# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 290a7744-6ba7-5570-b050-e2269d6280ee
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 25.09.2020 SK2 2020 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2020-28_2020-09-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Beschluss vom 25. September 2020

Referenz SK2 20 28

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Nydegger und Brunner
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Susanna Mazzetta
Gürtelstrasse 24, Postfach 536, 7001 Chur 

gegen

B._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Matthias Brunner
Advokatur Gartenhof, Gartenhofstrasse 15, Postfach 9819, 8036 
Zürich 

Gegenstand einfache Körperverletzung (Art. 123 StGB) / Tätlichkeiten (Art. 126 
StGB)

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
16.04.2020, mitgeteilt am 22.04.2020 (Proz. Nr. VV.2017.2727)

Mitteilung 02. Oktober 2020

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I. Sachverhalt

A. Gemäss Kriminalrapport vom 29. August 2017 meldete A._____ am _____ 
2017, um 10:00 Uhr, auf dem Polizeiposten O.1_____ telefonisch, dass sie von 
ihrem Ehemann, B._____, am _____ 2017 tätlich angegriffen worden sei. Als Tat-
vorgehen gibt der erwähnte Kriminalrapport gegenseitige Tätlichkeiten während 
eines verbalen Streites an. 

B. Gemäss dem von A._____ am _____ 2017 ausgefüllten und unterzeichne-
ten Strafantragsformular betreffend "häusliche Gewalt" stellte sie Strafantrag ge-
gen B._____ betreffend Körperverletzung.

C. Am 22. Februar 2018 eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen B._____ unter 
der Nummer VV.2017.2727 eine Strafuntersuchung betreffend "einfache Körper-
verletzung (Ehegatte während der Ehe oder bis zu einem Jahr nach der Schei-
dung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB)".

D. Mit Regierungsbeschluss vom 27. November 2018 wurde Dr. iur. C._____ 
als ausserordentlicher Staatsanwalt eingesetzt, welcher die Strafuntersuchung 
führt. Als ausserordentlicher Leitender Staatsanwalt wurde mit Regierungsbe-
schluss vom 23. April 2019 Dr. iur. D._____ bestellt.

E. Am 19. November 2019 konstituierte sich A._____ im Verfahren 
VV.2017.2727 als Privatklägerin im Straf- und Zivilpunkt. 

F. Mit Parteimitteilung vom 14. Februar 2020 teilte der ausserordentliche 
Staatsanwalt den Parteien den Abschluss des Verfahrens mit und stellte diesen 
zudem die Einstellung des Verfahrens in Aussicht. Gleichzeitig wurden die Partei-
en zur Bezifferung etwaiger Entschädigungsansprüche aufgefordert. 

G. Mit Verfügung vom 16. April 2020, mitgeteilt am 22. April 2020, erkannte 
der ausserordentliche Staatsanwalt was folgt:

1. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Tätlichkeiten 
gemäss Art. 126 Ziff. 1 StGB und wegen einfacher Körperverletzung 
gemäss Art. 123 StGB zum Nachteil von A._____ wird eingestellt. 

2. Alle übrigen Vorwürfe gegen den Beschuldigten bleiben von dieser 
Verfügung unberührt. 

3. B._____ wird für den Zeitraum vom 29. Juli 2018 bis 28. August 2018 
eine Entschädigung von CHF 3'236.80 (inkl. Barauslagen und Mehr-
wertsteuer zu 7.7 %) gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO sowie gemäss 

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lit. b ein Auslagenersatz von CHF 586.20 ausgerichtet. Eine Genugtu-
ung wird nicht ausgerichtet.

4. Die Verfahrenskosten von CHF 150.00 (Gebühr CHF 150.00) trägt der 
Kanton.

5. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, die unter Ziff. 3 aufgeführte 
Entschädigung sowie den Auslagenersatz in der Höhe von total 
CHF 3'823.00 nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung auf das 
Konto _____ der E._____ Kantonalbank, lautend auf RA lic. iur. Mat-
thias Brunner, Zürich, zu überweisen. 

H. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Susanna Mazzetta, mit Eingabe vom 4. Mai 2020 Be-
schwerde ans Kantonsgericht von Graubünden erheben mit den folgenden Begeh-
ren:

1. Es sei die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. April 
2020, mitgeteilt am 22. April 2020, in den Ziffern 1, 3 (ausser letzter 
Satz) und 5 aufzuheben und zur Weiterführung der Strafuntersuchung 
samt nachfolgender Anklageerhebung oder Erlass eines Strafbefehls 
an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Staatsanwalt-
schaft. 

I. Der ausserordentliche Staatsanwalt (nachfolgend Staatsanwaltschaft) be-
antragte seinerseits die kostenfällige Beschwerdeabweisung. 

J. B._____ (nachfolgend Beschwerdegegner), vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Matthias Brunner, liess in seiner innert erstreckter Frist erfolgten Be-
schwerdeantwort vom 28. Mai 2020 ebenfalls die kostenfällige Beschwerdeabwei-
sung beantragen. 

II. Erwägungen

1.1. Die Parteien können Einstellungsverfügungen, die von der Staatsanwalt-
schaft gestützt auf Art. 319 StPO erlassen wurden, innert 10 Tagen bei der Be-
schwerdeinstanz anfechten. Die Zulässigkeit der Beschwerde gegen Einstellungs-
verfügungen der Staatsanwaltschaft ergibt sich aus Art. 322 Abs. 2 StPO und 
Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO. Die vorliegend angefochtene Einstellungsverfügung 
vom 16. April 2020, mitgeteilt am 22. April 2020, wurde der Beschwerdeführerin 
am 23. April 2020 zugestellt. Der letzte Tag der Frist fiel auf einen Sonntag, so-
dass sich die Frist um einen Tag verlängerte (Art. 90 Abs. 2 StPO). Die Be-

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schwerde vom 4. Mai 2020 ist folglich innert Frist erfolgt. Überdies erfolgte die Be-
schwerde schriftlich und begründet (Art. 396 Abs. 2 StPO).

1.2. Die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts als Beschwer-
deinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 
Abs. 1 lit. b StPO in Verbindung mit Art. 22 EGzStPO in Verbindung mit Art. 10 
Abs. 1 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts (KGV; BR 
173.100).

1.3. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Ergreifung 
eines Rechtmittels legitimiert. Dabei hat sich die mutmasslich geschädigte Person 
(auch) im Strafpunkt zu konstituieren, andernfalls ihre Beschwerdelegitimation ent-
fällt (Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 2012, E. 2.1; PKG 
2013 Nr. 19 E. 2.a). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin am 16. Juni 2017 ge-
gen den Beschwerdegegner Strafantrag wegen Körperverletzung gestellt (StA act. 
3/2). Am 19. November 2019 hat sich die Beschwerdeführerin im Verfahren 
VV.2017.2727 wegen Verdachts der einfachen Körperverletzung im Straf- wie 
auch im Zivilpunkt als Privatklägerin konstituiert (StA act. 5/3; vgl. Art. 118 Abs. 1 
und 2 StPO). Folglich tritt sie im fraglichen Strafverfahren als grundsätzlich be-
schwerdelegitimierte Partei auf (Art. 104 Abs. 1 lit .b StPO). 

Unabhängig der Parteistellung im Verfahren wird für die Begründung der Rechts-
mittellegitimation eine rechtsgenügende Beschwer gefordert (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Wie noch zu zeigen sein wird, ist das Vorliegen eines solch rechtlich 
schützenswerten Interesses hinsichtlich einzelner Beschwerdepunkte fraglich. Der 
Einfachheit halber ist auf die Beschwerde unter Vorbehalt der im jeweiligen Sach-
zusammenhang zu prüfenden Beschwer auf die Beschwerde vorerst einzutreten. 

2. Die Beschwerde nach Art. 393 ff. StPO wird in einem schriftlichen Verfah-
ren behandelt. Heisst die Behörde die Beschwerde gut, so fällt sie einen neuen 
Entscheid oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen 
Entscheidung an die Vorinstanz zurück (Art. 397 Abs. 1 und 2 StPO). Heisst sie 
die Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung gut, so kann sie der Staatsan-
waltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde für den weiteren Gang des Verfah-
rens Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 3 StPO). Mit der Beschwerde können 
gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung 
und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. 
a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie 
Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden. Rechtsverletzungen liegen insbesonde-

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re in Verstössen gegen Bundes- und kantonales Recht (Andreas Keller, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Auflage, Zürich 2014, N 38 zu Art. 393 StPO). Die Rechtsmitte-
linstanz verfügt über eine volle Kognition und kann die angefochtene Verfügung 
vollständig in allen Rechts- und Tatfragen überprüfen (vgl. Patrick Guidon, a.a.O., 
N 15 f. zu Art. 393 StPO). Die Beschwerdeinstanz ist weder an die Begründung 
der Parteien noch – ausser bei der Beurteilung von Zivilklagen – an deren Anträge 
gebunden (vgl. Patrick Guidon, a.a.O., N 15 zu Art. 393 StGB). 

3. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren einzustellen, wenn 
der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet wer-
den konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn unter 
einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis 
des Gerichts gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhebenden Be-
weismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflus-
sen könnten (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 17 3 vom 
15. Dezember 2017 E. 2.2 m.w.H.). Im Weiteren hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b 
StPO die Einstellung des Verfahrens zu erfolgen, wenn kein Straftatbestand erfüllt 
ist, d.h. wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre –, 
nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. Dies ist vor allem dann 
der Fall, wenn eine Anzeige einen nur zivil- oder verwaltungsrechtlich relevanten 
Sachverhalt betrifft (vgl. Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Handbuch des schweize-
rischen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zürich 2017, N 1252 [zitiert Niklaus 
Schmid/Daniel Jositsch, Handbuch StPO]; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Auflage, Basel 2014, N 9 zu Art. 319 StPO). Gerade dieser Einstellungs-
grund führt zu vielen Abgrenzungsproblemen, da die Grenze zwischen strafbarem 
und straflosem Verhalten oft nur durch schwer fassbare Gesetzesbegriffe be-
stimmt wird. Zu Recht wird denn auch gefordert, dass eine Einstellung nur dann 
erfolgen kann, wenn ein Tatbestandselement ganz offensichtlich nicht gegeben ist 
(vgl. Rolf Grädel/Matthias Heiniger, a.a.O., N 9 zu Art. 319 StPO; Nathan Lands-
hut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Auflage, Zürich 2014, N 19 zu 
Art. 319 StPO). Schliesslich ist eine Verfahrenseinstellung zu verfügen, wenn 
Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (Art. 319 Abs. 
1 lit. c StPO). Diese Bestimmung ist auch beim Vorliegen von Schuldausschlies-
sungsgründen und Entlastungsbeweisen gemäss Art. 173 Ziff. 2 StGB anwendbar 
(Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar, Schweizerische Strafprozess-

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ordnung, 3. Auflage, Zürich 2017, N 7 zu Art. 319 StPO [zitiert Niklaus 
Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar]).

4. Mit ihrer Beschwerde ficht die Beschwerdeführerin die Dispositivziffern 1 
(Einstellung der Strafuntersuchung wegen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Ziff. 1 
StGB und wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 StGB zum Nachteil 
der Beschwerdeführerin), 3 (Entschädigung und Auslagenersatz zugunsten des 
Beschwerdegegners [exklusive des letzten Satzes betreffend Nichtgewährung ei-
ner Genugtuung]) und 5 (Anweisung an die Finanzverwaltung zwecks Entrichtung 
der beschwerdegegnerischen Entschädigung) an. 

5. Die Staatsanwaltschaft wies in der angefochtenen Einstellungsverfügung 
einleitend auf die gegen den Beschwerdegegner unter verschiedenen Verfahrens-
nummern und innerhalb dieser in unterschiedlichen Dossiers geführten Strafunter-
suchungen hin. Die vorliegende Verfügung ergehe im Verfahren VV.2017.2727 
und beschlage einzig den Vorwurf der häuslichen Gewalt zum Nachteil der Be-
schwerdeführerin. Gemäss Kriminalrapport vom 29. August 2017 habe die Be-
schwerdeführerin am 15. Juni 2017, um 10.00 Uhr, auf dem Polizeiposten 
O.1_____ telefonisch gemeldet, dass sie von ihrem Mann am 9. Juni 2018 tätlich 
angegriffen worden sei und die familiären Verhältnisse schwer belastet seien. 

