# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5ec03b8-b2fe-5cac-b8b9-33035c814458
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.12.2021 725 20 323/334
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-323-334_2021-12-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. Dezember 2021 (725 20 323 / 334) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung von zwei verwaltungsexternen Gutachten; Prüfung des Zeitpunkts des Fallab-

schlusses, der Rentenhöhe und des Integritätsschadens; Verneinung des Anspruchs auf 

unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren aufgrund fehlender sachlicher 

Gebotenheit der anwaltlichen Vertretung 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Claude Schnüriger, 
Advokat, Lange Gasse 90, Postfach 335, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Basler Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, 
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Oskar Müller, Rechtsanwalt, 
Steinhauserstrasse 51, Postfach 7552, 6302 Zug 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. A.____, geboren 1958, arbeitete als Raumpflegerin in einem Arbeitspensum zwischen 
40 bis 50 Stunden pro Monat. Über ihre Arbeitgeberin ist sie bei der Basler Versicherung AG 
(Basler) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 4. November 

 

 
 
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2016 wurde sie am 25. August 2016 von einem Auto angefahren, als sie auf dem Fussgänger-
streifen die Fahrbahn überqueren wollte. Dabei erlitt sie mehrere gravierende Verletzungen. Sie 
wurde notfallmässig ins Spital B.____ eingeliefert, wo ein Schädelhirntrauma, eine Kalottenfrak-
tur, eine Beckenringfraktur, eine Humerusfraktur, eine Aspirationspneumonie, eine Colitis, ein i-
atrogener Pneumothorax, eine BWK2-Vorderkantenfraktur, ein sanierungsbedürftiger Zahnstatus 
sowie eine Rissquetschwunde diagnostiziert wurden. Die Frakturen wurden im Spital B.____ ope-
rativ versorgt (act. 3.3). Die Versicherte befand sich zunächst bis 16. September 2016 stationär 
im Spital B.____ in Behandlung, anschliessend bis 29. November 2016 zur Neurorehabilitation in 
der Rehaklinik C.____ (act. 3.4 und 3.6). Vom 5. Dezember 2016 bis Mitte März 2017 wurde sie 
in der Tagesklinik der Rehaklinik C.____ ambulant weiterbehandelt (act. 3.5 und 3.7). Die Versi-
cherte war als Folge des Unfallereignisses vollständig arbeitsunfähig. In der Folge richtete die 
Basler die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus. Gestützt auf das Gutachten der IB-Bern 
Interdisziplinäre Begutachtungen (IB-Bern) vom 20. Dezember 2018 legte die Basler mit Verfü-
gung vom 29. April 2019 den Endzustand per 31. Dezember 2018 fest, lehnte die Übernahme 
weiterer Heilbehandlungskosten sowie die Ausrichtung einer Invalidenrente bei einem errechne-
ten Invaliditätsgrad von 8 % ab und sprach der Versicherten eine Integritätsentschädigung basie-
rend auf einem Integritätsschaden von 40 % zu. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung 
lehnte sie ab. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Claude Schnü-
riger, am 17. Mai 2019 Einsprache und beantragte die weitere Übernahme von Heilbehandlungs-
kosten und die Ausrichtung von Taggeldleistungen, die Zusprache einer Rente bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % sowie einer Integritätsentschädigung basierend auf einem Integ-
ritätsschaden von 50 %. Ausserdem ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeistän-
dung. In der Folge holte die Basler weitere medizinische Berichte ein, insbesondere den Bericht 
von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Oktober 2019 zuhanden der 
IV-Stelle. Mit Einspracheentscheid vom 10. Juli 2020 lehnte sie die Einsprache ab. 
 
B. Mit Eingabe vom 3. September 2020 erhob A.____, erneut vertreten durch Advokat Dr. 
Claude Schnüriger, gegen den Einspracheentscheid vom 10. Juli 2020 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und erhob 
die folgenden Rechtsbegehren: 
 

1. Es seien die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. April 2019 und der Einsprache-
entscheid vom 10. Juli 2020 aufzuheben. 

2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der Beschwerdeführerin auch nach dem 
1. Januar 2019 das bis zum 31. Dezember 2018 bestehende Taggeld zu entrichten. 

3. Bei Abweisung von Rechtsbegehren Nr. 2: Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich-
ten, der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2019 auf der Basis einer Erwerbs-
unfähigkeit von mindestens 50 % die entsprechende Rente zu entrichten. 

4. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der Beschwerdeführerin auf der Basis ei-
ner Integritätseinbusse von mindestens 50 % die entsprechende Integritätsentschädigung 
zu entrichten. 

5. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, für die Heilbehandlungskosten der Be-
schwerdeführerin auch nach dem 1. Januar 2019 aufzukommen. 

 

 
 
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6. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der Beschwerdeführerin für das Ein-
spracheverfahren die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren. 

7. Es seien sämtliche Gerichts- und Anwaltskosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 
der Beschwerdegegnerin zu auferlegen. 

8. Es sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren für die Gerichts-
kosten und die Anwaltskosten die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. 
 

 
C. Rechtsanwalt Oskar Müller teilte mit Eingabe vom 21. September 2020 mit, dass er die 
Interessen der Beschwerdegegnerin vertrete. Mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2021 be-
antragte er die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 
10. Juli 2020. 
 
D. Mit Eingabe vom 11. Februar 2021 hielt die Beschwerdeführerin fest, dass sie von der 
Sozialhilfebehörde Z.____ unterstützt werde. In der Folge bewilligte die instruierende Präsidentin 
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 4. März 2021 für das vorliegende Beschwerdever-
fahren die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Claude Schnüriger als Rechtsbeistand. 
 
E. Die Beschwerdeführerin übermittelte dem Kantonsgericht mit Schreiben vom 4. März 
2021 eine Kopie des Vorbescheids der IV-Stelle vom 25. Februar 2021 sowie das polydisziplinäre 
Gutachten der MEDAS Zürich vom 16. Februar 2021. Mit Replik vom 19. April 2021 beantragte 
sie in Abänderung des Rechtsbegehrens Ziffer 2, es sei ihr, falls ihr nicht weiterhin Taggeld zu-
gesprochen werde, ab dem 1. Januar 2019 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 100 % die 
entsprechende Rente auszurichten. Weiter sei ihr auf der Basis eines Integritätsschadens von 
mindestens 70 % die entsprechende Integritätsentschädigung nebst Zins zu 5 % ab 29. April 
2019 zu entrichten. Es werde an der Auffassung festgehalten, wonach der medizinische Endzu-
stand am 31. Dezember 2018 nicht erreicht gewesen sei. 
 
