# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26903424-8372-5e63-a19f-2e72b66cde3b
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-17
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 17.03.2025 SSG 2024/E/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-16_2025-03-17.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/16 - SSI v. A._____ 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Roy Levy, Rechtsanwalt, Winterthur 

Richterin:   Sabrina Schelbert, Juristin, Bern 

Richter:    Benvenuto Savoldelli, Rechtsanwalt und Notar, Olten 

 

 

 

In der Sache zwischen 

 

 

 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Nicolas Chardonnens, Rechtsdienst 

 

- Antragstellerin - 

 

 

und 

 

A._____,  

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach schwei-

zerischem Recht mit Sitz in Bern. Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als Nationale Agen-

tur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) als auch als 

Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer Sport (Art. 72f 

SpoFöV) zuständig. 

 

2. A._____ ("angeschuldigte Person" oder "Angeschuldigter") ist (geboren 1999) Wertungs- 

bzw. Kampfrichter sowie Ersatz-Jugi-Leiter des Turnvereins X._____. 

 

3. Die SSI und die angeschuldigte Person werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" be-

zeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Verstoss gegen das Swiss Olympic 

Ethik-Statut des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022 ("Ethik-Statut")3. 

 

5. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts basie-

rend auf den eingereichten Akten sowie den Schilderungen der Parteien in ihren schriftli-

chen Eingaben und anlässlich der mündlichen Verhandlung vor dem Schweizer Sportgericht 

vom 9. Januar 2025 ("Hauptverhandlung") wiedergegeben. Für weiterführende Details wird 

auf die Eingaben der Parteien, die Verfahrensakten und die Inhalte der Hauptverhandlung 

verwiesen respektive im nachfolgenden Entscheid nur dort auf sie eingegangen, wo dies für 

die Beurteilung der betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

6. Am 2. resp. 3. Juli 2023 meldete die Oberturnerin B._____ vom Turnverein (TV) Y._____, es 

sei beim Kantonalen Turnfest Z._____ am Samstag, 24. Juni 2023 durch die angeschuldigte 

Person zu verbalen sexuellen Übergriffen gegenüber drei 15- bzw. 16-jährigen Jungturnerin-

nen, C._____, D._____ und E._____ vom TV Y._____, gekommen. In der Folge führte SSI am 

8. August 2023 mit D._____, am 9. August 2023 mit E._____ und am 10. August 2023 mit 

C._____ Telefongespräche durch und tätigte weitere Abklärungen.  

1. Vorabklärungen 

7. Aufgrund der Abklärungsergebnisse erhärtete sich der Verdacht gegen die angeschuldigte 

Person und SSI entschied, Vorabklärungen zu treffen. Die Eröffnung der Vorabklärungen 

wurden den drei mutmasslichen Opfern am 29. August 2023 und der angeschuldigten Per-

son am 30. Oktober 2023 mitgeteilt.  

 

8. Am 20. September 2023 wurden E._____, D._____ und C._____ formell befragt. Die ange-

schuldigte Person zeigte sich bei der Terminfindung wenig kooperativ. Die formelle 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 (Sportförde-

rungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 (Sportförde-

rungsverordnung, SpoFöV). 
3  Swiss Olympic Ethik-Statut des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022, Version inkl. der Anpassungen 

mit Inkrafttreten per 26. November 2022 (Ethik-Statut). 

 

 3 

Befragung der angeschuldigten Person konnte schliesslich am 4. Januar 2024 via MS Teams 

stattfinden. 

 

9. Während über zwei Monaten erkundigte sich SSI in der Folge wiederholt bezüglich der Rück-

sendung des ausgefertigten Protokolls bei der angeschuldigten Person. Die angeschuldigte 

Person verlangte zunächst diverse Änderungen am Protokoll, welche nicht mit den Audio-

aufnahmen übereinstimmten. Anlässlich der ersten Retournierung des Protokolls war dieses 

nicht unterschrieben und mit neuen hineingeklebten Textstellen ergänzt. Die zweite Retour-

nierung des Protokolls wurde SSI aufgrund der fehlerhaften Adressierung durch die ange-

schuldigte Person nicht zugestellt. Das unterzeichnete Protokoll traf schlussendlich am 

29. April 2024 bei SSI ein. Bei jeder Nachfrage bezüglich des Protokolls erkundigte sich SSI 

auch betreffend die Haltung der angeschuldigten Person bzgl. einer einvernehmlichen Lö-

sung. Diesbezüglich ging jedoch keine Rückmeldung der angeschuldigten Person bei SSI ein. 

2. Untersuchungsverfahren 

10. Da sich die angeschuldigte Person nicht zur Möglichkeit der einvernehmlichen Lösung äus-

serte, eröffnete SSI mit Untersuchungsbericht vom 14. Mai 2024 formell die Untersuchung 

und setzte der angeschuldigten Person Frist zur Erstattung einer Stellungnahme, welche die 

angeschuldigte Person ungenutzt verstreichen liess. 

B. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

11. Am 20. August 2024 ging beim Schweizer Sportgericht ein Untersuchungsbericht von SSI in 

Sachen SSI und A._____ betreffend Ethikverstösse mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

 
"1. Es sei durch die Stiftung Schweizer Sportgericht in Feststellung ihrer Zuständigkeit ein 

Verfahren gegen A._____ zu eröffnen. 

 2. Das in Übereinstimmung mit Ziff. 1 eröffnete Verfahren sei in deutscher Sprache zu füh-
ren. 

 3. Es seien durch A._____ begangene Verstösse gegen Art. 2.1.4 Ethik-Statut des Schwei-
zer Sports von Swiss Olympic festzustellen. 

 4. Es sei A._____ für die Dauer von mindestens einem Jahr jegliche Tätigkeit als Wertungs- 
oder Kampfrichter oder für sonstige Hilfeleistungen vor Ort anlässlich von Sportveran-
staltungen zu untersagen. 

 5. Für die gleiche Dauer sei A._____ die Teilnahme an Sportveranstaltungen, bei welchen 
(weibliche) Athletinnen teilnehmen können, zu sperren. 

 6. Es sei A._____ zu verpflichten, auf eigene Kosten ein Coaching im Umfang von fünf Lek-
tionen à mind. 45min zu absolvieren, in welcher er sich mit den Grundlagen für einen 
angemessenen Umgang mit (weiblichen) Sportlerinnen, insbesondere betreffend ange-
messene Kommunikation ohne sexuell annotierte Inhalte resp. sexueller Gewalt, ausei-
nandersetzt sowie das eigene diesbezügliche Verhalten gegenüber (weiblichen) Sport-
lerinnen reflektiert; dabei sei: 

6.1 A._____ zu verpflichten, den vorliegenden Untersuchungsbericht sowie den Ent-
scheid der Stiftung Schweizer Sportgericht durch die Stiftung Swiss Sport lntegrity 
der/dem betreffenden Coach:in vorzulegen zu lassen; 

6.2 A._____ zu verpflichten, sich zum Voraus die Geeignetheit des gewählten Coachin-
gangebots von Swiss Sport lntegrity bestätigen zu lassen; bei Bestätigung der Ge-
eignetheit sendet die Stiftung Swiss Sport lntegrity gemäss Ziff. 6.1 dem/der 
Coach:in den Bericht sowie den Entscheid zu. 

 7. Die gemäss Anträgen Ziff. 4 und 5 zu verhängende Sperre sei nach Ablauf der einjähri-
gen Mindestdauer nur aufzuheben, sofern A._____ den Nachweis gegenüber der 

 

 4 

Stiftung Swiss Sport lntegrity erbringt, das Coaching gemäss Antrag Ziff. 6 erfolgreich 
absolviert zu haben. 

 8. Es sei gegenüber A._____ eine Geldbusse in Höhe von mindestens CHF 1'000.00 aufzu-
erlegen. 

 9. Ein Teil der Kosten des Untersuchungsverfahrens vor der Stiftung Swiss Sport lntegrity 
seien in Höhe von CHF 1'000 A._____ aufzuerlegen. 

 10. Die Verfahrenskosten vor der Stiftung Schweizer Sportgericht seien A._____ aufzuerle-
gen. 

 11. Unter Vorbehalt anderslauter Rechtsbegehren bis zum Ende der Hauptverhandlung sei 
zu Gunsten der Stiftung Swiss Sport lntegrity durch A._____ zu begleichender Ersatz der 
Parteikosten in der Höhe von mindestens CHF 750.00 zu sprechen. 

 12. Die Stiftung Swiss Sport lntegrity sei anzuweisen, die Öffentlichkeit über den Entscheid 
der Stiftung Schweizer Sportgericht zu informieren. 

 13. Swiss Olympic sei mit dem begründeten Entscheid der Stiftung Schweizer Sportgericht 
zu bedienen. 

 14. Das Bundesamt für Sport sei durch die Stiftung Schweizer Sportgericht in Anwendung 
von Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 2 SpoFöV (ausschliesslich) mit dem Dispositiv deren Ent-
scheids zu bedienen." 

12. Mit Eröffnungsschreiben vom 3. September 2024 benachrichtigte der Direktor der Stiftung 

Schweizer Sportgericht die Parteien über die Einreichung des Untersuchungsberichts und 

informierte sie unter anderem darüber, dass die Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

ihre Tätigkeit am 30. Juni 2024 eingestellt habe und dass sämtliche Kompetenzen an die 

Stiftung Schweizer Sportgericht übergegangen seien. Mit gleichem Schreiben vom 3. Sep-

tember 2024 wurde den Parteien ausserdem die Bestellung des Gerichts, die zuständige 

Kammer sowie die Sprache des vorliegenden Verfahrens mitgeteilt. Darüber hinaus wurden 

die Parteien über die Kommunikationsmittel mit dem Schweizer Sportgericht sowie die 

Möglichkeit eines Beistands und diejenige der unentgeltlichen Rechtspflege informiert. Des 

Weiteren wurde dem Schweizerischen Turnerverband (STV) als nationaler Sportverband 

eine Frist von 10 Arbeitstagen gesetzt, um die Parteistellung im vorliegenden Verfahren be-

antragen zu können. Schliesslich wurden die Parteien darüber informiert, dass sie bis zum 

24. September 2024 das Recht haben würden, in schriftlicher oder mündlicher Form Stel-

lung zu nehmen sowie Anträge zu stellen, wobei darauf hingewiesen wurde, dass diese Frist 

auch für den STV gelte, falls er Parteistellung beantragen würde. 

 

13. Mit E-Mail vom 7. September 2024 verzichtete der STV auf die Konstituierung als Partei. 

 

14. Mit Eingabe vom 24. September 2024 teilte SSI mit, dass sie vollumfänglich auf den Unter-

suchungsbericht vom 20. August 2024 verweise. 

 

15. Am 26. September 2024 bestätigte der Direktor des Schweizer Sportgerichts den Erhalt des 

Schreibens der SSI vom 24. September 2024, wobei er darauf hinwies, dass die angeschul-

digte Person innerhalb der gesetzten Frist keine Stellungnahme eingereicht und der STV auf 

die Teilnahme am Verfahren verzichtet habe. Mit gleichem Schreiben wurden die Parteien 

ausserdem darüber informiert, dass der vorsitzende Richter und Referent die Leitung des 

Verfahrens übernehmen werde. 

 

16. Am 2. Dezember 2024 erliess der Direktor im Namen des Gerichts eine Verfahrensverfügung 

unter anderem in Bezug auf die Gerichtsbarkeit und Zuständigkeit des Schweizer Sportge-

richts, wobei die Parteien gebeten wurden, die Verfügung bis zum 16. Dezember 2024 zu 

unterzeichnen. Mit gleicher Verfügung wurden die Parteien darauf hingewiesen, dass das 

Gericht die Untersuchung als vollständig erachte und setzte ihnen eine Frist von 

 

 5 

10 Arbeitstagen zur Stellung von kurz begründeten Ergänzungsbegehren. Weiter wurden die 

Parteien darüber informiert, dass eine mündliche Verhandlung stattfinden werde und dass 

das Urteil nach Massgabe des VerfRegl4 unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte 

der Betroffenen auf der Website des Schweizer Sportgerichts publiziert werde. Schliesslich 

wurde den Parteien Frist gesetzt bis 5. Dezember 2024, um mitzuteilen, ob sie sich mit einer 

Verlängerung des Verfahrens um zwei Monate einverstanden erklären. 

 

17. SSI unterzeichnete die Verfahrensverfügung am 5. Dezember 2024 elektronisch und stellte 

keine Ergänzungsbegehren. Die angeschuldigte Person liess sich nicht vernehmen. 

 

18. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2024 verlängerte der Direktor das Verfahren um zwei Mo-

nate bis am 3. Februar 2025. Mit Schreiben vom 3. Februar 2025 wurde festgehalten, dass 

die Verlängerung richtigerweise bis zum 3. März 2025 dauert. 

 

19. Am 19. Dezember 2024 wurden die Parteien zur Hauptverhandlung am 9. Januar 2025 um 

16.00 Uhr in Form einer Videokonferenz vorgeladen. Ausserdem wurden die Parteien unter 

anderem über den Ablauf der Verhandlung sowie über die Folgen eines unentschuldigten 

Fernbleibens und über die Aufzeichnung der Verhandlung informiert. 

 

20. Am 9. Januar 2025 fand die Hauptverhandlung per Videokonferenz statt. Das Gericht wurde 

während der gesamten Verhandlung von Miro Vuille, Case Manager am Sekretariat der Stif-

tung Schweizer Sportgericht, unterstützt. Ausserdem nahm an der Verhandlung SSI, vertre-

ten durch Nicolas Chardonnens, teil. Die angeschuldigte Person blieb der Verhandlung fern.  

 

21. SSI hatte die Gelegenheit, ihre Ausführungen und Argumente vorzutragen und die Fragen 

des Gerichts zu beantworten. SSI verwies vollumfänglich auf den Untersuchungsbericht vom 

20. August 2024 und die dort gestellten Anträge. SSI reichte zudem verschiedene Unterlagen 

zu den Akten.  

III. Positionen der Parteien 

22. Dieser Abschnitt des Entscheids enthält keine abschliessende Auflistung der Behauptungen 

der Parteien, sondern soll eine Zusammenfassung des Inhalts der wichtigsten Argumente 

der Parteien bieten. Bei der Prüfung und Entscheidung über die Ansprüche der Parteien in 

diesem Entscheid hat das Gericht alle von den Parteien vorgebrachten Argumente und Be-

weise berücksichtigt und sorgfältig geprüft, einschliesslich der Behauptungen und Argu-

mente, die in diesem Abschnitt des Entscheids oder in der nachstehenden Erörterung der 

Ansprüche nicht erwähnt werden. 

A. Die Position der Antragstellerin 

23. Die Vorbringen der Antragstellerin basierend auf ihren schriftlichen Eingaben und mündli-

chen Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung können wie folgt zusammenfasst wer-

den: 

1. Vorfall vom 24. Juni 2023 

24. SSI erachtet als erwiesen, dass die angeschuldigte Person gegenüber den mutmasslichen 

Opfern anlässlich des W._____ Kantonalturnfests in der Rolle als brevetierter Wertungs- 

bzw. Kampfrichter und Ansprechperson mehrfach sexuell belästigende Aussagen getätigt 

 
4  Reglement betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht vom 1. Juli 2024 (VerfRegl). 

 

 6 

habe wie, die Mädchen sollten die "Täfeli" tiefer in den Boden stecken, bis zum Anschlag, 

wie sie dies von zuhause kennen würden, weil es sonst nicht geil sei, womit er auf Ge-

schlechtsverkehr angespielt habe, dass er die Mädchen wiederholt auf "Flachlegen" ange-

sprochen habe, womit er ebenfalls auf Geschlechtsverkehr angespielt habe, dass er einer 

der jungen Frauen angetragen habe, ihr das "Flachlegen" zu zeigen, dass er danach gefragt 

habe, ob die Mädchen einen Freund hätten und bei einem Mädchen habe wissen wollen, 

was es schon alles mit dem Freund gemacht habe, dass er gefragt habe, ob sie jemanden an 

der Party am Vorabend gefunden bzw. "aufgerissen" hätten, dass er zu einem der Mädchen 

bemerkt habe, dass sie die weisse Linie auflecken könne, da sie ja wisse, wie dies gehe, wo-

mit er wohl auf Oralverkehr angespielt habe und dass er Bemerkungen bezüglich des Aus-

schnittes der Mädchen gemacht habe. Sodann erscheine glaubhaft, dass die angeschuldigte 

Person die Mädchen unangemessen mit Blicken gemessen habe, so beispielsweise durch 

Anstarren des Dekolletés oder des Gesässes. Dies alles habe er im Bewusstsein des jungen 

Alters der Mädchen sowie des Altersunterschieds zwischen ihnen, sowie des Umstands, den 

jungen Frauen im Sportkontext hierarchisch übergeordnet zu sein und als deren Ansprech-

person zu fungieren, getan. Mit dieser Vorgehensweise habe er bewirkt, dass es den jungen 

Frauen an diesem Nachmittag zunehmend unwohl geworden sei und sie sich beobachtet 

und körperlich ausgestellt gefühlt hätten. 

 

25. Die beschriebenen Handlungen würden eine Verletzung von Art. 2.1.4 Ethik-Statut (Verlet-

zung der sexuellen Integrität) darstellen. 

2. Sanktion 

26. ln Bezug auf die Zumessung der Disziplinarmassnahme wertete SSI verschärfend, dass die 

angeschuldigte Person sich als zugeteilte Ansprechperson und einziger brevetierter Wer-

tungs- bzw. Kampfrichter auf dem Platz in einer gewissen Machtposition befunden habe und 

sich der hierarchischen Unterordnung der betroffenen Turnerinnen bewusst gewesen sei. 

Sodann sei verschärfend zu berücksichtigen, dass mehrere minderjährige Turnerinnen be-

troffen gewesen seien, sowie das unkooperative Verhalten der angeschuldigten Person. Mil-

dernde Faktoren seien nicht ersichtlich. 

B. Die Position der angeschuldigten Person 

27. Die Vorbringen der angeschuldigten Person im Untersuchungsverfahren lassen sich im We-

sentlichen wie folgt zusammenfassen: Die angeschuldigte Person erklärte, sich nicht an die 

drei jungen Frauen erinnern zu können. Auf Vorhalt der diversen Aussagen, welche er ge-

mäss den Schilderungen der Mädchen getätigt haben soll, erklärte er entweder, sich nicht 

erinnern zu können oder diese Aussagen nicht getätigt zu haben. Er ergänzte jeweils, sich 

auch nicht vorstellen zu können, solche Aussagen getätigt zu haben. Zur beantragten Sank-

tion äusserte er sich nicht. 

IV. Zuständigkeit 

28. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 gegrün-

det wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei Streitigkeiten 

im Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige Disziplinarstelle im 

Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a SpoFöV ist das Schweizer Sportgericht zuständig für die Beur-

teilung der ihr von der Meldestelle überwiesenen Fälle von mutmasslichem Fehlverhalten 

oder mutmasslichen Missständen.  

 

 

 7 

29. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit. Das VerfRegl ist per 1. Juli 2024 in Kraft getreten und ersetzt das Reglement 

betreffend das Verfahren vor der DK vom 1. Juli 2022. Das VerfRegl vom 1. Juli 2024 findet 

auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olympic und die nationalen Sportver-

bände auf die Zuständigkeit der bisherigen "Disziplinarkammer des Schweizer Sports" oder 

des Schweizer Sportgerichts verweisen (Art. 29 Abs. 1 VerfRegl). Gemäss Art. 1.2 Abs. 10 der 

Statuten von Swiss Olympic vom 24. November 2023 (mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024) ist 

die "Sanktionierung von potenziellen Verstössen gegen das Dopingstatut und das Ethik-Sta-

tut […] Aufgabe der Stiftung Schweizer Sportgericht". Weiter sieht Art. 1.2 Abs. 10 vor, dass 

die Stiftung Schweizer Sportgericht "für die Beurteilung von Fällen [zuständig ist], die ihr 

durch die Stiftung Swiss Sport Integrity bezüglich potenzieller Verstösse gegen das Ethik-

Statut des Schweizer Sports angetragen werden". Schliesslich ist das Schweizer Sportgericht 

für sämtliche Verfahren zuständig, die gemäss den Vorschriften des VerfRegl eröffnet wer-

den oder eröffnet worden sind (Art. 30 Abs. 2 VerfRegl). 

  

30. In casu geht es um potenzielle Verstösse aus dem Jahr 2023 gegen das Ethik-Statut, welches 

am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, mithin um die Beurteilung und Sanktionierung von 

potenziellen Ethikverstössen im Sinne von Art. 1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic 

(Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024). Basierend darauf sowie den obigen Ausführun-

gen ist die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur rechtlichen Beurteilung und mög-

lichen Sanktionierung der vorliegend in Frage stehenden Vorfälle zu bejahen.  

 

31. Die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur Beurteilung des vorliegenden Falles ergibt 

sich ausserdem auch aus dem Beschluss vom 24. November 2023 des Sportparlaments von 

Swiss Olympic und dem Ethik-Statut, welches in Art. 5.6 auf die "Beurteilung durch die Dis-

ziplinarkammer" verweist. Wie (dort) unter Traktandum 9 festgehalten, sind gemäss dem 

Beschluss vom 24. November 2023 die Änderungen der Statuten gutgeheissen worden und 

damit sämtliche Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht übergegangen. 

Entsprechend ist seit dem 1. Juli 2024 das Schweizer Sportgericht für Verfahren zuständig, 

für welche bis zum 30. Juni 2024 die DK zuständig gewesen ist (vgl. dazu auch Art. 10 Abs. 2 

der Statuten von Swiss Olympic, Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024 vom 1. Juli 2024). 

 

32. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung des vorliegenden Falles zuständig ist. Im Übrigen haben die Parteien die Zustän-

digkeit des Schweizer Sportgerichts nicht bestritten. 

V. Anwendbares Recht 

33. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von Ethik-

verstössen sowie des dazugehörigen Verfahrens bildet das Ethik-Statut. Dieses trat per 1. Ja-

nuar 2022 in Kraft (vgl. Art. 8.3 Abs. 1 Ethik-Statut). Die Genehmigung des Ethik-Statuts er-

folgte anlässlich der 25. Versammlung des Sportparlaments am 26. November 2021, an wel-

cher das Sportparlament die entsprechenden Änderungen der Statuten von Swiss Olympic 

per 1. Januar 2022 beschlossen hat.  

 

34. Wie in Art. 9 Ethik-Statut festgehalten, wurden seit dem Erlass des Ethik-Statuts vom Sport-

parlament am 25. November 2022 (mit Inkrafttreten per 26. November 2022) und vom Exe-

kutivrat am 21. September 2022 in Anwendung von Art. 8.6 Ethik-Statut (mit Inkrafttreten 

per 26. November 2022) Anpassungen genehmigt. Im Folgenden ist daher, soweit nicht an-

ders vermerkt, jeweils vom Ethik-Statut in seiner Version 2022 vom 26. November 2022 die 

Rede.  

 

 

 8 

35. Mit Genehmigung des Ethik-Statuts und den entsprechenden Änderungen der Statuten von 

Swiss Olympic per 1. Januar 2022 haben die nationalen Sportverbände die Kompetenz und 

Zuständigkeit im Bereich Ethik zur Untersuchung, rechtlichen Beurteilung sowie Sanktionie-

rung auf SSI und die DK übertragen. In organisatorischer Hinsicht wurden die Meldestelle 

und die Stelle zur Untersuchung von gemeldeten Tatbeständen SSI und die rechtliche Beur-

teilung auf die DK übertragen. Wie unter Rz. 28 ff. ausgeführt, ist seit dem 1. Juli 2024 das 

Schweizer Sportgericht für Verfahren zuständig, für welche bis zum 30. Juni 2024 die DK 

zuständig gewesen ist. In casu steht die Beurteilung von Vorfällen aus dem Jahr 2023 (somit 

nach Inkrafttreten des Ethik-Statuts, aber vor Inkrafttreten der neuen Version des Ethik-Sta-

tuts 2025) nicht in Frage, weshalb der zeitliche Geltungsbereich des Ethik-Statuts in seiner 

Version 2022 vom 26. November 2022 in vorliegendem Verfahren vor dem Schweizer Sport-

gericht gegeben ist.  

 

36. Ist der zeitliche Anwendungsbereich des Ethik-Statuts gegeben, ist in einem weiteren Schritt 

der Geltungsbereich des Ethik-Statuts in persönlicher Hinsicht zu prüfen. Das Schweizer 

Sportgericht beurteilt unter anderem diejenigen Verstösse gegen das Ethik-Statut, die von 

Personen begangen worden sind, für die das Ethik-Statut gilt (Art. 1.1 Abs. 1 Ethik-Statut). 

 

37. Der Turnverein X._____ ist ein Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB und Mitglied des Kanto-

nalverbands W._____ Turnverband (W._____TV). Der W._____TV ist wiederum als Verein 

Mitglied beim Schweizerischen Turnverband STV (Statuten TGTV, Art. 4). Der STV ist eine 

Organisation im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 lit. b Ethik-Statut und der Turnverein X._____ eine 

solche im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 lit. c Ethik-Statut. Gemäss Art. 1.1 Abs. 3 lit. a und g Ethik-

Statut gilt dieses unter anderem auch für Mitglieder und Wettkampfrichter einer Sportorga-

nisation.  

 

38. Die angeschuldigte Person war zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Verstösse gegen das Ethik-

Statut unbestritten Mitglied und beauftragter Wertungs- bzw. Kampfrichter des TV X._____. 

Damit ist die angeschuldigte Person vom persönlichen Geltungsbereich gemäss Art. 1.1 

Abs. 3 lit. a und g Ethik-Statut erfasst.  

 

39. In Bezug auf den sachlichen und räumlichen Geltungsbereich ist das Ethik-Statut gemäss 

dessen Art. 1.2 Abs. 1 "auf jegliches Verhalten der in Artikel 1.1 genannten Organisationen 

und Personen im In- oder Ausland anwendbar, soweit deren Verhalten im Zusammenhang 

mit dem Sportbetrieb steht oder sich auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlich-

keit auswirken kann". Das vorliegend in Frage stehende Verhalten der angeschuldigten Per-

son stand als beauftragter Wertungs- bzw. Kampfrichter mit dem Sportbetrieb in Zusam-

menhang und fällt damit unter den sachlichen und räumlichen Anwendungsbereich des 

Ethik-Statuts nach Art. 1.2 Abs. 1. Ausserdem ist von einer Auswirkung auf den Sport und 

dessen Ansehen in der Öffentlichkeit im Sinne von Art. 1.2 Abs. 1 Ethik-Statut auszugehen. 

Damit ist das Ethik-Statut in casu zweifelsohne und von den Parteien unbestritten anwend-

bar. 

 

40. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich gestützt auf Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

SpoFöV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VerfRegl (Fassung vom 1. Juli 2024) im VerfRegl. 

Gemäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl findet dies auf alle Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt 

seines Inkrafttretens eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Da das vorliegende Ver-

fahren vor dem Schweizer Sportgericht am 3. September 2024 eröffnet wurde, gilt damit die 

Fassung des VerfRegl vom 1. Juli 2024. 

 

 9 

VI. Materielles 

A. Verstösse gegen das Ethik-Statut 

41. Das Ethik-Statut überschreibt seinen Art. 2 mit "Ethikverstösse", um sodann unter Art. 2.1 

bis Art. 2.4 verschiedene Tatbestände und Handlungen aufzulisten, die gemäss Art. 2 Ethik-

Statut "Verstösse gegen dieses Ethik-Statut dar[stellen], die zu Sanktionen führen können". 

Wie von SSI zu Recht erkannt, steht im vorliegenden Fall primär die Verletzung von Art. 2.1.4 

Ethik-Statut (Verletzung der sexuellen Integrität) zur Beurteilung. Unter den Tatbestand von 

Art. 2.1.4 fällt in den Worten des Ethik-Statuts "jedes berührende oder berührungslose Ver-

halten sexueller Natur, bei dem die Zustimmung der betroffenen Person nicht erteilt wurde 

oder nicht erteilt werden konnte oder die Zustimmung durch manipulatives Verhalten, 

Zwang, Gewalt oder andere nötigende Verhaltensweisen erlangt worden ist. Dies umfasst 

insbesondere sexuelle Belästigungen und Bemerkungen über körperliche Vorzüge und 

Schwächen, obszöne, sexistische Redensweisen, Annäherungen oder Berührungen, Küsse, 

anzügliche Gesten und Zudringlichkeiten, ungewolltes Berühren und Streicheln sowie jegli-

che Form von Nötigung zu sexuellen Handlungen, insbesondere Vergewaltigung, das Zeigen, 

Übersenden oder Herstellen von pornografischem Material (z.B. Bilder, Filme), Ermunterung 

zu sexuell unangemessenem Verhalten, das Zurschaustellen von Geschlechtsteilen oder 

Masturbation". 

 

42. Für eine allfällige Verletzung von weiteren Tatbeständen liegen weder Hinweise vor noch 

wurde dies von SSI vorgebracht. Entsprechend ist im Folgenden der vorgeworfene Vorfall 

unter dem Tatbestand von Art. 2.1.4 Ethik-Statut zu prüfen: 

 

43. SSI führte anlässlich der Hauptverhandlung sowie im Untersuchungsbericht vom 2. August 

2024 aus, dass die angeschuldigte Person mit ihrem Verhalten im Zusammenhang mit dem 

Vorfall vom 24. Juni 2023 gegen Art. 2.1.4 Ethik-Statut verstossen habe. Eine weitergehende, 

detaillierte Begründung bzw. Subsumtion in dieser Hinsicht wurde von SSI nicht vorgetragen. 

 

44. Zu prüfen ist vorliegend, ob die angeschuldigte Person gegenüber den mutmasslichen Op-

fern anlässlich des W._____ Kantonalturnfests in der Rolle als brevetierter Wertungs- bzw. 

Kampfrichter und Ansprechperson mehrfach sexuell belästigende Aussagen tätigte und sie 

unangemessen mit Blicken mass, so beispielsweise durch Anstarren des Dekolletés oder des 

Gesässes.  

 

45. Für eine ausführliche Zusammenfassung der Aussagen der mutmasslichen Opfer und der 

angeschuldigten Person kann auf die Ausführungen der SSI im Untersuchungsbericht vom 

20. August 2024 verwiesen werden. Weiter sind die telefonischen Erstauskünfte der mut-

masslichen Opfer zu berücksichtigen. 

 

46. Die angeschuldigte Person blieb der Hauptverhandlung wie dargelegt fern und brachte keine 

Gegenargumente vor. 

 

47. Das Ethik-Statut enthält keine Bestimmungen über den Beweismassstab zur Feststellung ei-

nes ethischen Verstosses. Es ist daher Sache des Gerichts, dies zu bestimmen (vgl. ANTONIO 

RIGOZZI/BRIANNA QUINN, Evidentiary issues before CAS, in: International sports law and juris-

prudence of the CAS : 4th CAS and SAV- FSA Conference, Lausanne 2012p. 25 et 29). Die 

Rechtsprechung des CAS lässt eine Anwendung des Comfortable-Satisfication-Standards zu, 

wenn das anwendbare Regelwerk nichts anderes vorsieht (vgl. CAS 2009/A/1920, FK Po-

beda, Aleksandar Zabrcanec, Nikolce Zdraveski v. UEFA, N. 85). 

 

 

 10 

48. Bei der kritischen Würdigung von Aussagen ist auf das Vorhandensein von sogenannten Re-

alitätskriterien grosses Gewicht zu legen. Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die 

innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehnisablaufes, kon-

krete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses sowie die Schilderung des Vorfalles in 

so charakteristischer Weise, wie sie nur von derjenigen zu erwarten ist, die den Vorfall selber 

miterlebt hat, Kenntlichmachung der psychischen Situation der Beteiligten, Selbstbelastung 

oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, Entlastungsbemerkungen zugunsten der 

angeschuldigten Person, Konstanz der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich 

aber sowohl Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände verändern kön-

nen. Andererseits sind auch allfällige Fantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für fal-

sche Aussagen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 

Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen Anschuldigungen, 

Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen, un-

klare, verschwommene oder ausweichende Antworten sowie gleichförmig, eingeübt und 

stereotyp wirkende Aussagen (vgl. OGer ZH SB190330-O vom 28. Februar 2020 E. 3.2 m.H.). 

 

49. Die Aussagen der drei jungen Frauen sind detailreich, lebendig und decken sich weitgehend. 

Zwar weichen ihre Aussagen in Bezug auf den Wortlaut der Äusserungen der angeschuldig-

ten Person teilweise marginal voneinander ab, inhaltlich geht es aber immer um die gleichen 

Themenkreise ("Täfeli" tiefer reinstecken; Linie auflecken; Flachlegen; Blicke in Ausschnitt 

und aufs Gesäss usw.). Dabei decken sich auch die Aussagen anlässlich der Erstkontakte via 

Telefon mit den späteren formellen Aussagen, ohne dass eine Aggravation stattfände. Klei-

nere Abweichungen in den spontanen Berichten, anstelle von gleichförmig eingeübten Sät-

zen, sprechen dabei für die Glaubwürdigkeit der Aussagen. Alle drei Frauen differenzierten 

jeweils genau, ob eine Aussage der angeschuldigten Person gegen sie selbst gerichtet war, 

ob sie sie selbst gehört oder von der Kollegin berichtet erhalten hatten und erklärten auch, 

dass sie aufgrund des Zeitablaufs nicht garantieren könnten, dass die Äusserungen der an-

geschuldigten Person genau in der berichteten Reihenfolge stattgefunden hätten. Die be-

richteten Aussagen wirken im geschilderten Ablauf, im Zusammenhang mit der Tätigkeit so-

wie in Bezug auf die geschilderte Reaktion der angeschuldigten Person stimmig und kongru-

ent. Glaubhaft erscheinen auch die unsicheren Reaktionen der jungen Frauen, die sich nicht 

sicher waren, ob das Verhalten der angeschuldigten Person nur Spass und akzeptabel sei, 

die sich aber zunehmend unwohl fühlten und keine Antwort geben konnten. Alle drei be-

richteten überdies, dass Diandra sich am meisten von den Äusserungen eingeschüchtert ge-

fühlt habe und dass die Älteste, E._____, am besten habe kontern können, aber dass auch 

dies nichts genützt habe. Die Äusserung der angeschuldigten Person, C._____ solle die 

weisse Linie auflecken, machte für die drei Mädchen zunächst keinen Sinn und so gab 

E._____ an, nicht verstanden zu haben, was er genau damit gemeint habe und nachgefragt 

zu haben. Die Schilderung dieser unüblichen und zum Setting der Wurfanlage passenden 

sexuellen Äusserung, die zwar nicht sofort verständlich war, die die Mädchen aber trotzdem 

als komisch empfunden hatten, spricht weiter für ihre Glaubwürdigkeit. Es ist nicht davon 

auszugehen, dass die Mädchen eine solche Äusserung frei erfunden haben. Es ist auch kein 

Motiv der drei jungen Frauen an einer falschen Anschuldigung ersichtlich. Keine kannte die 

angeschuldigte Person und keine hatte danach persönlichen Kontakt zu ihm. Weiter diffe-

renzierten die drei mutmasslichen Opfer zwischen positivem und negativem Verhalten der 

angeschuldigten Person und versuchten nicht, ihn durchgehend in einem schlechten Licht 

darzustellen, um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern. So erklärten alle, die angeschuldigte 

Person sei trotz allem nett, witzig, lobend und freundlich gewesen. Er habe ihnen auch einen 

Sonnenschirm und Wasser gebracht, sie aufgefordert, Pause zu machen und sie gegenüber 

einer Werferin und deren Reklamation an der Arbeit der Mädchen in Schutz genommen. 

Weiter übertrieben sie auch nicht und behaupteten nie, die angeschuldigte Person habe sie 

zum Beispiel in unangemessener Weise angefasst. Die Meldung wurde erst erstattet, als sie 

 

 11 

anderen Turnerinnen von den Vorfällen erzählten und die Oberturnerin die Meldung als an-

gezeigt erachtete. Bis zum Schluss des Untersuchungsverfahrens erklärten die drei jungen 

Frauen sich einverstanden mit einer einvernehmlichen Lösung und forcierten das Verfahren 

nicht. 

 

50. Die Aussagen der angeschuldigten Person wirken demgegenüber wenig überzeugend. So 

behauptete er, sich überhaupt nicht an die drei jungen Frauen - von ihm bezeichnender-

weise abschätzig "Weiber" genannt - oder seine Gespräche mit ihnen erinnern zu können 

(bei der Prüfung des Protokolls der Befragung wollte er das Wort "Weiber" durch das "Mäd-

chen" ersetzen, was SSI ihm jedoch nicht gewährte, da dies nicht dem Wortlaut seiner Ant-

worten bei der Befragung entsprach). Er wisse nicht mehr, ob Männer oder Frauen mit ihm 

eingeteilt gewesen seien. Dagegen erinnerte er sich daran, dass die Wurfanlage schief ge-

wesen sei, was zu Problemen bzw. Reklamationen geführt habe, ausserdem, dass sein Kol-

lege F._____ vor Ort gewesen sei und dass er an jenem Tag nach Hause gegangen und nicht 

auf dem Zeltplatz geschlafen habe. Weiter erklärte er, dass die Mädchen nur abstecken 

mussten und nicht dafür verantwortlich gewesen seien, die Wurfgeschosse wieder einzu-

sammeln. Sein angeblich schlechtes Erinnerungsvermögen wirkt selektiv, vorgeschoben und 

unglaubhaft. Weiter wies er daraufhin, Äusserungen wie die ihm vorgeworfenen wenn 

schon spasseshalber gegenüber Kollegen zu tätigen, aber nicht gegenüber Minderjährigen, 

was seine innere Haltung und Geringschätzung gegenüber Frauen unterstreicht und die Aus-

sagen der Opfer weiter plausibilisiert. Wenig überzeugend ist überdies seine Aussage, an-

dere Personen vor Ort hätten die Äusserungen sicher mitbekommen, da die Mädchen und 

die angeschuldigte Person gemäss übereinstimmenden Skizzen der Mädchen in ca. 40m Ent-

fernung von der Wurfbühne am anderen Ende des Wurffelds beim Sonnenschirm resp. auf 

dem Wurffeld standen.  

 

51. Zusammengefasst ist den Aussagen der jungen Frauen vollumfänglich Glauben zu schenken. 

Es gilt daher als erstellt, dass die angeschuldigte Person entgegen dem ausdrücklichen 

Wunsch der Mädchen mehrfach die in Rz. 24 zitierten sexuell belästigenden Aussagen tä-

tigte.  

 

52. Dieses Verhalten lässt sich ohne Weiteres unter Art. 2.1.4 Ethik-Statut subsumieren. Na-

mentlich die Äusserungen der angeschuldigten Person stellen berührungsloses Verhalten 

sexueller Natur ohne Zustimmung der Betroffenen dar, nämlich sexuelle Belästigung und 

Bemerkungen über körperliche Vorzüge sowie obszöne und sexistische Redensweisen. 

 

53. Nach Würdigung sämtlicher relevanter Umstände des vorliegenden Falles und der Positio-

nen der Parteien gelangt das Schweizer Sportgericht deshalb zum Ergebnis, dass die Hand-

lungen der angeschuldigten Person den Tatbestand von Art. 2.1.4 Ethik-Statut erfüllen und 

die sexuelle Integrität von E._____, D._____ und C._____ im Sinne von Art. 2.1.4 Ethik-Statut 

beeinträchtigten. 

B. Konsequenzen und Massnahmen 

1. Grundsätzliches 

54. Der Tatbestand von Art. 2.1.4 Ethik-Statut stellt einen Verstoss gegen das Ethik-Statut dar 

(vgl. Art. 2 Ethik-Statut). Gemäss Art. 5.6 Abs. 1 Ethik-Statut spricht die DK bzw. das Schwei-

zer Sportgericht im Fall von Ethikverstössen eine angemessene Disziplinarmassnahme aus.  

 

 12 

2. Disziplinarmassnahmen und deren Zumessung 

55. Nach Art. 6.1 Abs. 1 Ethik-Statut können Ethikverstösse mit einer Verwarnung (lit. a), einer 

vorübergehenden oder dauernden Sperre (lit. b), einer vorübergehenden oder dauernden 

Abberufung aus einem Gremium einer Sportorganisation (lit. c), einem vorübergehenden 

oder dauernden Ausschluss aus einer Sportorganisation (lit. d) und Geldbussen bis zu 

CHF 50’000.00 sanktioniert werden, wobei eine oder auch mehrere Disziplinarmassnahmen 

ausgesprochen werden können. Ausserdem kann die DK bzw. das Schweizer Sportgericht 

nach Art. 6.1 Abs. 2 Ethik-Statut anstelle oder zusätzlich zu einer Disziplinarmassnahme ein 

zeitlich begrenztes Monitoring bzw. Coaching einer fehlbaren Person durch eine unabhän-

gige Betreuungsperson bzw. -stelle anordnen.  

 

56. Die Zumessung von Disziplinarmassnahmen erfolgt nach den Vorgaben von Art. 6.2 Ethik-

Statut. Demnach sind nach Abs. 1 "alle massgeblichen Faktoren zu berücksichtigen, ein-

schliesslich der Art der Verletzung dieses Statuts, des Interesses an einer abschreckenden 

Wirkung bei ähnlichem Fehlverhalten, der Mitwirkung und der Kooperation der Täterin oder 

des Täters bei der Untersuchung, des Motivs, der Umstände der Verletzung, des Grads des 

Verschuldens der Täterin oder des Täters, die Einsicht der Täterin oder des Täters und ihre 

oder seine Anstrengungen zur Wiedergutmachung der Folgen des Ethikverstosses". Ver-

schärfend ist gemäss Art. 6.2 Abs. 2 Ethik-Statut "insbesondere zu berücksichtigen, wenn die 

Täterin oder der Täter ihr oder sein besonderes Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis mit 

der von der Verletzung betroffenen Person z.B. als Betreuerin oder Betreuer ausgenützt 

oder dieses Statut wiederholt oder fortgesetzt verletzt hat oder der Ethikverstoss zu Lasten 

einer minderjährigen Person begangen worden ist". Strafmildernd ist nach Art. 6.2 Abs. 3 

Ethik-Statut "insbesondere zu berücksichtigen, wenn die Täterin oder der Täter an der Auf-

klärung des Ethikverstosses freiwillig mitwirkt, den Ethikverstoss zeitnah eingesteht oder 

Reue, insbesondere tätige Reue, zeigt". 

 

57. SSI beantragt, es sei der angeschuldigten Person eine Geldbusse in Höhe von mindestens 

CHF 1'000.00 aufzuerlegen. Weiter sei der angeschuldigten Person für die Dauer von min-

destens einem Jahr jegliche Tätigkeit als Wertungs- oder Kampfrichter oder sonstige Hilfe-

leistungen vor Ort anlässlich von Sportveranstaltungen zu untersagen. Für die gleiche Dauer 

sei der angeschuldigten Person die Teilnahme an Sportveranstaltungen, bei welchen (weib-

liche) Athletinnen teilnehmen können, zu untersagen. Die angeschuldigte Person sei zu ver-

pflichten, auf eigene Kosten ein Coaching im Umfang von fünf Lektionen à mind. 45min zu 

absolvieren, in welchem er sich mit dem angemessenen Umgang mit (weiblichen) Sportle-

rinnen auseinandersetzt. Dabei sei er zu verpflichten, den Untersuchungsbericht von SSI so-

wie den Entscheid des Schweizer Sportgerichts durch SSI der/dem betreffenden Coach:in 

vorlegen zu lassen, sowie sich zum Voraus die Geeignetheit des gewählten Coachingange-

bots von SSI bestätigen zu lassen. Die zu verhängende Sperre sei nach Ablauf der einjährigen 

Mindestdauer nur aufzuheben, sofern die angeschuldigte Person den Nachweis gegenüber 

SSI erbringt, das Coaching erfolgreich absolviert zu haben. 

 

Zur Bemessung der Sanktion führte SSI Folgendes aus: 

 

• Verschärfend sei zu werten, dass die angeschuldigte Person sich als zugeteilte An-

sprechperson und einziger brevetierter Wertungs- bzw. Kampfrichter auf dem Platz 

in einer gewissen Machtposition befunden habe und sich der hierarchischen Unter-

ordnung der betroffenen Turnerinnen bewusst gewesen sei. 

• Ebenfalls verschärfend zu werten sei, dass minderjährige Turnerinnen betroffen ge-

wesen seien. 

 

 13 

• Verschärfend sei darüber hinaus der Umstand zu werten, dass von den Verstössen 

mehrere Turnerinnen betroffen gewesen seien. 

• Das unkooperative Verhalten der angeschuldigten Person im Verfahren sei ebenfalls 

negativ zu werten. 

• Mildernde Faktoren seien nicht ersichtlich - weder habe sich der Beschuldigte ein-

sichtig noch reuig verhalten.  

 

58. Die angeschuldigte Person blieb der Hauptverhandlung unentschuldigt fern und äusserte 

sich nicht zur Frage der Sanktion. 
 

59. Das Schweizer Sportgericht gelangt nach Würdigung sämtlicher Argumente und massgebli-

chen Faktoren in Bezug auf die Frage der Disziplinarmassnahmen gemäss Art. 6.1 und 6.2 

Ethik-Statut zu folgendem Ergebnis: 

 

60. Im Rahmen der Prüfung nach Art. 6.2 Abs. 1 Ethik-Statut ist zu berücksichtigen, dass es sich 

bei der vorliegenden Verletzung des Ethik-Statuts um eine Verletzung der sexuellen Integri-

tät nach Art. 2.1.4 Ethik-Statut und somit um eine Misshandlung gemäss Art. 2.1 Ethik-Statut 

handelt. Das Interesse an einer abschreckenden Wirkung bei ähnlichem Fehlverhalten ist in 

casu als erheblich zu werten. Das Verhalten der angeschuldigten Person verletzte die sexu-

elle Integrität von drei 15- resp. 16-jährigen Mädchen. Nicht nur von einer erwachsenen 

Person mit Wertungs- bzw. Kampfrichterbrevet sowie Erfahrung als Ersatz-Jugi-Leiter, son-

dern von jeder volljährigen und urteilsfähigen Person wird beim Umgang mit Jugendlichen 

ein anständiges und sexuell nicht belästigendes Verhalten erwartet. Die angeschuldigte Per-

son hat zur eigenen Belustigung und Befriedigung die sexuelle Integrität der drei Mädchen 

verletzt. Die jüngeren beiden Mädchen waren nicht im Stande, sich adäquat zu wehren. Die 

klaren Äusserungen von E._____, er solle mit seinem Verhalten auch mit Hinblick auf ihr 

jugendliches Alter aufhören, beeindruckten die angeschuldigte Person nicht weiter. Seine 

obszöne Verhaltensweise findet keine Legitimation oder entschuldigenden Gründe.  

 

61. In Bezug auf mögliche weitere strafmildernde und -verschärfende Punkte im Sinne von 

Art. 6.2 Abs. 2 und 3 Ethik-Statut gelangt das Schweizer Sportgericht nach Abwägung aller 

Argumente zu folgendem Ergebnis: 

• Strafschärfend ist zu werten, dass mehrere Minderjährige von den sexuellen Belästi-

gungen der angeschuldigten Person betroffen waren, die in einem hierarchischen 

Unterordnungsverhältnis zur angeschuldigten Person standen. 

• Strafschärfend ist zu berücksichtigen, dass die angeschuldigte Person bereits bei der 

Befragung im Rahmen des Untersuchungsverfahrens uneinsichtig und unkooperativ 

war (vgl. dazu auch die ausführliche Prozessgeschichte im Untersuchungsbericht), zu-

letzt der Hauptverhandlung fernblieb und keinerlei Einsicht oder Reue zeigte. Er 

zeigte auch keine Anstrengungen zur Wiedergutmachung. 

• Strafmildernde Umstände sind nicht ersichtlich. 

 

62. Angesichts der vorliegenden Umstände ist zunächst eine Busse von CHF 1000.00 nach 

Art. 6.1 Abs. 1 lit. e Ethik-Statut auszusprechen. 

 

63. Das Schweizer Sportgericht hält weiter in Übereinstimmung mit SSI ein Coaching auf eigene 

Kosten im Umfang von fünf Coaching-Stunden à mind. 45min nach Art. 6.1 Abs. 2 Ethik-

Statut für angezeigt. Im Rahmen dieses Coachings soll sich die angeschuldigte Person mit 

den Grundlagen eines angemessenen Umgangs mit (minderjährigen) Mädchen/Frauen, ins-

besondere betreffend angemessene Kommunikation ohne sexuell annotierte Inhalte resp. 

sexueller Gewalt, sowie mit dem eigenen diesbezüglichen Verhalten auseinandersetzen. 

 

 14 

Dabei hat die angeschuldigte Person den Untersuchungsbericht der SSI sowie den vorliegen-

den Entscheid durch SSI der/dem betreffenden Coach:in vorzulegen und sich zum Voraus 

die Geeignetheit des gewählten Coachingangebots von SSI bestätigen zu lassen. Den Nach-

weis des erfolgreich absolvierten Coachings hat die angeschuldigte Person ebenfalls gegen-

über SSI zu erbringen.  

 

64. Gerade in Anbetracht des noch relativ jungen Alters der angeschuldigten Person erachtet es 

das Schweizer Sportgericht jedoch als sehr wichtig, dass dieser den angemessenen Umgang 

mit (minderjährigen) Mädchen/Frauen möglichst bald lernt. 

 

65. Unter Berücksichtigung aller massgeblichen Faktoren und in Anbetracht der vorangehenden 

Ausführungen kommt das Schweizer Sportgericht ausserdem zum Schluss, dass eine Sperre 

für die Dauer von einem Jahr beginnend ab der Zustellung dieses Entscheids für jegliche 

Teilnahme an oder Tätigkeit vor Ort bei sportlichen Anlässen, Lagern, Wettkämpfen, Trai-

nings und ähnlichen sportlichen Veranstaltungen im Sinne von Art. 6.1 Abs. 1 lit. b Ethik-

Statut zielführend und angemessen ist. Die von SSI beantragte Beschränkung der Sperre auf 

Anlässe, an welchen (weibliche) Athletinnen teilnehmen können, erweist sich hingegen als 

nicht praktikabel. In der Realität wäre eine solche Beschränkung sehr schwierig umzusetzen, 

da auch bei ausschliesslich männlichen Athleten vorbehaltenen Wettkämpfen nicht ausge-

schlossen werden kann, dass z.B. weibliche Kampfrichterinnen oder Hilfspersonen vor Ort 

anwesend sein werden.  

 

66. Hingegen ist entgegen dem Antrag von SSI eine Verknüpfung der Sperre und des Coachings 

nicht möglich. Das Ethik-Statut 2022 enthält keine Rechtsgrundlage für eine solche Verknüp-

fung, dass die Sperre erst dann aufgehoben wird, wenn das Coaching absolviert wurde. Dies 

könnte zu einer lebenslangen Sperre führen und ist im Ethik-Statut 2022 nicht vorgesehen. 

 

67. Das SSI wird ersucht, zu kontrollieren, ob die angeschuldigte Person das Coaching innerhalb 

eines Jahres absolviert hat. Falls die angeschuldigte Person innert eines Jahres kein Coaching 

absolviert hat, hat SSI die geeigneten Massnahmen gestützt auf Art. 6.5 lit. a Ethik-Statut 

2025 zu treffen.  

3. Kosten des Untersuchungsverfahrens vor SSI 

68. Gemäss Art. 15 Abs. 2 VerfRegl SSI5 kann SSI vor der DK Anträge zur Überbürdung der Kosten 

des Untersuchungsverfahrens an andere Parteien stellen, wobei das Schweizer Sportgericht 

gemäss Art. 15 Abs. 3 VerfRegl SSI sein Verfahrensreglement anwendet. 

 

69. Im Untersuchungsbericht vom 20. August 2024 sowie in der Hauptverhandlung beantragte 

SSI, der angeschuldigten Person einen Teil der Kosten des Untersuchungsverfahrens in der 

Höhe von CHF 1'000.00 aufzuerlegen. 

 

70. Zur Begründung bringt SSI im Untersuchungsbericht vor, angesichts des überschaubaren 

Sachverhalts, der Einstellung der Opfer zum Verfahren und aus Verhältnismässigkeitsüber-

legungen habe SSI im Verlaufe des Untersuchungsverfahrens zunächst eine einvernehmliche 

Lösung angestrebt. Eine solche hätte wesentlich weniger Kosten verursacht, hätte doch auf 

die formelle Eröffnung der Untersuchung, wie auch auf die Erstellung eines Untersuchungs-

berichts und die weiteren Schritte verzichtet werden können. Die angeschuldigte Person 

habe das Verfahren kaum und die Vorwürfe höchstens vordergründig ernst genommen und 

schlecht kooperiert. Zudem habe er weder Einsicht noch Reue gezeigt. Seine mangelhafte 

 
5  Verfahrensreglement der Stiftung Swiss Sport Integrity betreffend Ethikverstösse und Missstände, Ver-

sion mit Inkrafttreten per 15. Februar 2023 (VerfRegl SSI). 

 

 15 

Kooperation, bspw. bezüglich der Bearbeitung und Rücksendung des Protokolls, habe unnö-

tig Ressourcen gebunden. lnsofern erscheine es angezeigt, ihm die Kosten des Verfahrens zu 

einem empfindlichen Anteil aufzuerlegen. 

 

71. Im Gegensatz zu dem seit dem 1. Januar 2025 geltenden Ethik-Statut (vgl. Art. 7.1 Abs. 1 

lit. g Ethik-Statut in Kraft seit 1. Januar 2025) stellt das Schweizer Sportgericht fest, dass das 

zum Zeitpunkt der Tat geltende Ethik-Statut 2022 es nicht zulässt, die angeschuldigte Person 

zur Erstattung der Ermittlungskosten oder eines Teils davon zu verurteilen. 

 

72. Da das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-Statut den Zuschuss zu den Kosten der Un-

tersuchung als Disziplinarmassnahme betrachtet, ist das Schweizer Sportgericht der Ansicht, 

dass Art. 25 Abs. 2 VerfRegl SSI keine geeignete Regelungsgrundlage darstellt. In diesem Zu-

sammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Schweizer Sportgericht als Disziplinarstelle 

im Sinne von Art. 72g SpoFöV nur die Massnahmen ergreifen oder Sanktionen aussprechen 

kann, die in den Reglementen der Dachorganisation vorgesehen sind (vgl. Art. 72g Abs. 1 lit. 

a Ziff 2 SpoFöV i.V.m die Änderungen der Sportförderungsverordnung: Erläuterungen des 

Bundesamtes für Sport BASPO vom Januar 2023, S. 18). 

 

73. Das Schweizer Sportgericht weist diesen Antrag von SSI daher ab. 

4. Öffentlichkeit und Mitteilungen 

74. SSI beantragt, SSI sei anzuweisen, die Öffentlichkeit über den Entscheid des Schweizer Sport-

gerichts zu informieren. Zudem sei Swiss Olympic mit dem begründeten Entscheid des 

Schweizer Sportgerichts zu bedienen. Das Bundesamt für Sport sei mit dem Dispositiv des 

Entscheids zu bedienen. 

 

75. Im Gegensatz zu dem seit dem 1. Januar 2025 geltenden Ethik-Statut (vgl. Art. 7.1 Abs. 1 

lit. h und Art. 8.2 Ethik-Statut im kraft seit 1. Januar 2025) stellt das Schweizer Sportgericht 

fest, dass das zum Zeitpunkt der Tat geltende Ethik-Statut die Veröffentlichung des Schuld-

spruchs und der Konsequenzen, d.h. die Veröffentlichung des Entscheids mit dem Namen 

der Person, nicht zulässt. Darüber hinaus und in Anbetracht der Unabhängigkeit der Diszip-

linarstelle (d.h. das Schweizer Sportgericht) von der nationalen Meldestelle (d.h. SSI) (und 

umgekehrt) und ihrer jeweiligen Rolle im Hinblick auf die SpoFöV ist es nicht Aufgabe des 

Schweizer Sportgerichts, SSI Anweisungen für seine externe Kommunikation zu erteilen. 

 

76. Gemäss Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und 2 SpoFöV erlässt das Schweizer Sportgericht die zur 

Aufgabenwahrnehmung erforderlichen Organisations- und Verfahrensbestimmungen und 

informiert dem Bundesamt für Sport (BASPO) über seine Entscheide. Art. 23 Abs. 2 lit. b Ziff. 

3 und Abs. 3 VerfRegl sehen zudem vor, dass das Schweizer Sportgericht auch Swiss Olympic 

über seine Entscheide informiert.  

 

77. Das Schweizer Sportgericht wird auf die entsprechenden Anträge nicht eintreten. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht 

1. Höhe der Verfahrenskosten 

78. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid auch 

über die Kosten des Verfahrens. 

 

 16 

79. Der vorliegende Sachverhalt war überschaubar und wies in rechtlicher Hinsicht vergleichs-

weise wenig Komplexität auf. Die Hauptverhandlung fand als Videokonferenz statt und es 

mussten keine Zeugen einvernommen werden. Vor diesem Hintergrund sind die Kosten des 

Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht auf CHF 750.00 festzulegen. Dabei ist festzuhal-

ten, dass dieser Betrag bei Weitem nicht kostendeckend ist. 

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

80. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel 

der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht zu einer Verurteilung, so werden die 

Kosten dem betreffenden Sportverband oder SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann 

auch von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, 

wenn die Umstände es rechtfertigen. Die Art. 107 und 108 der ZPO6 gelten sinngemäss 

(Art. 25 Abs. 2 VerfRegl). 

 

81. Da den Feststellungen und Anträgen von SSI praktisch vollumfänglich gefolgt werden kann 

und die angeschuldigte Person schuldig gesprochen wird, werden die Verfahrenskosten in 

Höhe von CHF 750.00 vollumfänglich der angeschuldigten Person auferlegt. 

B. Parteikostenersatz 

82. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VerfRegl steht der beteiligten, nationalen Sportorganisation, Sportor-

ganisationen im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 Ethik-Statut, und natürlichen Personen im Sinne 

von Art. 1.1 Abs. 3 Ethik-Statut kein Anspruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der Partei-

kosten zu. Dies gilt nach Art. 25 Abs. 4 VerfRegl nicht für SSI.  

 

83. SSI beantragte die Erstattung ihrer Parteienkosten in Höhe von CHF 750.  

 

84. Das Gericht stellt fest, dass SSI im vorliegenden Fall lediglich ihren gesetzlichen Auftrag im 

Sinne der SpoFöV, (insbesondere Art. 72f Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und Ziff. 2 SpoFöV) erfüllte. Zur 

Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrages schliesst Swiss Olympic mit SSI eine Leistungsverein-

barung ab und SSI wird vom BASPO wie auch von Swiss Olympic mit Finanzhilfen zur Erfül-

lung der gesetzlichen Aufgaben unterstützt. 

 

85. SSI war während dem gesamten vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertreten. Über-

dies hat SSI auch sonst nicht substanziiert vorgebracht oder gar nachgewiesen, inwiefern 

das Verhalten der Beschwerdeführerin bei SSI über den gesetzlichen Auftrag hinausgehende 

Kosten verursacht haben soll. 

 

86. Der Antrag von SSI wird dementsprechend abgewiesen. 

 
  

 
6  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 29. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

 17 

Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

 

1. Die angeschuldigte Person wird mehrerer Verstösse gegen Art. 2.1.4 Ethik-Statut 2022, began-

gen am 24. Juni 2023, für schuldig erklärt.  

 

2. Die angeschuldigte Person wird im Sinne von Art. 6.1 Abs. 1 lit. b Ethik-Statut 2022 ab der 

Zustellung dieses Entscheids für die Dauer eines Jahres von jeglicher Teilnahme an oder Tätig-

keit vor Ort bei sportlichen Anlässen, Lagern, Wettkämpfen, Trainings und ähnlichen sportli-

chen Veranstaltungen gesperrt. 

 

3. Der angeschuldigten Person wird im Sinne von Art. 6.1 Abs. 1 lit. e Ethik-Statut 2022 eine 

Geldbusse von CHF 1000.00 auferlegt. 

 

4. Die angeschuldigte Person wird im Sinne von Art. 6.1 Abs. 2 Ethik-Statut 2022 verpflichtet, auf 

eigene Kosten ein Coaching im Umfang von fünf Lektionen à mind. 45min zu absolvieren Das 

Coachingangebot muss von Swiss Sport Integrity genehmigt werden. 

 

5. Die Verfahrenskosten vor dem Schweizer Sportgericht werden auf CHF 750.00 festgesetzt und 

vollumfänglich der angeschuldigten Person auferlegt. 

 

6. Die weiteren Rechtsbegehren werden abgewiesen, soweit auf diese einzutreten ist. 

 

 

Bern, Schweiz 

3. März 2025 

 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 
 

    

Roy Levy 

Vorsitzender Richter 

  

 

 

 

 

Sabrina Schelbert 

Richterin 

 

 

 

  

 

Benvenuto Savoldelli 

Richter 

 

  

 1 

 

 

SSG 2024/E/16 - SSI v. A._____ / Gesuch um Aufhebung bzw. Abänderung 

des Entscheids 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Roy Levy, Rechtsanwalt, Winterthur 

Richterin:   Sabrina Schelbert, Juristin, Bern 

Richter:   Benvenuto Savoldelli, Rechtsanwalt und Notar, Olten 

 

 

In der Sache 

 

 

zwischen 

 

A._____ 

 

- Gesuchsteller - 

 

und 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Nicolas Chardonnens, Rechtsdienst 

 

- Gesuchsgegnerin - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Entscheid vom 3. März 2025 

1. Am 3. März 2025 eröffnete das Schweizer Sportgericht im Verfahren SSG 2024/E/16 

betreffend die Gesuchsgegnerin ("SSI") gegen den Gesuchsteller ("angeschuldigte Person") 

den Parteien den Entscheid. Gemäss diesem Entscheid stellte das Schweizer Sportgericht 

fest, dass sich die angeschuldigte Person eines Verstosses gegen Art. 2.1.4 des Ethik-Statuts 

2022 schuldig gemacht habe und sperrte die angeschuldigte Person deswegen im Sinne 

von Art. 6.1 Abs. 1 lit. b Ethik-Statut 2022 für die Dauer eines Jahres von jeglicher 

Teilnahme an oder Tätigkeit vor Ort bei sportlichen Anlässen, Lagern, Wettkämpfen, 

Trainings und ähnlichen sportlichen Veranstaltungen. Zudem auferlegte das Gericht der 

angeschuldigten Person eine Busse von CHF 1'000.00 im Sinne von Art. 6.1 Abs. 1 lit. e 

Ethik-Statut 2022 und verpflichtete sie, auf eigene Kosten ein Coaching im Umfang von 

fünf Lektionen à mind. 45min zu absolvieren (Art. 6.1 Abs. 2 Ethik-Statut 2022). 

 

2. Des Weiteren setzte das Schweizer Sportgericht die Verfahrenskosten auf CHF 750.00 fest 

und auferlegte diese vollumfänglich der angeschuldigten Person. Zudem stellte das 

Schweizer Sportgericht weiter fest, dass aufgrund der Verurteilung der angeschuldigten 

Person von einer Parteientschädigung abgesehen werde. 

II. Gesuch um Aufhebung bzw. Abänderung des Entscheids 
vom 20. März 2025 

3. Mit Eingabe vom 20. März 2025 reichte die angeschuldigte Person beim Schweizer 

Sportgericht ein Schreiben ein mit dem Betreff: "Anfechtung des Urteils vom 03.03.2025 in 

der Sache SSG 2024/E/16 - SSI v. A._____". Darin verlangte die angeschuldigte Person 

sinngemäss die Aufhebung des Entscheides vom 3. März 2025 mit der Begründung, dass 

die E-Mails des Schweizer Sportgerichts, mit welchen ihm alle Verfügungen und 

Mitteilungen des Schweizer Sportgerichts mitgeteilt wurden, im Junkmail Ordner gelandet 

seien, der E-Mails nach 30 Tagen automatisch löscht und er diese deshalb nie zu Gesicht 

erhalten habe. Er habe am 11. März 2025 vom Schweizer Turnverband den Entscheid des 

Schweizer Sportgerichts vom 3. März 2025 zugeschickt bekommen und zum ersten Mal 

davon erfahren. Erst dann habe er in seinem Spamordner nachgeschaut und ein E-Mail des 

Schweizer Sportgerichts gefunden. Er macht geltend, dass sein rechtliches Gehör verletzt 

worden sei. Er habe zwar im Untersuchungsverfahren die E-Mails von SSI erhalten, jedoch 

seien die E-Mails des Schweizer Sportgerichts jedes Mal im Junkordner gelandet und er 

habe sie deshalb nicht gesehen. Aus diesem Grund habe er auch nie reagiert und am 

Verfahren nicht teilgenommen. 

 

4.  SSI wurde nicht eingeladen, zum Gesuch des Gesuchstellers Stellung zu nehmen. 

III. Würdigung 

5. Die angeschuldigte Person richtete ihre Eingabe vom 20. März 2025 an das Schweizer 

Sportgericht und verlangte darin die Aufhebung bzw. Abänderung des Entscheids vom 3. 

März 2025 (S. 19).  

 

6. Das damals geltende Verfahrensreglement des Schweizer Sportgerichts vom 1. Juli 2024 

(VerfRegl) hält in Art. 24 fest, dass Entscheide des Schweizer Sportgerichts beim Tribunal 

Arbitral du Sport (TAS) anzufechten sind. Auf diese Rechtsmittelbelehrung wurde in der 

Mitteilung des Entscheids des Schweizer Sportgerichts vom 3. März 2025 ausdrücklich 

hingewiesen. Die neue Schiedsordnung des Schweizer Sportgerichts, die am 1. März 2025 

 

 3 

in Kraft getreten ist, findet auf dieses Verfahren keine Anwendung, da in den 

Übergangsbestimmungen (Art. 50) steht: "Die vorliegende Schiedsordnung tritt am 1. März 

2025 in Kraft und findet Anwendung auf sämtliche Verfahren, die das Schweizer 

Sportgericht ab diesem Datum eröffnet". Da das vorliegende Verfahren bereits vorher 

eröffnet wurde, findet das VerfRegl Anwendung.  

 

7. Das VerfRegl kennt keine Wiedererwägung, weshalb auf das Wiedererwägungsgesuch 

mangels reglementarischer Grundlage nicht eingetreten werden kann. 

 

8. Ergänzend bleibt auszuführen, dass das Gesuch der angeschuldigten Person vom 20. März 

2025 auch nicht als Revisionsgesuch entgegengenommen werden könnte. 

 

9. Gemäss Art. 26 VerfRegl finden die Bestimmungen der schweizerischen 

Zivilprozessordnung (ZPO) ergänzend Anwendung, wenn das VerfRegl keine Bestimmung 

enthält. Gemäss Art. 328 Abs. 1 ZPO kann eine Partei beim Gericht, welches als letzte 

Instanz in der Sache entscheiden hat, die Revision eines rechtskräftigen Entscheids 

verlangen, wenn die Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende 

Beweismittel findet, die im früheren Verfahren nicht beigebracht werden konnten (lit. a), 

ein Strafverfahren ergeben hat, dass durch ein Verbrechen oder Vergehen zum Nachteil 

der betreffenden Partei auf den Entscheid eingewirkt wurde (lit. b) oder die Partei geltend 

macht, dass die Klageanerkennung, der Klagerückzug oder der gerichtliche Vergleich 

unwirksam sind (lit. c). Ferner könnte eine Revision gemäss Art. 328 Abs. 2 ZPO verlangt 

werden, sofern unter anderem ein Entscheid des Europäischen Gerichtshof für 

Menschenrechte vorliegt, in welchem die Verletzung der EMRK festgestellt wurde und die 

Revision notwendig ist, um die Verletzung zu beseitigen. 

 

10. Vorliegend wird die Aufhebung bzw. Abänderung des Entscheids SSG 2024/E/16 vom 3. 

März 2025 verlangt, welcher gemäss Art. 24 Abs. 1 VerfRegl beim TAS gemäss dessen 

Schiedsordnung angefochten werden könnte. Gemäss den Informationen des Schweizer 

Sportgerichts hat die angeschuldigte Person den Entscheid beim TAS angefochten. Der 

Entscheid ist folglich noch nicht rechtskräftig und es ist fraglich, ob deshalb die Revision 

gegen diesen Entscheid überhaupt zulässig wäre. 

 

11. Diese Frage kann jedoch offenbleiben, da das Schweizer Sportgericht auf das 

Revisionsgesuch ohnehin nicht eintreten könnte, bzw. dieses abzuweisen sein wäre. Wie 

vorstehend ausgeführt, ist die Revision gegen einen Entscheid nur unter eng 

umschriebenen Voraussetzungen möglich, welche im Revisionsgesuch der entsprechenden 

Partei substantiiert auszuführen sind.  

 

12. Im Gesuch vom 20. März 2025 trägt die angeschuldigte Person keine Revisionsgründe 

gemäss Art. 328 ZPO vor. Solche sind auch aufgrund der Aktenlage nicht im Geringsten 

ersichtlich. Folglich könnte das Wiedererwägungsgesuch vom 20. März 2025 auch nicht als 

Revisionsgesuch entgegengenommen werden. 

 

13. Der Vollständigkeit halber bleibt darauf hinzuweisen, dass auch die ZPO das Institut der 

Wiedererwägungen grundsätzlich nicht kennt, bzw. lediglich in Bezug auf prozessleitende 

Verfügungen sowie im Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit anwendet. Es ist 

ausgeschlossen, dass ein Entscheid gemäss Art. 236 ZPO in Wiedererwägung gezogen 

werden kann. Da es sich beim Entscheid SSG 2024/E/16 vom 3. März 2025 offensichtlich 

nicht um eine prozessleitende Verfügung handelt, scheidet eine Wiedererwägung auch vor 

diesem Hintergrund aus. 

 

 4 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

14. Vor diesem Hintergrund unterliegt die angeschuldigte Person mit ihrem Gesuch um 

Aufhebung bzw. Abänderung bzw. ihrem Revisionsgesuch gegen den Entscheid SSG 

2024/E/16 vom 3. März 2025 vollumfänglich. Angesichts der Umstände des Verfahrens 

und der begrenzten Tragweite des Revisionsgesuchs, worauf im Wesentlichen nicht 

eingetreten werden kann, rechtfertigt es sich, für das vorliegende Verfahren keine Kosten 

aufzuerlegen. 

 

15. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von der Ausrichtung einer Parteientschädigung an 

die Parteien abzusehen. 
  

 

 5 

Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 
1. Das Gesuch um Aufhebung bzw. Abänderung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten 

werden kann. 
 
2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientschädigungen 

ausgerichtet. 

 

 

 

Bern 

Datum: 17. April 2025 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 
 

 
 

   

Roy Levy 

Vorsitzender Richter 

  

 

 

Sabrina Schelbert 

Richterin 

  

 

Benvenuto Savoldelli 

Richter