# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a8d955b-1cec-522d-8c1e-6a2db569755d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-21
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2015.105
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_105_ad.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2015.105 
2 ST.2015.130 

Entscheid 

 21. März 2016 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Marcus Thalmann, Steuerrichter 
Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  In der  Steuererklärung  2011  deklarierte  A  (nachfolgend der  Pflichtige),  In-

haber der Einzelunternehmung "B", ein Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätig-

keit in Höhe von Fr. 546'766.- und beantragte, es sei ein Betrag von Fr. 180'000.- dem 

Kanton  Zürich  und  der  Restbetrag  von  Fr. 366'766.-  dem  Kanton  C  zuzuweisen.  Ent-

gegen  diesem  Antrag  wies  der  Steuerkommissär  im  Einschätzungsentscheid  vom 

13. Februar  2014  das  gesamte  Einkommen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  dem 

Kanton Zürich zu und setzte das steuerbare Einkommen auf Fr. 463'100.- (auch satz-

bestimmend)  und  das steuerbare  Vermögen  auf Fr. 324'000.- (auch  satzbestimmend) 

fest.  

Am  selben  Tag  verfügte  der  Steuerkommissär  für  die  direkte  Bundessteuer 

2011 ein steuerbares Einkommen von Fr. 460'700.- (auch satzbestimmend).  

B. Am 10. März 2014 liess der Pflichtige Einsprache gegen diese Entscheide 

erheben und den Antrag erneuern, welchen der Pflichtige im Einschätzungs- bzw. Ver-

anlagungsverfahren  gestellt  hatte.  Er  reichte  verschiedene  Unterlagen  ein  und  berief 

sich auf die überkantonale "Regelung über die Festsetzung von Tätigkeitsentgelten bei 

Teilhabern von Personengesellschaften ab Bemessungsjahr 1999 zwischen den Kan-

tonen Aargau, Appenzell A.-Rh., Appenzell I.-Rh., Glarus, Graubünden, Schaffhausen, 

St. Gallen,  Thurgau  und  Zürich".  Mit  Einspracheentscheiden  vom  22.  April  2015  wies 

das kantonale Steueramt die Einsprachen ab. 

C. Am 21. Mai 2015 erhob der Pflichtige Beschwerde und Rekurs gegen diese 

Einspracheentscheide und beantragte neu, es sei ein Einkommen aus selbstständiger 

Erwerbstätigkeit  in  Höhe  von  Fr. 546'000.-  dem  Kanton  C  zur  Besteuerung  zuzuwei-

sen.  

Zur Begründung dieses Antrags machte er im Wesentlichen geltend, er verfü-

ge  am  Geschäftssitz  in  D  (…strasse  ..,  3.  Stock)  nebst  seinem  Büroraum  über  eine 

eigene Telefonnummer, welche separat verrechnet werde. Auch könne er die Sitzungs-

räume mitbenützen.  Bis  kurz  vor  der  Sitzverlegung  Ende 2010  habe  er bereits  einige 

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Kunden  im  Kanton  C  und  in  der  näheren  Umgebung  betreut.  Im  Jahr  2011  habe  er 

weitere Kunden hinzugewinnen können. Als "E"-Unternehmer sei er viel unterwegs und 

nicht sehr stark an den Arbeitsplatz gebunden. Zur Annahme eines Geschäftsorts ge-

nüge es, wenn die Vorbereitungs- und die administrativen Tätigkeiten vorwiegend am 

Geschäftsort ausgeführt würden (BGr, 1. März 2012, 2C_785/2011, BGr, 25. Mai 2011, 

2C_726/2010). Diese Voraussetzungen seien erfüllt: Oft sei er unterwegs oder bei den 

Kunden. Die Vorbereitung der Kundensitzungen und die administrativen Arbeiten erle-

dige er im Büro in D. Der Geschäftsort in D sei zwar bereits im Einschätzungsentscheid 

2010  nicht  anerkannt  worden.  Weil  das  Büro  in  D  erst  im  Dezember  2010  gemietet 

worden sei, habe er eine Einsprache gegen den Entscheid unterlassen. Der Einschät-

zungsentscheid 2010 sei somit für das vorliegende Verfahren nicht präjudiziell.  

In  der  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom  10.  Juni  2015  beantragte  das 

kantonale  Steueramt  die  Abweisung  der  Rechtsmittel,  verwies  auf  die  angefochtenen 

Einspracheentscheide und verzichtete auf eine Ergänzung der Begründung.  

Mit  Beweisauflage  vom  19.  Oktober  2015  ersuchte  der  zuständige  Referent 

des Steuerrekursgerichts den Pflichtigen um die substanziierte Darlegung und um den 

Beweis, wann, wofür und auf welche Weise er im Jahr 2011 die Geschäftsräumlichkei-

ten  in  D  benützte.  Der  Pflichtige  beantwortete  die  Beweisauflage  am  9.  Novem-

ber 2015. Da der Referent die Erfüllung der Auflage als ungenügend erachtete, erliess 

er am 11. November 2015 eine Mahnung, worauf der Pflichtige am 25. November 2015 

eine  neuerliche  Eingabe  erstattete.  Das  kantonale  Steueramt  äusserte  sich  am 

15. Dezember  2015  zum  Ergebnis  des  Beweisverfahrens.  Zu  dieser  Rechtsschrift 

nahm der Pflichtige am 28. Dezember 2015 Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Bei  der  direkten  Bundessteuer  veranlagte  das  kantonale  Steueramt  im 

angefochtenen  Einspracheentscheid  ein  steuerbares  Einkommen  2011  in  Höhe  von 

Fr. 460'700.-.  

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Der  Pflichtige  beantragt 

in  der  Beschwerde,  es  sei  ein  Betrag  von 

Fr. 546'000.- dem tatsächlichen Sitz der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Kanton C 

(Gemeinde  D)  zuzuweisen.  Er  anerkennt  somit  implizit  einen  Geschäftssitz  in  der 

Schweiz.  

b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  ist  die  Steuerpflicht  grundsätzlich  unbeschränkt.  Sie 

erstreckt  sich  aber  nicht  auf  Geschäftsbetriebe,  Betriebsstätten  und  Grundstücke  im 

Ausland.  

Für  die  Belange  der  direkten  Bundessteuer  ist  somit  unerheblich,  wo  in  der 

Schweiz  sich  der  Geschäftsbetrieb  eines  selbstständig  erwerbstätigen  Steuerpflichti-

gen befindet.  

c) Zur Ergreifung eines Rechtsmittels ist berechtigt, wer durch einen anfecht-

baren  Entscheid  seinen  Behauptungen  nach  in  seinen  steuerrechtlichen  Interessen 

verletzt  wird,  d.h.  wenn  er  durch  den  angefochtenen  Hoheitsakt  als  beschwert  er-

scheint  (RB  2001  Nr.  106,  1996  Nr.  44  m.  H.,  1972  Nr.  36,  je  zum  Rekurs).  Dabei 

kommt es grundsätzlich auf die Auswirkungen des Urteildispositivs an. Denn allein die-

ses enthält den rechtsverbindlichen und der Rechtskraft zugänglichen Entscheid über 

die Sache selber, d.h. den Verfahrensgegenstand, nicht aber die ihm zugrunde liegen-

de Begründung (RB 1996 Nr. 44 m.H., auch zum Folgenden). 

Das  steuerrechtliche  Interesse  kann  dabei  mit  dem  im  Verwaltungsrecht  all-

gemein  geltenden 

schutzwürdigen 

Interesse  gleichgesetzt  werden 

(Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art.  132  N  13 

DBG,  und  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz, 

3. A., 2013, § 140 N 12  ff. StG;  je mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Das steuer-

rechtliche  bzw.  schutzwürdige  Interesse  kann  dabei  rechtlicher  oder  auch  bloss  tat-

sächlicher (materieller oder ideeller) Natur sein; ein bloss ideelles Interesse muss da-

bei  besonders  ausgeprägt  sein.  In  diesem  Fall  besteht  das  Interesse  im  praktischen 

Nutzen, den das erfolgreiche Rechtsmittel haben würde. Ein schutzwürdiges Interesse 

kann auch vorliegen, wenn der Rechtsmittelentscheid zwar ohne steuerrechtliche Wir-

kung bleiben wird, andere Rechtsgebiete aber zwingend auf die steuerrechtliche Beur-

teilung  abstellen  (z.B.  AHV,  Krankenkassenprämienverbilligungen  etc.);  mit  dem 

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Rechtsmittel muss ein mit dem angefochtenen Entscheid eingetretener Nachteil besei-

tigt werden. 

d) Was die direkte Bundessteuer anbetrifft, hat der Pflichtige kein schutzwür-

diges  Interesse  an  der  Feststellung  des  Ortes  des  Geschäftsbetriebs,  solange  un-

bestritten ist, dass sich der Geschäftsort in der Schweiz befindet. Auf die Beschwerde 

ist daher nicht einzutreten.  

2. a) Gemäss § 18 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) unter-

liegen  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirt-

schaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit der Einkommenssteuer.  

Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  aufgrund 

der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert (BGE 

125 II 113, E. 5 S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei der 

ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer frei 

gewählten  Organisation  und  mit  der  Absicht  der  Gewinnerzielung  am  Wirtschaftsver-

kehr teilnimmt (vgl. BGE 121 I 259, E. 3c 263; Blumenstein/Locher, System des Steu-

errechts,  6.  A.,  2002,  S.  176;  Cagianut/Höhn,  Unternehmenssteuerrecht,  3.  A.,  1993, 

§ 1  N  17  ff.  und  34  ff.;  Höhn/Waldburger,  Steuerrecht,  9.  A.,  2001,  §  14  N  36;  Ernst 

Höhn, Interkantonales Steuerrecht, 4. A., 2000, § 13 N 5 ff., S.194 f.). 

Der Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist umfassender als derjenige 

des  Unternehmens,  des  Geschäfts,  Betriebs  oder  Gewerbes.  Die  letzteren  erfordern 

eine  organisierte  Einheit  von  Arbeit  und  Kapital  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  18 

N 9  StG;  vgl.  auch  Daniel  de  Vries  Reilingh,  in:  Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach, 

Kommentar zum Interkantonalen Steuerrecht, 2011, § 10 N 6). Unter den nach schwei-

zerischem  Recht  errichteten  Geschäftsbetrieben,  deren  Inhaber  natürliche  Personen 

sind,  sind  Einzelfirmen  und  Personengesellschaften  (Kollektiv-  und  Kommanditgesell-

schaften) zu verstehen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 4 N 6 ff. StG).  

b)  Gemäss  §  5  Abs.  1 StG  sind  natürliche  Personen  mit Wohnsitz  oder  Auf-

enthalt  im  Kanton  Zürich  grundsätzlich  unbeschränkt  im  Kanton  Zürich steuerpflichtig 

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(erster Satzteil). Die Steuerpflicht erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Be-

triebsstätten und Grundstücke ausserhalb des Kantons (zweiter Satzteil).  

Die  Steuerausscheidung  für  Geschäftsbetriebe  ausserhalb  des  Kantons  Zü-

rich  erfolgt  im  Verhältnis  zu  den  anderen  Kantonen  nach  den  Grundsätzen  des  Bun-

desrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (§ 5 Abs. 3 StG). 

Der  ausserkantonale  Geschäftsort  bildet  nach  der  Rechtsprechung  des  Bun-

desgerichts  ein  Spezialsteuerdomizil,  wenn  die  Beteiligung  am  Geschäft  zum  Privat-

vermögen  gehört.  Wenn  die  Beteiligung  zum  Geschäftsvermögen  zu  zählen  ist,  wird 

ein sekundäres Steuerdomizil angenommen (Daniel de Vries Reilingh, § 10 N 1 und 2).  

Der  Sitz  eines  Geschäftsbetriebs  (Einzelunternehmung  oder  Personengesell-

schaft)  befindet  sich  dort,  wo  die  Infrastruktur  und  die  Einrichtungen  angesiedelt  sind 

und  wo 

die  Geschäftstätigkeit 

zur  Hauptsache 

entfaltet  wird 

(Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 4 N 7 StG; Daniel de Vries Reilingh, § 10 N 10 ff.; BGr, 

13. August 2007, StE 2008 A 32 Nr. 12). Wird in einer ständigen Einrichtung keine Tä-

tigkeit  entfaltet, 

liegt  dort  kein  Geschäftsort  vor  (BGr,  13.  Dezember  2005, 

2P.149/2005,  E.  3.2).  Bei  Tätigkeiten,  welche  ihrer  Natur  nach  nicht  überwiegend  an 

ständigen  Anlagen  und  Einrichtungen,  sondern  bei  Kunden  oder  Arbeitnehmern  er-

bracht werden, kann es nicht darauf ankommen, wo diese wohnhaft sind. Zur Annah-

me eines Geschäftsorts genügt es, wenn die übrigen Tätigkeiten (z.B. Vorbereitungs- 

oder Administrativarbeiten) vorwiegend am Ort ausgeübt werden, wo sich feste Einrich-

tungen befinden (BGr, 1. März 2012, StE 2012 A 24.24.41 Nr. 6, E. 2.2 mit Hinweisen).  

c)  Grundsätzlich obliegt es der  Steuerbehörde,  jene  Umstände  darzutun  und 

zu beweisen, aus denen folgt, dass sich das Haupt- oder ein Nebensteuerdomizil einer 

natürlichen Person im Kanton befinden. Denn gemäss dem generellen Grundsatz über 

die  Beweislastverteilung  (Art.  8  ZGB)  haben  im  Allgemeinen  die  Steuerbehörden  die 

steuerbegründenden Tatsachen zu beweisen, mithin auch jene, welche das Bestehen 

eines Geschäftsorts im Kanton begründen. Erscheint der vom Steueramt angenomme-

ne  Geschäftsort  im  Kanton  als  sehr  wahrscheinlich,  genügt  dies  regelmässig  als 

Hauptbeweis  und  liegt  es alsdann  an  der  betreffenden Person,  den Gegenbeweis  für 

den von ihr verfochtenen anderen Geschäftsort zu erbringen (StE 1992 B 11.1 Nr. 11; 

Beusch/Mayhall, in: Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach, Kommentar zum Interkantona-

len Steuerrecht, 2011, § 40 N 9; BGr, 2. Mai 2014, 2C_794/2013).  

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Wenn  ein  Steuerpflichtiger  indessen  geltend  macht,  ein  Nebensteuerdomizil 

sei neu begründet oder aufgehoben worden, so trägt er für diese Behauptung die Be-

weislast (BGr, 25. Mai 2011, StE 2011 A 24.24.41 Nr. 5 = Peter Locher, Die Praxis der 

Bundessteuern, III. Teil: Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, § 5, II A Nr. 17, 

E. 3.1; BGr, 4. März 2009, StE 2009 A 24.24.41 Nr. 3, E. 3.2; a.M. Zweifel/Hunziker, in: 

Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach,  Kommentar  zum 

Interkantonalen  Steuerrecht, 

2011, § 8 N 22).  

Die Bundesgerichtsentscheide vom 1. März 2012 (StE 2012 A 24.24.41 Nr. 6, 

E.2.3) und 25. Mai 2011 (StE 2011 A 24.24.41 Nr. 5, E. 2.3) scheinen dieser Praxis zu 

widersprechen.  Indessen  wollte  das  Bundesgericht  nur  die  allgemeinen  Grundsätze 

der  Beweislastverteilung  darlegen.  Dass  das  Gericht  die  Beweislast  bei  Begründung 

oder  Aufgabe  eines  Nebensteuerdomizils  dem  Steuerpflichtigen  zuweist,  ergibt  sich 

aus Erwägung 3.1 des Entscheids vom 25. Mai 2011 und aus Erwägung 3.2 des Ent-

scheids vom  1.  März  2012,  wo  das  Gericht  klar  zum  Ausdruck  brachte,  dass  die  Be-

weislast beim Steuerpflichtigen liege, wenn dieser die  Begründung eines Spezialsteu-

erdomizils in einem anderen Kanton behaupte.  

Auch bei der ähnlichen Sachverhaltskonstellation der von einem Steuerpflich-

tigen behaupteten Wohnsitzverlegung muss in analoger Weise die betreffende Person 

nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen,  dass  ein  neuer  Wohnsitz  begründet 

wurde. Bleiben Zweifel bestehen, ist anzunehmen, dass das bisherige Domizil fortbe-

stand  (BGr,  15.  Februar  2005,  2P.186/2004,  E.  2.3;  BGr,  1.  März  2007,  StE  2008 

A 24.21 Nr. 18, BGr, 7. Dezember 2010, StE 2011 B 11.1 Nr. 22 [Wohnsitz im interna-

tionalen  Verhältnis];  Peter  Locher,  Die  Praxis  der  Bundessteuern,  III.  Teil:  Das  inter-

kantonale Doppelbesteuerungsrecht, § 3, I A, 2b Nr. 4).  

d) Unabhängig von der  Beweislastverteilung ist der Steuerpflichtige nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Mitwirkung bei Fragestellungen des interkan-

tonalen  Steuerrechts  verpflichtet  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  3  N  88  StG  mit 

Hinweisen  und  Kritik).  In  der  Lehre  wird  teilweise  die  Meinung  vertreten,  eine  Mitwir-

kungspflicht bestehe nur, wenn eine subjektive Steuerpflicht bis anhin gegeben gewe-

sen  sei  und  neu  deren  Aufgabe  behauptet  werde  (Behnisch/Locher,  ZBJV  2001, 

S. 455)  oder  eine  Mitwirkungspflicht  bestehe  nur  im  Steuerveranlagungsverfahren, 

nicht jedoch im Steuerhoheitsverfahren (Zweifel/Hunziker, § 6 N 98 und 106; Beusch/ 

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Mayhall, § 40 N 8; VGr, 31. März 1991, SB 91/0057, E. 2b; Leitsatz in RB 1992 Nr. 17; 

vgl. ferner zum Nachsteuerverfahren RB 2003 Nr. 99).  

e)  Der  Pflichtige  macht  eine  Sitzverlegung  seines  Geschäftsorts  per  Ende 

2010  geltend.  Der  vom Pflichtigen  eingereichte  Untermietvertrag  vom  … 2010  bezüg-

lich  des  Büros  in  D  nennt  denn  auch  einen  Mietbeginn  per  …  2010.  Bereits  in  der 

Steuerperiode  2010  untersuchte  der  Steuerkommissär  die  behauptete  Verlegung  des 

Geschäftsorts  und  gelangte  zum  Schluss,  dass  die  Verlegung  nicht  nachgewiesen 

wurde.  Der  entsprechende  Einschätzungsentscheid  2010  vom  16.  November  2012 

wurde in der Folge rechtskräftig.  

Der Pflichtige trägt bei dieser Sachlage die Beweislast für die von ihm behaup-

tete Verlegung des Geschäftsorts.  

f)  Mit  Beweisauflage  vom  19.  Oktober  2015  auferlegte  der  Referent  dem 

Pflichtigen den Beweis, dass er die Geschäftsräumlichkeiten in D tatsächlich benutzte. 

Die in der Folge eingereichten Unterlagen belegen indessen keine Benützung und da-

mit keine Geschäftstätigkeit: 

Allein  aus  dem  Untermietvertrag  mit  einem  bescheidenen  jährlichen  Mietzins 

von  Fr. 3'000.-  kann  nicht  abgeleitet  werden,  dass  das  Mietobjekt  tatsächlich  benützt 

wurde.  Der  Untermietvertrag  vermittelte  denn  auch  nur  das  Recht  zur  Mitbenützung 

und nicht das Recht zur Alleinbenützung des Büros. Auch die Rechnung von F, D, vom 

…  2011 für  eine  nicht  weiter  substanziierte  Rechtsberatung  von  Fr. 1'002.20.-  ist  hin-

sichtlich der Frage der Nutzung der Infrastruktur nicht aussagekräftig. Die Telefonrech-

nung vom … 2012 über Fr. 324.- belegt lediglich das Recht zur Mitbenützung des Tele-

fonautomaten,  nicht  jedoch  dessen  tatsächliche  Benützung.  Wäre  das  Telefon 

tatsächlich  benützt  worden,  wären  nicht  nur  eine  Pauschale,  sondern  zusätzlich  die 

effektiven Gebühren verrechnet worden. Sodann verpflichtete sich der Untervermieter 

im Vertrag, die Postsendungen des Pflichtigen in Empfang zu nehmen, dem Pflichtigen 

eine Telefonnummer zur Verfügung zu stellen, die eingehenden Telefonate entgegen-

zunehmen  und  weiterzuleiten.  Diese  Dienstleistungen  des  Untervermieters  dürften 

zwar bei Bürogemeinschaften nicht unüblich sein, indessen belegen sie in keiner Wei-

se  die  tatsächliche  Benützung  der  Infrastruktur  durch  den  Pflichtigen.  Die  Tatsache, 

dass der Pflichtige Kunden im Raum C betreute, stellt auch keinen Beweis für das Be-

stehen  eines  Geschäftsorts  im  Kanton  C  dar.  Denn  in  der  Innerschweiz  ansässige 

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Kunden  können  auch  vom  Kanton  Zürich  aus  betreut  werden.  Der  Pflichtige  konnte 

denn auch nur einen einzigen Kunden nennen, mit welchem er im Jahr 2011 in seinem 

Büro in D ein Gespräch geführt haben soll.  

Da  der  Pflichtige  den  ihm  auferlegten  Beweis  nicht  erbringen  konnte,  ist  zu 

seinen Ungunsten davon auszugehen, dass sich der Geschäftsort im Jahr 2011 nicht 

in D befand. Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ist somit dem Wohn-

ortkanton Zürich zuzuweisen. Der Rekurs ist demgemäss abzuweisen.  

3.  Ausgangsgemäss sind  die Verfahrenskosten dem  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung ist keiner Par-

tei zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG]  bzw.  §  152  StG  i.V.m. 

§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/22. März 2010). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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