Sodann gab die Staatsanwaltschaft die von der Beschwerdeführerin als Aus-
kunftsperson gegenüber der Polizei am 16. Juni 2017, als Zeugin gegenüber der 
Parlamentarischen Untersuchungskommission des Grossen Rates (nachfolgend 
PUK) am 27. August 2018 und als Auskunftsperson gegenüber der Staatsanwalt-
schaft am 28. November 2019 getätigten Äusserungen zusammengefasst wieder. 
Ebenso wiedergegeben wurden die Aussagen des Beschwerdegegners anlässlich 
seiner polizeilichen Einvernahme vom 29. August 2017 als beschuldigte Person, 
seiner Befragung vor der PUK vom 10. April 2019 und seiner staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme als beschuldigte Person vom 28. November 2019. 

Gemäss Arztbericht vom 21. Juni 2017 seien anlässlich der Untersuchung der Be-
schwerdeführerin vom 12. Juni 2017 Blutergüsse Oberarm links (ca. 6-2 cm), 
Oberarm rechts 11 x 9 cm und Os (Oberschenkel) rechts 5 cm festgestellt worden. 

Gestützt auf diese Aktenlage gelangte die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass 
die verfahrensgegenständliche Einwirkung auf die physische Integrität der Be-
schwerdeführerin in Würdigung aller Umstände die von Art. 123 StGB geforderte 
Intensität nicht aufweisen würde. Entsprechend prüfte die Staatsanwaltschaft die 
Tatbestandsmässigkeit von Art. 126 StGB. In objektiver Hinsicht erachtete die 

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Staatsanwaltschaft aufgrund der durch den ärztlichen Bericht und die Fotografien 
der Beschwerdeführerin dokumentierten Verletzungen (leichte Hämatome, gering-
fügige Hautabschürfungen) eine Beeinträchtigung der körperlichen Integrität der 
Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 126 StGB als gegeben. Es sei jedoch be-
reits aufgrund der Aussagen der Privatklägerin nicht hinreichend erstellt, dass die 
Flecken als unmittelbare Folge gezielter Schläge oder eines vorsatzgetragenen 
Anpackens durch den Beschwerdegegner am 9. Juni 2017 zu beurteilen wären. 
Die Beschwerdeführerin habe zum Tathergang selbst ausgeführt, dass der Be-
schwerdegegner sie anfänglich nicht gezielt gepackt habe, sondern aufgestanden 
sei und an ihr vorbei an die Türklinke gegriffen habe und er sie von der Türe ge-
trennt habe. Sodann könne aufgrund des Polizeirapportes und den polizeilichen 
Einvernahmen der Parteien von einer gegenseitigen Auseinandersetzung ausge-
gangen werden. Der Beschwerdegegner habe versucht, sich dem Streit zu entzie-
hen, woran ihn die Beschwerdeführerin zweimal gehindert habe. Die Beschwerde-
führerin habe bestätigt, dass sie die Tür des Büros blockiert habe. Darüber hinaus 
würden die Aussagen der Beschwerdeführerin zum Kernbereich der dem Be-
schwerdegegner vorgeworfenen Tathandlung am Mittag des 9. Juni 2017 varian-
tenreich und wenig konsistent sein. Es komme hinzu, dass die dem Beschuldigten 
vorgeworfenen Handlungen am Mittag des 9. Juni 2017 in der Zeugeneinvernah-
me vor der PUK nicht thematisiert worden seien. Sie sei nur auf den folgenlosen 
Streit am Abend zu sprechen gekommen. Demgegenüber habe der Beschwerde-
gegner glaubhaft eingeräumt, jene an den Oberarmen angefasst zu haben. Dies, 
nachdem er sie mit der Türe weggeschoben habe, weil er sonst das Büro während 
des Streites nicht hätte verlassen können. Er habe dadurch auch versucht, zwei-
mal Tritte zwischen seine Beine abzuwehren. Schliesslich habe die Beschwerde-
führerin die Polizei nicht in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang zum verfah-
rensgegenständlichen Vorfall am Mittag des 9. Juni 2017 kontaktiert. Einen Kon-
taktversuch habe sie erst nach dem folgenlosen Streit in der Nacht um 23.18 Uhr 
unternommen und von sich aus wieder abgebrochen. Die Anzeige bei der Polizei 
sei erst am 15. Juni 2017 erfolgt aufgrund seltsamen Verhaltens des Beschwerde-
gegners. 

Insbesondere weil der vom Beschwerdegegner geschilderte äussere Gang des 
Aufstehens, des Versperrens der Türe und des "Nebenihrdurchgreifens" mit der 
Sachdarstellung der Beschwerdeführerin übereinstimme, könne seine Schilderung 
als unwiderlegt erachtet werden. Er habe sich lediglich dem Streit entziehen wol-
len. Selbst wenn von einem gezielten aggressiven Anpacken an den Oberarmen 
auszugehen wäre, sei er unter den konkreten Umständen ohne weiteres berech-
tigt gewesen, einem gegenwärtigen oder unmittelbar drohenden Angriff auf seine 

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eigene physische Integrität und auf seine Fortbewegungsfreiheit in angemessener 
Weise zu begegnen. Damit wäre selbst bei objektiv und subjektiv tatbestandsmäs-
sigem Verhalten des Beschwerdegegners dieses Verhalten gerechtfertigt. 

Zusammenfassend erachtete die Staatsanwaltschaft keinen Straftatbestand als 
erfüllt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO [sic!]) zumal ein Rechtfertigungsgrund vorliegen 
würde (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO [sic!]). Das Verfahren sei daher einzustellen. 

6.1. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin habe die Staatsanwaltschaft den 
Sachverhalt hinsichtlich des untersuchten Vorfalles im Büro am späteren Vormit-
tag falsch und unvollständig ermittelt, indem sie sich lediglich auf die Aussagen 
des Beschwerdegegners gestützt habe, obschon sich dieser widersprüchlich 
geäussert habe. Der Grundsatz "in dubio pro duriore" sei verletzt. Die Staatsan-
waltschaft habe ihr Ermessen überschritten und der Beschwerdeführerin ihr Recht 
verweigert, indem sie sie nicht genügend in das Verfahren einbezogen habe. Es 
sei weder eine klare Sachlage gegeben noch könne von einer offensichtlichen 
Straflosigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden, womit es an der Ein-
stellungsvoraussetzung fehle (vgl. act. A.1, S. 4, unter lit. a). Unter dem Titel 
"Festgestellte Verletzungen" moniert die Beschwerdeführerin unter anderem, die 
Staatsanwaltschaft habe die Verletzungen zu ihren Ungunsten lediglich als gering-
fügige Hämatome bezeichnet (vgl. act. A.1, S. 8, lit. c). 

6.2. Wie bereits einleitend in Erwägung 1.3. erläutert, kann auf eine Beschwerde 
oder auch einzelne Rügen einer an sich beschwerdelegitimierten Partei nur bei 
Vorliegen eines rechtlich geschützten Interesses an der Aufhebung oder Änderung 
des Entscheides eingetreten werden (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Unter diesem 
Gesichtspunkt wird ein aktuelles und praktisches Interesse an der Behandlung der 
Beschwerde verlangt (BGE 140 IV 74 E. 1.3.1). Das Rechtsschutzinteresse be-
steht im praktischen Nutzen, den die Partei bei einer Gutheissung ihres Rechtsmit-
tels erzielen könnte. Dieses Erfordernis soll sicherstellen, dass die Rechtsmittel-
instanz konkrete und nicht nur theoretische Fragen entscheidet, und dient damit 
der Prozessökonomie. Zur abstrakten Beantwortung einer Rechtsfrage ist kein 
Rechtsmittel gegeben (Urteil des Bundesgerichts 6B_208/2015 vom 24. August 
2015, E. 1.4; BGE 124 IV 94 E. 1c; vgl. zum Ganzen Niklaus Oberholzer, Grund-
züge des Strafprozessrechts, 4. Auflage, Bern 2020, N 2052 ff.). Tritt im angefoch-
tenen Punkt die Verjährung nach Ausfällung des angefochtenen Entscheides bzw. 
der Verfügung ein, fehlt ein rechtlich geschütztes Interesse zur Beschwerde (vgl. 
hinsichtlich der Legitimation zur Erhebung der Beschwerde in Strafsachen das 
Urteil des Bundesgerichts 6B_927/2015 vom 2. Mai 2016, E. 1). Die Verjährung ist 
in jedem Verfahrensstadium von Amtes wegen zu berücksichtigen (BGE 116 IV 80 

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E. 2.a; Urteil des Bundesgerichts 6B_927/2015 vom 2. Mai 2016, E. 1). Die Ver-
folgungsverjährung für Übertretungen tritt drei Jahre nach Tatausführung ein (vgl. 
Art. 109 StGB i.V.m. Art. 98 lit. a StGB). Übertretungen sind mit Busse bedrohte 
Taten (Art. 103 StGB).  

6.3.1. Art. 123 StGB stellt die vorsätzliche Schädigung eines Menschen an sei-
nem Körper oder an seiner Gesundheit unter Strafe, soweit die Schädigung nicht 
als schwere Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB eingestuft werden muss. Als 
Beispiele werden von der Rechtsprechung die Verabreichung einer Spritze, das 
Kahlscheren und jede Handlung genannt, die einen krankhaften Zustand bewirkt 
oder zu dessen Verschlimmerung führt oder die Heilung verzögert. Das kann ge-
schehen durch Zufügen äusserer oder innerer Verletzungen und Schädigungen 
wie z.B. Wunden, Blutergüsse, Hautschürfungen und Kratzwunden, ausser wenn 
die Verletzung nichts weiter bewirkt als eine vorübergehende und geringfügige 
Störung des Wohlbefindens (Pra 83 Nr. 17 E. 2.; BGE 107 IV 40 E. 5c).

6.3.2. Die Tätlichkeit, welche nach Art. 126 StGB bestraft wird, definiert sich als 
eine körperliche Einwirkung, die über das gesellschaftlich geduldete Mass hinaus-
geht und die weder eine Körperverletzung noch eine Gesundheitsschädigung ver-
ursacht. Eine solche Einwirkung kann selbst dann vorhanden sein, wenn sie kei-
nerlei körperliche Schmerzen verursacht (Pra 97 Nr. 148 E. 1.2 m.w.H.).

6.3.3. Tätlichkeiten werden grundsätzlich nur auf Antrag hin bestraft (vgl. Art. 126 
Abs. 1 StGB). Allerdings werden sie in den in Art. 126 Abs. 2 StGB aufgeführten 
Fällen von Amtes wegen verfolgt. 

6.3.4. Die Abgrenzung der Tatbestände der Körperverletzung und der Tätlichkeit 
kann sich als heikel erweisen, insbesondere wenn der Angriff lediglich Blutergüs-
se, Schürfungen, Kratzwunden oder Prellungen bewirkt. So wurde eine Schramme 
an der Nase mit einer Quetschung als Tätlichkeit eingestuft, ebenso wie ein Blut-
erguss am Arm sowie Kieferschmerzen ohne Quetschung. Auf der anderen Seite 
wurde ein mit brutaler Gewalt ausgeführter Faustschlag ins Gesicht, der ebenso 
gut zu einer schweren Quetschung, ja selbst zu einem Kiefer-, Zahn- oder Nasen-
beinbruch hätte führen können, als Körperverletzung qualifiziert. Die gleiche Beur-
teilung wurde Fällen zuteil, wo infolge von Faustschlägen und Fusstritten bei ei-
nem der Opfer noch Spuren in der Nähe eines Auges sichtbar waren, sowie eine 
Quetschung der Unterlippe, und bei einer anderen Person eine Prellung im Be-
reich des Unterkiefers, eine Rippenquetschung, Schürfungen am Unterarm und an 
der Hand (vgl. zum Ganzen Pra 97 Nr. 148 E. 1.3 m.w.H.). Im Basler Kommentar 
werden als typische Beispiele von Tätlichkeiten etwa die Ohrfeige, selbst wenn sie 

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zu vorübergehendem Nasenbluten führt, Faustschläge, Fusstritte, heftige Stösse, 
Bewerfen mit Gegenständen von einigem Gewicht etc. genannt (vgl. Andreas 
Roth/Tornike Keshelava, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
recht, Bd. I, 4. Auflage, Basel 2019, N 3 zu Art. 126 StGB).

6.3.5. In Grenzfällen dient das Mass der verursachten Schmerzen als Abgren-
zungskriterium, um zu bestimmen, ob eine einfache Körperverletzung vorliegt oder 
ob es sich um eine Tätlichkeit handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018, E. 4.2 mit Hinweis auf Pra 97 Nr. 148 E. 
1.3).

6.4.1. Mit ihren Ausführungen zum Mass des Eingriffes in ihre physische Integrität 
und zum festgestellten Verletzungsbild, moniert die Beschwerdeführerin im Er-
gebnis die staatsanwaltschaftliche (rechtliche) Qualifikation der Einwirkungen als 
Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB statt als einfache Körperverletzung. 

6.4.2. Anlässlich ihrer ärztlichen Untersuchung konnten bei der Beschwerdeführe-
rin am 12. Juni 2017 Blutergüsse am Oberarm links (6x2cm), Oberarm rechts 
(11x9cm) und am Oberschenkel rechts (5cm) festgestellt werden (vgl. StA act. 3/4 
und act. 1/39). In den Akten finden sich sodann diverse von der Beschwerdeführe-
rin am 9. bzw. 10. Juni 2017 aufgenommene Fotografien, welche die einzelnen 
Verletzungen – teilweise mehrfach und aus unterschiedlichem Winkel – bildlich 
dokumentieren (StA act. 5/6 [Bild 1-19]). Diese bildliche Dokumentation ist sehr 
aufschlussreich. Die beschriebenen Hämatome – insbesondere dasjenige am 
Oberarm links – sind nicht sehr ausgeprägt und nur schwach sichtbar. Das Häma-
tom am Oberarm rechts zeigt sich am Folgetag aufgenommen zwar etwas dunkler 
und damit besser sichtbar. Die stärkere Kontrastierung könnte indes durch die 
schlechte Bildqualität bedingt sein. Es zeigen sich weiter lediglich leichte bis sehr 
leichte oberflächliche Hautabschürfungen und Kratzspuren. Im Arztbericht wird 
festgehalten, dass es sich um keine lebensgefährlichen Verletzungen handeln 
würde und nicht mit bleibenden Nachteilen zu rechnen sei. Es habe kein Spitalauf-
enthalt stattgefunden und es resultiere keine Arbeitsunfähigkeit. Die Heilung daue-
re voraussichtlich 2 Wochen. Die Beschwerdeführerin hielt anlässlich ihrer Einver-
nahme vom 28. November 2019 fest, dass es sich bei den physischen Übergriffen 
des Beschwerdegegners nicht um Schläge im klassischen Sinne gehandelt habe, 
sie weder mit der offenen Hand noch mit der Faust geschlagen und auch nicht 
gewürgt worden sei (StA act. 4/5, S. 6, Fragen 13, 14 und 16). Dass die Be-
schwerdeführerin nach dem und durch den mutmasslichen Übergriff an (erhebli-
chen) Schmerzen gelitten hätte, ist in den Akten nirgends dokumentiert. Anlässlich 
ihrer Befragung durch die ausserordentliche Staatsanwältin im Strafverfahren we-

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gen der polizeilichen Interventionen gegen den Beschwerdegegner wies die Be-
schwerdeführerin darauf hin, ihren Arzt (lediglich) wegen der Flecken aufgesucht 
zu haben (vgl. StA act. 4/3, S. 3, Frage 4). Dieser Beweggrund wird im Übrigen 
durch eine Aussage des Arztes bestätigt, welcher darauf hinwies, dass es nur um 
das Festhalten der Flecken gegangen sei (StA act. 4/5, S. 8, Ergänzungsfrage). 
Die Beschwerdeführerin wies überdies darauf hin, dass ihre Verletzungen nicht 
behandelt worden seien (StA act. 4/5, S. 7, Frage 21) und sie auch keine Medika-
mente wegen des mutmasslichen Vorfalles zu sich genommen habe (StA act. 4/5, 
S. 7, Frage 22). Hätte die Beschwerdeführerin an Schmerzen gelitten, hätte es auf 
der Hand gelegen, dass diese ärztlich behandelt, mindestens aber erwähnt wor-
den wären. Dass dem nicht so ist, spricht dagegen, dass die Beschwerdeführerin 
nach dem mutmasslichen Übergriff an nennenswerten Schmerzen gelitten hätte.

6.4.3. Selbst wenn dem von der Beschwerdeführerin – teilweise inkonsistent – 
geschilderten Geschehensablauf im Büro gefolgt würde, wonach sie vom Be-
schwerdegegner massiv an den Oberarmen gepackt worden sei (StA act. 4/1, S. 
1, Frage 1), er sie aus dem Büro "geschleudert" bzw. "vor sich her gestossen, d.h. 
geschleudert oder gewälzt" habe, um sich einer Diskussion zu entziehen und die 
dokumentierten Verletzungen (vgl. nachfolgend) tatsächlich aus dieser Auseinan-
dersetzung resultieren würden, wäre die staatsanwaltschaftliche Qualifikation die-
ses Tatkomplexes (nur) als Tätlichkeit nicht zu beanstanden. Das von der Staats-
anwaltschaft korrekt festgestellte Verletzungsbild ist in Übereinstimmung mit die-
ser als geringfügig zu bezeichnen und stellt keine Schädigung des Körpers oder 
der Gesundheit der Beschwerdeführerin dar. Der Schädigungsgrad erreicht die 
Schwelle zur Tatbestandsmässigkeit gemäss Art. 123 StGB nicht. Bezeichnen-
derweise setzt sich Beschwerdeführerin mit der staatsanwaltschaftlichen Qualifika-
tion der mutmasslichen physischen Einwirkung als Tätlichkeit nur pauschal und 
rudimentär auseinander. Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Vorbringen 
zum festgestellten Verletzungsbild (act. A.1, S. 8 f., lit. c) die Aufhebung der Ein-
stellungsverfügung zwecks Weiterführung des Strafverfahrens samt Anklageerhe-
bung oder Erlass eines Strafbefehls (wegen einfacher Körperverletzung gemäss 
Art. 123 StGB) zu erzielen versucht, ist die Beschwerde als unbegründet abzuwei-
sen, ist dieser Tatbestand doch offensichtlich nicht erfüllt (Art. 319 Abs. 1 lit. b 
StPO).

6.4.4. Angesichts des vorstehend Gesagten wäre der dem Beschwerdegegner 
vorgeworfene streitgegenständliche Lebenssachverhalt am späteren Vormittag im 
Büro lediglich noch auf eine Tatbestandsmässigkeit von Art. 126 StGB hin zu 
überprüfen. Die mutmassliche Auseinandersetzung soll am 9. Juni 2017 stattge-

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funden haben, sodass sie während des Beschwerdeverfahrens, kurz nach Ein-
gang der Beschwerdeantwort am 28. Mai 2020, verjährt wäre. Damit besteht kein 
schützenswertes Interesse der Beschwerdeführerin an der Aufhebung der Einstel-
lungsverfügung zwecks Untersuchung bzw. Anklageerhebung hinsichtlich dieses 
Lebenssachverhaltes mehr, ist eine Verurteilung nach Art. 126 StGB doch auszu-
schliessen. Auf die den Vorfall am späteren Vormittag betreffenden Vorbringen 
und Rügen (falsche Sachverhaltsfeststellung, Ermessensüberschreitung, Verlet-
zung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" etc.), welche letztlich allesamt nur 
noch darauf abzielen würden, die Einstellungsverfügung zwecks Weiterführung 
der Strafuntersuchung samt Anklageerhebung bzw. Erlass eines Strafbefehls we-
gen Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB aufzuheben, ist nicht einzutreten.

7.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, die Staatsanwaltschaft habe 
es unterschlagen, die weiteren Übergriffe in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 
2017 zu thematisieren. Der Beschwerdegegner habe die gemeinsam mit der 
jüngsten Tochter im Bett liegende Beschwerdeführerin aus dem Bett gezerrt und 
genötigt, seinen Anweisungen zu folgen, aufzustehen und die angeblich von ihr 
entwendete Haarsträhne seiner Mutter aus dem Molok auf dem Schulplatz zu ho-
len. Dieser Sachverhalt habe gemäss Beschwerdeführerin bis nach Mitternacht 
gedauert und sei im Rahmen der Erwägungen in der Einstellungsverfügung nicht 
geprüft worden. Mangels Auseinandersetzung mit den Aussagen der Parteien sei-
en auch keine weiteren notwendigen Abklärungen und Subsumtionen unter Tat-
bestände wie wiederholte Tätlichkeiten (Art. 126 StGB) oder Nötigung (Art. 181 
StGB) vorgenommen worden. Ohne die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu 
berücksichtigen, habe die Staatsanwaltschaft den Vorfall am Abend als folgenlo-
ser Streit abgetan. Dadurch sei eine Rechtsverweigerung gesetzt worden. Zumin-
dest sinngemäss rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Begründungs-
pflicht und damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Weiter macht die Be-
schwerdeführerin gestützt auf die Aussagen der Parteien geltend, dass der Sach-
verhalt nicht derart klar sei, um eine Einstellung des Verfahrens zu rechtfertigen 
(vgl. act. A.1, S. 5 ff., lit. b). 

7.2. Gemäss Art. 299 Abs. 2 StPO werden im Vorverfahren, ausgehend vom 
Verdacht, es sei eine Straftat begangen worden, Erhebungen getätigt und Bewei-
se gesammelt um festzustellen, ob gegen eine beschuldigte Person ein Strafbe-
fehl zu erlassen (lit. a), Anklage zu erheben (lit. b) oder das Verfahren einzustellen 
ist (lit. c). 

Die Strafuntersuchung gilt in jedem Fall als eröffnet, wenn die Staatsanwaltschaft 
Zwangsmassnahmen anordnet. Da die Vorladung als Zwangsmassnahme gilt, 

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genügt es in aller Regel für die Eröffnung, wenn die Staatsanwaltschaft erste Un-
tersuchungshandlungen selber vornimmt, namentlich die beschuldigte Person ein-
vernimmt oder eine Editionsverfügung erlässt (BGE 141 IV 20 E. 1.1.4). Der Eröff-
nungsverfügung kommt lediglich deklaratorische Wirkung zu (BGE 141 IV 20 E. 
1.1.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_1015/2016 vom 27. Oktober 2017, E. 2.1). 
Gleiches muss für die mit der Eröffnungsverfügung wesensverwandte Ausdeh-
nungsverfügung gelten (vgl. Art. 311 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 

7.3. Entscheidend für den Verfahrensgegenstand ist der zu beurteilende Le-
benssachverhalt und nicht dessen rechtliche Würdigung durch die Staatsanwalt-
schaft (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2018 vom 19. September 2019, E. 
3.1). Demzufolge muss aufgrund des geltenden Erledigungsprinzips von Art. 2 
Abs. 2 StPO lediglich der Sachverhalt in einer im Gesetz vorgesehenen Form ab-
geschlossen werden, jedoch nicht jeder einzelne Straftatbestand. Eine Einstellung 
lediglich einzelner Tatbestände zu verfügen ist grundsätzlich falsch (vgl. Pius Erni, 
Strafbefehl und Teileinstellungsverfügung bei gleichem Sachverhalt – Übersicht 
über die bundesgerichtliche Rechtsprechung und Erörterung möglicher Folgen für 
die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerschaft, in: forumpoenale 1/2020, S. 58; 
vgl. zum Ganzen auch Jürg-Beat Ackermann, Unzulässige Teileinstellung bei glei-
chem Lebenssachverhalt, in: forumpoenale 1/2017, S. 47). 

7.4. Hinsichtlich der Form und des allgemeinen Inhalts einer Einstellungsverfü-
gung verweist Art. 320 Abs. 1 StPO auf Art. 80 f. StPO. Demnach ist eine Verfü-
gung schriftlich zu erlassen und zu begründen (Art. 80 Abs. 2 StPO), wobei sich 
der Inhalt der Begründung nach Art. 81 Abs. 3 lit. b StPO bestimmt. Die Begrün-
dungspflicht ergibt sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 
Abs. 2 BV, Art. 107 StPO und dem Anspruch auf ein faires Verfahren gemäss Art. 
6 Ziff. 1 EMRK. Die Pflicht zur Offenlegung der Entscheidgründe soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und soll dem Betrof-
fenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies 
ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die 
Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen we-
nigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat 
leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen 
nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; 
129 I 232 E. 3.2; 126 I 97 E. 2b).

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Der Umfang und die Tiefe der Begründung haben sich an der Eingriffsintensität 
des Entscheides sowie dessen Bedeutung für Parteien und Verfahren zu orientie-
ren. Sind durch die Einstellung weder Privatkläger betroffen noch andere Beteiligte 
vorhanden, die durch die Einstellung beschwert wären, sind an die Begründungs-
dichte hinsichtlich der Einstellungsgründe geringere Anforderungen zu stellen, da 
die Begründung nicht als Grundlage für eine allfällige gerichtliche Überprüfung 
derselben dienen muss (Rolf Grädel/Matthias Heiniger, a.a.O., N 5 zu Art. 320 
StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, a.a.O., N 2 zu Art. 320 StPO). Je 
grösser der Spielraum, welcher der Behörde infolge Ermessen und unbestimmter 
Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je stärker ein Entscheid in die individuellen 
Rechte eingreift, umso höhere Anforderungen sind an die Begründung eines Ent-
scheides zu stellen (BGE 112 Ia 107 E. 2e m.w.H.).

7.5.1. Am 27. August 2018 wurde die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit 
dem Einsatz der polizeilichen Interventionseinheit vom 15. Juni 2017 gegen den 
Beschwerdegegner als Zeugin einvernommen. Anlässlich dieser Einvernahme 
schilderte sie erstmalig den mutmasslichen Übergriff durch den Beschwerdegeg-
ner am Abend bzw. in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017. Dieser habe sie 
gegen 12 Uhr an den Füssen aus dem Bett gezerrt. Er habe sie dann immer wie-
der aus dem Bett gezerrt. Der Beschwerdegegner habe sie angeschrien und auf-
gefordert, auf dem Schulhausplatz in einen Molok zu steigen und dort Gegenstän-
de herauszusuchen. Die jüngste Tochter habe versucht, neben ihr zu schlafen. 
Das sei bis Mitternacht so gegangen. Sie habe die Polizei angerufen, jedoch wie-
der aufgelegt, bevor ihr Anruf entgegengenommen worden sei (vgl. StA act. 4/3, 
Frage 4 und 13). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme im Verfah-
ren VV.2017.2727 vom 28. November 2019 gab die Beschwerdeführerin abermals 
zu Protokoll, dass der Beschwerdegegner am Abend des 9. Juni 2017 zu ihr ins 
Schlafzimmer gestürmt sei und sie an den Beinen, gemeint seien die Knöchel, 
gepackt habe und sie aus dem Bett gezerrt habe. Dies sei mehrmals geschehen. 
Er habe sie angeschrien und aufgefordert, auf den Schulhausplatz zu gehen und 
dort in einen Molok zu steigen (StA act. 4/5, S. 4, Frage 8). Dieser zweite Vorwurf 
unterscheidet sich in zeitlicher, sachlicher und örtlicher Hinsicht vom Tatkomplex 
im Büro um die Mittagszeit und stellt einen selbständigen Lebenssachverhalt dar. 
Nachdem der Beschwerdegegner im Rahmen seiner staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme als beschuldigte Person mit diesem Vorwurf konfrontiert worden 
war, ist zweifellos eine Ausdehnung der Strafuntersuchung auch auf diesen Le-
benssachverhalt erfolgt. Damit bildete auch dieser Sachverhaltskomplex Gegen-
stand der Strafuntersuchung und war entsprechend dem Erledigungsprinzip einer 
formellen Erledigung zuzuführen (vgl. Art. 2 Abs. 2 StPO). 

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7.5.2. Der Lebenssachverhalt fand insoweit Eingang in die Einstellungsverfügung, 
als er – zwar lediglich, aber immerhin – im Rahmen der Ausführungen zum Vorfall 
um die Mittagszeit im Büro zweimal als "folgenloser" Streit beschrieben wurde. 
Dass der Lebenssachverhalt am Abend nicht Gegenstand der vorliegenden Ein-
stellungsverfügung hätte bilden sollen, mithin lediglich eine Teileinstellung hin-
sichtlich des Vorfalles im Büro unter Ausklammerung des Vorfalles am Abend er-
folgt wäre, geht aus der Einstellungsverfügung nicht hervor. Dagegen spricht ei-
nerseits der (mehrfache) explizite Hinweis auf die mutmassliche Folgenlosigkeit 
des Streits am Abend sowie die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft in der Ein-
stellungsverfügung selbst pauschal darauf hinweist, dass die Einstellungsverfü-
gung den (gesamten) Vorwurf der "häuslichen Gewalt" zum Nachteil der Be-
schwerdeführerin betreffen würde, worunter zweifellos auch der mutmassliche 
Übergriff in der Nacht fällt (vgl. die angefochtene Einstellungsverfügung E. 1). Ent-
sprechend steht fest, dass dieser Lebenssachverhalt (Vorfall am Abend) Gegen-
stand der Strafuntersuchung bildete und mit der vorliegenden Einstellungsverfü-
gung seinen formellen Abschluss fand bzw. finden sollte. 

7.5.3. Wie die Staatsanwaltschaft zum Schluss gelangt ist, der Streit am Abend 
sei folgenlos gewesen, ist indessen nicht nachvollziehbar. Aus der Begründung 
geht weder hervor, auf welche Beweise sich die Staatsanwaltschaft stützt noch 
wie sie diese würdigt. Wie sich der Streit letztlich zugetragen haben soll, d.h. auf 
welchen Sachverhalt sich die Staatsanwaltschaft stützt, wird nicht näher ausge-
führt. Aus dieser ungenügenden Auseinandersetzung in tatsächlicher Hinsicht folgt 
auch das Fehlen einer eigentlichen rechtlichen Einordnung des Sachverhalts auf 
ein mögliches strafbewehrtes Verhalten. Bezeichnenderweise äussert sich die 
Staatsanwaltschaft in diesem Kontext auch nicht explizit zu den Einstellungsgrün-
den von Art. 319 StPO. Bei dieser Sachlage ist es der Beschwerdeinstanz nicht 
möglich, die Rechtmässigkeit der Einstellung zu prüfen. Die Einstellungsverfügung 
erweist sich in diesem Punkt als formell mangelhaft, ist aufzuheben und an die 
Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Die Staatsanwaltschaft wird sich – kommt sie 
erneut zu gleichem Schluss – explizit zu den Gründen zu äussern haben, inwie-
fern eine Verfahrenseinstellung auch hinsichtlich des untersuchten Lebenssach-
verhaltes in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017 gerechtfertigt ist. Hierfür be-
darf es jedoch vorgängig der Klärung, auf welchen Sachverhalt sie sich stützt. Da-
bei hat sich die Staatsanwaltschaft auch mit dem neuen Vorbringen der Be-
schwerdeführerin auseinanderzusetzen, welche im Vorfall von der Nacht vom 9. 
auf den 10. Juni 2017 eine Nötigungshandlung gemäss Art. 181 StGB erkennen 
möchte. Freilich bleibt es ihr nach der Rückweisung unbenommen, den Tatkom-
plex einer anderen Erledigungsform als der Einstellung zuzuführen. 

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8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einstellungsverfügung hin-
sichtlich des überprüften Lebenssachverhaltes am späteren Vormittag im Büro 
betrifft, nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen, 
soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. Sie ist jedoch hinsichtlich des 
Vorfalles in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017 begründet. Vor diesem Hin-
tergrund ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen teilweise gutzuheissen, 
soweit darauf einzutreten ist. 

9. Die Staatsanwaltschaft verfügte in der Einstellungsverfügung zu Recht, 
dass die Kosten in Höhe von CHF 150.00 der Kanton trage (Art. 423 Abs. 1 
StPO). Insofern erübrigt es sich, im Beschwerdeverfahren darüber neu zu befin-
den. 

10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin nach 
Massgabe ihres Unterliegens kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Be-
schwerdeführerin, deren Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mit Verfügung 
des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 
25. September 2020 abgewiesen wurde (SK2 20 29), obsiegt, was die Einstellung 
bezüglich des Tatkomplexes in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017 anbelangt 
(vgl. oben E. 7.5.1. ff.). Ihr Vorbringen hinsichtlich des Lebenssachverhaltes am 
späteren Vormittag ist demgegenüber als unbegründet abzuweisen, soweit darauf 
eingetreten werden kann. Der angefallene Prüfungsaufwand war für die Be-
schwerdeinstanz hinsichtlich beider Punkte in etwa gleich. Unter diesen Umstän-
den rechtfertigt sich, die Verfahrenskosten – welche in Anwendung von Art. 8 der 
Verordnung über die Gerichtsgebühren im Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf 
CHF 2'000.00 festgesetzt werden – zur Hälfte, d.h. in Höhe von CHF 1'000.00 der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der verbleibende Anteil von CHF 1'000.00 geht 
in Anwendung von Art. 428 Abs. 4 StPO, welcher auch im Beschwerdeverfahren 
zur Anwendung gelangt (vgl. Patrick Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweize-
rischer Strafprozessordnung, Zürich 2011, N 573), zu Lasten des Kantons 
Graubünden. 

10.2. Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_115/2019 vom 15. Mai 2019, E. 5.2). Mithin wäre die Be-
schwerdeführerin mit ½ ihrer Aufwendungen zu entschädigen. 

Wird von der beschwerdeführenden Partei keine Honorarnote eingereicht oder ist 
diese nicht ausreichend detailliert, wird der anwaltliche Aufwand grundsätzlich 
nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt. Vorliegend ist jedoch – im Sinne ei-
ner lex specialis – Art. 433 Abs. 2 StPO zu beachten, wonach die Privatkläger-

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schaft ihre Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu beantragen, zu be-
ziffern und zu belegen hat. Kommt sie dieser Pflicht nicht nach, so tritt die Straf-
behörde auf den Antrag nicht ein. Diese Bestimmung gilt auch im Rechtsmittelver-
fahren (vgl. Art. 436 Abs. 1 StPO; Stefan Wehrenberg/Friedrich Frank, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Auflage, Basel 2014, N 7 zu Art. 436 StPO; Beschluss des Kantonsge-
richts von Graubünden SK2 20 34 vom 24. August 2020, E. 9.2.1 m.w.H.). Die 
Privatklägerschaft muss dementsprechend von sich aus aktiv werden und 
zunächst überhaupt einen Antrag stellen und diesen sodann beziffern und bele-
gen. Der Untersuchungsgrundsatz gilt hierbei nicht (Urteil des Bundesgerichts 
1B_475/2011 vom 11. Januar 2012, E. 2.2). 

Die Beschwerdeführerin hat vorliegend zwar eine ausseramtliche Entschädigung 
beantragt, den entsprechenden Anspruch jedoch weder beziffert noch belegt. Pra-
xisgemäss ist ihr deshalb keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen.

10.3. Wird das ausschliesslich von der Privatklägerschaft erhobene Rechtsmittel 
abgewiesen, hat diese die durch die adäquate Wahrnehmung der Verfahrensrech-
te entstandenen Verteidigungskosten der beschuldigten Person zu tragen (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1125/2013 vom 26. Juni 2014, E. 4.2 m.w.H.). Im 
Umfang seines Obsiegens ist der Beschwerdegegner mithin durch die Beschwer-
deführerin ausseramtlich zu entschädigen. 

Der Beschwerdegegner obsiegt im vorliegenden Verfahren mit Ausnahme des 
Lebenssachverhalts in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017. Es rechtfertigt 
sich, ihm ½ seiner für die Wahrnehmung seiner Verfahrensrechte notwendigen 
Verteidigungskosten zu entschädigen. Der Beschwerdegegner macht in seiner 
Honorarnote vom 28. Mai 2020 einen zu entschädigenden Aufwand von 
CHF 3'034.25 geltend (11.05 Stunden zu CHF 250.00 zzgl. CHF 47.60 Spesen 
sowie CHF 215.80 MwSt.). Der geltend gemachte Stundenaufwand ist nicht zu 
beanstanden. Da aber keine Honorarvereinbarung im Recht liegt, ist die Entschä-
digung gemäss konstanter Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden auf Basis 
des gemäss Art. 3 Abs. 1 HV mittleren Stundenansatzes von CHF 240.00 zu be-
rechnen (vgl. statt vieler Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK1 14 18 
vom 12. November 2014, E. 20b m.w.H.). Die geltend gemachte Spesenentschä-
digung von CHF 47.60 ist nicht zu beanstanden. Hinzu kommen 7.7% MwSt. Es 
resultiert ein angemessenes Honorar von CHF 2'860.45 (11.05 Stunden zu 
CHF 240.00 zzgl. CHF 47.60 Spesen und CHF 207.85 MwSt.). Entsprechend sei-
nes Obsiegens von ½ ist der Beschwerdegegner von der Beschwerdeführerin mit 
CHF 1'430.20 (inkl. Spesen und MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutheissen, soweit darauf eingetreten wird. 
Die angefochtene Einstellungsverfügung vom 16. April 2020 wird aufgeho-
ben, soweit sie den Vorfall in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017 anbe-
langt, und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Staatsan-
waltschaft zurückgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zu 1/2, 
somit im Umfang von CHF 1'000.00, zulasten von A._____ und verbleiben 
zu 1/2, somit im Umfang von CHF 1'000.00, beim Kanton Graubünden. 

3. A._____ hat B._____ für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 1'430.20 (inkl. Spesen und MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen. 

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: