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**Case Identifier:** d95a117e-b8bb-5113-aeee-e0e4ab7a0462
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-10-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.10.2019 SK.2018.73
**Docket/Reference:** SK.2018.73
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2018-73_2019-10-08

## Full Text

Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) und Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2StGB);;Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) und Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2StGB);;Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) und Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2StGB);;Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) und Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2StGB)

Urteil vom 8. Oktober 2019  
Strafkammer 

Besetzung 

 

Bundesstrafrichterin Joséphine Contu Albrizio, Vorsitz, 

Bundesstrafrichter Martin Stupf und Stefan Heimgartner, 

Gerichtsschreiberin Regina Derrer 

Parteien 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch           

Urs Köhli, Staatsanwalt des Bundes 

 
gegen 

  A., 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Oliver Kunz 

und Rechtsanwalt Dr. Christoph Hohler 

 

Gegenstand 

 

Qualifizierte Geldwäscherei, qualifizierte Veruntreuung 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2018.73 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen 

 a)  der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Art. 305bis 

Ziff. 2 lit. b StGB bezüglich der Ziff. 1.1. bzw. 1.1.4.1. der Anklageschrift;  

b)  der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Art. 305bis 

Ziff. 2 StGB bezüglich der Ziff. 1.1. bzw. 1.1.4.2. der Anklageschrift; 

c) der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 

StGB bezüglich der Ziff. 1.2. der Anklageschrift.  

2.  A. sei zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten zu verurteilen, wobei 20 

Monate bedingt, 14 Monate unbedingt auszusprechen seien, unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren sowie unter Anrechnung der erstandenen Haft. Mit der Frei-

heitsstrafe sei eine Geldstrafe von 600 Tagessätzen zu je CHF 400.--, entsprechend 

CHF 240'000.-- zu verbinden, wobei der Vollzug der Geldstrafe bei einer Probezeit 

von 2 Jahren aufzuschieben sei. 

3.  Die Behörden des Kantons Zürich seien mit dem Vollzug der Freiheitsstrafe zu be-

auftragen.  

4. Die in Ziff. 3.2. der Anklageschrift aufgeführten Ersatzmassnahmen seien nach Ein-

tritt der Rechtskraft des Urteils aufzuheben.  

5.  Beschlagnahmte Gegenstände und Vermögenswerte 

 a)  Die in Ziff. 4.1. der Anklageschrift aufgeführte Beschlagnahme von Vermögens-

werten sei bis zum Eintritt der Rechtskraft des Urteils aufrechtzuerhalten.   

b)  Die in Ziff. 4.2.1., 4.2.3. und 4.2.5. der Anklageschrift aufgeführten beschlag-

nahmten Akten seien nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils an die Berechtig-

ten herauszugeben.  

c) Die in Ziff. 4.2.2. und 4.2.4. der Anklageschrift aufgeführten beschlagnahmten 

Akten seien umgehend an die Berechtigten herauszugeben.  

6. Auf der bei der Bank B. AG geführten Bankbeziehung Nr. 1, lautend auf A., seien 

Vermögenswerte im Umfang von EUR 456'000.-- einzuziehen.  

7.  Gegen A. sei auf eine Ersatzforderung im Umfang von EUR 544'000.-- zu erkennen.  

- 3 - 

8.  Die Kosten des Vorverfahrens von total CHF 150'400.55, bestehend aus Verfah-

renskosten von CHF 125'400.55 und einer Gebühr von CHF 25'000.-- sowie die 

Kosten des erstinstanzlichen Hauptverfahrens seien A. aufzuerlegen.   

9.  A. sei keine Entschädigung auszurichten.  

 

Anträge der Verteidigung: 

1.  A. sei von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen.  

2.  Sämtliche beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte seien dem Be-

schuldigten herauszugeben.  

3.  Von einer Einziehung oder Anordnung einer Ersatzforderung sei abzusehen.  

4.  Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sowie des Vorverfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen.  

5.  A. sei eine angemessene Entschädigung und Genugtuung zu bezahlen.  

 Insbesondere sei er zu entschädigen für die ungerechtfertigte Haft vom 1. Juli 2014 

bis zum 2. Juli 2014 sowie vom 16. Dezember 2014 bis zum 26. November 2015 

(insgesamt 347 Tage).  

6.  Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung (zzgl. MwSt.) für die Kos-

ten seiner erbetenen Verteidigung auszurichten. 

 
 
 
Prozessgeschichte: 

A. Am 25. April 2012 erstattete die Meldestelle für Geldwäscherei (nachfolgend: 

MROS) gestützt auf Art. 23 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Bekämpfung 

der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung vom 10. Oktober 1997 

(Geldwäschereigesetz, GwG; SR 955) eine Meldung an die Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich (BA 5.101.1 ff.). Die zugrundeliegende Verdachtsmeldung 

i.S.v. Art. 9 GwG vom 20. April 2012 betraf je ein Konto der Gesellschaft C. Corp. 

und der Gesellschaft D. Inc. – beides panamaische Gesellschaften – bei der 

Bank E. AG in Zürich (nachfolgend Bank E.), deren wirtschaftlich Berechtigter F. 

- 4 - 

war, sowie drei auf F. selbst lautende Privatkonten, ebenfalls bei der Bank E. 

(BA 5.101.4 ff.).  

B. Am 27. April 2012 eröffnete die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) gegen F. 

und Unbekannt eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei. Es bestand der 

Verdacht, dass dieser seinem Cousin, dem ehemaligen griechischen Verteidi-

gungsminister Apostolos-Athanasios (Akis) Tsochatzopoulos (nachfolgend: 

Tsochatzopoulos), bei der Weiterleitung von Bestechungsgeldern aus Rüstungs-

geschäften, unter anderem mit der russischen Gesellschaft G., über eigene so-

wie über Drittkonten von ihm zurechenbaren Unternehmen behilflich gewesen 

war (BA 18.101.2; 21.102.36 ff.). Gleichzeitig führte die Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich infolge der MROS-Meldung vom 25. April 2012 eine Strafunter-

suchung gegen Unbekannt, bevor sie diese auf entsprechende Übernahmeerklä-

rung der BA hin mit Verfügung vom 23. November 2012 an die BA abtrat 

(BA 5.100.3 f.; 21.102.36 ff.). 

C. Im Zuge der mit dieser Strafuntersuchung einhergehenden Ermittlungen der BA 

erhärtete sich der Tatverdacht gegen A. (nachfolgend: der Beschuldigte) – Kun-

denberater von F. bei der Bank E. (BA 13.1.3 ff.) –, weshalb die BA am 20. Juni 

2014 eine Strafuntersuchung wegen qualifizierter Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 

1 i.V.m. 2 StGB) gegen ihn eröffnete (BA 1.100.1). 

Am 26. Juni 2014 dehnte die BA die Strafverfolgung gegen den Beschuldigten 

auf den Tatbestand der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB aus 

(BA 1.100.2). 

Am 2. September 2015 wurde die Strafverfolgung gegen den Beschuldigten zu-

sätzlich auf den Tatbestand der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 

Ziff. 1 i.V.m. 2 StGB ausgedehnt. Aus den bisherigen Ermittlungen ergab sich der 

Verdacht, dass er gemeinsam mit seinem langjährigen Freund H. unter dem Vor-

wand (fingierter) Kunstverkäufe Vermögenswerte von den Konten der C. Corp. 

und der D. Inc. bei der Bank E. auf Konten der Gesellschaft I. (nachfolgend: I.) 

und der J. Anstalt (von H. resp. ihm kontrollierte Unternehmen [BA 10.208.26 ff.]) 

bei anderen Banken transferiert hatte, ohne dass der wirtschaftlich Berechtigte 

F. diesen Transaktionen zugestimmt hatte (BA 1.100.4 ff.; 13.1.407 f.). Gegen H. 

hatte die BA in der vorliegenden Angelegenheit bereits mit Verfügung vom 

12. März 2015 eine Strafuntersuchung wegen qualifizierter Geldwäscherei nach 

Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. 2 StGB eröffnet (BA 1.100.3). 

D. Der Beschuldigte befand sich vom 1. bis 2. Juli 2014 und vom 16. Dezem-

ber 2014 bis 26. November 2015 in Untersuchungshaft (BA 6.1.10 und -917).  

- 5 - 

E. Die BA nahm umfangreiche Beweiserhebungen, unter anderem auf dem Rechts-

hilfeweg im Ausland, vor: Es wurden verschiedene in die untersuchten Vorgänge 

involvierte Personen in der Schweiz und in Griechenland befragt (BA 12.1… bis 

12.20… und 13.1… bis 13.2…), Akten aus Straf- und Rechtshilfeverfahren, die 

mit der vorliegenden Angelegenheit zusammenhängen, beigezogen (BA 7.1… 

bis 7.4…), Bankunterlagen und andere Dokumente ediert (BA 7.100… bis 

7.200…) sowie Überwachungsmassnahmen (BA 9.101… bis 9.104…) und Haus-

durchsuchungen mit Sicherstellungen und Beschlagnahmen (BA 8.101… bis 

8.107…) durchgeführt.  

F. Am 7. Oktober 2013 wurden Tsochatzopoulos, F. und weitere Beschuldigte in 

Griechenland erstinstanzlich wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei von aus 

Bestechung stammenden Vermögenswerten zu mehrjährigen Haftstrafen verur-

teilt (BA B18.101.7.1 ff., insbes. -174; TPF 210.222.8 ff. und -223.83 ff.; vgl. unten 

II., E. 1.3.1.1).  

Gemäss diversen Medienberichten wurde dieses Urteil im Fall von Tsochatzop-

oulos im Oktober 2017 von einem griechischen Berufungsgericht bestätigt, wobei 

dieses die erstinstanzlich verhängte Freiheitsstrafe um ein Jahr auf 19 Jahre re-

duzierte (vgl. unten II., E. 1.3.1.1b). 

Über Eurojust erhältlich gemachten Angaben der griechischen Behörden sowie 

Medienberichten zufolge wurde das Urteil des griechischen Berufungsgerichts 

beim Supreme Court, dem letztinstanzlichen Gericht Griechenlands, angefoch-

ten (TPF 210.261.1.1 ff., insbes. -6 f.; vgl. auch ekathimerini.com vom 2. Ju-

li 2018, a.a.O.; The National Herald, Former Greek defense minister 

Tsochatzopoulos freed, pending appeal, 3. Juli 2018, < https://www.thenational-

herald.com/206382/former-greek-defense-minister-tsochatzopoulos-freed-pen-

ding-appeal/ >, aufgerufen am 23. April 2019). Gemäss Mitteilung von Eurojust 

vom 31. Juli 2019 wies der Supreme Court mit Entscheid vom 27. Juni 2019 das 

von Tsochatzopoulos gegen das Urteil des griechischen Berufungsgerichts erho-

bene Rechtsmittel ab und bestätigte dessen Rechtskraft (TPF 210.224.23 

ff., -261.1.14 ff.). 

G. Bereits am 4. April 2005 verurteilte ein russisches Gericht K. wegen Amtsmiss-

brauchs mit der Begründung, er habe Dritten in seiner Position als stellvertreten-

der Generaldirektor der G. und zum Schaden dieses vom russischen Staat ge-

gründeten und kontrollierten Unternehmens Gewinne bzw. Vorteile verschafft. 

Das russische Gericht erachtete es als erwiesen, dass K. seine Kompetenzen 

missbraucht hatte, indem er am 18. Juli 2000 als Vertreter der G. – in Missach-

tung von griechischen Richtlinien und des Vertrags Nr. 2 zwischen der G. und 

- 6 - 

dem Verteidigungsministerium Griechenlands über die Lieferung von Waffensys-

temen im Wert von USD 800 Mio. – mit der zypriotischen Firma L. Ltd. (nachfol-

gend: L.) die Zusatzvereinbarung Nr. 3 über Kompensationsprogramme im Wert 

von rund USD 80 Mio. abgeschlossen hatte (BA B18.101.4.240 ff., insbes. -

242 ff., -252 ff., -271, -277 ff., -282 f.). 

H. Mit Verfügung vom 28. August 2017 stellte die BA das Strafverfahren gegen F. 

wegen Verdachts der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB in Anwendung von 

Art. 319 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 8 Abs. 3 StPO ein (BA 21.102.36 ff.). 

I. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2018 stellte die BA das Strafverfahren gegen 

den Beschuldigten wegen des Verdachts der Urkundenfälschung gemäss 

Art. 251 Ziff. 1 StGB und – zufolge Verjährung – auch wegen des Verdachts der 

qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB hinsichtlich der ihm bis zum 

9. Oktober 2003 vorgeworfenen Geldwäschereihandlungen ein (BA 3.1.1 ff.). 

J. Gleichentags erhob die BA beim hiesigen Gericht gegen den Beschuldigten An-

klage wegen qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 

StGB sowie wegen qualifizierter Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

i.V.m. Ziff. 2 StGB (TPF 210.100.1 ff.).   

K. Die Strafuntersuchung gegen H. wurde mit Verfügung vom 19. Dezember 2018 

von der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten abgetrennt (BA 3.2.1 ff.). 

L. Im Rahmen der Prozessvorbereitung liess das Gericht bislang noch nicht über-

setzte wesentliche Teile des erstinstanzlichen griechischen Urteils vom 7. Okto-

ber 2013 (TPF 210.223.1 ff.) sowie ebenfalls noch nicht übersetzte Dokumente 

der griechischen Behörden im Zusammenhang mit dem Rechtshilfeersuchen der 

BA vom 15. März 2018 (TPF 210.223.124 ff.) ins Deutsche übersetzen. Weiter 

wurden der Bericht der Forensischen Finanzanalyse (nachfolgend: FFA-Bericht) 

– der von der BA im Rahmen der Strafuntersuchung gegen F. in Auftrag gegeben 

worden war und auf den im Schlussbericht der Bundeskriminalpolizei Bezug ge-

nommen wird (BA 10.208.44) – sowie die Aufträge bezüglich der im vorinstanzli-

chen Dossier liegenden Übersetzungen zu den Akten genommen 

(TPF 210.400.2, -510.17 ff., insbes. -21 f.). Mit Verfügung vom 11. Juli 2019 ent-

schied die Vorsitzende über Beweis- und andere prozessuale Anträge der Par-

teien (TPF 210.250.1 ff.). Schliesslich holte das Gericht von Amtes wegen Straf- 

und Betreibungsregisterauszüge, Steuerunterlagen des Beschuldigten sowie 

Auszüge aus dem britischen und dem griechischen Strafregister ein 

(TPF 210.231.1.1 ff., -2.1 ff. und -3.1 f.). 

- 7 - 

M. Am 2. April 2019 ersuchten die griechischen Behörden die Schweizer Behörden 

über Eurojust darum, die Beschlagnahme bzw. Sperrung der für das Strafverfah-

ren in Griechenland relevanten Vermögenswerte aufrechtzuerhalten 

(TPF 210.261.1.6). 

N. Mit Schreiben vom 24. Juli 2019 beauftragte das Gericht das Schweizerische 

Institut für Rechtsvergleichung (nachfolgend: SIR) mit der Erstellung eines Gut-

achtens zu Fragen zum griechischen Straf(prozess)recht. Dieses reichte sein 

Gutachten am 8. August 2019 ein. Auf ein vom Verteidiger des Beschuldigten 

gegen das SIR gestellte Ausstandsgesuch trat die Beschwerdekammer mit Be-

schluss BB.2019.173 vom 30. September 2019 nicht ein bzw. wies ein zusätzlich 

gegen die sachverständige Person formuliertes Ausstandsbegehren ab.  

O. Die Hauptverhandlung wurde am 21. August 2019 in Anwesenheit der BA, des 

Beschuldigten und seiner privat erbetenen Verteidiger am Sitz des Bundesstraf-

gerichts in Bellinzona eröffnet. Die Parteiverhandlungen dauerten bis am 23. Au-

gust 2019 (TPF 210.720.1 ff.). 

P. In Anwesenheit der BA, des Beschuldigten und seiner Verteidiger eröffnete das 

Gericht am 14. Oktober 2019 das Dispositiv des vorliegenden Urteils vom 8. Ok-

tober 2019 und begründete es mündlich (TPF 210.930.1 ff.). 

Q. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2018 meldete der Beschuldigte innert Frist ge-

stützt auf Art. 399 Abs. 1 StPO Berufung an (TPF 210.940.1).  

 

Die Strafkammer erwägt: 

I.  Prozessuales 

1. Bundesgerichtsbarkeit 

1.1 Die Bundesgerichtsbarkeit für die Beurteilung der vorliegenden Anklage ergibt 

sich ohne weiteres aus Art. 24 Abs. 1 lit. a StPO. Im Übrigen darf die Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts ihre Zuständigkeit nach Anklageerhebung nur aus be-

sonders triftigen Gründen verneinen (BGE 133 IV 235 E. 7.1, S. 246 f.). Solche 

wurden vorliegend weder geltend gemacht noch sind sie ersichtlich. 

1.2 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 und 2 des 

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Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 

19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

2. Anwendbares Recht 

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach geltendem Recht beurteilt, wer nach des-

sen Inkrafttreten eine Straftat begangen hat. Massgebend ist der Zeitpunkt der 

Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung (POPP/BERKEMEIER, Basler Kom-

mentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 5). Als Ausnahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 

StGB, dass eine Tat, die vor Inkrafttreten des Gesetzes begangen wurde, 

nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, wenn dieses für den Täter milder ist (lex 

mitior). 

2.2 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2003 und Ap-

ril 2012 der qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 

StGB sowie der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. 

Ziff. 2 StGB schuldig gemacht zu haben. 

Der im Tatzeitpunkt geltende Straftatbestand gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. 

Ziff. 2 StGB entspricht – abgesehen von den mit der Revision des Sanktionen-

rechts, in Kraft seit 1. Januar 2018, einhergehenden Änderungen (Revision vom 

19. Juni 2015; AS 2016 1249) – dem Recht im Urteilszeitpunkt. Dasselbe gilt – 

mit Ausnahme der vorliegend nicht interessierenden Ergänzung um das Herrüh-

ren von Vermögenswerten aus qualifizierten Steuervergehen (eingeführt mit dem 

Bundesgesetz vom 12. Dezember 2014 zur Umsetzung der 2012 revidierten 

Empfehlungen der Groupe d’action financière, in Kraft seit 1. Januar 2016, 

AS 2015 1389) – für den Straftatbestand von Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB.  

Auf die intertemporalrechtlichen Fragen, die sich angesichts der Revision des 

Allgemeinen Teils (Erstes Buch) des Strafgesetzbuchs vom 13. Dezember 2002 

(in Kraft seit 1. Januar 2007; AS 2006 3459) sowie der weiteren Änderung des 

Verjährungsrechts (in Kraft seit dem 1. Januar 2014 [Revision vom 21. Juni 2013; 

AS 2013 4417]) und des Sanktionenrechts (in Kraft seit 1. Januar 2018 [Revision 

vom 19. Juni 2015; AS 2016 1249]) stellen, wird an entsprechender Stelle einge-

gangen (vgl. I., E. 4; II., E. 3). 

3. Untersuchungsgrundsatz und Teilnahmerechte  

3.1 Vorbemerkung 

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Die Verteidigung des Beschuldigten wiederholte in der Hauptverhandlung im We-

sentlichen die bereits mit Eingabe vom 8. März 2019 gestellten Verfahrens- und 

Beweisanträge. Diese betrafen hauptsächlich Fragen zum Untersuchungsgrund-

satz und zu den Teilnahmerechten (TPF 210.521.3 ff., -721.1 ff.). Sofern es dabei 

nicht um Hauptfragen ging, entschied das Gericht über diese mit summarisch 

begründetem prozessleitendem Beschluss gemäss Art. 339 Abs. 3 StPO 

(TPF 210.720.4 f.). Eine vollständige Begründung solcher Entscheide erfolgt 

grundsätzlich im Endentscheid (HAURI/VENETZ, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, 

Art. 339 StPO N. 21).  

3.2 Antrag auf Rückweisung der Anklage 

Zunächst stellte die Verteidigung den Antrag, das Verfahren sei zur Ergänzung 

und zum korrekten Abschluss der Strafuntersuchung an die BA zurückzuweisen. 

Zur Begründung führte sie aus, das Vorverfahren sei unvollständig und unter sys-

tematischer Verletzung der Verfahrensrechte des Beschuldigten durchgeführt 

worden und es würden nach wie vor unverzichtbare Beweismittel fehlen. Insbe-

sondere seien die beantragten Einvernahmen (teilweise rechtshilfeweise) der 

Belastungszeugen F. und M. sowie ihres gemeinsamen Rechtsvertreters N. 

(nachfolgend: RA N.), von H. und O., ehemaliger Kundenberater von vorliegend 

relevanten Kundenbeziehungen bei der Bank P. SA (vormals Bank Q.), bislang 

nicht durchgeführt worden. Ferner seien weder die Akten des in der Schweiz ge-

führten Strafverfahrens gegen F. und der damit zusammenhängenden Rechts-

hilfeverfahren noch das Urteil des griechischen Berufungsgerichts gegen 

Tsochatzopoulos, F. und weitere Mitbeschuldigte beigezogen worden. Die des-

halb notwendige Ergänzung der Strafuntersuchung sei einem anderen Staatsan-

walt zu übertragen, da der bislang zuständige Staatsanwalt angesichts der sys-

tematischen Verletzung von Verfahrensrechten des Beschuldigten als befangen 

erscheine (TPF 210.721.1, -47 f. sowie TPF 210.521.3 ff., insbes. -31 ff.).  

3.3 Zu den Rügen betreffend die Untersuchungsführung 

3.3.1 Der Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 6 StPO besagt, dass die Strafbehör-

den von Amtes wegen alle Untersuchungshandlungen vorzunehmen und alle Be-

weise zu erheben haben, die für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten 

Person von Bedeutung sind (Abs. 1). Sie müssen die belastenden und entlasten-

den Umstände mit gleicher Sorgfalt untersuchen (Abs. 2). Den Strafbehörden 

obliegt die Ermittlung der «materiellen Wahrheit». Welche Tatsachen für die Be-

urteilung von Bedeutung sind, ergibt sich aus den materiellstrafrechtlichen Nor-

men, die auf der Grundlage des bestehenden Tatverdachts zur Anwendung kom-

men. Der Sachverhalt ist insoweit abzuklären, als dies für die Beurteilung der in 

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Frage stehenden konkreten Strafsache erforderlich erscheint. Über Tatsachen, 

die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenü-

gend erwiesen sind, ist nicht Beweis zu führen (Art. 139 Abs. 2 StPO; zum Gan-

zen WOHLERS, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 

2014, Art. 6 StPO N. 5 f.; RIEDO/FIOLKA, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 6 

StPO N. 2 und 67 ff.; SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 6 

StPO N. 1). 

3.3.2 In ihrem Vorfragenplädoyer beantragte die Verteidigung, sämtliche im Zusam-

menhang mit diesem Verfahren an die BA gesandten Unterlagen (auch seitens 

Dritter) seien ins Dossier aufzunehmen und die BA sei aufzufordern, eine voll-

ständige Version ihres Schreibens vom 19. Juni 2018 an die griechischen Behör-

den zu den Akten zu geben. Insbesondere seien sämtliche Kontakte der BA mit 

RA N. von Interesse. Sofern die BA in ihrer Stellungnahme vom 10. Mai 2019 

diesbezüglich geltend mache, dass es im vorliegenden Verfahren keine Einga-

ben von Dritten gebe, sei dies nicht zutreffend. So habe die BA in einem Schrei-

ben an RA R. vom 20. April 2015 erklärt, dass bei ihr seitens RA N. ein Schreiben 

von RA R. aus dem Jahr 2005 eingereicht worden sei. Wie RA N. dieses Schrei-

ben bei der BA eingereicht habe, lasse sich den Akten nicht entnehmen. Über-

dies erweise sich die Behauptung der BA in ihrer Stellungnahme vom 10. Mai 

2019, wonach der Teilsatz im Schreiben vom 19. Juni 2018 «Die für den 4. Juli 

geplanten Einvernahmen müssen (…)» aus einer Entwurfsvorlage stamme und 

in der Endversion des Schreibens nicht entfernt worden sei, nach Übersetzung 

der vollständigen griechischen Version dieses Schreibens in BA 18.101.481 als 

erfunden (TPF 210.721.1, -4 ff. sowie TPF 210.521.3, -9 f.).  

Die Verteidigung legte nicht dar, weshalb es für das vorliegende Verfahren er-

heblich sein soll, in Erfahrung zu bringen, wie RA N. das Schreiben an RA R. bei 

der BA eingereicht hat. Sofern es dabei um die Behauptung geht, RA N. habe 

sich mit der BA ausgetauscht, um die Ergänzungsfragen der Verteidigung an F. 

im Voraus in Erfahrung zu bringen (BA 210.521.22 f.), wird auf die Ausführungen 

zu den Teilnahmerechten (vgl. I., E. 3.4) verwiesen. Im Übrigen handelt es sich 

beim Vorbringen, es bestünden weitere Eingaben Dritter, die nicht zu den Akten 

genommen worden seien, um eine pauschale, unsubstantiierte Behauptung. Die 

Tatsache, dass die griechische Version des Schreibens vom 19. Juni 2018 (die 

griechische Version dieses Schreibens datiert vom 20. Juni 2019 

[BA 18.101.481]), wie von der Verteidigung dargelegt, vollständig ist, legt nahe, 

dass die BA dem Übersetzer eine vollständige deutsche Version dieses Schrei-

bens überreicht hatte. Dass die deutsche Version nicht vollständig in den Akten 

abgebildet ist, ergibt sich demnach aus einem offensichtlichen Versehen als aus 

einer Vertuschungsabsicht der BA, wie dies die Verteidigung impliziert, zumal der 

- 11 - 

Beschuldigte die in den Akten liegende vollständige griechische Version des 

Schreibens aufgrund seiner Sprachkenntnisse ohnehin verstanden hat.  

3.3.3 Ferner beantragte die Verteidigung erneut die vollständige Übersetzung des erst-

instanzlichen griechischen Urteils aus dem Jahr 2013. Dabei machte sie geltend, 

anhand der in den Akten liegenden Übersetzungen von willkürlich ausgewählten 

Auszügen aus diesem Urteil sei dieses nicht verständlich. So fehle bspw. eine 

vollständige Übersetzung der Verteidigungsrede von F. oder auch des Plädoyers 

der griechischen Staatsanwaltschaft (TPF 210.721.1, -8 ff. sowie TPF 210.521.4, 

-11).  

Gemäss Art. 68 Abs. 2 Satz 2 StPO besteht kein Anspruch auf integrale Über-

setzung sämtlicher Verfahrensakten; es müssen lediglich die wesentlichen Teile 

derselben übersetzt werden. Die für das vorliegende Verfahren wesentlichen 

Teile des griechischen Urteils wurden übersetzt. Hierzu zählen insbesondere die 

Urteilsbegründung betreffend die Verurteilung von Tsochatzopoulos wegen pas-

siver Bestechung sowie das Urteilsdispositiv betreffend sämtliche Angeklagten 

bzw. Verurteilten (TPF 210.223.83-120). Die Verteidigung beantragte die Über-

setzung zusätzlicher Verfahrensakten (Plädoyers, Verteidigungsreden der Be-

schuldigten etc.), die jedoch zur Beurteilung des Vorliegens einer rechtsgenügli-

chen Vortat gemäss Art. 305bis StGB nicht erforderlich sind, zumal ein Urteil vor-

liegt, auf welches das Gericht abstellen kann. Anhaltspunkte, welche eine will-

kürliche Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung durch das griechische 

Gericht nahelegen würden, sind nicht vorhanden.  

3.3.4 Die Verteidigung beantragte sodann, es seien sämtliche Akten des in der 

Schweiz geführten Strafverfahrens gegen F. (SV.12.0528-OCH) und der damit 

zusammenhängenden Rechtshilfeverfahren (RH.12.0100-OCH und 

RH.13.0112-OCH) sowie die Akten des Rechtshilfeverfahrens, das Auslöser für 

die griechischen Presseartikel im März 2018 gewesen sei, und eine Übersetzung 

dieser Presseartikel mitsamt der in den Presseartikeln genannten griechischen 

Verfahrensakten beizuziehen.  

Bezüglich des rechtserheblichen Sachverhalts liegen nach Ansicht des Gerichts 

genügend Beweismittel in den Akten und zwar auch solche, welche die Glaub-

würdigkeit von F. zu beurteilen erlauben. Diesbezüglich kommt das Gericht denn 

auch zum Schluss, dass die Aussagen von F. nicht stets glaubhaft sind 

(vgl. nachfolgend II., E. 1.4.1). Der verlangte Aktenbeizug erschien dem Gericht 

daher unverhältnismässig bzw. unnötig. Einzig der von der BA auf Aufforderung 

des Gerichts hin an der Hauptverhandlung ins Recht gelegte Strafbefehl vom 

- 12 - 

21. August 2017 betreffend F. erachtete das Gericht als wesentlich und erkannte 

ihn zu den Akten (TPF 210.721.83 ff.). 

3.3.5 Die Verteidigung ersuchte ferner um den Beizug der Akten des zweitinstanzli-

chen griechischen Verfahrens gegen Tsochatzopoulos, F. und andere. Zur Be-

gründung führte sie aus, dass ein Schweizer Gericht zum Beweis der angebli-

chen Vortat nicht unbesehen auf ein griechisches Urteil wegen Geldwäscherei 

abstellen dürfe. Selbst wenn dies aber möglich sein sollte, könne vorliegend des-

halb nicht auf das erstinstanzliche griechische Urteil abgestellt werden, weil die-

ses angefochten worden sei. Aus den vom Gericht beigezogenen Presseartikeln 

gehe zudem hervor, dass das griechische Berufungsgericht die Deliktssumme 

bezüglich der Geldwäschereivorwürfe von EUR 40 Mio. auf EUR 10 Mio. redu-

ziert habe, womit es offenbar anerkannt habe, dass mindestens ein Teil der Gel-

der nicht deliktischer Herkunft sei (TPF 210.721.1, -42 f. sowie 

TPF 210.521.5, -26 ff.).  

Der Einwand, wonach das Gericht zum Beweis der angeblichen Vortat nicht auf 

das angefochtene erstinstanzliche griechische Urteil abstellen dürfe, geht fehl. 

Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist hinsichtlich der Geldwäscherei-

vortat kein strikter Nachweis erforderlich (BGE 120 IV 323 E. 3d, S. 328 f.; zuletzt 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1185/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.4). Ein Urteil 

betreffend die Vortat ist weder in prozessualer noch in materiellrechtlicher Hin-

sicht eine Voraussetzung für die Anklageerhebung oder die gerichtliche Beurtei-

lung, weshalb es noch weniger auf dessen mangelnde Rechtskraft ankommen 

kann. Ebenfalls nicht stichhaltig ist das Argument, wonach auf den erstinstanzlich 

festgestellten Sachverhalt nicht abgestellt werden könne, weil das griechische 

Berufungsgericht den Deliktsbetrag massgeblich gesenkt habe. Die Reduktion 

betrifft den Betrag der «gewaschenen» Gelder, nicht die Höhe der erstinstanzlich 

festgestellten Bestechungsgelder, welche sich gemäss dem erstinstanzlichen Ur-

teil auf über USD 81 Mio. beliefen. Für weitere Ausführungen sei auf die Erwä-

gungen unter II., E. 1.4.2.1 verwiesen.  

3.3.6 Im Vorfragenplädoyer hielt die Verteidigung auch am Antrag auf Einvernahme 

von H. fest. So seien die bisherigen Versuche, H. einzuvernehmen, einzig wegen 

der Strategie der BA gescheitert (TPF 210.721.1, -43 ff. sowie TPF 210.521.5, -

29 ff.).  

Ob das Vorgehen der BA mit Blick auf die Einvernahme von H. korrekt war, kann 

offenbleiben, da das Gericht nicht auf dessen Aussagen abzustellen braucht. So 

liegen nach Überzeugung des Gerichts genügend Aktenbeweise für eine rechtli-

che Beurteilung der Überweisungen im Zusammenhang mit den angeblichen 

- 13 - 

Kunstgeschäften vor, so dass aus einer Einvernahme von H. keine neuen Er-

kenntnisse zu erwarten gewesen wären.  

3.3.7 Die Verteidigung beantragte die rechtshilfeweise Einvernahme von O. als Zeu-

gen an der Hauptverhandlung. So habe O. seit den 1990er Jahren nicht nur die 

Konten von F., sondern auch von anderen in die Affäre um Tsochatsopoulos in-

volvierten Personen bei der Bank P. SA betreut, weshalb seine Einvernahme 

grossen Erkenntnisgewinn verspreche (TPF 210.721.1, -45 ff. sowie TPF 

210.521.5, -30 ff.). 

Der Antrag auf Einvernahme von O. an der Hauptverhandlung wurde in der Be-

weisverfügung vom 11. Juli 2019 zwar gutgeheissen und der in Frankreich wohn-

hafte O. mit Schreiben vom 24. Juli 2019 für die Hauptverhandlung als Zeuge 

eingeladen. Telefonisch sowie mit Schreiben vom 5. August 2019 teilte O. jedoch 

mit, aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Hauptverhandlung erscheinen 

zu können. Angesichts seines Alters könne er sich an die weit zurückliegenden 

Ereignisse ohnehin nicht erinnern (TPF 210.363.18 f.). Vor dem Hintergrund die-

ser Erklärungen wären aus einer rechtshilfeweisen Einvernahme von O. keine 

beweisrechtlich relevanten Erkenntnisse zu erwarten gewesen, weshalb das Ge-

richt auf dessen Einvernahme verzichtete.  

3.4 Zur Rüge betreffend die Teilnahmerechte 

3.4.1 Die Verteidigung beantragte, F., M. und RA N. seien durch das Gericht – allen-

falls rechthilfeweise – einzuvernehmen. Zur Begründung monierte die Verteidi-

gung eine systematische Missachtung der Frage- und Teilnahmerechte des Be-

schuldigten bei den bisherigen Einvernahmen von F. und M. in Griechenland. So 

sei es dem Beschuldigten und seiner Verteidigung nicht gestattet worden, an die-

sen rechtshilfeweise durchgeführten Einvernahmen anwesend zu sein. Die BA 

habe demgegenüber mit mehreren Delegierten daran teilgenommen und die Ver-

teidigung erst rund zwei Monate danach informiert, dass deren fristgerecht ein-

gereichten schriftlichen Ergänzungsfragen aus zeitlichen Gründen nicht hätten 

gestellt werden können. Die Konfrontationseinvernahme vom 1. Dezember 2016 

sei erst rund eineinhalb Jahre später angesetzt worden, wobei sowohl F. als auch 

M. dafür von den griechischen Behörden nicht mehr als Zeugen, sondern als 

Angeklagte vorgeladen worden seien. Dies habe es ihnen erlaubt, bereits im Vo-

raus Zugang zum gesamten Fragenkatalog der Verteidigung zu erhalten. Auf den 

Satz im griechischen Einvernahmeprotokoll von F. (BA 12.9.459), wonach sich 

dieser beschwert habe, dass ihm die Fragen nicht vorgängig ausgehändigt wor-

den seien, könne aus den nachfolgenden Gründen nicht abgestellt werden: F. 

sei nicht glaubwürdig; zudem ergebe sich aus dem Protokoll der Einvernahme 

- 14 - 

von M. in Griechenland, dass diesem das Recht zugestanden worden sei, von 

allen Untersuchungsdokumenten Kenntnis zu erlangen, weshalb dasselbe für F. 

gelten müsse; ohnehin sei M. vor F. einvernommen worden, weshalb F. bereits 

über M. von den Fragen erfahren haben müsse, zumal beide von RA N. vertreten 

worden seien; schliesslich weise auch die Quittung in BA B18.101.8.54 darauf 

hin, dass RA N. vor der Einvernahme von F. eine Kopie des Fragenkatalogs er-

stellt habe. Des Weiteren seien F. und M. die Dokumente, die ihnen gemäss In-

struktion der Verteidigung zusammen mit den Ergänzungsfragen hätten vorge-

legt werden sollen, anlässlich der Einvernahme vom 1. Dezember 2016 nicht vor-

gehalten worden. Es müsse gar davon ausgegangen werden, dass es nie zu 

einer mündlichen Einvernahme von F. und M. gekommen sei, sondern dass eine 

von RA N. vorbereitete schriftliche Erklärung eingereicht worden sei. Schliesslich 

habe die BA versucht, das Verfahren vorzeitig abzubrechen, indem sie der Ver-

teidigung die Absicht vorgetäuscht habe, F., M. und RA N. in der Schweiz resp. 

in Griechenland, einzuvernehmen, diese Einvernahmen dann aber bewusst habe 

scheitern lassen: Während sie der Verteidigung mit Schreiben vom 19. Juni 2018 

Gelegenheit gegeben habe, einen entsprechenden Fragenkatalog einzureichen, 

habe sie den griechischen Behörden gleichentags ein Schreiben zugestellt, in 

dem sie um Absage resp. Verschiebung der entsprechenden Einvernahmen er-

sucht habe. Just der relevante Absatz dieses Schreibens an die griechischen 

Behörden vom 19. Juni 2018 befinde sich nicht in den Akten. Am 19. Dezember 

2018 habe die BA die Strafuntersuchung durch Anklageerhebung beendet, ohne 

dass die Zeugen nochmals einvernommen worden wären (TPF 210.721.1, -12 ff. 

sowie TPF 210.521.4, -11 ff.). 

3.4.2 Art. 147 Abs. 1 StPO gesteht den Parteien das Recht zu, bei Beweiserhebungen 

durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernom-

menen Personen Fragen zu stellen. Bei Beweiserhebungen im Ausland wird das 

Teilnahmerecht nach Massgabe von Art. 148 Abs. 1 lit. a-c StPO bereits dann 

als gewahrt betrachtet, wenn die Parteien vor der Einvernahme und nochmals 

nach Einsicht in das entsprechende Befragungsprotokoll schriftlich Fragen stel-

len können. Bei Einhaltung dieser Voraussetzungen sind Einvernahmen im Aus-

land auch ohne ein dort vorhandenes resp. ausgeübtes Teilnahmerecht der Par-

teien verwertbar (Art. 148 StPO e contrario; zum Ganzen: SCHMID/JOSITSCH, 

Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Art. 148 StPO 

N. 833; SCHLEIMINGER METTLER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 148 StPO 

N. 1 f.; WOHLERS, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 

2014, Art. 148 StPO N. 3-5).  

- 15 - 

3.4.3  

3.4.3.1 Aus den Akten geht hervor, dass F. und M. seit Eröffnung der Strafuntersuchung 

gegen den Beschuldigten mehrmals rechtshilfeweise in Griechenland einver-

nommen wurden (BA 12.9.403 ff.; 12.10.26 ff.). Die griechischen Behörden ver-

weigerten dem Beschuldigten und seiner Verteidigung zwar die persönliche Teil-

nahme an den Befragungen von F. und M. mit Hinweis auf die Vorgaben der 

griechischen Strafprozessordnung (BA 18.101.237, -478). Dies kann jedoch ei-

nerseits nicht der BA angelastet werden, die sich mehrmals um eine Teilnahme 

der Verteidigung bemüht hat (BA 18.101.170, -474 und -476). Andererseits wur-

den F. und M. die Fragen – wie bei Beweiserhebungen im Ausland gesetzlich 

vorgesehen – gemäss den schriftlichen Fragenkatalogen der Verteidigung (BA 

16.101.284 ff., -290 ff.) allesamt anlässlich deren Einvernahmen vom 1. Dezem-

ber 2016 durch die griechischen Behörden gestellt (BA 12.9.474 ff.; 12.10.50 ff.). 

Der Behauptung der Verteidigung, F. seien die Fragen vorgängig ausgehändigt 

worden, steht die Erklärung von F. anlässlich seiner Einvernahme vom 1. De-

zember 2016 entgegen, worin er monierte, dass er «um die Fragen der Anwälte 

von Herrn A. gebeten [habe], so [dass er seine] Antworten vorbereiten [könne], 

doch [habe] der Untersuchungsrichter [ihm] dies wegen der Auflage verweigert, 

dass die Fragen der zu untersuchenden Person nicht im Voraus ausgehändigt 

werden dürfen» (vgl. 1. Satz des entsprechenden Protokolls; BA 12.9.459). Die 

von der Verteidigung dagegen vorgebrachten Einwände vermögen dies nicht zu 

widerlegen. So ist nicht ersichtlich, inwiefern es F. gedient hätte, vorgängig über 

M. von den Fragen erfahren zu haben, die jenem am 1. Dezember 2016 seitens 

der griechischen Staatsanwaltschaft gestellt worden waren, da M. andere Fragen 

gestellt wurden als F. (BA 16.101.284 ff., -290 ff. sowie 12.10.50 ff. und 12.9.474 

ff.). Selbst wenn F. und M. vor ihren Einvernahmen Akteneinsicht in die Doku-

mente der Untersuchung gewährt worden wäre, bedeutet dies noch nicht, dass 

sie auch Einsicht in die jeweiligen Fragenkataloge der Verteidigung erhielten. 

Schliesslich bleibt es eine reine Behauptung, dass die Quittung in 

BA B18.101.8.54 in irgendeinem Zusammenhang mit den behaupteten Kopien 

der Fragenkataloge steht. Es sind folglich keine schlüssigen Hinweise dafür er-

sichtlich, dass F. die Fragen vor der Einvernahme ausgehändigt worden wären, 

weshalb auch der Einwand, er sei vermutlich gar nie mündlich einvernommen 

worden, jeglicher Grundlage entbehrt.  

Des Weiteren ist festzustellen, dass die Protokolle der Einvernahmen von F. und 

M. vom 1. Dezember 2016 dem Beschuldigten gesetzeskonform zur Einsicht zu-

gestellt wurden (BA 16.101.508 ff., insbes. -541 ff.). Dass die Verteidigung nach 

Erhalt der Befragungsprotokolle von F. Ergänzungsfragen an diesen gestellt 

hätte bzw. solche von der BA verweigert worden wären, ist den Akten nicht zu 

entnehmen. Hinsichtlich der für den 4. Juli 2018 geplanten, letztlich aber nicht 

- 16 - 

mehr durchgeführten Einvernahme von F. und RA N. geht aus den Akten hervor, 

dass die Verteidigung des Beschuldigten ausdrücklich auf die Einreichung eines 

Fragenkatalogs verzichtet hatte (BA 16.101.893 ff.). Der Einwand der Verteidi-

gung, die BA habe das Verfahren vorzeitig abgebrochen, erscheint daher wider-

sprüchlich. Dass diese Einvernahmen seitens der BA mit Schreiben an die grie-

chischen Behörden vom 19. Juni 2018 abgesagt worden seien, geht aus der bei-

gebrachten vollständigen Version dieses Dokuments nicht hervor. Darin ist ledig-

lich von einer Verschiebung dieser Einvernahmen die Rede (TPF 210.721.7). In-

wiefern schliesslich die gerügte zeitliche Verzögerung zwischen der Einver-

nahme von F. im Juni 2015 und der Konfrontation mit den Fragen der Verteidi-

gung am 1. Dezember 2016 die Verteidigungsrechte tangiert haben soll, wird 

nicht begründet und ist auch nicht ersichtlich.  

3.4.3.2 Im Ergebnis kommt das Gericht hinsichtlich der Einvernahmen von F. und M. 

dennoch zum Schluss, dass das Teilnahme- bzw. Konfrontationsrecht des Be-

schuldigten bzw. der Verteidigung insofern ungenügend gewahrt wurde, als aus 

den Einvernahmeprotokollen klar hervorgeht, dass F. und M. die von der Vertei-

digung zu ihren Fragenkatalogen beigelegten Dokumente von den griechischen 

Behörden nicht vorgehalten wurden (insbes. BA 12.9.476 ff., F13, 25, 34, 37, 39, 

43-45; BA 12.10.51, F8). Eine effektive Konfrontation konnte folglich mit Bezug 

auf die Fragen, welche sich auf die vorzuhaltenden Dokumente bezogen, nicht 

stattfinden, weshalb die Antworten von F. und M. auf diese Fragen in sämtlichen 

Einvernahmeprotokollen nicht verwertbar sind. Im Prinzip verwertbar bleiben – 

wie zuvor dargelegt – dagegen dokumentenunabhängige Fragen bzw. deren Ant-

worten. Diesbezüglich erachtet das Gericht die Verteidigungsrechte gemäss Art. 

148 StPO als gewahrt. Angesichts der vorhandenen Aktenbeweise wird das Ge-

richt jedoch nicht auf die Aussagen von F. und M. abzustellen brauchen (vgl. 

nachfolgend II., E. 1.4.1); deren Aussagen sind folglich nicht beweiswesentlich.  

3.5 Im Ergebnis steht fest, dass die Vorbringen der Verteidigung im Zusammenhang 

mit der Verfahrensführung durch die BA und die Gewährleistung der Teilnahme-

rechte unbegründet sind bzw. jedenfalls nicht derartige Verfahrensfehler vorlie-

gen, welche eine Rückweisung der Anklage gerechtfertigt hätten. Die Strafunter-

suchung erweist sich als vollständig (Art. 6 StPO). 

Hinsichtlich der Rüge der Befangenheit verneinte die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts in ihrem abschlägigen Entscheid BB.2018.3/BP.2018.11 

vom 18. Dezember 2017 eine Befangenheit des bislang zuständigen Staatsan-

waltes (BA 21.102.109 ff.).  

- 17 - 

4. Verjährung  

4.1 Die Verjährungsfrist von Verbrechen – d.h. Taten, die mit einer Freiheitsstrafe 

von mehr als drei Jahren bedroht sind (Art. 10 Abs. 2 StGB) – wurde im Rahmen 

der Revision des Verjährungsrechts vom 21. Juni 2013 nicht verändert und be-

trägt sowohl nach altem Recht (Art. 97 Abs. 1 lit. b aStGB in der bis 31. Dezem-

ber 2013 geltenden Fassung [bis 31. Dezember 2006: Art. 70 Abs. 1 lit. b aStGB]) 

als auch nach neuem Recht (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB) 15 Jahre. Das im Tatzeit-

raum geltende Verjährungsrecht erweist sich gegenüber dem entsprechenden 

aktuellen Recht somit nicht als strenger, weshalb gemäss Art. 2 StGB ersteres 

anzuwenden ist.  

In den Fällen, in denen der Täter die strafbare Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten 

ausführt, beginnt die Verjährung an jenem Tag zu laufen, an dem er die letzte 

Tätigkeit ausführt (Art. 98 lit. b aStGB). Diese Bestimmung betraf nach der frühe-

ren Rechtsprechung des Bundesgerichts zunächst das sogenannte fortgesetzte 

Delikt (vgl. z.B. BGE 109 IV 84 E. 1, S. 85 ff.) resp. die sogenannte verjährungs-

rechtliche Einheit (BGE 117 IV 408 E. 2f, S. 413 f.). Gemäss der durch BGE 131 

IV 83 E. 2.4, S. 90 ff. begründeten neuen Rechtsprechung erfasst sie nur noch 

die Fälle der sogenannten tatbestandlichen oder natürlichen Handlungseinheit. 

Eine tatbestandliche Handlungseinheit liegt dann vor, wenn das tatbestandsmäs-

sige Verhalten begrifflich, faktisch oder doch typischerweise mehrere Einzel-

handlungen voraussetzt. Eine natürliche Handlungseinheit ist gegeben, wenn die 

mehreren Einzelhandlungen auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und we-

gen des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Be-

trachtung noch als ein einheitliches zusammengehörendes Geschehen erschei-

nen (BGE 131 IV 83 E. 2.4.5, S. 93 ff.; 132 IV 49 E. 3.1.1.3, S. 54 f.). 

Ist vor Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, so tritt 

die Verjährung nicht mehr ein (Art. 97 Abs. 3 aStGB). 

4.2 Das vorliegende Urteil erging am 8. Oktober 2019. Um zu beurteilen, ob die vor 

15 Jahren seit dem Entscheiddatum und damit vor dem 8. Oktober 2004 began-

genen angeklagten Geldwäschereihandlungen (Anklageziffern 1.1.3.3.1 bis 

1.1.3.3.20) verjährt sind, ist nach dem zuvor Gesagten die Frage zu beantworten, 

ob sie, zusammen mit den anderen, später erfolgten Geldwäschereihandlungen 

eine tatbestandliche oder natürliche Handlungseinheit bilden. 

Eine tatbestandliche Handlungseinheit kann von vornherein ausgeschlossen 

werden: Gemäss dem Wortlaut von Art. 305bis StGB reicht bereits eine Vereite-

- 18 - 

lungshandlung aus, um den Tatbestand der Geldwäscherei zu erfüllen. Die Be-

jahung qualifizierender Merkmale i.S.v. Ziff. 2 von Art. 305bis StGB vermag daran 

nichts zu ändern, da diese nicht die Verjährung, sondern die Strafzumessung 

betreffen (BGE 124 IV 59 E. 3b/bb, S. 62 ff.; STRATENWERTH, Schweizerisches 

Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Aufl. 2011, §19 N. 18).   

Eine natürliche Handlungseinheit kann nur mit Zurückhaltung angenommen wer-

den, will man nicht das fortgesetzte Delikt oder die verjährungsrechtliche Einheit 

unter einer anderen Bezeichnung wieder einführen (BGE 133 IV 256 E. 4.5.3, 

S. 266). Sie fällt auf jeden Fall ausser Betracht, wenn zwischen den einzelnen 

Handlungen – selbst wenn diese aufeinander bezogen sind – ein längerer Zeit-

raum liegt (BGE 131 IV 83 E. 2.4.5, S. 93 ff.). Ein längerer Zeitraum wurde vom 

Bundesgericht bereits bei einem Monat angenommen (BGE 111 IV 144 E. 3, 

S. 147 ff.). In casu wurden die vorgeworfenen Transaktionen über einen Zeitraum 

von mehr als acht Jahren begangen. Die Einzelakte standen demzufolge nicht in 

einem engen zeitlichen Zusammenhang zueinander (vgl. Urteil des Bundesstraf-

gerichts SK.2015.44 vom 30. September 2016 und 30. März 2017, Ziff. II E. 3.4, 

S. 30 f., bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 6B_64/2018 vom 23. Novem-

ber 2018 E. 4.2). Auch waren die einzelnen Transaktionen nicht aufeinander be-

zogen, sondern stellten in sich abgeschlossene Bankoperationen dar, deren 

Durchführungszeitpunkt von der – in der alleinigen Disposition des Auftraggebers 

stehenden – Erteilung des entsprechenden Zahlungsauftrags abhing. Bei dieser 

Sachlage ist auch eine natürliche Handlungseinheit zu verneinen. 

4.3 Nach dem Dargelegten sind die dem Beschuldigten gemäss Anklageschrift zur 

Last gelegten Geldwäschereihandlungen vom 15. Dezember 2003 bis 5. Okto-

ber 2004 (Anklageziffern 1.1.3.3.1 bis 1.1.3.3.20) bereits verjährt, weshalb das 

Verfahren hinsichtlich dieser Vorwürfe einzustellen ist (Art. 329 Abs. 4 und 5 

StPO). 

II. Materielles  

1. Qualifizierte Geldwäscherei 

1.1 Anklagevorwürfe 

1.1.1 Die BA wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, als Mitarbeiter der 

Bank E. in Zürich unter Angabe von falschen Kundendaten Bankbeziehungen 

eröffnet und zwischen Dezember 2003 und April 2012 gemeinsam mit Tsochatz-

opoulos, F., S. und T. daran mitgewirkt zu haben, die darauf einbezahlten Gelder 

in der Höhe von insgesamt rund EUR 21.7 Mio. – in Missachtung bankinterner 

- 19 - 

Regeln zur Verhütung von Geldwäscherei – zu Gunsten des damaligen griechi-

schen Verteidigungsministers Tsochatzopoulos in verschiedene Projekte zu in-

vestieren sowie in Griechenland Bargeldbeträge erhältlich zu machen (Anklage-

ziffern 1.1.3.1 bis 1.1.3.8). 

1.1.2 Konkret werden dem Beschuldigten als in der fraglichen Zeit zuständigem Kun-

denberater von F. für die Betreuung dessen Bankbeziehungen bei der Bank E. 

folgende Vorwürfe gemacht: 

1) Investition in eine Buchhandlung von AA. mittels BB. AG (Anklagezif-

fer 1.1.3.1): Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zulasten des auf F. lautenden 

Bank E.-Kontos Nr. 4 zwei Zahlungsaufträge genehmigt zu haben: am 

26. Juli 2005 einen solchen über EUR 1 Mio. (Anklageziffer 1.1.3.1.1) und am 

16. Juni 2006 einen solchen über EUR 500'000.-- (Anklageziffer 1.1.3.1.2; recte: 

die zweite Zahlung über EUR 500'000.-- erfolgte ab dem auf F. lautenden Konto 

Nr. 5; vgl. unten II., E. 1.3.1.3b/bb; BA B7.101.3.2.1.156 f.). Beide Zahlungen 

erfolgten zugunsten eines Kontos bei der Bank CC. in Zürich, lautend auf die von 

Tsochatzopoulos gegründete BB. AG, von wo sie an AA. weiterüberwiesen wor-

den seien. Mit diesen Beträgen im Umfang von total EUR 1'500'000.-- habe 

Tsochatzopoulos in eine Buchhandlung von AA. in Athen investiert. 

2) Kauf von Goldbarren bei der DD. SA (Anklageziffer 1.1.3.2): Dem Beschuldig-

ten wird vorgeworfen, zwischen Dezember 2005 und Juli 2007 (recte: Juli 2006) 

elf Zahlungsaufträge über Beträge zwischen EUR 150'000.-- und EUR  330'000.-

- (insgesamt EUR 2'420'000.--) zulasten des auf F. lautenden Kontos Nr. 5 bei 

der Bank E. zu Gunsten eines Kontos der Genfer Firma DD. SA bei der Bank B. 

AG genehmigt zu haben, womit Tsochatzopoulos in Gold investiert habe (Ankla-

geziffern 1.1.3.2.1 bis 1.1.3.2.11). Die Goldbarren seien in der Folge irgendwo in 

der Schweiz verblieben oder nach Griechenland transportiert worden. 

3) Kompensationsgeschäfte mit EE. (Anklageziffer 1.1.3.3): Dem Beschuldigten 

wird vorgeworfen, zwischen Dezember 2003 und August 2006 in den nachfol-

genden Fällen Zahlungsaufträge zulasten der auf F. lautenden Konten Nr. 4, Nr. 

5 und Nr. 6 zugunsten der S. – dem Vater des engsten Freundes des Beschul-

digten, H. – gehörenden Devisenhandelsgesellschaft EE. mit Büro in Athen ge-

nehmigt zu haben (Anklageziffern 1.1.3.3.1 bis 1.1.3.3.68, nachfolgende lit. b-d). 

Dadurch seien für Tsochatzopoulos Vermögenswerte im Umfang von EUR 

16'344'683.-- mittels Kompensationsgeschäften in Athen in bar zur Verfügung 

gestanden. 

- 20 - 

Das Geschäft der EE. habe auf folgendem Modell basiert: Ein Kunde habe einen 

Bargeldbetrag von z.B. EUR 100'000.-- in die Büroräumlichkeiten der EE. in 

Athen gebracht und diese beauftragt, die Bargelder auf ein Konto Y des Kunden 

X in der Schweiz zu transferieren, ohne eine Geldspur von Griechenland in die 

Schweiz zu legen. Da die EE. gewusst habe, dass Tsochatzopoulos in der 

Schweiz über Bestechungsgelder verfügt habe, diese jedoch nicht per Bank-

transfer nach Griechenland habe überweisen wollen, habe die EE. F. gefragt, ob 

er bzw. Tsochatzopoulos eventuell EUR 100'000.-- benötige. Bejahendenfalls sei 

das Bargeld entweder von einem Boten zu Tsochatzopoulos gebracht worden 

oder F. habe das Geld in den Räumlichkeiten der EE. abgeholt. Mindestens ein-

mal sei das Geld sogar von Tsochatzopolos persönlich abgeholt worden. Zur 

Kompensation habe Tsochatzopoulos bzw. F. von den Konten Nr. 4 oder Nr. 5 

bei der Bank E. in der Schweiz den Betrag von EUR 100'000.-- auf eine sich 

ebenfalls in der Schweiz oder in Zypern befindende Bankbeziehung der EE. über-

wiesen. Nach Eingang des Betrags habe die EE. diesen schliesslich nach Abzug 

einer Kommission an die Bankbeziehung Y des Kunden X in der Schweiz weiter-

geleitet. Der Beschuldigte sei mit diesem Geschäftsmodell der EE. bestens ver-

traut gewesen und habe diese Vorgehensweise in allen anklagerelevanten Fällen 

vorgeschlagen. 

Im Einzelnen wird dem Beschuldigten die Genehmigung folgender Zahlungsauf-

träge vorgeworfen: 

a) Die Vorwürfe gemäss Anklageziffern 1.1.3.3.1 bis 1.1.3.3.20 haben Transak-

tionen in der Zeit zwischen 15. Dezember 2003 und 5. Oktober 2004 zum Ge-

genstand. Auf den Inhalt dieser Vorwürfe ist vorliegend nicht näher einzugehen, 

da diesbezüglich, wie oben (I., E. 4) gezeigt, zufolge Verjährungseintritts keine 

materielle Beurteilung erfolgt. 

b) Zwischen 15. Oktober 2004 und 26. Juli 2005 habe der Beschuldigte zwanzig 

Zahlungsaufträge über Beträge zwischen EUR 180'000.-- und EUR 400'000.-- 

(insgesamt EUR 4'970'000.--; recte: die Zahlung vom 09.02.2005 [Anklagezif-

fer 1.1.3.3.30] betrug EUR 380'000.--, nicht EUR 880'000.--; vgl. nachfolgend II., 

E. 1.5.2.1c sowie BA B7.101.3.1.1.177 ff.) sowie einmal USD 210'000.-- zulasten 

des auf F. lautenden Bank E.-Kontos Nr. 4 und zu Gunsten eines Kontos der EE. 

bei der Bank P. in der Schweiz (Anklageziffern 1.1.3.3.21, 1.1.3.3.23, 1.1.3.3.25 

bis 1.1.3.3.40 sowie 1.1.3.3.42) bzw. bei der Bank FF. in Athen (Anklageziffer 

1.1.3.3.24) genehmigt. 

c) Am 11. November 2004 und am 19. Juli 2007 (recte: 2005) habe er zwei Zah-

lungsaufträge über einen Betrag von EUR 75'000.-- resp. EUR 120'000.-- zulas-

ten des auf F. lautenden Bank E.-Kontos Nr. 6 und zu Gunsten eines Kontos der 

- 21 - 

EE. bei der Bank P. in der Schweiz (Anklageziffern 1.1.3.3.22 und 1.1.3.3.41) 

genehmigt. 

d) Zwischen 19. August 2005 und 1. August 2006 habe er 26 Zahlungsaufträge 

über Beträge zwischen EUR 50'000.-- und EUR 540'000.-- (insgesamt 

EUR 5'614'683.--) zulasten des auf F. lautenden Bank E.-Kontos Nr. 5 und zu 

Gunsten eines Kontos der EE. bei der Bank P. in der Schweiz (Anklageziffern 

1.1.3.3.43 bis 1.1.3.3.49 und 1.1.3.3.52) bzw. bei der Bank GG. Nicosia/Zypern 

(Anklageziffern 1.1.3.3.50, 1.1.3.3.51, 1.1.3.3.53 bis 1.1.3.3.57, 1.1.3.3.61, 

1.1.3.3.63 bis 1.1.3.3.66 und 1.1.3.3.68) bzw. bei der Bank HH. (Anklageziffern 

1.1.3.3.58 bis 1.1.3.3.60, 1.1.3.3.62 und 1.1.3.3.67) genehmigt. 

4) Kompensationsgeschäfte mit der Firma II. SA (Anklageziffer 1.1.3.4): Dem Be-

schuldigten wird vorgeworfen, zwischen November 2009 und Juni 2010 drei Zah-

lungsaufträge zulasten des auf die C. Corp. lautenden Bank E.-Kontos Nr. 7, an 

dem F. wirtschaftlich berechtigt gewesen sei, zugunsten der S. gehörenden 

Nachfolgefirma der EE., der II., mit Bankbeziehung bei der Bank JJ. in der 

Schweiz, wie folgt genehmigt zu haben: am 13. November 2009 und am 29. Ja-

nuar 2010 je einen Betrag von EUR 48'000.-- und am 11. Juni 2010 einen Betrag 

von EUR 76'000.-- (Anklageziffern 1.1.3.4.1 bis 1.1.3.4.3). Die II. habe Tsochatz-

opoulos in Athen mit der im Zusammenhang mit den Überweisungen an die EE. 

geschilderten Vorgehensweise mit Bargeld in der Höhe von insgesamt 

EUR 174'000.-- versorgt.  

5) Bargeldtransaktionen (Anklageziffer 1.1.3.5): Dem Beschuldigten wird vorge-

worfen, an zwei Bargeldoperationen zugunsten F. beteiligt gewesen zu sein, 

wodurch diesem am 28. Juli 2010 ein Bargeldbetrag über CHF 20'000.-- (Ankla-

geziffer 1.1.3.5.1) und am 25. August 2010 ein Bargeldbetrag über 

CHF 30'000.-- (Anklageziffer 1.1.3.5.2) ab dem Bank E.-Konto Nr. 7 (C. Corp.) 

ausbezahlt worden sei. 

6) Zahlungen an M. (Anklageziffer 1.1.3.6): Gemäss Anklageschrift sollen F. und 

der Beschuldigte mit M. einen alten Freund von F. als formell Zeichnungsberech-

tigten an der Bank E.-Bankbeziehung Nr. 8 (D. Inc.) eingesetzt haben. Dies, 

nachdem F. ab Frühling 2010 in der griechischen Presse im Zusammenhang mit 

mutmasslichen Bestechungsgeldern von Tsochatzopoulos genannt worden sei. 

M. habe eine Kopie seines Passes sowie Blankounterschriften zur Verfügung 

stellen müssen, wofür er aus den Bestechungsgeldern von Tsochatzopoulos 

zwei Zahlungen im Umfang von insgesamt EUR 255'000.-- als Belohnung erhal-

ten habe. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, diese beiden Zahlungen zulas-

ten des Bank E.-Kontos Nr. 8 der D. Inc. wie folgt genehmigt zu haben: Am 23. 

September 2010 habe er die von ihm selber ausgefüllte «internal payment order 

- 22 - 

form» mit Kurzzeichen «A.» im Umfang von EUR 135'000.-- zu Gunsten einer 

eigens dafür von M. bei der Bank KK. in Istanbul eröffneten Bankbeziehung ge-

nehmigt; von dort sei das Geld in zwei Tranchen an nicht bekannte Konten wei-

tertransferiert worden. Am 24. Oktober 2011 habe er auf nicht bekannte Art und 

Weise den von M. verfassten Zahlungsauftrag vom 21. Oktober 2011 im Umfang 

von EUR 120'000.-- zu Gunsten der Bankbeziehung von M. bei der Bank KK. in 

Istanbul genehmigt; von dort sei das Geld in vier Tranchen an nicht bekannte 

Konten weitertransferiert worden. 

7) Zahlung an LL. (Anklageziffer 1.1.3.7): Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, 

am 5. April 2012 einen von M. unterzeichneten Zahlungsauftrag im Umfang von 

EUR 40'000.-- zulasten des Bank E.-Kontos Nr. 8 der D. Inc. und zu Gunsten 

eines Kontos von LL., der Ex-Ehefrau von S., bei der Bank MM. SA in Athen 

genehmigt zu haben. Dabei habe der Ersteller des Zahlungsauftrages eine von 

M. ausgestellte Blankounterschrift verwendet, die auch bei einer Transaktion zu-

gunsten der I. (Anklageziffern 1.1.3.8.5 bzw. 1.2.4.5) verwendet worden sei. 

8) Transfers an I. (Anklageziffer 1.1.3.8): Schliesslich wird dem Beschuldigten 

vorgeworfen, zwischen Juli 2010 und November 2011 die nachfolgenden sieben 

Überweisungen im Umfang von gesamthaft EUR 960'000.-- an die H. gehörende 

I. mit IBAN Nr. 9 bei der Bank NN. in London veranlasst zu haben: am 8. Juli 

2010 EUR 180'000.-- und am 27. Juli 2010 EUR 230'000.-- zulasten des Bank 

E.-Kontos Nr. 7 der C. Corp. (Anklageziffern 1.1.3.8.1 und 1.1.3.8.2) sowie am 

11. Oktober 2010 EUR 60'000.--, am 23. März 2011 EUR 80'000.--, am 3. Juni 

2011 EUR 70'000.--, am 8. September 2011 EUR 160'000.-- und am 16. Novem-

ber 2011 EUR 180'000.-- (Anklageziffern 1.1.3.8.3-1.1.3.8.7) zulasten des Bank 

E.-Kontos Nr. 8 der D. Inc.  

1.1.3 Der Beschuldigte habe dies getan, obwohl er seit 1999 gewusst habe, dass die 

von F. bei der Bank E. einbezahlten Gelder verbrecherischer Herkunft gewesen 

seien. Er soll die ihm vorgeworfenen Taten als Mitglied einer Bande begangen 

haben, welche sich im Zeitraum von Juli 1999 bis April 2012 aus Tsochatzopou-

los, F., dem Beschuldigten, S., T. und H. zusammengesetzt habe. Damit habe er 

sich der bandenmässigen Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 

lit. b StGB schuldig gemacht. Zusätzlich seien die dem Beschuldigten vorgewor-

fenen Handlungen als anderer schwerer Fall von Geldwäscherei im Sinne von 

Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB zu qualifizieren.  

1.2 Tatbestand der qualifizierten Geldwäscherei  

- 23 - 

Gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB macht sich der Geldwäscherei schuldig, wer eine 

Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung 

oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder 

annehmen muss, aus einem Verbrechen herrühren. Begeht der Täter die Tat als 

Mitglied einer Verbrechensorganisation, als Mitglied einer Bande, gewerbsmäs-

sig oder unter ähnlich erschwerenden Umständen, liegt ein schwerer Fall der 

Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 2 StGB vor. 

1.2.1 Objektiver Tatbestand  

1.2.1.1 Mit Blick auf den objektiven Tatbestand wird durch Geldwäscherei in erster Linie 

die Einziehung, d.h. der Zugriff der Strafbehörden auf eine Verbrechensbeute, 

vereitelt. Das strafbare Verhalten liegt in der Sicherung der durch die Vortat un-

rechtmässig erlangten Vermögenswerte. Strafbar ist die Vereitelungshandlung 

als solche, unbesehen eines Vereitelungserfolgs. Die Geldwäscherei setzt nicht 

zwingend komplizierte Finanztransaktionen voraus. 

1.2.1.2 Gemäss jüngster Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Geldwäscherei bei ei-

ner Überweisung von der Schweiz ins Ausland jedoch nur dann zu bejahen, wenn 

die Transaktion geeignet ist, die Einziehung im Ausland zu vereiteln. Auch eine 

Überweisung vom Ausland in die Schweiz kann tatbestandsmässig sein, unter 

anderem dann, wenn ihr Transfers vorangegangen sind, die geeignet sind, die 

Herkunft der Gelder zu verschleiern. Tatobjekt der Geldwäscherei nach 

Art. 305bis StGB sind alle Vermögenswerte, die aus einem Verbrechen herrühren 

(BGE 144 IV 172 E. 7.2.2, S. 174 ff.; 129 IV 322 E. 2.2.4, S. 325 ff.; 128 IV 117 

E. 7a, S. 131 f., mit Hinweisen; 126 IV 255 E. 3a, S. 261; Urteil des Bundesge-

richts 6B_416/2019 vom 4. Juli 2019 E. 4.6; PIETH, Basler Kommentar, 4. Aufl. 

2019, Art. 305bis StGB N. 9 f. und 37 ff., mit Hinweisen). 

1.2.1.3 Der Geldwäschereitatbestand verlangt aufgrund seines akzessorischen Charak-

ters neben dem Nachweis der Geldwäschereihandlung sowohl den Nachweis der 

Vortat – eines Verbrechens im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB – als auch den 

Nachweis, dass die Vermögenswerte aus eben dieser Vortat herrühren. Der Tat-

bestand von Art. 305bis StGB ist gemäss Ziff. 3 dieser Bestimmung auch dann 

erfüllt, wenn die Vortat im Ausland begangen wurde und diese ebenfalls am Be-

gehungsort strafbar ist, wobei sich nach schweizerischem Recht beurteilt, ob die 

im Ausland begangene Vortat als Verbrechen zu qualifizieren ist. Im Rahmen von 

Art. 305bis Ziff. 3 StGB findet damit das Prinzip der doppelten Strafbarkeit Anwen-

dung (BGE 136 IV 179; 126 IV 255 E. 3a und 3b/aa, S. 261; ferner PIETH, a.a.O., 

Art. 305bis StGB N. 67). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die ver-

brecherische Herkunft der Vermögenswerte nicht strikte zu beweisen; das Bun-

desgericht fordert lediglich eine lockere Verbindung zwischen dem Delikt, aus 

- 24 - 

dem die Vermögenswerte stammen, und der Geldwäscherei. Insbesondere müs-

sen weder der Täter noch die genauen Umstände der Vortat bekannt sein. Es 

genügt die Gewissheit, dass die Vermögenswerte aus einem Verbrechen stam-

men (BGE 138 IV 1 E. 4.2.2 und 4.2.3.2, S. 5 und 7 ff.; ferner PIETH, a.a.O., 

Art. 305bis StGB N. 36). Entsprechend ist bei im Ausland begangenen Vortaten 

auch nicht erforderlich, dass diese verfolgt oder von einem Gericht beurteilt wur-

den (BGE 120 IV 323 E. 3d, S. 328 f.). Ferner muss die Vortat in der Anklage-

schrift nicht ausdrücklich bezeichnet werden, solange sich den darin beschriebe-

nen Umständen entnehmen lässt, dass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, 

die interessierenden Vermögenswerte seien verbrecherischer Herkunft (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1185/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.4). Voraussetzung 

für einen Schuldspruch wegen Geldwäscherei ist im Weiteren, dass der Einzie-

hungsanspruch auf die verbrecherisch erlangten Vermögenswerte zum Zeitpunkt 

der Geldwäschereihandlung nicht verjährt ist (Art. 70 StGB). Ist die Vortat im Aus-

land begangen worden, beurteilt sich deren Verjährung in erster Linie nach dem 

ausländischen Recht. Dabei ist gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts 

eine Vereitelungshandlung im Sinne von Art. 305bis StGB auch dann möglich, 

wenn die Vortat und mithin auch der schweizerische Einziehungsanspruch nach 

ausländischem Recht verjährt wäre, solange nach dieser ausländischen Rege-

lung ein ausländischer Anspruch auf Einziehung weiterbestünde und die Schweiz 

dem ausländischen Staat ungeachtet der allenfalls nach inländischem Recht ein-

getretenen absoluten Verjährung Rechtshilfe für die Durchsetzung dieses An-

spruchs gewährt, die Einschränkung von Art. 5 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes 

über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) somit nicht zur 

Anwendung gelangt. Dies gilt nach der Rechtsprechung sowohl im Rahmen des 

Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. Ap-

ril 1959 (EUeR; SR 0.351.1) wie auch bei bilateralen Staatsverträgen, bei denen 

die Frage des Verjährungseintritts nicht geprüft wird (BGE 117 Ib 53; 126 IV 255 

E. 3b, S. 261 ff.; vgl. ferner ACKERMANN/ZEHNDER, in: Ackermann [Hrsg.], Kom-

mentar Kriminelles Vermögen - Kriminelle Organisationen: Einziehung, Krimi-

nelle Organisation, Finanzierung des Terrorismus, Geldwäscherei, Bd. II, 2018, 

§11, Art. 305bis StGB N. 326 und 331 ff.). Die Frage der Verjährung des Einzie-

hungsanspruchs nach ausländischem Recht ist ein Element des Sachverhalts 

(TRECHSEL/VEST, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 7 StGB N. 11 mit Verweis 

auf BGE 104 IV 77 E. 7c, S. 87). 

Für die Rechtshilfe zwischen Griechenland und der Schweiz sind primär die Be-

stimmungen des EUeR, dem beide Staaten beigetreten sind, sowie das zu die-

sem Übereinkommen am 8. November 2001 ergangene zweite Zusatzprotokoll 

(2. ZP EUeR; SR 0.351.12) massgeblich. Überdies gelangen die Bestimmungen 

der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des 

- 25 - 

Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchfüh-

rungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62), zur 

Anwendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehen-

den Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben (Art. 48 

Abs. 2 SDÜ). Da es vorliegend um die Frage geht, ob dem griechischen Staat 

ein Anspruch auf Einziehung von Bestechungsgeldern zusteht bzw. im Zeitpunkt 

der angeklagten Geldwäschereihandlungen (noch) zustand, kommt auch das 

Übereinkommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, 

Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (Geldwäscherei-

übereinkommen, GwUe; SR 0.311.53) zur Anwendung. Ebenso sind das Straf-

rechtsübereinkommen des Europarates vom 27. Januar 1999 über Korruption 

(Europarat-Korruptions-Übereinkommen; SR 0.311.55), das hierzu ergangene 

Zusatzprotokoll vom 15. Mai 2003 (ZP zum Europarat-Korruptions-Übereinkom-

men; SR 0.311.551), das OECD-Übereinkommen vom 17. Dezember 1997 über 

die Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen 

Geschäftsverkehr (OECD-Bestechungs-Übereinkommen; SR 0.311.21; vgl. 

hierzu auch TPF 2009 111 E. 1.3) und Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 

31. Oktober 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC; 

SR 0.311.56) anwendbar. Soweit die Staatsverträge und Zusatzprotokolle be-

stimmte Fragen weder ausdrücklich noch stillschweigend regeln bzw. das 

schweizerische Landesrecht geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt 

(sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3, S. 255; 140 IV 123 E. 2, S. 125 f.; 

136 IV 82 E. 3.1, S. 84; 135 IV 212 E. 2.3, S. 215; ZIMMERMANN, La coopération 

judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 229), sind das IRSG 

und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) an-

wendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3, S. 93; 136 IV 82 E. 3.2, 

S. 84; 130 II 337 E. 1, S. 339 ff.; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die 

Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4, S. 73 f.; 135 IV 212 E. 2.3, 

S. 215; 123 II 595 E. 7c, S. 616 ff.; TPF 2008 24 E. 1.1; ZIMMERMANN, a.a.O., 

N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.). 

1.2.2 Subjektiver Tatbestand  

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, Eventualvorsatz genügt. Der Geld-

wäscher muss die verbrecherische Herkunft der Vermögenswerte und die Ver-

wirklichung des Vereitelungszusammenhangs, der ihm objektiv zur Last gelegt 

wird, zumindest in Kauf nehmen, d.h. mit einer möglichen Tatbestandsverwirkli-

chung einverstanden sein. Sein (Eventual-)Vorsatz muss sich dabei auf alle ob-

jektiven Tatbestandsmerkmale beziehen, auch auf die Vereitelungshandlung und 

die Herkunft des Geldes. Dabei genügt es, wenn der Täter die einzelnen Ele-

mente entsprechend der «Parallelwertung in der Laiensphäre» verstanden hat. 

- 26 - 

So braucht er nicht zu wissen, dass die Handlung, aus welcher die Vermögens-

werte stammen, ein Verbrechen im Sinne von Art. 10 StGB ist, sondern nur, dass 

die Vermögenswerte aus einer schwerwiegenden Vortat stammen, die erhebli-

che Sanktionen nach sich zieht; dabei genügt gemäss Botschaft des Bundesra-

tes zu Art. 305bis StGB, dass der Täter die Vortat für schwerwiegender hält als 

ein Bagatelldelikt (vgl. Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Straf-

gesetzbuches [Gesetzgebung über Geldwäscherei und mangelnde Sorgfalt bei 

Geldgeschäften], vom 12. Juni 1989 [nachfolgend: Botschaft Geldwäscherei], 

BBl 1989 II, 1061, 1085). Die konkreten Umstände der Vortat braucht der Geld-

wäscher nicht zu kennen; vielmehr genügt es, wenn Verdachtsgründe die Mög-

lichkeit einer strafbaren Vortat nahelegen. Diese Umstände, die den Verdacht 

nahelegen, das Geld stamme aus einer verbrecherischen Vortat, muss der Geld-

wäscher kennen. Er braucht nicht zu wissen, dass das Gesetz die entsprechende 

Qualifikation vornimmt (z.B. Diebstahl, qualifizierte Veruntreuung, Betrug, quali-

fizierte Betäubungsmitteldelikte), jedoch muss er die für die Subsumtion erforder-

lichen Umstände kennen (BGE 138 IV 1; 129 IV 238 E. 3.2.2, S. 243; 122 IV 211 

E. 2e, S. 217; 119 IV 242 E. 2b, S. 247 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_900/2009 

vom 21. Oktober 2010 E. 6.1 [nicht publiziert in BGE 136 IV 179]; Urteil des Bun-

desstrafgerichts SK.2007.24 vom 10. Oktober 2008 E. 3.2.4; TRECHSEL/PIETH, 

Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 305bis StGB N. 21, mit Hinweisen; CAPPA, 

La norma penale sul riciclaggio di denaro, in Bollettino OATi Nr. 40/2010, S. 45; 

CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. II 2010, Art. 305bis StGB N. 42; DO-

NATSCH/WOHLERS, Strafrecht IV, 4. Aufl. 2011, S. 482; CASSANI, Commentaire 

du droit pénal suisse, Code pénal suisse, Partie spéciale, vol. 9 1996, Art. 305bis 

StGB N. 51; PIETH, a.a.O., Art. 305bis StGB N. 59; ACKERMANN/ZEHNDER, a.a.O., 

§ 11, Art. 305bis StGB N. 672 ff.; STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches 

Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl. 2013, § 57 N. 32).  

Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere Tat-

sachen. Bei Fehlen eines Geständnisses kann der Richter aus äusseren Um-

ständen sowie aus Regeln der Lebenserfahrung auf jene inneren Tatsachen 

schliessen. Gemäss Rechtsprechung hat der Richter auf das Einverständnis der 

Tatbestandsverwirklichung zu schliessen, wenn sich dem Täter der Erfolg seines 

Verhaltens als so wahrscheinlich aufdrängte, dass sein Verhalten vernünftiger-

weise nur als Inkaufnahme dieses Erfolges ausgelegt werden kann (BGE 101 IV 

42 E. 4, S. 46). Zu den äusseren Umständen, aus denen der Schluss gezogen 

werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, 

zählt die Rechtsprechung unter anderem die Grösse des dem Täter bekannten 

Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtver-

letzung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und 

je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die tatsächliche 

- 27 - 

Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genom-

men (BGE 125 IV 242 E. 3c, S. 251 f.; 119 IV 1 E. 5a, S. 2 ff.). Zu den relevanten 

Umständen können aber auch die Beweggründe des Täters und die Art der Tat-

handlung gehören (BGE 125 IV 242 E. 3c, S. 251 f., mit Hinweisen). Der Schluss, 

der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, darf jedoch 

nicht allein aus der Tatsache gezogen werden, dass sich dieser des Risikos der 

Tatbestandsverwirklichung bewusst war und dennoch handelte. Denn dieses 

Wissen um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung wird auch bei der bewuss-

ten Fahrlässigkeit vorausgesetzt. Diese unterscheidet sich vom Eventualdolus 

einzig im Willensmoment, indem der bewusst fahrlässig handelnde Täter (aus 

pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf vertraut, dass der von ihm als möglich vo-

rausgesehene Erfolg nicht eintrete, sich das Risiko der Tatbestandserfüllung mit-

hin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich 

handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit 

ihm und findet sich mit ihm ab, auch wenn er ihn nicht billigt (BGE 96 IV 99 S. 101; 

103 IV 65 E I.2, S. 67 ff.). 

1.2.3 Qualifikation 

Nach Art. 305bis Ziff. 2 StGB liegt ein schwerer Fall der Geldwäscherei unter an-

derem dann vor, wenn der Täter als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetz-

ten Ausübung der Geldwäscherei zusammengefunden hat, handelt (lit. b). Aus 

der Formulierung des Gesetzes («insbesondere») ergibt sich, dass auch andere 

als die in Ziff. 2 lit. a-c aufgezählten schweren Fälle denkbar sind. Dabei müssen 

die Taten in objektiver und subjektiver Hinsicht gleich schwer wiegen wie die im 

Gesetz genannten Beispiele (BGE 114 IV 164 E. 2b, S. 167 f.; Urteil des Bun-

desstrafgerichts SK.2014.33 vom 3. Juni 2015 E. 4.3). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt Bandenmässigkeit vor, wenn 

sich zwei oder mehrere Täter mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten 

Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer – d.h. mehr als zwei 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1047/2008 vom 20. März 2009 E. 4.1) – selbst-

ständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusam-

menzuwirken. Dieser Zusammenschluss ist es, der den Einzelnen psychisch und 

physisch stärkt, ihn deshalb besonders gefährlich macht und die Begehung von 

weiteren solchen Straftaten voraussehen lässt. Das Qualifikationsmerkmal der 

Bande setzt gewisse Mindestansätze einer Organisation, etwa Rollen- oder Ar-

beitsteilung, und eine Intensität des Zusammenwirkens in einem Masse voraus, 

dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses nur 

kurzlebig ist. Ist demgegenüber schon die Zusammenarbeit derart locker, dass 

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- 28 - 

von Anfang an nur ein loser und damit völlig unbeständiger Zusammenhalt be-

steht, liegt keine Bande vor. Für den Vorsatz hinsichtlich der Bandenmässigkeit 

ist wesentlich, ob der Täter die Tatsachen kannte und wollte, aus denen das Ge-

richt den rechtlichen Schluss auf bandenmässige Tatbegehung zieht. Banden-

mässigkeit ist erst anzunehmen, wenn der Wille der Täter auf die gemeinsame 

Verübung einer Mehrzahl von Delikten gerichtet ist (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2b, 

S. 88 f.; 124 IV 286 E. 2a, S. 293 f.; 135 IV 158 E. 2 und 3, S. 158 ff.; TRECH-

SEL/PIETH, a.a.O., Art. 305bis StGB N. 25 mit Verweis auf TRECHSEL/CRAMERI, 

Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 139 StGB N. 16 f.; PIETH, a.a.O., Art. 305bis 

StGB N. 65 mit Verweis auf NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, 

Art. 139 StGB N. 118 ff., je mit Hinweisen; vgl. auch Entscheid des Bundesstraf-

gerichts SK.2010.33 vom 5. Mai 2011 E. 3.5.1). 

1.2.4 Geldwäschereiregelung  

1.2.4.1 Das Bundesgesetz vom 10. Oktober 1997 über die Bekämpfung der Geldwä-

scherei und die Terrorismusfinanzierung (Geldwäschereigesetz, aGwG) sah in 

Art. 7 eine Dokumentationspflicht vor. Konkret wurde darin ausgeführt, dass der 

Finanzintermediär über die getätigten Transaktionen und weitere nach dem Ge-

setz erforderlichen Abklärungen Belege so erstellen musste, dass fachkundige 

Dritte sich ein zuverlässiges Urteil über die Transaktionen und Geschäftsbezie-

hungen sowie über die Einhaltung der Bestimmungen dieses Gesetzes bilden 

konnten. Ferner musste er die Belege so aufbewahren, dass er allfälligen Aus-

kunfts- und Beschlagnahmebegehren der Strafverfolgungsbehörden innert ange-

messener Frist nachkommen konnte. 

1.2.4.2 Weitere während des relevanten Zeitraums geltende Regelungen zur Verhinde-

rung von Geldwäscherei sahen mit Blick auf die erforderlichen Abklärungen zum 

Klienten und zur Herkunft dessen Vermögens sowie zum Hintergrund von Trans-

aktionen Folgendes vor: 

a) Gemäss Art. 17 f. und 20 der Verordnung der Eidgenössischen Bankenkom-

mission zur Verhinderung der Geldwäscherei vom 18. Dezember 2002 (EBK-

Geldwäschereiverordnung; GwV EBK) und Art. 14 bis 16 der Verordnung der 

Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Verhinderung von Geldwäscherei 

und Terrorismusfinanzierung vom 8. Dezember 2010 (Geldwäschereiverordnung 

FINMA; GwV FINMA, SR 955.033.0) ist der Finanzintermediär bei Geschäftsbe-

ziehungen oder Transaktionen mit erhöhten Risiken zur Abklärung, Plausibilisie-

rung und Dokumentation verschiedener Punkte verpflichtet. Art. 15 Abs. 2 lit. e 

GwV FINMA bzw. 17 Abs. 2 lit. e GwV EBK verlangen dabei Recherchen zum 

Ursprung des Vermögens der Vertragspartei sowie des wirtschaftlich Berechtig-

- 29 - 

ten. Die erforderlichen Abklärungen sollen nach Feststellung der erhöhten Risi-

ken umgehend und so schnell wie möglich erfolgen. Art. 12 GwV EBK sowie das 

Rundschreiben der EBK «Richtlinien zur Bekämpfung und Verhinderung der 

Geldwäscherei» vom 26. März 1998 (EBK-Rundschreiben, BA 10.208.274) defi-

nieren im Anhang Anhaltspunkte für Geldwäscherei. Anhaltspunkt A2 des EBK-

Rundschreibens schreibt explizit vor, dass Erklärungen des Kunden zu den wirt-

schaftlichen Hintergründen von Transaktionen plausibilisiert werden müssen und 

nicht alle Angaben einfach ohne weiteres akzeptiert werden können. Der Anhalts-

punkt A22 nennt die Überweisung an eine andere Bank ohne Angabe des Emp-

fängers, der Anhaltspunkt A23 die Annahme von Geldüberweisungen anderer 

Banken ohne Angabe des Namens oder der Nummer des Kontos des Begüns-

tigten oder des Auftraggebers (BA 10.208.283 f.). Diese Anhaltspunkte wurden 

praktisch unverändert in die aktuelle GwV FINMA 2010 übernommen (vgl. An-

hang zur genannten Verordnung, Ziff. 3.2.6 f.). 

b) Das «Private Banking, Private Wealth Management Compliance Manual» der 

Bank E. in der Version von Oktober 1999 (nachfolgend: Compliance Manual 

10/1999) bestimmt in Kapitel 5.4 u.a., dass «[t]he duties to establish and record 

the identity of the client and to find out background information on a client are 

best practice and arise under Swiss Anti-Money Laundering Regulations. Each 

IA must learn and record all essential facts relating to the financial and personal 

background of the account holder as well as the identity and background of the 

beneficial owner of the assets, if different from the account holder. […] [T]he Cus-

tomer Profile and Advisory & Portfolio Management Profile must be fully com-

pleted by the IA or SA prior to opening of a new account reflecting a detailed 

description of the client‘s personal and financial background and source of 

wealth.» Kapitel 5.5 hält sodann fest, dass «Each IA is obligated to obtain suffi-

cient information from new or existing clients to reasonably establish that the cli-

ent‘s funds are not Iikely to emanate from criminal activities. The detailed rules 

for banks are set out in the 1998 Due Diligence Convention (CDB98). […] Viola-

tion of these rules may constitute a criminal offence. […] Every employee must 

report any suspicion of possible money laundering acts immediately to PWM 

Management [...] without informing the client thereof. For example, significant 

changes in account activity, unusual requests or planned transactions without 

underlying economic reason or outside the client‘s normal pattern must be 

brought to the attention of PWM Management [...].» Die Compliance Notice vom 

19. September 2000 sah ebenfalls vor, dass «[d]etailed information on a client‘s 

and beneficial owner‘s activities must be obtained prior to account opening to 

identify the source of wealth/income, which has to be wholly legitimate». Bezüg-

lich Bartransaktionen (physical cash transactions) wurde gemäss Kapitel 14.3 

des Compliance Manuals 10/1999 eine sorgfältige Abklärung, eine «proper due 

- 30 - 

diligence», bezüglich dem wirtschaftlichen Hintergrund und dem Zweck erwartet. 

Diese Abklärungen mussten mit dem Formular «Clarification of Physical 

Transactions» dokumentiert werden, welches durch den Law & Compliance Ma-

nager unterzeichnet werden musste. Bartransaktionen sollten eine seltene Aus-

nahme («a rare exception») sein. Gemäss Kapitel 14.4 des Compliance Manuals 

10/1999 waren Checkeinlieferungen wie Cash-Transaktionen zu behandeln. Für 

Überweisungen sah Kapitel 14.1 vor, dass jederzeit eine sorgfältige Due Dili-

gence einzuhalten und für jede Transaktion der finanzielle Hintergrund abzuklä-

ren war. Jede verdächtige Transaktion, die nicht dem Kundenprofil entsprach 

resp. wirtschaftlich sinnlos erschien, war sofort dem PWM-Management zu mel-

den. Zu jeder Überweisung gehörte standardmässig der schriftliche Kundenauf-

trag und das Formular «internal payment order» (BA 7.101_Bank E.\DT\7.101-

352\Workstream 3\3. Compliance Manuals_h. Bank E. AG Private Banking, Pri-

vate Wealth Management Compliance Manual, version October 1999.pdf; BA 

7.101_Bank E.\DT\7.101-352\Workstream 3\5. Compliance Notices_f. Compli-

ance Notice Due Diligence, version September 2000.pdf, Abschnitt «Source of 

Wealth/Income»). 

c) In Art. 3 Rz. 22 der «Vereinbarungen über die Standesregeln zur Sorgfalts-

pflicht der Banken» aus dem Jahre 1998 (VSB98; BA 10.208.234 ff., -242 f.) ist 

festgehalten, dass bei der Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten u.a. dann 

Zweifel an der wirtschaftlichen Berechtigung angebracht sind, (…) sofern der 

Bank die finanziellen Verhältnisse der Person, die eine Eröffnung gemäss Art. 3 

beantragt, bekannt sind, die mitgebrachten oder in Aussicht gestellten Werte 

aber ausserhalb dieses finanziellen Rahmens liegen (…). Art. 7 VSB98 sieht un-

ter dem Titel «Kapitalflucht» ein Verbot der aktiven Beihilfe zum Kapitaltransfer 

aus Ländern vor, deren Gesetzgebung die Anlage von Geldern im Ausland ein-

schränkt. Als Formen der aktiven Beihilfe erwähnt Art. 7 in Rz. 46, lit. b explizit 

die Mitwirkung im Ausland bei der Organisation von Kompensationsgeschäften, 

wenn die Bank weiss oder nach den gesamten Umständen wissen muss, dass 

die Kompensation der Kapitalflucht dient. Gemäss Rz. 45 ist Art. 7 nicht auf den 

Kapitaltransfer aus der Schweiz ins Ausland anwendbar (vgl. BA 10.208.234 

ff., -250). 

d) Das EBK-Bulletin Nr. 42 aus dem Jahr 2002 (< https://www.finma.ch/FinmaAr-

chiv/ebk/f/publik/bulletin/pdf/bull42.pdf >, aufgerufen am 5. Dezember 2019) so-

wie der EBK-Jahresbericht aus dem Jahr 2000 (< https://www.finma.ch/FinmaAr-

chiv/ebk/d/publik/bericht/pdf/jb00.pdf >, aufgerufen am 5. Dezember 2019) hal-

ten fest, dass die Tatsache, wonach Gelder von einer grossen bzw. anderen 

Bank in der Schweiz stammen, die Empfängerbank nicht davon befreie, eigene 

- 31 - 

Abklärungen zu treffen, sei dies zum persönlichen und wirtschaftlichen Hinter-

grund des Vertragspartners oder zum wirtschaftlichen Hintergrund von Transak-

tionen. Das EBK-Bulletin Nummer 41 aus dem Jahr 2000 

(< https://www.finma.ch/FinmaArchiv/ebk/f/publik/bulletin/pdf/bull41.pdf >, auf-

gerufen am 5. Dezember 2019) erwähnt zudem explizit, dass die Begründung, 

die eingehenden Gelder stammen von renommierten in- und ausländischen Ban-

ken, unzureichend sei und die Herkunft von einer renommierten Bank bzw. das 

Unterhalten einer Bankverbindung des Kunden bei einer Drittbank kein Grund 

sei, auf eigene Abklärungen zu verzichten. Dies, weil eine Vorgängerbank eine 

Geschäftsbeziehung gerade wegen Zweifeln bezüglich der Herkunft von Vermö-

genswerten abgebrochen haben könnte. 

1.3 Beweismittel  

1.3.1 Sachbeweise  

1.3.1.1 Urteile der griechischen Strafgerichte im Verfahren gegen Tsochatzopoulos et al. 

a) Mit Urteil des Dreiköpfigen Appellationsgerichts («Efetion») für Verbrechen 

von Athen (erstinstanzliches griechisches Gericht) vom 7. Oktober 2013 wurden 

neben weiteren Personen Tsochatzopoulos, F., OO., S., T. und AA. erstinstanz-

lich wegen mittäterschaftlich begangener gewerbsmässiger Geldwäscherei im 

Zusammenhang mit Einkünften aus «der andauernden passiven Bestechung» 

von Tsochatzopoulos zu Lasten der griechischen öffentlichen Hand jeweils zu 

mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt (TPF 210.223.83 ff.). 

aa) Das erstinstanzliche griechische Gericht zog in seiner Urteilsbegründung die 

nachfolgenden Schlüsse: «Aufschlussreich für das während der Dienstzeit des 

ersten Angeklagten [Tsochatzopoulos] innerhalb des Ministeriums für Nationale 

Verteidigung geformte Klima und die herrschenden Zustände waren die Aussa-

gen zahlreicher, laut Bericht vom Untersuchungsausschuss des Parlaments im 

Jahre 2004 einvernommenen Zeugen, aus denen hervorgeht, dass in den Büros 

und Fluren des Ministeriums für Nationale Verteidigung nahezu täglich mannig-

fache Makler, Vermittler, Werbefachmänner, Zwischenpersonen und Waffen-

händler ungehemmt wie in heimischer Umgebung ein- und ausgingen, um die 

von ihnen vertretenen Waffensysteme zu propagieren. (…). Dies war also das im 

Zusammenhang mit Rüstungsbeschaffungen vorherrschende Milieu, als 

[Tsochatzopoulos] dazu berufen war, seinen Aufgaben als Minister für Nationale 

Verteidigung nachzugehen, welcher, wie sogleich nachstehend dargelegt und 

bewiesen wird, die ihm in dieser Umgebung gebotenen Chancen vollends aus-

schöpfte, um seine illegale Bereicherung zu erreichen. Insbesondere stimmte er 

- 32 - 

sich mit den Vertretern der gigantischen Waffenbeschaffungsfirmen ab, die mit 

allen Mitteln danach strebten, ihre Produkte in Griechenland abzusetzen, ver-

langte und erhielt von ihnen Geld, um seine Befugnisse im Zusammenhang mit 

der Vergabe der von Griechenland benötigten, zu beschaffenden U-Boote und 

Waffensysteme zu Gunsten ihrer Interessen auszuüben. Es war ihm bewusst und 

erwiesenermassen gleichgültig, dass die Beschaffungsfirmen die rechtswidrigen 

Provisionen (Bestechungsgelder) auf den griechischen Staat abwälzen und da-

mit die Interessen des griechischen Fiskus schädigen würden, dessen hohes Amt 

des Verteidigungsministers er damals innehatte.» Das erstinstanzliche griechi-

sche Gericht gelangte zur Überzeugung, dass «sich lückenlos beweisen [lasse], 

dass [Tsochatzopoulos], im Zeitraum vom 25.09.1996 bis zum 23.10.2001 [als] 

Minister für Nationale Verteidigung in Athen, um die in den Bereich seiner Amts-

pflichten fallende Auftragsvergabe zur Beschaffung und Überholung von Unter-

seebooten an die deutsche Firma PP. im Rahmen der Verträge «QQ.» vom 

15.02.2000 bzw. «RR.» vom 31.05.2002 samt Offsetleistungen vorzunehmen» 

[Anmerkung: Dabei handelt es sich um Sachverhaltselemente, die nicht Gegen-

stand dieses Verfahrens sind] «sowie um am 26.02.1999 die Vergabe des Auf-

trags zur Beschaffung der Waffensysteme TOR-M1 samt Offsetleistungen an die 

russische Firma G. vorzunehmen, von den vorgenannten Firmen fortgesetzt be-

stochen worden ist [;] und zwar forderte und erhielt er bei Verletzung seiner 

Pflichten, jeweils in der Zeit zwischen dem Frühjahr 1997 und – zu unbekannten 

Zeitpunkten zwar – in jedem Fall jedoch vor seinen vorgenannten Handlungen 

und vor Abschluss der obigen Verträge das Versprechen, dass er von PP. und 

G. Geldgeschenke (Schmiergelder) erhalten würde. Diese Beträge hat er tat-

sächlich zu verschiedenen Zeitpunkten vor und nach Abschluss der Verträge, wie 

oben ausgeführt, erhalten.». Das erstinstanzliche griechische Gericht erachtete 

es demnach als erstellt, dass Tsochatzopoulos in seiner Eigenschaft als damali-

ger (griechischer) Minister für Nationalverteidigung in der Zeitspanne vom 25. 

September 1996 bis 23. Oktober 2001 geldwerte Vorteile verlangt und auch er-

halten habe, damit er eine zu seinen Pflichten gehörende Handlung vornehme. 

So habe er sich unter anderem für die hier interessierende Vergabe des Auftrags 

zur Beschaffung der Flugabwehrraketensysteme TOR-M1 samt Offsetleistungen 

an die russische Rüstungsfirma G. von dieser bestechen lassen, indem er sich 

zwischen dem Frühjahr 1997 und vor Abschluss der entsprechenden Verträge 

seitens dieser Firma Gelder in der Höhe von CHF 32'404'000.--, USD 1'748'000.-

- und GRD 98'500'000.-- habe versprechen lassen. Diese Beträge seien ihm zu 

verschiedenen Zeitpunkten vor und nach Abschluss der Verträge auch tatsäch-

lich ausbezahlt worden (BA B18.101.7.192f., -200 f., -259, TPF 210.223.91 f.).  

- 33 - 

bb) Am 26. Februar 1999 hätten der durch Tsochatzopoulos bevollmächtigte Lei-

ter der Hauptabteilung Rüstung, OO., und der Vertreter der G., K., den Beschaf-

fungsantrag Nr. 2 abgeschlossen. Inhalt sei die Lieferung von 21 Flugabwehrra-

ketensystemen TOR-M1 und weiteren zusammenhängenden Leistungen im Auf-

tragswert von USD 800 Mio. gewesen, mit Option auf Beschaffung weiterer 29 

Systeme gleicher Ausführung. Der Vertrag sei zustande gekommen, obwohl die 

Waffensysteme gemäss einem Bericht der sog. Hauptabteilung Rüstung vom 

21. September 1998 mit dem einheitlichen Luftverteidigungssystem Griechen-

lands nicht kompatibel gewesen seien. Gleichentags hätten der von Tsochatzop-

oulos eigens hierzu bevollmächtigte OO. und K., der Vertreter von G., den Off-

setvertrag Nr. 10 für die Erbringung der sich aus dem Hauptvertrag ergebenden 

Offsetpflichten abgeschlossen. Darin sei die Firma SS. AG (nachfolgend: SS.) 

mit der Übermittlung von Informationen und Dokumenten zwischen dem Vertei-

digungsministerium und G. beauftragt worden, obwohl die SS. die vertraglich ver-

einbarten Voraussetzungen dafür nicht erfüllt habe. Am 18. Juli 2000 hätten K. 

im Namen der G. und TT., der Geschäftsführer der kurz zuvor, am 2. Juni 2000, 

gegründeten zypriotischen Offshore-Firma L. Ltd., den Vertrag Nr. 3 unterzeich-

net. Damit habe G. die L. beauftragt, mit dem griechischen Verteidigungsminis-

terium eine Vereinbarung über die Offsetprogramme für Rechtsdienstleistungen 

und weitere Handlungen herbeizuführen. Im Gegenzug habe sich die G. ver-

pflichtet, der L. 10% des Vergütungswertes des Hauptvertrages und der Offset-

programme zu zahlen, mithin USD 81'869'568.--. Dies seien die «Schmiergelder» 

gewesen, die die L. an die griechischen Entscheidungsträger für den Beschaf-

fungsauftrag der Flugabwehrraketensysteme TOR-M1 zu verteilen hatte, insbe-

sondere an den ehemaligen Minister (BA B18.101.7.192 f., -202 ff.). 

Konkret seien am 27. September 2000 von der russischen Bank AAA., Moskau, 

Russland, USD 21'081'757.-- auf das Konto Nr. 11 der L. bei der Bank BBB. auf 

Zypern überwiesen worden. Von diesem Konto der L. seien am 28. September 

2000 folgende Beträge auf Konten der CCC. Ltd. bei der Bank P. S.A. in Genf 

(vormals Bank Q. [Suisse] SA; nachfolgend: Bank P.) überwiesen worden: am 

28. September 2000 USD 2.5 Mio. (auf Konto Nr. 12) und USD 16’857'229.90 

(auf Konto Nr. 13) und am 2. Oktober 2000 USD 1 Mio. (auf Konto Nr. 13). Am 

2. November 2000 sei seitens der G. zudem direkt ein Betrag von USD 4 Mio. 

auf das Konto Nr. 13 der CCC. Ltd. bei der Bank P. überwiesen worden. Insge-

samt seien von der G. damit USD 25'081'757.-- an die CCC. Ltd. geflossen, wel-

che als Muttergesellschaft der SS. und L. in keiner Weise in den Offsetvertrag 

involviert gewesen sei. Der von ihr vereinnahmte Betrag habe genauestens ei-

nem Anteil von 10% des Gesamtbetrages in Höhe von USD 250'817'571.-- ent-

sprochen, welcher am 24. April 2000 von der Hauptabteilung Rüstung des (grie-

chischen) Ministeriums für Nationale Verteidigung auf das Offsetkonto von G. als 

- 34 - 

Entgelt für deren aus dem Offsetvertrag resultierenden Erfüllungspflichten im Vo-

raus überwiesen worden sei. 

Die zuvor genannten Gelder im Umfang von USD 25'081'757.-- seien daraufhin 

von den Konten der CCC. Ltd. bei der Bank P., die sich in der Verfügungsmacht 

von TT. befunden hätten, in Form von Checks abgeflossen. Die Checks seien zu 

Gunsten zweier von Tsochatzopoulos faktisch beherrschten Firmen ausgestellt 

worden, für welche F. als wirtschaftlich Berechtigter vorgeschoben worden sei: 

der DDD. SA (nachfolgend: DDD.) und der EEE. Keine der beiden Firmen habe 

irgendetwas mit den Beschaffungsverträgen der Flugabwehrraketensysteme 

TOR-M1 zu tun gehabt und sei auch nicht an der Erfüllung des Offsetvertrags 

Nr. 10 beteiligt gewesen. Konkret seien auf Anweisung von TT. an die Bank P. 

am 26. und 27. Juni 2000, am 24. November 2000, 5. Januar 2001, 13. März 

2001 und 7. Juni 2001 insgesamt sechs Checks mit den Nrn. 14, 15, 16, 17, 18 

und 19 in Gesamthöhe von CHF 16'202'000.-- zu Gunsten der Firma DDD. und 

weitere Checks mit den Nrn. 20, 21, 22, 23 und 24 über dieselben Einzelbeträge 

in Gesamthöhe von CHF 16'202'000.-- zugunsten der EEE. ausgestellt worden. 

Ebenfalls auf Anweisung von TT. an die Bank P. sei am 30. Juni 1998 ein Check 

in der Höhe von USD 1'748'000.-- zu Gunsten der DDD. ausbezahlt worden. Der 

grösste Teil dieser Checkbeträge sei auf die von F. bei der Bank E. gehaltenen 

Konten einbezahlt worden. Diese Konten hätten wie untereinander verbundene 

Trichter zur vollkommenen Verschleierung der rechtswidrigen Zahlungen an 

Tsochatzopoulos funktioniert. So sei auf das Bank E.-Konto Nr. 4 lautend auf F. 

der Gesamtbetrag von CHF 27'154'000.-- (CHF 15'054'000.-- + 8'100'000.-- + 

4'500'000.--) überwiesen worden. Dieser Betrag sei der höchste unter jenen ge-

wesen, die TT. auf die Konten der DDD. und der EEE. überwiesen habe. Der 

Check vom 30. Juni 1998 über USD 1'748'000.-- zu Gunsten der DDD. sei ferner 

auf das Bank E.-Konto Nr. 5, lautend auf F., überwiesen worden. F. sei für 

Tsochatzopoulos Person uneingeschränkten Vertrauens gewesen; er habe eng 

mit dem ehemaligen Minister zusammengearbeitet, sei sein Geheimnishüter ge-

wesen und habe Tsochatzopoulos mit allen Mitteln beschützt. Dieses soeben be-

schriebene Bestechungsunternehmen sei vom erfahrenen Waffenhändler TT. 

und dessen aus ungeklärten Umständen verstorbenen Mitarbeiters FFF. organi-

siert und von leitenden Angestellten der G., K. und GGG., die später von der 

russischen Justiz wegen Amtsmissbrauchs verurteilt wurden (vgl. vorne, Lit. G), 

sowie vom ehemaligen Minister Tsochatzopoulos geplant worden. 

In der Folge habe Tsochatzopoulos die fraglichen Bestechungsgelder teils auf 

das Konto der S. und T. gehörenden EE. bei der Bank P. SA einbezahlt. Die EE. 

habe das Geld anschliessend – nach Abzug einer Kommission von 5 bis 10% – 

zugunsten des ehemaligen Ministers in Griechenland in bar ausbezahlt. Teils 

- 35 - 

habe Tsochatzopoulos die Gelder – über die von ihm kontrollierte Firma HHH. 

Ltd. (nachfolgend: HHH.) – in Immobilien angelegt, darunter in die Immobilien an 

der Z.-Strasse 33 und an der Y.-Strasse 3 in Athen bzw. – über die ebenfalls von 

ihm kontrollierte Gesellschaft BB. AE (dt.: AG) – in die Buchhandlung «III. AE» 

von AA. (BA B18.101.7.209 ff., -317 ff.; TPF 210.223.99 ff.). 

cc) Zusammengefasst kam das erstinstanzliche griechische Gericht zum 

Schluss, dass Tsochatzopoulos in der Zeitspanne zwischen Anfang 1998 bis 

mindestens April 2010 gemeinsam mit anderen Personen an einer (Anfang 1998 

gegründeten) Organisation teilgenommen habe, die den Zweck verfolgt habe, die 

aus dem Hauptverbrechen der fortgesetzten passiven Bestechung zulasten des 

griechischen Staates resultierenden Einnahmen zu legalisieren (zu waschen). 

Über die Organisation seien illegale Einkünfte in beträchtlicher Höhe über ein gut 

aufgebautes und kompliziertes Netz von inländischen, aber auch von Offshore-

Gesellschaften und mit der Benutzung einer grossen Menge von Bankkonten zur 

Verwischung der Spuren der aus diesem Hauptverbrechen stammenden Gelder 

durch labyrinthische Bahnen verborgen und platziert worden (TPF 210.223.99 f., 

-119). 

Während das erstinstanzliche griechische Gericht Tsochatzopoulos und weitere 

Personen vor diesem Hintergrund wegen gewerbsmässig begangener Geldwä-

scherei gemäss griechischem Recht verurteilte, wies es im Urteil darauf hin, dass 

eine Verurteilung wegen passiver Bestechung ausser Betracht falle, weil für 

Straftaten von Ministern, welche zwingend mit deren Amtspflichten verbunden 

seien, eine kurze Verjährungsfrist gelte, die bei Eröffnung der Strafverfolgung 

gegen Tsochatzopoulos am 1. Juli 2011 bereits verstrichen gewesen sei. Die für 

die Strafbarkeit der Geldwäscherei auch nach griechischem Recht zwingend er-

forderliche Vortat, in casu die passive Bestechung von Tsochatzopoulos, prüfte 

das griechische Gericht inzident (BA 18.101.07.69 f., -192f., -200 f., -259; 

TPF 210.223.91 f.). 

b) Verschiedenen Presseartikeln zufolge wurde das erstinstanzliche Urteil im Fall 

von Tsochatzopoulos im Oktober 2017 von einem griechischen Berufungsgericht 

(zweitinstanzliches griechisches Gericht) bestätigt. Es wurde davon berichtet, 

dass das Berufungsgericht dabei sowohl auf die passive Bestechung im Zusam-

menhang mit der Beschaffung der russischen Raketen TOR-M1 (G.) als auch auf 

die – hier nicht weiter interessierende – passive Bestechung im Zusammenhang 

mit der Beschaffung deutscher U-Boote (PP.) abstellte. Ferner geht aus den 

Presseartikeln hervor, dass das zweitinstanzliche griechische Gericht bezüglich 

des Geldwäschereivorwurfs von einer Deliktssumme von EUR 10 Mio., statt wie 

das erstinstanzliche Gericht von EUR 40 Mio., ausging und die erstinstanzlich 

- 36 - 

verhängte Freiheitsstrafe um ein Jahr auf 19 Jahre reduzierte (TPF 210.250.008 

ff.). 

c) Mit Entscheid vom 27. Juni 2019 wies der Supreme Court das von Tsochatz-

opoulos gegen das Urteil des griechischen Berufungsgerichts erhobene Rechts-

mittel ab, womit die Verurteilung des ehemaligen Ministers in Rechtskraft er-

wuchs (TPF 210.224.23 ff., -261.1.14 ff.; vgl. vorne, Lit. F.). 

1.3.1.2 Rechtsgutachten des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung (SIR)  

Wie unter II., E. 1.2.1.3 ausgeführt, setzt eine Verurteilung wegen Geldwäscherei 

voraus, dass der Einziehungsanspruch auf die verbrecherisch erlangten Vermö-

genswerte zum Zeitpunkt der Geldwäschereihandlung noch nicht verjährt ist 

(Art. 70 StGB), was eine Tatfrage darstellt (vgl. II., E. 1.2.1.3). Ist die Vortat im 

Ausland begangen worden, beurteilt sich die Verjährung des Einziehungsan-

spruchs nach dem ausländischen Recht. Demnach beurteilt sich die Frage, ob 

der (griechische) Einziehungsanspruch auf die aus der passiven Bestechung von 

Tsochatzopoulos in Griechenland stammenden Vermögenswerte zum Zeitpunkt 

der Geldwäschereihandlungen in der Schweiz bereits verjährt war, vorliegend 

nach griechischem Recht. Vor diesem Hintergrund beauftragte das Gericht das 

SIR am 24. Juli 2019 mit der Erstellung eines Gutachtens zur Frage, wie die 

Verjährung der Einziehung von aus passiver Bestechung stammenden Vermö-

genswerten im griechischen Straf(prozess)recht im Zeitpunkt der vor dem Bun-

desstrafgericht angeklagten Geldwäschereihandlungen (2003-2012) geregelt 

war resp. ob eine solche Einziehung nach griechischem Straf(prozess)recht 

überhaupt verjähren könne und falls ja, innert welcher Frist sie verjähren würde. 

Ferner unterbreitete das Gericht dem SIR die Frage, ob das griechische Recht 

im Zeitpunkt der angeklagten Geldwäschereihandlungen (2003-2012) mit Bezug 

auf den staatlichen Einziehungsanspruch auf Vermögenswerte, die von Ministern 

verbrecherisch erlangt wurden, ebenfalls kürzere Verjährungsfristen bzw. die Im-

munität vorsah wie dies für die Strafverfolgung gemäss Art. 86 der griechischen 

Verfassung der Fall war (TPF 210.661.6 ff.). 

Mit Gutachten vom 8. August 2019 beantwortete das SIR – unter Beizug einer 

sachverständigen Person für griechisches Recht – die vom Gericht gestellten 

Fragen wie folgt: Das griechische Recht kennt einerseits die Einziehung als Ne-

benstrafe (seit 1. Juli 2019: Art. 68 des griechischen StGB; zuvor: aArt. 76 des 

griechischen StGB), andererseits die – vorliegend interessierende – Einziehung 

auf Grundlage der Geldwäschereigesetzgebung. Die im Jahr 1995 eingeführte 

Geldwäschereigesetzgebung (Gesetz 2331/1995) wurde zunächst im Jahr 2008 

(Gesetz 3691/2008) und jüngst im Jahr 2018 (Gesetz 4557/2018) revidiert. So-

wohl die beiden früheren, vorliegend relevanten Gesetzesversionen (Art. 46 des 

- 37 - 

Gesetzes 3691/2008 und davor Art. 2 Abs. 6 und 8 des Gesetzes 2331/1995), 

als auch das aktuelle Gesetz (Art. 40 des Gesetz 4557/2018) sahen resp. sehen 

vor, dass bei Geldwäschedelikten die Einziehung unabhängig von einer straf-

rechtlichen Verurteilung wegen einer Vortat, wie passive Bestechung, angeord-

net werden konnte resp. kann. Die Einziehung ist gemäss Gutachten seit Einfüh-

rung der Geldwäschereigesetzgebung im Jahr 1999 überdies selbst dann mög-

lich, wenn das gestützt auf diese Gesetzgebung geführte Strafverfahren einge-

stellt wurde, bspw. zufolge Verjährung der Vortat und/oder der Geldwäscherei-

handlung. Die Verjährung der Vortat und/oder der Geldwäschereihandlung steht 

der strafrechtlichen Einziehung demnach nicht entgegen, sofern das Strafverfah-

ren gestützt auf die Geldwäschereigesetzgebung geführt wurde. Das griechische 

Recht sah demnach von 2003 bis 2012 keine Verjährungsfristen für den in der 

Geldwäschereigesetzgebung vorgesehenen Einziehungsanspruch auf Vermö-

genswerte vor. Art. 86 der griechischen Verfassung bezieht sich auf die Verfol-

gungsverjährung, nicht aber auf die Verjährung der Beschlagnahme oder Einzie-

hung von verbrecherisch erlangten Vermögenswerten (TPF 210.661.47 ff.).  

1.3.1.3 Bankunterlagen zu den Kontobewegungen betreffend die Bankverbindungen von 

F. bei der Bank E. 

a) Zuflüsse auf die F.-Konten bei der Bank E. und interne Transfers 

aa) Die im erstinstanzlichen griechischen Urteil dargestellten Eingänge auf die 

Konten der CCC. Ltd. bei der Bank P. (vgl. II., E. 1.3.1.1a) sind aktenmässig 

belegt (BA 07.104.45 f.; B7.104.2.1.1.3, -14; B7.104.2.2.3, -12 ff.; B7.104.2.2.1.4, 

-16 ff.). Der am 28. September 2000 auf das Konto der CCC. Ltd. gutgeschrie-

bene Betrag von USD 16’857'229.90 wurde gleichentags im Umfang von USD 

16'855'000.-- auf das Privatkonto Nr. 25 von TT. (lautend auf ihn selbst und seine 

Ehefrau, JJJ.) bei der Bank P. weitergeleitet (BA B7.104.2.2.1.13 f.). 

Die Auswertung der edierten Bankunterlagen durch das Kompetenzzentrum 

Wirtschaft und Finanzen (CCWF) vom 1. September 2015 (vgl. CCWF-Bericht in 

SV.12.0528: BA 11.101.1 ff.) hat ergeben, dass seitens der G. zwischen dem 

2. Juni 1999 und dem 13. Februar 2001 insgesamt USD 71'287'668.56 auf Kon-

ten der TT. zuzurechnenden Firmen KKK. Ltd. (nachfolgend: KKK. [Konto Nr. 26]; 

total USD 44'480'281.73) und LLL. Ltd. (nachfolgend: LLL. [Konto Nr. 27]; total 

USD 26'807'386.83) bei der Bank P. Genf überwiesen wurden (SV.12.0528: BA 

11.101.11, Fn. 7; B11.101.1.289 f., -317). Vom Konto der KKK. bei der Bank P. 

wurde anschliessend ab 3. Juni 1999 bis 13. Februar 2001 der Betrag von USD 

34'293'795.-- in 13 Tranchen auf das Privatkonto Nr. 25 von TT. bei der Bank P. 

Genf übertragen (vgl. BA B6.1.1.93; SV.12.0528: B11.101.1.289 f., mit entspre-

chenden Verweisen auf die Bankunterlagen; entgegen dem CCWF-Bericht ist die 

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Überweisung über USD 1'250.-- vom 8. April 1999 nicht zu berücksichtigen, da 

diese vor Eingang der Gelder seitens der G. [ab 2. Juni 1999; vgl. oben] erf