# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d98cccf7-003b-5f45-9545-c4c8b8a55c9f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.09.2023 200 2023 313
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-313_2023-09-05.pdf

## Full Text

200 23 313 SH
FUE/ZID/LEA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. September 2023

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Gemeindeverband B.________
Beschwerdegegner

und

Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Seeland
Amthaus, Stadtplatz 33, 3270 Aarberg
Vorinstanz

betreffend Entscheid der Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises 
Seeland vom 3. März 2023 (vbv 41/2022)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1951 geborene A.________ beantragte am 7. November 2022 beim 
Gemeindeverband B.________ Sozialhilfe und begründete dies damit, 
dass er mit den ausgerichteten Ergänzungsleistungen (EL) nicht einmal 
seine Mietkosten begleichen könne und mithin unter dem Existenzminimum 
lebe (Akten des Gemeindeverbands B.________ [act. IIA] Register 1 [un-
paginiert]). Vorausgegangen war, dass die Ausgleichskasse des Kantons 
Bern (AKB) mit Verfügung vom 7. September 2022 eine Prüfung der EL zur 
AHV-Rente mit Wirkung ab 1. September 2022 vorgenommen und dabei 
nebst einem anrechenbaren Vermögen von Fr. 46'228.--, welches sie zu 
einem Zehntel als Einkommen berücksichtigte, nur noch die hälftigen 
Wohnkosten angerechnet hatte (Akten des Gemeindeverbands 
B.________ [act. IID; unpaginiert]). Mit Verfügung vom 22. November 2022 
verneinte der Gemeindeverband B.________ einen Anspruch auf Sozialhil-
fe (act. IID; unpaginiert). Die daraufhin erhobene Beschwerde (Akten des 
Regierungsstatthalteramts Seeland [act. II] 3 ff.) wies die Regierungsstatt-
halterin des Verwaltungskreises Seeland mit Entscheid vom 3. März 2023 
ab (act. II 35 ff.).

B.

Hiergegen erhob A.________ (fortan: Beschwerdeführer) am 7. März 2023 
(Postaufgabe) Beschwerde. Er beantragt was folgt:
       "1. Der Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben

2. Das Verfahren sei an die Vorinstanz zu verweisen zur Berichtigung
3. Die Beklagte Sozialstation sei dazu zu verpflichten mir Sozialhilfe seit An-

trag zu gewähren, rückwirkend.
4. Hilfsweise mit der EL Stelle zu kooperieren, in vollem Umfange
5. Die Beklagte sei zur Nachzahlung der Ausstände zu verpflichten in der 

Höhe zwischen EL und Sozialleistungen. ( Existenzminimum)
6. Rein Vorsorglich die Bearbeitung durch Ihr Gericht unter Beachtung der 

Gesetze und der Objektivität
7. Unter Kosten und Entschädigungsfolge an die Beklagte. Bisherige Kosten 

50.--"

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 3

Am 17. März 2023 reichte die Regierungsstatthalterin des Verwaltungskrei-
ses Seeland (fortan: Vorinstanz) die Akten ein und schloss auf Abweisung 
der Beschwerde.

Der Gemeindeverband B.________ (fortan: Beschwerdegegner) beantrag-
te mit Beschwerdeantwort vom 11. April 2023 die Abweisung der Be-
schwerde.

Mit Eingabe vom 15. April 2023 wiederholte der Beschwerdeführer im We-
sentlichen seine bereits in der Beschwerde gemachten Ausführungen.

Mit Verfügung vom 28. April 2023 übertrug die Abteilungspräsidentin der 
verwaltungsrechtlichen Abteilung die unter der Verfahrensnummer 
100/2023/86 registrierte Beschwerdesache gestützt auf den per 1. Mai 
2023 in Kraft getretenen Art. 18 Abs. 2a des Organisationsreglements vom 
22. September 2010 des Verwaltungsgerichts (OrR VG; BSG 162.621) an 
die sozialversicherungsrechtliche Abteilung, wo sie unter der Verfahrens-
nummer 200/2023/313 registriert wurde (Verfügung vom 1. Mai 2023 des 
Abteilungspräsidenten der sozialversicherungsrechtlichen Abteilung).

Mit Eingabe vom 29. April 2023 liess sich der Beschwerdeführer erneut 
vernehmen.

Das vom Verwaltungsgericht beim Beschwerdegegner telefonisch einver-
langte Budget ab 1. November 2022 (Beilage zu dessen Verfügung vom 
22. November 2022) ging am 11. Mai 2023 ein (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 15. Mai 2023).

Mit prozessleitender Verfügung vom 15. Mai 2023 wurde das Beweisver-
fahren geschlossen. 

Am 23. Juni 2023 nahm der Beschwerdeführer unaufgefordert Stellung zu 
verschiedenen Verfahren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) und Art. 54 Abs. 2 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 18 Abs. 2a OrR VG 
zuständig (vgl. auch Art. 52 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2001 über 
die öffentliche Sozialhilfe [Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1]). Der Be-
schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch 
den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). 
Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Entscheid der Regierungsstatthalterin 
des Verwaltungskreises Seeland vom 3. März 2023 (act. II 35 ff.). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf wirtschaftliche 
Sozialhilfe ab 7. November 2022.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, 
hat nach Art. 12 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 29 Abs. 1 
der Kantonsverfassung (KV; BSG 101.1) – dieser geht nicht über die bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 5

desverfassungsrechtliche Garantie hinaus – Anspruch auf Hilfe und Be-
treuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unabding-
bar sind. Der verfassungsrechtliche Anspruch ist beschränkt auf ein absolu-
tes Minimum im Sinne einer "Überlebenshilfe", was Ausdruck des Subsidia-
ritätsgrundsatzes ist und zugleich bedeutet, dass Schutzbereich und Kern-
gehalt bei diesem Grundrecht zusammenfallen (BGE 142 I 1 E. 7.2.1 S. 6 
und E. 7.2.4 S. 7, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; BVR 2019 S. 383 E. 2.1, 2016 
S. 352 E. 2.1, 2005 S. 400 E. 5.2).

Als Grundprinzip im Sozialhilferecht meint die Subsidiarität, dass Sozialhilfe 
prinzipiell nur gewährt wird, soweit der Einzelne keinen Zugang zu einer 
anderweitigen, zumutbaren Hilfsquelle hat. Es ist damit Ausdruck der 
Pflicht zur Mitverantwortung und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft, 
wie sie in Art. 6 BV verankert ist. Das Bestehen eines Anspruchs auf Sozi-
alhilfe ist daher mit Blick auf den Subsidiaritätsgrundsatz zu klären (BGE 
141 I 153 E. 4.2 S. 156).

Dem Subsidiaritätsgrundsatz kommt eine wesentliche Bedeutung mit Blick 
auf die Schnittstelle zwischen Sozialhilfe und Sozialversicherung zu. Eine 
Hilfe suchende Person hat sämtliche Sozialversicherungsansprüche gel-
tend zu machen, über die sie verfügt. Daraus folgt, dass grundsätzlich kein 
Wahlrecht zwischen Sozialversicherungs- und Sozialhilfeleistungen besteht 
(vgl. BVR 2013 S. 45 E. 5.2; GUIDO WIZENT, Sozialhilferecht, 2020, N. 420; 
Ders., Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Diss. Basel 2014, S. 233 mit 
Hinweisen).

2.2 Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet 
jeder bedürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 
Abs. 1 SHG). Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinrei-
chend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 
Abs. 2 SHG). Auch die gesetzlichen Sozialhilfeleistungen unterliegen dem-
nach dem Grundsatz der Subsidiarität (vgl. auch Art. 9 Abs. 1 SHG); sie 
werden nur gewährt, wenn die bedürftige Person sich nicht selbst helfen 
kann oder Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist 
(Art. 9 Abs. 2 und Art. 23 Abs. 2 SHG). Die betroffene Person hat nament-
lich vorhandenes Einkommen und Vermögen sowie die eigene Arbeitskraft 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 6

einzusetzen, um die drohende oder bestehende Notlage abzuwenden oder 
zu beheben (BVR 2013 S. 463 E. 3.2, 2011 S. 368 E. 4.1).

2.3 Für den Vollzug der individuellen Sozialhilfe sind die Richtlinien der 
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe über die Ausgestaltung und Be-
messung der Sozialhilfe in der Fassung der fünften Ausgabe vom 1. Januar 
2021 (SKOS-Richtlinien [nachfolgend SKOS-RL]) verbindlich, soweit das 
SHG und Verordnung vom 24. Oktober 2001 über die öffentliche Sozialhilfe 
(Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111) keine andere Regelung vorse-
hen (Art. 8 Abs. 1 SHV).

2.3.1 Laut den SKOS-RL umfasst die materielle Grundsicherung nebst 
dem Grundbedarf für den Lebensunterhalt unter anderem auch die Wohn-
kosten (vgl. SKOS-RL C.1.). Der Wohnungsmietzins ist anzurechnen, so-
weit dieser im ortsüblichen Rahmen liegt; ebenfalls anzurechnen sind die 
vertraglich vereinbarten Nebenkosten (SKOS-RL C.4.1. Ziff. 2). Besondere 
Wohn- und Lebensumstände können eine Anpassung der berücksichtigten 
Wohnkosten rechtfertigen (SKOS-RL C.4.2. Ziff. 1). In diesem Sinne wer-
den die für die jeweilige Haushaltgrösse angemessenen Wohnkosten auf 
die Personen aufgeteilt (SKOS-RL C.4.2. Ziff. 2).

2.3.2 Im Rahmen der Leistungsbemessung sind nebst den verfügbaren 
Einnahmen (SKOS-RL D.1. Ziff. 1) auch die tatsächlich verfügbaren oder 
kurzfristig realisierbaren Vermögenswerte zu berücksichtigen (SKOS-RL 
D.3.1. Ziff. 1). Zur Stärkung der Eigenverantwortung wird zu Beginn der 
Unterstützung ein Vermögensfreibetrag zugestanden. Massgebend zur 
Bemessung des Unterstützungsanspruchs ist das Vermögen, das am ers-
ten Tag des Monats vorhanden ist, ab dem eine Unterstützung beansprucht 
wird (SKOS-RL D.3.1. Erläuterung b). Gemäss Art. 8n Abs. 1 und 2 SHV 
hat jede bedürftige Person Anspruch auf Anrechnung eines Freibetrages 
auf ihrem Vermögen, welcher sich (abgesehen von hier nicht einschlägigen 
Ausnahmen) nach den SKOS-RL richtet. Danach beläuft sich der Vermö-
gensfreibetrag für Einzelpersonen auf Fr. 4'000.-- (SKOS-RL D.3.1. Ziff. 4 
lit. a).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 7

3.

Umstritten ist die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers.

3.1 Aktenmässig erstellt ist, dass dem Beschwerdeführer zu seiner 
AHV-Rente zusätzlich EL ausgerichtet werden (Verfügung der AKB vom 
7. September 2022 mit Berechnung gültig ab September 2022 [act. IID; 
unpaginiert]). Der gesetzlichen Konzeption zufolge decken die EL zusam-
men mit den (AHV-)Renteneinkommen den Existenzbedarf (vgl. Art. 2 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistun-
gen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG; 
SR 831.30]).

3.1.1 Bei der EL-Berechnung, gültig ab September 2022, hat die AKB den 
Netto-Mietzins von monatlich Fr. 1'300.-- (inkl. Nebenkosten; vgl. act. IIC 9) 
wegen einer in derselben Wohnung lebenden Person ("Anteil Mitbewoh-
ner") nur hälftig als Ausgabe berücksichtigt, mithin hat sie eine Aufteilung 
des Mietzinses nach Köpfen vorgenommen (Art. 16c Abs. 2 der Verord-
nung vom 15. Januar 1971 über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hin-
terlassenen- und Invalidenversicherung [ELV; SR 831.301]). Sodann ging 
sie von einem anrechenbaren Vermögen von Fr. 46'228.-- aus, welches sie 
zu einem Zehntel als Einkommen anrechnete. Aufgrund dieser "Abzüge" 
beantragte der Beschwerdeführer Sozialhilfe (Antrag vom 8. November 
2022 S. 8 Ziff 17 [act. IIA Register 1 {unpaginiert}]).

3.1.2 Der Beschwerdegegner ging im Sozialbudget ab 1. November 2022 
(in den Gerichtsakten) von einem Grundbedarf für eine Person in einem 
Zweipersonenhaushalt von Fr. 747.50, Wohnkosten von Fr. 650.-- (inkl. 
hälftiger Nebenkostenanteil) sowie einer KVG-Pauschale von Fr. 454.10 
abzüglich individuelle Prämienverbilligung und Anteil Krankheitskosten der 
EL von Fr. 395.60 aus, mithin einem Total Ausgaben von Fr. 1'456.--, und 
stellte die Ausgaben den Einnahmen aus der Altersrente der AHV 
(Fr. 740.--) und den EL von Fr. 1'157.40 (Fr. 1'553.-- abzüglich Auszahlung 
an Krankenkasse von Fr. 395.60; vgl. Verfügung der AKB vom 7. Septem-
ber 2022 mit Berechnung gültig ab September 2022 [act. IID; unpaginiert]) 
gegenüber. Diese Gegenüberstellung ergab einen Einnahmenüberschuss 
von Fr. 441.40.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 8

3.2 In Bezug auf die vorgenommene Mietzinsaufteilung ist Folgendes 
festzuhalten:

3.2.1 Den Ausführungen des Beschwerdeführers in der Beschwerde, 
S. 4 f., zufolge wohnt C.________ bei ihm. Diesbezüglich stellte der Be-
schwerdegegner fest, dass die Mitbewohnerin bis September 2022 von der 
Sozialhilfe unterstützt worden sei und dass der Sozialdienst dem Be-
schwerdeführer am 16. September 2022 zum letzten Mal deren Anteil des 
Mietzinses von Fr. 650.-- überwiesen habe (Verfügung des Beschwerde-
gegners vom 22. November 2022 [act. IID; unpaginiert]). Sodann führte die 
Vorinstanz an, die Sozialhilfe komme erst zum Zuge, wenn der Lebensun-
terhalt nicht durch die AHV und die EL gedeckt werden könne. Im Sinne 
des Subsidiaritätsprinzips habe der Beschwerdeführer die Mietzinsan-
sprüche aus Untervermietung gegenüber seiner Mitbewohnerin, die seit 
Oktober 2022 selber für ihren Lebensunterhalt aufzukommen habe, geltend 
zu machen und einzufordern oder aber das Untermietverhältnis zu kündi-
gen und die Änderung der Wohnsituation der AKB zu melden. Ein Sozialhil-
feanspruch sei unter diesen Umständen aufgrund des Subsidiaritätsprin-
zips nicht erkennbar (act II 37 Ziff. 10).

3.2.2 Die gesetzlichen Sozialhilfeleistungen unterliegen dem Grundsatz 
der Subsidiarität (Art. 9 Abs. 1 SHG); sie werden nur gewährt, wenn und 
soweit sich eine bedürftige Person nicht selber helfen kann oder wenn Hilfe 
von dritter Stelle nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist (Art. 9 Abs. 2 und 
Art. 23 Abs. 2 SHG). Die eigenen Mittel und die Leistungsansprüche ge-
genüber Dritten werden bei der Bemessung der Hilfe in angemessener 
Weise angerechnet (Art. 30 Abs. 3 SHG; BVR 2014 S. 147 E. 4.1). Der 
Sozialhilfe gehen damit namentlich Einkommen, private Drittleistungen so-
wie staatliche Drittleistungen wie Sozialversicherungsansprüche vor (BVR 
2013 S. 45 E. 5.2 mit Hinweisen; SKOS-Richtlinie A.3. Ziff. 2; COULLE-
RY/MEWES, Sozialhilferecht, in MÜLLER/FELLER [Hrsg.], Bernisches Verwal-
tungsrecht, 3. Aufl. 2021, S. 754 N. 31 f.; vgl. auch E. 2.1 hiervor).

3.2.3 Soweit der Beschwerdeführer unter Hinweis auf Art. 16c Abs. 1 
zweiter Satz ELV die hälftige Mietzinsaufteilung gemäss EL-Berechnung 
gültig ab September 2022 beanstandet, ist festzuhalten, dass diese Rüge 
am Streitgegenstand des Anspruchs auf Sozialhilfe vorbeizielt und darauf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 9

nicht einzugehen ist. Es bleibt dem Beschwerdeführer unbenommen, seine 
Kritik im Rahmen des EL-Verfahrens geltend zu machen. Soweit der Be-
schwerdeführer sinngemäss die hälftige Anrechnung der Wohnkosten 
gemäss Sozialbudget ab 1. November 2022, ausmachend Fr. 650.-- (Miet- 
und Nebenkosten), beanstandet, ist zunächst unbestritten, dass er 
– obschon er dies im Sozialhilfeantrag vom 8. November 2022 nicht korrekt 
deklarierte (S. 2 Ziff. 5) – seine Wohnung mit einer Mitbewohnerin 
(C.________) teilt (vgl. Beschwerde S. 4 f.). Folgedessen hat der Be-
schwerdegegner im Budget ab 1. November 2022 lediglich einen hälftigen 
Miet- und Nebenkostenanteil als Wohnkosten angerechnet, was den Vor-
gaben gemäss SKOS-Richtlinie C4.2. Ziff. 2 entspricht (Pro-Kopf-Aufteilung 
der Miet- und Nebenkosten bei Wohngemeinschaften) und nicht zu bean-
standen ist (vgl. auch E. 2.3.1 hiervor). Der Einwand des Beschwerdefüh-
rers, er habe von seiner Mitbewohnerin keinen Mietzins verlangt, womit die 
Berücksichtigung des Mietzinsanteils unzulässig sei, verfängt nicht. Zum 
einen unterschlägt er damit, dass ihm der Beschwerdegegner bis Septem-
ber 2022 den hälftigen Miet- und Nebenkostenanteil für seine (damals so-
zialhilferechtlich unterstützte) Mitbewohnerin direkt entrichtete (vgl. Verfü-
gung des Beschwerdegegners vom 22. November 2022 [act. IID; unpagi-
niert]). Zum andern war er aufgrund des Subsidiaritätsprinzips bzw. des 
Selbsthilfegrundsatzes gehalten, ab Oktober 2022 den hälftigen Miet- und 
Nebenkostenanteil direkt bei seiner Mitbewohnerin einzufordern oder aber 
das Untermietverhältnis umgehend zu kündigen (mit damit einhergehen-
dem Wegfall der EL-seitigen Mietzinsaufteilung), was in beiden Fällen zu 
Mehreinnahmen in der Höhe der hälftigen Wohnkosten geführt hätte 
(Art. 16c ELV e contrario) und ihm somit anzurechnen ist (Art. 30 Abs. 3 
SHG).

3.3 Ferner bestreitet der Beschwerdeführer die EL-seitige Anrechnung 
von Vermögen aus einer Kapitalleistung, wobei er geltend macht, er habe 
mit diesem Kapital eine AG gegründet und Fr. 49'000.-- des Einlagebetra-
ges (resp. 49 Aktien à je Fr. 1'000.--) an sein Patenkind in … abgetreten 
(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 2 f.). Wie es sich damit verhält, kann 
letztlich offenbleiben, da sich selbst bei Ausserachtlassung dieses bestrit-
tenen Vermögens am Ergebnis nichts ändert. So oder anders übersteigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 10

die Einnahmen von Fr. 1'897.40 die Ausgaben von Fr. 1'456.--, womit keine 
Bedürftigkeit und somit auch kein Anspruch auf Sozialhilfe besteht.

3.4 Nach dem Dargelegten hat die Vorinstanz einen Anspruch auf Sozi-
alhilfe zu Recht verneint. Der angefochtene Entscheid vom 3. März 2023 
(act. II 35 ff.) hält der Rechtskontrolle stand und die dagegen erhobene, 
offensichtlich unbegründete Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 102 VRPG i.V.m. Art. 53 SHG werden in Verfahren vor 
den Sozialdiensten und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich (hier noch 
gerade nicht erfüllter) mutwilliger oder leichtfertiger Prozessführung keine 
Verfahrenskosten erhoben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Es liegen auch keine Verhältnisse vor, welche einen 
Parteikostenersatz an den Beschwerdegegner rechtfertigen würden 
(Art. 104 Abs. 4 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Gemeindeverband B.________
- Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Seeland

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Sept. 2023, SH/23/313, Seite 11

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.