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**Case Identifier:** ac6dc8a3-41fd-51d5-b36f-90a194b6970f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2010 A-5612/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5612-2007_2010-03-01.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-5612/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), 
Richter Daniel Riedo, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Susanne Raas.

X._______ AG, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV,
Zollkreisdirektion Basel, Sektion Tarif und Veranlagung, 
Postfach 666, 4010 Basel,
vertreten durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern.

Ausfuhrzollausweis.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-5612/2007

Sachverhalt:

A.
Am 25. August 2006 beauftragte die X._______ AG die Y._______ AG 
mit  der  Spedition  von  drei  Kisten,  deren  Gesamtwert  inklusive 
Gebühren gemäss Speditionsauftrag mit Fr. 191'400.-- beziffert wurde. 
Konkret  handelte  es  sich  um  drei  Kisten  „Zuführeinheiten“,  eine  im 
Wert  von Fr. 55'320.--,  eine  weitere  à  Fr. 69'080.--  und eine dritte  à 
Fr. 63'600.--.  Für  „Package  +  Freight“  wurden  im  Auftragsformular 
Fr. 3'400.-- eingesetzt.

Das  Ziel  der  Kisten  war  (...).  Auf  dem  Ausfuhrzollausweis  Nr. ..., 
welcher am 6. September 2006 aufgrund der Deklaration des Spedi-
teurs  vom  1. September  2006  durch  das  Abfertigungszollamt  Basel 
St. Jakob ausgestellt worden war, wurde ein Warenwert von insgesamt 
Fr. 3'400.-- angegeben.

B.
Am 24. Mai 2007, somit mehr als acht Monate nach der Ausstellung 
des  Ausfuhrzollausweises,  ersuchte  die  Z._______  AG  das  Zollin-
spektorat  Basel  St. Jakob ohne  konkrete  Angaben  um die  Korrektur 
des  oben  genannten  Ausfuhrzollausweises  mit  der  Begründung,  ihr 
(der  Z._______  AG)  sei  beim Eintippen  ein  Fehler  unterlaufen. Das 
Zollinspektorat  leitete  das  Gesuch  an  die  Zollkreisdirektion  Basel 
weiter, welche es als Beschwerde entgegennahm. Die Zollkreisdirek-
tion Basel erwog in ihrem Beschwerdeentscheid vom 2. August 2007, 
dass die Frist für die erstmalige Anbringung einer Beschwerde gegen 
die  Veranlagung  sechzig  Tage betrage  und dass  gesetzliche  Fristen 
nicht  erstreckt  werden  könnten.  Sie  trat  daher  auf  die  Beschwerde 
wegen Fristversäumnisses nicht ein.

C.
Die  X._______  AG (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  erhob  gegen 
diesen  Entscheid  am  22. August  2007  Beschwerde  beim  Bundes-
verwaltungsgericht. Im Wesentlichen begründete sie ihren Antrag, der 
Ausfuhrwert  im  Ausfuhrzollausweis  vom 6. September  2006  sei  von 
Fr. 3'400.--  auf  Fr. 191'400.--  anzupassen,  damit,  dass  sie  sämtliche 
Dokumente korrekt ausgefüllt und eingereicht habe. Der Fehler sei auf 
einen  Tippfehler  bei  der  Verzollung  zurückzuführen,  wobei  die  Be-
schwerdeführerin keine Schuld treffe. 

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D.
In ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2007 beantragte die Eidge-
nössische Zollverwaltung (EZV), vertreten durch die Oberzolldirektion 
(OZD),  die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie 
im Wesentlichen vor, in Frage stehe einzig, ob die Vorinstanz zu Recht 
auf die Beschwerde nicht eingetreten sei. Eine materielle Prüfung der 
Sache  selbst  sei  ausgeschlossen.  Auch  eine  fehlerhafte  Verfügung 
entfalte Rechtswirkungen,  wenn sie nicht  innerhalb der Beschwerde-
frist  angefochten würde. Innerhalb der Beschwerdefrist  sei  keine Be-
schwerde  eingereicht  worden.  Die  Beschwerdeführerin  mache  nicht 
geltend,  unverschuldet  von der Einreichung einer Beschwerde abge-
halten  worden  zu  sein.  Ein  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Be-
schwerdefrist  könne ohnehin  nicht  gutgeheissen werden. Neben der 
Beschwerdeführerin  sei  auch die  Z._______ AG zollanmeldepflichtig 
und  die  Beschwerdeführerin  müsse  sich  die  Folgen  eines  Fehl-
verhaltens  der  Z._______  AG  anrechnen  lassen.  Es  sei  nicht 
ersichtlich,  inwiefern  die  Zollkreisdirektion  Basel  im  Beschwerdeent-
scheid vom 2. August 2007 Bundesrecht falsch angewendet habe. Es 
könne sich auch nicht um ein neues Verfahren handeln,  da das Ge-
such  auf  ein  Zollverfahren  (heute  Zollveranlagungsverfahren)  Bezug 
nehme. Werde  ein  Wiedererwägungsgesuch  angenommen,  so  seien 
die Voraussetzungen für ein solches nicht erfüllt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Entscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 in Ver-
bindung  mit  Art. 33  Bst. d  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005 
über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32)  beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden.  Im 
Verfahren  vor  dieser  Instanz  wird  die  Zollverwaltung  durch  die  OZD 
vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 
SR 631.0], vgl. nachfolgend E. 1.2). Das Verfahren richtet sich – soweit 
das VGG nichts anderes bestimmt – gemäss dessen Art. 37 nach den 
Vorschriften  des  Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).

1.2 Das  Zollgesetz  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. No-
vember 2006 (ZV, SR 631.01) sind am 1. Mai 2007 in Kraft getreten. 
Zollveranlagungsverfahren,  die  zu  diesem  Zeitpunkt  hängig  waren, 
werden nach dem bisherigen Recht  und innerhalb  der  nach diesem 

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gewährten Frist abgeschlossen (Art. 132 Abs. 1 ZG). Das vorliegende 
Verfahren untersteht deshalb der (alten) Zollrechtsordnung (vgl. Zoll-
gesetz vom 1. Oktober 1925 [aZG, AS 42 287 und BS 6 465] sowie 
Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und BS 
6 514]). 

1.3
1.3.1 Zur Beschwerde legitimiert  ist, wer am vorinstanzlichen Verfah-
ren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme hatte (sog. 
formelle Beschwer; Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefochte-
ne Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und 
zudem ein schutzwürdiges – also rechtliches oder tatsächliches – In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat (Art. 48 
Abs. 1 Bst. c VwVG). Die beiden letzten Voraussetzungen werden als 
materielle  Beschwer  bezeichnet.  Die  beschwerdeführende  Person 
muss demnach durch den angefochtenen Entscheid stärker betroffen 
sein  als  ein  gewöhnlicher  Dritter. Die  Voraussetzungen  stimmen mit 
jenen  von  Art. 89  Abs. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (BGG, SR 173.110) überein (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 
2008, Rz. 2.60 f., 2.65).

1.3.2 Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Zollmeldepflichtige  (vgl.  Art. 9 
Abs. 1  aZG)  und  als  mit  der  Z._______  AG  für  die  geschuldeten 
Abgaben  solidarisch  haftende  Zollzahlungspflichtige  (vgl. Art. 13 
Abs. 1 aZG) durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 
hat  ein  unmittelbares,  eigenes  und  selbständiges  schutzwürdiges 
Interesse an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  (Art. 48  Abs. 1  Bst. b 
und c  VwVG;  siehe  dazu  auch  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O, 
Rz. 2.78). Sie ist somit materiell beschwert.

1.3.3 Der  vorliegend  angefochtene  Beschwerdeentscheid  der  Zoll-
kreisdirektion Basel vom 2. August 2007 wurde aufgrund eines Schrei-
bens der Z._______ AG vom 24. Mai 2007 (vgl. oben Bst. B.) gefällt 
und war an diese adressiert. Demzufolge war die Beschwerdeführerin 
nicht  Adressatin  dieses  Beschwerdeentscheids;  es  handelt  sich 
vorliegend  um  eine  sog. Drittbeschwerde  „pro  Adressat“  (ISABELLE 
HÄNER, in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.], 
Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG], Zürich 2008 [nachfolgend: VwVG-Kommentar],  Rz. 12 und 17 
zu Art. 48 VwVG; vgl. auch DIES., Die Beteiligten im Verwaltungsverfah-

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ren  und  Verwaltungsprozess,  Zürich  2000,  Rz. 331 ff.  und  761 ff.; 
BERNHARD WALDMANN, in: Marcel  Alexander  Niggli/Peter  Uebersax/Hans 
Wiprächtiger [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, N. 19 und 28 
zu Art. 89 BGG). Gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG und einhelliger 
Lehre ist formell beschwert, wer am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen hat  oder  keine  Gelegenheit  zur  Teilnahme  hatte. Letzteres 
kann beispielsweise der Fall  sein, wenn der Beschwerdeführer keine 
Kenntnis vom vorinstanzlichen Verfahren hatte oder ihm die Teilnahme 
von der Vorinstanz verweigert  wurde. Wer auf  die Teilnahme vor der 
Vorinstanz verzichtet  hat,  ist  hingegen nicht  formell  beschwert  (statt 
aller:  VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Bernhard Waldmann/Phi-
lippe  Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz 
über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009 [nachfolgend: 
Praxiskommentar];  HÄNER, in:  VwVG-Kommentar,  Rz. 8 zu  Art. 48 
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht trat allerdings in einem ähnlich 
gelagerten  Fall  wie  dem  vorliegenden  ohne  Prüfung  der  formellen 
Beschwer einzig mit der Begründung, die beschwerdeführende Partei 
sei  materiell  beschwert,  auf  deren  Beschwerde  ein  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1883/2007  vom  4. September  2007 
E. 1.3).  Vorliegend  wäre  auch  denkbar,  dass  die  Z._______  AG, 
welche  die  Zollanmeldung  vorgenommen  hatte,  die  Beschwerdefüh-
rerin vor der Vorinstanz vertrat. Immerhin wird die Beschwerdeführerin 
im Betreff des Beschwerdeentscheids vom 2. August 2007 als Versen-
derin der Ware genannt. Auch im Ausfuhrzollausweis vom 6. Septem-
ber 2006 erscheint sie als Versenderin. Es ergeben sich zudem weder 
aus den Parteivorbringen noch aus den Akten Hinweise darauf, dass 
die Beschwerdeführerin  auf  eine Teilnahme am vorinstanzlichen Ver-
fahren verzichtet hätte. Selbst die OZD geht in ihrer Vernehmlassung 
ohne weiteres davon aus, dass die Beschwerdeführerin zur vorliegen-
den Beschwerde legitimiert ist.

