# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f838f97d-9fdf-58af-a11b-1b37cbe42a96
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 07.12.2010 KSK 2010 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_003_KSK-2010-88_2010-12-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 7. Dezember 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
KSK 10 88

Urteil
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Vorsitz Schlenker
Richter Brunner und Hubert
Redaktion Aktuar ad hoc Wolf

In der Schuldbetreibungs- und Konkurssache

des X., Schuldner, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. iur. Peter Andri Vital, Chesa Planta, 7524 Zuoz,

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten D. vom 1. September 2010, mitge-
teilt am 6. Oktober 2010, in Sachen der Y . , Gläubigerin, Gesuchstellerin und Be-
schwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, Goldgasse 
11, 7002 Chur, gegen den Schuldner, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer,

betreffend provisorische Rechtsöffnung,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 11

I. Sachverhalt

A. Mit schriftlichem Bauvertrag vom 23. Juni/8. Juli 2008 verpflichtete sich die 
Y. gegenüber dem als Bauherr bezeichneten X. zur Erstellung von fünf Bodenplat-
ten für ein Bauprojekt in A., wobei der Gesamtpreis auf Fr. 84'800.-- abzüglich 5%, 
somit Fr. 80'560.--, veranschlagt wurde. Mit Rechnung vom 22. August 2008 wurde 
ein Zahlungsplan vorgegeben, wobei 95% des Gesamtpreises (entsprechend Fr. 
76'532.--) am 26. August 2008 und 5% (entsprechend Fr. 4'028.--) am 12. Septem-
ber 2008 bezahlt werden sollten. Gemäss der Belastungsanzeige der B. vom 16. 
September 2008 bezahlte X. vom vereinbarten Gesamtpreis Fr. 50'000.--.

B. Mit Betreibungsbegehren vom 5. Juli 2010 setzte die Y. beim Betreibungsamt 
C. Fr. 30'572.50 nebst Zins zu 5% seit dem 13. September 2008 in Betreibung. 
Gegen den am 14. Juli 2010 zugestellten Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr. _ 
erhob X. gleichentags Rechtsvorschlag.

C. Am 9. August 2010 stellte die Y. beim Bezirksgerichtspräsidenten D. ein 
Rechtsöffnungsgesuch mit folgenden Anträgen:

“1. Der Gesuchstellerin sei in der Betreibung mit der Nr. _ des Betreibungs-
amtes C. gegen den Gesuchsgegner die provisorische Rechtsöffnung 
i.S.v. Art. 82 SchKG für den Betrag von CHF 30'572.50 nebst Zins zu 
5% seit 13.09.2008 zu gewähren.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten des Gesuchsgegners.“

Die Y. stützte ihr Gesuch auf den Bauvertrag vom 23. Juni/8. Juli 2008 und führte 
aus, auf die von ihr erbrachten Leistungen seien keine Mängelrügen erfolgt. Dies zu 
Recht, denn sie habe auch in diesem Fall wie üblich vertragsgemässe und saubere 
Arbeit abgeliefert. Jedoch habe der Gesuchsgegner trotz diverser Mahnungen nicht 
die ganze geschuldete Forderung beglichen. Da sie ihre vertragsgemässe Leistung 
schon längst abgeliefert habe, die Parteien Zug um Zug vereinbart hätten und keine 
Mängel existieren würden, sei die Rechtsöffnung zwingend zu gewähren. Dies auch 
deshalb, weil die Teilzahlung ohne jede Bedingung beziehungsweise ohne jeden 
Kommentar erbracht worden sei.

D. In seiner Vernehmlassung vom 31. August 2010 beantragte X. die kosten- 
und entschädigungspflichtige Abweisung des Rechtsöffnungsgesuches. Er führte 
aus, die fünf Ferienhäuser seien aus vorgefertigten Elementen zusammengesetzt 
worden, welche auf Termin hin geliefert worden seien. Auf diesen Zeitpunkt hätten 
auch die Bodenplatten fertig sein müssen, weshalb mit der Y. auch fixe Termine für 
die Fertigstellung vereinbart worden seien. Im Vertrag sei vorgesehen gewesen, die 

Seite  3 — 11

Bodenplatten mit betonierten Frostriegeln zu versehen. Weil die Y. aber nur zwei 
Arbeiter ohne Schalungsmaterial und zudem viel zu spät nach A. geschickt habe, 
sei es aus terminlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen, die Bodenplatten in 
der vorgesehenen Weise zu erstellen. Die Parteien hätten sich in der Folge darauf 
geeinigt, die Bodenplatten lediglich auf frostsicheres Material ohne Beton zu legen. 
Zudem seien bauseits drei Arbeiter gestellt worden, um die Arbeiten termingerecht 
zu beenden. Bedingt durch die einfachere Ausführung habe die Gesuchstellerin we-
sentlich weniger Kosten gehabt. Schliesslich habe auch das frostsichere Kofferma-
terial und der Beton zum Teil bauseits geliefert werden müssen. Mängelrügen seien 
keine erhoben worden, weil das Werk nicht mangelhaft gewesen sei. Vielmehr sei 
der Vertrag nicht richtig erfüllt worden. Da die Y. weder das bestellte Material gelie-
fert noch die Arbeit vollständig geleistet habe, habe sie nicht Anspruch auf den vol-
len Werklohn und sei mit der Zahlung von Fr. 50'000.-- vollständig befriedigt worden.

E. An der Rechtsöffnungsverhandlung vom 1. September 2010 war der Rechts-
vertreter der Y. anwesend.

F. Mit Rechtsöffnungsentscheid vom 1. September 2010, mitgeteilt am           6. 
Oktober 2010, erkannte der Bezirksgerichtspräsident D. wie folgt:

“1. In Gutheissung des Rechtsöffnungsgesuches in der Betreibung Nr. _ 
des BA C. wird der von X. erhobene Rechtsvorschlag beseitigt und der 
Gesuchstellerin die provisorische Rechtsöffnung erteilt für den Betrag 
von Fr. 30'572.50 nebst Zins zu 5% seit 13.09.2008.

2. Die Gebühren des Bezirksamtes D. im Betrage von Fr. 400.00 werden 
bei der Gesuchstellerin erhoben unter der Einräumung des vollen Re-
gressrechtes gegenüber dem Gesuchsgegner. Sie sind innert 30 Tagen 
auf das Konto des Bezirksgerichts D. zu überweisen.

3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine ausser-
amtliche Entschädigung über Fr. 3'306.70 inkl. MWST zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]“

Der Bezirksgerichtspräsident D. begründete, der Rechtsöffungsrichter prüfe unter 
anderem bloss, ob eine Einwendung des Schuldners im Sinne von Art. 82 Abs. 2 
SchKG glaubhaft sei. Vorliegend seien die Einwendungen des Gesuchsgegners 
nicht genügend glaubhaft gemacht worden.

G. Gegen diesen Rechtsöffnungsentscheid erhob X. am 13. Oktober 2010 
Rechtsöffungsbeschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden und beantragte 
die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Abweisung des 
Rechtsöffnungsgesuches unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Seite  4 — 11

Beschwerdegegnerin. Er brachte vor, der Bezirksgerichtspräsident berufe sich zu 
Unrecht auf Art. 82 Abs. 2 SchKG. Die Einwendungen des Beschwerdeführers rich-
teten sich nicht gegen die Schuld als solche, sondern gegen die Qualität des Bau-
vertrages als Rechtsöffnungstitels. Die Beschwerdegegnerin habe nicht bewiesen, 
dass sie den Bauvertrag richtig und vollständig erfüllt habe, was vom Beschwerde-
führer ausdrücklich bestritten worden sei. Er habe ausserdem dargetan, weshalb 
der Vertrag nicht richtig erfüllt worden sei. Er habe dargelegt, dass die Beschwer-
degegnerin zu spät zu wenig Leute mit zu wenig Material und Ausrüstung auf die 
Baustelle geschickt habe, was zur Folge gehabt habe, dass das Projekt angepasst 
und bauseits Leute und Material sowie auch Ausrüstung hätten zur Verfügung ge-
stellt  habe werden müssen. Es sei somit begründet dargetan worden, dass der 
Vertrag seitens der Beschwerdegegnerin nicht richtig erfüllt worden sei. Durch die 
ins Recht gelegten Unterlagen werde zudem ersichtlich, dass die Bestreitungen des 
Beschwerdeführers nicht offensichtlich haltlos seien. Die Korrespondenz und die 
Berechnungen des Beschwerdeführers wiesen darauf hin, dass eine Leistungs-
störung stattgefunden habe.

H In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2010 beantragte die Beschwer-
degegnerin die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Beschwerde. 
Sie begründete, weder im Bauvertrag noch im Leistungsverzeichnis sei festge-
schrieben worden, dass die Frostschürze aus Beton bestehen müsse. Der Be-
schwerdeführer habe eine Geschichte frei erfunden. Richtig sei, dass es der Be-
schwerdeführer gewesen sei, welcher seine Vorleistungen wie Erdarbeiten und Ver-
sorgungsleitung nicht rechtzeitig erbracht habe. Deshalb hätten die Monteure der 
Beschwerdegegnerin 15 cm der vom Beschwerdeführer zu hoch eingebrachten 
Kiesplanie bei den Bodenplatten 1 bis 4 komplett wieder beseitigen und eine Fein-
platte mit Split herstellen müssen. Als Gegenleistung hätten die Parteien telefonisch 
vereinbart, dass zwei Helfer des Bauherrn für die Beschwerdegegnerin kostenlos 
tätig würden. Es sei zu keinem Zeitpunkt vereinbart worden, dass der Bauherr nach 
Fertigstellung des Werks eigenständig berechnen könne, was der Unternehmer zu 
gute habe. Die vom Beschwerdeführer behaupteten Eigenleistungen würden mit 
nichts glaubhaft gemacht, geschweige denn nachgewiesen.

I. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf 
die weiteren Erwägungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im 
Folgenden eingegangen.

Seite  5 — 11

II. Erwägungen

1. Gegen Entscheide des Bezirksgerichtspräsidenten in Rechtsöffnungssachen 
(Art. 15 Abs. 1 Ziffer 2 der kantonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz 
über Schuldbetreibung und Konkurs [GVV zum SchKG; BR 220.100]) kann gemäss 
Art. 236 Abs. 1 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO; BR 
320.000) in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 Ziffer 2 und Art. 24 GVV zum SchKG 
innert zehn Tagen seit der schriftlichen Mitteilung Rechtsöffnungsbeschwerde an 
das Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden. Für das Beschwerdeverfah-
ren in Rechtsöffnungssachen gelten die Bestimmungen der Zivilprozessordnung 
(Art. 24 GVV zum SchKG; Art. 236 Abs. 3 ZPO). Die Beschwerde hat schriftlich zu 
erfolgen, wobei mit kurzer Begründung anzugeben ist, welche Punkte des Ent-
scheids angefochten und welche Abänderungen beantragt werden. Das Kantons-
gericht prüft im Rahmen der Beschwerdeanträge, ob der angefochtene Entscheid 
oder das vorausgehende Verfahren Gesetzesbestimmungen verletzt, welche für die 
Beurteilung der Streitfrage wesentlich sind (Art. 235 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit 
Art. 236 Abs. 3 ZPO). Abgestellt wird dabei auf die Entscheidgrundlagen, wie sie 
bereits dem vorinstanzlichen Richter zur Verfügung standen (vgl. Art. 235 Abs. 2 
ZPO). Da die vorliegende Beschwerde fristgerecht eingereicht wurde und auch den 
übrigen Formerfordernissen entspricht, kann auf sie eingetreten werden.

2.a) Gegenstand des Rechtsöffnungsverfahrens bildet nur die Frage, ob für den 
in Betreibung gesetzten Betrag ein Rechtstitel besteht, der die hemmende Wirkung 
des Rechtsvorschlages zu beseitigen vermag und somit die Betreibung fortgesetzt 
werden kann. Das Rechtsöffnungsverfahren hat mit anderen Worten einen rein be-
treibungsrechtlichen Charakter. Über den materiellen Bestand der Forderung hat 
der Rechtsöffnungsrichter hingegen nicht zu befinden (vgl. PKG 1996 Nr. 24, 1995 
Nr. 25). Der Rechtsvorschlag ist richterlich zu beseitigen und provisorische 
Rechtsöffnung ist zu erteilen, falls die Betreibungsforderung auf einer durch Unter-
schrift des Schuldners bekräftigten Schuldanerkennung beruht und der betriebene 
Schuldner nicht sofort Einwendungen glaubhaft macht, welche die Schuldanerken-
nung entkräften (vgl. Art. 82 Abs. 2 SchKG). Der Gläubiger muss die Schuldaner-
kennung als Rechtsöffnungstitel urkundlich beweisen. Der Schuldner hingegen 
kann sich grundsätzlich darauf beschränken, das Vorliegen einer Schuldanerken-
nung als Rechtsöffnungstitel zu bestreiten, beziehungsweise Entkräftigungs- oder 
Untergangsgründe gegen eine an sich bestehende Schuldanerkennung glaubhaft 
zu machen. Glaubhaftmachen bedeutet weniger als beweisen, aber mehr als be-
haupten. Die Einwände sind vor dem Richter mit liquiden Beweismitteln wahrschein-

Seite  6 — 11

lich zu machen. Der Richter muss überwiegend geneigt sein, an die Wahrheit der 
vom Betriebenen geltend gemachten Umstände zu glauben. Erkennt er, dass es 
sich nicht um leere Ausflüchte, sondern um ernsthaft vertretbare Gründe handelt, 
hat er die Rechtsöffnung zu verweigern. Es muss somit nur die Wahrscheinlichkeit 
dargetan werden (vgl. BGE 104 Ia 412 sowie PKG 1993 Nr. 21 mit Hinweisen; D. 
Staehelin, in: Basler Kommentar, SchKG I, Basel 1998, N. 87 ff. zu Art. 82 SchKG). 
Gelingt es dem Schuldner nicht, den Richter von der Glaubhaftigkeit (überwiegende 
Wahrscheinlichkeit) seiner Darlegung zu überzeugen, so wird die Rechtsöffnung er-
teilt. 

b) Ein synallagmatischer, also wesentlich zweiseitiger Vertrag, bei welchem re-
gelmässig die Pflicht zur Erbringung der eigenen Leistung grundsätzlich davon ab-
hängt, dass die Gegenleistung vertragsgemäss erfolgt, stellt, soweit er ein Zah-
lungsversprechen enthält, keine vorbehaltlose Schuldanerkennung dar. Nach der 
sog. „Basler Rechtsöffnungspraxis“ kann aufgrund vollkommen zweiseitiger Ver-
träge die provisorische Rechtsöffnung erteilt werden, solange der Schuldner im 
Rechtsöffnungsverfahren nicht geltend macht, die Gegenleistung sei nicht oder 
nicht ordnungsgemäss erbracht worden oder wenn sich seine Darlegungen offen-
sichtlich als haltlos erweisen. Des Weiteren kann provisorische Rechtsöffnung erteilt 
werden, wenn der Gläubiger die Einwendung des Schuldners, die Gegenleistung 
sei nicht oder nicht ordnungsgemäss erbracht worden, sofort durch Urkunden li-
quide widerlegen kann, oder wenn der Schuldner gemäss Vertrag vorleisten muss 
(vgl. D. Staehelin, a.a.O., N. 99 zu Art. 82 SchKG). Zum Klagefundament des aus 
einem synallagmatischen Vertrag Betreibenden gehört deshalb notwendigerweise 
der Beweis dafür, dass er selber vertragskonform erfüllt hat, beziehungsweise der 
Beweis dafür, dass er hierzu aus gesetzlichen oder vertraglichen Gründen nicht ver-
pflichtet gewesen ist. Erst mit diesem Beweis erlangt der wesentlich zweiseitige Ver-
trag die Qualität eines Rechtsöffnungstitels. Die Einwendungen eines Schuldners, 
welche sich auf das Fehlen einer Gegenleistung oder auf sonstige mangelhafte Er-
füllung des Vertrages durch den Gläubiger beziehen, fallen dabei nicht etwa unter 
Art. 82 Abs. 2 SchKG, der allein die gegen die Schuld als solche gerichteten Ein-
wendungen betrifft, sondern richten sich gegen die Schuldanerkennung selbst, mit-
hin gegen das Vorliegen eines gültigen Rechtsöffnungstitels im Sinne von Art. 82 
Abs. 1 SchKG. Dieser Umstand ist beweisrechtlich von erheblicher Bedeutung, 
denn der Gläubiger ist grundsätzlich für das Vorliegen eines gültigen Rechtsöff-
nungstitels und somit auch im Fall der Bestreitung durch den Schuldner voll dafür 
beweispflichtig, dass er seine Vertragsleistung ordnungsgemäss erbracht hat. Der 
vom Gläubiger zu erbringende Beweis seiner vertragskonform erbrachten Leistung 

