# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3ed51da-043d-55a4-aa49-e9270c776d42
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.05.2008 ZF 2008 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-25_2008-05-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. Mai 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 21/25

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Giger und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In den zivilrechtlichen Berufungen

des X., c/o Z., Beklagter, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova, Arcas 22, Postfach 433, 7002 Chur (ZF 
08 21), sowie

des Y., Kläger, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechts-
anwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur (ZF 08 25),

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 9. Oktober 2007, mitgeteilt am 27. Fe-
bruar 2008, in Sachen des Y., Kläger, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, 
gegen X., Beklagter, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, und die Z . , Be-
klagte,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. Am 3. Oktober 2000 verstarb in D. A., geboren am B.. Die Verstorbene 
hatte am 8. Oktober 1999 eine öffentliche letztwillige Verfügung errichtet. Darin 
setzte sie den einzigen gesetzlichen Erben, ihren Sohn Dr. Y., auf den gesetzlichen 
Pflichtteil. Die dadurch frei werdende Quote wies sie zu gleichen Teilen ihren vier 
Enkelkindern zu, um diesen in Ergänzung zur Grundausbildung Zusatzlehrgänge zu 
ermöglichen. Darüber hinaus bestimmte sie X., diplomierter Wirtschaftsprüfer, als 
Willensvollstrecker und Erbenvertreter mit Generalvollmacht. Das Testament von A. 
wurde am 24. Oktober 2000 durch den Kreispräsidenten D. eröffnet. Am 1. Novem-
ber 2000 stellte der erwähnte Kreispräsident eine Erbbescheinigung aus, in der er 
Y. als alleinigen gesetzlichen Erben bezeichnete.

Im Nachlass von A. befand sich unter anderem ein Mehrfamilienhaus am C. 
in D.. Am 25. April 2001 wurde Y. im Grundbuch der Stadt D. als Eigentümer dieser 
Liegenschaft eingetragen. Der Erbteilungsvertrag über die Nachlässe von Dr. E. und 
A. wurde im Februar 2002 abgeschlossen.

B. Am 11. Dezember 2000 schlossen die Erben A. mit F. einen (neuen) 
Mietvertrag über die 1-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss des Mehrfamilienhau-
ses am C. in D. mit Mietbeginn am 1. Januar 2001 ab. Seitens der Erbengemein-
schaft unterzeichneten den Mietvertrag ein Vertreter der Z. sowie Y.. In der Nacht 
vom 8. auf den 9. September 2001 übernachtete G. in der erwähnten Wohnung. Am 
frühen Morgen des 9. September 2001 wollte sie vom Schlafplatz auf der Galerie 
über die Leiter in das auf der unteren Ebene liegende Wohnzimmer hinabsteigen. 
Dabei rutschte die Leiter weg, worauf G. aus einer Höhe von 2-3 Metern auf den 
Parkettboden stürzte. Durch den Sturz wurde sie verletzt und in den folgenden Mo-
naten in ihrer Erwerbsfähigkeit beachtlich eingeschränkt. Am 27. Februar 2004 er-
hob G. eine Forderungsklage gegen Y., in der sie Erwerbsschaden, Haushaltsscha-
den, nicht gedeckte ärztliche Kosten sowie Schadenszinsen geltend machte; die 
durch die Sozialversicherung bezahlten Beträge brachte sie in Abzug. In seinem 
Urteil vom 13. Januar 2006, mitgeteilt am 21. März 2006, gelangte das Bezirksge-
richt Plessur zur Erkenntnis, dass der Unfall von G. auf einen Werkmangel im Sinne 
von Art. 58 OR zurückzuführen sei, für welchen Y. einzustehen habe. Es verpflich-
tete den Genannten, G. Fr. 31'194.-- zuzüglich 5% Zins auf den Betrag von Fr. 
30'129.-- seit dem 26. Februar 2004 zu bezahlen, die Kosten des Kreisamtes von 
Fr. 300.-- sowie die Kosten des Bezirksgerichts von Fr. 15'563.55 zu übernehmen 
und die Gegenpartei mit Fr. 21'515.-- ausseramtlich zu entschädigen. Das Kantons- 
und das Bundesgericht schützten diesen Entscheid.

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Bereits mit Schreiben vom 27. Juli 2005 hatte Y. der Z. und X. angekündigt, 
er werde bei einem Unterliegen im erwähnten Prozess auf sie Regress nehmen, da 
sie zumindest seit dem Tod von A. mit der Verwaltung des Mehrfamilienhauses am 
C. in D. beauftragt gewesen seien. In dieser Funktion hätten sie eine Haftpflichtver-
sicherung abschliessen bzw. ihn zumindest über das Fehlen einer solchen Versi-
cherung und deren Konsequenzen aufklären müssen. Diese Argumentation hatten 
die Z. und X. mit Schreiben vom 22. August 2005 als unbegründet zurückgewiesen.

C. Mit Vermittlungsbegehren vom 4. April 2006 instanzierte Y. beim 
Kreispräsidium D. eine Forderungsklage gegen X. und die Z.. Nach erfolglos ver-
laufener Sühneverhandlung vom 3. Mai 2006 erstellte der Vermittler am 4. Mai 2006 
den Leitschein mit dem folgenden Rechtsbegehren:

„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte 1 sowie die Beklagte 2 seien solidarisch und/oder je ein-
zeln zu verpflichten, den Kläger für sämtliche Forderungen, welche ge-
gen ihn wegen des Unfalles der G. vom 9. September 2001 in der Ein-
zimmerwohnung am C. in D. geltend gemacht werden, schadlos zu hal-
ten, so seien sie insbesondere zu verpflichten, dem Kläger, unter aus-
drücklichem Vorbehalt des Nachklagerechtes, folgende Beträge zu be-
zahlen:

a) Gemäss Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 13. Januar 2006, 
mitgeteilt am 21. März 2006:

- Fr. 31'194.-, zuzüglich 5 % Zins auf den Betrag von Fr. 30'129.- 
seit dem 26. Februar 2004

- Die Kosten des Kreisamtes D. von Fr. 300.- sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 15'563.55, nebst 5 % Zins seit 3. 
April 2006

- Fr. 21'515.- (ausseramtliche Entschädigung), nebst 5 % Zins seit 
3. April 2006

- Fr. 20'000.- (Anwaltskosten) nebst 5 % Zins seit 3. April 2006.

b) Forderung gegenüber der obligatorischen Unfallversicherung:

- Fr. 114'000.-, nebst 5% Zins seit 3. April 2006

c) Forderung der IV:

Genaue Bezifferung des Betrages erfolgt zu einem späteren Zeit-
punkt.

2. Eventualiter seien die Beklagten solidarisch und/oder je einzeln zu ver-
pflichten, die Forderungen der G., die Regressforderungen der Zürich 
Versicherungs-Gesellschaft als obligatorischer Unfallversicherer sowie 
der Invalidenversicherung (Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. 
Gallen) resultierend aus dem Unfall vom 9. September 2001 direkt zu 
begleichen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

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Mit Prozesseingabe vom 23. Mai 2006 prosequierte Y. den Leitschein mit 
unveränderten Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Plessur. X. und die Z. bean-
tragten in ihrer Prozessantwort vom 16. August 2006 die Abweisung der Klage unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers. Am 5. Oktober 2006 reichte 
Y. die Replik ein, in der er unverändert an seinen Rechtsbegehren festhielt. Auch 
X. und die Z. hielten in ihrer Duplik vom 10. November 2006 unverändert an ihren 
Anträgen fest. Gemäss Schreiben des Bezirksgerichts Plessur vom 20. November 
2006 wurde das Verfahren in der Folge nach Rücksprache mit den Parteien bis zum 
Vorliegen des rechtskräftigen Urteils im Verfahren G. gegen Y. sistiert. Am 2. Mai 
2007 wurde das Verfahren mit dem Erlass der Beweisverfügung fortgesetzt.

D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 9. Ok-
tober 2007 statt. Mit Urteil vom 9. Oktober 2007, mitgeteilt am 27. Februar 2008, 
erkannte das Bezirksgericht Plessur, wie folgt:

„1. X. wird in teilweiser Gutheissung der Klage verpflichtet, dem Kläger CHF 
15'497.00 zuzüglich 5% Zins auf den Betrag von CHF 14'960.00 seit 
dem 26. Februar 2004 und CHF 18'689.30 zuzüglich Zins von 5% seit 
dem 6. April 2007 zu bezahlen.

Gleichzeitig wird festgestellt, dass X. die Hälfte des Schadens zu tragen 
hat, den Y. als Hauseigentümer gestützt auf Art. 58 OR infolge des Un-
falles vom 9. September 2001 erleidet, soweit Y. für diesen Schaden 
den Versicherungsschutz einer zu gewöhnlichen Konditionen abge-
schlossenen Gebäudehaftpflichtversicherung beanspruchen könnte. 
Bei allfälligen Regressforderungen der Sozialversicherungsanstalt St. 
Gallen wird sorgfältig zu prüfen sein, ob die von ihr erbrachten Leistun-
gen in adäquatem Kausalzusammenhang zum interessierenden Unfall 
stehen. Im Übrigen wird auf die Klage nicht eingetreten.

2. Die Klage gegen die Z. wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

3. Die Kosten des Kreisamtes D. von CHF 400.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 12'059.40 (Gerichtsgebühren CHF 
6'000.00, Schreibgebühren CHF 1'274.00, Bargebühren Fr. 785.40, 
Streitwertzuschlag CHF 4'000.00) gehen zu 9/10 (CHF 10'853.45) zu 
Lasten des Klägers und zu 1/10 (CHF 1'205.95) zu Lasten von X.. Da 
der Kläger mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege pro-
zessiert, werden seine Kosten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
dem Kanton Graubünden in Rechnung gestellt. Der Anteil des Beklag-
ten wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

Y. wird ausserdem verpflichtet, die Beklagten mit CHF 21'579.30 (inkl. 
Barauslagen und MWST) ausseramtlich zu entschädigen.

4. Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg wird eine Frist von 10 Tagen 
ab Mitteilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Ho-
norarnote betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzu-
reichen und seine diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nicht-
Einhaltung dieser Frist wird der Bezirksgerichtspräsident den Aufwand 
nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

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5. (Mitteilung)“

Das Bezirksgericht war im Wesentlichen zur Erkenntnis gelangt, dass der 
Beklagte X. seine Sorgfaltspflichten gegenüber Y. verletzt habe, indem er es unter-
lassen habe, den Versicherungsschutz für das in den Nachlass fallende Mehrfami-
lienhaus zu überprüfen, die Erben über den unzureichenden Versicherungsschutz 
zu informieren, sie diesbezüglich zu beraten und ihnen den Abschluss einer Gebäu-
dehaftpflichtversicherung zu empfehlen. Hierbei handle es sich um eine Pflichtver-
letzung, die der Beklagte vor einer allfälligen Übertragung der Liegenschaft auf den 
Beklagten begangen habe. Auch das Verschulden, ein Schaden und der adäquate 
Kausalzusammenhang lägen vor. Deswegen habe der Beklagte dem Kläger maxi-
mal den Schaden zu ersetzen, der ihm aufgrund des Fehlens einer Gebäudehaft-
pflichtversicherung entstanden sei. Allerdings liege ein Selbstverschulden des Klä-
gers vor, da dieser verpflichtet gewesen wäre, für einen angemessenen Versiche-
rungsschutz des Grundstücks zu sorgen. Jeder durchschnittlich sorgfältige Grund-
stückseigentümer in der Lage des Klägers hätte unmittelbar nach der Übereignung 
der interessierenden Liegenschaft deren Versicherungsschutz überprüft, alsdann 
erkannt, dass keine Gebäudehaftpflichtversicherung abgeschlossen worden war, 
und wäre in der Folge eine solche eingegangen. Das Selbstverschulden des Klä-
gers erweise sich als etwa gleich schwer wie das Verschulden des Beklagten. Daher 
erscheine es angezeigt, den Beklagten die Hälfte des ausgewiesenen Schadens 
tragen zu lassen.

E. Gegen dieses Urteil liess X. am 17. März 2008 die Berufung zu Han-
den des Kantonsgerichts von Graubünden erklären (Verfahren ZF 08 21). Er stellt 
folgende Berufungsanträge:

„1. Die Ziffern 1 und 3 des Urteils vom 9. Oktober 2007, mitgeteilt am 27. 
Februar 2008, in Sachen Y. gegen X. seien aufzuheben, und die Klage 
gegen X. sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsbeklag-
ten.“

Auch Y. liess gegen das Urteil des Bezirksgerichts Plessur am 31. März 2008 
die Berufung zu Handen des Kantonsgerichts von Graubünden erklären (Verfahren 
ZF 08 25). Er stellt folgende Berufungsanträge:

„1. Die Ziff. 1 und 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils seien aufzu-
heben.

2. Der Beklagte und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, den Kläger und 
Berufungskläger für sämtliche Forderungen, welche gegen ihn wegen 
des Unfalls der G. vom 9. September 2001 in der 1-Zimmer-Wohnung 
am C. in D. geltend gemacht werden, schadlos zu halten. So sei er zu 

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verpflichten, dem Kläger und Berufungsbeklagten folgende Beträge zu 
bezahlen:

a) Fr. 31'194.00, zzgl. 5% Zins auf Fr. 30'129.00 seit dem 26. Februar 
2004 (Schadenersatzanspruch G. gemäss Urteil des Bezirksgerich-
tes Plessur)

b) Gerichtskosten:

Fr. 300.00 Kosten Kreisamt D.

Fr. 15'563.55 Kosten Bezirksgericht Plessur

Fr. 6'240.00 Kosten Kantonsgericht Graubünden

Fr. 2'000.00 Kosten Bundesgericht

Fr. 24'103.55 Total

nebst 5% Zins seit 6. April 2007

c) Aussergerichtliche Entschädigungen an G.:

Fr. 21'515.00 Bezirksgericht Plessur

Fr. 3'979.15 Kantonsgericht Graubünden

Fr. 2'500.00 Bundesgericht

Fr. 27'994.15 Total

nebst 5% Zins seit 6. April 2007

d) Fr. 20'000.00 Anwaltskosten RA Fryberg im Verfahren 
G. <> Y.

nebst 5% Zins seit dem 6. April 2007

3. Die Kosten des Kreisamtes D. von Fr. 400.00 sowie die Kosten des Be-
zirksgerichtes Plessur von Fr. 12'059.40 seien dem Beklagten aufzuer-
legen, welcher zudem zu verpflichten sei, den Kläger aussergerichtlich 
mit Fr. 20'000.00 zzgl. MwSt. zu entschädigen.“

Darüber hinaus stellte Y. den Beweisantrag, er sei zur Beweisaussage zuzu-
lassen.

Mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 21. April 2008 wurde das 
am 8. April 2008 von Y. gestellte Gesuch betreffend unentgeltliche Rechtspflege 
abgelehnt.

F. Am 19. Mai 2008 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt. Anwesend waren der Berufungskläger X., 
sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova, der Berufungskläger 
Y. sowie sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg. Einleitend 
verlas der Vorsitzende die Anträge der Berufungen. Gegen die Zuständigkeit und 
die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass sich 
dieses als in der Sache legitimiert erklärte. Da Rechtsanwalt Fryberg den Bewei-

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santrag auf Zulassung von Y. zur Beweisaussage zurückzog, konnte das Beweis-
verfahren geschlossen werden. Im Anschluss fanden die Plädoyers der Parteiver-
treter statt. Rechtsanwalt Casanova bestätigte und begründete im Plädoyer die An-
träge gemäss der Berufungserklärung von X. vom 17. März 2008 und beantragte 
die Abweisung der Berufung von Y.. Rechtsanwalt Fryberg bestätigte und begrün-
dete in seinem Plädoyer die Anträge gemäss der Berufungserklärung von Y. vom 
31. März 2008 und beantragte die Abweisung der Berufung von X..

Rechtsanwalt Casanova und Rechtsanwalt Fryberg gaben von ihren Vorträ-
gen eine schriftliche Ausführung zu den Akten. Die Parteivertreter erhielten das 
Recht auf Replik und Duplik.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen der 
Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der Berufungs-
verhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitig-
keiten im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht ergrif-
fen werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO). Der Berufungs-
streitwert ist vorliegend in beiden Fällen erreicht. Die Zuständigkeit des Kantonsge-
richts von Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsachen als Beru-
fungsinstanz ist damit gegeben.

b. Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit 
der schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge 
auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einre-
den, soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). Die Be-
rufung von X. vom 17. März 2008 sowie diejenige von Y. vom 31. März 2008 gegen 
das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 9. Oktober 2007, mitgeteilt am 27. Fe-
bruar 2008, wurden frist- und formgerecht eingereicht, so dass darauf eingetreten 
werden kann.

c. Der im Berufungsverfahren ZF 08 25 gestellte Antrag auf Zulassung 
von Y. zur Beweisaussage wurde anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung 
zurückgezogen, so dass das Gericht darüber nicht mehr zu entscheiden braucht.

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d. Nicht angefochten wurde das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 
9. Oktober 2007, mitgeteilt am 27. Februar 2008, was die Abweisung der Klage von 
Y. gegen die Z. betrifft. Auch die im erstinstanzlichen Verfahren erhobene Forde-
rung gegenüber der obligatorischen Unfallversicherung von Fr. 114'000.-- nebst 5% 
Zins seit 3. April 2006 wurde im Berufungsverfahren nicht mehr geltend gemacht.

2a. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob X. in 
seiner Eigenschaft als Willensvollstrecker im Nachlass der A. eine Sorgfaltspflicht-
verletzung begangen hat, für die er gegenüber Y. schadenersatzpflichtig ist. Im We-
sentlichen geht es darum, ob X. die Pflicht gehabt hätte, die Versicherungsdeckung 
der Liegenschaft am C. in D. zu überprüfen und Y. auf das Fehlen einer Gebäude-
haftpflichtversicherung hinzuweisen.

b. Anlässlich der Berufungsverhandlung machte X. geltend, zur Klage 
gegen den Willensvollstrecker sei lediglich die Erbengemeinschaft und nicht auch 
ein einzelner Erbe legitimiert. Dieser Einwand erweist sich als unbegründet. Zu den 
anspruchsberechtigten Personen aus der vertragsähnlichen Verschuldenshaftung 
eines Willensvollstreckers gehören sämtliche vom Erblasser begünstigten Perso-
nen, das heisst Erben und/oder Vermächtnisnehmer, wobei der Haftungsanspruch 
den Beteiligten je einzeln zusteht (BGE 101 II 47 ff. [52 f.], E. 1; Martin Karrer, in: 
Basler Kommentar zum ZGB II, Art. 457-977 ZGB, Art. 1-61 SchlT ZGB, 3. A., Basel 
2007, N 113 zu Art. 518 ZGB). Y. ist somit legitimiert, die vorliegend zu beurteilende 
Klage allein zu erheben.

3. Als Erstes ist zu prüfen, wie lange das Willensvollstreckermandat von 
X. mit Blick auf die Liegenschaft am C. in D. dauerte.

a. Eine Willensvollstreckung erlischt unter anderem mit der Erledigung 
des entsprechenden Auftrags, wobei das Mandat mit dem Vollzug der Teilung ab-
geschlossen ist, sei dies der Vollzug einer Realteilung, eines Erbteilungsvertrags 
oder eines Teilungsurteils (Hans Rainer Künzle, Der Willensvollstrecker im schwei-
zerischen und US-amerikanischen Recht, Zürich 2000, S. 353; Peter Breitschmid, 
Die Stellung des Willensvollstreckers in der Erbteilung, in: Jean Nicolas Druey/Peter 
Breitschmid [Hrsg.], Praktische Probleme der Erbteilung, Bern 1997, S. 109 ff., S. 
156; Bernhard Christ, in: Praxiskommentar Erbrecht, hrsg. von Daniel Abt und Tho-
mas Weibel, Basel 2007, N 86 zu Art. 518 ZGB; Karrer, a.a.O., N 24 zu Art. 517 
ZGB).

b. Y. bringt vor, das Mandat von X. als Willensvollstrecker habe erst im 
Februar 2002 mit dem definitiven Abschluss der Erbteilung – und damit lange nach 

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dem Unfallereignis vom 9. September 2001 – geendet. Allein mit der formellen 
Übertragung des Eigentums am Grundstück am C. in D. an Y. habe sich in Bezug 
auf das Mandat des Willensvollstreckers nichts geändert. Die Eintragung in das 
Grundbuch am 25. April 2001 sei rein deklaratorischer Natur gewesen, da das Ei-
gentum am fraglichen Grundstück bereits mit dem Tod der Mutter an Y. übergegan-
gen sei. Dieser sei nämlich einziger Erbe gewesen. Seine vier Kinder seien nicht 
als Erben eingesetzt worden, sondern hätten die Stellung von Vermächtnisnehmern 
gehabt. Darauf liessen auch Erbbescheinigung, Grundbuchanmeldung und Erbtei-
lungsvertrag schliessen. Am 25. April 2001 sei daher keine objektiv partielle Erbtei-
lung vorgenommen worden. Jedenfalls sei das Mandat von X. als Willensvollstre-
cker nicht beendet worden. Vielmehr sei Y., auch nachdem er formell Eigentümer 
des Grundstücks geworden sei, die Verwaltung über diesen Vermögenswert weit-
gehend entzogen geblieben.

Dagegen macht X. geltend, mit dem Tod von A. sei eine Erbengemeinschaft, 
bestehend aus dem gesetzlichen Erben Y. und den eingesetzten Erben H., I., J. und 
K. entstanden. Indem Y. am 25. April 2001 als Eigentümer des Mehrfamilienhauses 
im Grundbuch eingetragen worden sei, sei eine objektiv partielle Erbteilung vorge-
nommen und die Erbengemeinschaft hinsichtlich der Liegenschaft aufgelöst wor-
den. Die Erbengemeinschaft als solche und auch das Mandat des Willensvollstre-
ckers hätten nur für die restlichen Vermögenswerte weiter bestanden. In Bezug auf 
die fragliche Liegenschaft habe das Mandat von X. am 25. April 2001 geendet.

c/aa. Ein Erblasser kann für die ganze Erbschaft oder für einen Bruchteil 
derselben einen oder mehrere Erben einsetzen (Art. 483 Abs. 1 ZGB). Er kann ei-
nem Bedachten aber auch, ohne ihn als Erben einzusetzen, einen Vermögensvorteil 
als Vermächtnis zuwenden (Art. 484 Abs. 1 ZGB). Ob eine Erbeinsetzung oder ein 
Vermächtnis vorliegt, ist im Einzelfall durch Auslegung zu ermitteln. Massgebend ist 
allein der Wille des Erblassers. Nach Art. 483 Abs. 2 ZGB wird vermutet, dass als 
Erbeinsetzung jede Verfügung zu betrachten ist, nach der ein Bedachter die Erb-
schaft insgesamt oder zu einem Bruchteil erhalten soll. Bei der Zuweisung einzelner 
Vermögensgegenstände ist dagegen in der Regel von einem Vermächtnis auszu-
gehen (Daniel Staehelin, in: Basler Kommentar zum ZGB II, Art. 457-977 ZGB, Art. 
1-61 SchlT ZGB, 3. A., Basel 2007, N 3 zu Art. 483 ZGB; Georg Schürmann, in: 
Praxiskommentar Erbrecht, hrsg. von Daniel Abt und Thomas Weibel, Basel 2007, 
N 9 f. zu Art. 483 ZGB).

bb. Vorliegend setzte A. im Testament vom 8. Oktober 1999 (KB 2) ihren 
Sohn Y. auf den gesetzlichen Pflichtteil und bestimmte, dass die dadurch frei wer-

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dende Quote je zu gleichen Teilen an ihre Enkelkinder geht. Damit sollten die En-
kelkinder einen Bruchteil der Erbschaft, nämlich die verfügbare Quote je zu gleichen 
Teilen, erhalten. Ihnen wurde somit nicht ein bestimmter Vermögenswert oder eine 
bestimmte Summe zugewendet, sondern die gesamte Quote, über die die Erblas-
serin verfügen konnte. Dieser Umstand spricht eher für eine Erbeinsetzung als für 
ein Vermächtnis.

Der Entwurf des Erbteilungsvertrages (BB 25) erweist sich auf den ersten 
Blick als widersprüchlich, werden die Nachkommen von Y. darin doch sowohl als 
Vermächtnisnehmer (Ziffer I.1/VI.2) als auch als Erben (Ziffer I.4) bezeichnet. Im-
merhin ist zu beachten, dass im Erbteilungsvertrag zunächst der Nachlass von A. – 
unter Einbezug aller Aktiven und Passiven – berechnet und dieser danach zu ¾ auf 
Y. und zu je 1/16 auf die vier Enkelkinder verteilt wurde. Die Enkelkinder erhielten 
somit einen Bruchteil der Erbschaft, Vermächtnisse wurden keine ausgeschieden. 
Diese Vorgehensweise deutet wiederum auf eine Erbeinsetzung hin.

Keine hinreichenden Schlüsse lassen sich in Bezug auf die Frage Erbeinset-
zung oder Vermächtnis aus der vom Kreispräsidenten am 1. November 2000 aus-
gestellten Erbbescheinigung (BB 1) ziehen, in der neben Y. als gesetzlicher Erbe 
keine weiteren Erben aufgeführt sind. Die Erbbescheinigung nach Art. 559 Abs. 1 
ZGB ist eine von der zuständigen Behörde ausgestellte Bestätigung, welche Perso-
nen die allein Erbberechtigten einer bestimmten Erblasserin oder eines bestimmten 
Erblassers sind, und somit das ausschliessliche Recht haben, den Nachlass in Be-
sitz zu nehmen und darüber zu verfügen. Die Erbbescheinigung wird gemäss ge-
setzlicher Vorschrift ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Ungültigkeits- und der 
Erbschaftsklage ausgestellt. Sie ist deshalb stets nur ein provisorischer Legitimati-
onsausweis ohne materiellrechtliche Bedeutung für die Erbenstellung der darin er-
wähnten Personen. Sie soll es den prima facie berechtigt erscheinenden Erben er-
möglichen, Erbschaftsgegenstände in Besitz zu nehmen und darüber zu verfügen. 
Die Frage der materiellen Berechtigung kann aber nicht die ausstellende Behörde, 
sondern nur das ordentliche Gericht definitiv entscheiden (PKG 2004 Nr. 23, E. 3b, 
mit weiteren Hinweisen; Karrer, a.a.O., N 45 zu Art. 559 ZGB). Ein Grundbuchver-
walter ist im Übrigen nicht verpflichtet, die Erbbescheinigung auf ihre Richtigkeit zu 
überprüfen. Diese ist für ihn trotz ihres provisorischen Charakters verbindlich (Kar-
rer, a.a.O., N 46 zu Art. 559 ZGB). Daher lässt auch der Umstand, dass der Kläger 
die Grundbuchanmeldung allein unterzeichnete, keine weiteren Schlüsse zu.

cc. Aufgrund des Gesagten weisen die Gesamtumstände vorliegend auf 
eine Erbeinsetzung der vier Enkelkinder hin. Eingesetzte Erben sind wie gesetzliche 

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Erben Universalsukzessoren des Erblassers und Mitglieder der entsprechenden Er-
bengemeinschaft (Staehelin, a.a.O., N 2 zu Art. 483 ZGB). Aus diesem Grund ent-
stand mit dem Tod von A. am 3. Oktober 2000 eine Erbengemeinschaft, bestehend 
aus Y. und seinen vier Kindern.

Indem am 25. April 2001 das Grundstück am C. in D. in das Alleineigentum 
von Y. übertragen wurde, wurde eine objektiv partielle Erbteilung vollzogen. Von 
einer solchen spricht man, wenn nur ein Teil des Nachlasses unter die Erben auf-
geteilt wird und die Erbengemeinschaft für die restlichen Erbschaftssachen weiter 
bestehen bleibt (Peter C. Schaufelberger/Katrin Keller, in: Basler Kommentar zum 
ZGB II, Art. 457-977 ZGB, Art. 1-61 SchlT ZGB, 3. A., Basel 2007, N 34 zu Art. 602 
ZGB).

Im vorliegenden Fall wurde, wie erwähnt, das Eigentum an der Liegenschaft 
am C. in D. von der Erbengemeinschaft auf Y. übertragen. Die Eintragung eines 
einzelnen Erben im Grundbuch bedeutet den Vollzug einer Realteilung (Künzle, 
a.a.O., S. 310; BGE 102 II 197 ff. [203 ff.], E. 3). Wie einleitend dargelegt, ist das 
Mandat eines Willensvollstreckers mit dem Vollzug einer Realteilung abgeschlos-
sen. Aus diesem Grund endete am 25. April 2001 nicht nur die Erbengemeinschaft, 
sondern auch der Auftrag von X. als Willensvollstrecker mit Bezug auf die fragliche 
Liegenschaft. Sein Mandat bestand – entgegen der Ansicht des Klägers – nur für 
den übrigen Nachlass bis zum Abschluss des Erbteilungsvertrages im Februar 2002 
weiter. Y. konnte damit ab dem Zeitpunkt des Eigentumsübergangs mit der Liegen-
schaft verfahren, wie er wollte, ohne dass der Willensvollstrecker hätte eingreifen 
können.

d. Selbst wenn man der Argumentation des Klägers folgen und anneh-
men würde, dass es sich bei Y. um den Alleinerben von A. und bei seinen Kindern 
um Vermächtnisnehmer handelte – und daher keine objektiv partielle Erbteilung vor-
lag, sondern im Grundbuch lediglich der Erbgang angemeldet wurde –, wäre im 
Übrigen davon auszugehen, dass das Mandat von X., wenn auch nicht vollständig, 
dann zumindest im Hinblick auf die Verwaltung der Liegenschaft am C. in D. am 25. 
April 2001 beendet war. Zu diesem Schluss gelangt man insbesondere, wenn man 
die tatsächlich gelebten Verhältnisse bzw. die konkrete Ausgestaltung des Willens-
vollstreckermandats betrachtet.

aa. Die Rechte eines Willensvollstreckers sind gegenüber den Erben 
grundsätzlich exklusiv. Soweit und solange jener testamentarische oder gesetzliche 
Besitz-, Verwaltungs- und Verfügungsrechte hat, sind diese den Erben vollständig 

12

entzogen. Sie dürfen nicht in die Rechte und die Verwaltungstätigkeit des Willens-
vollstreckers eingreifen und haben sich verbotener Eigenmacht zu enthalten. Den 
Erben steht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis aber dann und insoweit zu, 
als jene des Willensvollstreckers durch Testament eingeschränkt ist oder der Wil-
lensvollstrecker ausdrücklich oder konkludent auf einen Teil seiner Befugnisse ver-
zichtet, z.B. indem er den Erben Nachlassgegenstände überlässt, die er für die Ver-
waltung nicht oder nicht mehr benötigt (Karrer, a.a.O., N 6 und N 14 zu Art. 518 
ZGB).

bb. In casu liegt kein klassischer Fall vor, in dem der Willensvollstrecker 
nach dem Tod der Erblasserin die gesamte Verwaltung des Nachlasses übernahm 
und diesen nach der Erbteilung an die Erben aushändigte. Vielmehr war die Wil-
lensvollstreckung so organisiert, dass Y. als Haupterbe schon sehr früh in die Ver-
waltung der Liegenschaft am C. in D. eingriff. Im Dezember 2000 kümmerte sich 
der Kläger beispielsweise um die Erneuerung des Mietvertrages mit F. – den er im 
Übrigen sogar mitunterschrieb (KB 3; BB 15) –, nachdem er den Umbau in der Woh-
nung des Genannten begleitet hatte. Bereits im November 2000 hatte er sich mit 
einem Sanierungskonzept für die Liegenschaft (BB 16) befasst. Damit verwaltete 
der Kläger die Liegenschaft praktisch von Anfang an mit. Auch die Zeugin L. sagte 
aus, es sei nicht so gewesen, dass X. bzw. die Z. die Verwaltung ausschliesslich 
inne gehabt hätten. Aus ihrer Sicht sei der Kläger nach dem Tod seiner Mutter an 
vorderster Front tätig und erster Ansprechpartner für die Mieter gewesen. Hinzu 
kommt, dass Y. X. mit Schreiben vom 26. März 2001 (KB 16) ausdrücklich auftrug, 
nur noch die dringendsten Arbeiten wie Steuern etc. zu erledigen, um die Kosten zu 
seinen Gunsten zu reduzieren. Offenbar war es ein Anliegen des Klägers, sich nach 
dem Tod seiner Mutter persönlich um die Liegenschaft, die ihm dereinst als Erbe 
zufallen sollte, zu kümmern und überdies den Aufwand des Willensvollstreckers auf 
ein Minimum zu reduzieren. Das Vorgehen des Beklagten, der dem Kläger die Ver-
waltung der fraglichen Liegenschaft von Anfang an teilweise überliess, ist nicht zu 
beanstanden. Grundsätzlich steht dem Willensvollstrecker bezüglich Verwaltung 
des Nachlasses nämlich ein grosser Ermessensspielraum zu (Künzle, a.a.O., S. 
223; Benno Studer, Beginn, Abwicklung und Beendigung des Willensvollstrecker-
amtes, in: Jean Nicolas Druey/Peter Breitschmid [Hrsg.], Willensvollstreckung, S. 
71 ff., S. 79). Es erweist sich daher als zulässig, dass ein Willensvollstrecker den 
Erben gewisse Nachlassgegenstände ganz oder teilweise zur Verwaltung überlässt 
und damit ausdrücklich oder konkludent auf einen Teil seiner Befugnisse verzichtet.

Spätestens mit der Eigentumsübertragung an Y. am 25. April 2001 verzich-
tete der Willensvollstrecker dann definitiv und vollumfänglich auf seine Verwaltungs-

13

befugnisse mit Blick auf die Liegenschaft am C. in D.. Mit der Übertragung des Ei-
gentums an den Kläger wurden jenem nämlich auch das Recht und die Pflicht zur 
Verwaltung der Liegenschaft übertragen; er erhielt tatsächlich und rechtlich die volle 
Verfügungsmacht, wurde ihm die Liegenschaft doch zu eigenem Recht herausge-
geben und nicht bloss zur Verwaltung als Erbe für die Zeit bis zum definitiven Ab-
schluss der Teilung. Den Akten lassen sich denn auch diverse Hinweise entneh-
men, dass Y. spätestens mit dem Grundbucheintrag am 25. April 2001 die Verwal-
tung der Liegenschaft tatsächlich alleine übernahm. Zu erwähnen ist beispielsweise 
das Schreiben der Einwohnerkontrolle der Stadt D. vom 11. Mai 2001 (BB 12), in 
dem festgehalten wurde, es sei der Einwohnerkontrolle mitgeteilt worden, dass Y. 
die Verwaltung der Liegenschaft am C. in D. übernommen habe, und jener folglich 
auf die geltenden Meldevorschriften für Vermieter aufmerksam gemacht wurde. 
Auch gegenüber der Mieterin M. trat er im Juni 2001 allein und nicht etwa im Namen 
des Nachlasses oder zusammen mit dem Willensvollstrecker als Vermieter auf (vgl. 
BB 11). Zudem führte er im Herbst 2001 in eigenem Namen die Verhandlungen mit 
der Mieterin N. AG (vgl. BB 13 und 14 sowie die Aussage des Zeugen O.). Auch der 
Zeuge P., der als Architekt mit Bauarbeiten in der Liegenschaft am C. in D. beauf-
tragt war, gab an, nach dem Tod der Erblasserin sei die Riedi Ruffner Theus ledig-
lich ca. ein halbes Jahr seine ausschliessliche Ansprechpartnerin gewesen. In der 
Folge habe er dann für den Kläger gearbeitet. Unter diesen Umständen steht fest, 
dass spätestens am 25. April 2001 Y. und nicht der Willensvollstrecker die Verwal-
tung der fraglichen Liegenschaft inne hatte und über deren Geschicke bestimmte. 
Damit endete im entsprechenden Umfang aber auch das Mandat von X. als Wil-
lensvollstrecker.

Daran ändert im Übrigen auch der Umstand nichts, dass die Eigentumsüber-
tragung im Zusammenhang mit der Erhöhung der die Liegenschaft belastenden 
Grundpfandverschreibung stand (vgl. BB 2). Diese Erhöhung wurde deshalb not-
wendig, weil der Kläger die Liegenschaft umbauen bzw. sanieren wollte. Aufgrund 
der Ausführungen im vorangehenden Abschnitt steht in jedem Fall fest, dass der 
Kläger die Verwaltung der Liegenschaft nicht nur in Bezug auf den Umbau bzw. die 
Sanierung übernahm, sondern generell als Eigentümer bzw. Vermieter auftrat.

Nach dem 25. April 2001 richtete sich der Kläger nur noch in Einzelfragen an 
X. oder an die Z., namentlich im Zusammenhang mit der Steuererklärung, der Fi-
nanzierung des Umbaus sowie mit einzelnen Mietverträgen (vgl. bspw. die Aussage 
der Zeugin L.). Fraglich ist, ob X. in diesen Einzelfragen überhaupt noch als Wil-
lensvollstrecker handelte oder ob er nicht vielmehr im Auftrag des Klägers selbst 
tätig war, namentlich in Bezug auf den Umbau der Liegenschaft, der zweifelsohne 

14

nicht zu den Befugnissen des Willensvollstreckers gehörte (vgl. Erwägung 4b/bb 
nachstehend). Letztlich kann die Frage aber offen gelassen werden, da in jedem 
Fall feststeht, dass sich Y. praktisch ausnahmslos selbst um die Verwaltung der 
Liegenschaft kümmerte.

e/aa. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Mandat von X. als Wil-
lensvollstrecker mit Bezug auf die Verwaltung der Liegenschaft am C. in D. in jedem 
Fall am 25. April 2001 endete, sei dies infolge einer objektiv partiellen Erbteilung 
oder infolge eines Verzichts des Willensvollstreckers, indem er dem Kläger die frag-
liche Liegenschaft vorzeitig überliess. Ab dem genannten Zeitpunkt und daher auch 
zur Zeit des Unfalls von G. am 9. September 2001 war nicht mehr der Willensvoll-
strecker, sondern der Kläger als Eigentümer der Liegenschaft verpflichtet, für einen 
angemessenen Versicherungsschutz des von ihm übernommenen Grundstücks zu 
sorgen. Von einem durchschnittlich sorgfältigen Grundstückseigentümer darf denn 
auch verlangt werden, dass er nach der Übereignung einer Liegenschaft deren Ver-
sicherungsschutz überprüft.

bb. Der Einwand des Klägers, die Prüfung des Versicherungsschutzes für 
die Liegenschaft sei für ihn gar nicht möglich gewesen, da der Willensvollstrecker 
nach dem Tod von A. sämtliche die Liegenschaft betreffende Unterlagen behändigt 
habe, verfängt nicht. Aufgrund des Beweisverfahrens steht nicht fest, dass sich die 
relevanten Unterlagen tatsächlich im Besitz des Beklagten befanden. Selbst wenn 
dies zuträfe, hätte sich der Kläger bei Fehlen der entsprechenden Unterlagen ohne 
Weiteres beim Beklagten danach erkundigen können, hat ein Willensvollstrecker 
doch die Pflicht zur Auskunftserteilung und zur Gewährung von Akteneinsicht an die 
Erben (Karrer, a.a.O., N 17 zu Art. 518 ZGB). Dass ihm entsprechende Auskünfte 
verweigert worden seien, wird vom Kläger jedenfalls nicht behauptet.

4. Steht fest, dass das Mandat von X. als Willensvollstrecker mit Bezug 
auf die Nachlassliegenschaft am C. in D. zum Zeitpunkt des Unfallereignisses nicht 
mehr bestand, so stellt sich als nächstes die Frage, ob X. während seines Mandats 
in Bezug auf die erwähnte Liegenschaft eine Vertrags- bzw. Sorgfaltspflichtverlet-
zung begangen hat. Namentlich ist zu prüfen, ob er verpflichtet gewesen wäre, die 
Versicherungsdeckung der Liegenschaft zu überprüfen und den übernehmenden 
Erben während oder bei Abschluss des Mandats über den unzureichenden Versi-
cherungsschutz zu informieren bzw. ihm den Abschluss einer Gebäudehaftpflicht-
versicherung zu empfehlen.

15

a. Y. macht geltend, es wäre die klare Pflicht des Willensvollstreckers 
gewesen, zu prüfen, ob eine Haftpflichtversicherung besteht, und bei Nichtbestehen 
eine solche abzuschliessen. Dieser Verpflichtung sei er nicht nachgekommen und 
habe deshalb seine Sorgfaltspflichten verletzt. Die Vorinstanz habe somit zu Recht 
festgestellt, dass X. seine Überprüfungs-, Beratungs- und Aufklärungspflicht in Be-
zug auf den für die Liegenschaft am C. in D. bestehenden Versicherungsschutz 
schuldhaft verletzt habe.

Demgegenüber bringt X. vor, er habe sich gegenüber dem Kläger keine Sorg-
faltspflichtverletzung zu Schulden kommen lassen. Er sei nicht verpflichtet gewe-
sen, beim fraglichen Grundstück die Versicherungsdeckung abzuklären, zumal ein 
Willensvollstrecker kein Liegenschaftsverwaltungsmandat übernehme. Seine Auf-
gabe habe vielmehr darin bestanden, für die Werterhaltung des Erbes zu sorgen. 
Zudem habe die Verstorbene selbst willentlich auf den Abschluss einer Haftpflicht-
versicherung verzichtet. Der Willensvollstrecker sei nicht verpflichtet, die gelebten 
Gepflogenheiten abzuändern.

b/aa. Der Willensvollstrecker hat eine rein privatrechtliche Aufgabe ei-
genständiger Art. Seine Funktionen sind in vielen Punkten mandatsähnlich. Lehre 
und Rechtsprechung gehen daher davon aus, dass auf die Willensvollstreckung 
subsidiär das Recht des einfachen Auftrages nach Art. 394-406 OR Anwendung 
findet (Karrer, a.a.O., N 12 zu Art. 518 ZGB). Der Willensvollstrecker hat somit die 
Pflicht zur getreuen und sorgfältigen Erfüllung der Aufgabe (Art. 398 Abs. 2 OR), 
insbesondere zur Anwendung der besonderen Berufspflichten und Sachkenntnisse, 
die ihm auch bei seiner übrigen Tätigkeit obliegen (Karrer, a.a.O., N 16 zu Art. 518 
ZGB).

Für seine Tätigkeit trifft den Willensvollstrecker eine persönliche Verantwort-
lichkeit disziplinarischer, zivilrechtlicher, strafrechtlicher und beruflicher Natur. Die 
zivilrechtliche Verantwortlichkeit bedeutet, dass der Willensvollstrecker für seine ge-
samte Tätigkeit einschliesslich der teilungsvorbereitenden Handlungen einer ver-
tragsähnlichen Verschuldenshaftung nach Bundeszivilrecht unterliegt, deren Aus-
gestaltung sich in Analogie zu Art. 398 ff. OR richtet (BGE 101 II 47 ff. [53 f.], E. 2; 
Karrer, a.a.O., N 109 zu Art. 518 ZGB, mit weiteren Hinweisen). Voraussetzungen 
eines Schadenersatzanspruchs sind das Vorliegen einer Vertragsverletzung (Sorg-
faltswidrigkeit), eines Schadens, des Kausalzusammenhangs zwischen Vertrags-
verletzung und Schadenseintritt sowie eines Verschuldens des Beauftragten (Rolf 
H. Weber, in: Basler Kommentar zum OR I, Art. 1-529 OR, 4. A., Basel 2007, N 30 
zu Art. 398 OR).

16

bb. Eine für eine Haftung relevante Sorgfaltspflichtverletzung liegt vor, 
wenn der Willensvollstrecker gegen seine in Art. 518 Abs. 2 ZGB umschriebenen 
Pflichten verstossen hat (Künzle, a.a.O., S. 337). Im Folgenden ist daher zunächst 
zu prüfen, welche Pflichten ein Willensvollstrecker gemäss der genannten Bestim-
mung hat.

Nach Art. 518 ZGB stehen die Willensvollstrecker, soweit der Erblasser 
nichts anderes verfügt, in den Rechten und Pflichten des amtlichen Erbschaftsver-
walters (Abs. 1). Sie haben den Willen des Erblassers zu vertreten und gelten ins-
besondere als beauftragt, die Erbschaft zu verwalten, die Schulden des Erblassers 
zu bezahlen, die Vermächtnisse auszurichten und die Teilung nach den vom Erb-
lasser getroffenen Anordnungen oder nach Vorschrift des Gesetzes auszuführen 
(Abs. 2). Aufgabe des Willensvollstreckers ist es somit, die durch die letztwilligen 
Verfügungen des Erblassers geschaffene Rechtslage zu verwirklichen (Künzle, 
a.a.O., S. 59). Das Ziel stellt die Verteilung des Nachlasses unter die Erben dar. Der 
Willensvollstrecker hat die Vermächtnisse auszurichten, die Schulden zu zahlen, 
den Nachlass in einen teilungsfähigen Zustand zu bringen und für die einzelnen 
Erben auslieferbare Lose zu bilden (Karrer, a.a.O., N 13 zu Art. 518 ZGB).

Der Verwaltung der Erbschaft kommt nur eine beschränkte Bedeutung zu. 
Sofern der Erblasser nicht eine dauernde Verwaltung angeordnet hat oder die Erben 
eine solche vereinbaren (Dauervollstreckung), ist die Erbschaft nur während einer 
Übergangsphase zu verwalten (Abwicklungsvollstreckung). Die eigentliche Aufgabe 
des Willensvollstreckers ist, wie erwähnt, die Verteilung des Vermögens unter die 
Erben und nicht seine (jahrelange) Verwaltung (Künzle, a.a.O., S. 60). Die Verwal-
tungstätigkeit ist somit nicht die Hauptaufgabe des Willensvollstreckers, sondern 
eine zeitlich limitierte Nebenaufgabe. Im Allgemeinen ist die Erbschaftsverwaltung 
auf Erhalt des Nachlasses unter Wahrung der Gesamtheit der schutzwürdigen In-
teressen aller Beteiligter gerichtet und soll vorab eine optimale Überbrückung des 
Interregnums bis zur Inbesitznahme des Nachlasses durch die eigentlich Berechtig-
ten ermöglichen, deren Anspruch auf Naturalteilung zu achten ist. Das Nachlass-
vermögen ist zu bewahren und in natura zu erhalten (Breitschmid, a.a.O., S. 125 f.; 
Karrer, a.a.O., N 27 zu Art. 518 ZGB; Künzle, a.a.O., S. 223). Bei der Liegenschafts-
verwaltung hat der Willensvollstrecker die Stellung eines Vermieters. Zu seinen Auf-
gaben gehören Kündigung und Neuabschluss von Miet- und Pachtverträgen, Aus-
weisung, Miet- und Pachtzinsinkasso, laufender Betrieb, Unterhalt und Reparatur 
zur Werterhaltung der Liegenschaft sowie Handlungen im Bereich des öffentlichen 
Bau- und Planungsrechts. Grössere Arbeiten wie Neu-, Um- und Anbauten sowie 
Grossreparaturen übersteigen die Kompetenz des Willensvollstreckers und erfor-

17

dern grundsätzlich die Zustimmung der Erben (Karrer, a.a.O., N 30 zu Art. 518 ZGB; 
Künzle, a.a.O., S. 223 f.).

c. Das Kantonsgericht gelangt vorliegend zur Erkenntnis, dass X. als Wil-
lensvollstrecker keine Vertrags- bzw. Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat, ins-
besondere wenn der anzustrebende Auftragserfolg mit berücksichtigt wird.

aa. Wie vorstehend ausgeführt, besteht der eigentliche Auftrag des Wil-
lensvollstreckers darin, die Erbteilung vorzubereiten und auszuführen und während 
der Übergangszeit den Nachlass zu verwalten; dieser muss bewahrt und in natura 
sowie in teilungsfähigem Zustand erhalten werden. Dass X. diese Hauptaufgaben 
in Bezug auf die Liegenschaft am C. in D. erfüllt hat, steht nach Ansicht des Kan-
tonsgerichts ausser Frage. Der Willensvollstrecker hat die fragliche Liegenschaft 
übergangsweise – teilweise zusammen mit dem Kläger – verwaltet und diese in 
Vollzug der Erbteilung an Y. ausgehändigt, und zwar grundsätzlich in demjenigen 
Zustand, in dem sie sich im Zeitpunkt des Erbgangs befand. Damit hat er den frag-
lichen Erbschaftsgegenstand während der Zeit seines Willensvollstreckermandats 
– das für die besagte Liegenschaft wie in Erwägung 3 ausgeführt, am 25. April 2001 
endete – bewahrt und in natura erhalten. Bis zum erwähnten Zeitpunkt trat denn 
auch kein Schaden ein. Da für die fragliche Liegenschaft zu Lebzeiten von A. keine 
Gebäudehaftpflichtversicherung bestand, wurde das Risiko für den Nachlass ferner 
nicht erhöht. Im Ergebnis wurde der fragliche Erbschaftsgegenstand in teilungsfähi-
gem Zustand erhalten und der Wille der Erblasserin vollstreckt.

Bei der Verwaltung der Nachlassgegenstände handelt es sich, wie bereits 
erwähnt, nur um eine zeitlich beschränkte Nebenaufgabe des Willensvollstreckers. 
Dieser übt daher – entgegen den Ausführungen der Vorinstanz und den Vorbringen 
des Klägers – kein eigentliches Liegenschaftsverwaltungsmandat aus, mögen ihn 
auch mannigfaltige Pflichten in Bezug auf die Verwaltung einer Nachlassliegen-
schaft treffen. Zudem kommt dem Willensvollstrecker in der Frage, wie er den Nach-
lass für die Zeit seines Mandats verwaltet, wie in Erwägung 3d/bb dargelegt, ein 
erheblicher Ermessensspielraum zu. In jedem Fall ist der Abschluss einer (freiwilli-
gen) Gebäudehaftpflichtversicherung – bzw. das Abgeben einer entsprechenden 
Empfehlung – keine zwingende Voraussetzung, damit der Willensvollstrecker seine 
Aufgabe erfüllen kann. Ebenso wenig handelt es sich dabei um eine erbschaftser-
haltende Sofortmassnahme, zu deren Vornahme der Willensvollstrecker verpflichtet 
wäre (vgl. dazu Karrer, a.a.O., N 28 zu Art. 518 ZGB).

18

bb. Ist der Beklagte seinen Hauptpflichten nachgekommen, so bleibt zu 
prüfen, ob er eine Nebenpflicht verletzt hat, indem er den Kläger bei Abschluss des 
Mandats bzw. Übergabe der Liegenschaft nicht darauf hinwies, dass keine Gebäu-
dehaftpflichtversicherung bestand.

Den Aufklärungs- und Benachrichtigungspflichten kommt im Auftragsrecht 
grosse Bedeutung zu (Weber, a.a.O., N 9 zu Art. 398 OR). Grundsätzlich besteht 
aber keine allgemeine Pflicht, den Vertragspartner unaufgefordert über alle für ihn 
möglicherweise bedeutungsvollen Umstände aufzuklären. Indessen anerkennen 
Lehre und Rechtsprechung, dass sich aus besonderer gesetzlicher Vorschrift, aus 
Vertrag oder aus dem Grundsatz von Treu und Glauben eine Aufklärungspflicht der 
Vertragsparteien ergeben kann, wenn eine Mitteilung nach Treu und Glauben und 
den herrschenden Anschauungen geboten ist. Das Mass der geforderten Auf-
klärung bestimmt sich allgemein nach den Umständen, insbesondere nach der Na-
tur des Vertrages (Walter Fellmann, Berner Kommentar, Band VI: Obligationen-
recht, 2. Abteilung: Die einzelnen Vertragsverhältnisse, 4. Teilband: Der einfache 
Auftrag, Art. 394-406 OR, Bern 1992, N 144 f. zu Art. 398 OR). Ein Willensvollstre-
cker hat eine Auskunftspflicht, grundsätzlich aber keine aktive Informationspflicht 
(Christ, a.a.O., N 34 zu Art. 518 ZGB).

Vorliegend ergibt sich weder aus gesetzlicher Vorschrift oder aus dem Tes-
tament noch aus dem Grundsatz von Treu und Glauben eine Pflicht des Willens-
vollstreckers, den übernehmenden Erben über das Fehlen einer Haftpflichtversiche-
rung für den fraglichen Erbschaftsgegenstand aufzuklären. Ein Willensvollstrecker 
hat in erster Linie den Willen des Erblassers zu vertreten. Hingegen gehört es nicht 
zu seinen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die Erben nach der Teilung für alle Even-
tualitäten und vor allen möglichen Verlusten bzw. Schäden geschützt sind. Den Wil-
lensvollstrecker trifft keine eigentliche Schutzpflicht für die Erben für die Zeit, nach-
dem diese den entsprechenden Erbschaftsgegenstand übernommen haben, so 
dass er auch nicht verpflichtet ist, den Erbschaftsgegenstand so herzustellen, dass 
in Zukunft möglichst kein Schaden entsteht. Eine aktive Informationspflicht des Wil-
lensvollstreckers in Form einer Pflicht, den Erben darauf hinzuweisen, dass er für 
den von ihm übernommenen Gegenstand eine freiwillige Versicherung – in casu 
eine Gebäudehaftpflichtversicherung – abschliessen kann, ist daher zu verneinen. 
Diese Aufgabe ist vom Zweck der Willensvollstreckung – nämlich der Vorbereitung 
und Durchführung der Erbteilung und dem zwischenzeitlichen Erhalt der Erbschafts-
gegenstände – nicht gedeckt. Vielmehr ist es die Pflicht des übernehmenden Erben 
in seiner Funktion als allein und voll berechtigter Eigentümer, für einen ausreichen-
den Versicherungsschutz zu sorgen, erhält er doch nicht nur den Nutzen des ent-

19

sprechenden Gegenstands, sondern trägt auch das Risiko, das damit verbunden 
ist. Im vorliegenden Fall ist eine aktive Informationspflicht auch vor dem Hintergrund 
zu verneinen, dass der Kläger die Liegenschaft praktisch von Anfang an mitverwal-
tete und massgeblich für deren Umbau verantwortlich war, so dass der Beklagte 
davon ausgehen durfte, dass sich der Kläger auch selbst schon mit Versicherungs-
fragen befasst hatte. Da nicht ersichtlich ist und auch nicht geltend gemacht wird, 
dass der Beklagte beim Kläger in irgendeiner Weise das berechtigte Vertrauen ge-
weckt hätte, es bestehe bereits eine Gebäudehaftpflichtversicherung, ist im Übrigen 
auch eine Vertrauenshaftung zu verneinen (vgl. dazu Karrer, a.a.O., N 109 zu Art. 
518 ZGB, mit weiteren Hinweisen). Nicht zu beantworten ist im vorliegenden Fall 
die Frage, wie die Rechtslage zu beurteilen wäre, wenn der Unfall während der Zeit 
der Willensvollstreckung und (Mit-)verwaltung durch X. geschehen wäre.

d. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass X. dadurch, dass er Y. bei 
Abschluss des Willensvollstreckermandats nicht über das Fehlen einer Gebäude-
haftpflichtversicherung für die von jenem übernommene Liegenschaft informierte, 
entgegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil keine Vertrags- bzw. Sorg-
faltspflichtverletzung begangen hat. Es fehlt daher an einer wesentlichen Voraus-
setzung für die Haftbarkeit des Beklagten für die dem Kläger entstandenen Schäden 
im Zusammenhang mit dem Unfall von G. vom 9. September 2001.

5. Die von Y. erhobene Klage ist unter diesen Umständen vollumfänglich 
abzuweisen und Ziffer 1 des angefochtenen Urteils entsprechend aufzuheben. Dies 
gilt auch für Ziffer 3 des erstinstanzlichen Urteils, da sich die von der Vorinstanz 
getroffene Kostenregelung durch das vollständige Unterliegen des Klägers als nicht 
mehr gerechtfertigt erweist.

Der in einem Zivilverfahren unterliegende Teil wird in der Regel zur Über-
nahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet (Art. 122 Abs. 1 ZPO). Die 
unterliegende Partei wird zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden alle ihr 
durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 122 
Abs. 2 ZPO).

Gestützt auf die erwähnten Bestimmungen sind die Kosten des erstinstanzli-
chen Verfahrens Y. aufzuerlegen, der X. für dieses Verfahren überdies ausseramt-
lich zu entschädigen hat. Die vom Rechtsvertreter des Beklagten mit Honorarnote 
vom 9. Oktober 2007 geltend gemachte Forderung von Fr. 23'977.60 inklusive Spe-
sen und Mehrwertsteuer erscheint dabei als angemessen. Die erwähnte Honorar-
note erfasst auch den Aufwand von Rechtsanwalt Casanova im Zusammenhang mit 

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der Klage gegen die Z., doch geht dieser Aufwand in demjenigen im Zusammen-
hang mit der Klage gegen X. auf und ist daher vernachlässigbar.

6a. Nach Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in 
einem zivilrechtlichen Berufungsverfahren unterliegende Teil in der Regel zur 
Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Die unterliegende Partei 
wird zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den 
Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 223 ZPO in Ver-
bindung mit 122 Abs. 2 ZPO).

b. Vorliegend ist die Berufung von X. gutzuheissen und diejenige von Y. 
abzuweisen, so dass der Letztere vollumfänglich unterliegt und dementsprechend 
kostenpflichtig wird. Er hat die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen und X. 
für dieses Verfahren ausseramtlich zu entschädigen. Hierbei erscheint die vom 
Rechtsvertreter von X. mit Honorarnote vom 19. Mai 2008 geltend gemachte For-
derung von Fr. 5'089.50 inklusive Spesen und Mehrwertsteuer als angemessen.

21

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung von X. (ZF 08 21) wird gutgeheissen.

2. Die Berufung von Y. (ZF 08 25) wird abgewiesen.

3. Die Ziffern 1 und 3 des angefochtenen Urteils werden aufgehoben und die 
Klage von Y. gegen X. wird abgewiesen.

4. Die Kosten des Kreisamtes D. von Fr. 400.-- sowie diejenigen des Bezirks-
gerichts Plessur von Fr. 12'059.40.-- (Gerichtsgebühr Fr. 6'000.--, Schreib-
gebühr Fr. 1'274.--, Bargebühren Fr. 785.40, Streitwertzuschlag Fr. 4'000.--) 
gehen zu Lasten von Y., der X. für das erstinstanzliche Verfahren mit Fr. 
23'977.60 inkl. MwSt. ausseramtlich zu entschädigen hat.

Gestützt auf die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden die 
Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens unter dem Vorbehalt der Rückfor-
derung dem Kanton Graubünden in Rechnung gestellt.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 6'884.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
6'000.--, Streitwertzuschlag Fr. 500.--, Schreibgebühr Fr. 384.--) gehen zu 
Lasten von Y., der X. für das Berufungsverfahren mit Fr. 5'089.50 inkl. MwSt. 
ausseramtlich zu entschädigen hat.

6. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: