# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a0eb69b-f8e4-566a-8466-3190b389904c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2019 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2019-18_0000-00-00.pdf

## Full Text

8/18 Submission PVG 2019

Einwand Unterangebot. Lauterbarkeitsgrenze.
– Ein ungewöhnlich niedriges Preisangebot verstösst nicht 

automatisch gegen die IVöB oder das SubG; nicht zuläs- sig 
sind aber Unterangebote, welche die Grundsätze des 
lauteren Wettbewerbs verletzen; Beispiele für zulässige und 
unzulässige Unterangebote im liberalisierten Sub- 
missionsrecht (E.2.6.4).

Censura di offerta insufficiente. Soglia della correttezza.
– Un’offerta anormalmente bassa non contrasta automati- 

camente contro il CIAP o la Lap; inammissibili sono tut- 
tavia delle offerte sottocosto che violano i principi della 
concorrenza leale; esempi di offerte sottocosto ammis- 
sibili e inammissibili nel diritto d’appalto liberalizzato 
(consid. 2.6.4).

Erwägungen:
2.6.4. Das streitberufene Verwaltungsgericht stellt zu  die-

sem Einwand hier klar: Im Anwendungsbereich der IVöB wird es 
heute als weitestgehend zulässig erachtet, wenn ein Anbieter mit 
einkalkuliertem Risiko ein bezüglich des Preises (zu) niedriges An- 
gebot einreicht, solange die Eignungs- und Zuschlagsbedingun- gen 
erfüllt werden. Ein ungewöhnlich niedriges Angebot sanktio- niert 
somit weder die IVöB noch das SubG mit einem Ausschluss. 
Unterangebote sind somit kaum mehr verpönt, sondern werden in  
den  Grenzen  des  lauteren  Wettbewerbs  toleriert  (Galli/Moser/ lanG, 
Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N 
1115). Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hat mehrfach 
festgehalten, dass es grundsätzlich Sache der Unter- nehmer sei, wie 
und mit welchem Risiko sie ihre Preise kalkulierten (PVG 1998 Nr. 60; 
sowie weitere Entscheide des Verwaltungsge- richts [VGU] U 06 
140 vom 23. Januar 2007 E.2, U 06 22 vom 8.
Mai 2006 E.4, U 06 9 vom 24. Februar 2006 E.2d, U 07 40 vom 6.
Juli 2007 E.2, U 07 41 vom 6. Juli 2007 E.2 und U 10 26 vom 7. Ap- 
ril 2010 E.2b, vgl. dazu insbesondere Fn 2376 in Galli/Moser/lanG). 
Preisunterbietungen sind somit beschaffungsrechtlich in der Regel nicht 
relevant, denn Gründe für ein Unterangebot können vielseitig und 
durchaus lauter sein, nämlich etwa zwecks Überbrückung von 
Überkapazitäten, Deckung von Fixkosten oder Erhaltung von Ar- 
beitsplätzen. Im vorliegenden Fall ist für das Gericht bereits unklar, ob 
überhaupt von einem Unterangebot gesprochen werden kann, wenn die 
Zuschlagsempfängerin rund 25% tiefer offeriert als die

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zweitgünstigste Beschwerdeführerin, denn offensichtlich hat die 
Organisation der Abläufe und der eingesetzten Fahrzeuge einen 
erheblichen Einfluss auf den Preis, was die Zuschlagsempfängerin 
offenbar geschickter als die Beschwerdeführerin zu ihren Gunsten 
genutzt hat. Selbst aber wenn ein Unterangebot vorläge, wäre dies 
zulässig, solange es lauter ist. Anzeichen dafür, dass ein unlaute- res 
Angebot (wie z.B. Nichteinhalten von Gesamtarbeitsverträgen, 
Preisabsprachen etc.) vorliegt, gibt es aber gerade nicht. Vor die- sem 
Hintergrund war der Beschwerdegegner nicht verpflichtet, weitere 
Erkundigungen einzuziehen, um sich zu vergewissern, ob die 
Zuschlagsempfängerin trotz des tiefsten Angebotspreises alle 
Teilnahmebedingungen einhalten und die Auftragsbedingungen 
erfüllen kann (Art. 26 SubV). Auch diese Rüge ist somit abzuweisen. U 
19 13 Urteil vom 2. Juli 2019

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