# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51cfc78f-35e0-536f-b1dd-762c1d186055
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 15.04.2015 SK1 2014 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2014-51_2015-04-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 15. April 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 14 51 [nicht mündlich eröffnet]          03. Juni 2015

(Mit Urteil 6B_686/2015 vom 19. November 2015 hat das Bundesgericht die ge-
gen dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
war.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuar ad hoc Manser

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Roger Lerf, Dorf-
strasse 12, 3123 Belp, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Surselva vom 27. Oktober 2014, mitgeteilt am 12. 
November 2014, in Sachen S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen Berufungskläger,

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1974 als Sohn der A._____ und des B._____ ge-
boren. Er ist ledig und hat keine Kinder. Er arbeitet seit mehreren Jahren bei der 
Bank._____; seit Februar 2003 gehört er dem Kader der Bank an. Im Jahre 2012 
versteuerte X._____ ein Nettoeinkommen von Fr. 192'700.00.

B. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ mit einer Eintragung 
verzeichnet. Am 02. Februar 2009 wurde er vom Bezirksamt Baden wegen einer 
am 15. Juli 2008 begangenen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 
90 Ziff. 2 aSVG zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 270.00, bedingt 
vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 700.00, 
verurteilt. Gemäss Auszug aus dem Eidgenössischen Register für Administrativ-
massnahmen (ADMAS) wurde ihm in der Folge der Führerausweis für drei Monate 
(vom 01. Juli 2009 bis 30. September 2009) entzogen (Grund: ungenügender Ab-
stand).

C. Am 12. September 2011 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden, 
Zweigstelle Ilanz, gegen X._____ eine Strafuntersuchung wegen grober Verlet-
zung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG. Diese wurde mit Parteimit-
teilung vom 14. November 2013 geschlossen.

D. Mit Anklageschrift vom 11. August 2014 erhob die Staatsanwaltschaft 
Graubünden, beim Bezirksgericht Surselva Anklage gegen X._____ wegen grober 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b 
VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG. Dieser Anklage legte sie folgenden 
Sachverhalt zu Grunde:

"X._____ wurde am 26. Juli 2011, um 17.51 Uhr, mit dem Personenwagen 
Lotus GB Exige Cup 260, Kontrollschild _____ (CH), auf der mit einer 
zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h belegten _____strasse, 
Höhe C._____, Gemeindegebiet D._____, mit einer Geschwindigkeit von 
115 km/h gemessen. Nach Abzug der Gerätetoleranz von 4 km/h betrug 
die für die Ahndung massgebende Geschwindigkeitsüberschreitung noch 
31 km/h. Die Messung erfolgte durch die Kantonspolizei Graubünden, Ver-
kehrsstützpunkt VDP Ilanz, mittels Laser Typ Riegel FG 21 - P, METAS Nr. 
409559.

Bei der Messstelle verläuft die Hauptstrasse mehrheitlich gerade und über-
sichtlich in Richtung E._____. Im Zeitpunkt der Kontrolle herrschte mässi-
ger Verkehr, die Fahrbahn war trocken bei guten Sicht- und Witterungsver-
hältnissen. Durch das Verhalten des Angeklagten wurden keine Verkehrs-
teilnehmer konkret gefährdet.

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Eine Nachmessung durch das Bundesamt für Metrologie METAS - heute 
Eidgenössisches Institut für Metrologie - in Bern ergab, dass die Ge-
schwindigkeitsmessung vom 26. Juli 2011 korrekt erfolgte. Gemäss dem 
Gutachten vom 15. November 2012 liegen keine Hinweise vor, dass das 
Messmittel zum Messzeitpunkt fehlerhaft funktioniert hätte oder die Ge-
schwindigkeitsmessung fehlerhaft durchgeführt worden wäre. Die zu dem 
Messzeitpunkt gefahrene Mindestgeschwindigkeit des vom Angeklagten 
gelenkten Fahrzeugs _____ habe 114 km/h betragen. Die maximale Mess-
unsicherheit sei dabei berücksichtigt. Die Sicherheitsmargen gemäss Art. 8 
Abs. 1 lit. b VSKV-ASTRA vom 22. März 2008 seien somit nicht mehr an-
zuwenden."

Im Weiteren stellte die Staatsanwaltschaft folgende Anträge:

"1. Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen der groben Verletzung von 
Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b 
VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG

2. Dafür sei er zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu 
je CHF 420.00 bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer 
Busse von CHF 2'100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 
Tagen.

3. Die Verfahrenskosten seine dem Angeklagten zu überbinden." 

Gleichzeitig verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Vorladung zur Hauptver-
handlung und reichte am 11. August 2014 den Schlussbericht (Art. 326 Abs. 2 
StPO) ein.

E. Mit Schreiben vom 01. September 2014 liess X._____ durch seinen Vertei-
diger folgende Beweisanträge beim Bezirksgericht Surselva stellen:

"1. Herr F._____ sei als Zeuge zur Sache zu befragen.

2. Es sei ein zweites unabhängiges Gutachten zu erstellen. Eventualiter 
seien Zusatzfragen zum Gutachten der METAS zu stellen.

3. Die Polizisten G._____ und H._____, Kantonspolizei Graubünden, 
seien als Zeugen einzuvernehmen."

Mit Schreiben vom 02. September 2014 wurden diese Beweisanträge durch das 
Bezirksgericht Surselva abgelehnt, mit dem Hinweis darauf, dass es X._____ un-
benommen bleibe, auf diese anlässlich der Hauptverhandlung zurückzukommen 
und erneut zu stellen.

F. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Surselva fand am 27. Okto-
ber 2014 statt. Anwesend war X._____ als Beschuldigter in Begleitung seines pri-
vaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Roger Lerf. Die Staatsanwaltschaft war 
nicht zugegen. X._____ liess die folgenden Schlussanträge stellen:

"1. Der Beschuldigte X._____ sei freizusprechen vom Vorwurf der groben 
Verkehrsregelverletzung begangen am 26. Juli 2011 um 17:51 Uhr, 

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auf der _____strasse, Höhe C._____, Gemeinde D._____ durch Über-
schreitung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 31 km/h.

2. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen.

3. Dem Beschuldigten X._____ sei eine Entschädigung für die vollum-
fänglichen Verteidigungskosten gemäss der eingereichten Kostennote 
auszurichten."

G. Gegen das am 27. Oktober 2014 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und am 28. Oktober 2014 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Be-
zirksgericht Surselva meldete X._____ mit Schreiben vom 30. Oktober 2014 Beru-
fung an. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Surselva den Parteien am 12. Novem-
ber 2013 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:

"1. X._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln 
gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung 
mit Art. 90 Abs. 2 SVG.

2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 
420.00 und einer Busse von CHF 2'100.00, ersatzweise bei deren 
schuldhafter Nichtzahlung mit einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen, be-
straft

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und dem Verurteilten 
eine Probezeit von 2 Jahren angesetzt.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von CHF 5'325.90

- der Gerichtsgebühr von CHF 4'000.00

Total somit CHF 9'325.90

gehen zulasten des Verurteilten X._____ und sind - zusammen mit der 
Busse von CHF 2'100.00 - innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Urteils 
dem Bezirksgericht Surselva zu überweisen.

5. Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein begründetes Urteil zu, 
wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach Zustellung des vorliegen-
den Dispositivs verlangt oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 
82 Abs. 2 lit. a und b StPO). Wird kein Rechtsmittel ergriffen, erwächst 
das Urteil ohne schriftliche Begründung in Rechtskraft.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)"

H. Mit Berufungserklärung vom 02. Dezember 2014 stellte X._____ folgende 
Anträge:

"1. X._____ sei freizusprechen von der Anschuldigung der groben Ver-
kehrsregelverletzung, angeblich begangen am 26. Juli 2011 um 17.51 
Uhr auf der _____strasse, Höhe C._____, Gemeindegebiet D._____, 
durch Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 
mindestens 31 km/h.

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2. X._____ sei hingegen schuldig zu sprechen wegen einfacher Ver-
kehrsregelverletzung, begangen am 26. Juli 2011 um 17.51 Uhr auf 
der _____strasse, Höhe C._____, Gemeindegebiet D._____, durch 
Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um nicht mehr 
als 29 km/h, und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel zu 
einer Busse von CHF 600.00 zu verurteilen.

3. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien gemäss den vorliegend 
gestellten Anträgen des Berufungsführers neu zu verlegen.

4. Die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens seien vollständig dem 
Kanton Graubünden aufzuerlegen.

5. Dem Beschuldigten seien für den auf den Freispruch fallenden An-
waltskostenanteil für das erst- und das oberinstanzliche Verfahren die 
vollen Parteikosten zu ersetzen."

X._____ anerkennt in seiner Berufung ans Kantonsgericht von Graubünden, dass 
er zum fraglichen Zeitpunkt zu schnell gefahren war. Die ihm zur Last gelegte 
Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung bestreitet er hingegen. Er rügt insbe-
sondere, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklage vollumfänglich auf das ein-
geholte Gutachten des METAS vom 15. November 2012 abgestellt habe, obwohl 
die Verteidigung wiederholt mannigfaltige Mängel des besagten Gutachtens auf-
gezeigt habe. Mit dem durch die Verteidigung eingereichten Privatgutachten von 
I._____, mit welchem die Mängel der fraglichen Lasermessung untermauert wor-
den seien, habe sich die Vorinstanz überhaupt nicht auseinandergesetzt. Das Pri-
vatgutachten sei ebenfalls in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen. Da der ob-
jektive Beweis, dass X._____ mehr als 30 km/h zu schnell gefahren sei, nicht er-
bracht werden könne, sei er wegen einer einfachen Verkehrsregelverletzung 
schuldig zu sprechen. Es wurden die Beweisanträge auf Durchführung einer Tat-
ortbegehung und der persönlichen Einvernahme des Beschuldigten gestellt.

I. Am 15. April 2015 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt. Anwesend war X._____ 
in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Roger Lerf. Die 
Staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 05. Februar 2015 auf eine Teil-
nahme an der Berufungsverhandlung. Einwände gegen die Zuständigkeit und die 
Zusammensetzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende 
das Gericht für legitimiert erklärte. Im Anschluss an die Befragung von X._____ 
hinsichtlich seiner persönlichen Verhältnisse und der ihm zur Last gelegten Ver-
kehrsregelverletzung verzichtete dieser auf das Verlesen von Aktenstücken. In der 
Folge begründete der Verteidiger die Berufung. Er hielt dabei im Wesentlichen an 
den Anträgen der eingereichten Berufungserklärung fest. Bezüglich den Kosten 
stellte er den Antrag, dass die erstinstanzlichen Verfahrenskosten je hälftig dem 

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Beschuldigten und dem Kanton aufzuerlegen seien. Darüber hinaus sei ihm für 
das erstinstanzlichen Verfahren die Hälfte der Verteidigungskosten und für das 
Berufungsverfahren die vollen Verteidigungskosten gemäss Kostennote zu ent-
schädigen. In seinen Vorbemerkungen brachte der Verteidiger sodann vor, dass 
die Verfahrensdauer von mittlerweile 3 ½ Jahren bemerkenswert lang sei, wobei 
er die Frage der Verfahrensverzögerung vorerst offen lassen werde. Dass die 
Staatsanwaltschaft sowohl beim erst- als auch zweitinstanzlichen Verfahren auf 
ein persönliches Erscheinen vor Gericht verzichtet habe, sei nicht nachvollziehbar. 
Sodann wird geltend gemacht, dass die Staatsanwaltschaft - da der Sachverhalt 
nach deren eigenen Ansicht hinreichend geklärt gewesen sei - zwingend einen 
Strafbefehl hätte erlassen müssen und nicht hätte Anklage erheben dürfen. Be-
züglich der Geschwindigkeitsmessung bringt der Verteidiger vor, dass das erstellte 
Gutachten des METAS diverse Mängel aufweise, welche auch durch sein Partei-
gutachten untermauert worden seien. Seine Ausführungen diesbezüglich hätten 
jedoch kein Gehör gefunden. Neben dem Gutachten des METAS müsse auch das 
Privatgutachten berücksichtigt und gewürdigt werden. Schliesslich bringt die Ver-
teidigung vor, dass, wenn man sich das Video anschaue, es so gewesen sein 
müsse, dass die gemessene Geschwindigkeit nicht diejenige von X._____, son-
dern diejenige des ihm nachfolgenden Kollegen F._____ gewesen sei. X._____ 
sei bewiesenermassen auch zu schnell gefahren, wobei der Beweis einer Ge-
schwindigkeitsüberschreitung von 30 km/h und mehr jedoch nicht erbracht werden 
könne. In dubio pro reo sei der Beschuldigte wegen einer einfachen Verkehrswi-
derhandlung nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen. In seinem Schluss-
wort wies der Beschuldigte darauf hin, dass in der Instruktion für das im Vorverfah-
ren beabsichtigte, schliesslich aber nicht eingeholte Obergutachten ein falsches 
Geschwindigkeitsmessgerät angegeben worden sei. Nachdem der Verteidiger 
noch eine Honorarnote zu den Akten gegeben hatte, wurde die mündliche Beru-
fungsverhandlung geschlossen. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Ur-
teilsverkündung. Das Urteilsdispositiv wurde dem Berufungskläger gleichentags 
mitgeteilt.

J. Auf das Ergebnis der persönlichen Befragung von X._____ (nachfolgend: 
Berufungskläger) durch den Vorsitzenden der I. Strafkammer, auf die weitere Be-
gründung der Anträge anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung sowie auf 
die Ausführungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1.a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über 
Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in 
erster Linie auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und den Fall 
vor der ersten Instanz damit abschliessen (vgl. Luzius Eugster, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 
StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröff-
nung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das 
erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils 
zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz übermittelt 
(vgl. Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht 
die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit 
der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, 
worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht 
(lit. a), welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und 
welche Beweisanträge sie stellt (lit. c).

b) Gegen das am 28. Oktober 2014 ohne Begründung mitgeteilte Urteil des 
Bezirksgerichts Surselva meldete der Berufungskläger am 30. Oktober 2014 die 
Berufung an (vgl. act. B.3). Nach Mitteilung des begründeten Urteils am 12. No-
vember 2014 reichte der Berufungskläger alsdann fristgerecht am 02. Dezember 
2014 seine Berufungserklärung ein (vgl. act. A.2). Da auch alle anderen Zulässig-
keitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutreten.

2. Als Berufungsinstanz kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 
398 Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit wel-
chem erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hin-
sicht mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweize-
rische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, 
N 1 zu Art. 398 StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO), 2. Aufl., Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Das Berufungsge-
richt überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. 

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Art. 404 Abs. 1 StPO). Die nicht angefochtenen Punkte sind rechtskräftig gewor-
den und stehen damit nicht länger zur Diskussion (vgl. Luzius Eugster, a.a.O., N 3 
zu Art. 404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein 
neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. Art. 408 StPO). Weist das 
erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht ge-
heilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf 
und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur 
Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück (vgl. Art. 409 
Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann indessen das Berufungsgericht – wie sich 
aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein Urteil fällen.

