# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 050b9c9c-13a5-50c3-84d5-a994e10de816
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.07.2008 AHV 2007/24, KZL 2007/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2007-24--KZL-200_2008-07-24.pdf

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Fall-Nr.: AHV 2007/24, KZL 2007/16

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung

Publikationsdatum: 03.03.2020

Entscheiddatum: 24.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 24.07.2008
Art. 46 ATSG, Recht auf Akteneinsicht, rechtskonforme Aktenführung, Pflicht 
zur Erstellung eines Aktenverzeichnisses; Art. 52 AHVG, 
Schadenersatzpflicht eines Verwaltungsrates für nicht geleistete bundes- 
und kantonalrechtliche Beiträge; Dauer Verantwortlichkeit eines 
Verwaltungsratsmitgliedes bis spätestens zum tatsächlichen Austritt aus 
dem Verwaltungsrat; vorliegend qualifiziertes Verschulden unter 
Berücksichtigung sämtlicher Umstände (kurze Dauer der nicht geleisteten 
Beiträge, nicht geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied, laufende 
Überprüfung der Geschäftsführung und Einholen von Auskünften) verneint 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juli 
2008, AHV 2007/24 und KZL 2007/16).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 24. Juli 2008

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführer,          

Rekurrent,

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Vorinstanz,

D.___,

Beigeladener,

betreffend

Schadenersatzforderung (i.S. Z.___)

bundesrechtlicher Streitwert: Fr. 7'250.70

kantonalrechtlicher Streitwert: Fr. 360.75

Sachverhalt:

A.         

A.a    Die Z.___ ag mit Sitz in Y.___ wurde am 10. November 2005 ins Handelsregister 

des Kantons St. Gallen eingetragen. Seit der Gründung amteten K.___, F.___ und D.___ 

als Verwaltungsräte je mit Kollektivunterschrift zu zweien (act. G 11.1/239). Die Z.___ ag 

war der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen als beitragspflichtige 

Arbeitgeberin angeschlossen (vgl. act. G 11.1/96 und 98).

A.b   Über die Gesellschaft wurde mit Wirkung ab 16. Juni 2006 der Konkurs eröffnet 

(act. G 11.1/25). Nachdem am 12. Oktober 2006 der Konkurs mangels Aktiven 

eingestellt worden war, stellte die SVA am 24. Januar 2007 K.___ in Aussicht, von ihm 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 7'954.80 zu verlangen (act. G 11.1/90).

A.c     Mit Verfügung vom 24. April 2007 forderte die SVA von K.___ Schadenersatz für 

entgangene Beiträge in der Höhe von Fr. 7'771.45 (für entgangene bundesrechtliche 

Beiträge: Fr. 7'358.25; für kantonalrechtliche Beiträge: Fr. 413.20; und zwar unter 

solidarischer Haftung mit D.___, act. G 11.1/78).

B.        

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B.a   K.___ nahm am 18. Mai 2007 zur Verfügung vom 24. April 2007 Stellung. Er führte 

aus, dass er kaum in der Lage sei, die eingeforderten Beiträge zu bezahlen. Zudem sei 

er der Auffassung, dass ihn keine Schuld treffe, habe er sich doch persönlich um eine 

Rettung der Gesellschaft bemüht. Die Schadenersatzforderung sei von den zwei 

anderen Verwaltungsräten (F.___ und D.___) zu begleichen (act. G 11.1/76).

B.b   Am 23. Mai 2007 teilte die SVA St. Gallen K.___ mit, dass aus der Stellungnahme 

vom 18. Mai 2007 nicht hervorgehe, ob er Einsprache gegen die verfügte 

Schadenersatzforderung erheben wolle (act. G 11.1/231).

B.c   In der als "Einsprache" bezeichneten Eingabe vom 24. Mai 2007 bekräftigte K.___ 

seinen Willen und seine Absicht, Einsprache zu erheben (act. G 11.1/234).

B.d   Im Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2007 reduzierte die SVA die 

Schadenersatzforderung auf Fr. 7'611.45 (bundesrechtliche Beiträge: Fr. 7'250.70; 

kantonalrechtliche Beiträge Fr. 360.75) und wies im Übrigen die Einsprache ab. Sie 

begründete ihren Entscheid damit, dass der Einsprecher als Verwaltungsratsmitglied zu 

einer korrekten Abrechnung und pünktlichen Ablieferung der Beiträge verpflichtet 

gewesen sei. Dies habe er offensichtlich unterlassen und dadurch den Schaden 

mindestens grobfahrlässig verursacht. Eine allfällige Delegation seiner Pflichten an die 

anderen Verwaltungsratsmitglieder sei kein Exkulpationsgrund. Falls der Einsprecher 

ohne Einfluss auf die Geschäftsführung gewesen wäre, hätte er sich über allfällige 

Ausstände bei ihr erkundigen können und müssen. Offensichtlich sei für ihn das 

Überleben seiner eigenen Unternehmung (A.___) wichtiger gewesen, als die 

Überweisung der sozialversicherungsrechtlichen Beiträge. So habe er dafür gesorgt, 

dass die Z.___ ag im Jahre 2006 die Mieten (mit Verzögerung, aber immerhin) an die 

A.___ überwiesen habe, während sämtliche sozialversicherungsrechtlichen Beiträge 

und Nebenkosten des Jahres 2006 unbezahlt geblieben seien. Gemäss Eintragung im 

Handelsregister sei der Einsprecher am 27. Juni 2006 (also erst nach der 

Konkurseröffnung vom 16.  Juni 2006) aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Er 

habe zwar beabsichtigt, am 10. Mai 2006 zurückzutreten, habe aber jedoch 

mindestens bis zum 12. Mai 2006 als Verwaltungsratsmitglied weiter geamtet. Da er bis 

zum Konkurs im Handelsregister als Verwaltungsratsmitglied eingetragen gewesen sei, 

wäre ihm die Veranlassung der Beitragszahlungen bis zum 15. Juni 2006 möglich 

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gewesen. Somit hafte der Einsprecher für die bis zum 15. Juni 2006 fälligen und in 

Rechnung gestellten Beiträge. Für die ab dem Konkurs entstandenen Kosten hafte er 

nicht mehr (act. G 11.1/243).

C.        

C.a   In der als "Anzeige zur Beschwerde gegen eine Einspracheentscheidung" 

bezeichneten Eingabe vom 24. Oktober 2007 an das Versicherungsgericht erhebt K.___ 

Beschwerde. Er gibt an, die geforderten Unterlagen in den nächsten Tagen 

aufzubereiten und nachzureichen (act. G 1). Der Eingabe vom 24. Oktober 2007 liegt 

der angefochtene Einspracheentscheid sowie eine E-Mail vom 24. Oktober 2007 an die 

SVA St. Gallen bei. Darin führt K.___ aus, dass er gegen den Einspracheentscheid 

Beschwerde einlegen werde (act. G 1.1).

C.b    Auf Aufforderung der Verfahrensleitung hin legt der Beschwerdeführer in der 

Eingabe vom 10. November 2007 dar, weshalb er mit der geltend gemachten 

Schadenersatzforderung und dem angefochtenen Einspracheentscheid nicht 

einverstanden sei. Aus den Protokollen der Verwaltungsratssitzungen gehe hervor, 

dass er seiner Verantwortung nachgekommen sei und klare Aufträge an die 

Geschäftsleitung erteilt habe. Durch die Geschäftsführung (F.___ und D.___) sei ihm 

immer wieder versichert worden, dass das Unternehmen auf Kurs sei. Vor diesem 

Hintergrund sei er davon ausgegangen, dass alles korrekt ablaufe. F.___ habe den 

Verwaltungsrat absichtlich getäuscht. Auch anlässlich der Aktionärsversammlung für 

eine Kapitalerhöhung seien falsche Zahlenangaben gemacht worden. Als ihm die 

Liquiditätsprobleme bekannt geworden seien, sei er sofort aktiv geworden. Am 18. 

April 2006 habe der Verwaltungsrat F.___ freigestellt, damit der Verwaltungsrat ohne 

weitere Verdunkelungsgefahr mit dem Start der Aufräumarbeiten habe beginnen 

können. Dabei habe er festgestellt, dass erhebliche Versäumnisse der Geschäftsleitung 

bestanden hätten. So habe namentlich eine aktuelle Buchhaltung gefehlt und eine 

Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sei nicht geführt worden. Die geschäftliche 

Administration sei ein Chaos gewesen. F.___ habe jeden Abend die gesamten 

Buchhaltungsunterlagen nach Hause genommen, damit nichts habe kontrolliert werden 

können. Er (der Beschwerdeführer) habe nach Erkennen der katastrophalen Lage 

vorgeschlagen, die Bilanz zu deponieren. Zudem sei er bereits am 5. Mai 2006 von 

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seinem Verwaltungsratsmandat zurückgetreten. Auf Wunsch des Verwaltungsrates sei 

er aber bis zum 10. Mai 2006 geblieben, in der Hoffnung, dass in letzter Minute ein 

Investor gefunden werde. Da dies trotz eigener Bemühungen nicht gelungen sei, habe 

er die Konkursanmeldung eingereicht. Die Revisionsstelle (C.___ Treuhand AG) habe 

persönlich beim Konkursrichter angerufen und um Nichteröffnung des Konkurses 

gebeten. Deshalb sei der Konkurs erst mehr als einen Monat später erneut angemeldet 

worden, nur weil man ihm (dem Beschwerdeführer) nicht geglaubt habe. An der 

verspäteten Konkurseröffnung und dem dadurch eingetretenen Schaden treffe ihn 

keine Schuld. Er (der Beschwerdeführer) habe alle menschenmöglichen 

Sanierungsbemühungen vorgenommen, was ihm auch von den beiden anderen 

Verwaltungsratsmitgliedern (F.___, D.___) attestiert worden sei. Des Weiteren sei das 

Verhalten der G.___ Bank, welche ohne Vorwarnung die Geschäftskonten habe sperren 

lassen, zweifelhaft (act. G 3).

C.c    Auf entsprechende Aufforderung der Verfahrensleitung hin reicht der 

Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. November 2007 seine Akten geordnet und 

versehen mit einem Aktenverzeichnis ein. Er weist erneut darauf hin, dass er alles 

unternommen habe, um Schäden zu vermeiden. Überdies erlaube es ihm seine 

finanzielle Lage aufgrund der ihm entstandenen Verluste nicht, die geltend gemachte 

Schadenersatzforderung zu bezahlen. Es sei ihm daher auch nicht möglich gewesen, 

einen Rechtsbeistand zu bezahlen (act. G 5).

C.d   Die Beschwerdegegnerin verweist in der Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 

2007 auf den angefochtenen Einspracheentscheid. Zusätzlich macht sie geltend, dass 

mangels rechtsgültiger "Beschwerde" innert der 14-tägigen Rechtsmittelfrist nicht auf 

den kantonalrechtlichen Teil der Schadenersatzforderung eingetreten werden dürfe. 

Bezüglich dem bundesrechtlichen Teil der Schadenersatzforderung beantragt sie die 

Beschwerdeabweisung (act. G 7).

C.e   Am 7. Dezember 2007 wird die Beschwerdegegnerin vom Versicherungsgericht 

zur Erstellung eines Aktenverzeichnisses aufgefordert (act. G 8). Die 

Beschwerdegegnerin teilt am 10. Dezember 2007 mit, dass sich ein Aktenverzeichnis 

erübrige, da die Akten geheftet und nummeriert seien (act. G 9). Am 18. Dezember 

2007 fordert das Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin erneut auf, ein 

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Aktenverzeichnis nachzureichen (act. G 10). Im Schreiben vom 21. Dezember 2007 teilt 

die Beschwerdegegnerin mit, dass sie zur Erstellung eines Aktenverzeichnisses nicht 

verpflichtet werden könne. Nachdem das manuelle Erstellen eines Aktenverzeichnisses 

einen unverhältnismässig hohen Aufwand bedeutet hätte, habe sie das ganze Bündel 

Akten doppelseitig fotokopiert. Die Beschwerdegegnerin ersucht, den diesbezüglichen 

Aufwand von pauschal Fr. 100.-- dem Beschwerdeführer in Rechnung zu stellen (act. G 

11).

C.f    Mit Replik vom 23. Januar 2008 nimmt der Beschwerdeführer Stellung zu den von 

der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten. Im Wesentlichen führt der 

Beschwerdeführer erneut aus, dass er alles unternommen habe, um die "Katastrophe" 

zu verhindern. Die unterbliebene Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge sei wegen 

des Verhaltens von F.___ nicht erkennbar gewesen. Der Beschwerdeführer rügt, dass 

die Beschwerdegegnerin nicht auf seine detailliert geschilderten Bemühungen 

eingegangen sei. Er macht des Weiteren geltend, dass der Verzicht der 

Beschwerdegegnerin auf die Geltendmachung von Schadenersatz gegen F.___ als 

Hauptverantwortlicher ein grosser Fehler gewesen sei (act. G 13).

C.g    Auf eine Duplik wurde verzichtet.

C.h    Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts lud D.___ mit Schreiben vom 17. 

Juni 2008 dem Verfahren bei und eröffnete ihm eine Frist zur Stellungnahme bis 7. Juli 

2008 (act. G 16), welche dieser unbenützt verstreichen liess.

Erwägungen:

1.         

In formellrechtlicher Sicht ist betreffend die kantonalrechtliche Schadenersatzforderung 

die Frage umstritten, ob der Rekurrent rechtzeitig Rekurs erhoben hat. Die 

Beschwerdeerhebung betreffend den bundesrechtlichen Teil ist demgegenüber 

unbestritten und auch klar zu bejahen. Auf die Beschwerde betreffend die 

bundesrechtliche Forderung ist daher einzutreten.

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1.1    Das Rechtsmittel gegen den kantonalrechtlichen Teil des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist ein Rekurs an das Versicherungsgericht nach Art. 40 ff. des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) mit einer Rekursfrist von 

14 Tagen (Art. 47 Abs. 1 VRP). Gemäss Art. 48 Abs. 1 VRP ist der Rekurs der 

Rekursinstanz schriftlich einzureichen. Er muss einen Antrag sowie eine Darstellung 

des Sachverhaltes und eine Begründung enthalten. Er ist zu unterzeichnen. Fehlt es an 

einem dieser Elemente, so fordert die Verfahrensleitung den Rekurrenten zur 

Ergänzung auf (Art. 48 Abs. 2 VRP). Das Verwaltungsgericht hat aus dieser Regelung 

geschlossen, dass sich ein Rekurrent zunächst darauf beschränken kann, innert der 

Rechtsmittelfrist das Rechtsmittel zu erheben. Dazu genügt die ausdrückliche oder 

sinngemässe Erklärung, dass der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird (Urs 

Peter Cavelti / Thomas Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2003, 

Rz. 911).

1.2    Innert der 14-tägigen Rechtsmittelfrist reichte der Rekurrent am 24. Oktober 2007 

(Datum Postaufgabe) die als "Anzeige zur Beschwerde gegen eine 

Einspracheentscheidung" bezeichnete Eingabe ein (act. G 1). Den Einspracheentscheid 

vom 12. Oktober 2007 legte er bei (act. G 1.2). Des Weiteren reichte er mit der Eingabe 

vom 24. Oktober 2007 eine an die Vorinstanz gesendete E-Mail vom 24. Oktober 2007 

ein (act. G 1.1).

1.3    In der Eingabe vom 24. Oktober 2007 teilt der Rekurrent seine "Anzeige zur 

Beschwerde gegen die Einspracheentscheidung" mit. Die geforderten Unterlagen 

werde er in den nächsten Tagen aufbereiten und nachreichen (act. G 1). In der – in 

Kopie an das Versicherungsgericht adressierten – E-Mail vom 24. Oktober 2007 führt 

der Rekurrent aus, dass er den Einspracheentscheid nicht akzeptiere und er dagegen 

Beschwerde einlege (act. G 1.1). Mit der Eingabe vom 24. Oktober 2007 samt Beilagen 

erklärt der rechtsunkundige Rekurrent somit ausdrücklich, dass der 

Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2007 angefochten wird (Anzeige zur 

Beschwerde [act. G 1], "unvorstellbar, diesen Entscheid zu akzeptieren" und "lege ich 

Beschwerde ein" [act. G 1.1]). Nach dem Gesagten ist daher die Rekurserhebung innert 

der 14-tägigen Frist rechtsgenüglich erfolgt. In der Eingabe vom 10. November 2007 

ergänzt der Rekurrent die Rechtsmittelerhebung vom 24. Oktober 2007 mit einer 

eingehenden Sachverhaltsschilderung, Begründung und dem sinngemässem Antrag, 

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dass auf die geltend gemachten Schadenersatzforderungen zu verzichten sei (act. G 3). 

Auf den Rekurs gegen den kantonalrechtlichen Teil des Einspracheentscheides vom 

12. Oktober 2007 ist nach dem Gesagten ebenfalls einzutreten.

2.         

2.1    Im Schreiben vom 21. Dezember 2007 verneint die Beschwerdegegnerin mangels 

gesetzlicher Grundlage eine Pflicht zu Erstellung eines Aktenverzeichnisses und kommt 

der entsprechenden Aufforderung des Versicherungsgerichts nicht nach. Stattdessen 

stellte sie dem Beschwerdeführer unter Geltendmachung einer Aufwandentschädigung 

von Fr. 100.-- eine Kopie des Aktendossiers zu (act. G 11).

2.2    Art. 46 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) legt fest, dass für jedes 

Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen, die massgeblich sein können, vom 

Versicherungsträger systematisch zu erfassen sind. Das Recht auf Akteneinsicht 

verpflichtet die Behörden namentlich, ein chronologisches, vollständiges und im 

Zeitpunkt der Entscheidung in sich geschlossenes Aktendossier zu führen (Cavelti/

Vögeli, a.a.O., Rz. 1136 mit Hinweisen auf BGE 115 Ia 99 und die Literatur). Hierzu 

gehört auch das Erstellen eines Aktenverzeichnisses (vgl. Urteil des 

Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 27. August 2007 i.S. M., IV.

2005.00528, E. 3; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2003, N 5 zu Art. 46).

2.3    Die Beschwerdegegnerin macht für den Kopieraufwand eine Pauschale von 

Fr. 100.-- geltend. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass weder vom Beschwerdeführer 

noch vom Versicherungsgericht ein Kopierauftrag ergangen ist, weshalb es von 

vornherein an einer Anspruchsgrundlage für die geltend gemachte Forderung fehlt. Des 

Weiteren ist ohnehin darauf hinzuweisen, dass der entsprechende Aufwand von der 

Beschwerdegegnerin selbst durch die nicht rechtskonforme Aktenführung – namentlich 

durch das Verweigern der Erstellung eines Aktenverzeichnisses – verursacht wurde. 

Hinzu kommt, dass die Akten teils mehrfach kopiert wurden (vgl. als Beispiel act. G 

11.1/6 und 11.1/234). Auch aus diesem Grund hat die Beschwerdegegnerin den 

entsprechenden Aufwand selbst zu tragen.

3.         

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Im vorliegenden Verfahren ist die Schadenersatzpflicht des Beschwerdeführers/

Rekurrenten (nachfolgend als "Beschwerdeführer" bezeichnet) für nichtgeleistete 

bundes- und kantonalrechtliche Beitragsforderungen umstritten und zu prüfen.

3.1    Die Haftung des Arbeitgebers für Schäden der Ausgleichskasse aufgrund 

absichtlicher oder grobfahrlässiger Missachtung von Vorschriften ist in Art. 52 des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 

geregelt. Gemäss Art. 47 lit. d des Kinderzulagengesetzes (KZG; sGS 371.1) wird Art. 

52 AHVG auch für die Beiträge an die Familienausgleichskasse angewendet.

3.2    Gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG verjährt der Schadenersatzanspruch zwei Jahre, 

nachdem die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, 

jedenfalls aber fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Der fristauslösende Zeitpunkt für 

die zweijährige Frist gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG fällt praxisgemäss in der Regel mit 

der Ausstellung des definitiven Pfändungsverlustscheins im Falle der Betreibung auf 

Pfändung (BGE 113 V 258 E. 3c mit Hinweisen) oder im Falle der Betreibung auf 

Konkurs mit der Auflage des Kollokationsplans (und des Inventars) (BGE 126 V 443), 

bzw. bei einer Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven mit dem Zeitpunkt 

der Publikation der Verfahrenseinstellung zusammen (BGE 129 V 193).

3.3    Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist der Konkurs am 16. Juni 2006 eröffnet und 

am 12. Oktober 2006 mangels Aktiven eingestellt worden (act. G 11.1/239). Da die 

Beschwerdegegnerin die Schadenersatzverfügung am 24. April 2007 (act. G 11.1/78) 

erliess, ist die Verjährungsfrist unbestrittenermassen gewahrt.

4.         

4.1    Gemäss Art. 52 Abs. 1 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder 

grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden 

verursacht, diesen zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so können 

subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe belangt werden (BGE 123 V 15 

E. 5b, 122 V 66 E. 4a, 119 V 405 E. 2, je mit Hinweisen; SVR 2003 AHV Nr. 1 S. 1).

4.2    Nach ständiger Rechtsprechung dauert die Verantwortlichkeit eines 

Verwaltungsratsmitgliedes in der Regel längstens bis zum Moment seines tatsächlichen 

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Austritts aus dem Verwaltungsrat, also bis zum Zeitpunkt, in welchem es keinen 

massgeblichen Einfluss mehr auf den Geschäftsgang hat (BGE 123 V 173 E. 3a, AHI 

1996 S. 293 E. 5). Das hat selbst dann zu gelten, wenn die Löschung des Eintrages im 

Handelsregister unterlassen oder erst später vorgenommen wird (BGE 126 V 61 E. 4c). 

In Bezug auf die geschuldeten Beiträge bedeutet das, dass das Organ für die zwischen 

seinem tatsächlichen Eintritt und tatsächlichen Austritt aus der Arbeitgeberfirma fällig 

gewordenen sowie für die beim Eintritt bereits fällig gewesenen Beiträge haftet. Die 

Haftung erstreckt sich daher grundsätzlich nur auf unbezahlt gebliebene 

Sozialversicherungsbeiträge, die während der Zeitspanne zwischen dem tatsächlichen 

Eintritt und tatsächlichen Austritt aus der Arbeitgeberfirma, also der Dauer der 

tatsächlichen Einflussnahme auf die Geschäftsführung fällig werden und hätten 

entrichtet werden müssen (AHI 2002 S. 54). Werden nach dem Austritt aus der Firma 

oder nach der Konkurseröffnung nicht abgerechnete Lohnzahlungen festgestellt, 

welche diese Zeitspanne beschlagen, so besteht demnach auch noch eine Haftung des 

bereits ausgeschiedenen Organs (BGE 126 V 61 und 134, 123 V 172). Keine Haftung 

besteht für nach dem tatsächlichen Austritt fällig gewordene Beiträge, es sei denn, der 

Schaden gehe auf Handlungen des ehemaligen Organs zurück, welche sich erst nach 

dessen Ausscheiden ausgewirkt haben (Urteil EVG vom 6. Februar 2003 i.S. F., H 

263/02, E. 3.2).

4.3    Der Beschwerdeführer war seit der Gesellschaftsgründung vom 10. November 

2005 als Verwaltungsratsmitglied mit Kollektivunterschrift zu zweien im Handelsregister 

eingetragen (act. G 11.1/220.1). Gestützt auf den Handelsregisterauszug vom 2. 

Oktober 2007 (act. G 11.1/239) geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der 

Beschwerdeführer bis zum Löschungseintrag vom 27. Juni 2006 als Verwaltungsrat der 

Z.___ ag eingetragen blieb und bis zur Konkurseröffnung haftbar sei. Dieser Auffassung 

kann nicht gefolgt werden. So erklärte der Beschwerdeführer anlässlich der 

Verwaltungsratssitzung vom 5. Mai 2006 seinen Rücktritt spätestens per 10. Mai 2006 

(act. G 5/10.3). Den entsprechenden Eintragungstatbestand teilte – wie dem Schreiben 

von Rechtsanwalt M.___ vom 15. Juni 2006 zu entnehmen ist (vgl. act. G 5/13.4) – 

dieser dem Handelsregisteramt St. Gallen bereits am 18. Mai 2006 mit. Wegen 

formeller Mängel (nicht gehörige Unterzeichnung der Anmeldung, fehlendes 

Rücktrittsschreiben, vgl. act. G 5/13.3) konnte die Eintragung erst am 27. Juni 2006 

vorgenommen werden. Als Rücktrittsschreiben reichte Rechtsanwalt M.___ das 

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Verwaltungsratsprotokoll vom 5. Mai 2006 ein und verwies auf das entsprechende 

Traktandum 3 (act. G 5/13.4). Vor diesem Hintergrund steht in tatsächlicher Hinsicht 

fest, dass der Beschwerdeführer am 10. Mai 2006 aus dem Verwaltungsrat 

zurückgetreten ist. Die – vom Beschwerdeführer nicht verschuldete – verzögerte 

Anmeldung in das Handelsregister sowie die Einberufung der Aktionäre durch den 

Beschwerdeführer zu einem informellen Treffen bezüglich eines Rettungsversuches 

vom 12. Mai 2006 (act. G 5/11.2) vermögen an dieser Tatsache nichts zu ändern.

4.4    Als formelles Organ der Z.___ ag kann der Beschwerdeführer nach dem Gesagten 

grundsätzlich nur für die Handlungen und Unterlassungen der Gesellschaft während 

der Dauer vom 10. November 2005 bis längstens 10. Mai 2006 belangt werden. Die 

Beiträge für die Monate November und Dezember 2005 wurden – wenn auch mit 

Verspätung – entrichtet (act. G 11.1/238). Da die Beitragsforderung für den Monat Mai 

2006 erst nach dem tatsächlichen Ausscheiden fällig wurde, ist der Beschwerdeführer 

für den entsprechenden von der Beschwerdegegnerin noch geltend gemachten 

bundesrechtlichen Restbetrag von Fr. 1'227.90 unabhängig von der Verschuldensfrage 

nicht mehr haftbar. Aus zeitlicher Sicht besteht somit höchstens eine Haftung für die 

am 23. März 2006 in Rechnung gestellte Nachbelastung und für die Beiträge des 1. 

Quartals 2006 sowie des Monats April 2006 (am 13. April 2006 in Rechnung gestellt 

[act. G 11.1/109] und bis 10. Mai 2006 zur Zahlung fällig; Art. 34 Abs. 3 der Verordnung 

über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]).

5.         

5.1    Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. 

Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle 

Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein, 

der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs 

zurückzuführen ist. Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen.

5.2     

5.2.1             Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers bzw. des verantwortlichen 

Organs setzt zunächst den Eintritt eines Schadens bei der Ausgleichskasse voraus. 

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Nach der Rechtsprechung gilt der Schadeneintritt als erfolgt, sobald die Beiträge 

wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordentlichen Verfahren 

erhoben werden können, mithin bei Konkurseröffnung über eine juristische Person 

(BGE 123 V 16 E. 5b). Der Schaden kann unbezahlt gebliebene paritätische AHV/IV/

EO- und ALV-Beiträge, Verwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Veranlagungs- und 

Betreibungskosten sowie Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (Thomas 

Nussbaumer, Das Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: Schaffhauser/Kieser 

[Hrsg.], Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 100).

5.2.2             Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die 

Schadensbemessung bei nach dem Pauschalverfahren abrechnenden Arbeitgebern 

nicht auf die effektiv geschuldeten Beiträge, sondern auf die in Rechnung gestellten 

Akontozahlungen abzustellen, solange diese nicht höher sind als der der 

Ausgleichskasse insgesamt entstandene Schaden (AHI 2002 S. 54 f.). Zeitliche Grenze 

des vorliegend zu berücksichtigenden Schadens bildet der 10. Mai 2006. Es sind daher 

als ausstehende Beiträge einzig die Akontorechnungen Januar bis April 2006 sowie die 

Nachbelastung für das Jahr 2005 in der Schadensberechnung zu berücksichtigen (vgl. 

vorstehende E. 4.3 und 4.4).

5.2.3             Die Beschwerdegegnerin macht Schadenersatz für entgangene 

bundesrechtliche Beiträge der Monate Januar bis Mai 2006 in Höhe von Fr. 7'250.70 

und entgangene kantonalrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 360.75 (inklusive 

Nachbelastung aus der Jahresabrechnung 2005), total Fr. 7'611.45 geltend (vgl. act. G 

11.1/243 S. 4). Das Quantitativ der streitgegenständlichen Forderungen ist nicht 

bestritten. Mangels offenkundiger Berechnungsfehler ist somit grundsätzlich von der 

Schadensberechnung der Beschwerdegegnerin und von einem vorliegend relevanten 

Schadensbetrag in der Höhe von Fr. 7'611.45 auszugehen. Allerdings ist zu 

berücksichtigen, dass mangels Haftbarkeit die Beiträge für den Monat Mai 2006 davon 

in Abzug zu bringen sind, weshalb eine Restforderung von Fr. 6'022.80 (Fr. 7'250.70 – 

1'227.90, wovon Fr. 360.75 kantonalrechtlichen Forderung) verbleibt.

5.3     

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5.3.1             Weitere Haftungsvoraussetzung für die vorliegend massgebliche 

Schadenersatzforderung für die entgangenen Beiträge der Monate Januar bis und mit 

April 2006 ist die Widerrechtlichkeit. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. 

AHVV schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die 

Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den 

Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Bei einer Lohnsumme 

über Fr. 200'000.-- hat der Arbeitgeber die Beiträge monatlich zu zahlen (Art. 34 Abs. 1 

lit. a AHVV). Die Ausgleichskasse setzt hiezu Akontobeiträge aufgrund der 

voraussichtlichen Lohnsumme fest (Art. 35 Abs. 1 AHVV). Wesentliche Änderungen der 

Lohnsumme haben die Arbeitgeber der Ausgleichskasse während des laufenden 

Jahres zu melden (Art. 35 Abs. 2 AHVV). Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht 

des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlichrechtliche Aufgabe. 

Dazu hat das Bundesgericht wiederholt erklärt, dass die Nichterfüllung dieser 

öffentlichrechtlichen Aufgabe eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 

Abs. 1 AHVG bedeute und die volle Schadensdeckung nach sich ziehe (BGE 118 V 195 

E. 2a).

5.3.2             Aus den Akten und nach dem bereits Gesagten ergibt sich, dass die Z.___ 

ag bzw. deren Verwaltungsrat der Beitragspflicht nicht vollumfänglich nachgekommen 

sind, was zum Schaden der Beschwerdegegnerin geführt hat und vom 

Beschwerdeführer unbestritten ist. Die Gesellschaft bzw. deren Verwaltungsrat hat 

somit die Beitragszahlungspflicht missachtet, womit die Widerrechtlichkeit als 

Haftungsvoraussetzung zu bejahen ist. Ein Rechtfertigungsgrund ist nicht 

ausgewiesen. Die geltend gemachte Sperrung des Kontokorrent-Kontos der Z.___ ag 

per 8. Mai 2006 (vgl. act. G 5/11.29) kann insoweit keinen Rechtfertigungsgrund 

darstellen, weil dem Beschwerdeführer bzw. der Z.___ ag im Wesentlichen eine 

Verletzung der Beitragszahlungspflicht vor der Sperrung des Kontokorrentkredits zur 

Last gelegt wird. Wie es sich damit konkret verhält, kann jedoch offen gelassen 

werden, wenn ohnehin nicht von einem qualifizierten Verschulden auszugehen wäre, 

was nachfolgend zu prüfen ist.

5.4     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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5.4.1             Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vorschriften absichtlich oder 

grobfahrlässig missachtet wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl ein 

Verschulden des Arbeitgebers wie des verantwortlichen Organs vorliegen muss. Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der öffentlich-

rechtlichen Aufgaben durch den Arbeitgeber ohne weiteres einem qualifizierten 

Verschulden seiner Organe gleichzusetzen. Vorausgesetzt ist vielmehr ein 

Normverstoss von einer gewissen Schwere. Eine Nichtabrechnung oder 

Nichtbezahlung der Beiträge genügt noch nicht, um ein qualifiziertes Verschulden 

anzunehmen. Vielmehr sind die gesamten Umstände zu würdigen. Die Frage der Dauer 

des Normverstosses ist dabei ein Beurteilungskriterium, welches im Rahmen der 

Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist und im Sinne der Rechtsprechung zu den 

Entlastungsgründen zur Verneinung der Schadenersatzpflicht führen kann (BGE 121 V 

244 E. 4b mit Hinweisen). Von einem qualifizierten Verschulden ist in der Regel 

auszugehen, wenn beispielsweise ein Arbeitgeber über längere Zeit seine 

Abrechnungs- und/oder Ablieferungspflichten nur schleppend oder bloss teilweise 

erfüllt. Bei der Verschuldensbeurteilung gilt ein objektivierter Verschuldensmassstab, 

weshalb subjektive Entschuldbarkeit oder die Gründe für die Mandatsübernahme 

unbeachtlich sind (Ueli Kieser, Alters- und Hinterlassenenversicherung, in: Ulrich Meyer 

[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. 

Auflage 2007, H 272 mit Hinweisen).

5.4.2             Gemäss Art. 716 Abs. 2 des Obligationenrechts (OR; SR 220) führt der 

Verwaltungsrat die Geschäfte der Gesellschaft, soweit er die Geschäftsführung nicht 

übertragen hat. Art. 716a Abs. 1 OR enthält sodann einen Katalog unübertragbarer und 

unentziehbarer Aufgaben. So obliegt dem Verwaltungsrat insbesondere die Oberleitung 

der Gesellschaft und die Erteilung der nötigen Weisungen (Ziffer 1), die Ausgestaltung 

des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung (Ziffer 3) und die 

Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im 

Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Ziffer 

5). Der Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft hat die mit der Geschäftsführung 

betrauten Personen zu überwachen und sich regelmässig über den Geschäftsgang 

unterrichten zu lassen. Das Gesetz verbietet zwar nicht die Vornahme einer bestimmten 

Arbeits- und Kompetenzaufteilung, doch die Überwachungs- und Kontrollpflichten 

verbleiben auch dann beim Verwaltungsrat. Deshalb hat jedes Mitglied des 

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Verwaltungsrats sich periodisch über den Geschäftsgang und die wichtigsten 

Geschäfte, welche nicht zu seinem primären Aufgabenbereich gehören, zu orientieren, 

Rapporte zu verlangen, diese sorgfältig zu studieren und nötigenfalls ergänzende 

Auskünfte einzuholen, Irrtümer abzuklären und bei Unregelmässigkeiten einzugreifen 

(vgl. BGE 114 V 223 E. 4a). Die sozialversicherungsrechtliche Betrachtungsweise 

differenziert zwischen dem geschäftsführenden und dem nicht geschäftsführenden 

Mitglied des Verwaltungsrates. Wer als Verwaltungsrat die Geschäfte nicht selbst führt, 

darf sich nach der Rechtsprechung auf die Überprüfung der Tätigkeit der 

Geschäftsleitung und des Geschäftsganges verlassen; zugleich wird aber auch 

verlangt, dass er sich laufend über den Geschäftsgang informiert, Rapporte verlangt, 

sie sorgfältig studiert, nötigenfalls ergänzende Auskünfte einzieht und Irrtümer 

abzuklären versucht (Kieser, a.a.O, H 282 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).

5.4.3             Die Beschwerdegegnerin lastet dem Beschwerdeführer als grobe 

Fahrlässigkeit an, dass er als Verwaltungsratsmitglied nicht für die korrekte 

Beitragsabrechnung und pünktliche Ablieferung gesorgt habe. Eine allfällige Delegation 

seiner Pflichten an die übrigen Verwaltungsratsmitglieder sei kein Exkulpationsgrund. 

Falls der Beschwerdeführer keinen Einfluss auf die Geschäftsführung gehabt habe, 

hätte er sich über allfällige Ausstände erkundigen müssen (act. G 11.1/243 S. 3 f.).

5.4.4             Vorab ist festzuhalten, dass aus zeitlicher Sicht höchstens eine Haftung 

des Beschwerdeführers für die Beiträge des 1. Quartals 2006 sowie des Monats April 

2006 und der Nachbelastung aus der Jahresabrechnung 2005 besteht (vgl. 

vorstehende E. 4.3 und 4.4). Der Beschwerdeführer weist damit in zeitlicher und 

quantitativer Hinsicht eine vergleichbare Haftbarkeit wie F.___ aus. Gegenüber F.___ 

verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Geltendmachung von Schadenersatz, da 

dieser nur "relativ kurze Zeit im VR" gewesen sei (act. G 11.1/240). Diese - von der 

Beschwerdegegnerin bei F.___ schuldentlastend anerkannte - kurze Dauer des 

Normverstosses ist ebenfalls zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen.

5.4.5             Des Weiteren ist bei der Verschuldensbeurteilung zugunsten des 

Beschwerdeführers zu berücksichtigen, dass dieser bis zum 18. April 2006 nicht 

geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied gewesen ist. Erst – und lediglich 

interimsweise – ab dem 18. April 2006 wurde er geschäftsführendes 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Verwaltungsratsmitglied für die Dauer von ungefähr drei Wochen bis zu seinem 

Rücktritt vom 10. Mai 2006. Bis zum 18. April 2006 war F.___ seit der 

Gesellschaftsgründung geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied gewesen (vgl. act. 

G 11.1/62 – 65). Rechtsprechungsgemäss durfte sich der Beschwerdeführer als nicht 

geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied – im Gegensatz zum geschäftsführenden 

Verwaltungsratsmitglied F.___ – während der vorliegend massgebenden Dauer vom 

November 2005 bis April 2006 grundsätzlich auf die Überprüfung der Tätigkeit der 

Geschäftsleitung und des Geschäftsganges verlassen.

5.4.6             Der Beschwerdeführer hat sich über den Geschäftsgang informiert und 

Auskünfte einverlangt. So wurde dem Beschwerdeführer von F.___ anlässlich der 

Verwaltungsratssitzung vom 3. Februar 2006 mitgeteilt, dass der Betrieb in den 

nächsten Monaten kostendeckend geführt werde (act. G 5/4.2) und selbst nach den 

getätigten Investitionen und laufenden Zahlungen 10% des - barliberierten 

Aktienkapitals - vorhanden seien (act. G 5/4.1). Da die Verwaltungsräte bestrebt waren, 

den Betrieb langfristig nur durch Eigenmittel zu finanzieren, wurde überdies an der 

Verwaltungsratssitzung vom 3. Februar 2006 eine Aktienkapitalerhöhung in Erwägung 

gezogen, da das Gründungskapital wegen Investitionen bis auf 10% aufgebraucht 

worden sei (act. G 5/4.1). Der entsprechende Kapitalerhöhungsbeschluss der 

ausserordentlichen Generalversammlung vom 14. März 2006 (act. G 5/5.1 ff.) wurde 

aber nicht umgesetzt. Vor diesem Hintergrund kann dem Beschwerdeführer nicht 

vorgeworfen werden, er habe damals während längerer Zeit vom Geschäftsführer keine 

Bestätigung über die Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge einverlangt und keine 

entsprechenden Massnahmen zur Bezahlung eingeleitet. Denn er durfte sich auf die 

Auskunft von F.___ verlassen, der Betrieb werde in den nächsten Monaten 

kostendeckend geführt und es seien noch 10% des Gründungskapitals – mithin Fr. 

40'000.-- – vorhanden. Darüber hinaus war zur langfristigen Verstärkung der Solidität 

und Liquidität eine Kapitalerhöhung beabsichtigt.

5.4.7             Am 18. April 2008 wurde vom Beschwerdeführer und D.___ eine 

Verwaltungsratssitzung einberufen. Es wurde festgestellt, dass aufgrund der 

Versäumnisse von F.___ keine ordentliche Buchhaltung vorhanden sei. Über Debitoren- 

und Kreditorenbestände bestehe völlige Ungewissheit (act. G 5/7.2). F.___ habe 

überdies ohne Rücksprache mit dem Verwaltungsrat erhebliche Fehlinvestitionen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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vorgenommen und erhebliche Kompetenzüberschreitungen begangen (act. G 5/7.3). 

Vor diesem Hintergrund wurde der Geschäftsführervertrag mit F.___ gekündigt. F.___ 

wurde verpflichtet, sämtliche Geschäftsunterlagen an den Beschwerdeführer zu 

übergeben (act. G 5/7.7). Im April 2006 erkundigte sich der Beschwerdeführer im 

Hinblick auf die 1. Quartalsabrechnung des Jahres 2006 bei der B.___ Treuhand GmbH 

nach der Buchhaltung der Z.___ ag (vgl. act. G 11.1/42). Am 21. April 2006 wurde dem 

Beschwerdeführer von der B.___ Treuhand GmbH ein Quartalsabschluss per 31. März 

2006 zugestellt (act. G 11.1/40 ff.). Nach Abklärung der finanziellen Situation der 

Gesellschaft und erfolglosen Sanierungsbemühungen durch den Beschwerdeführer 

beschloss der Verwaltungsrat am 5. Mai 2006, eine Bilanz zu Fortführungs- und zu 

Veräusserungswerten erstellen zu lassen und nach Prüfung derselben durch eine 

Revisionsstelle den Konkurs anzumelden (act. G 5/10.2). Am 10. Mai 2006 meldete der 

Beschwerdeführer zusammen mit D.___ beim Kreisgericht St. Gallen Konkurs an (act. 

G 5/11.1) und trat von seinem Verwaltungsratsmandat zurück (vgl. vorstehende E. 4.3).

5.4.8             Nach dem Gesagten steht in tatsächlicher Hinsicht fest, dass der 

Beschwerdeführer als nicht geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied sich zunächst 

bis Mitte April 2006 auf die Überprüfung der Geschäftsführung verlassen durfte und 

dass er sich in der relevanten Zeitdauer von Januar bis 10. Mai 2006 über die 

Geschäfte informiert, Auskünfte beim geschäftsführenden Verwaltungsratsmitglied 

sowie der Buchhaltung einverlangt und sich unmittelbar nach der Entdeckung von 

Anhaltspunkten für eine nicht einwandfreie Geschäftsführung um eine korrekte 

Buchhaltung und einen nachvollziehbaren Quartalsabschluss per 31. März 2006 

bemüht hat. Dem Beschwerdeführer ist darüber hinaus zugute zu halten, dass er keine 

weiteren Löhne ausbezahlt hat (gemäss Revision erfolgten jedenfalls die letzten 

Lohnzahlungen im März 2006 [act. G 11.131]) und dadurch ein weiteres Ansteigen von 

offenen Sozialversicherungsbeiträgen verhindert hat. Unter Berücksichtigung der 

kurzen Dauer des dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Beitragsausstandes kann 

sein Verhalten in Würdigung der gesamten Umstände (nicht geschäftsführender 

Verwaltungsrat, Überprüfung der Geschäftsführung und Einholen von Auskünften nach 

Bekanntwerden von finanziellen Problemen der Gesellschaft) nicht als grobfahrlässig 

qualifiziert werden. Mithin fällt ein haftungsbegründendes qualifiziertes Verschulden, 

wie es Art. 52 AHVG für die Schadenersatzverpflichtung verlangt, in Würdigung der 

gesamten Umstände ausser Betracht. Mangels eines qualifizierten Verschuldens hat 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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der Beschwerdeführer als ehemaliges Organ der Z.___ ag für den der 

Beschwerdegegnerin für die Monate Januar bis und mit April 2006 entstandenen 

Schaden somit nicht persönlich einzustehen. Bei diesem Ergebnis kann die Frage des 

erforderlichen Kausalzusammenhanges offen gelassen werden.

6.         

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer mangels 

qualifizierten Verschuldens nicht für die von der Beschwerdegegnerin geltend 

gemachten Schadenersatzforderungen einzustehen hat und die Beschwerde unter 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. Oktober 2007 sowohl 

bezüglich des bundes- wie auch kantonalrechtlichen Teils aufzuheben ist. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Angesichts der Tatsache, 

dass das kantonalrechtliche Verfahren, das einen wesentlich tieferen Streitwert 

aufweist, zusammen mit dem kostenlosen bundesrechtlichen Verfahren erledigt wurde, 

rechtfertigt es sich, im kantonalrechtlichen Verfahren in Anwendung von Art. 97 VRP 

auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde und des Rekurses wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2007 aufgehoben.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.07.2008
	Art. 46 ATSG, Recht auf Akteneinsicht, rechtskonforme Aktenführung, Pflicht zur Erstellung eines Aktenverzeichnisses; Art. 52 AHVG, Schadenersatzpflicht eines Verwaltungsrates für nicht geleistete bundes- und kantonalrechtliche Beiträge; Dauer Verantwortlichkeit eines Verwaltungsratsmitgliedes bis spätestens zum tatsächlichen Austritt aus dem Verwaltungsrat; vorliegend qualifiziertes Verschulden unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände (kurze Dauer der nicht geleisteten Beiträge, nicht geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied, laufende Überprüfung der Geschäftsführung und Einholen von Auskünften) verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juli 2008, AHV 2007/24 und KZL 2007/16).

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