# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71b97f33-b281-5190-9e04-f2b04d86b03d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2022 E-1938/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1938-2020_2022-01-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1938/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter Gérald Bovier, Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

amtlich verbeiständet durch lic. iur. Isabelle Müller,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 9. März 2020 / N (…). 

 

 

 

E-1938/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus B._______, reichte am 13. Au-

gust 2008 bei der Schweizer Botschaft in Colombo ein schriftliches Asyl-

gesuch ein. Mit Telefax vom 19. Juli 2010 informierte er die Vertretung, 

dass er nun in C._______ lebe. Die schweizerische Botschaft in Colombo 

teilte ihm daraufhin mit Schreiben vom 20. Juli 2010 mit, er müsse sich für 

die Weiterführung seines Asylverfahrens an die zuständige Vertretung in 

D._______ wenden.  

A.b Am 17. April 2013 wurde der Beschwerdeführer unter Fristansetzung 

aufgefordert, mitzuteilen, ob er an seinem Asylgesuch festhalten wolle. Das 

Schreiben wurde – über die Schweizer Vertretung in D._______ – an die 

letztbekannte Adresse in C._______ gesandt und in der Folge innert Frist 

nicht abgeholt. Das SEM schrieb das Asylgesuch vom 13. August 2008 da-

raufhin am 1. Juli 2013 als gegenstandslos geworden ab. 

A.c Am 23. Februar 2014 wandte sich die Mutter des Beschwerdeführers 

an die Schweizer Botschaft in Colombo. Mit Schreiben vom 19. März 2014 

(durch Vermittlung der Schweizer Vertretung in Colombo) wurde sie durch 

das SEM darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Asylgesuch des Sohnes 

am 1. Juli 2013 abgeschrieben worden und aufgrund einer Änderung des 

schweizerischen Asylrechts seit dem 29. September 2012 das Einreichen 

eines Asylgesuchs aus dem Ausland nicht mehr möglich sei. 

II. 

B.  

B.a Am 3. März 2016 reiste der Beschwerdeführer in die Schweiz ein und 

stellte am gleichen Tag ein zweites Asylgesuch. Am 9. März 2016 wurde im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum E._______ die Befragung zur Person 

(BzP) durchgeführt. Hierbei erklärte er bezüglich seiner Aufenthalte, er 

habe Sri Lanka am (…) Januar 2009 mit einem Visum für D._______ ver-

lassen. Er sei dann drei Jahre in diesem Land geblieben und habe dort 

gearbeitet. Nach Ablauf des Visums hätte er nach Sri Lanka zurückkehren 

müssen; er sei jedoch stattdessen in die Türkei gereist. Er habe sich da-

nach vier Jahre illegal in Istanbul aufgehalten und sei am 14. Januar 2016 

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auf dem Seeweg nach Griechenland gelangt und von dort in die Schweiz 

weitergereist.  

B.b Am 12. März 2018 und am 24. Januar 2020 hörte das SEM den Be-

schwerdeführer zu seinen Asylgründen an.  

Dieser machte zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen gel-

tend, er sei in B._______ geboren und aufgewachsen. Die Schule habe er 

bis zur neunten Klasse besucht, sie aber nicht abgeschlossen. Er habe 

keinen Beruf erlernt, jedoch handwerklich gearbeitet. Zwischen 2001 und 

2002 sei er ein paar Monate in Colombo gewesen, wo er als (…) gearbeitet 

habe. Anschliessend sei er nach B._______ zurückgekehrt, wo er teilzeit-

lich als (…) einer privaten Firma gearbeitet habe. Im Jahr 2006 habe er auf 

dem Weg zur Arbeit einem Bekannten angetroffen, der ihn um Hilfe mit 

seinem Mobiltelefon gebeten habe. Plötzlich sei ein Motorrad mit zwei 

Männern angefahren gekommen, die seinen Freund niedergeschossen 

hätten; dieser sei dabei auf ihn gefallen. Schockiert sei er nach Hause und 

anschliessend – aus Angst vor sich aus diesem Vorfall ergebenden Prob-

lemen – nach F._______ gegangen, wo er zurückgezogen gelebt und ge-

arbeitet habe. Er sei Hindu gewesen, jedoch zum Christentum konvertiert, 

nachdem er im Jahr (…) eine christliche Frau geheiratet habe. 

Sein jüngerer Bruder G._______ sei im Jahr 2002 zwangsweise den  

Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) beigetreten; er sei seit diesem Jahr 

verschollen. Er sei wegen G._______ im selben Jahr in Colombo vom  

Criminal Investigation Department (CID) mitgenommen, unter Misshand-

lungen befragt und nach zehn Tagen wieder entlassen worden. Danach sei 

er nach B._______ zurückgekehrt. Im Sommer 2008 sei er in Haft genom-

men und misshandelt worden; nur dank der Hilfe des IKRK sei er nach rund 

einem Monat wieder freigelassen worden. Einige Jahre vor dieser Inhaftie-

rung sei sein Bruder G._______ verschwunden, nachdem er angekündigt 

gehabt habe, ins Dorf zu gehen. Die Mutter habe ihn (Beschwerdeführer) 

damals telefonisch informiert, dass G._______ nicht im Dorf angekommen 

sei; der Grund dafür sei die Rekrutierung durch die LTTE gewesen.  

Nach der Freilassung im Jahr 2008 sei er (Beschwerdeführer) kurz nach 

Hause, danach ins Krankenhaus in Behandlung und nach der Entlassung 

mit seiner Ehefrau direkt zum Haus des älteren Bruders H._______ gegan-

gen und dort geblieben, zumal es in der Umgebung seines Hauses meh-

rere Zwischenfälle gegeben habe, bei denen Menschen getötet worden 

seien. Aus Angst, selber wieder festgenommen zu werden, sei er ausge-

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reist und nach D._______ gegangen. Bei der Ausreise habe es keine Prob-

leme gegeben. Er sei in Sri Lanka selber nicht politisch aktiv gewesen und 

habe sich auch nicht exilpolitisch betätigt. 

B.c Der Beschwerdeführer reichte zahlreiche Unterlagen zu den Akten des 

SEM: Internetausdruck eines Artikels aus dem Jahr 2006, Kopie Geburts-

schein (…), Kopie eines Ausdrucks aus "TamilsAgainst- 

Genocide.org", Schreiben des Bischofs I._______ vom 14. November 

2013, Internetausdruck von "Tamilnet" betreffend seine Festnahme 2008, 

Kopie Visum für J._______, Kopie eines UNHCR-Unterstützungsschrei-

bens für ein Asylgesuch an die türkischen Behörden vom 18. März 2014, 

Kopie der IKRK-Bestätigung betreffend Suchmeldung G._______, Kopien 

betreffend seinen Spitalaufenthalt im (…) Hospital B._______ im August 

2008, Karte der Human Rights Commission, Zeitungsausschnitt, Kopie des 

Briefs an die Schweizer Botschaft in Colombo inkl. Kopien von Zeitungsar-

tikeln, Notizen über Meldungen beim IKRK und HRC, medizinische Unter-

lagen des (…) Kantonsspitals, Kopie und Übersetzung der Identitätskarte, 

Kopie und Übersetzung des Geburtsscheins, Kopie und Übersetzung des 

Ehescheins mit Briefumschlag, Kopie Bestätigung Polizeimeldung betref-

fend den verstorbenen Bruder, Medizinischer Bericht K._______ vom 

22. September 2018, Terminaufforderung zur Elektroneurografie (…) Kan-

tonsspital vom 30. Dezember 2019, Behandlungsbestätigung Physiothera-

pie vom 16. Januar 2020, Schreiben der Caritas anlässlich der ergänzen-

den Anhörung, Kopie Auszug Todesregister betreffend G._______. 

Die Caritas reichte für den Beschwerdeführer am 10. Dezember 2019 ei-

nen ärztlichen Bericht von Dr. med. L._______ vom 7. November 2019 

beim SEM ein, in dem die gesundheitlichen Probleme des Beschwerde-

führers aufgelistet sind. 

C.  

Mit Verfügung vom 9. März 2020 (am 10. März 2020 eröffnet) stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung. 

D.  

D.a Mit Eingabe vom 7. April 2020 reichte der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die erstinstanzliche 

Verfügung ein. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung des SEM und 

die Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung; eventualiter sei 

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Seite 5 

seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewäh-

ren, subeventuell sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Vollzugs 

der Wegweisung festzustellen und der Beschwerdeführer vorläufig aufzu-

nehmen.  

D.b In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Einsicht 

in die mehrere Aktenstücke aus seinem Ausland-Asylverfahren; er bean-

tragte zudem, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren 

und seine Rechtsvertreterin sei als amtliche Rechtsbeiständin einzusetzen. 

D.c Der Beschwerde wurden folgende Unterlagen beigelegt: der Entscheid 

des SEM vom 9. März 2020, die Vollmacht vom 24. März 2020, ein  

Abschlussbericht der (…) Psychiatrie vom 31. März 2020, die Kopie  

einer Einladung zum Erstgespräch vom 6. März 2020, eine Fürsorgebestä-

tigung der Dienststelle für Asyl und Flüchtlingswesen vom 26. März 2020 

und eine Liste der bisherigen Aufwendungen der Rechtsvertreterin. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. April 2020 hielt der Instruktionsrichter fest, 

dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten dürfe. Er hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. Auch das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung wurde 

gutgeheissen, und lic. iur. lsabelle Müller wurde als amtliche Rechts- 

beiständin des Beschwerdeführers eingesetzt. Der Instruktionsrichter lud 

die Vorinstanz zum Einreichen einer Vernehmlassung innert Frist ein und 

forderte sie auf, das Gesuch um Akteneinsicht zu behandeln.  

F.  

F.a Am 6. Mai 2020 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer Ein-

sicht in die gewünschten Akten (vgl. oben D.b). 

F.b Mit Schreiben gleichen Datums nahm die Vorinstanz Stellung zur Be-

schwerde und hielt an den Erwägungen in der Verfügung vom 9. März 2020 

vollumfänglich fest. 

F.c Die Vernehmlassung der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer am 

12. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht und es wurde ihm Frist zur Replik an-

gesetzt. 

F.d Der Beschwerdeführer liess innert Frist am 26. Mai 2020 seine Stel-

lungnahme zu den Beschwerdeakten reichen und an seinen Rechtsbegeh-

ren festhalten. Mit der Replik wurden weitere Beweismittel zu den Akten 

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gereicht: Auszüge aus dem öffentlich zugänglichen digitalen Register der 

J._______ betreffend Passdaten des Beschwerdeführers, eine grafische 

Darstellung der Ereigniskette als grober Zeitraster, Kopie Einladungs-

schreiben zum Erstgespräch vom 15. April 2020, Kopie Terminkarte Kon-

sultation am 8. Mai 2020 sowie eine aktualisierte Liste der bisherigen Auf-

wendungen. 

G.  

G.a Am 26. Juli 2021 liess der Beschwerdeführer mitteilen, er stehe nach 

wie vor in psychotherapeutischer Behandlung, eine entsprechende Bestä-

tigung werde nachgereicht. Zugleich wurde um eine kurze Orientierung be-

treffend den aktuellen Verfahrensstand ersucht. 

G.b Der Instruktionsrichter teilte dem Beschwerdeführer am 10. August 

2021 mit, das Verfahren scheine im aktuellen Zeitpunkt spruchreif; er  

ersuchte ihn, den angekündigten Bericht der (…) Psychiatrie zeitnah zu 

den Akten zu reichen. 

G.c Am 26. August 2021 reichte der Beschwerdeführer E-Mail-Ausdrucke 

von Fragen, die er der behandelnden Ärztin gestellt habe, sowie deren Ant-

worten zu den Akten. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 7 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz beurteilte die Asylvorbringen des Beschwerdeführers 

als nicht glaubhaft. 

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Seite 8 

4.1.1 So wolle er in Sri Lanka wegen der LTTE-Mitgliedschaft seines Bru-

ders verfolgt worden sein. Die entsprechenden Angaben seien jedoch von 

auffälligen Widersprüchen in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht gekenn-

zeichnet. Diese habe er im Rahmen des rechtlichen Gehörs in den Anhö-

rungen nicht aufzuklären vermocht. Bezeichnenderweise habe er offenbar 

legal mit seinem eigenen Pass aus Sri Lanka ausreisen können.  

Damit habe er keine aktuelle Verfolgung in Sri Lanka glaubhaft machen 

können und sein Vorbringen halte den Anforderungen an das Glaubhaft-

machen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Die eingereichten Beweismittel 

vermöchten daran nichts zu ändern. 

4.1.2 Es gelte weiter zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Falle der 

Rückkehr nach Sri Lanka dennoch begründete Furcht vor künftigen Verfol-

gungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG habe. Die dabei praxisge-

mäss vorzunehmende Beurteilung anhand der vom Bundesverwaltungs-

gericht definierten Risikofaktoren führe dabei nicht zum Schluss, dass er in 

den Augen der sri-lankischen Sicherheitsbehörden als Person gelte, die 

eine besonders enge Beziehung zu den LTTE gepflegt habe. 

Die am 16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl vermöge diese 

Einschätzung nicht umzustossen, zumal er diese Wahl respektive deren 

Folgen nicht als Gefährdungselement vorgebracht habe und auch den Ak-

ten keine Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation des 

Beschwerdeführers aufgrund dieses Ereignisses zu entnehmen seien. Die 

Anforderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht 

seien damit nicht gegeben und es bestehe folglich kein begründeter Anlass 

zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt sein werde.  

4.1.3 Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden demnach auch den 

Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht 

standhalten. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so 

dass sein Asylgesuch abzulehnen sei. 

4.2  

4.2.1 In der Beschwerde wird nach einleitender Wiederholung der Prozess-

geschichte gerügt, die Verfügung des SEM verletze sowohl bundes-, als 

auch völkerrechtliche Bestimmungen und es wird im Einzelnen Folgendes 

dargelegt: Der seitens der Vorinstanz auf Basis der durchgeführten Befra-

gungen erfasste Sachverhalt werde nicht grundsätzlich beanstandet.  

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Seite 9 

Indessen – und dies sei ein zentraler Punkt in der vorliegenden Beschwer-

deschrift – habe der Beschwerdeführer die erlebten Geschehnisse und er-

littenen Nachteile teilweise missverständlich und vor allem in zeitlicher Hin-

sicht verwirrend dargelegt. Dies sei der Rechtsvertreterin auch in den per-

sönlichen Gesprächen mit ihm und mit weiteren nahestehenden Personen 

deutlich geworden. Dasselbe gelte bezüglich eines Teils der von ihm ins 

Recht gelegten Dokumente. 

4.2.2 Im Rahmen der Beschwerdebesprechung sei deutlich geworden, 

dass dem Beschwerdeführer insbesondere die zeitliche Einordnung der Er-

eignisse sehr schwer gefallen sei, ansonsten seien seine Schilderungen im 

Rahmen der Besprechungen mit denjenigen anlässlich der Anhörungen im 

Wesentlichen identisch gewesen. Sie würden sich wie folgt darstellen: 

Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2002 zusammen mit seinem jüngeren 

Bruder G._______ in Colombo und kurze Zeit in der Nähe in M._______ 

als (…) gearbeitet. In dieser Zeit habe sein Bruder einmal die Eltern in 

B._______ besuchen wollen, sei dort jedoch nicht angekommen, sondern 

von den LTTE gegen seinen Willen rekrutiert worden. Aufgrund der Tatsa-

che, dass sein Bruder nun der Bewegung angehört habe, sei der Be-

schwerdeführer in Colombo vom CID aufgesucht und nach dessen Verbleib 

befragt worden. Er sei insgesamt während zehn Tagen festgehalten und 

auch misshandelt worden. In der Folge habe er nicht mehr in Colombo le-

ben können und sei nach B._______ zurückgekehrt. Er habe dort eine 

Stelle als (…) gefunden und unbehelligt arbeiten können. Wegen dem Ver-

schwinden des Bruders hätten sich seine Eltern an das IKRK gewandt. 

Im Jahr 2006 habe er eines Tages in der Nähe seines Wohnortes auf dem 

Weg zur Arbeit auf der Strasse einen Bekannten mit dem Nicknamen  

"N._______" getroffen, der ihn um Hilfe beim Neueinrichten seines Mobil- 

telefons gebeten habe. Da sei plötzlich jemand auf einem Motorrad heran-

gefahren und habe "N._______" niedergeschossen. Dieser sei auf den Be-

schwerdeführer gefallen und sie beide seien zu Boden gegangen. Der Be-

schwerdeführer sei geschockt gewesen, habe aber noch nach Hause  

rennen können. Aus Angst deswegen in irgendeiner Weise behelligt zu 

werden oder mit den Behörden Probleme zu bekommen, habe ihn der  

Vater nach F._______ gebracht, wo er in der Folge relativ bedeckt ohne 

viel Kontakt zu seinen Eltern gelebt und gearbeitet habe. 

Nachdem seine Eltern eine Heirat für ihn arrangiert hätten, sei er im Jahr 

2008 nach B._______ zurückgekehrt; während der ersten drei Monate 

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Seite 10 

habe er keine Probleme gehabt. Im Juli 2008 sei er zur Pillayan-Gruppe 

ins Büro gerufen worden, wo er um etwa 14.00 Uhr nachmittags mit seiner 

Ehefrau eingetroffen sei. Diese habe bis etwa 19.00 Uhr draussen auf ihn 

gewartet, bevor man sie nach Hause geschickt habe. Am folgenden Tag 

habe seine Frau bei der Polizei eine Anzeige gemacht und dem IKRK und 

der Human Rights Commission seine Festhaltung mitgeteilt. Das IKRK 

habe gemäss der Ehefrau mit der Pillayan-Gruppe Kontakt aufgenommen, 

indessen keine Auskunft erhalten. Gemäss Erinnerung des Beschwerde-

führers sei er etwa 24 Stunden lang im Pillayan-Büro gewesen und an-

schliessend in einem Van zum CID gefahren worden, wo man ihn während 

längerer Zeit an einen unbekannten Ort festgehalten habe. Während der 

Haftzeit sei er immer wieder wegen des Bruders befragt worden; dieser 

solle für die LTTE auf dem Seeweg Waffen nach B._______ transportiert 

haben, weshalb die Behörden zu Unrecht angenommen hätten, der Be-

schwerdeführer wisse davon und verstecke womöglich selber Waffen. 

Nach seiner Freilassung habe seine Ehefrau das IKRK informiert und eine 

IKRK-Angehörige sei bei ihnen zu Hause vorbeigekommen. Auch Leute 

der Pillayan-Gruppe sowie des CID seien bei ihm aufgekreuzt. Wegen der 

während der Haft erlittenen Misshandlungen habe sich der Beschwerde-

führer sodann in Spitalpflege begeben. 

4.2.3 Sowohl das Ereignis im Jahr 2006 als auch die Festnahme und  

Inhaftierung im Jahr 2008 seien mit Dokumenten belegt. Auf den genauen 

Textinhalt der Medienmitteilungen habe der Beschwerdeführer jedoch kei-

nen Einfluss gehabt. So sei beispielsweise der Vorfall um "N._______" den  

Medien offenbar von dessen Ehefrau rapportiert worden, welche die  

Tötung ihres Mannes nicht miterlebt habe. Wesentlich in diesem Zusam-

menhang wie auch demjenigen der Festnahme im Juli 2008 sei jedoch, 

dass der Beschwerdeführer in diesen Dokumenten namentlich genannt 

werde. Aufgrund Letzterer sei er zudem beim IKRK registriert. 

4.2.4 Hinsichtlich des Gesundheitszustands sei gemäss den aktenkundig 

gemachten fachärztlichen Berichten und Beurteilungen namentlich darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer am 20. März 2020 bei akuter  

Suizidalität und angedrohtem Suizidversuch im Rahmen einer Posttrauma-

tischen Belastungsstörung (PTBS) habe hospitalisiert werden müssen. Ab-

schliessend sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits 

vor dem negativen Entscheid durch seinen Hausarzt bei den Ambulanten 

Psychiatrischen Diensten angemeldet gewesen sei, jedoch erst nach lan-

gem Warten für den 11. März 2020 einen Termin für ein Erstgespräch er-

halten habe. 

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Seite 11 

4.2.5 In diesem Kontext werde der Entscheid des SEM den im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes verlangten Kriterien der vollständigen 

Sachverhaltserhebung nicht gerecht, obwohl gemäss Aktenlage die ange-

schlagene Gesundheit und psychische Belastung erkennbar und entspre-

chende Abklärungen angezeigt gewesen wären (Empfehlung der Hilfs-

werksvertretung bei der Anhörung vom 12. März 2018, aktenkundige ärzt-

liche Berichte). Indessen sei auch in der Anhörung vom 24. Januar 2020 

nicht auf diese Thematik eingegangen worden; im angefochtenen Ent-

scheid werde auf seine psychische Befindlichkeit ebenfalls nicht in gebüh-

render Weise eingegangen, sondern bloss darauf hingewiesen, er habe ja 

dennoch in D._______ und in der Türkei arbeiten können und ausserdem 

im August 2008 im (…) Hospital B._______ medizinische Hilfe erhalten 

(womit auch der Zugang zu entsprechenden medizinischen Behandlungs-

möglichkeiten im Heimatland belegt sei).  

4.2.6 Insgesamt müsse der Sachverhalt bezüglich der Abklärung des psy-

chischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers als nicht hinrei-

chend erstellt gelten. Dass deutliche Hinweise auf eine PTBS vorgelegen 

hätten, die sich mitunter auf das Aussageverhalten respektive die Beurtei-

lung der Aussagen im Licht der Glaubhaftigkeitsprüfung ausgewirkt haben 

dürften, lasse die Vorinstanz im Entscheid ausser Acht. Es sei daher eine 

Neubeurteilung beziehungsweise seien zusätzliche Sachverhaltsabklärun-

gen angezeigt, zumal der Gesundheitszustand selber weiterer Abklärun-

gen bedürfe und zum aktuellen Zeitpunkt eine Wegweisung aus medizini-

scher und ethischer Sicht nicht zumutbar sei. 

4.2.7 Weiter seien nicht alle ins Recht gelegten Beweismittel gebührend 

geprüft und berücksichtigt respektive nur einseitig geprüft worden.  

So seien dem Beschwerdeführer Ausführungen entgegengehalten worden, 

die namentlich aus den Schreiben an die Schweizerische Vertretung in  

Colombo aus dem Jahr 2008, aus einer Medienmitteilung und aus dem 

Schreiben des Bischofs vom 14. November 2013 hervorgehen würden. 

Der Beschwerdeführer habe jedoch weitere Unterlagen eingereicht,  

die aufzeigen würden, dass sich seine Familie wegen ihm und dem Ver-

schwinden seines Bruders ans IKRK gewandt und dieses um Hilfe ersucht 

habe. Er habe auch erwähnt, dass er nur dank der Hilfe einer Mitarbeiterin 

des IKRK freigekommen sei. Dabei habe er alle Namen und die beim IKRK 

registrierten Dossiernummern angegeben und ein amtliches Dokument zu 

den Akten gereicht, das den Bruder als seit dem Jahre 2002 verschollen 

bestätige. Entsprechend hätte das SEM weitere Abklärungen beim IKRK, 

über die Schweizer Vertretung oder die Human Rights Commission treffen 

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Seite 12 

können und müssen. Auch in diesem Kontext sei eine Aufhebung des  

Entscheids und Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung be-

gründet. 

4.2.8 In Bezug auf die Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen sei auf die 

geltenden herabgesetzten Beweisanforderungen hinzuweisen.  

Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer in der BzP und der Anhörung 

die wegen des Bruders bestehende eigene Verfolgungssituation zeitlich 

unterschiedlich benannt habe. Er habe aber bei der folgenden ergänzen-

den Anhörung erwähnt, im Zusammenhang mit dem jüngeren Bruder von 

der CID mitgenommen und befragt worden zu sein. Zudem habe der Be-

schwerdeführer – wie auch die Hilfswerksvertretung festgehalten habe – 

offensichtlich grundsätzlich Mühe mit der zeitlichen Einordnung von Ereig-

nissen. 

4.2.9 Der Beschwerdeführer habe während aller bisherigen Befragungen 

eine grosse persönliche Betroffenheit gezeigt und den medizinischen Un-

terlagen sei entsprechend zu entnehmen, dass er offensichtlich unter einer 

PTBS leide. Nach Erhalt der negativen Verfügung sei es zu einer Panik-

attacke und zur Äusserung von Suizidabsichten gekommen. 

4.2.10 In der Gesamtabwägung der Glaubhaftigkeitsprüfung sei einzu- 

beziehen, dass der Beschwerdeführer massivste Folter erlebt, ein Trauma 

erlitten und grosse subjektive Furcht vor künftigen behördlichen Schikanen 

und erneuter Haft habe. Diese Umstände seien zur Relativierung nament-

lich zeitlicher Widersprüche in den Vorbringen geeignet. In diesem Licht 

seien auch die vermeintlich irreführenden Angaben bezüglich der chrono-

logischen Einordnung seiner Wohnaufenthalte zu beurteilen. Zusätzlich sei 

zu berücksichtigen, dass die geschilderten Ereignisse teilweise sehr lange 

Zeit zurückliegen würden.  

4.2.11 Bezüglich des Schreibens des Bischofs habe der Beschwerdeführer 

bereits bei den Anhörungen selber festgestellt, dass die darin enthaltene 

Angabe, wonach G._______ im Jahr 2002 erschossen worden sei, klar 

falsch sei. Der Bischof habe den Brief gestützt auf mündliche Angaben des 

Vaters formuliert und dabei wohl etwas falsch verstanden. Da weder der 

Vater noch der Beschwerdeführer die englische Sprache beherrschen wür-

den, sei der Fehler unbemerkt geblieben. Auffallend sei, dass die Vor- 

instanz bei solchen Schreiben üblicherweise von Gefälligkeitsschreiben 

spreche, vorliegend jedoch ein genau solches Schreiben zu Ungunsten 

E-1938/2020 

Seite 13 

des Beschwerdeführers vollumfänglich in die Glaubhaftigkeitsprüfung ein-

beziehe. 

Im Gegensatz dazu werde die behördliche Bescheinigung "Register of 

Death", in welcher der Bruder G._______ – weil verschollen – offiziell für 

tot erklärt werde, vom SEM mit keinem Wort erwähnt und auf die Bestäti-

gung aus dem Jahr 2012 im Zusammenhang mit der Polizeimeldung des 

verschollenen Bruders sowie auf das Schreiben des IKRK in Colombo vom 

17. August 2012 werde ebenfalls nicht eingegangen, obwohl es sich um 

behördliche Dokumente handle, welchen (im Gegensatz zum Schreiben 

des Bischofs) erhöhte Beweiskraft zukomme. Der Beschwerdeführer habe 

durchwegs gesagt, den Bruder G._______ im Jahr 2002 zum letzten Mal 

gesehen zu haben. Offenbar habe der Vater vor Kriegsende G._______ 

noch einmal gesehen oder gesprochen; dies sei auch aus dem Schreiben 

des IKRK und der Polizeimeldung zu schliessen.  

4.2.12 Was die Festnahme des Beschwerdeführers im Juli 2008 betreffe, 

gehe das SEM aufgrund der Schreiben an die Schweizer Vertretung (Asyl-

gesuch aus dem Ausland) vom 13. August 2008 und in den entsprechen-

den mündlichen Angaben im vorliegenden Verfahren von widersprüchli-

chen Angaben aus. Jedoch habe nicht der Beschwerdeführer das Schrei-

ben an die Botschaft veranlasst, sondern sein Vater habe dies organisiert. 

Auch wenn er das Schreiben im Vertrauen auf dessen korrekten Inhalt per-

sönlich unterzeichnet habe, könne er daher nicht vollumfänglich darauf be-

haftet werden; dies umso weniger, als er nie auf der Schweizer Botschaft 

persönlich angehört worden sei. Diesem Schreiben komme daher nicht die-

selbe Beweiskraft zu, wie einer mündlichen, persönlichen Aussage.  

4.2.13 Was die legale Ausreise im Jahr 2009 anbelange, würde allein eine 

solche gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts noch 

nicht direkt auf ein fehlendes Verfolgungsinteresse hinweisen. 

4.2.14 Es sei insgesamt nach dem Gesagten von glaubhaften Asylvorbrin-

gen auszugehen. Diese Vorbringen würden zudem den Anforderungen zur 

Bejahung der Flüchtlingseigenschaft genügen.  

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2012/5 E. 2.2 und 2010/57 E. 2.2 f.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 

E-1938/2020 

Seite 14 

S. 190 f.; KNEER / SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfah-

ren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts, in: ASYL 2015/2 S. 5 ff.). 

Aussagewidersprüche zwischen den Protokollen der summarischen ersten 

Befragung und der einlässlichen Anhörung dürfen für die Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit nach konstanter Praxis berücksichtigt und herangezogen 

werden, wenn klare Angaben bei der Befragung zur Person in wesentlichen 

Punkten der Asylbegründung von späteren Aussagen in der Anhörung zu 

den Asylgründen diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse 

oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt wer-

den, nicht bereits bei der Erstbefragung zumindest ansatzweise erwähnt 

werden (vgl. bereits EMARK 1993 Nr. 3) 

5.2 Der Beschwerdeführer wurde im Anschluss an die BzP zweimal ein-

lässlich zu seinen Asylgründen befragt. Die drei Befragungen erfolgten im 

Abstand von jeweils zwei Jahren, die ergänzende Anhörung vom 24. Ja-

nuar 2020 wurde damit vier Jahre nach der Summarbefragung durch- 

geführt. Die im Rahmen des ersten Ausland-Asylgesuchs vom 13. August 

2008 gemachten schriftlichen Angaben lagen im Zeitpunkt der Einleitung 

des Asylverfahrens in der Schweiz im Jahr 2016 fast acht Jahre zurück. 

5.2.1 Es trifft zwar zu und wird in der Beschwerde nicht bestritten, dass der 

Beschwerdeführer seine Asylgründe zum Teil zeitlich nicht stimmig wieder-

gegeben hat. Abgesehen davon wirken seine Schilderungen inhaltlich al-

lerdings durchaus kohärent. Zudem hat er – in Erfüllung seiner Mitwir-

kungspflicht – im erstinstanzlichen Verfahren zahlreiche Unterlagen einge-

reicht, die seine Vorbringen bestätigen. Beim Lesen der drei Befragungs-

protokolle, namentlich derjenigen der vertieften Anhörungen, wird ein nach-

vollziehbares und authentisch wirkendes Aussageverhalten erkennbar. Die 

protokollierten Aussagen des Beschwerdeführers sind durch eine Vielzahl 

weiterer Realitätskennzeichen geprägt. Auf Beschwerdeebene wird die  

Unglaubhaftigkeitsargumentation des SEM von der amtlichen Rechtsbei-

ständin auf überzeugende Weise bestritten. Zwecks Vermeidung von Wie-

derholungen kann vorab auf diese Entgegnungen verwiesen werden. 

5.2.2 Der Beschwerdeführer hat in allen drei Befragungen übereinstim-

mend eine Haft im Jahr 2008 vorgebracht. In der summarischen BzP führte 

er dazu aus, im Juli 2008 habe er zu einer Abteilung des Militärs gehen 

müssen. Seine Ehefrau habe ihn begleitet, sei jedoch weggeschickt wor-

E-1938/2020 

Seite 15 

den. Ihn habe man an einen anderen Ort weggebracht und dort sei er ge-

schlagen, gequält und namentlich nach Waffen, die der Bruder gebracht 

haben solle, befragt worden. Es sei ihm ein mit Petrolbenzin getränkter 

Sack übergestülpt und er sei mit Kabeln am Körper und auf die Fusssohlen 

geschlagen worden. Dank dem IKRK sei er freigekommen und er habe sich 

im Spital von B._______ behandeln lassen. Selbst dort und danach zu 

Hause hätten diese Leute sich nach ihm erkundigt. Er habe in der Folge 

bei der Schweizer Vertretung Asyl beantragt und sei schliesslich ausgereist 

(vgl. Protokoll B4/14 S. 9). In der ersten vertieften Anhörung führte er ein-

heitlich dar, er sei etwa im siebten Monat 2008 inhaftiert worden. Er sei 

zunächst von der Pillayan-Gruppe in deren Büro bestellt worden. Seine 

Frau sei mitgekommen, jedoch weggeschickt worden. Noch in der Nacht 

habe man ihn weggefahren und dem CID übergeben, wo er namentlich 

nach Waffen des Bruders befragt worden sei. Da er keine Antworten habe 

geben können, sei er misshandelt worden. Man habe ihm mit einem Kunst-

stoffrohr auf die Fersen geschlagen und ihn weiter verhört. Um ihn zum 

Reden zu bringen, sei ihm dreimal ein in Benzin getränkter "Einkaufssack" 

übergestülpt und wieder weggenommen worden. Diese Befragungen und 

Prügel hätten einige Tage angedauert, danach sei er zur Pillayan-Gruppe 

zurückgebracht worden. Diese hätten ihn mit dem Bremskabel eines Fahr-

rads geschlagen. Er sei die folgenden Tage weiter gefoltert und misshan-

delt worden, die Fragen hätten sich stets um Waffen gedreht, die er gehabt 

haben solle. Einmal hätten die Peiniger ihn bis zum Hals in ein Loch ein-

gegraben, mit Stiefeln gegen seinen Kopf getreten und ihn später in einem 

dunklen Raum an den Beinen gefesselt sich selbst überlassen. Da seine 

Frau eine Meldung an das IKRK gemacht habe, habe dieses nach ihm ge-

sucht und so sei er letztlich freigekommen. Er habe kaum gehen können 

und sei abgeholt und nach Hause gebracht worden. Auch dort seien diese 

Leute der Pillayan-Gruppe vorbeigekommen. Es sei ihm gesagt worden, er 

sei nur dank dem IKRK rausgekommen, man werde sehen, wie er 

draussen überlebe. Er habe sich mehrere Tage im Krankenhaus behandeln 

lassen müssen und sich anschliessend im Haus des älteren Bruders auf-

gehalten (vgl. Protokoll B10/20 F/A 73–78, F/A 88).  

5.2.3 Die Schilderungen in der ergänzenden Anhörung zu diesem Erlebnis 

im Jahr 2008 sind mit den vorangegangenen zeitlich und inhaltlich konsis-

tent (vgl. Protokoll B24/14 F/A 25 ff.). Dass der Beschwerdeführer in der 

BzP von einer Einheit des Militärs, später aber von der Pillayan-Gruppe 

gesprochen hat, erweist sich insofern als nicht ausschlaggebend, als die 

Pillayan-Gruppe – oder Tamil Makkal Viduthalai Pulikal (TMVP) – gemäss 

verschiedenen Berichten mit der sri-lankischen Armee zusammenarbeitete 

E-1938/2020 

Seite 16 

(vgl. etwa HUMAN RIGHTS WATCH, Complicit in Crime, Januar 2007 

< https://www.hrw.org/reports/ 2007/srilanka0107/srilanka0107web.pdf >; 

IMMIGRATION AND REFUGEE BOARD OF CANADA, Sri Lanka: The Tamil Makkal 

Viduthalai Pulikal [TMVP] and Karuna factions; their relationship with each 

other; reports concerning their treatment of Sinhalese and Tamil citizens; 

whether they are still active as paramilitary groups, 17. Februar 2012 

< https://www.justice.gov/sites/default/files/eoir/legacy/2014/03/06/LKA10 

3950.E.pdf >; alle Internetquellen am 22. November.2021 abgerufen). Ab-

gesehen davon ist nach Durchsicht der Akten festzustellen, dass das SEM 

ihn mit diesem angeblichen Widerspruch nicht konfrontierte und ihm damit 

keine Gelegenheit bot, seine Angaben zu präzisieren.  

5.2.4 Dem Vorhalt des SEM, der Beschwerdeführer habe im Rahmen sei-

nes schriftlichen Ausland-Asylgesuchs vom 13. August 2008 diesen Vorfall 

vom Sommer 2008 anders präsentiert, schliesst sich das Gericht ebenfalls 

nicht an: Bei dieser Argumentation verkennt das SEM, dass dem Be-

schwerdeführer nach Eingang des Asylgesuchs von der Schweizer Vertre-

tung ein schriftlicher Fragekatalog unterbreitet worden ist, deren Fragen er 

am 5. September 2008 ebenfalls schriftlich beantwortet und dabei mit den 

vorliegend zu beurteilenden Asylvorbringen im Wesentlichen identische 

Angaben gemacht hat (vgl. A3 S. 1). Weiter ist es durchaus nachvollzieh-

bar, dass der Beschwerdeführer, welcher der englischen Sprache kaum 

kundig ist (vgl. B4 S. 4: "Übrige Sprachkenntnisse: […] Englisch wenig"), 

für das Niederschreiben seiner Vorbringen Hilfe beanspruchen musste und 

folglich das Niedergeschriebene selber auch nicht auf inhaltliche Richtig-

keit prüfen konnte. Ähnliches gilt im Übrigen bezüglich des Schreibens des 

Bischofs vom 14. November 2013, das dieser gestützt auf Angaben des 

Vaters in englischer Sprache verfasst und dabei namentlich niederge-

schrieben hat, der jüngere Bruder G._______ sei am (…) 2002 erschossen 

worden. Dass es hierbei zu Fehlern im Verständnis und Niederschreiben 

gekommen sein kann, ist nicht auszuschliessen (vgl. in diesem Zusam-

menhang etwa B24 F/A 19: "Das Problem ist, ich kann Englisch kaum le-

sen. Mein Vater hat mir dieses Dokument eingereicht. Was dort drin steht, 

weiss ich nicht"; B24 F/A 21: "[GS macht ein Zeichen der Verzweiflung] Ich 

weiss nicht, weshalb sie das so geschrieben haben. Mein Vater hat mir 

Beweismittel gegeben. Diese habe ich dann hier eingereicht").  

5.2.5 Für die Annahme, dass es vorliegend zu solchen Missverständnissen 

gekommen ist, spricht auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in 

diesem Zusammenhang einen Auszug "Register of Death" betreffend  

G._______ eingereicht hat. Darin hat der zuständige Beamte am (…) 2012 

E-1938/2020 

Seite 17 

auf Antrag der Eltern den jüngeren Sohn, da seit dem Jahr 2002 verschol-

len, rückwirkend als seit dem (…) 2002 verstorben erklärt. Dieses amtliche 

Dokument – wenn auch nur als Kopie vorliegend – ist für die zeitliche Ein-

ordnung als beweiskräftiger zu beurteilen als ein von einer aussenstehen-

den Person (Bischof) formuliertes Parteischreiben. Im Übrigen bleibt anzu-

merken, dass auch der Bischof in seinem (nach dem "Register of Death"-

Auszug datierenden) Bestätigungsschreiben das Datum des (…) 2002 ge-

nannt hat, was mit dem Formular übereinstimmt und den Eindruck eines 

Formulierungsfehlers zusätzlich unterstützt. Das amtliche Formular wurde 

vom SEM zwar im Sachverhaltsteil der angefochtenen Verfügung erwähnt; 

jedoch erfolgte keinerlei inhaltliche Würdigung dieses Beweismittels, auch 

nicht in der Vernehmlassung. Den Akten sind keine Hinweise darauf zu 

entnehmen, dass es sich bei diesem Dokument um eine Fälschung han-

deln könnte.  

5.2.6 Gleiches gilt auch für viele andere Dokumente: Das SEM hatte zwar 

22 Beweismittel im Sachverhaltsteil säuberlich aufgelistet (vgl. Verfügung 

S. 3 f.), sich aber bei der rechtlichen Würdigung dieser Dokumente auf die 

folgende Aussage beschränkt: "Ihr Vorbringen hält den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Daran vermag auch 

keines Ihrer eingereichten Beweismittel etwas zu ändern. Einige davon 

sind, wie oben dargelegt, gar Teil dieser diametralen Widersprüche" (vgl. 

angefochtene Verfügung S. 5). Die Glaubhaftigkeitsbeurteilung der Vor- 

instanz vermag auch insoweit nicht zu überzeugen als die nach Lehre und 

konstanter Praxis erforderliche Abwägung der für und der gegen die Glaub-

haftigkeit sprechenden Umstände (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2 und 2010/57 

E. 2.3, je m.w.H.) in der angefochtenen Verfügung nicht ansatzweise  

erkennbar wird; vielmehr erweckt die Begründung der Verfügung den Ein-

druck, alle zugunsten des Beschwerdeführers sprechenden Glaubhaftig-

keitsindizien seien konsequent ausgeblendet worden. 

5.2.7 In diesen zeitlichen Kontext reiht sich letztlich der Auszug der Polizei-

meldung vom (…) 2012 ein. Darin wird festgehalten, G._______ sei am 

(…) 2002 als seit dem (…) 2002 vermisst gemeldet worden. Insgesamt er-

achtet das Gericht es nach dem Gesagten als überwiegend glaubhaft, dass 

der jüngere Bruder Anfang 2002 verschwunden und nach langer Ver-

schollenheit für tot erklärt worden ist. Die mit dem Verschwinden des jün-

geren Bruders einhergehenden Nachteile, namentlich das oben dargelegte 

Festhalten im Sommer 2008 erweisen sich nach dem oben Gesagten da-

her als überwiegend glaubhaft.  

E-1938/2020 

Seite 18 

5.2.8 Das SEM moniert, gemäss eingereichten Berichten und Angaben im 

Auslandgesuch vom 13. August 2008 sei der Beschwerdeführer im Som-

mer 2008 von der Strasse weg mitgenommen und nicht zuerst vorgeladen 

worden. Dazu ist festzuhalten, dass namentlich der Bericht von Tamilnet 

vom (…) 2008 lediglich festhält, der Beschwerdeführer sei, wie aus Be-

schwerden der Angehörigen bei der Polizei von B._______ und beim Büro 

der Menschrechtskommission hervorgehe ("according to complaints 

lodged with the B._______ police and with the B._______ office of the Hu-

man Rights Commission by his relatives") am 5. Juli 2008 entführt worden. 

Eine solche Formulierung ist nicht inkompatibel mit seinem Vorbringen, 

dass die Ehefrau aktiv geworden sei, nachdem er nicht zurückgekehrt sei; 

dass es sich für die Angehörigen um eine Entführung gehandelt haben und 

in einem Zeitungsbericht deshalb entsprechend formuliert worden sein 

könnte, ist nicht auszuschliessen. 

5.2.9 Hinsichtlich des schriftlichen Asylgesuchs vom 13. August 2008 ist 

mit Verweis auf das bereits Gesagte erneut auf die Ausführungen im Ant-

wortschreiben vom 5. September 2008 hinzuweisen. Darin sprach der 

Beschwerdeführer ebenfalls von einer Vorladung: "On (…) 2008 I was 

asked to come to their office and with my wife I went […] and they detained 

me and allowed my wife to go home […]"). 

5.2.10 Der Beschwerdeführer hat zum Beleg des Krankenhausaufenthalts 

im Anschluss an die Mitnahme und geschilderten Misshandlungen im  

Sommer 2008 in B._______ Unterlagen zu den Akten gereicht. Erkennbare 

psychische Probleme des Beschwerdeführers wurden bereits während des 

erstinstanzlichen Verfahrens von der Hilfswerksvertretung im Anschluss an 

die vertiefte Anhörung vermerkt (vgl. Protokoll B10/20, Unterschriftenblatt 

HWV); im Schreiben des K._______ vom 22. September 2018 wurden un-

ter anderem durch ein traumatisches Erlebnis ausgelöste Traumakopf-

schmerzen ("Spannungscephalgie frontal DD i.R. posttraumatische Belas-

tungsstörung") diagnostiziert. Im Arztbericht vom 7. November 2019 (am 

10. Dezember 2019 beim SEM eingereicht) empfahl der behandelnde All-

gemeinarzt aufgrund der multiplen Körpernarben und des psychischen Zu-

stands seines Patienten eine psychiatrische Behandlung. Auch diese me-

dizinischen Unterlagen wurden durch die Vorinstanz nicht in die Glaubhaf-

tigkeitsprüfung einbezogen. Auf Beschwerdeebene wird zusätzlich ein Ab-

schlussbericht der (…) Psychiatrie vom 31. März 2020 eingereicht, in wel-

chem eine PTBS (F43.1 gemäss ICD-10), begleitet von einer längeren de-

pressiven Reaktion (F43.21) diagnostiziert und namentlich festgehalten 

wird, es seien starke Ängste mit Panikattacken in Bezug auf erlebte Folter 

E-1938/2020 

Seite 19 

vorhanden. Gemäss weiteren auf Beschwerdeebene eingereichten Unter-

lagen steht der Beschwerdeführer wegen seines psychischen Krankheits-

bildes weiterhin in fachärztlicher Behandlung.  

Diese aktenkundigen Beweismittel sind unter den gegebenen Umständen 

ebenfalls als Indizien zu werten, die für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen 

sprechen.  

5.3 Das Gericht kommt zusammenfassend zum Schluss, dass der  

Beschwerdeführer seine Asylgründe hat glaubhaft machen können und der 

rechtserhebliche Sachverhalt insoweit hinreichend erstellt ist. Die Vor- 

instanz hat zu hohe Anforderungen an das Glaubhaftmachen eines flücht-

lingsrechtlich relevanten Sachverhalts gestellt und mit diesem Vorgehen 

Bundesrecht verletzt.  

5.4 Nach dem Gesagten wurde der Beschwerdeführer in seinem Heimat-

land flüchtlingsrechtlich relevant motivierter gezielter Verfolgung ausge-

setzt, die im Zeitpunkt der Ausreise noch aktuell war. Eine innerstaatliche 

Flucht- respektive Schutzalternative stand und steht ihm nicht zur Verfü-

gung. Seine Vorbringen genügen damit den Anforderungen von Art. 3 

AsylG an die Flüchtlingseigenschaft. Asylausschlussgründe sind den Akten 

nicht zu entnehmen. 

5.5 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen. Die Verfügung 

des SEM ist aufzuheben und die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Be-

schwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.  

Dem Beschwerdeführer ist angesichts des Obsiegens in Anwendung von 

Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise 

erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. In der Replik wurde der aktuali-

sierte zeitliche Aufwand auf knapp 12 Stunden beziffert. Es wurden in der 

Folge noch zwei Eingaben (vom 26. Juli 2021 und 26. August 2021) einge-

reicht, womit insgesamt von einem notwendigen zeitlichen Aufwand von 

13 Honorarstunden auszugehen ist. Der in der Beschwerde aufgeführte 

E-1938/2020 

Seite 20 

Stundenansatz von Fr. 180.– und Auslagen von Fr. 54.– sind für das vor-

liegende Verfahren als angemessen zu erachten (vgl. auch Art. 10 Abs. 2 

VGKE). Die durch die Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung ist 

demnach auf insgesamt Fr. 2578.− (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer- 

anteil) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1938/2020 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 9. März 2020 wird aufgehoben. Das SEM 

wird angewiesen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewäh-

ren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2578.− auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Eveline Chastonay 

 

 

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