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**Case Identifier:** 35e64a93-5562-5872-9bf3-24b3dec6aaf2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 28.03.2024 IV-2023/133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2023-133_2024-03-28.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2023/133

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 13.09.2024

Entscheiddatum: 28.03.2024

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 28.03.2024
Ungenügender Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug (Art. 34 Abs. 4 SVG, 
Art. 12 Abs. 1 VRV). Der Rekurrent fuhr auf der Autobahn A1 in Niederwil 
Richtung St. Gallen (Bürerstich), wobei bei ihm um die Mittagszeit mit einem 
Verkehrsüberwachungsgerät bei einer Geschwindigkeit von 114 km/h ein 
Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von 19.5 Metern beziehungsweise 
ein zeitlicher Abstand von 0.7 Sekunden gemessen wurde. Wenn sich der 
Sachverhalt anders zugetragen oder der Rekurrent die Messanlage als nicht 
beweistauglich gehalten haben sollte, hätte er dies im Strafverfahren geltend 
machen müssen. Im Übrigen besteht kein Anlass, an der Zuverlässigkeit des 
Messgerätes und der Ungeeignetheit des Messortes zu zweifeln. 
Insbesondere wird der Messstandort von METAS abgenommen. 
Praxisgemäss liegen auf Autobahnen und ausserorts bei günstigen 
Verhältnissen ungenügende Abstände und damit eine leichte Widerhandlung 
bei Abständen zwischen 1.2 und 1.8 Sekunden, eine mittelschwere 
Widerhandlung bei Abständen von mehr als 0.6 und weniger als 1.2 
Sekunden und eine schwere Widerhandlung bei Abständen von 0.6 
Sekunden oder weniger vor. Vorliegend betrug der Abstand lediglich 0.7 
Sekunden, weshalb eine mittelschwere Widerhandlung gegen die 
Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG mit einer 
Mindestentzugsdauer von einen Monat vorliegt 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 28. März 2024, IV-2023/133).

Entscheid siehe PDF

Kanton St. Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 

 

Verwaltungsrekurskommission 

Abteilung IV 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 28. März 2024  

Besetzung  Präsidentin Louise Blanc Gähwiler, Richterin Eliane Kaiser und Richter 

Tobias Grasdorf, Gerichtsschreiber Daniel Furrer  

   

Geschäftsnr.   IV-2023/133 

 

   

Parteien 

 

 A.__,  

Rekurrent,  

 

 

  gegen 

  Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmass-

nahmen, Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

 

 

  

Gegenstand  Führerausweisentzug (Warnungsentzug) 

 

 

 

 

IV-2023/133 

 

2/9 

Sachverhalt: 

A.- A.__ erwarb den Führerausweis der Kategorien A, B und BE sowie der Unterkategorien 

D1 und D1E am 30. Juli 1976. Im Informationssystem über die Verkehrszulassung (IVZ) ist 

er, soweit aus den Akten hervorgeht, nicht verzeichnet. 

B.- Am 31. Januar 2023 fuhr A.__ mit seinem Personenwagen auf der Autobahn in Nieder-

wil Richtung St. Gallen. Dabei wurde bei ihm um 12.49 Uhr mit einem Verkehrsüberwa-

chungsgerät bei einer Geschwindigkeit von 114 km/h ein Abstand zum vorausfahrenden 

Fahrzeug von 19.5 Metern beziehungsweise ein zeitlicher Abstand von 0.7 Sekunden ge-

messen. Dies wurde ihm mit Übertretungsanzeige vom 2. Februar 2023 angezeigt. Mit 

Strafbefehl vom 13. März 2023 wurde A.__ der Verletzung von Verkehrsregeln schuldig 

gesprochen und mit einer Busse von Fr. 550.– bestraft. 

C.- Gestützt auf diesen Sachverhalt stellte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des 

Kantons St. Gallen einen Führerausweisentzug von mindestens einem Monat wegen einer 

mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften in Aussicht. Mit 

Schreiben vom 12. Oktober 2023 liess sich A.__ dazu vernehmen. Mit Verfügung vom 

30. Oktober 2023 entzog das Strassenverkehrsamt A.__ den Führerausweis wegen einer 

mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von 

einem Monat. 

D.- Gegen diese Verfügung erhob A.__ mit Eingabe vom 11. November 2023 Rekurs bei 

der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) und beantragte, die Wi-

derhandlung sei als leicht einzustufen. Die Vorinstanz beantragte am 8. Dezember 2023 

die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei.  

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwä-

gungen eingegangen. 

Erwägungen: 

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum Sach-

entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 

11. November 2023 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher 

Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. gbis, 45, 47 und 48 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten. 

 

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2.- a) In formeller Hinsicht macht der Rekurrent eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend. Einerseits sei die Vorinstanz inhaltlich und fachlich nicht auf seine Einwendungen 

bezüglich der Art und Weise der Abstandsmessung eingegangen und weiter sei sie nicht 

auf sein Argument eingegangen, dass er sich von der von weitem sichtbaren Messanlage 

bedroht gefühlt habe. 

b) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 BV leitet das Bundesgericht in 

ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen und Entscheide zu 

begründen ab (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_626/2018 vom 29. Januar 2019 E. 4, 

BGE 133 III 439 E. 3.3, 133 I 270 E. 3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als persönlich-

keitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbrin-

gen der vom Entscheid oder von der Verfügung in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch 

tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt und ihren Entscheid oder ihre Verfügung vor die-

sem Hintergrund begründet. Der von einem Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll 

wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat; die Begründung 

muss deshalb so abgefasst sein, dass er den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls 

sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sich sowohl der Betroffene als 

auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite der Verfügung ein Bild machen können; in 

diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich 

die Behörde leiten liess und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Allerdings bedeutet dies 

nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-

chen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für die Verfügung 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Umfang und Dichte der Begründung richten 

sich generell nach den Umständen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch 

Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020 N 1071). Die Begrün-

dungspflicht, welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinn von Art. 29 Abs. 2 

BV fliesst, hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP 

ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter anderem die 

Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons St. Gallen [VerwGE] B 2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1, im Internet abruf-

bar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung). 

c) Die Vorinstanz machte in der angefochtenen Verfügung allgemeine Ausführungen über 

die Messung der Abstandskontrolle mit dem Verkehrskontrollsystem. Weiter führte sie aus, 

dass im Strafverfahren die Möglichkeit bestanden hätte, die Verkehrswiderhandlung beim 

Fachdienst Verkehr der Kantonspolizei St. Gallen einzusehen. Die Vorinstanz nahm auch 

zur Kenntnis, dass sich der Rekurrent von der Messanlage bedroht gefühlt habe und kam 

 

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zum Schluss, dass er sich habe ablenken lassen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

liegt damit nicht vor. 

3.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) 

wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Ver-

fahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lern-

fahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz un-

terscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren 

Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verlet-

zung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn 

dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der 

Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a 

SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch die Verletzung von Verkehrs-

regeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 

lit. a SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn 

nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestand-

teile einer schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft zur Änderung des Strassen-

verkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4487). 

b) Die Vorinstanz erwog, der Rekurrent habe auf der Autobahn beim Hintereinanderfahren 

keinen genügenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten. Dabei stützt sie 

sich auf die Abstandsmessung, welche bei einer Geschwindigkeit von 114 km/h einen Ab-

stand von 19.5 Meter beziehungsweise 0.7 Sekunden ergab. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung stelle dies eine mittelschwere Widerhandlung dar und der Führerausweis 

sei für die Mindestentzugsdauer von einem Monat zu entziehen. 

c) Der Rekurrent hält dem entgegen, dass die Messvorrichtung auf der Brücke falsch auf-

gestellt gewesen sei und durch ihr bedrohliches Aussehen die Fahrzeuglenker abgelenkt 

habe. Die Polizei habe somit das Messresultat beeinflusst und ihr komme ein Mitverschul-

den zu, was seine persönliche Schuld schmälere. Ebenfalls sei unklar, ob die Brücke als 

Standort der Messanlage aufgrund des Landwirtschaftsverkehrs geeignet sei. Beim Mess-

gerät sei zudem unklar, wie die Messung erfolgt sei und ob Sicherheitsabzüge vorgenom-

men worden seien. Weiter stellt der Rekurrent in Frage, ob der Messort geeignet sei. Ins-

besondere könnte die Verschiebung der Verengung von drei auf zwei Spuren zu einer Ver-

schlechterung der Verkehrssicherheit beigetragen haben. 

 

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c) Der Rekurrent beanstandet im Rekurs die durchgeführte Messung des Abstandes mit 

dem Verkehrskontrollsystem (VKS). Aus diesem Grund ist vorab zu klären, von welchem 

Sachverhalt auszugehen ist.  

aa) Nach Strassenverkehrsdelikten befindet das Strafgericht über die strafrechtlichen Sank-

tionen (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Busse) und die Verwaltungsbehörde in einem separaten 

Verfahren über die Administrativmassnahmen (insbesondere Führerausweisentzug, Ver-

warnung). Die Zweispurigkeit des Verfahrens ist zulässig, kann aber – bei fehlender Koor-

dination – dazu führen, dass derselbe Lebensvorgang zu voneinander abweichenden Sach-

verhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und Justizbehörden führt und die erhobenen Be-

weise abweichende gewürdigt und rechtlich beurteilt werden. Um dieser Gefahr entgegen-

zuwirken, hat die Verwaltungsbehörde gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung grundsätzlich mit ihrer Verfügung zuzuwarten, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vor-

liegt. Denn das Strafverfahren bietet durch die verstärkten Mitwirkungsrechte des Beschul-

digten, die umfassenderen persönlichen und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie die 

weiterreichenden prozessualen Befugnisse besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis der 

Sachverhaltsermittlung näher bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs der-

selben Formstrenge unterliegenden Verwaltungsverfahren. Massgeblich ist also grundsätz-

lich der Sachverhalt, der im Strafverfahren festgestellt wurde. Nach konstanter Rechtspre-

chung darf die Verwaltungsbehörde bei der Verfügung über die Massnahme von den tat-

sächlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt 

und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zu-

sätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den 

Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt, namentlich die Verletzung bestimmter Ver-

kehrsregeln übersehen hat. In der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts – insbesondere 

auch des Verschuldens – ist die Verwaltungsbehörde demgegenüber frei, ausser die recht-

liche Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter 

besser kennt, weil er etwa den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (Urteil des Bun-

desgerichts [BGer] 1C_169/2014 vom 18. Februar 2015 E. 2.2 m.w.H.). Die Verwaltungs-

behörde ist unter bestimmten Umstände auch an die Sachverhaltsfeststellungen des Straf-

entscheids gebunden, der im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn er aus-

schliesslich auf einem Polizeibericht beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Be-

troffene weiss oder wissen muss, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfah-

ren eröffnet wird und er es trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des Straf-

verfahrens die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Ein Betroffener 

darf nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Be-

weisanträge zu stellen. Nach Treu und Glaube ist er verpflichtet, dies bereits im Rahmen 

 

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des Strafverfahrens zu tun und allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (vgl. zum 

Ganzen BGer 1C_33/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.2 und 1C_464/2020 vom 16. März 2021 

E. 2.2; BGE 123 II 97 E. 3c/aa; VRKE IV-2009/152 vom 27. Mai 2010 E. 2a, im Internet 

abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung). 

bb) Der Rekurrent wurde mit Übertretungsanzeige vom 2. Februar 2023 von der Kantons-

polizei St. Gallen über den Umstand in Kenntnis gesetzt, dass er am 31. Januar 2023 eine 

Übertretung durch Nichteinhalten eines genügenden Abstandes beim Hintereinanderfahren 

begangen habe und er deswegen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werde. In der Folge 

wurde er mit Strafbefehl vom 13. März 2023 der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss 

Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen. Dagegen erhob der Rekurrent keine Einsprache, 

womit der Strafbefehl gemäss Art. 354 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(SR 312.0, abgekürzt: StPO) zum rechtskräftigen Urteil wurde. Wenn sich der Sachverhalt 

anders zugetragen oder der Rekurrent die Messanlage als nicht beweistauglich gehalten 

haben sollte, hätte er dies im Strafverfahren mittels Einsprache gegen den Strafbefehl gel-

tend machen müssen. Insbesondere hätte er nach der Übertretungsanzeige und dem Hin-

weis im Strafbefehl, wonach dieser nach Eintritt der Rechtskraft dem Strassenverkehrsamt 

mitgeteilt werde, damit rechnen müssen, dass ebenfalls ein Administrativverfahren eröffnet 

wird. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, welche die Vorinstanz zur Erhebung weiterer Be-

weise verpflichtet hätten. Es besteht zudem kein Anlass, an der Zuverlässigkeit des Mess-

gerätes und der Ungeeignetheit des Messortes zu zweifeln. Insbesondere wird der Mess-

standort von METAS abgenommen (vgl. Fokusbericht der Kapo St. Gallen vom 17. Novem-

ber 2023, abrufbar unter: https://fokus-kaposg.ch); gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung bieten die entsprechenden Zertifikate von METAS Gewähr dafür, dass die fraglichen 

Messgeräte gesetzeskonform funktionieren und zuverlässig messen (vgl. BGer 

6B_933/2022 vom 8. Mai 2022 E. 2.4). Im Übrigen hätte der Rekurrent die Zweifel an der 

korrekten Messung ebenfalls im Strafverfahren geltend machen müssen. Entsprechend ist 

darauf abzustellen, dass der Rekurrent mit 114 km/h gefahren ist und der Abstand zum 

vorderen Fahrzeug 19.5 Meter beziehungsweise 0.7 Sekunden betrug. Damit erübrigen 

sich auch weitere Beweiserhebungen zur Messmethode, womit die entsprechenden An-

träge des Rekurrenten abzuweisen sind. 

d) Die Regel von Art. 34 Abs. 4 SVG, wonach gegenüber allen Strassenbenützern ein aus-

reichender Abstand zu wahren ist, ist von grundlegender Bedeutung. Viele Unfälle sind auf 

ungenügenden Abstand zurückzuführen (BGE 131 IV 133 E. 3.2.1). Art. 34 Abs. 4 SVG 

wird durch Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV) kon-

kretisiert. Danach hat der Fahrzeugführer beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden 

 

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Abstand zu wahren, so dass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden 

Fahrzeugs rechtzeitig halten kann. Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinn von 

Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören 

unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der 

beteiligten Fahrzeuge. Die Rechtsprechung hat – im Unterschied zu den Geschwindigkeits-

überschreitungen – noch keine allgemein gültigen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei 

welchen Abständen aus objektiver Sicht in jedem Fall, das heisst auch bei günstigen Ver-

hältnissen eine leichte, mittelschwere oder schwere Widerhandlung gegen die Strassenver-

kehrsvorschriften anzunehmen ist. Zur Beurteilung, ob eine einfache Verkehrsregelverlet-

zung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, welche administrativrechtlich die leichte und mittel-

schwere Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG umfasst, vorliegt, wird im Sinn von 

Faustregeln für Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" (entsprechend 1.8 Sekun-

den) und die "Zwei-Sekunden"-Regel abgestellt. Diese Distanz entspricht ungefähr der An-

haltestrecke bei plötzlichem, ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfah-

renden Fahrzeugs (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Für die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrs-

regelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG, welche administrativrechtlich einer schwe-

ren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG entspricht, anzunehmen ist, wird auf 

Autobahnen als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" beziehungsweise ein Abstand von 0.6 

Sekunden herangezogen (BGer 6B_1037/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 1.3.1 und 

6B_1382/2017 vom 28. Juni 2018 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Zusammenfassend liegen pra-

xisgemäss auf Autobahnen und ausserorts bei günstigen Verhältnissen ungenügende Ab-

stände und damit eine leichte Widerhandlung bei Abständen zwischen 1.2 und 1.8 Sekun-

den, eine mittelschwere Widerhandlung bei Abständen von mehr als 0.6 und weniger als 

1.2 Sekunden und eine schwere Widerhandlung bei Abständen von 0.6 Sekunden oder 

weniger vor (vgl. WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 16c SVG N 17). Das Bundesgericht geht bei 

Abständen von rund 10 Metern (bzw. 0.36 Sekunden) bei Tempi um die 100 km/h regel-

mässig von groben Verkehrsregelverletzungen aus (BGer 1C_575/2017 vom 3. April 2018 

E. 2.7). 

f) Vorliegend ist strittig, ob der Rekurrent eine mittelschwere Widerhandlung gemäss 

Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG begangen hat. Der Rekurrent fuhr bei einer Geschwindigkeit von 

114 km/h mit einem Abstand von 19.5 Metern beziehungsweise 0.7 Sekunden zum voraus-

fahrenden Fahrzeug. Bei einem solchen Abstand liegt auf der Autobahn praxisgemäss eine 

mittelschwere Widerhandlung vor. Zu berücksichtigen ist insbesondere auch, dass vorlie-

gend die Differenz zur Annahme einer schweren Widerhandlung lediglich 0.1 Sekunden 

beträgt; diesfalls betrüge die Mindestentzugsdauer drei Monate. Dass die Messanlage al-

lenfalls bedrohlich gewirkt haben könnte, kann nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers 

 

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gewertet werden. Der Fahrzeugführer hat seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Ver-

kehr zuzuwenden. Eine erhöhte Aufmerksamkeit ist gerade in Situationen mit vorausseh-

baren Gefahrenquellen geboten, was bei der Zusammenführung von drei auf zwei Spuren 

bei der Autobahn der Fall ist.  

g) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Verhalten des Rekurrenten zu 

Recht als mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften gemäss 

Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG qualifizierte. 

4.- Zu prüfen bleibt die Dauer des Entzugs des Führerausweises. Bei der Festsetzung der 

Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Um-

stände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicher-

heit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwen-

digkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unter-

schritten werden. Diese beträgt gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG nach einer mittelschwe-

ren Widerhandlung ein Monat. 

Die vorinstanzlich verfügte Entzugsdauer von einem Monat entspricht der gesetzlichen Min-

destentzugsdauer, die nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 16 Abs. 3 SVG 

selbst bei einer beruflichen oder persönlichen Angewiesenheit des Betroffenen auf den 

Führerausweis und bei einem ungetrübten automobilistischen Leumund, nicht unterschrit-

ten werden darf (vgl. BGE 132 II 234 E. 2.3). Dementsprechend ist auch die Entzugsdauer 

von einem Monat nicht zu beanstanden. Der Rekurs ist somit abzuweisen. 

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Rekurrenten zu 

bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint angemes-

sen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss 

von Fr. 1'500.– ist damit zu verrechnen. Zufolge Abweisung des Rekurses sind keine aus-

seramtlichen Kosten zu entschädigen (Art. 98bis VRP). 

  

 

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Entscheid: 

1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

2. Der Rekurrent hat die amtlichen Kosten von Fr. 1'500.– zu bezahlen, unter Verrechnung 

des Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

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