# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9022e3f2-50e4-5599-b6d6-50c040af252c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 23.04.2024 SBK.2024.45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2024-45_2024-04-23.pdf

## Full Text

Obergericht 
Beschwerdekammer in Strafsachen 

 
SBK.2024.45  
(STA.2023.9834)  
Art. 111 
 
 
Entscheid vom 23. April 2024 
 
 
Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  
Oberrichter Egloff 
Gerichtsschreiber Bisegger 

 
 
   

Beschwerde-
führer  

 A._____,  
[…]  

 
 

    

Beschwerde-
gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  
Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 
 
Beschuldigter   B._____, geboren am […], von […], 

[…]  
 
 
   

Anfechtungs-
gegenstand 

 Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 
29. Januar 2024 
 
in der Strafsache gegen B._____ 

 
  

 - 2 - 
 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 
 
1. 
1.1. 
Der Beschuldigte inserierte auf der Auktionsplattform ricardo.ch für seine 
Freundin C._____ einen ausziehbaren Tisch mit Stühlen. Am 18. August 
2023 fragte der Beschwerdeführer an, ob er nur die Stühle haben könne. 
Darauf antwortete der Beschuldigte: "Leider nicht. Aber sie können alles 
gratis haben. LG." Am 19. August 2023 ersteigerte der Beschwerdeführer 
die angebotene Ware für einen Preis von Fr. 1.50. Als der Beschwerdefüh-
rer am 20. August 2023 lediglich die Stühle abholte, verfasste der Beschul-
digte gleichentags folgende Bewertung auf ricardo.ch: "Achtung Betrüger! 
Ware wurde ersteigert aber nicht abgeholt." Als der Beschwerdeführer mit 
E-Mail ebenfalls vom 20. August 2023 unter Androhung von rechtlichen 
Schritten und unter Hinweis, dass er für die Abholung gemäss den Vorga-
ben von ricardo.ch sieben Tage Zeit habe, vom Beschuldigten verlangte, 
dass er den Kommentar lösche, erklärte dieser "Sie haben recht, dies war 
zu voreilig. Bewertungsänderung wurde in Auftrag gegeben." Der Beschul-
digte hatte offenbar nach Rücksprache mit C._____ erfahren, dass der Be-
schwerdeführer in Aussicht gestellt hatte, den Tisch zu einem anderen Zeit-
punkt abzuholen.  
 
Die Bewertung des Beschuldigten wurde in der Folge am 21. August 2023 
von ricardo.ch gelöscht. Der Beschwerdeführer holte den Tisch in der Folge 
– gemäss seiner Begründung, weil er nicht zerlegt worden sei – allerdings 
nie ab, weshalb der Beschuldigte am 3. September 2023 eine Stornierung 
des Kaufs beantragte. Dieser Stornierungsantrag wurde vom Beschwerde-
führer zwar noch gleichentags abgelehnt, von ricardo.ch am 7. September 
2023 aber dennoch akzeptiert. 
 
1.2. 
Bereits am 6. September 2023 hatte der Beschwerdeführer bei der Kan-
tonspolizei Zürich Strafanzeige wegen Ehrverletzung gegen den Beschul-
digten sowie C._____ eingereicht.  
 
1.3. 
Am 15. November 2023 nahm die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unter-
land, Zweigstelle Flughafen, die Strafanzeige betreffend C._____ nicht an 
die Hand. Das Verfahren gegen den Beschuldigten wurde am 1. Dezember 
2023 von der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau übernommen. 
 
1.4. 
Am 6. Dezember 2023 erliess die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ei-
nen Strafbefehl gegen den Beschuldigten wegen übler Nachrede. Mit Ein-
gabe vom 9. Dezember 2023 (Postaufgabe: 13. Dezember 2023) erhob der 

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Beschuldigte Einsprache gegen den ihm am 7. Dezember 2023 zugestell-
ten Strafbefehl. 
 
2. 
Am 29. Januar 2024 verfügte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau:  
 

"  1.  
Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen übler Nachrede zum Nachteil von 
A._____ vom 20. August 2023 in Q._____ wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO). 
 
