# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d69a09ca-54ea-512d-802d-fafff9eb66c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.02.2022 200 2021 801
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-801_2022-02-28.pdf

## Full Text

200 21 801 UV
KOJ/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Februar 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

Branchen Versicherung Genossenschaft
Sihlquai 255, Postfach, 8031 Zürich
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. E.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2021 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin bei der Branchen Versiche-
rung Genossenschaft obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle 
sowie Berufskrankheiten versichert. Am 10. August 2021 liess er einen 
Unfall vom 26. Juli 2021 mit einer Bizepssehnenruptur rechts melden, wel-
che am 20. August 2021 operativ behandelt wurde (Akten der Branchen 
Versicherung Genossenschaft [act. II] K1, M1). Nachdem die Branchen 
Versicherung Genossenschaft den Versicherten zum Unfallereignis schrift-
lich befragt und eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, eingeholt hatte (act. II K4, M3), verneinte sie mit 
Verfügung vom 16. September 2021 (act. II K11) ihre Leistungspflicht, da 
kein Unfallereignis im Sinne des Gesetzes vorliege und die Körperschädi-
gung mit über 50 % Wahrscheinlichkeit auf eine Abnützung oder Erkran-
kung zurückzuführen sei. Die dagegen vom Versicherten erhobene 
Einsprache wies die Branchen Versicherung Genossenschaft nach Einho-
lung einer Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. D.________ 
mit Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2021 ab (act. II K14, K16, M7).

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. 
C.________, am 21. November 2021 Beschwerde. Er beantragt, unter Auf-
hebung des angefochtenen Entscheides sei das Schadensereignis vom 26. 
Juli 2021 als Berufsunfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) anzuer-
kennen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerde-
gegnerin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2021 beantragt die Beschwer-
degegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. E.________, die vollumfäng-
liche Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2021 
(act. II K16). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Leistungen der Unfallversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 4

2.

2.1

2.1.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.2 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des 
Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. 
Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller 
Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund 
somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die 
blosse Auslösung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor 
nichts; Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element 
so ungewöhnlich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht 
fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal 
der Ungewöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Fak-
tors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Un-
gewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwie-
gende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass 
sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den 
menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün-
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2021 UV 
Nr. 12 S. 60 E. 4.2, 2020 UV Nr. 3 S. 9 E. 3).

Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits-
schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä-
digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum 
exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere 
dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 5

nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati-
ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen 
Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba-
re Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen ge-
setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche 
Schadensneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereig-
nisses zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den übli-
chen auf den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen 
Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 
V 72 E. 4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

2.1.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt 
dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 
beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten 
Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 
E. 2.1 S. 118; SVR 2021 UV Nr. 21 S. 102 E. 3.3). Dies trifft beispielsweise 
dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (SVR 2021 
UV Nr. 10 S. 54 E. 4.2; RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 
422 E. 2b).

2.2

2.2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. 
a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse 
(lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 6

2.2.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach 
Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätz-
lich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die 
Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 
(BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70).

2.2.3 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202; in Kraft bis 31. Dezember 2016) mehr vorausgesetzt. 
Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 
lit. a - h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermu-
tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die 
vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus 
der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises 
weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu 
übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- 
und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letzt-
lich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage 
nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt 
auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch 
nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im 
Rahmen der Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis 
erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser 
Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis 
des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen 
Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursa-
chenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 7

gen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen 
Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indi-
zien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen 
aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis 
gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Ein-
schätzungen – mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
– nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im 
gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus 
Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus 
unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht 
ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (BGE 146 V 51 E. 8.6 S. 69). 

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 
IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 8

mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

2.5 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist zum Hergang des Ereignisses vom 26. Juli 2021 sowie in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1 In der Unfallmeldung vom 10. August 2021 (act. II K1) wurde fest-
gehalten, der Beschwerdeführer habe am 26. Juli 2021 mit "schweren ..." 
gearbeitet und habe sich dabei den Bizeps verletzt. Er habe bis am 9. Au-
gust 2021 normal gearbeitet und sei dann aber zum Arzt (gegangen), weil 
er Schmerzen verspürt habe.

3.2 Im Fragebogen vom 12. August 2021 (act. II K4) zum Unfallhergang 
gab der Beschwerdeführer auf die Bitte hin, den genauen Ablauf des Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 9

eignisses vom 26. Juli 2021 zu schildern, Folgendes an: "Beim abhängen 
von schweren ...-...". Auf die Frage, ob bei diesem Ereignis etwas Ausser-
gewöhnliches vorgefallen sei, hielt er fest, sie seien falsch herum ein-
gehängt gewesen. 

3.3 Im Operationsbericht vom 23. August 2021 (act. II M1) zu der am 
20. August 2021 durchgeführten Refixation der distalen Bizepssehne rechts 
mittels Bizeps button und Tension slide Technik führte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, als Diagnose eine traumatische, distale Bizepsseh-
nenruptur rechts vom 26. Juli 2021 auf. Zur Indikation wurde ausgeführt, 
beim Beschwerdeführer sei es während der Arbeit beim Abhängen einer ... 
zu einem einschiessenden Schmerz im Bereich des rechten Ellbogens ge-
kommen. Eine Beweglichkeit des Armes sei noch möglich, aber deutlich 
schmerzhaft eingeschränkt gewesen. Die radiologische Untersuchung habe 
ein Hämatom im Bereich des proximalen Radius sowie eine subtotal ruptu-
rierte distale Bizepssehne gezeigt. Zur Operation wurde berichtet, beim 
Aufsuchen der Tuberositas radii habe sich Serom entleert. Die Bizepsseh-
ne sei zu 50 - 60 % rupturiert.

3.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im ersten Arztzeugnis vom 
7. September 2021 (act. II M2) als vorläufige Diagnose eine subtotale Rup-
tur der Bizepssehne distal rechts vom 26. Juli 2021 auf. Als Befund wurde 
angegeben, es bestehe eine Druckdolenz am Ansatz der Bizepssehne der 
Tuberositas radii und im MRI habe es eine Bestätigung einer Partialruptur 
von mindestens 50 % gegeben. Zu den Angaben des Patienten hielt er 
fest, dieser arbeite in einer .... Am 26. Juli 2021 seien besonders schwere 
... an der … aufgehängt gewesen, allerdings sei der … falsch herum an der 
… eingehängt gewesen, so dass der Beschwerdeführer beim Herabheben 
plötzlich eine andere Bewegung habe machen müssen, um das schwere ... 
aufzufangen. Daraufhin seien Schmerzen im Bereich der rechten distalen 
Bizepssehne aufgetreten. 

3.5 In der Stellungnahme vom 13. September 2021 (act. II M3) gab der 
beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. D.________ an, es liege 
eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG, nämlich ein Sehnenriss, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 10

vor. Diese Listenverletzung sei vorwiegend und überwiegend wahrschein-
lich auf eine Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen. Es handle sich 
hier um eine vorwiegend degenerativ bedingte und sogenannte "spontane 
Bizepssehnenruptur distal" aufgrund der degenerativen Veränderungen mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit. Das Ereignis habe keine adäquate Be-
wegung für eine distale frische Ausrissfraktur beinhaltet. So habe sich in-
traoperativ am 20. August 2021 auch ein "Serom" und kein frisches 
"Hämatom" entleert.

3.6 Im Bericht vom 27. September 2021 (act. II M5) zu Handen der Be-
schwerdegegnerin hielt Dr. med. G.________ fest, der Beschwerdeführer 
arbeite im … und müsse grosse ... von einem … einer … auf einen … her-
unterheben, um sie dann weiter zu verarbeiten. Am 26. Juli 2021 habe es 
sich um ... von ... mit einem Gewicht von 80 kg gehandelt. Normalerweise 
hingen die … in Richtung zum Mitarbeiter. Wenn der … das … von oben 
nach unten lasse, könne er das ... mit der linken Hand umgreifen und das 
... mit der rechten Hand oben aus dem … lösen und auf den … gleiten las-
sen. An diesem Tag sei der … fälschlicherweise weg vom Mitarbeiter ein-
gehängt gewesen, so dass er das ... nicht einfach vom … habe lösen 
können, sondern mit der rechten Hand von sich weg das ... ruckartig habe 
anheben müssen, damit es aus dem … herauskomme. Eine genauere Be-
schreibung werde der Beschwerdeführer selbst erstellen. Der ungewöhnli-
che äussere Faktor, welcher auf seinen Körper eingewirkt habe, sei damit 
verbunden, dass die ... nicht richtig aufgehängt gewesen seien und er somit 
plötzlich anders habe reagieren müssen. Ein weiteres Argument für ein 
Unfallereignis sei die im MRI sichtbare perifokale Ödembildung um die dis-
tale Bizepssehne, die deutlich sichtbar sei und das frische Unfallereignis 
bestätige. In Bezug auf die unfallähnlichen Körperschädigungen, wo Seh-
nenrisse enthalten seien, werde von der Beschwerdegegnerin als Argu-
ment angeführt, dass sich intraoperativ ein Serom entleert habe und kein 
frisches Hämatom, was für eine überwiegend degenerative Erkrankung 
sprechen würde. Hierzu sei darauf hinzuweisen, dass sich das Ereignis am 
26. Juli 2021 ereignet habe und der operative Eingriff am 20. August 2021 
durchgeführt worden sei. Somit habe der Eingriff viereinhalb Wochen nach 
dem Unfallereignis stattgefunden. Nach dieser Zeit sei durchaus zu erwar-
ten, dass kein frisches Hämatom mehr vorgefunden werde, sondern ein, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 11

wie im Operationsbericht beschrieben, Serom, welches auch nach Verlet-
zungen auftrete und nicht nur degenerativ bedingt sei.

3.7 Der Beschwerdeführer hielt in der Einsprache vom 11. Oktober 
2021 (act. II K14) fest, mit der rechten Hand werde das … bei jeder ... neu 
…, gleichzeitig drücke man den …, der den … nach unten bewege. Dann 
drehe man die ... so, dass sich das … ... auf der linken Seite befinde. Man 
umgreife die ... so, dass sich der … in der Armbeuge befinde und der Un-
terarm umschliesse die .... Gleichzeitig gehe man mit der rechten Hand 
nach oben, greife mit dem Mittelfinger den … und ziehe ihn leicht zu sich. 
Der … löse sich von selbst und die ... falle herunter. Die ... werde dann auf 
die … gezogen. Man drehe die ..., dass sich die ... auf dem … befinde. Das 
Tempo werde im … eingestellt, es kämen etwa plusminus 93 ... pro Stun-
de, also habe man zirka 38 Sekunden Zeit, bis das nächste … komme. 
Befinde sich der … von der Rückseite im ..., müsse man das … umgreifen 
und mit Gewalt den … aus dem ... lösen. Ausserdem drehe sich der … in 
das ... und man müsse den … entgegensetzt vom Körper ziehen, sollte 
aber auch etwas nach hinten gehen, was sich allerdings etwas schwierig 
gestalte. 

3.8 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. D.________ 
hielt in der Aktenbeurteilung vom 12. Oktober 2021 (act. II M7) fest, es lie-
ge eine gesicherte Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, dies 
in Form eines Sehnenrisses. Diese Körperschädigung sei vorwiegend (> 
50 %) auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen. Gemäss den medi-
zinischen und administrativen Unterlagen (Unfallmeldung) habe der Be-
schwerdeführer noch bis zum 9. August 2021 "normal weiter" gearbeitet. 
Intraoperativ werde eine "50 - 60%ige distale Bizepssehnenruptur rechts" 
von Dr. med. G.________ beschrieben, wobei ein Serom auch bei einer 
vorwiegend degenerativen wie hier vorliegenden Sehnenteilruptur die Folge 
eines ehemaligen Hämatoms sein könne. Dieser Punkt des Se-
roms/Hämatoms spiele hier keine begründende Hauptrolle. Rein medizi-
nisch wäre ein Hämatom vier Wochen nach dem gemeldeten Vorgang im 
Normalfall noch zu erkennen gewesen. Um zu beurteilen, ob der distale 
Teil der rechten Bizepssehne vorwiegend degenerativ eingerissen sei oder 
nicht, empfehle es sich, die gutachtenrelevante Literatur beizuziehen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 12

Gemäss der Publikation von ALFRED SCHÖNENBERGER/GERHARD MEHR-
TENS/HELMUT VALENTIN, Arbeitsunfall und Berufskrankheit, Rechtliche und 
medizinische Grundlagen für Gutachter, Sozialverwaltung, Berater und 
Gerichte, 9. Aufl., S. 413, sei durch einen Muskelzug eine altersentspre-
chende Sehne nicht zu schädigen. Die Zerreisslast der Sehne sei zwei bis 
drei Mal höher als die Reisslast des Muskels, sei die Belastung für den 
Muskel zu schwer, so versage dieser. Die Last wirke somit gar nicht auf die 
Sehne ein. Grundsätzlich gelte, dass bei einer planmässigen Willkürbewe-
gung ohne Störung des Bewegungsablaufes (Störfaktor) durch äussere 
Umstände es nicht zu einer unphysiologischen Belastung der Sehne kom-
me. Vorliegend habe sich der Ablauf des Alltags beim Beschwerdeführer 
geändert, indem er gemäss Beschreibung von Dr. med. G.________ vom 
27. September 2021 "das ... ruckartig anheben musste, damit es aus dem 
… herauskommt." Hierbei sei es eindeutig nicht zu einem "äusseren Fak-
tor" im Arbeitsalltag des Beschwerdeführers gekommen. Der gewohnte 
Arbeitsablauf sei einfach anders abgelaufen. Gemäss obiger Literatur gelte 
auch beim Heben schwerer Lasten, dass eine planmässige Willkürinnerva-
tion nicht zu einem unphysiologischen Reissen der Sehne führen könne. 
Trete wie hier eine Zusammenhangstrennung der Sehne auf, erlaube dies 
den Rückschluss auf eine hochgradige Schadensanlage. Die wesentliche 
Ursache sei hierbei nicht die zum Zeitpunkt der Zusammenhangstrennung 
ausgeführte Aktivität, sondern die Schadensanlage der Sehne. Der ausge-
führten Aktivität komme dabei lediglich die Bedeutung zu, eine ohnehin in 
absehbarer Zeit bevorstehende Zusammenhangstrennung der Sehne zeit-
lich etwas vorverlegt zu haben. Unter diesen gutachterlichen Gesichtspunk-
ten werde es nachvollziehbar und verständlich, dass der Beschwerdeführer 
noch gemäss Unfallmeldung zwei Wochen voll weitergearbeitet habe und 
dass die rechtsseitige distale Bizepssehnenteildurchtrennung vorwiegend 
bis überwiegend wahrscheinlich nicht auf den geschilderten Bewegungs-
vorgang zurückgeführt werden dürfe.

3.9 In der Beschwerde vom 21. November 2021 (S. 2 f. Ziff. 9 f.) wurde 
zum Unfallhergang ausgeführt, bei der …, an welcher der Beschwerdefüh-
rer aktiv gewesen sei, handle es sich um eine vom "…" … …. Die Ge-
schwindigkeit, mit der die ... bewegt würden, sei relativ starr. Es handle sich 
um eine starrverlaufende "…", deren … immer auf derselben Höhe verlie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 13

fen. Am Einsatzort beim … befinde sich ein … …. Dieser werde per … 
ausgelöst und senke den ..., der danach von Hand vom … gelöst werden 
müsse. Üblich sei, dass gar nicht mehr … werde und der Mann am Ein-
satzort … …, weil in 98 von 100 Fällen ähnlich grosse, ähnlich schwere 
und identisch … ... ankämen. Nach dem Absenken des … müsse üblicher-
weise bloss mit einem … dieser ohne Kraft leicht ausgedreht werden. Die-
se Vorrichtung zwinge den Arbeitnehmenden rasch zu reagieren und zwar 
92 - 97 Mal pro Stunde, d.h. der … müsse in 38 Sekunden erledigt sein. 
Dies alles geschehe in ständiger und grosser Hektik. Am 26. Juli 2021 ha-
be der Beschwerdeführer einen falsch am … hängenden, überschweren ... 
nach dem Absenken vom … nehmen müssen, was eine plötzliche unerwar-
tete Mehrbelastung für den rechten Arm bedeutet habe. 

4.

4.1 Hinsichtlich des Unfallbegriffs ist das Vorliegen eines ungewöhnli-
chen äusseren Faktors umstritten. Danach ist der äussere Faktor unge-
wöhnlich, wenn er nach einem objektiven Massstab nicht mehr im Rahmen 
dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. 
Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum 
einmaligen Vorfall; das exogene Element muss so ungewöhnlich sein, dass 
eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (vgl. E. 2.1.2 hiervor). 

Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt: Gestützt auf die Angaben 
des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 2 Ziff. 9), wonach in 98 von 100 
Fällen ähnlich grosse, ähnlich schwere und identisch … ... ankommen, ist 
erstellt, dass der von ihm als ungewöhnlich erachteten Vorgang (abhängen 
von falsch am … aufgehängten ...) mehrmals pro Arbeitstag vorkommt; wie 
die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (Beschwerdeantwort S. 6 f. 
Ziff. 18), ist dies täglich rund 16 Mal der Fall (bei 92 - 97 zu verarbeitenden 
... pro Stunde). Damit liegt der Vorgang im Rahmen dessen, was für die 
fragliche Arbeit alltäglich und üblich ist. Auch wenn davon ausgegangen 
wird (Beschwerde S. 3 Ziff. 10), dass der Beschwerdeführer anlässlich des 
Ereignisses vom 26. Juli 2021 besonders schwere ... bearbeiten musste, 
kann nicht gesagt werden, dass aufgrund des Vorgangs eine endogene 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 14

Verursachung ausser Betracht fallen würde. Die Rechtsprechung erachtete 
den für den Unfallbegriff vorausgesetzten ungewöhnlichen äusseren Faktor 
bisweilen insbesondere auch dann als erfüllt, wenn beim Heben oder Ver-
schieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt war 
und dieser zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, Schä-
digung geführt hat (BGE 116 V 136 E. 3b S. 139; Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 29. Oktober 2012, 8C_746/2012, E. 3.2). Gemäss den 
Ausführungen von Dr. med. G.________ handelte es sich im vorliegenden 
Fall um ein ... mit einem Gewicht von 80kg (act. II M5). Gemäss Recht-
sprechung wird eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung nur bei 
Lasten von mehr als 100kg bejaht (Entscheid des BGer vom 23. Oktober 
2009, 8C_319/2009, E. 3.3). Eine anderweitige Programmwidrigkeit (vgl. 
E. 2.1.3 hiervor), welche einen ungewöhnlichen äusseren Faktor begrün-
den könnte, ist nicht ersichtlich. Der Unfallbegriff ist somit nicht erfüllt.

4.2

4.2.1 Unbestrittenermassen liegt eine unfallähnliche Körperschädigung 
gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in Form eines Sehnenrisses vor. Damit obliegt 
der Beschwerdegegnerin der Entlastungsbeweis, dass die fragliche Listen-
verletzung vorwiegend bzw. zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkran-
kung zurückzuführen ist (vgl. E. 2.2.3 hiervor). Hierzu stellt die 
Beschwerdegegnerin auf die Aktenbeurteilung des Dr. med. D.________ 
vom 12. Oktober 2021 (act. II M7) ab. Dieser gelangt zum Schluss, dass 
der Sehnenriss nicht (primär) durch die vom Beschwerdeführer willentlich 
und ohne unphysiologische Belastung ausgeführte Aktivität, sondern vor-
wiegend durch die Schadensanlage der betroffenen Sehne verursacht wur-
de, was vom behandelnden Arzt Dr. med. G.________ in Frage gestellt 
wird, dies unter anderem unter Bezugnahme auf ein MRI (vgl. die Berichte 
vom 7. September 2021 [act. II M2: "Im MRI Bestätigung einer Partialruptur 
von mindestens 50 %"] und 27. September 2021 [act. II M5: "Ein weiteres 
Argument für ein Unfallereignis ist die im MRI sichtbare perifokale Ödem-
bildung …"]). Im Operationsbericht vom 23. August 2021 wird eine radiolo-
gische Untersuchung erwähnt (act. II M1: "Die radiologische Untersuchung 
zeigte ein Hämatom im Bereich des proximalen Radius …"). Soweit ersicht-
lich lag dem beratenden Arzt dieses MRI nicht vor (vgl. act. II M7/3 - 5). Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 15

Bildgebung wurde offenbar (in Verletzung der Abklärungspflicht [vgl. Art. 43 
Abs. 1 ATSG]) gar nicht ediert, ist doch diese in den aktuell vorliegenden 
Akten nicht enthalten. Folglich erfüllt der Bericht von Dr. med. D.________ 
die Anforderungen an einen beweiskräftigen Aktenbericht nicht, da er auf 
einem lückenhaften medizinischen Dossier beruht (vgl. E. 2.4 hiervor). Da-
mit ist die Sache bereits aus diesem Grund an die Beschwerdegegnerin zur 
Komplettierung der medizinischen Akten und Veranlassung einer externen 
Begutachtung zurückzuweisen, wobei die Beschwerdegegnerin beim Be-
schwerdeführer zusätzlich nach vorbehandelnden Ärzten jeglicher Art zu 
fragen und diese anschliessend um Berichterstattung (über allfällige Vorer-
krankungen) zu ersuchen hat.

4.2.2 Abgesehen vom Beizug der Bildgebung und allfälliger weiterer vor-
handener medizinischer Unterlagen wäre zudem eine detailliertere Klärung 
des vom Beschwerdeführer beschriebenen Arbeitsablaufes geboten gewe-
sen. Denn entscheidend ist, ob der geschilderte Vorgang (abhängen von 
falsch am … aufgehängten ...) geeignet ist, die fragliche Sehne entspre-
chend zu belasten. Insoweit ist der Arbeitsablauf geeignet, auf die Art der 
Verletzungen Rückschlüsse zu geben. Wird die Verletzung einer Sehne 
geltend gemacht, wurde diese Sehne bei einem bestimmten Hergang je-
doch gar nicht belastet – was Dr. med. D.________ geltend macht –, so 
lässt sich daraus in aller Regel nur der Schluss auf eine degenerative Ver-
letzung ziehen. Letztlich geht es darum, die einzelnen für oder gegen eine 
traumatische Genese sprechenden Aspekte aus medizinischer Sicht zu 
diskutieren und einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest überwiegend 
wahrscheinlich ist. Dabei ist auch der Unfallmechanismus als einzelnes 
Indiz unter mehreren in die Gesamtwürdigung einzubeziehen (Entscheid 
des BGer vom 6. Januar 2022, 8C_593/2021, E. 5.2.3).

Mit Blick auf diese Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin den dem 
Vorgang vom 26. Juli 2021 entsprechenden Arbeitsablauf am Arbeitsort 
des Beschwerdeführers filmisch zu erheben und diese Aufnahme dem 
Gutachter vorzulegen.

4.3 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 20. Oktober 2021 (act. II K16) in Gutheissung der Beschwerde aufzu-
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 16

sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfü-
ge. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch 
Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbände wird 
der Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 180.-- 
und bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 100.-- festge-
legt.

Vorliegend wurde der Beschwerdeführer durch lic. iur. C.________ vom 
B.________ vertreten. Dieser macht mit Kostennote vom 14. Januar 2022 
einen Aufwand von 4.5 Stunden geltend, was nicht zu beanstanden ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 17

Folglich ist der Parteikostenersatz auf Fr. 810.-- (4.5 h x Fr. 180.--) zuzüg-
lich Mehrwertsteuer von 7.7 % bzw. Fr. 62.35, total Fr. 872.35 festzuset-
zen; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Branchen Versicherung Genossenschaft vom 20. 
Oktober 2021 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sin-
ne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 872.35 (inkl. MWST), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Feb. 2022, UV/21/801, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, lic. iur. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt Dr. E.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.