# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70f3154c-b487-5790-bc01-2fc3e8aac6a8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.11.2022 100 2020 421
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-421_2022-11-08.pdf

## Full Text

100.2020.421U publiziert in BVR 2023 S. 155
HER/TMA/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. November 2022

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichterin Herzog
Verwaltungsrichter Rolli, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Trummer

1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________
Beschwerdeführende 3 und 4 gesetzlich vertreten durch ihre Eltern 
(Beschwerdeführende 1 und 2), wohnhaft in Äthiopien
alle vertreten durch Fürsprecherin …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5,
3011 Bern

betreffend Familiennachzug; Nachzug Ehemann und Kinder durch 
aufenthaltsberechtigte, als Flüchtling anerkannte Ehefrau/Mutter 
(Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 13. Oktober 
2020; 2019.POMGS.781)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

A.________ (Jg. 1984) ist Staatsangehörige von Eritrea. Sie heiratete 2009 
in ihrer Heimat den äthiopischen Staatsangehörigen B.________ (Jg. 1978). 
Aus der Ehe gingen der Sohn C.________ (Jg. 2009) und die Tochter 
D.________ (Jg. 2011) hervor, beide ebenfalls Staatsangehörige von 
Äthiopien. Am 14. Juni 2013 reiste A.________ in die Schweiz ein und 
ersuchte um Asyl. Mit Verfügung vom 26. Mai 2014 lehnte das Bundesamt 
für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) ihr 
Asylgesuch ab und wies sie aus der Schweiz weg. Es anerkannte sie aber 
als Flüchtling (Grund: illegale Ausreise aus Eritrea) und verfügte die 
vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs.

Am 11. Juli 2018 erteilte die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwohner-
dienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), A.________ eine Aufent-
haltsbewilligung (Härtefallbewilligung). Nachdem A.________ bereits 2014 
erfolglos um Nachzug ihrer Familie ersucht hatte, stellte sie am 1. Dezember 
2018 erneut ein Gesuch um Familiennachzug für ihren Ehemann und die 
Kinder. Diese beantragten ihrerseits am 18. Februar 2019 auf der Schweizer 
Botschaft in Äthiopien die Erteilung von Visa für den langfristigen Aufenthalt 
zwecks Familiennachzugs. Mit Verfügung vom 4. November 2019 wies die 
EG Bern die Gesuche ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.________, B.________ sowie die Kinder 
C.________ und D.________ am 4. Dezember 2019 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute Sicherheits-
direktion [SID]). Zudem ersuchten sie für das Beschwerdeverfahren um un-
entgeltliche Rechtspflege. Mit Entscheid vom 13. Oktober 2020 wies die SID 
die Beschwerde ab (Dispositiv-Ziff. 1). Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege wies sie wegen Aussichtslosigkeit ab (Dispositiv-Ziff. 2). Sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 3

auferlegte den Beschwerdeführenden die (reduzierten) Verfahrenskosten 
von Fr. 400.--; Parteikosten sprach sie nicht (Dispositiv-Ziff. 3 und 4).

C.

Gegen den Entscheid der SID haben A.________, B.________ sowie die 
Kinder C.________ und D.________ am 23. November 2020 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen sinngemäss, der angefoch-
tene Entscheid sei aufzuheben und dem Ehemann und den Kindern seien 
im Rahmen des Familiennachzugs die Einreise in die Schweiz und der Auf-
enthalt zu bewilligen. Zugleich haben sie für das verwaltungsgerichtliche 
Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsver-
treterin als amtliche Anwältin beantragt.

Die SID und die EG Bern schliessen mit Vernehmlassung bzw. Beschwer-
deantwort je vom 18. Dezember 2020 auf Abweisung der Beschwerde. Zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege haben sie sich eines Antrags ent-
halten.

Am 12. Mai 2021 haben A.________, B.________ und deren Kinder weitere 
Unterlagen eingereicht. Mit Zwischenverfügung vom 11. Juni 2021 hat die 
Instruktionsrichterin das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung der Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin bewilligt. Am 2. Juli 
2021 haben A.________, B.________ und deren Kinder zu verschiedenen 
Fragen der Instruktionsrichterin Stellung genommen und weitere Unterlagen 
eingereicht. Die SID hat sich am 20. August 2021 dazu geäussert. Die EG 
Bern hat sich nicht vernehmen lassen. Mit Eingaben vom 20. September und 
4. November 2021 haben sich A.________, B.________ und deren Kinder 
erneut zur Sache geäussert und weitere Unterlagen eingereicht.

Am 11. Mai 2022 hat eine Delegation des Verwaltungsgerichts eine Instruk-
tionsverhandlung durchgeführt, an der A.________ als Partei einvernommen 
wurde. Diese hatte am 9. Mai 2022 im Hinblick auf die Verhandlung neue 
Unterlagen eingereicht. Die EG Bern hat auf Teilnahme an der Verhandlung 
verzichtet. Die Beschwerdeführenden und die SID haben sich je am 7. Juni 
2022 zum Protokoll der Instruktionsverhandlung geäussert. Sie halten an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 4

ihren Anträgen fest. Die EG Bern hat sich (weiterhin) nicht vernehmen 
lassen. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2022 hat A.________ über die aktuelle 
Situation orientiert.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist ein-
zutreten.

1.2 Da die Streitigkeit Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung auf-
wirft, urteilt das Gericht in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Geset-
zes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung geändert hat. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 5

und Integrationsgesetz, AIG). Mit der Teilrevision sind die Anforderungen an 
den Familiennachzug erhöht worden. Das vorliegende Verfahren wurde je-
doch vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen ma-
teriell das alte Recht (AuG und Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zu-
lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201], je in der bis 
zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 S. 5497]) 
anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 AIG analog; vgl. BVR 2020 S. 231 E. 4 mit 
Hinweisen).

3. 

Der Sachverhalt stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:

3.1 Die Beschwerdeführerin 1 (geb. 1984) ist Staatsangehörige von 
Eritrea. Sie heiratete am 11. Januar 2009 in ihrem Heimatland den Be-
schwerdeführer 2 (geb. 1978). Er ist äthiopischer Staatsangehöriger (Akten 
EG Bern 3C pag. 4, 33), den sie kennengelernt hatte, als er sich in Eritrea 
aufhielt (vgl. Protokoll der Instruktionsverhandlung [nachfolgend: Protokoll] 
S. 5 [act. 18A]). Aus der Ehe gingen der Sohn C.________ (geb. 2009) und 
die Tochter D.________ (geb. 2011) hervor, beide äthiopische 
Staatsangehörige; die Kinder kamen in Eritrea zur Welt (Akten EG Bern 3D 
pag. 1 ff., 3E pag. 1 ff.), wo die Familie auch lebte und die Be-
schwerdeführerin 1 als Apothekerin arbeitete (vgl. Protokoll S. 3). Am 
14. Juni 2013 gelangte die Beschwerdeführerin 1 in die Schweiz und er-
suchte gleichentags um Asyl. Mit Verfügung vom 26. Mai 2014 lehnte das 
damalige BFM ihr Asylgesuch ab und wies sie aus der Schweiz weg, aner-
kannte sie aber wegen subjektiver Nachfluchtgründe (illegale Ausreise aus 
Eritrea) als Flüchtling und verfügte wegen Unzulässigkeit des Wegweisungs-
vollzugs die vorläufige Aufnahme (vgl. Beschwerdebeilage [BB] 19 [act. 8A]). 
Gemäss ihren Angaben im Asylverfahren hatte die Beschwerdeführerin 1 ihr 
Heimatland im März 2013 verlassen. Vor Verwaltungsgericht bringt sie indes 
vor, sie sei bereits Ende 2012 in den Sudan geflüchtet (Beschwerde S. 3; 
ebenso Beschwerde an SID S. 3 [Akten SID 3A pag. 12]; vgl. auch Protokoll 
S. 5). Am 13. Juni 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin 1 beim BFM ein 
erstes Mal um Nachzug ihres Ehemanns und der beiden Kinder. Das BFM 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 6

verweigerte den Nachzug, weil sie ihre Angehörigen gemäss Art. 85 Abs. 7 
AuG frühestens drei Jahre nach Anordnung der vorläufigen Aufnahme nach-
ziehen könne; ausserdem liege die Zuständigkeit zur Beurteilung eines sol-
chen Gesuchs bei der kantonalen Ausländerbehörde (Akten EG Bern 3C 
pag. 60). In den Jahren 2015, 2016, 2018 und 2020 reiste die Beschwerde-
führerin 1 für jeweils mehrere Wochen nach Äthiopien, um ihre Familie zu 
besuchen (vgl. act. 8 S. 1; BB 18 [act. 8A]). Am 11. Juli 2018 bewilligte die 
EG Bern ihr den Aufenthalt im Rahmen einer Härtefallregelung (Akten 
EG Bern 3B pag. 30, 79 ff., 95 ff., 113).

3.2 In der Schweiz hielt sich die Beschwerdeführerin 1 zunächst im Kan-
ton Tessin auf. Dort engagierte sie sich bei einer Non-Profit Organisation, für 
die sie als Übersetzerin (Tigrinisch/Englisch) tätig war. Sie besuchte ausser-
dem Kurse in italienischer Sprache (Niveau A2) und Kultur (Akten EG 
Bern 3B pag. 30, 64 ff.). Nach Bewilligung des Kantonswechsels war sie von 
Juli 2015 bis Ende Januar 2016 in der Kollektivunterkunft Schafhausen im 
Emmental untergebracht, später zog sie in die Stadt Bern (Akten EG Bern 
pag. 3, 5, 80, 96). Zu Beginn ihres Aufenthalts im Kanton Bern wurde die 
Beschwerdeführerin 1 durch die Flüchtlingshilfe der Caritas sozialhilferecht-
lich unterstützt (Akten EG Bern 3B pag. 4). Von Oktober 2015 bis Januar 
2017 besuchte sie Deutsch-Intensivkurse auf den Sprachniveaus A1, A2 und 
B1 (Akten EG Bern 3B pag. 42 ff.). Zudem absolvierte sie 2016/17 einen 
Jahreskurs in Allgemeinbildung (allgemeinbildender Unterricht für Erwach-
sene) an der Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule Bern. Ab Januar 2017 
arbeitete sie während acht Monaten als Praktikantin mit einem Pensum von 
40 % in einer Apotheke in Bern (Akten EG Bern 3B pag. 30, 56, 58 ff.). Seit 
Oktober 2019 lebt sie in einer 4-Zimmerwohnung, die sie mit Blick auf den 
angestrebten Nachzug gemietet hat; sie hat einen Untermieter, der die Hälfte 
des (Haupt-) Mietzinses zahlt (Protokoll S. 3 f.; BB 29 [act. 20A])

3.3 Im September 2017 trat die Beschwerdeführerin 1 ein Bachelorstu-
dium in pharmazeutischen Wissenschaften an der Universität Bern an (Akten 
EG Bern 3B pag. 30, 54, 90 f.). Auf diesen Zeitpunkt hin konnte sie sich dank 
Ausbildungsbeiträgen von der Flüchtlingssozialhilfe ablösen (Akten EG 
Bern 3B pag. 30, 33). Nach dem Einführungsstudium (1. Studienjahr) wech-
selte sie in den Studiengang der Chemie und molekularen Wissenschaften. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 7

Da sich dessen Einführungsstudium mit jenem der pharmazeutischen Wis-
senschaften weitgehend deckt, konnte sie ihre Ausbildung nahtlos fortführen 
(Beschwerde S. 3; BB 4, 6 und 7 [act. 1C]). Im September 2021 schloss sie 
ihre Bachelorarbeit ab und im Juni 2022 plante sie, zu den letzten drei Leis-
tungskontrollen ihres Bachelorstudiengangs anzutreten (je 1. Prüfungs-
termin; vgl. Protokoll S. 3 f.; BB 26 [act. 17A]). Das Studium finanzierte sie 
mittels Ausbildungsbeiträgen; sporadisch war sie ab 2018 als Kinderbetreu-
erin bei Privatpersonen tätig und erzielte dadurch ein bescheidenes Einkom-
men (vgl. act. 8 S. 2; Akten EG Bern 3B pag. 23 ff., 3C pag. 9 f.). Der Kanton 
Bern gewährte ihr einerseits Darlehen von Fr. 10'300.-- pro Studienjahr bis 
zum Erreichen der maximalen Darlehenssumme von Fr. 50'000.-- (vgl. 
Art. 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 18. November 2004 über die Ausbildungs-
beiträge [ABG; BSG 438.31]; vgl. Protokoll S. 3; BB 20 [act. 8A]). Anderer-
seits leistete er ihr während der ersten vier Studienjahre Stipendien von je 
Fr. 20'615.-- (BB 20 [act. 8A]). Für das Studienjahr 2021/22 erhielt sie keine 
Stipendien mehr (vgl. Protokoll S. 3). Ab Ende Januar 2022 wurde sie kurz-
zeitig sozialhilferechtlich unterstützt, konnte sich davon aber rasch wieder 
ablösen. Mitte März 2022 trat sie eine Stelle bei der … AG mit einem Pensum 
von 80 % als Betreuerin im … Bern an (vgl. Protokoll S. 3 f.; BB 24 
[act. 17A]). Per 1. Juli 2022 konnte sie ihren Beschäftigungsgrad auf 100 % 
erhöhen (BB 30 und 31 [act. 20A, 23A1]). Nachdem sie eine der drei im Juni 
2022 abgelegten Leistungskontrollen nicht bestanden hat, setzt sie das 
Studium nun während eines Semesters aus, um weiterhin 100 % arbeiten zu 
können. Sie will bezüglich der nicht bestandenen Prüfung aber von ihrer 
Wiederholungsmöglichkeit Gebrauch machen (vgl. act. 23 S. 1). Nach ihrem 
Bachelorabschluss strebt sie eine Tätigkeit im Bereich Chemie an, 
vorzugsweise in der Industrie; sie gibt an, gemäss entsprechender 
Stelleninserate mit einem Lohn von etwa Fr. 6'000.-- rechnen zu können (vgl. 
Protokoll S. 4). Ein (zunächst angestrebtes) Masterstudium steht aktuell 
nicht (mehr) zur Diskussion, weil für die Beschwerdeführerin 1 die Erzielung 
von hinreichendem Erwerbseinkommen im Interesse des Familiennachzugs 
prioritär ist (vgl. Protokoll S. 6).

3.4 Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin 1 lässt sich zur Situ-
ation ihrer Familie Folgendes festhalten: Nachdem die Beschwerdeführerin 1 
aus Eritrea ausgereist war, begab sich ihr Ehemann mit den damals noch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 8

kleinen Kindern (Beschwerdeführende 2-4) in seine Heimat (Äthiopien), da 
die Familienzusammenführung in der Schweiz zwar von Anbeginn geplant, 
aber (noch) nicht möglich war. Der Ehemann brachte die beiden Kinder zu 
Verwandten nach Mek’ele in der Region Tigray (Äthiopien), während er in 
Addis Abeba als Chauffeur arbeitete. Die Kinder besuchte er regelmässig in 
Mek’ele (vgl. Beschwerde S. 3; Protokoll S. 5). Aufgrund des militärischen 
Konflikts in Tigray, der im November 2020 zum Bürgerkrieg eskalierte, holte 
er die Kinder im März 2021 zu sich nach Addis Abeba. Er war zu jener Zeit 
aufgrund der Corona-Pandemie ohne Anstellung, konnte aber gelegentlich 
Mietwohnungen vermitteln. Die Kinder betreute er in dieser Zeit allein (vgl. 
act. 8 S. 1). Als er im Juli 2021 selber am Coronavirus erkrankte und die 
Kinderbetreuung nicht mehr sicherstellen konnte, wurden die Kinder wieder 
zu seiner Schwester nach Mek’ele gebracht (vgl. act. 12). Seither sei es ihm 
aufgrund des Bürgerkriegs nicht mehr möglich gewesen, die Kinder dort zu 
besuchen (vgl. Protokoll S. 6). Der Ehemann lebt weiterhin in Addis Abeba 
und geht dort wieder einer Arbeit nach. Aktuell ist er für ein Unternehmen im 
Bereich Import/Export tätig und hilft dort bei der Administration/«Delivery» 
(Protokoll S. 5). Im Jahr 2019 besuchte er im Hinblick auf den Familiennach-
zug einen Deutschkurs auf dem Sprachniveau A1 (84 Unterrichtseinheiten à 
45 Minuten) am Goethe-Institut in Addis Abeba (BB 13 [act. 1C]). Den Kin-
dern war es zunächst aufgrund der Corona-Pandemie (ab Frühjahr 2020) 
und ab März 2021 wegen des Bürgerkriegs verwehrt, zur Schule zu gehen. 
Aus den gleichen Gründen ist die Beschwerdeführerin 1 seit Februar 2020 
nicht mehr zu ihrer Familie gereist. Sie steht jedoch über die gängigen Kom-
munikationsmittel täglich mit ihrem Ehemann in Kontakt (act. 8 S. 1; Proto-
koll S. 3 und 6).

4.

Strittig ist, ob die SID den Familiennachzug der Beschwerdeführenden 2-4 
zu Recht verweigert hat.

4.1 Die Beschwerdeführerin 1 ist seit 2018 im Besitz einer Aufenthalts-
bewilligung (Härtefallbewilligung), womit die vorläufige Aufnahme erloschen 
und die angeordnete Wegweisung hinfällig geworden ist (vgl. Art. 84 Abs. 4 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 9

AuG; vorne E. 3.1 am Ende). Der Familiennachzug durch eine ausländische 
Person mit Aufenthaltsbewilligung ist in Art. 44 AuG geregelt. Soweit die SID 
die Beschwerdeführenden (subsidiär) auf den Weg des Familienasyls nach 
Art. 51 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) verweist 
(vgl. act. 10 und act. 19 S. 1), kann ihr nicht gefolgt werden: Gemäss der 
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kommt für eine in der Schweiz als 
Flüchtling anerkannte Person ein Nachzug von Familienangehörigen aus 
dem Ausland gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nur dann in Betracht, 
wenn sie ihrerseits über den Asylstatus verfügt (BVGE 2019 VI/3 E. 4.2; vgl. 
auch Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, Geflüchtete Menschen im Schweizer 
Recht, 2021, N. 351; Minh Son Nguyen, in Nguyen/Amarelle [éd.], Code an-
noté de droit des migrations, Volume IV: Loi sur l’asile [LAsi], 2015, Art. 51 
N. 15; a.M. noch Constantin Hruschka, in Spescha et al. [Hrsg.], Migrations-
recht, 5. Aufl. 2019, Art. 51 AsylG N. 2; Peter Bolzli, in Spescha et al. [Hrsg.], 
Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 85 AIG N. 19). Flüchtlinge ohne Asyl kön-
nen ihre Familienangehörigen, die sich noch im Ausland befinden, dagegen 
nur unter den Voraussetzungen von Art. 85 Abs. 7 AuG (während der vor-
läufigen Aufnahme) bzw. – nach Erhalt der Aufenthaltsbewilligung – gestützt 
auf Art. 44 AuG nachziehen (vgl. Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., N. 968 
und 979; Minh Son Nguyen, a.a.O., Art. 51 N. 33 ff.).

4.2 Art. 44 AuG vermittelt für sich genommen keinen Rechtsanspruch auf 
Familiennachzug. Vielmehr bleibt hier die Bewilligungserteilung – auch wenn 
die diesbezüglichen Voraussetzungen erfüllt sind – im fremdenpolizeilichen 
Ermessen (BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.2; BVR 2022 S. 19 E. 7.1). 
Die aufenthaltsberechtigte ausländische Person kann sich für den Familien-
nachzug allerdings auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 der Euro-
päischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 
der Bundesverfassung (BV; SR 101) berufen, wenn sie über ein gefestigtes 
Anwesenheitsrecht verfügt und die familiären Beziehungen tatsächlich 
gelebt werden (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1 mit Hinweisen). Ein gefestigtes 
Anwesenheitsrecht hat gemäss ständiger bundesgerichtlicher Praxis, wer 
das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzt 
oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem ge-
festigten Rechtsanspruch beruht (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.3, 144 II 1 E. 6.1; 
BVR 2015 S. 309 E. 5.1 f.). Ein gefestigtes Aufenthaltsrecht kann sich (un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 10

abhängig vom Vorliegen familiärer Beziehungen) auch aus dem Anspruch 
auf Achtung des Privatlebens (Art. 8 EMRK; Art. 13 Abs. 1 BV) ergeben. 
Nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren ist ge-
mäss bundesgerichtlicher Praxis regelmässig davon auszugehen, dass die 
sozialen Beziehungen in der Schweiz so eng geworden sind, dass es für eine 
Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf. Im Einzelfall kann es 
sich aber anders verhalten und die Integration auch bei einer über zehnjäh-
rigen Anwesenheit für die Aufrechterhaltung der Bewilligung nicht genügen, 
wie sich umgekehrt nicht ausschliessen lässt, dass innert kürzerer Zeit nebst 
engen sozialen Beziehungen namentlich in sprachlicher, beruflicher und wirt-
schaftlicher Hinsicht eine ausgeprägt gelungene Integration vorliegt 
(BGE 144 I 266 E. 3.9; BVR 2022 S. 19 E. 7.2, 2019 S. 314 E. 5.2.2). Nach 
einem rechtmässigen Aufenthalt von zehn Jahren kann der Privatlebens-
schutz auch einen Anspruch auf Familiennachzug vermitteln (vgl. 
BGE 146 I 185 E. 5-7 [Pra 110/2021 Nr. 36]).

4.3 Die Beschwerdeführerin 1 reiste im Juni 2013 in die Schweiz ein, 
wurde im Mai 2014 als Flüchtling vorläufig aufgenommen und verfügt seit 
2018 über eine auf behördlichem Ermessen beruhende Härtefallbewilligung 
(vgl. vorne E. 3.1). Anders als für Flüchtlinge mit Asyl (vgl. BGE 139 I 330 
E. 1.2; BVR 2021 S. 463 E. 4.2) scheint bislang nicht geklärt, ob oder unter 
welchen Voraussetzungen die Anwesenheit von Personen mit dem (ur-
sprünglichen) Rechtsstatus der Beschwerdeführerin 1 (vorläufige Aufnahme 
als Flüchtling) als gefestigt zu betrachten ist. Als «rechtmässiger» Aufenthalt 
im Sinn der allgemeinen Praxis zum Familien- und Privatlebensschutz (vgl. 
E. 4.2 hiervor) schien zunächst die Zeit ab Bewilligung des Aufenthalts zu 
gelten (BGE 146 I 185 E. 5.2 [Pra 110/2021 Nr. 36] mit Hinweis auf 
BGE 144 I 266). Nach heute vorliegender Kasuistik ist nun aber offenbar 
auch der Aufenthalt seit der vorläufigen Aufnahme relevant, da die Be-
schwerdeführerin 1 aufgrund des in ihrem Fall als unzulässig beurteilten 
Wegweisungsvollzugs bereits damals nicht damit zu rechnen hatte, die 
Schweiz in absehbarer Zeit verlassen zu müssen (vgl. BGE 2C_528/2021 
vom 23.6.2022 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 147 I 268 E. 4.1 und 4.3 [je ohne 
Auseinandersetzung mit der Frage im Licht der bisherigen publizierten 
Rechtsprechung]; so gesehen ist die auf die damalige Rechtsprechung ge-
stützte Aussage in BVR 2022 S. 19 E. 7.2 bereits überholt). Nicht anzurech-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 11

nen ist demgegenüber (weiterhin) die Anwesenheit während des (erfolg-
losen) Asylverfahrens (vgl. BGE 2C_528/2021 vom 23.6.2022 E. 4.4 mit Hin-
weis auf BGE 137 II 10 E. 4.6 f.). 

4.4 Die SID ist nicht von einem gefestigten Aufenthaltsrecht der Be-
schwerdeführerin 1 ausgegangen, hat aber aufgrund deren Flüchtlingsstatus 
ein sog. «faktisches» Aufenthaltsrecht im Sinn der Rechtsprechung des Bun-
desverwaltungsgerichts bejaht (angefochtener Entscheid E. 2.3). Nach die-
ser Praxis ist bei Familiennachzugsgesuchen von vorläufig aufgenommenen 
Flüchtlingen ein faktisches Aufenthaltsrecht anzunehmen, das es ihnen 
grundsätzlich erlaubt, sich auf Art. 8 EMRK zu berufen, sofern ihr Status 
nicht in absehbarer Zeit aufgehoben wird; die Aufenthaltsdauer soll in sol-
chen Fällen aber erst in der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK 
berücksichtigt werden (vgl. BVGE 2017 VII/4 E. 6.2-6.4; BVGer F-240/2021 
vom 13.4.2022 E. 8.2; ferner Grasdorf-Meyer/Ott/Vetterli, a.a.O., N. 986; Pe-
ter Bolzli, a.a.O., Art. 85 AIG N. 14). Mit Beschwerde (S. 7) ist vorgebracht, 
es sei bei dieser Sachlage zugleich von einem «gefestigten» Anwesenheits-
recht auszugehen. Die angeführte Praxis bezieht sich auf bloss vorläufig auf-
genommene Flüchtlinge. Ihre Aussagekraft für den vorliegenden Fall ist in-
soweit beschränkt, als der Aufenthalt der Beschwerdeführerin 1 bereits 
regularisiert ist. Wie es sich damit im Einzelnen verhält, braucht aber mit 
Blick auf die nachfolgenden Erwägungen nicht abschliessend geklärt zu wer-
den. Gleiches gilt für die Frage, ob die Beschwerdeführerin 1 ein gefestigtes 
Aufenthaltsrecht im Sinn der dargelegten bundesgerichtlichen Praxis (vorne 
E. 4.2 f.) hat. Immerhin ist aber festzuhalten, dass gute Gründe dafür spre-
chen, hier ein gefestigtes Aufenthaltsrecht anzunehmen: Die Beschwerde-
führerin 1 hält sich seit mittlerweile mehr als acht Jahren mit einer vorläufigen 
Aufnahme und anschliessender Härtefallbewilligung in der Schweiz auf und 
verfügt als Flüchtling über einen besonderen Rechtsstatus (vgl. dazu 
VGE 2021/205 vom 29.6.2022 [zur Publ. bestimmt] E. 6.3.2). Ihre Integration 
ist insgesamt vorbildlich, insbesondere gemessen an Referenzfällen aus 
dem Flüchtlingsbereich: Sie nimmt erfolgreich am Erwerb von Bildung teil, 
wobei sie offensichtlich aufgrund ihrer Ausbildung in der Heimat zum Stu-
dium zugelassen wurde und in absehbarer Zeit mit dem Bachelorabschluss 
gerechnet werden kann, der ihr gute berufliche Perspektiven verschafft. Seit 
einigen Monaten erzielt sie bereits ein Erwerbseinkommen, mit dem sie ihren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 12

eigenen Lebensbedarf problemlos finanziert und ihre Familie unterhalten 
will. Die kurzzeitige Sozialhilfeabhängigkeit zu Beginn ihres Aufenthalts im 
Kanton Bern und erneut Anfang 2022 fällt vor diesem Hintergrund nicht ins 
Gewicht (vgl. zum Ganzen vorne E. 3.2 f.). An der Instruktionsverhandlung 
hat die Beschwerdeführerin 1 zudem ihre sehr guten Deutschkenntnisse un-
ter Beweis gestellt und glaubhaft dargelegt, dass sie unter anderem aus der 
Zeit ihres Praktikums und aus dem Studium gute Kontakte zur hiesigen Be-
völkerung pflegt (vgl. Protokoll S. 4). Die Stadt Bern ist bereits vier Jahre 
nach ihrer vorläufigen Aufnahme von einer weitgehend gelungenen Integra-
tion ausgegangen, indem sie ihren Aufenthalt durch Erteilung einer Härtefall-
bewilligung regularisiert hat (vgl. Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG i.V.m. aArt. 31 
Abs. 1 Bst. a, b und d VZAE). Unter Berücksichtigung dieser Umstände 
dürfte der Beschwerdeführerin 1 ein gefestigtes Aufenthaltsrecht, welches 
ihren im Ausland lebenden Angehörigen einen Nachzugsanspruch unter 
dem Titel des Schutzes des Familienlebens verschafft, kaum abzusprechen 
sein. Doch muss dies wie erwähnt mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens 
nicht abschliessend beurteilt werden.

5.

5.1 Gemäss dem hier anwendbaren Art. 44 AuG (vgl. vorne E. 4.1) kann 
ausländischen Ehegattinnen und -gatten und ledigen Kindern unter 18 Jah-
ren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung er-
teilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Bst. a), eine bedarfs-
gerechte Wohnung vorhanden ist (Bst. b) und sie nicht auf Sozialhilfe 
angewiesen sind (Bst. c). – Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführen-
den 2-4 mit ihrer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Ehefrau bzw. Mutter 
zusammenleben wollen und mit ihrer 4-Zimmerwohnung eine bedarfs-
gerechte Wohnung vorhanden ist (sofern der bestehende Untermietvertrag 
aufgelöst wird und der Wohnraum vollumfänglich der Familie zur Verfügung 
steht; vgl. vorne E. 3.2). Wie die SID zu Recht erkannt hat, sind zudem die 
Nachzugsfristen (Art. 47 AuG und Art. 73 Abs. 1 bzw. Art. 74 Abs. 3 VZAE) 
eingehalten (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 13

5.2 Umstritten ist, ob die Zulassungsvoraussetzung nach Art. 44 Bst. c 
AuG erfüllt ist. Die SID hat dies mit der Begründung verneint, bei einem 
Nachzug könne eine auf Dauer ins Gewicht fallende Sozialhilfeabhängigkeit 
der Familie nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen wer-
den (angefochtener Entscheid E. 3.4). – Das Kriterium der fehlenden Sozial-
hilfeabhängigkeit (Art. 44 Bst. c AuG) dient in erster Linie der Entlastung der 
Sozialhilfe und der öffentlichen Finanzen (vgl. BGer 2C_35/2019 vom 
15.9.2020 E. 4.1; ferner BGer 2C_965/2021 vom 5.4.2022 E. 3.3, 
2C_156/2021 vom 1.9.2021 E. 4.1, je betreffend den Widerrufsgrund von 
Art. 62 Abs. 1 Bst. e AuG, der inhaltlich dem heutigen, mit Art. 44 Bst. c AuG 
wortlautidentischen Art. 43 Abs. 1 Bst. c AIG [in Kraft seit 1.1.2019] ent-
spricht). Es ist erfüllt, wenn die finanziellen Mittel ausreichen, um das soziale 
Existenzminimum gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz 
für Sozialhilfe für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-
Richtlinien) zu decken (BVR 2018 S. 89 E. 3.2). Die Voraussetzung von 
Art. 44 Bst. c AuG ist hingegen nicht erfüllt, wenn eine konkrete Gefahr der 
Sozialhilfeabhängigkeit besteht. Blosse finanzielle Bedenken genügen nicht, 
ebenso wenig darf auf blosse Hypothesen und pauschalisierte Gründe ab-
gestellt werden. Neben den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen ist 
auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwä-
gen (BGer 2C_35/2019 vom 15.9.2020 E. 4.1; vgl. auch BGer 2C_944/2021 
vom 25.2.2022 E. 4.2, 2C_156/2021 vom 1.9.2021 E. 4.1; VGE 2020/306 
vom 28.6.2022 E. 5.1 [je betreffend Familiennachzug gestützt auf Art. 43 
AIG bzw. AuG]). Diesbezüglich darf nicht bloss auf das Einkommen des hier 
anwesenden Familienangehörigen abgestellt werden, sondern es sind die 
finanziellen Möglichkeiten aller Familienmitglieder über längere Zeit mitein-
zubeziehen. Das Einkommen der Angehörigen, die an die Lebenshaltungs-
kosten der Familie beitragen sollen und können, ist daran zu messen, ob und 
in welchem Umfang dieses grundsätzlich als tatsächlich realisierbar er-
scheint (vgl. BGE 139 I 330 E. 4.1 f. [betreffend Flüchtling mit Asyl]; 
BGer 2C_35/2019 vom 15.9.2020 E. 4.1).

5.3 Die SID ging im angefochtenen Entscheid (E. 3.3) von einem SKOS-
Bedarf der Familie von (mindestens) Fr. 4'840.-- aus, der sich wie folgt zu-
sammensetzt (vgl. zu den einzelnen Beträgen Akten SID 3A1 BB 9 und 10):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 14

– Grundbedarf (Vierpersonenhaushalt): Fr. 2'134.--;
– Wohnkosten (ohne Nebenkosten): Fr. 1'500.--;
– Krankenkassenprämien: je Fr. 478.50 für die Beschwerdeführenden 1 

und 2 sowie je Fr. 124.50 für die zwei Kinder.

Sie erwog, die Beschwerdeführerin 1 werde aufgrund der mit dem Studium 
behafteten Unsicherheiten (Zeitpunkt des Bachelorabschlusses, allfälliges 
Masterstudium) zumindest bis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht in 
der Lage sein, ihren Lebensunterhalt selbständig zu finanzieren. Zudem 
werde sie nach Abschluss des Studiums die ihr gewährten Ausbildungsdar-
lehen zurückzahlen müssen. Selbst wenn ein (damals geltend gemachtes) 
Erwerbseinkommen des Ehemanns von brutto rund Fr. 2'500.-- pro Monat 
berücksichtigt werde, verbleibe der Familie ein monatlicher Fehlbetrag von 
mehreren hundert Franken (angefochtener Entscheid E. 3.3). Nach Ansicht 
der SID ist der Familienunterhalt auch mit der aktuellen Vollzeitanstellung 
der Beschwerdeführerin 1 nicht längerfristig gesichert, da sie in den nächs-
ten Jahren Ausbildungsdarlehen von Fr. 50'000.-- zurückzahlen müsse, die 
Integration der Kinder aufgrund deren schwieriger Vergangenheit intensiver 
Unterstützung bedürfe und der Ehemann nur geringe Erfolgsaussichten auf 
dem hiesigen Arbeitsmarkt habe (vgl. act. 19 S. 1).

5.4 Die Beschwerdeführenden gehen von einem um rund Fr. 500.-- 
tieferen Bedarf aus (Fr. 4'313.--; vgl. act. 23 S. 1). Sie stellen die von der SID 
veranschlagten Beträge für den Grundbedarf und die Wohnkosten nicht in 
Frage. Ihrer Ansicht nach belaufen sich indes die Krankenkassenprämien 
(inkl. «IPV» [gemeint wohl: individuelle Prämienverbilligung]) lediglich auf 
gesamthaft Fr. 600.--. Zusätzlich stellen sie für den Arbeitsweg der 
Beschwerdeführerin 1 Kosten von Fr. 79.-- ein (vgl. act. 20 S. 2; Protokoll 
S. 7).

5.5 Auf diesen Grundlagen berechnet sich der Bedarf wie folgt:

5.5.1 Erwerbsunkosten, Wohnungskosten, Gesundheitskosten: Die Ausla-
gen für den Arbeitsweg sind ohne weiteres zu berücksichtigen. Weiter recht-
fertigt es sich, für die Nebenkosten der Mietwohnung einen Betrag von 
Fr. 150.-- pro Monat zum Mietzins von Fr. 1'500.-- hinzuzurechnen. Für die 
obligatorische Krankenkasse der Beschwerdeführerin 1 ist aufgrund der ak-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 15

tuellen Verhältnisse (vgl. Art. 25 VRPG) von einem Betrag von Fr. 467.65 
(unter Einbezug des Abzugs aus der Rückerstattung der Umweltabgaben 
sowie aus einer freiwilligen Rückzahlung aus Reserven) auszugehen (BB 27 
[act. 17A]). Davon abzuziehen ist die (maximale) Prämienverbilligung von 
Fr. 221.--, von der die Ehefrau zurzeit profitiert (BB 28 [act. 17A]; vgl. 
Art. 10a Abs. 1 Bst. a der Kantonalen Krankenversicherungsverordnung 
[KKVV; BSG 842.111.1]; Prämienregionen einsehbar unter: 
<www.priminfo.admin.ch>). Für den Ehemann ist ebenfalls von einer Kran-
kenkassenprämie von Fr. 467.65 auszugehen, für die beiden Kinder von ei-
ner solchen von je Fr. 96.65 (vgl. Online Prämienrechner der … [Modell 
Hausarztversicherung Profit, Franchise Fr. 300.-- für den Ehemann bzw. 
Fr. 0.-- für die Kinder, je inkl. Unfalldeckung, unter Einbezug des Abzugs aus 
der Rückerstattung der Umweltabgaben sowie aus einer freiwilligen Rück-
zahlung aus Reserven]; vgl. auch die früheren Offerten einer anderen Kasse 
[Akten SID 3A1 BB 10]). Die SID hat nicht gegen das Vorbringen opponiert, 
dass die (maximale) Prämienverbilligung (auch) für den Ehemann (Fr. 221.-- 
[vgl. Art. 10a Abs. 1 Bst. a KKVV]) und die Kinder (50 % [vgl. Art. 10d KKVV]) 
zu berücksichtigen ist (vgl. Eingabe der Beschwerdeführenden vom 9.5.2022 
S. 2 [act. 17]; Protokoll S. 7). Prämienverbilligungen für Krankenkassen 
stellen keine Sozialhilfe dar (vgl. BGE 141 II 401 E. 5.1 [Pra 105/2016 
Nr. 59]; BGer 2C_502/2020 vom 4.2.2021 E. 5.1; BVR 2021 S. 463 E. 5.4). 
Es ist deshalb mit den Beschwerdeführenden von Krankenkassenprämien 
für die gesamte Familie von rund Fr. 600.-- auszugehen. Bei den 
Gesundheitskosten zu berücksichtigen sind weiter monatliche Ausgaben für 
die Franchisen der Eltern von Fr. 50.-- (vgl. BB 27) und für die Selbstbehalte 
der Familie von insgesamt Fr. 175.-- (vgl. Art. 103 Abs. 2 der Verordnung 
vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]). Es 
handelt sich dabei zwar um hypothetische Kosten. Ihr Einbezug in die hier 
vorzunehmende prognostische Beurteilung (vgl. vorne E. 5.2) ist aber 
gerechtfertigt, da die Familie auf längere Sicht und auch im Krankheitsfall 
bzw. bei selbst zu tragenden Gesundheitskosten in der Lage sein soll, 
eigenständig für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Ausgaben für 
Selbstbehalte und Franchisen gehören wie die Krankenkassenprämien zur 
medizinischen Grundversorgung und bilden als solche Teil der materiellen 
Grundsicherung (vgl. SKOS-Richtlinien C.1 und C.5). Je einen Zwölftel der 
vertraglichen Jahresfranchise und des maximalen jährlichen Selbstbehalts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 16

bei der medizinischen Grundversorgung sieht auch die Praxishilfe 
«Erweitertes SKOS-Budget» vom September 2020 vor (einsehbar unter: 
<www.skos.ch>, Rubriken «SKOS-Richtlinien/Praxishilfen/Merkblätter und 
Empfehlungen»; s. auch die auf Nachzugsfälle zugeschnittenen sog. VOF-
Richtlinien der Vereinigung der Migrationsämter der Ostschweiz und des 
Fürstentums Liechtenstein [VOF], einsehbar unter: <www.vkm-asm.ch>, 
Rubriken «Regionalkonferenzen/VOF Ostschweiz»).

5.5.2 Für den Grundbedarf stellt die SID zu Recht ebenfalls (unbestritten) 
auf die SKOS-Richtlinien ab (vgl. vorne E. 5.3 und 5.4): Die diesbezügliche 
Praxis des Verwaltungsgerichts war in der Vergangenheit uneinheitlich. Es 
legte seiner Berechnung zunächst die Ansätze gemäss den SKOS-Richtli-
nien zugrunde (vgl. BVR 2018 S. 89 E. 3.2), hat in jüngerer Zeit aber (undis-
kutiert) mitunter die zurzeit leicht tieferen Ansätze gemäss der Verordnung 
vom 24. Oktober 2001 über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfeverordnung, 
SHV; BSG 860.111) berücksichtigt (vgl. etwa BVR 2021 S. 463 E. 5.4; 
VGE 2020/306 vom 28.6.2022 E. 5.5, 2020/382 vom 1.3.2022 E. 4.6.1). Im 
Interesse der koordinierten Anwendung des Bundesrechts erscheint es an-
gezeigt, hier wie in anderen ausländerrechtlichen Zusammenhängen (vgl. 
BVR 2022 S. 93 E. 4.6 [dauerhafte Sicherung der Existenzmittel nach Art. 28 
Bst. c AIG i.V.m. Art. 25 Abs. 4 VZAE], 2021 S. 463 E. 6.1 f. [bedarfs-
gerechte Wohnung]) im Einklang mit den Weisungen des SEM auf die An-
sätze gemäss den SKOS-Richtlinien abzustellen (vgl. Weisungen und Erläu-
terungen Ausländerbereich des SEM vom Oktober 2013 [Stand am 
1.10.2022; Weisungen AIG] Ziff. 6.3.1.3 [Art. 43] und 6.4.1.3 [Art. 44], 
einsehbar unter: <www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen 
& Service/Weisungen und Kreisschreiben/I. Ausländerbereich»). Diesen 
Weisungen wird in der verwaltungsgerichtlichen Praxis regelmässig Nach-
achtung verschafft, wenn sie rechtliche Vorgaben überzeugend und in prak-
tikabler Weise konkretisieren (vgl. BVR 2021 S. 463 E. 6.1). Nach der hier 
interessierenden Vorgabe sollen mindestens finanzielle Mittel gemäss den 
SKOS-Richtlinien vorhanden sein, wobei es den Kantonen überlassen sein 
soll, zusätzliche Mittel vorauszusetzen, welche die soziale Integration in der 
Schweiz erleichtern können (kritisch dazu hinsichtlich deutlich höherer An-
sätze Marc Spescha, in Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, 
Art. 43 AIG N. 4, Art. 44 AIG N. 3; vgl. auch BGer 2C_685/2010 vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 17

30.5.2011 E. 2.3.3 und dazu Marc Spescha, Die familienbezogene Recht-
sprechung im Migrationsrecht [FZA/AuG/EMRK] ab September 2010 bis 
Ende Juli 2011, in FamPra.ch 2011 S. 851 ff., 863 ff.). Mit Blick auf den Sinn 
und Zweck von Art. 44 Bst. c AuG bzw. Art. 44 Abs. 1 Bst. c AIG erscheint 
jedenfalls sachgerecht, auf den Grundbedarfsansatz nach SKOS abzustel-
len. Weniger überzeugt im Rahmen der Anwendung des AuG/AIG hingegen, 
einen gemäss der jeweils geltenden Fassung der SHV allenfalls leicht tiefe-
ren Ansatz zu berücksichtigen. Diese kantonalen Ansätze hängen von der 
periodischen Nachführung der SKOS-Richtlinien ab und haben nicht haupt-
sächlich die mittel- und längerfristige Integration ausländischer Personen im 
Auge, die zudem den Kanton wechseln können. Ferner wird mit der Bedarfs-
rechnung der SID gesamthaft bloss die materielle Grundsicherung nach 
SKOS annähernd abgedeckt (nicht das volle soziale Existenzminimum, das 
sozialhilferechtlich im Einzelfall weitere Kosten umfasst; vgl. insb. SKOS-
Richtlinien C.1, C.3.1 und C.6). Demnach ist der Grundbedarf hier unter Be-
rücksichtigung der aktuellen Verhältnisse (vgl. Art. 25 VRPG) nach Mass-
gabe der SKOS-Richtlinien in der Version vom 1. Januar 2022 auf 
Fr. 2'153.-- festzusetzen. 

5.5.3 Der Bedarf der Beschwerdeführenden setzt sich demnach wie folgt 
zusammen:

Grundbedarf (Vierpersonenhaushalt) Fr.2'153.00
Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) Fr.1'650.00
Krankenkasse KVG für die gesamte Familie Fr. 600.00
Franchisen für die Eltern Fr. 50.00
Selbstbehalte für die gesamte Familie Fr. 175.00
Arbeitsweg Beschwerdeführerin 1 Fr. 79.00

----------------
Total Fr. 4'707.00

5.6 Einnahmeseitig erzielt die Beschwerdeführerin 1 seit der Aufsto-
ckung ihres Pensums auf 100 % (vorne E. 3.3) ein Monatseinkommen von 
netto rund Fr. 3'900.-- (inkl. Anteil 13. Monatslohn; vgl. Lohnabrechnung 
Oktober 2022, BB 31 [act. 23A1]). Wie sie zu Recht vorbringt (act. 23 S. 1), 
dürfte im Nachzugsfall der Quellensteuertarif angepasst werden. Bei einem 
monatlichen Bruttoeinkommen von Fr. 5'199.95 (vgl. BB 31 [act. 23A1]) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 18

dürfte (bei Alleinverdienst) ein Steuertarif von 2,08 % zur Anwendung gelan-
gen (Tarif B ohne Kirchensteuer, Verheiratete mit 2 Kindern [Tarif B2N]; vgl. 
Art. 3 der Quellensteuerverordnung vom 16. September 2020 [QSV; 
BSG 661.711.1] i.V.m. den Steuertabellen für die Quellensteuer der Steuer-
verwaltung des Kantons Bern, Ausgabe 2022, S. 38, einsehbar unter: 
<www.sv.fin.be.ch>, Rubriken «Themen/Steuern berechnen/
Quellensteuer»). Unter Berücksichtigung der Quellensteuer- und Versiche-
rungsabzüge (AHV, ALV, NBUV und KTG) von insgesamt 10,684 % sowie 
des Pensionskassenbeitrags von Fr. 266.05 ist damit bei einem Nachzug ih-
rer Familie von einem Nettolohn der Beschwerdeführerin 1 von rund 
Fr. 4'380.-- pro Monat auszugehen, zuzüglich Kinderzulagen von Fr. 460.-- 
pro Monat (2 x Fr. 230.--; act. 20 S. 1; vgl. Art. 1 Abs. 2 des Gesetzes vom 
11. Juni 2008 über die Familienzulagen [KFamZG; BSG 832.71] i.V.m. Art. 5 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über die Familienzulagen 
und Finanzhilfen an Familienorganisationen [Familienzulagengesetz, 
FamZG; SR 836.2]). Weitere Familien- oder Betreuungszulagen sind nicht 
geltend gemacht. Werden die monatlichen Einnahmen von insgesamt rund 
Fr. 4'840.-- dem Bedarf der Familie von Fr. 4'707.-- gegenübergestellt, resul-
tiert ein Überschuss von Fr. 133.--. Das Zulassungskriterium nach Art. 44 
Bst. c AuG ist damit grundsätzlich selbst dann erfüllt, wenn der Beschwerde-
führer 2 kein Einkommen generiert.

5.7 Zu prüfen bleibt, ob die Darlehensschuld der Beschwerdeführerin 1 
von Fr. 50'000.-- (Ausbildungsbeiträge) dem Familiennachzug entgegen-
steht (vgl. vorne E. 3.3 und 5.3).

5.7.1 Gemäss Art. 11 Abs. 2 ABG legt der Regierungsrat die Bedingungen 
für die Verzinsung und Rückzahlung der Darlehen fest. Die entsprechenden 
Ausführungsbestimmungen finden sich in Art. 12 der Verordnung vom 5. Ap-
ril 2006 über die Ausbildungsbeiträge (ABV; BSG 438.312). Wer Darlehen 
bezieht, hat das Darlehen ab dem 1. Januar des zweiten Jahres, das dem 
Abschluss der Ausbildung folgt, zurückzuzahlen und zu verzinsen; in begrün-
deten Fällen kann der Beginn der Rückzahlungs- und Zinspflicht um höchs-
tens zwei Jahre hinausgeschoben werden (Art. 12 Abs. 3 ABV). Das Darle-
hen ist ab Beginn der Rückzahlungs- und Zinspflicht in gleichmässigen, jähr-
lichen Raten innert spätestens zehn Jahren vollständig zurückzuzahlen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 19

(Art. 12 Abs. 2 ABV). Grundsätzlich ist somit davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin 1 – der erfolgreiche Bachelorabschluss im Jahr 2023 
vorausgesetzt – ihre Darlehensschuld ab dem 1. Januar 2025 zu Raten von 
(mindestens) Fr. 5'000.-- pro Jahr wird zurückzahlen müssen. Es wäre ihr 
bereits mit ihrem heutigen Einkommen möglich, diese jährlichen Raten je-
denfalls teilweise zu bezahlen. Weiter sollte es ihr mit dem Bachelor-
abschluss in Chemie und molekularen Wissenschaften möglich sein, innert 
nützlicher Frist eine besser bezahlte Stelle zu finden. Sie ist denn auch sehr 
daran interessiert, auf dem erlernten Gebiet zu arbeiten, und es erscheint 
realistisch, dass sie in solchen Stellen mit einem nicht unwesentlich höheren 
Lohn als bei der jetzigen Arbeitgeberin rechnen kann (vgl. vorne E. 3.3).

5.7.2 Was den Ehemann (Beschwerdeführer 2) angeht, so sind die von der 
SID geäusserten Zweifel an der Möglichkeit seiner beruflichen Integration 
nur beschränkt nachvollziehbar: Anders als im vorinstanzlichen Verfahren 
und noch im Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung vor Verwaltungsgericht 
(vgl. Beschwerde S. 5) steht heute zwar nicht mehr zur Diskussion, dass ihm 
in der Schweiz eine Stelle zugesichert ist (vgl. Protokoll S. 7). Zudem hat er 
keine (Berufs-)Ausbildung abgeschlossen (vgl. Protokoll S. 5) und dürften 
sich seine Deutschkenntnisse (noch) auf sehr bescheidenem Niveau bewe-
gen. Die SID stellt die Angabe der Beschwerdeführerin 1 aber nicht in Frage, 
wonach ihr Ehemann in den letzten Jahren in seinem Heimatland einer Arbeit 
nachgegangen ist, soweit es ihm neben der Kinderbetreuung und aufgrund 
der coronabedingt schwierigen Wirtschaftslage möglich war (vgl. vorne 
E. 3.4). Zugute zu halten ist ihm auch, dass er – soweit aktenkundig – im 
Jahr 2019 einen Deutschkurs auf dem Niveau A1 besucht und damit in 
sprachlicher Hinsicht seinen Integrationswillen gezeigt hat (vgl. vorne 
E. 3.4). Er soll zudem, was ohne weiteres glaubhaft ist, sehr gut Englisch 
sprechen (Beschwerde S. 5; Protokoll S. 5). Bei diesen Gegebenheiten sind 
die Chancen durchaus intakt, dass es dem heute 44-jährigen, gesunden Be-
schwerdeführer 2 gelingen wird, in absehbarer Zeit zumindest ein beschei-
denes Einkommen zu erzielen und damit die finanzielle Situation der Familie 
weiter zu verbessern. Die Kinderbetreuung steht dem nicht entgegen: Die 
Kinder sind heute 13 bzw. 10 Jahre alt und dürften bereits eine gewisse Selb-
ständigkeit erlangt haben. Selbst wenn sie nach ihrer Übersiedlung in die 
Schweiz in einer ersten Phase einen gemessen an ihrem Alter erhöhten Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 20

treuungsbedarf haben sollten (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3; Eingabe 
der SID vom 7.6.2022 S. 1 [act. 19]), kann ihr Vater jedenfalls mittelfristig 
eine (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit aufnehmen, ohne dass dadurch die Kinder-
betreuung ernsthaft in Frage gestellt wird. Nicht gefolgt werden kann der SID 
schliesslich, soweit sie dem Ehemann mangelnden Betreuungswillen unter-
stellen will, weil er seit der Ausreise seiner Ehefrau die Kinder nicht durch-
gehend selber betreut hat (vgl. act. 19 S. 1). Für die (zeitweise) Unterbrin-
gung der Kinder bei seinen Verwandten in Mek’ele bestehen nachvollzieh-
bare Gründe (finanzielle Gründe, kaum Arbeit in Tigray, Corona-Erkran-
kung); er hat die Kinder aber regelmässig länger dort besucht (alle zwei bis 
drei Monate jeweils mehrere Wochen), was ihm aktuell aufgrund des Bürger-
kriegs verwehrt ist (vgl. vorne E. 3.4; Protokoll S. 5 f.). Weiter hat die Be-
schwerdeführerin 1 an der Instruktionsverhandlung glaubhaft dargelegt, 
dass ihr Ehemann und die Kinder sich sehr nahestehen und er bei einem 
Nachzug jedenfalls in einer ersten Phase die Betreuung der Kinder haupt-
sächlich übernehmen könnte. Sie beide seien ein gutes Team; auch sei sie 
überzeugt, dass er sich schnell integrieren würde (vgl. Protokoll S. 6 f.). 

5.7.3 Nach dem Erwogenen ist die Selbsterhaltungsfähigkeit der Familie 
im Sinn von Art. 44 Bst. c AuG auch unter Berücksichtigung der Schulden 
der Beschwerdeführerin 1 zu bejahen. Mit Blick auf den Ausbildungszweck 
der von ihr bezogenen Darlehen (vgl. Art. 2 ABG) und die Möglichkeit, die 
Rückzahlungspflicht gegebenenfalls um bis zu zwei Jahre hinauszuschieben 
(vgl. vorne E. 5.7.1), erschiene es auch nicht haltbar, den Familiennachzug 
wegen dieser Schulden (ermessensweise) zu verweigern. Dies gilt ange-
sichts des Flüchtlingsstatus der Beschwerdeführerin 1 umso mehr: Gemäss 
Art. 74 Abs. 5 VZAE ist der besonderen Situation von vorläufig aufgenom-
menen Flüchtlingen beim Entscheid über die Gewährung des Familiennach-
zugs Rechnung zu tragen. Das muss in verstärktem Mass gelten für Flücht-
linge (ohne Asyl), denen – wie hier – eine Härtefallbewilligung erteilt worden 
ist (vgl. auch BGE 139 I 330 E. 3.2 [betreffend Flüchtling mit Asyl]).

5.8 Weitere Gründe, die – wäre der Anspruch aus Art. 8 EMRK zu ver-
neinen (vgl. vorne E. 4.4 am Schluss) – unter Ermessensgesichtspunkten 
gegen eine Bewilligung des Familiennachzugs sprechen, hat die SID nicht 
vorgebracht. Der Nachzug der Beschwerdeführenden 2-4 ist deshalb zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 21

willigen. Sollte es den Beschwerdeführenden nicht gelingen, selber für den 
Familienunterhalt aufzukommen, könnte die Sachlage jedenfalls für die Be-
schwerdeführenden 2-4 aber dereinst anders beurteilt werden.

6.

Die Beschwerdeführenden rügen weiter, die SID habe ihnen zu Unrecht die 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als 
amtliche Anwältin verweigert (Beschwerde S. 9 f.).

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst, 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage hal-
ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind nach 
der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren anzuse-
hen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Ver-
lustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. 
Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber da-
von absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rech-
nung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil 
er sie nichts kostet (statt vieler BVR 2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 
E. 5.1).

6.2 Die Beschwerdeführerin 1 verfügt über den Flüchtlingsstatus und hat 
innert vergleichsweise kurzer Zeit gestützt auf Art. 84 Abs. 4 i.V.m. Art. 30 
Abs. 1 Bst. b AuG ermessensweise eine Aufenthaltsbewilligung erhalten, 
was bereits damals indizierte, dass sich ihre Integration auf gutem Weg be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 22

findet. Sie hatte zwar im Verfahren vor der SID noch nicht auf dem Arbeits-
markt Fuss gefasst, trieb ihre berufliche Integration aber bereits im dritten 
Studienjahr mit dem Erwerb von Bildung auf Tertiärstufe voran, zu der sie 
aufgrund ihrer Vorbildung zugelassen war (vgl. vorne E. 3.2). Zudem konnte 
bereits damals nicht ohne weiteres in Abrede gestellt werden, dass es ihrem 
Ehemann innert nützlicher Frist gelingen kann, in der Schweiz ein (wenn 
auch nur bescheidenes) Erwerbseinkommen zu erzielen. Es stellten sich 
nicht einfach zu beantwortende Rechtsfragen. Unter diesen Umständen 
konnte die Beschwerdeführung vor der SID nicht als geradezu von vornhe-
rein aussichtslos bezeichnet werden. Die Prozessarmut der Beschwerdefüh-
renden im vorinstanzlichen Verfahren ergibt sich aus den Akten. Die Verhält-
nisse rechtfertigten überdies den Beizug einer Rechtsanwältin oder eines 
Rechtsanwalts. Die Beschwerde ist damit auch in diesem Punkt begründet.

7.

Die Beschwerde erweist sich damit als begründet und ist unter Aufhebung 
des angefochtenen Entscheids gutzuheissen. Die Akten sind der EG Bern 
(EMF) zu übermitteln, um den Beschwerdeführenden 2-4 Aufenthaltsbewilli-
gungen zu erteilen.

8.

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht keine Kosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). 
Der Kanton Bern (SID) hat den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführenden 
zudem die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 
VRPG). Die mit Zwischenverfügung bewilligte unentgeltliche Rechtspflege 
(vorne Bst. C) wird gegenstandslos. Die Rechtsvertreterin macht für das Be-
schwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht ein Honorar von 
Fr. 5'437.50 zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer geltend, wobei sie ei-
nen Aufwand von rund 21,75 Stunden ausweist (Kostennote vom 
26.10.2022 [act. 23A2]). Dieses Honorar erscheint im Licht der massgeben-
den Kriterien von Art. 104 VRPG i.V.m. Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 23

waltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) sowie Art. 11 Abs. 1 
der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikosten-
ersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) unter Berücksichti-
gung des umfangreichen Schriftenwechsels und der durchgeführten Instruk-
tionsverhandlung als angemessen. Zuzüglich Auslagen von Fr. 196.30 und 
MWSt von Fr. 433.80 (7,7 % von Fr. 5'633.80) ist der tarifmässige Parteikos-
tenersatz auf insgesamt Fr. 6'067.60 festzusetzen.

8.2 Für die Verlegung der Kosten im vorinstanzlichen Beschwerdeverfah-
ren ist nicht vom Obsiegen der Beschwerdeführenden auszugehen, weil der 
angefochtene Entscheid aufgrund der seinerzeitigen Verhältnisse korrekt 
war: Die Beschwerdeführerin 1 war in jenem Zeitpunkt weder erwerbstätig 
noch hatte sie ein bedarfsdeckendes Einkommen konkret in Aussicht oder 
konnte mit einem Studienabschluss innert nützlicher Frist gerechnet werden, 
zumal sich die Beschwerdeführerin 1 damals noch die Option des Erwerbs 
eines Masterabschlusses offenhielt. Die SID äusserte zudem berechtigte 
Zweifel im Zusammenhang mit der dem Ehemann damals zugesicherten 
Stelle in St. Gallen und durfte die Nachteile dieser (allfälligen) Stelle (zusätz-
liche Fahr- und Wohnkosten; Abwesenheit von der Familie) negativ in die 
Beurteilung einbeziehen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sie in 
ihrem Entscheid (E. 3.3 f.) die Voraussetzung der Selbsterhaltungsfähigkeit 
im Sinn von Art. 44 Bst. c AuG verneint hat. Bei dieser Sachlage war die 
Verweigerung des Familiennachzugs rechtmässig selbst unter der Hypothe-
se, dass ein (grundsätzlicher) Anspruch nach Art. 44 AuG i.V.m. Art. 8 EMRK 
besteht (vgl. BGE 146 I 185 E. 6.2 [Pra 110/2021 Nr. 36], 139 I 330 E. 2, 
137 I 284 E. 2.6). Nach dem Unterliegerprinzip (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG) 
bleibt die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung daher grund-
sätzlich unverändert (vgl. BVR 2008 S. 193 E. 9.2; Ruth Herzog, in Herzog/
Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 
N. 7 mit Hinweis auf VGE 2015/349 vom 21.3.2017 E. 5 [präzisierte Begrün-
dung]).

8.3 Hier beruht der vorinstanzliche Kostenschluss indes auf der Verwei-
gerung der unentgeltlichen Rechtspflege, welche als unrechtmässig zu be-
urteilen ist (vorne E. 6.2). Den Beschwerdeführenden ist daher für das Ver-
fahren vor der SID die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 24

Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin beizuordnen. Die vorinstanzlichen 
Verfahrenskosten von Fr. 400.-- trägt vorläufig der Kanton Bern. Dasselbe 
gilt für die Entschädigung der amtlichen Anwältin. Diese macht ausgehend 
von einem Zeitaufwand von 12 Stunden und 50 Minuten ein Honorar von 
Fr. 3'208.35 zuzüglich Auslagen und MWSt geltend (act. 22A1). Dieser Be-
trag gibt mit Blick auf die massgeblichen Bemessungskriterien, d.h. den in 
der Sache gebotenen Aufwand, die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses, zu keinen Bemerkungen Anlass (vgl. Art. 41 
Abs. 1 und 3 KAG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 PKV). Zuzüglich Auslagen von 
Fr. 88.60 und MWSt von Fr. 253.85 (7,7 % von Fr. 3'296.95) ist der tarifmäs-
sige Parteikostenersatz für das Verfahren vor der SID auf insgesamt 
Fr. 3'550.80 festzusetzen.

8.4 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestell-
ten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar ge-
mäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 Abs. 1 
Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Auslagen und 
Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 Satz 3 KAG). 
Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 12 Stunden und 50 Minuten ist 
die amtliche Entschädigung auf Fr. 2'566.65, zuzüglich Fr. 88.60 Auslagen 
und Fr. 204.45 (7,7 % von Fr. 2'655.25), insgesamt Fr. 2'859.70, festzu-
setzen. Die Beschwerdeführenden sind gegenüber dem Kanton bzw. der 
Rechtsvertreterin zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage 
sind (Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG und Art. 123 ZPO).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Sicherheits-
direktion des Kantons Bern vom 13. Oktober 2020 wird aufgehoben. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 25

Akten gehen an die Einwohnergemeinde Bern, Einwohnerdienste, Migra-
tion und Fremdenpolizei, zur Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen an 
die Beschwerdeführenden 2-4. Zudem wird den Beschwerdeführenden 
für das Verfahren vor der Sicherheitsdirektion die unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt und Fürsprecherin …, Bern, als amtliche Anwältin 
beigeordnet.

2. a) Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten 
erhoben.

b) Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat den Beschwerdeführenden 
für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, be-
stimmt auf Fr. 6'067.60 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

3. a) Die Kosten des Verfahrens vor der Sicherheitsdirektion, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 400.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt. Diese Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführenden.

b) Der tarifmässige Parteikostenersatz wird im Verfahren vor der Sicher-
heitsdirektion auf Fr. 3'550.80 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. 
Davon hat der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) Fürsprecherin …, 
Bern, eine auf Fr. 2'859.70 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzte 
Entschädigung zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht der Beschwerdeführenden.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (mit Kopie der Eingabe vom 

26.10.2022)
- Einwohnergemeinde Bern (mit Kopie der Eingabe vom 26.10.2022)
- Staatssekretariat für Migration

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:
Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110), oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.11.2022, Nr. 100.2020.421U, 
Seite 26

subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.