# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dc77b95-0a20-561e-bfc1-81d7fcfee1eb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** DG240034-K4
**Docket/Reference:** DG240034-K4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/DG240034-K4.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Winterthur

Geschäfts-Nr.: DG240034-K/U/js

Mitwirkend: Gerichtspräsident lic. iur. A. Oehler als Vorsitzender, Bezirksrichterin 

lic. iur. A. Schneeberger, Bezirksrichterin MLaw U. Geilinger sowie 

die Gerichtsschreiberin MLaw V. Stäheli

Urteil vom 13. März 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

betreffend Raub etc.

 
- 2 -

Privatkläger

1.

2.

3.

4.

5.

B._____, 

C._____ Genossenschaft, 

D._____ AG, 

E._____, 

F._____, 

6. G._____, 

7.

8.

9.

H._____, 

I._____ GmbH, 

J._____, 

10. K._____, 

11. L._____, 

12. M._____, 

13. N._____, 

14. O'._____ AG Schweiz, 

2 vertreten durch P._____,

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 1. Ok-

tober 2024 (act. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:

Staatsanwalt lic. iur. Q._____ für die Anklagebehörde sowie der Beschul-

digte A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ (Prot. S. 6).

I.

Der Anklagebehörde: (act. 20 und act. 52)

Anträge:



















Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

Anrechnung der erstandenen Haft

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten, einer 
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von 
Fr. 500.– zu bestrafen.

Vollzug der Freiheitsstrafe

Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse

Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 
StGB (Suchtbehandlung und Behandlung von psychischen Störungen)

Entscheid über Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger

Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft

Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 
Fr. 18'873.37)

II.

Der amtlichen Verteidigung: (act. 53)

Mein Mandant sei schuldig zu sprechen 

1.

2.

3. 

4.

des mehrfachen Diebstahls

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten

der mehrfachen Drohung

der mehrfachen Beschimpfung

- 4 -

5.

6.

7.

8.

des mehrfachen Hausfriedensbruchs

des mehrfachen geringfügigen Diebstahls

(eventualiter auch des Raubes)

Vom Vorwurf des Raubes gemäss Dossier 1, sowie der sexuellen Be-
lästigung gemäss Dossier 3 sei mein Mandant freizusprechen.

9.  Mein Mandant sei mit einer angemessenen Freiheitsstrafe zu bestra-

fen.

10. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.

11. Es seien über die Ansprüche der Privatklägerschaft zu entscheiden.

12. Es sei ausgangsgemäss über die Kostenauflage an meinen Mandanten 

zu entscheiden.

III. Des Beschuldigten: (sinngemäss)



Entscheid gemäss den Anträgen der amtlichen Verteidigung

IV. Der Privatklägerin 1: (act. D8/9/4, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

V. Der Privatklägerin 2: (act. D8/9/2, sinngemäss)





Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 2 eine Genug-
tuung in der Höhe von Fr. 150.– zu bezahlen.

VI. Der Privatklägerin 3: (act. 12/2; act. D2/9/2; act. D6/9/2; act. D11/8/2; 

act. D12/9/2, sinngemäss)





Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 3 Schadener-
satz in der Höhe von insgesamt Fr. 1'534.40 zu bezahlen.

VII. Der Privatklägerin 4: (act. D10/9/2, sinngemäss)





Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 4 Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 1'176.– zu bezahlen.

- 5 -

VIII. Der Privatklägerin 5: (act. D4/6/2, sinngemäss)





Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 5 Genugtuung 
in der Höhe von Fr. 300.– zu bezahlen.

IX. Des Privatklägers 6: (act. D8/9/6, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

X. Der Privatklägerin 7: (act. D3/8/2, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XI. Der Privatklägerin 8: (act. D7/8/2, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 8 Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 300.– zu bezahlen.

XII. Des Privatklägers 9: (act. D6/8/1, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 9 Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 150.– und eine Genugtuung in der Höhe von 
Fr. 150.– zu bezahlen.

XIII. Des Privatklägers 10: (act. D9/6/5, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XIV. Der Privatklägerin 11: (act. D9/6/3, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XV. Des Privatklägers 12: (act. D3/7/2; act. D5/7/1, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XVI. Der Privatklägerin 13: (act. D3/2/4, sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XVII. Der Privatklägerin 14: (act. D2/2/3 [recte: D7/2/3], sinngemäss)



Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

- 6 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  (fortan: 

Staatsanwaltschaft) vom 1. Oktober 2024 (act. 20) ging am 7. Oktober 2024 samt 

Akten beim hiesigen Gericht ein. Nach Prüfung der Anklageschrift, der Akten und 

der Prozessvoraussetzungen durch den Gerichtspräsidenten (Prot. S. 2) wurde mit 

Verfügung  vom  16. Oktober  2024  bekannt  gegeben,  dass  aus  Sicht  der  Verfah-

rensleitung anlässlich der Hauptverhandlung ausser der Befragung des Beschul-

digten keine weiteren Beweise zu erheben seien. Den Verfahrensbeteiligten wurde 

überdies Frist angesetzt, um Beweisanträge für die Hauptverhandlung zu stellen 

und zu begründen. Weiter wurde der Privatklägerschaft dieselbe Frist angesetzt, 

um ihre Forderung zu beziffern, zu begründen und zu belegen (act. 39). Während 

die Anklagebehörde mit Eingabe vom 21. Oktober 2024 bekannt gab, dass auf das 

Stellen  von  Beweisanträgen  verzichtet  werde  (act. 42),  liessen  sich  die  amtliche 

Verteidigung sowie die Privatklägerschaft nicht vernehmen.

2.

In der Folge wurden die Parteien ordnungsgemäss zur Hauptverhandlung auf 

den  13. März  2025  vorgeladen  (act. 43).  Mit  Verfügung  vom  1. November  2024 

wurde überdies die Kontrolle der ein- und ausgehenden Post des Beschuldigten an 

die Staatsanwaltschaft delegiert (act. 46).

3.

Zur Hauptverhandlung erschienen Staatsanwalt lic. iur. Q._____ für die An-

klagebehörde sowie der Beschuldigte A._____ in Begleitung seines amtlichen Ver-

teidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (Prot. S. 6). Im Rahmen der Hauptverhand-

lung wurde der Beschuldigte zur Sache und zur Person befragt (Prot. S. 10 ff.). An-

schliessend  hielten  Staatsanwalt  lic. iur. Q._____  und  der  amtliche  Verteidiger 

Rechtsanwalt  lic. iur. X._____  je  ihre  Parteivorträge  (Prot. S. 39 ff.)  und  erhielten 

Gelegenheit, sich in einem zweiten Parteivortrag erneut zu äussern (Prot. S. 42). 

Im  Anschluss  folgte  das  Schlusswort  des  Beschuldigten  (Prot. S. 43 f).  Hiernach 

zog sich das Gericht zur geheimen Urteilsberatung zurück. Das Urteil wurde glei-

chentags  eröffnet,  mündlich  begründet  und  zunächst  im  Dispositiv  ausgehändigt 

(Prot. S. 49).

- 7 -

II. Prozessuales

1.

Strafanträge

Die zur Beurteilung der vorliegenden Antragsdelikte notwendigen Strafanträge lie-

gen – bis auf den Strafantrag der C._____ Genossenschaft (Privatklägerin 2) hin-

sichtlich des geringfügigen Diebstahls in Dossier 7, worauf in Erw. III./3.5. einge-

gangen wird – vor und wurden fristgerecht gestellt. Dies betrifft die Vorwürfe des 

Hausfriedensbruchs  (vgl.  act. 2/2;  act. D2/2;  act. D4/2;  act. D6/2/2;  act. D9/2/4; 

act. D11/2;  act. D12/2),  der  Drohung  (vgl.  act. D3/2/1;  act. D5/2/1;  act. D5/2/2; 

act. D9/2/1;  act. D9/2/3),  der  Beschimpfung  (vgl.  act. D3/2/1;  D3/2/2;  act. D5/2/2; 

act. D8/2/1;  act. D8/2/2;  act. D9/2/1;  act. D9/2/2),  der  sexuellen  Belästigung  (vgl. 

act. D3/2/3;  act. D2/3/4  [recte:  D3/2/4])  sowie  des  geringfügigen  Diebstahls  (vgl. 

act. D8/2/3). Bei den übrigen zu beurteilenden Delikten – folglich bezüglich der Vor-

würfe des Raubes, des Diebstahls sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte – handelt es sich um Offizialdelikte, die kein Vorliegen eines Strafan-

trages bedingen und von Amtes wegen zu verfolgen sind.

2.

Privatklägerschaft

2.1. Gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO gilt als geschädigte Person die Person, die 

durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist. Gemäss Art. 115 

Abs. 2 StPO gilt in jedem Fall als geschädigte Person, wer zur Stellung eines Straf-

antrages  berechtigt  ist.  Als  Opfer  gilt  gemäss  Art. 116  Abs. 1  StPO  überdies  die 

geschädigte Person, die durch die Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psy-

chischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. Als Privatklägerschaft gilt 

im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO sodann die geschädigte Person, die ausdrück-

lich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu be-

teiligen. Die Erklärung ist gegenüber einer Strafverfolgungsbehörde spätestens bis 

zum Abschluss des Vorverfahrens abzugeben; der Erklärung gleichgestellt ist der 

Strafantrag (Art. 118 Abs. 2 und 3 StPO).

2.2. B._____ 

(Privatklägerin  1)  stellte  bezüglich  Dossier  8  Strafantrag 

(act. D8/2/1)  und  konstituierte  sich  als  Privatklägerin  im  Strafpunkt  (act. D8/9/4). 

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Die C._____ Genossenschaft (Privatklägerin 2) stellte ebenfalls bezüglich Dossier 

8 Strafantrag (act. D8/2/3) und konstituierte sich als Privatklägerin sowohl im Straf- 

als auch im Zivilpunkt (act. D8/9/2). Die C._____ Genossenschaft stellte jedoch kei-

nen Strafantrag bezüglich Dossier 7 und verzichtete bezüglich ebendiesem auch 

auf die Konstituierung als Privatklägerin (act. D7/5/2). Die D._____ AG (Privatklä-

gerin 3) stellte bezüglich Dossier 1, 2, 6, 11 und 12 Strafanträge (act. 2/2; act. D2/2; 

act. D6/2/2; act. D11/2; act. D12/2) und konstituierte sich je als Privatklägerin so-

wohl  im  Straf-  als  auch  im  Zivilpunkt  (act. 12/2,  act. D2/9/2;  act. D6/9/2; 

act. D11/8/2; act. D12/9/2). Die E._____ (Privatklägerin 4) stellte bezüglich Dossier 

10 Strafanträge (act. D10/2-4) und konstituierte sich als Privatklägerin sowohl im 

Straf- als auch im Zivilpunkt (act. D10/9/2). F._____ (Privatklägerin 5) stellte bezüg-

lich Dossier 4 Strafantrag (act. D4/2) und konstituierte sich als Privatklägerin so-

wohl im Straf- als auch im Zivilpunkt (act. D4/6/2). G._____ (Privatkläger 6) stellte 

bezüglich Dossier 8 Strafantrag (act. D8/2/2) und konstituierte sich als Privatkläger 

im Strafpunkt (act. D8/9/6). H._____ (Privatklägerin 7) stellte bezüglich Dossier 3 

Strafantrag  (act. D3/2/2)  und  konstituierte  sich  als  Privatklägerin  im  Strafpunkt 

(act. D3/8/2). Die I._____ GmbH (Privatklägerin 8) stellte bezüglich Dossier 7 Straf-

antrag (act. D2/2/4 [recte: D7/2/4]) und konstituierte sich als Privatklägerin im Zivil-

punkt (act. D7/8/2). J._____ (Privatkläger 9) stellte bezüglich Dossier 9 Strafantrag 

(act. D6/2/1)  und  konstituierte  sich  als  Privatkläger  im  Zivilpunkt  (act. D6/8/1). 

K._____ (Privatkläger 10) stellte bezüglich Dossier 9 Strafanträge (act. D9/2/1) und 

konstituierte sich als Privatkläger im Strafpunkt (act. D9/6/5). L._____ (Privatkläge-

rin 11) stellte bezüglich Dossier 9 Strafanträge (act. D9/2/2-4) und konstituierte sich 

als Privatklägerin im Strafpunkt (act. D9/6/3). M._____ (Privatkläger 12) stellte be-

züglich Dossier 3 und 5 Strafanträge (act. D3/2/1; act. D5/2/2) und konstituierte sich 

je als Privatkläger im Strafpunkt (act. D3/7/2; act. D5/7/1). N._____ (Privatklägerin 

13) stellte bezüglich Dossier 3 Strafantrag (act. D2/3/4) und liess sich hiernach nicht 

mehr vernehmen. Sie konstituierte sich damit als Privatklägerin im Strafpunkt. Auch 

die O._____ Group AG stellte bezüglich Dossier 7 Strafantrag (act. D2/2/3 [recte: 

D7/2/3]) und liess sich hiernach ebenfalls nicht mehr vernehmen. Die O'._____ AG 

Schweiz – die Rechtsnachfolgerin der O._____ Group AG – wurde hierdurch als 

Privatklägerin (Privatklägerin 14) im Strafpunkt konstituiert.

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2.3. Bezüglich des Dossier 1 verzichtete R._____ ausdrücklich auf das Stellen 

eines  Strafantrages  (act. 2/1)  sowie  auf  die  Konstituierung  als  Privatkläger 

(act. 12/4). Bezüglich Dossier 3 stellte S._____ Strafantrag (act. D3/2/3), verzich-

tete  indes  auf  die  Konstituierung  als  Privatklägerin  (act. D3/10/2).  Auch  T._____ 

stellte  bezüglich  Dossier  5  Strafantrag  (act. D5/2/1),  verzichtete  jedoch  ebenfalls 

auf  die  Konstituierung  als  Privatkläger  (act. D5/7/3).  Weiter  stellten  sowohl  die 

U._____ AG, der V._____ Store als auch die W._____ Secondhand je Strafantrag 

bezüglich Dossier 7 (act. D7/2/1; act. D2/2/2 [recte: D7/2/2]; act. D7/2/5), sie alle 

verzichteten indes auf die Konstituierung als Privatkläger (act. D7/6/2; act. D7/7/2; 

act. D7/10/1).

1.

Anklagevorwurf

III. Schuldpunkt

Hinsichtlich des eingeklagten Sachverhalts wird – um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden – auf die dem Urteil beigeheftete Anklageschrift vom 1. Oktober 

2024 verwiesen (act. 20). Zusammengefasst werden dem Beschuldigten zweifa-

cher Raub (resp. räuberischer Diebstahl), mehrfache Diebstähle (teils geringfü-

gig), Gewalt oder Drohung gegen Behörden oder Beamte, mehrfache Drohung, 

mehrfache Beschimpfung, mehrfache Hausfriedensbrüche sowie mehrfache se-

xuelle Belästigung vorgeworfen.

2.

Eingestandene Dossiers

2.1. Der Beschuldigte gestand die Sachverhalte der Dossiers 2, 9, 10, 11 sowie 

12  vollumfänglich  im  Vorverfahren  ein  (Dossier 2:  act. D2/4  F/A 4 ff.;  act. 3/2 

F/A 17 f.  /  Dossier  9:  act. D9/3/2  F/A 20;  act. 3/2  F/A 106  und  112  /  Dossier 10: 

act. D10/5  F/A 4 ff.;  act. D10/6  F/A 2 ff.;  act. 3/2  F/A 118 f.  /  Dossier 11:  act. 3/2 

F/A 130 f. / Dossier 12: act. D12/4 F/A 1 ff.; act. 3/2 F/A 134 f.) und bestätigte auch 

anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. März 2025 sein Geständnis (Dossier 2: 

Prot. S. 12  /  Dossier 9:  Prot. S. 24 f.  /  Dossier 10:  Prot. S. 25 f.  /  Dossier 11: 

Prot. S. 26  /  Dossier 12:  Prot. S. 27).  Auch  den  Sachverhalt  des  Dossiers 4  ge-

stand der Beschuldigte sowohl im Vorverfahren als auch anlässlich der Hauptver-

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handlung ein; er bestritt lediglich den Wert der gestohlenen Kuhglocke in der Höhe 

von Fr. 1'000.– (act. D4/4 F/A 2 ff.; act. 3/2 F/A 48 f.; Prot. S. 18). Das Geständnis 

des Beschuldigten deckt sich mit den Untersuchungsergebnissen, womit die Sach-

verhalte der Dossiers 2, 4, 9, 10, 11 und 12 – mit Ausnahme des Deliktsbetrages 

in Bezug auf Dossier 4 zumal der Wert der gestohlenen Kuhglocke in der Höhe von 

Fr. 1'000.– vom Beschuldigten bestritten, es sich bei dessen Höhe gemäss Polizei-

rapport um eine Schätzung handelt (vgl. act. D4/1 S. 5) und überdies keine weite-

ren diesbezüglichen Beweismittel im Recht liegen – gemäss der Anklageschrift er-

stellt sind und auf diesen abzustellen ist.

2.2. Auch die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft bezüglich genannter 

Dossiers wird durch die amtliche Verteidigung anerkannt (Dossier 2: act. 53 S. 4 / 

Dossier 4: act. 53 S. 7 / Dossier 9: act. 53 S. 12 f. / Dossier 10: act. 53 S. 13 / Dos-

sier 11: act. 53 S. 13 / Dossier 12: act. 53 S. 13 f.). Sie erweist sich denn auch – 

mit Ausnahme bezüglich Dossier 12, worauf nachfolgend eingegangen wird – und 

obwohl der Deliktsbetrag in Bezug auf Dossier 4 nicht in der Höhe von Fr. 1'000.– 

erstellt  ist,  als  zutreffend,  weshalb  der  Beschuldigte  antragsgemäss  schuldig  zu 

sprechen ist.

2.3. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten in Bezug 

auf Dossier 12 als Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie geringfü-

gigen  Diebstahl  im  Sinne  von  Art. 139  Ziff. 1  StGB  in  Verbindung  mit  Art. 172ter 

Abs. 1 StGB. Während der rechtlichen Beurteilung der Staatsanwaltschaft betref-

fend Hausfriedensbruch zu folgen ist, ist von dieser bezüglich des geringfügigen 

Diebstahls abzuweichen: Gemäss Art. 172ter Abs. 1 StGB wird der Täter mit Busse 

bestraft, falls sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen 

geringen Schaden richtet. Es handelt sich hierbei um ein privilegierenden Tatbe-

stand (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, 2019, Art. 172ter N 4). Das Bundes-

gericht hat die objektive Grenze für den geringen Vermögenswert oder Schaden 

auf je Fr. 300.– festgesetzt (BGE 142 IV 129 E. 3.1; BGE 123 IV 113 E. 3d; BGE 

121 IV 261 E. 2d). Entscheidend für die Anwendung der Privilegierung ist überdies, 

dass  sich  die  Tat  auf  ein  geringfügiges  Vermögensdelikt  gerichtet  hat,  somit  ein 

subjektives  Kriterium,  nämlich  die  Absicht  des  Täters  und  nicht  der  eingetretene 

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Erfolg (BGE 123 IV 113 E. 3f). Mit anderen Worten scheidet die Privilegierung aus, 

wenn der Vorsatz des Täters auf eine den Grenzwert übersteigende Summe ge-

richtet war, er also einen erheblichen Vermögenswert erlangen wollte, ohne dies 

zu  erreichen  (BSK  StGB-WEISSENBERGER,  4. Auflage,  2019,  Art. 172ter  N  37 

m.w.H). Vorliegend entwendete der Beschuldigte drei Uhren im Gesamtwert von 

Fr. 287.–,  womit  die  objektive  Grenze  von  Fr. 300.–  knapp  nicht  erreicht  ist.  Der 

Vorsatz des Beschuldigten richtete sich hingegen nicht auf einen geringen Vermö-

genswert; vielmehr wollte er gemäss eigenen Aussagen Uhren stehlen, um diese 

zu verkaufen und so an Geld zu kommen (act. D12/1 F/A 2 und 5). Letztlich han-

delte es sich um reinen Zufall, dass er vorliegend drei Uhren entwendete, die einen 

Gesamtwert von Fr. 287.– aufwiesen. Der Beschuldigte hätte ohne weiteres damit 

rechnen  müssen,  dass  deren  Gesamtwert  Fr. 300.–  übersteigen  könnte.  Infolge-

dessen greift der privilegierende Tatbestand im Sinne von Art. 172ter Abs. 1 StGB 

nicht. Der Beschuldigte hat sich demnach bezüglich Dossier 12 – nebst des Haus-

friedensbruchs  gemäss  Art. 186  StGB  –  des  Diebstahls  gemäss  Art. 139 Ziff. 1 

StGB strafbar gemacht und ist hierfür schuldig zu sprechen.

3.

Bestrittene Dossiers

Bezüglich der Dossiers 1, 3, 5, 6, 7 und 8 ist der Beschuldigte nicht vollumfänglich 

geständig resp. anerkennt die amtliche Verteidigung die rechtliche Würdigung der 

Staatsanwaltschaft nicht, weshalb auf diese nachfolgend im Einzelnen eingegan-

gen wird.

3.1. Dossier 1

3.1.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 1. April 2023 gestand der Be-

schuldigte, dass er gleichentags die D._____-filiale an der AA._____-strasse ... in 

AB._____ betreten habe, Uhren habe stehlen wollen und auch zwei oder mehr Uh-

ren genommen habe und aus dem Laden gegangen sei (act. 3/1 F/A 11 ff.). Der 

Beschuldigte sagte ausserdem aus, dass ihm ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiens-

tes, R._____, beim Verlassen des Ladens nachgelaufen sei, ihn an der Schulter 

gepackt und ausserdem die ganze Zeit "Halt, halt" gerufen habe. Er habe ihn mit 

- 12 -

dem  Tode  bedroht,  vielleicht  zweimal  resp.  ein-  oder  zweimal  (act. 3/1  F/A 10, 

22 ff.). Von diesem Standpunkt wich der Beschuldigte indes im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 ab und verneinte, dass 

er R._____ damit gedroht habe, ihn umzubringen. Er habe ihm nur gesagt, er solle 

weggehen  (act. 3/2  F/A  6 ff.).  Innerhalb  der  gleichen  Einvernahme  –  auf  Vorhalt 

seiner  Aussagen  im  Rahmen  der  polizeilichen  Einvernahme  wonach  er  R._____ 

ein- oder zweimal gesagt habe, dass er ihn umbringen würde – sagte der Beschul-

digte wiederum aus, dass es diesfalls schon so gewesen sei, dass er ihm das ge-

sagt habe; er habe ihm gedroht, habe aber zehn Meter Abstand von ihm gehabt 

(act. 3/2 F/A 15). Er habe gewollt, dass er weggehe und ihn in Ruhe lasse (act. 3/2 

F/A 16). Anlässlich der Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte wiederum in er-

neuter Abweichung aus, dass er eher "verpiss dich" oder "ich mach dich fertig" zu 

R._____ gesagt habe, aber eher nicht "ich bring dich um" (Prot. S. 11). 

3.1.2. Der Beschuldigte ist zusammenfassend bezüglich des unbefugten Betretens 

der D._____-filiale als auch des Entwendens mehrerer Uhren durchgehend gestän-

dig. Auch bezüglich der Todesdrohungen, welche er gegenüber R._____ ausge-

sprochen haben soll, ist der Beschuldigte mehrheitlich geständig. Der angeklagte 

Sachverhalt ist damit als erstellt zu erachten, zumal dieser auch von den weiteren 

Beweismitteln untermauert wird: So decken sich die Aussagen von R._____, wel-

che  dieser  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  1.  April  2023  als  Aus-

kunftsperson  tätigte,  weitgehend  mit  den  Schilderungen  des  Beschuldigten  (vgl. 

act. 4/1).  Es  ist  an  dieser  Stelle  indes  darauf  hinzuweisen,  dass  das  Teilnahme- 

und Konfrontationsrecht des Beschuldigten ungenügend gewährt worden ist – zu-

mal weder der Beschuldigte noch dessen amtliche Verteidigung bei der polizeili-

chen Einvernahme von R._____ anwesend waren und keine weitere Befragung im 

Verlaufe des vorliegenden Verfahrens erfolgte – und die Aussagen von R._____ 

damit  nicht  zulasten  des  Beschuldigten  verwertbar  sind  (vgl. Art. 147  StPO;  SK 

StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 

E.  1.3.4  m.w.H.).  Überdies  zeigen  die  sichergestellten  Videoaufnahmen  aus  der 

D._____-filiale, wie der Beschuldigte Uhren entwendet und die Filiale via Seitein-

gang verlässt (act. 5).

- 13 -

3.1.3. Auch  seitens  der  amtlichen  Verteidigung  wird  der  angeklagte  Sachverhalt 

grundsätzlich als erstellt erachtet (act. 53 S. 1 f.). Die amtliche Verteidigung wendet 

indes ein, dass lediglich Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie ge-

ringfügiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 

Abs. 1 StGB vorliege. Der Tatbestand des Raubes sei entgegen der Ansicht der 

Staatsanwaltschaft  deshalb  nicht  erfüllt,  weil  die  Äusserung  des  Beschuldigten 

R._____ nicht in Angst und Schrecken versetzt hätten (act. 53 S. 3).

3.1.4. Der Beschuldigte erfüllt mit seinem Verhalten unbestrittenermassen den Tat-

bestand des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und ist hierfür schuldig zu 

sprechen. Es  bleibt  indes  zu  prüfen, ob  der  staatsanwaltschaftlichen  Beurteilung 

bezüglich des Raubes zu folgen ist: Des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB macht sich strafbar, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung 

gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum 

Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht. Mit der gleichen Strafe 

belegt wird gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, wer bei einem Diebstahl auf fri-

scher Tat ertappt und Nötigungshandlungen nach Absatz 1 begeht, um die gestoh-

lene Sache zu behalten.

3.1.4.1. Der objektive Tatbestand der zweiten Begehungsvariante des Raubes ge-

mäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB – der sogenannte räuberische Diebstahl – ist da-

durch  gekennzeichnet,  dass  nach  einem  Diebstahl  eine  Nötigungshandlung  im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB begangen wird, um das Gestohlene zu be-

halten (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 46).

Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB ist die Wegnahme einer fremden be-

weglichen Sache zur Aneignung, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig 

zu  bereichern.  Gemäss  des  Gesetzeswortlauts  ist  ein  räuberischer  Diebstahl  im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB nur möglich, wenn der Diebstahl vollendet 

wurde, weil ansonsten keine "gestohlene Sache" und damit kein Tatobjekt besteht. 

Überdies muss der Täter "auf frischer Tat ertappt" werden, womit eine Entdeckung 

des  Diebes  in  flagrante  delictu  gemeint  ist,  d.h.  eine  beliebige  Drittperson  wird 

Zeuge des Diebstahls, indem sie die Wegnahme des Deliktsguts, die Vorbereitung 

- 14 -

des Abtransportes der Beute oder den Abtransport selbst am Tatort oder in dessen 

unmittelbarer  Nähe,  jedenfalls  vor  Beendigung  des  Diebstahls  beobachtet  (BSK 

StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 47 und 49; BGer 6B_14/2021 vom 

19.08.2022 E. 1.2.1. m.w.H.). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die 

Vollendung des Diebstahls dann gegeben, wenn der Täter das Diebesgut an sich 

oder in Taschen versteckt, um sie sich anzueignen, wenn also die Erfüllung des 

gesetzlichen Straftatbestandes geschehen ist. Die Beendigung des Diebstahls hin-

gegen tritt nach der unbemerkten Fortschaffung der weggenommenen Ware aus 

dem Laden ohne Bezahlung ein (BGer 6B_14/2021 vom 19.08.2022 E. 1.2.2.; BGE 

98 IV 83 E. 2a-b; BGE 92 IV 89 S. 91).

Überdies  muss  der  Täter  gemäss  Gesetzeswortlaut  nach  Vollendung  des  Dieb-

stahls eine Nötigungshandlung nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ausführen – na-

mentlich also Anwendung von Gewalt gegen eine Person, Androhung gegenwärti-

ger Gefahr für Leib und Leben oder Bewirken der Widerstandsunfähigkeit – um die 

Beute zu sichern. Bei der Nötigungshandlung in Form der Androhung gegenwärti-

ger Gefahr für Leib und Leben ist nicht vorausgesetzt, dass das Opfer widerstand-

unfähig gemacht wird, indes muss die Drohung grundsätzlich geeignet sein, das 

Opfer  widerstandsunfähig  zu  machen.  Die  angedrohte  Beeinträchtigung  der  kör-

perlichen Integrität muss entsprechend erheblich sein. Für die diesbezügliche Be-

urteilung ist auf einen generalisierenden Massstab zurückzugreifen, d.h. die Dro-

hung  muss  so  ausgestaltet  sein,  dass  sich  ihr  auch  ein  anderer,  "besonnener 

Mensch" in derselben Situation beugen würde. Eine Drohung mit einer schweren 

Körperverletzung fällt ohne weiteres hierunter, da typischerweise bereits die Andro-

hung einer einfachen Körperverletzung wie z.B. das Brechen eines Arms durchaus 

geeignet  ist,  einen  durchschnittlichen,  besonnenen  Menschen  zum  Einlenken  zu 

bewegen.  Der  Täter  muss  die  Drohung  zudem  nicht  ausführen  wollen,  es  reicht 

aus,  dass  sie  als  ernstgemeint  erscheint  (BSK  StGB-NIGGLI/RIEDO,  4. Auflage, 

2019, Art. 140 N 29 ff.). Die Nötigungshandlung muss das Ziel haben, die Beute zu 

sichern,  d.h.  sich  den  Gewahrsam  am  Diebesgut  zu  erhalten.  Vorausgesetzt  ist 

allerdings nicht, dass die Sicherung der Beute einziges Handlungsziel ist. Will der 

Täter  durch  seine  Nötigungshandlung  sowohl  die  Beute  sichern  als  auch  seine 

Flucht, so ist Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt, sofern es ihm nur primär um die 

- 15 -

Beutesicherung geht. Dient die Nötigungshandlung dagegen nur der Sicherung der 

Flucht des Diebes oder sollen sie nur verhindern, dass er erkannt wird, so besteht 

kein  räuberischer  Diebstahl  (BSK  StGB-NIGGLI/RIEDO,  4. Auflage,  2019,  Art. 140 

N 52; BGer 6B_14/2021 vom 19.08.2022 E. 1.2.1. m.w.H.). Nötigungshandlungen 

des Diebes zu einem Zeitpunkt nach Beendigung des Diebstahls – also nach der 

Sicherung der Beute – stellen keinen räuberischen Diebstahl dar, selbst wenn sie 

dem Zweck dienen, den Besitz des Diebesgutes zu sichern.

3.1.4.2. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes ist Vorsatz sowie Aneignungs- 

und Bereicherungsabsicht hinsichtlich des Diebstahls als auch Vorsatz bezüglich 

der  Nötigungshandlung  vorausgesetzt.  Die  Nötigungshandlung  muss  überdies  in 

der Absicht erfolgen, die Beute zu sichern. Ebendiese ist indes zu vermuten, wenn 

der Täter mit der Beute flieht (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 

N 55 f.).

3.1.4.3. Vorliegend betrat der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen und erstell-

tem Sachverhalt die D._____-filiale bereits in der Absicht, Uhren zu stehlen, behän-

digte sich dann auch vier Uhren und verstaute diese in die vom ihm mitgebrachte 

Denner-Tragtasche. Damit ist sowohl der objektive als auch subjektive Tatbestand 

des  Diebstahls  im  Sinne  von  Art. 139  Ziff. 1  StGB  erfüllt.  An  dieser  Stelle  ist  im 

Übrigen auch bereits der privilegierende Tatbestand nach Art. 172ter Abs. 1 StGB 

entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. act. 53 S. 3) auszuschliessen, da der 

Gesamtwert der Uhren zwar Fr. 219.60 betrug, was unterhalb der bundesgericht-

lich festgesetzten Grenze von Fr. 300.– liegt, der Beschuldigte indes wahllos Uhren 

entwendete und ohne weiteres damit hätte rechnen müssen, dass deren Gesamt-

wert Fr. 300.– übersteigen könnte (vgl. für Ausführungen zum geringfügigen Dieb-

stahl Erw. III./2.3.). Obengenannten Ausführungen folgend ist überdies ab jenem 

Moment, in welchem der Beschuldigte die Uhren in die von ihm mitgebrachte Trag-

tasche verstaute, von einem vollendeten Diebstahl auszugehen.

3.1.4.4. Auch wurde der Beschuldigte durch R._____ auf frischer Tat ertappt: So 

sagte  der  Beschuldigte  selbst  aus,  dass  R._____  gesehen  habe,  dass  er  Uhren 

gestohlen habe (act. 3/1 F/A 30). R._____ versuchte den Beschuldigten indes erst 

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vor der D._____-filiale aufzuhalten und damit nachdem der Beschuldigte die Filiale 

bereits via Seitenausgang verlassen hatte. Es stellt sich damit vorliegend die Frage, 

ob zu diesem Zeitpunkt bereits die Beendigung des Diebstahls eingetreten ist. Da 

davon auszugehen ist, dass R._____ bereits wahrnahm, wie der Beschuldigte die 

Uhren  aus  dem  Regal  nahm  und  in  der  von  ihm  mitgebrachten  Tragtasche  ver-

staute, sowie auch dessen Verlassen der Filiale bemerkte, kann zum einen nicht 

von einem unbemerkten Fortschaffen der Uhren aus dem Laden ohne Bezahlung 

die Rede sein. R._____ lief zum andern dem Beschuldigten gemäss dessen eige-

nen Aussagen auch unmittelbar nach (act. 3/1 F/A 10 und 22) – und letztlich war 

es aufgrund der sehr kurzen Dauer des Vorfalls von insgesamt nur einer knappen 

Minute R._____ schlicht nicht möglich, den Beschuldigten vor dem Verlassen der 

Filiale aufzuhalten, auch angesichts der Tatsache, dass dieser bereits die letzten 

Schritte des Seitenausgangs rennend zurücklegte (vgl. act. 5). Es ist damit davon 

auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Eingreifens von R._____ der Diebstahl nicht 

beendet war.

3.1.4.5. Der  Beschuldigte  sprach  sodann  gegenüber  R._____  Todesdrohungen 

aus,  als  dieser  ihn  aufzuhalten  versuchte.  Todesdrohungen  sind  erheblich  und 

ohne Zweifel geeignet das Opfer widerstandsunfähig zu machen, zumal diese ei-

nen durchschnittlichen, besonnenen Menschen ohne Weiteres zum Einlenken be-

wegen dürften. Die vom Beschuldigten gegenüber R._____ ausgesprochenen To-

desdrohungen  sind  damit  zweifellos  als  Nötigungshandlung  nach  Art. 140  Ziff. 1 

Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Es ist überdies nicht ersichtlich, weshalb diese nicht 

als ernstgemeint erschienen sein sollten. Der Verteidigung kann sodann auch nicht 

gefolgt  werden,  wenn  diese  ausführt,  dass  R._____  durch  die  Äusserungen  des 

Beschuldigten nicht in Angst und Schrecken versetzt worden sei und dies insbe-

sondere mit dessen Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahme begründet, 

wonach er "die Sache ernst nehme, aber nicht wirklich Angst vor dem Typ habe" 

sowie der Beschuldigte sich "benommen verhalten habe und er nicht wisse, ob er 

betrunken gewesen sei oder sonst etwas konsumiert habe; er habe sich einfach 

benommen  verhalten  und  sei  einfach  verbal  aggressiv  gewesen,  körperlich  aber 

nicht; er habe keine Gesten gemacht oder versucht, ihn zu schlagen" und als er 

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den  Beschuldigten  angehalten  habe  "ging  er  einfach  weg  von  ihm,  er  habe  also 

nichts von ihm gewollt" (act. 53 S. 1 ff.). In der Gesamtbetrachtung der polizeilichen 

Einvernahme von R._____ vom 1. April 2024 lässt sich nichts zugunsten des Be-

schuldigten ableiten, zumal R._____ mehrmals betonte – wie auch schon von der 

Verteidigung selbst zitiert – dass er die Drohungen ernst nehme und Respekt vor 

dem Beschuldigten habe (act. 4/1 F/A 14 ff.) und er sich überdies auch nicht sicher 

war, ob ihn der Beschuldigte angreifen würde, weshalb er den Pfefferspray in seiner 

Hosentasche hielt und auch hervornahm (act. 4/1 F/A 4 und 15).

3.1.4.6. Der  Beschuldigte  führte  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  selbst 

aus, dass er die Todesdrohungen ausgesprochen habe, weil er gewollt habe, dass 

R._____ weggehe; er habe gewollt, dass er weggehe, damit er die Uhren haben 

könne  (act. 3/1  F/A  36 f.).  Auch  anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einver-

nahme führte der Beschuldigte aus, er habe die Todesdrohungen ausgesprochen, 

damit R._____ weggehe und ihn in Ruhe lasse (act. 3/2 F/A 16). Es ist damit davon 

auszugehen,  dass  der  Beschuldigte  die  Todesdrohungen  mit  dem  primären  Ziel 

aussprach,  die  Uhren  zu  sichern.  Dass  diese  nicht  primär  auf  die  Sicherung  der 

Flucht zielten, ist überdies auch dem Verhalten des Beschuldigten zu entnehmen, 

zumal dieser – auch das wieder gemäss seiner eigenen Aussagen – nicht sofort 

die Tragtasche mit den Uhren fallen liess, sondern zunächst versuchte mit dieser 

zu flüchten und erst nach einer Weile die Tragtasche samt Inhalt hinwarf (act. 3/1 

F/A 23 ff.).

3.1.4.7. In  subjektiver  Hinsicht  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  bezüglich 

des Diebstahls der Uhren mit direktem Vorsatz sowie einer Aneignungs- und Be-

reicherungsabsicht handelte. Auch das Aussprechen der Todesdrohungen gegen-

über R._____ erfolgte wissentlich und willentlich, wobei der Beschuldigte in der Ab-

sicht handelte, die gestohlenen Uhren für sich zu sichern.

3.1.5. Das Verhalten des Beschuldigten erfüllt damit den objektiven als auch den 

subjektiven Tatbestand des räuberischen Diebstahls und damit der zweiten Bege-

hungsvariante  des  Raubes  gemäss  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 2  StGB.  Da  es  dem  Be-

schuldigten zudem zumindest zeitweise gelang, durch sein Weglaufen als auch des 

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Aussprechens der Todesdrohungen gegenüber R._____ die Uhren für sich zu si-

chern – bevor er seine Beute dann letztlich hinwarf – ist überdies von einem voll-

endeten räuberischen Diebstahl im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB auszu-

gehen, unabhängig davon, welcher Lehrmeinung diesbezüglich zu folgen ist (vgl. 

hierzu BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 175 f.). Der Beschul-

digte  ist  damit  antragsgemäss  des  Raubes  gemäss  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 2  StGB 

schuldig zu sprechen.

3.2. Dossier 3

3.2.1. Vorwürfe der Drohung sowie mehrfachen Beschimpfung

3.2.1.1. Der  Beschuldigte  führte  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom 

28. Mai 2023 aus, dass er dem Privatkläger 12 – M._____ – nicht gedroht, aber ihn 

beschimpft habe (act. D3/3 F/A 14 und 19). Er habe ihm gesagt, dass er ein "Ras-

sist" sei und es treffe auch zu, dass er diesen überdies mit den Worten "Hooligan" 

und "Skinhead" beschimpft habe (act. D3/3 F/A 18). Er habe zu ihm aber nicht ge-

sagt "ich töte dich, ich habe eine Waffe zu Hause" (act. D3/3 F/A 22). Der Privat-

klägerin 7 – H._____ – habe er zugerufen, dass sie eine "Schlampe" sei; er habe 

ihr ein- bis zweimal "Schlampe" gesagt, aber "verdammte Drecksschlampe" habe 

er nicht gesagt (act. D3/3 F/A 18 und 21). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 19. September 2024 wiederholte der Beschuldigte, dass er dem 

Privatkläger 12 nicht mit einer Waffe gedroht habe. Er habe ihm ausserdem nicht 

gesagt, dass er "pädophil" sei, aber "Skinhead" habe er ihm schon gesagt und ihn 

auch als "Hooligan" bezeichnet (act. 3/2 F/A 25 f., 28 und 31). Er habe ausserdem 

dessen Frau – folglich die Privatklägerin 7 – als  "Dirne" beschimpft (act. 3/2 F/A 

27). Sie sei im Haus gewesen und als er vorbeigelaufen sei, habe er dreimal ge-

sagt, dass dessen Frau eine "Schlampe" sei; es könne schon sein, dass sie das 

gehört habe. "Drecksschlampe" habe er aber nicht gesagt (act. 3/2 F/A 49 ff. und 

152). Auch anlässlich der Hauptverhandlung verneinte der Beschuldigte, dem Pri-

vatkläger 12 mit einer Waffe gedroht zu haben. Er habe Ehrverletzungen gemacht, 

aber  nicht  gedroht  (Prot. S. 13).  Er  habe  ihn  mit  "Hooligan"  aber  nicht  mit  "Skin-

head" und "Pädophiler" beschimpft (Prot. S. 14). Er habe zudem, als er am Haus 

- 19 -

vorbeigelaufen sei und der Privatkläger 12 vor dem Haus auf dem Gartenstuhl sass 

und  die  Privatklägerin  7  sich  im  Inneren  des  Hauses  aufhielt,  ein-  oder  zweimal 

gesagt, dass die Frau "eine Drecksdirne, oder ja Sch.., ja Dirne sei, er wolle das 

Wort nicht benutzen" (Prot. S. 15). Der Beschuldigte benannte jedoch sogleich die-

ses Wort mit "Schlampe" (Prot. S. 16).

3.2.1.2. Während  der  Beschuldigte  somit  bezüglich  der  Beschimpfungen  gegen-

über dem Privatkläger 12 sowie der Privatklägerin 7 dem Grundsatze nach gestän-

dig  ist  und  lediglich  einzelne  Kraftausdrücke  relativiert  resp.  in  Abrede  stellt,  be-

streitet er die Drohung gegenüber dem Privatkläger 12 durchgehend. Angesichts 

dieser Ausgangslage ist nachfolgend zu prüfen, ob dem Beschuldigten der ange-

klagte  Sachverhalt  mit  rechtsgenügender  Sicherheit  nachgewiesen  werden  kann 

oder ob erhebliche und unüberwindbare Zweifel verbleiben.

3.2.1.3. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es 

nach  seiner  freien,  aus  der  Hauptverhandlung  und  den  Untersuchungsakten  ge-

wonnenen Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Gemäss 

diesem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung entscheidet das Ge-

richt, ob es die eingeklagten Tatsachen für erwiesen hält oder nicht. In einem Straf-

prozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld besonders hohe Anforde-

rungen zu stellen. Ein Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die Schuld des 

Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erstellt ist, mit anderen Worten, wenn 

Beweise dafür vorliegen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und 

subjektiv  den  ihm  zu  Last  gelegten  Straftatbestand  verwirklicht  hat.  Verbleiben 

auch nach erfolgter Beweiswürdigung unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der 

tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der 

für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus und hat diese bei misslun-

genem Schuldbeweis nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" resp. "im Zweifel für 

den Beschuldigten" freizusprechen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; BSK StPO-TOPHINKE, 

- 20 -

3. Auflage,  2023,  Art. 10  N  81 f.;  SK  StPO-WOHLERS,  3.  Auflage,  2020,  Art. 10 

N 11 ff.).

Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten, 

so  sind  auch  diese  gemäss  Art. 10  Abs. 2  StPO  frei  zu  würdigen.  Es  ist  anhand 

sämtlicher Umstände, die sich aus dem gesamten Verfahren ergeben, zu untersu-

chen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inne-

ren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die An-

gaben erfolgen. Bei der Würdigung der Aussagen ist im Besonderen zwischen der 

Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussage zu unterschei-

den.  Während  Erstere  die  Grundlage  dafür  bildet,  ob  einer  Person  grundsätzlich 

getraut werden kann, ist Letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung 

bedeutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder 

nicht. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Ei-

genschaft einer Person kommt eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Nach ste-

tiger  Lehre  und  Rechtsprechung  ist  vielmehr  die  Glaubhaftigkeit  ihrer  Aussage 

massgebend (BGer 6B_323/2021 vom 11. August 2021, E. 2.3; BGer 6B_692/2011 

vom 9. Februar 2012, E. 1.4; BGE 133 I 33 E. 4.3; je m. w. H.).

3.2.1.4. Vorliegend liegen nebst der Aussagen des Beschuldigten auch die Aussa-

gen des Privatklägers 12 im Recht, welche dieser anlässlich der polizeilichen als 

auch staatsanwaltschaftlichen Einvernahme getätigt hat und den Beschuldigten be-

lasten. Da ausserdem sowohl der Beschuldigte als auch dessen amtliche Verteidi-

gung  bei  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  des  Privatklägers  12  anwe-

send  waren  und  Gelegenheit  erhielten,  diesem  Ergänzungsfragen  zu  stellen 

(act. 4/4 S. 8), spricht nichts gegen die Verwertbarkeit dieser Aussagen (vgl. zum 

Teilnahme- und Konfrontationsrecht Art. 147 StPO; SK StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 

2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). 

3.2.1.4.1. Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 28. Mai 2023 führte der 

Privatkläger 12 zusammengefasst aus, dass der Beschuldigte ihn am Nachmittag 

des 27. Mai 2023 mehrmals beleidigt und ihn namentlich "Hooligan", "Skinhead", 

"asoziale Person" und "Gestörten" genannt habe. Er habe dies so gut es gegangen 

- 21 -

sei ignoriert. Da der Beschuldigte aber weitergemacht habe, habe es ihm irgend-

wann gereicht, er sei wütend geworden und habe die Polizei gerufen. Die Polizei 

sei dann gekommen und hätten den Beschuldigten gebeten, hineinzugehen. Der 

Beschuldigte habe sich aber nicht daran gehalten und weiter beleidigt; er habe ihn 

"pädophil"  und  einen  "Rassisten"  genannt.  Seine  Frau  habe  der  Beschuldigte 

"Schlampe" genannt. Die Polizei habe den Beschuldigten dann verhaftet und sie 

seien auswärts essen gegangen. Als sie zurückgekommen seien, habe er sich auf 

seinen Stuhl im Garten gesetzt. Kurz darauf sei der Beschuldigte immer wieder die 

Strasse hoch- und hinuntergegangen und habe seine Frau – als diese gerade dabei 

gewesen sei das Fenster zu schliessen – als "verdammte Drecksschlampe" betitelt 

und dies mehrmals. Er habe den Beschuldigten dann angesprochen und ihm ge-

sagt, er solle verschwinden. Der Beschuldigte habe ihn weiter beleidigt und dann 

habe er gesagt, dass er ihn töten würde und er eine Waffe zu Hause habe (act. D3/4 

F/A 1). Der Beschuldigte habe konkret gesagt "Ich töte dich. Ich habe eine Waffe 

zu Hause" (act. D3/4 F/A 2). Der Beschuldigte habe das aggressiv und laut gesagt. 

Er sei wütend gewesen, weil er dem Beschuldigten auch schon viel geholfen habe 

und das habe ihn enttäuscht. Zudem sei auch eine gewisse Angst dabei gewesen. 

Er könne den Beschuldigten nicht einschätzen und er habe auch Angst um seine 

Familie. Er traue ihm sehr viel zu (act. D3/4 F/A 3 ff.). Er nehme die Drohung ernst. 

Er könne es sich vorstellen, dass der Beschuldigte es versuchen würde (act. D3/4 

F/A 17). Bezüglich des Grundes für die Eskalation führte der Privatkläger 12 aus, 

dass er den Beschuldigten tags zuvor zurechtgewiesen habe. Der Beschuldigte sei 

in Begleitung einer drogensüchtigen Frau gewesen und die beiden hätten sich ka-

tastrophal aufgeführt. Er sei wütend geworfen und habe ihn zurechtgewiesen, was 

dem Beschuldigten nicht gepasst habe (act. D3/4 F/A 11).

3.2.1.4.2. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 

wiederholte  der  Privatkläger  12,  dass  der  Beschuldigte  ihn  am  27. Mai  2023  mit 

den  Worten  "ich  töte  dich"  bedroht  habe.  Der  Beschuldigte  habe  ihn  zuvor  als 

"Nazi",  "Skinhead",  "Hooligan"  und  "Pädophilen,  der  seine  eigenen  Kinder  miss-

brauche" bezeichnet. Seine Frau habe er als "verdammte Drecksschlampe" betitelt. 

Zuletzt sei es dann zur Drohung gekommen (act. 4/4 F/A 13 f.). Als möglicher An-

- 22 -

lass führte der Privatkläger 12 erneut aus, dass er den Beschuldigten wegen dieser 

Geschichte mit der Frau konfrontiert habe und ihm gesagt habe, dass man sich so 

nicht in der Nachbarschaft verhalte (act. 4/4 F/A 16). Auf Nachfrage bezüglich der 

Drohung konkretisierte der Privatkläger 12, der Beschuldigte habe zu ihm gesagt, 

"er töte ihn, er habe eine Waffe zu Hause" (act. 4/4 F/A 17). Das habe in ihm Angst 

ausgelöst (act. 4/4 F/A 18).

3.2.1.5. Vorab ist bezüglich der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 12 festzuhalten, 

dass es sich bei ihm als direkten Geschädigten nicht um einen gänzlich neutrale 

Auskunftsperson  handelt,  er  jedoch  unter  Strafandrohung  von  Art. 303  StGB, 

Art. 304 StGB und Art. 305 StGB (act. D3/4 S. 1; act. 4/4 F/A 5) aussagte und da-

her nicht leichthin anzunehmen ist, er habe unwahre Aussagen getätigt. Ferner ist 

nicht ersichtlich, weshalb der Privatkläger 12 den Beschuldigten zu Unrecht belas-

ten sollte. So führen sowohl der Beschuldigte als auch der Privatkläger 12 überein-

stimmend aus, dass sie in der gleichen Strasse bzw. Nachbarschaft wohnen wür-

den  und  der  Privatkläger  12  dem  Beschuldigten  auch  schon  geholfen  habe 

(act. D3/3 F/A 17 f; act. D3/4 F/A 4; act. 4/4 F/A 7; Prot. S. 15). Der Beschuldigte 

sagte seinerseits weiter aus, dass sie sich eigentlich gerne hätten und eine gute 

nachbarschaftliche Beziehung führten, er habe auch schon ein Bier mit ihm getrun-

ken (act. D3/3 F/A 23 f. und 34; act. 3/2 F/A 34 f; Prot. S. 14 f). Er habe keine Ah-

nung, weshalb der Privatkläger 12 behaupte, dass er zu ihm gesagt habe, dass er 

ihn töten würde und er eine Waffe zu Hause habe (act. D3/3 F/A 22 f.). In der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 führte der Beschuldigte 

lediglich  ergänzend  aus,  dass  der  Privatkläger  dies  erfunden  habe,  weil  er  nicht 

freundlich  zu  ihm  gewesen  sei;  vielleicht  habe  er  halt  vorher  ein  bisschen  seine 

Mutter  beleidigt  (act. 3/2  F/A 33  und  36).  Es  ergeben  sich  vorliegend  in  der  Ge-

samtschau  dennoch  keinerlei  Anhaltspunkte,  weshalb  der  Privatkläger  12  dem 

Beschuldigten in irgendeiner Art und Weise hätte schaden wollen und seine Glaub-

würdigkeit herabgesetzt resp. nicht gegeben sein sollte.

Auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 12 ist zu bejahen, zumal 

in diesen keinerlei Aggravationstendenzen festzustellen ist. Überdies führt der Pri-

vatkläger 12 anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 28. Mai 2023 als auch 

- 23 -

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 – folglich 

also  knapp  zwei  Monate  später  und  mit  einer  damit  einhergehenden  geringeren 

Detailtiefe  –  beinahe  deckungsgleich  aus,  mit  welchen  Ausdrücken  der  Beschul-

digte ihn und seine Frau, die Privatklägerin 7, beleidigt habe. Er führt überdies wi-

derspruchslos aus, dass der Beschuldigte ihm gedroht habe, ihn zu töten und er 

eine Waffe zu Hause hätte. Der Privatkläger 12 verstrickt sich auch sonst in keiner-

lei  unauflösbare  Widersprüche  und  sagt  durchgehend  konsistent  aus  und  zwar 

nicht nur in Bezug auf die Beschimpfungen sowie der Drohung sondern auch zu 

den  Begleitumständen.  So  sind  seine  Aussagen  namentlich  auch  dahingehend 

gleichbleibend, was er als Anlass für die Beschimpfungen und Drohung seitens des 

Beschuldigten identifiziert – nämlich, dass er den Beschuldigten tags zuvor zurecht-

gewiesen  habe,  als  dieser  in  Begleitung  einer  Frau  gewesen  sei.  Der  Privatklä-

ger 12 verknüpft überdies seine Schilderungen mit Emotionen: So führt er plastisch 

aus,  wie  er  zunächst  versuchte  die  Beleidigungen  zu  ignorieren,  es  ihm  aber  ir-

gendwann gereicht habe und er wütend geworden sei. Er führte auch aus, dass ihn 

die  Drohung  seitens  des  Beschuldigten  wütend  gemacht  aber  auch  enttäuscht 

hätte und zudem spricht er immer wieder von einer durch die Drohung ausgelösten 

Angst.  Zusammenfassend  weisen  die  Aussagen  des  Privatklägers  12  zahlreiche 

Realitätskriterien auf und wirken deutlich überzeugender als jene des Beschuldig-

ten, zumal dieser sich selbst gerade in Bezug auf die von ihm verwendeten Aus-

drücke, mit denen er den Privatkläger 12 als auch die Privatklägerin 7 beschimpfte, 

immer  wieder  widerspricht.  Überdies  hat  sich  der  Beschuldigte  anlässlich  der 

staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  26. Juli  2023  explizit  beim  Privatklä-

ger 12 entschuldigt (act. 4/4 S. 8). Da keine vernünftigen Gründe bestehen, an der 

Wahrhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 12 zu zweifeln, ist auf ebendiesen 

abzustellen, wodurch sich auch der durch den Beschuldigten bestrittene Teil des 

angeklagten Sachverhalts vollumfänglich erstellen lässt.

3.2.1.6. Die  rechtliche  Würdigung  der  Staatsanwaltschaft,  wonach  sich  der  Be-

schuldigte hierdurch der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie der mehrfa-

chen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat, wird von 

der amtlichen Verteidigung nicht bestritten (act. 53 S. 4 ff.). Sie erweist sich denn 

- 24 -

auch  als  zutreffend,  weshalb  der  Beschuldigte  antragsgemäss  schuldig  zu  spre-

chen ist.

3.2.2. Vorwurf der mehrfachen sexuellen Belästigung

3.2.2.1. Der  Beschuldigte  stritt  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom 

28. Mai  2023  nicht  ab,  dass  er  wiederholt  vor  dem  Balkon  seiner  Nachbarinnen, 

S._____ sowie N._____ (Privatklägerin 13), gestanden sei und diese mit Worten 

wie "schöne Frau, ich bin dein Mann" belästigte. Der Beschuldigte gab hierzu an, 

dass er nur ein wenig habe flirten wollen (act. D3/3 F/A 32). Im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme führte der Beschuldigte erneut aus, dass er geflir-

tet habe. Er sei schon ein oder zwei Mal vor dem Haus der beiden Frauen gewesen 

und habe ein bis zwei Mal gesagt "schöne Frau, ich besitze ein Haus und bin reich", 

aber geschrien habe er nicht. Er bestritt hingegen, dass er sich im Mai 2023 im Bus 

vor S._____ gestellt, mit seinem Gesicht nahe an ihr Gesicht gekommen sei und 

wiederholt "schöne Frau" gesagt habe. Er könne sich nicht daran erinnern und es 

sei wenig Kontakt gewesen (act. 3/2 F/A 44 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung 

konkretisierte der Beschuldigte, dass er ca. zwei Mal hinaufgeschrien habe, dass 

er ein Haus habe und so (Prot. S. 16 f.). Auf Nachfrage bezüglich des Vorfalls im 

Bus  gab  der  Beschuldigte  erneut  an,  dass  er  sich  nicht  daran  erinnern  könne 

(Prot. S. 17 f.). 

3.2.2.2. Der Beschuldigte bestreitet damit den angeklagten Sachverhalt. Es ist dies-

falls zu prüfen, ob dem Beschuldigten der angeklagte Sachverhalt mit rechtsgenü-

gender Sicherheit nachgewiesen werden kann oder ob erhebliche und unüberwind-

bare  Zweifel  verbleiben  (vgl.  für  Ausführungen  zu  den  Grundlagen  der  Sachver-

haltserstellung Erw. III./3.2.1.3.). Vorliegend kommen nebst den Aussagen des Be-

schuldigten einzig die Aussagen von S._____ sowie der Privatklägerin 13 als Be-

weismittel  in  Frage,  welche  diese  gemäss  Polizeirapport  vom  28. Mai  2023  glei-

chentags  an  ihrem  Wohnort  gegenüber  der  Stadtpolizei  Winterthur  tätigten  und 

sinngemäss festgehalten wurden (act. D3/1 S. 6). Es erfolgte indes im Verlaufe des 

vorliegenden Verfahrens keine weitere Befragung weder von S._____ noch von der 

Privatklägerin  13.  Es  ist  daher  der  amtlichen  Verteidigung  zuzustimmen,  wenn 

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diese vorbringt, dass die Aussagen der beiden Frauen aufgrund des ungenügend 

gewährten Teilnahme- und Konfrontationsrechts des Beschuldigten nicht zu des-

sen Lasten verwertet werden dürfen (act. 53 S. 6; vgl. ausserdem Art. 147 StPO; 

SK  StPO-WOHLERS,  3.  Auflage,  2020,  Art.  147  N  2;  BGer 6B_14/2021  vom 

28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). Alleine auf Grundlage der Aussagen des Beschuldig-

ten lässt sich der angeklagte Sachverhalt – namentlich weder die Frequenz, in wel-

cher  der  Beschuldigte  vor  dem  Balkon  von  S._____  und  der  Privatklägerin 13 

stand, noch welchen Wortlaut er benutzte oder auch die Geschehnisse im Bus im 

Mai 2023 – nicht erstellen.

3.2.2.3. Da sich der angeklagte Sachverhalt nicht erstellen lässt, ist der Beschul-

digte  von  den  Vorwürfen  freizusprechen.  Der  angeklagte  Sachverhalt  datiert  auf 

den 27. Mai 2023, weshalb ein Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen 

Belästigung im Sinne von Art. 198a aStGB zu erfolgen hat, zumal die aktuelle Fas-

sung von Art. 198a StGB erst per 1. Juli 2024 in Kraft getreten ist.

3.3. Dossier 5

3.3.1. Anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  3. Juni  2023  sagte  der  Be-

schuldigte aus, dass er am 2. Juni 2023 die Partnerin von T._____ im Bus getroffen 

und freundlich auf sie eingeredet habe. Er habe sie bis zur Tür begleitet. Der Pri-

vatkläger 12 habe wohl gehört, dass er mit ihr spreche und habe das falsch ver-

standen. Er habe zweimal aus dem Fenster gerufen, dass er sie in Ruhe lassen 

solle. Er sei dann davongelaufen und der Privatkläger 12 habe ihn gefilmt. Er habe 

ihm dann dreimal gesagt, dass er ein "Hurensohn" sei. Gedroht habe er aber nicht. 

Er sei dann nach Hause gegangen. Kurz darauf sei T._____ und der Privatkläger 

12 zu seinem Tor gekommen. Er sei dann vor die Türe gegangen aber nicht bis 

zum  Tor  und  sei  ruhig  gewesen.  Er  habe  den  Privatkläger  12  nur  dreimal  be-

schimpft, das sei alles (act. D5/3/1 F/A 29). Er habe weder T._____ noch den Pri-

vatkläger 12  bedroht  (act. D5/3/1  F/A  30 ff.).  Auf  diese  Version  verwies  der  Be-

schuldigte  auch  im  Rahmen  der  Hafteinvernahme  vom  4.  Juni  2023  (act. D5/3/2 

F/A 4).

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Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 

führte  der  Beschuldigte  zu den  vorliegend zu beurteilenden  Geschehnissen vom 

2. Juni 2023 aus, dass er sich nur noch an den Anfang erinnern könne; er habe 

"Hurensohn" gesagt, aber das nicht böse gemeint. Er könne sich ausserdem daran 

erinnern, dass er ins Haus sei und einen Joint geraucht habe. T._____ habe ihn 

mehrere Minuten angeschrien. Er habe dann dreimal die Mutter beleidigt und sei 

ins Haus. Er habe dann zu ihm etwas gesagt wie "verpiss dich, verpiss dich" aber 

danach könne er sich an nichts mehr erinnern. Er habe ein Blackout (act. 3/2 F/A 

54). Das mit dem Messer sei allerdings klar gelogen resp. stimme nicht (act. 3/2 

F/A 57 und 65 f.). Er habe mit dem Besen ausserdem nicht direkt vor T._____ her-

umgefuchtelt, sondern in einem Abstand von nicht ganz 15 Metern (act. 3/2 F/A 58). 

Er habe gesagt "du wirsches bereue" wie man das auf dem Video sehe, aber er 

könne sich wegen des Alkohols nicht daran erinnern (act. 3/2 F/A 62 ff.). Der Be-

schuldigte  gesteht  indes,  dass  er  zum  Privatkläger  12  gesagt  habe  "ihr  werdets 

büesse" aber nicht damit gedroht habe, dass er nun sein Messer holen würde und 

gesagt habe "ihr hend kei Zuekunft" (act. 3/2 F/A 68). Ausserdem habe er zum Pri-

vatkläger  12  gesagt  "du  Hueresohn",  "du  Skinhead"  und  "du  Hooligan"  (act. 3/2 

F/A 70 ff.).

Anlässlich  der  Hauptverhandlung  verneinte  der  Beschuldigte  wiederum  dass  er 

T._____  mit den Worten "ich hol das  Messer", "ich  bring  dich  um", "du wirsches 

bereue" und "du hesch kei Zuekunft" bedroht habe; das sei alles gelogen und un-

glaubwürdig (Prot. S. 19 und 21). Er bleibt indes bei seiner Schilderung, dass er die 

Partnerin von T._____ zur Türe begleitet habe, der Privatkläger 12 geschrien habe, 

dass er diese in Ruhe lassen solle und er dann dreimal "Hurensohn" gesagt habe. 

Anschliessend könne er sich nur noch daran erinnern, dass T._____ und der Pri-

vatkläger 12 an sein Gartentor gekommen seien. T._____ habe mehrere Minuten 

lautstark provoziert. Er sei dann zur Türe gegangen. Er habe dann sechs oder sie-

ben Mal seine Mutter beflucht, aber mit Abstand, und etwa sechs oder sieben Mal 

gesagt "du hesch mir droht". Er habe dann mit Abstand einen Besen zwei oder drei 

Mal an den Boden geschlagen (Prot. S. 19 f.). Bedroht habe er auch den Privatklä-

ger 12 nicht und auch nicht beschimpft (Prot. S. 20 f.).

- 27 -

3.3.2. Der  Beschuldigte  bestreitet  die  ihm  vorgeworfenen  Drohungen  gegenüber 

T._____ und dem Privatkläger 12 mehrheitlich und räumt auch die Beschimpfung 

des Privatklägers 12 nur teilweise ein. Es ist daher zu prüfen, ob dem Beschuldigten 

der angeklagte Sachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen wer-

den kann oder ob erhebliche und unüberwindbare Zweifel verbleiben (vgl. für Aus-

führungen zu den Grundlagen der Sachverhaltserstellung Erw. III./3.2.1.3.). Vorlie-

gend  liegen  nebst  der  Aussagen  des  Beschuldigten  auch  die  Aussagen  von 

T._____ sowie des Privatklägers 12 im Recht, welche diese anlässlich der polizei-

lichen als auch staatsanwaltschaftlichen Einvernahme getätigt haben und den Be-

schuldigten  belasten.  Da  ausserdem  sowohl  der  Beschuldigte  als  auch  dessen 

amtliche Verteidigung bei den staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen anwesend 

waren  und  Gelegenheit  erhielten,  sowohl  T._____  als  auch  dem  Privatkläger  12 

Ergänzungsfragen zu stellen (act. 4/3 S. 6 und act. 4/4 S. 8), spricht nichts gegen 

die Verwertbarkeit dieser Aussagen (vgl. zum Teilnahme- und Konfrontationsrecht 

Art. 147  StPO;  SK  StPO-WOHLERS,  3.  Auflage,  2020,  Art.  147  N  2;  BGer 

6B_14/2021 vom 28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). Überdies liegt eine vom Privatklä-

ger 12 angefertigte Filmaufnahme im Recht, welche die Geschehnisse am 2. Juni 

2023 teilweise zeigt (act. D5/5).

3.3.2.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juni 2023 führte T._____ 

aus, dass ihn seine Partnerin telefonisch kontaktiert habe, nachdem diese den Be-

schuldigten im Bus getroffen habe. Der Beschuldigte habe mit seiner Partnerin ei-

nen  Smalltalk  zu  führen  begonnen,  was  diese  jedoch  nicht  wollte  und  ihn  damit 

auch konfrontiert habe. Der Beschuldigte sei aber nicht einfach weggegangen, son-

dern sei seiner Partnerin bis in den Eingang des Gartens gefolgt. Nachdem seine 

Partnerin angerufen habe, habe er sich entschieden nach Hause zu kommen. Er 

sei aufgebracht gewesen und habe auch geschrien "A._____ chum abe"; er habe 

ihm aber nicht mit Gewalt gedroht oder ähnlichem (act D5/4/1 F/A 3 und 24). Der 

Beschuldigte  sei  dann  aus  dem  Haus  gekommen  und  habe  ihm  gesagt  "du  wir-

sches  bereue",  "du  hesch  kei  Zuekunft"  und  "es  wird  nöd  guet  usecho  für  dich". 

Diese Drohungen habe er mehrmals gesagt, er denke etwa zehn Mal (act. D5/4/1 

F/A 5). Er könne zwar nicht mehr den genauen Wortlaut nennen, aber der Beschul-

- 28 -

digte habe auch gesagt, dass er ein Messer holen werde und er es bereuen würde. 

Er habe den Besen in der Hand gehabt und mit diesem herumgefuchtelt; die Hal-

tung  mit  dem  Besen  habe  ebenfalls  bedrohlich  gewirkt  (act. D5/4/1  F/A  6 f).  Der 

Beschuldigte sei direkt vor dem Hauseingang gestanden und habe etwa zehn bis 

20 Meter entfernt mit dem Besen gefuchtelt (act. D5/4/1 F/A 8 f.). Der Beschuldigte 

habe  stark  geschwitzt  und  eine  bedrohliche  Körperhaltung  gehabt  (act. D5/4/1 

F/A 22). Er habe aufgrund der Drohungen seitens des Beschuldigten Angst emp-

funden,  sei  aufgeregt  gewesen  und  habe  sich  hilflos  und  ausgeliefert  gefühlt.  Er 

habe am ganzen Körper gezittert und weiche Knie gehabt (act. D5/4/1 F/A 11). An 

sich verängstige ihn der Beschuldigte aber nicht, aber er habe Angst vor den Fol-

gen, wenn er seine heftigen Drohungen in die Tat umsetzen könnte bspw. mit einer 

Waffe  oder  gegenüber  seiner  Familie  (act. D5/4/1  F/A 13).  Der  Beschuldigte  sei 

sehr irrational und die Drohungen seien ernst zunehmen; der Beschuldigte habe 

nichts  zu  verlieren  (act. D5/4/1  F/A 15).  Die  Drohungen  seien  definitiv  gegen  ihn 

gerichtet  gewesen,  ein  Teil  aber  auch  gegen  den  Privatkläger 12  (act. D5/4/1 

F/A 14). 

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 wieder-

holte T._____ im Wesentlichen seine Schilderungen, welche er bereits anlässlich 

der  polizeilichen  Einvernahme  vom  2. Juni  2023  zu  Protokoll  gegeben  hatte,  er-

gänzte jedoch, dass die Stimmung mit dem Beschuldigten bereits zuvor etwas an-

gespannt gewesen sei, da dieser seine Partnerin fotografiert hatte. Der Beschul-

digte habe seine Partnerin im Bus angesprochen und sei dann bis vors Haus ge-

kommen,  wo  sich  ein  anderer  Nachbar  eingemischt  habe.  Der  Beschuldigte  sei 

dann gegangen und seine Partnerin habe ihn angerufen, woraufhin er nach Hause 

gekommen sei. Er sei ziemlich emotional gewesen und habe auf der Strasse her-

umgeschrien, dass er rauskommen solle. Er und der Beschuldigte hätten einander 

dann angeschrien; er habe ihn zuerst angeschrien und dann der Beschuldigte ihn. 

Er habe dem Beschuldigten aber nicht gedroht (act. 4/3 F7A 25). Der Beschuldigte 

habe wiederum mit dem Besenstiel herumgefuchtelt und habe gesagt, er hole das 

Messer  (act. 4/3  F/A 14 f).  Der  Beschuldigte  habe  konkret  gesagt  "ich  bring  dich 

um", zuerst habe er aber gesagt "ich hol das Messer" habe dann aber wiederum 

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"nei, nei" gesagt, weil er wohl gemerkt habe, dass das nicht so schlau sei (act. 4/3 

F/A 16). Beim eigentlichen Streit sei der Beschuldigte, der Privatkläger 12 und er 

selbst anwesend gewesen (act. 4/3 F/A 20). Die Drohungen seien ziemlich klar ge-

gen ihn gerichtet gewesen, der Beschuldigte habe aber auch etwas gegen den Pri-

vatkläger 12 gesagt (act. 4/3 F/A 21 f). 

3.3.2.2. Der  Privatkläger  12  führte  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom 

2. Juni 2023 aus, dass er gleichentags im Homeoffice gewesen sei und den Be-

schuldigten sowie die Partnerin von T._____ von der Bushaltestelle her auf dem 

Nachhauseweg gesehen habe. Er habe gesehen, dass es der Frau sehr unange-

nehm gewesen sei mit dem Beschuldigten zu diskutieren. Sie habe ihn dann gebe-

ten zu gehen und sich dem Grundstück nicht mehr zu nähern. Er habe ihr dann 

zugerufen, ob alles in Ordnung sei. Ab diesem Moment habe der Beschuldigte be-

gonnen ausfällig zu werden; der Beschuldigte sei daraufhin nach Hause gegangen 

und auf dem Weg zum Haus habe er zu ihm gesagt "ich gang jetzt hei, rauche en 

Joint und denn mach ich dich fertig". Diese Worte hätten ihn in grosse Angst ver-

setzt  und  ihn  sehr  getroffen  (act. D5/4/2  F/A 3).  In  der  Folge  sei  T._____  nach 

Hause  gekommen  und  habe  ihm  zugerufen,  dass  er  nun  den  Beschuldigten  an-

sprechen  wolle.  Er  habe  ihm  davon  abgeraten  und  die  Polizei  verständigt 

(act. D5/4/2  F/A 4).  Der  Beschuldigte  habe  dann  auch  gesagt  "ich  hole  jetzt  mis 

Messer und ihr werdets büesse"; er habe dann aber kein Messer geholt, sondern 

sich eines Besenstiels behändigt, mit diesem in einem Abstand von ca. 20 Metern 

auf  den  Boden  geklopft  und  herumgeschrien  (act. D5/4/2  F/A 5 f.).  Der  Beschul-

digte  habe  überdies  auch  noch  gesagt  "ihr  hend  kei  Zuekunft"  und  "ihr  werdet 

büesse und das bereue". Zum Zeitpunkt dieser Vorfälle habe er vier Kinder bei sich 

im Haus gehabt; es sei ihm nicht gutgegangen deswegen und er habe sich grosse 

Sorgen gemacht (act. D5/4/2 F/A 7). Er sei wegen der Drohungen schockiert ge-

wesen, habe am ganzen Körper zu zittern begonnen und habe nicht gewusst, was 

er tun solle. Er habe Angst um sich und die Kinder gehabt (act. D5/4/2 F/A 8). Be-

sonders Angst habe in ihm die Drohung ausgelöst, wonach der Beschuldigte nach 

Hause gehe, einen Joint rauche und ihn dann fertig machen würde; dies sei zum 

ersten Mal gewesen, dass der Beschuldigte explizit angab, zu welchem Zeitpunkt 

- 30 -

etwas passieren würde (act. D5/4/2 F/A 21). Die Drohungen seien sicherlich gegen 

ihn gerichtet gewesen, er habe das gespürt (act. D5/4/2 F/A 11). Er traue es dem 

Beschuldigten zu, dass er seine Drohungen wahrmachen und ihm schaden würde 

(act. D5/4/2 F/A 12). Der Beschuldigte habe ihn überdies mit "Hueresohn", "Skin-

head", "Gestörte", "Pädophile" und "Hooligan" beschimpft (act. D5/4/2 F/A 15).

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 schilderte 

der Privatkläger 12 den Hergang gleichbleibend; er habe gesehen, wie die Partne-

rin von T._____ mit dem Beschuldigten von der Bushaltestelle her gekommen sei 

und gemerkt, dass es ihr extrem unangenehm gewesen sei. Er habe ihr dann zu-

gerufen, ob alles in Ordnung sei. Der Beschuldigte habe sich dann zu ihm umge-

dreht und gesagt, er solle sich nicht einmischen und habe dann begonnen, ihn wie-

der zu beschimpfen. Der Beschuldigte sei dann irgendwann nach Hause gegangen 

und habe zu ihm die Worte gesagt "ich gang jetzt hei, rauch min Joint fertig und 

denn mach ich dich fertig". Diese Drohung habe ihn wirklich getroffen; es sei das 

erste Mal richtig konkret gewesen. Wenig später sei T._____ nach Hause gekom-

men. Er habe gehört wie dieser gesagt habe, dass er nun rüber gehe. Er sei dann 

sogleich auf die Strasse, weil er nicht gewollt habe, dass es einen Streit gebe. Zu 

diesem Zeitpunkt habe er die Polizei verständigt (act. 4/4 F/A 23). Der Beschuldigte 

habe auch gesagt, dass er eine Waffe hole und ihn fertig machen würde; er habe 

dann aber nur einen Besenstiel genommen. Vielleicht habe der Beschuldigte aber 

auch  von  einem  Messer  gesprochen,  er  könne  das  nicht  mehr  sagen  (act. 4/4 

F/A 19  und  24).  Diese  Drohung  seien  gegen  ihn  und  aber  auch  gegen  T._____ 

gerichtet  gewesen  (act. 4/4  F/A 30).  Der  Beschuldigte  habe  ihn  auch  wieder  be-

schimpft mit "Hurensohn", "Nazi" und "Skinhead"; er könne aber nicht mehr genau 

sagen,  mit  was  ihn  der  Beschuldigte  an  diesem  Tag  beschimpft  habe,  es  seien 

immer wieder die gleichen Beschimpfungen (act. 4/4 F/A 27).

3.3.3. Bezüglich der Glaubwürdigkeit von T._____ als auch des Privatklägers 12 ist 

vorab  festzuhalten,  dass  es  sich  bei  ihnen  als  direkten  Geschädigten  nicht  um 

gänzlich neutrale Auskunftspersonen handelt, sie jedoch unter Strafandrohung von 

Art. 303 StGB, Art. 304 StGB und Art. 305 StGB (act. D5/4/1 F/A 1 f.; act. D5/4/2 

F/A 1 f.;  act. 4/3  F/A 5;  act. 4/4  F/A 5)  aussagten  und  daher  nicht  leichthin  anzu-

- 31 -

nehmen ist, sie hätten unwahre Aussagen getätigt. Es ist überdies nicht ersichtlich, 

weshalb T._____ den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. So führten der Be-

schuldigte als auch T._____ übereinstimmend aus, dass sie seit mehreren Jahren 

in derselben Nachbarschaft wohnten und bis zu den beurteilenden Geschehnissen 

vom 2. Juni 2023 nur wenig Kontakt und zuvor keine Probleme resp. Auseinander-

setzungen  hatten  (act. D5/3/1  F/A 25;  act. D5/3/2  F/A 6;  act. 3/2  F/A 55 f.; 

act. D5/4/1 F/A 3; act. 4/3 F/A 18 und 31 ff.). T._____ schildert seinerseits nur eine 

etwas angespannte Stimmung, da der Beschuldigte seine Partnerin ungefragt foto-

grafiert haben soll (act. 4/3 F/A 14 und 18), was die Glaubwürdigkeit von T._____ 

indes nicht herabzusetzen vermag. Bezüglich der Glaubwürdigkeit des Privatklä-

gers 12 ist auf Erw. III./3.2.1.5. zu verweisen und anzufügen, dass der Privatkläger 

12 auch hinsichtlich der Geschehnisse vom 2. Juni 2023 betonte, dass er persön-

lich sehr über diese enttäuscht sei, da sie dem Beschuldigten jahrelang versuchten 

zu helfen und viel gemacht hätten. Es sei ernüchternd, was nun zurückgekommen 

sei  (act. 4/4  F/A 36).  Der  Beschuldigte  bekräftigte  auch  bezüglich  der  Gescheh-

nisse vom 2. Juni 2023 eine gute Beziehung zum Privatkläger 12 und dessen Fa-

milie; er sei auch schon bei ihnen zu Besuch gewesen und es habe nie Probleme 

gegeben (act. D5/3/1 F/A 26; act. D5/3/2 F/A 6). Als Grund, weshalb T._____ und 

der Privatkläger 12 die von ihnen geschilderten Drohungen erfunden haben sollen, 

gibt der Beschuldigte an, damit er zusätzlich bestraft würde (act. D5/3/1 F/A 42), 

machte aber auch mehrmals den pauschalen Hinweis, dass alles gelogen sei, ohne 

einen konkreten Grund hierfür zu nennen (act. D5/3/2 F/A 16; act. 3/2 F/A 57 und 

66; Prot. S. 19). Im Fazit ist nach dem Ausgeführten sowohl die Glaubwürdigkeit 

von T._____ als auch des Privatklägers 12 zu bejahen.

Auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen von T._____ ist zu bejahen. So fällt einer-

seits auf, dass er sich von Beginn an auch selbst belastete: So sagte er bereits in 

der polizeilichen und detaillierter noch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

aus, dass er aufgebracht gewesen sei und auf der Strasse nach dem Beschuldigten 

geschrien habe, woraufhin dieser aus dem Haus gekommen sei, zurückgeschrien 

und die Drohungen gegenüber ihm ausgesprochen habe – was im Übrigen den-

noch als keine ins Gewicht fallende Provokation seitens von T._____ zu werten ist. 

- 32 -

Andererseits sind keinerlei Aggravationstendenzen festzustellen, im Gegenteil: So 

führte T._____ zwar auch aus, dass er seitens des Beschuldigten nicht nur bedroht 

sondern auch beschimpft worden sei, das aber nichts in ihm ausgelöst habe und er 

sich  nicht  provoziert  gefühlt  habe.  Er  verzichtete  letztlich  denn  auch  definitiv  auf 

einen diesbezüglichen Strafantrag (act. D5/4/1 F/A 16 ff.; act. 4/3 F/A 13). Er be-

lastete damit den Beschuldigten weniger, als er es allenfalls hätte tun können. Die 

fehlende Aggravationstendenz findet sich zudem in der Schilderung von T._____ 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, in der er ausführt, dass der 

Beschuldigte mit dem Messer gedroht habe, der Beschuldigte dies dann aber auch 

wieder verneinte. Überdies finden sich in den Aussagen von T._____ keine erheb-

lichen Widersprüche, die sich nicht auflösen liessen. So ist es alleine angesichts 

der Anzahl der Drohungen, welche der Beschuldigte gemäss den Aussagen von 

T._____ in kurzer Zeit und mehrfach ausgesprochen haben soll, durchaus nach-

vollziehbar, dass er nicht stets den genauen Wortlaut all dieser Drohungen wieder-

geben  kann,  dennoch  bleiben  seine  Aussagen  im  Kern  konsistent,  gerade  auch 

was die Drohung mit dem Messer angeht. Zudem schildert T._____ auch weitere 

Details rund um das Kerngeschehen, was die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen wei-

ter untermauert: So vermag er plastisch die Situation zu beschreiben, wie der Be-

schuldigte mit dem Besen herumfuchtelte und sowohl die Haltung des Besens als 

auch die Körperhaltung des Beschuldigten selbst bedrohlich gewirkt habe. Hierbei 

solle der Beschuldigte stark geschwitzt haben – ebenfalls ein Detail, was auf tat-

sächlich Erlebtes schliessen lässt. T._____ verknüpft überdies Emotionen mit sei-

nen Schilderungen: So beschreibt er, dass er aufgrund der Drohungen seitens des 

Beschuldigten Angst empfunden habe, aufgeregt gewesen sei und sich hilflos und 

ausgeliefert gefühlt habe.

Weiter ist auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 12 zu bejahen. 

So ist auch in seinen Aussagen keine Tendenz ersichtlich, den Beschuldigten über-

mässig zu belasten. Überdies sind seine Schilderungen nachvollziehbar, plastisch 

und überzeugend – und hieran ändert sich auch nichts, wenn es ihm in der staats-

anwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  26. Juli  2023,  mithin  knapp  zwei  Monate 

nach der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juni 2023, nicht mehr gelingt, die Dro-

- 33 -

hungen als auch Beschimpfungen seitens des Beschuldigten in derselben Detail-

tiefe wiederzugeben. Seine Aussagen bleiben dennoch ohne unauflösbare Wider-

sprüche. Überdies schildert auch der Privatkläger 12 erlebte Emotionen: So führt 

er eindrücklich aus, wie ihn insbesondere die Drohung des Beschuldigten "ich gang 

jetzt hei, rauche en Joint und denn mach ich dich fertig" in grosse Angst versetzt 

und ihn sehr getroffen habe, weil es zum ersten Mal gewesen sei, dass der Be-

schuldigte explizit angegeben habe, zu welchem Zeitpunkt etwas passieren würde. 

Überdies  ist  es  auch  durchaus  nachvollziehbar,  dass  sich  der  Privatkläger  12 

grosse Sorgen machte und es ihm nicht gutgegangen ist, weil er vier Kinder bei 

sich im Haus hatte, wie er dies ebenfalls ausführte.

3.3.4. Zusammenfassend weisen sowohl die Aussagen von T._____ als auch des 

Privatklägers  12  zahlreiche  Realitätskriterien  auf  und  wirken  überzeugend.  Ihre 

Aussagen werden überdies durch die im Recht liegende Filmaufnahme (act. D5/5) 

bekräftigt, in der namentlich zu hören ist, wie der Beschuldigte mehrmals "du Hu-

rensohn"  sagt  sowie  "du  wirsches  bereue,  du  bisch  en  Dreckshurensohn"  und 

nochmals  "du  wirsches  bereue".  Es  ist  überdies  zu  sehen,  wie  der  Beschuldigte 

mehrmals mit einem Besen auf den Boden schlägt und letztlich auf den Filmenden 

– den Privatkläger 12 – zuläuft. Auch die Aussagen des Beschuldigten vermögen 

keine Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Aussagen von T._____ und dem Privatklä-

ger  12  zu  begründen,  zumal  er  selbst  im  Verlaufe  des  vorliegenden  Verfahrens 

zumindest die Beschimpfung des Privatklägers 12 mit "Hurensohn" gestand und in 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 immerhin die 

Drohung "du wirsches bereue", "ihr werdets büesse" und "ihr hend kei Zuekunft" 

sowie die Beschimpfung des Privatklägers 12 mit "du Hurensohn", "du Skinhead" 

und "du Hooligan" einräumte. Der Beschuldigte widerspricht dem indes anlässlich 

der Hauptverhandlung wieder, was nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

spricht. Er macht überdies mehrfach geltend, dass er sich nicht mehr wirklich an 

die Geschehnisse erinnern könne, da er ein Blackout gehabt habe, was – worauf 

die Staatsanwaltschaft auch richtigerweise hinweist (vgl. Prot. S. 39) – nicht zwin-

gend als Bestreitung der Aussagen von T._____ als auch des Privatklägers 12 zu 

werten ist. 

- 34 -

3.3.5. Im Fazit ist auf die Aussagen von T._____ und des Privatklägers 12 abzu-

stellen, wodurch sich auch der durch den Beschuldigten bestrittene Teil des ange-

klagten Sachverhalts vollumfänglich erstellen lässt. Die rechtliche Würdigung der 

Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschuldigte hierdurch der Drohung gemäss 

Art. 180  Abs. 1  StGB  gegenüber  T._____  sowie  der  Drohung  gemäss  Art. 180 

Abs. 1  StGB  sowie  der  Beschimpfung  gemäss  Art. 177  Abs. 1  StGB  gegenüber 

dem  Privatkläger  12  schuldig  gemacht  hat,  wird  von  der  amtlichen  Verteidigung 

nicht bestritten (act. 53 S. 8 f.). Sie erweist sich denn auch als zutreffend, weshalb 

der Beschuldigte antragsgemäss schuldig zu sprechen ist.

3.4. Dossier 6

3.4.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2023 gestand der Be-

schuldigte, dass er vier Uhren in der D._____-filiale an der AA._____-strasse ... in 

AB._____  an  sich  genommen  und  ohne  zu  bezahlen  die  Filiale  verlassen  habe 

(act. D6/4  F/A 3 f.).  Ihm  sei  das  Hausverbot  in  der  D._____-filiale  bekannt 

(act. D6/4 F/A 9). Er habe die vier Uhren genommen und sei dann via Notausgang 

nach draussen gegangen. Dort habe ihn der Privatkläger 9 – der dazumal als La-

dendetektiv arbeitende J._____ – angehalten und zwar an jenem Ort, an welchem 

dann die Polizei dazugekommen sei (act. D6/4 F/A 14). Er habe dem Privatkläger 9 

das  Deliktsgut  gegeben  und  dieser  habe  ihm  dann  Pfefferspray  ins  Gesicht  ge-

sprüht. Er kenne ihn von früher, deshalb mache er das. Er habe seinerseits nichts 

gemacht (act. D6/4 F/A 15 f.). Er habe ihm namentlich keine Verpackung ins Ge-

sicht  geworfen  (act. D6/4  F/A 18 f.).  Er  habe  das  gesamte  Deliktsgut  einfach  auf 

den Boden gelegt, der Privatkläger 9 habe "Stop, Stop" gesagt – das, weil er habe 

gehen wollen und er das Deliktsgut ja auf den Boden gelegt habe – und ihn dann 

eingesprüht (act. D6/4 F/A 20 ff.). Er sei gegen den Privatkläger 9 weder tätlich ge-

worden noch habe er diesen bedroht; er sei anständig gewesen (act. D6/4 F/A 25).

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 

wiederholte der Beschuldigte sein Geständnis, dass er vier Uhren gestohlen habe, 

bestritt aber erneut, dass er dem Privatkläger 9 eine sich noch in der Kartonverpa-

ckung befindliche Uhr ins Gesicht geworfen haben soll (act. 3/2 F/A 78 f., 81 f. und 

- 35 -

85). Der Privatkläger 9 habe ihn mit Pfefferspray besprüht und ihn auf den Boden 

geworfen, um ihn aufzuhalten (act. 3/2 F/A 80). Der Privatkläger 9 habe von Anfang 

an Pfefferspray eingesetzt; er habe die Sachen auf den Boden geworfen und sei 

fünf  bis  sechs  Meter  entfernt  gewesen  (act. 3/2  F/A  81).  Die  Verletzung,  die  der 

Privatkläger 9 davon getragen haben soll, sei nicht von ihm (act. 3/2 F/A 80). Im 

Rahmen des Schlussvorhaltes anerkannte der Beschuldigte indes den vorgewor-

fenen  Sachverhalt  dann  vollumfänglich,  ergänzte  aber,  dass  er  sich  nicht  mehr 

daran erinnern könne (act. 3/2 F/A 158). Anlässlich der Hauptverhandlung konkre-

tisierte der Beschuldigte, dass er sich nicht daran erinnern könne, dem Privatklä-

ger 9 eine Uhr an die Lippe geworfen zu haben. Dieser sei ihm jedenfalls nachge-

laufen,  habe  "halt,  halt"  gesagt  und  ihm  Pfefferspray  in  die  Augen  gesprayt 

(Prot. S. 21). Er könne sich zudem daran erinnern, dass er wieder Uhren gestohlen 

habe (Prot. S. 22).

3.4.2. Der Beschuldigte ist damit zusammenfassend bezüglich des unbefugten Be-

tretens der D._____-filiale als auch des Entwendens von vier Uhren durchgehend 

geständig. Er bestritt dagegen – resp. machte im weiteren Verfahrensverlauf gel-

tend,  er  könne  sich  nicht  mehr  erinnern  –  dass  er  dem  Privatkläger  9  aus  einer 

Entfernung von ca. zwei Armlängen mit seiner rechten Hand und mit voller Kraft 

eine  Armbanduhr,  die  sich  noch  in  einer  Kartonverpackung  befand,  ins  Gesicht 

warf. Es ist daher zu prüfen, ob dem Beschuldigten der angeklagte Sachverhalt mit 

rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann oder ob erhebliche und 

unüberwindbare Zweifel verbleiben (vgl. für Ausführungen zu den Grundlagen der 

Sachverhaltserstellung  Erw. III./3.2.1.3.).  Vorliegend  liegen  nebst  der  Aussagen 

des Beschuldigten auch die Aussagen des Privatklägers 9 im Recht, welche dieser 

anlässlich der polizeilichen als auch staatsanwaltschaftlichen Einvernahme getätigt 

hat und den Beschuldigten belasten. Da ausserdem sowohl der Beschuldigte als 

auch dessen amtliche Verteidigung bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

anwesend waren und Gelegenheit erhielten, dem Privatkläger 9 Ergänzungsfragen 

zu stellen (act. 4/2 S. 7) spricht nichts gegen die Verwertbarkeit dieser Aussagen 

(vgl. zum Teilnahme- und Konfrontationsrecht Art. 147 StPO; SK StPO-WOHLERS, 

3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). 

- 36 -

Überdies liegt eine Fotodokumentation mit drei Abbildungen im Recht, welche zum 

einen den Beschuldigten beim Behändigen der Uhren sowie beim Verlassen der 

D._____-filiale und zum andern die Verletzung an der Oberlippe des Privatklägers 

9 zeigen.

3.4.2.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2023 führte der Pri-

vatkläger 9 aus, dass er sich im Sicherheitsraum der D._____-filiale befunden habe 

und auf den Kameras sah, wie der Beschuldigte zur Bijouterie gelaufen sei. Als er 

bemerkte,  dass  der  Beschuldigte  zwei  Uhren  gepackt  habe,  sei  er  gleich  nach 

vorne gerannt. Als er den Beschuldigten nicht mehr auf der Verkaufsfläche gesehen 

habe, sei er nach draussen Richtung Busbahnhof gerannt. Er habe den Beschul-

digten dann beim Café AC._____ angetroffen und ihn damit angesprochen, dass 

er vom Sicherheitsdienst sei und er mitkommen solle. Der Beschuldigte habe dar-

aufhin entgegnet, dass er diesmal nicht mitkommen werde, da er letztes Mal "ver-

arscht" worden sei. Daraufhin habe er zum Beschuldigten gesagt, dass er die Ware 

auf den Boden legen solle und er dann gehen könne. Der Beschuldigte habe darauf 

geantwortet, dass er das nicht tue. Er habe dem Beschuldigten daraufhin wiederum 

gesagt, dass er diesfalls mitkommen müsste. Der Beschuldigte habe eine Uhr in 

seiner rechten Hand gehalten und ihm diese ins Gesicht geworfen (act. D6/5 F/A 5). 

Er sei durch den Wurf der Uhr an der Oberlippe verletzt worden (act. D6/5 F/A 7). 

Mit den übrigen drei Uhren habe der Beschuldigte losrennen wollen. Er habe den 

Beschuldigten dann mit der Hand an der Schulter gepackt und an die Wand ge-

drückt. Er habe ihm den Weg abschneiden können, seinen Pfefferspray gezogen 

und diesen sogleich eingesetzt (act. D6/5 F/A 5). Der Beschuldigte sei – wie auf 

den Videobildern ersichtlich – um ca. 13.42 Uhr in die D._____-filiale hinein und 

habe diese um 13.44 Uhr bereits wieder verlassen; er sei wirklich schnell (act. D6/5 

F/A 10). Der Beschuldigte habe die ersten beiden Uhren auf den linken Arm gelegt, 

die beiden weiteren auf den rechten Arm. So sei er anschliessend wieder hinaus-

gegangen, mit den Uhren auf beiden Armen (act. D6/5 F/A 12). Als er ihn beim Café 

AC._____ angesprochen habe, habe der Beschuldigte noch alle Uhren auf den Ar-

men gehabt. Das Bier, welches er ebenfalls dabei gehabt habe, sei ihm auf den 

Boden gefallen. Jene Uhr, die er mit der rechten Hand hielt, habe er ihm direkt ins 

- 37 -

Gesicht geworfen. Er habe sogleich den Pfefferspray gezogen und ihn gepackt. Als 

er an ihm habe vorbeigehen wollen und herumgeschrien habe, habe er den Pfeffer 

eingesetzt (act. D6/5 F/A 15). Der Beschuldigte habe ihm überdies auf die rechte 

Hand gespuckt, als er ihn zu Boden geführt habe (act. D6/5 F/A 21).

3.4.2.2. Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 

wiederholte  der  Privatkläger  9  im  Wesentlichen  seiner  Schilderungen,  welche  er 

bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2023 zu Protokoll ge-

geben hatte, konkretisierte indes, dass die Entwendung der Uhren nur etwa 10 bis 

15 Sekunden gedauert habe. Er schilderte zudem in Abweichung zur polizeilichen 

Einvernahme, dass der Beschuldigte sein Bier auf den Boden abgestellt habe, als 

er  ihn  angesprochen  und  sich  als  Sicherheitsmitarbeiter  ausgewiesen  habe 

(act. 4/2 F/A 12). Auf entsprechende Rückfrage bekräftigte der Privatkläger 9 über-

dies,  dass  der  Beschuldigte  ihn  als  Sicherheitsmitarbeiter  erkannt  habe  (act. 4/2 

F/A 13). Er sei sehr überrascht über den Beschuldigten gewesen, denn er habe ihn 

eigentlich anders kennengelernt. Sie hätten miteinander reden können und er habe 

eigentlich ein gutes Verhältnis zum Beschuldigten gehabt. An diesem Tag habe der 

Beschuldigte  sich  aber  irgendwie  um  180 Grad  gekehrt.  Das  Verhalten  des  Be-

schuldigten sei für ihn nicht nachvollziehbar gewesen (act. 4/2 F/A 15). Auf entspre-

chende Rückfrage führte der Privatkläger 9 überdies aus, dass er es bei der Distanz 

nicht  für  möglich  halte,  dass  der  Beschuldigte  ihm  die  Uhr  nicht  habe  anwerfen, 

sondern aushändigen wollen. Der Beschuldigte habe mit rechts und mit voller Kraft 

geworfen  und  er  habe  danach  eine  Platzwunde  an  der  Lippe  gehabt  (act. 4/2 

F/A 17 ff.).  Der  Beschuldigte  und  er  seien  beim  Wurf  vielleicht  zwei  Armlängen 

resp. eher weniger entfernt zueinander gestanden (act. 4/2 F/A 20). Er glaube dass 

der Beschuldigte mit dem Wurf beabsichtigt habe, dass er zusammenzucke und er 

wiederum flüchten könne. Wenn er ihn im Auge getroffen hätte, wäre vielleicht nun 

sein Auge weg. Der Plan hätte also funktionieren können (act. 4/2 F/A 23 f.). Die 

Uhr habe sich in einer Kartonverpackung befunden, wobei der untere Teil relativ 

hart sei (act. 4/2 F/A 25). Er hätte sich sicher nicht auf einen Kampf eingelassen, 

wenn der Beschuldigte seine Anweisungen befolgt hätte (act. 4/2 F/A 31). Ausser-

dem habe er dem Beschuldigten nicht Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, weil er es 

- 38 -

einfach gewollt hätte. Wenn er einen Pfefferspray-Einsatz habe, müsse er etwa 10 

Formulare, einen Bericht sowie eine Stellungnahme ausfüllen. Er wäre sicherlich 

nicht seit über 10 Jahren in diesem Job, wenn er so etwas machen würde (act. 4/2 

F/A 32).

3.4.3. Vorab  ist  bezüglich  der  Glaubwürdigkeit  des  Privatklägers  9  festzuhalten, 

dass  es  sich  bei  ihm  als  direkten  Geschädigten  nicht  um  eine  gänzlich  neutrale 

Auskunftsperson  handelt,  er  jedoch  unter  Strafandrohung  von  Art. 303  StGB, 

Art. 304 StGB und Art. 305 StGB (act. D6/5 S. 1; act. 4/2 F/A 5) aussagte und da-

her nicht leichthin anzunehmen ist, er habe unwahre Aussagen getätigt. Ferner ist 

nicht ersichtlich, weshalb der Privatkläger 9 den Beschuldigten zu Unrecht belasten 

sollte. So führte zwar der Privatkläger 9 aus, dass er den Beschuldigten in der Aus-

übung seines Jobs als Ladendetektiv kennengelernt und er ihn namentlich bereits 

eine Woche vor den vorliegend zu beurteilenden Geschehnissen vom 20. Mai 2023 

erwischt hätte (act. D6/5 F/A 8; act. 4/2 F/A 7), er aber eigentlich ein gutes Verhält-

nis mit dem Beschuldigten gehabt habe (act. 4/2 F/A 15). Der Beschuldigte führte 

ebenfalls aus, dass er mit dem Privatkläger 9 bereits einmal zu tun gehabt hätte 

und sie sich daher kannten (act. 4/2 F/A 23). Der Beschuldigte schilderte zudem, 

dass er vom Privatkläger 9 beim letzten Mal "verarscht" worden sei, da er dazumal 

nur eine Uhr gestohlen habe, der Privatkläger 9 ihm aber drei Uhren zur Last gelegt 

habe (act. D6/4 F/A 17; Prot. S. 13). Der Privatkläger dementierte dies allerdings in 

der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  (act. 4/2  F/A 15).  Nichtsdestotrotz  ist 

vorliegend nur von einer flüchtigen Bekanntschaft auszugehen, auch wenn es in 

der Vergangenheit bereits zu einer Unstimmigkeit gekommen sein mag. Der Glaub-

würdigkeit des Privatklägers 9 tut dies indes keinen Abbruch – zumal auch der Be-

schuldigte zu keiner Zeit ausführte, weshalb der Privatkläger 9 die Vorwürfe erfun-

den haben sollte – womit von ebendieser auszugehen ist.

Auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 9 ist zu bejahen. Er schil-

dert die Vorkommnisse stets gleichbleibend plastisch, detailliert und nachvollzieh-

bar. So leuchtet zum einen der von ihm dargelegte chronologische Ablauf ein: Der 

Privatkläger 9 entdeckt den Beschuldigten beim Entwenden der Uhren, stellt ihm 

nach, trifft ihn an und äussert Anweisungen – der Beschuldigte wiederum möchte 

- 39 -

sich diesen aber durch den Wurf der sich in der Verpackung befindlichen Uhr (die 

er  ohnehin  noch  in  den  Händen  hält)  entziehen  und  das  Diebesgut  sichern  und 

abschliessend kommt es zu einem Gerangel mit Einsatz des Pfeffersprays. Zum 

anderen bleiben die Aussagen des Privatklägers 9 bis auf geringfügige Abweichung 

zwischen der polizeilichen Einvernahme und der rund zwei Monate später erfolgten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme durchgehend konsistent und ohne unauflös-

bare Widersprüche gerade auch bezüglich Details wie bspw. was der Wortwechsel 

zwischen dem Privatkläger 9 und dem Beschuldigten vor dem Wurf der verpackten 

Uhr gewesen ist. Die geringfügigen Abweichungen – wie bspw. ob dem Beschul-

digten das Bier beim Ansprechen durch den Privatkläger 9 auf den Boden gefallen 

oder ob er dieses abgestellt hatte – bekräftigten sogar die Glaubhaftigkeit der zu 

beurteilenden Aussagen des Privatklägers 9, da ein absolut deckungsgleiches und 

monotones Wiederholen ein Lügensignal darstellt. Ausserdem sind keine Aggrava-

tionstendenzen festzustellen. Als Beispiel hierfür sei genannt, dass der Privatklä-

ger 9  anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  auch  ausführte,  dass 

ihn der Beschuldigte – nachdem sie im Gerangel zu Boden gingen – mehrfach be-

leidigt habe, aber "das sei auch klar, wenn man mit Pfefferspray auf dem Boden 

liegt" (act. 4/2 F/A 30). Es ist also durchaus denkbar, dass der Privatkläger 9 den 

Beschuldigten noch weitergehend hätte belasten können. Der Privatkläger 9 ver-

knüpft seine Schilderungen ausserdem mit Emotionen – so führte er aus, dass er 

in erster Linie über die Reaktion des Beschuldigten überrascht gewesen sei. Zuletzt 

führt der Privatkläger 9 auch nachvollziehbar aus, weshalb er sich sicherlich nicht 

auf ein Gerangel und den Einsatz des Pfeffersprays eingelassen hätte, hätte der 

Beschuldigte seine Anweisungen befolgt: So verweist er darauf, dass er seit über 

10 Jahren den Job als Ladendetektiv ausübe – mithin von einer gewissen Profes-

sionalität auszugehen ist – und der Einsatz von Pfefferspray zu einem nicht uner-

heblichen administrativen Nachspiel führt.

Zusammenfassend weisen die Aussagen des Privatklägers 9 zahlreiche Realitäts-

kriterien auf und werden überdies auch noch durch die Abbildung 3 der Fotodoku-

mentation (act. D6/3 S. 2) gestützt: Darauf zu sehen ist eine Blessur an der Ober-

lippe des Privatklägers 9, welche gemäss dessen Aussagen vom Wurf der verpack-

- 40 -

ten Uhr herrührt (act. D6/5 F/A 7; act. 4/2 F/A 33). Der Beschuldigte dementierte 

zwar, dass diese Verletzung durch ihn verursacht worden sei, sagte aber trotzdem 

seinerseits aus, dass es sich bei dieser um eine frische Verletzung handle, ohne 

schlüssig erklären zu können, woher die Wunde herrühren könnte (act. 3/2 F/A 80 

und 83 f.). Die Aussagen des Privatklägers 9 wirken denn auch generell deutlich 

überzeugender: So bleibt der Beschuldigte in seinen Schilderungen stets vage und 

änderte seinen Standpunkt im Verlaufe des Verfahrens überdies von einer gene-

rellen Bestreitung des Wurfs der verpackten Uhr hin zur Aussage, dass er sich an 

diesen  nicht  erinnern  könne.  Im  Fazit  ist  daher  auf  die  Aussagen  des  Privatklä-

gers 9  abzustellen,  wodurch sich auch  der  durch  den  Beschuldigten  bestrittenen 

Teil des angeklagten Sachverhalts vollumfänglich erstellen lässt.

3.4.4. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschul-

digte hierdurch des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie des Haus-

friedensbruchs  gemäss  Art. 186  StGB  schuldig  gemacht  hat,  wird  von  der  amtli-

chen Verteidigung nicht bestritten (act. 53 S. 9 f.). Während der Beschuldigte mit 

seinem Verhalten unbestrittenermassen den Tatbestand des Hausfriedensbruchs 

gemäss Art. 186 StGB erfüllt und hierfür schuldig zu sprechen ist, bleibt zu prüfen, 

ob er tatsächlich auch den Tatbestand der zweiten Begehungsvariante des Raubes 

gemäss  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 2  StGB  –  also  des  räuberischen  Diebstahls  –  erfüllt 

hat. Gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich des räuberischen Diebstahls 

strafbar, wer bei einem Diebstahl auf frischer Tat ertappt und Nötigungshandlungen 

nach Absatz 1 begeht (namentlich folglich Anwendung von Gewalt gegen eine Per-

son, Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leb und Leben oder Bewirken der Wi-

derstandsunfähigkeit), um die gestohlene Sache zu behalten.

3.4.4.1. Bezüglich weiterer Ausführungen zum räuberischen Diebstahl wird vollum-

fänglich  auf  Erw. III./3.1.4.1. f.  verwiesen.  Es  bleibt  einzig  bezüglich  der  gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorausgesetzten Nötigungshandlung, die gemäss des 

Gesetzeswortlautes namentlich in der Anwendung von Gewalt gegen eine Person 

bestehen kann, zu ergänzen, dass hiermit nach herrschender Lehre die unmittel-

bare  physische  Einwirkung  auf  den  Körper  einer  Person  verstanden  wird  (BGer 

6B_776/2016 vom 8. November 2016 E. 2.3.; BGer 6B_1095/2009 vom 24. Sep-

- 41 -

tember 2010 E. 2.1.; BGE 133 IV 207 E. 4.3.1.; BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auf-

lage, 2019, Art. 140 N 20 m.w.H.). Den Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

erfüllt bereits, wer das Opfer durch Gewalt veranlasst, die Wegnahme einer Sache 

zu  dulden  (BGer  6B_776/2016  vom  8.  November  2016  E. 2.3.;  BGE  133  IV  207 

E. 4.3.1.).  Es  ist  nicht  vorausgesetzt,  dass  das  Opfer  durch  die  Anwendung  von 

Gewalt zum Widerstand unfähig gemacht wird; allerdings muss die Gewalt darauf 

gerichtet sein, den Widerstand des Opfers zu brechen. Zu fragen ist, ob die Einwir-

kung auf den Körper einen Schweregrad erreicht hat, der normalerweise genügt, 

um dem Opfer eine wirksame Gegenwehr zu verunmöglichen oder doch wesentlich 

zu erschweren. Als ungenügend erscheint ein kurzes Packen am Arm, ein Anrem-

peln zur Ablenkung oder der blosse Griff an die Gesässtasche (BGE 133 IV 207 

E. 4.3.1 f.; BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 25 m.w.H.).

3.4.4.2. Vorliegend nahm der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen und erstell-

tem Sachverhalt am 20. Mai 2023 vier Uhren in der D._____-filiale an sich mit der 

Absicht diese zu stehlen und verliess die Filiale dann auch ohne zu bezahlen. Damit 

ist sowohl der objektive als auch subjektive Tatbestand des Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt. Ab jenem Moment, in welchem der Beschuldigte 

alle Uhren an sich genommen hatte und sich auf den Notausgang begab um die 

Filiale zu verlassen, ist überdies von einem vollendeten Diebstahl auszugehen.

3.4.4.3. Der Beschuldigte wurde zudem durch den Privatkläger 9 auf frischer Tat 

ertappt. So hat dieser gemäss eigenen Aussagen auf den Kameras gesehen, wie 

der Beschuldigte Uhren an sich nahm und ist daraufhin vom Sicherheitsraum gleich 

nach vorne zur Verkaufsfläche gerannt. Dort hat er den Beschuldigten allerdings 

nicht mehr angetroffen und ist deshalb aus der Filiale geeilt, wo er den Beschuldig-

ten  schliesslich  sah  und  ansprach  (vgl.  act. D6/5  F/A 5;  act. 4/2  F/A 12).  Da  der 

Privatkläger 9 den Beschuldigten indes erst ausserhalb der D._____-filiale ange-

troffen und aufzuhalten versuchen hat, stellt sich die Frage, ob zu diesem Zeitpunkt 

bereits die Beendigung des Diebstahls eingetreten ist. Da der Privatkläger 9 schon 

im Sicherheitsraum gesehen hatte, dass der Beschuldigte Uhren an sich nahm und 

dann gleich reagierte, indem er zur Verkaufsfläche rannte mit der Absicht, den Be-

schuldigten aufzuhalten, kann nicht von einem unbemerkten Fortschaffen der Uh-

- 42 -

ren  aus  dem  Laden  ohne  Bezahlung  die  Rede  sein.  Dem  Privatkläger 9  war  es 

ausserdem aufgrund der nur sehr kurzen Dauer des Vorfalls auch gar nicht möglich, 

den Beschuldigten vor dem Verlassen der Filiale aufzuhalten (vgl. act. D6/5 F/A 10; 

act. 4/2 F/A 12). Es ist damit davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Aufhal-

tens des Beschuldigten durch den Privatkläger 9 der Diebstahl nicht beendet war.

3.4.4.4. Der Beschuldigte warf dem Privatkläger 9 überdies aus naher Distanz und 

mit voller Kraft eine sich in der Kartonverpackung befindliche Uhr ins Gesicht, als 

dieser ihn anhielt und Anweisungen erteilte. Der Wurf einer harten und mit Ecken 

versehenen Kartonverpackung ins Gesicht – mithin einer hochsensiblen Körperge-

gend – aus naher Distanz und mit voller Kraft ist zum einen eine unmittelbare phy-

sische Einwirkung auf den Körper und reicht zum andern durchaus aus, um dem 

Opfer zeitweise eine wirksame Gegenwehr zu verunmöglichen oder zumindest we-

sentlich  zu  erschweren.  Der  Wurf  der  sich  in  der  Kartonverpackung  befindlichen 

Uhr ins Gesicht des Privatklägers 9 ist damit zweifellos als Nötigungshandlung nach 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu qualifizieren.

3.4.4.5. Dass  der  Wurf  der  sich  in  der  Kartonverpackung  befindlichen  Uhr  ferner 

auf die Sicherung der gestohlenen Uhren – und nicht der Flucht – abzielte, lässt 

sich den Aussagen des Privatklägers 9 entnehmen. So stellte es ebendieser dem 

Beschuldigten frei, die Uhren auf den Boden zu legen und anschliessend zu gehen, 

was der Beschuldigte aber nicht wollte und dem Privatkläger 9 als Reaktion die Uhr 

anwarf. Der Beschuldigte wollte überdies nach dem Wurf mit den restlichen Uhren 

losrennen resp. flüchten (vgl. act. D6/5 F/A 5; act. 4/2 F/A 12 und 28). Er hatte die 

Uhren unter den Arm geklemmt und liess diese letztlich erst los, nachdem ihn der 

Privatkläger 9 zu packen vermochte und sie beide im Gerangel zu Boden gingen 

(act. 4/2 F/A 12 und 28).

3.4.4.6. In  subjektiver  Hinsicht  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  bezüglich 

des Diebstahls der Uhren mit direktem Vorsatz sowie einer Aneignungs- und Be-

reicherungsabsicht handelte. Auch beim Wurf der sich in der Kartonverpackung be-

findlichen Uhr aus naher Distanz und mit voller Kraft ist mindestens davon auszu-

gehen, dass es der Beschuldigte in Kauf nahm, das Gesicht des Privatklägers 9 zu 

- 43 -

treffen  –  er  mithin  eventualvorsätzlich  handelte  –  wobei  der  Beschuldigte  in  der 

Absicht handelte, die restlichen Uhren für sich zu sichern.

3.4.4.7. Das Verhalten des Beschuldigten erfüllt damit den objektiven als auch den 

subjektiven Tatbestand des räuberischen Diebstahls und damit der zweiten Bege-

hungsvariante  des  Raubes  gemäss  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 2  StGB.  Da  es  dem  Be-

schuldigten  ausserdem  durch  den  Wurf  der  sich  in  der  Verpackung  befindlichen 

Uhr ins Gesicht des Privatklägers 9 zumindest kurzzeitig und vorläufig gelang, die 

drei verbleibenden Uhren zu sichern, bevor er letztlich vom Privatkläger 9 gepackt 

und die Uhren im sich anschliessenden Gerangel losliess, ist überdies von einem 

vollendeten räuberischen Diebstahl im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB aus-

zugehen, unabhängig davon, welcher Lehrmeinung diesbezüglich zu folgen ist (vgl. 

hierzu BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 175 f.). Der Beschul-

digte  ist  damit  antragsgemäss  des  Raubes  gemäss  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 2  StGB 

schuldig zu sprechen.

3.5. Dossier 7

3.5.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. November 2023 erwiderte 

der Beschuldigte auf den Vorwurf, dass er am Nachmittag des 20. Novembers 2023 

in insgesamt sechs Verkaufsgeschäften in der Stadt AB._____ Artikel im Wert von 

total Fr. 526.20 gestohlen haben soll, dass er zwar den Gesamtpreis nicht genau 

sagen  könne,  er  aber  in  verschiedensten  Verkaufsgeschäften  gestohlen  habe 

(act. D7/3  F/A 3).  Er  habe  in  der  AD._____  [Strasse]  Sachen  gestohlen;  zuerst 

habe er einen Regenschirm gestohlen, dann sei er weiter stadtaufwärts gelaufen 

und habe Wintermützen gestohlen. Später habe er dann noch Jacken usw. gestoh-

len (act. D7/3 F/A 6 ff. und 10). Er könne sich aber nicht mehr genau erinnern, er 

sei total betrunken gewesen (act. D7/3 F/A 9). Er habe irgendwie zu Geld kommen 

wollen  (act. D7/3  F/A 12).  Anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme 

vom  19. September  2024  wurde  dem  Beschuldigten  nachfolgende  und  letztlich 

auch so eingeklagte Aufzählung des Deliktsguts vorgehalten (act. 3/2 F/A 86):



eine Pizza im Wert von Fr. 6.95, eine Rüeblitorte im Wert von Fr. 10.30, 

zwei Pullover im Wert von je Fr. 75.–, zwei Wintermützen im Wert von 

- 44 -

Fr. 15.–  sowie  von  Fr. 39.–,  Handschuhe  im  Wert  von  Fr. 19.–,  eine 

Sportjacke  im  Wert  von  Fr. 25.–  sowie  ein  Herrenhemd  im  Wert  von 

Fr. 5.– aus der Filiale der C._____ Genossenschaft;

einen Pullover im Wert von Fr. 75.– aus der Filiale der U._____ AG;

einen  Damenwintermantel  im  Wert  von  Fr. 40.–  aus  der  Filiale  der 

V._____ Store;

einen Lego Adventskalender im Wert von Fr. 46.95 aus der Filiale der 

O._____ Group AG;

eine Wintermütze im Wert von Fr. 39.– aus der Filiale der I._____ GmbH;

eine Sportjacke im Wert von Fr. 45.– sowie ein Herrenhemd im Wert von 

Fr. 5.– aus der Filiale der W._____ Secondhand.











Der Beschuldigte erwiderte hierauf, dass er sich an den Diebstahl im C._____ nicht 

mehr erinnern könne, er aber glaube, dass er nur eine Pizza geklaut habe (act. 3/2 

F/A 87).  Im  Übrigen  bestätigte  er  sein  Geständnis,  welcher  er  bereits  anlässlich 

der polizeilichen Einvernahme getätigt hatte (act. 3/2 F/A 88 ff.). Auch im Rahmen 

der Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte auf Vorhalt derselben Aufzäh-

lung wie anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, dass er sich an den 

Anfang im C._____ nicht erinnern könne, der Rest aber stimme (Prot. S. 22).

3.5.2. Der  Beschuldigte  ist  damit  zusammenfassend  bis  auf  das  Deliktsgut  des 

Diebstahls in der C._____-filiale geständig und der angeklagte Sachverhalt ist da-

mit dahingehend als erstellt zu erachten, zumal dieser auch vom Polizeirapport vom 

8. Dezember 2023 (act. D7/1) untermauert wird. Das Deliktsgut des Diebstahls in 

der  C._____-filiale  lässt  sich  hingegen  nur  in  der  Höhe  von  Fr. 17.25  erstellen  – 

also nur hinsichtlich der Pizza und der Rüeblitorte, nicht aber der Kleidungsstücke 

(vgl. 

für  Ausführungen  zu  den  Grundlagen  der  Sachverhaltserstellung 

Erw. III./3.2.1.3.).  Nebst  den  Aussagen  des  Beschuldigten  liegt  als  weiteres  Be-

weismittel nur der Polizeirapport vom 8. Dezember 2023 im Recht. In diesem ist auf 

S. 5 zunächst zu lesen, dass der Deliktsbetrag in der C._____-filiale Fr. 17.25 be-

trug, in der Aufzählung auf derselben Seite wird dann jedoch der Deliktsbetrag mit 

Fr. 270.25  angegeben  (act. D7/1  S. 5).  In  der  polizeilichen  Einvernahme  vom 

- 45 -

21. November 2023 wurde dem Beschuldigten bezüglich der C._____-filiale über-

dies  nur  der  Diebstahl  der  Pizza  und  der  Rüeblitorte  im  Wert  von  total  Fr. 17.25 

vorgehalten (act. D7/3), erst anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 19. September 2024 kamen diverse Kleidungsstücke dazu und der Deliktsbe-

trag wurde mit insgesamt Fr. 270.25 beziffert (act. 3/2 F/A 86). Angesichts dieser 

Ausgangssituation ist von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszu-

gehen, nämlich dass das Deliktsgut nur aus der Pizza und der Rüeblitorte bestand 

und sich der Deliktsbetrag daher nur auf insgesamt Fr. 17.25 belief.

3.5.3. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschul-

digte hierdurch des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht hat, 

wird von der amtlichen Verteidigung nicht bestritten (act. 53 S. 11). Es ist jedoch 

nachfolgendes zu konkretisieren: 

3.5.3.1. Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen Diebstahls schuldig gemacht, 

da nicht von einer Handlungseinheit ausgegangen werden kann. So können meh-

rere Einzelhandlungen dann rechtlich als Einheit angesehen werden, wenn sie auf 

einem einheitlichen Willensakt beruhen und wegen des engen räumlichen und zeit-

lichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung noch als ein einheitliches zu-

sammengehörendes  Geschehen  erscheinen 

(BGer  6B_1256/2018  vom 

28.10.2019 E. 3.4.; BGer 6B_310/2014 vom 23.11.2015 E. 4.2.; BSK StGB-ACKER-

MANN,  4. Auflage,  2019,  Art. 49  N  24  m.w.H.).  So  ist  zwar  zu  bejahen,  dass  die 

einzelnen vom Beschuldigten am Nachmittag des 20. Novembers 2023 verübten 

Diebstähle  zwar  zeitlich  als  auch  räumlich  sehr  nahe  beieinander  liegen,  jedoch 

beruhen diese nicht auf einem einheitlichen Willensakt. So ging der Beschuldigte 

von einer Geschäftsfiliale zur nächsten und entschied sich je neu, einen Diebstahl 

zu begehen.

3.5.3.2. Infolgedessen hat sich der Beschuldigten durch das Stehlen der Pizza und 

der  Rüeblitorte  in  der  C._____-filiale  auch  nur  des  geringfügigen  Diebstahls  im 

Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht  (vgl.  für  Ausführungen  zum  geringfügigen  Diebstahl  Erw. III./2.3.):  Zum 

einen liegt der Deliktsbetrag von Fr. 17.25 deutlich unter der bundesgerichtlich fest-

- 46 -

gesetzten Grenze von Fr. 300.– und überdies kann dem Beschuldigten kein Vor-

satz unterstellt werden, der auf eine den Grenzwert übersteigende Summe gerich-

tet war, zumal er sich nur zwei Lebensmittel behändigte. Da es sich aber beim ge-

ringfügigen  Diebstahl  im  Sinne  von  Art. 139  Ziff. 1  StGB  in  Verbindung  mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB um ein Antragsdelikt handelt und ein ebensolcher Antrag 

nicht vorhanden ist (vgl. Erw. II./1.), fehlt es an einer notwendigen Prozessvoraus-

setzung (vgl. Art. 303 Abs. 1 StPO), weshalb das Verfahren gemäss Art. 319 Abs. 1 

lit.  d  StPO  einzustellen  ist  (BSK  StPO-RIEDO/BONER,  3.  Auflage,  2023,  Art. 303 

N 12).

3.5.3.3. Im  Fazit  ist  der  Beschuldigte  des  mehrfachen  Diebstahls  im  Sinne  von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. Hinsichtlich des Vorwurfs des geringfü-

gigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 

Abs. 1 StGB zum Nachteil der C._____ Genossenschaft ist das Verfahren hinge-

gen zufolge fehlendem Strafantrag definitiv einzustellen.

3.6. Dossier 8

3.6.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. November 2023 sagte der 

Beschuldigte  zum  Vorwurf,  dass  er  in  der  C._____-filiale  im  Einkaufszentrum 

AE._____ am 25. November 2023 Waren im Wert von total Fr. 168.15 gestohlen 

habe und hierauf von zwei Polizisten festgenommen worden sei, die er im Rahmen 

der  Festnahme  angespuckt  und  bedroht  habe,  dass  er  sich  nicht  mehr  erinnern 

könne. Er habe ein totales Blackout (act. D8/3 F/A 1 ff.). Er sei an jenem Nachmit-

tag bei seiner Mutter gewesen und habe starkes Bier getrunken (act. D8/3 F/A 5 ff.). 

Im weiteren Verlaufe der polizeilichen Einvernahme wiederholte der Beschuldigte 

mehrfach, dass er sich an nichts erinnern könne (act. D8/3 F/A 8 ff.). Er habe aber 

Respekt vor der Polizei, befinde sich momentan jedoch in einer schwierigen famili-

ären  Situation  (act. D8/3  F/A 15).  Überdies  entschuldigte  sich  der  Beschuldigte 

mehrfach (act. D8/3 F/A 11, 13 und 20). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 19. September 2024 bejahte der Beschuldigte den angeklagten 

Sachverhalt,  sagte  aber  erneut  aus,  dass  er  sich  nicht  daran  erinnern  könne 

- 47 -

(act. 3/2 F/A 92 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte 

seinen Standpunkt (Prot. S. 23 f.).

3.6.2. Der Beschuldigte anerkannte folglich den angeklagten Sachverhalt sowohl 

anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  als  auch  im  Rahmen  der 

Hauptverhandlung. Er machte aber auch immer wieder geltend, dass er sich nicht 

an die Geschehnisse erinnern könne. Dennoch ist der angeklagte Sachverhalt na-

mentlich unter Berücksichtigung der Aussagen der Privatklägerin 1 sowie des Pri-

vatklägers 6 – die beiden Polizeibeamten, die den Beschuldigten am 25. November 

2023  festnahmen  –  und  in  Übereinstimmung  mit  der  amtlichen  Verteidigung 

(act. 53  S. 11 f.)  als  erstellt  zu  erachten.  So  führten  die  Privatklägerin  1  und  der 

Privatkläger 6 sowohl anlässlich der polizeilichen Einvernahmen vom 26. Novem-

ber  2023  als  auch  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahmen  vom  19.  Septem-

ber 2024  kongruent  und  konsistent  aus,  dass  sie  beide  am  25.  November  2023 

aufgrund  des  Ladendiebstahls  durch  den  Beschuldigten  zum  Einkaufszentrum 

AE._____  beordert  worden  seien,  wo  sich  der  Beschuldigte  bereits  in  den  Büro-

räumlichkeiten befunden habe (act. D8/4/1 F/A 2 und 6; act. D8/4/2 F/A 2 und 7; 

act. 4/5 F/A 9; act. 4/6 F/A 9). Der Beschuldigte habe vier Gins, zwei Liköre und 2 

Rimusflaschen  gestohlen  (act. D8/4/1  F/A 7).  Sie  hätten  begonnen  Formalitäten 

auszufüllen. Der Beschuldigte sei währenddessen immer wieder ausfällig geworfen 

und  habe  gehen  wollen  (act. D8/4/1  F/A 6;  act. D8/4/2  F/A 7 ff.;  act. 4/5  F/A 9; 

act. 4/6 F/A 9). Der Beschuldigte habe die Privatklägerin 1 als "Schlampe" und den 

Privatkläger  6  als  "Hurensohn"  und  "Arschloch"  bezeichnet  (act. D8/4/1  F/A 11; 

act. D8/4/2 F/A 15). Im weiteren Verlauf habe er Lindorkugeln in die Richtung des 

Privatklägers 6 geworfen. Der Privatkläger 6 habe ihn daraufhin festgehalten und 

die Privatklägerin 1 sei dazugekommen, da sich der Beschuldigte vehement wehrte 

und mit den Armen gefuchtelt habe. Er habe dann begonnen zu spucken; zunächst 

habe er den Privatkläger 6 im Gesicht erwischt, anschliessend die Privatklägerin 1 

ebenfalls im Gesicht. Sie hätten den Beschuldigten zu Boden geführt und als sie 

diesen  auf  dem  Boden  arretiert  hätten,  habe  er  massive  Drohungen  ausgespro-

chen: Er habe gesagt, dass er sie umbringen werde (act. D8/4/1 F/A 6, 16 f., 19 f. 

und  21 ff.;  act. D8/4/2  F/A 9 ff.  und  15;  act. 4/5  F/A 9 ff.;  act. 4/6  F/A 9 ff.).  Es 

- 48 -

spricht  überdies  nichts  gegen  die  Verwertung  der  Aussagen  der  Privatklägerin  1 

und des Privatklägers 6, zumal sowohl der Beschuldigte als auch dessen amtliche 

Verteidigung bei den staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen anwesend waren und 

Gelegenheit  erhielten,  ihnen  beiden  Ergänzungsfragen  zu  stellen  (act. 4/5  S. 5; 

act. 4/6  S. 5;  vgl.  zum  Teilnahme-  und  Konfrontationsrecht  Art. 147  StPO;  SK 

StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 

E. 1.3.4 m.w.H.).

3.6.3. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschul-

digte hierdurch des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie der Gewalt und Drohung gegen Be-

hörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB und der Beschimpfung im 

Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat, wird von der amtlichen Ver-

teidigung nicht bestritten (act. 53 S. 12). Diese ist denn auch zutreffend, es bleibt 

lediglich zu konkretisieren, dass sich der Beschuldigte nicht nur der einfachen son-

dern der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht hat, da er sowohl die Privatklägerin 1 als auch den Privatkläger 6 je ein-

zeln beschimpfte.

4.

Fazit

Der Beschuldigte ist nach dem Ausgeführten schuldig zu sprechen











des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

(Dossier 1 und 6),

des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB

(Dossier 2, 4, 7, 10, 11 und 12),

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB (Dossier 8),

der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB

(Dossier 3, 5 und 9),

der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Dossier 3, 5, 8 und 9),

- 49 -





des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB

(Dossier 1, 2, 4, 6, 9, 11 und 12),

des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 8).

Der Beschuldigte ist indes vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Belästigung im 

Sinne von Art. 198 aStGB (Dossier 3) freizusprechen. Überdies ist das Verfahren 

hinsichtlich des Vorwurfs des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB zum Nachteil der C._____ Genos-

senschaft (Dossier 7) zufolge fehlendem Strafantrag definitiv einzustellen.

IV. Strafzumessung

1. Grundsätze der Strafzumessung

1.1. Vorgehen bei Deliktsmehrheit

1.1.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 

der angedrohten Strafart nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 

gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).

1.1.2. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist in An-

wendung des Asperationsprinzips nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Fall 

für jeden einzelnen der für die Bildung einer Gesamtstrafe in Frage kommenden 

Normverstösse  –  bei  einer  isolierten  Aburteilung  –  gleichartige  Strafen  ausfällen 

würde  (sog.  "konkrete  Methode").  Dass  die  anzuwendenden  Strafbestimmungen 

theoretisch (abstrakt) gleichartige Strafen androhen, genügt nicht. Geldstrafe und 

Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB; 

das gilt selbstredend auch für die Busse. Sind in concreto für bestimmte Normver-

stösse Freiheitsstrafen auszufällen, für andere dagegen Geldstrafen oder Bussen, 

so ist für jede Strafart in Anwendung des Asperationsprinzips im Sinne von Art. 49 

- 50 -

Abs.  1  StGB  separat  eine  Gesamtstrafe  zu  bilden;  die  ungleichartigen 

(Gesamt-)Strafen  sind  indessen  zu  kumulieren  (BGE  144  IV  313  E. 1.1.  m.w.H.; 

BGE 144 IV 217 E. 2. m.w.H.; BGer 6B_382/2021 vom 25.07.2022 E. 2.4.2.).

1.1.2.1. In einem ersten Schritt ist deshalb für jedes einzelne Delikt eine hypotheti-

sche Einzelstrafe (Freiheitsstrafe, Geldstrafe oder Busse) festzusetzen, wie sie bei 

isolierter Beurteilung der betreffenden Straftat – ohne Bildung einer Gesamtstrafe 

bzw. Asperation – ausgefällt würde. 

Eine Zusammenfassung mehrerer Straftaten zu einer Deliktsgruppe ist hierbei im 

Grundsatz  nicht  mehr  angängig  (BGE  144  IV  217  E.  3.5.4.;  MATHYS,  Leitfaden 

Strafzumessung, 2. Auflage, 2019, N 508). Auch unter dieser neuen bundesgericht-

lichen Rechtsprechung kann davon aber in gewissen Ausnahmefällen abgewichen 

werden und es können bestimmte Delikte nach wie vor gesamtheitlich zugemessen 

werden  (vgl.  hierzu  auch  Urteil  des  OGer  ZH  vom  19.08.2020,  SB200129 

E. III. 3.5). Dies drängt sich insbesondere dort auf, wo neben dem Hauptdelikt (Ein-

satzstrafe)  im  Rahmen  der  Asperation  eine  grosse  Anzahl  weiterer  gleichartiger 

Straftaten  zu  beurteilen  sind.  Voraussetzung  für  eine  solche  gesamtheitliche  Zu-

messung ist jedoch, dass feststeht, dass für jedes einzelne Delikt isoliert betrachtet 

auf dieselbe Strafart, z.B. eine Freiheitsstrafe, erkannt würde; es kann nämlich nicht 

angehen, dass für mehrere Delikte, für die einzeln eine Geldstrafe verwirkt wäre, 

aufgrund der gesamtheitlichen Betrachtung eine Freiheitsstrafe ausgefällt wird (vgl. 

BGE 144 IV 217 E. 3.5.4). Ferner muss im Rahmen der Asperation – d.h. bei der 

Reduktion der gesamtheitlich zugemessenen hypothetischen Strafe für die zusam-

mengefassten Delikte – berücksichtigt werden, dass ein erster Teil der Asperation 

letztlich  bereits  durch  die  gesamtheitliche  Zumessung  vorweggenommen  wurde, 

sodass dieser Teil der Asperation im Ergebnis nicht nochmals in Abzug gebracht 

werden darf.

1.1.2.2. In einem zweiten Schritt ist innerhalb der Delikte, für die jeweils gleichartige 

Strafen verwirkt sind, das schwerste Delikt zu bestimmen und dafür die sog. Ein-

satzstrafe festzusetzen. 

- 51 -

1.1.2.3. Anschliessend ist diese Einsatzstrafe in einem dritten Schritt unter Einbe-

zug der weiteren Straftaten, für die gleichartige Strafen verwirkt sind, in Anwendung 

des sog. Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen.

1.2.

Festsetzung der hypothetischen Strafe für das einzelne Delikt

1.2.1. Ausgangspunkt für die Bestimmung einer angemessenen Strafe ist der or-

dentliche Strafrahmen der zu beurteilenden Straftat. Das Gesetz sieht besonders 

aufgeführte  Strafschärfungs-  oder  Strafmilderungsgründe  vor  (Art. 48 ff.  StGB), 

welche zur Erweiterung des Strafrahmens nach oben oder nach unten führen kön-

nen. Allerdings erfolgt eine Strafrahmenerweiterung nur unter der eingeschränkten 

Voraussetzung,  dass  eine  Strafe  innerhalb  des  ordentlichen  Strafrahmens  nicht 

mehr angemessen erscheint; in aller Regel ist die tat- und täterangemessene Strafe 

innerhalb des ordentlichen Rahmens festzusetzen (BGE 136 IV 55 E. 5.8).

1.2.2. Das  Gericht  misst  die  Strafe  innerhalb  des  ermittelten  Strafrahmens  nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2).

1.2.3. Für die Zumessung der Strafe ist zwischen den Tat- und den Täterkompo-

nenten  zu  unterscheiden.  Bei  den  Tatkomponenten  ist  zunächst  die  objektive 

Tatschwere festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark das straf-

rechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Darunter fallen 

etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung bzw. Risiko, Art der 

Verletzungen,  Sachschaden  etc.)  sowie  die  Art  und  Weise  des  Vorgehens.  Von 

Bedeutung ist auch die objektive Verwerflichkeit des Handelns, d.h. die kriminelle 

Energie,  wie  sie  durch  die  Tat  und  die  Tatausführung  offenbart  wird  (PK  StGB-

- 52 -

TRECHSEL/SEELMANN,  4.  Auflage,  2021,  Art.  47  N  20 f.;  BSK  StGB-WIPRÄCHTI-

GER/KELLER, 4. Auflage, 2019, Art. 47 E. 85 und 91 ff.).

1.2.4. In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens 

vorzunehmen. Es stellt sich die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tat-

sächlich subjektiv anzurechnen ist. Dazu gehören etwa die Frage der Schuldfähig-

keit (wer in seiner Einsichts- und/oder Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt ist, den 

trifft letztlich ein geringerer subjektiver Tatvorwurf; sein Verschulden ist minder, was 

zu einer tieferen Strafe führen muss) sowie das Motiv (Beweggründe). Ferner sind 

die  weiteren  subjektiven  Verschuldenskomponenten  wie  das  Mass  an  Entschei-

dungsfreiheit zu berücksichtigen. Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die 

Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (PK StGB-

TRECHSEL/SEELMANN,  4.  Auflage,  2021,  Art.  47  N  22 ff.;  BSK  StGB-WIPRÄCHTI-

GER/KELLER, 4. Auflage, 2019, Art. 47 E. 85 und 115 ff.; Urteil des OGer ZH vom 

22. August  2014,  SB130239  E. IV.3.3  m.w.H.).  Zu  berücksichtigen  ist  ferner  das 

Ausmass des Vorsatzes; handelte der Täter bloss mit Eventualvorsatz wiegt sein 

subjektives Verschulden geringer als bei einem Täter, der direktvorsätzlich handelt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.6).

1.2.5. Sodann ist eine vorläufige Gesamteinschätzung vorzunehmen, die zum Aus-

druck bringen soll, ob die festgestellte objektive Tatschwere aufgrund der subjekti-

ven Beurteilung reduziert, bestätigt oder erhöht werden soll. Damit soll vermieden 

werden, dass zwar von einem schweren Verschulden ausgegangen wird, die Strafe 

dann  aber  am  unteren  oder  gar  untersten  Rahmen  angesiedelt  wird  (und  umge-

kehrt).

1.2.6. Schliesslich  sind  bei  jedem  einzelnen  Delikt  die  Täterkomponenten  zu  be-

rücksichtigen. Hierbei ist die verschuldensangemessene Strafe aufgrund von straf-

zumessungsrelevanten Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu tun ha-

ben, sondern den Täter im Allgemeinen betreffen, gegebenenfalls zu erhöhen oder 

zu reduzieren. Zu diesen Faktoren gehören insbesondere die persönlichen Verhält-

nisse des Täters, dessen Vorstrafen, Leumund und Strafempfindlichkeit sowie das 

Nachtatverhalten  wie  Geständnis,  Einsicht,  Reue  etc.  (PK  StGB-TRECHSEL/SEEL-

- 53 -

MANN, 4. Auflage, 2021, Art. 47 N 25 ff.; BSK StGB-WIPRÄCHTIGER/KELLER, 4. Auf-

lage, 2019, Art. 47 E. 85 und 120 ff.).

2.

Sanktionsart

2.1. Da  die  Bildung  einer  Gesamtstrafe  in  Anwendung  des  Asperationsprinzips 

nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur bei gleichartigen Strafen in Frage kommt, ist vorab 

zu klären, ob im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss die gleiche Sank-

tionsart auszufällen ist.

2.2. Nach  der  Rechtsprechung  beurteilt  sich  die  Frage,  ob  im  zu  beurteilenden 

Einzelfall eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, gemäss Art. 47 StGB 

nach dem Ausmass des (Einzeltat-) Verschuldens. Das Gericht trägt bei der Wahl 

der Straftat neben dem Verschulden des Täters, der Zweckmässigkeit der Strafe, 

ihren  Auswirkungen  auf  die  Täterschaft  und  auf  ihr  soziales  Umfeld  sowie  ihrer 

Wirksamkeit  unter dem Gesichtswinkel der  Prävention Rechnung. Dabei berück-

sichtigt  es,  dass  es  bei  alternativ  zur  Verfügung  stehenden  und  hinsichtlich  des 

Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall jene gewählt werden soll, 

die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn 

am  wenigsten  hart  trifft  (BGer  6B_382/2021  vom  25.07.2022  E  2.6.  m.w.H.; 

BGE 134 IV 97 E. 4.2 m.w.H). Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 

IV 97 E. 4.2.2). Sie wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein 

Eingriff in die persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Statt auf eine Geldstrafe 

kann  das  Gericht  hingegen  auf  eine  Freiheitsstrafe  erkennen,  wenn  eine  solche 

geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-

gehen  abzuhalten  oder  eine  Geldstrafe  voraussichtlich  nicht  vollzogen  werden 

kann (Art. 41 Abs. 1 lit. a und lit. b StGB). Die Wahl der Sanktionsart ist in diesem 

Fall näher zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB).

2.3. Der  Beschuldigte  ist  mehrfach  einschlägig  vorbestraft  (vgl.  act. 48  sowie 

Erw. IV./3.2.3.2.).  Erstmalig  erfolgte  am  17. September  2007  eine  Verurteilung 

durch das Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, nach weiteren insge-

samt  zehn  rechtskräftigen  Verurteilungen  erging  als  zeitlich  jüngstes  Urteil  jenes 

vom 24. November 2022 des hiesigen Gerichts, mit welchem dem Beschuldigten 

- 54 -

eine unbedingte Freiheitsstrafe von 80 Tagen sowie eine Busse von Fr. 300.– auf-

erlegt wurden. Obwohl der Beschuldigte bereits zu mehreren und in deutlich über-

wiegender Zahl unbedingten Freiheitsstrafen verurteilt wurde, vermochte keine der 

Vorstrafen  den  Beschuldigten  von  weiterer,  sich  teils  beinahe  nahtlos  anschlies-

sender und fast ausschliesslich einschlägiger Delinquenz abzuhalten. Eine Gelds-

trafe erscheint unter Berücksichtigung der vorgenannten Umstände nicht geeignet, 

den  Beschuldigten  von  der  Begehung  weiterer  Straftaten  abzuhalten.  Auch  auf-

grund  der  finanziellen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  ist  eine  Geldstrafe  nur 

schwer vollziehbar, was ebenfalls für die Anordnung einer Freiheitsstrafe statt einer 

Geldstrafe spricht. Folglich kommt als Sanktionsart nur noch eine Freiheitsstrafe in 

Frage – wovon auch die Verteidigung ausgeht (vgl. act. 53 S. 14). Daher ist vorlie-

gend nicht nur für den mehrfachen Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

für den ohnehin nur eine Freiheitsstrafe in Frage kommt, auf eine ebensolche zu 

erkennen, sondern auch für jene Delikte, für welche das Strafgesetzbuch nebst der 

Freiheitsstrafe auch die Möglichkeit einer Geldstrafe vorsieht, wie dies beim mehr-

fachen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der Gewalt und Drohung gegen Be-

hörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Drohung 

im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs im 

Sinne von Art. 186 StGB der Fall ist. Es ist folglich für diese Delikte eine Gesamt-

freiheitsstrafe auszufällen. Für jene Delikte, welche nach dem Strafgesetzbuch aus-

schliesslich mit einer Geldstrafe – wie dies bei der mehrfachen Beschimpfung ge-

mäss Art. 177 Abs. 1 StGB der Fall ist – resp. mit einer Busse – wie das beim ge-

ringfügigen  Diebstahl  im  Sinne  von  Art. 139  Ziff. 1  StGB  in  Verbindung  mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB der Fall ist – bestraft werden können, ist eine solche auszu-

fällen.

3.

Konkrete Strafzumessung

3.1. Anwendbares Recht

Der  Beschuldigte  hat  sich  des  mehrfachen  Raubes,  des  mehrfachen  Diebstahls, 

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, der mehrfachen Drohung, 

der  mehrfachen  Beschimpfung,  des  mehrfachen  Hausfriedensbruchs  sowie  des 

- 55 -

geringfügigen  Diebstahls  schuldig  gemacht.  Einen  Teil  der  Delikte  –  konkret  der 

mehrfache Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (Dossier 1 und 6), der 

mehrfache Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 2 und 4), die mehr-

fache Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 3 und 5), die mehrfache 

Beschimpfung  im  Sinne  von  Art. 177  Abs. 1  StGB  (Dossier  3  und  5)  sowie  der 

mehrfache Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 1, 2, 4 und 6) 

– hat der Beschuldigte vor dem 1. Juli 2023 und damit vor dem Inkrafttreten der 

Strafrechtsrevision  bezüglich  Harmonisierung  der  Strafrahmen  begangen.  Indes 

hat  sich  aus  dieser  Revision  keine  Änderung  von  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 2  StGB, 

Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 180 Abs. 1 StGB, Art. 177 Abs. 1 StGB als auch Art. 186 

StGB ergeben und ist deshalb nicht weiter beachtlich.

3.2. Raub (Dossier 1)

3.2.1. Strafrahmen

Der (mehrfache) Raub stellt das schwerste Delikt dar, wobei es sich aufgrund der 

Chronologie  anbietet,  zunächst  den  zeitlich  früheren  Raub  gemäss  Dossier 1  zu 

beurteilen.  Raub  wird  gemäss  Art. 140  Ziff. 1  StGB  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

sechs  Monaten  bis  zu  zehn  Jahren  bestraft.  Ausserordentliche  Gründe,  welche 

eine Erweiterung des Strafrahmens erfordern würden, liegen auch unter Berück-

sichtigung der Tatmehrheit nicht vor, weshalb die hypothetische Einzelstrafe inner-

halb des ordentlichen Strafrahmens zuzumessen ist.

3.2.2. Tatkomponenten

3.2.2.1. In  Bezug  auf  die  objektive  Tatschwere  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  zu-

nächst nur um einen simpel ausgeführten Ladendiebstahl handelte. Der Beschul-

digte griff als Nötigungsmittel ausserdem ausschliesslich auf Todesdrohungen mit 

dem Wortlaut "i bring di um" und "i bring di nachher um" zurück. Überdies beläuft 

sich  der  Deliktsbetrag  mit  Fr. 219.60  nur  auf  eine  geringe  Höhe  –  und  auch  die 

Beutesicherung gelang dem Beschuldigten nur für sehr kurze Zeit. Der Raub war 

zudem nicht wirklich geplant resp. vorgängig durchdacht: So muss dem Beschul-

digten zwar bewusst gewesen sein, dass er auffliegen könnte, wodurch sich auch 

- 56 -

eine gewisse kriminelle Energie zeigt, dennoch kann bei seinem Vorgehen von kei-

ner nennenswerten Raffinesse oder auch Grausamkeit die Rede sein. Insgesamt 

ist das objektive Verschulden unter Berücksichtigung sämtlicher vorstehender As-

pekte als noch sehr leicht einzustufen.

3.2.2.2. In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte vorsätzlich handelte. Sein Motiv war die Beschaffung von Geld zur Finanzie-

rung  seiner  Sucht  (Marihuana  und  Alkohol),  wie  er  selbst  ausführte  (act. 3/2 

F/A 13).  Gemäss  dem  Gutachten  von  Dr.  med.  pract.  AF._____  vom  23. August 

2024 lag beim Beschuldigten zum Zeitpunkt aller Delikte eine Alkohol- sowie Can-

nabisabhängigkeit sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vor, dennoch ist 

der  Einschätzung  des  Gutachters  folgend  von  einer  vollumfänglich  vorhandenen 

Schuldfähigkeit bezüglich des Raubes auszugehen (act. 10/27 S. 57 f.). Die sub-

jektive  Tatschwere  vermag  damit  die  objektive  Tatschwere  weder  zu  relativieren 

noch zu erhöhen. Es bleibt damit bei einem sehr leichten Verschulden.

3.2.2.3. Unter  Berücksichtigung  der  vorstehenden  Überlegungen  zur  objektiven 

und subjektiven Tatschwere erscheint es angemessen, die Einsatzstrafe auf sechs 

Monate Freiheitsstrafe anzusetzen.

3.2.3. Täterkomponenten

3.2.3.1. Die  persönlichen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  präsentieren  sich  ge-

mäss dessen Aussagen zusammengefasst wie folgt: Er ist als Sohn einer aus Thai-

land stammenden Mutter und einem aus der Schweiz stammenden Vater am tt. Ok-

tober 1982 in AB._____ geboren und auch in AB._____ aufgewachsen (act. 10/27 

S. 17 und 36; act. 3/2 F/A 178; Prot. S. 27). Er hat einen älteren Bruder und eine 

ältere Schwester sowie einen Halbbruder (act. 10/27 S. 17; Prot. S. 27). Er absol-

vierte die Primarschule im Schulhaus AG._____ und zog im Alter von 13 Jahren 

mit seinem Vater nach der Trennung von seiner Mutter nach AH._____, wo er mit 

dessen neuen Frau und deren Tochter lebte. Seine Geschwister blieben hingegen 

in AB._____ (act. 10/27 S. 17 und 37; act. 3/2 F/A 178; Prot. S. 28). Er besuchte 

die Realschule in AH._____ und ein halbes Jahr das Schulheim AI._____ sowie ein 

halbes Jahr das Landheim AJ._____ (act. 10/27 S. 19 und 37, Prot. S. 28). Der Be-

- 57 -

schuldigte  hat  keine  berufliche  Ausbildung  absolviert  und  nie  gearbeitet  (act. 3/2 

F/A 180; Prot. S. 28 f.). Als er 17 Jahre alt war, zog er zu seiner Grosstante in deren 

Haus  am  AK._____-weg  …  in  AB._____,  wo  er  bis  zu  deren  Ableben  am 

tt.mm.2023 lebte (act. 10/27 S. 19; Prot. S. 29 und 31). Seither fand er zeitweise 

Unterschlupf bei seinem Bruder und seiner Mutter (act. 10/2 S. 20; act. 3/2 F/A 171; 

Prot. S. 31 f.). Der Beschuldigte wird vom Sozialamt unterstützt, überdies läuft eine 

IV-Abklärung (act. 10/2 S. 20; act. 3/2 F/A 171; Prot. S. 30). Das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten lassen nichts Besonderes zu seinen 

Gunsten ableiten. Sie wirken sich mit anderen Worten neutral aus.

3.2.3.2. Der  Beschuldigte  verfügt  gemäss  Strafregisterauszug  vom  26. Februar 

2025 (act. 48) über folgende Vorstrafen:



Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Zürich,  I. Strafkammer,  vom 

17. September 2007 betreffend Fahren eines motorlosen Fahrzeugs in 

fahrunfähigem  Zustand  i.S.  des  Strassenverkehrsgesetzes,  Raub, 

einfacher  Diebstahl  (mehrfache  Begehung),  Nötigung,  geringfügiger 

Diebstahl, 

Sachbeschädigung 

(mehrfache 

Begehung) 

und 

Hausfriedensbruch (mehrfache Begehung);

Strafbefehl 

der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland 

vom 

27. Februar 2014 betreffend Drohung;

Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Zürich,  II. Strafkammer,  vom 

23. Mai  2014  betreffend  Hausfriedensbruch  (mehrfache  Begehung), 

geringfügiger Diebstahl, versuchte einfache Körperverletzung, Drohung 

(mehrfache Begehung) und Beschimpfung (mehrfache Begehung);

Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Zürich,  II. Strafkammer,  vom 

25.September  2015  betreffend  einfache  Körperverletzung  mit  gefährli-

chem Tatmittel und einfache Körperverletzung;

Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 18. Juni 2018 betreffend Be-

schimpfung und Drohung (mehrfache Begehung);

Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  19. De-

zember 2018 betreffend Drohung;











- 58 -













Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  vom  22. Juli 

2020 betreffend Hausfriedensbruch;

Urteil des Obergerichts Zürich, II. Strafkammer, vom 29. Juni 2021 be-

treffend einfacher Diebstahl (mehrfache Begehung);

Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 26. Juli 2021 betreffend Be-

schimpfung (mehrfache Begehung), Hausfriedensbruch und geringfügi-

ger Diebstahl;

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. August 

2021 betreffend Drohung und Beschimpfung (mehrfache Begehung);

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 19. Januar 

2022 betreffend Hinderung einer Amtshandlung;

Urteil vom Bezirksgericht Winterthur vom 24. November 2022 betreffend 

einfacher Diebstahl, Hausfriedensbruch (mehrfache Begehung), Gewalt 

oder  Drohung  gegen  Behörden  und  Beamte  und  geringfügiger  Dieb-

stahl.

Der Beschuldigte weist folglich diverse und gerade auch bezüglich des Raubes ein-

schlägige Vorstrafen auf. Dies wirkt sich straferhöhend aus. 

3.2.3.3. Hingegen als strafmindernd – wenn aber auch nur leicht – ist das Geständ-

nis des Beschuldigten zu werten; so war er zwar von Beginn an geständig, relati-

vierte jedoch teilweise die seinerseits ausgesprochenen Todesdrohungen im Ver-

laufe der Strafuntersuchung (vgl. Erw. III./3.1.1.).

3.2.3.4. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie nach Abzug der leichten Straf-

minderung  wegen  des  Geständnisses  –von  sechs  Monaten  auf  sieben  Monate 

Freiheitsstrafe,  weshalb  die  hypothetische  Einzelstrafe  auf  sieben  Monate  Frei-

heitsstrafe festzusetzen ist.

- 59 -

3.3. Raub (Dossier 6)

3.3.1. Strafrahmen

Auch beim zeitlich späteren Raub gemäss Dossier 6 sind keine Gründe ersichtlich, 

weshalb vom ordentliche Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten 

bis zu zehn Jahren gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB abgewichen werden müsste.

3.3.2. Tatkomponenten

3.3.2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist auch beim vorliegend zu beurtei-

lenden Raub festzuhalten, dass es sich zunächst nur um einen simpel ausgeführten 

Ladendiebstahl  handelte.  Der  Beschuldigte  bediente  sich  hier  jedoch  des  Wurfs 

einer  sich  in  der  Kartonverpackung  befindlichen  Uhr  ins  Gesicht  seines  Gegen-

übers als Nötigungsmittel. Er warf indes nur einmal und verursachte dadurch auch 

nur eine oberflächliche Verletzung an der Oberlippe. Überdies ist der Deliktsbetrag 

mit Fr. 406.– zwar etwas höher als beim zeitlich ersten Raub, trotzdem bleibt des-

sen Höhe gering. Wie auch beim zeitlich ersten Raub gelang dem Beschuldigten 

überdies die Beutesicherung nur für sehr kurze Zeit. Auch dieser Raub war über-

dies nicht wirklich geplant resp. vorgängig durchdacht: So muss dem Beschuldigten 

zwar  bewusst  gewesen  sein,  dass  er  auffliegen  könnte,  wodurch  sich  auch  eine 

gewisse kriminelle Energie zeigt, dennoch kann bei seinem Vorgehen von keiner 

nennenswerten  Raffinesse  oder  auch  Grausamkeit  die  Rede  sein.  Insgesamt  ist 

das  objektive  Verschulden  unter  Berücksichtigung  sämtlicher  vorstehender  As-

pekte als noch sehr leicht einzustufen.

3.3.2.2. In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte auch bei diesem Raub vorsätzlich handelte. Sein Motiv war wiederum erneut 

die Beschaffung von Geld zur Finanzierung seiner Sucht (Marihuana und Alkohol), 

wie er selbst ausführte (act. D6/4 F/A 5 ff.). Gemäss dem Gutachten von Dr. med. 

pract. AF._____ vom 23. August 2024 ist auch bei diesem Raub von einer vollum-

fänglich vorhandenen Schuldfähigkeit auszugehen (act. 10/27 S. 58). Die subjek-

tive Tatschwere vermag damit die objektive Tatschwere weder zu relativieren noch 

zu erhöhen. Es bleibt damit bei einem sehr leichten Verschulden.

- 60 -

3.3.2.3. Unter  Berücksichtigung  der  vorstehenden  Überlegungen  zur  objektiven 

und subjektiven Tatschwere erscheint es angemessen, die Einsatzstrafe auf sechs 

Monate Freiheitsstrafe anzusetzen.

3.3.3. Täterkomponenten

3.3.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse  und  gerade  auch  bezüglich  des  Raubes  einschlägige  Vorstrafen  auf 

(vgl. Erw. IV./3.2.3.2.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte 

– delinquierte. Neutral ist hingegen das teilweise Geständnis des Beschuldigten zu 

werten – so räumte er seinerseits bis zuletzt nur den Diebstahl der Uhren ein (vgl. 

Erw. III./3.4.1.). Leicht strafmindernd ist indes zu berücksichtigen, dass sich der Be-

schuldigte  im  Rahmen  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  des  Privatklä-

gers 9  –  dem  vorliegend  Geschädigten  –  bei  ebendiesem  entschuldigte  (vgl. 

act. 4/2 S. 7) und damit Reue zeigte 

3.3.3.2. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz laufen-

der Strafuntersuchung und nach Abzug der leichten Strafminderung wegen der ge-

zeigten Reue –von sechs Monaten auf sieben Monate Freiheitsstrafe, weshalb die 

hypothetische Einzelstrafe auf sieben Monate Freiheitsstrafe festzusetzen ist.

3.4. Mehrfacher Diebstahl (Ladendiebstähle; Dossier 2, 7, 10, 11 und 12)

3.4.1. Strafrahmen

Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen Diebstahls (Dossier 2, 11 und 12 zulas-

ten  der  D._____  AG  [Privatklägerin  3];  Dossier  7  zulasten  der  U._____  AG,  des 

V._____ Store, der O._____ Group AG [Privatklägerin 14], der I._____ GmbH so-

wie des W._____ Secondhand; Dossier 10 zulasten der E._____ [Privatklägerin 4]) 

schuldig gemacht. Da es sich hier vorliegend durchgehend um Ladendiebstähle – 

im Unterschied zum einfachen Diebstahl gemäss Dossier 4, der nachfolgend ein-

- 61 -

zeln zu bemessen ist – handelt, sich die Vorgehensweisen sehr ähneln und sich 

zudem alle diese Diebstähle in einem engen Zeitraum zutrugen, rechtfertigt es sich, 

ebendiese  einheitlich  zu  beurteilen  (vgl.  hierzu  auch  Erw. IV./1.1.2.1.).  Diebstahl 

wird gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren 

oder Geldstrafe bestraft. Ausserordentliche Gründe, welche eine Erweiterung des 

Strafrahmens erfordern würden, liegen auch unter Berücksichtigung der Tatmehr-

heit  nicht  vor,  weshalb  die  hypothetische  Einzelstrafe innerhalb  des  ordentlichen 

Strafrahmens zuzumessen ist.

3.4.2. Tatkomponenten

3.4.2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte  eine  ganze  Reihe  von  Diebstählen  zwischen  dem  21. April  2023  und  dem 

17. Januar 2024 beging– mithin also innerhalb weniger Monate, in denen er sich 

auch noch mehrfach in Haft befand. Er erbeutete einen Deliktsbetrag von insge-

samt  Fr. 2'598.35  (Dossier  2:  Fr. 387.–,  Dossier  7:  Fr. 250.95,  Dossier 10: 

Fr. 1'176.–, Dossier 11: 497.40, Dossier 12: Fr. 287.–). Er behändigte sich unter-

schiedlicher Gegenstände ohne – abgesehen von den Uhren in der D._____-fili-

ale –  erkennbares  Muster.  Die  Auswahl  dürfte  vom  Beschuldigten  grösstenteils 

spontan und lediglich mit der dahinterstehenden Überlegung, was er zu Geld ma-

chen könnte, getroffen worden sein. Die Beute gab der Beschuldigte teilweise zu-

rück (resp. wurde ihm diese durch die Polizei abgenommen und retourniert) oder 

aber versteckte diese. Ausserdem gibt es eine Vielzahl an Geschädigten. Die Pri-

vatklägerin 3  –  die  D._____  AG  –  als  auch  die  Privatklägerin 4  –  die  E._____  – 

wurden durch den Beschuldigten gar gleich mehrfach geschädigt: So hat er in der 

D._____-filiale immer wieder Uhren entwendet und suchte die Filiale der E._____ 

gleich vier Tage nacheinander heim. Im Vorgehen des Beschuldigten ist zwar ein 

gewisses Mass an krimineller Energie zu erkennen und überdies zeigte er keinerlei 

Respekt  vor  fremdem  Eigentum.  Dennoch  ging  der  Beschuldigte  nicht  raffiniert, 

sondern sehr simpel und plump vor, was auf wenig Planung seiner Taten hindeutet. 

Insgesamt wiegt das objektive Verschulden nach dem Gesagten noch leicht.

3.4.2.2. In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte stets vorsätzlich handelte. Ausserdem verfolgte er immer ein finanzielles Mo-

- 62 -

tiv: Er wollte durch den Verkauf des Diebesguts schnell an Geld gelangen um na-

mentlich seinen Marihuana- und Alkoholkonsum zu finanzieren, wie er dies selbst 

mehrmals  aussagte  (vgl. act. D2/4  F/A 9  und  15;  act. D7/3  F/A 12 f.;  act. D12/4 

F/A 5; act. 3/2 F/A 21 und 128 f.; Prot. S. 12, 23 und 26). Gemäss dem Gutachten 

von Dr. med. pract. AF._____ vom 23. August 2024 lag beim Beschuldigten zum 

Zeitpunkt aller Delikte eine Alkohol- sowie Cannabisabhängigkeit sowie eine kom-

binierte Persönlichkeitsstörung vor, dennoch ist der Einschätzung des Gutachters 

folgend von einer vollumfänglich vorhandenen Schuldfähigkeit bezüglich der Dieb-

stähle auszugehen (act. 10/27 S. 57 f.). Die subjektive Tatschwere vermag damit 

die objektive Tatschwere weder zu relativieren noch zu erhöhen. Es bleibt damit 

bei einem leichten Verschulden.

3.4.2.3. Unter  Berücksichtigung  der  vorstehenden  Überlegungen  zur  objektiven 

und  subjektiven  Tatschwere  erscheint  es  angemessen,  die  Einsatzstrafe  für  alle 

Diebstähle insgesamt auf neun Monate Freiheitsstrafe anzusetzen.

3.4.3. Täterkomponenten

3.4.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse  und  gerade  auch  bezüglich  Diebstahls  einschlägige  Vorstrafen  auf 

(vgl. Erw. IV./3.2.3.2.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte 

– delinquierte. Hingegen als strafmindernd – wenn aber auch nur leicht – ist das 

Geständnis des Beschuldigten zu werten, welches er von Beginn an ablegte (vgl. 

Erw. III./2.1. und III./3.5.1.). 

3.4.3.2. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz laufen-

der Strafuntersuchung und nach Abzug der leichten Strafminderung wegen des Ge-

ständnisses – von neun Monaten auf zehn Monate Freiheitsstrafe, weshalb die hy-

pothetische Einzelstrafe auf zehn Monate Freiheitsstrafe festzusetzen ist.

- 63 -

3.5. Einfacher Diebstahl (Diebstahl bei einer Privatperson; Dossier 4)

3.5.1. Strafrahmen

3.5.1.1. Der Beschuldigte hat sich nebst der bereits vorstehend gemeinsam beur-

teilten Ladendiebstähle auch des einfachen Diebstahls bei einer Privatperson – der 

Privatklägerin  5  –  schuldig  gemacht.  Auch  bei  diesem  einfachen  Diebstahl  sind 

keine  Gründe  ersichtlich,  weshalb  vom  ordentlichen  Strafrahmen  von  einer  Frei-

heitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB ab-

gewichen werden müsste.

3.5.2. Tatkomponenten

3.5.2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass es sich vorlie-

gend um den Diebstahl einer sich beim Sitzplatz aufgehängten Kuhglocke handelt. 

Zwar  ist  deren  Wert  in  der  Höhe  von  Fr. 1'000.–  nicht  erstellt  (vgl.  Erw. III./2.1.), 

trotzdem kann von einem hohen Erinnerungswert dieser Glocke für die Privatklä-

gerin 5  ausgegangen  werden.  Der  Beschuldigte  zeigte  auch  beim  vorliegenden 

Diebstahl keinerlei Respekt vor fremdem Eigentum, allerdings fehlt es an jeglicher 

Raffinesse:  Das  Vorgehen  des  Beschuldigten  war  simpel  und  kaum  durchdacht 

resp. geplant. Der Beschuldigte retournierte auf Anweisung der Polizei die Kuhglo-

cke  beim  Polizeiposten,  woraufhin  ebendiese  wieder  der  Privatklägerin 5  ausge-

händigt werden konnte. Insgesamt wiegt das objektive Verschulden nach dem Ge-

sagten noch sehr leicht.

3.5.2.2. In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte auch bei diesem Diebstahl vorsätzlich handelte. Zudem verfolgte der Beschul-

digte auch hier in erster Linie ein finanzielles Motiv: Er wollte die Kuhglocke verkau-

fen, um an Geld zu gelangen (act. D4/4 F/A 18 ff.). Gemäss dem Gutachten von 

Dr. med. pract. AF._____ vom 23. August 2024 ist auch bei diesem Diebstahl von 

einer vollumfänglich vorhandenen Schuldfähigkeit auszugehen (act. 10/27 S. 58). 

Die subjektive Tatschwere vermag damit die objektive Tatschwere weder zu relati-

vieren noch zu erhöhen. Es bleibt damit bei einem sehr leichten Verschulden.

3.5.2.3. Unter  Berücksichtigung  der  vorstehenden  Überlegungen  zur  objektiven 

- 64 -

und subjektiven Tatschwere erscheint es angemessen, die Einsatzstrafe auf drei 

Monate Freiheitsstrafe anzusetzen.

3.5.3. Täterkomponenten

3.5.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse  und  gerade  auch  bezüglich  Diebstahls  einschlägige  Vorstrafen  auf 

(vgl. Erw. IV./3.2.3.2.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte 

– delinquierte. Hingegen als strafmindernd – wenn aber auch nur leicht – ist das 

Geständnis des Beschuldigten zu werten, welches er von Beginn an ablegte (vgl. 

Erw. III./2.1.). 

3.5.3.2. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz laufen-

der Strafuntersuchung und nach Abzug der leichten Strafminderung wegen des Ge-

ständnisses – von drei Monaten auf vier Monate Freiheitsstrafe, weshalb die hypo-

thetische Einzelstrafe auf vier Monate Freiheitsstrafe festzusetzen ist.

3.6. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Dossier 8)

3.6.1. Strafrahmen

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten wird gemäss Art. 285 Ziff. 1 

StGB  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  bis  zu  drei  Jahren  bestraft;  in  leichten  Fällen 

kann  auf  Geldstrafe  erkannt  werden.  Vorliegend  handelt  es  sich  nicht  um  einen 

leichten  Fall,  der  mit  Geldstrafe  geahndet  werden  müsste.  Ausserordentliche 

Gründe, welche eine Erweiterung des Strafrahmens erfordern würden, liegen hin-

gegen  ebenfalls  nicht  vor,  weshalb  die  hypothetische  Einzelstrafe  innerhalb  des 

ordentlichen Strafrahmens zuzumessen ist.

- 65 -

3.6.2. Tatkomponenten

3.6.2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass sich der Be-

schuldigte  zunächst  mit  dem  Werfen  von  Lindorkugeln,  anschliessendem  vehe-

menten  Wehren  und  Spucken  und  letztlich  mit  Todesdrohungen  der  Festnahme 

durch zwei Polizeibeamte – Privatklägerin 1 und Privatkläger 6 – zu entziehen ver-

suchte. Er wendete daher zwar auch physische Gewalt an, allerdings nur in gerin-

gem Ausmass und verursachte bei den Polizeibeamten folglich auch keine Verlet-

zungen. Allerdings ist das Aussprechen von Todesdrohungen massiv und auch das 

Spucken ins Gesichts ist nicht nur erniedrigend für die betroffene Person, sondern 

birgt auch die Gefahr der Übertragung von Krankheiten. Der Beschuldigte befand 

sich zwar während des Spuckens als auch des Aussprechens von Todesdrohun-

gen in einer bedrängten Situation, wurde er doch von den Polizeibeamten zu Boden 

geführt, diese hat er jedoch aufgrund seines vorhergehenden unkooperativen Ver-

haltens selbst zu verantworten. Weiter ist festzuhalten, dass die beiden Polizeibe-

amten den ihnen im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit aufgetragenen Aufgaben 

nachgekommen  sind  und  ihre  Kompetenzen  nicht  überschritten  haben,  was  das 

Verhalten  des  Beschuldigten  erklärbar  machen  könnten.  Das  objektive  Tatver-

schulden des Beschuldigten wiegt unter Berücksichtigung vorgenannter Umstände 

insgesamt noch leicht.

3.6.2.2. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich. Gemäss dem 

Gutachten von Dr. med. pract. AF._____ vom 23. August 2024 lag beim Beschul-

digten zum Zeitpunkt aller Delikte eine Alkohol- sowie Cannabisabhängigkeit sowie 

eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vor (act. 10/27 S. 57). Das Gutachten äus-

sert sich indes nicht explizit zur Schuldfähigkeit des Beschuldigten bezüglich der 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte; da aber dem Gutachten folgend 

bei den vom Beschuldigten verübten Drohungen von einer leichtgradig verminder-

ten  Schuldfähigkeit  auszugehen  ist  (act. 10/27  S. 58 f.),  ist  auch  vorliegend  zu 

Gunsten des Beschuldigten ebenfalls hiervon auszugehen.

3.6.2.3. Das objektiv noch leichte Tatverschulden des Beschuldigten hat folglich in 

subjektiver  Hinsicht  aufgrund  der  leichtgradig  verminderten  Schuldfähigkeit  eine 

- 66 -

Relativierung zu erfahren. Die Einsatzstrafe ist damit auf 3 Monate Freiheitsstrafe 

anzusetzen.

3.6.3. Täterkomponenten

3.6.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse Vorstrafen auf, von welchen indes bezüglich der Gewalt und Drohung ge-

gen Behörden oder Beamte nur eine einschlägig ist (vgl. Erw. 3.2.3.2.). Straferhö-

hend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte auch noch während laufender 

Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte – delinquierte. Leicht strafmin-

dernd  ist  hingegen  das  grundsätzliche  Geständnis  des  Beschuldigten  zu  werten 

(vgl. Erw. III./3.6.1.)  sowie,  dass  sich  der  Beschuldigte  im  Rahmen  der  staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme der Privatklägerin 1 zumindest bei ebendieser ent-

schuldigte (vgl. act. 4/5 S. 5) und damit Reue zeigte 

3.6.3.2. Im Fazit heben sich die vorliegenden Straferhöhungs- mit den Strafminde-

rungsgründen  auf,  weshalb  auch  unter  Berücksichtigung  der  Täterkomponenten 

die Einsatzstrafe bei drei Monaten Freiheitsstrafe zu belassen und die hypotheti-

sche Einzelstrafe damit auf drei Monate Freiheitsstrafe festzusetzen ist.

3.7. Mehrfache Drohung (Dossier 3, 5 und 9)

3.7.1. Strafrahmen

Der  Beschuldigte  hat  sich  der  mehrfachen  Drohung  (Dossier  3  zulasten  von 

M._____ [Privatkläger 12]; Dossier 5 erneut zulasten des Privatklägers 12 als auch 

von  T._____;  Dossier  9  zulasten  von  L._____  [Privatklägerin 11]  als  auch  von 

K._____ [Privatkläger 10) schuldig gemacht.  Da es sich vorliegend durchgehend 

um vergleichbare Drohungen gegenüber Nachbarn des Beschuldigten handelt und 

diese  überdies  in  kurzen  Zeitabschnitten  aufeinanderfolgten,  rechtfertigt  es  sich, 

sämtliche Drohungen einheitlich zu beurteilen (vgl. hierzu auch Erw. IV./1.1.2.1.). 

Drohung wird gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ausserordentliche Gründe, welche eine Erweite-

- 67 -

rung des Strafrahmens erfordern würden, liegen auch unter Berücksichtigung der 

Tatmehrheit nicht vor, weshalb die hypothetische Einzelstrafe innerhalb des ordent-

lichen Strafrahmens zuzumessen ist.

3.7.2. Tatkomponenten

In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass vorliegend fünf Dro-

hungen gegenüber vier Geschädigten zu beurteilen sind. Während sich die ersten 

drei Drohungen – zweimal gegenüber dem Privatkläger 12 und einmal gegenüber 

T._____ – zum einen am 27. Mai 2023 und zum anderen am 2. Juni 2023 zutrugen, 

sprach der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 11 und dem Privatkläger 10 

Drohungen am 31. Januar 2024 resp. am 11. Februar 2024 aus. Es ist folglich eine 

intensive Anhäufung in zwei kurzen Zeitspannen erkennbar. Die Drohungen waren 

überdies allesamt Todesdrohungen mit ähnlichem Wortlaut wie "ich töte dich" und 

"ich bring dich um" manchmal auch mit Angabe eines konkreten Zeitpunkts wie "ich 

gang  etzt  hei,  rauche  min  Joint  und  denn  mach  ich  dich  fertig"  sowie  teils  auch 

verstärkt mit Zusätzen wie "ich habe eine Waffe zu Hause", "ich hol das Messer" 

und  "mein  Onkel  ist  ein  Mörder  und  ich  schaue,  dass  es  so  schnell  wie  möglich 

geht".  Überdies  bestärkte  der  Beschuldigte  die  Drohungen  teilweise  mit  Gesten, 

wie namentlich mittels Herumfuchteln eines Besens. Die Drohungen des Beschul-

digten sind massiv und verletzen die durch Art. 180 StGB geschützten Rechtsgüter 

– nämlich die innere Freiheit und das Sicherheitsgefühl – erheblich. Leidtragende 

der Drohungen sind überdies durchgehend Nachbarn, gegenüber denen der Be-

schuldigte  bei  Ausrastern  aus  nichtigen  Gründen  und  meist  in  berauschtem  Zu-

stand angsteinflössende Sätze an den Kopf wirft. Es ist nachvollziehbar, dass die 

gesamte  Nachbarschaft  den  Beschuldigten  für  unberechenbar  hält  und  ihn  nicht 

nur als lästig empfindet, sondern sich regelrecht vor ihm fürchtet und er eine grosse 

Belastung  darstellt.  Das  objektive  Tatverschulden  des  Beschuldigten  wiegt  unter 

Berücksichtigung vorgenannter Umstände insgesamt gerade noch leicht.

3.7.2.1. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich. Gemäss dem 

Gutachten von Dr. med. pract. AF._____ vom 23. August 2024 lag beim Beschul-

digten zum Zeitpunkt aller Delikte eine Alkohol- sowie Cannabisabhängigkeit sowie 

eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vor (act. 10/27 S. 57). Der Einschätzung 

- 68 -

des Gutachters folgend ist bezüglich der Drohungen von einer leichtgradig vermin-

derten Schuldfähigkeit auszugehen (act. 10/27 S. 58).

3.7.2.2. Das  objektiv  gerade  noch  leichte  Tatverschulden  des  Beschuldigten  hat 

folglich in subjektiver Hinsicht aufgrund der leichtgradig verminderten Schuldfähig-

keit eine Relativierung zu erfahren. Die Einsatzstrafe ist damit auf sechs Monate 

Freiheitsstrafe anzusetzen.

3.7.3. Täterkomponenten

3.7.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse  und  gerade  auch  bezüglich  Drohung  einschlägige  Vorstrafen  auf 

(vgl. Erw. IV./3.2.3.2.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte 

– delinquierte. Neutral zu werten ist indes das im Verlaufe der Strafuntersuchung 

nur  zögerlich  abgelegte  Geständnis  bezüglich  der  Drohungen  gemäss  Dossier 9 

(vgl. Erw. III./2.1.). Leicht strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass sich der Be-

schuldigte  im  Rahmen  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  des  Privatklä-

gers 12  zumindest  bei  ebendiesem  entschuldigte  (vgl.  act. 4/4  S. 8)  und  damit 

Reue zeigte.

3.7.3.2. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz laufen-

der Strafuntersuchung und nach Abzug der leichten Strafminderung wegen der ge-

zeigten Reue – von sechs Monaten auf acht Monate Freiheitsstrafe, weshalb die 

hypothetische Einzelstrafe auf acht Monate Freiheitsstrafe festzusetzen ist.

3.8. Mehrfache Beschimpfung (Dossier 3, 5, 8 und 9)

3.8.1. Strafrahmen

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Beschimpfung (Dossier 3 zulasten von 

M._____ [Privatkläger 12] sowie auch H._____ [Privatklägerin 7]; Dossier 5 erneut 

- 69 -

zulasten des Privatklägers 12; Dossier 8 zulasten von B._____ [Privatklägerin 1] 

und G._____ [Privatkläger 6]; Dossier 9 zulasten von L._____ [Privatklägerin 11] 

sowie auch K._____ [Privatkläger 10]) schuldig gemacht. Da es sich vorliegend im-

mer um vergleichbare Beschimpfungen mit vergleichbaren Geschädigten handelt 

und diese überdies in einem engen Zeitraum erfolgten, rechtfertigt es sich, sämtli-

che Beschimpfungen einheitlich zu beurteilen (vgl. hierzu auch Erw. IV./1.1.2.1.). 

Beschimpfung wird gemäss Art. 177 mit einer Geldstrafe von bis zu 90 Tagessät-

zen  bestraft.  Ausserordentliche  Gründe,  welche  eine  Erweiterung  des  Strafrah-

mens erfordern würden, liegen auch unter Berücksichtigung der Tatmehrheit nicht 

vor,  weshalb  die  hypothetische  Einzelstrafe  innerhalb  des  ordentlichen  Strafrah-

mens zuzumessen ist.

3.8.2. Tatkomponenten

3.8.2.1. In  Bezug  auf  die  objektive  Tatschwere  ist  festzuhalten,  dass  vorliegend 

insgesamt fünf Vorfälle mit sechs Geschädigten – ausschliesslich Nachbarn bis auf 

zwei Polizeibeamte – zu beurteilen sind. Während sich die beiden ersten Vorfälle 

am 27. Mai 2025 und am 2. Juni 2025 zutrugen, ereigneten sich die drei weiteren 

Vorfälle am 25. November 2023, am 31. Januar 2024 und am 11. Februar 2024. 

Alle  Beschimpfungen  erfolgten  folglich  zeitlich  nahe  beieinander.  Überdies  be-

schimpfte der Beschuldigte die Geschädigten zumeist aus nichtigem Anlass und in 

berauschtem Zustand. Er griff sodann auf stets vergleichbar unangebrachte Wörter 

wie "Gestörter", "Hurensohn", "Arschloch", "Schlampe" oder auch "fette Sau" zu-

rück. Solche derben Ausdrücke setzten die Geschädigten zweifellos in erheblichem 

Ausmass  in  ihrer  Ehre  herab.  Das  objektive  Tatverschulden  des  Beschuldigten 

wiegt unter Berücksichtigung vorgenannter Umstände nicht mehr leicht.

3.8.2.2. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich mit dem Ziel, 

die Geschädigten zu diskreditieren. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. pract. 

AF._____ vom 23. August 2024 lag beim Beschuldigten zum Zeitpunkt aller Delikte 

eine Alkohol- sowie Cannabisabhängigkeit sowie eine kombinierte Persönlichkeits-

störung vor (act. 10/27 S. 57). Der Einschätzung des Gutachters folgend ist bezüg-

lich der Beschimpfungen von einer leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit aus-

zugehen (act. 10/27 S. 58).

- 70 -

3.8.2.3. Das objektiv nicht mehr leichte Tatverschulden des Beschuldigten hat folg-

lich in subjektiver Hinsicht aufgrund der leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit 

eine  leichte  Relativierung  zu  erfahren.  Die  Einsatzstrafe  ist  damit  auf  50  Tages-

sätze Geldstrafe anzusetzen.

3.8.3. Täterkomponenten

3.8.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse  und  gerade  auch  bezüglich  Beschimpfung  einschlägige  Vorstrafen  auf 

(vgl. Erw. IV./3.2.3.2.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte 

– delinquierte. Leicht strafmindernd ist das Geständnis des Beschuldigten bezüg-

lich der Beschimpfungen zu werten, das der Beschuldigte zu einem grossen Teil 

von  Beginn  an  ablegte  (vgl.  Erw. III./2.1.,  III./.3.2.1.1.,  III./3.3.1.  und  III./3.6.1.) 

Ebenso leicht strafmindernd zu berücksichtigen ist, dass sich der Beschuldigte im 

Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Privatklägers 12 sowie der 

Privatklägerin 1 zumindest bei ebendiesen entschuldigte (vgl. act. 4/4 S. 8; act. 4/5 

S. 5) und damit Reue zeigte.

3.8.3.2. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz laufen-

der Strafuntersuchung und nach Abzug der leichten Strafminderung wegen des Ge-

ständnisses sowie der gezeigten Reue – von 50 Tagessätzen auf 60 Tagessätze 

Geldstrafe, weshalb die hypothetische Einzelstrafe auf 60 Tagessätze Geldstrafe 

festzusetzen ist.

3.9. Mehrfacher Hausfriedensbruch (Dossier 1, 2, 4, 6, 9, 11 und 12)

3.9.1. Strafrahmen

Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Dossier 1, 2, 6, 11 

und 12 zulasten der D._____ AG [Privatklägerin 3]; Dossier 4 zulasten von F._____ 

[Privatklägerin 5];  Dossier  9  zulasten  L._____  [Privatklägerin 11])  schuldig  ge-

- 71 -

macht. Bei sämtlichen Hausfriedensbrüchen handelt es sich um Begleiterscheinun-

gen  zu  den  beabsichtigten  Diebstählen  (bis  auf  den  Hausfriedensbruch  zulasten 

der Privatklägerin 11). Sie alle spielten sich überdies in einem engen Zeitraum ab 

und ähneln sich in der Art der Ausführung stark. Es rechtfertigt sich daher, sämtli-

che  Hausfriedensbrüche 

einheitlich 

zu 

beurteilen 

(vgl. hierzu 

auch 

Erw. IV./1.1.2.1.).  Hausfriedensbruch  wird  gemäss  Art. 186  StGB  mit  einer  Frei-

heitsstrafe  von  bis  zu  drei  Jahren  oder  Geldstrafe  bestraft.  Ausserordentliche 

Gründe, welche eine Erweiterung des Strafrahmens erfordern würden, liegen auch 

unter Berücksichtigung der Tatmehrheit nicht vor, weshalb die hypothetische Ein-

zelstrafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zuzumessen ist.

3.9.2. Tatkomponenten

3.9.2.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass vorliegend fünf 

Hausfriedensbrüche  zulasten  der  Privatklägerin  3  –  der  D._____  AG  –  und  zwei 

zulasten zweier Nachbarinnen nämlich der Privatklägerinnen 5 und 11 – F._____ 

und L._____ – zu beurteilen sind. Bezüglich der ersteren fünf verstiess der Beschul-

digte  zwischen  dem  1. April  2023  und  dem  13. Dezember  2023  stets  gegen  das 

Hausverbot  in  immer  derselben  Filiale  und  durchgehend  mit  der  Absicht,  einen 

Diebstahl  zu  begehen.  Ihm  wurde  bereits  am  27. Januar  2022  ein  Hausverbot 

schriftlich  mitgeteilt;  der  Beschuldigte  selbst  unterzeichnete  das  entsprechende 

Formular gar eigenhändig an demselben Tag (vgl. act. 7). Ihm war das Hausverbot 

damit bekannt – beachtete es indes trotzdem mehrfach nicht, wobei er allerdings 

keine besonderen Sicherungsmassnahmen zu überwinden hatte. Bei der Privatklä-

gerin 5 betrat er am 6. Mai 2023 in der Nacht den Sitzplatz, nicht aber etwa das 

Haus selbst, ebenfalls mit der Absicht, einen Diebstahl zu begehen. Er musste hier-

für lediglich ein Gartentor öffnen. Auch bei der Privatklägerin 11 betrat er am 31. Ja-

nuar  2024  tagsüber  nicht  die  Wohnräume  selbst,  sondern  ausschliesslich  das 

Grundstück, mit der Absicht, die Privatklägerin 11 anzusprechen. Indes erteilten die 

Privatklägerin 11 sowie deren Mann dem Beschuldigten bereits am 17. November 

2011 mittels eingeschriebenem Brief ein Hausverbot (vgl. act. D9/5). Aber auch bei 

der Missachtung dieses Hausverbots musste der Beschuldigte kaum Hindernisse 

- 72 -

überwinden. Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten wiegt unter Berück-

sichtigung vorgenannter Umstände insgesamt gerade noch leicht.

3.9.2.2. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich. Es ist jedoch 

zu berücksichtigen, dass die jeweiligen Hausfriedensbrüche nur Mittel zum Zweck 

und nicht das Primärziel des Beschuldigten waren. Gemäss dem Gutachten von 

Dr. med. pract. AF._____ vom 23. August 2024 lag beim Beschuldigten zum Zeit-

punkt  aller  Delikte  eine  Alkohol-  sowie  Cannabisabhängigkeit  sowie  eine  kombi-

nierte Persönlichkeitsstörung vor, dennoch ist der Einschätzung des Gutachters fol-

gend von einer vollumfänglich vorhandenen Schuldfähigkeit bezüglich der Haus-

friedensbrüche  auszugehen  (act. 10/27  S. 57 f.).  Die  subjektive  Tatschwere  ver-

mag  damit  die  objektive  Tatschwere  weder  zu  relativieren  noch  zu  erhöhen.  Es 

bleibt damit bei einem gerade noch leichten Verschulden.

3.9.2.3. Unter  Berücksichtigung  der  vorstehenden  Überlegungen  zur  objektiven 

und  subjektiven  Tatschwere  erscheint  es  angemessen,  die  Einsatzstrafe  für  alle 

Hausfriedensbrüche insgesamt auf acht Monate Freiheitsstrafe anzusetzen.

3.9.3. Täterkomponenten

3.9.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Sie 

wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies zwölf 

diverse  und  gerade  auch  bezüglich  Hausfriedensbruchs  einschlägige  Vorstrafen 

auf (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschul-

digte auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis 

hatte – delinquierte. Hingegen als strafmindernd – wenn aber auch nur leicht – ist 

das Geständnis des Beschuldigten zu werten, welches er von Beginn an bezüglich 

der Hausfriedensbrüche ablegte (vgl. Erw. III./2.1., III./3.1.1. und III./3.4.1.). 

3.9.3.2. Im Fazit rechtfertigt sich im Rahmen der Täterkomponenten eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz laufen-

der Strafuntersuchung und nach Abzug der leichten Strafminderung wegen des Ge-

- 73 -

ständnisses –von acht Monaten auf neun Monate Freiheitsstrafe, weshalb die hy-

pothetische Einzelstrafe auf neun Monate Freiheitsstrafe festzusetzen ist.

3.10. Geringfügiger Diebstahl (Dossier 8)

3.10.1. Strafrahmen

Geringfügiger Diebstahl wird gemäss Art. 172ter Abs. 1 StGB mit einer Busse be-

straft.  Der  Strafrahmen  der  Busse  beträgt  gemäss  Art. 106  Abs. 1  StGB  bis  zu 

Fr. 10'000.–.  Ausserordentliche  Gründe,  welche  eine  Erweiterung  des  Strafrah-

mens  erfordern  würden,  liegen  nicht  vor,  weshalb  die  hypothetische  Einzelstrafe 

innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zuzumessen ist.

3.10.2. Tatkomponenten

In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte alko-

holische sowie nichtalkoholische Getränke und eine Tragtasche in einer C._____-

filiale stahl, wobei sich der Deliktsbetrag auf insgesamt Fr. 168.15 belief. Die Aus-

wahl dürfte der Beschuldigte spontan und nach eigenen Vorlieben getroffen haben, 

ohne  sich  hierüber  viele  Gedanken  gemacht  zu  haben.  Überdies  war  er  nur  für 

kurze Dauer in Besitz des Diebesguts, bevor ihm dieses wieder abgenommen und 

unversehrt retourniert wurde. Auch bei diesem Diebstahl ging der Beschuldigte sim-

pel und ohne Raffinesse vor. Insgesamt wiegt das objektive Verschulden nach dem 

Gesagten noch sehr leicht.

3.10.2.1. In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte  vorsätzlich  handelte.  Sein  Motiv  dürfte  primär  die  eigene  Bedürfnisbefriedi-

gung gewesen sein. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. pract. AF._____ vom 

23. August 2024 lag beim Beschuldigten zum Zeitpunkt aller Delikte eine Alkohol- 

sowie  Cannabisabhängigkeit  sowie  eine  kombinierte  Persönlichkeitsstörung  vor, 

dennoch ist der Einschätzung des Gutachters folgend von einer vollumfänglich vor-

handenen  Schuldfähigkeit  bezüglich  des  Diebstahls  auszugehen  (act. 10/27 

S. 57 f.). Die subjektive Tatschwere vermag damit die objektive Tatschwere weder 

zu relativieren noch zu erhöhen. Es bleibt damit bei einem sehr leichten Verschul-

den.

- 74 -

3.10.2.2. Unter  Berücksichtigung  der  vorstehenden  Überlegungen  zur  objektiven 

und subjektiven Tatschwere erscheint es angemessen, die Einsatzstrafe auf eine 

Busse von Fr. 200.– anzusetzen.

3.10.3. Täterkomponenten

3.10.3.1. Aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten lässt sich nichts Besonderes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Erw. IV./3.2.3.1.). 

Sie wirken sich mit anderen Worten neutral aus. Der Beschuldigte weist überdies 

zwölf  diverse  und  gerade  auch  bezüglich  Diebstahls  einschlägige  Vorstrafen  auf 

(vgl. Erw. IV./3.2.3.2.). Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

auch noch während laufender Strafuntersuchung – von welcher er Kenntnis hatte 

– delinquierte. Neutral zu werten ist der Umstand, dass der Beschuldigte den ihm 

vorgeworfenen Sachverhalt zwar anerkannte, aber immer wieder geltend machte, 

sich nicht erinnern zu können (vgl. Erw. III./3.6.1.).

3.10.3.2. Im  Fazit  rechtfertigt  sich  im  Rahmen  der  Täterkomponenten  eine  Erhö-

hung der Einsatzstrafe – aufgrund der Vorstrafen sowie weiterer Delinquenz trotz 

laufender Strafuntersuchung – von einer Busse von Fr. 200.– auf Fr. 300.–, wes-

halb die hypothetische Einzelstrafe auf eine Busse von Fr. 300.– festzusetzen ist.

3.11. Fazit zur konkreten Strafzumessung und Asperation

3.11.1. Im Rahmen der vorstehenden Ausführungen wurden für den Raub gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB betreffend Dossier 1 sieben Monate Freiheitsstrafe, für 

den Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB betreffend Dossier 6 sieben Monate 

Freiheitsstrafe, für den mehrfachen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB betref-

fend Dossier 2, 7, 10, 11 und 12 zehn Monate Freiheitsstrafe, für den einfachen 

Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB betreffend Dossier 4 vier Monate Freiheits-

strafe, für die Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 

Ziff. 1  StGB  betreffend  Dossier  8  drei  Monate  Freiheitsstrafe,  für  die  mehrfache 

Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB betreffend Dossier 3, 5 und 9 acht Monate 

- 75 -

Freiheitsstrafe sowie für den mehrfachen Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 be-

treffend Dossier 1, 2, 4, 6, 9, 11 und 12 neun Monate Freiheitsstrafe festgesetzt.

3.11.2. Die so ermittelten hypothetischen Einzelstrafen sind sodann nicht zu kumu-

lieren, sondern es ist in Anwendung des Asperationsprinzips eine Gesamtstrafe zu 

bilden (vgl. Erw. IV./1.1.). Zunächst ist das schwerste Delikt zu bestimmen und hier-

für die Einsatzstrafe festzusetzen. Vorliegend ist hierbei vom Raub betreffend Dos-

sier 1 auszugehen und die Einsatzstrafe beträgt folglich sieben Monate Freiheits-

strafe. Diese ist nun in Würdigung aller Umständen in Anwendung des Asperati-

onsprinzips wie folgt zu erhöhen: Um drei Monate für den Raub betreffend Dos-

sier 6, um sechs Monate für den mehrfachen Diebstahl betreffend Dossier 2, 7, 10, 

11 und 12, um zwei Monate für den einfachen Diebstahl betreffend Dossier 4, um 

zwei Monate für die Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte betreffend 

Dossier 8, um vier Monate für die mehrfache Drohung betreffend Dossier 3, 5 und 

9 sowie um drei Monate für den mehrfachen Hausfriedensbruch betreffend Dossier 

1, 2, 4, 6, 9, 11 und 12. Nach der Asperation der Einsatzstrafe resultiert damit ins-

gesamt eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten.

3.11.3. Hierzu separat auszufällen ist die Geldstrafe in der Höhe von 60 Tagessät-

zen für die mehrfache Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB betreffend 

Dossier 3, 5, 8 und 9 sowie die Busse in der Höhe von Fr. 300.– für den geringfü-

gigen  Diebstahl  im  Sinne  von  Art. 139  Ziff. 1  StGB  in  Verbindung  mit  Art. 172ter 

Abs. 1 StGB betreffend Dossier 8.

3.11.3.1. Bezüglich  der  Geldstrafe  ist  indes  noch  die  Höhe  des  Tagessatzes  zu 

bestimmen: Ebendiese bemisst sich gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den persön-

lichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten im Zeitpunkt des Ur-

teils. So sind namentlich das Einkommen und Vermögen, der Lebensaufwand, all-

fällige Familien- und Unterstützungspflichten sowie das Existenzminimum des Be-

schuldigten  in  die  Bemessung  einzubeziehen.  Ein  Tagessatz  beträgt  gemäss 

Art. 34 Abs. 2 StGB ausserdem in der Regel mindestens Fr. 30.– und höchstens 

Fr. 3'000.–. Das Gericht kann den Tagessatz ausnahmsweise bis auf Fr. 10.– sen-

- 76 -

ken, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters dies ge-

bieten. 

3.11.3.2. Der Beschuldigte wird gemäss eigenen Aussagen vom Sozialamt unter-

stützt und erhält monatlich Fr. 700.– resp. etwas weniger als Fr. 750.– (act. 10/27 

S. 20;  act. 3/2  F/A 171),  bezahlt  indes  aber  aktuell  keine  Wohnkosten  (act. 3/2 

F/A 174). Er hat auch keinerlei sonstige fixe finanziellen Verpflichtungen (act. 3/2 

F/A 177). Es läuft eine IV-Abklärung, bisher hat der Beschuldigte aber keine Rente 

zugesprochen erhalten (act. 10/27 S. 20; act. 3/2 F/A 171; Prot. S. 30 f.). Der Be-

schuldigte  gab  weiter  an,  weder  über  Vermögen  zu  verfügen  noch  Schulden  zu 

haben (act. 3/2 F/A 175 f.).

3.11.3.3. Angesichts  dieser  Umstände  rechtfertigt  es  sich  vorliegend  ausnahms-

weise,  die  Tagessatzhöhe  auf  Fr. 10.–  anzusetzen.  Die  Geldstrafe  beträgt  damit 

60 Tagessätze à Fr. 10.–.

4.

Anrechnung der Untersuchungs- sowie der Sicherheitshaft

4.1. Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die der 

Täter während dieses oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die 

Strafe an. In Bezug auf die Anrechnung kommt jedoch grundsätzlich jede Form der 

Freiheitsentziehung in Betracht, die aus Anlass eines Strafverfahrens bis zum Ein-

tritt der Vollstreckbarkeit des Urteils verfügt wurde und deren Dauer drei Stunden 

übersteigt. Anrechungsfähig sind demzufolge namentlich auch die vorläufige Fest-

nahme  und  die  Sicherheitshaft  (BSK  StGB-METTLER/SPICHTIN,  4. Auflage,  2019, 

Art. 51 N 13, 14 und 17).

4.2. Der Beschuldigte befand sich am 1. April 2023 für über vier Stunden in Haft 

(act. 11/1/1; act. 3/1 F/A 40) sowie vom 28. Mai 2023 bis 29. Mai 2023 (act. 11/2/5), 

vom 2. Juni 2023 bis 18. August 2023 (act. 11/3/14), vom 20. November 2023 bis 

21. November  2023  (act. 11/4/1;  act. 11/4/5)  und  vom  25.  November  2023  bis 

26. November 2023 (act. 11/5/1; act. 11/5/5). Der Beschuldigte befindet sich über-

dies  seit  dem  14. Februar  2024  und  fortwährend  in  Haft  –  zunächst  im  Rahmen 

- 77 -

einer vorläufigen Festnahme (act. 11/6/2), seit dem 16. Februar 2024 in Untersu-

chungshaft (act. 11/6/7; act. 11/6/19; act. 11/6/28) und seit dem 9. Oktober 2024 in 

Sicherheitshaft (act. 37/1). Er hat damit bis zum Datum des vorliegenden Urteils – 

folglich bis zum 13. März 2025 – 477 Tage durch Haft erstanden. Diese sind dem 

Beschuldigten im Sinne von Art. 51 StGB an die Strafe anzurechnen.

5.

Fazit

Der Beschuldigte ist demnach mit einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten, wovon bis 

und mit dem 13. März 2025 477 Tage durch Haft erstanden sind, einer Geldstrafe 

von 60 Tagessätzen zu Fr. 10.– (entsprechend Fr. 600.–) sowie einer Busse von 

Fr. 300.– zu bestrafen.

V. Strafvollzug

1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung wei-

terer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Wurde der Täter innerhalb der letzten 

fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr 

als sechs Monaten verurteilt, so ist gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB der Aufschub je-

doch  nur  zulässig,  wenn  besonders  günstige  Umstände  vorliegen.  Das  Gericht 

kann überdies gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB den Vollzug einer Freiheitsstrafe von 

mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahre teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. 

2. Grundvoraussetzung  für  eine  vollbedingte  Strafe  gemäss  Art. 42  StGB  als 

auch für eine teilbedingte Strafe gemäss Art. 43 StGB ist das Fehlen einer ungüns-

tigen Prognose bezüglich weiterer künftiger Verbrechen oder Vergehen, wobei eine 

solche grundsätzlich vermutet wird – ausser in den Fällen gemäss Art. 42 Abs. 2 

StGB (OFK StGB-HEIMGARTNER, 21. Auflage, 2022, Art. 42 N 6). Bei der Progno-

seerstellung hat das Gericht eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 

vorzunehmen. So sind namentlich die Tatumstände, das Vorleben, der Leumund 

sowie weitere relevanten Tatsachen, die Schlüsse auf den Charakter des Täters 

- 78 -

und die Aussichten seiner Bewährung zulassen, miteinzubeziehen. Relevante Fak-

toren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeits-

verhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdung usw. 

Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Urteils miteinzube-

ziehen  (BGE  134  IV  140  E. 4.4.;  BGer 6B_572/2013  vom  20.  November  2013 

E. 1.3.).

3.

Bei der Vollzugsfrage ist nicht auf die zusammengesetzte Gesamtsanktion ab-

zustellen, sondern die ausgefällte Freiheitsstrafe in der Höhe von 27 Monaten, die 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie die Busse von Fr. 300.– sind je 

einzeln  für  sich  zu  betrachten  (vgl.  OFK  StGB-HEIMGARTNER,  21.  Auflage,  2022, 

Art. 42 N 5a):

3.1. Vorliegend  kommt  ein  vollbedingter  Vollzug  der  ausgefällten  Freiheitsstrafe 

von  27 Monaten  nicht  in  Betracht,  da  diese  die  Höchstgrenze  von  Art. 42  Abs. 1 

StGB überschreitet. Indes ist die objektive Voraussetzung zur Gewährung des teil-

bedingten Strafvollzuges nach Art. 43 StGB erfüllt. Allerdings kann dem Beschul-

digten keine günstige Prognose attestiert werden: Zum einen ist der Beschuldigte 

einschlägig  und  mehrfach  vorbestraft  –  auf  dem  Strafregisterauszug  sind  ganze 

zwölf rechtskräftige Urteile vermerkt. Überdies ist er alleine in den letzten fünf Jah-

ren zu insgesamt drei unbedingten Freiheitsstrafen von vier Monaten, drei Monaten 

resp. 80 Tagen, zu vier unbedingten Geldstrafen in der Höhe von 20 Tagessätzen 

zu Fr. 30.–, 90 Tagessätze zu Fr. 30.–, 60 Tagessätze zu Fr. 30.– resp. 10 Tages-

sätze zu Fr. 20.– sowie zwei Bussen in der Höhe von Fr. 400.– resp. Fr. 300.– ver-

urteilt worden, ohne dass ihn irgendeine dieser Sanktionen vor erneuter Delinquenz 

hätte abhalten können. Obendrein delinquierte der Beschuldigte auch während lau-

fender  Strafuntersuchung  munter  weiter.  Zudem  geht  auch  Dr. med.  pract. 

AF._____ in seinem Gutachten vom 23. August 2024 von einer bestehenden Rück-

fallgefahr  aus,  insbesondere  für  Delikte  der  Qualität  Eigentumsdelikte,  Sachbe-

schädigung, Diebstahl aber auch Drohungen und allenfalls auch Körperverletzung 

(act. 10/27 S. 59 f.). Die Freiheitsstrafe ist damit unbedingt auszufällen und zu voll-

ziehen.

- 79 -

3.2. Bezüglich  der  Geldstrafe  von  60 Tagessätzen  zu  Fr. 10.–  ist  aus  objektiver 

Sicht ein vollbedingter Vollzug gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB möglich. Da dem Be-

schuldigten  –  wie  soeben  ausgeführt  –  indes  keine  günstige  Prognose  attestiert 

werden kann, kann der vollbedingte Strafvollzug nicht gewährt werden. Sie ist damit 

unbedingt auszufällen und zu vollziehen.

3.3. Die Busse von Fr. 300.– ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse 

schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle in Anwendung von Art. 106 Abs. 2 StGB 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen.

VI. Massnahme

1.

Vorbemerkung

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Anordnung einer stationären Massnahme im 

Sinne von Art. 59 StGB (act. 20 S. 21). Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die 

Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären Massnahme gemäss Art. 56 

StGB und Art. 59 StGB erfüllt sind.

2.

Voraussetzungen

Eine  stationäre  Massnahme  ist  gemäss  Art. 56  Abs. 1  StGB  anzuordnen,  wenn 

eine Strafe alleine nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu 

begegnen (lit. a), ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche 

Sicherheit  dies  erfordert  (lit. b)  und  wenn  die  Voraussetzungen  gemäss 

Art. 59 StGB erfüllt sind (lit. c). Art. 59 Abs. 1 StGB setzt zum einen voraus, dass 

eine schwere psychische Störung sowie die Begehung einer damit zusammenhän-

genden Tat vorliegt (lit. a) und zum andern muss zu erwarten sein, dass sich durch 

die stationäre Behandlung die Gefahr weiterer mit der psychischen Störung im Zu-

sammenhang stehender Taten begegnen lässt (lit. b). Die Anordnung einer statio-

nären Massnahme setzt gemäss Art. 56 Abs. 2 StGB ausserdem voraus, dass der 

mit ihr verbundene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf 

die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig 

ist. Ausserdem hat sich das Gericht gemäss Art. 56 Abs. 3 StGB beim Entscheid 

- 80 -

über die Anordnung  einer stationären  Massnahme auf  eine sachverständige Be-

gutachtung  zu  stützen.  Das  Gericht  ist  indes  entsprechend  dem  Grundsatz  der 

freien Beweiswürdigung nicht an die Schlussfolgerungen im Gutachten gebunden. 

Es darf jedoch in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen 

und muss Abweichungen begründen (BGE 129 I 57 E. 4). Eine Massnahme ist ge-

mäss Art.56 Abs. 5 StGB ferner – zumindest in der Regel – nur dann anzuordnen, 

wenn eine geeignete Einrichtung zur Verfügung steht. Obwohl im Gesetz nicht aus-

drücklich vermerkt, ist überdies ein Mindestmass an Kooperationsbereitschaft des 

Betroffenen (sog. Therapiewilligkeit) für die Zweckmässigkeit einer Massnahme er-

forderlich  (BGE  123  IV  123  E. 4c/dd;  BGE  123  IV  113  E.  4c/dd;  BGer 

6B_1088/2020 vom 18.11.2020, E. 1.3.2.).

2.1. Sachverständiges Gutachten

Gemäss Art. 56 Abs. 3 StGB hat sich das sachverständige Gutachten über die Not-

wendigkeit  und  die  Erfolgsaussichten  einer  Behandlung  des  Täters,  die  Art  und 

Wahrscheinlichkeit  weiterer  möglicher  Straftaten  und  die  Möglichkeiten  des  Voll-

zugs  der  Massnahme  zu  äussern.  Das  psychiatrische  Gutachten  von  Dr. med. 

pract. AF._____ vom 23. August 2024 (act. 10/27) erfüllt diese Voraussetzungen. 

Es äussert sich ausführlich zu den vorstehend genannten Aspekten (vgl. act. 10/27 

S. 60 ff.).

2.2. Schwere psychische Störung und damit zusammenhängende Anlasstat

Der Gutachter Dr. med. pract. AF._____ bestätigte die bereits im Jahre 2018 ge-

stellte Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Überdies seien betref-

fend Suchtmittelkonsum des Beschuldigten die Diagnose einer Störung durch Al-

kohol und einer Störung durch Cannabinoide festzuhalten (act. 10/27 S. 42 f.). Ge-

mäss dem Gutachten hätten zum Zeitpunkt der inkriminierten Taten beim Beschul-

digten ebendiese Alkoholabhängigkeit sowie Cannabisabhängigkeit vorgelegen so-

wie auf persönlichkeitsstruktureller Ebene die kombinierte Persönlichkeitsstörung 

– bestehend vorwiegend aus dissozialen und schizoiden Anteilen – wobei gerade 

deren dissozialen Anteile für die inkriminierten Taten als motivational handlungslei-

- 81 -

tend angesehen werden müssten. Alle drei Störungsbilder seien als erheblich aus-

geprägt einzustufen (act. 10/27 S. 57). Der vom Beschuldigten begangene mehrfa-

che  Raub,  mehrfache  Diebstahl,  Gewalt  und  Drohung  gegen  Behörden  und  Be-

amte,  mehrfache  Drohung,  mehrfache  Beschimpfung,  mehrfache  Hausfriedens-

bruch  sowie  geringfügige  Diebstahl  sind  sodann  taugliche  Anlasstaten  im  Sinne 

von Art. 59 Abs. 1 StGB. Es ist folglich das Vorliegen einer schweren psychischen 

Störungen, tauglicher Anlasstaten sowie ein Kausalzusammenhang zwischen der 

psychischen Störung und den Anlasstaten zu bejahen.

2.3.

Therapiewilligkeit

2.3.1. Die  Anordnung  einer  Massnahme  nach  Art. 56  StGB  bedarf  –  wie  bereits 

ausgeführt (vgl. Erw. VI./2.) – einer gewissen Therapiewilligkeit des Beschuldigten. 

An die Therapiewilligkeit sind nicht allzu strenge Anforderungen zu stellen. Die feh-

lende  Motivation  gehört  regelmässig  zum  Krankheitsbild.  Die  Therapiemotivation 

wird häufig erst im Rahmen der Behandlung erarbeitet, weshalb lediglich ein Min-

destmass  an  Kooperation  oder  eine  gewisse  Motivierbarkeit  vorausgesetzt  wird 

(BSK StGB-HEER/HABERMEYER, 4. Auflage, 2019, Art. 59 N 78).

2.3.2. Der Beschuldigte erklärte bereits anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 19. September 2024, dass eine Massnahme bei ihm nichts bringe. 

Er habe eine Massnahme gemäss Art. 60 StGB bereits einige Male abgelehnt. Er 

mache auf keinen Fall eine Massnahme (act. 3/2 F/A 144 ff.). Auch gegenüber dem 

Gutachter gab der Beschuldigte an, dass für ihn momentan keine therapeutische 

Massnahme in Frage komme, da er irgendwie das Gefühl habe, dass es in Zukunft 

für ihn gut rauskommen würde (act.10/27 S. 28). So kommt der Gutachter Dr. med. 

pract. AF._____  denn  auch  zum  Schluss,  dass  der  Beschuldigte  aktuell  deutlich 

und unmissverständlich signalisiere, dass für ihn eine therapeutische Massnahme 

nicht infrage komme; dies unabhängig von einer ambulanten oder einer stationären 

Behandlungsmassnahme (act. 10/27 S. 62). Dieselbe gänzlich verweigernde Posi-

tion  nahm  der  Beschuldigte  sodann  auch  anlässlich  der  Hauptverhandlung  ein 

- 82 -

(Prot. S. 36 f.).  Es  kann  vorliegend  daher  von  keinerlei  Therapiewilligkeit  ausge-

gangen werden.

2.4. Verhältnismässigkeit

2.4.1. Zu prüfen ist überdies, ob eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit gerecht wird. Dieser Grundsatz be-

steht aus drei Teilaspekten, nämlich der Eignung, der Erforderlichkeit und der ver-

nünftigen Zweck-Mittel Relation (Verhältnismässigkeit im engeren Sinn) der Mass-

nahme  (JOSITSCH/EGE/SCHWARZENEGGER,  Strafrecht II,  2. Teil:  Sanktionsfolgen 

und  ihre  Bestimmungen  /  § 7  Massnahmen,  9. Auflage,  2018,  S.  173).  Bei  einer 

Prüfung der letztgenannten Verhältnismässigkeit im engeren Sinne fallen im Rah-

men einer Gesamtwürdigung einerseits insbesondere die Schwere des Eingriffs in 

die Freiheitsrechte der betroffenen Person in Betracht. Andererseits sind das Be-

handlungsbedürfnis  der  betroffenen  Person  sowie  die  Schwere  und  die  Wahr-

scheinlichkeit künftiger Straftaten relevant. Selbst eine geeignete und notwendige 

Massnahme kann sich als übermässig erweisen, wenn der mit ihr verbundene Ein-

griff  im  Vergleich  zur  Bedeutung  des  angestrebten  Ziels  unangemessen  schwer 

wiegt (BSK StGB-HEER, 4. Auflage, 2019, Art. 56 N 36).

2.4.2. Der Blick in den Strafregisterauszug des Beschuldigten mit rund zwölf rechts-

kräftigen Verurteilungen von grösstenteils einschlägigen Delikten (act. 48) zeigt of-

fensichtlich, dass eine Strafe allein nicht geeignet ist, um das Rückfallrisiko zu mi-

nimieren. Auch der Gutachter Dr. med. pract. AF._____ geht von einer deutlichen 

Rückfallgefahr gerade für ein mit den Anlasstaten vergleichbares Delikt aus; dies 

sowohl betreffend die Deliktqualität einer Beschimpfung und/oder Drohung als auch 

eines  Hausfriedensbruchs  und/oder  Diebstahls.  Als  wesentliche  Faktoren  hierfür 

werden  im  Gutachten  der  dissoziale  Anteil  der  kombinierten  Persönlichkeitsstö-

rung, die umfassende deliktische Vorgeschichte des Beschuldigten in Verbindung 

mit einer bis dato kaum vorhandene Problemeinsicht (sowohl betreffend seine psy-

chischen Gesundheitsprobleme als auch seine bisherige Lebensbewältigung) so-

wie nicht zuletzt auch eine ausgeprägte Bagatellisierung eigenen Fehlverhaltens 

einhergehend mit einer Verantwortungsabschiebung hierfür gegen aussen benannt 

- 83 -

(act. 10/27 S. 56 f.). Die einzige Interventionsmöglichkeit zur Verbesserung der Le-

galprognose  ist  gemäss  Gutachten  eine  stationäre  Massnahme  im  Sinne  von 

Art. 59  StGB,  wenngleich  einerseits  deren  legalprognostische  Erfolgsaussichten 

kritisch anzusehen seien und andererseits auf juristischer Ebene wohl die Verhält-

nismässigkeit zwischen einer solch freiheitseinschränkenden Massnahme und den 

inkriminierten Taten beurteilt werden müsse (act. 10/27 S. 57). Gemäss Gutachten 

gebe es zwar sowohl für die stoffgebundenen Suchterkrankungen (wie im Falle des 

Beschuldigten Alkohol und Cannabis) als auch die kombinierte Persönlichkeitsstö-

rungen wirkvolle Behandlungen. Zudem könne mit einer therapeutischen Behand-

lung zwar grundsätzlich der Gefahr von neuerlichen Straftaten begegnet werden, 

im  konkreten  Fall  des  Beschuldigten  sei  aber  sicherlich  dessen  recht  stringente 

Ablehnung  betreffend  eine  allfällig  therapeutische  Intervention  als  legalprognos-

tisch deutlich limitierenden Erfolgsfaktor zu berücksichtigen (act. 10/27 S. 60 f.).

Nach  gutachterlichem  Dafürhalten  sei  aber  eine  stationäre  Massnahme  gemäss 

Art. 59 StGB dennoch grundsätzlich geeignet, der Gefahr weiterer vom Exploran-

den zu befürchtender Straftatbegehung zu begegnen. Eine Massnahme unter dem 

Dach  des  Art. 59  StGB  habe  einerseits  deutlich  Vorrang  vor  einer  solchen  unter 

dem Dach des Art. 60 StGB, da das deliktische Verhalten des Beschuldigten primär 

als  in  dessen  Persönlichkeitsstruktur  –  wolle  heissen  dem  dissozialen  Anteil  der 

kombinierten Persönlichkeitsstörung – verankert angesehen werden müsse, hinge-

gen die gleichfalls bei ihm schwer ausgeprägte Suchtmittelkonsumproblematik hier-

auf lediglich noch einen modulierenden Einfluss ausübe. Eine ambulante Behand-

lung sei andererseits nicht nur als nicht genügend, sondern auch als nicht durch-

führbar  einzustufen  (act. 10/27  S. 63).  Der  Gutachter  Dr. med.  pract. AF._____ 

strich aber auch an anderer Stelle ein weiteres Mal heraus, dass es letztlich der 

gerichtlichen Würdigung überlassen zu sei, die Verhältnismässigkeit zwischen den 

aktuell  inkriminierten  Taten  und  der  Androhung  einer  stationären  (freiheitsein-

schränkenden) therapeutischen Massnahme zu beurteilen, nebst dem wohl auch 

die eingeschränkte legalprognostische Erfolgsaussichten einer solchen stationären 

Behandlungsmassnahme in eine solche Beurteilung einfliessen dürften (act. 10/27 

S. 62).

- 84 -

2.4.3. Folglich bezweifelt bereits der Gutachter Dr. med. pract. AF._____, ob eine 

stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB vorliegend verhältnismässig ist 

und dies zu Recht. So stellt die Anordnung einer stationären Massnahme klarer-

weise  einen  schweren  Eingriff  in  die  Freiheitsrechte  des  Beschuldigten  dar.  Die 

Anlasstaten – mehrfacher Raub, mehrfacher Diebstahl, Gewalt und Drohung gegen 

Behörden  und  Beamte,  mehrfache  Drohung,  mehrfache  Beschimpfung,  mehrfa-

cher Hausfriedensbruch sowie geringfügiger Diebstahl – sind zwar zahlreich aber 

allesamt von nur geringer Schwere. Überdies erscheint die Erfolgsaussicht einer 

stationären Massnahme sehr fraglich, nicht zuletzt aufgrund der vollumfänglich feh-

lenden Therapiewilligkeit des Beschuldigten. Eine mildere Massnahme – nament-

lich eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB – ist dem Gutachten 

folgend auszuschliessen. Aufgrund der zu verneinenden Verhältnismässigkeit und 

überdies auch mit Blick auf die ohnehin kaum ausreichend vorhandenen Massnah-

menplätze (vgl. BSK StGB-HEER, 4. Auflage, 2019, Art. 56 N 84 f.) ist von der An-

ordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB abzusehen.

2.5.

Fazit

Die  Voraussetzungen  für  eine  stationäre  Massnahme  gemäss  Art. 59  StGB  sind 

nicht  gegeben.  Der  Antrag  auf  Anordnung  einer  stationären  Massnahme  seitens 

der Staatsanwaltschaft ist daher abzuweisen.

VII. Zivilansprüche

1.

Allgemeines

1.1. Eine geschädigte Person kann zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat als 

Privatklägerschaft  adhäsionsweise  im  Strafverfahren  geltend  machen  (Art. 122 

Abs. 1 StPO). Sie hat ihre Ansprüche innert der von der Verfahrensleitung ange-

setzten  Frist  zu  beziffern  und  zu  begründen  (Art. 123  Abs. 2  StPO).  Das  mit  der 

Strafsache befasste Gericht beurteilt den Zivilanspruch ungeachtet des Streitwerts 

(Art. 124  Abs. 1  StPO)  und  entscheidet  über  die  anhängig  gemachte  Zivilklage, 

wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht sowie wenn es die beschuldigte 

Person  freispricht  und  der  Sachverhalt  spruchreif  ist  (Art. 126  Abs. 1  StPO).  Be-

- 85 -

gründet  oder  beziffert  die  Privatklägerschaft  die  Zivilklage  nicht  hinreichend,  ist 

diese auf den Zivilweg zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Wäre die vollstän-

dige Beurteilung des Zivilanspruchs ausserdem unverhältnismässig aufwendig, so 

kann das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden und sie im 

Übrigen ebenfalls auf den Zivilweg verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO).

1.2. Schadenersatz

Wer einem anderen widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus 

Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatz verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR). Die Deliktshaf-

tung setzt kumulativ voraus, dass ein Vermögensschaden vorliegt, welcher durch 

eine unerlaubte Handlung entstanden ist, ein natürlicher sowie adäquater Kausal-

zusammenhang zwischen der schuldhaften Handlung und dem Schaden besteht, 

sowie ein Verschulden des Urhebers vorliegt (OFK OR-FISCHER/BÖHME/GÄHWILER, 

4. Auflage, 2023, Art. 41 N 14).

1.3. Genugtuung

Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung 

einer Geldsumme als Genugtuung, sofern dies durch die Schwere der Verletzung 

als gerechtfertigt erscheint und falls die Verletzung nicht anders wiedergutgemacht 

worden  ist  (Art. 49  Abs. 1  OR).  Eine  Genugtuung  bezweckt  nicht  den  Ausgleich 

eines wirtschaftlichen Schadens, sondern das Aufwiegen eines Eingriffs in das see-

lische Wohlbefinden (Wiedergutmachung von immaterieller Unbill). Mit Ausnahme 

eines materiellen Schadens, welcher für die Zusprechung einer Genugtuung nicht 

vorliegen  muss,  sind  die  übrigen  Haftungsvoraussetzungen  ebenfalls  vorausge-

setzt. Die Bemessung der Genugtuung steht im Ermessen des Gerichts (OFK OR-

FISCHER/BÖHME/GÄHWILER, 4. Auflage, 2023, Art. 47 N 2, 12 und 25 ff.). Da auch 

juristische Personen in ihrer Persönlichkeit verletzt werden können (insbesondere 

im Bereich des Namensrechts, des Ehrenschutzes sowie mit Bezug auf die Geheim 

und Privatsphäre) gesteht das Bundesgericht sowie ein Teil der Lehre– trotz man-

gelnder Empfindungsfähigkeit – juristischen Personen im Falle von Persönlichkeits-

- 86 -

verletzungen ebenfalls einen Anspruch auf Genugtuung zu (BSK OR I-KESSLER, 7. 

Auflage, 2020, Art. 49 N 7 m.w.H.).

2.

Beurteilung der konkreten Zivilansprüche

2.1. Der  Beschuldigte  ist  des  mehrfachen  Raubes  im  Sinne  von  Art. 140  Ziff. 1 

Abs. 2 StGB, des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, der 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB, der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, der mehrfa-

chen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfrie-

densbruchs  im  Sinne  von  Art. 186  StGB  sowie  des  geringfügigen  Diebstahls  im 

Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig 

zu sprechen. Es ist folglich über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft zu ent-

scheiden.

2.2. C._____ Genossenschaft (Privatklägerin 2, Dossier 8)

2.2.1. Die C._____ Genossenschaft hat sich vorliegend als Privatklägerin konstitu-

iert (vgl. Erw. II./2.2.). Sie verlangt eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 150.–. Als 

Begründung führt sie aus, dass hierdurch die Umtriebe gedeckt würden, die ent-

standen seien. So umfassten genannte Umtriebe die Positionen Anhalten und Be-

arbeitung des Sachverhaltes "Ware ohne Bezahlung", Beizug der Polizei und Ein-

weisung,  allfällige  Befragung  /  Einvernahme  der  beschuldigten  Person,  Inkasso 

und Bearbeitung der Umtriebsentschädigung, Erfassung und Löschung der Daten 

im Informationssystem sowie Administration / Unterlagen (act. D8/9/2).

2.2.2. Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die Privatklägerin 2 in ihrer Persön-

lichkeit verletzt worden wäre und sich hieraus ein Genugtuungsanspruch ableiten 

liesse. Entsprechend ist ihr Genugtuungsbegehren abzuweisen.

2.3. D._____ AG (Privatklägerin 3, Dossier 1, 2, 6, 11 und 12)

2.3.1. Die D._____ AG hat sich als Privatklägerin konstituiert (vgl. Erw. II./2.2.). Be-

züglich Dossier 1, 2 und 6 macht die D._____ AG je einen Schadenersatz im Sinne 

- 87 -

einer Umtriebsentschädigung in der Höhe von Fr. 150.– geltend (act. 6; act. 12/2; 

act. D2/7; act. D2/9/2; act. D6/9/2). Bezüglich Dossier 11 macht die Privatklägerin 

überdies  insgesamt  Fr. 647.40  als  Schadenersatz  geltend  (act. D11/8/2);  dieser 

Betrag  setzt  sich  aus  einer  Umtriebsentschädigung  in  der  Höhe  von  Fr. 150.– 

(act. D11/7)  sowie  des  Gesamtwerts  von  Fr. 497.40  der  gestohlenen  acht  Uhren 

zusammen  (act. D11/1).  Bezüglich  Dossier  12  verlangt  die  Privatklägerin  insge-

samt Fr. 437.– als Schadenersatz (act. D12/9/2); dieser Betrag setzt sich aus einer 

Umtriebsentschädigung in der Höhe von Fr. 150.– (act. D12/6) sowie des Gesamt-

werts von Fr. 287.– der drei gestohlenen Uhren zusammen (act. D12/1).

2.3.2. Der Privatklägerin 3 sind jeweils Fr. 150.– bezüglich der Dossiers 1, 2, 6, 11 

und 12 im Sinne einer Umtriebsentschädigung zuzusprechen, da unbestritten ist, 

dass die Diebstähle des Beschuldigten jeweils Umtriebe verursachten. Der Privat-

klägerin 3  ist  überdies  bezüglich  Dossier  11  der  Gesamtwert  von  Fr. 497.40  der 

gestohlenen  und  gemäss  Polizeirapport  vom  25.  Januar  2024  (act. D11/1)  nicht 

wieder  aufgefundenen  acht  Uhren  zuzusprechen.  Dieser  Gesamtwert  setzt  sich 

aus den Verkaufspreisen resp. den Marktpreisen der Uhren zusammen, denn von 

diesen ist vorliegend auch auszugehen – und nicht von den Einstandspreisen, wie 

dies von der Verteidigung vorgebracht wurde (Prot. S. 42) – da bei Sachen mit ei-

nem  Marktwert  resp.  einem  objektiv  bestimmbaren  Wert  alleine  dieser  entschei-

dend ist (BGE 116 IV 190 E. 2b/aa.). Nicht zuzusprechen ist der Privatklägerin 3 

jedoch bezüglich Dossier 12 der Gesamtwert von Fr. 287.– der drei gestohlenen 

Uhren. Diese konnten gemäss Polizeirapport vom 19. Dezember 2023 (act. D12/1) 

alle retourniert werden. Es ist aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht ersichtlich, 

worin ein weiterer Schaden bestünde. Folglich ist die Privatklägerin 3 hiermit auf 

den Zivilweg zu verweisen. Im Fazit ist der Beschuldigte zu verpflichten, der Privat-

klägerin 3 aus den Ereignissen vom 1. April 2023 (Dossier 1), vom 21. April 2023 

(Dossier 2), vom 20. Mai 2023 (Dossier 6), vom 17. Januar 2024 (Dossier 11) sowie 

- 88 -

vom 13. Dezember 2023 (Dossier 12) Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'247.70 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist die Privatklägerin 3 auf den Zivilweg zu verweisen.

2.4. E._____ (Privatklägerin 4, Dossier 10)

2.4.1. Die E._____ hat sich als Privatklägerin konstituiert (vgl. Erw. II./2.2.). Sie ver-

langt Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'176.– (act. D10/9/2). Dieser Betrag ent-

spricht  dem  Gesamtwert  aller  gestohlener  Pflanzen 

resp.  Gegenstände 

(act. D10/1).

2.4.2. Aus dem Polizeirapport vom 22. Januar 2024 (act. D10/1) geht hervor, dass 

insgesamt  acht  gestohlene  Pflanzen  resp.  Gegenstände  im  Gesamtwert  von 

Fr. 381.–  retourniert  werden  konnten,  was  von  der  Privatklägerin 4  auch  so  be-

scheinigt wurde (act. D10/8/3). Folglich ist aufgrund der vorliegenden Aktenlage nur 

ein Schaden im Umfang von Fr. 795.– ausgewiesen und der Privatklägerin 4 folg-

lich auch nur ein Schadenersatz in dieser Höhe aus den Ereignissen vom 20., 21., 

22., und 23. November 2023 (Dossier 10) zuzusprechen. Im Mehrbetrag ist die Pri-

vatklägerin 4 auf den Zivilweg zu verweisen.

2.5. F._____ (Privatklägerin 5, Dossier 4)

2.5.1. F._____ hat sich als Privatklägerin konstituiert (vgl. Erw. II./2.2.). Sie verlangt 

eine  Genugtuung  in  der  Höhe  von  Fr. 300.–  ohne  dies  weiter  zu  begründen 

(act. D4/6/2).

2.5.2. Vorliegend  ist  nicht  ersichtlich,  woraus  sich  ein  Genugtuungsanspruch  der 

Privatklägerin 5 ableiten liesse. So wurde ihr zwar eine beim Sitzplatz aufgehängte 

Kuhglocke gestohlen, die aber auch wieder retourniert werden konnte, was seitens 

der  Privatklägerin  5  auch  bescheinigt  wurde  (act. D4/1;  act. D4/5/2).  Es  handelt 

sich dabei um ein reines Vermögensdelikt und es ist nicht ersichtlich, inwiefern hier-

aus eine schwere Persönlichkeitsverletzung resultierte, welche für die Zusprechung 

einer Genugtuung erforderlich ist. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 5 

ist folglich abzuweisen.

- 89 -

2.6.

I._____ GmbH (Privatklägerin 8, Dossier 7)

2.6.1. Die I._____ GmbH hat sich als Privatklägerin konstituiert (vgl. Erw. II./2.2.). 

Sie verlangt einen Schadenersatz in der Höhe von Fr. 300.– (act. D7/8/2).

2.6.2. Aus den vorliegenden Akten ist nicht ersichtlich, woraus sich ein Schaden in 

der Höhe von Fr. 300.– ergeben würde. So wurde namentlich die gestohlene Win-

termütze im Wert von Fr. 39.– wieder retourniert (act. D7/1). Die Privatklägerin 8 

hat damit ihren Schadenersatzanspruch nicht ausreichend substantiiert, weshalb 

sie mit diesem auf den Zivilweg zu verweisen ist.

2.7. J._____ (Privatkläger 9, Dossier 6)

2.7.1. J._____ hat sich als Privatkläger konstituiert (vgl. Erw. II./2.2.). Er verlangt 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 150.– für Kleidung sowie Genugtuung in der 

Höhe von Fr. 150.– wegen Schmerzen (act. D6/8/1). 

2.7.2. Der  Privatkläger  9  begründet  weder  sein  Schadenersatz-  noch  Genugtu-

ungsbegehren, noch liegen allfällige Belege in den Akten. Er hat damit weder sei-

nen Schadenersatz- noch seinen Genugtuungsanspruch ausreichend substantiiert, 

weshalb er mit diesen auf den Zivilweg zu verweisen ist.

VIII. Einziehungen und Sicherstellungen

1. Gemäss Art. 263 Abs. 1 StPO können Gegenstände und Vermögenswerte ei-

ner  beschuldigten  Person  oder  einer  Drittperson  beschlagnahmt  werden,  wenn 

diese voraussichtlich als Beweismittel gebraucht werden (lit. a), zur Sicherstellung 

von Verfahrenskosten, Geldstrafen, Bussen und Entschädigungen gebraucht wer-

den  (lit.  b),  den  Geschädigten  zurückzugeben  sind  (lit.  c)  oder  einzuziehen  sind 

(lit. d). Ist die Beschlagnahme eines Gegenstandes oder Vermögenswertes nicht 

vorher aufgehoben worden, so ist über seine Rückgabe an die berechtigte Person, 

seine  Verwendung  zur  Kostendeckung  oder  über  seine  Einziehung  im  Endent-

scheid zu befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO).

- 90 -

2.

Die folgenden, sichergestellten Gegenstände (vgl. act. 49) werden eingezo-

gen und der jeweiligen Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernich-

tung überlassen:







Datenträger für Computer (Asservat-Nr. A017'408'376)

Tatort Videoaufzeichnung (Asservat-Nr. A018'125'796)

Videodaten (Asservat-Nr. A018'241'902)

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die Entscheidgebühr ist in Anwendung Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung 

mit § 2 lit. b, c und d GebV OG in Verbindung mit § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG auf 

Fr. 3'600.– festzusetzen. Die Kosten des Vorverfahrens betragen Fr. 2'100.– zzgl. 

der Auslagen im Vorverfahren in der Höhe von Fr. 15'987.50 (psychiatrisches Gut-

achten) sowie Fr. 785.87 (med. Dienstleistungen). Zu den Verfahrenskosten gehö-

ren auch die Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO i.V.m. 

Art. 135 StPO). Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ist für seine Aufwendungen als amt-

licher Verteidiger des Beschuldigten entsprechend der eingereichten Honorarnote 

(act. 54) mit Fr. 11'444.65 zuzüglich Fr. 4'018.45 (zusätzlich drei Stunden für die 

Hauptverhandlung, eine Stunde für die Urteilseröffnung sowie zwei Stunden für die 

Hin- und Rückfahrt; inkl. MwSt.) und somit insgesamt mit Fr. 15'463.10 zu entschä-

digen.

2.

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen 

Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Ausgenom-

men  sind  die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung.  Diese  sind  einstweilen  auf  die 

Gerichtskasse  zu  nehmen,  unter  Vorbehalt  einer  Nachforderung  nach  Art. 135 

Abs. 4 StPO, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten erlau-

ben.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

- 91 -















des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

(Dossier 1 und 6),

des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB

(Dossier 2, 4, 7, 10, 11 und 12),

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB (Dossier 8),

der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB

(Dossier 3, 5 und 9),

der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Dossier 3, 5, 8 und 9),

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB

(Dossier 1, 2, 4, 6, 9, 11 und 12),

des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 8).

2.

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Belästigung 

im Sinne von Art. 198 aStGB (Dossier 3) freigesprochen.

3.

Hinsichtlich des Vorwurfs des geringfügigen Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB zum Nachteil 

der C._____ Genossenschaft (Dossier 7) wird das Verfahren zufolge fehlen-

dem Strafantrag definitiv eingestellt.

4.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten, wo-

von bis und mit heute 477 Tage durch Haft erstanden sind, einer Geldstrafe 

von 60 Tagessätzen zu Fr. 10.– (entsprechend Fr. 600.–) sowie einer Busse 

von Fr. 300.–.

5.

Die Freiheitsstrafe sowie die Geldstrafe werden vollzogen. Die Busse ist zu 

bezahlen.

6.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

- 92 -

7.

Der Antrag auf Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB wird abgewiesen.

8.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 2 (C._____ Genossenschaft) 

wird abgewiesen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 (D._____ AG) aus 

den Ereignissen vom 1. April 2023 (Dossier 1), vom 21. April 2023 (Dossier 

2), vom 20. Mai 2023 (Dossier 6), vom 17. Januar 2024 (Dossier 11) sowie 

vom 13. Dezember 2023 (Dossier 12) Schadenersatz in der Höhe von 

Fr. 1'247.40 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 3 auf den Zi-

vilweg verwiesen.

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 (E._____) aus den 

Ereignissen vom 20., 21., 22., und 23. November 2023 (Dossier 10) Scha-

denersatz in der Höhe von Fr. 795.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die 

Privatklägerin 4 auf den Zivilweg verwiesen.

11. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 5 (F._____) wird abgewiesen.

12. Die Privatklägerin 8 (I._____ GmbH) wird mit ihrem Schadenersatzbegehren 

auf den Zivilweg verwiesen.

13. Der Privatkläger 9 (J._____) wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtu-

ungsbegehren auf den Zivilweg verwiesen.

14. Die folgenden, sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und der 

jeweiligen Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung über-

lassen:







Datenträger für Computer (Asservat-Nr. A017'408'376)

Tatort Videoaufzeichnung (Asservat-Nr. A018'125'796)

Videodaten (Asservat-Nr. A018'241'902)

- 93 -

15. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'100.00 Gebühr für das Vorverfahren; 
Kosten Kantonspolizei

15'987.50 Auslagen (psychiatrisches Gutachten); 

785.87   Auslagen (med. Dienstleistungen)

15'463.10

Entschädigung amtliche Verteidigung RA 
lic. iur. X._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.)

37'936.47 Total

16. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 15 werden dem Beschuldigten aufer-

legt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden indessen einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung dieser Kosten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

17. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an















die amtliche Verteidigung, im Doppel für sich und zuhanden des
Beschuldigten (übergeben);

die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland, im Doppel (übergeben);

die Privatkläger 1-14 (als Gerichtsurkunde);

die zuführenden Polizeibeamten (übergeben);

Bundesamt für Polizei fedpol, Bundeskriminalpolizei, Guisanplatz 1A, 
3003 Bern (gegen Empfangsschein);

Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Bewährungs- 
und Vollzugsdienste (vorab per E-Mail an intake.bvd@ji.zh.ch, hernach 
gegen Empfangsschein);

die Bezirksgerichtskasse Winterthur (überbracht);

und hernach als begründetes Urteil an







die amtliche Verteidigung, im Doppel für sich und zuhanden des
Beschuldigten (per Einschreiben, gegen Empfangsschein);

die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland, im Doppel (per 
Einschreiben, gegen Empfangsschein);

die Privatkläger 1-14, auf Verlangen (als Gerichtsurkunde);

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an

- 94 -

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





Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Bewährungs- 
und Vollzugsdienste, mit Vermerk der Rechtskraft;

die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A, unter Beilage des 
Formulars "Löschung DNA-Profil und Vernichtung ED-Material";

die Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, Güterstr. 33, Postfach, 
8010 Zürich (hinsichtlich Dispositiv-Ziffer 14);

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben gemäss 
§ 54a PolG und § 52 Abs. 5 PolG;

je gegen Empfangsschein.

18. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Winterthur, Lindstrasse 10, 8400 Winterthur, mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungser-

klärungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

- 95 -

Winterthur, 13. März 2025

BEZIRKSGERICHT WINTERTHUR

Der Gerichtspräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Oehler

MLaw V. Stäheli