# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 789c2c8d-453a-5f89-89b3-c5121e46f10b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 09.02.2021 460 19 187
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-19-187_2021-02-09.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,  

vom 9. Februar 2021 (460 19 187)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht  

 

 

Grobe Verletzung von Verkehrsregeln  

 

 

Besetzung Vizepräsident Stephan Gass, Richterin Helena Hess (Ref.),  

Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiberin Mateja Smiljić 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Strafbefehle (SB),  

Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 

  

 

gegen 

 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Peter Nedwed,  

Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger  

 

 

Gegenstand grobe Verletzung von Verkehrsregeln 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums  

Basel-Landschaft vom 9. Mai 2019 

 

 
  

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A. Mit Urteil vom 9. Mai 2019 sprach das Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft (nachfol-

gend: Strafgerichtspräsidium) A.____ in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staatsan-

waltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 5. Juni 2018 der groben Ver-

letzung der Verkehrsregeln schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu je CHF 170.00, bei einer Probezeit von zwei Jahren (Dispositiv -Ziffer 1). 

Des Weiteren wurden dem Beurteilten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrens-

kosten in der Höhe von insgesamt CHF 1'758.00, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens 

von CHF 758.00 und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00, auferlegt (Dispositiv-Ziffer 2).  

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Parteieingaben wird, soweit erfor-

derlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.  

 

B. Gegen obgenanntes Urteil meldete A.____ (nachfolgend: Berufungskläger oder Beschul-

digter), vertreten durch Advokat Peter Nedwed, mit Schreiben vom 24. Mai 2019 die Berufung an 

und gelangte mit Berufungserklärung vom 6. August 2019 an das Kantonsgericht Basel-Land-

schaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantons- oder Berufungsgericht). Darin beantragte der 

Berufungskläger, er sei vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung freizusprechen und 

stattdessen wegen einfacher Verkehrsregelverletzung mit einer angemessenen Busse zu bestra-

fen.  

 

C. Mit Schreiben vom 9. August 2019 erklärte die Staatsanwaltschaft die Anschlussberufung 

gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 9. Mai 2019 und begehrte darin, (1.) es sei der 

Beschuldigte in Abänderung von Ziffer 1 des Urteils des Strafgerichts vom 9. Mai 2019 in Anwen-

dung von Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) der groben Verletzung 

von Verkehrsregeln schuldig zu sprechen und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 

Tagessätzen à CHF 170.00, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von 

CHF 800.00 zu verurteilen; und (2.) es sei die Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abzu-

weisen.  

 

D. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 12. August 2019 wurden die Parteien angefragt, 

ob sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens gestützt auf Art.  406 Abs. 2 lit. b der 

Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) einverstanden sind.  

 

E. Die Staatsanwaltschaft nahm am 14. August 2019 zur obgenannten Verfügung vom 

12. August 2019 dahingehend Stellung, dass von ihrer Seite her keine Einwände gegen die 

Durchführung des schriftlichen Verfahrens bestehen würden.  

 

F. Demgegenüber führte der Beschuldigte im Schreiben vom 22. August 2019 aus, dass er 

mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens nicht einverstanden sei und eine mündliche 

Verhandlung wünsche.  

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G. Sodann wurde mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 26. August 2019 das mündliche 

Verfahren angeordnet und den Parteien Frist bis zum 8. Oktober 2019 zur ausführlichen Begrün-

dung ihrer Berufung beziehungsweise Anschlussberufung angesetzt.  

 

H. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 6. September 2019 mit, dass sie auf eine 

weitere Begründung der Anschlussberufung verzichte, da bereits die Anschlussberufungserklä-

rung vom 9. August 2019 begründet worden sei.  

 

I. In seiner Berufungsbegründung vom 4. Oktober 2019 hielt der Berufungskläger vollum-

fänglich an seinem bereits gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte darüber hinaus die 

Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vom 9. August 2019; dies alles unter 

o/e-Kostenfolge.  

 

J. Mit Stellungnahme zur Berufungsbegründung vom 1. November 2019 wiederholte die 

Staatsanwaltschaft ihre eingangs in der Anschlussberufungserklärung gestellten Rechtsbegeh-

ren und beantragte zusätzlich, es sei der Bericht von Adj B.____ vom 28. Oktober 2019 mit einer 

zweiten Abstandsberechnung zu den Akten zu nehmen. 

 

K. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 4. November 2019 wurde unter anderem die Be-

rufungsantwort der Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten samt Beilagen zur Kenntnisnahme zu-

gestellt, der Schriftenwechsel geschlossen und die Parteien zur kantonsgerichtlichen Hauptver-

handlung geladen.  

 

L. Mit nachträglicher Eingabe vom 2. Februar 2021 reichte der Berufungskläger noch das 

Schreiben seines Arbeitgebers vom 10. Dezember 2020 zu den Akten. 

 

M. Nachdem die am 31. März 2020 angesetzte kantonsgerichtliche Verhandlung aufgrund 

von Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und die danach neu am 18.  August 

2020 terminierte Verhandlung aufgrund krankheitsbedingten Ausfalls des Verteidigers des Beru-

fungsklägers abgeboten werden mussten, wurden die Parteien schliesslich am 9.  Februar 2021 

zur kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung geladen.  

 

N. Anlässlich der Hauptverhandlung erscheinen der Beschuldigte und sein Verteidiger Advo-

kat Peter Nedwed sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte wiederholt seine 

Anträge gemäss den eingereichten Rechtsschriften und verlangt im Weiteren, es sei der seitens 

der Staatsanwaltschaft mit Anschlussberufungserklärung vom 1. November 2019 gestellte Be-

weisantrag (vgl. Ziffer 1) gestützt auf Art. 389 StPO aus dem Recht zu weisen. Ebenso hält die 

Staatsanwaltschaft vollumfänglich an ihren schriftlich gestellten Anträgen fest.  

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.  

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Erwägungen 

I. Formelles 

1.1 Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 

Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gestützt auf 

Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliess-

lich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge-

rung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit.  b) sowie Unan-

gemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten um-

fassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist 

zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils 

schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20  Tagen seit der 

Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die An-

schlussberufung hat innert 20 Tagen nach Eingang der Berufungserklärung zu erfolgen (Art. 400 

Abs. 3 lit. b StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen.  

 

1.2 Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 9. Mai 2019 angefochten, wel-

ches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Aus den Akten ergibt sich, dass das Urteilsdis-

positiv dem Verteidiger des Beschuldigten am 15. Mai 2019 und das schriftlich begründete Urteil 

am 19. Juli 2019 zugegangen sind (vgl. act. 145, 171). Mit seinen Eingaben vom 24.  Mai 2019 

(Berufungsanmeldung) respektive vom 6. August 2019 (Berufungserklärung) hat der Berufungs-

kläger die jeweiligen Rechtsmittelfristen gewahrt. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

vom 9. August 2019 ist innerhalb der zwanzigtägigen Frist nach Eingang der Berufungserklärung 

erfolgt. Somit haben der Beschuldigte als Berufungskläger und die Staatsanwaltschaft als An-

schlussberufungsklägerin die Rechtsmittelfrist gewahrt und sind zudem der Erklärungspflicht ge-

mäss Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO nachgekommen. Sowohl der Beschuldigte als auch die Staats-

anwaltschaft sind Parteien gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. a und c StPO und haben ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Urteils. Die Berufung des Berufungs-

klägers sowie die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft erfüllen somit sämtliche Formalien, 

weshalb auf diese einzutreten ist. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Ba-

sel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung des vorliegenden 

Rechtsmittels ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einfüh-

rungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). 

 

1.3  Der Verteidiger des Beschuldigten begehrt in seinem Parteivortrag anlässlich der kan-

tonsgerichtlichen Hauptverhandlung in formeller Hinsicht erstmals, es sei die mit Berufungsant-

wort der Staatsanwaltschaft vom 1. November 2019 eingereichte zweite Abstandsberechnung 

aus dem Recht zu weisen. In Bezug auf diesen Verfahrensantrag des Berufungsklägers ist vorab 

darauf hinzuweisen, dass der genannte Bericht von Adj B.____ vom 28. Oktober 2019 mit einer 

zweiten Abstandsberechnung gestützt auf die kantonsgerichtliche Verfügung vom 4. November 

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2019 zu den Akten genommen und dem Berufungskläger zur Kenntnisnahme zugestellt wurde. 

Insofern handelt es sich hierbei nicht um einen selbstständigen Beweisantrag, sondern lediglich 

um eine der freien Beweiswürdigung unterliegende Parteibehauptung als Bestandteil der Partei-

vorbringen, welche im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung mit den anderen eingereichten Be-

weisen zu würdigen sein wird – was im Übrigen auch für das seitens des Beschuldigten mit Ein-

gabe vom 2. Februar 2021 nachgereichte Bestätigungsschreiben seines Arbeitgebers gilt.  

 

II. Berufungsgegenstand 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten. Da die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung erhoben hat, 

kommt das Verbot der "reformatio in peius" (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) im vorliegend zu beurtei-

lenden Fall nicht zur Anwendung. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich im Sinne von 

Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO gegen das strafgerichtliche Urteil als Ganzes. Konkret beanstandet der 

Beschuldigte den Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln und damit zusam-

menhängend auch die ausgesprochene Strafe sowie die Kostenauferlegung. Nach Ansicht des 

Berufungsklägers hat lediglich ein Schuldspruch wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln 

nach Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer entsprechenden Busse zu ergehen. Demgegenüber rügt die 

Staatsanwaltschaft einzig die Strafzumessung und verlangt in ihrer Anschlussberufung, dem Be-

schuldigten zur bedingt ausgesprochenen Geldstrafe auch noch eine Verbindungsbusse gemäss 

Art. 42 Abs. 4 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) in der Höhe von 

CHF 800.00 aufzuerlegen. Folglich sind im vorliegenden Verfahren sowohl der Schuldspruch we-

gen grober Verletzung der Verkehrsregeln als auch die diesbezügliche Strafzumessung und die 

dem Prozessausgang folgende Kostenverteilung zu überprüfen.  

 

1.2 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechts-mittelinstan-

zen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die 

Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue 

tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren 

vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER / NADIG RETO / SCHNEEBELI REBECCA, in: Zürcher 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2020, N 10 zu Art. 82 

StPO).  

 

III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen  

1. Ausgangslage und Ausführungen der Parteien  

1.1 Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 5. Juni 2018 geht von folgendem Sachverhalt 

aus: "Am yy.yy.yyyy, 11:29 Uhr, fuhr der Beschuldigte als Lenker des Personenwagens Merce-

des-Benz (BL XXXXXX) in C.____ bei starkem Verkehrsaufkommen auf der regennassen Über-

holspur der Autobahn A2 in Fahrtrichtung D.____. Hierbei hielt er bei einer berechnungsrelevan-

ten Geschwindigkeit von 114 km/h auf einer Strecke von mehr als 1400 Metern den minimalen 

Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug pflichtwidrig nicht ein und schloss dabei bis 

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auf gemessene 17.1 Meter (0.54 Sekunden) auf dieses auf. Dabei war sich der Beschuldigte der 

allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrsregelwidrigen Fahrweise bewusst bzw. hat die Gefähr-

dung anderer Verkehrsteilnehmenden zumindest pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen ."  

 

1.2 Das Strafgerichtspräsidium hält im Urteil vom 9. Mai 2019 in tatsächlicher Hinsicht zusam-

menfassend fest, für die Abstands- sowie Geschwindigkeitsberechnung sei bei einer gesamthaft 

aufgezeichneten Messstrecke von 1457.4 Metern der Ausschnitt bei 232.14 Meter (sechs Sekun-

den in der Messung) verwendet worden. Der Beschuldigte liege richtig mit seinen Ausführungen, 

dass es sich dabei um eine Momentaufnahme handle. Zum Zeitpunkt der Momentaufnahme sei 

der Beschuldigte mit einer Geschwindigkeit von 114 km/h gefahren, darüber hinaus habe seine 

Durchschnittsgeschwindigkeit auf der gemessenen Strecke 103 km/h betragen. Somit sei offen-

sichtlich, dass der Beschuldigte für die restliche gemessene Strecke durchschnittlich mit einer 

leicht reduzierten Geschwindigkeit gefahren sei. Ebenso könne festgestellt werden, dass der Be-

schuldigte nach dem Zeitpunkt der Momentaufnahme, welche zur Abstandsberechnung ve rwen-

det wurde, für mindestens sechs Sekunden mit konstanter Geschwindigkeit weiterfahre, bevor 

die gefahrene Geschwindigkeit aufgrund einer Stauung des Verkehrs reduziert werde. Bei einer 

gefahrenen Geschwindigkeit von 114 km/h ergebe dies somit eine Strecke von 189.6 Metern, auf 

welcher die Geschwindigkeit von 114 km/h vom Beschuldigten aufrechterhalten worden sei. In-

sofern sei der Sachverhalt gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 5.  Juni 2018 erstellt. 

Demgegenüber ist das Strafgerichtspräsidium – entgegen den Darstellungen der Staatsanwalt-

schaft – von einer weitgehend abgetrockneten und nicht regennassen Fahrbahn ausgegangen 

(vgl. S. 3 ff. des vorinstanzlichen Urteils). In rechtlicher Hinsicht hat das Strafgerichtspräsidium 

das Verhalten des Beschuldigten als grobe Verletzung der Verkehrsregeln eingestuft. Der Be-

schuldigte habe sich dem voranfahrenden Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von 114 km/h bis 

zu einer Distanz von 17.1 Metern bzw. 0.54 Sekunden angenähert. Somit habe er, wenn auch 

nicht stark, dennoch die Regel 1/6-Tacho unterschritten. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit 

und dem Vorhandensein zahlreicher weiterer Verkehrsteilnehmer sei durch das dichte Auffahren 

des Beschuldigten klarerweise eine konkrete Gefährdung erhöhten Ausmasses entstanden. Der 

Beschuldigte habe überdies zumindest grobfahrlässig gehandelt, d.h. er sei sich der allgemeinen 

Gefährlichkeit seiner verkehrsregelwidrigen Fahrweise bewusst gewesen oder habe die Gefähr-

dung pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen (vgl. S. 7 f. des vorinstanzlichen Urteils).  

 

1.3 Demgegenüber bestreitet der Berufungskläger in seiner Berufungserklärung vom 6.  Au-

gust 2019 sowie in seiner Berufungsbegründung vom 4. Oktober 2019 im Grundsatz weder, dem 

vorausfahrenden Fahrzeug zu nahe aufgefahren zu sein noch das Ergebnis der polizeilichen Ab-

standsmessung von 0.54 Sekunden bzw. von 17.1 Metern. Er macht hingegen geltend, die vom 

Bundesgericht mehrfach bestätigte "Grenze" von 0.6 Sekunden Abstand als Trennlinie zwischen 

der einfachen und der groben Verkehrsregelverletzung sei nur knapp unterschritten worden. Bei 

einem um 1.9 Meter grösseren Abstand wäre er dementsprechend gemäss Art.  90 Abs. 1 und 

nicht Abs. 2 SVG bestraft worden. Der Beschuldigte hält ferner dafür, dass es sich bei der durch-

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geführten Messung lediglich um eine reine Momentaufnahme handle, was auch von der Vo-

rinstanz anerkannt worden sei. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGer 

6B_1004/2016 vom 14. März 2017) genüge für die Annahme einer groben Verkehrsregelverlet-

zung, wenn der erforderliche Mindestabstand auf einer Strecke von weniger als 300 Metern bzw. 

auf einer Strecke von mindestens 132 Metern unterschritten werde. Im Umkehrschluss sei daraus 

zu schliessen, dass eine reine Momentaufnahme eben nicht genüge, um ihm eine grobe Ver-

kehrsregelverletzung vorzuwerfen. Ferner stellt der Berufungskläger in Abrede, dass er – abge-

sehen von dieser kurzen augenblicklichen Unterschreitung des Mindestabstands – während län-

gerer Zeit mit einem zu geringen Abstand dem vorderen Auto gefolgt sei. Insbesondere bestreite 

er, während einer Strecke von mindestens 132 Metern einen Abstand von weniger als 0.6 Se-

kunden innegehabt zu haben. Ein entsprechender Nachweis sei weder von der Staatsanwalt-

schaft noch von der Vorinstanz erbracht worden. Überdies seien vermeintliche Verletzungen der 

Abstandsvorschriften nicht von blossem Auge feststellbar. Dies könne höchstens bei deutlichen 

und klaren Abstandsunterschreitungen zutreffen, jedoch nicht, wenn es um die Beurteilung einer 

Differenz von 0.06 Sekunden oder 1.9 Metern ginge (vgl. S. 2 f. der Berufungsbegründung vom 

4. Oktober 2019).  

 

Anlässlich der Befragung zur Sache vor den Schranken des Kantonsgerichts wiederholt der Be-

rufungskläger im Wesentlichen das bereits in der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 

28. August 2018 (act. 75 ff.) sowie vor den Schranken des Strafgerichts Basel-Landschaft am 

9. Mai 2019 (act. 125 ff.) Vorgebrachte. Er betont insbesondere nochmals, dass es sich bei der 

Abstandsmessung um eine Momentaufnahme handle, welche seiner Ansicht nach einen Grenz-

fall darstelle. Auf keinen Fall sei er aber über die gesamte gemessene Strecke zu nahe aufgefah-

ren. Auch habe er dies sicherlich nicht absichtlich gemacht, denn er sei ein sehr zurückhaltender 

Fahrer und stets unfallfrei gefahren (vgl. Protokoll Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 5 f.)  

 

1.4 Im Rahmen ihrer Anschlussberufungserklärung vom 9. August 2021 führt die Staatsan-

waltschaft zur Begründung ihrer Anschlussberufung zunächst aus, dass dem Beschuldigten auf-

grund der Schnittstellenproblematik im Strassenverkehrsbereich zwischen Bussen für Übertre-

tungen und bedingten Geldstrafen für Vergehen nicht nur eine bedingte Geldstrafe, sondern auch 

eine Verbindungsbusse aufzuerlegen sei. In Bezug auf die Berufung des Beschuldigten hält sie 

sodann unter Verweis auf E. 2.2 des Urteils des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 13. Feb-

ruar 2018 (460 17 144) entgegen, dass es für die Verwirklichung des Tatbestands der groben 

Verletzung von Verkehrsregeln bei ungenügendem Abstand keiner  Mindeststrecke bedarf, wie 

dies von ihm geltend gemacht werde. Auch habe das Bundesgericht nie ausgeführt, dass eine 

grobe Verkehrsregelverletzung durch Nichteinhalten des Abstands erst ab einer Mindeststrecke 

von 132 Metern erfüllt sei. Vielmehr sei aufgrund von Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 der 

Verkehrsregelverordnung (VRV, SR 741.11) stets ein genügender Abstand einzuhalten. Insge-

samt wäre es völlig verfehlt und würde der bundesgerichtlichen Rechtsprechung widersprechen, 

wenn über die gesamte Strecke einer Nachfahrmessung mathematisch exakt nachgewiesen wer-

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den müsste, wie gross der Abstand jeweils war. Das Bundesgericht habe bereits mehrfach be-

stätigt, dass selbst Schätzungen der Distanz durch Polizeifunktionäre ohne Bilddokumentation 

genügend seien, um den Nachweis des ungenügenden Abstands erbringen zu können. Im vor-

liegenden Fall sei der unzureichende Abstand aufgrund der Videodatei augenscheinlich nachge-

wiesen und der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG klarerweise erfüllt.  

 

Ferner legt die Staatsanwaltschaft mit Berufungsantwort vom 1. November 2019 dar, dass für die 

Beurteilung der Frage, ob eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln vorliege, nicht nur die ge-

messene Strecke, sondern auch weitere Faktoren zu berücksichtigen seien. Nebst dem starken 

Verkehrsaufkommen hätten sich auch die damaligen Umweltbedingungen (teils feuchte Fahr-

bahn und relativ tiefe Temperaturen) negativ auf den Bremsweg ausgewirkt. Entgegen den Be-

hauptungen des Berufungsklägers könne bei einer Sichtung der Videoaufnahme unschwer er-

kannt werden, dass der Abstand des Beschuldigten sowohl im Zeitraum der durchgeführ ten Mes-

sung als auch in der darauffolgenden Phase augenscheinlich deutlich zu kurz sei. Aus diesem 

Grund sei bei der Polizei Basel-Landschaft eine zweite Abstandsberechnung in Auftrag gegeben 

worden, welcher zu entnehmen sei, dass sich der Abstand des Beschuldigten zum vorausfahren-

den Fahrzeug bei einer relevanten Geschwindigkeit von 106 km/h auf 12.5 Meter bzw. 0.43 Se-

kunden verringert habe. Diesen Abstand habe der Beschuldigte während mindestens acht Se-

kunden, somit 235 Metern, aufrechterhalten. Folglich sei der objektive Tatbestand von Art. 90 

Abs. 2 SVG zweifellos erfüllt.  

 

2. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

2.1 Wie ein Blick in die Akten zeigt, gründet der angeklagte Sachverhalt auf dem Polizeirap-

port der Polizei Basel-Landschaft, Verkehrsaufsicht 2, vom 22. März 2018 (act. 17 ff.) mit hand-

schriftlichem Abstandsrapport vom 19. März 2018 sowie zusätzlicher Videoaufzeichnung der po-

lizeilichen Nachfahrt. Dem besagten Abstandsrapport, namentlich der dem Rapport beiliegenden 

Berechnung des Abstands, ist zu entnehmen, dass sich der Beschuldigte dem vorausfahrenden 

Fahrzeug auf der Messstrecke bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 114 km/h auf eine Dis-

tanz von 17.1 Meter beziehungsweise 0.54 Sekunden angenähert hat (act. 23). Zwar hat der 

Beschuldigte den angeklagten Sachverhalt gemäss vorgenanntem Abstandsrapport nicht unter-

schriftlich anerkannt. Allerdings hat er im Verlauf des Verfahrens – bis zuletzt vor Berufungsge-

richt – ausdrücklich zugegeben, während der Fahrt am yy.yy.yyyy auf der Überholspur der Auto-

bahn A2 in Fahrtrichtung D.____ als Lenker des besagten Personenfahrzeugs (BL XXXXXX) den 

minimalen Sicherheitsabstand zum vor ihm befindlichen Fahrzeug nicht eingehalten zu haben 

(vgl. Berufungsbegründung vom 4. Oktober 2019; Protokoll Hauptverhandlung Strafgericht, 

act. 127). Ebenso erhebt der Berufungskläger keine Zweifel hinsichtlich der Richtigkeit der durch-

geführten Abstandsmessung und -berechnung (vgl. Berufungserklärung vom 6. August 2019). 

Der Beschuldigte stellt sich hingegen auf den Standpunkt, dass es sich bei der durchgeführten 

Abstandsmessung nur um eine Momentaufnahme handle, welche nicht zur Verwirklichung des 

objektiven Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG ausreiche, was es nachfolgend in rechtlicher Hin-

sicht zu prüfen gilt (vgl. nachfolgend Ziffer 2.7). 

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2.2 Darüber hinaus kritisiert der Beschuldigte in diesem Zusammenhang auch die Beweis-

würdigung durch die Vorinstanz, denn insgesamt sei eine Verletzung des minimalen Sicherheits-

abstands lediglich in dieser Momentaufnahme und nicht über die im Strafbefehl vom 5. Juni 2018 

und im vorinstanzlichen Urteil vom 9. Mai 2019 genannten 1400 Meter beweisrechtlich erstellt. Er 

bestreite, dem vorderen Auto während längerer Zeit mit einem unzureichenden Abstand gefolgt 

zu sein. Der Beschuldigte wehrt sich diesbezüglich insbesondere gegen die Ausführungen in Er-

wägung 2.2 des angefochtenen Urteils vom 9. Mai 2019, wonach er nach dem Zeitpunkt der Mo-

mentaufnahme noch während mindestens sechs Sekunden oder 189.6 Metern mit einem gleich-

bleibenden Abstand von bloss 0.54 Sekunden bzw. 17.1 Metern hinter dem vorausfahrenden 

Fahrzeug gefahren sei. Seiner Ansicht nach liege kein entsprechender Nachweis für diese Fest-

stellung vor. Auch wenn mit dem polizeilichen Video nachweisbar sei, dass er nach der Moment-

aufnahme noch rund sechs Sekunden mit konstanter Geschwindigkeit von 114 km/h weiterge-

fahren sei, so sei dagegen nicht nachgewiesen, dass der Abstand in dieser Zeit respektive auf 

dieser Strecke immer gleichgeblieben sei. Bereits eine geringfügige Beschleunigung des voraus-

fahrenden Fahrzeugs wäre ausreichend, um den Abstand zu vergrössern. Derartiges könne von 

blossem Auge nicht festgestellt werden. Dies umso weniger, als die für eine grobe Verkehrsre-

gelverletzung massgebende Grenze von 0.6 Sekunden eine räumliche Distanz von 19 Metern 

ergebe und das menschliche Auge auf dem fraglichen Video mit Sicherheit nicht feststellen 

könne, ob der Abstand nun 17.1 oder 19 Meter betragen habe.  

 

2.3 Diesbezüglich ist vorab festzustellen, dass das urteilende Gericht nach dem Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus 

dem gesamten Verfahren gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prü-

fung darüber zu entscheiden hat, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein 

Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache spre-

chen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Be-

weise. Massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (CHRISTOF RIEDO / GERHARD FIOLKA / MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, Basel 2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, in: Basler Kommen-

tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 41 ff. zu Art. 10 StPO). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 

der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ver-

ankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass 

der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel 

besagt dieser Grundsatz, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschul-

digten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zwei-

fel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, 

wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso-

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lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrü-

ckende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

(BGE 124 IV 87 E. 2a, mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht steht im Bereich der 

Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; BGE 129 IV 

6 E. 6.1).  

 

2.4 Zunächst kann in casu festgehalten werden, dass die Vorinstanz mit ausführlicher und 

zutreffender Begründung die Erstellung des angeklagten Sachverhalts dargelegt hat. Der Be-

schuldigte bringt im Berufungsverfahren im Wesentlichen dieselben Einwendungen vor, mit wel-

chen sich das Strafgerichtspräsidium bereits detailliert auseinandergesetzt hat. Diese Vorbringen 

des Beschuldigten sind indes unbegründet. Wie soeben dargelegt, würdigt das Gericht die Be-

weise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnen 

Überzeugung. Folglich steht es dem Gericht zu, die Videoaufzeichnung einer freien Beweiswür-

digung, d.h. insbesondere einer Würdigung ohne (zenti-)metergenaue Berechnung des Abstands 

zu jedem Zeitpunkt und über die gesamte Strecke anzustellen, zu unterziehen. Die Inaugen-

scheinnahme der anlässlich der polizeilichen Nachfahrt vom 19. März 2018 angefertigten Video-

aufzeichnung zeigt Folgendes: Zu Beginn der Aufnahme um 11:29:08 fährt die zivile Patrouille 

der Polizei Basel-Landschaft auf der Überholspur direkt hinter dem Personenwagen des Beschul-

digten. Kurz darauf (um 11:29:20) wechselt der andere, in der Frontkamera ebenfalls ersichtliche 

und leicht vor dem Beschuldigten fahrende Personenwagen von der Normalspur ebenfalls auf die 

Überholspur. Zwischen 11:29:21 und 11:29:35 fahren alle drei genannten Fahrzeuge mit tenden-

ziell leicht steigender Geschwindigkeit weiter, wobei sich der Beschuldigte dem nun vor ihm be-

findlichen Fahrzeug evidentermassen stetig annähert. Bereits um 11:29:39 – mithin noch vor dem 

Zeitpunkt, welcher für die erste Abstandsmessung verwendet wurde –, leuchtet das Bremslicht 

des Beschuldigten zum ersten Mal auf. Anzumerken ist jedoch, dass sich der Abstand zwischen 

den Fahrzeugen trotz Betätigung des Bremspedals nicht merklich vergrössert. Schliesslich wird 

um 11:29:44 des Nachfahrtvideos die Abstandsmessung vorgenommen, welche unbestritten eine 

Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug von 17.1 Metern bzw. 0.54 Sekunden ergeben hat. In 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz kann der angefertigten Videoaufzeichnung entnommen wer-

den, dass der Beschuldigte nach diesem Zeitpunkt während rund sechs Sekunden mit gleichblei-

bender Geschwindigkeit von 114 km/h weiterfährt, bevor es zu einer Geschwindigkeitsreduktion 

kommt. Ob das Vorderfahrzeug den dabei entstandenen grenzwertigen Abstand durch eine ge-

ringfügige leichte Beschleunigung tatsächlich vergrössert hat, kann aufgrund der Videoaufzeich-

nung nicht zweifelsfrei beantwortet werden. Es ist zumindest keine merkliche Erhöhung der Ge-

schwindigkeit ersichtlich, welche zu einer nennenswerten Vergrösserung des Abstands geführt 

hätte, was sich ebenfalls aufgrund der Leitlinien mit den sechs Meter langen weissen Streifen und 

den neun Meter langen Zwischenräumen gut erkennen lässt (vgl. hierzu BGer 6B_700/2010 vom 

16. November 2010 E. 1.5.2). Diesbezüglich ist hinsichtlich der Vorbringen des Beschuldigten 

jedenfalls festzuhalten, dass er dem vor ihm fahrenden Auto weiterhin mit augenscheinlich sehr 

geringem Abstand gefolgt ist respektive keinen grösseren Abstand zu diesem geschaffen hat. 

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Ungeachtet dessen ist auf der Videoaufzeichnung zudem sehr gut ersichtlich, dass der Beschul-

digte im weiteren Verlauf der relevanten Sequenz (insbesondere zwischen 11:30:00 und 

11:30:23) den Abstand zum Vorderfahrzeug nochmals erheblich verringert, sodass zwischen dem 

Fahrzeug des Beschuldigten und demjenigen des Vordermanns offensichtlich ein nochmals ge-

ringerer Abstand als jener in der ersten Abstandsmessung besteht. In Beachtung dieser Video-

aufzeichnung ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte den Abstand während einer längeren 

Zeit erheblich unterschritten hat, was ohne Weiteres von blossem Auge in aller Deutlichkeit er-

kennbar ist. Insofern muss im vorliegenden Fall zur Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts ohnehin nicht auf die zweite Abstandsberechnung vom 28. Oktober 2019 abgestellt werden. 

Doch bei Sichtung dieses Berichts erhellt noch offensichtlicher, dass der Beschuldigte zeitweise 

noch näher als auf 17.1 Meter bzw. 0.54 Sekunden zum Vorderfahrzeug aufschloss. Folglich 

kann – entgegen den Beteuerungen des Beschuldigten – keine Rede davon sein, dass dieser 

den minimalen Sicherheitsabstand nur punktuell und minimal nicht eingehalten hat, sondern er 

ist über eine längere Strecke immer wieder sehr nahe auf das vorausfahrende Fahrzeug aufge-

fahren. Nach Ansicht des Kantonsgerichts bestand für den Beschuldigten schliesslich keine nach-

vollziehbare Veranlassung, weshalb er sich nicht um die Wiederherstellung eines grösseren Ab-

stands zum vor ihm fahrenden Fahrzeug bemüht hat. Infolge des Dargestellten ist insbesondere 

festzustellen, dass der ersichtliche Abstand zwischen dem Personenwagen des Beschuldigten 

und dem vorausfahrenden Fahrzeug nicht durch äussere Umstände, wie z.B. brüskes Abbremsen 

des vorderen Fahrzeugs, verursacht worden ist, denn dieses hat den entsprechenden Abstand 

zu den anderen Fahrzeugen gut ersichtlich eingehalten. Dabei ist während der ganzen Aufnahme 

ebenfalls ersichtlich, dass ein recht hohes Verkehrsaufkommen herrschte (vgl. die zahlreichen 

Camions auf der Normalspur), was als ungünstiger Faktor zu werten ist. Im Weiteren ist auf der 

Aufnahme ein leichtes Schneegestöber auszumachen. Zwar ist dem Berufungskläger insofern 

zuzustimmen, dass seine Bremslichter mehrfach kurz aufleuchten (z.B. um 11:30:08 oder um 

11:30:30), allerdings erfolgen diese Bremsversuche immer nur dann, als der Abstand schon sehr 

gering ist. Obwohl vorausschauend die Stauung der Fahrzeuge bereits gut erkennbar ist, hat sich 

der Beschuldigte klarerweise nicht darum bemüht, den Abstand zum vorderen Fahrzeug deutlich 

zu vergrössern. Angesichts der vorstehend dargelegten objektivierbaren Beweismittel ist somit 

als erstellt zu erachten, dass der Beschuldigte am 19. März 2018 innerhalb der im Strafbefehl 

genannten Strecke von rund 1'400 Metern, insbesondere auch während der Messung, einen äus-

serst geringen Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug eingehalten hat. Insofern erweist sich der 

angeklagte Sachverhalt als erstellt.  

 

2.5 Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes 

oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Ge-

fahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Insbesondere 

hervorzuheben ist, dass die in Art. 90 Abs. 2 SVG umschriebene grobe Verkehrsregelverletzung 

gleich wie die einfache Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art.  90 Abs. 1 SVG ein abstraktes 

Gefährdungsdelikt darstellt (HANS GIGER, Orell Füssli Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 

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8. Auflage, Zürich 2014, N 13 zu Art. 90 SVG). Jeder Verstoss gegen die Verkehrsvorschriften ist 

daher unabhängig davon strafbar, ob hierdurch eine konkrete Unfallgefahr bewirkt wird (GIGER, 

a.a.O., N 6 zu Art. 90 SVG; GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar zum Strassenverkehrsge-

setz, Basel 2014, N 9 zu Art. 90 SVG). Objektiv erfordert der Tatbestand der groben Verkehrsre-

gelverletzung, dass der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise miss-

achtet und dadurch die Verkehrssicherheit für andere ernstlich gefährdet (etwa BGE 131 IV 133 

E. 3.2; ferner GIGER, a.a.O., N 10 zu Art. 90 SVG; PHILIPPE WEISSENBERGER, Dike Kommentar 

zum Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Auflage, Zürich / St. Gallen 2015, 

N 62 zu Art. 90 SVG). Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder eine bloss abstrakte Gefahr 

geschaffen wird, hängt nicht von der übertretenen Verkehrsregel,  sondern von der Situation ab, 

in welcher die Übertretung geschieht. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer ernstlichen 

oder erhöhten abstrakten Gefahr stellt die Nähe ihrer Verwirklichung dar (BGer 6B_520/2015 vom 

24. November 2015 E. 1.3; BGE 131 IV 133 E. 3.2; WEISSENBERGER, a.a.O., N 67 zu Art. 90 

SVG). Subjektiv erfordert der Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung ein rücksichtsloses 

oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahr-

lässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 118 IV 285 E. 4; 123 IV 88 E. 2a und 

E. 4a; 126 IV 192 E. 3; 130 IV 32 E. 5.1; 131 IV 133 E. 3.2). Die subjektive Rücksichtslosigkeit 

wird in der Rechtsprechung bejaht, wenn sich der Täter der konkreten oder auch nur der allge-

meinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst gewesen ist oder sonst ein 

bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern offenbart hat (BGE 131 IV 133 

E. 3.2; BGE 130 IV 32 E. 5.1; WEISSENBERGER, a.a.O., N 69 zu Art. 90 SVG). Es handelt sich 

dabei vorab um Fälle des Vorsatzes und der bewussten Fahrlässigkeit, d.h. der vorsätzlichen 

oder fahrlässigen Verletzung von Verkehrsregeln im Wissen um die damit geschaffenen konkre-

ten oder erhöht abstrakten Gefahren. Die Rücksichtslosigkeit kann auch in einem blossen (mo-

mentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen, also bei sogenannter 

unbewusster Fahrlässigkeit (BGE 131 IV 133 E. 3.2; WEISSENBERGER, a.a.O., N 69 zu Art. 90 

SVG).  

 

2.6 Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ausreichender Ab-

stand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinan-

derfahren. Diese Vorschrift wird durch Art. 12 Abs. 1 VRV konkretisiert. Danach hat der Fahr-

zeugführer beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er auch 

bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann. Für die 

Einhaltung des angemessenen Abstands hat im Regelfall der Fahrer des hinteren Fahrzeugs zu 

sorgen (BGE 137 IV 326 E. 3.3.3). Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinn von Art. 

34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter 

anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten 

Fahrzeuge. Für die Bestimmung des auch bei günstigen Verhältnissen minimal einzuhaltenden 

Abstands kann nach der Praxis des Bundesgerichts von der Faustregel "halber Tacho" (bzw. 1.8 

Sekunden) ausgegangen werden (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Sie besagt, dass zum vorausfahren-

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den Fahrzeug ein Abstand von mindestens halb so vielen Metern einzuhalten  ist, als die gefah-

rene Geschwindigkeit in Kilometern beträgt. Diese Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestre-

cke bei plötzlichem ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Personen-

wagens. Das Heranfahren auf der Autobahn auf das vorausfahrende Fahrzeug mit einem Ab-

stand von weniger als 1/6 Tacho (bzw. 0.6 Sekunden) schafft eine erhöhte abstrakte Gefahr für 

die vorausfahrende Person und andere Verkehrsteilnehmer. Wird derart dicht aufgefahren, liegt 

wegen der eingeschränkten Reaktionsmöglichkeiten der nachfahrenden Person das Risiko eines 

Unfalls sehr nahe, wenn etwa das vorausfahrende Fahrzeug unerwartet stark abbremsen muss, 

was zum Beispiel aufgrund eines plötzlich die Fahrbahn kreuzendes Wildtiers oder eines Defekts 

des vorderen Fahrzeugs der Fall sein kann. Im Sinn einer Faustregel kann deshalb bei einem 

Abstand von 1/6-Tacho (bzw. 0.6 Sekunden) auf Autobahnen eine grobe Verkehrsregelverlet-

zung angenommen werden (BGE 131 IV 133 E. 3.1 und 3.2.2; BGer 1C_590/2015 vom 10. Au-

gust 2016 E. 3.2; 6B_441/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2.2.2; 6B_92/2015 vom 27. Mai 2015 E. 

1.3.1). 

 

2.7 Der Beschuldigte führt vor Kantonsgericht erneut aus, es möge richtig sein, dass er sich 

punktuell bei einer Geschwindigkeit von 114 km/h bis auf 17.1 Meter bzw. 0.54 Sekunden an das 

vor ihm fahrende Fahrzeug angenähert habe. Eine solche Momentaufnahme reiche klar nicht 

aus, um den objektiven Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung zu erfüllen. Grundsätz-

lich ist in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Berufungsklägers sowie der höchstrichter-

lichen Rechtsprechung jeweils immer aufgrund der konkreten Umstände im Einzelfall genau zu 

prüfen, ob der beschuldigten Person die Verwirklichung des Tatbestands der groben Verletzung 

der Verkehrsregeln vorgeworfen werden kann. Vor dem Hintergrund der soeben getätigten Aus-

führungen zum Sachverhalt und aufgrund der Würdigung der vorliegenden Beweise ist in casu 

hingegen freilich davon auszugehen, dass der objektive Tatbestand einer groben Verkehrsregel-

verletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG erfüllt ist. Der Beschuldigte 

hat die Mindestabstandregel entgegen seinem Einwand massiv missachtet. Sowohl der exakt 

gemessene (vgl. act. 23) als auch der aus der Videoaufzeichnung augenscheinlich ersichtliche 

Abstand lag offensichtlich unter dem für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln angenomme-

nen Richtwert von 0.6 Sekunden bzw. 1/6-Tacho. Zweifellos hat der äusserst geringe Abstand 

des Beschuldigten zum voranfahrenden Fahrzeug eine erhöhte abstrakte Gefahr  für andere Ver-

kehrsteilnehmer mit sich gebracht, zumal der Abstand derart gering gewesen ist, dass der Fahr-

zeugführer bei einem überraschenden Bremsmanöver des Vordermanns nicht mehr hätte recht-

zeitig anhalten können, weshalb eine konkrete Gefährdung erhöhten Ausmasses entstanden ist. 

Hinsichtlich der Strassenverhältnisse kann zudem in Übereinstimmung mit der Vorinstanz fest-

gehalten werden, dass von einer weitgehend abgetrockneten Fahrbahn auszugehen ist, auf der 

Videodokumentation jedoch eindeutig leichtes Schneegestöber erkenntlich ist, was im Übrigen 

auch vom Beschuldigten anlässlich der Einvernahme vor dem Kantonsgericht bejaht wurde (vgl. 

Protokoll Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 6).  

 

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Schliesslich ist in Bezug auf die Rügen des Berufungsklägers zum objektiven Tatbestand noch 

Folgendes festzuhalten: Selbst wenn im vorliegenden Fall davon auszugehen wäre, dass der 

Beschuldigte bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 114 km/h nur einmalig und marginal den 

minimalen Sicherheitsabstand unterschritten hätte, so kann seiner diesbezüglichen Argumenta-

tion nicht gefolgt werden. Entgegen der Auffassung des Beschuldigten bildet ein Aufschliessen 

auf das vorausfahrende Fahrzeug während einer bestimmten Mindestfahrstrecke mit einem Ab-

stand von weniger als 1/6-Tacho keine Voraussetzung für die Verwirklichung des objektiven Tat-

bestands von Art. 90 Abs. 2 SVG. Dies lässt sich auch nicht aus der von vom Beschuldigten 

zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ableiten. Denn das Bundesgericht hat lediglich 

festgehalten, zur Bejahung der ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer 

durch ungenügenden Abstand reiche aus, wenn auf einer verhältnismässig kurzen Strecke zu 

nahe aufgefahren werde – weshalb gemäss Rechtsprechung bereits auf einer Strecke von unge-

fähr 300 Metern respektive auf einer Strecke von mindestens 132 Metern eine grobe Verkehrs-

regelverletzung vorliegen könne (vgl. BGer 6B_1004/2016 vom 14. März 2017 E. 3.3). Die Dauer 

des zu nahen Auffahrens ist somit nur ein Kriterium neben anderen, welches zur Beurteilung der 

erhöht abstrakten bzw. allenfalls konkreten Gefährdung beigezogen wird (vgl. auch 

WEISSENBERGER, a.a.O., N 60 zu Art. 34 SVG). Aufgrund der gesetzlichen Regelung in Art. 34 

Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV ist vielmehr stets ein genügender Abstand zu den anderen 

Verkehrsteilnehmern einzuhalten (WEISSENBERGER, a.a.O., N 41 zu Art. 34 SVG). Denn auch bei 

einem bloss vorübergehenden Aufschliessen auf das vordere Fahrzeug mit einem Abstand von 

weniger als 1/6-Tacho wird während des fraglichen Moments die erhöhte abstrakte Gefahr eines 

Unfalls begründet.  

 

2.8 In subjektiver Hinsicht bringt der Beschuldigte vor, die von der Vorinstanz behauptete sub-

jektive Rücksichtslosigkeit sei zu verneinen, denn es sei niemals seine Absicht gewesen, jeman-

den zu gefährden. Zu keinem Zeitpunkt sei es, wie von der Staatsanwaltschaft ausgeführt, zu 

einer brenzligen Situation gekommen. Ausserdem würde die Videoaufze ichnung belegen, dass 

er durch mehrfaches Bremsen versucht habe, den Abstand wiederherzustellen. Sein Verhalten 

spreche klar gegen die Annahme von Rücksichtslosigkeit – diese wäre im Gegenteil nur zu beja-

hen, wenn er nicht gebremst hätte und immer dichter aufgefahren wäre. Diese Vorbringen des 

Beschuldigten erweisen sich indes als blosse Schutzbehauptungen, was eine Konsultation der 

Videoaufzeichnung unzweideutig aufzeigt. Zwar kann dieser in geringem Umfange zu Gunsten 

des Beschuldigten entnommen werden, dass es diesem offenkundig nicht darum ging, den Vor-

dermann zur Beschleunigung der Fahrt oder aber zum Wechsel auf den rechten Fahrstreifen zu 

drängen. Darüber hinaus sind jedoch keine besonderen Umstände erkennbar, welche das Ver-

halten des Beschuldigten in einem milderen Lichte erscheinen liessen. Der Beschuldigte hat den 

zuvor beschriebenen gefährlichen Zustand selber geschaffen. Insbesondere zeigt die Videoauf-

zeichnung eindeutig, dass der Berufungskläger die Bremse immer nur dann betätigt hat, als der 

Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bereits deutlich zu gering war. Zudem spricht bereits 

die Tatsache, dass es zu mehreren (marginalen) Bremsversuchen gekommen ist, nicht für, son-

dern gegen den Berufungskläger, zeigt dies doch auf, dass ihm der geringe Abstand durchaus 

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bewusst war. Es ist nicht annähernd ersichtlich, weshalb er sich nicht bereits zu einem früheren 

Zeitpunkt um eine merkliche Wiederherstellung des Abstands bemüht hat, zumal auf der Auf-

nahme vorausschauend erkennbar ist, dass dichter Verkehr herrschte. Mit seinem Fahrmanöver 

hat der Beschuldigte pflichtwidrig in Kauf genommen, andere Verkehrsteilnehmende zu gefährli-

chen Fehlreaktionen zu veranlassen. Das Verhalten des Beschuldigten ist insgesamt als grob-

fahrlässig zu werten. Dieser Qualifikation entsprechend liegt eine schwere Verkehrsregelverlet-

zung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vor.  

 

2.9 Im Ergebnis ist der vorinstanzliche Schuldspruch wegen schwerer Verletzung von Ver-

kehrsregeln somit nicht zu beanstanden und daher zu bestätigen. Die Berufung des Beschuldig-

ten erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.  

 

3. Strafzumessung 

3.1 Das Strafgerichtspräsidium hat bei der Strafzumessung ausgeführt, in Bezug auf die Tat-

komponenten sei leicht zu Gunsten des Beschuldigten zu werten, dass ihm kein direkter Vorsatz, 

sondern Grobfahrlässigkeit angelastet werde. Die Täterkomponenten seien sodann allesamt 

neutral zu werten. Unter Berücksichtigung sowohl der Tat- als auch der Täterkomponenten sei 

das Verschulden insgesamt als leicht zu qualifizieren, weshalb in Nachtachtung der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung die Geldstrafe die angemessene Sanktionsart darstelle. Eine Geld-

strafe in der Höhe von 20 Tagessätzen erscheine dabei als tat- und schuldangemessen. Die von 

der Staatsanwaltschaft im Strafbefehl vorgenommene Berechnung der Tagessatzhöhe von CHF 

170.00 erweise sich als zutreffend und könne bestätigt werden. Da dem Beschuldigten ferner 

keine schlechte Legalprognose gestellt werden könne, sei ihm der bedingte Strafvollzug zu ge-

währen, wobei die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt werde. Dahingegen sei unter Würdigung 

der konkreten Auswirkungen eines der Verurteilung wegen Art. 90 Abs. 2 SVG folgenden Führer-

ausweisentzugs auf die Auferlegung einer Verbindungsbusse zu verzichten (vgl. S. 9 f. des vo-

rinstanzlichen Urteils).  

 

3.2 Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung und der von der Staatsanwaltschaft geforder-

ten Verbindungsbusse macht der Beschuldigte in seiner Berufungsbegründung vom 4.  Oktober 

2019 geltend, das Strafgerichtspräsidium sei zu Recht davon ausgegangen, ihm müsse aus spe-

zialpräventiven Gründen kein spürbarer Denkzettel verpasst werden. Es sei bereits berücksichtigt 

worden, dass er bei einer Verurteilung wegen grober Verkehrsregelverletzung einen Führeraus-

weisentzug erleiden werde, welcher für ihn besonders schwere Konsequenzen hätte. Auch wenn 

er sich bereits im Pensionsalter befinde, sei er nämlich nach wie vor arbeitstätig und für diese 

Arbeitstätigkeit bei der E.____ AG tagtäglich auf seinen Führerausweis angewiesen. Bei einem 

Führerausweisentzug von mehreren Monaten würde er seine Arbeitsstelle verlieren und es wäre 

ihm aufgrund seines Alters nicht möglich, eine neue zu finden. Durch diese administrativrechtli-

chen Auswirkungen der Verurteilung werde die sogenannte Schnittstellenproblematik bereits 

weitgehend entschärft (vgl. S. 4 der Berufungsbegründung vom 4. Oktober 2019).  

 

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In seiner Eingabe vom 2. Februar 2021 hält der Beschuldigte unter Verweis auf das Schreiben 

seines Arbeitgebers vom 10. Dezember 2020 betreffend nochmalige Verlängerung seines Ar-

beitsverhältnisses bis Ende August 2022 ergänzend fest, dass ihm bei einer Verurteilung wegen 

grober Verletzung der Verkehrsregeln ein Führerausweisentzug von drei Monaten drohe, welcher 

zur Folge haben dürfte, dass das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber gekündigt würde.  

 

Sodann weist der Verteidiger im Rahmen seines Parteivortrages vor dem Kantonsgericht darauf 

hin, dass der Berufungskläger bereits seit Jahrzehnten unbeanstandet im Strassenverkehr unter-

wegs sei und einen sehr guten Leumund aufweise. Aufgrund des drohenden Verlusts seiner Ar-

beitsstelle bei einem Führerausweisentzug werde er besonders hart getroffen. Gestützt auf diese 

Kombination könne deshalb auf das Aussprechen einer Verbindungsbusse verzichtet werden 

(vgl. Protokoll Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 9). 

 

3.3 In ihrer summarisch begründeten Anschlussberufungserklärung vom 9. August 2021 (vgl. 

S. 2) stellt sich die Staatsanwaltschaft demgegenüber auf den Standpunkt, der Entscheid der 

Vorinstanz, zufolge der zu erwartenden Administrativmassnahme und der damit verbundenen 

Folgen auf eine Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB zu verzichten, verstosse ihrer An-

sicht nach gegen das Gleichbehandlungsgebot. Im Normalfall würde für gewöhnlich bei allen Ver-

urteilungen wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln eine Verbindungsbusse ausgespro-

chen. Gerade bei Fällen betreffend Nichteinhalten des geforderten Sicherheitsabstands handle 

es sich nicht mehr um Einzelfälle, sondern es sei eine Art "Massengeschäft", da die Staatsan-

waltschaft mehrere Hundert solcher Verfahren im Jahr bearbeite. Aus diesem Grund erscheine 

es stossend, dass nun ein einzelner Beschuldigter bessergestellt werden solle. Ein durch die 

Administrativmassnahme angeordneter Führerausweisentzug von drei Monaten könne auch an-

dere Beschuldigte im gleichen Mass hart treffen.  

 

Im Rahmen ihres Plädoyers vor Kantonsgericht präzisiert die Staatsanwaltschaft, das Strafgericht 

habe zutreffend ausgeführt, dass praxisgemäss bei Massenverfahren aus dem Strassenver-

kehrsbereich regelmässig eine Verbindungsbusse gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB zur Begegnung 

der sogenannten Schnittstellenproblematik ausgesprochen werde. Die Argumentation der aus-

serordentlichen Betroffenheit aufgrund des drohenden Jobverlusts im Falle eines Führerauswei-

sentzugs gehe vorliegend fehl, da sich der Beschuldigte bereits im Pensionsalter befinde und  

nicht in grundlegende finanzielle Nöte geraten würde (vgl. Protokoll Hauptverhandlung Kantons-

gericht, S. 11).  

 

3.4 In Anwendung von Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das 

erstinstanzliche Urteil ersetzt. Für die Strafzumessung hat dies zur Folge, dass sich die Beru-

fungsinstanz nicht auf eine blosse Ermessensüberprüfung beschränkt, sondern auch die Strafe 

nach eigenem Ermessen festsetzt. 

 

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3.5 Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. 

Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe 

auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und 

äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). 

Demgegenüber ist das Verschulden für die Wahl der Sanktionsart nicht von Relevanz. Massge-

bliche Kriterien bilden die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Täter und sein soziales 

Umfeld sowie die präventive Effizienz (BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

 

3.6 Praxisgemäss hat das Gericht ausgehend von der objektiven Tatschwere das Verschul-

den zu bewerten. Es hat gestützt auf Art. 50 StGB – wonach das Gericht die für die Zumessung 

der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten hat – im Urteil darzutun, 

welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall 

gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 

IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen 

Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht auf Umstände ausdrücklich eingehen, 

die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massge-

bend oder nur von geringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16.  Februar 2007 E. 4). 

Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen 

Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings hat das Gericht das 

Gesamtverschulden zu qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil 

ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad 

auszugehen ist (leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). In einem zweiten Schritt ist die (hy-

pothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Verfügung stehenden 

Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten 

Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten verändert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7).  

 

3.7 Vorliegend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Unterschreiten 

des minimalen Sicherheitsabstands) schuldig zu erklären. Eine grobe Verkehrsregelverletzung 

gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.  

Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung kann betreffend die objektiven Tatkomponenten Fol-

gendes festgehalten werden: Dass der Berufungskläger durch das massive Missachten der Ab-

standsvorschriften andere Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet hat, ist bereits im Rah-

men der rechtlichen Würdigung als Qualifikationsmerkmal von Art. 90 Abs. 2 SVG zu seinen Las-

ten gewürdigt worden. Zu berücksichtigen ist hier zusätzlich, dass der Beschuldigte nicht bloss 

kurzzeitig, sondern nachweislich über eine längere Strecke von rund 1'400 Metern immer wieder 

mit einem deutlich zu geringen Abstand auf das vor ihm fahrende Auto aufgefahren ist – dieser 

Umstand wurde bei der Prüfung des objektiven Tatbestands zwar aufgrund der Ausführungen 

des Beschuldigten erläutert, war dort aber noch nicht von Bedeutung, da es zur Erfüllung von Art. 

90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG eben nicht auf die Dauer der Abstandsunterschreitung 

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ankommt, zumal immer ein genügender Abstand einzuhalten ist. Zudem ist das dem Beschuldig-

ten folgende zivile Fahrzeug der Polizei zu keinem Zeitpunkt derart nahe auf seinen Personen-

wagen aufgefahren, dass dieses ihn an der Vergrösserung des Abstands gehindert hätte, was 

ebenfalls leicht verschuldenserhöhend ins Gewicht fällt. Demgegenüber ist verschuldensmin-

dernd zu beachten, dass der Beschuldigte nicht vorsätzlich, sondern bloss grobfahrlässig gehan-

delt hat. Eine Betrachtung seiner Fahrweise anhand der Videosequenz sowie seine Depositionen 

zeigen, dass es ihm nicht darum ging, das vordere Fahrzeug von der Überholspur wegzudrängen. 

Im Übrigen sind keine weitergehenden Kriterien ersichtlich, welche bei der Beurteilung der sub-

jektiven Tatschwere heranzuziehen wären. In Würdigung der objektiven sowie der subjektiven 

Tatkomponenten erachtet das Kantonsgericht im Ergebnis das Verschulden des Beschuldigten 

als gerade noch leicht. Unter Einbezug des dem Beschuldigten zur Last gelegten Tatbestands 

sowie dessen leichten Verschuldens steht ausser Frage, dass die Verurteilung wegen grober 

Verletzung der Verkehrsregeln in casu mit einer Geldstrafe und nicht mit einer Freiheitsstrafe zu 

sanktionieren ist, wobei in Anbetracht des abstrakten Strafrahmens eine Geldstrafe von 25 Ta-

gessätzen als angemessen erscheint.  

 

3.8 Diese Strafe ist grundsätzlich in einem weiteren Schritt aufgrund der besonderen Täter-

komponenten, welche die Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten und 

Verhalten im Strafverfahren umfassen, anzupassen. Vorliegend weisen die persönlichen Verhält-

nisse des Beschuldigten keine besonderen Auffälligkeiten auf, was neutral zu werten ist. Gleiches 

gilt für die Tatsache, dass der Beschuldigte nicht vorbestraft ist. Der Beschuldigte hat sich wäh-

rend des gesamten Verfahrens kooperativ verhalten, was zu seinen Gunsten zu berücksichtigen 

ist. Auch hat er stets angegeben, die "Geschichte" sei eine Lehre für ihn gewesen. Seine Ein-

sichtsbekundung wird jedoch durch die Tatsache, dass er während des Untersuchungsverfahrens 

und auch während der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht immer wieder versucht hat, das 

Geschehen lediglich auf eine marginale Momentaufnahme zu reduzieren, eingeschränkt. Die 

Äusserungen des Beschuldigten sind damit ebenfalls als neutral zu werten. Sodann ist im vorlie-

genden Fall nicht von einer besonders zu berücksichtigenden Strafempfindlichkeit auszugehen, 

zumal die Wirkung eines Führerausweisentzugs bei berufsbedingter Angewiesenheit auf das 

Auto Ausfluss des Administrativverfahrens und nicht der auszufällenden Strafe ist. In Ermange-

lung weiterer nennenswerter Umstände sind die Täterkomponenten somit insgesamt als neutral 

zu werten. Im Ergebnis ist somit in Würdigung der relevanten und tatbezogenen Umstände un-

verändert von einer angemessenen Strafe von 25 Tagessätzen auszugehen.  

 

3.9 Im Weiteren ist die Höhe des Tagessatzes zu bestimmen. Das Gericht bemisst die Ta-

gessatzhöhe nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 

des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- 

und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. Ausgangspunkt für die Bestim-

mung der Tagessatzhöhe ist entsprechend der gesetzlichen Aufzählung das Einkommen des Tä-

ters. Die übrigen wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse sind indes gleichbedeutend und 

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umfassend zu berücksichtigen. Sie erlauben es, vom Nettoeinkommen nach oben und unten ab-

zuweichen. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beschuldigten haben sich ge-

mäss seinen Depositionen vor Kantonsgericht seit dem Urteil des Strafgerichts nicht verändert 

(vgl. Protokoll Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 4 f.). Vorliegend ist somit zu konstatieren, 

dass kein Grund besteht, die im Übrigen auch nicht beanstandete Höhe der einzelnen Tagess-

ätze von je CHF 170.00 zu korrigieren, zumal sich die Berechnung als durchwegs zutreffend 

erweist.  

 

3.10 In Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Re-

gel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen und Vergehen abzuhalten. Im vorliegenden Fall bestehen keinerlei Hinweise 

für eine ungünstige Legalprognose, weshalb der Vollzug der Geldstrafe gemäss Art.  42 Abs. 1 

StGB bedingt aufzuschieben ist, dies bei Anordnung der minimalen Probezeit von zwei Jahren 

nach Art. 44 Abs. 1 StGB. 

 

3.11 Abzuändern ist das angefochtene Urteil hingegen im Hinblick auf die Verbindungsbusse, 

wie dies von der Staatsanwaltschaft beantragt wird: Gestützt auf Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine 

bedingte Strafe mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. Die Bestimmung dient in 

erster Linie dazu, die sogenannte Schnittstellenproblematik zwischen der unbedingten Busse für 

Übertretungen und der bedingten Geldstrafe für Vergehen zu entschärfen (ROLAND M. SCHNEIDER 

/ ROY GARRÉ, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2019, 

N 102 zu Art.42 StGB). Auf Massendelikte, die im untersten Bereich bloss mit Bussen geahndet 

werden, soll mit einer unbedingten Sanktion reagiert werden können, wenn sie die Schwelle zum 

Vergehen überschreiten. Verbindungsbussen kommen insbesondere auch in Betracht, wenn man 

dem Täter den bedingten Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewähren möchte, ihm aber 

dennoch in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Busse einen spürbaren 

Denkzettel verabreichen will. Die Strafenkombination dient hier spezialpräventiven Zwecken. Das 

Hauptgewicht liegt auf der bedingten Freiheits- oder Geldstrafe, während der Verbindungsbusse 

nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Dies ergibt sich aus der systematischen Eino rdnung 

von Art. 42 Abs. 4 StGB, welche die Verbindungsbusse als bloss akzessorische Strafe ausweist. 

Die Verbindungsbusse soll nicht zu einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe er-

möglichen, sie erlaubt lediglich innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine täter- und tatan-

gemessene Sanktion, wobei die an sich verwirkte Geldstrafe und die damit verbundene Busse in 

ihrer Summe schuldangemessen sein müssen. Um dem akzessorischen Charakter der Verbin-

dungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es sachgerecht, die Obergrenze grundsätzlich auf ei-

nen Fünftel beziehungsweise zwanzig Prozent festzulegen. Abweichungen von dieser Regel sind 

im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der Verbindungsbusse nicht eine le-

diglich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 188 E. 3.3). In Anwendung von Art. 106 

Abs. 1 StGB ist der Höchstbetrag der Busse CHF 10'000.00, soweit es das Gesetz nicht anders 

bestimmt. Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, spricht das Gericht im Urteil 

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eine Ersatzfreiheitstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten aus (Art.  106 

Abs. 2 StGB). Schliesslich bemisst das Gericht Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Ver-

hältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen 

ist (Art. 106 Abs. 3 StGB).  

 

In Anwendung auf den fraglichen Sachverhalt ist zunächst festzuhalten, dass nur ein Vergehen 

zu beurteilen ist, sodass die Frage, ob und wie die Strafenkombination zur Anwendung gelangt, 

im Ermessen des Gerichts steht (BGer 6B_1042/2008 vom 30. April 2009 E. 2; SCHNEIDER / 

GARRÉ, a.a.O., N 104 zu Art. 42 StGB). In casu liegt zweifelsohne ein Fall der dargelegten Schnitt-

stellenproblematik zwischen Übertretung und Vergehen vor, bei der im Bereich der Verkehrsde-

likte aus generalpräventiven Überlegungen grundsätzlich angezeigt ist, zusätzlich zu einer be-

dingten Strafe eine unbedingte Verbindungsstrafe zu verhängen, ansonsten es regelmässig zum 

unbefriedigenden Resultat führen würde, dass diejenigen beschuldigten Personen mit dem gra-

vierenderen Delikt faktisch weniger spürbar bestraft würden als diejenigen, welche lediglich eine 

simple Übertretung begangen haben. Auch im vorliegenden Fall ist folglich das Auferlegen einer 

Verbindungsbusse angezeigt. Der Beschuldigte bringt vor, dass er aufgrund der zu erwartenden 

Administrativmassnahme durch einen Führerausweisentzug bereits besonders hart getroffen 

werde, weil er dann seine Arbeitsstelle verlieren würde. Deshalb sei auf eine Verbindungsbusse 

zu verzichten. Diesbezüglich ist jedoch in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Staatsan-

waltschaft zu entgegnen, dass die vorliegend zu bejahende Schnittstellenproblematik nicht durch 

die zu erwartenden administrativrechtlichen Auswirkungen der Verurteilung entschärft werden 

kann, zumal im Bereich des Strassenverkehrsrechts – gerade bei groben Verkehrsregelverlet-

zungen im Rahmen der Massendelinquenz – praxisgemäss eine Verbindungsbusse ausgespro-

chen wird. Im Vordergrund steht hier ebendiese Problematik zwischen der Busse für Übertretun-

gen und der bedingten Geldstrafe für Vergehen und nicht die persönliche Betroffenheit der be-

schuldigten Person. Ein anderes Fazit wäre möglich gewesen, wenn im vorliegenden Fall die 

Auferlegung einer Verbindungsbusse aus spezialpräventiven Überlegungen (spürbarer Denkzet-

tel) zur Diskussion gestanden hätte – wobei auch diesbezüglich anzumerken bleibt, dass der 

Beschuldigte durch die Auswirkungen der Administrativmassnahme nicht härter getroffen wird, 

als andere Personen, die im ordentlichen Arbeitsprozess stehen und berufsbedingt auf ein Fahr-

zeug angewiesen sind. Im Übrigen könnte das Problem beispielsweise auch dadurch gelöst wer-

den, indem für die Dauer des Ausweisentzugs ein Student für die Fahrten angestellt wird. Im 

Resultat erachtet es das Kantonsgericht vorliegend in Ausübung seines Ermessens – unter Be-

rücksichtigung der finanziellen Verhältnisse und des festgestellten leichten Verschuldens – sowie 

den Vorgaben des Bundesgerichts bezüglich der untergeordneten Bedeutung der Verbindungs-

strafe folgend als schuld- und tatangemessen, 5 Tage der Gesamtstrafe von 25 Tagessätzen 

Geldstrafe auszusondern und in die Form der unbedingten Busse zu kleiden. Die Höhe der aus-

zufällenden Busse ist dabei entsprechend den 5 Tagessätzen zu je CHF 170.00 leicht abgerundet 

auf CHF 800.00 festzusetzen. Im Falle schuldhafter Nichtbezahlung tritt an deren Stelle eine Er-

satzfreiheitsstrafe von 8 Tagen.  

 

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3.12 In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen ist der Beschuldigte somit zu einer bedingt 

vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 170.00, bei einer Probezeit von zwei 

Jahren, sowie zu einer Busse von insgesamt CHF 800.00 zu verurteilen.  

 

4. Kosten vor Strafgericht 

Soweit die Berufung des Beschuldigten die Kostenfolge im vorinstanzlichen Verfahren betrifft, ist 

darauf hinzuweisen, dass sich diese Rüge explizit auf den Fall des Freispruchs vom Vorwurf der 

groben Verletzung der Verkehrsregeln beschränkt und er diesbezüglich keinerlei konkrete Bean-

standungen geltend macht. Im vorliegenden Berufungsverfahren wurde das Urteil des Strafge-

richtspräsidiums jedoch hinsichtlich der groben Verletzung der Verkehrsregeln bestä tigt, weshalb 

es sich nicht rechtfertigt, die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu ändern, viel-

mehr sind sie zu bestätigen.  

 

IV. Kosten vor Kantonsgericht  

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden 

Verfahrens, mithin der vollständigen Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie Gutheis-

sung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft, werden die Verfahrenskosten des Kantons-

gerichts in der Höhe von CHF 3'350.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 3'250.00 

in Anwendung von § 12 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT, SGS 

170.31) und Auslagen von CHF 100.00, dem Beschuldigten auferlegt. Es wird dem Beschuldigten 

und Berufungskläger folglich keine Parteientschädigung entrichtet.  

 

 
  

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Demnach wird erkannt:  

 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 9. Mai 2019, aus-

zugsweise lautend:  

   «1.   A.____ wird in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staats-

anwaltschaft Basel-Landschaft vom 5. Juni 2018 der groben Verlet-

zung von Verkehrsregeln schuldig erklärt und verurteilt  

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 

CHF 170.00,  

bei einer Probezeit von 2 Jahren,  

 

in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG 

und Art. 12 Abs. 1 VRV), Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 42 

Abs. 1 StGB und Art. 44 StGB.  

      

   2.   Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens 

von CHF 758.00 und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00. A.____ 

trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO. 

 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt 

(Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf 

CHF 500.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT).» 

      

   

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten und in Gutheissung 

der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft  in der Dispositiv-Ziffer 1 wie 

folgt geändert: 

 

 

   «1.   A.____ wird in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staats-

anwaltschaft Basel-Landschaft vom 5. Juni 2018 der groben Verlet-

zung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und verurteilt  

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

je CHF 170.00, 

bei einer Probezeit von 2 Jahren 

 

sowie zu einer Busse von CHF 800.00, 

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bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse beträgt die Ersatz-

freiheitsstrafe 8 Tage,  

 

in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art. Art. 34 Abs. 4 

SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV), Art. 34 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 42 

Abs. 1 StGB, Art. 44 StGB sowie Art. 106 StGB. 

 

   2.   Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens 

von CHF 758.00 und der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00. 

 

A.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 

1 StPO.» 

 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von insgesamt 

CHF 3'350.00 (beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 3'250.00 sowie Ausla-

gen von CHF 100.00) gehen zu Lasten des Beschuldigten.  

 

 

 III. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren keine Parteientschädigung 

ausgerichtet. 

 

 

Vizepräsident 

 

 

 

Stephan Gass 

Gerichtsschreiberin 

 

 

 

Mateja Smiljić 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

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