# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a0e1bae-ba94-5d1e-ab92-3f77370d331e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.01.2015 E-7525/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7525-2014_2015-01-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-7525/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  J a n u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch;   

Gerichtsschreiber Urs David. 

   Parteien 
 

A._______, 

Eritrea,   

vertreten durch Liliane Blum, Freiplatzaktion Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 27. November 2014 / N (…). 

 

 

 

E-7525/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die zu jener Zeit im Sudan wohnhaft gewesene Beschwerdeführerin liess 

durch ihren in der Schweiz wohnhaften und bevollmächtigten Bruder mit 

schriftlicher Eingabe vom 20. Dezember 2011 an das damalige BFM ein 

Asylgesuch beziehungsweise ein Gesuch um Familienasyl und Erteilung 

der Einreisebewilligung in die Schweiz stellen. 

B.  

Mit Verfügung vom 7. März 2012 erteilte das BFM antragsgemäss die Be-

willigung zur Einreise der Beschwerdeführerin zwecks Durchführung des 

ordentlichen Asylverfahrens. 

Am 22. Juni 2012 reiste die Beschwerdeführerin auf dem Luftweg in die 

Schweiz ein und meldete sich am 25. Juni 2012 aufforderungsgemäss im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel. 

C.  

In ihrer schriftlichen Eingabe vom 20. Dezember 2011 sowie anlässlich der 

Befragung zur Person (BzP) vom 2. Juli 2012 im EVZ und der Anhörung 

vom 25. November 2014 zu den Asylgründen machte die Beschwerdefüh-

rerin im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Sie sei eritreische Staatsangehörige und stamme aus dem Ort B._______. 

Eritrea sei ein gänzlich militarisierter Staat und das Leben dort sei schwie-

rig. Nachdem ihr bereits langjährig Dienst leistender Ehemann den ihm ge-

währten Urlaub vom Militärdienst im Jahre 2006 oder 2007 unerlaubt ver-

längert habe, sei dieser von Soldaten zuhause abgeholt und mitgenommen 

worden und seither verschwunden. In der Folge sei sie selber von den Be-

hörden mehrmals belästigt und nach ihrem Mann gefragt worden; man 

habe sie auch inhaftiert und sie unter Druck gesetzt. Aus Angst vor einer 

weiteren Verhaftung habe sie ihr Heimatland im Oktober 2007 illegal in 

Richtung Sudan verlassen (…). Nach einigen Monaten, in denen sie auch 

misshandelt und vergewaltigt worden sei, sei sie nach Libyen weitergereist 

und dort drei Jahre unter wiederum schwierigen Bedingungen geblieben. 

Nach Ausbruch des Krieges sei sie verschleppt, rund zwei Wochen festge-

halten und vergewaltigt worden. Es sei ihr dann gelungen, in den Sudan 

zurückzukehren. Ein Verbleib dort sei aber für sie unerträglich gewesen, 

und sie habe in ständiger Gefahr vor Misshandlungen, Vergewaltigungen 

oder einer Deportation nach Eritrea gelebt. Dies habe sie letztlich zur 

E-7525/2014 

Seite 3 

Schutzsuche in der Schweiz bewogen. Im Weiteren machte sie auf verfol-

gungsbedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen, (…), aufmerksam. Als 

Beweismittel gab die Beschwerdeführerin ihre eritreische Identitätskarte zu 

den Akten. 

D.  

Mit Verfügung vom 27. November 2014 – eröffnet am 1. Dezember 2014 – 

bejahte das BFM das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-

deführerin, lehnte ihr Asylgesuch vom 25. Juni 2012 ab und ordnete ihre 

Wegweisung aus der Schweiz an, gewährte ihr jedoch infolge Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzuges die vorläufige Aufnahme. Für die Begrün-

dung wird, soweit wesentlich, auf die Erwägungen verwiesen. 

E.  

Am 8. Dezember 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin um Einsicht in 

"sämtliche Asylakten". 

Mit Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2014 gewährte das BFM Ein-

sicht in die seit der Einreise in die Schweiz generierten und editionspflich-

tigen Asylakten (B-Akten). 

F.  

Am 17. Dezember 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin durch ihre zwi-

schenzeitlich mandatierte und rubrizierte Rechtsvertretung um Einsicht 

auch in die Akten des Auslandasylverfahrens. 

Mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2014 gewährte das BFM Ein-

sicht in die editionspflichtigen Akten des Auslandverfahrens (A-Akten). 

G.  

Mit Eingabe vom 24. Dezember 2014 (und Ergänzung vom 9. Januar 2015) 

hat die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 27. November 2014 erhoben. Darin beantragt 

sie die Rückweisung des Verfahrens (unter Aufhebung der "Ziffern 1 bis 3" 

des Dispositivs der angefochtenen Verfügung) zwecks weiterer Abklärun-

gen und Neubeurteilung, eventualiter die Gewährung von Asyl sowie in 

prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiord-

nung der rubrizierten Rechtsvertreterin als unentgeltlichen Rechtsbeistand. 

Auf die Begründung der Anträge wird, soweit wesentlich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

E-7525/2014 

Seite 4 

H.  

Mit Verfügung vom 30. Dezember 2014 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

E-7525/2014 

Seite 5 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheides qualifizierte das 

BFM die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen als den Anforderungen 

von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sach-

verhalts und jenen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlich-

keit nicht genügend. Einzig die illegale Ausreise aus Eritrea im rekrutie-

rungsfähigen Alter begründe als subjektiver Nachfluchtgrund die Flücht-

lingseigenschaft, indessen gemäss Art. 54 AsylG keinen Anspruch auf Asyl. 

Die Wegweisung stelle die Regelfolge der Ablehnung eines Asylgesuchs 

dar und die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges ergebe sich aus 

dem Grundsatz der Nichtrückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG. Für den 

detaillierten Inhalt der Begründung wird auf die Akten verwiesen. 

5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe rügt die Beschwerdeführerin eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs dergestalt, dass das BFM die Akten des Aus-

landasylverfahrens (A-Akten) und insbesondere das schriftliche Asylge-

such vom 20. Dezember 2011 (Aktenstück A1) trotz sachverhaltlicher Re-

levanz für die Entscheidfindung nicht berücksichtigt habe. Dies gelte 

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Seite 6 

ebenso für die in der Anhörung offenkundig zu Tage getretenen und akten-

kundigen gesundheitlichen Beschwerden; sie sei denn auch aktuell in fach-

ärztlicher Behandlung. Dadurch sei der Sachverhalt unvollständig festge-

stellt und weiter abklärungsbedürftig. Für den detaillierten Inhalt der Be-

schwerdebegründung wird auf die Akten verwiesen.  

6.  

6.1 Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der Un-

tersuchungsgrundsatz, das heisst, die Asylbehörde hat den rechtserhebli-

chen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und 

richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Dabei muss sie die 

für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und 

die relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis 

führen. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber 

die Pflicht und unter dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von 

Art. 29 VwVG und Art. 29 Abs. 2 BV das Recht, an der Feststellung des 

Sachverhalts mitzuwirken (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, BVGE 2007/21 

E. 11.1.3 mit Hinweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-

rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 13). Der mit Grund-

rechtsqualität ausgestattete Grundsatz des rechtlichen Gehörs fordert, 

dass die verfügende Behörde die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich 

hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksich-

tigt, was sich entsprechend in einer sachgerecht anfechtbaren Entscheid-

begründung niederzuschlagen hat (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29, Art. 32 Abs. 

1 und Art. 35 Abs. 1 VwVG; EMARK 2004 Nr. 38 E. 6.3 und 2006 Nr. 24 E. 

5.1). 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass das BFM im Sachver-

halt zwar die prozesshistorische Tatsache einer Asylgesuchstellung der 

Beschwerdeführerin vom 20. Dezember 2011 aus dem Sudan erfasst hat 

(s. angefochtene Verfügung Ziff. I/1). Gleichzeitig aber erwähnt es eine 

Asylgesuchseinreichung vom 25. Juni 2012 (Datum der Vorsprache der 

Beschwerdeführenden im EVZ) und prüft in der Folge nur dieses letztere 

Asylgesuch, dies einzig unter Abstellung auf die seither generierten Akten 

(B-Akten). Dies stellt in Stützung der in der Beschwerde formulierten Rüge 

eine Verletzung des Anspruchs auf Wahrung des rechtlichen Gehörs im 

obgenannten Sinne dar: In- und Auslandverfahren unterscheiden sich zwar 

wesentlich, und das Bundesverwaltungsgericht hat denn auch explizit fest-

gehalten, dass das BFM ein erstinstanzlich hängiges Auslandverfahren als 

gegenstandslos geworden abzuschreiben hat, wenn eine asylsuchende 

Person noch vor Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens in die 

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Seite 7 

Schweiz einreist und ein (neues) Asylgesuch einreicht (vgl. dazu BVGE 

2011/26). Insbesondere unterscheiden sich die beiden Verfahren in formel-

ler Hinsicht, wird doch im Auslandverfahren der Sachverhalt anders erstellt. 

So wird der Asylsuchende im Auslandverfahren nur einmal angehört, und 

selbst auf diese Anhörung kann verzichtet werden, wenn es die Umstände 

rechtfertigen beziehungsweise sich dies aufdrängt (vgl. BVGE 2007/30). In 

solchen Fällen stützt sich der Asylentscheid allein auf die schriftlichen Ein-

gaben und Beweismittel. Es handelt sich damit beim Auslandverfahren un-

abhängig möglicher Überschneidungen des Prüfungsgegenstandes um ein 

Verfahren sui generis und die im Dispositiv festgehaltene Ablehnung des 

Asylgesuchs darf nur so verstanden werden, dass "das Asylgesuch aus 

dem Ausland" abgewiesen wird. Mit einer unbewilligten Einreise in die 

Schweiz unterstellt sich ein Asylsuchender den Bestimmungen zum Asyl-

verfahren im Inland und hat die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. 

Demzufolge fällt das Rechtsschutzinteresse bezüglich der Ablehnung des 

Asylgesuches aus dem Ausland weg, eine gegen die Ablehnung des Asyl-

gesuchs erhobene Beschwerde ist als gegenstandslos geworden abzu-

schreiben und es sind die Bestimmungen des Inlandverfahrens anzuwen-

den (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/13, m.w.H.). Auch im vorliegenden Fall 

ist die Beschwerdeführerin in die Schweiz eingereist. Sie ist jedoch bewil-

ligt eingereist und dies zum Zweck der Durchführung des ordentlichen Asyl-

verfahrens. Dies bedeutet zunächst, dass das Gesuch um Bewilligung der 

Einreise der Beschwerdeführerin gegenständlich erledigt ist. Über das im 

Ausland gestellte Asylgesuch wurde aber mit der Verfügung vom 7. März 

2012 im Gegensatz zur obigen Konstellation nicht befunden, sondern es 

blieb mit der Einreise hängig. Der Entscheid über das Asylgesuch erfolgte 

erst mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 27. November 2014, 

wenngleich nicht mehr unter dem Titel "Asylgesuch aus dem Ausland". 

Massgebliches Asylgesuchsdatum ist somit der 20. Dezember 2011, und 

nicht der 25. Juni 2012 (vgl. angefochtene Verfügung S. 1 und Entscheid-

begründung Ziff. I/2 ff.). Daraus folgt weiter, dass die gesamten, seit dem 

20. Dezember 2011 generierten Akten – somit auch die A-Akten und ins-

besondere das damals deponierte schriftliche Asylgesuch – für die Ge-

suchsprüfung und Entscheidfindung heranzuziehen, nötigenfalls weiter ab-

zuklären und (gegebenenfalls auch zu Ungunsten der Betroffenen) zu wür-

digen sind. Dies geschah offensichtlich nicht, und die A-Akten waren trotz 

klaren Antrags der Beschwerdeführerin vom 8. Dezember 2014 auch nicht 

Gegenstand der Akteneinsichtsgewährung vom 9. Dezember 2014 durch 

das BFM, wenngleich dieser Mangel zehn Tage später auf Insistieren der 

Rechtsvertreterin vom BFM behoben wurde. Die erkannte Verletzung des 

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Seite 8 

rechtlichen Gehörs entspricht im Übrigen der gleichgelagerten Konstella-

tion gemäss Kassationsurteil des Bundesverwaltungsgerichts  E-

6815/2014 vom 17. Dezember 2014 (vgl. dort insb. E. 7). 

6.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs führt grundsätzlich – das heisst ungeachtet der ma-

teriellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Ent-

scheides (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4, BVGE 2008/14 E. 4.1, BVGE 

2007/30 E. 8.2 m.w.H., BVGE 2007/27 E. 10.1). Die Heilung von Gehörs-

verletzungen ist aus prozessökonomischen Gründen auf Beschwerde-

ebene nur möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwer-

deführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im strei-

tigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und 

Rechtsanwendung zukommt sowie die festgestellte Verletzung nicht 

schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Be-

schwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. 

BVGE 2008/47 E. 3.3.4 sowie BVGE 2012/21 E. 5.1 [2. Abschnitt] m.w.H.). 

Diese Heilungsvoraussetzungen sind vorliegend schon angesichts der ein-

geschränkten Kognition gemäss E. 2 oben nicht erfüllt. 

6.4 Das Bundesverwaltungsgericht erkennt somit eine unvollständige und 

unter (Bundesrechts-)Verletzung des rechtlichen Gehörs gewonnene 

Sachverhaltsfeststellung. Die angefochtene Verfügung ist deshalb in ihren 

Dispositivziffern 1 bis 3 antragsgemäss aufzuheben und die Sache an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Das BFM ist gehalten, den rechtserheblichen 

Sachverhalt vollständig und richtig zu erfassen und gegebenenfalls weiter 

abzuklären und gestützt darauf sowie unter Mitberücksichtigung des In-

halts der vorliegenden Beschwerde einen neuen Entscheid zu fällen. Einst-

weilen erübrigt es sich für das Bundesverwaltungsgericht, auf die weiteren 

Beschwerdeinhalte näher einzugehen. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig 

und unvollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die angefochtene Ver-

fügung ist daher in ihren Dispositivziffern 1 bis 3 aufzuheben und die Sache 

geht zurück an das BFM zur vollständigen Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und zur Neubeurteilung. Die Beschwerde ist dement-

sprechend gutzuheissen. 

8.  

E-7525/2014 

Seite 9 

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 - 3 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung für die Verfahrenskosten (Art. 65 Abs. 1 VwVG) wird damit 

hinfällig. Jenes um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG) ist bereits durch den Umstand hinfällig geworden, 

dass vorliegendes Urteil direkt und instruktionslos ergeht. 

8.2 Obsiegende Parteien haben grundsätzlich Anspruch auf eine Parteient-

schädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig 

hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Vorliegend gilt die Beschwerdeführerin in ihrem Hauptantrag auf Aufhe-

bung der Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung und Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz als obsiegend. In Ziff. I/e der Be-

schwerde ersucht sie um Zusprechung einer angemessenen Parteient-

schädigung, wobei sie Parteikosten von bislang Fr. 810.— geltend macht 

und die Einreichung einer detaillierten Kostennote bei Abschluss des In-

struktionsverfahrens in Aussicht stellt. Eine Kostennote ist indessen weder 

abzuwarten noch nachzufordern, weil zum einen die geltend gemachten 

Parteikosten und der hierfür betriebene Aufwand überblickbar sind und an-

gemessen erscheinen und zum andern der Beschwerdeführerin seither 

mangels Durchführung eines Instruktionsverfahrens offensichtlich keine 

weiteren Kosten erwachsen sind, abgesehen von der Nachreichung der 

Fürsorgebestätigung. Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteient-

schädigung ist unter Berücksichtigung der massgebenden Berechnungs-

faktoren (vgl. Art. 7 ff. VGKE) vorliegend auf angemessene Fr. 840.— (inkl. 

Auslagen) festzusetzen. 

8.3 Aufgrund des Umstandes, dass vorliegende Beschwerde wie gesehen 

in einem Direktentscheid instruktionslos gutzuheissen ist, das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für die Verfahrenskosten 

hinfällig wird und die zur Entschädigung beantragten Parteikosten vollum-

fänglich zu vergüten sind, wird auch das Gesuch um Beiordnung der rubri-

zierten Rechtsvertreterin als amtlicher Rechtsbeistand im Sinne von Art. 

110a AsylG hinfällig.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

E-7525/2014 

Seite 10 

  

E-7525/2014 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung werden 

aufgehoben. Die Sache geht zurück an das BFM zur vollständigen und 

richtigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts im Sinne der Er-

wägungen (insb. E. 6) und zur Neubeurteilung. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädi-

gung von gesamthaft Fr. 840.— (inkl. Auslagen) auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Urs David 

 

 

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