# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b38e1298-e37f-5329-9431-3cf98a7868e5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.04.2014 100 2013 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-124_2014-04-29.pdf

## Full Text

100.2013.124/125U   publiziert in BVR 2014 S. 404
BUC/BCL/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. April 2014

Verwaltungsrichter Häberli, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Büchi  

A.________
Beschwerdeführer 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer; 
Kapitalleistungen aus beruflicher Vorsorge (Entscheide der Steuerrekurskommission 
des Kantons Bern vom 19. März 2013; 100 11 166; 200 11 134)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Meldung Nr. 276 zeigte die Schweizerische Lebensversicherungs- und 
Rentenanstalt (heute: Swiss Life AG) der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) 
die Entrichtung einer (ersten) Kapitalleistung aus beruflicher Vorsorge von 
Fr. 373'713.80 an A.________ per 1. Januar 2006 an. Gestützt hierauf erhob die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern (nachfolgend: Steuerverwaltung) mit 
(rechtskräftigen) Veranlagungen vom 12. Oktober 2006 von A.________ und 
B.________ für das Steuerjahr 2006 Kantons- und Gemeinde- bzw. direkte 
Bundessteuern in der Höhe von Fr. 24'956.75 bzw. Fr. 7'569.60. Am 13. März 2007 
berichtigte sie diese Veranlagungen infolge Trennung der Ehegatten und veranlagte 
A.________ neu zum Tarif für Alleinstehende auf Fr. 28'834.90 bei den Kantons- und 
Gemeindesteuern bzw. Fr. 7'815.25 bei der direkten Bundessteuer. Auch diese 
Verfügungen sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

B.

Gemäss der späteren Meldung Nr. 2737 der Swiss Life AG wurde im Jahr 2006 eine 
zweite Kapitalleistung aus beruflicher Vorsorge im Betrag von Fr. 387'576.60 an 
A.________ überwiesen («Eintritt des versicherten Ereignisses: 1.2.2006»; 
«Auszahlungsdatum: 21.6.2006»). Mit Veranlagungen vom 10. Dezember 2010 
unterwarf die Steuerverwaltung sowohl diese zweite als auch die erste Kapitalleistung 
einer gemeinsamen Steuer für das Jahr 2006, indem sie (satzbestimmend) auf die 
rechtskräftigen Veranlagungsverfügungen vom 13. März 2007 zurückkam und die 
bereits bezahlten Steuern anrechnete. Bei den Kantons- und Gemeindesteuern ergab 
dies einen Steuerbetrag von Fr. 72'598.70 und bei der direkten Bundessteuer einen 
solchen von Fr. 17'507.60 (je abzüglich der bereits entrichteten Fr. 28'834.90 bzw. 
Fr. 7'815.25). Dagegen erhob A.________ Einsprache und rügte vorab, die zweite 
Tranche dürfe nicht zusammen mit der ersten besteuert werden, da die erste nicht im 
Jahr 2006, sondern bereits 2005 geflossen sei. Die Steuerverwaltung wies die 
Einsprachen am 31. Dezember 2010 ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 3

C.

Am 14. März 2011 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde an die 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK) und beantragte im Wesentlichen, 
die beiden Kapitalleistungen seien separat zu besteuern, da das Meldeformular der 
Swiss Life AG betreffend die erste Kapitalleistung insofern fehlerhaft sei, als das 
versicherte Ereignis (Teilpensionierung zu 50 %) und die Auszahlung nicht am 
1. Januar 2006, sondern bereits im Jahr 2005 eingetreten bzw. erfolgt seien; er stützte 
sich dabei auf erstmals vorgelegte Schreiben der Swiss Life AG vom 28. Dezember 
2005 und 9. März 2011 sowie auf deren Meldung Nr. 1168 vom 13. Mai 2011. Die 
StRK wies die Rechtsmittel am 19. März 2013 ab, soweit sie darauf eintrat. 

D.

Am 12. April 2013 hat A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben mit dem 
sinngemässen Antrag, die Entscheide der StRK vom 19. März 2013 seien aufzuheben 
und die zweite Kapitalleistung von Fr. 387'576.60 sei zum entsprechenden Satz 
separat von der ersten zu besteuern, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Am 17. April 2013 hat der (damalige) Abteilungspräsident die Verfahren betreffend die 
Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt. 

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen am 25. April 2013 bzw. 8. Mai 2013 je 
auf Abweisung der Beschwerden. Am 15. Mai 2013 und 4. Februar 2014 (Datum des 
Poststempels) hat A.________ weitere Stellungnahmen eingereicht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
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auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 
Art. 145 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer 
[DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den 
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdeführer hat am 
vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, ist durch die 
angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG 
sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht 
eingereichten Beschwerden ist einzutreten.

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch 
der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwaltungsgericht zwei Urteile 
fällen; denn es handelt sich um zwei verschiedene Steuern, die unterschiedlichen 
Gemeinwesen zustehen und in getrennten Verfahren veranlagt werden. Die beiden 
Entscheide können aber in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 
135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3; BGer 2C_585/2012 und 2C_586/2012 vom 
6.3.2014, E. 1.1). – Vorliegend ist umstritten, wie die dem Beschwerdeführer 
ausbezahlten Kapitalleistungen aus beruflicher Vorsorge steuerlich zu behandeln sind. 
Da die massgeblichen Rechtsnormen des kantonalen und eidgenössischen Rechts 
weitgehend gleich lauten, rechtfertigt sich nicht nur die Vereinigung der Verfahren 
(Art. 17 Abs. 1 VRPG; vgl. vorne Bst. D), sondern auch die gemeinsame Beurteilung 
der Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

1.4 Die Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerden würde sowohl bei den 
Kantons- und Gemeindesteuern als auch bei der direkten Bundessteuer zu einer 
Steuerersparnis von weniger als Fr. 20'000.-- führen, womit die Beurteilung grund-
sätzlich in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1]). Die Verhältnisse rechtfertigen indes eine Überweisung an die 
Kammer (Art. 57 Abs. 6 und Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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2.

In Bezug auf die Besteuerung von Kapitalleistungen aus beruflicher Vorsorge gelten 
soweit hier interessierend folgende rechtlichen Rahmenbedingungen: 

2.1 Als Einkommen steuerbar sind namentlich alle Einkünfte aus anerkannten 
Formen der gebundenen Selbstvorsorge, einschliesslich der Kapitalabfindungen und 
Rückzahlungen von Einlagen, Prämien und Beiträgen (Art. 26 Abs. 1 StG und Art. 22 
Abs. 1 DBG sowie Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die 
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 
642.14]). Erfolgt der Bezug solcher Leistungen in Kapitalform, so werden diese ohne 
Gewährung von Sozialabzügen gesondert vom übrigen Einkommen besteuert und 
unterliegen stets einer vollen Jahressteuer (vgl. Art. 44 Abs. 1 Bst. a StG; Art. 38 
Abs. 1 DBG; Art. 11 Abs. 3 StHG). Die direkte Bundessteuer wird zu einem Fünftel der 
Tarife nach Art. 36 DBG berechnet (Art. 38 Abs. 2 DBG in der hier noch anwendbaren 
ursprünglichen Fassung [AS 1991 S. 1184; in Kraft bis 31.12.2013, AS 2013 S. 2397]), 
während für die Kantons- und Gemeindesteuern der privilegierte Tarif gemäss Art. 44 
Abs. 2 bzw. 3 StG (in der hier noch anwendbaren Fassung [BAG 05-27; in Kraft bis 
31.12.2007 bzw. 31.12.2010, BAG 08-28 bzw. 10-113]) gilt (sog. Vorsorgetarif). Mit der 
gesonderten Besteuerung wird verhindert, dass die aperiodisch anfallenden 
Kapitalleistungen aus Vorsorge zusammen mit dem übrigen Einkommen auf eine 
höhere Progressionsstufe gehoben werden. Sie werden damit bloss zur Bestimmung 
des Steuersatzes ausgesondert, jedoch weder aus der Steuerbemessungsgrundlage 
gänzlich ausgeschieden noch einer eigentlichen Sondersteuer unterworfen 
(BGer 2C_954/2010 vom 8.12.2011, in StR 67/2012 S. 179 E. 4.1 mit Hinweisen; VGE 
2010/381/382 vom 8.8.2012, in NStP 2012 S. 107 E. 3.2; Markus Reich, in 
Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. 
Aufl. 2002, Art. 11 StHG N. 37 f.).

2.2 Auch im Bereich von Kapitalleistungen aus Vorsorge gilt Einkommen dann als 
zugeflossen und damit als erzielt, wenn die steuerpflichtige Person Leistungen 
vereinnahmt oder einen festen Rechtsanspruch auf diese erwirbt, über den sie 
tatsächlich verfügen kann. Die Begründung des Anspruchs ist dabei in aller Regel 
unmittelbare Vorstufe der Geldleistung, so dass bei einem solchen zweistufigen Erwerb 
die Steuerpflicht im Zeitpunkt des Forderungserwerbs und nicht erst mit der Zahlung 
entsteht; anders verhält es sich grundsätzlich nur, wenn die Erfüllung der Forderung 
als unsicher betrachtet und mit der Besteuerung daher ausnahmsweise zugewartet 

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werden muss (vgl. BGer 2C_245/2009 vom 20.10.2009, in StR 65/2010 S. 471 [= ASA 
79 S. 399 = StE 2010 B 21.2 Nr. 26] E. 3.1 mit Hinweisen; zum Ganzen VGE 
2010/381/382 vom 8.8.2012, in NStP 2012 S. 107 E. 2.2, 23215/23216 vom 
18.11.2008, in NStP 2009 S. 12 E. 2.5 und 3.2; Maute/Steiner/Rufener/Lang, Steuern 
und Versicherungen, 3. Aufl. 2011, S. 194 ff.).

2.3 Die Einkommenssteuern werden für jede Steuerperiode festgesetzt und 
erhoben; als Steuerperiode gilt das Kalenderjahr (vgl. Art. 40 Abs. 1 und 2 DBG bzw. 
aArt. 209 Abs. 1 und 2 DBG in der ursprünglichen Fassung vom 14. Dezember 1990 
[AS 1991 S. 1184; in Kraft bis 31.12.2013, AS 2013 S. 2397]). Dementsprechend sieht 
das StG vor, dass mehrere Kapitalleistungen des gleichen Jahres zusammengerechnet 
werden (vgl. Art. 44 Abs. 4 erster Satz). Obschon das DBG keine ausdrückliche dahin-
gehende Bestimmung enthält, gilt dies auch für die direkte Bundessteuer (zum Ganzen 
BGer 2C_954/2010 vom 8.12.2011, in StR 67/2012 S. 179 E. 4.1 f.; VGE 2010/381/382 
vom 8.8.2012, in NStP 2012 S. 107 E. 3.3; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 22 N. 33, Art. 38 N. 32; 
Maute/Steiner/Rufener/Lang, a.a.O., S. 243; Kreisschreiben der ESTV vom 26. April 
1993 zur zeitlichen Bemessung der direkten Bundessteuer bei natürlichen Personen, in 
ASA 62 S. 312 ff., 324).

2.4 Es ist zu Recht unbestritten geblieben, dass die Steuerverwaltung gestützt auf 
die Meldung Nr. 2737 der Swiss Life AG (Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], 
pag. 11) die zweite Kapitalleistung aus beruflicher Vorsorge im Betrag von 
Fr. 387'576.60 gesondert und unter Anwendung des Vorsorgetarifs in der 
Steuerperiode 2006 besteuert hat. Der Beschwerdeführer bringt auch nicht vor, der 
Umstand, dass für die Steuerperiode 2006 eine erste Kapitalleistung von 
Fr. 373'713.80 bereits rechtskräftig veranlagt worden ist, stehe einer Besteuerung der 
im Jahr 2006 ausgerichteten Leistung von Fr. 387'576.60 von vornherein entgegen 
(vgl. VGE 2010/381/382 vom 8.8.2012, in NStP 2012 S. 107 E. 3.5 und E. 4; vgl. im 
Übrigen nunmehr Art. 44 Abs. 4 zweiter Satz in der seit 1.1.2014 geltenden Fassung 
vom 26.3.2013 [BAG 13-77], wonach bereits rechtskräftige Veranlagungen von Amtes 
wegen ergänzt werden, wenn die kantonale Steuerverwaltung von weiteren 
Kapitalleistungen im gleichen Jahr Kenntnis erhält). Umstritten ist indes, ob die 
Steuerverwaltung anlässlich der Veranlagung der zweiten auf die rechtskräftig 
veranlagte erste Kapitalleistung zurückkommen durfte, um beide Leistungen einer 
gemeinsamen Jahressteuer zu unterwerfen. 

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3.

3.1 Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob StRK und Steuerverwaltung zu Recht 
davon ausgegangen sind, dass die rechtskräftigen Veranlagungen der ersten 
Kapitalleistung aufgrund der vorgenannten Meldung Nr. 2737 betreffend die zweite 
Kapitalleistung angepasst werden dürfen. 

3.1.1 Eine formell rechtskräftige Veranlagungsverfügung ist nicht schon deswegen 
nachträglich abzuändern, weil sich ergibt, dass sie an einem Rechtsfehler leidet. 
Auszugehen ist vielmehr vom Grundsatz, dass Verfügungen mit dem Ablauf der 
Rechtsmittelfrist rechtsbeständig werden, so dass auf sie nur noch unter besonderen 
Voraussetzungen zurückgekommen werden kann. Das Steuerrecht enthält eine 
abschliessende Ordnung von Rechtsinstituten, die es erlauben, auf eine 
Veranlagungsverfügung oder einen diesbezüglichen Entscheid zurückzukommen. Es 
handelt sich um die Revision (Art. 202 StG, Art. 147 DBG sowie Art. 51 StHG), die Be-
richtigung (Art. 205 StG, Art. 150 DBG sowie Art. 52 StHG) und die Nachsteuer 
(Art. 206 StG, Art. 151 DBG sowie Art. 53 StHG). Die Aufhebung oder Abänderung 
einer rechtsbeständigen Veranlagung gestützt auf andere Gründe als jene, die zu einer 
Revision, Berichtigung oder Nachsteuer Anlass geben, ist ausgeschlossen (statt vieler: 
BVR 2007 S. 49 E. 5; VGE 2009/73/74 vom 15.9.2010, E. 4.1; BGer 2C_596/2012 vom 
19.3.2013, in StR 68/2013 S. 474, E. 2.3, 2C_519/2011 vom 24.2.2012, in StE 2012 
B 97.3 Nr. 9 E. 3.3). 

3.1.2 Das Nachsteuerverfahren wird zugunsten der Steuerbehörden eingeleitet und 
stellt das Gegenstück zur Revision dar, die dazu dient, eine Veranlagung nachträglich 
zugunsten der steuerpflichtigen Person abzuändern. Ein Nachsteuertatbestand im Sinn 
von Art. 206 Abs. 1 StG und Art. 151 Abs. 1 DBG liegt unter anderem dann vor, wenn 
sich auf Grund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht 
bekannt waren, ergibt, dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig oder zu 
Unrecht unterblieben ist; die nicht erhobene Steuer wird diesfalls (samt Zins) als 
Nachsteuer eingefordert. Das Nachsteuerverfahren setzt kein Verschulden der 
steuerpflichtigen Person voraus. Bezweckt wird einzig die Einforderung der 
ordentlichen Steuer, die fälschlicherweise nicht erhoben worden ist (vgl. BVR 2003 
S. 217 E. 3b; BGE 121 II 273 E. 3b; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 151 
N. 3). Für die Beantwortung der (entscheidenden) Frage, ob Tatsachen oder Beweis-

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mittel neu sind oder schon bei der Veranlagung vorgelegen haben, ist der Aktenstand 
im Zeitpunkt der Veranlagung massgebend (VGE 2010/381/382 vom 8.8.2012, in NStP 
2012 S. 107 E. 4.3, 22646/22647 vom 16.1.2007, E. 2.2 [bestätigt durch BGer 
2C_26/2007 vom 10.10.2007, E. 3.1]; Zweifel/Casanova, Schweizerisches 
Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2008, § 26 N. 13).

3.1.3 Als die Steuerverwaltung am 12. Oktober 2006 bzw. 13. März 2007 gestützt auf 
die Meldung Nr. 276 der Swiss Life AG, die als Datum des versicherten Ereignisses 
und der Auszahlung den 1. Januar 2006 bescheinigte (Vorakten Steuerverwaltung, 
pag. 10, 25, 33), die erste Kapitalleistung von Fr. 373'713.80 besteuerte, war die 
zweite Kapitalleistung von Fr. 387'576.60 bereits fällig und an den Beschwerdeführer 
ausgerichtet worden (vgl. Meldung Nr. 2737 der Swiss Life AG, die als «Eintritt des ver-
sicherten Ereignisses» den 1.2.2006 und als «Auszahlungsdatum» den 21.6.2006 
ausweist [Vorakten Steuerverwaltung, pag. 11). Aufgrund der die zweite Kapitalleistung 
betreffende Meldung Nr. 2737 der Swiss Life AG erwiesen sich die rechtskräftigen 
Veranlagungen der ersten Kapitalleistung – mit Blick auf die gesetzlich 
vorgeschriebene Zusammenrechnung mehrerer Kapitalleistungen desselben 
Steuerjahrs (vorne E. 2.2 f.) – als unvollständig, weil insoweit eine Unterbesteuerung 
bestand. Damit hatte sich zwar der Sachverhalt, der die Steuerverwaltung zur 
Anpassung der ersten Veranlagungen veranlasste (Zufluss der zweiten 
Kapitalleistung), im Zeitpunkt deren Erlasses bereits verwirklicht. Die Steuerverwaltung 
hatte davon jedoch unbestrittenermassen noch keine Kenntnis, zumal ihr das 
Schreiben der Swiss Life AG vom 28. Dezember 2005 sowie die «Details zur 
Abrechnung vom 20. Juni 2006» (Vorakten StRK [act. 4A], pag. 3, 5), auf die sich der 
Beschwerdeführer nunmehr beruft, nicht vorlagen; das Schreiben der Swiss Life AG 
vom 9. März 2011 und deren Meldung Nr. 1168 vom 13. Mai 2011 (Vorakten StRK, 
pag. 7, 35) wurden erst wesentlich später verfasst. Damit waren die Voraussetzungen 
für die Erhebung einer Nachsteuer grundsätzlich erfüllt. Entgegen den Vorbringen des 
Beschwerdeführers kann der Steuerverwaltung aufgrund des Umstands, dass er die 
erste Kapitalleistung bereits in seiner Steuererklärung 2005 als Vermögen deklariert 
hatte (vgl. Formular 3 der Steuererklärung 2005, act. 1C4), im Übrigen nicht 
vorgeworfen werden, gestützt auf die Meldung Nr. 276 der Swiss Life AG keine 
zusätzlichen Abklärungen betreffend den Zeitpunkt der Fälligkeit der ersten 
Kapitalleistung getroffen zu haben. Was der Beschwerdeführer diesbezüglich verbringt, 
vermag am Vorliegen einer neuen Tatsachen nichts zu ändern (statt vieler: 
BGE 140 I 68 [BGer 2C_416/2013] nicht publ. E. 8.1; BGer 2C_494/2011 und 

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2C_495/2011 vom 6.7.2012, in StE 2012 B 72.25 Nr. 2 E. 2.1.2 f.; Roman Blöchlinger, 
Neue Tatsachen im Nach- und Strafsteuerverfahren (Teil 1), in StR 66/2011 S. 44 ff., 
48 ff.; vgl. auch hinten E. 3.4.3). 

3.2 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass aufgrund der zweiten 
Kapitalleistung eine Nachsteuer im von der Steuerverwaltung geforderten Umfang 
resultiert, falls die rechtskräftig festgelegten Steuerfaktoren der ersten Kapitalleistung 
unverändert bleiben. Er bringt jedoch vor, die erste Kapitalleistung von Fr. 373'713.80 
sei entgegen den rechtskräftigen Veranlagungsverfügungen und der diesen zugrunde 
liegenden Meldung Nr. 276 der Swiss Life AG nicht per 1. Januar 2006, sondern per 
28. Dezember 2005 ausbezahlt worden, wobei das versicherte Ereignis – seine 
Teilpensionierung im Umfang von 50 % – bereits am 1. Juli 2005 eingetreten sei. Dies 
ergebe sich nicht nur aus dem Schreiben der Swiss Life AG vom 28. Dezember 2005 
(Vorakten StRK, pag. 3), sondern bestätigten auch deren Schreiben vom 9. März 2011 
und Meldung Nr. 1168 vom 13. Mai 2011, welche die Meldung Nr. 276 ersetze 
(Vorakten StRK, pag. 7, 35). Damit sei die erste Kapitalleistung im Jahr 2005 und die 
zweite im Jahr 2006 ausbezahlt worden, weshalb keine gemeinsame Veranlagung der 
beiden Kapitalleistungen erfolgen dürfe, sondern vielmehr die zweite getrennt von der 
ersten Leistung zum Steuersatz von Fr. 387'576.60 zu besteuern sei; die 
Veranlagungen für die erste Leistung bedürften keiner Anpassung, da «eine 
Verschiebung in das Jahr 2005 […] nichts ändere». 

3.3 Der Beschwerdeführer verlangt mit seinem Einwand, er hätte für seine erste 
Kapitalleistung nicht im Jahr 2006, sondern im Jahr 2005 besteuert werden müssen, 
die Neubeurteilung einer in den Veranlagungsverfahren betreffend die erste 
Kapitalleistung rechtskräftig entschiedenen Tatfrage, die sich steuermindernd 
auswirken könnte. Es fragt sich, inwieweit das Nachsteuerverfahren Raum bietet für 
derartige Vorbringen. 

3.3.1 Das Nachsteuerverfahren hat keine vollumfängliche Neuüberprüfung der 
rechtskräftigen Veranlagung zur Folge bzw. erlaubt keine Gesamtüberprüfung der 
(rechtskräftigen) seinerzeitigen Besteuerung, sondern ist vielmehr auf jene Punkte 
beschränkt, für welche die gesetzlichen Voraussetzungen einer Nachbesteuerung 
erfüllt sind. Es ist grundsätzlich auf die Behandlung derjenigen Punkte begrenzt, in 
denen sich aus den neu entdeckten Tatsachen oder Beweismitteln eine 
Unterbesteuerung ergibt; im Übrigen bleibt die frühere tatsächliche und rechtliche 
Würdigung des Steuersachverhalts massgebend, gleichgültig, ob sich dies zugunsten 

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oder zuungunsten der steuerpflichtigen Person auswirkt (BGE 98 Ia 22 E. 2; im 
Anschluss daran etwa BGer 2C_494/2011 und 2C_495/2011 vom 6.7.2012, in StE 
2012 B 72.25 Nr. 2 E. 2.3.1). Unbestritten ist dabei, dass im Einzelfall im Nachsteu-
erverfahren auch steuermindernde Tatsachen berücksichtigt werden können; strittig ist 
allerdings, unter welchen Voraussetzungen bzw. in welchem Umfang dies zulässig ist. 

3.3.2 Ein Teil der Lehre will – unter Vorbehalt von offensichtlichen Fehlern – 
steuermindernde Tatsachen oder Beweismittel lediglich dann zulassen, wenn diese mit 
den die Nachsteuer begründenden Tatsachen unmittelbar in Verbindung stehen oder 
für die steuerpflichtige Person neu sind (vgl. etwa Thomas Meister, Rechtsmittelsystem 
der Steuerharmonisierung, Diss. 1995, S. 243 f.; Markus Kühni, in Klöti-
Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 3. Aufl. 2009, § 206 
N. 16; Annik Bärtschi, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxiskommentar zum 
Berner Steuergesetz, Band 2, Art. 126 bis 293, 2011, Art. 206 N. 3 f.). Demgegenüber 
halten andere Autoren unter Verweis auf Sinn und Zweck der Nachsteuer und das 
Überbesteuerungsverbot dafür, dass steuerpflichtige Personen zur Abwendung der 
Nachsteuer grundsätzlich – d.h. unter Vorbehalt des Grundsatzes von Treu und 
Glauben und des Verbots widersprüchlichen Verhaltens – auch steuermindernde 
Tatsachen einbringen dürfen, die für sie nicht neu sind, und zwar unabhängig davon, 
ob diese mit den nachsteuerbegründenden Tatsachen konnex sind oder nicht (vgl. 
etwa Vallender/Looser, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 
Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 151 DBG N. 13 f.; Klaus A. Vallender, in 
Zweifel/Athanas [Hrsg.], a.a.O., Art. 53 StHG N. 12 f.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
a.a.O., Art. 151 N. 8; dies., Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, § 160 
N. 20; vgl. auch Zweifel/Casanova, a.a.O., § 26 N. 33; Roman Blöchlinger, a.a.O., 
S. 47; ders., Neue Tatsachen im Nach- und Strafsteuerverfahren (Teil 2), in 
StR 66/2011 S. 137 ff., 150 f.). 

3.3.3 In Übereinstimmung mit dieser zweiten Meinung lehnt die Zürcher Steuerpraxis 
das Erfordernis, dass die steuermindernden Tatsachen für die steuerpflichtige Person 
neu und diesbezüglich die Voraussetzungen einer Revision erfüllt sein müssen, 
ausdrücklich ab. Sie berücksichtigt von der steuerpflichtigen Person erstmals im 
Nachsteuerverfahren geltend gemachte steuermindernde Tatsachen auch dann, wenn 
diese für sie nicht neu sind und in keinem Zusammenhang zu den 
nachsteuerbegründenden Tatsachen stehen (vgl. VGer ZH SR.2007.00004 vom 
22.8.2007, in StR 63/2008 S. 225 E. 4.3; kritisch Markus Kühni, a.a.O., § 206 N. 16). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 11

Demgegenüber dürfen nach der aus Sicht der nachsteuerpflichtigen Personen 
strengeren Steuerpraxis anderer Kantone im Nachsteuerverfahren grundsätzlich bloss 
steuermindernde Tatsachen oder Beweismittel geltend gemacht werden, die einen 
unmittelbaren Zusammenhang zu den nachsteuerbegründenden Tatsachen aufweisen 
oder neu sind (so z.B. VGer JU 25/05 vom 6.4.2006, in StR 62/2007 S. 178 E. 4.1.2 
und 4.2 [bestätigt durch BGer 2A.300/2006 vom 27.2.2007, in StR 62/2007 S. 369]). 
Desgleichen darf nach der Praxis der StRK, die auch den hier angefochtenen 
Entscheiden zu Grunde liegt, die steuerpflichtige Person im Nachsteuerverfahren – 
unter Vorbehalt von offensichtlichen Fehlern – lediglich steuermindernde Tatsachen 
einbringen, die neu sind bzw. einen Revisionstatbestand zu begründen vermöchten 
oder in einem unmittelbaren Zusammenhang zu den nachsteuerbegründenden 
Tatsachen stehen (vgl. angefochtene Entscheide, E. 6; Annik Bärtschi, a.a.O., Art. 206 
N. 4, je mit Hinweisen u.a. auf StRK 4630 W/WDB vom 16.8.2005, E. 5 [bestätigt durch 
VGE 22477 vom 16.2.2006]). Diese Praxis vermag sich auf eine publizierte 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu stützen, wonach es nicht willkürlich ist, wenn 
die steuerpflichtige Person im Nachsteuerverfahren grundsätzlich nur (für sie) neue 
Tatsachen geltend macht und gestützt darauf in den betreffenden Punkten eine für sie 
günstige Korrektur der Veranlagung verlangen kann, jedoch eine solche Korrektur 
hinsichtlich anderer Fragen, die mit den nachsteuerbegründenden Tatsachen in 
keinem unmittelbaren Zusammenhang stehen, allein bei Vorliegen eines 
offensichtlichen Fehlers erwirken darf (BGE 98 Ia 22 E. 2; vgl. auch etwa BGer 
2C_277/2008 vom 26.9.2008, E. 5.3, 2C_123/2012 und 2C_124/2012 vom 8.8.2012, 
E. 7.3). In einem jüngeren Urteil hat das Bundesgericht daran festgehalten, dass die 
von der steuerpflichtigen Person zur Verminderung ihrer Steuerschuld geltend 
gemachten Tatsachen neu sein müssen, damit sie im Nachsteuerverfahren zu ihren 
Gunsten berücksichtigt werden können; es hat indessen namentlich gestützt auf die 
vorne erwähnte Zürcher Steuerpraxis die Frage aufgeworfen (ohne darüber 
abschliessend zu entscheiden), ob am bisherigen Erfordernis, wonach die geltend 
gemachten Tatsachen einen unmittelbaren Zusammenhang zu den die 
Nachbesteuerung auslösenden Aspekten aufweisen müssen, festzuhalten oder ob 
dieses Erfordernis auf ein Minimum zu reduzieren sei, damit die 
Nachsteuerveranlagung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen 
Person (besser) gerecht werde (vgl. BGer 2A.300/2006 vom 27.2.2007, in StR 62/2007 
S. 369 E. 3.3, 2C_494/2011 und 2C_495/2011 vom 6.7.2012, in StE 2012 B 72.25 
Nr. 2 E. 2.3.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 12

3.3.4 Es erscheint weder für die Nachsteuer bei der direkten Bundessteuer noch für 
diejenigen betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern gerechtfertigt, abweichend 
von der (vorerst unverändert fortbestehenden) Praxis des Bundesgerichts die von 
steuerpflichtigen Personen im Nachsteuerverfahren erstmals geltend gemachten 
steuermindernden Tatsachen praktisch uneingeschränkt zu berücksichtigen. 
Stattdessen ist – unter Vorbehalt der Beseitigung offensichtlicher Veranlagungsfehler – 
am Erfordernis festzuhalten, dass (auch) die von steuerpflichtigen Personen zur Ab-
wendung der Nachsteuer geltend gemachten steuermindernden Tatsachen, die in 
keinem Zusammenhang zu den nachsteuerbegründenden Tatsachen stehen, für diese 
neu sein müssen, um im Nachsteuerverfahren berücksichtigt werden zu können: 
Würde darauf verzichtet und das Zulassen solcher Vorbringen lediglich unter den in der 
Regel wenig griffigen Vorbehalt des Grundsatzes von Treu und Glauben nach Art. 5 
Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung (BV; SR 101) bzw. Art. 11 Abs. 2 der Verfas-
sung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) gestellt, so wäre dies zunächst mit dem 
Grundsatz kaum zu vereinbaren, dass das Nachsteuerverfahren nicht eine 
Neuüberprüfung der rechtskräftigen Veranlagung nach sich ziehen darf, sondern 
vielmehr auf jene Punkte beschränkt ist, für welche die gesetzlichen Voraussetzungen 
für eine Nachbesteuerung erfüllt sind. Weiter erweckt ein Verzicht auf die 
Beschränkung auf neue Tatsachen sowohl unter dem Aspekt der Rechtssicherheit als 
auch aus systematischen Überlegungen Bedenken: Werden im Nachsteuerverfahren 
neue steuermindernde Tatsachen ohne weiteres berücksichtigt, so widerspricht dies 
der Natur des Nachsteuerverfahrens, in dem lediglich zugunsten der Steuerbehörden 
und unter einschränkenden Voraussetzungen auf rechtskräftige 
Veranlagungsverfügungen zurückgekommen werden darf. Weiter schafft ein solcher 
Verzicht im Ergebnis eine Revisionsmöglichkeit, die in der geltenden gesetzlichen 
Regelung der Revision keine Stütze findet bzw. dieser sogar widerspricht, setzt doch 
eine Revision (soweit hier interessierend) grundsätzlich das Entdecken erheblicher 
Tatsachen oder entscheidender Beweismittel voraus und ist ausgeschlossen, wenn die 
steuerpflichtige Person als Revisionsgrund vorbringt, was sie bei zumutbarer Sorgfalt 
bereits im ordentlichen Verfahren hätte geltend machen können (vgl. Art. 202 StG, 
Art. 147 DBG und Art. 51 StHG, je Abs. 1 Bst. a und Abs. 2). Sodann kann weder aus 
dem Verbot einer Überbesteuerung noch aus anderen Umständen ein sachlicher 
Grund abgeleitet werden, der es rechtfertigt, einer steuerpflichtigen Person, die 
ausserhalb eines Nachsteuerverfahrens um Revision ersucht, eine Abänderung der 
rechtskräftigen Veranlagung mangels Neuheit der vorgebrachten Tatsachen zu verwei-
gern, wohingegen dies einer nachsteuerpflichtigen Person ermöglicht wird. Genau eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 13

solche Besserstellung der nachsteuerpflichtigen Person droht aber, wenn das 
Erfordernis der Neuheit nicht zum Tragen kommt. Ferner ist zu berücksichtigen, dass 
steuerpflichtige Personen, die für sie nicht neue steuermindernde Tatsachen erstmals 
im Nachsteuerverfahren vorbringen, sich grundsätzlich in einen gewissen Widerspruch 
zu ihrem Verhalten im früheren Veranlagungs- oder diesbezüglichen Rechtsmittelver-
fahren setzen, wo sie im Rahmen ihrer gesetzlichen Mitwirkungsobliegenheiten 
grundsätzlich verpflichtet gewesen wären oder zumindest die Gelegenheit gehabt 
hätten, diese Tatsachen geltend zu machen. Schliesslich kann dem Prinzip der 
Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gemäss Art. 104 Abs. 1 KV 
und Art. 127 Abs. 2 BV auch im Nachsteuerverfahren insofern (besonders) Rechnung 
getragen werden, als eine Beseitigung offensichtlicher Fehler in jedem Fall möglich 
bleibt (zum Ganzen Peter Kubli, Nachsteuerrecht und Nachsteuerverfahrensrecht mit 
Nachsteuersicherstellungsrecht erläutert am Beispiel des Zürcher Gesetzes über die 
direkten Steuern, 1984, S. 38-40; Markus Kühni, a.a.O., § 206 N. 16; Thomas Meister, 
a.a.O. S. 243 f.; Hugo Casanova, in Yersin/Noël [Hrsg.], Commentaire Romand de la 
loi sur l’impôt fédéral direct, 2008, Art. 151 N. 15; VGE JU 25/05 vom 6.4.2006, in 
StR 62/2007 S. 178 E. 4.2.1 ff.). 

3.4 Aus dem Gesagten ergibt sich für die vorliegende Streitigkeit was folgt: 

3.4.1 Anlass zur Nachbesteuerung hat nicht die vom Beschwerdeführer aufgestellte 
Behauptung gegeben, die erste Kapitalleistung sei entgegen ihren rechtskräftigen 
Veranlagungen allenfalls bereits im Jahr 2005 fällig geworden und zur Auszahlung 
gelangt. Nachsteuerbegründend war vielmehr die Tatsache, dass aufgrund der 
Ausrichtung einer zweiten Kapitalleistung die erste unterbesteuert worden sein könnte. 
Aufgrund dieser (neuen) Tatsache ergibt sich in Bezug auf den Zeitpunkt der 
Besteuerung der ersten Kapitalleistung kein Änderungsbedarf. Damit kann nicht gesagt 
werden, die vom Beschwerdeführer erstmals im Nachsteuerverfahren aufgestellte Be-
hauptung, die erste Kapitalleistung sei infolge seiner Teilpensionierung im Umfang von 
50 % bereits im Jahr 2005 fällig geworden und zur Auszahlung gelangt, stehe mit den 
nachsteuerbegründenden Tatsachen in einem unmittelbaren Zusammenhang, wie dies 
heute noch vorausgesetzt wird (vgl. angefochtene Entscheide, E. 7). 

3.4.2 Nach dem in E. 3.3.4 Ausgeführten ist ungeachtet des soeben Erwogenen 
entscheidend, ob der Beschwerdeführer von der (angeblichen) Tatsache («richtiger» 
Ausrichtungszeitpunkt der ersten Kapitalleistung) zum Zeitpunkt der Veranlagungen 
vom 12. Oktober 2006 bzw. 13. März 2007 bereits Kenntnis hatte oder hätte haben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 14

müssen: Der Beschwerdeführer musste nach seinen Ausführungen in den 
Einspracheverfahren den Bezug der ersten Kapitalleistung der Swiss Life AG «zwei 
Jahre im Voraus» melden (Vorakten Steuerverwaltung, pag. 14). Zudem deklarierte er 
die erste Kapitalleistung in seiner Steuererklärung 2005 als Vermögen (vgl. Formular 3 
der Steuererklärung 2005 [act. 1C4]). Weiter ist ein an den Beschwerdeführer 
adressiertes Schreiben der Swiss Life AG vom 28. Dezember 2005 aktenkundig, in 
dem die Swiss Life AG dem Beschwerdeführer die Ausrichtung einer Kapitalleistung 
infolge Teilpensionierung zu 50 % ab dem 1. Juli 2005 per 28. Dezember 2005 in 
Aussicht gestellt hatte (Vorakten StRK, pag. 3). Damit ist ohne weiteres davon 
auszugehen, dass die von ihm erstmals im Nachsteuerverfahren geltend gemachte 
frühere Ausrichtung der ersten Kapitalleistung nicht als neu zu qualifizieren ist und 
durchaus bereits in den ordentlichen Verfahren hätte geltend gemacht werden können 
oder sogar hätte eingebracht werden müssen. Soweit der Beschwerdeführer bemerkt, 
er habe von der nach seiner Auffassung fehlerhaften Meldung Nr. 276 der Swiss Life 
AG «damals» gar keine Kenntnis haben können, da das Formular direkt an die 
Steuerverwaltung geschickt worden sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass Einrichtungen 
der beruflichen Vorsorge verpflichtet sind, der steuerpflichtigen Person ein Doppel der 
an die Steuerverwaltung gerichteten Bescheinigung über die erbrachten Leistungen 
zuzustellen (vgl. Art. 172 Abs. 2 in der hier noch anwendbaren ursprünglichen Fassung 
[BAG 00-124; in Kraft bis 31.12.2013, BAG 13-77] und Abs. 1 Bst. b StG, Art. 129 
Abs. 2 und Abs. 1 Bst. b DBG). Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 
die Swiss Life AG dieser gesetzlichen Pflicht nicht nachgekommen wäre und den 
Beschwerdeführer nicht mit einem Doppel bedient hätte. Im Übrigen wäre der 
Beschwerdeführer aufgrund seiner (allgemeinen) Mitwirkungspflicht nach Art. 167 StG 
bzw. Art. 126 Abs. 1 und 2 DBG (vgl. auch Art. 42 Abs. 1 und 2 StHG) gehalten 
gewesen, die Bescheinigung einzufordern, sofern er diese nicht erhalten haben sollte; 
weiter hätte er diese grundsätzlich auf Vollständigkeit und Richtigkeit hin überprüfen 
sowie gegebenenfalls bei der Swiss Life AG deren Verbesserung verlangen oder die 
Steuerbehörde zumindest auf allfällige Mängel hinweisen müssen (vgl. VGE 
2010/270/271 vom 16.5.2011, in StE 2012 B 101.2 Nr. 25 E. 4.2; Martin Zweifel, in 
Zweifel/Athanas, a.a.O., Art. 129 DBG, N. 5). Damit besteht grundsätzlich kein Raum, 
auf die von ihm geltend gemachte steuermindernde Tatsache im Rahmen des zu 
Recht angehobenen Nachsteuerverfahrens näher einzugehen. 

3.4.3 Zu prüfen bleibt, ob gestützt auf die Vorbringen des Beschwerdeführers vom 
Vorliegen eines offensichtlichen Fehlers auszugehen ist: In ihrer schriftlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 15

Bestätigung vom 9. März 2011 (Vorakten StRK, pag. 7) räumt die Swiss Life AG zwar 
ein, dass ihr bei der Meldung Nr. 276 der ersten Kapitalleistung insofern ein Fehler 
unterlaufen sei, als die Fälligkeit und Auszahlung der Leistung nicht am 1. Januar 
2006, sondern bereits am 30. Juni 2005 eingetreten bzw. am 28. Dezember 2005 
erfolgt seien. Entsprechend hat die Swiss Life AG am 13. Mai 2011 der ESTV die 
Meldung Nr. 1168 eingereicht, worin sie als «Eintritt des versicherten Ereignisses» neu 
den 1. Juli 2005 und als «Auszahlungsdatum» neu den 28. Dezember 2005 
bescheinigte (Vorakten StRK, pag. 35). Entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers kann aber weder aus diesen Unterlagen noch aus dem Schreiben 
der Swiss Life AG vom 28. Dezember 2005 (Vorakten StRK, pag. 3) ohne weiteres 
geschlossen werden, dass die als Begründung angegebene vorzeitige 
Teilpensionierung auch steuerlich zu anerkennen ist: Um zeitlich gestaffelt ausbezahlte 
Kapitalleistungen gesonderten Jahressteuern unterwerfen zu können, muss die 
teilweise Beendigung der Erwerbstätigkeit grundsätzlich klar zu Tage treten, d.h. 
substanziell und dauerhaft sein. Sodann dürfen die Teilkapitalauszahlungen nicht zu 
einer unangemessenen Stückelung des Kapitalbezugs führen und haben in der Regel 
anteilmässig nach Massgabe der tatsächlichen Aufgabe der Erwerbstätigkeit zu 
erfolgen. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, so sind in steuerlicher Hinsicht die 
in verschiedenen Steuerperioden ausgerichteten Kapitalleistungen für die 
Satzbestimmung zusammenzurechnen (vgl. Marina Züger, Steuerliche Missbräuche 
nach Inkrafttreten der 1. BVG-Revision, in ASA 75 S. 513 ff., 550 f.; vgl. auch Wäfler-
Meier/Zampieri, Missbrauchsfälle in der 2. Säule: Erkenntnisse aus der 
Rechtsprechung des Jahres 2010, in StR 66/2011 S. 374 ff.). Allein vor diesem 
Hintergrund kann nicht gesagt werden, die Besteuerung der ersten Kapitalleistung im 
Jahr 2006 sei offensichtlich fehlerhaft, wie die StRK zutreffend erwogen hat (vgl. 
angefochtene Entscheide, E. 7, auf die grundsätzlich verwiesen wird). Vielmehr ist zu 
bemerken, dass, worauf die Steuerverwaltung in den Verfahren vor der StRK zu Recht 
hingewiesen hat (vgl. Vernehmlassung vom 26.4.2011 [Vorakten StRK, pag. 26 ff., 
27]), der Beschwerdeführer trotz der geltend gemachten Teilpensionierung im Jahr 
2005 unverändert hohe Einzahlungen in die Pensionskasse getätigt und auch 
Spesenbezüge im bisherigen Umfang deklariert hat. Dies deutet darauf hin, dass das 
Arbeitsverhältnis kaum vor dem 1. Januar 2006 definitiv und dauerhaft um 50 % re-
duziert worden ist. Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführers zum 
damaligen (direkten oder indirekten) Bezug eines Taggelds infolge Krankheit nichts. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 16

3.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer 
aufgestellte Tatsachenbehauptung, die erste Kapitalleistung sei bereits im Jahr 2005 
fällig geworden und zur Auszahlung gelangt, nicht neu ist und somit kein Raum 
besteht, darauf im Rahmen des zu Recht angehobenen Nachsteuerverfahrens als 
steuermindernde Tatsache näher einzugehen. Ebenso wenig ist vom Vorliegen eines 
offensichtlichen Fehlers auszugehen. Damit ist an der bisherigen Beurteilung 
festzuhalten, wonach die erste Kapitalleistung im Jahr 2006 fällig geworden – und 
folglich zusammen mit der zweiten Kapitalleistung – einer (gemeinsamen) Jahres-
steuer zu unterwerfen ist. Dies rechtfertigt sich umso mehr, als der Beschwerdeführer, 
der die geltend gemachte vorzeitige Teilpensionierung per 1. Juli 2005 selber 
veranlasst und davon im Zeitpunkt der rechtskräftigen Veranlagungen Kenntnis hatte, 
in diesem Verfahren nicht darauf hingewirkt hat, dass eine nach seiner Auffassung 
richtige Besteuerung erfolgt. Stattdessen hatte er sich mit der Besteuerung im Jahr 
2006 abgefunden, womit seinem nunmehrigen Verhalten im Nachsteuerverfahren 
etwas Widersprüchliches anhaftet. Soweit er vorbringt, eine Einsprache gegen die Ver-
anlagungen vom 12. Oktober 2006 bzw. 13. März 2007 «nur wegen dem Steuerjahr 
[hätte] rein aus materieller Sicht nichts gebracht», da die «zu bezahlenden Steuern […] 
unverändert geblieben» wären (Beschwerden, S. 2), ist zu bemerken, dass, sofern die 
erste Kapitalleistung tatsächlich im Jahr 2005 fällig geworden wäre, diese wohl 
gemeinsam mit den ebenfalls in diesem Jahr realisierten Leistungen aus gebundener 
steuerlich privilegierter Selbstvorsorge (Säule 3a; ausmachend Fr. 71'160.80 bzw. 
Fr. 90'192.00 [Vorakten Steuerverwaltung, pag. 12 f.]) zu besteuern gewesen wäre, 
was die Besteuerung entsprechend erhöht hätte und erklären könnte, weshalb der 
Beschwerdeführer von einer Einsprache abgesehen hatte. Nach dem Ausgeführten ist 
der Beschwerdeführer schliesslich mit dem Einwand nicht zu hören, er sei mit Bezug 
auf die beiden Kapitalleistungen steuerlich gleich zu behandeln wie andere 
steuerpflichtige Personen, die – wie seine Ehefrau – ihr Guthaben aus beruflicher 
Vorsorge in zwei verschiedenen Jahren bezogen hätten. 

3.6 Zusammenfassend halten die angefochtenen Entscheide der StRK der 
Rechtskontrolle stand. Die Beschwerden erweisen sich unbegründet und sind 
abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 17

4.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 151 
StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). 
Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 
Abs. 3 VRPG; Art. 145 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2006 wird 
abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2006 wird abgewiesen.

3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:

- dem Beschwerdeführer

- der Steuerverwaltung des Kantons Bern 

- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.04.2014, Nrn. 100.2013.124/
125U, Seite 18

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.