# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ba52d6e-d547-588a-b524-7be4059bb28d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 11.11.2008 ZF 2008 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-38_2008-11-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 11. November 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 38

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz, Möhr, Hubert und Michael Dürst 
Aktuarin ad hoc Ankes

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Kläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter, und der Y., Klä-
gerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, beide vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid, Postfach 546, Villa Fontana, Obere Strasse 
22B, 7270 Davos Platz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts C. vom 28. Februar 2008, mitgeteilt am 31. März 
2008, in Sachen Z., Beklagter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel, Postfach 414, Masanser-
strasse 35, 7001 Chur, gegen die Kläger, Berufungskläger und Anschlussberu-
fungsbeklagten, 

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung,

hat sich ergeben:

2

A. Z., geboren am _._ 1983 in A. und schweizerisch-mazedonischer Dop-
pelbürger, und Y., mazedonische Staatsbürgerin, geboren am _._ 1984 in B. (Ma-
zedonien), heirateten am 16. Januar 2003 in B.. Aus der Ehe ist der am _._ 2005 in 
A. geborene X., welcher Schweizer Bürger ist, hervorgegangen. Y. verbrachte die 
ersten Ehemonate in Mazedonien und reiste im Juli 2003 im Rahmen des Familien-
nachzugs in die Schweiz ein. Im Juli 2004 begaben sich die Eheleute nach Maze-
donien, wo Z., nachdem es wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen 
den Eheleuten gekommen war, am 28. Juli 2004 beim Amtsgericht B. eine Klage 
auf Scheidung der Ehe einreichen liess. Einen Tag zuvor hatte er telefonisch die 
Fremdenpolizei in Chur über diesen Schritt und die ihm zugrunde liegenden Um-
stände aus seiner Sicht informiert.

B. Am 16. September 2004 beantragte Y. beim Bezirksgericht C. Ehe-
schutzmassnahmen; auf dieses Begehren wurde mit Entscheid vom 14. Januar 
2005 nicht eingetreten.

C. Mit Entscheid vom 18. November 2004 hiess das Amtsgericht B. die 
Scheidungsklage von Z. gut und sprach die Ehescheidung aus. Zudem verpflichtete 
es den Kläger, Y. monatlichen Unterhalt in Höhe von 2'000.─ Denar (ca. Fr. 50.─) 
zu bezahlen. Hiergegen legte Y. Beschwerde beim Appellationsgericht D. (Mazedo-
nien) ein. Dieses bestätigte mit Urteil vom 23. März 2005 die vorinstanzliche Ent-
scheidung im Scheidungspunkt, hob es jedoch im Unterhaltspunkt auf und wies den 
Entscheid an die Vorinstanz zurück. Nachdem zum von dieser anberaumten Termin 
beide Parteien unentschuldigt nicht erschienen waren, sistierte das Amtsgericht B. 
das Verfahren zunächst und schrieb es schliesslich mit Beschluss vom 31. Oktober 
2005 ab, wogegen kein Rechtsmittel ergriffen wurde. 

D. Mit Verfügung vom 8. Februar 2005 widerrief das Amt für Polizeiwesen 
und Zivilrecht Graubünden, Fremdenpolizei, die Jahresaufenthaltsbewilligung von 
Y. und ordnete die Ausreise bis zum 28. Februar 2005 an. Die hiergegen erhobene 
Beschwerde wies das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden mit 
Entscheid vom 4. Januar 2006 ab; dagegen wandte sich Y. mit Rekurs an das Ver-
waltungsgericht des Kantons Graubünden, welches diesen abwies; das Bundesge-
richt bestätigte in der Folge den Entscheid (BGE 2A.534/2006). Am 21. Juli 2006 
stellte X. ein Gesuch auf Familiennachzug betreffend seine Mutter. Nach diversen 
weiteren Behörden- und Gerichtsentscheiden verfügte das Bundesamt für Migration 
am 14. September 2007 die vorläufige Aufnahme von Y. für vorerst 12 Monate; die 
Wegweisung sei zurzeit wegen Unmöglichkeit nicht vollziehbar.

3

E. Am 30. Mai 2006 gelangte Y. mit einem Vermittlungsbegehren an den 
Kreispräsidenten A.. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 16. August 2006 wur-
den die folgenden Rechtsbegehren deponiert:

"Rechtsbegehren der Kläger:

1. Das gemeinsame Kind X. sei der elterlichen Sorge der Mutter (Klägerin) 
zu unterstellen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ab 23. März 2005 als nach-
ehelichen Unterhaltsbeitrag monatlich CHF 1'026.00 zu zahlen.

3. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ab 23. März 2005 bis zur 
Volljährigkeit des Klägers bzw. bis zur Beendigung seiner Berufsausbil-
dung bis zu seinem zurückgelegten 6. Altersjahr CHF 800.00, vom 7. bis 
zum zurückgelegten 12. Altersjahr CHF 900.00 und vom 13. Altersjahr 
bis zur Mündigkeit oder bis zum Abschluss der Berufsausbildung CHF 
1'000.00 monatlich zu zahlen, zuzüglich Kinderzulagen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu 
Lasten des Beklagten.

Rechtsbegehren des Beklagten:

1. Die Klage sei abzuweisen soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Subeventuell seien allfällige Unterhaltsbeiträge nach richterlichem Er-
messen zuzusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu 
Lasten der Kläger."

Am 6. Oktober 2006 verlangte der klägerische Rechtsvertreter u.a. die Er-
gänzung des Rechtsbegehrens gemäss Leitschein wie folgt:

"Die Beiträge unter Ziffer 2 und 3 hiervor sind jeweils per Januar dem Lan-
desindex der Konsumentenpreise anzupassen, erstmals per Januar 2007. 
Sie entsprechen dem Index März 2005 = 99.0; Basis Dezember 2005 = 100."

F. Den am _._ 2007 ausgestellten Leitschein prosequierten Y. und X. an 
das Bezirksgericht C., wobei das Rechtsbegehren in Ziffer 4 gleich lautend mit der 
am 6. Oktober 2006 beim Vermittleramt angebrachten Ergänzung erweitert wurde.

G. Mit Prozessantwort vom 25. April 2007 liess der Beklagte beantragen 
was folgt:

"A. Hauptbegehren

1. Auf die Klage sei nicht einzutreten.

2. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher 
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Kläger unter deren so-
lidarischer Haftbarkeit.

B. Eventualbegehren

1. Die elterliche Sorge über X., geboren _._2005, sei Y. zuzuweisen.

4

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, an X. mit Beginn ab Rechtskraft des 
Scheidungsurteils und bis zur Mündigkeit von X., einen monatlichen Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 300.00, zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen.

3. Das Begehren von Y. um Zusprechung von Unterhalt an sich sei voll-
umfänglich abzuweisen.

4. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher 
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Kläger unter deren so-
lidarischer Haftbarkeit."

H. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht C. vom 28. 
Februar 2008 präzisierte der Beklagtenvertreter Ziffer 2 des beklagtischen Eventu-
albegehrens wie folgt:

"2. Der Beklagte sei zu verpflichten, an X. mit Beginn ab Rechtskraft des 
heutigen Urteils und bis zur Mündigkeit von X., einen monatlichen Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 300.00, zuzüglich Kinderzulagen, eventuell einen 
Betrag nach richterlichem Ermessen, jeweils abhängig vom Wohnsitz-
land des Kindes zu bezahlen."

Die übrigen Rechtsbegehren wurden inhaltlich unverändert beibehalten. 

I. Mit Urteil vom 28. Februar 2008, schriftlich mitgeteilt am 31. März 
2008, erkannte das Bezirksgericht C. wie folgt:

"1. Die elterliche Sorge für X., geboren am _._ 2005 in A./GR, wird Y. zu-
gewiesen.

2. Z. wird verpflichtet, an den Unterhalt seines Sohnes X. im Voraus und 
auf den Ersten eines jeden Monats (bestimmter Verfalltag im Sinne von 
Art. 102 Abs. 2 OR) die folgenden Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, so-
fern und soweit X. in der Schweiz wohnt:

- Fr. 800.00 rückwirkend vom 1. Juni 2005 bis zum _._ 2011;

- Fr. 900.00 vom 16. Februar 2011 bis zum _._ 2017

- Fr. 1'000.00 vom 16. Februar 2017 bis zur Mündigkeit von X. bzw. 
bis zum ordentlichen Abschluss seiner Erstausbildung (Art. 277 
Abs. 2 ZGB)

Soweit und solange X. in Mazedonien wohnt, reduzieren sich die vor-
stehend erwähnten Unterhaltsbeiträge (inkl. Indexierung gemäss Dispo-
sitiv Ziffer 4 nachstehend) jeweils um die Hälfte.

Gesetzliche und/oder vertragliche Kinder-/Ausbildungszulagen sind von 
Z. zusätzlich zu bezahlen, soweit und solange er solche ausbezahlt er-
hält und sie nicht von der Kindsmutter bezogen werden. Art. 285 Abs. 2 
ZGB bleibt vorbehalten, wie auch Art. 285 Abs. 2bis ZGB. 

Der Unterhaltsbeitrag samt Kinderzulagen ist an die Kindsmutter Y. zu-
gunsten von X. zu überweisen (Art. 289 Abs. 1 ZGB).

X. hat der Gemeinde A. die während dem 1. Juni 2005 bis zur Rechts-
kraft dieser Dispositiv-Ziffer bezogenen Unterstützungsleistungen bis 
zum Betrag von monatlich Fr. 800.00 zu erstatten.

5

3. Z. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. im Voraus und auf den Ers-
ten eines jeden Monats (bestimmter Verfalltag im Sinne von Art. 102 
Abs. 2 OR) einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 973.00 zu 
bezahlten, sofern und soweit Y. in der Schweiz wohnt. Diese Unterhalts-
pflicht beginnt mit dem Zeitpunkt des Eintritts der formellen Rechtskraft 
dieser Dispositiv-Ziffer und endet am _._ 2017. Art. 130 ZGB ist aus-
drücklich vorbehalten.

Soweit und solange Y. in Mazedonien wohnt, reduziert sich der Unter-
haltsbeitrag von Fr. 973.00 (inkl. Indexierung gemäss Dispositiv Ziffer 4 
nachstehend) jeweils um die Hälfte.

4. Diese Unterhaltsrenten gemäss Dispositiv Ziffer 2 und 3 vorstehend ba-
sieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes 
für Statistik von 102.5 Punkten (Stand Februar 2008, Basis Dezember 
2005 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar dem Index des 
vorangegangenen Novembers anzupassen. Die erstmalige Anpassung 
erfolgt auf den 1. Januar 2010 und zwar nach der Formel

Ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x Index November

Neuer Unterhaltsbeitrag = --------------------------------------------------------------------

                              102.5 Punkte

Eine Unterschreitung der Kinderrente von Fr. 800.00, Fr. 900.00 oder 
Fr. 1'000.─ ist genauso ausgeschlossen wie eine Unterschreitung der 
Frauenalimente von Fr. 973.00.

5. Die Kosten des Kreisamtes A. in Höhe von Fr. 300.00 sowie die Kosten 
des Bezirksgerichts C., bestehend aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.00

- Schreibgebühren von Fr. 1'000.00

total somit von Fr. 5'000.00

gehen zulasten des Z. und werden mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

6. Z. wird verpflichtet, Y. und X. ausseramtlich mit Fr. 11'188.05 (inkl. Spe-
sen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilung)"

J. Hiergegen liess Y. am 21. April 2008 Berufung erklären und stellte fol-
gendes Rechtsbegehren:

"1. Ziffer 3 des Urteils vom 28. Februar 2008 sei folgendermassen abzuän-
dern (Änderungen sind kursiv [hier wiedergegeben: fett]):

Z. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. im Voraus und auf den Ers-
ten eines jeden Monats (bestimmter Verfalltag im Sinne von Art. 102 
Abs. 2 OR) einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.00 zu 
bezahlen, sofern und soweit Y. in der Schweiz wohnt. Diese Unterhalts-
pflicht beginnt am 23. Mai 2005  (Rechtskraft des Scheidungspunk-
tes) und endet am _._ 2017. Art. 130 ZGB ist ausdrücklich vorbehalten.

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Soweit und solange Y. in Mazedonien wohnt, reduziert sich der Unter-
haltsbeitrag von Fr. 1'500.00 (inkl. Indexierung gemäss Dispositiv Ziffer 
4 nachstehend) jeweils um die Hälfte.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer für 
das Verfahren vor Bezirksgericht C. und das Verfahren vor Kantonsge-
richt Graubünden zu Lasten der Beklagten."

Weiter wurde ein Editionsbegehren betreffend den Lohnausweis 2007 sowie 
die Lohnabrechnung März 2008 des Beklagten gestellt. 

K. Mit Schreiben vom 29. April 2008 verzichtete die Vorinstanz unter 
Übersendung der Akten und Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil 
auf eine Vernehmlassung. 

L. Mit Eingabe vom 2. Mai 2008 liess der Berufungsbeklagte Anschluss-
berufung erheben mit folgendem Rechtsbegehren:

"A. Zur Berufung von Y. vom 21.04.2008

1. Formeller Antrag

Auf Ziff. 1 des Berufungsbegehrens von Y. sei nicht einzutreten, soweit 
darin beantragt wird, Y. für die Zeit ab 23.05.2005 bis zum _._2017 ei-
nen Unterhaltsbeitrag von monatlich über Fr. 1'000.00 zuzusprechen re-
spektive von über Fr. 500.00, solange sie in Mazedonien wohnt.

2. Materieller Antrag

Die Berufung der Y. sei abzuweisen.

3. Antrag zu den Kosten

Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Y. für das 
Berufungsverfahren.

B. Anschlussberufung

1. Ziff. 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtes 
C. vom 28.02.2008 sei aufzuheben und durch folgende Neuregelung zu 
ersetzen:

a. Z. wird verpflichtet, an Y. für den Unterhalt von X. im Voraus und 
auf den ersten eines jeden Monats (bestimmter Verfalltag im Sinne 
von Art. 102 Abs. 2 OR) die folgenden Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen, sofern und soweit X. in der Schweiz wohnt:

- Fr. 800.00 ab dem Zeitpunkt des Eintrittes der Rechtskraft des 
Urteils bis zum _._2011;

- Fr. 900.00 vom 16.02.2011 bis zum _._2017;

- Fr. 1'000.00 vom 16.02.2017 bis zur Mündigkeit von X., bzw. 
bis zum ordentlichen Abschluss seiner Erstausbildung (Art. 277 
Abs. 2 ZGB).

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b. Soweit und solange X. in Mazedonien wohnt, reduzieren sich die 
vorstehenden erwähnten Unterhaltsbeiträge (inkl. Indexierung 
gemäss Dispositiv-Ziff. 4 nachstehend) jeweils um die Hälfte.

c. Gesetzliche und/oder vertragliche Kinder-/Ausbildungszulagen 
sind von Z. zusätzlich zu bezahlen, soweit und solange er solche 
ausbezahlt erhält und sie nicht von der Kindsmutter bezogen wer-
den (Art. 285 Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten, wie auch Art. 285 
Abs. 2bis ZGB).

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge unter solidarischer Haft-
barkeit zu Lasten von X. sowie Y. für das Verfahren vor Bezirksgericht 
C. und das Verfahren vor Kantonsgericht Graubünden."

M.1. Mit Verfügung vom 13. Mai 2008 ordnete der Kantonsgerichtspräsi-
dent das schriftliche Verfahren gemäss Art. 224 Abs. 2 ZPO an und forderte die 
Berufungskläger zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses von Fr. 2'500.-- auf. 

2. Mit Berufungsbegründung vom 3. Juni 2008 hielten die Berufungsklä-
ger an ihren Rechts-, Beweis- und Editionsbegehren fest. Gleichzeitig liessen sie 
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege stellen. Nach Hinweis 
des Kantonsgerichtspräsidenten, wonach bezüglich der unentgeltlichen Rechts-
pflege ein separates Gesuch unter Beilage der nötigen Unterlagen zu stellen sei, 
reichte der Rechtsanwalt der Berufungskläger ein solches am 24. Juni 2008 nach; 
dieses wurde mit Verfügung vom 11. November 2008 gutgeheissen (PZ 08 134). Im 
Hinblick darauf wurde die Verfügung betreffend den Kostenvorschuss obsolet. Der 
Berufungsbeklagte leistete seinen mit Verfügung vom 4. Juni 2008 geforderten Kos-
tenvorschuss fristgemäss.

N. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2008 editierte Z. die verlangten Lohnbe-
scheinigungen sowie eine Bestätigung seiner Arbeitgeberin über die Nachzahlung 
von Kinder- und Familienzulagen für den Zeitraum Februar 2005 bis März 2007.

O. In ihrer Anschlussberufungsantwort vom 10. Oktober 2008 stellten die 
Berufungskläger das folgende abgeänderte Rechtsbegehren:

"1. Ziffer 3 des Urteils vom 28. Februar 2008 sei folgendermassen abzuän-
dern (Änderungen sind kursiv [hier wiedergegeben: fett]):

Z. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. im Voraus und auf den Ers-
ten jeden Monats (bestimmter Verfalltag im Sinne von Art. 102 Abs. 2 
OR) einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'667.50 zu bezah-
len, sofern und soweit Y. in der Schweiz wohnt. Diese Unterhaltspflicht 
beginnt am 23. Mai 2005 (Rechtskraft des Scheidungspunktes) und 
endet am _._ 2017. Art. 130 ZGB ist ausdrücklich vorbehalten. 

Soweit und solange Y. in Mazedonien wohnt, reduziert sich der Unter-
haltsbeitrag von Fr. 1667.50 (inkl. Indexierung gemäss Dispositiv Ziffer 
4 nachstehend) jeweils um die Hälfte.

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2. Die Anschlussberufung sei abzuweisen. Das Urteil vom 28. Februar 2008 
des Bezirksgerichts C. (Pr. Nr. 110-2007-4) sei in den übrigen Punkten 
zu bestätigen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer für 
das Verfahren vor Bezirksgericht C. und das Verfahren vor Kantonsge-
richt Graubünden zu Lasten des Beklagten."

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften und den In-
halt der vorinstanzlichen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a. Da beide Parteien die mazedonische Staatsangehörigkeit besitzen, ist 
zunächst die Zuständigkeit der Schweizer Gerichtsbarkeit von Amtes wegen zu prü-
fen (Art. 34 des Bundesgesetzes über den Gerichtsstand in Zivilsachen [GestG; SR 
272]). Da Mazedonien kein Vertragsstaat des - gemäss seinen Art. 5 Ziff. 2 und 27 
Ziff. 4 für Unterhaltsklagen anwendbaren - Lugano-Übereinkommens (SR 0.275.11) 
ist, scheidet eine Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit mittels dieses Abkom-
mens aus. Da auch keine anderen einschlägigen Staatsverträge existieren, kommt 
das Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht (IPRG; SR 291) zur Anwen-
dung (Art. 1 Abs. 2 IPRG). 

b. Art. 63 IPRG regelt die Nebenfolgen, zu denen auch der nacheheliche 
Unterhalt und der Kindesunterhalt zählen (vgl. Monique Jametti Greiner in: Schwen-
zer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Bern 2005, Anh. IPR RZ 47). Da vorliegend die 
Ehe in Mazedonien rechtskräftig geschieden wurde, hinsichtlich der Nebenfolgen 
jedoch dort keine Regelung getroffen wurde, handelt es sich beim jetzigen Verfah-
ren um ein solches zur Ergänzung des Scheidungsurteils, welches in Art. 64 IPRG 
geregelt ist. Die Ergänzung eines ausländischen Scheidungsurteils in der Schweiz 
ist nur möglich, wenn das Urteil in der Schweiz anzuerkennen ist (Lukas Bopp in: 
Honsell/Vogt/Schnyder/Berti, Internationales Privatrecht, 2. Auflage Basel 2007, N. 
3 zu Art. 64); dies ist vorliegend der Fall. Die Schweizerischen Gerichte sind für die 
Ergänzung des Scheidungsurteils zuständig, wenn sie die Scheidung selbst ausge-
sprochen haben (hier nicht einschlägig) oder gemäss Art. 59 oder 60 IPRG zustän-
dig sind (bzw. nach den Regeln des IPRG wären: BGE 128 III 345). Da derzeit - und 
zum Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Entscheids - beide Parteien 
Wohnsitz in der Schweiz haben bzw. hatten, läge die Zuständigkeit für eine Schei-
dung (wäre sie nicht bereits ausgesprochen worden) gemäss Art. 59 IPRG in der 
Schweiz. Die schweizerische Gerichtsbarkeit ist damit gegeben und wird im Übrigen 

9

von den Parteien auch nicht in Frage gestellt. Ebenso ist die Anwendung schweize-
rischen Rechts unbestritten.

c. Die Zuständigkeit des Bezirksgerichts C. in erster Instanz steht somit 
ausser Frage, ebenso diejenige des Kantonsgerichts als Berufungsinstanz (Art. 5 h 
des kantonalen Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EGz-
ZGB; BR 210.100] in Verbindung mit Art. 218 Abs. 1 der Zivilprozessordnung des 
Kantons Graubünden [ZPO; BR 320.000]). Auf die form- und fristgerecht eingelegte 
Berufung ist daher einzutreten. 

d.aa. Der Berufungsbeklagte rügt, die Berufungsklägerin habe in der Beru-
fungserklärung den geforderten Unterhaltsbeitrag erhöht (Fr. 1'500.─ statt vor-in-
stanzlich Fr. 1'000.─) und damit ein neues Rechtsbegehren gestellt; dieses habe 
sie jedoch nicht ausreichend begründet bzw. die ihm zugrunde liegenden Tatsachen 
nicht genannt. Da die Berufungsklägerin in der mündlichen Hauptverhandlung vor 
der Vorinstanz ihr Unterhaltsbegehren von ursprünglich Fr. 1'026.─ auf Fr. 1'000.─ 
reduziert habe, könne höchstens dieser Betrag zugesprochen werden; auf die die-
sen übersteigende Unterhaltsforderung dürfe nicht eingetreten werden.

bb. Gemäss der für das Ehescheidungsverfahren geltenden bundesrecht-
lichen Spezialbestimmung von Art. 138 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetz-
buchs (ZGB; SR 210) können neue Tatsachen und Beweismittel in der oberen kan-
tonalen Instanz ohne Einschränkung vorgebracht werden. Dabei ist unerheblich, ob 
die neuen Tatsachen und Beweismittel bereits vor (unechte Noven) oder erst nach 
(echte Noven) dem erstinstanzlichen Urteil existiert haben. Mit der zitierten Bestim-
mung enthält das neue Scheidungsrecht eine Vorschrift, die eine allfällige kantonal-
rechtliche Eventualmaxime, im Sinne eines bundesrechtlichen Minimalstandards 
einschränkt (vgl. Marcel Leuenberger in: Schwenzer, FamKomm Scheidung, Bern 
2005, N 1 zu Art. 138 ZGB). Das bedeutet also, dass die bundesrechtliche Vorschrift 
von Art. 138 Abs. 1 ZGB den Bestimmungen der kantonalen Zivilprozessordnung 
vorgeht (vgl. Thomas Sutter/Dieter Freiburghaus, Kommentar zum neuen Schei-
dungsrecht, Zürich 1999, N 7 zu Art. 138 ZGB, mit Hinweisen). Die Modalitäten des 
Rechtsmittelverfahrens richten sich indes grundsätzlich nach kantonalem Recht. 
Dies gilt auch für die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt innerhalb des Rechtsmittel-
verfahrens neue Tatsachen, neue Beweismittel und neue Rechtsbegehren geltend 
gemacht werden können (vgl. Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 21 zu Art. 138 ZGB; 
Leuenberger, a.a.O., N 6 zu Art. 138 ZGB). Im Kanton Graubünden ist diese Frage 
in Art. 5d Abs. 2 EGzZGB geregelt. Danach sind die Anträge in der oberen kanto-

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nalen Instanz mit der Berufungserklärung beziehungsweise innert der Frist für die 
Anschlussberufung zu stellen und kurz zu begründen (vgl. PKG 2004 Nr. 1). 

cc. Eine eigentliche Begründung enthält die Berufungsschrift in der Tat 
nicht; allerdings lassen sowohl das Rechtsbegehren, einen höheren Unterhalt zu 
erhalten, als auch der Beweisantrag, die neuesten Lohndaten des Ehemannes vor-
zulegen, in der Gesamtschau - auch ohne ausdrückliche Formulierung - ohne wei-
teres den Schluss zu, dass ein höherer Unterhalt aufgrund eines (mutmasslich) 
höheren Einkommens des Unterhaltspflichtigen begehrt wird. Im Gegensatz zum 
vom Berufungsbeklagten angeführten PKG 2004 Nr. 1 (S. 11) besteht vorliegend 
für den prozessleitenden Richter keinerlei Unklarheit, weshalb begehrt wird, die ak-
tuellen Lohnausweise zu edieren (nach Ansicht der Berufungskläger Basis der Un-
terhaltsberechnung), noch, weshalb ein höherer Unterhalt verlangt wird (aufgrund 
des sich aus den Lohnausweisen - mutmasslich - ergebenden höheren Einkom-
mens des Pflichtigen). In einem so klaren Fall auf einer expliziten Begründung zu 
bestehen und deshalb auf das Begehren nicht einzutreten, stellte wohl einen über-
spitzten Formalismus dar. Weil es - wie in den materiellen Erwägungen aufgezeigt 
- letztlich auf diese neuen Beweismittel im Ergebnis nicht ankommt, muss dieser 
Punkt indessen nicht abschliessend entschieden werden. 

dd. Die Frage, ob die Berufungskläger ihr Rechtsbegehren in der An-
schlussberufungsantwort in unzulässiger Weise ausgeweitet haben (Zusprechung 
eines monatlichen Ehegattenunterhaltsbeitrags von Fr. 1'667.50 statt der mit der 
Berufung beantragten Fr. 1'500.─), muss an dieser Stelle ebenfalls nicht beantwor-
tet werden, da die Erhöhung - wie in den nachfolgenden Erwägungen aufgezeigt 
wird - bereits aus materiellen Gründen scheitert (s. E. 3.c.).

ee. Soweit in der Berufung beantragt wird, den Unterhalt bereits ab Zeit-
punkt der Rechtskraft des Scheidungsurteils zuzusprechen, handelt es sich hier um 
keinen neuen Antrag, so dass ein Eintreten hierauf unproblematisch ist. Im Übrigen 
entspricht die am 21. April 2008 fristgerecht beim Bezirksgericht C. eingereichte 
Berufung den formellen Anforderungen gemäss Art. 218, 219 und 224 Abs. 2 ZPO; 
auf sie ist einzutreten.

d. Der Berufungsbeklagte kann, wenn er nicht selbst auch Berufung ein-
gelegt hat, innert der peremptorischen Frist von 10 Tagen seit Mitteilung der Beru-
fungserklärung beim Präsidenten der ersten Instanz seine Anschlussberufung mit 
formulierten Anträgen einreichen (Art. 220 Abs. 1 ZPO). Die Mitteilung der Beru-
fungserklärung an den Berufungsbeklagten erfolgte mit Einschreiben des Bezirks-

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gerichts C. vom 23. April 2008. Die am 2. Mai 2008 mit formulierten Anträgen erho-
bene Anschlussberufung ist damit frist- und formgerecht erfolgt, weshalb auf sie 
ebenfalls einzutreten ist.

e. Nach Art. 224 Abs. 2 ZPO kann der Kantonsgerichtspräsident dem 
Berufungskläger und nötigenfalls der Gegenpartei Frist ansetzen, um die Beru-
fungsanträge schriftlich zu begründen, wenn sich die Berufung als offensichtlich un-
begründet erweist, nur Punkte von untergeordneter Bedeutung angefochten werden 
oder aus anderen Gründen von einer mündlichen Verhandlung abgesehen erden 
kann. In diesen Fällen findet keine Berufungsverhandlung statt (Art. 224 Abs. 3 
ZPO). Vorliegend hat die Vorinstanz eine mündliche Hauptverhandlung durchge-
führt; zudem ergeben sich die massgeblichen Berechnungsgrundlagen für die Un-
terhaltsforderungen mit hinreichender Genauigkeit aus den Akten, sodass von ei-
nem Parteivortritt keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Entsprechendes gilt 
für die in der Anschlussberufung gestellten Anträge. Von der Durchführung einer 
mündlichen Hauptverhandlung konnte daher abgesehen werden.

2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (sowohl der Berufung als 
auch der Anschlussberufung) bildet die Frage, in welchem Umfang und für welchen 
Zeitraum Z. seinem Sohn und seiner geschiedenen Frau Unterhalt schuldet.

a. In materieller Hinsicht bestreitet der Berufungsbeklagte zunächst die 
Aktivlegitimation der Berufungsklägerin für Unterhaltsansprüche, soweit sie für die 
Vergangenheit geltend gemacht würden. Da sie vom Gemeinwesen Sozialhilfe 
gemäss dem Kantonalen Unterstützungsgesetz (KUG; BR 546.250) erhalten habe 
und sich in solchen Fällen das Gemeinwesen die aus der Leistung von Sozialhilfe 
entstehenden Ansprüche immer abtreten lasse, was auch vorliegend der Fall sei, 
sei Y. hinsichtlich der rückwirkenden Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen 
nicht aktivlegitimiert. 

b. Der Berufungsbeklagte ist der Ansicht, den Abrechnungen über die 
individuellen Prämienverbilligungen (IPV) für die Jahre 2005 und 2006 sei zu ent-
nehmen, dass Y. den Sozialbehörden sämtliche ihr zustehenden Ansprüche abge-
treten hätte. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. 

aa. Aus den Abrechnungen ergibt sich zwar, dass die Prämienverbilligung 
direkt an den Sozialdienst A., welcher die Berufungskläger unterstützt hatte, ausge-
zahlt wurde; diese Auszahlung erfolgte entgegen der Ansicht des Berufungsbeklag-
ten jedoch nicht aufgrund einer (obligationenrechtlichen) Zession. 

12

bb. Gemäss Art. 3 der Verordnung zum Gesetz über die Krankenversiche-
rung und Prämienverbilligung (VOzKPVG; BR 542.120) gelten Prämien und Kos-
tenbeteiligungen insbesondere dann als uneinbringlich, wenn ein Verlustschein vor-
liegt oder wenn die versicherungspflichtige Person Unterstützungshilfe gemäss kan-
tonalem Unterstützungsgesetz  erhält (Abs. 1). Uneinbringliche Prämien und Kos-
tenbeteiligungen einschliesslich Verzugszinsen und Betreibungskosten sind von je-
ner Gemeinde zu übernehmen, in der die versicherungspflichtige Person zum Zeit-
punkt der Zahlungsfälligkeit Wohnsitz beziehungsweise Aufenthalt hatte (Abs. 2). 
Bei der Krankenversicherungspflicht handelt es sich um eine gesetzliche Verpflich-
tung der Versicherten gegenüber Dritten (der Krankenversicherung), die uneinbring-
lich ist und daher von der Gemeinde (wiederum aufgrund gesetzlicher Verpflichtung) 
zu übernehmen ist. Dass die entsprechenden Prämienverbilligungen demjenigen 
zustehen, der die Krankenkassenprämien aufgrund gesetzlicher Verpflichtung 
tatsächlich bezahlt hat, versteht sich von selbst. 

cc. Bei den von der Gemeinde geleisteten Unterstützungszahlungen han-
delt es sich hingegen um Leistungen, die den Unterstützten aufgrund einer finanzi-
ellen Notlage zustehen. Dass irgendwelche - noch nicht einmal gerichtlich festge-
legte - allfällige Unterhaltszahlungen der Unterstützungsbehörde abgetreten wor-
den wären, ist nicht ersichtlich. Das vom Vertreter des Ehemannes vorgebrachte 
Argument, das Gemeinwesen lasse sich "die aus der Leistung von Sozialhilfe ent-
stehenden Ansprüche immer abtreten", verfängt nicht. Abgesehen davon, dass 
durch nichts belegt wird, dass eine solche Abtretung stattgefunden hätte, greift in 
Fällen, in denen das Gemeinwesen für den Unterhalt der berechtigten Person auf-
kommt, die gesetzliche Subrogation gemäss Art. 131 Abs. 3 ZGB, welcher Art. 279 
Abs. 2 ZGB (betreffend den Kindesunterhalt) nachgebildet ist (Peter Breitscheid in: 
Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., Ba-
sel/Genf/München 2006, N. 1 zu Art. 131/132). Dies kann jedoch - ebenso wie beim 
Kindesunterhalt (s. E. 2.c.) - nur dann zum Verlust der Aktivlegitimation führen, 
wenn das Gemeinwesen voll und dauernd für den Ehegattenunterhalt aufkommt 
und vor allem, wenn feststeht, ob und in welcher Höhe ein solcher Unterhalt ge-
schuldet ist. Da vorliegend weder die Höhe des geschuldeten nachehelichen Unter-
halts von vorneherein feststand noch die Frage geklärt war, ob ein solcher Unterhalt 
überhaupt geschuldet ist, und zudem ein weit höherer Betrag geltend gemacht wird, 
als er vom Gemeinwesen bevorschusst wurde, ist Y. klarerweise aktivlegitimiert. 

dd. Auch folgende Überlegung zeigt, dass es unbillig wäre, ihr für die rück-
wirkende Geltendmachung des ihr zustehenden Unterhalts die Klageberechtigung 
abzusprechen: Es kann nicht im Belieben der Unterstützungsbehörde stehen, ob 

13

sie in dieser Situation den Unterhaltsanspruch gegen Z. geltend machen will oder 
nicht, ist doch Y. zur Rückerstattung der empfangenen Leistungen verpflichtet, sollte 
sie in wirtschaftlich günstigere Verhältnisse kommen. Gesetzt den Fall, sie dürfte 
den vom früheren Ehemann geschuldeten Unterhalt nicht einklagen und auch die 
Gemeinde würde dies - aus welchen Gründen auch immer - ebenfalls unterlassen, 
wäre sie allein zur Rückzahlung verpflichtet, obgleich sie unter Umständen einen 
Anspruch auf Unterhalt gegen ihren Mann für den Unterstützungszeitraum gehabt 
hätte. Sie müsste sich gleichsam rückwirkend selbst unterstützen. Dies wäre im Er-
gebnis stossend, weshalb auch aus diesem Grund die Aktivlegitimation gegeben 
sein muss.  

c. Der Berufungsbeklagte lässt weiter vorbringen, auch X. fehle die Ak-
tivlegitimation bezüglich der rückwirkend geltend gemachten Unterhaltsbeiträge, da 
das Gemeinwesen bisher vollständig für seinen Unterhalt aufgekommen sei und der 
Anspruch demnach durch Subrogation auf dieses übergegangen sei. Auch hier 
kann ihm nicht gefolgt werden; grundsätzlich sind hierzu ähnliche Überlegungen 
anzustellen wie bezüglich des nachehelichen Unterhalts.

aa. Zwar geht der Unterhaltsanspruch mit allen Rechten auf das Gemein-
wesen über, wenn dieses für den Unterhalt aufkommt (Art. 289 Abs. 2 ZGB). Vor-
liegend steht indes die Höhe des Unterhaltsanspruchs vor Rechtskraft des Urteils 
noch gar nicht fest. Würde man nun X. die Aktivlegitimation hinsichtlich der Geltend-
machung des Unterhalts absprechen, würde man ihm die Chance nehmen, rückwir-
kend einen allenfalls höheren Unterhalt zugesprochen zu bekommen als denjeni-
gen, den ihm das Gemeinwesen gewährt hat. Hinsichtlich des Teils des Unterhalts, 
der die gemeindlichen Unterstützungsleistungen übersteigt, steht seine Aktivlegiti-
mation ohnehin ausser Frage; eine "Aufteilung" der Aktivlegitimation bezüglich des 
Unterhalts in einen Betrag in Höhe der geleisteten Zahlungen und den diese über-
steigenden Betrag wäre nicht praktikabel. Da zudem nicht von vornherein feststeht, 
ob überhaupt Unterhalt geschuldet ist und wenn ja, in welcher Höhe, gibt es für die 
Zeit vor Erlass des Urteils "den Unterhaltsanspruch" im Sinne von Art. 289 Abs. 2 
ZGB noch gar nicht. Ihrer Natur nach kann diese Vorschrift erst in denjenigen Fällen 
greifen, in denen die Höhe des Unterhaltsanspruchs bereits festgelegt ist, mithin ein 
bestimmter ("der") Anspruch besteht. Im vom Beklagtenvertreter zitierten Entscheid 
BGE 123 III 161 (Pra 86 Nr. 105 [nicht wie vom Beklagtenvertreter angegeben "Pra 
86 Nr. 151"]) wird ausdrücklich festgehalten, dass dann, wenn das Gemeinwesen 
einen Unterstützungsbetrag leistet, der tiefer ist als die Unterhaltsforderung des Kin-
des, die Leistung nur in Höhe der bezahlten Leistungen auf das Gemeinwesen über-
geht; für den Mehrbetrag bleibt das Kind Gläubiger der von den Eltern geschuldeten 

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Unterhaltsbeiträge (Pra 86, 1997, S. 575). Das Klagerecht des Gemeinwesens ist 
jedoch (nur) dann ausschliesslich, wenn es für das Kind voll und dauernd aufkommt 
(Cyril Hegnauer in: Berner Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, Band 
2, II. Abteilung, 2. Teilband 1. Unterteilband, 4. Aufl. Bern 1997, Art. 289 N. 91). 
Betrifft die Subrogation nur einen Teil des Unterhaltsanspruchs, so bleibt das Kla-
gerecht des Kindes bestehen (Hegnauer, a.a.O., N. 92). Da vorliegend nicht darge-
tan wird, der geltend gemachte Kindesunterhalt sei niedriger bzw. höchstens gleich 
hoch wie die von der Gemeinde geleisteten, X. betreffenden Unterstützungsleistun-
gen, ist auch X. aktivlegitimiert. 

bb. Entsprechend gelten die in E. 2.b.dd. ausgeführten Erwägungen für 
den Fall, dass X. später in bessere finanzielle Verhältnisse kommen sollte; ein Ab-
sprechen der Aktivlegitimation wäre auch aus diesem Grunde unbillig. 

3. Y. liess mit der Berufung zunächst beantragen, ihr sei ein monatlicher 
Unterhaltsbetrag von Fr. 1'500.─ zuzusprechen. Mit abgeändertem Antrag in der 
Anschlussberufungsantwort verlangte sie neu einen monatlichen Unterhalt von Fr. 
1'667.50. Die Frage, ob diese Ausweitung des Begehrens in der Anschlussberu-
fungsantwort zulässig war, muss vorliegend nicht geklärt werden; wie nachfolgend 
ausgeführt wird, steht der Berufungsklägerin ohnehin kein höherer Unterhalt als der 
erstinstanzlich zugesprochene zu. Entgegen der Ansicht des Berufungsbeklagten 
wird indes der Antrag auf Erhöhung des Unterhalts durchaus hinreichend begrün-
det, nämlich damit, dass Z. mittlerweile ein höheres Einkommen erziele. 

a. Die Berechnungsart der Unterhaltsrente durch die Vorinstanz, die 
nach Abzug des jeweiligen Existenzminimums den verbleibenden Überschuss hälf-
tig unter den geschiedenen Eheleuten aufteilte, wird von keiner der Parteien in 
Frage gestellt; an dieser Stelle sei nur darauf hingewiesen, dass diese Berech-
nungsart nicht unumstritten ist (vgl. BGE 134 III 145; Kantonsgericht Graubünden, 
Urteil vom 7. Juli 2008, ZF 07 100). Da Z. in seiner Anschlussberufung jedoch keine 
Herabsetzung des nachehelichen Unterhalts beantragt, muss die Frage, ob der vor-
instanzlich zugesprochene Betrag allenfalls zu hoch ist, hier ausser Betracht blei-
ben. Zu prüfen ist daher einzig, ob der Berufungsklägerin eine höhere als die zuge-
sprochene Unterhaltsrente zusteht. 

b. Die Klägerin ist hinsichtlich der genauen Berechnung des Existenzmi-
nimums der Ansicht, dieses sei von der Vorinstanz zu tief angesetzt worden. Sie 
rügt hierbei insbesondere die Positionen "Mietkosten" und "Krankenkassenprä-
mien"; alle anderen Positionen sind unbestritten.

15

aa. Die Berufungsklägerin bringt in der Berufung erstmals vor, statt der 
tatsächlichen Mietkosten von Fr. 755.─ seien Fr. 1'000.─ für eine angemessene 
Wohnung zu berücksichtigen. Bei der derzeitigen Wohnung, in der sie mit ihrem 
Sohn lebe, handle es sich um eine verbilligte Sozialwohnung, welche ihr der Sozi-
aldienst der Gemeinde zur Verfügung stelle. Anspruch bestehe jedoch auf eine 
Wohnung, welche derjenigen des Berufungsbeklagten gleichwertig sei, zumal sie 
von zwei Personen bewohnt werde. Sobald sich Erwerbs- und Aufenthaltssituation 
der Berufungsklägerin in A. gefestigt hätten, werde sie mit ihrem Kind eine grössere 
Wohnung beziehen müssen. Dieser Argumentation kann indes nicht gefolgt wer-
den. Für die Berechnung des konkreten Existenzminimums ist auf die bestehenden 
Wohnverhältnisse abzustellen. Bei dem bei den Akten befindlichen Mietvertrag zwi-
schen Y. und der Gemeinde A. handelt es sich um einen - im Übrigen noch auf 
einem Hypothekarzinssatz von 6% beruhenden - Formularvertrag ohne irgendwel-
che Besonderheiten; hinsichtlich einer Kündigung ist nichts vom gesetzlichen Nor-
malfall Abweichendes vereinbart, wie etwa, dass die Wohnung gekündigt werde, 
sollten sich die finanziellen Verhältnisse der Mieterin verbessern. Auch wenn zuzu-
geben ist, dass sich eine (gemäss Mietvertrag nicht als Familienwohnung vorgese-
hene) 2-Zimmer-Wohnung für zwei Personen an der unteren Grenze des schweize-
rischen Wohnstandards bewegt, lässt doch die berufungsklägerische Seite nichts 
vorbringen, woraus sich ergäbe, dass ein Verbleiben in der Wohnung für Mutter und 
Kind nicht zumutbar wäre. Vielmehr werden die Wohnverhältnisse ohne Wenn und 
Aber als genügend akzeptiert. Es wäre Sache des berufungsklägerischen Rechts-
anwalts gewesen, Gegenteiliges vorzubringen, was nicht geschehen ist. Die Vorin-
stanz hat somit zu Recht die tatsächlichen Wohnkosten von Fr. 755.─ zugrunde 
gelegt. 

bb. Weiter macht die Berufungsklägerin geltend, die von der Vorinstanz 
angenommene Krankenkassenprämie sei mit Fr. 123.─ zu niedrig bemessen; statt-
dessen müssten (gerundet) Fr. 302.─ angenommen werden, wie sich aus dem bei-
gefügten Internetauszug ergebe. Auch dieser Ansicht ist nicht zu folgen. Offen kann 
hierbei bleiben, ob die in der Anschlussberufungsantwort vom 10. Oktober 2008 
abgedruckte "Auskunft", offensichtlich eine von der ÖKK Homepage stammende 
undatierte Offerte ("Offert-Online-Übersicht": Prämie weiblich Jg. 1984 Fr. 212.60, 
Prämie männlich Jg. 2005 Fr. 89.80), welche die Berufungsklägerin offensichtlich 
durch Eingabe ihrer Daten generiert hat, überhaupt als Beweismittel anerkannt wer-
den könnte; aus dem Ausdruck ist nicht einmal ersichtlich, welche Versicherungs-
leistungen in den offerierten Prämien enthalten sind. Die Vorinstanz hat jedoch oh-
nehin zu Recht auf die Versicherungspolicen 2006, welche eine Gesamt-Monats-

16

prämie von Fr. 280.─ für die Berufungskläger ausweisen (Klägerische Beilage [KB] 
act. 32), abgestellt; hiervon wurde eine Prämienverbilligung von Fr. 157.─ monatlich 
abgezogen, so dass sich der Betrag von Fr. 123.─ ergab. Nicht nachvollziehbar ist, 
weshalb von den Krankenkassenprämien nicht die tatsächliche Prämienverbilligung 
(Verfügung über die Individuelle Prämienverbilligung für das Jahr 2006, Editionen 
1.2: Fr. 3'156.─, d.h. pro Monat Fr. 263.─) in Abzug gebracht wurde; da jedoch - 
wie bereits erwähnt - vom Anschlussberufungskläger keine Herabsetzung des zu-
gesprochenen Unterhalts verlangt wird, ist hierauf nicht weiter einzugehen. Die Be-
rufungskläger bringen auch nicht vor (und es erscheint angesichts der auch zukünf-
tig bescheidenen finanziellen Verhältnisse auch nicht wahrscheinlich), dass die Prä-
mienverbilligung in Zukunft nicht mehr ausbezahlt würde. Auch bezüglich der Kran-
kenkassenprämien hat es demnach mit der Berechnung durch die Vorinstanz (vor-
instanzliches Urteil E. 8.7, S. 22) sein Bewenden.

cc. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Berechnungen der Vor-
instanz bezüglich des Existenzminimums der Berufungskläger nicht zu beanstan-
den sind und damit auch als Basis für den vorliegenden Entscheid dienen können. 
Der Bedarf von Y. und X. beträgt somit monatlich 2'798.─.

c. Hinsichtlich des nachehelichen Unterhalts sind das Ende der Unter-
haltsverpflichtung, die Reduzierung um 50% für den Fall, dass die Berufungskläge-
rin in Mazedonien lebt, sowie die Indexierung unbestritten geblieben. Auch herrscht 
zwischen den Parteien Einigkeit darüber, dass das von der Ehefrau erzielte und 
erzielbare Einkommen Fr. 1'621.─ beträgt. Streitig ist hingegen, welches Einkom-
men des Berufungsklägers der Berechnung zu Grunde zu legen ist. Im Jahre 2005 
erzielte er gemäss Lohnausweis 2005 (Beklagtische Beilage [BB] act. 23 und KB 
act. 35) ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 4'801.50 (Fr. 57'618.─ : 12). Die 
Vorinstanz hat ihren Berechnungen den etwas höheren Wert von Fr. 4'864.─  (teil-
weise die Ansätze aus dem Jahr 2006) zugrunde gelegt, welchen der Berufungsbe-
klagte als Berechnungsgrundlage anerkannt hat. Es ist daher unproblematisch von 
Einkünften in dieser Höhe zur Zeit der Scheidung auszugehen. Die sich aus dem 
Lohnausweis 2007 und der Lohnabrechnung vom März 2008 ergebenden, deutlich 
höheren Einkünfte (Nettolohn 2007 inkl. Erfolgsbeteiligung und Zulagen Fr. 
87'533.─; Nettolohn März 2008 Fr. 5'272.─) können hierbei ausser Betracht bleiben, 
da - wie nachfolgend dargestellt wird - auf den Lohn im Zeitpunkt der Scheidung 
abzustellen ist.

aa. Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Un-
terhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen, 

17

so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 
ZGB). Art. 125 Abs. 1 ZGB wird in Abs. 2 derselben Bestimmung durch mehrere - 
nicht abschliessende - Kriterien präzisiert. Dazu zählen etwa die Aufgabenteilung 
und die Lebensstellung während der Ehe sowie deren Dauer, Alter und Gesundheit 
der Ehegatten, Betreuungspflichten, berufliche Ausbildung und Erwerbsaussichten. 
Der nacheheliche Unterhalt soll insbesondere den durch die Ehescheidung verur-
sachten Veränderungen Rechnung tragen. Die Bestimmung konkretisiert die Prin-
zipien des so genannten „Clean Break“ und der nachehelichen Solidarität: Einer-
seits hat jeder Ehegatte - soweit immer möglich - für seinen Unterhalt selbst zu 
sorgen; andererseits ist der eine Ehegatte zur Leistung von Geldbeiträgen an den 
anderen verpflichtet, wenn dieser seine durch die Ehe allenfalls beeinträchtigte wirt-
schaftliche Selbständigkeit nicht erreichen kann (BGE 127 III 136 E. 2). Von einer 
derart "lebensprägenden" Ehe ist jedoch im vorliegenden Fall angesichts des gerin-
gen Alters der Parteien und der kurzen Ehedauer von gut 2 Jahren, wobei die Ein-
reichung der Scheidung bereits nach ca. 1 ½ Jahren erfolgte, nicht auszugehen (vgl. 
hierzu die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Urteil, E. 8.2, S. 18). Dass 
Y. ihre wirtschaftliche Selbständigkeit nie vollständig aufgegeben hat, zeigt sich 
auch daran, dass sie trotz Betreuungspflichten für ihren Sohn einer 50%-igen Er-
werbstätigkeit nachgeht. Damit hat sie jedoch ihre Eigenversorgungskapazität of-
fensichtlich voll ausgeschöpft (Vorrang der Eigenversorgung: Art. 125 Abs. 1 ZGB); 
ein höheres Pensum ist ihr angesichts des Alters ihres Sohnes derzeit nicht zuzu-
muten. Wie die vorinstanzlichen (und dem hiesigen Entscheid zugrunde zu legen-
den) Berechnungen gezeigt haben, reicht der von Y. erzielte Lohn nicht aus, um 
sich und ihren Sohn alleine zu unterhalten; sie ist somit auf Unterhaltsleistungen 
ihres ehemaligen Mannes angewiesen, weshalb dessen Leistungsfähigkeit ermittelt 
und ein angemessener Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden muss (BGE 134 III 145 
E. 4 mit weiteren Hinweisen; Kantonsgericht Graubünden, Urteil vom 7. Juli 2008, 
ZF 07 100).

bb. Nach dem "Clean-Break-Prinzip" wird die Rente aufgrund der Verhält-
nisse im Scheidungszeitpunkt festgestellt. Der unterhaltsberechtigte Ehegatte (hier 
die Ehefrau) partizipiert grundsätzlich nicht an späteren Lohnerhöhungen des un-
terhaltspflichtigen Ehegatten (Ingeborg Schwenzer in: FamKomm Scheidung, Nr. 5 
zu Art. 125, mit Hinweisen; Urs Gloor/Annette Spycher in: Honsell/Vogt/Geiser, Bas-
ler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., Basel/Genf/München 2006, N. 15 zu Art. 
125). Ausnahmsweise können in den Fällen, in denen die aufgrund des Einkom-
mens im Scheidungszeitpunkt berechnete Rente den gebührenden Unterhalt nicht 

18

deckt, gemäss Art. 129 ZGB auch nachträgliche Lohnerhöhungen berücksichtigt 
werden. 

cc. Ein solcher Mangelfall liegt indes hier nicht vor, wie sich aus den zu-
treffenden Berechnungen der Vorinstanz (zusammengefasst in E. 8.8 des ange-
fochtenen Urteils) ergibt: Das betreibungsrechtliche Existenzminimum beider Par-
teien ist insgesamt (unter Berücksichtigung der an die Ehefrau zu zahlenden Unter-
haltsrente) durch die laufenden Einkünfte gedeckt; zusätzlich gibt es auch noch ei-
nen Überschuss zu verteilen, weshalb auf die Einkommensverhältnisse im Zeitpunkt 
der Rechtskraft des Scheidungsurteils, d.h. am 23. März 2005 (Entscheid des Ap-
pellationsgerichts D., welcher gemäss Art. 65 Abs. 1 IPRG anzuerkennen ist) abzu-
stellen ist. Die Vorinstanz hat das Existenzminimum - wie bereits ausgeführt - kor-
rekt berechnet. Ob die Berechnungsmethode, den verbleibenden Überschuss 
gleichmässig auf die Parteien zu verteilen, einer näheren Überprüfung standhalten 
würde, kann hier dahingestellt bleiben, da die Höhe des Unterhalts bis zu einem 
Betrag von Fr. 1'000.─ in der Anschlussberufung nicht in Frage gestellt wurde. 
Hierzu sei nur am Rande bemerkt, dass der Berechnungsmodus der hälftigen Über-
schussteilung, wie er bei durchschnittlichen Einkommensverhältnissen üblicher-
weise für den Ehegattenunterhalt während bestehender Ehe gewählt wird, in der 
Regel für den nachehelichen Unterhalt als unpassend angesehen wird, da aus einer 
faktischen Gleichsetzung des ehelichen mit dem nachehelichen Unterhalt eine - un-
geachtet der Scheidung - lebenslängliche Gleichstellung der Ehegatten in finanziel-
ler Hinsicht resultieren würde (BGE 134 III 146, E. 4). Durch die "Aufstockung" des 
Notbedarfs durch die Hälfte des Überschusses ist die Vorinstanz der Ehefrau bereits 
erheblich entgegengekommen, sodass - wenn auch kein Überfluss herrscht - von 
finanziell prekären Verhältnissen keine Rede sein kann. 

dd. Insgesamt erweist sich somit die vorinstanzliche Unterhaltsregelung 
sogar als für die Berufungsklägerin durchaus vorteilhaft. Es mag ihr zwar stossend 
erscheinen, dass ihr geschiedener Mann so kurz nach der Scheidung einen erheb-
lichen Gehaltssprung gemacht hat; dass sie an diesem aufgrund Auflösung der Ehe 
nach dem oben ausgeführten Prinzip des "sauberen Schnitts" nicht mehr partizipie-
ren kann, liegt jedoch in der Natur der Sache. Unter den gegebenen Umständen 
erweisen sich Erhöhungsanträge als von vornherein unbegründet. Es bleibt somit 
der Höhe nach bei dem vorinstanzlich zugesprochenen (indexierten) Unterhalt von 
monatlich Fr. 973.─.

d. Umstritten ist weiter der Beginn der Rentenberechtigung der Ehefrau. 
Die Vorinstanz hat hierbei auf den Beginn der Rechtskraft des Ergänzungsurteils 

19

abgestellt; dies im Wesentlichen mit der Begründung, dem Ehemann sei allenfalls 
nicht klar gewesen, dass die Tilgung seiner Kleinkreditschuld in Höhe von Fr. 
32'000.─ (BB act. 32) einer nachehelichen Unterhaltspflicht nachgeht. Die Ehefrau 
macht vor Kantonsgericht hingegen geltend, die Unterhaltsrente müsse bereits ab 
dem 23. Mai 2005 (so der Antrag) bezahlt werden. 

aa. Die primäre Unterhaltspflicht obliegt den Ehegatten. Sie haben in ers-
ter Linie für den Unterhalt bzw. die Bedürfnisse der Familie aufzukommen. Während 
der Ehe stützt sich diese Pflicht auf Art. 159 und 163 ZGB; bei Scheidung - bei 
gegebenen Voraussetzungen der nachehelichen Solidarität - auf Art. 125 ZGB. Tritt 
in diesem System eine Mangelsituation auf, wie etwa dann, wenn der Pflichtige nach 
Ehetrennung bzw. Scheidung für die Finanzen tatsächlich nicht oder nicht in ausrei-
chendem Masse sorgt, sei es, weil er nicht kann, nicht will oder nicht zur Unterhalts-
leistung verpflichtet ist, so tritt subsidiär staatliche Hilfe gemäss dem Kantonalen 
Unterstützungsgesetz ein. Bei bereits festgelegtem Kindesunterhalt erfolgt dies 
eventuell mittels Alimentenbevorschussung. 

  bb. Die Subsidiarität  kommt in verschiedenen Bestimmungen des KUG zum 
Ausdruck, wie z.B. Art 2 Abs. 2 KUG, wonach die Sozialbehörde bei der Bemessung 
des Unterstützungsbedarfs unter anderem Zuwendungen Dritter berücksichtigt, 
oder Art. 11 Abs. 2 KUG, wonach der Unterstützte zur Rückerstattung der bezoge-
nen Unterstützungshilfe ohne Zins verpflichtet werden kann, wenn sich seine Ver-
mögens- oder Erwerbsverhältnisse verbessern. Der Staat zahlt also nicht einfach à 
fonds perdu, sondern er hat gegenüber dem Unterstützten einen unverjährbaren 
Rückerstattungsanspruch. Käme also im vorliegenden Fall die Ehefrau in bessere 
finanzielle Verhältnisse, so müsste sie - wie bereits erwähnt - die bezogenen Unter-
stützungsleistungen zurückbezahlen. Wenn nun der unterstützungspflichtige Ehe-
mann erst ab Rechtskraft des Ergänzungsurteils zu Unterhaltsleistungen verpflich-
tet würde, so hätte die Ehefrau keinen Rechtstitel, um diese vor diesem Zeitpunkt 
von der Gemeinde A. bezahlten Unterstützungen auf den früheren Ehemann abzu-
wälzen bzw. bei ihm einzutreiben. Dies wäre stossend, wenn in der Tat schon vor 
Rechtskraft des Ergänzungsurteils eine Unterhaltspflicht des geschiedenen Gatten 
bestand. 

cc. Dies ist hier ohne weiteres der Fall. Hätte sich das ganze Scheidungs-
verfahren in der Schweiz abgespielt, so wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit der Ehe-
mann über Art. 173 ff. im Eheschutz- bzw. über Art. 137 ZGB als vorsorgliche Mass-
nahme im Ehescheidungsverfahren zu Unterhaltsleistungen verpflichtet worden. 
Der Umstand, dass der Scheidungspunkt in Mazedonien erledigt wurde und die Ne-

20

benfolgen der Scheidung in der Schweiz gerichtlich geklärt wurden, hat selbstver-
ständlich nicht zur Folge, dass der Ehemann bis zur Rechtskraft des Ergänzungs-
urteils von sämtlichen Unterhaltszahlungen befreit wäre. Vielmehr besteht seine 
diesbezügliche Pflicht aufgrund der besagten Gesetzesbestimmungen ohne weite-
res. Wollte man die Zahlungen erst ab Rechtskraft des Urteils zubilligen, wäre dem 
Missbrauch dieser Regelung, z. B. Hinauszögerung des Eintritts der Rechtskraft 
durch Prozessverschleppung, Tür und Tor geöffnet. Es besteht also kein Grund, 
den Beklagten nicht schon gemäss explizitem Rechtsbegehren der Berufungsklä-
gerin ab 23. Mai 2005 (Rechtskraft des Scheidungsurteils wäre zwar - vermutlich - 
der 23. März 2005, KB act. 21; abzustellen ist jedoch auf den Wortlaut des Rechts-
begehrens) zu den errechneten Unterhaltszahlungen zu verpflichten. Die Vorin-
stanz handelte bei der Zusprechung der Rente ausserhalb ihres Ermessensspiel-
raums; für die Abweichung vom Grundsatz, dass die Zahlungspflicht für nacheheli-
chen Unterhalt im Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungsurteils beginnt (vgl. 
Gloor/ Spycher, a.a.O., Art. 126 N. 4), müssten triftige Gründe vorhanden sein, was 
hier nicht der Fall war. Dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt zu stossen-
den Ergebnissen führen kann, wurde bereits oben (E. 2.d.bb. am Ende) ausgeführt. 
Da die Unterhaltszahlungen jeweils per Monatsersten zu begleichen sind, erscheint 
es sinnvoll und angemessen, diese Verpflichtung ab dem 1. Juni 2005 festzulegen. 

dd. Auch die Argumentation der Vorinstanz hinsichtlich des Privatkredits 
überzeugt nicht, hat doch Z. diesen Anfang Mai 2006, zu einem Zeitpunkt also, in 
dem die Scheidung bereits seit einem Jahr ausgesprochen war, seine frühere Ehe-
frau und sein Sohn in A. lebten und dort von den Sozialbehörden unterstützt werden 
mussten, aufgenommen. Er konnte nicht im Ernst annehmen, dass er durch die 
Zahlungen des Gemeinwesens von seiner Unterhaltsverpflichtung befreit würde; 
aus diesem Grund hätte er entsprechende finanzielle Rücklagen bilden müssen, bis 
Klarheit in die Situation gekommen wäre. Konsequenterweise spricht der Beklag-
tenvertreter auch lediglich von "berechtigter Hoffnung" seines Mandanten, aufgrund 
des gegen Y. vorliegenden Ausreisebefehls nur zu Unterhalt auf mazedonischem 
Niveau verpflichtet zu werden. Die familienrechtlichen Verpflichtungen der nachehe-
lichen Solidarität und des Kindesunterhalts können nicht privaten Konsumausgaben 
nachgehen; inwiefern bei der Verpflichtung zu rückwirkenden Unterhaltszahlungen, 
wie sie in Scheidungsverfahren gang und gäbe sind, dem Berufungsbeklagten ein 
"hypothetisches Einkommen" angerechnet würde (Berufungsantwort vom 18. Au-
gust 2008, E. d.c., S. 14), erschliesst sich dem Kantonsgericht nicht. Der in der 
Berufungsschrift zitierte Entscheid des Bundesgerichts (5P.327/2001 E. 3b) betrifft 
eine andere Situation: dort fehlte dem Unterhaltspflichtigen die reale Möglichkeit zur 

21

Einkommenssteigerung. Im erwähnten Urteil (E. 3a) wird zudem ausdrücklich fest-
gehalten, dass dann auf ein hypothetisches (höheres) Einkommen abzustellen ist, 
wenn eine Partei ihr Erwerbseinkommen freiwillig vermindert hat. Im hier zu beur-
teilenden Fall hat jedoch der Ehemann ein ausreichend hohes Einkommen tatsäch-
lich erzielt; durch die Eingehung der Verbindlichkeit hat er nicht sein Einkommen 
verringert, sondern lediglich seine Ausgaben erhöht, was jedoch unberücksichtigt 
bleiben muss. Dass angesichts des mittlerweile vom Berufungsbeklagten erzielten 
Einkommens durch die Zusprechung rückwirkender Unterhaltsbeiträge nicht in sein 
Existenzminimum eingegriffen wird, ist evident; zudem handelt es sich hierbei nicht 
um eine Frage des Anspruchs, sondern der Vollstreckung. Sollte der Berufungsbe-
klagte tatsächlich nicht in der Lage gewesen sein, in den vergangenen Jahren (und 
in Zukunft) bei seinem doch recht ordentlichen Einkommen von mittlerweile Fr. 
5'272.─ monatlich netto (ohne Erfolgsbeteiligung und 13. Monatsgehalt) Erspar-
nisse anlegen zu können, kann dies nicht zu Lasten seiner ehemaligen Frau gehen.

ee. Das Argument des Berufungsbeklagten, der Lebensbedarf von Y. sei 
in der Vergangenheit durch Sozialleistungen und Eigeneinkünfte vollständig ge-
deckt worden, kann - wie bereits ausgeführt - sicher nicht dazu führen, dass Z. auf 
Kosten des Steuerzahlers rückwirkend von Unterhaltsverpflichtungen befreit ist. 
Ebenso bleibt der Berufungsbeklagte einen Nachweis für seine Behauptung, die 
Klägerin habe ihre Ansprüche gegen ihren früheren Mann an die Gemeinde A. ab-
getreten, schuldig; sein Vorbringen, in solchen Fällen lasse sich das Gemeinwesen 
die aus der Leistung von Sozialhilfe entstehenden Ansprüche "immer abtreten", ist 
eine blosse Behauptung und wird durch nichts substantiiert. Im Gegenteil spricht 
der Umstand, dass konkrete Ansprüche der Ehefrau gegenüber dem Ehemann erst 
mit dem das Scheidungsurteil ergänzenden Gerichtsentscheid festgelegt werden, 
eher gegen die Annahme einer Zession. Dass das Vorgehen im Falle der Prämien-
verbilligung aufgrund bevorschusster Krankenversicherungsbeiträge nicht mit 
demjenigen bei den übrigen Sozialleistungen vergleichbar ist, wurde bereits darge-
legt. 

ff. Schliesslich kann auch der Argumentation, die Klägerin habe rechts-
missbräuchlich gehandelt, indem sie das Verfahren in Mazedonien habe im Sande 
verlaufen lassen und "mit voller Absicht" ein Ergänzungsverfahren in der Schweiz 
in Gang gesetzt habe, nicht gefolgt werden. Zwar ist es richtig, dass der Klägerin in 
der Schweiz ein höherer Unterhalt zugesprochen wird als in Mazedonien; dass aus 
diesem Grunde das Verfahren in der Schweiz instanziert wurde, ist jedoch legitim. 
Vielmehr wäre nicht einzusehen, weshalb der in der Schweiz gut verdienende Ehe-
mann sich dadurch aus der nachehelichen Solidarität befreien könnte, dass er in 

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einem Land mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten einen Entscheid hin-
sichtlich des Unterhalts beantragt. Von einer "Nachlässigkeit", die Unterhaltsan-
sprüche nicht weiter in Mazedonien, wo im Übrigen auch keine der Parteien wohnte, 
sondern in der Schweiz, wo sich die ganze Familie aufhält, geltend zu machen, kann 
daher keine Rede sein. Der Scheidungsprozess war in Mazedonien noch gar nicht 
abgeschlossen worden, da dort lediglich die Scheidung rechtskräftig ausgespro-
chen, nicht aber die Nebenfolgen geregelt worden waren. Die Klägerin musste - 
waren ihr doch erstinstanzlich lediglich ein eher symbolischer Betrag von ca. Fr. 
50.─ als monatlicher Unterhalt zugesprochen worden, was zur Deckung ihres Le-
bensbedarfes offensichtlich ungenügend war - damit rechnen, dass auch in einem 
weiteren Urteil ein für das Leben in der Schweiz völlig ungenügender Unterhaltsbe-
trag zugesprochen würde. Unter diesen Umständen lässt sich keineswegs bean-
standen, dass sie an ihrem Wohnort geklagt hat. Dass vorliegend "leichthin" noch 
Ansprüche geltend gemacht würden, die im ordentlichen Scheidungsprozess 
gleichsam "vergessen" worden waren, kann nicht gesagt werden; vielmehr war vor 
den schweizerischen Gerichten die essentielle Frage des nachehelichen (und Kin-
des-, hierzu nachfolgend E. 5) Unterhalts umfassend und erstmalig zu entscheiden. 
Hier hat die Vorinstanz durch die Halbierung des Unterhalts für den Fall, dass sich 
die Klägerin in Mazedonien aufhält, auch den unterschiedlichen Lebensverhältnis-
sen in beiden Ländern in ausreichendem Masse Rechnung getragen. Die Klägerin 
handelte somit keinesfalls mutwillig; selbstverständlich hat sie durch ihr legitimes 
Vorgehen keinerlei Ansprüche verwirkt.

gg. Die von der Vorinstanz angestellten Berechnungen bezüglich der 
Höhe des Unterhaltsanspruchs sind auch der rückwirkenden Unterhaltsrente zu-
grunde zu legen, da sie auf den im Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungspunk-
tes herrschenden Einkommensverhältnissen beruhen. 

hh. Das vorinstanzliche Urteil ist somit insoweit zu korrigieren, als der Be-
rufungsklägerin Unterhalt in der von der Vorinstanz festgelegten Höhe ab 1. Juni 
2005 zusteht.

5. Die Vorinstanz hat X. eine Kinderrente ab 1. Juni 2005 zugesprochen, 
wobei deren Höhe, die jeweiligen Erhöhungsschritte und deren Zeitpunkt sowie das 
Ende der Rentenberechtigung unbestritten sind. Der Berufungsbeklagte hat seiner-
seits Anschlussberufung erhoben und verlangt, auch die Kinderrente sei erst ab 
Rechtskraft des Ergänzungsurteils auszurichten. Zu prüfen ist daher nachfolgend, 
ab welchem Zeitpunkt der Kindesunterhalt für X. geschuldet ist. Im Gegensatz zum 
nachehelichen Gattenunterhalt kann auf Kinderrente für die Zukunft sowie für ein 

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Jahr vor Klageerhebung geklagt werden (Art. 279 ZGB). Hierbei handelt es sich - 
anders als beim nachehelichen Unterhalt - um einen gesetzlichen Anspruch auf 
rückwirkende Ausrichtung der Rente, dessen Zusprechung nicht im Ermessen des 
Gerichts steht. Im Übrigen wäre es aus vergleichbaren Gründen, wie sie im Zusam-
menhang mit dem nachehelichen Unterhalt dargelegt wurden (vgl.  E. 3.d.), sachlich 
ungerechtfertigt, die Kindesunterhaltspflicht später beginnen zu lassen. Das Ver-
mittlungsbegehren wurde am 30. Mai 2006 eingereicht, womit auch die Streitanhän-
gigkeit eintrat (Art. 50 Abs. 1 ZPO). Der Anspruch auf Kindesunterhalt konnte somit 
bis und mit 1. Juni 2005 eingeklagt werden. Der vorinstanzliche Entscheid ist somit 
in diesem Punkt zu schützen und die Anschlussberufung abzuweisen. 

6. Jedoch ist das angefochtene Urteil in Ziff. 2, letzter Absatz des Dispositivs, 
wonach Z. verpflichtet wird, die Kinderrente bis monatlich Fr. 800.─ direkt an die 
Gemeinde A. zu überweisen, entsprechend dem anschlussberufungsklägerischen 
Begehren aufzuheben. Die Vorinstanz hat argumentiert, werde die Rente an X. bzw. 
seine Mutter ausgezahlt, käme dies einer Doppelzahlung gleich; der Unterhaltsan-
spruch sei durch Subrogation auf das Gemeinwesen übergegangen.

a. Auch wenn der Anschlussberufungskläger die Aufhebung dieses Dis-
positivpunkts deshalb verlangt, weil er der Auffassung ist, er könne erst ab Rechts-
kraft des Ergänzungsurteils zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden, ist die vor-
instanzliche Anordnung aus anderen Gründen aufzuheben. Die Vorinstanz wollte 
mutmasslich auf diese Art und Weise der Gemeinde A. helfen, die entsprechenden 
Unterstützungsleistungen zurückzuerhalten; der hierzu eingeschlagene Weg ist je-
doch der falsche.

b. Zum einen wurde X. ohne die Voraussetzung der effektiven Bezahlung 
durch den Vater verpflichtet, die Unterstützungen vom 1. Juni 2005 bis zur Rechts-
kraft des Ergänzungsurteils bis Fr. 800.─ monatlich zu erstatten. Das Risiko des 
Inkassos wurde, liesse man das Dispositiv in diesem Punkt unverändert, auf den 
Sohn abgewälzt, der im schlechtesten Fall Geld würde zurückzahlen müssen, das 
er nicht einmal erhalten hat.

c. Sodann darf der Zivilrichter nicht im Rahmen der Regelung der Schei-
dungsnebenfolgen in das Regelwerk des Unterstützungsgesetzes eingreifen. Ob 
die Unterstützungsbehörde ihre Leistungen zurückerhält, hängt nicht nur davon ab, 
ob die Unterstützungsbeträge über Dritte an die Unterstützten zurückfliessen. Viel-
mehr hat sie gemäss Art. 11 Abs. 2 KUG im Zeitpunkt der allfälligen Rückforderung 
die gesamten Vermögens- und Erwerbsverhältnisse der Unterstützten zu prüfen. 

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Erst wenn diese gesamthafte Prüfung ergibt, dass eine Rückerstattung zumutbar 
erscheint und nicht zu neuer Bedürftigkeit führt, kann sie entsprechend verfügen. 
Diese Gesamtbetrachtung hat aber nicht der Zivilrichter im Scheidungsverfahren 
vorzunehmen, sondern die Unterstützungsbehörde; gegebenenfalls wäre der ver-
waltungsgerichtliche Rechtsweg zu beschreiten (Art. 13 Abs. 2 KUG). 

d. Zahlungen aufgrund des KUG sind auch nicht einfach einer Alimen-
tenbevorschussung gleichzusetzen, sondern sind Leistungen aufgrund einer Notsi-
tuation, ohne dass die Ursache eine Rolle spielte. Diese können also nicht einfach 
bei Eingang "verrechnet" werden, sondern es ist - wie bereits ausgeführt - zu prüfen, 
ob sich die finanzielle Gesamtsituation durch die Zahlung derart verbessert hat, 
dass Rückzahlungen der Unterstützungsleistungen gemäss den gesetzlichen Krite-
rien gerechtfertigt sind. Wie oben bezüglich der Frage der Aktivlegitimation bereits 
ausgeführt, tritt die Subrogation gemäss Art. 289 Abs. 2 ZGB (für den Ehegattenun-
terhalt entsprechend Art. 131 Abs. 3 ZGB) erst im Zeitpunkt der Rechtskraft des 
Unterhaltsurteils ein, mit dem die Höhe der Unterhaltsrente und der Zeitraum ihrer 
Ausrichtung festgesetzt werden. Mit Rechtskraft des vorliegenden Urteils tritt somit 
die Subrogation nach den genannten Bestimmungen ein, womit die Gemeinde Trä-
gerin der Ansprüche und somit per Gesetz für das Inkasso - soweit sie selbst ent-
sprechende Unterstützungsleistungen ausgerichtet hat - zuständig wird. Nicht X. ist 
dann Schuldner der Gemeinde, sondern sein Vater. 

e. Somit ist festzuhalten, dass für das Vorgehen des Bezirksgerichts C. 
in diesem Punkt keinerlei Rechtsgrundlage besteht; die Vorinstanz hat daher zu Un-
recht in die Kompetenzen der Unterstützungsbehörde eingegriffen, weshalb der 
Entscheid diesbezüglich aufzuheben ist. Das vorliegende Urteil ist indes dem - auch 
vom vorinstanzlichen Urteil in Kenntnis gesetzten - Sozialdienst A. mitzuteilen; zum 
einen, damit dieser Kenntnis von der Aufhebung des Richterspruchs in diesem 
Punkt erhält, zum anderen, um ihn von den nunmehrigen Unterhaltszahlungen 
durch den Berufungsbeklagten und einer entsprechenden Verbesserung der finan-
ziellen Verhältnisse der Unterstützten zu informieren.

7.a. Da durch das Urteil des Kantonsgerichts das Urteil des Bezirksge-
richts C. nur marginal abgeändert wurde, besteht kein Anlass, an der vorinstanzli-
chen Kostenverteilung etwas zu ändern. Vor Kantonsgericht konnten beide Parteien 
mit ihren jeweiligen Anträgen nur in untergeordneten Punkten durchdringen, wes-
halb es sich rechtfertigt, ihnen die Kosten der Berufung von Fr. 3'000.─ zuzüglich 
Fr. 432.─ Schreibgebühren jeweils zur Hälfte aufzuerlegen. Die aussergerichtlichen 
Kosten werden wettgeschlagen.  

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b. Den Berufungsklägern wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtsprä-
sidiums vom 11. November 2008 (PZ 08 134) die unentgeltliche Prozessführung 
bewilligt. Die ihnen anfallenden amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens und die 
in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten ihrer Rechtsvertretung sind 
demnach - unter Vorbehalt der Rückforderung - der Gemeinde A. in Rechnung zu 
stellen (Art. 47 Abs. 1 und 2 ZPO, Art. 45 Abs. 2 ZPO). 

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 3 Satz 2 des Dispositivs 
des angefochtenen Entscheids wird dahingehend abgeändert, dass die Un-
terhaltspflicht von Z. für Y. am 1. Juni 2005 beginnt. Im Übrigen wird die Be-
rufung abgewiesen.

2. Die Anschlussberufung wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 2 letzter Absatz 
des Dispositivs des angefochtenen Entscheids wird aufgehoben. Im Übrigen 
wird die Anschlussberufung abgewiesen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.─ zuzüglich Fr. 432.─ 
Schreibgebühren werden den Parteien je zur Hälfte, d.h. zu je Fr. 1'716.─, 
auferlegt. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

4. Die den Berufungsklägern auferlegten amtlichen Kosten des Berufungsver-
fahrens werden aufgrund der erteilten Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO 
der Gemeinde A. in Rechnung gestellt.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise 
einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren 
Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 
72 ff. und 90 ff. BGG. 

6. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: