# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d23ceb38-a267-5aa0-866f-1a7858ec342b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 10.11.2014 ZSU.2014.155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2014-155_2014-11-10.pdf

## Full Text

2014 Zivilprozessrecht 335 

 

Erfordernis eines Schlichtungsverfahrens bei Klagen betreffend den 
Personenstand wird von einem Teil der Literatur allerdings kritisch 
hinterfragt: Der Umstand, dass diese Verfahren nicht durch gütliche 
Einigung erledigt werden könnten, habe nicht zur Folge, dass das 
Interesse an einer Vermittlung wegfalle, die zu einem der gericht-
lichen Genehmigung unterliegenden Vergleich führen könnte 
(Bohnet, in: Code de procédure civile commenté, Basel 2011, N. 6 zu 
Art. 198 ZPO; vgl. auch Honegger, ZPO-Komm., a.a.O., N. 9 zu Art. 
198 ZPO). Bezüglich der Unterhaltspflicht gegenüber Kindern kann 
in einem gerichtlichen Verfahren ein Vertrag abgeschlossen werden, 
welcher der Genehmigung durch das Gericht unterliegt (Art. 287 
Abs. 3 ZGB). Unterhaltsverträge können aber auch mit Genehmi-
gung der Kindesschutzbehörde für das Kind verbindlich abgeschlos-
sen werden (Art. 287 Abs. 1 ZGB). 

Ob und inwieweit es sich rechtfertigt, in Verfahren mit Offizial-
maxime von einem vorgängigen Schlichtungsverfahren abzusehen, 
ist demnach umstritten. Klare Anhaltspunkte dafür, dass nach Sinn 
und Zweck der auf die selbständigen Klagen betreffend Kinderunter-
halt anwendbaren Regeln vom insoweit klaren Wortlaut der Art. 197 
und 198 ZPO abzuweichen und von einem vorgängigen Schlich-
tungsverfahren abzusehen wäre, sind nicht ersichtlich. In Überein-
stimmung mit dem Gesetzeswortlaut und der überwiegenden Lehr-
meinung ist deshalb bei Klagen auf Kinderunterhalt vorgängig ein 
Schlichtungsverfahren durchzuführen. Die Berufung erweist sich 
somit in diesem Punkt als begründet. 

 

64 Art. 104 Abs. 1 und 2 ZPO 

Bei Entscheiden betreffend Sicherheitsleistung (Art. 99-101 ZPO) handelt 

es sich um prozessleitende Verfügungen und nicht um Zwischen-

entscheide i.S.v. Art. 237 ZPO, für welche gestützt auf Art. 104 Abs. 2 

ZPO die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Prozesskosten bereits vor 

dem Endentscheid verteilt werden könnten.  

336 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2014 

 

Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 10. November 

2014, i.S. A. gegen B. (ZSU.2014.155). 

Aus den Erwägungen 

2.4.1.1. 
Das Gericht entscheidet über die Prozesskosten in der Regel im 

Endentscheid (Art. 104 Abs. 1 ZPO). Bei einem Zwischenentscheid 
(Art. 237 ZPO) können bis zu diesem Zeitpunkt entstandene Prozess-
kosten verteilt werden (Art. 104 Abs. 2 ZPO). 

2.4.1.2. 
Die Vorinstanz hat den angefochtenen Entscheid unzutreffend 

als Zwischenentscheid bezeichnet. Bei Entscheiden betreffend Si-
cherheitsleistung (Art. 99-101 ZPO) handelt es sich um prozesslei-
tende Verfügungen (Sterchi, in: Berner Kommentar zur ZPO, Bd. I, 
Bern 2012,  N. 1 zu Art. 103 ZPO; Suter/von Holzen, in: Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO-Komm.], 2. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2013, N. 14 zu Art. 99 ZPO; Schmid, in: Kurz-
kommentar ZPO, 2. Aufl., Basel 2014, N. 1 zu Art. 103 ZPO) und 
nicht um Zwischenentscheide i.S.v. Art. 237 ZPO, für welche ge-
stützt auf Art. 104 Abs. 2 ZPO die bis zu diesem Zeitpunkt ent-
standenen Prozesskosten bereits vor dem Endentscheid verteilt wer-
den könnten. Bei prozessleitenden Verfügungen ist in Art. 104 ZPO 
kein Entscheid über die Prozesskosten vorgesehen, weshalb für sie 
keine separate Kosten- und Entschädigungsregelung getroffen wer-
den kann (Schmid, a.a.O., N. 4 zu Art. 104 ZPO; vgl. auch Suter/von 
Holzen, ZPO-Komm., a.a.O., N. 14 zu Art. 99 ZPO; a.M.: Rüegg, in: 
Basler Kommentar zur ZPO, 2. Aufl., Basel 2013, N. 4 zu Art. 100 
ZPO). Der durch das Begehren um Leistung einer Sicherheit verur-
sachte zusätzliche Aufwand ist beim Endentscheid zu berück-
sichtigen (Suter/von Holzen, ZPO-Komm., a.a.O., N. 14 zu Art. 99 
ZPO). 

 

2014 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht 337 

 

III. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht 

 

65 Art. 81 Abs. 1, Art. 82 und Art. 149 Abs. 2 SchKG 

Beruht die durch einen Pfändungsverlustschein ausgewiesene Forderung 

auf einem definitiven Rechtsöffnungstitel, kann gestützt auf den Pfän-

dungsverlustschein weder definitive noch provisorische Rechtsöffnung 

erteilt werden. 

Aus dem Entscheid  des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 25. Februar 

2014 i.S. Kanton A. et al. gegen A.M.R. (ZSU.2014.20). 

Aus den Erwägungen 

4. 
4.1. 
Gemäss der gesetzlichen Regelung ist für eine auf einem defini-

tiven Rechtsöffnungstitel beruhende Forderung definitive (Art. 81 
Abs. 1 SchKG) und für eine auf einem provisorischen Rechts-
öffnungstitel beruhende Forderung provisorische (Art. 82 SchKG) 
Rechtsöffnung zu erteilen. Ob definitive oder provisorische Rechts-
öffnung zu erteilen ist, ist als Rechtsfrage ohne Rücksicht auf die im 
Rechtsöffnungsbegehren beantragte Art der Rechtsöffnung von 
Amtes wegen zu entscheiden (Art. 57 ZPO; AGVE 2005 Nr. 5 S. 35; 
Staehelin, in: Staehelin/Bauer/Staehelin (Hrsg.), Basler Kommentar, 
Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, 
Art. 84 N. 38 ff.; Stücheli, Die Rechtsöffnung, Diss. 2000, S. 126). 
Die provisorische Rechtsöffnung unterscheidet sich von der defini-
tiven durch die Möglichkeit der Aberkennungsklage (Art. 83 Abs. 2 
SchKG), welche  für eine auf einem definitiven Rechtsöffnungstitel 
beruhende Forderung wegen der einer Neubeurteilung der Forderung 
entgegenstehenden Rechtskraft ausgeschlossen ist, sodass die für 
eine solche Forderung erteilte Rechtsöffnung von Gesetzes wegen