# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15145edd-b7d9-5fce-84d2-55a6ea18b3cd
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 13.05.2025 VBE.2024.454
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-454_2025-05-13.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.454 / sr / bs 
Art. 53 

 

Urteil vom 13. Mai 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Hausherr  

Oberrichterin Gössi  

Gerichtsschreiberin Ruh          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Unia Arbeitslosenkasse, Kompetenzzentrum D-CH Ost,  

Postfach, 8021 Zürich 1   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend AVIG 

(Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1970 geborene Beschwerdeführerin meldete sich erstmals am 9. De-

zember 2021 zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am 30. Dezember 

2021 ab dem 9. Dezember 2021 Arbeitslosenentschädigung. Mit Verfü-

gung vom 17. Februar 2022 stellte die Beschwerdegegnerin die Beschwer-

deführerin ab dem 4. Dezember 2021 für 42 Tage wegen selbstverschul-

deter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung ein. Dagegen erhob 

die Beschwerdeführerin am 4. März 2022 Einsprache.  

 

1.2. 

Mit Verfügung vom 11. März 2022 wurde das Einspracheverfahren bezüg-

lich der Verfügung vom 17. Februar 2022 bis zur rechtskräftigen Erledigung 

der Verfahren, welche in Bezug auf die Feststellungsklage betreffend den 

Praktikumsvertrag mit der Arbeitgeberin "Pigna Raum für Menschen mit 

Behinderung" (Pigna) und die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses 

durch die Arbeitgeberin eröffnet worden waren, sistiert. Das Sozialversi-

cherungsgericht des Kantons Zürich trat mit Urteil AL.2022.00087 vom 

22. März 2023 auf die gegen die Verfügung vom 11. März 2022 gerichtete 

Beschwerde nicht ein. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das 

Bundesgericht mit Urteil 8C_308/2023 vom 3. Oktober 2023 mangels Leis-

tung des Kostenvorschusses ebenfalls nicht ein.  

 

1.3. 

Nach entsprechender Aufforderung durch die Beschwerdegegnerin reichte 

die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 2. März 2024 Auszüge des Ur-

teils des Arbeitsgerichts Bülach (AH220071-C vom 21. Dezember 2023) 

ein. 

 

1.4. 

Mit Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024 hob die Beschwerdegegnerin 

daraufhin die Sistierung des Einspracheverfahrens auf, wies die Einspra-

che vom 4. März 2022 ab und bestätigte die Verfügung vom 17. Februar 

2022.  

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024 erhob die Beschwerde-

führerin am 9. September 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte die fol-

genden Rechtsbegehren:  

 

" 1. Es sei die Entscheiddispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Einsprache-
entscheids vom 25.7.2024 aufzuheben und meine Einsprache vom 

 - 3 - 

 

 

4.3.2022 gegen die Kassenverfügung vom 17.2.2022 gutzuheissen. 
Eventualiter sei in der Sache neu zu meinen Gunsten zu verfügen.  

 
 2. Es sei auch die Entscheiddispositiv Ziff. 3 des angefochtenen Ein-

spracheentscheids vom 25.7.2024 aufzuheben und die Kassenverfü-
gung vom 17.2.2022 ersatzlos aufzuheben. Es sei die Beschwerde-
gegnerin zu verpflichten, mir die ausstehenden und fälligen 42 Tag-
gelder in der Höhe von CHF 202.40 brutto (CHF 8'500.80) abzüglich 
der gesetzlichen Sozialabgaben à 5.3 % (CHF 450.55), mithin 
CHF 8'050.25 netto zu überweisen und die entsprechenden Ersatz-
Taggeld-Abrechnungen für die Monate Dez. 2021 sowie Jan. und 
Feb. 2022 zu erlassen. Eventualiter sei in der Sache neu zu meinen 
Gunsten zu verfügen.  

 
3. Es sei die Beschwerdegegnerin zudem zu verpflichten, auf den ge-

schuldeten Beträgen einen Verzugszins von 5 % ab Rechtshängig-
keit, oder seit wann rechtens, zu leisten und mir zu überweisen.  

 
4. Eventualiter seien die Entscheiddispositiv Ziff. 2 + 3 des angefochte-

nen Einspracheentscheids vom 25.7.2024 aufzuheben und die Sache 
zur neuen Prüfung und Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zu-
rückzuweisen.  

 
5. Unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin, eventualiter 

Staatskasse." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 8. Oktober 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin, die Beschwerde sei abzuweisen.  

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerdefüh-

rerin mit Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 193) zu Recht ab dem 4. Dezember 2021 für 42 Tage wegen selbst-

verschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung eingestellt 

hat. 

 

2. 

2.1. 

Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs-

berechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos 

ist. Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als selbst verschuldet, wenn 

die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verlet-

zung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). 

 

 - 4 - 

 

 

2.2. 

Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter 

Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 

Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wich-

tigen Gründen gemäss Art. 337 OR voraus. Es genügt, dass das allge-

meine (dienstliche oder ausserdienstliche) Verhalten der versicherten Per-

son Anlass zur Kündigung bzw. Entlassung gegeben hat; Beanstandungen 

in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben. Mithin gehören 

dazu auch charakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, welche die Ar-

beitnehmerin oder den Arbeitnehmer für den Betrieb als untragbar erschei-

nen lassen. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann jedoch 

nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte 

Verhalten klar feststeht (BGE 112 V 242 E. 1 S. 244 f.; Urteil des Bundes-

gerichts 8C_582/2014 vom 12. Januar 2015 E. 4). 

 

2.3. 

Das vorwerfbare Verhalten muss zudem nach Art. 20 lit. b des Überein-

kommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über Be-

schäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 

1988 (SR 0.822.726.8) vorsätzlich erfolgt sein, wobei Eventualvorsatz ge-

nügt. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn die betroffene Person wissen 

konnte und musste, dass sie durch ihr Verhalten womöglich eine Kündi-

gung bewirkt, und sie eine solche dennoch in Kauf nahm (Urteil des Bun-

desgerichts 8C_690/2018, 8C_738/2018 vom 20. Februar 2019 E. 3 mit 

Hinweisen). 

 

3. 

3.1. 

Gemäss Aktenlage übernahm die IV-Stelle die Kosten für ein Vorpraktikum 

ab dem 1. März 2021 bis 31. August 2021 (VB 104 S. 2; Beschwerdebei-

lage [BB] 2) sowie für die Umschulung der Beschwerdeführerin zur Ar-

beitsagogin vom 1. September 2021 bis 31. Oktober 2023 (BB 3) jeweils 

bei der Durchführungsstelle Pigna. Mit der Pigna schloss die Beschwerde-

führerin eine Praktikumsvereinbarung mit Vertragsbeginn ab 1. März 2021 

und einem Salär von Fr. 800.00 brutto pro Monat bei einem Arbeitspensum 

von 100 % (13 x p.a.; VB 101; 120; BB 1 S. 2) ab. Ab dem 1. September 

2021 betrug der Praktikumslohn Fr. 1'333.30 brutto pro Monat bei einem 

Arbeitspensum von 80 % (13 x p.a.; VB 119; BB 1 S. 1). 

 

3.2. 

Unstrittig ist die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin ab dem 

19. Oktober 2021 krankgemeldet hat (Arbeitsunfähigkeitszeugnis für den 

Zeitraum vom 19. Oktober 2021 bis und mit 1. November 2021), sie jedoch 

auch nach Ablauf des Arbeitsunfähigkeitszeugnisses nicht mehr zur Arbeit 

erschienen ist, woraufhin die Pigna mit Schreiben vom 3. Dezember 2021 

den Vertrag fristlos aufgelöst hat (VB 118; 151; Beschwerde S. 17). Im 

 - 5 - 

 

 

Schreiben vom 3. Dezember 2021 teilte die Pigna der Beschwerdeführerin 

mit, dass sie sich auf ihr Schreiben vom 2. November 2021 beziehe, worin 

sie ihr mitgeteilt habe, dass sie nach Ablauf der Krankschreibung ihre Arbeit 

anzutreten und an den vorgeschriebenen Covid-Spucktests teilzunehmen 

habe. Da die Krankschreibung am 1. November 2021 geendet habe und 

sie die Arbeit bis heute nicht wieder angetreten habe, sei die Vereinbarung 

mit dem vorliegenden Schreiben fristlos aufgelöst (VB 118). 

 

3.3. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024 stellte sich die 

Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, mit dem unentschuldigten Nicht-

erscheinen am Arbeitsplatz ab dem 2. November 2021 habe die Beschwer-

deführerin der Arbeitgeberin Pigna genügend Anlass gegeben, das Prakti-

kumsverhältnis frühzeitig aufzulösen. Der Eintritt der erneuten Arbeitslosig-

keit ab dem 9. Dezember 2021 sei deshalb selbstverschuldet und es seien 

damit 42 Einstelltage gerechtfertigt (VB 193 S. 6). 

 

3.4. 

3.4.1. 

Da die Beschwerdeführerin das Urteil des Arbeitsgerichts Bülach nicht im 

vollen Umfang preisgeben will, sind dessen Ausführungen zur fristlosen 

Kündigung bzw. Auflösung der Vereinbarung durch die Arbeitgeberin nicht 

bekannt. Zumal es vorliegend jedoch genügt, dass das allgemeine (dienst-

liche oder ausserdienstliche) Verhalten der versicherten Person Anlass zur 

Kündigung bzw. Entlassung gegeben hat und keine Auflösung des Arbeits-

verhältnisses aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 OR vorausgesetzt 

wird, kann letztendlich offenbleiben, ob die fristlose Auflösung gerechtfer-

tigt war oder nicht. Indem die Beschwerdeführerin – wie sie es selbst be-

stätigt (vgl. Beschwerde S. 17) – auch nach Ablauf des Arbeitsunfähigkeits-

zeugnisses am 1. November 2021 trotz Aufforderung durch die Pigna ab 

dem 2. November 2021 nicht mehr zur Arbeit erschienen ist, hat sie – un-

abhängig davon, ob eine Testpflicht bestanden hat und ob sie die Verein-

barung zu Recht angefochten hat – zumindest in Kauf genommen, dass 

der Praktikumsvertrag aufgelöst wird (vgl. E. 2.3 hiervor).  

 

Dass die Beschwerdeführerin einen anderen Berufspraktikumsbetrieb ge-

sucht, zeitnah gefunden und wie geplant im Frühjahr 2023 das Zertifikat 

erlangt hat und damit ihrer Ansicht nach alles zur Schadenminderung bei-

getragen hat (Beschwerde S. 5), vermag zudem nichts daran zu ändern, 

dass sie sich am 9. Dezember 2021 zum Bezug von Arbeitslosenentschä-

digung angemeldet hat (VB 138; 140). Dasselbe trifft auf ihr Vorbringen zu, 

wonach in Bezug auf den Praktikumsplatz eine Austauschbefugnis bestan-

den habe (vgl. Beschwerde S. 8). 

 

 - 6 - 

 

 

3.4.2. 

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die bei der Einstellung in der An-

spruchsberechtigung genannten Kündigungsgründe seien bindend und 

dürften nicht drei Jahre später abgeändert werden. Es könne nicht plötzlich 

das unentschuldigte Fernbleiben vom Arbeitsplatz als Kündigungsgrund 

vorgebracht werden (vgl. Beschwerde S. 17). Zumal das unentschuldigte 

Fernbleiben der Beschwerdeführerin vom Arbeitsplatz bereits in der Verfü-

gung vom 17. Februar 2022 als Kündigungsgrund genannt wurde, kann 

auch diesem Einwand nicht gefolgt werden (VB 163; BB 9).  

 

3.4.3. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, bezüglich der Einstelltage halte 

die ALE-Praxis fest, dass ein massives Lohndumping den Arbeitnehmer zu 

einer fristlosen Kündigung berechtige, ohne dass ihm dafür Einstelltage 

auferlegt werden dürften, ist zu entgegnen, dass ihr während der Einglie-

derungsmassnahme vom 1. März 2021 bis am 24. November 2021 basie-

rend auf einem Jahreseinkommen von Fr. 81'230.30 IV-Taggelder zuge-

sprochen wurden (VB 111; 113). Zudem führte die Pigna aus, die Prakti-

kumslöhne würden jährlich mittels eines Budgets geplant. Wenn sie für eine 

Ausbildung in Zusammenarbeit mit der IV angefragt werde, seien dies in 

der Regel Ausbildungen ausserhalb der Budgetierung, was auch im vorlie-

genden Fall so gewesen sei. Daher habe sie nicht den normalen Prakti-

kumslohn berechnen können. Die IV Zürich sei jedoch mit den Lohnanga-

ben einverstanden gewesen und habe der Beschwerdeführerin die Diffe-

renz mittels Taggeldern ausbezahlt (VB 151 S. 3). Anhaltspunkte für Lohn-

dumping sind nach dem Gesagten nicht ersichtlich.  

 

3.4.4. 

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die Sachbearbeiterin 

B._____ sei aufgrund fehlender Rechtskenntnisse nicht qualifiziert gewe-

sen, den Einspracheentscheid zu verfassen. Ihre Einsprache sei damit von 

einer unqualifizierten Sachbearbeiterin abgewiesen worden, was kein 

rechtsstaatliches Verfahren sei (Beschwerde S. 11). Dieser Einwand ist 

nicht nachvollziehbar und es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die 

Sachbearbeiterin nicht qualifiziert gewesen wäre, den Einspracheentscheid 

zu verfassen; gestützt auf welche Grundlage sie einer juristischen Ausbil-

dung bedürfte, ist nicht ersichtlich.  

 

3.5. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ge-

mäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV 

zu Recht erfolgte.  

 

 - 7 - 

 

 

4. 

4.1. 

Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens 

(Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 - 15 Tage bei leichtem, 16 - 30 Tage 

bei mittelschwerem und 31 - 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 

Abs. 3 AVIV). 

 

Die Schwere des Verschuldens ist individuell unter Berücksichtigung der 

gegebenen Umstände des konkreten Einzelfalls zu beurteilen (Urteil des 

Bundesgerichts C 185/05 vom 20. Oktober 2005 E. 3). Das kantonale Ge-

richt darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen 

der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen kön-

nen, die seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender er-

scheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_342/2017 vom 28. August 

2017 E. 4.2 mit Hinweisen).  

 

Ausgangspunkt für die Bemessung der Einstelltage ist der Mittelwert der 

jeweiligen Verschuldenskategorie (BGE 123 V 150 E. 3c S. 153). Im Be-

reich des schweren Verschuldens beträgt dieser Mittelwert 45 Einstelltage. 

Der Grad des Verschuldens ist das einzige Kriterium für die Dauer der Ein-

stellung in der Anspruchsberechtigung (Art. 30 Abs. 3 AVIG; KUPFER BU-

CHER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. 2019, 

S. 237).  

 

4.2. 

Die Beschwerdegegnerin wertete das Verhalten der Beschwerdeführerin in 

ihrem Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024 als schweres Verschulden 

(vgl. VB 193; BB 16) und setzte die Einstelldauer folglich – in Unterschrei-

tung des Mittelwerts von 45 Tagen und in Bestätigung der Verfügung vom 

17. Februar 2022 (VB 163; BB 9) – auf 42 Tage fest. Dies ist nicht zu be-

anstanden. Triftige Gründe, welche es rechtfertigen würden, in das Ermes-

sen der Beschwerdegegnerin einzugreifen, sind keine ersichtlich (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_342/2017 vom 28. August 2017 E. 4.1 f.). Die Ein-

stelldauer von 42 Tagen erweist sich mit Blick auf den von Art. 45 Abs. 3 

lit. c AVIV vorgegebenen Rahmen von 31 bis 60 Tagen und unter Berück-

sichtigung der konkreten Gegebenheiten als angemessen und ist zu bestä-

tigen. 

 

4.3. 

Wie die Beschwerdeführerin jedoch korrekt ausführt, endet das Arbeitsver-

hältnis erst im Zeitpunkt des Zugangs des Kündigungsschreibens beim 

Kündigungsempfänger (vgl. PORTMANN/RUDOLPH, in: Basler Kommentar 

zum Obligationenrecht I, 7. Aufl. 2020, N. 6 zu Art. 337 OR; vgl. Be-

schwerde S. 21 f.). Erfolgt die Zustellung mittels eines eingeschriebenen 

Briefes und wird der Empfänger nicht angetroffen, gilt als Zugang der Zeit-

punkt, in welchem der Brief bei der Poststelle zur Abholung bereitliegt, in 

 - 8 - 

 

 

der Regel somit am auf den erfolglosen Zustellversuch folgenden Tag 

(vgl. PORTMANN/RUDOLPH, in: Balser Kommentar Obligationenrecht I, N. 19 

zu Art. 335 OR). Dass die Beschwerdeführerin das Kündigungsschreiben 

vom 3. Dezember 2021 erst am 9. Dezember 2021 abgeholt hat 

(vgl. BB 22), spielt somit keine Rolle, massgebend ist vielmehr, ab wel-

chem Zeitpunkt es zur Abholung bei der Poststelle bereitlag. Da der einge-

schriebene Brief am 3. Dezember 2021 aufgegeben worden war, darf da-

von ausgegangen werden, dass der Zustellversuch am Montag,  

6. Dezember 2021 erfolgte und der Brief somit ab dem 7. Dezember 2021 

zur Abholung bereitlag (vgl. auch Ende der siebentägigen Abholfrist am 

13. Dezember gemäss BB 22). Somit endete das Arbeitsverhältnis am 

7. Dezember 2021, womit die Einstellungsfrist nach Art. 45 Abs. 1 lit. a 

AVIV erst am 8. Dezember 2021 und nicht bereits am 4. Dezember 2021 

zu laufen begann.  

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 25. Juli 2024 dahingehend abzu-

ändern, dass die Einstellungsfrist von 42 Tagen am 8. Dezember 2021 zu 

laufen begann.  

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.3. 

Da die Beschwerdeführerin lediglich in Bezug auf den Zeitpunkt des Be-

ginns der Einstellungsfrist und damit nur in sehr geringem Masse obsiegt, 

steht der Beschwerdeführerin nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 25. Juli 2024 dahingehend abgeändert, dass die Einstellungsfrist von 

42 Tagen am 8. Dezember 2021 zu laufen begann.  

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

 - 9 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

   

Aarau, 13. Mai 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans    Ruh