# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ee9b840-0925-518c-8aa0-9e9e7ae20f85
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 16.05.2013 HG060159
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG060159_2013-05-16.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    

 

 
 

Geschäfts-Nr. HG060159-O/U/dz 

 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Heinrich Andreas Müller, Vizepräsident, und 

Dr. Markus Kriech, die Handelsrichter Dr. Thomas Lörtscher, Dr. 

Alexander Müller und Patrik Howald sowie die Gerichtsschreiberin 

Azra Hadziabdic 

Urteil vom 16. Mai 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG, 
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 

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Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger einen Betrag 
nach freiem richterlichen Ermessen zu bezahlen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

Das Gericht zieht in Erwägung: 

I. 
Sachverhalt und Parteistandpunkte 

1.1. Am 18. Juli 2000 ereignete sich um 19:15 Uhr an der Kreuzung …-/…-/…-

Strasse in C._____ ein Verkehrsunfall. Der Kläger stand mit seinem Motorrad der 

Marke Harley Davidson wartend vor dem Rotlicht als vorderstes Fahrzeug, als der 

Lenker hinter ihm, D._____ (nachfolgend "Unfallverursacher"), mit seinem Fiat 

Panda losfuhr, weil er meinte, das Lichtsignal habe auf Grün umgeschaltet. Das 

Motorrad des Klägers wurde durch den Aufprall circa einen Meter nach vorne ge-

schoben, wobei der Kläger nach hinten geschleudert wurde; er konnte jedoch das 

Motorrad in Balance halten und stürzte nicht.  

1.2. Der Kläger führt zu den Gesundheitsfolgen des Unfalls aus, dass er sich 

schon am Unfallort über starke Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken be-

klagt habe. Seit dem Unfall leide er an Nacken- und Kopfschmerzen, welche die 

kognitiven und psychischen Störungen zumindest richtungsweisend verschlim-

mert hätten. Seitdem erziele er auch kein Einkommen mehr, wobei seine Ein-

schränkungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem 

Unfall stünden. Er sei bis auf eine kleine, täglich fluktuierende und wirtschaftlich 

schlecht verwertbare Restarbeitsfähigkeit gänzlich arbeitsunfähig. Mit der vorlie-

genden Klage verlangt er von der Beklagten als Haftpflichtversicherung des Un-

fallverursachers Ersatz des Erwerbs- und des Rentenausfallschadens, des Haus-

haltschadens, der vorprozessualen Anwaltskosten und weiterer unfallbedingter 

Kosten sowie eine Genugtuung. 

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1.3. Die Beklagte plädiert auf Klageabweisung. Sie bestreitet die behaupteten 

gesundheitlichen Einschränkungen des Klägers, den natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem „harmlosen“ Unfall und allfälligen Beein-

trächtigungen – diese hätten schon vor dem Unfall bestanden – und bemängelt 

auch die Substantiierung des Schadens. Sie ist zudem der Auffassung, dass der 

Kläger seine Forderung zu beziffern habe. 

II. 
Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Am 28. April 2006 (Datum Poststempel) reichte der Kläger Weisung und 

Klageschrift ein (act. 1 und 3). Nach Eingang der Klageantwortschrift vom 4. Sep-

tember 2006 (act. 10) fand am 21. Dezember 2006 eine Referentenaudienz und 

Vergleichsverhandlung statt, die aber zu keiner Einigung führte (Prot. S. 4). Das 

Verfahren wurde schriftlich fortgesetzt (Prot. S. 6). Die Replikschrift datiert vom 

27. April 2007 (act. 16) und die Duplikschrift vom 3. September 2007 (act. 21). Mit 

Verfügung vom 10. September 2007 wurde das Hauptverfahren für geschlossen 

erklärt (Prot. S. 8). Am 8. April 2008 erfolgte ein Wechsel bei der Person des In-

struktionsrichters (Prot. S. 9). Tags darauf wurde dem Kläger in Anwendung von 

§ 55 ZPO/ZH Frist angesetzt, um verschiedene Vorbringen zu substantiieren 

(Prot. S. 10 f.). Die Substantiierungseingabe des Klägers datiert vom 29. Mai 

2008 (act. 28), die entsprechende Stellungnahme der Beklagten vom 4. Juli 2008 

(act. 32). Mit Beweisauflagebeschluss vom 26. August 2008 wurde das Beweis-

verfahren eröffnet (act. 36). Die Beweisantretungsschriften der Parteien datieren 

vom 3. Oktober 2008 (act. 40) und 7. Oktober 2008 (act. 42). Der Beweisabnah-

mebeschluss erfolgte am 26. Februar 2009; darin wurde als Sachverständiger 

Prof. Dr. med. E._____ vorgeschlagen, und die Parteien wurden zur Leistung von 

Barvorschüssen aufgefordert. Weiter wurde der Kläger zur Entbindung der Ärzte 

vom Arztgeheimnis sowie der Krankenkasse von der Geheimhaltungspflicht auf-

gefordert (act. 45). Die entsprechenden Entbindungserklärungen des Klägers er-

folgten mit Eingabe vom 6. April 2009 (act. 50 und 51). Die Barvorschüsse wur-

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den fristgerecht geleistet (act. 49, 53 und 54). Entsprechend ihrem Antrag vom 8. 

April 2009 (act. 52) wurde die Beklagte mit Verfügung vom 18. Januar 2010 ange-

rufen, die Edition weiterer medizinischer Akten zu beantragen (Prot. S. 29), was 

sie mit Eingabe vom 26. Februar 2010 (act. 100) tat. Die von der Beklagten mit 

Eingabe vom 29. Januar 2010 gestellten Verfahrensanträge auf Absehen von 

Zeugeneinvernahmen der vom Kläger bezeichneten Ärzte sowie auf Festlegung 

des Unfallsachverhaltes in einer prozessleitenden und anfechtbaren Verfügung 

(act. 94) wurden am 9. Februar 2010 abgewiesen (act. 98). Am 15. März 2010 

fanden die Einvernahmen der Zeugen Prof. Dr. med. F._____, G._____, H._____ 

und I._____ statt (Prot. S. 35 bis S. 72).  

1.2. Am 5. Mai 2010 wurden die Einvernahmen der Zeugen Prof. Dr. med. 

J._____ und Dr. med. K._____ durchgeführt (Prot. S. 74 bis S. 92). Nachdem der 

Kläger zum beklagtischen Editionsbegehren vom 26. Februar 2010 am 13. April 

2010 Stellung genommen hatte (act. 108), wurde dem Begehren mit Beschluss 

vom 16. Juli 2010 teilweise entsprochen (act. 110). Am 8. September 2010 erfolg-

te die Experteninstruktion an Prof. Dr. med. E._____ (act. 117), und die Parteien 

wurden gleichentags zur Stellung von Ergänzungsfragen aufgefordert (Prot. S. 

95). Nachdem die Parteien entsprechende Eingaben am 15. Oktober 2010 (act. 

131) bzw. 20. Oktober 2010 (act. 132) eingereicht hatten, erfolgte eine Ergänzung 

der Experteninstruktion am 20. Januar 2011 (act. 135; Prot. S. 100 f.). Am 24. 

Februar 2011 erklärte Prof. Dr. med. E._____, zur Erstellung des Gutachtens aus 

zeitlichen Gründen nicht in der Lage zu sein (act. 137). Prof. Dr. med. L._____ 

wurde am 28. April 2011 neu als Sachverständiger ernannt (act. 147) und am 9. 

Mai 2011 instruiert (act. 148). Am 27. Juni 2011 wurden die Parteien zur Leistung 

weiterer Barvorschüsse aufgefordert (act. 154), was sie jeweils fristgerecht taten 

(act. 157/1-2). Das interdisziplinäre Gutachten von Prof. Dr. med. L._____ datiert 

vom 16. Juni 2012 (act. 163) und ein dazugehöriges psychiatrisches Teilgutach-

ten vom 28. Juni 2012 (act. 165). Mit Verfügung vom 2. Juli 2012 wurde den Par-

teien Frist angesetzt, um zum Gutachten und übrigen Beweisergebnis Stellung zu 

nehmen (Prot. S. 115). Die Stellungnahme des Klägers erfolgte mit Eingabe vom 

14. August 2012 (act. 170) und diejenige der Beklagten mit Eingabe vom 29. Au-

gust 2012 (act. 172). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

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2. Übergangsrecht und Zuständigkeit 

2.1. Am 1. Januar 2011 ist die eidgenössische Zivilprozessordung (ZPO) in 

Kraft getreten. Nach Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt für Verfahren, die bei Inkrafttreten 

dieses Gesetzes rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum Ab-

schluss vor der betroffenen Instanz. Auf das vorliegende Verfahren ist demnach 

das frühere kantonale Prozessrecht, mithin die Zivilprozessordnung des Kantons 

Zürich (ZPO/ZH) und das Gerichtsverfassungsgesetz des Kantons Zürich (GVG), 

anwendbar. Für die Rechtsmittel gilt hingegen das Recht, das bei der Eröffnung 

des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Für die Rechtsmittel ist vorlie-

gend somit das neue Prozessrecht massgebend (Art. 308 ff. ZPO). Die örtliche 

Zuständigkeit bestimmt sich nach dem neuen Recht, wobei eine bestehende Zu-

ständigkeit nach dem alten Recht erhalten bleibt (Art. 404 Abs. 2 ZPO).  

2.2. Der Kläger hat seinen Wohnsitz in M._____, und die Beklagte hat ihren 

Sitz in N._____ (vgl. www.zefix.ch). Die örtliche sowie die sachliche Zuständigkeit 

des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind gegeben (Art. 38 Abs. 1 ZPO bzw. 

Art. 26 Abs. 1 GestG; § 63 Ziff. 1 i.V.m. § 62 GVG) und überdies unbestritten 

(act. 10 S. 4 Rz 2). 

3. Unbeziffertes Rechtsbegehren 

3.1. Der Kläger hat sein Rechtsbegehren nicht beziffert und dies damit begrün-

det, dass die für die Schadensberechnung wesentlichen Parameter, etwa die ge-

naue Invalidität in der Haushaltsführung sowie der Nachweis von konstitutionellen 

Prädispositionen, noch nicht feststünden (act. 1 S. 2 f. Rz 4). Die Bezifferung der 

Klage werde nach dem Abschluss des Beweisverfahrens vorgenommen (act. 16 

S. 37 Rz 58). Nach Auffassung der Beklagten ist die gehörige Bezifferung der 

Klage, mit welcher ein vermögensrechtlicher Anspruch geltend gemacht wird, im 

Grundsatz eine Prozessvoraussetzung. Nachdem der Kläger den von ihm geltend 

gemachten Schaden sowie die Genugtuung im Detail und mit allen massgeben-

den Grundlagen aufzulisten vermöge, sei nicht davon auszugehen, der Kläger sei 

– entsprechend § 61 Abs. 2 ZPO/ZH – nicht in der Lage, seinen Anspruch bei Er-

hebung der Klage zu beziffern (act. 10 S. 48 Rz 66). 

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3.2. Gemäss § 100 Ziff. 5 ZPO/ZH enthält die Weisung des Friedensrichters die 

Angaben beider Parteien über die Höhe des Streitwerts. Ein Leistungs- oder 

Feststellungsbegehren über Geld oder andere vertretbare Sachen muss grund-

sätzlich schon in der Weisung beziffert werden, ausgenommen wenn der Kläger 

dazu noch nicht in der Lage ist und sonst die Verwirklichung des geltend gemach-

ten materiellen Rechtsanspruchs beeinträchtigt und dadurch Bundesrecht verletzt 

würde (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessord-

nung, 3. A., Zürich 1997, § 100 N 17). Ist der Kläger nicht in der Lage, seinen An-

spruch bei Erhebung der Klage zu beziffern, so hat er dies spätestens nach 

Durchführung des Beweisverfahrens nachzuholen (§ 61 Abs. 2 ZPO/ZH). Von 

Bundesrechts wegen hat das kantonale Recht unbezifferte Forderungsklagen dort 

zuzulassen, wo das Bundesrecht sie ausdrücklich vorsieht oder den Richter auf 

sein Ermessen verweist, insbesondere im Bereich von Art. 42 Abs. 2 OR. Das 

bundesprivatrechtliche Verwirklichungsgebot lässt sodann nicht zu, eine Beziffe-

rung der Klageforderung auch dort zu verlangen, wo der Kläger nicht in der Lage 

ist, die Höhe seines Anspruchs genau anzugeben, oder diese Angabe unzumut-

bar erscheint. Dies hat insbesondere dort zu gelten, wo erst das Beweisverfahren 

die Grundlage der Bezifferung der Forderung abgibt; hier ist dem Kläger zu ge-

statten, die Präzisierung erst nach Abschluss des Beweisverfahrens vorzuneh-

men (BGE 116 II 219, 131 III 245). 

3.3. Wie die Beklagte richtig hinweist (act. 10 S. 48 Rz 66), hat der Kläger die 

Schadenspositionen entgangenes Nettoeinkommen, Rentenausfallschaden, vor-

prozessuale Anwaltskosten und Krankenkassenselbstbehalte beziffert wie auch 

die Höhe der verlangten Genugtuung angegeben. Weiter hat er die Grundlagen 

zur Berechnung des behaupteten Haushaltschadens im Einzelnen aufgeführt (act. 

1 S. 29 ff.). Eine eingehendere Auseinandersetzung mit den vom Kläger geltend 

gemachten Schadenspositionen und der Frage, ob und hinsichtlich welcher 

Schadenspositionen diesem die Möglichkeit der nachträglichen Bezifferung einzu-

räumen wäre, kann allerdings infolge des Verfahrensausgangs unterbleiben. 

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4. Aktivlegitimation des Klägers 

Die Beklagte bestreitet in der Klageantwort die Aktivlegitimation des Klägers, da 

dieser seine gegenüber der Beklagten geltend gemachten Ansprüche der Bank 

O._____ ("O._____") sowie der Sozialbehörde M._____ abgetreten habe (act. 10 

S. 45 Rz 62.1 f. und S. 47 Rz 64 f.). Nachdem der Kläger mit der Replik entspre-

chende Rückzessionen ins Recht gelegt hat (act. 16 S. 35 Rz 55; act. 17/8 und 

17/9), hält die Beklagte den Einwand der fehlenden Aktivlegitimation nur noch 

wegen der Abtretung an die O._____ aufrecht, und zwar mit der Begründung, die 

ursprüngliche Abtretung sei an die "O._____" erfolgt (vgl. act. 11/37), während die 

neue Vereinbarung vom 14. Februar 2007 mit der "O1._____ Aktiengesellschaft" 

abgeschlossen worden sei (vgl. act. 17/8). Die Firma der Zedentin sei mit der Fir-

ma der ursprünglichen Zessionarin nicht identisch (act. 21 S. 28 Rz 64). Indessen 

ist der Website www.O1._____.com zu entnehmen, dass O._____ und 1._____ 

per 1. Oktober 2005 fusionierten und neu unter O1._____ Aktiengesellschaft 

(kurz: O1._____) firmieren. Die Aktivlegitimation des Klägers liegt somit vor. 

III. 
Materielles 

1. Anspruchsvoraussetzungen und Beweislast 

1.1. Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges ein Mensch getötet oder ver-

letzt oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden (Art. 58 

Abs. 1 SVG). Art und Umfang des Schadenersatzes sowie die Zusprechung einer 

Genugtuung richten sich nach den Grundsätzen des Obligationenrechts für uner-

laubte Handlungen (Art. 62 Abs. 1 SVG). Der Geschädigte hat im Rahmen der 

vertraglichen Versicherungsdeckung seitens der obligatorischen Haftpflichtversi-

cherung für Motorfahrzeughalter ein Forderungsrecht unmittelbar gegen den Ver-

sicherer (Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG). Eine Körperverletzung im Be-

sonderen gibt dem Verletzten Anspruch auf Ersatz der Kosten sowie auf Ent-

schädigung für die Nachteile gänzlicher oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit, unter 

Berücksichtigung der Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens (Art. 46 

Abs. 1 OR). Eine Haftung ist gegeben, wenn kumulativ ein Schaden, der Betrieb 

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eines Motorfahrzeuges sowie ein natürlicher und adäquater Kausalzusammen-

hang zwischen dem Betrieb des Motorfahrzeuges und dem Schaden zu bejahen 

sind. Das Verschulden bildet keine Haftungsvoraussetzung, da Art. 58 SVG eine 

Gefährdungshaftung statuiert. 

1.2. Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei 

das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte 

ableitet. So trägt der Kläger insbesondere die Behauptungs- und Beweislast da-

für, dass ein Unfallereignis zu Verletzungen bzw. Beschwerden geführt hat, die 

Verletzungen bzw. Beschwerden einen Schaden bewirkt haben (Ursächlichkeit) 

und der Unfall für die Verletzungen bzw. Beschwerden und diese wiederum für 

den Schaden adäquat kausal erscheinen (Adäquanz). 

2. Feststellung des Unfallhergangs 

2.1. Am 18. Juli 2000 stand der Kläger mit seinem Motorrad der Marke Harley 

Davidson wartend vor dem Rotlicht an der Kreuzung …-/…-/…-Strasse in 

C._____ als vorderstes Fahrzeug, als der Lenker hinter ihm, der Unfallverursa-

cher, mit seinem Fiat Panda losfuhr, weil er – durch die tiefliegende Sonne ge-

blendet – meinte, das Lichtsignal habe auf Grün umgeschaltet. Zur Beschreibung 

des Unfalls zitiert der Kläger die Zeugenaussage von P._____ – des Beifahrers im 

Fahrzeug, welches neben dem Motorrad des Klägers an der Ampel stand (act. 

4/4): „Es gab einen Megaknall nebenan. Dann habe ich gesehen, wie der Fahrer 

irgendwie die Hände nach oben geworfen hat, die Beine kamen nach oben, ir-

gendwie hat man ihn gar nicht mehr gesehen. Er lag irgendwie nach hinten hin-

aus, schräg hinten hinaus bei den Koffern. Irgendwie kam er wieder hoch und 

konnte den Töff wieder halten und ist dann an und für sich oben sitzen geblieben. 

[…] Ich sah zuerst nur den Töff alleine. Ich habe dann das Fahrzeug gesehen, wie 

die Haube in das Motorrad 'tätschte'. Das Motorrad machte irgendwie [wie] einen 

Satz.“ Weiter führt der Kläger aus, er sei vom Fahrzeug des Unfallverursachers 

mehrere Meter ruckartig nach vorne geschoben und vom Fahrersitz auf die auf 

dem Gepäckträger befestigten Koffer geworfen worden. Dabei habe er seinen 

Hinterkopf gegen einen harten Gegenstand geschlagen. Er sei der Auffassung 

gewesen, es habe sich um den Asphalt gehandelt, während es überwiegend 

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wahrscheinlich sei, dass er den Kopf am Paket auf dem Gepäckträger oder an der 

Kante des hinteren Sitzes des Motorrades angeschlagen habe. Da es sich bei ei-

ner Harley Davidson um ein sehr gut ausbalanciertes und stabiles Motorrad mit 

breiten Reifen handle, habe er sich gerade noch im letzten Augenblick wieder 

ruckartig in eine Position werfen können, in welcher es ihm möglich gewesen sei, 

wieder das Gleichgewicht über das Motorrad zurückzugewinnen und die Füsse 

am Boden abzustützen. Dadurch habe ein Sturz vermieden werden können (act. 

1 S. 3 f. Rz 4 f.). In der Replik beruft sich der Kläger erneut auf die Sachverhalts-

darstellung P._____s und weist betreffend die Unfallrekonstruktion auf den Poli-

zeirapport vom 28. Juli 2000 (act. 4/3) hin, aus welchem sich alle wichtigen 

Merkmale zum Unfallablauf ergäben (act. 16 S. 2 ff. Rz 1 ff.). 

2.2. Mit Hinweis auf die klägerische Aussage gemäss Polizeirapport sowie die 

Bilder der Unfallendlage (act. 4/3 und act. 11/1) hält die Beklagte dafür, dass der 

Kläger auf seinem Motorrad durch den Fiat Panda um circa einen Meter nach 

vorne geschoben worden sei, ohne vom Motorrad zu stürzen. Vom Anschlagen 

des Kopfes sei in den klägerischen Angaben gegenüber der Polizei nirgends die 

Rede. Auf die Aussagen von P._____ könne nicht abgestellt werden, da sie im 

Widerspruch zu den Angaben mehrerer Personen vom Unfalltag stünden und 

P._____ diese Aussagen erst eineinhalb Jahre nach dem Unfall gemacht habe; 

am Unfalltag selber habe er lediglich die Aussagen seines Mitfahrers Q._____ 

bestätigt. Das unfallanalytische Gutachten der Beklagten (act. 11/3) habe erge-

ben, dass das Delta-v, die durch den Aufprall verursachte Geschwindigkeitsver-

änderung beim Fahrzeug des Klägers, zwischen 3,3 und 8,0 km/h betragen habe. 

Weiter macht die Beklagte darauf aufmerksam, dass der Kläger in zeitlichem Ab-

stand zum Unfallereignis den Unfallhergang – insbesondere gegenüber den un-

tersuchenden Ärzten – massiv dramatisiert habe (act. 10 S. 5 ff. Rz 6 ff. und S. 50 

ff. Rz 70 ff.; act. 21 S. 5 ff. Rz 6 ff.). 

2.3. Im Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich vom 28. Juli 2000, auf den sich 

der Kläger beruft, wird er wie folgt zitiert (act. 4/3 S. 6): „Ich stand auf dem rechten 

Fahrstreifen bei der Haltelinie. Die Lichtsignalanlage stand auf Rot. […] Im Rück-

spiegel sah ich, dass unmittelbar hinter mir ein kleiner Fiat stand, besetzt mit zwei 

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jungen Typen, die heftig miteinander diskutierten. Als ich wieder nach vorne sah 

und die Lichtsignalanlage immer noch auf Rot stand, erhielt mein Motorrad plötz-

lich einen heftigen Schlag gegen das Hinterrad und ich wurde ca. einen Meter 

nach vorne geschoben. Durch den heftigen Aufprall wurde mein Kopf nach hinten 

geschleudert. Deshalb verspüre ich zur Zeit ein heftiges Ziehen in der Nackenge-

gend. Zudem habe ich leichtes Kopfweh. […]“ 

Dass das Motorrad durch den Aufprall circa einen Meter nach vorne geschoben 

wurde, stimmt mit den Fotoaufnahmen der Unfallendlage im Polizeirapport über-

ein; das Hinterrad des Motorrades steht auf dem weissen Haltebalken (vgl. act. 

4/3 sowie act. 11/1). Es ist daher von diesem Sachverhalt auszugehen. Nach 

übereinstimmenden Parteidarstellungen ist der Kläger nicht gestürzt. Das unfall-

analytische Gutachten der Beklagten ist zwar Parteibehauptung, weshalb darauf 

grundsätzlich nicht abgestellt werden kann, soweit sein Inhalt vom Kläger bestrit-

ten wird. Die darin dargelegte Berechnung, wonach bei einer Verschiebung um 

einen Meter und einer Bremsverzögerung von maximal 1,0 bis 3 m/s² die kollisi-

onsbedingte Geschwindigkeitsänderung zwischen 5,1 und 8,8 km/h beträgt (act. 

11/3 S. 5), ist plausibel und wurde vom Kläger als solche auch nicht in Frage ge-

stellt (act. 16 S. 3 Rz 4). 

2.4. Die Beklagte weist zu Recht auf die wechselnden Äusserungen des Klä-

gers zum Unfallhergang hin. So ist dem Bericht der Neurologischen Poliklinik des 

Universitätsspitals Zürich (nachfolgend "USZ") vom 12. Oktober 2000 zu entneh-

men, dass der Kläger mit dem Motorrad nach vorne geschleudert worden sei und 

Hinterkopf und Schulter rechts gegen den Asphalt aufgeschlagen habe (act. 4/7 

S. 1). Laut dem Bericht der Neurologischen Klinik vom 6. Februar 2001 wurde er 

mit dem Motorrad 50 Meter nach vorne geschleudert und schlug dabei mit dem 

Hinterkopf und der Schulter rechts gegen Asphalt auf (act. 11/12 S. 1). Gemäss 

einem weiteren Arztbericht der Neurologischen Poliklinik vom 8. Februar 2002 

wurde der Kläger vom Fiat erfasst und 10 bis 15 Meter nach vorne katapultiert 

(act. 4/9 S. 1). Bei der bezirksanwaltschaftlichen Einvernahme am 12. Februar 

2002 sagte der Kläger als Zeuge aus, nach seinem Gefühl "6, 7, 5 Meter" nach 

vorne geschoben worden zu sein (vgl. act. 4/4). Das Gutachten der Schulthess 

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Klinik vom 9. September 2004 gibt die Aussage des Klägers wiederum wie folgt 

wieder (act. 4/10 S. 15): „In diesem Moment wurde sein Töff von hinten nach 'vor-

ne gespickt'. Er machte mit dem ganzen Körper eine massive Rückwärtsbewe-

gung über die Satteltasche und schlug mit dem Kopf auf den Boden, wobei er mit 

den Knien im Lenker seines Motorrades eingehängt war.“ Bei der neurologischen 

Untersuchung des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (nachfolgend „ABI“) vom 25. 

November 2008 gab der Kläger an, durch den Aufprall seien sein Kopf und Ober-

körper halb rechts nach hinten geworfen worden, er habe den Kopf auf dem Bo-

den angeschlagen und irgendwie sei er schliesslich wieder auf dem Motorrad ge-

sessen, welches zur Hälfte kürzer gewesen sei als vor dem Aufprall (act. 56/2 S. 

15). Bei der psychiatrischen Untersuchung tags darauf trug der Kläger dagegen 

vor, sieben Meter durch die Luft geschleudert worden und danach wieder sitzend 

auf seinem Motorrad gelandet zu sein (act. 56/2 S. 10). 

Der Kläger hat eingeräumt, dass seine Darstellung des Unfallhergangs „nicht im-

mer kohärent“ gewesen sei. Er habe in erster Linie einen Knall wahrgenommen 

sowie dass er nach hinten geworfen worden sei und seinen Kopf irgendwo ange-

schlagen habe. Darüber, wie genau der Unfall äusserlich abgelaufen sei, könne er 

nur spekulieren (act. 16 S. 4 Rz 5). Da der Kläger – der laut Austrittsbericht des 

USZ vom 20. Juli 2000 allseits orientiert war (act. 4/6) – gemäss Polizeirapport 

vom 28. Juli 2000, dessen Richtigkeit er nicht in Frage stellt, aussagte, sein Mo-

torrad sei durch den Aufprall circa einen Meter nach vorne geschoben und sein 

Kopf nach hinten geschleudert worden, ohne einen Sturz zu erwähnen (act. 4/3 S. 

6), kann es sich bei den späteren Schilderungen nicht um blosse Spekulationen 

handeln; vielmehr handelt es sich um masslose Übertreibungen (vgl. auch act. 

4/10 S. 27). Angesichts der ständig wechselnden, widersprüchlichen Schilderun-

gen des Unfallhergangs kann auf die neuerliche Behauptung des Klägers, er habe 

irgendwo den Kopf angeschlagen, nicht abgestellt werden. Dahingehende Zeu-

genaussagen sind weder dem Polizeirapport (act. 4/3) noch den bezirksanwalt-

schaftlichen Einvernahmen zu entnehmen (act. 4/4). Da gemäss Gutachten der 

Schulthess Klinik vom 9. September 2004, auf welches sich der Kläger beruft, ei-

ne relevante traumatische Hirnschädigung nicht vorliegt, kann insofern auch offen 

bleiben, ob der Kläger den Kopf angeschlagen hat (vgl. act. 4/10 S. 28). 

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2.5. Zusammenfassend ist somit von folgendem Unfallhergang auszugehen: 

Der Kläger stand mit seinem Motorrad der Marke Harley Davidson vor dem Rot-

licht, als der hinter ihm stehende Lenker des Fiat Panda losfuhr, mit dem Motor-

rad kollidierte und dieses circa einen Meter nach vorne schob. Dabei wurde der 

Kläger nach hinten geschleudert; er konnte indes das Motorrad in der Balance 

halten, stürzte nicht und schlug auch nicht den Kopf an. Das Delta-v betrug ma-

ximal 8,8 km/h. Dem Gerichtsgutachter wurde aufgetragen, bei der Gutachtener-

stellung von diesem Sachverhalt auszugehen (act. 148 S. 3). 

3. Gesundheitszustand des Klägers 

3.1. Ärztliche Untersuchungen 

Nach dem Unfall begab sich der Kläger ins USZ, wo eine Hirnerschütterung, eine 

Halswirbeldistorsion und eine Schulterkontusion rechts diagnostiziert wurden (act. 

4/6). Die Nachbehandlung wurde durch Dr. med. R._____ durchgeführt. Auf seine 

Zuweisung hin wurde der Kläger am 26. April und 16. Mai 2001 durch die 

Schulthess Klinik untersucht, wo zusätzlich neuropsychologische Beschwerden 

sowie eine allgemeine psychologische Dysbalancierung festgestellt wurden (act. 

4/8). Eine interdisziplinäre Begutachtung am 8. Februar 2002 durch das USZ 

ergab einerseits rheumatologische und neurologische Befunde und andererseits 

eine psychische Anpassungsstörung und eine anhaltende somatoforme Schmerz-

störung (act. 4/9). Im Auftrag der SUVA wurde der Kläger im Jahre 2004 an der 

Schulthess Klinik interdisziplinär begutachtet (act. 4/10). In der Folge sprach ihm 

die SUVA in einem Vergleich eine Rente von 40% ab dem 1. Januar 2005 zu (act. 

4/11). Eine weitere Begutachtung fand Ende 2008/anfangs 2009 im Auftrag der 

Invalidenversicherung durch das ABI statt (act. 56/2). Daraufhin erliess die Sozi-

alversicherungsanstalt des Kantons Zürich den Vorbescheid, dass der Kläger kei-

nen Anspruch auf eine Invalidenrente habe; er sei in seiner bisherigen Tätigkeit 

als Bauleiter und in einer angepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Die Arbeits-

fähigkeit sei gemäss Gutachten aus neurologischer und nicht aus psychiatrischer 

Sicht eingeschränkt (act. 56/1).  

3.2. Gutachten der Schulthess Klinik vom 9. September 2004 

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3.2.1. Hinsichtlich seines Gesundheitszustandes beruft sich der Kläger auf das – 

nach seinem Dafürhalten für die Parteien bindende, da unter ihrer Mitwirkung zu-

stande gekommene – polydisziplinäre Gutachten der Schulthess Klinik vom 

9. September 2004 (nachfolgend "Schulthess-Gutachten") (act. 1 S. 6 f. Rz 12). 

Die entsprechenden Untersuchungen des Klägers wurden im März bzw. April 

2004 durch Dr. med. K._____ (rheumatologische Untersuchung), Prof. Dr. med. 

J._____ (neurologische Untersuchung) und Prof. Dr. med. F._____ (neuropsychi-

atrische Untersuchung) durchgeführt (act. 4/10 S. 1). Das Schulthess-Gutachten 

stellt folgende Diagnose (act. 4/10 S. 24 f.): 

 
„Status nach kraniozervikalem Beschleunigungsmechanismus am 18.07.2000 

- Traumatisch bedingte Spondylarthrose C7/Th1 rechtsbetont 

- Zervikales Syndrom mit teilweise Anteilen eines zervikobrachialen bzw. zervikoze-

phalen Syndroms 

- Anpassungsstörung mit gemischten Emotionen, chronisch verlaufend (DSM IV 

309.28), durch Psychopathologie und Persönlichkeitsstruktur (akzentuierte Persön-

lichkeitszüge ICD-10 F60.8) mitausgelöste Symptomausweitung im Sinne einer un-

spezifischen gemischten Somatisierungsstörung (Anteile vegetativer Symptomatik) 

(ICD-10 F45.9)" 

 

3.2.2. Die Beklagte bestreitet die Verbindlichkeit des Schulthess-Gutachtens. Die 

Schulthess Klinik sei von der SUVA in Absprache mit dem Kläger mit einem inter-

disziplinären Gutachten beauftragt worden. Die Klinik sei indessen vorbefasst ge-

wesen, da sie sich bereits zuvor auf Veranlassung des klägerischen Hausarztes 

Dr. med. R._____ in einschlägiger Weise geäussert habe. Prof. Dr. med. F._____ 

habe schon den ersten Bericht verfasst. Prof. Dr. med. J._____ habe bei beiden 

Untersuchungen mitgewirkt. Zutreffend sei, dass sie, die Beklagte, auf Ersuchen 

der SUVA einige Zusatzfragen im Zusammenhang mit einem allfälligen Haushalt-

schaden gestellt habe. Bei der Auswahl des Gutachters (Prof. Dr. med. F._____) 

sei sie umgangen worden (act. 10 S. 21 ff. Rz 33 ff.). 

3.2.3. In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass der Gutachtensauftrag 

an die Schulthess Klinik – in Absprache mit dem klägerischen Rechtsvertreter – 

- 14 - 

von der SUVA erteilt wurde (vgl. einleitende Bemerkungen in act. 4/10 S. 1 sowie 

act. 17/3). Hätten sich die Parteien – so der Kläger (vgl. act. 1 S. 6 Rz 12) – und 

die SUVA auf eine polydisziplinäre Begutachtung durch die Schulthess Klinik ge-

einigt, hätte die Beklagte nicht „eingeladen“ werden müssen, an der Begutachtung 

teilzunehmen und Zusatzfragen zu stellen. Von einem gemeinsam erteilten Gut-

achtensauftrag kann auch nicht gesprochen werden, wenn die Beklagte „jederzeit 

über den Gutachtenvorgang und den Gutachterauftrag informiert war“, wenn sie 

„ihre Akten und ihre Fragen einreichen konnte“ und ihr Gelegenheit gegeben wur-

de, Zusatzfragen zu stellen (act. 16 S. 16 f. Rz 30). Die „enge Zusammenarbeit“ 

zwischen der SUVA und der Beklagten bei der Erstellung des Gutachtens sieht 

der Kläger darin, dass im Gutachten die Unfallanalyse der Beklagten erwähnt wird 

und die Beklagte ausdrücklich Fragen zum Haushaltschaden an die Gutachter 

gestellt hat (act. 16 S. 14 Rz 28). Indessen war Hintergrund dieser Begutachtung 

das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 31. Januar 2003, welches eine in-

terdisziplinäre Begutachtung des Klägers unter Einschluss einer fachärztlichen 

psychiatrischen Untersuchung verlangte (act. 1 S. 6 Rz 12; act. 17/1 S. 16). Wenn 

die Beklagte darüber informiert wird und – offenbar vier – Fragen zu Einschrän-

kungen in der Haushaltführung stellt, welche notabene von den Gutachtern nicht 

beantwortet werden konnten (act. 4/10 S. 36 f.), wird das Gutachten nicht zum 

gemeinsamen Gutachten der Parteien und der SUVA, und schon gar nicht steht 

fest, dass die Haftpflichtversicherung, die Unfallversicherung und der Geschädigte 

„zusammen ein Gutachten erstellt“ hätten, an das sie gebunden wären (act. 16 S. 

17 Rz 30). 

3.2.4. Lehre und Rechtsprechung gehen davon aus, dass Parteigutachten grund-

sätzlich die Bedeutung von Parteibehauptungen haben (BGE 132 III 83, Erw. 3.4 

und 3.5; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., vor §§ 171 ff. N 4, m.w.H.). Eine Aus-

nahme machte das Bundesgericht bei einem Abstammungsgutachten, welches 

die Parteien gemeinsam in Auftrag gegeben hatten (BGE 86 II 134). Im vom Klä-

ger zitierten BGE 4C.222/2004 (BGE 131 III 12; vgl. act. 16 S. 17 Rz 30) hatte 

sich das Bundesgericht anlässlich der Berufung nicht mit dem Zustandekommen 

des vorprozessual eingeholten Gutachtens zu befassen; offenbar hatten sich bei-

de Parteien im erstinstanzlichen Verfahren auf dieses Gutachten berufen (act. 

- 15 - 

17/5, Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 13. November 2006, S. 

11). In der im gleichen Fall erhobenen staatsrechtlichen Beschwerde wurde der 

Vorinstanz die Verletzung des rechtlichen Gehörs und willkürliche Würdigung des 

Parteigutachtens vorgeworfen, nicht aber der Umstand, dass sie überhaupt auf 

dieses Gutachten abgestellt hatte (Urteil vom 14. September 2004, 4P.130/2004). 

In einem weiteren vom Kläger eingereichten Entscheid des Luzerner Obergerichts 

hatte der dortige Kläger ein Privatgutachten als Beweismittel für seine Klage ein-

gereicht, worauf das Gericht festhielt, er mache zu Recht nicht geltend, die Vo-

rinstanz habe aus formellen Gründen nicht darauf abstellen dürfen (act. 17/5, Ur-

teil des Obergerichts des Kantons Luzern vom 25. September 2006, S. 5). Das 

Obergericht des Kantons Luzern lässt im Übrigen Privatexpertisen dann als Be-

weismittel zu, wenn sie von beiden Parteien in Auftrag gegeben wurden, was vor-

liegend nicht zutrifft (vgl. auch Entscheid des Luzerner Obergerichts vom 23. März 

2001, LGVE 2001 I Nr. 24). Zutreffend ist, dass das Handelsgericht des Kantons 

Zürich im publizierten Entscheid ZR 102 Nr. 32 einem Privatgutachten hohen Be-

weiswert zuerkannte, wie der Kläger vorgetragen hat. Allerdings lautet die Be-

gründung dafür in den unveröffentlichten Erwägungen wie folgt (HG940134 S. 14 

f.): „Die Beklagte behauptet, Dr. med. X. sei vom klägerischen Rechtsvertreter 

vorgeschlagen worden (act. 8 S. 8), bestreitet jedoch nicht, dass sie mit der Be-

auftragung von Dr. med. X. einverstanden war, was sich auch aus dem Gutachten 

ergibt. Auffallend ist, dass Dr. med. X. das Gutachten an die Beklagte sandte; 

dies bedeutet wohl auch, dass die abschliessend von Dr. med. X. beantworteten 

Fragen durch die Beklagte (ev. mit Einwilligung und/oder Zusatzfragen durch die 

Klägerin) gestellt wurden. Einleitend hält Dr. med. X. zudem fest, dass die Beklag-

te ihn – im Einvernehmen mit dem Rechtsvertreter der Verunfallten – mit Brief 

vom 27. Februar 1992 mit der Begutachtung der Klägerin beauftragt habe. Inso-

fern kommt diesem Gutachten ein hoher Stellenwert bei der Beweiswürdigung 

zu.“ Wie bereits dargelegt (vgl. oben Ziffer 3.2.3), ist die Entstehungsgeschichte 

des Schulthess-Gutachtens eine andere. 

3.2.5. Hinzu kommt, dass die Beklagte zu Recht auf die Vorbefasstheit der Gut-

achter Prof. Dr. med. J._____ und Prof. Dr. med. F._____ hingewiesen hat. Beide 

nahmen am 26. April und 16. Mai 2001 in der Schmerzsprechstunde konsiliari-

- 16 - 

sche Untersuchungen des Klägers auf Zuweisung von dessen Hausarzt Dr. med. 

R._____ vor (act. 4/8). Die Vorbefassung stellt regelmässig einen Ausstands-

grund als Gutachter dar (vgl. Bühler, Erwartung des Richters an den Sachver-

ständigen, AJP 1999 S. 568 ff.). 

3.2.6. Nach Art. 86 SVG beurteilt der Richter bei Streitigkeiten über Ansprüche 

aus Motorfahrzeug- und Fahrradunfällen die Tatsachen, ohne an Beweisregeln 

des kantonalen Prozessrechtes gebunden zu sein. Der Richter hat alle Beweis-

mittel frei zu würdigen. Der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme 

von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, rechtfertigt 

Zweifel an ihrem Beweiswert nicht. Auch ein Parteigutachten enthält Äusserungen 

eines Sachverständigen, welche vom Gericht in geeigneter Weise zu würdigen 

sind. Daraus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang 

wie ein vom Gericht nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gut-

achten besitzt. Es verpflichtet indessen – wie jede substantiiert vorgetragene Ein-

wendung gegen ein solches Gutachten – das Gericht, den von der Rechtspre-

chung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es 

in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom 

Gericht förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon 

abzuweichen ist (BGE 125 V 351, Erw. 3.b und c). Dem Schulthess-Gutachten 

kommt somit lediglich in dem Sinne Beweiswert zu. 

3.2.7. Hinsichtlich der im Austrittsbericht des USZ vom 20. Juli 2000 diagnostizier-

ten commotio cerebri (Hirnerschütterung) (act. 4/6) sei an dieser Stelle erwähnt, 

dass gemäss Schulthess-Gutachten – auf welches sich der Kläger beruft – die 

Angaben zur Bewusstseinslage anlässlich des Unfalls und andere Symptome da-

rauf hindeuten, dass eine relevante, d.h. schwere und bleibende kognitive Defizite 

hinterlassende traumatische Hirnschädigung anlässlich des Traumas vom 18. Juli 

2000 nicht stattgefunden hat (act. 4/10 S. 27 f.). Etwas Gegenteiliges behauptet 

der Kläger nicht, weshalb von diesem Befund auszugehen ist. Selbst wenn also 

eine commotio cerebri – als mildeste Form des Schädel-Hirn-Traumas – stattge-

funden hätte, wäre diese folgenlos verheilt. Vorwegzunehmen ist ebenfalls, dass 

die übrigen vom Kläger eingereichten Arztberichte (act. 4/7-9) mangels Aussage-

- 17 - 

kraft hinsichtlich der nachfolgend untersuchten Diagnose bzw. Ursächlichkeit des 

Unfalls in die Beurteilung nicht eingeflossen sind. 

3.3. Vorliegende Diagnosen 

Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Klägers wurde die im Schulthess-

Gutachten erhobene Diagnose (vgl. oben Ziffer 3.2.1) zum Beweis verstellt (act. 

36 und 45). 

3.3.1. Traumatisch bedingte Spondylarthrose 

3.3.1.1. Die von der Schulthess Klinik gestellte Diagnose einer „traumatisch be-

dingten Spondylarthrose C7/Th1 rechtsbetont“ [Spondylarthrose, syn. "Spondylar-

throsis deformans" nach Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. 2010: 

degenerative Gelenkerkrankung der kleinen Wirbelgelenke] hält der Gerichtsgut-

achter für nicht nachvollziehbar und spekulativ, da in den frühen radiologischen 

Untersuchungen nach dem Unfall keine Hinweise für eine Spondylarthrose be-

schrieben worden seien. Ein spätes neuroradiologisches Gutachten von PD Dr. 

med. S._____ sei mit dieser Betrachtungsweise vereinbar (act. 163 S. 62 und 77). 

Bezug wird genommen auf den Bericht des von der Beklagten mit einem Gutach-

ten zur Frage der Kausalität zwischen der Spondylarthrose C7/Th1 und dem vor-

liegenden Unfall betrauten PD Dr. med. S._____ (act. 11/18). Dieser kam zum 

Schluss, dass die Spondylarthrose nicht mit dem vorliegenden Unfall in Zusam-

menhang gebracht werden könne. Er führt aus, dass die HWS-Röntgen-

aufnahmen nach dem Skiunfall im März 1994 normal gewesen seien. Weiter habe 

er, PD Dr. med. S._____, zu der von ihm in der Klinik im Park durchgeführten 

Kernspintomographie vom 12. Dezember 2000 konstatiert: "Altersentsprechende 

HWS ohne nennenswerte degenerative Veränderungen. Insbesondere ist keine 

Diskushernie vorhanden. Keine Wurzel-, keine Rückenmarkskompression" (act. 

11/9). Eine ossäre Läsion (Verletzung am Knochen) sei nicht gefunden worden, 

auf degenerative Veränderungen sei jedoch nicht eingegangen worden. Erst auf 

den Aufnahmen der Schulthess Klinik vom 26. April 2001 könne im Niveau 

C7/Th1 eine beginnende Arthrose vermutet werden. Allerdings seien die Verände-

rungen minimal. Erst das Computertomogramm vom 16./20. April 2004 habe de-

- 18 - 

generative Veränderungen im Segment C7/Th1 eindeutig nachgewiesen. Ein Ein-

zeltrauma ohne ossäre Läsion führe in der Regel nicht zu einer isolierten Arthrose 

eines einzelnen Gelenkes, womit angenommen werden müsse, dass eine erst 

vier Jahre nach einem geringfügigen HWS-Trauma festgestellte Arthrose C7/Th1 

nicht durch das Trauma verursacht worden sei. Aufgrund der chronologischen Be-

funde sei die rechtsbetonte Spondylarthrose C7/Th1 zum Unfallzeitpunkt nicht 

vorhanden gewesen. Generell seien degenerative Veränderungen der Halswirbel-

säule auch ohne Trauma in der Anamnese sehr häufig und müssten bei älteren 

Leuten bis zu einem gewissen Grad als altersphysiologisch eingestuft werden 

(act. 11/18). 

3.3.1.2. Auch wenn das Gerichtsgutachten auf die Diagnose der Spondylarthrose 

nicht näher eingeht, ist aus dessen Verweis auf und den Ausführungen im Bericht 

von Prof. Dr. med. S._____ zu schliessen, dass das Gerichtsgutachten die Diag-

nose der Spondylarthrose C7/Th1 an sich nicht in Frage stellt (wohl aber ihren 

Zusammenhang mit dem vorliegenden Unfall (vgl. dazu unten Ziffer 4.2)). Es kann 

somit vom Vorliegen der rechtsbetonten Spondylarthrose C7/Th1 ausgegangen 

werden. 

3.3.2. Zervikales Syndrom 

Das vom Kläger angerufene Schulthess-Gutachten stellte weiter die Diagnose 

"zervikales Syndrom mit teilweise Anteilen eines zervikobrachialen bzw. zerviko-

zephalen Syndroms" fest (act. 4/10 S. 24). Unter diesen medizinischen Begriffen 

werden von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen (zervikales Syndrom) 

mit Ausstrahlungen in Arm-/Schulterbereich (zervikobrachiales Syndrom) und Na-

cken-/Kopfbereich (zervikozephales Syndrom) verstanden. Das Gerichtsgutach-

ten kommt ebenfalls zum Schluss, dass beim Kläger Nacken-/Kopfschmerzen 

(zervikozephales Syndrom) und Arm-/Schulterschmerzen (zervikobrachiales Syn-

drom) vorliegen (vgl. act. 163 S. 53 und 69 f.). Dadurch gelten auch diese Be-

schwerden als bewiesen. 

3.3.3. Psychische Diagnosen 

- 19 - 

Zum Beweis verstellt wurde zuletzt die Diagnose einerseits einer „Anpassungsstö-

rung mit gemischten Emotionen, chronisch verlaufend (DSM IV 309.28)“ und an-

dererseits einer „durch Psychopathologie und Persönlichkeitsstruktur (akzentuier-

te Persönlichkeitszüge ICD-10 F60.8) mitausgelösten Symptomausweitung im 

Sinne einer unspezifischen gemischten Somatisierungsstörung (Anteile vegetati-

ver Symptomatik) (ICD-10 F45.9)“. 

3.3.3.1. Zur Anpassungsstörung 

3.3.3.1.1. Der vom Gerichtsgutachter Prof. Dr. med. L._____ zwecks psychiatri-

scher Begutachtung beigezogene Dr. med. T._____ konstatiert im psychiatrischen 

Teilgutachten vom 28. Juni 2012 hinsichtlich der Diagnose "Anpassungsstörung 

mit gemischten Emotionen, chronisch verlaufend (DSM IV 309.28)", dass es zum 

Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung, mithin elf Jahre nach dem Unfallereignis, 

nicht zulässig sei, von einer Anpassungsstörung zu reden; diese sei gemäss ICD-

10 maximal zwei Jahre nach dem Ereignis diagnostizierbar (act. 165 S. 12). Das 

interdisziplinäre Gutachten hält entsprechend ebenfalls fest, dass die Diagnose 

einer Anpassungsstörung gemäss ICD-10 maximal zwei Jahre nach einem Ereig-

nis gestellt werden könne, womit in casu diese Diagnose rein aus Definitions-

gründen nicht mehr zutreffen könne. Hinsichtlich der Diagnosestellung im 

Schulthess-Gutachten wird bemerkt, dass die Anpassungsstörung als Folge des 

Unfalles vom 18. Juli 2000 längstens bis 18. Juli 2002 hätte gestellt werden dür-

fen, aber sicherlich nicht mehr zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2004 (act. 

163 S. 42, 62 und 77).  

3.3.3.1.2. Bezüglich dieser Bemerkungen der Gutachter rügt der Kläger, dass da-

bei lediglich auf den internationalen Diagnosekatalog ICD-10 hingewiesen und 

nicht spezifiziert werde, welche Anpassungsstörung des ICD-10 Katalogs (F43.0-

F43.9) die zeitliche Beschränkung auf zwei Jahre beschreibe und ob dies als 

herrschende Lehre gelte. Die Schulthess Klinik habe ICD-10 F45.9 als Diagnose-

code angegeben, während Dr. med. T._____ von ICD-10 F45.0, F45.3, F45.4, 

F60.8, F73.1 ausgehe. Weder für die Diagnosen von Dr. med. T._____ (act. 165 

S. 9) noch für diejenigen der Schulthess Klinik sei im ICD-10 Katalog eine zeitli-

che Begrenzung vorgesehen (act. 170 S. 13 ff.). 

- 20 - 

3.3.3.1.3. In diesem Zusammenhang darf nicht ausser Acht gelassen werden, 

dass sich der gutachterliche Hinweis auf die maximal zweijährige Dauer lediglich 

auf die Diagnose "Anpassungsstörung mit gemischten Emotionen, chronisch ver-

laufend (DSM IV 309.28)" bezieht und nicht auch die Diagnose "durch Psychopa-

thologie und Persönlichkeitsstruktur (akzentuierte Persönlichkeitszüge ICD-10 

F60.8) mitausgelöste Symptomausweitung im Sinne einer unspezifischen ge-

mischten Somatisierungsstörung (Anteile vegetativer Symptomatik) (ICD-10 

F45.9)" umfasst. Insofern ist hier nur der Diagnosecode DSM IV 309.28 relevant. 

3.3.3.1.4. Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ist ein 

US-amerikanisches Klassifikationssystem der psychischen Störungen. Die ICD-10 

(International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) 

ist ein internationales Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation der 

Vereinten Nationen. Das DSM-IV ist ein Ersatz und/oder eine Ergänzung für die 

jeweiligen Passagen der ICD-10. Der Diagnosecode DSM IV 309.28 wird be-

schrieben als "Adjustment Disorder with Mixed Anxiety and Depressed Mood" und 

entspricht dem ICD-10-Diagnosecode der Anpassungsstörung F43.22 "Angst und 

depressive Reaktion gemischt" (Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychi-

scher Störungen: mit Glossar und diagnostischen Kriterien ICD-10: DCR-10 und 

Referenztabellen ICD-10 v.s. DSM-IV-TR, Hrsg.: Dilling/Freyberger, 5. Aufl., Bern 

2010, S. 445 ff., 464). Hinsichtlich der zeitlichen Dauer der Symptome einer An-

passungsstörung ist den Kommentierungen der ICD-10 zu entnehmen, dass die-

se nicht länger als sechs Monate nach dem belastenden Ereignis andauern – 

ausser bei der längeren depressiven Reaktion (F43.21), welche jedoch zwei Jah-

re nicht überschreitet (Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Stö-

rungen, a.a.O., S. 177 f.; Pschyrembel, a.a.O., zu "Anpassungsstörung"). Insofern 

ist die Feststellung der Gerichtsgutachter, wonach eine Anpassungsstörung 

längstens zwei Jahre nach dem Unfall hätte festgestellt werden dürfen, nicht zu 

beanstanden. Vor diesem Hintergrund ist vielmehr das Schulthess-Gutachten in 

Frage zu stellen; auf die zeitliche Beschränkung der Anpassungsstörung geht 

dieses nicht ein. Ebenso wenig äusserte sich der Neuropsychologe Prof. Dr. med. 

F._____ dazu, als er zur Auslösung und Symptomatik einer Anpassungsstörung 

als Zeuge Stellung nahm (Prot. S. 43 f.). Folglich bleibt festzuhalten, dass die im 

- 21 - 

Schulthess-Gutachten gestellte Diagnose der Anpassungsstörung nicht bewiesen 

ist. Insofern erübrigen sich an dieser Stelle Ausführungen dazu, ob auf das 

Schulthess-Gutachten aus anderen Gründen nicht abgestellt werden kann (vgl. 

dazu unten Ziffer 4.2.8). 

3.3.3.2. Zu somatoformen Störungen 

3.3.3.2.1. Das psychiatrische Teilgutachten diagnostizierte beim Kläger eine So-

matisierungsstörung (ICD-10 F45.0) wie auch eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), wobei differentialdiagnostisch auch an eine so-

matoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.3) zu denken sei. Wesentlich 

scheine aber die vorhandene narzisstische Persönlichkeitsstörung (F60.8) den 

Boden zur Ausbildung der genannten Krankheitsbilder geliefert zu haben (act. 165 

S. 12). Diese Diagnose des Gerichtsgutachtens deckt sich nicht mit derjenigen 

der Schulthess Klinik, wonach eine durch Psychopathologie und Persönlichkeits-

struktur (akzentuierte Persönlichkeitszüge ICD-10 F60.8) mitausgelöste Symp-

tomausweitung im Sinne einer unspezifischen gemischten Somatisierungsstörung 

(Anteile vegetativer Symptomatik) (ICD-10 F45.9) vorliege.  

3.3.3.2.2. Auch wenn mit unterschiedlichen Diagnosecodes attestieren beide Gut-

achten Krankheitsbilder, welche zur Kategorie der somatoformen Störungen (ICD-

10 F45.-) gehören [somatoforme Störungen: Das Charakteristikum ist die wieder-

holte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forde-

rungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergeb-

nisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründ-

bar sind; Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., 

S. 187]. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob aus diesem Grund die Ab-

weichung der Gutachten hinsichtlich der Unterkategorien bzw. der Diagnosecodes 

ausser Acht zu lassen ist, mithin die von der Schulthess Klinik diagnostizierte 

Somatisierungsstörung im Sinne von ICD-10 F45.9 als bewiesen zu betrachten 

ist, kann hier allerdings unterbleiben, da die psychischen Störungen ohnehin nicht 

durch den vorliegenden Unfall verursacht wurden (vgl. dazu unten Ziffer 4.4). 

- 22 - 

4. Natürlicher Kausalzusammenhang 

4.1. Definition, Beweismass und Beweislast 

4.1.1. Bei der Beurteilung der Unfallkausalität geht es vorerst um die Beantwor-

tung der Frage, ob das Unfallereignis vom 18. Juli 2000 so, wie es sich gemäss 

erstelltem Sachverhalt ereignet hat, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des 

Klägers tatsächlich verursachte (Ursächlichkeit; natürlicher Kausalzusammen-

hang). Im Falle der Verneinung eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwi-

schen diesen beiden Gliedern der Kausalkette wäre die Klage ohne Weiteres ab-

zuweisen.  

4.1.2. Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn das pflichtwidrige 

Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene Er-

folg entfiele, es mithin conditio sine qua non für den Schaden darstellt (Oftinger/ 

Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bd I: Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 1995, § 3 

N 10 f.; Roland Brehm, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2006, N 106 und N 109 zu Art. 

41 OR; BGE 116 IV 306, Erw. 2.a). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu-

sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene 

Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei-

bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder-

lich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-

rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträch-

tigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass 

auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele oder anders ausgefallen 

wäre (BGE 119 IV 335, Erw. 1; BGE 117 V 359, Erw. 4.a; BGE 131 III 12 = Urteil 

des Bundesgerichts 4C.222/2004 vom 14. September 2004, Erw. 2.1). Der natür-

liche Kausalzusammenhang ist aber dann nicht erstellt, wenn gegenüber den vom 

Geschädigten geltend gemachten Umständen andere überwiegen oder diese zu-

mindest den ausschlaggebenden Charakter der geltend gemachten Ursache 

zweifelhaft erscheinen lassen (BGE 119 Ib 334, Erw. 3.c mit weiteren Hinweisen).  

- 23 - 

4.1.3. Die Beweislast für diesen natürlichen Kausalzusammenhang obliegt dem 

Kläger (Art. 8 ZGB). Dabei genügt eine überwiegende Wahrscheinlichkeit eines 

bestimmten Kausalverlaufs. Der Beweis gilt als erbracht, wenn für die Richtigkeit 

der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe 

sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massge-

blich in Betracht fallen (BGE 132 III 715, Erw. 3.1 und 3.2; BGE 4C.222/2004, 

Erw. 2.). 

4.1.4. Nach Auffassung der Beklagten leidet der Kläger nicht an rechtlich relevan-

ten gesundheitlichen Einschränkungen. Aufgrund der medizinischen Befunde vom 

Unfalltag sowie der komplikationslosen Heilung mit rasch abklingenden Beein-

trächtigungen in den ersten Tagen habe von einem normalen Verlauf ausgegan-

gen werden können. So habe die neurologische Überwachung des Klägers wäh-

rend einer Nacht keine frischen Knochenverletzungen oder Traumata ergeben, so 

dass der Kläger einen Tag nach dem Unfall aus dem Spital habe entlassen wer-

den können. Der Kläger habe sich in den ersten 14 Tagen nach dem Unfall so gut 

erholt, dass er eine mehrwöchige Reise in die USA unternommen habe. Weiter 

habe er Mitte September 2000 an zwei Autorennen der U._____ teilnehmen kön-

nen und habe beide Rennen gewonnen. Weitere 15 Rennen habe er im Jahr 

2001 bestritten. Im Widerspruch dazu mache der Kläger heute eine Reihe von 

unspezifischen Beschwerden geltend, die aus dem Unfall vom 18. Juli 2000 her-

rühren würden. Zufolge zahlreicher vorbestandener Beeinträchtigungen seien die 

Beschwerden bereits Jahre vor dem Auffahrunfall manifest gewesen bzw. jeden-

falls medizinisch gut dokumentiert und pharmakologisch während Jahren behan-

delt worden. So habe der Kläger im Jahre 1976 einen Motocrossunfall erlitten und 

sich einen Riss der grossen, zum Kopf führenden Halsschlagader zugezogen. 

1983 habe er beim Fussballspielen einen Bänderriss der Hüfte erlitten, welcher 

operativ versorgt worden sei. 1985 habe er einen Auffahrunfall gehabt. Unmittel-

bar nach dem Unfall habe er Schmerzen an der linken Halsseite verspürt, was im 

späteren Verlauf in ein Zervikobrachialsyndrom gemündet sei. Im April 1992 sei 

eine Mittelhandverletzung rechts mit einer mehrwöchigen Arbeitsunfähigkeit er-

folgt; der Kläger sei auf die rechte Hand gestürzt. Im März 1994 sei dem Kläger 

ein Skifahrer in den Rücken gesprungen, was eine Spitaleinweisung per Helikop-

- 24 - 

ter erforderlich gemacht habe. Es seien eine Nierenkontusion links, Prellungen 

der linken Hüfte und der Lendenwirbelsäule diagnostiziert und persistierende 

Kopfschmerzen im Sinne eines Beschleunigungstraumas der HWS beschrieben 

worden. Es sei eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von knapp einem Jahr ge-

folgt. Während der Behandlung des HWS-Syndroms sei den Ärzten aufgefallen, 

dass der leicht aggravierende Kläger mit seinen Beschwerden nicht zurecht 

komme. Im Zusammenhang mit der Diskushernienquetschung habe der Kläger 

wegen anhaltenden Rückenbeschwerden immer wieder den Arzt aufgesucht. Am 

1. April 1997 habe der Kläger eine Handverletzung erlitten, welche eine mehrmo-

natige Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen habe. Im November 1997 sei er beim 

Tragen einer Kiste auf den linken Arm gefallen. Es sei ein partieller Abriss des 

Processus cornoideus ulnae (hakenförmiger Fortsatz der Elle) diagnostiziert wor-

den. Am 26. November 1997 sei dem Kläger ein Kugelschreiber ins Auge ge-

rammt worden. In der Folge habe er ständige Kopfschmerzen gehabt und Flecken 

bzw. Punkte gesehen. Dr. med. V._____ habe am 27. Juli 1998 eine reaktive de-

pressive Störung mit emotionaler Labilität, depressiven Gefühlszuständen, kogni-

tiver Einengung des Gedankenfeldes, Gedankenkreisen um das Thema des Un-

falls, gravierende Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Einbusse der Leis-

tungsfähigkeit, Müdigkeit, Reizbarkeit bis zu Ich-dystonen impulsiven Durchbrü-

chen, weiter psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und 

Übelkeit erhoben. Noch im November 1999 bzw. im Februar 2000 habe der Klä-

ger an den Spätfolgen gelitten, welche medikamentös mit Fluctine, einem ver-

schreibungspflichtigen Medikament zur Behandlung anhaltender depressiver Ver-

stimmungszustände, behandelt worden seien. Der Hausarzt habe im September 

2000 vermerkt, dass der Kläger seit diesem Unfall im Jahre 1997 über anhaltende 

Kopfschmerzen geklagt habe. Im März 1999 sei der Kläger auf der Skipiste auf 

Arme und Kopf gestürzt. Es sei eine Schulterkontusion diagnostiziert worden. Im 

Mai 1999 sei er beim Tragen einer Reinigungsmaschine auf einer Treppe ausge-

rutscht. Es sei die Diagnose einer traumatischen partiellen Läsion der distalen 

langen Bizepssehne erhoben worden. Im September 1999 sei ein operativer Ein-

griff vorgenommen worden. Die volle Arbeitsfähigkeit sei im März 2000 wieder er-

reicht worden (act. 10 S. 4 Rz 4, S. 10 ff. Rz 14 f. und S. 54 Rz 76). 

- 25 - 

4.2. Zur Spondylarthrose 

4.2.1. Hinsichtlich des kausalen Zusammenhangs zwischen dem vorliegenden 

Unfallereignis und der rechtsbetonten Spondylarthrose C7/Th1 beruft sich der 

Kläger auf das Schulthess-Gutachten und zitiert es wie folgt (act. 1 S. 7 Rz 12.): 

"Ein kausaler Zusammenhang zwischen der szintigraphisch aktiven lnterverteb-

ralgelenksarthrose C7/Th1 rechts mit dem Unfallereignis vom 18.07.2000 ist an-

zunehmen. Das Hyperextensionstrauma durch das nach hinten Schnellen des 

Kopfes (Keine Nackenstützen, Halbhelm) lässt eine Belastung in diesem Bereich 

der Wirbelsäule annehmen, auch wenn das unfallanalytische Gutachten nur eine 

geringe mittlere Beschleunigung zwischen 0.6 und 2.3 g ergeben hatte. Anhand 

der früheren Anamnese, wo ebenfalls erhöhte Beanspruchungen der Halswirbel-

säule anzunehmen sind (Motocross fahren) sowie der erwähnten Unfällen 1976 

und 1994 kann ein vorbestehender Schaden nicht mit letzter Sicherheit ausge-

schlossen werden. Da der Patient aber bis zum Unfallereignis vom 18.07.2000 

auf dieser Lokalisation keine Symptomatik angegeben hatte, muss auf jeden Fall 

von einer richtungsgebenden Verschlechterung, eher einer wahrscheinlichen Ver-

ursachung dieser Unregelmässigkeit durch das Unfallereignis vom Juli 2000 aus-

gegangen werden." 

4.2.2. Unter Hinweis auf den Befund der Klinik im Park vom 12. Dezember 2000 

(act. 11/9), wo beim Kläger mittels Kernspintomographie eine altersentsprechen-

de HWS ohne degenerative Veränderungen, insbesondere ohne Diskushernie, 

Wurzel- oder Rückenmarkskompression, festgestellt worden sei, bestreitet die 

Beklagte die Ursächlichkeit des Unfalls für die Spondylarthrose C7/Th1. Im Unter-

suchungsbericht sei nirgends davon die Rede, dass auf der Höhe C7/Th1 eine 

Schädigung/Degeneration habe gefunden werden können. Die Gutachter der 

Schulthess Klinik hätten es nicht als nötig erachtet, diesen Widerspruch zu klären. 

Da die Beurteilung der Schulthess Klinik für die Beklagte derart unerwartet gewe-

sen sei, habe sie PD Dr. med. S._____ mit einem Teilgutachten zur Frage der 

Kausalität zwischen der Spondylarthrose C7/Th1 und dem Unfall betraut. Dieser 

habe am 25. Januar 2005 bestätigt (act. 11/18), dass die jetzt nachweisbare 

- 26 - 

rechtsbetonte Spondylarthrose C7/Th1 nicht mit dem erwähnten Unfall in Zu-

sammenhang gebracht werden könne (act. 10 S. 26 Rz 38). 

4.2.3. Wie oben festgehalten (vgl. Ziffer 3.3.1), bezeichnet das Gerichtsgutachten 

– Bezug nehmend auf die besagten Feststellungen von PD Dr. med. S._____ 

(act. 11/18) – die von der Schulthess Klinik gestellte Diagnose einer traumati-

schen Spondylarthrose für nicht nachvollziehbar bzw. spekulativ, da in den frühen 

radiologischen Untersuchungen nach dem Unfall keine Hinweise für eine Spon-

dylarthrose beschrieben worden seien, und verneint einen Zusammenhang mit 

dem Unfall. 

4.2.4. Der Kläger widersetzt sich dieser Begründung des Gerichtsgutachters. PD 

Dr. med. S._____ schreibe doch, dass auf den Aufnahmen vom 26. April 2001 ei-

ne beginnende Arthrose im Niveau C7/Th1 vermutet werden könne. Allerdings 

seien diese Veränderungen minimal und erst in einem späteren Bild von 2004 

seien von Prof. Dr. med. J._____ unregelmässig dargestellte Gelenke C7/Th1 be-

schrieben. Eindeutig hätten diese Veränderungen im Segment C7/Th1 erst in ei-

nem Computerprogramm vom 16./20. April 2004 nachgewiesen werden können. 

Dann komme PD Dr. med. S._____, sehr apodiktisch, zum Ergebnis, dass diese 

nachweisbare, rechtsbetonte Spondylarthrose C7/Th1 nicht unfallkausal sein 

könne, weil man diese Arthrose im Jahre 2000 nicht gesehen habe bzw. diese 

nicht existiert habe. Hingegen habe die Rheumatologin, Dr. med. K._____, als 

Zeugin ausgesagt, eine Arthrose entwickle sich aufgrund einer Schädigung und je 

weiter die Zeit fortschreite und der Arthroseprozess daure, desto besser sehe 

man sie bildgebend (Prot. S. 90). Diese Aussage stimme mit den Ausführungen 

von PD Dr. med. S._____ in seinem Bericht überein, gemäss welchem auf den 

Aufnahmen vom 26. April 2001 eine beginnende Arthrose im Niveau C7/Th1 ver-

mutet werden könne; diese habe sich dann drei Jahre später richtig manifestiert 

und sei sichtbar geworden. Der Gerichtsgutachter nehme diese Ansicht der 

Rheumatologin nicht einmal zur Kenntnis. Zudem hätten die Experten der 

Schulthess Klinik in ihren persönlichen Einvernahmen noch wissenschaftlich be-

gründet, dass die Verletzung auf der Höhe C7/Th1 nur auf einer Seite nur durch 

traumatische Ereignisse vorkomme und dies zu Schmerzen führe. Darüber hinaus 

- 27 - 

sei der Gerichtsgutachter als Neurologe fachlich gar nicht kompetent dafür, die 

Entstehungsgeschichte der Arthrose auf der Höhe C7/Th1 aufgrund der Bilder zu 

beurteilen (act. 170 S. 8 ff. und 18). Der Kläger beantragt die Erstellung eines 

neuroradiologischen Gutachtens unter Beizug eines Orthopäden/Rheumatologen, 

welches die Fragen im Zusammenhang mit der Spondylarthrose C7/Th1 beant-

worten soll (act. 170 S. 19).  

4.2.5. Seinen Antrag auf Erstellung eines neuroradiologischen Gutachtens be-

gründet der Kläger lediglich mit der Behauptung, ein Neurologe sei fachlich nicht 

kompetent für die Beurteilung der Entstehungsgeschichte der Arthrose. Dazu ist 

zu sagen, dass dem Gutachter Prof. Dr. med. L._____ anheim gestellt wurde, zur 

Ausarbeitung des Gutachtens unter seiner Verantwortung Hilfspersonen beizu-

ziehen; insbesondere könne er für die psychiatrische Abklärung die erforderlichen 

Fachkräfte beiziehen (act. 148 S. 2). Die Erstellung des Gutachtens liegt in der 

Verantwortung des Hauptgutachters. Es liegt in seiner Verantwortung, bei Fragen, 

zu deren Beantwortung ihm das Fachwissen fehlt, geeignete Fachleute beizuzie-

hen. Dem Gericht fehlt das Fachwissen, um die Eignung eines Arztes für die Be-

gutachtung bestimmter Beschwerdebilder zu beurteilen. Dass Prof. Dr. med. 

L._____ als Neurologen die Eignung zur Beurteilung der Spondylarthrose abgin-

ge, erscheint jedoch nicht a priori der Fall zu sein. So ist auffällig, dass das zu-

handen der IV-Stelle Zürich erstellte ABI-Gutachten vom 2. Januar 2009 keinen 

Rheumatologen oder Neuroradiologen als untersuchenden Arzt aufführt, wohl 

aber einen Neurologen (act. 56/2 S. 22); den klägerischen Vorbringen kann nicht 

entnommen werden, er habe hinsichtlich des ABI-Gutachtens nachträglich die Er-

stellung eines neuroradiologischen Gutachtens verlangt. In diesem Zusammen-

hang ist weiter zu bemerken, dass sich der Kläger betreffend die Auslösung einer 

Arthrose auf nur einer Seite lediglich auf die Zeugenaussage des Neuropsychia-

ters Prof. Dr. med. F._____ beruft (vgl. folgende Ziffer 4.2.6). Abgesehen davon, 

dass eine Zeugenaussage ein Gutachten nicht ersetzen kann, ist es zweifelhaft, 

ob ein Neuropsychiater geeigneter ist, Aussagen zur Entstehungsgeschichte einer 

Spondylarthrose zu machen, als ein Neurologe. Auf diese Widersprüche geht der 

Kläger nicht ein. Aus diesen Gründen gebietet sich die Erstellung eines neurora-

diologischen Gutachtens nicht, wodurch der klägerische Antrag abzuweisen ist. 

- 28 - 

Nur am Rande sei erwähnt, dass Anlass zu einer weiteren Expertise nicht schon 

dann besteht, wenn ein Privatgutachter eine andere Auffassung vertritt oder ein 

anderer Experte möglicherweise zu anderen Schlüssen gelangt 

(Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., § 181 N 4). 

4.2.6. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass Prof. Dr. med. F._____, Dr. 

med. K._____ und Prof. Dr. med. J._____ als Gutachter am Schulthess-

Gutachten mitwirkten. Zu der darin festgestellten Diagnose und zur Frage der Ur-

sächlichkeit des Unfalls wurden sie jeweils als Zeugen einvernommen. Wenn der 

Kläger mit der Aussage, wonach die Experten der Schulthess Klinik in ihren per-

sönlichen Einvernahmen wissenschaftlich begründet hätten, dass die Verletzung 

auf der Höhe C7/Th1 nur auf einer Seite nur durch traumatische Ereignisse vor-

komme, die Zeugenaussage von Prof. Dr. med. F._____ meint, wonach degene-

rative Veränderungen in der HWS, die in einem bestimmten Alter bei jedem vor-

kommen würden, meistens symmetrisch seien und die Asymmetrie häufig ein 

Hinweis darauf sei, dass tatsächlich eine Traumatisierung stattgefunden habe 

(Prot. S. 38), so ist auf die Zeugenaussage von Dr. med. K._____ hinzuweisen. 

Gemäss ihrer Antwort auf die Frage, ob man nachweisen könne, dass solch eine 

Arthrose bereits vor dem Unfall bestanden habe, könne man – wenn auf den Un-

fallbildern eine Arthrose bereits klar sichtbar sei – schon sagen, dass es vorbe-

stehende degenerative Veränderungen seien (Prot. S. 91). Dieser Aussage ist zu 

entnehmen, dass eine wie beim Kläger vorliegende einseitige Spondylarthrose 

sehr wohl auch degenerativen Ursprungs sein kann und mit einem Trauma nichts 

zu tun haben muss. 

4.2.7. Nach dem Alter der beim Kläger vorliegenden Spondylarthrose gefragt, 

sagte Dr. med. K._____ als Zeugin aus, dieses höchstens nur dann beurteilen zu 

können, wenn die Bilder zum Zeitpunkt des Unfalls vorhanden gewesen wären, 

welche man mit den aktuellen vergleichen könnte (Prot. S. 91). Die Beklagte 

bringt zu Recht ein, dass die Gutachter der Schulthess Klinik – weisen sie doch 

mehrfach darauf hin, dass HWS-Aufnahmen vom Unfall nicht vorhanden gewesen 

seien – die unfallnahen MRI Bilder vom 12. Dezember 2000 bzw. den diesbezüg-

lichen Befund der Klinik im Park (act. 11/9) nicht zu berücksichtigen scheinen, 

- 29 - 

dies obwohl diese MRI Untersuchung im Schulthess-Gutachten als aktenkundig 

aufgelistet ist (vgl. act. 4/10 S. 6). 

4.2.8. Was die Feststellungen im Schulthess-Gutachten im Allgemeinen anbe-

langt, darf der diesem zugrunde liegende Unfallhergang nicht unberücksichtigt 

bleiben. Das Schulthess-Gutachten gibt bei der Zusammenfassung des Unfall-

hergangs die Aussage von P._____ (vgl. dazu oben Ziffer 2.1) wieder. Auch wird 

festgehalten, dass gemäss Bilddokumentation am Unfallort das Motorrad um circa 

einen Meter nach vorne gestossen worden sei. Weitere Angaben werden nicht 

gemacht (vgl. act. 4/10 S. 4 f.). Dr. med. K._____ gab in der Zeugenbefragung an, 

sie seien von dieser Zusammenfassung des Unfallgeschehens und „dann natür-

lich auch“ von der Beschreibung des Klägers ausgegangen (Prot. S. 87). Auch 

sagte Prof. Dr. med. F._____ als Zeuge aus, dass die Beurteilung des Bestehens 

einer Traumatisierung der HWS anhand der Schilderungen des Klägers vorge-

nommen worden sei (Prot. S. 39). Auf die Frage hin, ob sie, die Schulthess-

Gutachter, beim Unfallhergang von den subjektiven Angaben des Klägers oder 

von den Strafuntersuchungsakten ausgegangen seien, antwortete Prof. Dr. med. 

J._____, sie hätten beides berücksichtigt, wobei die unfallmedizinische Beurtei-

lung insofern limitiert sei, weil sie – im Gegensatz zu Vierrädern – keine Modelle 

bzw. Arbeiten zu Auffahrkollisionen bei Zweirädern hätten. Dies mache die Beur-

teilung etwas schwieriger, so dass sie die Schilderung sehr stark hätten berück-

sichtigen müssen. (Prot. S. 80 f.). Davon, dass der Kläger den Kopf angeschlagen 

habe, seien sie jedoch nicht unbedingt ausgegangen (Prot. S. 79). 

Dem Schulthess-Gutachten ist zu entnehmen, dass der Kläger gegenüber den 

Ärzten angegeben hat, infolge des Aufpralls sei sein Motorrad von hinten nach 

"vorne gespickt" worden. Er, der Kläger, habe mit dem ganzen Körper eine mas-

sive Rückwärtsbewegung über die Satteltasche gemacht und habe mit dem Kopf 

auf den Boden geschlagen, wobei er mit den Knien im Lenker seines Motorrades 

eingehängt gewesen sei. Der Körper sei dabei schräg zum Motorrad gelegen. 

Möglicherweise sei sein Motorrad noch nach vorne gesprungen, weil er es vor 

dem Unfall in den ersten Gang gelegt gehabt habe (act. 4/10 S. 15 und 27).  

- 30 - 

Dr. med. K._____ erklärte, auf ein Beschleunigungstrauma geschlossen zu ha-

ben, wobei nicht nur der Aufprall von hinten eine Rolle gespielt habe, sondern 

auch die Tatsache, dass der Kläger nach seinen Angaben das Motorrad in den 

ersten Gang gelegt habe. Mit Loslassen der Kupplung sei zusätzlich ein akuter 

schneller Beschleunigungsmechanismus nach vorne dazugekommen, was zu ei-

nem Nach-Hinten-Schnellen des Kopfes führen könne. Bei einem solchen Me-

chanismus könne somit der Ort, wo sie, die Schulthess-Gutachter, erwiesener-

massen eine strukturelle Schädigung hätten dokumentieren können, durchaus ei-

ne Traumatisierung erlebt haben (Prot. S. 86).  

Aus den Zeugenaussagen der Schulthess-Gutachter kann geschlossen werden, 

dass sie – indem sie die übertriebenen Schilderungen des Klägers (auch nur teil-

weise) berücksichtigten – ihrer Beurteilung einen Unfallhergang zugrunde legten, 

welcher von dem diesem Verfahren zugrunde liegenden in massgebenden Punk-

ten abweicht. Der im vorliegenden Verfahren erstellte Sachverhalt bzw. das zu 

diesem Zweck von den Parteien Vorgebrachte enthält keine Angaben dazu, dass 

der Kläger das Motorrad in den ersten Gang gelegt haben soll, wodurch dieser 

gegenüber den Gutachtern der Schulthess Klinik vorgebrachte Umstand – sofern 

aus Glaubwürdigkeitsgründen darauf überhaupt abgestellt werden könnte (vgl. 

oben Ziffer 2.4) – nicht zu berücksichtigen ist. So scheint es weiter, dass die Ärzte 

den Unfallablauf aufgrund der Schilderungen des Klägers nach Ermessen festleg-

ten (vgl. entsprechende Äusserung der Zeugin Dr. med. K._____, Prot. S. 87). 

Zwar sagte Prof. Dr. med. F._____ aus, dass sich an seiner Beurteilung nichts 

ändern würde, wenn feststünde, dass der Kläger nicht gestürzt sei und auch nicht 

den Kopf angeschlagen habe (Prot. S. 41). Dies ändert jedoch nichts an der Tat-

sache, dass dem Schulthess-Gutachten ein die übertriebenen Schilderungen des 

Klägers (nach Ermessen) berücksichtigender Unfallablauf zugrunde liegt und die-

ser Umstand der Aussagekraft des Schulthess-Gutachtens derart abträglich ist, 

dass darauf nicht abgestellt werden kann. Auf den weiteren Umstand der Vorbe-

fassung der Gutachter der Schulthess Klinik wurde schon hingewiesen (vgl. oben 

Ziffer 3.2.5).  

- 31 - 

4.2.9. Wenn der Kläger gegen das Gerichtsgutachten vorbringt, auch die Exper-

ten der Gutachterstelle ABI hätten die Kausalität der Beschwerden mit der Läsion 

der HWS auf der Höhe C7/Th1 bejaht (act. 170 S. 17 f.), ist dazu auszuführen, 

dass dem ABI-Gutachten vom 2. Januar 2009 Folgendes zu entnehmen ist: Ba-

sierend auf dem Schulthess-Gutachten (act. 4/10) meldete sich der Kläger im No-

vember 2004 bei der IV-Stelle Zürich zum Bezug von Leistungen an. Da die Ärzte 

der IV-Stelle aus dem Gutachten keine für die IV relevanten Aussagen machen 

konnten und der Kläger eine MEDAS Begutachtung ablehnte, stellte die IV-Stelle 

zunächst der Schulthess Klinik Zusatzfragen. ln der Antwort vom 28. Oktober 

2005 gab Prof. Dr. med. F._____ an, dass der Kläger sowohl als Architekt als 

auch für eine andere Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. Da die Ärzte der IV-

Stelle darin einen Widerspruch sahen, erteilte die IV-Stelle den Abklärungsauftrag 

an das ABI (act. 56/2 S. 3). Das ABI-Gutachten stellte schliesslich eine Arbeitsun-

fähigkeit von 20% fest. Mit der Frage, auf welche Ereignisse die Beschwerden 

des Klägers zurückzuführen sind, setzte sich das Gutachten nicht auseinander, 

womit dieses die Ursächlichkeit des vorliegenden Unfalls nicht bejaht haben kann. 

Auffallend ist, dass das ABI-Gutachten – trotz Kenntnis des Schulthess-

Gutachtens – die Diagnose Spondylarthrose C7/Th1 gar nicht stellt bzw. diese 

Diagnose der Schulthess-Ärzte nicht kommentiert (vgl. act. 56/2 S. 3 und 17 f.). 

Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass der Kläger den Unfallhergang auch ge-

genüber den ABI-Gutachtern dramatisiert hat. So hat er in der psychiatrischen 

Untersuchung angegeben, sieben Meter durch die Luft geschleudert worden zu 

sein (act. 56/2 S. 10). Die neurologische Untersuchung basiert auf der Angabe 

des Klägers, den Kopf auf dem Boden angeschlagen zu haben (act. 56/2 S. 15 

und 18). Da das ABI-Gutachten auf übertriebene Sachverhaltsschilderungen ab-

stellt, kann der Kläger daraus zu seinen Gunsten ohnehin nichts ableiten. 

4.2.10. An dieser Stelle ist auf die weiteren durch den Kläger gegen das Gerichts-

gutachten vorgebrachten Einwände einzugehen. Dem Kläger ist beizupflichten, 

dass die Ausführungen des Gutachters zum Schädel-Hirn-Trauma unnötig sind, 

da unbestrittenermassen davon auszugehen ist, dass der Kläger ein solches nicht 

erlitten hat (act. 170 S. 5 f.). Ebenso weist der Kläger zu Recht darauf hin, dass 

das Gericht dem Gerichtsgutachter aufgetragen hat, von welchem Unfallablauf er 

- 32 - 

auszugehen habe (act. 170 S. 2), womit sich die Rekonstruktion des Unfallablaufs 

durch den Gutachter erübrigte und die entsprechenden Ausführungen überflüssig 

sind (vgl. act. 163 S. 56 f.). Jedoch ist nicht ersichtlich, was der Kläger daraus zu 

seinen Gunsten ableiten will, zumal sich die durch den Gutachter "aufgezeigte" 

Darstellung des Unfallhergangs mit derjenigen in der Experteninstruktion deckt 

(vgl. act. 163 S. 56 f. und act. 148 S. 3).  

Die Bemerkung des Klägers, wonach die Ergebnisse des Gutachtens zur Unfall-

kausalität nicht auf eigener Untersuchung des Klägers beruhten, sondern auf der 

Kommentierung der bereits bestehenden Akten (act. 170 S. 2), ist nicht nachvoll-

ziehbar. Der Kläger wurde durch die Gutachter im Juni bzw. August 2011 unter-

sucht (vgl. act. 163 S. 1). Dass das Gerichtsgutachten die Feststellungen in be-

stehenden Gutachten bzw. Arztberichten kommentiert, lässt nicht den Schluss zu, 

dass die Untersuchungen des Klägers in die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens 

nicht eingeflossen wären. 

Der Kläger macht weiter geltend, dass – da die bisherigen Ärzte alle ein Schädel-

Hirn-Trauma ausgeschlossen hätten – die Untersuchungen der Hirnnerven, des 

Stand- und Gangbildes sowie der Arme und Beine keinen Aussagewert hätten 

(act. 170 S. 3). Wie der Kläger zu diesem Schluss kommt, ist schwer nachvoll-

ziehbar. Wenn er damit geltend machen will, der Gerichtsgutachter habe die unter 

Beweis verstellte Diagnose ignoriert bzw. nicht nach den betreffenden Be-

schwerden gesucht, ist zu erwidern, dass dem Gerichtsgutachter auf diese Diag-

nose Bezug nehmende Fragen gestellt wurden, welche er beantworten musste 

und auch beantwortet hat. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass er 

die für die Beantwortung dieser Fragen nötigen Untersuchungen auch vorge-

nommen hat. So stellt der Kläger nicht in Abrede, dass eine Kopf/HWS-Unter-

suchung stattgefunden hat (act. 163 S. 48). Darüber hinaus kann der Auflistung 

der Untersuchungen im Schulthess-Gutachten entnommen werden, dass diesel-

ben Untersuchungen auch durch die Schulthess Klinik vorgenommen wurden (vgl. 

act. 4/10 S. 13). 

4.2.11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das Schulthess-Gutachten 

aus ausgeführten Gründen nicht abgestellt werden kann, womit dieses die Fest-

- 33 - 

stellungen im Gerichtsgutachten nicht zu widerlegen vermag. Das Gerichtsgut-

achten erweist sich damit namentlich nicht als unvollständig, unklar oder nicht ge-

hörig begründet im Sinne von § 181 ZPO/ZH. Vielmehr erweisen sich seine 

Schlussfolgerungen als überzeugend, so dass darauf abzustellen ist. Folglich ist 

mit dem Gerichtsgutachten ein Kausalzusammenhang zwischen der rechtsseiti-

gen Spondylarthrose C7/Th1 und dem vorliegenden Unfall zu verneinen. 

4.3. Zervikales Syndrom 

4.3.1. Hinsichtlich der Ursächlichkeit des Unfallereignisses für die Nacken-

/Kopfschmerzen (zervikozephales Syndrom) und Arm-/Schulterschmerzen (zervi-

kobrachiales Syndrom) zitiert der Kläger das Schulthess-Gutachten wie folgt (act. 

1 S. 7 Rz 12.): "Nichtsdestotrotz sind wir der Ansicht, dass anlässlich des Trau-

mas vom 18. Juli 2000, insbesondere gestützt auf hausärztlich (Dr. W._____) be-

stätigte blande HWS-Anamnese und weiter oben aufgeführte Erläuterungen, eine 

relevante Traumatisierung im unteren HWS-Bereich stattgefunden hat, welche 

zumindest als ein 'Kristallisationspunkt' des Beschwerdebildes und der Auswei-

tung der Symptome (vor dem Hintergrund der oben beschriebenen psychischen, 

allenfalls auch psychosozialen Disposition) anzusehen ist." 

4.3.2. Die Beklagte bestreitet das Vorliegen einer angeblich blanden, d.h. unauf-

fälligen, HWS-Anamnese. Dr. med. W._____ sei damals erst kurzzeitig der Haus-

arzt des Klägers gewesen und habe dessen Krankengeschichte nicht gekannt. So 

sei aktenkundig, dass der Kläger 1994 bei einem Skiunfall ein HWS-Trauma mit 

persistierenden Kopfschmerzen und verschiedenen Veränderungen an der Wir-

belsäule erlitten habe. Im Zusammenhang mit der Augenverletzung 1997 seien 

Schwindelbeschwerden, Kopfschmerzen und Übelkeit erhoben worden. Die Beur-

teilung im Schulthess-Gutachten sei daher unhaltbar; daran ändere auch nichts, 

dass das Gutachten einleitend auf die zahlreichen vorbestehenden HWS-

Beschwerden zufolge früherer Unfälle Bezug nehme (act. 10 S. 25 Rz 38; act. 21 

S. 18 ff. Rz 38). 

4.3.3. Die vom Kläger beklagten Nacken- und Kopfschmerzen sieht das Gerichts-

gutachten als durch die Augenverletzung 1997 und teilweise den Skiunfall 1994 

- 34 - 

verursacht. Die Arm- und Schulterschmerzen seien durch den Skiunfall im März 

1999 und den Treppensturz im Mai 1999, welche zu Verletzungen beider Arme 

geführt hätten, ausgelöst worden (act. 163 S. 66 f. und 22). Betreffend die Frage 

der natürlichen Kausalität wird das Unfallereignis vom 18. Juni 2000 als "überwie-

gend wahrscheinliche" Ursache einer Akzentuierung bzw. Aggravation der Kopf-

/Nackenschmerzen während sechs Monaten gesehen. Danach müsse die Unfall-

kausalität mit "möglich" beurteilt werden. Hinsichtlich der Arm-/Schulterschmerzen 

könne das Unfallereignis als "überwiegend wahrscheinliche" Ursache einer leich-

ten Akzentuierung bzw. Aggravation während drei (bis maximal sechs) Monaten 

gesehen werden. Nach spätestens sechs Monaten nach dem Unfall sei die Un-

fallkausalität der Beschwerden maximal mit "möglich" einzustufen (act. 163 S. 68 

ff.). 

4.3.4. Der Kläger bemängelt, dass der Gerichtsgutachter zur Bejahung der Kau-

salität im Schulthess-Gutachten und den Zeugenaussagen der Schulthess Ärzte 

keine Stellung nimmt, dies obwohl er im Instruktionsschreiben auf beides hinge-

wiesen worden sei (act. 170 S. 1 f.). Dieses Argument des Klägers ist unbehelf-

lich, da die Schlussfolgerung der längstens sechs Monate seit dem Unfall vorlie-

genden überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf der Untersuchung des Klägers 

und den vorbestehenden Akten basiert; eine Kommentierung des Schulthess-

Gutachtens wurde nicht verlangt. Mit der Beklagten ist aber darauf hinzuweisen, 

dass die Schulthess-Gutachter auf eine Traumatisierung der HWS und die Ur-

sächlichkeit "insbesondere gestützt auf hausärztlich (Dr. W._____) bestätigte 

blande HWS-Anamnese" geschlossen haben. Dass die HWS-Anamnese nicht 

unauffällig gewesen ist, bezeugen Befunde verschiedener früherer Unfälle (vgl. 

beklagtische Ausführungen in Ziffer 4.1.4). Angesichts der Dokumentierung der 

früheren Unfälle ist nicht erklärlich, wie die Schulthess-Gutachter auf eine ge-

genteilige Bestätigung des Hausarztes haben abstellen können (wohl ohne nach-

zufragen, wie gut dieser über den bisherigen Gesundheitszustand des Klägers in-

formiert war). 

Der Kläger wendet weiter ein, dass das Gerichtsgutachten für die Verneinung der 

Kausalität auf das unfallanalytische Gutachten abstelle, welches jedoch nicht be-

- 35 - 

rücksichtige, dass es sich beim Kläger um einen Motorradfahrer gehandelt habe, 

der keine Nackenstütze getragen habe. Er habe darüber hinaus einen Helm ge-

habt, der allenfalls als Hypomochlion ["Hypomochlion" nach Pschyrembel, a.a.O.: 

Dreh-(Unterstützungs-)Punkt eines Hebels] in der Halswirbelsäule habe dienen 

können. Da der Kläger das Motorrad in den ersten Gang gelegt gehabt habe, ha-

be das Loslassen der Kupplung einen zusätzlichen Beschleunigungseffekt (Ei-

genbeschleunigungsmechanismus) gehabt, so dass es zu einem Nach-Hinten-

Schnellen des Kopfes gekommen sei (act. 170 S. 15 f.). Zu betonen ist, dass – 

entgegen den klägerischen Behauptungen – das Gerichtsgutachten im Zusam-

menhang mit der Frage der Kausalität auch die bisherigen medizinischen Berichte 

sowie die Ergebnisse der aktuellen medizinischen Untersuchung des Klägers be-

rücksichtigt und nicht nur auf das unfallanalytische Gutachten abstellt (vgl. act. 

163 S. 64). Die Behauptung, der Kläger habe das Motorrad in den ersten Gang 

gelegt gehabt, wodurch das Loslassen der Kupplung einen zusätzlichen Be-

schleunigungseffekt gehabt habe, ist ohnehin nicht Teil des erstellten Sachverhal-

tes (vgl. oben Ziffer 4.2.8). Sie wurde im Übrigen erstmals im Rahmen der Unter-

suchung in der Schulthess Klinik vorgebracht. 

4.3.5. Im Sinne vorstehender Erwägungen ist ein natürlicher Kausalzusammen-

hang zwischen dem Unfallereignis vom 18. Juli 2000 und den Nacken-/Kopf-

schmerzen sowie Arm-/Schulterschmerzen während längstens sechs Monaten 

nach dem Unfallereignis zu bejahen, und ist danach nicht mehr gegeben.  

- 36 - 

4.3.6. Zur Arbeitsfähigkeit 

4.3.6.1. Indessen spielt die oben festgestellte Ursächlichkeit des Unfalls für die 

Akzentuierung der Beschwerden während sechs Monaten insofern keine Rolle, 

als der Unfall vom 18. Juli 2000 nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit des Klägers ge-

führt hat. Das Gerichtsgutachten kommt zum Schluss, dass der Kläger als Folge 

des Unfalls zu 100% arbeitsfähig ist. Weder aus somatisch-neurologischer noch 

psychiatrischer oder interdisziplinärer Sicht habe der Kläger medizinisch-theore-

tische Leistungseinbussen aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen, 

welche auf den Unfall vom 18. Juli 2000 zurückzuführen seien (act. 163 S. 81 f.). 

Interdisziplinär veranschlagen die Gutachter die Arbeitsunfähigkeit mit 20%, wel-

che jedoch nicht auf das Unfallereignis vom 18. Juli 2000 zurückzuführen sei (act. 

163 S. 71 f.). 

4.3.6.2. Im Schulthess-Gutachten wird ausgeführt, dass das Ausmass der Stö-

rung, wie das die Anamnese, klinische Befunde und insbesondere die Ergebnisse 

der Selbstbeurteilungsinstrumente nahelegten, derart stark sei, dass wegen die-

ser Störung dem Kläger keine, insbesondere nicht intellektuell anspruchsvolle Tä-

tigkeit zumutbar erscheine (act. 4/10 S. 34). Damit bleibt aber, selbst wenn man 

vorbehaltlos auf das Schulthess-Gutachten abstellen würde, unklar, ob denn der 

Kläger mit intellektuell weniger anspruchsvoller Tätigkeit ein Erwerbseinkommen 

erzielen könnte. Zwar ist dem ABI-Gutachten – welches eine Arbeitsunfähigkeit 

von 20% attestierte – zu entnehmen, dass Prof. Dr. med. F._____ auf die Zusatz-

frage der IV-Stelle hin angab, der Kläger sei sowohl als Architekt als auch für eine 

andere Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (act. 56/2 S. 3). Jedoch ist diese Antwort 

nicht in die Parteibehauptungen eingeflossen, weshalb sie vorliegend auch nicht 

zu berücksichtigen ist. 

4.3.6.3. Besteht kein Anlass, von den Feststellungen im Gerichtsgutachten abzu-

weichen, ist zu folgern, dass eine durch den Unfall vom 18. Juli 2000 verursachte 

Arbeitsunfähigkeit nicht vorliegt. 

- 37 - 

4.4. Zur Somatisierungsstörung 

4.4.1. Auch betreffend den Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis 

und den psychischen Beschwerden zitiert der Kläger das Schulthess-Gutachten, 

welches konstatiert (act. 1 S. 8 Rz 12.): "[D]ie psychische Belastung ist mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit eine Reaktion auf die vice-versa Beeinflussung der 

somatischen, traumatisch bedingten Faktoren (Schmerzen) und der oben erwähn-

ten persönlichkeitsimanenten Faktoren, was schliesslich zu einer Anpassungsstö-

rung mit gemischten Emotionen geführt hat. Wie oben erläutert, wird die Anpas-

sung des Patienten durch die chronischen somatischen Beschwerden (Schmer-

zen) stets beansprucht, was den chronischen Verlauf der psychischen Beschwer-

den erklärt." 

4.4.2. Die Beklagte kritisiert am Schulthess-Gutachten, dass es die psychische 

Störung pauschal dem Trauma vom 18. Juli 2000 zuordne, ohne auf die vorbe-

stehende psychische Störung einzugehen (act. 10 S. 27 Rz 39). Aus diesem 

Grund erweise sich die Kausalitäts-These der Schulthess-Gutachter, die "vice 

versa-Beeinflussung von psychischen und physischen Faktoren" liesse sich auf 

den Unfall vom 18. Juli 2000 als "Kristallisationspunkt" zurückführen, als völlig 

haltlos (act. 10 S. 56 Rz 80).  

4.4.3. Hinsichtlich der im Gerichtsgutachten diagnostizierten somatoformen Stö-

rungen (vgl. oben Ziffer 3.3.3.2) spricht dieses dem vorliegenden Unfall eine un-

tergeordnete kausale Bedeutung zu und deklariert dessen Ursächlichkeit lediglich 

als "möglich". So führen die Gutachter aus, dass dabei auch die angespannte 

psychosoziale Situation, in welcher sich der Kläger zum Zeitpunkt des Unfaller-

eignisses befunden habe, mit Arbeitslosigkeit und Schulden in Millionenhöhe, be-

rücksichtigt werden müsse. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass durch den 

Unfall die bestehende, bisher in einem labilen Gleichgewicht knapp kompensierte 

Persönlichkeitsstruktur des Klägers zusammengebrochen sei. Insofern müsse 

festgehalten werden, dass die Somatisierungsstörung resp. die anhaltend soma-

toforme Schmerzstörung nicht isoliert von der vorhandenen narzisstischen Per-

sönlichkeitsstörung zu sehen sei. Es sei anzunehmen, dass sie sich reaktiv auf-

- 38 - 

grund einer beruflichen Überlastung bei den bestehenden, hoch auffälligen nar-

zisstischen Persönlichkeitsanteilen entwickelt habe, und zwar im Sinne fehlverar-

beiteter Kränkungen (act. 163 S. 70, act. 165 S. 12 f.). Das Gerichtsgutachten 

verneint also den Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychi-

schen Beschwerden. 

4.4.4. Auf seine Antwort an die IV-Stelle im Jahre 2005 hingewiesen, wonach eine 

besondere Schwierigkeit darin bestehe, die komplexen Zusammenhänge zwi-

schen dem prätraumatischen – somatischen und kognitiv-psychologischen – Zu-

stand des Klägers vom durch das Trauma des vorliegenden Unfalls ausgelösten 

psychischen Zustand zu trennen – den Experten fehle eine überprüfbare empiri-

sche Grundlage für eine solche Trennung –, erklärte der Neuropsychologe Prof. 

Dr. med. F._____ als Zeuge, die empirische Grundlage für die vorliegende Fest-

stellung der vice versa-Beeinflussung sei die traumatisch ausgelöste Spondylarth-

rose gewesen (Prot. S. 49). Basiert die Feststellung der Kausalität des Unfalls für 

die psychischen Beschwerden auf der Annahme der traumatisch ausgelösten 

Spondylarthrose und wurde vorstehend der Zusammenhang des Unfalls mit der 

Spondylarthrose verneint (vgl. Ziffer 4.2), wird der Feststellung der Kausalität des 

Unfalls für die psychischen Beschwerden die Grundlage entzogen. 

4.4.5. Im Sinne vorstehender Ausführungen ist ein natürlicher Kausalzusammen-

hang zwischen dem Unfallereignis vom 18. Juli 2000 und den somatoformen Stö-

rungen zu verneinen. 

4.5. Fazit 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Diagnose einer Anpassungsstörung 

nicht vorliegt (Ziffer 3.3.3.1), der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und der Spondylarthrose (Ziffer 4.2), dem zervikozephalen und zervikobra-

chialen Syndrom (teilweise) (Ziffer 4.3.1 bis 4.3.5) und den somatoformen Störun-

gen (Ziffer 4.4) verneint wurde bzw. eine auf den vorliegenden Unfall zurückzufüh-

rende Arbeitsunfähigkeit nicht gegeben ist (Ziffer 4.3.6). Die Klage ist demzufolge 

abzuweisen. Aus diesem Grund erübrigen sich Ausführungen zu den übrigen um-

strittenen Anspruchsvoraussetzungen, wodurch auch die – sich ausschliesslich 

- 39 - 

darauf beziehenden – Zeugenaussagen von G._____, H._____ und I._____ nicht 

zur Verwendung kommen. 

IV. Kosten und Entschädigung 

1. Streitwert 

Der Streitwert richtet sich nach dem Rechtsbegehren des Klägers zur Zeit des 

Eintritts der Rechtshängigkeit (§ 18 Abs. 1 ZPO/ZH). Die Klageschrift beziffert den 

Streitwert nicht. In der Referentenaudienz vom 21. Dezember 2006 gab der Klä-

ger den Streitwert mit CHF 2 Mio. an, womit sich die Beklagte einverstanden er-

klärte (Prot. S. 4).  

2. Gerichtsgebühr und Prozessentschädigung 

2.1. Ausgangsgemäss wird der Kläger kosten- und entschädigungspflichtig (§§ 

64 Abs. 2 und 68 Abs. 1 ZPO/ZH). Gemäss § 23 der Gebührenverordnung des 

Obergerichts vom 8. September 2010 bleibt die alte Verordnung des Obergerichts 

über die Gerichtsgebühren vom 4. April 2007 anwendbar, da für das Verfahren 

insgesamt die Bestimmungen des kantonalen Prozessrechts anwendbar bleiben 

(vgl. Art. 404 Abs. 1 ZPO). Ebenso gilt die bisherige Anwaltsgebührenverordnung 

vom 21. Juni 2006 (§ 25 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 

8. September 2010). 

2.2. Nach § 4 Abs. 1 und 2 der Verordnung des Obergerichts über die Gerichts-

gebühren vom 4. April 2007 und in Anbetracht der Komplexität des Prozesses 

sowie des umfangreichen Beweisverfahrens ist eine doppelte Grundgebühr als 

Gerichtsgebühr gerechtfertigt. Die Prozessentschädigung wird nach Ermessen 

festgesetzt (§ 69 ZPO/ZH). Die Grundgebühr ist mit der Klagebegründung ver-

dient; für die Referentenaudienz/Vergleichsverhandlung, jede Beweiseingabe und 

jede weitere Rechtsschrift ist ein Zuschlag zu gewähren (§ 6 Abs. 1 lit. a und c 

AnwGebV). In Anbetracht der zu berücksichtigenden Zuschläge und des erhebli-

chen Aufwandes rechtfertigt es sich, der Beklagten eine Prozessentschädigung in 

der Höhe einer doppelten Grundgebühr zuzusprechen.  

- 40 - 

2.3. Ist einer mehrwertsteuerpflichtigen Partei, wie hier der Beklagten, eine Pro-

zessentschädigung zuzusprechen, hat dies zufolge Möglichkeit des Vorsteuerab-

zugs ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer zu erfolgen (Praxisänderung des 

Kassationsgericht des Kantons Zürich, Entscheid vom 19. Juli 2005; ZR 104 

[2005] Nr. 76, SJZ 101 (2005) 532 ff.). 

Demgemäss erkennt das Gericht: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 82'000.–. Die weiteren Kosten 

betragen CHF 1'000.– für Zeugenentschädigung und CHF 26'096.– für das 

Gutachten. 

3. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt und soweit möglich aus den geleis-

teten Vorschüssen gedeckt. 

4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung von 

CHF 83'000.– zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.  

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert 

beträgt CHF 2'000'000.–. 

- 41 - 

_____________________________________ 

HANDELSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

Oberrichter Dr. Heinrich Andreas Müller lic. iur. Azra Hadziabdic 
 

	Urteil vom 16. Mai 2013
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Das Gericht zieht in Erwägung:
	I. Sachverhalt und Parteistandpunkte
	1.1. Am 18. Juli 2000 ereignete sich um 19:15 Uhr an der Kreuzung …-/…-/…-Strasse in C._____ ein Verkehrsunfall. Der Kläger stand mit seinem Motorrad der Marke Harley Davidson wartend vor dem Rotlicht als vorderstes Fahrzeug, als der Lenker hinter ihm...
	1.2. Der Kläger führt zu den Gesundheitsfolgen des Unfalls aus, dass er sich schon am Unfallort über starke Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken beklagt habe. Seit dem Unfall leide er an Nacken- und Kopfschmerzen, welche die kognitiven und psychi...
	1.3. Die Beklagte plädiert auf Klageabweisung. Sie bestreitet die behaupteten gesundheitlichen Einschränkungen des Klägers, den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem „harmlosen“ Unfall und allfälligen Beeinträchtigungen – diese hät...

	II. Prozessuales
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Am 28. April 2006 (Datum Poststempel) reichte der Kläger Weisung und Klageschrift ein (act. 1 und 3). Nach Eingang der Klageantwortschrift vom 4. September 2006 (act. 10) fand am 21. Dezember 2006 eine Referentenaudienz und Vergleichsverhandlung ...
	1.2. Am 5. Mai 2010 wurden die Einvernahmen der Zeugen Prof. Dr. med. J._____ und Dr. med. K._____ durchgeführt (Prot. S. 74 bis S. 92). Nachdem der Kläger zum beklagtischen Editionsbegehren vom 26. Februar 2010 am 13. April 2010 Stellung genommen hat...

	2. Übergangsrecht und Zuständigkeit
	2.1. Am 1. Januar 2011 ist die eidgenössische Zivilprozessordung (ZPO) in Kraft getreten. Nach Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt für Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der bet...
	2.2. Der Kläger hat seinen Wohnsitz in M._____, und die Beklagte hat ihren Sitz in N._____ (vgl. www.zefix.ch). Die örtliche sowie die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind gegeben (Art. 38 Abs. 1 ZPO bzw. Art. 26 Abs. 1 ...

	3. Unbeziffertes Rechtsbegehren
	3.1. Der Kläger hat sein Rechtsbegehren nicht beziffert und dies damit begründet, dass die für die Schadensberechnung wesentlichen Parameter, etwa die genaue Invalidität in der Haushaltsführung sowie der Nachweis von konstitutionellen Prädispositionen...
	3.2. Gemäss § 100 Ziff. 5 ZPO/ZH enthält die Weisung des Friedensrichters die Angaben beider Parteien über die Höhe des Streitwerts. Ein Leistungs- oder Feststellungsbegehren über Geld oder andere vertretbare Sachen muss grundsätzlich schon in der Wei...
	3.3. Wie die Beklagte richtig hinweist (act. 10 S. 48 Rz 66), hat der Kläger die Schadenspositionen entgangenes Nettoeinkommen, Rentenausfallschaden, vorprozessuale Anwaltskosten und Krankenkassenselbstbehalte beziffert wie auch die Höhe der verlangte...

	4. Aktivlegitimation des Klägers
	Die Beklagte bestreitet in der Klageantwort die Aktivlegitimation des Klägers, da dieser seine gegenüber der Beklagten geltend gemachten Ansprüche der Bank O._____ ("O._____") sowie der Sozialbehörde M._____ abgetreten habe (act. 10 S. 45 Rz 62.1 f. u...

	III. Materielles
	1. Anspruchsvoraussetzungen und Beweislast
	1.1. Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges ein Mensch getötet oder verletzt oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden (Art. 58 Abs. 1 SVG). Art und Umfang des Schadenersatzes sowie die Zusprechung einer Genugtuung richte...
	1.2. Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte ableitet. So trägt der Kläger insbesondere die Behauptungs- und Beweislast dafür, dass ein Unfal...

	2. Feststellung des Unfallhergangs
	2.1. Am 18. Juli 2000 stand der Kläger mit seinem Motorrad der Marke Harley Davidson wartend vor dem Rotlicht an der Kreuzung …-/…-/…-Strasse in C._____ als vorderstes Fahrzeug, als der Lenker hinter ihm, der Unfallverursacher, mit seinem Fiat Panda l...
	2.2. Mit Hinweis auf die klägerische Aussage gemäss Polizeirapport sowie die Bilder der Unfallendlage (act. 4/3 und act. 11/1) hält die Beklagte dafür, dass der Kläger auf seinem Motorrad durch den Fiat Panda um circa einen Meter nach vorne geschoben ...
	2.3. Im Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich vom 28. Juli 2000, auf den sich der Kläger beruft, wird er wie folgt zitiert (act. 4/3 S. 6): „Ich stand auf dem rechten Fahrstreifen bei der Haltelinie. Die Lichtsignalanlage stand auf Rot. […] Im Rück...
	Dass das Motorrad durch den Aufprall circa einen Meter nach vorne geschoben wurde, stimmt mit den Fotoaufnahmen der Unfallendlage im Polizeirapport überein; das Hinterrad des Motorrades steht auf dem weissen Haltebalken (vgl. act. 4/3 sowie act. 11/1)...
	2.4. Die Beklagte weist zu Recht auf die wechselnden Äusserungen des Klägers zum Unfallhergang hin. So ist dem Bericht der Neurologischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich (nachfolgend "USZ") vom 12. Oktober 2000 zu entnehmen, dass der Kläger ...
	Der Kläger hat eingeräumt, dass seine Darstellung des Unfallhergangs „nicht immer kohärent“ gewesen sei. Er habe in erster Linie einen Knall wahrgenommen sowie dass er nach hinten geworfen worden sei und seinen Kopf irgendwo angeschlagen habe. Darüber...
	2.5. Zusammenfassend ist somit von folgendem Unfallhergang auszugehen: Der Kläger stand mit seinem Motorrad der Marke Harley Davidson vor dem Rotlicht, als der hinter ihm stehende Lenker des Fiat Panda losfuhr, mit dem Motorrad kollidierte und dieses ...

	3. Gesundheitszustand des Klägers
	3.1. Ärztliche Untersuchungen
	Nach dem Unfall begab sich der Kläger ins USZ, wo eine Hirnerschütterung, eine Halswirbeldistorsion und eine Schulterkontusion rechts diagnostiziert wurden (act. 4/6). Die Nachbehandlung wurde durch Dr. med. R._____ durchgeführt. Auf seine Zuweisung h...
	3.2. Gutachten der Schulthess Klinik vom 9. September 2004
	3.2.1. Hinsichtlich seines Gesundheitszustandes beruft sich der Kläger auf das – nach seinem Dafürhalten für die Parteien bindende, da unter ihrer Mitwirkung zustande gekommene – polydisziplinäre Gutachten der Schulthess Klinik vom 9. September 2004 (...
	„Status nach kraniozervikalem Beschleunigungsmechanismus am 18.07.2000
	- Traumatisch bedingte Spondylarthrose C7/Th1 rechtsbetont
	- Zervikales Syndrom mit teilweise Anteilen eines zervikobrachialen bzw. zervikozephalen Syndroms
	- Anpassungsstörung mit gemischten Emotionen, chronisch verlaufend (DSM IV 309.28), durch Psychopathologie und Persönlichkeitsstruktur (akzentuierte Persönlichkeitszüge ICD-10 F60.8) mitausgelöste Symptomausweitung im Sinne einer unspezifischen gemisc...
	3.2.2. Die Beklagte bestreitet die Verbindlichkeit des Schulthess-Gutachtens. Die Schulthess Klinik sei von der SUVA in Absprache mit dem Kläger mit einem interdisziplinären Gutachten beauftragt worden. Die Klinik sei indessen vorbefasst gewesen, da s...
	3.2.3. In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass der Gutachtensauftrag an die Schulthess Klinik – in Absprache mit dem klägerischen Rechtsvertreter – von der SUVA erteilt wurde (vgl. einleitende Bemerkungen in act. 4/10 S. 1 sowie act. 17/3...
	3.2.4. Lehre und Rechtsprechung gehen davon aus, dass Parteigutachten grundsätzlich die Bedeutung von Parteibehauptungen haben (BGE 132 III 83, Erw. 3.4 und 3.5; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., vor §§ 171 ff. N 4, m.w.H.). Eine Ausnahme machte das Bund...
	3.2.5. Hinzu kommt, dass die Beklagte zu Recht auf die Vorbefasstheit der Gutachter Prof. Dr. med. J._____ und Prof. Dr. med. F._____ hingewiesen hat. Beide nahmen am 26. April und 16. Mai 2001 in der Schmerzsprechstunde konsiliarische Untersuchungen ...
	3.3. Vorliegende Diagnosen
	Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Klägers wurde die im Schulthess-Gutachten erhobene Diagnose (vgl. oben Ziffer 3.2.1) zum Beweis verstellt (act. 36 und 45).
	3.3.1. Traumatisch bedingte Spondylarthrose
	3.3.1.1. Die von der Schulthess Klinik gestellte Diagnose einer „traumatisch bedingten Spondylarthrose C7/Th1 rechtsbetont“ [Spondylarthrose, syn. "Spondylarthrosis deformans" nach Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. 2010: degenerative Gele...
	3.3.1.2. Auch wenn das Gerichtsgutachten auf die Diagnose der Spondylarthrose nicht näher eingeht, ist aus dessen Verweis auf und den Ausführungen im Bericht von Prof. Dr. med. S._____ zu schliessen, dass das Gerichtsgutachten die Diagnose der Spondy...
	3.3.2. Zervikales Syndrom
	Das vom Kläger angerufene Schulthess-Gutachten stellte weiter die Diagnose "zervikales Syndrom mit teilweise Anteilen eines zervikobrachialen bzw. zervikozephalen Syndroms" fest (act. 4/10 S. 24). Unter diesen medizinischen Begriffen werden von der Ha...
	3.3.3. Psychische Diagnosen
	Zum Beweis verstellt wurde zuletzt die Diagnose einerseits einer „Anpassungsstörung mit gemischten Emotionen, chronisch verlaufend (DSM IV 309.28)“ und andererseits einer „durch Psychopathologie und Persönlichkeitsstruktur (akzentuierte Persönlichkeit...
	3.3.3.1. Zur Anpassungsstörung
	3.3.3.1.1. Der vom Gerichtsgutachter Prof. Dr. med. L._____ zwecks psychiatrischer Begutachtung beigezogene Dr. med. T._____ konstatiert im psychiatrischen Teilgutachten vom 28. Juni 2012 hinsichtlich der Diagnose "Anpassungsstörung mit gemischten Emo...
	3.3.3.1.2. Bezüglich dieser Bemerkungen der Gutachter rügt der Kläger, dass dabei lediglich auf den internationalen Diagnosekatalog ICD-10 hingewiesen und nicht spezifiziert werde, welche Anpassungsstörung des ICD-10 Katalogs (F43.0-F43.9) die zeitli...
	3.3.3.1.3. In diesem Zusammenhang darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass sich der gutachterliche Hinweis auf die maximal zweijährige Dauer lediglich auf die Diagnose "Anpassungsstörung mit gemischten Emotionen, chronisch verlaufend (DSM IV 309.2...
	3.3.3.1.4. Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ist ein US-amerikanisches Klassifikationssystem der psychischen Störungen. Die ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) ist ein...
	3.3.3.2. Zu somatoformen Störungen
	3.3.3.2.1. Das psychiatrische Teilgutachten diagnostizierte beim Kläger eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) wie auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), wobei differentialdiagnostisch auch an eine somatoforme autonome Funk...
	3.3.3.2.2. Auch wenn mit unterschiedlichen Diagnosecodes attestieren beide Gutachten Krankheitsbilder, welche zur Kategorie der somatoformen Störungen (ICD-10 F45.-) gehören [somatoforme Störungen: Das Charakteristikum ist die wiederholte Darbietung k...

	4. Natürlicher Kausalzusammenhang
	4.1. Definition, Beweismass und Beweislast
	4.1.1. Bei der Beurteilung der Unfallkausalität geht es vorerst um die Beantwortung d