# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf6334ee-85f2-5f1c-a1fc-1e253aaf3a59
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2022 A-2696/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2696-2021_2022-10-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2696/2021 

 

 

  U r t e i l  v o m   1 8 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), 

Richter Maurizio Greppi,  

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,    

Gerichtsschreiber Stephan Metzger. 
 

 
 

Parteien 
 A. _______,  

vertreten durch  

lic. iur. Werner Schib,  

SwissLegal (Aarau) AG,  

Jurastrasse 4, Postfach 3623, 5001 Aarau,  

Beschwerdeführer und Anschlussbeschwerdegegner, 

 
 

 
gegen 

 
 

Staat Aargau,    

vertreten durch  

Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, 

Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau,  

vertreten durch  

lic. iur. Simon Kohler, Rechtsanwalt,  

Seidel & Partner, Postfach, 8058 Zürich,  

Beschwerdegegner und Anschlussbeschwerdeführer, 

 

Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 8,   

c/o Bont Peter, Fürsprecher & Notar,  

Bont, Bitterli Meier,  

Dornacherstrasse 26, Postfach, 4601 Olten 1 Fächer,   

Vorinstanz.  

 

 

 
 

Gegenstand 
 Forderungen / Folgemassnahmen N[…]/N[…] Region […]; 

Rückweisung durch das Bundesgericht. 

 

 

 

A-2696/2021 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Im November 2001 unterbreitete das Departement Bau, Verkehr und 

Umwelt des Kantons Aargau (BVU) dem Eidgenössischen Departement für 

Umwelt, Verkehr und Kommunikation (UVEK) das Ausführungsprojekt für 

die Folgemassnahmen N[…]/N[…] zur Genehmigung. Dieses sah u.a. den 

Ausbau der Kantonsstrasse […] als Zubringer zum Nationalstrassenan-

schluss der N[…] bei […] sowie den Bau eines Tunnels in der Gemeinde 

X. _______ vor. Dieser unterquert die Parzellen Nrn. [01] und [02] (damals 

Parzelle Nr. [01], welche 2015 aufgeteilt wurde), die im Eigentum von 

A. _______ stehen. 

Während der öffentlichen Auflage reichte A. _______ Einsprache gegen 

das Projekt ein und forderte den Verzicht auf den vorgesehenen vollstän-

digen Entzug des Eigentums an seinem Grundstück Nr. [01] zugunsten ei-

ner Dienstbarkeit. Mit Plangenehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004 

wurde das Projekt durch das UVEK bewilligt und die Einsprache von 

A. _______ gutgeheissen. Dabei wurde u.a. verfügt, statt einer dauernden 

Enteignung sei "für Bau und Betrieb des Werkes … die Einräumung der 

erforderlichen beschränkten dinglichen Rechte vorzusehen".  

A.b In der Folge versuchten die Parteien, in einem freihändigen Verfahren 

eine Einigung über den konkreten Inhalt der geforderten Dienstbarkeit zu 

erzielen. Während dieses Prozesses fanden am 20. Mai 2005 auf der 

Grundlage des rechtskräftigen Plangenehmigungsentscheides vor dem 

Präsidenten der Eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 8 (ESchK 

Kreis 8) Gespräche statt. A. _______ erklärte sich dabei mit der Beanspru-

chung der dem Staat Aargau eingeräumten Rechte (Dienstbarkeit für die 

Untertunnelung seiner Grundstücke) einverstanden. Über die Entschädi-

gungsansprüche kam es zu keiner Einigung. 

B.  

Am 8. August 2006 konnten sich die Parteien ausseramtlich über ein Bau-

recht für den Staat Aargau und über die Höhe der Entschädigungen in ei-

nem öffentlich beurkundeten Dienstbarkeitsvertrag einigen. In der Folge 

schrieb die ESchK Kreis 8 am 5. November 2007 das bei ihr hängige Ver-

fahren als durch ausseramtliche Verständigung erledigt ab. Die im Dienst-

barkeitsvertrag eingeräumten Rechte wurden als "Tunneldienstbarkeit" im 

Grundbuch eingetragen.  

A-2696/2021 

Seite 4 

In der Folge ergaben sich Differenzen hinsichtlich der Auslegung dieses 

Vertrages, worauf A. _______ als Enteigneter zivilrechtlich, mit Eingabe 

vom 27. Oktober 2008 vor dem Bezirksgericht W. _______, klagte. Insbe-

sondere bezog sich der Streit auf die Art und die Anzahl der einer Entschä-

digungspflicht unterliegenden Anker und Nägel zur Sicherung der Bau-

grube sowie die daraus resultierende Höhe der Entschädigung. Mit Urteil 

4A_116/2010 vom 28. Juni 2010 hielt das Bundesgericht in einem Parallel-

verfahren betreffend das ebenso vom Ausführungsprojekt betroffene 

Grundstück Nr. [04] fest, dass die Vorinstanz das Vertragsverhältnis und 

den daraus abgeleiteten Anspruch zu Recht als öffentlich-rechtlich qualifi-

ziert habe. Es wies jene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Darauf-

hin zog A. _______ seine Klage beim Bezirksgericht W. _______ mit 

Schreiben vom 6. Oktober 2010 zurück. 

C.  

C.a Hierauf wandte sich A. _______ mit "Klage" vom 8. April 2011 an die 

ESchK Kreis 8. Er stellte in der Hauptsache das Begehren, der Staat Aar-

gau sei aufgrund des Dienstbarkeitsvertrags zu verpflichten, ihm eine Ent-

schädigung in der Höhe von Fr. 420'341.25 nebst Verzinsung für alle sog. 

vorgespannten Anker und sog. ungespannten Anker (Nägel) zu bezahlen. 

Mit Entscheid vom 26. Juni 2014 verpflichtete die ESchK Kreis 8 den Staat 

Aargau im Wesentlichen, A. _______ für 127 Anker mit einem Betrag von 

total Fr. 55'800.-- und für 894 Nägel mit einem Betrag von total Fr. 44'700.-

-, jeweils zuzüglich 3.5% Zins, zu entschädigen.  

C.b Mit Beschwerde vom 1. September 2014 gelangte A. _______ gegen 

diesen Entscheid an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte im We-

sentlichen, der Staat Aargau sei zu verpflichten, ihm Fr. 420'341.25 zuzüg-

lich 5% Zins seit dem 1. Juli 2007 auf dem Betrag von Fr. 415'220.-- sowie 

eine Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren von 

Fr. 61'102.75 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. Das Bundesverwaltungsgericht 

hiess die Beschwerde mit Urteil A-4873/2014 vom 21. Oktober 2015 (sowie 

Berichtigung vom 3. November 2015) teilweise gut, soweit es darauf ein-

trat, und wies sie im Übrigen ab. Es entschied insbesondere, der aufgrund 

des Dienstbarkeitsvertrags vom 8. August 2008 geschuldete Betrag für vor-

gespannte Anker und Nägel belaufe sich auf Fr. 449'240.-- zuzüglich 3.5% 

Verzugszins auf dem Betrag von Fr. 449'240.-- für die Zeit vom 1. Juli 2007 

bis 2. April 2008 und 3.5% Verzugszins auf dem Betrag von Fr. 415'220.-- 

ab 3. April 2008. 

A-2696/2021 

Seite 5 

C.c  Gegen diesen Entscheid erhob der Staat Aargau Beschwerde beim 

Bundesgericht. Dieses qualifizierte in seinem Urteil 1C_613/2015 vom 

10. August 2016 den Dienstbarkeitsvertrag vom 8. August 2006 als verwal-

tungsrechtlichen Enteignungsvertrag und stellte gleichzeitig verbindlich 

dessen Nichtigkeit aufgrund eines versteckten Dissenses fest. Es hob die 

Abschreibungsverfügung der ESchK Kreis 8 vom 5. November 2007 sowie 

den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Oktober 2015 auf 

und wies die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die 

ESchK Kreis 8 zurück. In den Erwägungen hielt das Bundesgericht u.a. 

fest: "Ist der Dienstbarkeitsvertrag nicht zustande gekommen, so muss 

noch das formelle Enteignungsverfahren durchgeführt und die Entschädi-

gung von der Schätzungskommission festgesetzt werden.".  

C.d In der Folge lud der Präsident der ESchK Kreis 8 mit Verfügung vom 

3. Oktober 2016 zu einer Einigungsverhandlung am 16. November 2016 

vor. Diese endete ohne Ergebnis. 

D.  

Am 8. Februar 2017 stellte der Staat Aargau bei der ESchK Kreis 8 einen 

Enteignungsantrag. Wenig später wurde die Dienstbarkeit im Grundbuch 

gelöscht. Am 16. Februar 2017 liess der Staat Aargau den Enteignungs-

bann erneut im Grundbuch eintragen.  

E.  

Mit Entscheid vom 14. Juni 2018 verfügte die ESchK Kreis 8 u.a.: "Der 

Staat Aargau wird verpflichtet, dem Enteigneten als Enteignungsentschä-

digung CHF 207'837.50 zu bezahlen. Weiter wird er verpflichtet, allfällige 

sich bei einer weiteren Überbauung der Grundstücke Nr. [01] und [02] an-

fallende Kosten im Sinne der Erwägung 3.5.2.2. zu übernehmen.". Die 

ESchK Kreis 8 fällte ihren Entscheid insbesondere unter Berücksichtigung 

des Bewertungszeitpunktes 20. Mai 2005, der beanspruchten Landfläche 

sowie der Planungsgeschichte und erwog die Entschädigung allfälliger In-

konvenienzen. Ausserdem wies sie das zuständige Grundbuchamt an, die 

Dienstbarkeit "Baurecht für unterirdischen Strassentunnel" zugunsten des 

Staats Aargau auf den heutigen Parzellen Nrn. [01] und [02], Gemeinde 

X. _______, erneut einzutragen. 

F.  

Mit Schreiben vom 26. Juli 2018 – und im Hinblick auf die Anweisung im 

Entscheid vom 14. Juni 2018 – forderte das Grundbuchamt Y. _______ die 

ESchK Kreis 8 auf, weitere Unterlagen vorzulegen, um eine Eintragung 

A-2696/2021 

Seite 6 

prüfen zu können. Dabei führte es aus, eine Dienstbarkeit könne im Grund-

buch auf Anweisung eines Gerichtes oder einer Behörde nur dann einge-

tragen werden, wenn die Verfügung die objektiv wesentlichen Punkte ent-

halte, insbesondere auch die Umschreibung der Lage oder die Darstellung 

der örtlichen Lage in einem Plan. Mit Verfügung vom 24. September 2018 

wies das Grundbuchamt Y. _______ die Anmeldung zum Eintrag der 

Dienstbarkeit betreffend die Enteignungssache Nr. 163 A im Grundbuch ab.  

G.  

Gegen den Entscheid der ESchK Kreis 8 vom 14. Juni 2018 erhob 

A. _______ mit Eingabe vom 15. August 2018 Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht (Verfahrensnummer A-4707/2018). Er beantragte im 

Wesentlichen die Aufhebung des Entscheides der ESchK Kreis 8 vom 

14. Juni 2018 und diese sei anzuweisen, den vom Staat Aargau am 8. Feb-

ruar 2017 gestellten Enteignungsantrag im Rahmen eines selbständigen, 

neu einzuleitenden formellen Enteignungsverfahrens anhand zu nehmen. 

Eventualiter beantragte er, der Enteigner sei zu verpflichten, ihm 

Fr. 2'308'202.07, abzüglich der bereits geleisteten Zahlung von 

Fr. 181'830.-- und zuzüglich Zins zu 3.5% seit dem Datum der vorzeitigen 

Besitzeinweisung am 20. Juni [recte: Mai] 2005 sowie eine Parteientschä-

digung zu bezahlen.  

A. _______ begründete seine Anträge u.a. damit, dass das gesamte Ver-

fahren bereits aufgrund von zahllosen Verfahrensfehlern aufgehoben und 

zurückgewiesen werden müsse. So sei denn auch die Tunneldienstbarkeit 

nicht rechtskräftig verfügt worden und der Entscheid des UVEK unterlasse 

es, den Inhalt und den Umfang dieser Dienstbarkeit zu definieren. Sodann 

habe es die Vorinstanz versäumt, den Landverlust und die weiteren Nach-

teile zu berechnen und stütze sich ausserdem auf ein falsches Datum für 

die Bestimmung des Bewertungszeitpunktes.  

H.  

Mit Eingabe vom 29. August 2018 erhob der Staat Aargau seinerseits ge-

gen den Entscheid der ESchK Kreis 8 Anschlussbeschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht (Verfahrensnummer A-4951/2018). Er beantragte 

sinngemäss, der Entscheid der ESchK Kreis 8 vom 14. Juni 2018 sei da-

hingehend abzuändern, dass der Staat Aargau A. _______ eine Enteig-

nungsentschädigung von Fr. 3'306.-- zu bezahlen habe, dass die Kosten 

des Verfahrens vor der Vorinstanz A. _______ aufzuerlegen seien, und 

dass dieser dem Staat Aargau eine angemessene Parteientschädigung zu 

A-2696/2021 

Seite 7 

bezahlen habe. Eventualiter sei A. _______ keine Parteientschädigung zu-

zusprechen.  

Er begründet sein Begehren im Wesentlichen damit, zahlreiche von 

A. _______ vorgebrachte Schadenspositionen seien erst nach der Projek-

tauflage vom 11. März bis 22. April 2002 entstanden, somit noch nicht ab-

sehbar gewesen, nicht innerhalb der geforderten sechs Monate nach Be-

kanntwerden angemeldet worden und deshalb aufgrund der Verwirkung 

auch nicht zu entschädigen.  

I.  

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2018 beantragte der Staat Aar-

gau, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung 

führte er u.a. aus, das formelle Enteignungsverfahren sei bereits durchge-

führt worden und es sei lediglich noch die Entschädigung festzusetzen. 

Insbesondere habe sich die Vorinstanz auf den korrekten Bewertungszeit-

punkt gestützt. 

J.  

Mit Anschlussbeschwerdeantwort vom 28. September 2018 bestritt 

A. _______ im Wesentlichen die Vorbringen des Enteigners und bean-

tragte die vollumfängliche Abweisung der Anschlussbeschwerde. 

K.  

Mit Eingabe vom 3. Dezember 2018 reichte A. _______ seine Schlussbe-

merkungen ein, wobei er an den in der Beschwerdeschrift gestellten Anträ-

gen festhielt. Präzisierend führte er insbesondere aus, es liege kein gültiger 

Enteignungstitel vor, der eine Eintragung der Dienstbarkeit ins Grundbuch 

erlauben würde. 

L.  

Mit Entscheid vom 24. April 2020 hiess das Bundesverwaltungsgericht in 

den vereinigten Verfahren A-4707/2018 und A-4951/2018 die Beschwerde 

von A. _______ teilweise gut und wies die Anschlussbeschwerde des Staa-

tes Aargau ab. Es hob den angefochtenen Entscheid der ESchK Kreis 8 

vom 14. Juni 2018 auf und überwies die Sache an das für den Plangeneh-

migungsentscheid zuständige UVEK. In seiner Begründung führte es im 

Wesentlichen aus, dass die Voraussetzungen für einen gültigen Enteig-

nungstitel noch nicht erfüllt worden seien. 

M.  

Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 29. Mai 

A-2696/2021 

Seite 8 

2020 beantragte der Staat Aargau beim Bundesgericht, die Sache sei an 

das Bundesverwaltungsgericht zurückzuweisen zur materiellen Behand-

lung der Beschwerde und der Anschlussbeschwerde.  

N.  

Mit Urteil 1C_301/2020 vom 12. Mai 2021 hiess das Bundesgericht die Be-

schwerde des Staates Aargau gut, hob das Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts vom 24. April 2020 auf und wies die Streitsache zu neuem Ent-

scheid an dieses zurück. Es begründete seinen Entscheid im Wesentlichen 

damit, die Plangenehmigungsverfügung des UVEK vom 2. Februar 2004 

lege die notwendigen Kriterien für den Bestand eines ausreichenden Ent-

eignungstitels fest, weshalb kein Anlass bestehe, den Entscheid der 

ESchK Kreis 8 vom 14. Juni 2018 aufzuheben und die Sache an das UVEK 

zurückzuweisen. Das Bundesgericht wies sodann das Bundesverwal-

tungsgericht an, den diesem mit Beschwerde und Anschlussbeschwerde 

unterbreiteten Entscheid der Schätzungskommission vom 14. Juni 2018 im 

Wesentlichen bezüglich Höhe der A. _______ zustehenden Entschädigung 

inhaltlich zu überprüfen und im Weiteren auch über die Kosten und Ent-

schädigungen des vorinstanzlichen Verfahrens neu zu befinden.  

O.  

Das Bundesverwaltungsgericht nimmt das Verfahren unter der Verfahrens-

nummer A-2696/2021 wieder auf. Nach dessen Aufforderung vom 14. Juni 

2021, sich zum Entscheid des Bundesgerichts vom 12. Mai 2021 zu äus-

sern, nimmt der Staat Aargau (Beschwerdegegner und Anschlussbe-

schwerdeführer, aus Praktikabilitätsgründen im Folgenden als "Enteigner" 

bezeichnet) mit Eingabe vom 23. Juni 2021 Stellung zur Sache. Er hält an 

den Anträgen in der Anschlussbeschwerde vom 29. August 2018 sowie im 

Verfahren A-4707/2018 gestellten Anträgen (Beschwerdeantwort vom 

31. Oktober 2018) vollumfänglich fest. Insbesondere hält er fest, die 

ESchK Kreis 8 (nachfolgend: Vorinstanz) habe gemäss Bundesgericht zu 

Recht den Entscheid über die Höhe der Entschädigung gefällt und die Ein-

tragung der Tunneldienstbarkeit im Grundbuch angeordnet. Sodann dürfe 

sich das Bundesverwaltungsgericht nur noch mit der Höhe der dem Ent-

eigneten zustehenden Entschädigung auseinandersetzen. In diesem Zu-

sammenhang gelte es sodann festzuhalten, dass dieser seine Forderun-

gen massiv verspätet geltend gemacht habe und diese somit verwirkt 

seien. Davon abgesehen erweitere der Enteignete den Verfahrensgegen-

stand in unzulässiger Weise, wenn er angebliche Schadenspositionen zum 

ersten Mal vorbringe. Es sei allein die Tunneldienstbarkeit zu beurteilen, 

wobei einige Fehlbeurteilungen der Vorinstanz zu berücksichtigen seien. 

A-2696/2021 

Seite 9 

P.  

Mit Stellungnahme vom 14. Juli 2021 schliesst A. _______ (Beschwerde-

führer und Anschlussbeschwerdegegner, aus Praktikabilitätsgründen im 

Folgenden als "Enteigneter" bezeichnet) auf Gutheissung der Beschwerde. 

Er stellt die Anträge,  

1. Das Urteil der Schätzungskommission vom (Datum fehlt im angefochtenen Ur-

teil; zugestellt dem Enteigneten am 15. Juni 2018) sei vollumfänglich aufzuhe-

ben. 

2. Es sei der Inhalt und Umfang der Dienstbarkeit(en) zu bestimmen und die ört-

liche Lage sei in einem Auszug des Plans für das Grundbuch zeichnerisch dar-

zustellen. 

3. Der Enteigner sei zu verpflichten, dem Enteigneten CHF 2'308'202.07 abzüg-

lich der bereits geleisteten Zahlung von CHF 181 '830.00 und zuzüglich Zins 

zu 3.5 % seit dem Datum der vorzeitigen Besitzeinweisung am 20. Juni [recte: 

Mai] 2005 zu bezahlen. 

4. Der Enteigner sei zu verpflichten, dem Enteigneten für das Verfahren bis und 

mit Urteil der Schätzungskommission vom 26. Juni 2014 eine Parteientschädi-

gung in Höhe von CHF 61'102.75 (inkl. Auslagen und 8 % MwSt.) zu bezahlen. 

5. Der Enteigner sei zu verpflichten, dem Enteigneten für das Verfahren vor 

Schätzungskommission (Zeitraum seit der Zustellung des Urteils des Bundes-

gerichts vom 10. August 2016 Nr. 1C_613/2015 / 1C_637/2015 bis und mit an-

gefochtenem Urteil der Schätzungskommission) eine Parteientschädigung in 

Höhe von CHF 37'426.60 gemäss Kostennote vom 12. Januar 2018 (inkl. Aus-

lagen und 8 % MwSt.) zu bezahlen. 

Zur Begründung verweist er auf seine in den Verfahren A-4707/2018 und 

A-4951/2018 gemachten Vorbringen und führt ergänzend aus, er ziehe den 

dort gestellten Antrag, es sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

zurück, da er ein Interesse an einer zügigen Erledigung der Sache habe. 

Stattdessen stelle er den Antrag, es sei die Dienstbarkeit durch das Bun-

desverwaltungsgericht zu konkretisieren. Insbesondere gelte es auch, den 

Bewertungszeitpunkt auf das Datum des 16. November 2016 festzulegen, 

da die dann abgehaltene Verhandlung überhaupt erst die typischen Cha-

rakteristika einer Einigungsverhandlung im Sinne des Gesetzes aufweise. 

Was die nachträglichen Forderungseingaben beträfen, so sei die Verwir-

kungseinrede nicht nur rechtsmissbräuchlich, sondern falsch. Er sei in gu-

ten Treuen bis zum Entscheid des Bundesgerichts vom 10. August 2016 

A-2696/2021 

Seite 10 

von der Gültigkeit des Dienstbarkeitsvertrages ausgegangen und im Übri-

gen habe er bereits im Verfahren beim UVEK seine Forderungen angemel-

det, jedoch bis zur Einigungsverhandlung vom 16. November 2016 nie Ge-

legenheit gehabt, resp. eine persönliche Aufforderung erhalten, diese zu 

präzisieren.  

Q.  

Mit Instruktionsverfügung vom 4. August 2021 stellt das Bundesverwal-

tungsgericht fest, dass die Vorinstanz innert Frist keine Stellungnahme ein-

gereicht hat. 

R.  

Mit Stellungnahme vom 26. August 2021 hält der Enteigner an seinen be-

reits in den Verfahren A-4707/2018 und A-4951/2018 gestellten Anträgen 

und diesbezüglich gemachten Ausführungen fest. Neu beantragt er, es sei 

auf den Antrag betreffend Konkretisierung der Dienstbarkeit nicht einzutre-

ten, eventualiter sei er abzuweisen. Zur Begründung führt er im Wesentli-

chen aus, diese Frage stehe nicht mehr in der Kompetenz des Bundesver-

waltungsgerichts und sei nicht mehr zu klären, zumal das Bundesgericht in 

seinem Urteil 1C_301/2020 vom 12. Mai 2021 entschieden habe, dass die 

Plangenehmigungsverfügung des UVEK vom 2. Februar 2004 als Enteig-

nungstitel bestehe. 

S.  

Mit Schlussbemerkungen vom 31. August 2021 hält der Enteignete an sei-

nen Anträgen und Begründungen fest. 

T.  

Mit Instruktionsverfügung vom 9. September 2021 stellt das Bundesver-

waltungsgericht fest, dass sich die Vorinstanz innert Frist nicht vernehmen 

liess. 

U.  

Mit Eingabe vom 6. Oktober 2021 legt der Vertreter des Enteigneten seine 

zusätzliche Kostennote für das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht 

seit dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts vom 12. Mai 2021 

vor. 

A-2696/2021 

Seite 11 

V.  

Mit Brief vom 19. Oktober 2021 nimmt der Enteigner Stellung zur einge-

reichten Kostennote des Vertreters des Enteigneten und beanstandet ins-

besondere die Höhe des Stundenansatzes, welcher gemäss Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts tiefer angesetzt werden müsse. 

W.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den 

Akten befindlichen Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. Januar 2021 ist das Bundesgesetz über die Enteignung vom 

20. Juni 1930 (EntG, SR 711) in seiner revidierten Form in Kraft getreten. 

Dessen Art. 19bis sieht vor, dass der massgebliche Verkehrswert im Zeit-

punkt des Vorliegens eines vollstreckbaren Enteignungstitels zu bemessen 

ist. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen des EntG zur Änderung 

vom 19. Juni 2020 werden jedoch Enteignungsverfahren, die vor dem In-

krafttreten der Änderung vom 19. Juni 2020 eingeleitet worden sind, nach 

bisherigem Recht zu Ende geführt. Anwendbar sind somit im vorliegenden 

Verfahren – wie dies bereits das Bundesgericht in seinem Urteil 

1C_301/2020 vom 12. Mai 2021 festgehalten hat – das EntG mit Stand 

vom 1. Januar 2012 (nachfolgend als aEntG bezeichnet) und demzufolge 

auch die zugehörige Verordnung über das Verfahren vor den eidgenössi-

schen Schätzungskommissionen vom 13. Februar 2013 (aVSchK, SR 

711.1), die an sich nicht mehr in Kraft sind. Ebenso kommt die Gesetzge-

bung betreffend die Nationalstrassen mit Gültigkeit im Zeitpunkt des ange-

fochtenen Entscheides vom 14. Juni 2018 zur Anwendung. Dies wird im 

Übrigen von den Parteien nicht bestritten. 

1.2 Bei den Strassen, die Gegenstand des Plangenehmigungsverfahrens 

Nr. 533-50 – und deren Projektierung vorliegend Ausgangspunkt für das 

Enteignungsverfahren – bilden, handelt es sich unbestrittenermassen – 

und wie in der Plangenehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004 ausge-

führt – nicht um Nationalstrassen. Deshalb stellt sich vorab die Frage nach 

der Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts.  

A-2696/2021 

Seite 12 

Gegen die Genehmigung des generellen Projektes der N[…] wehrte sich 

der Enteigner, weil er eine unzumutbare Beeinträchtigung für die Bewohner 

der Region […] als Folge der Eröffnung des Anschlusses […] befürchtete. 

Der Bundesrat trug diesen Bedenken schliesslich dadurch Rechnung, dass 

er sich bereit erklärte, die auf dem Kantonsgebiet des Enteigners notwen-

digen Folgemassnahmen über die Nationalstrassenrechnung mitzutragen. 

Das ist wiederum nur dann möglich, wenn diese als Bestandteil des Natio-

nalstrassenprojektes gelten. Gemäss Bundesrat sind die erforderlichen 

Folgemassnahmen deshalb als eine besondere Art von Ausgleichs- und 

Ersatzmassnahmen aus Umweltschutzgründen zu betrachten (vgl. BGE 

122 II 165 E. 16). Unter diesen Umständen ergab sich die Zuständigkeit 

des UVEK für das Plangenehmigungsverfahren (vgl. zutreffend Plange-

nehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004 E. I. Ziff. 1) sowie entspre-

chend die Anwendung der Gesetzgebung betreffend die Nationalstrassen. 

Folge dieser Bundeszuständigkeit ist die Zuständigkeit einer Eidgenössi-

schen Schätzungskommission zur Klärung der Entschädigungsfolgen ei-

ner allfälligen Enteignung. Deren Entscheide unterliegen der Beschwerde 

an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 77 Abs. 1 aEntG), das somit zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sachlich zuständig ist.  

1.3 Mit Urteil des BGer 1C_301/2020 vom 12. Mai 2021 wurde das Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. April 2020 in Sachen  

A-4707/2018 und A-4951/2018 aufgehoben und die Sache zur Neubeurtei-

lung an dieses zurückgewiesen. Die gegen den Schätzungsentscheid vom 

14. Juni 2018 erhobene Beschwerde sowie die Anschlussbeschwerde sind 

damit wieder beim Bundesverwaltungsgericht hängig. Die Zuständigkeit 

des Bundesverwaltungsgerichts ist ohne Weiteres gegeben. 

1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltungsgerichtsgesetz vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32), soweit das Enteignungsgesetz nichts an-

deres bestimmt (vgl. Art. 77 Abs. 2 aEntG). Das VGG verweist in Art. 37 

seinerseits ergänzend auf die Regeln des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). 

1.5 Gemäss Art. 78 Abs. 1 aEntG sind in jedem Fall die Hauptparteien, d.h. 

die Inhaber der enteigneten Rechte zur Beschwerdeführung befugt. Im Üb-

rigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 

VwVG, wonach zur Beschwerde berechtigt ist, wer am vorinstanzlichen 

Verfahren teilgenommen hat (Bst. a), durch den angefochtenen Entscheid 

besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). 

A-2696/2021 

Seite 13 

Der Enteignete ist Eigentümer der Grundstücke Nrn. [01] und [02], die von 

den im Zuge der Ausführung der Folgemassnahmen N[…]/N[…] durchge-

führten Bauarbeiten betroffen waren und heute von einem Tunnel unter-

quert werden (wird im Folgenden auf das Grundstück oder die Parzelle 

Nr. [01] verwiesen, so bezieht sich dies auf die bis 2015 ungeteilte Parzelle, 

die ursprünglich Gegenstand der Enteignung war). Die Planung und Aus-

führung des Projektes hatte Eingriffe in die Substanz der Parzellen zur 

Folge. Der Enteignete ist damit als Hauptpartei im Sinne von Art. 78 Abs. 1 

aEntG zu qualifizieren. Sodann ist er Adressat des angefochtenen Ent-

scheides. Folglich ist er formell wie materiell beschwert und damit ohne 

Weiteres zur Beschwerde legitimiert. 

1.6 Gemäss Art. 78 Abs. 2 aEntG kann die Gegenpartei innert zehn Tagen 

nach Empfang der Mitteilung der Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht den Anschluss erklären und dabei selbständige Anträge stellen. 

Diese Anschlussbeschwerde ist der zivilprozessualen Anschlussberufung 

nachgebildet. Sie ermöglicht es derjenigen Partei, die selber keine Be-

schwerde erhoben hat, sich den Anträgen des Hauptbeschwerdeführers 

nicht nur zu widersetzen, sondern eine Abänderung des angefochtenen 

Entscheids zu ihren Gunsten zu beantragen (vgl. Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-2447/2016 vom 29. November 2016 E. 3.2 f; ANDRÉ MO-

SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl., Bern 2022, Rz. 2.103 und 

3.42; HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, 

Band I, 1986, Art. 78 Rz. 6).  

Der Enteigner beantragt in seiner Anschlussbeschwerde, der Entscheid 

der Vorinstanz sei abzuändern und zwar hinsichtlich der zu entrichtenden 

Enteignungsentschädigung, der Kosten für das Verfahren vor der Vor-

instanz sowie der Zusprechung einer Parteientschädigung an den Enteig-

neten. Diese Begehren sind zulässig. 

1.7 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde des Enteigne-

ten vom 15. August 2018 sowie auf die Anschlussbeschwerde des Enteig-

ners vom 29. August 2018 ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid 

auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der 

A-2696/2021 

Seite 14 

Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 

VwVG).  

Betreffend Ermessen hat es seine angestammte Rolle als richterliche Be-

hörde zu respektieren und nicht sein eigenes Ermessen anstelle desjeni-

gen der Vorinstanz zu setzen. Ein Ermessensspielraum der Vorinstanz ist 

zu respektieren (BGE 129 II 331 E. 3.2). Es übt daher Zurückhaltung und 

greift bei Gewichtungsfragen nicht leichthin in den Spielraum der Vor-

instanz ein, wenn sich diese durch besonderen Sachverstand auszeichnet 

und wenn sie über einen gewissen Handlungsspielraum verfügen muss. 

So ist der Vorinstanz insbesondere die Wahl zwischen mehreren angemes-

senen Lösungen zu überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Soweit es um die 

Beurteilung von ausgesprochenen Spezialfragen geht, in denen die Vor-

instanz über ein besonderes Fachwissen verfügt, weicht es nicht ohne Not 

von deren Auffassung ab. Das Bundesverwaltungsgericht hebt einen Er-

messensentscheid deshalb nur dann auf, wenn die Vorinstanz von dem ihr 

zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch gemacht hat, indem sie 

grundlos von in Rechtsprechung und Lehre anerkannten Grundsätzen ab-

gewichen ist, sachfremde Gesichtspunkte berücksichtigt hat, rechtserheb-

liche Umstände unberücksichtigt liess oder sich das Ergebnis als offen-

sichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweist (vgl. zum Gan-

zen: BGE 135 II 296 E. 4.4.3, BGE 133 II 35 E. 3, BGE 130 II 449 E. 4.1; 

BVGE 2010/19 E. 4.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts  

A-4751/2011 vom 21. Juni 2012 E. 7 und A-2684/2010 vom 19. Januar 

2011 E. 11; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 442 ff.; MOSER/BEUSCH/KNEU-

BÜHLER/KAYSER, a.a.O., Rz 2.154 und 2.163). Im vorliegenden Fall bedeu-

tet dies namentlich, dass das Bundesverwaltungsgericht überprüft, ob die 

Vorinstanz eine mögliche, rechtlich zulässige Lösung getroffen hat, sich 

von nachvollziehbaren Überlegungen leiten liess, die erheblichen Argu-

mente berücksichtigt hat und die gewählte Vorgehensweise zu einem 

sachgerechten Ergebnis führt. Hat die Vorinstanz ihr Ermessen korrekt 

ausgeübt, ist das Ergebnis nicht zu korrigieren. 

3.  

Zunächst gilt es, den Streitgegenstand zu erörtern.  

3.1 Der Enteignete beantragte ursprünglich mit Beschwerde vom 15. Au-

gust 2018 in seinem Antrag Ziffer 2 im Wesentlichen die Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz und die Anhandnahme des vom Enteigner gestell-

http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-296
http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-35
http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-449
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/19

A-2696/2021 

Seite 15 

ten Enteignungsantrages in einem durch diese neu einzuleitenden formel-

len Enteignungsverfahren. Dieses Begehren zieht er mit seiner Stellung-

nahme vom 14. Juli 2021 zurück und macht unter Verweis auf das Urteil 

des Bundesgerichts vom 12. Mai 2021 geltend, das Bundesverwaltungs-

gericht habe vorfrageweise die im Grundbuch einzutragende Tunneldienst-

barkeit inklusive die grundbuchfähigen Pläne zu überprüfen und – allenfalls 

auch weitere Dienstbarkeiten – zu konkretisieren. Deshalb stellt er den 

neuen Antrag, "es sei der Inhalt und Umfang der Dienstbarkeit(en) zu be-

stimmen und die örtliche Lage sei in einem Auszug des Plans für das 

Grundbuch zeichnerisch darzustellen". Er begründet dies damit, dass mit 

dem Dahinfallen des Dienstbarkeitsvertrages vom 8. August 2006 die darin 

"per Saldo aller Ansprüche" geregelte Entschädigung sowie die Duldungs-

pflicht für die Eingriffe in das Eigentum erneut unbeantwortet geblieben 

seien. Deshalb wäre es auch die Pflicht der Vorinstanz gewesen, den Inhalt 

der Dienstbarkeit neu zu definieren und die abgehandelten Entschädi-

gungspositionen neu zu regeln, respektive neben der Tunneldienstbarkeit 

auch über eine entsprechende Ankerdienstbarkeit zu befinden. Jedenfalls 

müsse mit dem vorliegend zu erlassenden Entscheid eine dingliche Be-

rechtigung für den Enteigner geschaffen werden, ansonsten er einen Be-

seitigungsanspruch habe. Zu diesem Zwecke werde beantragt, dass der 

Enteigner aktuelle Pläne (Situations- und Schnittpläne) einzureichen habe, 

damit das Grundbuchamt in die Lage versetzt werde, die erforderlichen 

dinglichen Rechte überhaupt eintragen zu können.   

3.2 Der Enteigner entgegnet in seiner Stellungnahme vom 26. August 

2021, es sei dem Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren 

einzig gestattet, die Höhe der durch die Schätzungskommission festgeleg-

ten Entschädigung zu überprüfen. Die vom Enteigneten aufgeführten 

Punkte könnten eben gerade nicht mehr Gegenstand einer vorfrageweisen 

Prüfung sein. Insbesondere sei es nicht mehr zulässig, in diesem Verfah-

rensstadium neue Anträge zu stellen und in der Folge die Dienstbarkeit zu 

konkretisieren. Auch sei nicht eine dingliche Berechtigung für den Enteig-

neten zu schaffen, sondern die Aufgabe der Vorinstanz sei allein gewesen, 

über die Entschädigungshöhe zu befinden, was diese in ihrem Entscheid 

vom 14. Juni 2018 auch getan habe. Deshalb sei auf das betreffende Be-

gehren aus prozessualen Gründen nicht einzutreten. 

3.3 In der Plangenehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004 hielt die zu-

ständige Behörde nach Gutheissung der Einsprache des Enteigneten und 

dem damit verbundenen Verzicht auf eine vollständige Enteignung des 

Grundeigentums fest, es sei stattdessen für den Bau und den Betrieb des 

A-2696/2021 

Seite 16 

Werkes die "Einräumung der erforderlichen beschränkten dinglichen 

Rechte vorzusehen". Im weiteren Verlauf nahm die Vorinstanz die Sache 

für die Festlegung der Entschädigung im Rahmen des Schätzungsverfah-

rens an die Hand und führte am 20. Mai 2005 eine Verhandlung durch, die 

ohne Einigung der Parteien endete (vgl. unten E. 4.5.5). In der Folge hiel-

ten diese mit Dienstbarkeitsvertrag vom 8. August 2006 insbesondere den 

Inhalt und den Umfang des beschränkten dinglichen Rechts betreffend die 

Parzelle Nr. [01] (insbesondere Plandarstellungen "Querprofil 20" und 

"Tunneldienstbarkeit") fest und einigten sich über die finanziellen Folgen 

der Enteignung. Daraufhin schrieb die Vorinstanz das Enteignungsverfah-

ren als infolge ausseramtlicher Verständigung gegenstandslos geworden 

ab und es erfolgte der Eintrag der Dienstbarkeit in das Grundbuch. Das 

Bundesgericht entschied dann mit Urteil 1C_613/2015 vom 10. August 

2016, der Dienstbarkeitsvertrag vom 8. August 2006 erweise sich infolge 

versteckten Dissenses als nichtig und hielt fest, es sei demzufolge noch 

das "formelle Enteignungsverfahren" durchzuführen und die Entschädi-

gung durch die Vorinstanz festzusetzen. Diese nahm das Verfahren in der 

Folge wieder auf, veranlasste die Löschung des Grundbucheintrags und 

verfügte mit Entscheid vom 14. Juni 2018 die Folgen der Enteignung. Da-

bei wurden neben der Festlegung der Enteignungsentschädigung sowohl 

der Inhalt und der Umfang der Dienstbarkeit konkretisiert, als auch der ent-

sprechende Eintrag im Grundbuch verfügt. Durch die Anfechtung dieses 

Entscheides blieb letzterer jedoch bis heute suspendiert. Mit Urteil vom  

12. Mai 2021 wies das Bundesgericht die Sache zurück an das Bundes-

verwaltungsgericht und hielt fest, dieses habe den ihm mit Beschwerde so-

wie Anschlussbeschwerde unterbreiteten Entscheid der dafür zuständigen 

Vorinstanz und dabei "im Wesentlichen die Höhe der dem Enteigneten zu-

stehenden Entschädigung" inhaltlich zu überprüfen. 

3.3.1 Das Verfahren der formellen Enteignung teilt sich in zwei Verfahrens-

stufen: einerseits das Administrativverfahren (enteignungsrechtliches Ver-

waltungsverfahren), andererseits das Schätzungsverfahren. Im Verwal-

tungs- beziehungsweise Administrativverfahren wird – kombiniert mit dem 

technischen Plangenehmigungsverfahren – über die Zulässigkeit des kon-

kreten Enteignungsbegehrens, die dagegen gerichteten Einsprachen und 

den Umfang der abzutretenden Rechte entschieden. Das Verfahren zur 

Verleihung des Enteignungstitels ist damit eingebettet in das Verfahren zur 

Erteilung der Projektbewilligung. Diese Verfahrensstufe wird von einer Ver-

waltungsbehörde (sog. Leitbehörde) geführt und mit dem Plangenehmi-

gungsentscheid abgeschlossen. Mit diesem werden allfällige Auflagen auf-

A-2696/2021 

Seite 17 

erlegt und bei entsprechender Gutheissung die Bewilligungen zur Erstel-

lung des Projektes erteilt (vgl. Art. 26 und 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Nationalstrassen vom 8. März 1960 [NSG, SR 725.11; Stand am 

1. Januar 2018; nachfolgend: aNSG]; Art. 27 ff. EntG; FRANZ KESSLER  

COENDET, Formelle Enteignung, in: Giovanni Biaggini/Isabelle Häner/Urs 

Saxer/Markus Schott [Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, Zürich 

2015 [nachfolgend: Fachhandbuch], Rz. 26.27, 26.70 ff., 26.81; HÄFELIN/ 

MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2420 ff., 2430; PETER HÄNNI, Planungs-, 

Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 592 ff., 

596 f.; PETER KARLEN, Schweizerisches Verwaltungsrecht, Zürich 2018, 

S. 387 ff.; CHRISTOPH BANDLI, Neue Verfahren im Koordinationsgesetz: 

Ausgleich von Schutz und Nutzen mittels Interessenabwägung, in: Vereini-

gung für Umweltrecht (VUR), URP/DEP 2001/6, S. 540 f.).  

Insbesondere bezüglich der sich stellenden Fragen zu den Enteignungen 

obliegt es der Leitbehörde, die betroffenen Eigentümer sowie deren Eigen-

tum zu ermitteln, den Bestand sowie den Umfang der Enteignung resp. der 

Abtretungspflicht festzulegen und die Enteignungsrechte zu erteilen. Dabei 

ist der Plangenehmigungsentscheid unter Bezugnahme auf den parzellen-

scharfen Landerwerbsplan und die dagegen gerichteten Einsprachen so 

abzufassen, dass die Enteignungstitel klar herausgelesen werden können. 

Grundlage dieses Entscheides bilden somit die bei der Planauflage der Öf-

fentlichkeit präsentierten Pläne, die es zu genehmigen gilt (vgl. Art. 26 Abs. 

1 der Nationalstrassenverordnung vom 7. November 2007 [NSV, SR 

725.111] i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und 2 aEntG, Art. 27 aNSG; Botschaft des 

Bundesrates zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Nationalstras-

sen vom 3. Juli 1959, BBl 159 117). Nur diese ordnungsgemäss genehmig-

ten Pläne sind für die in der zweiten Verfahrensstufe erfolgenden Durch-

setzung der Enteignung verbindlich. Der einzelne Enteignungstitel bildet 

dabei die Grundlage für das die konkrete Enteignung betreffende Schät-

zungsverfahren. Dieses beschlägt allein die finanziellen Aspekte der Ent-

eignung resp. deren Entschädigungsfolgen (vgl. Botschaft des Bundesra-

tes zu einem Bundesgesetz über die Koordination und Vereinfachung der 

Plangenehmigungsverfahren vom 25. Februar 1998, BBl 1998 2600; KESS-

LER COENDET, a.a.O., Rz. 26.7, 26.70 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

a.a.O., Rz. 2425 ff.; HÄNNI, a.a.O., 6. Aufl., S. 597 ff.; KARLEN, a.a.O., 

S. 387 ff.; HESS/WEIBEL, a.a.O., S. 359 Rz. 3 f., Art. 27 Rz. 16 ff. insb. 20).  

Mit anderen Worten werden Natur, Inhalt und Umfang der zu enteignenden 

Rechte grundsätzlich von der Behörde bestimmt, die im Plangenehmi-

A-2696/2021 

Seite 18 

gungs- bzw. im Einspracheverfahren über das Enteignungsrecht entschei-

det. Damit hat sich die Schätzungskommission im nachfolgenden Schät-

zungsverfahren nicht mehr zu befassen, ist doch in diesem Verfahrensab-

schnitt in aller Regel nicht mehr auf den Enteignungstitel zurückzukommen. 

Die Schätzungskommission ist primär für die Behandlung der Entschädi-

gungsforderungen zuständig und entscheidet über weitere Fragen, die mit 

der Abtretungspflicht verbunden sind (KESSLER COENDET, in: Fachhand-

buch, Rz. 26.27, 26.72 f. und 26.82). 

3.3.2 Nichts anderes ergibt sich aus dem Entscheid des Bundesgerichts 

1C_301/2020 vom 12. Mai 2021. Dieser liegt wie bereits erwähnt dem vor-

liegenden Verfahren zugrunde und verfügt die Rückweisung der Urteile  

A-4707/2018 sowie 4951/2018 vom 24. April 2020. Das Bundesgericht 

führt dabei in den E. 5.5 – 5.7 aus, dass die öffentlich publizierten Gesuchs-

unterlagen alle notwendigen Pläne wie die Landerwerbstabelle, den Land-

erwerbsplan und den Baulinienplan enthalten hätten. Damit sei der Umfang 

der Enteignung beziehungsweise der erforderlichen Dienstbarkeit inhaltlich 

und namentlich räumlich bestimmt worden und abschliessend ersichtlich 

gewesen. Der Entscheid der Plangenehmigungsbehörde sei sodann unbe-

stritten geblieben, rechtskräftig geworden und habe praxisgemäss als Ent-

eignungstitel gedient. Dem später ohnehin als nichtig beurteilten Dienst-

barkeitsvertrag sei demnach keine rechtsbegründende Wirkung für die Er-

richtung der Tunneldienstbarkeit mehr zugekommen. Der Schätzungskom-

mission sei somit allein die Aufgabe zugekommen, über die Höhe der Ent-

schädigung zu befinden und im Bedarfsfall – soweit es sich nicht ausrei-

chend aus der Plangenehmigung ergeben sollte – vorfrageweise über den 

genauen Inhalt und Umfang der fraglichen Tunneldienstbarkeit zu ent-

scheiden. Dies habe sie mit ihrem Entscheid vom 14. Juni 2018 getan, in-

dem sie die Eintragung der Tunneldienstbarkeit im Grundbuch angeordnet 

und auch die Höhe der Enteignungsentschädigung festgesetzt habe. 

3.3.3 Weist das Bundesgericht eine Sache (mit verbindlichen Weisungen) 

zur Neubeurteilung an eine untere Instanz zurück, so ist diese bei ihrem 

neuen Entscheid an den Rückweisungsentscheid gebunden. Die mit der 

Neubeurteilung befasste Instanz hat entsprechend die rechtliche Beurtei-

lung, mit der die Rückweisung begründet worden ist, ihrer neuen Entschei-

dung zu Grunde zu legen. Bereits entschiedene Fragen sind nicht mehr zu 

prüfen. Wie weit die Bindung an den Rückweisungsentscheid reicht, ergibt 

sich aus der Begründung der Rückweisung, die sowohl den Rahmen für 

die neue Tatsachenfeststellung als auch jenen für die neue rechtliche Be-

gründung vorgibt. Neue Tatsachenfeststellungen können grundsätzlich nur 

A-2696/2021 

Seite 19 

zu Streitpunkten berücksichtigt werden, die Gegenstand der Rückweisung 

waren. Die Bindungswirkung gilt für alle Parteien gleichermassen. Auf Be-

gehren, die über den Gegenstand der Rückweisung hinausgehen, ist nicht 

einzutreten und Vorbringen, die das Bundesgericht bereits verworfen hat, 

sind im erneuten Rechtsgang nicht mehr zu berücksichtigen (BGE 135 III 

344 E. 2, BVGE 2016/13 E. 1.3.4 und Urteil des BVGer A-702/2017 vom 

26. März 2019 E. 1.3.2, je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).  

3.4 Aus diesen Ausführungen ergeben sich zwei Aspekte: Zum einen wur-

den Pläne etc. im Administrativverfahren durch das UVEK genehmigt und 

für ausreichend befunden, um als Enteignungstitel zu dienen. Dies bestä-

tigt das Bundesgericht in seinem Entscheid, wobei es die diesbezügliche 

(andere) Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts im Urteil A-4707/2018 

nicht teilte, dieses aufhob und die Sache zu neuem Entscheid zurückwies. 

Zum anderen wird das Bundesverwaltungsgericht vom Bundesgericht an-

gewiesen, die Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheides vom 14. Juni 

2018 nachzuholen, somit die im Schätzungsverfahren behandelten Fragen 

zur Festsetzung der Enteignungsentschädigung zu überprüfen. Soweit der 

Enteignete beantragt, es sei der Inhalt und der Umfang der Dienstbar-

keit(en) zu bestimmen und die örtliche Lage sei in einem Auszug des Plans 

für das Grundbuch zeichnerisch darzustellen, betrifft dies einen Gegen-

stand des Administrativverfahrens, welcher der Überprüfung durch das 

Bundesverwaltungsgericht entzogen ist. Wie das Bundesgericht in seinem 

Entscheid unmissverständlich ausführte (vgl. Urteil des BGer 1C_301/2020 

vom 12. Mai 2021 E. 4.1.f, 5.4. ff. und oben E. 3.3.2), lagen der Plange-

nehmigungsbehörde alle notwendigen Unterlagen zur Schaffung des Ent-

eignungstitels in ausreichender Qualität sowie Quantität vor. Aufgrund die-

ser Ausführungen steht damit der Streitgegenstand des vorliegenden Ver-

fahrens fest. Auch wenn das Bundesgericht seine Anweisung offen formu-

liert und nicht zur Klärung spezifischer Punkte auffordert, beschränkt sich 

der Streitgegenstand einzig auf den ursprünglich zu überprüfenden Ent-

scheid vom 14. Juni 2018. Dieser – respektive die darin abgehandelten 

Themen – sind somit alleiniger Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. 

Was den neu gestellten Antrag des Enteigneten betrifft, die im Grundbuch 

einzutragenden Dienstbarkeiten seien zu überprüfen und zu konkretisie-

ren, so ist auf das Begehren nicht einzutreten, würde das Bundesverwal-

tungsgericht andernfalls doch einen rechtskräftigen Entscheid aus dem Ad-

ministrativverfahren erneut in Erwägung ziehen und sich gegen den Ent-

scheid des Bundesgerichts stellen (KESSLER COENDET, in: Fachhandbuch, 

Rz. 26.73).  

A-2696/2021 

Seite 20 

4.  

Von zentraler Bedeutung für die Bestimmung der Höhe der Enteignungs-

entschädigung ist vorliegend der relevante Bewertungszeitpunkt für die Be-

stimmung des Verkehrswertes. Diesen gilt es im Folgenden festzulegen. 

4.1 In der angefochtenen Verfügung vom 14. Juni 2018 geht die Vorinstanz 

vom 20. Mai 2005 als relevantem Bewertungszeitpunkt für die Bemessung 

der Enteignungsentschädigung aus. Sie begründet dies unter Verweis auf 

die Literatur damit, an diesem Datum habe die erste Einigungsverhandlung 

(Verweis auf das entsprechende Protokoll bei den Akten) zwischen den 

Parteien stattgefunden, was dem gesetzgeberischen Willen entspreche.  

4.2 In seinem Entscheid vom 24. April 2020 sah sich das Bundesverwal-

tungsgericht nicht veranlasst, sich mit dem Bewertungszeitpunkt gemäss 

Art. 19bis Abs. 1 aEntG auseinanderzusetzen. Es hielt jedoch fest, es sei 

nicht zu beanstanden, wenn der Enteignete seine Entschädigungsforde-

rung anhand eines von der Auffassung der Vorinstanz wesentlich abwei-

chenden – und seinen berechtigten Interessen entsprechenden – Zeit-

punktes bemesse. Hingegen liess es ausdrücklich offen, ob die Gespräche 

der Parteien an dem durch die Vorinstanz als relevanten Bewertungszeit-

punkt festgelegten 20. Mai 2005 den Charakter einer Einigungsverhand-

lung aufwiesen (vgl. Urteil des BVGer A-4707/2018, A-4951/2018 vom 

24. April 2020 E. 4.5.2, 5.3.4). Das Bundesgericht äussert sich in seinem 

Urteil vom 12. Mai 2021 nicht zum relevanten Bewertungszeitpunkt.  

4.3 Der Enteignete macht geltend, der nach Ansicht des Bundesgerichts 

relevante Entscheid der Vorinstanz vom 14. Juni 2018 knüpfe an die Eini-

gungsverhandlung vom 16. November 2016 an. Erst diese Verhandlung 

habe die typischen Charakteristika einer Einigungsverhandlung aufgewie-

sen, seien doch an diesem Datum das erste Mal seine Entschädigungsan-

sprüche thematisiert resp. sei darüber verhandelt worden. Bei den voran-

gehenden Verhandlungen sei es ausschliesslich um die Auslegung resp. 

Gültigkeit des Dienstbarkeitsvertrages vom 8. August 2006 sowie um die 

vorzeitige Besitzeinweisung gegangen und insbesondere die Verhandlung 

vom 20. Mai 2005 würde infolge Fehlens der formellen Voraussetzungen 

einer Einigungsverhandlung schwerwiegende Formfehler aufweisen. So 

sei nicht fristgerecht vorgeladen worden, es habe keine Traktandenliste be-

standen und die Fachrichter seien nicht anwesend gewesen. Bis zur Eini-

gungsverhandlung vom 16. November 2016 habe er keine Chance gehabt, 

den erlittenen Landverlust durch einen Ersatzkauf auszugleichen. Da der 

Enteigner jedoch nach der Unterzeichnung des Dienstbarkeitsvertrages 

A-2696/2021 

Seite 21 

vom 8. August 2006 die Auszahlung der vereinbarten Entschädigung ver-

weigert habe, sei ihm auch die Gelegenheit entgangen, wenigstens noch 

einen Ersatzerwerb von 900 m2 zu tätigen. Nach der Einzonung im Jahre 

2008 seien sodann die Landpreise in die Höhe geschossen und ein Quad-

ratmeter Bauland koste heute ohne weiteres Fr. 2'000.--. Die ganze Verzö-

gerung durch die Rechtsstreitigkeiten könnten ihm aber nicht angelastet 

werden. Selbst wenn der 20. Mai 2005 als Bewertungszeitpunkt in Betracht 

käme, so müssten ihm gemäss Art. 19 Bst. c aEntG alle weiteren verur-

sachten Nachteile, die sich nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge als 

Folge der Enteignung voraussehen lassen, entschädigt werden.   

4.4 Der Enteigner führt aus, die Vorinstanz sei zu Recht vom 20. Mai 2005 

als Bewertungszeitpunkt ausgegangen. Der Enteignete habe an diesem 

Datum in die sofortige (provisorische) Besitzeinweisung eingewilligt, wo-

rauf unverzüglich mit dem Tunnelbau begonnen worden sei. Auch habe 

diese Einigungsverhandlung den Ansprüchen an eine solche entsprochen. 

Über die provisorische Besitzeinweisung dürfe der Präsident der Vor- 

instanz nämlich selber entscheiden und zwar frühestens anlässlich der Ei-

nigungsverhandlung, wobei die Anwesenheit der Fachrichter nicht notwen-

dig sei. Im Weiteren sei die Enteignungsfrage mit dem rechtskräftigen Plan-

genehmigungsentscheid des UVEK erledigt worden, weshalb im folgenden 

Schätzungsverfahren kein Enteignungsantrag durch den Enteigner mehr 

habe gestellt werden müssen. Auch der Grundeigentümer habe nicht mehr 

aufgefordert werden müssen, seine Entschädigungsbegehren einzu-

reichen. Ausserdem sei die Entschädigung neben der provisorischen Be-

sitzeinweisung bereits Gegenstand der Einigungsverhandlung vom 20. Mai 

2005 gewesen.  

4.5 Gemäss Art. 19bis Abs. 1 aEntG ist für die Festsetzung der Entschädi-

gung der Verkehrswert des betroffenen Grundstücks im Zeitpunkt der Eini-

gungsverhandlung massgebend. Von ihm hängt ab, welche rechtliche und 

welche tatsächliche Situation der Bewertung des enteigneten Grundstücks 

zugrunde zu legen ist (BGE 112 Ib 531 E. 3; vgl. auch BGE 129 II 470 E. 5 

und BGE 134 II 49 E 13.1).  

4.5.1 Die Einigungsverhandlung ist Teil des Einigungsverfahrens, das in-

nerhalb des sogenannten Schätzungsverfahrens – dieses wird durch die 

Eidgenössischen Schätzungskommissionen in Enteignungssachen durch-

geführt – der eigentlichen Schätzung im engeren Sinne vorangestellt ist 

und in den Art. 45 ff. aEntG geregelt wird. Das Einigungsverfahren ist als 

A-2696/2021 

Seite 22 

Schlichtungsverfahren ausgestaltet. Gegenstand der entsprechenden Ver-

handlung(en) sind im Wesentlichen (vgl. Art. 48 aEntG), die (aus dem Ad-

ministrativverfahren noch strittigen) Einsprachen gegen die Enteignung, 

Begehren um Planänderung sowie die Besprechung von Entschädigungs-

forderungen. Ziel dabei ist es, Klarheit über die gestellten Begehren sowie 

die Auswirkungen des Werkes zu schaffen und schliesslich eine gütliche 

Verständigung über diese Punkte zu erzielen. Auch eine vorzeitige Besitz-

einweisung kann in diesem Verfahrensstadium bereits stattfinden, aller-

dings frühestens anlässlich der Einigungsverhandlung (für den vorliegen-

den Fall eines Nationalstrassenprojekts vgl. unten E. 4.5.5; Art. 76 Abs. 2 

aEntG). Kommt eine Einigung unter den Parteien über die Enteignungs-

entschädigung nicht zustande, so leitet der Präsident der Schätzungskom-

mission das Schätzungsverfahren im engeren Sinne ein (vgl. KESSLER CO-

ENDET, Fachhandbuch, a.a.O., Rz. 26.70, 26.76 ff.; HESS/WEIBEL, Art. 48, 

Rz. 1).  

4.5.2 In formeller Hinsicht ist hervorzuheben, dass der Präsident der 

Schätzungskommission all jene Personen, deren Anliegen (gemäss Art. 30 

aEntG) es in der Einigungsverhandlung zu besprechen gilt, durch persön-

liche Anzeige sowie durch Publikation (im ordentlichen Verfahren) in den 

Publikationsorganen der betroffenen Kantone und Gemeinden einlädt (vgl. 

Art. 109 aEntG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 aVSchK; KESSLER COENDET, Fach-

handbuch, a.a.O., Rz. 26.79; HESS/WEIBEL Art. 45 Rz. 11). Die Verhand-

lung gemäss Art. 45 aEntG kann vom Präsidenten alleine durchgeführt 

werden und es kann durch die Parteien im Einvernehmen mit dem Präsi-

denten darauf verzichtet werden (Art. 22 ff. aVSchK; vgl. KESSLER COEN-

DET, Fachhandbuch, a.a.O., Rz. 26.79, 26.113).  

4.5.3 Vorliegend wurde die Verhandlung vom 20. Mai 2005 durch Einla-

dung des Präsidenten der Vorinstanz unter dem Titel "Einigungsverhand-

lung" – unter anderem auch – mit Schreiben an den Enteigneten einberu-

fen. Wie dieser selber einräumt (vgl. Stellungnahme vom 30. Mai 2017, 

Rz. 10), wurden dabei alle vom Tunnelbauprojekt betroffenen Grundeigen-

tümer vorgeladen, doch verzichtete mindestens eine Partei (Eigentümer 

Parzelle Nr. 966) auf die Teilnahme, was mit Schreiben vom 23. Mai 2005 

durch den Präsidenten der Vorinstanz genehmigt und dokumentiert wurde. 

Diesem Schreiben ist ausserdem zu entnehmen, dass den Vorgeladenen 

zusätzlich zu den bereits aufgrund des Plangenehmigungsverfahrens in ih-

rem Besitz befindlichen Dokumenten weitere Pläne (Situationsplan 1:1000, 

Längenprofil 1:1000/1:100, Baugrubenplan Situation 1:500, Querprofile 

1:100 [mit altem und neuem Tunnelquerschnitt]) zugestellt wurden und die 

A-2696/2021 

Seite 23 

Schätzungskommission davon ausging, dass damit der definitive Enteig-

nungseingriff durch die Grundeigentümer beurteilt werden konnte. Zwar 

bezieht sich dieses in den Akten befindliche Schreiben vom 23. Mai 2005 

nicht auf die Parzelle des Enteigneten, doch gibt es keinen Grund anzu-

nehmen, dieser sei anders respektive weniger ausführlich dokumentiert 

worden, was er im Übrigen auch nicht geltend macht.  

4.5.4 Im Weiteren ist die im Falle von Enteignungen im Zusammenhang 

mit Nationalstrassenprojekten (vgl. Art. 39 Abs. 2 aNSG; vgl. E. 3.3.1) ge-

forderte Voraussetzung eines vollstreckbaren Enteignungstitels erfüllt (vgl. 

Urteil BGer 1C_301/2020 vom 12. Mai 2021 E. 5.4 ff. vor). Ob sodann die 

vom Enteigneten als ausgeblieben gerügte Publikation stattgefunden hat, 

betrifft die Frage der formellen Voraussetzungen der Durchführung der  

Einigungsverhandlung vom 20. Mai 2005. Dies muss hier aber in Bezug 

auf die Feststellung des Bewertungszeitpunktes nicht beurteilt werden, 

wurde die Einigungsverhandlung doch in Anwesenheit des Enteigneten tat-

sächlich durchgeführt und im Sinne von Art. 49 aEntG protokolliert. Den 

Akten ist sodann nicht zu entnehmen, dass der Enteignete zu jenem Zeit-

punkt eine Fehlerhaftigkeit der Vorladung oder der Durchführung der Ver-

handlung geltend gemacht hätte. Die diesbezügliche Rüge ist somit nicht 

zu hören. 

4.5.5 Dem Protokoll vom 20. Mai 2005 betreffend "1. Einigungsverhand-

lung" ist zu entnehmen, dass im Wesentlichen folgende Themen angespro-

chen wurden: Erklärung der Situation anhand eines Planes und Festhalten, 

dass keine Projektänderungen vorgenommen wurden mit Ausnahme des 

Wechsels des unterirdischen Tunnelprofils von Rechteck- auf Rundprofil, 

die Reduktion des ursprünglichen Enteignungseingriffs von Landabtretung 

auf Tunneldienstbarkeit, eine durch den Enteigneten eingereichte Studie 

zur Überbaubarkeit (dem Enteigner und der Vorinstanz nicht bekannt), der 

Baubeginn des Tunnels sowie die angewandte Methode, das Festhalten 

zweier Arten von Eingriffen (Bauarbeit im Tagebau und Dienstbarkeitsver-

pflichtung), die vorzeitige Besitzeinweisung in Bezug auf die bezeichnete 

Fläche der Parzelle Nr. [01] und die Dauer der Beanspruchung mit deren 

Beginn, der Einbau von Rohren zur Erschliessung der Grundstücke, der 

Perimeterplan betreffend Landumlegungsverfahren, und die Zonenzuge-

hörigkeit des Landes gemäss letzter rechtskräftiger Zonenplanänderung. 

Insbesondere gilt es festzuhalten, dass der Präsident der Vorinstanz pro-

tokollarisch festhalten liess, dass der Enteignete in die vorzeitige Besitz-

einweisung und die Errichtung einer Dienstbarkeit einwilligte und dass sich 

dieses "Einverständnis auf die in vorliegendem Enteignungsauflageplan 

A-2696/2021 

Seite 24 

bezeichnete Fläche, die ursprünglich total enteignet werden sollte, zuzüg-

lich der bandagierten Fläche der Parzelle [01] bezieht". Im Weiteren ist dem 

Protokoll zu entnehmen, dass der Enteignete feststellte, dass "zwischen 

den Parteien wohl lediglich betreffend Höhe der Entschädigung" ein Dis-

sens bestehe. Ausserdem präzisierte der Präsident der Vorinstanz die Aus-

sage des Enteigneten, dass "im Hinblick auf die Einigungsverhandlung zur 

Frage der Entschädigung" der Entwurf für den Dienstbarkeitsvertrag vor-

gelegt werden solle, es sei vor allem die Umschreibung der vorgesehenen 

Eigentumsbeschränkungen vorzulegen.  

Daraus erschliesst sich, dass dieser Verhandlung der Charakter einer  

Einigungsverhandlung im Sinne von Art. 45 aEntG zukommt (vgl. oben 

E. 4.5.1). Zwar wurde nicht ausführlich über die Entschädigung verhandelt, 

sondern lediglich festgehalten, dass diesbezüglich keine Einigung bestehe, 

doch wurden bezüglich anderen Punkten eine Klärung herbeigeführt, wel-

che insbesondere die vorzeitige Besitzeinweisung betrafen. Diese kann 

gemäss Art. 76 Abs. 2 aEntG frühestens in der Einigungsverhandlung be-

schlossen werden, was vorliegend unbestritten erfolgte. Das Gesetz macht 

keine Vorgabe über die Anzahl der durchzuführenden Einigungsverhand-

lungen, wird doch auch von einem "Einigungsverfahren" gesprochen (vgl. 

Abschnitt IV aEntG; KESSLER COENDET, Fachhandbuch, a.a.O., Rz. 26.79), 

woraus sich dessen Charakter als Schlichtungsinstrument erschliesst und 

allenfalls auch schrittweise zu einer Einigung führen kann (ein solches ge-

staffeltes Vorgehen hat sich vorliegend mit weiteren Einigungsverhandlun-

gen, so am 10. September 2012 und erneut am 16. November 2016 im 

Nachgang zum Urteil des BGer 1C_613/2015 vom 10. August 2016, erge-

ben, wobei jedoch die Frage der Entschädigung nicht erfolgreich geklärt 

werden konnte). Allein deshalb, weil die Höhe der Entschädigung im Hin-

blick auf eine allfällige aussergerichtliche Einigung nicht näher diskutiert 

wurde, oder weil – wie der Enteignete geltend macht – kein Enteignungs-

antrag gestellt wurde, kann der Versammlung jedenfalls nicht der Charak-

ter als Einigungsverhandlung abgesprochen werden. Immerhin kam das 

Thema der Entschädigung insofern zur Sprache, als der diesbezügliche 

Dissens gemäss Protokoll vom Enteigneten selbst festgestellt wurde und 

dieser den Enteigner aufforderte, in Erwartung diesbezüglicher Verhand-

lungen den Entwurf eines Dienstbarkeitsvertrages vorzulegen. Im Übrigen 

lag in diesem Zeitpunkt keine strittige Einsprache des Enteigneten hinsicht-

lich des Umfangs der Enteignung mehr vor. Diese wurde bereits im Plan-

genehmigungsverfahren mit Verfügung vom 2. Februar 2004 (vgl. dort Dis-

positivziffer 7) durch Gutheissung zugunsten des Enteigneten erledigt. Der 

Enteignete hatte sich im Zeitpunkt der Einigungsverhandlung vom 20. Mai 

A-2696/2021 

Seite 25 

2005 – wie den Akten sowie im Speziellen dem Protokoll vom 20. Mai 2005 

zu entnehmen ist – mit der Enteignung und deren Umfang sowie mit der 

Errichtung einer Tunneldienstbarkeit einverstanden erklärt und die Bewilli-

gung zur Enteignung akzeptiert. Damit war die eigentliche Aufgabe des Ei-

nigungsverfahrens bereits erfüllt, blieb doch allein die Höhe der Enteig-

nungsentschädigung strittig, die letzten Endes – ohne Konsens im Eini-

gungsverfahren – im eigentlichen Schätzungsverfahren vor der Schät-

zungskommission (Verhandlung durchgeführt am 11. März 2014) zu klären 

war (vgl. Art. 24 Abs. 2 aVSchK und Art. 41 aVSchK; KESSLER COENDET, 

Fachhandbuch, a.a.O., Rz. 26.79). Die Rüge des Enteigneten, es habe im 

Zeitpunkt der Verhandlung vom 20. Mai 2005 kein Enteignungsantrag vor-

gelegen, erweist sich somit als nicht begründet. 

4.6 Das Datum des 20. Mai 2005 ist auch aufgrund eines weiteren Aspek-

tes als sachgerechter Bewertungszeitpunkt festzulegen.  

4.6.1 Mit der Einführung der gesetzlichen Bestimmung von Art. 19bis Abs. 1 

aEntG legte der Gesetzgeber den Bewertungszeitpunkt in eine möglichst 

frühe Phase des Enteignungsverfahrens. Mit dieser Massnahme verfolgte 

er das Ziel, Spekulationen der zu Enteignenden auf einen mit zunehmen-

der Verfahrensdauer steigenden Preis der Immobilien – und damit auf eine 

Erhöhung der Entschädigung – zu verhindern (vgl. Amtliches Bulletin der 

Bundesversammlung [AB] Ständerat 1971, Berichterstatter Dillier, S. 98; 

AB Nationalrat 1970, Votum Schlumpf, S. 784; Votum Düby, S. 795; Votum 

Muheim, S. 796). Umgekehrt folgt das aEntG aber auch der Idee, dass der 

Enteignete nicht unverschuldet das Risiko von Marktveränderungen wäh-

rend des Enteignungsverfahrens tragen und deshalb möglichst ohne Ver-

zug entschädigt werden soll (vgl. AB Ständerat 1971, Berichterstatter Dil-

lier, S. 100; Votum Munz, S. 104; AB Nationalrat 1970, Berichterstatter Kö-

nig, S. 782 f., Votum Krummenacher, S. 785; HESS/WEIBEL, a.a.O. Art. 19bis 

Rz. 7; vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer A-5570/2009 vom 24. März 2010 

E. 6.3 ff. m.w.H.). Demzufolge will der Gesetzgeber zwar eine volle Ent-

schädigung der Eigentumsbeschränkung, aber keine Überentschädigung. 

4.6.2 Das Bundesgericht bekräftigt diesen Willen des Gesetzgebers in sei-

ner Rechtsprechung und strebt die Verhinderung von möglichen Überent-

schädigungen des Enteigneten aufgrund einer langen Verfahrensdauer an. 

Es führt in seinen neueren Entscheiden unter anderem aus, grundsätzlich 

sei am Datum der Einigungsverhandlung für die Festsetzung des Bewer-

tungszeitpunktes festzuhalten, was im Übrigen auch für die Teilenteignung 

A-2696/2021 

Seite 26 

Geltung habe. Es liege allerdings im Ermessen der Schätzungskommis-

sion, in begründeten Fällen einen anderen Bewertungszeitpunkt festzuset-

zen, um einer Überentschädigung entgegenzutreten. So bestätigte das 

Bundesgericht die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts, bei der Erneue-

rung von Dienstbarkeiten im Interesse der Sachgerechtigkeit auf den Be-

ginn der neuen Dienstbarkeit abzustellen, weil in diesem Moment erneut 

auf die Dienstbarkeitsberechtigung gegriffen, das Eigentum beeinträchtigt 

und dessen Wert vermindert werde. Diese Rechtsprechung spricht sich 

klar dafür aus, den Bewertungszeitpunkt in eine frühe Phase des Enteig-

nungsverfahrens zu legen und erachtet es als sachgerecht, die enteigne-

ten Werte dann zu beurteilen, wenn durch den Enteigner auf die Rechte 

gegriffen und das Eigentum des Enteigneten eingeschränkt wird. Selbst 

wenn es nicht möglich sein sollte, im Einzelfall eine Verlegung des Bewer-

tungszeitpunktes zu begründen, sieht es das Bundesgericht als gerecht-

fertigt, einen korrigierenden Abschlag auf die Überentschädigung zu täti-

gen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_647/2019 vom 8. Oktober 2020 

E. 7.1 und 7.4 f. sowie 1C_356/2013 vom 5. März 2014 E. 2.5.2; Urteile 

des BVGer A-5380/2020 vom 30. September 2021 E. 3.1.1, 3.1.3 und 

3.5 f., A-4864/2018 vom 1. November 2019 E. 6.4 und A-3465/2015 vom 

15. September 2016 E. 5.2 m.w.H ).  

4.6.3 Dies entspricht sodann dem in der Gesetzgebung statuierten Vorge-

hen im Normalfall, wenn die Enteignungsverfahren ohne Verzögerung ab-

gewickelt werden. Gleichermassen hat – vorliegend zwar nicht relevant, 

aber dennoch bestätigend – das am 1. Januar 2021 in Kraft getretene neue 

Enteignungsgesetz vom 20. Juni 1930 (EntG, SR 711) die ursprüngliche 

Überlegung des Gesetzgebers weiterentwickelt. Es erklärt in Art. 19bis EntG 

den Bewertungszeitpunkt für den Verkehrswert am Tag des Vorliegens ei-

nes vollstreckbaren Enteignungstitels als massgeblich. Ausserdem ist an-

zumerken, dass das Bundesgericht mit seiner Praxis, einen von der Eini-

gungsverhandlung abweichenden Zeitpunkt für die Bestimmung des Ver-

kehrswertes zuzulassen, in diesem Zusammenhang implizit auch die for-

mellen Voraussetzungen für die Durchführung einer Einigungsverhandlung 

als Verfahrensvoraussetzung in den Hintergrund stellt. Mit anderen Worten 

wird einem Einigungsverfahren nicht deshalb die Gültigkeit für die Grund-

lage des Bewertungszeitpunktes aberkannt, weil allenfalls formelle Fehler 

bei dessen Einberufung oder Durchführung vorliegen. Vielmehr wird auch 

ein Bewertungszeitpunkt anerkannt, der seine Grundlage nicht in der Eini-

gungsverhandlung findet. Insofern ist es nicht von Bedeutung, ob vorlie-

gend die formellen Voraussetzungen der Einigungsverhandlung erfüllt wur-

den (vgl. oben E. 4.5.2), sondern allein die Frage, welcher Zeitpunkt zur 

A-2696/2021 

Seite 27 

Verhinderung einer ungerechtfertigten Überentschädigung sachgerecht er-

scheint. 

Dass aufgrund der massiven Steigerung der Land- und Immobilienpreise 

seit der Jahrtausendwende ein zum Zeitpunkt der ersten Einigungsver-

handlung festgelegter Verkehrswert und eine – wie vom Enteigneten als 

relevant erachtet – mehr als zehn Jahre später vorgenommene Bewertung 

unter Berücksichtigung der in der Zwischenzeit erfolgten Einzonung in die 

Bauzone auseinanderklaffen, ist offensichtlich. Ein späterer Zeitpunkt 

würde aufgrund der langen Verfahrensdauer eine Überentschädigung nach 

sich ziehen, was vom Gesetzgeber verhindert werden will. Es kann dabei 

auch nicht ins Gewicht fallen, ob der Enteignete – wie dieser geltend macht 

– mit dem Erlös eine Ersatzanschaffung hätte tätigen können müssen bzw. 

wollen. Das Enteignungsrecht sieht einzig vor, dass der Enteignete voll ent-

schädigt wird. Ein genereller Anspruch, mit der ausbezahlten Entschädi-

gung Ersatzanschaffungen zu tätigen, um über gleichwertiges Grundeigen-

tum zu verfügen, besteht jedenfalls nicht (vgl. Art. 26 Abs. 2 BV i.V.m. 

Art. 16 aEntG; HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 16 Rz. 3 f. und Art. 19 Rz. 66 ff.; 

EGGS, a.a.O., Rz. 358). 

4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Versammlung vom 

20. Mai 2005 den Charakter einer Einigungsverhandlung im Sinne von 

Art. 45 aEntG trug. Das zugehörige Protokoll bestätigt, dass die vorzeitige 

Besitzeinweisung durch den Präsidenten der Vorinstanz im Einvernehmen 

mit dem Enteigneten bewilligt wurde. Im Weiteren wird mit der Festlegung 

dieses Datums als Bewertungszeitpunkt und Grundlage für die Enteig-

nungsentschädigung dem Willen des Gesetzgebers entsprochen, die Be-

wertung möglichst früh im Enteignungsverfahren vorzunehmen und die 

Verhältnisse im Zeitpunkt der tatsächlichen Einschränkung des Eigentums 

respektive der Besitzergreifung durch den Enteigner abzubilden. Die Fest-

legung des 20. Mai 2005 als relevanter Bewertungszeitpunkt, wie sie be-

reits die Vorinstanz in ihrem Entscheid vom 14. Juni 2018 vorsah, erweist 

sich nach dem Gesagten als sachgerecht und entspricht der aktuellen 

Rechtsprechung des Bundesgerichts.  

5.  

Im Folgenden gilt es, den Entscheid der Vorinstanz hinsichtlich Festlegung 

der Enteignungsentschädigung zu überprüfen. Dazu sind zunächst weitere 

Einzelfragen zu klären, insbesondere betreffend der Zonenzugehörigkeit 

des Grundstücks Nr. [01] im massgeblichen Zeitpunkt. 

A-2696/2021 

Seite 28 

5.1 Soweit der Enteignete geltend macht, das Verfahren der formellen Ent-

eignung sei nicht korrekt eingeleitet worden, habe der Enteigner doch nie 

ein Enteignungsbegehren an die Vorinstanz gerichtet, ist festzuhalten, 

dass die betreffende Rüge nicht zu hören ist. Der Enteigner bringt diesen 

Einwand neu vor. Er hat bis anhin – namentlich im Zeitpunkt der ersten 

Einigungsverhandlung vom 20. Mai 2005, aber auch anlässlich weiterer 

Verhandlungen (z.B. am 10. September 2012 oder im Zuge der Klage vom 

8. April 2011 bei der Vorinstanz) – nie beanstandet, das Verfahren der for-

mellen Enteignung sei mit Verfahrensfehlern behaftet. Vielmehr hat er sich 

mit dem Vorgehen einverstanden erklärt (vgl. oben E. 4.5.4). 

5.2 Der Enteignete beantragt mit Beschwerde vom 15. August 2018 die 

vollumfängliche Aufhebung des angefochtenen Entscheides der Vor-

instanz vom 14. Juni 2018. Nach dem zurückgezogenen Antrag Ziffer 2, im 

Wesentlichen mit dem Inhalt, die Vorinstanz sei anzuweisen, den vom Ent-

eigner am 8. Februar 2017 gestellten Enteignungsantrag im Rahmen eines 

selbständigen, neu einzuleitenden formellen Enteignungsverfahrens an-

hand zu nehmen, verbleibt betreffend die Höhe der Enteignungsentschä-

digung der gestellte Eventualantrag gemäss Ziffer 3 der Beschwerde (ent-

spricht dem Antrag Ziffer 3 in der Stellungnahme vom 14. Juli 2021). Da-

nach wird ersucht, der Enteigner habe ihm Fr. 2'308'202.07, abzüglich der 

bereits geleisteten Zahlung von Fr. 181'830.00 und zuzüglich Zins von 

3.5% seit dem Datum der vorzeitigen Besitzeinweisung am 20. Juni 2005 

[recte: 20. Mai 2005], zu bezahlen. 

Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, das beanspruchte Land sei 

nicht wie von der Vorinstanz als Landwirtschaftsland einzustufen. Selbst 

wenn der 20. Mai 2005 als relevanter Stichtag gewählt werde, so sei das 

Land als Bauerwartungsland in einer Übergangszone erfasst gewesen, mit 

dessen Zuweisung an die Bauzone der Wohnzone W mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit habe gerechnet werden können. Im Weite-

ren habe die Vorinstanz die zu entschädigende Fläche falsch berücksich-

tigt, es sei nämlich ein Landverlust von 1'155 m2 eingetreten. Dieser sei als 

Folge der aufgrund des Tunnelbaus notwendigen Landumlegung und Neu-

Parzellierung entstanden, wobei die erwähnte Fläche zum Bau von Er-

schliessungsstrassen zugunsten der Parzelle Nr. [03] an die Gemeinde 

habe abgetreten werden müssen. Es sei deshalb von dieser Fläche aus-

zugehen und nicht von 1'653 m2 unter Berücksichtigung eines nicht nach-

vollziehbaren Abzuges von 50%.  

A-2696/2021 

Seite 29 

5.3 Der Enteigner entgegnet, die fragliche Parzelle habe im Zeitpunkt des 

Bewertungsstichtages vom 20. Mai 2005 ausserhalb der Bauzone gelegen, 

wobei lediglich eine landwirtschaftliche Nutzung zulässig gewesen sei. 

Was die zu entschädigende Fläche betrifft bestreitet er, dass ein Landver-

lust eingetreten sei.  

5.4 Eine Enteignung kann nur gegen volle Entschädigung erfolgen (Art. 26 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 16 aEntG). Der Enteignete soll keinen 

Verlust erleiden, aber auch keinen Gewinn erzielen; wirtschaftlich ist er 

gleich zu stellen wie ohne Enteignung (BGE 122 I 168 E. 4b, 93 I 554 E. 3; 

PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht,  

7. Aufl. 2022, S. 704 ff., HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 16 Rz. 4). Bei der Fest-

setzung der Entschädigung sind alle Nachteile zu berücksichtigen, die dem 

Enteigneten aus der Entziehung oder Beschränkung seiner Rechte er-

wachsen. Zu vergüten sind nach Art. 19 aEntG der volle Verkehrswert des 

enteigneten Rechts (Bst. a), bei Inanspruchnahme nur eines Teils eines 

Grundstücks auch der Betrag, um den der Verkehrswert des verbleibenden 

Teils sich vermindert (Bst. b; sog. Minderwert) sowie alle weiteren dem Ent-

eigneten verursachten Nachteile, die sich nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge als Folge der Enteignung voraussehen lassen (Bst. c; sog. Inkonve-

nienzentschädigung). Bei einer Zwangsbelastung eines Grundstückes mit 

einem dinglichen Recht auf dem Weg der formellen Enteignung sind in Be-

zug auf die Entschädigungsbemessung die Grundsätze über die Teilent-

eignung anwendbar (Art. 19 Bst. b aEntG). Die Berechnung des Schadens 

erfolgt nach der sog. Differenzmethode, indem der Verkehrswert des 

Grundstücks ohne die Last dem Verkehrswert des belasteten Grundstücks 

gegenübergestellt wird (vgl. zum Ganzen BGE 129 II 420 E. 3.1.1; Urteile 

des BGer 1C_163/2017 vom 18. Juli 2017 E. 2 und 1C_356/2013 vom 

5. März 2014 E. 2.1.1; HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 19 Rz. 173; je mit Hinwei-

sen). Trotz der Aufgliederung in einzelne Komponenten bildet die Entschä-

digung grundsätzlich materiell und formell eine Einheit (HESS/WEIBEL, 

a.a.O., Art. 19 Rz. 13; vgl. BGE 105 Ib 327 E. 1; BVGE 2014/35 E. 2.3.2; 

HÄNNI, a.a.O., 7. Aufl., S. 706). 

5.5 Dem Sinn und Zweck der Festlegung eines Stichtages folgend sind der 

Bestimmung der Enteignungsentschädigung grundsätzlich die einzelfallbe-

zogenen objektiven Verhältnisse im Zeitpunkt des Bewertungsstichtages 

zu Grunde zu legen (Urteil des BGer 1C_322/2017 vom 25. April 2018 

A-2696/2021 

Seite 30 

E. 3). Die Vorinstanz sowie das Bundesverwaltungsgericht haben sich des-

halb ausschliesslich an den Gegebenheiten zu orientieren, wie sie sich am 

20. Mai 2005 präsentierten. 

Von den Parteien ist nicht bestritten, dass sich die Parzelle Nr. [01] zu die-

sem Zeitpunkt nicht in der Bauzone befand. Während der Enteigner davon 

ausgeht, die Parzelle sei der Landwirtschaftszone zugeordnet gewesen, 

weshalb allein die betreffenden Eigenschaften zu berücksichtigen seien, 

vertritt der Enteignete die Ansicht, das Land habe sich in einer Übergangs-

zone (Nicht-Bauzone) befunden, die dem Grundstück in Erwartung einer 

Zuordnung zur Wohnzone W – das heisst der Bauzone – den Charakter 

eines sogenannten Bauerwartungslandes mit entsprechend höherer Be-

wertung verliehen habe. Er schildert eingehend, wie seiner Parzelle ein er-

heblich höherer Wert als der blosse Wert des Landwirtschaftslandes zuge-

ordnet werden müsse, habe sich doch die Einzonung in die Bauzone wenig 

später verwirklicht und im Jahre 2005 mit an Sicherheit grenzender Wahr-

scheinlichkeit festgestanden. Ein potentieller Käufer habe demnach zu 

Recht bereits damit rechnen dürfen, das Land dereinst überbauen zu kön-

nen.  

Die Rechtsordnung kennt weder den Begriff des Bauerwartungslandes 

noch jenen der Übergangszone, doch können diese Begriffe verwendet 

werden, um eine Charaktereigenschaft oder eine absehbare Entwicklung 

in Bezug auf das betreffende Grundstück zu beschreiben.  

5.6 Im Folgenden wird zuerst die Frage geklärt, welcher Landwert der Ver-

kehrswertbestimmung zu Grunde zu legen und ob ein prospektiv besserer 

Nutzen zu berücksichtigen ist. Ausschlaggebend für die Bestimmung des 

Verkehrswertes einer Liegenschaft am Bewertungsstichtag ist die Bereit-

schaft eines potentiellen Käufers, unter Einbezug aller gegebenen Um-

stände einen bestimmten Preis für das Land zu bezahlen, das heisst, wel-

cher Preis im Rahmen der geltenden Rechtsordnung auf dem freien Markt 

erzielt werden könnte (HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 19 Rz. 51 f.; RAPHAËL 

EGGS, Les "autres préjudices" de l'expropriation, Diss. Zürich 2013, 

Rz. 355).  

5.6.1 Bezüglich Landpreis argumentiert der Enteignete, die Vorinstanz 

habe in nicht nachvollziehbarer Weise und völlig willkürlich einen bei Wei-

tem zu tiefen Landpreis (Fr. 150.--/m2) in seine Rechnung einbezogen, wo-

bei keine Vergleichspreise berücksichtigt worden seien. Bereits in den Jah-

A-2696/2021 

Seite 31 

ren 2006 / 2007 seien in unmittelbarer Nachbarschaft Fr. 1'250.--/m2 be-

zahlt worden und die Expertise Wüest & Partner vom 27. Juli 2018 habe 

für das Jahr 2005 immerhin einen Wert von Fr. 720.--/m2 (ohne Bauland-

umlegung und Tunnel) für das Grundstück Nr. [01] errechnet. Er begründet 

dies damit, dass aufgrund der Beschlüsse der Einwohnergemeindever-

sammlung X. _______ vom 28. November 2008 und des Regierungsrates 

des Kantons Aargau vom 4. März 2009, welche die Zonenplanänderung 

und damit die Zuweisung des Grundstücks Nr. [01] in die Wohnzone W 

vollzogen hätten, mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit 

von einer künftigen Bebaubarkeit der Parzelle Nr. [01] habe ausgegangen 

werden dürfen. In seiner Anschlussbeschwerdeantwort vom 28. Septem-

ber 2018 wendet er ausserdem ein, die Bestimmungen des Bundesgeset-

zes über das Bäuerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991 (BGBB, SR 

211.412.11) seien nicht auf das Enteignungsverfahren anwendbar und da-

mit vorliegend nicht von Bedeutung.  

5.6.2 Der Enteigner hält an der Bewertung als reines Landwirtschaftsland 

fest und macht geltend, die Wertbestimmung habe den Bestimmungen des 

BGBB zu folgen, wonach dem konkret erzielbaren Landpreis gerade im 

Hinblick auf die Erwartung der Überbaubarkeit eine Obergrenze gesetzt 

werde und damit die Preisvorstellungen des Enteigneten auf dem freien 

Markt begrenzt würden. Er begründet dies mit einem Schreiben der Abtei-

lung Landwirtschaft Aargau des Kantonalen Departements Finanzen und 

Ressourcen vom 28. August 2018, das bestätige, dass der Verkehrswert 

im Zeitpunkt des Stichtages für das unbestritten ausserhalb der Bauzone 

gelegene Land bei Fr. 7.80/m2 gelegen habe und ein Höchstpreis von 

Fr. 8.20/m2 errechnet worden sei. Deshalb komme bei der Festlegung des 

Verkehrswertes auch nicht die Lageklassenmethode zur Anwendung, die 

sich auf Grundstücke in der Bauzone beziehe. 

Die Vorinstanz ging von Landwirtschaftsland aus und schätzte aufgrund 

ihrer Erfahrung und ihrer Kenntnisse der lokalen Verhältnisse am Bewer-

tungsstichtag den Landpreis auf Fr. 15.--/m2 (mit Berücksichtigung einer 

Einzonung zu Bauland rund Fr. 150.--/m2). 

5.6.3 Da die anwendbare Rechtsgrundlage bestritten ist, muss vorab diese 

Frage geklärt werden.  

5.6.3.1 Gemäss Art. 20 Abs. 1 aEntG ist bei der Bestimmung des Verkehrs-

wertes auch die Möglichkeit einer besseren Verwendung angemessen zu 

A-2696/2021 

Seite 32 

berücksichtigen. Er betont allerdings die ohnehin zu beachtenden vielfälti-

gen Faktoren, die bei der Bestimmung des Verkehrswertes zu beachten 

und bereits im Rahmen der Anwendung von Art. 19 aEntG zu berücksich-

tigen sind. Diese Bestimmungen beabsichtigen, den Enteigneten im Rah-

men der geltenden Rechtslage fair zu entschädigen und halten die beurtei-

lende Behörde dazu an, sich bei offenem Ermessensspielraum nicht zu 

sehr an die untere Grenze zu halten (HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 20 Rz. 1 

und Art. 19 Rz. 55 ff.; EGGS, a.a.O., Rz. 359). Jedenfalls sind diese Best-

immungen auch dazu geeignet, eine mit einiger Wahrscheinlichkeit zu er-

wartende Zuteilung des Grundstücks zur Bauzone zu berücksichtigen und 

sie können dazu führen, dass selbst für Land in der Nicht-Bauzone eine 

wesentlich höhere Entschädigung ausgerichtet wird, als aufgrund der Ein-

zonung am Bewertungsstichtag geschuldet wäre. Voraussetzung ist aller-

dings, dass die zu erwartende Nutzungsänderung nicht bloss auf theoreti-

schen Überlegungen oder spekulativen Hoffnungen beruht, sondern so-

wohl in rechtlicher, wie auch in tatsächlicher Hinsicht am Stichtag bereits 

bestand oder ohne die Enteignung in nächster Zukunft eingetreten wäre. 

In Bezug auf Bauland haben demnach sichere Anzeichen auf eine in Kürze 

bevorstehende Erschliessung hinzudeuten oder es muss mit hoher Wahr-

scheinlichkeit damit zu rechnen sein, dass im betreffenden Gebiet in naher 

Zukunft auch tatsächlich gebaut wird (vgl. Urteil des BGer 1C_322/2017 

vom 25. April 2018 E. 2.1, 1C_293/2011 vom 12. Oktober 2011 E. 6; 

HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 19 Rz. 58 f.). 

5.6.3.2 Die verschiedenen Bestimmungen des BGBB sollen unter anderem 

den Handel mit Landwirtschaftsland einer Ordnung unterstellen, die be-

zweckt, das bäuerliche Grundeigentum zu fördern, namentlich Familienbe-

triebe als Grundlage eines gesunden Bauernstandes und einer leistungs-

fähigen, auf eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung ausgerichteten Land-

wirtschaft zu erhalten und ihre Struktur zu verbessern (Art. 1 Abs. 1 Bst. a 

BGBB) sowie die Stellung des Selbstbewirtschafters einschliesslich dieje-

nige des Pächters beim Erwerb landwirtschaftlicher Gewerbe und Grund-

stücke zu stärken (Art. 1 Abs. 1 Bst. b BGBB). Dabei soll insbesondere 

auch der Spekulation mit solchem Land – als eine spezielle Art von Nicht-

Bauland – durch die Bekämpfung übersetzter Preise vorgebeugt und mit 

einer Erwerbsbeschränkung begegnet werden (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. c 

BGBB; vgl. MARTIN GOLDENBERGER/HANS RUDOLF HOTZ, in: Schweizeri-

scher Bauernverband, Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum 

BGBB, 2. Aufl. Brugg 2011 [nachfolgend: Kommentar BGBB], Art. 66 

Rz. 5). Art. 61 Abs. 1 BGBB statuiert aus diesem Grund betreffend den Er-

A-2696/2021 

Seite 33 

werb von landwirtschaftlichen Gewerben oder Grundstücken eine Bewilli-

gungspflicht (i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. a BGBB; vgl. Urteil des BGer 

2C_46/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1; BEAT STALDER, in: Kommentar BGBB, 

Art. 61 Rz. 1 f.). Als Erwerb gilt dabei gemäss Art. 61 Abs. 3 BGBB die 

Eigentumsübertragung sowie jedes andere Rechtsgeschäft, das wirt-

schaftlich einer Eigentumsübertragung gleichkommt. Was den Erwerb an 

sich betrifft, so will Art. 66 Abs. 1 BGBB den Handel zu übersetzten Preisen 

verhindern und bestimmt, dass der Erwerbspreis als übersetzt gilt, wenn er 

die Preise für vergleichbare landwirtschaftliche Gewerbe oder Grundstücke 

in der betreffenden Gegend im Mittel der letzten fünf Jahre um mehr als 

5% übersteigt, wobei die Kantone in ihrer Gesetzgebung diesen Prozent-

satz auf maximal 15% erhöhen können (Art. 66 Abs. 2 BGBB; vgl. zum 

Ganzen: Schweizerische Vereinigung kantonaler Grundstückbewertungs-

experten, Das Schweizerische Schätzerhandbuch, 5. Aufl. Aarau 2019 

[nachfolgend: Schätzerhandbuch], S. 375 ff.; EGGS, a.a.O., Rz. 407 ff.). 

Auf ebendiese Grundlage stützt vorliegend der Enteigner seine Argumen-

tation, wenn er darlegt, der Enteignete wäre nicht in der Lage gewesen, 

das Landwirtschaftsland am Stichtag auf dem freien Markt zu einem den 

gemäss BGBB festgelegten Maximalbetrag übersteigenden Preis zu han-

deln. Dieser Betrachtung ist grundsätzlich beizupflichten, handelte es sich 

doch beim Grundstück Nr. [01] um ein Grundstück mit landwirtschaftlichem 

Charakter (gemäss der durch den Regierungsrat des Kantons Aargau am 

3. Januar 2001 genehmigten Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung 

der Gemeinde X. _______ vom Juli 2000 der "Übergangszone" zugeord-

net, wobei, gemäss deren § 11 bis zur Zuordnung einer anderen Zone für 

die Bewirtschaftung die Vorschriften der Landwirtschaftszone Gültigkeit ha-

ben), welches die Voraussetzungen des BGBB für dessen Anwendbarkeit 

hinsichtlich seiner örtlichen sowie sachlichen Charakteristik (Art. 2 Abs. 1 

BGBB) und Grösse mit 8'111m2 (vgl. Art. 2 Abs. 3 BGBB) am 20. Mai 2005 

erfüllte (vgl. CHRISTINA SCHMID-TSCHIRREN/CHRISTOPH BANDLI, in: Kom-

mentar BGBB, a.a.O., Vorbemerkungen zu Artikel 2-5, Rz. 3 ff. und Art. 2 

Rz. 1, 4 f., 8; HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 19 Rz. 71 ff.). Eine Veräusserung 

an einen Dritten hätte deshalb der Bewilligungspflicht unterlegen, wobei 

der Handelspreis gemäss Art. 66 Abs. 2 BGBB zu beschränken gewesen 

wäre. In der Folge wäre eine preisliche Berücksichtigung der (allenfalls 

spekulativen) Erwartung einer Zuordnung zur Bauzone durch die Verwei-

gerung der Bewilligung (vgl. Art. 63 Abs. 1 Bst. b BGBB i.V.m. Art. 66 

BGBB; STALDER, a.a.O., Art. 61 Rz. 10a; GOLDENBERGER/HOTZ, a.a.O., 

Art. 66 Rz. 11, 24; Schätzerhandbuch, a.a.O., S. 379, 381) zu verhindern 

respektive massiv zu begrenzen gewesen.  

A-2696/2021 

Seite 34 

Nach dem Gesagten steht fest, dass die Bestimmungen des BGBB auf den 

vorliegenden Sachverhalt Anwendung finden. Der Einwand des Enteigne-

ten, aufgrund von Art. 62 Bst. e BGBB sei Art. 66 BGBB im vorliegenden 

Fall nicht anwendbar, ist nicht zu hören. Jene Bestimmung betrifft eine Aus-

nahme von der Bewilligungspflicht, wenn sich im Rahmen eines Enteig-

nungsverfahrens bereits eine Behörde mit dem der Handänderung zu 

Grunde liegenden Sachverhalt befasst hat. Vorliegend geht es aber nicht 

um eine reell zu vollziehende Handänderung, sondern um die Bestimmung 

des Verkehrswertes eines Grundstücks in Anbetracht einer allenfalls zu er-

wartenden Wertsteigerung in der Zukunft, wobei eine Übertragung von Ei-

gentum aufgrund der formellen Enteignung nicht zur Debatte steht. Diese 

Bestimmung schliesst die Anwendung des BGBB bei enteignungsrechtli-

chen Sachverhalten jedenfalls nicht per se aus (vgl. Urteil des BGer 

1C_414/2016 vom 27. März 2017 E. 4.4; STALDER, a.a.O., Art. 62 Rz. 1). 

5.6.4 Wie bereits dargelegt, ist den Akten zu entnehmen, dass die Abtei-

lung Landwirtschaft Aargau den Höchstpreis des landwirtschaftlichen 

Grundstücks Nr. [01] am Bewertungsstichtag gemäss Art. 66 BGBB auf 

Fr. 7.80/m2, respektive unter Berücksichtigung eines möglichen Preisan-

stiegs um 5% gemäss Art. 66 Abs. 2 BGBB auf Fr. 8.20/m2 festgesetzt hat 

(eine Erhöhung um 15% ist nicht zu berücksichtigen, da diese Möglichkeit 

erst mit der Gesetzesänderung vom 1. September 2008 eingeführt wurde 

und am Bewertungsstichtag noch nicht bestand; vgl. AS 2008 3586). Dem-

nach hätte das Land nicht zu einem höheren Preis gehandelt werden kön-

nen und der festgelegte Höchstbetrag bildet die Basis für die Berechnung 

des Verkehrswertes der von der Enteignung betroffenen Landfläche (vgl. 

Urteil des BGer 1C_414/2016 vom 27. März 2017 E. 5.3). Das BGBB ist 

ein Instrument, das die Spekulation mit Landwirtschaftsland im Zuge von 

Veräusserungen bekämpfen will (Art. 1 Abs. 1 Bst. c BGBB). Als solches 

stellen seine Bestimmungen eine lex specialis gegenüber den Bestimmun-

gen des aEntG dar, wobei letztere grundsätzlich die Berücksichtigung einer 

besseren Verwendung bei der Verkehrswertbestimmung ermöglichen wür-

den. Die Festlegung eines Höchstpreises schliesst jedoch eine freie Be-

rücksichtigung der besseren Verwendung von vorne herein aus. Andern-

falls würde der Zweck des BGBB durch den Ermessensspielraum bei der 

Bestimmung der besseren Verwendung unterlaufen. Demnach ist von ei-

nem Landwert von Fr. 8.20/m2 auszugehen (vgl. Urteile des BGer 

1C_414/2016 vom 27. März 2017 E. 4.2 und 1E.6/2007 vom 30. April 2008 

E. 9.2).  

A-2696/2021 

Seite 35 

5.7 Im Weiteren gilt es zu klären, welche Fläche die formelle Enteignung 

beschlägt und der Verkehrswertbestimmung zu Grunde zu legen ist. 

5.7.1 Der Enteignete macht geltend, er habe vor der Enteignung über 

8'111m2 unbeschwertes Grundeigentum an der Parzelle Nr. [01] verfügt. 

Aufgrund der Enteignung habe eine Landumlegung durchgeführt werden 

müssen, wobei sich die Landfläche – nach einer Aufteilung der Parzelle 

Nr. [01] in die Parzellen Nr. [01] (Stammparzelle; 4'507 m2) und Nr. [02] 

(2'449 m2) – auf insgesamt 6'956 m2 (Differenz aufgrund Rundung Geome-

ter) reduziert habe. Es seien ihm demnach 1'155 m2 Land durch Abtretung 

an die Gemeinde für die Erschliessungsstrassen entzogen worden. Wenn 

die Landumlegung aufgrund der Enteignung als notwendig und richtig an-

erkannt werde, müssten auch die Landverhältnisse nach der Landumle-

gung für die Berechnung der Entschädigung massgebend sein.  

Der Enteigner macht geltend, der Enteignete gehe fälschlicherweise von 

einem Landverlust aus, käme ein solcher doch höchstens aufgrund einer 

Totalenteignung in Frage. Vorliegend sei jedoch einzig die Fläche von 

1'653 m2 zu entschädigen, die infolge der Teilenteignung von der Tunnel-

dienstbarkeit beschlagen werde. Im Übrigen sei die Landumlegung nicht 

aufgrund des Tunnelbaus notwendig gewesen, stelle eine solche doch re-

gelmässig ein Instrument der kantonalen Planung im Zusammenhang mit 

der Einzonung und Erschliessung von Grundstücken dar.  

Die Vorinstanz beziffert in ihrer Verfügung vom 14. Juni 2018 die von der 

Enteignung betroffene und damit entschädigungsberechtigte Fläche mit 

1'653 m2. 

5.7.2 Wie bereits oben in E. 4.5 f. ausgeführt sind für die Berechnung der 

Enteignungsentschädigung – und damit auch für die Bestimmung der von 

der Enteignung betroffenen Landfläche – die Verhältnisse am Bewertungs-

stichtag massgebend. Der Enteignete bestreitet nicht, dass diese Fläche 

am 20. Mai 2005 1'653 m2 betragen hatte. Demzufolge ist diese Fläche der 

Bestimmung des Minderwertes – unabhängig von einer allfällig notwendi-

gen Landumlegung und deren Folgen (vgl. unten E. 7.6.7) – zu Grunde zu 

legen. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern die aufgrund der Erstellung 

der Erschliessungsstrassen an die Gemeinde abgetretenen Flächen mit 

dem von der Enteignung infolge des Tunnelbauprojektes betroffenen Land 

in Zusammenhang stehen sollen, und es wurde dem Enteigneten durch die 

hier massgebende formelle Enteignung infolge des Tunnelbaus auch kei-

nerlei Eigentum an einer Landfläche entzogen. 

A-2696/2021 

Seite 36 

5.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bezüglich des einzusetzen-

den Landwertes der Begründung des Enteigners gemäss dessen An-

schlussbeschwerde vom 29. August 2018 zu folgen und betreffend Land-

fläche der Entscheid der Vorinstanz zu bestätigen ist. Der Verkehrswert 

des Grundstücks Nr. [01] errechnet sich deshalb infolge der massgeben-

den Verhältnisse am Bewertungsstichtag aus einem Landpreis von 

Fr. 8.20/m2. Die von der formellen Enteignung betroffene Fläche von 

1'653 m2 hatte demnach einen Verkehrswert von Fr. 13'554.60. 

5.9 Um den Minderwert des betroffenen Grundstücks zu bestimmen, gilt es 

im Weiteren festzustellen, inwiefern die Tunneldienstbarkeit dieses belas-

tet. 

5.9.1 Die Vorinstanz erwog, dass in der Schweiz keine allgemein aner-

kannten Richtlinien bestehen würden, welche die Bestimmung des durch 

eine Tunneldienstbarkeit verursachten Minderwertes zulassen würden. 

Solche seien beispielsweise zwischen den Elektrizitätswerken und dem 

Schweizerischen Bauernverband für den Fall geschlossen worden, wenn 

Dienstbarkeiten infolge der Durchleitung von Hochspannungsleitungen ei-

nen Minderwert bei Landwirtschaftsparzellen verursachen. Es liege des-

halb an der Schätzungskommission, in Anlehnung an den allgemeinen 

Rechtsgrundsatz von Art. 1 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) einen Minderwert nach Kriterien 

festzulegen, die ihr als allgemeingültig erscheinen würden. Der Vorinstanz 

erschien dabei das in Deutschland für gleichgelagerte Fälle entwickelte 

"Münchner Verfahren" ein tauglicher Anknüpfungspunkt. Es berücksich-

tige, dass das betroffene Grundstück durch den Tunnelbau einerseits keine 

Verminderung der Ausnützung, keine Beeinträchtigung seiner idealen Lage 

im Einzugsgebiet der Stadt Zürich, keine zusätzlichen Lärmbelastungen  

oder andere Immissionen erfahre. Andererseits anerkannte sie, dass das 

Grundstück durch die Dienstbarkeitsfläche zerstückelt werde und durch 

das teilweise Bauverbot im Bereich der Dienstbarkeit die Erarbeitung eines 

Überbauungskonzeptes erschwert und verteuert würde (durch Gestal-

tungsplan und Landumlegung). Die Vorinstanz erachtete in der Folge eine 

Reduktion des Verkehrswertes der belasteten Fläche um 50% als ange-

messen. 

5.9.2 Der Enteignete macht geltend, eine Reduktion des Verkehrswertes 

um 50% sei nicht gerechtfertigt und begründet dies im Wesentlichen damit, 

der durch die Enteignung verursachte Landverlust im Umfang von 1'155 m2 

betrage wesentlich mehr als die Hälfte der belasteten Fläche von 1'653 m2. 

A-2696/2021 

Seite 37 

Entsprechend dem Verhältnis des effektiven Landverlustes sei deshalb 

höchstens ein Abzug von 30% gerechtfertigt, was in Anbetracht des durch 

die Expertise Wüest & Partner errechneten Marktwertes von Fr. 720.--/m2 

unter dem Titel Landverlust zu einer Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 833'112.-- führe. Der Enteignete beantragt die Zusprechung einer Ent-

schädigung in dieser Höhe eventualiter und begründet sinngemäss, diese 

erweise sich unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Vorinstanz die 

ihm entstandenen weiteren zusätzlichen Nachteile wie beispielsweise teu-

rere Erschliessungskosten, Baulinie oder Spickelgrundstück südlich des 

Tunneltrasses nicht anerkenne, als minimal angemessen. 

5.9.3 Der Enteigner bestreitet die durch den Enteigneten eventualiter gel-

tend gemachte minimale Entschädigungssumme und führt aus, dieser ver-

suche wiederum eine Totalenteignung und dadurch einen Landverlust zu 

konstruieren. Dem Enteigneten sei kein Land weggenommen worden. Re-

levant sei einzig die von der Tunneldienstbarkeit betroffene Fläche und der 

durch die Belastung verursachte Minderwert dieser Fläche. Im Weiteren 

führt der Enteigner anlässlich seiner Anschlussbeschwerde vom 29. Au-

gust 2018 aus, er sei mit der Berechnung durch die Vorinstanz nicht ein-

verstanden und eine Wertminderung um 50% durch die Tunneldienstbar-

keit erweise sich nicht als sachgerecht. Der Enteignete habe im massgeb-

lichen Zeitpunkt durch die Tunneldienstbarkeit keinerlei Nachteile erlitten, 

habe diese doch die Nutzung der Parzelle in keiner Weise gestört. Deshalb 

sei dies im (nichtigen) Dienstbarkeitsvertrag vom 8. August 2006 mit einer 

Wertminderung des Landes von Fr. 2.--/m2 berücksichtigt worden. Eine 

Wertverminderung in diesem Umfang würde er zwar anerkennen, doch er-

weise sich eine Reduktion von höchstens 10% als sachgerecht.  

5.9.4 Wie die Vorinstanz korrekt darstellt, gibt es keine verbindlichen Richt-

linien für die Bemessung einer Entschädigung aufgrund einer Tunnel-

dienstbarkeit, wie dies z.B. bei der Belastung eines Grundstücks mit einer 

Hochspannungsleitung der Fall ist (vgl. Urteil des BVGer A-1000/2021 vom 

8. Juli 2022 E. 5.3). Sie handelt deshalb pflichtgemäss, wenn sie aufgrund 

ihres Fachwissens im Rahmen ihres Ermessens eine Schätzung vornimmt, 

indem sie verschiedene Faktoren gegeneinander abwägt. Dabei erwähnt 

sie das sogenannte Münchner Verfahren, wie es in Deutschland für gleich-

artige Fälle zur Anwendung kommt. Aus der Begründung der Vorinstanz 

kann geschlossen werden, dass sie sich dadurch zwar inspirieren liess, 

allerdings ohne dieses – aufgrund der Nichtanwendbarkeit deutschen 

Rechts – direkt zu berücksichtigen und darauf gestützt konkrete Berech-

nungen anzustellen. Selbst wenn sich die Vorinstanz bei der Schätzung 

A-2696/2021 

Seite 38 

durch das Münchner Verfahren hätte leiten lassen, so erscheint ihr Vorge-

hen nicht als abwegig, stellt dieses Verfahren doch – vereinfacht dargestellt 

– einen Bezug zwischen der "Nähe" respektive der Tiefe des Tunnelbau-

werks zum nutzbaren Bereich des Grundstücks her und errechnet entspre-

chende Abzüge. Eine Berücksichtigung der zonenkonform durchsetzbaren 

Interessen des Eigentümers im Zusammenhang mit der Festsetzung der 

Höhe einer Enteignungsentschädigung im konkreten Fall erscheint dem-

nach durchaus praktikabel (vgl. ANDREAS ABEGG/LEONIE DÖRIG, System 

der privaten und öffentlichen Nutzungsrechte am Untergrund, URP 2019 

S. 393, 402 f.). Im Grundsatz gleichartige Überlegungen stellt auch das 

Bundesgericht durch die Abwägung betroffener Interessen an, wenn es die 

Lage eines Bauwerks in der Tiefe des Erdreichs erwägt (vgl. BGE 128 II 

368 E. 2.3, 4.2, BGE 132 III 353 E. 2.1, 4 ff.; Urteile des BGer 1C_27/2009 

vom 17. September 2009 E. 2.5, 2.7, 5A_639/2010 vom 7. März 2011 

E. 4.2.1, 1C_393/2014 vom 3. März 2016 E. 6 und 5A_245/2017 vom 

4. Dezember 2017 E. 3.4; ausserdem Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts A-365/2008 vom E. 3.5, 4.2 ff. m.w.H.). Wenn die Vorinstanz im Rah-

men ihres Ermessens mit entsprechender Begründung eine Schätzung 

vorgenommen hat, ist ihr Vorgehen somit nicht mit Verweis auf das in der 

Schweiz nicht direkt anwendbare Münchner Verfahren zu beanstanden.  

Hingegen ist festzuhalten, dass den Überlegungen der Vorinstanz hinsicht-

lich der Charakteristik des Grundstücks als Bauerwartungsland aufgrund 

des Ausgeführten (vgl. oben E. 5.5) weitgehend nicht zu folgen ist. Die Fak-

toren "keine Verhinderung der Ausnützung", "keine Beeinträchtigung seiner 

idealen allgemeinen Lage im Einzugsgebiet Zürichs", "keine zusätzlichen 

Lärmbelastungen" sowie keine "andere Immissionen durch die Untertun-

nelung" stellen Kriterien dar, wie sie bei der Beurteilung der Qualität von 

Bauland zum Tragen kommen. Ebenso betrifft die Verteuerung einer Erar-

beitung eines Überbauungskonzeptes einen Punkt, der sich nur im Hinblick 

auf die Nutzung des Grundstücks als Bauland relevant erweist. Vorliegend 

ist jedoch allein der Charakter als Landwirtschaftsland ausschlaggebend 

(vgl. oben E. 5.5), wobei die entsprechenden Nutzungsmöglichkeiten am 

Bewertungsstichtag im Vordergrund stehen (vgl. per analogiam Urteil des 

BGer 1E.9/2001 vom 25. Februar 2002 E. 3; Urteil des BVGer A-1000/2021 

vom 8. Juli 2022 E. 5.3). Demzufolge gilt es abzuwägen, inwiefern das Tun-

nelbauwerk das Grundstück in seiner Eigenschaft als Landwirtschaftsland 

beeinträchtigt. 

A-2696/2021 

Seite 39 

5.9.5 Das Tunnelbauwerk liegt in einer Tiefe von 2 m unter der Erdoberflä-

che. Wie sich aufgrund der Akten – insbesondere wie im Dienstbarkeits-

vertrag vom 8. August 2006 festgehalten und trotz dessen Nichtigkeit als 

Beschrieb der Nutzungsbeschränkungen für die Bestimmung der mögli-

chen Nutzung heranziehbar – ergibt, wird die klassische landwirtschaftliche 

Nutzung wie Viehhaltung oder Ackerbau nicht eingeschränkt. Dabei er-

scheint der Anbau von Obstbäumen angesichts der möglichen Tiefe eines 

Wurzelgeflechts bei diesem geringen Abstand vom Tunnelbauwerk als be-

einträchtigt. Eine Einschränkung der Nutzung besteht sodann – wie von 

der Vorinstanz zwar im Hinblick auf die Überbauung mit Wohnliegenschaf-

ten, korrekterweise aber auch in Bezug auf landwirtschaftliche Bauten gel-

tend – aufgrund des teilweisen Bauverbotes. Eine Erstellung landwirt-

schaftlicher Bauten ist – wie der Enteigner selbst festhält – zwar unwahr-

scheinlich, muss aber dennoch als möglich in Betracht gezogen werden. 

Eine derartige Nutzung würde mit dem Tunnelbauwerk in Konflikt geraten 

und ergibt sich aufgrund der entlang der Tunneltrasse gezogenen Bauli-

nien, die beidseits der Tunnelachse im Abstand von 10 m verlaufen und 

das Grundstück durchqueren. Diese Ausführungen zeigen im Weiteren, 

dass die vom Enteigneten unter dem Titel "weitere Nachteile" geltend ge-

machten Verfügungsbeschränkungen durch Baulinien und Bauverbote als 

direkte Folgen des Tunnelbauprojektes bereits über den Minderwert der 

beanspruchten Fläche abgegolten werden (vgl. unten E. 6).   

Unter diesen Umständen erscheint die Berücksichtigung einer Reduktion 

des Verkehrswertes von 50% – wenn auch teilweise aus anderen Gründen, 

als sie die Vorinstanz aufführt – durchaus als gerechtfertigt. Im Ergebnis ist 

deshalb der angefochtene Entscheid diesbezüglich zu bestätigen. Nicht 

gefolgt werden kann hingegen der Argumentation des Enteigneten, wenn 

er zahlreiche Eigenschaften von Bauland veranschlagt und seine Berech-

nungen aufgrund einer Expertise anstellt, welche das betroffene Grund-

stück bereits weitgehend als Bauland betrachtet. Auch die vom Enteigner 

anerkannte Reduktion des Verkehrswertes von maximal 10 % erweist sich 

als nicht sachgerecht, ergibt sich doch, dass die Möglichkeit einer landwirt-

schaftlichen Nutzung des Grundstücks in mehrfacher Hinsicht einge-

schränkt wird und dass sich die Einschränkungen und die verbleibenden 

Möglichkeiten etwa zu gleichen Teilen gegenüberstehen.  

5.10 Zusammenfassend gilt es, bezüglich der Bestimmung des Minderwer-

tes Folgendes festzuhalten: Aus den angestellten Erwägungen resultiert 

aufgrund der Belastung durch die Tunneldienstbarkeit ein Minderwert von 

A-2696/2021 

Seite 40 

Fr. 6'777.30, den es durch den Enteigner zu entschädigen gilt. Die Dispo-

sitivziffer 1 des angefochtenen Entscheides vom 14. Juni 2018 ist entspre-

chend abzuändern. Die Beschwerde des Enteigneten ist somit bezüglich 

der Entschädigung des Minderwertes – ebenso bezüglich des Eventualan-

trages – abzuweisen. Im Weiteren ist auch die Anschlussbeschwerde des 

Enteigners ist in diesem Punkt abzuweisen.  

6.  

Im Weiteren prüfte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid vom 

14. Juni 2018, ob gemäss Art. 19 Bst. b aEntG durch die formelle Enteig-

nung der von der Tunneldienstbarkeit betroffenen Fläche des Grundstücks 

Nr. [01] eine Verminderung des Verkehrswertes des verbleibenden Grund-

stücks eingetreten ist. Zu Recht hielt die Vorinstanz fest, dass eine solche 

Wertverminderung nicht substantiiert geltend gemacht wurde.  

Präzisierend gilt es dennoch festzuhalten, dass der Enteignete Mehrkosten 

infolge verschlechterter Geometrie des Grundstücks oder durch Baulinien 

geltend macht, dies jedoch im Rahmen der weiteren Nachteile im Sinne 

von Art. 19 Bst. c aEntG. An sich wäre eine verschlechterte Geometrie ei-

nes (Rest-)Grundstücks bei einer Teilenteignung – wie vorliegend gegeben 

– als Anwendungsfall von Art. 19 Bst. b aEntG erfasst. Vorliegend ist diese 

jedoch eine direkte Folge der Landumlegung und nicht der Tunneldienst-

barkeit. Auch für die Wertverminderung des "verbleibenden Teils" verlangt 

das Gesetz den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Rechtsver-

lust und dem geltend gemachten Schaden, der dem Enteigneten entweder 

unmittelbar aus der Enteignung oder mittelbar aus dem vom Enteigner er-

stellten und betriebenen Werk erwächst (vgl. HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 19 

Rz. 183, 185). Diese Adäquanz ist hier jedoch nicht ersichtlich, weshalb die 

als Folge der Bautätigkeit entstandenen Schäden nicht unter Art. 19 Bst. b 

aEntG subsummiert werden können (vgl. unten E