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**Case Identifier:** c1d98434-f2f9-57a2-a102-250db9a26d0a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.05.2016 200 2015 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-90_2016-05-20.pdf

## Full Text

200 15 90 IV
SCP/BRM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Mai 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem ein erstes im Juli 2009 wegen Rückbeschwerden gestelltes Ge-
such um Ausrichtung einer Rente der Invalidenversicherung (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB; act. II] 9) nach den notwendigen Abklärungen mit Verfü-
gung vom 8. Juli 2010 (act. II 47) – bestätigt durch das unangefochten ge-
bliebene Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, sozialversiche-
rungsrechtliche Abteilung, vom 21. Januar 2011 (act. II 71) – abgewiesen 
worden war, meldete sich der 1955 geborene A.________ am 10. Dezem-
ber 2012 erneut für Berufliche Integration/Rente bei der IVB an (act. II 77). 
Zur gesundheitlichen Beeinträchtigung gab der Versicherte eine 1968 erlit-
tene Verletzung an Bein/Hüfte an, welche 5 Monate fixiert und anschlies-
send eingesteift worden sei und einen hinkenden Gang sowie konsekutive 
Rückenschmerzen verursache, verbunden mit dem Hinweis, dass im Fe-
bruar/März 2013 eine operative Sanierung geplant sei. 

Die IVB holte erwerbliche (act. II 82) und medizinische (act. II 84, 89, 91) 
Unterlagen ein und liess nach weiterer Ergänzung der medizinischen Akten 
(vgl. act. II 95 S. 2; act. II 96, 99) den Regionalen Ärztlichen Dienst, Dr. 
med. C.________, FMH Orthopädische Chirurgie, hierzu Stellung nehmen. 
Dieser definierte in seinem Bericht vom 4. Februar 2014 ein Zumutbar-
keitsprofil und regte die Abklärung der Leistungsfähigkeit im Rahmen einer 
Arbeitsmarktlichen Abklärungsmassnahme zunächst mit einem Pensum 
von 50% und ab 1. April 2014 mit einem solchen von 100% an (act. II 98). 

Die in der Folge angeordnete Arbeitsmarktliche-Medizinische-Abklärung 
(AMA) fand in der Zeit vom 7. April bis 4. Mai 2014 in der D.________, 
statt; hierüber wurde am 26. Mai 2014 Bericht erstattet (act. II 114). Der 
RAD-Arzt Dr. med. C.________ bestätigte im Lichte dieses Berichtes das 
von ihm am 4. Februar 2014 formulierte Zumutbarkeitsprofil (act. II 116), 
worauf die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1. Juli 2014 die 
Ausrichtung einer vom 1. November 2013 bis 31. Mai 2014 befristeten gan-
zen Rente in Aussicht stellte (act. II 117). 

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 3

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, am 29. August 2014 Einwand erheben und beantragen, es sei 
ab 1. September 2013 eine halbe, ab 1. Dezember 2013 eine ganze und ab 
1. Juni 2014 bis auf weiteres mindestens eine halbe Rente zuzusprechen; 
eventualiter seien eine weitere Untersuchung bei den Proff. Dr. 
E.________ und Dr. F.________, eine weitere Untersuchung und Beurtei-
lung bei Prof. Dr. G.________ einzuholen bzw. eine Begutachtung durch 
einen neutralen Experten sowie eine allfällige weitere arbeitsmarktlich-
medizinische Abklärung nach abgeschlossener medizinischer Beurteilung 
anzuordnen. Nach den vorliegenden Unterlagen lasse sich die Annahme 
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten ab 4. Februar 2014 auf 
keinerlei hinreichende medizinische Grundlage stützen, sodass ein Invali-
ditätsgrad von weniger als 40% ab diesem Zeitpunkt und eine Befristung 
des Rentenanspruchs bis Ende Mai 2014 offensichtlich jeder Grundlage 
entbehre. Auch die Einschätzungen im AMA-Schlussbericht vermöchten 
eine fundierte medizinische Beurteilung und ihrer erwerblichen Auswirkun-
gen nicht zu ersetzen (act. II 125).

In der hierzu eingeholten Stellungnahme vom 17. September 2014 wies der 
RAD-Arzt Dr. med. C.________ darauf hin, dass dem Versicherten bereits 
gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts vom 21. Januar 2011 eine ange-
passte Tätigkeit in einem ganztägigen Pensum ohne Leistungsminderung 
habe zugemutet werden können und es zwischenzeitlich durch die prothe-
tische Versorgung der linken Hüfte zu einer wesentlichen Verbesserung 
des Gesundheitszustandes gekommen sei, sodass nach abgeschlossener 
Rehabilitation wieder eine angepasste Tätigkeit ganztägig ohne Leistungs-
minderung zumutbar sei. Die vom Hausarzt und den involvierten Spezialis-
ten attestierte verminderte Arbeitsfähigkeit beziehe sich auf die nicht ange-
passte bisherige Tätigkeit als … bei H.________; bezüglich einer ange-
passten Tätigkeit habe auch der Hausarzt 100%ige Arbeitsfähigkeit attes-
tiert (act. II 133). 

Nach Zustellung eines weiteren Arztberichtes (act. II 136) durch den Versi-
cherten und nochmaliger Stellungnahme seitens des RAD-Arztes, der auch 
im Lichte dieses Berichtes das von ihm zuvor definierte Zumutbarkeitsprofil 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 4

bestätigte (act. II 141), verfügte die IVB am 19. Dezember 2014 entspre-
chend dem Vorbescheid (act. II 146).

C.

In der dagegen gerichteten Beschwerde vom 29. Januar 2015 lässt der 
Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________, bean-
tragen, die Verfügung vom 19. Dezember 2014 sei aufzuheben und es sei 
dem Beschwerdeführer vom 1. September bis 30. November 2013 eine 
halbe, vom 1. Dezember 2013 bis 31. Mai 2014 eine ganze sowie ab 1. 
Juni bis auf weiteres mindestens ein halbe Rente zuzusprechen; eventuali-
ter sei eine weitere Untersuchung und Beurteilung durch die Klinik 
I.________ des Spitals J.________ einzuholen bzw. anzuordnen, subeven-
tualiter sei eine Begutachtung durch einen neutralen Experten sowie eine 
allfällige weitere arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung nach abge-
schlossener medizinischer Beurteilung einzuholen bzw. anzuordnen. 
Gerügt wird, dass sich die IVB auf unvollständig erhobene bzw. überholte 
Unterlagen und auf eine ungenügende Würdigung der gesamten aktenkun-
digen Grundlagen stütze, wenn sie in der angefochtenen Verfügung ledig-
lich auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. C.________ abstelle; es 
sei nicht nachvollziehbar, wie dieser unter Bezugnahme auf den Bericht 
von Prof. Dr. med. F.________ zur Auffassung habe gelangen können, 
dem Beschwerdeführer sei ab 4. Februar 2014 in einer angepassten Tätig-
keit wieder ein ganztägiges Pensum ohne Leistungsminderung zumutbar, 
zumal dies von keinem involvierten Arzt bestätigt worden sei. Sollte das 
Gericht die Beurteilung der behandelnden Ärzte nicht als schlüssig erach-
ten, wäre eine weitere Begutachtung unumgänglich. Auch die Einschätzun-
gen im Rahmen der AMA vermöchten eine fundierte medizinische Beurtei-
lung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers und ihrer er-
werblichen Auswirkungen keinesfalls zu ersetzen. Allenfalls wäre nach Vor-
liegen einer hinreichenden medizinischen Beurteilung des gesundheitlichen 
Zustandes erneut eine AMA durchzuführen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 5

In ihrer Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2015 beantragt die IVB unter 
Verweis auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung die Abwei-
sung der Beschwerde. 

Nach unaufgeforderter Zustellung weiterer Arztzeugnisse durch den Be-
schwerdeführer leitete der Instruktionsrichter eine ergänzende medizini-
sche Abklärung ein (vgl. Verfügung vom 26. November 2015); das entspre-
chende – auch den Parteien zugestellte – Schreiben an die Klinik 
I.________ des Spitals J.________ vom 26. November 2015 wurde mittels 
Zustellung eines an den Hausarzt des Beschwerdeführers gerichteten 
Sprechstundenberichts vom 23. Dezember 2015 beantwortet. 

Mit prozessleitender Verfügung stellte der Instruktionsrichter fest, dass die-
ser Bericht – auch wenn er aufgrund einer weiteren Untersuchung erstellt 
worden sei – die im richterlichen Schreiben vom 26. November 2015 auf-
gezeigten Diskrepanzen nicht zu erklären vermöge und gab den Parteien 
Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbemerkungen. 

In seiner Eingabe vom 5. Februar 2016 liess der Beschwerdeführer den 
bisher vertretenen Standpunkt sowie die in der Beschwerde unter Ziffer 1 
und 2 gestellten Rechtsbegehren bestätigen und verlangte – anders als 
vom Instruktionsrichter in der Verfügung vom 8. Januar 2016 in Aussicht 
gestellt – ausdrücklich, nunmehr im Sinne der beschwerdeführerischen 
Ausführungen einen Entscheid in materieller Hinsicht zu fällen. Sodann 
wurde ab sofort für alle künftigen weiteren Vorgehensschritte Anspruch auf 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bzw. einer unentgeltlichen 
Verbeiständung durch Rechtsanwalt Dr. B.________ erhoben. 

Die IVB verwies in ihren Schlussbemerkungen vom 2. März 2016 auf die 
Stellungnahme des RAD vom 24. Februar 2016, in welcher Dr. med. 
C.________ an seiner bisherigen Einschätzung und dem definierten Zu-
mutbarkeitsprofil festhielt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 6

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seien Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 
vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 
23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 19. Dezember 2014 
(act. II 146). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Rente der Invalidenversicherung. Nachzugehen ist dabei insbe-
sondere der Frage, ob der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 7

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 8

(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Nach Ablehnung eines ersten Rentenbegehrens mit Verfügung 
vom 8. Juli 2010 (act. II 47) – bestätigt durch das unangefochten gebliebe-
ne Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, sozialversicherungs-
rechtliche Abteilung, vom 21. Januar 2011 (act. II 71) – hat sich der Be-
schwerdeführer am 10. Dezember 2012 (act. II 77) erneut zum Leistungs-
bezug angemeldet und die Ausrichtung einer Rente beantragt. Die IVB hat 
im Rahmen dieser Neuanmeldung medizinische Abklärungen getroffen und 
dem Versicherten auf dieser Grundlage eine abgestufte und befristete Ren-
te zugesprochen. Beantragt wird die Ausrichtung einer Rente bereits ab 
einem früheren Zeitpunkt und insbesondere die Ausrichtung mindestens 
einer halben Rente auch für die Zeit ab Juni 2014.

3.2 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgen-
des zu entnehmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 10

3.2.1 Im Rahmen der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug wurde 
in medizinischer Hinsicht von einem chronischen Schmerzsyndrom thora-
kolumbal als Folge der Fehlstellung mit Hyperlordose und Spondylarthrose 
im linken Hüftgelenk sowie Ankylose der linken Hüfte bei Status nach kon-
servativer Behandlung einer Fermurfraktur mit ca. 13 Jahren ausgegangen. 
Bei damals im Wesentlichen durch den Hausarzt und die behandelnden 
Orthopäden übereinstimmend attestierter Arbeitsunfähigkeit von 50% defi-
nierte der RAD-Arzt Dr. med. C.________ eine angepasste Tätigkeit als 
ganztägig zumutbar. In Würdigung der gesamten medizinischen Akten er-
achtete das Verwaltungsgericht das von Dr. med. C.________ formulierte 
Zumutbarkeitsprofil in seinem Urteil vom 21. Januar 2011 als schlüssig; 
danach bestünden folgende Einschränkungen: 

„Aufgrund der Hüftproblematik, verbunden mit der massiven Bein-
längendifferenz kann dem Versicherten keine gehende oder stehen-
de Tätigkeit zugemutet werden. Die Tätigkeit muss vorwiegend im 
Sitzen zu verrichten sein, ohne belastete Drehbewegungen in der 
Lendenwirbelsäule. Die Sitzgelegenheit muss ergonomisch so be-
schaffen sein, dass die Hüftankylose den Versicherten nicht stört. 
Dieses Ziel kann beispielsweise durch einen Arthrodesestuhl (teil-
weise Abklappbarkeit der linken Sitzfläche) oder eine erhöhte Sitz-
position mit einer kleinen Sitzfläche (ähnlich einem Barhocker) er-
reicht werden. Gegebenenfalls ist die Arbeitsfläche der Sitzhöhe an-
zupassen.“

3.2.2 Nach erneuter Anmeldung hielt die Klinik I.________, Dr. med. 
K.________, im Bericht vom 3. Oktober 2012 als Diagnose eine Ankylose 
linkes Hüftgelenk mit Flexionskontraktur und konsekutiver symptomatischer 
kompensatorischer Hyperlordose der LWS fest, nach Angaben des Patien-
ten zurückzuführen auf ein traumatisches Ereignis in der Kindheit mit an-
schliessender Becken-Bein-Gipsbehandlung. Von Seiten der linken Hüfte 
sei der Patient wenig eingeschränkt, jedoch bereite die kompensatorische 
Hyperlordosierung der LWS starke Rückenschmerzen. Eine De-
Ankylosierung sei grundsätzlich möglich, wenn auch mit einem erheblichen 
operativen Risiko verbunden. Zur Einstufung des Risikos und der Prognose 
erfolge eine Anmeldung für eine MRI-Untersuchung (act. II 73). 

3.2.3 Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. L.________, FMH Allge-
meine Medizin, berichtete am 19. März 2013 diagnostisch von einer massi-
ven Beckenfehlstellung/Inklination aufgrund der femoro-acetabulären Anky-
lose mit konsekutivem starkem Hinken und Rückenbeschwerden. (Nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 11

den beigelegten Berichten wurde am 17. Januar 2013 eine Operation mit 
Einbau einer Hüft-Totalprothese durchgeführt, wobei es zu einer Komplika-
tion gekommen ist [Verletzung der Arteria femoralis], welche durch Spezia-
listen der Gefässchirurgie saniert worden sei [act. II 84 S. 7 ff.]). Zur Beur-
teilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit müsse das Operationsresultat 
abgewartet werden; mit einer Wiederaufnahme bzw. Erhöhung der Einsatz-
fähigkeit zu 50 – 100% könne ab Anfang 2014 gerechnet werden (act. II 84 
S. 1 – 6).

3.2.4 Anlässlich einer Kontrolle im Mai 2013 bezeichnete die Klinik 
I.________ den postoperativen Verlauf als sehr erfreulich. Es wurde die 
Fortführung der Physiotherapie „zur Gangschulung und Muskelaufbau“ 
sowie wegen der Beinlängenverkürzung links ein Ausgleich mittels Absat-
zerhöhung empfohlen und rezeptiert (act. II 89).

3.2.5 Im Verlaufsbericht vom 8. November 2013 bescheinigte Dr. med. 
L.________ einen verbesserten Gesundheitszustand; die eingeschränkte 
Beweglichkeit/Belastbarkeit des linken Hüftgelenks wirke sich auf die Ar-
beitsfähigkeit aus. In der bisherigen Tätigkeit als … wurde eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit bis zum 15. Januar 2014 (Jahreskontrolle im Spital 
J.________) attestiert. Leichte Arbeit mit wechselnden Positionen und Ge-
wichte bis 2 kg tragen/heben sei zumutbar, zuerst zu 50%, dann Steige-
rung auf 100% (act. II 91).

3.2.6 Am 21. Januar 2014 erachtete die Klinik I.________, Prof. Dr. med. 
F.________, nach erfolgreicher Des-Arthrodese ab dato eine Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit auf 50% bis zum 31. März 2014 für angezeigt; 
grundsätzlich sei eine Reintegration in einen für den Patienten zumutbaren 
Arbeitsprozess denkbar (act. II 96).

3.2.7 Anhand der vorliegenden medizinischen Berichte gab der RAD-Arzt 
Dr. med. C.________ am 4. Februar 2014 als funktionelle Einschränkung 
eine verminderte Belastbarkeit der Hüfte links an und formulierte als Zu-
mutbarkeitsprofil, dass die bisherige Tätigkeit als … maximal in einem Pen-
sum von 50% ohne Leistungsminderung zugemutet werden könne. Eine 
körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätig-
keit (ohne repetitives Heben/Tragen von Lasten bis maximal 15 kg, Gehen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 12

Stehen und Sitzen im Wechsel bis maximal 1 Stunden am Stück, keine 
Tätigkeiten in der Hocke oder kniend, keine längere Überkopfarbeit oder 
Tätigkeiten in gebückter Haltung oder Zwangspositionen) könne in einem 
ganztägigen Pensum zugemutet werden. Er empfahl die Evaluation der 
Leistungsfähigkeit im Rahmen einer Arbeitsmarktlichen Abklärung (act. II 
98 S. 2). Dr. med. C.________ bestätigte auch nach Vorliegen der Ergeb-
nisse der Abklärung in der D.________ (vgl. 114) das definierte Zumutbar-
keitsprofil (act. II 116). 

3.2.8 Zur Objektivierung der LWS-Beschwerden wurde am 27. August 
2014 ein MRI durchgeführt; dabei wurde gemäss Prof. Dr. 
med.  G.________ und Dr. med. M.________, Orthopädie N.________, 
diagnostisch ein chronisches LWS-Syndrom bei Hyperlordose bei Status 
nach langjähriger Hüftgelenksankylose und Implantation einer Hüftprothese 
sowie ein chronisches Cervicalsyndrom bei Status nach Verkehrsunfall mit 
HWS-Hyperextension 2009 festgestellt. Im Vergleich zum Vor-MRI vom 
22. Dezember 2009 zeige sich keine wesentliche Zunahme der degenerati-
ven Veränderungen, radiologisch sei es zu keiner nachweisbaren Ver-
schlechterung gekommen. Die Belastung der Wirbelsäule sollte durch die 
verbesserte Beckenkippung nach Implantation der Hüftprothese geringer 
geworden sein. Von Seiten des Rückens sollte nach Adaptation an die 
neue Hüftsituation wieder eine Arbeitsfähigkeit gegeben sein (act. II 128).

3.2.9 Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ bestätigte das von ihm definier-
te Zumutbarkeitsprofil im Lichte der zwischenzeitlich ergänzten Aktenlage 
in seiner im Vorbescheidverfahren abgegebenen Stellungnahme vom 
17. September 2014 erneut (act. II 133).

3.2.10 In einem Bericht vom 13. Oktober 2014 diagnostizierte die Klinik 
I.________, Dr. med. O.________, nebst den bekannten orthopädischen 
Beeinträchtigungen neu Kniebeschwerden links, wobei sich im Kniegelenk 
radiologisch keine Arthrose zeige. Diese Beschwerden seien – wie auch 
die chronischen lumbalen Schmerzen ohne eigentliche Pathologien – eher 
auf eine langjährige Fehlbelastung aufgrund der Arthrodese zurückzu-
führen. 

„Mittel- bis langfristig sei kaum eine Tätigkeit möglich, die schwere 
Belastungen zulässt. Wahrscheinlich sollte wieder wie im Rahmen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 13

vor der Arthrodese eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden im 
Sitzen im teilweisen stehenden Beruf.“ 

Zur genauen Beurteilung auch der langfristigen Arbeitsmöglichkeiten sei 
wahrscheinlich ein Gutachten nötig (act. II 136).

Am 19. Januar 2015 wurden die Kniebeschwerden diagnostisch unter eine 
beginnende laterale Gonarthrose Knie links bei Valgusfehlstellung gefasst 
und die weiteren bekannten orthopädischen Diagnosen bestätigt. Bezüglich 
der Kniebeschwerden stehe eine Beurteilung durch die Kollegen der Knie-
chirurgie aus. Aus heutiger Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit 50%, attes-
tiert für 2014 (bei unveränderter Beschwerdelage) sowie bis 1. April 2015 
(act. II 148).

3.2.11 Der Hausarzt gab im Bericht vom 22. Januar 2015 an, dass es dem 
Versicherten – anders als in der Beurteilung vom 8. November 2013, wo 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt worden sei – aufgrund 
des heutigen Zustandsbildes nicht möglich sei, mehr als 50% in einer an-
gepassten Tätigkeit zu arbeiten; bis auf weiteres sei es ihm nicht zuzumu-
ten, z.B. als … mehr als 50% zu arbeiten (act. II 149 S. 24).

3.3

3.3.1 Aus den oben zusammengefassten Arztberichten geht hervor, dass 
hinsichtlich der massgebenden Diagnosen unter den mit dem Beschwerde-
führer befassten Ärzten sowie dem RAD-Arzt letztlich Einigkeit herrscht. Im 
Wesentlichen Übereinstimmung herrscht auch hinsichtlich der Tatsache, 
dass dem Beschwerdeführer keine körperlich belastenden Tätigkeiten mehr 
zumutbar sind. Dagegen weichen die Angaben zur Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit im Bericht der Klinik I.________ (vgl. E. 3.2.10) – und nunmehr 
auch des Hausarztes (vgl. E. 3.2.11) – von denjenigen des Facharztes für 
Orthopädische Chirurgie des regionalen ärztlichen Dienstes der IVB ab. Es 
fällt zudem auf, dass verschiedene Ärzte nach erfolgter operativer Korrek-
tur der Hüftsituation zunächst davon ausgingen, die Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit könne nach einer gewissen Angewöhnungszeit von 
50% auf 100% gesteigert werden, im Verlauf dann aber auch für eine an-
gepasste Tätigkeit lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestierten; 
eine nachvollziehbare Begründung wurde dabei jeweils nicht abgegeben. 
So gab der behandelnde Arzt am 19. März 2013 unter Vorbehalt des ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 14

zuwartenden Operationsresultates an, mit einer Wiederaufnahme bzw. Er-
höhung der Einsatzfähigkeit zu 50 – 100% könne ab Anfang 2014 gerech-
net werden (vgl. E. 3.2.3 hiervor) und bescheinigte am 8. November 2013 
einen verbesserten Gesundheitszustand, sodass leichte Arbeit mit wech-
selnden Positionen und Gewichte heben bis 2 kg zumutbar sei, zuerst zu 
50%, dann Steigerung auf 100% (vgl. 3.2.5 hiervor), um dann im Bericht 
vom 22. Januar 2015 sowohl in der bisherigen als auch in einer angepass-
ten Tätigkeit aufgrund des aktuellen Zustandsbildes eine Arbeitsfähigkeit 
von maximal 50% zu attestieren; ausser einem Hinweis auf die eigene Ein-
schätzung des Versicherten lässt sich dem Bericht für diese nunmehr 
geänderte Beurteilung keine plausible Begründung entnehmen. Gleicher-
massen ist auch die Klinik I.________ im Bericht vom 21. Januar 2014 da-
von ausgegangen, die Arbeitsfähigkeit könne nach erfolgreicher Des-
Arthrodese ab sofort auf 50% bis zum 31. März 2014 gesteigert werden 
und hielt eine Reintegration in einen für den Patienten zumutbaren Arbeits-
prozess grundsätzlich für denkbar (vgl. E. 3.2.6 hiervor); dass in den Be-
richten vom 13. Oktober 2014 und vom 19. Januar 2015 angesichts der 
lediglich noch leichten Restbeschwerden in der Hüfte bzw. der Beschwer-
den im Knie sowie im Rücken ohne eigentliche Pathologien eine Arbeits-
fähigkeit wie im Rahmen vor der Arthrodese (richtig wohl: Des-Arthrodese) 
von nur 50% (offensichtlich auch in einer angepassten Tätigkeit) angege-
ben wird, lässt sich nicht nachvollziehen, zumal es doch – wie in verschie-
denen Berichten festgehalten worden ist – aufgrund der durchgeführten 
Hüftoperation zu einer deutlichen Verbesserung der Belastungssituation 
des Achsenskeletts gekommen zu sein scheint.

Auch die Orthopädie N.________, Wirbelsäulenchirurgie berichtete am 
28. August 2014 (act. II 128) bei diskreten Befunden von einer insgesamt 
geringer gewordenen Belastung der Wirbelsäule durch die verbesserte 
Beckenkippung nach Implantation der Hüftprothese und gab an, vonseiten 
des Rückens sollte nach Adaptation an die neue Hüftsituation wieder eine 
Arbeitsfähigkeit gegeben sein (wobei diese allerdings nicht näher quantifi-
ziert wurde). 

3.3.2 Zur Klärung der vorstehend aufgezeigten Diskrepanzen hat der In-
struktionsrichter die Klinik I.________, Prof. Dr. med. E.________, in einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 15

Schreiben vom 26. November 2015 unter Zusammenfassung der divergie-
renden Arztberichte um entsprechende Erläuterung ersucht. Insbesondere 
wurde darauf hingewiesen, dass das vom RAD-Arzt definierte Zumutbar-
keitsprofil aufgrund der von der Sprechstunde Hüftchirurgie am 21. Januar 
2014 abgegebenen Empfehlung neu formuliert worden sei und dement-
sprechend auch nicht in Widerspruch zur Prognose der Sprechstunde Hüft-
chirurgie zu stehen scheine, wonach eine Reintegration in einen für den 
Patienten zumutbaren Arbeitsprozess denkbar sei. Zudem scheine das 
Profil auch den Kniebeschwerden Rechnung zu tragen. Wenn mit dem Be-
richt der Sprechstunde Hüftchirurgie vom 19. Januar 2015 – auch mit Be-
zug auf eine dem RAD-ärztlich definierten Zumutbarkeitsprofil vollumfäng-
lich entsprechende Tätigkeit – weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 
attestiert werden sollte, sei dies nicht nachvollziehbar. Deshalb wurde um 
Erläuterung gebeten, mit welchen objektiv ausgewiesenen organischen 
Befunden sich die Einschätzung im Verlaufsbericht vom 19. Januar 2015, 
wonach eine seit 2014 unverändert gebliebene Arbeitsunfähigkeit von 50% 
bestehe, erklären lasse; soweit sich das vom RAD-Arzt umschriebene Zu-
mutbarkeitsprofil nicht als angepasst erweisen sollte, wäre mit den medizi-
nischen Befunden zu begründen, inwiefern dieses anzupassen wäre. 

Zur Beantwortung der instruktionsrichterlichen Anfrage stellte die Klinik 
I.________ dem Gericht einen von Prof. Dr. med. E.________ aufgrund 
einer weiteren Untersuchung des Beschwerdeführers vom 16. Dezember 
2015 verfassten Sprechstundenbericht vom 23. Dezember 2015 zu, wel-
cher die in der Anfrage vom 26. November 2015 aufgezeigten Diskrepan-
zen indessen nach wie vor nicht zu klären vermochte; letztlich wurden darin 
die gleichen Diagnosen aufgeführt wie im Bericht vom Januar 2015, explizit 
auf die seither im Wesentlichen unverändert gebliebenen Befunde hinge-
wiesen und die damals bescheinigte Arbeitsfähigkeit bestätigt. Zu den kon-
kret gestellten Fragen wurde dagegen nicht in der geforderten Weise Stel-
lung genommen. Die offenen Fragen konnten somit im Rahmen der Pro-
zessinstruktion nicht geklärt werden. Auch der von der IVB anlässlich der 
Schlussbemerkungen eingereichte erneute Bericht des RAD-Arztes vom 
24. Februar 2016 ist nicht geeignet, die mit dem Sprechstundenbericht vom 
23. Dezember 2015 bestätigten Zweifel an der RAD-ärztlichen Einschät-
zung in beweisrechtlicher Hinsicht auszuräumen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 16

Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass die im Januar 2013 durch-
geführte Operation (Des-Arthrodese) – wie Dr. med. C.________ wieder-
holt festgehalten hat – zu einer Verbesserung insbesondere der Rückensi-
tuation geführt haben dürfte und eine solche von den behandelnden Ärzten 
mindestens anfänglich auch bescheinigt wurde; wie sich indessen die Ge-
samtsituation (Hüfte, Rücken und nunmehr auch das Knie) präsentiert und 
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt, kann durch den RAD-Arzt mangels per-
sönlicher Untersuchung nicht zuverlässig beurteilt werden, sodass letztlich 
auf dessen Beurteilung auch nicht abgestellt werden kann.

3.3.3 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringen lässt, verfängt 
nicht:

Angesichts der obigen Darlegungen geht zunächst die Argumentation des 
Beschwerdeführers fehl, der RAD-Arzt Dr. med. C.________ hätte als ein-
ziger eine von den übrigen mit dem Patienten befassten Ärzten abwei-
chende volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit angenommen.

Ferner lässt der Beschwerdeführer in seinen Schlussbemerkungen vom 
5. Februar 2016 zwar an sich zutreffend ausführen, dass für die Beurteilung 
des Leistungsanspruchs die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung massgebend seien und deshalb naturgemäss 
der Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 21. Januar 2011, auf den sich 
der RAD-Arzt Dr. med. C.________ bei seiner Einschätzung stütze, dem 
gesundheitlichen Zustand mit seinen erwerblichen Auswirkungen, wie er 
nach der Hüftoperation vom 17. Januar 2013 bestehe, nicht Rechnung tra-
gen könne. Bei dieser Argumentation wird indessen verkannt, dass es sich 
vorliegend um eine Neuanmeldung nach vorgängiger Ablehnung eines 
Rentengesuchs handelt und der neuerlich geltend gemachte Anspruch 
demgemäss nach revisionsrechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen war bzw. 
ist. Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts-
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich nämlich im Neu-
anmeldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 17

Bei dieser Prüfung ist massgeblich, dass die gesundheitlichen Verhältnisse 
durch die im Januar 2013 erfolgte Hüftoperation eine potentiell rentenrele-
vante Veränderung erfahren hatten, was schliesslich auch zur Zusprechung 
einer befristeten Rente während einer gewissen Zeit führte. Für die Zeit vor 
der Operation musste dagegen von unveränderten Verhältnissen ausge-
gangen werden, dies umso mehr als auch bereits im Rahmen der ersten 
Anmeldung zum Leistungsbezug die Möglichkeit einer operativen Sanie-
rung der Hüfte diskutiert wurde, mit dem Eingriff dann aber – aus welchen 
Gründen auch immer – bis zum genannten Zeitpunkt zugewartet wurde. 

Insofern kommt der seinerzeitigen Einschätzung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit sowie den dafür massgebenden Grundlagen doch eine ge-
wisse Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang ist immerhin zu erwähnen, 
dass die Klinik I.________ im Bericht vom 12. November 2009 (act. II 26) 
die bisherige Tätigkeit des Versicherten (… bei der H.________) in sitzen-
der Position mit zusätzlichen ergonomischen arbeitstechnischen Mass-
nahmen als zu 50% zumutbar erachtete, während das Verwaltungsgericht 
in seinem Urteil vom 21. Januar 2011 zum Schluss gelangte, dass gestützt 
auf das vom RAD definierte Zumutbarkeitsprofil von einer ganztägigen Prä-
senz in einer leidensadaptierten leichten Tätigkeit auszugehen sei. Es ist – 
worauf auch Dr. med. C.________ hingewiesen hat – anhand der vorlie-
genden medizinischen Unterlagen nicht nachvollziehbar, dass nach der 
damals von der Klinik I.________ diskutierten und im Januar 2013 erfolg-
reich durchgeführten Stellungskorrektur des linken Hüftgelenks bzw. Des-
Arthrodese mit Arthroplastik – wie vor der Des-Arthrodese (vgl. E. 2.3.10 
hiervor) – nunmehr auch nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste 
Tätigkeit bestehen soll. 

3.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lässt sich der Leistungs-
anspruch des Beschwerdeführers mangels hinreichender medizinischer 
Grundlagen nicht abschliessend beurteilen, jedenfalls soweit den Zeitraum 
ab Februar 2014 bzw. den Rentenanspruch ab 1. Juni 2014 betreffend. Für 
den davor liegenden Zeitraum erweist sich der medizinische Sachverhalt 
dagegen durch die aktenkundigen Berichte als belegt. Soweit der Be-
schwerdeführer beantragt, es sei ihm ab 1. September 2013 eine halbe 
Rente zuzusprechen, und er sich hierfür auf das als Beilage 4 zur Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 18

schwerde eingereichte Arbeitszeugnis von Dr. med. L.________ beruft, ist 
ihm entgegenzuhalten, dass es sich dabei nicht um ein echtzeitliches Do-
kument (zudem ohne Grundangabe) handelt und schon deshalb nicht dar-
auf abgestellt werden kann. In der angefochtenen Verfügung hat die Be-
schwerdegegnerin denn auch zu Recht darauf hingewiesen, dass Dr. med. 
L.________ in seinem Bericht vom 19. März 2013 – abgesehen von einer 
von Ende Juli bis Ende August 2012 attestierten vorübergehenden hälftigen 
und damit iv-rechtlich nicht relevanten Arbeitsunfähigkeit – erst ab 21. No-
vember 2012 eine andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte 
(act. II 84 S. 4), sodass das Wartejahr ab diesem Zeitpunkt zu laufen be-
gann und der Rentenanspruch dementsprechend im November 2013 ent-
stand.

Die Beschwerde ist deshalb dahingehend gutzuheissen, dass die ange-
fochtene Verfügung, soweit den Rentenanspruch ab Juni 2014 betreffend, 
aufzuheben und die Akten zu weiteren Abklärungen der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit in medizinischer, insbesondere orthopädischer Hinsicht mit-
tels eines entsprechenden Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen sind; sollten sich dabei Hinweise auf eine psychische Überlage-
rung des Schmerzgeschehens ergeben, wären die medizinischen Unterla-
gen durch eine entsprechende Begutachtung zu ergänzen. Soweit weiter-
gehend wird die Beschwerde abgewiesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 19

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.— ist nach Rechtskraft des Urteils 
zurückzuerstatten.

4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden vom Versi-
cherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 
bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 5. Februar 2016 hat Rechtsanwalt Dr. B.________ 
ein Honorar von Fr. 2'795.— (10.75 Stunden basierend auf einem Ansatz 
von Fr. 260.—) sowie Auslagen von Fr. 98.— und MWSt auf dem sich er-
gebenden Betrag geltend gemacht. Diese Beträge sind – auch wenn die 
Erforderlichkeit der 130 Kopien nicht ohne weiteres erkennbar ist – in ihrer 
Gesamtheit nicht zu beanstanden. Der Parteikostenersatz wird somit auf 
Fr. 3‘124.45 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt.

4.3 Unter den gegebenen Umständen ist über das im Laufe des Verfah-
rens gestellte Gesuch um unentgeltlichen Rechtspflege nicht zu befinden, 
sondern dieses ist als erledigt von der Geschäftskontrolle abzuschreiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2016, IV/15/90, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die angefochtene Ver-
fügung – soweit den Rentenanspruch ab Juni 2014 betreffend – aufge-
hoben und die Akten zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägun-
gen sowie anschliessendem neuen Entscheid über den Leistungsan-
spruch an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden. Soweit 
weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.— wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteien-
tschädigung, festgesetzt auf total Fr. 3‘124.45 (inkl. Auslagen und 
MWSt), zu bezahlen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als erledigt abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.