# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aebe4810-ec86-5fd2-8787-cee8b1e08d61
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.04.2016 200 2015 901
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-901_2016-04-26.pdf

## Full Text

200 15 901 IV
SCP/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 26. April 2016

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2016, IV/15/901, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 28. Januar 2013 unter Hinweis auf eine 
Krankheit erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 2). Die IV-Stelle Bern (nach-
folgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm medizinische und erwerbli-
che Abklärungen vor. Insbesondere holte sie das von der Zürich Versiche-
rungsgesellschaft in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten von Dr. 
med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 
14. Mai 2013 ein (act. II 16.3) und beauftragte die E.________ mit der Er-
stellung eines polydisziplinären Gutachtens (MEDAS-Gutachten vom 5. 
März 2015; act. II 95.1). Mit Vorbescheid vom 23. April 2015 stellte die IVB 
dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht 
(act. II 102). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin Dr. C.________ vom B.________, Einwand und begründete diesen 
mehrfach (act. II 112; 114; 115). Nach Einholung einer Stellungnahme beim 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 117) teilte die IVB dem Versi-
cherten mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche Dr. med. 
D.________ mit der Erstellung eines psychiatrischen Verlaufsgutachtens 
beauftragt werde (act. II 122). Damit zeigte sich der Versicherte nicht ein-
verstanden (act. II 124). Mit Verfügung vom 11. September 2015 (act. II 
125) hielt sie an ihrem Vorgehen fest. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwäl-
tin Dr. C.________ vom B.________, am 14. Oktober 2015 Beschwerde 
und beantragt das Folgende: 

Die Zwischenverfügung vom 11. September 2015 sei aufzuheben und 
es sei festzustellen, dass die Anordnung einer psychiatrischen Begut-
achtung durch Herrn Dr. med. D.________ eine unzulässige second 
opinion und zudem eine unnötige Beweismassnahme und damit eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2016, IV/15/901, Seite 3

Rechtsverzögerung darstellt. Weiter sei festzustellen, dass die Begut-
achtung durch Herrn Dr. med. D.________ auch deshalb unzulässig 
ist, weil er infolge Vorbefassung befangen ist. Schliesslich sei festzu-
stellen, dass die IV-Stelle ein konsensorientiertes Vorgehen hätte 
wählen müssen. 

Die IV-Stelle sei sodann anzuweisen, unverzüglich über den ausge-
wiesenen Rentenanspruch gestützt auf die schlüssigen Schlussfolge-
rungen des polydisziplinären Gutachtens der E.________ vom 5. März 
2015 zu entscheiden.

Eventualiter sei die Zwischenverfügung vom 11. September 2015 auf-
zuheben und die IV-Stelle anzuweisen, den Gutachtern Gelegenheit 
zu geben, ihr Gutachten zu erläutern.

Dem Beschwerdeführer sei das Recht zur unentgeltlichen Prozess-
führung – beschränkt auf die Verfahrenskosten – zu gewähren.

- unter Entschädigungsfolge - 

Mit Eingabe vom 3. November 2015 reichte der Beschwerdeführer das UR-
Gesuchsformular inkl. Beilagen zu den Akten (unpaginierte Akten des Be-
schwerdeführers [act. IA]).

Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2015 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. März 2016 stellte der Instruktions-
richter insbesondere fest, dass das Konto des Beschwerdeführers … 
Nr. 23591231326.0 einen Restsaldo von Fr. 12‘811.26 auswies (act. IA) 
und dieser Betrag über dem bei der Vermögens- und Bedarfsberechnung 
üblicherweise nicht anrechenbaren „Spargroschen“ liegt. Der Beschwerde-
führer erhielt Gelegenheit bis am 20. April 2016, das UR-Gesuch oder die 
Beschwerde zurückzuziehen oder eine Stellungnahme einzureichen. Mit 
Eingabe vom 20. April 2016 (in den Gerichtsakten) nahm der Beschwerde-
führer Stellung zum UR-Gesuch und reichte verschiedene Kontoauszüge 
sowie eine Bestätigung betreffend „Zinsloses Darlehen“ ein (act. IA 1 ff.). 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Bei der angefochtenen Verfügung, welche die 
Anordnung einer medizinischen Expertise zum Inhalt hat, handelt es sich, 
da sie das Administrativverfahren nicht abschliesst, um eine selbständig 
eröffnete Zwischenverfügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und 
Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. De-
zember 1968 [VwVG; SR 172.021]). Gegen eine solche kann direkt Be-
schwerde an das kantonale Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 56 
Abs. 1 ATSG; UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 49 
N. 33 und Art. 56 N. 14). Zwischenverfügungen sind gemäss Rechtspre-
chung nur dann selbständig anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gut-
zumachenden Nachteil bewirken können. Im Kontext der Gutachtensan-
ordnung hat das Bundesgericht das Erfordernis des nicht wieder gutzuma-
chenden Nachteils der versicherten Person für das erstinstanzliche Be-
schwerdeverfahren bejaht (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.2.1 und S. 276 E. 
1.2.3, 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 11. Septem-
ber 2015 (act. II 125). Streitig und zu prüfen ist die Beauftragung von Dr. 
med. D.________ mit der Erstellung eines psychiatrischen Verlaufsgutach-
tens.  

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die 
verfügende Instanz den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, 
aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisan-
träge der Parteien, abklären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle 
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen An-
spruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Ver-
waltungsbehörden zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu 
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich 
aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht 
(BGE 117 V 282 E. 4a S. 283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen 
nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten 
der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 
2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2). 

2.2 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG). 

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2.3 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 
Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bidis-
ziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Namen 
der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Bezeichnung 
der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) 
personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510, 
139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 
S. 257).

2.4 Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- 
und Ablehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen 
sind. Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 
die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 
V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2015 IV Nr. 23 S. 70 E. 6.1.1). 

Der Umstand, dass sich ein Sachverständiger schon einmal mit einer Per-
son befasst hat, schliesst später dessen Beizug als Gutachter nicht zum 
Vornherein aus. Eine unzulässige Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, 
wenn er zu (für eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt. An-
deres gilt, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit 
und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen, 
etwa wenn die sachverständige Person ihren Bericht nicht neutral und 
sachlich abfasste (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110). Voreingenommenheit 
trotz Vorbefassung ist zu verneinen, wenn das Ergebnis der Begutachtung 
nach wie vor als offen und nicht vorbestimmt erscheint. Dies ist beispiels-
weise der Fall, wenn der Experte andere Fragen zu beantworten oder sein 

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erstes Gutachten lediglich zu erläutern oder zu ergänzen hat, nicht aber, 
wenn er die Schlüssigkeit seiner früheren Expertise zu überprüfen hat 
(SVR 2013 IV Nr. 30 S. 90 E. 5.3.2). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen: 

3.1.1 Im Bericht der Klinik F.________ vom 14. Februar 2013 (act. II 13 
S. 8 ff.) diagnostizierten die Ärzte eine mittelgradige depressive Episode 
(ICD-10 F32.1) bei psychosozialer Belastungssituation sowie einen Morbus 
Menière mit starkem Tinnitus (S. 8). Die Ärzte führten aus, der Beschwer-
deführer stecke in einer zähen Depression fest, die umso schwerer zu be-
handeln sei, als dass er auf Antidepressiva eine Verstärkung des Tinnitus 
erlebe, mit dem er eh schon schlecht zurecht komme. Die langjährige Be-
lastungs- und Konfliktsituation mit der psychisch kranken Ehefrau wirke 
auch symptomerhaltend. Aufgrund der Chronifizierung sei sicher von einer 
langfristigen Planung der Behandlung auszugehen (S. 9). 

3.1.2 Dr. med. D.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 14. Mai 2013 (act. II 16.3) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
eine Burn-out-Entwicklung (ICD-10 Z73.0) mit ausgeprägtem neurastheni-
schem Syndrom (ICD-10 F48.0) und aktuell mittlerem Depressionsgrad bei 
einem Status nach prolongierter psychosozialer Belastungssituation (Ar-
beitsplatz [ICD-10 Z56.6/4/0/1]; Ehe/Familie [ICD-10 Z63.7/0]), bei Ver-
dacht auf teils aufgepfropfte Anpassungsstörungen; mit Akzentuierung von 
Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) mit einer Disposition zu Panik (ICD-
10 F41.0), generalisierter Angst (ICD-10 41.1), somatoformer autonomer 
Funktionsstörung (kardiovaskuläres System ICD-10 F45.30) sowie einen 
Tinnitus bei Morbus Menière. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostizierte der Gutachter einen Status nach HWS-Distorsion bei Auf-
fahrunfall 1995 (S. 11). 

