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**Case Identifier:** a2cdcb22-2d56-55d9-a876-435642e1c9e0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 02.10.2018 BO.2017.30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BO-2017-30_2018-10-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BO.2017.30

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 02.10.2018

Entscheiddatum: 02.10.2018

Entscheid Kantonsgericht, 02.10.2018
Art. 152 ZPO (SR 272); Art. 29 Abs. 2 BV (SR 101): Das Recht auf Beweis im 
Zivilprozess schliesst eine vorweggenommene (antizipierte) Würdigung von 
Beweisen nicht aus. Eine grundsätzlich zulässige und in der Praxis häufig 
vorkommende Variante der antizipierten Beweiswürdigung liegt vor, wenn 
einem Beweismittel mit zweifelhafter Tauglichkeit die Eignung 
abgesprochen wird, eine aufgrund anderer Beweismittel bereits gewonnene 
Überzeugung noch zu erschüttern. Verletzung des Rechts auf Beweis, wenn 
trotz offenem Beweisergebnis und bei bloss fraglicher Ergiebigkeit auf die 
Abnahme eines prozesskonform angebotenen und objektiv tauglichen 
Beweismittels verzichtet wird (Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 
2. Oktober 2018, BO.2017.30).

Sachverhalt (Zusammenfassung):

A. (nachfolgend: Kläger), geboren 1953, erlitt am 29. Oktober 2007 mit seinem 

Personenwagen eine Frontalkollision, nachdem ihn eine bei der B. AG (nachfolgend: 

Beklagte) versicherte und vortrittsbelastete Fahrzeuglenkerin, die im Begriff gewesen 

war, nach links abzubiegen, übersehen hatte. Der Kläger zog sich dabei Verletzungen 

am Brustbein, am rechten Handgelenk sowie am rechten Knie zu. In seiner Klage beim 

Kreisgericht K. (nachfolgend: Vorinstanz), mit welcher er die Zusprechung einer 

"Teilgenugtuung bis zum Betrag von Fr. 30'000.00" verlangte, berief er sich jedoch 

hauptsächlich auf ein Schädelhirntrauma sowie subsidiär auf ein HWS-

Schleudertrauma und machte geltend, dass schon kurz nach dem Unfall zahlreiche 

Beschwerden, darunter Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, zwei Erinnerungslücken 

sowie Merkmale einer Wesensveränderung (u.a. starke Verwirrtheit, Vergesslichkeit und 

vermehrte Gereiztheit) aufgetreten seien. Vor Vorinstanz stritten sich die Parteien u.a. 

darüber, ob zwischen dem Unfall vom 29. Oktober 2007 und den vorerwähnten – 

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weder klinisch noch bildgebend objektivierbaren – Beschwerden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang bestehe. Die Vorinstanz verneinte das: Einerseits gäben die 

Akten keinerlei Hinweise für ein stattgefundenes Schädelhirntrauma mit Eintritt des 

typischen Beschwerdebildes innert der massgeblichen Latenzzeit von drei Tagen nach 

dem Unfall her und andererseits werde gerade deshalb die Unfallkausalität im 

zuhanden der IV-Stelle des Kantons St.Gallen erstatteten polydisziplinären Gutachten 

der M. in überzeugender Weise und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verneint. Sie 

verzichtete alsdann auf die Abnahme der vom Kläger für seine gegenteiligen 

Behauptungen offerierten Parteibefragung (resp. Beweisaussage) und 

Zeugeneinvernahmen, weil sie deren Ergiebigkeit aufgrund der konkreten Umstände als 

fraglich einstufte, und weil diese die Zweifel, die sich aus den echtzeitlichen bzw. 

zeitnäheren medizinischen Unterlagen ergäben, ohnehin nicht mehr zu beseitigen 

vermöchten. Im Berufungsverfahren war u.a. darüber zu befinden, ob darin eine 

zulässige antizipierte Beweiswürdigung oder eine Verletzung des klägerischen Rechts 

auf Beweis (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 152 ZPO) zu erblicken ist.

Erwägungen (Auszug):

III.

[…]

4.       Der Kläger macht vorerst geltend, die Vorinstanz habe im Zusammenhang mit 

der Nichtabnahme der von ihm form- und fristgerecht angebotenen Partei- und 

Zeugenaussagen sein Recht auf Beweis und damit seinen rechtlichen Gehörsanspruch 

verletzt. Des Weiteren habe die Vorinstanz die medizinischen Akten teilweise nicht, 

unvollständig oder falsch gewürdigt. Der Vorinstanz sei zwar zuzustimmen, dass keine 

echtzeitlichen Dokumente vorlägen, die einen Kopfanprall oder das Auftreten von 

typischen Beschwerden eines Schädelhirntraumas bzw. einer Schleuderverletzung 

innerhalb einer Latenzzeit von 72 Stunden erwähnten, allerdings habe er 

prozesskonform behauptet und jeweils durch Parteibefragung bzw. Beweisaussage 

und Zeugeneinvernahmen zum Beweis verstellt, dass er (b/aa) unmittelbar nach dem 

Unfall unter anderem an Kopfschmerzen sowie unter einer Nackensteifigkeit gelitten 

habe, dass er (b/bb) in den ersten Tagen nach dem Unfall schlagartig völlig verwirrt, 

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vergesslich und vermehrt gereizt gewesen sei, dass er (b/cc) unmittelbar nach dem 

Unfall zwei Erinnerungslücken gehabt habe und dass schliesslich die erwähnten 

Beschwerden echtzeitlich nicht abgefragt worden seien. Die offerierten Beweismittel 

seien im vorliegenden Fall "absolut zentral", könne mit deren Hilfe doch nachgewiesen 

werden, dass er bereits unmittelbar nach dem Unfall an den typischen Folgen eines 

Schädelhirntraumas gelitten habe, wobei es nicht primär um die von der Vorinstanz 

erwähnten Beschwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule, sondern um die 

dargelegte Persönlichkeitsveränderung und die erlittenen Amnesien gehe. Dadurch, 

dass ihm die Vorinstanz keine Gelegenheit geboten habe, die auf fehlende Abklärungen 

zurückzuführenden Unvollständigkeiten in den medizinischen Akten durch anderweitige 

Beweismittel zu beseitigen, habe sie ihm jegliche Möglichkeit verwehrt, zu seinen 

Gunsten erfolgreich Beweis zu führen, und den Grundsatz verkannt, wonach es unter 

den Beweismitteln der ZPO keine Hierarchie gebe.

a/aa)  Das Recht auf Beweis – welches sich verfassungsrechtlich aus Art. 29 Abs. 2 BV 

ergibt und früher aus Art. 8 ZGB abgeleitet wurde – ist in Art. 152 ZPO gesetzlich 

verankert. Es verschafft der beweispflichtigen Partei einen Anspruch darauf, für 

rechtserhebliche bestrittene Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr 

Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des anwendbaren Prozessrechts 

entspricht (Art. 150 Abs. 1 i.V.m. Art. 152 Abs. 1 ZPO; vgl. BGE 143 III 65 E. 3.2; BGE 

133 III 295 E. 7.1; BGE 114 II 289 E. 2.a; BGer 4A_427/2017 E. 5.1). Dieser Anspruch 

schliesst eine vorweggenommene (antizipierte) Würdigung von Beweisen nicht aus. 

Daran hat das Bundesgericht wie im Übrigen auch das Kantonsgericht – trotz 

vereinzelter Kritik in der Lehre (exemplarisch BSK ZPO-Guyan, Art. 157 N 14) – in 

ständiger Rechtsprechung festgehalten (BGE 143 III 297 E. 9.3.2; BGE 130 III 591 

E. 5.4; BGE 114 II 289 E. 2.a; BGE 109 II 31 E. 3.b; BGE 4A_427/2017 E. 5.1; BGer 

4A_414/2013 E. 4.3; Entscheide des Kantonsgerichts vom 10. Juni 2008 i.S. VZ.

2008.15 und vom 29. Oktober 2007 i.S. BZ.2007.50 [abrufbar unter: http://

www.gerichte.sg.ch/home/dienstleistungen/rechtsprechung/kantonsgericht.html]).

bb)    Wie bereits die Begriffsbezeichnung erahnen lässt, ist der vorweggenommenen 

(antizipierten) Beweiswürdigung eigen, dass bei ihr die Überzeugungskraft eines 

Beweismittels nicht wie üblich erst nach dessen Abnahme, sondern schon vor dessen 

Erhebung beurteilt wird (Hasenböhler, Das Beweisrecht der ZPO, N 5.70). Sie wird 

http://www.gerichte.sg.ch/home/dienstleistungen/rechtsprechung/kantons�gericht.html
http://www.gerichte.sg.ch/home/dienstleistungen/rechtsprechung/kantons�gericht.html

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überwiegend als unproblematisch erachtet, wenn es darum geht, aus einer Vielzahl von 

(gleichartigen) Beweisanträgen, die alle dem Nachweis desselben Sachverhalts dienen 

sollen, eine Selektion zu treffen (Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/

Leuenberger, ZPO Komm., Art. 157 N 43; Leu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 152 N 108; 

KUKO ZPO-Schmid, Art. 157 N 17, jeweils m.w.H.). Eine damit verwandte, zweite 

Erscheinungsform der antizipierten Beweiswürdigung liegt vor, wenn das Gericht 

aufgrund bereits abgenommener Beweismittel zum Schluss kommt, ein zusätzliches, 

an sich taugliches Beweismittel vermöge seine Überzeugung von der Wahrheit oder 

Unwahrheit einer strittigen Tatsache nicht (mehr) zu erschüttern. Im Verlaufe des 

Meinungsbildungsprozesses kann eine Stufe erreicht werden, bei der sich die 

richterliche Überzeugung derart gefestigt hat, dass die Abnahme weiterer Beweismittel 

überflüssig erscheint, wobei das Gericht gedanklich stets zu unterstellen hat, dass das 

noch nicht erhobene Beweismittel das Ergebnis bestätigen würde, welches die Partei 

vertritt, von der es angerufen wurde (BGE 143 III 297 E. 9.3.2; BGE 140 I 285 E. 6.3.1; 

BGE 138 III 374 E. 4.3.2; BGer 4A_427/2017 E. 5.1.1; Hasenböhler, a.a.O., N 5.76 und 

5.84; Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 9.158). Von einer antizipierten 

Beweiswürdigung ist schliesslich ebenfalls die Rede, wenn das Gericht einem 

beantragten Beweismittel die Tauglichkeit abspricht, die behauptete Tatsache zu 

erstellen, zu deren Beweis es angerufen wurde (s. etwa BGer 4A_427/2017 E. 5.1.1; 

BGer 4A_445/2016 E. 4.3;

BGer 4A_257/2008 E. 4.2). Diese dritte Erscheinungsform, bei der das Gericht losgelöst 

von seiner Überzeugung hinsichtlich der Verwirklichung der damit zu erstellenden 

Tatsache, also insbesondere auch bei offenem Beweisergebnis auf eine 

Beweisabnahme verzichtet, gilt als legitim, wenn das offerierte Beweismittel schon von 

seiner Natur her ungeeignet ist, die bestrittene Tatsache zu beweisen (sog. objektive 

Untauglichkeit; Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 9.158; Hasenböhler, a.a.O., 

N 2.26). Dagegen wird in der Literatur – soweit nicht gar für Unzulässigkeit plädiert wird 

(BSK ZPO-Guyan, Art. 152 N 7 und Art. 157 N 14; wohl auch KUKO ZPO-Schmid, 

Art. 157 N 14 ff.) – erhebliche Zurückhaltung gefordert (Leuenberger/Uffer-Tobler, 

a.a.O., N 9.158; Hasenböhler, a.a.O., N 2.28; Brönnimann, Berner Kommentar, N 18 ff. 

zu Art. 152 ZPO; Leu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 152 N 32) und wurde vom Bundesgericht 

eine offensichtliche Untauglichkeit verlangt (BGE 124 I 208 E. 4.a; BGer 4A_544/2014 

E. 3.2.1; BGer 4A_178/2014 E. 5.1; zurückhaltender nunmehr BGer 4A_427/2017 

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E. 5.1.1), sofern auf ein seiner Natur nach geeignetes Beweismittel verzichtet werden 

soll, weil seine Abnahme im konkreten Fall, beispielsweise wegen des sehr langen 

Zeitablaufs, als nicht aussichtsreich erscheint (sog. subjektive Untauglichkeit). In 

solchen Fällen reichen blosse Zweifel an der Tauglichkeit und Ergiebigkeit eines 

Beweismittels demnach nicht aus, sondern ist ein Verzicht in antizipierter 

Beweiswürdigung erst zulässig, wenn es geradezu ausgeschlossen erscheint, dass mit 

dem betreffenden Beweismittel noch Näheres in Erfahrung gebracht werden kann. Dies 

gilt zumindest insoweit, als sich das Gericht noch keine Überzeugung bilden konnte 

und daher ohne Abnahme weiterer Beweismittel die Verteilung der Beweislast über den 

Ausgang des Verfahrens entscheiden würde; denn wie das Bundesgericht mittlerweile 

in

BGer 4A_427/2017 E. 5.1.1 präzisierend klarstellte, komme in der Praxis oftmals eine 

Kombination der (zweiten und dritten) Variante(n) vor, indem einem Beweismittel mit 

zweifelhafter Tauglichkeit die Eignung abgesprochen werde, eine aufgrund anderer 

Beweismittel bereits gewonnene Überzeugung noch erschüttern zu können (vgl. auch 

BGer 5A_708/2014 E. 2; BGer 4D_92/2010 E. 3.2). Je fraglicher also die Tauglichkeit 

eines Beweismittels erscheine, desto weniger sei dieses auch geeignet, beim Gericht 

Zweifel an einer bereits gewonnenen Überzeugung zu wecken und selbige wieder in 

Frage zu stellen – so das Bundesgericht im erwähnten Entscheid weiter. Das erscheint 

nicht zuletzt deshalb sachgerecht, weil Sicherheit immer nur in Relation zu den 

ansonsten noch verfügbaren Erkenntnisquellen bestehen kann.

cc)     Vorliegend bediente sich die Vorinstanz dieser zuletzt erwähnten Mischform. So 

erachtete sie weder die Unfallkausalität der behaupteten persistierenden Beschwerden 

als bewiesen noch deren Fehlen (und somit eine andere Ursächlichkeit) als positiv 

erstellt. Mit anderen Worten ging sie diesbezüglich von Beweislosigkeit, also einem 

offenen Beweisergebnis aus. Gleichzeitig lehnte sie es aber ab, die weiteren – vom 

Kläger – beantragten Beweismittel abzunehmen, insbesondere Partei- und 

Zeugenbefragungen durchzuführen, da sie diese in erster Linie wegen der seit dem 

Unfall verstrichenen Zeit von beinahe zehn Jahren, daneben aber auch wegen der 

persönlichen Nähe der angerufenen Zeugen zum Kläger als untauglich erachtete, um 

damit ihre auf Basis der medizinischen Akten bereits gewonnene Überzeugung 

erschüttern und den angestrebten Beweis erbringen zu können. Die Beweiswürdigung 

der Vorinstanz ist daher im Folgenden jeweils unter zwei Gesichtspunkten zu prüfen: 

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Einerseits hinsichtlich ihrer Einschätzung des bisherigen Beweisergebnisses und 

andererseits hinsichtlich ihrer vorweggenommenen Beurteilung der Beweiskraft der 

vom Kläger sonst noch offerierten Beweismittel.

b/aa)  Betreffend die Kopfschmerzen und die Nackensteifigkeit, die der Behauptung 

des Klägers zufolge "[u]nmittelbar nach dem Unfall auftauchten", ist unter dem auf die 

gegenwärtige Beweis- und Aktenlage eingeschränkten Blickwinkel zu beachten, dass 

solche Beschwerden weder im Kurzaustrittsbericht des Spitals S., wo der Kläger 

unmittelbar nach dem Unfall untersucht wurde, noch im Polizeirapport, der u.a. eine 

Befragung des Klägers nach der Entlassung aus dem Spital enthält, festgehalten 

wurden. Letzteres mag insofern eine gewisse Relativierung erfahren, als das Protokoll 

überwiegend der Rekonstruktion des Unfallhergangs diente. Doch macht es sich der 

Kläger etwas gar einfach, wenn er sodann mit Hinweis darauf, dass im sehr knappen 

"Kurzaustrittsbericht" zur Erstuntersuchung im Spital S. unter "Angaben der verletzten 

Person, Unfallhergang und Beschwerden" nichts dokumentiert wurde, wiederholt – und 

in Anlehnung an den Parteigutachter – geltend macht, Beschwerden seien damals nicht 

abgefragt worden und weitergehende Untersuchungen deshalb unterblieben. Zum 

einen ist nicht davon auszugehen, dass die erstbehandelnde Ärztin ohne jegliche 

Äusserungen des Klägers zum Unfallhergang und zu seinen Beschwerden von sich 

aus, sozusagen ins Blaue hinein, Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, des Brustbeins, 

des Handgelenks rechts und des Knies rechts anfertigte sowie eine 

Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes durchführte (Abdomen-Sonographie). Zum 

anderen impliziert die entsprechende Behauptung mangelnder Nachfrage eben auch, 

dass der Kläger der untersuchenden Ärztin ebenso wenig von sich aus von 

Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit berichtete, obwohl beides in aller Regel nicht 

direkt verifizierbare Beschwerdebilder sind. Dem Kläger ist jedoch darin beizupflichten, 

dass die fraglichen Beschwerden im Lichte der vorne zusammengefassten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum natürlichen Kausalzusammenhang innert 

einer Latenzzeit von höchstens 72 Stunden und damit nicht zwangsläufig schon zu 

diesem Zeitpunkt, also noch am Unfalltag hätten auftreten müssen.

Für die Zeitspanne zwischen dem Folgetag bis knapp einem Monat nach dem Unfall 

existiert – soweit aktenkundig – keine ärztliche Aufzeichnung über die weitere 

Entwicklung des Gesundheitszustands. Der nächste Zwischenbericht vom damaligen 

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Hausarzt des Klägers, Dr. C., datiert vom 21. November 2007 und wurde zuhanden der 

SUVA ausgefertigt. Darin ist bezüglich des bisherigen Verlaufs und gegenwärtigen 

Zustands des Klägers u.a. von "rezid. Kopfschmerzen + Nackensteifigkeit" die Rede. 

Der Verwendung des Kürzels "rezid." (für rezidivierend), mithin der Bezeichnung beider 

Beschwerden als wiederkehrend, kann nur – aber immerhin – entnommen werden, 

dass der Kläger gegenüber seinem Hausarzt jedenfalls nicht angab, die 

Kopfschmerzen und die Nackensteifigkeit würden erst seit Mitte resp. Ende November 

2007 bestehen. Dass dahingehende Beschwerden aber bereits ab dem Unfalltag oder 

kurz danach wahrgenommen worden waren, lässt sich entgegen der Auffassung des 

Klägers allein daraus noch nicht ableiten. Vielmehr blieb die dem Begriff rezidivierend 

vom Hausarzt konkret zugedachte Bedeutung bislang im Dunkeln. Weder 

Dafürsprechendes noch Gegenteiliges ergibt sich daraus, dass der Kläger im Rahmen 

der Anamnese durch Dr. D. vom 7. Februar 2008 ausführte, initial kaum Schmerzen 

(erst ca. zwei Tage später eine starke Schwellung der rechten Hand mit begleitenden 

diffusen Schmerzen der rechten Hand) verspürt zu haben, zumal nicht ganz klar ist, ob 

sich diese Aussage nicht ausschliesslich auf die Hand bezog, da eher beiläufig im 

Kontext der bisherigen Behandlungs- und Therapiemassnahmen auch noch von 

begleitenden "Schulter/Nackenschmerzen und Kopfschmerzen nach dem Unfall" 

berichtet wurde. Als gegen ein Auftreten innerhalb der massgeblichen Latenzzeit 

sprechendes Indiz lässt sich hingegen anführen, dass der Kläger im Zuge der 

fachärztlichen Erfragung zur Krankengeschichte durch E. vom 27. Mai 2008 erklärte, 

initial keine Beschwerden bemerkt zu haben; Nacken-, Kopf-, Rücken- und 

Gliederschmerzen hätten sich erst etwa eine Woche nach dem Unfallereignis 

eingestellt. Da sich diese sieben Monate nach dem fraglichen Unfallereignis erteilte 

Auskunft des Klägers zum Beginn seiner Leiden ebenso auf die Schmerzen in der 

rechten Hand bezog, zu denen er rund vier Monate zuvor gegenüber Dr. D. noch 

erläutert hatte, sie hätten sich ca. zwei Tage nach dem Unfall eingestellt, ist allerdings 

auch bezüglich der Kopfschmerzen und der Nackensteifigkeit Vorsicht geboten und 

verbietet es sich, ein Auftreten derselben erst eine Woche nach dem Unfall ohne 

weiteres als erstellt zu betrachten. In den weiteren ärztlichen Berichten aus den Jahren 

2008 und 2009 wurden – wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt – nur noch die 

jeweils aktuellen Beschwerden des Klägers beschrieben. Gleiches gilt für das 

Privatgutachten Z. Die rund viereinhalb Jahre nach dem Unfall im Rahmen der 

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Begutachtung durch die M. durchgeführten Anamnesen, in welchen der Kläger 

diesbezüglich doch eher widersprüchlich zitiert wird, offenbaren schliesslich, dass 

mehrere Jahre nach dem Unfall erwartungsgemäss vom Kläger selbst keine 

gesicherten Auskünfte über den genauen Zeitpunkt des Auftretens einzelner 

Beschwerden mehr erhältlich waren.

Aus dem Gesagten erhellt, dass das Beweisergebnis betreffend das Auftreten der 

Kopfschmerzen und der Nackensteifigkeit innerhalb einer Latenzzeit von 72 Stunden 

völlig offen ist. Es existieren bis anhin zwar kaum Anhaltspunkte, die unmittelbar für die 

Behauptung des Klägers sprechen. Umgekehrt lässt sich den Prozessakten jedoch 

auch schwerlich etwas entnehmen, was eindeutig gegen das Auftreten dieser 

Beschwerden innerhalb der massgeblichen Latenzzeit sprechen würde. Ferner mag es 

unter zusätzlicher Berücksichtigung der zahlreichen, bei den Akten liegenden 

Eigenanamnesen und des Interesses des Klägers am Prozessausgang richtig sein, 

wenn die Vorinstanz davon ausging, mit einer heutigen Befragung des Klägers lasse 

sich sein Gesundheitszustand im entscheidenden Zeitraum nicht mehr erstellen. Der 

Kläger beantragte zu seiner diesbezüglichen Behauptung, nämlich dazu, dass 

Kopfschmerzen und eine Nackensteifigkeit unmittelbar bzw. kurze Zeit nach dem Unfall 

aufgetaucht seien, u.a. aber auch die Einvernahme seines damaligen Hausarztes, Dr. 

C., als Zeuge. An Schranken wiederholte er diese Beweisofferte und bekräftigte sie 

dadurch, dass er ergänzend ausführte, dass er im Anschluss an die Erstuntersuchung 

im Spital S. in regelmässiger Behandlung (etwa in wöchentlichen Abständen) bei 

seinem Hausarzt gewesen sei, wobei ihm jeweils weiterhin Schmerzmittel verschrieben 

worden seien. Damit setzte sich die Vorinstanz überhaupt nicht auseinander. Ein 

Grund, weshalb es ausgeschlossen erscheinen sollte (s. E.4.a/bb hiervor), dass von 

einer Einvernahme von Dr. C. noch relevante Erkenntnisse erwartet werden könnten, 

liegt im Lichte der bisherigen Beweislage auch nicht auf der Hand. Gewiss mag er 

seinen Zwischenbericht vom 21. November 2007 zuhanden der Unfallversicherung, in 

welchem im Zusammenhang mit dem bisherigen Verlauf erstmals von rezidivierenden 

Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit gesprochen wird, erst knapp drei Wochen nach 

der relevanten Zeit verfasst haben; in welchem Zeitpunkt die dem Bericht 

zugrundeliegende(n) Untersuchung(en) stattgefunden haben, ist allerdings – wie gesagt 

– unbekannt. Mit Blick auf das Austrittsprotokoll des Spitals S., welches ausdrücklich 

eine Nachkontrolle beim Hausarzt vorsah, die rechtzeitig und in genügender Weise 

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vorgebrachten Behauptungen des Klägers, wonach er unmittelbar nach dem Unfall an 

den erwähnten Beschwerden gelitten und daraufhin in regelmässigen, etwa 

wöchentlichen Abständen Dr. C. aufgesucht habe, sowie die Verwendung des Begriffs 

'rezidivierend' im ersten Zwischenbericht desselben gibt es durchaus Anhaltspunkte, 

die nahelegen, dass eine erste Konsultation des Hausarztes womöglich wesentlich 

früher stattgefunden haben könnte als dreieinhalb Wochen nach dem Unfall. Es 

erscheint daher angezeigt, Dr. C. zu den oben erwähnten bestrittenen und in 

Anbetracht des unter E. 3.c/bb hiervor Ausgeführten durchaus entscheiderheblichen 

Behauptungen des Klägers als Zeuge einzuvernehmen, um zu klären, worauf er seine 

damalige Verlaufsschilderung stützte bzw. welche Umstände die Verwendung des 

Begriffs rezidivierend rechtfertigten. Mithilfe einer allenfalls angelegten und 

aufbewahrten Patientenakte des Klägers dürfte es Dr. C. u.U. auch möglich sein, dies 

nach mehr als zehn Jahren zu rekonstruieren. Das unverkennbare Risiko, dass es sich 

ebenso gut anders verhalten könnte und gut möglich ist, dass der ehemalige Hausarzt 

keine sachdienlichen Auskünfte mehr machen kann, trägt sowohl hinsichtlich des 

Verfahrensausgangs als auch hinsichtlich der Prozesskosten der Kläger (s. E. 3.b 

hiervor; vgl. ferner Art. 102 Abs. 1, Art. 106 Abs. 1 und Art. 111 Abs. 1 sowie 

Abs. 2 ZPO). Indem ihm die Vorinstanz – wohl mit Rücksicht darauf und im Interesse 

der Prozessökonomie (Art. 124 Abs. 1 ZPO) – aber bereits von vornherein den Versuch 

verwehrte, eine offenkundig bestehende Lücke in der ärztlichen Verlaufsaufzeichnung 

durch die Einvernahme des ihn zu jener Zeit behandelnden Hausarztes zu schliessen, 

obwohl die verschärfte bundesgerichtliche Rechtsprechung zur natürlichen Kausalität 

unbestimmter Beschwerdebilder nach HWS-Schleudertraumen oder äquivalenten 

Verletzungen einer lückenlosen und präzisen Dokumentation des Verlaufs im frühesten 

Stadium und alsdann einer kritischen Auseinandersetzung mit derselben besondere 

Bedeutung zumisst (s. E. 3.c/bb hiervor), verletzte sie sein Recht auf Beweis.

bb)    Mit der geltend gemachten Wesensveränderung, mithin der Behauptung, er, der 

Kläger, sei "in den ersten Tagen nach dem Unfall" "schlagartig" völlig verwirrt, 

vergesslich sowie vermehrt gereizt gewesen, setzte sich die Vorinstanz nicht im 

Einzelnen auseinander. Implizit behandelte sie diese aber insofern, als sie mittels 

Klammerbemerkungen zum Ausdruck brachte, dass eine entsprechende Symptomatik 

erst mehr als ein halbes Jahr nach dem Unfall Eingang in die medizinischen Berichte 

gefunden habe. Dies ist im Ergebnis auch richtig, wobei erstmals im Bericht von E. vom 

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27. Mai 2008 aktuelle Beschwerden wie Vergesslichkeit, Konzentrations- und 

Auffassungsstörungen beschrieben wurden und dem Kläger aufgrund von 

Auffälligkeiten im formalen Denken verbunden mit Konzentrations- und 

Auffassungsstörungen – nicht aber wegen reduzierter Merkfähigkeit, die in der 

Fremdbeurteilung anscheinend unbeeinträchtigt war – eine Anpassungsstörung 

diagnostiziert wurde. Auch in den nachfolgenden Berichten der Dres. C. und G. sowie 

von E. werden dahingehende Symptome erwähnt, allerdings ebenfalls als aktuelle und 

teils nur als subjektiv wahrgenommene Beschwerden beschrieben. Somit enthalten die 

Verfahrensakten nur Hinweise auf eine persönlichkeitsverändernde Entwicklung im 

Verlaufe der Folgejahre, nicht aber auf eine – wie vom Kläger behauptet – schlagartig 

nach dem Unfallaufgetretene Wesensveränderung. Auch was das anbelangt, ist das 

Beweisergebnis daher offen und besteht bislang bloss eine Parteibehauptung. Nicht 

mehr, sondern denselben Status erhalten die im Rahmen des Privatgutachtens Z. 

eingeholten summarischen telefonischen Fremdanamnesen von X. und Y. (vgl. BGE 

141 III 433 E. 2.6), auf die an Schranken verwiesen wurde. Folglich bedarf es weiterer 

aussagekräftiger Indizien, damit die bestrittene Behauptung als erwiesen erachtet 

werden kann (BGE 141 III 433 E. 2.6).

Zum Beweis der schlagartigen Wesensveränderung beantragte der Kläger die 

Einvernahme von sieben Zeugen aus seinem näheren familiären oder beruflichen 

Umfeld bzw. aus seinem Bekanntenkreis. Überhaupt kein gegen die Beweistauglichkeit 

der offerierten Zeugeneinvernahmen sprechendes Argument – sondern eine bei der 

Würdigung der Ergebnisse derselben unter den Aspekten der Motivationslage und der 

Aussagezuverlässigkeit zu berücksichtigende Tatsache – stellt die persönliche Nähe 

der angerufenen Zeugen zum Kläger dar, zumal sich eine (schlagartige) 

Wesensveränderung ohne regelmässigen Kontakt und ohne vertrauensvolle Beziehung 

schwerlich bezeugen lässt. Zumindest ungenau ist es sodann, wenn die Vorinstanz im 

Weiteren davon spricht, dass selbst wenn die Zeugen die Behauptungen des Klägers 

bestätigen würden, aufgrund der anderslautenden medizinischen Akten aus der Zeit 

unmittelbar nach dem Unfall nicht auf medizinische Tatsachen geschlossen werden 

könnte, die in diesen Akten nicht enthalten seien. Die eingereichten Akten sagen in 

Bezug auf die Wesensveränderung nicht etwas Anderes aus, sondern enthalten bloss 

keine Hinweise auf ein schlagartiges Auftreten der Nämlichen. So schilderte der Kläger 

in den fünf Jahren nach dem Unfall gegenüber zahlreichen Ärzten wie auch Ärztinnen 

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Anzeichen für eine Wesensveränderung (Vergesslichkeit, Konzentrations- und 

Auffassungsstörungen) und wurde von diesen im Gespräch oder in der Untersuchung 

teilweise auch als (leicht) gereizt wahrgenommen. Das positive (medizinische) Korrelat 

dazu, d.h. die im Rahmen der Begutachtung durch die M. festgestellten 

neuropsychologischen Defizite in Form eines leicht- bis mittelschweren dysexekutiven 

Syndroms und einer Störung der Verhaltens- und Selbstregulationsfähigkeit, ist 

ausserdem unbestritten. Wenn aber die Persönlichkeitsveränderung an sich feststeht 

und "nur" noch streitig ist, ob sie mit dem Unfall ihren Anfang nahm, wofür jedenfalls 

bislang keine Anhaltspunkte bestehen, ist auch der Umstand, dass seit dem relevanten 

Zeitpunkt beinahe zehn – bzw. inzwischen mehr als elf – Jahre verstrichen sind, kein 

genügender Aufhänger, um in antizipierender Beweiswürdigung auf die Einvernahme 

von Personen aus dem Nahbereich des Klägers zu verzichten. Zwar werden 

Erinnerungen schwächer, je länger ein Ereignis zurückliegt (sog. Verblassungstendenz), 

doch verlaufen die Vergessensprozesse ungleichmässig und flacht die sog. 

"Vergessenskurve" nach den ersten Tagen und Wochen nach dem Ereignis aus 

(Ludewig/Baumer/Tavor, Aussagepsychologie für die Rechtspraxis, S. 30; Volbert/

Dahle, Forensisch-psychologische Diagnostik im Strafverfahren, S. 4; Bender/Nack/

Treuer, Tatsachenfeststellung vor Gericht, S. 29 f.). Entscheidend sind daher in erster 

Linie nicht die Anzahl Jahre, die das Ereignis zurückliegt, sondern die Umstände der 

damaligen Wahrnehmung. An aussergewöhnliche Ereignisse und an solche, von denen 

sie persönlich betroffen waren, können sich Zeugen bisweilen auch nach Jahren 

erinnern (Leu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 152 N 32; Trezzini, in: Trezzini et al [Hrsg.], 

Commentario pratico al Codice di diritto processuale civile svizzero [CPC], Art. 152 

S. 668 m.H. auf die strafrechtliche Rechtsprechung in BGer 6P.165/2004 E. 2.4.2). So 

erachtete es auch die Vorinstanz selber zu Recht nicht als ausgeschlossen, sondern als 

"wenig wahrscheinlich", dass die Zeugen die Behauptung des Klägers bestätigen 

könnten. Hinzu kommt, dass die Zuverlässigkeit der Erinnerung mithin von der Art des 

Objektes abhängt, an welches sich die Zeugen erinnern sollen. Dabei bleiben 

Erinnerungen an Personen und ihre Handlungen, insbesondere an und mit den Zeugen, 

im Vergleich zu anderen Erinnerungsgegenständen am ehesten zuverlässig; anders 

verhält es sich hingegen mit der Zuverlässigkeit von Aussagen über die Reihenfolge 

von Ereignissen, welche im Verlaufe der Zeit besonders stark abnimmt, worauf sich bei 

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der Fragestellung und anschliessenden Würdigung von Zeugenaussagen aber achten 

lässt (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., S. 37).

Es erscheint daher angezeigt, den ältesten Sohn des Klägers, U., der mit seinem Vater, 

soweit ersichtlich, seit der relevanten Zeit bis heute in einem gemeinsamen Haushalt 

lebt(e) und von einer mutmasslich plötzlichen Wesensveränderung desselben daher 

auch persönlich betroffen gewesen sein müsste, zu seinen diesbezüglichen 

Wahrnehmungen zu befragen. Daneben erscheint auch eine Einvernahme von Y. und 

V. als unumgänglich; entbehrlich sind hingegen die Einvernahme der restlichen 

offerierten Zeugen sowie die Parteibefragung des Klägers, zumal nach dem heutigen 

Kenntnisstand – und bezüglich Letzterem auch für den Kläger selbst – nicht recht 

ersichtlich ist, was die fraglichen Personen zu diesem (zeitlich doch sehr eingegrenzten) 

Beweisthema beitragen können sollten. Die Herren Y. und V. hingegen standen mit 

dem Kläger dem Anschein nach in regem geschäftlichen Kontakt, hatten mit diesem 

also in einem Bereich zu tun, in welchem sich die Auswirkungen der behaupteten 

schlagartigen Wesensveränderung der Sachdarstellung des Klägers zufolge am 

stärksten niederschlugen. Bei ihnen lässt sich sodann im Lichte der vorherigen 

Ausführungen nicht ausschliessen, dass sie sich an einen abrupten quantitativen und/

oder qualitativen Leistungsabfall ihres langjährigen Geschäftspartners noch erinnern 

können. Einer Einvernahme von Y. steht auch nicht im Wege, dass von diesem bereits 

eine kurze telefonische Fremdanamnese bei den Akten liegt, in welcher er dem 

Privatgutachter – nicht wie behauptet eineinhalb Jahre, sondern stattdessen – rund 

zweieinhalb Jahre nach dem Unfall Auskunft über seine eigene Wahrnehmung des 

(veränderten) Klägers gab. Der betreffenden Fremdanamnese kommt im vorliegenden 

Verfahren, wie bereits dargelegt, bloss die Stellung einer Parteibehauptung zu; in die 

Beurteilung der Aussagen von Y. ist sie dennoch kritisch miteinzubeziehen (BGer 

4A_707/2016 E. 1.3). Generell muss die Würdigung sämtlicher Zeugenaussagen 

aufgrund der vergangenen Zeit mit der gebotenen Zurückhaltung erfolgen. Eine bloss 

pauschale Bestätigung der Prozessbehauptung des Klägers kann nicht genügen, selbst 

wenn alle drei Zeugen darin übereinstimmen sollten. Vielmehr wird ein besonderes 

Augenmerk auf spezifische – noch erinnerte – Situationen zu richten sein, in denen sich 

allfällige Veränderungen kurz nach dem Unfall manifestierten. Die erlangten 

Aussageergebnisse gilt es dann wiederum sowohl im Einzelnen als auch untereinander 

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sowie mit Blick auf die Prozessbehauptungen und Prozessakten kritisch zu 

hinterfragen und auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu überprüfen.

cc)     Hinsichtlich der behaupteten anterograden Amnesien (Fahrt mit der Ambulanz 

zum Spital und Arbeitseinsatz am nächsten Tag) fällt auf, dass der Kläger erstmals rund 

neun Monate nach dem Unfall (d.h. am 22. Juli 2008) gegenüber dem Suva-Kreisarzt 

angab, "kurzzeitig eine Gedächtnislücke" gehabt zu haben. Nochmals mehr als 

eineinhalb Jahre später – nachdem die Suva ihre Versicherungsleistungen eingestellt 

und die dagegen erhobene Einsprache abgewiesen hatte – konkretisierte er diese 

Angabe im Zuge einer Befragung durch den Privatgutachter Dr. Z. vom 3. März 2010. 

Dort wird er dahingehend zitiert, dass ihm für den grössten Teil der Fahrt mit der 

Ambulanz die "Erinnerung vollständig (schätzungsweise 5-8 Minuten)" fehle und er sich 

auch an einen Reparatureinsatz bei einem Kunden am nächsten Tag in O. genauso wie 

an die Organisation des für die Fahrt dorthin notwendigen Ersatzfahrzeuges nicht mehr 

erinnern könne. Soweit der Kläger die (angesichts des Zeitpunkts und der Adressaten 

auffällig) späte Erwähnung – in Anlehnung an den Privatgutachter – einzig damit 

begründete, dass solche Kriterien in den ersten ärztlichen Untersuchungen öfters nicht 

beachtet bzw. erfragt werden, und dazu eine Parteibefragung bzw. Beweisaussage 

offerierte, kann der Vorinstanz keine Gehörsverletzung oder unrichtige (antizipierte) 

Beweiswürdigung vorgeworfen werden, wenn sie dieser Behauptung von vornherein 

keinen Glauben schenken wollte, könnten damit doch allenfalls noch die fehlenden 

Indizien in den ersten beiden ärztlichen Berichten erklärt werden, nicht aber der 

Umstand, dass der Kläger E. am 27. Mai 2008 "auf Nachfragen hin" detailliert vom 

Unfallereignis berichtete und dabei – trotz Erwähnung der gemeinsamen Fahrt ins 

Spital – nicht einmal ansatzweise Anzeichen für eine Amnesie erwähnte. Unter den 

gegebenen Umständen – und, weil fehlende Erinnerungen an Aspekte ausserhalb des 

Kerngeschehens nach rund 9 bzw. 28 Monaten und erst recht nach zehn Jahren 

keineswegs aussergewöhnlich sind (s. zu den Gründen: Ludewig/Baumer/Tavor, a.a.O., 

S. 28 ff., 64) – muss diese Behauptung als durch die Prozessakten widerlegt gelten und 

erübrigt es sich, den Kläger hierzu zu befragen.

5.a)    In Bezug auf den von der Vorinstanz verneinten Kopfanprall geht der Kläger 

davon aus, dass diesem keine entscheidende Bedeutung zukomme, da auch aus einer 

starken Beschleunigung des Kopfes, wie sie beim sehr heftigen Unfall stattgefunden 

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habe, ein Schädelhirntrauma resultieren könne. Eventualiter für den Fall, dass die Frage 

des Kopfanpralls dennoch von Relevanz sei, macht er aber auch diesbezüglich eine 

Verletzung des Rechts auf Beweis und eine unrichtige (antizipierte) Beweiswürdigung 

geltend. Er habe mehrfach behauptet, dass er den Kopf angeschlagen habe, und dies 

gegenüber diversen Ärzten kundgetan. Die Vorinstanz habe sich weder mit dem 

spinnennetzförmigen Schaden an der Frontschutzscheibe auseinandergesetzt noch ihn 

zu diesem Themenkreis befragt.

b)      Die vom Kläger aufgeworfene Frage, ob die Annahme eines Schädelhirntraumas 

eines Kopfanpralls bedarf, ist eine medizinische und entzieht sich der 

Beurteilungskompetenz des Gerichts. Sie geht aber auch an der Sache vorbei. Wie der 

Kläger vor Vorinstanz selber vorbrachte, spielt es im Haftpflichtrecht grundsätzlich 

keine Rolle, ob es im Rahmen des Unfalls zu einem Schädelhirntrauma oder einem 

HWS-Schleudertrauma klassischer Ausprägung gekommen ist. Unerheblich ist in 

diesem Zusammenhang auch, ob es sich um einen "sehr heftigen Unfall" handelte, 

jedenfalls waren die geklagten Beschwerden aus biomechanischer Sicht durch die 

Kollisionseinwirkung "eher erklärbar". Massgebend ist vielmehr, ob tatsächlich eine 

Beeinträchtigung besteht und ob diese (zumindest auch) durch den Unfall 

hervorgerufen wurde, sich also die Beschwerden nicht auch ohne Unfall in gleicher 

Weise manifestiert hätten (BGer 4A_275/2013 E. 4.2.3). Auch dies ist wiederum eine 

medizinische Frage, deren Beantwortung stark von den Angaben des Geschädigten 

abhängt und zuverlässige Informationen zum Unfallhergang voraussetzt (s. vorne E. 

3.c/bb). In diesem Kontext spielt es aber durchaus eine gewichtige Rolle, ob eine (inter- 

oder polydisziplinäre) Facheinschätzung betreffend den Kausalzusammenhang auf den 

richtigen tatsächlichen Grundlagen beruht, mithin einem Kopfanprall zu Recht 

Rechnung trägt oder eben nicht. Diesem Unterschied ist sich wohl auch der Kläger 

bewusst, basierte seine vorinstanzliche Argumentation doch grossteils auf der 

Beurteilung im Privatgutachten Z., in welchem seinerseits von einem Kopfanprall 

ausgegangen wird, und kritisierte er das M.-Gutachten namentlich deshalb, weil darin 

Hinweise auf ein Schädelhirntrauma fälschlicherweise verneint würden.

c)       Indessen vermag der Kläger auch mit seiner Eventualbegründung keine 

unrichtige (vorweggenommene) Beweiswürdigung aufzuzeigen. Die Vorinstanz durfte 

aus den aktenkundigen Informationen zum Unfallhergang sowie aus dem Umstand, 

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dass die erstbehandelnde Ärztin im Bereich des Kopfs anders als in den Bereichen 

Sternum, rechtes Knie und rechte Hand keine Anzeichen für eine Kontusion, wie 

beispielsweise Prellmarken, feststellte und ihr von Seiten des Klägers offenbar auch 

keine dahingehenden Hinweise zugetragen wurden, schliessen, dass ein Kopfanprall 

nicht stattgefunden hatte. Ferner behauptete der Kläger nicht, dass sein behandelnder 

Hausarzt, welcher in seinen Zwischenbericht vom 21. November 2007 als Erster und – 

abgesehen vom Privatgutachter – Einziger auch die Diagnose einer Kopfkontusion 

aufnahm, hierfür sprechende objektive Befunde erhoben hätte, weshalb jener insoweit 

ausschliesslich auf die Angaben des Klägers abstellte. Diese Angaben, wobei es sich 

dabei anfänglich doch eher um Mutmassungen handelte, veranlassten den Facharzt Dr. 

D. am 7. Februar 2008 zur anamnestischen Feststellung, der Kläger habe "wohl" mit 

dem Kopf an die Frontscheibe angeschlagen. Entgegen der (erstinstanzlichen) 

Behauptung des Klägers nahm(en) Dr. D. und die Fachärztin E. ein (leichtes) 

Schädelhirntrauma in der Folge aber nicht in ihre jeweiligen Diagnosekataloge auf. Dies 

wohl auch deshalb, weil in den MRI-Aufnahmen vom 2. Juni 2008 keine 

posttraumatischen Veränderungen nachgewiesen werden konnten. Deutlich in Bezug 

auf den behaupteten Kopfaufprall am Fensterrahmen äusserte sich der Kläger erstmals 

am 3. März 2010 gegenüber dem Privatgutachter Dr. Z., welcher diese Angabe 

anschliessend offenbar unkritisch übernahm und ergänzend gestützt auf die ebenso 

erstmaligen (Dritt-)Schilderungen zweier Amnesien und eines über Tage und etwas 

schwächer über Monate andauernden Verwirrtheitszustands retrospektiv die Diagnose 

einer mindestens leichten traumatischen Hirnverletzung (MTBI) stellte. Anstatt Bilder, 

die zweifelsfrei eine solche Einbuchtung erkennen liessen, wurde vorliegend aber 

lediglich ein qualitativ schlechter Fotoausdruck eingereicht, der ein von der Glaskante 

unten links ausgehendes "spinnennetzförmiges" Schadenmuster der 

Windschutzscheibe zeigt. In der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 

23. Januar 2009 wurde(n) dieser Schaden an der Frontscheibe und die Möglichkeit 

eines Kopfanpralls nicht erwähnt, was jedenfalls nicht gerade dafür spricht, dass es 

sich aus fachmännischer Sicht bei Ersterem um ein typisches Spurenbild eines 

Kopfanpralls handelte, und Letzteres aufgrund der durch die Kollisionswirkung 

resultierten Vorwärtsbewegung bei getragenem Sicherheitsgurt mit hoher 

Wahrscheinlichkeit zu erwarten war. Auch aus Laienperspektive erscheint 

naheliegender, dass dieser Schaden unmittelbare Folge der Frontalkollision der beiden 

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Fahrzeuge war, zumal auf der linken Seite auch die Motorhaube am stärksten 

eingedrückt war und das "Spinnennetz" bei einem Kopfanprall eher über dem Lenkrad 

zu erwarten wäre. Bei dieser Beweislage durfte die Vorinstanz in antizipierter 

Beweiswürdigung namentlich auf eine Befragung des Klägers verzichten.

6.a)    Was die Einwände des Klägers gegen die antizipierte Beweiswürdigung 

anbetrifft, ist zusammenfassend festzuhalten, dass die Vorinstanz bezüglich der 

behaupteten und bestrittenen unfallnah aufgetauchten Kopfschmerzen und 

Nackensteifigkeit sowie schlagartigen Wesensveränderung auf unerlässliche 

Sachverhaltserhebungen verzichtete und insoweit das Recht des Klägers auf Beweis 

verletzte. […] Da ein entsprechender Eventualantrag auf Rückweisung seitens des 

Klägers vorliegt, immerhin vier Zeugen zur Klärung des Sachverhalts einzuvernehmen 

sind und sich die Vorinstanz – […]  – zu einem weiteren zur Begründung der 

eingeklagten Genugtuungssumme angeführten Aspekt sowie – für den Fall, dass dem 

Kläger der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs gelingen sollte – zu den 

übrigen Anspruchsvoraussetzungen und der Bemessung einer allfälligen Genugtuung 

noch gar nicht geäussert hat, erscheint es gerechtfertigt, die Sache zur Feststellung 

des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

b)      […]. Nicht Gegenstand der Rückweisung sind die beiden behaupteten 

anterograden Amnesien und der angebliche Kopfanprall, da die bisherigen 

Prozessakten diesbezüglich bereits einen gegenteiligen Schluss erlauben und weitere 

Beweisabnahmen dazu (unergiebig, vor allem aber) überflüssig erscheinen.

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	Entscheid Kantonsgericht, 02.10.2018
	Art. 152 ZPO (SR 272); Art. 29 Abs. 2 BV (SR 101): Das Recht auf Beweis im Zivilprozess schliesst eine vorweggenommene (antizipierte) Würdigung von Beweisen nicht aus. Eine grundsätzlich zulässige und in der Praxis häufig vorkommende Variante der antizipierten Beweiswürdigung liegt vor, wenn einem Beweismittel mit zweifelhafter Tauglichkeit die Eignung abgesprochen wird, eine aufgrund anderer Beweismittel bereits gewonnene Überzeugung noch zu erschüttern. Verletzung des Rechts auf Beweis, wenn trotz offenem Beweisergebnis und bei bloss fraglicher Ergiebigkeit auf die Abnahme eines prozesskonform angebotenen und objektiv tauglichen Beweismittels verzichtet wird (Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 2. Oktober 2018, BO.2017.30).

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