# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2520641-dc12-587c-ae88-d3b9cf225e69
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-18
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 18.01.2024 V 2024 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2024-11_2024-01-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

DIE HAFTRICHTERIN

V E R F Ü G U N G  vom 18. Januar 2024  [rechtskräftig]

in Sachen

Amt für Migration des Kantons Zug
Antragsteller

gegen

A.________ alias B.________, zzt. Strafanstalt Zug, An der Aa 2, 6300 Zug
vertreten durch Rechtsanwältin C.________, substituiert durch Rechtsanwäl-
tin D.________, AsyLex, Zürich
Antragsgegner

betreffend

Überprüfung der Anordnung der Ausschaffungshaft
(Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziffer 4 AIG)

V 2024 11

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Haftrichterverfügung V 2024 11

A. Gegen A.________, alias B.________, geboren 1994, besteht seit Januar 2021 
eine gültige Einreisesperre, die im Januar 2022 bis 20. Januar 2025 erneuert wurde (inkl. 
Ausschreibung im Schengener Informationssystem). Nichtsdestotrotz reiste A.________, 
alias B.________, von Deutschland herkommend am 8. Oktober 2022 zum wiederholten 
Male in die Schweiz ein, wo er am 12. Oktober 2022 um vorübergehenden Schutz als uk-
rainischer Staatsangehöriger ("Schutzstatus S") ersuchte. Dieses Ersuchen wies das 
Staatssekretariat für Migration (SEM) mit Entscheid vom 13. Februar 2023 ab, da 
A.________, alias B.________, sich nicht als ukrainischer Staatsangehöriger auszuweisen 
vermochte, er entsprechende Dokumente auch nicht beschaffen wollte und er den deut-
schen Behörden – wobei er offenbar zuvor sechs Jahre in Berlin gelebt habe – als bela-
russischer Staatsangehöriger bekannt war. Gleichzeitig wurde er aus der Schweiz weg-
gewiesen. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Gegen A.________, 
alias B.________, bestehen weiter zahlreiche Strafbefehle verschiedener Staatsanwalt-
schaften allein in der Schweiz wegen u.a. Tätlichkeiten, Nötigung, Delikten gegen das 
Vermögen, Hausfriedensbruch, etc. Das Amt für Migration (AFM) ordnete am 13. Juli 2023 
die Ausschaffungshaft an. Am 14. Juli 2023 bewilligte die Haftrichterin diese für drei Mona-
te bis zum 10. Oktober 2023; am 9. Oktober 2023 genehmigte sie die Verlängerung der 
Haft bis und mit 10. Dezember 2023.

B. Am 21. November 2023 wurde der Antragsgegner aus der Administrativhaft ent-
lassen, um eine freiheitsentziehende Strafe von 57 Tagen im Kantonalgefängnis Glarus 
anzutreten (Art. 80 Abs. 6 lit. c AIG). Nach deren Ende wurde er am 17. Januar 2024 um 
14:00 Uhr wiederum in Ausschaffungshaft genommen und am 18. Januar 2024 nach Zug 
überführt, wo ihm das AFM um 11:00 Uhr die Ausschaffungshaftanordnung eröffnete. 

C. Das AFM ersucht das Verwaltungsgericht um Genehmigung der Ausschaffungs-
haft nach Art. 76 AIG für einen Monat, bis zum 17. Februar 2024. 

D. Der Antragsgegner verzichtete auf eine mündliche Verhandlung (Art. 80 Abs. 3 
AIG). Seine Rechtsvertreterin nahm schriftlich Stellung und beantragte die umgehende 
Haftentlassung, eventualiter die Anordnung milderer Mittel. Zudem ersuchte sie um Ein-
setzung als amtliche Vertretung sowie entsprechende Entschädigung. 

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Haftrichterverfügung V 2024 11

Die Haftrichterin erwägt:

1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) sind die 
Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch ei-
ne richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen. Kantonale 
richterliche Behörde im Sinne des AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner Mit-
te den Haftrichter oder die Haftrichterin bezeichnet (§ 5 des Einführungsgesetzes zum 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und zum Asylgesetz [EG AuG, 
BGS 122.5] i.V.m. § 56 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG, BGS 162.1] 
und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichts [GO VG, BGS 
162.11]).

