# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af6da481-09f4-51c6-851f-173f92a0db10
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.02.2014 100 2013 218
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-218_2014-02-11.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 29. September 2014 abgewiesen, soweit 
es darauf eingetreten ist (BGer 2C_293/2014).

100.2013.218U
DAM/MAL/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Februar 2014 

Verwaltungsrichter Müller, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Thun
Direktion Sicherheit und Soziales, Einwohnerdienste, Hofstettenstrasse 14, 
Postfach 145, 3602 Thun

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung infolge 
Aufhebung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 5. Juni 2013; BD 215/12)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________, geboren am … 1991, Staatsangehörige von Mazedonien, heiratete am 
21. Mai 2009 in ihrem Heimatland den hier niedergelassenen Landsmann B.________. 
Am 24. Oktober 2009 reiste sie in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf ihre Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 24. Mai 2011 leben die Eheleute getrennt; die Ehe ist 
kinderlos geblieben. Mit Verfügung vom 5. Juli 2012 verweigerte die 
Einwohnergemeinde (EG) Thun A.________ die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung, wies sie aus der Schweiz weg und setzte ihr eine Ausreisefrist 
bis zum 31. August 2012 an. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 13. August 2012 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM), welche das Rechtsmittel am 
5. Juni 2013 abwies und A.________ eine neue Ausreisefrist bis zum 30. Juli 2013 
ansetzte. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 2. Juli 2013 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben 
mit den Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben, 
ihr sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern und der Beschwerde sei die 
aufschiebende Wirkung zu gewähren.

Der Abteilungspräsident i.V. hat mit Verfügung vom 3. Juli 2013 darauf hingewiesen, 
dass der Verwaltungsgerichtsbeschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende 
Wirkung zukommt. 

Die POM und die EG Thun haben am 16. bzw. 17. Juli 2013 die Abweisung der 
Beschwerde beantragt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. aber E. 1.2 
hiernach). 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Nicht einzutreten ist auf die 
Beschwerde, soweit die Beschwerdeführerin die Unangemessenheit des Entscheids 
der POM rügt (Beschwerde, S. 16; Art. 80 Bst. c Ziff. 3 VRPG [Umkehrschluss]; vgl. 
BVR 1994 S. 176 E. 3a; VGE 2009/318 vom 28.4.2010, E. 1.2; Markus Müller, 
Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011, S. 174). 

2.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geltend. 

2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, ihr Rechtsvertreter sei vorgängig nicht über den 
Termin für ihre persönliche Anhörung vom 1. Mai 2012 bei der Gemeinde in Kenntnis 
gesetzt worden. Aus diesem Grund habe sie ohne ihren Rechtsvertreter an der 
Befragung teilgenommen. Da für sie keine Übersetzung organisiert worden sei, habe 
sie nicht alle Fragen verstanden, dem Gespräch nicht folgen können und 
«schlussendlich einmal mehr ein Dokument unterzeichnet […], das sie weder 
verstehen geschweige denn lesen konnte» (Beschwerde an die POM, S. 7; Vorakten 
POM, pag. 16). Aus Angst vor Repressalien seitens ihrer Familie habe sie in diesem 

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Gespräch mehrmals Ausführungen gemacht, welche nicht den Tatsachen entsprochen 
hätten. Da sie sich erst langsam ihrem Rechtsvertreter habe anvertrauen können, habe 
sie den Verfahrensfehler erst vor der POM und nicht bereits im kommunalen Verfahren 
beanstanden können. Die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Gehörsverletzung verneint 
(Beschwerde, S. 5 f.).

2.2 Die Vorinstanz hat die Gehörsverletzung mit der Begründung verneint, die 
Beschwerdeführerin besuche Deutschkurse und sei als Serviceangestellte tätig; ihre 
Deutschkenntnisse erlaubten ein Gespräch einfacher bis mittlerer Komplexität. Zudem 
entstehe bei Durchsicht des Gesprächsprotokolls nicht der Eindruck, dass die 
Beschwerdeführerin mit den Fragen überfordert gewesen sei. Vielmehr deckten sich 
viele Antworten mit bereits früher gemachten Aussagen. Davon abgesehen hätte der 
Rechtsvertreter ohne weiteres an der Befragung teilnehmen können. Es mute 
rechtsmissbräuchlich an, dass die Gehörsverletzung erst mit der Beschwerde gerügt 
werde und nicht bereits in den Schlussbemerkungen vor der Gemeinde (angefochtener 
Entscheid, E. 2d).

2.3 Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör ergibt sich in erster Linie aus 
Art. 21 ff. VRPG. Ergänzend greifen die verfassungsrechtlichen Minimalansprüche 
nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der 
Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1). Der Gehörsanspruch umfasst 
insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung 
eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, wobei die Art der Anhörung – 
mündlich oder schriftlich – grundsätzlich keine Rolle spielt (Art. 21 Abs. 1 VRPG; 
BVR 2010 S. 157 E. 2.2; BGE 134 I 140 E. 5.3; Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 4 und 6).

2.4 Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Die Gemeinde liess dem Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin am 16. April 2012 ein Schreiben zukommen, in welchem sie 
Letztere ersuchte, zwei Terminvorschläge für ein persönliches Gespräch bekannt zu 
geben (Akten EG Thun, pag. 95). Wie der Termin vom 1. Mai 2012 schliesslich 
zustande kam, geht aus den Akten nicht hervor; hingegen war die Absicht der 
Gemeinde, mit der Beschwerdeführerin einen passenden Termin für eine persönliche 
Befragung abzumachen, dem Rechtsvertreter bekannt. Dass dieser das vereinbarte 
Datum offenbar nicht kannte, ist wohl auf die ungenügende Kommunikation im 
Verhältnis zu seiner Klientin zurückzuführen. Soweit die Beschwerdeführerin geltend 
macht, sie habe aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse dem Gespräch nicht folgen 

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können, ist ihr entgegenzuhalten, dass sie zu keinem Zeitpunkt einen Übersetzer oder 
eine Übersetzerin verlangt hat. Hinzu kommt, dass die Gemeinde dem Rechtsvertreter 
am 7. Mai 2012 eine Kopie des Gesprächsprotokolls zukommen liess und Gelegenheit 
gab, Akteneinsicht zu nehmen und Schlussbemerkungen einzureichen (Akten EG 
Thun, pag. 103). In der Eingabe vom 21. Mai 2012 werden das Zustandekommen des 
Termins und die fehlende Übersetzung nicht beanstandet (Akten EG Thun, 
pag. 105 f.). Inwiefern das (fehlende) Vertrauensverhältnis zwischen dem 
Rechtsvertreter und seiner Klientin es verunmöglicht haben könnte, diese Einwände 
bereits im Verfahren vor der Gemeinde vorzubringen, ist nicht einzusehen und wird 
auch nicht substanziiert begründet. Der erst nachträglich erhobene Einwand, vom 
Gespräch überfordert gewesen zu sein, wirkt daher vorgeschoben und wenig 
glaubwürdig. Ob sich die Beschwerdeführerin geradezu rechtsmissbräuchliches 
Verhalten vorwerfen lassen muss, kann dahingestellt bleiben. 

2.5 Die Rüge der Gehörsverletzung erweist sich demnach als unbegründet. 

3.

In der Sache ist zunächst der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung ihrer 
Aufenthaltsbewilligung umstritten. 

3.1 Nach Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) haben ausländische Ehegatten von 
Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Dieser Anspruch bleibt 
gemäss Art. 50 Abs. 1 AuG nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft 
bestehen, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine 
erfolgreiche Integration besteht (Bst. a) oder wichtige persönliche Gründe einen 
weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Bst. b). Wie die 
Beschwerdeführerin selber anerkennt, hat sie nach Aufhebung des ehelichen 
Haushalts keinen Anspruch mehr auf Aufenthalt in der Schweiz gestützt auf Art. 43 
Abs. 1 AuG. Sie beruft sich zu Recht auch nicht auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG, da die 
eheliche Wohngemeinschaft in der Schweiz vom 24. Oktober 2009 bis 24. Mai 2011 
und damit weniger als drei Jahre bestanden hat (Akten EG Thun, pag. 39, 88; 
BGE 138 II 229 E. 2, 137 II 345 E. 3.1.2; BVR 2010 S. 481 E. 4.1). Sie ist aber der 

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Ansicht, es seien wichtige persönliche Gründe im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG 
gegeben, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. 

3.2 Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG bezweckt die Vermeidung schwerwiegender 
Härtefälle bei der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft. Wichtige persönliche Gründe 
im Sinn dieser Bestimmung können gemäss Art. 50 Abs. 2 AuG namentlich vorliegen, 
wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht 
aus freien Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im 
Herkunftsland stark gefährdet erscheint (zur Alternativität dieser Gründe vgl. 
BGE 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 [Pra 99/2010 Nr. 49]). Ein wichtiger 
persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen Umständen ergeben. Bei der 
Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzelfalls mitzuberücksichtigen, namentlich 
der Grad der Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familien-
verhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz 
und der Gesundheitszustand sowie die Umstände, die zur Auflösung der Gemeinschaft 
geführt haben (vgl. auch Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Als Richtlinie bleibt 
indes beachtlich, dass ein persönlicher nachehelicher Härtefall gemäss gesetzlicher 
Konzeption eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und 
Familienleben der ausländischen Person voraussetzt, die mit ihrer Lebenssituation 
nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 42 Abs. 1 bzw. 43 Abs. 1 AuG abgeleiteten 
Anwesenheitsberechtigung verbunden sind (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 
E. 3.2.2 f.; BVR 2010 S. 481 E. 5.1.3; Thomas Hugi Yar, Von Trennungen, Härtefällen 
und Delikten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in 
Alberto Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, 2013, S. 31 
ff., 77 ff.).

3.3 Zur Begründung des nachehelichen Härtefalls macht die Beschwerdeführerin 
geltend, sie sei Opfer psychischer und physischer Gewalt geworden. Sie anerkennt 
zwar, dass sie keine konkreten Hinweise für physische Gewalt wie Zeugenberichte, 
Polizeirapporte, Arztzeugnisse und dergleichen vorweisen kann. Es müsse aber davon 
ausgegangen werden, dass der Ehemann und/oder seine Familie «zumindest 
psychische Gewalt» ausgeübt haben (Beschwerde, S. 7 ff.). Die Beschwerdeführerin 
legt damit nicht substanziiert dar, dass ihr physische Gewalt angetan wurde; solches ist 
aus den Akten auch nicht ersichtlich. Näher zu prüfen ist hingegen, ob sie Opfer 
psychischer Gewalt geworden ist. 

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3.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Familie ihres Ehemanns habe sie «an 
der kurzen Leine gehalten». Sie habe weder Freunde treffen noch Hobbys pflegen 
dürfen; stattdessen habe sie den ganzen Tag den Haushalt besorgen und 
Beschimpfungen sowie Erniedrigungen über sich ergehen lassen müssen. Der 
telefonische Kontakt zu ihrer Familie sei eingeschränkt und manchmal sogar verboten 
worden. Psychisch sei sie dermassen unter Druck gesetzt worden, dass sie keinen Mut 
habe fassen können, um sich gegen die Missstände zu wehren. Anders als die Vor-
instanz meint (vgl. angefochtener Entscheid, E. 4d), sei es nicht zu blossen Konflikten 
und Spannungen mit den Schwiegereltern gekommen (Beschwerde, S. 8). 

3.4.1 Nach bundesgerichtlicher Praxis kann eine für die Annahme eines 
nachehelichen Härtefalls relevante Beeinträchtigung vorliegen, wenn die psychische 
Integrität des Opfers bei Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer 
beeinträchtigt würde, was beispielsweise bei dauerndem Beschimpfen, Erniedrigen, 
Drohen und Einsperren der Fall sein kann. Demgegenüber vermag nicht jede 
unglückliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende 
Entwicklung einer Beziehung einen solchen Härtefall zu begründen. Von einer in 
diesem Zusammenhang massgeblichen häuslichen Gewalt ist vielmehr erst dann 
auszugehen, wenn eine systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und 
Kontrolle auszuüben, erkennbar ist und die anhaltende, erniedrigende Behandlung 
derart schwer wiegt, dass von der betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher 
Umstände vernünftigerweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus 
bewilligungsrechtlichen Gründen in einer ihre Menschenwürde und Persönlichkeit 
verletzenden ehelichen Beziehung verharrt (vgl. dazu einlässlich BGE 138 II 229 
E. 3.2.2 mit Hinweisen; VGE 2012/193 vom 26.2.2013, E. 4.4.1 [bestätigt durch BGer 
2C_317/2013 vom 14.1.2014]; Martina Caroni, in Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], 
Handkommentar AuG, 2010, Art. 50 N. 34; Marc Spescha, in Spescha et al. [Hrsg.], 
Migrationsrecht, 3. Aufl. 2012, Art. 50 N. 10; Winiger/Hugi Yar, Psychischer Druck als 
nachehelicher Härtefall, in Digitaler Rechtsprechungskommentar, publ. am 19.9.2012; 
Thomas Hugi Yar, a.a.O., S. 84 ff.). 

3.4.2 Die ausländische Person trifft bei der Feststellung des entsprechenden 
Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Sie muss die eheliche Gewalt bzw. 
häusliche Oppression in geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder 
psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen 
wie Frauenhäusern, Opferhilfe, glaubwürdige Zeugenaussagen von weiteren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 8

Angehörigen oder Nachbarinnen bzw. Nachbarn usw.). Allgemein gehaltene 
Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen nicht; wird 
häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die 
Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus ent-
stehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig 
unterlegt werden (BGE 138 II 229 E. 3.2.3; BGer 2C_1000/2012 vom 21.2.2013, 
E. 5.1.1; VGE 2012/154 vom 24.1.2013, E. 3.3; Thomas Hugi Yar, a.a.O., S. 85; vgl. 
auch Art. 77 Abs. 5 und 6 VZAE).

3.4.3 Vorliegend ist eine psychische Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin in der 
geforderten Intensität weder hinreichend dargetan noch objektiv erstellt. Die beklagten 
Vorkommnisse innerhalb der Familie ihres Ehemanns mögen subjektiv als verletzend 
oder demütigend empfunden worden sein; eine anhaltende, erniedrigende Behandlung 
oder eine schwerwiegende psychische Druckausübung, wie sie zur Begründung eines 
nachehelichen Härtefalls vorliegen müsste, wird damit indes nicht aufgezeigt (vgl. 
BGer 2C_1005/2013 vom 5.11.2013, E. 3.2; VGE 2012/193 vom 26.2.2013, E. 4.4.2 
[bestätigt durch BGer 2C_317/2013 vom 14.1.2014]). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, 
dass die Angaben der Beschwerdeführerin Stringenz und den nötigen 
Konkretisierungsgrad vermissen lassen; bei ihren Anschuldigungen bleibt sie 
grösstenteils vage und wiederholt die im Strafverfahren erhobenen Vorwürfe nicht. Die 
Beschwerdeführerin bringt auch nicht vor, dass sie sich gegen die Missstände in der 
Familie ihres Ehemanns aufgelehnt hätte und die Aufhebung des gemeinsamen 
Haushalts auf die erlittene psychische Gewalt zurückzuführen wäre; vielmehr sei die 
Trennung zu ihrer grossen Überraschung und auf Initiative ihres Ehemanns erfolgt 
(Beschwerde, S. 3 f.). Die Beschimpfungen und Drohungen, die sich am 1. November 
2011, rund ein halbes Jahr nach der Trennung, im Nachgang zur 
Eheschutzverhandlung vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau in Aarwangen 
zugetragen haben (vgl. Vorakten POM, Delegierte Einvernahme vom 29.2.2012 
[separates Mäppli grün]), stellen von vornherein keinen Grund für einen nachehelichen 
Härtefall dar. Weil das Ehepaar in jenem Zeitpunkt nicht mehr zusammen wohnte und 
auch keine wichtigen Gründe für ein Getrenntleben gegeben waren, war der 
Aufenthaltsanspruch bereits untergegangen (vgl. angefochtener Entscheid, E. 4b und 
d; BGE 137 II 345 E. 3.2.3; Thomas Hugi Yar, a.a.O., S. 87). Die daraufhin erfolgten 
strafrechtlichen Verurteilungen des Ehemanns und dessen Vaters (Strafbefehle vom 
20.4.2012 wegen Drohung und Beschimpfung bzw. Beschimpfung; Akten EG Thun, 
pag. 108 und 110) ändern daran nichts. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 9

der Gemeinde am 2. November 2011 – einen Tag nach dem Vorfall in Aarwangen – 
eine eigenhändig unterzeichnete Stellungnahme überreicht hat, worin sie einerseits 
ihre Schwiegereltern beschuldigt und andererseits das Verhalten ihres Ehemanns 
teilweise rechtfertigt (vgl. Akten EG Thun, pag. 69 f.). Im Verfahren vor der Vorinstanz 
hat die Beschwerdeführerin erstmals vorgebracht, sie hätte dieses Schreiben nicht 
selber verfasst, sondern es unter Druck ihrer Familie abliefern müssen; damit habe sie 
«die Ehemannwahl ihrer Eltern schön reden» wollen (Beschwerde, S. 4 f.; Vorakten 
POM, pag. 19). So oder anders ist die Stellungnahme nicht geeignet, die behauptete 
Zwangsausübung durch die Schwiegereltern objektiv zu untermauern. Der Vorinstanz 
ist daher zuzustimmen, dass das Verhalten des Ehemanns – auch unter 
Berücksichtigung des Einflusses seiner Familie – keine eheliche Gewalt im Sinn von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG darstellt. 

3.5 Nach Darstellung der Beschwerdeführerin ist die Ehe nicht in ihrem freien und 
vollen Einverständnis geschlossen worden. Soweit sie damit einen wichtigen 
persönlichen Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 2 AuG geltend macht, ist ihr 
entgegenzuhalten, dass sie nicht näher ausführt und belegt, inwiefern sie tatsächlich 
Opfer einer Zwangsheirat geworden sein soll. Der Schwerpunkt ihrer Ausführungen im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren betrifft denn auch die angebliche Gewaltausübung 
durch ihren Ehemann und dessen Familie. Nach Angaben der Beschwerdeführerin ist 
die Ehe zwar durch die Familien arrangiert worden; sie hat ihr jedoch nach eigener 
Darstellung zugestimmt (Vorakten POM, Delegierte Einvernahme vom 29.2.2012 
[separates Mäppli grün], Zeilen 266 ff.). Wohl mag sie sich damit auch dem Willen ihrer 
Eltern gefügt haben (vgl. Beschwerde, S. 4). Dass sie ihren eigenen Willen nicht hätte 
frei bilden können, ist damit aber nicht objektiv erhärtet. Ein nachehelicher Härtefall ist 
auch insoweit zu verneinen.

3.6 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihre soziale Wiedereingliederung 
im Herkunftsland sei stark gefährdet. Im islamisch geprägten Heimatdorf werde als 
geltendes Rechtssystem die Scharia angewandt, und zur religiösen Tradition gehörten 
Zwangsehen. So würden geschiedene Frauen in der Regel an einen um mehrere 
Jahre älteren Mann weiterverheiratet. Dieses Schicksal drohe auch ihr, denn sie könne 
keinerlei Unterstützung durch die Eltern erhoffen. Der Vater wohne mittlerweile in 
Kroatien, die Mutter sei ihm vermutlich bereits gefolgt. Um die finanzielle Zukunft zu 
sichern, würden die Eltern «bestimmt nicht davor zurückschrecken, ihre Tochter ein 
zweites Mal zu einer Ehe zu zwingen» (Beschwerde, S. 9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 10

3.6.1 Blosse stereotype Vorstellungen über bestimmte Gesellschaftsverhältnisse 
können nicht genügen, um die Wiedereingliederung als unzumutbar erscheinen zu 
lassen. Zwar ist in Mazedonien die Scheidungsrate deutlich tiefer als in der Schweiz, 
aber ungefähr vergleichbar mit derjenigen von Italien oder Irland, so dass nicht gesagt 
werden kann, eine geschiedene Frau werde in Mazedonien geächtet oder sei in den 
dortigen gesellschaftlichen Strukturen unvorstellbar (BGer 2C_1000/2012 vom 
21.2.2013, E. 5.2.2; vgl. auch BGer 2C_1005/2013 vom 5.11.2013, E. 2.3.2). Nach 
Einschätzung des Bundesamts für Migration (BFM) vom 16. März 2012 stelle der 
Umstand, dass die Beschwerdeführerin geschieden sein wird, die 
«Hauptschwierigkeit» dar. Mit diesem «Makel» sei eine erneute Heirat nicht einfach. 
Dass sie «nur noch einen älteren Mann heiraten» könnte, sei «möglich, aber nicht in 
jedem Fall zwingend» (vgl. Akten EG Thun, pag. 92). 

3.6.2 Die behauptete fehlende familiäre Unterstützung und die drohende 
Zwangsheirat stehen sodann auch im Widerspruch zu den Aussagen der 
Beschwerdeführerin im Strafverfahren, wonach ihre Familie sie nach der Scheidung 
weiter unterstützen werde. Nun müsse sie ihre eigene Verantwortung wahrnehmen und 
sie glaube nicht, dass es Probleme geben werde (vgl. Vorakten POM, Delegierte 
Einvernahme vom 29.2.2012 [separates Mäppli grün], Zeilen 299 ff.). Dies deckt sich 
auch mit den Angaben gegenüber der Gemeinde, wonach die Beziehung zu ihrer 
Familie sehr gut sei; die Mutter sei sehr intelligent und verstehe ihre Probleme; ihr 
Vater auch, aber die Mutter habe mehr Verständnis (vgl. Akten EG Thun, pag. 100, 
Antwort auf Frage 12). Die Beteuerung, ihre Familie werde sie nicht mehr unterstützen 
und stattdessen zu einer Ehe zwingen, überzeugt somit nicht. Im Gegenteil scheint die 
Solidarität der Familienangehörigen stark ausgeprägt zu sein; ein in der Schweiz 
lebender Cousin des Vaters hat die Beschwerdeführerin unmittelbar nach der 
Trennung aufgenommen und ihr eine Arbeitsstelle vermittelt (Beschwerde, S. 10 f.). 
Selbst wenn sich die Eltern inzwischen in Kroatien aufhalten sollen, leben nach 
Auskunft der Beschwerdeführerin weitere Verwandte in Mazedonien (Akten EG Thun, 
pag. 100, Antwort auf Frage 11). Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin mit 18 
Jahren ihrem Ehemann in die Schweiz gefolgt ist und das Verlassen ihres Heimatlands 
erst etwas über vier Jahre zurückliegt, ist davon auszugehen, dass sie mit den 
sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten nach wie vor bestens 
vertraut ist. Aus der allenfalls besseren familiären Unterstützung in der Schweiz, 
namentlich durch den Cousin ihres Vaters, lässt sich nicht auf eine Gefährdung der 
Wiedereingliederung schliessen. Im Übrigen erscheint nicht ausgeschlossen, dass sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 11

die Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr nach Mazedonien in einer grösseren 
Stadt niederlässt, wo sie einen weniger einschränkenden Lebensstil führen kann und 
die Aussicht auf eine Wohnung und Arbeit besser sein dürfte als an ihrem ländlichen 
Heimatort (vgl. auch VGE 2011/14 vom 18.10.2011, E. 6.4.1) 

3.7 Weiter sieht die Beschwerdeführerin ihre Sicherheit in ihrem Heimatland stark 
gefährdet (Beschwerde, S. 10). Weshalb die von ihr geltend gemachte und als «eher 
wahrscheinlich» bezeichnete Racheaktion seitens der Verwandten des Ehemanns nur 
bei einer Rückkehr nach Mazedonien drohen soll, leuchtet jedoch nicht ein: Zum einen 
hat der Ehegatte – und nicht die Beschwerdeführerin – die Scheidung eingeleitet; zum 
anderen hat er die Einsprache gegen den Strafbefehl wegen Beschimpfung und Dro-
hung zurückgezogen. Die Behauptung, dass die Eltern «möglicherweise» vor 
Feindseligkeiten der Verwandten des Ehemanns geflüchtet sind oder das Heimatdorf 
aus Scham verlassen haben, erscheint spekulativ und wenig glaubhaft. Auch aus dem 
Umstand, dass das Elternhaus der Beschwerdeführerin in Mazedonien in direkter 
Nachbarschaft zu den Verwandten ihres Ehemanns liegen soll, folgt keine konkrete 
Gefährdung, zumal sich die Beschwerdeführerin wie erwähnt an einem anderen Ort 
niederlassen kann. 

3.8 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin sind schliesslich ihre In-
tegrationsleistungen zu berücksichtigen. Sie bestreitet die Einschätzung der 
Vorinstanz, wonach ihre soziale, wirtschaftliche und sprachliche Integration in der 
Schweiz kaum fortgeschritten sei. Dass die Beschwerdeführerin hier einer 
Erwerbstätigkeit nachgeht, ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommt, sich darum 
bemüht, Deutschkurse zu besuchen und die schweizerische Rechtsordnung beachtet, 
entspricht einer normalen Integration, wie sie von einer Ausländerin oder einem 
Ausländer nach einer Aufenthaltsdauer von ein paar Jahren erwartet werden kann; 
dies genügt für sich allein nicht, um einen Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG zu 
begründen (vgl. BGer 2C_803/2010 vom 14.6.2011, E. 2.3.3, 2C_521/2010 vom 
30.11.2010, E. 2.3; VGE 2013/126 vom 11.11.2013, E. 3.4 [bestätigt durch 
BGer 2C_1179/2013 vom 30.12.2013]; Thomas Hugi Yar, a.a.O., S. 83 mit weiteren 
Hinweisen). 

3.9 Zusammenfassend geben die vorgebrachten Umstände weder je für sich allein 
noch zusammen betrachtet wichtige persönliche Gründe im Sinn von Art. 50 Abs. 1 
Bst. b AuG ab. Die Beschwerdeführerin vermag weder eine psychische 
Zwangsausübung der erforderlichen Intensität, noch das Vorhandensein einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 12

Zwangsheirat darzutun. Sie hat auch nicht glaubhaft aufgezeigt, dass sie bei einer 
Rückkehr nach Mazedonien in ihrer sozialen Wiedereingliederung und Sicherheit 
gefährdet wäre. Damit durfte die Vorinstanz ohne weitere Abklärungen davon 
ausgehen, dass die Voraussetzungen nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG nicht erfüllt sind. 
Zusätzliche Beweismassnahmen können auch im vorliegenden Verfahren unterbleiben, 
da sie zu keinem anderen Ergebnis führen würden (vgl. BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 9). Die Beweisanträge der 
Beschwerdeführerin (Parteibefragung, Zeugeneinvernahmen von C.________ und 
D.________) werden daher abgewiesen.

4.

Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die zuständige 
Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungsverlängerung (Art. 3, 
Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AuG). – Nach zutreffender Ansicht der POM relativiert die 
eher kurze Aufenthaltsdauer in der Schweiz das private Interesse der 
Beschwerdeführerin an einer Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erheblich. Dass 
die Beschwerdeführerin seit kurzem ihren Lebensunterhalt selber bestreitet, ist zwar 
positiv zu vermerken, fällt aber nicht wesentlich ins Gewicht. Die noch junge Be-
schwerdeführerin hat einen Grossteil ihres Lebens in Mazedonien verbracht und ist mit 
den dortigen Verhältnissen bestens vertraut. Zudem leben mehrere Verwandte dort, 
weshalb sie auf ein intaktes soziales Netz zurückgreifen kann. In den unzweifelhaft 
schwierigeren wirtschaftlichen Verhältnissen in Mazedonien hat die Vorinstanz zu 
Recht keinen Grund für eine ermessensweise Bewilligungsverlängerung erblickt 
(angefochtener Entscheid, E. 5b). Somit hat die Vorinstanz die gegenläufigen 
Interessen in vertretbarer Weise gewichtet und durfte in der Abwägung schliessen, 
dass die Interessen an einem Verbleib der Beschwerdeführerin in der Schweiz weniger 
stark gewichten als die öffentlichen Interessen an der Durchsetzung der im AuG 
vorgezeichneten Migrationspolitik (vgl. zur strengen Praxis in diesem Zusammenhang 
etwa BVR 2013 S. 73 E. 3.4, 2011 S. 193 E. 6.1.3). Es ist daher nicht zu beanstanden 
und hält der Rechtskontrolle stand, dass die Vorinstanz die Aufenthaltsbewilligung der 
Beschwerdeführerin auch nicht ermessensweise verlängert hat. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 13

5.

Die Beschwerdeführerin sieht in der befürchteten Zwangsheirat einen Verstoss gegen 
Art. 23 Abs. 3 des Internationalen Pakts vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und 
politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2). Danach darf eine Ehe nur im freien und 
vollen Einverständnis der künftigen Eheleute geschlossen werden. Als junge Frau 
einen Greis heiraten zu müssen, stelle eine unmenschliche Behandlung dar, weshalb 
die Ausschaffung gestützt auf Art. 25 Abs. 3 BV unzulässig sei (Beschwerde, S. 15 f.). 
– Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, wenn 
völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 
des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen. In 
diesem Zusammenhang ist das völkerrechtliche Rückschiebeverbot (Non-
Refoulement) zu beachten; von einer Wegweisung muss abgesehen werden, wenn der 
betroffenen Person Folter oder eine unmenschliche Behandlung im Sinn von Art. 3 der 
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) droht (vgl. 
BGE 135 II 110 E. 2.2 und 2.3; BVR 2013 S. 543 E. 7.2 mit weiteren Hinweisen). Wie 
dargelegt fehlen konkrete Hinweise, wonach der Beschwerdeführerin tatsächlich eine 
Zwangsheirat droht (vgl. vorne E. 3.6.1 f.). Der Vollzug der Wegweisung erweist sich 
demnach nicht als unzulässig.

6.

Nach dem Gesagten hat die POM durch die Nichtverlängerung der Aufent-
haltsbewilligung kein Recht verletzt. Der angefochtene Entscheid hält der 
Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Der Beschwerdeführerin ist praxisgemäss 
eine neue Ausreisefrist anzusetzen.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 bzw. 
Art. 104 Abs. 1, 3 und 4 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.02.2014, Nr. 100.2013.218U, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Der 
Beschwerdeführerin wird eine neue Ausreisefrist angesetzt auf den 3. April 2014.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 2ʹ500.--, werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde Thun
- dem Bundesamt für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt werden.