# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 795c6431-aab1-5510-9e8b-1c55f5256c96
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 09.11.2010 U 2010 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2010-113_2010-11-09.pdf

## Full Text

U 10 113

1. Kammer 

URTEIL
vom 9. November 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Widerruf Aufenthaltsbewilligung

1. Die ukrainische Staatsangehörige … (geb. 1982) reiste im März 2005 

erstmals in die Schweiz ein, wo sie als Cabaret-Tänzerin arbeitete. Im Oktober 

2005 lernte sie den Schweizer Bürger …, geboren 1983, kennen, mit dem sie 

sich am 22. März 2006 verheiratete. Gestützt auf die Heirat erhielt sie am 3. 

April 2006 eine Jahresbewilligung, welche ihr letztmals am 5. März 2009 bis 

21. März 2010 verlängert worden war. 

Mit E-Mail vom 8. Juli 2009 teilte der Ehemann dem Amt für Polizeiwesen und 

Zivilrecht mit, dass seine Ehefrau nicht mehr bei ihm, sondern in Zürich 

wohne. Sie seien seit zwei Jahren getrennt und befänden sich im 

Scheidungsprozess.  

Das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht forderte daraufhin … zur 

Stellungnahme auf. Mit Schreiben vom 15. Oktober 2009 machte sie geltend, 

dass sie seit anfangs 2008 erhebliche Eheprobleme gehabt hätten. Um die 

Ehe zu retten, habe sie ab April 2008 wieder als Tänzerin gearbeitet. Durch 

die räumliche Trennung vom Ehemann habe sich die Beziehung aber wieder 

normalisiert, weshalb sie sich denn auch nicht von … abgemeldet habe. Seit 

Mai 2009 lebe nun aber ihr Ehemann in einer anderen Beziehung, so dass sie 

beide die Scheidung eingereicht hätten. In seiner Stellungnahme vom 5. 

Oktober 2009 bestätigte der Ehemann die seit anfangs 2008 bestehenden 

Eheprobleme. Seine Ehefrau sei dann vorerst in ihr Heimatland gereist, um 

etwas Abstand zu bekommen. Mitte Januar 2008 sei sie dann nach … 

zurückgekehrt. Im März 2008 seien dann erneut Eheprobleme aufgetreten. In 

der Folge habe seine Ehefrau wieder Engagements als Tänzerin 

angenommen und sie sei auch mehrmals in ihre Heimat gefahren. Sie hätten 

telefonischen Kontakt gehabt und sich ab und zu in Basel oder Zürich 

getroffen. Zurückgekehrt sei sie nicht mehr. Er sei in der Zwischenzeit eine 

neue Beziehung eingegangen, und es laufe das Scheidungsverfahren.

Mit Verfügung vom 11. Dezember 2009 widerrief das Amt für Polizeiwesen 

und Zivilrecht Graubünden die Jahresaufenthaltsbewilligung von … und 

ordnete gleichzeitig ihre Wegweisung an (Ausreisefrist bis 10. Januar 2010). 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, durch die Trennung und die 

anstehende Scheidung sei der Privilegierungsgrund für die Zulassung als 

Jahresaufenthalterin nicht mehr gegeben. Die intakte Ehe habe sodann 

lediglich rund 2 Jahre gedauert, weshalb … auch keinen eigenen Anspruch 

auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung geltend machen könne. 

Gewichtige Gründe, welche für einen weiteren Verbleib in der Schweiz 

sprechen würden, seien keine ersichtlich. Eine Rückreise in ihre Heimat sei 

ihr ohne weiteres zuzumuten.

Im Januar 2010 wurde die Ehe von … und … geschieden; das 

Scheidungsurteil erwuchs am 23. Februar 2010 in Rechtskraft.

Eine gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung  

beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden 

erhobene Beschwerde wurde von diesem mit Verfügung vom 13. August 2010 

abgewiesen. Das Erfordernis des Zusammenwohnens der Ehepartner (Art. 42 

Abs.1 AuG) sei spätestens ab April 2008 nicht mehr erfüllt und wichtige 

Gründe für getrennte Wohnorte (Art. 49 AuG i.V.m. Art. 42-44 AuG) lägen 

keine vor. Weil die Ehegemeinschaft keine drei Jahre gedauert habe, komme 

Art. 50 Abs. 1 AuG auch nicht zur Anwendung. Die Wegweisung sei insgesamt 

verhältnismässig.

2. Dagegen erhob … am 17. September 2010 beim Verwaltungsgericht 

Beschwerde mit dem Antrag nach Aufhebung der angefochtenen Verfügung, 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung und Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren. Der nachträgliche Wegfall des 

Zulassungsgrundes stelle noch keinen Widerrufsgrund dar. 

Dementsprechend sei der Aufenthalt im Rahmen der jährlichen Verlängerung 

der Bewilligung und nicht im Rahmen eines Widerrufes zu prüfen. Der 

Ausnahmecharakter eines Widerrufs ergebe sich direkt aus dem Gesetz. 

Vorliegend sei keiner in Art. 62 AuG aufgeführten Gründe gegeben. Sie habe 

sich bereits vor der Heirat mit einem Schweizer als Cabaret-Tänzerin in der 

CH aufgehalten und daher die Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des 

Familiennachzuges erhalten. Als Ehepaar hätten sie gemeinsam in … in einer 

Zweizimmerwohnung gewohnt. Währenddem ihr Ehemann in Zürich 

gearbeitet habe, habe sie eine Lehre als Coiffeuse begonnen. In der Folge 

seien aber Spannungen aufgetreten. So vor allem, weil der Ehemann selten 

zu Hause gewesen sei und seine Frau  nicht mehr primär als Persönlichkeit 

mit Unterhaltungsqualitäten, sondern als Berufsfrau erlebt habe, welche am 

Abend müde von der Arbeit gekommen sei und sich dann auch noch mit 

Lernen beschäftigt habe. Sie hätten daher beschlossen, dass sie wieder als 

Tänzerin arbeiten solle, was naturgemäss mit Übernachtungen in den 

jeweiligen Personalzimmer vor Ort verbunden gewesen sei. Die Vorinstanz 

anerkenne nun diese Zeit, in der sie wieder als Tänzerin gearbeitet habe, zu 

Unrecht nicht als gelebte Ehesituation. Trotz Getrenntlebens hätten sie die 

Ehe aufrecht erhalten und sich auch gegenseitig Beistand geleistet. Das Ziel 

der Trennung sei darin gelegen, die Spannungen in der Ehe abzubauen, um 

die Ehe fortführen zu können. Eine allabendliche Rückkehr in die eheliche 

Wohnung habe sich bereits aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten und 

der Distanz als nicht machbar erwiesen. Sie habe im Übrigen erst am 1. 

September 2009 eine eigene Wohnung bezogen. Der Ehemann habe die 

eheliche Situation teilweise bewusst falsch geschildert. Falsch sei auf jeden 

Fall, die Wiederaufnahme der Tänzertätigkeit per se als ehezerstörend und 

widerrufsbegründend zu bezeichnen. Es könne ihr auch kein 

rechtsmissbräuchliches Festhalten an einer inhaltsleeren Ehe oder gar 

Täuschung der Behörden vorgeworfen werden. Die Ehe sei sodann erst nach 

Ablauf von drei Jahren gescheitert. Entsprechend habe sie einen eigenen 

Anspruch auf Aufenthalt erworben.

3. Das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden 

beantragte die Abweisung der Beschwerde. Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin seien auch die Zwecke, aufgrund derer ausländischen 

Personen der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt werden könne, als 

Bedingungen definiert. Das Aufenthaltsrecht der Beschwerdeführerin sei  

vorliegend vom Zweck der ehelichen Gemeinschaft und des 

Zusammenwohnens abhängig gemacht gewesen. Wohnten die Eheleute 

nicht mehr zusammen, so gelte der Aufenthaltszweck als „erfüllt“ und die 

Bewilligung könne widerrufen werden. Mit der Trennung falle das 

Aufenthaltsrecht weg (Urteil BGer 2C_314/2010, E. 2.1; 2C_635/2009 E. 4.3). 

Vom Erfordernis des Zusammenwohnens könne abgesehen werden, wenn 

für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht würden und die 

Familiengemeinschaft weiter bestehe. Laut Art. 76 der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) könnten 

wichtige Gründe durch berufliche Verpflichtungen oder durch eine 

vorübergehende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme, wie z.B. 

bei häuslicher Gewalt, entstehen. Eine vergleichbare Konstellation liege hier 

aber nicht vor. In jeder Ehe könne es Konflikte geben. Die Ehe könne aber 

nicht dadurch gerettet werden, dass man beschliesse, auf unbestimmte Zeit 

getrennte Wege zu gehen. Hierzu bräuchte es weit grössere Anstrengungen, 

wie z.B. eine Paartherapie. Vorliegend könne auch nicht gesagt werden, dass 

begründete Hoffnungen bestanden hätten, dass das eheliche 

Zusammenwohnen in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden würde. 

Auf jeden Fall sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in die eheliche Wohnung 

zurückgekehrt, nicht einmal an ihren arbeitsfreien Tagen.

4. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. Oktober 2010 erteilte der 

Instruktionsrichter der Beschwerde die anbegehrte aufschiebende Wirkung.

5. In einer nachträglichen Stellungnahme machte die Beschwerdeführerin 

geltend, die Vorinstanz lege ihrer Betrachtung eine Bilderbuch-Ehe zugrunde, 

was realitätsfremd sei. Sie sei bereits vor der Ehe Cabaret-Tänzerin gewesen, 

der Ehemann habe also von Anfang an gewusst, dass eine Wiederaufnahme 

der Erwerbstätigkeit zu einer örtlichen Trennung, vorübergehend oder 

dauerhaft, führen werde. Sie hätten ihre Ehe auch im letzten Jahr, als sie 

wieder gearbeitet habe, gelebt und seien sich persönlich innig verbunden 

gewesen. Ebenso hätten sich gegenseitig Beistand geleistet. Der Ehemann 

gleiche den Verdienstausfall während ihrer Ausbildung zur Coiffeuse auch 

nach der Scheidung noch aus. Sie sei schon immer finanziell unabhängig 

gewesen, unabhängig von Unterhaltsbeiträgen des Ehemannes. Aus 

organisatorischen Gründen habe gar keine Möglichkeit bestanden, zur 

Rettung der Ehe eine Ehetherapie zu machen. Der Entscheid 

auseinanderzugehen sei erst gefasst worden, als der Ehemann im Mai 2009 

den Entschluss gefasst habe, nach Arosa zu ziehen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid auf Art. 62 lit. d in Verbindung mit Art. 

42 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 

Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20). Gemäss Art. 62 lit. d AuG 

kann eine Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer 

eine mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält. Nach Art. 42 Abs. 

1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, "wenn 

sie mit diesen zusammenwohnen". Nach einem ordnungsgemässen 

Aufenthalt von fünf Jahren hat der ausländische Ehepartner gemäss Art. 42 

Abs. 3 AuG Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung, wobei der 

Fortbestand der Bewilligung in diesen Fällen nicht mehr vom Zusammenleben 

der Eheleute abhängt (Art. 34 Abs. 1 AuG). Die Beschwerdeführerin macht 

mit Blick auf die Dauer ihres Aufenthaltes zu Recht keinen Anspruch nach Art. 

42 Abs. 3 AuG geltend.

b) Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Bedingung des Zusammenwohnens 

im Sinne von Art. 42 Abs. 1 AuG seit der im Zusammenhang mit der 

Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit als Cabaret-Tänzerin im April 2008 erfolgten 

Trennung der Eheleute nicht mehr gegeben ist, weil damit der Zweck, zu 

welchem der Beschwerdeführerin der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt 

worden ist (die eheliche Gemeinschaft, das Zusammenwohnen mit dem 

Ehemann), dahingefallen sei, die Bewilligung daher widerrufen bzw. nicht 

verlängert und die ausländische Person ausgewiesen werden könne. Diese 

Auffassung trifft zu. Wie bereits in der angefochtenen Verfügung zutreffend 

erkannt, sind die Voraussetzungen für den Widerruf einer 

Aufenthaltsbewilligung dieselben wie jene, welche die Nichtverlängerung 

einer Aufenthaltsbewilligung zur Folge haben. Entsprechend ist aber der 

Argumentation der Beschwerdeführerin, das Wegfallen des ehelichen 

Zusammenlebens stelle an sich noch keinen Widerrufsgrund dar, bereits der 

Boden entzogen (Hunziker Art. 62 N. 43 ff. in: Caroni/Gächter/Thurnherr, 

Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG), 

Handkommentar, Bern 2010; Urteil des Bundesgerichtes 2C_635/2009 vom 

26. März 2010, E. 3). 

c) Das Aufenthaltsrecht nach Art. 42 Abs. 1 AuG setzt - im Gegensatz zu Art. 42 

Abs. 2 AuG und Art. 7 ANAG (in Kraft bis 31. Dezember 2007) -mithin ein 

Zusammenwohnen der Eheleute voraus. Der Fortbestand des 

Aufenthaltsrechtes hängt nach AuG nicht mehr davon ab, ob die Ehe nur noch 

formell besteht und sich der Ausländer daher rechtsmissbräuchlich auf sie 

beruft (vgl. zu dieser Prüfung BGE 131 II 265 E. 4 S. 266 ff.; 130 II 113 E. 4.2, 

4.3, 10.2 und 10.3 S. 117 f. und 135 f.; 128 II 145 E. 2 und 3 S. 151 ff. mit 

Hinweisen). Vielmehr fällt das Aufenthaltsrecht des nicht 

niederlassungsberechtigten Ehepartners - von den in Art. 49 und 50 AuG 

vorgesehenen besonderen Situationen abgesehen - mit der Trennung der 

Eheleute weg. Eine Prüfung der sich in früheren Verfahren noch stellenden 

Frage des Rechtsmissbrauchs erübrigt sich somit (Bundesgerichtsurteil 

2C_304/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 3.2). Es lässt sich mithin nicht 

beanstanden, wenn die Vorinstanzen aufgrund der aktenkundigen Aufgabe 

des Zusammenlebens der Eheleute seit April 2008 vom Wegfall des 

Aufenthaltsrechts ausgegangen sind und diese gestützt auf Art. 62 lit. d in 

Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 AuG zum Anlass eines Widerrufs der 

Aufenthaltsbewilligung genommen hatte, weil die Aufenthaltsbewilligung an 

die Bedingung geknüpft war, dass der Aufenthaltszweck weiterbestehe (Art. 

33 Abs. 2 AuG). Die Sichtweise der Beschwerdeführerin, ihr Aufenthalt hätte 

erst im Rahmen der ordentlichen Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

überprüfen werden dürfen, geht fehl. Sie übersieht damit auch, dass die 

Voraussetzungen für einen Widerruf und eine Nichtverlängerung einer 

Aufenthaltsbewilligung dieselben sind. 

d) Auf das Erfordernis des Zusammenwohnens der Eheleute nach Art. 42 Abs. 

1 AuG wird gemäss Art. 49 AuG verzichtet, wenn wichtige Gründe geltend 

gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht. Art. 76 der 

Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 

Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) nennt sowohl berufliche 

Verpflichtungen als auch "eine vorübergehende Trennung wegen erheblicher 

familiärer Probleme" als Beispiele für einen wichtigen Grund im Sinne von Art. 

49 AuG. Doch weder mit Art. 49 AuG noch mit Art. 76 VZAE sollte die Praxis 

wieder eingeführt bzw. fortgesetzt werden, dass das Aufenthaltsrecht des 

Ehepartners eines Schweizers erst endet, wenn feststeht, dass die Ehe 

definitiv gescheitert und daher eine weitere Berufung auf sie 

rechtsmissbräuchlich ist. Praxisgemäss ist daher - wie bereits die Vorinstanz 

zutreffend erkannt hat - nicht nach jeder Trennung von Eheleuten bereits von 

einer Ausnahmesituation nach dieser Bestimmung auszugehen. Vielmehr 

kann es sich dabei nur um besondere Konstellationen bei der Trennung von 

Eheleuten handeln. Das kommt auch in den Wortlauten von Art. 49 AuG und 

von Art. 76 VZAE sowie aus der Botschaft hiezu (BBl 2002 3753 Ziff. 1.3.7.5 

und 3795 zu Art. 48 E-AuG) zum Ausdruck. Diese nennen nur Trennungen 

aus "wichtigen" Gründen bzw. wegen "erheblicher" familiärer Probleme. Dazu 

wurden im Parlament z.B. „Fälle häuslicher Gewalt“ genannt 

(Kommissionssprecherin Heberlein AB 2005 S 304 und Ständerätin Brunner 

AB 2005 S 310), wobei es um die Berücksichtigung der Situation der Opfer 

solcher Probleme ging (vgl. Bundesrat Blocher AB 2005 S 310). 

d) Eine solche Konstellation liegt vorliegend jedoch offenkundig nicht vor, und 

selbst in ihren Vorbringen im vorliegenden Beschwerdeverfahren können 

keine wichtigen Gründe im Sinne der erwähnten Bestimmungen erblickt 

werden, welche ausnahmsweise ein Abweichen vom Erfordernis des 

Zusammenwohnens rechtfertigen würden. Die geltend gemachten 

Spannungen und Probleme wie auch die behaupteten ehelichen Konflikte, die 

letztlich dazuführten, dass die Beschwerdeführerin im April 2008 ihre Tätigkeit 

als Cabaret-Tänzerin wieder aufnahm, stellen auf jeden Fall keine solchen 

wichtigen Gründe dar. Umso weniger, als die mit der Arbeitsaufnahme 

einhergehende Trennung auf unbestimmte Zeit erfolgte und auch keinerlei 

begründeten, konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die eheliche 

Gemeinschaft nach einer kurzen Zeit des Abstands - unter aktiver, 

zielgerichteter Aufarbeitung der geklagten Eheprobleme, z.B. im Rahmen 

einer Paartherapie - wieder aufgenommen werden sollte. Fest steht vielmehr, 

dass die Beschwerdeführerin seit April 2008 nicht mehr in die eheliche 

Wohnung zurückgekehrt ist. Selbst an ihren arbeitsfreien Tagen hat sie - aus 

welchen Gründen auch immer - von einer Rückkehr in die eheliche Wohnung 

abgesehen. Auch daher sind keine  konkreten Hinweise für die Annahme 

ersichtlich, dass die Familiengemeinschaft während der Trennungszeit weiter 

bestanden hätte, mithin das Getrenntleben bloss vorübergehender Natur 

gewesen wäre. Dass sich die Beschwerdeführerin erst im September 2009 

von … abgemeldet hat, vermag ebenso wenig ein Weiterbestehen der 

Ehegemeinschaft zu begründen, wie der Umstand, dass sich der Ehemann 

(nachehelich) noch zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen bis Ende Juni 2011 

verpflichtet hat. Weil die Anforderungen an den Nachweis des Fortbestands 

des Ehewillens und der ehelichen Gemeinschaft gerade bei längerfristigem 

Getrenntleben der Ehegatten besonders streng sind, weil die wenig 

substantiierten und unbelegten Vorbringen der Beschwerdeführerin diesen 

Anforderungen aber nicht einmal im Ansatz zu genügen vermögen und die 

Ehe zwischenzeitlich auch rechtskräftig geschieden worden ist, ist mit der 

Vorinstanz davon auszugehen ist, dass die Eheleute etwas mehr als 2 Jahre  

zusammengewohnt haben.

e) Angesichts des unter drei-jährigen ehelichen Zusammenlebens steht der  

Beschwerdeführerin auch kein Anspruch auf Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 AuG zu und mangels einer 

tatsächlich gelebten und intakten ehelichen Beziehung kann sie sich auch 

nicht auf Art. 8 EMRK berufen. 

f) Damit verstösst der streitige Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, wie auch die 

damit einhergehende Verweigerung einer Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung nicht gegen Bundesrecht. Weitere Ausführungen 

erübrigen sich, es kann ergänzend auf die zutreffenden Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

2. Da kein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung besteht, stellt 

sich noch die Frage der Wegweisung. Diesbezüglich wird die Vorinstanz, 

nachdem die von den Vorinstanzen vorgenommene Interessenabwägung und 

Verhältnismässigkeitsprüfung der Zumutbarkeit einer Rückkehr in ihr 

Heimatland unbeanstandet geblieben ist, der Beschwerdeführerin eine neue 

Frist anzusetzen haben. - Die Beschwerde erweist sich somit als 

vollumfänglich unbegründet und ist daher abzuweisen.

3. Die Beschwerdeführerin verlangt im vorliegenden Verfahren die Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege. Ihrem Begehren kann, nachdem die in Art. 

76 des Gesetzes über die Verwaltungsgerichtspflege (VRG) statuierten 

Voraussetzungen offensichtlich erfüllt sind, ohne weiteres stattgegeben 

werden. Entsprechend sind die Gerichtskosten unter dem in Art. 77 VRG 

aufgeführten Vorbehalt von der Gerichtskasse zu übernehmen. 

Antragsgemäss steht auch der Bestellung von Rechtsanwältin … als 

Rechtsvertreterin nichts entgegen. Der von dieser mit Kostennote vom 11. 

Oktober 2010 geltend gemachte Betrag von Fr. 1'259.15 (inkl. MWST) 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdeführerin ist aber darauf 

hinzuweisen, dass sie, wenn sich ihre Einkommens- oder 

Vermögensverhältnisse künftig gebessert haben und sie hierzu wieder in der 

Lage sein wird, dem Kanton Graubünden das Erlassene und die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten haben wird (Art. 77 VRG)

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden die 

Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 324.--

zusammen Fr. 1'324.--

von der Gerichtskasse übernommen.

3. a) … wird in der Person von Rechtsanwältin … eine Rechtsvertreterin auf Kosten 

des Staates bestellt. Diese wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 1'259.15 (inkl. 

MWST) entschädigt.  

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben werden und sie hierzu wieder in der Lage sein wird, hat sie dem Kanton 

Graubünden sowohl das Erlassene als auch die Kosten der Rechtsvertretung 

zu erstatten (Art. 77 VRG).

Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht am 23. September 2011 

abgewiesen (2C_208/2011).