# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33aa941e-9ed1-51a6-8631-13499d0e4444
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 23.01.2023 Z2 2022 68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2022-68_2023-01-23.pdf

## Full Text

20230105_160736_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2022 68

Oberrichter A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter St. Scherer
Gerichtsschreiberin K. Fotsch

Urteil vom 23. Januar 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

ProLitteris, Schweizerische Genossenschaft für Urheberrechte an Literatur und Kunst, 
Universitätsstrasse 100, 8006 Zürich,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
Klägerin,

gegen

C.________ AG,
Beklagte,

betreffend

Forderung aus Urheberrecht

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Rechtsbegehren

Klägerin

1. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 4.60 gemäss den Forderungen aus dem 
Jahre 2021 zu bezahlen, zzgl. Zins zu 5 % seit 22.08.2022.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der beklagten Partei.

Sachverhalt und Erwägungen

1. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2022 reichte die ProLitteris, Schweizerische Genossenschaft 
für Urheberrechte an Literatur und Kunst (nachfolgend: Klägerin) gegen die C.________ AG 
(nachfolgend: Beklagte) beim Obergericht des Kantons Zug Klage ein und stellte das 
eingangs wiedergegebene Rechtsbegehren (act. 1).

2. Die Beklagte wurde mit Präsidialverfügung vom 2. November 2022 aufgefordert, binnen 
10 Tagen eine schriftliche Klageantwort einzureichen (act. 2).

Nachdem die Beklagte innerhalb der ihr angesetzten Frist nicht reagiert hatte, wurde ihr am 
22. November 2022 eine Nachfrist von 10 Tagen zur Einreichung einer Klageantwort 
angesetzt (act. 4). Die Beklagte liess auch diese Frist unbenützt verstreichen.

3. Da die Beklagte somit auch innert der Nachfrist keine Klageantwort eingereicht hat, kann das 
Gericht die klägerischen Tatsachenbehauptungen als unbestritten betrachten. 
Urteilsgrundlage bildet der von der Klägerin geschilderte Sachverhalt. Bei der 
Anspruchsprüfung hat das Gericht jedoch auch rechtshemmende, rechtshindernde und 
rechtsaufhebende Tatsachen zu berücksichtigen, soweit sie in der Klage selbst angeführt 
sind. Andere Tatsachen, die aus den Akten ersichtlich sind, dürfen nur insoweit 
berücksichtigt werden, als es für das Vorhandensein der von Amtes wegen zu prüfenden 
Prozessvoraussetzungen von Bedeutung ist. Da die Angelegenheit spruchreif ist, kann das 
Gericht ohne Hauptverhandlung und damit ohne weitere Anhörung der Parteien das Urteil 
fällen (Art. 223 Abs. 2 und Art. 153 Abs. 2 ZPO; vgl. Leuenberger, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 223 ZPO N 5; Gasser/Rickli, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 2. A. 2014, Art. 223 ZPO N 2). 

4. Die Beklagte hat ihren Sitz in ________, weshalb die Gerichte des Kantons Zug zur 
Beurteilung der Klage örtlich zuständig sind (Art. 10 Abs. 1 ZPO). Sodann liegt eine 
Streitigkeit im Zusammenhang mit geistigem Eigentum im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO 
vor (vgl. Wey, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 5 ZPO N 9 ff.), 
weshalb das Obergericht, II. Zivilabteilung, als einzige kantonale Instanz sachlich zuständig 
ist (vgl. § 19 lit. a GOG; § 5 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Obergerichts). 

5. Die Klägerin macht als Verwertungsgesellschaft Vergütungsansprüche im Sinne von Art. 19 
Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 20 Abs. 2 URG (Vergütung für den Eigengebrauch) für das Jahr 2021 
gegen die Beklagte geltend. Die Forderungsbeträge stützen sich auf die Gemeinsamen 

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Tarife 8 VII (Reprografie in der Industrie, im verarbeitenden Gewerbe und im 
Dienstleistungsbereich; Gültigkeitsdauer des Tarifs: 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021, 
verlängert bis 31. Dezember 2022; nachfolgend: GT 8 [act. 1/5]) und 9 VII (Nutzung von 
geschützten Werken und geschützten Leistungen in elektronischer Form zu betrieblichen 
Eigengebrauch in der Industrie, im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich; 
Gültigkeitsdauer des Tarifs: 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021, verlängert bis 
31. Dezember 2022; nachfolgend: GT 9 [act. 1/5]). Diese Tarife wurden von der 
Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und 
verwandten Schutzrechten genehmigt (act. 1 Rz 6).

Nach ihrer unbestritten gebliebenen Darstellung hat die Klägerin der Beklagten 
Erhebungsformulare zur Bekanntgabe der Mitarbeiterzahl und der Branchenzugehörigkeit 
zukommen lassen, um die Höhe der Vergütung zu eruieren. Da die Beklagte die 
Erhebungsformulare nicht ausgefüllt retourniert hat, hat die Klägerin den 
Vergütungsanspruch gestützt auf Ziff. 6 ff. des GT 8 und des GT 9 geschätzt. Für die 
Einschätzung verrechnete sie der Beklagten gemäss Ziff. 8.3 des GT 8 und des GT 9 pro 
Tarif einen einmaligen Verwaltungsaufwand von CHF 100.00 (act. 1 Rz 7 f.). Sie ordnete die 
Beklagte der Kategorie "Übrige Dienstleistungsunternehmen" zu und schätzte die 
Mitarbeiterzahl auf 1-9 (act. 1/4). Die Beklagte hat es sodann unterlassen, diese 
Einschätzung zu beanstanden (act. 1 Rz 8). Daraufhin stellte die Klägerin folgende 
Pauschalgebühren in Rechnung (act. 1 Rz 10; act. 1/4 und 1/6):

- Jahr 2021 (GT 8): CHF 25.50 + CHF 100.00 [Verwaltungsaufwand] zzgl. MWST von 
2,5 % (= CHF 3.15);

- Jahr 2021 (GT 9): CHF 21.00 + CHF 100.00 [Verwaltungsaufwand] zzgl. MWST von 
2,5 % (= CHF 3.05).

Die Beklagte hat die Forderung nach GT 8 bis heute nicht vollständig beglichen. Es verbleibt 
ein Fehlbetrag von CHF 4.60 (act. 1 Rz 9 f.). 

6. Veröffentlichte Werke dürfen zum Eigengebrauch verwendet werden (Art. 19 Abs. 1 URG). 
Erlaubt ist dabei insbesondere auch das Vervielfältigen von Werkexemplaren in Betrieben für 
die interne Information und Dokumentation (Art. 19 Abs. 1 lit. c URG). Wer sich dieser Form 
des Eigengebrauchs bedient, schuldet jedoch dem Urheber oder der Urheberin hierfür eine 
Vergütung (Art. 20 Abs. 2 URG). Dafür sieht das Gesetz zwingend die kollektive Verwertung 
vor: Der Vergütungsanspruch kann nur von zugelassenen Verwertungsgesellschaften 
(Art. 40 ff. URG) geltend gemacht werden (Art. 20 Abs. 4 URG). Dafür haben die 
Verwertungsgesellschaften Tarife aufzustellen und diese der Eidgenössischen 
Schiedskommission zur Genehmigung vorzulegen und nach erfolgter Genehmigung zu 
veröffentlichen (Art. 46 Abs. 1 und 3 URG; vgl. zum Ganzen: BGE 125 III 141 E. 3). 
Rechtskräftig genehmigte Tarife sind für die Gerichte verbindlich (Art. 59 Abs. 3 URG). 

Der GT 8 umschreibt den Verwendungsbereich, die Bedingungen und die Vergütungen für 
das Vervielfältigen urheberrechtlich geschützter und veröffentlichter Werke (u.a.) auf Papier 
(Ziff. 1.1 und 3.3 des GT 8). Unter dem GT 8 schulden die tarifpflichtigen Nutzer 
grundsätzlich eine pauschale oder individuelle Vergütung für das betriebsinterne 
Vervielfältigen gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c URG (Ziff. 6.2.1). Der GT 9 regelt gesetzlich 

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erlaubte, vergütungspflichtige Nutzungen geschützter Werke zum Eigengebrauch gemäss 
Art. 19 und 20 URG mittels betriebsinterner Netzwerke, soweit diese Nutzungen nicht bereits 
in anderen Tarifen geregelt sind. Der GT 9 bezieht sich auf Nutzer mit betriebsinternen 
Netzwerken, die über die entsprechenden technischen Einrichtungen (PC, Scanner oder 
ähnliche Geräte) verfügen (Ziff. 1.1 des GT 9). 

Um den geschuldeten Vergütungsbetrag zu bestimmen, hat die Klägerin grundsätzlich mittels 
Erhebungsformular die nötigen Informationen (Anzahl Angestellte und 
Branchenzugehörigkeit der potenziellen Nutzer etc.) zu ermitteln (Ziff. 8.2 des GT 8 und des 
GT 9). Jeder neue Nutzer (z.B. Neugründungen), dessen Tarifpflicht geprüft werden muss, 
erhält von der Klägerin einen Erhebungsbogen, mittels welchem er innert 30 Tagen nach 
Aufforderung alle für die Rechnungsstellung notwendigen Angaben wie Anzahl 
Mitarbeitende, Gesamtkopiemenge, Pressespiegel, Branche usw. zu melden hat (Ziff. 8.2 
lit. c des GT 8 und des GT 9). Werden die notwendigen Angaben nach einer schriftlichen 
Mahnung auch innert Nachfrist nicht eingereicht, kann die Klägerin die Angaben schätzen 
und gestützt darauf Rechnung stellen. Die Schätzung gilt als anerkannt, wenn der Nutzer die 
für die Berechnung notwendigen Angaben innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung der 
Schätzung nicht schriftlich bekannt gibt (Ziff. 8.3 des GT 8 und des GT 9). 

7. Die Klägerin ist gestützt auf die Bewilligung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges 
Eigentum vom 27. September 2017 befugt, als Verwertungsgesellschaft den 
Vergütungsanspruch für das Vervielfältigen von Werken zum Eigengebrauch (Art. 20 URG) 
einzufordern (act. 1/2). Die Aktivlegitimation der Klägerin ist damit ohne weiteres gegeben.

Gemäss Handelsregistereintrag bezweckt die Beklagte "________" (act. 1/3). Damit fällt sie 
unbestrittenermassen in die Kategorie "Übrige Dienstleistungsunternehmen" gemäss 
Ziff. 6.4.27 des GT 8 und des GT 9. Sie ist somit passivlegitimiert.

8. Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Beklagte Reprografiegeräte besitzt und über ein 
betriebsinternes Netzwerk verfügt. Damit ist die Beklagte vergütungspflichtig. Mangels 
Rücksendung der Erhebungsformulare hat die Klägerin den Vergütungsanspruch im Einklang 
mit dem im GT 8 und GT 9 beschriebenen Einschätzungsverfahren festgesetzt. Die Klägerin 
hat somit zu Recht eine eigene Einschätzung vorgenommen. Der von der Klägerin vorliegend 
einzig noch geltend gemachte Forderungsbetrag von CHF 128.65 nach GT 8 für das Jahr 
2021 entspricht sodann den in Ziff. 6.4.27 und 8.3 des GT 8 sowie den in Ziff. 6.6 des GT 8 
vorgeschriebenen Vergütungen. Die Beklagte hat der Klägerin lediglich den Betrag von 
CHF 124.05 überwiesen. Sie ist deshalb in Gutheissung der Klage zu verpflichten, der 
Klägerin auch den verbleibenden Restbetrag von CHF 4.60 zu bezahlen.

9. Für den ausstehenden Betrag von CHF 4.60 für das Jahr 2021 verlangt die Klägerin einen 
Zins von 5 % seit 22. August 2022. Sie stützt sich auf die Mahnung vom 10. August 2022 
(act. 1/6), worin die Beklagte aufgefordert wurde, den ausstehenden Betrag für das Jahr 
2021 von CHF 252.70 bis spätestens 20. August 2022 zu bezahlen. Mit Ablauf der 
Zahlungsfrist geriet die Beklagte in Verzug und schuldet daher den Verzugszins von 5 % 
(Art. 104 Abs. 1 OR). 

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10. Obwohl die Klägerin somit vollständig obsiegt, hat sie die Prozesskosten vorliegend gestützt 
auf Art. 107 Abs. 1 lit. f bzw. Art. 108 ZPO selbst zu tragen.

Wie den von der Klägerin eingereichten Unterlagen entnommen werden kann, hat sie die 
Beklagte am 10. August 2022 in Bezug auf zwei Rechnungen gemahnt, die sich beide auf 
das Jahr 2021 beziehen: Eine über CHF 124.05 nach GT 9 und eine über CHF 128.65 nach 
GT 8. Während die Rechnung über CHF 124.05 offenbar vollständig beglichen wurde, wurde 
die zweite nur im Betrag von CHF 124.05 bezahlt, woraus der mit vorliegender Klage geltend 
gemachte Fehlbetrag von CHF 4.60 resultiert. Es fällt sofort auf, dass der bezahlte Teilbetrag 
der Rechnung nach GT 8 identisch ist mit dem Betrag der Rechnung nach GT 9. Die 
Beklagte hat somit denselben Betrag zweimal bezahlt. Dass dies ein Versehen war und die 
Beklagte die Rechnung nach GT 8 nicht absichtlich unvollständig bezahlt hat, liegt bei dieser 
Ausgangslage auf der Hand. Grundsätzlich steht es einer Partei zwar ohne Weiteres zu, 
auch Klein- oder gar Kleinstbeträge gerichtlich einzufordern. Angesichts des geringfügigen 
Fehlbetrags und der dargelegten Vorgeschichte – insbesondere des mit den Zahlungen 
demonstrierten Zahlungswillens der Beklagten – wäre es vorliegend aber nach Treu und 
Glauben geboten gewesen, die Beklagte zunächst auf ihr Versehen hinzuweisen, statt 
umgehend die Klage über den Fehlbetrag einzuleiten. Dies ist, soweit ersichtlich, nicht 
geschehen. Das direkte Einleiten einer Klage ist in dieser Konstellation unverhältnismässig, 
weshalb es im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO unbillig erscheint, die Prozesskosten der 
Beklagten aufzuerlegen.

Die Spruchgebühr beträgt bei einem Streitwert von CHF 4.60 gemäss § 11 Abs. 1 KoV OG 
CHF 150.00.

Urteilsspruch

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 4.60 nebst Zins zu 5 % seit 22. August 2022 
zu bezahlen.

2. Die Gerichtskosten von CHF 150.00 werden der Klägerin auferlegt und mit dem von der 
Klägerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. Eine Parteientschädigung wird der Klägerin nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 
95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung.

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5. Mitteilung an:
- Parteien
- Gerichtskasse (im Dispositiv)
- Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum (IGE), Stauffacherstrasse 65/59g, 

3003 Bern (nach Eintritt der Rechtskraft)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Zivilabteilung

A. Staub K. Fotsch
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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