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**Case Identifier:** 1ccd8811-4d20-5b0e-b9cc-87d8d008c72f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.10.2021 BVGE 2022 V/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2022-V-2_2021-10-31.pdf

## Full Text

AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 2022 V/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 7 

 

2022 V/2 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. A. gegen Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber 

C–6150/2019 vom 31. Oktober 2021 

AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung. Gemeinschaft-

liche Kollisionsregeln bei gleichzeitiger Erwerbstätigkeit in mehreren 

Mitgliedstaaten. Ausnahmevereinbarung. 

Art. 1 Bst. a und b, Art. 13 Abs. 3, Art. 16 Verordnung (EG) Nr. 883/ 

2004. Art. 14 Abs. 5b und Abs. 8 Verordnung (EG) Nr. 987/2009. 

1. Grundsatz der Einheitlichkeit des anwendbaren Sozialrechts: Be-
troffene Personen sollen diesbezüglich nur dem Recht eines Mit-

gliedstaats unterliegen (E. 5.1). 

2. Erfolgt die Erwerbstätigkeit in nur einem Vertragsstaat, sind des-
sen Rechtsvorschriften anwendbar (E. 5.2). Bei Erwerbstätigkeit 

in zwei oder mehr Vertragsstaaten gelten Sonderregeln, je nach 

Qualifikation der Tätigkeit als unselbständig oder selbständig. 

Diese Qualifikation erfolgt nach dem Recht desjenigen Staates, in 

welchem die jeweilige Tätigkeit ausgeübt wird (E. 5.3 und 5.5.1). 

3. Die Tätigkeit im fraglichen Staat muss « gewöhnlich » verrichtet 
werden. Keine positive Vorwirkung der erst ab 1. Januar 2015 gel-

tenden Präzisierung für die Erwerbstätigkeit in zwei oder mehr 

Vertragsstaaten, wonach marginale Tätigkeiten nicht als « ge-

wöhnlich » beurteilt werden. Qualifizierung eines Verwaltungs-

ratsmandats in der Schweiz als unselbständige Tätigkeit (E. 5.4 

und 5.5.2–5.6). 

4. Voraussetzungen einer Ausnahmevereinbarung zur sozialversi-
cherungsrechtlichen Unterstellung (E. 6.1 f.). 

5. Die kollisionsrechtlich bedeutsame « Beamteneigenschaft » erfasst 
Ruhestandsbeamte nicht (E. 7). 

AVS. Assujettissement aux assurances sociales. Règles de conflit com-

munautaires en cas d'activité lucrative exercée simultanément dans 

plusieurs Etats membres. Accord dérogatoire. 

Art. 1 let. a et b, art. 13 par. 3, art. 16 du règlement (CE) n° 883/2004. 

Art. 14 par. 5b et par. 8 du règlement (CE) n° 987/2009. 

2022 V/2 AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 

 

 

8 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

1. Principe de l'unicité du droit social applicable: les personnes 
concernées ne sont soumises qu'à la législation d'un seul Etat 

membre (consid. 5.1). 

2. Lorsque l'activité lucrative n'est exercée que dans un Etat 
membre, seule la législation de cet Etat membre est applicable 

(consid. 5.2). Lorsque l'activité lucrative est exercée dans deux ou 

plusieurs Etats membres, des règles particulières s'appliquent se-

lon que l'activité est qualifiée de salariée ou de non salariée. Cette 

qualification dépend du droit de l'Etat dans lequel l'activité est 

exercée (consid. 5.3 et 5.5.1). 

3. L'activité doit être exercée « normalement » dans l'Etat en ques-
tion. Pas d'effet anticipé positif de la précision, valable à partir du 

1er janvier 2015, selon laquelle, en cas d'activités exercées dans 

plusieurs Etats membres, une activité marginale ne peut être 

considérée comme étant exercée « normalement ». Qualification 

d'un mandat d'administrateur en Suisse en tant qu'activité sala-

riée (consid. 5.4 et 5.5.2–5.6). 

4. Conditions d'un accord dérogatoire aux règles d'assujettissement 
aux assurances sociales (consid. 6.1 s.). 

5. Les fonctionnaires à la retraite n'ont pas la « qualité de fonction-
naire » déterminante en matière de règles de conflit (consid. 7). 

AVS. Assoggettamento alla legislazione di sicurezza sociale. Norme di 

conflitto comunitarie in caso di esercizio simultaneo di un'attività lu-

crativa in più Stati membri. Accordo derogatorio. 

Art. 1 lett. a e b, art. 13 par. 3, art. 16 regolamento (CE) n. 883/2004. 

Art. 14 par. 5b e par. 8 regolamento (CE) n. 987/2009. 

1. Principio dell'unicità del diritto sociale applicabile: le persone in-
teressate devono essere soggette al diritto di un solo Stato membro 

(consid. 5.1). 

2. Se l'attività lucrativa è svolta in un solo Stato contraente, si applica 
la legislazione di tale Stato (consid. 5.2). Se l'attività lucrativa è 

svolta in due o più Stati contraenti si applicano delle norme spe-

ciali, a seconda che si tratti di un'attività subordinata o indipen-

dente. Ogni attività è classificata in base alla legge dello Stato in 

cui essa è esercitata (consid. 5.3 e 5.5.1). 

AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 2022 V/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 9 

 

3. L'attività deve essere esercitata « abitualmente » nello Stato in 
questione. Alcun effetto anticipato positivo della precisazione, en-

trata in vigore il 1o gennaio 2015, secondo la quale, in caso di eser-

cizio di un'attività lucrativa in due o più Stati contraenti, le attività 

marginali non sono considerate come esercitate « abitualmente ». 

Classificazione dell'esercizio di un mandato in un consiglio d'am-

ministrazione in Svizzera come attività subordinata (consid. 5.4 e 

5.5.2–5.6). 

4. Presupposti di un accordo derogatorio alle norme di assoggetta-
mento alla legislazione di sicurezza sociale (consid. 6.1 seg.). 

5. I dipendenti pubblici in pensione non hanno la « qualità di dipen-
dente pubblico », determinante ai fini delle norme di conflitto 

(consid. 7). 

 

Die 1944 geborene A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist deutsche 

Staatsangehörige und in ihrer Heimat wohnhaft, wo sie bis zu ihrer Pensio-

nierung im Juli 2012 als C. der Stadt D. amtete. Nach Eintritt ins Renten-

alter war sie vom 1. Oktober 2012 bis 30. Juni 2018 Verwaltungsrätin der 

damaligen F. mit Sitz in Zürich. 

Am 26. Oktober 2017 reichte die Beschwerdeführerin das Formular 

« selbständige Tätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten » des GKV-Spitzen-

verbands, Deutsche Verbindungsstelle, Krankenversicherung – Ausland 

(nachfolgend: DVKA), ein. Sie deklarierte eine selbständige Erwerbstätig-

keit in Deutschland seit 1. Juli 2012 an 20 Tagen im Monat (Einzelunter-

nehmen) und eine selbständige Erwerbstätigkeit (F.) in der Schweiz seit 

dem 1. Oktober 2012 von 0,5 Tagen im Quartal. Gleichzeitig ersuchte sie 

um eine Bescheinigung A1 betreffend das zuständige nationale Sozialver-

sicherungsrecht ab dem 1. Januar 2014. Mit Schreiben vom 9. November 

2017 teilte die DVKA dem Bundesamt für Sozialversicherungen (Schwei-

zerische Verbindungsstelle; nachfolgend: BSV) mit, dass für die 

Beschwerdeführerin seit dem 1. Oktober 2012 vorläufig die Rechtsvor-

schriften der Schweiz Anwendung finden würden, und ersuchte es, dazu 

eine Bescheinigung A1 auszustellen. Das BSV leitete das Schreiben am 

5. Dezember 2017 an die Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber (nachfol-

gend: Vorinstanz) weiter mit der Bitte, die Unterstellung der Beschwerde-

führerin mit Ausstellung einer Bescheinigung A1 zu bestätigen und 

andernfalls mit der DVKA Kontakt aufzunehmen. 

2022 V/2 AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 

 

 

10 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

Mit Schreiben vom 30. August 2018 und dem Formular « Ausnahmever-

einbarung » stellte die Beschwerdeführerin bei der DVKA den Antrag auf 

Weitergeltung der deutschen Rechtsvorschriften über die Soziale Sicher-

heit, da sie erfahren habe, dass seitens der Schweiz auch ihre ausschliess-

lich in der Bundesrepublik Deutschland erzielten und dort nicht der Sozial-

versicherungspflicht unterliegenden wesentlich höheren Einnahmen aus 

selbständiger und gewerblicher Tätigkeit der schweizerischen Versiche-

rungspflicht unterworfen seien. Die DVKA unterstützte diesen Antrag und 

sandte ihn an das BSV. Letzteres gab mit Schreiben vom 4. Oktober 2018 

an die DVKA diesem Antrag nicht statt, da eine Befreiung von der Anwen-

dung der schweizerischen Rechtsvorschriften über die Soziale Sicherheit 

nicht der ständigen Praxis des BSV entspreche. 

Nachdem die Vorinstanz keine Angaben über die in Deutschland ausgeüb-

te selbständige Erwerbstätigkeit erhalten hatte, setzte sie mit Beitragsver-

fügung vom 5. Dezember 2018 den Betrag für das Jahr 2013 ermessens-

weise auf Fr. 97 583.80 zuzüglich Zinsen auf persönliche Beiträge von 

Fr. 24 057.15 fest. Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin Einsprache 

und beantragte die Aufhebung der Beitragsverfügung und die Festsetzung 

der persönlichen Beiträge auf null. Zur Begründung führte sie unter ande-

rem aus, die Verjährung sei eingetreten, da die Verfügung mangels Inemp-

fangnahme nicht richtig eröffnet worden sei. Eventualiter seien die Beiträ-

ge im Sinne einer falschen Versicherungsunterstellung rechtswidrig fest-

gesetzt worden. Mit Stellungnahme vom 12. März 2019 lehnte das BSV 

den Antrag auf eine Ausnahmevereinbarung ab. 

Die Vorinstanz hiess die Einsprache der Beschwerdeführerin mit Ent-

scheid vom 24. Oktober 2019 teilweise gut und setzte die persönlichen 

Beiträge für das Jahr 2013, gestützt auf die unterdessen eingereichten 

Angaben zu den Einkünften, auf Fr. 65 126.40 zuzüglich Zinsen von 

Fr. 18 940.90 fest. In Bezug auf die Verjährung und die Versicherungs-

unterstellung bestätigte sie die Verfügung vom 5. Dezember 2018. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 15. November 2019 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, der Ein-

spracheentscheid vom 24. Oktober 2019 sei aufzuheben und die 

persönlichen Beiträge seien auf null zu setzen. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab. 

  

AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 2022 V/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 11 

 

Aus den Erwägungen: 

5.  
Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für das 

Beitragsjahr 2013 für ihre gesamten Erwerbseinkünfte in der Schweiz bei-

tragspflichtig war. 

5.1 Art. 13 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme 

der sozialen Sicherheit, geändert durch Verordnung (EG) Nr. 988/2009 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 (SR 

0.831.109.268.1, nachfolgend: Verordnung [EG] Nr. 883/2004; […]), wird 

in der Literatur als « die kollisionsrechtliche Grundnorm der Verordnung » 

bezeichnet, welche ein Grundprinzip des zwischenstaatlichen und supra-

nationalen Sozialrechts darstellt, wonach für Personen, die der Verordnung 

unterliegen, die Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats gelten (s. Ur-

teile des BGer 9C_560/2015 vom 15. April 2016 E. 3.2 und 9C_342/2013 

vom 6. August 2013 E. 2.1.2 m.w.H.). 

5.2 Für Personen, die nur in einem Vertragsstaat eine Beschäftigung 
oder selbständige Erwerbstätigkeit ausüben, gilt der Grundsatz, dass die 

Rechtsvorschriften dieses Vertragsstaates anwendbar sind (Art. 11 Abs. 3 

Bst. a Verordnung [EG] Nr. 883/2004; siehe zur lex loci laboris ANDREAS 

SCHNEUWLY, Die Koordinierung der Sozialversicherung im Verhältnis 

Schweiz – EU per 1. Januar 2015, Konsequenzen für Verwaltungsräte,  

StR 70/2015 S. 201 Fn. 23). 

5.3 Bei Personen, die gewöhnlich in zwei oder mehr Vertragsstaaten 
eine Tätigkeit ausüben, gelten jedoch gewisse Sonderregeln, die in Art. 13 

Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 aufgenommen sind. Die Unterstel-

lung hängt hier davon ab, ob eine Person gewöhnlich in zwei oder mehr 

Vertragsstaaten eine Beschäftigung, eine selbständige Erwerbstätigkeit 

oder eine Beschäftigung und eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübt 

(SCHNEUWLY, a.a.O., S. 201). Ob für die Zwecke der Koordinierung der 

Sozialversicherungsunterstellung eine Tätigkeit als Beschäftigung oder als 

selbständige Erwerbstätigkeit gilt, bestimmt sich nach dem Recht desjeni-

gen Staates, in dem diese Tätigkeit ausgeübt wird (Art. 1 Bst. a und b Ver-

ordnung [EG] Nr. 883/2004; vgl. auch Urteil des BGer 9C_326/2013 vom 

6. August 2013 E. 3.1 als obiter dictum sowie E. 3.4.1; BGE 139 V 297 

E. 2.3.1 und 138 V 533 E. 5.2 mit Verweis auf die EuGH-Rechtspre-

chung), das heisst vorliegend für das Verwaltungsratsmandat in der F. nach 

schweizerischem Recht. 

2022 V/2 AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 

 

 

12 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

5.4 Sodann verlangt Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 883/2004, 
dass diese Erwerbstätigkeiten gewöhnlich verrichtet werden. Dabei 

werden gemäss Art. 14 Abs. 5b Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Fest-

legung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit 

(SR 0.831.109.268.11, nachfolgend: Verordnung [EG] Nr. 987/2009), in 

seiner ab dem 1. Januar 2015 geltenden Fassung, für die Bestimmung der 

anzuwendenden Rechtsvorschriften nach Art. 13 der Grundverordnung 

marginale Tätigkeiten nicht berücksichtigt. Somit werden unbedeutende 

Tätigkeiten bei der Versicherungsunterstellung nach neuem Recht nicht 

berücksichtigt (Art. 14 Abs. 5b Verordnung [EG] Nr. 987/2009; vgl. dazu 

SCHNEUWLY, a.a.O., S. 201). Allerdings schweigt die bis 31. Dezember 

2014 geltende (und vorliegend einschlägige) Fassung der Verordnung 

(EG) Nr. 987/2009 (AS 2012 3051) dazu. Auch Art. 14 Abs. 8 Verordnung 

(EG) Nr. 987/2009 in der vorliegend anwendbaren Fassung äussert sich 

nur zur Wesentlichkeit im Falle der Anwendung von Art. 13 Abs. 1 und 2 

Verordnung (EG) Nr. 883/2004. 

5.5  
5.5.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist unbestritten, dass es 
sich bei der Erwerbstätigkeit in Deutschland um eine selbständige 

Tätigkeit handelt ([…]). Im verwaltungsinternen Verfahren kam die Quali-

fizierung der Erwerbstätigkeit in der Schweiz zur Sprache ([…]). Bei Un-

klarheiten hinsichtlich dieser Qualifikationsfrage kann gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung eine Feststellungsverfügung verlangt werden 

(vgl. BGE 132 V 257 E. 2.4.1). Vorliegend wurde eine solche Verfügung 

nicht verlangt, die nach deren Erlass hätte angefochten und überprüft wer-

den können. Festzuhalten ist, dass diese (Vor-)Frage nach schweizeri-

schem Recht zu beurteilen ist (s. E. 5.3 hiervor) und nach bundesgericht-

licher Rechtsprechung ein Mandat als Verwaltungsrätin als unselbständige 

Tätigkeit gilt (vgl. dazu statt vieler: BGE 133 V 498 E. 3.1.2). Das Bundes-

gericht weicht im Einzelfall von dieser Praxis ab (BGE 105 V 113 E. 3), 

ein solcher Einzelfall ist hier jedoch wegen des fehlenden Unternehmens-

risikos und Eingebundenseins in das Unternehmen in Form von regel-

mässigen Verwaltungsratssitzungen in Zürich nicht gegeben. 

Vorliegend wurde das Mandatsverhältnis als Verwaltungsrätin in der 

Schweiz für die F. zu Recht als unselbständige Tätigkeit qualifiziert, zumal 

auch keine Elemente einer selbständigen Tätigkeit wie das Unterneh-

AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 2022 V/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 13 

 

mensrisiko (Tragen der Unkosten und des Verlustrisikos) oder das selb-

ständige Festlegen der Arbeitszeiten in einer frei gewählten Arbeitsorga-

nisation geltend gemacht werden (vgl. zur Abgrenzung: Urteil des BGer 

9C_64/2019 vom 25. April 2019 E. 3.2). Gleichzeitig war die Beschwer-

deführerin in Deutschland in ihrem Unternehmen unbestrittenermassen als 

Selbständigerwerbende tätig. Damit bleibt es vorliegend bei dieser Quali-

fizierung, wonach die Beschwerdeführerin zum hier streitigen Zeitpunkt 

in der Schweiz einer abhängigen Beschäftigung nachging sowie in 

Deutschland selbständigerwerbend war. Folglich übte die Beschwerdefüh-

rerin im Sinne von Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 in ver-

schiedenen Mitgliedstaaten eine Beschäftigung und eine selbständige Er-

werbstätigkeit aus. 

5.5.2 Es bleibt zu prüfen, ob diese (unselbständige) Erwerbstätigkeit 
als « gewöhnlich » im Sinne von Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 883/ 

2004 zu beurteilen ist. Art. 14 Abs. 5b Verordnung (EG) Nr. 987/2009, in 

seiner Fassung ab dem 1. Januar 2015, präzisiert hierzu, dass marginale 

Tätigkeiten von der Anwendung von Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 ausgeschlossen werden. 

Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, dass der einschränkende 

Art. 14 Abs. 5b Verordnung (EG) Nr. 987/2009 noch keine Geltung habe 

und überdies die Leitung eines Unternehmens aufgrund ihrer Eigenart 

keine marginale Tätigkeit sei, wobei sie auf die Wegleitung über die Ver-

sicherungspflicht in der AHV/IV des BSV (WPV; in ihrer Fassung gültig 

ab 1. Januar 2013), Rz. 3088, hinwies. 

Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, sie habe nur eine margi-

nale Tätigkeit für die F. ausgeübt. Die Vorinstanz verkenne den Unter-

schied zwischen einem Verwaltungsrat, der die Geschäfte selbst führe, und 

einem Verwaltungsrat, der die Geschäftsführung an Dritte übertrage. Bei 

der F. sei das Letztgenannte der Fall, weshalb die Kollisionsnorm nicht 

anwendbar und die Beitragsfestsetzung rechtswidrig sei ([…]). 

Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass Art. 14 Abs. 5b Verordnung 

(EG) Nr. 987/2009 in seiner ab 1. Januar 2015 gültigen Fassung im vorlie-

genden Fall nicht zur Anwendung kommt, da einzig die Beitragserhebung 

für das Jahr 2013 streitig und zu prüfen ist. In ihrer Fassung gültig ab 

1. April 2012 enthält die Bestimmung (wiederum) keine Präzisierung für 

die hier einschlägige Konstellation nach Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 (vgl. E. 5.4 hiervor). Damit erübrigen sich nachfolgend Wei-

terungen zur Anwendbarkeit dieser Bestimmung in ihrer Fassung ab 

2022 V/2 AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 

 

 

14 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

1. Januar 2015 und es liegt im Verwaltungsratsmandat für die F. aufgrund 

der Verantwortlichkeit einer Verwaltungsrätin in der Aktiengesellschaft (s. 

Art. 754 Abs. 1 OR; s. zur aktienrechtlichen Verantwortlichkeit: DRUEY/ 

DRUEY JUST/GLANZMANN, Gesellschafts- und Handelsrecht, 12. Aufl. 

2021, § 14) aufgrund dessen, dass die Kürze der Tätigkeit und die fehlende 

aktive Geschäftsführung in der 2013 geltenden Fassung der Verordnung 

(EG) Nr. 883/2004 nicht zu berücksichtigen waren, eine « gewöhnliche » 

Tätigkeit im Sinne von Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 vor. 

5.5.3 Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang, dass der 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit gemäss Ziffer 12 der Präambel der 

Verordnung (EG) Nr. 883/2004 verletzt worden sei. Eine Vorwegnahme 

der erst ab 1. Januar 2015 in Kraft stehenden Bestimmung in Art. 14 

Abs. 5b Verordnung (EG) Nr. 987/2009 käme jedoch einer unzulässigen 

Anwendung noch nicht in Kraft stehenden Rechts (sog. positive Vorwir-

kung; vgl. Urteil des BVGer C–1545/2020 vom 29. Januar 2021 E. 5.4) 

gleich. Das Verhältnismässigkeitsprinzip stellt auch keine der bisher in der 

Praxis dazu anerkannten Ausnahmen dar (vgl. Urteil C–1545/2020 

E. 5.4.2; Urteil des BVGer C–4592/2019 vom 18. Juni 2021 E. 6.4.2.2). 

Auch der Umstand, dass die im Jahre 2013 in der Schweiz erzielten Ein-

künfte wegen Erreichens des Pensionsalters nicht mehr rentenbildend sind, 

entbindet die Beschwerdeführerin (unter dem Aspekt der Verhältnismäs-

sigkeit) nicht von ihrer gesetzlichen Beitragspflicht (vgl. BGE 118 V 129 

E. 4b m.H. auf BGE 107 V 195). 

5.6 Damit ist Art. 13 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ein-
schlägig, der für die sozialversicherungsrechtliche Unterstellung an den 

Beschäftigungsstaat anknüpft und dessen Recht für anwendbar erklärt. 

Vorliegend war die Beschwerdeführerin bei der F. als Verwaltungsrätin an-

gestellt und es ist für die Beitragsfestsetzung und -erhebung Schweizer 

Recht anwendbar. 

6.  
Selbst wenn von der gerichtlichen Überprüfbarkeit einer Ausnahmeverein-

barung gemäss Art. 16 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 auszugehen wäre, 

was in der Rechtspraxis verneint wird (vgl. E. 6.2 hiernach), kann dazu 

Folgendes festgehalten werden: 

6.1 Art. 16 Abs. 1 Verordnung (EG) Nr. 883/04 ([…]) sieht vor, dass 
zwei oder mehr Mitgliedstaaten, die zuständigen Behörden dieser Mit-

gliedstaaten oder die von diesen Behörden bezeichneten Einrichtungen im 

Interesse bestimmter Personen oder Personengruppen im gemeinsamen 

AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 2022 V/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 15 

 

Einvernehmen Ausnahmen von den Artikeln 11–15 vorsehen können (vgl. 

BETTINA KAHIL-WOLFF, Droit social européen, Union européenne et pays 

associés, 2017, S. 391 mit Verweis auf Urteile des EuGH). 

6.2 Ob eine Ausnahme im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Verordnung (EG) 
Nr. 883/2004 zu gewähren ist, liegt nach dem klaren Wortlaut dieser Be-

stimmung nicht in der Kompetenz einer einzelnen Ausgleichskasse, son-

dern der beiden Verbindungsstellen in der Schweiz und in Deutschland. 

Zuständig für die Schweiz ist im konkreten Fall das BSV (vgl. Art. 1 

Bst. m Verordnung [EG] Nr. 883/2004) im Einvernehmen mit der DVKA. 

Zwar hat die Ausgleichskasse unter bestimmten Voraussetzungen offene 

Vorfragen aus einem anderen Rechtsgebiet zu beantworten; zu denken ist 

etwa an Fragen aus dem Zivil- respektive Strafrecht, wenn Schadenersatz 

nach Art. 52 AHVG (SR 831.10) respektive eine Rückforderung nach 

Art. 25 ATSG (SR 830.1) zur Diskussion steht. Hier geht es indessen um 

eine innerhalb der Kollisionsvorschriften von Art. 11 ff. Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 spezialgesetzlich geregelte Zuständigkeit, wobei dem BSV 

in der Anwendung von Art. 16 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ein erheb-

licher Ermessensspielraum verbleibt, vermittelt doch die Bestimmung mit 

der « Kann-Formulierung » keinen Anspruch auf Freistellung von den 

grundsätzlich anwendbaren Rechtsvorschriften (Urteil des BGer 

9C_603/2019 vom 17. Februar 2020 E. 3.5.3.1). Damit liegt der Abschluss 

von Ausnahmevereinbarungen im Ermessen der zuständigen Stelle und es 

besteht kein Anspruch auf einen solchen (vgl. HEINZ-DIETRICH STEIN-

MEYER, Bestimmung des anwendbaren Rechts, in: Europäisches Sozial-

recht, 7. Aufl. 2018, S. 255 f.); der Entscheid kann jedoch angefochten 

werden (Urteil 9C_603/2019 E. 3.5.3.1 in fine). 

6.3 Vorliegend erliess das BSV zwar keine an die Beschwerdeführe-
rin gerichtete formelle Verfügung, wogegen die Beschwerdeführerin hätte 

opponieren können. Sie erhielt vom Nichtzustandekommen der Ausnah-

mevereinbarung am 4. Oktober 2018 ([…]) jedoch spätestens mit 

Verfügung vom 5. Dezember 2018 Kenntnis und hätte gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung damit innerhalb Jahresfrist eine anfechtbare 

Verfügung verlangen müssen (Urteile des BGer 9C_603/2019 E. 3.5.4; 

8C_485/2018 vom 11. Februar 2019 E. 4.2 m.w.H.). Die Beschwerdefüh-

rerin hat jedoch nach Kenntnisnahme des BSV-Schreibens vom 4. Oktober 

2018 innert Jahresfrist keine solche Verfügung verlangt, weshalb das BSV-

Schreiben unterdessen Rechtskraft erlangt und es damit jedenfalls sein Be-

wenden hat. 

2022 V/2 AHV. Sozialversicherungsrechtliche Unterstellung 

 

 

16 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

7.  
Was die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach sie als ehemalige C. eine 

Beamtenstellung innehabe, anbelangt, ist Nachfolgendes festzuhalten: 

7.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf zwei Normen (Art. 11 
Abs. 3 Bst. b und Art. 13 Abs. 4 Verordnung [EG] Nr. 883/2004), die an 

die Beamtenstellung anknüpfen und das deutsche Recht für anwendbar er-

klären. Gemäss Art. 11 Abs. 3 Bst. b Verordnung (EG) Nr. 883/2004 unter-

liegt ein Beamter den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaates, dem die ihn 

beschäftigende Verwaltungseinheit angehört. Ferner statuiert Art. 13 

Abs. 4 Verordnung (EG) Nr. 883/2004, dass eine Person, die in einem Mit-

gliedstaat als Beamter beschäftigt ist und die eine Beschäftigung und/oder 

eine selbständige Erwerbstätigkeit in einem oder mehreren anderen Mit-

gliedstaaten ausübt, den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats unterliegt, 

dem die sie beschäftigende Verwaltungseinheit angehört. Es stellt sich vor-

liegend die Frage, ob die Beamtenstellung nur aktive Beamte oder auch 

Beamte im Ruhestand (Ruhestandsbeamte) erfasst (s. dazu SILVIA BU-

CHER, Die sozialrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts zum FZA 

und zu Anhang K des EFTA-Übereinkommens, Schweizerische Zeitschrift 

für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 3/2013 S. 229). Das 

Bundesgericht hat diese Frage in seinem Urteil 9C_728/2011 vom 

26. April 2012 in einem Fall eines deutschen Ruhestandsbeamten ent-

schieden und hat erwogen, dass sich diese Sonderregel nur auf aktive Be-

amte im Sinne des deutschen Rechts beziehe (vgl. E. 5.3 hiervor). Auch 

der klare Wortlaut der Verordnung im Präsens deutet auf eine aktive Tätig-

keit hin: « als Beamter beschäftigt » (vgl. auch Urteil 9C_728/2011 

E. 5.3.3). Die Anwendbarkeit der Rechtsordnung des Dienststaates setzt 

somit eine aktive Beschäftigung voraus (vgl. Urteil 9C_728/2011 

E. 5.3.3). 

7.2 Es kann damit der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, so-
weit sie vorbringt, dass die deutsche Beamteneigenschaft lebenslänglich 

bestehe und deshalb Art. 13 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 nicht 

zur Anwendung komme (vgl. Urteil 9C_728/2011 E. 5.2). Vorliegend ist 

die Beschwerdeführerin seit dem 30. Juni 2012 nicht mehr im Amt als C. 

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt besteht damit die Beamteneigen-

schaft im Sinn der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 nicht mehr und es kann 

folglich nicht an eine Beamtenstellung angeknüpft werden, um das deut-

sche Recht als anwendbar zu erklären.