# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dc0d225-856d-58a3-9a6f-86d6d8a21afe
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.02.2025 SB230588
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230588_2025-02-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230588-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. C. Maira 

und Oberrichter lic. iur. B. Amacker sowie Gerichtsschreiber 

MLaw F. Herren

Urteil vom 3. Februar 2025

in Sachen

A._____, 
Beschuldigte und I. Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____, 
Privatkläger und II. Berufungskläger (Rückzug) sowie Anschlussberufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____, 

betreffend mehrfache einfache Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 23. Juni 2023 (GG230041)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 22. Februar 

2023 (Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 66 S. 41 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Das Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziff. 3 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 

Abs. 1 StGB vom 9. Dezember 2019 wird eingestellt.

2. Die Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 und 6 StGB, sowie

 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

3. Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der Tätlichkeiten im Sinne 

von Art. 126 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte freigesprochen.

4. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 70.–.

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

6. Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 

5 Abs. 1 lit. b des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) 

wird mit dem Vollzug beauftragt und die Beschuldigte verpflichtet, innert 30 Tagen ab Ein-

tritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut Zürich, Polizei- & Justizzentrum 

PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die 

DNA-Profilerstellung zu erscheinen. Kommt sie dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht 

nach, wird die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, sie - auf entsprechende Mitteilung des 

Forensischen Instituts Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. Die Beschuldigte wird auf 

Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

7. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 200.– als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

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8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

zu 50% auferlegt und zu 50% auf die Staatskasse genommen.

10. Der Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 8'770.– (inkl. MwSt.) 

für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

11. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine 

Prozessentschädigung von Fr. 1'223.15 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5 f.)

a) Der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 69 S. 2; Urk. 87 S. 1):

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 23. Juni 2023 sei betreffend die 

Dispositiv-Ziff. 2, Ziff. 4 bis 7 sowie Ziff. 9 bis 11 aufzuheben.

2. In Bezug auf den Tatvorwurf gemäss Anklage Ziff. 1 (einfache Körperverlet-

zung im Mai 2019) und Ziff. 2 (einfache Körperverletzung vom 19. August 

2019) sei das Verfahren einzustellen, eventualiter sowie in Bezug auf den Tat-

vorwurf der Nötigung sei die Beschuldigte freizusprechen.

3. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens und des Berufungsverfahrens 

seien auf die Staatskasse zu nehmen und die Beschuldigte sei zu entschädi-

gen (zzgl. MWST).

4. Die Zivilforderung des Privatklägers sei abzuweisen, eventualiter sei er mit 

seiner Zivilforderung auf den Zivilweg zu verweisen.

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b) Der Staatsanwaltschaft:

Keine Anträge.

c) Der Privatklägerschaft (Urk. 75 S. 2; Urk. 90 S. 1):

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 23. Juni 2023, Geschäfts-Nr. GG230041, 

vollumfänglich zu bestätigen.

3. Eventualiter sei die Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger 

CHF 500.00 als Genugtuung zu bezahlen.

4. Es sei die Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger eine Entschädigung 

in der Höhe von CHF 1'223.15 für das erstinstanzliche Verfahren sowie eine 

Entschädigung gemäss beigelegter Honorarnote (in der Höhe von 

CHF 7'270.90) für das zweitinstanzliche Verfahren für die anwaltliche Vertre-

tung zu bezahlen.

5. Die heute gestellten Beweisanträge seien vollumfänglich abzuweisen.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Mit vorstehend im Dispositiv wiedergegebenem Urteil des Bezirksgerichtes 

Zürich vom 23. Juni 2023 wurde die Beschuldigte der mehrfachen einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 4 und 6 StGB, sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Von den Vorwürfen der Drohung 

und der Tätlichkeiten wurde sie freigesprochen, das Verfahren betreffend 

Beschimpfung wurde eingestellt. Dafür wurde sie mit einer Geldstrafe von 

100 Tagessätzen zu Fr. 70.00 bestraft, wobei der Vollzug der Strafe unter An-

setzung einer 2-jährigen Probezeit bedingt aufgeschoben wurde (Urk. 66 S. 41 ff.). 

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Gegen dieses Urteil meldeten der Privatkläger mit Eingabe vom 4. Juli 2023 und 

die Beschuldigte mit Eingabe vom 10. Juli 2023 je rechtzeitig Berufung an (Urk. 59, 

60). Nach Erhalt des begründeten Urteils zog der Privatkläger mit Eingabe vom 

29. November 2023 die Berufung zurück (Urk. 68). Die Verteidigung reichte am 

7. Dezember 2023 innert Frist die Berufungserklärung ein und stellte Beweisan-

träge (Urk. 69). 

2. Mit Präsidialverfügung vom 11. Dezember 2023 wurde dem Privatkläger 

sowie der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung der Beschuldigten zugestellt 

und Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt 

(Urk. 71). Mit Eingaben vom 3. Januar 2024 liess der Privatkläger einerseits 

Anschlussberufung erklären und beantragte andererseits die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeistand-

schaft (Urk. 73, 75). Mit Eingabe vom 4. Januar 2024 nahm der Privatkläger 

Stellung zu den Beweisanträgen (Urk. 76). Mit Verfügung vom 15. Januar 2024 

wurden die Beweisanträge abgewiesen und die unentgeltliche Rechtsbeistand-

schaft bewilligt (Urk. 77). 

3. Am 16. Oktober 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 3. Februar 

2025 vorgeladen (Urk. 81). An der Berufungsverhandlung nahmen die Beschuldigte 

in Begleitung ihres Verteidigers MLaw X._____ sowie der Privatkläger in Begleitung 

seiner Rechtsbeiständin MLaw Y._____ teil (Prot. II S. 5). Das Verfahren ist spruch-

reif.

II. Prozessuales

1. Die Berufungserklärung der Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanz-

lichen Dispositivziffern 2 (Schuldspruch), 4 & 5 (Sanktion), 6 (Abnahme DNA 

Probe), 7 (Genugtuung), 9 (Kostenauflage) sowie 10 und 11 (Entschädigungen) 

(Urk. 69). Mit seiner Anschlussberufung beantragt der Privatkläger die vollumfäng-

liche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, eventualiter die Zusprechung einer 

höheren Genugtuung (Urk. 75 S. 2; Urk. 90 S. 1). Die Anschlussberufung des 

Privatklägers richtet sich somit einzig gegen Dispositivziffer 7 (Genugtuung). 

Gemäss Art. 402 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang 

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der Anfechtung gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft nur die angefochtenen 

Punkte des erstinstanzlichen Entscheids (Art. 404 Abs. 1 StPO). Nachdem vorlie-

gend die Dispositivziffern 1 (Einstellung), 3 (Freisprüche) und 8 (Kostenfest-

setzung) unangefochten blieben, ist vorab mittels Beschlusses festzustellen, dass 

das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Per 1. Januar 2024 ist die revidierte StPO in Kraft getreten. Gemäss Art. 448 

Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 

nach neuem Recht fortgeführt, soweit die nachfolgenden Bestimmungen nichts 

anderes vorsehen. Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes 

angeordnet oder durchgeführt worden sind, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 

StPO). Ist ein Entscheid vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt worden, so 

werden Rechtsmittel dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen 

Behörden, beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Das Verfahren richtet sich folglich nach 

bisherigem Recht.

3. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten delinquentes Verhalten in der 

Zeit von 2019 bis 2020 vor (Urk. 25). Zwischenzeitlich hat das StGB relevante Teil-

revisionen erfahren. So trat per 1. Juli 2023 das Bundesgesetz vom 17. Dezember 

2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen in Kraft. Unter anderem wurde der 

Tatbestand der einfachen Körperverletzung verschärft. Die revidierten Bestimmun-

gen des Strafgesetzbuches kommen auch bei Straftaten zur Anwendung, die vor 

ihrem Inkrafttreten begangen wurden, aber erst nachher beurteilt werden, sofern 

das neue Recht das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB), was vorliegend nicht der Fall 

ist. Es gilt somit durchwegs das alte, mildere Recht. 

4.1. Die Verteidigung bringt mit Bezug auf den Anklagesachverhalt gemäss 

Ziffer 1 vor, dass die Staatsanwaltschaft keine Strafverfolgungshoheit innehabe, da 

kein Auslieferungsdelikt vorliege (Urk. 46 S. 3). Die Vorinstanz hat die schweizeri-

sche Zuständigkeit für die einfache Körperverletzung, welche sich im Mai 2019 in 

Spanien ereignet haben soll, in Anwendung von Art. 7 Abs. 1 StGB und Art. 35 

Abs. 1 lit. a IRSG i.V.m. Art. 147 Spanisches StGB bejaht (Urk. 66 S. 6). Nach Art. 7 

Abs. 1 StGB ist, wer im Ausland ein Verbrechen oder Vergehen begeht, ohne dass 

die Voraussetzungen von Art. 4, 5 oder 6 StGB erfüllt sind, dem schweizerischen 

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Strafgesetzbuch unter anderem dann unterworfen, wenn die Tat auch am Bege-

hungsort strafbar ist (lit. a), der Täter sich in der Schweiz befindet (lit. b) und nach 

schweizerischem Recht die Tat die Auslieferung zulässt, der Täter jedoch nicht aus-

geliefert wird (lit. c). Die ersten beiden Voraussetzungen sind unzweifelhaft erfüllt; 

die dritte Voraussetzung (Möglichkeit der Auslieferung) ist zu prüfen. Gemäss 

Art. 35 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über internationale Rechtshilfe in Strafsa-

chen (IRSG) ist die Auslieferung zulässig, wenn die Tat nach dem Recht sowohl 

der Schweiz als auch des ersuchenden Staates mit einer freiheitsbeschränkenden 

Sanktion im Höchstmass von mindestens einem Jahr oder mit einer schwereren 

Sanktion bedroht ist. Im schweizerischen StGB ist die einfache Körperverletzung 

mit einer Höchststrafe von drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht (Art. 123 Abs. 1 

[a]StGB). Im Spanischen StGB findet sich in Art. 147 folgende Regelung:

"1.Wer einer anderen Person durch ein Mittel oder Verfahren eine Verletzung 
zufügt, die ihre körperliche Unversehrtheit oder ihre körperliche oder geistige 
Gesundheit beeinträchtigt, wird als Täter der Körperverletzung mit Freiheits-
strafe von drei Monaten bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe von sechs bis zu 
zwölf Monaten bestraft, wenn die Verletzung zu ihrer Heilung objektiv über die 
ärztliche Erstversorgung hinaus eine ärztliche oder chirurgische Behandlung 
erfordert. Eine einfache ärztliche Überwachung oder eine medizinische 
Beobachtung des Verletzungsverlaufs gilt nicht als ärztliche Behandlung.

2. Wer einer anderen Person durch irgendein Mittel oder Verfahren eine Verlet-
zung zufügt, die nicht unter den vorstehenden Abschnitt fällt, wird mit einer 
Geldstrafe von einem bis drei Monaten bestraft.

3. Wer eine andere Person schlägt oder misshandelt, ohne sie zu verletzen, wird 
mit einer Geldstrafe von einem bis zu zwei Monaten bestraft.

4. Die in den beiden vorstehenden Absätzen vorgesehenen Straftaten können nur 
auf Antrag des Geschädigten oder seines gesetzlichen Vertreters verfolgt 
werden."

[Ley Orgánica 10/1995, de 23 de noviembre, del Código Penal; abrufbar auf 
https://www.boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-1995-25444; auf Deutsch übersetzt 
mit DeepL.com]

Gemäss Art. 147 Abs. 1 des Spanischen StGB beträgt die Strafandrohung für eine 

(einfache) Körperverletzung somit nur dann höchstens drei Jahre Freiheitsstrafe, 

wenn die Verletzung zu ihrer Heilung objektiv über die ärztliche Erstversorgung 

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hinaus eine ärztliche oder chirurgische Behandlung erfordert, wobei eine einfache 

ärztliche Überwachung oder eine medizinische Beobachtung des Verletzungsver-

laufs nicht als ärztliche Behandlung gilt. Wenn die Verletzung nicht unter Abs. 1 

fällt, ist die Strafandrohung gemäss Abs. 2 höchstens eine Geldstrafe von einem 

bis drei Monaten. 

4.2. Vorliegend erlitt der Privatkläger gemäss Anklagepunkt Ziffer 1 Schürfungen 

am Unterarm sowie eine blutende Wunde am Kopf und am Ohr (vgl. Urk. 25 S. 3 

oben). Weder aus der Anklage noch aus den Akten ergibt sich, dass eine medizini-

sche Versorgung der Verletzungen notwendig gewesen wäre. Der Beschuldigte 

selbst hat angegeben, sich nach dem Vorfall nicht in ärztliche Behandlung begeben 

zu haben (Urk. 4/1 F/A 17). Auch die fotografisch dokumentierten Verletzungen 

(Urk. 5/2 und 8/14) lassen den Schluss nicht zu, dass eine ärztliche oder chirurgi-

sche Behandlung, die über eine ärztliche Erstversorgung und/oder eine medizini-

sche Beobachtung des Verletzungsverlaufs hinaus geht, objektiv erforderlich 

gewesen wäre. Die angeklagte Tat fällt daher nicht in den Anwendungsbereich von 

Art. 147 Abs. 1, sondern wäre nach Art. 147 Abs. 2 des Spanischen StGB zu beur-

teilen, was zur Folge hat, dass eine Sanktion von höchstens drei Monaten Gelds-

trafe drohen würde. Die Voraussetzungen für eine schweizerische Zuständigkeit 

nach Art. 7 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 35 Abs. 1 lit. a IRSG sind demnach nicht erfüllt. 

Das Verfahren ist betreffend den Anklagepunkt Ziffer 1 einzustellen.

III. Sachverhalt

1.1. Die Anklage wirft der Beschuldigten im Wesentlichen vor, den Privatkläger 

mittels Schlägen, Bissen, Tritten und Zerren körperlich misshandelt und ihm 

gedroht zu haben, dass sie ihm den gemeinsamen Sohn vorenthalten werde, falls 

er eine Strafanzeige gegen sie erstatte (Urk. 25, Anklageziffern 2 und 5).  

1.2. Die Beschuldigte begründet ihren Antrag auf vollumfänglichen Freispruch 

damit, dass sich die angeklagten Sachverhalte nicht erstellen liessen, eventualiter 

liege betreffend einfache Körperverletzung Notwehr vor (Urk. 50 S. 3 ff.; Urk. 87 

S. 16 ff., insb. Rz. 86, 88 und 89 ff.). 

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1.3. Der Privatkläger sieht auf Grund der vorliegenden Beweismittel den Sachver-

halt als bewiesen an (Urk. 48; Urk. 90 S. 1 ff.). 

1.4. Die Vorinstanz sieht insbesondere gestützt auf die Ausführungen des Privat-

klägers, welche sie im Gegensatz zu denjenigen der Beschuldigten als glaubhaft 

einschätzt, als erstellt an. Weitere Beweismittel, wie etwa Fotos und Arztberichte, 

würden den Sachverhalt ebenfalls stützen (Urk. 66 S. 11 ff.). 

1.5. Somit ist nachfolgend zu überprüfen, ob sich der Sachverhalt gestützt auf die 

vorliegenden Beweismittel erstellen lässt. 

1.6. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung, insbesondere der 

Aussagewürdigung, ausführlich und zutreffend dargelegt, es kann darauf verwie-

sen werden (Urk. 66 S. 8 ff.). 

2. Anklage Ziffer 2 (einfache Körperverletzung)

2.1. Die Vorinstanz hat die Beweismittel vollständig wiedergegeben. Darauf kann 

verwiesen werden (Urk. 66 S. 14 ff.). 

2.2. Vorab gilt es festzuhalten, dass die vorinstanzlichen Feststellungen insoweit 

bindend sind, als sich ausser dem Hämatom am unteren Augenlid des linken Auges 

sowie den Kratz- bzw. Schürfwunden am rechten und linken Unterbauch keine 

weiteren Verletzungen nachweisen lassen und sich der Sachverhalt diesbezüglich 

nicht erstellen lässt (Urk. 66 S. 20 Rz. 29). Damit ist nachfolgend lediglich noch zu 

überprüfen, ob sich die Tathandlungen zu den von der Vorinstanz festgestellten 

Verletzungen erstellen lassen. 

2.3. Zur Glaubwürdigkeit der Parteien hat sich die Vorinstanz zutreffend geäussert 

(Urk. 66 S. 10 f.). Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. Es ist rekapitulie-

rend und ergänzend festzuhalten, dass die sich in einer strittigen Trennungsphase 

befindenden Parteien (Beschuldigte und Privatkläger), in welcher es auch um die 

Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut für den gemeinsamen Sohn geht, ein 

Interesse daran haben, sich gegenseitig zu belasten bzw. in ein schlechtes Licht 

zu rücken. Dies ist bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen.

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2.4. Zum Inhalt der Aussagen der Beteiligten ist teilweise rekapitulierend und 

teilweise ergänzend anzufügen, dass die Beschuldigte dem Grundsatze nach 

zugab, dass es zwischen ihr und dem Privatkläger zu einer körperlichen Auseinan-

dersetzung gekommen sei, im Zuge derer der Privatkläger sich Verletzungen 

zugezogen haben könnte ("Schürfwunden nein. Das blaue Auge auch nicht. Die 

anderen Verletzungen können gut von mir sein", Urk. 5/1 F/A 20). Dazu sei es im 

Zuge eines Handgemenges als Folge eines Hass- und Verzweiflungsanfalls ihrer-

seits gekommen, nachdem der Privatkläger ihr einen "Bodycheck" verpasst habe. 

Das blaue Auge habe er sich durch Selbstverletzung zugefügt, um nicht arbeiten 

gehen zu müssen (Urk. 5/1 F/A 19). Später gab die Beschuldigte an, zum Handge-

menge sei es gekommen, nachdem der Privatkläger im Treppenhaus im Parterre 

ein Bein von ihr umschlungen und nicht mehr los gelassen habe. Sie habe 

geschrien, er solle sie loslassen, dann habe sie ihn geohrfeigt. Anstatt sie loszulas-

sen, habe er auch das zweite Bein umschlungen, so dass sie zu Fall gekommen 

sei. Er habe dann versucht, ihr die Hose herunterzureissen, woraufhin es zu einem 

erbitterten Kampf gekommen sei, im Zuge dessen sie ihn so fest wie möglich an 

den Haaren gerissen und geschlagen habe. Schliesslich habe sie sich lostreten 

können (Urk. 5/8 F/A 5). 

2.5. Zu den Aussagen des Privatklägers ist festzuhalten, dass seine erste 

Schilderung im Rahmen der polizeilichen Einvernahme kurz und dementsprechend 

wenig detailliert ausfiel. Dies trifft indes für seine gesamte damalige Aussage zu, 

da auch die Befragung entsprechend knapp gehalten und nicht nachgefragt wurde 

(Urk. 4/1). In der Konfrontationseinvernahme gab der Beschuldigte aber eine aus-

führliche und detailliertere Schilderung ab. Aus dieser geht grundsätzlich anschau-

lich hervor, wie die Beschuldigte ihn angegriffen haben soll (Urk. 4/3 S. 13 ff.). Zum 

angeklagten Schlag gegen das Auge fällt aber auf, dass der Privatkläger in der 

polizeilichen Einvernahme noch aussagte, dass die Beschuldigte ihn am Auge 

getroffen habe, als er das gemeinsame Kind auf den Armen getragen habe. Er habe 

da das Kind schützen wollen (Urk. 4/1 F/A 19). Anlässlich der Konfrontationsein-

vernahme gab er hingegen zu Protokoll, dass er damals einen Film geschaut und 

das Kind oben im Bettchen geschlafen habe. Die Beschuldigte sei nach unten 

gekommen und habe angefangen, ihn mit den Händen zu schlagen und ihm Fuss-

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tritte zu verpassen (Urk. 4/3 S. 13). Auf Nachfrage führte der Privatkläger konkreter 

aus, dass sie ihn ein paar Male gegen den Kopf geschlagen und am Auge getroffen 

habe. Weil er genug von den Schlägen gehabt habe, habe er sich auf dem Boden 

zusammengerollt, damit er keine weiteren Schläge gegen das Gesicht bekomme. 

Die Schläge habe die Beschuldigte mit flachen Händen ausgeteilt (Urk. 4/3 S. 15). 

Damit sind die Aussagen des Privatklägers zum Kerngeschehen nicht konstant und 

widerspruchsfrei. So sind es zwei unterschiedliche Sachverhalte, wenn die Be-

schuldigte ihm bei seinem Versuch, das Kind zu schützen, derart ins Gesicht 

schlägt, dass er ein blaues Auge davon trägt oder wenn die Beschuldigte ihn an-

greift und Schläge gegen den Kopf verpasst, während er auf dem Sofa liegt und 

sich einen Film anschaut. Die Beschuldigte selbst gab zu, den Privatkläger geschla-

gen zu haben, verneinte aber konstant, dass ihre Schläge ein blaues Auge verur-

sacht haben könnten. Angesichts der nicht konstanten und widerspruchsfreien Aus-

sagen des Privatklägers zum Schlag gegen sein Auge und der in dieser Hinsicht 

konstanten Aussagen der Beschuldigten verbleiben letztlich unüberwindbare Zwei-

fel, dass die Beschuldigte den Privatkläger so geschlagen hat, dass daraus ein 

blaues Auge resultierte. 

2.6. Wie genau der Ablauf dieser tätlichen Auseinandersetzung war, lässt sich 

nicht mehr rechtsgenügend im Detail nachweisen, da es keine Zeugen oder objek-

tive Beweismittel zum Ablauf gibt. Deshalb hat das Strafgericht vom Sachverhalt 

auszugehen, den eine beschuldigte Person schildert, soweit sich dies nicht wider-

legen lässt. In rechtlicher Hinsicht gilt, dass sich jemand nicht gefallen lassen muss, 

dass er vom Ehegatten körperlich «fixiert» wird, d.h. durch enges Umschlingen zur 

Immobilität (und beispielsweise zum Zuhören) gezwungen wird. Der Beschuldigten 

kann nicht widerlegt werden, dass sie den Privatkläger zunächst schreiend aufge-

fordert hat, sie loszulassen, worauf er sie aber im Gegenteil noch enger umschlun-

gen und versucht habe, ihr die Hosen herunterzureissen. In einer solchen Situation 

ist Gegenwehr zulässig und sind gewisse Tätlichkeiten verhältnismässig. Soweit 

dies nicht als Notwehr zu beurteilen ist, wären die Tätlichkeiten der Beschuldigten 

jedenfalls als Retorsion im Sinne von Art. 177 Abs. 3 StGB zu qualifizieren. Es fehlt 

somit an der Rechtswidrigkeit des Handelns der Beschuldigten, weshalb kein 

Schuldspruch ergehen kann.

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2.7. Die Beschuldigte ist daher vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB betreffend 

Anklagepunkt Ziffer 2 freizusprechen.

3. Anklage Ziffer 5 (versuchte Nötigung)

3.1. Die Vorinstanz hat die Beweismittel vollständig wiedergegeben. Als ebenso 

zutreffend erweist sich deren Würdigung. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 66 

S. 24 ff.).

3.2. Teilweise rekapitulierend und teilweise ergänzend bleibt anzufügen, dass die 

Beschuldigte den Vorwurf in Abrede stellte. Wohl habe sie erwähnt, dass er das 

Kind nicht mehr sehen werde, falls sich sein Verhalten nicht ändere. Einen Bezug 

zum Rückzug der Strafanzeige habe sie indes nie hergestellt (Urk. 5/8 S. 9; Prot. I 

S. 17). Bei den bei unterschiedlichen Gelegenheiten abgegebenen Sachverhalts-

darstellungen zu diesem Anklagepunkt fällt indes auf, dass die Beschuldigte als 

Grund, weshalb sie dem Privatkläger das Kind vorenthalten wollte, gänzlich unter-

schiedliche Angaben machte. War es einmal sein Suchtmittelkonsum, war es ein 

anderes Mal sein Verhalten gegenüber Frauen und ein anderes Mal sein Verhalten 

generell. Diese Unterschiede, bei welchen es sich nicht um blosse Nuancen 

handelt, lassen sich vernünftigerweise nur damit erklären, dass dadurch der wirk-

liche Sachverhalt verschleiert werden soll. Demgegenüber erweisen sich die 

klaren, vorsichtigen und im Kern widerspruchsfreien Ausführungen des Beschul-

digten als glaubhaft. Darin ist kein, wie von der Verteidigung geltend gemacht, "her-

umeiern" zu sehen (Urk. 50 S. 17 f.), sondern es ist Ausdruck von Zurückhaltung 

und Glaubhaftigkeit. 

3.3. An dieser Würdigung vermögen auch die weiteren Ausführungen der Vertei-

digung nichts zu ändern (Urk. 50 S. 17 f. und Urk. 87 S. 32 ff.). So sagte der Privat-

kläger im Rahmen der polizeilichen Einvernahme klar aus, dass die Beschuldigte 

ihm gedroht habe, dass sie ihm das Kind entziehen werde, falls er zu einer Behörde 

gehe (Urk. 4/1 F/A 32). Daraus zu schliessen, der Sachverhalt könne sich so nicht 

zugetragen haben, da nicht explizit von einer Strafanzeige die Rede war, wäre 

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Wortklauberei, zumal der Privatkläger in der Konfrontationseinvernahme präzi-

sierte, dass er aus Angst vor einer Strafanzeige zugewartet hatte (Urk. 4/3 S. 28). 

Der Sachverhalt ist somit in diesem Punkt erstellt.

IV. Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz hat zum Anklagesachverhalt der versuchten Nötigung eine um-

fassende und in jeder Hinsicht zutreffende rechtliche Würdigung vorgenommen, 

welche weder der Korrektur noch der Ergänzung bedarf (Urk. 66 S. 29 f.), sondern 

vollumfänglich übernommen werden kann.

Die Verteidigung hat sich zur rechtlichen Würdigung nicht geäussert (Urk. 50 

S. 17 f.; Urk. 87 S. 32 ff.). 

Die Beschuldigte ist somit der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

V. Sanktion 

1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung ausführlich und 

zutreffend dargestellt (Urk. 66 S. 31 ff.). Darauf kann verwiesen werden. 

2. Es liegen keine Umstände vor, welche nach einer anderen Sanktion denn 

einer Geldstrafe rufen würden. 

3. Tatkomponenten

In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden nicht mehr leicht. Das angedrohte 

Übel, das eigene Kind nicht mehr zu sehen, ist bereits ein sehr schweres. Zudem 

war es nicht die Androhung eines einmaligen Übels, sondern die dauernde Vorent-

haltung des Kindes. Hinzu kommt, dass die Androhung dazu dienen sollte, den 

Beschuldigten davon abzuhalten, die ihn belastende und aus seiner Sicht straf-

rechtlich relevante Situation behördlich offen zu legen und eine Sanktion dafür zu 

verlangen. Auch dies wiegt erheblich. Zu Gunsten der Beschuldigten ist zu berück-

-   14   -

sichtigen, dass es beim Versuch blieb, auch wenn es sich um einen vollendeten 

Versuch handelt.

In subjektiver Hinsicht liegt es bei ungeständigen Täterinnen in der Natur der 

Sache, dass die inneren Vorgänge und namentlich die Motivlage weitgehend im 

Dunkeln bleiben. Bei dieser Ausgangslage ist einzig auf äusserlich wahrnehmbare 

Feststellungen, welche zwingende Schlüsse auf die inneren Vorgänge zulassen, 

abzustellen; für Mutmassungen ist kein Platz. Angesichts der erstellten Äusserung 

der Beschuldigten ist aber von direktvorsätzlichem Handeln auszugehen.

Eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen erscheint somit als angemessen. 

4. Täterkomponente

Die Beschuldigte ist in Zürich geboren und bei ihren Eltern aufgewachsen. Sie hat 

zwei Stiefgeschwister. Die Primarschule besuchte sie in Zürich, das Gymnasium in 

C._____. Nach dem Absolvieren der Maturität studierte sie an der Universität Zürich 

Jura. Das Studium schloss sie im Jahre 2012 ab. Danach arbeitete sie ein Jahr lang 

in den USA. Nachdem ihre Mutter schwer erkrankte, kehrte sie in die Schweiz zu-

rück und pflegte diese bis zu deren Tod im Jahre 2019. Im selben Jahr gebar sie 

ihren Sohn. Den Kindsvater heiratete sie ebenfalls im Jahr 2019. Seit Dezember 

2020 sind sie getrennt und das Scheidungsverfahren ist in Gang. Heute arbeitet die 

Beschuldigte als Liegenschaften- und Vermögensverwalterin für ihren Vater (Urk. 

5/8 S. 10; Prot. I S. 9; Urk. 86 S. 1 f.). In wirtschaftlicher Hinsicht gab sie an, kein 

Einkommen zu erzielen. Sie erhalte vom Privatkläger Unterhaltszahlungen in der 

Höhe von Fr. 1'356.00 monatlich und wohne in einem Haus, welches ihr gehöre. 

Sie brauche rund Fr. 1'500.00 zum Leben monatlich (Prot. I S. 9 f.; Urk. 86 S. 2 und 

8 f.). Zudem gab die Beschuldigte an, derzeit über ein Vermögen von ungefähr Fr. 

45'000.– zu verfügen (Urk. 86 S. 8). Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 67 

und 85) und nicht geständig, was sich gegenüber der Strafzumessung neutral aus-

wirkt. 

-   15   -

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Täterkomponente keinen Einfluss 

auf die Strafzumessung hat. Es bleibt somit bei einer Geldstrafe von 90 Tages-

sätzen.

5. Tagessatz

Zunächst kann hier auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 66 S. 35 Rz. 14).

Wie erwähnt, lebt die Beschuldigte kostenlos in ihrer Wohnung und hat ansonsten 

Ausgaben von monatlich rund Fr. 1'500.– zu bestreiten. Als Einkünfte erhält sie 

Unterhaltszahlungen vom Privatkläger in Höhe von Fr. 1'356.– pro Monat. Das Ver-

mögen der Beschuldigten ist mittlerweile von rund Fr. 120'000.– auf Fr. 45'000.– 

geschrumpft (Urk. 86 S. 8). Angesichts dessen und der Tatsache, dass die monat-

lichen Ausgaben der Beschuldigten ihre Einkünfte übersteigen, ist die Höhe des 

Tagessatzes auf Fr. 30.– festzusetzen.

6. Fazit

Zusammengefasst ergibt sich somit eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–. 

VI. Strafvollzug

Die Vorinstanz hat den Vollzug der Strafe aufgeschoben und eine Probezeit von 

2 Jahren festgesetzt (Urk. 66 S. 36 f.). Die Erwägungen erweisen sich als in jeder 

Hinsicht zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann und der 

vorinstanzliche Aufschub samt Probezeit zu bestätigen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).

VII. DNA-Profil 

Die Vorinstanz hat die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-

Profils angeordnet (Urk. 66 S. 37). Mit dem vorliegenden Urteil wird die Beschul-

digte – im Gegensatz zum vorinstanzlichen Urteil – nicht wegen eines Vergehens 

gegen Leib und Leben verurteilt, sondern bloss wegen versuchter Nötigung. Die 

Voraussetzungen von Art. 5 aDNA-Profil-Gesetz bzw. Art. 257 aStPO sind damit 

-   16   -

nicht gegeben. Es ist daher von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung 

eines DNA-Profils abzusehen. 

VIII. Zivilansprüche

1. Der Privatkläger begründet seine Forderung damit, dass er widerrechtlich in 

seiner Persönlichkeit verletzt worden sei. Er sei über eine längere Dauer von seiner 

Ehefrau wiederholt körperlich intensiv angegriffen worden, was ihn nicht nur direkt 

körperlich, sondern auch indirekt langfristig psychisch geschädigt habe (Urk. 90 

S. 4 f.). Sodann habe ihn die versuchte Nötigung sehr schwer getroffen, da ihm das 

Kind sein ein und alles sei (Urk. 48 S. 10).

2. Die Beschuldigte beantragt die Abweisung des Begehrens mit der Begrün-

dung, dass es an der Rechtswidrigkeit, dem Kausalzusammenhang sowie an der 

Unbill fehle, ohne dies weiter auszuführen (Prot. I S. 23).

3. Die Vorinstanz hat dem Privatkläger eine Genugtuung über Fr. 200.00 zuge-

sprochen mit der Begründung, dass die zugefügten Verletzungen von einer gewis-

sen Intensität gewesen seien, was zu einer entsprechenden immateriellen Unbill 

geführt habe (Urk. 66 S. 37 ff.). Der Privatkläger verlangt die Bestätigung der 

vorinstanzlich zugesprochenen Genugtuung, eventualiter deren Erhöhung auf 

Fr. 500.00 (Urk. 90 S. 1).

4. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter unter Würdigung der besonderen Um-

stände bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung dem Verletzten oder den 

Angehörigen eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Wer in 

seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung einer 

Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und 

diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 OR).

5. Vorliegend wird als Grund der immateriellen Unbill die mannigfache physische 

und psychische Beeinträchtigung durch die Beschuldigte angeführt (Urk. 48 S. 10). 

Diese waren jedoch vorbestehend. So berichtete der Privatkläger beim Eintritt in 

die Notfallstation des Universitätsspital von einer bestehenden angespannten 

Lebenssituation und deutlicher Belastung der Ehe. Die Beschuldigte sei schon 

-   17   -

mehrmals in der Vergangenheit aus unerklärlichen Gründen aggressiv geworden 

(Urk. 8/2). Des Weiteren ist die erstellte versuchte – und letztlich nicht erfolgreiche – 

Nötigung für sich allein nicht derart schwerwiegend, dass der Privatkläger eine 

genugtuungsrelevante immaterielle Unbill erfahren hat. Damit fehlt es vorliegend 

an einer genügend schweren Verletzung der Persönlichkeit und einem natürlichen 

Kausalzusammenhang, sodass die Voraussetzungen zur Leistung einer Genugtu-

ung nicht erfüllt sind. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers ist abzuweisen. 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

1.1. Die Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil betreffend den Anklagepunkt 

Ziffer 2 (1. Teil, einfache Körperverletzung) freigesprochen. Sodann wird das 

Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziffer 1 eingestellt. Bereits vor Vorinstanz 

wurde das Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziffer 3 eingestellt und die 

Beschuldigte vom Vorwurf der Drohung gemäss Anklagepunkt Ziffer 2, 2. Teil, und 

der Tätlichkeiten gemäss Anklagepunkt Ziffer 4 freigesprochen. Eine Verurteilung 

erfolgt einzig mit Bezug auf den Vorwurf der versuchten Nötigung gemäss Ankla-

gepunkt Ziffer 5. Aufgrund der Verurteilung betreffend einen von fünf Anklagepunk-

ten sind der Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Verfahrens zu 1/5 aufzuerlegen und zu 4/5 auf die Staatskasse zu nehmen. Die 

Beschuldigte hat dementsprechend Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschä-

digung für anwaltliche Verteidigung im Umfang von 4/5 (Art. 429 StPO). 

1.2. Die Entschädigung der Rechtsanwälte richtet sich nach der Verordnung über 

die Anwaltsgebühren (AnwGebV) vom 8. September 2010 (§ 1 Abs. 1 AnwGebV). 

Die Entschädigung wird festgesetzt, nachdem die Anwältin oder der Anwalt dem 

Gericht oder der Strafverfolgungsbehörde eine Aufstellung über den Zeitaufwand 

und die Auslagen vorgelegt hat. Mit dieser Aufstellung kann ein Antrag zur Höhe 

der beanspruchten Vergütung verbunden werden (§ 23 Abs. 2 AnwGebV). Die 

konkrete Bemessung der Entschädigung richtet sich nach § 16 ff. AnwGebV. 

Demnach ist lediglich das Honorar für das Vorverfahren ein Aufwandhonorar 

(§ 16 AnwGebV). Für den eigentlichen Strafprozess ist eine Pauschalgebühr 

-   18   -

vorgesehen, welche für einen Prozess vor Einzelrichter in der Regel zwischen 

Fr. 600.00 und Fr. 8'000.00 beträgt (§ 17 AnwGebV). Die Grundlage für die 

Festsetzung der Gebühr bilden im Strafprozess die Bedeutung des Falls, die 

Verantwortung der Anwältin oder des Anwalts, der notwendige Zeitaufwand der 

Anwältin oder des Anwalts sowie die Schwierigkeit des Falls (§ 2 AnwGebV). 

1.3. Die Vorinstanz hat der Beschuldigten bei hälftigem Obsiegen eine Prozes-

sentschädigung von Fr. 8'770.00 (inkl. MwSt.) ausgerichtet, was einer vollen 

Entschädigung von Fr. 17'540.00 (inkl. MwSt.) entspricht. Dabei ist die Vorinstanz 

sowohl für das Vorverfahren wie auch für das Gerichtsverfahren von einem zu 

entschädigenden Aufwandhonorar gemäss Honorarrechnung der Beschuldigten 

ausgegangen. Für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren ist indes eine Pauschal-

gebühr bis höchstens Fr. 8'000.00 festzusetzen. Sodann ist die Entschädigung 

einer Spesenpauschale in Höhe von 3 % des Honorars, wie sie die Verteidigung 

der Beschuldigten geltend macht (vgl. Urk. 52 S. 1), in der Anwaltsgebührenverord-

nung nicht vorgesehen, sondern bloss die Entschädigung von notwendigen Aus-

lagen (§ 1 Abs. 2 i.V.m. § 22 Abs. 1 AnwGebV). Die Anklageerhebung erfolgte am 

22. Februar 2023 (vgl. Urk. 66 S. 4). Damit endete das Vorverfahren. Bis zu diesem 

Zeitpunkt fielen gemäss der eingereichten Honorarrechnung beim Verteidiger der 

Beschuldigten Aufwandhonorar (inkl. Fahrspesen) von Fr. 7'927.79 (exkl. MwSt.) 

bzw. Fr. 8'538.25 (inkl. 7.7 % MwSt.) an (vgl. Urk. 52). Dieses Aufwandhonorar ist 

zu entschädigen. Für das Gerichtsverfahren ist eine Pauschalgebühr festzusetzen. 

Die Bedeutung des Falles war für die Beschuldigte vorliegend nicht hoch, wiegen 

doch die Tatvorwürfe insgesamt leicht und stand von Anfang an lediglich eine 

bedingte Geldstrafe im Raum. Dementsprechend waren die Verantwortung und der 

notwendige Zeitaufwand der Verteidigung nicht sehr hoch. Dasselbe gilt für die 

Schwierigkeit des Falls. Eine Gebühr von Fr. 6'000.00 (inkl. Auslagen; exkl. MwSt.) 

bzw. Fr. 6'462.00 (inkl. 7.7 % MwSt.) erscheint angesichts dessen für das Gerichts-

verfahren angemessen. Dies ergibt eine Entschädigung von insgesamt rund 

Fr. 15'000.00 (inkl. MwSt.) für das erstinstanzliche Verfahren. Da die Beschuldigte 

zu 4/5 obsiegt, ist ihr eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 12'000.00 

(inkl. MwSt.) für das erstinstanzliche Verfahren zuzusprechen.

-   19   -

1.4. Die Vorinstanz hat sodann die Beschuldigte in Anwendung von Art. 433 Abs. 1 

StPO verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung in Höhe der einge-

reichten Honorarnote von Fr. 1'223.15 zu entrichten (Urk. 66 S. 40). Die geltend 

gemachte Entschädigung erscheint angemessen. Da die Beschuldigte vorliegend 

lediglich wegen einem von fünf Anklagepunkten verurteilt wird, hat sie dem Privat-

kläger einen Fünftel der geltend gemachten Aufwände, mithin gerundet Fr. 250.00, 

als Prozessentschädigung zu bezahlen.

2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren

2.1. Die Kosten für das Berufungsverfahren sind auf Fr. 3'600.00 zu veranschla-

gen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebühren-

verordnung des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die 

Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt 

davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht 

gestellten Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommen-

tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., 2023, N 6 zu Art. 428 StPO).

2.2. Im Berufungsverfahren waren noch die drei Anklagevorwürfe strittig, für 

welche die Beschuldigte erstinstanzlich schuldig gesprochen worden war (1, 2 und 

5). Die Beschuldigte beantragte einen vollumfänglichen Freispruch bzw. Einstel-

lung des Verfahrens. Da die Beschuldigte vorliegend betreffend einen Anklagevor-

wurf schuldig gesprochen wurde, sind ihr die Kosten des Berufungsverfahrens im 

Umfang von 1/3 aufzuerlegen. Der Privatkläger unterliegt zwar betreffend seinen 

Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung. Aufgrund von Art. 30 OHG käme aber 

eine Kostenauflage nur bei mutwilliger Prozessführung in Frage. Eine solche liegt 

hier nicht vor, weshalb dem Privatkläger keine Kosten aufzuerlegen sind. Dement-

sprechend sind die Kosten des Berufungsverfahrens zu 1/3 der Beschuldigten auf-

zuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.3. Da die Beschuldigte zu 2/3 obsiegt, ist ihr auch eine entsprechende Entschä-

digung, namentlich für die anwaltliche Vertretung zuzusprechen. Die Beschuldigte 

hat eine Honorarrechnung über Fr. 15'155.35 (inkl. Fahrspesen, Kleinspesenpau-

-   20   -

schale und MwSt.; exkl. Zeit für die Berufungsverhandlung) eingereicht (Urk. 89). 

Im Berufungsverfahren wird die Entschädigung grundsätzlich nach den für die 

Vorinstanz geltenden Regeln bemessen (§ 17 Abs. 1 AnwGebV). Dabei wird auch 

berücksichtigt, ob das Urteil vollumfänglich oder nur teilweise angefochten ist (§ 18 

Abs. 1 AnwGebV). Wie ausgeführt, war die Bedeutung und Schwierigkeit des Falls 

sowie die Verantwortung und der notwendige Zeitaufwand für die anwaltliche 

Verteidigung nicht sehr hoch. Im Berufungsverfahren waren sodann nur noch drei 

der fünf Anklagepunkte strittig. Damit erweist sich eine Gebühr von Fr. 4'500.00 

(inkl. Auslagen und MwSt.) für anwaltliche Verteidigung als angemessen. Da die 

Beschuldigte lediglich im Umfange von zwei Dritteln obsiegt, ist ihr eine reduzierte 

Entschädigung im Betrag von Fr. 3'000.00 zuzusprechen. 

2.4. Die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers beantragt für das Berufungs-

verfahren eine Entschädigung von Fr. 7'270.90 (Urk. 90 S. 1; Urk. 91). Auch die 

Festlegung der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung richtet sich 

nach der Anwaltsgebührenverordnung. Es kann dazu auf die vorstehenden Erwä-

gungen verwiesen werden. Beim Privatkläger ging es in erster Linie um die Zuspre-

chung einer Genugtuung. Die Entschädigung hat daher im Vergleich zu derjenigen 

der Beschuldigten geringer auszufallen. Eine Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 3'000.00 erscheint angemessen. Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechts-

pflege sind diese Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen. Gemäss Art. 30 Abs. 3 

OHG und Art. 138 Abs. 1bis StPO müssen das Opfer und seine Angehörigen die 

Kosten für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht zurückerstatten. Vorbehal-

ten bleibt die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 1/3.

Es wird beschlossen:

1. Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers wird Vormerk genommen.

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 23. Juni 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

-   21   -

1. Das Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziff. 3 der Beschimpfung im 

Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB vom 9. Dezember 2019 wird eingestellt.

2. (…)

3. Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der Tätlichkei-

ten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte freigespro-

chen.

4.-7. (…)

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9.-11. (…)

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Das Strafverfahren gegen die Beschuldigte A._____ betreffend den Ankla-

gepunkt Ziff. 1 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB wird eingestellt.

2. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von 
Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB betreffend den Anklagepunkt Ziff. 

5.

3. Die Beschuldigte A._____ wird freigesprochen vom Vorwurf der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 4 StGB betreffend den Anklagepunkt Ziff. 2.

-   22   -

4. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–.

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

6. Von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils wird 

abgesehen.

7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden 

der Beschuldigten zu 1/5 auferlegt und zu 4/5 auf die Staatskasse genom-

men.

9. Der Beschuldigten wird für das erstinstanzliche Verfahren eine reduzierte 

Prozessentschädigung von Fr. 12'000.00 (inkl. MwSt.) für anwaltliche Vertei-

digung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

10. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 250.00 zu bezahlen.

11. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft

12. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden der Beschuldigten zu 

1/3 auferlegt und zu 2/3 auf die Gerichtskasse genommen. 

13. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft im Beru-

fungsverfahren werden im Umfang von 2/3 definitiv und im Umfang von 

1/3 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt die 

Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 1/3. 

-   23   -

14. Der Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Prozes-

sentschädigung von Fr. 3'000.00 für anwaltliche Verteidigung aus der Ge-

richtskasse zugesprochen.

15. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(versandt)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
 die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG)

16. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

-   24   -

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 3. Februar 2025

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Der Gerichtsschreiber:

MLaw F. Herren

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.