3. In seiner Berufungserklärung stellte der Berufungskläger zunächst die Be-
weisanträge, dass er im Berufungsverfahren persönlich einzuvernehmen und mit 
ihm eine Tatortbegehung durchzuführen sei. Mit Durchführung der mündlichen 
Berufungsverhandlung am 15. April 2015 wurde seinem ersten Antrag Folge ge-
leistet. Der Beweisantrag einer Tatortbegehung, an welchem er anlässlich der Be-
rufungsverhandlung festhielt, ist wegen fehlender Relevanz abzulehnen. Vorlie-
gend sind ausschliesslich Fragen im Zusammenhang mit der Geschwindigkeits-
messung vom 26. Juli 2011 umstritten. Der Berufungskläger bestreitet insbeson-
dere, dass die Messung nicht korrekt verlaufen sei. Bei der Lasermessung sei 
über die Umrisse der Fahrzeugkontur hinaus gemessen worden. Eine zweifelsfreie 
Messwertzuordnung könne nur dann bestätigt werden, wenn das betroffene Fahr-
zeug zum Zeitpunkt der Messung alleine im Zielerfassungsbereich der Anlage un-
terwegs gewesen sei. Des Weiteren sei der Beginn der Messwertbildung auf dem 
Video nicht dokumentiert und daher nicht auszuschliessen, dass die Richtung des 
Fadenkreuzes nicht zwingend mit der Ausrichtung des Laserstrahls übereinge-
stimmt habe und daher eine Messwertbildung durch das Fahrzeug des Berufungs-
klägers nicht nachvollziehbar sei. Es müsse so gewesen sein, dass die Geschwin-
digkeit seines Kollegen F._____ gemessen worden sei und nicht seine. Inwiefern 
sich aus einer nachträglichen Besichtigung der Wegstrecke Rückschlüsse auf die 
hier relevanten Fragen im Zusammenhang mit der Lasermessung und der dazu 
beiliegenden Videosequenz machen lassen, ist nicht ersichtlich. Fragen, bei wel-
chen es auf die Streckenverhältnisse ankommen könnte, wie beispielsweise, ob 
durch das Verhalten des Berufungsklägers aufgrund des Fahrbahnverlaufs, des 
Verkehrsaufkommens oder der Sicht- und Witterungsverhältnisse andere Ver-
kehrsteilnehmer konkret gefährdet wurden, stellen sich vorliegend keine. Nach 
Auffassung des Gerichts ist deshalb nicht zu erwarten, dass sich aus einer Tatort-
begehung weiterführende sachdienliche und entscheidrelevante Feststellungen 

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ergeben. Aus den dargelegten Gründen ist der Beweisantrag einer Tatortbege-
hung abzulehnen.

4.a) An der Berufungsverhandlung warf der Berufungskläger beiläufig verschie-
dene Punkte auf. Als erstes wies er auf die "bemerkenswert" lange Verfahrens-
dauer von inzwischen 3 ½ Jahren seit dem Vorfall hin. Die Frage einer Verfah-
rensverzögerung wurde durch den Berufungskläger jedoch ausdrücklich offen ge-
lassen und es wird keine Verletzung des Beschleunigungsgebots geltend gemacht 
oder andere Anträge in diesem Zusammenhang gestellt. Da das Kantonsgericht 
als Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten 
überprüft (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO), erübrigen sich weitergehende Ausführungen 
diesbezüglich. Irgendwelche entscheidrelevanten Konsequenzen wären so oder 
anders nicht ersichtlich.

b) Weiter wird durch den Berufungskläger vorgebracht, dass die Vorgehens-
weise der Staatsanwaltschaft nicht nachvollziehbar sei. Trotz mehrjähriger Verfah-
rensdauer habe die Staatsanwaltschaft auf ein persönliches Erscheinen sowohl 
anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Surselva als auch an der 
Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht von Graubünden verzichtet. 
Gemäss der Strafprozessordnung habe die Staatsanwaltschaft einige Normen 
einzuhalten und dementsprechenden Vorkehrungen zu treffen.

Für das erstinstanzliche Hauptverfahren hält Art. 337 StPO klar fest, unter wel-
chen Umständen die Staatsanwaltschaft die Anklage persönlich vor Gericht zu 
vertreten hat. Nach Art. 337 Abs. 3 StPO besteht eine persönliche Teilnahme-
pflicht nur, wenn die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von mehr als einen 
Jahr (bedingt oder unbedingt) oder eine freiheitsentziehende Massnahme bean-
tragt, sei es, dass sie diese Anträge bereits in der Anklageschrift formuliert hat 
oder dass sie sich solche Anträge anlässlich der Hauptverhandlung vorbehält (vgl. 
Beat Gut/Thomas Fingerhuth, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO), 2. Aufl., Zürich 2014, N 7 zu 
Art. 337 StPO). Sie ist ebenfalls zur Teilnahme verpflichtet, wenn die Verfahrens-
leitung dies für nötig erachtet und die Staatsanwaltschaft zur persönlichen Vertre-
tung verpflichtet hat (Art. 337 Abs. 4 StPO). Vorliegend beantragte die Staatsan-
waltschaft weder eine Freiheitsstrafe noch wurde sie vom Bezirksgericht Surselva 
zur persönlichen Vertretung der Anklage verpflichtet. Die Staatsanwaltschaft war 
somit berechtigt, jedoch nicht verpflichtet, an der Hauptversammlung vor dem Be-
zirksgericht Surselva teilzunehmen (vgl. Art. 337 Abs. 1 StPO). Auch für die Beru-
fungsverhandlung ergibt sich nichts anderes. Art. 405 Abs. 2 StPO verweist be-

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züglich der Berufungsverhandlung auf die Bestimmungen über die erstinstanzliche 
Hauptverhandlung. Die Staatsanwaltschaft ist gemäss Art. 405 Abs. 3 StPO nur in 
den oben beschriebenen Fällen von Art. 337 Abs. 3 und 4 StPO (lit. a) oder wenn 
sie Berufung oder Anschlussberufung erklärt hat (lit. b), zur persönlichen Teilnah-
me an der Berufungsverhandlung verpflichtet (vgl. Markus Hug/Alexandra Schei-
degger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO), 2. Aufl., Zürich 2014, N 7 ff. zu Art. 405 StPO). Dies 
ist vorliegend nicht der Fall. Weder liegt, wie oben dargelegt, ein Fall von Art. 337 
Abs. 3 und 4 StPO vor, noch hat die Staatsanwaltschaft Berufung noch An-
schlussberufung erklärt. Nach dem Gesagten lässt sich folglich nicht beanstanden, 
dass die Staatsanwaltschaft in casu sowohl auf eine persönliche Teilnahme an der 
Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Surselva als auch vor dem Kantonsge-
richt von Graubünden verzichtet hat.

c) Der Berufungskläger macht sodann auch vor dem Kantonsgericht geltend, 
dass die Staatsanwaltschaft aufgrund der gesetzlichen Normen zwingend einen 
Strafbefehl hätte erlassen müssen und die Anklageerhebung daher ungültig sei. 
Dies habe er bereits vor dem Bezirksgericht Surselva gerügt und habe eine Rück-
weisung an die Staatsanwaltschaft gefordert. Dieser verfahrensrechtliche Antrag 
sei jedoch mit der Begründung abgelehnt worden, dass das Gericht keine Zusatz-
schleife produzieren und dem Beschuldigten ein faires Verfahren gewährleisten 
wolle.

In dieser Hinsicht verkennt der Berufungskläger, dass das Bezirksgericht Surselva 
seinen Antrag auf Rückweisung der Anklageschrift an die Staatsanwaltschaft zum 
Erlassen eines Strafbefehls nicht aus prozessökonomischen Gründen abgelehnt 
hat, sondern weil es die Bedingungen von Art. 352 StPO nicht als erfüllt sah (vgl. 
angefochtenes Urteils, E. 2.2). Hat die beschuldigte Person im Vorverfahren den 
Sachverhalt eingestanden oder ist dieser anderweitig ausreichend geklärt, so er-
lässt die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 352 Abs. 1 StPO einen Strafbefehl, wenn 
sie eine der folgenden Strafen für ausreichend hält: eine Busse (lit. a.); eine 
Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen (lit. b); eine gemeinnützige Arbeit von 
höchstens 720 Stunden (lit. c) oder eine Freiheitsstrafe von höchstens 6 Monaten 
(lit. d). Beim Strafbefehlsverfahren handelt es sich um ein vereinfachtes Verfahren 
mit dem Ziel, leichte bis mittelschwere Straftaten direkt durch die Staatsanwalt-
schaft zu erledigen; es dient mithin der ökonomischen Verfahrenserledigung 
(Christian Schwarzenegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 1 zu Art. 
352 StPO; Franz Riklin, Kommentar StPO, 2. Aufl., Zürich 2014, N 1 zu Vorbem. 

