# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e30c4a12-75e1-5981-b2b6-e12f47c1ab20
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.04.2024 VBE.2023.487
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-487_2024-04-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2023.487 / lc / ks       
Art. 48 

 

 

Urteil vom 10. April 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiberin i.V. Comiotto 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Michele Santucci, Rechtsanwalt, Zent-

ralstrasse 55a, Postfach, 5610 Wohlen AG 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern 

vertreten durch Luca Eigensatz, Rechtsanwalt,  

Alpenquai 28a, 6005 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1976 geborene Beschwerdeführer war aufgrund seines Arbeitsverhält-

nisses bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er sich am 14. Oktober 2021 während der Arbeit 

das rechte Handgelenk verdrehte. Die Beschwerdegegnerin anerkannte in 

der Folge ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit diesem Unfall, rich-

tete die entsprechenden Versicherungsleistungen in Form von Taggeld und 

der Übernahme der Heilbehandlungskosten aus, holte Abklärungen in me-

dizinischer und beruflicher Hinsicht ein und liess den Beschwerdeführer 

kreisärztlich untersuchen. Mit Schreiben vom 12. Mai 2023 stellte sie die 

Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. Juni 2023 ein und sprach dem 

Beschwerdeführer zur Erhaltung seines Gesundheitszustandes eine bis 

zwei Serien Ergotherapie pro Jahr sowie die Übernahme von Schmerzmit-

teln zu. Mit Verfügung vom 22. Mai 2023 verneinte sie einen Anspruch auf 

eine Invalidenrente und sprach dem Beschwerdeführer eine Integritätsent-

schädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10 % zu. Die ge-

gen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin 

mit Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 17. November 2023 fristgerecht Be-

schwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei der Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 (SV-Nr. [...]) 
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2023 eine 
Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 23%, oder zumin-
dest auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 13%, zuzusprechen. 

 2. Es sei dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von 
25% zuzusprechen. 

 3. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 
(SV-Nr. [...]) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zur exakten Bestimmung der funktionellen Leistungsfähigkeit und 
Neubeurteilung der Leistungsansprüche zurückzuweisen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 8. Januar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin Folgendes: 

 

"1. Es sei die Beschwerde des Beschwerdeführers vom 17. November 
2023 vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 
kann. 

 - 3 - 

 

 

 2. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 
17. Oktober 2023 vollumfänglich zu bestätigen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zulas-
ten des Beschwerdeführers." 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht mit ihrem 

Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 den Anspruch des Beschwer-

deführers auf eine Invalidenrente aufgrund eines nicht rentenbegründeten 

Invaliditätsgrades von 5 % verneint und diesem eine Entschädigung für 

eine Integritätseinbusse von (lediglich) 10 % zugesprochen hat (Vernehm-

lassungsbeilage [VB] 158). 

 

2. 

2.1. 

Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid 

(Art. 8 ATSG), so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der 

Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 

Abs. 1 UVG). 

 

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztli-

chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-

che Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können 

(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f. mit Hinweisen). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent-

scheid vom 17. Oktober 2023 (VB 158) in medizinischer Hinsicht im We-

sentlichen auf die kreisärztliche Berichte von med. pract. B._____, Fach-

arzt für Chirurgie, vom 9. Mai 2023 (VB 121 f.). Dieser führte darin aus, 

beim Beschwerdeführer bestehe eine schwere radiocarpale und midcar-

pale Arthrose im Bereich der rechten Hand, zum einen Folge einer bereits 

vorbestehenden bekannten Degeneration im Handwurzelbereich und be-

reits Status nach Voroperation (SL-Band-Rekonstruktion im Jahr 2019) und 

zum anderen Folge einer unfallkausalen richtunggebenden Verschlimme-

rung durch einen erneuten strukturellen Schaden im Bereich der SL-

 - 4 - 

 

 

Bandplastik durch das von der Beschwerdegegnerin versicherte Unfaller-

eignis vom 14. Oktober 2021 mit erneuter SL-Dissoziation. Nach dem zwei-

ten unfallkausalen Eingriff habe eine unter Belastung schmerzhafte DISI-

Fehlstellung im Bereich des rechten Handgelenkes mit erneuter SL-Disso-

ziation und auch radiocarpaler Arthrose resultiert. Aus Schmerzgründen 

könne aus operativer Sicht lediglich eine Panarthrodese des Handgelenkes 

angeboten werden; von dieser Operation sei jedoch keine Verbesserung 

der Belastbarkeit zu erwarten. Eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit 

als Maurer und handwerklicher Allrounder auf der Baustelle sei aufgrund 

der hohen beruflichen Anforderungen an die körperliche Belastbarkeit der 

rechten Hand/Handgelenkes nicht mehr zumutbar. Explizit für die rechte 

Hand seien ganztägige, lediglich leichte Tätigkeiten zumutbar; keine Tätig-

keiten verbunden mit Heben und Tragen von schweren Lasten > 5 kg oder 

körperfern > 1 kg, keine Tätigkeiten, die schnelle Umkehrbewegungen des 

rechten Handgelenkes erfordern würden, oder bei denen man sich mit der 

rechten Hand abstützen müsse oder Tätigkeiten, die mit einer erheblichen 

Vibrations-, Schlag- oder Torsionsbelastung des Handgelenkes einherge-

hen würden oder Tätigkeiten, bei denen die rechte Hand zur Sicherung ein-

gesetzt werden müsse (VB 122 S. 4 f.). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.2.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, in der Beurteilung von med. pract. 

B._____ vom 9. Mai 2023 seien seine Einschränkungen lediglich in quali-

tativer, nicht jedoch in quantitativer Hinsicht beurteilt worden, dies obwohl 

 - 5 - 

 

 

mit seinem gegebenen Belastungsprofil zwangsläufig eine reduzierte funk-

tionelle Leistungsfähigkeit bestehe (vgl. Beschwerde vom 17. November 

2023 Ziff. 2.2.2. S. 5). 

 

3.3.2. 

Der Beschwerdeführer wurde am 9. Mai 2023 fachärztlich (chirurgisch) per-

sönlich und umfassend vom Kreisarzt med. pract. B._____ untersucht 

(VB 121 f.). Dabei beurteilte dieser die medizinischen Zusammenhänge so-

wie die medizinische Situation in Kenntnis der Vorakten (VB 122 S. 2 ff.) 

und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (VB 122 S. 3). 

Auch kam er zu einer medizinisch nachvollziehbaren Beurteilung der zu-

mutbaren unfallkausalen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, zu wel-

cher er auch explizit in quantitativer Hinsicht Stellung nahm, nämlich indem 

er eine ganztägige Arbeitsfähigkeit bescheinigte (VB 122 S. 4 f.). Es leuch-

tet ein, dass bei Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.1. hiervor), 

welches den unfallkausalen funktionseinschränkenden Restbeschwerden 

an der rechten Hand umfassend Rechnung trägt, medizinisch-theoretisch 

eine ganztägige Arbeitsfähigkeit zumutbar ist. Anderslautende begründete 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsschätzungen, welche Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilung we-

cken könnten, liegen nicht im Recht. Inwiefern sich med. pract. B._____ im 

Rahmen seiner ärztlichen Beurteilung vom 9. Mai 2023 nicht mit den quan-

titativen Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt ha-

ben sollte, lässt sich somit weder aus den Ausführungen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten schlüssig entnehmen. Daran vermögen auch 

die laienhaften medizinischen Würdigungen des Beschwerdeführers nichts 

zu ändern (vgl. Beschwerde Ziff. 2.2.2., S. 5; vgl. statt vieler Urteile des 

Bundesgerichts 8C_806/2021 vom 5. Juli 2022 E. 5.2.3 und 8C_672/2020 

vom 15. April 2021 E. 4.3). 

 

3.3.3. 

Zusammenfassend ergeben sich damit weder aus den Ausführungen des 

Beschwerdeführers noch aufgrund der Aktenlage auch nur geringe Zweifel 

an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der Beurteilung von med. pract. 

B._____ vom 9. Mai 2023 (VB 121 f.; vgl. E. 3.3.2. hiervor), weshalb sich 

die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid vom 17. Oktober 

2023 zu Recht darauf abstützen durfte (VB 158 S. 4 ff.). Der medizinische 

Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt. 

Weitere Abklärungen sind in antizipierter Beweiswürdigung nicht vorzuneh-

men. 

 

4. 

4.1. 

Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätig-

keit (vgl. 3.1. hiervor) ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs zu-

nächst das Valideneinkommen zu prüfen. 

 - 6 - 

 

 

 

4.2. 

4.2.1. 

In der Unfallversicherung gilt prinzipiell die in Art. 16 ATSG festgelegte Me-

thode zur Bestimmung der Invalidität (UELI KIESER, Kommentar zum Bun-

desgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 

4. Aufl. 2020, N. 166 zu Art. 16 ATSG; vgl. jedoch Art. 18 Abs. 2 UVG). Für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage er-

zielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbs-

einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif-

fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-

den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim-

men lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348 f.; 128 V 29 E. 1 S. 30). 

 

4.2.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; 128 

V 174; Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 5. September 2008 

E. 6.4). Hervorzuheben ist, dass bei der Ermittlung des Valideneinkom-

mens in der Regel auf den zuletzt vor Eintritt der Gesundheitsschädigung 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwick-

lung angepassten Verdienst abzustellen ist, da es empirischer Erfahrung 

entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge-

setzt worden wäre (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; 134 V 322 E. 4.1 S. 325; 

129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen). 

 

4.2.3. 

Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. ge-

ringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutsch-

kenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem 

Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu 

tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien 

Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. 

Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Ge-

sichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht 

oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichti-

gen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss ent-

weder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende 

 - 7 - 

 

 

Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des 

Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statis-

tischen Wertes erfolgen (BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; 135 V 58 E. 3.1 

S. 59; 134 V 322 E. 4.1 S. 326.). Der tatsächlich erzielte Verdienst gilt dann 

im Sinne der Rechtsprechung als deutlich unterdurchschnittlich, wenn er 

mindestens 5 % vom branchenüblichen Tabellenlohn abweicht; eine Paral-

lelisierung der Vergleichseinkommen hat jedoch – bei Erfüllung der übrigen 

Voraussetzungen – nur in dem Umfang zu erfolgen, in welchem die pro-

zentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt 

(BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und E. 6.1.3 S. 302 ff.). 

 

4.3. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 stellte die Beschwer-

degegnerin zur Berechnung des Valideneinkommens auf den von der ehe-

maligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers für das Jahr 2023 gemelde-

ten mutmasslichen Jahresverdienst von Fr. 63'700.00 ab (vgl. VB 134 und 

158 S. 6). 

 

4.4. 

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, zur Ermittlung seines Validen-

einkommens sei nicht auf das von seiner ehemaligen Arbeitgeberin gemel-

dete hypothetische Einkommen für das Jahr 2023 abzustellen, da jenes 

den branchenüblichen Zentralwert gemäss LSE (Tabellenlohn der Schwei-

zerischen Lohnstrukturerhebung) um mehr als 5 % bzw. um 13.06 % (100 

– [Fr. 63'700.00 x 100 : Fr. 73'271.65]) unterschreite. Vielmehr sei das Va-

lideneinkommen gestützt auf die LSE 2020 Tabelle TA1_tirage_skill_level, 

Ziff. 41-43, Baugewerbe, Männer, Kompetenzniveau 1, und unter Berück-

sichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stun-

den sowie der Nominallohnentwicklung (2021: - 0.7 %; 2022: 1.1 %; 

2023: 1.8 %) auf Fr. 73'271.65 ([Fr. 5'731.00 x 12 : 40 x 41.7] x 0.993 x 

1.011 x 1.018) zu bemessen. Gestützt auf Art. 26 Abs. 2 IVV sei von einem 

massgeblichen Valideneinkommen von Fr. 69'608.05 (Fr. 73'271.65 x 

0.95) auszugehen (Beschwerde Ziff. 1.2.2., S. 4). 

 

4.5. 

4.5.1. 

Dass der Beschwerdeführer ohne den Unfall vom 14. Oktober 2021 im Jahr 

2023 ein Einkommen von Fr. 63'700.00 erzielt hätte, ist zwischen den Par-

teien unbestritten und gibt nach Lage der Akten zu keinen Weiterungen 

Anlass.  

 

4.5.2. 

Soweit die Beschwerdegegnerin einwendet, dass die vom Beschwerdefüh-

rer in der Beschwerde vom 17. November 2023 genannten bereichsspezi-

fischen Bestimmungen des IVG bzw. IVV (vgl. Beschwerde Ziff. 1.2.1. ff. 

S. 4 f.) nicht direkt und grundsätzlich auch nicht analog für die 

 - 8 - 

 

 

Unfallversicherung anwendbar seien (vgl. Vernehmlassung vom 8. Januar 

2024 Ziff. 10 ff.), so ist ihr diesbezüglich zuzustimmen. Ebenfalls trifft es zu, 

dass eine Invaliditätsbeurteilung der Invalidenversicherung gegenüber dem 

Unfallversicherer keine Bindungswirkung entfaltet (vgl. Vernehmlassung 

vom 8. Januar 2024 Ziff. 10; BGE 131 V 362 E. 2.2.1 S. 367 f.). 

 

4.5.3. 

Hinsichtlich der Frage, ob eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen 

ebenfalls in der Unfallversicherung vorgenommen werden kann – wovon 

der Beschwerdeführer, wenn auch gestützt auf den falschen Grundlagen 

(Art. 26 Abs. 2 IVV; vgl. Beschwerde Ziff. 1.2.1., S. 4), ausgeht – so ist zu-

nächst darauf hinzuweisen, dass der Invaliditätsgrad in der Unfallversiche-

rung – wie auch in der Invalidenversicherung – gestützt auf Art. 16 ATSG 

bestimmt wird (vgl. E. 4.2.1. hiervor). Im Sinne von Art. 16 ATSG orientiert 

sich die bisherige Rechtsprechung für eine möglichst realitätsgerechte Be-

stimmung des Invaliditätsgrades mittels eines Einkommensvergleichs sub-

sidiär an den Zentral- beziehungsweise Medianwerten der LSE, die den 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt abbilden, sofern keine konkreten Lohndaten 

vorhanden sind. Als Korrekturinstrumente für eine einzelfallgerechte ge-

genüber einer standardisierten Betrachtung stehen die Möglichkeiten eines 

Abzugs vom Tabellenlohn sowie der Parallelisierung der Vergleichsein-

kommen zur Verfügung (vgl. BGE 148 V 174 E. 9.2.3 S. 191). Eine Paral-

lelisierung der Vergleichseinkommen ist dann vorzunehmen, wenn das Va-

lideneinkommen mindestens 5 % vom branchenüblichen Tabellenlohn ab-

weicht (vgl. E. 4.2.3. hiervor). Da das Bundesgericht vom Grundsatz der 

Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs ausgeht (vgl. BGE 148 V 174 E. 9.2.3 

S. 192) und es sich bei Art. 16 ATSG um keine bereichsspezifische Rege-

lung der Invalidenversicherung handelt, ist eine Parallelisierung grundsätz-

lich ebenfalls bei der Invaliditätsgradbemessung der Unfallversicherung 

vorzunehmen, was auch der Praxis des Bundesgerichts entspricht (vgl. 

BGE 141 V 1 E. 5.3 ff. S. 3 f. und Urteil des Bundesgerichts 8C_66/2023 

vom 4. Dezember 2023 E. 3.2. f.; als Grundsatzurteil zur Parallelisierung 

der Vergleichseinkommen im Bereich des UVG vgl. BGE 135 V 297). Die 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen beruht somit auf der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung, unabhängig davon, ob es sich um einen An-

wendungsfall im Bereich des IVG oder des UVG handelt. Im Bereich des 

IVG ist dieser Grundsatz seit dem 1. Januar 2022 in Art. 26 Abs. 2 IVV nun 

zusätzlich auch kodifiziert. Gestützt auf den branchenüblichen Tabellen-

lohn im Baugewerbe gemäss LSE 2020 des Bundesamtes für Statistik 

(BfS) beträgt das Jahreseinkommen – unter Berücksichtigung der betriebs-

üblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden – Fr. 71'694.80 

(Fr. 5'731.00 [LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 41-43, Bau-

gewerbe, Männer, Kompetenzniveau 1] : 40 x 41.7 [durchschnittliche Wo-

chenarbeitszeit] x 12). 

 

 - 9 - 

 

 

4.5.4. 

Hinsichtlich der Anpassung dieses Jahreseinkommens an die Nominalloh-

nentwicklung ist Nachfolgendes zu beachten: 

 

Der Beschwerdeführer bezog sich betreffend die Anpassung an die Nomi-

nallohnentwicklung auf jene Wertangaben, welche die Beschwerdegegne-

rin in ihrem Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 zur Berechnung 

des Invalideneinkommens bestimmt hat (vgl. VB 158 S. 5 und Beschwerde 

Ziff. 1.2.2. S. 4). Hierbei zog diese für das Jahr 2021 sowie 2022 die Werte 

der prozentualen Veränderung des Nominallohnindexes gegenüber dem 

Vorjahr bei (2021: - 0.7 %; 2022: 1.1 %) und für das Jahr 2023 die Quar-

talsschätzung der Nominallohnentwicklung (2023: 1.8 %) bei. Zunächst ist 

darauf hinzuweisen, dass die Quartalsschätzungen als blosse Vermutun-

gen den geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nicht erreichen (vgl. die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Hypothe-

sen, Prognosen, Vermutungen etc., welche diesbezüglich analog ange-

wendet werden können: Urteile des Bundesgerichts 8C_529/2022 vom 

6. Februar 2023 E. 6.3.1, 8C_701/2018 vom 28. Februar 2019 E. 6.1.2, 

8C_733/2017 vom 29. März 2018 E. 4.3.1; vgl. betreffend die Invalidenver-

sicherung auch das Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invali-

denversicherung (KSIR) des Bundesamtes für Sozialversicherungen 

[BSV], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2023, Rz. 3201 Fussnote 2, 

wonach die Quartalsschätzungen nicht zu berücksichtigen seien), dies 

auch unter Berücksichtigung, dass die reale Einkommensentwicklung ent-

scheidend ist (vgl. ZAK 1990 517 E. 3c; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bun-

desgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 63 zu 

Art. 28a IVG). Anzumerken bleibt, dass bei der Invaliditätsgradberechnung 

die Verhältnisse im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns massgebend 

(vgl. SVR 2020 IV Nr. 70 S. 243, 8C_132/2020 E. 4.1 mit Hinweisen und 

Urteil des Bundesgerichts I 831/06 vom 10. Oktober 2007 E. 2.3.2) sowie 

bei Verwendung statistischer Grundlagen die zum Zeitpunkt des Erlasses 

des Einspracheentscheids für diesen Berechnungszeitpunkt aktuellsten 

veröffentlichten Erhebungen zu verwenden sind (vgl. SVR 2020 IV Nr. 70 

S. 243, 8C_132/2020 E. 4.2.1 mit Hinweisen, sowie Urteil des Bundesge-

richts 9C_414/2017 vom 21. September 2017 E. 4.2). Des Weiteren ist ge-

mäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts die Tabelle T1.10 

mit den Indexwerten (vorliegend die Tabelle T1.1.10 für Männer, Ziff. 41-

43, Baugewerbe) zur Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung beizu-

ziehen (vgl. BGE 129 V 408 E. 3.1.2 S. 410, 143 V 295 E. 2.3 und 4.1.3 

S. 297 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_98/2023 vom 10. August 2023 

E. 5.2.7; SVR 2019 IV Nr. 88 S. 296, 8C_72/2019 vom 11. Juni 2019 

E. 4.2.2.; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 63 zu Art. 28a IVG). Vor-

liegend wäre demnach das Jahr 2022 massgebend, da bei Erlass der Ver-

fügung vom 22. Mai 2023 die Erhebungen der Nominallohnentwicklung für 

das Jahr 2022 bereits am 24. April 2023 veröffentlich worden sind; für die 

 - 10 - 

 

 

Jahre 2020 bis 2022 entspricht die vorzunehmende Anpassung somit 
106.2/105.6. Unter Berücksichtigung dieser Nominallohnentwicklung entspricht 

das branchenübliche Valideneinkommen einem Jahreslohn von 

Fr. 72'102.15 (Fr. 5'731.00 [LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, 

Ziff. 41-43, Baugewerbe, Männer, Kompetenzniveau 1] : 40 x 41.7 [durch-

schnittliche Wochenarbeitszeit] x 106.2/105.6 x 12). Beim Valideneinkommen 

von Fr. 63'700.00 handelt es sich im Vergleich zum branchenüblichen Lohn 

von Fr. 72'102.15 um ein rund 11.7 % tieferes Einkommen. Aus den Akten 

lassen sich keine Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass der Beschwerde-

führer sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensni-

veau begnügen wollte (vgl. E. 4.2.3. hiervor), weshalb nachfolgend eine 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen vorzunehmen ist (vgl. E. 5.4.3. 

nachfolgend). 

 

5. 

5.1. 

Im Weiteren ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers zu prü-

fen. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel-

cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidi-

tät eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Ar-

beitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver-

bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er-

scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst 

als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-

werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die 

LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296 f. 

mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). 

 

5.2.2. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens mittels der LSE wird praxis-

gemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt, 

wobei jeweils vom Zentralwert (Median) auszugehen ist (BGE 129 V 472 

E. 4.2.1 S. 476 mit Hinweis auf BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323). Bei ver-

sicherten Personen, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich 

noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten kön-

nen, ist vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn ("total") für Männer 

oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten, somit vom tiefsten 

(und am schlechtesten bezahlten) Kompetenzniveau 1 auszugehen (Urteil 

 - 11 - 

 

 

des Bundesgerichts 8C_695/2015 vom 19. November 2015 E. 4.2); dabei 

sind in erster Linie die Lohnverhältnisse im gesamten privaten Sektor mas-

sgebend. Davon kann jedoch abgewichen werden, wenn der versicherten 

Person aufgrund ihrer Behinderung alle produktionsnahen Tätigkeiten ver-

schlossen sind und sie praktisch nur noch im Dienstleistungssektor be-

schäftigt werden kann (RKUV 2001 U 439 S. 347). Auf der anderen Seite 

kann die versicherte Person nicht auf der Anwendung der Lohnansätze aus 

einem bestimmten Niedriglohnsektor bestehen (zum Beispiel Gastge-

werbe), wenn ihr trotz Behinderung andere normal entlöhnte Hilfsarbeiten 

zumutbar sind.  

 

5.3. 

Das Invalideneinkommen berechnete die Beschwerdegegnerin gestützt auf 

den Totalwert für Männer in Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 1 gemäss 

Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2020. Angepasst an die betriebs-

übliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und die Nominallohnentwicklung 

(2021: - 0.7 %; 2022: 1.1 %; 2023: 1.8 %) sowie unter Anwendung eines 

Abzugs vom Tabellenlohn von 10 % ermittelte sie alsdann ein Invalidenein-

kommen von Fr. 60'536.35 (vgl. VB 158 S. 5 f.). Aus der Gegenüberstel-

lung der beiden Vergleichseinkommen resultierte ein rentenausschliessen-

der Invaliditätsgrad von 5 % (vgl. VB 158 S. 7). 

 

5.4. 

5.4.1. 

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass das von der Beschwerdegeg-

nerin errechnete hypothetische Invalideneinkommen für ihn nicht erzielbar 

sei, weil es sich bei den von der Beschwerdegegnerin für zumutbar erklärte 

Verweistätigkeiten (einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten 

sowie Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen 

oder Produktionseinheiten) um Tätigkeiten handle, für welche im Allgemei-

nen Frauen zwischen 30 und 49 Jahren bevorzugt würden, da ihre Entlöh-

nung im Vergleich zu deren von Männer tiefer ausfalle (vgl. Beschwerde 

Ziff. 2.2.1., S. 6), so ist zunächst darauf hinzuweisen, dass sich die Be-

schwerdegegnerin zur Berechnung des Invalideneinkommens zu Recht auf 

die LSE-Tabellenlöhne gestützt hat (vgl. E. 5.3. hiervor). Soweit eine versi-

cherte Person nach Eintritt der Invalidität keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, 

so ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf den Totalwert der Ta-

belle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor abzustellen (vgl. E. 5.2.1. hier-

vor; BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2021 

vom 30. Juni 2021 E. 4.4.1). Das Bundesgericht hat sich jüngst mit der 

Frage, ob zur Ermittlung des Invalideneinkommens weiterhin im Sinne der 

bisherigen Praxis auf den Medianwert der LSE abgestellt werden dürfe, 

einlässlich auseinandergesetzt (BGE 148 V 174 E. 9.2.3 S. 191 f.). Zusam-

menfassend hat es erörtert, dass sich die bisherige Rechtsprechung für 

eine möglichst realitätsgerechte Bestimmung des Invaliditätsgrades mittels 

eines Einkommensvergleichs i.S.v. Art. 16 ATSG orientiere, sofern keine 

 - 12 - 

 

 

konkreten Lohndaten vorhanden seien, subsidiär an den Zentral- bezie-

hungsweise Medianwerten der LSE, die den ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

abbilden. Als Korrekturinstrumente für eine einzelfallgerechte gegenüber 

einer standardisierten Betrachtung stünden die Möglichkeiten eines Ab-

zugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 sowie der Parallelisierung 

der Vergleichseinkommen zur Verfügung. Vorliegend besteht kein Anlass, 

von dieser gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichts abzuweichen. 

Hinsichtlich der Zumutbarkeit von Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätig-

keiten als Verweistätigkeiten ist sodann auf die diesbezüglich konstante 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E. 6.2 mit Hinweisen). 

 

5.4.2. 

Die Beschwerdegegnerin ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sie 

in ihrem Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 im Rahmen der Inva-

lideneinkommensberechnung nicht die richtigen Werte im Zusammenhang 

mit der Anpassung an die Nominallohnentwicklung angewendet hat (vgl. 

E. 4.5.3. hiervor; vgl. VB 158 S. 5; 2021: - 0.7 %, 2022: 1.1 %, 

2023: 1.8 %). Im Unterschied zu den vorangehenden Ausführungen in Er-

wägung 4.5.3., wonach für das Valideneinkommen die Indexwerte für das 

Baugewerbe (Ziff. 41-43) beizuziehen sind, weil der Beschwerdeführer zu-

letzt in dieser Tätigkeit gearbeitet hat, ist an dieser Stelle auf die totalen 

Indexwerte (Ziff. 05-96) für das Jahr 2020 bis 2022 abzustellen, woraus 

sich ein Nominallohnindex von 107.1/106.8 ergibt. 

 

5.4.3. 

Unter Berücksichtigung dieser Nominallohnentwicklung entspricht das In-

valideneinkommen einem Jahreslohn von Fr. 66'000.00 (Fr. 5'261.00 

[LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Männer, Kompetenzni-

veau 1] : 40 x 41.7 [durchschnittliche Wochenarbeitszeit] x 107.1/106.8 x 12). 

Da das Valideneinkommen des Beschwerdeführers um 11.7 % unter dem 

branchenüblichen Lohn liegt (vgl. E. 4.5.4. hiervor; 1 – [Fr. 63'700.00 / 

Fr. 72'102.15]), ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers daher 

rechtsprechungsgemäss um 6.7 % zu reduzieren (BGE 135 V 297 E. 6.1.3 

S. 304; 135 V 58 E. 3.1 S. 59) und beträgt demnach – ohne Berücksichti-

gung eines möglichen und nachfolgend noch zu prüfenden Abzuges vom 

Tabellenlohn – Fr. 61'578.00 (Fr. 66'000.00 – [Fr. 66'000.00 x 0.067]). 

 
 

6. 

6.1. 

Hinsichtlich der Höhe des von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen 

Abzuges vom Tabellenlohn von 10 % bringt der Beschwerdeführer weiter 

vor, es sei aufgrund seiner starken funktionellen Einschränkungen an der 

dominanten rechten Hand von einer faktischen Einhändigkeit auszugehen, 

weshalb ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen 

sei (vgl. Beschwerde Ziff. 2.2.4. S. 7). 

 - 13 - 

 

 

 

6.2. 

In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wurde bei versicherten Perso-

nen, welche ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr einge-

schränkt, beispielsweise als Zudienhand, einsetzen konnten, ver-

schiedentlich ein Abzug von 20 % oder sogar 25 % (vgl. SVR 2019 UV Nr. 7 

S. 27, 8C_58/2018 E. 5.3 und Urteile des Bundesgerichts 8C_762/2019, 

8C_763/2019 vom 12. März 2020 E. 5.2.3.2; 9C_124/2019 vom 28. Mai 

2019 E. 3.2; 8C_744/2017 vom 14. Mai 2018 E. 5.2), aber auch ein Abzug 

von 10 % bei funktioneller Einhändigkeit oder Einarmigkeit (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_783/2015 vom 7. April 2016 E. 4.6, 8C_471/2017 vom 

16. April 2018 E. 5.3 und 8C_971/2008 vom 23. März 2009 E. 4.2.6.2) als 

angemessen bezeichnet.  

 

6.3. 

Aus dem medizinischen Bericht von Kreisarzt med. pract. B._____ lässt 

sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer – während seine linke Hand 

uneingeschränkt einsatzfähig ist – mit seiner rechten Hand ganztägige, 

leichte Tätigkeiten unter Berücksichtigung des angegebenen Belastungs-

profils ausüben kann (vgl. E. 3.1.; vgl. VB 122 S. 4 f.). Von einer faktischen 

Einhändigkeit kann bei diesem Jobprofil nicht gesprochen werden. Der Be-

schwerdeführer ist fähig, mit seiner rechten Hand Gewichte bis 5 kg und 

körperfern bis 1 kg zu heben (vgl. VB 122 S. 4). Seine körperlichen Ein-

schränkungen zusammen mit dem sich statistisch gesehen lohnsenkend 

auswirkenden Umstand (vgl. dazu die Tabelle T12_b der LSE 2018), dass 

der Beschwerdeführer nicht über das Schweizer Bürgerrecht verfügt (Nie-

derlassungsbewilligung; vgl. Beschwerde Ziff. 1.2.2. S. 4), und dessen 

leicht lohnerhöhend wirkenden Alters des 1976 geborenen Beschwerde-

führers (vgl. hierzu die Tabelle TA9 der LSE 2018) lässt insgesamt den im 

Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 gewährten leidensbedingten 

Abzug von 10 % als angemessen erscheinen. Einfache und repetitive Tä-

tigkeiten, auf welche sich das angewandte Kompetenzniveau 1 bezieht, er-

fordern überdies weder gute Sprachkenntnisse noch ein besonderes Bil-

dungsniveau (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_418/2017 vom 30. Okto-

ber 2017 E. 4.5.2; 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2). Weitere 

Anhaltspunkte zur Rechtfertigung eines Abzugs vom Tabellenlohn sind 

nicht aktenkundig, weshalb unter Berücksichtigung der gesamten Um-

stände der von der Beschwerdegegnerin gewährte 10%ige-Abzug gesamt-

haft als angemessen erscheint 

 

6.4. 

Per 1. Juli 2023 (Fallabschluss per 30. Juni 2023 [VB 133]; Art. 19 Abs. 1 

UVG) ergibt sich dementsprechend unter Berücksichtigung eines 10%igen 

Abzuges vom Tabellenlohn ein Invalideneinkommen von Fr. 55'420.20 (vgl. 

E. 5.4.3. hiervor; Fr. 61'578.00 x 0.9). 

 

 - 14 - 

 

 

6.5. 

Bei Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich 

per 1. Juli 2023 ein rentenbegründender (Art. 18 Abs. 1 UVG) Invaliditäts-

grad von 17 % (Valideneinkommen: Fr. 66'700.00 [vgl. E. 4.5.4. hiervor]; 

Invalideneinkommen: Fr. 55'420.20 [vgl. E. 6.4. hiervor]; Erwerbseinbusse: 

Fr. 66'700.00 – Fr. 55'420.20 = Fr. 11'279.80; Invaliditätsgrad: 

Fr. 11'279.80 / Fr. 66'700.00 x 100 = 16.91 %; gerundet gemäss 

BGE 130 V 121 = 17 %). 

 

7. 

7.1. 

Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die 

Beurteilung von med. pract. B._____ eine Integritätsentschädigung auf-

grund einer Integritätseinbusse von 10 % zu (vgl. VB 121 und 158 S. 8). 

Dagegen bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass diese 

Einschätzung offensichtlich zu tief und unangemessen sei. Seine beein-

trächtigte dominante rechte Hand diene praktisch nur noch als Zudien- bzw. 

Haltehand und deren Funktionsfähigkeit sei in einem erheblichen Ausmass 

eingeschränkt, weshalb bereits das Anheben einer vollen Kaffeetasse 

schmerzhaft sei. Auch müsse er den Wasserhahn mit der linken Hand auf-

drehen und Türen könne er ebenfalls nur noch mit der linken Hand auf-

schliessen. Aufgrund dieser Gegebenheiten erweise sich eine Integritäts-

entschädigung von 25 % als angemessen (vgl. Beschwerde Ziff. 4.2. 

S. 7 f.). 

 

7.2. 

Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ärztliche Aufgabe (PHILIPP 

PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen nach 

dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallversicherung: Grundla-

gen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 53/2009 S. 344). Die 

Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich nach dem 

medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integri-

tätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär be-

messen (RUMO-JUNGO/HOLZER, Schweizerisches Unfallversicherungs-

recht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 166 mit Hinweisen). 

 

7.3. 

Zur Beurteilung des Integritätsschadens stützte sich die Beschwerdegeg-

nerin in ihrem Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2023 (VB 158 S. 8) 

auf die kreisärztliche Beurteilung von med. pract. B._____ vom 9. Mai 

2023. Med. pract. B._____ führte hierzu aus, abstützend auf seinen glei-

chentags erstellten Untersuchungsbericht und der darin zitierten radiologi-

schen Bildgebung resultiere heute eine schwere radiocarpale und midcar-

pale Arthrose rechts, die in Anwendung der Suva Tabelle 5 mit maximal 

15 % bemessen werde. Zum Abzug komme der Vorzustand, der anhand 

der vorliegenden Bildgebung aus dem Jahr 2019 mit mindestens 5 % 

 - 15 - 

 

 

bemessen werde, sodass nach Abzug desselben grosszügig bemessen 

10 % resultieren würden (VB 121). 

 

7.4. 

Die Darlegungen bzw. Einschätzungen des Kreisarztes leuchten sowohl 

bezüglich Herleitung als auch Höhe des Integritätsschadens vollumfänglich 

ein, zumal sie auch auf einer persönlichen Befunderhebung beruhen, die 

Funktionseinschränkungen berücksichtigen, in Einklang mit der Suva-Ta-

belle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen) steht und anderslautende medi-

zinische Einschätzungen nicht im Recht liegen. Triftige Gründe, nicht auf 

dessen Beurteilung abzustellen, sind nicht ersichtlich. Der medizinisch 

nicht substantiierte Einwand des Beschwerdeführers, wonach er im Alltag 

ebenfalls in einem erheblichen Ausmass eingeschränkt und der Integritäts-

schaden zu erhöhen sei (vgl. E. 7.1. hiervor; vgl. Beschwerde Ziff. 4.2. 

S. 8), widerspricht dem vom med. pract. B._____ festgestellten Zumutbar-

keitsprofil (vgl. VB 122 S. 5 f.) und vermag dessen Einschätzung nicht in 

Zweifel zu ziehen; auch ist darauf hinzuweisen, dass die Beurteilung des 

Beschwerdeführers bereits deshalb unbehelflich ist, weil er als medizini-

scher Laie hierfür nicht befähigt ist (vgl. E. 7.2. hiervor; vgl. Urteile des Bun-

desgerichts 9C_283/2017 vom 29. August 2017 E. 4.1.2 und 9C_614/2015 

vom 21. Juni 2016 E. 5.1). Damit erübrigen sich weitere Abklärungen auch 

in Bezug auf die Höhe der Integritätsentschädigung. 

 

8. 

8.1. 

Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin somit aufgrund des unfall-

kausalen somatischen Beschwerdebilds Anspruch auf eine Rente in Höhe 

von 17 % und eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse 

von 10 %. 

 

8.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

8.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 17. Oktober 2023 dahingehend abgeändert, dass der Beschwerdefüh-

rer ab dem 1. Juli 2023 Anspruch auf eine Invalidenrente gestützt auf einen 

Invaliditätsgrad von 17 % hat. 

 - 16 - 

 

 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. April 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Kathriner Comiotto