# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b6724e2-fb69-55f0-8b90-bc874c7b61d5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2008 D-4918/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4918-2008_2008-07-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4918/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 0 8

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi, 
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Georgien,
vertreten durch Felicity Oliver, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. Juli 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4918/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 12. Juni  2008 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  er  dabei  im Rahmen der  Erstbefragung  vom 30. Juni  2008  im 
Transitzentrum B._______ und der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  im  Empfangs- 
und Verfahrenszentrum C._______ am 14. Juli 2008 im Wesentlichen 
angab, georgischer Staatsangehöriger zu sein und sich seit mehreren 
Jahren politisch engagiert zu haben, indem er namentlich an Demon-
strationen gegen die Politik des Staatspräsidenten Saakaschwili teilge-
nommen habe, weshalb er in der Zeit  von September 2007 bis zum 
7./8. Januar 2008 vier Mal verhaftet und für jeweils einige Stunden bis 
maximal  eineinhalb Tage festgehalten worden sei  und er  von Seiten 
der Polizei mittels telefonischer Anrufe bedroht worden sei, 

dass ihm die Arbeitsstelle als (...) im Hafen von D._______ aus politi-
schen Gründen Ende April 2008 gekündigt worden sei, worauf er Ge-
orgien am 27. Mai 2008 verlassen habe, da er sich nicht mehr sicher 
gefühlt habe,

dass er via die Türkei, Griechenland und Italien am 11. Juni 2008 in 
die Schweiz eingereist sei,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  Aufforderung  im  Empfangszentrum 
E._______ am 12. Juni  2008 keine Identitätspapiere eingereicht  hat, 
mit  der  Begründung,  er  habe  seinen  georgischen  Reisepass  in  der 
Türkei weggeworfen, werde jedoch versuchen, jemanden in Georgien 
zwecks Nachsendens seiner Identitätskarte zu kontaktieren,

dass das BFM mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 18. Juli 2008 
in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht  eintrat,  dessen Wegweisung anordnete und 
deren Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass der  Beschwerdeführer  dagegen mit  Eingabe vom 25. Juli  2008 
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und die Aufhebung 
der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  Gutheissung  des  Asylgesuchs, 
eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme, sowie in formel-
ler Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

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von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 – 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist [Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG]),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  [Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie  Art. 6  AsylG  i.V.m. Art. 52 
VwVG]),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass daher auf den Antrag in der Beschwerdeschrift, das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers sei gutzuheissen, nicht einzutreten ist, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend - wie nachfol-
gend aufgezeigt - um eine solche handelt, weshalb der Beschwerde-

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entscheid nur summarisch zu begründen ist, wobei auf die Erwägun-
gen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann  (vgl. 
Art. 111a Abs. 2 AsylG und Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten wird,  wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innert  48 Stunden 
nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass die Erklärungen des Beschwerdeführers, wonach er seinen Rei-
sepass beim Verlassen Georgiens zwar mitgeführt,  diesen jedoch in 
der  Türkei  weggeworfen habe,  angesichts  der  strengen Kontrolle  an 
wichtigen Grenzübergängen als nicht realistisch erscheint, 

dass der Beschwerdeführer zwar die Nachreichung seiner Identitäts-
karte ankündigte, bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch offensichtlich kei-
ne diesbezüglichen Anstrengungen unternommen hat,

dass somit keine entschuldbaren Gründe für das Versäumnis des Be-
schwerdeführers, Identitätsdokumente einzureichen, vorliegen,

dass  die  Vorinstanz  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  seinen 
Heimatstaat  wegen seines  politischen Engagements  und der  daraus 
abgeleiteten Verfolgungssituation verlassen zu haben, zutreffend man-
gels Substanz und Realkennzeichen sowie aufgrund von diversen Wi-
dersprüchen im Zusammenhang mit den geltend gemachten Inhaftie-
rungen als nicht glaubhaft erachtet hat und dass hierzu auf die zu be-
stätigenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann, 

dass in der Beschwerdeschrift lediglich die bereits im vorinstanzlichen 
Verfahren geltend gemachten Vorbringen wiederholt werden, 

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dass  somit  keine  Abklärungen  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 3  Bst.  c 
AsylG notwendig erscheinen,

dass  das  Bundesamt demzufolge zu  Recht  auf  das  Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass die Anordnung einer Wegweisung die gesetzliche Regelfolge des 
Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ist  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  wenn 
sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpolizeilichen Auf-
enthaltsbewilligung befindet,

dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 
mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [ARK] / EMARK 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt,  wenn der Vollzug der Wegweisung nicht möglich,  nicht  zulässig 
oder nicht zumutbar ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass der Vollzug der Wegweisung des noch relativ jungen, verheirate-
ten und über weitere verwandtschaftliche Beziehungen in seinem Hei-
matstaat verfügenden Beschwerdeführers (vgl. A1/11, S. 3) als zuläs-
sig, zumutbar und möglich im Sinne von Art. 83 des Bundesgesetzes 
vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(AuG, SR 142.20) zu erachten ist, weshalb die Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme ausser Betracht fällt,

dass  die  angefochtene  Verfügung  demnach  weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde  (Art. 106 
AsylG),  weshalb  sie  zu  bestätigen  und die  Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass die eingereichte Beschwerde als aussichtslos erschien, weshalb 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

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dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 16  Abs. 1 Bst. a  VGG i.V.m. Art. 2  und 3  des Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorlie-
genden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben; Beilagen: Einzahlungsschein und Original  der Verfü-
gung des BFM vom 18. Juli 2008)

- das BFM, Transitzentrum B._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-
Nr. N (...)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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