# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af17adfc-aaee-55eb-ac3d-b5e280a174bd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-24
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 24.05.2019 BK 2019 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2019-85_2019-05-24.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 19 85

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. Mai 2019

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter J. Bähler, Ober-
richterin Falkner
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern
v.d. Staatsanwalt C.________

Gegenstand Kontosperre

Strafverfahren wegen Veruntreuung, Betrugs, ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung etc.

Beschwerde gegen die Verfügung der Kantonalen Staatsanwalt-
schaft für Wirtschaftsdelikte vom 14. Februar 2019 (W 18 81)

2

Erwägungen:

1.

1.1 Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Wirtschaftsdelikte, führt gegen 
A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ein Strafverfahren wegen Verun-
treuung, Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Pfän-
dungsbetrugs. Mit Schreiben vom 14. Februar 2019 teilte Staatsanwalt C.________ 
dem amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers mit, dass das Privatkonto IBAN 
Nr. .________, lautend auf den Beschwerdeführer, mit Verfügung vom 12. Febru-
ar 2019 gesperrt worden sei. Es bestehe der Verdacht, dass die sich auf dem er-
wähnten Bankkonto befindlichen Vermögenswerte durch strafbare Handlungen, 
insbesondere Pfändungsbetrug, erlangt worden seien. 

1.2 Dagegen erhob der Beschwerdeführer, amtlich verteidigt durch Fürsprecher 
B.________, am 25. Februar 2019 Beschwerde und stellte folgende Anträge:

1. Die verfügte Kontosperre betreffend das Konto des Beschwerdeführers bei der D.________ 
(Bank), IBAN-Nr. .________ sei aufzuheben.

2. Die Kosten seien durch den Staat zu tragen.

Am 5. März 2019 reichte der Beschwerdeführer ergänzende Ausführungen und Un-
terlagen ein.

Nachdem die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern am 
6. März 2019 gestützt darauf ein Beschwerdeverfahren eröffnet hatte, betraute die 
Generalstaatsanwaltschaft Staatsanwalt C.________ mit der Wahrnehmung der 
staatsanwaltschaftlichen Aufgaben. 

Staatsanwalt C.________ reichte am 14. März 2019 eine Stellungnahme ein und 
beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Beschuldigten/Beschwerdeführer 
aufzuerlegen. Der Beschwerdeführer replizierte am 7. Mai 2019.

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schwei-
zerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] 
i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 
162.11]). Der Beschwerdeführer ist als Kontoinhaber von der angefochtenen Kon-
tosperre in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit zur Be-
schwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte 
Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Es lasse 
sich der Mitteilung der Staatsanwaltschaft nicht entnehmen, gestützt auf welchen 
Grund die Kontosperre erfolgt sei, es werde einzig auf Art. 263 Abs. 1 StPO ver-
wiesen. 

3

3.2 Das rechtliche Gehör (Art. 3 Abs. 2 Bst. c StPO, Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101] und Art. 6 Ziff. 1 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 
0.101]) verlangt, dass die Behörde die wesentlichen Punkte nennt, die für ihren 
Entscheid relevant waren. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 
werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Ent-
scheid stützt. Die Begründungspflicht ist ein wesentlicher Bestandteil des An-
spruchs auf rechtliches Gehör. Der Betroffene muss also in die Lage versetzt wer-
den, die Tragweite des Entscheides zu beurteilen und angeblich fehlerhafte Punkte 
in Kenntnis aller Umstände von der Beschwerdeinstanz beurteilen zu lassen. Um 
dieses Ziel zu erreichen, hat die Staatsanwaltschaft summarisch aufzuzeigen, dass 
die gesetzlichen Voraussetzungen für die Verfahrenshandlung vorliegen (Be-
schluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 2016 502 vom 12. Dezember 
2016). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 
kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglich-
keit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachver-
halt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines Verfahrens-
mangels bewirkt per se keine unzulässige Verkürzung des Instanzenzuges (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 E. 1.1).

4. In der angefochtenen Verfügung bzw. Mitteilung wird auf den Tatbestand des 
Pfändungsbetrugs verwiesen. Inwiefern die sich auf dem Konto befindlichen Ver-
mögenswerte durch deliktische Handlungen erlangt worden sein sollen, wird jedoch 
nicht näher begründet, sodass in der Tat eine Gehörsverletzung vorliegt. Hierzu 
begründete die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme zwar ergänzend, was 
zulässig ist, da sie sich auf den in der Mitteilung bereits erwähnten Sachverhalt 
(Pfändungsbetrug) stützt (vgl. dazu Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 
BK 17 173 vom 19. Juni 2017 E. 3.5). Dennoch bleibt die Gehörsverletzung beste-
hen. Diese kann indes vorliegend im Beschwerdeverfahren geheilt werden, da ers-
tens die Beschwerdekammer über volle Kognition verfügt, zweitens der Beschwer-
deführer auf die Eingabe der Staatsanwaltschaft umfassend replizieren konnte, drit-
tens ihm so kein Nachteil erwächst und viertens seine Parteirechte nicht in 
schwerwiegender Weise verletzt wurden. Trotzdem ist die Gehörsverletzung im 
Dispositiv des Beschlusses festzuhalten und bei der Kostenverlegung zu berück-
sichtigen. 

5. Der Beschwerdeführer macht in der Sache zusammengefasst geltend, das sich auf 
dem gesperrten Konto befindliche Vermögen sei rechtmässig erlangt worden, 
gehöre ihm und seiner Ehefrau und diene der Deckung der alltäglichen Ausgaben 
und Lebenshaltungskosten. Es handle sich dabei ohnehin um nicht pfändbare 
Vermögenswerte im Sinne von Art. 92-94 des Bundesgesetzes über Schuldbetrei-
bung und Konkurs (SchKG; SR 281.1). Zumindest müsse festgelegt werden, in 
welchem Umfang die Guthaben gesperrt bleiben. Weiter legte der Beschwerdefüh-
rer dar, das Konto sei erst am 27. Februar 2017 eröffnet worden. Gegen ihn seien 
keine aktuellen Pfändungen im Gang. Die letzte Betreibung sei am 19. Januar 2017 
eingeleitet worden, habe aber nicht einmal zur Zustellung eines Zahlungsbefehls 
geführt. Es sei daher nicht ersichtlich, inwiefern die auf dem gesperrten Konto be-

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findlichen Vermögenswerte durch strafbare Handlungen, insbesondere Pfändungs-
betrug, erlangt worden seien. 

Der Beschwerdeführer bestreitet weiter seine wirtschaftliche Berechtigung an den 
von seinem Bruder auf das gesperrte Konto überwiesenen Beträgen. Wirtschaftlich 
berechtigt sei seine Ehefrau, die Mittel würden aus dem Verkauf des Mobiliars der 
E.________ (Bar) stammen. Dass das Konto auf seinen Namen laute, bedeute 
nicht, dass er am gesamten Vermögen wirtschaftlich berechtigt sei. Die Ehefrau 
habe mangels eines eigenen Kontos die Zahlungen über sein Konto fliessen las-
sen. Er habe lediglich Zahlungen für sie getätigt. Selbst wenn die Vermögenswerte 
vermischt sein sollten, habe die Ehefrau eine Forderung ihm gegenüber in dieser 
Höhe. Die Ehefrau habe als Gesellschafterin der F.________ (GmbH) Privatbezü-
ge in der Höhe von CHF 138‘653.21 getätigt. Sie und der Beschwerdeführer hätten 
zudem auch Lohn ausbezahlt erhalten. Die Bezüge seien bar erfolgt. Damit habe 
der Beschwerdeführer offene Rechnungen bezahlt, aber auch das einzige Konto 
der Ehegatten gespiesen, was sich entsprechenden Zahlungsmustern entnehmen 
lasse. Vom gesperrten Konto seien diverse Zahlungen für beide Ehegatten getätigt 
worden. Es sei damit offensichtlich, dass es sich um ein Konto des Ehepaars hand-
le, auf welches Einkommen beider Ehegatten geflossen sei und von welchem auch 
Zahlungen für beide Ehegatten getätigt worden seien.

6. Als Zwangsmassnahme im Sinne von Art. 196 StPO kann eine Beschlagnahme 
angeordnet werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist, ein hinreichender Tatver-
dacht vorliegt, sie verhältnismässig ist und durch die Bedeutung der Straftat ge-
rechtfertigt wird (Art. 197 Abs. 1 StPO). Zwangsmassnahmen setzen den hinrei-
chenden Tatverdacht gegen eine beschuldigte Person voraus (Art. 197 Abs. 1 
Bst. b StPO), sind aber unter den Voraussetzungen von Art. 196 f. StPO auch ge-
gen nicht selber beschuldigte Betroffene zulässig (siehe Urteil des Bundesgerichts 
1B_711/2012 vom 14. März 2013 E. 3.1). Entsprechend ihrer Natur als provisori-
sche (konservative) Massnahme sind bei der Zulässigkeitsbeurteilung nicht alle 
Tat- und Rechtsfragen abschliessend zu prüfen. Eine Beschlagnahme ist nur auf-
zuheben, wenn ihre Voraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt sind. Das Bundes-
gericht lässt während der Untersuchung die Wahrscheinlichkeit der Einziehung als 
Zulässigkeitsvoraussetzung genügen. Die Anordnung der Beschlagnahme setzt al-
so nicht voraus, dass sich eine Einziehung bereits mit Gewissheit prognostizieren 
lässt (BGE 139 IV 250 E. 2; BOMMER/GOLDSCHMID, in: Basler Kommentar StPO, 
2. Aufl. 2014, N. 37 zu Art. 263 StPO).

Vermögenswerte und Gegenstände einer beschuldigten Person oder einer Dritt-
person können beschlagnahmt werden, wenn sie als Beweismittel gebraucht wer-
den, zur Sicherstellung von Verfahrenskosten, Geldstrafen, Bussen und Entschädi-
gungen gebraucht werden, den Geschädigten zurückzugeben oder einzuziehen 
sind (Art. 263 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 69 ff. Schweizerisches Strafgesetzbuch 
[StGB; SR 311]). Der Einziehung unterliegen unter anderem Vermögenswerte, die 
durch eine Straftat erlangt worden sind (Art. 70 StGB). 

Im Untersuchungsstadium handelt es sich bei der Beschlagnahme um eine vorläu-
fige Massnahme. Bei einer Beschlagnahme geht es darum, Vermögenswerte im 

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Hinblick auf eine allfällige Disposition des urteilenden Gerichts sicherzustellen und 
zu verhindern, dass der gegenwärtig Verfügungsberechtigte eine Einziehung verei-
teln kann. Um diesem Zweck der Beschlagnahme Genüge zu tun, muss sie regel-
mässig bereits alleine aufgrund einer Anzeige verfügt werden, wenn sich aus der 
Anzeige (samt Beilagen) Beschlagnahmegründe ergeben. Dabei reicht es, dass ein 
«Verdacht» auf eine Verbindung zwischen Vermögenswert und Straftat besteht 
(BOMMER/GOLDSCHMID, a.a.O., N. 41 zu Art. 263 StPO), respektive die Einziehung 
zumindest «wahrscheinlich» ist (BGE 116 lb 96, 101 f. E. 3.a.). Nach der Praxis 
des Bundesgerichts ist die Fortdauer einer Beschlagnahme dann mit der Eigen-
tumsgarantie vereinbar, wenn eine «strafrechtliche Einziehung bzw. die Zuspre-
chung einer staatlichen Ersatzforderung oder eine richterliche Verwertung des Be-
schlagnahmesubstrats zu Kostendeckungszwecken [...] im jetzigen Verfahrenssta-
dium nicht ausgeschlossen [erscheint]» (Urteil des Bundesgerichts 1B_300/2013 
vom 14. April 2014 E. 6; vgl. auch Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 
BK 12 95 vom 13. August 2012). Eine Vermögensbeschlagnahme darf in weiterem 
Umfang erfolgen als die definitive Einziehung, denn es verträgt sich mit dem Cha-
rakter der Vermögensbeschlagnahme als vorsorgliche Massnahme nicht, mit dem 
Zugriff zuzuwarten, bis klar ist, ob der Dritte eine gleichwertige Gegenleistung er-
bracht hat und damit gutgläubig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_711/2012 
vom 14. März 2013 E. 4.1.1).

7.

7.1 Die Voraussetzungen der Beschlagnahme sind erfüllt, es besteht ein hinreichender 
Verdacht auf eine Verbindung zwischen dem Vermögenswert und einer Straftat 
(Pfändungsbetrug). Es kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Staatsan-
waltschaft in ihrer Stellungnahme verwiesen werden (S. 2 f., E. 3 f.):

Am 31.05.2012 erwarb der Bruder des Beschuldigten, G.________, die Liegenschaft .________ in 
H.________ (Einfamilienhaus) zu einem Preis von CHF 980‘000. Vor dem Kauf überwies der Be-
schuldigte von zwei auf ihn lautenden Privatkonten bei der I.________ (Bank) seinem Bruder 
G.________ in drei Tranchen einen Betrag von insgesamt CHF 390'000, welchen der Bruder umge-
hend als Eigenkapital an den verschreibenden Notar weiterleitete.

Nach erfolgtem Kauf erstattete der Notar einen Betrag von CHF 82‘000 an G.________ zurück mit 
dem Vermerk „Kauf .________ H.________, Teilrückzahlung Eigenkapital". Den zurückerhaltenen 
Betrag leitete G.________ wieder umgehend auf das Privatkonto des Beschuldigten bei der 
I.________ (Bank) weiter.

Das Einfamilienhaus wurde nach dem Erwerb durch G.________ ununterbrochen vom Beschuldigten 
und dessen Ehefrau bewohnt. Den für die Bezahlung der Hypothekarzinsen nötige Betrag zahlte der 
Beschuldigte regelmässig am Postschalter auf das Privatkonto seines Bruders G.________ bei der 
D.________ (Bank) ein. Dieser leitete das Geld von dort weiter auf ein auf seinen Namen lautendes 
Sparkonto bei der J.________ (Bank), von wo er jedes Quartal der Bank die Hypothekarzinsen über-
wies.

Am 09.07.2018 verkaufte G.________ die Liegenschaft zu einem Preis von CHF 970‘000. Aus dem 
Verkauf resultierte ein Nettoerlös in der Höhe von CHF 330‘800, den G.________ nach Eingang auf 
seinem Privatkonto bei der D.________ (Bank) in vollem Umfang in zwei Tranchen, am 13.09.2018 
und am 01.11.2018 auf das Privatkonto des Beschuldigten bei der D.________ (Bank) weiterleitete.

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Das fragliche Konto des Beschuldigten wurde durch die Staatsanwaltschaft am 12.02.2019 gesperrt; 
es wies einen Saldo von noch rund CHF 105‘000 auf. Dieser Betrag stellt im Wesentlichen den noch 
nicht verbrauchten Rest der ursprünglich von G.________ überwiesenen CHF 330'800 aus dem 
Hausverkauf dar. Der Bruder des Beschuldigten, G.________, ist gegen aussen als Eigentümer der 
Liegenschaft in lnnerberg aufgetreten, das gesamte Eigenkapital stammte hingegen aus dem Vermö-
gen des Beschuldigten, wohin es nach dem Verkauf — mit Gewinn — auch wieder zurückfloss.

Der Beschuldigte bestritt anlässlich der Einvernahme vom 12.03.2019 den soeben dargelegten Sach-
verhalt im Grundsatz nicht; auf die Frage, weshalb man seinen Bruder als formellen Eigentümer vor-
geschoben habe, erklärte er, er selber könne wegen seiner Verlustscheine nicht in eigenem Namen 
ein Haus kaufen, seiner Ehefrau sei dies nicht möglich, weil sie Thailänderin sei. Damit bestätigte der 
Beschuldigte den Verdacht, dass er die ganzen Vorkehrungen getroffen hat in der Absicht, den ihm 
wirtschaftlich zuzurechnenden Vermögenswerte „Liegenschaft H.________" vor den Schuldbetrei-
bungs- und Konkursbehörden sowie vor Verlustscheinsgläubigern zu verheimlichen.

Tatsächlich führte das Betreibungsamt am 04.02.2013 — im Rahmen eines Betreibungsverfahrens für 
eine Forderung über mehr als CHF 2 Mio. — beim Beschuldigten eine Pfändung durch, die ergebnis-
los verlief, weil dieser wahrheitswidrig angab, über keinerlei Vermögen zu verfügen. Dadurch begrün-
det sich der Verdacht des Pfändungsbetrugs. […]

7.2 Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was an diesem dargelegten Verdacht 
zweifeln lassen würde. 

Auch was der Beschwerdeführer gegen seine wirtschaftliche Berechtigung an den 
Vermögenswerten vorbringt, überzeugt nicht. Das Eigenkapital für den Hauskauf 
stammte vom Konto des Beschwerdeführers, welches ausschliesslich auf seinen 
Namen lautete (pag. 07 444 007 und 07 450 013). Die Rücküberweisung erfolgte 
ebenfalls auf ein Konto des Beschwerdeführers (pag. 07 450 013). Die Hypotheka-
rzinsen wurden durch den Beschwerdeführer bezahlt, was dieser nicht bestreitet 
(pag. 05 106 007). Der Kauf bzw. Verkauf des Einfamilienhauses wurde durch den 
Bruder des Beschwerdeführers – also durch eine ihm nahestehende Person – ab-
gewickelt, wobei der Beschwerdeführer den Kaufvertrag als Bevollmächtigter un-
terzeichnete (pag. 05 106 005 und 07 142 039). Die Anzahlung bzw. Zahlung der 
Kaufpreisrestanz wurde schliesslich ebenfalls direkt auf das Konto des Beschwer-
deführer geleistet (pag. 07 476 012 und 07 476 017). All diese gewichtigen Indizien 
sprechen für eine ausschliessliche wirtschaftliche Berechtigung des Beschwerde-
führers. An dieser Betrachtung vermag auch der Darlehensvertrag vom 
29. Mai 2012 nichts zu ändern. Der Umstand, dass der Verkaufserlös an den Be-
schwerdeführer zurückfloss und nicht an die Ehefrau, weist auf eine tatsächliche 
und ausschliesslich wirtschaftliche Berechtigung des Beschwerdeführers hin. Die 
Argumentation des Beschwerdeführers, seine Ehefrau verfüge eben über kein ei-
genes Konto, überzeugt offensichtlich nicht. Denn der Beschwerdeführer legte dar, 
dass er nach dem 18. Dezember 2012 zusammen mit seiner Ehefrau ein gemein-
sames Konto eröffnet hätte (pag. 05 106 003). Hätte es sich also bei den besagten 
Vermögenswerten tatsächlich um solche der Ehefrau gehandelt, hätten diese nahe-
liegenderweise auf das gemeinsame Konto überwiesen werden können. 

Zu Recht weist die Generalstaatsanwaltschaft denn schliesslich auch darauf hin, 
dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, der aus dem Verkauf der 

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E.________ (Bar) erzielte Erlös gehöre einzig seiner Frau, bereits aufgrund des 
Umstands, dass er den Kaufvertrag ebenfalls als Verkäuferin bzw. als Vertreter der 
Verkäuferin unterschrieb, zweifelhaft erscheint (pag. 07 103 037). 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, im Rahmen eines Betreibungsverfahren 
am 4. Februar 2013 wahrheitswidrig geltend gemacht zu haben, über keinerlei 
Vermögen zu verfügen. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe das Kon-
to erst am 27. Februar 2017 eröffnet, vermag an den obigen Ausführungen nichts 
zu ändern. Wie dargelegt, besteht der Verdacht, dass die verheimlichten Vermö-
genswerte im Jahr 2018 auf das am 27. Februar 2017 eröffnete Konto des Be-
schwerdeführers überwiesen wurden. Dass allenfalls eine Vermischung mit legal 
erworbenen Mitteln erfolgt sein könnte, führt zu keiner anderen Betrachtung. Denn 
auch teilweise deliktische Vermögenswerte sind, solange sie «als Ganzes» im Um-
lauf sind, wie andere, d. h. integral deliktische Vermögenswerte zu behandeln. Sie 
unterliegen der Einziehung, wobei die Einziehung auf den deliktischen Anteil zu 
beschränken ist (FLORIAN BAUMANN, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 4. Auflage 
2018, N 46 zu Art. 70/71 StGB). Bei dem sich auf dem gesperrten Konto befindli-
chen Betrag handelt es sich um den noch nicht verbrauchten Teil des Gewinns aus 
dem Verkauf des Hauses. Er erscheint damit als ausschliesslich deliktischer Her-
kunft. 

7.3 Die Kontosperre bzw. Beschlagnahme erweist sich schliesslich mit Blick auf die 
dem Beschwerdeführer gemachten schwerwiegenden strafrechtlichen Vorwürfe 
auch als verhältnismässig. Der Beschwerdeführer legt seine Einkommensverhält-
nisse bzw. diejenige seiner Ehefrau nicht detailliert dar und führt nicht aus, inwie-
fern seine Existenz durch die Kontosperre bedroht wäre. Immerhin ist festzuhalten, 
dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben über ein monatliches Ein-
kommen von CHF 4‘500.00 verfügt (pag. 05 106 009). Auch seine Ehefrau verfügt 
über ein weiteres Erwerbseinkommen. Die Einkommensverhältnisse des Ehepaars 
erlauben es ihnen immerhin, einen monatlichen Mietzins von CHF 3‘000.00 zu be-
zahlen (pag. 05 106 002). Was der Beschwerdeführer hinsichtlich der Verhältnis-
mässigkeit der Massnahme vorträgt, verfängt damit nicht. 

Wie oben beschrieben, hebt die Beschwerdekammer die konservatorische 
Zwangsmassnahme der Beschlagnahme nur auf, wenn ihre Voraussetzungen of-
fensichtlich nicht erfüllt sind. Das Bundesgericht lässt während der Untersuchung 
die Wahrscheinlichkeit der Einziehung als Zulässigkeitsvoraussetzung genügen. 
Die Anordnung der Beschlagnahme setzt nicht voraus, dass sich eine Einziehung 
bereits mit Gewissheit prognostizieren lässt. Hier besteht wie dargelegt der be-
gründete Verdacht, dass es sich bei den gesamten gesperrten Geldern um delik-
tisch erlangte Vermögenswerte handelt. Die Beschlagnahme erweist sich zudem 
als verhältnismässig. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde materiell unbegründet. Jedoch ist die 
Gehörsverletzung im Dispositiv festzustellen und diese bei der Kostenverlegung zu 
berücksichtigen. 

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9. Mit Blick auf den Ausgang des Beschwerdeverfahrens einerseits, sowie auf die 
Gehörsverletzung andererseits, sind die Verfahrenskosten je hälftig dem Kanton 
Bern und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staats-
anwaltschaft oder das urteilende Gericht legen die amtliche Entschädigung von 
Fürsprecher B.________ am Ende des Verfahrens fest (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es wird festgestellt, dass das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt wurde.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, werden zur Hälf-
te, ausmachend CHF 600.00, dem Beschwerdeführer auferlegt. Die restlichen 
CHF 600.00 trägt der Kanton Bern.

4. Die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht legen die amtliche Entschädigung 
am Ende des Verfahrens fest.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Fürsprecher B.________
- Staatsanwalt C.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte

(mit den Akten)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft

Bern, 24. Mai 2019 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Segessenmann 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.