage, wie relevant es sei, dass sie zuvor gar nicht gewusst 

habe, wie das aussehe mit dem Grundstück. Man wisse es ja jetzt noch nicht 

(Prot. S. 17).

5.2. Aussagen des Privatklägers

5.2.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. November 2023 (D2 

act. 3/3) sagte der Privatkläger aus, er habe C._____ und die Beschuldigte nass 

gespritzt, weil diese mit dem Hund auf das Grundstück gegangen seien (F/A 5). 

Die Beschuldigte habe ihn angegriffen und sei auf ihn zugerannt, als er gesagt 

habe, dass die Hunde nicht durchlaufen könnten. Sie habe ihn schwer tätlich an-

gegangen (F/A 6). Er habe den Schlauch gehalten und sie habe ihm den 

Schlauch entreissen wollen. Sie habe mit ihm gekämpft, aber er habe den 

Schlauch behalten können (F/A 7). Sie habe ihn berührt, sie habe seine Hände 

angegriffen (F/A 8). Sie sei mit den Händen auf ihn losgekommen und habe ihm 

den Schlauch aus den Händen reissen wollen. Sie habe ihn mit den Händen be-

rührt (F/A 30). Er habe C._____ nicht angespritzt, sie sei in das Wasser hineinge-

laufen (F/A 13), als sie die Hunde unberechtigterweise zu sich befördert habe 

(F/A 36). Er habe die Beschuldigte nicht geschlagen, sondern sich nur gewehrt. 

Er habe sich verteidigt gegen das Wegreissen des Schlauches (F/A 14-18, 37, 41, 

52). Er habe nicht mit der Faust zugeschlagen. Er habe gar nicht geschlagen (F/A 

15). Die Beschuldigte sei von der E._____-strasse her auf sein Grundstück ge-

kommen (F/A 25). Sie habe wissen können, dass sie auf einem privaten Grund-

stück sei, weil es eine Verbotstafel gehabt habe (F/A 28). Auf Vorhalt des Videos 

macht er geltend, dass man dort nichts sehe bzw. nicht sehe, dass etwas pas-

siere (F/A 35).

- 17 -

5.2.2. Bei der Staatsanwaltschaft am 29. Juli 2024 (D1 act. 3/2) führte der Privat-

kläger aus, die Beschuldigte sei mit dem Hund und ihrer Kollegin nach oben ge-

kommen und hätte die Treppe nach oben gehen wollen, obwohl er dort eine Ver-

botstafel aufgestellt hätte. Er habe sie gefragt, wo sie hinwolle. Er habe das Gras 

mit dem Schlauch bespritzt. Sie habe geantwortet, dass sie nach oben gehen 

wolle. Er habe gefragt, ob sie die Tafel nicht sehe, dass sie da nicht nach oben 

könne. Weil sie dennoch nach oben gegangen sei und ihn frech angeschaut 

habe, habe er mit dem Schlauch etwas hochgespritzt und den Hund erwischt. Sie 

habe gesagt: "Nimm de Hund, nimm de Hund" und habe ihrer Kollegin den Hund 

gegeben, sei aber noch auf seinem Boden gewesen. Die Beschuldigte sei dann 

auf ihn losgekommen, wie ein Verrückte. Diese habe ihn angegriffen, er habe gar 

nichts gemacht, sie habe ihm den Schlauch aus den Händen reissen wollen. Sie 

habe diesen nicht wegreissen können, weil er diesen festgehalten habe. Sie sei 

dann mit der Kollegin die Treppe hoch und rein. Er habe das Wasser abgestellt. 

Die Beschuldigte habe er nicht geschlagen (F/A 26). Es stimme nicht, dass er den 

Hund und C._____ angespritzt habe. Er habe mit dem Schlauch einen Zwick ge-

geben, was den Hund erwischt habe (F/A 22). Die Beschuldigte sei gegen ihn ge-

walttätig geworden (F/A 21). Es sei gelogen, dass er die Beschuldigte mit dem 

Schlauch geschlagen habe (F/A 24). Er habe den Schlauch gehalten und habe 

sie so gar nicht schlagen können (F/A 26).

5.2.3. Zum Vorfall vom 17. November 2023 befragt, stellte der Privatkläger an der 

Hauptverhandlung im Verfahren GG240091-K als beschuldigte Person in Abrede, 

dass es zu Tätlichkeiten gegenüber C._____ gekommen sei. Er habe diese nicht 

mit dem Gartenschlauch nass gespritzt (Prot. S. 34 im Verfahren GG240091-K). 

