# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06cfef6a-678d-5023-ba34-edee0eb95c55
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1995-49_0000-00-00.pdf

## Full Text

Legitimation zur strafrechtlichen Beschwerde (Art. 139 
StPO). Der bloss mittelbar Geschädigte, dessen Beein- 
trächtigung erst durch das Hinzutreten weiterer Eigen- 
schaften wie der vertraglichen oder ausservertraglichen 
Haftung für den Schaden eintritt, ist nicht beschwerdele- 
gitimiert.

Aus den Erwägungen:
Gemäss Art. 176a StPO kann unter anderem gegen 

Einstellungsver- fügungen des Kreispräsidenten bei der 
Beschwerdekammer des Kantonsge- richtes Beschwerde nach Art. 138 
und Art. 139 StPO geführt werden. Die letztere Bestimmung erklärt zur 
Beschwerdeführung berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung geltend 
machen kann. Schutzwürdig sind vor allem Inter- essen des Geschädigten, 
den das Gesetz ausdrücklich als befugt erklärt, Ab- lehnungs- und 
Einstellungsverfügungen anzufechten. Geschädigter im Sinne dieser 
Bestimmung ist nach einhelliger Lehre und Rechtssprechung der Trä- ger 
des Rechtsguts, dessen Verletzung oder Gefährdung Gegenstand der 
Strafverfolgung bildet (P Brunner, Die Stellung des Geschädigten im zür- 
cherischen Offizial- und subsidiären Privatstrafklageverfahren, Diss. 
Zürich 1976, S. 23 ff.; PKG 1987, Nr. 48, S. 147; PKG 1978, Nr. 52, S. 
149). Eine le-
diglich mittelbare Beeinträchtigung, die erst durch Hinzutreten weiterer 
Ei- genschaften (beispielsweise aufgrund einer vertraglichen oder 
ausservertrag- lichen Haftung) eintritt, begründet keine 
Geschädigteneigenschaften im Sinne von Art. 139 Abs. 1 StPO (R. 
Hauser, Kurzlehrbuch des schweizeri- schen Strafprozessrechts, Zürich 
1984, S. 83; PKG 1980, Nr. 42, S. 126). In An- lehnung an die im 
Verwaltungsrecht entwickelte Praxis hat die Beschwerde- kammer in dem 
in PKG 1975 Nr. 60 veröffentlichten Entscheid festgehalten, durch einen 
Entscheid sei berührt, wer zu dessen Gegenstand in einer be- sonders 
nahen Beziehung stehe, also vor allem jener, der am Verfahren, das zum 
angefochtenen Entscheid geführt habe, beteiligt gewesen sei.
BK 8/95 Entscheid vom 21. März 1995

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