# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f166992-4e56-5ea5-bdb7-83f2c1393e12
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 04.03.2025 120 2024 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2024-64_2025-03-04.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 120/2024/64

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 4. März 2025

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

und

Frau D.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Baupolizeibehörde der Gemeinde Leissigen, handelnd durch den Gemeinderat, 
Nythartweg 1, 3706 Leissigen

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Leissigen vom 21. November 
2024 (Geschäfts-Nr.: 624; Mauer)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin ist Eigentümerin der Liegenschaft G.________strasse 12 in Leis-
sigen (Leissigen Grundbuchblatt Nr. H.________). Diese befindet sich beim Knoten 
G.________strasse – F.________weg. Sie weist gegenüber dem F.________weg praktisch kei-
nen und gegenüber der G.________strasse einen Strassenabstand von weniger als 2 Meter auf. 
Zum Schutz des Hauseingangs hat es in der Verlängerung der Westfassade eine Mauer, die 
gemäss Angaben des Beschwerdeführers eine Länge von 1.60 Metern und eine Höhe von 85 
Zentimeter aufweist und bis an den Fahrbahnrand der G.________strasse reicht. Im Juli 2024 fuhr 
der Beschwerdeführer beim Abbiegen vom F.________weg in die G.________strasse in diese 
Mauer. Mit E-Mail vom 12. Juli 2024 erkundigte er sich daher bei der Gemeinde, ob diese Mauer 
rechtens sei. Er äusserte die Vermutung, diese sei ohne Bewilligung errichtet worden. Da er mit 
der Antwort der Gemeinde, die Angelegenheit sei wohl verjährt, nicht einverstanden war, wandte 
er sich per E-Mail an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli. Dieses antwortete, es 
habe keine Veranlassung einzugreifen. Die Zuständigkeit liege bei der Gemeinde und diese habe 
bereits geantwortet. 

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2. Nach weiterer elektronischer Korrespondenz mit verschiedenen Stellen wandte sich der Be-
schwerdeführer am 23. Oktober 2024 mit einer Aufsichtsbeschwerde an das Regierungsstatthal-
teramt. Mit Schreiben vom 24. Oktober 2024 überwies der Regierungsstatthalter von Interlaken-
Oberhasli die Eingabe zuständigkeitshalber an die Gemeinde zur Behandlung als baupolizeiliche 
Anzeige. Da diese keinen baupolizeilichen Handlungsbedarf sah, erliess sie am 21. November 
2024 eine Feststellungsverfügung. Darin hielt sie fest, für die bemängelte Mauer seien die Vor-
aussetzung nicht gegeben, baupolizeiliche Massnahmen anzuordnen. Zudem auferlegte sie dem 
Beschwerdeführer die Kosten der Verfügung.

3. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 2. Dezember 2024 Beschwerde 
bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er beantragt sinngemäss die 
Aufhebung der Verfügung und die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Zur Begrün-
dung macht er insbesondere geltend, die Mauer sei vor langer Zeit ohne Bewilligung und damit 
widerrechtlich erstellt worden. Er möchte verhindern, dass weitere Unfälle passieren. Die Mauer 
stelle ein gefährliches Hindernis dar, das gegen die Fahrtrichtung in die G.________strasse rage. 
Weil er Gegenverkehr gehabt habe, habe er beim Abbiegen in die G.________strasse die Distanz 
zur Mauer falsch eingeschätzt, weil man diese nicht sehe, wenn man im Auto sitze. Er habe die 
Mauer touchiert und einen Schaden von 9000 Franken erlitten. Mit einfachen Massnahmen könnte 
die Gemeinde bzw. die Beschwerdegegnerin die Mauer markieren. Auch wenn die Sache verjährt 
sein sollte, könnte man noch etwas bewirken. 

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet,1 führte den Schriftenwech-
sel durch und holte die Vorakten ein. In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2024 bean-
tragt die Beschwerdegegnerin sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbeson-
dere geltend, die Mauer beim Hauseingang bestehe seit mindestens 60 Jahren. Sie diene dem 
Schutz von Personen, die das Haus verlassen und direkt auf die Strasse treten würden, da dort 
kein Gehsteig vorhanden sei. Eine Entfernung der Mauer würde eine erhebliche Gefahr für die 
Sicherheit von Fussgängern darstellen und das Risiko von Verletzungen signifikant erhöhen. In 
ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 18. Dezember 2024 verweist die Gemeinde auf ihre Fest-
stellungsverfügung. Ergänzend hält sie fest, dass das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Ober-
hasli in seinem Schreiben an den Beschwerdeführer vom 2. Dezember 2024 festgestellt habe, 
dass die Gemeinde ihre baupolizeilichen Pflichten wahrgenommen habe und dass keine Veran-
lassung bestehe, aufsichtsrechtlich einzuschreiten. Zudem weist sie darauf hin, dass es sich um 
einen baulichen Zustand handle, der seit circa 60 Jahren Bestand habe.

5. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2024 nahm der Beschwerdeführer ergänzend zur Sache 
Stellung und reichte einen Situationsplan ein. Das Rechtsamt stellte den Verfahrensbeteiligten die 
Eingaben wechselseitig zu und nahm zwei Bilder der Liegenschaft G.________strasse 12 zu den 
Akten. Zudem gab es den Beteiligten Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. Von dieser 
Möglichkeit machte der Beschwerdeführer am 20. Dezember 2024 Gebrauch und reichte weitere 
Unterlagen ein. Die Gemeinde verzichtete in ihrer Eingabe vom 5. Januar 2025 auf Schlussbe-
merkungen. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen. Mit unverlangt eingereichtem 
Schreiben vom 2. Februar 2025 nahm der Beschwerdeführer erneut Stellung und beantragte ei-
nen Augenschein.

6. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Er-
wägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG2 können innert 30 Tagen seit Eröff-
nung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden (Art. 49 Abs. 1 BauG). Die BVD ist daher 
für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist ein-
gereicht worden.

b) Beschwerden haben die Formvorschriften von Art. 32 VRPG3 zu beachten (vgl. Art 67 
VRPG). Sie müssen unter anderem einen Antrag enthalten. Die Praxis ist jedoch vorab bei Laien-
eingaben nicht streng: Dem Antragserfordernis ist bereits Genüge getan, wenn sich aus dem Zu-
sammenhang und unter Zuhilfenahme der Begründung sinngemäss ergibt, was anbegehrt wird.4 
Die Beschwerde enthält zwar keinen ausdrücklichen Antrag. Aufgrund der Begründung kann sie 
jedoch sinngemäss so verstanden werden, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben und der 
rechtmässige Zustand herzustellen sei, indem die Mauer zu entfernen, zumindest aber zu markie-
ren sei. Ein den Anforderungen von Art. 32 Abs. 2 VRPG genügender Antrag ist damit gestellt. 
Die übrigen Formvorschriften sind eingehalten.

c) Bei baupolizeilichen Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG richtet sich die Beschwerdebe-
fugnis nach Art. 65 Abs. 1 VRPG. Danach ist zur Beschwerde befugt, wer vor der Vorinstanz am 
Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die 
angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist (Bst. b) und 
ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung oder des Ent-
scheids hat (Bst. c). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Die blosse Teilnahme 
am vorinstanzlichen Verfahren (formelle Beschwer) verschafft für sich allein noch kein Beschwer-
derecht.5 Es genügt somit nicht, dass die Vorinstanz die Legitimation anerkannt und den Be-
schwerdeführer zum Verfahren zugelassen hat. Zur Beschwerde befugt ist nur, wer sich zulässi-
gerweise am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt hat, wer also auch materiell beschwert ist. Fehlt 
es an dieser Voraussetzung, tritt die BVD nicht auf die Beschwerde ein. Soweit die Gemeinde 
dem Beschwerdeführer die vorinstanzlichen Kosten auferlegt hat, ist er durch die angefochtene 
Verfügung beschwert und daher insoweit zur Beschwerde legitimiert. Im Übrigen können Anzei-
gerinnen und Anzeiger können nur dann Baupolizeibeschwerde erheben, wenn sie als Nachba-
rinnen oder Nachbarn betroffen sind und sich somit zulässigerweise als Partei am baupolizeilichen 
Verfahren beteiligt haben (vgl. Art 46 Abs 2 Bst. a BauG).6

2. Parteistellung im Baupolizeiverfahren

a) Zur Beantwortung der Frage, wann Anzeigerinnen oder Anzeiger als Nachbarinnen oder 
Nachbarn durch die baurechtswidrigen Verhältnisse betroffen sind, kann auf Art. 35 Abs. 2 Bst. a 
BauG zurückgegriffen werden. Danach sind Personen zur Einsprache befugt, welche durch das 
Bauvorhaben unmittelbar in eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen sind. Es braucht eine 
besonders nahe Beziehung zur Streitsache, d.h. es ist erforderlich, dass die Einsprecherin oder 
der Einsprecher persönlich vom Bauvorhaben in höherem Masse als beliebige Dritte oder die All-
gemeinheit beführt wird. Die Betroffenheit muss direkt sein und eine gewisse Intensität erreichen. 
Darin liegt die Abgrenzung zur unzulässigen Popularbeschwerde oder -einsprache. Ein bloss all-

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
4 BVR 2015 S. 468 E. 4.2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, Art. 32 N. 18 und 13
5 Michael Pflüger, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 8
6 Vgl. Michael Pflüger, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 33

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gemeines ideelles Interesse an der Sache (dass richtig entschieden wird) genügt nicht. Unzulässig 
sind Einsprachen, mit denen ausschliesslich allgemeine öffentliche Interessen, Interessen Dritter 
oder bloss mittelbare Interessen geltend gemacht werden, ohne dass glaubhaft dargetan wird, 
dass man selber unmittelbar und stärker als die Allgemeinheit betroffen ist. In Bausachen sind 
regelmässig Nachbarinnen und Nachbarn zur Einsprache und Beschwerde befugt, deren Grund-
stück an das umstrittene Vorhaben angrenzt oder lediglich durch einen Verkehrsträger davon ge-
trennt wird. Darüber hinaus reicht die Nachbarschaft aber so weit wie allfällige nachteiligen Aus-
wirkungen des Bauvorhabens. Bei grossflächigen Immissionen wie dem Lärm eines Flughafens 
kann ein sehr weiter Kreis von Betroffenen einsprachelegitimiert sein. Es braucht aber immer eine 
minimale Intensität der Betroffenheit; blosse Quartierzugehörigkeit genügt nicht. Nach der Recht-
sprechung ist die erforderliche räumliche Nähe bis zu einem Abstand von etwa 100 m zu bejahen. 
Allerdings ergibt sich die Legitimation nicht schon allein aus der räumlichen Nähe, sondern erst 
aus einer daraus herrührenden besonderen Betroffenheit, etwa wenn von der geplanten Anlage 
mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit Emissionen auf das Nachbargrundstück ausgehen. 
Nicht legitimiert ist zum Beispiel, wer von einem Bauvorhaben nur mittelbar betroffen ist, etwa als 
Steuerzahlerin oder Steuerzahler, Spaziergänger oder Spaziergängerin. Das schutzwürdige Inter-
esse muss, soweit nicht ohne weiteres ersichtlich, glaubhaft dargetan werden. Blosse Behauptun-
gen genügen nicht.7

b) Der Beschwerdeführer wohnt am J.________weg in Leissigen (Liegenschaft Leissigen 
Grundbuchblatt Nr. K.________). Die Grundstücke des Beschwerdeführers und der Beschwerde-
gegnerin (G.________strasse, Leissigen Grundbuchblatt Nr. H.________) sind über 160 Meter 
Luftlinie voneinander entfernt. Die Distanz zwischen dem Wohnhaus des Beschwerdeführers und 
der umstrittenen Mauer beträgt über 200 Meter Luftlinie. Zudem liegen zwischen den beiden 
Grundstücken fünf weitere Grundstücke sowie der L.________weg. Der Beschwerdeführer ist so-
mit nicht Nachbar im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Ihm fehlt es an der erfor-
derlichen räumlichen Beziehungsnähe. Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerdelegi-
timation in erster Linie damit, dass er ein steuerzahlender Bürger von Leissigen ist und dass er 
mit seiner Beschwerde verhindern möchte, dass weitere Unfälle wegen der Mauer im Strassen-
abstand geschehen. Es ist dem Beschwerdeführer zwar hoch anzurechnen, dass er sich aufgrund 
seiner eigenen Erfahrungen und im Interesse der Verkehrssicherheit dafür einsetzt, dass die 
Rechtmässigkeit der Mauer im Strassenabstand abgeklärt und geprüft wird, ob sie ganz oder teil-
weise entfernt ober zumindest als Hindernis gekennzeichnet werden muss. Damit beruft er sich 
allerdings auf das allgemeine öffentliche Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts. Das 
vermag gerade kein eigenes schutzwürdiges Interesse und damit keine Beschwerdeberechtigung 
zu begründen. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, dass der Beschwerdeführer von der um-
strittenen Mauer in höherem Mass als die Allgemeinheit betroffen ist. Der Beschwerdeführer ist 
somit nicht im Sinn von Art. 46 Abs. 2 Bst. a BauG als Nachbar betroffen, weshalb er lediglich ein 
Recht auf Auskunft über die Erledigung seiner Anzeige (Art. 101 Abs. 2 VRPG), nicht aber auf 
eine Beteiligung am vorinstanzlichen Baupolizeiverfahren als Partei hatte. Mangels materieller 
Beschwer fehlt ihm daher auch die Beschwerdelegitimation. Auf seine Beschwerde kann folglich 
nur insoweit eingetreten werden, als sie die Kosten der angefochtenen Verfügung betrifft.

3. Kostentragung im Baupolizeiverfahren

a) Die Gemeinde hat dem Beschwerdeführer die Kosten der Feststellungsverfügung von 220 
Franken auferlegt.

7 Vgl. zum Ganzen: Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 
2020, Art. 35-35c N. 16 ff.

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b) Anders als für das Beschwerdeverfahren enthält das VRPG für das Verwaltungsverfahren 
keine allgemeine Regel über die Kostenverlegung (vgl. Art. 107 Abs. 1 VRPG). Wer diese Kosten 
zu tragen hat, bestimmt sich nach den verschiedenen Sacherlassen und, falls diese keine Rege-
lung enthalten, nach dem Verursacherprinzip.8 Die Gemeinde kann für ihre Tätigkeit im Baubewil-
ligungs- und Baupolizeiverfahren gestützt auf ihren Gebührentarif Verfahrenskosten erheben 
(Art. 69 Abs. 4 Bst. a BauG). Die Verfahrenskosten (amtliche Kosten) bestehen aus den Gebühren 
und den Auslagen, welche die Gemeinde für ihre Tätigkeit im Baubewilligungsverfahren und für 
ihre baupolizeilichen Verrichtungen erheben kann (Art. 51 Abs. 1 BewD). Sie erlässt gemäss 
Art. 51 Abs. 3 BewD einen Gebührentarif. Mit dem Gebührenreglement9 und der Gebührenverord-
nung10 verfügt die Gemeinde über eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Erhebung von 
Gebühren. Gemäss Art. 6 Gebührenreglement schuldet Gebühren, wer eine Dienstleistung nach 
diesem Reglement veranlasst oder verursacht. Massgeblich ist somit das Verursacherprinzip. 
Demnach soll, wer Aufwand verursacht, diesen bezahlen bzw. sich angemessen an den Kosten 
beteiligen müssen. Verursachende Person ist allerdings nicht zwingend die gesuchstellende bzw. 
verfahrensauslösende Person.11 Der Beschwerdeführer hat zwar das Verfahren mit seiner An-
zeige in Gang gesetzt. Das heisst jedoch nicht, dass er als verursachende Person im Sinn des 
Gebührenrechts gilt.

c) Die Gemeinden üben im Rahmen ihrer baupolizeilichen Zuständigkeit die Aufsicht über die 
Einhaltung der Bauvorschriften aus (vgl. Art. 45 Abs. 2 Bst. a BauG). Sie sind verpflichtet, im 
Rahmen dieser Zuständigkeit alle Massnahmen zu treffen, die zur Durchsetzung der Bauvorschrif-
ten erforderlich sind.12 Die zuständige Baupolizeibehörde hat von Amtes wegen ein Wiederher-
stellungsverfahren einzuleiten, sobald sie Kenntnis von wesentlichen baurechtswidrigen Zustän-
den erhält. Sie hat dementsprechend einer Anzeige nachzugehen, mit der sie auf solche Verhält-
nisse hingewiesen wird. Sie hat mindestens zu prüfen, ob ein unrechtmässiger Zustand besteht 
und ob die Wiederherstellung zu verfügen ist.13 Die Pflicht zur Abklärung des massgeblichen 
Sachverhalts ergibt sich dabei nicht aus der baupolizeilichen Anzeige, sondern aus Art. 45 f. 
BauG. Falls ein rechtswidriger Zustand vorliegt, hat die Baupolizeibehörde somit unabhängig vom 
Vorliegen einer privaten Anzeige ein Verfahren einzuleiten. Wer für einen baurechtswidrigen Zu-
stand verantwortlich ist, gilt als Verursacherin oder Verursacher eines baupolizeilichen Verfahrens 
und hat deshalb die Verfahrenskosten zu tragen. Die anzeigende Person kann nur dann kosten-
pflichtig werden, wenn sie mutwillig, mithin ohne berechtigten Verdacht ein entsprechendes Ver-
fahren anstösst.14

d) Bauten und Anlagen an Gemeindestrassen haben einen Strassenabstand von 3.60 Metern 
ab Fahrbahnrand einzuhalten (Art 80 Abs 1 Bst. b SG15). Für Bauten und Anlagen, die weder die 
Verkehrssicherheit beeinträchtigen noch den Ausbau der Strasse erschweren, legt der Regie-
rungsrat geringere Abstände fest (Art. 80 Abs. 3 SG). Für Einfriedungen und Zäune bis zu einer 
Höhe von 1.2 Metern gilt ein Strassenabstand von 0.5 Meter ab Fahrbahnrand (Art. 56 Abs. 1 
SV16). An unübersichtlichen Strassenstellen dürfen Einfriedungen und Zäune die Fahrbahn um 
höchstens 0.6 Meter überragen (Art. 56 Abs. 3 SV). Die umstrittene Mauer der Beschwerdegeg-
nerin befinden sich somit nach geltendem Recht im Strassenabstand. Sie dürfte zudem auch zu 
hoch sein. Soweit die Mauer aufgrund des seinerzeit geltenden Rechts bewilligt wurden oder be-

8 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 107 N. 9
9 Gebührenreglement der Einwohnergemeinde Leissigen vom 25. Juni 2018
10 Gebührenverordnung der Einwohnergemeinde Leissigen vom 2. Juli 2018
11 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 107 N. 2 und 9
12 BVR 2011 S. 400 E. 4.4.2
13 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 2
14 Vgl. BVD 120/2020/53 vom 29. April 2021 E. 2c, mit weiteren Hinweisen
15 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11)
16 Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 (SV; BSG 732.111.1)

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willigungsfrei war, fällt sie unter die Besitzstandsgarantie. Diese gilt grundsätzlich auch für Bauten 
und Anlagen im Strassenabstand, wobei das zuständige Gemeinwesen hier aus Gründen der Ver-
kehrssicherheit nötigenfalls sogar die Anpassung oder Beseitigung verlangen kann (vgl. Art. 84 
SG). Es ist daher nicht im prozessrechtlichen Sinn mutwillig, wenn der Beschwerdeführer eine 
baupolizeiliche Überprüfung der Mauer, die sich im Strassenabstand befindet, verlangt. Die Kos-
ten des Baupolizeiverfahrens können ihm deshalb nicht auferlegt werden. Die Beschwerde erweist 
sich somit in dieser Hinsicht als begründet.

4. Kosten

a) Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr von CHF 200.– 
bis 4000.– je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i. V. m. Art. 4 Abs. 2 GebV17). In Anwendung 
dieser Bestimmungen werden die Verfahrenskosten auf CHF 1000.– festgelegt. 

Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es 
sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die beson-
deren Umstände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben. Als unterliegend gilt, wer mit 
seinen Anträgen nicht durchdringt. Im vorliegenden Fall gilt keine Partei als vollständig obsiegend. 
Der Beschwerdeführer dringt mit seiner Beschwerde insoweit durch, als die Kostenverfügung der 
Gemeinde aufgehoben werden muss. Im Übrigen unterlieg er, weil auf seine Beschwerde nicht 
eingetreten werden kann. Es ist aber zu berücksichtigen, dass die Gemeinde zwar zu Recht der 
baupolizeilichen Anzeige des Beschwerdeführers nachgegangen ist und geprüft hat, ob ein un-
rechtmässiger Zustand besteht und ob die Wiederherstellung zu verfügen ist. Sie hat aber über-
sehen, dass dem Beschwerdeführer keine Parteistellung zukommt, weshalb er bloss ein Recht 
auf Auskunft über die Erledigung seiner Anzeige und keinen Anspruch auf eine anfechtbare Ver-
fügung hatte. Der Beschwerdeführer wurde durch die Rechtsmittelbelehrung verleitet, Be-
schwerde zu erheben. Unter Berücksichtigung des Fairnessprinzips und des Grundsatzes von 
Treu und Glauben sind darin besondere Umstände zu sehen, die es rechtfertigen, ausnahmsweise 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

b) Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Auf-
wand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Keine der Parteien war anwaltlich vertreten, womit keine Parteikos-
ten im Sinne des Gesetzes entstanden sind. Folglich sind keine solchen zu sprechen.

III. Entscheid

1. Soweit überhaupt auf die Beschwerde eingetreten werden kann, wird sie insoweit gutge-
heissen, als Ziffer 2 der Feststellungsverfügung des Gemeinderats Leissigen vom 22. No-
vember 2024 aufgehoben wird.

2. Verfahrenskosten werden keine erhoben.

3. Parteikosten werden keine gesprochen.

17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

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IV. Eröffnung

- Herrn C.________, eingeschrieben
- Frau D.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde Leissigen, eingeschrieben
- Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, zur Kenntnis, per Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine allfällige Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss einen An-
trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift ent-
halten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.