# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e141930-eb7d-5c77-961a-6b58b6ca1add
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.07.2023 A-4896/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4896-2021_2023-07-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Das BGer ist mit Entscheid vom 

14.11.2024 auf die Beschwerde nicht 

eingetreten (2C_480/2023) 

 
    
 

 
 

  

 

 Abteilung I 

A-4896/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), 

Richter Jérôme Candrian,  

Richterin Christine Ackermann,    

Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. 
 

 
 

Parteien 
 Schweizerische Bundesbahnen SBB,  

Recht & Compliance, Infrastruktur,  

Hilfikerstrasse 3, 3000 Bern 65 SBB,   

vertreten durch  

Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb, Rechtsanwalt LL.M.,  

und MLaw Felix Tuchschmid, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Stadt Bern,  

Direktion für Tiefbau,  

Bundesgasse 38, Postfach, 3001 Bern,   

Beschwerdegegnerin,  

 

Bundesamt für Verkehr BAV,  

Abteilung Politik, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  

 

 

 

  

 

 
 

Gegenstand 
 Kostenstreitigkeit betreffend Ersatz des Siedlungs- 

entwässerungskanals Wylergut-Winkelriedstrasse in Bern,  

Bahnlinie 450, Bahn-km 103.475. 

 

 

 

A-4896/2021 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Der Siedlungsentwässerungskanal Wylergut-Winkelriedstrasse in der 

Stadt Bern wurde im Jahr 1910 als Unterquerung zur bestehenden Bahn-

linie Bern-Olten errichtet.  

Mit Revers vom 1. September 1909 anerkannte die Stadt Bern die Bedin-

gungen, unter denen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) diese 

Durchleitung gestatteten. 

B.  

B.a Am 27. Juni 2014 reichte die SBB beim Bundesamt für Verkehr (BAV) 

ein Plangenehmigungsgesuch betreffend "Zukünftige Entwicklung 

Bahninfrastruktur (ZEB) Bern Wylerfeld, Entflechtung" ein. Das Projekt um-

fasste den Bau eines einspurigen Tunnels zur Beseitigung eines Abkreu-

zungskonfliktes auf dem Streckenabschnitt. Die Realisierung des Unter-

werfungsbauwerkes erforderte Ersatzneubauten für die folgenden drei 

Bauwerke, so auch für den Siedlungsentwässerungskanal Wylergut- 

Winkelriedstrasse:  

- Strassenüberführung Scheibenstrasse (Bahnlinie 450, Bahn-km 104.118); 

- Strassenüberführung Stauffacherstrasse (Bahnlinie 450, Bahn-km 103.82); 

- Siedlungsentwässerungskanal Wylergut-Winkelriedstrasse (Bahnlinie 450, 

Bahn-km 103.475).  

B.b Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 genehmigte das BAV das Ge-

such der SBB vom 27. Juni 2014 im ordentlichen Plangenehmigungsver-

fahren. Die Plangenehmigung erwuchs in Rechtskraft.  

B.c Am 31. Mai 2017 legte die SBB ein Projektänderungsgesuch betref-

fend "ZEB Bern Wylerfeld, Entflechtung Mischwasserkanal Stadt Bern" vor, 

das vom BAV mit Verfügung vom 12. Mai 2017 im vereinfachten Verfahren 

genehmigt wurde. Diese Plangenehmigung erwuchs ebenfalls in Rechts-

kraft.  

B.d Der Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-Winkel-

riedstrasse wurde in den Jahren 2017 bis 2018 gebaut, wobei der neue 

Kanal tiefer unter der Gleisanlage verlegt wurde.  

A-4896/2021 

Seite 4 

C.  

Am 28. März resp. 7. Juni 2019 stellte die Stadt Bern beim BAV drei Gesu-

che zur Regelung der Kostenverteilung betreffend die drei vorgenannten 

Ersatzneubauten gestützt auf Art. 40 Abs. 2 des Eisenbahngesetzes vom 

20. Dezember 1957 (EBG, SR 742.101).  

Hinsichtlich des Ersatzes des Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-

Winkelriedstrasse beantragte die Stadt Bern mit Gesuch vom 7. Juni 2019, 

die SBB habe die Kosten von Fr. 7'341'000.-- (inkl. MwSt.) vollumfänglich 

zu tragen. 

D.  

D.a Mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 hiess das BAV die drei Gesuche 

der Stadt Bern vom 28. März resp. 7. Juni 2019 im Sinne der Erwägungen 

teilweise gut (Disp. Ziff. 1).  

Betreffend Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-Winkel-

riedstrasse verpflichtete das BAV die Stadt Bern, sich an den Investitions-

kosten im Umfang von Fr. 797'640.-- zu beteiligen. Die restlichen Kosten 

von Fr. 6'543'360.-- habe die SBB zu tragen (Disp. Ziff. 1.4).  

Die weitergehenden Anträge der SBB wies das BAV ab, soweit es darauf 

eintrat (Disp. Ziff. 2). Die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.-- wurden nach 

Massgabe des Unterliegens im Umfang von Fr. 6'300.-- (90 %) der SBB 

und im Umfang von Fr. 700.-- (10 %) der Stadt Bern auferlegt (Disp. Ziff. 4). 

D.b In seiner Begründung zur Kostenverteilung Siedlungsentwässerungs-

kanal Wylergut-Winkelriedstrasse erwog das BAV zusammengefasst, dass 

im Revers vom 1. September 1909 keine abweichende Kostenvereinba-

rung der Parteien im Sinne von Art. 32 EBG erblickt werden könne. Das 

ergebe sich aus der Vertragsauslegung sowie vor dem Hintergrund der 

clausula rebus sic stantibus. Es fänden daher die gesetzlichen Bestimmun-

gen von Art. 25 ff. EBG Anwendung. Vorliegend sei die SBB als Bauherrin 

gemäss Art. 31 Abs. 2 EBG anzusehen, weshalb sie grundsätzlich die ge-

samten Investitionskosten zu tragen habe. Soweit die Stadt Bern jedoch 

Sanierungs- und betriebliche Unterhaltskosten im Umfang von 

Fr. 797'640.-- habe einsparen können, sei ihr dieser Betrag als Vorteil im 

Sinne von Art. 27 Abs. 1 EBG anzurechnen.  

  

A-4896/2021 

Seite 5 

E.  

E.a Am 8. November 2021 erhob die SBB (nachfolgend auch: Beschwer-

deführerin) gegen die Verfügung des BAV vom 7. Oktober 2021 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie stellt die folgenden Rechts-

begehren:  

"1. Dispositiv-Ziffer 1.4 der Verfügung der Vorinstanz vom 7. Oktober 2021 sei 

aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin die ge-

samten Kosten für den Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals Wyler-

gut-Winkelriedstrasse trägt. 

2. Eventualiter sei Dispositiv-Ziffer 1.4 der Verfügung der Vorinstanz vom 

7. Oktober 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflich-

ten, die gesamten Kosten für den Ersatz des Siedlungsentwässerungska-

nals Wylergut-Winkelriedstrasse zu tragen. 

3. Subeventualiter sei Dispositiv-Ziffer 1.4 der Verfügung der Vorinstanz vom 

7. Oktober 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflich-

ten, sich an den Kosten für den Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals 

Wylergut-Winkelriedstrasse im Umfang von Fr. 7'173’391.80 zu beteiligen. 

4. Dispositiv-Ziff. 4 der Verfügung der Vorinstanz vom 7. Oktober 2021 sei auf-

zuheben und die Kosten für das Verfahren vor der Vorinstanz betreffend 

den Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-Winkelriedstrasse 

seien vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen." 

Gegen die Verfügung des BAV vom 7. Oktober 2021 reichte auch die Stadt 

Bern Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Ihre Beschwerde 

vom 2. November 2021 betrifft die Kostenverteilung für den Ersatzneubau 

Überführung Stauffacherstrasse und wird vom vorliegenden Verfahren se-

parat geführt (A-4874/2021). 

E.b In der Beschwerdebegründung macht die SBB im Wesentlichen gel-

tend, dass das BAV kein Anstandsverfahren nach Art. 40 Abs. 2 EBG hätte 

eröffnen dürfen. Neben einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung rügt sie 

in der Hauptsache, dass die Kostenpflicht der Stadt Bern für die Verlegung 

schon aus dem Revers vom 1. September 1909 resultiere. Der Vertrag sei 

zu erfüllen und es liege kein Anwendungsfall der clausula rebus sic stanti-

bus vor. Selbst nach den gesetzlichen Kostenverteilungsregeln habe die 

Stadt Bern als Bauherrin im Sinne von Art. 31 Abs. 2 EBG die gesamten 

Kosten zu übernehmen. Auch sei in der angefochtenen Verfügung die Vor-

teilsanrechnung nach Art. 27 Abs. 1 EBG fehlerhaft bemessen. Schliesslich 

habe die Stadt Bern dem Verfahrensausgang entsprechend die vorinstanz-

lichen Verfahrenskosten zu tragen.  

A-4896/2021 

Seite 6 

F.  

Mit Eingabe vom 14. Dezember 2021 verzichtet das BAV (nachfolgend: 

Vorinstanz) darauf, eine Vernehmlassung einzureichen.  

G.  

In der Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2022 schliesst die Stadt Bern 

(nachfolgend auch: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten sei.  

H.  

In den Schlussbemerkungen vom 21. Februar 2022 hält die SBB an ihren 

Rechtsbegehren fest. 

I.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die bei den Akten liegenden 

Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 (VwVG, SR 172.021), die von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 

Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 

173.32) erlassen wurde. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist 

nicht gegeben (Art. 32 VGG). Damit ist das Bundesverwaltungsgericht für 

die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG). 

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz 

nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG).  

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Ver-

fügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung hat. Die SBB ist Adressatin der angefochtenen 

Verfügung und durch diese beschwert. Sie ist somit zur Beschwerde legiti-

miert. 

A-4896/2021 

Seite 7 

1.3  

1.3.1 Die Stadt Bern bestreitet in der Beschwerdeantwort vorab, dass auf 

das Feststellungsbegehren der SBB einzutreten sei.  

1.3.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer Fest-

stellungsverfügung zu entsprechen, wenn der Gesuchsteller oder die Ge-

suchstellerin ein entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Der 

Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung ist dabei subsidiär ge-

genüber rechtsgestaltenden Verfügungen (vgl. BGE 126 II 300 E. 2c; Urteil 

des BGer 2C_488/2020 vom 29. März 2023 E. 1.2.3; BVGE 2010/12 E. 2.3; 

WEBER-DÜRLER/KUNZ-NOTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen-

tar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 25 Rz. 13 ff. [nachfolgend: VwVG Kommen-

tar]).  

Das von der SBB gestellte Feststellungsbegehren (Rechtsbegehren Nr. 1) 

ist inhaltlich bereits vom Leistungsbegehren (Rechtsbegehren Nr. 2) er-

fasst, nämlich dem Antrag, dass die Stadt Bern zu verpflichten sei, die ge-

samten Kosten für den Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals Wyler-

gut-Winkelriedstrasse zu tragen. Dem Feststellungsbegehren kommt keine 

eigeständige Bedeutung zu. Mangels eines Feststellungsinteresses ist auf 

das Rechtsbegehren Nr. 1 nicht einzutreten.  

1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

daher – vorbehältlich der vorstehenden Ausführungen in E. 1.3 – einzutre-

ten (Art. 50 und Art. 52 VwVG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

Es auferlegt sich allerdings eine gewisse Zurückhaltung, wenn technische 

Fragen zu beurteilen sind oder die Vorinstanz gestützt auf eigene beson-

dere Fachkompetenz oder die ihr vom Gesetzgeber beigegebenen Fach-

behörden entschieden hat. Voraussetzung für diese Zurückhaltung ist in-

des, dass im konkreten Fall keine Anhaltspunkte für eine unrichtige oder 

unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorliegen und davon ausgegan-

gen werden kann, die Vorinstanz habe die für den Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und 

umfassend vorgenommen (vgl. BGE 142 II 451 E. 4.5.1, 139 II 185 E. 9.3; 

A-4896/2021 

Seite 8 

MOSER et. al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 

2022, Rz. 2.149 ff.; je mit weiteren Hinweisen). Das Bundesverwaltungs-

gericht wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung 

der Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).  

Rechtsgrundlagen 

3.  

3.1 Wer die Kosten aus dem Bau, der Änderung oder der Erneuerung einer 

Kreuzungsanlage zwischen einer öffentlichen Strasse und einer Bahnlinie 

zu tragen hat, ist in den Art. 25 ff. EBG geregelt. Den Bestimmungen liegen 

die Prinzipien der Ebenbürtigkeit der Verkehrswege, der Verursachung und 

der Vorteilsanrechnung zu Grunde. Nach dem Ebenbürtigkeitsprinzip sind 

die öffentlichen Verkehrswege einander gleichgestellt und die Kosten nicht 

zum Vornherein einer Seite aufzubürden. Aus der grundsätzlichen Eben-

bürtigkeit der öffentlichen Verkehrswege ergibt sich als zweiter Grundsatz 

das eisenbahnrechtliche Verursacherprinzip, wonach diejenige Partei, die 

eine Veränderung des bestehenden Zustandes auslöst, die daraus herrüh-

renden Kosten zu tragen hat. Nach dem Prinzip der Vorteilsanrechnung 

soll sodann derjenige, der die Umgestaltung einer Kreuzungsanlage verur-

sacht, von der Finanzierung der Umgestaltung so weit befreit werden, als 

der Nichtverursacher daraus Vorteile zieht.  

3.2 Im Einzelnen sieht Art. 25 Abs. 1 EBG vor, dass der Eigentümer eines 

neuen Verkehrsweges die Kosten der ganzen Anlage an der Kreuzungs-

stelle trägt, wenn ein neues, dem öffentlichen Verkehr dienendes Bahnge-

leise eine öffentliche Strasse oder eine neue öffentliche Strasse eine be-

reits bestehende Bahnlinie kreuzt. Wird ein Niveauübergang durch eine 

Über- oder Unterführung ersetzt oder infolge Verlegung der Strasse aufge-

hoben, so hat das Eisenbahnunternehmen die Kosten aller Änderungen an 

der Bahn- und Strassenanlage zu tragen, wenn die Änderung vorwiegend 

durch die Bedürfnisse des Bahnverkehrs bedingt ist. Ist die Änderung hin-

gegen vorwiegend auf die Bedürfnisse des Strassenverkehrs zurückzufüh-

ren, so hat der Strasseneigentümer die Kosten zu tragen (Art. 26 Abs. 1 

EBG). Bei allen anderen Änderungen einer Kreuzung, einschliesslich der 

Anpassung und Verbesserung von Sicherheitseinrichtungen, haben Eisen-

bahnunternehmen und Strasseneigentümer die Kosten aller Änderungen 

der Bahn- und Strassenanlage in dem Verhältnis zu tragen, als die Ent-

wicklung des Verkehrs auf ihren Anlagen sie bedingt (Art. 26 Abs. 2 EBG). 

Schliesslich hat sich jede Partei in dem Umfang an den Kosten zu 

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Seite 9 

beteiligen, als ihr aus der Umgestaltung der Anlage Vorteile erwachsen 

(Art. 27 Abs. 1 EBG) und überdies jene Kosten zu tragen, die durch beson-

dere Begehren verursacht wurden, welche eine Partei im Interesse der 

dauernden Verbesserung oder des künftigen Ausbaues ihrer eigenen An-

lage gestellt hat (Art. 27 Abs. 2 EBG).  

Diese Regelungen finden gemäss Art. 29 EBG sinngemäss auf die Kosten 

für Unterhalt und Erneuerung sowie auf alle vorübergehenden und dauern-

den Massnahmen zur Verhütung von Unfällen an der Kreuzungsstelle mit 

Einschluss der Bedienung der dazu bestimmten Anlagen Anwendung. Für 

Kreuzungen zwischen der Bahn und Gewässern, Transmissionen, Trans-

portseilanlagen, Leitungen und ähnlichen Anlagen gilt Art. 31 Abs. 2 EBG. 

Danach gehen die durch die Erstellung einer neuen Kreuzung oder Ände-

rung einer bestehenden Kreuzung entstehenden Kosten für Bau, Unterhalt 

und Erneuerung sowie für alle vorübergehenden und dauernden Massnah-

men im Interesse der Verhütung von Schäden an der Kreuzungsstelle zu 

Lasten des jeweiligen Bauherrn.  

Die gesetzliche Kostenverteilung ist allerdings nur insoweit zu beachten, 

als die Beteiligten keine abweichende Vereinbarung über die Kosten ge-

troffen haben (Art. 32 EBG). Die aus den Bestimmungen des 4. Kapitels 

des EBG erwachsenden Streitigkeiten über Kosten und deren Verteilung 

sowie über Vergütungen beurteilt die Vorinstanz im sog. Anstandsverfah-

ren (Art. 40 Abs. 2 EBG; vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 2A.80/1999 vom 

5. Januar 2000 E. 5c; BVGE 2013/53 E. 5.1 und E. 6, 2011/12 E. 7.1 f.; 

Urteil des BVGer A-3893/2015 vom 3. Oktober 2016 E. 3.3; TSCHAN-

NEN/LOCHER, Massnahmezuständigkeit und Kostentragungspflicht bei 

Kreuzungen zwischen Strasse und Gewässer, in: Verwaltungsorganisati-

onsrecht - Staatshaftungsrecht - öffentliches Dienstrecht, Jahrbuch 2011, 

S. 73 ff.; STÜCKELBERGER/HALDIMANN, Schienenverkehrsrecht, in: Müller 

[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Verkehrsrecht, Band 

IV, 2008, Rz. 46 f.; ENRICO RIVA, Kostentragung für den Unterhalt und die 

Erneuerung von Kreuzungsbauwerken Schiene-Strasse, ZBl 94/1993 

S. 335 ff.; je mit Hinweisen).  

  

A-4896/2021 

Seite 10 

Anstandsverfahren 

4.  

4.1 Im Rahmen des Anstandsverfahrens nach Art. 40 Abs. 2 EBG ist strit-

tig, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Gesuch der Stadt Bern zur Rege-

lung der Kostenverteilung eingetreten ist.  

4.2 Die SBB rügt in der Beschwerde, die Vorinstanz hätte auf das Gesuch 

der Stadt Bern betreffend Kostenverteilung Ersatz Siedlungsentwässe-

rungskanal Wylergut-Winkelriedstrasse gar nicht eintreten dürfen. Die 

Stadt Bern hätte ihre Anträge schon im Plangenehmigungsverfahren mit 

Einsprache gelten machen müssen (vgl. Art. 18f Abs. 3 EBG). Wer keine 

Einsprache erhebe, sei vom weiteren Verfahren ausgeschlossen (vgl. Art. 

18f Abs. 1 EBG). Der Umfang des Projekts, die voraussichtlichen Kosten 

und der Inhalt des Revers seien schon zum damaligen Zeitpunkt bekannt 

gewesen und hätten sich auch nicht geändert. Die Stadt Bern habe deshalb 

die Möglichkeit gehabt, ihre Rechte bereits mittels Einsprache zu wahren. 

Das Anstandsverfahren nach Art. 40 Abs. 2 EBG dürfe nicht dazu dienen, 

verpasste Fristen im Plangenehmigungsverfahren wieder aufleben zu las-

sen (vgl. BGE 140 II 214 E. 3.1, 131 II 581 nicht publ. E. 4.3). Aufgrund der 

Res iudicata-Wirkung der rechtskräftigen Plangenehmigung sei die Vor- 

instanz nicht zuständig, in der gleichen Sache ein Anstandsverfahren zu 

eröffnen, und hätte von Amtes wegen einen Nichteintretensentscheid er-

lassen müssen.  

4.3 Die Stadt Bern bestreitet in der Beschwerdeantwort die Ausführungen 

der SBB im Einzelnen. Sie vertritt den Standpunkt, dass in keinem der bei-

den Plangenehmigungsverfahren verbindliche Anordnungen zur Kosten-

verteilung getroffen worden seien. Dementsprechend könne keine Res iu-

dicata vorliegen. Die SBB vermische die Frage der Zuständigkeit und der 

materiellen Rechtskraft. Die in der Beschwerdeschrift zitierte bundesge-

richtliche Rechtsprechung äussere sich nicht zu Kostenstreitigkeiten, wie 

sie vorliegend zu beurteilen seien. Die Vorinstanz sei auf ihr Gesuch nach 

Art. 40 Abs. 2 EBG zu Recht eingetreten. 

4.4 Die Vorinstanz weist in der angefochtenen Verfügung darauf hin, dass 

die von der Stadt Bern vorgetragene Kostenstreitigkeit nach Art. 40 EBG 

ein Kreuzungsbauwerk betreffe, das Gegenstand eines ordentlichen Plan-

genehmigungsverfahrens gewesen sei. Nach Art. 18f EBG seien Gemein-

den gehalten, ihre Ansprüche mittels Einsprache im Plangenehmigungs-

verfahren geltend zu machen. Das Gesuch der Stadt Bern sei lange nach 

A-4896/2021 

Seite 11 

Eintritt der Rechtskraft der Plangenehmigung eingegangen. Da die Par-

teien die Zuständigkeit der Vorinstanz nicht in Frage gestellt hätten, sei ge-

stützt auf die bisherige Praxis auf das vorliegende Gesuch einzutreten. An-

gesichts des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts A-3893/2015 vom 3. 

Oktober 2016 behalte sie sich jedoch für zukünftige Fälle vor, gegebenen-

falls nach einem Meinungsaustausch mit der Eidgenössischen Schät-

zungskommission, nur noch auf Gesuche einer Partei einzutreten, die wäh-

rend des Plangenehmigungsverfahrens nicht innert Frist Einsprache erho-

ben oder eine Stellungnahme eingereicht habe.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 EBG dürfen Eisenbahnanlagen nur mit einer 

Plangenehmigung erstellt oder geändert werden. Bei Plangenehmigungs-

verfahren ist zu beachten, dass die betroffenen Gemeinden ihre Interessen 

mit Einsprache wahren (Art. 18f Abs. 3 EBG). So ist gewährleistet, dass im 

Interesse der Konzentration der Entscheidverfahren alle Einwände ge-

samthaft geprüft werden und in den Plangenehmigungsentscheid einflies-

sen können (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 25. Februar 1998 zu ei-

nem Bundesgesetz über die Koordination und Vereinfachung der Plange-

nehmigungsverfahren, BBl 1998 2591, 2620 und 2634).  

5.2 In den Plangenehmigungsgesuchen vom 27. Juni 2014 resp. 31. Mai 

2017 betreffend Gleisentflechtung Wylerfeld hat die SBB soweit ersichtlich 

keine Anträge zur Verteilung der Investitionskosten für den Ersatz des 

Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-Winkelriedstrasse bei der Vor-

instanz gestellt. Der Revers vom 1. September 1909 war ebenfalls nicht 

Bestandteil der Gesuchsunterlagen. In den Plangenehmigungen vom 

14. Dezember 2015 resp. 12. Mai 2017 hat sich die Vorinstanz mit der Kos-

tenverteilung in keiner Weise befasst und darüber nicht entschieden. Eine 

Res iudicata hinsichtlich der Kostenverteilung kann deshalb nicht vorlie-

gen, wie dies auch von der Stadt Bern in der Beschwerdeantwort zutreffend 

dargelegt wird. Es entspricht vielmehr der langjährigen Praxis, dass für 

reine Kostenstreitigkeiten von Kreuzungsbauwerken ein eigenständiges 

Verfahren nach Art. 40 Abs. 2 EBG eingeleitet werden kann. Dies räumt 

den Parteien zunächst die Möglichkeit ein, die Kostenverlegung einver-

nehmlich zu regeln. Erst im Streitfall ist darüber im Rahmen eines An-

standsverfahrens zu befinden (vgl. Urteile des BVGer A-4708/2018 vom 

15. Oktober 2019 E. 1.3 und A-5292/2017 vom 10. April 2019 E. 9). Folglich 

kann der Stadt Bern auch nicht vorgehalten werden, dass sie ihre 

A-4896/2021 

Seite 12 

Interessen hinsichtlich der Verteilung der Investitionskosten mittels Ein-

sprache nach Art. 18f Abs. 3 EBG hätte geltend machen müssen. 

In der angefochtenen Verfügung wird im Sinne eines Obiter dictum auf das 

Urteil A-3893/2015 vom 3. Oktober 2016 verwiesen. In jenem Urteil ent-

schied das Bundesverwaltungsgericht über die Koordination eines hängi-

gen Enteignungsverfahrens mit einem später eröffneten Anstandsverfah-

ren. Im vorliegenden Fall präsentiert sich jedoch eine andere Sach- und 

Prozesslage. Insbesondere stehen hier keine Ansprüche nach Art. 7 und 

Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Enteignung vom 20. Juni 1930 

(EntG, SR 711) im Streit. Die SBB vermag daher aus dem Obiter dictum 

der Vorinstanz keine Rückschlüsse auf die vorliegende Kostenstreitigkeit 

zu ziehen.  

Die SBB beruft sich sodann auf BGE 140 Il 214 E. 3.1 und auf BGE 131 II 

581 nicht publ. E. 4.3. Das erstgenannte Bundesgerichturteil betrifft eine 

Beschwerde im Rahmen eines Anstandsverfahrens gegen Lichtemissio-

nen eines Bahnhofs, die vor Inbetriebnahme im Plangenehmigungsverfah-

ren kaum abschätzbar waren. Im zweiten Fall befasste sich das Bundes-

gericht mit dem Verhältnis zwischen Plangenehmigungs- und Detailprojek-

tierungsverfahren. Da im vorliegenden Fall die Verteilung der Investitions-

kosten gar nie Gegenstand des Plangenehmigungsverfahrens war, erwei-

sen sich auch diese Urteile als nicht einschlägig.  

5.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz auf das Gesuch der 

Stadt Bern zur Regelung der Kostenstreitigkeit eintreten durfte.  

Vertragsauslegung 

6.  

6.1 In der Hauptsache ist strittig, ob die Parteien in Ziff. 2 des Revers vom 

1. September 1909 eine abweichende Vereinbarung zur Kostenverteilung 

im Sinne von Art. 32 EBG getroffen haben. 

6.2 Die SBB fordert in der Beschwerde, dass die Stadt Bern die Kosten für 

den Ersatz des Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-Winkelried-

strasse vollständig übernehme. Zur Begründung macht sie im Wesentli-

chen geltend, Ziff. 2 des Revers vom 1. September 1909 könne nur dahin-

gehend verstanden werden, dass die Stadt Bern sämtliche Kosten einer 

Verlegung zu tragen habe, und zwar unabhängig davon, weshalb und wann 

A-4896/2021 

Seite 13 

eine solche erfolge. Die Vorinstanz habe den dortigen Nebensatz "worüber 

einzig die SBB entscheiden" fehlerhaft ausgelegt. Aufgrund des Adverbs 

"worüber" und der gewählten Satzstellung beziehe sich der Nebensatz auf 

die "Notwendigkeit" der Verlegung. Die systematische Auslegung bestätige 

den klaren Wortlaut von Ziff. 2, da die Stadt Bern gemäss Ziff. 1 und 3 auch 

sämtliche Unterhaltskosten und die Haftung zu tragen habe. Hinsichtlich 

der Gesamtumstände und des Sinns und Zwecks des Revers sei zu be-

rücksichtigen, dass bereits im Jahr 1909 der Grundsatz bestanden habe, 

dass solche öffentlichen Anlagen unentgeltlich zu dulden seien. Die SBB 

habe sich deswegen vertraglich abgesichert, weiterhin über ihr Grundstück 

verfügen zu können und keine Kosten für eine fremde Anlage zu tragen, 

die allein dem öffentlichen Interesse der Stadt Bern diene. Angesichts der 

mangelhaften Kostenregelung im EBG von 1872 sei zu vermuten, dass die 

Parteien die Kostenverteilung vertraglich umfassend regeln wollten, d.h. 

auch bei einer erforderlichen Genehmigung des Bauplans durch den Bun-

desrat. Der Vertragsinhalt stehe nicht im Widerspruch zu den öffentlichen 

Interessen, die beide Parteien zu wahren hätten. Als Vertragsinhalt sei der 

getroffene Ausgleich zulässig, dass die Stadt Bern – im Gegenzug zur un-

entgeltlichen langfristigen Grundstücksnutzung – die Verlegungskosten zu 

tragen habe (vgl. Art. 19 Abs. 1 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 

[OR, SR 220]). Nach Art. 691 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 

10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) erfordere das nachbarrechtliche 

Durchleitungsrecht als gesetzliche Dienstbarkeit keinen Grundbucheintrag. 

Die Stadt Bern sei daher als Eigentümerin des Kanals zu qualifizieren, was 

sich schon aus dem Wortlaut des Revers ergebe. 

6.3 Die Stadt Bern stützt in der Beschwerdeantwort die vorinstanzliche 

Auslegung von Ziff. 2 des Revers. Der Nebensatz "worüber einzig die SBB 

entscheiden" beziehe sich auf die "Verlegung" der Leitung, was das Adverb 

"worüber" verdeutliche. Es hätte kaum der Absicht der Parteien entspro-

chen, dass nur die SBB über die Verlegung entscheiden könne. Eine solch 

aussergewöhnliche Regelung wäre wohl auch in einem eigenen Hauptsatz 

festgehalten worden. In Berücksichtigung der damaligen Gesetzeslage sei 

der Nebensatz von Ziff. 2 auf diejenigen Fälle einer Verlegung einzugren-

zen, über die die SBB unabhängig von Dritten entscheiden könne. Diese 

Konstellation sei vorliegend nicht gegeben, da das Projekt Gleisentflech-

tung Wylerfeld der Plangenehmigung unterstehe.  

6.4 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Ergebnis, 

dass im Revers von 1909 keine abweichende Kostenvereinbarung gemäss 

Art. 32 EBG erblickt werden könne. Der in Ziff. 2 enthaltene Satzteil 

A-4896/2021 

Seite 14 

"worüber einzig die SBB entscheiden" könne auf mindestens zwei Arten 

gelesen werden. Er könne erstens so verstanden werden, dass die Stadt 

Bern keinerlei Mitspracherecht habe. Eine solche absolute Bevorzugung 

der SBB erscheine aber nur schwer nachvollziehbar. Nach der zweiten 

Auslegung könne sich der Satzteil auf den Wirkungskreis beziehen, in dem 

damals die SBB hätte autonom handeln können. Nach früherem Recht 

wäre es Sache der SBB gewesen, über die Verlegung zu entscheiden, d.h. 

der Bauplan hätte nicht vom Bundesrat genehmigt werden müssen. Die 

Genehmigungskompetenz für das heutige Projekt liege hingegen fraglos 

bei der Vorinstanz. Es sei naheliegend, dass die Parteien den Vertrag im 

Bewusstsein der damaligen Gesetzeslage abgeschlossen hätten. Ange-

sichts des fehlenden Grundbucheintrages sei es ausserdem zweifelhaft, 

ob die vertragliche Anknüpfung an die Eigentumsstellung vollzogen worden 

sei. Aus den genannten Gründen bestehe kein Raum, um den Revers über 

den Wortlaut hinaus und entgegen der heutigen Regelung von Art. 25 ff. 

EBG auszulegen.  

7.  

7.1 Für die Auslegung verwaltungsrechtlicher Verträge ist wie bei einem 

privatrechtlichen Vertrag in erster Linie auf den übereinstimmenden wirkli-

chen Willen der Parteien abzustellen (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR; subjektive 

Vertragsauslegung). Die subjektive Vertragsauslegung bezieht sich auf 

den Willen der Vertragsparteien im Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Lässt 

sich ein übereinstimmender Parteiwille nicht feststellen, ist der Vertrag so 

auszulegen, wie er nach dem Vertrauensgrundsatz verstanden werden 

durfte und musste (objektive Vertragsauslegung). Die objektive Vertrags-

auslegung ergibt sich nicht allein aus dem Wortlaut, sondern kann sich 

auch aus anderen Elementen ergeben wie aus dem verfolgten Ziel, der 

Interessenlage der Parteien oder aus den Gesamtumständen; von einem 

klaren Vertragswortlaut ist jedoch nur abzuweichen, wenn sich ernsthafte 

Anhaltspunkte dafür ergeben, dass dieser nicht dem Willen der Parteien 

entspricht. Bei der Auslegung öffentlich-rechtlicher Verträge ist zudem in 

Zweifelsfällen zu vermuten, dass die Verwaltung nicht bereit ist, etwas an-

zuordnen oder zu vereinbaren, was mit den von ihr zu wahrenden öffentli-

chen Interessen und der einschlägigen Gesetzgebung im Widerspruch 

steht. Indessen wäre es verfehlt, in allen Fällen der dem öffentlichen Inte-

resse besser dienenden Auslegung den Vorzug zu geben (vgl. zum Gan-

zen BGE 144 V 84 E. 6.2.1; Urteil des BVGer A-4768/2014 vom 8. April 

2015 E. 4.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Aufl. 2020, Rz. 1343 f.; je mit Hinweisen).  

A-4896/2021 

Seite 15 

7.2 Der Revers vom 1. September 1909 ist unbestrittenermassen als öf-

fentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der Stadt Bern und der SBB zu quali-

fizieren. In Ziff. 2 anerkannte der Gemeinderat von Bern betreffend Sied-

lungsentwässerungskanal Wylergut-Winkelriedstrasse Folgendes: 

"2. Sollte früher oder später aus irgendeinem Grunde eine Verlegung der Lei-

tung nötig werden, worüber einzig die Schweizerischen Bundesbahnen ent-

scheiden, so hat solche ganz auf Kosten der Eigentümer derselben zu ge-

schehen." 

Die Parteien haben keine Unterlagen eingereicht, aus denen hervorgeht, 

welche Bedeutung sie Ziff. 2 des Revers tatsächlich beigemessen haben. 

Die Vertragsabrede ist daher nach dem Vertrauensgrundsatz auszulegen. 

7.3 Soweit der Wortlaut von Ziff. 2 des Revers von "Eigentümern" spricht, 

ist es zumindest naheliegend, dass damit nur die Stadt Bern gemeint sein 

kann. Es liegt ein Zweiparteienverhältnis vor und die SBB ihrerseits wird im 

Vertragstext namentlich erwähnt.  

Aus dem Wortlaut von Ziff. 2 ergibt sich, dass die vertraglich vereinbarte 

Kostenpflicht der Stadt Bern unabhängig davon greift, wann und aus wel-

chen Gründen eine Verlegung erfolgt. Strittig geblieben ist hierbei aller-

dings, welche Bedeutung dem Nebensatz "worüber einzig die SBB ent-

scheiden" zukommt. Mit der Vorinstanz ist einig zu gehen, dass Ziff. 2 in 

diesem Punkt mehrdeutig erscheint: Erstens könnte dieser Nebensatz so 

verstanden werden, dass allein die SBB, nicht aber die Stadt Bern über 

eine notwendige Verlegung entscheiden darf. Zweitens wäre es dem Wort-

laut nach auch denkbar, dass einschränkend nur diejenigen Fälle einer not-

wendigen Verlegung erfasst werden, für deren Bewilligung die SBB alleine 

und nicht der Bundesrat nach der damaligen Rechtslage zuständig war. 

Letztere Auslegung hätte zur Folge, dass die vorliegende plangenehmi-

gungspflichtige Verlegung nicht unter die Vertragsbestimmung fallen 

würde. Sowohl das Adverb "worüber" als auch die eingeschobene Satz-

stellung lassen beide Auslegungsvarianten zu. Der Wortlaut von Ziff. 2 des 

Revers erweist sich insofern als unklar.  

7.4 Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen braucht an dieser Stelle 

nicht abschliessend geklärt zu werden, zu welchem Ergebnis die übrigen 

vertraglichen Auslegungselemente führen würden. Denn selbst wenn der 

Auffassung der SBB zu folgen wäre, dass Ziff. 2 des Revers eine Kosten-

pflicht der Stadt Bern für jegliche notwendige Leitungsverlegung statuiere, 

A-4896/2021 

Seite 16 

könnte sich diese vorliegend auf die Anwendung der clausula rebus sic 

stantibus berufen.  

Clausula rebus sic stantibus 

8.  

8.1 Zur Anwendung der clausula rebus sic stantibus bestehen zwischen 

den Verfahrensbeteiligten wiederum gegensätzliche Auffassungen.  

8.2 Die SBB fordert in der Beschwerde ein, dass der Revers vom 1. Sep-

tember 1909 weiterhin zu erfüllen sei (pacta sunt servanda). Der Vertrag 

sei weder übermässig noch nichtig, da die lange Geltungsdauer durch die 

Lebensdauer des Siedlungsentwässerungskanals bedingt sei. Die Stadt 

Bern könne sich nicht auf die clausula rebus sic stantibus berufen, an die 

nach der Rechtsprechung auch bei öffentlich-rechtlichen Verträgen hohe 

Anforderungen zu stellen seien. Die vertraglich gewählten Formulierungen 

"früher oder später" und "aus irgendeinem Grunde" sprächen dafür, dass 

die Parteien bewusst künftige Entwicklungen des Eisenbahnverkehrs ver-

bindlich regeln wollten. Der Blick in die Geschichte zeige, dass im Jahr 

1909 die Veränderungen im Eisenbahnverkehr vorhersehbar gewesen 

seien, dies insbesondere vor dem Hintergrund der Industrialisierung, der 

Modernisierung der Gesellschaft und des starken Bevölkerungswachs-

tums. Um den Eisenbahnverkehr zu entflechten, seien Hoch- und Unter-

grundbahnen bereits gelebte Realität gewesen, z.B. in London, Paris, Ber-

lin oder auch in Zürich mit dem Lettentunnel. Die ergangenen eisenbahn-

rechtlichen und sachenrechtlichen Gesetzesänderungen beträfen nur das 

dispositive Recht. Die Entwicklungen im Eisenbahnverkehr würden zu kei-

ner gravierenden Äquivalenzstörung führen. Der Kanal habe mit 110 Jah-

ren das Ende der Lebensdauer erreicht und sei vollständig abgeschrieben, 

wobei die Kosten für den anstehenden Ersatz die Stadt Bern hätte tragen 

müssen. Sanierungsmassnahmen hätten die Lebensdauer allenfalls um 

wenige Jahre verlängert, nicht aber um weitere 120 Jahre. Der Eisenbahn-

verkehr bedinge lediglich die Tieferlegung des Kanals, weshalb sich die 

Leistungspflicht der Stadt Bern nur gering verändere. Nicht zuletzt wegen 

der dichteren Besiedlung und der gestiegenen Landpreise habe sich dem-

gegenüber der Vorteil vervielfacht, den die Stadt Bern durch die unentgelt-

liche Nutzung des Grundeigentums der SBB bislang und zukünftig ge-

niesse. Der neue Kanal weise auch einen grösseren Durchmesser auf 

(1.6 m gegenüber 1.0 - 1.5 m). Der Anwendung der clausula rebus sic stan-

tibus stehe schliesslich das widersprüchliche Verhalten der Stadt Bern 

A-4896/2021 

Seite 17 

entgegen. Diese habe den Revers in den letzten 110 Jahren stets für gültig 

erachtet und 1974 resp. 1977 weitere vergleichbare Verträge abgeschlos-

sen. Wie sich im Protokoll zeige, seien auch an der Besprechung zum Pro-

jekt Gleisentflechtung Wylerfeld vom 6. März 2017 alle Teilnehmenden da-

von ausgegangen, dass die Stadt Bern die Kosten alleine trage. Erst lange 

nach Fertigstellung des Projekts habe die Stadt Bern die Ungültigkeit des 

Revers geltend gemacht. Die Anwendung der clausula rebus sic stantibus 

sei deshalb ausgeschlossen.  

8.3 Die Stadt Bern stellt sich in der Beschwerdeantwort auf den Stand-

punkt, dass der Revers von 1909 keine Gültigkeit mehr beanspruchen 

könne, dies schon aufgrund des Verbots der übermässigen Selbstbindung 

gemäss Art. 27 Abs. 2 ZGB. Die Zeitspanne von mehr als 110 Jahre ent-

spreche ungefähr dem Vierfachen dessen, was als zulässige Höchstdauer 

einer unkündbaren Vereinbarung gelte. Der Revers sei daher nach Art. 20 

Abs. 1 OR als nichtig zu qualifizieren oder zumindest könne sie die "Ein-

rede" der Ungültigkeit erheben. Die clausula rebus sic stantibus sei jeden-

falls anwendbar, wobei nach einhelliger Auffassung für den Bereich des 

öffentlichen Rechts weniger hohe Anforderungen als im Privatrecht zu stel-

len seien. Im Jahr 1909 sei es nicht vorstellbar gewesen, dass ein Jahr-

hundert später eine Unterquerung auf dieser offenen Strecke und der Er-

satz des noch funktionstüchtigen Kanals erforderlich werde. Zudem wür-

den heute das EBG und das ZGB Kostenregelungen für die Verlegung ken-

nen, die vom Revers grundlegend abweichen würden. Sie selbst habe kei-

nen Anlass zu baulichen Vorkehren oder sogar zu einem Ersatz gehabt. 

Aus technischer Sicht hätte der alte Kanal mit der sog. lnline-Technik für 

eine Dauer von mindestens 40 Jahre abgedichtet werden können. Gemäss 

der eingeholten Offerte vom 28. Januar 2021 hätten sich die Sanierungs-

kosten in der Grössenordnung von Fr. 200'000.-- bewegt, was in keinem 

Verhältnis zu den vorliegenden Erstellungskosten von Fr. 7'341'000.-- 

stehe. Auch der grössere Durchmesser des neuen Kanals wäre aus ab-

wassertechnischer Sicht nicht notwendig gewesen, sondern sei rein bau-

technisch bedingt. Die SBB könne sich nicht auf die gestiegenen Boden-

preise berufen, da das Recht zur unterirdischen Leitungsführung unentgelt-

lich eingeräumt werde und der freie Marktpreis ohnehin für Grundstücke im 

Verwaltungsvermögen nicht gelte. Es könne ihr kein widersprüchliches 

Verhalten zur Last gelegt werden. Anders als der Revers von 1909 habe 

namentlich der Vertrag von 1974 eine Kündigungsklausel enthalten. Auch 

bei den Verhandlungen mit der SBB habe sie keine Zugeständnisse ge-

macht, sondern nur zum Ausdruck gebracht, dass ein Kredit durch das zu-

ständige Organ zu beschliessen wäre. Aufgrund unvorhersehbar 

A-4896/2021 

Seite 18 

geänderter tatsächlicher und rechtlicher Verhältnisse wäre es unbillig, ihr 

die gesamten Investitionskosten aufzuerlegen.  

8.4 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, dass sich die 

Stadt Bern auf die clausula rebus sic stantibus berufen könne. Zur Zeit des 

Vertragsschlusses im Jahr 1909 sei es für die Parteien nicht absehbar ge-

wesen, wie der Eisenbahnverkehr und die Möglichkeiten des Infrastruktur-

ausbaus sich entwickeln würden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts seien 

Unterwerfungsbauwerke praktisch unbekannt gewesen. Aufgrund der da-

maligen Gleisbelegung hätte eine à-niveau-Kreuzung nicht um jeden Preis 

vermieden werden müssen. Statt aufwendige Kunstbauten zu errichten, sei 

damals kostengünstig in die Breite gebaut worden, was die Grösse vieler 

Bahnanlagen jener Zeit erkläre. So seien beispielsweise zusätzliche Zirku-

lationsgleise errichtet worden. Der Verkehr im Bereich Wylerfeld sei von 

wenigen Dutzend Zügen im Jahr 1908 auf nun über 1000 Züge täglich an-

gewachsen. Die Zugfolge habe sich massiv verkürzt, die Geschwindigkei-

ten und die Anforderungen an Sicherheit, Fahrplanstabilität und Pünktlich-

keit seien gestiegen. Demgegenüber hätten sich seit 1909 auf Seiten der 

Stadt Bern keine Änderungen hinsichtlich des Kanals ergeben. Die Stadt 

Bern erhalte infolge der geänderten Verhältnisse für ihre Leistung keine 

angemessene Gegenleistung. Die von den SBB anbegehrte Verlegung sei 

nach Inkrafttreten der Revision des ZGB vom 1. Januar 2012 erfolgt. Die 

altrechtliche Sonderregelung von Art. 742 Abs. 3 aZGB sei aufgehoben 

worden, wonach für die Verlegung von Leitungen die nachbarrechtlichen 

Vorschriften anwendbar seien. De lege lata würden sich die Kostenfolgen 

nach Art. 742 Abs. 1 ZGB bestimmen, womit die SBB die Kosten zu tragen 

habe. Auch bei Notleitungen, bei denen die nachbarrechtliche Bestimmung 

von Art. 693 ZGB weiterhin anwendbar seien, könne gemäss Abs. 3 dem 

Belasteten bei besonderen Umständen ein angemessener Teil der Verle-

gungskosten auferlegt werden. Solch besondere Umstände seien gege-

ben, da der Kanal auch zur Ableitung von Sickerwasser aus den Drainagen 

der Gleise unentgeltlich genutzt worden sei. Keine der weiteren Leitungs-

verträge, die die SBB zu den Akten gelegt habe, enthalte dieselben Rege-

lungen wie der Revers. Insbesondere statuiere der Revers kein Kündi-

gungsrecht. Vorliegend würden somit die enormen und unvorhersehbaren 

Veränderungen im Eisenbahnverkehr zu einer gravierenden Äquivalenz-

störung führen, weshalb ein Anwendungsfall der clausula rebus sic stanti-

bus vorliege. Es wäre stossend, wenn die Stadt Bern derartige Kosten auf 

ewige Zeiten selbst tragen müsste.  

A-4896/2021 

Seite 19 

9.  

Nach der sog. clausula rebus sic stantibus kann eine vertragliche Verein-

barung gegen den Willen einer Partei angepasst werden, wenn infolge ei-

ner – im Zeitpunkt des Vertragsschlusses – unvorhersehbaren und unver-

meidbaren grundlegenden und ausserordentlichen Veränderung der Um-

stände eine gravierende Störung der Äquivalenz von Leistung und Gegen-

leistung eintritt, so dass ein Beharren des Gläubigers auf seinem Vertrags-

anspruch geradezu eine wucherische Ausbeutung des Missverhältnisses 

und damit einen offenbaren Rechtsmissbrauch darstellt, der nach Art. 2 

Abs. 2 ZGB keinen Rechtsschutz findet. Diese Regel gilt auch für öffentlich-

rechtliche Verträge (Urteil des BGer 2C_825/2013 vom 24. März 2014 

E. 6.1 mit Verweisen auf BGE 138 V 366 E. 5.1 und 122 I 328 E. 7b; vgl. 

MARCO WEISS, Vertragsanpassung bei öffentlich-rechtlichen Verträgen, 

ZBJV 157/2021 S. 405 und S. 416 f.; BENJAMIN V. ENZ, Clausula rebus sic 

stantibus, 2018, S. 11 ff.; vgl. auch RIVA, a.a.O., S. 355 f.; Entscheide der 

Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt [REKO INUM] A-2000-60 

vom 11. September 2001 E. 6.3.1 und A-2000-33 vom 5. April 2001 E. 6.8). 

Beim verwaltungsrechtlichen Vertrag wird die clausula rebus sic stantibus 

im Allgemeinen weniger restriktiv angewendet als beim privatrechtlichen, 

weil der Staat auch andere Prinzipien als Treu und Glauben zu beachten 

hat (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1362; STEFAN VOGEL, Die 

"clausula rebus sic stantibus" als Mittel zur Anpassung und Aufhebung von 

verwaltungsrechtlichen Verträgen, ZBl 2008 S. 307 f.). Dieser Differenzie-

rung hat das Bundesgericht soweit ersichtlich in seiner bisherigen Recht-

sprechung nicht widersprochen.  

10.  

10.1 Gemäss der dargelegten Rechtsprechung ist somit zu klären, ob sich 

die Verhältnisse seit Abschluss von Ziff. 2 des Revers vom 1. September 

1909 unvorhersehbar und grundlegend geändert haben, so dass eine gra-

vierende Äquivalenzstörung entstanden ist. Ferner ist zu prüfen, ob das 

Verhalten der Stadt Bern einer Vertragsanpassung entgegensteht.  

10.2 Es ist im Grunde unbestritten, dass die Parteien zum Zeitpunkt des 

Revers im Jahr 1909 mit einem künftigen Wachstum des Eisenbahnver-

kehrs rechnen mussten. Ebenfalls bedarf es keiner weiteren Ausführun-

gen, dass schon zu jener Zeit unterirdisch geführte Eisenbahnstrecken in 

der Schweiz und andernorts existierten. Wie von der fachkundigen Vor-

instanz jedoch nachvollziehbar aufgezeigt, waren Entflechtungsbauwerke 

damals noch praktisch unbekannt. Statt aufwendige Kunstbauten zu 

A-4896/2021 

Seite 20 

schaffen, wurde nach Möglichkeit kostengünstig in die Fläche gebaut, in-

dem z.B. zusätzliche Zirkulationsgleise errichtet wurden. Laut Vorinstanz 

erklärt das die Grösse vieler Bahnanlagen aus jener Zeit. Die Erstellung 

von Unterwerfungsbauwerken gehörte demnach bei Vertragsschluss noch 

nicht zur gelebten Realität. Hinzu kommt, dass gemäss Angaben der Vo-

rinstanz sich der Eisenbahnverkehr im Bereich Wylerfeld von wenig Dut-

zend Züge im Jahr 1908 auf heute über 1000 Züge pro Tag massiv erhöht 

hat. Nicht nur die Zugfolge hat sich verkürzt, sondern auch die Anforderun-

gen an Sicherheit, Fahrplanstabilität und Pünktlichkeit sind stark gestiegen. 

In dem Zeitraum von rund 110 Jahren haben sich damit die bahnseitigen 

Ansprüche vor Ort grundlegend geändert. Für die Parteien im Jahr 1909 

waren diese ausserordentlichen bahnseitigen Entwicklungen in der Art und 

Grössenordnung weder vorhersehbar noch vermeidbar. 

10.3 Was das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung betrifft, so ver-

pflichtete sich die Stadt Bern im Revers von 1909 für die Erstellungs- und 

die Unterhaltskosten des Kanals aufzukommen sowie die Haftung zu über-

nehmen. Des Weiteren haben die Parteien Vorkehrungen hinsichtlich einer 

künftigen Verlegung getroffen. So erklärte sich die Stadt Bern in Ziff. 2 be-

reit, zumindest gewisse Verlegungskosten zu übernehmen (vgl. vorste-

hend E. 7). Diese Vertragsbestimmungen sind vor dem Hintergrund zu se-

hen, dass zu jenem Zeitpunkt die Bahnlinie bereits bestand und der Kanal-

bau vorwiegend dem öffentlichen Interesse der Stadt Bern diente. Zum 

Zeitpunkt des Vertragsschlusses kann demnach noch nicht von einem Un-

gleichgewicht von Leistung und Gegenleistung gesprochen werden.  

Zwischenzeitlich sind rund 110 Jahre vergangen. Wie aufgezeigt hat sich 

der Eisenbahnverkehr auf dem Streckenabschnitt massiv erhöht. Um das 

neue Unterwerfungsbauwerk errichten zu können und so die Gleise zu ent-

flechten, musste in der Konsequenz der Kanal tiefer gelegt werden. Die in 

den Jahren 2017 bis 2018 realisierte Verlegung ist somit rein bahnseitig 

bedingt. Gemäss den schlüssigen Ausführungen der Vorinstanz und der 

Stadt Bern war der alte Kanal zum Zeitpunkt des Rückbaus vollständig 

funktionsfähig. Es erscheint überzeugend, dass er trotz seines Alters mit 

entsprechenden Sanierungsmassnahmen noch eine geraume Zeit hätte 

weiterbetrieben werden können. Nicht ausschlaggebend kann hingegen 

der Umstand sein, dass die SBB ihr Grundstück für die Durchleitung der 

Stadt Bern unentgeltlich zur Verfügung stellt. Zunächst ist anzumerken, 

dass der alte Kanal auch zur Ableitung von Sickerwasser aus den Draina-

gen der Geleise genutzt wurde, d.h. er kam auch direkt dem Eisenbahn-

verkehr zu Gute. Laut eigenen Angaben der SBB galt überdies schon im 

A-4896/2021 

Seite 21 

Jahr 1909 der Grundsatz, dass solche öffentlichen Anlagen unentgeltlich 

zu dulden waren. Es ist somit eine Verpflichtung, die ihr als Grundeigentü-

merin unabhängig vom Revers obliegt.  

Würde nun der Forderung der SBB entsprochen, so müsste die Stadt Bern 

für die hohen Investitionskosten alleine aufkommen, obwohl die Verlegung 

ausschliesslich durch unvorhersehbare Entwicklungen im Bahnverkehr 

verursacht wurde. Im Vergleich zum Vertragsschluss im Jahr 1909 präsen-

tiert sich eine wesentlich geänderte Interessenlage, die zu einem erhebli-

chen Ungleichgewicht von Leistung und Gegenleistung führt. Wie daher 

von der Vorinstanz zu Recht erkannt, entsteht hinsichtlich Ziff. 2 des Re-

vers eine gravierende Äquivalenzstörung zu Lasten der Stadt Bern, die kei-

nen Rechtsschutz finden soll.  

10.4 Schliesslich ergeben sich aus dem Verhalten der Stadt Bern keine 

Gründe, die der Anwendung der clausuala rebus sic stantibus entgegen-

stehen könnten.  

Die Stadt Bern hat zwar den Revers über eine Dauer von rund 110 Jahren 

akzeptiert. Während dieser Zeit stand jedoch eine Verlegung nie zur Dis-

kussion. Es bestand deshalb auch kein Anlass, den Inhalt von Ziff. 2 des 

Revers zu überprüfen. Diese Frage stellte sich vielmehr erstmals beim Pro-

jekt Gleisentflechtung Wylerfeld. Dementsprechend kann nicht davon ge-

sprochen werden, dass die Stadt Bern diese Vertragsabrede bislang unge-

achtet geänderter Umstände vorbehaltlos erfüllt hätte. Auch aus den an-

derweitigen Verträgen, die die Vertragsparteien am 25. Januar 1974 und 

am 11. März 1977 abgeschlossen haben, lässt sich kein widersprüchliches 

Verhalten der Stadt Bern ableiten. Denn anders als beim Revers von 1909 

enthält zumindest der Vertrag von 1974 eine Kündigungsklausel. Daraus 

ist zu schliessen, dass die Stadt Bern fortan nicht mehr vorbehaltlos gewillt 

war, einen Vertrag in der Gestalt des Revers von 1909 einzugehen.  

Im Rahmen des Projekts Gleisentflechtung Wylerfeld fanden sodann Be-

sprechungen zwischen der SBB und der Stadt Bern statt. Die SBB beruft 

sich in ihrer Beschwerde speziell auf folgende Stelle im Protokoll vom 

6. März 2017 S. 2: 

"Der Kredit für die Kosten, die die Stadt Bern alleine trägt, liegt in Stadtratskom-

petenz." 

Darin ist jedoch noch keine verbindliche Zusage der Stadt Bern für die Kos-

tenübernahme zu sehen, sondern primär ein Hinweis auf die kommunale 

A-4896/2021 

Seite 22 

Zuständigkeitsordnung. Auch der übrigen Aktenlage sind keine Anhalts-

punkte zu entnehmen, dass die Stadt Bern eine Bereitschaft zur Kosten-

übernahme treuwidrig vorgetäuscht hätte, um die SBB zur Projektrealisie-

rung zu bewegen. Gegen eine solche Annahme spricht schon der Um-

stand, dass die Verlegung rein bahnseitig bedingt ist.  

10.5 Betreffend Ziff. 2 des Revers von 1909 ist daher als Zwischenfazit 

festzuhalten, dass sämtliche Voraussetzungen für die Anwendung der 

clausula rebus sic stantibus erfüllt sind und sich die Stadt Bern darauf be-

rufen kann. Infolgedessen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung die Investitionskosten für den Ersatz des 

Siedlungsentwässerungskanals Wylergut-Winkelriedstrasse nicht nach 

Vereinbarung im Sinne von Art. 32 EBG, sondern nach den gesetzlichen 

Vorgaben von Art. 25 ff. EBG verteilt. 

Da Ziff. 2 des Revers für die vorliegende Kostenstreitigkeit ohnehin nicht 

anwendbar ist, braucht nicht geklärt zu werden, wie es sich mit der zuläs-

sigen Höchstdauer des Vertrages verhält.  

Gesetzliche Kostenverteilung 

11.  

11.1 Zu prüfen ist nachfolgend, ob in der angefochtenen Verfügung die ge-

setzlichen Kostenverteilungsregeln von Art. 25 ff. EBG richtig angewandt 

werden.  

11.2 Eventualiter rügt die SBB, dass – selbst in Anwendung von Art. 25 ff. 

EBG – die Stadt Bern die Kosten für den Ersatz des Siedlungsentwässe-

rungskanals Wylergut-Winkelriedstrasse zu tragen habe. Zur Begründung 

legt sie dar, die Kreuzung sei im Sinne von Art. 31 Abs. 2 EBG von der 

Stadt Bern verursacht, die den Kanal gestützt auf den Revers von 1909 

ursprünglich gebaut habe. Der Ersatz diene weiterhin der Erfüllung öffent-

licher Aufgaben der Stadt Bern und diese ziehe den hauptsächlichen Nut-

zen daraus. Das originäre Recht zur Ergreifung von Baumassnahmen 

komme der Stadt Bern als Leitungseigentümerin zu, auch wenn die Ent-

scheidung der Verlegung vertraglich übertragen worden sei. Die Stadt Bern 

sei für die Erneuerung und den Unterhalt des Kanals zuständig. Sie selbst 

hingegen erziele aus dem neuen Kanal keinen Vorteil und erhalte von der 

Stadt Bern für die Benützung ihres Eigentums kein Entgelt. Zur Ableitung 

des Meteorwassers von den SBB-Liegenschaften habe sie neu einen 

A-4896/2021 

Seite 23 

eigenen Staukanal gebaut, der nicht mehr in den Siedlungsentwässe-

rungskanal Wylergut-Winkelriedstrasse führe. Den vorliegenden Ersatz-

neubau habe sie im Auftrag der Stadt Bern erstellt. Die Tieferlegung ver-

hindere lediglich, dass sie in der Ausübung ihres Eigentums eingeschränkt 

werde. Der Umstand allein, dass sie bei der Ausführung mitgewirkt habe 

und Eigentümerin der Kreuzungsparzelle sei, lege keine andere Kosten-

verteilung nahe (vgl. Urteil des BGer 2A.80/1999 vom 5. Januar 2000 

E. 4d). Entsprechend dem Verursacher- und Vorteilsanrechnungsprinzip 

sei daher die Stadt Bern als kostenpflichtige Bauherrin im Sinne von Art. 31 

Abs. 2 EBG zu qualifizieren.  

11.3 Die Stadt Bern entgegnet in der Beschwerdeantwort, dass das ge-

samte Bauvorhaben Gleisentflechtung Wylerfeld der SBB obliege. Sie 

selbst sei nicht als Bauherrin aufgetreten, auch wenn das Projekt mit ihr 

abgesprochen worden sei. Sie habe keinen Anlass für bauliche Massnah-

men gehabt, da der Kanal nicht sanierungsbedürftig gewesen sei. Die hier 

strittigen Kosten der Verlegung habe nicht sie, sondern die SBB verursacht. 

Im Licht der Vorteilsanrechnung und der Verursachergerechtigkeit (vgl. Ur-

teil des BGer 2A.80/1999 vom 5. Januar 2000 E. 4d) habe somit die SBB 

als Bauherrin nach Art. 31 Abs. 2 EBG zu gelten.  

11.4 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, dass die 

Stadt Bern zwar die Kreuzungsstelle im Jahr 1910 verursacht habe, als sie 

damals den Kanal unter der bestehenden Bahnlinie erstellt habe. In den 

Plangenehmigungsverfahren betreffend Gleisentflechtung Wylerfeld sei je-

doch die SBB als Gesuchstellerin aufgetreten, während die Stadt Bern als 

Auftraggeberin für den Ersatz des Kanals sich nur in ganz untergeordne-

tem Masse mit der Baute befasst habe. Der Kanal sei zum Zeitpunkt des 

Rückbaus auch nicht sanierungspflichtig gewesen. Das Projekt Gleisent-

flechtung Wylerfeld, das den Ersatz des Kanals mitumfasse, obliege ge-

setzlich der SBB. Am Bauvorhaben habe die SBB – anders als die Stadt 

Bern – ein Bedürfnis. In Anlehnung an das Urteil des Bundesgerichts 

2A.80/1999 vom 5. Januar 2000 E. 4d sei daher die SBB als Bauherrin 

gemäss Art. 31 Abs. 2 EBG anzusehen. 

12.  

12.1 Für Kreuzungen zwischen der Bahn und Gewässern, Transmissio-

nen, Transportseilanlagen, Leitungen und ähnlichen Anlagen gilt Art. 31 

Abs. 2 EBG. Danach gehen die durch die Erstellung einer neuen Kreuzung 

oder Änderung einer bestehenden Kreuzung entstehenden Kosten für Bau, 

A-4896/2021 

Seite 24 

Unterhalt und Erneuerung sowie für alle vorübergehenden und dauernden 

Massnahmen im Interesse der Verhütung von Schäden an der Kreuzungs-

stelle zu Lasten des jeweiligen Bauherrn. Für Kreuzungen zwischen der 

Bahn und anderen Anlagen besteht damit eine Sonderregelung und die 

Kostenverteilungsregeln aus Art. 25 ff. EBG sind nur analog anwendbar 

(vgl. Urteil des BGer 2A.80/1999 vom 5. Januar 2000 E. 4c f.; Botschaft 

zum Eisenbahngesetz vom 8. Februar 1956, BBI 1956 I 213, 247).  

Nach der bundesgerichtlichen Auslegung von Art. 31 Abs. 2 EBG ist der 

Bauherr derjenige, der ein konkretes Bauvorhaben ausführen will und die 

dafür notwendigen Vorkehren trifft oder jemanden mit der Durchführung 

beauftragt. Vorausgesetzt ist, dass er die tatsächliche und rechtliche Ver-

fügungsgewalt besitzt, eine Sache durch bauliche Massnahmen zu ändern. 

Diese Umschreibung liegt vom üblichen Sprachgebrauch her nahe und be-

rücksichtigt – sinngemäss – sowohl das Verursacherprinzip wie auch das 

Vorteilsanrechnungsprinzip. Als Bauherr im beschriebenen Sinn aktiv wird 

nämlich regelmässig derjenige, der ein Interesse an der Ausführung eines 

Bauprojekts hat. In seinem Bereich liegt üblicherweise die Ursache für eine 

bauliche Änderung, und er zieht den hauptsächlichen Nutzen daraus. Auch 

bestimmt er den wesentlichen Umfang des Projekts und damit das Aus-

mass der Kosten. Die Sonderregelung ist darin begründet, dass bei Kreu-

zungen zwischen der Bahn und einer anderen Anlage wie einer Leitung 

nicht zwei – gleichwertige – Verkehrswege aufeinandertreffen wie bei Kreu-

zungen zwischen Bahn und Strasse. Es lässt sich schlecht durch Gegen-

überstellung von (geänderten) Bedürfnissen von Bahnunternehmung und 

Anlageinhaber ermitteln, wer die Änderung verursacht hat, wie dies bei der 

Kreuzung zwischen zwei Verkehrswegen auf der Hand liegt (Entwicklung 

des Verkehrsaufkommens auf dem jeweiligen Verkehrsweg, vgl. Art. 26 

EBG). Deshalb ist es naheliegend, die Kosten der Änderung einer Kreu-

zung zwischen der Bahn und "anderen Anlagen" im Sinne einer vereinfach-

ten Abwägung demjenigen aufzubürden, der konkret und aus nachvollzieh-

baren Gründen als Bauherr auftritt. Der Umstand allein, dass in gewissem 

Masse auch eine Mitwirkung des Eigentümers der anderen Anlage erfor-

derlich ist, legt keine andere Kostenverteilung nahe (Urteil des BGer 

2A.80/1999 vom 5. Januar 2000 E. 4d). 

12.2 Bei der Gleisentflechtung Wylerfeld handelt es sich um ein rein bahn-

seitig verursachtes Bauprojekt, das die Tieferlegung des Siedlungsentwäs-

serungskanals Wylergut-Winkelriedstrasse notwendig machte. Der Kanal 

selbst war zum Zeitpunkt des Rückbaus noch nicht sanierungsbedürftig. 

Die Initiative für dessen Verlegung ging entsprechend von der SBB aus. In 

A-4896/2021 

Seite 25 

ihren Plangenehmigungsgesuchen legte sie den wesentlichen Umfang des 

Projekts und damit auch die Kosten fest. Die Stadt Bern hat zwar die SBB 

mit dem Ersatz des Kanals beauftragt und diesbezüglich fand ein fachlicher 

Austausch statt. Soweit die Stadt Bern jedoch in baulicher Hinsicht mit dem 

Projekt nicht einverstanden war, musste sie ihre Ansprüche letztlich mittels 

Einsprache nach Art. 18f Abs. 3 EBG in das Plangenehmigungsverfahren 

einbringen (vgl. Disp. Ziff. 13.2 der Plangenehmigung vom 14. Dezember 

2015). Die tragende Rolle als Bauherrin im Sinne von Art. 31 Abs. 2 EBG 

kam vorliegend nicht ihr, sondern der SBB zu, die das Projekt ausgelöst 

und vorangetrieben hat.  

Soweit der Stadt Bern aus der künftigen Nutzung des Ersatzneubaus Vor-

teile erwachsen, worauf sich die SBB in ihrer Beschwerde beruft, so ist 

dieser Umstand im Rahmen der anschliessenden Vorteilsanrechnung zu 

berücksichtigen.  

12.3 Die angefochtene Verfügung ist somit insoweit zu bestätigen, als die 

SBB als kostenpflichtige Bauherrin im Sinne von Art. 31 Abs. 2 EBG quali-

fiziert wird.  

Vorteilsanrechnung 

13.  

13.1 Abschliessend bleibt zu klären, wie hoch der Vorteil ausfällt, den sich 

die Stadt Bern anrechnen lassen muss.  

13.2 Subeventualiter macht die SBB in der Beschwerde geltend, dass die 

Stadt Bern zu verpflichten sei, sich an den Investitionskosten im Umfang 

von Fr. 7'173'391.80 zu beteiligen (Gesamtwert des Ersatzneubaus von 

Fr. 7'341'000.--, abzüglich der Mehrkosten für die Tieferlegung von 

Fr. 167'608.20). Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dass sämt-

liche Vorteile nach Art. 27 Abs. 1 EBG anrechenbar seien, die die Stadt 

Bern aus dem Ersatzneubau ziehe. Entgegen der Auffassung der Vor- 

instanz seien bei der Vorteilsanrechnung nicht nur die eingesparten Kosten 

einer allfälligen Kanalsanierung einzubeziehen. Die Stadt Bern erhalte ei-

nen neuen Kanal, der in vollem Wert von Fr. 7'431'000.-- in die Bilanz ein-

gestellt und in den nächsten Jahren abgeschrieben werden könne. Der 

Wert sei nicht zu vergleichen mit demjenigen eines 110 Jahre alten, sanier-

ten Kanals. Es werde bestritten, dass die alte Anlage mit Sanierungsmass-

nahmen noch während 120 Jahren hätte weiterbetrieben werden können. 

A-4896/2021 

Seite 26 

Ein Ersatz hätte in einigen Jahren ohnehin angestanden und die Kosten 

dafür hätte die Stadt Bern tragen müssen. Folglich bedinge das Projekt 

Gleisentflechtung Wylerfeld lediglich die Tieferlegung des Kanals, nicht je-

doch den Ersatz an sich. Die Stadt Bern müsse sich daher die gesamten 

Investitionskosten – mit Ausnahme der berechneten Mehrkosten der 

Tieferlegung von Fr. 167'608.20 – als Vorteil anrechnen lassen.  

13.3 Die Stadt Bern vertritt in der Beschwerdeantwort demgegenüber die 

Auffassung, dass bei der Vorteilsanrechnung richtigerweise auf die Auf-

wendungen abgestellt werde, die ihr im Falle einer Sanierung entstanden 

wären. Sie habe keinen Anlass gehabt, den Kanal vollständig neu zu er-

stellen, sondern sie hätte – bei Bedarf – mit einer Sanierung eine erhebli-

che Verlängerung der Lebensdauer des Kanals erzielen können. Eine Ver-

längerung um mindestens 120 Jahren sei nicht unrealistisch. Die SBB habe 

sämtliche Kosten für den Ersatz des Kanals verursacht und nicht nur die 

Mehrkosten für die Tieferlegung. Die Stadt Bern müsse sich nicht vollstän-

dig oder überwiegend anrechnen lassen, dass mit der neuen Anlage eine 

aus ihrer Sicht nicht gebotene "Luxusvariante" erstellt worden sei. Nicht 

erheblich sei, wie der Ersatzneubau in der Gemeinderechnung bewertet 

werde.  

13.4 Die Vorinstanz nimmt in der angefochtenen Verfügung Bezug auf die 

Rechtsprechung zur Vorteilsanrechnung nach Art. 27 Abs. 1 EBG. Es sei 

zu berücksichtigen, dass mit dem Ersatzneubau der Ist-Zustand erhalten 

werde. Unabhängig von der ordentlichen Lebensdauer hätte der alte Kanal 

in naher Zukunft ersetzt werden müssen. Für die Erneuerung und den Un-

terhalt sei die Stadt Bern zuständig. Würden die gesamten strittigen Kosten 

der SBB auferlegt, so könnte die Stadt Bern Kosten einsparen, die diese 

durch den ursprünglichen Bau verursacht habe. Nach der Stadt Bern wäre 

eine Erneuerung des Kanals mittels lnline-Technik deutlich günstiger ge-

kommen. Anhand der Offerte werde von der Stadt Bern präzisiert, dass der 

Kanal hochgerechnet auf 120 Jahre zu Sanierungskosten von 

Fr. 600'000.-- und zu betrieblichen Unterhaltskosten von Fr. 197'640.-- ge-

führt hätte. Die Stadt Bern hätte demnach ihn mit einem Aufwand von rund 

0,8 Mio. Franken während wohl rund 120 Jahren weiter betreiben können. 

Demgegenüber liessen sich die Erstellungskosten für den neuen Kanal auf 

Fr. 7'341'000.-- beziffern, ohne betriebliche Unterhaltskosten also rund das 

Neunfache. Der neue Kanal habe eine Länge von 276.12 m. Die betriebli-

chen Unterhaltskosten von ebenfalls Fr. 9.-- pro Laufmeter und Jahr wür-

den sich demzufolge neu auf Fr. 2'485.10 jährlich belaufen, hochgerechnet 

auf 120 Jahre auf Fr. 298'209.60. Diese Aussage sei von der SBB 

A-4896/2021 

Seite 27 

unwidersprochen geblieben. Die Vorinstanz stelle fest, dass der neue Ka-

nal somit eine Mehrlänge von 93.12 m aufweise (276.12 m abzüglich 

183 m). Die Kosten seien als plausibel zu erachten. Der Betrag im Umfang 

von Fr. 797'640.--, den die Stadt Bern aufgrund des Ersatzneubaus ein-

sparen könne, sei als Vorteil im Sinne von Art. 27 Abs. 1 EBG anzurechnen. 

14.  

14.1 Die Vorteilsanrechnung bei Kreuzungsbauwerken ist in Art. 27 EBG 

eigens normiert. Nach Art. 27 Abs. 1 EBG hat jede Partei in dem Umfang 

an die Kosten beizutragen, als ihr aus der Umgestaltung der Anlage Vor-

teile erwachsen. Rechtsprechungsgemäss kann ein Vorteil gemäss Art. 27 

Abs. 1 EBG nicht nur finanzieller Natur, sondern – beispielsweise in Form 

eines Sicherheitsgewinnes – auch ideeller Natur sein, wobei die Erhaltung 

des Ist-Zustandes auf längere Zeit ebenfalls als Vorteil zu werten ist. Bei 

der Vorteilsanrechnung sind demnach sämtliche Vorteile einzubeziehen, 

welche der Nichtverursacher aufgrund der Umgestaltung der Kreuzungs-

anlage erwirbt oder ihm durch diese bauliche Vorkehr erhalten bleiben (vgl. 

BVGE 2013/53 E. 6.3.4, 2011/12 E. 9.6, je mit Hinweisen). Bei der Bestim-

mung des Vorteils ist davon auszugehen, dass das hauptsächliche Inte-

resse an der Erstellung oder Änderung einer Kreuzungsanlage in der Re-

gel beim Inhaber der Bauherrschaft liegt. Als Bauherr wird regelmässig der-

jenige aktiv, der ein Interesse an der Ausführung eines Bauprojektes hat. 

In dessen Bereich liegt üblicherweise die Ursache für eine bauliche Ände-

rung, weshalb er den hauptsächlichen Nutzen bzw. Vorteil daraus zieht. 

Schliesslich bestimmt der Bauherr auch den wesentlichen Umfang des 

Projekts und damit das Ausmass der Kosten (vgl. BVGE 2011/12 nicht 

publ. E. 10.1; Urteil des BVGer A-5867/2007 vom 27. Oktober 2008 E. 9.1 

mit Verweis auf das Urteil des BGer 2A.80/1999 vom 5. Januar 2000 E. 4d). 

In diesen Überlegungen kommt zum Ausdruck, dass es sich bei der Vor-

teilsanrechnung nicht um einen rein rechnerischen Vorgang handelt, son-

dern es sind nur diejenigen Vorteile zu beachten, die sich der Dritte billig-

erweise anrechnen lassen muss. Der anrechenbare Vorteil bestimmt sich 

insbesondere nach der Sanierungsbedürftigkeit der ersetzten Sache (vgl. 

Urteil des BVGer A-4632/2012 vom 11. Juni 2013 E. 5.6.2 mit Hinweisen).  

14.2 Der Gesetzgeber hat den in Art. 27 Abs. 1 EBG verwendeten Begriff 

"Vorteil" als unbestimmten Rechtsbegriff ausgestaltet und ihn nicht näher 

ausgeführt (vgl. TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

5. Aufl. 2022, § 26 Rz. 604 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 413 ff.; je mit Hinweisen). Das Bundesverwaltungsgericht übt bei der 

A-4896/2021 

Seite 28 

Überprüfung der Anwendung von unbestimmten Rechtsbegriffen eine ge-

wisse Zurückhaltung aus, wenn der Entscheid eine besondere eigene 

Fachkompetenz der Vorinstanz voraussetzt (vgl. vorstehend E. 2).  

15.  

15.1 Der Siedlungsentwässerungskanal Wylergut-Winkelriedstrasse weist 

infolge des erstellten Ersatzneubaus eine verlängerte Lebensdauer auf, 

d.h. die Sanierung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder erforder-

lich. Darin ist ein Vorteil im Sinne von Art. 27 Abs. 1 EBG zu erblicken, den 

sich die Stadt Bern anrechnen lassen muss. In der angefochtenen Verfü-

gung bemisst die Vorinstanz den anrechenbaren Vorteil anhand der Kos-

ten, die die Stadt Bern durch den Ersatzneubau einsparen kann. Der anre-

chenbare Betrag von Fr. 797'640.-- setzt sich zusammen aus den in den 

nächsten 120 Jahren eingesparten Sanierungskosten von Fr. 600'000.-- 

(Fr. 200'000.-- für 40 Jahre x 3) und den betrieblichen Unterhaltskosten von 

Fr. 197'640.-- (Fr. 9.-- jährliche Unterhaltskosten pro Laufmeter x 183 m 

Länge des alten Kanals x 120 Jahre). Als Grundlage dient die Offerte vom 

28. Januar 2021, die die Stadt Bern bei einer Firma für Kanalsanierungen 

eingeholt hatte. Die dort kalkulierten Kosten für eine Inliner-Sanierung von 

Fr. 160'434.-- wurden mit Blick auf Unwägbarkeiten aufgerundet, was zum 

vorgenannten Betrag von Fr. 200'000.-- führte (vgl. Eingabe der Stadt Bern 

vom 3. Februar 2021 S. 2).  

Was die Sanierungs- und betrieblichen Unterhaltskosten betrifft, so bleiben 

– trotz der ausführlichen vorinstanzlichen Begründung – verschiedene Fra-

gen offen. Bei der Lebensdauer des Kanals handelt es sich um eine Fach-

frage, die das Bundesverwaltungsgericht nur mit Zurückhaltung prüft (vgl. 

vorstehend E. 2 und E. 14.2). In der angefochtenen Verfügung wird indes 

nicht im Einzelnen begründet, worauf sich die angenommene Lebensdauer 

des Kanals von 120 Jahren stützt, die von der SBB ausdrücklich bestritten 

wird. Des Weiteren wird die Höhe der betrieblichen Unterhaltskosten von 

Fr. 9.-- pro Laufmeter und Jahr nicht hergeleitet. Auch erscheint unklar, 

welche Bedeutung die Vorinstanz den berechneten betrieblichen Unter-

haltskosten des neuen Kanals von Fr. 298'209.60 beimisst, die im Ergebnis 

unberücksichtigt bleiben. Es ist nicht auszuschliessen, dass dieser Betrag 

versehentlich keinen Eingang in die Vorteilsanrechnung gefunden hat. Die 

SBB rügt ausserdem, dass nach dem Situationsplan der alte Kanal zwi-

schen Schacht Süd und Schacht Nord eine Länge von ca. 298 m und nicht 

von 183 m aufweise. Anhand der vorhandenen Akten lässt sich nicht klä-

ren, auf welcher Grundlage das Längenmass von 183 m beruht, das die 

A-4896/2021 

Seite 29 

Vorinstanz als Angabe für die Berechnung der betrieblichen Unterhaltskos-

ten von der Stadt Bern übernommen hatte (vgl. Eingabe der Stadt Bern 

vom 3. Februar 2021 S. 1). In diesen Punkten ist daher eine ergänzende 

Begründung resp. Sachverhaltsabklärung erforderlich.  

Zudem wird in der angefochtenen Verfügung nicht hinreichend dargelegt, 

weshalb die Vorteilsanrechnung im Ergebnis allein nach diesen eingespar-

ten Sanierungs- und Unterhaltskosten bemessen wird. Im Rahmen einer 

Gesamtbetrachtung erscheint es zumindest fraglich und bedarf der Klä-

rung, ob auf diese Weise der Vorteil im Sinne von Art. 27 Abs. 1 EBG adä-

quat abgebildet wird. Insbesondere gilt es mitzuberücksichtigen, dass die 

Stadt Bern unbestrittenermassen das Kreuzungsbauwerk ursprünglich ver-

ursacht hat, da der Kanal im Jahr 1910 unter der schon bestehenden Bahn-

linie errichtet wurde. Der nun erstellte Ersatzneubau ermöglicht es ihr, den 

Kanal auch zukünftig zu nutzen. Rechtsprechungsgemäss sind auch die-

jenigen Vorteile anrechenbar, die durch die baulichen Vorkehrungen erhal-

ten bleiben (vgl. vorstehend E. 14.1). Der Erhalt des Ist-Zustandes wird in 

der angefochtenen Verfügung zwar erwähnt, jedoch nicht bezogen auf den 

konkreten Einzelfall beurteilt. Bei dieser Ausgangslage kann deshalb nicht 

mit der nötigen Gewissheit gesagt werden, dass in der angefochtenen Ver-

fügung alle Vorteile in geeigneter Weise berücksichtigt werden, die sich die 

Stadt Bern billigerweise anrechnen lassen muss. Die gegen die Vorteilsan-

rechnung erhobene Rüge der SBB erweist sich in diesem Punkt als be-

gründet.  

15.2 Gleichzeitig würde jedoch die Forderung der SBB zu weit führen, die 

gesamten Investitionskosten abzüglich der von ihr berechneten Tieferle-

gungskosten als Vorteil anzurechnen. Wie von der Stadt Bern zu Recht 

eingewendet, lässt ein solches Vorgehen unberücksichtigt, dass die Verle-

gung gesamthaft durch das Bahnprojekt bedingt ist und der alte Kanal mit 

Sanierungsmassnahmen noch eine geraume Zeit hätte weiterbetrieben 

werden können. Bei der Vorteilsanrechnung darf vorliegend nicht ausser 

Acht gelassen werden, dass das Hauptinteresse an der Errichtung des Er-

satzneubaus bei der Bauherrschaft und damit bei der SBB liegt. Im konkre-

ten Fall wäre es unangemessen, wenn die SBB selbst nur die von ihr be-

rechneten Tieferlegungskosten, mithin nur einen geringen Teil der gesam-

ten Investitionskosten für den bahnseitig bedingten, vorzeitigen Ersatzneu-

bau tragen müsste.  

15.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungs-

gericht in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit 

A-4896/2021 

Seite 30 

verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Bei der Wahl zwischen 

diesen beiden Entscheidarten steht dem Gericht ein weiter Ermessens-

spielraum zu. Eine Rückweisung ist als Ausnahme insbesondere dann an-

gezeigt, wenn die Vorinstanz infolge ihrer Kenntnisse als Fachbehörde zur 

Beurteilung besser geeignet erscheint (vgl. statt vieler Urteil des BVGer 

A-215/2021 vom 21. März 2023 E. 4.7; MADELEINE CAMPRUBI, VwVG Kom-

mentar, Art. 61 Rz. 10 ff.; je mit Hinweisen).  

Die vorzunehmende Vorteilsanrechnung nach Art. 27 Abs. 1 EBG verlangt 

nach speziellen Fachkenntnissen und allenfalls auch ergänzenden Sach-

verhaltsabklärungen. Es ist daher unumgänglich, die Angelegenheit an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie den anrechenbaren Vorteil im Sinne 

der Erwägungen neu bemessen kann. Sollte die Vorinstanz nach erneuter 

Prüfung an der bisherigen Vorteilsanrechnung festhalten wollen, so ist im 

Hinblick auf die Technizität der Materie darauf zu achten, dass sowohl das 

gewählte Vorgehen als auch die konkrete Berechnung hinreichend begrün-

det werden.  

Ausgang des Beschwerdeverfahrens 

16.  

Betreffend Kostenverteilung Ersatz Siedlungsentwässerungskanal Wyler-

gut-Winkelriedstrasse ist zusammenfassend zu erkennen, dass das 

Rechtsbegehren Nr. 3 der SBB teilweise gutzuheissen und der Vorteil neu 

zu prüfen ist, den sich die Stadt Bern nach Art. 27 Abs. 1 EBG anrechnen 

lassen muss. Die Angelegenheit ist daher an die Vorinstanz zum neuen 

Entscheid im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Disp. Ziff. 1.4 und 2 

der angefochtenen Verfügung sind in diesem Umfange aufzuheben. 

In Disp. Ziff. 4 der angefochtenen Verfügung legt die Vorinstanz der SBB 

die Verfahrenskosten im Umfange von 90 % gemäss dem Unterliegerprin-

zip auf. Soweit nun Disp. Ziff. 1.4 und 2 der angefochtenen Verfügung teil-

weise aufgehoben werden, entfällt die Grundlage für die Verlegung der Ver-

fahrenskosten (vgl. BGE 143 I 395 nicht publ. E. 6; Urteil des BVGer 

A-2372/2021 vom 26. Juli 2022 E. 8). In teilweiser Gutheissung des 

Rechtsbegehrens Nr. 4 ist die Vorinstanz daher anzuweisen, über die Ver-

legung der Verfahrenskosten im Rahmen ihres neuen Entscheids zu befin-

den. Disp. Ziff. 4 der angefochtenen Verfügung ist insofern ebenfalls auf-

zuheben.  

A-4896/2021 

Seite 31 

Im Übrigen ist die Beschwerde der SBB abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten ist. So ist die Vorinstanz zu Recht auf das Gesuch der Stadt Bern 

zur Kostenverlegung nach Art. 40 Abs. 2 EBG eingetreten. Die vertragliche 

Vereinbarung in Ziff. 2 des Revers vom 1. September 1909 ist nicht an-

wendbar, da sich die Stadt Bern auf die clausula rebus sic stantibus beru-

fen kann. Des Weiteren ist die SBB als kostenpflichtige Bauherrin gemäss 

Art. 31 Abs. 2 EBG anzusehen. Im Rahmen der Vorteilsanrechnung nach 

Art. 27 Abs. 1 EBG wäre es schliesslich unangemessen, der Stadt Bern die 

gesamten Investitionskosten abzüglich der Tieferlegungskosten aufzuerle-

gen. 

Kosten- und Entschädigungsfolgen 

17.  

17.1 Die Verfahrenskosten hat in der Regel die unterliegende Partei zu tra-

gen; unterliegt sie nur teilweise, so werden sie ermässigt (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Keine Verfahrenskosten haben Vorinstanzen oder Bundesbehör-

den zu tragen; anderen als Bundesbehörden, die Beschwerde führen und 

unterliegen, werden Verfahrenskosten auferlegt, soweit sich der Streit um 

vermögensrechtliche Interessen der Körperschaften oder autonomen An-

stalten dreht (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Die Rückweisung einer Sache an die 

Vorinstanz zum neuen Entscheid mit noch offenem Ausgang gilt dabei  

praxisgemäss als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (vgl. 

statt vieler Urteil des BVGer A-5566/2022 vom 15. Februar 2023 E. 6.2). 

Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit der 

Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien. Sie 

beträgt bei einer Streitigkeit mit Vermögensinteresse Fr. 200.-- bis 

Fr. 50'000.-- (Art. 63 Abs. 4bis Bst. b VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Unter Berücksichtigung, dass eine vermögensrechtliche Streitigkeit vor-

liegt, sind die Verfahrenskosten auf Fr. 15'000.-- festzusetzen und wie folgt 

zu verlegen: Die Rechtsbegehren Nr. 3 und 4 der Beschwerde sind teil-

weise gutzuheissen und die Angelegenheit an die Vorinstanz zum neuen 

Entscheid im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Dabei ist zu beach-

ten, dass der Verfahrensausgang auch insofern nicht mehr offen ist, als die 

SBB verlangt, es seien der Stadt Bern die gesamten Investitionskosten ab-

züglich der Tieferlegungskosten als Vorteil anzurechnen. Es rechtfertigt 

sich daher, die beschwerdeführende SBB als zur Hälfte obsiegend 

A-4896/2021 

Seite 32 

anzusehen. Ihr sind somit Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 7'500.-- 

zur Bezahlung aufzuerlegen. Die übrigen Verfahrenskosten von Fr. 7'500.-

- sind entsprechend von der Stadt Bern zu tragen, die in ihren vermögens-

rechtlichen Interessen betroffen ist und als Beschwerdegegnerin zur Hälfte 

unterliegt.  

17.2 Ganz oder teilweise obsiegenden Parteien ist von Amtes wegen oder 

auf Begehren eine Entschädigung für ihnen erwachsene notwendige und 

verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 7 ff. VGKE). Die Entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung so-

wie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Liegt dem 

Gericht keine Kostennote vor, so setzt es die Entschädigung aufgrund der 

Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

Die anwaltlich vertretene und zur Hälfte obsiegende SBB hat Anspruch auf 

eine reduzierte Parteientschädigung. Die Höhe ist aufgrund der Akten zu 

bestimmen. Für das Beschwerdeverfahren erscheint eine reduzierte Par-

teientschädigung Fr. 4'000.-- als angemessen. Die Stadt Bern hat somit der 

SBB eine Parteientschädigung in dieser Höhe nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zu entrichten (Art. 64 Abs. 2 und 3 VwVG). Die 

Stadt Bern, die ihrerseits nicht anwaltlich vertreten ist, hat im Umfang ihres 

Obsiegens keinen Anspruch auf Parteientschädigung. 

 

  

A-4896/2021 

Seite 33 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Disp. Ziff. 1.4, 2 und 4 der 

angefochtenen Verfügung vom 7. Oktober 2021 werden in diesem Um-

fange aufgehoben und die Angelegenheit zur neuen Entscheidung im 

Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird 

die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 7'500.-- auferlegt. Der Betrag wird dem Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 35'000.-- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 27'500.-- wird nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

2.2 Der Beschwerdegegnerin werden Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 7'500.-- auferlegt. Der Betrag ist nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zah-

lungsfrist beträgt 30 Tage ab Rechnungsdatum. Die Zustellung des Einzah-

lungsscheins erfolgt mit separater Post. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet der Beschwerdeführerin nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine reduzierte Parteient-

schädigung von Fr. 4'000.-- auszurichten. 

  

A-4896/2021 

Seite 34 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin, 

die Vorinstanz und an das Generalsekretariat UVEK.  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Marcel Tiefenthal Flurina Peerdeman 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

Versand:  

A-4896/2021 

Seite 35 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. BAV-012-1/16/24/6; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)