# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b4485a2-1c7e-5bac-a4f0-e70f1302978b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 09.09.2025 SST.2025.96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-96_2025-09-09.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2025.96 
(ST.2024.59; STA.2024.1778) 

 

 

Urteil vom 9. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin 

Oberrichter Cotti 

Oberrichterin Möckli 

Gerichtsschreiber Hungerbühler 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1966, von Zürich, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dominik Brändli,  

[…] 

  

 
 

Gegenstand  Verletzung des Amtsgeheimnisses 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1.      

Am 30. Juli 2024 erhob die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg ge-

gen den Beschuldigten Anklage wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses 

(Art. 320 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) und verlangte seine Verurteilung zu einer 

bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 260.00, Probezeit 3 Jahre, 

und einer Busse von Fr. 2'600.00, ersatzweise 10 Tage Freiheitsstrafe.  

 

Dem Beschuldigten wird folgender Sachverhalt vorgeworfen:  

 

Am Donnerstag, 4. April 2024 um 19.02 Uhr erhielt die Kantonspolizei Aar-
gau via Kantonspolizei Zürich Kenntnis über eine Bedrohungslage, worauf 
das Journal 159-04.04.2024 eröffnet und unter der Rubrik "Meldung" fol-
gendes erfasst wurde: "[…] Hier spricht der islamische Staat. Wir kündigen 
Anschlag auf […] in Wohlen an. Jeder wird getötet." Um 19.22 Uhr wurde 
im Polizeijournal ein Eintrag mit folgendem Text getätigt: "[…] Hier spricht 
der Islamische Staat, hiermit kündigen wir einen Dschihad auf […] in Woh-
len an, jeder wird getötet, ihr Ungläubigen werdet sterben in einer Stunde. 
[…]" Diese Meldung löste einen grösseren Polizeieinsatz in Wohlen aus.  
 
Der Beschuldigte als Angehöriger der Regionalpolizei […] war an diesem 
Polizeieinsatz nicht beteiligt und hielt sich zu diesem Zeitpunkt an seinem 
Wohnort in  Q._____, R-Strasse, auf. Er griff dort via Geschäftslaptop auf 
das Polizeijournal 159-04.04.2024 zu. Um 19.17 Uhr generierte er vom 
Polizeijournal zudem eine PDF-Version. 
 
Der Beschuldigte begab sich ins Wohnzimmer zu seiner Lebenspartnerin 
B._____ und fragte sie, wo sich ihre Tochter C._____ aufhalte, da er 
wusste, dass sie häufig in Wohlen ist. Seine Lebenspartnerin B._____ 
meinte, dass ihre Tochter entweder am Arbeiten in Wohlen oder im […] in 
Wohlen sei. 
 
Der Beschuldigte forderte seine Lebenspartnerin B._____ auf, ihre Tochter 
C._____ anzurufen und zu schauen, dass sie nach Hause komme. Er 
sagte seiner Lebenspartnerin B._____ zwischen 19.02 Uhr und ca. 19.16 
Uhr, dass es eine Drohung gegeben habe und etwas passieren könnte. Er 
erzählte ihr, dass gegen 20.00 Uhr in der Umgebung Wohlen etwas pas-
sieren könnte und erwähnte einen Anschlag oder eine Schiesserei und den 
Islamischen Staat (IS).  
 
Die Lebenspartnerin B._____ telefonierte um 19.16 Uhr ihrer Tochter 
C._____, welche sich im […] in Wohlen aufhielt. Diese informierte ihre 
Tanzgruppe und die Tanzleiterin D._____, die wiederum die Inhaberin des 
[…], E._____, mittels Sprachnachricht orientierte. Darin erwähnte sie u.a. 
dass der Stiefvater von C._____, der Polizist sei, eine Meldung in Wohlen 
erhalten habe, es um eine Bedrohung gehe und es um 20.00 Uhr eine 
Schiesserei der IS geben werde. Dies führte schliesslich dazu, dass sich 
E._____ um 19.57 Uhr bei der Kantonalen Notrufzentrale meldete und das 
Polizeijournal 182-04.04.2024 eröffnet wurde.  
 
Der Beschuldigte hat wissentlich und willentlich geheime Kenntnisse aus 
dem Polizeijournal 159-04.04.2024, die er in seiner dienstlichen Stellung 

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als Angehöriger der Regionalpolizei […] erlangt hat, und die dem Amtsge-
heimnis unterstehen, unbefugt seiner Lebenspartnerin B._____ offenbart. 

 

2. 

2.1. 

Das Präsidium des Bezirksgerichts Bremgarten sprach den Beschuldigten 

mit Urteil vom 20. November 2024 unter Kostenfolgen der Verletzung des 

Amtsgeheimnisses schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geld-

strafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 260.00, Probezeit 3 Jahre, sowie einer 

Busse von Fr. 2'600.00, ersatzweise 10 Tage Freiheitsstrafe.  

 

2.2. 

Nach Zustellung des Urteilsdispositivs am 29. November 2024 meldete der 

Beschuldigte mit Eingabe vom 2. Dezember 2024 die Berufung an. Das 

schriftlich begründete Urteil wurde ihm in der Folge am 26. März 2025 er-

öffnet.  

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 11. April 2025 beantragte der Beschuldigte ei-

nen Freispruch, die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien auf die 

Staatskasse zu nehmen und ihm sei für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung für seine anwaltlichen Aufwände von Fr. 4'413.70 auszu-

richten. Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens seien auf die Staats-

kasse zu nehmen und ihm sei für dieses Verfahren eine noch festzuset-

zende Entschädigung zuzusprechen.  

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 15. April 2025 auf das 

Stellen eines Nichteintretensantrags und auf die Erhebung einer An-

schlussberufung.  

 

3.3.  

Im Einverständnis der Parteien wurde mit Verfügung vom 7. Mai 2025 das 

schriftliche Verfahren angeordnet.  

 

3.4.  

Mit am 7. Juli 2025 erstatteter Berufungsbegründung hielt der Beschuldigte 

an seinen eingangs gestellten Anträgen fest.  

 

3.5.  

Die Staatsanwaltschaft beantragte – unter Verweis auf das vorinstanzliche 

Urteil – mit Berufungsantwort vom 10. Juli 2025 die kostenfällige Abwei-

sung der Berufung.  

 - 4 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1.      

Der Beschuldigte beanstandet den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen 

Verletzung des Amtsgeheimnisses und verlangt einen Freispruch, womit 

das vorinstanzliche Urteil vollständig angefochten und zu prüfen ist 

(Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

2. 

2.1. 

In sachverhaltlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Beschuldigte, der im 

Tatzeitpunkt bei der Regionalpolizei […] angestellt war, über seinen Ge-

schäftslaptop und das damit abrufbare Polizeijournal Kenntnis von einer 

Bedrohungslage in Wohlen erhielt. Daraufhin erkundigte er sich bei seiner 

Lebenspartnerin (B._____) über den Aufenthaltsort von deren Tochter 

(C._____), verbunden mit der Aufforderung, B._____ solle die Tochter an-

rufen und schauen, dass diese nach Hause komme. Der Beschuldigte 

räumte ein, dass er B._____ dabei von einer Drohung für Wohlen um 20.00 

Uhr erzählt hatte.   

 

2.2. 

Die Vorinstanz kam in Würdigung der Beweise zum Schluss, dass nicht 

nachgewiesen sei, dass der Beschuldigte den genauen Ort in Wohlen  

[…] an seine Lebenspartnerin weitergegeben habe. Sie erachtete jedoch 

(insbesondere aufgrund der Sprachnachricht von D._____ [Tanzlehrerin 

der Tochter] an E._____ [Inhaberin des Tanzlokals]) als ausgewiesen, dass 

der Beschuldigte gegenüber seiner Lebenspartnerin auch den Islamischen 

Staat erwähnt habe (vorinstanzliches Urteil E. 7 S. 7).  

 

Der Beschuldigte stellt – wie bereits ausgeführt – nicht in Abrede, dass er 

seine Lebenspartnerin mit dem Hinweis, sie solle der Tochter sagen, diese 

solle nach Hause kommen, über eine Drohung im Raum Wohlen um 

20.00 Uhr informiert hat. Er habe jedoch weder den konkreten Ort […] noch 

einen Anschlag oder eine Schiesserei durch den Islamischen Staat (IS) er-

wähnt (Berufungsbegründung S. 4-8).  

 

2.3. 

2.3.1. 

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten (act. 39 ff., 92 ff.), von 

C._____ (act. 55 ff.) und die eingereichte Stellungnahme von B._____ (act. 

45 f.) korrekt zusammengefasst. Darauf wird verwiesen (vorinstanzliches 

Urteil E. 4.1, 4.2, 4.3, 6 S. 5 ff.). Sie hat ebenfalls korrekt den Inhalt der bei 

der Kantonspolizei Zürich eingegangenen Drohung bzw. den diesbezügli-

chen Eintrag im Polizeijournal vom 4. April 2024, 19.02 Uhr, zusammenge-

fasst. Konkret lautete die Meldung im Polizeijournal "Tonbandansage, 

Stimme verzerrt, Anrufernummer […]. Anrufeingang um 1858 Uhr., Hier 

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spricht der islamische Staat. Wir kündigen Anschlag auf […] in Wohlen an. 

Jeder wird getötet." (act. 33). 

 

2.3.2. 

Gemäss Sprachnachricht von D._____ an E._____ habe C._____ um Vier-

tel nach sieben einen Anruf von ihrer Mutter bekommen. Ihr Stiefvater sei 

Polizist und habe eine Meldung bekommen, um 20.00 Uhr gebe es eine 

Bedrohung, es gebe eine Schiesserei vom IS (act. 54). Der Inhalt der 

Sprachnachricht von D._____ stimmt mit den im Polizeijournal wiederge-

gebenen Informationen insofern überein, dass eine Bedrohung bevorstehe, 

und zwar um 20.00 Uhr im Raum Wohlen, durch den IS. 

 

2.3.3. 

Entgegen der Schlussfolgerung der Vorinstanz ist aber gestützt darauf 

nicht erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber seiner Lebenspartnerin, 

B._____, den IS erwähnt hat. So stammte die Sprachnachricht, wie er-

wähnt, eben gerade nicht von der Tochter von B._____. Die Tochter 

(C._____) sagte vielmehr als Zeugin aus, ihre Mutter sei panisch gewesen 

und habe auf ihre Nachfrage hin, weshalb sie heimkommen müsse, über 

die Art der Drohung am Telefon wild spekuliert, wobei sie auch von einer 

möglichen Schiesserei gesprochen, aber nichts vom IS gesagt habe. Das 

Wort IS sei erstmals erwähnt worden, als sie (C._____) mit D._____ über 

die mögliche Art der Bedrohung geredet habe. In diesem Gespräch habe 

man auch diskutiert, ob es eine Drohung sei, die mit einer Bombe zusam-

menhängen könne. D._____ habe dann den IS ins Spiel gebracht 

(act. 57 f.). Die Lebenspartnerin des Beschuldigten hielt in ihrer "Stellung-

nahme" vom 23. April 2024 (act. 45) fest, dass sie gestützt auf den Hinweis 

des Beschuldigten ihre Tochter darüber informiert habe, dass etwas in 

Wohlen passieren werde und dass sie nach Hause kommen solle. Sie sei 

verzweifelt gewesen und habe am ganzen Körper gezittert; sie habe zur 

Tochter gesagt, dass "es alles sein" könne, "Schiesserei, Einbruch, Über-

fall" (act. 45 f.). 

 

2.3.4. 

Die Unbestimmtheit der Information, welche der Beschuldigte weitergege-

ben haben will, in Kombination mit der Tatsache, dass diese Information 

Angst schürte, bildete durchaus einen geeigneten Nährboden für wilde 

Spekulationen und damit für eine Anreicherung von Informationen in der 

Kommunikationskette. Der Beschuldigte erwähnte gemäss eigenen Anga-

ben gegenüber seiner Lebenspartnerin lediglich eine Bedrohung im Raum 

Wohlen, um 20.00 Uhr (act. 94 ff.). Eine Schiesserei oder den IS habe er 

nie erwähnt (act. 95). Seine Lebenspartnerin hielt alsdann gegenüber ihrer 

Tochter spekulierend fest, es könnte sich um eine Schiesserei handeln. Auf 

der Suche nach eigenen Erklärungen, weshalb es in Wohlen zu einer Dro-

hung kommen könnte, brachte gemäss Aussagen von C._____ D._____ 

im Gespräch mit ihr den IS ins Spiel. Insgesamt erscheint es ohne Weiteres 

 - 6 - 

 

 

möglich und ist nachvollziehbar, dass im Hinblick auf eine unbestimmte Be-

drohungssituation an eine Schiesserei und (auch) an den IS gedacht wird. 

Dass D._____ in ihrer Sprachnachricht an ihre Chefin schliesslich Fakten 

und Interpretationen vermischte, ist denkbar. Ob der Beschuldigte gegen-

über seiner Lebenspartnerin auch von einer Schiesserei sprach oder ob 

diese aufgrund der allgemeineren Informationen, es gebe einen Anschlag / 

es könnte Tote geben, auf eine Schiesserei schloss, und ob der Beschul-

digte ihr gegenüber den IS erwähnt hat oder ob dieser Begriff nicht erst 

später im Gespräch zwischen C._____ und D._____ auftauchte, kann des-

halb nicht abschliessend festgestellt werden. 

 

Sachverhaltlich erstellt ist damit einzig, dass der Beschuldigte gegenüber 

seiner Lebenspartnerin von einer Bedrohung in der Umgebung Wohlen um 

20.00 Uhr sprach. 

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als Verletzung 

des Amtsgeheimnisses (vorinstanzliches Urteil E. 2.1 S. 8 f.), wobei sie, 

wie noch zu zeigen ist, zu Recht festhielt, dass der objektive Tatbestand 

auch erfüllt ist, wenn der Beschuldigte den IS nicht erwähnt hätte. 

 

Der Beschuldigte ist demgegenüber der Ansicht, der Schutzbereich von 

Art. 320 StGB sei durch die weitergegebene Information, die unspezifisch 

gewesen sei, nicht tangiert. Dadurch sei der ungestörte Gang der Verwal-

tung nicht tangiert worden, zumal bereits kurz nach dem Eintreffen der ers-

ten Patrouille der Polizei Meldungen auf Social Media erschienen seien 

(Berufungsbegründung S. 8 f.). Selbst wenn der Schutzbereich von Art. 320 

StGB betroffen wäre, sei das Verhalten des Beschuldigten nicht strafbar. 

Er habe keine Informationen preisgegeben, als hiernach und vor allem un-

mittelbar (etwa bei Tele M1) preisgegeben worden seien (Berufungsbe-

gründung S. 10 f.).  

 

3.2. 

Gemäss Art. 320 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich der Verletzung des Amts-

geheimnisses schuldig, wer ein Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Ei-

genschaft als Mitglied einer Behörde oder als Beamter (echtes Sonderde-

likt) anvertraut worden ist oder das er in seiner amtlichen oder dienstlichen 

Stellung wahrgenommen hat. Geheimnisse sind Tatsachen, die nur einem 

begrenzten Personenkreis bekannt sind, die der Geheimnisherr geheim 

halten will und an deren Geheimhaltung er ein berechtigtes Interesse hat. 

Der Tatbestand geht von einem materiellen Geheimnisbegriff aus. Es ist 

daher nicht wesentlich, ob die betreffende Tatsache von der zuständigen 

Behörde als geheim erklärt worden ist. Entscheidend ist allein, dass es sich 

um eine Tatsache handelt, die weder offenkundig noch allgemein zugäng-

lich ist und bezüglich derer der Geheimnisherr nicht nur ein berechtigtes 

 - 7 - 

 

 

Interesse, sondern auch den ausdrücklich oder stillschweigend bekundeten 

Willen zur Geheimhaltung hat. In der Regel sind tatsächliche Informationen 

aus hängigen Verfahren (namentlich Strafverfahren) geheim, unabhängig 

davon, ob sie zunächst auf Mutmassungen beruhen, inhaltlich wahr sind 

oder sich nachträglich als unrichtig erweisen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_994/2024 vom 30. April 2025 E. 2 mit Hinweis auf BGE 116 IV 56 

E. II.1a). Ein Geheimnis offenbart, wer es einer dazu nicht ermächtigten 

Drittperson zur Kenntnis bringt oder dieser die Kenntnisnahme zumindest 

ermöglicht. Art. 320 StGB schützt das Interesse der Allgemeinheit an der 

zur ungehinderten Erfüllung der staatlichen Aufgaben unabdingbaren Ver-

schwiegenheit der Behördenmitglieder und Beamten. Der Tatbestand be-

zweckt damit in erster Linie die Wahrung öffentlicher Interessen, nament-

lich das reibungslose Funktionieren der Verwaltung und der Rechtspflege 

(BGE 142 IV 65 E. 5.1). Die Erfüllung des Tatbestands erfordert Vorsatz; 

Eventualvorsatz genügt (Urteile des Bundesgerichts 6B_994/2024 vom 

30. April 2025 E. 2; 7B_90/2023 vom 6. November 2024 E. 2.4.1).  

 

3.3. 

Der Beschuldigte ist Polizist und im Sinne von Art. 110 Abs. 3 StGB als 

Beamter zu qualifizieren.  

 

Informationen über eine Bedrohung im Polizeijournal sind als polizeiliche 

Daten (§ 50 PolG i.V.m. § 44 Abs. 1 lit. b PolV und § 55 PolV) grundsätzlich 

als geheim einzustufen. Eine Bekanntgabe von polizeilichen Daten an 

Dritte ist nämlich nur zulässig, soweit dies der Erfüllung der polizeilichen 

Aufgabe dient (vgl. § 51 Abs. 3 PolG). Der Beschuldigte hatte aus dieser 

Quelle seine Information; mithin hat er sie nicht als Privatperson erfahren. 

Der Beschuldigte erzählte zudem seiner Lebenspartnerin von der einge-

gangenen Bedrohung betreffend Wohlen um 20.00 Uhr bereits kurz nach 

der Aufnahme dieser Meldung im Polizeijournal um 19.02 Uhr. C._____ 

gab dazu bei ihrer Einvernahme am 7. Juni 2024 unter Hinweis auf einen 

Auszug über den Telefonverbindungsnachweis der Swisscom an, dass sie 

diesbezüglich um 19.16 Uhr von ihrer Mutter angerufen worden sei (act. 56 

Ziff. 9 f.). Alsdann waren die vom Beschuldigten an seine Lebenspartnerin 

weitergegebenen Informationen weder offenkundig noch allgemein be-

kannt. Das ist aus den detaillierten Angaben im Polizeijournal über den Ab-

lauf des Polizeieinsatzes zu schliessen (act. 35, vgl. auch act. 33). Auf die 

Frage des Präsidenten des Bezirksgerichts Bremgarten am 20. November 

2024, wie man von der Drohung in Wohlen anders als durch das Journal 

hätte wissen können, antwortete der Beschuldigte denn auch, zu diesem 

Zeitpunkt vermutlich nicht, relativ bald sei (aber) etwas in den Medien, vor 

allem den sozialen Medien gekommen (act. 95). Letzteres vermag den Be-

schuldigten nicht zu entlasten. Denn selbst wenn ein Polizeieinsatz wahr-

nehmbar ist – was bei der Mitteilung des Beschuldigten an seine Lebens-

partnerin auch noch nicht der Fall war –, ist dies mit den vom Beschuldigten 

weitergegebenen Informationen über den Einsatzgrund nicht vergleichbar. 

 - 8 - 

 

 

An den vom Beschuldigten an seine Lebenspartnerin weitergegebenen In-

formationen hat die Polizei (als Geheimnisherrin) zudem auch ein berech-

tigtes Interesse. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, besteht aufgrund 

der durch den Beschuldigten bekannt gegebenen Informationen die Ge-

fahr, dass der Polizeieinsatz und/oder die polizeilichen Ermittlungen behin-

dert werden könnten. Zu denken ist u.a. an unnötige Bindung von polizeili-

chen Ressourcen durch Schaulustige oder durch Panik in der Bevölkerung 

bei gleichzeitigem Grossereignis. Es kann als Beispiel für die unnötige po-

lizeiliche Ressourcenbindung darauf hingewiesen werden, dass sich die 

durch die Sprachnachricht verunsicherte E._____ nachvollziehbarerweise 

um 19.57 Uhr bei der Kantonspolizei meldete, um die von C._____ verbrei-

teten Informationen zu verifizieren (act. 37). 

 

Nach dem Gesagten sind die Informationen im Polizeijournal vom 4. April 

2024 (mit dem Inhalt: Anschlag, Wohlen, 20.00 Uhr) somit als geheim ein-

zustufen und unterliegen dem Amtsgeheimnis (vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 E. 4.4.1: zur Qualifizierung 

von polizeiinternen Datenbankinformationen). Der Beschuldigte gab diese 

Informationen, die er dem Polizeijournal entnommen hatte, an seine 

Lebenspartnerin zur Warnung der Stieftochter weiter, womit er ein Amtsge-

heimnis einer nicht ermächtigten Drittperson offenbart hat.  

 

3.4. 

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich (vgl. auch vorinstanzliches Urteil, 

E. 2.2 S. 9). Ihm als erfahrener Polizist (vgl. act. 98) muss die Einstufung 

der Journalmeldungen als grundsätzlich geheim bekannt gewesen sein. In 

diesem Sinne räumte er bei der vorinstanzlichen Hauptverhandlung auch 

ein, ihm sei bewusst gewesen, dass er eigentlich nichts hätte sagen dürfen 

(act. 97: „[…] Die Partnerin wusste auch, das [s]ich eigentlich nichts sagen 

darf.“). Ferner wusste er, dass die Verletzung des Amtsgeheimnisses Panik 

auslösen und das Intervenieren der Polizei beeinträchtigen konnte und 

nahm dies zumindest in Kauf (act. 97).  

 

Der objektive und subjektive Tatbestand der Verletzung des Amtsgeheim-

nisses ist erfüllt.  

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz verneinte das Vorliegen eines Rechtfertigungsgrunds (Not-

stand). Sie begründet dies im Wesentlichen damit, die Tochter habe sich in 

keiner unmittelbaren Gefahr befunden, da sie sich an einem anderen Ort 

aufgehalten habe und der Beschuldigte habe sich nicht darum gekümmert, 

abzuklären, wo sich die Tochter befunden habe, bevor er Geheimnisse of-

fenbart habe (vorinstanzliches Urteil E. 3 S. 9 f.).  

 

 - 9 - 

 

 

4.2. 

Nach Art. 17 StGB handelt rechtmässig, wer eine mit Strafe bedrohte Tat 

begeht, um ein eigenes oder das Rechtsgut einer anderen Person aus ei-

ner unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu retten, wenn er 

dadurch höherwertige Interessen wahrt (rechtfertigender Notstand). Wer 

eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um sich oder eine andere Person aus 

einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leib, Leben, 

Freiheit, Ehre, Vermögen oder andere hochwertige Güter zu retten, wird 

milder bestraft, wenn ihm zuzumuten war, das gefährdete Gut preiszuge-

ben (entschuldbarer Notstand; Art. 18 Abs. 1 StGB). War dem Täter nicht 

zuzumuten, das gefährdete Gut preiszugeben, so handelt er nicht schuld-

haft (Abs. 2). Sowohl der rechtfertigende wie auch der entschuldbare Not-

stand setzen voraus, dass die Gefahr nicht anders abwendbar war (BGE 

146 IV 297 E. 2.2.1). Die Notstandshandlung steht somit unter der Voraus-

setzung absoluter Subsidiarität (BGE 147 IV 297 E. 2.1; 146 IV 297 

E. 2.2.1; Urteile 6B_1471/2021 vom 9. März 2023 E. 3.2; 6B_882/2021 vom 

12. November 2021 E. 4.3.4; 6B_200/2018 vom 8. August 2018 E. 3.3). 

 

4.3. 

Der Beschuldigte vermutete bei Sichtung der Polizeijournalmeldung, dass 

die Stieftochter C._____ in Wohlen sein könnte (vgl. Einvernahmen des 

Beschuldigten vom 15. Mai 2024 [act. 40 f. Ziff. 10] und 20. November 2024 

[act. 94]). Es kann somit grundsätzlich nachvollzogen werden, dass er sich 

angesichts der eingegangenen Drohung Sorgen um C._____ machte und 

wollte, dass sie heimkommt. Er hat alsdann jedoch nicht versucht, C._____ 

selbst zu informieren und zu prüfen, ob sie sich tatsächlich in Wohlen in der 

Nähe des möglichen Tatorts befindet (act. 41 Ziff. 11), sondern hat unnöti-

gerweise seine – gemäss seinen Aussagen psychisch angeschlagene (act. 

42 Ziff. 21, 94 unten) – Lebenspartnerin B._____ über die dem Amtsge-

heimnis unterliegende mögliche Bedrohung für Wohlen um 20.00 Uhr infor-

miert. Damit hat er ohne Notwendigkeit B._____ über ein Amtsgeheimnis 

informiert und den Grundsatz der absoluten Subsidiarität einer Notstands-

handlung verletzt. Hätte der Beschuldigte sich bei C._____ persönlich nach 

ihrem Aufenthaltsort erkundigt, hätte er festgestellt, dass diese zwar in 

Wohlen ist, aber rund 2 Kilometer vom möglichen Tatort entfernt (act. 105 

Rz. 12). Er hätte nach Vergewisserung ihres Aufenthaltsorts somit keinen 

Anlass gehabt, C._____ Informationen, die dem Amtsgeheimnis unterlie-

gen, zu offenbaren. Entsprechend wurde E._____ am 4. April 2024 von der 

Polizei auch gesagt, dass kein Grund bestehe, das Tanzlokal zu verlassen 

(act. 37), was auch dem Beschuldigten bewusst gewesen wäre. Er meinte 

bei seiner Befragung am 20. November 2024 nämlich, er habe gewusst, 

dass im Tanzlokal kaum etwas sei (act. 95) und es sei ein Fehler gewesen, 

dass er seiner Lebenspartnerin nicht gesagt habe, C._____ könne im Tanz-

lokal bleiben (act. 97 unten). Der Beschuldigte beruft sich im Berufungsver-

fahren denn auch nicht mehr auf einen Rechtfertigungsgrund für die Ver-

letzung des Amtsgeheimnisses (vgl. Berufungsbegründung). 

 - 10 - 

 

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte nicht auf 

einen Notstand berufen kann. Er ist somit der Verletzung des Amtsgeheim-

nisses schuldig zu sprechen.  

 

5. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 

40 Tagessätzen à Fr. 260.00 mit einer Probezeit von 3 Jahren und einer 

Busse von Fr. 2'600.00, ersatzweise 10 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. Die 

Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Strafzumessung erweisen sich 

als sachlich zutreffend. Es kann darauf verwiesen werden (vgl. vorinstanz-

liches Urteil S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal der Beschuldigte die 

Strafzumessung im Berufungsverfahren nicht beanstandet (vgl. Berufungs-

begründung) und auch keine wesentliche Veränderung seiner finanziellen 

Verhältnisse ersichtlich ist.  

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist ab-

zuweisen. Ausgangsgemäss sind ihm die obergerichtlichen Verfahrenskos-

ten (§ 15 GebührD) zzgl. Auslagen aufzuerlegen. 

 

6.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 

E. 4.1; 137 IV 352 E. 2.4.2). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine 

Parteikosten selbst zu tragen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 

StPO e contrario). 

 

7. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs.1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Der Kostenentscheid präju-

diziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 137 IV 352 

E. 2.4.2). 

 

Da es bei einer Verurteilung des Beschuldigten bleibt, drängt sich an den 

erstinstanzlich verlegten Kosten- und Entschädigungsfolgen keine Ände-

rung auf.  

 - 11 - 

 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist der Verletzung des Amtsgeheimnisses gemäss 

Art. 320 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 320 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie in 

Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, 

Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 260.00, d.h. 

Fr. 10'400.00, Probezeit 3 Jahre, und einer Busse von Fr. 2'600.00, ersatz-

weise 10 Tage Freiheitsstrafe,  

 

verurteilt.  

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 2'500.00 und den Auslagen von Fr. 100.00, gesamthaft 

Fr. 2'600.00, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

3.2. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'174.00 (inkl. Anklagege-

bühr) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

3.3. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten für das erstinstanzliche und ober-

gerichtliche Verfahren selbst zu tragen. 

 

 

 Zustellung an: 

[…]  

 - 12 - 

 

 

   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgescho-

ben. Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahre angesetzt. 

Hat sich er Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene 

Strafe nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht 

zu bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während 

der Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er 

weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe 

(Art. 46 Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerd-

elegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 9. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Plüss     Hungerbühler