# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abb656e2-d3a3-55c5-b0f4-169a088815c5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.02.2021 200 2020 322
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-322_2021-02-09.pdf

## Full Text

200 20 322 IV
KOJ/PRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Februar 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 8. April 2020 (Rückweisung an 
Vorinstanz IV 160/19)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1954 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete seit 1977 zunächst als … und später als … (Akten der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 8). Diese Stelle 
wurde durch die Arbeitgeberin wegen dreimaligem Verstoss gegen die IT-
Regeln unter Einhaltung der Kündigungsfrist im August 2011 gekündigt 
(AB 8, S. 7). Im Januar 2012 meldete sich der Versicherte bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Als Art der Behinderung gab er ein Burnout-Syndrom 
sowie eine akute Depression an (AB 2). Nach Abbruch eines Aufbautrai-
nings in der Abklärungsstelle C.________, im Dezember 2012 (vgl. AB 43 
f.) und Abschluss der beruflichen Eingliederung (AB 52) veranlasste die 
IVB insbesondere eine Begutachtung durch Dr. med. D.________, Fach-
arzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie (psychiatrisches 
Gutachten vom 4. November 2013, AB 60.1). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (AB 63) und Einholung einer Stellungnahme des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 30. Januar 2014 (AB 76) verneinte die 
IVB mit Verfügung vom 5. Februar 2014 den Anspruch auf eine Invaliden-
rente (AB 79). Die hiergegen erhobene Beschwerde (AB 85) wies das Ver-
waltungsgericht mit Urteil vom 8. April 2015 ab (AB 136; IV/2014/239).

Vom 21. Juli 2014 bis am 18. Februar 2015 (Abbruch des Arbeitstrainings, 
AB 132, 135) und vom 18. Mai bis am 17. August 2015 erfolgten weitere 
berufliche Massnahmen im E.________ (AB 141, 159).

B.

Auf eine Neuanmeldung im Juni 2015 (vgl. AB 149) bzw. Oktober 2015 
(AB 162) trat die IVB nach Einholung eines Berichts des RAD vom 29. Ok-
tober 2015 (AB 160) mit Verfügung vom 25. Januar 2016 nicht ein 
(AB 175). Im daraufhin folgenden Beschwerdeverfahren (vgl. AB 186) wur-
de die Verfügung vom 25. Januar 2016 wiedererwägungsweise aufgeho-
ben (AB 197; 199, S. 3 f.). Das Verwaltungsgericht schrieb das Beschwer-

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deverfahren mit Urteil vom 23. Mai 2016 als gegenstandslos geworden vom 
Geschäftsverzeichnis ab (AB 200; IV/2016/261). 

Nach einem weiteren Arbeitstraining im E.________ vom 11. Januar bis 
10. Juli 2016 (AB 172, 195, 202, 209) holte die IVB unter anderem ein Gut-
achten vom 15. August 2017 (AB 241.1) sowie zwei Stellungnahmen vom 
9. Januar (AB 255) und 18. Mai 2018 (AB 271) der psychiatrischen Klinik 
F.________ ein. Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2018 stellte die IVB dem Be-
schwerdeführer den Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. April 2016 in 
Aussicht (AB 275). Auf den daraufhin erfolgten Einwand (AB 278) hin holte 
die IVB eine Stellungnahme des RAD vom 4. Oktober 2018 (AB 283) ein 
und verneinte – nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 285, 288) – mit Verfügung vom 18. Januar 2019 den Anspruch auf eine 
Invalidenrente (AB 292). 

Mit Urteil vom 27. August 2019 (IV/2019/160) wies das Verwaltungsgericht 
die gegen die Verfügung vom 18. Januar 2019 erhobene Beschwerde 
(AB 294, S. 4 ff.) ab. Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Bun-
desgericht (BGer) mit Entscheid vom 8. April 2020 (8C_664/2019) unter 
Bejahung des Vorliegens eines Revisionsgrundes teilweise gut, hob das 
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 27. August 2019 auf und wies die Sa-
che zu neuer Entscheidung an dieses zurück; im Übrigen wies es die Be-
schwerde ab.

C.

Unter der Verfahrensnummer IV/2020/322 nahm der Instruktionsrichter mit 
prozessleitender Verfügung vom 12. Mai 2020 das Verfahren wieder auf 
und gab dem Beschwerdeführer Gelegenheit, zu der gemäss BGer vorzu-
nehmenden Indikatorenprüfung und der diesbezüglichen Beweiswertigkeit 
des F.________-Gutachtens vom 15. April 2017 Stellung zu nehmen. 

In der Stellungnahme vom 23. Juli 2020 führte der Beschwerdeführer aus, 
er habe bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung unter invalidisie-
renden, degenerativen HWS-Beschwerden und rechtsseitigen Waden-
schmerzen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gelitten. Diese Komor-

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biditäten seien ganz sicher zusätzlich ressourcenraubend und das HWS-
Leiden wirke sich gemäss der hausärztlichen Einschätzung vor Erlass der 
angefochtenen Verfügung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit aus. Dies werde von beiden psychiatrischen Gutachten nicht 
berücksichtigt, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Im Übrigen 
habe das F.________-Gutachten die Indikatoren sorgfältig geprüft. Sowohl 
im Privat- als auch im Arbeitsbereich bestünden „dekompensierte Ein-
schränkungen“, trotz jahrelangen Therapien, Psychiatriespitex und Einglie-
derungsmassnahmen. Da er mittlerweile 65-jährig sei und die in den Akten 
liegenden Gutachten die physischen Komorbiditäten nicht berücksichtigten, 
sei eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei ein polydisziplinäres 
Gerichtsgutachten bei der asim oder der MEDAS Luzern anzuordnen.

Mit Stellungnahme vom 2. September 2020 führte die Beschwerdegegnerin 
aus, das psychiatrische Gutachten der psychiatrischen Klinik F.________ 
vom 15. August 2017 erfülle die von der Rechtsprechung an eine solche 
Expertise gestellten beweisrechtlichen Anforderungen. Nach der Prüfung 
der Indikatoren ergebe sich, dass aus versicherungsrechtlicher Sicht kein 
IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei.

Mit Eingabe vom 23. September 2020 bestätigte der Beschwerdeführer 
seine Ausführungen in der Stellungnahme vom 23. Juli 2020. Gleichentags 
reichte er weitere Unterlagen zu den Akten (Beschwerdebeilage [BB]). Die-
se Eingaben wurden der Beschwerdegegnerin mit prozessleitender Verfü-
gung vom 25. September 2020 zur Kenntnis gebracht.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich (vgl. E. 1.2 hiernach) einzutreten. 

1.2 Angefochten ist (weiterhin) die Verfügung der IVB vom 18. Januar 
2019 (AB 292). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf eine Invalidenrente. Nicht Teil des Anfechtungsobjekts bilden be-
rufliche Massnahmen. Soweit der Beschwerdeführer solche beantragt, 
kann darauf vorliegend nicht eingetreten werden (vgl. BGE 131 V 164 
E. 2.1 S. 164).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

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2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-

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gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 

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des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Im Entscheid vom 8. April 2020 (8C_664/2019) hat das BGer das 
Vorliegen eines Revisionsgrundes bejaht. Insbesondere hielt es fest, die 
F.________-Gutachterin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, bekräftige in der Stellungnahme vom 18. Mai 2018, 
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit der Begut-
achtung durch Dr. med. D.________ im Jahre 2010 (richtig: 2013) ver-
schlechtert, was u.a. im Mini-ICF-APP erfasst sei. Angesichts dieser Aus-

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führungen der Administrativgutachterin, namentlich der von ihr erhobenen 
Dekompensation der kombinierten Persönlichkeitsstörung und der im Mini-
ICF-APP festgestellten Beeinträchtigungen, sei von einer Verschlechterung 
der Befundlage seit dem Gutachten des Dr. med. D.________ vom 4. No-
vember 2013 auszugehen (E. 4.3.3). Die Sache sei an das kantonale Ge-
richt zurückzuweisen, damit es die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
in psychischer Hinsicht anhand der Indikatoren nach BGE 141 V 281 und 
143 V 418 beurteile. Dabei werde es zu prüfen haben, ob das F.________-
Gutachten vom 15. August 2017 eine schlüssige und vollständige Beurtei-
lung im Lichte dieser Indikatoren erlaube oder ob diesbezüglich weitere 
Abklärungen notwendig seien (E. 4.4).

3.2 Das F.________-Gutachten vom 15. August 2017 (AB 241.1) samt 
ergänzenden Stellungnahmen vom 9. Januar und 18. Mai 2018 (AB 255, 
271) hat vollen Beweiswert. Die entsprechende Feststellung im Urteil des 
Verwaltungsgerichts vom 27. August 2019 (IV/2019/160, E. 3.5.1) wurde 
vom BGer denn auch nicht relativiert. Vielmehr hat das BGer in der Be-
gründung des Urteils vom 8. April 2020 seinerseits massgeblich auf dieses 
Gutachten abgestellt (BGer 8C_664/2019, E. 4.3.1 und 4.3.3).

Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, ist die vom BGer verlangte Beurteilung 
anhand der massgebenden Indikatoren (vgl. dazu E. 2.2.2 hiervor) gestützt 
auf das F.________-Gutachten vom 15. August 2017 (samt ergänzenden 
Stellungnahmen vom 9. Januar und 18. Mai 2018 [AB 255, 271]) möglich.

3.3 Zunächst sind Ausschlussgründe im Sinne von BGE 131 V 49 (vgl. 
E. 2.2.2 hiervor) vorliegend zu verneinen. Zwar wird im F.________-
Gutachten ein sekundärer Krankheitsgewinn erwähnt (AB 241.1, S. 36) und 
in der Testsituation zeigte der Beschwerdeführer offenbar punktuell eine 
sehr unspezifische Aggravation bzw. eine grosse Diskrepanz zwischen 
Selbst- und Fremdbeurteilungen (AB 241.1, S. 32). Im Gutachten wird die-
ses Verhalten jedoch als Ausdruck der Persönlichkeitsstörung und des Ver-
langens nach Anerkennung des subjektiven Leidens gewertet (AB 241.1, 
S. 32 f.). Es liegen denn auch keine Hinweise für eine darüber hinausge-
hende Aggravation oder gar Simulation vor und es besteht keine erhebliche 
Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden und dem übrigen 
Verhalten des Beschwerdeführers. Die Prüfung der ersten Ebene schliesst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 11

damit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht aus, womit auf der 
zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symme-
trische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu 
erfolgen hat (vgl. E. 2.2.2 hiervor).

3.4 Zu prüfen sind vorab die einzelnen Komplexe der Kategorie „funkti-
oneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.):

3.4.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes: 

3.4.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Zwar wird im F.________-Gutachten auf beträchtliche krank-
heitsfremde Faktoren, namentlich schlechte Aussichten auf dem Arbeits-
markt zufolge des Alters des Beschwerdeführers und mittlerweile langjähri-
ger Absenz, ein ausgesprochen hoher Krankheitsgewinn sowie Verlangen 
nach Anerkennung des Leidens, hingewiesen, welche kaum oder gar nicht 
veränderbar seien und daher eine Genesung langfristig erschweren wür-
den. Neben diesen invaliditätsfremden, bei der Beurteilung nicht zu berück-
sichtigenden Faktoren steht jedoch gutachterlich die Persönlichkeitsstörung 
im Vordergrund (vgl. auch Stellungnahme der psychiatrischen Klinik 
F.________ vom 9. Januar 2018; AB 255, S. 2). Diese habe sich durch das 
gesamte Leben des Beschwerdeführers gezogen und vielfältige Beein-
trächtigungen mit sich gebracht. Zwar habe er den Grossteil seines Lebens 
einer Arbeit nachgehen, sich im Jahr 2004 einer neuen firmeninternen Ar-
beit anpassen und diese jahrelang zur Zufriedenheit der Vorgesetzten aus-
üben können. Auf die mit der Kündigung eingetretenen Veränderungen 
habe er jedoch nicht adaptiv reagieren können und die Dekompensation 
der Persönlichkeitsstörung habe schwere Defizite zur Folge gehabt. Der 
Leidensdruck sei subjektiv stark mit den nächtlichen Panikattacken und den 
darauf folgenden Schlafstörungen und der Tagesmüdigkeit verbunden. 
Dies werde durch die Behandlung mit Benzodiazepinen und der Entspan-
nungsmethode (Fesselung) aufrechterhalten (AB 241.1, S. 36; vgl. auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 12

AB 255, S. 2). Unter diesen Umständen ist insgesamt von einer aktuell 
deutlich ausgeprägten gesundheitlichen Beeinträchtigung auszugehen.

3.4.1.2 Hinsichtlich des Indikators „Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist den Akten zu ent-
nehmen, dass sich der Beschwerdeführer seit Jahren in ambulanter ärztli-
cher bzw. medikamentöser Behandlung befindet (AB 116; 153; 176, S. 4 f.; 
245, S. 5 f.). Nach Angaben im F.________-Gutachten sind die den subjek-
tiven Leidensdruck prägenden Faktoren therapeutisch behandelbar und 
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist möglich. Eine schlechte Progno-
se ist namentlich durch krankheitsfremde Faktoren bedingt. Eine Therapie 
der Hauptdiagnose Persönlichkeitsstörung sei zwar langwierig und schwie-
rig, eine Verbesserung des Zustandes und der Arbeitsfähigkeit sei aber 
durch einen Benzodiazepinentzug sowie eine Behandlung der Sexu-
alstörung zu erwarten (AB 241.1, S. 36 f.). In der Stellungnahme der psych-
iatrischen Klinik F.________ vom 9. Januar 2018 heisst es ergänzend, eine 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei auf jeden Fall möglich (Antwort zu 
Frage 2), eine überwiegend wahrscheinliche Verbesserung könne aber 
nicht bejaht werden (Antwort zu Frage 3; AB 255, S. 2). Letzteres ist hier 
jedoch nicht entscheidend; massgebend ist – umgekehrt – vielmehr, ob 
eine Therapieresistenz überwiegend wahrscheinlich ist (Entscheid des 
BGer vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 4.2). Davon kann hier nicht ge-
sprochen werden, es bestehen nach wie vor therapeutische Optionen.

In Bezug auf die Eingliederung war der Beschwerdeführer gemäss Bericht 
des E.________ vom 10. Juli 2016 (AB 209) aktuell nicht vermittelbar. In 
jenem Bericht wurde der Beschwerdeführer zwar als „Asperger-Betroffener“ 
bezeichnet und die festgestellten eingliederungsspezifischen Einschrän-
kungen wurden in einen Zusammenhang mit dem Asperger-Syndrom ge-
stellt. Diese Diagnose wurde indessen bereits von Dr. med. D.________ 
verworfen (AB 60.1, S. 18 ff.) und gemäss F.________-Gutachten stellen 
die neuen Fakten jene Ausführungen nicht in Frage (AB 241.1, S. 33). All 
das ändert jedoch nichts daran, dass die von den Eingliederungsfachper-
sonen festgestellten Einschränkungen in offensichtlichem Zusammenhang 
mit dem psychischen Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers (anstatt 
dem Asperger-Syndrom eben der Persönlichkeitsstörung) stehen. Auf den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 13

Bericht des E.________ kann daher insgesamt abgestellt werden. Gestützt 
darauf ist tendenziell von einer Eingliederungsresistenz auszugehen.

3.4.1.3 Hinsichtlich des Indikators Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 
S. 429 f., 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) ist festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer im Beschwerdeverfahren bereits vor Verfügungserlass be-
stehende HWS-Beschwerden sowie Wadenschmerzen geltend macht (Ein-
gabe vom 19. Mai 2019 im Verfahren IV/2019/160; vgl. auch Stellungnah-
me vom 23. Juli 2020, S. 1). Die Beschwerdegegnerin hält in der Stellung-
nahme vom 2. September 2020 zu Recht fest, dass bis zur Verfügung vom 
18. Januar 2019 keine einschränkenden somatischen Beschwerden akten-
kundig sind (S. 2 Ziff. 5). Die vom Beschwerdeführer dem Verwaltungsge-
richt eingereichten Arztberichte datieren denn auch vom 4. März 2019 und 
29. April 2019 (samt Röntgenbefund vom 26. Februar 2019; BB 8a, 8b und 
9 im Verfahren IV/2019/160). Die vom Beschwerdeführer im Beschwerde-
verfahren vor dem Verwaltungsgericht angegebenen somatischen Be-
schwerden sind auch eher geringfügiger Natur und nicht geeignet, eine 
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Ferner hat der 
Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen Begutachtung keine ak-
tuellen somatischen Beschwerden angegeben (AB 241.1, S. 19). Als Ko-
morbiditäten zu berücksichtigen sind indes die weiteren Diagnosen Psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: schädlicher 
Gebrauch (ICD-10: F13.1) und Dysthymie (ICD-10: F34.1; AB 241, S. 29), 
soweit ihnen ressourcenhemmende Wirkung zukommt (vgl. BGE 143 V 418 
E. 8.1 S. 430). Dies ist mit Blick auf die entsprechenden Wechselwirkungen 
klarerweise zu bejahen (vgl. AB 241.1, S. 36 f. sowie auch Stellungnahmen 
der psychiatrischen Klinik F.________ vom 9. Januar und 18. Mai 2018; AB 
255, S. 2 und 271, S. 2).

3.4.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) liegen mit der diagnostizierten, im Vordergrund stehenden kombi-
nierten Persönlichkeitsstörung offensichtlich erhebliche Defizite und wenig 
bis keine Ressourcen vor. Gemäss dem F.________-Gutachten seien 
Schwierigkeiten in Verhaltensmustern seit dem Schulalter ausgeprägt. Die 
inneren Erfahrungsmuster würden stark von den Normen abweichen, sei es 
in der Erfahrung der Sexualität (Fesselung, eine Annäherung mündet in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 14

den Vorwurf versuchter Vergewaltigung), der sozialen Kontakte (Einzel-
gängertum, Aggression gegenüber anderen), der Arbeit (nur alleine mög-
lich), der Wahrnehmung der Welt, die von paranormalen Affinitäten geprägt 
sei, und der Selbstwahrnehmung (AB 241.1, S. 32). Auf die Veränderung, 
die mit der Kündigung eingetreten sei, habe der Beschwerdeführer nicht 
adaptiv reagieren können und der darauffolgende Verlauf veranschauliche 
die aufgrund der Persönlichkeitsstörung fehlenden Ressourcen zur Anpas-
sungsfähigkeit. Aufgrund der Dekompensation der Persönlichkeitsstörung 
seien schwere Defizite im Bereich der Anpassung, Flexibilität, Proaktivität, 
Selbstbehauptungs- und Gruppenfähigkeit entstanden (AB 241.1, S. 36; 
vgl. AB 255, S. 1).

3.4.3 Was den Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) betrifft, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer praktisch nur 
noch Kontakt mit der Ehefrau hat. Gegenüber dem Gutachter gab er an, er 
sei immer ein Eigenbrötler gewesen und habe nie viele Kontakte zu ande-
ren gehabt. Heute sei er am liebsten alleine und vermeide Menschenmen-
gen (AB 241.1, S. 21). Dass eine Person schon immer wenige soziale Kon-
takte pflegte, fällt an sich nicht bereits aus der Norm; unter Berücksichti-
gung des Umstandes, dass die Persönlichkeitsstörung gemäss dem 
F.________-Gutachten seit der Adoleszenz besteht (AB 241.1, S. 29), ist 
allerdings festzuhalten, dass der soziale Kontext vorliegend nur geringe 
mobilisierbare Ressourcen bereit hält.

3.5 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie "Konsistenz". Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 
f.).

3.5.1 Betreffend den Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.1 S. 303 f.) postulierten die Gutachter eine aktuelle Arbeitsun-
fähigkeit von 40% (AB 241.1, S. 37) mit möglicher Verbesserung durch 
eine Therapie, welche allerdings mehrere Jahre in Anspruch nehmen könn-
te (AB 255, S. 2). Dazu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
gemäss Gutachten ein bis zwei Stunden pro Tag Hausarbeiten verrichtet, 
abwechselnd mit seiner Ehefrau das Mittagessen zubereitet, am Nachmit-
tag liest, und in den Wald oder in den Garten geht. Am Abend hört er Mu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 15

sik, liest Bücher oder schaut DVD's (AB 241.1, S. 20 f.). Damit ist ein ge-
wisses Aktivitätsniveau erstellt, welches mit der gutachterlich festgestellten 
Arbeitsunfähigkeit von 40% durchaus vereinbar ist (vgl. Entscheid des 
BGer vom 9. Mai 2018, 9C_899/2017, E. 4.2.5).

3.5.2 Was den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie-
senen Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) angeht, ist festzuhal-
ten, dass sich der Beschwerdeführer – wie bereits erwähnt – seit 2014 in 
psychiatrischer Behandlung befindet (AB 116; 153; 176, S. 4 f.; 245, S. 5 
f.), was grundsätzlich für einen erheblichen Leidensdruck spricht. Die den 
subjektiven Leidensdruck prägenden Faktoren (Schlafstörungen und Ta-
gesmüdigkeit, aufrechterhalten durch die Behandlung mit Benzodiazepinen 
und die Entspannungsmethode der Fesselung; AB 241.1, S. 36) wurden 
jedoch nicht spezifisch (mittels Benzodiazepinentzug sowie Behandlung 
der Sexualstörung) angegangen, obwohl dadurch eine Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit möglich wäre (AB 241.1, S. 37). Ein therapeutisches Vor-
gehen wurde auch vom RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, im Bericht vom 1. Dezember 2017 emp-
fohlen (AB 248, S. 36 f.). Obwohl der Beschwerdeführer von der Be-
schwerdegegnerin in diesem Zusammenhang sogar wiederholt zur Scha-
denminderung aufgefordert wurde (AB 242, 249), sind in der Folge ent-
sprechende therapeutische Vorkehren unterblieben. Insbesondere erfolgte 
keine stationäre Behandlung, obwohl diese für einen Benzodiazepinentzug 
von den F.________-Gutachtern (AB 241.1, S. 36 f.) wie auch vom RAD-
Arzt (AB 248, S. 4) befürwortet und von den behandelnden Ärzten des Spi-
tals I.________ grundsätzlich als zumutbar erachtet worden war (AB 247, 
S. 5). Diese Nichtbeanspruchung von ausdrücklich empfohlenen, mögli-
chen und auch zumutbaren therapeutischen Optionen spricht gegen einen 
hohen Leidensdruck. Es ist diesbezüglich jedoch zu berücksichtigen, dass 
es sich – auch im Hinblick auf die Wechselwirkung mit der Persönlich-
keitsstörung – um eine schwierige Therapie handelt, welche unter Umstän-
den Jahre in Anspruch nehmen kann (Stellungnahme der psychiatrischen 
Klinik F.________ vom 9. Januar 2018, S. 2). Ein Leidensdruck an sich ist 
zweifellos gegeben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 16

3.6 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung 
anhand der Standardindikatoren überwiegend wahrscheinlich erstellt, wes-
halb das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu beja-
hen ist. Vor diesem Hintergrund ist aus rechtlicher Sicht auf die gutachter-
lich bzw. fachpsychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% abzustel-
len.

Die hier interessierenden Fragen können nach dem Erwähnten gestützt auf 
die Akten, insbesondere das F.________-Gutachten vom 15. August 2017, 
abschliessend beurteilt werden. Der Sachverhalt ist demnach rechtsgenüg-
lich abgeklärt und auf weitere Beweismassnahmen – insbesondere auf die 
Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (Stellungnahme des Be-
schwerdeführers vom 23. Juli 2020, S. 2) – ist in antizipierter Beweiswürdi-
gung zu verzichten (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b 
S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

4.

4.1 Die hier massgebende Neuanmeldung erfolgte im Oktober 2015 
(AB 162). Die Eingabe vom 4. Juni 2015 (AB 149) stellt keine Neuanmel-
dung dar, da darin auf das damals aktuelle Arbeitstraining Bezug genom-
men wurde. Dementsprechend ist denn auch im Briefkopf der angefochte-
nen Verfügung als Gesuchsdatum der 30. Oktober 2015 aufgeführt (vgl. in 
diesem Zusammenhang auch die Verfügungen vom 25. Januar 2016 
[AB 175] und vom 28. April 2016 [AB 197]). Demnach – und unter Berück-
sichtigung des Wartejahres (vgl. dazu AB 60.1, S. 23 f.) – ist der frühest-
mögliche Rentenbeginn grundsätzlich April 2016 (Art. 28 Abs. 1 lit. b und 
Art. 29 Abs. 1 IVG). Durch den Taggeldbezug vom 11. Januar bis 10. Juli 
2016 (AB 182, 198) konnte ein Rentenanspruch jedoch erst ab Juli 2016 
entstehen (Art. 29 Abs. 2 IVG; vgl. dazu auch Rz. 1054 des Kreisschrei-
bens über die Taggelder der Invalidenversicherung [KSTI]). Auf diesen 
Zeitpunkt ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers zu bestimmen, 
wobei grundsätzlich (vgl. aber E. 4.2 ff. hiernach) die allgemeine Methode 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 17

des Einkommensvergleichs (vgl. BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b 
S. 136) anwendbar ist.

4.2 Mit Bezug auf die Invaliditätsbemessung macht der Beschwerdefüh-
rer geltend, er könne seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt wegen seines Alters realistischerweise nicht mehr verwerten 
(Stellungnahme vom 23. Juli 2020; in den Gerichtsakten). Das gilt es nach-
folgend zu prüfen.

4.2.1 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 
457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Nach diesen Ge-
sichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög-
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein ren-
tenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 
V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

4.2.2 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür 
einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder 
Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 18

beit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invali-
ditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf 
die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Re-
gel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. 
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens 
und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand 
und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene 
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein. 
Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt 
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine gan-
ze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 S. 16, 138 V 457 E. 3.1 
S. 460; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem 
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies 
ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver-
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 S. 25, 138 
V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1 und 
Nr. 44 S. 156 E. 4.2).

4.3 Massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der 
Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit ist vorliegend das Datum des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 19

F.________-Gutachtens vom 15. August 2017 (AB 241.1). Dem am ... Juni 
1954 geborenen Beschwerdeführer (AB 6, S. 1) verblieben ab feststehen-
der Zumutbarkeit einer Resterwerbstätigkeit im August 2017 noch rund ein 
Jahr und zehn Monate bis zum Erreichen des AHV-Alters von 65 Jahren 
(Art. 21 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Aufgrund 
dieser nur noch geringen Aktivitätsdauer sowie unter gleichzeitiger Berück-
sichtigung des massgebenden Zumutbarkeitsprofils, wonach eine Tätigkeit 
im angestammten Beruf als … bzw. in einer angepassten Tätigkeit mit we-
nig Kontakt zu vielen Menschen, mit gleichbleibenden Bezugspersonen 
und einer repetitiven Arbeit zu 60% weiterhin möglich ist (AB 241.1, S. 37), 
muss der Zugang zum Arbeitsmarkt vorliegend verneint werden. So ist ins-
besondere darauf hinzuweisen, dass es sich bei der angestammten Tätig-
keit um eine Nischenarbeit handelt (vgl. AB 241.1, S. 29) und eine ange-
passte Tätigkeit mit weitgehenden Einschränkungen verbunden ist. 
Gemäss F.________-Gutachten resultiert die Persönlichkeitsstörung in 
einem Verhalten, das in vielen persönlichen und sozialen Situationen unfle-
xibel, unangepasst oder auch auf andere Weise unzweckmässig ist, was 
die Fähigkeit des Beschwerdeführers, sich in neue Situationen mit neuen, 
ihm unbekannten Menschen einzufinden, oder sich an neue Situationen zu 
gewöhnen, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen, stark beeinträchtigt 
(AB 241.1, S. 37). Nach dem Gesagten würde die Restarbeitsfähigkeit für 
die kurze Zeit bis zum Beginn der Altersrente auf dem ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt. In der Folge kann auf 
die Durchführung eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) verzichtet 
werden, da wegen der nicht verwertbaren Restarbeitsfähigkeit eine 
vollständige Invalidität vorliegt, und der Beschwerdeführer hat ab 1. Juli 
2016 (vgl. E. 4.1 hiervor) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.

4.4 Nach dem Dargelegten ist, soweit darauf einzutreten ist, in Gutheis-
sung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 18. Januar 2019 
(AB 292) aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2016 eine gan-
ze Invalidenrente zuzusprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 20

5.

5.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

In der mit Eingabe vom 23. September 2020 eingereichten Kostennote (da-
tiert vom 1. Februar 2019) macht Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ für 
das ganze kantonale Verfahren (inklusive IV/2019/160) ein Honorar von 
Fr. 2'800.-- (11.2h x Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 61.30 geltend, 
was nicht zu beanstanden ist. Für die Mehrwertsteuer sind gestützt auf den 
Eintrag der Rechtsvertreterin im UID-Register, wonach sie ab 1. Januar 
2020 mehrwertsteuerpflichtig ist, einzig die im Verfahren IV/2020/322 ent-
standenen Aufwendungen zu berücksichtigen. Gegenüber der im Verfahren 
IV/2019/160 eingereichten Kostennote sind ein zusätzlicher Zeitaufwand 
von 0.95 Stunden (entsprechend Fr. 237.50 [0.95h x Fr. 250.--]) und Ausla-
gen von Fr. 5.50 ausgewiesen; auf dieser Basis ergibt sich ein Mehrwert-
steuerbetrag von Fr. 18.70 (7.7% von Fr. 243.-- [Fr. 237.50 + Fr. 5.50]), 
womit sich die Parteientschädigung auf total Fr. 2'880.-- beläuft. Diesen 
Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2020, IV/20/322, Seite 21

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde die 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 18. Januar 2019 aufgehoben und 
dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2016 eine ganze Invali-
denrente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'880.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.