# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b4b70e6-2134-5fcf-aa5e-1f8d05124711
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.01.2015 SB140365
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140365_2015-01-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140365-O/U/cw 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, die Ersatzoberrichter 

lic. iur. Ernst und Dr. Mazan sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Schneeberger 

 

Urteil vom 16. Januar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  

Privatkläger und Anschlussberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend schwere Körperverletzung und Widerruf 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung,  

vom 12. März 2014 (DG130092) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2. Oktober 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 18). 

Urteil der Vorinstanz: 

1.  Der Beschuldigte ist schuldig der schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 StGB. 

2.   Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 261 Tage durch Haft erstanden sind. 

3.   Die mit Strafbefehl des Le Ministère Public des Kantons Genf vom 6. Juni 

2012 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 24 Tagessätzen à Fr. 120.– wird 

widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen. 

4.   Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des weiteren Umfanges des Schadenersatzan-

spruches wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5.   Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 10'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 24. Juni 2013 als Genugtuung zu bezahlen.  

6.   Die vom Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer ... sicher-

gestellten sowie dort gelagerten Gegenstände des Beschuldigten, 

- Plastiktragtasche inkl. Inhalt (Asservat-Nr. ...) 

- Rüstmesser "Victorinox" (Asservat-Nr. …) 

- Herrenunterwäsche (Asservat-Nr. ...) 

- 1 Herrenhose (Asservat-Nr. ...) 

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- 1 Paar Turnschuhe (Asservat-Nr. ...) 

- 1 Paar Herrensocken (Asservat-Nr. ...) 

- Shirt (Asservat-Nr. ...), 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlan-

gen hin zurückgegeben. Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen 

zurückverlangt, so wird der Verzicht angenommen. 

7.   Die vom Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer ... sicher-

gestellten sowie dort gelagerten Gegenstände des Privatklägers, 

- Herrenunterwäsche (Asservat-Nr. ...) 

- 1 Paar Herrensocken (Asservat-Nr. ...) 

- Halsbekleidung (Dreieckstuch, Asservat-Nr. ...) 

- Shirt (Asservat-Nr. ...) 

- Pullover (Asservat-Nr. ...) 

- Herrenhose (Asservat-Nr. ...) 

- Herrenjacke (Asservat-Nr. ...) 

- Turnschuhe (Asservat-Nr. ...) 

werden dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen 

hin zurückgegeben. Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen zu-

rückverlangt, so wird der Verzicht angenommen.  

8.   Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

23. September 2013 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse auf-

bewahrte Küchentuch sowie das Fleischermesser (Gesamtlänge 32cm, Griff 

rot) werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung über-

lassen. 

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9.   Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 2'963.05   Auslagen Vorverfahren 

Fr. 12'500.–   amtliche Verteidigungskosten inkl. MwSt. 

Fr. 2'707.30   Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung Rechts-   anwältin lic. iur. Z._____, inkl. MwSt. 

Fr. 6'700.–   Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung Rechts- 
  anwältin lic. iur. Y._____, inkl. MwSt. 

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt; davon 

ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche 

einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der 

Gerichtskasse übernommen werden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 87 S. 2) 

1. Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen, und es 

sei ihm eine angemessene Entschädigung für die erlittene Haft zuzuer-

kennen.  

2. Eventualiter: Es sei der Beschuldigte im Sinne von Art. 122 Ziff. 1 in 

Verbindung mit Art. 16 StGB zu bestrafen.  

3. Es sei der Beschuldigte mit einem Freiheitsentzug von 18 Monaten zu 

bestrafen, wovon 9 Monate bedingt aufgeschoben werden sollen, wo-

bei die bis heute erstandene Haft anzurechnen ist.  

- 5 - 

4. Es sei im Falle der Verurteilung meines Klienten der Entscheid des Mi-

nistère Public des Kantons Genf vom 6. Juni 2012 zu widerrufen.  

5. Es seien die mit Verfügung vom 23.9.2013 beschlagnahmten Gegen-

stände definitiv einzuziehen und zu vernichten.  

6. Zivilansprüche und Genugtuungsforderungen von Seiten des Privatklä-

gers seien abzuweisen.  

7. Die Kosten des Verfahrens, inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung, 

seien im Falle einer Verurteilung auf die Staatskasse zu nehmen, je-

doch definitiv abzuschreiben.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 77, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

c) Der Vertreterin der Privatklägerschaft: 

(Urk. 84 S. 1) 

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 45'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 24. Juni 2013 zu be-

zahlen.  

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Am 12. März 2014 fand im vorliegenden Strafverfahren die Hauptverhand-

lung vor Bezirksgericht Bülach statt (Prot. I S. 7 ff.). Gleichentags fällte das Be-

zirksgericht Bülach das obgenannte Urteil (Prot. I S. 66 ff.). Das Urteil wurde 

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mündlich eröffnet und im Dispositiv dem Beschuldigen sowie dem Privatkläger 

übergeben (Urk. 46) und der Staatsanwaltschaft zugestellt (Urk. 47). Am 13. März 

2014 meldete der Beschuldigte beim Bezirksgericht Bülach Berufung an (Urk. 48). 

Das begründete Urteil (Urk. 63 [=Urk. 68]) wurde vom Beschuldigten bzw. seinem 

Verteidiger am 4. August 2014 entgegengenommen (Urk. 64). 

2. In seiner Berufungserklärung focht der Beschuldigte die Dispositiv-Ziffern 1 

bis 5 (Aufhebung des Schuldspruchs, eventuell mildere Bestrafung wegen Not-

wehr; Verzicht auf einen Widerruf; keine Verpflichtung zur Bezahlung von Scha-

denersatz und Genugtuung) sowie die Dispositiv-Ziffern 9 und 10 (Festsetzung 

und Auflage der Kosten) an und beantragte überdies eine Entschädigung für den 

erlittenen Freiheitsentzug (Urk. 72). Der Privatkläger beantragte mit seiner An-

schlussberufung in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5 eine Erhöhung der Genug-

tuung auf Fr. 45'000.00 zuzüglich Zins (Urk. 78). Die Staatsanwaltschaft verzich-

tete auf eine Anschlussberufung (Urk. 77). Das Gesuch der Staatsanwaltschaft 

um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung wurde am 

10. Oktober 2014 bewilligt (Urk. 77). 

3. Am 20. Oktober 2014 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 16. Januar 2015 vorgeladen (Urk. 83).  

4. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. Januar 2015 stellte der Be-

schuldigte die oben aufgeführten Anträge (Urk. 87 S. 2 f.). Der Privatkläger stellte 

die oben erwähnten Anträge (Urk. 84 S. 1) 

II. Prozessuales 

1. In der Berufungserklärung beschränkte der Beschuldigte seine Berufung auf 

die Dispositiv-Ziffern 1-5 sowie 9 und 10. Der Privatkläger beschränkte seine An-

schlussberufung auf Dispositiv-Ziffer 5. Das angefochtene Urteil blieb in Bezug 

auf die Rückgabe der sichergestellten Gegenstände (Dispositiv-Ziffern 6 und 7) 

sowie die Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände (Dispositiv-Ziffer 8) un-

angefochten.  

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2. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den ange-

fochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Soweit das Urteil nicht beanstandet 

wurde, erwächst es in Rechtskraft (Art. 437 StPO). Es ist somit festzustellen, dass 

das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 12. März 2014 bezüglich 

der Dispositiv-Ziffern 6 (Rückgabe der sichergestellten Gegenstände an den Be-

schuldigten), 7 (Rückgabe der sichergestellten Gegenstände an den Privatkläger) 

und 8 (Einziehung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

III. Sachverhalt 

1. Der Sachverhalt ist umstritten und muss daher erstellt werden. Die Staats-

anwaltschaft geht in der Anklageschrift im Wesentlichen davon aus, dass der Be-

schuldigte am Abend des 24. Juni 2013 auf der Bahnhofwiese/Giebeleichstrasse 

in Glattbrugg Opfikon mit dem Privatkläger vorerst in einen verbalen Streit geraten 

sei. Gegen 20.10 Uhr sei der aufgebrachte Beschuldigte mit seinem Velo zu sich 

nach Hause gefahren, habe dort ein grosses Fleischermesser (Klingenlänge 

ca. 20cm, maximale Klingenbreite ca. 4,5cm) sowie ein Küchentuch behändigt 

und diese Gegenstände zusammen mit Fussbällen in einen Plastiksack gelegt. 

Anschliessend sei der Beschuldigte gegen 20.20 Uhr unter Mitnahme des Plastik-

sacks mit dem Velo zur Bahnhofswiese zurückgefahren, habe das Velo am Rand 

der Wiese abgestellt und das Fleischermesser zur Hand genommen, wobei er es 

mit einem Küchentuch umwickelt habe. So ausgerüstet sei er über die Bahnhofs-

wiese in Richtung der gegenüberliegenden Sitzbänke gegangen, wo sich immer 

noch der Privatkläger aufgehalten habe, der unterdessen mit einer Metallstablam-

pe in der Länge von ca. 50cm in der Hand auch auf die Wiese getreten sei. Als 

sich der Beschuldigte und der Privatkläger in der Mitte der Bahnhofswiese gegen-

über gestanden seien, habe der noch immer wütende Beschuldigte dem Privat-

kläger mit entsprechender Verletzungsabsicht das Fleischermesser in den rech-

ten Oberbauch gestossen. Darauf habe der Privatkläger dem Beschuldigten drei 

Schläge mit der Stablampe gegen den Kopf versetzt. Durch den Messerstich in 

den rechten Oberbauch habe der Privatkläger dort eine ca. 5cm lange und 

ca. 4cm breite Stichwunde erlitten, wobei der Stichkanal von der Einstichstelle am 

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rechen Oberbauch unter der Leber Richtung Bauchspeicheldrüse bis zur Milz ver-

laufen sei und ein Blutgefäss im Bereich der Bauchspeicheldrüse verletzt habe, 

was eine sofortige Operation des Privatklägers im Zürcher Universitätsspital mit 

Eröffnung des Bauchraumes nötig gemacht habe. Durch die drei Schläge mit der 

ca. 50cm langen Metallstablampe auf den Kopf des Beschuldigten habe dieser im 

Bereich der oberen Stirn eine Rissquetschwunde und an der Kopfseite rechts und 

am Hinterkopf je ein Hämatom erlitten. 

2. Nach schwankenden Aussagen im Verlauf der Untersuchung anerkennt der 

Beschuldigte ausdrücklich, dass er im Anschluss an eine erste (verbale) Ausei-

nandersetzung mit dem Privatkläger mit dem Velo nach Hause gefahren sei, dort 

ein Fleischermesser behändigt habe, mit diesem Fleischermesser zur Bahnhofs-

wiese zurückkehrt sei und alsdann dieses Messer bei der anschliessenden (tätli-

chen) Auseinandersetzung effektiv auch gegen den Privatkläger eingesetzt habe 

(Urk. 45 S. 3 Abs. 2, S. 4 Abs. 3).  

3. In Abweichung von der Darstellung der Staatsanwaltschaft macht der Be-

schuldigte jedoch geltend, er habe das Messer nur geholt, um den Privatkläger 

damit einzuschüchtern. Keineswegs habe er die Absicht gehabt, den Privatkläger 

damit zu verletzen (Urk. 45 S. 8 Abs. 3, S. 13 Abs. 2 und S. 14). Er - der Beschul-

digte - habe nicht als erster das Messer eingesetzt, sondern er sei zuerst vom 

Privatkläger mit der eisernen, 50cm langen Stablampe angegriffen und dreimal 

auf den Kopf geschlagen worden. Er - der Beschuldigte - habe dann keine andere 

Möglichkeit mehr gesehen, sich zu wehren, und habe mit dem Messer in Richtung 

des Privatklägers gestossen, welcher weiterhin auf ihn - den Beschuldigten - mit 

der Stablampe eingeschlagen habe (Urk. 45 S. 9 Mitte und S. 13 f.). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung führte er zum Tatgeschehen aus, er habe aufgrund der 

Schläge des Privatklägers mit der Metallstablampe reflexartig zugestochen, es sei 

aber der Privatkläger gewesen, welche zuerst zugeschlagen habe (Prot. II S. 7 

und S. 17). In Bezug auf dieses umstrittene Geschehen ist daher im Folgenden 

der Sachverhalt zu erstellen.  

 a. Der Zeuge C._____, der mit dem Beschuldigten befreundet ist (Urk. 6/1 

S. 6), führte aus, dass der Beschuldigte nach einer ersten Auseinandersetzung 

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mit dem Privatkläger mit dem Velo nach Hause gefahren und ca. 5 Minuten später 

mit dem grossen Fleischmesser zurückgekommen sei. Der Beschuldigte habe 

das Messer in ein Küchentuch gewickelt. Das habe er gesehen, weil er unmittel-

bar vor ihm im Abstand von vielleicht einem Meter gestanden sei. Er habe dann 

dem Beschuldigten gesagt, er solle das Messer weglegen, sonst würde die Sache 

noch ausarten. Er habe das nicht nur einmal, sondern mehrmals zum Beschuldig-

ten gesagt. Er habe dann aber selbst nach hinten ausweichen müssen, damit er 

nicht vom Beschuldigten mit dem Messer belangt worden sei. Der Beschuldigte 

sei sehr erregt gewesen, "jenseits von Eden". Der Beschuldigte und der Privatklä-

ger seien dann aufeinander zugegangen und hätten sich etwa in der Mitte der 

Bahnhofswiese getroffen. Dann habe es geklingelt und geknallt. Der Beschuldigte 

sei dann am Boden gelegen. Er sei dann wieder aufgestanden und weggegan-

gen, und zwar auf die andere Strassenseite. Der Privatkläger sei zu ihnen zu den 

Bänken zurückgekommen. Er - der Zeuge - habe dann gesehen, dass der Privat-

kläger einen Schlitz im T-Shirt gehabt habe und habe ihn aufgefordert, das Shirt 

zu heben. Er habe dann die Stichverletzung gesehen und dass ein Stück Darm 

aus dem Bauch gekommen sei. Sie hätten dann einen Druckverband gemacht 

und die Polizei bzw. die Ambulanz gerufen (Urk. 8/2 S. 3 f.). Auf die Frage, wer 

zuerst mit den Kampfhandlungen begonnen habe, als die zwei Kontrahenten auf-

einander getroffen seien, führte der Zeuge C._____ aus, dass der Beschuldigte 

zuerst mit dem Messer zugestochen habe. Danach habe er vom Privatkläger 

dreimal die Lampe um den Kopf geschlagen bekommen, und dann sei fertig ge-

wesen (Urk. 8/2 S. 5). Er habe den Streit von sehr nahe betrachtet (Urk. 8/2 S. 6). 

 Der Zeuge D._____, der seit einem gemeinsamen Aufenthalt in einer Alko-

holentzugsstation ein Kollege des Beschuldigten ist (Urk. 8/4 S. 2), führte aus, 

dass er gesehen habe, wie der Beschuldigte und der Privatkläger aufeinander los 

gegangen seien. Wer zuerst was gemacht habe, wisse er nicht. Er wisse nur, 

dass der Beschuldigte vom Privatkläger zwei Mal eins auf den Kopf bekommen 

habe; dieser - der Privatkläger - habe einen langen Gegenstand in der Hand ge-

habt. Der Beschuldigte sei dann umgefallen und kurz ohnmächtig gewesen. Er sei 

dann wieder aufgestanden, und der Krach sei weitergegangen. Das Zustechen 

habe er nicht gesehen; er wisse nicht, ob das vorher oder nachher gewesen sei. 

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Er - der Zeuge - habe dann gesehen, dass der Privatkläger am Körper geblutet 

habe, und C._____ habe dann die Polizei und den Krankenwagen angerufen 

(Urk. 8/4 S. 3). Auf Nachfrage führte der Zeuge D._____ aus, er habe das Messer 

nicht gesehen; anscheinend sei es ja eingepackt gewesen. Erst nachher - d.h. 

nach der tätlichen Auseinandersetzung - habe er das Messer gesehen, das zu-

sammen mit dem Tuch auf der Wiese gelegen sei (Urk. 8/4 S. 3, vgl. auch S. 4 

und 6). Im Zeitpunkt der tätlichen Auseinandersetzung habe er sich etwa 20 Meter 

vom Ort des Geschehens entfernt befunden (Urk. 8/4 S. 5).  

 Der Zeuge E._____, der den Beschuldigten seit Mai 2013 kennt und sich als 

dessen Kollege bezeichnet (Urk. 8/7 S. 2), führte aus, dass er im Zeitpunkt der 

tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 

auf der Bank gesessen sei und an seinem Telefon herumgespielt und sich unter-

halten habe. Die beiden Kontrahenten seien auf der Wiese gewesen. Er habe 

dann "klong, klong" gehört und gesehen, dass der Beschuldigte am Boden gele-

gen sei. Er sei dann nochmals hoch gekommen und habe dann vom Privatkläger 

nochmals "eine gekriegt". Er glaube, der vom Privatkläger eingesetzte Gegen-

stand sei ein Eisenrohr gewesen; einer habe allerdings gesagt, es sei eine Ta-

schenlampe gewesen. Nach dem dritten Schlag sei der Beschuldigte weggerannt. 

Der Privatkläger sei dann zu ihm auf die Bank gekommen und habe sich hinge-

setzt. Zuerst habe er gar nicht geblutet. Der Privatkläger habe dann sein T-Shirt 

gehoben und er habe gesehen, dass ein Stück Darm aus dem Bauch gehängt sei 

(Urk 4/7 S. 6). Auf die Frage, ob er wisse, in welcher Reihenfolge sich die Kontra-

henten die Verletzungen zugefügt habe, führte der Zeuge aus, dass er das nicht 

sagen könne, weil er es nicht gesehen habe (Urk. 8/7 S. 4).  

 Die ebenfalls als Zeugin einvernommene F._____ konnte sich zur tätlichen 

Auseinandersetzung um ca. 20.20 Uhr nicht äussern, weil sie bereits um 19.30 

Uhr nach Hause zurückgekehrt war. 

 Schliesslich wurde anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht 

Bülach vom 12. März 2014 G._____ als Zeuge befragt (Prot. I S. 38 ff.). Auf die 

detaillierte Wiedergabe seiner Aussagen kann verzichtet werden, weil er sich in 

grundsätzlichen Fragen in fundamentale Widersprüche verstrickte. So führte der 

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Zeuge einerseits aus, dass er nicht sagen könne, ob der Beschuldigte, als er sich 

nach der verbalen Auseinandersetzung entfernte und nach Hause ging, wieder 

zum Park zurückgekommen sei, weil er - der Zeuge - dann weggegangen sei 

(Prot. I S. 42). Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, sich anschliessend zum Ab-

lauf der tätlichen Auseinandersetzung mit dem Messer und der Stablampe im De-

tail zu äussern (Prot. I S. 42 f.).  

 b. Entscheidend sind die Aussagen des Zeugen C._____. Er ist der einzi-

ge Zeuge, der die Vorgänge aus unmittelbarer Nähe beobachtete. Er befand sich 

beim Beschuldigten, als dieser in anhaltend wütendem Zustand und mit einem 

Fleischermesser ausgerüstet, das er zuvor zu Hause behändigt hatte, wieder am 

Tatort erschien. Er beschrieb anschaulich, lebensnah und überzeugend, wie er 

den Beschuldigten beruhigen wollte, dann aber aufgrund der ungewöhnlichen Er-

regung des Beschuldigten zurückweichen musste. Es ist davon auszugehen, dass 

C._____ aufgrund der Gefährlichkeit der Situation das folgende Geschehen ge-

nau und aus nächster Nähe beobachtete. Seine Schilderungen sind plausibel und 

lebensnah. Die detaillierten Angaben von C._____ lassen sich denn auch ohne 

Weiteres in Einklang bringen mit den Aussagen der Zeugen D._____ und 

E._____, die aber aufgrund ihrer räumlichen Distanz zum Geschehen (je ca. 20m 

Abstand) nicht wahrnehmen konnten, welcher der Kontrahenten zuerst auf den 

anderen losgegangen war. Im Übrigen ist auch kein Grund ersichtlich, weshalb 

C._____ den befreundeten Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. 

 An der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Zeugen C._____ ändern auch die 

Einwände des Beschuldigten nichts: Soweit der Beschuldigte geltend macht, bei 

den Aussagen von C._____ komme ein "extremer Geltungsdrang" zum Ausdruck 

(Urk. 45 S. 10 f.; Urk. 87 S. 10), ist ihm entgegen zu halten, dass ein Zeuge, der 

das Erlebte und Wahrgenommene detailliert schildert, nicht mit "extremem Gel-

tungsdrang" handelt, sondern seine Verpflichtungen als Zeuge erfüllt. Soweit der 

Beschuldigte weiter geltend macht, C._____ könne sich entgegen seiner Darstel-

lung nicht in unmittelbarer Nähe des Geschehens befunden haben (Urk. 45 S. 11 

oben; Urk. 87 S. 8 f.), ist ihm entgegen zu halten, dass die angeblichen Wider-

sprüche zu den Aussagen von D._____ bzw. E._____ konstruiert sind; effektiv 

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sagte nämlich D._____ aus, dass C._____ die Auseinandersetzung der Kontra-

henten verhindern wollte (Urk. 8/4 S. 6), was zwangslos so verstanden werden 

kann, dass sich C._____ in der Nähe des Geschehens befand; und wenn der 

Zeuge E._____ erklärte, C._____ sei auf einer der Bänke gesessen (Urk. 8/7 

S. 3), ist damit nicht gesagt, für welchen genauen Zeitpunkt im Verlauf des gan-

zen Abends das der Fall gewesen sein soll. Wenn sich der Beschuldigte schliess-

lich daran stört, dass C._____ die vom Privatkläger als Schlagwerkzeug einge-

setzte Stablampe genau beschreiben konnte (Urk. 45 S. 11 f.), ist ihm entgegen 

zu halten, dass C._____ plausibel erklären konnte, dass er mit einer solchen 

Stablampe während seines Dienstes in der deutschen Bundeswehr vertraut ge-

wesen sei (Urk. 8/2 S. 4).  

 c. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der Beschul-

digte entsprechend dem in der Anklage geltend gemachten Sachverhalt in zorni-

gem Zustand und mit einem Fleischermesser ausgerüstet dem Privatkläger nä-

herte, der unterdessen auch auf die Bahnhofswiese getreten war, eine ca. 50cm 

lange Stablampe behändigt hatte und sich nun ebenfalls dem Beschuldigten nä-

herte. Beim Zusammentreffen der Kontrahenten stiess der Beschuldigte dem Pri-

vatkläger das Fleischermesser in den rechten Oberbauch, bevor der Privatkläger 

dem Beschuldigten drei Schläge mit der Stablampe gegen den Kopf versetzte.  

 5. Damit steht fest, dass der in der Anklage umschriebene Sachverhalt 

auch insofern erstellt ist, als die Darstellungen des Beschuldigten davon abwei-

chen. 

IV. Rechtliches 

 1. In rechtlicher Hinsicht würdigt die Anklagebehörde das Verhalten des 

Beschuldigten als schwere Köperverletzung im Sinn von Art. 122 Abs. 1 und 4 

StGB. Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch, eventuell eine Bestrafung 

wegen schwerer Körperverletzung im Sinn von Art. 122 StGB unter Berücksichti-

gung einer Notwehr nach Art. 16 StGB. 

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 2. Eine schwere Körperverletzung begeht gemäss Art. 122 Abs. 1 StGB, 

wer einen Menschen lebensgefährlich verletzt.  

 a. In objektiver Hinsicht ist das Vorliegen einer Lebensgefahr vorausge-

setzt. Die Rechtsprechung hat klargestellt, dass die vom Gesetz geforderte Le-

bensgefahr eine unmittelbare sein müsse. Es genüge nicht, dass die Verletzung 

einigermassen gefährlich sei und die Möglichkeit des Todes in etwelche Nähe rü-

cke, wie dies z.B. bei einem Beinbruch der Fall sein könne. Von lebensgefährli-

cher Körperverletzung im Sinn von Art. 122 Abs. 1 StGB könne nur gesprochen 

werden, wenn die Verletzung zu einem Zustand geführt habe, in dem sich die 

Möglichkeit des Todes dermassen verdichte, dass sie zur ernstlichen und dringli-

chen Wahrscheinlichkeit werde (BGE 109 IV 18 E. 2c S. 20 [betreffend Milzriss, 

der ohne sofortigen operativen Eingriff zum Tode hätte führen können]). Wie lan-

ge dieser Zustand anhält und ob rechtzeitig wirksame ärztliche Hilfe geleistet 

werden kann, bleibt unerheblich (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Art. 122 

N. 8).  

 Im vorliegenden Fall stach der Beschuldigte dem Privatkläger mit einem 

Fleischermesser in den rechten Oberbauch und verursachte einen ca. 5cm lan-

gen und ca. 4cm breiten Stichkanal, der unter der Leber bis zur Milz verlief. Dabei 

wurde eine mittelgrosse Arterie im Bereich der Bauchspeicheldrüse (arteria pan-

dreatico duodenalsis) verletzt (Urk. 9/2 [Antwort zu Frage 2]). Die Verletzung 

machte eine notfallmässige Eröffnung des Bauchraumes nötig (Urk. 9/2 [Antwort 

zu Frage 4]). Ohne die genannte notfallmässige Operation hätte die Verletzung 

der mittelgrossen Schlagader im Bauchbereich zufolge Wahrscheinlichkeit des 

Verblutens zu einer unmittelbaren Lebensgefahr für den Verletzten führen können 

(Urk. 9/2 [Antwort zu Frage 5]). Aufgrund dieser ärztlichen Erkenntnisse steht fest, 

dass die Verletzungen des Privatklägers als lebensgefährlich im Sinn von Art. 122 

Abs. 1 StGB zu qualifizieren sind. Es liegt auf der Hand und bedarf keiner länge-

ren Ausführungen, dass durch die Durchtrennung einer Arterie die unmittelbare 

Gefahr des Todes durch (innere) Verblutung besteht. Dabei handelt es sich nicht 

nur um eine theoretische, sondern um eine konkrete und ernstliche Todesgefahr.  

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 Daran ändern die Einwände des Beschuldigten nichts. Unbegründet ist zu-

nächst die Auffassung des Beschuldigten, es habe keine akute und konkrete Le-

bensgefahr bestanden, weil die Ambulanz unverzüglich vor Ort gewesen sei, weil 

der Privatkläger schnellstmöglich operiert worden sei und weil der Privatkläger 

"allseits orientiert" gewesen sei und im Spital alle Fragen der Ärzte habe beant-

worten können (Urk. 45 S. 15; Urk. 87 S. 17); es wurde bereits ausgeführt, dass 

nicht relevant ist, wie lange die unmittelbare Lebensgefahr drohte; wenn der Pri-

vatkläger aufgrund einer lebensgefährlichen Verletzung (Verletzung einer Arterie 

und Gefahr des Verblutens) sofort operiert werden musste und als Folge der er-

folgreichen Operation die Lebensgefahr gebannt war, ändert das nichts an der 

Tatsache, dass der Beschuldigte dem Privatkläger eine lebensgefährliche Verlet-

zung zugefügt hatte. Unbegründet ist auch der Hinweis des Beschuldigten, dass 

gemäss dem Gutachten des IRM keine der lebenswichtigen Organe wie Milz, Le-

ber, Darm oder Magen verletzt worden seien (Urk. 45 S. 15; Urk. 87 S. 17); ent-

gegen der Annahme des Beschuldigten ist nicht die Verletzung eines "lebens-

wichtigen Organs" im Sinn von Art. 122 Abs. 2 StGB eingeklagte, sondern es wird 

ihm die "lebensgefährliche Verletzung" eines Menschen im Sinn von Art. 122 

Abs. 1 StGB vorgeworfen. 

 b. In subjektiver Hinsicht setzt Art. 122 StGB (direkten) Vorsatz oder min-

destens Eventualvorsatz voraus. Wie erwähnt ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, 

dass der Beschuldigte nach der verbalen Auseinandersetzung mit dem Privatklä-

ger nach Hause zurückkehrte, dort ein Fleischmesser (die spätere Tatwaffe) be-

händigte, alsdann wieder zum Ort der Auseinandersetzung zurückkehrte und dem 

Privatkläger das Fleischmesser in den rechten Oberbauch stiess, bevor dieser - 

der Privatkläger - mit der Stablampe dreimal gegen ihn schlug. Da der Beschul-

digte die tätliche Auseinandersetzung mit einem Messerstich gegen den Privat-

kläger eröffnete, nahm er zumindest in Kauf, dass der Stich mit dem von ihm ein-

gesetzten Fleischermesser in den Oberkörper eines Menschen zu lebensgefährli-

chen Verletzungen führen kann. Der Beschuldigte gestand dies anlässlich der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung denn auch ein (Prot. I S. 18). Nebst dem ob-

jektiven ist somit auch der subjektive Tatbestand von Art. 122 Abs. 1 StGB erfüllt. 

- 15 - 

 c. Folglich ist der Beschuldigte der schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 3. Aufgrund des erstellten Sachverhaltes kann dem Eventualstandpunkt 

des Beschuldigten nicht gefolgt werden, er sei zunächst angegriffen worden und 

habe sich alsdann mit dem Messer in Notwehr gegen den Angriff verteidigen wol-

len.  

 a. Gemäss Art. 15 StGB ist derjenige, der angegriffen wird oder unmittel-

bar mit einem Angriff bedroht wird, berechtigt, den Angriff in einer den Umständen 

angemessenen Weise abzuwehren. Eine Notwehr setzt eine Notwehrlage voraus. 

Ein Angriff muss im Gang sein oder unmittelbar bevorstehen; die aggressive Hal-

tung einer gegenüberstehenden Gruppe oder Person reicht nicht (BGE 104 IV 

232 S. 236 f.).  

 b. Im vorliegend Fall lag keine Notwehrsituation vor. Gemäss dem einge-

klagten und erstellten Sachverhalt griff der Beschuldigte den Privatkläger mit dem 

Fleischermesser an; es kann also keine Rede davon sein, dass ein Angriff des 

Privatklägers im Gang war. Es könnte sich höchstens die Frage stellen, ob ein 

Angriff des Privatklägers, der dem Beklagten immerhin mit einer ca. 50cm langen, 

metallenen Stablampe entgegentrat, unmittelbar bevorstand. Auch davon kann 

keine Rede sein. Zwischen den Kontrahenten mag aufgrund der vorangehenden 

verbalen Auseinandersetzung zwar eine aggressive Stimmung geherrscht haben. 

Allein die Tatsache, dass sich der Privatkläger zu seinem Schutz mit einer 

ca. 50cm langen Stablampe ausrüstete, als der Beschuldigte ihm mit einem Flei-

schermesser mit einer 20cm langen Klinge entgegentrat, lässt nicht auf einen 

unmittelbar bevorstehenden Angriff des Privatklägers auf den Beschuldigten 

schliessen. Das Verhalten des Privatklägers ist im Gegenteil so zu verstehen, 

dass er den zornigen und mit einem Fleischermesser ausgerüsteten Beschuldig-

ten vor einem Angriff abhalten wollte. Von einem unmittelbar bevorstehenden An-

griff kann keine Rede sein. Eine Notwehrsituation liegt nicht vor.  

 c. Aus diesen Gründen fällte eine rechtfertigende Notwehr gemäss Art. 15 

StGB des Beschuldigten ausser Betracht. Mangels Vorliegens einer Notwehrsi-

- 16 - 

tuation ist auch ein Handeln in entschuldbarer Notwehr gemäss Art. 16 StGB zu 

verneinen. 

V. Strafzumessung 

 1. Der Straftatbestand der schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 

Abs. 1 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe vor. 

Innerhalb dieses Strafrahmens ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu 

bemessen. Das Gericht berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnis-

se sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). 

Das Verschulden wird dabei nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung 

des betreffenden Rechtsgutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Be-

weggründen und Zielen des Beschuldigten sowie danach bestimmt, wie weit die-

ser nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Verletzung 

zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).  

 a. Für die Bemessung des Verschuldens (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 StGB) 

sind sämtliche Tatkomponenten zu berücksichtigen. Die Bewertung des Ver-

schuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend präzisiert, dass einerseits die 

objektiven Tatkomponenten wie die Schwere der Verletzung bzw. Gefährdung 

des betreffenden Rechtsgutes (Art der zugefügten Verletzung) und die Verwerf-

lichkeit des Handelns (Art und Weise der Herbeiführung des Erfolges, kriminelle 

Energie) zu berücksichtigen sind. Andererseits sind für die Bewertung des Ver-

schuldens subjektive Tatkomponenten wie die Beweggründe und Ziele des Täters 

(Tatmotiv) sowie das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter von Bedeutung. 

 b. In einem weiteren Schritt sind sodann die Täterkomponenten gemäss 

Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB zu würdigen. In diesem Zusammenhang sind das Vor-

leben des Täters, seine persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der 

Tat und im Strafverfahren zu berücksichtigen. 

 c. Gemäss Art. 50 StGB muss das Gericht die für die Zumessung der 

Strafe erheblichen Umstände sowie deren Gewichtung festhalten (BGE 134 IV 17 

- 17 - 

E. 2.1 S. 20). Die wesentlichen Tat- und Täterkomponenten sind so zu erörtern, 

dass festgestellt werden kann, ob alle rechtlich massgebenden Gesichtspunkte 

Berücksichtigung fanden und wie sie gewichtet wurden. Es muss ersichtlich wer-

den, ob und in welchem Mass sie strafmindernd oder straferhöhend in die Waag-

schale fielen (ZR 113/2014 Nr. 6 S. 20). 

2. Bei der Tatkomponente ist in Bezug auf die objektive Tatschwere wie erläu-

tert davon auszugehen, dass der Beschuldigte dem Privatkläger lebensgefährli-

che Verletzungen zufügte. Der Beschuldigte nahm eine zunächst verbale Ausei-

nandersetzung zum Anlass, um dem Privatkläger mit einem grossen Fleischer-

messer einen Stich in den Oberkörper zu versetzen. Der Privatkläger musste not-

fallmässig hospitalisiert werden. Durch den Messerstich wurde eine mittelgrosse 

Arterie im Bereich der Bauchspeicheldrüse verletzt (arteria pancreatio duodena-

lis), was die Eröffnung des Bauchraumes nötig machte. Nur durch Zufall - d.h. aus 

Gründen, die der Beschuldigte nicht beeinflussen konnte - kam es nicht zu Verlet-

zungen mit bleibenden Schäden oder gar zu tödlichen Verletzungen. Stark er-

schwerend kommt hinzu, dass der Beschuldigte nicht spontan handelte, sondern 

planmässig vorging; aufgrund der aus seiner Sicht erlittenen Beleidigungen ent-

schloss er sich, mit dem Velo nach Hause zu fahren, dort ein gefährliches Flei-

schermesser zu behändigen, an den Ort der Auseinandersetzung zurückzukehren 

und alsdann seinem Kontrahenten einen Messerstich zu versetzen. Obwohl ge-

nügend Zeit zur Verfügung gestanden hätte, von einem deliktischen Verhalten 

Abstand zu nehmen, setzte der Beschuldigte seinen Plan unbeirrt und rücksichts-

los um. Dies zeugt von einer beträchtlichen kriminellen Energie. Zugunsten des 

Beschuldigten muss immerhin berücksichtigt werden, dass auch der Kontrahent - 

der Privatkläger - keinerlei Anstalten traf zu verhindern, dass die zunächst verbale 

Auseinandersetzung in eine gewaltgeladene tätliche Auseinandersetzung ausar-

tete.  

In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist zu Gunsten des Beschuldigten zu be-

rücksichtigen, dass ein direktvorsätzliches Handeln nicht nachweisbar ist, sondern 

dass er bloss eventualvorsätzlich handelte, indem er in Kauf nahm, den Beschul-

digten lebensgefährlich zu verletzen. Motiv für die Tat war die vorangegangene 

- 18 - 

verbale Auseinandersetzen; der Beschuldigte führte selbst aus, er sei zornig auf 

den Privatkläger gewesen, welcher ihn beschimpft und beleidigt habe, und just an 

diesem Tag habe er zeigen wollen, "wer der Stärkere" sei (Urk. 45 S. 16); wer ei-

ne verbale Auseinandersetzung derart eskalieren lässt, weil er zeigen will, "wer 

der Stärkere" ist, handelt in hohem Mass verantwortungslos. Ferner kann nur 

marginal zugunsten des Beschuldigten berücksichtigt werden, dass er im Tatzeit-

punkt unter Alkoholeinfluss stand; zu seinen Gunsten muss von einem Blutalko-

holwert von 1.67 Promillen ausgegangen werden (Urk. 10/5 S. 6), hinzukommend 

stand der Beschuldigte zur Tatzeit auch unter der Wirkung von Cannabis (Urk. 

10/5 S. 3), was zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung führt (Urk. 10/5 S. 4). 

Auch wenn nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erst ab einem Alko-

holwert von 2 Promillen eine verminderte Schuldfähigkeit angenommen wird 

(BGE 122 IV 49 E. 1b S. 50 mit Hinweisen), muss im konkreten Fall aufgrund des 

gleichzeitigen Einflusses von Alkohol und Cannabis von einer geringfügigen ver-

minderten Schuldfähigkeit ausgegangen werden. 

Unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten ist das 

Verschulden des Beschuldigten als erheblich einzustufen. Es rechtfertigt sich eine 

Einsatzstrafe von 36 Monaten.  

3. In Bezug auf die Täterkomponenten würdigte die Vorinstanz die persönli-

chen Verhältnisse des Beschuldigten sorgfältig und hielt zutreffend fest, dass sich 

diese Umstände auf die Strafzumessung neutral auswirkten. Auf diese Erwägun-

gen kann verwiesen werden (Urk. 68 S. 28 f.).  

Erheblich straferhöhend wirkt sich das Vorleben des Beschuldigten aus. Der Be-

schuldigte weist sieben Vorstrafen auf, darunter auch eine einschlägige 

(Urk. 15/1). Ferner ist ihm das Delinquieren während der vom Ministère public du 

canton de Genève am 6. Juni 2012 angesetzten Probezeit von drei Jahren (aus-

gesprochen für eine Geldstrafe von 24 Tagsätzen zu 120 Franken) anzulasten. 

Sowohl die verschiedenen Vorstrafen als auch das Delinquieren während laufen-

der Probezeit zeigen eine bedenkliche Geringschätzung der Rechtsordnung. 

- 19 - 

Schliesslich ist in Bezug auf das Nachtatverhalten zwar festzuhalten, dass der 

Beschuldigte gewisse Punkte des äusseren Tatablaufs eingestand; allerdings er-

folgte das Geständnis nur zögerlich und nur in Bezug auf den Ablauf des Ge-

schehens vor und nach der eigentlichen Straftat. Die eigentliche Straftat aner-

kannte er nie, sondern gab sich im Gegenteil als Opfer aus und stellte sogar den 

Privatkläger als wahren Täter hin. Eine Strafminderung unter diesem Titel kann 

somit nicht in Frage kommen.  

4. Da unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten 

eine verschuldensangemessene Einsatzstrafe von 36 Monaten angebracht ist und 

da sich die Täterkomponenten klar straferhöhend auswirken, ist der Beschuldig-

te mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu bestrafen. Anzurechnen sind 571 Ta-

ge Untersuchungshaft und vorzeitiger Strafvollzug bis und mit heute (Art. 51 

StGB). 

VI. Vollzug 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren in 

der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 

Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 

Abs. 1 StGB). Bei einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren kommt ein teilbe-

dingte Strafe in Frage (Art. 43 Abs. 1 StGB). Da heute eine Freiheitsstrafe von 

vier Jahren auszufällen ist, ist die Strafe vollumfänglich zu vollziehen.  

VII. Widerruf 

Wenn der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen 

begeht und wenn deshalb zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten verüben 

wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der 

Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass der Be-

schuldigte bereits in einer frühen Phase der dreijährigen Probezeit, welche mit 

Strafbefehl vom 6. Juni 2012 des Ministère public du canton de Genève angesetzt 

- 20 - 

wurde, erneut in gravierender Weise straffällig wurde. Dem Beschuldigten kann 

daher keine gute Prognose gestellt werden. Im Einzelnen kann auf die zutreffen-

den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 S. 30 f.). Die bis 

anhin bedingt aufgeschobene Geldstrafe von 24 Tagsätzen zu Fr. 120.00 ist zu 

vollziehen. 

VIII. Zivilforderungen 

1. In Bezug auf die Schadenersatzpflicht bleibt es beim erstinstanzlichen Ent-

scheid, wonach der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger wegen schwerer 

Körperverletzung dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist; anschlussbe-

rufungsweise stellt der Privatkläger in Bezug auf die Schadenersatzpflicht des 

Beschuldigten keine Anträge. Unbegründet ist der berufungsweise gestellte An-

trag des Beschuldigten, ihm sei Schadenersatz wegen zu Unrecht erlittenem 

Freiheitsentzug zuzusprechen; wie erwähnt ist der Beschuldigte nämlich zu einer 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen. 

2. In Bezug auf die Genugtuung beantragt der Beschuldigte, er sei von der 

Pflicht zur Zahlung einer Genugtuung zu befreien, weil er sich nicht strafbar ge-

macht habe. Wie dargelegt ist der Beschuldigte der schweren Körperverletzung 

schuldig zu sprechen. Die Zusprechung einer Genugtuung, deren Höhe seitens 

des Beschuldigten nicht kritisiert wird, ist daher nicht zu beanstanden. 

Der Privatkläger beantragt, ihm sei eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 45'000.00 zuzusprechen. Gemäss Art. 47 OR kann das Gericht dem Verletz-

ten bei einer Körperverletzung unter Würdigung der besonderen Umstände eine 

angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Die Genugtuungssumme 

ist einzelfallweise nach Billigkeitsüberlegungen festzusetzen. Dabei sind nach der 

Rechtsprechung als Zumessungskriterien die Art und Schwere der Verletzung, die 

Intensität und Dauer der Auswirkung auf die Persönlichkeit des Betroffenen, der 

Grad des Verschuldens des Verletzers sowie ein allfälliges Selbstverschulden des 

Geschädigten massgebend (anstatt vieler BGE 132 II 117 E. 2.2.3; Hütte/Landolt, 

Genugtuungsrecht, Band 2: Genugtuung bei Körperverletzung, 2. Auflage 2013, 

- 21 - 

S. 117 mit zahlreichen Hinweisen auf weitere Rechtsprechung). In Bezug auf die 

Art und Schwere der Verletzung ist festzuhalten, dass der Privatkläger durch den 

Stich mit einem Fleischermesser in den Oberkörper zwar eine schwere Verlet-

zung erlitt, die aber - abgesehen von Narben an der Bauchdecke - keine bleiben-

den Schäden zur Folge hat. In Bezug auf die Intensität und Dauer der Auswirkung 

auf die Persönlichkeit des Privatklägers ist festzuhalten, dass die Verletzung eine 

notfallmässige Operation erforderlich machte, dass der Privatkläger anschlies-

send vom 24. Juni bis 4. Juli 2013 hospitalisiert war und dass er für mindestens 

6 Wochen arbeitsunfähig war (Urk. 9/2). Inwieweit die behaupteten Migräne- und 

Schwindelanfälle sowie Atmungsprobleme (Urk. 43 S. 7; Urk. 84 S. 6) durch die 

am 24. Juni 2013 zugefügte - und an sich vollständig abgeheilte - Bauchverlet-

zung verursacht worden sein soll, ist nicht ersichtlich. Psychische Beeinträchti-

gungen werden zwar behauptet (Urk. 43 S. 9; Urk. 84 S. 6), sind aber auch durch 

das an der Berufungsverhandlung eingereichte Schreiben von Dr. med. H._____ 

vom 13. Dezember 2015 [recte: 2014] (Urk. 85/1) nicht belegt. In Bezug auf den 

Grad des Verschuldens des Verletzers wurde bereits ausgeführt, dass den Be-

schuldigten ein erhebliches Verschulden trifft. Umgekehrt ist unter dem Gesichts-

punkt des Selbstverschuldens des Geschädigten zu bemerken, dass dem Privat-

kläger der Vorwurf nicht erspart werden kann, keinerlei Anstalten getroffen zu ha-

ben, um der sich anbahnenden gewalttätigen Auseinandersetzung mit dem sicht-

lich erzürnten Beschuldigten auszuweichen, wie dies jeder vernünftige Mensch 

getan hätte; vielmehr entschied sich der Privatkläger, sich selbst mit einer ca. 

50cm langen Stablampe als Schlagwerkzeug auszurüsten und sich dem Kontra-

henten auf diese Weise entgegenzustellen. Aufgrund aller massgebenden Zu-

messungskriterien erscheint die von der Vorinstanz auf Fr. 10'000.– festgesetzten 

Genugtuung als angemessen. 

IX. Kostenfolgen 

1. Gemäss Art. 426 StPO sind die Verfahrenskosten - mit Ausnahme der Kos-

ten der amtlichen Verteidigung - der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Aus-

- 22 - 

gangsgemäss sind die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens - mit Ausnahme 

der Kosten der amtlichen Verteidigung - dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

2.1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-

mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens. Da der Be-

schuldigte vollumfänglich unterliegt, sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens 

mit einer Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– aufzuerlegen.  

2.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 7'952.90 (inkl. 

MwSt; Urk. 88) sind unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts des Staates auf 

die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 135 StPO).  

2.3. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft sind eben-

falls auf die Gerichtskasse zu nehmen. Ein diesbezügliches Rückforderungsrecht 

des Staates gegenüber dem Beschuldigten entfällt, da weder der Beschuldigte 

noch der Privatkläger mit seinem Antrag hinsichtlich der Genugtuung obsiegt 

(Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO e contrario).  

Die Vertreterin der Privatklägerschaft macht für das Berufungsverfahren einen 

Aufwand von 28 Arbeitsstunden sowie Barauslagen in der Höhe von Fr. 321.04 

geltend (Urk. 86 S. 1). Die Berufung des Privatklägers beschränkte sich auf den 

Zivilpunkt bzw. auf die Frage der Genugtuung (Urk. 34 S. 1), womit sich die Ver-

treterin der Privatklägerschaft nicht zum Schuldpunkt äussern musste, was sie 

hingegen im Rahmen ihres Plädoyers anlässlich der Berufungsverhandlung um-

fassend tat (Urk. 34 S. 2-4). Da ihr nur der notwendige und angemessene Auf-

wand zu entschädigen ist, rechtfertig sich eine Reduktion ihres geltend gemach-

ten Arbeitsaufwandes. Ausgehen vom Umfang ihres Plädoyers erscheint es an-

gemessen, ihr für das Berufungsverfahren insgesamt einen Zeitaufwand von 13 

Arbeitsstunden zuzubilligen. Unter Berücksichtigung der Barauslagen und der 

Mehrwertsteuer ist sie demnach mit Fr. 3'200.– zu entschädigen.  

 

 

- 23 - 

 
Es wird beschlossen: 

 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 12. März 2014 bezüglich der Dispositivziffern 6 (Rückgabe der sicher-

gestellten Gegenstände an den Beschuldigten), 7 (Rückgabe der sicherge-

stellten Gegenstände an den Privatkläger) und 8 (Einziehung) in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 571 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug 

erstanden sind. 

3. Die mit Strafbefehl des Ministère public du canton de Genève vom 6. Juni 

2012 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 24 Tagessätzen à Fr. 120.– wird 

vollzogen. 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird der 

Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 10'000.– zuzüglich 

5 % Zins seit 24. Juni 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 24 - 

6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) 

wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'952.90   amtliche Verteidigung 

Fr. 3'200.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht bezüglich der Kosten der amtlichen Verteidigung bleibt vorbehal-

ten. 

9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− die Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers  
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste  

− die Justizvollzugsanstalt …, …  

in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

− die Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 
Privatklägers  

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmit-

tel an 

− die Vorinstanz 

- 25 - 

− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 
und Vollzugsdienste 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich 

− in die in die Akten des Ministère public, Republique et canton de 
Genève, Route de Chancy 6B, Postfach 3565, 1211 Genève, Verfah-
rens-Nr. P/6878/2012-DRJ (im Dispositiv) 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B.  

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Zürich, 16. Januar 2015 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Schneeberger 
 

 

	Urteil vom 16. Januar 2015
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1.  Der Beschuldigte ist schuldig der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB.
	2.   Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 261 Tage durch Haft erstanden sind.
	3.   Die mit Strafbefehl des Le Ministère Public des Kantons Genf vom 6. Juni 2012 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 24 Tagessätzen à Fr. 120.– wird widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen.
	4.   Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des weiteren Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger ...
	5.   Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 24. Juni 2013 als Genugtuung zu bezahlen.
	6.   Die vom Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer ... sichergestellten sowie dort gelagerten Gegenstände des Beschuldigten,
	- Plastiktragtasche inkl. Inhalt (Asservat-Nr. ...)
	- Rüstmesser "Victorinox" (Asservat-Nr. …)
	- Herrenunterwäsche (Asservat-Nr. ...)
	- 1 Herrenhose (Asservat-Nr. ...)
	- 1 Paar Turnschuhe (Asservat-Nr. ...)
	- 1 Paar Herrensocken (Asservat-Nr. ...)
	- Shirt (Asservat-Nr. ...),
	werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin zurückgegeben. Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen zurückverlangt, so wird der Verzicht angenommen.
	7.   Die vom Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer ... sichergestellten sowie dort gelagerten Gegenstände des Privatklägers,
	- Herrenunterwäsche (Asservat-Nr. ...)
	- 1 Paar Herrensocken (Asservat-Nr. ...)
	- Halsbekleidung (Dreieckstuch, Asservat-Nr. ...)
	- Shirt (Asservat-Nr. ...)
	- Pullover (Asservat-Nr. ...)
	- Herrenhose (Asservat-Nr. ...)
	- Herrenjacke (Asservat-Nr. ...)
	- Turnschuhe (Asservat-Nr. ...)
	werden dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin zurückgegeben. Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen zurückverlangt, so wird der Verzicht angenommen.
	8.   Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. September 2013 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse aufbewahrte Küchentuch sowie das Fleischermesser (Gesamtlänge 32cm, Griff rot) werden eingezogen und der Kantons...
	9.   Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	10.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welc...
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen, und es sei ihm eine angemessene Entschädigung für die erlittene Haft zuzuerkennen.
	2. Eventualiter: Es sei der Beschuldigte im Sinne von Art. 122 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 16 StGB zu bestrafen.
	3. Es sei der Beschuldigte mit einem Freiheitsentzug von 18 Monaten zu bestrafen, wovon 9 Monate bedingt aufgeschoben werden sollen, wobei die bis heute erstandene Haft anzurechnen ist.
	4. Es sei im Falle der Verurteilung meines Klienten der Entscheid des Ministère Public des Kantons Genf vom 6. Juni 2012 zu widerrufen.
	5. Es seien die mit Verfügung vom 23.9.2013 beschlagnahmten Gegenstände definitiv einzuziehen und zu vernichten.
	6. Zivilansprüche und Genugtuungsforderungen von Seiten des Privatklägers seien abzuweisen.
	7. Die Kosten des Verfahrens, inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung, seien im Falle einer Verurteilung auf die Staatskasse zu nehmen, jedoch definitiv abzuschreiben.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 45'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 24. Juni 2013 zu bezahlen.
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	II. Prozessuales
	2. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Soweit das Urteil nicht beanstandet wurde, erwächst es in Rechtskraft (Art. 437 StPO). Es ist somit festzustellen, dass das Urteil d...
	III. Sachverhalt
	IV. Rechtliches
	V. Strafzumessung
	VI. Vollzug
	VII. Widerruf
	VIII. Zivilforderungen
	IX. Kostenfolgen
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 12. März 2014 bezüglich der Dispositivziffern 6 (Rückgabe der sichergestellten Gegenstände an den Beschuldigten), 7 (Rückgabe der sichergestellten Gegenstände an de...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 571 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die mit Strafbefehl des Ministère public du canton de Genève vom 6. Juni 2012 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 24 Tagessätzen à Fr. 120.– wird vollzogen.
	4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilpro...
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 24. Juni 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Ve...
	9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Justizvollzugsanstalt …, …
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich
	 in die in die Akten des Ministère public, Republique et canton de Genève, Route de Chancy 6B, Postfach 3565, 1211 Genève, Verfahrens-Nr. P/6878/2012-DRJ (im Dispositiv)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B.

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.