# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0c51b1d-dde0-5138-9591-f39b58ebf303
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.11.2014 200 2013 629
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-629_2014-11-20.pdf

## Full Text

200 13 629 IV
KNB/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. November 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 7. September 2010 unter Hinweis auf psychische Be-
schwerden bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II], 2). Diese ermittelte nach 
erwerblichen und medizinischen Abklärungen gestützt auf ein bidiszi-
plinäres Gutachten vom 19. März 2013 (act. II 81.1) einen Invaliditätsgrad 
von 38 % und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Mai 2013 
(act. II 83) die Abweisung des Leistungsgesuchs hinsichtlich der Invaliden-
rente in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte am 27. Mai 2013 Ein-
wand (act. II 87), worauf die IVB entsprechend dem Vorbescheid mit Verfü-
gung vom 10. Juni 2013 (act. II 90) einen Rentenanspruch verneinte.

B.

Mit Eingabe vom 10. Juli 2013 erhob die Versicherte Beschwerde und be-
antragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr eine Invali-
denrente zuzusprechen; zudem stellte sie ein Gesuch um Gewährung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. August 2013 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Nachdem am 15. August 2013 entsprechende Gesuchsunterlagen einge-
langt waren (in den Verfahrensakten bzw. Akten der Beschwerdeführerin 
[act. IA], 1), gewährte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin mit 
prozessleitender Verfügung vom 20. August 2013 die unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne einer vorläufigen Befreiung von der Kosten- und 
Vorschusspflicht. 

Mit Zuschriften vom 16. Januar und 27. August 2014 liess die Beschwerde-
führerin über den Regionalen Sozialdienst der Einwohnergemeinde ... zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 3

sätzliche medizinische Unterlagen ins Recht legen (vgl. Akten der Be-
schwerdeführerin [act. I], 2-8).

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Juni 2013 
(act. II 90). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 5

3.

3.1 Das Sozialversicherungsgericht beurteilt die Gesetzmässigkeit der 
angefochtenen Verfügung in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit 
ihres Erlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver-
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs-
verfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Die seitens der Beschwer-
deführerin im Beschwerdeverfahren ins Recht gelegten medizinischen Be-
richte über die stationäre psychiatrische Behandlung vom 26. August bis 
31. Oktober 2013 (vgl. act. I 2-4) bzw. den im Mai 2014 erlittenen Aorta-
Riss mit operativem Eingriff und bescheinigter Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. I 
5-8) haben vorliegend unberücksichtigt zu bleiben (vgl. aber E. 4.4 hie-
nach). In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten bezogen auf den 
hier massgebenden zeitlichen Überprüfungshorizont im Wesentlichen die 
folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Der behandelnde Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 22. Oktober 2010 
(act. II 14) eine seit zirka 2008 bestehende depressive Störung (ICD-10: 
F33.1) sowie einen ebenfalls seit diesem Zeitpunkt vorliegenden Alkohol-
missbrauch (ICD-10: F10.1). Er erklärte, die Beschwerdeführerin sei nicht 
von ihm psychiatrisch betreut worden und aus seiner Sicht bestünden we-
der geistige noch körperliche Einschränkungen mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit.

3.1.2 Im Bericht der psychiatrischen Klinik K.________ vom 4. November 
2010 (act. II 18) vermerkten Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, und Dr. phil. D.________, Fachpsychologin für 
Psychotherapie FSP, als Diagnosen eine rezidivierende depressive Episo-
de bei psychosozialer Belastung (ICD-10: F33.1), einzelne emotional insta-
bile Persönlichkeitsmerkmale bei Status nach traumatisierender Kindheit 
sowie einen Status nach mehreren Suizidversuchen. Sie gaben an, 
während der stationären Behandlung in der psychiatrischen Klinik 
K.________ vom 15. Juni bis 24. September 2010 habe eine vollständige 
und bei Austritt eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Beschwer-
deführerin sei auf eine zwischenmenschlich wohlwollende Arbeitsatmos-
phäre sowie eine Arbeit mit Bewegungsmöglichkeit angewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 6

3.1.3 Nach der Hospitalisation in der psychiatrischen Klinik K.________ 
wurde die Beschwerdeführerin durch das Spital L.________ nachbetreut. 
Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
und lic. phil. F.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, hielten 
im Bericht vom 23. Februar 2011 (act. II 20) in diagnostischer Hinsicht eine 
gegenwärtig mittelgradige Episode einer seit Jahren bestehenden rezidivie-
renden depressiven Störung (ICD-10: F33.1) fest. Sie bescheinigten für die 
Zeit nach der Hospitalisation in der psychiatrischen Klinik K.________ bis 
8. Februar 2011 eine 40%ige und seither eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, 
wobei eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit vermutet werden müsse. 

3.1.4 Am 6. Juli 2011 wurde die Beschwerdeführerin im Regionalen Ärzt-
lichen Dienst (RAD) durch Dr. phil. G.________, Fachpsychologe für Neu-
ropsychologie FSP, untersucht, wobei keine spezifischen kognitiven Min-
derfunktionen festgestellt werden konnten.

3.1.5 Auf Empfehlung des RAD (vgl. act. II 33) wurde die Beschwerdefüh-
rerin im Dezember 2011 und Januar 2012 durch Dr. med. H.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. In der ent-
sprechenden Expertise vom 23. Februar 2012 (act. II 56) wurde eine ge-
genwärtig leicht- bis mittelgradige rezidivierende depressive Störung (ICD-
10: F33.0 bzw. F. 33.1) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 
(ängstlich, abhängig, selbstunsicher und emotional instabil; ICD-10: F61.0) 
diagnostiziert. Der Gutachter attestierte eine Arbeitsfähigkeit von vier bis 
sechs Stunden täglich während vier bis fünf Wochentagen, insgesamt zeit-
lich vorerst nicht über 50 %. Soweit die Arbeit regelmässig und psychisch 
nicht allzu belastend sei und seitens des Arbeitgebers ein gewisses Wohl-
wollen und Anerkennung entgegengebracht würden, sollte dabei keine 
Leistungsminderung bestehen. Auch eine leidensangepasste Tätigkeit sei 
zurzeit zu 50 % ohne Leistungsminderung zumutbar, wobei bei günstigem 
Verlauf ein Steigerungspotential bestehe.

3.1.6 Nachdem die Beschwerdeführerin vom 24. Oktober bis 7. Dezem-
ber 2012 erneut in der psychiatrischen Klinik K.________ hospitalisiert ge-
wesen war (vgl. act. II 79), wurde sie im Februar 2013 durch die Dres. med. 
I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, und J.________, Facharzt für Psychiatrie und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 7

Psychotherapie, exploriert (vgl. act. II 81.1, 82.1). In ihrer interdisziplinären 
Beurteilung vom 14. März 2013 (vgl. act. II 81.1/23 ff.) führten sie die fol-
genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (vgl. act. II 
81.1/25 Ziff. 8.1):

Osteochondrose auf den Stufen C4-7 mit Unkovertebralarthrose C3/4 
und rechts foraminaler Diskushernie sowie Nervenwurzelkompression 
C4 rechts foraminal

Osteochondrose L5/S1 mit Diskushernie und biforaminaler Kontakt 
der Nervenwurzel L5 sowie leichte Spondylarthrose L3-S1

Rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven 
Episoden, bestehend seit etwa Mai 2010, gegenwärtig leichte depres-
sive Episode, bestehend seit etwa Januar 2013 (ICD-10: F33.1 bzw. 
F33.0).

Die Gutachter erklärten, während den stationären Behandlungen von Juni 
bis September 2010 sowie von Oktober bis Dezember 2012 habe sowohl 
für die angestammte als auch eine leidensadaptierte Tätigkeit eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. In der angestammten Tätigkeit 
habe aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit leichten de-
pressiven Episoden von Oktober 2010 bis September 2012 eine 50%ige 
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen bzw. liege eine solche seit Januar 2013 vor. 
Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise 
sitzend und stehend, ohne dass häufig inklinierte und reklinierte sowie ro-
tierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über drei bis fünf 
Kilogramm gehoben oder getragen werden müssten sowie Arbeiten ohne 
erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche 
geistige Flexibilität, ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung seien von 
Oktober 2010 bis September 2012 zu 60 % zumutbar gewesen bzw. seit 
Januar 2013 in diesem Umfang zumutbar (vgl. act. II 81.1/25 f. Ziff. 9.1 f.).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 8

dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von anderen mit 
der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung ver-
mag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört viel-
mehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 
auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf 
welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwal-
tungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswür-
digung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 10. Juni 2013 (act. II 90) stützt 
sich offensichtlich auf die Beurteilung der Dres. med. I.________ und 
J.________ (vgl. act. II 81.1, 82.1), obwohl die 40%ige Arbeitsunfähigkeit 
nur im Rahmen der Invaliditätsbemessung (vgl. act. II 90/2), nicht aber bei 
der Wiedergabe des medizinischen Zumutbarkeitsprofils (vgl. act. II 90/1) 
erwähnt wurde. Diese bidisziplinäre gutachterliche Einschätzung erfüllt 
prinzipiell (vgl. aber sogleich) die beweisrechtlichen Anforderungen der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. E. 3.2 hievor). Insbesondere führ-
ten die Gutachter in vollständiger Kenntnis der Vorakten eingehende klini-
sche Explorationen durch und sie folgten bei ihrer fachärztlichen Beurtei-
lung nicht dem in der modernen Medizin zwar verbreiteten aber sozialversi-
cherungsrechtlich unmassgeblichen bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell 
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2012, 8C_611/2012, 
E. 3.2.2), sondern grenzten die psychosozialen Faktoren (Arbeitslosigkeit, 
finanzielle Belastungen und soziale Anpassungsstörungen) ab (vgl. act. II 
81.1/27 Ziff. 9.7, 82.1/17 Ziff. 6.10). 

Einzig was die Beurteilung von Dr. med. H.________ im Vorgutachten vom 
23. Februar 2012 (act. II 56) anbelangt, ergibt sich insoweit eine Divergenz, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 9

als jener für eine Verweisungstätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ohne 
Leistungseinschränkung postulierte (vgl. act. II 56/12 lit. C Ziff. 13), 
während Dr. med. J.________ retrospektiv eine etwas höhere Restarbeits-
fähigkeit von 60 % annahm (vgl. act. II 82.1/15 Ziff. 6.6.2). Zwar setzte sich 
Dr. med. J.________ mit der abweichenden Beurteilung von Dr. med. 
H.________ auseinander, er vermochte aber keine spezifischen Aspekte 
zu benennen, welche die fachärztliche Einschätzung des Vorgutachters im 
Lichte der psychiatrischen Verlaufsbegutachtung als unzutreffend erschei-
nen liessen. Er beschränkte sich vielmehr darauf, Dr. med. H.________ 
«annähernd» zuzustimmen (vgl. act. II 81.1/22 Ziff. 6.9, 81.1/26 Ziff. 9.3; 
act. II 82.1/17 Ziff. 6.9), ohne die Abweichung schlüssig zu begründen. Das 
monodisziplinäre Administrativgutachten von Dr. med. H.________ vom 23. 
Februar 2012 (act. II 56) ist seinerseits einleuchtend und überzeugend, es 
korreliert insoweit auch mit den Einschätzungen der behandelnden Dr. 
med. E.________ und lic. phil. F.________, als diese für die Zeit ab 9. Fe-
bruar 2011 ebenfalls eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigten (vgl. 
act. II 20, 30). 

Das von Dr. med. H.________ prognostizierte Steigerungspotential (vgl. 
act. II 56/11 f. lit. C Ziff. 6 f. und 13) verwirklichte sich insoweit, als die Be-
schwerdeführerin nach der vorübergehenden Exazerbation mit erneuter 
Hospitalisation in der psychiatrischen Klinik K.________ und vollständiger 
Arbeitsunfähigkeit am 7. Dezember 2012 «in gebessertem Zustand nach 
Hause entlassen werden konnte» (vgl. act. II 79/2) und diagnostisch ledig-
lich noch eine leichtgradige Episode der depressiven Störung vorlag (vgl. 
act. II 79/2 Ziff. 1). Dr. med. J.________ bestätigte diese Verbesserung, 
indem er «seit etwa» Januar 2013 ebenfalls eine leichte depressive Episo-
de diagnostizierte (vgl. act. II 81.1/25 Ziff. 8.1; 82.1/12 Ziff. 5.1 lit. a). Nach 
dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
(vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) ist vor diesem Hintergrund davon auszu-
gehen, dass bis zum Klinikeintritt am 24. Oktober 2012 die vom Erstgutach-
ter bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bestand, bei Austritt am 7. Dezember 
2012 im Sinne eines Revisionsgrundes (vgl. E. 2.4 hievor) in den tatsächli-
chen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eintrat und für die Zeit da-
nach – mithin ab 8. Dezember 2012 – die von den Dres. med. I.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 10

und J.________ attestierte erhöhte medizinisch-theoretische Arbeitsfähig-
keit von 60 % bestand.

Zwar sprachen sich die behandelnden Therapeuten noch im Mai 2013 für 
eine fortdauernde 50%ige Arbeitsfähigkeit aus (vgl. act. II 87), mit Blick auf 
die unterschiedliche Natur des Behandlungsauftrages eines therapeutisch 
tätigen Facharztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be-
stellten fachmedizinischen Experten andererseits (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 
S. 44 E. 2.2.1) kann darauf aber nicht abgestellt werden. Dies zumal sich 
Dr. med. E.________ und lic. phil. F.________ auch zum berechneten In-
validitätsgrad äusserten, was nicht in ihren Aufgabenbereich fällt, da der 
Begriff der rentenanspruchsbegründenden Invalidität auch von erwerbli-
chen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG). Dass die somatischen 
Beschwerden erst anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. I.________ 
im Februar 2013 mitberücksichtigt wurden, ist unerheblich, da sich diese 
zusätzlichen orthopädischen Beeinträchtigungen einzig qualitativ auf das 
Zumutbarkeitsprofil, nicht jedoch quantitativ auf die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit auswirken. Die von Dr. med. I.________ attestierte 10%ige Ar-
beitsunfähigkeit aufgrund der Osteochondrosen geht vollständig in der 
höheren psychiatrischen Einschränkung auf (vgl. act. II 81.1/7 Ziff. 6.2).

3.4 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass sich die Arbeits-
unfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit in dem von den Gutachtern 
beurteilten Zeitraum überwiegend wahrscheinlich wie folgt entwickelte: Ab 
15. Juni bis 24. September 2010 bestand eine vollständige, ab 25. Sep-
tember 2010 eine 50%ige, ab 24. Oktober 2012 wiederum eine vollständige 
und ab 8. Dezember 2012 bis auf weiteres eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. 
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser medizinischen 
Ausgangslage. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 11

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine 
Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsver-
hältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende 
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem 
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als So-
ziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden-
lohn (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 12

bungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 
2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin ermittelte – unter der unbestrittenen An-
nahme, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit einem Voll-
pensum im Gastgewerbe tätig gewesen wäre – anhand der statistischen 
Werte der LSE 2010 für das Jahr 2011 ein Valideneinkommen von 
Fr. 51‘763.--. Beschwerdeweise wird dagegen vorgebracht, mit Blick auf 
das im Jahr 2008 bei einem Beschäftigungsgrad von 80 % effektiv erzielte 
Einkommen hätte der Validenlohn bei einer vollschichtigen Tätigkeit bereits 
damals rund Fr. 60‘000.-- betragen. Zwar bezog die Beschwerdeführerin im 
Jahr 2008 bei einem Pensum von 80 % tatsächlich ein Einkommen von 
Fr. 48‘490.-- (vgl. act. II 10/2 Ziff. 20, 12/4), was umgerechnet auf 100 % 
über Fr. 60‘000.-- ergäbe, diese Arbeitsstelle wurde jedoch aus invaliditäts-
fremden Gründen aufgelöst (vgl. act. II 10/1 Ziff. 3, 13/1 lit. C Ziff. 1, 14/18, 
18/3 Ziff. 1.4, 25/3, 56/7 lit. A Ziff. 2, 64/3, 81.1/12 Ziff. 3.2.1), weshalb die 
Beschwerdegegnerin richtigerweise auf den Tabellenlohn gemäss LSE 
2010 abstellte (vgl. E. 4.2.1 hievor). Nach den zutreffenden Überlegungen 
der Beschwerdegegnerin (vgl. Beschwerdeantwort S. 2) ist aufgrund der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 13

Ausbildung der Beschwerdeführerin auch das Heranziehen des Anforde-
rungsniveaus 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) im Gastge-
werbe nicht zu beanstanden. Weil sich gemäss geschlechts- und bran-
chenspezifischem Nominallohnindex zwischen 2010 und 2011 für Frauen 
im Gastgewerbe keine Entwicklung ergab (vgl. BFS, Lohnentwicklung 
2012, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex Frauen, Wirtschaftszweige 55/56 
{Gastgewerbe und Beherbergung}, Basis 2010 bzw. Index 2011), ist jedoch 
keine Aufindexierung vorzunehmen. Da den Tabellenlöhnen generell eine 
Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist zudem eine Um-
rechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit er-
forderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76), wobei für das Gastgewerbe im 
Jahr 2011 42.3 Wochenstunden zu berücksichtigen sind (BFS, Betriebsüb-
liche Arbeitszeit [BUA], 2011, Wirtschaftszweig 56 [Gastronomie]). Insge-
samt resultiert damit ein hypothetisches Valideneinkommen von 
Fr. 52‘004.-- (Fr. 4‘098.-- [BFS, LSE 2010, Tabelle TA1, Frauen, Anforde-
rungsniveau 3, Wirtschaftszweig 56 {Gastronomie}] x 12 Monate / 40 Wo-
chenarbeitsstunden x 42.3 Wochenarbeitsstunden). 

4.3.2 Die Beschwerdeführerin schöpfte mit der ausgeübten Teilzeitbe-
schäftigung im Stundenlohn (vgl. act. II 56/7 f. lit. A Ziff. 2, 69, 70.1-70.4) 
ihre medizinisch-theoretische Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit nicht in zu-
mutbarer Weise voll aus, womit die Beschwerdegegnerin für das Invaliden-
einkommen richtigerweise ebenfalls die Werte der LSE 2010 heranzog (vgl. 
E. 4.2.2 hievor). Sie errechnete dabei ein Invalideneinkommen von 
Fr. 32‘021.--. Anders als im Gastgewerbe, stieg der Nominallohn für Frauen 
insgesamt über alle Branchen von 2010 bis 2011 um 1 % an. Unter 
Berücksichtigung dieser Lohnentwicklung ergibt sich ein hypothetischer 
Bruttojahreslohn von Fr. 53‘383.-- (Fr. 4‘225.-- [BFS, LSE 2010, Tabelle 
TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4] x 12 Monate / 40 Wochenar-
beitsstunden x 41.7 Wochenarbeitsstunden [BFS, BUA, Total, 2011] / 100 x 
101 [BFS, Lohnentwicklung 2012, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex 
Frauen, Total, Index-Basis bzw. Index 2011]). Wird zusätzlich die Restar-
beitsfähigkeit von 50 % bzw. 60 % berücksichtigt, ergeben sich Einkommen 
von Fr. 26‘692.-- (Fr. 53‘383.-- x 50 %) und Fr. 32‘030.-- (Fr. 53‘383.-- x 
60 %).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 14

Die Beschwerdeführerin ist gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil 
unter anderem auf Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne 
Stressbelastung und ohne erforderliche geistige Flexibilität angewiesen. 
Sie bedarf zudem vermehrter Rücksicht und Verständnis (vgl. act. II 
81.1/20 Ziff. 6.5, 81.1/25 f. Ziff. 9.2, 82.1/15 f. Ziff. 6.5 und 6.6.3). Es ist 
davon auszugehen, dass diese spezifischen zusätzlichen leidensbedingten 
Einschränkungen nicht bereits durch die reduzierte Arbeitsfähigkeit 
vollständig kompensiert werden und die Beschwerdeführerin selbst im An-
forderungsniveau 4 der LSE bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage dadurch 
eine gewisse Lohneinbusse hinnehmen müsste, womit auf einen Tabellen-
lohnabzug vom Invalideneinkommen nicht gänzlich verzichtet werden kann. 
Es rechtfertigt sich ein Abzug von zumindest 5 % und höchstens 10 %, 
wobei das exakte Ausmass in dieser Bandbreite mangels Auswirkung auf 
den Rentenanspruch offen bleiben kann. Ein Abzug von 10 % führt zu ei-
nem Invalideneinkommen von Fr. 24‘022.-- (Fr. 53‘383.-- x 50 % ./. 10 %) 
bzw. Fr. 28‘827.-- (Fr. 53‘383.-- x 60 % ./. 10 %).

4.4 Aus der Gegenüberstellung der jeweiligen Vergleichseinkommen 
ergeben sich Invaliditätsgrade von 54 % ([Fr. 52‘004.-- :/. Fr. 24‘022.--] / 
Fr. 52‘004.-- x 100) bei 50%iger Arbeitsfähigkeit bzw. von 45 % 
([Fr. 52‘004.-- :/. Fr. 28‘827.--] / Fr. 52‘004.-- x 100) bei 60%iger Arbeits-
fähigkeit. 

Bei einer ab Juni 2010 ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von durchschnitt-
lich über 40 % (vgl. E. 3.4 hievor) sowie einer Anmeldung zum Leistungs-
bezug im September 2010 (act. II 2/8) fällt der Rentenbeginn auf Juni 2011 
(vgl. Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG; auch act. II 90/1). Unter Berück-
sichtigung der Arbeitsunfähigkeit im zeitlichen Verlauf (vgl. E. 3.4 hievor) 
ergeben sich folgende Rentenansprüche: Ab 1. Juni 2011 besteht bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 54 % Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Ab 
8. Dezember 2012 trat eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ein 
(vgl. E. 3.3 hievor), die nach Ablauf von drei ganzen Monaten zu berück-
sichtigen ist (vgl. Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; Rz. 4017 des vom Bundes-
amt für Sozialversicherungen [BSV] herausgegebenen und ab 1. Januar 
2013 gültig gewesenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 15

der Invalidenversicherung [KSIH]), womit die Beschwerdeführerin ab 
1. April 2013 bis auf weiteres bei einem Invaliditätsgrad von 45 % Anspruch 
auf eine Viertelsrente hat. Da die Hospitalisation in der psychiatrischen 
Klinik K.________ vom 24. Oktober bis 7. Dezember 2012 (vgl. act. II 79) 
weniger als drei Monate dauerte, hat diese zwischenzeitliche Verschlechte-
rung der Erwerbsfähigkeit unberücksichtigt zu bleiben (vgl. Art. 88a Abs. 2 
IVV). Damit erweist sich die Beschwerde vom 10. Juli 2013 insoweit als 
begründet und es ist der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente im vorer-
wähnten Umfang zuzusprechen.

Was die Zeit nach der hier angefochtenen Verfügung vom 10. Juni 2013 
(act. II 90) anbelangt, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin weiterzulei-
ten, damit sie anhand der neu eingereichten medizinischen Berichte (act. I 
2-8) die Revisionsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17 ATSG prüft.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Die prozessleitend am 
20. August 2013 der Beschwerdeführerin genehmigte unentgeltliche 
Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten kommt folglich nicht zum 
Tragen.

5.2 Trotz ihres Obsiegens hat die nicht vertretene Beschwerdeführerin 
nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da 
der Aufwand zur Wahrung ihrer Interessen den Rahmen dessen nicht 
überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Be-
sorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. 
BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Nov. 2014, IV/13/629, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Juni 2013 aufgehoben und der Beschwerdefüh-
rerin ab 1. Juni 2011 eine halbe Invalidenrente und ab 1. April 2013 ei-
ne Viertelsrente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Die Sache wird an die Beschwerdeführerin weitergeleitet, damit sie im 
Sinne der Erwägungen verfahre.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.