# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4f2bb94-1177-578f-9b2a-c1671d2e528d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.04.2022 SB210419
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210419_2022-04-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210419-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

lic. iur. B. Amacker sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Hunziker 

 

Urteil vom 13. April 2022 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. E. Lüscher,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

betreffend Raufhandel etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. März 2021 (GB200091) 
 

 

 

 

 

-   2   - 

Anklage: 

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 30. September 2020 

(Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 36 S. 22 f.) 

"Es wird erkannt: 

1.   Der Beschuldigte ist schuldig  

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie  

- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 

Fr. 100.– – wovon 8 Tagessätze als durch Haft erstanden gelten – sowie mit einer 

Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 900.00  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.    Kosten Kantonspolizei 

Fr. 1'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr.    Auslagen Untersuchung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-

schuldigten auferlegt. 

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7. Der Antrag auf Zusprechung einer Entschädigung für die erbetene Verteidigung 

wird abgewiesen. 

8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 7) 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 37, Urk. 49 S. 1 f.) 

 "1. Ziffer 1. des Urteils des ER am BG Zürich vom 29. März 2021 sei auf-

zuheben und der Beschuldigte sei stattdessen wegen Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB sowie der Übertretung des Betäubungsmittelgeset-

zes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d 

BetmG schuldig zu sprechen." 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 53 S. 2) 

"1. Es sei die Berufung der Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen 

soweit darauf eingetreten werden kann.  

2. Alles unter Entschädigungs- und Kostenfolgen zu Lasten der Beru-

fungsklägerin" 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 29. März 2021 wurde der 

Staatsanwaltschaft am 6. April 2021 zugestellt (Urk. 30 f.). Die Staatsanwaltschaft 

meldete mit Eingabe vom 8. April 2021 innert Frist Berufung an (Urk. 26). 

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1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 35/1) reichte die Staatsan-

waltschaft mit Eingabe vom 10. August 2021 fristgerecht die Berufungserklärung 

ein (Urk. 37). Mit Präsidialverfügung vom 18. August 2021 wurde die Berufungser-

klärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO dem Be-

schuldigten zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde den Parteien 

Frist zur Stellungnahme bezüglich einer schriftlichen Durchführung des Beru-

fungsverfahrens angesetzt (Urk. 40). In Ihrer Eingabe vom 23. August 2021 er-

klärte sich die Staatsanwaltschaft mit der Durchführung eines schriftlichen Verfah-

rens einverstanden (Urk. 42). Der Beschuldigte verzichtete mit Schreiben vom 9. 

September 2021 auf Anschlussberufung und erklärte sich ebenfalls mit der Durch-

führung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden (Urk. 43). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 10. September 2021 wurde den Parteien mitge-

teilt, dass das Berufungsverfahren schriftlich durchgeführt werde. Gleichzeitig 

wurde der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um die Berufungsanträge zu stellen 

und zu begründen (Urk. 45). Mit Eingabe vom 8. November 2021 reichte die 

Staatsanwaltschaft innert zweimal erstreckter Frist ihre Berufungsbegründung ins 

Recht (Urk. 49). Mit Präsidialverfügung vom 16. November 2021 wurde dem Be-

schuldigten sowie der Vorinstanz die Berufungsbegründung zugestellt und dem 

Beschuldigten Frist angesetzt, um die Berufungsantwort einzureichen. Gleichzei-

tig wurde der Vorinstanz Gelegenheit zur freigestellten Vernehmlassung gegeben 

(Urk. 50), worauf diese verzichtete (Urk. 52). Die Berufungsantwort des Beschul-

digten ging am 10. Dezember 2021 ein (Urk. 53). Mit Präsidialverfügung vom 13. 

Dezember 2021 wurde der Staatsanwaltschaft die Berufungsantwort unter 

Fristansetzung zur freigestellten Stellungnahme zugestellt und das Beweisverfah-

ren als geschlossen erklärt (Urk. 56). Mit Eingabe vom 16. Dezember 2021 erklär-

te die Staatsanwaltschaft, auf eine Stellungnahme zur Berufungsantwort zu ver-

zichten (Urk. 58). Die Verzichtserklärung der Staatsanwaltschaft wurde dem Be-

schuldigten am 3. Januar 2022 zur Kenntnisnahme zugeschickt. Am 8. bzw. 9. 

März 2022 bestätigten die Parteien ihren Entscheid bezüglich der schriftlichen 

Durchführung des Berufungsverfahrens (Urk. 59). 

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1.4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gemäß Art. 399 StPO muss in der Berufungserklärung angegeben werden, 

ob das Urteil als Ganzes oder nur in Bezug auf bestimmte Teile angefochten wird. 

Im letzteren Fall muss der Berufungskläger in seiner Berufungserklärung endgül-

tig angeben, auf welche Teilpunkte sich die Berufung bezieht. Art. 399 Abs. 4 

StPO zählt in den Buchstaben a bis g die Teilpunkte des Urteils, die gesondert 

angefochten werden können, abschliessend auf. Die Berufung kann sich somit 

insbesondere auf den Schuldpunkt – gegebenenfalls in Bezug auf jede einzelne 

Tat – beziehen. Innerhalb der in Abs. 4 aufgelisteten Teilpunkte können keine 

einschränkenden Differenzierungen vorgenommen werden (Zürcher Kommentar 

StPO-ZIMMERLIN, Art. 399 StPO N 17 m.w.H.). 

2.2. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Berufung auf den Schuldpunkt betreffend 

Raufhandel bzw. die entsprechende rechtliche Qualifikation beschränkt. Sie ficht 

ausdrücklich Dispositivziffer 1, 1. Spiegelstrich, des vorinstanzlichen Entscheids 

an (Urk. 37; Urk. 49 S. 1 f.). Ihren Ausführungen in der Berufungserklärung ist zu 

entnehmen, dass sie den Vorfall vom 26. Oktober 2018 nicht nur rechtlich anders 

würdigt, sondern auch die diesbezüglichen sachverhaltlichen Erwägungen der 

Vorinstanz – welche insbesondere eine wechselseitige tätliche Auseinander-

setzung als erstellt erachtete (Urk. 36 S. 10 E. III.7.) – moniert (Urk. 37; vgl. auch 

Urk. 47 S. 2 ff.). Damit gilt der Schuldpunkt betreffend den Vorfall vom 26. Okto-

ber 2018 (Dispositivziffer 1, 1. Spiegelstrich) als Ganzes als angefochten. 

2.3. Wird die Berufung auf die Anfechtung des Schuldpunkts beschränkt, muss 

eine Gutheissung automatisch dazu führen, dass die mit dem Schuldpunkt eng 

verknüpften Teile des Urteils neu überprüft werden, selbst wenn diesbezüglich 

keine ausdrücklichen Anträge vorliegen. Folglich ist bei einer Gutheissung einer 

solchen Berufung insbesondere das Strafmass zu überprüfen. Wird der Beru-

fungsantrag im Schuldpunkt indessen abgewiesen, sind die weiteren nicht ange-

fochtenen Urteilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung nicht zu überprüfen 

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(Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019, E. 2.3.; ZIMMER-

LIN, a.a.O., Art. 399 StPO N 19 m.w.H.). 

2.4. Vorliegend beschränkt sich die Berufung der Staatsanwaltschaft wie gese-

hen auf den Schuldpunkt betreffend den Vorfall vom 26. Oktober 20218. Den 

Strafpunkt ficht sie nicht an. Ist der Berufung der Staatsanwaltschaft im Schuld-

punkt kein Erfolg beschieden, darf der Strafpunkt im vorliegenden Berufungsver-

fahren folglich nicht überprüft werden. 

2.5. Unangefochten blieben bzw. nicht als mitangefochten gelten der Schuld-

punkt betreffend Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 

19a Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Dispositivziffer 1, 2. 

Spiegelstrich), das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositivziffer 5 und 6) und 

der Entschädigungspunkt (Dispositivziffer 7). In diesem Umfang ist der vorinstanz-

liche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 

Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO). 

2.6. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid – mit dem erwähnten Vorbe-

halt (Ziff. I.2.4.) – zur Disposition. 

3. Prozessuales (Verwertbarkeit der Beweismittel) 

3.1. Die Vorinstanz qualifiziert sämtliche Beweismittel als uneingeschränkt ver-

wertbar (Urk. 36 S. 4 ff. E. II.). Diese Beurteilung wird im Berufungsverfahren von 

keiner Partei in Abrede gestellt. Die Verwertbarkeit von Beweismitteln ist indes ei-

ne von Amtes wegen zu prüfende Frage. Das vorliegend zentrale Beweismittel ist 

das Video des Hotels B._____ (Urk. D1/2/6, Datei "Täter 8_Unbekannt"). Auf des-

sen Verwertbarkeit ist im Folgenden näher einzugehen. 

3.2. Zunächst ist festzuhalten, dass es sich vorliegend nicht um eine amtliche 

Überwachungsmassnahme im Sinne von Art. 196 StPO handelt, welche behörd-

lich zu bewilligen gewesen wäre. Da das in Frage stehende Video sodann vom öf-

fentlichen Raum aufgenommen wurde, scheidet auch ein Beweisverwertungsver-

bot gestützt auf einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre der aufgezeichne-

ten Personen gemäss Art. 179quater StGB aus. Diese Strafbestimmung umfasst 

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den allgemein öffentlich zugänglichen Raum nicht (Urteil des Bundesgerichts 

6B_536/2009 vom 12. November 2009, E. 3.2). 

3.3. Allerdings sind im öffentlichen Raum auch private Aufzeichnungen von 

Drittpersonen nur beschränkt zulässig. Zu beachten sind bei privaten Videoüber-

wachungsanlagen die Vorschriften des Datenschutzgesetzes (DSG, SR 235,1; 

vgl. BGE 147 IV 9 E. 1.3.2., präzisierend BGE 147 IV 16 E. 3. und 5.). Ob ein 

Verstoss gegen das DSG vorliegt, kann letztlich aber offenbleiben. 

3.4. Die Verwertbarkeit von rechtswidrig erhobenen Beweismitteln richtet sich 

nach Art. 140 f. StPO. Von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel sind ver-

wertbar, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt 

werden können und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für deren Verwer-

tung spricht. Bei der Interessenabwägung ist derselbe Massstab wie bei staatlich 

erhobenen Beweisen anzuwenden. Die Verwertung ist damit nur zulässig, wenn 

dies zur Aufklärung einer schweren Straftat unerlässlich ist (BGE 146 IV 226 E. 

2). Entscheidend für die Verwertbarkeit eines rechtswidrig erlangten Beweises ist 

die Schwere der konkreten Straftat. Dabei kann auf Kriterien wie das geschützte 

Rechtsgut, das Ausmass dessen Gefährdung bzw. Verletzung, die Vorgehens-

weise und kriminelle Energie des Täters oder das Tatmotiv abgestellt werden 

(BGE 147 IV 9 E. 1.4.2., bestätigt in BGE 147 IV 16, E. 6.). 

3.5. Die abstrakten Voraussetzungen der Erreichbarkeit sind vorliegend erfüllt. 

Es liegt keine verbotene Beweiserhebung gemäss Art. 140 StPO vor, und die 

Voraussetzungen zur Durchführung einer Observation gemäss Art. 282 StPO sind 

bei Vergehen als gegeben zu betrachten. Der Subsidiaritätsgrundsatz muss so-

dann nicht geprüft werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_786/2015 vom 

8. Februar 2016, E. 1.3.1 m.w.H.). Weiter handelt es sich beim Tatort generell um 

einen deliktsträchtigen Bereich in der Stadt Zürich, bei welchem mit erhöhter 

Wahrscheinlichkeit mit Straftaten zu rechnen ist. Auch die Polizei selbst wäre be-

fugt, den öffentlichen Raum präventiv motiviert, d.h. zur Verhinderung und Erken-

nung von Verbrechen und Vergehen oder zur Gefahrenabwehr, zu überwachen 

(vgl. § 32 ff. PolG ZH). Damit liegen insgesamt genügende gesetzliche Grundla-

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gen vor, aufgrund welcher die Strafbehörden die Videoaufnahme rechtmässig hät-

ten erlangen können. 

3.6. Der Beschuldigte wirkte zusammen mit weiteren Zürcher Fans physisch 

teils heftig auf mehrere Fans von Bayer Leverkusen ein. Letztere verhielten sich 

dabei hauptsächlich abwehrend oder steckten schlicht ein. Erschwerend kommt 

hinzu, dass die Zürcher Fans zahlenmässig klar überlegen waren. Die teils heftige 

Gewalt manifestierte sich hauptsächlich in Faustschlägen und Fusstritten, woraus 

als nennenswerte Verletzung eine Schädelprellung eines Leverkusener resultier-

te. Der Beschuldigte teilte immerhin zwei Schläge aus. Insgesamt ist die kriminel-

le Energie des Beschuldigten damit als hoch zu werten. Sein Tatmotiv ist in der 

Zugehörigkeit zur Anhängerschaft eines anderen Fussballclubs zu sehen und 

somit verwerflicher Natur. Die Verletzung bzw. Gefährdung der körperlichen Integ-

rität wiegt schwer. Der dem Beschuldigten vorgeworfene und - wie zu zeigen sein 

wird - erstellte Sachverhalt erreicht unter den konkreten Umständen des vorlie-

genden Falles insgesamt die geforderte Schwere von Art. 141 Abs. 2 StPO. Das 

öffentliche Interesse an der Aufklärung der vorliegenden Straftat ist hoch und 

überwiegt dasjenige des Beschuldigten an der rechtskonformen Erhebung der 

privaten Videoaufnahmen. Im Übrigen ist zu bemerken, dass nicht etwa der Ge-

heim- oder Privatbereich des Beschuldigten, sondern lediglich seine Teilnahme 

an einer physischen Auseinandersetzung auf öffentlich zugänglichem Grund ge-

filmt wurde. Die Videoaufnahme stellt zudem in der Gesamtheit aller Beweisele-

mente ein unerlässliches Beweismittel dar. Insbesondere greift auch die Verteidi-

gung wiederholt in ihren Ausführungen auf Erkenntnisse der besagten Aufnahme 

zurück. 

3.7. Zusammenfassend ist die Videoaufnahme des Hotels B._____ uneinge-

schränkt verwertbar. Entsprechendes gilt – unter Hinweis auf die diesbezüglichen 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 36 S. 4 ff. E. II.) – für die weiteren 

Beweismittel. 

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II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf und Allgemeines 

Betreffend den dem Beschuldigten zur Last gelegten Anklagevorwurf kann auf 

den beigehefteten Strafbefehl vom 30. September 2020 der Staatsanwaltschaft 

(Urk. 19) verwiesen werden. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für ihren 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 

S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen). 

2. Standpunkte 

2.1. Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt zusammengefasst da-

hingehend als erstellt, dass der Beschuldigte zu einer wechselseitigen tätlichen 

Auseinandersetzung zwischen Leverkusen-Fans und Zürchern hinzugekom-

men sei, wobei Personen auf Zürcher Seite die Leverkusener im Laufe der 

wechselseitigen Auseinandersetzung mit Faustschlägen und Fusstritten trak-

tiert hätten und einer der Zürcher mit dem Fuss gegen den Kopf des Lever-

kusener C._____ getreten habe, sodass dieser eine Schädelprellung erlitten 

habe. Weiter sei auch erstellt, dass der Beschuldigte selber zwei Schläge aus-

geteilt habe, wovon einer gegen den Hinterkopf von C._____ (Urk. 36 S. 10). 

2.2. Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, die 

Leverkusen-Fans hätten sich ihrer Unterkunft genähert, als sie ohne ersicht-

lichen Grund von den FCZ-Fans angegangen worden seien. Ein FCZ-Fan habe 

einem Leverkusener den Fanschal weggenommen. Als der Leverkusener 

C._____ dagegen verbal aufbegehrt habe, sei er mit der offenen Hand ins 

Gesicht geschlagen worden. Als er weiter versucht habe, den Schal zurück-

zuerobern und dazu den Schaldieb von sich gestossen habe, hätten auch die 

übrigen Zürcher begonnen, auf die Leverkusener "einzuwirken" und das Ganze 

habe damit geendet, das die Leverkusener von den Zürchern in Überzahl re-

gelrecht "verdroschen" worden seien. Selbst wenn in den tätlichen Abwehr-

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handlungen des Geschädigten C._____ eine gewisse "Gegenseitigkeit" gese-

hen werden könne, fehle eine solche in Bezug auf den Geschädigten D._____, 

welcher selbständiges Ziel des Angriffs der gewaltbereiten FCZ-Fans gewesen 

sei. Zu erwähnen sei sodann der Umstand, dass der Beschuldigte erst in einer 

späten Phase der Auseinandersetzung eingegriffen habe. Von den anfängli-

chen Abwehrhandlungen des Geschädigten C._____ habe er nichts mitbe-

kommen, in jenem Zeitpunkt habe er sich noch auf der anderen Strassenseite, 

vor dem Restaurant E._____ aufgehalten. Er könne somit keinesfalls davon 

ausgegangen sein, es handle sich um eine wechselseitige Angelegenheit, 

denn damals sei bereits "aus allen Rohren" auf den Geschädigten C._____ 

eingedroschen worden, der sich nur noch habe "einigeln" können und auf die-

se Art und Weise die Wirkung der auf ihn einprasselnden Faustschläge und 

Fusstritte zu mindern versuchen (Urk. 49). 

2.3. Beschuldigter 

Vom Beschuldigten wurde zusammengefasst ausgeführt, die Vorinstanz habe 

festgestellt, dass es C._____ gewesen sei, der zunächst auf den vermeintli-

chen Räuber losgegangen sei und diesem zudem einen halbvollen Bierbecher 

angeworfen habe. Die Schlägerei sei damit klar als wechselseitig zu qualifizie-

ren. Die Beschuldigte habe gemäss Bezirksgericht just in jenem Moment von 

der Auseinandersetzung Kenntnis erhalten, in welchem C._____ und der mut-

massliche Räuber sich gegenseitig geschlagen hätten. Auf den Videoaufnah-

men sei sichtbar, dass der Beschuldigte zunächst mit dem Rücken zum Ge-

schehen gestanden sei, sich aber erstmals um 01:05:47 Uhr umgedreht und 

die Schlägerei wahrgenommen habe. Sogleich habe er sich auf den Weg zur 

Rangelei gemacht, um 01:05:53 Uhr, wobei der erste Schlag C._____s um 

01:05:58 Uhr erfolgt sei. Der Beschuldigte habe daher nichts anderes wahr-

nehmen können als eine Schlägerei, die klar wechselseitig verlaufen sei. Dies 

sei indirekt auch durch die Staatsanwaltschaft anerkannt, indem diese argu-

mentiere, dass in den tätlichen Abwehrhandlungen des Geschädigten C._____ 

eine gewisse Gegenseitigkeit gesehen werden könne. Auch gestehe die 

Staatsanwaltschaft ein, dass vom vorherigen Geschehen der Beschuldigte 

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nichts mitbekommen habe. Die Vorinstanz habe auch festgestellt, dass in dem 

Zeitpunkt, als er sich dem Geschehen erstmals zugewandt habe, noch keine 

der Seiten klar überlegen gewesen sei. Unerwähnt lasse die Vorinstanz im Ur-

teil, dass es unmittelbar im Anschluss an die erste heftige Aktion von C._____ 

zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen den Fangruppen 

kam, während der der Geschädigte C._____ den Täter 2 von sich weggestos-

sen habe (01:05:53 Uhr). Als Folge dieses Stosses habe sich Täter 5 am Ge-

schehen beteiligt und dem Geschädigten D._____ ins Gesicht geschlagen. 

C._____ habe darauf mit weiteren Schlägen und Tritten gegen den Täter 2 re-

agiert, woraufhin die wechselseitige Auseinandersetzung zwischen C._____ 

und mehreren mutmasslichen Zürich Fans ihren Fortgang genommen habe (ab 

01:05:55 Uhr). Dies bestätige allerdings nur die ohnehin bereits klare vo-

rinstanzliche Feststellung der Wechselseitigkeit (Urk. 53). 

3. Unbestrittener Sachverhalt 

3.1. Im Berufungsverfahren unbestritten ist, dass es sich beim Beschuldigten um 

die Person mit dem Bart und der braunen Lederjacke handelt, welche in der rele-

vanten Videoaufnahme (Datei "Täter 8_Unbekannt"; Urk. D1/2/6) eingekreist ist. 

3.2. Ebenfalls unbestritten sind folgende vorinstanzlichen – bereits oben wieder-

gegebenen – Erwägungen: Der Beschuldigte kam zu einer tätlichen Auseinander-

setzung zwischen Leverkusen-Fans und Zürchern hinzu, wobei Personen auf 

Zürcher Seite die Leverkusener mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert haben 

und einer der Zürcher mit dem Fuss gegen den Kopf des Leverkusener C._____ 

getreten hat, sodass dieser eine Schädelprellung erlitt. Der Beschuldigte selber 

hat zwei Schläge ausgeteilt, wovon einer gegen den Hinterkopf von C._____. Mit 

Blick auf die Aufnahme der Überwachungskamera des Hotels B._____ (Datei "Tä-

ter 8_Unbekannt"; Urk. D1/2/6) sind diese Erwägungen zutreffend. 

 

 

4. Bestrittener bzw. zu erstellender Sachverhalt 

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4.1. Strittig und daher nachfolgend zu erstellen ist, ob es sich um eine wechsel-

seitige Auseinandersetzung handelte und zu welchem Zeitpunkt der Beschuldigte 

zum Geschehen hinzukam bzw. wie sich das Geschehen für ihn präsentierte, als 

er hinzukam. 

4.2. Von der Staatsanwaltschaft wurde nicht in Abrede gestellt, dass der Lever-

kusener C._____ zu Beginn des Streits um den Schal eines anderen Leverkuse-

ner den mutmasslichen Schalräuber von sich weggestossen hat (vgl. Datei "Täter 

8_Unbekannt"; Urk. D1/2/6 ab 01:05:47 Uhr). Bereits diese unbestrittene Hand-

lung C._____s begründet eine gewisse Wechselseitigkeit der Auseinander-

setzung, was auch von der Staatsanwaltschaft grundsätzlich anerkannt wird. 

4.3. Die Vorinstanz erwog, auf dem Video sei ab dem Zeitpunkt 01:05:17 Uhr zu 

sehen, dass vier Personen – offensichtlich Fans von Bayer Leverkusen – von der 

F._____-strasse her zum Hoteleingang gehen würden. Drei Personen, welche 

sich zunächst beim E._____ befinden würden, würden gleichzeitig die Strassen-

seite wechseln und zu den Leverkusen-Fans hingehen, wobei eine dieser drei 

Personen mit den Leverkusen-Fans spreche, eine zweite den Schal eines Lever-

kusen-Fans – wohl G._____ – behändige und die dritte Person eher im Hinter-

grund bleibe (Urk. D1/2/6 01:05:40 Uhr). Als die offensichtlich körperlich robustes-

te Person auf Leverkusener Seite – wohl C._____ – den mutmasslichen Raub des 

Schals – wie dieser rechtlich zu würdigen sei, sei vorliegend irrelevant und könne 

somit offen gelassen werden – bemerke, komme er dem mutmasslich Beraubten 

zu Hilfe. Der mutmassliche Räuber gebe in der Folge C._____ einen Klaps an die 

Ohren, woraufhin C._____ auf den mutmasslichen Räuber losgehe und diesem 

überdies einen halbvollen Bierbecher anwerfe (Urk. D1/2/6 01:05:44 Uhr). Aus 

dieser Situation heraus entstehe eine Rangelei, welche zunächst noch – wohl 

auch dank dem zunächst noch ausgeglichenen Stärkeverhältnis, seien die Zür-

cher doch zwar zahlenmässig überlegen, C._____ aber ganz offensichtlich die mit 

Abstand kampfstärkste Person – vergleichsweise harmlos verlaufe. Auf Zürcher 

Seite seien dabei inzwischen sechs Personen anwesend, wobei sich von den drei 

zusätzlichen Personen eine bereits vor Beginn der tätlichen Auseinandersetzung 

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und die beiden anderen unmittelbar danach vom E._____ aus auf den Weg zur 

Rangelei gemacht hätten (Urk. 36 S. 7). 

4.4. Weiter erwog die Vorinstanz, der Beschuldigte selber sei bis zu diesem Zeit-

punkt nicht vor Ort, sondern noch auf der anderen Strassenseite beim E._____. 

Auf den Bildern sei auch zu sehen, dass der Beschuldigte den Beginn der Ausei-

nandersetzung – insbesondere auch den mutmasslichen Raub des Schals – gar 

nicht mitbekomme, stehe er doch zu jenem Zeitpunkt noch mit dem Rücken zum 

Geschehen. Das erste Mal drehe er sich um 01:05:47 Uhr um, als C._____ und 

der mutmassliche Räuber sich gegenseitig prügelten, wobei zu diesem Zeitpunkt 

– wie bereits dargelegt – noch keine der Seiten klar überlegen sei. Kurz nachdem 

der Beschuldigte das Geschehen bemerkt habe, mache er sich auf den Weg zur 

Rangelei (ab 01:05:53 Uhr), wobei vor ihm noch weitere drei Personen – wovon 

eine (jene mit der schwarzen Kappe) allerdings klarerweise nur schlichtend tätig 

gewesen sei, eine andere (jene mit der weissen Dächlikappe) dafür umso heftige-

re Gewalt ausgeübt habe – beim Geschehen eintreffen und nach ihm noch weite-

re sechs Personen hinzukämen. In der Folge komme es zwischen 01:05:55 und 

01:06:27 Uhr zu einer halbminütigen Schlägerei. Dabei teile C._____ zu Beginn 

auch aus (vgl. 01:05:58 Uhr) – weshalb die Schlägerei zumindest zu Beginn 

wechselseitig sei –, doch habe er in der Folge gegen die zahlenmässige Über-

macht der Zürcher keine Chance und werde mehrfach geschlagen (vgl. insbeson-

dere 01:06:14-19 Uhr). Dabei werde C._____ von der offensichtlich rücksichtslo-

sesten Person auf Zürcher Seite – jener mit der weissen Dächlikappe – auch ge-

gen den Kopf getreten (Urk. D1/2/6 01:06:21 Uhr), sodass C._____ eine Schädel-

prellung erleide (vgl. Urk. D1/13/3; Urk. 36 S. 8). 

4.5. Schliesslich erwog die Vorinstanz, der Beschuldigte sei zunächst bis 

01:06:04 Uhr sichtbar – wobei aber keine konkreten Gewalttaten des Beschuldig-

ten selber ersichtlich seien –, und dann wieder ab 01:06:09 Uhr, wobei er um 

01:06:12 Uhr allem Anschein nach einen Leverkusener Fan ein Mal schlage. Da-

nach seien keine Schläge des Beschuldigten selber mehr ersichtlich, wobei er 

aber – ohne zu intervenieren – zuschaue, wie eine andere Person der Zürcher 

Gruppe einen Leverkusener mehrere Sekunden lang mehrmals relativ heftig 

-   14   - 

schlage. Als sich die Szene um ca. 01:06:26 Uhr auflöse, gehe der Beschuldigte 

nochmals zu C._____ hin und spreche zunächst auf diesen ein – wobei er ihm der 

Gestik zufolge wohl bedeute, nun ins Hotel zu gehen – und anschliessend – 

nachdem sich dieser umgedreht gehabt habe, um ins Hotel zu gehen – verpasse 

er C._____ noch einen Faustschlag an den Hinterkopf (Urk. D1/2/6 01:06:37 Uhr; 

Urk. 36 S. 8). 

4.6. Diese zutreffenden Erwägungen können übernommen werden. Teilweise 

rekapitulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass die Zürcher Fans die 

physische Auseinandersetzung zweifellos streitsuchend provozierten und teils 

heftige Gewalt gegen die Personen auf der Leverkusen-Seite ausübten. Zumin-

dest zu Beginn war die Schlägerei noch wechselseitig. Hierfür genügt, dass auf 

Seiten der Leverkusener C._____ gegen die Zürcher tätlich in Erscheinung trat, 

auch wenn es sich dabei in erster Linie um Abwehrhandlungen handelte. Zu den 

konkreten Handlungen C._____s ist – mit dem Beschuldigten – festzuhalten, dass 

er während der Schlägerei mit mehreren Schlägen und Tritten gegen den 

mutmasslichen Schalräuber reagiert hat (Datei "Täter 8_Unbekannt"; Urk. D1/2/6 

ab 01:05:55 Uhr). Zudem ging er – mit der Vorinstanz (Urk. 36 S. 11) – zu Be-

ginn des Streits zwecks Rückeroberung des Fanschals auf den mutmasslichen 

Räuber los, nachdem dieser ihm provozierend einen Schlag von eher geringer 

Intensität gegen die Ohren erteilt hatte und stiess ihn etwas später von sich 

weg, als sich dieser ebenfalls provozierend vor ihm aufstellte, woraufhin es zur 

Schlägerei kam (Datei "Täter 8_Unbekannt"; Urk. D1/2/6 ab 01:05:44). Der Be-

schuldigte hat den mutmasslichen Schalraub nicht mitbekommen, weil er mit 

dem Rücken zum Geschehen auf der anderen Strassenseite vor dem E._____ 

stand. Als er sich umdrehte und das Geschehen bemerkte, nahm er die Ran-

gelei zwischen C._____ und dem mutmasslichen Schalräuber wahr. Den Blick 

auf das Geschehen gerichtet, machte er sich auf den Weg dorthin, wobei die-

ses nun in eine Schlägerei mündete und C._____ wie gesehen zu Beginn 

Schläge und Tritte gegen den mutmasslichen Schalräuber austeilte. Der Be-

schuldigte beteiligte sich selber mit einem Schlag gegen C._____ und einem 

zweiten gegen einen anderen Leverkusener an der Schlägerei (a.a.O. ab 

01:05:47). Auch aus der Perspektive des Beschuldigten beteiligte er sich folg-

-   15   - 

lich an einer wechselseitigen physischen Auseinandersetzung. Daran ändert 

nichts, dass sich ein Schlag gegen einen – soweit ersichtlich – selber nicht tät-

lich aktiven Leverkusener richtete, zumal aufgrund der unmittelbaren Abfolge 

der Ereignisse und der Dynamik der Auseinandersetzung das Tatgeschehen 

sachlich, räumlich und zeitlich als Einheit zu betrachten ist. In subjektiver Hin-

sicht bleibt Folgendes festzuhalten. Es ist nicht zweifelhaft, dass sich der Be-

schuldigte wissentlich und willentlich an der Schlägerei beteiligt hat. Dies war sein 

eigentliches Handlungsziel. 

5. Ergebnis 

Zusammenfassend ist der Anklagesachverhalt im Sinne der Erwägungen der 

Vorinstanz erstellt (vgl. Ziff. II.2.1.). 

III. Rechtliche Würdigung 

1.  

1.1. Die Staatsanwaltschaft wendet in rechtlicher Hinsicht ein, der Vorfall sei als 

Angriff im Sinne von Art. 134 StGB und nicht als Raufhandel im Sinne von Art. 

133 StGB zu qualifizieren. Der einzige und wesentliche Unterschied zwischen ei-

nem Angriff und einem Raufhandel bestehe darin, dass die körperlichen Einwir-

kungen beim Raufhandel wechselseitig erfolgen müssten, während beim Angriff 

lediglich von einer Seite aus auf die andere losgegangen werde und diese höchs-

tens abwehren dürfe. Eine solche Abwehr sei vorliegend gegeben. C._____ habe 

versucht, den Angriff des Schalräubers – ein Schlag an den Kopf – abzuwehren, 

wobei seine entsprechende Handlung nicht über die Intensität einer Abwehrhand-

lung hinausgegangen sei. Es habe sich keineswegs um eine tätliche Auseinan-

dersetzung zwischen Leverkusen-Fans und Zürchern gehandelt, da auf Seiten 

der Leverkusener lediglich der Geschädigte C._____ sich gegen den Angriff kör-

perlich gewehrt habe. Es habe somit keinerlei Anlass dafür bestanden, dass der 

Beschuldigte habe davon ausgehen können, dass er sich an einem Raufhandel 

beteiligen würde. Sein Vorsatz habe sich auf einen reinen Angriff bezogen. Es 

-   16   - 

komme nur die Verurteilung wegen der Teilnahme an einem Angriff in Frage 

(Urk. 49). 

1.2. Der Beschuldigte führt zusammengefasst aus, damit es sich um einen 

wechselseitigen Streit handle, genügten einzelne Schläge, Stösse etc. unabhän-

gig davon, ob die Schläge zur Verteidigung oder zum Angriff ausgeteilt würden. 

Gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB handle jedoch straflos, wer als Beteiligter gelte, 

dies aber ausschliesslich tue, indem er abwehre oder schlichte. Die ratio legis des 

Raufhandels bestehe darin, dass der Beteiligte, der mit seinem Verhalten nicht 

zur abstrakten Gefahr beitrage, da er die Auseinandersetzung weder weiter pro-

voziere noch versuche, diese in Gang zu halten, straflos bleiben solle. Vorliegend 

habe C._____ nicht nur Abwehrhandlungen vorgenommen. Es habe sich um eine 

wechselseitige Auseinandersetzung gehandelt. Darauf habe sich auch der Vor-

satz des Beschuldigen bezogen. Schliesslich verkenne die Staatsanwaltschaft, 

dass zur Erfüllung des Tatbestandes des Raufhandels nicht nötig sei, dass die 

sich schlagenden Parteien aus mehreren Personen bestehen (Urk. 53). 

2.  

2.1. Die Vorinstanz hat sich in ihrer rechtlichen Würdigung sehr sorgfältig mit 

den Straftatbeständen des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB und des Raufhan-

dels im Sinne von Art. 133 StGB auseinandergesetzt und das Handeln des Be-

schuldigten schliesslich zutreffend als Raufhandel im Sinne von Art. 133 Abs. 1 

StGB qualifiziert (Urk. 36 S. 11 ff.). Diese zutreffenden Erwägungen können über-

nommen werden. 

2.2. Rekapitulierend und teilweise ergänzend ist Folgendes (nochmals) festzu-

halten: Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperver-

letzung eines Menschen zur Folge hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft (Art. 133 Abs. 1 StGB). Nicht strafbar ist, wer aus-

schliesslich abwehrt oder die Streitenden scheidet (Art. 133 Abs. 2 StGB). Rauf-

handel ist die tätliche, wechselseitige Auseinandersetzung zwischen mindestens 

drei Personen. Die Beteiligung muss eine aktive sein; das passive Einstecken von 

Schlägen genügt nicht. Wenn mindestens zwei Personen auf eine dritte Person 

https://bger.li/StGB_133
https://bger.li/StGB_133

-   17   - 

einschlagen, die passiv die Schläge einsteckt, ohne sich aktiv tätlich zu wehren, 

kann neben allfälligen Körperverletzungsdelikten nicht Raufhandel, sondern allen-

falls Angriff vorliegen. Wer aber tätlich ausschliesslich abwehrt oder die Streiten-

den scheidet, beteiligt sich an einem Raufhandel, weil er tätlich ist, doch ist er 

gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB nicht strafbar, da er ausschliesslich abwehrt oder 

die Streitenden scheidet. Das tätliche Verhalten kann nicht nur in Schlägen be-

stehen, sondern beispielsweise auch in Würgen, Stossen, Ringen, Messerste-

chen, Bewerfen mit Gegenständen oder gar Schiessen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1056/2015 vom 4. Dezember 2015, E. 4.1. m.w.H.). 

2.3. Die Zürcher Fans zettelten in deutlicher zahlenmässiger Übermacht die 

physische Auseinandersetzung an. Nachdem einem Leverkusener der Fanschal 

entwendet worden war, wurde dem Leverkusener C._____ ein Schlag gegen die 

Ohren gegeben, als er den Fanschal zurückerobern wollte. Mit der Vorinstanz 

können die anschliessenden Handlungen C._____s in erster Linie zunächst wohl 

als Notwehrhilfe und später als Abwehrhandlungen im Sinne von Art. 133 Abs. 2 

StGB gewürdigt werden (vgl. Urk. 36 S. 11 f.). C._____ stiess den mutmasslichen 

Schalräuber von sich weg und teilte gegen diesen wie gesehen mehrere Schläge 

und Fusstritte aus, womit er sich während der Auseinandersetzung zweifellos ak-

tiv tätlich verhielt. Ein Angriff im Sinne von Art. 134 StGB seitens der Zürcher bzw. 

des Beschuldigten scheidet daher im Lichte der zitierten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung aus. Der objektive Tatbestand von Art. 133 StGB ist demgegen-

über erfüllt, wenn sich wie vorliegend mindestens drei Personen an einer tätlichen 

Auseinandersetzung beteiligen und wechselseitig gegeneinander vorgehen. 

Entsprechend kann eine Partei auch aus nur einer Person bestehen. Dass auf 

Seiten der Leverkusener einzig C._____ gegen die Zürcher tätlich wurde, steht 

der Anwendung des Straftatbestandes des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

StGB folglich nicht entgegen. Gemäss erstelltem subjektiven Sachverhalt handel-

te der Beschuldigte bewusst, rational und ihm war klar, dass er an einer Schläge-

rei teilnahm. Damit nahm er direktvorsätzlich an einem Raufhandel teil. Die objek-

tive Strafbarkeitsbedingung ist mit der Schädelprellung von C._____ zweifellos er-

füllt. 

https://bger.li/StGB_133

-   18   - 

2.4. Der Beschuldigte ist demnach zudem schuldig zu sprechen des Raufhan-

dels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB. 

IV. Strafzumessung 

Weil der Berufung der Staatsanwaltschaft im Schuldpunkt kein Erfolg beschieden 

ist, darf der Strafpunkt wie gesehen im vorliegenden Berufungsverfahren nicht 

überprüft werden (Ziff. I.2.4.). Der Beschuldigte ist folglich in Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 100.–, 

wovon 8 Tagessätze als durch Haft erstanden gelten, sowie mit einer Busse von 

Fr. 1'000.– zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im 

Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in 

welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten 

Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schwei-

zerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 428 StPO). 

1.2. Die Staatsanwaltschaft strebte mit ihrer Berufung eine Verurteilung des 

Beschuldigten wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB an und unterliegt im 

Berufungsverfahren mit ihren Anträgen vollumfänglich. Ausgangsgemäss fällt die 

zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ausser Ansatz und die Kosten des Berufungs-

verfahrens sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

1.3. Dem Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren für anwaltliche Vertre-

tung antragsgemäss eine Entschädigung von Fr. 2'449.65 aus der Gerichtskasse 

auszurichten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Urk. 55). 

  

-   19   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 29. März 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

- (…)  

- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG. 

2.-4. (…) 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 900.00  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.    Kosten Kantonspolizei 

Fr. 1'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr.    Auslagen Untersuchung 

  Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-

schuldigten auferlegt. 

7. Der Antrag auf Zusprechung einer Entschädigung für die erbetene Verteidigung wird 

abgewiesen. 

8. (Mitteilungen.) 

9. (Rechtsmittel.)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB. 

-   20   - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 

Fr. 100.– – wovon 8 Tagessätze als durch Haft erstanden gelten – sowie mit 

einer Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genom-

men. 

7. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschä-

digung von Fr. 2'449.65 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse 

zugesprochen. 

8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Obergerichtskasse 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials". 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

-   21   - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 13. April 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. B. Gut 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw N. Hunziker 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 13. April 2022
	Anklage:
	"Es wird erkannt:
	1.   Der Beschuldigte ist schuldig
	- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie
	- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 100.– – wovon 8 Tagessätze als durch Haft erstanden gelten – sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Der Antrag auf Zusprechung einer Entschädigung für die erbetene Verteidigung wird abgewiesen.
	8. (Mitteilungen)
	9. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 7)
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales
	1. Prozessgeschichte
	3.3. Allerdings sind im öffentlichen Raum auch private Aufzeichnungen von Drittpersonen nur beschränkt zulässig. Zu beachten sind bei privaten Videoüberwachungsanlagen die Vorschriften des Datenschutzgesetzes (DSG, SR 235,1; vgl. BGE 147 IV 9 E. 1.3.2...
	3.4. Die Verwertbarkeit von rechtswidrig erhobenen Beweismitteln richtet sich nach Art. 140 f. StPO. Von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel sind verwertbar, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt werden können un...
	3.5. Die abstrakten Voraussetzungen der Erreichbarkeit sind vorliegend erfüllt. Es liegt keine verbotene Beweiserhebung gemäss Art. 140 StPO vor, und die Voraussetzungen zur Durchführung einer Observation gemäss Art. 282 StPO sind bei Vergehen als geg...
	3.6. Der Beschuldigte wirkte zusammen mit weiteren Zürcher Fans physisch teils heftig auf mehrere Fans von Bayer Leverkusen ein. Letztere verhielten sich dabei hauptsächlich abwehrend oder steckten schlicht ein. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zürch...

	II. Sachverhalt
	1. Anklagevorwurf und Allgemeines
	Betreffend den dem Beschuldigten zur Last gelegten Anklagevorwurf kann auf den beigehefteten Strafbefehl vom 30. September 2020 der Staatsanwaltschaft (Urk. 19) verwiesen werden. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen ...

	2. Standpunkte
	2.1. Vorinstanz
	Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt zusammengefasst dahingehend als erstellt, dass der Beschuldigte zu einer wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung zwischen Leverkusen-Fans und Zürchern hinzugekommen sei, wobei Personen auf Zürc...
	2.2. Staatsanwaltschaft
	Die Staatsanwaltschaft stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, die Leverkusen-Fans hätten sich ihrer Unterkunft genähert, als sie ohne ersichtlichen Grund von den FCZ-Fans angegangen worden seien. Ein FCZ-Fan habe einem Leverkusener den Fansc...
	2.3. Beschuldigter
	Vom Beschuldigten wurde zusammengefasst ausgeführt, die Vorinstanz habe festgestellt, dass es C._____ gewesen sei, der zunächst auf den vermeintlichen Räuber losgegangen sei und diesem zudem einen halbvollen Bierbecher angeworfen habe. Die Schlägerei ...

	3. Unbestrittener Sachverhalt
	III. Rechtliche Würdigung

	1.
	1.1. Die Staatsanwaltschaft wendet in rechtlicher Hinsicht ein, der Vorfall sei als Angriff im Sinne von Art. 134 StGB und nicht als Raufhandel im Sinne von Art. 133 StGB zu qualifizieren. Der einzige und wesentliche Unterschied zwischen einem Angriff...
	1.2. Der Beschuldigte führt zusammengefasst aus, damit es sich um einen wechselseitigen Streit handle, genügten einzelne Schläge, Stösse etc. unabhängig davon, ob die Schläge zur Verteidigung oder zum Angriff ausgeteilt würden. Gemäss Art. 133 Abs. 2 ...

	2.
	2.1. Die Vorinstanz hat sich in ihrer rechtlichen Würdigung sehr sorgfältig mit den Straftatbeständen des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB und des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB auseinandergesetzt und das Handeln des Beschuldigten schliessl...
	2.2. Rekapitulierend und teilweise ergänzend ist Folgendes (nochmals) festzuhalten: Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe...
	2.3. Die Zürcher Fans zettelten in deutlicher zahlenmässiger Übermacht die physische Auseinandersetzung an. Nachdem einem Leverkusener der Fanschal entwendet worden war, wurde dem Leverkusener C._____ ein Schlag gegen die Ohren gegeben, als er den Fan...
	2.4. Der Beschuldigte ist demnach zudem schuldig zu sprechen des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	IV. Strafzumessung
	V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre ...
	1.2. Die Staatsanwaltschaft strebte mit ihrer Berufung eine Verurteilung des Beschuldigten wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB an und unterliegt im Berufungsverfahren mit ihren Anträgen vollumfänglich. Ausgangsgemäss fällt die zweitinstanzliche ...
	1.3. Dem Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren für anwaltliche Vertretung antragsgemäss eine Entschädigung von Fr. 2'449.65 aus der Gerichtskasse auszurichten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Urk. 55).

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. März 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- (…)
	- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG.
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Der Antrag auf Zusprechung einer Entschädigung für die erbetene Verteidigung wird abgewiesen.
	8. (Mitteilungen.)
	9. (Rechtsmittel.)"
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 100.– – wovon 8 Tagessätze als durch Haft erstanden gelten – sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	7. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'449.65 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl

	und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an
	 die Vorinstanz
	 die Obergerichtskasse
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.