# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4428e71a-a095-59c0-aced-812417751ed4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 04.03.2015 ZK1 2014 145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-145_2015-03-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 04./12. März 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 145 06. Juli 2015

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schnyder
Aktuar ad hoc Manser

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter 
Marty, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 21. 
Oktober 2014, mitgeteilt am 29. Oktober 2014, in Sachen Beschwerdeführerin,

betreffend Erziehungsbeistandschaften (Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____2005, B._____, geboren am _____2006 und 
C._____, geboren am _____2013, sind die Töchter von X._____, heute X._____, 
geborene X._____. Letztere war zuerst verheiratet mit D._____ aus L.1_____, 
welcher der Vater von A._____ ist. Die Ehe zwischen X._____ und D._____ wurde 
mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 14. September 2007 geschieden und 
die Tochter A._____ unter die elterliche Sorge und Obhut der Mutter gestellt 
(KESB act. 25). Der leibliche Vater von B._____ ist gemäss Urteil des Bezirksge-
richts Imboden vom 01. Juli 2008 E._____ aus L.2_____ (KESB act. 15), dessen 
Aufenthalt heute unbekannt ist. Vater des dritten Kindes C._____ ist F._____ aus 
L.3_____, mit welchem X._____ inzwischen verheiratet ist. Wie X._____ zwi-
schenzeitlich zum Familiennamen Y._____ kam, ist nicht aktenkundig. 

B. Am 4. März 2014 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) Nordbünden eine Gefährdungsmeldung durch die Kantonspolizei ein 
(KESB act. 1.3). Diese informierte die KESB über einen Einsatz wegen häuslicher 
Gewalt. Sie seien vom Arbeitgeber von X._____ informiert worden, dass diese ihn 
angerufen habe und gesagt habe, dass sie sich mit F._____ streite und von ihm 
geschlagen werde. Als sie vor Ort gewesen seien, hätten sich X._____ und 
F._____ kooperativ und ruhig verhalten. Die beiden älteren Mädchen seien bei 
dem Vorfall noch in der Schule gewesen. F._____ sei mit 1.3 ‰ alkoholisiert ge-
wesen. Durch die KESB wurden keine weiteren Schritte eingeleitet, jedoch wurde 
mit X._____ vereinbart, dass sie sich bei weiteren Konflikten bei der KESB oder 
dem Frauenhaus melden würde.  

C. Am 03. Juli 2014 ging bei der KESB Nordbünden eine weitere Gefähr-
dungsmeldung ein (KESB act. 1.1). Die meldende Person wünschte anonym zu 
bleiben und äusserte sich besorgt bezüglich des Wohls der Kinder. F._____ trinke 
viel Alkohol und nehme eventuell noch andere Drogen. Sie vermute, dass die Mut-
ter und die Kinder von F._____ geschlagen werden. Auch der Vater von X._____, 
G._____ berichtete der KESB von übermässigem Alkoholkonsum sowie aggressi-
vem Verhalten gegenüber seiner Tochter von Seiten F._____.

D. H._____, Schulleiter von O.1_____, rief am 29. August 2014 besorgt die 
KESB Nordbünden an und meldete, dass A._____ nach dem Mittag völlig durch 
den Wind in die Schule gekommen sei und nicht in der Lage gewesen sei, sich im 
Klassenzimmer aufzuhalten. A._____ habe ihm berichtet, dass sie zuhause ge-
schlagen werde und kein Mittagessen bekommen habe. Sie sei ziemlich panisch 

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gewesen und habe auf keinen Fall nach Hause zurückgehen wollen (KESB act. 6). 
Gleichentags führte die KESB Nordbünden ein Gespräch mit dem Schulleiter, 
A._____ und X._____, um die familiäre Situation zu besprechen. X._____ äusser-
te sich dahin, dass sie zu 100 % arbeite und eine Tagesmutter ihre Kinder an fünf 
Tagen in der Woche betreuen würde. Ihr Mann arbeite als Saisonier auf dem Bau. 
Sie wecke die Kinder, mache Frühstück und schaue, dass sie in die Schule gehen 
würden. Dann bringe sie ihren Mann zur Arbeit und gehe selbst arbeiten. Ihre Kin-
der würden nicht geschlagen werden, ab und zu gäbe es mal einen Klapps. 
A._____ äusserte im Gespräch mit der KESB u.a., dass sie am Morgen von ihrem 
Stiefvater geweckt werde. Wenn sie nicht gleich aufstehe, trete er sie mit den Füs-
sen. Nach der Schule mache sie Hausaufgaben. Wenn sie oder ihre Schwester 
die Hausaufgaben nicht richtig machen würden, dann schlage sie der Stiefvater. 
Sie werde oft geschlagen, fast jeden Tag. B._____ werde nicht so oft geschlagen. 
Letztmals sei sie gestern oder vorgestern geschlagen worden. Sie habe rote Fle-
cken am Bein. Am meisten schlage der Stiefvater mit den Händen ins Gesicht 
oder mit einem Stock auf die Hände. Das brenne, wenn sie die Hände waschen 
müsse. Zur Strafe müsse sie auch manchmal auf die Knie und so längere Zeit 
verharren. Der Stiefvater sage ihr, sie müsse essen. Am nächsten Tag sage er, 
sie sei fett. Die Mutter unternehme nichts, wenn der Stiefvater böse sei. Manchmal 
schlage auch Mamma. Der Stiefvater trinke viel. Wenn er arbeite, trinke er nicht, 
aber immer am Wochenende trinke er Bier. Sie habe schon lange keinen Kontakt 
mehr mit ihrem Vater gehabt und wünsche sich diesen. Zuhause sei es nicht gut. 
Sie wolle nicht nach Hause. Sie wolle zu ihrem Papa (vgl. KESB act. 5).

E.  Die Primarlehrerinnen I._____ und J._____ nahmen am 29. August 2014 
Stellung zu ihren Beobachtungen an der Schule betreffend A._____.   

F.  Aufgrund bestehender Unklarheiten wurde A._____ einvernehmlich vom 
29. August 2014 bis am 01. September 2014 im Kantonsspital Graubünden, Abtei-
lung Kinder- und Jugendmedizin untergebracht (KESB act. 4).

G.  Aus dem Bericht des Kantonsspitals Graubünden vom 01. September 2014 
ist ersichtlich, dass A._____ auch im Kantonsspital Graubünden äusserte, dass 
sie von ihrem Stiefvater geschlagen werde und dieser viel Alkohol trinke. Abgese-
hen von zwei kleinen Hämatomen am Oberarm stellte das Spital keine Spuren von 
früheren Verletzungen bei ihr fest (KESB act. 13).

H. Am 01. September 2014 wurden X._____ und am 11. September 2014 
X._____ und F._____ von der KESB Nordbünden zur beabsichtigten Errichtung 

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einer Erziehungsbeistandschaft für die drei Kinder mit besonderen Befugnissen in 
den Bereichen persönlicher Verkehr, Schule sowie medizinischen/
psychologischen Belangen angehört (KESB act. 17 und 23). Aus dem Gespräch 
ging u.a. hervor, dass X._____ durch die vielen Verpflichtungen (Arbeit, Kinder, 
Haushalt) belastet sei und deswegen wenig Zeit für ihre Kinder gehabt habe. Die 
Erziehungsmassnahmen ihres Mannes finde sie nicht immer gut. Eventuell könne 
eine neutrale Person ihm "schweizerische Erziehungsmassnahmen" vorzeigen. 
Sie seien des Weiteren bereit, Hilfe anzunehmen. Das Ehepaar X.F._____ unter-
zeichnete gleichzeitig eine Erklärung, dass sie mit der Errichtung einer Erzie-
hungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen einverstanden sind (KESB act. 
24).

I. Der Schulleiter von O.1_____ berichtete der KESB Nordbünden am 05. 
September 2014, dass sich A._____ diese Woche im Unterricht nicht gut konzen-
trieren könne und keine Hausaufgaben erledigen würde (KESB act. 19). 

J. Im vorläufigen Abklärungsbericht vom 18. September 2014 unterbreitet die 
KESB Nordbünden den Vorschlag, dass für die Kinder von X._____ eine Erzie-
hungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen zu errichten sei (KESB act. 33). 
X._____ und F._____ zeigten sich am 26. September 2014 damit einverstanden, 
dass K._____ und L._____ als Erziehungsbeistände eingesetzt werden (KESB 
act. 38). Nach Rücksprache mit der KESB Kindesschutzkammer wurden Herr und 
Frau K._____ wegen Interessenskonflikten jedoch nicht als Erziehungsbeistände 
eingesetzt (KESB act. 39).

K. Am 02. Oktober 2014 wurde der KESB Nordbünden mitgeteilt, dass die 
Familie X.F._____ von O.1_____ nach O.2_____ ziehe (KESB act. 39).

L. X._____ und F._____ gaben am 04. Oktober 2014 ihr Einverständnis, dass 
ein Mitglied der Berufsbeistandschaft O.3_____ das Amt des Erziehungsbeistands 
übernimmt (KESB act. 41).

M. Mit Entscheid vom 21. Oktober 2015 ordnete die KESB Nordbünden u.a. 
an, dass für A._____, B._____ und C._____ eine Beistandschaft gemäss Art. 208 
Abs. 1 ZGB mit besonderen Befugnissen gemäss Abs. 2 errichte werde. Als Bei-
ständin wurde M._____ von der Berufsbeistandschaft O.3_____ eigesetzt. Von 
den Verfahrenskosten für den Entscheid wurde X._____ und F._____ ein Betrag 
von CHF 1'013.00 überbunden und einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
entzogen (KESB act. 46).

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N. Gegen diesen Entscheid erhob X._____ am 01. Dezember 2015 vertreten 
durch Rechtsanwalt Dieter R. Marty beim Kantonsgericht von Graubünden Be-
schwerde (act. A.1). Sie stellte das Rechtsbegehren um Aufhebung des Ent-
scheids der KESB Nordbünden vom 21. Oktober 2014 unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge nach Gesetz. Im Wesentlichen brachte die Beschwerdeführerin 
vor, dass Vorkommnisse wie zu spät in der Schule erscheinen, das zeitweise Tra-
gen verschmutzter Kleider, Konzentrationsschwächen und die Aussagen ihrer 
Kinder, dass diese ihre Väter vermissen würden, keinen Grund für die Verhängung 
von Massnahmen darstelle. Die Massnahmen seien unangemessen und müssten 
aufgehoben werden. Dies auch wenn sie selbst angegeben habe, sich der Hilfe-
stellung der Behörde nicht zu widersetzen und auf Unterstützung hoffte. Die KESB 
spreche jedoch von Zwangsmassnahmen, mit welchen sie nicht einverstanden 
sei. Mit separatem Gesuch, welches gleichentags eingereicht wurde, ersuchte 
X._____ um Erteilung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeistän-
dung.  

O. Die KESB Nordbünden stellte in ihrer Beschwerdeantwort vom 05. Januar 
2015 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde, sofern darauf überhaupt einge-
treten werden könne, und verwies im Wesentlichen auf die Ausführungen im ange-
fochtenen Entscheid sowie auf die Akten (act. A.2).

P. Am 26. Januar 2015 reichte der Rechtsvertreter von X._____ ein weiteres 
Schreiben beim Kantonsgericht von Graubünden ein, in welchem er darauf hin-
wies, dass sich seine Mandantin nicht mehr an die schriftlichen Einverständniser-
klärungen habe erinnern können. Sie sei von der KESB vor die Wahl gestellt wor-
den, die Einverständniserklärungen freiwillig zu unterschreiben oder es würde ihr 
Sorge und Obhut über die Kinder amtlich entzogen.

Q. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.  

II. Erwägungen

1.a) Vorliegend geht es um eine Beschwerde gegen den Erlass einer Kindes-
schutzmassnahme, für welche gemäss Art. 314 Abs. 1 des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuchs (ZGB; SR 210) sinngemäss die Vorschriften über die Beschwerde in 
Erwachsenenschutzsachen (Art. 450 ff. ZGB) anwendbar sind. Nach Art. 60 Abs. 

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1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das 
Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Zur 
Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am Verfahren 
beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der Anordnung der KESB 
direkt betroffene Person (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser, Basler Kommentar 
zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, 
Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 zu Art. 450 ZGB). 
Im angefochtenen Entscheid wird für die Kinder der Beschwerdeführerin eine Er-
ziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen errichtet, womit X._____ als 
unmittelbar Betroffene des Entscheides klar zu dessen Anfechtung legitimiert ist.

b) Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB), wobei in formeller Hinsicht 
keine hohen Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085; Steck, a.a.O., N 42 zu 
Art. 450 ZGB). Die Beschwerdeführerin reichte innert Rechtsmittelfrist eine schrift-
liche und begründete Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein, 
weshalb darauf einzutreten ist.

c) Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Kindesschutz-
behörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt (Art. 450c 
ZGB). Vorliegend wurde die aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels gemäss 
Ziffer 7 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids entzogen.

2.a) Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB etwas geregelt haben, sind die Schweizerische Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen 
sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach 
kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 bzw. Art. 327 Abs. 2 ZPO 
aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 
entscheiden.

b) Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 

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enthält (Steck, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch 
auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Au-
er/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsen-
enschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Schmid, 
a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler, Fam-
Kommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu Art. 446 ZGB). Da die Behör-
de nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das Recht von Amtes wegen 
anzuwenden hat (Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Be-urteilung des Betroffenen über 
die Notwendigkeit einer Massnahme grundsätzlich ohne Bedeutung für den Ent-
scheid der KESB bzw. der Beschwerdeinstanz (vgl. Auer/Marti, a.a.O., N 40 zu 
Art. 446 ZGB).

c) Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die 
Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (vgl. 
Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7085; 
Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB).

3.a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der Ent-
scheid der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden vom 21. Oktober 2014 (vgl. 
KESB act. 46). Die KESB Nordbünden, welche unbestrittenermassen für den Ent-
scheid zuständig war (vgl. Art. 440 Abs. 3 i.V.m. Art. 315 Abs. 1 ZGB i.V.m Art. 38 
Abs. 1 lit. c EGzZGB) ordnete darin für A._____, B._____ sowie C._____ eine Er-
ziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen gemäss Art. 308 Abs. 1 und 
2 an und hielt die Aufgaben der Beiständin im Entscheiddispositiv fest (vgl. Art. 
314 Abs. 3 ZGB). Als Beiständin wurde M._____ eingesetzt. Die Beschwerdefüh-
rerin beantragt, dass der Entscheid der KESB Nordbünden vom 21. Oktober 2014 
vollständig aufzuheben sei. Sie zieht die Abklärungen und Würdigungen der Ab-
klärungsergebnisse durch die KESB Nordbünden in Zweifel und macht geltend, 
dass die Voraussetzungen für die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nicht 
gegeben seien.

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b/aa) Gemäss Art. 308 ZGB ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen 
Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt, 
wenn es die Verhältnisse erfordern (Abs. 1). Sie kann dem Beistand besondere 
Befugnisse übertragen, namentlich die Vertretung des Kindes bei der Wahrung 
seines Unterhaltsanspruchs und anderer Rechte und die Überwachung des per-
sönlichen Verkehrs (Abs. 2). Die Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 stellt 
eine Kindesschutzmassnahme im Sinne von Art. 307 ff. ZGB dar. Diese Mass-
nahme geht insofern weiter als die blosse Erziehungsaufsicht im Sinne von Art. 
307 Abs. 3 ZGB, als der Erziehungsbeistand nicht bloss eine Aufsicht ausübt, 
sondern selber eine aktive Rolle zu übernehmen hat (Urteil des Bundesgerichts 
5A_732/2014 vom 26. Februar 2015 E. 4.3). Die Erziehungsbeistandschaft als 
allgemeinste Form einer Beistandschaft soll durch ambulante, aber kontinuierliche 
Behandlung erzieherische Missstände abbauen durch Kontakt mit Eltern und Kind. 
Instrumente dafür sind Vermittlung, Anleitung und Weisung gegenüber den Eltern, 
dem Kind und Dritten. Das elterliche oder familiäre Umfeld bleibt erhalten, soll 
aber durch stete persönliche Kontakte (insbesondere auch Hausbesuche) beob-
achtet werden. Der Beistand ist Vertrauens- und Ansprechperson aller Beteiligten 
und soll insbesondere auch zum Kind eine tragfähige Beziehung aufbauen (Peter 
Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 
5. Aufl., Basel 2014, N 4 zu Art. 308 ZGB; Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts, 
5. Aufl., Bern 1999, N 27.19a).

b/bb) Die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 
ZGB setzt voraus, dass die Entwicklung des Kindes gefährdet ist (BGE 108 II 372 
E.1) und dieser Gefahr nicht durch die Eltern bzw. durch weniger einschneidende 
Massnahmen gemäss Art 307 ZGB begegnet werden kann (Grundsatz der Ver-
hältnismässigkeit; Urteil des Bundesgerichts vom 5C.109/2002 vom 11. Juni 2002 
E. 2.1 publiziert in: FamPra.ch 2002 S. 851). Ein Eingreifen des Beistands muss 
schliesslich zur Erreichung des Zwecks erforderlich und geeignet sein (Art. 389 
Abs. 1 Ziff. 1 und Abs. 2 ZGB).

4.a) Im vorliegenden Fall lässt sich aufgrund der Akten festhalten, dass bei der 
Familie X.F._____ ein gewisses Potential für eine Gefährdung des Kindeswohls 
bereits aufgrund der familiären Grundkonstellation gegeben ist. Die innert acht 
Jahren geborenen Kinder stammen alle drei von verschiedenen Vätern ab. Die 
Kinder - zumindest die beiden älteren - waren somit innert relativ kurzer Zeit ver-
schiedenen Partnerwechseln der Mutter ausgesetzt, was nur in den seltensten 
Fällen ohne Auswirkungen auf das Wohl der Kinder bleibt. Sie müssen sich jedes 
Mal auf die neuen Partner einstellen und versuchen, das notwendige Vertrauen 

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aufzubauen, was bei so raschen Wechseln nur schwerlich gelingen kann. B._____ 
wurde zudem während bestehender Ehe mit einem anderen Mann gezeugt, der 
schnell wieder aus dem Leben der Kinder verschwand. Alle Väter stammen so-
dann aus fremden Kulturen, welche teilweise einen anderen Umgang mit Kindern, 
namentlich in erzieherischer Hinsicht, pflegen als hierzulande. Dazu kommt, dass 
sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihr heutiger Ehemann voll erwerbstätig 
sind, so dass - trotz teilweisen Beizugs einer Tagesmutter - eine Betreuung nicht 
dermassen gewährleistet ist, wie wenn der eine Elternteil mehrheitlich zuhause 
wäre. Schliesslich ergibt sich aus den Akten, dass der jetzige Ehemann der Be-
schwerdeführerin recht intensiv dem Alkohol zuspricht, was bekanntlich stets die 
Gefahr in sich birgt, dass die zu betreuenden Kinder - in welcher Form auch immer 
- darunter leiden.

b) Aufgrund der Abklärungen der KESB ist vorliegend erstellt, dass sich die 
ungünstigen Grundbedingungen auch wirklich negativ auf das Kindeswohl ausge-
wirkt haben. So berichtet das älteste Mädchen A._____ mehrmals von Schlägen 
und körperlichen Strafen durch ihren Stiefvater. Sie führte dazu unter anderem 
aus, dass der Stiefvater, der sie am Morgen wecke, sie mit den Füssen trete, 
wenn sie nicht direkt aufstehen würde. Wenn sie die Hausaufgaben nicht richtig 
machen würde, dann schlage sie der Stiefvater. Sie werde oft geschlagen, fast 
jeden Tag. Zur Strafe müsse sie manchmal auch auf die Knie und so während 
längerer Zeit verharren, was sie am Rücken schmerzen würde (vgl. KESB act. 5, 6 
und 13). Der Stiefvater telefoniere in der Zwischenzeit oder schaue TV (KESB act. 
7.2). Aus den Akten ist sodann ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin selbst mit 
den Erziehungsmethoden ihres Mannes nicht einverstanden ist, aber gemäss den 
Aussagen ihrer Kinder auch nichts dagegen unternehme oder einschreiten würde 
(KESB act. 5 und 17). Als A._____ am 29. August 2014 anscheinend nicht in der 
Lage war, sich ins Klassenzimmer zu begeben und dem Schulleiter gleichzeitig 
erzählte, dass sie zu Hause geschlagen werde, führte dies - mit dem Einverständ-
nis der Mutter - sogar einmal zu einem Aufenthalt im Kinderspital des Kantonsspi-
tals Graubünden (vgl. KESB act. 4, 5, 6 und 13). An diesem Tag äusserte sich 
A._____ auch dahingehend, dass bei ihr zu Hause nichts gut sei und sie nicht 
mehr nach Hause wolle. Eher würde sie draussen übernachten. Sie würde sich 
den Kontakt zu ihrem Vater wünschen. Dieser wohne in Chur und arbeite in St. 
Moritz. Sie habe schon lange keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt. Sodann zeu-
gen verschiedene Gefährdungsmeldungen und Berichte von Angehörigen und 
Bekannten von einer für die Kinder unguten Situation zu Hause (vgl. KESB act. 1 
bis 3). Aus diesen Meldungen geht hervor, dass F._____ häufig dem Alkohol zu-

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spricht und sich danach aggressiv verhält. Dasselbe Bild ergeben die Berichte aus 
der Schule O.1_____ über auffällige Verhaltensweisen der schulpflichtigen Mäd-
chen, welche auf eine Überforderung mit der häuslichen Situation hinweisen. So 
wurde von I._____, einer ehemaligen Lehrerin von A._____ und B._____ berich-
tet, dass A._____ oft streitsüchtig gewesen sei, Mitschülerinnen unter Druck ge-
setzt habe und sogar einer Mitschülerin die Uhr gestohlen habe. Sowohl von 
I._____ als auch von der Lehrerin J._____ wurde sodann berichtet, dass sich die 
Mutter negativ über ihre Tochter A._____ geäussert habe. Sie meinte, dass ihre 
Tochter fett und faul sei und ihre jüngere Schwester herumkommandieren würde. 
Sie erledige zuhause nichts, werfe die Kleider auf den Boden und verliere alles. 
Somit hätte sie als Mutter auch keine Lust mehr, den Kindern die Kleider zu bü-
geln und immer wieder zu waschen, wenn sie den Sachen keine Sorge geben 
würden. Aus den Berichten aus der Schule O.1_____ lässt sich weiter entnehmen, 
dass die Mutter mit der Situation überfordert ist, da sie neben der Arbeit noch alles 
für die Familie erledigen müsse (kochen, einkaufen, etc.) und ihr der Ehemann 
keine Hilfe sei. F._____ fühle sich kaum für die Erziehung der Kinder verantwort-
lich. Er schicke sie immer zu spät in die Schule und kümmere sich nicht darum, ob 
sie die Zähne geputzt oder die Haare gekämmt hätten. Die Kinder zeigten Anzei-
chen von Verwahrlosung und würden durch die Eltern wenig unterstützt. Die Kin-
der hätten oft die Hausaufgaben nicht erledigt oder das nötige Material wie das 
Turnzeug nicht mit dabei. Obwohl dies Thema bei jedem Elterngespräch gewesen 
sei, habe dies nicht geklappt (vgl. KESB act. 6 bis 7.3).

b) Die Akten sprechen hinsichtlich der Notwendigkeit des Eingreifens der Kin-
desschutzbehörde eine klare Sprache und es bestanden genügend Gründe für 
den Erlass einer kindesschutzrechltichen Massnahme. Unter den gegebenen Um-
ständen war nämlich nicht zu erwarten, dass X._____ und F._____ selbst oder mit 
Hilfe Dritter in der Lage gewesen wären, der Kindeswohlgefährdung ohne Eingrei-
fen der KESB Abhilfe zu schaffen (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Hier sei darauf 
hingewiesen, dass auch die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann der Errichtung 
einer Erziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen noch am 04. Oktober 
2014 zugestimmt hatten (KESB act. 41) und aus den Akten nicht ersichtlich ist, 
was den zwischenzeitlich eingetretenen Meinungsumschwung bewirkt hat.

c) Die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen 
gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB erweist sich zudem als geeignet und verhält-
nismässig, um die erzieherischen Missstände abzubauen (Art. 389 Abs. 2 ZGB). 
In diesem Bereich stünde zwar auch die blosse Erziehungsaufsicht gemäss Art. 
307 ZGB zur Verfügung. Die funktional gleichartige Erziehungsaufsicht, welche 

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ebenfalls eine Einmischung in das familiäre Geschehen voraussetzt, unterscheidet 
sich jedoch kaum von einer Erziehungsbeistandschaft. Allerdings haben 
grundsätzlich Weisungen eines Beistandes mehr Gewicht, insbesondere dann, 
wenn der Beiständin - wie im vorliegenden Fall – gewisse Vertretungsbefugnisse 
eingeräumt werden (vgl. dazu Peter Breitschmid, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 307 ZGB 
und N 5 zu Art. 308 ZGB). Bezogen auf den vorliegenden Fall erscheinen die be-
sonderen Befugnisse der Beiständin als den Umständen angepasst. Die Be-
schwerdeführerin unterlässt es denn auch, die Vertretungsbefugnisse im Einzel-
nen zu beanstanden. Ebenso wenig wird in der Beschwerde die Ernennung von 
M._____ von der Berufsbeistandschaft O.3_____ zur Beiständin gerügt. Die von 
der KESB Nordbünden angeordnete Erziehungsbeistandschaft und die Bestim-
mung von M._____ als Beiständin erweist sich somit als rechtmässig, was zur 
Abweisung der Beschwerde führt. 

5. Die KESB Nordbünden hat X._____ und F._____ einen Anteil von CHF 
1'013.00 an den Verfahrenskosten für den Entscheid vom 21. Oktober 2014 aufer-
legt. Auf den Kostenanteil der beiden anderen involvierten Väter wurde im Sinne 
von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB verzichtet. In der Beschwerde wird wohl der allgemei-
ne Antrag um Aufhebung des angefochtenen Entscheids unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge gemäss Gesetz gestellt. Grundsätzlich ist im Begehren um Auf-
hebung des Entscheids auch der Kostenpunkt enthalten. In der Beschwerde wird 
jedoch mit keinem Wort darauf eingegangen, dass die Kostenauflage auch dann 
nicht gerechtfertigt wäre, wenn die von der KESB Nordbünden angeordnete 
Massnahme bestätigt würde. Es mangelt somit an der im Gesetz in Art. 450 Abs. 3 
ZGB geforderten Begründung und Substanzierung, so dass auf diesen Punkt nicht 
weiter einzugehen ist.

6.a) Bei Abweisung der Beschwerde gehen die Kosten des Beschwerdeverfah-
rens grundsätzlich zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB 
i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zu prüfen bleibt, ob allenfalls gestützt auf Art. 63 Abs. 
3 EGzZGB auf die Erhebung einer Entscheidgebühr zu verzichten ist. Allerdings 
hat die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz erklärt, sie sei mit der Auferlegung 
der Kosten einverstanden und hat daher auf die Einreichung von Belegen zu Ein-
kommen und Lebensbedarf verzichtet (KESB act. 45). Die Beschwerdeführerin hat 
jedoch für das Beschwerdeverfahren ein separates Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege gestellt, so dass davon auszugehen ist, dass ihr Ein-
verständnis hinsichtlich der Kostenübernahme bei Abweisung der Beschwerde 
nicht auch für das vorliegende Verfahren gilt. 

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b) Ein Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten im Sinne von Art. 63 
Abs. 3 EGzZGB rechtfertigt sich nach Art. 28 Abs. 1 der Verordnung zum Kindes- 
und Erwachsenenschutz (KESV; BR 215.010) unter anderem bei Kindesschutz-
massnahmen, sofern das Vermögen der Eltern unter dem Freibetrag von CHF 
10'000.00 liegt und deren Einkommen nur knapp ausreicht, um ihren Verpflichtun-
gen nachzukommen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten (Bst. a) oder wenn 
die Personen nachweislich auf die Unterstützung der öffentlichen Sozialhilfe an-
gewiesen sind (Bst. c). Mithin ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin über genü-
gend finanzielle Mittel zur Finanzierung der Prozesskosten verfügt bzw. ob eine 
prozessuale Mittellosigkeit bzw. Bedürftigkeit bei ihr vorliegt. Dies wäre dann der 
Fall, wenn sie die erforderlichen Gerichts- und Parteikosten nur bezahlen könnte, 
indem sie Mittel heranzieht, die sie eigentlich zur Deckung des Grundbedarfs für 
sich und ihre Familie braucht (BGE 135 I 221 E. 5.1; 128 I 225 E. 2.5.1). Aufgrund 
der familienrechtlichen Unterhalts- und Beistandspflicht nach Art. 159 und 163 
ZGB sind vorliegend jedoch nicht nur die finanziellen Verhältnisse der Beschwer-
deführerin, sondern auch jene ihres Ehemannes zu berücksichtigen (Viktor Rüegg, 
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 13 zu Art. 117 ZPO). Ob eine prozessuale 
Mittellosigkeit vorliegt ergibt sich aus einer Gegenüberstellung des errechneten 
prozessualen Notbedarfs einerseits und der aktuellen Einkommens- und Vermö-
genssituation andererseits. Aus den Akten lässt sich entnehmen, dass das Exis-
tenzminimum der Familie X.F._____ gestützt auf die einschlägigen Richtlinien für 
die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums sowie den Be-
schluss des Kantonsgerichts von Graubünden KSK 09 39 vom 18. August 2009 
rund CHF 6'900.00 pro Monat beträgt (CHF 1'700.00 Grundbetrag Ehepartner, 
CHF 1'400.00 Grundbetrag Kinder, CHF 620.00 Zuschlag von 20% auf den 
Grundbetrag der Ehepartner und der Kinder gemäss URP-Praxis, CHF 2'595.00 
Wohnungskosten, CHF 600.00 Krankenkasse (nach Abzug der Prämienverbilli-
gung für Ehefrau und Kinder), CHF 0.00 Steuern). Gemäss den Lohnabrechnun-
gen der Beschwerdeführerin kann bei ihr von einem Durchschnittsnettoeinkom-
men von ca. CHF. 4'500.00 ausgegangen werden (s. Akten URP-Gesuch). Dazu 
sind die Unterhaltsbeiträge für A._____ im Betrag von CHF 750.00 monatlich hin-
zuzurechnen (vgl. KESB act. 16 sowie eingereichte Steuerveranlagung der Be-
schwerdeführerin in den URP-Akten), was ein total anrechenbares Einkommen 
der Beschwerdeführerin von CHF 5'250.00 pro Monat ergibt. Bei dieser Berech-
nung ist indessen auch das Einkommen des Ehemannes dazuzurechnen, welcher 
zu 100% bei der Firma N._____ in O.4_____ tätig ist (KESB act. 45). Aus den vom 
Ehemann eingereichten Lohnabrechnungen vom November 2014 bis Januar 2015 

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geht hervor, dass dieser im Stundenlohn angestellt ist und in diesen Monaten ein 
durchschnittliches Nettoeinkommen von CHF 2'900.00 erwirtschaftete (vgl. Lohn-
abrechnungen im URP-Gesuch). Das Gesamteinkommen der Familie X.F._____ 
beläuft sich somit auf durchschnittlich ca. CHF 8'200.00 pro Monat. Bei einem 
Existenzminimum von rund CHF 6'900.00 ergibt dies einen monatlichen Über-
schuss von durchschnittlich CHF. 1'300.00. Dies reicht für die Bezahlung der Ge-
richtskosten (und des eigenen Anwalts) ohne weiteres aus. Ohnehin kann vorlie-
gend davon ausgegangen werden, dass das durchschnittliche Nettoeinkommen 
des Ehemannes gerechnet auf das ganze Jahr hinaus deutlich höher liegen dürfte. 
Die eingereichten Lohnabrechnungen stammen allesamt aus den Wintermonaten, 
wobei er im Dezember 2014 127.5 Stunden und im Januar 2015 lediglich 74 Stun-
den gearbeitet hat. Es gilt als gerichtsnotorisch, dass in der Baubranche (Zimme-
rei) während der Wintermonate witterungsbedingt durchschnittlich weniger gear-
beitet wird als im Rest des Jahrs. Ein Anwendungsfall von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB 
liegt nach dem Gesagten somit nicht vor. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: