# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00162f10-e047-566d-9016-f036e897cb69
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2021 E-6902/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6902-2019_2021-10-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6902/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Grégory Sauder,    

Gerichtsschreiber Stefan Trottmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Christian Wyss, Advokaturbüro,  

(...),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. November 2019 / N (...). 

 

 

 

E-6902/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 19. Oktober 2016 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 24. Oktober 2016 fand die Befragung zur Person (PzP) und 

am 2. August 2019 die Anhörung statt, an welchen er im Wesentlichen aus-

führte, er sei Staatsangehöriger Sri Lankas, tamilischer Ethnie, und 

stamme ursprünglich aus B._______, Distrikt Kilinochchi, Nordprovinz. Er 

habe einen O-Level-Abschluss und habe als Schreiber im Verkehrswesen, 

als Hilfsmaurer und -schreiner und zuletzt in einer Getränkefirma als Ver-

käufer gearbeitet.  

A.b Er sei gemeinsam mit seiner Ehefrau am (...) 2007 durch die Liberation 

Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zwangsrekrutiert worden. Seine Frau sei be-

reits nach einer Woche aufgrund ihrer Schwangerschaft wieder entlassen 

worden, er aber habe ein einmonatiges Training erhalten und sei anschlies-

send an die Grenze abkommandiert worden, wo er Wache habe halten 

müssen. Zu seinen weiteren Aufgaben habe das Suchen nach Bomben am 

Strassenrand gehört. Als er gegen Ende des Krieges habe flüchten kön-

nen, habe er seine Frau und sein Kind auf der Flucht wiedergetroffen und 

sich gemeinsam mit ihnen am (...) 2009 dem Militär ergeben. Anschlies-

send seien sie ins Flüchtlingslager nach C._______ gegangen, von wo sie 

nach D._______ umgesiedelt worden seien.  

Um Arbeit zu erhalten, habe er sich bei der Freiheitspartei gemeldet, bei 

welcher er sich 2011 auch als Mitglied registriert habe. Obschon er an Mee-

tings teilgenommen habe und geholfen habe, diese zu organisieren, habe 

er keine richtige Arbeit erhalten, weshalb es zu Auseinandersetzungen und 

zum Bruch mit der Freiheitspartei gekommen sei. Eine andere Partei, die 

Tamil National Alliance (TNA), habe ihn aufgesucht und von ihm verlangt, 

Wahlpropaganda zu machen, im Gegenzug würde er durch die Partei Ar-

beit erhalten. Er habe sich darauf eingelassen und folglich für die TNA 

Wahlpropaganda gemacht.  

Am (...) 2013 seien zehn Personen zu ihm nachhause gekommen und hät-

ten Zäune und Tore zerstört. Am (...) 2014 sei er von sechs Personen auf-

gesucht worden, welche ihn mitgenommen, befragt und geschlagen hät-

ten. Sie hätten von ihm wissen wollen, wo er das viele Geld der Bewegung 

vergraben habe. Am Morgen darauf habe er wieder gehen können.  

In der Nacht des (...) 2015 seien in seiner Abwesenheit sehr viele Personen 

zu ihm nachhause gekommen und hätten gesagt, sie seien vom Criminal 

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Seite 3 

Investigation Department (CID) und hätten daraufhin das Haus durchsucht, 

worauf seine Mutter ihn angerufen und gesagt habe, er solle nicht mehr 

nachhause kommen. So habe er sich bis zu seiner Ausreise in B._______ 

und E._______ versteckt.  

Aus diesen Gründen sei er am (...) 2016 legal aus seinem Heimatland aus-

gereist und via Katar und weitere, ihm unbekannte Länder am (...) 2016 

illegal in die Schweiz eingereist. Nach seiner Ausreise aus Sri Lanka seien 

ihm unbekannte Personen elf Mal bei seiner Mutter und sieben Mal bei 

seiner Ehefrau vorstellig geworden. Diese seien betrunken und – da er die 

Partei gewechselt habe – auch wütend gewesen.  

A.c Im vorinstanzlichen Verfahren reichte der Beschwerdeführer folgende 

Ausweispapiere und Beweismittel zu den Akten: 

– ID-Karte Nr. (…) im Original 

– Geburtsurkunde Nr. (...) 

– Heiratsurkunde  

– Geburtsurkunden von Ehefrau und Kindern im Original 

– 3 Schreiben Freiheitspartei 

– UNHCR Return Form 

– Relief and Assistance Card C._______ 

– Wohnsitzbestätigung F._______ 

– Schreiben MP G._______ 

– Schreiben H._______ 

– Karte Sri Lankan Freedom Party 

– Schreiben des behandelnden Psychiaters seiner Tochter betreffend die 

aufgrund der Trennung vom Vater entstandenen psychischen Prob-

leme 

B.  

Mit Verfügung vom 25. November 2019 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. 

Gleichzeitig verfügte sie seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug an.  

C.  

Mit Eingabe vom 27. Dezember 2019 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, die Verfügung der 

Vorinstanz sei aufzuheben und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

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Seite 4 

Eventualiter seien die Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung aufzu-

heben und er sei vorläufig aufzunehmen.  

In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhebung des Kostenvorschusses sei 

zu verzichten und der unterzeichnete Anwalt sei als amtlicher Anwalt bei-

zuordnen. Im Weiteren sei ihm eine Nachfrist von dreissig Tagen zum 

Nachreichen weiterer Beweismittel einzuräumen.  

Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde folgende Beweismittel 

ein: 

– (Die im Beilagenverzeichnis aufgeführte Beilage 1 wurde nicht einge-

reicht) 

– Zustellungsnachweis der angefochtenen Verfügung als Beilage 2 

– Vollmacht als Beilage 3 

– Schreiben Frau I._______ vom (...) als Beilage 5 

– Schreiben J._______als Beilage 6 

– Zeitungsartikel «Der Bund» vom 29. November 2019 als Beilage 7 

– Artikel «IPS, Sri Lanka’s Presidential Election […]» als Beilage 8  

D.  

Am 31. Dezember 2019 bestätigte das Gericht den Eingang der Be-

schwerde.  

E.  

Am 31. Dezember 2019 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdefüh-

rers folgendes Beweismittel ein: 

– Bestätigung Prozessarmut als nachgereichte Beilage 4 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2020 stellte die Instruktionsrichte-

rin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Im Weiteren hiess sie das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege gut, verzichtete auf die Erhebung des Kostenvorschusses 

und hiess das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung gut, wobei Für-

sprecher Christian Wyss als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt wurde. 

Dem Gesuch um Einreichung weiterer Beweismittel wurde, unter Anset-

zung einer Frist, ebenfalls entsprochen.  

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Seite 5 

G.  

Am 17. Februar 2020 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

folgende Beweismittel ein: 

– Schreiben Frau I._______ vom 21. Januar 2020 als Beilage 9 (mit 

deutschsprachiger Übersetzung im Begleitbrief) 

– Zustellungsumschlag der Beilage 9 als Beilage 10 

H.  

Mit Instruktionsverfügung vom 21. Dezember 2020 lud die Instruktionsrich-

terin die Vorinstanz ein, sich vernehmen zu lassen. Nach bewilligtem Fris-

terstreckungsgesuch bis zum 19. Januar 2021 reichte die Vorinstanz die 

Vernehmlassung vom 18. Januar 2021 ein. Auf deren Inhalt wird in den 

Erwägungen eingegangen. Die Vernehmlassung wurde am 25. Januar 

2021 dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zur Kenntnisnahme zu-

gestellt. 

I.  

Mit Schreiben vom 27. Januar 2021 reichte der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers unaufgefordert eine Replik zur Vernehmlassung der Vor-

instanz ein. Auf deren Inhalt wird ebenfalls in den Erwägungen eingegan-

gen. Zudem wurde eine provisorische Kostennote miteingereicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 6 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeich-

nung verwendet. 

1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 1A des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30), wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft Nachteile von bestimmter Intensität befürchten muss, die ihr 

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Seite 7 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu werden 

drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz erwar-

ten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f.; 2008/4 E. 5.2, jeweils m.w.H.). Ob 

eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung vorliegt, ist aufgrund einer 

objektivierten Betrachtungsweise zu beurteilen. Es müssen hinreichende 

Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem 

Menschen in der gleichen Lage Furcht vor Verfolgung hervorrufen würden. 

Die objektive Betrachtungsweise ist durch das vom Betroffenen bereits Er-

lebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu er-

gänzen (vgl. BVGE 2011/50 E. 3.1.1; 2011/51 E. 6; 2008/4 E. 5.2, je 

m.w.H).  

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihrer Verfügung aus, dass es sich 

hinsichtlich des Vorfalls vom (...) 2013 um Drittpersonen gehandelt haben 

dürfte, welche aus kriminellen Motiven gehandelt hätten. Die aktuelle Re-

gierung schütze solche kriminellen Gruppierungen nicht, weswegen sie mit 

strafrechtlichen Sanktionen zu rechnen hätten. Die Schutzfähigkeit und der 

Schutzwille sei in der Regel gegeben, der Beschwerdeführer hätte daher 

die Übergriffe zur Anzeige bringen können.  

Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass diejenigen Personen, wel-

che ihn am (...) 2014 entführt hätten, angegeben hätten, sie seien vom CID. 

Da es bei der Befragung aber in erster Linie um Geld gegangen sei, lasse 

sich darauf schliessen, dass es sich wiederum um eine kriminelle Gruppie-

rung gehandelt habe. Im Weiteren habe man ihn am nächsten Morgen wie-

der freigelassen. Zudem habe ein Schlepper dem Beschwerdeführer mit-

geteilt, dass, wenn das CID ihn mitgenommen und befragt hätte, sie ihm 

die Identitätskarte weggenommen hätten. Dies sei aber offensichtlich nicht 

der Fall gewesen.  

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Auch bezüglich der Hausdurchsuchung vom (...)2015 habe der Beschwer-

deführer ausgesagt, die Personen hätten sich als Angehörige des CID aus-

gegeben, wobei er dies zum einen nicht habe belegen können, und zum 

anderen auch keinen Grund für die Hausdurchsuchung anzugeben ver-

mocht habe. Ausser, dass er nach LTTE-Geldern gefragt worden sei, sei 

aus seinen Aussagen nirgendwo ersichtlich, dass seine Probleme mit der 

Zugehörigkeit zu den LTTE zu tun gehabt hätten oder er deswegen von 

den Behörden gesucht worden wäre. Die Probleme erkläre der Beschwer-

deführer ausschliesslich mit dem Parteiwechsel.  

Im Weiteren sei es ihm auch möglich gewesen, mit seinem eigenen Pass 

Sri Lanka legal zu verlassen, was ebenfalls dagegenspreche, dass das CID 

ihn gesucht habe.  

Der Beschwerdeführer habe nicht geltend gemacht, dass er vor seiner Aus-

reise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen sei. 

Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Risikofaktoren würden 

folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden 

auslösen. Es sei daher aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb 

er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden 

geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden würde. Die Vorbringen 

hielten somit den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG nicht stand.  

Auch die eingereichten Beweismittel hätten nichts an dieser Einschätzung 

zu ändern vermocht, da diese – ausser zwei Gefälligkeitsschreiben ohne 

Beweiswert – auch keinen Bezug zu den von ihm geltend gemachten Prob-

lemen aufwiesen.  

4.2 In der Beschwerdeschrift wird vorab festgestellt, dass die Verfolgung 

durch einen nicht identifizierten Parteimob der «Freiheitspartei» im Jahr 

2013 nicht asylbegründend sei. 

Die Verfolgung, welche im (...) 2014 stattgefunden habe, habe seiner frühe-

ren LTTE-Tätigkeit gegolten, sei vom CID orchestriert worden und mit Fol-

ter verbunden gewesen. Der Schlussfolgerung des SEM, die Suche sei 

nicht vom CID ausgegangen, könne nicht gefolgt werden, da es diese nicht 

näher begründe und es übersehe, dass das CID im Norden von Sri Lanka 

seit Ende 2013 vermehrt und systematisch nach ehemaligen LTTE-Leuten 

zu suchen begonnen habe, welche sich dem Rehabilitationscamp entzo-

gen hätten.  

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Seite 9 

Auch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer aus Sri Lanka habe 

ausreisen können, könne nicht gefolgert werden, es habe keine Gefähr-

dung bestanden. Einerseits hätten sich die Recherchen des CID zum Zeit-

punkt seiner Ausreise erst im Anfangsstadium befunden, andererseits hät-

ten die Schlepper Schwachstellen im Kontrollapparat beim Flughafen ge-

kannt und – meist durch Bestechung – auch genutzt.  

Die Vorinstanz übergehe den Zusammenhang der Verfolgung mit der nicht 

bestrittenen LTTE-Tätigkeit, der Quelle der Verfolgung beim CID und der 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer bei seiner Entführung im (...) 2014 

durch das CID gefoltert worden sei.  

Die LTTE gälten in mehreren westlichen Ländern noch immer als «Terror-

Organisation». Ehemalige Mitglieder der LTTE würden systematisch ge-

sucht, befragt, oft auch gefoltert und zum Verschwinden gebracht. Dass 

der Beschwerdeführer in der zweiten Phase ab (...) 2014 vom CID und 

nicht von privaten Schlägertrupps entführt, geschlagen und gefoltert wor-

den sei, sei als erwiesen zu erachten, da er die Kniefolter detailliert habe 

beschreiben können. Auch die Tatsache, dass er vor einer zweiten Entfüh-

rung und Befragung habe fliehen können, schliesse die begründete Furcht 

vor Verfolgung im Sinn des Art. 3 AsylG nicht aus. Diesbezüglich würde 

seine Frau in ihrem Schreiben auch bestätigen, dass die Suche nach ihm 

noch nicht abgeschlossen worden sei. Damit sei die damalige Verfolgung 

durch die Armeegeheimdienste und das CID eine Bedrohung, welche den 

Voraussetzungen von Art. 3 AsylG bezüglich Unmittelbarkeit und Intensität 

im Fluchtzeitpunkt entspreche.  

4.3 In der Vernehmlassung führte die Vorinstanz aus, dass die Beschwer-

deschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, 

welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könne. Trotzdem 

sei zu erwähnen, dass die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweis-

mittel – zwei Schreiben der Ehefrau des Beschwerdeführers und ein 

Schreiben von J._______, Member of Provincial Council – in überaus feh-

lerhaftem Englisch abgefasst worden seien und für sie reine Gefälligkeits-

schreiben ohne Beweiswert darstellten.  

Im Weiteren stünden die eingereichten Artikel aus «Der Bund» vom 29. No-

vember 2019 über Polizeiermittler Nishantha Silva und der Inter Press Ser-

vice News Agency mit dem Titel «Sri Lanka’s Presidential Election brings 

back a polarising Wartime Figure» vom 21. November 2019 in keinem er-

kennbaren Bezug zu den vom Beschwerdeführer im Asylverfahren geltend 

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Seite 10 

gemachten Vorbringen, wobei auch aus der Beschwerde nicht hervorgehe, 

worin genau der Zusammenhang bestehen solle.  

Insgesamt würden die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel 

an ihrer Einschätzung nichts zu ändern vermögen.  

4.4 In der Replik führte der Beschwerdeführer aus, dass aus dem fehler-

haften Englisch im Schreiben des Provinzrats nicht abgeleitet werden 

dürfe, dieses sei gefälscht oder stamme nicht von der Regierungsperson 

J._______. Es könne sogar ein Echtheitsmerkmal sein, womit die Schluss-

folgerung, es handle sich um ein Gefälligkeitsschreiben, nicht zwingend 

sei. Im Übrigen sei das Übergehen eines schriftlichen Beweismittels eines 

Provinzregierungsmitgliedes ohne klare sachliche Gründe eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs, weshalb das Schreiben vor Ort zu überprüfen sei.  

5.  

5.1 Nach Durchsicht der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass sich 

die geltend gemachte Verfolgungsfurcht des Beschwerdeführers, entgegen 

seinen Ausführungen, als unbegründet erweist.  

5.2 Der Beschwerdeführer hat angegeben, er sei im Jahr 2009 zwangsre-

krutiert worden und habe während ungefähr zweier Jahre für die LTTE mi-

litärische Tätigkeiten ausführen müssen. Nach seiner Flucht von den LTTE 

sei er aus opportunistischen Gründen erst der Freiheitspartei und, nach-

dem diese ihm keine richtige Arbeit habe verschaffen können, der TNA bei-

getreten; bei letzterer habe er Hilfsarbeiten erledigen können.  

Hinsichtlich der Entführung vom (...) 2014 sagte er erst aus, er wisse nicht, 

wer die Täter gewesen seien, später bezeichnete er das CID als Urheber, 

da die Entführer dies so erwähnt haben sollen (SEM-Akte A6/13 7.01; 

A14/26 F 205). Im Weiteren sei ihm weder seine Identitätskarte wegge-

nommen worden, noch habe er bei seiner legalen Ausreise aus Sri Lanka 

etwaige Probleme gehabt. Den Vorbringen des Beschwerdeführers kann 

vorliegend nicht entnommen werden, weshalb die sri-lankischen Behörden 

von seiner Tätigkeit für die LTTE plötzlich Kenntnis hätten nehmen und ge-

gen ihn hätten vorgehen sollen, zumal der Beschwerdeführer in der Be-

schwerdeschrift erwähnte, dass er während der Zeit im Flüchtlingslager 

C._______ nicht als LTTE-Kämpfer erkannt worden sei und so dem Reha-

bilitationscamp habe entgehen können. Hätten die Behörden von seinem 

Einsatz für die LTTE gewusst oder ihn verdächtigt und ein Interesse an ihm 

gehabt, ist im Übrigen anzunehmen, dass er bereits früher, das heisst nicht 

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Seite 11 

erst nach über fünf Jahren seit seinem ersten Einsatz, aufgesucht worden 

wäre. Nach dem Gesagten kann der Vorinstanz gefolgt werden, wenn sie 

davon ausgeht, dass es sich bei den Urhebern der Vorfälle vom (...) 2014 

und dem (...) 2015 nicht um das CID, sondern um Drittpersonen gehandelt 

habe.  

5.3 Die Flüchtlingseigenschaft setzt aber auch bei einer Verfolgung durch 

Dritte voraus, dass der geltend gemachten Verfolgung oder der staatlichen 

Schutzverweigerung ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv gemäss Art. 3 

Abs. 1 AsylG (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer be-

stimmten sozialen Gruppe, politische Anschauungen) zugrunde liegt (vgl. 

Urteile des BVGer E-1635/2020 vom 6. August 2020 E. 6.2; D-5968/2017 

vom 3. Juli 2019 E. 3.2). Den Vorfällen vom (...) 2014 und (...) 2015 liegen 

offensichtlich keine Motive gemäss Art. 3 AsylG zugrunde. Die Flüchtlings-

eigenschaft muss schon deshalb verneint werden.  

Darüber hinaus ist, nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. hierzu Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2006 Nr. 18), nicht-staatliche Verfolgung flüchtlingsrechtlich nur 

dann relevant, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, Schutz vor 

einer solchen Verfolgung zu bieten. Eine Garantie für langfristigen indivi-

duellen Schutz der von nicht-staatlicher Verfolgung bedrohten Person kann 

dabei nicht verlangt werden. So kann es keinem Staat gelingen, jederzeit 

und überall die absolute Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu ge-

währleisten. Hingegen muss der Staat eine funktionierende und effiziente 

Schutzinfrastruktur zur Verfügung stellen. Zu denken ist an funktionierende 

polizeiliche Einrichtungen und ein verlässliches Rechts- und Justizsystem. 

Zudem muss die Inanspruchnahme des Schutzsystems der betroffenen 

Person objektiv zugänglich und individuell zumutbar sein, was jeweils im 

Rahmen einer Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung des länderspezifi-

schen Kontextes zu beurteilen ist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f. m.w.H.; Ur-

teil des BVGer D-5968/2017 vom 3. Juli 2019 E. 3.2). 

Das Bundesverwaltungsgericht geht praxisgemäss von der Schutzfähigkeit 

und dem Schutzwillen des sri-lankischen Staates gegenüber seinen Bür-

gern aus (vgl. Urteil des BVGer E-3931/2020 vom 22. März 2021 E. 10.3). 

Nach dem Gesagten erfüllte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner 

Ausreise die Flüchtlingseigenschaft nicht.  

  

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Seite 12 

5.4  

5.4.1 Es bleibt zu prüfen, ob ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG drohen würden.  

5.4.2 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-

waltungsgericht eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. a.a.O. E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri-

sikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung 

und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es 

sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintlichen, aktu-

ellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um Teilnahme an exil-

politischen regimekritischen Handlungen und um das Vorliegen früherer 

Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-

menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE 

(sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O. E. 8.4.1–8.4.3). Einem 

gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen 

ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach 

Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt 

werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben 

(sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O. E. 8.4.4 und 8.4.5). 

Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Ri-

sikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Per-

son ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkeh-

rer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zugeschrieben 

wird, dass sie bestrebt seien, den tamilischen Separatismus wiederaufle-

ben zu lassen (vgl. a.a.O. E. 8.5.1).  

5.4.3 Diese Einschätzung hat nach wie vor Gültigkeit. Zwar ist die aktuelle 

Lage in Sri Lanka volatil. Das Bundesverwaltungsgericht ist sich aber der 

Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Entwicklungen auf-

merksam und berücksichtigt diese bei seiner Entscheidungsfindung (vgl. 

u.a. Urteil des BVGer D-2005/2020 vom 14. Juli 2021 E. 7.1).  

E-6902/2019 

Seite 13 

5.4.4 Der Beschwerdeführer, der weder in Sri Lanka noch in der Schweiz 

politisch aktiv war, konnte keine asylrelevante Verfolgung vor seiner Aus-

reise dartun. Seine geltend gemachte Zwangsrekrutierung durch die LTTE 

liegt Jahre zurück (2007); hierauf zurückzuführende Behelligungen durch 

die Behörden konnte er nicht glaubhaft machen. Vielmehr konnte er 2016 

mit seinem Reisepass am Flughafen Colombo legal ausreisen. Folglich 

kann ausgeschlossen werden, dass sein Name auf der «Stop-List» der Be-

hörden am Flughafen Colombo aufgeführt ist und er zum Zeitpunkt seiner 

Ausreise von den sri-lankischen Behörden gesucht wurde. Andere Risiko-

faktoren im Sinne der erwähnten bundesverwaltungsgerichtlichen Recht-

sprechung sind nicht ersichtlich. Es bestehen keine hinreichenden Anhalts-

punkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka persönlich ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen 

könnten. Alleine aus der tamilischen Ethnie kann er jedenfalls keine Ge-

fährdung seiner Person ableiten. Entsprechendes ergibt sich auch nicht 

aus den weiteren Beschwerdeausführungen.  

5.5 Die beiden auf Beschwerdeebene eingereichten Briefe der Ehefrau des 

Beschwerdeführers und der Brief von MP J._______sind – wie die Vo-

rinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 18. Januar 2021 richtig ausführte – 

als reine Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert zu qualifizieren. Bei den 

eingereichten Zeitungs- und Internetberichten ist der konkrete Zusammen-

hang zum Beschwerdeführer nicht ersichtlich; diese vermögen an den 

Schlussfolgerungen des Gerichts nichts zu ändern.  

5.6 Zusammenfassend hat das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

E-6902/2019 

Seite 14 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, eine Wegweisung sei nicht zulässig 

oder nicht zumutbar. Insbesondere verstosse die Heimsendung eines ehe-

maligen LTTE-Mannes nach Sri Lanka im derzeitigen Zeitpunkt und der 

derzeitigen politischen Lage gegen das Non-Refoulement-Prinzip des 

Art. 3 EMRK und sei daher unzulässig.  

Durch die ehemalige LTTE-Tätigkeit und Familienverbindungen gehöre er 

zum Kreis besonders gefährdeter Tamilen in der Nord- und Ostprovinz, 

welche oft willkürlich verfolgt, festgehalten und in nicht menschenwürdiger 

Form befragt werden würden. Er verfüge in seiner Heimat über ein erheb-

liches Gefährdungsprofil, welches eine Wegweisung in diese als unzuläs-

sig oder zumindest als unzumutbar erscheinen lasse.  

Auch das Folterverbot gemäss Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (nachfolgend: FoK, SR 0.105) sei zu 

beachten. Da Sri Lanka die von zahlreichen Menschenrechtsorganisatio-

nen auch gegenüber der UNO hervorgehobene Folter ihrer Sicherheits-

kräfte systematisch negiere, würden gefolterte Tamilen nur mit entspre-

chenden Garantien nach Sri Lanka weggewiesen werden dürfen.  

Auch habe sich die Gefährdungslage nach der Rajapaksa-Wahl für gefähr-

dete Tamilen wieder verschärft. Diese Lageverschärfung komme auch im 

Brief seiner Ehefrau zum Ausdruck. Eine Wegweisung sei daher subeven-

tualiter als unzumutbar einzustufen. 

7.3  

7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

E-6902/2019 

Seite 15 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf 

niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder 

Behandlung unterworfen werden. 

7.3.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Zudem ergeben sich auch keine konkreten Hinweise darauf, 

dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten 

"Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- 

und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet 

wäre. Bei allfälligen Behelligungen und Nachstellungen durch Drittperso-

nen kann er sich sodann an die staatlichen Behörden wenden. 

E-6902/2019 

Seite 16 

7.3.3 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka für sich alleine 

lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts nicht unzu-

lässig erscheinen (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 

E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick 

auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem 

europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt be-

fasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, 

Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O.; T.N. gegen 

Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. ge-

gen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; 

Rechtsprechung zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 

11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichts-

hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren-

den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Daran vermag auch 

der Regierungswechsel vom November 2019 nichts zu ändern (vgl. statt 

vieler: Urteil des BVGer E-1781/2020 vom 2. August 2021 E. 11.2).  

7.3.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn 

der flüchtlings- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

7.4  

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.4.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Der Beschwerdefüh-

rer stammt aus dem Distrikt Kilinochchi, Nordprovinz, lebte nach dem Krieg 

bis 2015 in D._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz, und zuletzt, ab (...) 

2016, in F._______, Distrikt Mullaitivu, Nordprovinz und hat somit überwie-

gend im Vanni-Gebiet gelebt. Nach einer eingehenden Analyse der sicher-

heitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zu-

mutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien 

(insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Bezie-

hungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und 

Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 

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Seite 17 

vom 15. Juli 2016 E. 13.3.3 f.). Diese Einschätzung hat weiterhin Gültigkeit 

(vgl. statt vieler Urteile des BVGer D-2820/2020 vom 30. August 2021 

E. 9.3.2, D-4546/2017 vom 18. Mai 2021 E. 10.4.2). 

7.4.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung bereits zutreffend 

ausgeführt, der Beschwerdeführer verfüge über einen Schulabschluss, Be-

rufserfahrung sowie ein dichtes familiäres Netzwerk im Heimatland, wes-

halb sich der Vollzug auch in individueller Hinsicht als zumutbar erweise. 

Auch hinsichtlich der vorinstanzlich geltend gemachten medizinischen 

Probleme ist der Vorinstanz zu folgen, wenn sie darauf hinweist, dass dem 

Beschwerdeführer in Sri Lanka staatliche Gesundheitseinrichtungen offen-

stehen, in welchen er kostenlose Behandlungen in Anspruch nehmen 

kann. Es kann diesbezüglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen werden.  

7.5 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 

(Art. 83 Abs. 2 AIG). Allfällig im Zusammenhang mit dem Coronavirus ver-

fügte Einreiseverbote und ähnliche Massnahmen durch die sri-lankischen 

Behörden stehen dem Wegweisungsvollzug – angesichts ihres vorüberge-

henden Charakters – nicht entgegen (vgl. Urteile des BVGer D-968/2020 

vom 31. März 2020, E-1575/2020 vom 19. Mai 2020 E. 9.4.3).  

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihm jedoch mit Zwischen-

E-6902/2019 

Seite 18 

verfügung vom 10. Januar 2020 die unentgeltliche Prozessführung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und keine massgeblichen Ver-

änderungen der finanziellen Verhältnisse ersichtlich sind, sind keine Ver-

fahrenskosten zu erheben.  

9.2 Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2020 wurde der Rechtsvertre-

ter des Beschwerdeführers als amtlicher Rechtsbeistand gemäss 

aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG i.V.m. Art. 31a aAbs. 4 und Art. 44 AsylG 

i.V.m. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015 beigeordnet, weshalb diesem ein entsprechendes 

Honorar auszurichten ist. Am 27. Januar 2021 wurde eine Kostennote ein-

gereicht. Hierin wurde ein Vertretungsaufwand von insgesamt Fr. 2'047.80 

geltend gemacht, ausgehend von einem zeitlichen Aufwand von 9.25 Stun-

den zu einem Stundenansatz von Fr. 200.–. Der geltend gemachte zeitli-

che Aufwand für die Redaktion der Beschwerde erscheint indessen im Ver-

gleich zu ähnlich gelagerten Fällen als überhöht und ist auf sechs Stunden 

zu kürzen. Die Kosten für die ausgewiesenen Auslagen sind zu ersetzen. 

Dem rubrizierten Rechtsvertreter ist somit zu Lasten der Gerichtskasse ein 

amtliches Honorar von Fr. 1’348.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu-

schlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) auszurichten.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6902/2019 

Seite 19 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dem rubrizierten Rechtsvertreter wird durch das Bundesverwaltungsge-

richt ein amtliches Honorar von Fr. 1’348.– ausgerichtet.  

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Stefan Trottmann