# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc40bb8b-6701-524b-9e3d-8a1344d9c457
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.01.2023 D-5064/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5064-2022_2023-01-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5064/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler 

mit Zustimmung von Richter William Waeber; 

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko,   

vertreten durch Ange Sankieme Lusanga,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisung und Wegweisungsvollzug; 

Verfügung des SEM vom 14. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5064/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 11. Dezember 2011 in der Schweiz um 

Asyl nach. Mit Verfügung vom 10. Oktober 2013 trat das damalige Bundes-

amt für Migration (BFM; heute: SEM) auf das Asylgesuch in Anwendung 

von aArt. 32 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) nicht ein und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Diese Verfü-

gung blieb unangefochten. In einem 21. Oktober 2013 beim BFM einge-

gangenem Schreiben erklärte sich der damals im (…) B._______ inhaf-

tierte Beschwerdeführer grundsätzlich bereit, in seine Heimat zurückzu-

kehren.  

B.  

Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 22. September 2016 

wurde der Beschwerdeführer zweitinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von 

acht Jahren verurteilt. 

C.  

C.a Am 1. Februar 2022 reichte der Beschwerdeführer, welcher nach Ver-

büssung der Freiheitsstrafe am (…) aus der Haft entlassen worden war, ein 

zweites Asylgesuch ein. Am 2. Februar 2022 fand im Bundesasylzentrum 

(BAZ) (…) C._______ die Personalienaufnahme (PA) statt, und am 

17. Februar 2022 wurde er im Beisein des rubrizierten Rechtsvertreters an-

gehört. 

Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei ein marokkanischer 

Staatsangehöriger und habe vor seiner Ausreise aus Marokko im Jahr 

2008 in der Region D._______ gelebt. Er habe während einiger Jahre an 

einer Koranschule die arabische Sprache gelernt und danach (…) gearbei-

tet. Die finanziellen Verhältnisse seiner Familie seien sehr schlecht gewe-

sen. Mittlerweile seien seine Eltern verstorben und zwei seiner Brüder leb-

ten in Italien beziehungsweise Spanien. Die Gründe für die erneute Stel-

lung eines Asylgesuches seien die allgemein schlechte wirtschaftliche 

Lage und die fehlenden Zukunftsperspektiven in Marokko sowie seine Va-

terschaft eines Kindes mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Seit 2017 habe 

er zu seinem am (…) geborenen Sohn mit Hilfe der Kindes- und Erwach-

senenschutzbehörde (KESB) eine Beziehung aufbauen können. Alle zwei 

Wochen finde in den Räumlichkeiten der Organisation "(…)" in E._______ 

ein begleiteter Besuch statt, und in der jeweils anderen Woche telefoniere 

er mit ihm. Er wünsche, die Besuche zu intensivieren und in der Nähe sei-

nes Kindes zu leben.  

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Als Beweismittel reichte er Teile eines Entscheides der KESB vom 2. No-

vember 2021 betreffend "Anpassung der Regelung des persönlichen Ver-

kehrs, Anordnung von begleiteten Besuchen, Anordnung von Weisungen" 

sowie eine E-Mail von "(…)" mit den Besuchszeiten für die Monate Januar 

bis März 2022 ein.  

C.b Am 25. Februar 2022 teilte das SEM das Asylverfahren des Beschwer-

deführers dem erweiterten Verfahren zu. 

C.c Mit Schreiben vom 8. März 2022 ersuchte das SEM die KESB (…) um 

Einsicht in diejenigen Akten, welche die Kontaktsituation des Beschwerde-

führers und seines Sohnes betreffen würden. 

Am 8. April 2022 liess die KESB dem SEM entsprechende Aktenstücke zu-

kommen.  

C.d Am 29. August 2022 forderte das SEM den Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers auf, bei der kantonalen Migrationsbehörde den offen-

sichtlichen Anspruch seines Mandanten auf Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung gestützt auf Art. 8 EMRK bis zum 21. September 2022 geltend zu 

machen und dem SEM innert gleicher Frist eine Bestätigung für die Einlei-

tung eines entsprechenden Bewilligungsverfahrens zukommen zu lassen.  

Mit E-Mail vom 21. September 2022 teilte der Rechtsvertreter dem SEM im 

Wesentlichen mit, sein Mandant wolle an der Fortführung seines Asylver-

fahrens festhalten und ersuche um Fällung eines Entscheids innert ange-

messener Frist. 

D.  

Mit Verfügung vom 14. Oktober 2022 – eröffnet am 17. Oktober 2022 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle mit seinem Vorbringen, 

Marokko aus wirtschaftlichen Gründen verlassen zu haben, die Flüchtlings-

eigenschaft nicht und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es 

die Wegweisung aus der Schweiz und den Wegweisungsvollzug an.  

E.  

Der Beschwerdeführer erhob durch seinen Rechtsvertreter am 7. Novem-

ber 2022 mit elektronisch beziehungsweise per E-Mail und gleichentags 

auch per Post übermittelter Eingabe beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde. Er beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 

und die Rückweisung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. In verfahrens-

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rechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

sucht.  

F.  

Am 8. November 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

G.  

Auf entsprechende Nachfrage der Instruktionsrichterin vom 28. November 

2022 teilte das (…) C._______ mit Schreiben vom 5. Dezember 2022 mit, 

dass seitens des Beschwerdeführers kein Verfahren betreffend Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung anhängig gemacht worden sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Der Beschwerdeführer beantragt zwar allgemein die Aufhebung der vorin-

stanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sache zur Neubeurtei-

lung. Aus den Ausführungen in der Beschwerdeschrift geht indessen klar 

hervor, dass sich die Beschwerde nur gegen die von der Vorinstanz ver-

fügte Wegweisung und den Wegweisungsvollzug richtet. Die Dispositivzif-

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fern 1 und 2 der vorinstanzlichen Verfügung (Nichtzuerkennung der Flücht-

lingseigenschaft und Verweigerung des Asyls) der SEM-Verfügung sind so-

mit mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensicht-

lich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständig-

keit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zwei-

ten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriften-

wechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a 

Abs. 1 und 2 AsylG). 

5.  

5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

5.2 Die Wegweisung wird unter anderem dann nicht verfügt, wenn die asyl-

suchende Person im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung ist (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 [AsylV 1, SR 142.311]) oder ein grundsätzlicher Anspruch auf Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung besteht, wobei die kantonale Ausländer-

behörde zuständig ist, über den Anspruch konkret zu befinden (vgl. auch 

BVGE 2013/37 E. 4.4; Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 23 E. 3.2;  

EMARK 2001 Nr. 21 E. 9). Ist die asylsuchende Person nicht im Besitz ei-

ner gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, ist im Asyl- und 

Wegweisungsverfahren mit Blick auf die mögliche Zuständigkeit der kanto-

nalen Ausländerbehörde daher vorfrageweise zu prüfen, ob die asylsu-

chende Person sich im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AsylG auf einen grund-

sätzlichen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung berufen 

kann (vgl. EMARK 2001 Nr. 21 E. 10). Ergibt die vorfrageweise Prüfung 

einen grundsätzlichen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, 

ist die asylsuchende Person im Asyl- und Wegweisungsverfahren darauf 

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hinzuweisen, dass sie ein entsprechendes Bewilligungsgesuch bei der zu-

ständigen kantonalen Ausländerbehörde einzureichen hat. Ist ein entspre-

chendes Verfahren um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bereits hän-

gig, so hat das SEM – weist es das Asylgesuch ab oder tritt es auf dieses 

nicht ein – die Wegweisung nicht zu verfügen. Das Bundesverwaltungsge-

richt hebt gegebenenfalls eine vom SEM verfügte Wegweisung auf (vgl. 

EMARK 2001 Nr. 21 E. 9a S. 177). 

5.3 Soweit nicht das Gesetz oder das Freizügigkeitsabkommen einen An-

spruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vermittelt, kommt als An-

spruchsgrundlage Art. 8 EMRK in Betracht, wobei diesbezüglich die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung massgeblich ist (vgl. EMARK 2001  

Nr. 21 E. 8a und b sowie E. 9). Diese besagt, dass Ausländerinnen und 

Ausländern gestützt auf den in Art. 8 EMRK und Art. 13 BV gewährleisteten 

Schutz des Familienlebens ein potenzieller Anspruch auf Aufenthalt in der 

Schweiz erwächst, wenn eine intakte und tatsächlich gelebte familiäre Be-

ziehung zu nahen Verwandten (sogenannte Kernfamilie) vorliegt. Ferner 

muss das in der Schweiz lebende Familienmitglied hier über ein gefestigtes 

Anwesenheitsrecht verfügen. Von einem solchen ist ohne Weiteres bei 

schweizerischer Staatsangehörigkeit auszugehen, ebenso bei einer Nie-

derlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung, auf deren Verlängerung ein An-

spruch besteht (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1 und 3.1, BGE 130 II 281 E. 3.1; 

EMARK 2005 Nr. 3 E. 3.1). Die im Asylverfahren angeordnete Wegweisung 

wird demzufolge praxisgemäss aufgehoben, wenn ein potenzieller An-

spruch gestützt auf Art. 8 EMRK vorfrageweise bejaht wird, die betroffene 

Person an die zuständige kantonale Ausländerbehörde ein Gesuch um Er-

teilung einer Aufenthaltsbewilligung gerichtet hat und dieses Gesuch noch 

hängig ist (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4.2.2). 

5.4 Für den Beschwerdeentscheid ist die im Zeitpunkt seiner Ausfällung 

bestehende Aktenlage massgeblich (vgl. zum Ganzen MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 

2013, Rz. 2.204 ff.; BVGE 2012/21 E. 5.1). 

5.5 Das SEM gelangte im vorinstanzlichen Verfahren zum Schluss, der Be-

schwerdeführer verfüge über einen potenziellen Anspruch auf Erteilung ei-

ner Aufenthaltsbewilligung (Art. 44 AIG [SR 142.20]), teilte ihm dies mit 

Schreiben vom 29. August 2022 mit und räumte ihm die Gelegenheit ein, 

ein kantonales Bewilligungsverfahren einzuleiten. Im Unterlassungsfall – 

so das SEM – werde davon ausgegangen, dass er kein Interesse habe, 

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ein aus Art. 8 EMRK erwachsendes Recht wahrzunehmen. Der Beschwer-

deführer hat weder dannzumal noch in der Zwischenzeit (vgl. Sachverhalt 

Bst. F vorstehend) ein Gesuch um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Be-

willigung aufgrund der Familienverhältnisse bei der zuständigen Behörde 

eingereicht. Vielmehr hat er in seiner E-Mail vom 21. September 2022 – 

nebst allgemeinen Ausführungen zu Art. 14 AsylG – lediglich erklärt, er 

danke für die Möglichkeit zur Stellungnahme, wolle aber sein Asylverfahren 

fortsetzen beziehungsweise zu einem baldigen Abschluss bringen. Damit 

sind die im Rahmen des Wegweisungspunkts zur Heranziehung von Art. 8 

EMRK verlangten Voraussetzungen nicht erfüllt. Die Beurteilung eines sol-

chen Gesuchs hätte durch das zuständige kantonale Migrationsamt zu er-

folgen und sprengt den Prozessgegenstand des vorliegenden Verfahrens. 

Es bleibt dem Beschwerdeführer jedoch unbenommen, auch nach Erge-

hen dieses Urteils einen allfälligen Anspruch auf Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung mit einem entsprechenden Gesuch bei der zuständigen 

Behörde geltend zu machen. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2  

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

das flüchtlingsrechtliche Rückschiebeverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) nicht anwendbar. 

 

6.2.2 Wie in der angefochtenen Verfügung (vgl. S. 6 oben) zutreffend be-

merkt wurde, sind – nachdem der Beschwerdeführer bislang bewusst da-

rauf verzichtet hat, bei der kantonalen Ausländerbehörde ein Gesuch um 

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Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung einzureichen – die ihm allenfalls aus 

Art. 8 EMRK zustehenden Ansprüche bei der Prüfung der Anordnung des 

Wegweisungsvollzugs beziehungsweise bei der Prüfung der Zulässigkeit 

des Wegweisungsvollzugs nicht zu berücksichtigen.  

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Ma-

rokko lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. 

6.2.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung – so-

weit überprüfbar – sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen als zulässig.  

6.3  

6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

6.3.2 Weder die allgemeine Lage in Marokko noch individuelle Gründe las-

sen auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers schliessen. Der 

erst (…) Jahre alte, soweit aktenkundig gesunde Beschwerdeführer hat 

zwar gemäss seinen Angaben lediglich eine Koranschule besucht, ist aber 

vor seiner Ausreise verschiedenen beruflichen Tätigkeiten nachgegangen. 

Wie die Vorinstanz zudem zutreffend festhielt, hat er in seiner Heimat nach 

wie vor nahe Familienangehörige (Geschwister), welche ihn – wie auch die 

beiden in Italien und Spanien wohnhaften und arbeitstätigen Brüder – nö-

tigenfalls finanziell unterstützen könnten. Es ist daher davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer bei einer allfälligen Rückkehr nicht in eine exis-

tenzbedrohende Situation geraten wird.  

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6.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls noch 

notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die die Vorinstanz den Weg-

weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet 

hat. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 3 f.) 

enthaltenen Hinweise auf die verfahrensrechtlichen Pflichten der Vorin-

stanz und von Asylsuchenden sowie die allgemeinen Ausführungen zu 

rechtlichen Bestimmungen vermögen daran nichts zu ändern. Es bestehen 

insbesondere auch keine Hinweise, dass der erhebliche Sachverhalt nicht 

ausreichend erstellt worden und eine Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz angezeigt wäre.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG) ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstands-

los geworden.  

 

8.2 Die Beschwerdebegehren erwiesen sich nach dem Gesagten als aus-

sichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG – ungeachtet der nicht nachge-

wiesenen Bedürftigkeit – abzuweisen sind. Die Verfahrenskosten sind dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: