# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 556665ce-5315-5b41-a389-c532c1b5bfda
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.05.2025 D-1431/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1431-2025_2025-05-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1431/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richter Mathias Lanz,   

Gerichtsschreiberin Irina Wyss. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,   

vertreten durch Mazin Alasaad,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. Januar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1431/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 2. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl.  

B.  

Am 9. Mai 2023 fand die Personalienaufnahme statt. Am 11. September 

2023 führte das SEM eine Befragung betreffend Menschenhandel und am 

26. September 2023 eine einlässliche Anhörung durch. Nachdem es das 

Verfahren am 3. Oktober 2023 dem erweiterten Verfahren zugewiesen 

hatte, hörte es die Beschwerdeführerin am 7. Juni 2024 ergänzend an.  

Die Beschwerdeführerin brachte dabei vor, sie sei im Dorf B._______ auf-

gewachsen und habe ab dem Alter von 16 Jahren in C._______, einem 

sehr traditionellen Ort in Algerien, gemeinsam mit ihren Eltern und vier Ge-

schwistern gelebt. Zu ihrer älteren Schwester habe stets ein Vertrauens-

verhältnis bestanden. Ihr Vater, ein ehemaliger Armeeangehöriger, sei sehr 

konservativ und zudem auch sehr gewalttätig gewesen. Er habe ihre Mut-

ter während 30 Jahren misshandelt. Sie selbst habe stets einen Schleier 

tragen müssen und keine Hosen tragen dürfen. In C.______ sei es üblich, 

dass Frauen nicht arbeiteten und aufgrund der dort üblichen frühen Verhei-

ratung auch nicht lange zur Schule gehen würden. Sie selbst habe zwar 

die Oberstufe der Schule abgeschlossen, hingegen die Mittelschule nicht 

besuchen können, weil ihr Vater es verboten habe. Sie habe aber einen 

Weg gefunden, heimlich per Fernstudium am Unterricht teilzunehmen, wo-

von ausser ihrer Schwester niemand gewusst habe. Aufgrund der Präsenz-

pflicht habe sie jedoch die Matura nicht absolvieren können. Sie habe aber 

ihren Vater dazu überreden können, sie in einem Kinderhort arbeiten zu 

lassen, nachdem er sich vergewissert hatte, dass dort ausschliesslich 

Frauen angestellt seien. Weil sie sich geweigert habe, einen vom Vater für 

sie ausgewählten Mann zu heiraten, habe sie aber nach kurzer Zeit nicht 

mehr arbeiten dürfen.  

Im Jahr 2022 sei sie schliesslich von zuhause ausgezogen und habe fortan 

in der Hauptstadt Algier gelebt. Dort habe sie der konservativen Lebens-

weise den Rücken gekehrt und sei vom Islam zum Christentum konvertiert. 

Sie habe eine Kirche besucht, sich aber nicht taufen lassen können, weil 

die Kirche dies verweigert habe mit der Begründung, die Taufe einer Alge-

rierin würde zu Problemen führen. Sie habe von einer Frau ein Zimmer 

gemietet. Zuerst habe sie in einer Fabrik und in einem Restaurant und spä-

ter bei der (…) (…); Anmerkung des Gerichts) gearbeitet. Ihr Vater habe 

sie aber nach ungefähr sieben Monaten mit der Drohung, ihre Mutter 

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Seite 3 

umzubringen, dazu gebracht, wieder nach Hause zurückzukehren. Nach 

ihrer Rückkehr, etwa im August 2022, sei sie erneut geschlagen worden, 

und nach wenigen Tagen habe ihr Vater sie überraschend und ohne Vor-

warnung religiös mit einem über siebzigjährigen Mann verheiratet. Mit die-

sem sei sie wieder nach Algier gereist und habe mit ihm dort für fünf bis 

sechs Monate gelebt. Sie habe zwar viele Freiheiten gehabt, jedoch sei ihr 

Ehemann manchmal verbal aggressiv geworden. Gegen ihre Abkehr vom 

Islam habe er hingegen nichts einzuwenden gehabt, solange sie bei ihm 

geblieben sei. Sie habe während dieser Zeit Geld gespart, weil sie vorge-

habt habe, ihr bisheriges Leben aufzugeben und Algerien zu verlassen. Sie 

habe sich zu diesem Zweck je ein Visum für Italien und eines für Dubai 

besorgt und sei im Februar 2023 von Algerien nach Italien gereist. Nach 

ihrer Ausreise habe ihr Ehemann ihrem Vater Fotografien von ihr geschickt, 

die sie ohne Schleier und in westlicher Kleidung zeigten, und ihn über ihren 

Religionswechsel informiert. Ihre Schwester habe ihr mitgeteilt, dass ihr 

Vater sie deswegen umbringen wolle.   

In Italien habe ein älterer Mann ihr angeboten, sie zum Schein zu heiraten, 

damit sie einen Aufenthaltsstatus in Europa erhalten könnte. Nachdem sie 

mit ihm nach Hause gegangen sei, habe er sie vergewaltigt. Später habe 

er ihr angeboten, sie zu heiraten, wenn sie ihm dafür Geld bezahle. Sie 

habe dann von Italien fliehen können und sei mit dem Zug in die Schweiz 

gereist. Ihre Papiere und ihr Gepäck seien ihr am Bahnhof gestohlen wor-

den. 

Zur Bekräftigung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin verschie-

dene Auszüge aus den sozialen Medien mit Fotografien, einen Taufschein 

sowie ein Empfehlungsschreiben der evangelisch-methodistischen Kirche 

D._______ und verschiedene Arztberichte zu den Akten.  

C.  

Am 3. Oktober 2023 teilte das SEM das Verfahren dem erweiterten Verfah-

ren zu und wies die Beschwerdeführerin dem Kanton Zürich zu.  

D.  

Mit Verfügung vom 31. Januar 2025 (eröffnet am 3. Februar 2025) stellte 

das SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfülle, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg und 

ordnete den Vollzug der Wegweisung an (Ziff. 1–4).  

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Seite 4 

E.  

Mit Eingabe vom 28. Februar 2025 erhob die Beschwerdeführerin durch 

ihren Rechtsvertreter gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung des SEM sei in den Zif-

fern 1–4 aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und 

ihr Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit anstatt der blos-

sen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses.  

Der Beschwerde legte sie zwei Auszüge aus den sozialen Medien (Foto-

grafien mit Kommentaren) bei.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. März 2025 wies die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab und 

forderte die Beschwerdeführerin auf, innert Frist einen Kostenvorschuss zu 

leisten. Dieser ging fristgereicht beim Bundesverwaltungsgericht ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin ist als Ver-

fügungsadressatin zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 2 AsylG, Art. 48 und 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG.  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nach-

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Seite 5 

stehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, wes-

halb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Eine Verfolgung durch Dritte ist nach der massgebenden Schutztheorie 

flüchtlingsrechtlich nur dann relevant, wenn der um Asyl nachsuchenden 

Person im Heimatstaat kein adäquater Schutz zur Verfügung steht. Schutz 

vor nicht-staatlicher Verfolgung im Heimatstaat ist dann als ausreichend zu 

qualifizieren, wenn die betroffene Person effektiv Zugang zu einer funktio-

nierenden und effizienten Schutzinfrastruktur hat und ihr die Inanspruch-

nahme eines solchen innerstaatlichen Schutzes individuell zumutbar ist 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2011/51 E. 7 m.w.H.).  

5.  

5.1 Das SEM erachtete die Vorbringen der Beschwerdeführerin als asyl-

rechtlich nicht erheblich. Bei den Übergriffen des Vaters der Beschwerde-

führerin handle es sich um eine private Verfolgung. Ihre Familie habe keine 

rechtlichen Schritte gegen den Vater unternommen. Deshalb könne den 

algerischen Behörden nicht vorgehalten werden, der Beschwerdeführerin 

nicht den erforderlichen Schutz gewährt zu haben. Die algerischen 

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Behörden könnten als grundsätzlich schutzfähig und -willig bezeichnet 

werden, und aus den Akten ergäben sich keine Anhaltspunkte, dass der 

Schutz der Beschwerdeführerin in Algerien durch die dortigen Behörden 

nicht gewährleistet wäre. Gegen möglicherweise fehlerhaftes Verhalten 

von algerischen Beamten könne sie sich mittels Ergreifens eines Rechts-

mittels bei höheren Instanzen wehren. Zudem sei sie im Bedarfsfall an die 

in Algerien tätigen Hilfsorganisationen zu verweisen, die Frauen in Krisen-

situationen Hilfe anbieten würden.  

