# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d336f1c-6358-5154-b25f-29b31b9cc987
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-17
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 17.11.2023 OG.2023.00050 (OGS.2024.160)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2023-00050_2023-11-17.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtsvizepräsidentin lic. iur. Marianne Dürst
  Benedetti, Oberrichterin Monika Trümpi und Oberrichterin Brigitte Müller sowie
  Gerichtsschreiberin MLaw Jasmin Marlovits. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 17. November 2023

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2023.00050

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
  verteidigt durch Dr. Andrea Taormina LL.M., Rechtsanwalt, 

  
	
  taormina law AG, Kanzleistrasse 127, 8004 Zürich 

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Postgasse 29, 8750 Glarus 

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegner

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Nichtanhandnahme
  einer Strafuntersuchung

  
	
   

  
	
   

  
	
  Rechtsbegehren
  des Beschwerdeführers (gemäss Eingabe vom 14. August 2023
  [act. 2, S. 2]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Verfügung der
    Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus vom 3. August 2023
    aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus sei anzuweisen, gegen B.______ eine
    Strafuntersuchung unter anderem wegen Verleumdung i.S.v. Art. 174
    Abs. 1 StGB, eventualiter wegen übler Nachrede i.S.v. Art. 173
    Abs. 1 StGB zu eröffnen und durchzuführen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zulasten des Staates.

    

  

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  A.______ und C.______ trafen am 12. August 2021 auf
  einer Alp im Kanton Graubünden aufeinander. Der Hund von A.______ soll dabei
  von C.______’s Hund verletzt worden sein. Daraufhin kam es zwischen den
  beiden Hundehaltern zu einer Auseinandersetzung, gefolgt von gegenseitigen
  Strafanzeigen (betreffend Tätlichkeiten, Sachbeschädigung etc.) und einer
  anschliessend von der Staatsanwaltschaft Graubünden gegen beide Hundehalter
  eröffneten Strafuntersuchung. C.______ wird dabei von B.______ vertreten
  (vgl. zum Ganzen act. 1, S. 2).

  
	
  2.

  
	
  2.1. Am 7. März 2023 reichte A.______ bei
  der Staatsanwaltschaft Graubünden einen Strafantrag gegen B.______ wegen
  Verleumdung, eventualiter übler Nachrede ein. A.______ beschuldigt B.______
  dabei, anlässlich des vorstehend erwähnten Strafverfahrens gegen A.______
  verschiedene unwahre und mutmasslich ehrverletzende Äusserungen getätigt zu
  haben (vgl. zum Ganzen act. 6/1).

  
	
  2.2. Mit Verfügung vom 20. März 2023
  erklärte sich die Staats- und Jugend­anwaltschaft des Kantons Glarus
  (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") zur Behandlung des erwähnten
  Strafantrags für örtlich zuständig (act. 6/6).

  
	
  3.

  
	
  3.1. Mit Verfügung vom 3. August 2023
  entschied die Staatsanwaltschaft, die von A.______ angestrebte Strafuntersuchung
  gegen B.______ nicht anhand zu nehmen (act. 1).

  
	
  3.2. Gegen diese Verfügung erhob A.______
  (nachfolgend "Beschwerdeführer") mit Eingabe vom 14. August
  2023 beim Obergericht Beschwerde und beantragt, die Nichtanhandnahmeverfügung
  der Staatsanwaltschaft aufzuheben und gegen B.______ (nachfolgend
  "Beschwerdegegner") eine Strafuntersuchung einzuleiten
  (act. 2).

  
	
  In der Sache wurde keine Stellungnahme eingeholt (vgl.
  Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario), jedoch wurden die Akten der
  Staatsanwaltschaft im Dossier SA.2023.00255 beigezogen
  (act. 6/1 ff.).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1. Das Obergericht behandelt als
  Rechtsmittelinstanz Beschwerden in Strafsachen (Art. 17 Abs. 2
  lit. a GOG/GL; GS III A/2). Die vorliegend angefochtene
  Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft ist der Beschwerde
  zugänglich und die zehntätige Beschwerdefrist wurde eingehalten
  (Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und
  Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). 

  
	
  1.2. Der Beschwerdeführer hat sich mit seinem
  Strafantrag vom 7. März 2023 als Straf- und Zivilkläger konstituiert
  (act. 6/1, S. 5), womit er als Privatkläger Parteistellung im
  Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner erlangt hat (Art. 118
  Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Damit
  ist er zur Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung legitimiert
  (Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO; André Vogelsang, in: Basler Kommentar
  Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 26b zu Art. 310 StPO).

  
	
  2.

  
	
  Mit Beschwerde können in Bezug auf den angefochtenen
  Entscheid Rechtsver­letzungen und eine unvollständige oder unrichtige
  Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden
  (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1. Der Beschwerdeführer
  wirft dem Beschwerdegegner in seinem Strafantrag vor, er habe im Bündner Strafverfahren
  gegen den Beschwerdeführer als Rechtsvertreter von C.______ verschiedene
  Aussagen gemacht, die den Akten bzw. den Aussagen von C.______ widersprechen
  würden. So habe der Beschwerdegegner erklärt, der Beschwerdeführer habe
  C.______ eine Fingerverletzung zugefügt, obwohl diese gemäss C.______ selbst
  von einem Arbeitsunfall stamme. Der Beschwerdegegner habe zudem behauptet,
  dass der Beschwerdeführer willentlich auf die Autohaube von C.______
  geschlagen habe. C.______ selbst habe hingegen ausgesagt, er denke nicht,
  dass der Beschwerdeführer die Delle absichtlich gemacht habe. Ausserdem habe
  der Beschwerdegegner erklärt, seit dem Unfall sei bei C.______ eine
  erhebliche Kraftminderung eingetreten, obwohl die Ärztin keine Kraftminderung
  diagnostiziert habe. Der Beschwerdegegner habe weiter behauptet, C.______ sei
  kurze Zeit vor dem Vorfall an der Wirbelsäule operiert worden, obwohl diese
  Operation damals bereits neun Monate zurückgelegen und C.______ seither
  vermutlich schwere körperliche Arbeit verrichtet habe. Schliesslich habe der
  Beschwerdegegner geäussert, der Beschwerdeführer habe die Autotür zugetreten,
  obwohl C.______ gesagt habe, die Tür sei mit beiden Händen zugestossen worden
  (vgl. zum Ganzen act. 6/1, S. 5 ff.).

  
	
  1.2. Die Staatsanwaltschaft begründet die
  Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner betreffend
  Verleumdung bzw. üble Nachrede damit, dass die bemängelten schriftlichen
  Äusserungen des Beschwerdegegners im Rahmen eines Strafverfahrens getätigt
  wurden. Als Verteidiger von C.______ könne sich der Beschwerdegegner dabei
  auf ein rechtmässiges Handeln im Sinne von Art. 14 StGB berufen, sei es
  doch seine Aufgabe, die Interessen seines Klienten zu wahren und auf ein
  möglichst mildes oder gar freisprechendes Urteil hinzuwirken. Völlig
  sachwidrige oder unnötig beleidigende Äusserungen würden dem Beschwerdegegner
  nicht vorgeworfen werden können. Mangels Prozessvoraussetzung falle daher
  eine Bestrafung wegen Verleumdung und übler Nachrede im Sinne von
  Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO ausser Betracht (vgl. zum Ganzen
  act. 1, S. 4 f.).

  
	
  1.3. Der Beschwerdeführer bringt dagegen
  zusammengefasst vor, die Staatsanwaltschaft habe für die Beurteilung der
  Strafbarkeit des Beschwerdegegners nicht auf die Strafanzeige abgestellt,
  sondern auf einen von ihr selbst erstellten Sachverhalt. Als der Klient des
  Beschwerdegegners diesem am 17. Februar 2022 mitgeteilt habe, die
  Behauptung betreffend die Fingerverletzung sei falsch, habe sich der
  Beschwerdegegner nicht mehr auf den Rechtfertigungsgrund von Art. 14
  StGB stützen können. Er hätte daher seine Aussage korrigieren müssen. Zudem
  hätte die Staatsanwaltschaft auch untersuchen müssen, ob es sich bei dieser
  Äusserung betreffend die Fingerverletzung überhaupt um ein Versehen gehandelt
  habe. Der Beschwerdegegner habe ausserdem mit Schreiben vom 21. Oktober
  2022 weitere Behauptungen aufgestellt, welche aktenwidrig gewesen seien und
  den Aussagen seines Klienten widersprochen hätten. Es sei somit keineswegs
  sicher, dass der Beschwerdegegner sich auf Art. 14 StGB berufen könne.
  Ebenso lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, es lägen keine völlig
  sachwidrigen Äusserungen des Beschwerdegegners vor. Die Staatsanwaltschaft
  habe damit Art. 310 StPO sowie den Untersuchungsgrundsatz nach
  Art. 6 StPO verletzt (vgl. zum Ganzen act. 2, S. 6 ff.).

  
	
  2.

  
	
  Gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO
  eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung, wenn sich aus den
  Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus
  eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt. Dabei muss es
  sich um einen objektiv begründbaren Verdacht handeln und nicht bloss um eine
  subjektive Vermutung (Urteil BGer 6B_553/2022 vom 16. September 2022,
  E. 2.1; André Vogelsang,
  a.a.O., N. 32 zu Art. 309 StPO). Die Nichtanhandnahme einer
  Strafuntersuchung verfügt die Staatsanwaltschaft hingegen unter anderem dann,
  wenn aufgrund der Strafanzeige feststeht, dass der fragliche Straftatbestand
  eindeutig nicht erfüllt ist (Art. 310 lit. a StPO). Eine
  Nichtanhandnahme darf nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen
  ergehen. Im Zweifelsfall ist eine Untersuchung zu eröffnen ("in dubio
  pro duriore"; BGE 137 IV 285 E. 2.3; Urteil BGer 6B_364/2013 vom
  29. August 2013, E. 2). Die Strafverfolgungsbehörden verfügen dabei
  über einen gewissen Ermessensspielraum (Urteil BGer 6B_654/2022 vom
  22. Februar 2023, E. 2.1). Eine Nichtanhandnahme darf dabei auch
  erfolgen, wenn zwar ein Straftatbestand erfüllt ist, aber offenkundig ein
  Rechtfertigungsgrund besteht (Urteil BGer 1B_158/2012 vom 15. Oktober
  2012, E. 2.6). 

  
	
  3.

  
	
  3.1. Der üblen Nachrede nach Art. 173
  Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer jemanden bei einem anderen eines
  unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen
  Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, sowie wer eine solche
  Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitetet. Beweist der
  Beschuldigte, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung
  der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten
  Treuen für wahr zu halten, ist er nicht strafbar (Art. 173 Ziff. 2
  StGB). Handelt er hingegen wider besseres Wissen, macht er sich der
  Verleumdung nach Art. 174 Ziff. 1 StGB schuldig. Die Ehrverletzung
  muss dabei die Geltung als ehrbaren Menschen betreffen und nicht bloss die
  gesellschaftliche Geltung im Sinne von beispielsweise dem beruflichen
  Ansehen. Die Äusserung muss vielmehr dazu geeignet sein, den Ruf einer
  Person, sich charakterlich anständig zu verhalten, zu beeinträchtigen und
  damit deren Ansehen in der Gesellschaft herabzusetzen (BGE 105 IV 111
  E. 1, BGE 132 IV 112 E. 2.1; BGE 119 IV 44 E. 2.a).

  
	
  3.2. Den vom Beschwerdeführer kritisierten
  Äusserungen des Beschwerdegegners mangelt es teilweise bereits am
  ehrverletzenden Charakter. So ist nicht ersichtlich, inwiefern es dem Ruf des
  Beschwerdeführers schaden können soll, dass der Beschwerdegegner ausführte,
  bei C.______ hätten die neurologischen Ausfälle neben einem Taubheitsgefühl
  in der linken Hand auch noch eine erhebliche Kraftminderung bewirkt.
  Dasselbe gilt auch für die Ausführung des Beschwerdegegners, wonach die
  Operation an der Wirbelsäule von C.______ nur kurze Zeit zurückliege. Hinzu
  kommt, dass diese Aussage auch inhaltlich nicht fehl geht. So ist die
  Einschätzung "kurze Zeit vor" subjektiv geprägt und weist je nach
  Kontext einen anderen Gehalt auf. Die Bezeichnung einer Dauer von neun
  Monaten als "kurze Zeit" kann daher bei einer
  Wirbelsäulenoperation, welche üblicherweise eine lange Genesungsdauer nach
  sich zieht, weder als falsch noch als ehrverletzend bezeichnet werden.
  Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern der vom Beschwerdegegner
  geäusserte Standpunkt, wonach der Beschwerdeführer eine Tür zugetreten (und
  nicht bloss zugeschlagen) habe, den Ruf des Beschwerdeführers zu schädigen
  vermag. Diesbezüglich liegt ohnehin nahe, dass es sich um ein Versehen
  handelt, hat doch der Beschwerdegegner in seinem Schreiben vom
  21. Oktober 2022 zunächst von einem Schlag und danach von einem Tritt
  gesprochen (vgl. zum Ganzen act. 6/1, S. 8 ff.).
  Gerichtsnotorisch ist ausserdem, dass sich Parteien im Verlaufe eines
  Strafverfahrens mitunter in ihren eigenen Aussagen widersprechen, was auch
  für deren Aussagen gegenüber ihrem Anwalt gilt.

  
	
  3.3. Die genannten Äusserungen erfüllen gemäss
  den vorstehenden Ausführungen den Straftatbestand der üblen Nachrede
  (Art. 173 Ziff. 1 StGB) bzw. der Verleumdung (Art. 174
  Ziff. 1 StGB) zweifelsfrei nicht. Sie sind vielmehr gar nicht erst
  geeignet, den Ruf des Beschwerdeführers zu beeinträchtigen. In Bezug auf die
  verbleibenden Äusserungen des Beschwerdegegners ist nachfolgend zu prüfen, ob
  dafür ein Rechtfertigungsgrund besteht.

  
	
  4.

  
	
  4.1. Nach Art. 14 StGB handelt rechtmässig,
  wer handelt wie es das Gesetz gebietet oder erlaubt. Wer anlässlich eines
  Gerichtsverfahrens ehrenrührige Behauptungen aufstellt, kann sich deshalb auf
  die entsprechenden Verfahrensbestimmungen (z.B. die Darlegungs- und
  Begründungspflicht) berufen. Voraussetzung dafür ist, dass die Äusserungen
  den gebotenen Sachbezug haben, nicht über das notwendige hinausgehen, nicht
  wider besseres Wissen getätigt und blosse Vermutungen als solche bezeichnet
  werden (BGE 116 IV 211 E.
  4.a.bb; BGE 118 IV 153 E. 4.b). Der Anwalt hat dabei einseitig die
  Parteiinteressen seines Mandanten zu vertreten. Im Kontakt mit der
  Gegenpartei soll er aber sachlich bleiben und auf persönliche Beleidigungen
  oder beschimpfende Äusserungen verzichten. Nicht verlangt werden kann
  hingegen, dass der Anwalt jeden einzelnen seiner Sätze daraufhin überprüft,
  wie er von der Gegenpartei oder von einem aussenstehenden Dritten
  interpretiert werden könnte. Hierdurch würde die Aufgabe des Anwaltes, die
  Parteiinteressen seines Mandanten umfassend und bestimmt zu wahren, unnötig
  erschwert (BGE 131 IV 154 E. 1.3.2 und E. 1.4.2).

  
	
  4.2. Zunächst ist festzuhalten, dass vorliegend
  keine Hinweise darauf ersichtlich sind, dass der Beschwerdegegner entgegen
  der Instruktionen seines Klienten gehandelt haben soll. So ist es durchaus
  möglich, willentlich auf eine Autohaube zu schlagen, ohne Absicht dabei eine
  Delle zu verursachen. Die entsprechende Äusserung des Beschwerdegegners
  widerspricht daher der Erklärung seines Klienten nicht (vgl. E. III.1.1 vorstehend bzw. act. 6/1, S. 9). Entgegen der Auffassung des
  Beschwerdeführers (act. 2, S. 7 f.) lässt sich sodann dem von
  ihm in seinem Strafantrag geschilderten Sachverhalt (act. 6/1) –
  insbesondere im Zusammenhang mit den von ihm eingereichten Beilagen – ohne
  weiteres entnehmen, dass es sich bei der Erwähnung der Operation der rechten
  Hand im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 12. August 2021 um einen Irrtum
  handelte:

  
	
  Nach der Darstellung des Beschwerdeführers hat der
  Beschwerdegegner die auf seinen Fehler hinweisende E-Mail seines Klienten vom
  17. Februar 2022 [Donnerstag] umgehend am 21. Februar 2022 [Montag]
  an die Kantonspolizei Graubünden weitergeleitet (vgl. act. 6/1,
  S. 6 f.). Der Beschwerdegegner durfte dabei darauf vertrauen, dass
  der Inhalt dieser E-Mail aufgrund der in Strafverfahren geltenden
  Untersuchungsmaxime (Art. 6 StPO) auch ohne weitere Erläuterungen
  seinerseits im Verfahren berücksichtigt wird. Aufgrund der Zusammenarbeit
  zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 307 StPO, insbes.
  Abs. 3) konnte der Beschwerdegegner ausserdem davon ausgehen,
  dass auch die Staatsanwaltschaft Graubünden darüber in Kenntnis gesetzt
  wird. Dass dem so war, geht auch aus dem Schreiben der Staatsanwaltschaft
  Graubünden vom 21. Juni 2022 hervor, in welchem lediglich noch
  Verletzungen am Kopf sowie an der operierten Halswirbelsäule Thema sind (vgl.
  act. 6/1, Beilage 6). Zudem erklärte der Beschwerdegegner dem vom
  Beschwerdeführer dargestellten Sachverhalt zufolge später auch gegenüber der
  Staatsanwaltschaft Graubünden mehrmals, dass es sich bei der Erwähnung der
  Handoperation um einen Irrtum gehandelt habe und entschuldigte sich dafür
  (vgl. act. 6/1, S. 7 f.). Hinzu kommt, dass der
  Beschwerdegegner mit Schreiben vom 21. Oktober 2022 überzeugend
  erklärte, wie dieser Irrtum zustande kam. So soll es sich um ein
  Missverständnis zwischen ihm und seinem Klienten gehandelt haben, durch
  welches der Beschwerdegegner die Operation der rechten Hand mit den
  neurologischen Beeinträchtigungen an der linken Hand verwechselt habe
  (act. 6/1, Beilage 7, S. 2). Anhaltspunkte für eine
  absichtliche falsche Nennung dieser Operation durch den Beschwerdegegner lassen
  sich weder dem vom Beschwerdeführer in seinem Strafantrag geschilderten
  Sachverhalt noch den eingereichten Beilagen entnehmen (vgl. act. 6/1).

  
	
  4.3. Die vom Beschwerdegegner gemachten
  Äusserungen stehen zudem alle in einem sachlichen Zusammenhang mit dem
  Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer. So ist die Erwähnung eines
  Schlages gegen die Autohaube durchaus geeignet, eine Sachbeschädigung genauer
  darzulegen. Die Erläuterung von Verletzungen eignet sich wiederum dazu, eine
  Köperverletzung oder Tätlichkeiten zu begründen. Aus Sicht von C.______
  handelt es sich dabei ausserdem um Tatsachen, war er doch unmittelbar selbst
  in die Auseinandersetzung mit dem Beschwerdeführer involviert (vgl.
  act. 6/1, S. 8 ff.). Zudem hat er seine Verletzungen ärztlich
  untersuchen lassen und direkt nach dem Vorfall Schmerzen verspürt (vgl.
  act. 6/1, Beilage 8). Würde der Beschwerdegegner diese
  Wahrnehmungen seines Klienten als blosse Vermutungen vortragen, würde er
  seine Pflicht, die Parteiinteressen seines Mandanten umfassend und bestimmt
  zu wahren, nicht erfüllen. Wie bereits die Staatsanwaltschaft zutreffend
  festhielt (vgl. act. 1, S. 4 f.), kann sich der
  Beschwerdegegner in Bezug auf die erwähnten Äusserungen demgemäss ohne
  Weiteres auf ein rechtmässiges Handeln im Sinne von Art. 14 StGB
  berufen.

  
	
  5.

  
	
  Zusammengefasst ist damit festzuhalten, dass es den vom
  Beschwerdeführer kritisierten Äusserungen des Beschwerdegegners bereits am
  ehrverletzenden Charakter fehlt bzw. diese Äusserungen gemäss
  Art. 14 StGB erlaubt waren. Die vom Beschwerdeführer als
  ehrverletzend kritisierten Aussagen des Beschwerdegegners erfüllen damit den
  Tatbestand der üblen Nachrede oder der Verleumdung eindeutig nicht. Die
  Staatsanwaltschaft hat daher gestützt auf Art. 310 Abs. 1
  lit. a StPO zu Recht keine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner
  eröffnet, womit die Beschwerde abzuweisen ist.

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Die Gerichtsgebühr für das
  Beschwerdeverfahren wird auf CHF 1'000.− festgelegt (Art. 8
  Abs. 2 lit. b der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung [GS III
  A/5]) und ist gemäss dem vorliegenden Ausgang des Verfahrens dem
  Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
  Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    	
      1.  Die Beschwerde gegen die
      Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. August 2023
      (SA.2023.00255) wird abgewiesen.

      
	
       

      
	
      2.  Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren von
      CHF 1'000.− wird dem Beschwerdeführer auferlegt und von dem
      von ihm geleisteten Kostenvorschuss bezogen.

      
	
       

      
	
      3.  Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

      
	
       

      
	
      4.  Schriftliche
      Mitteilung an:

           [...]