# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9e5a16f-af53-5371-831e-47e381cc8232
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2015 200 2015 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-73_2015-11-10.pdf

## Full Text

200 15 73 IV
KNB/ZID/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) ersuchte die IV-Stelle Bern (nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) im Juli 2010 unter Hinweis auf eine schmerzhafte Ent-
zündung aufgrund chronischer Überbelastung der Sehnen im Ellbogen und 
Handgelenksbereich um Kostengutsprache für ein Stehpult (Akten der IVB, 
Antwortbeilage [AB] 1). Innerhalb der Frühinterventionsphase übernahm 
die IVB die entsprechenden Mehrkosten (AB 5, 14). Nach erwerblichen und 
medizinischen Abklärungen (AB 6 ff.) stellte die IVB mit Schreiben vom 
8. November 2010 fest, dass der Versicherte angemessen und rentenaus-
schliessend eingegliedert sei; entsprechend wies sie das Leistungsbegeh-
ren ab (AB 14).

B.

Im November 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf seit 
einem Unfall vom 18. Dezember 2010 (Ausrutschen auf Eis mit kurzer 
Ohnmacht) bestehende Nacken- und Kopfschmerzen sowie Panikattacken 
zum Leistungsbezug an (AB 15, 20/2 Ziff. 5). Anlässlich des Erstgesprächs 
wies er auf Ängste hin, die von mehreren Überfällen in den Jahren 1979/80 
und 2005 herrührten (AB 27/2). Nach Abklärungen erwerblicher und medi-
zinischer Art (AB 31, 35 ff.) und nach Einholung der Akten der Unfallversi-
cherung (AB 49) liess die IVB den Versicherten auf Empfehlung des Regi-
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 43 ff.) hin polydisziplinär begutachten 
(interdisziplinäres Gutachten der MEDAS B.________ vom Septem-
ber/Oktober 2014; AB 62). Mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2014 stellte 
die IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 64). Auf 
Einwand (AB 70, 72) und eine Stellungnahme des RAD vom 1. Dezember 
2014 (AB 74) hin verfügte sie am 10. Dezember 2014 wie im Vorbescheid 
in Aussicht gestellt (AB 75).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 3

C.

Hiergegen erhob der Versicherte am 26. Januar 2015 Beschwerde. Er be-
antragte, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm eine Inva-
lidenrente zuzusprechen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, 
dass er seit seiner Kindheit und Jugend Probleme mit anderen Menschen, 
Lehrern und Vorgesetzen habe, was er früher teilweise noch habe über-
spielen können. Die meisten Arbeitsstellen habe er nur wenige Jahre halten 
können, sei phasenweise arbeitslos gewesen und habe als Reaktion darauf 
auch versucht, als ... ein Einkommen zu generieren. Er habe grosse Mühe, 
auf Menschen zuzugehen, was aber für alle in Frage kommenden Stellen 
ein zentrales Kriterium sei. Es sei schon mehrmals überfallen worden und 
leide seither unter grossen Ängsten.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2015 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 10. Dezember 2014 (AB 75). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung, insbesondere auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 

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damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

Im Rahmen der juristischen Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitsleis-
tung ist zu beachten, dass es zur Annahme einer Invalidität in jedem Fall 
ein medizinisches Substrat braucht, das (fach)ärztlicherseits schlüssig fest-
gestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren las-
sen sich oft nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. 
Trotzdem können solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche 
Beeinträchtigungen im Sinne des Gesetzes verstanden werden, weil der 
gesetzliche Invaliditätsbegriff selber klar zwischen der versicherten Person 
als Trägerin des (invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch 
ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können 
psychische Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden 
und bei Wegfall der Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenren-
te berechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen 
Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf 
eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. 
Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in 
den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus-
geprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV 
Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokultu-
relle Faktoren einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden auf-
rechterhalten oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Ele-
menten bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar 

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invaliditätsbegründend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 
2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen 
zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und 
der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark 
als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheits-
modell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6

2.6.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Dies gilt auch für Revisionsgesuche 
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.6.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.6.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-

