# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f93f8ea-0c91-552d-abeb-e9185da420e0
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-09
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 09.09.2016 2016_OG V 14 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2016-OG-V-14-43_2016-09-09.pdf

## Full Text

KV. Art. 3 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG. Art. 25 und Art. 32 Abs.1 KVG. 
Lipödem. Das Vorliegen einer Krankheit ist Grundvoraussetzung für den 
Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. 
Entscheidend ist nicht das Vorliegen eines bestimmten Beschwerdebildes, 
sondern ob die Beschwerden erheblich sind und andere, vor allem ästhetische 
Motive genügend zurückdrängen. Es sind nur jene Leistungen zu vergüten, 
welche wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Die Wirksamkeit ist 
nicht erst bei Erreichen von Beschwerdefreiheit gegeben. Das Ziel einer 
Behandlung ist vielmehr "die Behebung der krankhaften Begleitumstände als 
der eigentlichen Krankheitsursache". Nach dem Prinzip der Zweckmässigkeit 
muss diejenige Behandlungsmethode gewählt werden, welche den besten 
diagnostischen oder therapeutischen Nutzen aufweist. Notwendig ist dabei 
eine Vorkehr nur dann, wenn sie in medizinischer Hinsicht zur Erzielung des 
Erfolges unentbehrlich und unvermeidlich ist. Das Kriterium der 
Wirtschaftlichkeit ist nur dann erfüllt, wenn bei vergleichbarem medizinischem 
Nutzen die kostengünstigste Variante gewählt wird. Der 
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer 
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen mithin in der 
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 
Entscheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 
gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Sind die WZW-Kriterien nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt, hat die leistungsansprechende 
Person die diesbezügliche Beweislosigkeit zu tragen. 
 
Obergericht, 9. September 2016, OG V 14 43 
 
  
Aus den Erwägungen: 
 
 2. Ein bei der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen diagnostiziertes, die Beine 
betreffendes Lipödem wurde mittels Feinnadelvibrationslipektomie behandelt. Die 
Beschwerdegegnerin verneinte eine Leistungspflicht aus der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung, weil es sich beim Lipödem nicht um eine Krankheit im Sinne des 
Krankenversicherungsrechts handle. Dagegen misst die Beschwerdeführerin dem Lipödem 
Krankheitswert zu. Es geht also um die Frage, ob hier in der Liposuktion vorwiegend eine 
kosmetische Operation oder eine Krankheitsbehandlung zu sehen ist. Kurzum, es ist die 
Schwere der gesundheitlichen Störung zu klären. 
 
 3. a) Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten für die 
Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit (Art. 3 ATSG; Art. 1a Abs. 2 
lit. a KVG) und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG; BGE 139 V 377 E. 4.1, 137 V 297 f. 
E. 4.1). Das Vorliegen einer Krankheit ist Grundvoraussetzung für den Anspruch auf 
Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Gebhard Eugster, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, Zürich 2010, Art. 1a Rz. 3). Krankheit ist 
jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht 
Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert 
oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 Abs. 1 ATSG). Wesentliche 
Begriffsmerkmale einer Krankheit sind demnach die Beeinträchtigung der körperlichen oder 
geistigen Gesundheit, verstanden als ein von der Norm abweichender Körper- oder 
Geisteszustand, sowie das Erfordernis einer medizinischen Untersuchung oder Behandlung 
(BGE 129 V 38 E. 4.2.1). Nicht jede Abweichung von einem idealen ("normalen") 
Körperzustand ist als Krankheit im Rechtssinne zu qualifizieren. Die Beeinträchtigung muss 
eine gewisse Schwere aufweisen, damit ihr "Krankheitswert" zukommt. Auf übliche und 
erträgliche Abweichungen von Ideal- oder Normvorstellungen trifft dies nicht zu. 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2014&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-32%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page32

Behandlungsbedürftigkeit im Sinne von Art. 3 Abs. 1 ATSG liegt vor, wenn die 
Beeinträchtigung der Gesundheit die körperlichen und geistigen Funktionen in so 
beträchtlichem Masse einschränkt, dass die versicherte Person ärztlicher Hilfe bedarf, die 
Gesundung ohne medizinische Hilfe wahrscheinlich nicht oder nicht mit Aussicht auf Erfolg 
innert angemessener Zeit zu erreichen wäre, oder wenn ihr nicht zugemutet werden kann, 
ohne wenigstens den Versuch einer Behandlung zu leben (BGE 137 V 298 E. 4.2.2). 
 
   b) Ein ausschliesslich ästhetischer Mangel zählt nicht zu dem durch das KVG 
versicherten (Krankheits-)Risiko (BGE 111 V 231 E. 1a; BGE K 135/04 vom 17.01.2006 E. 
1). Kosmetische Behandlungen zur Behebung von Abweichungen von der Ideal- oder 
Normalform äusserer Erscheinung zielen in der Regel nicht auf die Heilung, Linderung oder 
Verhinderung pathologischer Zustände oder auf die Erhaltung der Gesundheit ab. Natürliche 
Schönheitsfehler, die im Rahmen der natürlichen körperlichen Entwicklung entstehen, haben 
keinen Krankheitscharakter (Gebhard Eugster, Die obligatorische 
Krankenpflegeversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht Bd. XIV, 3. Aufl., 
Basel 2016, S. 497 Rz. 303). Sie können jedoch Pflichtleistungen auslösen, wenn mit dem 
kosmetischen Defizit eine körperliche oder psychosomatische Beeinträchtigung mit 
ausgeprägtem Krankheitswert verbunden ist (BGE K 1/05 vom 16.08.2005 E. 1.2). 
 
   c) Als allgemeine Anspruchsvoraussetzung für eine Übernahmepflicht des 
Krankenversicherers gilt sodann Art. 32 Abs. 1 KVG. Danach sind nur jene Leistungen zu 
vergüten, welche wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, wobei die Wirksamkeit nach 
wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen sein muss. Die Wirksamkeit einer Leistung ist 
dann gegeben, wenn die betreffende Behandlung geeignet ist, das angestrebte 
diagnostische oder therapeutische Ziel zu erreichen (BGE 128 V 165 E. 5c/aa). Ob eine 
medizinische Behandlung zweckmässig ist, beurteilt sich nach dem diagnostischen oder 
therapeutischen Nutzen der Anwendung im Einzelfall unter Berücksichtigung der damit 
verbundenen Risiken (BGE 127 V 146 E. 5). Die Zweckmässigkeit hängt von medizinischen 
Kriterien ab und steht in engem Zusammenhang mit der Frage der medizinischen Indikation. 
Ist die medizinische Indikation klar erwiesen, ist auch die Zweckmässigkeit gegeben (BGE 
121 V 300 E. 7b). Sind in einem bestimmten Fall unterschiedliche Behandlungsformen 
und/oder -methoden wirksam und zweckmässig, ist gemäss dem Kriterium der 
Wirtschaftlichkeit das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Massnahme abzuwägen (BGE 127 V 
146 f. E. 5). 
 
 4. a) Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich 
erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhalten (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Das 
Versicherungsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen 
Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei (Art. 
61 lit. c ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer 
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen mithin in der Regel eine 
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten jener 
Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (BGE 
115 V 44 E. 2b). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 
erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 8a). Dabei gilt allgemein im 
Sozialversicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 
V 341 E. 2b/bb; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 61 Rz. 119). 
 
   b) Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung bedeutet für das 
Beschwerdeverfahren, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig 
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches 
gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 
grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 
125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 
 
   c) Trotz des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat die Rechtsprechung für 
die Würdigung medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien aufgestellt: 
 
    aa) So soll der Richter bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe 
von der Einschätzung des medizinischen Experten abweichen, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Eine abweichende Beurteilung kann gerechtfertigt 
sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Richter als 
triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen (BGE 
125 V 352 f. E. 3b/aa). 
 
    bb) Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die 
Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund 
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb). 
 
    cc) Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache 
allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, 
lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf 
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, 122 V 161 
f. E. 1c). 
 
    dd) In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter dagegen 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dasselbe gilt für behandelnde Ärzte, bei welchen ein 
Versicherter über längere Zeit bleibt (BGE U 137/04 vom 25.10.2004 E. 4.1). 
 
