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**Case Identifier:** 4e360998-ca2d-5307-9057-33bb8b284097
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.02.2024 200 2023 754
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-754_2024-02-19.pdf

## Full Text

200 23 754 IV
SCI/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Februar 2024

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Wiedmer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. September 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) meldete sich am 28. September 2021 mit Verweis auf 
eine mehr als zwanzigjährige Überforderung im …-Bereich und einer 
deswegen per Februar 2021 erfolgten Pensumsreduktion von 35% bei der 
IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zur 
Früherfassung an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Als 
Gesundheitsschaden nannte er eine Erschöpfungsdepression und ein 
ADHS. Mit Datum vom 
8. November 2021 (AB 12) erfolgte die Leistungsanmeldung. In der Folge 
tätigte die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen. Insbesondere 
gestützt auf die Aktenbeurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) vom 5. April 2022 (AB 40) stellte sie mit Vorbescheid vom 26. April 
2022 (AB 41) in Aussicht, mangels Vorliegens einer gesundheitlichen 
Einschränkung, welche eine massgebliche und anhaltende Arbeits- und 
Leistungsunfähigkeit zu begründen vermöchte, einen Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung zu verneinen. Nach dagegen 
erhobenen Einwänden (AB 47) holte die IVB beim RAD eine weitere 
Aktenbeurteilung vom 
21. Juni 2022 (AB 50) ein und verfügte am 23. Juni 2022 (AB 51) dem 
Vorbescheid vom 26. April 2022 entsprechend. Nach hiergegen erhobener 
Beschwerde (AB 58/3) zog die IVB am 22. August 2022 (AB 65) ihre 
Verfügung in Wiedererwägung und stellte weitere Abklärungen in Aussicht. 
In der Folge schrieb das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, das Verfahren mit Urteil vom 24. 
August 2022, IV/2022/462 (AB 67), vom Geschäftsverzeichnis ab. Das 
Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

B.

Gestützt auf das in der Folge eingeholte psychiatrisch-psychotherapeuti-
sche Gutachten von Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und 

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Psychotherapie, vom 30. Januar 2023 (AB 90.1) inkl. 
psychodiagnostischem Untersuchungsbericht von M. Sc. C.________, 
Psychotherapeutin FSP, vom 27. Januar 2023 (AB 90.2) stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 9. Februar 2023 (AB 93) in Aussicht, mangels Vorliegens 
einer gesundheitlichen Einschränkung, welche eine massgebliche und 
anhaltende Arbeits- und Leistungsunfähigkeit zu begründen vermöchte, 
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung abzuweisen. 
Nach dagegen erhobenen Einwänden (AB 94, 102, 104) holte die IVB bei 
Dr. med. B.________ eine ergänzende Stellungnahme vom 19. April 2023 
(AB 106) ein und entschied mit Verfügung vom 8. Mai 2023 (AB 111) dem 
Vorbescheid vom 9. Februar 2023 entsprechend. Hiergegen erhob der 
Versicherte am 
8. Juni 2023 (AB 117/3) Beschwerde. Aufforderungsgemäss (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 12. Juni 2023 [AB 117]) äusserte sich die 
IVB in der Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2023 (AB 123) dahingehend, 
dass die Schlussfolgerungen in der angefochtenen Verfügung vom 8. Mai 
2023, wonach keine Invalidität vorliege, die Rentenfrage betreffe. 
Eingliederungsmassnahmen würden hingegen noch geprüft und zu einem 
späteren Zeitpunkt verfügt. Nachdem der Versicherte seine Beschwerde 
zurückgezogen hatte (AB 126/5), schrieb das Verwaltungsgericht mit Urteil 
vom 
7. Juli 2023, IV/2023/443 (AB 126), das Verfahren vom Protokoll ab. Das 
Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

C.

Bereits am 1. Mai 2023 (AB 108) war der Versicherte von der IVB zum 
Erstgespräch „Berufliche Eingliederung“ vom 16. Mai 2023 eingeladen wor-
den (vgl. auch Assessment-Bericht vom 17. Mai 2023 [AB 113]). Nachdem 
die IVB dem Versicherten am 20. Juni 2023 (AB 118) mittgeteilt hatte, mit 
dem von ihm begonnenen Studium (…) werde keine wesentliche 
Verbesserung der Erwerbsmöglichkeiten erreicht, eine Umschulung sei 
nicht angezeigt und sie schliesse die beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen ab, teilte sie ihm auf dessen Verlangen (vgl. 
E-Mail vom 12. Juli 2023 [AB 127]) mit Vorbescheid vom 17. Juli 2023 (AB 

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129) mit, sie beabsichtige im Sinne des Schreibens vom 20. Juni 2023 
vorzugehen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 132) schloss die IVB 
wie angekündigt mit Verfügung vom 25. September 2023 (AB 134) die 
beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab und verneinte insbesondere 
einen Anspruch des Versicherten auf die von ihm angestrebte Umschulung 
(Studiengang …).

D.

Mit Eingabe vom 26. Oktober 2023 erhob der Versicherte Beschwerde 
gegen die Verfügung vom 25. September 2023 (AB 134). Er beantragt 
sinngemäss, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien ihm 
berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung (Studiengang …) 
zuzusprechen. Eventualiter seien ihm anderweitige 
Eingliederungsmassnahmen in Form eines Coachings bzw. von 
Unterstützung bei der Berufswahl zu gewähren.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 27. 
November 2023 auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 4. Dezember 2023 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur 
Beschwerdeantwort. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 

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Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. September 2023 
(AB 134). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und dabei insbesondere auf die 
beantragte Umschulung (Studiengang …) bzw. die eventualiter beantragte 
Gewährung eines Coachings bzw. die Unterstützung bei der Berufswahl.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorab macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs geltend (Beschwerde S. 11 f.). Der Gutachter Dr. med. B.________ 
gehe im Gutachten vom 30. Januar 2023 (AB 90.1) mehrfach nicht auf die 
Beantwortung der fallspezifischen Fragen der Beschwerdegegnerin 
gemäss Gutachtensauftrag vom 17. Oktober 2022 (AB 74) ein. Auch in der 
ergänzenden Stellungnahme vom 19. April 2023 (AB 106) gehe Dr. med. 
B.________ nur oberflächlich oder gar nicht auf seine Kritikpunkte 
anlässlich des Einwands vom 24. März 2023 (AB 104) gegen den 
Vorbescheid vom 9. Februar 2023 (AB 93) ein. Die Beschwerdegegnerin 

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habe es unterlassen, beim Gutachter nachzuhaken und damit sein 
rechtliches Gehör verletzt.

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 
Mitwirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen 
dar, die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht 
der Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu 
äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu 
nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 
Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest 
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid 
zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als 
Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, 
damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung 
bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2021 AHV Nr. 17 S. 53 E. 
2.1).

2.3 Nachdem der Beschwerdeführer gegen den Vorbescheid vom 
9. Februar 2023 (AB 93) am 24. März 2023 (AB 104) Einwand erhoben und 
darin auch zum Gutachten von Dr. med. B.________ Stellung bezogen 
hatte, bat die Beschwerdegegnerin den Gutachter am 4. April 2023 (AB 
105), zu den Einwänden des Beschwerdeführers gegen das Gutachten 
Stellung zu nehmen. Der Gutachter nahm am 19. April 2023 Stellung (AB 
106). Hierauf erliess die Beschwerdegegnerin am 8. Mai 2023 (AB 111) 
eine Verfügung, in welcher sie insbesondere gestützt auf die 
Schlussfolgerungen von Dr. med. B.________ einen Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung verneinte. Am 25. September 2023 
erliess sie schliesslich die vorliegend angefochtene Verfügung. Dieses 
Vorgehen verletzte das rechtliche Gehör offensichtlich nicht. Ob die 
Beschwerdegegnerin gehalten gewesen wäre – wie der Beschwerdeführer 
vorbringt – bei Dr. med. B.________ „nachzuhaken“, beschlägt nicht das 
rechtliche Gehör, sondern die in der Beweiswürdigung zu klärende Frage 
der Güte des Abklärungsergebnisses (vgl. E. 4.3 hiernach). 

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3.

3.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Der Beschwerdeführer hat 
sich am 8. November 2021 zum Leistungsbezug angemeldet (AB 12). 
Vorliegend sind jedoch ab September 2022 verlangte berufliche 
Massnahmen im Sinne der begonnenen Studien streitig. Sie beschlagen 
einen Zeitraum nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 
der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend sind.

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Der Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer 
Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnah-
men sind insbesondere das Alter (lit. a), der Entwicklungsstand (lit. b), die 
Fähigkeiten der versicherten Person (lit. c) und die zu erwartende Dauer 
des Erwerbslebens (lit. d) zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1 bis IVG).

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem 
jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen 
Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen 
bestmöglichen Vorkehren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die 
Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall 
notwendig, aber auch genügend ist (BGE 142 V 523 E. 6.3 S. 535).

Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz keinen 
Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen gewährt 
werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmassnahmen 
unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 
Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben den dort aus-
drücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit 
auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren 
Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu 
genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten 
tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem 
angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. 
Hinsichtlich der Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte 
unterscheiden, nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die 
persönliche Angemessenheit. Danach muss die Massnahme prognostisch 
ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann 
muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg 
voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist; des Weitern muss der zu 

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erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der 
konkreten Eingliederungsmassnahme stehen; schliesslich muss die 
Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 
S. 526).

3.4 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 
verbessert werden kann (Abs. 1). 

3.4.1 Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich die 
Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, 
die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits 
erwerbstätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annähernd 
gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 E. 5.4 S. 
403, 130 V 488 E. 4.2 S. 489; SVR 2023 IV Nr. 27 S. 93 E. 3.1).

3.4.2 Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ 
nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die 
nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. Art. 6 
Abs. 1bis IVV; BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489; SVR 2023 IV Nr. 27 S. 93 E. 
3.1).

3.4.3 Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend 
eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere 
erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz 
oder teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein 
bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist 
dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche 
berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende 
oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet, wobei 
es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 
124 V 108 E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4). Von der 
Erheblichkeitsschwelle von 20% kann jedoch namentlich bei jungen 
Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer 
abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren 
angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 10

Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig 
bezeichnet werden können (SVR 2023 IV Nr. 27 S. 93 E. 3.2). Verfügt die 
versicherte Person aufgrund der bereits vorhandenen Ausbildung über 
Fähigkeiten, um in einer adaptierten Tätigkeit in etwa den bisherigen 
Verdienst erzielen zu können, ist eine Umschulung nicht nötig (SVR 2016 
IV Nr. 10 S. 31 E. 4.2). Die Beurteilung, ob eine Umschulung in die 
gewünschte Tätigkeit angebracht ist, erfolgt nicht allein aufgrund der 
aktuellen Umstände. Massgeblich ist insbesondere auch, ob die Ausübung 
der neuen Tätigkeit längerfristig möglich, zumutbar und 
erfolgsversprechend ist (zeitliche und persönliche Angemessenheit im 
Sinne der Verhältnismässigkeit als Grundvoraussetzung jeglicher 
Eingliederungsmassnahme; SVR 2020 IV Nr. 46 S. 160 E. 5.1).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.

4.1 Aus medizinischer Sicht ergibt sich im Wesentlichen das Folgende:

4.1.1 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht des Instituts 
D.________ vom 1. Juli 2004 (AB 11) wurden eine Dyslexie (ICD-10 F81.0) 
sowie eine Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F98.8) diagnostiziert. Das 
allgemeine kognitive Leistungsniveau des Beschwerdeführers sei deutlich 
über dem Durchschnitt gelegen, wobei sich keine auffällige Asymmetrie 
zwischen sprach- und handlungsgebundenen Aufgaben gefunden habe. 
Neben beeinträchtigten Aufmerksamkeitsfunktionen seien gewisse 
Schwierigkeiten im Gedächtnisbereich auffällig. Es sei ein Behaltensverlust 

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zu beobachten gewesen, sowohl hinsichtlich visuell als auch verbal 
präsentiertem Material. Der Verlust bezüglich der zeitlich verzögerten 
Wiedergabe einer erlernten Wortliste oder einer komplexen Geschichte 
könne durch die vorbestehende Legasthenie überformt sein. Doch auch 
unter Berücksichtigung der Residualsymptomatik dieser Störung, welche 
sich auch im Lesen von Pseudoworten oder im beeinträchtigten einfachen 
mündlichen Sprachverhältnis geäussert habe, seien die 
Behandlungsleistungen als auffällig zu beurteilen. Es scheine sich beim 
Beschwerdeführer um eine Wechselwirkung zwischen diskret reduzierten 
Gedächtnisfunktionen und einer Aufmerksamkeitsproblematik zu handeln. 
Hinzu komme die genannte Residualsymptomatik einer Legasthenie. Aus 
neuropsychologischer Sicht könne die Verdachtsdiagnose einer 
Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität bestätigt werden. Der 
Beschwerdeführer habe gelernt, seine Schwierigkeiten durch gute externe 
Strukturierungs- und Kontrollhilfen zu kompensieren. 

4.1.2 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, führte im ärztlichen Attest vom 19. 
November 2020 (AB 19/2) aus, für den Beschwerdeführer sei eine 
Arbeitsreduktion im …-Bereich auf 65% wegen der sehr hohen 
Anforderungen an Aufmerksamkeit und Konzentration medizinisch 
begründet und ärztlich empfohlen.

Im ärztlichen Zeugnis vom 5. November 2021 (AB 19/1) führte Dr. med. 
E.________ aus, beim Beschwerdeführer bestehe ein ausgeprägtes 
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom. Dieses führe zu massiven 
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Diese machten sich in einem hohen 
Mass an Ablenkbarkeit und eingeschränkter Aufmerksamkeitsspanne 
bemerkbar. Insbesondere sei die simultane Verarbeitung einer Vielzahl von 
Signalen und Tasks, wie in der …-Branche üblich und notwendig, 
eingeschränkt. Der Beschwerdeführer bemühe sich, in ausserordentlicher 
Weise Strategien anzuwenden und seine Einschränkungen konstruktiv zu 
bewältigen. Zur Vermeidung einer weiteren Chronifizierung und 
Entwicklung sekundärer Symptomatik sei eine Massnahme der 
Invalidenversicherung sinnvoll und ärztlich dringend indiziert. 

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Im Bericht vom 25. Januar 2022 (AB 36) diagnostizierte Dr. med. 
E.________ ein seit der Schulzeit bekanntes Aufmerksamkeits-Defizit-
Syndrom (ICD-10 F98.8; S. 5 Ziff. 2.5). Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit 
sei bei wechselnden Tätigkeiten im Kontakt mit Menschen und in 
Interaktion günstig. Ungeeignet seien Tätigkeiten, die ein hohes Mass an 
Fokussieren erforderten, wie Arbeiten allein am Monitor (Ziff. 2.7). Die 
angestammte Tätigkeit als … ausschliesslich mit Arbeiten am Monitor sei 
dem Beschwerdeführer ca. halbtags also vier bis fünf Stunden pro Tag 
zumutbar. Bei Berücksichtigung der ADS-Problematik sei dem 
Beschwerdeführer eine dem Leiden angepasste Tätigkeit vollschichtig 
zumutbar. Die Prognose zur Eingliederung sei günstig (S. 7 ff. Ziff. 3 f.). 

4.1.3 MUDr. F.________, Fachärztin für Anästhesiologie sowie 
Psychiatrie und Psychotherapie vom RAD, führte in der Aktenbeurteilung 
vom 5. April 2022 (AB 40) aus, beim Beschwerdeführer sei 2004 im 
Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung im 31-ten Lebensjahr 
eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ICD-10 F98.8) 
diagnostiziert worden. Bisher sei es ihm möglich gewesen, der 
angestammten Tätigkeit mit hohem Pensum nachzugehen sowie 
zahlreiche Ausbildungen/Kurse zu absolvieren und zuletzt einen zweiten 
Job und die Vorbereitungen für eine selbstständige Tätigkeit im neu 
erlernten Bereich vorzunehmen und parallel auszuüben. Unter 
Berücksichtigung der Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung, 
des Werdegangs des Beschwerdeführers und seiner zahlreichen 
Ressourcen sei die aktuell beschriebene Überforderung in der 
angestammten Tätigkeit medizinisch nicht ausreichend begründet und die 
beschriebene Leistungsminderung nicht konsistent und nicht 
nachvollziehbar. Auch die anamnestischen Angaben über eine 
Erschöpfungsdepression im Juni 2019 und eine darauffolgende 
zweieinhalbmonatige Arbeitsunfähigkeit seien inkonsistent mit der 
Aneignung neuen Wissens im Rahmen der absolvierten intensiven 
mehrtägigen Kurse mit ausgewiesenem hohem Stundenpensum im Juli 
2019 (vgl. AB 16/4), wie die Zertifikate in den Akten belegten. Die 
aufgeführte Arbeitsunfähigkeit 2019 sei medizinisch nicht ausreichend 
begründet und die aufgeführte Diagnose einer Erschöpfungsdepression 
nicht nachvollziehbar. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 13

4.1.4 Dr. med. E.________ führte in der Stellungnahme vom 17. Mai 
2022 (AB 47/7) zum Vorbescheid vom 26. April 2022 (AB 41) aus, die 
Diagnose eines ausgeprägten Aufmerksamkeitsdefizitssyndroms (ICD-10 
F98.8) führe dazu, dass der Beschwerdeführer seine bisher angestammte 
Tätigkeit nur unter Aufbietung aller möglichen Kompensationsstrategien 
noch aufrecht zu erhalten in der Lage sei. Er habe die Tätigkeit aus 
gesundheitlichen Gründen bereits auf ein Pensum von 65% reduzieren 
müssen. Die weitere Prognose in der bisherigen Tätigkeit sei mit einer 
ungünstigen Vorhersage behaftet, da diese Tätigkeit ein hohes Mass an 
Fokussierung und ausschliesslich Arbeit am Bildschirm erfordere. Dies 
führe bei dieser Diagnose zu schneller Ermüdung und häufigen 
Arbeitsunterbrüchen. Der Beschwerdeführer verbringe deshalb oft sehr 
lange Zeiten am Arbeitsplatz, vielmals bis in die späten Abendstunden. 
Dabei bleibe er häufig unter der vorgeschriebenen Nettoarbeitszeit. Die von 
der Beschwerdegegnerin zitierten „zahlreichen“ Kurse und Ausbildungen 
seien verzweifelte Kompensationsversuche, die eine weitere Reduktion des 
Arbeitspensums ermöglichen sollten. Sie seien keine Ausweise seiner 
Leistungsfähigkeit. Er sei ein verantwortungsvoller Vater, der seine 
Unterhaltsverpflichtungen erfüllen müsse und wolle. Was die nicht 
ausreichende medizinische Begründung der Überforderung in der 
angestammten Tätigkeit angehe, könnte die Befundlage sicher noch 
ergänzt werden. Mit zunehmender Dekompensation sei mittel- bis 
langfristig mit weiteren Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. 
Es lägen erhebliche gesundheitliche Einschränkungen vor, die gegenwärtig 
kompensiert würden, aber mittel- bis langfristig zu einer massgeblichen und 
anhaltenden Arbeitsunfähigkeit im bisher ausgeübten Beruf führten. 

4.1.5 MUDr. F.________ führte in der Stellungnahme des RAD vom 
21. Juni 2022 (AB 50) aus, die Einwände des Beschwerdeführers gegen 
den Vorbescheid vom 26. April 2022 würden keine neuen Fakten 
beinhalten, die sich auf ihre Beurteilung vom 5. April 2022 auswirkten. Im 
Gegenteil. Einmal mehr zeige sich eine sehr gute Fokussierung des 
Beschwerdeführers auf seine Ziele und seine gute Strukturierung mit dem 
adäquaten Priorisieren in der Vorgehensweise. Im Einwand auf den 
Vorbescheid stelle sich eine Denk- und Vorgehensweise dar, die für sehr 
gute Ressourcen und einen guten Zugang zu seinen Ressourcen spreche. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 14

Er zeige sich strukturiert und handlungsfähig sowie speditiv in der 
Umsetzung seines Vorhabens. Der weitere positive wichtige Faktor 
(Ressource) des Beschwerdeführers sei sein Interesse für … und …, etc. 
Insgesamt zeige er sich sehr interessiert und gut informiert über die 
Möglichkeiten einen ausreichenden Ausgleich in der Freizeit zu finden. Die 
gute Selbstfürsorge sei als eine weitere Ressource zu erkennen. Er traue 
sich selber zu, ein Studium zu absolvieren, was einer hochkomplexen 
Tätigkeit entspreche. Dabei seien keine Bedenken seitens des 
Beschwerdeführers erwähnt, sich dabei nicht fokussieren zu können. Auf 
die bisherige versicherungsmedizinische Einschätzung vom 5. April 2022 
könne weiterhin abgestellt werden. 

Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens IV/2022/462 führte MUDr. 
F.________ in der Stellungnahme vom 18. August 2022 (AB 60) aus, um 
die Auswirkung der gesundheitlichen und psychosozialen Situation auf die 
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen, werde ein 
psychiatrisches Gutachten benötigt. 

4.1.6 Dr. med. B.________ diagnostizierte im psychiatrisch-
psychotherapeutischen Gutachten vom 30. Januar 2023 (AB 90.1) mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 
F98.8). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe 
aktenanamnestisch eine Lese- und Rechtschreibestörung (ICD-10 F81.0). 
Eine depressive Episode (ICD-10 F32) liege aktuell nicht vor, da keine 
Anhedonie, keine Reduktion des Antriebs und der Interessen und keine 
erhöhte Ermüdbarkeit bestünden. Dies zeige sich auch in der gutachterlich 
durchgeführten Testung. Andere psychopathologischen Befunde oder gar 
Diagnosen seien nicht zu stellen (S. 29 Ziff. 6.3). Aufgrund der Aktenlage 
sei ab mindestens 2004 vom Vorliegen einer Aufmerksamkeitsstörung 
auszugehen. Diese scheine bis 2021 vom Beschwerdeführer derart 
kompensierbar gewesen zu sein, dass er zu 100% habe arbeiten können. 
Immer wieder hätten Behandlungen stattgefunden, wobei die jetzige als 
leitliniengetreu beurteilt werden könne. Eine Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit sei auch durch eine Intensivierung der Therapie nicht 
anzunehmen (S. 30 Ziff. 7.1). Als Ressource des Beschwerdeführers könne 
gesehen werden, dass er ein neues Studium begonnen habe, regelmässig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 15

und bis zu zehn Stunden pro Woche Sport treibe, daneben ins 
Fitnesscenter und ins Yoga gehe, … , regelmässig mit Freunden tanze und 
singe und generell ein grosses Freundesumfeld unterhalte. Soziale 
Belastungen bestünden keine (Ziff. 7.2). In der bisherigen Tätigkeit als … 
sei der Beschwerdeführer aufgrund des Vorliegens einer 
Aufmerksamkeitsstörung, welche die Leistungsfähigkeit durch die 
Konzentrationsprobleme etwas reduziere, zu 20% als arbeitsunfähig zu 
beurteilen. Dieses Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zeige sich auch bei den 
durchgeführten Testungen, wo lediglich eine mittelgradige Beeinträchtigung 
bei der Durchhaltefähigkeit gefunden worden sei. Auch in der 
Vergangenheit könne nicht von einer höherprozentigen Arbeitsunfähigkeit 
ausgegangen werden. In einer ideal angepassten Tätigkeit, d.h. in einer 
Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer besser fokussieren und 
eventuell sich bei der Arbeit bewegen könnte, sei von einer 100%-igen 
Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 30 f. Ziff. 8). 

In der ergänzenden Stellungnahme vom 19. April 2023 (AB 106) führte Dr. 
med. B.________ aus, den Einwänden des Beschwerdeführers gegen den 
Vorbescheid vom 9. Februar 2023, welche diverse Teile des Gutachtens, 
die Explorationsführung sowie die psychologische Untersuchung beträfen, 
könne nicht gefolgt werden. Insgesamt werde an der gutachterlichen 
Einschätzung vom 30. Januar 2023 festgehalten. Auch Dr. med. 
E.________ halte in seinem Bericht vom 25. Januar 2022 explizit an einer 
100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit fest. In 
seinem Bericht vom 17. Mai 2022 halte dieser fest, dass die bisherige 
Tätigkeit nur noch zu 65% ausgeführt werden könne und mit einer 
zunehmenden Dekompensation zu rechnen sei. Weshalb diese in Zukunft 
dekompensieren sollte, werde aber nicht weiter dargelegt. Die 35%-ige 
Arbeitsunfähigkeit, welche Dr. med. E.________ attestiere, werde wohl vor 
allem deswegen genannt, da der Beschwerdeführer seine Arbeit um 35% 
reduziert habe. Weshalb der Beschwerdeführer jedoch davor während 
vielen Jahren in der Lage gewesen sei, zu 100% zu arbeiten und nun nicht 
mehr, werde nicht dargelegt. 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 16

abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

4.3 Das psychiatrisch-psychotherapeutische Gutachten von Dr. med. 
B.________ vom 30. Januar 2023 (AB 90.1) inkl. psychodiagnostischem 
Untersuchungsbericht von M. Sc. C.________, Psychotherapeutin FSP, 
vom 27. Januar 2023 (AB 90.2) sowie die ergänzende Stellungnahme von 
Dr. med. B.________ vom 19. April 2023 (AB 106) erfüllen, zumindest was 
Befunderhebung und Diagnostik betreffend, die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 4.2 hiervor). Die Feststellungen von 
Dr. med. B.________ und der Psychotherapeutin FSP M. Sc. C.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 17

beruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis 
der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
getroffen worden. Die Untersuchenden haben ihre Befunde und Diagnosen 
im Rahmen ihrer Beurteilungen dargelegt. Die Beurteilungen der 
medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend 
und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden 
nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Der Einwand des 
Beschwerdeführers, der Gutachter gehe nicht oder nur oberflächlich auf 
seine Kritikpunkte ein bzw. beantworte gewisse „fallspezifischen“ Fragen 
nicht bzw. nur ungenügend (Beschwerde S. 11 f. und 29 f.), vermag nicht 
zu überzeugen. Das Gutachten befasst sich nachvollziehbar und 
überzeugend mit den sich im vorliegenden Fall stellenden Fragen und 
beantwortet diese in ausreichender Form. Auch nahm Dr. med. 
B.________ zu den vom Beschwerdeführer gegen den Vorbescheid vom 9. 
Februar 2023 (AB 93) erhobenen Einwänden (AB 94 ff.) in genügender 
Form Stellung. Dem Gutachten inkl. ergänzender Stellungnahme kommt 
damit voller Beweiswert zu und es ist darauf abzustellen. Was der 
Beschwerdeführer gegen die gutachterlich verwendeten Testverfahren 
vorbringt (Beschwerde S. 11 f. sowie S. 18 ff.), vermag nicht zu 
überzeugen und den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern. 
Seine Vorbringen wurden von Dr. med. B.________ in seiner ergänzenden 
Stellungnahme vom 19. April 2023 (AB 106) überzeugend widerlegt. Es 
liegen denn auch keine ärztlichen Stellungnahmen vor, welche nach dem 
Gutachten bzw. dessen Ergänzung erstellt wurden und die Vorbringen des 
Beschwerdeführers in irgendeiner Weise stützen würden. Dessen 
Ausführungen erweisen sich viel mehr als nichtmedizinische 
Laieneinschätzung, welcher kein Beweiswert zukommt. 

Dr. med. B.________ kam zum Schluss, der Beschwerdeführer sei in der 
bisherigen Tätigkeit im …-Bereich aufgrund des Vorliegens einer 
Aufmerksamkeitsstörung, welche die Leistungsfähigkeit durch die 
Konzentrationsprobleme etwas reduziere, zu 20% arbeitsunfähig. In einer 
ideal angepassten Tätigkeit, d.h. wo sich der Beschwerdeführer besser 
fokussieren und sich bei der Arbeit eventuell bewegen könnte, sei von einer 
100%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (AB 90.1/30 f. Ziff. 8). Die 
Beschwerdegegnerin ging in ihrer leistungsablehnenden Verfügung vom 8. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 18

Mai 2023 (AB 111) vom Fehlen einer gesundheitlichen Einschränkung aus. 
Es liege keine anhaltende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit vor. Tatsächlich 
bestehen vor dem Hintergrund der vom Beschwerdeführer im Rahmen des 
Tatbeweises täglich demonstrierten Ressourcen gewichtige Anzeichen 
dafür, dass der gutachterlich attestierten Leistungseinschränkung von 20% 
im Rahmen einer Indikatorenprüfung auch vorliegend die Massgeblichkeit 
zu versagen wäre. Wie es sich damit abschliessend verhält, braucht 
angesichts des Ergebnisses jedoch nicht geprüft zu werden. 

Die Berichte des behandelnden Dr. med. E.________, der von einer 
Arbeitsfähigkeit von lediglich 65% ausgeht und die vom Beschwerdeführer 
gegen die Annahme einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit im angestammte Beruf 
in der …-Branche vorgebrachten Einwände (vgl. Beschwerde S. 4 ff.) 
überzeugen nicht. Wie Dr. med. B.________ in seiner ergänzenden 
Stellungnahme vom 19. April 2023 darlegt, hat Dr. med. E.________ keine 
medizinisch überzeugende Begründung geliefert, weshalb mit einer 
zunehmenden Dekompensation gerechnet werden müsste. Die von Dr. 
med. E.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 35% werde – so Dr. 
med. B.________ – wohl deshalb genannt, weil der Beschwerdeführer 
seine Arbeit um 35% reduziert habe. Auch soweit Dr. med. E.________ im 
Bericht vom 25. Januar 2022 (AB 36) beschreibt, der Beschwerdeführer 
ermüde in der angestammten Tätigkeit schnell, was zu Arbeitsunterbrüchen 
führe, weshalb er oft lange Arbeitszeiten am Arbeitsplatz verbringe (AB 
36/6 Ziff. 3; vgl. auch Beschwerde S. 5), vermag nicht zu überzeugen. Der 
Beschwerdeführer ist in Bereichen, die ihm persönlich zusagen, 
ausserordentlich aktiv. Anlässlich der psychiatrischen gutachterlichen 
Exploration konnte zudem keine erhöhte Ermüdbarkeit festgestellt werden 
(AB 90.1/26). Gleich verhält es sich mit der Feststellung von Dr. med. 
E.________, das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom führe zu „massiven 
Einschränkungen“ der Arbeitsfähigkeit (vgl. ärztlichen Zeugnis vom 5. 
November 2021 [AB 19/1]; vgl. auch Beschwerde S. 7). Anlässlich der 
Begutachtung konnten lediglich mittelgradige Beeinträchtigungen bei der 
Durchhaltefähigkeit festgestellt werden. Im Konkreten beurteilte Dr. med. 
B.________ die Leistungsfähigkeit insgesamt als durch die 
Konzentrationsprobleme etwas reduziert, im konkreten um 20% (AB 
90.1/30), was – wie bereits dargelegt – aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 19

invalidenversicherungsrechtlicher Sicht grosszügig, keinesfalls jedoch zu 
knapp, ist.

4.4

4.4.1 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer 
seine frühere Tätigkeit wie jede andere Tätigkeit im angestammten Bereich, 
d.h. im …-Bereich, sofort im Minimum zu 80% aufnehmen kann und stets 
hätte aufnehmen können. 

Mit der Leistungsanmeldung im November 2021 gab der Beschwerdeführer 
an, er überlege sich seit längerem eine Ausbildung / ein Studium im …- 
bzw. … zu starten und bat die Beschwerdegegnerin, ihn diesbezüglich 
finanziell zu unterstützen (AB 12/10). Anlässlich des Einwands vom 23. Mai 
2022 (AB 47) gegen den Vorbescheid vom 26. April 2022 (AB 41) 
beantragte er erstmals die Gewährung der Umschulung im Rahmen des … 
und reichte der Beschwerdegegnerin die bereits erfolgte Anmeldung zum 
Studiengang ein (AB 47/21 ff.). In der Folge nahm er, nachdem er das 
Arbeitsverhältnis im …-Bereich per Ende September 2022 gekündigt hatte, 
ab dem 20. September 2022 das … auf (AB 76/1) und teilte am 26. Mai 
2023 mit, er beabsichtige berufsbegleitend sich zum … ausbilden zulassen 
(AB 116/1).

4.4.2 Der Beschwerdeführer ist gelernter … (Ausbildung …; AB 16/12) mit 
Weiterbildung zum … (…; AB 16/11), einem … (2004) und einem … (2011; 
AB 6/1, 16/10). In der letzten Anstellung war er von November 2016 bis 
Februar 2021 im Bereich … zu 100% angestellt und hat anschliessend das 
Pensum freiwillig auf 65% reduziert (vgl. u.a. AB 12/6, 15/2 f.). Ab Juli 2021 
übernahm er parallel zur 65%-Anstellung zusätzlich ein 30%- oder 35%-
Pensum als … / … im … (AB 1/2, 12/6); dieses Arbeitsverhältnis wurde per 
31. Januar 2022 gekündigt (AB 17). Das Arbeitsverhältnis im …-Bereich 
wurde per September 2022 beendet (vgl. etwa AB 58/59, 76/1). Zwischen 
2018 und 2021 absolvierte der Beschwerdeführer zudem die Ausbildung 
zum …, besuchte diverse Kurse in … und versuchte bzw. versucht, sich 
eine Teilselbstständigkeit als … aufzubauen (AB 10/4, 16/2 ff.). Ab Ende 
September 2022 arbeitete der Beschwerdeführer nicht mehr (AB 104/24), 
bis er gemäss eigenen Angaben im September 2023 erneut eine Tätigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 20

(65%-Pensum) im …-Bereich aufnahm (AB 132/28), bei zeitgleicher 
Sistierung bzw. Abbruch des im September 2022 begonnenen Studiums 
am Ende des Studienjahrs im Juni/Juli 2023 (AB 132/24 bzw. BB undatiert 
[zeitliche Übersicht und aktualisierter Lebenslauf]); per 6. Oktober 2023 hat 
er offenbar einen „…“ eröffnet (BB 608) und die Stelle im …-Bereich, wurde 
gemäss den Angaben des Beschwerdeführers per 25. November 2023 
gekündigt (vgl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Dezember 2023 [in 
den Gerichtsakten]). 

4.4.3 Dem Beschwerdeführer ist aus medizinischer Sicht eine Tätigkeit in 
seinem angestammten Bereich ohne weiteres mit maximal 20%-iger 
Einschränkung zumutbar. Dies gilt für jede andere Tätigkeit im 
angestammten Bereich, so dass im ausgetrockneten und vom 
Fachkräftemangel besonders betroffenen …-Bereich nicht von einer 
höheren Erwerbseinbusse als 20% auszugehen ist. Die vom 
Beschwerdeführer mit der Intention der persönlichen Entwicklung 
angestrebte neue Ausbildung ist unnötig und im Weiteren auch ungeeignet.

Die nach Abschluss eines … vom Beschwerdeführer angestrebte Tätigkeit 
ist komplex und von den geltend gemachten Einschränkungen (zumindest 
in gleichem Mass wie im …-Bereich) betroffen, wenn er etwa im Fall der 
Aufnahme einer Tätigkeit als …seine Aufmerksamkeit gleichzeitig 
verschiedenen … widmen muss und dabei sich nicht selten auch schriftlich 
wird betätigen müssen. Es kann deshalb (mit dem aktuellen Wunschberuf 
des Beschwerdeführers) keineswegs von einem besser geeigneten Beruf 
ausgegangen werden und sein Vorbringen, das … sei zweckmässiger und 
den gesundheitlichen Einschränkungen besser angepasst (Beschwerde S. 
7), trifft nicht zu. Zudem kann auch den Ausführungen des 
Beschwerdeführers hinsichtlich der nach seiner Auffassung 
vorzunehmenden Vergleichsberechnungen der Einkommen (vgl. 
Beschwerde S. 5 ff.) nicht gefolgt werden. Insbesondere vermag er aus den 
Einkommenszahlen betreffend … (…; Beschwerde S. 8 f.) nichts zu seinen 
Gunsten abzuleiten, zumal er mit dem angestrebten …-Abschluss allein 
nicht berechtigt sein wird, zu …, auf jeden Fall nicht in dem von ihm 
behaupteten Bereich … (vgl. www….). Erforderlich wäre vielmehr ein … mit 
zusätzlicher Ausbildung zwecks Erreichens der …. Der Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 21

wäre zum Zeitpunkt des Abschlusses schliesslich mindestens 55-jährig. Die 
hier angestrebte kostspielige Umschulung ist deshalb unter keinem Aspekt 
invalidenversicherungsrechtlich notwendig bzw. geeignet (BGE 130 V 488; 
vgl. auch Entscheid des BGer vom 19. Dezember 2022, 9C_15/2022). 

4.4.4 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer aus gesundheitlicher Sicht stets in der Lage war und es 
auch weiterhin wäre, eine mindestens 80%-ige Tätigkeit in seinem 
angestammten Bereich auszuüben bzw. aufzunehmen und dort ein 
Einkommen zu erwirtschaften, das mindestens 80% seines früheren 
Einkommens entsprechen wird. Lohneinbussen, die daraus entstehen, 
dass er aufgrund seiner persönlichen Wünsche die Absenz vom 
entsprechenden Arbeitsmarkt zusehends verlängert, haben als 
invalidenversicherungsfremd unberücksichtigt zu bleiben. Soweit 
schliesslich vom Beschwerdeführer eventualiter ein Coaching und eine 
Unterstützung bei der Berufswahl beantragt wird (Beschwerde S. 10), 
besteht ebenfalls kein Anspruch. Weil er im angestammten Bereich zu 
mindestens 80% arbeits- und leistungsfähig ist und ohne weiteres eine 
Stelle finden könnte, was er mit dem Antritt einer Stelle per September 
2023 im Übrigen bewiesen hat, sind auch anderweitige berufliche 
Massnahmen nicht erforderlich. 

4.5 Aufgrund des Dargelegten sind im vorliegenden Fall berufliche 
Massnahmen nicht notwendig, um die Erwerbsfähigkeit des 
Beschwerdeführers wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. 
Damit besteht kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen. 
Die angefochtene Verfügung vom 25. September 2023 (AB 134) ist nicht zu 
beanstanden und die dagegen am 26. Oktober 2023 erhobene Beschwerde 
abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 22

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (inkl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 

4. Dezember 2023)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2024, IV/23/754, Seite 23

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.