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riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, 
weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Streitig ist, ob sie zu Recht zum Schluss 
gelangte, der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung. Hinsichtlich des Anspruchs auf eine Invalidenrente 
oder andere Dauerleistungen gilt es somit zunächst zu prüfen, ob im Ver-
gleich zur Sachlage, wie sie der Leistungsablehnung im Jahr 2010 (AB 14) 
zugrunde lag, im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 
10. Dezember 2014 (AB 75) in den tatsächlichen Verhältnissen eine erheb-
liche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu be-
einflussen (vgl. E. 2.6 hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Leis-
tungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die Ablehnung vom 8. November 2010 (AB 14) basierte in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem Bericht von Dr. med. C.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 3. November 2010 
(AB 13). Demzufolge stellte sich der Beschwerdeführer am 30. Juni 2010 
Dr. med. C.________ wegen seit November 2009 bestehenden, zuneh-
menden Schmerzen vor allem bei Belastung (Arbeiten mit …) im rechten 
Ellbogen und Handgelenksbereich vor. Dr. med. C.________ diagnostizier-
te eine Tendinitis Ellbogen und Handgelenk rechts seit November 2009 und 
einen Status nach Commotio cerebri seit Oktober 2005, beides ohne Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Entsprechend sei denn auch keine Ar-
beitsunfähigkeit bescheinigt worden. Er empfahl eine ergonomische An-

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passung am Arbeitsplatz und lokale Analgetika. Bei Beachtung dessen sei 
die Prognose gut. Anderweitige Beschwerden seien keine bekannt.

3.3 Hinsichtlich der seitherigen Entwicklung des Gesundheitszustandes 
lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Unmittelbar nach dem Unfall vom 18. Dezember 2010 berichtete der 
Beschwerdeführer im Spital D.________, dass er beim Schlittschuhlaufen 
einfach ausgerutscht sei und den Hinterkopf auf dem Eis angeschlagen 
habe. Ausser einer leichten Schwellung und Schürfung occipital und leich-
tem Schwindel bei der Untersuchung der Augenmotorik war der Beschwer-
deführer unauffällig und er lehnte eine längere Überwachung ab. Es konn-
ten keine klinischen Hinweise für Hirnnervenverletzungen, keine Sensibi-
litätsstörungen, keine Druckdolenzen über der ganzen Wirbelsäule und 
keine weiteren äusseren Verletzungen festgestellt werden (AB 35/12).

Wegen anhaltenden Kopf- und Rückenschmerzen intrascapulär erfolgte am 
25. Dezember 2010 eine Nachkontrolle. Dabei konnten keine neurologi-
schen Ausfälle, wohl aber leichte Druckdolenzen über der unteren HWS 
und oberen BWS mit Ausstrahlung bis zur linken Schulter festgestellt wer-
den (AB 35/13).

3.3.2 Im Rahmen neurologischer Konsiliaruntersuchungen diagnostizierte 
Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, in den Berichten vom 
7. Februar 2011 (AB 35/10 f.) und 19. Januar 2012 (AB 35/8 f.) einen Sta-
tus nach Commotio cerebri mit/bei zunächst vor allem postcommotionellen 
Beschwerden, einem unauffälligen EEG (anfangs 2011), einem unauffälli-
gen Schädel-MRI und neuerdings blitzartigen Kopfschmerzen meist rechts 
parieto-occipital.

3.3.3 Wegen chronischen therapieresistenten fronto-parietalen Kopf-
schmerzen meist rechts wurde im Spital F.________ anlässlich einer Un-
tersuchung vom 8. Juni 2012 (entsprechender Bericht vom 12. Juni 2012; 
AB 35/6 f.) eine ausgeprägte Druckdolenz über der Fazettenregion der 
rechtsseitigen HWS im oberen und mittleren Drittel festgestellt. Eine des-
halb ins Auge gefasste diagnostische Fazettengelenksinfiltration wurde im 
Sommer 2012 durchgeführt (vgl. AB 62.4 oben).

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3.3.4 Der behandelnde Psychiater Dr. med. G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte im Bericht vom 6. Januar 2014 
(AB 24) aus, dass sich als Folge des Unfalls vom Dezember 2010 eine 
chronische Schmerzsymptomatik im Nackenbereich eingestellt habe. Als 
sich der Beschwerdeführer im Dezember 2012 zur Wiederaufnahme der 
Behandlung gemeldet habe, hätten eine deutliche depressive und eine 
ausgeprägte Angstsymptomatik, die ihn in seinem Alltag zunehmend deut-
lich eingeschränkt hätten, bestanden. Neben der Schmerzsymptomatik 
dürften auch seine erfolglosen Bemühungen um eine neue Arbeitsstelle 
(Beendigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses per 31. Mai 2012 mit 
Freistellung ab 10. Juli 2011 bzw. Outplacement; vgl. AB 36 f.) mit zur de-
pressiven Symptomatik beigetragen haben.

Im IV-Arztbericht vom 13. März 2014 (AB 42) diagnostizierte Dr. med. 
G.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Mischbild narzissti-
scher und schizoider Persönlichkeit, multiple Traumatisierungen und ein 
Mischbild von depressiven Episoden/Angstzuständen bis hin zu Panikanfäl-
len. Der Beschwerdeführer habe im Dezember 2010 ein Schädel-Hirn-
Trauma mit seither persistierenden Kopfschmerzen erlitten. Deshalb habe 
er kaum mehr richtig erholsamen Schlaf gefunden und sei zunehmend er-
schöpft gewesen. Das habe die bereits bei früheren Behandlungssequen-
zen festgestellte Angst- und schlussendlich Depressionssymptomatik ge-
fördert. Er habe sich immer mehr zurückgezogen. Körperlich bestünden 
allenfalls Einschränkungen wegen der beschriebenen Schmerzsymptoma-
tik. Psychisch bestünden deutliche Einschränkungen von Seiten des de-
pressiv eingeschränkten Antriebes, der schnellen Erschöpfbarkeit, der star-
ken, auch angstbedingten Rückzugstendenz, dann aber zunehmend auch 
aufgrund der Persönlichkeitsstörung. Das dürfte eine aktive Erwerbstätig-
keit aktuell ausschliessen.

3.3.5 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 15. September 2014 
(AB 62.4) konnten von Dr. med. H.________, Facharzt für physikalische 
Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie FMH, keine rheumatolo-
gischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. 
Es bestünden zwar eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits 
(Trapezius), ein Status nach Kontusion des Kopfes und Distorsion der 

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HWS am 18. Dezember 2010, ein Status nach posttraumatischer Lumbago 
bei Rückenkontusion am 18. Dezember 2010 sowie Genua vara, welche 
sich aber allesamt nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Die früher be-
stehenden Beschwerden im Bereich der Lenden- und der Brustwirbelsäule 
hätten sich wieder vollständig zurückgebildet. Geblieben seien chronische 
Nackenschmerzen. Weder bildgebend noch in der klinischen Untersuchung 
fänden sich Befunde, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begrün-
den könnten. Der Beschwerdeführer sei nicht nur in seiner zuletzt ausgeüb-
ten, sondern in jeglicher Tätigkeit, die nicht ständige Überkopfarbeiten be-
inhalte, uneingeschränkt arbeitsfähig.

3.3.6 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte 
im neurologischen Teilgutachten vom 29. September 2014 (AB 62.3) einer-
seits mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen chronischen posttrau-
matischen Kopfschmerz bei Status nach Commotio cerebri vom 18. De-
zember 2010 und mit Verdacht auf Interferenz mit nicht somatischen Fakto-
ren und andererseits ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anamnes-
tisch einen Status nach Commotio cerebri vom Oktober 2005. Es bestehe 
ein chronisches therapieresistentes posttraumatisches Kopfschmerz-
syndrom, aufgetreten im Anschluss an ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma 
vom 18. Dezember 2010. Initial sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 
18. bis 21. Dezember 2010 attestiert worden. Es sei einzuräumen, dass 
chronische posttraumatische Kopfschmerzen in manchen Fällen zu einer 
arbeitsrelevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen könnten; im 
vorliegenden Fall seien aber zusätzlich anderweitig interferierende (psychi-
sche) Faktoren wirksam. Aufgrund des eher diffusen, wenig spezifischen 
Schmerzbildes, des absolut therapierefraktären Verlaufs und ausbleiben-
den weiteren somatischen Behandlungsversuchen müsse davon ausge-
gangen werden, dass die Interferenz mit den psychischen Krankheitsfakto-
ren nicht unwesentlich zur Chronifizierung beitrage. Aus neurologischer 
Sicht sei aufgrund der chronischen posttraumatischen Kopfschmerzen eine 
partielle Leistungseinschränkung im Bereich von 25% einzuräumen. Eine 
darüber hinausgehende Einschränkung der Arbeits-/Leistungsfähigkeit 
könne nicht mit somatisch-neurologischen Faktoren begründet werden; sie 
müsste gegebenenfalls psychiatrisch begründet werden.

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3.3.7 Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (psychiatri-
sches Teilgutachten vom 25. September 2014; AB 62.2) gab der Be-
schwerdeführer an, im Prinzip aus verschiedenen Gründen eine Rente zu 
erwarten. Trotz intensiven Bemühungen finde er keine Stelle. Er sei auch 
nicht mehr richtig arbeitsfähig. Seit dem Unfall im Dezember 2010 leide er 
täglich unter starken Kopf- und Nackenschmerzen, weshalb er sich in ein 
dunkles Zimmer zurückziehen müsse. Ein Problem sei wohl auch, dass er 
sozial nicht sonderlich verträglich sei (Rückzug vor allem im privaten Be-
reich, teilweise verbal aggressive Reaktionen, situationsbedingte Ängste). 
Er könne sich die psychiatrischen Behandlungen aber nicht mehr leisten.

Der Gutachter diagnostizierte ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den 
Verdacht auf eine gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61). Es falle 
auf, dass der Beschwerdeführer schon in der Jugend teilweise Schwierig-
keiten gehabt habe, vor allem auch im zwischenmenschlichen Bereich, und 
dass er an einer Vielzahl von Stellen tätig gewesen sei, teilweise auch 
kurzzeitig arbeitslos und als .... Er scheine sich eher einzelgängerisch zu 
verhalten und keine Kontakte zu pflegen, er gehe aber eigenen Interessen 
nach und kümmere sich um seinen Sohn, den er regelmässig sehe. Mit 
Blick auf die Einschätzung von Dr. med. G.________ vom 13. März 2014 
(vgl. E. 3.3.4 zweiter Abschnitt hiervor) könne mit grosser Wahrscheinlich-
keit eine Persönlichkeitsproblematik bestätigt werden, denn es zeige sich 
eine auffällige Persönlichkeitsstruktur, die bis in seine Jugend zurückreiche 
und sich in Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich zu manifes-
tieren scheine. Es zeigten sich Anhaltspunkte für ein eigenbrötlerisches 
Verhalten, wobei eindeutige Hinweise auf eine narzisstische Problematik 
nicht gefunden werden könnten, insbesondere könne aktuell keine erhöhte 
Verletzbarkeit oder übermässiges Grössengefühl vorgefunden werden. Er 
wirke allerdings emotional distanziert und in der Affektivität etwas flach, er 
scheine auch wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen zu haben und wir-
ke in der Gegenübertragung eher wenig warm bzw. emotional, was auf 
eine gewisse schizoide Struktur hinweise. Es dürften auch neurotische Fak-
toren eine Rolle spielen. Es könne daher allenfalls eine mögliche gemischte 
Persönlichkeitsstörung angenommen werden, wobei eine wie von Dr. med. 
G.________ angegebene narzisstische Problematik nicht eindeutig er-

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kennbar sei. Differentialdiagnostisch könne eine akzentuierte Persönlichkeit 
in Betracht gezogen werden. Eindeutige Hinweise auf eine depressive 
Störung oder Angststörung liessen sich nicht finden. Es bestünden zwar 
Ängste in spezifischen Situationen, die mit Blick auf die verschiedenen 
Überfälle durchaus nachvollziehbar erschienen. Im Alltag sei er allerdings 
durch diese Ängste nicht wesentlich beeinträchtigt. Es sei denkbar, dass er 
zeitweise im Rahmen von belastenden Umständen mit affektiven Schwan-
kungen und einer Verstärkung von Ängsten reagiere, die aber gemäss sei-
nen Beschreibungen nicht dauerhaft vorhanden seien. Demnach dürfte vor 
allem die Persönlichkeitsproblematik bezüglich der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit relevant sein. Hierbei gelte es zu beachten, dass er jahrelang in 
der Lage gewesen sei, verschiedenste Tätigkeiten auch in leitender Funkti-
on auszuüben. Subjektiv fühle er sich nicht aufgrund der psychischen Si-
tuation beeinträchtigt, sondern aufgrund der Kopfschmerz-Symptomatik. Es 
zeigten sich keine Hinweise, die auf eine dauerhafte Verschlechterung des 
psychischen Zustandes hindeuteten, auch könne keine Dekompensation 
der allfälligen Persönlichkeitsproblematik gefunden werden. Er führe auch 
keine therapeutischen Massnahmen mehr durch, weswegen der subjektive 
Leidensdruck bezüglich einer allfälligen psychischen Problematik stark rela-
tiviert werden müsse. Aus diesen Gründen lasse sich die von Dr. med. 
G.________ angegebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht nach-
vollziehen. Die Kriterien reichten aus versicherungsmedizinischer Sicht 
nicht aus, um aufgrund des psychischen Zustandes eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit begründen zu können.

3.3.8 Gesamtmedizinisch attestierten die involvierten Gutachter einzig 
aus neurologischer Sicht aufgrund der chronischen posttraumatischen 
Kopfschmerzen eine partielle Leistungseinschränkung von 25% seit 
22. Dezember 2010, während die psychiatrischen und rheumatologischen 
Untersuchungen keine relevanten Befunde ergaben; aufgrund letzterem 
seien aber ständige Überkopfarbeiten zu vermeiden (AB 62.1/40 f.).

3.3.9 Mit Schreiben vom 26. November 2014 (AB 72/2 ff.) nahm Dr. med. 
G.________ zum psychiatrischen Teilgutachten (vgl. E. 3.3.7 hiervor) Stel-
lung. Eine narzisstische Problematik sei sehr wohl vorhanden, stehe aber 
nicht im Vordergrund. Sodann würden im Gutachten verschiedene Merk-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 14

male einer schizoiden Persönlichkeitsstörung aufgeführt (keine Pflege so-
zialer Kontakte, Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Beziehungen, keine 
Kontakte zum persönlichen Umfeld, keine gelebten Beziehungen, einge-
schränktes bis fehlendes Interesse an sexuellen Aktivitäten, misstrauisch 
ausweichendes Verhalten, affektive Distanziertheit, soziale Zurückgezo-
genheit, eigenbrötlerisches Verhalten, häufige Stellenwechsel, Aktivitäten 
im Ausland). Im Verlaufe der Jahre sei es wiederholt zu fachpsychiatri-
schen Kontakten gekommen, meist bei Einstellung einer eindrücklichen 
depressiven Symptomatik begleitet von Angstsymptomen. Dabei habe es 
sich um Komorbiditäten in Zusammenhang mit der schizoiden Persönlich-
keitsstörung gehandelt. Es sei geradezu typisch für die bestehende Per-
sönlichkeitsstörung, dass ausser in absoluten Notfallsituationen der Kontakt 
zum Therapeuten nicht gesucht werde. Der Leidensdruck bestehe aber 
sehr wohl weiter und würde den Beschwerdeführer unter anderem daran 
hindern, an einem gewöhnlichen Arbeitsplatz zu bestehen. Es sei sehr wohl 
bekannt, dass schizoide Persönlichkeiten grosse berufliche Leistungen 
erbringen könnten, wenn gewisse Arbeitsbedingungen erfüllt seien; dies sei 
häufig in Nischenarbeitsplätzen der Fall. Dass diese Bedingungen vorlie-
gend nicht gegeben gewesen seien, sei mit ein Grund für die häufigen Stel-
lenwechsel und die aktuell schwierige Stellensuche. Seines Erachtens sei 
die Arbeitsfähigkeit aufgrund des bestehenden psychiatrischen Krankheits-
bildes massiv eingeschränkt und habe sich nach langem erfolglosem En-
gagement bei der Stellensuche zusätzlich reduziert.

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 15

3.4.1 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von anderen mit 
der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung ver-
mag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört viel-
mehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 
auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf 
welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwal-
tungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswür-
digung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.4.2 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). 

3.4.3 In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht im 
Übrigen auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte 
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 
E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden 
Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht 
für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrau-
ensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst be-
dingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 16

rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht {BGer}] vom 20. März 2006, 
I 655/05, E. 5.4).

3.5

3.5.1 Das MEDAS-Gutachten (AB 62) erfüllt hinsichtlich der gestellten 
Diagnosen die von der Rechtsprechung an den Beweiswert von ärztlichen 
Berichten und Gutachten gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor), 
weshalb ihm diesbezüglich volle Beweiskraft zukommt (vgl. E. 3.4.1 hier-
vor). Das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt 
die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamne-
se) abgegeben. Namentlich das psychiatrische Teilgutachten setzt sich 
eingehend mit den vom Beschwerdeführer in der Beschwerde, S. 1, gel-
tend gemachten Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich sowie 
Angstzuständen auseinander. So werden im Gutachten einerseits die 
zurückgezogene Lebensweise und die häufigen Stellenwechsel themati-
siert, andererseits aber auch auf die innegehabten Stellen mit teilweise gar 
leitender Funktion hingewiesen (vgl. E. 3.3.7 hiervor). Mit Blick auf die Aus-
führungen des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 1) und die Akten 
(AB 7) zeigt sich, dass sich die häufigen Stellenwechsel vor allem in der 
Zeit von Sommer 1996 bis Sommer 2003 ereigneten; danach war der Be-
schwerdeführer bis zur Freistellung im Juli 2011 bzw. Beendigung des letz-
ten Arbeitsverhältnisses im Mai 2012 (AB 36) ununterbrochen für dieselbe 
Arbeitgeberin tätig, dies trotz angeblich von Anfang an bestehender Kom-
munikationsprobleme mit Vorgesetzten. In Kenntnis all dessen erachteten 
die Gutachter den Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht als voll ar-
beitsfähig (vgl. E. 3.3.7 hiervor). 

3.5.2 Soweit der Beschwerdeführer die gutachterliche Beurteilung anhand 
eines Berichts seines behandelnden Psychiaters vom 26. November 2014, 
worin aufgrund des psychiatrischen Krankheitsbildes von einer massiven 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen wird (vgl. 3.3.9 hiervor), 
in Zweifel zieht, kann dem nicht gefolgt werden. Dr. med. G.________ ver-
mag keine neuen Aspekte zu benennen, die den Gutachtern nicht schon 
bekannt gewesen wären (vgl. E. 3.4.2 hiervor) und bei dessen anderslau-
tenden Einschätzung ist schliesslich der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass behandelnde Spezialärzte und schmerztherapeutisch tätige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 17

Ärzte eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. E. 3.4.3 hiervor). Nicht 
nachvollziehbar ist weiter, dass trotz der seit Kindheit bestehenden und 
nunmehr als erheblich bezeichneten Schwierigkeiten im zwischenmensch-
lichen Bereich und der häufigen Stellenwechsel ab Sommer 1996 (vgl. 
E. 3.5.1 hiervor) psychotherapeutische Behandlungen erst ab Mai 1999 
aktenkundig sind (AB 42/2 Ziff. 1.1) und auch dann nur phasenweise erfolg-
ten, so bei der Trennung von der Mutter seines Sohnes, beim Ableben des 
Vaters und im Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Dezember 2010 mit 
der nachfolgenden medizinischen Abklärungssituation (AB 72/3). Die von 
Dr. med. G.________ in diesem Zusammenhang erwähnte depressive 
Symptomatik (vgl. E. 3.3.4 und 3.3.9 hiervor) erscheint damit reaktiv und ist 
deshalb unbeachtlich (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). So diagnostizierte 
der Hausarzt Dr. med. C.________ schon anlässlich des Ersuchens um 
Hilfsmittel im Jahr 2010 einzig eine Tendinitis Ellbogen und Handgelenk 
rechts sowie einen Status nach Commotio cerebri und verneinte anderwei-
tige Beschwerden ausdrücklich (vgl. AB 3.2 hiervor). Auch nach Beendi-
gung des letzten Arbeitsverhältnisses (Sommer 2012) erachtete sich der 
Beschwerdeführer selbst zu 100% vermittlungsfähig (AB 33/2 Ziff. 8) und 
im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung gab er an, sich vorwiegend 
aufgrund einer unberechenbaren Kopfschmerz-Symptomatik eingeschränkt 
arbeitsfähig zu fühlen (AB 62.2/7 unten). Die erst später verstärkt geltend 
gemachten psychischen Beschwerden erscheinen deshalb IV-rechtlich 
irrelevant. Dazu passt, dass beim Beschwerdeführer Hinweise auf eine 
Rentenbegehrlichkeit bestehen (er erwarte im Prinzip eine Rente "aus ver-
schiedenen Gründen"; AB 62.2/1).

Zusammenfassend erweist sich das Gutachten in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation als ein-
leuchtend und es enthält begründete Schlussfolgerungen; daran vermag 
nach dem Gesagten die anderweitige Einschätzung des behandelnden 
Psychiaters nichts zu ändern. Aufgrund dieser inhaltlichen Vollständigkeit 
und Schlüssigkeit spricht auch die beanstandete einmalige Untersuchung 
durch den psychiatrischen Gutachter (Beschwerde, S. 2) nicht gegen die 
Beweiskraft der Expertise, konnte dieser doch den Beschwerdeführer auf-
grund der Vorakten gezielt untersuchen (vgl. Entscheid des BGer vom 
29. März 2010, 8C_942/2009, E. 5.2). Das MEDAS-Gutachten überzeugt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 18

hinsichtlich der Diagnosen (vgl. E. 3.3.5 ff. hiervor) und der aus rein psych-
iatrischer Sicht – und damit insbesondere auch aufgrund des Verdachts auf 
eine gemischte Persönlichkeitsstörung – verneinten Einschränkung in der 
Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3.7 hiervor).

3.5.3 Die im MEDAS-Gutachten (AB 62) attestierte 25%ige Arbeitsun-
fähigkeit aus neurologischer Sicht aufgrund posttraumatischer Kopf-
schmerzen bei Status nach Commotio cerebri vom 18. Dezember 2010 mit 
Verdacht auf Interferenz mit nicht somatischen Faktoren (vgl. E. 3.3.6 und 
3.3.8 hiervor) überzeugt allerdings nicht restlos, was vorliegend allerdings 
letztlich offen bleiben kann (vgl. nachfolgend). Gemäss Rechtsprechung ist 
es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs 
allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten 
Arztpersonen, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle 
(Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch fest-
gestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsun-
fähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1 
S. 194). Sache des begutachtenden Mediziners ist es erstens, den Ge-
sundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Unter-
suchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall 
Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 
Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt 
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 
begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundla-
ge für jede juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; vgl. 
auch E. 2.5 hiervor). Folglich ist im Rahmen einer rechtlichen Würdigung zu 
beurteilen, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer im Sozialversi-
cherungsrecht anerkannten Arbeitsunfähigkeit führt (vgl. E. 2.2. hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 19

Der neurologische Gutachter vermag seine Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit nur bedingt bzw. kaum mit objektivierbaren Befunden zu 
erklären, sondern hat hierbei weitgehend auf die subjektiven Ausführungen 
des Beschwerdeführers abgestellt. Auslöser war denn auch ein bloss 
"leichtes" Schädel-Hirn-Trauma vom 18. Dezember 2010 mit Verdacht auf 
Interferenz mit nicht somatischen Faktoren (vgl. E. 3.3.6 hiervor). Die Fra-
ge, ob die von den Gutachtern attestierte 25%ige Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund der erwähnten nicht somatischen Faktoren bei rein 
psychiatrisch nicht vorhandener Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.3.7 hiervor) 
auch von sozialversicherungsrechtlicher Relevanz ist (vgl. E. 2.2 hiervor), 
braucht allerdings vorliegend in Anbetracht der nachstehenden Überlegun-
gen (vgl. E. 4 nachfolgend) nicht beantwortet zu werden.

3.5.4 Soweit die kaum objektivierbaren Kopfschmerzen sozialversiche-
rungsrechtlich nicht relevant wären (vgl. E. 3.5.3 hiervor), wäre auch frag-
lich, ob im relevanten Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) tatsächlich 
eine Änderung im Zumutbarkeitsprofil eingetreten ist. Letztlich kann vorlie-
gend auch die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für 
den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, offen gelassen 
werden. Denn selbst unter der Annahme, dass dem so ist, was (wenn 
überhaupt) seinerseits eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im attestier-
ten Umfang von höchstens 25% bedingen würde, muss vorliegend der An-
spruch auf eine Invalidenrente verneint werden, was nachfolgend näher zu 
begründen ist.

4.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das 
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 20

reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3 Angaben der letzten Arbeitgeberin zufolge belief sich der Jahres-
lohn des Beschwerdeführers im Jahr 2012 auf Fr. 110'658.-- (AB 36/2 
Ziff. 2.10). Da die Beschwerdeführerin zunächst davon ausging, der Be-
schwerdeführer habe seine letzte Tätigkeit aus invaliditätsfremden Gründen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 21

verloren (AB 75), bestimmte sie das Valideneinkommen aufgrund statisti-
scher Zahlen der LSE (vgl. E. 4.1 hiervor): Gemäss LSE 2010, Tabelle 
TA7, Ziffer … (…), Anforderungsniveau 2 (Verrichtung selbstständiger und 
qualifizierter Arbeiten), Männer, Meridian, ging sie von einem Jahresein-
kommen von Fr. 102'852.-- (12 x Fr. 8'571.--) aus (vgl. AB 75/2). Arbeits-
zeitbereinigt (Fr. 102'852.-- / 40 x 41.7 [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit, 
Sektor III im Jahr 2012] = Fr. 107'223.20) und indexiert auf das Jahr 2012 
(Fr. 107'223.20 / 100 x 101.8 [BFS, T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 
Sektor 3 Dienstleistungen, Index 2010: 100 Punkte, Index 2012: 101.8 
Punkte) beträgt das lohnstatistische Jahreseinkommen bei einem vollen 
Pensum somit Fr. 109'153.25. Damit bewegt sich das gestützt auf die LSE 
berechnete Valideneinkommen (Fr. 109'153.25) im ähnlichen Rahmen wie 
der im selben Jahr (2012) tatsächlich erzielte Lohn (Fr. 110'658.--).

4.4 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen aufgrund dessel-
ben Tabellenlohns zu bestimmen (vgl. E. 4.3 hiervor). Sind Validen- und 
Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, 
erübrigt sich deren genaue Ermittlung; diesfalls entspricht der Invaliditäts-
grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges 
vom Tabellenlohn (Entscheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). 
Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf einen Abzug vom Tabellenlohn 
(vgl. E. 4.2 zweiter Abschnitt hiervor) verzichtet (AB 75), denn hier beruhen 
beide Vergleichseinkommen auf statistischen Grössen, weshalb invali-
ditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, 
Beschäftigungsgrad) bei beiden Einkommen zu berücksichtigen wären 
(Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5), während 
der behinderungsbedingten Einschränkung (vgl. aber E. 3.5.3 hiervor) mit 
der reduzierten Arbeitsleistung von 25% (vgl. E. 3.5.3 hiervor) genügend 
Rechnung getragen ist. Somit ergibt sich vorliegend bei Annahme einer 
zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 75% in einer angepassten 
Tätigkeit (vgl. E. 3.3.8 hiervor) ein nicht rentenbegründender Invaliditäts-
grad (vgl. E. 2.3 hiervor) von maximal 25%. Eine Indexierung ist nicht er-
forderlich, da eine solche beim Valideneinkommen wie dem Invalidenein-
kommen vorzunehmen wäre und dadurch am Ergebnis nicht änderte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 22

4.5 Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf das höhere 
effektive (Validen-)Einkommen von Fr. 110'658.-- (AB 36/2 Ziff. 2.10) abge-
stellt und dieses dem Invalideneinkommen unter Berücksichtigung einer 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 75% im Betrag von Fr. 81'864.95 
(Fr. 109'153.25 x 0.75) gegenüber gestellt würde, würde noch immer ein 
nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von (gerundet) 26% resultieren. 
Auch hier wird den medizinischen Einschränkungen bereits mit der redu-
zierten Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit Rechnung getragen, weshalb ein 
eigentlicher behinderungsbedingter Abzug nicht vorzunehmen ist (Ent-
scheid BGer vom 5. Juli 2011, 8C_261/2011, E. 7.3); auch andere invali-
ditätsfremde Gründe sind zu verneinen (vgl. E. 4.2 hiervor).

4.6 Da selbst im für den Beschwerdeführer besten Fall (vgl. E. 4.5 hier-
vor) keine invaliditätsbegründende Erwerbseinbusse resultiert, ist die ange-
fochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die hiergegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.-- zu tragen. Die-
se werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2015, IV/15/73, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.