2. Die zuständige Behörde kann einen Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs ei-
nes Weg- oder Ausweisungsentscheides in Ausschaffungshaft nehmen, soweit die Vor-
aussetzungen von Art. 76 AIG erfüllt sind. Danach ist erforderlich, dass ein erstinstanzli-
cher, nicht notwendigerweise auch ein rechtskräftiger, Weg- oder Ausweisungsentscheid 
vorliegt, dessen Vollzug absehbar ist. Zudem muss einer der in Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1–
5 AIG genannten Haftgründe gegeben sein. Sodann muss die Haft verhältnismässig und 
die Ausschaffung rechtlich und tatsächlich möglich sein (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG). Auf Sei-
ten der Behörden sind die für den Vollzug der Wegweisung notwendigen Vorkehrungen 
umgehend zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AIG, Beschleunigungsgebot; vgl. zum Ganzen etwa 
BGer 2C_37/2023 vom 16. Februar 2023 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Schliesslich sind die ge-
setzlichen Anforderungen an die Haftbedingungen zu beachten (z.B. geeignete Räume, 
geeignete Beschäftigung; vgl. Art. 81 Abs. 2 AIG sowie eingehend BGE 149 II 6). Der Be-
troffene muss überdies hafterstehungsfähig sein.

3. Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG ist ein Haftgrund gegeben, wenn ein erstin-
stanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet wurde und das bisherige Verhalten 
des Betroffenen darauf schliessen lässt, dass er sich behördlichen Anordnungen wider-
setzt. Eine Haft kann sodann auch angeordnet werden, wenn konkrete Anzeichen befürch-
ten lassen, dass der Betroffene sich der Ausschaffung entziehen will, insbesondere weil er 
der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG nicht nachkommt.

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3.1 Der Wegweisungsentscheid des Staatssekretariats für Migration erging am 
13. Februar 2023 und erwuchs im März 2023 unangefochten in Rechtskraft. Er erfolgte, 
nachdem dem Antragsgegner der Schutzstatus S mangels Nachweises der ukrainischen 
Nationalität verweigert werden musste, zumal er in Deutschland bereits als Staatsan-
gehöriger von Belarus bekannt war. In seiner Anhörung vom 9. Oktober 2023 bestätigte 
der Antragsgegner dann überraschend, er verfüge sowohl über die belarussische als 
auch über die ukrainische Staatsangehörigkeit; zu einer Ausreise nach Belarus sei er be-
reit. Bis es zur Ausreise komme, wolle er sich gerne in der Schweiz aufhalten, arbeiten, 
ein normales Leben führen, jedenfalls nicht in Haft sein. Weiter kritisierte er, niemand 
nehme seine medizinischen Anliegen ernst; insbesondere sei er im Zentrum für Auslän-
derrechtliche Administrativhaft in Zürich von mehreren Ärzten untersucht worden, die in-
des alle befunden hätten, es fehle ihm an nichts. 

3.2 Der Antragsgegner rügt im Wesentlichen eine Verletzung des Verhältnismässig-
keitsprinzips, da er sich seit dem 12. Juli 2023 in Haft befinde (zuletzt in Glarus in Straf-
haft), und sich aktuell kooperativ zeige. Zwar habe er sich in der Vergangenheit nicht an 
alle Anweisungen der Behörden gehalten. Er habe nun aber seine Strafen verbüsst und 
sei bereit, die Schweiz zu verlassen. Mildere Mittel als die erneute Ausschaffungshaft 
seien nicht geprüft worden, womit die Haft auch nicht als ultima ratio erscheine. Insbe-
sondere erachtet die Rechtsvertreterin etwa eine Meldepflicht oder eine Eingrenzung als 
milderes Mittel um die Ausreise sicherzustellen. 