2. 
Es wird festgestellt, dass keine Verfahrenskosten gemäss Art. 422 StPO entstanden sind. 
 
3. 
Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung ausgerichtet (Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO)." 

 
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigte die Einstel-
lungsverfügung am 31. Januar 2024. 
 
3. 
3.1. 
Mit Eingabe vom 10. Februar 2024 erhob der Beschwerdeführer bei der 
Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 
Beschwerde gegen die ihm am 5. Februar 2024 zugestellte Einstellungs-
verfügung und beantragte: 
 

"  1.  
In Gutheissung der Beschwerde sei die Einstellungsverfügung vom 29. Januar 2024 der 
Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung 
an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. 
 
2. 
Der Beschuldigte und seine Partnerin seien für Ihre Taten gemäss Strafanzeige vom 
06. September 2023 angemessen zu bestrafen. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners." 

 
In der Beschwerdebegründung verlangte der Beschwerdeführer überdies 
sinngemäss, dass der Beschuldigte auch wegen Missbrauchs von Fern-
meldeapparaten gemäss Art. 178 StGB [recte: Missbrauchs einer Fernmel-
deanlage gemäss Art. 179septies StGB] strafrechtlich verfolgt werde. 
 
3.2. 
Mit Verfügung vom 15. Februar 2024 forderte die Verfahrensleiterin den 
Beschwerdeführer auf, innert 10 Tagen ab Zustellung der Verfügung eine 
Sicherheit für allfällige Kosten in Höhe von Fr. 1'000.00 in die Obergerichts-
kasse einzubezahlen. Diese Verfügung wurde dem Beschwerdeführer am 
19. Februar 2024 zugestellt. Die Sicherheit ging am 20. Februar 2024 bei 
der Obergerichtskasse ein. 

 - 4 - 
 

 

 
3.3. 
Mit Eingabe vom 22. Februar 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft 
Lenzburg-Aarau unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung die kosten-
fällige Abweisung der Beschwerde.  
 
3.4.  
Mit Eingabe vom 24. Februar 2024 (Postaufgabe: 27. Februar 2024) bean-
tragte der Beschuldigte die Abweisung der Beschwerde.  
 
3.5. 
Am 6. März 2024 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stellung-
nahme ein.  
 
 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 
1. 
1.1. 
Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss Art. 322 
Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde anfechtbar. Be-
schwerdeausschlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO liegen nicht vor. Die Be-
schwerde wurde überdies frist- und formgerecht (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 385 Abs. 1 StPO) eingereicht. 
 
1.2. 
Zur Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung legitimiert sind entge-
gen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO nicht nur die Parteien, sondern 
auch die anderen Verfahrensbeteiligten i.S.v. Art. 105 Abs. 1 StPO, soweit 
sie in ihren Rechten unmittelbar betroffen sind (vgl. Art. 105 Abs. 2 StPO), 
d.h. soweit sie durch die Einstellung beschwert sind. Geschädigte, die sich 
nicht als Privatkläger konstituiert haben, können eine Einstellungsverfü-
gung nicht anfechten. Die Konstituierung als Privatkläger hat bis zum Ab-
schluss des Vorverfahrens zu erfolgen (Art. 118 Abs. 3 i.V.m. Art. 318 
StPO). Diese Einschränkung gilt jedoch nicht, wenn die geschädigte Per-
son keine Gelegenheit hatte, sich zur Frage der Konstituierung zu äussern 
(HEINIGER/RICKLI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 3. Aufl. 2023, N. 6 zu Art. 322 StPO). Vorliegend hat der Beschwer-
deführer Strafantrag gestellt. Dies gilt als Konstituierung als Privatkläger 
(Art. 118 Abs. 2 StPO). Auch war der Beschwerdeführer als Geschädigter 
der infrage stehenden Ehrverletzung zur Strafantragsstellung berechtigt 
(Art. 30 Abs. 1 StGB).  
 
1.3. 
Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens kann lediglich sein, was auch 
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bzw. des angefochtenen 

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Beschlusses war. Dies ergibt sich daraus, dass in der Beschwerde anzu-
geben ist, welche Punkte des Entscheids angefochten werden (Art. 396 
Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO; vgl. auch GUIDON, Die Beschwerde 
gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N. 390 und 542 f.). 
Vorliegend kann also einzig Beschwerdegegenstand bilden, ob die Vo-
rinstanz das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen übler Nachrede zu 
Recht eingestellt hat.  
 
Soweit der Beschwerdeführer mit Beschwerdeantrag Ziff. 2 beantragt, dass 
die Partnerin des Beschuldigten (d.h. C._____) angemessen zu bestrafen 
sei, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die vom Beschwerdeführer 
gegen C._____ eingereichte Strafanzeige wurde von der Staatsanwalt-
schaft Winterthur / Unterland, Zweigstelle Flughafen, mit Verfügung vom 
15. November 2023 nicht an die Hand genommen (vgl. Aktenzusammen-
zug Ziff. 1.3). Gegen diese Verfügung hätte sich der Beschwerdeführer mit 
Beschwerde an das Obergericht des Kantons Zürich zur Wehr setzen müs-
sen.  
 
Ebenfalls ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit der Beschwer-
deführer verlangt, der Beschwerdeführer sei auch wegen Missbrauchs ei-
ner Fernmeldeanlage zu verfolgen. Denn dieser Tatvorwurf ist nicht Ge-
genstand des Strafverfahrens, hat der Beschwerdeführer den Beschuldig-
ten (und C._____) doch lediglich wegen Ehrverletzung angezeigt bzw. nur 
dafür einen Strafantrag gestellt (act. 63 f.). 
 
1.4. 
Zusammengefasst ist daher auf die Beschwerde nur insoweit einzutreten, 
als sie sich gegen die Einstellung des Verfahrens gegen den Beschuldigten 
wegen übler Nachrede richtet. Im Übrigen ist auf die Beschwerde nicht ein-
zutreten.  
 
2. 
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau begründete die angefochtene Ein-
stellungsverfügung damit, dass aus den Verfahrensakten hervorgehe, dass 
die vom Beschuldigten abgegebene Bewertung, welche die strafbare 
Äusserung beinhalte, auf seine Veranlassung von ricardo.ch entfernt wor-
den sei. Damit habe er die Äusserung als unwahr zurückgenommen, so-
dass unter diesen Umständen ein Strafbefreiungsgrund vorliege. Die Vo-
raussetzungen von Art. 173 Ziff. 4 StGB und Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO 
seien somit eindeutig erfüllt, sodass das Strafverfahren gegen den Be-
schuldigten einzustellen sei.  
 
3.  
Der Beschwerdeführer begründete die Beschwerde zusammengefasst wie 
folgt: 
 

 - 6 - 
 

 

Die Bewertung, in welcher der Beschuldigte ihn als Betrüger bezeichnet 
habe, sei mindestens 2-3 Tage auf ricardo.ch zu sehen gewesen, bevor sie 
gelöscht worden sei. 
 
Er habe vor der Strafanzeige am 6. September 2023 mehrmals erfolgslos 
versucht, den Beschuldigten telefonisch zu kontaktieren. Im Weiteren habe 
er sich die Einreichung einer Strafanzeige vorbehalten, wenn er ihn weiter-
hin mit E-Mails belästige. In den E-Mails habe der Beschuldigte klar ge-
macht, dass er von ihm nicht angerufen werden wolle. Dieser habe seine 
Anrufe daher nie angenommen und nie mit ihm gesprochen. Demgegen-
über sei er von C._____ regelrecht mit Telefonaten, SMS-, und WhatsApp-
Nachrichten bombardiert und bedroht worden, obwohl er ihr mehrmals ver-
boten habe, ihn zu kontaktieren. Dennoch hätten der Beschuldigte und 
C._____ mit ihren E-Mails (Beschuldigter), Telefonaten (auch spätabends) 
und Textnachrichten (C._____) munter weitergemacht, obwohl er beiden 
verboten habe, ihn anzuschreiben.  
 
Dies habe nichts mit reumütig zu tun. Ferner finde er es überaus stossend, 
dass die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zuerst am 8. Dezember 2023 
[recte: 6. Dezember 2023] einen Strafbefehl erlassen, das Verfahren dann 
aber dennoch eingestellt habe. Dies gehe nicht an, habe der Beschuldigte 
ihn doch öffentlich an den Pranger gestellt. Bis zum heutigen Tag habe sich 
der Beschuldigte ihm gegenüber nie reumütig gezeigt bzw. habe nie den 
Mut gehabt, ihn anzurufen und sich bei ihm hochoffiziell zu entschuldigen.  
 
Den Tisch habe er nicht abgeholt, weil dieser entgegen dem, was er mit 
C._____ abgemacht habe, nicht demontiert gewesen sei.  
 
Es sei seiner Ansicht nach falsch, den Beschuldigten nicht zu bestrafen, 
der sich erst im Nachhinein und nur gegenüber der Staatsanwaltschaft 
Lenzburg-Aarau reumütig gezeigt habe. In einem allfälligen Wiederho-
lungsfall könne der Beschuldigte einfach erneut mit dieser Masche davon-
kommen.  
 
4. 
Der Beschuldigte wies in seiner Beschwerde darauf hin, dass die Staats-
anwaltschaft Lenzburg-Aarau das Verfahren eingestellt habe, weil "eindeu-
tig" ein Fall von Art. 173 Ziff. 4 StGB i.V.m. Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO vor-
liege. Ein eindeutiger Fall liege vor, weil die Bewertung auf ricardo.ch auf 
seine unverzügliche Veranlassung hin gelöscht worden sei. Wie lange die 
Bewertung tatsächlich noch auf ricardo.ch zu sehen gewesen sei, liege 
ausserhalb seiner Kontrolle. 
 
Beim Verfassen der Bewertung habe er ernsthafte Gründe gehabt, davon 
auszugehen, dass tatsächlich ein Betrug vorliege, habe doch der Be-
schwerdeführer nur die Stühle abgeholt, nachdem er vor dem Kauf bereits 

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dargelegt habe, dass er eigentlich kein Interesse am Tisch habe. Überdies 
könne den Bewertungen auf ricardo.ch entnommen werden, dass andere 
Verkäufer bereits ähnliche Erfahrungen mit dem Beschwerdeführer ge-
macht hätten. Die Behauptung, dass abgemacht gewesen sei, dass der 
Tisch zu demontieren sei, werde als unwahr zurückgewiesen. 
 
Er habe stets deutlich gemacht, dass er seine Aussage zutiefst bereue und 
ihm sein Fehlverhalten leid tue.  
 
5. 
Auf die Eingabe des Beschwerdeführers vom 6. März 2024 ist – soweit not-
wendig – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 
 
6. 
6.1. 
Nach Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollstän-
dige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn nach gesetzlicher 
Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann. 
Eine solche Bestimmung enthält der Tatbestand der üblen Nachrede ge-
mäss Art. 173 StGB.  
 
Nach Art. 173 Ziff. 1 StGB begeht eine (nur auf Antrag hin zu verfolgende) 
üble Nachrede, wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Ver-
haltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädi-
gen, beschuldigt oder verdächtigt, oder wer eine solche Beschuldigung 
oder Verdächtigung weiterverbreitet. Gemäss Ziff. 4 derselben Bestim-
mung kann, wenn der Täter seine Äusserung als unwahr zurücknimmt, er 
milder bestraft oder ganz von Strafe befreit werden. Bei einer solchen 
Rücknahme gemäss Art. 173 Ziff. 4 StGB handelt es sich um einen privile-
gierten Sonderfall der aufrichtigen Reue nach Vollendung der Tat. Die 
Äusserung muss vom Täter als unwahr und nicht bloss als nicht bewiesen 
zurückgenommen werden. Der Täter muss ferner zu erkennen geben, dass 
er die Ehre des Betroffenen wiederherstellen möchte. Vorgesehen ist eine 
fakultative Milderung oder Strafbefreiung. Nach dem Sinn dieser Vorschrift 
sollte die Rücknahme in derselben Form vor demselben Kreis erfolgen wie 
die verletzende Äusserung (Urteil des Bundesgerichts 6S.518/2001 vom 
29. November 2002 E. 4.3).  
 
6.2. 
Vorliegend infrage steht die vom Beschuldigten auf der Auktionsplattform 
ricardo.ch am 20. August 2023 betreffend den Beschwerdeführer abgege-
bene Bewertung: "Achtung Betrüger! Ware wurde ersteigert aber nicht ab-
geholt." Der Beschwerdeführer beschwerte sich noch gleichentags per 
E-Mail beim Beschuldigten über diese Bewertung und führte insbesondere 
aus (act. 33): "Ich erwarte Ihrerseits die entsprechende Erledigung und Lö-
schung der Bewertung, ansonsten ich Sie wegen Ehrverletzung anzeigen 

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werde." Auf diese E-Mail antwortete der Beschuldigte ebenfalls noch glei-
chentags und führte aus (act. 32): "Sie haben recht, dies war zu voreilig. 
Bewertungsänderung wurde in Auftrag gegeben. Alte Bewertung sollte von 
Ricardo nun zu 'unfreundlicher Kontakt' geändert werden. Dies ist nun eine 
legitime Bewertung und ist aufgrund unserer Erfahrungen gerechtfertigt." 
Indem der Beschuldigte ausführte, seine Bewertung sei zu voreilig gewe-
sen, anerkannte er die Unrichtigkeit seiner Bewertung.  
 
Allerdings wird bei Art. 173 Ziff. 4 StGB verlangt, dass die Rücknahme ge-
genüber demselben Publikum erfolgt. Vorliegend musste die Rücknahme 
also im Bewertungstool von ricardo.ch erfolgen. Eine solche Rücknahme 
nahm der Beschuldigte insoweit vor, als er die Bewertung – wie vom Be-
schwerdeführer verlangt – löschen liess. Diskutabel erscheint freilich, ob 
eine blosse Löschung der Bewertung eine Rücknahme "als unwahr" dar-
stellt. Eine eigentliche Rücknahme "als unwahr" setzte indessen voraus, 
dass die ursprüngliche Bewertung nicht gelöscht, sondern mit der Rück-
nahmeerklärung des Beschuldigten ergänzt wird (sofern dies technisch 
überhaupt möglich ist). Denn ohne dass die ursprüngliche Bewertung noch 
ersichtlich ist, kann nicht eine Rücknahme als unwahr erfolgen. Einer sol-
chen Rücknahme fehlte jeglicher Kontext und wäre für Dritte nicht verständ-
lich. Nachdem der Beschwerdeführer vom Beschuldigten nun aber aus-
drücklich die Löschung verlangte – welche der Wiederherstellung der Ehre 
des Beschwerdeführers wohl auch mehr gedient haben dürfte als eine um 
die Rücknahmeerklärung ergänzte Bewertung – kann dem Beschuldigten 
nicht vorgehalten werden, seine Rücknahme als unwahr sei nur gegenüber 
dem Beschwerdeführer selbst und nicht auch auf ricardo.ch erfolgt. Viel-
mehr muss eine solche Rücknahme vorliegend genügen. Demgemäss lie-
gen die Voraussetzungen von Art. 174 Ziff. 4 StGB vor.  
 
Betreffend die Rechtsfolgen sieht Art. 174 Ziff. 4 StGB bloss eine fakulta-
tive Strafmilderung oder -befreiung vor. Angesichts des Bagatellcharakters 
des infrage stehenden Tatvorwurfs handelte die Staatsanwaltschaft Lenz-
burg-Aarau indessen nicht rechtsfehlerhaft, indem sie von einem Anwen-
dungsfall der fakultativen Strafbefreiung ausging. Zwar ist der Vorwurf, ein 
Betrüger zu sein, im Grundsatz durchaus schwerwiegend. Aus dem nach-
folgenden Satz "Ware wurde ersteigert aber nicht abgeholt" geht aber klar 
hervor, wie der Vorwurf des Betrugs zu verstehen ist, nämlich dass der Be-
schwerdeführer (von vornherein) nicht beabsichtigt habe, seiner Pflicht zur 
(vollständigen) Abholung der Ware nachzukommen. In diesem Kontext be-
trachtet, erscheint fraglich, ob der Vorwurf überhaupt ehrverletzend war. 
Selbst wenn dies der Fall sein sollte, würde es sich vergleichsweise um 
eine geringfügige Ehrverletzung handeln. Im Weiteren sah der Beschul-
digte noch am Tag der Abgabe der Bewertung ein, dass er dem Beschwer-
deführer angesichts der siebentägigen Abholfrist (noch) nicht vorwerfen 
konnte, die Ware nicht vollständig abgeholt zu haben und verlangte von 
ricardo.ch die Löschung der Bewertung, die dann tags darauf auch erfolgte. 

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Insoweit war die Bewertung auch nur kurze Zeit für die Nutzer der Aukti-
onsplattform ricardo.ch im Internet ersichtlich (act. 16).  
 
An dieser Beurteilung ändern die weitgehend an der Sache vorbeigehen-
den Vorbringen des Beschwerdeführers nichts. Dieser scheint sich primär 
daran zu stören, dass der Beschuldigte sich einerseits geweigert habe, mit 
ihm zu telefonieren, ihm andererseits aber E-Mails geschickt habe und 
C._____ ihn überdies telefonisch, per SMS und WhatsApp-Nachrichten 
"geradezu bombardiert und bedroht" habe. Einerseits ist das Verhalten von 
C._____ für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens von vornherein un-
erheblich und andererseits argumentiert der Beschwerdeführer wider-
sprüchlich, wenn er sich einerseits darüber beschwert, dass der Beschul-
digte mit ihm nicht habe telefonieren wollen, er aber andererseits bean-
standet, dass der Beschuldigte ihn per E-Mail kontaktiert habe. Der Be-
schwerdeführer hat keinen Anspruch auf Nutzung eines bestimmten Kom-
munikationsmittels. Unabhängig davon ist aber auch nicht klar, weshalb es 
für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens relevant sein soll, dass der 
Beschuldigte sich geweigert habe, mit dem Beschwerdeführer zu telefonie-
ren. Denn die Rücknahme der vom Beschwerdeführer als ehrverletzend 
beanstandeten Bewertung nahm der Beschuldigte bereits mit E-Mail vom 
20. August 2023 sowie dem (tags darauf von ricardo.ch umgesetzten) An-
trag auf Löschung der Bewertung vor. Die einerseits vom Beschuldigten 
verweigerte telefonische Kontaktaufnahme und andererseits die vom Be-
schwerdeführer als unerwünscht erfolgte Kontaktaufnahme von C._____ 
und dem Beschuldigten drehten sich denn auch nicht primär um die vorlie-
gend infrage stehende Ehrverletzung, sondern um die vom Beschwerde-
führer letztlich doch verweigerte Abholung des Tisches. Diese Thematik hat 
mit der infrage stehenden Ehrverletzung nichts zu tun. 
 
Irrelevant für das vorliegende Verfahren ist schliesslich auch, ob der Be-
schuldigte bei einer zukünftigen üblen Nachrede erneut durch Rücknahme 
der ehrverletzenden Aussage einer Strafe entgehen könnte. Dies wäre zu 
beurteilen, wenn und falls dieser Fall eintreten sollte. Festzuhalten ist ein-
zig, dass das Gesetz die (fakultative) Möglichkeit der Strafbefreiung bei 
Rücknahme der üblen Nachrede ausdrücklich vorsieht, weshalb die An-
wendbarkeit dieser Bestimmung stets zu prüfen ist. 
 
7. 
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Ver-
fahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Entschädigungen sind keine zu 
sprechen.   

 - 10 - 
 

 

   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 
 
1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird. 
 
2. 
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 68.00, zusammen 
Fr. 1'068.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit der geleis-
teten Sicherheit von Fr. 1'000.00 verrechnet, sodass er noch Fr. 68.00 zu 
bezahlen hat. 
 
 

   

Zustellung an: 
[…] 
 
 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 
 
Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 

  

 - 11 - 
 

 

   

Aarau, 23. April 2024 
 
Obergericht des Kantons Aargau 
Beschwerdekammer in Strafsachen 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber 
 
 
 
Richli Bisegger