Es sei etwas passiert, als er mit dem Pferd unten gestanden sei und die Frau hin-

ter dem Auto gewesen sei. Etwas anderes sei nicht passiert. Nach einer Situation 

mit der Beschuldigten am 17. November 2023 befragt, gab der Privatkläger zu 

Protokoll, daran könne er sich erinnern. Die Beschuldigte habe ihn auf seinem 

Grund tätlich angegriffen. Sie habe den Durchgang erzwingen wollen, wozu sie 

als fremde Person kein Recht habe (Prot. S. 35 im Verfahren GG240091-K). Auf 

die Frage, ob er schildern könne, was sich genau zugetragen hat, antwortete der 

Privatkläger mit folgenden Gegenfragen: "Wurden Sie auch schon einmal ange-

- 18 -

griffen? Stehen Sie einfach hin und lassen sich verprügeln? Am Oberkörper und 

überall? Eine wildfremde Person kommt und Sie stehen hin und lassen sich ver-

prügeln? Was glauben Sie eigentlich?!". Sodann führte der Privatkläger aus, 

wenn die Beschuldigte ihm den Schlauch habe abklemmen können, dann habe er 

C._____ gar nicht abspritzen können. Dies habe die Beschuldigte gemacht. Diese 

habe ihn auf seinem Boden angegriffen. Die Beschuldigte habe ihn am Arm und 

an die Hände gegriffen und den Schlauch wegreissen wollen. Dabei habe die Be-

schuldigte ihm gegenüber nichts gesagt (Prot. S. 36 im Verfahren GG240091-K). 

Sie habe der Kollegin gesagt, diese solle den Hund nehmen, damit die Beschul-

digte ihn körperlich angreifen könne. Diese habe den Schlauch angefasst und ab-

geknickt. Wegnehmen habe sie ihm den Schlauch nicht können. Auf die Frage, 

wo die Beschuldigte ihn genau berührt habe, antwortete der Privatkläger, dies sei 

am Körper gewesen, am Oberkörper, an den Schultern, am Arm und an der Brust. 

Sie habe geboxt und geschlagen und dann habe sie den Schlauch abknicken wol-

len. Die Berührung sei weiblich gewesen, wobei das Gericht sich selber ausrech-

nen könne, was das heisse (Prot. S. 37 f. im Verfahren GG240091-K). Er habe 

mit Gegenwehr reagiert mit dem Schlauch. Er habe den Schlauch gehalten. Er 

wisse nichts davon, dass er die Beschuldigte mit der Spritzvorrichtung am Kopf 

getroffen habe. Das Gericht könne sich selber ausrechnen, wie ein solcher ge-

genseitiger Angriff ablaufe. Es sitze sicher keiner da und habe die Hände in den 

Hosentaschen, mache nichts und lasse sich verprügeln (Prot. S. 38 im Verfahren 

GG240091-K). Die Beschuldigte habe er nicht nassgespritzt, sondern er habe den 

Hund abgespritzt. Er habe eine Verbotstafel auf seinem Grund ca. einen Meter 

neben der Grenze aufgestellt. Der Verlauf der Grundstücksgrenze sei mit Marken 

oben und unten gekennzeichnet (Prot. S. 39 im Verfahren GG240091-K). Diese 

sei jetzt gekennzeichnet. Auf die Frage, ob die Grundstücksgrenze auch zum Zeit-

punkt des Vorfalls gekennzeichnet gewesen sei, antwortete der Privatkläger, die 

Tafel sei vor dem Vorfall dort gestanden. Auf die Frage, ob er die Beschuldigte 

einmal aufgefordert habe, das Grundstück zu verlassen, als diese sein Grund-

stück betreten habe, gab der Privatkläger zu Protokoll, auf der Tafel sei leserlich 

"Betreten des Grundstücks von fremden Personen und Hunden verboten" gestan-

den. Die Beschuldigte sei mit dem Hund gekommen und habe hinauf gehen wol-

- 19 -

len. Er habe gefragt, wo die Beschuldigte hin wolle und ob sie nicht lesen könne. 

Diese habe "nein" gesagt und sei weiter gelaufen. Dann habe er den Hund abges-

pritzt und sie habe ihn angegriffen. Verbal aufgefordert das Grundstück zu verlas-

sen, habe er die Beschuldigte nicht (Prot. S. 40 im Verfahren GG240091-K).

5.2.4. Anlässlich der Befragung an der Hauptverhandlung im vorliegenden Verfah-

ren gab der Privatkläger zu Protokoll, er habe der Beschuldigten gesagt: "Wo wol-

len Sie hin, das ist verboten". Diese habe ihrer Kollegin gesagt: "Da nimm den 

Hund und bring C._____ den Hund". Die Kollegin habe den Hund genommen, sei 

mit dem Hund zu C._____ und diese sei mit den Hunden zur Wohnung hinauf. 

Die Beschuldigte sei auf ihn losgegangen und habe ihn angegriffen. Es sei die 

reine Wahrheit, er müsse nichts erfinden und lügen (Prot. S. 19). Es sei richtig, 

dass er der Beschuldigten nie gesagt habe, dass sie auf seinem Grundstück 

stehe und dieses verlassen solle. Er habe das nicht sagen müssen. Er habe mit 

dem Wasserschlauch den Hund zurückgehalten. Er sei grundlos auf seinem 

Grundstück angegriffen worden (Prot. S. 20). Er könne nicht bestätigen, dass die 

Beschuldigte nur den Schlauch angefasst und ihn nicht berührt habe. Er habe zu 

Beginn ihre Hände am Arm und am Körper gespürt. Sie erzwinge den Durchgang, 

bei dem eine sichtliche Verbotstafel stehe und greife dann noch den Grundstücks-

besitzer an (Prot. S. 20 f.).

5.3. Aussagen von C._____

5.3.1. Als Auskunftsperson befragt gab C._____ am 22. November 2023 bei der 

Polizei (D2 act. 3/2) zu Protokoll, sie sei zu den Kunden gegangen und hätte die 

Hunde genommen. Daraufhin sei der Privatkläger hinter der Scheune hervorge-

kommen und habe herumgeschrien. Er habe gesagt, dass sie hier nicht durchlau-

fen dürften. Sie sei dann mit den Hunden zum Aufgang gegangen und der Privat-

kläger hätte mit dem Gartenschlauch in ihre Richtung gespritzt. Sie sei komplett 

durchnässt worden. Daraufhin sei eine Kundin eingeschritten, sei auf den Privat-

kläger zugegangen, habe den Schlauch gepackt und umgeknickt, damit kein 

Wasser mehr habe fliessen können (F/A 5). Danach habe er auf die Kundin ein-

geschlagen. Sie habe die Hunde hinaufgebracht und sei danach wieder nach un-

ten (F/A 5). Der Privatkläger habe sie nass gespritzt, weil sie dort den Weg be-

- 20 -

nutzt hätten, der auf ihr Grundstück führe (F/A 7). Sie sei am Ende gewesen und 

habe gezittert. Es sei grauenhaft gewesen (F/A 8). Sie habe gesehen, wie der Pri-

vatkläger die Beschuldigte angegangen habe. Der Privatkläger habe die Beschul-

digte geschlagen (F/A 12 f.).

5.3.2. Bei der Staatsanwaltschaft am 29. Juli 2024 (D1 act. 4/2) gab C._____ zu 

Protokoll, der Privatkläger sei mit dem Schlauch vom Bord nach unten gekommen 

(F/A 34) und habe zuerst die Beschuldigte, dann Frau D._____ je mit ihren Hun-

den, und sie angespritzt. (F/A 27). Der Privatkläger sei auf seinem Grundstück ge-

standen (F/A 35). Sie sei pflotschnass gewesen, inkl. Haare und Kleider (F/A 28-

30). Die Beschuldigte habe den Schlauch genommen und zugedrückt. Der Privat-

kläger habe voll auf sie eingeschlagen. Sie habe nur gesagt, er solle bitte aufhö-

ren (F/A 27). Er habe rechts und links ausgeholt mit langen Armen (F/A 31). Sie 

könne nicht sagen, wie die Handflächen gewesen seien, sie habe die Hunde noch 

in der Hand gehabt. Sie habe auf die Hunde schauen müssen (F/A 32). Sie habe 

beide Hunde in der Hand gehabt und sei nach oben gerannt (F/A 27). Die Be-

schuldigte sei zu ihm gegangen, weil er sie alle mit dem Schlauch abgespritzt 

habe (F/A 33). Die Beschuldigte habe den Privatkläger nicht geschlagen, sie habe 

nur den Schlauch zugehalten (F/A 36). Sie (C._____) sei die Treppe hochgegan-

gen und der Privatkläger habe von der Seite mit dem Schlauch gespritzt (F/A 34).

5.3.3. Zum Vorfall vom 17. November 2023 befragt sagte C._____ anlässlich der 

Hauptverhandlung im Verfahren GG240091-K im Wesentlichen aus, sie sei hinun-

tergelaufen, als gerade zwei Hunde gleichzeitig gebracht worden seien. Sie habe 

den Privatkläger nicht gesehen, er sei hinter dem Stall gestanden. Dann sei er mit 

dem Schlauch gekommen und habe sie voll abgespritzt. Die Beschuldigte habe 

den Schlauch nur gehalten. Der Privatkläger habe voll auf sie eingeschlagen. Sie 

sei hoch gelaufen, die Hunde seien nass gewesen, und sie habe die Hunde ver-

sorgt. Dann habe sie die Polizei gerufen (Prot. S. 20 im Verfahren GG240091-K). 

Als sie nass gespritzt worden sei, sei sie unten bei der Treppe gestanden. Der 

Privatkläger habe auch weiter gespritzt, als sie nach oben gelaufen sei. Die Be-

schuldigte habe den Schlauch zugehalten. Die Beschuldigte sei dabei zuerst un-

ten gestanden und danach ein Stück auf dem Land des Privatklägers (Prot. S. 21 

- 21 -

im Verfahren GG240091-K). Die Beschuldigte habe den Privatkläger nicht ange-

griffen, sie hätten nur Körperkontakt gehabt, als der Privatkläger die Beschuldigte 

geschlagen habe. Die Beschuldigte sei drei bis vier Minuten beim Privatkläger ge-

standen, als sie den Schlauch zugehalten habe. Sie könne es aber nicht genau 

sagen (Prot. S. 22 im Verfahren GG240091-K). Sie sei etwa 1.5 Meter von den 

beiden entfernt gestanden. Sie sei die Treppe hoch mit den beiden Hunden, die 

Hunde seien komplett nass und es sei kalt gewesen. Sie sei nicht abgelenkt ge-

wesen. Sie habe nicht gesehen, dass der Privatkläger die Beschuldigte mit der 

Spritzvorrichtung am Kopf getroffen habe. Sie sei sich aber sicher, dass der Pri-

vatkläger die Beschuldigte absichtlich geschlagen habe (Prot. S. 23 im Verfahren 

GG240091-K). Der Privatkläger habe die Beschuldigte auch komplett nass ges-

pritzt. Dies auch für zwei, drei Minuten. Es sei schwierig zu sagen. Sie sei einfach 

auch pflotschnass gewesen (Prot. S. 24 im Verfahren GG240091-K).

5.4.

Fotografien und Videoaufnahme

5.4.1. Auf den bei den Akten liegenden Fotografien sieht man die vom Privatklä-

ger erwähnte Verbotstafel. Ersichtlich ist auf den Fotografien, dass die Tafel ne-

ben der Treppe in der Wiese platziert ist (D2 act. 1/2; Anhang 1 zu D1 act. 3/2).

5.4.2. Die Videoaufnahme zeigt den Vorfall, als ein Konflikt zwischen den Parteien 

schon im Gange ist. So ist darauf klar ersichtlich, dass der Privatkläger C._____ 

und zwei Hunde anspritzt. Die Beschuldigte ruft dem Privatkläger zu, er solle auf-

hören, was dieser aber nicht macht. Dann geht die Beschuldigte zum Privatkläger 

hin und knickt den Gartenschlauch ab. Dabei hält der Privatkläger den Garten-

schlauch mit beiden Händen fest, die rechte Hand liegt auf dem vorderen 

Schlauchteil. Zunächst versucht er, die Beschuldigte mit dem Wasserschlauch ins 

Gesicht zu spritzen, indem er die Spritzvorrichtung noch vor deren Gesicht hält. 

Es fliesst aber kein Wasser mehr. Der Privatkläger hält die Spritzvorrichtung dann 

mit nach hinten ausgestrecktem rechten Arm von der Beschuldigten weg. Darauf-

hin schlägt der Privatkläger der Beschuldigten mit seiner rechten Hand mit Wucht 

in Richtung Kopf, wobei es auch zu einem Kontakt kommt. Dabei hält der Privat-

kläger den Schlauch immer noch mit beiden Händen fest. Nach dem Schlag lässt 

die Beschuldigte den Schlauch los und geht davon. Danach spritzt der Privatklä-

- 22 -

ger erneut gegen C._____ und die Hunde und kurz auf den Boden neben der Be-

schuldigten.

5.5. Würdigung

5.5.1. Zu den Aussagen der Beschuldigten ist zunächst zu sagen, dass sie durch 

ein zurückhaltendes Aussagenverhalten auffällt. So gab sie in der Untersuchung 

eben zurückhaltend zu Protokoll, sie könne aus eigener Wahrnehmung nicht sa-

gen, ob der Privatkläger sie absichtlich geschlagen oder einfach um sich geschla-

gen habe. Sie wolle ihm nichts unterstellen (D2 act. 3/1 F/A 14). Daraus kann ge-

schlossen werden, dass die Beschuldigte den Privatkläger nicht zu Unrecht belas-

ten will. Dies zeigt sich aber auch an anderer Stelle. Es stellte sich im Zuge des 

Vorfalls vom 17. November 2023 noch die Frage einer Anzeige der Beschuldigten 

wegen Beschimpfung gegen den Privatkläger. Diesbezüglich gab die Beschul-

digte aber zu Protokoll, sie wolle keinen Strafantrag wegen Beschimpfung stellen, 

weil sie nicht genau in Erinnerung habe, welche Worte genau gefallen seien. Sie 

wolle keine falschen Angaben machen (D2 act. 3/1 F/A 9). Daran zeigt sich, dass 

die Beschuldigte einerseits den Privatkläger nicht zu Unrecht belasten will, ande-

rerseits aber auch, dass es ihr ein Anliegen zu sein scheint, die Dinge so darzu-

stellen, wie sie sich aus ihrer Wahrnehmung auch zugetragen haben. Für die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschuldigten spricht sodann, dass sich ihre 

Angaben nicht als exakt deckungsgleich mit den Angaben von C._____ erweisen, 

sondern sich diese "nur" in den wesentlichen Punkten als gleichlautend erweisen. 

Gerade diese Abweichungen sprechen dafür, dass es sich eben nicht um eine er-

fundene und von der Beschuldigten und C._____ einstudierte Geschichte handelt, 

sondern vielmehr, dass sie unabhängig voneinander das Erlebte aus ihrer Wahr-

nehmung schildern. Dabei erweisen sich ihre Angaben auch als detailliert und le-

bensnahe, indem sie einzelne Sequenzen des Vorfalls lebhaft wiedergibt und ihre 

Beweggründe schildert, als sie zum Privatkläger hingegangen ist, um den 

Schlauch abzuknicken. In ihren Einvernahmen kann die Beschuldigte schliesslich 

den Vorfall im Wesentlichen gleichbleibend schildern und sich auch anlässlich der 

Hauptverhandlung immer noch an Details erinnern. Gleichzeitig gibt sie aber auch 

klar zu erkennen, wenn sie unsicher ist. Sodann decken sich ihre Angaben mit der 

- 23 -

bei den Akten liegenden Videoaufnahme, welche den Vorfall festhält. Die Aussa-

gen der Beschuldigten sind glaubhaft.

5.5.2. Zu den Aussagen des Privatklägers ist zu sagen, dass er offensichtlich den 

Vorfall vom 17. November 2023 und eine Auseinandersetzung zwischen ihm und 

C._____ vom 15. September 2023 miteinander vermischt und diese als unmittel-

bar nacheinander darstellt. Dies lässt doch erhebliche Zweifel an der Zuverlässig-

keit der Angaben des Privatklägers aufkommen. Sodann schildert er die Situation 

so, als wäre die Beschuldigte ohne Anlass auf ihn zugekommen und habe den 

Schlauch angefasst bzw. ihn angegriffen. Er verschweigt insbesondere – und dies 

ergibt sich eindeutig aus der Videoaufnahme –, dass er mit dem Gartenschlauch 

C._____ und die Hunde mit Wasser angespritzt hat, die Beschuldigte ihm mehr-

fach gesagt hat, er solle mit dem Spritzen aufhören und dann erst zu ihm hinge-

gangen ist und den Gartenschlauch angefasst und abgeknickt hat. Es kann zwar 

nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Privatkläger sich absichtlich in einem 

besseren Licht darstellen will oder er nur eine mangelnde Erinnerung an den Vor-

fall hat. Jedenfalls lässt dies aufhorchen. Sodann macht der Privatkläger wider-

sprüchliche Angaben. So sagte er mit Bezug auf das Anspritzen zunächst, er 

habe die beiden Frauen mit Wasser angespritzt, weil diese auf sein Grundstück 

gegangen seien. Damit räumte er ein, dass er diese mit Wasser angespritzt hat 

und liefert aus seiner Sicht eine Begründung hierfür. Danach behauptet der Pri-

vatkläger, C._____ sei selber in den Wasserstrahl hineingelaufen. Wohlgemerkt 

ist auf dem Video erkennbar, wie der Privatkläger gezielt in Richtung C._____ und 

der Hunde spritzt. Später bei der Staatsanwaltschaft führt er dann aus, er habe 

den Hund der Beschuldigten nass gespritzt, weil die Beschuldigte den Weg be-

nutzt und ihn frech angeschaut habe, obwohl er gesagt habe, dass sie das nicht 

dürfe. Seine Aussagen erweisen sich damit als inkonsistent und wenig verlässlich. 

Schliesslich weisen die Aussagen des Privatklägers auch deutliche Übertrei-

bungstendenzen auf, welche sich zudem als falsch erweisen. So sagte er anläss-

lich der Hauptverhandlung im Verfahren GG240091-K und auch in vorliegendem 

Verfahren, die Beschuldigte habe ihn angegriffen, ja habe ihn sogar am Körper 

geboxt. Auf Nachfrage des Gerichts, wie genau er durch die Beschuldigte ge-

schlagen worden sei, blieb der Privatkläger dann aber schwammig und sagte zum 

- 24 -

Beispiel, die Beschuldigte habe "weiblich" geschlagen und das Gericht könne sich 

darauf selber einen Reim machen. Schon in der Untersuchung zeigte er diese 

Übertreibungstendenzen bei der Schilderung des Vorfalls und führte aus, die Be-

schuldigte habe ihn schwer tätlich angegangen. Auf Frage, was denn konkret ge-

schehen sei, führte er dann aus, dass diese seine Hände angegriffen habe. Teil-

weise antwortete der Privatkläger auch mit Gegenfragen und wich damit einer 

Antwort aus. Diese Behauptung eines Angriffs auf ihn oder von Boxschlägen der 

Beschuldigten gegen ihn ist denn auch auf der Videoaufnahme nicht ansatzweise 

erkennbar. Schlicht nicht richtig ist es deshalb auch, wenn der Rechtsvertreter 

des Privatklägers geltend macht, das Video würde die Aussagen des Privatklä-

gers stützen (act. 31 S. 7). Im Gegenteil werden die Aussagen des Privatklägers 

durch die Videoaufnahme mehrheitlich gerade widerlegt. Insbesondere und ent-

gegen der Behauptung der Rechtsvertretung ist darauf nicht zu sehen, dass die 

Beschuldigte den Privatkläger "körperlich vehement angeht". Auf die Aussagen 

des Privatklägers kann nicht abgestellt werden.

5.5.3. Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von C._____ spricht zunächst, dass 

sich diese im Wesentlichen mit den Angaben der Beschuldigten decken, sich in 

Details aber gerade nicht als absolut deckungsgleich erweisen, was gegen eine 

Absprache und für Erlebtes spricht. Indessen sind bei C._____ verschiedentlich 

Übertreibungstendenzen bzw. Ungenauigkeiten erkennbar. So spricht C._____ in 

der Untersuchung mit Bezug auf die Auseinandersetzung zwischen der Beschul-

digten und dem Privatkläger davon, dass der Privatkläger links und rechts ausge-

holt habe mit langen Armen. Die Beschuldigte selber spricht aber nur von einem 

einzelnen Schlag und auch auf der Videoaufnahme ist nur ein einzelner Schlag 

des Privatklägers erkennbar. Zudem setzt sich C._____ mit ihrer Aussage an der 

Hauptverhandlung im Verfahren GG240091-K, sie sei nicht abgelenkt gewesen 

(Prot. S. 23 im Verfahren GG240091-K), in Widerspruch zu ihrer Aussage in der 

Untersuchung, wonach sie zu den genauen Umständen der Tat keine Angaben 

machen könne, da sie mit den Hunden beschäftigt gewesen sei (D1 act. 3/2 F/A 

32). Auffällig ist auch, dass C._____ erklärte, die Beschuldigte sei ca. 3-4 Minuten 

beim Privatkläger gestanden, als diese den Schlauch zugehalten habe (Prot. S. 

22 im Verfahren GG240091-K). Auf der Videoaufnahme ist indessen erkennbar, 

- 25 -

dass der diesbezügliche Vorgang nur einige wenige Sekunden dauerte. Aufgrund 

des Gesagten sind die Aussagen von C._____ mit entsprechender Vorsicht zu 

würdigen. 

5.6. Aufgrund der eigenen Zugaben der Beschuldigten sowie der Videoauf-

nahme ist erstellt, dass der Beschuldigte ein Verbotsschild aufgestellt hat und die 

Beschuldigte dieses auch wahrgenommen hat. Zudem ist aufgrund der Videoauf-

nahme sowie der Angaben der Beschuldigten erstellt, dass diese das Grundstück 

des Beschuldigten betreten hat, um diesen davon abzuhalten, C._____ und die 

beiden Hunde mit einem Wasserschlauch nass zu spritzen. Nicht erstellt ist indes-

sen, dass die Beschuldigte am Gartenschlauch des Privatklägers gerissen hat, so 

dass dieser dem Reissen entgegenhalten musste, um das Entreissen zu verhin-

dern und es dabei zu einem ungewollten Körperkontakt gekommen ist. Vielmehr 

ergibt sich aufgrund der Videoaufnahme, dass die Beschuldigte zum Privatkläger 

hingeht, nachdem dieser auf die verbalen Aufforderungen, er solle mit dem An-

spritzen mit dem Wasser aufhören, nicht reagiert hat. Sie nimmt den Schlauch 

des Privatklägers in beide Hände und knickt diesen ab, sodass kein Wasser mehr 

durch den Schlauch laufen kann. Der Privatkläger hält den Schlauch immer noch 

mit beiden Händen fest, die rechte Hand des Privatklägers liegt auf dem vorderen 

Schlauchteil. Zunächst versucht er noch, die Beschuldigte mit dem Wasser-

schlauch ins Gesicht zu spritzen, indem er die Spritzvorrichtung vor deren Gesicht 

hält. Es fliesst aber kein Wasser mehr. Der Privatkläger hält die Spritzvorrichtung 

dann mit nach hinten ausgestrecktem rechten Arm von der Beschuldigten weg. 

Daraufhin schlägt der Privatkläger der Beschuldigten mit seiner rechten Hand mit 

Wucht in Richtung Kopf, wobei es auch zu einem Kontakt kommt. Dabei hält der 

Privatkläger den Schlauch immer noch mit beiden Händen fest. Nach dem Schlag 

lässt die Beschuldigte den Schlauch los und geht davon. Von diesem Sachverhalt 

ist für die rechtliche Würdigung auszugehen.

- 26 -

IV.
Rechtliche Würdigung

1.

Standpunkt der Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten der Beschuldigten als Haus-

friedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie als Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB (act. 15 S. 2).

2.

Hausfriedensbruch

2.1. Gemäss Art. 186 StGB macht sich strafbar, wer gegen den Willen des Be-

rechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines 

Hauses oder in einem unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfriedeten 

Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, 

trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt.

2.2. Die geschützten Objekte sind im Gesetz abschliessend aufgezählt. Ge-

schützt wird auch der unmittelbar zu einem Haus gehörende umfriedete Platz, Hof 

oder Garten. Umfriedet bedeutet, dass solche Flächen durch zum Beispiel Zäune 

oder Hecken umschlossen sein müssen. Massgebend ist dabei die Erkennbarkeit 

der Abgrenzung, nicht deren Lückenlosigkeit. Nach dem Gesetzeswortlaut ist ein 

enger Konnex zu einem Haus vorausgesetzt. Offene Plätze hingegen sind auch 

dann nicht geschützt, wenn sie zu einem Haus gehören und sie insofern öffentlich 

zugänglich sind. An ihnen kann kein Hausrecht ausgeübt werden (BGE 141 IV 

132, E. 3.2.4). Geschützt ist aber wiederum der Werkplatz, z.B. ein Arbeitsplatz 

oder Bauplatz. Dieser muss weder zu einem Haus gehören noch umfriedet sein. 

Allerdings wird verlangt, dass auch solche Plätze in irgendeiner Weise deutlich 

von der Umgebung abgegrenzt sein müssen und für jedermann klar erkennbar 

sind. Denn Dritte müssen wahrnehmen können, dass es einen Berechtigten gibt, 

der hinsichtlich seines Hausrechtes einen Willen ausübt. Möglich ist das mittels 

Verbotsschildern betreffend den Zugang (BSK StGB-DELNON/RÜDY, Art. 186 

N 17). 

2.3. Vorliegend ist unklar, wo das Grundstück von C._____ aufhört und der 

Werkplatz des Privatklägers beginnt. Dieser ist nicht deutlich von der Umgebung 

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abgegrenzt. Daran ändert auch das aufgestellte Verbotsschild nichts. Die Ver-

botstafel war im Bord neben der Treppe aufgestellt, zu welcher man erst gelangt, 

wenn man von der Strasse her schon eine gewisse Strecke gelaufen ist. Bei le-

bensnaher Betrachtung wird damit nur signalisiert, dass die Treppe nicht von je-

dermann benutzt werden darf und allenfalls auch der Bereich nach dem Schild 

ohne Einwilligung nicht betreten werden darf, welche Wahrnehmung dadurch ver-

stärkt wird, dass auch nur auf der Treppe die pinke Markierung angebracht wor-

den ist. Keine Rückschlüsse können aufgrund der Positionierung des Schilds aber 

für den Bereich in der Ebene gezogen werden, wo sich der Vorfall abgespielt hat. 

Dass das Verbotsschild nur die Treppe betrifft, davon ging auch die Beschuldigte 

aus (vgl. Prot. S. 14; D2 act. 3/5 F/A 19). Entgegen dem Vorbringen der Rechts-

vertretung des Privatklägers (act. 31 S. 4) war im Moment des Vorfalls nur auf der 

Treppe eine pinke Markierung angebracht, nicht aber auch im Bereich davor bzw. 

auf der Fläche bis zur Strasse (vgl. D2 act. 1/2). Ebenfalls entgegen der Ansicht 

der Rechtsvertretung des Privatklägers (act. 31 S. 5) ist auch aufgrund der Ter-

rainbeschaffenheit im Bereich, wo sich der Vorfall zugetragen hat, keine Abgren-

zung der Grundstücke erkennbar. Zwar ist der von der Rechtsvertretung erwähnte 

Trampelweg und der hellgraue Kiesweg erkennbar (act. 31 S. 6). Allerdings ver-

läuft dieser nicht auf der Grundstücksgrenze (vgl. act. 25/1 im Verfahren 

GG240091-K). Zudem ist im unteren Bereich ein einheitlicher Kiesplatz für beide 

Grundstücke vorhanden und erst im oberen Bereich ändert das Terrain (act. 31 

S. 6). Eine klare Abgrenzung ist dadurch nicht erkennbar. Aufgrund des Gesagten 

hat die Beschuldigte nicht einen von Art. 186 StGB geschützten Bereich betreten, 

weshalb sie vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freizusprechen ist.

2.4. Der Vollständigkeit halber ist sodann zu erwähnen, dass das Verhalten der 

Beschuldigten vorliegend auch gerechtfertigt wäre, selbst wenn sie einen vom 

Hausrecht geschützten Bereich betreten hätte. So hat der Privatkläger – wie der 

Videoaufnahme ohne Weiteres entnommen werden kann – mit seinem Garten-

schlauch die Hunde und C._____ nass gespritzt. Obwohl die Beschuldigte den 

Privatkläger mehrfach dazu aufgefordert hat, von seinem Tun Abstand zu neh-

men, hat der Privatkläger nicht damit aufgehört. In dieser Situation ist die Be-

schuldigte zum Privatkläger hingegangen und hat den Wasserschlauch abge-

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knickt, so dass der Privatkläger nicht mehr mit dem Wasser spritzen konnte. Die 

allfällige Verletzung des Hausrechts wiegt weniger schwer als das Spritzen mit 

dem Wasser auf die Hunde und Personen, weshalb das Verhalten der Beschul-

digten im Sinne von Art. 17 StGB gerechtfertigt wäre.

3.

Tätlichkeit

3.1. Als Tätlichkeit gilt der geringfügige und folgenlose Angriff auf den Körper 

oder die Gesundheit eines anderen Menschen (BGE 68 IV 85). Damit überhaupt 

eine strafbare Tätlichkeit vorliegt, ist eine Einwirkung auf den Körper eines ande-

ren Menschen gefordert, die mindestens eine bestimmte Intensität erreicht (BSK 

StGB-ROTH/KESHELAVA, Art. 126 N 3). Eine Tätlichkeit wird dann angenommen, 

"wenn das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass einer Einwir-

kung auf den Körper eines anderen überschritten wird", dabei aber noch keine 

Schädigung bewirkt wird (BGE 117 IV 14; 119 IV 25; 124 IV 189).

3.2. Wie oben gesehen, ist lediglich erstellt, dass die Beschuldigte den Garten-

schlauch angefasst und diesen umgeknickt hat. Das stellt keine Tätlichkeit dar. 

Nur der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass selbst bei er-

stelltem Sachverhalt keine Tätlichkeit erfüllt wäre. Das laut Anklageschrift (unbe-

stimmte) Reissen an einem Gartenschlauch alleine, erfüllt mangels genügender 

Intensität auf den menschlichen Körper noch keine Tätlichkeit. Und auch der "un-

gewollte Körperkontakt" könnte mangels Intensität keine Tätlichkeit erfüllen.

4.

Fazit

Die Beschuldigte ist vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs im Sinne von 

Art. 186 StGB sowie vom Vorwurf der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB freizusprechen.

V.
Zivilansprüche

Der Privatkläger machte mit Formular vom 18. September 2024 eine Genug-

tuung in der Höhe von Fr. 300.– geltend (D2 act. 5/4). Anlässlich der heutigen 

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Hauptverhandlung hat der Privatkläger von der Geltendmachung einer Genugtu-

ung Abstand genommen (act. 31 S. 1 und 8), weshalb über den Zivilanspruch des 

Privatklägers nicht mehr entschieden werden muss.

VI.
Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kostenauflage

Wird die Beschuldigte freigesprochen, so werden ihr die Kosten auferlegt, 

wenn sie die Einleitung der Untersuchung durch ein verwerfliches oder leichtferti-

ges Benehmen verursacht oder ihre Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 

StPO). Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass die Beschuldigte die Untersuchung 

durch leichtfertiges Benehmen verursacht oder diese erschwert hätte, weshalb die 

Kosten der Untersuchung auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Die Entscheid-

gebühr hat ausser Ansatz zu fallen.

2.

Entschädigungsfolgen

2.1. Entschädigung der Beschuldigten

2.1.1. Gemäss Art. 429 Abs. 1 StPO ist der Freigesprochenen eine Entschädi-

gung aus der Staatskasse für die ihr aus dem Verfahren erwachsenen Kosten und 

Umtriebe zuzusprechen. Sie hat einen Anspruch auf Schadenersatz im Sinne ei-

nes Ausgleichs des im Zusammenhang mit dem Strafverfahren kausal verursach-

ten materiellen Schadens. Dazu gehört eine Entschädigung für Aufwendungen für 

die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) so-

wie für wirtschaftliche Einbussen, die der Freigesprochenen aus ihrer notwendi-

gen Beteiligung am Strafverfahren entstanden ist (Art. 429 Abs. 1 lit. b). Die Straf-

behörde kann die beschuldigte Person auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern 

und zu belegen (Art. 429 Abs. 2 StPO).

2.1.2. Vorliegend hat die Beschuldigte ihre Aufwendung auf Aufforderung des Ge-

richts nicht genügend beziffert respektive substantiiert und belegt (Prot. S. 18), 

- 30 -

weshalb ihre keine Entschädigung für das vorliegende Verfahren zuzusprechen 

ist.

2.2. Entschädigung des Privatklägers

2.2.1. Der Privatkläger beantragt, es sei ihm eine Prozessentschädigung in der 

Höhe von Fr. 6'478.98 inklusive 8.1% Mehrwertsteuer zuzusprechen (act. 31 S. 1 

und act. 32). 

2.2.2. Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO hat der Geschädigte Anspruch auf Entschä-

digung seiner anwaltlichen Aufwendungen, sofern die beschuldigte Person schul-

dig gesprochen wird. Vorliegend wird die Beschuldigte vollumfänglich freigespro-

chen, weshalb dem Privatkläger durch die Beschuldigte keine Entschädigung zu 

entrichten ist.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird von sämtlichen Vor-

würfen freigesprochen.

2.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die Gebühr für das Vorverfahren in 

der Höhe von Fr. 1'100.00 wird auf die Gerichtskasse genommen.

3.

4.

Der Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen.

Dem Privatkläger wird keine Entschädigung zugesprochen.

- 31 -

5. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung an

- die Beschuldigte (übergeben);

- die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (per Einschreiben, gegen 

Empfangsschein);

- Rechtsanwalt MLaw X._____ im Doppel für sich und den Privatkläger 

(übergeben);

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an

- die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD-DR, mit separatem Schreiben gem. 

§ 54a PolG;

- die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA. 

5. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Winterthur, Einzelgericht Strafsachen, Lindstrasse 10, 8400 

Winterthur, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

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Winterthur, 23. Januar 2025

BEZIRKSGERICHT WINTERTHUR

Der Bezirksrichter:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. R. Bretscher

MLaw A. Marquart