# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61e0db5e-855a-57bf-8de1-783438b098a6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2010 C-3783/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3783-2008_2010-08-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3783/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z._______(Deutschland),
vertreten durch Berufsbetreuer Udo Behrendt, Y._______ 
(Deutschland),
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
X.________,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung; Verfügung der IVSTA 
vom 9. Mai 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3783/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die  IV-Stelle  für  Versicherte im Ausland IVSTA (Vorinstanz)  mit 
Beschluss  vom  25.  Mai  2004  und  Verfügung  vom  6.  August  2004 
A._______  (nachfolgend:  Versicherter  oder  Beschwerdeführer) 
rückwirkend  auf  den  1.  Januar  2003  eine  ganze  Invalidenrente  zu-
sprach (IV/28, 29, 31),

dass die  IVSTA diesen Entscheid durch Verfügung vom 26. Oktober 
2004 ersetzte (neue Rentenberechnung; IV/33), 

dass  die  IVSTA am 21.  Juni  2005  ein  Revisionsverfahren  einleitete 
(IV/37)  und  mit  Beschluss  vom  8.  Mai  2008  sowie  Verfügung  vom 
9. Mai 2008 wegen Verbesserung des Gesundheitszustandes rückwir-
kend auf  den 1. Februar 2006 den Anspruch auf eine Invalidenrente 
aufhob  und  sich  aufgrund  einer  Meldepflichtverletzung  eine  Rücker-
stattung von zu Unrecht bezogenen Renten vorbehielt (IV/92 f.),

dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom 
6. Juni  2008  anfocht  und  sinngemäss  beantragte,  die  Verfügung  sei 
aufzuheben und ihm sei  weiterhin eine Rente  der  Invalidenversiche-
rung auszurichten,

dass er, falls notwendig, für weitere ärztliche Untersuchungen zur Ver-
fügung stehe (act. 1),

dass  die  IVSTA mit  ergänzender  Stellungnahme  vom  14.  Juli  2010 
unter  Bezugnahme  auf  den  Bericht  des  ärztlichen  Dienstes  der  IV-
Stelle vom 4. Juli 2010 beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der 
erwähnten Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)  in Verbindung 
mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IVSTA zuständig  ist,  und  vorlie-
gend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

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C-3783/2008

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom 6. Oktober  2000 über  den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass das Betreuungsgericht in X.________ Udo Behrendt mit Urkunde 
vom 4. Dezember  2009 zum Berufsbetreuer  des Beschwerdeführers 
bestellte (act. 23, 23.1) und dieser rechtsgültig die Interessen des Be-
schwerdeführers vertritt,

dass  die  Beschwerde  im  Übrigen  form-  und  fristgerecht  eingereicht 
wurde (Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021],  Art.  60  Abs.  1  ATSG), 
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass  Dr.  B._______  vom  ärztlichen  Dienst  der  IV-Stelle  in  seiner 
Stellungnahme  vom  4.  Juli  2010  darauf  hinwies,  dass  die 
medizinischen Akten hinsichtlich der Diagnosestellung widersprüchlich 
seien sowie mangelhafte Begründungen enthielten und aufgrund der 
Gehirnverletzung  unverständlich  sei,  warum  bisher  nie  eine  neuro-
psychologische Begutachtung durchgeführt worden sei, weshalb eine 
stringente testmässige neuropsychologische Untersuchung sowie eine 
psychiatrische Untersuchung nötig seien,

dass  sich  die  IVSTA in  ihrer  Stellungnahme  vom 14.  Juli  2010  der 
Beurteilung des ärztlichen Dienstes anschloss und damit sinngemäss 
feststellte, dass die Verfügung vom 9. Mai 2008 auf einem mangelhaft 
eruierten medizinischen Sachverhalt  beruhte  und sich  die  Durchfüh-
rung  entsprechender  medizinischer  Abklärungen  in  der  Schweiz  als 
notwendig erweist, 

dass  sich  A._______  in  der  Beschwerde  mit  einer  ergänzenden 
medizinischen Abklärung einverstanden erklärte,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht kei -
ne Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem Antrag der IVSTA nicht 
entsprochen werden sollte,

dass Art 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, 

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

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dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung vom 9. Mai  2008 aufzuheben und die Sache zur ergänzenden 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zum Erlass einer 
neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde 
führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Absätze 1 und 2  VwVG), der am 13. Januar 
2009  (Fr.  290.-)  und  28.  Januar  2009  (Fr.  10.-  und  Fr.  299.71) 
geleistete und am 5. Februar 2009 (Fr. 299.71) teilweise rückerstattete 
Kostenvorschuss (act. 22) noch in Höhe von Fr. 300.- zurückzuerstat-
ten ist,

dass  dem  vertretenen  Beschwerdeführer  –  unter  Berücksichtigung 
dessen, dass sein Vertreter durch den deutschen Staat für das gesam-
te Betreuungsmandat entschädigt werde und dieser den Aufwand für 
das vorliegende Verfahren nicht separat beziffern könne (vgl. act. 32) – 
keine  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  erwachsen 
sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 4  des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), weshalb ihm keine 
Parteientschädigung auszurichten ist,

dass dem Beschwerdeführer die ergänzende Stellungnahme der Vor-
instanz vom 14. Juli 2010 (act. 31) inkl. Stellungnahmen des ärztlichen 
Dienstes der IVSTA vom 6. Mai 2010 und 4. Juli 2010 (act. IV/95, 97) 
zur Kenntnis zuzustellen sind.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  insoweit  gutgeheissen,  als  die  Verfügung  vom 
9. Mai  2008  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurück-
gewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Er-
wägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.

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C-3783/2008

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete  Kosten-
vorschuss  wird  –  unter  Beachtung  der  bereits  erfolgten  teilweisen 
Rückerstattung – in Höhe von Fr. 300.- nach Eintreten der Rechtskraft 
des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilagen: 
Rückerstattungsformular, act. 31, act. IV/95, 97)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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