Zum Befund führte der Gutachter aus, das Interview strenge den Be-
schwerdeführer im Verlauf anscheinend stark an und koste ihn viel Energie, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2016, IV/15/901, Seite 8

was bald einmal sehr deutlich spürbar werde. Die Thymie sei inkonstant, 
aber im Schnitt mittelgradig niedergestimmt. Schuldgefühle und Suizidalität 
würden verneint. Die Hauptklagen beträfen eine neurasthenisch-depressive 
Malaise mit Müdigkeit, erhöhter Ermüdbarkeit, Energiemangel, Anhedonie, 
Mangel an Lebensfreude, stimmungsmässig eine Zirkadianizität mit leichter 
Besserung gegen Abend, laut den Angaben des Beschwerdeführers leide 
er oft an nächtlicher Angst/Panik mit hypochondrischen und vegetativen 
Angst-Aequivalenten (Da-Costa-/Herzinfarktphobie, trockener Mund, 
Durchfall) sowie leichten Kontrollzwängen. Der Appetit werde als gut be-
zeichnet, sexuelle Appetenz dagegen sei gar nicht vorhanden. Der Hamil-
ton-Test (Selbstbeurteilung) spreche mit einem Score von 31 für eine 
schwere Depression (was mit der Klinik nicht korreliere; S. 8 ff.). Die 
Störungsentwicklung stehe einerseits mit vorbestandenen akzentuierten 
Persönlichkeitszügen, somatoformer autonomer Funktionsstörung, ande-
rerseits (symptomauslösend) mit erheblichen und langjährigen psychosozi-
alen Belastungen (Arbeitsplatz) im Zusammenhang. Zurzeit sei die Sym-
ptomatik nicht remittiert. Zu bedauern sei, dass es bisher offenbar nicht 
möglich gewesen sei, eine suffiziente antidepressive Therapie zu installie-
ren (S. 12). Eine geistig anspruchsvolle und/oder emotional belastende 
berufliche Tätigkeit, wie die zuletzt innegehabte als … sei zurzeit noch nicht 
möglich. Nach dem misslungen Versuch in F.________ erscheine ein wei-
terer Therapie-/Reha-Versuch als günstige Option. Nachher sollte, begin-
nend ab 50%, eine berufliche Reintegration möglichst zügig an die Hand 
genommen werden, um einer allfälligen invalidisierenden Entwicklung zu 
begegnen. Nachdem die IV (Frühintervention) bereits involviert sei, über-
lasse man Abklärungen bezüglich angepasster Tätigkeit günstigerweise 
den dortigen Eingliederungs-Spezialisten. Die Arbeitsunfähigkeit sei rein 
krankheitsbedingt; auslösend spiele neben der beruflichen die eheli-
che/familiäre Belastungssituation eine nicht unerhebliche Rolle; eine Prise 
en Charge bei der Ehefrau (evt. auch Ehetherapie) erscheine als dringlich 
indiziert (S. 13). 

3.1.3 Nachdem der Beschwerdeführer in der Privatklinik G.________ 
während rund sechs Wochen hospitalisiert gewesen war, diagnostizierte 
Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
im Bericht vom 13. Juni 2013 (act. II 19 S. 2 ff.) eine schwer depressive 

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Episode (ICD-10 F32.2), einen Status nach schwer depressiver Episode 
ca. 1997 und Erschöpfungsdepression 2005 bei Persönlichkeitsstörung mit 
schizoiden (ICD-10 F60.1) paranoiden (ICD-10 F60.0) und selbstunsiche-
ren (ICD-10 F60.6) Symptomen, in psychosozialer Belastungssituation mit 
chronischen familiären Spannungen (ICD-10 Z63.0, Z63.1) und Arbeitslo-
sigkeit (ICD-10 Z56.0) sowie einen Morbus Menière und einen Tinnitus 
rechts. Die Ärztin führte aus, in der durch Migration und Trennungen belas-
teten Situation der Herkunftsfamilie habe der Patient wenig Unterstützung 
gefunden, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, Selbstsicherheit zu entwi-
ckeln und habe seine Identität weitgehend über seine Leistungsfähigkeit 
definiert. Der infolge eines nicht ausreichend behandelten Burnouts seit 
2005 und den gesundheitlichen Einbussen durch Morbus Menière wegfal-
lende berufliche Erfolg habe eine existentielle Krise mit lähmenden Angst- 
und Schamgefühlen ausgelöst. Wie bereits nach dem Schleudertrauma 
1997 habe diese Existenzangst durch die paranoid-depressive Verarbei-
tungstendenz in einer schwer depressiven Episode gemündet. Der cele-
belläre Defekt im MRI und die aktuellen neuropsychologischen Tests sowie 
die geringe Besserung der kognitiven Symptome bei Aufhellen der Depres-
sion liessen auf eine hirnorganische Beteiligung schliessen. Zusätzlich er-
schwerend sei die Verstärkung der Schwindelsymptome und des Tinnitus 
unter psychischer Belastung (S. 2). 

