# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 834a7eee-3b4c-50a4-bd03-b7fbd003fa70
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.03.2025 E-520/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-520-2022_2025-03-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-520/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen,  

Richterin Roswitha Petry,    

Gerichtsschreiber Stefan Trottmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Géraldine Kronig,  

Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht Schaffhausen, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 30. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

E-520/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a  

Der Beschwerdeführer suchte am 18. Dezember 2019 in der Schweiz um 

Asyl nach (vgl. Akten der Vorinstanz 1058841-[nachfolgend: SEM-act.] 

1/2). 

A.b Mit Schreiben vom 23. Dezember 2019 lud die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer zur Erstbefragung vom 30. Dezember 2019 vor (vgl. SEM-

act. 11/2), welcher er unentschuldigt fernblieb (vgl. SEM-act. 14/2).  

A.c Im Auftrag der Vorinstanz wurde am 21. Januar 2020 ein Altersgutach-

ten vom Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals B._______ erstellt 

(vgl. SEM-act. 20/6).  

A.d Am 29. Januar 2020 führte das SEM die Erstbefragung durch. Dabei 

wurde der Beschwerdeführer unter anderem zu seinen Gesuchsgründen 

befragt (vgl. SEM-act. 21/12).  

A.e Die Vorinstanz erfasste den (…) als Geburtsdatum im ZEMIS (mit Be-

streitungsvermerk; vgl. SEM-act. 28/2). 

A.f Am 6. Mai 2020 fand die Anhörung nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) 

statt (vgl. SEM-act. 32/21), an welcher er zu seinen Asylgründen im We-

sentlichen ausführte, er sei ein minderjähriger afghanischer Staatsangehö-

riger der Ethnie Hazara, Schiite und  in C._______ (D._______) in schwie-

rigen finanziellen Verhältnissen aufgewachsen. Er habe mit seinen Eltern 

und seinen zwei jüngeren Geschwistern zusammengewohnt und acht 

Schuljahre absolviert, wobei er das letzte Schuljahr wegen seiner Ausreise 

nicht vollendet habe. Auf seinen Wunsch habe ihm sein Vater eine Arbeit 

neben der Schule bei einem einflussreichen, ehemaligen Kommandanten 

A.A. vermittelt. Dieser habe ihn eine Woche lang in der Landwirtschaft ein-

gesetzt und ihm danach erklärt, er sei für diese Tätigkeit zu schwach und 

würde im Haus beschäftigt werden. Daraufhin habe er im Haus gearbeitet. 

Er habe geputzt, Wasser geholt und auf die Kinder aufgepasst. A.A. habe 

ihn dabei mehrmals angefasst. Zudem sei er aufgefordert worden, vor ei-

ner Gruppe von Männern an privaten Veranstaltungen von A.A. im Sinne 

von Tanzwettbewerben zu tanzen. Als die Ehefrau von A.A. mit den Kindern 

einmal nicht zu Hause gewesen sei, habe A.A. ihm etwas ins Essen ge-

mengt, worauf er nicht mehr bei klarem Verstand gewesen sei. A.A. habe 

seinen Zustand ausgenutzt und ihn gegen seinen Willen massiert sowie 

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Seite 3 

sich an ihm vergangen. Er habe ihn zu Stillschweigen verpflichtet und ihm 

etwas Geld gegeben. Als er nach Hause zurückgekehrt sei, hätten seine 

Eltern bereits geschlafen. Zwar sei es ihm psychisch schlecht gegangen, 

er habe aber keine andere Wahl gehabt, als für A.A. weiterzuarbeiten. Ei-

nige Zeit später habe sich A.A. in Abwesenheit seiner Ehefrau und seiner 

Kinder erneut gegen seinen Willen an ihm vergangen. A.A. habe ihn mit 

einem Messer gefügig gemacht und ihn dabei am Bein verletzt. Auch habe 

er ihm mit Rache gedroht, falls er darüber etwas erzählen würde. Eines 

Tages habe er, der Beschwerdeführer, sich an A.A. rächen wollen. Er habe 

gewusst, wo A.A. seine Wertsachen aufbewahre. Er habe das Schloss des 

Koffers mit den Wertsachen aufgebrochen und 10'000 Afghani und einige 

Dokumente entwendet. Die Dokumente habe er zerrissen und weggewor-

fen. Im Anschluss daran sei er per Autostopp zum Cousin seines Vaters 

nach E._______ geflüchtet, wo er seinen Vater kontaktiert habe. Dieser 

habe ihn wegen seines Berichts über den Diebstahl zunächst beschimpft 

und ihn zur Rückgabe der Sachen an A.A. aufgefordert. Er habe ihm da-

mals erklärt, dass er einige Dokumente von A.A. bereits vernichtet habe, 

worauf er erneut von seinem Vater beschimpft worden sei. A.A. habe bei 

seinen Eltern überdies behauptet, er habe 50'000 Afghani entwendet. Von 

seinem Missbrauch habe er aber niemandem erzählt. Nachdem sich sein 

Vater beruhigt habe, habe er ihn, den Beschwerdeführer, nochmals ange-

rufen und ihm zur Ausreise geraten. Mit Hilfe des Cousins seines Vaters 

habe er, der Beschwerdeführer, einen Schlepper organisiert, mit dem er 

über Nimruz aus Afghanistan illegal ausgereist sei. Danach habe er indirekt 

über den Cousin seines Vaters erfahren, dass seine Familie wohl wegen 

A.A. umgezogen sei. Bei einer Rückkehr nach Afghanistan befürchte er, 

dass er wegen des Missbrauchs und des aus Rache begangenen Dieb-

stahls getötet beziehungsweise gesteinigt werde. Vor allem habe er vor der 

Verfolgung durch A.A., aber auch durch andere Personen Angst.  

A.g Zum Entwurf des Asylentscheides vom 18. Mai 2020 nahm der Be-

schwerdeführer am Folgetag Stellung (vgl. SEM-act. 34/7 und 35/4). 

A.h Mit Verfügung vom 26. Mai 2020 wurde das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers dem erweiterten Verfahren zugewiesen (vgl. SEM-act. 

39/3).  

B.  

Mit Verfügung vom 30. Dezember 2021, eröffnet am 3. Januar 2022, stellte 

die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus 

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Seite 4 

der Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung schob sie wegen Unzulässig-

keit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Zugleich beauftragte sie 

den zuständigen Kanton mit der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme. Im 

Weiteren änderte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Beschwerdefüh-

rers im ZEMIS – mit Bestreitungsvermerk – auf den (…). Zudem wurde 

dem Beschwerdeführer eine Kopie des Aktenverzeichnisses ausgehändigt 

(vgl. SEM-act. 54/18 f.).  

C.  

Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Februar 2022 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die 

Dispositivziffern 1–3 sowie 7 der Verfügung der Vorinstanz seien zu über-

prüfen und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn als Flüchtling anzuerkennen 

und ihm Asyl zu gewähren. Zudem sei die Vorinstanz anzuweisen, sein 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) anzupassen. Eventualiter sei die Sa-

che zur hinreichenden Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen sowie ihm in der Person der unterzeichnenden Rechtsvertreterin 

eine unentgeltliche Rechtsbeiständin beizuordnen. Im Weiteren seien die 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz zu verlegen. 

Der Beschwerde legte er Kopien der angefochtenen Verfügung, des Zu-

stellcouverts, der Sendungsverfolgung und des Auftrags mit seiner Rechts-

vertretung sowie der Vollmacht bei. 

D.  

Am 4. Februar 2022 bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwerde. 

E.  

Am 10. März 2022 trennte die Instruktionsrichterin das Verfahren praxisge-

mäss auf. Das Verfahren betreffend ZEMIS-Anpassung wurde unter der 

Geschäftsnummer E-1132/2022, dasjenige betreffend Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl unter der Geschäftsnum-

mer E-520/2022 geführt. 

F.  

Mit Urteil E-1132/2022 vom 6. April 2022 wies das Bundesverwaltungsge-

richt (nachfolgend: BVGer) die ZEMIS-Beschwerde des Beschwerdefüh-

rers ab, stellte fest, dass sein im ZEMIS eingetragenes Geburtsdatum ([…]) 

und der Bestreitungsvermerk zu belassen seien, wies die Gesuche um 

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Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsver-

beiständung ab und verzichtete auf das Auferlegen von Verfahrenskosten.  

G.  

Mit Schreiben vom 13. April 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Für-

sorgebestätigung und eine Honorarnote seiner Rechtsvertreterin ein.  

H.  

Die Instruktionsrichterin hiess mit Instruktionsverfügung vom 1. Juni 2022 

das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung – vorbehältlich einer nach-

träglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdefüh-

rers – gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Ebenfalls hiess sie das Gesuch um Beigabe einer amtlichen Rechtsvertre-

tung – vorbehältlich einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Ver-

hältnisse des Beschwerdeführers – gut und setzte die mandatierte Rechts-

vertreterin, MLaw Géraldine Kronig, als amtliche Rechtsbeiständin ein. 

Ferner ersuchte sie das SEM, innert Frist eine Vernehmlassung einzu-

reichen.  

I.  

Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 30. Juni 2022 auf die Einrei-

chung einer Vernehmlassung. Die Eingabe wurde am 4. Juli 2022 dem Be-

schwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt. 

J.  

Mit Schreiben vom 6. Juni 2023 teilte MLaw Géraldine Kronig dem Gericht 

mit, dass der Beschwerdeführer ihr das Mandat entzogen habe, und reichte 

das diesbezügliche Schreiben des Beschwerdeführers vom 22. Mai 2023, 

adressiert an die Genannte, mit ein. Mit Schreiben vom 8. Juni 2023 infor-

mierte die Instruktionsrichterin die amtliche Rechtsvertreterin, dass bis an-

hin kein begründetes Gesuch betreffend Wechsel oder Widerruf des amtli-

chen Mandats eingegangen sei und auch keine objektiven Gründe für ei-

nen Widerruf der amtlichen Rechtsverbeiständung ersichtlich seien. Des-

halb könne keine Entlassung aus dem amtlichen Mandat vorgenommen 

werden und sie bleibe weiterhin als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt.  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2024 forderte die Instruktionsrich-

terin den Beschwerdeführer auf, innert Frist entweder das vollständig aus-

gefüllte beigelegte Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» 

oder eine aktuelle Fürsorgebestätigung einzureichen, ansonsten die 

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Seite 6 

Instruktionsverfügung vom 1. Juni 2022 insofern in Wiedererwägung gezo-

gen werde, als die gewährte unentgeltliche Prozessführung mangels Be-

dürftigkeit widerrufen und das amtliche Mandat aufgehoben werde.  

L.  

Mit Eingabe vom 11. März 2024 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsor-

gebestätigung vom 4. März 2024 nach und erklärte, er gehe nicht einer 

regulären Arbeitstätigkeit als Informatiker nach, sondern absolviere aktuell 

eine Lehre. Somit sei er noch auf finanzielle Unterstützung angewiesen.  

M.  

Der Beschwerdeführer gelangte am 4. September 2024 erneut an das Ge-

richt, ersuchte um Verfahrensbeschleunigung, reichte ein Schreiben seines 

Beistandes und ein Foto betreffend Integrationsprozess sowie eine Teil-

nahmebestätigung über die Teilnahme an Jugendaktivitäten des Kantons 

G._______ ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Verfügungen des SEM im Sinne von Art. 5 VwVG. 

Dabei entscheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und 

auch vorliegend endgültig; eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 

nicht vor (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und der 

Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

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Seite 7 

3.  

Der Beschwerdeführer ficht mit seiner Beschwerde unter Ziffer eins die Dis-

positivziffern 1 bis 3 sowie 7 der Verfügung des SEM vom 30. Dezember 

2021 an. Die Dispositivziffer 7 betrifft sein eingetragenes Geburtsdatum im 

ZEMIS. Nachdem das Verfahren betreffend ZEMIS-Anpassung vom vorlie-

genden aufgetrennt und mit Urteil E-1132/2022 vom 6. April 2022 rechts-

kräftig abgeschlossen wurde, beschränkt sich der Prozessgegenstand vor-

liegend auf die Fragen der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls sowie der 

Wegweisung aus der Schweiz. 

4.  

Vom Beschwerdeführer wird im Sinne eines Eventualbegehrens die Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz zur rechtsgenüglichen Feststellung 

des Sachverhalts beantragt. Begründet wird der Antrag nicht näher und es 

ist nicht ersichtlich, inwiefern der Sachverhalt vom SEM unrichtig oder un-

vollständig festgestellt worden wäre. Für die Kassation der angefochtenen 

Verfügung besteht offensichtlich kein Anlass. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

5.2 Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile bestimmter Intensität erlitten hat respek-

tive mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begrün-

deterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss ent-

fernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen kon-

krete Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch und 

nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Massge-

blich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeit-

punkt des Asylentscheids. Die Gewährung des Asyls kann nicht dazu die-

nen, einen Ausgleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern be-

zweckt, Schutz vor künftiger Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 

E. 5.4).  

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Seite 8 

5.3 Die Furcht vor künftiger Verfolgung umfasst ein auf tatsächlichen Ge-

gebenheiten beruhendes objektives Element sowie die persönliche Furcht-

empfindung der betroffenen Person als subjektives Element. Begründete 

Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat demnach, wer gute, 

mithin von Dritten nachvollziehbare Gründe (objektives Element) für seine 

Furcht (subjektives Element) vorweist, mit gewisser Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zukunft das Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. BVGE 

2013/11 E. 5.1, 2011/50 E. 3.1.1, 2011/51 E. 6, 2008/4 E. 5.2, je m.w.H.).  

6.  

6.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihrer Verfügung hinsichtlich der 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers unter anderem aus, dass 

die vom Beschwerdeführer erlittenen Nachteile im Rahmen seiner Arbeits-

tätigkeit aufgrund eines sexuellen Interesses von A.A. an ihm erfolgt seien. 

Die vorgebrachte Verfolgung basiere jedoch nicht auf einem in Art. 3 AsylG 

genannten Motiv, wobei insbesondere die Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe zu nennen sei. Zur geltend gemachten Praxis der 

«Bacha Bazi» sei vorab anzumerken, dass die geschilderten Ereignisse 

nicht konkret diesem Phänomen anzurechnen seien, so wie dies auch in 

der Stellungnahme seiner Rechtsvertretung bestätigt werde. Die Recht-

sprechung des BVGer dazu sei denn auch nicht eindeutig. Zwar habe es 

sich in mehreren Urteilen mit diesem Vorbringen auseinandergesetzt, sei 

aber in diversen Fällen zum Schluss gekommen, dass die Frage, ob ein 

ehemaliger «Bacha Bazi» als Zugehöriger zu einer bestimmten sozialen 

Gruppe anzusehen sei, offengelassen werden könne. Aufgrund der fehlen-

den Ausführungen zum Begriff der «Zugehörigkeit zu einer bestimmten so-

zialen Gruppe» im Zusammenhang mit «Bacha Bazi» sowie anders lauten-

den BVGer-Urteilen sei für das SEM nicht hinreichend dargelegt, aus wel-

chen Gründen ein ehemaliger «Bacha Bazi» zu einer bestimmten sozialen 

Gruppe gehöre respektive wie sich diese bestimmte soziale Gruppe defi-

niere. So sei darauf hinzuweisen, dass eine bestimmte soziale Gruppe 

nicht ausschliesslich durch die von ihren Mitgliedern erlittene Verfolgung 

oder die Furcht vor Verfolgung definiert werden könne. Die Gruppe müsse 

bereits vor Beginn der Verfolgung als eine Gemeinschaft gebildet worden 

sein, die sich durch bestimmte gemeinsame Merkmale auszeichne, die 

nicht mit der Gefahr der Verfolgung zusammenhingen. Im Fall von «Bacha 

Bazi» erhalte eine Person diesen Status erst nach der «Entführung». Im 

vorliegenden Fall könne diese Fragestellung indes auch offengelassen 

werden, da eine Verfolgung immer wegen des Seins und nicht wegen des 

Tuns erfolge. Die vom Beschwerdeführer dargelegten sexuellen Misshand-

lungen hätten nicht auf seine Identität und Persönlichkeit abgezielt, 

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Seite 9 

sondern auf das persönliche, sexuelle Interesse von A.A. Seinen Aussagen 

seien keine Anhaltspunkte zu entnehmen, dass er aufgrund eines Merk-

mals, das ihn als andersartig kennzeichne und das unmittelbar mit ihm oder 

seiner Persönlichkeit verbunden sei, missbraucht worden sei. Demgemäss 

habe er angegeben, er wisse nicht, was im Kopf von A.A. vorgegangen sei. 

Dieser habe ihn einmal als «heissen Jungen» bezeichnet. Zudem habe er 

ihn nach einer Woche zu sich ins Haus geholt, weil er zu schwach für die 

Landwirtschaftsarbeit gewesen sei und diese nicht richtig habe erledigen 

können. Ferner sei den Aussagen des Beschwerdeführers zu entnehmen, 

dass er niemandem von den Vorfällen erzählt habe und auch A.A. – als 

«ernster Mann» – nie zugegeben hätte, einen «Bacha Beresh» zu haben. 

Sowohl A.A. wie auch der Beschwerdeführer hätten mutmasslich aufgrund 

der einer Bekanntmachung folgenden Konsequenzen mit niemandem dar-

über gesprochen. Von einer befürchteten Ehrverletzung könne deshalb 

nicht die Rede sein. Auf Nachfrage habe der Beschwerdeführer erklärt, 

dass A.A. ihn aufgrund seines Diebstahls und seiner Flucht vernichten 

wolle. Diese Gründe  stellten aber kein relevantes Motiv im Sinne von Art. 3 

Abs. 1 AsylG dar. Die Furcht vor allfälligen Racheakten durch A.A. wegen 

seines Diebstahls und der Flucht sei folglich im Rahmen der Zulässigkeits-

prüfung im Wegweisungsvollzugspunkt zu prüfen. Der Beschwerdeführer 

mache weiter geltend, dass er von seinem Vater oder anderen getötet res-

pektive gesteinigt werde, wenn diese «es» wüssten. Objektiv betrachtet 

gehe aus seinen Ausführungen jedoch hervor, dass niemand ausser dem 

Beschwerdeführer und A.A. von den Übergriffen wüssten und A.A. ein gros-

ses Interesse daran habe, diese Vorfälle geheim zu halten. Die Befürch-

tungen des Beschwerdeführers stützten sich lediglich auf Mutmassungen 

seinerseits und Hörensagen. Es seien daher keine konkreten Anhalts-

punkte ersichtlich, die auf eine Weiterverbreitung des Vorgefallenen und 

auf eine darauf beruhende Verfolgung in absehbarer Zukunft durch die af-

ghanische Bevölkerung oder seine Familie schliessen liessen.  

6.2 Der Beschwerdeführer erwidert im Wesentlichen, bei «Bacha Bazi» 

handle es sich in der Regel meist um bartlose männliche Jünglinge zwi-

schen 12 und 17 Jahren, deren äusseres Erscheinungsbild noch kindlich 

wirke, die jedoch im Stand einer minimalen sexuellen Reife seien. Das 

Bundesverwaltungsgericht bestätige in mehreren Urteilen die Zugehörig-

keit der «Bacha Bazi» zu einer sozialen Gruppe nach Art. 3 AsylG (unter 

Verweis auf Urteile des BVGer D-262/2017 vom 1. Mai 2017 E. 5.1;  

E-4196/2018 vom 16. Oktober 2019 E. 8). Obwohl nicht im Kontext der 

«Bacha Bazi» sei in Analogie zur Rechtsprechung des BVGer von Minder-

jährigen in Zwangsrekrutierungskonstellationen hinzuweisen. Im Urteil  

E-520/2022 

Seite 10 

E-5072/2018 vom 17. Dezember 2020 begründe das Gericht in der Erwä-

gung 5.7, dass das Alter, das Geschlecht und der Wohnort unabänderliche 

Merkmale seien, die das Verfolgungsmotiv der Zugehörigkeit zu einer be-

stimmten sozialen Gruppe begründen könnten. Die Vorinstanz vertrete die 

Auffassung, dass im Falle von «Bacha Bazi» eine Person erst dann einer 

bestimmten sozialen Gruppe angehöre, wenn bereits eine Entführung 

stattgefunden habe. Ferner äussere sich das BVGer in Urteil D-262/2017 

zwar nicht klar, stelle gleichzeitig aber fest, dass die Argumente für die An-

nahme, dass auch ehemalige «Bacha Bazi»-Opfer dem Verfolgungsmotiv 

«Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe» zuzuschreiben 

seien, überwiegen würden. Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, 

dass aufgrund der aktuellen Situation in Afghanistan die Schutzfähigkeit 

und der Schutzwille des Staates nicht gegeben seien. Zudem sei darauf 

hinzuweisen, dass die «Bacha Bazi»-Praktik unter den Taliban zwar verbo-

ten gewesen sei, der Grund für das Verbot aber weniger auf den Schutz 

von Kindern vor sexuellem Missbrauch abziele, sondern auf das Verbot 

von Homosexualität, was während des Talibanregimes mit dem Tode be-

straft worden sei. Ferner stelle das persönliche beziehungsweise sexuelle 

Interesse des Täters keinen Hinderungsgrund dar, dass er, der Beschwer-

deführer, nicht doch wegen seiner angeborenen unabänderlichen Merk-

male ausgesucht worden sei. Die Tatsache, dass A.A. ihm gegenüber ge-

sagt habe, er sei zu schwach für die Landwirtschaft, und er ihn zu einem 

späteren Zeitpunkt als «heissen Jungen» bezeichnet habe, schliesse nicht 

aus, dass er, der Beschwerdeführer, nicht doch Opfer dieses Brauchtums 

geworden sei. Dass der Peiniger seine wahren Absichten zu verstecken 

gewusst habe, erscheine ebenfalls nachvollziehbar. Entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz sei er gezielt aufgrund folgender Merkmale ausgesucht wor-

den: jugendliches Alter zwischen (…) Jahren, wenig gebildet, attraktives 

Äusseres, ärmliche Verhältnisse und ein Abhängigkeitsverhältnis zum Pei-

niger. Es handle sich um innere und äussere Merkmale, die untrennbar mit 

einer Person beziehungsweise deren Identität als «Bacha Bazi/Bacha Be-

resh» (bartlosen Jungen) verbunden seien und damit die Zugehörigkeit zu 

einer bestimmten sozialen Gruppe begründeten. Die Argumentation der 

Vorinstanz, wonach er lediglich aus persönlichen, sexuellen Interessen von 

A.A. ausgesucht worden sei, sei demnach nicht korrekt. Bei einer Rückkehr 

würde er erneut in die Hände seines Peinigers geraten.  

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er gehöre der sozialen Gruppe 

der «Bacha Bazi» beziehungsweise der minderjährigen Knaben mit spezi-

fischen femininen und unbehaarten Gesichtszügen an. Den damit in 

E-520/2022 

Seite 11 

Zusammenhang stehenden sexuellen Übergriffen und den Konsequenzen, 

welche er seitens A.A. aufgrund seines Diebstahls befürchte, könne er sich 

nur durch Flucht entziehen.  

7.2  

7.2.1 In Afghanistan wird das sogenannte «Knabenspiel» seit langer Zeit 

praktiziert, wobei als «Bacha Bazi» traditionsgemäss nur minderjährige 

Jungen in Betracht kommen. Diese werden gezwungen, in Frauenkleidern 

an Festen zu tanzen, wobei es häufig zu sexuellen Übergriffen kommt. Tä-

ter sind in der Regel einflussreiche Männer, gegen welche sich die betroffe-

nen Knaben kaum wehren können. Die Praktik geht mit einer erheblichen 

Stigmatisierung einher und ist gesellschaftlich tabuisiert (vgl. dazu Urteil 

des BVGer E-1091/2020 vom 5. Mai 2023 E. 5.1.2 m.H.). Zwar trifft es zu, 

dass das BVGer in seiner Rechtsprechung davon ausgeht, die Opfer die-

ser «Bacha Bazi»-Praktik seien zumindest für die Jahre, in welchen sie als 

Tanzjungen missbraucht wurden, als Zugehörige zu einer bestimmten so-

zialen Gruppe gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG zu betrachten (vgl. Urteil des 

BVGer D-262/2017 vom 1. Mai 2017 E. 5.1). Nach Erreichen der Volljäh-

rigkeit ist das Vorliegen einer begründeten Furcht vor flüchtlingsrechtlich 

relevanter Verfolgung aber zu verneinen, sofern keine konkreten Anzei-

chen dafür vorliegen, dass dem Betroffenen erneut eine Verfolgung drohen 

könnte (vgl. Urteil des BVGer E-4196/2018 vom 16. Oktober 2019 E. 8 

m.w.H.).  

7.3 Der Beschwerdeführer ist zum heutigen Zeitpunkt (…) Jahre alt und 

somit nicht mehr minderjährig (vgl. Urteil des BVGer E-1132/2022 vom 

6. April 2022). Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung 

erfüllt er somit die Voraussetzung betreffend Minderjährigkeit respektive 

Vorliegen einer begründeten Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Ver-

folgung im Entscheidzeitpunkt nicht (mehr), sofern keine konkreten Anzei-

chen dafür vorliegen, dass ihm erneut eine Verfolgung drohen könnte. Sol-

che Anzeichen sind in casu nicht ersichtlich. So ist aufgrund der Stigmati-

sierung in Afghanistan betreffend «Bacha Bazi» – wie die Vorinstanz richtig 

ausführte – nicht anzunehmen, dass A.A. die Übergriffe auf den Beschwer-

deführer öffentlich gemacht hat oder machen würde, zumal er sich damit 

selber der Gefahr einer (Straf-)Verfolgung aussetzen würde. Ebenso wenig 

ist anzunehmen, A.A. hätte ein weiterhin anhaltendes sexuelles Interesse 

am Beschwerdeführer, da letzterer als Volljähriger betreffend «Bacha Bazi» 

nicht mehr in Frage kommt. Eine begründete Furcht vor flüchtlingsrechtlich 

relevanter Verfolgung liegt damit im heutigen Zeitpunkt nicht vor. 

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7.4 Der Beschwerdeführer macht an der Anhörung sodann geltend, er 

fürchte sich davor, dass sein Vater oder andere ihn töten wollten, wenn sie 

etwas von den Übergriffen auf ihn erfahren würden. Aus den Akten im Zent-

ralen Migrationsinformationssystem ZEMIS ist indes zu entnehmen, dass 

er beim SEM am (…) 2025 einen Flüchtlingsreisepass beantragte, um 

seine Familie, die F._______ geflüchtet sei, zu besuchen. Da der Be-

schwerdeführer mit seiner Familie offenkundig in Kontakt steht und ein 

Treffen mit dieser plant, bestehen somit keine Anhaltspunkte für die An-

nahme einer subjektiv befürchteten und objektiv begründeten Furcht vor 

seinem Vater, welche zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft führen 

müsste.  

7.5 Der Beschwerdeführer äussert weiter Furcht vor Verfolgung durch A.A., 

da er diesem Dokumente und Geld entwendet habe. Diesbezüglich ist voll-

umfänglich auf die Würdigung der Vorinstanz zu verweisen, welche zu 

Recht feststellte, dass darin kein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv ge-

mäss Art. 3 Abs. 1 AsylG zu erblicken ist.  

7.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, konkrete Anhaltspunkte für eine objektiv begründete 

Furcht vor einer künftigen gezielten Verfolgung asylbeachtlichen Ausmas-

ses im Sinne von Art. 3 AsylG bei einer (hypothetischen) Rückkehr nach 

Afghanistan vorzulegen. Das SEM hat demnach die Flüchtlingseigenschaft 

zu Recht verneint und das Asylgesuch des Beschwerdeführers folgerichtig 

abgelehnt. An dieser Einschätzung vermögen die weiteren Ausführungen 

in der Beschwerde nichts zu ändern.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

9.  

Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 30. Dezember 

2021 wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige 

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Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet. Demnach 

erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zum Vollzug der Weg-

weisung.  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen.  

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverfü-

gung vom 1. Juni 2022 wurde ihm jedoch die unentgeltliche Prozessfüh-

rung gewährt. Da nach wie vor von seiner Bedürftigkeit auszugehen ist, ist 

auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.  

11.2 Der Antrag auf amtliche Rechtsverbeiständung wurde mit obenge-

nannter Zwischenverfügung ebenfalls gutgeheissen und MLaw Géraldine 

Kronig als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. Wie ihr die Instruktions-

richterin damals mitteilte, geht das Bundesverwaltungsgericht bei amtlicher 

Vertretung in der Regel von einem Stundenansatz zwischen Fr. 100.– bis 

Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertreterinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. 

Art. 10 Abs. 2 VGKE), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen 

ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Die amtliche Rechtsbeiständin hat ihrem 

Schreiben vom 13. April 2022 eine Kostennote beigelegt, welche einen 

zeitlichen Aufwand von 26 Stunden zu einem Stundensatz (bei Unterlie-

gen) von Fr. 150.– sowie Auslagen von Fr. 57.60 geltend gemacht. Der gel-

tend gemachte zeitliche Aufwand für die Redaktion der eingereichten 

Rechtsschrift erscheint indessen im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen 

als überhöht und ist auf 14 Stunden zu kürzen. Der von der amtlichen 

Rechtsbeiständin ausgewiesene Stundenansatz erscheint angemessen. 

Unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–

13 VGKE) ist der Rechtsvertreterin somit ein Honorar von aufgerundet 

Fr. 2’158.– aus der Gerichtskasse zu entrichten (vgl. Art. 12 und Art. 14 

Abs. 2 VGKE).  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der rubrizierten Rechtsvertreterin wird durch das Bundesverwaltungsge-

richt ein amtliches Honorar von Fr. 2’158.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Stefan Trottmann 

 

 

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