# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b2a577e-39db-5c31-bd90-fe5d73f89a33
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.02.2007 UV 2006/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2006-56_2007-02-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2006/56

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 07.02.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 07.02.2007
Art. 6 UVG, Art. 36 Abs. 1 UVG. Fahrradsturz und Auffahrunfall. Prüfung der 
Rechtmässigkeit einer Leistungseinstellung bei aktenmässig nicht klar 
erstellter HWS-Verletzung, für welche die Suva während rund sieben 
Monaten Leistungen erbrachte. Im Vordergrund stehendes psychisches 
Beschwerdebild (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 7. Februar 2007, UV 2006/56).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 7. Februar 2007

In Sachen

J.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 9313 

Muolen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Versicherungsleistungen

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) J.___, geb. 1985, erlitt am 21. Oktober 2002 einen bei der Suva versicherten 

Fahrradsturz mit Kontusion im Bereich des Kopfes und der linken Hand. Eine 

Arbeitsunfähigkeit resultierte aus diesem Ereignis nicht (Suva-act. III/1, 2).

b) Im Nachgang zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei B.___, meldete sich der 

Versicherte per 31. Oktober 2004 bei der Arbeitslosenversicherung an und war dadurch 

bei der Suva versichert, als er am 15. November 2004 als Beifahrer eines 

Personenwagens auf der Autobahn in einen Auffahrunfall verwickelt wurde. Diesem 

gingen Provokationen und ein Schikanestopp des Lenkers des Fahrzeugs, in welchem 

der Versicherte sass, voraus. Der Versicherte erlitt unter anderem eine Kontusion der 

gesamten Wirbelsäule, insbesondere der HWS (Suva-act. I/1, 15, 16, 52). Nachdem die 

Suva Versicherungsleistungen erbracht und medizinische Abklärungen getroffen hatte, 

eröffnete sie dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 2. Mai 2005, 

dass keine Unfallfolgen mehr vorliegen würden. Die noch geklagten Beschwerden 

seien organisch als Folge des erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar. Gemäss 

fachärztlicher Beurteilung seien allenfalls psychische Gründe für die geklagten 

Beschwerden verantwortlich. Diese stünden zum Unfall nicht in einem 

rechtserheblichen Zusammenhang. Die Versicherungsleistungen würden ab dem 1. Juli 

2005 eingestellt (Suva-act. I/48). Hiegegen liess der Versicherte durch seinen 

Rechtsvertreter Einsprache erheben (Suva-act. 63, 68), welche von der Suva mit 

Entscheid vom 16. März 2006 abgewiesen wurde. Mit Eingabe vom 31. Mai 2005 hatte 

auch die C.___ als Krankenversicherer Einsprache erhoben, diese jedoch wieder 

zurückgezogen (Suva-act. I/53, 62). Zwischenzeitlich erlitt der Versicherte am 14. 

Oktober 2005 einen weiteren Verkehrs-Unfall (vgl. Suva-act. II).

B.- Gegen den Einsprache-Entscheid vom 16. März 2006 liess der Versicherte durch 

Rechtsanwalt Dr. K. Glavas, Muolen, am 20. Juni 2006 Beschwerde erheben mit den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und ihm seien UVG-Leistungen (insbesondere 

Heilungskosten, Taggeld, eventuell Rente und Integritätsentschädigung) zu gewähren. 

Eventualiter sei eine polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben. In formeller 

Hinsicht werde bemängelt, dass der angefochtene Entscheid die Argumente in der 

Einsprache und insbesondere in der Einsprachebegründung vom 8. März 2006 sowie 

das Zustandekommen des Unfalls nicht thematisiert habe. Ebenso würden zur 

Problematik des Art. 36 UVG keine Ausführungen gemacht. Dies verstosse gegen den 

Grundsatz des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht. Nicht berücksichtigt 

worden sei auch, dass der Beschwerdeführer bereits am 21. Oktober 2002 und als 

7jähriger zwei Unfälle erlitten habe. Es sei unklar geblieben, wieweit die vorgeschädigte 

Hirnmasse durch den Verkehrsunfall weiter in Mitleidenschaft gezogen worden bzw. ob 

eine richtungsweisende Verschlimmerung eingetreten sei. Im Licht des Art. 36 UVG 

müsse auch dies untersucht werden. Der Lenker des Fahrzeugs, in welchem der 

Beschwerdeführer gesessen sei, und der gegnerische Unfalllenker hätten sich Auto-

Schikanierungs- und Beeindruckungsorgien geliefert, wobei sie sich mehrmals 

gegenseitig behindert und bedroht hätten. Im gegnerischen Fahrzeug seien 

"Schlachtbewegungen" gemacht worden, was den Beschwerdeführer in Angst und 

Schrecken versetzt habe. Dies sei im angefochtenen Entscheid völlig ausser gelassen 

worden. Gemäss Auskunft von Dr. med. D.___, FMH für Allgemeinmedizin, habe sich 

der Beschwerdeführer nach dem Unfall massiv im Wesen verändert. Im Weiteren liege 

ein unfallkausales chronisches subdurales Hämatom rechts temporal vor. Die 

Beschwerdegegnerin irre daher, wenn sie sage, dass keine somatischen Folgen des 

Unfalls vom 15. November 2004 geblieben seien. Diesbezüglich werde beantragt, eine 

Abklärung in einer Fachklinik vorzunehmen, die mit dem Beschwerdeführer umzugehen 

wisse, falls das Gericht von den bisherigen Berichten nicht überzeugt sei. Zwei 

unabhängige medizinische Institutionen hätten das subdurale Hämatom im Bild 

gebenden Verfahren nachgewiesen.

C.- In der Beschwerdeantwort vom 18. August 2006 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Sie erklärt die Erwägungen des 

angefochtenen Entscheids zum integrierenden Bestandteil der Beschwerdeantwort und 

legt zur Begründung zusätzlich dar, soweit die Ausführungen des Beschwerdeführers 

den im vorliegenden Prozess nicht zur Diskussion stehenden Unfall vom 14. Oktober 

2005 betreffen würden, seien sie unbeachtlich. Es stehe fest, dass sich der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer beim Unfall vom 15. November 2004 keine organischen Schäden 

zugezogen habe. Sodann würden sich keine Hinweise auf ein 

schleudertraumatypisches Beschwerdebild finden lassen. Somit entfalle auch die 

einschlägige Adäquanzprüfung. Der Beschwerdeführer leide höchstens und 

ausschliesslich an psychischen/psychosozialen Problemen. Ob diese in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 15. November 2004 stehen würden, 

sei äusserst fraglich. Da von einem banalen/leichten Unfall auszugehen sei, sei aber die 

Adäquanz von vornherein zu verneinen. Ein adäquater Kausalzusammenhang könnte 

selbst dann nicht angenommen werden, wenn von einem mittelschweren Unfall und 

Grenzbereich zu den leichten Ereignissen ausgegangen würde. Die diesbezüglich von 

der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien seien nicht in gehäufter oder auffallender 

Weise erfüllt.

D.- Mit Replik vom 21. September 2006 hielt der Beschwerdeführer an seinem 

Standpunkt fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

E.- Die Parteien verzichteten auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.

II.

1.- Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die beim 

Beschwerdeführer bestehenden gesundheitlichen Probleme für die Zeit nach dem 30. 

Juni 2005 adäquat kausal auf die Unfälle vom 21. Oktober 2002 und vom 15. 

November 2004 zurückzuführen sind. Soweit der Beschwerdeführer die Ausrichtung 

von Rentenleistungen und einer Integritätsentschädigung beantragt, kann darauf nicht 

eingetreten werden, da diese Leistungsarten nicht Gegenstand des angefochtenen 

Entscheids bilden. Der im Bericht des E.___ vom 20. Oktober 2005 erwähnte, von der 

Beschwerdegegnerin mangels Versicherungsdeckung abgelehnte Verkehrsunfall 

(Frontalkollision vom 14. Oktober 2005 ohne nennenswerte Verletzungen; Suva-act. I/

91, II/9) kam im angefochtenen Einsprache-Entscheid nicht zur Sprache. Er bildet 

Gegenstand einer Suva-Verfügung vom 1. Februar 2006 (Suva-act. II/27) und eines 

separaten Einspracheverfahrens (Suva-act. II/28). Die entsprechenden Ausführungen 

des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 3f) haben deshalb hier ebenfalls ausser Betracht zu 

bleiben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.- a) Dr. D.___ bestätigte hinsichtlich des Unfalls vom 21. Oktober 2002 (Sturz mit dem 

Fahrrad) die Diagnosen einer Rissquetschwunde am Kopf und einer Prellung am linken 

Handgelenk sowie an einem Finger dieser Hand. Das Vorliegen einer Commotio cerebri 

verneinte er. Eine Arbeitsunfähigkeit ergab sich keine, und der Behandlungsabschluss 

erfolgte am 29. Oktober 2002 (Suva-act. III/2). In dem im Nachgang zum Unfall vom 15. 

November 2004 erstellten Bericht der Psychiatrischen Dienste F.___ vom 24. 

November 2004 wurde unter anderem festgehalten, der Beschwerdeführer sei im 

Nachgang zum Unfall freiwillig in die Chirurgie des Kantonsspitals G.___ eingetreten. 

Dabei seien ein agitiertes Zustandsbild, ein unkooperatives Verhalten sowie die 

Äusserung von Verfolgungsideen aufgefallen, weswegen eine Verlegung in die 

Psychiatrie erfolgt sei. Am nächsten Tag seien zunächst die chirurgischen Abklärungen 

vervollständigt worden. Im konventionellen Röntgen und im CT hätten ossäre Läsionen 

ausgeschlossen werden können. Im weiteren hätten sich keine relevanten 

psychopathologischen Auffälligkeiten gefunden. Die Verfolgungsideen hätten sich auf 

das andere Auto bezogen, welches den Patienten mehrfach bedrängt haben solle 

(Suva-act. I/9). Das Kantonsspital G.___ bestätigte am 13. Dezember 2004 als 

Diagnosen eine akute Psychose sowie eine Kontusion der gesamten Wirbelsäule, 

insbesondere der HWS (Suva-act. I/15). Dr. D.___ diagnostizierte am 27. Dezember 

2004 ein Kontusions-Distorsionstrauma der HWS, eine Kontusion des Kopfes und eine 

posttraumatische psychische Belastungsreaktion (Suva-act. I/21). Eine 

Computertomographie der HWS zeigte gemäss Bericht des Röntgeninstituts Dr. H.___ 

vom 3. Januar 2005 eine eingeschränkte Beurteilbarkeit infolge Bewegungsunruhe, im 

übrigen jedoch eine computertomographisch normale Darstellung der HWS (Suva-act. 

I/25). Im Kreisarzt-Bericht vom 6. Januar 2005 stellte Dr. med. I.___ unter anderem fest, 

eine somatische Untersuchung des Patienten sei bei Verhaltensstörung nicht möglich. 

Trotz erschwerter Untersuchungsbedingungen könne davon ausgegangen werden, 

dass organisch keine Unfallfolgen vorliegen würden. Erschwerend für die psychische 

Verarbeitung möge der Vorzustand mit Status nach Kriegsverletzung im Alter von 7 

Jahren sein (Suva-act. I/26; vgl. auch Suva-act. I/27). Eine psychiatrische 

Untersuchung vom 14. Februar 2005 ergab gemäss Bericht von Dr. med. K.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, dass der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Störungen des Beschwerdeführers 

(Anpassungsstörung mit Angst, Hemmung und Passivität) mit dem Ereignis vom 15. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

November 2004 mindestens mit Wahrscheinlichkeit gegeben sei (Suva-act. /34). 

Gemäss dem rheumatologischen Konsilium der Klinik L.___ vom 30. März 2005 besteht 

wahrscheinlich kein somatisches Korrelat. Die Bild gebenden Verfahren hätten eine 

erhebliche organische Schädigung ebenfalls ausschliessen können. Aus 

physiotherapeutischer Sicht seien keine weiteren Massnahmen sinnvoll. Aus 

somatischer Sicht sei der Fall abzuschliessen. Im Vordergrund stehe das psychische 

Fehlverhalten (Suva-act. I/40). Das psychosomatische Konsilium bei Dr. med. M.___, 

FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ergab gemäss Bericht vom 19. April 2005 die 

Diagnose einer psychischen Anpassungsstörung. Im Vordergrund stehe dabei ein 

abnormes Krankheitsverhalten, in Teilen mit Merkmalen eines so genannten Ganser-

Syndroms (Vormachen von psychischen Störungen, allenfalls im Rahmen einer 

dissoziativen Störung). Es werde eine Übergangsfrist von zwei bis drei Monaten zur 

Angewöhnung/Wiedererlangung der Leistungsfähigkeit vorgesehen. Hinsichtlich der 

körperlichen Beschwerden sei die Erfahrung gemacht worden, dass der Patient zuerst 

mit dem Hinweis auf Nacken- und Rückenschmerzen vor einer Aufgabe kapitulieren 

wolle, nach direktiver Anleitung jedoch ohne weiteres Schmerzverhalten ins Handeln 

gebracht werden könne (Suva-act. I/42). Im Austrittsbericht der Rehaklinik vom 20. 

April 2005 wurde eine Arbeitsfähigkeit von 100% und aus psychiatrischer Sicht zur 

Anpassung und Angewöhnung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für zwei bis drei 

Monate bestätigt (Suva-act. I/45).

b) PD Dr. med. N.___, Facharzt FMH für Neurologie diagnostizierte am 16. August 2005 

ein chronisches subdurales Hämatom rechts temporal und einen Verdacht auf Status 

nach epileptischem Krampfanfall im Juli 2005 sowie eine chronische Cephalgie. Bei 

jungen Patienten sei in aller Regel ein hinreichend grosses Schädelhirntrauma 

notwendig, um ein akutes Subduralhämatom auszulösen. Dass dies der Autounfall vom 

letztem Jahr mit anschliessender Wesensveränderung gewesen sein möge, scheine 

ihm (dem Arzt) dabei recht wahrscheinlich (Suva-act. I/71). Am 19. August 2005 

berichteten die Ärzte der Neurochirurgie am Kantonsspital O.___, das vom Patienten 

mitgebrachte cCT, welches in X.___ angefertigt worden sei, sei aufgrund der 

reduzierten Bildqualität nicht eindeutig beurteilbar. Es seien vorerst ein Schädel-MRI 

anzufertigen und eine neuropsychologische Untersuchung anzuordnen (Suva-act. I/72). 

Gemäss Bericht der Klinik für Neurologie, Kantonsspital O.___, vom 15. September 

2005, konnte eine formale neuropsychologische Untersuchung auch in Ansätzen nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

durchgeführt werden, da der Patient nicht in der Lage gewesen sei, zu kooperieren. Im 

Vordergrund stünden massive Auffälligkeiten im Verhalten, wobei sehr bizarre und 

teilweise auch theatralische Verhaltensweisen auffallen würden (Suva-act. I/74). 

Gemäss Bericht des Institutes für Radiologie am Kantonsspital O.___ vom 14. 

September 2005 musste die kernspintomographische Untersuchung aufgrund starker 

Schmerzen abgebrochen werden. Ein Anhalt für ein subdurales Hämatom wurde nicht 

gefunden, sondern ein normales cranio-cerebrales Kernspintomogramm bestätigt 

(Suva-act. 80). Demgegenüber bestätigte die Klinik für Neurologie in Q.___ das 

Vorliegen von geringfügigen chronischen subduralen Hämatomen (vgl. Suva-act. I/85, 

86). In der Beurteilung vom 26. Januar 2006 hielt Dr. I.___ fest, aufgrund der 

medizinischen Akten sei davon auszugehen, dass keine somatischen Unfallfolgen des 

Ereignisses vom 15. November 2004 mehr bestehen würden. Bezüglich des Unfalls 

vom 21. Oktober 2002 (Fahrradsturz mit Kontusion im Bereich des Kopfes und der 

linken Hand; Rissquetschwunde) fänden sich keine Anhaltspunkte für eine 

Bewusstlosigkeit oder eine Amnesie. Somit sei auch eine Commotio cerebri nicht 

wahrscheinlich. Die Rissquetschwunde sei versorgt worden, und eine 

Arbeitsunfähigkeit habe nicht vorgelegen. Damit sei auch dieses Ereignis mit 

unkompliziertem Verlauf nicht geeignet, ein chronisches Subduralhämatom auszulösen 

(Suva-act. I/88).

3.- a) Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll 

entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren 

Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die 

Anforderungen an die Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des 

Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so 

abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht 

anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid 

stützt. Je grösser der Spielraum der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je 

stärker der Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen 

sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 112 Ia 107 Erw. 2b mit Hinweisen; BGE 

118 V 58). Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen 

Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat 

ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sich dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest 

die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen 

kann (BGE 124 V 180 Erw. 2b). Ein Mangel in der Verfügungsbegründung kann unter 

bestimmten Voraussetzungen im Beschwerdeverfahren geheilt werden (LVGE 1994, 

219 Erw. 2b; ZAK 1990, 396 Erw. 2). Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht 

besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs nämlich dann als 

geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer 

Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei 

überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. 

Art. 46 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, VRP [sGS 951.1]).

b) Die Beschwerdegegnerin zeigte im angefochtenen Entscheid die Überlegungen, von 

denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und setzte sich mit den 

wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu befassen, besteht 

nicht (vgl. BGE 124 V 180 Erw. 1a). Ein Begründungsmangel ist somit nicht ersichtlich. 

Aber selbst wenn - wie der Beschwerdeführer rügen lässt - von einer Verletzung der 

Begründungspflicht auszugehen wäre, müsste der Mangel im vorliegenden Verfahren 

als geheilt gelten.

c) Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die rechtlichen 

Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen 

Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und 

diesem äquivalenten Verletzungen) und einem oder mehreren Unfällen im 

angefochtenen Entscheid (Erwägungen 1, 3a) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. 

Im weiteren ist festzuhalten, dass das Ausmass einer Schädel-Hirn-Beteiligung durch 

die Charakteristika der akuten Verletzungssituation und nicht durch die Schwere der 

Symptomatik zu einem beliebigen Zeitpunkt nach dem Trauma definiert wird (Gerhard 

Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch Kopfanprall oder 

Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-Hirn-Trauma, SZS 

1996, 462ff, 464). Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach 

Beschleunigungsverletzung rufen bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

traumatischen Hirnschädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hirnorganischen Schädigung. In diesen Zusammenhang gehören unter anderem 

Prädiktoren (Schmerzintensität, frühere Kopfschmerzen, Alter usw.), die unmittelbare 

psychische Reaktion auf das Unfallerlebnis, iatrogene Einflüsse (auf "Chronizität" 

angelegte Betreuung), ungeeignete Behandlung (z.B. längeres Tragen des 

Stützkragens) sowie ganz allgemein psychosoziale Faktoren (Jenzer, a.a.O., 469 mit 

Hinweis und 463; vgl. auch B.P. Radanov, Über den Stellenwert der 

neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, 

471ff, 472f und 475).

d) Am 9. Dezember 2004 schilderte der Beschwerdeführer den Unfall vom 15. 

November 2004 im Wesentlichen dahingehend, dass er als Beifahrer im Auto (BMW) 

seines Kollegen gesessen sei, als ein anderer Personenwagen (Toyota) im Nachgang 

zu Provokationen auf der Autobahn von hinten aufgefahren und die Stossstange des 

BMW berührt habe. In der Folge habe ein Fuchs die Fahrbahn überquert, worauf der 

Fahrer des BMW stark abgebremst und der Toyota ins Heck des BMW geprallt sei. An 

die weiteren Details könne er sich nicht erinnern, da er bewusstlos geworden und erst 

drei Tage später wieder aufgewacht sei (Suva-act. I/3; vgl. auch Polizeirapport in Suva-

act. I/16). Im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen erklärte der 

Beschwerdeführer am 9. Dezember 2004, er habe im Zeitpunkt der Kollision 

(Heckaufprall) eine leicht kauernde Haltung eingenommen. Ob ein Kopfanprall 

stattgefunden habe, sei nicht bekannt. Ein Anprall anderer Körperteile sei nicht erfolgt. 

Es habe ein Bewusstseinsverlust von ca. drei Tagen vorgelegen. Er sei nicht auf die 

Kollision gefasst gewesen. Nach drei Tagen hätten sich Kopf- und Nackenschmerzen 

und Angstgefühle eingestellt. Äusserlich sichtbare Verletzungen hätten sich nicht 

ergeben. Es habe ein Vorzustand (frühere Nacken-, Kopf-, Schulter- oder 

Rückenbeschwerden) bestanden (Suva-act. I/2). Eine biomechanische Kurzbeurteilung 

der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik ergab mit Bericht vom 8. Februar 2005 unter 

anderem, dass die durch die Kollision bedingte Geschwindigkeitsänderung des BMW 

unterhalb oder knapp innerhalb des Bereichs von 10-15 km/h gelegen haben dürfte. 

Aus biomechanischer Sicht seien die anschliessend an das Ereignis beschriebenen, 

von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung 

im Normalfall eher nicht erklärbar. Wenn durch die biomechanische Analyse und die 

Aktenlage erstellt sei, dass erstens kein relevanter Kopfaufprall aufgetreten sei, und 

dass zweitens ein nur relativ geringer Beschleunigungsmechanismus habe stattfinden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

können, so ergebe sich aus biomechanischer Sicht, dass ein echter 

Bewusstseinsverlust, welcher allenfalls auf eine "milde traumatische Hirnverletzung" 

hinweisen könnte, hier auszuschliessen sei (Suva-act. I/32).

e) Nach Lage der medizinischen Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 

erstellt zu erachten, dass die vom Beschwerdeführer aktuell angegebenen 

Beschwerden sich nicht auf eine objektivierbare organische Schädigung bzw. 

strukturelle Veränderung zurückführen lassen, die mit den Unfällen vom 21. Oktober 

2002 und 15. November 2004 in Zusammenhang zu bringen wäre. Aus dem Fahrrad-

Sturz vom 21. Oktober 2002 resultierte keine schleudertraumaähnliche Verletzung und 

auch keine Arbeitsunfähigkeit; der Behandlungsabschluss erfolgte bereits am 29. 

Oktober 2002 (vgl. Suva-act. III/1, 2). Der Beschwerdeführer war nach diesem 

Zeitpunkt in der Lage, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Angesichts dieser 

Umstände erscheint die Schlussfolgerung von Dr. I.___, wonach dieses Ereignis mit 

unkompliziertem Verlauf nicht geeignet sei, ein chronisches Subduralhämatom 

auszulösen (Suva-act. I/88), nachvollziehbar und begründet, zumal auch Dr. N.___ die 

Auffassung vertrat, bei jungen Patienten sei in aller Regel ein hinreichend grosses 

Schädelhirntrauma nötig, um ein akutes Subduralhämatom auszulösen (Suva-act. I71). 

Weil die in X.___ angefertigten CT-Bilder keine schlüssige Beurteilung zuliessen, 

veranlasste das Kantonsspital O.___ weitere Untersuchungen (Suva-act. I/72). Eine 

neuropsychologische Begutachtung konnte aufgrund des unkooperativen Verhaltens 

des Beschwerdeführers nicht durchgeführt werden (Suva-act. I/74). Die 

anschliessenden radiologischen Erhebungen ergaben, soweit sie durchgeführt werden 

konnten, normale Befunde ohne Hinweise auf ein subdurales Hämatom. Im weiteren 

wurde die Durchführung einer cerebralen MR-Arteriographie vorgeschlagen (Suva-act. 

I/80). Dr. I.___ hielt diesbezüglich fest, die cerebrale MR-Arteriographie würde allenfalls 

der Auffindung vaskulärer Veränderungen dienen, die aber mit dem erwähnten 

Unfallereignis keinen Zusammenhang hätten. Er verneinte auch bezüglich des 

Ereignisses vom 15. November 2004 das Bestehen von somatischen Unfallfolgen 

(Suva-act. I/88). Es bestehen keine Anhaltspunkte, die geeignet wären, diese 

Schlussfolgerung in Zweifel zu ziehen. Dafür, dass der Unfall hinsichtlich der im 

Kindheitsalter eingetretenen Vorschädigung (Verletzung durch Granate) eine 

richtunggebende Verschlimmerung bewirkt haben könnte, fehlen jegliche Hinweise.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nicht ohne weiteres klar ist, welcher Art die Einwirkungen auf die Wirbelsäule (HWS) 

aus dem Unfall vom 15. November 2004 waren, indem im Nachgang zu diesem 

Ereignis einerseits eine Kontusion der gesamten Wirbelsäule (Suva-act. I/15), 

andererseits jedoch ein Kontusions-Distorsionstrauma der HWS (Suva-act. I/21) 

bestätigt wurde. Es kann nicht ohne weiteres als nachgewiesen gelten, dass sich 

anlässlich dieses Ereignisses eine dem Schleudertrauma ähnliche Verletzung (HWS-

Distorsion) ergab. Wenn dennoch davon ausgegangen würde, dass der 

Beschwerdeführer am 15. November 2004 dem HWS-Schleudertrauma äquivalente 

Verletzungen erlitt, so wäre als erstellt zu erachten, dass einzelne, zum typischen 

Beschwerdebild gehörende Beeinträchtigungen innerhalb von drei Tagen nach dem 

Ereignis auftraten (Kopf- und Nackenschmerzen, Konzentrations- und 

Merkfähigkeitsstörungen, Angstgefühle, Bewusstseinsbeeinträchtigung; Suva-act. I/2, 

9). Auch nach der neueren Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) muss nicht der gesamte 

Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können. Die 

Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch vorerst ihre Leistungspflicht.

Unter diesen Umständen ist zu klären, inwieweit die vom Beschwerdeführer 

angeführten Beschwerden auch für die Zeit nach dem 30. Juni 2005 eine natürlich- und 

adäquat-kausale Folge der Unfälle darstellen. Dabei ist von Bedeutung, dass das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Da es sich hiebei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - der 

Unfallversicherer insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid 

zu seinen Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Im Rahmen der Prüfung des 

Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die 

Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für 

die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss 

Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die 

Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die 

Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein 

Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils 

unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom 

18. Februar 2003 i/S. S., U 287/02, Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht 

die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere 

ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997, 281 Erw. 1a).

f) Nach der Rechtsprechung muss auch bei Vorliegen einer 

Schleudertrauma(ähnlichen)-Verletzung - soweit konkret überhaupt von einer solchen 

auszugehen ist - der Nachweis möglich sein, dass es sich bei den nach einem Unfall 

aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine unfallkausale psychische 

Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine ausgeprägte psychische 

Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 Erw. 3b). Sodann ist diese 

Rechtsprechung für psychische Störungen nach einem Unfall analog anzuwenden bei 

Versicherten, bei denen die Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit auch nach Ablauf einer 

gewissen Zeit nach dem Unfall weiter besteht und nicht auf organisch nachweisbare 

Funktionsausfälle zurückzuführen ist (Urs Müller, Die Rechtsprechung des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts zum adäquaten Kausalzusammenhang beim 

so genannten Schleudertrauma der Halswirbelsäule [HWS]: Leitsätze, Kasuistik, 

Tendenzen, in: SZS 45/2001 S. 418).

Bereits anlässlich der unmittelbar nach dem Unfall vom 15. November 2004 

durchgeführten ärztlichen Abklärungen und Behandlungen ergaben sich beim 

Beschwerdeführer eine akute Psychose sowie psychische Auffälligkeiten, welche eine 

Verlegung in die Psychiatrie erforderlich machten (Suva-act. I/9, 15). In der Folge 

erschwerte die Verhaltensstörung die somatischen Untersuchungen (Suva-act. I/26f), 

und von Seiten der Klinik L.___ wurde bei fehlendem somatischem Korrelat das 

psychische Fehlverhalten als im Vordergrund stehend erachtet (Suva-act. I/40). Dr. 

M.___ bestätigte ein abnormes Krankheitsverhalten, in Teilen mit Merkmalen des 

Ganser-Syndroms (Suva-act. I/42). Der Beschwerdeführer zeigte im Rahmen des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aufenthalts in der Klinik L.___ ein sehr inkonsistentes Verhalten, welches ärztlicherseits 

als Mischung zwischen bewusster Krankheitsdarstellung und allfälliger dissoziativer 

Komponente interpretiert wurde (vgl. Suva-act. I/45 S. 2, I/44 S. 3). In Anbetracht 

dieser Aktenlage ist festzuhalten, dass das gegenwärtige psychische Zustandsbild 

vorerst zwar mit der erlittenen Verletzung in Verbindung gebracht (mit entsprechender 

Leistungsanerkennung durch die Beschwerdegegnerin), dann jedoch wie dargelegt 

zum wesentlichen Teil auf eine psychogene Störung (gemischt mit bewusster 

Krankheitsdarstellung) zurückgeführt wurde. Der psychischen Problematik kam bereits 

unmittelbar nach dem Unfall Bedeutung zu, und im späteren Verlauf standen die 

psychischen Probleme im Vergleich zur physischen Problematik gesamthaft gesehen 

im Vordergrund. In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines 

Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben 

sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten, ist die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer 

psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 Erw. 2a mit 

Hinweisen). Die Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität 

zwischen psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird 

(RKUV 1999, 407 Erw. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung.

g) Bei der Prüfung, ob die beim Beschwerdeführer bestehenden psychischen 

Beschwerden als unfallkausal einzustufen sind, kann die Frage des natürlichen 

Kausalzusammenhangs offen bleiben, wenn ein adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen den psychischen Störungen und dem Unfall verneint werden muss (SVR 

1995 UV Nr. 23 S. 67). Selbst wenn vorliegend ein natürlicher Kausalzusammenhang 

zwischen den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfall zu 

bejahen wäre, müsste - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - das Bestehen des 

adäquaten Kausalzusammenhangs verneint werden. Weitere medizinische Abklärungen 

können daher unterbleiben.

4.- Die Frage, ob beim Ereignis vom 15. November 2004 - bei einer kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderung von unter oder knapp innerhalb von 10-15 km/h (Suva-act. 

I/32) - von einem leichten Unfall auszugehen ist, womit die Adäquanz zum vornherein 

zu verneinen wäre (BGE 115 V 139), kann vorliegend offen bleiben. Denn selbst wenn 

ein mittelschwerer Unfall anzunehmen wäre, müsste die Adäquanz verneint werden. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Umstand, dass er während eines 

längeren Zeitraums "Auto-Schikanierungs- und Beeindruckungsorgien" miterlebt und 

sich durch "Schlachtbewegungen" des Fahrers des Toyota auch bedroht gefühlt habe 

(act. G 1 S. 4), könnte zwar eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. 

Diese Angaben sind jedoch vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die erwähnte 

Schilderung auf Aussagen des Beschwerdeführers und von Y.___ beruht, welche auch 

geltend machten, die Vollbremsung des BMW sei wegen eines Fuchses, der die 

Fahrbahn überquert habe, erforderlich gewesen. Diese Angaben liessen sich aber mit 

denjenigen von Z.___ (Lenker des Toyota) und von zwei Zeugen nicht in Einklang 

bringen bzw. wurden von ihnen in Abrede gestellt (vgl. Suva-act. I/3, 4, 16) und 

dementsprechend im Strafverfahren gegen den BMW-Lenker als nicht glaubwürdig 

erachtet (Suva-act. I/52). Aber selbst wenn die erwähnten Gegebenheiten betreffend 

Schikanierung und Ausführung von "Schlachtbewegungen" als erstellt anzusehen 

wären, liessen sich daraus keine besonders dramatischen Begleitumstände oder eine 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-

Jungo, a.a.O, S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 

[U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]) ableiten. Dies umso 

weniger, als allfällige Schikanierungen und "Schlachtbewegungen" sich wohl an den 

Fahrer des BMW gerichtet hätten und nicht an den Beschwerdeführer als unbeteiligten 

Beifahrer. Schliesslich betrifft, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, das vom 

Beschwerdeführer behauptete Verhalten des Toyota-Fahrers nicht das im Sinn von 

BGE 115 V 139 "objektiv erfassbare" Unfallereignis selbst (Heckkollision), sondern 

zeitlich vorangehende Umstände. Auch handelt es sich bei der erlittenen HWS-

Kontusion-Distorsion nicht um eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere 

Art charakterisiert wäre.

Im Weiteren ist festzuhalten, dass ein unfallkausales organisches Substrat wie erwähnt 

nicht vorliegt, so dass auch eine somatisch bedingte lange Behandlungsdauer sowie 

eine lange Dauer der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen sind. Auch 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, ist 

nicht ersichtlich. Da somit bezüglich des Unfalls vom 15. November 2004 kein 

Adäquanz-Kriterium als erfüllt anzusehen ist, lässt sich die adäquate Unfallkausalität 

der psychischen Beschwerden für die Zeit ab 1. Juli 2005 nicht bejahen. Dasselbe hat 

offensichtlich auch in Bezug auf das Ereignis vom 21. Oktober 2002 zu gelten. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nachdem auch eine Teilkausalität nicht vorliegt, kann Art. 36 UVG nicht zur 

Anwendung kommen. Die Leistungseinstellung ab 30. Juni 2005 ist dementsprechend 

nicht zu beanstanden.

5.- Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einsprache-Entscheids vom 16. März 2006 abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.02.2007
	Art. 6 UVG, Art. 36 Abs. 1 UVG. Fahrradsturz und Auffahrunfall. Prüfung der Rechtmässigkeit einer Leistungseinstellung bei aktenmässig nicht klar erstellter HWS-Verletzung, für welche die Suva während rund sieben Monaten Leistungen erbrachte. Im Vordergrund stehendes psychisches Beschwerdebild (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Februar 2007, UV 2006/56).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:42:38+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen