# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b17b863-9a14-5461-adad-513274050e7d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2022 D-5632/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5632-2021_2022-01-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5632/2021 

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, 

Richterin Chiara Piras; 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Alexandre Mwanza, 

Migrant ARC-EN-CIEL, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Nichteintreten auf Mehrfachgesuch); 

Verfügung des SEM vom 10. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

D-5632/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer 

Ethnie, suchte am 2. Dezember 2015 in der Schweiz um Asyl nach. Mit 

Verfügung vom 12. August 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh-

rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies 

ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Die 

hiergegen erhobene Beschwerde vom 12. September 2019 wies das Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil D-4661/2019 vom 21. Oktober 2020 ab. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 2. Oktober 2021 liess der Beschwerdeführer durch 

den rubrizierten Rechtsvertreter beim SEM eine als "Demande d'asile mul-

tiple" bezeichnete Eingabe einreichen. 

B.b Dabei liess er im Wesentlichen ausführen, er sei bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka aufgrund seiner gesteigerten exilpolitischen Tätigkeit ge-

fährdet. Seit mehr als drei Jahren habe er bei keiner Veranstaltung gegen 

die sri-lankischen Machthaber gefehlt. Er habe auch etwa die Gedenktage 

für die Verschwundenen vom (…) 2021 und vom (…) 2021 in B._______ 

mitorganisiert und an diesen teilgenommen. Es sei ihm nicht bewusst ge-

wesen, dass sein Profil für die sri-lankischen Behörden von Interesse sein 

könnte. Wegen seines Engagements hätten seine Eltern am (…) 2021 eine 

polizeiliche Vorladung erhalten. In der Folge seien sie bedroht worden und 

die Polizei habe ihnen ein in B._______ aufgezeichnetes Video der Kund-

gebung vom (…) 2021 gezeigt. Am (…) 2021 hätten sodann die Polizei und 

Mitglieder des Criminal Investigation Departement (CID) im Hause seiner 

Eltern eine Razzia durchgeführt. Ferner spiele er eine wichtige Rolle bei 

der Arbeit des (…), welches (…) eingestuft werde. Aufgrund seines Enga-

gements sei er ins (…) des (…) befördert worden und stehe dem (…) nahe. 

Die sri-lankischen Behörden könnten Führungspersonen von einfachen 

Mitläufern in der Menge gut unterscheiden. Seit den 1980er Jahren seien 

zahlreiche Personen in Sri Lanka Opfer von gewaltsamem Verschwinden-

lassen durch staatliche und nichtstaatliche Akteure geworden. Bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka drohe ihm dasselbe Schicksal. Sein Profil und 

die Fakten seines Falles würden ausreichend belegen, dass er aller Wahr-

scheinlichkeit nach bei den sri-lankischen Behörden aktenkundig sei. Zu-

dem sei er krank und seine Eltern seien alt und arm. Es gebe niemanden, 

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Seite 3 

der für seinen Lebensunterhalt und die medizinischen Behandlungen auf-

kommen würde. Auch verfüge er über keine Berufserfahrung. Der Wegwei-

sungsvollzug sei deshalb unzumutbar. 

Der Eingabe lagen insbesondere diverse Beweismittel im Zusammenhang 

mit der exilpolitischen Tätigkeit des Beschwerdeführers, eine polizeiliche 

Vorladung vom (…) 2021 (inkl. englische Übersetzung), "(…)" vom (…) 

2021, ein USB-Stick mit vier Videos sowie diverse Medienberichte bei. 

B.c Mit Verfügung vom 10. Dezember 2021 – eröffnet am 20. Dezember 

2021 – trat das SEM auf das Mehrfachgesuch nicht ein, verfügte die Weg-

weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz, ordnete den Wegwei-

sungsvollzug an, wies das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten ab, 

erhob eine Gebühr in der Höhe von CHF 600.– und lehnte den Antrag auf 

weitergehende Instruktionsmassnahmen, namentlich die Durchführung ei-

ner Anhörung und die Vornahme von Abklärungen über die Schweizeri-

sche Botschaft in Colombo, ab. 

C.  

Mit Eingabe vom 24. Dezember 2021 liess der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben 

und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das 

SEM sei anzuweisen, auf das Mehrfachgesuch einzutreten. In prozessua-

ler Hinsicht wurde beantragt, es sei festzustellen, dass der Beschwerde 

aufschiebende Wirkung zukomme, es sei die unentgeltliche Prozessfüh-

rung zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 28. Dezem-

ber 2021 den Eingang der Beschwerde. 

  

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – 

in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 

Abs. 3 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG hat die Eingabe von Asylgesuchen, die in-

nert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl- und Wegweisungs-

entscheides eingereicht werden, schriftlich und begründet zu erfolgen. Der 

Beschwerdeführer hat am 2. Dezember 2015 in der Schweiz um Asyl nach-

gesucht. Die Verfügung des SEM vom 12. August 2019 erwuchs in Rechts-

kraft, nachdem das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-4661/2019 vom 

21. Oktober 2020 die Beschwerde abwies. Die Eingabe vom 2. Oktober 

2021 wurde vom SEM deshalb korrekterweise als Mehrfachgesuch entge-

gengenommen. 

4.  

Prüfungsgegenstand ist vorliegend die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das neue Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Die 

Beschwerdeinstanz enthält sich – sofern sie den Nichteintretensentscheid 

als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung; sie 

hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.). 

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5.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel 

in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; Art. 21 

Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen Fällen 

auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 

AsylG). 

6.  

6.1 Asylgesuche, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des 

Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, haben gemäss 

Art. 111c Abs. 1 AsylG schriftlich und begründet zu erfolgen. 

6.2 Kommt eine asylsuchende Person im Rahmen eines Mehrfachgesuchs 

ihrer Begründungspflicht offensichtlich nicht nach, hat die Behörde auch in 

Verfahren, in denen nicht ohnehin schon die speziellen Voraussetzungen 

der Art. 31a Abs. 1–3 AsylG vorliegen, die Möglichkeit, auf das Gesuch ge-

stützt auf Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht einzutre-

ten (vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1). 

7.  

7.1 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung fest, Mehrfachgesuche 

müssten gehörig begründet sein, so dass die Behörde in der Lage sei, über 

das Gesuch entscheiden zu können, auch ohne dass sie die gesuchstel-

lende Person vorher anhöre. Sofern eine asylsuchende Person ihrer Be-

gründungspflicht nicht nachkomme, habe die Behörde gemäss Art. 111c 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG neben der formlosen Abschrei-

bung die Option, auf das Gesuch nicht einzutreten. Bereits im ordentlichen 

Asylverfahren sei unter anderem festgestellt worden, dass beim Beschwer-

deführer keine risikobegründenden Faktoren vorliegen würden. Tamilische 

Personen ohne eigene Verbindungen zu den LTTE, welche sich exilpoli-

tisch betätigen würden, würden die Flüchtlingseigenschaft in der Regel 

nicht erfüllen. Mehrheitlich seien die ausgeübten Tätigkeiten unproblema-

tisch, da sie keine separatistische oder andere Absicht verfolgen würden, 

welche für die Einheit des Staates eine Gefahr darstelle. Somit sei bei ei-

nem entsprechenden Profil nicht davon auszugehen, dass die sri-lanki-

schen Behörden solchen Personen bei einer Rückkehr eine enge Verbin-

dung zu den LTTE unterstellen würden beziehungsweise dass sie von der 

sri-lankischen Regierung zu jener Gruppe gezählt würden, die bestrebt sei, 

den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen. Dies gelte umso 

mehr, wenn die Personen – wie es beim Beschwerdeführer der Fall sei – 

nach Kriegsende im Jahre 2009 noch mehrere Jahre in Sri Lanka hätten 

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leben können, ohne flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnah-

men glaubhaft machen zu können. Aus den Ausführungen zum angebli-

chen Engagement (Teilnahme, Organisation und Mobilisation) und den neu 

eingereichten Beweismitteln gehe nicht hervor, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka von den dortigen Behörden als zu jener 

Gruppe gezählt würde, die den tamilischen Separatismus wiederaufleben 

lassen wolle. Der eingereichten Polizeivorladung vom (…) 2021 komme 

gemäss der Praxis des SEM und des Bundesverwaltungsgerichts nur ein 

sehr geringer Beweiswert zu. Beim Vorbringen, die sri-lankischen Behör-

den hätten sich zum Haus des Beschwerdeführers begeben und dort seine 

Angehörigen belästigt, handle es sich demzufolge um eine Parteibehaup-

tung, dem es angesichts der nicht glaubhaft gemachten Verfolgungsvor-

bringen in den bisherigen Verfahren an der Grundlage fehle. Eine begrün-

dete Furcht vor einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsyIG sei daher 

nicht auszumachen. Hinsichtlich der weiteren eingereichten Berichte zur 

aktuellen Situation und der Namensliste sei darauf hinzuweisen, dass 

diese keinen individuellen Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen wür-

den. Es reiche nicht aus, pauschal auf politische Entwicklungen der jünge-

ren Vergangenheit oder mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen. Statt-

dessen wäre eine hinreichende Subsumption im Einzelfall notwendig. Ge-

nau dies sei vorliegend allerdings nicht überzeugend dargetan worden. Die 

Anforderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht 

seien damit nicht gegeben. Die im Mehrfachgesuch aufgeführten Vorbrin-

gen würden sich somit als nicht gehörig begründet im Sinne von Art. 111c 

Abs. 1 AsyIG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG erweisen. Vor diesem Hintergrund 

seien keine weiteren Abklärungen bei der schweizerischen Botschaft in Co-

lombo geboten. Auch sei es nicht erforderlich, den Beschwerdeführer zu 

einer Anhörung zu den Asylgründen vorzuladen. Im Weiteren sei der Weg-

weisungsvollzug als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. 

7.2 In der Beschwerde werden im Wesentlichen die Ausführungen im 

Mehrfachgesuch wiederholt (vgl. Bst. B.b). Die Erwägungen des SEM 

seien unseriös. Es habe der eingereichten polizeilichen Vorladung zu Un-

recht die Beweiskraft abgesprochen. Vielmehr sei es verpflichtet, im Zwei-

felsfalle die Authentizität von eingereichten Dokumenten zu überprüfen. 

Insgesamt habe das SEM den Sachverhalt unrichtig und unvollständig er-

stellt und die Begründungspflicht verletzt. 

  

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Seite 7 

8.  

8.1 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung einleitend fest, unter 

welchen Umständen es ihm offenstehe, ein Mehrfachgesuch formlos ab-

zuschreiben oder auf ein solches nicht einzutreten. Im Anschluss zeigt es 

indessen hinsichtlich der geltend gemachten Behelligungen der Eltern, der 

exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers und der aktuellen Situ-

ation in Sri Lanka nicht auf, aus welchen Gründen es das vorliegende Ge-

such als nicht ausreichend begründet erachtet. Vielmehr legt es im Rah-

men einer rudimentären materiellen Prüfung dar, weshalb die Anforderun-

gen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht nicht gegeben 

seien. 

8.2 Unter Hinweis auf die zusammengefasst wiedergegebenen Ausführun-

gen in der Eingabe vom 2. Oktober 2021 (vgl. Bst. B.b) ist das Mehrfach-

gesuch als gehörig begründet zu erachten. Davon scheint entgegen den 

Ausführungen in der angefochtenen Verfügung auch das SEM ausgegan-

gen zu sein, nachdem es sich in seinem Entscheid vom 10. Dezember 

2021 materiell mit den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers 

auseinandersetzte. Damit bleibt kein Raum für einen Nichteintretensent-

scheid gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 

VwVG. 

9.  

Nach dem Gesagten ist das SEM zu Unrecht auf das Mehrfachgesuch vom 

2. Oktober 2021 nicht eingetreten und hat damit Bundesrecht verletzt 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Die angefoch-

tene Verfügung vom 10. Dezember 2021 ist aufzuheben und das SEM ist 

anzuweisen, auf das Mehrfachgesuch einzutreten und dieses – wie es dies 

in seinen Erwägungen im Ergebnis denn auch tut – auch formal materiell 

zu behandeln. 

10.  

Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in 

der Beschwerdeschrift einzugehen, weil sie Gegenstand des wiederaufzu-

nehmenden materiellen Verfahrens sein werden und das SEM sich damit 

zu befassen haben wird. 

11.  

Mit diesem Urteil sind die Anträge auf Feststellung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde und auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses gegenstandslos geworden. 

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Seite 8 

12.  

12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegen-

standslos geworden ist. 

12.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde 

keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen Partei-

kosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 am Ende 

VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine 

Parteientschädigung von Fr. 700.– (inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 10. Dezember 2021 wird aufgehoben. Das 

SEM wird angewiesen, auf das Mehrfachgesuch vom 2. Oktober 2021 ein-

zutreten und dieses materiell zu behandeln. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 700.– auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

 

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