Seite  7 — 11

ist ohne Mitwirkung des Schuldners kaum je erbringbar. Dieser Umstand führt in der 
Praxis zu einer Umkehr der Beweislast. Erfüllungsmängel sind in diesem Sinne vom 
Betriebenen rechtsgenüglich darzulegen, worauf der Gläubiger den positiven Be-
weis der ordnungsgemässen Vertragsleistung zu erbringen hat. Die Einrede der 
mangelhaften Erfüllung des Vertrages muss der Schuldner demnach zwar nicht be-
weisen, jedoch substantiiert darlegen, ansonsten sie als haltlos zu bezeichnen ist. 
Ebenso hat der Schuldner einen allfälligen Herabsetzungsanspruch substantiiert 
darzulegen und zu beziffern, wobei in der Praxis der Unterschied zwischen substan-
tiiert darlegen und glaubhaft machen gering ist (Urteile des Kantonsgerichts von 
Graubünden SKG 05 48 vom 5. Oktober 2005 E. 4.b; SKG 08 49 vom 16. Dezember 
2008 E. 4.b und E. 4.d; vgl. auch D. Staehelin, a.a.O., N. 105 zu Art. 82 SchKG).

c) Der Werkvertrag gemäss Art. 363 ff. OR ist synallagmatischer Natur. Ein un-
terzeichneter Werkvertrag berechtigt zur provisorischen Rechtsöffnung für den Wer-
klohn. Ist der Werkvertrag Zug um Zug gegen Ablieferung des Werkes zu erfüllen, 
so kann gemäss der „Basler Rechtsöffnungspraxis“ Rechtsöffnung erteilt werden, 
solange der Besteller nicht behauptet, das Werk sei nicht oder nicht ordnungs-
gemäss erstellt und übergeben worden, wenn eine erfolgte Behauptung offensicht-
lich haltlos ist oder vom Unternehmer sogleich widerlegt werden kann. Bei Mängeln 
muss der Besteller zudem glaubhaft machen, dass er rechtzeitig Mängelrüge erho-
ben hat (D. Staehelin, a.a.O., N 128 zu Art. 82 SchKG). Obliegen dem Schuldner, 
der die Leistung entgegengenommen hat, Prüfungs- und Rügepflichten, so genügt 
das Bestreiten der Ordnungsmässigkeit der Gegenleistung nicht, sondern der 
Schuldner muss zudem glaubhaft machen, dass er rechtzeitig Mängelrüge erhoben 
hat. Das Bestreiten der Ordnungsmässigkeit ohne Glaubhaftmachung der Mängel-
rüge gilt als eine offensichtlich haltlose Behauptung im Sinne der „Basler Rechtsöff-
nungspraxis“. Auch hier ist jedoch zu beachten, dass die rechtzeitige Mängelrüge 
nur glaubhaft gemacht und nicht bewiesen werden muss (PKG 1989 Nr. 31 E. 2a; 
Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SKG 01 22 vom 1. Mai 2001 E. 3.a; vgl. 
auch D. Staehelin, a.a.O., N 104 zu Art. 82 SchKG).

d) Im Gegensatz zu den Einwendungen des Schuldners, welche sich auf das 
Fehlen einer Gegenleistung oder auf mangelhafte Erfüllung des Vertrages durch 
den Gläubiger beziehen und sich damit gegen das Vorliegen eines gültigen 
Rechtsöffnungstitels im Sinne von Art. 82 Abs. 1 SchKG richten, muss der Schuld-
ner Einwendungen wie z.B. Willensmängel, Rücktritt, Widerruf, Nichtigkeit, Tilgung, 
Stundung, Auflösung des Vertrags, Verjährung, Gegenforderungen etc. auch bei 
einer Schuldanerkennung für einen zweiseitigen Vertrag glaubhaft machen (Urteil 

Seite  8 — 11

des Kantonsgerichts SKG 08 49 vom 16. Dezember 2008 E. 4.d; vgl. auch D. Stae-
helin, a.a.O., N 106 und 117 zu Art. 82 SchKG).

3.a) Vor der Vorinstanz brachte der Beschwerdeführer vor, die Beschwerdegeg-
nerin habe den Vertrag nicht richtig erfüllt, indem sie zu spät zu wenig Arbeiter mit 
zu wenig Material und Ausrüstung auf die Baustelle geschickt habe. Die Parteien 
hätten sich in der Folge auf eine einfachere Ausführung der Arbeiten geeinigt (Le-
gen der Bodenplatten auf frostsicheres Material ohne Beton), weshalb die Be-
schwerdegegnerin weniger Kosten gehabt habe. Zudem hätten verschiedene Leis-
tungen bauseits erbracht werden müssen. Eine Mängelrüge sei jedoch nicht erho-
ben worden, weil das Werk nicht mangelhaft gewesen sei.

b) Nach der Ansicht des Beschwerdeführers richten sich seine Einwendungen 
gegen die Schuldanerkennung als solche und würden damit unter Art. 81 Abs. 1 
SchKG fallen. Würde dem gefolgt und damit von einer Einrede der nicht richtigen 
Erfüllung der Gegenleistung ausgegangen, so hätte der Beschwerdeführer seinen 
Einwand beziehungsweise seine Einrede nicht zu beweisen, wohl aber substantiiert 
darzulegen (vgl. vorstehend E. 2.b). Es ist jedoch fraglich, ob der Beschwerdeführer 
der Beschwerdegegnerin nicht vielmehr eine (einvernehmliche) Vertragsänderung 
entgegenhält, zumal er selbst vorbringt, die Parteien hätten sich darauf „geeinigt“, 
die Bodenplatten lediglich auf frostsicheres Material ohne Beton zu legen (Vernehm-
lassung vom 31. August 2010 S. 3) beziehungsweise „das Projekt [habe] angepasst 
werden“ müssen (Beschwerde S. 5). In dieser Hinsicht ist auch zu beachten, dass 
die nicht richtige Erfüllung eines Werkvertrages nach Ablieferung des Werkes 
grundsätzlich zur werkvertraglichen Mängelhaftung führt, denn der Werkmangel - 
und damit auch die werkvertragliche Mängelhaftung - knüpft an einer (beliebigen) 
Abweichung des Werkes vom Vertrag an (vgl. Gauch, Der Werkvertrag, 4. Aufl., 
Zürich 1996, N 1355 ff., 1438 ff.). Die gesetzlich geregelte Mängelhaftung bean-
sprucht zudem Exklusivität (Gauch, a.a.O., N 2326 f.); Sachverhalte, welche keine 
Werkmängel in diesem umfassenden Sinne sind, bestehen nur sehr beschränkt 
(vgl. Gauch, a.a.O., N 1442 ff., der etwa die Ablieferung eines völlig anderen als des 
geschuldeten Werkes nennt). Die werkvertragliche Mängelhaftung setzt jedoch eine 
- vorliegend gerade nicht erfolgte - Mängelrüge gemäss Art. 367 Abs. 1 OR voraus, 
weshalb die werkvertraglichen Mängelrechte hier von vornherein ausser Betracht 
fallen. Im konkreten Fall kann jedoch offen bleiben, ob der Beschwerdeführer sich 
auf eine - substantiiert darzulegende - nicht gehörige Vertragserfüllung oder viel-
mehr auf eine Vertragsänderung beruft, welche von ihm analog zur Vertragsauflö-
sung glaubhaft zu machen wäre (vgl. vorstehend E. 2.d). Der Unterschied zwischen 
substantiiert darlegen und glaubhaft machen ist gering (vgl. vorstehend E. 2.b) und 

Seite  9 — 11

wie sogleich gezeigt wird, vermag der Beschwerdeführer seine Einwendungen we-
der glaubhaft zu machen noch substantiiert darzulegen.

c) Zwar kritisiert der Beschwerdeführer die Erbringung der vertraglich geschul-
deten Leistung beziehungsweise Teilleistungen durch die Beschwerdegegnerin, je-
doch vermag er diese Behauptungen mit keinerlei Unterlagen zu untermauern, 
während die Beschwerdegegnerin ihre Behauptung der gehörigen Vertragserfüllung 
auf den zwischen den Parteien abgeschlossenen Bauvertrag zu stützen vermag. Im 
Gegensatz zu seinen Vorbringen in der Vernehmlassung vom 31. August 2010 geht 
aus dem abgeschlossenen Bauvertrag vom 23. Juni/8. Juli 2008 (RA Quinter act. 3) 
nicht hervor, dass die Bodenplatten mit betonierten Frostriegeln zu versehen waren. 
Sowohl der Bauvertrag als auch das Leistungsverzeichnis 06/1 BP (RA Quinter act. 
4) sehen lediglich eine ab der Unterkante der Bodenplatte 80 cm tiefe Frostschürze 
(bei Nichtunterkellerung) vor, ohne das Material von Letzterer genauer zu bezeich-
nen. Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten E-Mails (RA Vital act. 1 und 2) 
ist zudem ersichtlich, dass die 20 cm dicke Bodenplatte mit einer bis zu 80 cm di-
cken Schicht aus Kies unterlegt werden sollte, die besagte Frostschürze mithin nicht 
mit Beton, sondern mit Kies auszuführen war, welche Option dem Beschwerdefüh-
rer mit E-Mail vom 7. September 2009 ausdrücklich vorgestellt worden war (RA 
Quinter act. 3). Auch aus der von ihm selbst stammenden Zusammenstellung der 
von der Beschwerdegegnerin geleisteten Arbeiten (RA Vital act. 3) vermag der Be-
schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Diese Zusammenstellung 
trägt weder Datum noch Unterschrift, weshalb nicht zu erkennen ist, von wem und 
zu welchem Zweck sie erstellt worden ist, könnte sie doch allenfalls auch zu Pro-
zesszwecken erstellt worden sein. Dem Beschwerdeführer wäre zumutbar, Unter-
lagen vorzulegen, aus denen hervorgeht, dass sich die Parteien angeblich auf eine 
„einfachere Ausführung“ des Werkvertrages „geeinigt“ haben oder aus denen er-
sichtlich wäre, dass vertraglich von der Beschwerdegegnerin geschuldete Leistun-
gen behaupteterweise von ihm selbst erbracht worden sind. So hätte er etwa Belege 
über das angeblich selbst beschaffte Material, welches von der Beschwerdegegne-
rin geschuldet war, ins Recht legen können. Ebenso wären allfällige Arbeitsrapporte 
gemäss seiner Darstellung selbst zu Verfügung gestellter Arbeiter, woraus hervor-
geht, dass von der Beschwerdegegnerin zu erbringende Leistungen angeblich von 
ihm selbst erfüllt worden sind, Bestandteil einer gehörigen Substantiierung. Indem 
der Beschwerdeführer all dies unterlässt, sind seine Einwendungen als haltlos zu 
qualifizieren (vgl. vorstehend E. 2.b) und keinesfalls glaubhaft gemacht, weshalb 
seine Beschwerde in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides abzuweisen ist.

Seite  10 — 11

d) Dem Beschwerdeführer bleibt es indessen - zumal es sich beim Rechtsöff-
nungsverfahren um ein summarisches Verfahren handelt (vgl. Art. 25 Ziff. 2 lit. a 
SchKG in Verbindung mit Art. 137 f. ZPO) - unbenommen, mit allen ihm allenfalls 
zur Verfügung stehenden Beweismitteln innert 20 Tagen Aberkennungsklage nach 
Art. 83 Abs. 2 SchKG beim ordentlichen Richter zu erheben. Ob der Beschwerde-
führer mit einer solchen Klage durchzudringen vermag, kann an dieser Stelle nicht 
beantwortet werden und wird ausdrücklich offen gelassen.

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Kosten des Beschwerde-
verfahrens von Fr. 600.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt (vgl. Art. 
48 in Verbindung mit Art. 61 GebV SchKG). In betreibungsrechtlichen Summarsa-
chen kann das Gericht der obsiegenden Partei auf Verlangen für Zeitversäumnisse 
und Auslagen auf Kosten der unterliegenden Partei eine angemessene Entschädi-
gung zusprechen, deren Höhe im Entscheid festzusetzen ist (Art. 62 Abs. 1 GebV 
SchKG). Im vorliegenden Fall kann die angemessene Entschädigung auf Fr. 1’000.-
- festgesetzt werden.

Seite  11 — 11

III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 600.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers, welcher die Beschwerdegegnerin für das Beschwerde-
verfahren mit Fr. 1’000.-- zu entschädigen hat.

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bun-
desgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Aus-
fertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: