# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45e8c4b0-b6c9-5bbc-bbc4-c53ad94d2bcc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.08.2020 D-5083/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5083-2018_2020-08-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5083/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richter Jürg Marcel Tiefenthal,  

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Vanessa Koenig, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 3. August 2018 / N (…). 

 

 

 

D-5083/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben 

zufolge am (…), gelangte zunächst via Katar nach Italien und reiste am 17. 

Februar 2016 illegal in die Schweiz ein. Sie suchte gleichentags im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach und wurde 

dort am 1. März 2016 zu ihrer Identität, zum Reiseweg sowie summarisch 

zu den Gesuchsgründen befragt. Ausserdem wurde ihr das rechtliche Ge-

hör zu allfälligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen gewährt. Die aus-

führliche Anhörung zu den Asylgründen fand am 25. Juli 2018 statt. 

A.b Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, sie sei Tamilin und stamme aus C._______ bei 

D._______ (Distrikt Jaffna, Nordprovinz). Sie habe in Sri Lanka Probleme 

mit Soldaten gehabt. Als sie Mitte (…) 2015 zusammen mit einigen Kolle-

ginnen unterwegs zu einem Kurs gewesen sei, seien sie von vier Soldaten 

angehalten und unsittlich angefasst worden. Sie hätten geschrien, worauf 

die Soldaten davongelaufen seien. In der Folge hätten sie einen anderen 

Weg zum Kurs benutzt. Am (…) 2016 seien sie jedoch erneut von vier Sol-

daten – davon drei dieselben wie beim ersten Mal – aufgehalten worden. 

Sie hätten niederknien müssen, dann hätten die Soldaten ihnen Fragen 

gestellt, ihre Taschen durchsucht, sie sexuell belästigt und mit Waffen be-

droht. Ihr habe man ausserdem die Identitätskarte abgenommen und ge-

sagt, sie solle sie später im Armee-Camp abholen. Aus Angst, dort verge-

waltigt zu werden, habe sie dies nicht gemacht. Stattdessen sei sie noch 

am selben Abend nach E._______ gegangen, wo sie in der Folge bis zur 

Ausreise geblieben sei. Während dieser Zeit, (…) 2016, hätten die Solda-

ten zuhause nach ihr gesucht und dabei ihren Vater sowie einen Bruder 

(F._______, N […]; vgl. D-5077/2018) geschlagen. Ihre Eltern seien ge-

drängt worden, sie zur Rückkehr zu bewegen. Einer ihrer Freunde habe 

den Soldaten ihren Wohnort und ihre Telefonnummer in E._______ verra-

ten, worauf ihr Vermieter in E._______ ebenfalls einen Anruf von den Sol-

daten erhalten habe und aufgefordert worden sei, sie nach Hause zu schi-

cken. Ihre Mutter habe aus diesen Gründen entschieden, dass sie ausrei-

sen müsse, und für sie einen Schlepper organisiert. Nachdem sie sich mit 

dessen Hilfe einen Reisepass habe ausstellen lassen, sei sie am (…) aus 

Sri Lanka ausgereist. Auch nach ihrer Ausreise hätten die Soldaten mehr-

fach bei ihrer Familie nach ihr gefragt. Ihr Bruder sei später ebenfalls aus-

gereist, nachdem er ihretwegen für drei Monate inhaftiert worden sei. Die 

Beschwerdeführerin brachte im Weiteren vor, sie habe erst in der Schweiz 

D-5083/2018 

Seite 3 

erfahren, dass Schulkameradinnen aus Neid über ihre guten Schulnoten 

Informationen über die Verbindungen ihrer Familie zu den Liberation Tigers 

of Tamil Eelam (LTTE) an die Soldaten weitergegeben hätten; dies sei der 

Grund für die Behelligungen durch die Soldaten gewesen. Ihre Tante sei 

nämlich zweiter Leutnant bei den LTTE gewesen und im Jahr 1995 ums 

Leben gekommen. Auch ihr Vater habe Verbindungen zu den LTTE gehabt, 

sie wisse dazu aber nichts Näheres. Diese Schulkameradinnen hätten den 

Soldaten zudem den Auftrag gegeben, sie zu vergewaltigen, damit sie nicht 

mehr zurück an die Universität komme. Aus diesem Grund hätten die Sol-

daten auch noch nach ihrem Wegzug aus D._______ nach ihr gesucht.  

A.c Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des vorinstanzlichen Ver-

fahrens einen Auszug aus dem Geburtsregister (inkl. Übersetzung) sowie 

Schulzeugnisse zu den Akten.  

B.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 3. August 2018 fest, die Asylvorbringen 

seien weder glaubhaft noch asylrelevant. Daher verneinte es die Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte das Asylgesuch ab und 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvoll-

zug.  

C.  

Die Beschwerdeführerin focht diesen Entscheid mit Beschwerde vom 

6. September 2018 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragte die 

Aufhebung der Dispositivziffern 1–4 der vorinstanzlichen Verfügung, die 

Anerkennung als Flüchtling und die Gewährung von Asyl. Eventuell sei sie 

als Flüchtling vorläufig aufzunehmen, subeventuell sei der vorinstanzliche 

Entscheid aufzuheben und die Sache zwecks vollständiger Erhebung des 

Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um unentgeltliche Verbeiständung. 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der vorinstanzlichen Verfügung vom 

3. August 2018 sowie ein Foto bei.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. September 2018 hiess die Instruktions-

richterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

D-5083/2018 

Seite 4 

und unentgeltlichen Verbeiständung unter Vorbehalt des Nachreichens ei-

ner Fürsorgebestätigung gut und forderte die Beschwerdeführerin auf, in-

nert Frist eine Fürsorgebestätigung einzureichen sowie eine Rechtsvertre-

tung zu bezeichnen, ansonsten auf die Verfügung betreffend Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege zurückzukommen sei und von einem 

Rückzug des Gesuchs um amtliche Verbeiständung ausgegangen werde. 

E.  

Die daraufhin mandatierte Rechtsvertreterin reichte mit Eingabe vom 

26. September 2018 eine Vollmacht vom 19. September 2018 sowie eine 

Unterstützungsbestätigung vom 18. September 2018 zu den Akten. 

F.  

Mit Verfügung vom 2. Oktober 2018 wurde der Beschwerdeführerin ihre 

Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet.  

G.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 8. Oktober 2018 vollumfäng-

lich an seiner Verfügung fest. Der Beschwerdeführerin wurde diese Ver-

nehmlassung am 11. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vor-

instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sach-

gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach 

ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Be-

schwerden gegen Entscheide des SEM auf dem Gebiet des Asyls, und ent-

scheidet in diesem Bereich in der Regel – und so auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

D-5083/2018 

Seite 5 

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids im Wesentli-

chen aus, es sei der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die Belästigun-

gen durch die Soldaten substanziiert und nachvollziehbar zu schildern. Ihr 

Verhalten (Beantragung eines Reisepasses in E._______, Mitteilung ihrer 

Adresse und Telefonnummer in E._______ an ihre Freundinnen) entspre-

che zudem nicht demjenigen einer verfolgten Person. Es sei ausserdem 

realitätsfremd, dass die Soldaten, obwohl sie ihre Adresse in E._______ 

gekannt hätten, sie nicht direkt vor Ort aufgesucht, sondern weiterhin ihre 

Familie behelligt hätten. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass die Solda-

ten sie hätten vergewaltigen wollen, weil neidische Schulfreundinnen diese 

über die LTTE-Verbindungen ihrer Familienangehörigen informiert und sie 

angestiftet hätten, sie zu vergewaltigen, um sie von ihrem Studienplatz 

fernzuhalten. Ihre Tante sei vor über zwanzig Jahren verstorben, und die 

LTTE sei seit Mai 2009 besiegt. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin 

in der Befragung zur Person (BzP) mit keinem Wort erwähnt, dass auch ihr 

Vater bei den LTTE gewesen sei. Es sei davon auszugehen, dass sie in-

haftiert und eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet worden wäre, 

falls man sie ernsthaft verdächtigt hätte, mit den LTTE in Verbindung zu 

stehen respektive diese zu unterstützen. Dies sei jedoch nicht geschehen. 

Im Weiteren habe sich die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Frage, wie 

die Soldaten in den Besitz ihrer Identitätskarte gekommen seien, wider-

sprochen. Ihre Aussage, wonach sie nicht ins Camp gegangen sei, um ihre 

Identitätskarte abzuholen, weil ihr gesagt worden sei, sie müsse alleine 

kommen, überzeuge nicht. Auch die Vorbringen, wonach es ihr ohne Iden-

titätskarte nicht möglich gewesen sei, die Universität zu besuchen, und sie 

Sri Lanka nicht verlassen hätte, wenn ihr nicht die Identitätskarte abgenom-

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Seite 6 

men worden wäre, seien nicht einleuchtend, zumal sie sich vor ihrer Aus-

reise einen sri-lankischen Reisepass habe ausstellen lassen, was ihr den 

Zugang zur Universität ermöglicht hätte. Schliesslich sei auch nicht plausi-

bel, dass sie aus Zeitmangel und weil sie gehofft habe, die Identitätskarte 

würde retourniert, keine Anzeige gegen die Soldaten erstattet habe. Die 

Asylvorbringen seien aus diesen Gründen nicht glaubhaft. Im Übrigen wäre 

auch die Asylrelevanz zu verneinen, da die Belästigungen nicht aus einem 

Grund gemäss Art. 3 AsylG erfolgt und zudem von geringer Intensität ge-

wesen seien. Es bestehe sodann auch kein begründeter Anlass zur An-

nahme, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

aus anderen Gründen mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre (Ver-

weis auf die im Referenzurteil E-1866/2015 des BVGer vom 15. Juli 2016 

definierten Risikofaktoren). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin wür-

den insgesamt den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit respektive die 

Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten, weshalb die Flüchtlingseigen-

schaft zu verneinen und das Asylgesuch abzulehnen sei. Das Dossier des 

Bruders (N […]) sei beigezogen worden und ändere nichts an dieser Ein-

schätzung. Die Vorinstanz legte im Weiteren dar, der Wegweisungsvollzug 

nach Sri Lanka sei zulässig, zumutbar und möglich. Hinsichtlich der Frage 

der individuellen Zumutbarkeit des Vollzugs verwies das SEM insbeson-

dere auf das am Herkunftsort bestehende Beziehungsnetz und die finanzi-

elle Unterstützung der Familie durch einen Onkel in Grossbritannien.  

3.2 In der Beschwerde wiederholt die Beschwerdeführerin zunächst ihre 

Asylgründe und macht geltend, ihre Aussagen in der Anhörung würden mit 

denjenigen in der BzP übereinstimmen, seien detailliert und enthielten aus-

serdem ausreichend Realkennzeichen. Hinsichtlich der Abnahme der Iden-

titätskarte sei zu präzisieren, dass sie der Aufforderung, die Identitätskarte 

vorzuweisen, nicht nachgekommen sei, worauf sie durchsucht und ihr die 

Identitätskarte weggenommen worden sei. Bezüglich der Identität der Sol-

daten habe sie nicht die Wahrheit gesagt: Bei beiden Vorfällen seien die-

selben vier Soldaten anwesend gewesen, und einen davon habe sie im 

Jahr 2011 in der Kadettenschule (vgl. das eingereichte Foto) kennenge-

lernt. Dieser sei massgeblich an den sexuellen Übergriffen beteiligt gewe-

sen. Dies erkläre das starke Interesse an ihrer Person sowie die Tatsache, 

dass einzig ihre Identitätskarte eingezogen worden sei. Ihre Mutter habe 

ihr geraten, dies nicht zu erwähnen. Dem (allfälligen) Vorwurf, diese Aus-

sage sei nachgeschoben, sei zu entgegnen, dass sexuelle Übergriffe auf-

grund von Schuld- und Schamempfinden häufig erst verspätet vorgebracht 

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würden (Verweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 4 a–c). Sie sei nur 

dank äusserer Umstände nicht vergewaltigt worden; die Flucht infolge des 

entstandenen psychischen Drucks sei nachvollziehbar. Aufgrund ihrer Be-

kanntschaft mit dem Haupttäter sowie der gemeinsamen Vergangenheit 

sei von einer systematischen Verfolgung auszugehen, welche die gemäss 

Art. 3 AsylG erforderliche Intensität aufweise. Die Gefährdung des Lebens 

und der Freiheit stelle immer eine Verfolgung dar. Diese müsse eine ge-

wisse Intensität aufweisen und zielgerichtet sein, ausserdem seien die 

frauenspezifischen Fluchtgründe zu beachten. Ihr Bruder wisse nicht, dass 

sie den einen Soldaten gekannt habe und dass es schon im Vorfeld der im 

Asylgesuch geltend gemachten Vorfälle zu Intimitäten und Grenzüber-

schreitungen gekommen sei; er dürfe dies auch nicht erfahren. Die Verbin-

dung ihrer Familie zu den LTTE habe sie in beiden Befragungen erwähnt. 

Von der LTTE-Vergangenheit ihres Vaters habe sie erst in der Schweiz er-

fahren. Ihr Vater habe ihr ferner gesagt, er habe nach ihrer Geburt einige 

Jahre lang in Saudi-Arabien gelebt, weil er sich vor strafrechtlicher Verfol-

gung gefürchtet habe. Die Familie habe damals an einen anderen Ort zie-

hen müssen. Als ihre Freundinnen die Soldaten über die LTTE-Vergangen-

heit ihres Vaters und ihrer Tante informiert hätten, habe sie sich bereits auf 

der Flucht befunden. Es sei davon auszugehen, dass Untersuchungen ein-

geleitet worden seien und ihr im Falle einer Rückkehr ernsthafte Nachteile 

erwachsen würden. Das SEM habe die Asylvorbringen nicht ausgewogen 

geprüft und die Argumente, welche für ihre Vorbingen sprächen, nament-

lich die zahlreichen Realkennzeichen, nicht ausreichend gewürdigt. Damit 

habe die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz und den Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt, weshalb die Sache eventuell zur erneuten Ab-

klärung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. 

4.  

In der Beschwerde wird unter anderem gerügt, das SEM habe die ihm ob-

liegende Prüfungspflicht sowie den Untersuchungsgrundsatz verletzt. 

Dazu ist Folgendes festzustellen: Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde 

den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der 

unter Buchstaben a–e aufgelisteten Beweismittel (Untersuchungsgrund-

satz). Alle erheblichen Parteivorbringen sind sodann zu prüfen und zu wür-

digen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG 

[Grundsatz des rechtlichen Gehörs]). Die Beschwerdeführerin rügt zwar 

eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, führt jedoch nicht näher 

aus, inwiefern sie den der vorinstanzlichen Verfügung zugrunde liegenden 

Sachverhalt als unvollständig oder allenfalls unrichtig erachtet respektive 

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Seite 8 

inwiefern die Vorinstanz weitere Abklärungen hätte treffen müssen. Aus 

Sicht des Gerichts sind keine Mängel in der Sachverhaltsfeststellung aus-

zumachen; der rechtserhebliche Sachverhalt wurde vom SEM ausreichend 

erstellt. Die Vorinstanz hat ferner in ihrem Entscheid alle wesentlichen 

Sachverhaltselemente geprüft und gewürdigt sowie ausführlich begründet, 

weshalb ihrer Auffassung nach die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-

deführerin zu verneinen sei. Der blosse Umstand, dass die Beschwerde-

führerin mit der vom SEM vorgenommenen Sachverhaltswürdigung nicht 

einverstanden ist, weist nicht auf eine Verletzung der Prüfungspflicht hin, 

sondern beschlägt die Frage der materiellen Richtigkeit der vorinstanzli-

chen Verfügung. Die vorgebrachten formellen Rügen erweisen sich damit 

als unbegründet, und es besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung zu kassieren. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politi-

schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rech-

nung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigen-

schaft erfüllt (vgl. Art. 3 und 7 AsylG). 

6.1 Die Beschwerdeführerin begründet ihr Asylgesuch mit einer Verfolgung 

durch Soldaten; diese hätten sie im (…) 2015 sowie im (…) 2016 sexuell 

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belästigt und auch danach noch gesucht. Aufgrund ihrer Schilderungen so-

wie der bekannten Tatsache, dass Frauen in Sri Lanka sehr häufig Opfer 

von sexueller Belästigung werden, kann grundsätzlich nicht ausgeschlos-

sen werden, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich von Soldaten behel-

ligt wurde. Auf eine eingehende Prüfung der Glaubhaftigkeit dieses Vor-

bringens kann indessen verzichtet werden, da aus nachfolgenden Gründen 

nicht davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin im Ausreisezeit-

punkt einer asylbeachtlichen Verfolgung ausgesetzt war oder im Zusam-

menhang mit den geltend gemachten Verfolgungshandlungen zukünftig 

eine solche zu befürchten hätte. 

6.1.1 Zunächst ist festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin vor der 

Ausreise ungefähr drei Wochen lang in E._______ aufgehalten hat und 

dort keinerlei konkreten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war. Ihren 

Angaben zufolge kannten die Soldaten zumindest die Telefonnummer ihres 

Vermieters in E._______ (vgl. A14 F78). Es ist daher davon auszugehen, 

dass diese sie in E._______ aufgesucht hätten, falls sie tatsächlich ernst-

haft daran interessiert gewesen wären, ihrer habhaft zu werden. Die Tatsa-

che, dass dies nicht geschehen ist, weist darauf hin, dass die Soldaten 

bereits damals keine ernsthaften Verfolgungsabsichten (mehr) hegten. Es 

kann aus diesem Grund auch nicht geglaubt werden, dass die Beschwer-

deführerin nach ihrem Weggang aus D._______ mehrmals zuhause ge-

sucht wurde (angeblich, weil neidische Schulkameradinnen die Soldaten 

angestiftet hätten, sie zu vergewaltigen [vgl. A14 F137]). Der Eindruck der 

Unglaubhaftigkeit dieses Vorbringens wird erhärtet durch den Umstand, 

dass sich die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Anzahl Soldaten, welche 

angeblich zuhause nach ihr gesucht haben, widersprochen hat (vgl. A3 

Ziff. 7.01 [ein Soldat] vs. A14 F138 [vier Soldaten]). Darüber hinaus fällt 

auf, dass die Beschwerdeführerin unterschiedliche Gründe für ihre Aus-

reise aus Sri Lanka vorbrachte: In der Beschwerde erklärt sie, sie sei aus 

Furcht vor einer zukünftigen Vergewaltigung aus Sri Lanka ausgereist. Im 

vorinstanzlichen Verfahren machte sie einmal geltend, sie sei ausgereist, 

weil sie «gefoltert» worden sei (vgl. A14 F144), andernorts bringt sie vor, 

sie sei davon ausgegangen, ohne Identitätskarte nicht zum Studium zuge-

lassen zu werden; letztlich sei sie aus diesem Grund ausgereist (vgl. vgl. 

A3 S. 8, Ziff. 7.01; A14 F176). Diese Ungereimtheiten in Bezug auf den 

effektiven Ausreisegrund stützen den Eindruck, dass die Beschwerdefüh-

rerin vor ihrer Ausreise keiner konkreten und aktuellen Verfolgung ausge-

setzt war. 

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Seite 10 

6.1.2 Im Weiteren ist nicht davon auszugehen, dass die erlittenen Belästi-

gungen einen Zusammenhang aufweisen mit den geltend gemachten 

LTTE-Verbindungen von Familienangehörigen der Beschwerdeführerin. 

Gemäss ihren Schilderungen im vorinstanzlichen Verfahren betrafen näm-

lich die Belästigungen nicht ausschliesslich sie, sondern auch ihre Kolle-

ginnen. Diese mussten angeblich nur deshalb ihre Identitätskarten nicht 

abgeben, weil sie gar keine auf sich trugen (vgl. A14 F82 ff., F110 f.). Aus-

serdem ist die Tante, welche angeblich eine LTTE-Offizierin gewesen ist, 

offenbar bereits im Jahr 1995 verstorben, und die angeblichen, nicht näher 

spezifizierten Aktivitäten des Vaters für die LTTE liegen ebenfalls schon 

viele Jahre zurück. Die Beschwerdeführerin machte weder geltend, des-

wegen schon früher Probleme gehabt zu haben, noch anlässlich der bei-

den Vorfälle von den Soldaten darauf angesprochen worden zu sein. Ihre 

Darstellung, neidische Schulkameradinnen hätten den Soldaten von der 

LTTE-Vergangenheit ihrer Familienangehörigen erzählt, um so die Verfol-

gung in Gang zu bringen und ihr damit das Studium zu vereiteln (vgl. A14 

F116 ff.), ist daher als völlig unplausibel zu qualifizieren; diese Behauptung 

widerspricht zudem dem Vorbringen in der Beschwerde, wonach der Grund 

für die Belästigungen durch die Soldaten darin zu erblicken sei, dass der 

eine Soldat an ihr interessiert gewesen sei; sie kenne ihn aus der Kadet-

tenschule, und er habe ihr schon früher unwillkommene Avancen gemacht 

(vgl. dazu auch nachfolgend). 

6.1.3 Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin ist bei Wahrunter-

stellung nicht von einer offiziellen, von den Behörden ausgehenden Verfol-

gung aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Gründe auszugehen, 

sondern von einem sexuell motivierten, individuellen Fehlverhalten einzel-

ner Soldaten. Den Schilderungen der Beschwerdeführerin zufolge liessen 

die Männer jeweils von ihr und ihren Kolleginnen ab, als andere Personen 

in die Nähe kamen, was darauf schliessen lässt, dass ihnen die Wider-

rechtlichkeit ihres Verhaltens durchaus bewusst war und sie sich dabei 

nicht erwischen lassen wollten. Wie die Beschwerdeführerin (erst) in der 

Beschwerde ausführt, kannte sie einen der Haupttäter aus der (…), welche 

sie im Jahr (…) besucht habe; er sei schon damals übergriffig geworden. 

Solches Verhalten ist in Sri Lanka grundsätzlich strafbar (vgl. Art. 354 des 

sri-lankischen Strafgesetzbuchs), und es weist im vorliegenden Fall nichts 

darauf hin, dass die sri-lankischen Behörden aufgrund einer frauenspezifi-

schen Diskriminierung das widerrechtliche Verhalten der Soldaten wissent-

lich geduldet und/oder einer (vorliegend aus nicht nachvollziehbaren Grün-

den nicht erfolgten; vgl. A14 F184 ff.) Strafanzeige keine Folge geleistet 

hätten (vgl. auch Urteil des BVGer E-2449/2017 vom 7. Mai 2018, E. 6.3.1 

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Seite 11 

f.). Im Übrigen ist mit Blick auf die dargelegten Belästigungen (Berührun-

gen im Bauch- und Brustbereich sowie am Hintern, Küssen, Drohungen; 

vgl. Ziff. 7.01; A14 F83, F103 f.) auch das Kriterium der genügenden Inten-

sität der Verfolgungshandlungen zu verneinen. 

6.1.4 Aufgrund der Aktenlage sowie der vorstehenden Erwägungen ist da-

von auszugehen, dass seitens der sri-lankischen Behörden nichts gegen 

die Beschwerdeführerin vorliegt. Für die in der Beschwerde (vgl. B. I. Bst. g 

in fine) ohne nähere Angaben geäusserte Vermutung, es seien «Untersu-

chungen» gegen sie eingeleitet worden, finden sich in den Akten keinerlei 

Hinweise.  

6.1.5 Der Beschwerdeführerin ist es nach dem Gesagten insgesamt nicht 

gelungen glaubhaft zu machen, dass sie im Ausreisezeitpunkt einer Verfol-

gung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen kann ihr auch keine begründete Furcht vor zukünftiger asyl-

beachtlicher Verfolgung im Zusammenhang mit den geltend gemachten 

Behelligungen durch Soldaten zuerkannt werden.  

6.2 Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr 

nach Sri Lanka aus anderen Gründen flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-

gungsmassnahmen zu befürchten hätte. 

6.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert] unter Berücksichtigung von 

zahlreichen einschlägigen Quellen eine Analyse der Situation von Rück-

kehrenden nach Sri Lanka vorgenommen und dabei verschiedene Kriterien 

aufgestellt, die ein Verfolgungsrisiko begründen. Drei Faktoren wurden da-

bei als stark risikobegründend qualifiziert: eine tatsächliche oder vermeint-

liche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE (darunter fallen 

auch tatsächliche oder vermutete familiäre Verbindungen zu LTTE-Mitglie-

dern und Hilfeleistungen für die LTTE [a.a.O., E. 8.4.1]), die Teilnahme an 

exilpolitischen regimekritischen Handlungen sowie frühere Verhaftungen 

durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusammenhang mit 

einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE. Demgegen-

über würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangs-

weise respektive durch die International Organisation for Migration (IOM) 

begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegrün-

dende Faktoren darstellen. Im Urteil wird weiter ausgeführt, von den Rück-

kehrenden, die diese Risikofaktoren erfüllten, habe allerdings nur eine 

kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte 

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Seite 12 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten; und zwar jene Perso-

nen, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden bestrebt seien, den ta-

milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und deshalb eine Ge-

fahr für den sri-lankischen Einheitsstaat darstellten (a.a.O., E. 8.5.3). Mit 

Blick auf die dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkeh-

rer gefährdet, deren Namen in der am Flughafen in E._______ abrufbaren 

«Stop-List» vermerkt seien und deren Eintrag den Hinweis auf eine Verhaf-

tung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit 

einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. 

Entsprechendes gelte für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Aus-

land regimekritisch betätigt hätten (a.a.O., E. 8.5.5). 

6.2.2 Diesbezüglich ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin weder 

in Sri Lanka noch in der Schweiz politisch aktiv war respektive ist und ins-

besondere nie als Befürworterin des tamilischen Separatismus in Erschei-

nung getreten ist. Es bestehen auch keine Hinweise darauf, dass sie per-

sönlich Kontakte zu den LTTE oder zu tamilischen Exilorganisationen un-

terhalten hat oder aktuell pflegt. Sie macht zwar geltend, ihr Vater sowie 

ihre Tante seien Mitglieder der LTTE gewesen respektive hätten diese un-

terstützt, doch ist die Tante schon seit dem Jahr 1995 – mithin vor der Ge-

burt der Beschwerdeführerin – verstorben, und auch die angeblichen, der 

Beschwerdeführerin nicht näher bekannten Aktivitäten des Vaters sind 

lange her. Die Beschwerdeführerin geriet weder in der Vergangenheit noch 

vor ihrer Ausreise aus Sri Lanka je deswegen ins Visier der sri-lankischen 

Behörden (vgl. dazu bereits vorstehend E. 6.1.2). Das auf Beschwerde-

ebene nachgeschobene Vorbringen, der Vater habe nach der Geburt der 

Beschwerdeführerin aufgrund einer befürchteten Verfolgung wegen seiner 

Aktivitäten zugunsten der LTTE vorübergehend in Saudi-Arabien gelebt, 

und die Familie habe damals umziehen müssen (vgl. Beschwerde B. I. 

Bst. g), ist zu bezweifeln, da es der Aussage in der Anhörung widerspricht, 

wonach die Beschwerdeführerin von Geburt bis einen Monat vor der Aus-

reise immer an derselben Adresse in D._______ gelebt hat (vgl. A14 

F41 f.). Mangels anderweitiger diesbezüglicher Hinweise ist daher davon 

auszugehen, dass auch ihre Familienangehörigen keinen konkreten Ver-

folgungsmassnahmen aufgrund der angeblichen LTTE-Unterstützung des 

Vaters und der Tante ausgesetzt waren oder sind. Damit erscheint es un-

wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka deswegen ernsthafte Nachteile zu gewärtigen hätte. Aus Europa 

respektive der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asylsu-

chende sind ferner nicht per se einer ernstzunehmenden Gefahr ausge-

setzt, bei ihrer Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu 

D-5083/2018 

Seite 13 

erleiden, sondern nur dann, wenn die sri-lankischen Behörden das Verhal-

ten der zurückkehrenden Person mutmasslich als staatsfeindlich einstufen. 

Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin 

war in Sri Lanka nie inhaftiert oder gar angeklagt, hatte – abgesehen von 

den vorstehend erörterten, inoffiziellen Behelligungen durch Soldaten – 

keinerlei Probleme mit den heimatlichen Behörden, war wie bereits ausge-

führt nie politisch oder im LTTE-Umfeld tätig und ist legal aus Sri Lanka 

ausgereist. Es ist aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen, dass 

sie in Sri Lanka einschlägig registriert ist oder gar auf einer Fahndungsliste 

der heimatlichen Behörden steht und im Falle ihrer Rückkehr einer erhöh-

ten Verfolgungsgefahr unterliegt. Daher erscheint es selbst in Anbetracht 

der jüngeren Lageentwicklung in Sri Lanka insgesamt unwahrscheinlich, 

dass sie bei einer Rückkehr infolge ihres Aufenthalts in der Schweiz in asyl-

relevanter Weise gefährdet wäre. 

6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asyl-

gründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung beziehungsweise eine entsprechende Verfolgungsfurcht 

zu begründen. Die im vorliegenden Verfahren beigezogenen Akten des 

Bruders (F._______, N […]; vgl. D-5077/2018), dessen Beschwerde mit 

datumsgleichem Urteil abgewiesen wird, vermögen an dieser Einschät-

zung nichts zu ändern. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 

folgt, dass die Beschwerdeführerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG nach-

weisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht 

die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

Abs. 1 AsylG; BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

D-5083/2018 

Seite 14 

In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG).  

8.1.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.1.2 Das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot schützt nur Personen, 

welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich erhebliche Gefährdung nachzu-

weisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte 

Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An-

wendung finden. Eine Rückkehr in den Heimatstaat ist demnach unter dem 

Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.  

8.1.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr («real risk») nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kam-

mer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

D-5083/2018 

Seite 15 

Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, m.w.H.). Der EGMR hat zudem wiederholt 

festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, Rückkehrern drohe 

in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müsse eine Risi-

koeinschätzung im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. beispielsweise 

das EGMR-Urteil R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 

Nr. 10466/11, Ziff. 37). Die Einzelfallprüfung fällt mangels hinreichender 

Anhaltspunkte vorliegend negativ aus (vgl. vorstehend E. 6). Die vom 

EGMR genannten Faktoren sind im Wesentlichen durch die im Referenz-

urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 in 

den Erwägungen 8.4 und 8.5 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt. Vor-

liegend wurde bereits festgestellt, dass aufgrund der Aktenlage nicht davon 

auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr aus der 

Schweiz nach Sri Lanka die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden 

in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich ziehen wird. 

Demnach bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass ihr aus densel-

ben Gründen eine menschenrechtswidrige Behandlung im Heimatland dro-

hen würde. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den 

Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig 

erscheinen. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der jüngsten Ereignisse 

in Sri Lanka, namentlich der im November 2019 erfolgten Wahl von Gota-

baya Rajapaksa zum Präsidenten. 

8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.2.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Zurzeit herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. In den beiden Refe-

renzurteilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Ok-

tober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung 

der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei hat es festgestellt, dass der 

Wegweisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz 

unter Einschluss des Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorliegen von 

bestimmten individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz 

eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aus-

sicht auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden 

kann. An dieser Einschätzung vermögen die Gewaltvorfälle in Sri Lanka 

D-5083/2018 

Seite 16 

vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lankischen Regierung ver-

hängte und am 28. August 2019 aufgehobene Ausnahmezustand sowie die 

mit den Wahlen im November 2019 zusammenhängenden gewalttätigen 

Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. statt vieler Urteil des BVGer  

E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 

8.2.2 Das SEM hat demnach den Vollzug der Wegweisung der Beschwer-

deführerin an ihren Herkunftsort im Distrikt Jaffna, Nordprovinz, zu Recht 

als generell zumutbar erachtet.  

8.2.3 In Bezug auf die individuellen Zumutbarkeitskriterien ist für den vor-

liegenden Fall festzustellen, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um 

eine heute (…)-jährigen Frau ohne aktenkundige gesundheitliche Prob-

leme und mit guter Schulbildung (A-Level-Abschluss) handelt. Es ist ihr 

grundsätzlich zuzumuten, sich nach ihrer Rückkehr nach Sri Lanka eine 

wirtschaftliche Lebensgrundlage aufzubauen. Ihren Angaben zufolge leben 

mehrere Verwandte nach wie vor am Herkunftsort, darunter insbesondere 

ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder sowie zwei verheiratete Tanten. Die El-

tern verfügen über ein Eigenheim (vgl. A14 F55). Somit kann festgestellt 

werden, dass die Beschwerdeführerin an ihrem Herkunftsort über ein trag-

fähiges soziales Beziehungsnetz sowie eine gesicherte Wohnmöglichkeit 

verfügt. Die Beschwerde ihres älteren Bruders (F._______, N […]; vgl. D-

5077/2018) wird mit datumsgleichem Urteil ebenfalls abgewiesen. Es kann 

daher davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin mit ihm 

zusammen ins Heimatland zurückkehren kann. Insgesamt ist der Vollzug 

der Wegweisung auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten. 

8.3 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

8.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

D-5083/2018 

Seite 17 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.  

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch 

das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessfüh-

rung mit Verfügung vom 11. September 2018 gutgeheissen worden ist, 

werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

10.2 Mit derselben Verfügung wurde ferner auch das Gesuch um amtliche 

Verbeiständung gutgeheissen. Die Festsetzung des amtlichen Honorars 

erfolgt in Anwendung der Art. 8–11 sowie Art. 12 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). In Ermangelung einer Kosten-

note sind die notwendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen 

(Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Die am 19. September 2018 mandatierte 

Rechtsvertreterin hat den Akten zufolge lediglich am 26. September 2018 

ihre Mandatsübernahme mitgeteilt und eine Unterstützungsbestätigung be-

treffend die Beschwerdeführerin eingereicht. Anderweitige Aufwendungen 

oder Auslagen sind nicht aktenkundig. Angesichts dessen wird der amtli-

chen Rechtsbeiständin ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 150.– aus-

gerichtet (Art. 7 Abs. 4 VGKE). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5083/2018 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird zulasten der Gerichtskasse ein amt-

liches Honorar in der Höhe von Fr. 150.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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