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**Case Identifier:** a14dcc63-9a72-54e5-aeb5-199993935f97
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.03.2007 IV 2006/88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-88_2007-03-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/88

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 20.03.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 20.03.2007
Art. 44 ATSG; Widerspruch zwischen diversen Arztberichten und einem 
medizinischen Gutachten, Anordnung eines Obergutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. März 2007, IV 
2006/88). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_276/2007.

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Lisbeth 

Mattle Frei; a.o. Gerichtsschreiber Marcel Aebischer

Entscheid vom 20. März 2007

In Sachen

E.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,

9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

IV-Leistungen

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) E.___, geboren 1961, erlitt 1996 in einer Feuerwehrübung beim Anheben einer 

Motorspritze eine mögliche beginnende Leistenhernie (Inguinalhernie), welche im 

Januar 1997 von Dr. med. A.___ im Spital X.___ operiert wurde. Der Versicherte 

beklagte sich in der Folge über persistierende Inguinalbeschwerden, weshalb ihm im 

Februar 2000 der Nervus ilioinguinalis rechts durchtrennt wurde. Nachdem die 

Beschwerden im Bereich der rechten Leiste trotzdem weiter bestanden, wurde am 16. 

Januar 2003 eine nochmalige Revision durchgeführt, wobei nicht resorbierbares 

Nahtmaterial entfernt und der verbliebene Ramus genitalis des Nervus genitofermoralis 

durchtrennt wurde. Die Beschwerden nahmen jedoch auch nach diesem Eingriff nicht 

ab, sodass der Versicherte am 25. September 2003 in der Schmerzsprechstunde des 

Spitals Y.___ untersucht und dabei ein neuropathischer Schmerz im Bereich des 

Nervus ilioinguinalis rechts diagnostiziert wurde (act. G 6.1/14 S. 2; G 6.1/16 S. 5 f.; G 

4.1/1; siehe auch G 1.1/7). Seit dem 16. Oktober 2003 ist er im zuletzt ausgeübten 

Beruf als Gemüsegärtner zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. act. G 6.1/16 S. 5).

b) Am 27. Dezember 2003 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an und beanspruchte eine Invalidenrente (act. G 6.1/1, 6). Ab ca. 

Februar 2004 wurde er im Schmerzzentrum U.___ schmerztherapeutisch behandelt, 

wobei Dr. med. B.___, Schmerzzentrum U.___, die Erfolgsaussichten 

schmerztherapeutischer Massnahmen mit Bericht vom 22. März 2004 als gering 

einstufte (vgl. dazu act. G 6.1/16 S. 8-12). Mit Arztbericht vom 12. Mai 2004 

diagnostizierte Dr. med. C.___, Chefarzt der Abteilung für Chirurgie am Spital X.___, 

chronische Leistenschmerzen links (recte: rechts) nach Hernienoperation, degenerative 

Veränderungen der LWS mit Spondylophytenbildungen und leicht- bis mässiggradiger 

Osteochondrose L1/2 bis L2/3 sowie eine kleinvolumige breitflächige mediane 

Diskushernie L4/5. Zusammenfassend hielt Dr. C.___ sinngemäss fest, sämtliche 

ergriffenen Therapiemassnahmen hätten längerfristig keine Linderung der 

Beschwerden im Bereich der rechten Leiste gebracht. Der Versicherte könne seine 

Tätigkeit als Gemüsegärtner nur noch ca. 30 Minuten pro Tag unter Tramal 

durchführen. Kontrolltätigkeiten im Betrieb ohne körperliche Beanspruchung seien ihm 

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zwar zumutbar, würden jedoch nur im Ausmass von ca. einer Stunde pro Tag anfallen. 

Der Versicherte sei somit praktisch als 100 % arbeitsunfähig einzustufen und eine 

Umschulung auf eine andere Tätigkeit müsse überlegt werden (act. G 6.1/16 S. 5 f.).

c) Die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA) führte am 9. November 2004 eine 

Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle durch. Dabei führte der Versicherte aus, 

bis 2001 sei er selbständig gewesen und habe zur Hauptsache Tomaten produziert 

sowie herkömmlichen Ackerbau betrieben. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten habe 

er per 1. März 2001 zusammen mit seinem ehemaligen Lehrmeister die Z.___ GmbH, 

gegründet, mit welcher eine Gemüsegärtnerei betrieben werde. An dieser Gesellschaft 

seien er zu 30 % und die V.___ zu 70 % beteiligt. Bei der GmbH habe er bis anfangs 

2003 ein Pensum von 70 % verrichtet, die übrigen 30 % habe er weiterhin als 

Selbständigerwerbender gearbeitet. Seit diesem Zeitpunkt bestehe sein Alltag aus 

Disponieren, Produktkontrolle, Kontrolle bezüglich Dünger und 

Pflanzenschutzmitteleinsatz sowie einzelnen Maschineneinsätzen. Dies mache rund 20 

% der anfallenden Arbeiten aus. 80 % seiner ursprünglichen Arbeit bestehe aus 

Tätigkeiten, welche am Boden zu verrichten seien. Diese Arbeiten können er nun nicht 

mehr verrichten. Selbst das Autofahren mache ihm Mühe. Wenn er keine Medikamente 

nehme, könne er überhaupt keine körperliche Arbeit bewältigen. Er müsse sich 

aufgrund der Schmerzen zwar permanent schonen, komme aber trotzdem nicht darum 

herum, hin und wieder zuzupacken. Mit einem Quantum von 120 Tramaltropfen sei 

eigentlich jede Arbeit möglich, damit werde jedes Gefühl und jeder Schmerz 

ausgeschaltet. Er müsse jedoch jeden körperlichen Einsatz während der folgenden 

Tage mit Extremschmerzen büssen und sei dann kaum mehr fähig, sich auf den Beinen 

zu halten. Er sei seit dem Unfall 1996 in unterschiedlichem Ausmass bei der Tätigkeit 

als Gemüsegärtner eingeschränkt. Seit dem 16. Januar 2003 (recte: 16. Oktober 2003, 

vgl. oben, E. I/A/a) werde ihm jedoch eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Mit 

Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 29. November 2004 wurde die 

Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in allen in Frage kommenden Tätigkeiten gestützt 

auf diese Angaben mit 70-80 % beziffert, woraus gestützt auf einen 

Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 75 % resultierte (act. G 6.1/25 insb. S. 

1-5 und 11).

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B.- a) Der Regionale ärztliche Dienst für die Invalidenversicherung (RAD) kam in der 

Folge zur Auffassung, die IV-rechtliche Situation des Versicherten sei aufgrund der 

vorliegenden medizinischen Akten noch zu unklar, insbesondere liege noch keine 

psychiatrische Stellungnahme vor. Es sei deshalb ein polydisziplinäres Gutachten 

anzuordnen (act. G 6.1/27).

b) Mit Gutachten vom 30. Mai 2005 diagnostizierte die MEDAS-Stelle Schmerzen im 

Bereich der Inguina rechts (ICD-10 R 52.2) sowie Verdacht auf eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4), welche Diagnosen allerdings keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten hätten. Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit könnten keine gestellt werden. Weiter wurde ausgeführt, die 

Beschwerden des Versicherten könnten zwar zur Kenntnis genommen werden, es 

liessen sich in der klinischen Untersuchung aber bei lokaler Schmerzprovokation keine 

vegetativen Begleiterscheinungen beobachten. Bei der Untersuchung des 

Bewegungsapparates habe kein Schmerz inguinal beobachtet werden können, der bei 

verschiedenen Untersuchungssituationen eigentlich hätte auftreten sollen. Aus 

neurologischer, aber auch aus internistischer und allgemeinmedizinischer Sicht, 

bestehe deshalb keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In psychiatrischer Hinsicht 

bestehe keine affektive Beeinträchtigung im Sinne einer Depression. Nachvollziehbar 

sei die psychosoziale und finanzielle Situation angespannt. Eine Einschränkung der 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe aber auch psychiatrisch gesehen nicht. In der 

Konsensbesprechung präsentiere sich ein Explorand mit einer beträchtlichen 

subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung. Ausserdem bestehe eine 

prekäre wirtschaftliche Situation. Dem Versicherten sei die Willensanstrengung jedoch 

zumutbar, trotz allfälliger subjektiver Schmerzen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. 

Weshalb die erfolglos operierenden Chirurgen am Spital X.___ eine Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt hätten, könne nicht nachvollzogen werden, da sie aus somatischer Sicht 

keine Erklärung für die Beschwerden gehabt hätten. Offensichtlich sei der effektive 

Status quo, vorgegeben durch die subjektiven Beschwerden und vor allem die effektive 

Arbeitsniederlegung des Versicherten, akzeptiert worden. Dies äussere sich auch im 

Abklärungsbericht Selbständigerwerbende, welcher die subjektiven Limitierungen des 

Versicherten 1:1 übernommen habe. Zusammenfassend sei der Versicherte sowohl in 

der angestammten Tätigkeit als auch in sämtlichen Verweistätigkeiten voll arbeitsfähig 

(act. G 6.1/35 insb. Ziff. 5 ff.).

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c) Mit Verfügung vom 29. Juli 2005 verneinte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen den 

Anspruch des Versicherten auf eine IV-Rente. Die interdisziplinären Abklärungen hätten 

ergeben, dass es dem Versicherten zumutbar sei, weiterhin ein volles Arbeitspensum 

zu leisten und dabei ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Nachdem der 

gestützt auf einen Einkommensvergleich errechnete Invaliditätsgrad mit 10 % unterhalb 

der Grenze von 40 % liege, sei das Leistungsbegehren abzuweisen (act. G 6.1/43).

C.- a) Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 8. 

September 2005 Einsprache. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, der 

Beschwerdeführer werde im MEDAS-Gutachten implizit als Simulant bezeichnet, 

obwohl die behandelnden Ärzte beim Versicherten chronische Leistenschmerzen 

festgestellt hätte. Dieses Schmerzsyndrom scheine den Gutachtern der MEDAS nicht 

bekannt zu sein, obwohl es nach der medizinischen Literatur nach 

Leistenbruchoperationen mit einer Häufigkeit von 5-15 % auftrete. Er beantrage 

deshalb eine Befragung der vom Versicherten aufgesuchten Ärzte Dr. A.___, Dr. B.___ 

und Dr. D.___ (act. G 6.1/48).

b) Mit Schreiben vom 30. September 2005 nahm Dr. E.___ von der MEDAS zur 

Einsprachebegründung Stellung. Er führte aus, die vom Rechtsvertreter erwähnten 

Probleme nach Leistenbruchoperationen seien ihnen bekannt. Die neurologischen 

Untersuchungen könnten dann aber in dieser Situation Befunde erheben, die im 

Rahmen einer erhöhten Nervenempfindlichkeit (neuropathisches Schmerzsyndrom), die 

genau dermatomal zuordenbar sei, nachvollziehbar seien. Begleitet würden diese 

Schmerzauslösungen von vegetativen Symptomen, was bei ihrer Untersuchung nicht 

der Fall gewesen sei. Aufgrund einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 

Folgeproblemen könne nicht automatisch, aus rein somatischer Sicht bei subjektiver 

Beschwerdeangabe gefolgert werden, die Beschwerden seien dort unterzuordnen. Da 

die psychiatrische Untersuchung keine affektive Störung und Depression ergeben habe 

und die Kriterien für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung nicht sicher erfüllt 

gewesen seien, hätten sie den Verdacht auf eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung erhoben. Mit anderen Worten hätten sie also eine Schmerzstörung 

festgestellt, die jedoch per se die Arbeitsfähigkeit nicht einschränke. Daraus gehe 

hervor, dass ihrerseits eine subjektive Schmerzproblematik nicht abgestritten werde 

und sie den Einsprecher in keiner Weise als Simulanten bezeichnet hätten. Aufgrund 

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der objektivierbaren Befunde und auch in zu wahrender Gerechtigkeit gegenüber allen 

anderen Mitversicherten könnten aber keine Gründe gefunden werden, weshalb die 

Arbeitsfähigkeit reproduzierbar und nachvollziehbar eingeschränkt sein solle (act. G 

6.1/56 S. 1 f.).

c) Am 20. März 2006 äusserte sich der Rechtsvertreter des Einsprechers zum 

Schreiben von Dr. E.___. Er erklärte, der Einsprecher befinde sich wegen der somatisch 

bedingten Beschwerden weiterhin in Behandlung. Gemäss Dr. B.___ handle es sich bei 

den angegebenen Beschwerden um einen therapieresistenten 

Deafferenzierungsschmerz (vgl. act. G 6.1/65a). Diese Aussage sowie die 

Stellungnahmen des Naturarztes F.___ und der Physiotherapeutin G.___ (act. G 

6.1/65b-c) würden sich mit der Beurteilung der Chirurgen Dr. A.___ und Dr. C.___ 

decken. Aufgrund der unterschiedlichen Beurteilung dränge sich die Einholung eines 

wirklich neutralen und unabhängigen Gutachtens auf, zumal Dr. B.___ 

unmissverständlich festhalte, dass die körperliche Leistungsfähigkeit des Einsprechers 

erheblich eingeschränkt bleibe (act. G 6.1/65).

d) Mit Entscheid vom 27. März 2006 wies die IV-Stelle St. Gallen die Einsprache ab 

(act. G 1.2/1).

D.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 11. Mai 2006 mit dem 

Antrag, der Einspracheentscheid vom 27. März 2006 sei aufzuheben und die Sache sei 

an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung von Massnahmen der Invalidenversicherung 

zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen vor, das MEDAS-Gutachten 

vom 30. Mai 2005 sei nicht zuverlässig, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. 

Er beantrage eine neue Begutachtung, dieses Mal durch einen Spezialisten, welcher 

sich mit dem doch relativ häufig auftretenden Schmerzsyndrom nach 

Leistenbruchoperation auskenne (act. G 1).

b) Innert erstreckter Frist reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 12. Juni 

2006 zwei weitere Arztberichte von Dr. A.___ und Dr. B.___ (act. G 4.1/1-2) sowie eine 

darauf gestützte Beschwerdeergänzung ein. Dabei hält er an seinem Antrag auf 

Einholung eines Obergutachtens durch einen Spezialisten fest (act. G 4).

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c) Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 6).

d) Am 7. Juli 2006 lässt der Beschwerdeführer eine Replik einreichen, mit welcher er an 

seinen Anträgen festhält (act. G 8).

e) Am 14. Juli 2006 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik 

(act. G 10).

f) Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die ins Recht gelegten Akten wird, 

soweit entscheidwesentlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen 

werden.

II.

1.- a) Um den Invaliditätsgrad einer versicherten Person bemessen zu können, ist die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Versicherungsgericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (SVR 2006 

IV Nr. 10, S. 39; BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

b) Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er 

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auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

c) Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht der Richter 

beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe 

von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 

Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 

Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 

die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes 

Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. 

Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 

Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Richter als triftig genug erscheinen, 

die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass er die 

Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass er ohne 

Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen 

zieht (BGE 125 V 352 E. 3b/aa mit Hinweisen).

2.- a) In der Verfügung vom 29. Juli 2005 ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf 

das Gutachten der MEDAS von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus und bezifferte den massgebenden Invaliditätsgrad mit 10 % 

(act. G 6.1/43). Zusätzlich zum MEDAS-Gutachten liegen in chronologischer Abfolge 

die folgenden Arztberichte und –zeugnisse im Recht: Am 29. August 1997 

diagnostizierte Hausarzt Dr. med. H.___ eine direkte und indirekte Leistenhernie rechts 

und bescheinigte seit Monaten zunehmende Leistenbeschwerden rechts bei kleiner 

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Leistenhernie (act. G 6.1/9 S. 30). Mit Schreiben vom 10. Januar 2001 hielt Dr. A.___ 

die postoperative Entwicklung eines sog. Ilioinguinalsyndroms durch Irritation des 

Nervus ilioinguinalis fest, wobei es sich um eine bekannte Komplikation nach einer 

Leistenbruchoperation handle (act. G 6.1/9 S. 32; vgl. auch die weiteren Arztzeugnisse, 

G 6.1/9 S. 33, 37, 38). Am 27. Dezember 2001 indizierte die Radiologie der Klinik T.___, 

Y.___, nach erfolgter MRI-Untersuchung den Verdacht auf ein chronisches lumbo-

vertebrogenes Schmerzsyndrom und Verdacht auf pseudoradiculäre Symptomatik (act. 

G 6.1/16 S. 12). Mit Austrittsbericht vom 17. Januar 2003 diagnostizierte das Spital 

X.___ chronisch persistierende Leistenschmerzen rechts nach der zweiten 

Leistenrevision am 16. Januar 2003 (act. G 6.1/9 S. 2). Dr. med. I.___, Oberarzt 

Anästhesie am Spital Y.___, stellte nach ambulanter Behandlung des 

Beschwerdeführers in der Schmerzsprechstunde vom 5. Dezember 2003 

Narbenschmerzen der rechten Seite fest (act. G 6.1/16 S. 7). Mit Bericht vom 9. 

September 2003 hielt Dr. A.___ gegenüber den Mobiliar Versicherungen fest, beim 

Beschwerdeführer bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom unbekannter Ursache 

nach Leistenbruchoperation (act. G 1.1/4). Nach erfolgter Anmeldung zum Bezug von 

IV-Leistungen diagnostizierte der von der Anästhesiologie des Spitals Y.___ 

zugezogene Dr. B.___ am 12. Februar 2004 Leistenschmerzen nach Inguinalhernien-OP 

rechts 1998. Gleichzeitig erklärte er, dass die Therapiemöglichkeiten bei den 

gegebenen Deafferenzierungsschmerzen relativ begrenzt seien (act. G 6.1/16 S. 8 ff.). 

Am 16. Februar 2004 berichtete Dr. H.___ zuhanden der Beschwerdegegnerin, beim 

Beschwerdeführer bestehe als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

neuropathischer Schmerz im Bereich des Nervus ilioinguinalis rechts nach 

Leistenhernienoperation 1998 (act. G 6.1/14). Mit Arztbericht vom 12. Mai 2004 

diagnostizierte Dr. C.___ chronische Leistenschmerzen links (recte: rechts) nach 

Hernienoperation, degenerative Veränderungen der LWS mit Spondylophytenbildungen 

und leicht- bis mässiggradiger Osteochondrose L1/2 bis L2/3 sowie eine kleinvolumige 

breitflächige mediane Diskushernie L4/5. Weiter hielt Dr. C.___ fest, sämtliche 

ergriffenen Therapiemassnahmen hätten längerfristig keine Linderung der 

Beschwerden im Bereich der rechten Leiste gebracht (act. G 6.1/16 S. 5 f.). Mittels 

Stellungnahme vom 29. November 2004 hielt der RAD fest, es handle sich vorliegend 

um ein chronisches Schmerzsyndrom in der rechten Leiste. Unklar sei jedoch, weshalb 

dem Beschwerdeführer von Dr. C.___ eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bzw. eine 

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Arbeitsfähigkeit von einer Stunde in einer adaptierten Tätigkeit attestiert, gleichzeitig 

aber empfohlen werde, eine Umschulung zu überlegen, obwohl gemäss Arztzeugnis 

keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr vorliege (act. G 6.1/27). Mit 

Sprechstundenbericht vom 9. August 2005 diagnostizierte Dr. D.___, stellvertretender 

Chefarzt der Abteilung für Chirurgie am Spital Y.___, chronische Leistenschmerzen 

rechts (act. G 1.1/7). Am 16. Februar 2006 stellte Dr. B.___ invalidisierende 

Leistenschmerzen rechts bei Status nach mehreren Leistenoperationen fest. Es handle 

sich bei den angegebenen Beschwerden um einen therapieresistenten 

Deafferenzierungsschmerz, welcher nicht selten nach Leistenhernienoperationen 

auftrete (act. G 6.1/65a). Mit Bericht vom 24. Mai 2006 hielt Dr. A.___ fest, bei dem vom 

Beschwerdeführer verspürten Schmerz handle es sich um einen sog. neuropathischen 

Schmerz, d.h. von einem Nervengewebe ausgelösten Schmerz. Hinsichtlich der ihm 

attestierten Arbeitsunfähigkeit seien die geklagten Beschwerden aus seiner Sicht 

immer glaubwürdig gewesen. Er gehe grundsätzlich davon aus, dass geklagte 

Schmerzen und Beschwerden bei einem arbeitswilligen Patienten bis zum Beweis des 

Gegenteils (und Schmerzsimulation sei selbst durch Spezialisten schwer zu beweisen) 

der Wahrheit entsprächen. Somit sei die Indikation zur Attestierung einer 

Arbeitsunfähigkeit bei den geklagten Beschwerden unter Berücksichtigung der 

schweren körperlichen Arbeit gegeben. Gleichzeitig habe der Patient jedoch immer 

berichtet, dass er fast ständig in seinem Beruf als Gemüsebauer, wenn auch nur 

stundenweise, tätig gewesen sei. Für die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeit sei das 

Symptom des Schmerzes ausreichend, auch wenn keine Erklärung für die 

Beschwerden gegeben werden könne. Es sei aus medizinischer Sicht widersinnig, 

Schmerz nur dann als Grund für eine Arbeitsunfähigkeit zu akzeptieren, wenn dieser 

genauestens erklärt werden könne (act. G 4.1/1). Dr. B.___ diagnostizierte mit 

Schreiben vom 7. Juni 2006 invalidisierende Leistenschmerzen rechts bei Status nach 

Leistenhernienoperation 1998. Die Leistenschmerzen hätten auch auf einen letzten 

Therapieversuch am 24. Januar 2006 nicht angesprochen, sodass weitere 

Interventionen nicht mehr indiziert seien und die Behandlung als erfolglos 

abgeschlossen werden müsse. Die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden 

seien absolut glaubhaft. Persistente Schmerzen nach Leistenbruchoperationen seien 

eine bekannte Komplikation. In den letzten sechs Jahren habe er insgesamt acht 

Patienten mit dem gleichen Beschwerdebild nach Leistenoperation gesehen. Es sei 

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allgemein bekannt, dass diese Beschwerden therapieresistent seien und auch mit den 

zur Verfügung stehenden Behandlungsverfahren kaum beeinflusst werden könnten. Im 

Weiteren gehe er davon aus, dass ein Patient, der keine Beschwerden habe, sich nicht 

wiederholten Operationen und Behandlungsversuchen unterziehe. Der 

Beschwerdeführer habe auf der ganzen Linie jegliche Therapievorschläge (darunter 

auch die medikamentöse Therapie mit den entsprechenden Nebenwirkungen) als 

Hoffnungsschimmer bereitwillig aufgenommen und sich den sicherlich nicht 

angenehmen Eingriffen unterzogen. Das Unvermögen, ein sicheres Korrelat für die 

Schmerzen nachweisen zu können, bedeute nicht, dass der Patient keine Schmerzen 

habe. Auch mit den modernsten Mitteln könnten Schmerzen nicht objektiviert werden. 

Pathophysiologisch liessen sich die Beschwerden durch Vernarbungen und 

Nervenschädigungen aber durchaus erklären. Diese Nervenläsionen würden meist 

therapieresistente stechende, brennende Schmerzen verursachen. Interessanterweise 

habe während der Probestimulation die äussere Hälfte der rechten Leiste abgedeckt 

werden können, der mediale Leistenbereich habe sich aber nicht stimulieren lassen. 

Dies könne als Hinweis dafür gewertet werden, dass im Versorgungsgebiet des 

resezierten Nervus ilioinguinalis ein Deafferenzierungsschmerz bestehe. Es sei mehr als 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Beschwerden in seiner 

beruflichen Tätigkeit als Gemüsebauer stark beeinträchtigt sei (act. G 4.1/2).

b) Im Wesentlichen lässt der Beschwerdeführer mit Bezug auf die zitierten Arztberichte 

und –zeugnisse nun vorbringen, sämtliche seit 1997 behandelnden und 

untersuchenden Ärzten würden davon ausgehen, dass beim Beschwerdeführer keine 

100 %-ige Arbeitsfähigkeit vorliege, schon gar nicht in seiner angestammten Tätigkeit 

als Gemüsebauer. Lediglich die MEDAS komme zu diesem Schluss. Dr. A.___, Dr. 

B.___, Dr. J.___ und Dr. D.___ würden allesamt nicht am tatsächlichen Vorliegen eines 

nach einer durchgeführten Leistenbruchoperation typischen Schmerzsyndroms 

zweifeln. Dr. A.___ spreche von Deafferenzierungsschmerzen, wobei es sich um 

Schmerzen handle, welche tatsächlich empfunden würden, für welche es rein 

pathologisch aber keine Erklärung gebe. Entgegen der Ansicht der MEDAS seien beim 

Beschwerdeführer damit sehr wohl somatische Beschwerden und nicht etwa eine 

somatoforme Schmerzstörung und damit eine psychische Störung vorhanden. Läge 

tatsächlich eine psychische Problematik vor, so wären kaum so viele Operationen und 

Therapieversuche veranstaltet worden. Vielmehr hätte es dann gereicht, einfach eine 

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Psychotherapie durchzuführen. Auf das MEDAS-Gutachten könne somit nicht 

abgestellt werden, da es medizinisch fehlerhaft sei. Einerseits beruhe es nicht auf 

umfassenden Abklärungen, andererseits würden nicht alle Vorbefunde berücksichtigt. 

Ausserdem seien die Schlussfolgerungen der Gutachter nicht nachvollziehbar. Aus 

diesem Grund sei eine neue Begutachtung durchzuführen, diesmal unter 

Berücksichtigung der somatischen Befunde. Das Gutachten sei von einem Spezialisten 

auszufertigen, welcher sich mit dem Schmerzsyndrom nach einer 

Leistenbruchoperation auskenne (act. G 1; G 4 S. 3).

c) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die bestehende medizinische Aktenlage einen 

abschliessenden Entscheid über den Invaliditätsgrad erlaubt. Nachdem die 

Beschwerdegegnerin für die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt massgebend auf das MEDAS-

Gutachten vom 30. Mai 2005 abgestellt hat, ist zunächst dieses Gutachten hinsichtlich 

seiner Zuverlässigkeit bzw. der Anforderungen der Rechtsprechung an ein solches zu 

überprüfen. Dabei wird auch die Frage zu beantworten sein, ob der Beschwerdeführer 

ein weiteres Mal zu begutachten ist.

3.- a) Das MEDAS-Gutachten vom 30. Mai 2005 erfüllt die formellen Kriterien an ein 

medizinisches Gutachten, insbesondere berücksichtigt es sämtliche wesentlichen 

Akten, erhebt eine ausführliche Anamnese unter Einbezug der vom Beschwerdeführer 

geklagten Beschwerden, basiert auf zusätzlich durchgeführten Untersuchungen bzw. 

den gestützt darauf erhobenen Befunden sowie Beurteilungen und beantwortet die 

gestellten Fragen anschliessend an die gutachterliche Diskussion/Beurteilung (vgl. zum 

Aufbau eines Gutachtens UELI KIESER, Die rechtliche Würdigung von medizinischen 

Gutachten, in: Schaffhauser/Schlauri, Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in 

der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 145 f.). Im Zusammenhang mit den von der 

MEDAS durchgeführten Untersuchungen ist allerdings auf zwei Punkte hinzuweisen, 

auf welche der Beschwerdeführer bereits aufmerksam gemacht hat (vgl. act. G 6.1/48 

S. 4; G 1.2/5). Erstens stellt sich die Frage, weshalb keine chirurgische Untersuchung 

stattgefunden hat, nachdem die Beschwerden durch einen chirurgischen Eingriff 

ausgelöst worden sind. Der zweite Punkt betrifft die Tatsache, dass Lendenwirbelsäule 

und Hüftgelenk aufgrund der neurologischen Beurteilung uneingeschränkt beweglich 

sind, was aber nicht mit den geklagten Schmerzen übereinstimme (Ziff. 4.1.4 des 

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Gutachtens). Aufgrund der Aktenlage ist der Beschwerdeführer gezwungen, ab und zu 

körperliche Arbeit auf sich zu nehmen (vgl. z.B. act. G 6.1/25). Es ist somit davon 

auszugehen, dass dies zumindest für eine kurze Zeit möglich ist, bevor er körperliche 

Arbeiten schmerzbedingt aufgeben muss. Die neurologische Untersuchung fand 

ausserdem an einem Montag statt. Der Beschwerdeführer hat hierzu ausgeführt, er 

habe am Tag vor der Untersuchung relativ wenig Schmerzen gehabt, da er sich über 

das Wochenende geschont, warme Bäder genommen und die Sauna besucht habe. Er 

habe dies dem Arzt bereits anlässlich der Untersuchung erklärt. Ob die 

Berücksichtigung dieser beiden Einwendungen zu einer anderen Beurteilung durch die 

Gutachter geführt hätte, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden und muss deshalb 

offen bleiben.

b) Die Würdigung der medizinischen Aktenlage umfasst nach der Rechtsprechung des 

Eidg. Versicherungsgerichts auch die Auseinandersetzung mit abweichenden 

Beurteilungen anderer Ärzte (vgl. Urteil I 645/2005 vom 13. April 2006, E. 2.3), was in 

Ziffer 6.4 des Gutachtens grundsätzlich auch getan wird. Nicht nachvollziehbar ist nun 

allerdings die Aussage der Gutachter, bezüglich Befunderhebung würden sie mit 

sämtlichen früheren Untersuchern übereinstimmen, indem nämlich die Schmerzen und 

Beschwerden des Exploranden keiner somatisch zu definierenden Ursache zugeordnet 

werden könnten. Die Ursachen der Schmerzen konnten von den involvierten Ärzten 

zwar tatsächlich nicht zugeordnet werden, die Mehrheit der früheren Untersucher 

stellte in somatischer Hinsicht jedoch wie gesehen (vgl. oben, E. II/2/a) eine eindeutige 

Diagnose, nämlich das Vorliegen eines Ilioinguinalsyndroms bzw. eines chronischen 

Schmerzsyndroms. Abgesehen davon ist der Hinweis der Gutachter, sie würden 

insbesondere mit dem langjährigen Hausarzt übereinstimmen, welcher die 

Beschwerden insgesamt als atypisch und fragwürdig einstufe, nicht stichhaltig, hatte 

dieser den Beschwerdeführer zu jenem Zeitpunkt doch seit zwei Jahren nicht mehr 

gesehen (vgl. act. G 1.2/5). Insgesamt kann festgehalten werden, dass hinsichtlich der 

Diagnosestellung und damit auch der Schlussfolgerungen eine erhebliche Diskrepanz 

zwischen dem MEDAS-Gutachten vom 30. Mai 2005 und den übrigen im Recht 

liegenden Berichten der behandelnden Ärzte besteht.

4.- a) Nach der Rechtsprechung des Eidg. Versicherungsgerichts (seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) können Schmerzangaben der 

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versicherten Person allein nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der 

sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass 

Schmerzangaben durch damit korrelierende, schlüssig feststellbare Befunde 

hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der 

Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse (Urteil I 382/2000 vom 9. Oktober 2001, E. 

2b; vgl. auch Urteil I 683/2003 vom 12. März 2004, E. 2.2.2).

b) Mit Schreiben vom 30. September 2005 erklärte Dr. E.___ von der MEDAS-Stelle, 

nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einspracheweise auf die 

bestehende Diskrepanz in den ärztlichen Beurteilungen hingewiesen hatte, die 

erwähnten Probleme nach Leistenbruchoperationen seien auch ihnen bekannt. Die 

neurologischen Untersuchungen könnten dann aber in dieser Situation Befunde 

erheben, die im Rahmen einer erhöhten Nervenempfindlichkeit (neuropathisches 

Schmerzsyndrom), die genau dermatomal zuordenbar sei, nachvollziehbar seien. 

Begleitet würden diese Schmerzauslösungen von vegetativen Symptomen, was bei 

ihrer Untersuchung nicht der Fall gewesen sei (act. G 6.1/56). Gestützt darauf und mit 

Bezug auf die eben zitierte Rechtsprechung des Eidg. Versicherungsgerichts macht die 

Beschwerdegegnerin nun geltend, die Arbeitsfähigkeit eines Versicherten sei aufgrund 

von objektiven Faktoren, namentlich gestützt auf sorgfältig erhobene Befunde, zu 

bestimmen. Es genüge nicht, wenn für eine Arbeitsunfähigkeit auf die 

Schmerzsymptomatik abgestützt werde (act. G 6). Aufgrund der durchgeführten 

Untersuchungen sei lediglich der Verdacht einer somatoformen Schmerzstörung ohne 

invalidisierende Wirkung festgestellt worden, nicht aber somatische Beschwerden. Da 

eine somatoforme Schmerzstörung die Arbeitsfähigkeit nach der Rechtsprechung im 

Regelfall nicht beeinträchtige, sei die Verfügung vom 29. Juli 2005 nicht zu 

beanstanden (act. G 1.2/1). Dem widersprechen Dr. A.___ und Dr. B.___ gerade mit 

Bezug auf den vorliegenden Fall und kommen zum Schluss, dass der 

Beschwerdeführer aufgrund der Beschwerden in seiner beruflichen Tätigkeit als 

Gemüsebauer stark beeinträchtigt sei, obwohl die Schmerzen objektiv nicht 

nachweisbar seien (vgl. oben, E. II/2/a).

c) Zwar stützen sich die Berichte von Dr. A.___ und Dr. B.___ in ihren Beurteilungen 

tatsächlich in erster Linie auf subjektive Schmerzangaben des Beschwerdeführers. 

Andererseits ist die Diagnose Ilioinguinalsyndrom bzw. chronisches Schmerzsyndrom 

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nach Angabe von Dr. A.___ in der medizinischen Literatur beschrieben und kommt 

nach Leistenbruchoperationen mit einer Häufigkeit von 5-15 % vor (vgl. act. G 1.1/4). 

Bei einem Ilioinguinalsyndrom bestehen teilweise Kreuz- und Leistenschmerzen, eine 

schmerzhafte Einschränkung der Hüftinnenrotation und Streckung im Hüftgelenk sowie 

Schmerzen beim nach vorne Beugen und Gehen. Ausserdem kann es zu 

Gefühlsstörungen kommen (vgl. etwa http:// www.neuro24.de/glossarl.htm oder http://

www.ilioinguinalis-syndrom.de, beide besucht am 5. Februar 2007). Beim 

Beschwerdeführer liegen gemäss Dr. B.___ mit dem Schmerzsyndrom einhergehende 

Deafferenzierungsschmerzen vor, bei welchen es sich um Schmerzen handelt, die nach 

bzw. trotz der Ausschaltung der sensiblen Impulse im ehemaligen Versorgungsgebiet 

des betroffenen Nervs oder Nervenstammes auftreten. Zu einem solchen 

Deafferenzierungsschmerz kann es nach jeder Nervendurchtrennung kommen (vgl. 

http://www. deafferenzierungsschmerz.de, besucht am 2. Februar 2007). Aufgrund der 

medizinischen Akten sind die genannten schmerzhaften Einschränkungen sowie 

Gefühlsstörungen (vgl. act. G 6.1/35 Ziff. 4.1.1.1) beim Beschwerdeführer wie 

beschrieben aufgetreten. Ob es sich bei den Leiden des Beschwerdeführers nun 

jedoch um eine blosse somatoforme Schmerzstörung (Verdacht) handelt oder ob beim 

von den behandelnden Ärzten diagnostizierten Ilioinguinalsyndrom tatsächlich ein 

somatisches Leiden und damit ein mit den Schmerzangaben korrelierender, schlüssig 

feststellbarer Befund im Sinne der zitierten Rechtsprechung vorliegt, kann an dieser 

Stelle nicht entschieden werden, da diese Beurteilung rein medizinischer Natur ist. Die 

gegensätzlichen Meinungsäusserungen der behandelnden Ärzte erscheinen dem 

Gericht jedenfalls als triftig genug, die Schlüssigkeit des MEDAS-Gutachtens vom 30. 

Mai 2005 in Frage zu stellen. Es bestehen mit anderen Worten ernsthafte Zweifel an der 

Richtigkeit der von den MEDAS-Gutachtern gezogenen Schlussfolgerungen, 

insbesondere ob beim Beschwerdeführer wirklich "nur" der Verdacht einer 

somatoformen Schmerzstörung vorliegt und tatsächlich keine somatischen 

Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit existieren. Dies gilt umso mehr, als 

sich die betreffenden Ärzte im Gegensatz zu den Gutachtern der MEDAS-Stelle seit 

Jahren mit dem Beschwerdeführer beschäftigen und es sich hierbei ebenfalls um 

Fachspezialisten (Chirurgie bzw. Schmerztherapie) handelt. Auffällig ist ausserdem die 

Vielzahl der gegensätzlichen Meinungsäusserungen: Anhand der zahlreich 

vorhandenen Arztberichte wird ersichtlich, dass sich mehrere Ärzte (Dr. A.___, Dr. 

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C.___, Dr. B.___, Dr. D.___, Dr. J.___, Dr. I.___) hinsichtlich der somatischen 

Beschwerden im Wesentlichen einig sind und ihre Beurteilungen der körperlichen 

Beeinträchtigung des Beschwerdeführers (soweit sie sich dazu äussern) kaum 

voneinander abweichen. Ein Indiz, welches auf eine schwere Beeinträchtigung des 

Beschwerdeführers durch die gegebenen Schmerzen hindeutet, ist ferner die Tatsache, 

dass ihm im Januar 2006 operativ eine Schmerzpumpe eingebracht worden ist (vgl. 

act. G 6.1/63). Mit der Frage der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wird sich 

deshalb aus den genannten Gründen und weil sich die aktuellsten Berichte der 

behandelnden Ärzte nicht zum Grad der Arbeitsunfähigkeit äussern, ein Obergutachten 

zu beschäftigen haben.

d) Dieses Gutachten wird sich insbesondere auch zur Frage äussern müssen, ob 

Schmerzbewältigungsstrategien denkbar sind und gegebenenfalls ob und in welchen 

Aktivitäten eine verwertbare Arbeitsfähigkeit zu bejahen ist oder nicht. Es erscheint 

zweckmässig, den Beschwerdeführer erneut polydisziplinär zu begutachten, wobei 

zumindest chirurgische, neurologische und psychiatrische Untersuchungen 

vorzunehmen sein werden. Für die chirurgische Begutachtung ist ausserdem auf einen 

Chirurgen zurückzugreifen, welcher grosse Erfahrung auf dem Gebiet der 

Leistenbruchoperation sowie ihrer Risiken und unerwünschten Folgen mit sich bringt. 

Schliesslich ist zu bemerken, dass sich der Beschwerdeführer in einem früheren 

Zeitpunkt über Rückenschmerzen beklagt und Dr. C.___ mit Arztbericht vom 12. Mai 

2004 auch eine kleinvolumige breitflächige mediane Discushernie L4/5 diagnostiziert 

hat (act. G 6.1/16 S. 5). In der gesamten gutachterlichen Diskussion der MEDAS wie 

auch in den Berichten der behandelnden Ärzte ist von diesen Rückenbeschwerden 

allerdings nie mehr die Rede. Das Obergutachten wird sich deshalb 

zweckmässigerweise auch darüber zu äussern haben, ob die Leiden des 

Beschwerdeführers allenfalls mit der Discushernie im Zusammenhang stehen könnten.

5.- a) Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 27. März 2006 aufzuheben 

und die Sache ist zur Anordnung eines Obergutachtens im Sinne der Erwägungen und 

zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Je 

nach dem konkreten Abklärungsergebnis wird die Beschwerdegegnerin allenfalls noch 

Eingliederungsmassnahmen zu prüfen haben.

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b) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei jedoch Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Als Obsiegen gilt nach ständiger Rechtsprechung auch die Rückweisung 

der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/

bb in fine). Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 750.-- bis Fr. 7'500.--. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. Im 

vorliegenden Fall erscheint unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu einem nicht unwesentlichen Teil zur 

Sachverhaltsermittlung beigetragen hat und ihm dadurch überdurchschnittliche 

Aufwendungen entstanden sind, eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 27. 

März 2006 aufgehoben und die Sache wird zur Anordnung eines Obergutachtens im 

Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.03.2007
	Art. 44 ATSG; Widerspruch zwischen diversen Arztberichten und einem medizinischen Gutachten, Anordnung eines Obergutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. März 2007, IV 2006/88). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_276/2007.

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		2025-07-19T16:36:10+0200
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