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**Case Identifier:** c9dd9483-4dd6-55b1-9217-4342f8358cec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.09.2025 AHV-H 2025/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-H-2025-3_2025-09-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AHV-H 2025/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung

Publikationsdatum: 09.10.2025

Entscheiddatum: 18.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 18.09.2025
43bis Abs. 1 AHVG. Hilflosenentschädigung der AHV. Heimaufenthalt. 
Anspruchsvoraussetzungen. Hilfebedarf beim Essen (enterale 
Ergänzungsnahrung)(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 18. September 2025, AHV-H 2025/3). Beim Bundesgericht 
angefochten.

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/7 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 18. September 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   AHV-H 2025/3 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch B.___, 
 
 

  gegen 

  S o z i a l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  d e s  K a n t o n s  
S t .  G a l l e n ,  Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Hilflosenentschädigung zur AHV 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AHV-H 2025/3 
 

 

2/7 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im November 2023 zum Bezug einer Hilflosenentschädigung der AHV an 
(AHV-act. 3). Er gab an, er sei im Oktober 2023 in ein Wohn- und Pflegezentrum eingetreten. Er 

benötige Hilfe bei der Kleiderwahl, man müsse überwachen, dass er seine Mahlzeiten auch wirklich 

einnehme, er brauche eine Unterstützung beim Baden und Duschen, er benötige Hilfe bei der 

Fortbewegung im Freien und man müsse ihm die Medikamente richten und verabreichen. Zudem 

benötige er eine Unterstützung bei der Gestaltung des Alltages, bei der Einnahme der Medikamente 
sowie bei der Körperpflege. Der Internist Dr. med. C.___ berichtete im Dezember 2023 (AHV-act. 7), 

der Versicherte leide an einer Anämie unklarer Ursache. Zudem bestehe der Verdacht auf eine 

neurologische Demenz. Der Sohn und Vertreter des Versicherten gab am 11. Dezember 2023 

telefonisch an, der Versicherte sei bis zum Heimeintritt selbständig gewesen; er habe keine 

Unterstützung benötigt (AHV-act. 8). Mit einer Verfügung vom 17. Januar 2024 wies die 

Ausgleichskasse das Begehren um eine Hilflosenentschädigung mit der Begründung ab, das Wartejahr 

sei nicht erfüllt (AHV-act. 12).  

A.b Im Oktober 2024 beantragte der Versicherte erneut eine Hilflosenentschädigung der AHV (AHV-
act. 17). Eine Sachbearbeiterin der für die Sachverhaltserhebung zuständigen IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen befragte am 5. November 2024 eine Mitarbeiterin des Pflegezentrums bezüglich des 

Hilfebedarfs des Versicherten (AHV-act. 20). Die Mitarbeiterin gab an, der Versicherte werde in der 

Pflegestufe 4 betreut. Aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen sei er beim An- und Auskleiden auf 

die Hilfe einer Drittperson angewiesen. Er sei nicht in der Lage, die Kleidungsstücke richtig zuzuordnen. 

Er zeige sich bereits mit der Handhabung einer Hose überfordert. Körperlich sei er in der Lage, alle 
Positionswechsel selbständig durchzuführen. Regelmässig müsse man ihn allerdings dazu auffordern, 

wobei er jedoch nicht mehr als eine einzige Aufforderung benötige. Der Versicherte müsse täglich vom 

Pflegepersonal zu den Mahlzeiten begleitet werden. Er nehme die Mahlzeiten aber zuverlässig ein. Die 

Nahrung müsse nicht zerkleinert werden. Kognitiv sei der Versicherte nicht mehr in der Lage, seine 

Körperpflege selbständig und zuverlässig durchzuführen. Er benötige täglich Unterstützung durch das 

Pflegepersonal. Er sei sich seiner Hygiene nicht mehr bewusst und vernachlässige sie. Zudem zeige er 

sich mit den jeweiligen Handlungsabläufen deutlich überfordert. Er merke allerdings noch, wann es Zeit 

sei, die Toilette aufzusuchen. Er benötige keine Hilfe beim Verrichten der Notdurft, bei der 

anschliessenden Reinigung oder beim Richten der Kleidung. Er trage auch keine Einlagen. Da der 

Versicherte die meiste Zeit über orientierungslos sei, benötige er für diverse Ortswechsel die 

Unterstützung einer Drittperson. Er sei deshalb auch bei der Pflege der gesellschaftlichen Kontakte auf 

eine Dritthilfe angewiesen. Er benötige eine heimübliche Überwachung. Das Pflegepersonal 

verabreiche ihm täglich Augentropfen und Medikamente. Eine Sachbearbeiterin notierte am 6. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/7 

Dezember 2024 (AHV-act. 21), der Versicherte benötige nur bei drei alltäglichen Lebensverrichtungen 

eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe. Er sei folglich nur leichtgradig hilflos. Das decke sich mit 

der „niedrigen Pflegestufe 4“. Da bei einem Heimaufenthalt kein Anspruch auf eine Entschädigung bei 

einer Hilflosigkeit leichten Grades bestehe, sei das Begehren abzuweisen. Mit einer Verfügung vom 9. 

Januar 2025 wies die Ausgleichskasse das Begehren um eine Hilflosenentschädigung ab (AHV-act. 
25).  

A.c Am 19. Januar 2025 liess der Versicherte eine Einsprache gegen die Verfügung vom 9. Januar 
2025 erheben (AHV-act. 26). Er liess geltend machen, dass er bei der Ernährung Unterstützung 

benötige. Zwar sei er grundsätzlich in der Lage, selbständig zu essen. Allerdings sei er dauerhaft auf 

eine künstliche enterale Trinknahrung angewiesen. Aufgrund der ärztlich bestätigten degenerativen 

ZNS-Erkrankung benötige er dabei täglich die Unterstützung des Pflegepersonals, das ihn instruiere 

und überwache. Der Einsprache lag eine ärztliche Verordnung zur künstlichen Ernährung bei (AHV-act. 

27). Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle des Kantons St. Gallen erkundigte sich telefonisch beim 

Pflegezentrum nach dem Unterstützungsbedarf des Versicherten bei der Ernährung. Eine Mitarbeiterin 

des Pflegezentrums gab an (AHV-act. 32), der Versicherte nehme täglich Fresubin ein, um seine 

Nährstoffaufnahme zu fördern. Allerdings habe er einen guten Appetit und er esse gut. Er nehme alle 

angebotenen Mahlzeiten problemlos zu sich. Die Flüssigkeitsaufnahme sei ebenfalls ausreichend. Das 

Fresubin werde ihm morgens in ein Glas gefüllt. Manchmal nutze der Versicherte eine „to go“-Flasche. 
Die Einnahme erfolge eigenständig. Am Nachmittag werde kurz kontrolliert, ob der Versicherte das 

Fresubin eingenommen habe. Das sei in der Regel der Fall. Schwierigkeiten gebe es keine. Obwohl 

die Angehörigen Bedenken wegen einer möglichen Unterernährung geäussert hätten, sei der 

Versicherte in einer guten körperlichen Verfassung. Er komme in Bezug auf seine Ernährung und die 

Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels vollkommen ohne Hilfe zurecht und benötige keine 

Unterstützung durch die Pflege. Mit einem Entscheid vom 7. Mai 2025 wies die Ausgleichskasse die 

Einsprache gegen die Verfügung vom 9. Januar 2025 ab (AHV-act. 34). 

B.  

B.a Am 12. Mai 2025 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde 
gegen den Einspracheentscheid vom 7. Mai 2025 erheben (act. G 1). Er liess die Zusprache einer 

Hilflosenentschädigung beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, sein behandelnder Arzt Dr. 

C.___ habe ihm eine tägliche hochkalorische Ergänzungsnahrung verordnet. Zwar sei er motorisch 

fähig, die Trinknahrung selbständig zu konsumieren, aber ihm fehle aufgrund seiner dementiell 

bedingten kognitiven Beeinträchtigung das Verständnis für die Notwendigkeit der Einnahme. Er 
vergesse sie regelmässig. Ohne Fremdintervention nehme er sie oft nicht ein. Das Pflegepersonal 

müsse ihn regelmässig kontrollieren, erinnern und nötigenfalls unterstützen, damit er die 

Ergänzungsnahrung einnehme. Dies stelle eine relevante Hilfeleistung dar. Am 17. Mai 2025 liess der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/7 

Beschwerdeführer ergänzend geltend machen, dass zwischenzeitlich entschieden worden sei, ein 

tägliches Trinkprotokoll zu führen, um einer Dehydrierung frühzeitig entgegen zu wirken (act. G 4). 

B.b Die Ausgleichskasse (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 11. Juni 2025 unter 
Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde 

(act. G 6). 

B.c Der Beschwerdeführer liess am 23. Juni 2025 an seinem Antrag festhalten (act. G 8). Er liess 
einen Bericht über eine im Juni 2024 durchgeführte neuropsychologische Testung einreichen, die 

mittelschwere bis schwere neurokognitive Defizite ergeben hatte (act. G 8.1). Zudem liess er eine 

Bestätigung einer Pflegefachperson des Pflegezentrums einreichen (act. G 8.2). Sein Vertreter hatte 

der Pflegefachperson den Sachverhalt so wie in der Beschwerde dargestellt geschildert und diese hatte 

festgehalten, dass diese Ausführungen den Tatsachen entsprächen. 

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10). 

Erwägungen 
1.  

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen Einspracheentscheides 

auf dessen Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des Einspracheverfahrens entsprechen 

muss. Auch das Einspracheverfahren ist ein („echtes“) Rechtsmittelverfahren gewesen, was bedeutet, 

dass sich sein Zweck in der Überprüfung der Verfügung vom 9. Januar 2025 auf deren Rechtmässigkeit 

erschöpft und dass sein Gegenstand folglich jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprochen hat. Das Verwaltungsverfahren hat die Prüfung des im Oktober 2024 eingereichten 

Begehrens um eine Hilflosenentschädigung der AHV zum Gegenstand gehabt. Auch in diesem 

Beschwerdeverfahren ist folglich (umfassend) zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung der AHV hat.  

2.  

2.1 Eine versicherte Person mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die eine 
Altersrente der AHV bezieht, hat gemäss dem Art. 43bis Abs. 1 AHVG einen Anspruch auf eine 

Hilflosenentschädigung der AHV, wenn sie hilflos ist. Eine anspruchsbegründende Hilflosigkeit liegt vor 

(vgl. Art. 43bis Abs. 5 AHVG), wenn die versicherte Person trotz Hilfsmitteln bei mindestens zwei 

alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, 

wenn sie eine dauernde persönliche Überwachung benötigt, wenn sie eine durch das Gebrechen 

bedingte ständige und besonders aufwendige Pflege benötigt oder wenn sie wegen einer schweren 

Sinnesschädigung oder wegen eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/7 

erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (vgl. Art. 66bis Abs. 1 AHVV 

und Art. 37 Abs. 3 IVV). Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz 

Hilfsmitteln bei mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf 

die Hilfe Dritter angewiesen ist oder wenn sie bei mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen 

auf eine solche regelmässige, erhebliche Dritthilfe angewiesen ist und zusätzlich eine dauernde 
persönliche Überwachung benötigt (vgl. Art. 66bis Abs. 1 AHVV und Art. 37 Abs. 2 IVV). Ein Bedarf nach 

einer lebenspraktischen Begleitung ist (anders als bezüglich einer Hilflosenentschädigung der 

Invalidenversicherung) irrelevant (Art. 66bis Abs. 1 AHVV e contrario). Bei einem Heimaufenthalt besteht 

bei einer nur leichtgradigen Hilflosigkeit kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (Art. 43bis Abs. 

1bis AHVG). 

2.2 Der Beschwerdeführer bezieht eine Altersrente der AHV. Er hat seinen Wohnsitz und 
gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz. Gemäss den Akten steht mit dem erforderlichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass er beim An- und Auskleiden, bei der Körperpflege und 

bei der Fortbewegung auf eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen ist. Ebenfalls 

überwiegend wahrscheinlich erstellt ist, dass der Beschwerdeführer beim Aufstehen, Absitzen und 

Abliegen sowie beim Verrichten der Notdurft nicht auf eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe 

angewiesen ist und dass er zudem auch keine dauernde persönliche Überwachung benötigt. Strittig ist, 

ob eine relevante Hilflosigkeit beim Essen und Trinken vorliegt. Gemäss den überzeugenden Angaben 
einer Pflegemitarbeiterin ist der Beschwerdeführer in der Lage, selbständig zu essen und zu trinken. Er 

muss lediglich zur Einnahme der Nahrungsergänzungsflüssigkeit angehalten sowie ab und zu daran 

erinnert werden. Das stellt zwar einen regelmässig anfallenden Hilfebedarf dar, dieser ist aber nicht 

erheblich, da ein bis zwei kurze Aufforderungen pro Tag bereits genügen, um den Hilfebedarf zu 

befriedigen. Überwiegend wahrscheinlich benötigt der Beschwerdeführer also beim Essen und Trinken 

keine erhebliche und damit anspruchsbegründende Dritthilfe. 

2.3  

2.3.1 Eine mittelgradige Hilflosigkeit könnte folglich nur vorliegen, wenn ein relevanter Pflegebedarf 
bestünde. Zwar kann ein Pflegebedarf nach der Legaldefinition der Hilflosigkeit im Art. 9 ATSG keine 

Hilflosigkeit begründen, denn gemäss dem Wortlaut des Art. 9 ATSG gilt als hilflos nur, wer für 

alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter bedarf oder aber eine persönliche 

Überwachung benötigt. Der Bedarf nach einer dauernden Pflege gilt also nicht als eine Hilflosigkeit im 

Sinne des Art. 9 ATSG, wobei nichts darauf hindeutet, dass dieser Wortlaut nicht dem wahren Sinn und 

Zweck des Art. 9 ATSG entsprechen würde (ein Pflegebedarf begründet nämlich systematisch gesehen 
keine Hilflosigkeit, sondern vielmehr einen Bedarf nach einer medizinischen Massnahme in der Form 

einer dauernden Pflege). Die Art 43bis AHVG und 42 ff. IVG sehen keine Ausdehnung des 

Hilflosigkeitsbegriffs auf eine dauernde Pflegebedürftigkeit vor. Aber im Art. 37 IVV taucht die dauernde 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/7 

Pflegebedürftigkeit dennoch als dritte Variante der Hilflosigkeit auf. Ob diese Ausdehnung des 

Hilflosigkeitsbegriffs auf Verordnungsstufe gesetzlichen Auftrag an den Bundesrat gedeckt ist, die 

erforderlichen Vollzugsverordnungen zu erlassen (Art. 86 Abs. 2 IVG), ist fraglich. Dies würde nämlich 

voraussetzen, dass der Art. 9 ATSG eine entsprechende ausfüllungsbedürftige Lücke aufweisen würde. 

Das ist sehr unwahrscheinlich, weil die Pflegekosten kein typisch IV- oder AHV-rechtlicher, sondern ein 
typisch KV-rechtlicher „Schaden“ sind. Folglich besteht der Verdacht, dass die Ausdehnung des 

Hilflosigkeitsbegriffs auf einen dauernden Pflegebedarf gesetzwidrig sein könnte. Nachdem eine 

Pflegebedürftigkeit rechtsprechungsgemäss mittlerweile aber seit Jahrzehnten konstant als ein 

relevanter Hilfebedarf qualifiziert worden ist, muss der Art. 37 IVV diesbezüglich wohl als gesetzmässig 

angesehen werden. 

2.3.2 Wenn nun aber eine Pflegebedürftigkeit relevant sein soll, dann muss sie in Bezug auf alle Grade 
von Hilflosigkeit gleichermassen relevant sein. Vergleicht man den Art. 37 Abs. 2 IVV mit dem Art. 37 

Abs. 1 IVV und dem Art. 37 Abs. 3 IVV, fällt sofort auf, dass der Art. 37 Abs. 2 IVV anders als der Art. 

37 Abs. 1 IVV und der Art. 37 Abs. 3 IVV die dauernde Pflege nicht aufführt: Gemäss dem Art. 37 Abs. 

3 lit. c IVV verschafft der Pflegeaufwand für sich allein einen Anspruch auf eine Entschädigung bei einer 

Hilflosigkeit leichten Grades; gemäss dem Art. 37 Abs. 1 IVV besteht ein Anspruch auf eine 

Entschädigung bei einer Hilflosigkeit schweren Grades, wenn die versicherte Person in allen 

alltäglichen Lebensverrichtungen auf eine erhebliche und regelmässige Dritthilfe angewiesen ist und 
wenn sie eine dauernde Pflege benötigt. Folglich wäre eigentlich zu erwarten, dass nicht nur eine 

Hilflosigkeit in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen verbunden mit einem Überwachungsbedarf (Art. 

37 Abs. 2 lit. b IVV), sondern auch eine Hilflosigkeit in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen verbunden 

mit einem Pflegebedarf einen Anspruch auf eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit mittleren Grades 

verschaffen würde. Mit anderen Worten stellt sich die Frage, ob der Verordnungsgeber im Art. 37 Abs. 

2 IVV bewusst einen „Bruch“ im Sinne einer fehlenden Relevanz eines Pflegeaufwandes gewollt oder 

ob er es versehentlich versäumt hat, sich zur Relevanz eines Pflegeaufwandes im Zusammenhang mit 

einer Hilflosigkeit mittleren Grades zu äussern. Diese Frage ist in der Rechtsprechung bislang noch 

„nicht restlos geklärt“ worden (vgl. ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Die Rechtsprechung des 

Bundesgerichtes zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 42–42ter N 39, mit Hinweisen). Gründe, die den 

Verordnungsgeber hätten veranlassen können, dem Pflegebedarf gerade in Bezug auf eine 

mittelgradige Hilflosigkeit keine Bedeutung beizumessen, sind nicht ersichtlich. Es leuchtet nicht ein, 

dass ein Pflegebedarf für sich allein einen Anspruch auf eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit 

leichten Grades verschaffen oder den „Sprung“ von einer Hilflosigkeit mittleren Grades auf eine 
schwergradige Hilflosigkeit ermöglichen, aber für einen allfälligen „Sprung“ von einer leichtgradigen 

Hilflosigkeit auf eine mittelgradige Hilflosigkeit irrelevant sein sollte. Eine solch unterschiedliche 

Gewichtung des Pflegeaufwandes liesse sich auch nicht mit dem Gleichbehandlungsgebot vereinbaren, 

weil nicht einzusehen ist, dass ein Pflegebedarf nur für eine leicht- oder schwergradige, aber nicht für 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/7 

eine mittelgradige Hilflosigkeit relevant sein sollte. Deshalb wäre ein qualifiziertes Schweigen des 

Verordnungsgebers zum Pflegeaufwand in Bezug auf eine mittelgradige Hilflosigkeit als verfassungs- 

und gesetzeswidrig zu qualifizieren. All diese Gründe sprechen für ein Versehen respektive für das 

Vorliegen einer Verordnungslücke, die auf dem Wege der Auslegung richterrechtlich modo legislatoris 

zu füllen ist. Als lückenfüllende Regelung kommt dabei nur in Frage, eine Hilflosigkeit als mittelschwer 
zu qualifizieren, wenn die versicherte Person in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen 

regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer durch das 

Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf. 

2.3.3 Da der Beschwerdeführer in drei alltäglichen Lebensverrichtungen hilflos ist, hätte er folglich 
einen Anspruch auf eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit mittleren Grades, wenn er zudem eine 

ständige und besonders aufwendige Pflege benötigen würde. Das ist aber nicht der Fall, denn in den 

Akten belegen, dass der Beschwerdeführer keine aufwendige Pflege benötigt. Die von ihm zu 

bezahlende Heimtaxe richtet sich nach einem geringen Pflegebedarf (Pflegestufe 4). Folglich erfüllt der 

Beschwerdeführer keine der alternativen Voraussetzungen für eine Entschädigung bei einer 

Hilflosigkeit mittleren Grads. Da bei einem Heimaufenthalt kein Anspruch auf eine Entschädigung bei 

einer Hilflosigkeit leichten Grades besteht, erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid im 

Ergebnis als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

3.  

Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

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		2026-01-28T04:08:33+0100
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