# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa066da9-6265-56bc-9485-370d9a17669a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.07.2015 A-5255/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5255-2014_2015-07-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-5255/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J u l i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 

Richter Michael Beusch, Richter Daniel Riedo,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, …,   

vertreten durch lic. iur. Pascal Zbinden, Rechtsanwalt, …,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Oberzolldirektion (OZD),  

Kommando Grenzwachtkorps,  

Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einziehung und Vernichtung von Geld. 

 

 

 

A-5255/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 18. Februar 2014 reiste A._______ mit zwei weiteren Personen in 

einem Personenwagen am Grenzübergang Boncourt-Delle von Frankreich 

in die Schweiz ein. Die drei Männer wurden einer Kontrolle unterzogen. Bei 

der Kontrolle des Wagens wurden unterhalb des Autoradios zwei schwarze 

Pakete mit je £ 5'000.-- gefunden. A._______ erklärte, diese gehörten ihm. 

Die Verpackungen und die Geldbündel wiesen hohe Spuren von Kokain 

auf.  

A.b Die Angelegenheit wurde der Kantonspolizei Jura gemeldet, die nach 

der Erläuterung der Sachlage entschied, die kontaminierten Geldbündel 

nicht zu übernehmen. 

B.  

A._______ hatte sich, vertreten durch seinen Anwalt, offenbar am 7. März 

2014 an die Zollverwaltung gewandt (der Brief liegt nicht in den Akten). Die 

Zollverwaltung antwortete darauf mit Schreiben vom 24. März 2014. In die-

sem Schreiben teilte sie mit, sie werde die Barmittel beschlagnahmen und 

nach Eintritt der Rechtskraft einer Verfügung einziehen. Weiter gewährte 

sie A._______ das rechtliche Gehör. 

C.  

Mit Stellungnahme vom 30. April 2014 beantragte A._______, von einer 

Beschlagnahmung und Einziehung des Geldes abzusehen, ihm allenfalls 

einen entsprechenden Ersatz auszurichten sowie die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zulasten des Bundes festzusetzen. 

D.  

Mit Verfügung vom 18. August 2014 [Datum der Verfügung, Poststempel: 

15. August 2014] bestätigte die Vorinstanz die Beschlagnahme der Barmit-

tel und verfügte die Einziehung und Vernichtung derselben nach Eintritt der 

Rechtskraft der Verfügung. 

E.  

Gegen diese Verfügung liess A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 17. September 2014 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

heben. Er beantragt, die Verfügung vom 18. August 2014 sei aufzuheben 

und ihm seien die beiden Geldbündel zu je £ 5'000.-- herauszugeben. 

Eventualiter sei gerichtlich festzustellen, dass ihn an der Kontamination der 

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Seite 3 

Geldscheine mit Kokain kein Verschulden treffe, und die Vorinstanz sei an-

zuweisen, das Nötige vorzukehren, dass ihm nicht verunreinigtes Geld im 

Gegenwert von £ 10'000.-- herausgegeben werde. Die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen seien zu Lasten der Vorinstanz zu veranschlagen. 

F.  

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht mit dem Bundesstrafgericht ei-

nen Meinungsaustausch gemäss Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

geführt hatte, in dessen Verlauf sich das Bundesstrafgericht für die vorlie-

gende Sache als nicht zuständig erachtete, forderte das Bundesverwal-

tungsgericht den Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 8. Okto-

ber 2014 zur Leistung eines Kostenvorschusses auf, welcher innert Frist 

einging. 

G.  

In der Vernehmlassung vom 11. Dezember 2014 stellt die Vorinstanz den 

Antrag, die Beschwerde unter Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen. 

Auf die Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – soweit sie ent-

scheidwesentlich sind – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des Bun-

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht 

(VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Vorliegend wurde eine sol-

che Verfügung erlassen. Sie stützt sich auf Bestimmungen des Zollgeset-

zes und somit auf öffentliches Recht. Wie die Zollverwaltung in der Ver-

nehmlassung bestätigte, wurde die Verfügung weder gestützt auf das ge-

meine Strafrecht noch auf das Verwaltungsstrafrecht, insbesondere auch 

nicht auf Zollstrafrecht, erlassen. Eine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG liegt 

nicht vor. Das Kommando Grenzwachtkorps untersteht – auch nach der 

Reorganisation der Zollverwaltung vom 1. Mai 2015 – dem Oberzolldirek-

tor, ist also Teil der Oberzolldirektion (RUDOLF DIETRICH, in: Kocher/Clava-

detscher [Hrsg.], Zollgesetz [ZG], 2009, Art. 91 N. 13 sowie S. 571). Diese 

ist eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 VGG; vgl. auch 

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Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das 

Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht rich-

tet sich dabei nach dem VwVG soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG und Art. 2 Abs. 4 VwVG). Der Beschwerdeführer ist zur Be-

schwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). Diese wurde zudem frist- und form-

gerecht eingereicht (Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist deshalb 

einzutreten. 

Damit erübrigt es sich, auf den Umstand einzugehen, dass die angefoch-

tene Verfügung das Datum des 18. August 2014 (einem Montag) trägt, 

während sie bereits am 15. August 2014 (einem Freitag) der Post überge-

ben wurde. Im konkreten Fall entstehen dem Beschwerdeführer dadurch 

keine Nachteile. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtene Verfügung in 

vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet-

zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 

Bst. c VwVG). 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den unter Mitwir-

kung der Verfahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt jenen Rechts-

satz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Aus-

legung zu geben, von der es überzeugt ist (Grundsatz der Rechtsanwen-

dung von Amtes wegen; vgl. dazu ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/ LO-

RENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

2. Aufl. 2013, Rz. 1.54, mit Verweis auf BGE 119 V 349 E. 1a). Daraus folgt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht an die 

rechtliche Begründung der Begehren gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 

Es kann eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten 

Gründen (allenfalls auch nur teilweise) gutheissen oder den angefochtenen 

Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begrün-

dung bestätigen (sog. Motivsubstitution; vgl. BVGE 2007/41 E. 2). 

2.  

2.1 Die Zollverwaltung vollzieht die Zollgesetzgebung sowie die völker-

rechtlichen Verträge, deren Vollzug ihr obliegt (Art. 94 ZG). Weiter wirkt die 

Zollverwaltung beim Vollzug nichtzollrechtlicher Erlasse des Bundes mit, 

soweit die betreffenden Erlasse dies vorsehen (Art. 95 Abs. 1 ZG), und 

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Seite 5 

unterstützt insbesondere im Rahmen ihrer Aufgaben die Bekämpfung der 

Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Art. 95 Abs. 1bis ZG). Sie 

erfüllt Sicherheitsaufgaben im Grenzraum in Koordination mit der Polizei 

des Bundes und der Kantone, um zur inneren Sicherheit des Landes und 

zum Schutz der Bevölkerung beizutragen (Art. 96 Abs. 1 ZG), wobei ihr im 

Grenzraum auf Begehren eines Grenzkantons die Erfüllung polizeilicher 

Aufgaben übertragen werden kann (Art. 97 Abs. 1 ZG). 

2.2  

2.2.1 Die Zollverwaltung kann – neben den weiteren ihr zukommenden, 

vorliegend aber nicht relevanten Aufgaben – alle erforderlichen Massnah-

men zur Sicherung von Beweismitteln ergreifen, die in einem Strafverfah-

ren verwendet werden können (Art. 104 Abs. 1 ZG). Sie beschlagnahmt 

Gegenstände und Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung un-

terliegen (Art. 104 Abs. 2 ZG). 

2.2.2 Eine vorläufige Beschlagnahme gemäss Art. 104 ZG sieht die Ver-

ordnung vom 11. Februar 2009 über die Kontrolle des grenzüberschreiten-

den Barmittelverkehrs (SR 631.052, nachfolgend: VO) vor. Diese Verord-

nung bestimmt, dass die Zollstelle Barmittel (dazu zählen unter anderem 

ausländische Banknoten [Art. 2 Bst. b Ziff. 1 VO]) vorläufig beschlagnah-

men kann (Art. 4 Abs. 1 VO) und zwar unabhängig vom Betrag dieser Bar-

mittel (Art. 4 Abs. 2 VO). Gemäss dem Zweck der Verordnung gilt dies, 

wenn ein Verdacht auf Geldwäscherei oder Terrorismusfinanzierung be-

steht (Art. 1 VO), wobei sachlich vertretbare allgemeine Anhaltspunkte ge-

nügen müssen. Zudem genügt ein tatbezogener Verdacht (STEFAN HEIM-

GARTNER, in: Kocher/Clavadetscher, a.a.O., Art. 104 N. 16 i.V.m. FORSTER, 

a.a.O., Art. 101 N. 11). Im Gegensatz dazu ist ein täterbezogener Verdacht 

nicht notwendig. 

Weiter sieht die Verordnung vor (Art. 3 Abs. 1 VO), dass eine im Sinn von 

Art. 26 ZG anmeldepflichtige Person auf ausdrückliche Befragung hin der 

Zollstelle Auskunft zu folgenden Fragen erteilen muss: a) zu ihrer Person, 

b) über die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Barmitteln im Betrag von mindes-

tens Fr. 10'000.-- oder dem entsprechendem Gegenwert bei ausländischen 

Währungen (bei Verdacht auf Geldwäscherei oder Terrorismusfinanzierung 

auch, wenn der Betrag unter diesem Schwellenwert liegt; Art. 3 Abs. 2 VO), 

c) über die Herkunft und den vorgesehenen Verwendungszweck der Bar-

mittel und d) über die wirtschaftlich berechtigte Person. 

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Seite 6 

2.3 Die zuvor genannten (E. 2.2.1) Gegenstände, Vermögenswerte und 

Beweismittel übermittelt die Zollverwaltung unverzüglich der zuständigen 

Behörde (Art. 104 Abs. 3 ZG). Die Zollverordnung vom 1. November 2006 

(ZV, SR 631.01) sieht vor, dass, wenn die zuständige Behörde die Über-

nahme von diesen Gegenständen, Vermögenswerten oder anderen Be-

weismitteln verweigert, im Fall von Art. 104 Abs. 1 ZG das in den Art. 82-

84 ZG geregelte Zollpfandrecht gilt, sie im Fall von Art. 104 Abs. 2 ZG aber 

vernichtet werden (Art. 223a ZV). Die Zollverwaltung präzisiert in der Ver-

nehmlassung, dass auch im Fall von Art. 104 Abs. 2 ZG die Gegenstände 

zuerst als Zollpfand beschlagnahmt würden, bevor sie vernichtet würden. 

Dadurch werde es der berechtigten Person ermöglicht, Beschwerde gegen 

die Beschlagnahme und Vernichtung einzureichen. 

2.4 Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche 

Handeln einer gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 

101]). Inhaltlich gebietet das Gesetzmässigkeitsprinzip, dass staatliches 

Handeln insbesondere auf einem Rechtssatz (generell-abstrakter Struktur) 

von ausreichender demokratischer Legitimation (Normstufe) und genügen-

der Bestimmtheit (Normdichte) zu beruhen hat (BVGE 2011/13 E. 15.4 

auch zum Folgenden; vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/ MARKUS 

MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 19 Rz. 2; PIER-

MARCO ZEN-RUFFINEN, Droit administratif, 2. Aufl. 2013, N. 51; THIERRY 

TANQUEREL, Manuel de droit administratif, 2011, N. 43; ULRICH HÄFE-

LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 

2010, Rz. 381, 386, 396). 

Das Erfordernis der genügenden Normstufe erfüllt neben der rechtsstaatli-

chen regelmässig auch eine demokratische Funktion. Alle wichtigen recht-

setzenden Bestimmungen sind in der Form eines Gesetzes und damit vom 

Parlament und – allenfalls – unter Mitwirkung des Volkes zu erlassen (vgl. 

TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 19 Rz. 4; TANQUEREL, a.a.O., 

N. 325; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 394; für den Bund: Art. 164 

Abs. 1 und Art. 141 Abs. 1 Bst. a BV). Der Gesetzesvorbehalt wirkt – zu-

sammen mit dem als verfassungsmässigem Recht anerkannten Prinzip der 

Gewaltentrennung (BGE 126 I 180 E. 2a/aa) – vorab als Delegations-

schranke (vgl. PIERRE TSCHANNEN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schwei-

zer/Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 

3. Aufl., 2014, nachfolgend: TSCHANNEN, BV, Art. 164 Rz. 5). Diese 

Schranke findet ihren Ausdruck in den Delegationsgrundsätzen, wonach 

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die Übertragung von Rechtsetzungsbefugnissen an die Exekutive nur zu-

lässig ist, wenn sie von der Verfassung nicht ausgeschlossen wurde, sich 

auf eine bestimmte, genau umschriebene Materie beschränkt, in einem 

Gesetz im formellen Sinn enthalten ist und dieses die Grundzüge der de-

legierten Materie, d.h. die wichtigen Regelungen, selbst umschreibt (an-

statt vieler BGE 128 I 113 E. 3c; Urteile des BVGer A-5627/2014 vom 

12. Januar 2015 E. 4.2, A-5550/2008 vom 21. Oktober 2009 E. 2.1; 

TSCHANNEN, BV, a.a.O., Art. 164 Rz. 35; MICHAEL BEUSCH, Der Gesetzes-

begriff der neuen Bundesverfassung [Art. 164 BV], in: Gächter/Bertschi 

[Hrsg.], Neue Akzente in der «nachgeführten» Bundesverfassung, 2000, S. 

227 ff., 241 ff.). Werden verfassungsmässige Rechte (insbesondere Frei-

heitsrechte) eingeschränkt, sind die Grundzüge in jedem Fall in einem for-

mellen Gesetz zu regeln (Art. 36 Abs. 1 i.V.m. Art. 164 Abs. 1 Bst. b BV; 

BGE 130 I 26 E. 5.1, vgl. auch Urteil des BGer 2A.705/2006 vom 24. April 

2007 E. 3.7 mit Hinweisen; RAINER J. SCHWEIZER, in: Ehrenzeller et al., 

a.a.O., Art. 36 Rz. 5 und 16). 

2.5 Werden Rechtssetzungsbefugnisse an die Exekutive delegiert, erlässt 

diese die rechtsetzenden Bestimmungen in Form von (Regierungs-)Ver-

ordnungen. Diese gehen gewöhnlich von der Regierung als Verwaltungs-

spitze aus, im Bund also vom Bundesrat (Art. 182 Abs. 1 BV; BVGE 

2011/13 E. 15.5 auch zum Folgenden; ausführlich: Urteil des BVGer 

A-2032/2013 vom 27. August 2014 E. 2.3 und 2.4 auch zum Folgenden; 

vgl. PIERRE TSCHANNEN, Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft, 3. Aufl., 2011, § 46 Rz. 1 f.; ZEN-RUFFINEN, a.a.O., N. 50). 

Man unterscheidet Vollziehungsverordnungen und gesetzesvertretende 

Verordnungen. Hier kommt es auf das Verhältnis der Verordnung zum Ge-

setz an. Ist die Verordnungsregelung in der Sache durch das Gesetz vo-

rausbestimmt, so spricht man von Vollziehungsverordnung. Enthält sie im 

Gegenteil Elemente, die im Gesetz nicht angelegt sind, so liegt eine geset-

zesvertretende Verordnung vor. Gesetzesvertretende Verordnungen darf 

der Bundesrat nur gestützt auf eine besondere Ermächtigung des Gesetz-

gebers beschliessen. Über die Kompetenz zum Erlass von Vollziehungs-

verordnungen verfügt er dagegen schon kraft Art. 182 Abs. 2 BV (vgl. 

TSCHANNEN, a.a.O., § 46 Rz. 10 ff.; ZEN-RUFFINEN, a.a.O., N. 54 f.). 

Die Vollziehungsverordnung führt die durch das Gesetz bereits begründe-

ten Rechte und Pflichten weiter aus und entfaltet das Gesetz. Da blosses 

Abschreiben des Gesetzes nicht sinnvoll wäre, enthalten auch Vollzie-

hungsverordnungen ein gewisses Mass an Normen, die in dieser Weise 

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nicht im Gesetz stehen. Dies schadet nicht, soweit dadurch keine grund-

sätzlich neuen Rechte und Pflichten eingeführt werden (vgl. TSCHANNEN, 

a.a.O., § 46 Rz. 18 ff.; ZEN-RUFFINEN, a.a.O., N. 54; TANQUEREL, a.a.O., 

N. 323). Die gesetzesvertretende Verordnung dagegen ergänzt die gesetz-

liche Regelung und übernimmt damit bereichsweise Gesetzesfunktion. 

Trotz dieser Funktion zählt die gesetzesvertretende Verordnung zu den un-

selbständigen Verordnungen, denn auch sie bleibt – nicht anders als die 

Vollziehungsverordnung – vom Bestand des übergeordneten Gesetzes ab-

hängig. Gesetzesvertretende Verordnungen kommen insbesondere vor, 

wenn der Gesetzgeber eine bestimmte Frage bewusst nicht geregelt hat 

und die Vervollständigung des Gesetzes der Exekutive überlässt. Sodann 

sind gesetzesvertretende Verordnungen anzutreffen, wo der Gesetzgeber 

zwar eine vollständige Regelung erlassen hat, der Exekutive aber die Mög-

lichkeit einräumen will, Teile dieser Regelung unter Umständen zu durch-

brechen. Die Kompetenz zum Erlass von gesetzesvertretenden Verord-

nungen setzt in jedem Fall eine entsprechende Delegationsnorm im Gesetz 

voraus (Art. 164 Abs. 2 BV; vgl. TSCHANNEN, a.a.O., § 46 Rz. 22 ff.; ZEN-

RUFFINEN, a.a.O., N. 55; TANQUEREL, a.a.O., N. 324). 

3.  

Einziehung und Beschlagnahmung sind Zwangsmittel des Verwaltungs-

rechts oder Massnahmen des Strafrechts. Ihr Ziel ist es einerseits, die öf-

fentliche Ordnung, welche durch den Gebrauch der einzuziehenden Ge-

genstände bedroht wird, zu schützen, und andererseits Gegenstände, die 

zur Begehung einer Straftat gedient haben oder die aus einer Straftat ent-

standen sind, dem Verkehr zu entziehen (vgl. PIERRE MOOR, Droit admi-

nistratif, Bd. III, 1992, Ziff. 8.1.1, S. 399; vgl. auch HÄFELIN/MÜLLER/ UHL-

MANN, a.a.O., Rz. 1208). 

3.1  

3.1.1 Bei der verwaltungsrechtlichen Einziehung von Vermögenswerten 

handelt es sich um so genannten unmittelbaren Zwang (vgl. HÄFELIN/ MÜL-

LER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1166; BLAISE KNAPP, Précis de droit admi-

nistratif, 4. Aufl. 1991, N. 1645). Der Zweck dieses Rechtsinstituts ist es, 

den gesetzlichen Zustand (wieder) herzustellen. Zu diesem Zweck können 

Gegenstände eingezogen und vernichtet werden, ohne dass es sich bei 

der Einziehung um eine strafrechtliche Sanktion handelt (ISABELLE HÄNER, 

Mindestgarantien für Strafverfahren und ihre Bedeutung für verwaltungs-

rechtliche Sanktionen, in: Häner/Waldmann [Hrsg.], Verwaltungsstrafrecht 

und sanktionierendes Verwaltungsrecht, 2010, S. 19 ff., 34; vgl. auch 

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MARCEL OGG, Die verwaltungsrechtlichen Sanktionen und ihre Rechts-

grundlagen, 2002, S. 24). Damit unmittelbarer Zwang ausgeübt werden 

kann, bedarf es einer rechtlichen Grundlage (betreffend Einziehung: 

PIERRE MOOR/ETIENNE POLTIER, Droit administratif, Bd. 2, 3. Aufl. 2011, 

Ziff. 1.4.3.1 b, S. 135; allgemein: HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1167; OGG, a.a.O., S. 152; vgl. auch KNAPP, a.a.O., N. 1647 f.). ES 

genügt, wenn die Pflicht, welche durchgesetzt werden muss, auf einer ge-

nügenden rechtlichen Grundlage beruht. Weiter kann sich unmittelbarer 

Zwang zur Abwehr einer unmittelbar drohenden, schweren Gefährdung o-

der bei einer bereits eingetretenen schweren Störung der öffentlichen Si-

cherheit auf die polizeiliche Generalklausel stützen (HÄFELIN/MÜLLER/UHL-

MANN, a.a.O., Rz. 1167 f.). Dies muss auch für Einziehung und Vernichtung 

von Gegenständen gelten. 

3.1.2 Im Zollgesetz selber ist festgelegt, dass die Zollstelle Waren zurück-

weist, die weder ins Zollgebiet verbracht noch ein-, aus- oder durchgeführt 

werden dürfen, sofern diese Waren nicht zu vernichten sind (Art. 32 Abs. 4 

ZG). Hier wird die Vernichtung ausdrücklich vorgesehen. Allerdings deutet 

bereits die Formulierung «sofern die Waren nicht zu vernichten sind» da-

rauf hin, dass eine andere Bestimmung diese Vernichtung vorsehen muss. 

Dies wird durch die Botschaft zum Zollgesetz bestätigt, die festhält, die 

Vernichtung erfolge aufgrund eines anderen Gesetzes oder allenfalls auf-

grund der polizeilichen Generalklausel (Botschaft des Bundesrates vom 

15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 567, S. 617).  

3.2 Die strafrechtliche Einziehung ist in den Art. 69 ff. des Schweizerischen 

Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) geregelt. Sie 

wird entweder im Rahmen eines Strafverfahrens oder eines selbständigen 

Einziehungsverfahrens (Art. 376 ff. der Schweizerischen Strafprozessord-

nung vom 5. Oktober 2007 [StPO, SR 312.0]) verfügt. Die Einziehung kann 

auch dann gestützt auf Art. 69 ff. StGB erfolgen, wenn ein Spezialgesetz 

oder ein Verwaltungsstrafgesetz die allgemeinen Bestimmungen des StGB 

für anwendbar erklärt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1208; 

MOOR/POLTIER, a.a.O., Ziff. 1.4.3.5 S. 145). So finden die strafrechtlichen 

Einziehungsregeln von Art. 69-73 StGB im Verwaltungsstrafrecht Anwen-

dung (Art. 2 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwal-

tungsstrafrecht [VStrR, SR 313.0] und Art. 333 StGB; ANDREAS EI-

CKER/FRIEDRICH FRANK/JONAS ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und 

Verwaltungsstrafverfahrensrecht, 2012, S. 251 f.). Dabei wird die Einzie-

hung von Vermögenswerten als entschädigungslose Enteignung angese-

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Seite 10 

hen, die aus verfassungsrechtlicher Sicht einer qualifizierten Rechtferti-

gung bedarf (MARTIN SCHUBARTH, Einziehung ohne Anlasstat? – Grenzen 

der Einziehung des «pretium sceleris», in: Schweizerische Zeitschrift für 

Strafrecht 128 [2010] S. 214 ff., S. 220). 

3.3 Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, weil die strafrechtlichen Ein-

ziehungsbestimmungen bei rein verwaltungsrechtlichen Einziehungen 

nicht anwendbar sind (NIKLAUS SCHMID, in: Ders. [Hrsg.], Kommentar Ein-

ziehung, Organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, Bd. I, 2. Aufl. 2007, 

§ 1/StGB 69 N. 19). Weiter gelten die strafprozessualen Verfahrensgaran-

tien nicht in gleicher Weise im verwaltungsrechtlichen Verfahren (vgl. 

HÄNER, a.a.O., S. 34 f.). 

4.  

Damit ist vorweg zu klären, ob die vom Grenzwachtkorps verfügte Einzie-

hung eine strafrechtliche oder eine verwaltungsrechtliche Massnahme dar-

stellt (E. 4.2), wobei zunächst die Parteistandpunkte dargestellt werden 

(E. 4.1). 

Wenn feststeht, welche rechtlichen Grundlagen anzuwenden sind, wird auf 

die Beschlagnahme und Vernichtung der Banknoten gemäss der ange-

fochtenen Verfügung eingegangen (E. 5.1). Daran anschliessend wird zu 

klären sein, ob sich die Einziehung (und Vernichtung) im vorliegenden Fall 

auf andere Grundlagen stützen lässt (E. 5.2). 

4.1  

4.1.1 Die Zollverwaltung geht davon aus, dass die Einziehung im vorlie-

genden Fall eine verwaltungsrechtliche Massnahme ist, welche sich auf 

Art. 104 ZG sowie Art. 223a ZV stützt. So begründet sie auch die Zustän-

digkeit des Bundesverwaltungsgerichts in ihrer Vernehmlassung.  

4.1.2 Der Beschwerdeführer äussert sich nicht zur Frage, ob die Einzie-

hung und Vernichtung der Banknoten eine straf- oder verwaltungsrechtli-

che Massnahme darstellt, sondern erklärt die Einziehung und vorgesehene 

Vernichtung des Geldes für unzulässig. 

4.1.3 Nicht einzugehen ist auf die Frage, ob der Beschwerdeführer auf ent-

sprechende Frage hin verneint habe, dass sich im Wagen Wertgegen-

stände oder Bargeld befinden würden. Der Beschwerdeführer verneint 

dies. Dagegen erklärt die Zollverwaltung in der Vernehmlassung gestützt 

auf den Rapport vom 18. Februar 2014, der Beschwerdeführer habe diese 

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Seite 11 

Frage verneint, während sie in der angefochtenen Verfügung vom 18. Au-

gust 2014 die Auffassung des Beschwerdeführers, er sei nicht explizit nach 

zu deklarierenden Barmitteln gefragt worden, bestätigte. Für das vorlie-

gende Verfahren ist nicht relevant, welche der beiden Möglichkeiten zutrifft, 

weil die vorläufige Beschlagnahme gemäss Art. 4 VO unabhängig davon 

zulässig ist, ob die entsprechende Frage gestellt worden ist. 

4.2  

4.2.1 Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist, dass der Beschwer-

deführer den Grenzübergang Boncourt-Delle an der französisch-schweize-

rischen Grenze überquerte. Vorliegend ist unbestritten, dass der Be-

schwerdeführer kontrolliert werden durfte, dass die Zollverwaltung bei Ver-

dacht auf Geldwäscherei Barmittel vorläufig beschlagnahmen darf bzw. 

muss und dass bei der vorliegenden Konstellation nachvollziehbar ist, dass 

die Zollverwaltung einen diesbezüglichen Anfangsverdacht hatte (vgl. zu 

den rechtlichen Grundlagen E. 2.2.2). Zur Diskussion steht einzig die Zu-

lässigkeit der definitiven Beschlagnahme und Vernichtung. 

4.2.2 Nachdem die Kantonspolizei Jura die Übernahme der Gelder verwei-

gert hatte (Sachverhalt Bst. A.b), wählte die Verwaltung den auf Verord-

nungsstufe geregelten Weg (E. 2.3) und möchte nun zur definitiven Be-

schlagnahme und Vernichtung der Gelder schreiten. Sie stützt sich somit 

auf Art. 223a Bst. b ZV i.V.m. Art. 104 Abs. 2 ZG. Insoweit handelt es sich 

um (Zwangs-)massnahmen des Verwaltungsrechts. Sie dienen in erster Li-

nie dazu, das Verwaltungsrecht durchzusetzen. Dies deckt sich mit der Auf-

fassung der Zollverwaltung (E. 4.1.1). 

Damit ist im Folgenden von einer verwaltungsrechtlichen Massnahme aus-

zugehen. 

4.3 Was die strafrechtliche Beschlagnahme und Einziehung anbelangt, ist 

vorab Folgendes festzuhalten: 

4.3.1 Das Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel 

und die psychotropen Stoffe (BetmG, SR 812.121), welches die Vorinstanz 

unter anderem erwähnt, kennt nur die Vernichtung von Betäubungsmitteln. 

Auf welche Bestimmung des BetmG sich eine Beschlagnahme und Ver-

nichtung kontaminierter Banknoten – als «Träger» von Betäubungsmitteln 

– stützen könnte, ist hingegen nicht ersichtlich. Die Einziehung von un-

rechtmässig erlangten Vermögenswerten ist in Art. 24 Abs. 1 BetmG gere-

gelt. Demnach verfallen solche dem Staat. Allerdings muss zu diesem 

A-5255/2014 

Seite 12 

Zweck klar sein, dass die Vermögenswerte tatsächlich unrechtmässig er-

langt worden sind. Blosse Anhaltspunkte dafür, wie sie im hier zu beurtei-

lenden Fall vorliegen, genügen nicht. Der von der Zollverwaltung genannte 

Art. 29 Abs. 2 BetmG legt nur fest, dass der Bund (d.h. nicht die kantonale 

Polizei) die Kontrolle an der Grenze (Ein-, Durch- und Ausfuhr) sowie in 

den Zolllagern und Zollfreilagern ausübt. Er regelt die Zuständigkeit, äus-

sert sich aber nicht zu den diesbezüglichen Kompetenzen. Zur Frage der 

Einziehung und Vernichtung der Banknoten lässt sich diesem Artikel nichts 

entnehmen. 

Nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB, den die Zollverwaltung ebenfalls erwähnt, wird 

u.a. bestraft, wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Einziehung 

von Vermögenswerten zu vereiteln, die aus einem Verbrechen herrühren 

können. Auch beim Tatbestand der Geldwäscherei muss jedoch ein ent-

sprechender Tatverdacht vorliegen. Blosse Hinweise darauf, die für die vor-

läufige Einziehung noch genügen, reichen für eine definitive Beschlag-

nahme nicht aus. 

4.3.2 Dem Grenzwachtkorps kommt zwar bei der Kontrolle im grenznahen 

Raum eine wichtige Funktion zu, aber im hier gegebenen Zusammenhang 

nur die Kompetenz für eine vorläufige Beschlagnahme. Indem Art. 104 

Abs. 3 ZG vorsieht, dass beschlagnahmte Gegenstände unverzüglich der 

– zur strafrechtlichen Verfolgung – zuständigen Behörde zu übermitteln 

sind, öffnet er den Weg für ein strafrechtliches Verfahren. Für die Beurtei-

lung, ob Straftatbestände vorliegen und entsprechende Massnahmen – 

inkl. eine definitive Beschlagnahme bzw. Einziehung – zu treffen sind, sind 

die ordentlichen Strafverfolgungsorgane, allenfalls – sofern entsprechende 

besondere Strafbestimmungen zum Tragen kommen – die mit der Zollstra-

funtersuchung betrauten Organe, zuständig. Das BetmG hält dies in Art. 26 

fest. Für das StGB ist dies in Art. 12 i.V.m. Art. 14 StPO geregelt, im VStrR 

in Art. 21 Abs. 1. In einem solchen Verfahren kommen dann auch die straf-

rechtlichen Verfahrensgarantien zur Anwendung (E. 3.3). Auch für eine 

selbständige Einziehung (also unabhängig von einem Verfahren gegen ei-

nen bestimmten Täter) sind die ordentlichen Strafverfolgungsorgane zu-

ständig. 

5.  

5.1  

5.1.1 Im vorliegenden Fall stützt die Vorinstanz die Beschlagnahme und 

Vernichtung der kontaminierten Banknoten – wie erwähnt (E. 4.2.2) – auf 

A-5255/2014 

Seite 13 

Art. 223a Bst. b ZV i.V.m. Art. 104 Abs. 2 ZG i.V.m. Art. 82 f. ZG. Die Be-

fugnis, die Banknoten zu vernichten, basiert dabei einzig auf einer Verord-

nungsbestimmung. Ausserdem erwähnt die Vorinstanz, wie gesagt, Art. 29 

Abs. 2 BetmG, der sich aber, wie dargelegt, als nicht einschlägig erweist 

(dazu oben E. 4.3.1). Weiter hält sie fest, die beschlagnahmten Barmittel 

wiesen eine Kontamination mit Drogen auf und würden deshalb als be-

schädigt gelten. Sie dürften nicht mehr dem Geldfluss zugeführt werden. 

Damit ist zu klären, ob die entsprechende Verordnungsbestimmung im kon-

kreten Fall anzuwenden ist, oder – wie dies der Beschwerdeführer mit sei-

ner Kritik an der entsprechenden Bestimmung implizit vorbringt – ihr die 

Anwendung zu versagen ist, das heisst, ob die Bestimmung von Art. 223a 

ZG unter den hier gegebenen Umständen eine genügende Grundlage für 

die Einziehung und Vernichtung der Banknoten darstellt. 

5.1.2 Dem Bundesrat wird in Art. 130 ZG allgemein die Kompetenz dele-

giert, das ZG zu vollziehen. Art. 104 ZG gibt dem Bundesrat keine weiteren 

Kompetenzen. Im Folgenden ist daher die Frage zu beantworten, ob die in 

der Verordnung vorgesehene Vernichtung von Gegenständen, wie sie hier 

zur Diskussion steht, vom übergeordneten Recht gedeckt ist. 

5.1.3 Die Bestimmung von Art. 223a ZV ist sehr allgemein gehalten. Dem-

nach gelten im Fall von Bst. a die Bestimmungen über das Zollpfand, so-

fern die zuständige Behörde die Übernahme der sichergestellten Beweis-

mittel verweigert. Der Artikel äussert sich nicht zum Grund, aus welchem 

die Übernahme verweigert wird. Da aber Polizei und Staatsanwaltschaft 

(die in den meisten Fällen zur Verfolgung von Straftaten zuständigen Be-

hörden) im Zweifel verpflichtet sind, Untersuchungen zu möglichen Straf-

taten einzuleiten (Art. 7 StPO), dürfte der häufigste Grund für die Ableh-

nung der Übernahme von Beweismitteln der sein, dass aus Sicht der zu-

ständigen Behörde die Beweislage die Annahme, es liege eine Straftat vor, 

nicht rechtfertigt. Dass dennoch die Beschlagnahme als Zollpfand zulässig 

sein soll, geht ausserordentlich weit. 

5.1.4 Art. 223a Bst. a ZV verweist auf die Bestimmungen über das Zoll-

pfand, welches in Art. 82 ff. ZG geregelt ist. Art. 82 ZG sieht vor, dass ein 

gesetzliches Pfandrecht einerseits an Waren besteht, für die Zollabgaben 

zu entrichten sind (Abs. 1 Bst. a) und andererseits an Waren bzw. Sachen, 

die zur Verletzung zollrechtlicher Erlasse oder nichtzollrechtlicher Erlasse 

des Bundes, bei deren Vollzug die Zollverwaltung mitwirkt, gedient haben 

(Abs. 1 Bst. b). 

A-5255/2014 

Seite 14 

5.1.4.1 Die erste Alternative kann hier ausser Acht gelassen werden, ist 

doch bei der Einfuhr der kontaminierten Pfundnoten keine Zollabgabe zu 

entrichten (Zolltarifnummer 4907.0000). Ein Zollpfand aus diesem Grund 

entfällt. 

5.1.4.2 Bei der zweiten Alternative ist im Gesetzestext verlangt, dass die 

beschlagnahmten Sachen zur Verletzung eines Erlasses gedient haben. 

Vorliegend gibt es zwar Hinweise darauf, dass die Noten in Zusammen-

hang mit einer Straftat stehen könnten. Eine solche ist aber in keiner Art 

und Weise nachgewiesen. Wie bereits festgehalten, wäre dazu die Durch-

führung eines (Straf-)Verfahrens erforderlich (E. 4.3.2). Da hier gerade 

keine Verletzung von Erlassen nachgewiesen ist, ist Art. 82 ZG nicht ein-

schlägig. Daran kann auch der Verweis auf diesen Artikel durch eine Ver-

ordnungsbestimmung nichts ändern, müssen doch die Voraussetzungen 

von Art. 82 ZG selbst weiterhin gelten, wenn dieser nicht seines Sinns ent-

leert werden soll. Die Beschlagnahme von Gegenständen, die nur möglich-

erweise zur Verletzung von Erlassen gedient haben, wäre im Übrigen mit 

Hinblick auf die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) äusserst problematisch (E. 2.4). 

5.1.5 Art. 223a Bst. b ZV sieht weiter vor, dass beschlagnahmte Gegen-

stände, die voraussichtlich der Einziehung unterliegen (Art. 104 Abs. 2), 

vernichtet werden können. Was für die Beschlagnahme ausgeführt wurde, 

gilt umso mehr für die Vernichtung der Pfundnoten. Die Vernichtung ist ein-

zig in einer Verordnungsbestimmung festgehalten. Dass die Zollverwaltung 

Gegenstände vernichten können soll, nur weil sie sie sichergestellt oder 

vorläufig beschlagnahmt hat – letzteres ist, wie erwähnt, aufgrund vertret-

barer allgemeiner Anhaltspunkte möglich (E. 2.2.2) –, kann nicht Sinn die-

ser Bestimmung sein. Zwar nennt das ZG die verschiedenen Aufgaben der 

Zollverwaltung (E. 2.1 und 2.2) und dem Verordnungsgeber kommt die 

Kompetenz zu, für die Erfüllung dieser Aufgaben Vollzugsbestimmungen 

aufzustellen (Art. 130 ZG; E. 5.1.2). Der Verordnungsgeber hat sich dabei 

aber an den im übergeordneten Recht festgelegten Rahmen zu halten 

(E. 2.5).  

Die Vernichtung kann sich auch nicht auf Art. 98 ZG stützen: Zwar hält die-

ser Artikel fest, dass der Bundesrat der Zollverwaltung den Vollzug dringli-

cher Bundesaufgaben im Bereich des grenzüberschreitenden Verkehrs 

übertragen kann, doch ist im hier zu beurteilenden Fall nicht ersichtlich, 

welche dringliche Bundesaufgabe vollzogen werden soll. Die Verbrechens-

A-5255/2014 

Seite 15 

bekämpfung insbesondere im Bereich der Geldwäscherei und des Drogen-

handels ist eine Bundesaufgabe. Diese wird aber, wie ausgeführt, durch 

das Strafrecht und die Strafbehörden wahrgenommen. In einem Rechts-

staat kann es nicht angehen, ausserhalb von «Notrecht» im Namen solcher 

Interessen die Verfahrensordnung ausser Kraft zu setzen. Art. 223a Abs. 2 

ZV lässt sich damit nicht auf Art. 98 ZG als Delegationsnorm stützen. 

Überhaupt findet sich im Zollgesetz nur eine Bestimmung, die die Vernich-

tung von Gegenständen erwähnt. Wie gesehen, ist aber auch dort die Ver-

nichtung nur dann angeordnet werden, wenn ein anderes Gesetz eine sol-

che vorsieht (E. 3.1.2). Die Verordnungsbestimmung widerspricht zudem 

der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und der Verhältnismässigkeit (Art. 5 

Abs. 2 BV). Für einen so massiven Eingriff in die Eigentumsgarantie wie 

die Vernichtung von Gegenständen ist jedoch eine Grundlage in einem Ge-

setz in formellem Sinn unabdingbar (E. 2.4 a.E.). 

Anzumerken bleibt, dass dies auch dem Verordnungsgeber bewusst war 

(Kommentar der Oberzolldirektion zur Änderung der Zollverordnung vom 

1. November 2006 [ZV; SR 631.01], Stand: 12. Juni 2012, Art. 223a «Das 

Legalitätsprinzip lässt es als angezeigt erscheinen, eine entsprechende 

Bestimmung bei nächster Gelegenheit ins Zollgesetz zu überführen»; im 

Internet unter: http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/atta 

chments/27350.pdf; zuletzt besucht am 24. Juli 2015).  

5.1.6 Damit ist Art. 223a ZV zumindest im vorliegenden Fall nicht anzuwen-

den. 

5.2 Es bleibt zu prüfen, ob die Banknoten aufgrund anderer im vorliegen-

den Verfahren möglicherweise anwendbarer Gesetze beschlagnahmt und 

vernichtet werden können. 

5.2.1 Eine Beschlagnahme wäre allenfalls gestützt auf Art. 32 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 über Lebensmittel 

und Gebrauchsgegenstände (LMG, SR 817.0) i.V.m. Art. 69 und 71 der 

Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über den Vollzug der Le-

bensmittelgesetzgebung (SR 817.025.21) denkbar. Die Vorinstanz macht 

jedoch nicht geltend, die kontaminierten Pfundnoten könnten die Gesund-

heit schädigen. Auch sonst ist nicht ersichtlich, dass die Kontaminierung 

gesundheitsschädlich sein könnte. Im Gegenteil ist davon auszugehen, 

dass ein gewisser Teil des sich im Umlauf befindlichen Geldes mit Kokain 

in einem nicht die Gesundheit beeinträchtigenden Ausmass kontaminiert 

A-5255/2014 

Seite 16 

ist (wenn auch nicht im vom Beschwerdeführer geltend gemachten Um-

fang). Implizit gesteht dies auch die Vorinstanz zu, wenn sie erklärt, in einer 

Vielzahl von Fällen (demzufolge aber nicht in allen) könne an kontrolliertem 

Notengeld keine Drogenkontamination festgestellt werden. Eine Gesund-

heitsgefährdung wäre aber Voraussetzung für die Anwendung dieser Be-

stimmung. Somit bietet die Lebensmittelgesetzgebung keine Grundlage 

zur Einziehung und Vernichtung der Banknoten. Damit ist auch nicht zu 

prüfen, wer für eine solche (verwaltungsrechtliche) Massnahme zuständig 

wäre. 

5.2.2 Eine Einziehung einzig gestützt auf Art. 2 Abs. 1 des Übereinkom-

mens vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Be-

schlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (SR 0.311.53) 

ist ebenfalls nicht möglich. Dort wird nur festgehalten, dass jede Vertrags-

partei die erforderlichen gesetzgeberischen und anderen Massnahmen 

triff, die es ihr ermöglichen, Tatwerkzeuge und Erträge oder Vermögens-

werte, deren Wert diesen Erträgen entspricht, einzuziehen. Eine Einzie-

hung ohne Nachweis eines Grunddelikts sieht auch diese Bestimmung 

nicht vor. 

5.2.3 Einzig denkbar bleibt damit eine Einziehung und Vernichtung auf-

grund der polizeilichen Generalklausel (E. 3.1.1). Hierzu müsste aber ein 

öffentliches Interesse vorhanden sein. Dieses könnte allenfalls darin beste-

hen, dass mit Betäubungsmitteln kontaminiertes Geld nicht in den Umlauf 

gebracht wird. Da aber – wie bereits erwähnt (E. 5.2.1) – nicht geltend ge-

macht wird, solches Geld sei gesundheitsschädlich, kann auch eine Ein-

ziehung und Vernichtung auf dieser Grundlage nicht vorgenommen wer-

den. Ein anderes öffentliches Interesse ist nicht erkennbar. 

5.2.4 Die Vorinstanz macht in der Beschlagnahmeverfügung geltend, die 

Pfundnoten seien beschädigt und deshalb zu vernichten. Gemäss Art. 7 

Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 22. Dezember 1999 über die Währung 

und die Zahlungsmittel (WZG, SR 941.10) zieht die Nationalbank abge-

nützte und beschädigte Noten aus dem Umlauf zurück. Der Ersatz solcher 

Noten richtet sich nach Art. 8 WZG. Allerdings gilt das WZG nur für schwei-

zerische Zahlungsmittel. Vorliegend geht es jedoch um Pfundnoten. Die 

schweizerischen Bestimmungen erweisen sich hier als nicht einschlägig. 

Allenfalls wäre ein Organ in Grossbritannien für die Einziehung und/oder 

den Ersatz der Noten zuständig. Dies muss hier aber nicht geklärt werden. 

Damit kann auch offenbleiben, ob die Noten als abgenützt und beschädigt 

zu gelten hätten. 

A-5255/2014 

Seite 17 

5.3 Für die von der Zollverwaltung angeordnete Vernichtung der Pfundno-

ten fehlt es somit an einer genügenden gesetzlichen Grundlage. 

6.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die angefochtene Verfügung 

auf eine ungenügende rechtliche Grundlage stützt und die Beschwerde da-

her im Hauptpunkt gutzuheissen ist. Die angefochtene Verfügung ist auf-

zuheben. Damit erübrigen sich Ausführungen zu den eventualiter geltend 

gemachten Begehren. 

7.  

Damit bleibt, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu befinden. We-

der dem obsiegenden Beschwerdeführer noch der Vorinstanz sind Verfah-

renskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der einbezahlte 

Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Die Vorinstanz hat dem 

Beschwerdeführer antragsgemäss eine Parteientschädigung für die ihm 

entstandenen Kosten zu bezahlen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, vgl. auch Art. 7 

Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Diese ist praxisgemäss auf Fr. 3'750.-- festzusetzen. 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

A-5255/2014 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem 

Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

die sichergestellten Pfundnoten herauszugeben. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer 

einbezahlte Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 2'500.-- wird ihm nach Eintritt 

der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient-

schädigung von Fr. 3'750.-- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Salome Zimmermann Susanne Raas 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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