# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b430a955-4250-50fb-889b-48ee73e12413
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2021 200 2020 279
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-279_2021-03-23.pdf

## Full Text

200 20 279 IV
WIS/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene, zuletzt als … tätig gewesene A.________ (Versicher-
ter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich unter Hinweis auf eine Analfissur 
und ein Rektumkarzinom erstmals im August 2013 bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Nach erwerblichen 
und medizinischen Abklärungen liess die IVB den Versicherten durch die 
B.________ GmbH (MEDAS) begutachten (psychiatrisch-gastroente-
rologische Expertise vom 25. Januar 2016 [act. II 82.1]). Mit Verfügung vom 
7. Februar 2017 (act. II 96 S. 3 ff.) sprach die IVB dem Versicherten von 
1. Mai 2014 bis 30. April 2015 eine ganze Rente zu. Darüber hinaus ver-
neinte sie einen Rentenanspruch. Die dagegen erhobene Beschwerde wies 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 4. Oktober 2018, 
AI/2017/257 (act. II 111), ab. Dieses Urteil blieb unangefochten.

Nachdem der Versicherte sich im Mai 2019 erneut zum Leistungsbezug 
angemeldet hatte (act. II 112), veranlasste die IVB eine Verlaufsbegutach-
tung bei der MEDAS (Expertise vom 25. November 2019 [act. II 151]). Am 
6. Dezember 2019 teilte die IVB dem Versicherten mit, dass keine Einglie-
derungsmassnahmen möglich seien (act. II 152) und mit Vorbescheid vom 
7. Januar 2020 (act. II 153) stellte sie in Aussicht, den Rentenanspruch bei 
einem Invaliditätsgrad von 36 % zu verneinen. Nach dagegen eingereich-
tem Einwand (act. II 154, 156, 158) verfügte die IVB am 13. März 2020 
dem Vorbescheid entsprechend (act. II 159).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. April 2020 Be-
schwerde und beantragte sinngemäss, in Aufhebung der Verfügung vom 
13. März 2020 sei ihm eine ganze IV-Rente auszurichten.

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Am 27. April 2020 reichte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege ein. Am 4.  bzw. 9. Mai 2020 reichte er das ausgefüllte 
Formular „Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege“ sowie die Krankenver-
sicherungspolice ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2020 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Der Beschwerdeführer reichte am 16. Juli 2020 und die Solothurner Spitä-
ler AG am 24. Juli 2020 (Posteingang) weitere medizinische Unterlagen 
ein.

Mit Eingabe vom 31. Juli 2020 reichte die Beschwerdegegnerin eine weite-
re Stellungnahme ein und hielt an den gestellten Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. März 2020 
(act. II 159). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
und dabei insbesondere, ob zwischen der Verfügung vom 7. Februar 2017 
(act. II 96 S. 3 ff.) und der vorliegend angefochtenen Verfügung eine an-
spruchsrelevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen ausge-
wiesen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab sinngemäss eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs, indem er geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe 
die Stellungnahme zu den Einwänden vom 17. und 24. Januar sowie 
14. Februar 2020, mithin die angefochtene Verfügung, in einem für ihn nur 
schwer verständlichen Deutsch und „schludrig“ begründet.

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

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muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 2 S. 5 E. 4, 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.3 Die Beschwerdegegnerin gab mit der angefochtenen Verfügung 
vom 13. März 2020 (act. II 159) klar zu erkennen, von welchen Überlegun-
gen sie sich leiten liess, wobei sie bezüglich der Invaliditätsbemessung auf 
das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Oktober 2018 
(AI/2017/257; act. II 111) verwies. Weiter setzte sie sich mit den wesentli-
chen Einwänden des Beschwerdeführers auseinander. Eine sachgerechte 
Anfechtung der Verfügung war dem Beschwerdeführer denn auch möglich, 
weshalb keine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der Begründungs-
pflicht vorliegt (vgl. statt vieler: BGE 142 III 433 E. 4.3.2 S. 436 mit Hinwei-
sen). 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist - im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit - nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2

3.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 

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IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

3.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Ge-
sundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen 
einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der 
Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig 
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-
schränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 
141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 
V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 

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Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

3.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 

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obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren - analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG - 
durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materi-
ellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demje-
nigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Mai 2019 
(act. II 112) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-
urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich des 
Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 7. Februar 2017 (act. II 96 

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S. 3 ff.) - welche mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 
4. Oktober 2018 (AI/2017/257; act. II 111) bestätigt wurde und mit welcher 
letztmals eine allseitige Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen erfolg-
te (vgl. E. 3.4.3 hiervor) - mit demjenigen bei Erlass der hier angefochtenen 
Verfügung vom 13. März 2020 (act. II 159) zu prüfen, ob in den tatsächli-
chen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen 
(vgl. E. 3.4.2 hiervor). 

4.2 Die Verfügung vom 7. Februar 2017 (act. II 96 S. 3 ff.) basierte im 
Wesentlichen auf dem bidisziplinären MEDAS-Gutachten vom 25. Januar 
2016 (act. II 82.1). Darin führten die Dres. med.  C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie D.________, Facharzt für Allgemei-
ne Innere Medizin und Gastroenterologie, mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit folgende Diagnosen auf (S. 13 Ziff. 5.1):

1. Tiefsitzendes Adenokarzinom des Rektums ypT0 ypN0 initial cT3c N1 
(ICD-10 C20)
- Status nach abdomino-perinealer Rektumamputation und Anlage ei-

ner endständigen Deszendostomie (27. November 2013)
- Status nach Stomarevision mit lokaler Adhäsiolyse, Colonnachresek-

tion und DynaMesh-Einlage am 12. Juni 2014
- Status nach neoadjuvanter Radiochemotherapie von 15. Juli bis 

6. September 2013
- Status nach adjuvanter Therapie mit Xeloda von Januar bis August 

2014
- Erektile Dysfunktion und Harnblasenentleerungsstörung sekundär

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
- Status nach schwerer depressiver Episode mit psychotischen Sym-

ptomen (ICD-10 F32.3; 2012 bis 2014)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine chronische 
Hepatitis C (ICD-10 B18.2; Genotyp 1a; histologisch geringe Entzündung 
und eine geringe portale Fibrose, entsprechend METAVIR A1F1 [Biopsie 
2013]; bisher keine Therapie; S. 14 Ziff. 5.2). 

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In der bidisziplinären Beurteilung (S. 14 f. Ziff. 6) hielten die Gutachter fest, 
aus gastroenterologischer Sicht sei die letzte Tätigkeit als ... nicht mehr 
durchführbar. Es sei eine körperlich leichte Tätigkeit möglich, bei der Pau-
sen durchführbar sein müssten, um das Stoma zu pflegen. Daraus resultie-
re für angepasste Tätigkeiten aus gastroenterologischer Sicht eine Ein-
schränkung von 10 %. Aus psychiatrischer Sicht könne auf affektiver Ebe-
ne derzeit eine leichte bis mittelgradige Episode einer rezidivierenden de-
pressiven Störung festgestellt werden. Es könne auch ein Status nach 
schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen zur Kenntnis 
genommen werden, welcher sich nun deutlich remittiert habe. Die Arbeits-
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei um 30 % reduziert. Von Mai 2013 bis 
Dezember 2014 sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ganz auf-
gehoben gewesen. Zusammenfassend resultiere aus bidisziplinärer Sicht 
für leichte adaptierte Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
60 %. Das Pensum könne über sechs bis acht Stunden pro Tag umgesetzt 
werden, je nach Möglichkeit, am Arbeitsplatz Pausen einzuschalten, ver-
langsamt zu arbeiten oder auch stundenweise zu arbeiten. Diese Einschät-
zung sei ab Januar 2015 zu bestätigen. Vorangehend sei die Arbeitsfähig-
keit ab Mai 2013 ganz aufgehoben gewesen.

4.3 Für die Zeit seit Erlass der Verfügung vom 7. Februar 2017 
(act. II 96 S. 3 ff.) ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen das Folgende:

4.3.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte in einem undatierten Bericht (Posteingang bei der Be-
schwerdegegnerin am 15. Mai 2019 [vgl. act. II 112 S. 1]; Datum der letzten 
Konsultation: 9. April 2019; act. II 112 S. 10 ff.) eine posttraumatische Be-
lastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1), eine rezidivierende depressive 
Störung, aktuell schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 
F33.2), sowie ein Betroffensein von einer Katstrophe, einem Krieg oder 
anderen Feindseligkeiten (ICD-10 Z65.5). Der Beschwerdeführer sei auf-
grund seiner kritischen Meinung gegenüber dem politischen Regime in 
Bahrain verfolgt, gefangen genommen und gefoltert worden (S. 10). Nach 
seiner Ankunft in der Schweiz scheine sich der psychische Zustand 
zunächst mit der neu gewonnenen Sicherheit verbessert zu haben. Die 
Anhäufung verschiedener Begleitfaktoren habe dann die PTBS schrittweise 

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ausgelöst (S. 11). Der Beschwerdeführer leide unter einem wiederholten 
Wiedererleben traumatischer Ereignisse mit allgegenwärtigen Foltererinne-
rungen, Flashbacks, wiederholten Albträumen mit Todesängsten, Stürzen 
ins Leere und Aufprallgeräuschen. Er lebe in ständiger Angst vor einer be-
vorstehenden Katastrophe und in einem ständigen aussichtslosen Dauer-
stress, der auch im Schlaf kein Ende finde. Manchmal wache er erschro-
cken auf und könne stundenlang nicht wieder einschlafen. Das ganze psy-
chische Leben bleibe auf seinen kranken Körper und den Verlust seiner 
Mutter fixiert, was die anderen vergangenen traumatischen Erfahrungen 
wachrufe (S. 12 f.). Das Revisionsgesuch seines Invalidenversicherungs-
dossiers habe angesichts dieser neuen Tatsachen auch einen nicht zu ver-
nachlässigenden therapeutischen Wert, der im Sinne einer Anerkennung 
sein Leiden lindern und zu einer gewissen Verbesserung seines psychi-
schen Zustands beitragen könnte. Das Szenario eines Suizids sei sehr 
präsent und hartnäckig, da die Nichtanerkennung seines Leidens vom Be-
schwerdeführer als Gipfel der Ungerechtigkeit empfunden werde. Ein Anti-
depressivum sei ausprobiert, aber wegen der Nebenwirkungen schnell 
wieder abgesetzt worden, vor allem aber auch, weil das Medikament die 
Erinnerung an die Folterknechte wecke, die die Gefangenen gezwungen 
hätten, Neuroleptika und Benzodiazepine zu nehmen, um sie zu hemmen, 
zu betäuben und als verrückt zu qualifizieren. Seit Beginn der PTBS sei der 
Beschwerdeführer zu 100 % krankgeschrieben (S. 14).

4.3.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Chirurgie, führte in den Berich-
ten vom 1. Mai 2019 (act. II 112 S. 3 ff.) und 12. Juni 2019 (act. II 114 S. 2 
ff.) folgende Hauptdiagnosen auf:

1. Tiefsitzendes, mässig differenziertes Adenokarzinom des Rektums 
ypT0 ypN0 (0/35) cM0 (initial cT3 cN1)

2. Rezidivierende Hypergranulationen am Stomarand
3. Vitamin D-Mangel
4. Erektile Dysfunktion
5. Harnblasenentleerungsstörung
6. Chronische Hepatitis C, Genotyp 1a (ED Mai 2013)
7. Status nach Hepatitis B, Anti HBc Alone-Konstellation
8. Chronische Schmerzproblematik

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9. Depression

Im Bericht vom 12. Juni 2019 (act. II 114 S. 2 ff.) hielt sie sodann fest, der 
Untersuchungsbefund sei unverändert. Die Situation bleibe nach wie vor 
schwierig und die Beschwerden seien unverändert. Eine Arbeitsfähigkeit 
sei in dieser Situation auch weiterhin nicht gegeben (S. 6).

4.3.3 Im MEDAS-Verlaufsgutachten vom 25. November 2019 (act. II 151) 
führten pract. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, und Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und Gastroenterologie, in der Konsensbeurteilung (act. II 151.1 S. 7 ff. 
Ziff. 4) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 7 f. 
Ziff. 4.2):

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradiger Ausprä-
gung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
- Status nach schwerer depressiver Episode mit psychotischen Sym-

ptomen (ICD-10 F32.3; 2012 bis 2014)
2. Status nach tiefsitzendem, mässig differenziertem Adenokarzinom des 

Rektums ypT0 ypN0 cM0 (initial cT3 cN1)
- Status nach medianer Laparotomie und onkochirurgischer Anlage ei-

nes Descendostomas (November 2013)
- Rezidivfreier Verlauf, dokumentiert im Rahmen der Standard-

Nachsorgeuntersuchungen bis 2019
- Status nach neoadjuvanter Chemotherapie mit Gesamtdosis 50,4 Gy, 

Fluorouracil

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie einen Status 
nach chronischer Hepatitis C, Genotyp 1a (ED April 2013; erfolgreiche Ep-
clusa-Therapie [Januar 2018] mit Eradikation des Hepatitis C-Virus; serolo-
gisch Status nach Hepatitis B; S. 8 Ziff. 4.2).

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. II 151.2) führte pract. med. 
G.________ aus, im Vergleich zur letzten Begutachtung könne trotz einer 
fortgeführten fachpsychiatrischen ambulanten Behandlung keine Verbesse-
rung des Zustandsbildes verzeichnet werden. Prinzipiell sei eine deutliche 
Verbesserung des psychischen Zustandes denkbar, es sollte die depressi-
ve Symptomatik suffizient behandelt werden (S. 8 f. Ziff. 7.2). Im Arztbericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 13

vom 9. April 2019 (vgl. act. II 112 S. 10 ff.) sei die Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung benannt worden, wegen der seit ihrem 
Auftreten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde. Kriterienge-
leitet werde eine posttraumatische Belastungsstörung durch ein Ereignis 
katastrophalen Ausmasses ausgelöst. Je nach persönlicher Prädisposition 
könne dies durchaus als eine schwere limitierende Erkrankung angesehen 
werden. Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung träten nach einer 
gewissen Zeit Symptome wie Albträume, Flashbacks und vegetatives Re-
agieren bei Wiedererinnern des auslösenden Ereignisses auf. Alle diese 
Symptome seien jedoch in der Vergangenheit nicht benannt worden und 
bestünden auch bis heute nicht, so dass die Diagnose einer posttraumati-
schen Belastungsstörung und somit eine daraus resultierende vollständige 
Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigt werden könnten (S. 9 Ziff. 7.3.3). Die 
schwere körperliche Erkrankung sei als ihn erheblich belastend einzustu-
fen, es sei dem Beschwerdeführer bis heute nicht gelungen, sich gedank-
lich und in seiner Alltagsgestaltung weniger auf die damit verbundenen 
körperlichen Einschränkungen und mehr zukunfts- und ressourcenorientiert 
zu fokussieren (S. 9 f. Ziff. 7.4). Im psychopathologischen Befund habe sich 
der Beschwerdeführer bei der letzten Begutachtung ähnlich wie in der ak-
tuellen Exploration gezeigt. Seit der letzten Begutachtung bis heute sei eine 
Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes zu verzeichnen im Sin-
ne einer zunehmenden Fixierung auf die körperlichen Symptome mit erheb-
lichen Insuffizienzgefühlen. Sei im Vorgutachten aus psychiatrischer Sicht 
noch eine um 30 % verminderte Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit geschätzt worden, so bestehe nun eine Einschätzung von 60 % 
(S. 10 f. Ziff. 8.1.4). Es sei davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähig-
keit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit seit der letzten Be-
gutachtung (2015) nicht wesentlich verändert habe (S. 11 Ziff. 8.2.5).

Gemäss gastroenterologischem Teilgutachten (act. II 151.3) von Dr. med. 
H.________ beobachtete man nach der operativen Entfernung des tiefsit-
zenden Rektumkarzinoms und der anschliessenden neoadjuvanten Radio-
chemotherapie einen bis dato rezidivfreien Verlauf des Rektumkarzinoms. 
Anlässlich der Untersuchung sei ein adäquat funktionierendes Stoma mit 
hygienisch einwandfreier Situation zur Darstellung gekommen. Gemessen 
an der Aktenlage persistierten aber die technischen Probleme im Bereich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 14

des Stomas mit insuffizienter Stomaplatte und entsprechendem Manipulati-
onsbedarf (S. 4 Ziff. 7.1). Es präsentiere sich gegenüber der Voruntersu-
chung ein stabiler Verlauf. Die technischen Probleme des Stomas seien 
nicht ungewöhnlich und forderten einen entsprechenden Einsatz. Mit der 
nötigen Gewissenhaftigkeit und Compliance dürfe davon ausgegangen 
werden, dass diese kompensierbar seien. Aktuell würden sich keine weite-
ren Massnahmen aufdrängen. Bezüglich der geltend gemachten Schmerz-
symptomatik gestalte sich eine Therapieempfehlung resp. eine Interpretati-
on der Heilungschancen sehr schwierig, da ein organisches Korrelat fehle 
(S. 5 Ziff. 7.2). Anlässlich der Untersuchung sei ein übertriebenes Schmer-
zgebaren aufgefallen, das eine massive abdominale Schmerz-symptomatik 
erklären solle. Diese Symptome undulierten während der gesamten Unter-
suchung massiv und in Situationen, in welchen der Beschwerdeführer ab-
gelenkt gewesen sei und sich nicht beobachtet gefühlt habe, habe ein Be-
schwerdeführer ohne Schmerzsymptome beobachtet werden können. Ins-
gesamt könne davon ausgegangen werden, dass hier eine deutliche Ag-
gravation vorliege. Bezüglich der technischen Probleme am Stoma müsse 
gestützt auf die Aktenlage aber angenommen werden, dass diese mehr-
heitlich zuträfen und schlussendlich auch in die Beurteilung einfliessen soll-
ten (Ziff. 7.3.1). 

In der interdisziplinären Beurteilung (act. II 151.1 S. 7 ff.) führten die Gut-
achter aus, aus psychiatrischer Sicht beeinflusse die rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradiger Ausprägung mit somatischem 
Syndrom, die Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der depressiv herabgesetzten 
Stimmungslage, der negativistischen Grundhaltung sowie der Fokussierung 
seiner Gedanken auf seine körperlichen Einschränkungen bestehe eine 
verminderte Belastbarkeit. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … könne 
aus psychiatrischer Sicht aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 40 % festgestellt 
werden. In einer adaptierten Tätigkeit, die weniger vom Umgang mit ande-
ren Menschen geprägt sei, und mit der Möglichkeit vermehrter Pausen, 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Aus gastroenterologischer Sicht 
sei die zentrale Pathologie, welche die Arbeitsfähigkeit erheblich ein-
schränke, das Stoma bei Zustand nach operiertem 
Adenokarzinom des Rektums. Das Heben von Lasten über zehn Kilo-
gramm sei nicht mehr zumutbar, da das Stoma diesen Belastungen nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 15

standhalten würde und es zu Herniationen käme. Somit bestehe in der an-
gestammten Tätigkeit aus gastroenterologischer Sicht eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit (seit der Operation 2013; vgl. S. 9 Ziff. 4.6). Für körper-
lich leichte, adaptierte Tätigkeiten (Gewichte bis zehn Kilogramm; vgl. 
act. II 151.3 S. 6 Ziff. 8.2.1) bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit mit einer 
Leistungsreduktion von 20 % aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs 
(act. II 151.1 S. 8 Ziff. 4.3). Bidisziplinär wurden für die bisherige Tätigkeit 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und für eine angepasste Tätigkeit eine 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60 % bei einer maximalen Präsenz von 
sechs bis acht Stunden pro Tag attestiert. Der Gesundheitszustand und die 
Arbeitsfähigkeit hätten sich gegenüber der Situation gemäss Gutachten 
vom 3. Februar 2016 respektive der Untersuchung vom 8. Dezember 2015 
nur geringfügig geändert (act. II 151.1 S. 10 Ziff. 4.11).

4.3.4 Im Bericht vom 9. Juli 2020 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 6) 
hielt Dr. med. F.________, bis auf die nicht mehr aufgeführte Diagnose der 
Hypergranulation am Stomarand, dieselben Diagnosen wie in den Berich-
ten vom 1. Mai 2019 (act. II 112 S. 3 ff.) und 12. Juni 2019 (act. II 114 S. 2 
ff.) fest und ergänzte diese mit einer Depression und einer posttraumati-
schen Belastungsstörung. Aufgrund einer Mischintoxikation sei der Be-
schwerdeführer am 30. Juni 2020 während 24 Stunden auf der Intensivsta-
tion überwacht worden. Nach Ausschluss einer akuten Suizidalität sei er in 
gebessertem Allgemeinzustand wieder entlassen worden. Die Situation 
sowohl von somatischer als auch von psychischer Seite her habe sich in 
den letzten Wochen aggraviert. Der Beschwerdeführer leide auch weiterhin 
an chronischen Abdominalschmerzen, weswegen er auch weiterhin regel-
mässig starke Analgetika einnehme. Auch die Depression habe sich deut-
lich verstärkt, und ab und zu seien auch suizidale Gedanken vorhanden. 
Diesbezüglich werde er auch weiterhin ambulant durch 
Dr. med. E.________ betreut. Die repetitiv negativen Bescheide der IV-
Stelle machten ihm sehr zu schaffen, und er fühle sich nicht ernst genom-
men, insbesondere da die jeweiligen Abklärungen mit Ärzten erfolgt seien, 
die der französischen Sprache nicht mächtig gewesen seien und eine 
adäquate, direkte Kommunikation nicht möglich gewesen sei (S. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 16

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren 
eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen 
beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen 
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver 
Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 17

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 
3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Be-
weisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen 
von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer-
den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind 
oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ih-
rem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 
der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 
als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-
ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 
früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen 
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 
welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und 
Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2018 
IV Nr. 13 S. 41 E. 4.2.2).

4.5

4.5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der vorliegend 
angefochtenen Verfügung auf das Verlaufsgutachten der MEDAS vom 
25. November 2019 (act. II 151). Diese Expertise erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines Gutachtens 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.4 hiervor), weshalb ihr volle Beweiskraft 
zukommt. Die darin enthaltenen Ausführungen und Feststellungen beruhen 
auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vor-
akten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getrof-
fen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die medizinischen Zu-
sammenhänge einleuchtend und die daraus gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zumutba-
ren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet und überzeugend darge-
stellt. Sie setzten sich zudem mit der Frage nach einer relevanten Verände-
rung des Gesundheitszustandes im massgebenden Vergleichszeitraum 
(vgl. E. 4.1 hiervor) auseinander (vgl. act. II 151.1 S. 9 Ziff. 4.6.4 und 4.7.5, 
S. 10 Ziff. 4.11). Im psychiatrischen Teilgutachten wurde dargelegt, dass es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 18

seit der letzten Begutachtung bis heute zwar zu einer Verschlechterung des 
psychischen Zustandsbildes gekommen sei (vgl. act. II 151.2 S. 10 
Ziff. 8.1.4), weshalb nicht mehr bloss von einer Einschränkung von 30 % in 
der angestammten Tätigkeit (vgl. act. II 82.1 S. 11), sondern von einer Ein-
schränkung von 60 % auszugehen sei (act. II 151.2 S. 10 Ziff. 8.1.3 und 
8.1.4). Gleichzeitig führte der psychiatrische Experte aber auch schlüssig 
aus, dass sich die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit der 
letzten Begutachtung nicht wesentlich verändert habe (act. II 151.2 S. 11 
Ziff. 8.2.5). Mit Blick auf die Akten überzeugen deshalb die Ausführungen 
der Gutachter in der Konsensbeurteilung (act. II 151.1 S. 7 ff. Ziff. 4), wo-
nach sich der Gesundheitszustand seit dem letzten Gutachten vom 25. Ja-
nuar 2016 (act. II 82.1) nur geringfügig (act. II 151.1 S. 10 Ziff. 4.11) und 
sich die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten (vgl. S. 9 Ziff. 4.6.4) 
als auch in einer angepassten Tätigkeit (vgl. S. 9 Ziff. 4.7.5) aus bidiszi-
plinärer Sicht nicht verändert hat. 

4.5.2 Soweit der Beschwerdeführer vorab mangelnde Französischkennt-
nisse des psychiatrischen Experten geltend macht (Beschwerde S. 2 f.), 
kann dies nicht gehört werden. Die Begutachtung fand in Anwesenheit ei-
nes Dolmetschers für Französisch statt. Ferner hielt der Gutachter fest, die 
deutschen Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers seien für die Explora-
tion ausreichend und die Anwesenheit des Dolmetschers hilfreich gewesen 
(vgl. act. II 151.2 S. 6 Ziff. 4.2). Der Beschwerdeführer machte sodann we-
der im Anschluss an die Begutachtung noch im Einwand gegen den Vorbe-
scheid (vgl. act. II 154, 156, 158) geltend, dass er seine Ausführungen ger-
ne gegenüber einem der französischen Sprache mächtigen Gutachter auf 
Französisch hätte verdeutlichen wollen. Vielmehr wird dies erstmals in der 
Beschwerde vorgetragen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin den 
Beschwerdeführer nach der gewünschten Verfahrenssprache gefragt hatte 
(vgl. act. II 137), woraufhin er die deutsche Sprache angab (vgl. act. II 141). 
Es sind auch keine Anhaltspunkte für eine Befangenheit der Gutachter er-
sichtlich (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2020 UV Nr. 10 S. 36 
E. 5.2; 2018 UV Nr. 28 S. 98 E. 3.1), diese hätten ohnehin baldmöglichst 
geltend gemacht werden müssen (vgl. BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275; 
Rz. 2076.15 des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversi-
cherung [KSVI]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 19

4.5.3 Der Beschwerdeführer rügt ausserdem, mit den durch ihn vorgeleg-
ten Arztzeugnissen sei eine anspruchserhebliche Änderung der tatsächli-
chen Verhältnisse durch eine objektive Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes mit entsprechend verminderter Arbeitsfähigkeit ausgewiesen 
resp. sei eine ganz wesentlich geänderte Möglichkeit eingetreten, über-
haupt noch ein „restanzliches“ Erwerbseinkommen erzielen zu können (Be-
schwerde S. 2). 

Was die durch den behandelnden Psychiater Dr. med. E.________ in ei-
nem undatierten Bericht (act. II 112 S. 10 ff.) diagnostizierte PTBS betrifft, 
setzte sich der psychiatrische Experte im MEDAS-Gutachten eingehend mit 
dieser divergierenden Einschätzung auseinander. Basierend auf den Vor-
akten und Untersuchungsbefunden zeigte pract. med. G.________ über-
zeugend auf, dass - und weshalb - keine PTBS zu diagnostizieren ist: So 
hielt er fest, dass alle Symptome einer PTBS (wie Albträume Flashbacks 
und vegetatives Reagieren bei Wiedererinnern an das auslösende Ereig-
nis) in der Vergangenheit nicht benannt worden seien und auch bis heute 
nicht bestünden. Der Beschwerdeführer gab denn auch sowohl spontan 
(vgl. act. II 151.2 S. 1 f. Ziff. 3.1) als auch im Rahmen der vertiefenden Be-
fragung zu psychiatrischen Themen (vgl. S. 2 f. Ziff. 3.2) keine der von 
Dr. med. E.________ beschriebenen Symptome (wie etwa das wiederholte 
Wiedererleben der traumatischen Ereignisse mit Foltererinnerungen, 
Flashbacks, wiederholte Albträumen mit Todesängsten, Stürzen ins Leere 
und Aufprallgeräuschen [vgl. act. II 112 S. 12]) an. Es leuchtet daher ein, 
dass der psychiatrische Experte die Diagnose und eine daraus resultieren-
de vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigte (act. II 151.2 S. 9 
Ziff. 7.3.3). Selbst wenn vom Vorliegen einer PTBS auszugehen wäre, wür-
de damit ohnehin nicht ohne weiteres ein Neuanmeldungsgrund vorliegen. 
Denn eine neue Diagnose stellt nicht per se eine neuanmeldungsrechtliche 
Gesundheitsverschlechterung dar, sondern nur, wenn diese veränderten 
Umstände den Leistungsanspruch berühren (BGE 141 V 385 E. 4.2 
S. 391).

Pract. med. G.________ leitete sodann anhand des detaillierten psychiatri-
schen Untersuchungsbefundes plausibel die Diagnose einer rezidivieren-
den depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradiger Ausprägung mit so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 20

matischem Syndrom (ICD-10 F33.11), her (S. 6 Ziff. 4.3 und S. 7 Ziff. 6.3). 
Dass entgegen der Beurteilung des behandelnden Psychiaters (vgl. 
act. II 112 S. 10 ff.) nicht von einer schweren Ausprägung der depressiven 
Störung ausgegangen wird, erscheint umso schlüssiger, als keine medika-
mentöse antidepressive Therapie durchgeführt wird (vgl. act. II 151.2 S. 8 
Ziff. 7.2) und auch die Auswertung der Hamilton Depression Rating Scale 
mit einer mittelgradigen Depression vereinbar ist (S. 7 Ziff. 6.3). 
Dr. med. E.________ vermag im undatierten Bericht (act. II 112 S. 10 ff.) 
darüber hinaus keine Aspekte zu benennen, die im Rahmen der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2019 UV Nr. 31 
S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Auch das ärztliche Zeugnis des 
behandelnden Psychiaters vom 5. Februar 2020 (act. II 158 S. 7) ist nicht 
geeignet, das psychiatrische Teilgutachten in Zweifel zu ziehen, wird darin 
doch lediglich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ohne dies diffe-
renziert zu begründen. 

Was die Berichte von Dr. med. F.________ vom 1. Mai 2019 (act. II 112 
S. 3 ff.) und 12. Juni 2019 (act. II 114 S. 2 ff.) angeht, wurden darin eben-
falls keine neuen Befunde aufgeführt und keine Aspekte benannt, die in der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben worden wären (vgl. 
SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Die 
behandelnde Chirurgin begründete in ihrem Bericht vom 12. Juni 2019 
(act. II 114 S. 2 ff.) denn auch nicht näher, weshalb eine Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers nicht mehr gegeben sein soll (vgl. S. 6). Gleiches 
gilt auch für den Bericht vom 9. Juli 2020 (act. I 6), welcher ohnehin erst 
nach Verfügungserlass - der zeitlich massgebenden Grenze der 
gerichtlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 
138 E. 2.1 S. 140) - datiert und in welchem Dr. med. F.________ erstmals 
(fachfremd) die Diagnose einer PTBS aufführte. Eine fachärztliche Beurtei-
lung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit kann grundsätz-
lich nur gestützt auf eine ebenfalls fachärztlich abweichende Beurteilung 
entkräftet werden. Somit vermag Dr. med. F.________ als Chirurgin an der 
Einschätzung des psychiatrischen Gutachters keine Zweifel zu wecken 
(vgl. statt vieler Entscheid des Bundesgerichts vom 13. November 2018, 
8C_584/2018, E. 4.1.1.2). Auch die sich in den Akten befindlichen Arzt-
zeugnisse von Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 21

zin, vom 5. Februar 2020 (act. II 158 S. 8) und von Dr. med. F.________ 
vom 7. Februar 2020 (act. II 158 S. 6) vermögen für sich allein keine Zwei-
fel an der gutachterlichen Einschätzung zu wecken, bescheinigen sie doch 
lediglich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ohne dies differenziert darzule-
gen. 

Den Umständen, wonach gemäss Dr. med. E.________ die erneute Über-
prüfung auf Leistungen der Invalidenversicherung einen nicht zu vernach-
lässigenden therapeutischen Wert habe, der die Not im Sinne einer Aner-
kennung das Leiden lindern und zu einer gewissen Verbesserung des psy-
chologischen Zustands beitragen könnte (vgl. act. II 112 S. 14), und wo-
nach gemäss Dr. med. F.________ die repetitiv negativen Bescheide der 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu schaffen machten (vgl. 
act. I 6 S. 5), kommt als reaktives Geschehen keine invalidisierende Be-
deutung zu (vgl. dazu etwa BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416). 

4.5.4 Aufgrund des Dargelegten ist davon auszugehen, dass seit der Ver-
fügung vom 7. Februar 2017 (act. II 96 S. 3 ff.) keine Veränderung des Ge-
sundheitszustandes eingetreten ist, welche geeignet ist den Invaliditätsgrad 
und somit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Damit fehlt es an einem 
medizinischen Neuanmeldungsgrund. Auch in erwerblicher oder sonstiger 
tatsächlicher Hinsicht ist eine Veränderung weder ersichtlich noch wird eine 
solche geltend gemacht, weshalb auch diesbezüglich kein 
Neuanmeldungsgrund vorliegt. Mangels eines solchen ist eine allseitige 
Prüfung des Leistungsanspruchs nicht statthaft, womit sich die Durch-
führung der Indikatorenprüfung und eines Einkommensvergleichs sowie die 
Prüfung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit erübrigen.

4.6 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 13. März 
2020 (act. II 159) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 22

wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der Akten und 
angesichts der Sozialhilfeabhängigkeit ausgewiesen (Akten des 
Beschwerdeführers zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege [act. IA-
UR] 1 ff.). Auch kann der Prozess nicht von vornherein als aussichtslos 
bezeichnet werden. Demnach ist dem nicht anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfah-
renskosten zu gewähren.

5.2 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, grundsätzlich zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
wird er - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG 
i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

5.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 23

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334,

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/279, Seite 24

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.