# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c06f640-dc0e-5e45-9736-59a2551dbe43
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.09.2021 200 2021 278
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-278_2021-09-23.pdf

## Full Text

200 21 278 IV
FUE/BOC/STL/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. September 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Fürsprecher und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Januar 2005 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 2 S. 1 - 8). 
Nach Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht sprach ihm 
die IVB mit Verfügung vom 6. September 2005 (act. II 12 S. 3 - 5) ab dem 
1. September 2005 eine halbe IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 
50 % zu (vgl. act. II 11). Dieser Anspruch wurde in den Jahren 2009 und 
2012 im Rahmen ordentlicher Rentenrevisionen bestätigt (act. II 35, 42). 

Im Rahmen einer auf Gesuch des Versicherten vom April 2014 (act. II 43) 
hin durchgeführten Revision liess die IVB diesen durch die Medizinische 
Abklärungsstelle, C.________ (MEDAS), interdisziplinär in den Fachdiszi-
plinen Psychiatrie, Allgemeine Innere Medizin, Neurochirurgie und Or-
thopädie begutachten (Expertise vom 10. November 2016 [act. II 136.1 - 
136.5]) und hob mit Verfügung vom 30. Januar 2017 (act. II 143) die Rente 
bei einem Invaliditätsgrad von nurmehr 31 % auf. Die dagegen erhobene 
Beschwerde (act. II 152) hiess das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 
7. Juni 2017, IV/2017/234 (act. II 165), teilweise gut und änderte die ange-
fochtene Verfügung dahingehend ab, als es die bislang ausgerichtete halbe 
Rente per Ende Februar 2017 (bei einem Invaliditätsgrad von 41 %) auf 
eine Viertelsrente herabsetzte. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab. 
Dieses Urteil blieb unangefochten.

Nach Durchführung beruflicher Massnahmen mit Taggeldanspruch erliess 
die IVB am 7. Juni 2018 (act. II 190) eine Verfügung bezüglich der Ausrich-
tung der Viertelsrente ab dem 1. März 2018. Die dagegen am 7. Juli 2018 
(act. II 196) erhobene Beschwerde zog der Versicherte zurück (act. II 
200/6), woraufhin das entsprechende Beschwerdeverfahren mit Urteil des 
Verwaltungsgerichts vom 1. Mai 2019, IV/2018/509 (act. II 200), vom Ge-
schäftsverzeichnis abgeschrieben wurde. In der Folge leitete das Verwal-

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tungsgericht die Beschwerde ankündigungsgemäss an die IVB zur Behand-
lung als Revisionsgesuch weiter (vgl. act. II 200 S. 5). 

Nachdem der Versicherte aufforderungsgemäss diverse medizinische Un-
terlagen eingereicht und die IVB eine Stellungnahme des Regionalen Ärzt-
lichen Dienstes (RAD) eingeholt hatte (act. II 201 f., 205), stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 5. September 2019 (act. II 207) das Nichteintreten auf 
das Leistungsbegehren in Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand 
(act. II 210) und Vornahme von Abklärungen in medizinischer Hinsicht in-
klusive Einholung von Stellungnahmen des RAD (act. II 214 - 226) stellte 
die IVB mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2020 (act. II 227) die Abwei-
sung des Erhöhungsgesuchs in Aussicht. Nach dagegen erhobenem Ein-
wand (act. II 230) und Einholung einer RAD-Stellungnahme (act. II 233) 
verfügte die IVB am 2. März 2021 wie in Aussicht gestellt (act. II 234). 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher und Notar 
B.________, mit Schreiben vom 17. April 2021 (Postaufgabe 18. April 
2021) Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung vom 2. März 2021 sei aufzuheben. 
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

ab Juli 2018 die gesetzlichen, mindestens einen ½-Rentenanspruch 
umfassenden IV-Leistungen zuzusprechen und auszurichten. 

3. Eventualiter: Der Fall sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
und die Invalidität des Beschwerdeführers ab Juli 2018 durch die Be-
schwerdegegnerin gestützt auf umfassende medizinische Abklärun-
gen festzustellen und die Rentenleistungen seien neu zu verfügen. 

– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Ankündigungsgemäss reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
21. Juni 2021 einen Arztbericht von Dr. med. D.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, vom 15. Juni 2021 (Akten des Beschwerdefüh-
rers [act. I] 11) ein. Dieser wurde der Beschwerdegegnerin gleichzeitig mit 
der Aufforderung zur Einreichung einer Beschwerdeantwort mit prozesslei-
tender Verfügung vom 25. Juni 2021 zugestellt.

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Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2021 schloss die Beschwerdegegnerin 
unter Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 30. Juni 2021 (act. II 
239) auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeantwort samt RAD-
Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfü-
gung vom 15. Juli 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. März 2021 (act. II 
234). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Rente der Invalidenversicherung und hierbei insbesondere, ob ab Juli 
2018 Anspruch auf eine halbe statt einer Viertelsrente besteht. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

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2.3.2 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 
wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente 
(oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten 
Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.3.3 Tritt die Verwaltung auf das Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sa-
che materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit 
Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren 
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch 
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine ren-
tenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, 
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate-
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 
2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.4 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

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Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich 
relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose 
eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Um-
stände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 
2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3).

2.3.5 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.3.6 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf das Revisionsgesuch vom 7. Juli 
2018 eingetreten (act. II 214 S. 10) und hat den Leistungsanspruch materi-
ell geprüft. Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher 
nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen 
Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung 
vom 30. Januar 2017 (act. II 143), die durch das angerufene Gericht mit 
VGE IV/2017/234 dergestalt abgeändert wurde, dass ab dem 1. März 2017 
Anspruch auf eine Viertelsrente bestand (act. II 165), und der angefochte-
nen Verfügung vom 2. März 2021 (act. II 234) zu prüfen, ob eine wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeig-
net ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.3.4 und 2.3.5 hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Leis-
tungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen 
(vgl. E. 2.3.6 hiervor).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 8

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der Verfügung vom 
30. Januar 2017 (act. II 143) auf das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 10. November 2016 (act. II 136.1 - 136.5). Diesem lassen sich die 
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen 
(act. II 136.1 S. 23):

- Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikulär zu-
geordnetes sensomotorisches Defizit
- bei Zustand nach dynamischer Stabilisation LWK4-SWK1 2002 

nach Mikrodiskektomie LWK5/SWK1 rechts 1996
- Zustand nach Explantation des vorhandenen Schraubensystems, 

Neuinstrumentierung LWK4/LWK5 mit interkorporeller, rigider Ab-
stützung und Fusion am 9. November 2015 und Re-Neuplatzierung 
LWK4 rechts am 15. November 2015

- Intaktes, korrekt liegendes Osteosynthesematerial
- Durchbau L5/S1

- Zervikothorakales Schmerzsyndrom in Schultern ausstrahlend
- mit rezidivierender Sensibilitätsstörung der Hände
- mit/bei gering verminderter Beweglichkeit der HWS vor allem für 

Reklination.

Aus orthopädischer und neurochirurgischer Sicht sei der Versicherte in der 
Lage, leichte bis teilweise mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen 
von Gewichten bis zu 10 kg in rückenschulgerechter Haltung, in temperier-
ten Räumen, im Wechselrhythmus zwischen Gehen, Sitzen und Stehen, 
ohne Zeitdruck mit Einschluss von vermehrten Pausen zu verrichten. Ver-
mieden werden sollten teilweise mittelschwere bis schwere Tätigkeiten mit 
Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg ausserhalb des Körperlots, 
ständige Zwangshaltungen, häufige Vibrationen sowie ruckartige plötzliche 
Bewegungsausschläge, verstärktes Rumpfneigen sowie Drehbewegungen, 
Überstreckung der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule. Der Versi-
cherte sollte keiner Kälte, Nässe und Zugluft ausgesetzt werden. Aus 
psychiatrischer und internistischer Sicht sei der Versicherte in der Lage, 
sämtliche seinem körperlichen Belastungsprofil angepassten Tätigkeiten 
ohne Einschränkung zu verrichten. Die angestammte Tätigkeit (… / …) sei 
nicht mehr zumutbar. In einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 80 % (ganztägig mit einer um 20 % verminderten Leis-
tungsfähigkeit [act. II 136.1 S. 24]). 

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3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes bzw. der 
Arbeitsfähigkeit seit Erlass der Verfügung vom 30. Januar 2017 (act. II 143) 
ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.3.1 Gemäss Abklärungsbericht der Abklärungsstelle E.________ vom 
29. August 2017 (act. II 172 S. 3 ff.) war der Versicherte in einem Pensum 
zwischen 50 % und 60 % tätig, wobei die Schmerzentwicklung sehr inkon-
stant gewesen sei. Eine Erhöhung des Pensums sei durch ein Arztzeugnis 
verhindert worden (vgl. hierzu act. II 174 S. 2). Dem Abschlussbericht vom 
1. März 2018 (act. II 187) ist zu entnehmen, dass der Versicherte im Rah-
men seines Praktikums (3. Juli 2017 - 20. Februar 2018) F.________ in 
einem 60 %-Pensum arbeitete, wo er anschliessend eine angepasste, bis 
zum 31. Dezember 2018 befristete Anstellung mit einem Pensum von 50 % 
antreten konnte. 

3.3.2 Das Neurozentrum des Spitals G.________ befundete im Zusam-
menhang mit der MR-Untersuchung der Wirbelsäule vom 29. Januar 2018 
das Folgende (act. II 220 S. 3 f.): Multisegmentale neuroforaminale Einen-
gungen HWK 3 bis 6, insbesondere ossär bedingt mit neuroforaminaler 
Stenose HWK 3/4 links und Kompression der C4 Wurzel links. Stationäre 
relative Spinalkanalstenose HWK 4 - 7 ohne abgrenzbare Myelopathie. 

3.3.3 Aus dem Bericht der Klinik H.________ des Spitals G.________ 
vom 1. November 2018 (act. II 219 S. 2 f.) geht Folgendes hervor: Im Sep-
tember 2018 habe sich der Versicherte planmässig bei den Kollegen des 
Schmerzzentrums vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt hätten aktenanamnes-
tisch keine sensomotorischen Ausfälle, welche auf eine radikuläre Irritation 
hinweisen würden, objektiviert werden können. Bei vorwiegenden, stark 
ausgeprägten Myogelosen sei eine Serie interventioneller Triggerpunktthe-
rapien erfolgt, worauf sich eine Regredienz der Kribbelparästhesien der Dig 
I und III links sowie eine deutliche Detonisierung der cerviko-thorakalen 
Muskulatur gezeigt habe. Ebenso habe sich darunter die HWS-
Beweglichkeit, insbesondere rechtsbetont, wesentlich verbessert. 

3.3.4 Bezüglich der am Spital G.________ durchgeführten MR-
Untersuchung der HWS und der BWS vom 2. Juli 2019 (act. II 220 S. 1 f.) 
wurde die folgende Beurteilung festgehalten: Degenerativ veränderte HWS 

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mit foraminaler Engpasssituation C4 - C5 links und C4 - C6 rechts mit Ver-
dacht auf Neurokompression C4 links und allenfalls C5 rechts. Altersent-
sprechende Darstellung der leichtgradig degenerativ veränderten BWS. 

3.3.5 Im Bericht des Neurozentrums des Spitals G.________ vom 24. Juli 
2019 (act. II 221) zur elektrophysiologischen Untersuchung wurde rappor-
tiert, aufgrund der geschilderten Beschwerden sei eine intermittierende 
Reizung des N.ulnaris im sulcus ulnaris trotz unauffälliger elektrophysiolo-
gischer Untersuchung möglich. Elektrophysiologisch ergäben sich keine 
Hinweise auf ein relevantes Kompressionssyndrom, was eine intermittie-
rende Reizung nicht ausschliesse. Angesichts des fluktuierenden, beidsei-
tigen Auftretens sei ein Zusammenhang mit den bekannten chronischen 
Zervikobrachialgien wahrscheinlich. Differentialdiagnostisch wäre ange-
sichts der Lokalisation der Beschwerden auch eine radikuläre Reizung der 
Wurzel C8 beidseits denkbar, wobei die fehlende Schmerzausstrahlung 
vom Nacken auch unter Provokation durch Kopfneigung, das bilateral 
gleichzeitige Auftreten und die normalen Kraftverhältnisse relativ dagegen 
sprächen. Angesichts der (teil)regredienten Symptome seien zum aktuellen 
Zeitpunkt keine weiteren Abklärungen indiziert. 

3.3.6 Im Bericht des Schmerzzentrums des Spitals G.________ vom 
10. Oktober 2019 (act. II 224 S. 4 f.) wurden die folgenden Diagnosen auf-
geführt: 

- Chronische Zervikobrachialgien bei/mit:
- chronische Tendinopatie und Myogelosen der zervikothorakalen 

Wirbelsäule
- MRI HWK/BWK 2016: degenerative Veränderung ohne Spinalka-

nalstenose oder radikuläre Affektion
MRI HWS 01/2018: Multisegmentale neuroforaminale Einengun-
gen HWK 3 bis 6, insbesondere ossär bedingt mit neuroforamina-
ler Stenose HWK 3/4 links und Kompression der C4 Wurzel links. 
Stationäre relative Spinalkanalstenose HWK 4 - 7 ohne abgrenzba-
re Myelopathie 

- Chronische Lumbalgien mit pseudoradikulären Lumboischialgien 
mit/bei:
- dynamische Stabilisation LWK 4-SWK 1 (Dr. med. I.________, …) 

2002 Mikrodiskektomie
- LWK 5/SWK 1 rechts (Spital J.________ 1996)
- Explantation des vorhandenen Schraubensystems, Neuinstrumen-

tierung LWK 4/5 mit interkorporeller, rigider Abstützung und Fusion 
am 9. November 2015

- Schrauben-Neuplatzierung LWK 4 rechts am 15. November 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 11

- verschiedene schmerztherapeutische Interventionen

Es seien weitreichende therapeutische und diagnostische Ansätze unter-
nommen worden, um die bestehende Schmerzproblematik im Bereich der 
oberen Extremitäten beidseits / Schultergürtel / Nacken zu therapieren. 
Sowohl die US-gestützten Triggerpunkt-Behandlungen als auch die Leit-
bahn-Behandlung mit Akupunktur hätten nur vorübergehende (tageweise) 
Erleichterung gebracht. Auch die durchgeführte extraforaminale Blockade 
an der HWS habe keine schlüssige Schmerzerleichterung gebracht. Es 
komme vermutlich zu einer Mischung der (altersgemässen) degenerativen 
Veränderungen der Hals- und Brustwirbelsäule sowie myofaszialer 
Schmerzkomponenten, die das beschriebene Beschwerdebild erklärten. 

3.3.7 Aus dem Bericht der Klinik K.________ vom 29. September 2020 
(act. II 230 S. 7 f.) im Zusammenhang mit der stationären Behandlung vom 
25. August bis 12. September 2020 geht hervor, dass unter allen aktiven 
und passiven therapeutischen Massnahmen bis zum Austritt eine deutliche 
Verbesserung des Schmerzzustandes habe erzielt werden können. In der 
klinischen Untersuchung bei Austritt hätten sich keinerlei Hinweise auf eine 
radikuläre Reizung gezeigt. Der Patient habe eine deutliche Regredienz der 
Schmerzen im HWS-Bereich und eine deutlich verbesserte Schlafqualität 
angegeben. 

3.3.8 Dr. med. D.________ führte im Verlaufsbericht vom 15. Juni 2021 
(act. I 11) aus, beim Patienten bestehe aufgrund seiner chronifizierten 
Schmerzproblematik mit Zervikobrachialgien und chronischen Lumbalgien 
mit pseudoradikulären Lumboischialgien eine reduzierte Arbeitsfähigkeit 
von maximal 50 %. Unter regelmässiger Physio- und Wassertherapie habe 
sich der Gesundheitszustand soweit stabilisiert, dass eine 50 %-ige Ar-
beitsfähigkeit aufrechterhalten werden könne. Unter Intensivierung der Be-
handlung mit einem dreiwöchigen Aufenthalt für eine muskuloskelettale 
Rehabilitation in der Klinik K.________ sei es zu einer temporären Milde-
rung der Schmerzsituation gekommen. Eine jährliche Wiederholung einer 
stationären Rehabilitation sei zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit 
sinnvoll. Aktuell sei eine Steigerung des Arbeitspensums über 50 % auf-
grund der chronifizierten Schmerzsituation nicht möglich. 

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3.3.9 Der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, 
führte am 15. August 2019 aus (act. II 205 S. 7), anhand der im Dossier 
vorliegenden Unterlagen könne nicht von einer Verschlechterung ausge-
gangen werden. Das Zumutbarkeitsprofil vom 10. November 2016 sei wei-
terhin gültig; das Dossier sei mit dem RAD-Orthopäden besprochen wor-
den. In der Stellungnahme vom 27. November 2020 hielt Dr. med. 
L.________ fest (act. II 226 S. 4), aus den nunmehr zusätzlich vorliegen-
den Berichten sei keine IV-relevante Verschlechterung im Vergleich zu den 
in der MEDAS-Begutachtung erhobenen Befunden festzustellen. Auf das 
Zumutbarkeitsprofil vom 10. November 2016 könne weiterhin abgestellt 
werden. Das Dossier sei mit dem RAD-Orthopäden Dr. med. M.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, eingehend besprochen worden. Gleiches berichtete der RAD-
Arzt Dr. med. L.________ in der Stellungnahme vom 22. Februar 2021 
(act. II 233/4). Am 30. Juni 2021 (act. II 239 S. 2) bestätigte er in Bezug auf 
den im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztbericht des Dr. med. 
D.________ (act. I 11) nochmals, dass an den bisherigen Stellungnahmen 
festgehalten werde. Dem Bericht seien keine neuen Diagnosen zu entneh-
men, zudem gehe aus dem Bericht hervor, dass seit dem Austritt aus der 
Klinik K.________ am 12. September 2020 keine weiteren Behandlungs-
massnahmen erfolgt seien. Die vom Hausarzt genannten Einschränkungen 
des Arbeitspensums würden nicht mit einem eigenen klinischen Befund 
begründet.

3.4

3.4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 13

3.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 
Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469). 

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

3.4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 14

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.5

3.5.1 Zunächst macht der Beschwerdeführer geltend, angesichts der 
Feststellungen der Abklärungsstelle E.________, wonach er lediglich ein 
60 %-Pensum erreicht habe (vgl. E. 3.3.1 hiervor), sei ein Revisionsgrund 
erstellt (Beschwerde S. 10 f.). Dem kann nicht gefolgt werden. Die nicht 
erreichte Pensumserhöhung scheiterte einzig aufgrund der Schmerzanga-
ben des Beschwerdeführers, ohne dass eine damit korrelierende fachärztli-
che Beurteilung vorlag. Eine solche stellen die Zeugnisse des Hausarztes 
Dr. med. N.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, welche eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 % bei einem effektiven Pensum von 60 % beschei-
nigten (vgl. act. II 161, 174 S. 2), offenkundig nicht dar, zumal jegliche 
(substanziierte) Begründung für die vom MEDAS-Gutachten vom 10. No-
vember 2016 abweichende (tiefere) Einschätzung der Arbeitsfähigkeit fehlt. 

3.5.2 Was den Verlauf des Gesundheitszustands seit der MEDAS-
Begutachtung betrifft, ist auf die beweiskräftigen Aktenbeurteilungen des 
RAD vom 15. August 2019 (act. II 205), 15. Mai 2020 (act. II 214), 27. 
November 2020 (act. II 226), 22. Februar 2021 (act. II 233) und 30. Juni 
2021 (act. II 239) abzustellen, welche die im Rahmen des Rentener-
höhungsgesuches aufgelegten bzw. in der Folge edierten Arztberichte 
nachvollziehbar und einleuchtend würdigten:

Hinsichtlich der mittels MRT vom 29. Januar 2018 (act. II 220 S. 3; vgl. Be-
schwerde S. 10) bildgebend festgestellten Kompression der C4-Wurzel 
links ist festzustellen, dass diese gemäss schlüssiger Beurteilung des RAD 
nicht mit den – für die Untersuchungsindikation massgebenden – geklagten 
rechtsseitigen Beschwerden korrelierte (act. II 214 S. 6). Ebenso wenig 
sind mit der Wurzelkompression korrelierende klinische Befunde ausgewie-
sen, womit hieraus keine funktionelle Auswirkung bzw. Verschlechterung 
des Gesundheitszustands seit der MEDAS-Begutachtung abgeleitet wer-
den kann. Denn bildgebend nachgewiesene (pathologische) Befunde las-
sen für sich allein nicht bereits den Schluss auf eine Arbeitsunfähigkeit zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 15

(statt vieler: Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Mai 2016, 
9C_646/2015, E. 4.2), was mutatis mutandis auch für den Nachweis einer 
revisionsrelevanten Gesundheitsverschlechterung gilt. 

Was die MR-Untersuchung der HWS und der BWS vom 2. Juli 2019 (act. II 
220 S. 1) betrifft, die aufgrund eines zerviko-brachialen Schmerzsyndroms 
sowie einer persistierenden Hypästhesie rechtsbetont Dig IV und V durch-
geführt wurde, ergab sich eine degenerativ veränderte HWS mit foramina-
ler Engpasssituation C4 - C5 links und C4 - C6 rechts mit Verdacht auf 
Neurokompression C4 links und allenfalls C5 rechts. In der daraufhin am 
24. Juli 2019 durchgeführten Neurographie wurde jedoch eine beidseits 
normale motorische Neurographie des N. ulnaris festgestellt und das Vor-
liegen von Hinweisen auf ein relevantes Kompressionssyndrom verneint. 
Angesichts der (teil)regredienten Symptome erachteten die untersuchen-
den Ärzte diesbezüglich keine weiteren Abklärungen als indiziert (act. II 
221 S. 2). Gestützt darauf schloss der RAD überzeugend, die bildgebenden 
und die vom Neurologen erhobenen klinischen Befunde sprächen gegen 
eine zervikal-forminale Genese der geklagten Beschwerden (act. II 214 
S. 7). Mithin ergaben auch diese Abklärungen keine massgebende 
Gesundheitsverschlechterung. 

Ebenso wenig ergibt die stationäre Behandlung in der Klinik K.________ 
einen Anhalt auf einen medizinischen Revisionsgrund, zeigten sich – wie 
vom RAD zutreffend konstatiert – in der klinischen Untersuchung doch 
keinerlei Hinweise auf eine radikuläre Symptomatik oder sensomotorische 
Ausfälle und entsprachen die erhobenen funktionellen Einschränkungen 
jenen, die bereits im MEDAS-Gutachten festgestellt worden waren (act. II 
233 S. 4). Was schliesslich die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Dr. 
med. D.________ vom 15. Juni 2021 (I/11) betrifft, handelt es sich lediglich 
um eine abweichende Würdigung – durch einen auf 
Wirbelsäulenbeschwerden nicht spezialisierten Arzt – eines im 
Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, die im 
Revisionskontext von vornherein unbeachtlich ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 
105), ohne dass neue Befunde erwähnt würden.

3.5.3 Der medizinische Sachverhalt ist angesichts der beweiskräftigen 
Aktenbeurteilungen des RAD, an denen keine auch nur geringen Zweifel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 16

bestehen, hinreichend abgeklärt, womit von einer Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Beschwerde S. 19) keine Rede sein kann. 
Dass die Beschwerdegegnerin weiterhin auf das von der MEDAS 
formulierte Zumutbarkeitsprofil abstellte, ist unter diesen Umständen 
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers folgerichtig, weil – wie 
soeben dargelegt – keine revisionsrelevante gesundheitliche Veränderung 
seit der MEDAS-Begutachtung ausgewiesen ist. 

3.6 In erwerblicher Hinsicht ist ebenfalls kein Revisionsgrund erstellt. 
Dass der vormals stellenlose Beschwerdeführer 2018 eine Temporäranstel-
lung und per 1. April 2019 eine Festanstellung beim F.________ mit einem 
50 %-Pensum erhielt und seitdem dort erwerbstätig ist, ist im revisions-
rechtlichen Kontext deshalb nicht von Bedeutung, weil das angerufene Ge-
richt im Urteil vom 7. Juni 2017 sowohl beim Validen- als auch beim Invali-
deneinkommen auf Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstruk-
turerhebung (LSE) abstellte (act. II 165 S. 12 f.) und das festgesetzte Inva-
lideneinkommen (pro 2017: Fr. 53'617.--, act. II 165 S. 13) höher ausfiel als 
das beim F.________ mit einer 50 %-Anstellung effektiv erzielte Einkom-
men (pro 2021: Fr. 45'270.55; act. II 236 S. 38). Letzteres kann somit – weil 
die Restarbeitsfähigkeit nicht optimal verwertet wird – nicht als (neues) In-
valideneinkommen herangezogen werden. 

3.7 Zusammenfassend liegt im hier zu beurteilenden Zeitraum weder in 
medizinischer noch in erwerblicher Hinsicht eine revisionsrelevante Ände-
rung in den tatsächlichen Verhältnissen vor. Mangels eines Revisionsgrun-
des verbietet sich eine neue Bemessung des Invaliditätsgrades (vgl. 
E. 2.3.6 hiervor; Beschwerde S. 15 f.). Schliesslich hat sich die Beschwer-
degegnerin mit den divergierenden medizinischen Standpunkten sowie den 
wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers hinreichend auseinan-
dergesetzt, sodass diesem eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung 
vom 2. März 2021 offensichtlich möglich war. Damit liegt auch keine Verlet-
zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. der daraus fliessenden 
Begründungspflicht (Beschwerde S. 20) vor (BGE 142 III 433 E. 4.3.2 S. 
436). Mithin ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 17

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Sept. 2021, IV/21/278, Seite 18

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.