# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d7ea0a2-4846-592a-9f82-6b26c683f09d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-20
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 20.10.2022 BS 2022 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2022-85_2022-10-20.pdf

## Full Text

20220929_163856_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 85

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Gerichtsschreiber lic.iur. C. Schwegler

Beschluss vom 20. Oktober 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________,
amtlich verteidigt durch RA lic.iur. C.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch STA lic.iur. E.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Haftentlassung

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, führt eine Strafuntersuchung gegen 
B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wegen sexueller Handlungen mit Kindern und 
mehrfacher Pornografie (Verfahren 1A 2021 1806). Dem Beschwerdeführer wird im 
Wesentlichen Folgendes vorgeworfen:

Er habe am tt.mm. 2020 im Schwimmbad H.________ in I.________ einer Vierjährigen im 
Nichtschwimmerbecken zwischen die Beine an die Vagina gegriffen. Zudem soll er im 
Zeitraum tt. bis tt.mm. 2021 über die Plattform "J.________" seinem 13-jährigen, in 
K.________ wohnhaften Chatpartner kinderpornografische Inhalte gezeigt und diesen 
aufgefordert haben, sich nackt auszuziehen. Sodann soll er am tt.mm. 2021 über die 
Plattform "J.________" seinen in L.________ wohnhaften Chatpartnerinnen ein Video mit 
kinderpornografischem Inhalt gezeigt haben. Schliesslich soll er am tt.mm. 2022 
kinderpornographische Inhalte verbreitet und diese namentlich einem in K.________ 
wohnhaften Nutzer der Plattform "J.________" gezeigt haben. 

In zwei Fällen benutzte der Beschwerdeführer eine VPN-Verbindung zur M.________, die 
dem User "B.________", also ihm, zugeordnet werden konnte, in einem Fall benutzte er 
seinen Internetheimanschluss. 

2. Der Beschwerdeführer wurde am 11. Mai 2022 von der Kantonspolizei N.________ an 
seinem Wohnort in O.________ festgenommen und mit Verfügung des 
Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks N.________ vom 13. Mai 2022 in 
Untersuchungshaft versetzt. Die vom Beschwerdeführer gegen den 
Haftanordnungsentscheid erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons 
N.________ mit Beschluss vom 14. Juni 2022 ab. Das Bundesgericht wies am 15. August 
2022 die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde in Strafsachen ab (Urteil 
1B_377/2022). 

3. Bereits mit Verfügung vom 17. Mai 2022 trat die Staatsanwaltschaft II des Kantons 
N.________ ihre Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer an die Staatsanwaltschaft 
des Kantons Zug ab.

4. Am 5. August 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug beim 
Zwangsmassnahmengericht die Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate. Das 
Zwangsmassnahmengericht verlängerte die Untersuchungshaft gleichentags provisorisch 
und mit Verfügung vom 17. August 2022 einstweilen bis längstens 5. November 2022 
(Verfahren SZ 2022 66).

5. Mit Eingabe vom 22. August 2022 stellte der Beschwerdeführer bei der Staatsanwaltschaft 
ein Gesuch um unverzügliche Entlassung aus der Untersuchungshaft. Die 
Staatsanwaltschaft entsprach diesem Gesuch nicht und leitete es am 25. August 2022 mit 
dem Antrag auf Abweisung sowie Anordnung einer Sperrfrist für neue 
Haftentlassungsgesuche für die Dauer eines Monats an das Zwangsmassnahmengericht 
zum Entscheid weiter. Mit Verfügung vom 2. September 2022 wies das 
Zwangsmassnahmengericht das Haftentlassungsgesuch des Beschwerdeführers und den 

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Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung einer Sperrfrist für neue 
Haftentlassungsgesuche für die Dauer eines Monats ab (Verfahren SZ 2022 70).

6. Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. September 2022 Beschwerde bei 
der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts erheben mit folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 2. September 2022 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführer sei umgehend aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

3. Dem Beschwerdeführer seien sämtliche beschlagnahmten Geräte und Datenträger in 
einwandfreiem Zustand zurückzugeben,

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

7. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 30. September 2022 auf eine 
Vernehmlassung. 

8. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der innert erstreckter Frist eingereichten 
Vernehmlassung vom 11. Oktober 2022 die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen

1. Die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die 
Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfechten 
(Art. 222 StPO).

2. Nach Art. 221 Abs. 1 StPO sind Untersuchungs- und Sicherheitshaft nur zulässig, wenn die 
beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt ist und 
ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu 
erwartenden Sanktion entzieht (lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, 
um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (lit. b), oder durch schwere Verbrechen oder 
Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige 
Straftaten verübt hat (lit. c). Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an 
Stelle der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft eine oder mehrere Massnahmen an, wenn 
sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen.

3. Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts im Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO ist 
keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweise 
vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse 
genügend konkrete Anhaltspunkte für ein Verbrechen oder Vergehen und eine Beteiligung 
der beschuldigten Person an dieser Tat vorliegen, die Strafbehörden somit das Bestehen 
eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im 
Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, 
wonach das untersuchte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen 
Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte. Zur Frage des dringenden Tatverdachts bzw. zur 

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Schuldfrage ist weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen noch dem 
erkennenden Strafgericht vorzugreifen. Zu Beginn der Strafuntersuchung sind die 
Anforderungen an den dringenden Tatverdacht geringer als in späteren Stadien. Im Laufe 
des Strafverfahrens ist ein immer strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit 
des Tatverdachts zu stellen. Nach Durchführung der in Betracht kommenden 
Untersuchungshandlungen muss eine Verurteilung als wahrscheinlich erscheinen (zum 
Ganzen: BGE 143 IV 330 E. 2.1). 

Die Frage, ob strafprozessuale Beweisverwertungsverbote vorliegen, ist grundsätzlich vom 
erkennenden Gericht zu beurteilen. Im Haftprüfungsverfahren reicht es aus, wenn die 
Verwertbarkeit der Beweismittel, welche den Tatverdacht begründen, nicht von vornherein 
ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesgerichts 1B_326/2009 vom 11. Mai 2010 E. 
4.2, 1B_409/2017 vom 10. Oktober 2017 E. 3.2 und 1B_694/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 
3.4).

4. Im Rahmen der Strafuntersuchung verfügte die Staatsanwaltschaft des Kantons N.________ 
bei der M.________ am 2. Februar 2022 die Edition in Bezug auf Personalien, Anschrift und 
Teilnehmererkennung des Teilnehmers, dem eine bestimmte öffentliche IP-Adresse zu einem 
bestimmten Zeitpunkt zugewiesen war. Sodann forderte sie die M.________ am 21. April 
2022 auf, gespeicherte Logs im Zusammenhang mit einer bestimmten IP-Adresse bekannt 
zu geben. 

4.1 Der Beschwerdeführer macht zum dringenden Tatverdacht zusammengefasst geltend, diese 
Erhebung der Daten sei in zweierlei Hinsicht nicht rechtskonform gewesen. Die 
Staatsanwaltschaft N.________ habe mit der direkten Edition bei der M.________ die 
Gültigkeitsvorschrift nach Art. 26 Abs. 2 Verordnung über die Überwachung des Post- und 
Fernmeldeverkehrs (VÜPF) verletzt. Sodann enthielten die von der M.________ der 
Staatsanwaltschaft des Kantons N.________ im Februar 2022 bzw. Mai 2022 gelieferten 
Informationen keine Bestandesdaten, sondern Verbindungs-/Randdaten im Sinne von Art. 
273 StPO und seien demnach mangels richterlicher Genehmigung nicht als Beweismittel 
verwertbar, was auch für sämtliche Folgebeweise gelte.

4.2 Demgegenüber vertritt das Zwangsmassnahmengericht die Auffassung, dass in beiden 
Fällen nicht genehmigungspflichtige Bestandesdatenerhebungen vorlägen, so dass sowohl 
deren Ergebnisse als auch die aufgrund dieser erhobenen bzw. noch zu erhebenden 
Beweise verwertbar seien. 

4.3 Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Überwachung des Post- und 
Fernmeldeverkehrs (BÜPF) betreibt der Bund einen Dienst für die Überwachung des Post- 
und Fernmeldeverkehrs gemäss Art. 269 StPO. Nach Art. 22 BÜPF sind die Anbieterinnen 
von Fernmeldediensten verpflichtet, dem Dienst alle Angaben zu liefern, welche die 
Identifikation der Täterschaft ermöglichen. Besteht der dringende Verdacht, ein Verbrechen, 
ein Vergehen oder eine Übertretung nach Art. 179septies StGB sei begangen worden, und sind 
die Voraussetzungen nach Art. 269 Abs. 1 Buchstaben b und c StPO erfüllt, so kann die 
Staatsanwaltschaft die Randdaten des Fernmeldeverkehrs gemäss Art. 8 Buchstabe b BÜPF 
und die Randdaten des Postverkehrs gemäss Art. 19 Abs. 1 Buchstabe b BÜPF der 

https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/54/757_781_799/de#art_144_bis

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überwachten Person verlangen (Art. 273 Abs. 1 StPO). Die Anordnung bedarf der 
Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht (Art. 273 Abs. 2 StPO). 

Nicht unter die Bestimmung von Art. 273 StPO fallen die eigentlichen Bestandesdaten, also 
die Daten über feststehende Abonnementsverhältnisse, die sich nicht auf einzelne 
Gespräche oder Sendungen beziehen und deren Erhebung in Art. 21 BÜPF geregelt ist. 
Keine Randdatenerhebung liegt insbesondere vor, wenn nach Art. 22 BÜPF Auskünfte zur 
Identifikation der Täterschaft eingeholt werden sollen, wenn Straftaten über das Internet 
begangen wurden. Wird in diesem Fall die Internet-Anbieterin verpflichtet, der zuständigen 
Behörde alle Angaben zu machen, die eine Identifikation des Urhebers oder der Urheberin 
ermöglichen, dann geht es dabei nicht um die Frage, wer wann mit wem kommuniziert hat 
(also um die Edition von Randdaten), sondern nur darum, wer einen bestimmten Dienst zu 
einem bekannten Zeitpunkt benutzt hat, also grundsätzlich um die Edition eines 
Bestandesdatums (vgl. Hansjakob/Pajarola, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 273 StPO N 47 ff. m.H.).

IP-Adressen werden bei Benutzung durch Private üblicherweise immer noch dynamisch 
zugeteilt, so dass jeder private Benutzer bei jeder Internet-Session von seiner Anbieterin 
eine neue IP-Adresse zugeteilt erhält. Wenn die Staatsanwaltschaft wissen will, wer eine 
bekannte IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt verwendet hat, dann muss die 
Anbieterin eine Liste der Zuordnungen von dynamischen IP-Adressen an ihre Kunden 
konsultieren, die gleich aufgebaut ist wie die Liste der Randdaten des Telefonverkehrs. Der 
Unterschied liegt aber darin, dass die Staatsanwaltschaft nicht wissen will, wer wann mit 
wem kommuniziert hat, was eine klassische Randdatenerhebung nach Art. 273 StPO wäre, 
sondern bloss, wer eine bestimmte IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt für eine 
Kommunikation verwendet hat, deren Randdaten schon bekannt sind, wobei allerdings eben 
die bekannte IP-Adresse noch nicht zum Benutzer führt, sodass dieser von der Anbieterin 
noch zu ermitteln ist. Trotzdem handelt es sich nicht um eine Randdatenerhebung (wer hat 
mit wem wann kommuniziert?), sondern um eine Bestandesdatenabfrage (wer hat die 
bekannte IP-Adresse zu einem bekannten Zeitpunkt für eine bekannte Kommunikation 
verwendet?) (Hansjakob/ Pajarola, a.a.O., Art. 273 StPO N 50 f.; vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_656/2015 vom 16. Dezember 2016 E. 1.3.2).

4.4 Am 30. Dezember 2021 stellte die Staatsanwaltschaft F.________ (L.________) bei der 
Staatsanwaltschaft des Kantons N.________ ein Rechtshilfeersuchen. Diesem lag 
zusammengefasst der Sachverhalt zugrunde, dass eine bislang unbekannte Täterschaft im 
Verdacht stehe, am tt.mm. 2021 an einem noch festzustellenden Ort eine pornografische 
Darstellung einer minderjährigen Person anderen zugänglich gemacht zu haben, indem sie 
diese in Privatchats über das Chatportal "J.________" an verschiedene Personen versendet 
habe. Gemäss den Ermittlungen der L.________ Polizei sei aus der von "J.________" 
übermittelten Liste an Chatkontakten u.a. die öffentliche IP-Adresse G.________ beim 
Internet-Zugangsdienst der M.________ herausgefiltert worden, deren Teilnehmer als 
Tatverdächtige in Betracht kämen. Die Staatsanwaltschaft F.________ ersuchte die 
Staatsanwaltschaft des Kantons N.________ um Ermittlungen beim Internet-Zugangsdienst 
bei der M.________ hinsichtlich dieser IP-Adresse, namentlich um Bekanntgabe von 
Personalien, Anschrift und Teilnehmererkennung des Teilnehmers, dem diese öffentliche IP-
Adresse am tt.mm. 2021 um XX.XX. Uhr zugewiesen worden sei (act. 1/3).

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4.4.1 Die Staatsanwaltschaft des Kantons N.________ trat mit Verfügung vom 2. Februar 2022 auf 
dieses Rechtshilfeersuchen ein und verpflichtete die M.________, der Staatsanwaltschaft 
Personalien, Anschrift und Teilnehmererkennung der Teilnehmerin/des Teilnehmers, der/dem 
die öffentliche IP-Adresse G.________ am tt.mm. 2021 um XX.XX. Uhr zugewiesen war, 
schriftlich bekannt zu geben (act. 1/3).

4.4.2 Die M.________ kam dieser Verpflichtung am 17. Februar 2022 nach und gab der 
Staatsanwaltschaft des Kantons N.________ die Personalien und die Anschrift des 
Beschwerdeführers sowie seine Teilnehmererkennung an (act. 1/4).

4.4.3 Der Staatsanwaltschaft ging es somit darum, zu ermitteln, wer die ihr aufgrund des Rechts-
hilfeersuchens der Staatsanwaltschaft F.________ bereits bekannte und auf die M.________ 
registrierte IP-Adresse zum betreffenden Zeitpunkt verwendet hat. Die Staatsanwaltschaft 
hat die M.________ gerade nicht aufgefordert, ihr mitzuteilen, wer wann mit wem 
kommuniziert hat. Erhoben wurden somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
gerade nicht Randdaten, sondern lediglich Bestandesdaten. Für solche Anordnungen bedarf 
es aber keiner Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht nach Art. 273 Abs. 2 
StPO. Folglich kann nicht gesagt werden, die Staatsanwaltschaft habe durch die direkte 
Edition bei der M.________ die Gültigkeitsvorschrift nach Art. 26 Abs. 2 VÜPF verletzt: Die 
Genehmigungspflicht betrifft nur Überwachungen, also die Edition von 
Kommunikationsdaten. Bestandesdaten unterliegen nicht dem Fernmeldegeheimnis. Ihre 
Edition kann also ausserhalb des Überwachungsverfahrens angeordnet werden 
(Hansjakob/Pajarola, a.a.O., Art. 272 StPO N 10). Demnach handelt es sich entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers bei den von der M.________ gelieferten Daten nicht um 
Beweise, welche die Staatsanwaltschaft unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben 
hat und welche nach Art. 141 Abs. 2 StPO nicht verwertet werden dürften.

4.5 Mit Editionsverfügung vom 21. April 2022 forderte die Staatsanwaltschaft des Kantons 
N.________ die M.________ zudem auf, ihr die gespeicherten Logs im Zusammenhang mit 
der IP-Adresse P.________ herauszugeben. Zur Begründung gab die Staatsanwaltschaft an, 
gegen eine zurzeit noch unbekannte Täterschaft ein Strafverfahren wegen sexueller 
Handlungen mit Kindern etc. zu führen. Die unbekannte Täterschaft habe gemäss aktuellem 
Ermittlungsstand am tt.mm. 2022 zwischen XX.XX. und XX.XX. Uhr die IP-Adresse 
P.________ genutzt, als sie auf einem Video-Chatportal strafrechtlich relevante Livebilder, 
die den Missbrauch eines Kindes zeigten, über eine Videochat-Plattform verbreitet. Diese IP-
Adresse habe der M.________ zugeordnet werden können (act. 1/6). Mit Schreiben vom 
4. Mai 2022 gab die M.________ die geforderten Informationen heraus. Dabei wurden auch 
neun Netzwerkverbindungen zur betreffenden Tatzeit und der betreffenden IP-Adresse zu 
J.________ erwähnt. Sodann wurde erwähnt, dass ein Netflow in Bezug auf Dauer und 
Volumen der transferierten Daten heraussteche (Vi GD 6/2). 

Auch mit der Editionsverfügung vom 21. April 2022 verlangte die Staatsanwaltschaft des 
Kantons N.________ von der M.________ somit Auskunft darüber, wer die ihr bereits 
bekannte IP-Adresse zu einem ihr ebenfalls bereits bekannten Zeitpunkt und für eine ihr 
darüber hinaus bekannte Kommunikation verwendet hatte. Sie holte darüber hinaus aber 
Zusatzinformationen, nämlich die Logs im Zusammenhang mit der betreffenden IP-Adresse, 

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ein. Bei diesen Zusatzinformationen ist nun zweifelhaft, ob es sich dabei noch um 
genehmigungsfreie Bestandesdaten handelt. Wie es sich damit konkret verhält, ist aber, wie 
erwähnt, zu gegebener Zeit vom zuständigen Sachgericht zu beurteilen. Sollte dieses zum 
Schluss kommen, dass es sich bei der Verfügung vom 21. April 2022 um eine Edition von 
bewilligungspflichtigen Randdaten handelt, ändert dies nichts daran, dass bereits mit der 
ersten Edition vom 2. Februar 2022 die Identität des Beschwerdeführers – nämlich 
Personalien, Anschrift und Teilnehmererkennung – zweifelsfrei festgestellt werden konnte. 
Damit liegt zumindest im Zusammenhang mit den Handlungen vom XX.XX. 2021 ein 
dringender Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer vor. Zusammen mit den weiteren 
Vorwürfen, bei denen die Zulässigkeit der Beweismittelverwertung nicht in Frage steht, 
genügt dieser Verdacht, um die Untersuchungshaft aufrechtzuerhalten. 

5. Im Zusammenhang mit dem besonderen Haftgrund der Wiederholungsgefahr, der 
Verhältnismässigkeit der Untersuchungshaft und der Möglichkeit der Anordnung von 
Ersatzmassnahmen verwies das Zwangsmassnahmengericht auf das Urteil des 
Bundesgerichts 1B_377/2022 vom 15. August 2022, das den Beschwerdeführer betraf. Darin 
begründete das Bundesgericht, weshalb der besondere Haftgrund der Wiederholungsgefahr 
gegeben sei (E. 6). Sodann hielt es fest, aufgrund des Vorangegangenen sei nicht davon 
auszugehen, dass Ersatzmassnahmen, einzeln oder in Kombination, die 
Wiederholungsgefahr bannen könnten (E. 7). Und schliesslich drohe noch keine Überhaft, 
insbesondere weil der Beschwerdeführer bereits im vorhergehenden Strafverfahren 33 
Monate im stationären Massnahmenvollzug verbracht habe, eine solche Massnahme 
gutachterlich empfohlen werde und im Falle einer Verurteilung ernsthaft mit der 
Rückversetzung in den stationären Massnahmenvollzug zu rechnen sei (E. 8.1.4). Darauf 
kann an dieser Stelle verwiesen werden. An dieser Einschätzung ändert sich entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers auch dann nichts, wenn sich bestimmte Beweismittel 
bezüglich der Handlungen vom XX.XX. 2022 als unverwertbar erweisen sollten. 

6. Nach dem Gesagten hat das Zwangsmassnahmengericht das Haftentlassungsgesuch des 
Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen. Damit besteht derzeit aufgrund des hängigen 
Untersuchungsverfahrens kein Anspruch des Beschwerdeführers auf Rückgabe der 
beschlagnahmten Geräte und Datenträger. Die Beschwerde erweist sich somit als 
unbegründet und ist abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der amtliche Verteidiger ist für das Beschwerdeverfahren 
unabhängig von den Erfolgsaussichten der Beschwerde angemessen aus der Gerichtskasse 
zu entschädigen, nachdem es sich um eine notwendige Verteidigung handelt (Urteil des 
Obergerichts Zug vom 20. Juli 2017, in: CAN 2017 S. 246 ff. = GVP 2017 S. 182 ff.). Der 
Beschwerdeführer hat dem Staat diese Kosten zu ersetzen, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).

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Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 1'000.00Gebühren
CHF 20.00 Auslagen
CHF 1'020.00Total

und werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic.iur. C.________, wird für das 
Beschwerdeverfahren mit CHF 2'500.00 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Der Beschwerdeführer hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung von 
CHF 2'500.00 zu vergüten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

4. Gegen Ziff. 3 Abs. 1 dieses Entscheides ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in 
Verbindung mit Art. 393 ff. StPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung 
des Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids beim 
Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

5. Gegen die übrigen Ziffern dieses Entscheides ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich 
nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

6. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Zwangsmassnahmengericht (SZ 2022 70; unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: