# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a1f7d67-0b62-5e33-9b33-8e779cf1cd3b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.06.2016 AVI 2015/33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2015-33_2016-06-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2015/33

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 16.06.2016

Entscheiddatum: 16.06.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 16.06.2016
Art. 23 Abs. 1 AVIG, Art. 53 Abs. 2 ATSG. Mitarbeiterbindungsprämien auf 
Grund einer Umstrukturierung bei der Arbeitgeberin sind bei der Berechnung 
des versicherten Verdienstes nicht zu berücksichtigen. Rückforderung der 
zuviel ausgerichteten Arbeitslosentaggelder infolge zulässiger 
Wiedererwägung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 16. Juni 2016, AVI 2015/33). Entscheid vom 16. Juni 2016

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Geschäftsnr.

AVI 2015/33

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Fässler,

FRT Rechtsanwälte, Unterer Graben 1, Postfach 637, 9001 St. Gallen,

gegen

UNIA Arbeitslosenkasse Kompetenzzentrum D-CH Ost, Strassburgstrasse 11, 

Postfach, 8021 Zürich 1,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Arbeitslosenentschädigung und Rückerstattung von Taggeld-leistungen 

(versicherter Verdienst)

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ meldete sich am 30. August 2013 beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 30. 

September 2013 bei der Unia Arbeitslosenkasse Antrag auf Arbeitslosenentschädigung 

ab 1. Oktober 2013 (act. G 4.14 f.). Er hatte vom 16. Juli 2007 bis 30. September 2013 

für die B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) als Mitarbeiter „Teilefertigung“ gearbeitet 

(act. G 4.12). Diese hatte das Arbeitsverhältnis infolge eines Restrukturierungsprojekts 

mit Schreiben vom 3. November 2011 per 31. Dezember 2012 gekündigt. In einem 

„Mitarbeiterbindungs- sowie Sozialplan“ hatte sie dem Versicherten bei einem Verbleib 

im Arbeitsverhältnis bis 31. Januar 2012 einen Betrag von Fr. 5‘650.-- und bei einem 

Verbleib bis 31. Dezember 2012 einen Betrag von Fr. 20‘717.-- in Aussicht gestellt. Mit 

Vertrag vom 12. Juni 2012 verlängerte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem 

Versicherten befristet bis zum 30. September 2013. Die Parteien vereinbarten einen 

monatlichen Lohn von Fr. 6‘150.-- sowie bei Verbleib des Versicherten bis 

30. September 2013 eine weitere Prämie von Fr. 15‘000.-- (act. G 4.12/1).

A.b     Die Unia berechnete gemäss ihrem Schreiben an den Versicherten vom 27. 

November 2013 ab 1. Oktober 2013 einen versicherten Verdienst in Höhe von 

Fr. 8‘329.--. Dabei berücksichtigte sie die Zahlungen der Arbeitgeberin von 

Fr. 20‘717.-- und Fr. 15‘000.-- als Bonuszahlungen (act. G 4.13).

A.c      Gemäss E-Mail des Versicherten an die Unia vom 7. Januar 2015 hatte er sie 

um eine Neuberechnung des versicherten Verdienstes ersucht, da dieser höher sei und 

ihm deshalb vom 1. Oktober 2013 bis 1. Januar 2015 Taggelder nachbezahlt werden 

müssten. Die zuständige Sachbearbeiterin orientierte ihn gleichentags ebenfalls mittels 

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E-Mail, dass der versicherte Verdienst tatsächlich falsch berechnet worden sei; 

entgegen seiner Annahme müsse er aber nicht hoch-, sondern herunterkorrigiert 

werden (act. G 4.11/3).

A.d     Am 2. Februar 2015 verfügte die Unia, dass der versicherte Verdienst Fr. 6‘663.-- 

betrage. Sie begründete dies damit, dass Treueprämien bei der Berechnung des ver­

sicherten Verdienstes nicht berücksichtigt werden dürften. Bei der Auszahlung der 

„Prämie MA Bindung“ habe es sich seinerzeit um eine Prämie bei Verbleib oder eine 

Mitarbeiterbindung gehandelt. Leider habe die Unia diese Zahlungen damals 

fälschlicherweise als Bonus und nicht als Durchhalteprämie behandelt und sie bei der 

Berechnung des versicherten Verdienstes mitberücksichtigt. Dies müsse nun korrigiert 

werden (act. G 4.11/1). Ebenfalls mit Verfügung vom 2. Februar 2015 forderte die Unia 

zuviel ausbezahlte Leistungen im Betrag von Fr. 15‘192.10 zurück. Dieser 

Rückforderungsbetrag entstehe, weil die Treueprämien (Durchhalteprämien) 

irrtümlicherweise in die Berechnung des versicherten Verdienstes miteinbezogen 

worden seien (act. G 4.5).

A.e      Gegen diese beiden Verfügungen reichte der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. M. Fässler, am 2. März 2015 Einsprache ein. Zur Begründung 

machte er einerseits geltend, die „Prämie MA Bindung“ sei zu Unrecht als 

Durchhalteprämie betitelt und dem Begriff der Treueprämie gleichgesetzt worden. 

Andererseits machte er geltend, dass die Unia formell gar nicht berechtigt sei, die 

früheren Kassenentscheide zu korrigieren. Da vorliegend keine „offensichtliche 

Unrichtigkeit“ der früheren Entscheide gegeben sei, falle die Möglichkeit der 

Wiedererwägung weg (vgl. act. G 4.4).

B.         

Mit Einspracheentscheid vom 11. Mai 2015 wies die Arbeitslosenkasse die Einsprache 

ab. Sie bestätigte ihre Verfügung vom 2. Februar 2015 und forderte den Betrag von 

Fr. 15‘192.10 zurück. Weiter hielt sie fest, dass nach Eintritt der Rechtskraft ihres 

Entscheids das Erlassgesuch vom 2. März 2015 an die zuständige kantonale 

Amtsstelle weitergeleitet werde, das Verfahren kostenlos sei und keine 

Parteientschädigung zugesprochen werde (act. G 4.3).

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C.         

C.a      Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde des Versicherten vom 11. 

Juni 2015 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und 

Feststellung, dass der versicherte Verdienst weiterhin Fr. 8‘329.-- resp. das Taggeld 

Fr. 307.05 betrage. Die Begründung deckt sich im Wesentlichen mit jener der 

Einsprache (act. G 1).

C.b     Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin 

unter Verweis auf den angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der 

Beschwerde und die Bestätigung ihres Entscheids (act. G 4).

C.c      Am 20. Juli 2015 bewilligte die Einzelrichterin der Abteilung I das Gesuch um

unentgeltliche Rechtsverbeiständung vor Versicherungsgericht (act. G 6).

Erwägungen

1.        

Zwischen den Parteien ist die Höhe des versicherten Verdienstes und damit verbunden 

die Rückforderung von Arbeitslosentaggeldern streitig. Zunächst ist zu prüfen, ob die 

von der Arbeitgeberin ausserordentlich ausgerichteten Zahlungen zum versicherten 

Verdienst dazuzuzählen sind.

2.          

2.1      Als versicherter Verdienst nach Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 

837.0) gilt der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während 

eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen 

normalerweise erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten 

regelmässigen Zulagen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte 

Inkonvenienzen darstellen. Aus dieser gesetzlichen Umschreibung ergibt sich, dass der 

versicherte Verdienst an den massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 

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anknüpft. Bei der Ermittlung des versicherten Verdiensts gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG 

ist der tatsächlich bezogene Lohn massgebend; eine davon abweichende Lohnabrede 

zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden hat grundsätzlich unbeachtlich zu 

bleiben (BGE 131 V 450 f. E. 3.2.1 mit Hinweisen). Mit dem Rechtsbegriff 

„normalerweise“ sollen Einkünfte, die mit über ein normales Arbeitnehmerpensum 

hinausgehenden Beschäftigungen erzielt werden, für den versicherten Verdienst 

unbeachtlich bleiben. Entsprechend der Zweckbestimmung, nur für normale übliche 

Arbeitnehmertätigkeit Versicherungsschutz zu bieten, oder weil der eigentliche Grund 

ihrer Ausrichtung mit der Arbeitslosigkeit entfallen ist, sind Überzeit- und 

Überstundenentschädigung, vertraglich vereinbarte Schichtzulagen, Familienzulagen 

und Spesenentschädigungen etc. bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes nicht 

zu berücksichtigen. Ferner ist auch die Entschädigung für nicht bezogene Ferien bei 

der Festsetzung des versicherten Verdienstes ausser Acht zu lassen (Thomas 

Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, 

Bd. XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. Basel 2016, Rz 366 f. mit Hinweisen).

2.2      Gemäss dem „Mitarbeiterbindungs- sowie Sozialplan“ für den 

Beschwerdeführer legte die Arbeitgeberin unter dem Titel „Mitarbeiterbindung“ fest, 

dass er bei einem Verbleib bis 31.01.2012 Fr. 5‘650.-- und bei einem Verbleib bis 

31.12.2012 Fr. 20‘717.-- ausbezahlt erhalte. Auch die im Rahmen der befristeten 

Arbeitsvertragsverlängerung bis 30. September 2013 in Aussicht gestellte Zahlung in 

Höhe von Fr. 15‘000.-- betitelte die Arbeitgeberin als „Prämie bei Verbleib bis 

30.09.2013“. Die drei Prämien wurden schliesslich im Februar 2012 (Fr. 5‘650.--), 

Januar 2013 (Fr. 20‘717.--) und Oktober 2013 (Fr. 15‘000.--) ausbezahlt (act. G 4.12/1). 

Wie auch die Arbeitgeberin mit Schreiben vom 16. April 2015 bestätigte, handelte es 

sich bei diesen Prämien um eine Entschädigung für die Betriebstreue des 

Beschwerdeführers, der solange für die Arbeitgeberin weiterarbeitete, bis sie im 

Rahmen ihrer Umstrukturierungen die Maschinen ausgelagert hatte (vgl. act. G 4.2.6). 

Damit ist bei den besagten Prämien grundsätzlich nicht von arbeitsvertraglich 

vereinbarten Bonuszahlungen, sondern von Sonderprämien zur Bindung des 

Beschwerdeführers an die Arbeitgeberin auszugehen. Diese können weder als 

„normalerweise“ erzielter Lohn, noch als vertraglich vereinbarte regelmässige 

Lohnzulagen qualifiziert werden. Eine Berücksichtigung würde vielmehr dem Sinn und 

Zweck der Arbeitslosenversicherung, nur für normale übliche Arbeitnehmertätigkeit 

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Versicherungsschutz zu bieten, zuwiderlaufen. In diesem Sinne hat das Bundesgericht 

im Urteil vom 26. Juni 2006 entschieden, dass eine im Arbeitsvertrag vereinbarte 

Sonderprämie in Höhe von drei Monatslöhnen, deren Ausrichtung nur für ganz 

besondere Umstände vorgesehen war und die nur ein einziges Mal bei der Einstellung 

des Betriebs ausgerichtet wurde, nicht normalerweise erzielter Lohn nach Art. 23 Abs. 

1 AVIG darstellte und demnach für die Berechnung des versicherten Verdienstes nicht 

zu berücksichtigen war (ARV 2006 Nr. 27 S. 307 E. 4.2; vgl. auch ARV 2016 Nr. 1 

S. 51ff., wonach ein „Retention Cash Grants“, der einem Sales Manager wegen der 

Befürchtung, er könne die Arbeitgeberin vorzeitig verlassen, neben Lohn und 

Abgangsentschädigung ausgerichtet wurde, eine freiwillige Zuwendung gemäss Art. 

11a AVIG und keinen Lohn- oder Entschädigungsanspruch nach Art. 11 Abs. 3 AVIG 

darstellte, weil er bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses dahingefallen 

wäre und schon bei zufriedenstellender Leistung geschuldet war). An dieser 

Qualifizierung ändert auch nichts, dass die Arbeitgeberin - laut ihrem E-Mail vom 21. 

Juni 2012 nach telefonischer Rücksprache mit dem RAV - dem Beschwerdeführer 

bestätigen wollte, die Prämie werde für die Lohnberechnung beim RAV angerechnet 

(vgl. act. G 1.7).

2.3      Zusammenfassend ergibt sich, dass die Mitarbeiterbindungsprämien am 27. 

November 2013 (act. G 4.13) somit zu Unrecht in die Berechnung des versicherten 

Verdienstes eingeflossen sind.

3.        

Nach Art. 95 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind 

unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Eine Leistung in der 

Sozialversicherung ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur 

zurückzuerstatten, wenn bei eingetretener Rechtskraft der Leistungsentrichtung in 

verfahrensrechtlicher Hinsicht entweder die für die (prozessuale) Revision oder die für 

die Wiedererwägung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese 

Voraussetzungen sind in Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG umschrieben. Gemäss Art. 53 

Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide in 

Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger 

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nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, 

deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der 

Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide 

zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von 

erheblicher Bedeutung ist. Den formell rechtskräftigen Verfügungen gleichgestellt sind 

auch die im formlosen Verfahren ergangenen Entscheide, soweit sie eine mit dem 

Ablauf der Beschwerdefrist bei formellen Verfügungen vergleichbare 

Rechtsbeständigkeit erreicht haben (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 

2015, Art. 53 N 19). Leistungsabrechnungen der Arbeitslosenversicherung, die - wie im 

vorliegenden Fall - nicht in die Form einer formellen Verfügung gekleidet werden, 

weisen materiell Verfügungscharakter auf (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit dem 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 14. Juli 2003, C 7/02, E. 3.1; BGE 125 V 476 E. 1 und 122 V 368 

E. 2 mit Hinweisen). Sind formell oder formlos zugesprochene Leistungen noch nicht 

rechtskräftig geworden, kann die Verwaltung innert 30 Tagen darauf zurückkommen, 

ohne dass - wie dies im Fall des Zurückkommens auf rechtskräftige Verfügungen der 

Fall ist - die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder Revision erfüllt sein 

müssen. Die Frist von 30 Tagen läuft ab Erlass der zu berichtigenden Verfügung oder 

ab Leistungsausrichtung. Sie darf nicht mit der «angemessenen Frist» von 90 Tagen 

verwechselt werden, die den Versicherten eingeräumt wird, um eine formelle Verfügung 

zu verlangen (vgl. Kreisschreiben über Rückforderung, Verrechnung, Erlass und 

Inkasso [KS-RVEI], April 2008, Rz A2 ff.).

4.          

4.1      Nachdem die Rückforderung erst am 2. Februar 2015 (act. G 4.5) verfügt wurde, 

ist die Beschwerdegegnerin offensichtlich nicht innerhalb von 30 Tagen nach deren 

jeweiliger Auszahlung auf die Leistungsabrechnungen zurückgekommen. 

Entsprechendes wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht geltend gemacht. Zu 

prüfen ist damit, ob - wie von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht wird - der 

Rückkommenstitel der Wiedererwägung vorliegt.

4.2      Ob die Unrichtigkeit im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG zweifellos ist, beurteilt 

sich nicht nach der Grobheit des Fehlers. Massgebend muss vielmehr das Ausmass 

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der Überzeugung sein, dass die bisherige Entscheidung unrichtig war. Mit dem 

Kriterium der Zweifellosigkeit wird dabei ein hoher Grad umschrieben. Es darf kein 

vernünftiger Zweifel daran möglich sein, dass eine Unrichtigkeit vorliegt; es ist ein 

einziger Schluss - eben derjenige auf eine Unrichtigkeit - möglich (Kieser, a.a.O., 

Art. 53 N 52 mit Hinweisen). Eine Wiedererwägung kann des Weiteren nur dann 

vorgenommen werden, wenn die infrage stehende Korrektur erheblich ist. Eine 

erhebliche Bedeutung ist insbesondere dann noch nicht anzunehmen, wenn ein Betrag 

von wenigen Hundert Franken auf dem Spiel steht (Kieser, a.a.O., Art. 53 N 57 f. mit 

Hinweisen auf die Rechtsprechung).

4.3      Nachdem die Beschwerdegegnerin bei der ursprünglichen Berechnung des 

versicherten Verdienstes die Mitarbeiterbindungsprämien als Bonuszahlungen 

einberechnet hat, obwohl eine solche Qualifizierung offensichtlich falsch war, war die 

Höhe des versicherten Verdienstes zweifellos unrichtig. Entgegen der Ansicht des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers handelt es sich hier nicht um eine 

Ermessensbetätigung, sondern um einen Fehler in der Rechtsanwendung. Die 

Erheblichkeit der Berichtigung ist sodann beim fraglichen Rückforderungsbetrag von 

über Fr. 15‘000.-- ohne weiteres gegeben.

4.4      Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids die zuständige kantonale Stelle über das Gesuch des Beschwerdeführers 

vom 2. März 2015 um Erlass der Rückforderung (act. G 4.4) zu entscheiden hat (vgl. 

auch act. G 1.1 Ziff. 10).

5.          

5.1      Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 

11. Mai 2015 als korrekt. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.2      Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

bewilligt (act. G 6). Der Staat ist demzufolge zu verpflichten, für die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die Parteientschädigung wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis 

Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf 

vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen. 

Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes 

[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter pauschal mit Fr. 2'400.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.3      Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, 

kann er jedoch zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden 

(Art. 123 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] 

i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

Entscheid

1.     

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.     

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2‘400.--

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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