# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e621a37f-8f9e-546d-aa37-8efe801f8bcf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.10.2010 C-3779/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3779-2010_2010-10-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3779/2010/mes/wam
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richter Johannes Frölicher, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiber Marc Wälti.

X._______,
vertreten durch Y._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 16. Juni 2009, 
Rechtsverweigerung und -verzögerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3779/2010

Sachverhalt:

A.
Am 19. Januar 1993 sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen der 
am _______ 1963 geborenen – damals noch in der Schweiz wohnhaft 
gewesenen  – X._______  (im Folgenden: Beschwerdeführerin) auf ihr 
Leistungsgesuch vom 7. Dezember 1991 hin (act. 7) eine Viertelsrente 
der schweizerischen Invalidenversicherung zu (IV; vgl. act. 29). Diese 
Rente  wurde  mit  Verfügung  vom 25.  März  1994  rückwirkend  per  1. 
Dezember 1993 auf eine halbe Invalidenrente heraufgesetzt (vgl. act. 
45; vgl. auch act. 40). 

B.
Da die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz nach Spanien ver legt hatte 
(vgl. act. 46 und 47), überwies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen die 
Akten  am 21. November  1995  zuständigkeitshalber  der  IV-Stelle  für 
Versicherte im Ausland (im Folgenden: Vorinstanz oder IVSTA; vgl. act. 
48). In  der Folge führte  die Vorinstanz ein Revisionsverfahren durch 
(vgl. act. 51 bis 76) und teilte der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2005 
mit, ihr würden die bisherigen Rentenleistungen weiterhin ausgerichtet 
(act.  77).  Nach  neuerlicher  Durchführung  eines  Revisionsverfahrens 
hob die Vorinstanz mit der ihren Vorbescheid vom 3. März 2009 (act. 
87) bestätigenden Verfügung vom 16. Juni 2009 die halbe Invaliden-
rente der Beschwerdeführerin per 1. August 2009 auf (vgl. act. 94).

C.  
Mit Schreiben vom 6. und 30. Juli 2009 und 14. September 2009 (vgl. 
act. 96, 99 und 100; vgl. auch act. 89) ersuchte die Beschwerdefüh-
rerin die Vorinstanz darum, ihr die Verfügung vom 16. Juni 2009 form-
gerecht zu eröffnen; namentlich entsprechend den Anforderungen der 
Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die 
Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 zur Anwendung der 
Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und deren Familien, 
die  innerhalb  der  Gemeinschaft  zu-  und  abwandern  (SR  0.831. 
109.268.11;  im  Folgenden:  Verordnung  Nr. 574/72).  Am  1.  Oktober 
2009  stellte  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  eine  Kopie  des 
Schreibens vom 30. Juli 2007 zu. Darin wurde das „Instituto Nacional 
de la Seguridad Social“ (im Folgenden: I.N.N.S) um Eröffnung der Ver-
fügung vom 16. Juni 2009 gemäss Art. 48 der Verordnung Nr. 574/72 
gebeten  bzw. um Mitteilung,  wann  eine  solche  Eröffnung  erfolgt  ist 
(vgl. act. 98 und 101). 

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D.
Am 21. Mai  2010  (Datum der  Postaufgabe)  erhob  die  Beschwerde-
führerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragte, 
die Vorinstanz sei  anzuweisen,  ihr  die Verfügung vom 16. Juni 2009 
formgerecht  zu  eröffnen.  Eventuell  sei  die  Verfügung  vom  16.  Juni 
2009 aufzuheben, eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung  zuzusprechen  oder  die  Sache  zwecks erneuter  Abklärung  des 
medizinischen Sachverhalts und Erlass einer neuen Verfügung an die 
Vorinstanz  zurück  zu  weisen  – alles  unter  Kosten-  und  Entschädi-
gungsfolge.

