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**Case Identifier:** 99e1b328-d94e-56d5-bb93-0204b24c5af4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.06.2009 IV 2007/191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-191_2009-06-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/191

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.07.2020

Entscheiddatum: 24.06.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 24.06.2009
Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 7 ATSG. Anforderungen an medizinische Gutachten; 
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen von behandelnden Ärzten 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juni 
2009, IV 2007/191).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 24. Juni 2009

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.   

A.a H.___, Jahrgang 1958, meldete sich im April 2005 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte eine Rente (IV-act. 1). Dr. med. A.___, 

Facharzt FMH für Neurologie, nannte im Arztbericht vom 7. März 2005 insbesondere 

die Diagnosen chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom, Panvertebralsyndrom bei 

Wirbelsäulen-Fehlhaltung und adipösem Abdomen, diffuse Hand-/ Armparästhesien 

ungewisser Ursache bei Karpaltunnelsyndrom und Kleinwuchs (IV-act. 10-10). Der 

Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, gab 

am 15. April 2005 an, der Versicherte könne jegliche körperlich leichtere bis 

mittelschwere Arbeiten mindestens halbtags ausführen. Noch könne nicht definitiv 

Stellung zur Arbeitsfähigkeit genommen werden (IV-act. 10-7).

A.b Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die MEDAS Zentralschweiz den Versicherten. 

Im polydisziplinären Gutachten vom 14. Dezember 2006 finden sich mit Einschränkung 

der zumutbaren Arbeitsfähigkeit insbesondere die Diagnosen 

Ganzkörperschmerzsyndrom und plantare Hyperkeratose beidseits. Die angestammte 

Tätigkeit als Färber in einer Textilfirma sei nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte bis 

gelegentlich mittelschwere und vorwiegend sitzende Tätigkeiten seien dem 

Versicherten ohne zeitliche und leistungsmässige Einschränkungen zumutbar (IV-

act. 22-10 f.).

A.c Gestützt auf dieses Gutachten errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 

0% und stellte mit Vorbescheid vom 20. Februar 2007 die Rentenverweigerung in 

Aussicht (IV-act. 27). Am 2. April 2007 verfügte sie gemäss Vorbescheid (act. G 1.1).

B.   

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die für den Versicherten eingereichte 

Beschwerde von Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng vom 11. Mai 2007. Er beantragt 

deren Aufhebung. Dem Beschwerdeführer sei eine ganze Invalidenrente ab wann 

rechtens zuzusprechen. Eventualiter seien weitere Abklärungen im Sinn der 

nachfolgenden Erwägungen vorzunehmen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

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Für das Beschwerdeverfahren sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung zu gewähren. Das MEDAS-Gutachten vermöge nicht zu 

überzeugen (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 23. Juli 2007 lässt der 

Beschwerdeführer die Zusprache mindestens einer Dreiviertelrente beantragen. Dr. 

B.___ habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, bestehend mindestens seit 1. November 

2004, attestiert. Die Untersuchungen durch Dr. B.___ und Dr. A.___ seien durch 

sprachliche Schwierigkeiten erschwert gewesen. Daran liege es wahrscheinlich auch, 

dass diese beiden Ärzte eine Aggravation für möglich hielten. Aufgrund seiner 

mangelnden Deutschkenntnisse sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, seine 

gesundheitlichen Beschwerden adäquat zu schildern. Nicht verständlich sei, weshalb 

Dr. B.___ dem Beschwerdeführer ein Antidepressivum verschrieben habe, ohne 

gleichzeitig eine Depression zu diagnostizieren und den Beschwerdeführer an einen 

Facharzt der Psychiatrie zu überweisen. Die psychiatrische MEDAS-Begutachtung 

habe zwei Stunden gedauert, bei der rheumatologischen Untersuchung sei keine 

Zeitdauer aktenkundig. Weiter sei nicht aktenkundig, ob er bei der rheumatologischen 

Untersuchung mittels eines Übersetzers seine Beschwerden adäquat habe übermitteln 

können. Die Frage, ob der Beschwerdeführer die Schmerzen im von ihm geschilderten 

Ausmass tatsächlich habe oder dies nur vorgebe, könne ein Arzt erst dann zuverlässig 

beurteilen, wenn er eine versicherte Person einige Zeit habe beobachten können. Nicht 

nachvollziehbar sei sodann, dass keine Anpassungsstörung vorliegen solle, weil das 

belastende Ereignis, die Situation oder Lebenskrise fehle. Der Kleinwuchs stelle für den 

Beschwerdeführer eine Lebensherausforderung dar, die ihn lange nicht behindert habe. 

Wenn er in der Vergangenheit Strategien gehabt habe, die ihm ermöglicht hätten, diese 

Behinderung einigermassen im Griff zu haben, so heisse dies noch lange nicht, dass 

sich die einmal entwickelten Strategien ein ganzen Leben lang und in sämtlichen 

möglichen Situationen bewähren würden. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer beim 

früheren Arbeitgeber giftige Dämpfe eingeatmet. Die MEDAS habe kein neurologisches 

Konsilium durchgeführt. Auch aufgrund der übrigen Aktenlage sei nicht ersichtlich, 

dass die Beschwerdegegnerin der Frage, ob diese Dämpfe allenfalls eine toxische 

Polyneuropathie verursacht haben könnten, rechtsgenüglich nachgegangen sei 

(act. G 8). Am 29. August 2007 liess der Beschwerdeführer das ausgefüllte 

Gesuchsformular für die unentgeltliche Prozessführung samt Beilagen einreichen (act. 

G 12).

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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 20. September 

2007 die Abweisung der Beschwerde. Die Dauer einer Untersuchung sei bei einer 

Begutachtung nicht massgebend. Sowohl das psychiatrische als auch das 

rheumatologische Konsilium seien ausführlich abgefasst, und es fänden sich keine 

Hinweise, dass die Untersuchungen zu oberflächlich durchgeführt worden seien. Eine 

Anpassungsstörung könne durch ein belastendes Ereignis ausgelöst werden. Der 

Kleinwuchs des Beschwerdeführers sei demgegenüber ein Zustand, der bereits seit 

seiner Jugend andauere. Im MEDAS-Gutachten werde die Diagnose der 

Anpassungsstörung somit zu Recht verworfen. Betreffend Polyneuropathie verweist die 

Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD) vom 12. September 2007, in der diese Diagnose verworfen wurde (act. G 14).

B.c Am 24. September 2007 und 10. Januar 2008 liess der Beschwerdeführer Akten 

betreffend seine Rechtsschutzversicherung einreichen, die die Kostengutsprache für 

das Beschwerdeverfahren verweigert hatte (act. G 16, 23). Mit der Eingabe vom 

10. Januar 2008 legte er zudem einen Bericht des Chiropraktors Dr. C.___ vom 

25. September 2007 ins Recht, der die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf 

50% schätzte (act. G 23.1).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 18. Januar 2008 auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 25).

B.e Der zuständige Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts teilte dem 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 22. und 29. August 2008 betreffend das 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mit, dass er davon ausgehe, dass 

Versicherungsdeckung seitens der Rechtsschutzversicherung bestehen müsste. Er 

forderte den Rechtsvertreter auf, diesbezüglich nochmals bei der Versicherung zu 

insistieren, und setzte den Entscheid über die unentgeltliche Prozessführung vorläufig 

aus (act. G 30, 32). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 6. März 

2009 ein Schreiben der Rechtsschutzversicherung vom 13. Februar 2009 ein, in dem 

diese an ihrer Verweigerung der Kostengutsprache festhielt (act. G 33). Am 1. April 

2009 legte er ein Schreiben der Ombudsfrau der Privatversicherung und der Suva vom 

25. März 2009 ins Recht (act. G 34). Der Abteilungspräsident forderte den 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 13. Mai 2009 auf, einen 

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Verjährungsverzicht bei der Rechtsschutzversicherung einzuholen und eine 

Abtretungserklärung zuhanden des Kantons St. Gallen, vertreten durch das 

Versicherungsgericht, abzugeben (act. G 35). Die unterschriebene Abtretungserklärung 

ging dem Gericht am 18. Mai 2009 zu (act. G 36). Der Abteilungspräsident bewilligte 

die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am 19. Mai 2009 (act. G 38). Mit Schreiben 

vom 26. Mai 2009 reichte der Rechtsvertreter die Erklärung des Verjährungsverzichts 

seitens der Rechtsschutzversicherung vom 25. Mai 2009 ein (act. G 39, 40).

Erwägungen:

1.  

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil bei 

der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung 

vom 2. April 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 132 V 215 Erw. 3.1.1; 

Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, Erw. 3), sind vorliegend die bis zum 

31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen materiellen Bestimmungen anzuwenden.

2.  

2.1  Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

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nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.2  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).

3.  

Nachfolgend ist auf die medizinische Aktenlage einzugehen.

3.1  Dr. A.___ hielt die diagnostizierte Pantalgie am ehesten für weichteilrheumatischer 

und/oder somatoformer und die demonstrierten Schwächen sowie 

Bewegungsstörungen für funktioneller Natur. Das Panvertebralsyndrom sei wohl durch 

die Wirbelsäulenfehlhaltung mit Rücklage des Oberkörpers und Hyperlordose sowie 

das Abdomen mitbedingt. Neurographisch sei ein leichtes linksbetontes 

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Karpaltunnelsyndrom objektivierbar. Die Ausdehnung der Parästhesien und 

angegebenen Gefühlsstörung auf die ganzen Arme sei vermutlich ebenfalls funktionell. 

Für andere Ursachen wie Neuritiden, eine Polyneuropathie und Polyradiculitis, Brachial- 

bzw. Lumbosacralplexusaffektionen sowie zerviko- bzw. lumboradikuläre und 

zentralnervöse Ursachen ergäben sich keine Hinweise (IV-act. 10-12 f.).

3.2  Dr. B.___ wies am 15. April 2005 darauf hin, das Ausmass der Beeinträchtigung sei 

aufgrund der sprachlichen Schwierigkeiten und möglicherweise auch durch eine 

gewisse Aggravation schwierig zu beurteilen. Der Beschwerdeführer könne mindestens 

halbtags einer leichten bis mittelschweren Arbeit nachgehen. Er arbeite halbtags bei 

der Stiftung für Arbeit und sei nicht motiviert, länger zu arbeiten. Für die Beschwerden 

bestehe mit Ausnahme des Karpaltunnelsyndroms kein organisches Korrelat. Er denke, 

dass zur Arbeitsfähigkeit noch nicht definitiv Stellung genommen werden könne (IV-

act. 10-6; 10-8). Im Verlaufsbericht vom 5. August 2005 hielt Dr. B.___ fest, halbtags 

könne der Beschwerdeführer eine körperlich leichte Arbeit durchaus ausführen. 

Möglicherweise sollte eine medizinische Abklärung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

durchgeführt werden (IV-act. 14-2).

3.3  Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Rheumatologie, wies in seinem MEDAS-

Teilgutachten vom 27. September 2006 darauf hin, dass für das Ganzkörper-

Schmerzsyndrom kein adäquates organisches Korrelat am Bewegungsapparat habe 

gefunden werden können. Zu erwähnen seien ein neurologisch verifiziertes 

Karpaltunnelsyndrom beidseits rechtsbetont sowie ausgeprägt schmerzhafte 

Hyperkeratosen am Hallux und der Ferse beidseits. Aufgrund der Aktenlage und der 

Angaben des Beschwerdeführers sowie der Befunde handle es sich um das klassische 

Bild chronifizierter Rückenschmerzen mit Zeichen der sekundären 

Symptomausweitung, wobei als Hinweise auf die nicht-organische Genese des 

Schmerzsyndroms die fehlende Schmerzmodulation, die völlige Therapieresistenz 

sowie das deutlich gesteigerte Krankheitsgebaren unübersehbar seien. Für adaptierte 

Tätigkeiten bescheinigte Dr. D.___ keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. 

Aufgrund der Hyperkeratosen an den Füssen sei eine vorwiegend stehende oder 

gehende Tätigkeit zurzeit nicht zumutbar (IV-act. 22-17 f.).

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3.4  Die psychiatrische MEDAS-Teilgutachterin Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, erlebte die Schilderung der Beschwerden und das 

Verhalten des Beschwerdeführers als divergierend. Er erwecke den Eindruck, er 

übertreibe stark. Auf die Bitte um eine detaillierte Beschreibung der Schmerzen gehe er 

nicht ein und sage, dass ihm alles weh tue. Die Übertreibungen und undifferenzierten 

Angaben würden bewirken, dass allfällige tatsächliche Beschwerden kaum erkannt 

würden. Die psychiatrischen Symptome Schlafstörungen und Albträume sollten 

allerdings ernst genommen und therapeutisch angegangen werden (IV-act. 22-26).

3.5  Insgesamt erscheinen die Schlussfolgerungen der Teilgutachter wie auch jene im 

Gesamtgutachten als nachvollziehbar und plausibel. Sie beruhen auf allseitigen 

Untersuchungen, soweit solche denn durchführbar waren. Weder der behandelnde 

Hausarzt Dr. B.___ noch Dr. A.___ lieferten Hinweise, die die Einschätzung der MEDAS-

Gutachter als unzutreffend oder auch nur zweifelhaft erscheinen liessen. Dr. B.___ 

äusserte sich stets nur sehr vorsichtig zur Arbeitsfähigkeit und unterstützte jedenfalls 

eine umfassende Begutachtung. Die MEDAS-Gutachter gaben die geklagten 

Beschwerden wieder und gingen darauf hinreichend ein.

3.6  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers behauptet, dieser sei aufgrund seiner 

mangelhaften Deutschkenntnisse nicht in der Lage gewesen, seine gesundheitlichen 

Beschwerden adäquat zu schildern. Dass die MEDAS-Begutachtung aufgrund von 

Verständnisschwierigkeiten nicht lege artis hätte durchgeführt werden können, ist 

jedoch nicht belegt. Die psychiatrische Begutachtung wurde unter Beizug eines 

Dolmetschers durchgeführt. Bei der rheumatologischen Begutachtung war dies 

offensichtlich nicht nötig. Dr. D.___ konnte die Anamnese erheben, ohne dass er von 

gravierenden Verständnisproblemen berichtet hätte. Die Beschwerdegegnerin verweist 

zutreffend darauf, dass der Gutachter die Frage, ob eine medizinische Abklärung unter 

Beizug eines Dolmetschers im Einzelfall geboten sei, im Rahmen seiner sorgfältigen 

Auftragserfüllung zu entscheiden hat (vgl. den Entscheid I 506/05 des Bundesgerichts 

[bis Ende 2007: Eidgenössisches Versicherungsgericht] vom 1. März 2006, Erw. 4.3). 

Offensichtlich sah Dr. D.___ keine Veranlassung, einen Dolmetscher beizuziehen, was 

seitens des im Zeitpunkt der Begutachtung seit 28 Jahren in der Schweiz lebenden 

Beschwerdeführers im Rahmen der Begutachtung nicht bemängelt worden war. Das 

MEDAS-Gutachten liefert darüber hinaus keine Anhaltspunkte dafür, dass die Experten 

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wegen Verständigungsschwierigkeiten Fragen hätten offen lassen müssen oder 

hinsichtlich der Befunde oder Schlussfolgerungen Unsicherheiten bestanden. Der 

Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern ihn die Begutachtenden missverstanden 

haben sollten (vgl. den Entscheid I 382/06 des Bundesgerichts vom 5. April 2007, 

Erw. 5.1).

3.7  Nicht zu überzeugen vermag im Weiteren das Argument des Beschwerdeführers, 

man hätte ihn während eines längeren Zeitraums begutachten müssen. Er macht 

geltend, die zweistündige psychiatrische Begutachtung reiche nicht aus. Das 

Eidgenössische Versicherungsgericht erkannte mit Urteil I 719/05 vom 17. November 

2006, eine lediglich 20 Minuten dauernde psychiatrische Exploration zeige nicht von 

vornherein eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters an (vgl. auch Urteile I 842/05 vom 

1. Juni 2006, Erw. 2.2.4, und I 954/05 vom 24. Mai 2006, Erw. 3.2.1). Für den 

Aussagegehalt eines Arztberichts könne es nicht auf die Dauer der Untersuchung 

ankommen. Massgeblich sei vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im 

Ergebnis schlüssig sei (Erw. 3; vgl. auch die Präzisierungen den Entscheid I 1094/06 

vom 14. November 2007, Erw. 3.1.1). Aus der Zeitdauer der psychiatrischen 

Exploration lassen sich keine direkten Schlussfolgerungen auf eine mangelhafte 

Begutachtung ziehen, zumal andere Anhaltspunkte für eine Mangelhaftigkeit des 

Teilgutachtens fehlen. Eine Beobachtung der zu begutachtenden Person über einen 

längeren Zeitraum ist nach der Rechtsprechung nicht angezeigt, zumal die Gutachter 

sich mit der Anamnese und der Historie der medizinischen Vorakten 

auseinandersetzten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wirft weiter die Frage 

auf, weshalb Dr. B.___ dem Beschwerdeführer das Medikament Remeron 

verschrieben, aber keine Depression diagnostiziert habe. Gemäss Bericht vom 

5. August 2005 verschrieb Dr. B.___ das Medikament wegen der Klagen des 

Beschwerdeführers über schlechten Schlaf und Albträume (IV-act. 14-2). Von einer 

Depression berichtete er nicht. Eine solche könnte er als Allgemeinmediziner auch nicht 

ohne weiteres diagnostizieren. Auch das Gutachten von Dr. E.___ lässt auf keine 

derartige Erkrankung schliessen. Sie erlebte den Beschwerdeführer als einen lebhaften 

Mann, der vehement seine Ansichten vertrete. Die Psychiaterin konnte auch handfeste 

Zeichen von Ärger erkennen (IV-act. 22-26). Hinweise auf das Vorliegen einer 

Depression liefern die Akten insgesamt nicht. Dr. E.___ empfahl ein Umstellen des 

Remeron auf ein anderes Schlafmedikament (IV-act. 22-27). Die Tatsache, dass 

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Dr. B.___ dem Beschwerdeführer Remeron verschrieb, lässt bei diesem Hintergrund 

nicht auf eine Depression schliessen. Ebenso unzutreffend erscheint der Schluss des 

Vertreters des Beschwerdeführers, Dr. B.___ stelle die gesundheitlichen Probleme des 

Beschwerdeführers wohl fest, bekomme diese aber nicht richtig zu fassen. Auch 

Dr. B.___ erkannte nichts, das auf eine massgebliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit schliessen lässt.

3.8  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bezeichnet es als nicht 

nachvollziehbar, dass keine Anpassungsstörung vorliegen sollte. Der Kleinwuchs stelle 

eine Lebensherausforderung dar. Wenn er in der Vergangenheit Strategien gehabt 

habe, die ihm ermöglicht hätten, diese Behinderung einigermassen in den Griff zu 

kriegen, so heisse dies noch lange nicht, dass sich die einmal entwickelten Strategien 

ein ganzes Leben lang und in sämtlichen möglichen Situationen bewähren würden. 

Dr. E.___ hatte in ihrem Gutachten festgehalten, für die Diagnose einer 

Anpassungsstörung fehlten das "belastende Ereignis, die Situation oder Lebenskrise". 

Der Kleinwuchs sei eine Lebensherausforderung, die den Beschwerdeführer lange Zeit 

nicht behindert habe (IV-act. 22-26). Bei Anpassungsstörungen handelt es sich gemäss 

der von der Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegebenen ICD-10-

Klassifikation um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler 

Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern 

und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden 

Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die 

Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge 

(oder eine Mischung von diesen). Ausserdem kann ein Gefühl bestehen, mit den 

alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder 

fortsetzen zu können. Vorliegend erachtete die Gutachterin den Kleinwuchs nicht als 

geeignetes "Ereignis", das eine Anpassungsstörung auslösen könnte. Diese 

Einschätzung ist für den medizinischen Laien ohne weiteres plausibel, zumal die 

Kleinwüchsigkeit selbst ein Zustand ist, der beim Beschwerdeführer immer schon 

bestand. Andere psychiatrische Akten, die eine Anpassungsstörung plausibilisieren 

würden, sind nicht vorhanden.

3.9  Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, er habe an seinem letzten 

Arbeitsplatz giftige Dämpfe eingeatmet. Das Bestehen einer toxischen Polyneuropathie 

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sei nicht hinreichend abgeklärt worden. Entgegen dieser Ansicht hatte jedoch Dr. A.___ 

entsprechende Abklärungen vorgenommen. In seinem Bericht vom 7. März 2005 hielt 

er fest, für eine Polyneuropathie und Polyradiculitis etc. ergäben sich keine Hinweise. 

Diffuse Hand-/Armparästhesien wurden teilweise durch ein Karpaltunnelsyndrom 

erklärt (IV-act. 10-13). Eine darüber hinausgehende neurologische Problematik konnte 

auch anlässlich der MEDAS-Begutachtung nicht erkannt werden. Dr. B.___ und der 

Allgemeinmediziner Dr. F.___ erkannten ebenfalls keine Anhaltspunkte für das 

Vorliegen einer Polyneuropathie. Der zuständige Arzt des RAD, Dr. med. G.___, hielt in 

seiner Stellungnahme zur Frage des möglichen Vorliegens einer Polyneuropathie am 

12. September 2007 fest, anamnestisch würden sich nur die Kribbelparästhesien an 

den Händen/Armen, nicht hingegen konkrete, objektiv erfassbare Ausfallsymptome 

oder indirekte Zeichen davon (z.B. Muskelatrophie für Kraftverlust) finden. Es wäre zu 

erwarten, dass nach über 20 Jahre dauernder Exposition und acht Jahre nach dem 

Wegfall dieses Reizes sich eine relevante Polyneuropathie auch in klaren 

neurologischen Symptomen äussere. Von ärztlicher Seite sei nie eine Polyneuropathie 

vermutet oder gar diagnostiziert worden. Es bestehe auch keine Veranlassung, deren 

Ätiologie aufzuklären (IV-act. 45). Diese sorgfältige Beurteilung vermag zu überzeugen. 

Die neurologischen Abklärungen durch Dr. A.___ erscheinen in Bezug auf die geklagten 

neurologischen Symptome als adäquat; Veranlassung zur Vornahme ergänzender 

Abklärungen ist nicht gegeben.

3.10  Der Allgemeinmediziner Dr. F.___ hielt im Bericht vom 1. Mai 2007 fest, er halte 

den Beschwerdeführer wie bereits sein früherer Hausarzt Dr. B.___ für leichte Arbeit zu 

50% arbeitsfähig (act. G 1.3). Der Chiropraktor Dr. C.___ erwähnte im Schreiben vom 

25. September 2007, er könne sich Dr. B.___ und Dr. F.___ anschliessen, die eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% bescheinigten (act. G 23.1). In keinem der beiden Berichte 

wird begründet, weshalb die Arbeitsfähigkeit auf 50% beschränkt sein sollte. Das 

jeweilige Abstützen auf die Einschätzung von Dr. B.___ vermag jedenfalls keine 

taugliche Grundlage zu bilden, zumal dieser seine Schätzung nur unter Vorbehalt 

abgegeben und zur definitiven Festlegung der Arbeitsfähigkeit eine Expertise für nötig 

erachtet hatte. Im Übrigen ist die Divergenz von medizinischem Behandlungs- und 

Abklärungsauftrag zu beachten. Das Bundesgericht will u.a. der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Im Hinblick 

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auf einen möglichen Ziel- und Interessenkonflikt (Behandlung versus Begutachtung) gilt 

das auch für Spezialärzte. Namentlich in umstrittenen Fällen kann nicht ohne weiteres 

auf die Angaben eines behandelnden Spezialarztes abgestellt werden (EVGE I 814/03 

vom 5. April 2004, Erw. 2.4.2). Insgesamt bringen Dr. F.___ und Dr. C.___ nichts vor, 

das die Einschätzung der MEDAS-Gutachter in Zweifel zu ziehen vermöchte. Die 

Veranlassung weiterer Abklärungen erscheint nicht als angezeigt.

3.11  Insgesamt ergibt eine Würdigung der vorhandenen medizinischen Unterlagen, 

dass in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich auf die 

Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten abgestellt werden kann, wonach die 

körperlich mittelschwere bis schwere letzte Tätigkeit als Färber nicht mehr möglich sei, 

eine adaptierte, körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere und vorwiegend 

sitzende Tätigkeit jedoch voll und ohne leistungsmässige Einschränkungen zumutbar 

sei (IV-act. 22-11). Das Vorliegen einer rentenbegründenden Invalidität ist folglich 

jedenfalls zu verneinen.

4.  

4.1  Gemäss den oben stehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 11. Mai 2007 

gegen die Verfügung vom 2. April 2007 mangels rentenbegründender Invalidität 

abzuweisen.

4.2  Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung am 19. Mai 2009 bewilligt. Wenn seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der 

Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet 

werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

4.2.1 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung 

zu befreien.

4.2.2 Der Staat ist zufolge unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für 

die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die Höhe der 

Parteientschädigung ist vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen ist ein 

Honorar von pauschal Fr. 3'500.- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer. Im Rahmen 

der unentgeltlichen Prozessführung wird dieses Honorar um 20% reduziert (Art. 31 

Abs. 3 des Anwaltsgesetzes). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist somit 

mit Fr. 2'800.- zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer wird im Sinn der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.- befreit.

3. Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.- (inkl. Bar­

auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.06.2009
	Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 7 ATSG. Anforderungen an medizinische Gutachten; abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen von behandelnden Ärzten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juni 2009, IV 2007/191).

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