# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47289b68-d2b4-5e55-8187-591b6e46a389
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2020 C-6130/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6130-2017_2020-07-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-6130/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richterin Caroline Gehring, Richter Daniel Stufetti,    

Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

(Deutschland),   

vertreten durch Michael Gehring, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch;  

Verfügung der IVSTA vom 3. Oktober 2017. 

 

 

 

C-6130/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (…) 1969 geborene schweizerische Staatsangehörige A._______ 

(nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin) ist in Deutschland 

wohnhaft. Sie war vom 1. Mai 1995 bis im Oktober 2016 mit B._______ 

verheiratet und hat aus dieser Ehe Zwillingstöchter (geboren im Jahr 2000). 

Die Versicherte arbeitete als Psychiatriekrankenschwester auf einer Sta-

tion für suchtkranke Patientinnen und Patienten, wo sie sich am 14. Juni 

1991 bei der Blutentnahme bei einem suchtkranken Patienten, bei wel-

chem zu diesem Zeitpunkt eine chronische Hepatitis-C-Virus-Infektion be-

stand, eine Nadelstichverletzung zuzog. Bei diesem Vorfall wurde sie mit 

dem Hepatitis-C-Virus infiziert, was erstmals im Oktober 1994 nachgewie-

sen wurde (Akten gemäss Aktenverzeichnis der Vorinstanz [nachfolgend: 

IVSTA-act.] IVSTA-act. 12; 13, S. 2; 14; 20; 37; 69; 89). Zuletzt war die 

Versicherte vom 1. September 1994 bis 31. November 1995 in der psychi-

atrischen Klinik C._______ als Psychiatriekrankenschwester erwerbstätig 

(IVSTA-act. 6, S. 1; 13, S. 1; 19, S. 1; 20; 26; 37, S. 16; 103; 113) und hat 

zwischen 1987 und 1994 mit kurzen Unterbrüchen Beiträge an die schwei-

zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (IVSTA-

act. 26, S. 3; 166) geleistet. 

B.  

B.a Mit Verfügung vom 9. Juli 1999 sprach die D._______ Versicherung 

als Unfallversicherer der Versicherten eine Rente ab dem 1. Januar 1997 

bei einem Invaliditätsgrad vom 70 % zu (vgl. IVSTA-act. 156, S. 5). 

B.b Am 20. Januar 1997 meldete sich die Versicherte erstmals unter Hin-

weis auf ihren Unfall vom 14. Juni 1991 beim Amt für AHV und IV des Kan-

tons E._______ zum Leistungsbezug an (IVSTA-act. 26). Dieses überwies 

die Anmeldung der Versicherten am 14. April 1997 zuständigkeitshalber an 

die Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: 

IVSTA oder Vorinstanz; IVSTA-act. 7, S. 16 f.).  

B.c Mit Beschluss vom 18. Februar 1998 sprach die Vorinstanz der Versi-

cherten bei einem Invaliditätsgrad vom 70 % eine ganze Invalidenrente ab 

dem 21. November 1996 zu (IVSTA-act. 10). 

B.d Mit Verfügung vom 1. November 2001 hob die Vorinstanz den Renten-

anspruch der Versicherten per 1. Januar 2002 auf (IVSTA-act. 43) . Die 

dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten wurde mit Urteil vom 

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Seite 3 

22. Januar 2003 der Eidgenössischen Rekurskommission der Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenversicherung für die im Ausland wohnenden 

Personen gutgeheissen und die Sache zur Neuabklärung an die Vorinstanz 

zurückgewiesen (IVSTA-act. 52).  

B.e In Nachachtung des Urteils der Eidgenössischen Rekurskommission 

und nach Einholung weiterer medizinischer und erwerblicher Unterlagen 

sprach die IVSTA der Versicherten mit Verfügung vom 6. April 2004 eine 

Viertelsrente ab dem 1. Juni 2002 zu (IVSTA-act. 76),  

B.f Im Rahmen von Rentenrevisionen und mit Mitteilungen vom 15. No-

vember 2004 (IVSTA-act. 88), vom 18. Dezember 2008 (IVSTA-act. 105), 

vom 22. Februar 2013 (IVSTA-act. 127) und vom 13. September 2017 (IV-

STA-act. 142) hielt die Vorinstanz jeweils fest, dass die Überprüfung des 

Invaliditätsgrades keine anspruchsbeeinflussende Änderung ergeben 

habe und weiterhin Anspruch auf die bisherigen Geldleistungen bestehe.  

B.g Unter Bezugnahme auf die Verfügung der Vorinstanz verfügte die 

D._______ Versicherung am 22. Juni 2005 (IVSTA-act. 89) über die Aus-

richtung ihrer Leistungen hinsichtlich der von der Vorinstanz festgestellten 

Invaliditätsgrade (45 % ab 29. Dezember 1998 sowie 41 % ab 1. Januar 

2004).  

C.  

C.a Im Herbst 2015 erteilte die D._______ Versicherung die Kostengut-

sprache zur Durchführung einer medikamentösen Therapie zur Behand-

lung der Hepatitis-C Erkrankung (IVSTA-act. 156, S. 5). Die 12-wöchige 

Harvoni-Therapie fand von November 2015 bis Februar 2016 statt (IVSTA-

act. 138; 143; 161. S. 10; 162).  

C.b Mit Vorbescheid vom 6. März 2017 stellte die IVSTA der Versicherten 

in Aussicht, dass ab dem 26. September 2016 keine dauerhafte invalidisie-

rende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und somit kein Anspruch mehr 

auf eine Rente bestehe (IVSTA-act. 155). Zur Begründung führte die Vo-

rinstanz im Wesentlich aus, dass eine Besserung des Gesundheitszustan-

des der Versicherten infolge der Harvoni-Therapie (Virussuppression) ein-

getreten sei.  

C.c Mit Schreiben vom 16. März 2017 erhob die anwaltlich vertretene Ver-

sicherte Einwand gegen den Vorbescheid (IVSTA-act. 158) und stellte ein 

Gesuch um Akteneinsicht (IVSTA-act. 158). Mit Schreiben vom 11. April 

2017 liess die Versicherte zur Begründung ihres Einwands insbesondere 

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geltend machen, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne Untersu-

chung der Versicherten festgestellt worden sei und zu den psychischen 

Folgen der Hepatitiserkrankung keinerlei medizinische Abklärungsergeb-

nisse vorliegen würden (IVSTA-act. 161). Die Versicherte liess der Vo-

rinstanz zudem einen Arztbericht von F._______, Facharzt für Innere Me-

dizin, Hämatologie und Internistische Onkologie, vom 10. März 2017 (IV-

STA-act. 162) zukommen.  

C.d Die IVSTA stellte den Einwand der Versicherten sowie den Arztbericht 

vom 10. März 2017 dem regionalen ärztlichen Dienst (nachfolgend: RAD) 

zur Stellungnahme zu. Dr. G._______ hielt am 17. Juli 2017 (IVSTA-

act. 165) sowie am 11. September 2017 (IVSTA-act. 172) im Wesentlichen 

fest, dass eine medizinische Auswirkung durch die Viruselimination objek-

tiv nicht mehr nachzuweisen sei. Die volle Arbeitsfähigkeit sei daher mit 

hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten. Die Behandlungen seien vollständig 

abgeschlossen, es bestünden lediglich Notwendigkeiten im Rahmen der 

medizinischen Vorsorge, die zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

führen könnten. 

C.e Am 26. Juli 2017 bestätigte die IVSTA – unter Neuberechnung der 

Rente infolge Ehescheidung – die bisherigen Ansprüche der Versicherten 

auf eine Viertelsrente (IVSTA-act. 167).  

C.f Mit Verfügung vom 3. Oktober 2017 hob die Vorinstanz die Invaliden-

rente per 1. Dezember 2017 auf (IVSTA-act. 174), da bei der Versicherten 

keine dauerhafte invalidisierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr 

bestehe. Sie ging insbesondere davon aus, dass die medizinische Auswir-

kung durch die Viruselimination nicht mehr bestehe und eine allfällige psy-

chiatrische Einschränkung gar nie ausgewiesen gewesen sei.  

D.  

D.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechts-

anwalt Michael Gehring, am 27. Oktober 2017 Beschwerde am Bundes-

verwaltungsgericht (Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: BVGer-

act.] 1) und liess beantragen, es sei die Verfügung vom 3. Oktober 2017 

aufzuheben und ihr unverändert eine Invalidenrente auszurichten. Eventu-

aliter solle die Verfügung aufgehoben und die Vorinstanz zur Durchführung 

eines detaillierten medizinischen und psychiatrischen Sachverständigen-

gutachtens verpflichtet werden, wonach diese anschliessend neu zu ent-

scheiden habe, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vo-

rinstanz. Zur Begründung wurde im Wesentlich ausgeführt, es liege keine 

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Seite 5 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin 

und damit eine Veränderung der Arbeitsfähigkeit vor. In prozessualer Hin-

sicht wurde die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung sowie die 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde bean-

tragt. 

D.b Mit Zwischenverfügung vom 8. November 2017 wurde der Versicher-

ten die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gewährt (BVGer-

act. 3).  

D.c Mit Vernehmlassung vom 4. Dezember 2017 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Ver-

fügung (BVGer-act. 6). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, 

dass sie sich zu den anwaltlichen Vorbringungen im Rahmen des Abklä-

rungsverfahrens bereits mit Vorbescheid vom 6. März 2017 (IVSTA-

act. 155), mit Beschluss vom 27. September 2017 (IVSTA-act. 173) und 

zuletzt mit Verfügung vom 3. Oktober 2017 (IVSTA-act. 174), gestützt auf 

die fachärztlichen Stellungsnahmen des RAD Rhône vom 11. September 

2017 (IVSTA-act. 172), vom 17. Juli 2017 (IVSTA-act. 165), vom 4. Januar 

2017 (IVSTA-act. 151) und vom 7. September 2016 (IVSTA-act. 141) wie-

derholt geäussert habe und darauf verwiesen werden könne.  

D.d Mit Zwischenverfügung vom 14. Mai 2018 wurde das Gesuch um Wie-

derherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen (BVGer-act. 8). 

D.e Mit Replik vom 13. Juli 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen unverändert fest und beantragte ergänzend in prozessualer Sicht, 

die Stellungnahmen des RAD vom 11. September 2017 (IVSTA-act. 172) 

und vom 17. Juli 2017 (IVSTA-act. 165) seien aus dem Recht zu weisen; 

eventualiter sei ihr vollumfänglich Akteneinsicht sowie das Recht auf Be-

schwerdeergänzung zu gewähren (BVGer-act. 12).  

D.f Mit unaufgeforderter Eingabe vom 26. September 2018 (BVGer-

act. 13) stellte die Versicherte eine weitere ärztliche Stellungnahme von 

F._______ vom 15. August 2018 zu (Beilage 17 zu BVGer-act. 1). Aus die-

ser ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin zunehmend unter neuro-

kognitiven Störungen in Form von Konzentrationsstörungen und Störungen 

insbesondere des Kurzzeitgedächtnisses leide. Darüber hinaus bestehe 

eine anhaltende physische und psychische Erschöpfbarkeit mit deutlich re-

duzierter körperlicher Belastbarkeit und depressiven Symptomen. 

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D.g Mit Spontaneingabe vom 19. Oktober 2018 stellte die Versicherte 

(BVGer-act. 15) eine fachärztliche Bescheinigung von Dr. H._______, 

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie / Psychotherapie, vom 16. Oktober 

2018 (Beilage 18 zu BVGer-act. 1, S. 3) sowie eine persönliche Stellung-

nahme (Beilage 19 zu BVGer-act. 1) zu.  

D.h Mit Duplik vom 21. November 2018 hielt die Vorinstanz unverändert an 

ihren Anträgen fest (BVGer-act. 17). Ergänzend führte sie aus, dass der 

Beschwerdeführerin auf eigenes Begehren nach Erlass des Vorbescheides 

vollumfängliche Akteneinsicht gewährt worden sei und gestützt darauf der 

ergänzende Einwand vom 11. April 2017 (IVSTA-act. 161) mit einem neuen 

Arztbericht von Facharzt F._______ vom 10. März 2017 (IVSTA-act. 162) 

erfolgt sei. In der Stellungnahme vom 17. Juli 2017 (IVSTA-act. 165) habe 

sich der RAD mit der anwaltlichen Argumentation auseinandergesetzt, 

während der Bericht vom 11. September 2017 (IVSTA-act. 171) den ergän-

zenden Arztbericht zum Gegenstand gehabt habe. Es treffe hingegen zu, 

dass der Beschwerdeführerin die beiden Stellungnahmen des RAD nicht 

vorgelegen hätten. Im Weiteren seien die im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens neu eingebrachten Arztberichte erneut dem RAD zur Stellung-

nahme unterbreitet worden. Auf diese beiden Berichte vom 13. November 

2018 und 16. Oktober 2018 werde explizit verwiesen. Gemäss diesen 

könne festgehalten werden, dass weiterhin eine wesentliche Besserung 

des Gesundheitszustandes eingetreten sei, welche es der Versicherten ab 

dem 1. Februar 2016 wieder erlaube, ihrer bisherigen Tätigkeit «als Pfle-

gepersonal» vollschichtig nachzugehen. 

D.i Mit Zwischenverfügung vom 27. November 2018 schloss die Instrukti-

onsrichterin den Schriftenwechsel – vorbehältlich weiterer Instruktions-

massnahmen – ab (BVGer-act. 18). 

E. Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht rich-

tet sich grundsätzlich nach dem VwVG (Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben 

gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG 

(SR 830.1). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen 

Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb sie zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; Art. 59 ATSG [SR 

830.1]). Nachdem die unentgeltliche Rechtspflege am 8. November 2017 

gewährt wurde (BVGer-act. 3), ist auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde vom 27. Oktober 2017 einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 3. Oktober 2017 (IVSTA-act. 174), mit der die Vorinstanz 

die bisher ausgerichtete Viertelsrente der Beschwerdeführerin revisions-

weise ab dem 1. Dezember 2017 aufgehoben hat. Streitig und zu prüfen 

ist, ob die Beschwerdeführerin auch ab 1. Dezember 2017 weiterhin An-

spruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat. 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 3. Oktober 2017) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein. Immerhin sind indes Tatsachen, die sich erst später 

verwirklichen, soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand 

in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung 

im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362 

E. 1b; Urteil des BGer 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1). 

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Seite 8 

3.3 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern 

das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 

Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr-

scheinlichste würdigen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6, 126 V 353 

E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Der Sozialversicherungsträger als 

verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tat-

sache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind (Urteil des BGer 8C_494/2013 vom 22. April 2014 E. 5.4.1, 

n. publ. in: BGE 140 V 220).  

3.4 Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Ge-

richt von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen 

nicht uneingeschränkt. Zum einen findet er sein Korrelat in den Mitwir-

kungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, 

je mit Hinweisen); zum anderen umfasst die behördliche und richterliche 

Abklärungspflicht nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet 

oder verlangt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des 

streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sach-

verhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es ab-

hängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist 

(vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 43 und 

273). In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversiche-

rungsgerichte zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veran-

lassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 

117 V 282 E. 4a mit Hinweis; Urteil des BGer 8C_843/2016 vom 8. März 

2017 E. 2; zum Ganzen auch BGE 144 V 427 E. 3.2). 

3.5 Die Beschwerdeführerin ist schweizerische Staatsbürgerin. Aufgrund 

ihres Wohnsitzes in Deutschland besteht in räumlicher Hinsicht ein inter-

nationaler Sachverhalt mit Bezug zur EU, weshalb das am 1. Juni 2002 in 

Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft 

und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 

0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung 

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der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbeson-

dere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen 

(EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 

0.831.109.268.11), zu beachten sind. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch 

die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 

1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

16. Januar 2013 E. 4). 

3.6 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). 

Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 3. Oktober 2017 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-

schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die 

aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche 

von Belang sind. 

4.  

Die Beschwerdeführerin macht zunächst in formeller Hinsicht und bezüg-

lich des vorinstanzlichen Verfahrens eine Verletzung des Anspruchs auf ein 

faires Verfahren und des rechtlichen Gehörs geltend. 

4.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 42 Abs. 1 ATSG haben Parteien 

Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 29 VwVG). Das rechtliche 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein per-

sönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, 

welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbe-

sondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifen-

den Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, 

Einsicht in Akten zu nehmen (vgl. dazu Art. 47 ATSG und Art. 26 VwVG), 

mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 

wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-

weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-

einflussen. Ebenso folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör die 

grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (132 V 

368 E. 3.1, BGE 134 I 83 E. 4.1, BGE 133 III 439 E. 3.3). Gemäss Art. 42 

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ATSG müssen die Parteien jedoch nicht angehört werden vor Verfügungen, 

die durch Einsprache anfechtbar sind. Spätestens im Einspracheverfahren 

hat die Verwaltung aber die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Ge-

hörs zu wahren und folglich der versicherten Person oder ihrem Vertreter 

Einsicht in die Akten zu gewähren, auf deren Grundlage sie den Ein-

spracheentscheid abstützt (BGE 132 V 389 E. 4.1 mit Hinweis). Zur effek-

tiven Gewährleistung des Anspruchs auf Akteneinsicht ist folglich auch er-

forderlich, dass die Behörde unaufgefordert mitteilt, wenn sie Akten bei-

zieht oder neue Akten erstellt (vgl. BGE 132 V 389; UELI KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 42 N 20 sowie Art. 47 N 48 mit Hinweisen).  

4.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grundsätz-

lich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst 

zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 132 V 387 E. 5.1; 

WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 29 Rz. 

106). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-

gende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gel-

ten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Be-

schwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts-

lage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Von einer Rückwei-

sung der Sache an die Verwaltung kann indes auch bei einer schwerwie-

genden Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden, wenn und 

soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu 

unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleich-

gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beur-

teilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 

136 V 117 E. 4.2.2.2 S. 126 f.; 126 V 130 E. 2b; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 

E. 4.2).  

4.3 Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin nach Erhalt 

des Vorbescheids trotz eines entsprechenden Gesuchs an die Vorinstanz 

keine vollständige Akteneinsicht erhalten hat. So wurden ihr die im Nach-

gang zum Vorbescheid eingeholten ärztlichen Stellungnahmen des RAD 

vom 11. September 2017 (IVSTA-act. 172) und vom 17. Juli 2017 (IVSTA-

act. 165) nicht zur Kenntnis gebracht wurden, obschon diese Entschei-

dungsgrundlage für die angefochtene Verfügung der Vorinstanz bildeten 

(BVGer-act. 1, S. 12; 6, S. 2). Die Vorinstanz bestätigt denn auch in ihrer 

Duplik eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (BVGer-act. 17). Wie nach-

folgend (E. 8 f.) darzulegen ist, ist die Streitsache vorliegend auch aus ma-

teriell-rechtlichen Gründen aufzuheben. Eine blosse Rückweisung an die 

C-6130/2017 

Seite 11 

IVSTA zur Gewährung des rechtlichen Gehörs würde zu einem formalisti-

schen Leerlauf führen und stünde darüber hinaus auch im Widerspruch 

zum klar zum Ausdruck gebrachten Interesse der Beschwerdeführerin an 

einer zeitnahen und umfassenden Abklärung des medizinischen Sachver-

halts. 

5.  

Wie nachfolgend darzulegen ist, ist die Streitsache aus materiellen Grün-

den zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zunächst 

sind im Folgenden die gesetzlichen Grundlagen sowie die massgebenden 

Grundsätze der Rechtsprechung darzulegen. 

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

5.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von 

Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich 

eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems 

abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 141 V 281 E. 2.1; 130 

V 396). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 

ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je-

dem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähig-

keit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio-

logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem 

weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der 

C-6130/2017 

Seite 12 

versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits-

fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft 

tragbar ist (BGE 141 V 281 E. 3.7; 136 V 279 E. 3.2.1; 127 V 294 E. 4c; 

vgl. Urteil des BGer 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1). 

5.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-

telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-

nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-

rente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad 

von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die 

ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz 

haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende 

Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für 

Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern 

sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG] 

883/2004; BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1). 

5.4 Die Bemessung der Invalidität erfolgt bei erwerbstätigen Versicherten 

in der Regel nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG), bei nichterwerbstätigen Versicherten durch einen Be-

tätigungsvergleich nach der spezifischen Methode (Art. 28a Abs. 2 IVG 

i.V.m. Art. 27 IVV [SR 831.201]) und bei teilerwerbstätigen Versicherten mit 

einem Aufgabenbereich nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 

IVG und Art. 27bis IVV i.V.m. Art. 28a Abs. 1 und 2 IVG; Art. 16 ATSG und 

Art. 27 IVV). 

5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 

C-6130/2017 

Seite 13 

5.5.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin 

oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) 

und ob der Arzt oder die Ärztin über die notwendigen fachlichen Qualifika-

tionen verfügt (Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1). 

5.5.2 Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der 

IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie 

Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztli-

che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. 

Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 

vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit 

Hinweisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). 

5.5.3 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-

liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 

der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-

ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 

E. 3.3.2). Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten 

C-6130/2017 

Seite 14 

abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in 

Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, 

sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigen-

ständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abge-

stellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfah-

ren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). 

5.5.4 Geht es um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein da-

mit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 

E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 

143 V 409), sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte In-

dikatoren beachtlich, die – unter Berücksichtigung leistungshindernder 

äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 

(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leis-

tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 - 3.6 und 4.1; 

143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung und damit erste Vorausset-

zung bildet eine psychiatrische, lege artis gestellte Diagnose (vgl. BGE 141 

V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Die für die Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das Bundesgericht wie folgt sys-

tematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schwere-

grad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädigung» (Ausprägung 

der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und Ein-

gliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), «Persönlich-

keit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische 

Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kategorie 

«Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Faktoren 

gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichba-

ren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliederungs-

anamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2). 

5.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-

tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-

such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-

ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 86ter ff. IVV).  

5.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-

sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 

nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-

dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 

(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 

C-6130/2017 

Seite 15 

des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 

haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 

Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund 

ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 

Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 

Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3, 130 V 343 E. 3.5). 

Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich 

relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose 

eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Um-

stände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2). Liegt eine 

erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung 

des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsa-

chenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen 

zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3; 117 V 198 E. 4b; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 

E. 1.1). Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli-

chen unverändert gebliebenen Sachverhaltes, namentlich des Gesund-

heitsschadens oder auch der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit, 

unerheblich (BGE 112 V 371 E. 2b m.H.; Sozialversicherung Rechtspre-

chung [SVR] 2006 IV Nr. 45 E. 2; 2004 IV Nr. 5 E. 3.3, 3.4; 1996 IV Nr. 70 

E. 3a; UELI KIESER, a.a.O., Art. 17 N. 31). Auch eine neue Verwaltungs- 

oder Gerichtspraxis rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des laufenden 

Rentenanspruchs zum Nachteil der versicherten Person (BGE 135 V 201 

E. 6.1.1 m.H., u.a. auf BGE 115 V 308 E. 4a/dd).  

5.6.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich 

im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Ände-

rung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt 

an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie vo-

raussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksich-

tigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ange-

dauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 

IVV). Bei Versicherten, welche die Leistung weder unrechtmässig erwirkt 

noch die Meldepflicht verletzt haben, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhe-

bung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung 

der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 IVV). 

5.6.3 Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Än-

derung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhal-

tes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten 

C-6130/2017 

Seite 16 

rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren-

tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi-

gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten 

für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-

standes) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfü-

gung; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und 

prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Unter einer Sachverhalts-

abklärung im Sinne von BGE 133 V 108 muss eine Abklärung verstanden 

werden, die – wenn sie inhaltlich zu einem anderen Ergebnis führt – geeig-

net ist, eine Rentenerhöhung, -herabsetzung oder -aufhebung zu begrün-

den (Urteil des BGer 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 6.2). 

5.6.4 Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt 

durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zu-

stands. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer ent-

scheidungserheblichen Differenz in den medizinischen Unterlagen zu ent-

nehmenden Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen 

Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt 

der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur ent-

scheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der 

Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines 

zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich da-

von ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Ände-

rung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet voll-

ständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, 

die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung be-

weisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen 

Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Ein-

schätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive 

Veränderung des Gesundheitszustands stattgefunden hat. Vorbehalten 

bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Ver-

hältnisse sich verändert haben. Wegen des vergleichenden Charakters des 

revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche 

faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzu-

grenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die Verände-

rung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in 

ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. 

Eine verlässliche Abgrenzung der tatsächlich eingetretenen von der nur 

angenommenen Veränderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht 

erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. 

C-6130/2017 

Seite 17 

Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tat-

sächliche Änderung ist hingegen genügend untermauert, wenn die ärztli-

chen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in 

der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer 

neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrads 

der Störungen geführt haben (Urteil des BGer 9C_143/2017 vom 7. Juni 

2017 E. 4.1 m.H.). 

5.7 Rechtsprechungsgemäss entfaltet die Invaliditätsbemessung der Inva-

lidenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswir-

kung (BGE 131 V 362). Dasselbe gilt auch im umgekehrten Verhältnis 

(BGE 133 V 549). Bei gleichem Gesundheitsschaden soll aber die Invalidi-

tätsbemessung in der Invalidenversicherung, der obligatorischen Unfallver-

sicherung und in der Militärversicherung denselben Invaliditätsgrad erge-

ben (BGE 126 V 288 E. 2a mit Hinweisen). Die daraus abgeleitete Koordi-

nation der Invaliditätsbemessung in diesen Sozialversicherungszweigen-

verfolgt das Ziel, unterschiedliche Festlegungen des Invaliditätsgrades zu 

vermeiden, was der Rechtssicherheit dient und damit sowohl im Interesse 

der Versicherer als auch der betroffenen Bürger liegt (BGE 131 V 120 

E. 3.3.3). Diese Zielsetzung wird indessen durch BGE 126 V 288 insofern 

relativiert, als festgehalten wird, dass die IV-Stellen und die Unfallversiche-

rer die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbstständig vorzu-

nehmen haben. Keinesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung 

mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrades des Unfallversicherers 

oder der IV-Stelle begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1). 

6.  

Für die im Hinblick auf eine Rentenrevision gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG 

zu beurteilende Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

vom 3. Oktober 2017 (IVSTA-act. 174) eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades eingetreten ist, hat die Vorinstanz als Vergleichsba-

sis die Verhältnisse im Zeitpunkt der ursprünglichen Zusprache der Vier-

telsrente mit Verfügung vom 6. April 2004 (IVSTA-act. 76) herangezogen. 

Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten und ist auch mit Blick 

in die Akten nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des BGer 9C_213/2015 vom 

5. November 2015 E. 4.3). Insbesondere bildet auch die rechtskräftige Ver-

fügung vom 26. Juli 2017 (IVSTA-act. 167), mit welcher der Anspruch der 

Versicherten auf eine Viertelsrente bestätigt wurde, keinen Vergleichszeit-

punkt, erfolgte diese ausschliesslich aufgrund der Scheidung der Versi-

cherten im Oktober 2016 (vgl. IVSTA-act. 166). 

C-6130/2017 

Seite 18 

7.  

7.1 Der als Vergleichszeitpunkt massgeblichen Verfügung vom 6. April 

2004 (IVSTA-act. 76) lagen infolge des Urteils der Eidgenössischen Re-

kurskommission vom 22. Januar 2003 (IVSTA-act. 52) insbesondere das 

fachpsychiatrische Gutachten von Dr. I._______ vom 5. Januar 2004 (IV-

STA-act. 69, S. 1 ff.), das internistische Gutachten von Dr. J._______ vom 

14. Januar 2004 (IVSTA-act. 69, S. 15 ff.) sowie der RAD-Bericht von 

Dr. K._______ vom 25. Februar 2004 (IVSTA-act. 73, S. 1) zugrunde. 

Diese medizinischen Dokumente sind nachfolgend zusammengefasst wie-

derzugeben: 

– In seinem fachpsychiatrischen Gutachten vom 14. Januar 2004 (IVSTA-

act. 69, S. 1 ff.) zuhanden der Bundesversicherungsanstalt diagnostizierte 

Dr. med. I._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine akute 

Belastungsstörung (F43.0). Die Versicherte zeige hingegen keine Hinweise 

auf eine depressive oder ängstliche Störung. Die angegebene Antriebsminde-

rung sei auf die körperliche Erkrankung (Hepatitis) zurückzuführen. Die Fort-

setzung der Berentung aufgrund einer psychischen Störung sei aus fachpsy-

chiatrischer und neurologischer Sicht nicht zu befürworten. Aus psychiatri-

scher Sicht, abgesehen von der körperlichen Schwäche im Rahmen der He-

patitis-Erkrankung, sei sie nicht gravierend eingeschränkt und könne in Voll-

zeit eingesetzt werden. Es liege zudem keine Störung vor, die zu einer Ein-

schränkung der Arbeitsschwere, der Arbeitshaltung oder der Arbeitsorganisa-

tion führen könne.  

– Dr. med. J._______ führte in seinem internistischen Gutachten vom 24. Ja-

nuar 2004 (IVSTA-act. 69, S. 15 ff.) zuhanden der Bundesversicherungsan-

stalt für Angestellte aus, dass eine chronische Hepatitis C zu diagnostizieren 

sei. Zum Zeitpunkt der Untersuchung gebe die Untersuchte subjektive Be-

schwerden wie Druckgefühl im rechten Oberbauch, wiederholte Übelkeitsatta-

cken, Appetitminderung, verminderte Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen 

und intermittierendes Hautjucken an. Diese Symptome würden durchaus mit 

einer chronischen (persistierenden) Hepatitis (C) korrelieren, seien allerdings 

subjektiv und nicht objektivierbar. Die objektivierbaren Laborparameter wür-

den zeigen, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung bei der Versicherten keine 

Entzündungsaktivität der chronischen Hepatitis C vorliege. Allerdings weise 

dies nicht darauf hin, dass eine dauerhafte Viruselimination gelungen sei be-

ziehungsweise vorliegen würde. Sonographisch zeige die Leber eine etwas 

vergroberte Struktur, allerdings keine Veränderungen im Sinne einer Leberzir-

rhose. Die Arbeitsfähigkeit liege bei drei bis sechs Stunden täglich, wobei 

C-6130/2017 

Seite 19 

keine spezifische medikamentöse Therapie erfolge. Es erscheine aus augen-

blicklicher Sicht möglich, dass die Untersuchte nach Ablauf der Zeitrente er-

neut einen Arbeitsversuch sowohl als Psychiatrieschwester als auch in Ver-

weisungstätigkeiten durchführen könne. Sollte durch diesen Arbeitsversuch 

erneut ein rascher Transaminasenanstieg objektivierbar sein, möglicherweise 

einhergehend mit einer wieder auftretenden deutlichen Erschöpfung, solle der 

Untersuchten dann eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Dauer gewährt werden. 

– Dr.med. K._______ des ärztlichen Dienstes der Vorinstanz hielt in seiner Stel-

lungnahme vom 25. Februar 2004 (IVSTA-act. 73, S. 1) fest, dass die Versi-

cherte gemäss dem psychiatrischen Gutachten auch im erlernten Beruf als 

Psychiatrieschwester voll arbeitsfähig sei und gemäss Internist die Hepatitis C 

nur noch wenig relevant sei. Möglicherweise bestehe aber eine erhöhte Ermü-

dbarkeit, weswegen eine Arbeitsfähigkeit von 3 bis 6 Stunden in der Tätigkeit 

als Psychiatrieschwester bestehe. Die Arbeitsunfähigkeit liege in der ange-

stammten Tätigkeit somit bei 100 % ab 29. Dezember 1998 sowie bei 50 % 

ab Januar 2004. In einer Verweistätigkeit liege diese bei 25 % ab 29. Dezem-

ber 1998 sowie 20 % ab Januar 2004. 

7.2 Im Rahmen des Revisionsverfahrens im Jahr 2008 (vgl. IVSTA-act. 91) 

gelangten weitere medizinische Unterlagen zu den Akten:  

– Dem ärztlichen Attest von Dr. med. L._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, 

vom 18. September 2008 (IVSTA-act. 98) ist die Diagnose einer chronischen 

Virushepatitis C mit Infektiosität zu entnehmen. Der Zustand der Versicherten 

sei seit 2002 unverändert. Dreimalige Versuche der Therapie mit Interferon 

und Ribavirin seien erfolglos geblieben. Begleitend befände sie sich nach wie 

vor in der Behandlung der Hepatitisambulanz der Uniklinik M._______. Mit ei-

ner Änderung dieses Zustandes sei nicht zu rechnen.  

– Dr. N._______, Psychiater, hielt in seinem Gutachten zuhanden der Bundes-

versicherung für Angestellte vom 16. Oktober 2008 fest (IVSTA-act. 101), dass 

bei der Versicherten eine diskrete reaktive depressive Belastung (F33.0 G) 

sowie eine chronische Virushepatitis C bestünden. Insgesamt sei die Versi-

cherte nach derzeit möglicher psychiatrischer Kenntnisnahme und rein psy-

chiatrischer Beurteilung aber in der Lage, regelmässig in hinreichender Zeit-

ausdehnung konkurrierend am Arbeitsleben teilzunehmen, um ihren Lebens-

unterhalt eigenständig abzusichern. Insbesondere wenn Arbeitsbereiche ge-

wählt würden, welche eine ruhigere und gleichmässigere Arbeitsanstrengung 

garantieren, keine besondere Tempoarbeit verlangen und vermehrte Pausen 

zusichern. Wirklich vermieden werden sollten aber rein aus psychiatrischer 

C-6130/2017 

Seite 20 

Sicht Arbeiten etwa im direkt pflegerischen Bereich, weil hier die höchstver-

mutlich stets drohende Revitalisierung von belastenden Erinnerungen desta-

bilisierend wirke. 

– Der RAD-Arzt, Dr. O._______, Facharzt für Allgemein Medizin FMH, hielt in 

seiner Stellungnahme vom 15. Dezember 2008 zuhanden der IVSTA fest (IV-

STA-act. 104), dass der Gesundheitszustand der Versicherten unverändert 

bleibe. Die chronische infektiöse Hepatitis C bleibe unbehandelt und weise 

glücklicherweise keine Komplikationen auf. Aus psychiatrischer Sicht werde 

darauf hingewiesen, dass eine medikamentöse Behandlung fehle. Es bestehe 

eine wiederkehrende depressive Erkrankung, aktuelle leichte Episode 

(F 33.0). Die Arbeitsfähigkeit könne in der Pflegetätigkeit voll ausgeschöpft 

werden, wobei keine Nachtarbeit empfohlen werde.  

7.3 Im Jahr 2012 führte die Vorinstanz erneut ein Revisionsverfahren durch 

(vgl. IVSTA-act. 110). Es fanden folgende medizinische Unterlagen Ein-

gang in die Akten:  

– Aus dem ärztlichen Attest von Dr. L._______ vom 24. August 2012 (IVSTA-

act. 111) geht hervor, dass die Viruslast mit 412000 erfreulich gering sei und 

sich keine Zeichen einer Fibrose finden würden, so dass man bei gutem All-

gemeinzustand der Versicherten nach wie vor auf die Durchführung einer 

Triple-Therapie verzichte, zumal bereits zwei Therapieversuche mit Interferon 

und lnterferon/Ribavirin nicht erfolgreich und von heftigen Nebenwirkungen 

begleitet gewesen seien. Trotz des guten Allgemeinzustandes lasse sich das 

Vorhandensein der chronischen, infektiösen Virushepatitis C nicht wegdisku-

tieren, was den Alltag der Versicherten täglich mit beeinflusse. 

– Der RAD-Arzt Dr. O._______ stellte am 2. Oktober 2012 fest (IVSTA-act. 114), 

dass die Laborwerte für Hepatitis C seit etwa zwei Jahren stabil oder sogar 

leicht verbessert seien. Der Gesundheitszustand habe sich seit der letzten 

Überprüfung verbessert; insbesondere gäbe es keine Müdigkeit mehr und es 

bestehe keine Notwendigkeit für eine wesentliche Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit. Die Versicherte sei ab dem 24. August 2012 wieder zu 100 % ar-

beitsfähig.  

– In seiner Bescheinigung vom 13. Januar 2013 diagnostizierte F._______, 

Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie, eine 

chronische hoch replikative Hepatitis C, Genotyp 1 a/b mit ausgeprägtem 

krankheitsbedingtem und therapieassoziiertem psychovegetativem Erschöp-

C-6130/2017 

Seite 21 

fungssyndrom sowie Hepatitis-assoziiert Arthralgien (IVSTA-act. 121). Im Ver-

laufe der Erkrankung habe sich keinerlei Verbesserung der die Minderung der 

Erwerbs-/Arbeitsfähigkeit begründeten Krankheitssymptome eingestellt. Dies 

liege selbstbegründet in der Natur der chronisch fortschreitenden Krankheit 

ohne Aussicht auf spontane Heilung. Es sei im Verlaufe der Erkrankung eher 

von der Gefahr einer längerfristigen Verschlechterung der Krankheitssymp-

tome auszugehen, weshalb auch regelmässige Verlaufskontrollen der Erkran-

kung erfolgten. Die Bemühungen, die Minderung der Erwerbs-/Arbeitsfähigkeit 

herabzusetzen, seien aus ärztlicher Sicht absolut unbegründet und nicht nach-

vollziehbar. 

– Dr. L._______ führt in seinem ärztlichen Attest vom 7. Januar 2013 aus (IV-

STA-act. 122), dass sich an der gesundheitlichen Verfassung der Beschwer-

deführerin nichts geändert habe. Sie leide unter einer chronisch aktiven, infek-

tiösen Hepatitis C, habe zwei erfolglose, erheblich nebenwirkungsbehaftete 

Therapieversuche hinter sich und sei in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit 

dauerhaft eingeschränkt. Verbunden mit dieser chronischen Erkrankung seien 

schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche und nicht zuletzt Inappetenz 

mit Völlegefühl und latenter Übelkeit. Die Erfolgsaussicht eines erneuten The-

rapieversuchs nach aktuellem Standard betrage maximal 30 %. Da die Virus-

last zuletzt vergleichsweise niedrig und der Fibrosescore negativ gewesen 

seien, habe man bislang auf eine erneute sehr belastende Chemotherapie 

verzichtet. Angesichts dieser im Vergleich zur Situation vor 14 Jahren vollkom-

men unveränderten Situation habe sich sicher auch nichts an dem bereits fest-

gestellten Grad der Behinderung verändert. 

– Der RAD-Arzt Dr. O._______ hielt aufgrund der vorgelegten Unterlagen mit 

Stellungnahme vom 18. Februar 2013 (IVSTA-act. 126) fest, dass sich eine 

Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nicht be-

stätigt habe und dieser im Vergleich zur letzten Revision 2008 unverändert 

geblieben sei.  

7.4 Im Revisionsverfahren im Jahr 2016 (vgl. IVSTA-act. 130) wurden nach-

folgende Arztberichte eingeholt:  

– Dem Bericht von F._______ vom 8. Juni 2016 (IVSTA-act. 138) ist zu entneh-

men, dass aufgrund der bestehenden, mit Interferon vortherapierten chroni-

schen replikativen Hepatitis C, Genotyp 1 a/b, ohne Zeichen einer höhergra-

digen Leberschädigung im Zeitraum von November 2015 bis Februar 2017 

gemäss den einschlägigen Leitlinien eine Kombinationstherapie mit Sofosbu-

vir und Ledipasvir (Harvoni) während 12 Wochen durchgeführt worden sei. Im 

C-6130/2017 

Seite 22 

Rahmen der Verlaufskontrolle (14 Wochen nach Beendigung der Behandlung) 

sei weiterhin keine nachweisbare Viruslast festgestellt worden, so dass eine 

Ausheilung der Hepatitis C anzunehmen sei. Eine weitere Verlaufskontrolle 24 

Wochen nach Therapieabschluss sei im August vorgesehen. Die zuletzt am 

19. Mai 2016 durchgeführte Abdomensonographie sei komplett unauffällig ge-

wesen, insbesondere ohne Zeichen einer höhergradigen Leberschädigung. In 

der prätherapeutischen Elastographie (Fibroscan) der Leber habe sich ein 

Wert von 3,7 kPa befunden (IVSTA-act. 143, S. 3), womit wiederum kein Hin-

weis für eine Leberschädigung vorliege.  

– Der RAD Arzt Dr. G._______, Arzt für Allgemeinmedizin, führte in seinem 

Schlussbericht vom 7. September 2016 (IVSTA-act. 141 = Beilage 10 zu 

BVGer-act. 1) aus, der Gesundheitszustand sei stabilisiert und die anstehen-

den Verlaufsuntersuchungen würden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bes-

serung der geklagten Beschwerden und Einschränkungen dokumentieren 

können.  

7.5 Im Rahmen des Erlasses der angefochtenen Revisionsverfügung vom 

3. Oktober 2017 dienten der IVSTA als medizinische Entscheidbasis ins-

besondere der Arztbericht von F._______, Facharzt für Innere Medizin, 

vom 26. September 2016 (IVSTA-act. 143, S. 1 f.) und vom 10. März 2017 

(IVSTA-act. 162), die Laborwerte vom 26. September 2016 (IVSTA-

act. 143, S. 4 ff.), der Arztbericht von Dr. P._______, Facharzt für Innere 

Medizin, vom 16. November 2016 (IVSTA-act. 148, S. 2) sowie die RAD-

Berichte von Dr. G._______, Allgemeinmediziner, vom 4. Januar 2017 (IV-

STA-act. 151), vom 17. Juli 2017 (IVSTA-act. 165) und vom 11. September 

2017 (IVSTA-act. 172). Diese medizinischen Dokumente sind nachfolgend 

zusammengefasst wiederzugeben:  

– F._______ wiederholte in seinem Bericht vom 26. September 2016 (IVSTA-

act. 143, S. 1 f. = Beilage 3 zu BVGer-act. 1) im Wesentlichen seine Ausfüh-

rungen vom 8. Juni 2016 (vgl. IVSTA-act. 138) und reichte im Weiteren ein 

neues Laborblatt ein (IVSTA-act. 143, S. 4 ff. = Beilage 4 zu BVGer-act. 1).  

– Aus dem Arztbericht von Dr. med. P._______, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin, beratender Arzt der D._______ Versicherungen, vom 16. November 

2016 (IVSTA-act. 148, S. 2 = Beilage 5 zu BVGer-act. 1) geht hervor, dass 

nach der Hepatitis-C-Eliminationstherapie mit dem Medikament Harvoni die 

Versicherte den Status SVR (sustained virological response) 24 erreicht habe, 

was bedeute, dass das Virus nachweislich aus dem Körper eliminiert worden 

C-6130/2017 

Seite 23 

sei. Es sei keine Viruslast mehr nachweisbar. Anders als bei HIV oder Hepa-

titis B würden die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass das Hepatitis 

C Virus nicht zurückkehre, sondern endgültig beseitigt sei. Die Leberwerte 

würden zeigen, dass ein allfälliger Leberschaden bei der Versicherten uner-

heblich sei, da keinerlei Funktionseinschränkungen bestehen würden. Damit 

sei die Versicherte mit bis an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit von der 

Hepatitis C geheilt worden, was ein hocherfreuliches Therapieergebnis sei. 

Demzufolge sei eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mit er-

heblicher Auswirkung auf die dauerhafte Arbeitsfähigkeit eingetreten. Seitens 

der Leber liege keine Arbeitsunfähigkeit mehr für die zuletzt ausgeübte oder 

vergleichbare Verweistätigkeit vor. Es bestehe zudem keine dauerhafte Schä-

digung der körperlichen Integrität. 

– Im RAD-Bericht von Dr. G._______, Allgemeinmediziner, vom 4. Januar 2017 

(IVSTA-act. 151 = Beilage 9 zu BVGer-act. 1), welcher den Arztbericht von 

Dr. P._______ vom 15. November 2016 sowie die Arztberichte von Herrn 

F._______ vom 26. September 2016, 8. Juni 2016 sowie 16. Juni 2015 wür-

digt, ist zu entnehmen, dass ein Zustand nach chronisch-replikativer Hepatitis 

C des Genotyps 1 a/b vorliege, welcher nach leitliniengerechter Therapie (Har-

voni) ausgeheilt sei, wobei keine Hinweise auf Infektionsresiduen bestünden. 

Die Versicherte habe sich im Rahmen ihrer Tätigkeit durch einen Nadelstich 

identifiziert und 1995 aufgrund der Hepatitis C-Virusinfektion eine Leberent-

zündung entwickelt. Im Rahmen der typischen Begleiterscheinungen einer 

Hepatits C-Erkrankung seien die aufgetretenen Beschwerden, wie die 

schnelle Ermüdbarkeit, die Übelkeit und Inappetenz, die ausgeprägte psycho-

vegetative Erschöpfung und Konzentrationsschwäche sowie Arthralgien chro-

nifiziert. Die beklagten Symptome seien als dauerhafte Folgen der Nadelstich-

verletzung und als dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewertet 

worden.  

Zwischen November 2015 und Februar 2016 habe die Versicherte den Status 

SVR 24 und damit eine erfolgreiche Ausheilung der Infektion mit dem Hepatitis 

C-Virus zum Status Quo ante erreicht. Insbesondere seien nach den Untersu-

chungsergebnissen keine objektiven oder dauerhaften gesundheitlichen Be-

einträchtigungen zurückgeblieben, die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

der Versicherten haben könnten. Eine dauerhafte, invaliditätsrelevante Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Nadelstichverletzung und der 

Hepatitis C-Erkrankung in der Folge bestünde somit seit 1. Februar 2016 nicht 

mehr (Abschluss der Harvoni-Therapie). Es seien objektiv keine dauerhaften 

C-6130/2017 

Seite 24 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückgeblieben, sodass infolge ander-

weitig nicht beklagten Beschwerden die volle Arbeitsfähigkeit wiederherge-

stellt sei. 

– In seinem Arztbericht vom 10. März 2017 (IVSTA-act. 162 = Beilage 6 zu 

BVGer-act. 1), welcher im Rahmen des Vorbescheidverfahrens am 11. April 

2017 (IVSTA-act. 161) eingereicht wurde, führte F._______ aus, dass durch 

die zuletzt stattgehabte Behandlung von einer anhaltenden Virussuppression 

(sustained virological response) auszugehen sei, wobei es medizinisch nicht 

belegt sei, ob dies wirklich einer kompletten Viruseliminierung und Ausheilung 

der Erkrankung entspreche. Medizinisch sei allerdings belegt, dass das er-

höhte Leberzellkarzinom-Risiko welches mit einer chronischen Hepatitis C as-

soziiert sei, nicht unmittelbar gesenkt werde, sondern erst im Laufe der folgen-

den Jahre kontinuierlich sinken werde, weshalb von den einschlägigen Fach-

gesellschaften auch nach Erreichen einer SVR eine regelmässige Nachsorge 

empfohlen werde. Die Versicherte habe über Jahrzehnte mit der Erkrankung 

und der damit verbundenen physischen und psychischen Belastungen und 

Einschränkungen leben müssen, welche selbstverständlich nach abgeschlos-

sener erfolgreicher Behandlung nicht verschwunden seien und sie psychisch 

weiter belasten würden. Als Folge der Vorbehandlungen leide die Versicherte 

an einem chronischen Erschöpfungssyndrom (Fatigue-Syndrom) mit depres-

siven Phasen, welche sie in ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit 

nachhaltig beeinträchtigen würde. Daraus folge, dass eine Aufhebung der Un-

fallrente zu diesem Zeitpunkt aus medizinischen Gründen nicht gerechtfertigt 

sei. Die Beschwerdeführerin leide weiterhin erheblich an den Folgen der Er-

krankung und den Folgen der stattgehabten früheren Behandlungen. Sie sei 

erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt und auch trotz der jetzt beste-

henden Virussuppression bestehe weiterhin ein erhöhtes Leberkrebsrisiko mit 

dadurch verbundenen erheblichen psychischen Belastungen. 

– In seinem Bericht vom 17. Juli 2017 (IVSTA-act. 165) kam der RAD-Arzt 

Dr. G._______ zum Schluss, dass weder über psychiatrische Diagnosen oder 

Auswirkungen psychiatrischer Funktionsstörungen berichtet werde, noch eine 

Behandlung stattfände. Daraus folge in der Beurteilung, dass eine Psychopa-

thologie beziehungsweise eine psychiatrische Einschränkung fehle. Hinsicht-

lich des Leberkrebsrisiko seien aufgrund seiner medizinischen Einschätzung 

aktuell keine Funktionsstörungen zu erwarten. Im Zusammenhang mit dem 

angeblichen Fehlen einer ärztlichen Begutachtung sei darauf hingewiesen, 

dass die Aktenlage ausreichend und demnach keine Untersuchung in der 

Schweiz notwendig sei. 

C-6130/2017 

Seite 25 

– Gemäss dem RAD-Bericht von Dr. G._______, Allgemeinmediziner, vom 

11. September 2017 (IVSTA-act. 172), welcher den Arztbericht von Herrn 

F._______ vom 10. März 2017 würdigt, spreche der Facharzt F._______ das 

Risiko ein Leberzellkarzinom zu entwickeln sowie das reaktive Erschöpfungs-

syndrom an. Beide Erkrankungen fänden sich nicht in der Diagnose der medi-

zinischen Stellungnahme wieder. Zudem wirke sich das Risiko beziehungs-

weise die Erkrankungswahrscheinlichkeit keinesfalls auf die Arbeitsfähigkeit 

aus, da es keinerlei körperliche Beeinträchtigungen verursachen könne, wes-

wegen keine IV-Relevanz bestehe. Durch die empfohlenen medizinischen 

Vorsorgemassnahmen könne das Risiko wirksam gesenkt werden. Zum Fati-

gue- oder Erschöpfungssyndrom sei festzuhalten, dass sich bezüglich der be-

schriebenen Auswirkungen der physischen und psychischen Belastungen 

über Jahrzehnte hinweg erhebliche Inkonsistenzen zeigen würden. Schon in 

der Stellungnahme vom 15. Dezember 2008 sei darauf hingewiesen worden, 

dass weder eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung statt-

finde und auch keine psychopharmakologische Behandlung vorgenommen 

werde. Der Schweregrad sei daher offensichtlich als nicht invalidisierend ein-

zuordnen. Eine medizinische Auswirkung sei durch die Viruselimination objek-

tiv nicht mehr nachzuweisen, weswegen die volle Arbeitsfähigkeit daher mit 

hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten sei. Die Behandlungen seien vollständig 

abgeschlossen, so dass lediglich Notwendigkeiten im Rahmen der medizini-

schen Vorsorge bestehen würden, die wiederum aber zu keiner Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit führen können. 

7.6 Im Beschwerdeverfahren reichte die Versicherte folgende Arztberichte 

ein:  

– Aus dem Schreiben von Dr. med. Q._______, Facharzt für Innere Medizin und 

Arbeitsmedizin FMH, vom 5. Juni 2010 an die D._______ Versicherung (Bei-

lage 7 zu BVGer-act. 1), geht hervor, dass die invalidisierende Müdigkeit und 

Leistungsintoleranz hinreichend durch die chronische Hepatitis-C-Infektion er-

klärt sei, die Verursachung durch eine Schlafstörung erscheine ihm nicht wahr-

scheinlich und er würde diese Differenzialdiagnose zurzeit nicht weiterverfol-

gen. Bezüglich eines Integritätsschadens setze ein solcher natürlich einen 

nicht mehr behandelbaren Gesundheitszustand voraus. Wie er dargelegt 

habe, gäbe es nun eine neue hoffnungsvolle Therapieoption in Form einer 

neuen Medikamentengruppe und es könne mit einer erfolgreichen Therapie 

das Symptom der Müdigkeit mutmasslich sehr gut beeinflusst werden. 

7.7 Die IVSTA liess dem Bundesverwaltungsgericht ein Aktenupdate der 

D._______ Versicherungen vom 15. Juni 2018 zukommen (vgl. BVGer-

C-6130/2017 

Seite 26 

act. 11). Darin fanden sich folgende Unterlagen mit Bezug zum Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführerin:  

– Dr. med. P._______, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, Vertrauens-

arzt SGV, führt in seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme / Akten-

beurteilung vom 29. November 2017 im Wesentlichen aus, die Befunde hätten 

sich seit der Begutachtung von Dr. J._______ vom 14. Januar 2004 verändert. 

So sei als namhafte Besserung die langandauernde Normalisierung der Se-

rumtransaminasen sowie die erfolgreiche Hepatitis-C-Viruselimination zu be-

trachten. Übereinstimmend mit der Diagnose von F._______ müsse die neue 

Diagnose zwingend «Status nach chronisch-replikativer Hepatitis C Genotyp 

1a/b mit Status nach Therapie mit Sofosbuvir / Lepidasvir (Harvoni) November 

2015 bis Februar 2016 mit Erreichen der Sustained Virological Response 

(SVR 24)» lauten. Hinsichtlich der ursprünglichen Tätigkeit als Psychiatriepfle-

gekraft sei die Versicherte aus internistisch-gastroenterologischer Sicht nach 

gelungener Hepatitis-C-Eliminationstherapie voll arbeitsfähig in einem vollen 

Arbeitspensum von 8,5 Stunden pro Tag. Auch könne die Versicherte jegliche 

andere geistige, aber auch jegliche leichte bis mittelschwere körperliche Tä-

tigkeiten ohne körperliche oder geistige Einschränkungen ausüben. Der Sach-

verhalt lasse sich aufgrund der Akten lückenlos erstellen. Eine persönliche 

Untersuchungsbegutachtung sei nicht notwendig.  

– In seinem psychiatrischen Gutachten vom 22. Februar 2018 zuhanden der 

D._______ Versicherungen hielt Dr. med. R._______, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, fest, dass die Versicherte lediglich im Jahr 1999 

drei Gespräche bei einer klinischen Psychologin gebraucht habe, welche über-

dies zu einer nachhaltigen Besserung geführt hatten. Die Versicherte habe zu 

keinem Zeitpunkt eine psychopharmakologische Therapie erhalten. Sie sei 

überdies zu keinem Zeitpunkt in einer fachärztlich-psychiatrischen Therapie 

gewesen. Dass eine psychische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-

keit auch nach der erfolgreichen Viruseliminationstherapie noch vorliegen soll, 

sei aus den Akten nicht nachvollziehbar. Allem Anschein nach habe sich die 

Versicherte mit folgendem Lebensentwurf arrangiert: Sie sei Hausfrau und 

Mutter von Zwillingen. Einer der Zwillinge bedurfte oder bedürfe immer noch 

wegen einer angeborenen Behinderung augenscheinlich viel Pflege und müt-

terliche Aufmerksamkeit. Die Versicherte lebe zudem nach ihren eigenen An-

gaben in einer glücklichen, zumindest sie sehr stützenden Ehe. Unterdessen 

dürften die Zwillingstöchter der Versicherten etwa 17 Jahre alt sein; sie er-

reichten bald die Volljährigkeit. Angesichts dieser Umstände erscheine unklar, 

was denn eigentlich die Versicherte an der Wiederaufnahme einer Arbeitstä-

tigkeit hindern solle. Die Versicherte sei aus versicherungspsychiatrischer 

C-6130/2017 

Seite 27 

Sicht vollumfänglich in ihrer angestammten Tätigkeit als Psychiatrieschwester 

als auch in jeder ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Tätigkeit 

arbeitsfähig, dies bei Annahme einer 42-Stunden-Woche in einem Pensum 

von 8,4 Stunden pro Tag.  

7.8 Die Vorinstanz liess die im Beschwerdeverfahren eingereichten Unter-

lagen ihrem ärztlichen Dienst zukommen:  

– Dem RAD-Bericht von Dr. S._______, Allgemeinmediziner FMH, vom 16. Ok-

tober 2018 (Beilage 3 zu BVGer-act. 17), ist zu entnehmen, dass nach Auffas-

sung des RAD-Arztes das Gutachten von Dr. R._______ ausführlich die bis-

herigen psychiatrischen Beurteilungen bestätigte, dass nämlich definitiv keine 

psychiatrische invalidisierende Erkrankung vorliege und die Versicherte aus 

psychiatrischen Gründen nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei; nach 

Würdigung sämtlicher bisheriger Akten seien keine objektiven psychiatrischen 

Argumente erkennbar, die eine psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit 

rechtfertigten; mehrheitlich sei während Jahren aus psychiatrischer Seite im-

mer wieder darauf hingewiesen worden, dass die Versicherte aus psychischen 

Gründen keine Arbeitsunfähigkeit aufweise, und wenn, so nur eine kurzfristige 

im Rahmen einer begrenzten Anpassungsstörung. Dr. P._______ erkläre so-

dann klar und deutlich, dass nach erfolgreicher Behandlung aus somatischer 

Sicht die Versicherte als vollständig geheilt von der Hepatitis C zu sehen sei; 

er betrachte die Versicherte als voll arbeitsfähig aus Sicht des Somatikers. 

F._______ bleibe bei seiner Beurteilung einer neuro-kognitiven Störung als 

Folge einer chronischen Hepatitis C und deren Behandlung, ohne aber klare 

klinische und untersuchungsspezifische Hinweise und Symptome zu liefern, 

die diese Beurteilung zu stützen vermögen; damit widerspreche er als behan-

delnder Arzt den ausführlichen und nachvollziehbaren fachärztlichen Feststel-

lungen der beiden obengenannten Medizinern; der Hinweis, dass nach einer 

Interferon-Therapie gemäss Literatur als Spätfolgen ein Fatigue-Syndrom auf-

trete, möge vielleicht allgemein gültig sein, sei aber in dieser Situation in 

zweier Hinsicht falsch: erstens sei die Versicherte lange Zeit mit einem Nicht-

lnterferonmedikament behandelt worden (Virostatikum Harvoni), zweitens 

könne von allgemeinen Regeln nicht zwangsläufig auf den Einzelfall geschlos-

sen werden; dies sei falsch und unprofessionell. Zusammenfassend änderten 

die neuen Unterlagen nichts an den bisherigen RAD-Stellungnahmen (insbe-

sondere der letzten vom 11.9.2017) bzw. bestätigten diese in jeder Hinsicht. 

7.9 Mit Spontaneingaben vom 26. September 2018 (BVGer-act. 13) und 

vom 19. Oktober 2018 (BVGer-act. 15) reichte die Beschwerdeführerin wei-

tere Unterlagen ein:  

C-6130/2017 

Seite 28 

– F._______ führt in seiner ärztlichen Stellungnahme vom 15. August 2018 (Bei-

lage 17 zu BVGer-act. 1) aus, die Versicherte leide unter zunehmenden neuro-

kognitiven Störungen in Form von Konzentrationsstörungen und Störungen 

insbesondere des Kurzzeitgedächtnisses. Darüber hinaus bestehe eine an-

haltende physische und psychische Erschöpfbarkeit mit deutlich reduzierter 

körperlicher Belastbarkeit und depressiven Symptomen. Die Symptomatik 

habe sich durch die erfolgreiche Behandlung der Hepatitis C nicht nachhaltig 

gebessert. Die physische und psychische Belastbarkeit sei, aus seiner Sicht 

als den die Patientin langjährig behandelnden Internisten, soweit herabge-

setzt, dass diese nicht in der Lage sei, einer geregelten Arbeit gemäss den 

Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes vollschichtig nachzugehen. 

Den Symptomkomplex sehe er klar im Zusammenhang mit der Hepatitis C, da 

neurokognitive Störungen häufig als extrahepatische Manifestation einer He-

patitis C beschrieben würden und auch nicht selten nach erfolgreicher Thera-

pie persistierten und psychische Alterationen mit depressiven Symptomen und 

Fatigue-Syndrom als Spätfolgen einer Interferon-Therapie auftreten würden. 

– In seiner fachärztlichen Bescheinigung kommt Dr. H._______, Facharzt für 

Neurologie und Psychiatrie, vom 16. Oktober 2018 (Beilage 18 zu BVGer-

act. 1) zum Schluss, dass die psychische Verfassung der Versicherten sei seit 

dem Unfall bis dato im Wesentlichen unverändert reduziert. Der Leberzustand 

habe sich allerdings insofern gebessert, als keine Viruslast mehr vorliege nach 

durchgeführter Kombinationstherapie mit dem relativ jungen Präparat Harvoni 

über 12 Wochen bis Ende Februar 2016. Die subjektive Beeinträchtigung sei 

unverändert schlecht geblieben. Dieses Phänomen sei nicht verwunderlich. Im 

Zusammenhang mit der Stichverletzung hätten sich Symptome im Sinne einer 

Anpassungsstörung eingestellt, welche sich dann chronifiziert habe vor dem 

Hintergrund aufrechterhaltender negativer Umstände. Ein Merkmal der An-

passungsstörung sei ein vorausgehender exogener/interner ätiologisch wirk-

samer Stressor. Der damit aktivierte vulnerable Faktor, die psychosoziale Be-

deutung, das Funktionsniveau und die Coping-Strategien seien individuell. 

Chronifizierung könne eintreten bei anhaltenden Belastungsfaktoren. Im vor-

liegenden Fall habe sich nun als vordergründiges Problem die Anpassungs-

störung umständehalber chronifziert und sei damit annähernd unumkehrbar. 

Als Komplikation trete nicht selten eine Interferon-verursachte Depression auf. 

Hierbei komme es zu einer Interferon-induzierten zerebralen Kynurein-Stoff-

wechsel-Dysfunktion und dadurch bedingtem depressiogenen Serotoninman-

gel. Es sei auch ein sog. Postinterferonsyndrom mit klinisch persistierender 

psychisch auffälliger Vielfalt nicht gänzlich unwahrscheinlich. Es sei zu keinem 

Zeitpunkt vor allem während der gastroenterologischen Behandlung mit Inter-

feron eine entsprechende spezifische neuropsychiatrische Labordiagnostik 

C-6130/2017 

Seite 29 

initiiert worden. Es sei nach erfolgter Harvoni-Therapie in psychischer Hinsicht 

zu keiner Verbesserung gekommen. Es sei hervorgehoben, dass es einem 

Menschen mit potentiell lebensverkürzender Lebererkrankung in psychischer 

Hinsicht durchaus schlecht ergehen könne. Träger einer derartigen Infektions-

Krankheit würden oft an einer Störung der psycho-physischen Integrität und 

damit Imbalance des psychophysischen Gleichgewichts mit entsprechend ge-

fächerter Symptomdiversität leiden. Unter Würdigung der chronologisch ereig-

nisbezogenen Kette seit der Stichverletzung im Juni 1991, die gestellte Hepa-

titis-Diagnose, über die frustrane Interferon-Therapie seien schon bei logi-

scher Betrachtung die Beschwerden allesamt auf den dahinterstehenden 

komplexen zeitlich-initialen Ereignisablauf zurückzuführen, zumal sich bereits 

initial ein sich gegenseitig bedingendes Ursachengefüge hinsichtlich der psy-

chischen Auswirkungen im Sinne einer Dysbalance installiert habe. Vor dem 

Hintergrund der langjährigen Anamnese sei über die Dauer eine Fixierung im 

Sinne einer bewusstseinsnahen Störung der körperlichen Erfahrungswelt ein-

getreten mit konsekutiver Beeinträchtigung der psycho-physischen Belastbar-

keitsgrenze. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte nicht in der Lage zu 

einer wirtschaftlich konsequenten und vor allem effektiven Tätigkeit auf dem 

freien Arbeitsmarkt und schon gar nicht als Krankenschwester mit Patienten-

kontakt. Mit der medikamentösen Elimination des infektiösen Agens sei der 

Gesundheitszustand der Versicherten nicht wiederhergestellt, da der komor-

bide psychiatrische Aspekt inklusiver gestörter psycho-physischer Integrität 

bei einer solchen Betrachtung absolut unberücksichtigt bleibe, schon gar bei 

einer derartig langen Zeitspanne.  

7.10 Mit Duplik vom 21. November 2018 reichte die Vorinstanz eine weitere 

Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes ein:  

– In seinem RAD-Bericht vom 13. November 2018 (Beilage 1 zu BVGer-act. 17) 

geht Dr. S._______ davon aus, dass die medizinische Aktenlage vollständig 

sei. Im neu eingereichten Bericht von Dr. T._______ würden bereits bekannte 

Tatsachen geschildert und keine neuen Aspekte oder klinische Argumente an-

geführt, welche nicht schon bekannt seien. Ausserdem lasse sich dieser über 

den Begriff der Anpassungsstörung aus, wobei seine Aussage, dass der Über-

gang einer Anpassungsstörung zu einer Depression fliessend sei, nicht korrekt 

sei, da es sich um zwei eigenständige Krankheitsbilder handle.  

8.  

8.1 Im Rahmen des Erlasses der angefochtenen Revisionsverfügung vom 

3. Oktober 2017 dienten der IVSTA als Entscheidgrundlage insbesondere 

C-6130/2017 

Seite 30 

der Arztbericht von F._______, Facharzt für Innere Medizin, vom 26. Sep-

tember 2016 (IVSTA-act. 143, S. 1 f.) und vom 10. März 2017 (IVSTA-act. 

162), die Laborwerte vom 26. September 2016 (IVSTA-act. 143, S. 4 ff.), 

der Arztbericht von Dr. P._______, Facharzt für Innere Medizin, vom 

16. November 2016 (IVSTA-act. 148, S. 2) sowie die RAD-Berichte von 

Dr. G._______, Allgemeinmediziner, vom 7. September 2016 (IVSTA-act. 

141), vom 4. Januar 2017 (IVSTA-act. 151), 17. Juli 2017 (IVSTA-act. 165) 

und vom 11. September 2017 (IVSTA-act. 172). Zur Begründung führte die 

Vorinstanz im Wesentlich aus, dass aufgrund der leidensangepassten, an-

sprechenden medikamentösen Therapie der chronisch viralen Hepatitis-C-

Infektion, der beurteilende Arzt des RAD-Dienstes anhand des belegten 

Therapieverlaufs sowie der Laborwerte zur zweifelsfreien Schlussfolge-

rung gelangt sei, dass die Beschwerdeführerin eine wesentliche Besse-

rung des Gesundheitszustandes aufweise und somit in arbeitsmedizini-

scher Hinsicht keine Einschränkungen mehr bestünden. Ein relevanter 

Schweregrad der psychischen Leiden sei ferner nicht belegt (vgl. BVGer-

act. 6).  

8.2 Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin zusammengefasst gel-

tend, es sei keine revisionsrelevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

ausgewiesen. So habe die IV-Stelle den Untersuchungsgrundsatz gemäss 

Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt, da dem IV-Vorbescheid kein ärztlicher Bericht 

zugrunde liegen würde, welcher die Vorgaben an die Rechtsprechung er-

fülle und alle notwendigen Abklärungen enthalte. Insbesondere seien kei-

nerlei Abklärungen zu den psychischen Folgen der Hepatitis-Erkrankung 

der Beschwerdeführerin erfolgt (BVG-act. 1).  

8.3 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 5.5.2 hiervor), kann auf Stellung-

nahmen von Fachärztinnen und -ärzten des RAD nur unter der Bedingung 

abgestellt werden, dass deren Beurteilungen den allgemeinen beweis-

rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (resp. an ein Gut-

achten) genügen und zudem die beigezogenen Ärztinnen und Ärzte über 

die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen ver-

fügen. Den Berichten im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG von Dr. med. 

G._______, Allgemeinmediziner, könnte – obwohl solche ohne eigene Un-

tersuchung resp. Abklärung vor Ort verfasst wurden – volle Beweiskraft zu-

kommen, wenn die übrigen, von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

herausgearbeiteten Kriterien erfüllt sind. Das ist vorliegend jedoch insbe-

sondere deshalb nicht der Fall, weil es sich bei den Beurteilungen von 

C-6130/2017 

Seite 31 

Dr.  G._______ nicht bloss um die fachärztliche Beurteilung eines – auf-

grund eines beweiskräftigen medizinischen Dokuments – an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts handelt. Dazu was folgt:  

8.3.1 Zwar mögen die Ausführungen in den RAD-Berichten über weite Teile 

überzeugend sein. So ist nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, wenn 

von einer Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten in Bezug 

auf die Hepatitis-C-Erkrankung ausgegangen wird, geht doch aus den ärzt-

lichen Berichten von F._______ vom 8. Juni 2016 (IVSTA-act. 138), vom 

26. September 2016 (IVSTA-act. 143) und vom 10. März 2017 (IVSTA-

act. 162), den entsprechenden Laborblättern (IVSTA-act. 137; 139; 143, 

S, 4 ff.) sowie dem versicherungsmedizinischen Bericht von Dr. P._______ 

zuhanden des Unfallversicherers vom 16. November 2016 (IVSTA-

act. 148) hervor, dass auch 24 Wochen nach Abschluss der antiviralen Har-

voni-Therapie kein Virusnachweis mehr im Blut nachweisbar war und die 

Diagnose neu als «Zustand nach Chronisch-replikativer Hepatitis C, Geno-

typ 1 a /b (ICD-10 B 18.2)» zu stellen ist. Auch leidet die Versicherte unbe-

strittenermassen an keiner Leberzirrhose und hat mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit auch keine nennenswerte Fibrose (vgl. IVSTA-act. 137; 141; 

143, S. 2 ff.). Soweit F._______ in seinem Bericht vom 10. März 2017 auf 

ein erhöhtes Leberzellkarzinom-Risiko und dadurch bedingte regelmässi-

ger Nachsorge hinweist (vgl. IVTSA-act. 162, S. 2), versäumt dieser nach-

vollziehbar und schlüssig darzulegen, inwieweit die Beschwerdeführerin 

dadurch in ihrer Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht eingeschränkt wird.  

8.3.2 In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand der Versicherten 

geht der RAD-Arzt Dr. G._______ davon aus, dass keine psychiatrischen 

Pathologien von invalidisierendem Schweregrad vorliegen (IVSTA-

act. 173; vgl. auch IVSTA-act. 151). Demgegenüber führte F._______ aus, 

dass die physischen und psychischen Belastungen und Einschränkungen 

auch nach abgeschlossener erfolgreicher Behandlung nicht verschwunden 

seien und diese psychisch weiter belasteten. Sie leide an einem chroni-

schen Erschöpfungssyndrom (Fatigue-Syndrom) mit depressiven Phasen 

(vgl. IVSTA-act. 162, S. 2). 

Dazu ist festzuhalten, dass der pauschale Hinweis des RAD-Arztes 

Dr. G._______ auf die fehlende psychopharmakologische Therapie (vgl. 

IVSTA-act. 172, S. 2) der Beschwerdeführerin vor dem Hintergrund ihres 

erhöhten Risikos für ein Leberleiden nicht entgegengehalten werden kann. 

Auch der entsprechende Verweis auf eine fehlende psychiatrische oder 

C-6130/2017 

Seite 32 

psychotherapeutische Behandlung mag zwar ein Indiz für einen nicht über-

mässig ausgeprägten Leidensdruck sein, vermag für sich allein das Vorlie-

gen eines psychiatrischen Leidens jedoch nicht auszuschliessen (vgl. IV-

STA-act. 172, S. 2). Gerade im vorliegenden Fall, wo die Beschwerdefüh-

rerin selbst mit psychischkranken Patientinnen und Patienten gearbeitet 

hatte und nota bene auch in diesem Rahmen invalidisierend verletzt wurde, 

sind solche vorschnellen Rückschlüsse zu vermeiden. Nunmehr wird die 

Beschwerdeführerin denn auch durch Dr. H._______, Facharzt für Neuro-

logie und Psychiatrie / Psychotherapie, behandelt (vgl. Beilagen 18 und 19 

zu BVGer-act. 1; BVGer-act. 1, S. 19). Vorliegend vermögen die Berichte 

von F._______ zumindest die Schlüssigkeit der versicherungsinternen me-

dizinischen Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen, auch wenn diese den 

Anforderungen an eine rechtsgenügliche Stellungnahme nicht genügen. 

Ob sich der Zustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht 

folglich nach Abschluss der Harvoni-Therapie verbessert hat, lässt sich 

vorliegend nicht beurteilen, da der RAD-Arzt weder eine klinische Untersu-

chung vorgenommen noch weitere fachärztliche Berichte eingeholt hat.  

8.3.3 Mit Blick auf die weiteren Akten der Vorinstanz scheint sodann zu-

mindest fraglich, ob und inwiefern Wechselwirkungen respektive Kausalität 

zwischen der Hepatitis-C-Erkrankung und den psychischen Beschwerden 

bestehen beziehungsweise bestanden haben. So hegte bereits Prof. 

Dr. med. U._______ vom Universitätsklinikum V._______ in seinem Bericht 

vom 4. April 1996 den Verdacht, dass es eine psychische Komorbidität 

gebe, welche entweder präexistent, verstärkt oder neu sein könne (vgl. IV-

STA-act. 2, S. 1). Aus dem Gutachten vom 13. Oktober 1998 von Prof. Dr. 

W._______, Abteilung für Psychosomatik im Bereich Innere Medizin am 

Universitätsspital X._______, geht hervor, dass dem Psychosomatiker be-

merkenswert erschienen sei, dass die Hepatitis-assoziierten Symptome er-

lebt worden seien, bevor die Versicherte gewusst habe, dass sie definitiv 

Hepatitis-C-positiv sei. Dies sei insofern von Bedeutung, weil eine primäre 

Kausalattribution der Beschwerden als hepatits-bedingt sehr unwahr-

scheinlich wäre. Bei der Untersuchung habe es keine psychopathologi-

schen Veränderungen gegeben, welche die Müdigkeit und die Konzentra-

tionsstörungen erklären würden (IVSTA-act. 12).  

8.3.4 Auch wenn die von der Versicherten beschwerdeweise eingereichten 

medizinischen Berichte erst nach Erlass der vorliegend angefochtenen 

Verfügung datieren und grundsätzlich nur die bis zum Verfügungserlass 

vorliegenden medizinischen Akten zu berücksichtigen sind (vgl. E. 3.4 hier-

C-6130/2017 

Seite 33 

vor), können gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch Arztbe-

richte zum Krankheitsverlauf, welche nach Verfügungserlass erstellt wor-

den sind, in die Beurteilung miteinbezogen werden, soweit sie Rück-

schlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens 

gegebene Situation erlauben (statt vieler: Urteil des BGer 8C_71/2017 vom 

20. April 2017 E. 8.3). So wird denn von Dr. H._______ (vgl. Beilage 18 zu 

BVGer-act. 1) eine chronifizierte Anpassungsstörung diagnostiziert. Auch 

wenn der Bericht die Anforderungen an ein ärztliches Gutachten nicht er-

füllt, so verstärkt er doch mit Blick auf die übrigen in den Akten liegenden 

Berichte (vgl. E. 8.3.2 hiervor) die erheblichen Zweifel an der Vollständig-

keit der Abklärungen des Sachverhalts durch die Vorinstanz.  

8.3.5 Weiter ist mit Blick auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten 

Gutachten Dr. R._______ und Dr. P._______ des Unfallversicherers (vgl. 

ad BVGer-act. 11) in koordinationsrechtlicher Hinsicht festzuhalten, dass 

die IV-Stellen und die Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung in jedem 

Einzelfall selbstständig vorzunehmen haben. Keinesfalls dürfen sie sich 

ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen Übernahme des IV-Grads des 

Unfallversicherers bzw. der IV-Stelle begnügen (BGE 126 V 288 E. 2d). Die 

Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung entfaltet gegenüber dem 

Unfallversicherer keine Bindungswirkung (vgl. BGE 131 V 362), was auch 

in umgekehrter Hinsicht gilt (BGE 133 V 549 E. 6). Die Voraussetzungen 

für eine Rente in diesen Sozialversicherungszweigen sind trotz des grund-

sätzlich gleichen Invaliditätsbegriffes verschieden. Insbesondere berück-

sichtigt die Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung lediglich die natür-

lich und adäquat kausalen gesundheitlicher und erwerblicher Unfallfolgen. 

Häufig bestehen denn auch nicht bloss unfallbedingte gesundheitliche Be-

einträchtigungen. Zu denken ist an krankhafte Vorzustände oder an psy-

chische Fehlentwicklungen, für welche der Unfall keine adäquate kausale 

Ursache darstellt. Sodann stellen schon der unterschiedliche Rentenbe-

ginn in der Invalidenversicherung und Unfallversicherung, die Änderbarkeit 

des Invaliditätsgrades im Lauf der Zeit sowie das regelmässig zeitliche 

Auseinanderfallen der jeweiligen Rentenverfügungen und -entscheide eine 

Bindung an die Invaliditätsschätzung des anderen Sozialversicherungsträ-

gers in Frage (vgl. BGE 133 V 549 E. 6. 2 mit Hinweisen). Der psychiatri-

sche Gutachter Dr. R._______ führt in seinem Gutachten zuhanden des 

Unfallversicherers sodann aus, dass nicht eindeutig beantwortet werden 

könne, ob auch Krankheiten, krankhafte Vorzustände oder andere unfall-

fremde Zustände oder Folgen früherer Unfälle mitwirken würden (ad 

BVGer-act. 11, Beilage 1, S. 76). Es sei zu erwähnen, dass die Versicherte 

aktenanamnestisch im Alter zwischen vier und fünf Jahren von einem 20 

C-6130/2017 

Seite 34 

Jahre alten Mann sexuell missbraucht worden sei und später an Essstö-

rungen gelitten habe, einerseits einer Bulimie seit 1996 und andererseits 

an einer Anorexia neviosa (S. 76). Damit widerspricht das Gutachten von 

Dr. R._______ auch der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. S._______ 

vom 16. Oktober 2018, wonach Dr. R._______ bestätigen würde, dass de-

finitiv keine psychiatrische invalidisierende Erkrankung vorliege und die 

Versicherte aus psychiatrischen Gründen nicht in der Arbeitsfähigkeit ein-

geschränkt sei (Beilage 3 zu BVGer-act. 17). Vielmehr wird durch Dr. 

R._______ lediglich eine Unfallkausalität der psychischen Beschwerden 

der Beschwerdeführerin verneint. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, 

dass die von der Beschwerdeführerin weiterhin geklagten gesundheitlichen 

Beschwerden auch für die Invalidenversicherung unbeachtlich sind, denn 

als finale Versicherung hat die Invalidenversicherung im Unterschied zur 

Unfallversicherung sämtliche Leiden der versicherten Personen unabhän-

gig von ihrer Ursache zu berücksichtigen (vgl. Urteil des BGer 

8C_359/2013 vom 27. August 2013 E. 3).  

8.3.6 Schliesslich ist aus den Akten der Vorinstanz ersichtlich, dass bereits 

im Jahr 2004 der Arzt des ärztlichen Dienstes der Vorinstanz, 

Dr. K._______, daraufhin wies, dass im Rahmen der nächsten Revision zur 

Prüfung ein psychiatrisches Gutachten benötigt werde (vgl. IVSTA-act. 87).  

8.3.7 Nach dem Gesagten sind die Beweisanforderungen, die an einen 

RAD-Bericht ohne eigene Untersuchung gestellt werden (lückenlose Be-

fundlage, keine geringen Zweifel), vorliegend nicht erfüllt. Somit vermag 

die Beurteilung von RAD-Arzt Dr. G._______ nicht zu überzeugen. Hinzu 

kommt, dass dieser als Allgemeinmediziner ohnehin nicht über die nötige 

Facharztqualifikation verfügt, um die vorliegenden psychiatrischen Be-

funde sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin umfassend und abschliessend zu würdigen. Dasselbe gilt für die 

im Beschwerdeverfahren eingeholten Stellungnahmen des Allgemeinme-

diziners Dr. S._______ (vgl. Beilage 1 zu BVGer-act. 17). Ob, und falls ja, 

welche psychiatrischen Erkrankungen bei der Beschwerdeführerin im vor-

liegend zu beurteilenden Zeitraum bestanden haben, bleibt jedenfalls offen 

und bedarf weiterer Abklärung.  

8.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz beim Erlass 

der angefochtenen Verfügung vom 3. Oktober 2017 massgeblich auf ärzt-

liche Stellungnahmen ihres RAD-Arztes abgestellt hat, ohne der Versicher-

ten Einsicht in die entscheidwesentlichen Dokumente zu gewähren. Von 

C-6130/2017 

Seite 35 

einer Rückweisung an die Vorinstanz zur Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs ist indes vorliegend abzusehen, weil diese zu einem prozessualen 

Leerlauf führen würde und damit im Widerspruch zum Interesse der Be-

schwerdeführerin an einer raschestmöglichen Abklärung des medizini-

schen Sachverhaltes stünde. Darüber hinaus liegt der Verfügung vom 

3. Oktober 2017 (bereits) in medizinischer Hinsicht ein nicht rechtsgenüg-

lich abgeklärter Sachverhalt zugrunde (vgl. Art. 12 und Art. 49 Bst. b VwVG 

sowie Art. 43 ATSG), weshalb hier über den streitigen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit entschieden werden kann und die genannte Verfügung auf-

zuheben ist. In den Akten fehlen umfassende, hinreichend begründete und 

nachvollziehbare medizinische Angaben zur Frage, wie sich der Gesund-

heitszustand und die Funktionseinschränkungen der Beschwerdeführerin 

seit dem Abschluss der Harvoni-Therapie entwickelt haben.  

8.5 Steht – wie hier – fest, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend 

abgeklärt ist, so ist nach der mit BGE 137 V 210 begründeten Rechtspre-

chung grundsätzlich eine Begutachtung durch das Gericht in die Wege zu 

leiten. Gerichtliche Expertisen sind nach dieser Rechtsprechung insbeson-

dere angezeigt, wo der im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobene 

medizinische Sachverhalt überhaupt gutachterlich abklärungsbedürftig ist 

oder ein Administrativgutachten in einem rechtserheblichen Punkt nicht be-

weiskräftig ist. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren 

Abklärung des Sachverhaltes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) bleibt allerdings mög-

lich, wenn sie in der notwendigen Beantwortung der bisher ungeklärten 

Frage nach den Auswirkungen des Gesundheitszustandes auf die Arbeits- 

respektive Leistungsfähigkeit begründet liegt oder wenn lediglich eine Klar-

stellung, Präzisierung oder Ergänzung gutachterlicher Ausführungen erfor-

derlich ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG; vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die regel-

mässige Einholung medizinischer Gerichtsgutachten entspricht allerdings 

nicht dem für das Abklärungsverfahren der Invalidenversicherung gesetz-

lich vorgesehenen System der Verwaltungsrechtspflege schweizerischen 

Zuschnitts (BGE 137 V 210 E. 2.2.2). Eine regelmässige Einholung von 

Gerichtsgutachten ist auch nicht unbedingt erforderlich, um das Abklä-

rungsverfahren verfassungs- und konventionskonform auszugestalten. 

Eine weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrati-

ven auf die gerichtliche Ebene ist – von der staatspolitischen Tragweite 

einer solchen grundsätzlichen, dem Gesetzgeber vorbehaltenen Grund-

satzentscheidung abgesehen – auch sachlich gar nicht wünschbar. Die 

Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführung litte empfindlich und 

C-6130/2017 

Seite 36 

wäre von einem Substanzverlust bedroht, wenn die Verwaltung von vorn-

herein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungs-

weise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin 

gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2). 

Würde eine gravierend mangelhafte Sachverhaltsabklärung im Verwal-

tungsverfahren durch Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwer-

deverfahren korrigiert, bestünde mithin die konkrete Gefahr der uner-

wünschten Verlagerung der den Durchführungsorganen vom Gesetz über-

tragenen Pflicht zur Abklärung des rechtserheblichen medizinischen Sach-

verhalts auf das Gericht mit entsprechender zeitlicher und personeller In-

anspruchnahme der Ressourcen (BGE 137 V 210 E. 4.2; Urteil des BVGer 

C-1358/2014 vom 11. Dezember 2015 E. 5). Die Verwaltung soll nicht dazu 

verleitet werden, das Gericht die eigentliche Abklärungsarbeit machen zu 

lassen (vgl. dazu MIRIAM LENDFERS, Sachverständige im Verwaltungsver-

fahren, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversi-

cherungsrecht 2016, S. 187). Überdies würde den Verfahrensbeteiligten 

mit dem Verzicht auf ein Administrativgutachten im Verwaltungsverfahren 

auch die Möglichkeit der Überprüfung durch ein Obergutachten im Be-

schwerdeverfahren genommen; der doppelte Instanzenzug bliebe diesbe-

züglich nicht gewahrt. 

8.6 Da mit Blick auf das Dargelegte die Möglichkeit besteht, dass die Be-

schwerdeführerin in psychischer Hinsicht gesundheitlich beeinträchtigt ist 

resp. bei ihr möglicherweise somatische und psychische Erkrankungen zu-

sammenwirken könnten, ist die Begutachtung interdisziplinär durchzufüh-

ren (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_235/2013 vom 10. September 2013 

E. 3.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 

4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweis auf 8C_321/2007 vom 6. Mai 2008 E. 6.3). 

Sollte sich im Rahmen der weiteren Abklärungen ergeben, dass bei der 

Beschwerdeführerin auch eine psychiatrische Erkrankung vorliegt, wäre 

deren Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens 

mittels der vom Bundesgericht entwickelten Standardindikatoren, d.h. un-

ter Beachtung der normativen Vorgaben zu beurteilen (vgl. E. 4.6 hiervor). 

Dabei wären unter dem Indikator "Komorbidität" im Sinne einer Gesamtbe-

trachtung auch allfällige im konkreten Fall ressourcenhemmende somati-

sche Leiden der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen (vgl. Urteil des 

BGer 9C_21/2017 E. 5.2.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).  

9.  

Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als die vorinstanzliche 

C-6130/2017 

Seite 37 

Verfügung vom 3. Oktober 2017 aufzuheben und die Sache an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne 

der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 

10.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

10.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Rückweisung der Sache an die Ver-

waltung zu erneuter Abklärung und neuer Verfügung gilt im Sozialversiche-

rungsrecht praxisgemäss als volles Obsiegen der Beschwerde führenden 

Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6). Bei diesem Ausgang 

des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin keine Kosten aufzuerlegen. 

Die mit Zwischenverfügung vom 8. November 2017 gewährte unentgeltli-

che Rechtspflege kommt aufgrund ihres subsidiären Charakters nicht zur 

Anwendung. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 

VwVG ebenso wenig Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

10.2 Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu 

Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Ent-

schädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). 

Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des gebotenen und ak-

tenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig-

keit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens erscheint eine Parteient-

schädigung von pauschal CHF 2'800.– (inkl. Auslagen, ohne Mehrwert-

steuer, vgl. Urteil BVGer C-1741/2014 vom 28. April 2016 E. 8.3 mit Hin-

weisen) angemessen (vgl. Art. 9 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). 

(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen) 

  

C-6130/2017 

Seite 38 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfü-

gung vom 3. Oktober 2017 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz 

zurückgewiesen wird, damit sie die erforderlichen zusätzlichen Abklärun-

gen und Beurteilungen im Sinne der E. 9 vornehme und anschliessend neu 

verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.– zu-

gesprochen, die nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils von 

der Vorinstanz zu leisten ist. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)  

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Viktoria Helfenstein Rahel Schöb 

 

(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen)  

C-6130/2017 

Seite 39 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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