Zur Begründung dieser Anträge führte die Beschwerdeführerin im We-
sentlichen  aus,  die  Vorinstanz  habe  ihr  die  Verfügung  vom 16. Juni 
2009 direkt,  indes noch nicht  förmlich bzw. den Normen der Verord-
nung  Nr. 574/72  entsprechend  eröffnet,  dadurch  ihren  Anspruch  auf 
rechtliches Gehör sowie das Verbot der Rechtsverweigerung bzw. -ver-
zögerung verletzt. Zudem habe die  Vorinstanz den  relevanten medi-
zinischen  Sachverhalt  unvollständig  erhoben  und  unzutreffend  ge-
würdigt.

E.
Mit  Verfügung vom 31. Mai  2010 beschränkte  der  Instruktionsrichter 
das  Verfahren  vorerst  auf  die  Frage  der  Rechtsverzögerung  bzw. 
-verweigerung.

F.
In ihrer Stellungnahme vom 10. Juni 2010 stellte die Vorinstanz keine 
Anträge. Im Wesentlichen führte sie aus, es sei nicht zu beanstanden, 
dass  die  Verfügung  vom  16.  Juni  2009  direkt  dem  sprachkundigen 
Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  ohne  Beilage  einer  zusam-
menfassenden Mitteilung in spanischer Sprache eröffnet worden sei, 
habe  doch die  Beschwerdeführerin  ihr  Leistungsgesuch  vom 7.  De-
zember 1991 in der Schweiz bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 
eingereicht.

G.
Am 26. August 2010 hob der Instruktionsrichter die Beschränkung des 
Verfahrens auf  und gab  der  Vorinstanz Gelegenheit  zur  Einreichung 
einer Vernehmlassung.

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H.
In Ihrer Eingabe vom 14. September 2010 beantragte die Vorinstanz, 
die  Beschwerde  sei  –  sofern  darauf  eingetreten  werden  könne  –  in 
dem Sinne gutzuheissen, dass die Sache zur ergänzenden Abklärung 
und  zum  anschliessenden  neuen  Entscheid  zurückgewiesen  werde. 
Zur Begründung verweise sie auf eine Stellungnahme ihres ärztlichen 
Dienstes vom 7. September 2010. 

I.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird – soweit erforderlich – in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Im vorliegenden Verfahren sind die mit Beschwerde vom 21. Mai 2010 
erhobenen Rügen und gestellten Rechtsbegehren zu beurteilen. Dabei 
steht die Rüge im Vordergrund, die Vorinstanz habe die Verfügung vom 
16.  Juni  2009  nicht  rechtskonform  eröffnet,  womit  die  Beschwerde-
führerin eine Untätigkeit der Vorinstanz geltend macht, was unter dem 
Blickwinkel der Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung zu prüfen ist. 
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe mit 
Verfügung  vom 16.  Juni  2009  ihre halbe  Invalidenrente  zu  Unrecht 
revisionsweise per 1. August 2009 aufgehoben.

1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im 
Wesentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021 [vgl. auch Art.  37  VGG])  sowie  des Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver -
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1 [vgl. auch Art. 3 Bst. dbis  VwVG]). 
Dabei  finden  nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln 
diejenigen Verfahrensregeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Be-
schwerdebeurteilung in Kraft  stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch 
Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Gemäss  Art. 31  VGG in  Verbindung  mit  Art. 33  Bst. d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der IVSTA. 

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Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VwVG liegt nicht vor. Zudem ist 
die  – von  der  Beschwerdeführerin  in  erster  Linie  gerügte  – Ver-
weigerung bzw. Verzögerung  einer  Amtshandlung seitens  der  IVSTA 
dem Erlass einer Verfügung durch die IVSTA gleichgestellt  (vgl. zum 
Ganzen Art. 56 Abs. 2 ATSG und Art. 46a VwVG;  MARKUS MÜLLER,  in: 
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz.  59  zu  Art. 5 sowie 
Rz. 1 ff. zu Art. 46a,  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 255 
Rz. 724 sowie  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozes-
sieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 240  Rz. 
5.18;  vgl.  auch  E.  1.4  hiernach).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist 
daher zur Beurteilung der Beschwerde vom 21. Mai 2010 zuständig. 

1.3 Eine  Beschwerde,  mit  der  eine  Rechtsverweigerung  bzw.  -ver-
zögerung  seitens  der  Vorinstanz  gerügt  wird,  ist  akzessorisch  zum 
Hauptverfahren. Die Beschwerdebefugnis richtet sich daher nach der 
Legitimation im Hauptverfahren und somit nach Art. 48 Abs. 1 VwVG, 
wonach  zur  Beschwerde  berechtigt  ist,  wer  vor  der  Vorinstanz  am 
Verfahren  teilgenommen  hat,  durch  die  (verzögerte)  Verfügung  be-
sonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  oder  Änderung  hat  (vgl.  hierzu  auch MOSER/BEUSCH/KNEU-
BÜHLER, a.a.O., S. 242 Rz. 5.22). Vorliegend sind diese Prozessvoraus-
setzungen ohne Zweifel erfüllt.

1.4 Mit  einer  Rechtsverweigerungs-  oder  Rechtsverzögerungsbe-
schwerde kann nur  ein unrechtmässiges Verweigern  bzw. Verzögern 
einer Amtshandlung gerügt sowie alleine beantragt werden, dass dies 
festgestellt  und die zuständige Behörde zum Erlass einer Verfügung 
verpflichtet  wird (vgl. dazu  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  S. 255 Rz. 725 sowie 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S.  243  Rz.  5.26  sowie  S.  245  Rz. 
5.30).  Soweit  daher ein unrechtmässiges Verweigern bzw. Verzögern 
einer  anbegehrten  Amtshandlung  gerügt  und  beantragt  wird,  die 
Vorinstanz sei anzuweisen, die Verfügung vom 16. Juni 2009 förmlich 
zu eröffnen, ist auf die formgerecht eingereichte Beschwerde vom 21. 
Mai 2010 einzutreten, ist doch in dieser Hinsicht auch keine Frist zu 
wahren (vgl. Art. 50 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; vgl. auch MOSER/ 
BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 242 Rz. 5.22).

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Vorliegend wird aber zugleich mit  der Rüge der Rechtsverweigerung 
bzw. -verzögerung auch die materielle Unrichtigkeit der Verfügung vom 
16. Juni 2009 geltend gemacht. Hierauf ist nur einzugehen, wenn keine 
Rechtsverweigerung  bzw.  -verzögerung  festzustellen  und  die  Vor-
instanz daher nicht anzuweisen ist,  die Verfügung vom 16. Juni 2009 
rechtskonform zu eröffnen. 

2.
Im Folgenden werden die für  die Beurteilung der Rüge einer angeb-
lichen  Rechtsverweigerung  bzw.  -verzögerung  wesentlichen  Bestim-
mungen und die  von der  Rechtsprechung dazu entwickelten Grund-
sätze dargestellt.

2.1 Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige von Spanien und hat 
dort  ihren Wohnsitz,  so dass vorliegend die Bestimmungen des Ab-
kommens  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einer-
seits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Frei-
zügigkeit vom 21. Juni 1999 (im Folgenden: FZA, SR 0.142.112. 681) 
sowie grundsätzlich auch die darin erwähnten Verordnungen anwend-
bar sind (vgl. Art. 80a IVG). 

2.2 Das  Verbot  der  Rechtsverweigerung  bzw. -verzögerung  ist  nicht 
bereits dann verletzt, wenn ein Begehren nicht sofort behandelt wird. 
Eine Verbotsverletzung liegt  nur  dann vor, wenn sich die zuständige 
Behörde nicht  bereit  zeigt,  eine ihr  obliegende Amtshandlung vorzu-
nehmen oder aber eine solche über Gebühr hinauszögert  bzw. nicht 
binnen jener Frist vornimmt, welche nach der Natur der Sache und der 
Gesamtheit  der  übrigen  Umstände  noch  als  angemessen  erscheint 
(vgl. BGE 119 Ib 311 E. 5b, BGE 117 Ia 116 E. 3a, BGE 117 Ia 193 E.  
1c, je mit Hinweisen; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allge-
meines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, S. 356 Rz. 
1657 f. sowie UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 
12 ff. zu Art. 56).

3.
Unter den Parteien in erster Linie umstritten und im Folgenden zu be -
urteilen ist,  ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin die Verfügung 
vom 16. Juni 2009 nicht formgerecht eröffnet und dadurch gegen das 
Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsverbot verstossen hat.

3.1 Gemäss  Art. 48  Abs.  1  der  Verordnung  Nr. 574/72 sind  die  von 
den beteiligten Trägern getroffenen endgültigen Entscheidungen dem 

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bearbeitenden  Träger  zu  übermitteln. In  diesen  müssen  die  Rechts-
behelfe  und  Rechtsbehelfsfristen  nach  den  in  Betracht  kommenden 
Rechtsvorschriften angegeben sein. Nach Erhalt aller dieser Entschei-
dungen  stellt  sie  der  bearbeitende  Träger  dem  Antragsteller  unter 
Beilage  einer  in  dessen  Sprache  abgefassten,  zusammenfassenden 
Mitteilung  zu.  Die  Laufzeit  der  Rechtsbehelfsfristen  beginnt  erst  mit 
der  Zustellung  der  zusammenfassenden  Mitteilung  an  den  Antrag-
steller.

Als bearbeitender Träger gilt unter anderem der Träger des Wohnortes, 
bei welchem das Leistungsbegehren gestellt worden ist (Art. 41 Abs. 1 
i.V.m. Art. 36 Abs. 1 der Verordnung Nr. 574/72).

3.2 Gemäss  Art.  3  Abs.  3  der  Verordnung  Nr.  574/72  können  Ent-
scheide oder sonstige Schriftstücke eines Sozialversicherungsträgers, 
die für eine im Gebiet eines Mitgliedstaats der EU wohnende oder sich 
dort  aufhaltende  Person  bestimmt  sind,  dieser  unmittelbar  mittels 
Einschreiben mit Rückschein zugestellt  werden. Von dieser Regelung 
macht Art. 48 Abs. 1 der Verordnung Nr. 574/72 eine Ausnahme, indem 
diese Bestimmung für den Fall, dass mehrere Entscheide von Trägern 
der  Sozialversicherungen  verschiedener  Staaten  vorliegen,  der  be-
arbeitende  Träger  diese  sammelt  und  nur  dieser  die  Entscheide 
zusammen mit einer übersetzten Zusammenfassung dem Betroffenen 
zustellt. 

Zu beachten ist weiter, dass Art. 48 Abs. 1 der Verordnung Nr. 574/72 
im Kapitel 3 der Verordnung unter dem Titel "Invalidität, Alter und Tod 
(Renten)" mit  dem Untertitel  "Einreichung und Bearbeitung der Leis-
tungsanträge"  steht  und  sich  damit  die  Frage  stellt,  ob  er  auch  auf 
Verfahren anwendbar ist, in denen behördliche Entscheide zu eröffnen 
sind, die ein von Amtes wegen eingeleitetes Verfahren abschliessen. 
Soweit  ersichtlich  haben  sich  das  Bundes-  und  das  Bundesverwal-
tungsgericht mit dieser Frage bisher nicht zu befassen gehabt – und 
auch  in  der  schweizerischen  Literatur  findet  sich  keine  einlässliche 
Behandlung der Problematik. Nicht weiterführend ist das vom Bundes-
amt  für  Sozialversicherungen  (BSV)  im  Zusammenhang  mit  den 
bilateralen Verträgen erlassene Kreisschreiben über das Verfahren zur 
Leistungsfestsetzung  in  der  AHV/IV  (KSBIL).  Die  Deutsche  Renten-
versicherung geht immerhin davon aus, dass bei Verfügungen über die 
Aufhebung  eines  Verwaltungsaktes  mit  Dauerwirkung  bei  Änderung 
der Verhältnisse (§ 48 des Sozialgesetzbuches [SGB], Zehntes Buch), 

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die u.a. mit  Revisionsverfügungen nach schweizerischem Recht  ver-
gleichbar sind,   Art. 48 Abs. 1 der Verordnung Nr. 574/72 keine An-
wendung findet  (vgl. Rechtliche Arbeitsanweisungen,  Überstaat liches 
Recht,  EWGV574/72,  Ziff.  R4.1.2.2;  zu  finden  unter  http://www. 
deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=EWGV574-72 
ART48R4.1.2.2). Vorliegend  kann allerdings  offen bleiben,  ob  in  der 
Schweiz auch bei Revisionen von Amtes wegen das Verfahren gemäss 
Art. 48 Abs. 1 der  Verordnung Nr. 574/72 zu beachten ist,  liegen  in 
concreto doch  keineswegs  mehrere  Entscheide  von  Trägern  der 
Sozialversicherungen verschiedener Staaten vor, die gesammelt  und 
zusammengefasst werden müssten.

3.3 Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Jahre 
1991 noch im Kanton St. Gallen wohnhaft gewesen ist, so sie ihr Leis-
tungsgesuch vom 7. Dezember  1991 zu Recht  bei  der  IV-Stelle  des 
Kantons St. Gallen eingereicht hat (vgl. act. 7 und 8 sowie Art. 40 Abs. 
1 Bst. a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV, SR 831.201]). Den Akten kann im Übrigen nicht ent -
nommen werden, dass die Beschwerdeführerin auch beim spanischen 
Sozialversicherungsträger  – dem I.N.N.S (vgl. Art. 4 Ziff. 1 bis 4 der 
Verordnung Nr. 574/72 in  Verbindung  mit  den  Anhängen 1  bis  4  zu 
dieser  Verordnung)  – jemals  ein  Leistungsgesuch  gestellt  oder  die 
I.N.N.S ein solches an die Vorinstanz übermittelt hätte (vgl. act. 46 und 
47). 

Ihre  Verfügung  vom  16.  Juni  2009  erliess  die  Vorinstanz  als  nach 
schweizerischem Recht zuständige IV-Stelle, nachdem sie von Amtes 
wegen ein Revisionsverfahren durchgeführt  hatte (vgl. Art. 17 Abs. 1 
ATSG sowie Art. 88 Abs. 1 i.V.m. Art. 40 Abs. 1 Bst. b IVV). Sie war 
daher – obwohl als bearbeitender Träger zu qualifizieren – nach den 
Vorschriften  der  Verordnung  Nr.  574/72  nicht  verpflichtet,  der  Be-
schwerdeführerin die Verfügung vom 16. Juni 2009 durch das I.N.N.S 
zustellen  zu  lassen.  Vielmehr  oblag  ihr  allein  die  rechtskonforme 
Eröffnung  der  Verfügung.  Die  Zustellung  einer  auf  Spanisch  über-
setzten  Zusammenfassung  war  mangels  Anwendbarkeit  von  Art.  48 
Abs. 1 der Verordnung Nr. 574/72 nicht erforderlich.

3.4
Damit steht fest, dass die Verfügung vom 16. Juni 2009, die unbestrit-
tenermassen  gegen  Ende Juni  2009 direkt  dem Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführerin zuging, von der Vorinstanz rechtsgenüglich eröff-

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net worden ist. Von einer Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung kann 
daher keine Rede sein.

4.
Über die Beschwerde vom 21. Mai  2010 bleibt noch insoweit  zu be-
finden, als die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe ihre halbe 
IV-Rente  zu  Unrecht  revisionsweise  aufgehoben.  In  diesem  Zusam-
menhang ist vorab zu prüfen, ob auf diese Rüge eingetreten werden 
kann.

4.1 Die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  die  Legi-
timation  der  Beschwerdeführerin  sind  ohne  Zweifel  gegeben  (vgl. 
E. 1.2 und 1.3 hiervor). Fraglich ist einzig, ob die Beschwerde – soweit 
die materielle Unrichtigkeit der angefochtenen Verfügung geltend ge-
macht wird – fristgerecht eingereicht wurde.

Beschwerden gegen Verfügungen der Vorinstanz sind innert 30 Tagen 
ab  deren  Eröffnung  einzureichen  (Art.  60  ATSG).  Wie  bereits  fest-
gehalten, wurde die Verfügung vom 16. Juni 2009 dem Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin gegen Ende Juni 2009 zugestellt, so dass die 
Beschwerdefrist  –  unter  Berücksichtigung  des  Fristenstillstands  ge-
mäss Art. 38 Abs. 4 Bst. b ATSG – gegen Ende August 2009 abge-
laufen ist. Aus dieser Sicht  erfolgte die Einreichung der Beschwerde 
vom 21. Mai 2010 ohne Zweifel verspätet.

4.2 Zu  beachten  ist  allerdings,  dass  der  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführerin  nach  Erhalt  der  direkt  zugestellten  Verfügung am 
6. und am 30. Juli  2009 bei  der Vorinstanz interveniert  und verlangt 
hatte,  die  Verfügung  sei  nach  den  Vorschriften  der  Verordnung  Nr. 
574/72 durch den spanischen Versicherungsträger zu eröffnen. Dieser 
Aufforderung  kam  die  Vorinstanz  am  30.  Juli  2009  –  also  noch 
während laufender Beschwerdefrist – irrtümlicherweise nach, was sie 
dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bekannt gab.

Unter  diesen  Umständen  durfte  die  Beschwerdeführerin  darauf  ver-
trauen, dass die Beschwerdefrist  zur Anfechtung der  Verfügung vom 
16. Juni 2009 erst mit deren Eröffnung durch den spanischen Versiche-
rungsträger zu laufen beginnen würde. Das Vorgehen der Vorinstanz 
ist  einer  unrichtigen  Auskunft  gleichzustellen  (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/ 
UHLMANN, a.a.O., S. 138 Rz. 655 ff.). Die Vorinstanz hat als zuständige 
Behörde vorbehaltlos zu erkennen gegeben, dass sie davon ausging, 
erst  die  Zustellung durch den spanischen Versicherungsträger  stelle 

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eine  rechtskonforme  Eröffnung  der  Verfügung  dar. Die  Beschwerde-
führerin hatte keinen Anlass, hieran zu zweifeln und sie hat insofern 
gestützt  auf  die  unrichtige  Verwaltungshandlung  nicht  wieder  gutzu-
machende  Dispositionen  getroffen,  als  sie  innert  Frist  keine  Be-
schwerde  einreichte.  Da  sich  seither  weder  die  Rechts-  noch  die 
Sachlage  wesentlich  verändert  hat  und  insbesondere  bis  zur  Ein-
reichung  der  Beschwerde  vom  21.  Mai  2010  die  angefochtene 
Verfügung durch den spanischen Versicherungsträger noch nicht eröff-
net worden ist, kann sich die Beschwerdeführerin auf den Grundsatz 
von  Treu  und  Glauben  berufen  (Art.  9  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; 
vgl. zum Ganzen HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., S. 140 ff. Rz. 668 ff.).

4.3 Nach Treu und Glauben hat  damit  die Beschwerde vom 21. Mai 
2010  als  rechtzeitig  eingereicht  zu  gelten  und  es  ist  hierauf  auch 
insoweit  einzutreten,  als  geltend  gemacht  wird,  die  Vorinstanz  habe 
die halbe IV-Rente der Beschwerdeführerin zu Unrecht revisionsweise 
aufgehoben.

5.
Die  Beschwerdeführerin  macht  in  ihrer  Beschwerde  eventualiter 
geltend,  die  medizinischen  Abklärungen  durch  die  Vorinstanz  seien 
ungenügend gewesen. In  ihrer  Vernehmlassung  vom 14. September 
2010, die der Beschwerdeführerin zur Kenntnis zu bringen ist, verweist 
die Vorinstanz auf eine neue Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes 
und beantragt, die Beschwerde sei – sofern darauf eingetreten werden 
könne – in dem Sinne gutzuheissen, dass die Sache zur ergänzenden 
Abklärung  und  zum  anschliessenden  neuen  Entscheid  zurückge-
wiesen werde. 

5.1 In  seinem  Bericht  vom  7.  September  2010  weist  Dr.  med. 
A._______ für  den ärztlichen Dienst  der Vorinstanz darauf  hin,  dass 
sich  in  den  Akten  widersprüchliche  fachärztliche  Bewertungen  der 
Arbeitsfähigkeit fänden, die nur nach Prüfung des nicht aktenkundigen 
und daher noch zu edierenden rheumatologischen Berichtes vom 25. 
November  2008  beurteilt  werden  könnten;  allenfalls  sei  eine 
zusätzliche  Untersuchung  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz 
erforderlich.

5.2 Angesichts der Ausführungen von Dr. med. A._______ besteht für 
das  Bundesverwaltungsgericht  kein  Anlass,  vom  Antrag  der 
Vorinstanz,  der  dem  Eventualantrag  der  Beschwerdeführerin 

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entspricht, abzuweichen. Der Sachverhalt erweist sich als ungenügend 
abgeklärt  (Art.  43  Abs.  1  ATSG),  so  dass  sich  die  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der  Sache  an  die 
Vorinstanz rechtfertigt (Art. 61 Abs. 2 VwVG).

6. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerde  vom 
21. Mai  2010 in dem Sinne teilweise gutzuheissen ist,  als die ange-
fochtene Verfügung vom 16. Juni 2009 aufzuheben und Sache an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist,  damit  diese die erforderlichen ergän-
zenden  Abklärungen  vornehme  und  anschliessend  neu  entscheide. 
Weitergehend,  soweit  die  Rüge  der  Rechtsverzögerung  bzw. 
-verweigerung betreffend, ist die Beschwerde abzuweisen.

7.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

7.1 Angesichts des weitgehenden Obsiegens der Beschwerdeführerin 
sind  keine  Verfahrenskosten  zu  erheben  (Art.  63  Abs.  1  sowie  2 
VwVG).

7.2 Der Beschwerdeführerin,  die  sich in  Spanien anwaltlich  hat  ver-
treten lassen,  ist  eine von der  Vorinstanz zu entrichtende Parteient-
schädigung  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG i.V.m. Art. 7  Abs. 1 
und  3  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]),  welche mangels  Kostennote  aufgrund  der  Akten zu be-
stimmen ist  (Art.  14  Abs. 2  VGKE). Unter  Berücksichtigung  des  ge-
botenen  und  aktenkundigen  Anwaltsaufwands  erachtet  das  Bundes-
verwaltungsgericht  ein  –  angesichts  des  nur  teilweisen  Obsiegens 
reduziertes – Honorar von 500.- (inklusive Auslagen) als angemessen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen ist, als die 
angefochtene Verfügung vom 16. Juni 2009 aufgehoben und Sache an 
die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird,  damit  diese  die  gemäss 
Erwägung  5  des  vorliegenden  Urteils  erforderlichen,  ergänzenden 
Abklärungen vornehme und anschliessenden neu entscheide. Weiter-

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gehend, soweit die Rüge der Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung 
betreffend, wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Ein  Doppel  der  Vernehmlassung der  Vorinstanz  vom 14. September 
2010 samt ärztlichem Bericht vom 7. September 2010 in Kopie geht 
zur Kenntnisnahme an die Beschwerdeführerin.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe 
von Fr. 500.- zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilage: 
Doppel der Vernehmlassung samt ärztlichem Bericht in Kopie)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______ )
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Marc Wälti

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerde-

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führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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