3.3 Bezüglich der Haftgründe kann auf die Haftrichterverfügungen V 2023 62 vom 
14. Juli 2023 sowie V 2023 87 vom 9. Oktober 2023 verwiesen werden. Die Rückführung 
nach Belarus ist gegenwärtig möglich (via Transitländer). Den Akten lässt sich entneh-
men, dass zwischenzeitlich durch das Konsulat von Belarus die Identität des Antrags-
gegners bestätigt worden ist; diesem ist offenbar auch ein «Laissez-passer» ausgestellt 
worden, gültig bis zum 28. Februar 2024. Am 12. Januar 2024 konnte die Rückreise nach 
Minsk organisiert werden (unbegleiteter Rückflug am 22. Januar 2024 via Prag und Ba-
ku). Die Ausschaffung steht also unmittelbar bevor, weshalb das AFM denn auch die Haft 
lediglich für einen Monat beantragt. 

4. Die Ausschaffungshaft stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit 
des Betroffenen dar (vgl. statt vieler etwa BGer 2C_844/2020 vom 30. Oktober 2020 
E. 1.1). Anordnung und Aufrechterhaltung sind daher nur zulässig, wenn sie dem Grund-
satz der Verhältnismässigkeit und Angemessenheit zu genügen vermögen. In Würdigung 

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der Akten und Aussagen der Parteien ergibt sich, dass vorliegend die Voraussetzungen 
von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG weiterhin gegeben sind, wobei in tatsächlicher Hinsicht 
auf die Haftrichterverfügungen V 2023 62 vom 14. Juli 2023 sowie V 2023 87 vom 9. Ok-
tober 2023 verwiesen werden kann. Neu ist, dass nun alle notwendigen Dokumente vor-
liegen und für den Antragsgegner Flüge nach Minsk gebucht werden konnten. Es ist mit-
hin zu erwarten, dass die Ausschaffung bereits in wenigen Tagen, am 22. Januar 2024, 
vollzogen werden kann, sofern er sich weiterhin kooperativ verhält. Mit dem Vollzug der 
Wegweisung endet die Administrativhaft. 

4.1 Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG dürfen die Vorbereitungs- und die Ausschaffungshaft 
nach den Artikeln 75 – 77 sowie die Durchsetzungshaft nach Art. 78 AIG zusammen die 
maximale Haftdauer von sechs Monaten nicht überschreiten. Die Ausschaffungshaft 
muss ernsthaft geeignet sein, in absehbarer Zeit die Weg- oder Ausweisung zu erlauben. 
Der Umstand allein, dass die Ausreise nur unter Schwierigkeiten organisiert werden 
kann, lässt die Ausschaffung dabei nicht bereits als undurchführbar erscheinen. Die Haft 
ist gestützt auf Art. 80 Abs. 6 AIG nur dann aufzuheben, wenn für die Undurchführbarkeit 
des Vollzugs der Entfernungsmassnahme triftige Gründe sprechen oder praktisch fest-
steht, dass sich die Ausschaffung innert der gesetzlichen Frist kaum wird realisieren las-
sen. Dies ist in der Regel aber nur dann der Fall, wenn die Ausschaffung auch bei gesi-
cherter Identität oder Nationalität des Betroffenen bzw. trotz seines Mitwirkens bei der 
Papierbeschaffung mit grosser Wahrscheinlichkeit als ausgeschlossen erscheint. Zu 
denken ist an eine länger dauernde Transportunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen 
oder eine ausdrückliche oder zumindest klar erkennbare und konsequent gehandhabte 
Weigerung eines Staates, gewisse Staatsangehörige zurückzunehmen. Die Haft ist nicht 
aufzuheben, solange noch ernsthafte Aussichten auf Vollzug der Ausschaffung bestehen 
(BGE 127 II 168 mit Verweisen). 

4.2 Vorliegend konnte der Antragsgegner mittlerweile identifiziert werden und es konn-
te ein Ersatzreisepapier beschafft werden («Laissez-passer», gültig bis zum 28. Februar 
2024). Die Rückreise nach Minsk ist organisiert und die Flüge für den 22. Januar 2022 ge-
bucht via die Tschechische Republik (Prag) und Aserbaidschan (Baku). Die Ausschaffung 
steht demnach unmittelbar bevor. Mildere Massnahmen als die – voraussichtlich bloss 
wenige Tage dauernde – Haft sind nicht ersichtlich, zumal der Antragsgegner in der 
Schweiz weder über eine Unterkunft noch über Mittel zur Bestreitung seines Lebensunter-
halts verfügt. Er ist in der Vergangenheit bereits untergetaucht und verschiedentlich straf-
rechtlich relevant in Erscheinung getreten. Soweit er nun bekundet, freiwillig ausreisen zu 

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wollen, erscheint dies wenig glaubhaft, wäre er hierzu doch bereits seit März 2023 ver-
pflichtet gewesen, ohne dass er Anstalten gemacht hätte, dieser Pflicht nachzukommen. 
Vielmehr ist er auch der Asylunterkunft, wo er untergebracht war, abgetaucht und hat ver-
schiedene Delikte begangen. Die Schweiz darf aber nicht billigend in Kauf nehmen, dass 
der Antragsgegner erneut unkontrolliert ohne gültige Reisepapiere quer durch Europa reist 
und delinquiert (wie er dies im Frühjahr 2023 bereits getan hat). Sie steht in der Pflicht, ihn 
kontrolliert in seinen Heimatstaat zurückzuführen. Am Gesagten ändert nichts, dass sich 
beim Antragsgegner – nota bene erst nach mehreren Monaten Ausschaffungshaft – ab 
Oktober 2023 eine widerstrebende Bereitschaft gezeigt hat, seine belarussische Staats-
angehörigkeit zuzugeben und mit den Behörden bei der Papierbeschaffung zu kooperie-
ren. Die nunmehr bekundete Ausreisewilligkeit und Kooperationsbereitschaft ist klar ein-
zuordnen als Wahl der Ausreise über eine weiter sich in die Länge ziehende Haft, wobei 
nicht davon auszugehen ist, dass der Ausreisewille eine allfällige Haftentlassung überdau-
ern würde, reiste er zuvor doch zum wiederholten Male und entgegen einer bestehenden 
Einreisesperre gezielt in die Schweiz ein und erklärte in seiner Anhörung vom 9. Oktober 
2023, er wolle hier gerne ein normales Leben führen und sich medizinisch versorgen las-
sen (was aber gemäss den hiesigen Ärzten ohne Weiteres auch in Weissrussland möglich 
sei). Im Übrigen sind weiterhin keine persönlichen oder familiären Gründe dargetan oder 
aktenkundig, welche die weitere Haft als unverhältnismässig erscheinen lassen würden. 

4.3 In Berücksichtigung aller Aspekte und des gewichtigen Interesses der Schweiz an 
einer geordneten und kontrollierten Ausreise erweist sich die beantragte Haft von einem 
Monat bis zum 17. Februar 2024 als verhältnismässig, zumal damit der Rahmen von 
Art. 79 Abs. 1 AIG – auch insgesamt (vgl. dazu etwa Uebersax et al., Ausländerrecht, 3. 
Auflage 2022, Rz. 12.205) – noch nicht ausgeschöpft ist, bei bisheriger Administrativhaft 
lediglich vom 13. Juli bis zum 20. November 2023 und alsdann Übertritt in den Strafvollzug 
am 21. November 2023. Mit der Haftdauer von einem Monat hat das AFM die Gelegen-
heit, nötigenfalls eine begleitete Ausschaffung zu organisieren, falls der unbegleitete Rück-
flug sich als undurchführbar erweist. Der Antragsgegner bringt sodann keine rechtlichen 
oder tatsächlichen Hindernisse vor, die seine nun konkret aufgegleiste Ausweisung nach 
Belarus als unwahrscheinlich oder unzumutbar erscheinen lassen würden. Er ist hafter-
stehungsfähig und beanstandet die Haftbedingungen in der Administrativhaft nicht (wobei 
darauf hinzuweisen ist, dass er die letzten zwei Monate im Strafvollzug im Kanton Glarus 
verbracht hat, und die dortigen Bedingungen selbstredend nicht den Anforderungen an ei-
ne Administrativhaft genügen müssen). Für Freitag, 19. Januar 2024, ist die Überführung 

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nach Zürich in das ZAA organisiert, welches den besagten Anforderungen mittlerweile hin-
reichend nachkommt. 

5.
5.1 Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der 
Regel keine Verfahrenskosten erhoben. Davon abzuweichen, besteht hier kein Anlass, 
zumal der Beschwerdeführer offenbar mittellos ist.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (analog § 28 Abs. 2 VRG). Rechtsprechungsgemäss besteht ein Anspruch 
auf unentgeltliche Rechtsvertretung – ausserhalb eines Dublin-Verfahrens – im Wesentli-
chen unbesehen der konkreten Erfolgsaussichten erst, wenn eine Haftverlängerung zu 
beurteilen ist, oder es um eine Haftanordnung von über drei Monaten geht, mithin eine 
schwere Freiheitsbeschränkung droht. Weiter ist zu berücksichtigen, inwiefern die betrof-
fene Person den Verhältnissen mit Blick auf ihre rechtlichen und sprachlichen Kenntnisse 
gewachsen ist (vgl. etwa BGE 139 I 206 E. 3.3.1). Vorliegend ist die Anordnung einer Ad-
ministrativhaft für einen Monat zu beurteilen, wobei die Haft mit grösster Wahrscheinlich-
keit tatsächlich nur wenige Tage, bis zum 22. Januar 2024, andauern wird. Dies hängt vor 
allem von der Kooperation des Antragsgegners ab, der es damit in der Hand hat, seine 
weitere Haft möglichst kurz zu halten. Eine besondere Komplexität besteht aus rechtlicher 
Sicht nicht; verkompliziert ist hier primär die Organisation aufgrund der baldigen Ausreise 
und der notwendigen Verschiebungen des Antragsgegners zwischen drei verschiedenen 
Kantonen (Glarus, Zug, Zürich). Ins Gewicht fällt weiter, dass seine Asylgesuche sowohl in 
der Schweiz als auch in Deutschland bereits vor längerer Zeit rechtskräftig durch die zu-
ständigen Stellen abgewiesen wurden. Weiter hat er in den Vorverfahren demonstriert, 
dass er sowohl den rechtlichen Rahmen versteht (wohl besser als die im Verfahren V 
2023 87 für die dort gewährte unentgeltliche Rechtsvertreterin substituierte Hilfsperson) 
als auch die (schrift-)deutsche Sprache fliessend beherrscht, letzteres wohl als Folge sei-
nes jahrelangen Aufenthalts in Deutschland vor der illegalen Einreise in die Schweiz. Das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist mit Blick auf die lediglich kur-
ze noch zu erwartende Dauer der Administrativhaft, die offensichtlich vorhandenen 
Sprach- und Rechtskenntnisse des Antragsgegners sowie der Aussichtslosigkeit seines 
Rechtsstandpunktes abzuweisen. 

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Die Haftrichterin verfügt:
___________________

1. Die vom Amt für Migration angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 17. Fe-
bruar 2024 bestätigt. 

2. Kosten werden für dieses Verfahren nicht erhoben.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. 

5. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen seit der schriftlich begründeten Mit-
teilung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

6. Mitteilung an:

- A.________, c/o Strafanstalt Zug, Abteilung Ausschaffungshaft (Zustellung an 
die Direktion der Strafanstalt Zug mit der Bitte um Aushändigung)

- Rechtsanwältin D.________, AsyLex, Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich
- Direktion der Strafanstalt Zug (im Dispositiv)
- Zentrum für Ausländerrechtliche Administrativhaft, Zürich (im Dispositiv)
- Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, 6301 Zug
- Staatssekretariat für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern.

Zug, 18. Januar 2024
Die Haftrichterin

Dr. iur. Diana Oswald

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