 5. Die Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin wurde im 
Zwischenentscheid des Obergerichts vom 24. April 2015 ausführlich dargelegt. Darauf wird 
verwiesen. Am 6. November 2015 wurde die Beschwerdeführerin im RehaCenter Bad 
Zurzach angiologisch begutachtet. Dr. med. S. Wagner erstattete das Gutachten am 
12. November 2015. 
 
   a) Dr. med. S. Wagner stellt im Gutachten folgende Diagnosen: Lipödem der 
unteren Extremitäten im Stadium II (St. n. beidseitiger Liposuktion der Unterschenkel 
[19.04.2013] und der Oberschenkel [15.01.2014], aktuell: Fortführen einer konsequenten 
Kompressionstherapie bei persistierenden leichten Symptomen); Lipohypertrophie, DD 
beginnendes Lipödem der oberen Extremitäten vom Oberarmtyp; Primäre, Rest-
/Rezidivvarikosis: beidseits (St. n. Varikose-Operation 11.2009 [Dr. Jenzer], St. n. Duplex-

Schaumsklerosierung und anschliessender Miniphlebektomien der varikös veränderten 
Seitenäste bei Stumpfrezidiv der V. saphena magna mit Seitenastvarikose am Ober- und 
Unterschenkel am 06.02.2013 [Dr. Lautenschlager], rechts: persistierende Seitenvarikose an 
lateralem Ober- und Unterschenkel, links: persistierende Astvarikose aus dem Schritt mit 
Varikose an Ober- und Unterschenkel); Status nach Operation linkes Knie bei Arthrose; 
Status nach Analsphinkter-Ca (Status nach intermediärer Anlage eines Anus praeter 2005 
für 6 Monate, Status nach lokaler Radiotherapie); Adipositas (BMI 33.9 kg/m2). 
 
   b) Zur Frage, ob die bisherigen Untersuchungen für die Festlegung der Diagnose 
geeignet gewesen seien, hält er fest, die in den aktuellen Leitlinien geforderten Kriterien zur 
Diagnostik seien ausnahmslos alle erfüllt. Die von der Patientin beschriebenen Beschwerden 
seien typische Symptome für Patientinnen mit einem Lipödem. Hierzu gehörten: schwere 
(Blei-) Beine, Schmerzen bei Berührung oder schon in Ruhe, im Tagesverlauf zunehmende 
Schwellung der Beine, schlanke Füsse aber dicke Waden, frustranes Ansprechen auf 
Gewichtsreduktion, Unfähigkeit Stiefel zu tragen, Disproportion Ober-/Unterkörper, 
Hosenträgerin, Meiden öffentlicher Bäder oder Abdecken der Beine. Häufig fänden sich in 
der Anamnese vorgängige Varikoseoperationen, weil viele Beschwerden identisch oder 
zumindest ähnlich seien, aber postoperativ keine oder nur eine partielle Besserung zu 
beobachten sei. Immer wieder beobachte er eine kontinuierliche Reduktion des 
Arbeitspensums. Es bestehe ein klarer Zusammenhang zwischen den beschriebenen 
Beschwerden und dem Leiden. 
 
   c) Den Beschwerden, die auf das Lipödem zurückzuführen waren, komme aus 
objektiver Sicht im physischen und psychischen Sinne Krankheitswert im Rechtssinne zu. 
Die Patientin habe in den letzten Jahren ganz offensichtlich an einer ausgeprägten 
Lipödemsymptomatik gelitten und sei gelegentlich abends nur noch mit Mühe in der Lage 
gewesen, die Beine ins Bett zu heben. Die psychische Komponente (Beine abdecken, 
Tragen langer Hosen, keine Stiefel tragen können) stehe bei der Patientin klar hinter der 
physischen Komponente. 
 
   d) Da die Ursache des Lipödems nicht bekannt sei, gebe es keine kausale 
Therapie. Die Therapieoptionen beinhalteten folglich (Leitlinie 2009 der Deutschen 
Gesellschaft für Phlebologie, S. 66) eine Beschwerdebesserung/ 
-beseitigung durch Ödemreduzierung mittels konservativer Massnahmen und eine Reduktion 
des Fettgewebes mittels operativer Verfahren. Die Liposuktion sei in der Fachwelt eine heute 
zunehmend akzeptierte Therapieoption zur Behandlung des Lipödems. Allerdings gebe es 
bisher nur wenige Studien, die die Wirksamkeit bestätigten. Da Langzeitstudien über 5 und 
mehr Jahre fehlten, sei eine definitive Aussage über die Wirtschaftlichkeit noch nicht 
möglich. Gemäss den Leitlinien 2009 sei die Zweckmässigkeit der Liposuktion ohne 
vorgängiges Ausschöpfen der konservativen Therapie formal gegeben, gemäss den 
aktualisierten Leitlinien 2015 wäre dies nicht mehr der Fall, da zuerst die konservative 
Therapie ausgeschöpft sein müsse. 
 
   e) Gefragt nach alternativen Behandlungsmethoden schreibt Dr. med. S. Wagner, 
die komplexe physikalische Entstauungstherapie sei der Patientin nie konsequent 
vorgeschlagen, oder wenn vorübergehend eingesetzt, wahrscheinlich nicht korrekt oder 
inkonsequent umgesetzt worden. 
 
   f) Es hätten mit Sicherheit ausgeprägte Beschwerden vorgelegen, die durchaus 
als krankheitswertig einzustufen seien. Eine Frau mit einem symptomatischen Lipödem 
empfinde aber immer auch eine ästhetische Beeinträchtigung, die unter Umständen 
ebenfalls Krankheitswert aufweisen könne. Diese habe auch bei der Patientin bestanden, sei 
aber hinter den Beinbeschwerden angestanden. 
 
   g) Die Patientin leide immer noch an leichten Beschwerden, wie vor der Operation. 
Diese würden aber gemäss Aussage der Patientin nur noch einen Bruchteil des Ausmasses 

von vor der Operation erreichen. Durch das Tragen der Kompressionsstrümpfe – diese 
rutschten im Unterschied zu den vor der Operation getragenen nicht mehr und schnitten über 
dem Rist nicht mehr ein – sei sie praktisch beschwerdefrei. 
 
   h) Der Zweck der Liposuktion beim Lipödem sei, das pathologisch vermehrte 
Fettgewebe, welches wahrscheinlich durch die Wassereinlagerung schmerzhaft reagiere, zu 
reduzieren, wodurch weniger bis keine Schmerzen mehr entstehen sollten. Dies sei – laut 
den wenigen vorliegenden Studien – durchaus ein wirksamer Ansatz, aber keine Heilung und 
der Langzeiteffekt sei noch ungeklärt. Die Liposuktion garantiere aber keine 
Beschwerdefreiheit. Die zunehmenden Erfahrungen deuteten darauf hin, dass die 
Liposuktion ein möglicher Therapieschritt zur Behandlung des Lipödems sei. Dieser Eingriff 
sollte gemäss den aktuellen Leitlinien (2015) jedoch erst nach erfolgloser oder erfolgsarmer 
konservativer Therapie angestrebt werden. 
 
   i) Eine medizinische Notwendigkeit im engeren Sinne und als Erstmassnahme 
der Liposuktion zur Behandlung des Lipödems verneint Dr. med. S. Wagner. In den letzten 
Jahren werde zunehmend die Liposuktion als Therapieoption zur Beschwerdereduktion 
(nicht nur wegen der Ästhetik) eingesetzt. Erste Studien zeigten ein positives Ansprechen. 
Durch eine operativ erzielte Reduktion der Beschwerden werde sehr häufig auch eine 
Reduktion der medizinischen manuellen Lymphdrainage-Sitzungen erreicht, was 
möglicherweise langfristig wirtschaftlich von Vorteil sei. 
 
 6. In BGE 121 V 213 E. 4 hat das Bundesgericht (zur Mammahypertrophie) 
festgehalten, entscheidend sei nicht das Vorliegen eines bestimmten Beschwerdebildes, 
sondern ob die Beschwerden erheblich seien und andere, vor allem ästhetische Motive 
genügend zurückdrängen würden. Dabei genüge es, wenn sowohl die Beschwerden wie 
auch deren Kausalzusammenhang mit der Mammahypertrophie nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erstellt seien; die blosse Möglichkeit sei nicht ausreichend, anderseits sei ein 
Zusammenhang im streng wissenschaftlichen Sinn nicht erforderlich. Eine Orientierung an 
diesen Grundsätzen bei der Beurteilung der Leistungspflicht für eine Liposuktion bei 
Lipödemen erscheint gemäss Bundesgericht als sachgerecht (BGE 9C_890/2015 vom 
14.04.2016). Demnach ist in casu anhand der medizinischen Akten als Erstes zu prüfen, ob 
im Zeitpunkt des operativen Eingriffs erhebliche – andere (ästhetische) Motive 
zurückdrängende – Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorgelegen haben. 
 
   a) Die Beschwerdegegnerin hält fest, es sei zwar ein gewisser Leidensdruck 
ersichtlich. Die Beeinträchtigung entspreche aber nicht einem Krankheitswert ("Die 
Symptomatik in den Beinen war nicht im klassischen Sinne ein Schmerz, wie man sich sticht 
oder schneidet. Es war einfach ein Schwere- und Müdigkeitsgefühl, an welches sie sich aber 
gewöhnt hatte und als normal ansah, bis sie anderes erfuhr."). Diese Aussage decke sich mit 
den Ausführungen im vertrauensärztlichen Untersuchungsbericht vom 14. April 2014. Die 
von Dr. Wagner erwähnten ästhetischen Beeinträchtigungen seien nicht von derartiger 
Schwere, dass sie einen Krankheitswert begründeten. 
 
   b) Zwar bezeichnet Dr. med. S. Wagner – was die Beschwerdegegnerin zutreffend 
festhält – die Beschwerden als nicht im klassischen Sinne objektivierbar. Er spricht bei Frage 
Nr. 4 von einer "relativen Objektivierbarkeit", welche in einer Synthese des Facharztes aus 
Anamnese und Befunden beruhe, wobei er die von der Beschwerdeführerin beschriebenen 
Beschwerden, verbunden mit der Klinik, als absolut typisch für Patientinnen mit einem 
symptomatischen Lipödem bezeichnet. Auf die Frage Nr. 7 – ob die Beschwerden, welche 
auf das Lipödem zurückzuführen waren, derart erheblich gewesen seien, dass ihnen aus 
objektiver Sicht Krankheitswert im Rechtssinne zugekommen sei – antwortet er jedoch mit 
einem klaren "Ja, im physischen und psychischen Sinne". Die psychische stehe klar hinter 
der physischen Komponente. Der Gutachter schreibt weiter, die Patientin habe in den letzten 

Jahren ganz offensichtlich an einer ausgeprägten Lipödemsymptomatik gelitten und sei 
gelegentlich abends nur noch mit Mühe in der Lage gewesen, die Beine ins Bett zu heben. 
 
   c) Den Ausführungen des Gutachters lässt sich entnehmen, dass die (bei allen 
Lipödem-Patientinnen vorhandene) ästhetische Komponente bei der Beschwerdeführerin 
klar im Hintergrund stand. Schon Dr. med. U. Lautenschlager hielt im Bericht vom 13. 
Februar 2013 fest, bei der Liposuktion handle es sich nicht um einen kosmetischen Eingriff, 
es handle sich um eine medizinische Erkrankung. Auch Dr. med. M. Jenzer schrieb im 
Bericht vom 30. Juli 2014, das Lipödem habe die Patientin so sehr behindert, dass ihre 
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei; das ästhetische Problem sei nicht der Grund zur 
angebrachten Therapie. Zusammenfassend erscheinen die Beschwerden derart erheblich, 
dass ihnen Krankheitswert zuzusprechen ist. 
 
 7. Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Liposuktion die Kriterien der Wirksamkeit, 
Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt. Die Beschwerdegegnerin bringt diesbezüglich 
vor, da die Beschwerdeführerin immer noch unter Beschwerden leide und die Erfolgsquote 
der Liposuktion bei lediglich 22 Prozent liege, könne gesagt werden, dass die WZW-Kriterien 
nicht gegeben seien. Die Beschwerdeführerin hält dagegen fest, seit der Operation seien die 
Beschwerden nicht mehr vorhanden, sie sei nicht mehr in ärztlicher Behandlung und 
benötige auch keine Therapie mehr. Die Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit sei somit 
erfüllt. 
 
   a) Die Beschwerdegegnerin hält zutreffend fest, dass eine medizinische Leistung 
nur dann wirksam ist, wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten diagnostischen, 
therapeutischen oder pflegerischen Nutzen hinzuwirken. Das Kriterium der Wirksamkeit 
verneint sie mit dem Argument, gemäss Dr. Wagner liege die Erfolgsquote einer Liposuktion 
bei lediglich 22 Prozent. Dem ist entgegenzuhalten, dass gemäss der zitierten Studie 
(Schmeller) zwar lediglich 22 Prozent der total 112 Patientinnen nach dem Eingriff ohne 
weitere Therapie beschwerdefrei waren. Jedoch zeigten alle 112 operierten Patientinnen 
eine signifikante Beschwerdereduktion und konnten 58.2 Prozent der Patientinnen die 
Therapiemassnahmen reduzieren. Lediglich 19.4 Prozent der Patientinnen benötigten eine 
Weiterführung der konservativen Therapiemassnahmen in unveränderter Intensität, bei 
allerdings (wie gesagt) signifikanter Beschwerdereduktion. Der angestrebte Nutzen – der 
nicht einzig eine komplette Beschwerdefreiheit beinhalten kann – wurde somit bei 22 Prozent 
ganz, bei 58 Prozent zu einem grossen Teil und bei 19 Prozent immerhin zu einem kleinen 
Teil erreicht. Das Ziel einer Behandlung ist "die Behebung der krankhaften Begleitumstände 
als der eigentlichen Krankheitsursache" (BGE 9C_890/2015 vom 14.04.2016 E. 3.3). Wird 
durch die Liposuktion eine Beschwerdereduktion/-freiheit erreicht, welche danach mittels 
Tragen von Stützstrümpfen erhalten werden kann, werden die Begleitumstände damit 
(zumindest zu einem grossen Teil) behoben. Auch wenn gemäss Dr. med. S. Wagner eine 
Heilung mit einer Liposuktion nicht generell möglich und der Langzeiteffekt noch ungeklärt 
ist, sprechen doch die bisherigen Studien und auch der Erfolg der Behandlung bei der 
Beschwerdeführerin für eine Wirksamkeit der Liposuktion bei Lipödem. Das Kriterium der 
Wirksamkeit ist demnach erfüllt. 
 
   b) Nach dem Prinzip der Zweckmässigkeit muss diejenige Behandlungsmethode 
gewählt werden, welche den besten diagnostischen oder therapeutischen Nutzen aufweist. 
Notwendig ist dabei eine Vorkehr nur dann, wenn sie in medizinischer Hinsicht zur Erzielung 
des Erfolges unentbehrlich und unvermeidlich ist. 
 
    aa) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, aus den Ausführungen von Dr. 
Wagner sei ersichtlich, dass es eine alternative konservative Behandlungsmethode 
(komplexe physikalische Entstauungstherapie) gegeben hätte. Diese sei nie ernsthaft in 
Erwägung gezogen worden. Somit erfülle die operative Behandlung der Liposuktion 
vorliegend weder die Voraussetzungen der Zweckmässigkeit noch der Wirtschaftlichkeit. Sie 
bringt weiter vor, eine Liposuktion garantiere keine Beschwerdefreiheit. Aufgrund von 

Studien liege lediglich bei 22 Prozent der operierten Frauen eine Beschwerdefreiheit vor, 
weshalb eine Liposuktion das Kriterium der Zweckmässigkeit nicht erfülle. Wie oben 
ausgeführt, kann das Ziel einer Behandlung nicht einzig in einer Beschwerdefreiheit liegen. 
Unabhängig davon, ob eine entsprechende Garantie überhaupt je 100-prozentig zugesichert 
werden kann, besteht aber eine Verpflichtung der Versicherten, konservative 
Therapiemassnahmen auszuschöpfen. Die Beschwerdeführerin hätte also – nachdem die 
Diagnose Lipödem fachärztlich bestätigt worden war – die komplexe Entstauungstherapie 
konsequent durchführen müssen. Dies ergibt sich nicht erst aus den (im Zeitpunkt der 
Operation noch nicht erlassenen) Leitlinien 2015, sondern schon aus dem Grundsatz der 
Zweckmässigkeit, wonach eine Vorkehr zur Erzielung des Erfolges unentbehrlich sein muss. 
Mit anderen Worten darf es keine alternative Behandlungsmöglichkeit geben 
beziehungsweise diese darf nicht zum Erfolg geführt haben. 
 
    bb) Der Operateur (Dr. med. U. Lautenschlager) hat dazu im Bericht vom 
28. Februar 2013 festgehalten, eine komplexe physikalische Entstauung mit 
Kompressionsstrümpfen und Lymphdrainage sei aufgrund der bestehenden 
Pathophysiologie nicht erfolgversprechend. Die einzig sinnvolle Therapie sei die 
Feinnadelvibrationsliposuktion. Diese nicht weiter begründete Aussage ist angesichts der 
gerichtsnotorischen Tatsache, dass behandelnde Ärzte im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen, mit Vorsicht zu würdigen. 
 
    cc) Gemäss Dr. med. S. Wagner wurde eine konservative Therapie nie 
konsequent vorgeschlagen oder – wenn überhaupt eingesetzt (manuelle Lymphdrainage) – 
nicht korrekt oder inkonsequent umgesetzt (fehlende oder nicht adäquate 
Kompressionstherapie). Im Rahmen der manuellen Lymphdrainage sei keine Bandage oder 
Empfehlung zu einer Kompressionstherapie erfolgt. Die Patientin habe zwar zwischenzeitlich 
auch mal neue Kompressionsstrümpfe (Rundstrickware; ohne Naht) gekauft, aber diese 
seien insbesondere über dem Rist, aber auch in der Kniekehle stark einschneidend gewesen 
und hätten somit Schmerzen verursacht. Auch seien die Strümpfe am Oberschenkel stark 
gerutscht, was unter den Hosen sehr mühsam gewesen sei und weswegen die Patientin die 
Strümpfe nie lange getragen habe. Auch im Einspracheprotokoll vom 9. Januar 2014 wird 
festgehalten, die Versicherte habe die Kompressionsstrümpfe kaum tragen können, weil dies 
so schmerzhaft gewesen sei. Gemäss Dr. med. S. Wagner müssten die in der 
Erhaltungsphase getragenen Kompressionsstrümpfe jedoch meist vom Flachstricktyp sein. 
Nur in wenigen Fällen reicht eine rundgestrickte Version Klasse 2 aus (vergleiche auch: 
http://www.lipoedem-schweiz.ch/das-lip%C3%B6dem/therapieformen/ unter Konservative 
Behandlungsmöglichkeiten beim Lipödem [besucht am 31.08.2016]). 
 
    dd) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die alternativ mögliche komplexe 
physikalische Entstauungstherapie bei der Beschwerdeführerin nie konsequent durchgeführt 
wurde. 
 
   c) Das Kriterium der Wirtschaftlichkeit ist nur dann erfüllt, wenn bei 
vergleichbarem medizinischem Nutzen die kostengünstigste Variante gewählt wird. 
Vorliegend wäre auch eine konservative Therapie mittels komplexer physikalischer 
Entstauung möglich gewesen, mit welcher gemäss Dr. med. S. Wagner "eigentlich immer 
eine deutliche Beschwerdereduktion bis vollständige Beschwerdefreiheit erreicht werden" 
(Gutachten S. 13) kann. 
 
 8. Im Verfahren des kantonalen Versicherungsgerichts, welches durch das 
Untersuchungsprinzip beherrscht wird, ist das Gericht für die Erhebung des Beweismaterials 
zuständig; die Annahme einer Beweisführungslast ist ausgeschlossen. Es kann sich 
allerdings eine Beweislosigkeit ergeben, wenn ein behaupteter Sachverhalt nicht bewiesen 
werden kann. Die Annahme einer Beweislosigkeit ist jedoch erst möglich, "wenn es sich als 
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für 

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sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen" (BGE 8C_641/2012 E. 3.3). Hier gilt der 
Grundsatz, dass der Entscheid über diesen Sachverhalt zuungunsten derjenigen Partei 
ausfällt, die daraus Rechte ableiten will (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 
2015, Art. 61 Rz. 117 f.). 
 
 9. Aus den medizinischen Akten lässt sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellen, ob eine komplexe Entstauungstherapie bei der Beschwerdeführerin erfolgreich 
gewesen wäre oder eben nicht. Weder das nach dem Eingriff eingeholte gerichtliche 
Gutachten konnte noch können weitere Abklärungen diesbezüglich neue Erkenntnisse 
liefern. Die diesbezügliche Beweislosigkeit hat die leistungsansprechende 
Beschwerdeführerin zu tragen. Demzufolge sind die WZW-Kriterien nicht (alle) erfüllt und die 
Beschwerdegegnerin hat eine Leistungspflicht zu Recht verneint. Die 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist – bei allem Verständnis für die Krankheit der 
Beschwerdeführerin – abzuweisen.