# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e50083be-f7ee-5ce4-8463-43fca492a0ab
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 07.06.2018 110 2017 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-137_2018-06-07.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2018/202 vom 20.3.2019).

RA Nr. 110/2017/137 Bern, 7. Juni 2018

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung,
Postfach 97, 3800 Interlaken

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde Interlaken vom 25. September 2017 
(Baugesuch Nr. 581/17.055; Aufstellen einer Orientierungsanlage)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin reichte am 20. Juni 2017 bei der Gemeinde Interlaken ein 

Baugesuch (datiert vom 22. Mai 2017) ein für das Aufstellen einer Orientierungsanlage, die 

neben einem Ortsplan und historischen Informationen hauptsächlich Werbung von lokalen 

Unternehmungen enthalten soll. Die Beschwerdeführerin beabsichtigt, die 

Orientierungsanlage an der nordöstlichen Grenze der Parzelle Interlaken Grundbuchblatt 

Nr. C.________, auf welcher sich bereits der im Bauinventar als schützenswert bzw. K-

Objekt eingestufte Kursaal mitsamt zugehöriger Parkanlage befindet, aufzustellen. Der 

Bereich, in dem die Orientierungsanlage aufgestellt werden soll, liegt in der Hotelzone B.

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2. Nachdem die Gemeinde von der Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP) einen 

Fachbericht eingeholt hatte, teilte sie der Beschwerdeführerin schriftlich mit, die 

Bauverwaltung werde gestützt auf die Einschätzung der KDP der Baukommission 

beantragen, die Orientierungsanlage nicht zu bewilligen. Gleichzeitig gab sie der 

Beschwerdeführerin Gelegenheit, das Baugesuch zurückzuziehen, eine Projektänderung 

einzureichen oder einen beschwerdefähigen Entscheid zu verlangen. Die 

Beschwerdeführerin verlangte Letzteres. Mit Entscheid vom 25. September 2017 erteilte 

die Gemeinde dem Vorhaben den Bauabschlag.

3. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2017 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt, den 

Bauabschlag aufzuheben und die Baubewilligung zu erteilen. Eventualiter sei die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin macht 

insbesondere geltend, es liege kein gewichtiges Denkmal- oder Ortsbildschutzinteresse 

vor, das einen Bauabschlag rechtfertigen würde.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten sowie das von der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid erwähnte Aussenraumgestaltungskonzept ein. Danach führte die 

BVE im Beisein der Verfahrensbeteiligten und einer Vertretung der KDP einen 

Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Die Verfahrensbeteiligten erhielten 

Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu äussern und Schlussbemerkungen 

einzureichen. Die Gemeinde beantragt sinngemäss, die Beschwerde abzuweisen und den 

angefochtenen Entscheid zu bestätigen.

5. Auf die Rechtsschriften und Vorakten sowie auf das Ergebnis des Augenscheins 

wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die 

Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Baugesuch 

abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist folglich einzutreten.

2. Denkmal- und Ortsbildschutz

a) Gemäss den am 20. Juni 2017 eingereichten Baugesuchsunterlagen besteht die 

geplante Orientierungsanlage aus mehreren, hauptsächlich Werbung enthaltenden, Tafeln, 

die auf zwei bzw. drei Stützen befestigt sind. Insgesamt soll die Anlage eine Breite von 

ca. 3.00 m, eine Höhe von 1.90 m sowie eine Tiefe von 0.10 m aufweisen; ab Boden bis 

zur Unterkante der Tafeln beträgt der Abstand 0.70 m. Die Beschwerdeführerin 

beabsichtigt, die Orientierungsanlage an der nordöstlichen Grenze der Parzelle Interlaken 

Grundbuchblatt Nr. C.________, unmittelbar rechts neben dem seitlichen Zugang zu einer 

Parkanlage, aufzustellen. Im betreffenden Bereich ist die Parkanlage durch einen 

mannshohen Drahtzaun und Buschwerk von der Strandbadstrasse bzw. dem darauf 

befindlichen Trottoir abgegrenzt. Die Parkanlage gehört zum Kursaal, der im Bauinventar3 

als schützenswertes K-Objekt aufgenommen und im Schweizerischen Inventar der 

Kulturgüter (KGS-Inventar)4 als Objekt von nationaler Bedeutung aufgeführt ist. Der 

Kursaal-Garten bzw. die Parkanlage ist zudem in der ICOMOS5-Liste historischer Gärten 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
3 Abrufbar unter: http://www.erz.be.ch/erz/de/index/kultur/denkmalpflege/bauinventar/bauinventar_online.html.
4 Abrufbar unter: http://www.babs.admin.ch/de/aufgabenbabs/kgs/inventar.html.
5 International Council on Monuments and Sites.

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und Anlagen der Schweiz6 vermerkt. Die Bauparzelle befindet sich ferner im Perimeter der 

Baugruppe H (Interlaken, Höhematte/Aarzelg) sowie in einem kommunalen 

Ortsbildgestaltungsbereich.7 Die Gemeinde Interlaken ist schliesslich im Inventar der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgenommen; die Bauparzelle befindet 

sich in dem nach ISOS bezeichneten Gebiet Nr. 1.

b) Die Vorinstanz stützt den Bauabschlag insbesondere auf die Einschätzung der KDP, 

wonach am beabsichtigten Standort aus denkmal- und ortsbildpflegerischer Sicht keine 

Bauten oder Einrichtungen erstellt werden sollten; es sei nämlich wichtig, das qualitätvolle 

Parkgelände und dessen Begrenzung unverstellt und einsehbar zu belassen. Es sei zudem 

davon auszugehen, dass am geplanten Standort kein dringendes touristisches Interesse 

an der Aufstellung der Orientierungsanlage bestehe; die bestehenden Einrichtungen 

würden ausreichen. Ferner entspreche die geplante Orientierungsanlage nicht dem 

Aussenraumgestaltungskonzept der Gemeinde. Schliesslich benötige das Bauvorhaben 

eine Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Baulinie; die Voraussetzungen 

hierzu seien jedoch nicht erfüllt.

c) Dagegen bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, das öffentliche 

Interesse am Denkmal- und Ortsbildschutz sei vorliegend gering; jedenfalls überwiege 

dieses nicht das Informationsinteresse der Touristen. Es sei zudem nicht ersichtlich, 

inwiefern die geplante Orientierungsanlage zu einer Beeinträchtigung des Kursaals oder 

der Parkanlage führen sollte. So seien diese insbesondere aufgrund der dichten 

Bepflanzung gar nicht (gut) einsehbar. Da die Orientierungsanlage auch Informationen zur 

historischen Entwicklung des Kursaals bzw. der Parkanlage enthalten werde, würde deren 

Attraktivität durch die geplante Anlage sogar noch erhöht. Selbst wenn die 

Orientierungsanlage aber zu einer Beeinträchtigung führen würde, wäre diese nicht 

erheblicher als diejenige, die bereits von den umliegenden Bauten und Anlagen ausgehe; 

von einem einheitlichen Gesamtbild könne jedenfalls nicht gesprochen werden. Der 

Bauabschlag stelle schliesslich einen ungerechtfertigten Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit 

und den Wettbewerb dar; die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, vor der Erteilung des 

Bauabschlags Bedingungen und Auflagen zu verfügen. Im Übrigen bräuchte es für das 

6 Abrufbar unter: http://www.icomos.ch/workinggroup/gartendenkmalpflege/informationen/wichtige-information-
en/liste-der-historischen-gaerten-und-anlagen/.
7 Vgl. Zonenplan 2 der Einwohnergemeinde Interlaken vom 9. Dezember 2008.

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Bauvorhaben auch keine Ausnahmebewilligung, da die Orientierungsanlage direkt am 

Zaun befestigt werden könnte.

d) Für die Beurteilung des umstrittenen Bauvorhabens sind verschiedene kantonale und 

kommunale Vorschriften zum Denkmal- und Ortsbildschutz relevant. Es sind dies die 

kantonalen Vorschriften betreffend Baudenkmäler (Art. 10a f. BauG), die allgemeinen 

Ästhetikvorschriften des Kantons und der Gemeinde (Art. 9 BauG und Art. 411 GBR8) 

sowie die kommunalen Vorschriften zu den Reklamen und Plakatierungen (Art. 416 GBR) 

einerseits und zu den Ortsbildgestaltungsbereichen (Art. 511 GBR) andererseits:

Baudenkmäler sind herausragende Objekte und Ensembles von kulturellem, historischem 

oder ästhetischem Wert. Dazu gehören namentlich Ortsbilder, Baugruppen, Bauten und 

Gärten (Art. 10a Abs. 1 BauG). Baudenkmäler sind schützenswert, wenn sie wegen ihrer 

bedeutenden architektonischen Qualität oder ihrer ausgeprägten Eigenschaften 

ungeschmälert bewahrt werden sollen (Art. 10a Abs. 2 BauG). Baudenkmäler dürfen durch 

Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 zweiter 

Satz BauG). Das ist zwar nicht absolut zu verstehen und heisst nicht, dass die Umgebung 

überhaupt nicht verändert werden darf; es sei denn, diese sei selber schützens- oder 

erhaltenswert. Eine Veränderung soll aber auf das Baudenkmal grösstmögliche Rücksicht 

nehmen und dieses nicht wesentlich beeinträchtigen. Was das im konkreten Fall heisst, 

hängt vom Schutzbedarf des Baudenkmals und seiner Stellung in der Umgebung einerseits 

und dem Interesse der Veränderung der Umgebung andererseits ab. Dies kann bedeuten, 

dass gewisse Bauvorhaben nicht bewilligt werden können (so z.B. eine Mobilfunkantenne 

oder störende Werbemittelträger) oder dass die zonengemässe bauliche Nutzung (z.B. in 

der Höhe und in der Breite) nicht voll ausgeschöpft werden darf (Art. 10b Abs. 4 BauG und 

Art. 92 Abs. 1 BauV9).10

Zum auf der Bauparzelle befindlichen Kursaal wird im Bauinventar Folgendes ausgeführt:

Kursaal, eröffnet 1859, heutige Bausubstanz vorwiegend 1899-1910 (Halle Ost 1913 von Urfer & Stähli)

Grosszügig angelegter Komplex in Mischbauweise; auf den Höheweg ausgerichtete, stark gegliederte 

Hauptfront hinter weitläufiger Parkanlage. Charakteristisch ist die Mischung von einheimischen Motiven 

8 Baureglement der Einwohnergemeinde Interlaken vom 9. Dezember 2008 (GBR).
9 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1).
10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 10a–10f N. 7 mit Hinweisen.

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(Heimatstilründi, Holzbauteile) mit einem Hauch von Welt (neubarocke und fernöstliche Elemente, Jugendstil). 

Hochelegante Ausstattung des Innern mit Schnitzereien, Stuckaturen und Malereien: Holzpfeilerhalle, 

Billardsaal, Vestibül, Rechtecksaal mit Empore, Spielsaal. O-seitig sehr hübsches Kassenhaus.

Leider werden die vorgelagerten Bauten neuerer Zeit direkt am Höheweg dem grosszügig-weitläufigen Geist 

des Altbaus nicht gerecht.

Zur Baugruppe H, in deren Perimeter die Bauparzelle liegt, führt das Bauinventar sodann 

Folgendes aus:

Die Baugruppe H umfasst die an die Höhematte angrenzende «Häuserschicht» an Höheweg, Alpen- und 

Klosterstrasse und das Gebiet Aarzelg mit zahlreichen Dependenzgebäuden der Hotellerie und dem Kursaal. 

Die in kluger Voraussicht schon 1864 von Interlakner Bürgern unter Schutz gestellte, mit absolutem Bauverbot 

belegte und damit jeglicher Spekulation entzogene Höhematte bildet mit ihrem prächtigen Blick auf das 

Jungfraumassiv noch heute das Herzstück des Weltkurortes Interlaken. Die weite, von Nussbaum- und 

Kastanienalleen mit Promenadenwegen umgebene Wiese ist altes Klosterland und war vor der Entwicklung 

Aarmühlens zum Kurort Verbindungsglied zwischen dem Kloster bzw. Schlosskomplex und dem Dörfchen. Auf 

der Nordseite begrenzt die Postkartenansicht der um eine breite Vorzone zurückversetzten stolzen Reihe um 

1860 erbauter klassizistisch strukturierter Grosshotels die Höhematte. Leider ist sie seit dem Bau des 

Betonturms Metropol arg aus dem noblen Gleichgewicht gebracht. Störend wirken auch die unschönen 

Vorbauten des Kursaals und die klotzigen, die verbindende Vorparkzone unterbrechenden Pavillongebilde 

neueren Datums vor den Hotels. Von sehr grosser Wichtigkeit für die nördlich des Höhewegs gelegene Zone ist 

der bedeutende Grünraum zwischen Hotelreihe und Aare. Während auf der Ostseite mit Kirchen und Schloss 

der wertvollste Baubestand der Gemeinde hinter den Bäumen von Alleen und Schlosspark gerade noch 

wahrgenommen werden kann, verschwindet im Westen das ehemalige Dorf Aarmühle fast vollständig hinter 

den Baumkronen und im Süden überragt nur der imposante Bau des Savoy das dichte Grün.

Gemäss Bauinventar zeichnet sich eine Baugruppe durch einen räumlichen oder 

historischen Zusammenhang aus. In einer Baugruppe werden Objekte zusammengefasst, 

deren Wert in ihrer Wirkung in der Gruppe liegt. Die Wirkung einer solchen Gruppe kann 

schon durch das Wegfallen oder Verändern eines einzelnen Elements oder das 

Hinzufügen eines Fremdkörpers empfindlich gestört werden.

Gemäss Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und 

Bemalungen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Diese Vorschrift 

stellt die «ästhetische Generalklausel» im Sinne eines allgemeinen 

Beeinträchtigungsverbots dar. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben 

einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung oder Landschaft schafft, der erheblich 

stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften erlassen, die über die kantonalen 

Vorschriften hinausgehen können (Art. 9 Abs. 3 BauG). Derartige Vorschriften müssen, um 

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selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die Anordnungen des 

kantonalen Rechts. Sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders formulieren.11 Die 

Gemeinde Interlaken hat dies getan; ihr Baureglement enthält unter dem Titel «Bau- und 

Aussenraumgestaltung» folgende selbständigen Bestimmungen:

Art. 411 Gestaltungsgrundsatz
1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung 

entsteht.
2 Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu berücksichtigen

- die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes,
- die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung auch die beabsichtigte Gestaltung der 

benachbarten Bebauung,

- Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen,
- die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung,
- die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und der Begrenzungen gegen den 

öffentlichen Raum,

- die Gestaltung und Einordnung der Erschliessungsanlagen, Abstellplätze und Eingänge.
3 […]

Art. 416 Reklamen und Plakatierung
1 Reklamen sind so anzuordnen, dass sie das Strassen-, Orts- und Landschaftsbild, schützens- und 

erhaltenswerte Objekte und deren Umgebung, die Wohn- und Aufenthaltsqualität sowie die Verkehrssicherheit 

nicht beeinträchtigen.

[…]

An das Erfordernis der guten Gesamtwirkung gemäss Art. 411 Abs. 1 und 2 GBR dürfen 

nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Das bedeutet bei 

durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass das Mittelmass der Umgebung nicht 

gestört werden darf und sich eine neue Baute oder Anlage an den qualitativ 

hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren hat.12 Bei besonderen 

örtlichen Gegebenheiten dürfen hingegen überdurchschnittliche Anforderungen an das 

Erfordernis der guten Gesamtwirkung bzw. an das jeweilige Bauvorhaben gestellt 

werden.13

11 BVR 2009 S. 328 E. 5.2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4 und 13 mit weiteren Hinweisen.
12 BVR 2009 S. 328 E. 5.3, 2006 S. 491 E. 6.3.2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a zweites 
Lemma.
13 BDE vom 7. Dezember 2016, E. 2d erstes Lemma (RA Nr. 110/2016/86); vgl. dazu ferner Heidi Walther 
Zbinden, Amtsberichte im Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 6/2002 S. 163 Ziffer 3.4.

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Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Bauparzelle im Perimeter eines kommunalen 

Ortsbildgestaltungsbereichs liegt. Das GBR hält dazu unter dem Titel «Ortsbildpflege» 

Folgendes fest:

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Art. 511 Ortsbildgestaltungsbereiche
1 Die Ortsgestaltungsbereiche bezwecken die Erhaltung, die Gestaltung und die behutsame Erneuerung der für 

das Ortsbild prägenden Elemente, Merkmale und Strukturen.
2 Die Ortsbildgestaltungsbereiche sind im Zonenplan 2 grundeigentümerverbindlich ausgeschieden.
3 Die Baukommission kann in Ortsbildgestaltungsbereichen zur Beurteilung von Baugesuchen eine Fachstelle 

beiziehen.
4 In den Hotelzonen gelten überdies folgende Anforderungen:

a) […]

b) Unüberbaute Flächen in der Hotelzone B sind dem repräsentativen Charakter der Zone entsprechend zu 

gestalten und nach Möglichkeit zu begrünen.

Gemäss Kommentar zu Art. 511 GBR haben sich alle baulichen Massnahmen innerhalb 

von Ortsbildgestaltungsbereichen bezüglich Stellung, Volumen und Gestaltung gut ins 

Ortsbild und in die Umgebung einzufügen. Der kommunale Ortsbildgestaltungsbereich, in 

welchem sich die Bauparzelle befindet, ist zudem ein Schutzgebiet nach Art. 86 BauG. In 

solchen Gebieten sind nur Bauvorhaben gestattet, die den Schutzzweck nicht 

beeinträchtigen und den von der Gemeinde erlassenen Schutzvorschriften entsprechen 

oder standortgebunden sind (Art. 86 Abs. 3 BauG).

e) Schliesslich ist vorliegend auch das ISOS zu berücksichtigen, in dem die Gemeinde 

Interlaken als «Verstädtertes Dorf» von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.14 Zwar sind 

das ISOS und die damit verbundenen Schutzziele nicht unmittelbar verbindlich, da das 

Erteilen einer Baubewilligung für das hier umstrittene Vorhaben in der Bauzone keine 

Bundesaufgabe im Sinne von Art. 2 NHG ist.15 Das ISOS ist aber im Richtplan des Kantons 

Bern ausdrücklich als in der Planung umzusetzende Grundlageninformation bezeichnet. 

Als «anderes Inventar» im Sinne von Art. 13e BauV gilt es daher für die Behörden von 

Kanton und Gemeinden auch im Baubewilligungsverfahren zumindest als Empfehlung und 

es ist entsprechend bei der Beurteilung des hier umstrittenen Projekts zu berücksichtigen.16 

In der Bewertung des ISOS werden der Gemeinde Interlaken gewisse Lagequalitäten 

sowie besondere räumliche und architekturhistorische Qualitäten attestiert; daneben 

erwähnt das ISOS auch den geschichtlichen Wert als zusätzliche Qualität der Gemeinde 

Interlaken. Die Bauparzelle liegt in dem nach ISOS bezeichneten Gebiet Nr. 1, das als 

14 Art. 5 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) und Anhang 
zur Verordnung des Bundesrats vom 9. September 1981 über das Bundesinventar der schützenswerten 
Ortsbilder der Schweiz (VISOS; SR 451.12).
15 BGer 1A.11/2007 vom 16.5.2007, E. 2.
16 BVR 2008 S. 117 E. 2b; VGE 2012/332 vom 11.9.2013, E. 4.4, 22020 vom 28.9.2005, E. 2.4.1.

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«Höheweg, ab M. 19 Jh. entstandener Hotelbereich mit Abfolge von Luxushotels entlang 

einer Flanierallee, Verbindung der historischen Ortsteile» beschrieben ist. Das Gebiet Nr. 1 

gehört zur Aufnahmekategorie «AB», weist sowohl räumliche als auch 

architekturhistorische Qualitäten auf, ist von besonderer Bedeutung und mit dem 

Erhaltungsziel «A» belegt. Gemäss den Erläuterungen zum ISOS ist ein «Gebiet» ein 

grösstmöglicher Ortsteil, der dank räumlichen, architekturhistorischen oder 

regionaltypischen Merkmalen als Ganzheit ablesbar ist (z.B. ein mittelalterlicher Stadtkern, 

ein Bahnhofquartier, ein Unterdorf, ein alter Dorfkern oder eine Industrieanlage). Mit der 

Aufnahmekategorie «AB» wird sodann ausgedrückt, dass das betreffende Gebiet 

«ursprüngliche Substanz» (d.h. die Mehrheit der Bauten und Räume hat historisch die 

gleiche epochenspezifische oder regionaltypische Prägung) und «ursprüngliche Struktur» 

(d.h. das historische Gefüge der Räume besteht, die Mehrheit der Bauten hat ähnliche 

epochenspezifische oder regionaltypische Merkmale) hat. Für das Erhaltungsziel «A» gilt 

schliesslich, dass im betreffenden Gebiet alle Bauten, Anlageteile und Freiräume integral 

erhalten und störende Eingriffe beseitigt werden sollten.

f) Nichts Zusätzliches hinsichtlich des Schutzumfanges lässt sich hingegen aus dem 

Umstand ableiten, wonach der Kursaal im KGS-Inventar als A-Objekt, mithin als Objekt von 

nationaler Bedeutung, aufgeführt ist. Dieses Inventar listet zwar jene Kulturgüter auf, für die 

das KGSG17 gilt, welches die Sicherung und den Schutz von Kulturgütern gegen 

schädigende Auswirkungen in Krisensituationen bezweckt. Das KGS-Inventar begründet 

aber keine qualifizierte Rücksichtspflicht gemäss Art. 6 NHG.18 Nichtsdestotrotz weist die 

Aufnahme in das KGS-Inventar darauf hin, dass es sich beim Kursaal um ein äusserst 

bedeutendes Objekt handelt.

g) Aus den bisherigen Ausführungen geht hervor, dass sich die Bauparzelle an einer 

besonderen Lage befindet. Nicht nur darf die geplante Orientierungsanlage weder den 

schützenswerten Kursaal und die dazugehörige Parkanlage noch das umliegende Orts- 

und Strassenbild beeinträchtigen (Art. 10b Abs. 1 zweiter Satz und Art. 9 Abs. 1 BauG 

sowie Art. 416 Abs. 1 GBR). Sie muss auch zu einer guten Gesamtwirkung mit der 

Umgebung führen (Art. 411 Abs. 1 und 2 GBR) und sich gut ins Ortsbild bzw. in die 

Umgebung einfügen (Art. 511 GBR). Mit anderen Worten ist vorliegend eine sehr 

17 Bundesgesetz vom 20. Juni 2014 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, bei 
Katastrophen und in Notlagen (KGSG; SR 520.3).
18 Josef Rohrer, in Keller/Zufferey/Fahrländer, Kommentar NHG, Zürich 1997, S. 25 f.

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sorgfältige Einpassung ins Ortsbild unter Bezugnahme zum repräsentativen Charakter der 

Umgebung verlangt. Schliesslich hat das Vorhaben, auch aufgrund des Umstands, wonach 

das Baugrundstück in dem nach ISOS bezeichneten Gebiet Nr. 1 liegt, 

überdurchschnittlichen ästhetischen Anforderungen zu genügen. Entgegen den 

Ausführungen der Beschwerdeführerin bestehen vorliegend also sehr wohl gewichtige 

Interessen des Denkmal- und Ortsbildschutzes.

h) Die KDP kommt in ihrem Fachbericht vom 20. Juli 2017 im Wesentlichen zum 

Schluss, an der Einfriedung der Parkanlage des Kursaals, mithin entlang der nordöstlichen 

Grenze der Parzelle Nr. C.________, sollten aus denkmal- und ortsbildpflegerischer Sicht 

keine Bauten oder Einrichtungen erstellt werden. Denn es sei wichtig, dass das 

qualitätvolle Parkgelände und dessen Begrenzung unverstellt und einsehbar blieben. Zur 

weiteren Begründung verweist die KDP auf ihren Fachbericht vom 17. Mai 2017. Damals 

ging es um ein Fotoboxhäuschen, das ebenfalls an der nordöstlichen Grenze der Parzelle 

Nr. C.________, jedoch weiter nördlich, hätte aufgestellt werden sollen. Die KDP kam aber 

zum Schluss, dass durch dieses Vorhaben sowohl die sehr qualitätvolle Parkanlage mit 

durchdachtem Wegnetz, Bepflanzungen und Sichtbezügen wie auch das geschützte 

Kursaalgebäude im Rahmen des Umgebungsschutzes und schliesslich der weiter nördlich 

gelegene, qualitätvolle zeitgenössische Erweiterungsbau stark beeinträchtigt würden. 

Ferner führte die KDP aus, durch den Neubau würden verschiedene wichtige Sichtbezüge 

in und aus dem Park sowie das Kursaalgebäude verstellt. Im Übrigen sei das 

Fotoboxhäuschen für die Kursaal-Parkanlage unangemessen und aus denkmal- und 

ortsbildpflegerischer Sicht klar nicht bewilligungsfähig. Schliesslich wies die KDP darauf 

hin, dass an der betreffenden Stelle nicht gebaut werden könne. Infolge Rückzugs des 

Baugesuchs wurde das betreffende Baubewilligungsverfahren letztlich als erledigt vom 

Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

i) Wie die Beschwerdeführerin in ihren Schlussbemerkungen zutreffend ausführt, ist im 

Bereich der geplanten Orientierungsanlage aufgrund der dichten Bepflanzung weder der 

Kursaal noch das Parkinnere einsehbar.19 Dies wird von der KDP grundsätzlich auch nicht 

bestritten. Deren Vertreter hat anlässlich des Augenscheins jedoch darauf hingewiesen, es 

sei wichtig, dass von aussen die gesamte Parkanlage, mithin auch die Bepflanzungen, die 

als Begrenzung dienen würden, wahrgenommen werden könnten; denn diese gehörten 

19 Vgl. Fotos Nrn. 1, 3, 5, 7 und 9 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.

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ebenso zur charakteristischen Typologie des Parks und der Umgebung. Dies deckt sich mit 

dem Bericht der KDP vom 20. Juli 2017, wonach nicht nur das qualitätvolle Parkgelände, 

sondern auch dessen Begrenzung unverstellt und einsehbar bleiben müsste. Dass die 

betreffenden Büsche und Hecken nicht bloss Begrenzung, sondern Bestandteile der 

Parkanlage sind, wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten und ergibt sich auch aus 

dem entsprechenden Objektdatenblatt der ICOMOS-Liste historischer Gärten und Anlagen 

der Schweiz. Darin werden als Bestandteile des «Kursaal-Gartens» nämlich nicht nur die 

weitläufige Parkanlage, der Ziergarten mit Springbrunnenanlage und die Kieswege, 

sondern auch die Sträucher und Bäume genannt. Im Übrigen konnte anlässlich des 

Augenscheins festgestellt werden, dass nicht nur die Bepflanzung im Parkinnern, sondern 

auch diejenige entlang der Strandbadstrasse sorgfältig bewirtschaftet bzw. gepflegt wird.20

j) Gemäss den Baugesuchsunterlagen soll die Orientierungsanlage unmittelbar rechts 

neben dem seitlichen Zugang zur Parkanlage und vor dem dort befindlichen Drahtzaun 

aufgestellt werden. In ihren Schlussbemerkungen weist die Beschwerdeführerin zwar 

darauf hin, dass sie von der Eigentümerin des Baugrundstücks auch die Erlaubnis hätte, 

die Orientierungsanlage direkt am erwähnten Zaun zu befestigen. In beiden Fällen würde 

die Orientierungsanlage jedoch die Sicht auf die Bepflanzung, die in diesem Bereich die 

Parkanlage von der Strandbadstrasse bzw. dem darauf befindlichen Trottoir abgegrenzt, 

beträchtlich verstellen; bei letzterer Variante müssten die betreffenden Büsche und Hecken 

sogar (teilweise) zurückgeschnitten werden.21 Entgegen den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin würde sich die geplante Orientierungsanlage also in beiden Fällen 

negativ auf die Parkanlage auswirken und damit letztlich den schützenswerten Kursaal, zu 

welchem die im Bauinventar explizit erwähnte Parkanlage gehört, beeinträchtigen. Dies gilt 

umso mehr, als der Kursaal aufgrund seiner Bedeutung – der Vertreter der KDP hat diesen 

anlässlich des Augenscheins nicht bloss als ein prägendes Element des Ortsbilds, sondern 

als Herz von Interlaken bezeichnet22 – einen grosszügigen Umgebungsschutz geniesst. Da 

das öffentliche Interesse an der Verhinderung von Beeinträchtigungen des Kursaals und 

der Parkanlage sehr gross ist, könnte das von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

angebliche touristische Interesse an der Orientierungsanlage eine Beeinträchtigung nicht 

rechtfertigen. Im Übrigen ist ein touristisches Interesse an der umstrittenen 

Orientierungsanlage auch nicht vorhanden. Die Gemeinde hält in ihrem Entscheid zu Recht 

20 Vgl. Fotos Nrn. 12-14 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.
21 Vgl. Foto Nr. 7 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.
22 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Februar 2018, S. 4 f., Votum KDP-Vertreter.

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fest, es bestehe an dieser Stelle seitens der ankommenden Touristen kein dringendes 

Informationsbedürfnis und die Orientierungstafel entspreche nicht ihrem 

Aussenraumgestaltungskonzept. Anlässlich des Augenscheins vom 6. Februar 2018 

konnte nämlich festgestellt werden, dass im Parkinnern bereits eine offizielle, dem 

Aussenraumgestaltungskonzept der Gemeinde entsprechende Tafel mit historischen 

Informationen steht.23 Schliesslich ist auch die Zusicherung der Beschwerdeführerin, dass 

die von der Orientierungsanlage tangierte Bepflanzung auch weiterhin sorgfältig 

bewirtschaftet und gepflegt werden würde, unbeachtlich, da dies nichts an der 

Beeinträchtigung selbst ändern würde. Nach dem Gesagten verletzt die geplante 

Orientierungsanlage Art. 10b Abs. 1 zweiter Satz BauG sowie Art. 416 Abs. 1 GBR.

k) Das umstrittene Bauvorhaben beeinträchtigt jedoch nicht nur den schützenswerten 

Kursaal bzw. die dazugehörige Parkanlage, sondern stellt auch einen markanten 

Fremdkörper dar, der das umliegende Orts- bzw. Strassenbild erheblich stört. So ist der 

Bereich entlang der Einfriedung des Parkgeländes bis auf zwei Strassenlaternen und eine 

Reklametafel im Norden, die auf das im Kursaal befindliche Casino hinweist, frei von 

jeglichen Bauten und Anlagen.24 Wie die Beschwerdeführerin zwar richtig ausführt, 

schränkt die bestehende Reklametafel die Sicht auf die Parkanlage ebenfalls ein. Allein 

deswegen kann vorliegend aber noch nicht von einem uneinheitlichen Orts- bzw. 

Strassenbild gesprochen werden. Gleiches gilt bezüglich des noch weiter nördlich 

gelegenen, zeitgenössischen Erweiterungsbaus. Dieser fällt mit seiner metallischen 

Fassade, seinen grossen Fenstern und seinem modernen Volumen zwar auf.25 Inwiefern 

sich das betreffende Gebäude störend auf seine Umgebung auswirken sollte, ist jedoch 

nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Hinzu 

kommt, dass sich eine gute Gesamtwirkung und eine neuzeitliche Architektur nicht per se 

gegenseitig ausschliessen.26 Die KDP hat den Erweiterungsbau in ihrem Fachbericht vom 

17. Mai 2017 denn auch als qualitätvoll bezeichnet. Ebenso nichts zu ihren Gunsten kann 

die Beschwerdeführerin aus der WC-Anlage sowie den Vorbauten des Kursaals, die sich 

südlich bzw. südwestlich vom geplanten Standort befinden,27 ableiten. Diese schränken 

zwar die Sicht auf die Parkanlage, zumindest teilweise, ebenfalls ein. Zudem sind die 

23 Vgl. Foto Nr. 19 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.
24 Vgl. Fotos Nrn. 3, 4 und 11-15 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.
25 Vgl. Fotos Nrn. 13 und 14 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.
26 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a zweites Lemma.
27 Vgl. Fotos Nrn. 1, 2, 5, 10, 11, 16 und 17 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Februar 2018.

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betreffenden Vorbauten gemäss Bauinventar nicht nur unschön, sondern wirkten überdies 

störend bzw. würden dem grosszügig weitläufigen Geist des Altbaus nicht gerecht. Im 

Gegensatz zur geplanten Orientierungsanlage handelt es sich aber sowohl bei den 

Vorbauten als auch bei der WC-Anlage um Ersatzbauten aus den 1960er-Jahren für 

frühere Bauten, die zur ursprünglichen, touristischen Infrastruktur der angrenzenden 

Flaniermeile (Höheweg) gehörten, mithin typologisch nicht zu beanstanden sind.28 Trotz 

der bestehenden Störfaktoren, insbesondere der Reklametafel für das Casino, handelt es 

sich vorliegend also nach wie vor um eine intakte Umgebung; die besondere 

Schutzwürdigkeit der Umgebung wird jedenfalls weder durch die Vorbauten bzw. die WC-

Anlage noch durch die bestehende Reklametafel aufgehoben. Deshalb gilt es, jede weitere 

Störung zu verhindern und eine solche hätte die geplante Orientierungsanlage gemäss 

obigen Ausführungen zur Folge. Soweit sich die Beschwerdeführerin mit ihrem Verweis auf 

die bestehende Reklametafel schliesslich auf eine Gleichbehandlung im Unrecht beruft, gilt 

im Übrigen Folgendes festzuhalten: Der Umstand, dass eine Behörde in einem anderen 

Fall (oder in einzelnen anderen Fällen) das Gesetz nicht richtig angewendet hat, gibt dem 

Einzelnen grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abweichend vom Gesetz 

behandelt zu werden. Denn das Legalitätsprinzip geht dem Rechtsgleichheitsgebot 

insofern vor, als Letzteres im Grundsatz keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im 

Unrecht vermittelt. Zudem besteht ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht 

grundsätzlich nur dann, wenn die Behörde nicht nur in einem oder einigen Fällen, sondern 

in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft 

nicht gesetzeskonform handeln wird,29 was vorliegend offensichtlich beides nicht der Fall 

ist. Das Bauvorhaben verletzt folglich auch Art. 9 Abs. 1 BauG.

l) Das Vorhaben verletzt schliesslich auch Art. 411 Abs. 1 und 2 sowie Art. 511 GBR. 

Denn gemäss den obigen Ausführungen stellt die geplante Orientierungsanlage einen 

markanten Fremdkörper bzw. ein Element ohne Bezug zum repräsentativen Charakter der 

Umgebung dar. Folglich führt diese weder zu einer guten Gesamtwirkung mit der 

Umgebung noch fügt sie sich gut ins Ortsbild ein. Die Orientierungsanlage ist im Übrigen 

auch nicht standortgebunden; sie kann ebenso gut an einem anderen, weniger sensiblen 

Ort aufgestellt werden.

28 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Februar 2018, S. 4 ff., Voten KDP-Vertreter; Ortsbilder von 
nationaler Bedeutung, Kanton Bern, Band 8.1 (Oberland Orte A–K), S. 200 f.
29 BGE 127 I 1 E. 3a, 122 II 446 E. 4a.

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m) Nach dem Gesagten verstösst das Bauvorhaben gegen diverse kantonale und 

kommunale Denkmal- und Ortsbildschutzbestimmungen. Angesichts des Umstands, 

wonach die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bereits über zwei vergleichbare 

Anlagen in Interlaken verfügt und eine offizielle Informationstafel im Parkinnern bereits 

vorhanden ist, besteht vorliegend kein touristisches Interesse an der geplanten Aufstellung 

der Orientierungsanlage. Gemäss den obigen Ausführungen würde das vorliegende 

Interesse am Denkmal- und Ortsbildschutz letztlich aber ohnehin ein allfälliges 

touristisches Interesse überwiegen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin 

bestehen vorliegend also sowohl mehrere gesetzliche Grundlagen als auch öffentliche 

Interessen, die einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV30) gestützt auf Art. 36 BV 

rechtfertigen. Der Bauabschlag ist zudem ein verhältnismässiges Mittel. So eignet sich 

dieser ohne Weiteres, um dem Denkmal- und Ortsbildschutz nachzukommen. Ein milderes 

Mittel als der Bauabschlag, wie insbesondere die Anordnung von Bedingungen oder 

Auflagen, ist ferner nicht ersichtlich. Denn Bedingungen und Auflagen zu einer 

Baubewilligung kommen nur bei Bauvorhaben in Betracht, die je nach ihrer näheren 

Gestaltung oder Einrichtung oder je nach der Art der Nutzung oder Betriebsführung sowohl 

gesetzeskonform als auch gesetzwidrig sein können. Wenn ein Bauvorhaben den 

gesetzlichen Anforderungen hingegen klar nicht entspricht, wie dies vorliegend der Fall ist 

(gemäss KDP kann im fraglichen Bereich sogar generell nicht gebaut werden), kann dieser 

Mangel nicht mit Bedingungen oder Auflagen geheilt werden.31 Eine Projektänderung wollte 

die Beschwerdeführerin sodann nicht einreichen. Der Bauabschlag war somit erforderlich, 

um dem Denkmal- und Ortsbildschutz nachzukommen. Schliesslich hat der Bauabschlag 

nicht zur Folge, dass die Beschwerdeführerin auf dem gesamten Gebiet der Gemeinde 

Interlaken keine Orientierungsanlage mehr aufstellen kann. Einerseits gilt der Bauabschlag 

bloss für den mit Baugesuch vom 22. Mai 2017 beantragten Standort. Andererseits ist die 

geplante Orientierungsanlage nicht standortgebunden. Ausserdem ist an dieser Stelle 

nochmals darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin bereits über zwei 

vergleichbare Orientierungsanlagen in Interlaken verfügt. Der Bauabschlag erweist sich 

demnach auch als zumutbar. Inwiefern das Argument des Denkmal- und Ortsbildschutzes 

vorgeschoben sein bzw. der angefochtene Bauabschlag einen Eingriff in den Wettbewerb 

(Art. 94 BV) darstellen sollte, ist im Übrigen nicht ersichtlich und wird von der 

Beschwerdeführerin auch nicht weiter ausgeführt. Aus dem von ihr in diesem 

30 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).
31 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 38–39 N. 15a Bst. b und c mit Hinweisen.

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Zusammenhang zitierten Bundesgerichtentscheid32, in welchem es nota bene um die 

Zuordnung von Grundstücken zur Tourismus- bzw. Wohn- und Arbeitszone ging, kann sie 

jedenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten.

n) Zusammenfassend ergibt sich, dass die geplante Orientierungsanlage bereits aufgrund 

des Denkmal- und Ortsbildschutzes nicht bewilligt werden kann. Ob für das Aufstellen der 

Orientierungsanlage eine Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Baulinie 

erforderlich ist und ob die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt wären, kann somit 

offen gelassen werden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen und der Entscheid der 

Baubewilligungsbehörde Interlaken vom 25. September 2017 zu bestätigen.

3. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG33). Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere 

Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben 

werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.– 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV34). Für den Augenschein vom 6. Februar 

2018 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 400.– 

erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit Fr. 1'400.–. 

Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1, 3 und 4 

VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung der Gemeinde Interlaken vom 

25. September 2017 wird bestätigt.

32 BGE 142 I 162.
33 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
34 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'400.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

- Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP), zur Kenntnis

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident