# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0eb731cd-2c0e-5f8b-9f9b-331267e15094
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.11.2015 200 2015 363
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-363_2015-11-09.pdf

## Full Text

200 15 363 AHV
SCI/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 9. November 2015

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 25. März 2015 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2015, AHV/15/363, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der A.________ (nachfolgend: A.________ bzw. Beschwerdeführer) ist als 
beitragspflichtiger Arbeitgeber der Ausgleichskasse des Kantons Bern 
(nachfolgend: AKB bzw. Beschwerdegegnerin) angeschlossen.

Gestützt auf den Arbeitgeberkontrollbericht vom 1. Juni 2010 (Akten der 
AKB, Antwortbeilage [AB] 30) verfügte die AKB am 8. September 2011 die 
Nachzahlung von AHV/IV/EO-Beiträgen, ALV-Beiträgen, Beiträgen an die 
Familienausgleichskasse sowie Verwaltungskostenbeiträgen für die Jahre 
2005 bis 2008 im Betrag von insgesamt Fr. 9‘074.20 (AB 13, 18, 22 ff.). Am 
27. September 2011 erhob der A.________, vertreten durch Fürsprecher 
C.________, Einsprache (AB 12) und stellte gleichentags ein Erlassgesuch 
bezüglich des Nachzahlungsbetrags (AB 11). Mit Eingabe vom 11. Februar 
2015 liess der A.________, nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, der AKB eine Einspracheergänzung zukommen (AB 4). Mit 
Entscheid vom 25. März 2015 (AB 2) wies die AKB die Einsprache und das 
Erlassgesuch ab. 

B. 

Hiergegen erhob der A.________, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 24. April 2015 Beschwerde und stellte die 
folgenden Rechtsbegehren: 

Der Einspracheentscheid vom 25. März 2015 sei aufzuheben und 
es sei festzustellen, dass die von der Beschwerdegegnerin gefor-
derten Nachtragsforderungen für die Zeit vom 1. Januar 2005 – 
31. Dezember 2008 nicht geschuldet sind.

Eventualiter

Der Entscheid betreffend Erlassgesuch vom 25. März 2015 sei auf-
zuheben und es seien dem Beschwerdeführer sämtliche für die Zeit 
vom 1. Januar 2005 – 31. Dezember 2008 geschuldeten Nachfor-
derungen zu erlassen.

-Unter Kosten- und Entschädigungsfolge- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2015, AHV/15/363, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2015 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Der Instruktionsrichter informierte die Parteien mit prozessleitender Verfü-
gung vom 29. Mai 2015 darüber, dass gestützt auf eine erste Beurteilung 
der Akten die Eingabe vom 24. April 2015 betreffend das Erlassgesuch 
zunächst von der Beschwerdegegnerin als Einsprache zu behandeln wäre. 
Die Parteien erhielten Gelegenheit sich dazu zu äussern. 

Mit Eingabe vom 10. Juni 2015 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihre 
Rechtsbegehren und schloss sinngemäss darauf, das Gericht habe auf die 
Beschwerde gegen den Erlassentscheid einzutreten. 

Mit Replik vom 10. Juli 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinem Haupt-
begehren fest und beantragte hinsichtlich des Erlassgesuchs die Weiterlei-
tung als Einsprache an die Beschwerdegegnerin.  

Mit Duplik vom 24. Juli 2015 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 
auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen-
versicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. jedoch E. 1.2 
hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 25. März 
2015 (AB 2). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die 
Jahre 2005 bis 2008 zu Recht AHV/IV/EO-Beiträge, ALV-Beiträge, Beiträge 
an die Familienausgleichskasse sowie Verwaltungskostenbeiträge in der 
Höhe von insgesamt Fr. 9‘074.20 nachgefordert hat. 

Nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden kann das Er-
lassgesuch des Beschwerdeführers vom 27. September 2011 (AB 11). 
Hinsichtlich des Erlassgesuchs ist der Einspracheentscheid vom 25. März 
2015 (AB 2) die erste entsprechende Festlegung der Beschwerdegegnerin, 
weshalb kein Einspracheentscheid im Sinne von Art. 52 ATSG, sondern 
erst eine Verfügung nach Art. 49 ATSG vorliegt. Auf die Beschwerde kann 
soweit das Erlassgesuch betreffend nicht eingetreten werden.  

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.-- (vgl. E. 1.2 hiervor), weshalb 
die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt 
(Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 5 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 AHVG werden vom Einkom-
men aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit, dem massgebenden Lohn, 
Beiträge erhoben. Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in un-

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selbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete 
Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch Teuerungs- und andere 
Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und 
Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit 
diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 
Abs. 2 AHVG).

2.2 Gestützt auf Art. 5 Abs. 4 AHVG kann der Bundesrat Sozialleistun-
gen sowie anlässlich besonderer Ereignisse erfolgende Zuwendungen ei-
nes Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer vom Einbezug in den massge-
benden Lohn ausnehmen. Art. 8 lit. a der Verordnung über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung vom 31. Oktober 1947 (AHVV; SR 831.101) 
stellt vom massgebenden Lohn reglementarische Beiträge des Arbeitge-
bers an Vorsorgeeinrichtungen frei, welche die Voraussetzungen der Steu-
erbefreiung nach dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer vom 
14. Dezember 1990 (DBG; SR 642.11) erfüllen. 

2.3 Der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung 
[BV; SR 101]) umfasst einerseits den Anspruch auf Schutz berechtigten 
Vertrauens in Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen be-
gründendes Verhalten der Behörden, sofern sich dieses auf eine konkrete, 
den betreffenden Bürger berührende Angelegenheit bezieht. Andererseits 
verbietet er sowohl den staatlichen Behörden wie auch den Privaten, sich 
in ihren öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen widersprüchlich oder 
rechtsmissbräuchlich zu verhalten. Rechtsmissbrauch liegt insbesondere 
dann vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von In-
teressen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 
130 I 26 E. 8.1 S. 60, 127 II 49 E. 5a S. 56; Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 14. Dezember 
2004, H 157/04, E. 3.3.1). 

Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben, welcher die Bürgerin 
und den Bürger in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten 
schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter be-
stimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Be-
handlung der rechtsuchenden Person gebieten. Gemäss Lehre und Recht-

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sprechung (BGE 131 V 472 E. 5 S. 480; SVR 2012 ALV Nr. 3 S. 7 E. 5.2) 
ist dies der Fall, 

1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf be-
stimmte Personen gehandelt hat; 

2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war 
oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus zureichen-
den Gründen als zuständig betrachten durfte; 

3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres 
erkennen konnte; 

4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen 
getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden 
können, und 

5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine 
Änderung erfahren hat. 

Der unrichtigen Auskunft gleichgestellt ist die Unterlassung einer behördli-
chen Auskunft, welche gesetzlich vorgeschrieben oder nach den im Einzel-
fall gegebenen Umständen geboten war. Die dritte Voraussetzung lautet 
diesfalls: wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen Auskunft nicht 
kannte oder deren Inhalt so selbstverständlich war, dass sie mit einer ande-
ren Auskunft nicht hätte rechnen müssen (BGE 131 V 472 E. 5 S. 480; 
SVR 2012 ALV Nr. 3 S. 7 E. 5.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die Nachzahlungsverfügung 
vom 8. September 2011 (AB 13, 18, 22 ff.) damit, dass gestützt auf den 
Arbeitgeberkontrollbericht vom 1. Juni 2010 (AB 30) für die Jahre 2005 bis 
2008 in den der Beschwerdegegnerin gemeldeten Lohnsummen keine 
BVG-Beiträge enthalten gewesen seien. Dies wird vom Beschwerdeführer 
zwar nicht bestritten, jedoch bringt er vor, die BVG-Beiträge seien seit jeher 
vollumfänglich vom Arbeitgeber zur Bezahlung übernommen worden und 
würden damit unter den Ausnahmetatbestand von Art. 8 lit. a AHVV fallen 
(Beschwerde S. 5 f.). 

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3.2 Das Bundesgericht hat mehrfach festgehalten, dass Leistungen des 
Arbeitgebers allein dann nach Art. 8 lit. a AHVV nicht zum massgeblichen 
Lohn gehören, wenn diese Leistungen verbindlich und der direkten Disposi-
tion der Arbeitgeberin entzogen, in einem Reglement vorgesehen sind 
(BGE 133 V 556 E. 7.4 S. 561, 137 V 321 E. 1.2.3 S. 324). Diese Voraus-
setzung ist eng auszulegen. Denn die ordentlichen Beiträge an die berufli-
che Vorsorge müssen unbesehen der hier zu führenden Diskussion der 
formalen Zuordnung bzw. Aufteilung geleistet werden. Auch dies ist unbe-
stritten. Es ist damit letztlich weitgehend eine Frage der Definition, ob die 
ordentlichen BVG-Beiträge alle dem Arbeitgeber oder paritätisch dem Ar-
beitgeber und dem Arbeitnehmer zugeordnet werden (vgl. Art. 66 des Bun-
desgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvor-
sorge vom 25. Juni 1982 [BVG; SR 831.40]). Läge es in der Disposition des 
Arbeitgebers, die Zuordnung frei zu bestimmen, wäre es diesem ein Leich-
tes, die Lohnkosten im Umfang der ordentlichen Beiträge an die berufliche 
Vorsorge umfassend der AHV/IV/EO-Beitragspflicht zu entziehen, indem er 
erklärt, diese würden allein von ihm getragen. Dies würde zu entsprechen-
den AHV/IV/EO-Beitragseinsparungen auf der Seite der Arbeitgeber 
führen, gleichzeitig jedoch zu einem unter Umständen leistungsrelevanten 
geringeren Beitrag des Arbeitnehmers an diese Vorsorgewerke. Steuer-
rechtlich hat das Vorgehen für den Arbeitnehmer keine Auswirkungen, da 
er so oder anders allein den um die BVG-Beiträge bereinigten Nettolohn zu 
versteuern hat. 

3.3 Es ist unbestritten, dass für die Jahre 2005 bis 2008 keine regle-
mentarische Grundlage für die vollständige Übernahme der BVG-Beiträge 
durch den Beschwerdeführer bestand. Dass im Kassenreglement vom 
5. März 2010 unter Art. 8 (AB 13 S. 6) festgehalten wird, dass die Beiträge 
der Versicherten 0% der gesamten auf sie entfallenden Spar- Risiko- und 
Kostenbeiträge sowie der gesetzlichen Zinsaufwendungen ausmache, än-
dert daran nichts. Dieses Kassenreglement ist ab dem 1. Januar 2010 gül-
tig (AB 13 S. 1) und betrifft somit einen Zeitraum nach den vorliegend um-
strittenen Beitragsjahren 2005 bis 2008. Der Beschwerdeführer hat 
bestätigt, dass die Übernahme aller Beiträge durch den Arbeitgeber allein 
der stillschweigenden Praxis entsprochen habe. Soweit sich der Beschwer-
deführer diesbezüglich auf BGE 137 V 321 bezieht (Beschwerde S. 5 f.), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2015, AHV/15/363, Seite 8

und daraus ableitet, auch eine mündliche Abmachung genüge den Anfor-
derungen von Art. 8 lit. a AHVV, kann ihm nicht gefolgt werden. Dem bun-
desgerichtlichen Entscheid sind keinerlei Anzeichen zu entnehmen, dass 
entgegen der konstanten Rechtsprechung das Bundesgericht auch allein 
mündliche, mithin nicht näher zu belegende Abmachungen genügen liesse. 
Im Gegenteil hat das Bundesgericht auch in diesem Entscheid auf das Er-
fordernis einer reglementarischen, mithin schriftlichen Grundlage hingewie-
sen (BGE 137 V 321 E. 4.1 S. 333). Art. 8 lit. a AHVV ist mangels einer 
(schriftlichen) reglementarischen Bestimmung, welche die Beitragszahlun-
gen verbindlich und der direkten Disposition des Arbeitgebers entzogen, 
vollumfänglich diesem überbunden hätte, für die zur Diskussion stehenden 
Jahre 2005 bis 2008, nicht anwendbar. Nichts daran ändert der Umstand, 
dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber angeblich stillschweigend (arbeitsver-
traglich) von der geltend gemachten Regelung ausgegangen sein sollen. 
Es besteht keine Grundlage, um von der höchstrichterlichen Praxis abzu-
weichen. 

3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Nachforderung der Bei-
träge verletze den Grundsatz von Treu und Glauben. Die Beschwerdegeg-
nerin habe bereits seit mindestens 1998 gewusst, wie der Beschwerdefüh-
rer die BVG-Beiträge abrechne, wobei diese Berechnungsart nie bemängelt 
worden sei. Sämtliche Voraussetzungen des Vertrauensschutzes seien 
erfüllt (Beschwerde S. 6 ff.). 

Es ist erstellt und unbestritten, dass ausdrückliche Zusagen durch das zu-
ständige Organ, d.h. die Beschwerdegegnerin selbst, nie gemacht wurden. 
Dass die Revisionsstelle solche Zusagen gemacht hätte, wurde vom Be-
schwerdeführer nicht behauptet, weshalb – unabhängig von der offensicht-
lichen Unzuständigkeit der Revisionsstelle – auch von daher keine vertrau-
ensbildende Auskunft auszumachen ist. 

Dem Einwand des Beschwerdeführers, gestützt auf die früheren ohne Be-
anstandungen erfolgten Revisionen habe er von der Rechtmässigkeit sei-
nes Vorgehens ausgehen dürfen (Beschwerde S. 7, Replik S. 3) und er 
damit sinngemäss eine Vertrauensbildung durch Unterlassen annimmt, 
kann ihm nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin bringt diesbezüg-
lich vor, dass sie erstmals aufgrund des Arbeitgeberkontrollberichts vom 1. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2015, AHV/15/363, Seite 9

Juni 2010 (AB 30) überhaupt erfahren habe, dass der Beschwerdeführer 
für seine Arbeitnehmer während Jahren zusätzliche beitragspflichtige Ein-
lagen – das heisst über den paritätischen Anteil gemäss Art. 66 BVG hin-
aus - an Vorsorgeeinrichtungen getätigt habe (AB 2 S. 4). Der Arbeitgeber-
kontrollbericht für die Jahre 1993 bis 1996 (AB 32) enthält keinen Hinweis 
darauf, dass der Beschwerdeführer zusätzliche BVG-Beiträge übernommen 
hätte bzw. dies Diskussionsthema oder besonderer Prüfgegenstand gewe-
sen wäre. Die damals zu wenig abgerechneten Lohnsummen wurden als 
„Lohndifferenz“ bezeichnet. 

Die Arbeitgeberkontrolle für die Jahre 1997 bis 2000 (AB 31) ergab keine 
Differenzen, weshalb – gemäss Ausführungen der Beschwerdegegnerin – 
für die Jahre 2001 bis 2005 keine Arbeitgeberkontrolle durchgeführt wurde 
(Beschwerdeantwort S. 3). Es kann auch nicht gesagt werden, dass die 
Besonderheit derart offensichtlich gewesen wäre, als dass fehlende frühere 
Rügen als treuwidriges Verhalten der Beschwerdegegnerin zu betrachten 
wäre. Abgesehen davon, dass wie dargelegt, die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung derart klar ist, dass vorab der Beschwerdeführer die Män-
gel hätte erkennen müssen. Nach dem Gesagten ist damit erstellt, dass die 
Beschwerdegegnerin erstmals Mitte 2010 davon erfahren hat, dass der 
Beschwerdeführer die BVG-Beiträge gegenüber den weiteren Sozialviersi-
cherungen als beitragsbefreit verbucht hat und dementsprechend zu wenig 
Beiträge verabgabt hatte. 

Da von der Beschwerdegegnerin weder eine Auskunft erteilt worden ist 
noch eine Vertrauensbildung durch Unterlassen vorliegt, kann sich der Be-
schwerdeführer nicht auf Vertrauensschutz berufen und es erübrigen sich 
weitere Ausführungen zu den übrigen Voraussetzungen des Vertrauens-
schutzes. 

3.5 Die konkrete Nachberechnung der Lohnsumme und der Beiträge 
durch die Revisionsstelle bzw. die Beschwerdegegnerin wie auch die 
Rechtzeitigkeit der Geltendmachung wird vom Beschwerdeführer nicht in 
Frage gestellt. Es bestehen keine Anzeichen für eine mangelhafte Berech-
nung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2015, AHV/15/363, Seite 10

3.6 Nach dem Ausgeführten ist der Einspracheentscheid vom 25. März 
2015 (AB 2) betreffend die Nachzahlung nicht zu beanstanden. Die dage-
gen erhobene Beschwerde ist unbegründet und damit abzuweisen. 

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Beschwerde wird soweit das Erlassgesuch betreffend zur Behand-
lung als Einsprache an die Ausgleichskasse des Kantons Bern über-
wiesen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
-  Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2015, AHV/15/363, Seite 11

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.