# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fdceaab-d4c6-5383-8041-e8c300803616
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-11-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Handelsgericht 12.11.2004 HG.2002.40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_HG_001_HG-2002-40_2004-11-12.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: HG.2002.40

Stelle: Handelsgericht

Rubrik: Handelsgericht

Publikationsdatum: 12.11.2004

Entscheiddatum: 12.11.2004

Entscheid Handelsgericht, 12.11.2004
Art. 21 LugÜ (SR 0.275.11) / Art. 27 EuGVO; Art. 17 f. LugÜ; Art. 1 Abs. 2, 3 
und 16 Abs. 1 IPRG (SR 291); Art. 78 ZPO (sGS 961.2); Art. 1 Abs. 2 ZGB (SR 
210). Verpflichtung der Schweiz einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur 
Verfügung zu stellen, wenn die Parteien nach Art. 17 LugÜ zulässigerweise 
nur den internationalen Gerichtsstand (Schweizer Gerichte) vereinbart haben 
(Handelsgericht, 12. November 2004, HG.2002.40).

Aus den Erwägungen

Die im Kanton St. Gallen ansässige Klägerin begehrte, es sei festzustellen, dass ihre in 

Frankreich ansässige ehemalige Agentin (Beklagte) keine Ansprüche aus Auflösung des 

Agenturvertrages habe. Die Beklagte bestritt u.a. die Zuständigkeit des 

Handelsgerichts.

II. 6. c) (...) In Bezug auf die innerstaatliche örtliche Zuständigkeit gilt es zu 

berücksichtigen, dass die Parteien in Übereinstimmung mit den Möglichkeiten nach 

LugÜ vereinbart haben, einen Streit den schweizerischen Gerichten zur Entscheidung 

vorzulegen. Dieser Parteiwille ist zu respektieren. Durch Ratifizierung des LugÜ wurde 

diese Form der Gerichtsstandsklausel auch von der Schweiz als im internationalen 

Verhältnis zulässig anerkannt. Damit hat die Schweiz aber auch die Verpflichtung, für 

solche Fälle einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur Verfügung zu stellen, zumal nach 

Art. 1 Abs. 2 IPRG die völkerrechtlichen Verträge explizit vorbehalten bleiben. Damit 

besteht eine echte Lücke im Gesetz, welche in Anlehnung an Art. 3 IPRG vom Richter 

zu füllen ist (Art. 1 Abs. 2 ZGB [Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 

1907; SR 210]). Als Anknüpfungs- und Zuordnungskriterium ist für die Lückenfüllung 

einerseits der Parteiwille (vorliegend örtliche Zuständigkeit der Schweizer Gerichte) und 

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andererseits - in Anlehnung an Art. 3 IPRG - das Kriterium des Sachzusammenhangs 

heranzuziehen, dahingegen spielt das Kriterium der Zumutbarkeit oder Möglichkeit, in 

einem anderen Staat den Prozess zu führen, für diese Fallkonstellationen keine Rolle, 

da dieses Kriterium aufgrund des Vorrangs des Völkerrechts und der im Privatrecht zu 

respektierenden Privatautonomie dem überreinstimmenden Parteiwillen unterliegen 

muss.

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	Entscheid Handelsgericht, 12.11.2004
	Art. 21 LugÜ (SR 0.275.11) / Art. 27 EuGVO; Art. 17 f. LugÜ; Art. 1 Abs. 2, 3 und 16 Abs. 1 IPRG (SR 291); Art. 78 ZPO (sGS 961.2); Art. 1 Abs. 2 ZGB (SR 210). Verpflichtung der Schweiz einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur Verfügung zu stellen, wenn die Parteien nach Art. 17 LugÜ zulässigerweise nur den internationalen Gerichtsstand (Schweizer Gerichte) vereinbart haben (Handelsgericht, 12. November 2004, HG.2002.40).

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