Da  die  Beschwerdeführerin  als  mit  der  Z._______  AG  solidarisch 
Haftende durch deren Handlungen betreffend Zollanmeldung,  Zollab-
fertigung und Zollzahlung verpflichtet wird, erscheint es gerechtfertigt, 
wenn erstere den Beschwerdeentscheid, welcher gegen letztere gefällt 
wurde,  selbständig  weiterziehen  kann.  Anders  läge  die  Sache  nur, 
wenn sie ausdrücklich auf eine Teilnahme am vorinstanzlichen Verfah-
ren verzichtet hätte. Eine weite Auslegung des Begriffs der formellen 
Beschwer rechtfertigt sich vorliegend auch darum, weil die Beschwer-
deführerin ganz unmittelbar vom angefochtenen Entscheid berührt ist 
(vgl. oben E. 1.3.2). Schliesslich besteht vorliegend auch kein Zweifel 

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daran,  dass  die  Vorinstanz  bezüglich  der  Beschwerdeführerin  gleich 
entscheiden  würde,  wie  gegenüber  der  Z._______  AG.  Würde  das 
Bundesverwaltungsgericht auf die vorliegende Beschwerde also nicht 
eintreten,  würde  das  dazu  führen,  dass  die  Zollkreisdirektion  Basel 
wiederum auf die entsprechende Beschwerde der Beschwerdeführerin 
wegen Fristversäumnis nicht eintreten würde, so dass die Beschwer-
deführerin  diesen  Beschwerdeentscheid  abermals  beim  Bundesver-
waltungsgericht  anfechten müsste. Schon aus prozessökonomischen 
Gründen ist  daher  davon auszugehen,  dass die  Beschwerdeführerin 
zur vorliegenden Beschwerde legitimiert ist.

1.4 Anfechtungsobjekt  in  einem  Verfahren  vor  dem  Bundesverwal-
tungsgericht bildet der angefochtene vorinstanzliche Entscheid. Vorlie-
gend ist die Vorinstanz auf das Gesuch um Korrektur des Ausfuhrzoll-
ausweises  nicht  eingetreten.  Mit  Beschwerde  gegen  einen  solchen 
Nichteintretensentscheid kann nur geltend gemacht werden,  die Vor-
instanz sei zu Unrecht auf das eingereichte Rechtsmittel nicht einge-
treten.  Damit  bleibt  das  Anfechtungsobjekt  auf  die  Eintretensfrage 
beschränkt,  deren  Verneinung  als  Verletzung  von  Bundesrecht  mit 
Beschwerde  gerügt  werden  kann.  Die  beschwerdeführende  Partei 
kann entsprechend nur die Anhandnahme beantragen, nicht aber die 
Änderung  oder  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  verlangen. 
Auf  materielle  Begehren  kann  nicht  eingetreten  werden  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1791/2009  vom  28. September  2009 
E. 1.2 mit Hinweisen, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.164).

Vorliegend ist  somit  einzig  zu  prüfen,  ob die  Vorinstanz  auf  die  Be-
schwerde hätte eintreten müssen. Soweit die Beschwerdeführerin eine 
materielle Überprüfung des im vorinstanzlichen Verfahren angefochte-
nen  Ausfuhrzollausweises  beantragt  (vgl. oben  Bst. C.),  ist  auf  die 
Beschwerde nicht einzutreten. Mit dieser Ausnahme ist auf die im Übri-
gen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.

1.5 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist demzufolge ver-
pflichtet, auf den – unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten – festge-
stellten  Sachverhalt  die  richtige  Rechtsnorm,  d.h.  jenen  Rechtssatz 
anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Aus-
legung zu geben, von der es überzeugt ist (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O.,  Rz. 1.54,  unter  Verweis  auf  BGE 119  V 349  E. 1a).  Aus der 
Rechtsanwendung  von Amtes  wegen  folgt,  dass  das  Bundesverwal-

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tungsgericht  als  Beschwerdeinstanz  nicht  an  die  rechtliche  Begrün-
dung der Begehren gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und eine Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen (teil-
weise) gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit 
einer von der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen kann 
(vgl. BVGE 2007/41 E. 2 mit Hinweisen).

Das Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen bedeutet auch, 
dass  das  so  genannte  Rügeprinzip  höchstens  in  abgeschwächter 
Form  zur  Anwendung  gelangen  kann.  Die  Rechtsmittelinstanz  ist 
jedoch nicht gehalten, allen denkbaren Rechtsfehlern von sich aus auf 
den Grund zu gehen. Für entsprechende Fehler müssen sich mindes-
tens Anhaltspunkte aus den Parteivorbringen oder den Akten ergeben 
(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.55).

2.
2.1
2.1.1 Nach  Art. 1  aZG  hat,  wer  die  Zollgrenze  überschreitet  oder 
Waren über die Zollgrenzen befördert, die Vorschriften der Zollgesetz-
gebung  zu  befolgen.  Die  Zollpflicht  umfasst  die  Befolgung  der  Vor-
schriften  für  den Verkehr  über  die Grenze (Zollmeldepflicht)  und die 
Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht). Der Zoll-
meldepflicht  unterliegen  nach  Art. 9  Abs. 1  aZG  derjenige,  welcher 
eine  Ware über  die  Grenze  bringt,  sowie  der  Auftraggeber. Zollzah-
lungspflichtig sind nach Art. 13 Abs. 1 aZG die in Art. 9 aZG genann-
ten Personen, sowie diejenigen, für deren Rechnung die Waren einge-
führt oder ausgeführt worden sind. Der Gesetzgeber hat den Kreis der 
Zollmelde- und Zollzahlungspflichtigen weit  gezogen (statt  vieler: Ur-
teile des Bundesverwaltungsgerichts A-1751/2006 vom 25. März 2009 
E. 3.1.2, A-2631/2007 vom 11. August 2008 E. 2.1). Für die unter Zoll-
kontrolle  gestellten  Waren  hat  der  Zollmeldepflichtige  den  Abferti-
gungsantrag zu  stellen  und je  nach der  Bestimmung der  Waren die 
Zolldeklaration einzureichen (Art. 31 Abs. 1 aZG). 

2.1.2 Auf das Verfahren der Zollabfertigung findet  das VwVG grund-
sätzlich keine Anwendung (Art. 3 Bst. e VwVG in der im Jahre 2006 
geltenden Fassung [AS 1969 737]; in der Revision vom 18. März 2005, 
in  Kraft  seit  1. Mai  2007,  wurde  lediglich  das  Wort  „Zollabfertigung“ 
durch  das  Wort  „Zollveranlagung“  ersetzt).  Die  Zollmeldepflichtigen 
unterliegen  im  Zollverfahren  besonderen  gesetzlichen  Mitwirkungs-
pflichten  (Art. 29 ff.  aZG),  welche  dem VwVG vorgehen  (Urteile  des 

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Bundesverwaltungsgerichts  A-5798/2007  vom  6. Juli  2009  E. 1.3, 
A-4617/2007 vom 14. Januar 2009 E. 1.2; REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: 
Schweizerisches  Bundesverwaltungsrecht,  Bd. XII,  2. Aufl.,  Basel 
2007,  Rz. 447).  Hinsichtlich ihrer  Sorgfaltspflichten werden hohe An-
forderungen  gestellt.  Sie  müssen  die  Zolldeklaration  abgeben  und 
haben  für  deren  Richtigkeit  einzustehen  (Art. 31  aZG  i.V.m. Art. 47 
Abs. 2  aZV; zum Selbstdeklarationsprinzip vgl. Urteil  des Bundesge-
richts  vom  7. Februar  2001,  veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizeri-
sches Abgaberecht [ASA] 70 S. 330 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 
2A.1/2004 vom 31. März 2004 E. 2.1; Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts A-2631/2007 vom 10. August 2008 E. 2.2).  Damit überbindet 
das  Zollgesetz  den  Zollmeldepflichtigen  die  volle  Verantwortung  für 
den eingereichten Abfertigungsantrag und stellt  hohe Anforderungen 
an  ihre  Sorgfaltspflicht;  namentlich  wird  von ihnen  eine  vollständige 
und richtige Deklaration der Ware verlangt (Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-1742/2006 vom 13. Juli 2009 E. 2.2 mit weiteren Hin-
weisen).

2.1.3 Das zuständige Zollamt  überprüft  die  vom Zollmeldepflichtigen 
gemäss Art. 31 Abs. 1 aZG abzugebende Zolldeklaration lediglich auf 
ihre formelle Richtigkeit, Vollständigkeit und auf ihre Übereinstimmung 
mit den Begleitpapieren (Art. 34 Abs. 2 aZG). Die angenommene Zoll-
deklaration  ist  für  den  Aussteller  verbindlich  und  bildet  vorbehältlich 
der Revisionsergebnisse die Grundlage für die Festsetzung des Zolls 
und der weiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 aZG). Sie darf nur ersetzt, 
ergänzt,  berichtigt  oder  vernichtet  werden,  wenn vor  Anordnung der 
Revision  und  vor  Ausstellung  der  Zollausweise  darum  nachgesucht 
wird  (Art. 49  Abs. 2  aZV;  vgl.  BGE  124  IV  23  E. 2a;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1765/2006 vom 30. März 2009 E. 2.2.3, 
A-4617/2007  vom  14. Januar  2009  E. 2.3.1  und  A-2631/2007  vom 
11. August 2008 E. 2.3 mit Hinweisen).

2.1.4 Nachdem die aus der Zollzahlungspflicht sich ergebenden Ver-
bindlichkeiten  festgestellt  worden  sind,  wird  der  Zollausweis  ausge-
stellt. Er schafft  Beweis für die Abfertigung und für die Erfüllung der 
dem Pflichtigen obliegenden Verbindlichkeiten, soweit nicht andere Be-
scheinigungen ausgestellt werden. Der Zollausweis wird ausgehändigt, 
wenn die darin  festgestellten  Verbindlichkeiten  erfüllt  wurden. Vorher 
darf  nur mit  ausdrücklicher Bewilligung des Zollamtes über die unter 
Zollkontrolle  gestellten  Waren  verfügt  werden  (Art. 37  Abs. 1  und  2 
aZG). Die  Zollabfertigung ist  endgültig,  wenn über  die  Zollzahlungs-

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pflicht  endgültig  entschieden  und  die  Ware  zur  Überführung  in  den 
freien  Inlandverkehr  oder zur Ausfuhr freigegeben ist  (Art. 38 Abs. 1 
aZG). 

2.2
2.2.1 Art. 109  Abs. 2  aZG sieht  vor,  dass  gegen  die  Zollabfertigung 
innerhalb von 60 Tagen seit der Abfertigung eine Beschwerde erhoben 
werden kann (Art. 109 Abs. 2 aZG in Verbindung mit  Art. 150 Abs. 2 
aZV). Damit die Vorinstanz eine Eingabe als rechtsgültige Beschwerde 
gegen eine Zollabfertigung entgegen nehmen kann, muss diese inner-
halb  der  hierfür  vorgesehenen Frist  eingereicht  werden. Im Rahmen 
einer solchen Beschwerde hat der Zollpflichtige die Möglichkeit,  sich 
gegen  die  Abfertigung zu wehren,  indem er  nachträglich  nachweist, 
dass  die  Angaben  in  der  Einfuhrdeklaration  von  den  tatsächlichen 
Gegebenheiten  abwichen.  Dies  wurde  in  ständiger  Rechtsprechung 
festgestellt für den Fall, dass die eingeführte Ware eine von den Anga-
ben  in  der  Deklaration  abweichende  Beschaffenheit  aufweist  (BGE 
109 Ib 191 E. 1d; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1756/2006 
vom  9. Juli  2009  E. 2.4).  Dieselbe  Möglichkeit  zur  Berichtigung  der 
Einfuhrdeklaration besteht jedoch grundsätzlich auch für anders gear-
tete Fehler  in der Deklaration (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1757/2006  vom  21.  Juni  2007  E.  2.6),  so  auch  für  die  Korrektur 
eines Ausfuhrzollausweises (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1683/2006 vom 12. Juli 2007 E. 4.4 a.E.).

2.2.2 Die  spezialgesetzlichen  –  und  dem  VwVG  regelmässig  vor-
gehenden  (vgl.  dazu  oben  E. 2.1.2)  –  zollrechtlichen  Bestimmungen 
enthalten Regelungen, welche die Rechtsbeständigkeit von Verfügun-
gen relativieren. So besagt  Art. 125 Abs. 1 aZG,  dass  aufgrund von 
Unrichtigkeiten, die bei der amtlichen Nachprüfung der Zollabfertigun-
gen festgestellt  werden, die eine Zollzahlung als ganz oder teilweise 
nicht  geschuldet  erscheinen  lassen,  der  zuviel  bezahlte  Betrag  von 
Amtes wegen zurückzuerstatten ist. Zudem hält  Art. 125 Abs. 2 aZG 
fest, dass die Rückforderung einer Abgabe durch den Zollpflichtigen, 
abgesehen von hier  nicht  zutreffenden Ausnahmen,  nur im Weg der 
Beschwerde gegen die Festsetzung der Abgabe erfolgen kann, wobei 
die Rückforderungsfrist ein Jahr beträgt, sofern sich die Rückforderung 
auf einen Rechnungsfehler stützt. 

2.2.3 Das streitige Zollverfahren wird – im Gegensatz zur Zollabferti-
gung (vgl. E. 2.1.2)  –  im aZG lediglich in  den Grundzügen geregelt. 

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Neben der Regelung des Anfechtungsobjekts wird in Art. 109 Abs. 2 
aZG auch die Frist für die Einreichung einer Beschwerde festgelegt; im 
Übrigen kommen hingegen die allgemeinen Bestimmungen der Bun-
desrechtspflege  zur  Anwendung  (vgl.  NADINE MAYHALL,  in:  Praxiskom-
mentar,  N. 40 zu  Art. 3  VwVG). Für  das Beschwerdeverfahren findet 
somit grundsätzlich die allgemeine Verfahrensordnung für die Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes Anwendung (ARPAGAUS, a.a.O., N. 447). 
Entsprechend  wird  die  Erstreckung  und  die  Wiederherstellung  der 
Beschwerdefrist  durch  Art. 22  und  Art. 24  VwVG geregelt  (vgl.  zum 
neuen Zollgesetz: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1791/2009 
vom  28. September  2009  E. 2.2.2  mit  Hinweis  auf  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-5104/2007 vom 19. Januar 2009 E. 2.3 
und 2.4 [zum aZG]).

Die Beschwerdefrist  ist  gesetzlich festgelegt  und kann deshalb nicht 
erstreckt werden (Art. 22 Abs. 1 VwVG). Eine inhaltlich falsche Verfü-
gung ist  in  der  Regel  nur anfechtbar  und erwächst  nach Ablauf  der 
Beschwerdefrist  in  Rechtskraft  (vgl.  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl.,  Zürich/St. Gallen/Ba-
sel/Genf  2006,  N. 990 f.  und  N. 951 ff.;  MARTIN KOCHER,  in:  Martin 
Kocher/Diego Clavadetscher [Hrsg.], Zollgesetz [ZG], Bern 2009, N. 42 
zu Art. 116 ZG). Eine Frist kann jedoch auf Gesuch hin wiederherge-
stellt  werden,  wenn  die  gesuchstellende  Person  (oder  ihr  Vertreter) 
unverschuldet  davon abgehalten worden ist,  fristgemäss zu handeln. 
Hierfür  muss  sie  innert  30  Tagen seit  Wegfall  des  Hindernisses  ein 
begründetes Begehren um Wiederherstellung einreichen und zugleich 
die versäumte Rechtshandlung nachholen (Art. 24 Abs. 1 VwVG).

Als  unverschuldet  gilt  ein  Versäumnis  dann,  wenn  der  betroffenen 
Person keine Nachlässigkeit  vorgeworfen werden kann und objektive 
Gründe,  d.h. solche,  auf  die  sie  keinen  Einfluss  nehmen kann,  vor-
liegen. Dies ist  etwa der Fall  bei  einer plötzlichen schweren Erkran-
kung, die den Beschwerdeführer sowohl daran hindert, selbst tätig zu 
werden, als auch einen Vertreter zu bestellen. Das Hindernis hört auf, 
unverschuldet  zu  sein,  sobald  es  der  Person  objektiv  und  subjektiv 
zumutbar  wird,  selbst  zu  handeln  oder  einen  Vertreter  zu  bestellen 
(vgl. BGE 119 II 86 E. 2a, 114 II 181 E. 2, 112 V 255 E. 2a; vgl. auch 
Urteil des Bundesgerichts 1P.380/2005 vom 8. September 2005 E. 3.2, 
welches die bundesgerichtliche Praxis bestätigt, wonach nur bei klarer 
Schuldlosigkeit des Gesuchstellers oder seines Vertreters die Wieder-
herstellung zu gewähren ist). Aus Gründen der Rechtssicherheit  und 

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eines geordneten Verfahrens darf ein Hinderungsgrund nicht leichthin 
angenommen werden. Die Rechtsprechung zur Wiederherstellung der 
Frist  ist  allgemein  (sehr)  restriktiv  (vgl.  zum  Ganzen:  MOSER/BEUSCH/ 
KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.136 ff., insb. 2.139 f.).

2.3
2.3.1 Nach Ablauf der Frist zur Ergreifung eines ordentlichen Rechts-
mittels  erwächst  eine Verfügung in formelle  Rechtskraft  (HÄFELIN/MÜL-
LER/UHLMANN,  a.a.O.,  N. 990 f.; vgl. zuvor  E. 2.2.3). Die Rechtsbestän-
digkeit von Verfügungen äussert sich darin, dass die Verwaltung eine 
formell rechtskräftige Verfügung nur bei Vorliegen bestimmter Voraus-
setzungen  einseitig  aufheben  oder  zum  Nachteil  des  Adressaten 
abändern  darf  (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allge-
meines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 31 Rz. 8 S. 283). Der 
Widerruf  von  Verfügungen  steht  im  Spannungsfeld  zwischen  dem 
zwingenden  Charakter  des  öffentlichen  Rechts  bzw.  der  Natur  der 
öffentlichen Interessen,  wonach ein mit  dem Gesetz nicht oder nicht 
mehr  zu  vereinbarender  Verwaltungsakt  nicht  unabänderlich  ist,  und 
dem  Gebot  der  Rechtssicherheit,  welches  die  Beständigkeit  von 
Verfügungen gebietet (statt vieler: BGE 100 Ib 299 E. 2).

2.3.2 Welchem dieser Grundsätze im Einzelfall  der Vorrang gebührt, 
kann positivrechtlich geregelt worden sein. So sehen grundsätzlich alle 
verfahrensrechtlichen Erlasse eine Korrekturmöglichkeit  in  Form des 
ausserordentlichen  Rechtsmittels  der  Revision  vor  (BGE  127  I  133 
E. 6). Für Verwaltungsverfahren auf  Bundesebene ist  die  Revision in 
Art. 66 ff. VwVG geregelt (zur Anwendbarkeit des VwVG vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A- 1791/2009  vom  28. September  2009 
E. 2.2.2; vgl. auch oben E. 2.2.3). Gemäss dem Wortlaut  von Art. 66 
Abs. 1  VwVG  sind  nur  Entscheide  einer  Beschwerdeinstanz  einer 
Revision  zugänglich;  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  hat  je-
doch  Art. 66 ff.  VwVG  für  die  Revision  formell  rechtskräftiger  erst-
instanzlicher  Verfügungen  als  sinngemäss  anwendbar  erklärt  (BGE 
103 Ib 365 E. 3; KARIN SCHERRER, in: Praxiskommentar, N. 6 zu Art. 66). 
Zu  beachten  bleibt,  dass  eine  Revision  regelmässig  unzulässig  ist, 
wenn die angerufenen Revisionsgründe bereits in dem Verfahren, wel-
ches  dem  Erlass  der  Verfügung  voranging,  oder  mit  einem  ordent-
lichen  Rechtsmittel  hätten  geltend  gemacht  werden  können  (Art. 66 
Abs. 3  VwVG;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  N. 1040).  Gemäss 
Art. 66 Abs. 3 VwVG kann einem Revisionsgesuch nicht stattgegeben 
werden, wenn die Rechte der Partei auf andere Weise hätten gewahrt 

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werden  können  (AUGUST MÄCHLER,  in:  VwVG-Kommentar,  Rz. 31  zu 
Art. 66  VwVG;  PIERRE MOOR,  Droit  administratif,  Bd. II,  2. Aufl.,  Bern 
2002,  Ziff. 2.4.4.1.b.,  S. 343). Insbesondere dürfen Revisionsgesuche 
nicht dazu dienen, rechtskräftige Entscheide immer wieder in Frage zu 
stellen  oder  gesetzliche  Vorschriften  über  die  Rechtsmittelfristen  zu 
umgehen (BGE 127 I 133 E. 6 a.E. mit Hinweisen). 

2.4
2.4.1 Eine  weitere  Korrekturmöglichkeit  für  fehlerhafte  Verfügungen 
stellt die Wiedererwägung dar. Eine Verwaltungsbehörde muss sich mit 
einem Wiedererwägungsgesuch dann förmlich befassen und allenfalls 
auf  eine  formell  rechtskräftige  Verfügung  zurückkommen,  wenn dies 
positivrechtlich vorgesehen ist und die entsprechenden Voraussetzun-
gen erfüllt  sind  oder  wenn  unmittelbar  aus  der  Bundesverfassung  – 
Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) – fliessende Grund-
sätze  dies  gebieten  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_102/2009  vom 
11. Juni  2009 E. 2.1; grundlegend [noch zu Art. 4 der Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874] BGE 
113 Ia 146 E. 3a).

2.4.2 Das Gesuch um Wiedererwägung einer  formell  rechtskräftigen 
Verfügung ist im VwVG nicht allgemein geregelt (ANDREA PFLEIDERER, in: 
Praxiskommentar, N. 29 zu Art. 58); Art. 58 VwVG bezieht sich auf die 
Rücknahme  einer  angefochtenen,  noch  nicht  rechtskräftigen  Verfü-
gung und deren Ersetzung durch eine neue Verfügung während eines 
hängigen  Beschwerdeverfahrens  (TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER,  a.a.O, 
§ 31 Rz. 23 S. 288 f.).

2.4.3 Mit dem Wiedererwägungsgesuch wird eine Verwaltungsbehörde 
ersucht, eine von ihr erlassene und formell  rechtskräftige Anordnung 
nochmals zu überprüfen und sie entweder aufzuheben oder durch eine 
für den Gesuchsteller günstigere zu ersetzen (URSINA BEERLI-BONORAND, 
Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege 
des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 49). Im Gegensatz zur 
Revision ist das Gesuch grundsätzlich ein formloser Rechtsbehelf und 
es besteht in der Regel kein Anspruch darauf, dass die Behörde auf 
das Wiedererwägungsgesuch eintritt. Das Wiedererwägungsgesuch ist 
damit auch an keine Formen und Fristen gebunden; es erlaubt grund-
sätzlich die Rüge sämtlicher Mängel einer erstinstanzlichen Verfügung. 
Das Bundesgericht  leitet  unabhängig von der gesetzlichen Regelung 

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direkt  aus  Art. 29  Abs. 1  BV  einen  Anspruch  auf  Eintreten  auf  ein 
Wiedererwägungsgesuch in den Fällen ab, in denen sich die Umstän-
de seit  dem ersten Entscheid wesentlich geändert  haben oder wenn 
der  Gesuchsteller  erhebliche  Tatsachen  oder  Beweismittel  namhaft 
macht, die im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon 
damals geltend zu machen für ihn unmöglich war oder keine Veranlas-
sung bestand (BGE 127 I  133 E. 6,  120 Ib 42 E. 2b;  HÄFELIN/MÜLLER/ 
UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 1832 f.;  MOOR,  a.a.O.,  N. 2.4.4.1.a.;  RENÉ RHINOW/ 
HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS, Öffentliches Prozessrecht und Justizver-
fassungsrecht  des  Bundes,  Basel/Frankfurt a.M. 1996,  Rz. 596).  Die 
erste der beiden Voraussetzungen betrifft die nachträgliche Fehlerhaf-
tigkeit  einer  Verfügung.  Bei  der  zweiten  Voraussetzung  geht  es  um 
einen ursprünglichen Fehler der Verfügung; in diesem Fall ist der An-
spruch  auf  Eintreten  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  insbesondere 
dann von praktischer  Bedeutung,  wenn ein  entsprechender  gesetzli-
cher  Revisionsgrund  fehlt  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 1833; 
Entscheid  der  Eidgenössischen  Personalrekurskommission  vom 
14. Juni 2005, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden 
[VPB] 69.124 E. 4 b/bb). Ein Anspruch darauf,  dass die Behörde auf 
ein  Wiedererwägungsgesuch eintritt,  besteht  jedoch nur  dann,  wenn 
Revisionsgründe  vorliegen  (MÄCHLER,  a.a.O.,  N. 9  zu  Art. 58  VwVG). 
Das Wiedererwägungsgesuch kann ausserdem nicht dazu dienen, im 
ersten  Verfahren  versäumte  oder  unterlassene  Mitwirkungspflichten 
gleichsam zu heilen und Tatsachen vorzubringen, die die Partei seiner-
zeit ins Verfahren einzubringen Anlass gehabt hätte. Diesbezüglich ist 
es  an  die  gleich  strengen  Voraussetzungen  geknüpft,  die  bezüglich 
eines  Revisionsgrundes  gelten  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2D_45/2008 vom 8. Mai 2008 E. 2.1.2; BGE 127 I 133 E. 6; Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-8637/2007  vom  9. Juli  2008  E. 2.3). 
Gleich wie die Revision, darf auch die Wiedererwägung nicht dazu die-
nen, Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (Urteil 
des Bundesgerichts 5A_524/2007 vom 17. April  2008 E. 4.2 mit Hin-
weisen; BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 51).

2.5 Das  Berichtigungsgebot  gemäss  Art. 69  Abs. 3  VwVG,  demge-
mäss  Redaktionsfehler,  Rechnungsfehler  oder  Kanzleiversehen,  die 
keinen Einfluss auf die Entscheidungsformel oder auf den erheblichen 
Inhalt der Begründung ausüben, jederzeit von der Beschwerdeinstanz 
berichtigt  werden können,  steht  im Rang eines allgemeinen bundes-
rechtlichen Verfahrensgrundsatzes (STEFAN VOGEL,  in: VwVG-Kommen-
tar,  Rz. 20  zu  Art. 69  VwVG).  Bei  der  Berichtigung  geht  es  um  die 

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Korrektur  blosser  Redaktions-  oder  Rechnungsfehler.  Die  Behörde 
oder Instanz kann schliesslich nur Fehler korrigieren, die sie selbst ge-
macht hat. Falsche tatsächliche Annahmen oder Tatsachen, Rechtsirr-
tümer  oder  Fehler  in  der  Erhebung,  die  dem  Entscheid  zugrunde 
liegen, können nicht auf dem Weg der Berichtigung korrigiert werden, 
sondern sind innert Frist auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen 
(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.79).

3.
3.1 Vorliegend hätte der Ausfuhrzollausweis Nr. ... vom 6. September 
2006  mit  Beschwerde  gemäss  Art. 109  aZG  bei  der  zuständigen 
Zollkreisdirektion angefochten werden können (vgl. oben E. 2.2.1). Die 
diesbezüglich  einzuhaltende  Frist  nach  Art. 109  Abs. 2  aZG  war 
jedoch bei Einreichen des Schreibens der Z._______ AG vom 24. Mai 
2007 längst abgelaufen. Gründe für eine Wiederherstellung dieser Frist 
(vgl. E. 2.2.3) wurden nicht geltend gemacht und solche ergeben sich 
auch nicht  aus den Akten. In dieser Hinsicht  kann der angefochtene 
Nichteintretensentscheid der Vorinstanz nicht beanstandet werden.

3.2 Art. 125  aZG  kann  von  vornherein  nicht  angewendet  werden: 
Gemäss klarem Wortlaut gilt dieser Artikel nur für den zu viel bezahl-
ten  Betrag  bei  einer  Zollzahlung,  nicht  hingegen  für  einen  falschen 
Zollausweis.  Auch  findet  er  nur  Anwendung,  wenn  der  Fehlzahlung 
Rechenfehler zugrunde liegen, nicht jedoch bei der falschen Feststel-
lung von Tatsachen (vgl. oben. E. 2.2.2 a.E.). 

3.3 Das  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  24. Mai  2007  war 
nicht an die Zollkreisdirektion als Beschwerdeinstanz, sondern an die 
Zollstelle gerichtet,  welche die besagte Verfügung erlassen hatte. Es 
stellt sich somit die Frage, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch 
auf Behandlung ihrer Eingaben durch die Zollstelle hatte (siehe dazu 
oben E. 2.3 ff.).

3.3.1 Unabhängig  davon,  ob Art. 66 VwVG aufgrund des Ausschlus-
ses der Anwendbarkeit  des VwVG auf Verfahren der Zollveranlagung 
gemäss Art. 3  Bst. e  VwVG allenfalls  analog als  allgemeiner  Grund-
satz des Verwaltungsrechts anzuwenden ist (vgl. dazu oben E. 2.1.2), 
ist vorliegend ausschlaggebend, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 
Eingabe vom 24. Mai 2007 keinen der in Art. 66 VwVG aufgeführten 
Revisionsgründe  geltend  macht.  Die  Beschwerdeführerin  brachte  in 
ihrer Eingabe vor, die Zollstelle habe den Ausfuhrzollausweis aufgrund 
einer  falschen  Angabe  der  Z._______  AG mit  dem  falschen  Betrag 

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ausgestellt.  Weil  sie  dies  mit  ordentlicher  Beschwerde  gegen  den 
Ausfuhrzollausweis  hätte  geltend  machen  können,  handelt  es  sich 
dabei nicht um einen Revisionsgrund (vgl. E. 2.3.2 a.E.). Ein Anspruch 
auf  Behandlung  der  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  vom  24. Mai 
2007  als  Revisionsgesuch  durch  die  Zollstelle  bestand  nach  dem 
Gesagten nicht.

3.3.2 Auch  ohne  explizite  gesetzliche  Regelung  besteht  ein  verfas-
sungsmässiger  Anspruch  auf  Behandlung  eines  Gesuchs  um 
Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung bei Vorliegen 
revisionsähnlicher  Gründe  (vgl.  oben  E. 2.4).  Das  Vorliegen  solcher 
Gründe hat die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 24. Mai 2007 
nicht  dargetan.  Die  Gründe,  die  die  Beschwerdeführerin  vorbringt, 
hätte sie zudem innerhalb der Rechtsmittelfrist vorbringen können. Da 
die Wiedererwägung nicht  dazu dienen darf,  verpasste Rechtsmittel-
fristen  wiederherzustellen  (vgl.  oben  E. 2.4.3  a.E.),  ist  eine  Wieder-
erwägung vorliegend nicht möglich.

3.3.3 Auch  eine  Berichtigung  in  analoger  Anwendung  von  Art. 69 
Abs. 3  VwVG ist  nicht  möglich.  Die  Zollstelle  Basel  St. Jakob  über-
nahm die fehlerhafte Angabe der Z._______ AG. Es handelt sich damit 
um  die  falsche  Feststellung  einer  Tatsache  und  nicht  um  einen 
Rechen- oder Redaktionsfehler. Erstere kann aber nur mit Beschwerde 
geltend gemacht werden (vgl. oben E. 2.5).

3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführerin kein 
Rechtsanspruch auf Eintreten der Vorinstanz bzw. der Zollstelle Basel 
St. Jakob auf ihre Eingabe vom 24. Mai 2007 zustand. 

4.
Der angefochtene Nichteintretensentscheid ist somit zu bestätigen und 
die dagegen eingereichte Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten werden kann (vgl. oben E. 1.4).

5.
Die  Kosten  des  Verfahrens sind  auf  Fr. 2'500.--  anzusetzen und der 
unterliegenden  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG; Art. 3 f. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]). Sie sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe zu verrechnen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'500.-- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Stadelmann Susanne Raas

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen 
gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff. und  100  des Bundesgerichtsgesetzes 
vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR  173.110)  gegeben  sind.  Die  Rechts-
schrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Begehren, 
deren Begründung mit  Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift 
zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, 
soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 
(vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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