# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d9675a5-ee74-503e-bacc-fbc4fbe6c6d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2009 E-4717/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4717-2009_2009-07-27.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4717/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

A._______
Georgien,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. Juli 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4717/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der aus Georgien stammende Beschwerdeführer sein Heimatland 
eigenen Angaben zufolge am 1. September 2007 verliess und über die 
Türkei und andere, ihm unbekannte Länder in die Slowakei gelangte, 
wo er ein Asylgesuch stellte, welches abgewiesen wurde,

dass er anschliessend auch in Österreich um Asyl nachsuchte, jedoch 
ebenfalls einen negativen Entscheid erhielt,

dass  er  anlässlich  der  summarischen  Befragung  im  Transitzentrum 
Altstätten vom 27. März 2009 zur Begründung seines in der Schweiz 
gestellten Asylgesuchs geltend machte, er habe sein Heimatland auf-
grund der Probleme seines Vaters verlassen müssen,

dass  sein  Vater  wegen  seiner  Tätigkeit  als  (...)  grosse  Schulden 
gehabt habe und deswegen von zu Hause verschwunden sei,

dass er und seine Mutter in der Folge belästigt und Opfer von Drohun-
gen sowie Folter geworden seien,

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs mitteilte,  dass mutmasslich die Slo-
wakei für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens zu-
ständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein Asylgesuch nicht einge-
treten werde,

dass der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme auf entsprechen-
de  Fragen  antwortete,  er  habe  Probleme  und  hoffe,  dass  man  hier 
seinen Fall wirklich bearbeiten werde,

dass  das  BFM mit  Verfügung vom 16. Juli  2009 in  Anwendung  von 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus 
der Schweiz in die Slowakei sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwer-
de gegen diesen Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu,

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dass die Vorinstanz zur Begründung anführte, es bestünden zwei Eu-
rodac-Treffer mit der Slowakei,

dass die Slowakei gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäi-
schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 
des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat 
oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsab-
kommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und auf  das Übereinkommen vom 
17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen  gestellten  Asylantrags  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens 
zuständig sei und einer Übernahme des Beschwerdeführers am 8. Juni 
2009 zugestimmt habe,

dass dem Beschwerdeführer am 27. März 2009 bezüglich der Zustän-
digkeit der Slowakei beziehungsweise einer Rückkehr in dieses Land 
das rechtliche Gehör gewährt worden sei,

dass er mit Rechtsmitteleingabe vom 22. Juli 2009 gegen diesen Ent-
scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,

dass die vorinstanzlichen Akten am 27. Juli 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-

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ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass keine begründeten Anhaltspunkte für eine Verletzung der durch die 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  garantierten Rechte durch die 
Slowakei vorliegen, weshalb der Instruktionsrichter davon abgesehen 
hat, der offensichtlich unbegründeten Beschwerde in Anwendung des 
zweiten  Satzes  von  Art.  107a  AsylG  die  aufschiebende  Wirkung  zu 
gewähren,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

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dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass aufgrund der Abklärungen des BFM und der Angaben des Be-
schwerdeführers feststeht,  dass er in der Slowakei ein Asylverfahren 
erfolglos durchlaufen hat,

dass somit die Slowakei für die Prüfung seines am 24. Dezember 2008 
in  der  Schweiz  eingereichten  Asylantrags  zuständig  ist  (vgl. 
vorstehend  S. 3  DAA  sowie  die  Verordnung  [EG] Nr. 343/2003  des 
Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von 
einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylan-
trags zuständig ist [VO Dublin] und die Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 
der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestim-
mungen zur  Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin], 
insbes. Art. 16 Abs. 1 Bst. e VO Dublin),

dass die slowakischen Behörden in Beantwortung einer Anfrage des 
BFM am 8. Juni 2009 der Rückübernahme des Beschwerdeführers zu-
stimmten,

dass keine Hinweise darauf bestehen, die Slowakei halte sich nicht an 
die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an 
das Refoulementverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK,

dass es sich angesichts der Sachlage erübrigt, auf die Ausführungen 
in der Beschwerde einzugehen, zumal diese nicht geeignet sind, eine 
andere Beurteilung herbeizuführen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 

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hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, weil der Beschwerdeführer in die Slowakei ausreisen kann, wo er 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet,

dass die Slowakei unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und 
des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  ist  und  keine  Anhaltspunkte  dafür 
bestehen, die slowakischen Behörden hielten sich nicht an die daraus 
resultierenden Verpflichtungen,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass kein Grund für die Annahme besteht, die Aufenthaltsbedingungen 
für sich im Rahmen eines Asylverfahrens in der Slowakei aufhaltende 
Personen  stellten  eine konkrete  Gefährdung des  Beschwerdeführers 
dar,

dass sich aus den Akten auch keine individuellen Gründe ergeben, die 
gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  die  Slowakei 
sprechen, und insbesondere von der Reisefähigkeit des Beschwerde-
führers ausgegangen werden kann, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  die 
Slowakei  faktisch  möglich  ist,  weil  die  slowakischen Behörden  einer 
Aufnahme des Beschwerdeführers zugestimmt haben (Art. 83 Abs. 2 
AuG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.− 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  an  das 
zuständige kantonale Migrationsamt.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Jonas Tschan

Versand: 

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