# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb94220d-f885-519c-b177-1118d9ff30eb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-16
**Language:** de
**Title:** Stellungnahme des behandelnden Arztes vermag keine Zweifel an der versicherungsinternen Beurteilung zu wecken; SLAP-Läsion nicht unfallkausal, lediglich vorübergehende Verschlechterung; Abweisung
**Docket/Reference:** UV.2020.00252
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2020.00252.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2020.00252
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Boller
Urteil
vom
16. April 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
GENERALI Allgemeine Versicherungen AG
Avenue
Perdtemps
23, 1260 Nyon 1
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1974, war seit 2011 bei der
Y.___
AG
als kaufmännischer Angestellter tätig und damit bei den
Generali
Allgemeine Versicherungen AG (
Generali
) obligatorisch unfallversichert, als er am 6. Februar 2020 auf der Autobahn in eine Massenkarambolage verwickelt wurde und sich dabei
unter anderem an de
r
linken
Schulter
verletzte (vgl. Urk. 6/2).
1.2
Die
Generali
anerkannte das Ereignis vom 6. Februar 2020 als Unfall und
er
brachte die gesetzlichen Leistungen (vgl. Urk. 6/4). Mit Verfügung vom 1. Septem
ber 2020
(Urk. 6/19)
stellte sie die gesetzlichen Leistungen per
6. Mai 2020
ein
,
wobei sie keine Heilungskosten zurückforderte.
Die vom Versicherten am
9. September 2020
erhobene Einsprache (Urk.
6/28
)
hiess
die
Generali
am
7. Okto
ber 2020
in dem Sinne teilweise gut, als dass sie die gesetzlichen Leistungen per 17. Juni 2020 einstellte, die Unfallkausalität der SLAP-Läsion jedoch verneinte
(Urk. 6/38
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
6. November 2020
Beschwerde gegen den
Einspra
che
entscheid
vom
7. Oktober 2020
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und die Streitsache sei zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
18. November 2020
(Urk.
5
) beantragte die
Beschwer
degegnerin
die Abweisung der Beschwerde.
Am 18. Januar 2021 wurde die Replik (Urk. 8)
unter Beilage eines Arztberichts (Urk. 9)
und am 4. Februar 2021 die Duplik (Urk. 12) erstattet, welche dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 11. Februar 2021
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
13
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind
(Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
ve
r
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10
UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich bei der Begründung des
angefochtenen
Ein
spracheentscheid
s
(Urk. 2)
im Wesentlichen auf die Stellungnahmen ihres bera
tenden Arztes Dr.
Z.___
vom 31. August
2020 (
nachstehend E. 3.7
) und insbe
son
dere vom
22. September 2020 (
nachstehend E. 4.3
).
Dieser sei zum Schluss ge
kommen, dass die unfallka
usale Kontusion
des Schultereck
(AC)-Gelenks bei vorbestehender AC-Arthrose und die posttraumatische Bursitis
subacro
mialis
/
subdeltoidea
bei der Untersuchung am 17. Juni 2020 abgeheilt gewesen seien. Die am 1. September 2020 intraoperativ festgestellte SLAP-Läsion II-III könne hingegen nicht auf den Unfall vom 6. Februar 2020 zurückgeführt werden. Eine direkte Kontusion der Schulter sei nicht geeignet, eine SLAP-Läsion oder eine Läsion der langen
Bizepssehne
zu verursachen (S. 3 f.)
.
Unfallbedingt könne eine SLAP-Läsion durch einen plötzlichen Druck oder Zug auf die vorgespannte
Bizepssehne
entstehen, wobei ein sofort einschiessender Schmerz charakteristisch sei. Da der
Beschwerdeführer
etwa mit Hinweis auf die trainingsbedingte Brady
kardie sehr sportlich sei, erscheine eine degenerative Problematik an der linken Schulter nicht unwahrscheinlich (S. 5 Mitte).
Es sei davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein zuvor stummer Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden sei. Somit seien Leistungen nur für die unmittelbar mit dem Unfall zusammenhängenden Schmerzen zu erbringen, und dies abgestellt auf die Akten und die Beurteilung von Dr.
Z.___
bis am 17. Juni 2020 (S. 6 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), es bestünden massive Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilungen des versiche
rungsinternen Arztes Dr.
Z.___
, dies umso mehr, als er sich noch selber habe korrigieren müssen.
Falsch sei
angesichts der intraoperativ festgestellten Schädi
gung
dessen Behauptung, dass keine Instabilität
der langen
Bizepssehne
ausge
wiesen sei. Zudem habe der behandelnde Dr.
A.___
bereits mündlich er
wähn
t, dass die SLAP-Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sei (S. 5 Mitte Ziff. 5). Da somit eine neutrale und schlüssige Beurteilung der natürlichen Kausalität fehle, sei die Streitsache zur orthopä
dischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 5 f. Ziff. 5).
Mit der Replik (Urk. 8) reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme seines
behandelnden Arztes Dr.
A.___
ein (Urk. 9). Dieser gehe aufgrund der kli
nisch präoperativ deutlich nachweisbaren belastungsabhängigen Schmerzen in Korre
la
tion mit der intraoperativen Bildgebung von einem unfallbedingten Zustand aus, wobei er die Bilder als Beweismittel offeriere (Urk. 8 S. 2 unten). Diese hätten
Dr.
Z.___
bei seiner Beurteilung gerade nicht vorgelegen, weshalb er die Unfall
kausalität nicht fundiert habe prüfen können. Es sei ihm keine vollständige Dokumentation vorgelegen,
womit
die bundesgerichtlichen Anforderungen an eine schlüssige Beurteilung eines Experten nicht erfüllt seien. Angesichts der schlüssigen Kausalitätsbeurteilung
durch
Dr.
A.___
bestünden sodann arge Zweifel an den Beurteilungen
durch
Dr.
Z.___
(S. 3
).
2.3
In der Duplik (Urk. 12) wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, die in diesem Stand des Verfahrens vorgelegte Unfallkausalitätsbestätigung des behandelnden Arztes im Auftrag des Beschwerdeführers sei entsprechend zu würdigen (S. 2 unten Ziff. 2
).
Dr.
A.___
sei zudem offenbar nicht bekannt, dass die Be
schwerden an der Schulter gemäss Akten erst am 20. Februar 2020 aufgetreten seien. Der zeitliche Zusammenhang mit dem Unfall fehle, weshalb mit Dr.
Z.___
eine schleichende degenerative Entwicklung der Schulterbeschwerden im Vorder
grund stehe (S. 3 oben Ziff. 2). Auch hinsichtlich Unfallmechanismus scheine Dr.
A.___
nicht genau informiert zu sein, denn aktenkundig sei eine Kon
tusion, nicht eine Distorsion oder Stauchung (S. 3 Mitte Ziff. 2).
2.4
Streitig ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den 17. Juni 2020 hinaus. Einer näheren Prüfung zu unterziehen ist insbesondere die Frage nach
einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen nach diesem Zeitpunkt weite
r
bestehenden Beschwerden in der
linken
Schulter und dem versicherten Un
fal
ler
eignis vom 6. Februar 2020
.
Zu klären ist dabei auch, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt genügend abgeklärt hat.
3.
3.1
Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom 10. Februar 2020 (Urk. 6/2) sei es am 6. Februar 2020 zirka um 6. 30 Uhr 200 Meter vor dem
Gubrist
-Tunnel Richtung Bern auf der linken Überholspur zu einer Massenkarambolage gekommen. Ein erstes Auto habe eine Vollbremsung unternommen, ebenso der Beschwerdeführer im zweiten Auto. Er sei vor dem ersten Auto zum Stillstand gekommen, worauf das dritte Auto auf
sein Fahrzeug
gekracht und ihn in das erste Auto geschoben habe. Schliesslich sei ein viertes Auto in das dritte gekracht und habe alle noch einmal in das erste Auto geschoben (Ziff. 6). Absenzen im Betrieb hätten
sich keine ergeben (Ziff. 6). Der Beschwerdeführer
habe ein Schleudertrauma erlitten
, betroffen seien
Schultern, Nacken und Kopf
(Ziff. 9).
3.2
Dr. med.
B.___
, Praktische Ärztin und Fachärztin für Chirurgie
,
nannte in der Verordnung zur Physiotherapie vom 6. Februar 2020 (Urk. 6/22.3) als Dia
gnose eine Halswirbelsäule (HWS)-Distorsion nach Auffahrunfall. Als physiothe
ra
peutische Massnahmen verordnete sie eine Analgesie und
Triggerpunktbe
hand
lung
.
3.3
Dr. med.
C.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 20. Februar 2020 (Urk. 6/16.9-10
= Urk. 6/22.18-19
) folgen
de Diagnosen (S. 1 oben):
-
Schulterverletzung nach Auffahrunfall von hinten am 6. Februar 2020
-
klinisch Verdacht auf Sehnenausriss am
Processus
coracoideus
links, Differentialdiagnose (DD)
Bizepssehne
, DD
Pectoralissehne
, DD Fraktur, DD Zerrung
-
HWS-Distorsion vom 6. Februar 2020
Zur Anamnese hielt er fest, drei Tage nach der letzten Konsultation habe sich ein blauer Fleck an der linken Schulter gezeigt, dann zunehmend auch Schmerzen in der linken Schulter beim Heben (S. 1 oben).
Konventionellradiologisch
sei keine Fraktur abgrenzbar, der
Processus
coracoideus
und der
Humeruskopf
seien intakt.
Es sei
eine Magnetresonanztomographie (MRI) der linken Schulter vorzunehmen mit der Frage
nach einem Sehnenausriss oder einer Fraktur am
Processus
cora
coideus
(S. 1 unten).
3.4
Dr. med.
D.___
, Facharzt für Radiologie, hielt in seinem Bericht zur Magnetresonanz(MR)-
Arthrografie
der linken Schulter vom 25. Februar 2020 (Urk. 6/15
= Urk. 6/16.4
= Urk. 6/16.8
= Urk. 6/22.13 = Urk. 6/22.17
)
fest, d
er Befund spreche für eine AC-Gelenkskontusion mit Knochenmarködem am latera
len
Klavikulaende
und am
Acromion
. Es zeige sich eine deutliche
Auftreibung
der Kapsel und ein konsekutives
subakromiales
Impingement
. Sodann bestehe eine Diskontinuität im
antero
superioren
Labrum, vom Aspekt her eher einem
subpleuralen
Foramen
als einer SLAP-Läsion entsprechend.
3.5
Dr.
B.___
(vorstehend E. 3.2) hielt im Überweisungsbericht vom 2. April 2020 (Urk. 6/16.6-7
= Urk. 6/22.15-16
) an Dr.
E.___
(nachstehend E. 4.1)
fest, der Patient habe seit dem Unfall
anamnestisch
gleichbleibende
Schulterprobleme
.
Der Unfall liege nun zwei Monate zurück, die Beschwerden würden aber auch unter intensiver Physiotherapie nicht besser (S. 1 Mitte). Aufgrund der doch ausge
prägten Schmerzen werde der Patient mit der Frage nach einer allfälligen Opera
tionsindikation bei im MRI bestehendem Verdacht auf eine SLAP-Läsion über
wiesen (S. 1 unten).
3.6
Dr. med.
F.___
und Dr. med.
A.___
, Fachärzte für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik
G.___
, nannten im Bericht vom 19. August 2020 (Urk. 6/9
= Urk. 6/22.4-5
) folgende Diagnose (S. 1 oben):
-
posttraumatische instabile lange
Bizepssehne
Schulter links bei
-
Zustand nach Autoauffahrunfall am 6. Februar 2020
Der Patient sei Linkshänder, arbeite im Büro und sei sportlich extrem aktiv. Das
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 25. Februar 2020 habe einen fraglichen Buford-Komplex und eine intakte
Rotatorenmanschette
ergeben sowie eine ge
ringe Ablösung des
cranialen
Limbus (S. 1 unten). Die posttraumatisch instabile lange
Bizepssehne
verunmögliche eine sportliche Aktivität nahezu. Es werde die Durchführung einer Schulterarthroskopie verbunden mit einer
subpectoralen
Tenodese
der langen
Bizepssehne
empfohlen (S. 2).
3.7
Dr. med.
Z.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, Ve
r
trauensarzt der Beschwerdegegnerin, führte in seiner Stellungnahme vom 31. August 2020 (Urk. 6/17
= Urk. 6/22.20-22
) aus, die Kontusion des AC-Gelenks der linken Schulter sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit unfallkausal. Der Status quo sine sei 3 Monate nach dem Ereignis erreicht worden. Unfallfremd sei das
Impingement
-Syndrom der linken Schulter bei AC-Arthrose und
Akromion
Typ
Bigliani
IV. Im Arztbericht vom 19. August 2020 werde klinisch eine Instabilität der langen
Bizepssehne
postuliert; im MRI vom 25. Februar 2020 fänden sich ausser der Kontusion des AC-Gelenks keine überwiegend wahrscheinlich unfallkausalen strukturellen Körperschädigungen, insbesondere keine Pathologie der lange
n
Bizepssehne
und keine Pathologie
im Bereich der kranialen
S
ubscapularissehne
oder des
Pulley
als mögliche Ursache der Instabilität der langen
Bizepssehne
(LBS;
S. 2 Ziff. 1-3).
Somit könne für die
geplante Operation vom 1. September 2020 keine Kostengutsprache erteilt werden
, da der Eingriff nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 6. Februar 2020 zurückzuführen sei. Denn die als Operationsindikation postulierte Instabili
tät der langen
Bizepssehne
sei bildgebend nicht nachgewiesen. Die aktuellen Beschwerden seien verursacht durch das unfallfremde
Impingement
-Syndrom der linken Schulter bei AC-Arthrose und
Akromion
Typ
Bigliani
IV (S. 3 Ziff. 4).
4.
4.1
Dr. med.
E.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates, liess der Beschwerdegegnerin mit Bericht vom 16. September 2020 (Urk. 6/33
= Urk. 6/35.12-13
) die bisherigen Einträge in der Krankengeschichte zukommen.
Am 15. April 2020 notierte Dr.
E.___
, er führe die ausgeprägten Schulter
schmerzen links aktuell eher auf die Bursitis
subacromialis
zurück als auf die
Bizepssehne
. Im
Arthro
-MRI der linken Schulter zeige sich eher ein
sublabrales
Foramen
als eine SLAP Läsion (S. 1 unten).
Am
17
. Juni 2020 hielt er fest, an der linken Schulter sei kein
Impingement
mehr auslösbar, jedoch nach wie vor deutlich positive
Bizepszeichen
. Der Ultraschall zeige ein unauffälliges AC-Gelenk, eine intakte lange
Bizepssehne
, keine Sublux
a
tionstendenz bei Anspannung gegen Widerstand, eine intakte
Rotatoren
man
schette
und
eine
nur noch ganz minimal verdickte Bursa
subacromialis
. Ange
sichts der klinisch nach wie vor sehr eindeutigen
Bizepszeichen
erfolge eine Infiltration an der langen
Bizepssehne
(S. 2 Mitte).
Am 14. Juli 2020 notierte Dr.
E.___
, im Bereich der linken Schulter sei durch die Infiltration eine Besserung von zirka 30 bis 40 % eingetreten. Beim O’Brien Test habe es ein massiv schmer
z
haftes Schnappen
gegeben, das am ehesten einer Subluxation der langen
Bizepssehne
entspreche. Zusätzlich habe sich im MRI auch eine mögliche SLAP-Läsion gezeigt, DD
sublabrales
Foramen
(
sublabral
hole). Es werde eine Abklärung bei Dr.
A.___
im Hinblic
k
auf eine allfällige operative Sanierung empfohlen (S. 2 unten).
4.2
Dr.
A.___
(vorstehend E. 3.6) dokumentierte mit Operationsbericht vom 1. September 2020 (Urk. 6/28.10-11
= Urk. 6/35.10-11
) den an diesem Tag statt
gehabten Eingriff. Dieser habe eine Arthroskopie links, eine
subacromiale
Bursek
tomie
und sehr sparsame
Acromioplastik
, eine Tenotomie der
Biceps
longus
Sehne, eine
subpectorale
Tenodese
der
Biceps
longus
Sehne über einen
Endo
button
und eine postoperative Analgesie umfasst (S. 1 oben).
Genannt wurden folgende Diagnosen (S. 1 oben):
-
instabile lange
Bizepssehne
Schulter links bei SLAP Läsion II-III bei ausserdem bestehendem Buford-Komplex
-
Status nach Auffahrunfall am 6. Februar 2020
-
trainingsbedingte Bradykardie
Der Limbus
glenoidalis
sei im
anterocranialen
Quadranten nicht ausgebildet, dafür bestehe ein sehr verbreitertes Ligamentum
glenohumerale
medius
, welches direkt an den kranialen Limbus übergehe. Dieser sei von 12 bis zirka 2 Uhr abge
löst. Der Ursprung der Bizeps
longus
Sehne, der daran fixiert sei, sei ebenfalls locker (S. 1 unten). Die Befunde seien mit dem Tasthaken verifiziert worden. Der
craniale
Limbus
glenoidalis
könne vom
Glenoidrand
bis 2 Uhr abgehoben werden. Dies sei eine instabile Situation für die lange
Bizepssehne
. Man habe sich zur
Bizepstenotomie
und
Tenodese
entschieden (S. 2 oben).
4.3
Dr.
Z.___
(vorstehend E. 3.7) führte in seiner Stellungnahme vom 20. September 2020 (Urk. 6/36) aus,
anlässlich der Operation vom 1. September 2020 sei die Subluxation der LBS nicht bestätigt worden, sondern es habe sich als intra
arti
kulärer Befund lediglich eine SLAP-Läsion II-III bei vorbestehendem Buford-Komplex gefunden. Unfallkausal seien eine Kontusion des AC-Gelenks bei vor
bestehender AC-Arthrose und eine posttraumatische Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
. Diese Läsionen seien bei einer Untersuchung am 17. Juni 2020 abgeheilt gewesen, für sie sei entsprechend der Status quo ante an diesem Tag eingetreten (S. 3 Mitte).
Der Unfallmechanismus vom 6. Februar 2020 (direkte Kontusion der Schulter) sei nicht geeignet gewesen, eine SLAP-Läsion oder eine Läsion der langen
Bizeps
sehne
zu verursachen. Die
Bizepssehnen
-Beschwerden seien erstmals am 15. April
2020 eindeutig dokumentiert (positiver Palm-
Up
-Test). Die SLAP-Läsion sei mit überwiegender Einschränkung vorbestehend und nicht kausal zum Ereignis vom 6. Februar 2020. Die Beschwerden der langen
Bizepssehne
seien eine Folge dieser vorbestehenden SLAP-Läsion. Durch das Ereignis könne eine vorübergehende, nicht richtungsweisende Verschlechterung dieser Beschwerden akzeptiert werden
. Auch für sie könne indes spätestens am 17. Juni 2020 das Erreichen des Status quo sine festgelegt werden. Die Behandlung der Beschwerden an der linken Schulter ab 17. Juni 2020, einschliesslich des Eingriffs vom 1. September 2020, hätten ausschliesslich der Behandlung des Vorzustandes gedient und seien nicht mehr unfallkausal (S. 3 unten).
4.4
Dr.
A.___
(vorstehend E. 3.6) erstattete am 10. Dezember 2020 seine ärztliche Stellungnahme zuhanden des Beschwerdeführers (Urk. 9). Dabei führte er aus, der Patient habe am 6. Februar 2020 schlagartig eine Stauchung und Distorsion der linken Schulter erlitten, als er versuchte habe, sich durch den Schock mit der linken Hand abzufangen
(
S. 1 oben
).
Eine am 25. Februar 2020 durchgeführt
e
Arthro
-MRI-Untersuchung der linken Schulter habe einen deutlichen Flüssig
keits
eintritt unter den
antero
cranialen
sowie
cranialen
und
posterioren
Limbus
glenodialis
bei fraglich fehlendem Limbus
glenoidalis
im
antero
cranialan
Qua
dranten gezeigt (Buford-Komplex; S. 1 Mitte). Anlässlich der Schulterarthros
kopie links vom 1. September 2020 habe sich intraoperativ das Bild eines Cord-Like-Ligamentums
glenohumerale
medius
bei fehlendem Limbus
glenoidalis
im
antero
cranialaen
Quadranten gezeigt. Ausserdem habe eine komplette Ablösung des Limbus
glenoidalis
cranial
und
cranio
posterior
von 11 bis 2 Uhr (SLAP II-III) bestanden. Der Limbus
glenoidalis
wie auch die
Biceps
longus
Sehne vor dem Eingang in den
Sulcus
bic
ipitalis
seien stark entzündlich infiltriert. Dies sei das intraoperative Bild eines traumatisierten Buford-Komplexes gewesen (S. 1 unten
).
Es sei bekannt, dass bei einem Buford-Komplex der
antero
craniale
Limbus
glenoidalis
relativ locker mit dem
Glenoid
verbunden sei. Typischerweise komme es aber bei Zerrungstraumata der langen
Bizepssehne
oder Schulterdistorsion zu einer Ausweitung der
Limbusläsion
, was dann die typischen belastungsab
hän
gigen Schmerzen verursache
.
In Anbetracht dieser Situation in Korrelation mit der intraoperativen Bildgebung liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein unfallbedingter Zustand vor (S. 2).
5.
5.1
Vorauszuschicken ist, dass
es sich bei
einer SLAP-Läsion
nicht
um
eine Körper
schädi
gung im Sin
ne von Art. 6 Abs. 2 UVG handelt.
Namentlich stellt diese Verletzung keinen Sehnenriss
gemäss
Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG dar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_1/2015 vom 27. März 2015 E. 3.2 und 8C_835/2013 vom 28. Januar 2014 E. 4.3 [jeweils unter Bezugnahme auf die bis zum 31. Dezember 2016 in Kraft gewesene Regelung in Art. 9 Abs. 2
lit
. f UVV]).
Auch wurde kein Riss, sondern eine Instabilität der
Bizepssehne
festgestellt, so dass
auch
die
se
Be
einträchtigung
nicht unter dem Blickwinkel von
Art. 6 Abs. 2 UVG zu prüfen
ist
.
5.
2
Die Beurteilung der Unfallkausalität durch Dr.
Z.___
vom 20. September 2020 (vorstehend E. 4.3) ist für die streitigen Belange umfassend, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die getroffenen Schlussfolge
rungen sind begrün
det. Der Umstand, dass Dr.
Z.___
keine eigene Untersuchung durchführte, vermag den Beweiswert seiner Beurteilung nicht zu schmälern, zu
mal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen notwendig gewesen wären. Praxisgemäss kann unter diesen Voraussetzungen auch eine reine Akten
beurteilung voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundes
ge
richts 8C_325/2009 vom 23. September 2009 E. 3.4.1).
Die Beurteilung durch Dr.
Z.___
ist somit grundsätzlich beweiskräftig (vgl. vor
stehend E. 1.4). Da es sich bei ihm indes um einen beratenden Arzt der Beschwer
degegnerin und somit um einen versicherungsinternen Arzt handelt, ist unter Anwendung eines strengen Massstabs zu überprüfen, ob auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Feststellungen bestehen, bevor auf diese abgestellt werden kann (vorstehend E. 1.5).
5.
3
Solche Zweifel versucht
e
der Beschwerdeführer in erster Linie mit dem Einreichen der ärztlichen Stellungnahme seines behandelnden Orthopäden Dr.
A.___
vom 10. Dezember 2020 (vorstehend E. 4.4) zu wecken.
Gefolgt werden kann diesem insoweit, als dass er beim Beschwerdeführer anlässlich der Operation vom 1. September 2020 einen bestehenden Buford-Komplex ausmachte, welche Dia
gnose denn auch bereits aus seinem echtzeitlichen Operationsbericht hervorging (vorstehend E. 4.2). Dr.
A.___
bezeichnete es sodann als typisch, dass es bei einem Buford-Komplex bei Zerrungstraumata der langen
Bizepssehne
oder Schulterdistorsion zu einer Ausweitung der
Limbusläsion
komme. Auch dies ist soweit einleuchtend,
doch geht Dr.
A.___
in seiner Stellungnahme vom Dezember 2020 von einem Unfallhergang aus, der so bis zu diesem Zeitpunkt noch nie erwähnt worden war: So habe der Beschwerdeführer schlagartig eine Stauchung und Distorsion der linken Schulter erlitten
, als er versucht habe, sich durch den Schock mit der linken Hand abzufangen
. Mit der Beschwerdegegnerin (vorstehend E. 2.3) deckt sich dies indes
in keiner Weise
mit den früheren Angaben wie
etwa in der Unfallmeldung vom Februar 2020
(vorstehend E. 3.1)
, wo ein
Auffahren durch mehrere Fahrzeuge von hinten
geschildert und als Ver
letzung ein Schleudertrauma genannt wurde.
Auch gegenüber der Polizei erwähnte der Beschwerdeführer entsprechend nur Kopf- und Nackenbeschwerden (Urk.
6/
40 S. 5 Mitte) und Dr.
B.___
diagnostizierte am Unfalltag lediglich eine HWS-Distorsion (vorstehend E. 3.2).
Zu beachten ist diesbezüglich, dass die Gerichte im Bereich des Sozialver
siche
rungsrechts praxisgemäss in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde abstellen, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Über
legungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Es ist
denn auch nicht einsichtig, wie aus der
Unfallmechanik
einer Massen
karambolage
eine Distorsion/Stauchung durch eine über den normalen B
ewe
gungsumfang hinaus bewegtes Schulterg
elenk hervorgehen sollte. Entsprechend hielt auch Dr.
Z.___
(vorstehend E. 4.3) fest, die am 6. Februar 2020 erfolgte direkte Kontusion der Schulter sei nicht geeignet gewesen, eine SLAP-Läsion oder eine Läsion der langen
Bizepssehne
zu verursachen. Dass
lediglich
eine Schul
terkontusion vorlag
,
ergibt sich aus dem MRI-Befund vom 25.
Februar
2020
(vor
stehend E. 3.4)
und erscheint aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer als Fahrer des Fahrzeuges beim Aufprall den Gurt über der linken Schulter getragen hat
(vgl. Urk. 6/
40 S. 6), als überwiegend wahrscheinlich. Ein blauer Fleck war denn auch
einigermassen
zeitnah festzustellen (vgl. vorstehend E. 3.3)
.
Eine Schulterkontusion beruht grundsätzlich auf eine
m
ganz anderen
Mechanis
mus
als eine Schulterdistorsion.
Bezeichnenderweise sprach Dr.
A.___
erst in seiner
auf Verlangen des Be
schwerdeführers während laufenden Beschwerdeverfahrens
verfassten
Stellung
nahme vom Dezember 2020
(vorstehend E. 4.4)
von
diesem Bewegungsablauf und
einem traumatisierten Buford-Komplex
, nachdem davon in seinem Operations
bericht vom September 2020 (vorstehend E. 4.2)
noch keine Rede gewesen war, sondern er vielmehr einen «ausserdem» bestehenden Buford-Komplex bei – eben
falls nicht als traumatisch bezeichneter – SLAP Läsion II-III diagnostiziert hatte.
5.
4
Entgegen dem Standpunkt des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2) ist die Kau
sa
litätsbeurteilung durch Dr.
A.___
somit nicht schlüssig und vermag daher auch keine Zweifel an der Beurteilung durch Dr.
Z.___
zu wecken. Deren Über
zeugungskraft tut keinen Abbruch, dass Dr.
Z.___
wohl nicht über die intra
ope
rativen Bilder des Eingriffs vom 1. September 2020 verfügte.
Der entspre
chende Operationsbericht
beschrieb
die vorgefundenen Verhältnisse an der linken Schul
ter detailliert und weder Dr.
A.___
noch der Beschwerdeführer legten dar, welchen zusätzlichen Erkenntniswert
betreffend die Kausalitätsfrage
die intra
operativen Bilder hätten liefern sollen.
Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer bean
tragten weiteren medizinischen Abklärungen neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falles entscheidende Erkenntnisse liefern könnten. Auf weitere Abklärungen ist daher im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
5
Da der Operationstermin auf den 1. September 2020 angesetzt worden war, hatte Dr.
Z.___
bereits am 31. August 2020 relativ kurzfristig seine erste Kausalitäts
beurteilung vorzunehmen (vorstehend E. 3.7). Zu diesem Zeitpunkt lagen ihm der Auszug aus der Krankengeschichte von Dr.
E.___
(vorstehend E. 4.1) und der
Operationsbericht vom 1. September 2020 (vorstehend E. 4.2) noch nicht vor. Ent
sprechend war es entgegen der Beschwerdegegnerin mit der damaligen Akten
lage in Einklang, dass Dr.
Z.___
festhielt, die postulierte Instabilität der langen
Bizeps
sehne
sei bildgebend nicht nachgewiesen
. Dass er seine Beurteilung dann am 20. September 2020 anpasste beziehungsweise «korrigierte», nachdem ihm die oben erwähnten Berichte
vorgelegt worden waren
, spricht entgegen dem Be
schwerdeführer ebenfalls nicht gegen, sondern für ihn und
die Überzeugungskraft seiner zweiten, nunmehr abschliessenden
Beurteilung.
Zwar unterliegt die Beschwerdegegnerin einer Ungenauigkeit, wenn sie
argu
men
tiert
, die Beschwerden an der Schulter seien gemäss Akten erst am 20. Febru
ar 2020 aufgetreten (vorstehend E. 2.3). Richtig ist, dass am besagten Datum ein
Bericht des Allgemeinarztes
Dr.
C.___
erging
(vorstehend E. 3.3)
, welcher
indes zur Anamnese festhielt,
«
drei Tage nach der letzten Konsultation
»
habe sich ein blauer Fleck an der linken Schulter gezeigt, dann zunehmend auch Schmerzen in der linken Schulter beim Heben. Nichtsdestotrotz ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen, dass es an einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang der Beschwerden
mit dem Unfall fehlt, was
ebenso den
Schluss auf eine schlei
chende degenerative Entwicklung
stützt
wie die
offenbar «
extreme
»
sportliche Aktivität des Beschwerdeführe
rs (vorstehend E. 3.6), worauf denn auch die Be
schwerdegegnerin zu Recht hinwies (vorstehend E. 2.1).
So oder anders ist der Verlauf der Beschwerden
durchaus stimmig mit der Beurteilung durch Dr.
Z.___
(vorstehend E. 4.3), gemäss welcher eine vorübergehende Verschlechterung der
durch die vorbestehende SLAP-Läsion ausgelösten Beschwerden akzeptiert werden
könne.
Dass der Status quo sine
vel
ante
am 17. Juni 2020 und somit viereinhalb Monate nach dem Ereignis erreicht war, ist angesichts des Unfallhergangs (vgl.
vorstehend E. 5.2) und mit Blick auf die zu diesem Zeitpunkt unbestrittener
massen ausgeheilten kausalen Unfallfolgen der AC-Gelenks-Kontusion und der
posttraumatischen Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
nachvollziehbar und schlüssig
.
Denn Dr.
E.___
stellte am 17. Juni 2020 einzig noch deutlich positive
Bizepszeichen
fest (vgl. vorstehend E. 4.1), die nach dem Gesagten nicht unfall
kausal waren.
5.
6
Im Ergebnis vermögen weder die Stellungnahme durch Dr.
A.___
vom Dezem
ber 2020 noch die weiteren vom Beschwerdeführer angeführten Argu
mente Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen durch Dr.
Z.___
zu wecken. Entsprechend kann auf sie abgestellt werden
, ohne dass weitere Abklärungen getätigt werden müssten
(vgl. vorstehend E. 1.5 und E. 5.
2
)
. Es ist
somit
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass die SLAP II-III Läsion
und die Instabilität der
Bizepssehne
der linken Schulter nicht kausal auf das Ereignis vom 6. Februar 2020 zurückzuführen
sind
und die
Folgen der
unfallbedingt
e
n Kontusion
bis zum 17. Juni 2020 soweit abgeklungen
war
en
, dass zu diesem Zeitpunkt der Status quo sine
vel
ante erreicht war
(vgl.
vorstehend E. 1.3)
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
GENERALI Allgemeine Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBoller