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**Case Identifier:** 2eaa8ecc-ec46-5aa6-87c8-8bfd1eb4b7d4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.01.2022 200 2021 670
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-670_2022-01-10.pdf

## Full Text

200 21 670 IV
KOJ/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Januar 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. August 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Februar 2020 unter Hinweis auf die Folgen eines Autoun-
falls vom 2. Januar 2018 (Wirbelkörperfraktur, Nasenbeinfraktur, Kniever-
letzung rechts, Status nach mehreren Wirbelsäulenoperationen, chronische 
Rücken-Nacken-Kopfschmerzen und Depression) bei der Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB nahm Rücksprache 
mit der beteiligten Unfallversicherung und traf Abklärungen, namentlich 
holte sie ein vom 5. Mai 2021 datierendes polydisziplinäres Gutachten der 
MEDAS C.________ (AB 92.2 [Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung]) ein. 
Gestützt darauf stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 10. Juni 
2021 (AB 95) die Abweisung ihres Gesuchs um IV-Leistungen in Aussicht. 
Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 14. Juni 2021 Einwand (AB 96). Nach einmaliger Frist zur 
Nachbesserung der Einwände (vgl. AB 97, 102 f.) verfügte die IVB am 
26. August 2021 wie angekündigt (AB 104). 

B.

Mit Eingabe vom 23. September 2021 erhob die Versicherte, nach wie vor 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer gan-
zen Invalidenrente. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen 
und anschliessend über den Rentenanspruch zu entscheiden. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2021 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. August 2021 
(AB 104). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der IV, insbesondere eine Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221, 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127). Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsscha-
den eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich 
anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 
E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

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Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3.2 Bei den nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich 
tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet 
werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Be-
messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, 
in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(spezifische Methode; Art. 28a Abs. 2 IVG; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin veranlasste zur Klärung des medizini-
schen Sachverhaltes eine versicherungsexterne polydisziplinäre Begutach-
tung der Beschwerdeführerin durch die MEDAS C.________ (nachfolgend: 
Medas; AB 92.2 [Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung], AB 92.3-92.9). Im 
Gutachten vom 5. Mai 2021 (AB 92.2) stellten die Dres. med. D.________, 
Praktischer Arzt und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, E.________, 
Facharzt für Neurologie, F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, G.________, Praktischer 
Arzt und Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und 
H.________, Fachärztin für Neurologie und für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Dia-
gnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Präadiposi-
tas, eine Hypothyreose, eine Cephalgie unklarer Signifikanz und Ausprä-
gung (DD: Analgetika-induzierter Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz), 

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eine Spondylodese BWK12 bis LWK2 mit Hemivertebrektomie LWK1 vom 
6. Januar 2018 und dorsaler perkutaner Osteosynthesematerialentfernung 
der Stabilisation BWK12 bis LWK2 vom 23. Oktober 2018, eine osteochon-
drale Läsion im dorsalen Anteil des lateralen Femurcondylus rechts, ohne 
namhafte klinische Funktionseinschränkung, eine dorsale Instrumentation 
von BWK12 auf LWK2, Hemilaminektomie LWK1 und ventrale Cageimplan-
tation nach instabiler Hyperflexionsverletzung BWK12/LWK1 (6. Januar 
2018) und Status nach Metallentfernung der dorsalen Stabilisierung 
(23. Oktober 2018), erfüllte Fibromyalgiekriterien, eine leichte depressive 
Episode und eine spezifische (isolierte) Phobie (Autofahren; AB 92.2/11 f. 
Ziff. 4.2). 

Insgesamt bestünden keine somatischen Befunde oder Diagnosen mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 92.2/12 Ziff. 4.3). Aus den erhobenen Be-
funden lasse sich keine namhafte Minderung der Alltags-Selbstständigkeit 
oder der Selbstversorgungsfähigkeit ableiten. Auch sei die soziale Integra-
tion erhalten und die Beschwerdeführerin habe eine Fernreise unterneh-
men können. Konflikte im sozialen Bereich (Familie) seien nicht ersichtlich 
(AB 92.2/12 Ziff. 4.5). Auch rückblickend ergebe sich aus sämtlichen be-
gutachteten Disziplinen sowie aus interdisziplinärer Sicht sowohl in der 
bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit kein Anhalt für eine in-
validisierende Gesundheitsstörung mit Einfluss auf die Belastbarkeit. Die 
Vorberichte und vorangegangene Einschätzung würden nicht derart 
schlüssig wirken, dass sich retrospektiv eine dauerhafte invalidisierende 
Erkrankung mit Einfluss auf die Belastbarkeit in einer angepassten Arbeits-
tätigkeit ableiten liesse. Allenfalls sei eine passagere, psychiatrisch be-
gründete Minderung der Arbeitsfähigkeit denkbar, was sich jedoch rückbli-
ckend nicht näher zeitlich eingrenzen oder quantifizieren lasse. Wenn be-
reits die Grundregeln der ICD-10 in der psychiatrischen Diagnose-Findung 
der behandelnden Psychiaterin nicht eingehalten würden, sei letztlich auch 
die übrige Bewertung nicht als ausreichend verlässlich anzusehen 
(AB 92.2/13 ff. Ziff. 4.7 f.).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

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nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizini-
sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 
E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.3

3.3.1 Das polydisziplinäre Medas-Gutachten vom 5. Mai 2021 (AB 92.2) 
erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweiskräftige versi-
cherungsexterne Expertise (vgl. E. 3.2 hiervor). Die darin enthaltenen Fest-
stellungen und Ausführungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 8

Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getroffen worden. Ge-
stützt darauf haben die Gutachter die medizinischen Zusammenhänge ein-
leuchtend und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähig-
keit nachvollziehbar begründet dargestellt. Die Ergebnisse der einzelnen 
fachärztlichen Untersuchungen fanden sodann Eingang in die umfassende 
interdisziplinäre Konsensbeurteilung. Das Gutachten ist im Übrigen in sich 
widerspruchsfrei, schlüssig und überzeugend.

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Frage einer allfälligen 
Unfallkausalität der geklagten Beschwerden sowie die diesbezügliche Aus-
sagekraft des Medas-Gutachtens vom 5. Mai 2021 (AB 92.2-92.9) einsch-
liesslich der unfallversicherungsspezifischen Zusatzfragen (vgl. dazu 
AB 82/1-4, 84, 98, 107.1) nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens 
betreffend Leistungen der finalen Invalidenversicherung (vgl. dazu Ent-
scheid des BGer vom 23. September 2021, 9C_311/2021, E. 4.2 mit Hin-
weisen) bilden, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.

3.3.2 Die übrigen medizinischen Akten und insbesondere auch die ver-
schiedenen Berichte der behandelnden Psychiaterin, Dr. med. I.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. AB 82/17-19, 71, 38), 
sind nicht geeignet, konkrete Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüssig-
keit des Medas-Gutachtens zu wecken. Die entsprechenden Akten, na-
mentlich die vorgenannten psychiatrischen Verlaufsberichte, waren den 
Gutachtern allesamt bekannt (vgl. AB 92.2/28 ff., insb. AB 92.2/44 f. und 
49) und sie setzten sich damit im Rahmen der jeweiligen Teilgutachten als 
auch im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung der zumutbaren Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit (vgl. AB 92.2/13-25) einlässlich und überzeugend 
begründet auseinander. Den Berichten sind sodann keine wichtigen – und 
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte zu 
entnehmen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben wären, sodass die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
durch die behandelnde Psychiaterin keinen Anlass gibt, die gutachterlichen 
Schlussfolgerungen in Frage zu stellen (vgl. E. 3.2 hiervor). 

Daran vermag auch die im Beschwerdeverfahren ins Recht gelegte Stel-
lungnahme von Dr. med. I.________ vom 26. August 2021 (Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 9

beilage [BB] 3) nichts zu ändern, da die behandelnde Psychiaterin – wie 
bereits in früheren Berichten (vgl. AB 38, 71) – unmittelbar gestützt auf die 
unkritisch übernommenen subjektiven Schmerzangaben und den somati-
schen Behandlungsverlauf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psych-
iatrischer Sicht annimmt, ohne jedoch diese Schmerzangaben in irgendei-
ner Form zu plausibilisieren (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296). Ferner 
ist sämtlichen Berichten von Dr. med. I.________ weder eine nachvollzieh-
bare Herleitung der gestellten psychiatrischen Diagnosen noch eine Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit nach Massgabe der sog. Standardindikatoren 
gemäss BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 2.2 hiervor) zu entnehmen, sodass 
sie auch in dieser Hinsicht nicht überzeugen. Demgegenüber legte die 
psychiatrische Sachverständige Dr. med. H.________ die von ihr gestellten 
Diagnosen gestützt auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 
(AB 92.7/4-14), den erhobenen detaillierten klinischen Befund (AB 92.7/15-
17) und ergänzende Abklärungen (bildgebende Abklärungen und Labor 
[AB 92.8/1-4 und 8 f. bzw. AB 92.7/24 Ziff. 4.3.3], neuropsychologische 
Testung [AB 92.7/17-24]) einlässlich und überzeugend begründet dar 
(AB 92.7/25 ff.). In diesem Zusammenhang ist sodann darauf hinzuweisen, 
dass es invalidenversicherungsrechtlich ohnehin regelmässig nicht auf die 
(genaue) Diagnose ankommt, sondern darauf, welche Auswirkungen eine 
Beschwerdesymptomatik auf die Arbeitsfähigkeit hat (statt vieler: Entscheid 
des BGer vom 28. Mai 2019, 9C_867/2018, E. 5.2.1). Hierzu nahm 
Dr. med. H.________ ebenfalls Stellung (AB 92.7/34). Weiter ging sie ins-
besondere auch auf die von Dr. med. I.________ vertretene Diagnostik 
(vgl. AB 71/2 Ziff. 3) ein, wobei sie diese zutreffend (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, F45.4 S. 233) als im Widerspruch zu den Regeln der ICD-10 stehend 
qualifizierte (vgl. AB 92.7/27 f., vgl. auch AB 92.2/13 ff.). Diese gutachterli-
chen Ausführungen überzeugen und sind mit Blick auf die gestützt auf den-
selben medizinischen Sachverhalt geäusserte abweichende Einschätzung 
der behandelnden Psychiaterin nicht in Zweifel zu ziehen (vgl. E. 3.2 hier-
vor). Es gilt denn auch bei der Beweiswürdigung zu beachten, dass die 
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei 
erfolgen kann. Sie eröffnet der begutachtenden Psychiaterin daher prak-
tisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 10

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu re-
spektieren sind, sofern die Expertin – wie vorliegend der Fall – lege artis 
vorgegangen ist (statt vieler: Entscheid des BGer vom 8. Januar 2021, 
8C_720/2020, E. 4.2 mit Hinweisen). 

Insgesamt ist damit weder im Zeitpunkt des Medas-Gutachtens vom 5. Mai 
2021 (AB 92.2) noch im retrospektiven Verlauf ein psychischer Gesund-
heitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erstellt. Dementspre-
chend kann praxisgemäss auf ein strukturiertes Beweisverfahren verzichtet 
werden (Entscheid des BGer vom 12. Dezember 2019, 8C_597/2019, 
E. 7.2.3 mit Hinweisen).

3.3.3 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass Dr. med. 
G.________ als Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation für 
die Erstattung des rheumatologischen Teilgutachtens (AB 92.6) fachlich 
nicht kompetent gewesen sei. Zudem äussert sie Zweifel an der Unabhän-
gigkeit der Gutachterstelle (Beschwerde S. 6).

Hinsichtlich der angedeuteten Zweifel an der Objektivität der nach dem 
Zufallsprinzip (Art. 59 Abs. 3 IVG i.V.m. Art. 71bis der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; vgl. 
dazu BGE 139 V 349 E. 2.2 S. 351; AB 86) ausgewählten Gutachterstelle 
ist daran zu erinnern, dass sich ein Ausstandsbegehren rechtsprechungs-
gemäss stets nur gegen Personen und nicht gegen eine Institution oder 
Behörde als solche richten kann (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2019, 
8C_803/2019, E. 4.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin vermag zu-
dem nicht aufzuzeigen, inwieweit bei der Durchführung der Begutachtung 
durch die Medas Verfahrensgarantien verletzt worden wären oder sie ins-
gesamt unfair verlaufen wäre. 

Entgegen der Beschwerdegegnerin (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 lit. C./b 
Ziff. 16) ist die Beanstandung der fehlenden Fachkompetenz von Dr. med. 
G.________ nicht als verspätet erfolgt zu qualifizieren. Denn im Rahmen 
der Mitteilung der Begutachtung vom 17. Dezember 2020 (AB 87) wurde 
Dr. med. G.________ – ohne exakte Bezeichnung seines Facharzttitels – 
als Sachverständiger in der Fachrichtung Rheumatologie bezeichnet, womit 
die Beschwerdeführerin gestützt auf die Angaben der Beschwerdegegnerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 11

zu diesem Zeitpunkt (noch) keinen konkreten Anlass zu einem diesbezügli-
chen Einwand gegen den vorgesehenen Gutachter hatte. Ohnehin handelt 
es sich beim Einwand der fehlenden Sachkompetenz nicht um einen for-
mellen, sondern um einen materiellen Ablehnungsgrund, der in der Regel 
mit dem Entscheid in der Sache im Rahmen der Beweiswürdigung zu be-
handeln ist (BGE 137 V 210 E. 3.4.1.2 S. 248 f., 132 V 93 E. 6.5 S. 108). 
Umstände, die ein Abweichen von diesem Grundsatz rechtfertigen, sind 
nicht ersichtlich und wurden von der Beschwerdegegnerin ebenso wenig 
bezeichnet. 

Die materiellen Einwände gegen den rheumatologischen Gutachter sind 
indes unbegründet: Nach der Rechtsprechung ist eine zuverlässige gutach-
terliche Beurteilung von Knie- und Rückenleiden durch einen Facharzt für 
Physikalische Medizin und Rehabilitation keineswegs ausgeschlossen (vgl. 
Entscheid des BGer vom 9. Oktober 2009, 9C_82/2009, E. 5.2 im Zusam-
menhang mit einer versicherungsinternen Beurteilung durch den Regiona-
len Ärztlichen Dienst [RAD]). Dies gilt umso mehr, als die Spezialisten der 
physikalischen Medizin und Rehabilitation gemäss Weiterbildungspro-
gramm der FMH vom 1. Januar 2008 https://www.siwf.ch/files/pdf16/physi 
kalische_medizin_version_internet_d.pdf) über die notwendigen Kompe-
tenzen verfügen müssen, um Schmerzzustände, welche die Rehabilitation 
behindern können, zu diagnostizieren und ganzheitlich zu behandeln, und 
dank ihrer fundierten Kenntnisse in Ergonomie und der Versicherungsme-
dizin auch Arbeitgeber und Institutionen in diesen Bereichen zu schulen 
und beraten befugt sind (Ziff. 1.1.2); sie beherrschen sodann Krankheiten 
der Gelenke (degenerativ, entzündlich u.a.), der Wirbelsäule (degenerativ, 
entzündlich), des Knochens und Knorpels, der Weichteilgewebe (Muskeln, 
Sehnen, Bindegewebe), lokal, systemisch und entzündlich, und ferner post-
traumatische Zustände (konservativ und/ oder operativ behandelt), Zustän-
de nach gelenkerhaltenden oder gelenkersetzenden Operationen sowie 
nach Operationen der Wirbelsäule (Ziff. 3.2.1); gemäss Ziff. 3.2.2 ebenfalls 
zu beherrschen haben sie u.a. klinisch-rheumatologische Untersuchungen 
sowie ergonomische Untersuchungen (wie Evaluation und Basisteste der 
funktionellen Leistungsfähigkeit) und Arbeitsplatzabklärungen (wie Arbeits-
anamnese und job match; vgl. BGer 9C_82/2009, E. 5.2.3). Dr. med. 
G.________ war somit aufgrund seiner fachärztlichen Qualifikationen in der 

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Lage, die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen diagnostisch 
zu erfassen und in den medizinischen Kontext einzuordnen. Die von der 
Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang zitierte Rechtsprechung 
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (heute: Bundesgericht bzw. 
BGer) betrifft andere medizinische Fachgebiete bzw. fachärztliche Qualifi-
kationen und ist deshalb nicht einschlägig. 

Weiter verfügte Dr. med. G.________ im Zeitpunkt der Erstattung des Gut-
achtens über sämtliche massgeblichen orthopädischen und rheumatologi-
schen Berichte, insbesondere die rheumatologischen Untersuchungsbe-
richte vom 14. Oktober und vom 13. November 2020 (AB 63/3-7, 73), und 
er legte einlässlich und nachvollziehbar begründet dar, dass im Rahmen 
der Begutachtung aufgrund der klinischen, laborchemischen und bildge-
benden Abklärungen sowie unter Berücksichtigung der von der Beschwer-
deführerin gezeigten Inkonsistenzen keine entzündliche Erkrankung aus 
dem rheumatologischen Formenkreis mit hinreichender Wahrscheinlichkeit 
bestätigt werden kann (AB 92.6/27 ff.). Dies überzeugt und es wurde denn 
auch von den behandelnden Ärzten keine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer 
diagnostizierten Erkrankung aus dem rheumatologischen Fachgebiet attes-
tiert. Eine (fachlich) unzureichende Abklärung der geltend gemachten 
Schmerzzustände in rheumatologischer Hinsicht ist nicht ersichtlich. Wenn 
die Medas-Gutachter unter den gegebenen Umständen und unter Berück-
sichtigung der weiteren gutachterlichen Abklärungen auf den zusätzlichen 
Beizug eines Facharztes für Rheumatologie verzichteten, ist das nicht zu 
beanstanden, dies auch unter dem Aspekt, dass den Gutachtern recht-
sprechungsgemäss betreffend den Umfang der gutachterlichen Abklärun-
gen sowohl für die Wahl der Untersuchungsmethoden wie auch für den 
Beizug weiterer Experten ein weiter Ermessensspielraum zukommt (Ent-
scheid des BGer vom 7. September 2018, 9C_216/2018, E. 3.5 mit Hinwei-
sen).

3.4 Dem Voranstehenden zufolge bildet das Medas-Gutachten vom 
5. Mai 2021 (AB 92.2) eine zuverlässige Grundlage für die Beurteilung des 
anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhalts. Dieser ist somit hinrei-
chend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweisvorkehrungen, namentlich die 
beantragte Einholung eines Gerichtsgutachtens (Beschwerde S. 7 f.), ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 13

zichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4).

Gestützt auf das beweiskräftige Medas-Gutachten vom 5. Mai 2021 be-
stand auf jeden Fall seit der im Februar 2020 erfolgen IV-Anmeldung bis 
zur angefochtenen Verfügung vom 26. August 2021 (AB 104) zu keinem 
Zeitpunkt ein invalidisierender Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Folglich besteht keine Invalidität im 
Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor), womit die Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf (Renten-)Leistungen der IV hat. 

4.

Nach dem Dargelegten ist die mit Verfügung vom 26. August 2021 
(AB 104) erfolgte Abweisung des Leistungsgesuchs nicht zu beanstanden. 
Die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen. 

5.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Jan. 2022, IV/21/670, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.