# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20554de3-811f-536f-82d8-41e2a634533e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2024 200 2023 644
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-644_2024-02-01.pdf

## Full Text

200 23 644 ALV
LOU/IMD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 1. Februar 2024

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 9. August 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, ALV/23/644, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
bezog ab dem 5. Dezember 2022 Arbeitslosenentschädigung (Akten des 
Amts für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern [AVA bzw. Be-
schwerdegegner], Dossier Arbeitslosenkasse … [act. II] pag. 111). Ab dem 
16. Januar 2023 war sie im Zwischenverdienst bei der C.________ AG 
(Arbeitgeberin) als … angestellt (act. II pag. 113 ff.). Nach Einholen einer 
Stellungnahme bezüglich der Auflösung dieses Arbeitsverhältnisses per 6. 
Februar 2023 (act. II pag. 209 f.) stellte das AVA die Versicherte mit Verfü-
gung vom 23. Februar 2023 (act. II pag. 200 ff.) wegen selbstverschuldeter 
Arbeitslosigkeit ab dem 7. Februar 2023 für 24 Tage in der Anspruchsbe-
rechtigung ein. Die Versicherte erhob dagegen am 2. März 2023 Einspra-
che (act. II pag. 144 ff.). Nach Abklärungen bei der Arbeitgeberin (act. II 
pag. 50, 69 ff., 75 f., 83 f.119 ff.) und diesbezüglichen Stellungnahmen der 
nunmehr anwaltlich vertretenen Versicherten (act. II pag. 11 ff., 22 ff.) hiess 
das AVA die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 9. August 2023 (act. 
II pag. 5 ff.) teilweise gut und reduzierte die verfügte Sanktion von 24 auf 
19 Einstelltage.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 14. September 2023 Beschwerde mit dem 
Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid vom 9. August 2023 sei auf-
zuheben und der Beschwerdeführerin sei die volle Anspruchsberechtigung 
für Arbeitslosengelder ab dem 7. Februar 2023 zuzusprechen; dies unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2023 schliesst der Beschwerde-
gegner auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, ALV/23/644, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 9. August 2023 (act. 
II pag. 5 ff.). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht 
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 7. Februar 2023 für 
19 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.

1.3 Bei einer Einstelldauer von 19 Tagen und einem Taggeldanspruch 
von Fr. 74.05 (act. II pag. 111) liegt der Streitwert mit Fr. 1'406.95 unter 
Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche 
Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV).

2.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der 
versicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr 
zumutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV 
Nr. 105 S. 323 E. 1).

2.3 Zweck der Einstellung als versicherungsrechtliche Sanktion ist die 
angemessene Mitbeteiligung des Versicherten am Schaden, den er durch 
sein pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und 
adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b S. 227; ARV 2014 
S. 147 E. 3.1).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin schloss mit der Arbeitgeberin am 16. Ja-
nuar 2023 einen unbefristeten Arbeitsvertrag als … im Objekt 
"D.________" mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 19.5 Stunden ab 
(act. II pag. 113). Vereinbart wurde eine dreimonatige Probezeit; für die 
Kündigungsfristen wurde auf die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertra-

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ges für die …branche (GAV) verwiesen. Dieser sieht eine Kündigungsfrist 
von sieben Tagen innerhalb der Probezeit vor (Art. 17.2 lit. a GAV [vgl. 
<…>]). Die Arbeitszeit wurde an jeweils sechs Tagen pro Woche zu (nor-
malerweise) 3.25 Stunden täglich geleistet (vgl. act. II pag. 117 f.), davon 
1.75 Stunden in der Abendschicht (act. II pag. 145; Beschwerde, S. 4 Ziff. 
III./1.). Dieses Arbeitsverhältnis wurde per 6. Februar 2023 aufgelöst (vgl. 
act. II pag. 118; Beschwerde, S. 4 Ziff. III./1.).

3.2 Bezüglich der hier strittigen Frage, von welcher Partei das Arbeits-
verhältnis aufgelöst wurde, äusserte sich die Arbeitgeberin zunächst wider-
sprüchlich: In den Bescheinigungen vom 21. März 2023 über den Zwi-
schenverdienst im Januar bzw. Februar 2023 (act. II pag. 117 f., 119 f.) 
führte sie jeweils aus, die Arbeitnehmerin (Beschwerdeführerin) habe das 
Arbeitsverhältnis per 6. Februar 2023 gekündigt (act. II pag. 118, 120, je-
weils Ziff. 15), während sie in der Arbeitgeberbescheinigung vom 21. März 
2023 (act. II pag. 121 f.) angab, die Arbeitgeberin habe das Arbeitsverhält-
nis am 31. März 2023 per 6. Februar 2023 aufgelöst (act. II pag. 121 Ziff. 
10). Im weiteren Verlauf des Verfahrens legte sich die Arbeitgeberin auf 
eine Kündigung durch die Beschwerdeführerin fest (E-Mail vom 20. April 
2023 [act. II pag. 72 f., 75] und vom 25. Mai 2023 [act. II pag. 50]) und 
reichte am 25. Mai 2023 eine entsprechend angepasste Arbeitgeberbe-
scheinigung ein (act. II pag. 47 f., insb. Ziff. 10). Die Beschwerdeführerin 
bestreitet dies und stellt sich auf den Standpunkt, die Arbeitgeberin habe 
das Arbeitsverhältnis gekündigt. Aus den Akten ergibt sich diesbezüglich 
das Folgende:

3.2.1 Mit WhatsApp-Nachricht vom 30. Januar 2023 (act. II pag. 13 ff. 
[Übersetzung vom 28. Juni 2023 des in … verfassten Originals]) teilte die 
Beschwerdeführerin ihrer direkten Vorgesetzten mit, an jenem Morgen ha-
be ihr früherer Chef sie angerufen. Er möchte, dass sie wieder für ihn arbei-
te. Sie habe sich einverstanden erklärt. Mit der Abendarbeit bei der 
D.________ höre sie auf. Sie werde weiterhin tagsüber bei der D.________ 
arbeiten. Sie arbeite noch bis Samstag und werde am Samstag den 
Schlüssel übergeben. Die Vorgesetzte bestätigte dies mit "Alles klar". 

Am 31. Januar 2023 informierte die Vorgesetzte die Beschwerdeführerin 
ebenfalls per WhatsApp darüber, dass sie die beiden Schichten einer ande-

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ren Angestellten habe geben müssen. Sie habe der Beschwerdeführerin 
ihre Kündigung bereits geschickt. Sie bat die Beschwerdeführerin, der neu-
en Mitarbeiterin am Freitag und am Samstag zu zeigen, was zu tun sei, 
dann könne sie am Montag getrost mit der neuen Arbeit anfangen.

Hierauf schrieb die Beschwerdeführerin zurück und teilte mit, dass sie das 
nicht verstanden habe. Sie fragte die Vorgesetzte, ob sie der neuen Mitar-
beiterin auch die Mittagsschicht gegeben habe, was diese bestätigte.

3.2.2 Mit Schreiben vom 31. Januar 2023 (act. II pag. 204 f.) teilte die 
Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin mit, dass sie das Arbeitsverhältnis 
unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist per 6. Februar 2023 
auflöse. Die Beschwerdeführerin ihrerseits gelangte mit Schreiben vom 
2. Februar 2023 (act. II pag. 203) an die Arbeitgeberin und führte aus, der 
am 16. Januar 2023 unterzeichnete Arbeitsvertrag werde "hiermit einseitig 
gekündigt". Die Kündigung sei durch die Arbeitnehmerin am Montag, den 
30. Januar 2023 per WhatsApp angekündigt worden. Am Dienstag, 31. Ja-
nuar 2023 sei die Ankündigung wiederum per WhatsApp bestätigt worden. 
Die Vorgesetzte habe im Schreiben mitgeteilt, sie habe das Kündigungs-
schreiben schon verschickt. Seither habe die Beschwerdeführerin kein 
Bestätigungsschreiben oder ähnliches Schreiben erhalten.

3.3 Nach dem hiervor Dargelegten steht fest, dass die Beschwerde-
führerin der Arbeitgeberin bzw. ihrer direkten Vorgesetzten am 30. Januar 
2023 (einem Montag) mittels WhatsApp-Nachricht unmissverständlich mit-
teilte, dass sie die Abendschicht im Umfang von täglich 1.75 Stunden nur 
noch bis zum Samstag (den 4. Februar 2023) wahrnehmen werde. Entge-
gen der Darstellung der Beschwerdeführerin kann darin nicht lediglich ein 
Vorschlag zur Änderung der Arbeitszeiten oder -bedingungen gesehen 
werden (Beschwerde, S. 10 Ziff. IV./5.). Vielmehr gab die Beschwerdefüh-
rerin bekannt, dass sie bereits ein Stellenangebot eines früheren Arbeitge-
bers (E.________) angenommen hatte und stellte die Arbeitgeberin damit 
vor vollendete Tatsachen. In diesem Vorgehen ist eine einseitige Ände-
rungskündigung durch die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Arbeitszeit 
(lediglich noch 1.5 statt zuvor 3.25 Stunden täglich [vgl. E. 3.1 hiervor]) zu 
erblicken. Die Arbeitgeberin sah sich daraufhin aus organisatorischen 
Gründen veranlasst, auch die von der Beschwerdeführerin bislang verrich-

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tete Mittagsschicht einer anderen Mitarbeiterin zuzuteilen ("Ich muss ihr 
beide Schichten geben" [WhatsApp, 31. Januar 2023, 14:20 Uhr; act. II 
pag. 13]) und damit das Arbeitsverhältnis gesamthaft aufzulösen. Die Tat-
sache, dass die Beschwerdeführerin (zunächst) gewillt war, die Mittags-
schicht weiterhin zu verrichten, ändert nichts daran, dass sie es war, die mit 
ihrer einseitigen Ankündigung der Arbeitszeitreduktion den Anstoss für die 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab. Es ist denn auch kein Grund er-
sichtlich, weshalb die Arbeitgeberin ansonsten das Arbeitsverhältnis hätte 
auflösen sollen. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, wie es sich 
mit dem Kündigungsschreiben der Arbeitgeberin vom 31. Januar 2023 (act. 
II pag. 204 f.) – welches gemäss deren Stellungnahme vom 25. Mai 2023 
(act. II pag. 50) entgegen dem Wortlaut des Schreibens bloss eine Bestäti-
gung der Kündigung durch die Beschwerdeführerin darstellen soll – bzw. 
mit demjenigen der Beschwerdeführerin vom 2. Februar 2023 (act. II pag. 
203) verhält. Es liegt eine Selbstkündigung durch die Beschwerdeführerin 
bzw. eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit vor, was grundsätzlich einen 
Einstellungsgrund gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG darstellt.

3.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, durch die Aufnahme der Ar-
beitstätigkeit bei der E.________ sei sie ihrer Schadenminderungspflicht 
nachgekommen, da sie in dieser Anstellung ab April 2023 mehr verdient 
habe, als ihr bei der C.________ AG zugesichert worden sei (Beschwerde, 
S. 12 Rz. 8). Dieser Argumentation ist nicht zu folgen: Im unbefristet abge-
schlossenen Arbeitsvertrag zwischen der C.________ AG und der Be-
schwerdeführerin wurde eine wöchentliche Arbeitszeit von 19.5 Stunden 
pro Woche und ein Bruttostundenlohn von Fr. 24.03 vereinbart (act. II pag. 
113). Demgegenüber schloss die Beschwerdeführerin mit der E.________ 
– für welche Arbeitgeberin sie die Abendschicht bei der C.________ AG 
aufgab – zunächst lediglich einen vom 3. bis zum 13. Februar 2023 befris-
teten Arbeitsvertrag auf Abruf. In diesem wurden sowohl eine tiefere Min-
destarbeitszeit (15 Stunden pro Woche) als auch ein tieferer Stundenlohn 
(Fr. 19.49 plus Überstundenzuschlag) vereinbart (act. II pag 206). Am 2. 
März 2023 schlossen die Parteien einen weiteren vom 2. bis zum 9. März 
2023 befristeten Arbeitsvertrag zu denselben Bedingungen ab (act. II pag. 
94 f.). Demnach trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen 
des am 22. März 2023 abgeschlossenen, vom 1. April bis zum 15. August 

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2023 befristeten, Arbeitsvertrags (act. II 103 f.) ein Einkommen erzielte, 
welches über dem Verdienst bei der C.________ AG lag (vgl. dazu Akten 
der Beschwerdeführerin [act. I] 13). Allerdings ist mit dem Beschwerdegeg-
ner (vgl. Beschwerdeantwort, S. 4 Art. 3) festzuhalten, dass die Beschwer-
deführerin im Zeitpunkt der Aufgabe der Abendschicht bei der C.________ 
AG und dem Abschluss des vom 3. bis zum 13. Februar 2023 befristeten 
Arbeitsvertrags mit der E.________ nicht davon ausgehen konnte, später 
einen längerfristigen Vertrag mit mehr abgerufenen Arbeitsstunden einge-
hen zu können. Fest steht, dass die – gemäss dem in E. 3.3 Dargelegten – 
von der Beschwerdeführerin verschuldete Auflösung des Arbeitsverhältnis-
ses mit der C.________ AG per 6. Februar 2023 zunächst eine Reduktion 
des Einkommens zur Folge hatte. Damit verletzte die Beschwerdeführerin 
unabhängig der Höhe der von der Arbeitslosenversicherung schlussendlich 
effektiv ausgerichteten Leistungen ihre Schadenminderungspflicht.

3.5 Streitig ist des Weiteren, ob der Beschwerdeführerin das Verblei-
ben an der Arbeitsstelle bzw. die weitere Arbeit auch in der Abendschicht 
zugemutet werden konnte (vgl. E. 2.1 hiervor). Die Frage der Zumutbarkeit 
des Verbleibens an der bisherigen Arbeitsstelle ist nach Art. 16 AVIG zu 
beurteilen, wonach grundsätzlich jede Arbeit zumutbar ist (Abs. 1), ausser 
es sei einer der in Abs. 2 abschliessend aufgelisteten Ausnahmetatbestän-
de erfüllt (BGE 124 V 62 E. 3b S. 63). Nach der Rechtsprechung ist die 
Zumutbarkeit jedoch beim Verbleiben am Arbeitsplatz strenger zu beurtei-
len als bei der Annahme einer neuen Stelle (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 324 
E. 2a).

3.5.1 In der Stellungnahme vom 16. Februar 2023 bezüglich der Auflö-
sung des Arbeitsverhältnisses (act. II pag. 209 f.) führte die Beschwerde-
führerin gegenüber dem Beschwerdegegner erstmals sinngemäss aus, die 
vereinbarte und entschädigte Zeit von 1.75 Stunden in der Abendschicht 
habe nicht ausgereicht, um die anfallenden Arbeiten ordentlich auszu-
führen. Deswegen sei es ihr nicht zumutbar gewesen, weiterhin in der 
Abendschicht zu arbeiten. Diese Argumentation wiederholte sie im Wesent-
lichen in der Einsprache (act. II pag. 145) und in der Beschwerde (S. 10 Rz. 
5).

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3.5.2 Die von der Beschwerdeführerin angeführten Gründe lassen nicht 
auf eine Unzumutbarkeit der Arbeit schliessen, zumal sich dafür in den Ak-
ten kein Beleg finden lässt. Insbesondere bezog sich die Beschwerdeführe-
rin in der WhatsApp-Nachricht vom 30. Januar 2023 (act. II pag. 13 ff.), 
mittels welcher sie die Aufgabe der Abendschicht bekannt gab, mit keinem 
Wort auf die Unzumutbarkeit dieser Arbeit. Selbst wenn sich die Situation 
wie geschildert dargestellt hat, lässt sich daraus nicht der Schluss auf eine 
Unzumutbarkeit ziehen: Wie der Beschwerdegegner im angefochtenen 
Entscheid zu Recht ausführte, wäre es der Beschwerdeführerin freigestan-
den, ihre Arbeit am Ende der vorgesehenen Zeit niederzulegen, wenn sich 
die Arbeitgeberin tatsächlich geweigert haben sollte, die über die vereinbar-
te Zeit hinausgehende Arbeit zu entschädigen (act. II 5 f.). Die Argumenta-
tion der Beschwerdeführerin, sie wäre dadurch möglicherweise noch stär-
ker in die Gefahr geraten, dass die Arbeitgeberin ihr gekündigt hätte, was 
seitens des Beschwerdegegners wiederum ihr angelastet worden wäre, ist 
rein spekulativ. Eine Unzumutbarkeit der Arbeit ist damit nicht erstellt.

4.

Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 19 Ein-
stelltagen.

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 
E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, 
das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, 
d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist 
(BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 
Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage 
bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Die Einstellung 
gilt nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der 
Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 

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darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

Nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt unter anderem ein schweres Verschul-
den vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine 
zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufge-
geben hat. Bei Einstellungen nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV kann Art. 45 
Abs. 4 lit. a AVIV lediglich die Regel bilden, von welcher beim Vorliegen 
besonderer Umstände im Einzelfall abgewichen werden darf. Insoweit ist 
das Ermessen von Verwaltung und Sozialversicherungsrichter nicht auf 
eine Einstellungsdauer im Rahmen eines schweren Verschuldens be-
schränkt, sondern lässt auch eine mildere Sanktion zu (ARV 2005 S. 216 
E. 2.3.1; vgl. auch BGE 130 V 125 E. 3.4.3 f. S. 130; SVR 2006 ALV Nr. 5 
S. 16 E. 2.3).

4.2 Die Einstelldauer von 19 Tagen liegt im untersten Bereich des mit-
telschweren Verschuldens (Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV). Unter Berücksichti-
gung des "Einstellrasters" gemäss AVIG-Praxis ALE (Randziffer D75 
Ziff. 1.H/2), welches die Auflösung des Arbeitsverhältnisses während der 
Probezeit durch eine ungerechtfertigte Kündigung durch die versicherte 
Person als mittleres Verschulden qualifiziert, ist die gegenüber der Be-
schwerdeführerin ausgesprochene Sanktion nicht zu beanstanden. Mit der 
Ansiedlung der Sanktion im untersten Bereich des gesetzlich vorgesehe-
nen Rahmens hat der Beschwerdegegner insbesondere auch der Tatsache 
Rechnung getragen, dass die von der Beschwerdeführerin zu verantwort-
ende Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Blick auf die Aufnahme einer 
Arbeitstätigkeit an einer anderen Stelle erfolgte. Der Beschwerdegegner 
hat damit den gesamten Umständen gebührend Rechnung getragen. Es ist 
dementsprechend auch kein triftiger Grund ersichtlich, der ein Eingreifen in 
die Ermessensausübung der Verwaltung rechtfertigen könnte.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, ALV/23/644, Seite 11

Nach dem Dargelegten lässt sich die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung von 19 Tagen nicht beanstanden. Die Beschwerde gegen den Ein-
spracheentscheid vom 9. August 2023 (act. II pag. 5 ff.) ist damit abzuwei-
sen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, ALV/23/644, Seite 12

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.