3.1.4 Im Austrittsbericht der Klinik I.________ vom 11. August 2014 (act. 
II 61 S. 2 ff.) diagnostizierten die Ärzte insbesondere eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) 
mit/bei psychosozialer Belastungssituation, ein mittelgradiges kombiniertes 
Schlafapnoe-Syndrom, eine leichte obstruktive Ventilationsstörung, Adipo-
sitas, einen Vitamin-D-Mangel sowie einen Tinnitus (S. 2). Die Ärzte führten 
aus, der Beschwerdeführer habe motiviert am Therapieprogramm teilge-
nommen. Teilweise hätte er Gruppentherapien verlassen müssen wegen 
Übermannung durch starke Emotionen und er hätte wegen Reizüberflutung 
nicht an den Therapien in der Sporthalle teilnehmen können. Er hätte be-
richtet, er sei durch die Müdigkeit häufig ungeduldig und gereizt und gehe 
daher teilweise seinen Mitmenschen aus dem Weg. Er sei wütend und trau-
rig darüber, dass er krank sei. Psychopharmakologisch sei die antidepres-
sive Medikation von Wellbutrin auf Venlafaxin umgestellt. Er habe bei un-

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verändert ausgeprägter Müdigkeit und Erschöpfung in einem affektiv stabi-
leren Zustand nach Hause entlassen werden können. Ausser der ambulan-
ten psychiatrischen Weiterbehandlung hätte er keine weiteren Therapien 
gewünscht, da er sich zuhause wieder um seine Frau kümmern müsse 
(S. 4).  

3.1.5 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 5. März 2015 (act. II 
95.1) stellten die Experten nach internistischen, psychiatrischen, neurologi-
schen und pneumologischen Untersuchungen im polydisziplinären Kon-
sens die folgenden Diagnosen (S. 48): 

Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige de-
pressive Episode, Erschöpfungsdepression (ICD-10 F33.1)

- Rechtsseitiger Tinnitus und Hörminderung April 2007, aktenana-
mnestisch Diagnose eines Morbus Menière 2009

- Passagerer Drehschwindel 2005 und 2014, ohne Hinweis auf zen-
trale oder peripher-vestibuläre Genese 

Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit

- Akzentuierte leistungsorientierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
- Unsystematischer Drehschwindel, ohne Hinweis auf zentrale oder 

peripher-vestibuläre Genese
- Rezidivierende Sehstörungen, a.e. visuelle Aura
- Primäre Kopfschmerzen, Differentialdiagnose: Migräne mit visueller 

Aura
- Leichtes allergisches Asthma bronchiale, Nachweis einer leichten fi-

xierten obstruktiven Ventilationsstörung
- Mittelschweres kombiniertes Schlafapnoesyndrom (ED Juni 2014 

Klinik I.________), unter erfolgreicher CPAP-Therapie
- Adipositas, BMI 34 kg/m2

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe 
diejenige Erkrankung, die man umgangssprachlich als „Burnout“ bezeich-
ne, die aber medizinisch gesehen einer depressiven Episode entspreche. 
Er erfülle alle drei Hauptkriterien zur Stellung der Diagnose einer depressi-

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ven Episode gemäss der ICD-10. So sei seine Stimmung betrübt, der An-
trieb stark eingeschränkt und es bestehe auch eine Freudlosigkeit und In-
teressenlosigkeit. Er mache zwar noch einiges im Haushalt, müsse sich 
dazu aber aufraffen, was nachvollziehbar sei. Er erfülle von den weiteren 
Kriterien diejenigen von Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrations-
problemen, einer innere Leere und eines eingeschränkten Selbstbewusst-
seins. Damit könne er weiterhin die Diagnose einer depressiven Episode 
stellen und der Schweregrad sei weiterhin wie bereits im Bericht der Klinik 
I.________ (act. II 61; vgl. E. 3.1.4 hiervor) mittelgradig ausgeprägt. Der 
Schweregrad der Erkrankung passe auch gut mit den Aktivitäten des Be-
schwerdeführers zusammen. So könne er zwar noch gewisse Sachen in 
seinem Leben machen, diese aber nur mit einer Anstrengung durchführen. 
Weil er in den Jahren 1997 und wahrscheinlich auch 2005 bereits jeweils 
eine depressive Episode gehabt hätte und es zwischendurch auch Zeiten 
ohne depressive Symptome gegeben habe, habe er auch eine rezidivie-
rende depressive Störung. Die Erkrankung sei durch das sehr stark ausge-
prägte berufliche Engagement und die dadurch verursachte Überarbeitung 
ausgelöst worden, aber auch durch die Mobbingsituation beim letzten Ar-
beitgeber. Die Ursache der depressiven Episoden sei aber eigentlich nicht 
die berufliche Überlastung, sondern die stark ausgeprägten akzentuierten, 
leistungsorientierten Persönlichkeitszüge. Diese akzentuierten Persönlich-
keitszüge zusammen mit guten fachlichen Fähigkeiten und einer guten 
Ausstrahlung hätten dazu geführt, dass der Beschwerdeführer ein guter … 
gewesen sei und relativ rasch im … Leitungsfunktionen habe annehmen 
können. Die akzentuierten leistungsorientierten Persönlichkeitszüge hätten 
dann aber im weiteren Verlauf dazu geführt, dass er sich bei allen Arbeits-
stellen überlastete (S. 35 Ziff. 5.4.3). Er habe aber auch einige Ressourcen. 
So sei er intelligent und sei beruflich sehr erfolgreich gewesen. Zudem sei 
er bereits lange verheiratet und führe eine stabile, gute Ehe (S. 36 Ziff. 
5.4.4). Die akzentuierten, leistungsorientierten Persönlichkeitszüge könnten 
auch nicht alleine mittels Willensanstrengung überwunden werden, könnten 
aber auch behandelt werden (S. 36 Ziff. 5.4.5). Zur Arbeitsfähigkeit führte 
der Gutachter aus, dass diese in der zuletzt durchgeführten Tätigkeit als … 
zu 100% eingeschränkt sei (S. 37 Ziff. 5.6.1). Auch wenn der Beschwerde-
führer eine mittelgradige depressive Episode habe und nicht eine schwer-
gradige depressive Episode, sei die Arbeitsfähigkeit aktuell für alle Tätigkei-

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ten im ersten Arbeitsmarkt eingeschränkt. Der Grund dafür sei, dass der 
Beschwerdeführer stark ausgeprägte, akzentuiert, leistungsorientierte Per-
sönlichkeitszüge habe, durch die er sich bei einer Aufnahme einer berufli-
chen Tätigkeit wieder relativ rasch stark überlasten würde, wodurch der 
Schweregrad der depressiven Episode relativ rasch zunehmen und auch 
rasch schwergradig ausgeprägt sein könnte (S. 37 Ziff. 5.6.3). 

In allgemein-internistischer, neurologischer und pneumologischer Hinsicht 
sei die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht eingeschränkt 
(S. 49 f. Ziff. 7.2.3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin geht in der hier angefochtenen Verfügung 
vom 11. September 2015 (act. II 125) davon aus, dass das psychiatrische 
Teilgutachten vom 5. März 2015 (act. II 95.1 S. 30 ff.) die rechtsspre-

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chungsgemässen Anforderungen an den Beweiswert solcher Berichte nicht 
erfülle. Sie bringt vor, das Gutachten leuchte weder in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge noch in der Beurteilung der medizinischen 
Situation – insbesondere der Arbeitsfähigkeit – ein. Weiter macht sie gel-
tend, dass diverse invaliditätsfremde, psychosoziale Faktoren (Arbeits-
platzproblematik, Kündigung, Erkrankung der Ehefrau) bestünden, wobei 
aus dem MEDAS-Gutachten nicht klar hervorgehe, inwiefern diese das 
Beschwerdebild begründen und aufrechterhalten. 

3.3.2 Aus dem MEDAS-Gutachten vom 5. März 2015 (act. II 95.1) geht 
hervor, dass die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 
einzig aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt ist. Die allgemein-
internistischen, neurologischen und pneumologischen Befunde haben kei-
ne Auswirkungen auf das funktionelle Leistungsvermögen (AB 95.1 S. 49 f. 
Ziff. 7.2.3). Dies ist unter den Parteien unbestritten. Ebenso unbestritten ist 
die Feststellung, dass der Beschwerdeführer – bei akzentuierten Persön-
lichkeitszügen – an einer Erschöpfungsdepression, mittelgradiger Ausprä-
gung leidet (vgl. act. II 16.3 S. 11; act. II 95.1 S. 48 Ziff. 7.1) und diese 
grundsätzlich auch behandelbar ist (act. II 16.3 S. 12; 95.1 S. 53 Ziff. 8.3). 
Umstritten ist dagegen die Beurteilung der MEDAS-Gutachter, wonach die 
stark ausgeprägten, akzentuiert leistungsorientierten Persönlichkeitszüge 
jedwede Verwertung einer Rest- oder nach erfolgter Behandlung wiederer-
langten Arbeitsfähigkeit verunmöglichen, weil sich der Beschwerdeführer 
bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit wieder relativ rasch stark überlas-
ten würde (act. II 95.1 S. 37 und 52). 

Diese Beurteilung steht einerseits im Widerspruch zu der im MEDAS-
Gutachten gestellten Z-Diagnose (akzentuierte leistungsorientierte Persön-
lichkeitszüge [ICD-10 Z73.1]; act. II 95.1 S. 48 Ziff. 7.1.2), die dann folge-
richtig auch unter den Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit aufgeführt wurde. Andererseits widerspricht sie der Ein-
schätzung, dass die akzentuierten, leistungsorientierten Persönlichkeitszü-
ge behandelt werden können (act. II 95.1 S. 36). Die gutachterliche Ein-
schätzung, wonach es sich bei den akzentuierten Persönlichkeitszügen 
weder um eine persönlichkeitsinhärente Disposition zu Panik, generalisier-
ter Angst und somatoformer autonomer Funktionsstörung (act. II 95.1 S. 34 

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i.V.m act. II 16.3 S. 11) noch um eine akzentuierte, schizoide, paranoide 
oder selbstunsichere Persönlichkeitsstörung handle (act. II 95.1 S. 35 f. 
i.V.m act. II 19 S. 2), begründet der Gutachter ausschliesslich aufgrund der 
aus den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gewonnen Erkennt-
nis, wonach der Beschwerdeführer ein beruflich erfolgreicher … gewesen 
sei, wozu es einer guten Ausstrahlung bedürfe, um die Leute für sich zu 
gewinnen (act. II 95.1 S. 35 f. und S. 49 Ziff. 7.2.2). Ob es sich beim Be-
schwerdeführer, wie er es den behandelnden Ärzten und Gutachtern 
durchwegs berichtet hat, tatsächlich um einen dauerhaft erfolgreichen … 
gehandelt hat, ist in den Akten nicht durch entsprechende Arbeitgeberan-
gaben dokumentiert und erscheint aufgrund der sich aus dem IK-Auszug 
(act. II 8 S. 5 f.) ergebenden häufigen Stellenwechseln - insbesondere seit 
dem Jahr 1993 mit zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit - zumindest fraglich 
und damit weiter abklärungsbedürftig. Die Feststellung, dass der Be-
schwerdeführer seit Jahren in psychosozial schwierigen Verhältnissen lebt, 
namentlich bei der Angsterkrankung seiner Ehefrau ein ungelöst chroni-
scher Ehekonflikt (act. II 13 S. 9, 13, 18, 28, 29, 32, 34, 38; 19 S. 2; 61 
S. 3) sowie langjährige Konflikte zur Herkunfts- und Schwiegerfamilie be-
stehen (act. II 61 S. 3), zieht sich wie ein roter Faden durch die medizini-
schen Akten. Da diese familiären Belastungsfaktoren von den MEDAS-
Gutachtern, welche aktenwidrig davon ausgehen, der Beschwerdeführer 
führe eine „stabile, gute Ehe“ (act. II 95.1 S. 36 Ziff. 5.4.4 und S. 51 Ziff. 
7.2.4), bei der Beurteilung des Krankheitsbildes ausser Acht gelassen wer-
den und zudem mit der akzentuierten beruflichen Leistungsorientierung 
nicht in einem direkten Zusammenhang zu stehen scheinen, vermag auch 
die sich aus der Beurteilung ergebende Erklärung, die psychosozialen Be-
lastungsfaktoren seien als Folge der leistungsorientierten Persönlichkeits-
züge zu werten (act. II 95.1 S. 35 Ziff. 5.4.3) nicht zu überzeugen. In die-
sem Zusammenhang ist auch darauf zu verweisen, dass Anlass zur statio-
nären Behandlung in der Klinik F.________ ein Ehekonflikt – nach einer 
Auseinandersetzung ist die Ehefrau vorübergehend ausgezogen – und 
nicht ein Arbeitsplatzkonflikt gab (act. 13 S. 9 und 13). 

Weiter wird die vom RAD-Arzt in der Stellungnahme vom 21. November 
2013 (act. II 26) aufgrund der Feststellung, dass der Beschwerdeführer 
häufige Konflikte in sozialen Beziehungen zeige (z.B. mit Vorgesetzten; vgl. 

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act. II 16.3 S. 5; 95.1 S. 31 Ziff. 5.2.1;), aufgeworfene Frage, ob bei der 
Persönlichkeitsstruktur nicht auch von einer narzisstischen Komponente 
auszugehen sei, im MEDAS-Gutachten nicht beantwortet. 

Weil sich der Gutachter zudem auch mit der von den Ärzten der Klinik 
F.________ getroffenen Beurteilung, wonach die langjährige Belastungs- 
und Konfliktsituation mit der psychisch kranken Ehefrau symptomerhaltend 
wirke (act. II 13 S. 9; vgl. act. II 16.3 S. 12) überhaupt nicht auseinander-
setzt (act. II 95.1 S. 34), geht die Beschwerdegegnerin denn auch zu Recht 
davon aus (act. II 125 S. 1), dass die Frage, ob es sich bei der depressiven 
Erkrankung um ein von den psychosozialen Belastungsfaktoren ver-
selbständigtes, eigenständiges Krankheitsbild handelt, im MEDAS-
Gutachten nicht schlüssig beantwortet wird. 

Weiter ist auch unklar, welche in den medizinischen Akten uneinheitlich 
festgestellten Persönlichkeitszüge eine klinische Relevanz erreichen und 
inwiefern sie geeignet sind, den Beschwerdeführer in seinen Willensan-
strengungen zur Überwindung des depressiven Zustandsbildes einzu-
schränken. Eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit wurde nicht diagnostiziert. Die Persönlichkeitsakzentuie-
rung (ICD-10 Z73.1) stellt als sogenannte ICD-10-Z-Kodierung rechtspre-
chungsgemäss keine invaliditätsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung dar (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Januar 
2013, 9C_605/2012, E. 3.3). Die vom MEDAS-Gutachter für nachvollzieh-
bar gehaltene (act. II 95.1 S. 50 Ziff. 7.2.4) und auch anderweitig geäusser-
te Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, er glaube nicht mehr daran, 
gesund zu werden und würde wieder scheitern, wenn er eine Arbeit auf-
nehmen würde (act. II 61 S. 4) ist ungenügend, um die klinische Relevanz 
der Persönlichkeitszüge beurteilen zu können, worauf bereits Dr. med. 
D.________ hingewiesen hat (act. II 16.3 S. 14). 

Zudem werden die neurologisch nicht erklärbaren Funktionsstörungen 
(act. II 95.1 S. 44 f. und 50) in den medizinischen Akten unterschiedlich 
beurteilt. Die MEDAS-Gutachter haben sich nicht mit dem Umstand be-
fasst, dass Dr. med. D.________ diesbezüglich in seinem Gutachten von 
einer persönlichkeitsinhärenten somatoformen autonomen Funktions-
störung (ICD-10 F45.39; act. II 16.3 S. 11) ausging. 

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Schliesslich ist das MEDAS-Gutachten auch hinsichtlich der psychiatrisch-
therapeutischen Vorschläge insoweit nicht nachvollziehbar, als der Gutach-
ter auch hinsichtlich der Persönlichkeitsstruktur einen Behandlungsbedarf 
ausmacht (act. II 95.1 S. 36 Ziff. 5.4.5), jedoch dazu keinen Behandlungs-
vorschlag macht und stattdessen einzig die Weiterführung der bisherigen 
ambulanten psychiatrischen Behandlung für sinnvoll hält (act. II 95.1 S. 37 
Ziff. 5.7). In diesem Zusammenhang äussert er sich auch nicht zu der von 
Dr. med. D.________ gemachten Feststellung, wonach die Depression bis 
anhin insuffizient behandelt worden sei und der Einbezug der Ehefrau, wel-
che offenbar auch in Behandlung bei Dr. med. J.________ steht (act. II 13 
S. 37), dringlich indiziert sei (act. II 16.3 S. 12 f.). 

3.3.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der von der Be-
schwerdegegnerin mit einer Verlaufsbegutachtung beauftragte Dr. med. 
D.________ sei befangen (Beschwerde S. 2 und 9), vermag dies nicht zu 
überzeugen. Entsprechend den zutreffenden Ausführungen der Beschwer-
degegnerin (Beschwerdeantwort S. 3) stellt der Umstand, dass ein Gutach-
ter einen Exploranden bereits einmal begutachtet hat, noch keinen Ableh-
nungsgrund dar. Vielmehr bräuchte es hierfür konkrete Anhaltspunkte, wel-
che den Anschein der Befangenheit zu erwecken vermöchten, welche der 
Beschwerdeführer mit seiner pauschalen Kritik an der Gutachtensanord-
nung nicht zu benennen vermag. 

Zudem ist auch dem Eventualbegehren des Beschwerdeführers, wonach 
den MEDAS-Gutachtern Gelegenheit zu geben sei, ihr Gutachten zu erläu-
tern (Beschwerde S. 2), nicht zu entsprechen. Denn nach dem in E. 3.3.2 
hiervor Dargelegten handelt es sich im MEDAS-Gutachten um keine leich-
ten Mängel, die ohne weiteres durch eine Nachfrage bei den MEDAS-
Gutachtern aufzulösen bzw. zu klären wären. 

3.4 Die Anordnung einer Verlaufsbegutachtung durch Dr. med. 
D.________ erweist sich indessen aus anderen Gründen nicht als sachge-
recht. Denn hinsichtlich des von Dr. med. D.________ zuhanden der Tag-
geldversicherung erstatteten Gutachtens stellte der RAD-Psychiater im 
Rahmen der Stellungnahme vom 6. November 2014 Unklarheiten fest, wel-
che er offenbar im Rahmen eines Ergänzungsgutachtens für nicht 
klärungsfähig beurteilte (act. II 77 S. 3). Es ist deshalb nicht nachvollzieh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2016, IV/15/901, Seite 17

bar, dass in Anbetracht der mit dem MEDAS-Gutachten hinzugekommenen 
Divergenzen, der RAD-Psychiater nunmehr eine Verlaufsbegutachtung bei 
Dr. med. D.________ vorschlägt (act. II 121). Diese Divergenzen in den 
gutachterlichen Einschätzungen erfordern entgegen der Annahme der Be-
schwerdegegnerin nicht eine Verlaufsbegutachtung, sondern eine umfas-
sende psychiatrische Begutachtung durch eine mit dem Beschwerdeführer 
noch nicht befassten Person.  

3.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung insoweit 
nicht zu beanstanden, als die Beschwerdegegnerin in psychiatrischer Hin-
sicht weiteren Abklärungsbedarf feststellte. In Abweichung der von der Be-
schwerdegegnerin getroffenen Anordnung wird sie indessen im Sinne der 
E. 3.3.2 f. hiervor bei einer mit dem Beschwerdeführer noch nicht befassten 
Person bzw. einer Fachärztin oder einem Facharzt ein umfassendes psych-
iatrisches Gutachten einzuholen haben. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. Bei diesem Verfahrensausgang 
dringt der Beschwerdeführer weder mit seinem Hauptbegehren noch mit 
dem Eventualbegehren durch, weshalb er als unterliegend gilt. Er hat damit 
grundsätzlich die Verfahrenskosten zu bezahlen, die gerichtlich auf 
Fr. 500.-- festgesetzt werden.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

4.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2016, IV/15/901, Seite 18

Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 
6.1).

Das vorliegend zu beurteilende Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
bezieht sich auf die Befreiung von den Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
wogegen der B.________ bewusst darauf verzichtet, im Rahmen der un-
entgeltlichen Rechtspflege auch die anwaltliche Beiordnung der von ihm 
eingestellten Juristinnen und Juristen zu beantragen.  

Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist gestützt auf die von ihm ein-
gereichten Unterlagen erstellt (act. IA). Da weiter das Beschwerdeverfah-
ren nicht als von vornherein aussichtslos zu betrachten ist, ist das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist damit - unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. 
sobald er innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzah-
lung in der Lage ist - vorläufig von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu 
befreien.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat im 
Sinne der Erwägungen ein umfassendes psychiatrisches Gutachten 
einzuholen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2016, IV/15/901, Seite 19

der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe vom 20. April 2016)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
  3001 Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.