# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ffee6bf-bbe5-5229-acf8-9565bbc9ec1f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE250302-O2
**Docket/Reference:** UE250302-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE250302-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: UE250302-O/U/JST

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, und lic. iur. B. Stiefel,

Oberrichterin lic. iur. A. Meier sowie Gerichtsschreiberin Dr. iur. 

E. Welte

Verfügung und Beschluss vom 5. September 2025

in Sachen

A._____, 

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

1.

2.

3.

4.

5.

B._____, 

C._____, 

D._____, 

E._____, 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 

Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____, 

2 verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y2._____, 

3 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____, 

4 verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y4._____, 

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betreffend Einstellung

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 18. bzw. 30. Juni 2025

- 3 -

Erwägungen:

I.

1. Mit Eingabe vom 26. Januar 2023 liess A._____ (nachfolgend: Beschwerde-

führer) durch seinen Rechtsvertreter bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nach-

folgend: Staatsanwaltschaft) Strafanzeige erstatten und Strafantrag stellen gegen 

D._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 3) und weitere, noch unbekannte Funk-

tionäre  der  Stadtpolizei  Zürich  wegen  Körperverletzung  und  Sachbeschädigung 

(Urk.  7/2.1).  Hernach  konnten  B._____  (nachfolgend:  Beschwerdegegner 1), 

C._____  (nachfolgend:  Beschwerdegegner  2)  und  E._____  (nachfolgend:  Be-

schwerdegegner  4)  als  weitere  am  fraglichen  Vorfall  beteiligte  Polizisten  eruiert 

werden. Gemäss Strafanzeige sei der Beschwerdeführer am 29. Oktober 2022 ei-

ner Verkehrskontrolle unterzogen, anschliessend verhaftet und auf den Polizeipos-

ten verbracht worden, wobei er Verletzungen erlitten habe und es zu einer Sach-

beschädigung gekommen sei. Zudem soll der Beschwerdeführer dabei ungebühr-

lich behandelt worden sein (vgl. Urk. 7/2.1). 

2. Mit Verfügungen vom 18. bzw. 30. Juni 2025 stellte die Staatsanwaltschaft die 

gegen die Beschwerdegegner 1-4 geführte Strafuntersuchung ein (Urk. 3/2-5).

3.

Hiergegen  liess  der  Beschwerdeführer  am  22.  Juli  2025  fristgerecht  Be-

schwerde erheben mit den Anträgen, die angefochtenen Verfügungen seien alle-

samt aufzuheben und das Verfahren sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuwei-

sen. Weiter sei Staatsanwalt F._____ von der Aufgabe des untersuchungsführen-

den Staatsanwalts zu entbinden und an dessen Stelle eine andere Staatsanwältin 

/ ein anderer Staatsanwalt mit der Strafuntersuchung zu beauftragen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.1% MwSt.) zu Lasten der Staatskasse (Urk. 2). 

4. Wie zu zeigen sein wird, erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbe-

gründet, weshalb in Anwendung von Art. 390 Abs. 2 Satz 1 StPO auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet werden kann. Die elektronischen Untersu-

chungsakten wurden beigezogen (Urk. 7), ebenso das Protokoll der polizeilichen 

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Einvernahme  des  Beschwerdeführers  vom  30.  Oktober  2022  im  Verfahren 

… (Urk. 12). Das Verfahren ist spruchreif.

5. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens sind einzig die angefochtenen Ein-

stellungsverfügungen vom 18. und 30. Juni 2025. Soweit der Beschwerdeführer die 

Verfahrensführung durch den handelnden Staatsanwalt kritisiert und beantragt, es 

sei eine andere Staatsanwältin bzw. ein anderer Staatsanwalt mit der Führung der 

Strafuntersuchung zu betrauen (Urk. 2 Rz. 12 ff., 20 f.), was nicht Thema der an-

gefochtenen Verfügungen war, können diese Vorbringen mangels Anfechtungsob-

jekt nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens sein. Ohnehin ist die Verfahrens-

leitung und nicht die Beschwerdekammer zur Entgegennahme eines Ausstandsge-

suchs  gegen  den  verfahrensführenden  Staatsanwalt  zuständig  (Art.  58  Abs.  1 

StPO). Deshalb und angesichts des Verfahrensausgangs ist darauf nicht weiter ein-

zugehen.

6.

Sodann ist festzuhalten, dass die unaufgeforderte Eingabe des Beschwerde-

führers persönlich vom 7. August 2025 (Urk. 9; eingegangen am 15. August 2025) 

nach Ablauf der Beschwerdefrist und damit verspätet eingegangen ist, weshalb sie 

mangels  relevanter  Noven  unbeachtlich  ist  (vgl.  u.  a.  Urteil  des  Bundesgerichts 

1B_420/2013 vom 22. Juli 2014 E. 3.3, wonach nach Ablauf der Beschwerdefrist 

eingereichte Äusserungen und Beweismittel zur Sache nicht zulässig sind, ausser 

wenn diese bis zum Ablauf der Beschwerdefrist gar nicht hätten vor- bzw. beige-

bracht werden können). 

II.

1.

Angefochten  sind  vier Einstellungsverfügungen der  Staatsanwaltschaft.  Da-

gegen ist die Beschwerde bei der III. Strafkammer zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a 

StPO und § 49 GOG). 

2.

Die Staatsanwaltschaft gab in den gleichlautenden angefochtenen Verfügun-

gen zunächst die Aussagen des Beschwerdeführers und der Beschwerdegegner 

wieder  und  erwog  sodann  im  Wesentlichen,  der  Beschwerdeführer  habe  zudem 

Fotos ins Recht gereicht, welche seine am 29. Oktober 2022 erlittenen Verletzun-

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gen  illustrieren  sollen.  Die  Fotos  liessen  eine  leichte  Rötung/Schürfung  auf  der 

Nase,  eine  leichte  Rötung  im  Bereich  des  Brustbeins  sowie  Rötungen  auf  dem 

rechten Unterarm erkennen. In Bezug auf die Anschuldigungen des Beschwerde-

führers, wonach er von den Beschwerdegegnern am 29. Oktober 2022 auf der Re-

gionalwache G._____ mehrfach geschlagen und getreten (bzw. gefoltert) worden 

sei, lägen keine objektiven Beweismittel vor, welche die Anschuldigungen stützen 

könnten. Der Beschwerdeführer habe denn auch mehrfach widersprüchliche Aus-

sagen  gemacht,  namentlich  hinsichtlich  der  Frage,  wann  und  wo  diese  von  ihm 

behaupteten Tritte und Schläge erfolgt seien. Auch lägen keine stichhaltigen Be-

weise oder Indizien im Recht, welche die Zurückweisungen aller Beschwerdegeg-

ner widerlegen könnten. Sodann liessen sich die vom Beschwerdeführer behaup-

teten Verletzungen nicht mit starken Schlägen und Tritten vereinbaren. Die einge-

reichten Fotografien bildeten lediglich leichte Rötungen und Schürfungen ab, die 

objektiv als Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 StGB zu qualifizieren seien. Mit den aktuel-

len Beweisen lasse sich kein anklagegenügender Sachverhalt erstellen. Auch seien 

keine weiteren Ermittlungsansätze ersichtlich, welche das Beweisergebnis mass-

geblich beeinflussen könnten. Insgesamt lägen keine hinreichenden Verdachtsmo-

mente  gegen  die  Beschwerdegegner  bezüglich  allfälliger  Schläge  und  Tritte  zu 

Lasten des Beschwerdeführers vor, die eine Anklage rechtfertigen könnten.

Ganz grundsätzlich sei in Bezug auf die Aussagen der Beschwerdegegner zu 

konstatieren,  dass  diese  deckungsgleich  und  widerspruchsfrei  seien.  Sie  liessen 

sich weder durch vorhandene objektive Beweismittel noch durch andere Indizien 

oder Spuren ernsthaft in Zweifel ziehen und erschienen daher als sehr glaubhaft. 

Demnach  sei  bezüglich  der  Abfolge  der  Ereignisse  mit  den  Aussagen  der  Be-

schwerdegegner viel eher zu vermuten, dass der Beschwerdeführer – nachdem er 

dem  Beschwerdegegner  4  einen  Kniestoss  in  die  Genitalien  versetzt  habe  –  zu-

nächst von den Beschwerdegegnern 1-3 im Rahmen der Festnahme zu Boden ge-

führt und anschliessend arretiert worden sei. Stark für diese Vermutung spreche 

nicht zuletzt auch, dass der Beschwerdeführer mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich 

vom 28. September 2023 infolge des Kniestosses in den Genitalbereich des Be-

schwerdegegners 4 (erstinstanzlich) wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte verurteilt worden sei. 

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Die Beschwerdegegner hätten übereinstimmend geäussert, dass sich der Be-

schwerdeführer am Boden gegen die Festnahme und Arretierung massiv körperlich 

zur  Wehr  gesetzt  habe.  Auch  diese  Aussagen  der  Beschwerdegegner  seien  als 

glaubhaft zu qualifizieren. Damit bleibe die Frage offen, woher die vom Beschwer-

deführer geltend gemachten Verletzungen stammten. Dass ihm diese im Rahmen 

der Festnahme von den Beschwerdegegnern zugefügt worden sein sollen, lasse 

sich durch die erhobenen Beweise nicht rechtsgenügend nachweisen. Insofern be-

stehe auch diesbezüglich kein hinreichender Tatverdacht, der eine Anklage recht-

fertigen könnte. Es erscheine viel eher plausibel, dass sich der Beschwerdeführer 

diese  Verletzungen  infolge  seiner  massiven  Gegenwehr  selbst  zugefügt  habe. 

Diese Annahme werde zudem durch den Umstand gestützt, dass die geltend ge-

machten Verletzungen an Körperstellen aufgetreten seien, die im Zuge der Fest-

nahme Bodenkontakt gehabt hätten.

Selbst wenn jedoch davon ausgegangen werden müsste, dass die Verletzun-

gen des Beschwerdeführers unmittelbar durch Handlungen der Beschwerdegegner 

verursacht  worden  wären,  so  würden  sie  gesetzlich  erlaubte  Handlungen  i.S.v. 

Art. 14 StGB darstellen, und die Staatsanwaltschaft müsste daher gleichermassen 

eine Einstellungsverfügung erlassen. Gemäss den übereinstimmenden und glaub-

haften Aussagen der Beschwerdegegner habe der Beschwerdeführer unvermittelt 

und  aus  nichtigem  Anlass  den  Beschwerdegegner  4  mit  einem  Kniestich  in  den 

Genitalbereich angegriffen. Vom Beschwerdeführer sei daher ein erhebliches Ge-

waltpotenzial ausgegangen sowie eine erhebliche Schädigungsgefahr für die Be-

schwerdegegner. Diese wären somit berechtigt gewesen, die vorläufige Festnahme 

und die damit verbundene Fesselung gewaltsam durchzusetzen. In diesem Zusam-

menhang  sei  wiederum  auf  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Fotos  von 

den angeblich erlittenen Verletzungen zu verweisen. Diese würden belegen, dass 

sich die Beschwerdegegner bei der polizeilichen Massnahme keiner übertriebenen 

Gewalt bedient hätten. Auch sonst seien keine Hinweise ersichtlich, die eine unver-

hältnismässige  Gewaltanwendung  der  Beschwerdegegner  im  Rahmen  der  Fest-

nahme vermuten liessen.

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Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Sachbeschädigung 

sei  Folgendes  zu  beachten:  Gemäss  den  Aussagen  der  Beschwerdegegner  sei 

beim Beschwerdeführer nach der Festnahme eine Leibesvisitation der Stufe 3 an-

geordnet worden, um sicherzustellen, dass er keine gefährlichen Gegenstände mit 

sich führe, mit denen er sich selbst oder Drittpersonen hätte verletzen können. Da 

sich der Beschwerdeführer auch dieser Durchsuchung verweigert habe, habe die 

Entkleidung und die Durchsuchung der Kleider etc. zwangsweise durchgesetzt wer-

den müssen. Auch diesbezüglich erwiesen sich die Aussagen der Beschwerdegeg-

ner  als  deckungsgleich,  widerspruchsfrei  und  grundsätzlich  glaubhaft.  Wenn  der 

Beschwerdeführer diesbezüglich moniere, dass ihm das T-Shirt mit einer Schere 

aufgeschnitten und somit kaputtgemacht worden sei, so sei darin keine übertrie-

bene Gewaltanwendung der Beschwerdegegner auszumachen. Es sei keine mil-

dere Massnahme denkbar, die es erlaubt hätte, dem Beschwerdeführer gegen des-

sen Willen das T-Shirt zu entfernen, als es aufzuschneiden (Urk. 3/2-5). 

3.

Der Beschwerdeführer entgegnet zusammengefasst, die Staatsanwaltschaft 

habe die Untersuchung gegen die Beschwerdegegner nur sehr schleppend aufge-

nommen. So seien erst Ende August 2023 die Beschwerdegegner 1 und 3 befragt 

worden und erst ein Jahr später, d.h. am 12. September 2024, die Beschwerde-

gegner 2 und 4. Alle diese Einvernahmen seien nicht parteiöffentlich gewesen bzw. 

ohne seine Anwesenheit erfolgt. Zwar seien im März 2025 die Beschwerdegegner 

staatsanwaltschaftlich befragt worden, jedoch nicht je einzeln, sondern jeweils zu 

zweit, was sein Rechtsvertreter moniert habe. Sein Antrag auf separate Befragung 

aller Beschwerdegegner sei indes abgewiesen worden, obschon keine sachlichen 

Gründe  für  die  Befragung  zu  zweit  erkennbar  seien,  sondern  diese  Vorgehens-

weise ermittlungstechnisch nicht sinnvoll sei, sei doch zwangsläufig zu erwarten, 

dass die befragten Beschwerdegegner gegenseitig jeweils bestätigten, was der an-

dere soeben ausgesagt habe. Zudem würden bei gleichzeitiger Befragung unglei-

che Aussagen und Widersprüche kaum erfolgen, was die Beurteilung der Glaub-

haftigkeit  der  Aussagen  praktisch  verunmögliche.  Korrekterweise  hätten  die  Be-

schwerdegegner einzeln und unmittelbar hintereinander befragt werden müssen, 

um Absprachen zu verhindern. Zudem habe der handelnde Staatsanwalt bei den 

Befragungen kein Interesse gezeigt, den Sachverhalt sorgfältig zu ermitteln, son-

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dern  sich  auf  ein  paar  wenige  Fragen  beschränkt  und  keine  Schilderung  des 

scheinbar Erlebten mehr verlangt. Fehl gehe diesbezüglich der allfällige Einwand, 

dass er oder sein Rechtsvertreter das Recht gehabt hätten, die Beschwerdegegner 

detailliert zu befragen. Zum einen habe er als Privatkläger lediglich das Recht, Be-

weismittel einzureichen oder zu beantragen und bei Befragungen Zusatzfragen zu 

stellen, während die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung zu führen und die 

Beschuldigten zu befragen habe. Zudem sei das von der Staatsanwaltschaft be-

stimmte "Setting" der Befragungen falsch gewesen, was er erfolglos moniert habe. 

Eine zielführende, in die Details gehende Befragung der Beschwerdegegner durch 

seinen Rechtsvertreter sei unter den von der Staatsanwaltschaft bestimmten Rah-

menbedingungen von Beginn weg erfolglos gewesen.

Er habe als Privatkläger Anspruch darauf, dass die Staatsanwaltschaft eine 

sorgfältige, gewissenhafte und objektive Strafuntersuchung führe, was bisher nicht 

erfolgt  sei.  Bezeichnend  sei,  dass  die  Staatsanwaltschaft  in  den  angefochtenen 

Verfügungen  auf  das  nicht  rechtskräftige  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  ver-

weise,  wonach  er  sich  der  Gewalt  und  Drohung  gegen  Behörden  und  Beamte 

schuldig gemacht haben solle, und zwar in Gutheissung des vom selben Staatsan-

walt vor Gericht eingebrachten Anklagepunkts. Eine Strafuntersuchung, die ledig-

lich  pro  forma  erfolge,  genüge  nicht.  Erst  nach  Durchführung  einer  sorgfältigen 

Strafuntersuchung  lasse  sich  entscheiden,  ob  Anklage  zu  erheben  sei  oder  das 

Strafverfahren eingestellt werden könne (Urk. 2). 

4. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, den 

Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass das 

Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht 

der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere hat sie 

diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentliches bei-

zutragen vermögen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens entscheidet 

die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erheben oder 

das Verfahren einzustellen ist (Art. 318 StPO). Eine vollständige oder teilweise Ein-

stellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO u. a., wenn sich ein Tatverdacht nicht in 

einem Mass erhärten lässt, dass er eine Anklage rechtfertigt (lit. a). Eine Anklage 

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ist  in  der  Regel  nur  dann  zu  erheben,  wenn  genügend  Anhaltspunkte  vorliegen, 

welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen und die Staatsanwaltschaft 

die Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt der Anklageer-

hebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit Sicherheit 

oder  grosser  Wahrscheinlichkeit  mit  einem  Freispruch  zu  rechnen  ist.  Sinn  und 

Zweck von Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte Person vor Anklagen zu schützen, 

die mit einiger Sicherheit zu Freisprüchen führen müssten (BGE 138 IV 186 E. 4.1; 

Urteil des Bundesgerichts 1B_184/2012 vom 27. August 2012 E. 3.3).

Bei  zweifelhafter  Beweis-  bzw.  Rechtslage  hat  jedoch  nicht  die  Untersu-

chungsbehörde über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entschei-

den, sondern das für die materielle Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz 

"in dubio pro reo" nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht. Vielmehr gilt nach der 

bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  der  Grundsatz  "in  dubio  pro  duriore" 

(BGE 138 IV 86 E. 4.1.1 = Pra 101 [2012] Nr. 114; BGE 137 IV 219 E. 7). Eine zu 

restriktive Rechtsanwendung würde allerdings dazu führen, dass selbst bei gerin-

ger Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung ein Anklagezwang bestünde. Der Grund-

satz "in dubio pro duriore" verlangt lediglich, dass bei Zweifeln (über die Straflosig-

keit bzw. betreffend Prozesshindernisse) eine gerichtliche Beurteilung erfolgt. Als 

praktischer  Richtwert  kann  daher  gelten,  dass  Anklage  erhoben  werden  muss, 

wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch (BGE 138 IV 

86  E. 4.1.1  =  Pra  101  [2012]  Nr. 114;  BGE  137  IV  219  E. 7;  JOSITSCH/SCHMID, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 4. Aufl. 2023, N 5 zu Art. 319 StPO).

5.

Die Staatsanwaltschaft begründet die Verfahrenseinstellung mit den überein-

stimmenden und glaubhaften Aussagen der Beschwerdegegner, fehlenden objek-

tiven  Beweismitteln,  welche  die  vom  Beschwerdeführer  erhobenen  Vorwürfe  zu 

stützen vermöchten, und dem Umstand, dass auch die von ihm eingereichten Fotos 

seiner  angeblich  erlittenen  Verletzungen  keine  übermässige  Gewaltanwendung 

durch  die  Beschwerdegegner  zu  belegen  vermöchten.  Damit  setzt  sich  der  Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift nicht auseinander. Mit seiner Kritik an 

der Verfahrensführung durch den handelnden Staatsanwalt bzw. an den durchge-

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führten  Einvernahmen  vermag  er  sodann  nicht  aufzuzeigen,  inwiefern  die  ange-

fochtenen Verfügungen zu Unrecht ergangen sein sollten:

5.1. Wie  die  Staatsanwaltschaft  zu  Recht  festhielt,  fallen  die  Aussagen  der  Be-

schwerdegegner nachvollziehbar und übereinstimmend aus, ohne dass diese ab-

gesprochen wirken und ohne dass ihnen übermässige Belastungen an die Adresse 

des Beschwerdeführers zu entnehmen wären. So schilderten sie insbesondere le-

bensnah und detailreich, der Beschwerdeführer habe sich im Warteraum der Poli-

zeiwache unkooperativ, aufbrausend und aggressiv verhalten, weshalb er in den 

Abstandsbereich geführt worden sei. Dort angekommen, habe der Beschwerdefüh-

rer dem Beschwerdegegner 4 (bei dessen Versuch, ihm den Hosengurt abzuneh-

men) unvermittelt einen Kniestoss in den Genitalbereich versetzt, woraufhin er – 

unter massiver Gegenwehr – zu Boden geführt worden sei. Im Anschluss daran sei 

der Beschwerdeführer festgenommen und eine Leibesvisitation der Stufe 3 ange-

ordnet  worden,  um  sicherzugehen,  dass  er  keine  gefährlichen  Gegenstände  auf 

sich trage, mit denen er sich selber oder Drittpersonen verletzen könnte. Hierzu sei 

die vollständige Entkleidung des Beschwerdeführers erforderlich gewesen, welche 

aufgrund der Weigerung desselben zwangsweise habe durchgesetzt werden müs-

sen. Während dieser Vorgänge sei der Beschwerdeführer weder geschlagen oder 

getreten  noch  anderweitig  unverhältnismässig  grob  angegangen  worden  (vgl. 

Urk. 7/6.1; Urk. 7/7.1; Urk. 7/8.1; Urk. 7/9.1; Urk. 7/10.1; Urk. 7/10.2; Urk. 7/18.4; 

Urk. 7/18.5). Davon, dass sich die Beschwerdegegner im Vorfeld ihrer Einvernah-

men  abgesprochen  haben  könnten,  ist  in  Anbetracht  des  Detailreichtums  ihrer 

Schilderungen nicht auszugehen. Nach dem Erwogenen ist die (widerspruchsfreie) 

Darstellung der Beschwerdegegner mit der Staatsanwaltschaft als glaubhaft einzu-

stufen. 

5.2. Demgegenüber ergeben sich erhebliche Zweifel mit Bezug auf die Überzeu-

gungskraft  der  Aussagen  des  Beschwerdeführers.  Auffallend  ist  insbesondere, 

dass er bereits anlässlich seiner ersten polizeilichen Befragung, welche am 30. Ok-

tober 2022, mithin am Folgetag des fraglichen Vorfalls, stattfand, nur sehr vage zu 

schildern vermochte, wie sich die angebliche Körperverletzung und Sachbeschädi-

gung zugetragen haben soll. So führte er aus, er sei im Warteraum von mehreren 

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Polizisten umzingelt worden, welche plötzlich auf ihn losgegangen seien. Sodann 

hätten sie ihn zu einem kleinen Raum geführt, dessen Türe geöffnet, ihn dort zu 

Boden geworfen und gequält/gefoltert. Zudem habe man ihm die Kleider mit Gewalt 

vom  Leib  gerissen  und  diese  dabei  zerstört  (Urk.  12  F/A  13).  Welcher  der  Be-

schwerdegegner dabei was gemacht haben soll, schilderte der Beschwerdeführer 

nicht. Ebenso wenig sprach er von Schlägen oder Tritten derselben. Davon, dass 

er selber aggressiv gewesen sei und gegen die Scheiben geschlagen habe sowie 

sich (u.a. mittels eines Kniestosses) zur Wehr gesetzt habe, wollte der Beschwer-

deführer nichts wissen (Urk. 12 F/A 10, 14 f., 19, 25). Vielmehr erklärte er, er habe 

sich gar nicht bewegen können, weil er von der Polizei festgehalten worden sei, 

und er habe auch Angst gehabt, sich zu bewegen und so eine Aggression der Be-

schwerdegegner zu provozieren (Urk. 12 F/A 18, 23). 

Auch  in  den  weiteren  polizeilichen  Befragungen  vom  17.  März  2023  und 

24. August 2023 fielen die Schilderungen des Beschwerdeführers oberflächlich und 

in  zentralen  Punkten  inkonsistent  aus.  So  führte  er  in  der  Einvernahme  vom 

17. März 2023 aus, er sei vom Warteraum zu einem anderen Raum geführt worden. 

Auf dem Weg dorthin, im Flur, sei er zu Boden geworfen und mit Faustschlägen 

und Fusstritten traktiert worden. Nachdem sie ihn in einen Raum geschmissen hät-

ten, habe der eine Polizist ihm mit der Hand Mund und Nase zugedrückt, während 

die anderen zugeschlagen hätten (Urk. 7/11.1 F/A 8). In seiner Einvernahme vom 

24.  August  2023  gab  der  Beschwerdeführer  indes  an,  er  sei  in  einen  Raum  ge-

bracht  worden,  wo  er  geschlagen  worden  sei.  Es  habe  einfach  von  allen  Seiten 

Schläge gehagelt (Urk. 7/11.2 F/A 18 f.). Einer der Polizisten habe ihm Mund und 

Nase zugehalten, während andere Polizisten ihm Faustschläge und Kniestiche ver-

passt hätten (Urk. 7/11.2 F/A 28). Mithin machte der Beschwerdeführer zunächst 

geltend, zweimal von den Beschwerdegegnern geschlagen und getreten worden 

zu sein (im Flur sowie in der Abstandszelle), wohingegen er gemäss späterer Dar-

stellung nur in der Abstandszelle geschlagen und getreten worden sein will. Weiter 

konnte  der  Beschwerdeführer  zu  keinem  der  beteiligten  Polizisten  eine  Signale-

mentsbeschreibung abgeben, geschweige denn (mit Ausnahme des Beschwerde-

gegners  1)  nähere  Angaben  dazu  machen,  wer  von  ihnen  konkret  was  gemacht 

haben soll (Urk. 7/11.1 F/A 36; Urk. 7/11.2 F/A 15 ff.). Seine Aussagen erscheinen 

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zudem über weite Strecken stark dramatisierend. Auch zeugt seine Aussage, er sei 

eine  sehr  ruhige  und  kooperative  Person,  wohingegen  sich  die  Polizisten  wie 

Dummköpfe verhalten hätten (Urk. 12 F/A 10), von einer emotional gefärbten und 

wenig differenzierten Wahrnehmung. Sodann kann nicht unerwähnt bleiben, dass 

die Darstellung des Beschwerdeführers noch in weiteren zentralen Punkten Wider-

sprüche aufweist. Während er zunächst einräumte, dass er möglicherweise – wenn 

auch  unabsichtlich  –  einen  Schlag  gegen  den  Beschwerdegegner 4  (Kniestich) 

ausgeführt habe (Urk. 12 F/A 19 ff.), behauptete er später, die Handgreiflichkeiten 

seien allein (und grundlos) von den Beschwerdegegnern ausgegangen bzw. diese 

hätten  ihn  umzingelt  und  seien  auf  ihn  losgegangen,  nachdem  er  nach  seinen 

Rechten  verlangt  habe  (Urk. 7/11.1  F/A  8,  18 ff.).  Er  habe  mit  Sicherheit  keinen 

Polizisten geschlagen, schon gar nicht absichtlich, und auch niemanden provoziert 

(Urk. 7/11.1  F/A  37  ff.).  Nach  dem  Erwogenen  vermag  die  Schilderung  des  Be-

schwerdeführers  die  Überzeugungskraft  der  Darstellung  der  Beschwerdegegner 

nicht zu erschüttern.

5.3. Aus welchen Gründen sich die Beschwerdegegner hätten veranlasst sehen 

sollen, den Beschwerdeführer unter Anwendung von körperlichem Zwang zu Bo-

den zu führen und eine Leibesvisitation der Stufe 3 anzuordnen, wenn er sich ja 

angeblich stets ruhig verhalten haben soll, vermochte dieser nicht zu erklären. Im-

merhin  räumte  er  aber  ein,  dass  er  auf  den  Tisch  geklopft  habe,  weil  er  gewollt 

habe, dass man ihm eine Antwort auf seine Fragen gebe, und dass er wütend ge-

worden sei, weil man ihm angeblich gesagt habe, dass er kein Recht auf irgendet-

was habe (vgl. Urk. 12 F/A 15 ff.). Weiter schilderte er, er habe mit lauter Stimme 

ausgesprochen, dass er jetzt seine Rechte gewahrt haben wolle. Diese Worte habe 

er mehr als fünf Mal geschrien zu verschiedenen Zeitpunkten (Urk. 7/11.1 F/A 8; 

vgl. auch Urk. 7/11.2 F/A 42). Die Polizisten hätten zudem davon ausgehen müs-

sen,  dass  wenn  jemandem  die  Rechte  nicht  gewährt  würden,  sich  diese  Person 

nicht  adäquat  verhalten  könnte,  verbal  zum  Beispiel  (Urk.  7/11.1  F/A  24).  Diese 

Aussagen  lassen  ohne  Weiteres  darauf  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer 

aufgrund der angeblich von den Beschwerdegegnern verweigerten Beantwortung 

seiner Fragen aufgebracht war und seinen Unmut lautstark zum Ausdruck brachte. 

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Zudem stellte er nicht in Abrede, dass er der Aufforderung der Beschwerdegegner, 

den Gurt und die Schuhe abzustreifen, nicht nachkam (vgl. Urk. 7/11.1 F/A 43). 

5.4. Die Darstellung des Beschwerdeführers nicht massgeblich zu stützen vermö-

gen sodann die von ihm ins Recht gereichten Fotos. Zwar sind darauf gewisse Ver-

letzungen,  namentlich  kleinflächige  Rötungen  auf  dem  Nasenrücken  und  dem 

Brustbein sowie Blutergüsse bzw. Hautabschürfungen am rechten Arm, am Rücken 

sowie  am  linken  Knie  zu  erkennen  (Urk.  7/5.1).  Wie  die  Staatsanwaltschaft  zu 

Recht festhielt, lassen sich diese relativ unbedeutenden Verletzungen nicht mit der 

vom  Beschwerdeführer  behaupteten  massiven  Gewaltanwendung  durch  die  Be-

schwerdegegner  in  Einklang  bringen.  Nicht  nachvollziehbar  ist  sodann,  weshalb 

der Beschwerdeführer gegenüber der anwesenden Ärztin, Frau H._____, zwar von 

seinen vorbestehenden Rücken- und Hüftschmerzen erzählte, wohingegen er es 

offenbar nicht als nötig erachtete, die angeblich von den Beschwerdegegnern zuvor 

verursachten Verletzungen zu erwähnen (vgl. Urk. 7/11.2 F/A 60). Wenngleich sich 

die  Herkunft  dieser  Blessuren  nicht  abschliessend  klären  lässt,  so  erscheint  es 

ohne Weiteres plausibel, dass der Beschwerdeführer sich diese Verletzungen im 

Zuge seiner offenbar massiven körperlichen Gegenwehr gegen die Festnahme und 

Arretierung zugezogen hat. So oder anders lässt sich anhand der vorliegenden Be-

weismittel  nicht  rechtsgenügend  nachweisen,  dass  diese  Verletzungen  dem  Be-

schwerdeführer von den Beschwerdegegnern zugefügt worden sein sollen. Selbst 

wenn dies der Fall sein sollte, wäre sodann zu berücksichtigen, dass der Beschwer-

deführer  –  gemäss  einhelliger  und  überzeugender  Schilderung  der  Beschwerde-

gegner – nachdem er sich im Warteraum laut und aggressiv verhalten haben soll, 

dem Beschwerdegegner 4 offenbar unvermittelt einen Kniestich in den Genitalbe-

reich verpasste, als dieser ihm den Gurt abnehmen wollte. Unter diesen Umständen 

musste  es  den  Beschwerdegegnern  unbenommen  sein,  gegenüber  dem  Be-

schwerdeführer verhältnismässigen Zwang auszuüben, um diesen unter Kontrolle 

zu  bringen,  nicht  zuletzt  zu  ihrem  eigenen  Schutz.  Dies  gilt  umso  mehr,  als  die 

Beschwerdegegner  im  damaligen  Zeitpunkt  (vor  der  Vornahme  der  Leibesvisita-

tion) nicht wissen konnten, ob der Beschwerdeführer allenfalls gefährliche Gegen-

stände auf sich trug. Für eine übermässige Gewaltanwendung (oder eine ander-

- 14 -

weitig ungebührliche Behandlung des Beschwerdeführers) durch die Beschwerde-

gegner bestehen gestützt auf die vorliegenden Akten keine Anhaltspunkte. 

5.5. Auch  zum  Vorwurf  der  Sachbeschädigung  (Aufschneiden  des  T-Shirts  des 

Beschwerdeführers durch die Beschwerdegegner im Rahmen der Leibesvisitation) 

äussert sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift nicht. Mithin zeigt er 

nicht auf, aus welchen Gründen seine vollständige Entkleidung (Leibesvisitation der 

Stufe  3)  unter  den  konkreten  Umständen  nicht  erforderlich  bzw.  nicht  verhältnis-

mässig gewesen sein sollte. Insoweit kann somit auf die zutreffenden Ausführun-

gen der Staatsanwaltschaft in den angefochtenen Verfügungen verwiesen werden. 

Nachdem sich der Beschwerdeführer offenbar der Entkleidung und Durchsuchung 

seiner Kleider verweigerte, kamen die Beschwerdegegner nicht umhin, dessen T-

Shirt aufzuschneiden, um eine Selbst- oder  Drittgefährdung sicher auszuschlies-

sen. Wie die Beschwerdegegner sonst die aufgrund des offenbar aggressiven und 

renitenten  Verhaltens  des  Beschwerdeführers  erforderliche  Leibesvisitation  der 

Stufe  3  hätten  durchführen  sollen,  erschliesst  sich  nicht  und  zeigt  auch  der  Be-

schwerdeführer nicht auf, weshalb das Vorgehen der Beschwerdegegner nicht zu 

beanstanden ist.

5.6. Schliesslich ist festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist und auch der Beschwer-

deführer  nicht  darlegt,  anhand  welcher  objektiven  Beweismittel  sich  der  von  ihm 

behauptete Sachverhalt rechtsgenügend erstellen lassen könnte. Wenn er moniert, 

die Untersuchung sei wenig engagiert bzw. nicht sorgfältig geführt worden, was es 

nachzuholen gelte, ist ihm Folgendes entgegenzuhalten: Unabhängig davon, wie 

das  beanstandete  Vorgehen  der  Staatsanwaltschaft  im  Rahmen  der  Konfrontati-

onseinvernahmen (Befragung von jeweils zwei Beschwerdegegnern gemeinsam) 

zu beurteilen ist und ob der handelnde Staatsanwalt genügend eingehend nachge-

fragt hat, wäre eine erneute, je separate Befragung der Beschwerdegegner – nota 

bene mittlerweile rund drei Jahre nach dem fraglichen Vorfall – offenkundig nicht 

zielführend. Eine solche Befragung (mit der erneuten Möglichkeit zur Stellung von 

Ergänzungsfragen  durch  den  Beschwerdeführer)  würde  keine  sachdienlichen 

neuen Erkenntnisse zutage fördern, zumal das Erinnerungsvermögen naturgemäss 

mit  zunehmender  zeitlicher  Distanz  zum  Ereignis  abnimmt,  was  sich  im  Übrigen 

- 15 -

auch im Rahmen der bereits durchgeführten Befragungen deutlich gezeigt hat. Ent-

sprechend  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdegegner  in  einer  er-

neuten Einvernahme massgeblich andere Aussagen zu Protokoll geben würden als 

bisher. Ganz abgesehen davon vermöchte auch eine erneute Einvernahme der Be-

schwerdegegner  nichts  am  Umstand  zu  ändern,  dass  die  Darstellung  des  Be-

schwerdeführers  zunächst  sehr  vage  und  daher  wenig  glaubhaft  war  und  später 

erfolgte detailliertere Angaben, wie aufgezeigt, widersprüchlich ausfielen, wohinge-

gen die Beschwerdegegner die fraglichen Vorgänge (wie dargelegt) einhellig, de-

tailreich und nachvollziehbar geschildert haben. Weitere objektive Beweismittel zur 

Sachverhaltserstellung gibt es sodann unstrittig keine. Mithin lassen sich die vom 

Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe offenkundig nicht rechtsgenügend erstel-

len.

6.

Im Ergebnis ist die angefochtene Einstellung der Strafuntersuchung gegen die 

Beschwerdegegner nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich als unbe-

gründet und ist abzuweisen.

III.

1.

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer die Kosten des Beschwerdever-

fahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr für das Beschwerde-

verfahren ist in Beachtung der Bemessungskriterien von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV 

OG  (Bedeutung  und  Schwierigkeit  des  Falls,  Zeitaufwand  des  Gerichts)  und  ge-

stützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen. 

2.

Der  Beschwerdeführer  ersucht  sinngemäss  um  Gewährung  der  unentgeltli-

chen Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (Urk. 2 Rz. 1). Bereits in 

der Mitteilung Beschwerdeeingang vom 28. Juli 2025 (Urk. 5) wurde darauf hinge-

wiesen, dass die im Vorverfahren gewährte unentgeltliche Rechtspflege für die Pri-

vatklägerschaft praxisgemäss nicht auch das Beschwerdeverfahren umfasst (vgl. 

Art. 137 i.V.m. Art. 133 Abs. 1 StPO).

3.

Jede bedürftige Person (so auch die Privatklägerschaft, vgl. Art. 136 StPO) 

hat – im Sinne einer grundrechtlichen Minimalgarantie – Anspruch auf unentgeltli-

- 16 -

che Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, und aus-

serdem – soweit zur Interessenwahrung notwendig – Anspruch auf unentgeltlichen 

Rechtsbeistand  (Art. 29  Abs. 3  BV).  Als  aussichtslos  sind  Begehren  anzusehen, 

bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren 

und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein 

Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren 

ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massge-

bend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Ob im Einzelfall genügende 

Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summa-

rischen  Prüfung  der  Prozessaussichten,  wobei  die  Verhältnisse  im  Zeitpunkt  der 

Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 133 III 614 E. 5; Urteil des Bun-

desgerichts 1B_263/2015 vom 16. September 2015 E. 2.2). 

Wie  die  vorstehenden  Erwägungen  deutlich  machen,  erweist  sich  die  Be-

schwerde und damit auch eine Zivilklage von vornherein als aussichtslos, weshalb 

die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung ausgeschlossen (vgl. Art. 136 

Abs. 1 StPO und Art. 29 Abs. 3 BV) und das entsprechende Gesuch des Beschwer-

deführers abzuweisen ist. Somit erübrigt sich eine Prüfung seiner finanziellen Ver-

hältnisse.

4.

Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Entschä-

digung  (Art. 436  Abs. 1  i. V. m.  Art. 429  StPO).  Die  Beschwerdegegner  wurden 

nicht zur Stellungnahme eingeladen, weshalb ihnen mangels entschädigungsfähi-

ger Umtriebe ebenfalls keine Entschädigung auszurichten ist.

Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. D. Oehninger)

1.

Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltlichen Rechtsbeistand für 

das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Be-

schluss.

- 17 -

Es wird beschlossen:

1.

2.

3.

4.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.– fest-

gesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.

Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an:













Rechtsanwalt lic. iur. X._____, zweifach, für sich und den 
Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)

Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____, zweifach, für sich und den 
Beschwerdegegner 1, je unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per Ge-
richtsurkunde)

Rechtsanwalt MLaw Y2._____, zweifach, für sich und den 
Beschwerdegegner 2, je unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per 
Gerichtsurkunde)

Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____, zweifach, für sich und den 
Beschwerdegegner 3, je unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per 
Gerichtsurkunde)

Rechtsanwältin Dr. iur. Y4._____, zweifach, für sich und den 
Beschwerdegegner 4, je unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per 
Gerichtsurkunde)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl ad … unter Beilage einer Kopie von 
Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung).

5.

Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 18 -

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 5. September 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. D. Oehninger

Dr. iur. E. Welte