Die Beschwerdeführerin habe sich ferner bereits vor ihrer Verheiratung 

dem Einflussbereich ihres Vaters entziehen können und sei in der Lage 

gewesen, während ungefähr acht Monaten eigenständig in Algier zu leben 

und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Nachdem sie kurzzeitig nach 

Hause zurückgekehrt und verheiratet worden sei, habe sie beschlossen, 

nur noch für sich selbst zu sorgen, was zur Ausreise aus Algerien geführt 

habe. Sie habe selbständig ihre Ausreise organisieren können. Sie sei of-

fensichtlich fähig, auch in schwierigen Situationen Lösungen zu finden. 

Trotz der geltend gemachten häuslichen Gewalt durch den Vater gegen sie 

und ihre Mutter könne sie an einem anderen Ort in Algerien Zuflucht finden 

und sowohl Arbeit als auch – sofern nötig – psychologische Unterstützung 

finden. Somit stehe ihr eine innerstaatliche Fluchtalternative offen. Zu ih-

rem Ehemann bestehe keinerlei Kontakt mehr, und aus den Akten gehe 

auch kein Verfolgungsinteresse seinerseits hervor.  

Auch die geltend gemachte Konversion der Beschwerdeführerin führe nicht 

zur Annahme einer Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes, zumal ein Glau-

benswechsel vom Islam zum Christentum in Algerien nicht verboten sei 

und die algerische Verfassung die Meinungs- und Gewissensfreiheit ge-

währleiste. Deshalb sei aufgrund der religiösen Überzeugung der Be-

schwerdeführerin keine Verfolgung durch den algerischen Staat zu erwar-

ten.  

5.2 In der Beschwerde machte die Beschwerdeführerin geltend, dass das 

SEM die tatsächliche Situation in Algerien verkenne. Obwohl theoretisch 

Schutzmassnahmen existierten, sei faktisch kein wirksamer Schutz vor-

handen, da die Behörden in patriarchalen Gesellschaften wie in Algerien 

bei innerfamiliären Problemen nur selten zu Gunsten der Frauen interve-

nierten. Selbständig lebende Frauen würden in Algerien abgelehnt und 

seien stigmatisiert. Ihre Rückkehr zu der Familie nach ihrem ersten Aufent-

halt in Algier sei nicht freiwillig, sondern unter Zwang erfolgt. Die zwischen-

zeitliche Selbständigkeit unterstreiche vielmehr ihre strukturelle Abhängig-

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keit von der Familie. Dass sie in der Lage gewesen sei, sich Visa zu orga-

nisieren und zu arbeiten, stellte eine typische Überlebensstrategie dar. 

Ohne familiäre Unterstützung sei es für Frauen unmöglich, auf Dauer ein 

neues Leben aufzubauen.  

Ihr Vater könne aufgrund seiner militärischen Stellung landesweit nach ihr 

suchen lassen und Druck auf sie ausüben. Darum existiere für sie keine 

innerstaatliche Schutzalternative. Der Zugang zu lokalen Hilfswerken 

werde von der Vorinstanz überbewertet, da diese unterfinanziert, unter 

Druck und nur in grossen Städten präsent seien. Zudem werde den 

Frauen, die sich gegen die eigene Familie wenden würden, oftmals die 

Schuld an der jeweiligen Situation gegeben.  

Auch wenn die algerische Verfassung Religionsfreiheit garantiere, würden 

Konvertitinnen von der Gesellschaft ausgegrenzt und gelten als Verräterin-

nen, womit sie Ziel von Bedrohungen und physischer Gewalt, insbeson-

dere innerhalb der eigenen Familie, seien. Entsprechender Schutz vonsei-

ten der Behörden bestünde nicht.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz ist in der angefochtenen Verfügung mit überzeugender 

Begründung zum Schluss gelangt, dass die Vorbringen der Beschwerde-

führerin den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft 

nicht standhalten. Die Beschwerdevorbringen sind insgesamt nicht geeig-

net, zu einer anderen Beurteilung zu führen. Zur Vermeidung von Wieder-

holungen kann daher mit den nachfolgenden Erwägungen auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ver-

wiesen werden (vgl. oben E. 5.1, SEM-Akte A63 Ziff. II).  

6.2 Nach Erkenntnissen des Gerichts kann davon ausgegangen werden, 

dass die algerischen Sicherheitsbehörden in der Lage sind, hinreichenden 

Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung zu gewährleisten (vgl. Urteile des 

BVGer D-6965/2024 vom 9. Januar 2025 S. 5; E-1826/2019 vom 27. Mai 

2019 E. 6.2). Die Beschwerdeführerin führt in der Beschwerde aus, sie 

könne angesichts der patriarchalen Gesellschaft in Algerien betreffend ihre 

innerfamiliären Schwierigkeiten, bestehend aus häuslicher Gewalt, der Ab-

hängigkeit vom Vater und der Zwangsverheiratung mit einem ihr fremden, 

älteren Mann, keinen faktisch wirksamen Schutz durch die Behörden er-

halten. Diese Argumentation verfängt nicht, denn im vorliegenden Fall deu-

tet nichts auf eine Verweigerung nötigen Schutzes vor häuslicher Gewalt 

seitens des algerischen Staates und seiner Behörden hin. Vielmehr hat die 

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Seite 8 

Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge keinerlei Schritte unternom-

men, um sich schutzsuchend an die Behörden zu wenden und die gewalt-

tätigen Handlungen ihres Vaters zur Anzeige zu bringen (SEM-Akten A41 

F55, A58 F56 und F77). Dies wäre ihr aber zuzumuten gewesen, weshalb 

den algerischen Behörden im vorliegenden Fall keine frauenfeindlich moti-

vierte Untätigkeit vorgeworfen werden kann. Den Akten sind somit keine 

Hinweise darauf zu entnehmen, dass der Schutz der Beschwerdeführerin 

durch den algerischen Staat vor familiären Behelligungen nicht gewährleis-

tet sein könnte.  

6.3 Ferner ist in diesem Zusammenhang mit dem SEM festzustellen, dass 

die Beschwerdeführerin – obwohl sie aufgrund des auf sie ausgeübten psy-

chischen Drucks durch den Vater nach ihrem ersten Aufenthalt in Algier 

nachhause zurückgekehrt war – in der Lage war, selbständig und ohne fa-

miliäre Unterstützung für ihr eigenes Einkommen zu sorgen (vgl. SEM-Ak-

ten A58 F24). Bereits vor ihren beiden Aufenthalten in Algier hat sie ohne 

Unterstützung beziehungsweise ohne die Gutheissung ihrer Familie, eine 

Ausbildung absolviert – wenngleich sie diese auch nicht hat abschliessen 

können. Schliesslich ist sie den Akten zufolge auch in der Lage gewesen, 

sich der gegen ihren Willen geschlossenen Ehe zu entziehen. Offensicht-

lich war sie immer wieder in der Lage, ihr Leben trotz der von ihr auf Be-

schwerdeebene geltend gemachten Stigmatisierung von eigenständig le-

benden Frauen auf eigenverantwortliche Weise zu gestalten, was entge-

gen ihren Ausführungen gegen eine vollständige und strukturelle Abhän-

gigkeit von ihrer Familie spricht. Das Gericht geht demnach aufgrund der 

aktenkundigen Biografie der Beschwerdeführerin davon aus, dass diese 

sich in Algerien langfristig ein eigenständiges Leben wird aufbauen kön-

nen. Dass ihr Vater sie aufgrund seiner militärischen Stellung im ganzen 

Land aufspüren könne, wurde von der Beschwerdeführerin nicht weiter be-

gründet und ist daher spekulativ.  

6.4 Zur geltend gemachten Konversion ist in Ergänzung der vorinstanzli-

chen Ausführungen festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin diesbezüg-

lich keine verbotenen Handlungen ausgeführt hat, aufgrund derer ihr eine 

Verfolgung seitens des Staates drohen könnte. Auch hat sie ihren Angaben 

zufolge – abgesehen davon, dass die von ihr angefragte Kirche sie nicht 

habe taufen wollen –, aufgrund ihrer Abwendung von islamischen Werten 

und ihrer Hinwendung zum Christentum keine konkreten Nachteile erlitten. 

Eine Ausgrenzung aus der Gesellschaft ist jedenfalls, entgegen des Vor-

bringens auf Beschwerdeebene, nicht ersichtlich – im Gegenteil hat ihr 

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religiös angetrauter Ehemann ihren Glaubenswechsel offenbar vorbehalt-

los akzeptiert und ihr diesbezüglich jegliche Freiheiten gelassen.  

6.5 Schliesslich vermögen auch die erlittenen Nachteile auf dem Reiseweg 

in die Schweiz nicht zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu führen, 

da sich diese nicht im Heimatstaat der Beschwerdeführerin ereignet haben 

(vgl. Art. 3 Abs. 1 AsylG).  

6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

keine asylrechtlichen Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten hat. Folg-

lich hat die Vorinstanz zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint und 

ihr Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG).   

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

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Seite 10 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

8.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen ge-

lingt ihr das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei-

sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen zulässig. 

 

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Seite 11 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

8.3.2 In Algerien herrschst aktuell weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Si-

tuation allgemeiner Gewalt, weshalb eine generelle Unzumutbarkeit des 

Vollzugs der Wegweisung nicht anzunehmen ist (vgl. Urteil des BVGer  

E-1022/2025 vom 5. März 2025 E. 8.5).  

8.3.3 Auch individuelle Gründe wirtschaftlicher oder sozialer Natur lassen 

nicht auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin in ihrem Hei-

matstaat schliessen. Ihre aktenkundigen gesundheitlichen Beschwerden 

(darunter Asthma […], Knie- und Kopfverletzung nach einem Fahrradsturz 

in der Schweiz, Panikattacken, rezidivierende depressive Störung, post-

traumatische Belastungsstörung [vgl. SEM-Akten A15–17, A20, A21, Aus-

trittsbericht des {…}, {…}, vom 2. April 2024, letzterer abgelegt bei den Be-

weismitteln der Vorinstanz]) sind – sofern zum Urteilszeitpunkt noch beste-

hend – in Algerien insbesondere in den Spitälern in grösseren Städten be-

handelbar (vgl. Urteil des BVGer E-4509/2020 vom 18. Mai 2021 E. 6.3.4 

m.w.H.). Es ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei 

einer Rückkehr nach Algerien in eine medizinische Notlage geraten würde 

respektive ihre geltend gemachten Beschwerden zu einer raschen und le-

bensbedrohlichen Beeinträchtigung führen würden (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3, 2009/2 E. 9.3.2, je m.w.H.). Die Beschwerdeführerin verfügt des 

Weiteren über Arbeitserfahrung in verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Her-

vorzuheben ist, dass es ihr während zwei mehrmonatiger Aufenthalte in 

der Hauptstadt gelungen ist, ihren Lebensunterhalt selbständig zu bestrei-

ten und ihre Ausreise zu finanzieren. Mit ihrer Schwester sowie ihrer Be-

kannten in Algier, mit deren Hilfe sie nach eigenen Angaben mehrere Male 

eine Arbeitsstelle finden konnte, verfügt sie über soziale Anknüpfungs-

punkte, auf die sie im Bedarfsfall im Hinblick auf Wohnungs- und Arbeits-

suche (erneut) zurückgreifen kann. Es ist somit nicht davon auszugehen, 

dass sie bei ihrer Rückkehr nach Algerien in eine existenzbedrohende Si-

tuation geraten würde. Demnach erweist sich der Vollzug der Wegweisung 

auch als zumutbar.  

D-1431/2025 

Seite 12 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Für deren Begleichung ist der in gleicher Höhe geleistete 

Kostenvorschuss zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1431/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde.  

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Irina Wyss 

 

 

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