# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31e3c8ab-b98f-57af-a6c9-b52171f6b8b1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2010 D-7247/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7247-2010_2010-10-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7247/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______
angeblich Guinea-Bissau,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 7. Oktober 2001 / N________

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7247/2010

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 28. August 2010 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  er  im  B._______am  13.  September  2010  einer  Erstbefragung 
unterzogen und am 27. September  2010 nach Art. 29  Abs. 4 AsylG 
angehört wurde,

dass er unter anderem angab, er sei Staatsangehöriger von Guinea-
Bissau mit Wohnsitz in Nigeria seit seinem sechsten Lebensjahr,

dass  sein  in  Guinea-Bissau  politisch  tätiger  Vater  am 2. März  1995 
umgebracht  worden  sei,  woraufhin  sich  seine  Mutter  mit  ihm  und 
seinem Bruder in ihren Heimatstaat Nigeria begeben habe,

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dass sein Bruder C.______im Alter von achtzehn Jahren gezwungen 
worden  sei,  sich  den  in  der  D._____-Region  tätigen  Militanten 
anzuschliessen  und  im  Dezember  2008  im  Rahmen  einer 
Grossoffensive  der  Regierung  gegen  die  Militanten  ums  Leben 
gekommen sei, 

dass ihn nach dem Tod von C.______Angehörige der Militanten zum 
Beitritt  zu  ihrer  Organisation  aufgefordert  hätten,  weshalb  er  von 
seiner  Mutter  zu  einem  in  Guinea-Bissau  lebenden  Onkel  gebracht 
worden sei, wo er sich bis Juli 2009 aufgehalten habe,

dass  während  seines  Aufenthaltes  in  Guinea-Bissau  sein  Onkel  als 
Soldat  der  Gruppe  des  Staatspräsidenten  D.______  nach  dessen 
Ermordung Schwierigkeiten bekommen und daher die Ausreise seiner 
Söhne und des Beschwerdeführers organisiert habe, 

dass für weitere Einzelheiten auf die angefochtene Verfügung und die 
vorinstanzlichen  Akten  verwiesen  werden  kann  (vgl.  Art.  109 
Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 und Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass der Beschwerdeführer trotz Aufforderung im B._______ bis zum 
jetzigen Zeitpunkt keine Identitätspapiere eingereicht hat,

dass das BFM mit - gleichentags eröffnetem - Entscheid vom 7. Okto-
ber 2010 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG auf 
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, dessen Wegwei-
sung anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich 
erachtete,

dass das BFM namentlich die Angaben des Beschwerdeführers zum 
Fehlen von Papieren als  unplausibel  und einem Standardvorbringen 
entsprechend wertete und auch die ausweichenden, widersprüchlichen 
und  oberflächlichen  Schilderungen  der  angeblichen  Reiseumstände 
als  unglaubhaft  und realitätsfremd bezeichnete,  woraus geschlossen 
werden könne, der Beschwerdeführer verheimliche seine wahre Identi -
tät  und die tatsächlichen Reiseumstände und wolle nicht  offenlegen, 
mit welchen Papieren er tatsächlich in die Schweiz gereist sei,

dass das BFM sodann die Asylvorbringen als unglaubhaft bezeichnete 
und  festhielt,  der  Beschwerdeführer  erfülle  offensichtlich  die  Flücht-
lingseigenschaft nicht, nachdem seine Angaben zu den Verhältnissen 
in seiner angeblichen Wohnregion in Nigeria unsubstanziiert und teils 

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tatsachenwidrig ausgefallen seien, er zu Belangen von Guinea-Bissau 
kaum Kenntnisse gehabt und zentrale Vorbringen seiner angeblichen 
Fluchtgründe widersprüchlich, unsubstanziiert und teils unlogisch und 
tatsachenwidrig dargestellt habe,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Oktober 2010 an das 
Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid  sinngemäss  Be-
schwerde erhob,

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  6  AsylG  i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

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dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist,  wobei  auf  die  Erwägungen in  der  angefochtenen Verfü-
gung  verwiesen werden  kann  (vgl. Art.  111a  Abs. 2  AsylG und 109 
Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif -
tenwechsel verzichtet wurde, 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre -
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass das Bundesamt im vorliegenden Fall offensichtlich zu Recht zum 
Schluss  gelangt  ist,  der  Beschwerdeführer  mache  keine  entschuld-
baren Gründe für das versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten 
geltend, 

dass hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes ver-
wiesen werden kann, zumal in der Beschwerdeschrift auf diese Argu-
mente der Vorinstanz in keiner Weise eingegangen wird, 

dass  im Weiteren  die  Vorbringen des Beschwerdeführers  zu  seinem 
Asylgesuch vom Bundesamt zu Recht als offensichtlich nicht glaubhaft 
erachtet wurden und zur Vermeidung von Wiederholungen auch in die-
ser Hinsicht auf die zu bestätigenden Erwägungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden kann, auf die der Beschwerdeführer auf Beschwerde-
ebene nicht näher eingeht,

dass  er  vielmehr  lediglich  die  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren 
geltend gemachten Vorbringen nochmals umreisst,

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dass somit keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 AsylG not -
wendig erscheinen,

dass  das  Bundesamt  somit  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpo-
lizeilichen  Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung  einer  Wegweisung 
die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 
mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist  (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von  Ausländern  regelt 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 AuG) grundsätzlich von Amtes we-
gen zu prüfen sind, diese Untersuchungspflicht jedoch, wie vom BFM 
zutreffend festgehalten, nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der 
Mitwirkungspflicht  der  beschwerdeführenden Person  findet  (Art. 8 
AsylG),  die  im  Übrigen  auch  die  Substanziierungslast  trägt  (Art. 7 
AsylG), und es nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfäl-
ligen Wegweisungshindernissen zu forschen, falls die beschwerdefüh-
rende  Person  -  wie  vorliegend  durch  die  fehlende  Offenlegung  von 
Identitätsdokumenten -  ihrer Mitwirkungspflicht bei der Sachverhalts-
ermittlung nicht nachgekommen ist,

dass das BFM im Weiteren in der angefochtenen Verfügung überzeu-
gend dargelegt hat, weshalb es aufgrund der diesbezüglich nicht zu-
treffenden  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seiner  angeblichen 
Wohnregion in Nigeria beziehungsweise der fehlenden Kenntnisse zur 
Stadt  Bissau  und  dem Land  Guinea-Bissau  die  geltend  gemachten 
Vorbringen zu seiner Herkunft in Zweifel zieht,

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dass  die  Erklärung  des  Beschwerdeführers  im  Rahmen  des  rechtli-
chen  Gehörs,  er  habe  Guinea-Bissau  schon  als  kleines  Kind 
verlassen, als Erklärung für die fehlenden diesbezüglichen Kenntnisse 
nicht  zu  überzeugen vermag,  hielt  sich  der  Beschwerdeführer  doch, 
wie von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest-
gehalten, nach seinen eigenen Angaben vor seiner Ausreise mindes-
tens einen Monat lang in Bissau auf,

dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren Identität und Her-
kunft zu tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es 
würden einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine lan-
des- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art.  44 
Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 
E. 3.2.2. S. 4 f.) entgegen stehen,

dass auch ausgehend von den Angaben des Beschwerdeführers des-
sen  Wegweisungsvollzug  nach  Guinea-BIssau  beziehungsweise 
Nigeria zulässig, zumutbar und möglich zu erachten ist, 

dass somit die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht 
fällt,

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde  (vgl. 
Art. 106 AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.
Dieses Urteil geht an:

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des 
B._______(Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, B.________(per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N______ 
mit  der  Bitte  um Eröffnung  des  Urteils  an den  Beschwerdeführer 
und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das 
Bundesverwaltungsgericht)

- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand am:

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