# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 994413e7-72ff-5add-9723-319d137cb65f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.04.2021 200 2020 526
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-526_2021-04-08.pdf

## Full Text

200 20 526 IV
WIS/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. April 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

Regionale Sozialdienste A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

in Sachen
B.________

betreffend Verfügung vom 3. Juni 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/20/526, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Der … geborene B.________ (nachfolgend Versicherter), gelernter ..., mel-
dete sich im Juni 2009 unter Hinweis auf diverse gesundheitliche Beein-
trächtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], 1; 60 S. 10). Nachdem die IVB den Sachverhalt in er-
werblicher Hinsicht abgeklärt und Berichte behandelnder Ärzte beigezogen 
hatte, richtete sie dem Versicherten einen Einarbeitungszuschuss während 
der Anlern- bzw. Einarbeitungszeit als "Colorist Abtönerei" (act. II 35 f.) aus 
respektive gewährte ihm – nachdem das entsprechende Arbeitsverhältnis 
per Ende August 2011 aufgelöst worden war (act. II 54) – Umschulung in 
Form eines ...grundkurses (act. II 48) mit anschliessender Arbeitsvermitt-
lung (act. II 59). Diese schloss die IVB mit (unangefochten gebliebener) 
Verfügung vom 26. November 2013 (act. II 76) mit der Feststellung ab, es 
habe keine Eingliederung in die freie Wirtschaft realisiert werden können. 

A.b.

Im Juli 2019 meldeten die Regionalen Sozialdienste A.________ (nachfol-
gend Sozialdienste bzw. Beschwerdeführerin) den Versicherten unter Hin-
weis auf eine geringere psychische Belastbarkeit sowie diffusen Schwindel 
und fehlendes Gleichgewicht erneut bei der IV zum Leistungsbezug an 
(act. II 77). Nachdem die IVB Abklärungen in erwerblicher Hinsicht getätigt, 
Berichte behandelnder Ärzte eingeholt und ein Erstgespräch durchgeführt 
hatte, veranlasste sie bei der MEDAS C.________ ag (MEDAS) eine poly-
disziplinäre Begutachtung (Expertise vom 27. März 2020 [Versanddatum; 
act. II 120.1 ff.). Mit Vorbescheid vom 9. April 2020 (act. II 121) stellte die 
IVB dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 30% die Verneinung 
eines Rentenanspruchs in Aussicht. Daran hielt sie auf Einwand der Sozi-

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aldienste und des Versicherten (act. II 125) mit Verfügung vom 3. Juni 2020 
(act. II 127) fest.

B.

Dagegen erhoben die Sozialdienste mit Eingabe vom 3. Juli 2020 Be-
schwerde. Sie stellen die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 3. Juni 2020 sei aufzuhe-
ben. 

2. Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 93'372.-- und 
eines Invaliditätsgrades von 49.2% sei dem Versicherten mit Wirkung ab 
1. Februar 2020 eine Viertelsrente der IV zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. August 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Replik vom 24. August 2020 hält die Beschwerdeführerin an ihren mit 
Beschwerde vom 3. Juli 2020 gestellten Rechtsbegehren fest. 

Mit Eingabe vom 23. September 2020 hält die Beschwerdegegnerin an 
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest, wobei sie auf eine um-
fassende Stellungnahme im Rahmen einer Duplik verzichtete.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen (act. II 125 S. 1 f.) nicht durchgedrungen. Sie unterstützt den Versi-
cherten mittels wirtschaftlicher Hilfe und hat bei der IV-Stelle ein Gesuch 
um Drittauszahlung eingereicht (act. II 79). Die Beschwerdeführerin ist 
deshalb durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde 
befugt ist (Art. 59 ATSG; vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
16. April 2018, 8C_108/2018, E. 3 und Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 8. Juni 2005, I 113/05, E. 
2.3). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bun-
desgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. Juni 2020 (act. II 
127). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versicherten auf eine In-
validenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

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Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bis zum Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2020 (act. II 127; BGE 
131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Vom … bis … 2019 war der Versicherte im Psychiatriezentrum 
D.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 25. April 2019 (act. II 93 
S. 2 ff.) wurden im Wesentlichen die folgenden Diagnosen gestellt (S. 2 f.): 

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episo-
de, bei Austritt remittiert (ICD-10 F33.1) 

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2. Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzge-
brauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen: Abhängig-
keitssyndrom (ICD-10 F19.2) 

3. Mikrozytäre hypochrome Anämie, 10/18 

4. Chronische Hepatitis C, Erstdiagnose 1996 – 2010

5. Leberzirrhose, ED 12/15

6. Chronische Lumbalgien 

7. Vitamin D Hypovitaminose schwer 

8. St. n. gastroösophagealer Refluxerkrankung

In der Beurteilung wurde festgehalten, das bei Einweisung akut psychoti-
sche Zustandsbild aufgrund von multiplem Substanzgebrauch habe sich im 
Verlauf der Hospitalisation auf eine Minimalsymptomatik reduziert. Der Ent-
zug sei komplikationslos verlaufen und der Versicherte habe die Stabilisie-
rungsphase primär für das Aufgleisen einer Tagesstruktur genutzt, was ihm 
auch gelungen sei (S. 3).

3.1.2 Im Bericht vom 14. August 2019 (act. II 95) hielt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, nach 42 Tagen 
stationärem Aufenthalt im Psychiatriezentrum D.________ werde der Ver-
sicherte durch eine diffuse Schwindelsymptomatik wie auch vermehrte 
Angst im Alltag bedeutend mehr als früher in seiner Leistungsfähigkeit be-
einträchtigt (S. 1). So könne er auch nicht für einfache Arbeiten mit erfor-
derlichem Gleichgewicht oder auch auf dem Bau bei fehlender 
Konzentration und Reaktionsfähigkeit eingesetzt werden. Trotz jetzt ange-
gangener Hepatitis C-Therapie gebe es Anzeichen, dass der Versicherte 
diese unter Umständen aufgrund einer mässigen Compliance nicht werde 
durchführen können. Aufgrund der in diesem Jahr festgestellten Entwick-
lungen sei eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt nicht mehr denkbar (S. 2). 

3.1.3 Im polydisziplinären, auf einer internistischen, rheumatologischen, 
neuropsychologischen und psychiatrischen Untersuchung basierenden 
Gutachten der MEDAS vom 27. März 2020 (act. II 120.1 ff.) wurden inter-
disziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (act. II 120.1 S. 4 f.): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

- Abhängigkeitssyndrom von Alkohol, gegenwärtiger Substanzgebrauch 
(ICD-10 F10.24) 

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- Abhängigkeitssyndrom von Opioiden, gegenwärtig substituiert mit Metha-
don (ICD-10 F11.22)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) 

- Nikotinabusus 

- Leberzirrhose CHILD A, ED 12/2015 

- Zustand nach gastroösophagealer Refluxerkrankung (unauffällige Gastro- 
und Koloskopie 02/2014) 

- Mikrozytäre hypochrome Anämie 

- Thrombopenie 

- Zustand nach chronischer Hepatitis C (ED 1996 und antivirale Therapie 
2019, zuletzt kein Nachweis einer Viruslast) 

- Rezidivierende panvertebrale Beschwerden bei normaler Beweglichkeit 
und Fehlform mit Hohl-/Rundrücken 

- St. n. Calcaneusfraktur rechts 1993, operiert mit Spongiosaplastik und 
beginnender subtalarer Arthrose

In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht führ-
ten die vorliegenden mässig ausgeprägten Beeinträchtigungen von Fä-
higkeiten in den Bereichen Planung und Strukturierung von Aufgaben, 
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit 
sowie Widerstands- und Durchhaltefähigkeit zu einer Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit von 30% im zuletzt ausgeübten Beruf als ..., wobei dieser 
Zustand erst seit der Entlassung aus der letzten stationären Behandlung 
Ende März 2019 bestehe. Aus allgemein-internistischer und rheumatologi-
scher Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als ... keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aus 
psychiatrischer Sicht im Sinne einer anderen einfachen handwerklichen 
Tätigkeit oder einer Tätigkeit mit der Möglichkeit verlängerter Pausen ohne 
hohe Ansprüche an die Arbeitssorgfalt und Konzentrationsleistung sowie 
ohne starke nervliche Belastung in ablenkungsarmer Umgebung eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 30%. Aus allgemein-internistischer und 
rheumatologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
in angepasster Tätigkeit (S. 6).

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3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Spezia-
lärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt grundsätzlich 
(voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuver-
lässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470).

3.3

3.3.1 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 27. März 2020 
(act. II 120.1 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Experti-
sen (vgl. E. 3.2.2 vorne) und erbringt vollen Beweis. Das Gutachten ist in 
Bezug auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung in allen Tei-
len nachvollziehbar und die sich an den massgeblichen Standardindikato-
ren im Sinne von BGE 141 V 281 orientierenden Schlussfolgerungen sind 
überzeugend begründet. Damit lassen sich gestützt auf die Expertise sämt-

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liche vorliegend relevanten Tat- und Rechtsfragen zuverlässig beantworten. 
Danach liegt beim Versicherten ein Abhängigkeitssyndrom (von diversen 
Substanzen) vor, welches die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten 
Tätigkeit als ... wie auch in einer anderen den Leiden angepassten Tätigkeit 
um 30% einschränkt (Arbeitsfähigkeit 70%). 

3.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Einschätzung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit – wenngleich erst im Rahmen der Replik – 
für "sehr fragwürdig" erachtet bzw. geltend macht, die (gutachterlich fest-
gestellten) funktionellen Beeinträchtigungen müssten sich in der Tätigkeit 
als ... erheblich mehr auswirken als bei einer anderen einfachen handwerk-
lichen Tätigkeit (S. 1), so vermag sie dies nicht mittels einem ärztlichen, 
sich mit dem Gutachten auseinandersetzenden Bericht zu untermauern. Im 
Übrigen schränken gemäss den Experten der MEDAS ausschliesslich psy-
chische Beeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit ein (vgl. act. II 120.1 S. 4). 
Insoweit ergab die Befunderhebung einzig eine etwas indifferente Grund-
stimmung sowie einen diskret verminderten Antrieb mit leichter psychomo-
torischer Unruhe (act. II 120.4 S. 5). Auch der im Bericht des 
Psychiatriezentrums D.________ vom 25. April 2019 (act. II 93 S. 2 ff.) 
wiedergegebene Psychostatus weist nicht auf eine ausgeprägte psychopa-
thologische Befundlage hin (S. 3 f.). Ferner hielt auch die begutachtende 
Neuropsychologin der MEDAS fest, aktuell seien die kognitiven Auffälligkei-
ten nicht so ausgeprägt, dass sie eine kognitiv begründete Arbeitsunfähig-
keit im angestammten Beruf als ... oder in einer Verweistätigkeit begründen 
würden, wobei (generell) einfache handwerkliche Tätigkeiten gut geeignet 
schienen (act. II 120.6 S. 5). Vor diesem Hintergrund erweist sich die inter-
disziplinär attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche den Leiden 
angepasste Tätigkeiten – einschliesslich jener als ... – nachvollziehbar und 
schlüssig. Soweit der Internist Dr. med. E.________ im zeitlich vor der Be-
gutachtung verfassten Bericht vom 14. August 2019 – welcher den Exper-
ten der MEDAS vorlag (act. II 120.5 S. 9) – eine Rückkehr in den 
Arbeitsmarkt für undenkbar hielt (act. II 95 S. 2), so kann die Beschwerde-
führerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Namentlich bestehen ge-
stützt auf die Expertise weder in anamnestischer noch befundmässiger 
Hinsicht Anhaltspunkte für die von Dr. med. E.________ erwähnte Schwin-
delsymptomatik (vgl. act. II 120.2 S. 1 f., 4; 120.3 S. 1, 4; 120.4 S. 1 f., 5; 

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120.6 S. 2 f.). Auch wurden Phobien und angstbedingtes Vermeidungsver-
halten durch den psychiatrischen Experten ausdrücklich verneint (act. II 
120.4 S. 5). Demnach vermag die anderslautende fachfremde, sich nicht 
auf eine andere psychiatrische Beurteilung abstützende Einschätzung von 
Dr. med. E.________ keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung 
der MEDAS-Gutachter zu wecken.

3.3.3 Schliesslich sind die fachärztlichen Schlussfolgerungen betreffend 
die Arbeitsfähigkeit bei psychischen Beschwerden im Allgemeinen sowie 
auch bei (zum psychiatrischen Formenkreis gehörenden) Abhängigkeits-
syndromen im Besonderen grundsätzlich nach Massgabe von BGE 141 V 
281 respektive anhand eines strukturierten Beweisverfahrens auf ihre 
rechtliche Relevanz hin zu überprüfen (BGE 145 V 215). Erfüllt jedoch das 
Gutachten sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizi-
nischen Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforde-
rungen (vgl. E. 3.2.2 vorne), ist die darin bescheinigte Arbeitsfähigkeit zu 
übernehmen (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Mai 2020, 8C_213/2020, E. 
4.3). Im Übrigen ist zu beachten, dass aus einer Indikatorenprüfung keine 
höhere Arbeitsunfähigkeit resultieren kann als die gutachterlich attestierte 
(Entscheid des BGer vom 22. April 2020, 8C_52/2020, E. 4.2.2). Vor die-
sem Hintergrund erübrigt sich deshalb vorliegend eine Prüfung anhand der 
Indikatoren, ist doch – wie zu zeigen sein wird – ein Rentenanspruch selbst 
dann zu verneinen, wenn dessen Prüfung die gutachterlich bescheinigte 
Arbeitsunfähigkeit von 30% zugrunde gelegt wird.  

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte den Rentenanspruch unter 
dem Blickwinkel von Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG. Nebst einem rentenbegrün-
denden Invaliditätsgrad setzt der Anspruch auf eine Invalidenrente nach 
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG jedoch auch voraus, dass die versicherte Person 
während eines Jahres ohne wesentliche Unterbrechung durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. E. 2.2 vorne). Gemeint ist 
die durch den Gesundheitsschaden bedingte Einbusse an funktionellem 
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

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S. 302, Rz. 24) – hier als ... (vgl. act. II 60 S. 4; 91 S. 3). Eine (20% über-
steigende) Arbeitsunfähigkeit ist erst ab dem … 2019 – mit dem Eintritt ins 
Psychiatriezentrum D.________ [act. II 93 S. 2] – dokumentiert und über-
wiegend wahrscheinlich erstellt. Für die Zeit nach Abschluss der statio-
nären Behandlung, mithin seit … 2019, attestierten die Gutachter der 
MEDAS eine (durchgehende) 30%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 120.1 S. 6), 
wohingegen Dr. med. E.________ auch noch für die Zeit vom 4. bis 12. 
April 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (act. II 78 S. 2). 
Nur im letzteren Falle wäre von einer während eines Jahres durchschnitt-
lich 40%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ([42 Tage x 100%] + [322 Ta-
ge x 30%] / 365 Tage = 38.05% bzw. [51 Tage x 100%] + [314 Tage x 30%] 
/ 365 = 39.78%). 

Ob die Anspruchsvoraussetzung nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gegeben ist, 
ist demnach fraglich, kann jedoch offen bleiben, fehlt es doch an einem 
rentenbegründenden Invaliditätsgrad gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG, wie 
nachfolgend zu zeigen ist. Dabei wäre der Zeitpunkt des frühestmöglichen 
Rentenbeginns mit Blick auf die erst ab 30. Januar 2019 bestehende Ar-
beitsunfähigkeit sowie in Anbetracht der im Juli 2019 erfolgten Anmeldung 
(act. II 77 S. 8) auf den Februar 2020 festzulegen.

4.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

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Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 
295 E. 2.2 S. 297). 

4.3

4.3.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens folgt aus den Akten, dass der 
Versicherte 1998 das Fähigkeitszeugnis als ... erwarb (act. II 60 S. 10) und 
seither überwiegend in diesem Beruf erwerbstätig war (vgl. act. II 60 S. 3; 
120.2 S. 3). Es bestehen keine Anhaltspunkte in den Akten, dass er sich 
bis zum massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 3. Ju-
ni 2020 als Gesunder überwiegend wahrscheinlich beruflich anderweitig 
orientiert hätte (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30) oder es dem Versicherten 
aufgrund der Polytoxikomanie von Anbeginn weg nicht möglich gewesen 
wäre, den Anforderungen an den ...beruf zu genügen. Dies alles ist denn 
auch unbestritten (vgl. Beschwerde, S. 5, Ziff. 18). Weiter steht aufgrund 
der Akten fest, dass die Erwerbsbiographie des Versicherten durch zahlrei-
che Stellenwechsel gekennzeichnet ist (act. II 60 S. 3), womit nicht am zu-
letzt erzielten Verdienst anzuknüpfen ist. Dies umso weniger, als auch 
dieses Arbeitsverhältnis nur gut ein Jahr dauerte (act. II 60 S. 4) und bei 
dessen Auflösung die Polytoxikomanie jedenfalls keine konkrete bzw. 
hauptsächliche Rolle gespielt zu haben scheint (vgl. Protokolleinträge vom 
19. Mai 2011 und 1. Mai 2012 [in den Gerichtsakten]). Entsprechend ist für 
die Ermittlung des Valideneinkommens auf Tabellenlöhne gemäss LSE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/20/526, Seite 13

2018 abzustellen (vgl. E. 4.2.1 vorne), was denn auch die Beschwerdefüh-
rerin im Grundsatz anerkennt (Beschwerde, S. 5, Ziff. 17; Replik, S. 2). 

4.3.2 Während die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü-
gung vom 3. Juni 2020 dem im Gesundheitsfall hypothetisch erzielbaren 
Einkommen Tabelle TA 1, Wert TOTAL, Männer, Kompetenzniveau 1, zu-
grunde legte (act. II 127 S. 1), macht die Beschwerdeführerin geltend, es 
sei auf Tabelle TA1, Position 41-43 (Baugewerbe), Kompetenzniveau 3, 
Männer abzustellen (Beschwerde, S. 5, Ziff. 18). 

Ihr ist insoweit beizupflichten, als gemäss dem in E. 4.3.1 hiervor Dargeleg-
ten im Validitätsfall von der Fortführung der ...tätigkeit auszugehen ist, wo-
mit für die Ermittlung des ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
erzielbaren Einkommens auf Position 41-43, Männer, gemäss LSE 2018 
abzustellen ist (vgl. NOGA 2008, Allgemeine Systematik der Wirtschafts-
zweige, Erläuterungen S. 122 zu Ziff. 43, abrufbar unter 
www.bfs.admin.ch). Davon ausgehend, dass für die Ermittlung des Vali-
deneinkommens entscheidend ist, was die versicherte Person im massge-
blichen Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (vgl. E. 4.2.1 
vorne) und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 
3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53), ist entgegen der Beschwerdeführerin 
jedoch nicht Kompetenzniveau 3, sondern 2 massgebend: So lässt die Ak-
tenlage nicht auf eine berufliche Weiterentwicklung, insbesondere im Sinne 
der Erlangung weiterer formeller Qualifikationen, schliessen, welche das 
von der Beschwerdeführerin postulierte Valideneinkommen von über 
Fr. 93'000.-- zu rechtfertigen vermöchte (zu den Voraussetzungen für die 
Berücksichtigung von Karriereschritten, vgl. SVR 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 
4.2, 2017 BVG Nr. 9 S. 38 E. 2.2.2, IV Nr. 4 S. 9 E. 4.4.3, 2010 UV Nr. 13 
S. 52 E. 4.1). Schliesslich bleibt anzufügen, dass das Bundesgericht auch 
im von der Beschwerdeführerin angeführten Entscheid vom 7. Juni 2013 
(9C_74/2013) für die Festsetzung des Valideneinkommens Anforderungs-
niveau 3 – welches dem heutigen Kompetenzniveau 2 entspricht (Ent-
scheid des BGer vom 11. September 2018, 8C_325/2018, E. 4.2) – als 
massgebend erachtet hat (vgl. BGer 9C_74/2013 E. 4.3.2). 

http://www.bfs.admin.ch

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4.3.3 Zusammenfassend ist für die Ermittlung des Valideneinkommens 
auf LSE 2018, Tabelle TA1, Position 41-43 (Baugewerbe), Kompetenzni-
veau 2, Männer, abzustellen. 

4.4 Indem der Versicherte keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist 
für die Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls auf statistische Wer-
te gemäss LSE abzustellen (vgl. E. 4.2.2 vorne). Wie die Beschwerdegeg-
nerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführt (S. 2, Ziff. 6), ist dem 
Versicherten gemäss dem beweiskräftigen Gutachten der MEDAS (vgl. E. 
3.3.1 vorne) die bisherige Tätigkeit als ... weiterhin (im Umfang von 70%) 
zumutbar. Entsprechend ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens 
auf dieselbe Tabellenposition wie beim Valideneinkommen abzustellen. 
Eines zusätzlichen leidensbedingten Abzugs (BGE 135 V 297 E. 5.2 
S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3) bedarf 
es nicht, wird mit der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30% doch sämtli-
chen gesundheitlichen Beeinträchtigungen Rechnung getragen. Insbeson-
dere haben die Gutachter aus somatischer Sicht ausdrücklich keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 120.1 S. 6), womit für 
den seitens der Beschwerdeführerin noch im Verwaltungsverfahren inso-
weit postulierten Abzug von 15% (vgl. act. II 125 S. 1) keine Grundlage 
besteht. Entsprechendes macht die Beschwerdeführerin im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren denn auch nicht mehr geltend. Hinsichtlich der inva-
liditätsfremden Kriterien (Alter, Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskatego-
rie) fällt ein Abzug von vornherein ausser Betracht, wenn – wie vorliegend – 
auch beim Valideneinkommen auf die LSE abgestellt wird (vgl. Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Ob ein Abzug vom 
Tabellenlohn vorzunehmen ist, wenn eine versicherte Person – wie hier – 
ihre Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, muss stets mit Blick 
auf den konkreten Beschäftigungsgrad und die jeweils aktuellen Tabellen-
werte ermittelt werden. Gemäss der LSE-Tabelle T18 für das Jahr 2018 
verdienten zwar statistisch Männer ohne Kaderfunktion mit einem Beschäf-
tigungsgrad von 50-74% rund 4% weniger als solche mit einem Beschäfti-
gungsgrad von 90% und mehr. Dies stellt aber rechtsprechungsgemäss 
keine überproportionale, zu einem Abzug berechtigende Lohneinbusse dar 
(Entscheid des BGer vom 15. Juli 2020, 8C_151/2020, E. 6.3.2).

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4.5 Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen 
Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 
Arbeitsunfähigkeit von (hier) 30% (Entscheid des BGer vom 18. Dezember 
2018, 8C_557/2018, E. 3.3). Damit besteht kein Anspruch auf eine Invali-
denrente (vgl. E. 2.2 vorne). 

5.

Zusammenfassend ist die Verfügung vom 3. Juni 2020 nicht zu beanstan-
den und die Beschwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen Fassung i.V.m. Art. 83 ATSG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

6.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG haben weder 
die Beschwerdeführerin noch die Beschwerdegegnerin Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. 

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Regionale Sozialdienste A.________ 
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- B.________

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.