F. Mit Duplik vom 18. Juni 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abwei-
sung der Beschwerde fest. 
 
G. Mit Eingabe vom 29. Juni 2021 reichte die Beschwerdeführerin die Verfügung der IV-
Stelle vom 24. Juni 2021 ein. Daraus geht hervor, dass die IV-Stelle der Beschwerdeführerin ab 
1. August 2017 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 83 % eine ganze Invalidenrente zuge-
sprochen hat. Mit Eingabe vom 13. Juli 2021 führte die Beschwerdegegnerin aus, der IV-
Verfügung sei zu entnehmen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im angestamm-
ten Beruf noch 30 % betrage, die Restarbeitsfähigkeit aufgrund des fortgeschrittenen Alters und 
der multiplen Einschränkungen von der IV-Stelle aber nicht mehr als verwertbar erachtet worden 
sei. Dieser Umstand sei aber für die Beurteilung des unfallversicherungsrechtlichen Anspruchs 
nicht zu berücksichtigen. 
 
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der Akten wird, soweit 
notwendig, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  

 

 
 
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1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie örtlich zuständigen Kantonsgericht er-
hobene Beschwerde vom 3. September 2020 ist einzutreten. 
 
2.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 so-
wie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmun-
gen ereignet haben, werden jedoch nach bisherigem Recht ausgerichtet (Übergangsbestimmung 
in Art. 118 Abs. 1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend noch 
auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug zu nehmen ist. 
 
2.2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Okto-
ber 2000), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Ist die versicherte 
Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf 
eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche 
Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG An-
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente fest-
gesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung 
gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Für diese Leistungen hat der Unfallversicherer grundsätzlich nur 
unter der Voraussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein-
getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürli-
cher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 
 
2.2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In-
tegrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weg-
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob 
zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kau-
salzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). 
 

 

 
 
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2.2.3 Ursachen im Sinn des adäquaten Kausalzusammenhangs sind diejenigen Ereignisse, 
die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet 
sind, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolges also 
durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint. Der Voraussetzung des adäquaten Kau-
salzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.2 
f.). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Er-
eignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate Kau-
salzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickel-
ten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 30 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 
Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kau-
salzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier 
die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 
E. 5b/bb). Stehen hingegen psychische Unfallfolgeschäden zur Beurteilung, so hat eine beson-
dere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs im Einzelfall erforderlich, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Ent-
stehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse 
Schwere aufweist bzw. ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 
 
2.3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG) 
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie dürfen eine Tatsache 
nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
 
2.3.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche ist die rechtsanwen-
dende Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen angewiesen (BGE 134 
V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förm-
liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu 
entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten den Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 
die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 125 V 351 E. 3a). 
 
2.3.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hin-
weisen). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Be-

 

 
 
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weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b mit Hinweisen; 
vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). 
 
3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung der unfallversicherungsrechtlichen An-
sprüche der Beschwerdeführerin auf das polydisziplinäre Gutachten der IB-Bern vom  
20. Dezember 2018 ab. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Beweistauglichkeit dieses Gutach-
tens. Stattdessen sei zur Ermittlung des medizinischen Sachverhalts auf das von der IV-Stelle 
bei der MEDAS Zürich in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten vom 16. Februar 2021 
abzustellen. 
 
3.2 Die Gutachter der IB-Bern Dr. med. E.____, Facharzt für Chirurgie und Manualmedizin 
SAMM, Dr. med. F.____, Facharzt für Neurologie, Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, sowie Dr. phil. H.____, Neuropsychologie FSP, diagnostizieren nach chirurgischer, 
neurologischer, psychiatrischer und neuropsychologischer Untersuchung mit überwiegend wahr-
scheinlichem Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 25. August 2016: 
 

• ein schweres Schädelhirn-Trauma mit/bei 
o bildgebend nachgewiesenen beidseits fronto-temporalen subarachnoidalen und 

beidseits frontalen subduralen Blutungen sowie Hinweisen auf eine angrenzende 
intraparenchymale Kontusion (CT Schädel vom 27. August 2018) 

o MRI des Schädels vom 12. Dezember 2018 mit posttraumatischen Parenchymde-
fekten rechts frontal und temporopolar beidseits und zerebellär sowie mit leicht- 
bis mittelgradiger, wahrscheinlich mikroangiopathischer Leukenzephalopathie 

o initial mittelschwere neuropsychologische Defizite, im Verlauf zunächst Besserung 
auf ein mittelschweres Ausmass, dann weitere Besserung auf leichte bis mittel-
schwere kognitive Beeinträchtigungen 

o Beckenringfraktur rechts, operativ saniert am 30. August 2016, folgenlos ausge-
heilt 

o Proximale Humerusfraktur rechts, operativ saniert am 26. August 2016, folgenlos 
ausgeheilt bis auf ein leichtes Impingement. 
 

Als aktuelle überwiegend wahrscheinlich unfallbedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen di-
agnostizieren sie: 
 

• leichte neuropsychologische Defizite in den Bereichen Aufmerksamkeit und Konzentra-
tion, Gedächtnis und exekutive Funktionen mit zusätzlicher posttraumatischer Fatigue-
Symptomatik und Kopfschmerzen sowie leichtgradiger Persönlichkeitsänderung nach 
Schädelhirntrauma 

• posttraumatischer benigner paroximaler Lagerungsschwindel 
• leichtes Impingement der rechten Schulter. 

 
Als überwiegend wahrscheinlich unfallfremd halten sie fest: 
 

 

 
 
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• eine massive generalisierte muskuläre Hypertrophie bei Körpergewicht von 40 kg mit Ver-
dacht auf Sarkopenie 

• ein COPD mit schwerer obstruktiver Ventilationsstörung bei fortgesetztem Nikotinabusus 
• eine leicht- bis mittelgradige, wahrscheinlich mikroangiopathische Leukenzephalopathie 

(MRI des Schädels vom 12. Dezember 2018) 
• den Status nach Mamma-Ablatio bei Mamma-Karzinom rechts 2006 
• ein niedriges Schul- und Berufsbildungsniveau mit verbalem IQ von 93 Punkten 
• den Status nach depressiver Episode, ED September 2016, antidepressiv behandelt, in-

zwischen remittiert. 
 
In der Beurteilung führen sie aus, im Vordergrund der aktuellen subjektiven Beschwerden stün-
den eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schmerzen im Bereich der Hüfte beidseits, Schmerzen im rech-
ten Oberarm, Kopfschmerzen sowie Vergesslichkeit. Die Versicherte sei stark untergewichtig (40 
kg), mute kachektisch an und weise eine massive generalisierte muskuläre Hypotrophie auf, es 
bestehe in diesem Zusammenhang der Verdacht auf eine Sarkopenie. Zudem liege gemäss vor-
liegenden Akten ein COPD bei fortgesetztem Nikotinabusus vor, und es bestehe eine leicht- bis 
mittelgradige, wahrscheinlich mikroangiopathische Leukenzephalopathie. Daneben weise die 
Versicherte eine belastete soziobiographische Anamnese auf (Alkoholabhängigkeit des Vaters 
und des Ex-Ehemannes) und ihr Schul- und Berufsbildungsniveau sei eher niedrig bei verbalem 
IQ im unteren Normbereich (93 IQ-Punkte). Diese Faktoren seien unfallfremd und würden die 
körperlichen, psychischen und sozialen Ressourcen der Versicherten erheblich einschränken. Im 
Vordergrund stehe der desolate muskuläre Trainings- und Ernährungszustand der Versicherten, 
der zu erheblichen Einschränkungen führe (z.B. betreffend Gehen/Stehen, Gleichgewicht, Stand-
sicherheit, Heben und Tragen von Gewichten, körperliche Ausdauer und Kraft). Die gesundheit-
lichen Unfallfolgen würden gegenüber den unfallfremden Faktoren deutlich im Hintergrund ste-
hen, zumal nur noch leichte unfallbedingte neurologische und neuropsychologische Defizite vor-
liegen würden und sich die Versicherte von den unfallbedingten Frakturen (Beckenring rechts und 
Humerus rechts) – mit Ausnahme eines verbleibenden leichten Impingements der rechten Schul-
ter – sehr gut erholt habe. Hinsichtlich des aktuellen gesundheitlichen Zustands seien die unfall-
bedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit 20% und die unfallfremden Faktoren mit 80% 
zu gewichten. Der Status quo ante werde wegen der eingetretenen unfallbedingten morphologi-
schen Veränderungen am Gehirn (MR-tomographisch objektivierte Blutungen und Hirnkontusio-
nen) und am Bewegungsapparat (Beckenringfraktur rechts und Humerusfraktur rechts) voraus-
sichtlich auf Lebenszeit nicht mehr zu erreichen sein. Der Status quo sine sei spätestens zum 
Zeitpunkt der Untersuchungen erreicht worden, da heute unfallfremde gesundheitliche Beein-
trächtigungen im Vordergrund stehen würden und eine allfällige vorübergehende unfallbedingte 
Verschlechterung des Vorzustandes inzwischen abgeschlossen sei. 
 
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führen die Gutachter aus, unter Berücksichtigung der Unfallfol-
gen sei die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsangestellte mit gewissen quali-
tativen Einschränkungen weiterhin arbeitsfähig. Aufgrund der verbleibenden leichten Impinge-
mentsymptomatik der rechten Schulter seien Überkopf-Arbeiten nicht mehr zumutbar, ebenso 
Tätigkeiten, die repetitiv mit erheblichem kraftvollem Druck mit dem rechten Arm getätigt werden 
müssten. Aufgrund der Schwindelsymptomatik könnten ihr keine Tätigkeiten mehr auf Leitern, 

 

 
 
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Erhöhungen oder an absturzgefährdeten Stellen zugemutet werden. Da bei der bisherigen Tätig-
keit keine intellektuell übermässig anspruchsvollen Arbeiten anfallen, würden die leichten neu-
ropsychologischen Defizite im Hinblick auf diese Tätigkeit keine Rolle spielen bzw. würden zu 
keinen Einschränkungen führen. Im Prinzip könne sie als Reinigungsangestellte weiterhin die 
Tätigkeiten machen, die sie bereits jetzt wieder zu Hause im Rahmen ihrer üblichen Haushalts-
arbeiten ausführe. Aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit und der Fatigue-Symptomatik, die zu 
einem erhöhten Pausenbedarf führe, gehe man davon aus, dass die bisherige Tätigkeit als Rei-
nigungsangestellte insgesamt 6 Stunden pro Tag an 5 Tagen der Woche zumutbar sei, dies unter 
Berücksichtigung der zuvor gemachten qualitativen Einschränkungen. Nicht unerwähnt gelassen 
werden könne, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der bisherigen Tätigkeit darüber hin-
aus in viel stärkerem Umfang durch die unfallfremden gesundheitlichen Probleme eingeschränkt 
werde, insbesondere den desolaten, kachektisch anmutenden muskulären Zustand, das COPD 
bei fortgesetztem Nikotinabusus und die mikroangiopathische Leukenzephalopathie bei ohnehin 
nur knapp normalen intellektuellen Ressourcen und niedrigem Schul- und Berufsbildungsniveau. 
Inwiefern die Versicherte aufgrund der unfallfremden gesundheitlichen Beeinträchtigungen über-
haupt noch eine wirtschaftlich verwertbare Leistung erbringen könne, sei mehr als fraglich. Dies 
müsse durch die IV beurteilt werden. Grundsätzlich seien auch anderen Tätigkeiten zumutbar, 
wenn die zuvor umschriebenen qualitativen Einschränkungen berücksichtigt würden, also z.B. 
sitzende Tätigkeiten, administrative Arbeiten, Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Auch hier sei 
aber mit einer erhöhten Ermüdbarkeit und damit zusammenhängend mit einem vermehrten Pau-
senbedarf zu rechnen, sodass mit einer zumutbaren zeitlichen Belastbarkeit von 6 Stunden täg-
lich an 5 Tagen der Woche zu rechnen sei. Von einer weiteren Heilbehandlung sei keine namhafte 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten. 
 
3.3 Die Experten der MEDAS Zürich untersuchten die Beschwerdeführerin im Auftrag der 
IV-Stelle in allgemein-internistischer, orthopädisch-chirurgisch-traumatologischer, neurologi-
scher, psychiatrischer und neuropsychologischer Fachrichtung. Im Gutachten vom 16. Februar 
2021 werden von Dr. med. I.____, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. J.____, 
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, PD Dr. 
med. K.____, Facharzt FMH für Neurologie, Dr. med. L.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und Dipl.-Psych. M.____, Neuropsychologin FSP, klinische Neuropsychologie 
GNP, mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen gestellt:  
 

• COPD mit schwerer obstruktiver Ventilationsstörung (ED 26. September 2016) GOLD 3-
4 

• Status nach proximaler subkapitaler mehrfragmentärer Humerusfraktur rechts am 25. Au-
gust 2016 und Status nach Osteosynthese am 26. August 2016 mit geringer Funktions-
einschränkung und Minderbelastbarkeit des rechten Armes 

• Status nach Beckenringfraktur am 25. August 2016 und Status nach Beckenstabilisierung 
mittels ISG Verschraubung beidseits am 30. August 2016 mit Minderbelastung des Be-
ckens 

• Degeneratives Verschleissleiden des lumbosacralen Übergangs mit Lumbalsyndrom 
• Rumpfataktische Störung bei wahrscheinlich posttraumatischer Vermis-nahen zerebellä-

ren Läsion 

 

 
 
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o bei Zustand nach mittelschwerem Schädel-Hirn-Trauma am 25. August 2016 mit 
traumatischer SAB Fisher III frontotemporal, Subduralhämatom beidseits, Kontu-
sionsblutung frontobasal und temporal rechtsseitig, nicht-dislozierter Kalottenfrak-
tur temporal linksseitig und Fraktur des Arcus zygomaticus linksseitig 

o bei im cMRT vom 12. Dezember 2018 nachgewiesenem Defekt links zerebellär 
und angrenzend an den Vermis 

o verstärkt durch eine phobische Komponente 
• Organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma 
• Nach DSM-V: Majore neurokognitive Störung aufgrund Schädel-Hirn-Trauma mit Verhal-

tensauffälligkeiten 
o mit assoziierten, die Diagnose stützenden Merkmalen: Kopfschmerzen, Belastbar-

keitsminderung, Schlafstörungen, niedrige Frustrationstoleranz, Anspannung und 
Ängstlichkeit. 
 

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren die Gutachter: 
 

• ein muzinöses Mammakarzinom rechts, ED 2006 
• eine Colitis mit Status nach notfallmässiger Laparotomie 
• Status nach Pleuraerguss rechts 
• Osteopenie 
• Beginnende Coxarthrose beidseits 
• Deckplattenfraktur BWK2 am 25. August 2016 mit konservativer Behandlung 
• Chronischer Posttraumatischer Kopfschmerz bei Status nach mittelschwerem Schädel-

Hirn-Trauma am 25. August 2016. 
 
Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht wird festgestellt, dass die Funktionseinschränkung und 
die Minderbelastbarkeit des rechten Armes auf die Humerusfraktur zurückzuführen seien. Die 
geklagten Einschränkungen seien durch die Unfallfolgen hinreichend erklärt. Ein stabiler Zustand 
sei mehr als vier Jahre nach dem Unfall und der Operation erreicht. Die Beschwerden im Bereich 
der Beckenregion und der Hüftgelenksregion würden sich durch die 2013 bildgebend dargestell-
ten beginnenden degenerativen Veränderungen erklären lassen. Es handle sich um altersbe-
dingte Veränderungen, die durch die beim Unfall erlittenen Frakturen richtungsgebend verschlim-
mert worden seien. Die Frakturen seien verheilt und ein stabiler medizinischer Zustand sei er-
reicht. Die geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Armes, der Brust- und Lendenwirbel-
säule und der beiden Hüftgelenke würden sich durch die Unfallfolgen und die degenerativen Ver-
änderungen erklären lassen. Es liege klinisch und radiologisch ein Mischbild aus Unfallfolgen und 
Folgen des degenerativen Verschleissleidens vor, welche sich additiv auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken würden. Insgesamt bestehe aus orthopädischer Sicht in der angestammten Tätigkeit 
als Reinigungskraft eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und in einer angepassten Verweistätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 100 %. 
 
In neurologischer Hinsicht seien die Gleichgewichtsstörung, der Schwindel und die Unfähigkeit, 
Velo zu fahren, durch eine rumpfataktische Störung verursacht worden. Traumabedingt sei es zu 

 

 
 
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einer Läsion von Vermis und mittelliniennahen zerebellären Strukturen gekommen, die die rumpf-
ataktische Störung und die dadurch bedingte Gangunsicherheit gut erklären würden. Bei Tätig-
keiten, für die höhere koordinative Ansprüche gestellt würden, bestehe sicherlich eine Leistungs-
einschränkung. Keine Einschränkungen bestünden für feinmotorische Arbeiten mit den Händen. 
Auch der Kopfschmerz sei als posttraumatisch einzuordnen. Aufgrund der überwiegend leicht-
gradigen Intensität sei er aber nicht geeignet, eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit zu begründen. 
Insgesamt bestehe aus neurologischer Sicht in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
von 70 % und in einer angepassten Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 
 
In psychiatrischer Hinsicht entspreche das Gesamtbild der Symptomatik einem psychoorgani-
schen Syndrom mittelgradiger Ausprägung. Bei eindeutig auslösendem Polytrauma mit Hirnver-
letzung und kausal damit verbundenen Defiziten wie Schwindel, emotionaler Labilität, Angst und 
kognitiv mnestischer Beeinträchtigung sei nach ICD-10 ein organisches Psychosyndrom nach 
Schädel-Hirn-Trauma zu diagnostizieren. Ferner habe die Explorandin einzelne Komponenten 
einer posttraumatischen Belastungsstörung wie Intrusionen ohne Flashbacks präsentiert. Das 
Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung liege aber nicht vor. Die Beeinträchtigung im 
Bereich Antrieb sei als mittelgradig zu beurteilen. Das Ausmass von kognitiven Störungen werde 
in der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung als mittelschwer beurteilt. Der Schweregrad 
der vorliegenden psychoorganischen Störung sei folglich als leicht bis mittelschwer zu beurteilen. 
Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit 
wie auch in einer angepassten Verweistätigkeit 30 %. 
 
Die Gesamtarbeitsfähigkeit betrage für die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit 0 % 
ab dem 15. Dezember 2016 und ab der Wiederanmeldung 30 %. 
 
3.4.1 In einem ersten Schritt ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens der IB-Bern zu prüfen. 
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
3.4.2 Die Beschwerdeführerin wendet gegen das Gutachten der IB-Bern einerseits ein, dass 
die IV-Stelle das Gutachten als unbrauchbar qualifiziert habe. Die IV-Stelle bezeichnete das Gut-
achten der IB-Bern zwar nicht direkt als unbrauchbar, Dr. med. N.____ vom RAD empfahl aber 
nicht ohne Grund die Einholung eines anderen Gutachtens. Er stellte in seiner Stellungnahme 
vom 4. März 2019 fest, es falle auf, dass der Hauptanteil des die Arbeitsunfähigkeit beeinträchti-
genden Unfallschadens unfallfremden Ursachen zugeordnet werde, obwohl die Versicherte vor 
dem Unfall nicht arbeitsunfähig gewesen sei. Diese Kritik von Dr. N.____ ist berechtigt. Das Gut-
achten der IB-Bern ortet massgebliche Leistungsbeeinträchtigungen in unfallfremden Umständen 
wie dem tiefen Körpergewicht der Beschwerdeführerin, obwohl das Körpergewicht nachweislich 
schon vor dem Unfall etwa gleich tief war, ohne dass dadurch ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
tangiert gewesen wäre. 

 

 
 
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Darüber hinaus ist das Gutachten der IB-Bern durchwegs sehr oberflächlich und stellenweise 
tendenziös ausgefallen. So wird der Beschwerdeführerin eine Selbstlimitierung unterstellt, die von 
Dipl.-Psych. M.____ nicht nachvollzogen werden konnte. Sie fand in allen geprüften Bereichen 
keine Hinweise auf eine suboptimale Leistungsbereitschaft. Ausserdem widerlegt Dipl.-Psych. 
M.____ in fundierter Weise die neuropsychologische Beurteilung des IB-Bern auch inhaltlich. Sie 
führt in ihrem Teilgutachten aus, dass es infolge des Unfallereignisses zu einer ausgeprägten 
Hirnverletzung mit morphologischem Nachweis multipler Hirnläsionen in der initialen Bildgebung 
gekommen sei. Im ersten neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom Oktober 2016 werde 
eine mittelschwere neurokognitive Störung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktio-
nen, Belastbarkeit und Affekt befundet. Im weiteren Verlauf sei von einer Verbesserung auf eine 
leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung berichtet worden. Der Vergleich mit den 
aktuellen neuropsychologischen Untersuchungsresultaten zeige insgesamt entsprechende und 
als konsistent zu beurteilende Ergebnisse. Im Vergleich mit den neuropsychologischen Untersu-
chungsergebnissen im Rahmen des neuropsychologischen Teilgutachtens durch die IB-Bern 
zeige die Profilanalyse ein ähnliches Störungsmuster. Die psychometrische Beschwerdevalidie-
rung habe damals leichte Hinweise auf Selbstlimitierungen ergeben, die jedoch nicht genauer 
dargelegt und beschrieben worden seien. Dagegen würden sich in der aktuellen Untersuchung 
in der Beschwerdevalidierung in allen geprüften Bereichen keine Hinweise auf eine suboptimale 
Leistungsbereitschaft zeigen. Die neuropsychologische Untersuchung der IB-Bern falle hinsicht-
lich der verwendeten psychometrischen Testverfahren und der erfassten kognitiven Teilleistungs-
bereiche knapp aus. Bezüglich der Interpretation des Ausprägungsgrads der Testresultate wür-
den zudem sehr strenge Kriterien angelegt, die nicht den Massstäben der Leitlinie zur verbalen 
Bewertung statistischer Normen entsprechen würden. Nicht nachvollziehbar sei das Anführen 
von vorwiegend unfallfremder schon prämorbid bestehender kognitiver Einschränkungen, da bei 
der zwar geringen Schul- und Berufsbildung aus Gründen, die nicht mit der schulischen Leis-
tungsfähigkeit zusammenhängen würden, dennoch ein durchschnittlicher verbaler IQ in der neu-
ropsychologischen Untersuchung der IB-Bern objektiviert worden sei. Dieser Befund spreche so-
gar gegen die Hypothese einer prämorbiden intellektuellen Einschränkung. Die Einschränkungen 
bei verbalen kognitiven Anforderungen und namentlich die verbalen mnestischen Störungen 
seien gut vereinbar mit dem Schädigungsmuster der unfallbedingten Hirnverletzung, wie sie sich 
in den bildgebenden Befunden darstelle. So fänden sich auch bilaterale Läsionen in für die Neu-
gedächtnisbildung bedeutsamen Hirnarealen, namentlich auch temporo-basal. Die erhobenen 
neuropsychologischen Beeinträchtigungen seien gänzlich auf das erlittene Schädel-Hirn-Trauma 
infolge des Unfallereignisses vom  
25. August 2016 zurückzuführen. Die angeführte Leukenzephalopathie, die sich erst im Rahmen 
der zweiten MRT Bildgebung vom 12. Dezember 2018 dargestellt habe, sei als Ursache für die 
ausgeprägte neuropsychologische Beeinträchtigung auszuschliessen. Dies aufgrund der Ver-
laufsdynamik der neuropsychologischen Beschwerden, die plötzlich und ausgeprägt, direkt in-
folge des Unfallereignisses aufgetreten seien und hinsichtlich des Störungsmusters mit den hirn-
organischen Läsionen, die sich in der Bildgebung darstellen würden, vereinbar seien. Demge-
genüber entstünden neuropsychologische Funktionsstörungen infolge einer mikrovaskulär be-
dingten Leukenzephalopathie langsam, schleichend zunehmend und würden hinsichtlich des 

 

 
 
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spezifischen neuropsychologischen Störungsmusters nicht dem erhobenen neuropsychologi-
schen Befund entsprechen. 
 
3.4.3 Es liegen damit konkrete Indizien vor, die die Beweistauglichkeit des Gutachtens der IB-
Bern in Zweifel ziehen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin lässt es keine ver-
lässliche Beurteilung der unfallversicherungsrechtlichen Ansprüche der Beschwerdeführerin zu. 
 
3.5.1 Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, dass die umstrittenen Fragen gestützt 
auf das Gutachten der MEDAS Zürich zu beantworten seien. Die Beschwerdegegnerin macht 
geltend, dass das Gutachten der MEDAS Zürich auch die nicht unfallkausalen Gesundheitsschä-
den berücksichtige und aus diesem Grund für die vorliegende Streitigkeit nicht aussagekräftig 
sei. 
 
3.5.2 Das Gutachten der MEDAS Zürich ist sehr umfassend und äusserst sorgfältig erstellt 
worden. Es ist in allen Belangen überzeugend und erreicht das Niveau eines Obergutachtens. 
Gründe, weshalb es die Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wie sie in den 
Erwägungen 2.3.3 und 3.4.1 hiervor dargelegt wurden, nicht erfüllt, werden von der Beschwerde-
gegnerin nicht vorgebracht. Obwohl das Gutachten für die IV-Stelle erstellt wurde, äussert es sich 
sehr differenziert zum Ursprung der einzelnen Beschwerden, sodass sich entsprechende 
Schlüsse zur Unfallkausalität ziehen lassen. Somit ist zur Beurteilung der vorliegenden umstritte-
nen Fragen auf das Gutachten der MEDAS Zürich abzustellen. Aus dem MEDAS Gutachten geht 
unzweifelhaft hervor, dass das psychiatrisch diagnostizierte organische Psychosyndrom nach 
Schädel-Hirn-Trauma ebenso unfallkausal ist wie die mittelschweren neurokognitiven Störungen, 
und dass beide Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % bewirken. Die nicht unfallkausalen 
Diagnosen wie das COPD führen zu einer geringeren Arbeitsunfähigkeit und wirken sich damit 
nicht auf die Gesamtarbeitsfähigkeit aus.  
 
4.1 Zu prüfen ist die Rüge der Beschwerdeführerin, der medizinische Endzustand sei im 
Dezember 2018 noch nicht erreicht gewesen, sodass die Voraussetzungen für eine Einstellung 
der vorübergehenden Leistungen im genannten Zeitpunkt nicht erfüllt gewesen seien. Die Be-
schwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, dass das Gutachten der MEDAS Zürich an der Fest-
stellung, wonach der Endzustand am 31. Dezember 2018 erreicht worden sei, nichts ändere. Mit 
Ausnahme des psychiatrischen Gutachters der MEDAS Zürich hätten alle Gutachter in den an-
deren Bereichen den Endzustand bereits vor dem von der Beschwerdegegnerin verfügten 31. 
Dezember 2018 festgelegt. Einzig aus unfallfremder psychiatrischer Sicht sei der Endzustand auf 
Januar 2020 festzusetzen. 
 
4.2 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver-
sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 
sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu verste-
hen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung 
der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlung 
zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 E. 4.3). Trifft dies nicht mehr zu, ist 

 

 
 
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der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des An-
spruches auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (Art. 19 
Abs. 1 UVG). 
 
4.3 Wie bereits ausgeführt, ergibt sich aus dem Gutachten der MEDAS Zürich, dass die 
psychiatrische Diagnose des organischen Psychosyndroms und deren Auswirkungen für den un-
fallversicherungsrechtlichen Anspruch massgeblich ist. Da diesem psychiatrischen Beschwerde-
bild eine unfallkausale organische Ursache zugrunde liegt, erübrigt sich eine Adäquanzprüfung 
nach BGE 115 V 133 E. 7 (vgl. dazu Erwägung 2.3.2 hiervor). Damit sind die psychiatrischen 
Aspekte ausschlaggebend für die Beurteilung des Erreichens des medizinischen Endzustands. 
Zum zeitlichen Verlauf äusserst sich Dr. L.____ auf S. 132 dahingehend, dass ab Unfallzeitpunkt 
während mind. zwei Jahren eine aufgehobene Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Überwiegend 
wahrscheinlich erscheine, dass die Arbeitsfähigkeit zu 30 % seit Januar 2020 bestehe. Die Be-
schwerdeführerin war bis Ende 2019 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. D.____ und in einer 
Tagesklinik. Erst im Herbst/Winter 2019 brach sie die Behandlung ab, da ihr die Therapie gemäss 
eigenen Angaben nichts gebracht habe (S. 179 des Gutachtens). Zudem gab sie Dr. L.____ zur 
Auskunft, dass sie den "aktuellen psychischen Zustand vor rund einem Jahr erreicht habe" (S. 
111). Damit ist gestützt auf das Gutachten der MEDAS Zürich davon auszugehen, dass der me-
dizinische Endzustand per Ende Dezember 2019 erreicht wurde. Soweit die Beschwerdegegnerin 
in Ziffer 1 der Verfügung vom 29. April 2019 festhält, dass die Taggeldleistungen per 31. Dezem-
ber 2018 einzustellen seien, kann ihr nicht gefolgt werden. In diesem Punkt ist die Beschwerde 
gutzuheissen, die Verfügung Ziffer 1 ist aufzuheben und die Beschwerdegegnerin ist zu verpflich-
ten, der Beschwerdeführerin bis 31. Dezember 2019 Taggelder zu leisten. 
 
5.1 Zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2020. Nach Art. 
16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versi-
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti-
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge-
stellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 141 
V 15 E. 3.2). 
 
5.2.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 
fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1). Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müs-
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; vgl. auch BGE 135 
V 297 E. 5.1). 
 

 

 
 
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5.2.2 Die Beschwerdeführerin verlor ihre Arbeitsstelle als Reinigungskraft aufgrund des Unfal-
les. Das Valideneinkommen ist deshalb von der Beschwerdegegnerin korrekterweise auf der Ba-
sis des Lohnes ermittelt worden, den die Beschwerdeführerin zuletzt erzielt hatte. Das wird von 
der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Gemäss Schadenmeldung verdiente die Be-
schwerdeführerin im Jahr 2016 Fr. 19.-- pro Stunde bei 39 Wochenstunden und 52 Arbeitswo-
chen (Fr. 38'532.--). Angepasst an die Nominallohnentwicklung (gemäss Bundesamt für Statistik, 
Total Frauen [2017: 0,4 %, 2018: 0,5 %, 2019: 1 %, 2020: 0,9 %, www.bfs.admin.ch]) ergibt sich 
im Jahr 2020 ein Valideneinkommen von Fr. 39'620.--. 
 
5.3.1 Es bleibt die Prüfung des Invalideneinkommens. Gestützt auf die Beurteilung der 
MEDAS Zürich ist von einer Restarbeitsfähigkeit von 30 % auszugehen. 
 
5.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die IV-Stelle diese Restarbeitsfähigkeit alters-
bedingt als nicht verwertbar qualifiziert habe. Daher habe sie auch einen Anspruch auf eine 
100 %-ige UVG-Rente. Dieser Einwand ist nicht zu hören, da die entsprechende Rechtsprechung 
im Bereich der IV in der Unfallversicherung nicht zur Anwendung gelangt (Urteil vom 26. März 
2019, 8C_732/2018, E. 7.2, vgl. dazu auch das Urteil des Kantonsgerichts vom 31. Oktober 2019, 
725 19 165, E. 5.3.1). Das Unfallversicherungsrecht enthält im Gegensatz zum Bereich der IV für 
die Rentenfestsetzung im fortgeschrittenen Alter eine Sonderregelung, nämlich die Bestimmung 
von Art. 28 Abs. 4 UVV. Danach sind, falls eine versicherte Person nach dem Unfall die Erwerbs-
tätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt oder sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache 
der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt, für die Bestimmung des Invaliditätsgrads die 
Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer ent-
sprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. 
 
5.3.3 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das zumutbare Invalideneinkommen in Anwendung 
der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE. Grundlage hierfür bildete die 
LSE-Tabelle 2018, TA1, Total, Frauen, Kompetenzniveau 1, bei 40 Wochenstunden monatlich 
Fr. 4'371.--. Gegen diese Ermittlung des Invalideneinkommens erhob die Beschwerdeführerin 
keinen Einwand. Damit ist unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stun-
den und nach Anpassung des Betrags an die Nominallohnentwicklung per 2020 von einem Jah-
reseinkommen in der Höhe von Fr. 55'724.-- auszugehen. In der Verfügung vom 29. April 2019 
hatte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin noch einen leidensbedingten Abzug von 
10 % zugestanden. Praxisgemäss kann von dem anhand der LSE Tabellenlöhne ermittelten In-
valideneinkommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbedingter Abzug vorgenom-
men werden. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufli-
che Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können 
und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch 
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg ver-
werten kann (BGE 126 V 78 f. E. 5a). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen und darf 25 
% nicht übersteigen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2, 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Der gesamthaft vorzu-
nehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Im Hinblick darauf, dass die Beschwerdeführerin nur 
noch in einem Pensum von 30 % arbeiten kann und das Anforderungsprofil zusätzlich limitierende 

 

 
 
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Einschränkungen beinhaltet, erscheint ein leidensbedingter Abzug von 10 % angemessen. Damit 
beträgt das Invalideneinkommen 15'045.-- (Fr. 55'724.-- – leidensbedingter Abzug von 10 % [Fr. 
5'572.--] = Fr. 50'151.-- x Restarbeitsfähigkeit von 30 %). 
 
5.4 Damit ist ab 1. Januar 2020 von einem Valideneinkommen in der Höhe von  
Fr. 39'620.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 15'045.-- auszugehen, was einen Invalidi-
tätsgrad von 62 % ergibt. Folglich ist der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2020 eine Invaliden-
rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 62 % zuzusprechen. Die Verfügung Ziffer 2 ist 
dementsprechend aufzuheben. 
 
6.1 Zu prüfen ist weiter die Höhe der Integritätsentschädigung. Die Beschwerdegegnerin er-
mittelte in der Verfügung einen Integritätsschaden von 40 % und eine Integritätsentschädigung 
von Fr. 59'280.--. Die Beschwerdeführerin beantragt die Ausrichtung einer Integritätsentschädi-
gung auf der Basis eines Integritätsschadens von 70 %. 
 
6.2 Nach Art. 24 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integri-
tätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall bzw. die Berufskrankheit (vgl. Art. 9 Abs. 3 UVG) 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Nach 
Art. 36 UVV gilt ein Integritätsschaden dann als dauernd, wenn er voraussichtlich während des 
ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche 
oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträch-
tigt wird. Die Höhe der Integritätsentschädigung wird nach Art. 25 UVG entsprechend der 
Schwere des Integritätsschadens abgestuft; der Bundesrat erhält die Kompetenz zur Regelung 
der Bemessung der Entschädigung. Verwaltung und Gericht sind für die Beurteilung der einzel-
nen Integritätseinbussen auf ärztliche Sachverständige angewiesen. Die Beurteilung des Integri-
tätsschadens basiert auf dem medizinischen Befund. In einem ersten Schritt fällt es dem Arzt 
oder der Ärztin zu, sich unter Einbezug der in Anhang 3 der UVV und gegebenenfalls in den 
Tabellen der Suva aufgeführten Integritätsschäden dazu zu äussern ob und inwieweit ein Scha-
den vorliegt, welcher dem Typus von Verordnung, Anhang oder Weisung entspricht. Verwaltung 
und Gericht obliegt es danach, gestützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurtei-
lung vorzunehmen, ob ein Integritätsschaden gegeben ist, ob die Erheblichkeitsschwelle erreicht 
ist und, bejahendenfalls, welches Ausmass die erhebliche Schädigung angenommen hat. 
 
6.3 Bei der Bemessung des Integritätsschadens verneinte die Beschwerdegegnerin das 
Vorliegen einer psychiatrischen Beeinträchtigung. Nachdem nun aber der psychiatrische Ge-
sundheitsschaden rentenbegründend ist, muss er bei der Bemessung des Integritätsschadens 
auch berücksichtigt werden. Die Bemessung ist eine medizinische Aufgabe und kann nicht vom 
Gericht vorgenommen werden. In diesem Punkt ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen, damit sie die Bemessung des Integritätsschadens in Mitberücksichtigung des 
psychiatrischen Gesundheitsschadens neu vornehmen lässt. Nachdem mit dem Gutachten der 
MEDAS Zürich eine äusserst umfassende aktuelle medizinische Abklärung vorliegt, erscheint es 
als angezeigt, dass die Beschwerdegegnerin die Bemessung des Integritätsschadens durch die 
MEDAS Zürich vornehmen lässt.  
 

 

 
 
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7.1 Streitig und zu prüfen ist in einem letzten Schritt, ob die Beschwerdegegnerin den Antrag 
der Beschwerdeführerin auf Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung im Einsprachever-
fahren zu Recht verneinte. Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im 
Sozialversicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse 
es erfordern. Kumulative Voraussetzungen für die unentgeltliche Verbeiständung sind Bedürftig-
keit, Nichtaussichtslosigkeit der Rechtsbegehren sowie sachliche Gebotenheit der Vertretung 
(BGE 132 V 200 E. 4.1). Bei den Voraussetzungen der finanziellen Bedürftigkeit und der fehlen-
den Aussichtslosigkeit ist keine strengere Prüfung als im Gerichtsverfahren angebracht. Demge-
genüber ist die Voraussetzung der Erforderlichkeit der Vertretung für das Verwaltungsverfahren 
eingehender zu prüfen als im Beschwerdeverfahren gemäss Art. 61 lit. f ATSG (UELI KIESER, 
ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich 2020, Art. 37 N 38 f.). Die Notwendigkeit der unentgeltlichen 
Verbeiständung ist auch nur in Ausnahmefällen zu bejahen, weil im sozialversicherungsrechtli-
chen Verwaltungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz gilt. Die Geltung des Untersuchungs-
grundsatzes rechtfertigt somit einen strengen Massstab, schliesst aber die sachliche Gebotenheit 
der unentgeltlichen Verbeiständung nicht grundsätzlich aus (BGE 130 I 180 E. 3.2). Es müssen 
sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die 
konkreten Umstände des Einzelfalls, Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie 
weitere Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Neben der Komplexität der Rechtsfragen und 
der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts fallen auch bei der versicherten Person liegende 
Gründe in Betracht, etwa ihre Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Massgebend ist dabei 
auch die Frage, ob die Vertretung durch einen Sozialarbeiter bzw. eine Sozialarbeiterin oder 
durch Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen in Frage kommt (BGE 132 V 200 E. 4.1). 
 
7.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die unentgeltliche Verbei-
ständung am Erfordernis der Notwendigkeit scheitere, da sich weder in rechtlicher noch in tat-
sächlicher Hinsicht schwierige Fragen stellen würden. Die Abklärungen seien einfach zu führen 
gewesen und sie habe auf die Kooperationsbereitschaft der Beschwerdeführerin zählen dürfen. 
Diese spreche deutsch und könne sich gut verständigen. Schliesslich hätten auch die Arztbe-
richte und medizinischen Gutachten nicht Anlass zu unterschiedlichen, wesentlich voneinander 
abweichenden Interpretationen gegeben. Der Beizug eines Anwalts sei daher nicht notwendig 
gewesen. Eine Verbeiständung durch einen Verbandsvertreter oder andere Fach- und Vertrau-
ensleute sozialer Institutionen wäre ohne weiteres möglich und auch ausreichend gewesen. Die 
Beschwerdeführerin bringt vor, dass diese Feststellungen und Schlussfolgerungen der Be-
schwerdegegnerin vor dem Hintergrund der medizinischen Situation der Beschwerdeführerin un-
haltbar und willkürlich seien. Gemäss ärztlicher Einschätzung könne sie nicht einmal ihren Alltag 
bewältigen. 
 
7.3 Vorliegend sind keine Umstände gegeben, aufgrund derer die Notwendigkeit einer an-
waltlichen Verbeiständung im Einspracheverfahren ausnahmsweise zu bejahen ist. Es haben 
sich keine besonders komplexen Sachverhalts- oder Rechtsfragen gestellt. Auch der Rechtsver-
treter konnte seine Einsprache auf eine Eingabe von vier Seiten beschränken. Im Weiteren ist die 
Beschwerdeführerin nicht unbeholfen, sie ist deutscher Muttersprache und hätte daher selbst ge-
gen die Verfügung schriftlich opponieren können, allenfalls unter Beanspruchung der Hilfe einer 

 

 
 
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Beratungsstelle. Die Beschwerdeführerin wurde durch die Sozialhilfebehörde finanziell unter-
stützt und hätte sich für eine allfällige Hilfe im Einspracheverfahren an ihre Betreuungsperson bei 
der Gemeinde wenden können. Insgesamt sind damit die strengen Voraussetzungen für die Be-
willigung der unentgeltlichen Verbeiständung im Einspracheverfahren nicht erfüllt, so dass die 
Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist. 
 
8. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass die Beschwerde teilweise gut-
geheissen wird. Der Einspacheentscheid vom 10. Juli 2020 wird in Ziffer 1 und die Verfügung 
vom 29. April 2019 in den Ziffern 1-4 aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der 
Beschwerdeführerin bis zum 31. Dezember 2019 Taggelder zu bezahlen und ab 1. Januar 2020 
eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 62 % auszurichten. Bezüglich der 
Integritätsentschädigung wird die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie den Integritätsschaden in Mitberücksichtigung des psychiatrischen Gesundheitsscha-
dens von der MEDAS Zürich bemessen lässt und gestützt darauf neu verfügt. In Bezug auf Ziffer 
5 der Verfügung vom 29. April 2019 und in Bezug auf Ziffer 2 des Einspracheentscheids vom 10. 
Juli 2020 wird die Beschwerde abgewiesen. 
 
9.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG 
in der bis 31. Dezember 2020 massgebenden Fassung hält fest, dass das Verfahren vor dem 
kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende 
Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf 
Ersatz ihrer Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nachdem die Beschwerdeführerin obsiegt, hat sie Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikos-
ten. Der in der Honorarnote vom 13. Juli 2021 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte 
Zeitaufwand von 21 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 
Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen 
praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. 
November 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Aus-
lagen im Umfang von Fr. 390.--. Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 6'074.30 (21 Stunden à Fr. 250.-- plus F. 390.-- sowie 7,7% Mehrwertsteuer) 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn 
sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

 

 
 
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(Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei 
einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschlies-
senden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im 
Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine 
materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) be-
antwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden der Einspracheent-
scheid vom 10. Juli 2020 in Ziffer 1 und die Verfügung vom 29. April 
2019 in den Ziffern 1-4 aufgehoben und es wird die Beschwerdegegne-
rin verpflichtet, der Beschwerdeführerin bis 31. Dezember 2019 Tag-
geldleistungen auszurichten und ab 1. Januar 2020 eine Invalidenrente 
auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 62 % zuzusprechen. Bezüglich 
Integritätsentschädigung wird die Angelegenheit an die Beschwerde-
gegnerin zurückgewiesen mit der Anweisung, eine Neubemessung des 
Integritätsschadens in Mitberücksichtigung des psychiatrischen Ge-
sundheitsschadens zu veranlassen und gestützt darauf neu zu verfü-
gen. In Abweisung der Beschwerde werden die Verfügung vom 29. April 
2019 in Bezug auf Ziffer 5 und der Einspracheentscheid vom 10. Juli 
2020 in Bezug auf Ziffer 2 bestätigt. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 6'074.30 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 
 
 
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