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Art. 253-256 StPO). Sind die kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen gemäss 
Art. 352 Abs. 1 StPO erfüllt, so ist nach herrschender Lehre der Erlass eines 
Strafbefehls zwingend (vgl. zum Ganzen Niklaus Schmid, Handbuch des schwei-
zerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 1354; Franz Riklin, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 14 f. zu Art. 352 StPO mit). Der Berufungskläger 
ist der Ansicht, dass, auch wenn er kein Geständnis abgelegt habe, der Sachver-
halt "anderweitig ausreichend geklärt gewesen sei" und die Staatsanwaltschaft 
das Verfahren gegen ihn mit einem Strafbefehl hätte abschliessen müssen. Dass 
die Staatsanwaltschaft der Ansicht gewesen sei, dass der Berufungskläger die ihm 
vorgeworfenen Verkehrsregelverletzung eindeutig begangen habe, zeige sich dar-
an, dass diese unter Punkt 2.c) ihres Schlussberichts (vgl. act. 1.47) festgehalten 
habe: "Der Angeklagte fuhr somit mindestens 34 km/h schneller als die auf diesem 
Streckenabschnitt zulässigen 80 km/h …".

Nach dem Wortlaut der Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts 
vom 21. Dezember 2005 ist ein Sachverhalt anderweitig ausreichend geklärt, 
wenn sich aus den bisherigen Verfahrensakten klar ergibt, dass die beschuldigte 
Person die fragliche Straftat begangen hat (vgl. Botschaft, BBl 2006, S. 1289). 
Bestehen Zweifel an der Täterschaft, so darf ein Strafbefehl nur ergehen, wenn 
diese durch weitere Beweismassnahmen ausgeräumt sind (Franz Riklin, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2014, N 1 zu Art. 352 StPO). Bei der Voraussetzung der aus-
reichenden anderweitigen Abklärung des Sachverhalts ist ein strenger Massstab 
anzusetzen. Aufgrund der Ermittlung der Polizei bzw. der Untersuchung der 
Staatsanwaltschaft müssen die Tatbestandsmässigkeit und Rechtswidrigkeit des 
Verhaltens als eindeutig gegeben erscheinen (Schwarzenegger, a.a.O., N 5 zu 
Art. 352 StPO). Auch wenn das Vorliegen einer mit technischen Hilfsmitteln fest-
gestellten Geschwindigkeitsüberschreitung, wobei die Korrektheit der vorgenom-
menen Messung sogar durch ein Gutachten des METAS bestätigt wird, starke An-
haltspunkte dafür liefert, das die Beschuldigte Person die fragliche Straftat began-
gen hat, kann vorliegend, da die tatsächlichen Feststellungen im Vorverfahren 
durch den Berufungskläger vollumfänglich bestritten wurden, nicht als hinreichend 
geklärt gelten. Der Berufungskläger hat sich in dem gegen ihn geführten Strafver-
fahren von Beginn weg auf den Standpunkt gestellt, dass er während der fragli-
chen Fahrt auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit geachtet habe und im Wis-
sen um seine Vorstrafe korrekt gefahren sei (vgl. act. 4.3 und 3.23). Er brachte 
sodann sowohl in Bezug auf die Geschwindigkeitsmessung als auch gegen das 

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eingeholte Gutachten des METAS verschiedene Einwände vor und untermauerte 
diese mit einem eingeholten Privatgutachten (vgl. act. 3.28 - 3.30). Sodann stellt 
sich der Berufungskläger auch vor dem Kantonsgericht auf den Standpunkt, dass 
bei der fraglichen Geschwindigkeitsmessung nicht er, sondern sein Kollege 
F._____ gemessen worden sei. Diesbezüglich stellt er die Richtigkeit der vorge-
nommenen Geschwindigkeitsmessung bis heute in Frage und ist der Ansicht, dass 
bei der Messung über die Umrisse der Fahrzeugkontur hinaus gemessen wurde, 
weshalb eine Messwertzuordnung nicht vorgenommen werden könne. Im vorlie-
genden Fall, in welchem primär Tatfragen umstritten sind, erscheint es wider-
sprüchlich, wenn der Berufungskläger den Sachverhalt sowohl im Vorverfahren 
wie vor dem Berufungsgericht bestreitet und trotzdem geltend macht, der Sach-
verhalt sei ausreichend geklärt. Nach dem Gesagten, insbesondere aufgrund der 
Tatsache, dass der von der Staatsanwaltschaft im Vorverfahren dargelegte Sach-
verhalt durch den Berufungskläger durchwegs bestritten wurde, erscheinen die 
Kriterien von Art. 352 StPO bei objektiver Betrachtung nicht als erfüllt. Es lässt 
sich folglich nicht beanstanden, dass kein Strafbefehl erlassen und stattdessen 
Anklage beim erstinstanzlichen Gericht erhoben wurde. Wenn der Berufungsklä-
ger sodann geltend macht, die Staatsanwaltschaft sei unter Punkt 2.c) des 
Schlussberichts - wie oben aufgeführt - selber davon ausgegangen, dass der Be-
rufungskläger die grobe Verkehrsregelverletzung eindeutig begangen habe (vgl. 
Plädoyer S. 3), so muss ihm diesbezüglich entgegengehalten werden, dass der 
von im zitierte Satz im Zusammenhang mit dem vorhergehenden Satz steht, in 
welchem die Staatsanwaltschaft ausführt: "Demnach ist davon auszugehen, dass 
X._____ im Messzeitpunkt eine Geschwindigkeit von minimal 114 km/h gefahren 
ist. Der Angeklagte fuhr somit mindestens 34 km/h schneller, als die auf diesem 
Streckenabschnitt zulässigen 80 km/h…". Hat die beschuldigte Person den ihr zur 
Last gelegten und später gerichtlich festgestellten Sachverhalt bestritten, kann sie 
der Staatsanwaltschaft grundsätzlich nicht zum Vorwurf machen, sie habe zu Un-
recht keinen Strafbefehl erlassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_376/2012 vom 
21. Dezember 2012, E. 3.3).

5. Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz der groben Verletzung der 
Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Ver-
bindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und hierfür mit einer Gelds-
trafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 420.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei 
Jahren, sowie einer Busse von Fr. 2'200.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung der-
selben mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bestraft. Sie erachtet es na-
mentlich gestützt auf die Videosequenz und das Gutachten des Bundesamtes für 

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Metrologie (METAS) als erwiesen an, dass die Geschwindigkeitsmessung korrekt 
durchgeführt und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs des Beschuldigten gemes-
sen worden sei. Das Gutachten sei nachvollziehbar und es lägen keine Anhalts-
punkte vor, wonach das Messmittel zum Messzeitpunkt fehlerhaft funktioniert habe 
oder die Geschwindigkeitsmessung fehlerhaft durchgeführt worden sei. Die Vorin-
stanz erachtet den eingeklagten Sachverhalt als rechtsgenügend an, womit der 
Berufungskläger mit mindestens 114 km/h und damit 34 km/h schneller als erlaubt 
gefahren ist.

6.a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, a.a.O., N 6 zu Art. 10). An diesen 
Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus 
Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Be-
weiswürdigungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von 
der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt er-
klären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vorausset-
zungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a). 
Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 
Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel han-
deln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen 
(vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2.c). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweis-
regeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für 
einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeu-
gung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten 
muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12, 
Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf der Grundlage des Straf-
prozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 294 

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f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn 
Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den 
Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage den 
Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der 
einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grund-
satz "in dubio pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenom-
men werden. In diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen.

b) Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (Schmid, Praxiskommentar, StPO, N 5 
zu Art. 10 StPO). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermitt-
lung der materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Par-
teien aus (ZR 90 1991 Nr. 30). Wenn auch grundsätzlich vom sachverhaltsnächs-
ten oder "bestmöglichen" Beweismittel auszugehen ist, so gibt es doch keinen 
Vorrang von Beweisen, denen man gelegentlich besondere Zuverlässigkeit attes-
tiert (vgl. zum Ganzen Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafpro-
zessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 229). Bei der Beweiswürdigung ist sodann 
nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, d.h. die Art und Weise der Bekun-
dung, sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entscheidend 
(Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozess-
recht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdig-
keit des Aussagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten 
Aussage im Vordergrund steht.

7.a) Der Berufungskläger rügt zunächst, dass das Bezirksgericht Surselva sein 
Urteil ohne Würdigung der Argumente der Verteidigung erlassen habe. Es habe 
den Fall nicht näher geprüft und schlicht auf den Schlussbericht der Staatsanwalt-
schaft abgestellt, welche ihre Anklage vollumfänglich auf das Gutachten des ME-
TAS vom 28. November 2012 abstützen würde. Sowohl die mündlichen als auch 
die schriftlichen Ausführungen des Berufungsklägers hätten bisher kein Gehör 
gefunden. Dies obwohl der Berufungskläger mannigfaltige Mängel am besagten 
Gutachten geäussert habe, in welchem nachweislich das falsche Fahrzeug ge-
messen worden sei. Er habe seine Sichtweise dargelegt und die Mängel seien 
sogar mit einem Privatgutachten von I._____ untermauert worden. Der Staatsan-
walt habe nicht dargelegt, aus welchen Gründen dieses private Gutachten nicht 
auch berücksichtigt werden könne. So sei es den auch nicht aus den Akten ver-
wiesen worden. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hätte neben 
dem Gutachten des METAS namentlich auch das Privatgutachten gewürdigt wer-
den sollen.

Seite  15 — 25

Vorliegend bringt der Berufungskläger vor, dass seine Einwände, welche er auch 
anhand seines Privatgutachten dargelegt habe, bisher nicht gehört und gewürdigt 
worden seien. Insofern macht er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend.

b) Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.1 S. 236; BGE 124 I 49 E. 3.a S. 51; BGE 124 I 241 E. 2 S. 242, je mit Hinwei-
sen). Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. 
Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einläss-
lich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Viel-
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 
Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Trag-
weite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an 
die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz 
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 
und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236; BGE 134 I 
83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen).

c) Das Bezirksgericht Surselva kam zum Schluss, dass sich der Berufungs-
kläger am 26. Juli 2011 einer schweren Verkehrsregelverletzung schuldig gemacht 
hat. Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil sodann klar dargelegt, welche Punkte für 
das Gericht entscheidwesentlich waren und aufgrund welcher Sach- und Beweis-
lage es zu dieser Überzeugung gelangt ist. In der 4. Erwägung seines Urteils hat 
es sich ausführlich mit der umstrittenen Geschwindigkeitsmessung als auch mit 
den anderen vom Berufungskläger vorgebrachten Argumenten und dem von ihm 
eingereichten Privatgutachten auseinandergesetzt (vgl. angefochtenes Urteil, E. 
4.3.4 sowie 4.5.1 und 4.5.2). Wenn es dabei nicht auf jeden einzelnen im Privat-
gutachten vorgebrachten Punkt detailliert eingegangen ist, so lässt sich dies nicht 
beanstanden. Wie bereits ausgeführt, verlangt das rechtliche Gehör nicht, dass 
sich das Gericht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vorliegend ist daher nicht er-
sichtlich, inwiefern sowohl die mündlichen als auch die schriftlichen Ausführungen 
des Beschuldigten bisher kein Gehör gefunden haben, bzw. der angefochtene 
Entscheid diesbezüglich ungenügend begründet wurde. Dem Berufungskläger war 
es vorliegend denn auch durchaus möglich, das vorinstanzliche Urteil sachgerecht 
anzufechten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nach dem Gesagten 
jedenfalls nicht vor. 

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d) Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch eine Verletzung des 
Grundsatzes der freien Beweiswürdigung nach Art. 10 Abs. 2 StPO nicht ersicht-
lich ist. Das vom Berufungskläger eingelegte Privatgutachten von I._____ unter-
liegt der freien gerichtlichen Würdigung. Die Vorinstanz hat aufgezeigt, weshalb 
sie zur Überzeugung gelangt ist, dass die Geschwindigkeitsmessung trotz der vom 
Privatgutachter geäusserten Meinung korrekt durchgeführt worden und das Fahr-
zeug des Beschuldigten gemessen worden sei. Dass sie sich dabei unzulässiger-
weise einer Rangordnung der Beweismittel unterworfen haben soll, ist nicht er-
sichtlich.

8. An der Hauptverhandlung erwähnte der Berufungskläger, dass vereinbart 
gewesen sei, dass er und einer seiner Privatgutachter den Gutachter des METAS 
beim Augenschein am Messstandort begleiten würden. Ungefähr acht Tage vor 
dem vereinbarten Termin sei dieser jedoch durch den Gutachter des METAS we-
gen Terminkollision (89. Geburtstag seiner Mutter) abgesagt worden. Die Ersatz-
terminvorschläge seien zu kurzfristig gewesen, weshalb im Jahr 2012 - auch we-
gen des nahenden Winters - kein gemeinsamer Termin mehr habe vereinbart 
werden können (vgl. auch act. 3.21). Zu seinem Erstaunen sei dann auf einmal 
das Gutachten des METAS eingetroffen, ohne dass er und sein Privatgutachter 
bei der Begehung dabei gewesen seien. Dem Berufungskläger ist in diesem Zu-
sammenhang beizupflichten, dass es unbefriedigend ist, dass die Ortsbegehung 
ohne sein Beisein vorgenommen wurde. Der Gutachter des METAS bot dem Be-
rufungskläger indessen an, dass er mit ihm auf Verlangen zu einem späteren Zeit-
punkt nochmals eine Ortbegehung durchführen und Erklärungen abgeben werde 
(vgl. act. 3.20). Von diesem Angebot machte der Berufungskläger keinen Ge-
brauch. Eine Gehörsverweigerung liegt damit nicht vor und wird vom Berufungs-
kläger auch nicht geltend gemacht. Wie aus den Akten überdies hervorgeht, stand 
der Augenschein des Gutachters METAS im Zusammenhang mit der Vermessung 
des Strassenabschnitts. Auf Grundlage des vermessenen Streckenbereichs wurde 
zusätzlich zur Lasermessung die gefahrene Geschwindigkeit des Berufungsklä-
gers in einem Weg-Zeit-Verfahren errechnet (act. 3.22, S. 6 ff.). Der in diesem 
Verfahren errechnete Geschwindigkeitswert, welcher den Wert der Lasermessung 
noch um einiges Übersteigt, wurde jedoch weder von der Vorinstanz noch wird er 
vom Kantonsgericht (nachfolgend E. 10) als massgeblich betrachtet. Wie das Be-
zirksgericht Surselva erachtet auch das Kantonsgericht einzig den bei der Laser-
geschwindigkeitsmessung ausgeschiedene Wert als entscheidwesentlich (nach-
folgend E. 11). Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Tatortbegehung des Gut-
achters METAS (Streckenvermessung) erweisen sich somit als irrelevant. 

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9.a)  Der Berufungskläger rügt, dass die Geschwindigkeitsmessung vom 26. Juli 
2011 nicht korrekt durchgeführt worden sei. Bei korrekt justierter Visiereinrichtung 
und mittigem Anvisieren des Kennzeichens am Fahrzeug des Betroffenen dürfe 
der Laserstrahl nicht über die Umrisse der Fahrzeugkontur hinaus wirken. Genau 
dies sei jedoch passiert. Eine eindeutige und zweifelsfreie Messwertzuordnung 
könne nur dann bestätigt werden, wenn das jeweilige Fahrzeug zum Zeitpunkt der 
Messung vollkommen alleine im Zielerfassungsbereich der Messanlage unterwegs 
gewesen sei. Des Weiteren sei der Beginn der Messwertbildung nicht dokumen-
tiert, und daher nicht auszuschliessen, dass die Richtung des Fadenkreuzes nicht 
zwingend mit der Ausrichtung des Laserstrahls übereingestimmt habe, womit eine 
eindeutige Messwertbildung durch das Fahrzeug des Berufungsklägers nicht 
nachvollziehbar sei. Es müsse vielmehr so gewesen sein, dass die gemessene 
Geschwindigkeit diejenige von F._____ gewesen sei, welcher gerade zu einem 
Überholmanöver angesetzt habe. Der Berufungskläger sowie ein nichtbeteiligter 
weiss-grauer PW seien wohl auch zu schnell gefahren, aber nicht derart schnell 
wie in der Messung angezeigt. Der objektive Beweis einer groben Verkehrsregel-
verletzung könne nicht erbracht werden, weshalb der Berufungskläger wegen ei-
ner einfachen Verkehrswiderhandlung schuldig zu sprechen sei.

b) Zentrale Bedeutung für die Frage, ob der Berufungskläger die ihm vorge-
worfene grobe Verkehrsregelverletzung begangen hat, kommt der Gültigkeit und 
Zuordnung der Geschwindigkeitsmessung zu. Der Berufungskläger erachtet es als 
zweifelhaft, ob die Messung korrekt durchgeführt wurde. Für diese Annahme gibt 
es vorliegend jedoch weder aufgrund der Akten, noch aufgrund des METAS-
Gutachten irgendwelche Hinweise. Die entsprechenden Tests wurden gemäss 
Messprotokoll vom 29. Juli 2011 (act. 3.7) durchgeführt. Das Messprotokoll wurde 
korrekt nach Ziff. 5 der Weisungen des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) über 
polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenver-
kehr vom 22. Mai 2008 ausgefüllt und durch den Messverantwortlichen unter-
zeichnet. Nach Ziff. 5 der vorgenannten Weisungen ist lediglich eine Bestätigung 
der vorgeschriebenen Gerätetests vorzunehmen. Eine Verpflichtung zur exakten 
Dokumentation, wie diese Tests im Detail vorgenommen wurden (bspw. anvisier-
tes Testobjekt, Messentfernung), besteht nicht. Die Protokollierung im Ankreuzver-
fahren ist folglich nicht zu beanstanden und als ausreichend zu werten. Bezüglich 
der Weisungen des ASTRA sei hier erwähnt, dass diese nicht Gesetzescharakter 
haben und nicht als eigentliches Bundesrecht (im Sinne von Art. 95 lit. a des Bun-
desgerichtsgesetzes; BGG; SR 173 110) zu betrachten sind. Die freie Beweiswür-
digung durch das Gericht bleibt durch die Weisungen des ASTRA vom 22. Mai 

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2008 unberührt (BGE 121 IV 64 E. 3). Eine allfällige Verletzung der darin enthalte-
nen Weisungen würde daher nicht ohne weiteres zu einer Unverwertbarkeit des 
Messergebnisses und zu einem Freispruch des Betroffenen führen, wenn sich das 
Gericht aufgrund der massgeblichen Umstände davon überzeugen lässt, dass die 
Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_260/2011 vom 31. Mai 2011, E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_473/210 
vom 19. Juli 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Beamte Fw G._____, welcher die 
Geschwindigkeitsmessung vollzogen hat, war sodann für diese Aufgabe qualifi-
ziert (act. 3.5), und es lag ein gültiges Eichzertifikat vor (act. 3.6). Auch das vorlie-
gende METAS-Gutachten vom 15. November 2012 kommt zum Schluss, dass die 
Lasergeschwindigkeitsmessung vom 26. Juli 2011 korrekt durchgeführt worden 
sei. Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte besteht für das Gericht daher kein Zwei-
fel, dass eine gültige Messung erfolgt ist. Anlässlich der Hauptverhandlung äus-
serte sich die Verteidigung den auch selbst dahingehend, dass die Papiere zur 
Geschwindigkeitsmessung (Eichzertifikat, Ausbildungsnachweis und Messproto-
koll) in Ordnung scheinen würden, was die Kritik des Berufungsklägers als bloss 
spekulativ und unbegründet erscheinen lässt (vgl. Plädoyer S. 4).

c) Auch die Rüge, dass anstatt der Geschwindigkeit des Berufungsklägers 
jene seines Kollegen F._____ gemessen worden sei und diesbezüglich eine Ver-
wechslung stattgefunden habe, lässt sich anhand der vorliegenden Akten widerle-
gen.

c/a) Aus der parallel zur Geschwindigkeitsmessung aufgezeichneten Videoauf-
nahme (act. 3.10) sowie den Bildern 1 und 2 des Gutachtens METAS (act. 3.22, S. 
2 und 3) kann entnommen werden, dass sich der Wagen des Berufungsklägers 
während der gesamten Lasermessung immer klar von den nachfolgenden Autos 
abgegrenzt hat. Wie die Vorinstanz bereits richtig festgehalten hat, ist beim Beginn 
der Messung praktisch nur der gelbe Lotus des Berufungsklägers zu sehen, wobei 
der schwarze Lotus von F._____ noch nicht auf dem Bild ersichtlich ist. Am Rand 
erscheint ein unbeteiligtes weiss-graues Fahrzeug (Bild 1). Zu dieser Zeit lief der 
Messvorgang bereits, was sich an der Einblendung "measure" auf dem Bildschirm 
erkennen lässt. Rund 0.8 - 1.0 Sekund später war die Messung bereits mit gültiger 
Messwertausgabe von 115 km/h abgeschlossen (Bild 2). Auch hier hebt sich der 
Wagen des Berufungsklägers klar gegenüber den - nicht in gleicher Linie liegen-
den - folgenden Fahrzeugen ab, wobei der schwarze Lotus von F._____ praktisch 
vollständig durch das vor ihm liegende weiss-graue Fahrzeug verdeckt wird und 
nicht zu sehen ist. Anhand der Videoaufnahme lässt sich klar erkennen, dass bei 
der Geschwindigkeitsmessung ausschliesslich das Fahrzeug des Berufungsklä-

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gers anvisiert wurde. Während der Messphase war weder ein Drittfahrzeug noch 
der schwarze Lotus von F._____ im Messbereich.

c/b) Aus dem Gutachten METAS geht sodann hervor, dass die Lasergeschwin-
digkeitsmessung unabhängig von der parallel dazu erstellten Videoaufnahme ist. 
Der Gutachter stellt zwar fest, dass die vorliegende Videosequenz zu der Ge-
schwindigkeitsmessung Fehler aufweise, phasenweise würden gewisse Bildinhalte 
fehlen, diese hätten jedoch keinen Einfluss auf die Geschwindigkeitsmessung mit 
dem Lasergerät (act. 3.22, S. 4). Wie aus Ziff. 3 der Weisungen des ASTRA vom 
22. Mai 2008 sowie den Ausführungen des Gutachters (act. 3.22, S. 6) entnom-
men werden kann, dient die Videoaufzeichnung der Geschwindigkeitsmessung im 
Sinne einer Kontrolle nur dazu, den Messwert zweifelsfrei dem gemessenen Fahr-
zeug zuzuordnen. Eine solche Zuordnung ist vorliegend ohne Schwierigkeiten 
möglich. Es ist zwar richtig, dass die Videosequenz die Geschwindigkeitsmessung 
nicht auf die Hundertstelsekunde exakt aufgezeichnet hat, wodurch vom Start der 
Messung gewisse Bildinhalte fehlen. Die genaue Zuordnung der Messung wird 
dadurch jedoch weder verunmöglicht noch erschwert. Wie oben dargelegt zeigt 
die Videosequenz, dass sich das Fahrzeug des Berufungsklägers während der 
Geschwindigkeitsmessung zu jeder Zeit klar von den nachfolgenden Fahrzeugen 
abgegrenzt hat. F._____ befand sich beim Start der Geschwindigkeitsmessung - 
auch wenn gewisse Bildinhalte fehlen - eindeutig noch ausserhalb des Messbe-
reichs. Beim Abschluss der Messung war das Fahrzeug von F._____ noch voll-
kommen durch ein unbeteiligtes Fahrzeug verdeckt. Die Videoaufnahme mit dem 
eingeblendeten Fadenkreuz zeigt sodann klar, dass nur der gelbe Lotus des Beru-
fungsklägers anvisiert wurde. Dies lässt für das Gericht keine Zweifel offen, dass 
die Geschwindigkeit des Berufungsklägers gemessen wurde und nicht, wie dieser 
vorbringt, diejenige von F._____. 

c/c) Der Berufungskläger ist sodann der Meinung, dass bei der Geschwindig-
keitsmessung über die Konturen seines Fahrzeugs hinaus gemessen wurde, wes-
halb ihm der Messwert nicht eindeutig zugeordnet werden könne. Das METAS 
weist in seinem Gutachten darauf hin, dass das Fadenkreuz in der Videoaufnah-
me im Idealfall die Mitte der bestrahlten Fläche anzeigt. Der Messbeamte visiere 
jedoch nicht mit diesem nur im Vollbild eingeblendeten Fadenkreuz, sondern mit 
einer genau auf den Laserstrahl abgestimmten Visiervorrichtung auf das Fahr-
zeug. Videokamera und die Bildbearbeitungseinheit seien keine Originalbestand-
teile dieses Lasergeschwindigkeitsmessgeräts, sondern seien erst für die Verwen-
dung in der Schweiz ergänzend zugebaut worden. Durch die externe Montage 
dieser Kamera weiche das Fadenkreuz im Bild meistens je nach Distanz der Mes-

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sung leicht etwas vom zentralen Punkt der durch den Laserstrahl bestrahlten 
Fläche ab. Dies sei jedoch höchstens eine Unschönheit, habe aber auf die Ge-
schwindigkeitsmessung keinen Einfluss (act. 3.22, S. 4 und 5). Dass dabei ein 
falscher Messwert festgestellt werde, sei nicht möglich. Das METAS hält fest, dass 
wenn während der Messphase unlogische Abstufungen oder Unterbrüche im Di-
stanzverlauf entstehen, diese durch den Auswertealgorithmus des Messmittels 
automatisch erkannt und eliminiert werden und je nach Häufigkeit auch eine Ver-
längerung der Messphase bewirken könne. Auch bei der vorliegenden Messung 
seien solche Unregelmässigkeiten vorgekommen, da die Messphase über die im 
Idealfall dauernde Zeit von 340 Millisekunden gedauert habe. Inwiefern dies für die 
sichere Zuordnung dieses Messwerts jedoch bedenklich sein könnte, ist nicht 
nachvollziehbar. Wie die Videosequenz aufzeigt, wurde während der gesamten 
Messphase eindeutig der gelbe Lotus des Berufungsklägers anvisiert. Falls sein 
Fahrzeug für einen Bruchteil einer Sekunde nicht mehr von der Visiervorrichtung 
erfasst worden wäre, so hätte sich dadurch nur die Messung verlängert. Der ge-
messene Wert als solches ist dennoch korrekt und kann zweifelsfrei dem Beru-
fungskläger zugeordnet werden. Die Gefahr, dass der Lasermessstrahl bei einer 
minimalen Abweichung von der Mitte des bestrahlten Fahrzeugs auf ein anderes 
Fahrzeug getroffen wäre, wie dies in den Abbildungen 8 und 9 des Privatgutach-
tens illustriert wird (act. 3.30, S. 8), kann vorliegend ausgeschlossen werden. Die 
Videoaufzeichnung lässt diesbezüglich keine Zweifel offen. Der Gutachter hat zu-
dem plausibel dargelegt, dass das Fadenkreuz eine gewisse minimale Abwei-
chung von dem Laser-Messstrahl aufweisen kann, was jedoch keinen Einfluss auf 
die Messung an sich hat. 

d) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass sowohl die 
Messvoraussetzungen vorgelegen haben als auch die Geschwindigkeitsmessung 
korrekt durchgeführt wurde. Auch wenn beim Beginn der dazugehörigen Videose-
quenz gewisse Bildinhalte fehlen und während der Messphase ein kurzzeitiges 
verlieren des Fahrzeugs aus der Visiervorrichtung nicht vollkommen ausgeschlos-
sen werden kann, ist eine Verwechslung bezüglich dem gemessenen Fahrzeug 
ausgeschlossen und die gemessene Geschwindigkeit kann eindeutig dem Beru-
fungskläger und seinem gelben Lotus zugeordnet werden.

e) Zu erwähnen ist, dass die vom Forensischen Institut Zürich (FOR) gemach-
ten Vorbemerkungen im Zusammenhang mit den Abklärungen zur Einholung ei-
nes allfälligen Obergutachtens (act. 3.39) - worauf in der Folge im Einverständnis 
mit dem Beschuldigten (vgl. act. 3.41 und 3.42) verzichtet wurde - irrelevant sind. 
Da kein Obergutachten vorliegt, ist auch nicht massgeblich, dass in den geäusser-

Seite  21 — 25

ten Vorbemerkungen des FOR - wie der Berufungskläger in seinem Schlusswort 
vorbringt - von einem anderen Geschwindigkeitsmessgerät gesprochen wurde. 

10. Das METAS hat im Sinne einer Plausibilitätsrechnung die Geschwindigkeit 
zusätzlich in einem Weg-Zeit-Verfahren für den gelben Lotus des Berufungsklä-
gers ermittelt. Dabei konnte es jedoch nicht die relativ kurze Strecke der Laserge-
schwindigkeitsmessung von ca. 11 - 30 Meter heranziehen, bei welcher zudem 
der Beginn der Messung nicht exakt aufgezeichnet wurde. Folglich wurde auf der 
nach der Lasergeschwindigkeitsmessung folgenden Strecke die durchschnittliche 
Geschwindigkeit errechnet. Bei diesem vom eigentlichen Lasergeschwindigkeits-
messverfahren unabhängig festgestellten Geschwindigkeitswert wurde eine Ge-
schwindigkeit von 121.5 km/h bei einer Abweichung von +/- 4 km/h ermittelt (act. 
3.22, S. 6 und 7). Wie sich aufgrund der Vorbemerkungen des FOR (act. 3.39) 
ergibt, wären für eine exakte Geschwindigkeitsermittlung nach dieser Methode 
weitere aufwendige Messungen und Berechnungen notwendig. Das Kantonsge-
richt stützt seinen Entscheid deshalb nicht auf die Weg-Zeit-Methode des METAS 
ab.

11. Das Kantonsgericht von Graubünden erachtet es nach dem Gesagten als 
erwiesen, dass zum Messzeitpunkt eine korrekt ermittelte und dem Berufungsklä-
ger zurechenbare Geschwindigkeit von 115 km/h mit dem Lasergeschwindig-
keitsmessgerät gemessen wurde. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 
km/h. Von der gemessenen Geschwindigkeit ist gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. b der 
Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung (VSKV-ASTRA; 
SR 741.013.1) ein Gerätetoleranzabzug von 4 km/h abzuziehen. Liegt - wie vorlie-
gend - eine Fachexpertise vor, welche bei der ermittelten Geschwindigkeit die ma-
ximale Messunsicherheit bereits berücksichtigt hat, so wäre grundsätzlich gemäss 
Ziff. 21 der Weisungen des ASTRA vom 22. Mai 2008 die nachträgliche Vornahme 
der in Art. 8 der VSKV-ASTRA festgelegten Toleranzabzüge nicht mehr notwen-
dig. Die Weisungen des ASTRA vom 22. Mai 2008 - wie auch das Gutachten ME-
TAS - haben für das Gericht jedoch keine absolute Geltung und lassen die freie 
Beweiswürdigung unberührt. Weil dem Berufungskläger in der Anklageschrift vom 
11. August 2014 (act. 1.46) indessen lediglich eine Geschwindigkeitsüberschrei-
tung von 31 km/h zugeschrieben wird, und sich das Gericht an die Begrenzungs-
funktion der Anklageschrift zu halten hat, ist von einer anrechenbaren Geschwin-
digkeit von 111 km/h auszugehen. Daran ändert auch nichts, dass die Staatsan-
waltschaft in indirekter Rede - aber nicht als eigene Sachverhaltsdarstellung - die 
Rechtsauffassung des METAS erwähnt. Auch wenn vorliegend - im Gegensatz zur 
Vorinstanz - von einer rund 3 km/h tiefer liegenden Geschwindigkeitsüberschrei-

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tung von 31 km/h ausgegangen wird, ändert dieser geringfügige Unterschied ins-
besondere nichts am Verschulden des Täters. Die Reduktion von 3 km/h vermag 
daher am vorinstanzlichen Schuld- und Strafspruch nichts zu ändern.

12. Wie dargelegt, ist rechtsgenügend erstellt, dass der Berufungskläger die 
zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 31 km/h überschritten hat. Bei 
einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf einer Autostras-
se sind nach der gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung die objektiven 
und grundsätzlich auch die subjektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG 
ungeachtet der konkreten Umstände erfüllt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_766/2013 vom 24. Februar 2014, E. 1.4; BGE 124 II 259 E. 2c). Bezüglich der 
rechtlichen Würdigung der dem Berufungskläger vorliegend vorgeworfenen Ver-
kehrsregelverletzung kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die zutref-
fende Erwägung der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenes Urteils, E. 
5 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Der Berufungskläger 
wurde somit zu Recht der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 32 Abs. 1 
SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig 
gesprochen.

13.a) Die Vorinstanz bestrafte den Berufungskläger mit einer Geldstrafe von 25 
Tagessätzen zu je Fr. 420.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei 
Jahren und einer Busse von Fr. 2'100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 
fünf Tagen. Gegen diese Strafzumessung bringt der Berufungskläger keine Ein-
wände vor, für den Fall dass das Kantonsgericht am Schuldspruch festhalten soll-
te. Somit fehlen im Berufungsverfahren substantiierte Rügen zu der von der Vorin-
stanz ausgefällten Strafe.

b) Erstmals an der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht erwähnte der Beru-
fungskläger, dass sein Einkommen im Jahr 2013 im Gegensatz zum Vorjahr tiefer 
ausgefallen sei, was einerseits mit einem tieferen Erwerbseinkommen und ande-
rerseits mit Abzügen für einen Ferienhausumbau in Davos zusammenhänge. Das 
geltend gemachte tiefere Einkommen war im vorinstanzlichen Verfahren - soweit 
erkennbar - kein Thema. Beweisanträge sind grundsätzlich mit der Berufungser-
klärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO; vgl. auch Urteil des Obergerichts 
des Kantons Zürich SB120073 vom 09. Juli 2012 E. 1.2). Erst später bekannt ge-
wordene Tatsachen und Beweismittel können auch noch nach Ablauf der Frist für 
die Berufungserklärung geltend gemacht und nachgereicht werden (vgl. Luzius 
Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 5 zu Art. 399 StPO). Allfällige 

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Beweisanträge im Zusammenhang mit seinen veränderten finanziellen Verhältnis-
sen hätten folglich spätestens in der Berufungserklärung geltend gemacht werden 
müssen, da die Steuerveranlagung für das Jahr 2013 und alle dazugehörigen Un-
terlagen zu diesem Zeitpunkt bereits vorlagen (vgl. act. B.5). Unabhängig von ihrer 
formellen Unzulässigkeit sind die vom Berufungskläger an der Berufungsverhand-
lung eingereichten Dokumente seiner Staats- und Gemeindesteuern (act. B.5 und 
B.6) auch nicht geeignet, genauen Aufschluss über die massgeblichen Einkom-
mensverhältnisse des Berufungsklägers zu geben. Insbesondere lassen sich - da 
nur das steuerbare Einkommen aufgeführt wird - keine für die Festlegung der Ta-
gessatzhöhe relevante Änderung des Nettoeinkommens (vgl. dazu BGE 134 IV 60 
E. 5.4) herauslesen, weshalb vorliegend nicht von einer veränderten finanziellen 
Situation ausgegangen werden kann. Zu erwähnen bleibt, dass die geltend ge-
machten Abzüge für den Ferienhausumbau, sei es auch im Zusammenhang mit 
Schuldverbindlichkeiten oder Hypothekarzinsen, für die Bemessung des Tages-
satzes ohnehin nicht abgezogen werden könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_476/2007 vom 29. März 2008, E. 3.4).

c) Im Rahmen der Strafzumessung kann bezüglich der Festsetzung der An-
zahl der Tagessätze der bedingten Geldstrafe sowie hinsichtlich der Busse auf die 
schlüssigen und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(vgl. angefochtenes Urteil, E. 6 und 7; Art. 82 Abs. 4 StPO). Bei der festgelegten 
Höhe des Tagessatzes rechtfertigt sich aufgrund der nachfolgenden Ausführungen 
jedoch eine Anpassung. Ausgehend von der vorinstanzlichen Berechnungsgrund-
lage, welche alle massgeblichen Kriterien für die Bestimmung des Tagessatzes 
enthält und in etwa dem Tagessatzberechnungsformular der Konferenz der Straf-
verfolgungsbehörden der Schweiz (KSBS) entspricht, ist vom Nettoeinkommen für 
die Steuern, die Krankenkassen- und Unfallversicherungsprämien sowie Berufs-
auslagen ein Pauschalabzug zwischen 20 - 30 % zu gewähren, sofern - wie vor-
liegend - die konkreten Zahlen dazu fehlen (vgl. act. 2.10). Die Vorinstanz gewähr-
te den minimalen Abzug von 20 %. Aufgrund des überdurchschnittlichen Nettoein-
kommens des Berufungsklägers von Fr. 192'700.00 und einer damit einhergehen-
den (mutmasslich) höheren Steuerbelastung, erachtet es das Kantonsgericht als 
angezeigt, dem Berufungskläger einen höheren Abzug zuzubilligen. Beim vorlie-
genden Nettoeinkommen erscheint ein Abzug von 25 % gerechtfertigt und ange-
messen. Ausgehend von der vorinstanzlichen Berechnung (act. 2.12) ergibt dies 
einen angepassten Tagessatz von Fr. 400.00. Um dem akzessorischen Charakter 
der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, hat das Bundesgericht entschieden, die 
Obergrenze grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% festzulegen 

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(BGE 135 IV 188 E. 3.4.4 S. 191). Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Recht-
sprechung hat die vorangegangene Reduktion der Tagessatzhöhe gleichzeitig 
Auswirkungen auf die damit in direktem Zusammenhang stehende Verbindungs-
busse. Der von der Vorinstanz ausgesprochenen Verbindungsbusse in Höhe von 
Fr. 2'100.00 lag eine bedingte Geldstrafe im Umfang von insgesamt Fr. 10'500.00 
(25 Tagessätze à Fr. 420.00) zugrunde. Infolge der Reduktion der Tagesatzhöhe 
beträgt diese nur noch Fr. 10'000.00 (25 Tagessätze à Fr. 400.00), weshalb die 
Verbindungsbusse entsprechend der vom Bundesgericht festgesetzten Obergren-
ze von 20 % auf Fr. 2'000.00 (20 % von Fr. 10'000.00) herabzusetzen ist. Eine 
Anpassung der von der Vorinstanz ausgesprochenen Ersatzfreiheitsstrafe von fünf 
Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse ist bei der vorliegenden Ände-
rung nicht vorzunehmen. Unter Berücksichtigung der vorgehend beschriebenen 
Anpassungen ist der Berufungskläger in casu mit einer Geldstrafe von 25 Tages-
sätzen zu je Fr. 400.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jah-
ren und einer Busse von Fr. 2'000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von fünf 
Tagen zu bestrafen.

14. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist der Berufungskläger mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen und die Beru-
fung wurde abgesehen von der Korrektur bezüglich der Höhe des Tagessatzes 
der bedingten Geldstrafe sowie der Höhe der Verbindungsbusse für das Vergehen 
vollumfänglich abgewiesen. Die geringfügige Anpassung im Strafpunkt, die im Üb-
rigen nicht entsprechende Anträge des Berufungsklägers zurückzuführen sind, 
rechtfertigen kein Abweichen von der vollen Kostentragung durch den Verurteilten. 
Für Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 
bis Fr. 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des vorliegenden Berufungsver-
fahrens werden auf Fr. 5'000.00 festgelegt. Die Kosten des Untersuchungs- und 
des vorinstanzlichen Verfahrens in der Höhe von Fr. 9'325.90 gehen bei diesem 
Ausgang des Verfahrens ebenfalls zu Lasten des Berufungsklägers (vgl. Art. 426 
Abs. 1 StPO).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen.

2. X._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss 
Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 
Abs. 2 SVG.

3. Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je 
Fr. 400.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie 
einer Busse in der Höhe von Fr. 2'000.00 bestraft. Falls die Busse schuld-
haft nicht bezahlt wird, tritt eine Freiheitsstrafe von 5 Tagen an deren Stelle.

4. Die Kosten des Untersuchungs- und des vorinstanzlichen Verfahrens, be-
stehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Fr. 5'325.90

- der Gerichtsgebühr der Vorinstanz Fr. 4'000.00

total somit Fr. 9'325.90

gehen zu Lasten von X._____.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf Fr. 5'000.00 festgesetzt 
und gehen zu Lasten von X._____.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

7. Mitteilung an: