# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cc85508-d8ee-59d2-9507-5c0ea40a7dcb
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-01-31
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2016.129
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2016_129_yq.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2016.129 
1 ST.2016.153 

Entscheid 

 31. Januar 2017 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichter 
Marcus Thalmann und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

1.  A,    

Steuergemeinde C,   

2.  B,    

Steuergemeinde C,   

vertreten durch RA Dr.iur. D 

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A und seine Ehefrau B (nachfolgend die Pflichtigen) machten in der Steu-

ererklärung  2011  einen  Abzug  für  Vermögensverwaltungskosten  von  Fr.  1'250'000.- 

geltend;  dies  entsprechend  einer  Pauschale  von  3‰  des  deklarierten  Wertschriften-

vermögens von rund Fr. 417'000'000.-. 

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  1.  Mai  2014 

kürzte  der  Steuerkommissär  diesen  Abzug  auf  Fr.  155'000.-,  weil  nach  der  gängigen 

Rechtsprechung  zu  den  Vermögensverwaltungskosten  und  den  vorgelegten  Unterla-

gen nur im letzteren Umfang von abziehbaren Gewinnungskosten auszugehen sei.  

B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 3. Juni 2014 Einsprache erheben und 

beantragen,  die  Vermögensverwaltungskosten  im  deklarierten  Umfang  zum  Abzug 

zuzulassen.  

Im  Einspracheverfahren  forderte  der  Steuerkommissär  weitere  Unterlagen 

zum Nachweis der strittigen Vermögensverwaltungskosten ein. Die Pflichtigen reichten 

solche  ein  und  verfochten gestützt  auf  diese  ab  dem  31. August  2015  nunmehr  noch 

Vermögensverwaltungskosten von Fr. 945'830.-; dies anstelle der vormals deklarierten 

3‰-Pauschale.  Das  kantonale  Steueramt  gewährte  unter  Würdigung  des  neuen  Ak-

tenstands  in  der  Folge  statt  Fr. 155'000.-  einen  nach  pflichtgemässem  Ermessen  ge-

schätzten  Betrag  von  Fr. 200'000.-.  Demgemäss  wurden  die  Einsprachen  mit  Ent-

scheiden vom 25. Mai 2016 teilweise gutgeheissen und den Pflichtigen – basierend auf 

der dergestalt leicht angepassten Korrektur für die Steuerperiode 2011 – die folgenden 

Steuerfaktoren eröffnet: 

     Staats- und Gemeindesteuer  

   Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

Fr. 

12'613'700.- 

13'249'800.- 

455'218'000.- 

471'544'000.- 

   Fr. 

13'139'300.- 

13'251'200.-. 

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C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 27. Juni 2016 liessen die Pflichtigen be-

antragen,  die  im  Einspracheverfahren geltend gemachten  Vermögensverwaltungskos-

ten  von  Fr.  945'830.-  zum  Abzug  zuzulassen.  Zudem  sei  im  Bereich  der  Staats-  und 

Gemeindesteuern  eine  Beteiligung  vermögensseitig  in  E  auszuscheiden  bzw.  in  der 

Schweiz  nur  satzbestimmend  zu  berücksichtigen;  diesbezüglich  liege  ein  Missver-

ständnis vor. Ferner beantragten sie eine Parteientschädigung.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Vernehmlassung  vom  20.  Juli  2016  in 

Bezug auf die strittigen Vermögensverwaltungskosten auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Gutzuheissen  sei  jedoch  der  Rekurs  in  Bezug  auf  den  die  Vermögensausscheidung 

betreffenden Antrag.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit erforderlich, in den nachstehen-

den Erwägungen einzugehen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Bei  beweglichem  Privatvermögen  können  die  Kosten  der  Verwaltung 

durch Dritte (vom Reineinkommen) abgezogen werden (Art. 32 Abs. 1 des Bundesge-

setzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  [DBG]  sowie  § 30 

Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  [StG]).  Nicht  abzugsfähig  sind  Kosten 

und  Aufwendungen  für  die  Anschaffung,  Herstellung  oder  Wertvermehrung  von  Ver-

mögensgegenständen (Art. 34 lit. d DBG und § 33 lit. d StG). 

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  Vermögensverwaltung  ist  enger  als  der 

Begriff  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs.  Darunter  fallen  alle  tatsächlichen  oder 

rechtlichen  Handlungen,  die  im  Rahmen  der  Bewirtschaftung  von  Vermögensgegen-

ständen  erforderlich  sind  und  der  Sicherung  und  Erhaltung  des  ertragsbringenden 

Vermögens dienen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,  3. A., 

2016, Art. 32 N 17 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 30 

N 16 StG mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Abziehbar sind demnach insbesonde-

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re  Depot-,  Schrankfach-  und  Safegebühren,  Kosten  für  die  Erstellung  von Wertschrif-

tenverzeichnissen  (Steuerverzeichnis)  sowie  von  Rückforderungs-  und  Anrechnungs-

anträgen für ausländische Quellensteuern und Inkassospesen (vgl. auch ASA 67, 477). 

Dagegen  sind  Kosten  für  Finanz-  und  Anlageberatung,  für  Vermögensumlagerung, 

Finanzierungskosten,  Entschädigungen  für  Treuhandanlagen  und  Provisionen  für  den 

Erwerb  oder  die  Veräusserung  von  Vermögenswerten  nicht  als  Vermögensverwal-

tungskosten abziehbar (vgl. dazu Abschnitt C der Weisung des kantonalen Steueramts 

über  die  Abzugsfähigkeit  der  Kosten für  die  Verwaltung  von Wertschriften des  Privat-

vermögens vom 8. August 2002 [ZStB I Nr. 18/701], nachfolgend Weisung). Kosten der 

Anlageberatung  im  Besonderen  dienen  –  wie  das  Bundesgericht  in  ständiger  Praxis 

erkannt hat (ASA 71, 44 = StR 2000, 515) – dem Erwerb bzw. der Veräusserung von 

Vermögensgegenständen  und  nicht  primär  der  Werterhaltung,  sondern  der  Wertver-

mehrung. Solche Aufwendungen sind nach Art. 34 lit. d DBG bzw. § 33 lit. d StG nicht 

abzugsfähig. Aber auch wenn mit der Vermögensberatung keine Wertvermehrung be-

zweckt  wird,  können  die  Kosten  der  Anlageberatung  nicht  einkommensmindernd  gel-

tend  gemacht  werden,  sofern  die  Beratung  zur  Hauptsache  auf  Erwerb  bzw.  Verkauf 

und nicht auf das Halten des Vermögens, das den steuerbaren Ertrag generiert, ausge-

richtet  ist  (Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  I.  Teil,  2001,  Art.  32  N  11).  Denn  in 

diesem Fall liegen Aufwendungen für die Anschaffung und Veräusserung von Vermö-

gensgegenständen vor, die nach Art. 34 lit. d DBG bzw. § 33 lit. d StG nicht abzugsfä-

hig sind. 

c)  Vermögensverwaltungskosten  sind  als  steuermindernde  Umstände  grund-

sätzlich von den Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1975 Nr. 64).  

aa) Die vorgenannte Weisung gewährt allerdings Beweiserleichterung, indem 

sie  eine  Pauschalierung  der  anrechenbaren  Kosten  zulässt  und  im  Abschnitt  D  die 

möglichen Abzugsformen wie folgt definiert: 

I.  Für die Verwahrung und Verwaltung von Wertschriften (ohne Dar-
lehen  und  Bankguthaben  aller  Art)  sowie  für  das  Erstellen  des 
Steuerverzeichnisses durch Dritte können für sämtliche abzugsfä-
higen Kosten pauschal, d.h. ohne Nachweis der tatsächlichen Kos-
ten, 3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschrif-
ten des Privatvermögens, maximal jedoch Fr. 6'000.00 (entspricht 
einem Depotwert von Fr. 2'000'000.-) abgezogen werden. 

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II.  Werden  höhere  Abzüge  geltend  gemacht,  sind  grundsätzlich  so-
wohl  die  tatsächlich  bezahlten  Kosten  für  die  Vermögensverwal-
tung als auch deren Abzugsfähigkeit in vollem Umfang nachzuwei-
sen. 

  Kann  indessen  bei  Belastung  einer  Pauschalgebühr  durch  den 
verwaltenden Dritten  die Aufteilung  in  abzugsfähige  und nicht  ab-
zugsfähige  Kosten  nicht  nachgewiesen  werden,  können  auch  bei 
Depotwerten  über  Fr. 2'000'000.00  schätzungsweise  3  ‰  des 
Steuerwerts  des  Depots  für  Verwaltung  und  Erstellung  des  Steu-
erverzeichnisses  in  Abzug  gebracht  werden,  sofern  die  bezahlte 
Pauschalgebühr  mindestens  diesen  Betrag  erreicht  und  betrags-
mässig nachgewiesen wird. 

bb) Bei Depotwerten bis Fr. 2'000'000.- kann der Steuerpflichtige mithin auch 

über  der  3‰-Pauschale  liegende  Vermögensverwaltungskosten  zum  Abzug  bringen, 

wenn  er  diese  nachweisen  kann.  Andernfalls  muss  aufgrund  der  Beweislastregel  zu 

dessen Ungunsten angenommen werden, die behaupteten Tatsachen hätten sich nicht 

verwirklicht, und ist gestützt darauf der Abzug auf die 3‰-Pauschale bzw. auf maximal 

Fr. 6'000.- zu begrenzen (Weisung Abschnitt D, Ziff. I i.V.m. Ziff. II Abs. 1). Ausnahms-

weise kann sodann in Fällen, in denen feststeht, dass dem Steuerpflichtigen die Pau-

schale übersteigende tatsächliche Kosten erwachsen sind, deren Höhe aber ungewiss 

ist,  eine  Schätzung  dieser  Kosten  nach  pflichtgemässem  Ermessen  statthaft  sein 

(vgl. RB 1975  Nr. 54;  Zweifel/Hunziker  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht, 3. A., 2017, Art. 46 N 30 StHG). 

cc)  Im  vorliegenden  Fall  geht  es  nun  aber  um  einen  Depotwert  von  rund 

Fr. 417'000'000.-  und  liegt  die  Streitsache  damit  beweisrechtlich  im  Anwendungsbe-

reich von Abschnitt D, Ziff. II Abs. 2 der Weisung; darüber, wie diese Bestimmung aus-

legen ist, gehen die Auffassungen der Parteien auseinander. 

2. a) Die Pflichtigen liessen zunächst verfechten, mit Fr. 1'250'000.- ebenfalls 

rund  3‰  ihres  Wertschriftenvermögens  von  Fr. 416'918'735.47  pauschal  als  Vermö-

gensverwaltungskosten  zum  Abzug  bringen  zu  können.  Untermauert  waren  entspre-

chende Kosten mit Depotgebühren der Bank F sowie mit an verschiedene Vermögens-

verwalter bezahlten Pauschalgebühren.  

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Mit  Auflage  vom  28. November  2014  verlangte  der  Steuerkommissär  im  Ein-

spracheverfahren  den  Nachweis  darüber,  in  welchem  Masse  in  den  pauschalen  Ge-

bühren  der  Vermögensverwalter  Administrations-  und  Verwaltungsgebühren  enthalten 

sind,  damit  die  abzugsfähigen  Vermögensverwaltungskosten  von  den  nicht  abzugsfä-

higen Kosten abgegrenzt werden können.  

In  der  Folge  liessen  die  Pflichtigen  mit  Auflageantwort  vom  31. August  2015 

Bestätigungen  der  verschiedenen  Vermögensverwalter  über  die  Vermögensverwal-

tungskosten  einreichen  und  dazu  bemerken,  dass  lediglich  ein  Vermögensverwalter 

(G Inc., H) in der Lage gewesen sei, eine Aufteilung in abzugsfähige Administrations-

kosten und nicht abzugsfähige Beratungskosten vorzunehmen. Allen anderen Vermö-

gensverwaltern (I, J; K, L; M AG, N; O AG, N) sei es gemäss den vorgelegten Bestäti-

gungen  nicht  möglich,  die  pauschal  erhobenen  Gebühren 

in  abzugsfähige 

Administrationsgebühren und nicht abzugsfähige Beratungskosten aufzuteilen. Letzte-

re  würden  Wertschriftenbestände  von  insgesamt  Fr. 364‘751‘324.-  verwalten,  woraus 

sich ein abzugsfähiger Pauschalbetrag (3‰) von Fr. 1‘094‘254.- ergebe. 

Betragsmässig wurde gestützt auf die eingeholten Bestätigungen nun folgen-

de Zusammenstellung abzugsfähiger Kosten präsentiert: 

Depotgebühren Bank F 

G Inc. (Anteil Administrationskosten)  

     Fr.   

Fr. 

146'250.- 

   5'518.- 

Total reine Administrationskosten 

151'768.- 

I (Pauschalgebühr)  

K (Pauschalgebühr) 

M AG (Pauschalgebühr) 

O AG, N (Pauschalgebühr)  

Total Pauschalgebühren 

Total reine Administrationskosten + Pauschalgebühren 

794'062.- 

945'830.- 

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In  der  Folge  liessen  die  Pflichtigen  im  Einspracheverfahren  nicht  mehr  den 

ursprünglichen  3‰-Pauschalbetrag  von  Fr. 1'250'000.-  verfechten,  sondern  den  vor-

stehend errechneten Totalbetrag von Fr. 945'830.-.  

b)  Die  Einsprachebehörde  gab  diesem  Antrag  nicht  statt  und  gewährte  den 

Pflichtigen  stattdessen  –  nach  erfolgter  Mahnung  –  einen  nach  pflichtgemässem  

Ermessen geschätzten Betrag von Fr. 200'000.-; dies mit folgender Begründung: 

Auszugehen  sei  davon,  dass  einem  Steuerpflichtigen  die  Pauschale  immer 

dann zustehe, wenn er die Aufteilung in abzugsfähige und nicht abzugsfähige Kosten 

nicht  vornehmen  könne.  Als  zusätzliches  Erfordernis  müssten  die  effektiv  bezahlten 

Kosten  jedoch  mindestens  die  Höhe  des  Pauschalabzugs  erreichen.  An  dieser  Vo-

raussetzung  scheitere es  im  vorliegenden  Fall, weshalb die Pflichtigen konsequenter-

weise keinen  Anspruch  auf  die  Pauschale  hätten.  Stehe  ihnen  diese  nicht  zu,  sei  all-

gemein  zu  prüfen,  ob  es  sich  bei  den  geltend  gemachten  Gebühren  der  externen 

Vermögensverwalter  um  abzugsfähige  Kosten  im  Sinn  von  Abschnitt  B  der  Weisung 

handle.  Diesen Nachweis  hätten  die Pflichtigen nicht  erbracht,  weshalb davon  auszu-

gehen  sei,  dass  es  sich  dabei  um  reine  Beratungshonorare  und  damit  um  nicht  ab-

zugsfähige Kosten im Sinn von Abschnitt C der Weisung handle. Weil die Vermögens-

verwaltungskosten  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht  einwandfrei  ermittelt 

werden  könnten,  seien  sie  nach  Art.  130  Abs.  2  DBG  bzw.  §  139  Abs.  2  StG  nach 

pflichtgemässem Ermessen zu schätzen; dabei erscheine ein Betrag von Fr. 200'000.- 

als angemessen. 

c)  Die  Pflichtigen  lassen  beschwerde-  und  rekursweise  geltend  machen,  das 

kantonale Steueramt lege damit die Weisung nach dem Wortlaut aus, statt nach dem 

Sinngehalt,  was  zu  absurden  Ergebnissen  führe.  Könne  eine  vermögende  Person 

günstigere Vermögensverwaltungskosten als die 3‰-Pauschale aushandeln, werde ihr 

nämlich bei einer solchen Auslegung der steuerliche Abzug der gesamten Vermögens-

verwaltungskosten  verweigert.  Die  Auslegung  der  Weisung  durch  die  Steuerbehörde 

führe zu einem wirtschaftlich unsinnigen Ergebnis und entspreche nicht dem Willen des 

Gesetzgebers.  Hätten  die  Pflichtigen  den  Vermögensverwaltern  rund  Fr. 150'000.- 

mehr bezahlt, hätten sie die 3‰-Grenze (Fr. 1‘094‘254.-) erreicht, damit die Pauschale 

beanspruchen  können  und  folglich  rund  Fr. 310'000.-  an  Steuern  gespart;  unter  dem 

Strich hätten sie dergestalt also Fr. 160'000.- mehr in der Tasche gehabt.  

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d) Das Steueramt stellt in quantitativer Hinsicht nicht in Frage, dass die Pflich-

tigen  zur  Verwaltung 

ihres  Vermögens  abzugsfähige  Administrativkosten  von 

Fr.  151'768.-  sowie  nicht  spezifizierte  Pauschalgebühren  an  externe  Vermögensver-

walter  von  total  Fr. 794'062.-  bezahlt  haben.  Umstritten  ist  allein  die  Abzugsfähigkeit 

der Letzteren. Wenn die Vorinstanz diesbezüglich von nicht abzugsfähigen Beratungs-

kosten  ausgeht,  so  verhält  sie  sich  zunächst  widersprüchlich,  wenn  sie  alsdann  den 

Pflichtigen gleichwohl gesamthaft einen nach pflichtgemässem Ermessen geschätzten 

Betrag  von  Fr. 200'000.-  zum  Abzug  zugesteht,  denn  konsequenterweise  wären  bei 

dieser  Argumentation  nur  die  Depotgebühren  und  der  ausgeschiedene  Administrati-

onskostenanteil von G Inc. in der Höhe von insgesamt Fr. 151'768.- abzugsberechtigt. 

Fraglich ist indes, ob die Pflichtigen den strikten Nachweis, dass es sich bei den allein 

noch  strittigen  Pauschalgebühren  um  abzugsfähige  Vermögensverwaltungskosten 

handelt,  gestützt  auf  die  beweisrechtlichen  Vorgaben  in  der  Weisung  überhaupt  zu 

erbringen haben:  

aa) Wenn  Pauschalgebühren  von  externen  Vermögensverwaltern sowohl  ab-

zugsfähige Kosten (Administrativkosten) wie auch nicht abzugsfähige Kosten (z.B. Be-

ratungskosten)  enthalten,  erleichtert  die  Weisung  (Abschnitt  D)  nach  dem  Gesagten 

dem  Steuerpflichtigen  die  Beweisführung  insoweit,  als  es  diesem  einen  Abzug  von 

schätzungsweise 3‰ des Steuerwerts des Depots zum Abzug zugesteht: 

bb)  Bei  Depotwerten  bis  Fr.  2'000'000.-  muss  der  Steuerpflichtige  dabei  in 

quantitativer  Hinsicht  nicht  einmal  nachweisen,  dass  er  entsprechende  Gebühren  tat-

sächlich  bezahlt  hat. Wenn  also  beispielsweise  ein  Steuerpflichtiger  mit  einem  extern 

verwalteten Wertschriftenvermögen in der Höhe von Fr. 2'000'000.- bloss Fr. 5'000.- an 

pauschalen Verwaltungsgebühren bezahlt hätte, könnte er trotzdem Fr. 6'000.- (= 3‰) 

zum Abzug bringen. Auszugehen ist bei alledem ohne Weiteres davon, dass das kan-

tonale  Steueramt  diese  Pauschalen  zwecks  Vereinfachung  des  Massenverfahrens 

eingeführt und dabei auf Erfahrungswerte abgestellt hat.  

cc)  Bei  Depotwerten  über  Fr. 2'000'000.-  wird  gemäss  der  Vorinstanz  dem 

Steuerpflichtigen in der gleichen Ausgangslage die 3‰-Pauschale indes nur zugestan-

den, "sofern" ihm entsprechende Kosten tatsächlich entstanden sind. Damit soll offen-

sichtlich  verhindert  werden,  dass  bei  einem  sehr  grossen  Vermögen,  das  vergleichs-

weise  einfach  und  kostengünstig  einem  Drittverwalter  anvertraut  ist,  durch  die 

Möglichkeit  eines  3‰-Pauschalabzugs  ins Gewicht fallende  Gewinnungskosten  zuge-

standen werden, obwohl diese gar nicht angefallen sind. Wenn also beispielsweise ein 

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Steuerpflichtiger mit einem extern verwalteten Wertschriftenvermögen in der Höhe von 

Fr. 200'000'000.-  pauschale  Gebühren  von  Fr. 500'000.-  bezahlt  hat,  kann  er  nicht 

Fr. 600'000.- (= 3‰) zum Abzug bringen.  

dd)  Unabhängig  vom  Depotwert  hat  die  steueramtlich  in  der Weisung  vorge-

gebene  Pauschalierungsmöglichkeit  zur  Folge,  dass  unter  Umständen  auch  nicht  ab-

zugsfähige Kosten zum Abzug gebracht werden können. Wenn nämlich beispielsweise 

ein  Vermögensverwalter  ein  Vermögen  von  Fr. 10'000'000.-  für  eine  Pauschalgebühr 

von Fr. 30'000.- verwaltet (= 3‰ des Vermögenswerts) und dabei bestätigt, dass eine 

Aufteilung in abzugsfähige und nicht abzugsfähige Kosten nicht möglich ist, so darf der 

Steuerpflichtige  gestützt  auf  die  Weisung  gleichwohl  die  bezahlten  Fr. 30'000.-  zum 

Abzug bringen, obwohl feststeht, dass die abzugsfähigen Kosten (in einem quantitativ 

nicht  feststehenden  Ausmass)  wohl  tiefer  liegen  müssen. Wenn  nun  der  gleiche  Ver-

mögensverwalter für die Verwaltung des gleichen Vermögens nur Fr. 25'000.- verlangt 

und dabei wiederum bestätigt, dass eine Aufteilung in abzugsfähige und nicht abzugs-

fähige  Kosten  nicht  möglich  ist,  so  versteht  sich nach  dem  Gesagten  einerseits,  dass 

diesfalls  dem  Steuerpflichtigen  die  3‰-Pauschale  (=  Fr. 30'000.-)  nicht  zusteht.  Nicht 

einzusehen  ist  andrerseits  jedoch,  wieso  ihm  in  dieser  Konstellation  der  Abzug  der 

bezahlten Fr. 25'000.- verweigert werden sollte:  

Wenn die Weisung im Abschnitt D, Ziff. II Abs. 2 vorgibt, dass bei Depotwer-

ten  über  Fr. 2'000'000.-  die  3‰-Pauschale  nur  abgezogen  werden  darf,  "sofern"  die 

dem  Vermögensverwalter  bezahlte  Pauschalgebühr  diesen  Betrag  erreicht  (im  vorer-

wähnten Beispiel also Fr. 30'000.-), so kann damit nicht gemeint sein, dass andernfalls 

die bezahlte Pauschalgebühr nicht abgezogen werden kann. Die Zusatzvoraussetzung 

in  Abs. 2  begrenzt  nach  ihrem  Sinngehalt  allein  die  in  Abs. 1  bei  Depotwerten  bis 

Fr. 2'000'000.-  in  Kauf  genommene  Möglichkeit,  dass  bei  Beanspruchung  der  Pau-

schale sogar mehr als die tatsächlich bezahlten Gebühren in Abzug gebracht werden 

können.  Die  wörtliche  Auslegung  der  Vorinstanz  (bzw.  deren  restriktive  Interpretation 

des an sich offener gehaltenen Wortlauts; dazu sogleich) führt zu keinem vernünftigen 

Resultat. Sie ist zunächst falsch, weil von vornherein feststeht, dass in Pauschalkosten 

anteilsmässig in jedem Fall auch abziehbare Kosten enthalten sind, was mithin (losge-

löst von der Weisung) eine entsprechende Schätzung auslösen müsste. Wenn alsdann 

die Weisung vorgibt, dass bei nicht spezifizierten Pauschalgebühren "schätzungsweise 

3‰" des verwalteten Wertschriftenvermögens abgezogen werden können, so folgt da-

raus,  dass  dort,  wo  die  effektiv  bezahlten  Pauschalgebühren  unter  diesem  von  der 

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Steuerbehörde grundsätzlich tolerierten Mass liegen, eben auf die Letzteren abzustel-

len ist. Alles andere liefe darauf hinaus, Steuerpflichtige, welche in Bezug auf pauscha-

le  Vermögensverwaltungsgebühren  die  tolerierte  3‰-Schwelle  betragsmässig  nicht 

ganz  erreichen, schlechter  zu behandeln  als  diejenigen,  bei  welchen dies der  Fall  ist. 

Es  ist  nicht  einzusehen,  weshalb  bei  Erreichen  oder  Überschreiten  der  3‰-Schwelle 

die gesamten Kosten im Umfang des entsprechenden 3‰-Betrags abgezogen werden 

können,  bei  Nichterreichen  jedoch kein  Abzug gewährt  wird.  Eine  solche  Ungleichbe-

handlung liesse sich auch nicht mit dem Gebot einer Schematisierung rechtfertigen.  

ee)  Bemerkungsweise  bleibt  nach  dem  Gesagten  noch  anzufügen,  dass  die 

Weisung  sowohl  inhaltlich  als  auch  von  der  Formulierung  her  wenig  überzeugt  und 

überarbeitungsbedürftig erscheint:  

Beabsichtigte  das  Steueramt  nämlich  eine  Verschärfung  der  Nachweispflicht 

abzugsfähiger  Vermögensverwaltungskosten 

im  Bereich  von  Vermögen  über 

Fr. 2'000'000.-, so wäre im Abschnitt D, Ziff. II der Weisung der zweite Absatz gänzlich 

zu streichen. Wird in Letzterem jedoch im Umfang von 3‰ des verwalteten Vermögens 

eine Entlastung der Nachweispflicht bei Pauschalgebühren vorgegeben, so sind diese 

3‰  als  Obergrenze  zu  verstehen  und  trifft  die  Beweisentlastung  folglich  den  Bereich 

von 0‰ - 3‰. Um die Weisung im Wortlaut damit in Einklang zu bringen, müsste dem-

zufolge etwa "schätzungsweise 3‰" durch "schätzungsweise bis 3‰" ersetzt werden.  

3. Diese Erwägungen führen zur Gutheissung der Rechtsmittel. Ausgangsge-

mäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Beschwerdegegnerin/dem  Rekursgegner 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). Den Pflichtigen ist sodann die 

beantragte  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64 

Abs. 1  des  Bundesgesetzes über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968 

bzw.  §  152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom 

24. Mai 1959/6. September 1987).  

1 DB.2016.129 
1 ST.2016.153 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführer  werden  für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2011,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 12'393'400.-   (satzbestimmend  Fr.  12'505'300.-)  veranlagt  (Tarif  gemäss 

Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif).  

2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern,  Steuerperiode  2011,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 11'867'800.- (satzbestimmend  Fr. 12'503'900.-)  und einem steuerbaren  Vermö-

gen  von  Fr. 453'836'000.-  (satzbestimmend  Fr.  471'544'000.-)  eingeschätzt  (Tarif 

gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif). 

[…] 

1 DB.2016.129 
1 ST.2016.153