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**Case Identifier:** 119e9bb4-b6fc-5559-9053-6a48e9f36187
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.08.2021 200 2019 125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-125_2021-08-13.pdf

## Full Text

200 19 125 IV und
200 19 126 IV (2)
KNB/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. August 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. resp. 10. Januar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene, zuletzt bei der C.________ AG als ... tätig gewesene 
A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), meldete sich erstmal 
1999 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) unter Hinweis auf 
Arthrose im rechten Sprunggelenk zum Leistungsbezug an (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Die IV-
Stelle der Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft (IVBL) gewährte 
daraufhin berufliche Massnahmen (AB 13, 34, 64, 112, 118) und Hilfsmittel 
(AB 73, 191, 198) sowie Frühinterventionsmassnahmen (AB 214, 218). Mit 
Verfügung vom 10. März 2008 (AB 215) verneinte sie bei einem Invali-
ditätsgrad von 10 % einen Rentenanspruch, was mit Urteil des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft vom 12. Dezember 2008 (AB 247) bestätigt wurde.

Im April 2009 (AB 249) bzw. März 2010 (AB 271) meldete sich der Versi-
cherte erneut zum Leistungsbezug an (AB 249, vgl. AB 271), woraufhin die 
IVBL mit Verfügung vom 17. November 2010 (AB 283) bei einem Invali-
ditätsgrad von 10 % einen Rentenanspruch abermals verneinte. Diese Ver-
fügung blieb unangefochten.

B.

Im Juni 2016 meldete sich der Versicherte bei der IVB unter Hinweis auf 
einen Sehnenriss an der rechten Schulter wiederum zum Leistungsbezug 
an (AB 290). Die IVB tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Ab-
klärungen und gewährte Frühinterventionsmassnahmen (AB 320), veran-
lasste eine Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA; AB 336; vgl. 
Abklärungsbericht vom 19. April 2017 [AB 345]), gewährte eine Integrati-
onsmassnahme in Form eines Aufbautrainings (AB 363) und veranlasste 
eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung bei der D.________ (ME-
DAS-Gutachten vom 13. März 2018 [AB 381]). Am 9. April 2018 teilte die 
IVB dem Versicherten den Abschluss beruflicher Massnahmen mit 
(AB 387) und stellte mit Vorbescheid vom 13. April 2018 (AB 389) eine vom 

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1. Mai bis 31. Dezember 2017 befristete ganze Rente in Aussicht. Vertreten 
durch Fürsprecher B.________ stellte der Versicherte am 14. Mai 2018 
unter anderem ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung für das Ver-
fahren vor der IVB und für ein allfälliges Beschwerdeverfahren (AB 395). 
Nach erhobenem Einwand (AB 395 ff.) verfügte die IVB am 3. Januar 2019 
dem Vorbescheid vom 13. April 2018 (AB 389) entsprechend (AB 406). 
Zudem verfügte sie die Verrechnung der Rentennachzahlung im Betrag 
von Fr. 22'560.-- mit den vom 1. Mai bis 31. Dezember 2017 durch die 
E.________ erbrachten Krankentaggeldern und die Drittauszahlung an 
diese (S. 2). Mit Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407), welche die Ver-
fügung vom 3. Januar 2019 (AB 406) ersetze, verfügte die IVB erneut und 
sprach dem Versicherten denn auch nach wie vor eine vom 1. Mai bis zum 
31. Dezember 2017 befristete ganze Rente zu. Weiter verfügte sie jedoch 
eine Verrechnung mit den durch das Sozialamt F.________ bevorschuss-
ten Alimenten im Betrag von Fr. 3'640.-- und die Drittauszahlung in dieser 
Höhe an das Sozialamt F.________ sowie die Verrechnung des Restbetra-
ges (ausmachend Fr. 18'920.--) mit den durch die E.________ erbrachten 
Krankentaggeldern. Mit Verfügung vom 22. Januar 2019 (AB 408) wies die 
IVB das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung ab, soweit darauf ein-
zutreten sei.

C.

Mit Eingabe vom 13. Februar 2019 erhob der Versicherte, weiterhin vertre-
ten durch Fürsprecher B.________, Beschwerde mit folgenden Rechtsbe-
gehren:

1. Die Entscheide vom 3. Januar 2019, 10. Januar 2019 sowie 22. Januar 
2019 seien aufzuheben und die Akten an die Vorinstanz zur Neubeurtei-
lung zurückzuweisen.

2. Eventualiter seien die Entscheide aufzuheben und es sei dem Beschwer-
deführer ohne Unterbruch rückwirkend und unbefristet eine volle IV-
Rente zuzusprechen.

3. Die Vorinstanz sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, 
die IV-Rente bis zu einem rechtskräftigen Beschwerdeentscheid ohne 
Unterbruch weiterhin auszuzahlen.

4. Dem Beschwerdeführer sei sowohl für das erstinstanzliche Verfahren wie 
auch für das Beschwerdeverfahren das Recht zur unentgeltlichen Pro-

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zessführung unter Beiordnung des Unterzeichnenden als amtlicher An-
walt zu gewähren.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Februar 2019 trennte der Instrukti-
onsrichter das Verfahren betreffend die Verfügung vom 22. Januar 2019 
(unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren; AB 408) in ein 
separates Verfahren (IV/2019/127) ab. 

Das Gesuch um Weiterauszahlung der bisher zugesprochenen befristeten 
Rente im Sinne einer vorsorglichen Massnahme wies der Instruktionsrichter 
mit Verfügung vom 4. April 2019 ab.

Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort auf Abweisung 
der Beschwerde und reichte eine Kopie der Begründung betreffend die 
Verfügung vom 10. Januar 2019 nach (in den Gerichtsakten).

Erwägungen:

1.

1.1

1.1.1 Vorliegend sind sowohl die Verfügung vom 3. Januar 2019 (AB 406) 
als auch die Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407) angefochten. In der 
Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407) wurde festgehalten, dass diese 
die Verfügung vom 3. Januar 2019 (AB 407) ersetze. Gemäss Rz. 3002 
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) herausgegebenen 
Kreisschreibens über die Rechtspflege in der AHV, der IV, der EO und bei 
den EL (KSRP; gültig ab 1. Oktober 2005; Stand 1. April 2013) ist eine 
Rücknahme der Verfügung durch die Verwaltung vor Ablauf der Rechtsmit-
telfrist grundsätzlich möglich. Eine Rücknahme bedingt, dass die Verfügung 
noch nicht angefochten wurde (vgl. auch MARKUS MÜLLER, in: HER-
ZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechts-
pflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 56 N. 3). Anders als bei der Wie-

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dererwägung ist dabei nicht Voraussetzung, dass die Verfügung zweifellos 
unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Rz. 3002 
KSRP). 

Die Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407) ist den Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers sowie die Kinderrenten betreffend mit der Verfügung 
vom 3. Januar 2019 (AB 406) inhaltlich identisch. Einzig was die Drittaus-
zahlung der Rentennachzahlung im Betrag von Fr. 22'560.-- betrifft, wird in 
der Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407) nicht der ganze Betrag 
gemäss Verfügung vom 3. Januar 2019 (AB 406) mit den Krankentaggel-
dern der E.________, sondern ein Anteil von Fr. 3'640.-- mit den durch das 
Sozialamt F.________ bevorschussten Alimenten verrechnet und eine Drit-
tauszahlung in diesem Umfang an dieses verfügt. Vorliegend kann letztlich 
offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Rentenfrage 
zweimal über das Gleiche verfügen durfte bzw. ob eine der beiden Verfü-
gungen diesbezüglich nichtig ist. Fest steht, dass der Rechtsvertreter auf-
grund des Vorgehens der Beschwerdegegnerin darauf vertrauen durfte, 
dass die Rechtsmittelfrist erst mit der Verfügung vom 10. Januar 2019 
(AB 407) zu laufen begann, so dass die Beschwerde jedenfalls rechtzeitig 
erhoben wurde (betreffend Verrechnung und Drittauszahlung vgl. E. 1.2 in 
fine hiernach).

1.1.2 Die angefochtenen Verfügungen sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Verfügungen berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 

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Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 3. (AB 406) und 
10. Januar 2019 (AB 407). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hin-
sicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte 
und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung 
oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbe-
stritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Streitig 
und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine IV-Rente unter Ein-
schluss der vom 1. Mai bis zum 31. Dezember 2017 zugesprochenen gan-
zen Rente. Nicht angefochten ist vorliegend die Drittauszahlung/Ver-
rechnung. Insoweit ist die Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407), mit 
welcher betreffend die Drittauszahlung/Verrechnung die ursprüngliche Ver-
fügung vom 3. Januar 2019 (AB 406) wiedererwägungsweise angepasst 
wurde, in (Teil-)Rechtskraft erwachsen. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geltend. Er beanstandet, dass die Verfügung vom 
10. Januar 2019 keine Begründung enthalte (Beschwerde S. 2).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Begrün-
dungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die 

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Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen er-
möglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies 
ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmit-
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. 
In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-
den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre 
Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich 
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 
auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 
124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 2 S. 5 E. 4, 2017 KV Nr. 6 
S. 30 E. 5). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders 
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, 
wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer 
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 
Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll 
aber die Ausnahme bleiben (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 
2b S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 4.3). 

Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 
an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer 
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn 
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit 
zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 
S. 197; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2). 

2.3 Zutreffend ist, dass die Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407) 
keine Begründung enthält. Allerdings ist festzustellen, dass die Verfügung 
vom 3. Januar 2019 (AB 406) und die Verfügung vom 10. Januar 2019 
(AB 407) den Rentenanspruch betreffend identisch sind (vgl. E. 1.1.1 hier-
vor). Der Beschwerdeführer hatte demnach – wie die Beschwerdegegnerin 
in der Beschwerdeantwort (S. 2 lit. c Ziff. 3) ausführt – seit der begründeten 
Verfügung vom 3. Januar 2019 (AB 406) Kenntnis, mit welcher Begründung 
ihm die befristete Rente zugesprochen wurde. Dem Beschwerdeführer war 

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es somit möglich, gestützt auf die Ausführungen in der ersten Verfügung 
eine ausführlich begründete Beschwerde einzureichen. Ob dennoch und 
auch noch nach nachgereichter Begründung eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs resp. der Begründungspflicht vorliegt, kann vorliegend letzt-
lich offengelassen werden. Die beiden dem Beschwerdeführer eröffneten 
Verfügungen vom 3. resp. 10. Januar 2019 stimmen vom Wortlaut her be-
treffend die Höhe und Dauer des Rentenanspruchs überein. Ebenso stimmt 
auch die für die Verfügung vom 10. Januar 2019 (AB 407) mit Beschwer-
deantwort nachgereichte Begründung (in den Gerichtsakten) mit der ersten 
Begründung (vgl. AB 406) überein. Somit wäre selbst bei Bejahung einer 
Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der Sache an 
die Verwaltung im Sinne einer Heilung des Mangels abzusehen, da eine 
solche einem formalistischen Leerlauf gleichkäme (vgl. E. 2.2 hiervor). 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und 

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Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu 
arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

3.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 

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Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). 

3.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

3.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 11

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Juni 2016 
(AB 290) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-
urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Sodann ist mit der seit dem Unfall vom 2. Januar 2015 bestehenden 
Schulterproblematik (vgl. Notfallbericht vom 5. Januar 2015 [AB 332.62]) 
seit dem Referenzzeitpunkt im November 2010 (AB 283; vgl. E. 3.4.3) eine 
wesentliche gesundheitliche Veränderung eingetreten und damit ein Revi-
sionsgrund ausgewiesen (vgl. E. 3.4.1). Folglich ist der Rentenanspruch 
frei zu prüfen (vgl. E. 3.4.4 hiervor). 

4.2 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der Neuanmeldung vom 
Juni 2016 (AB 290) betrifft, ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen das 
Folgende:

4.2.1 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht über die Sprech-
stunde vom 17. Februar 2015 (AB 306 S. 20) als Diagnose eine posttrau-
matische Tendinopathie der Rotatorenmanschette (Supraspina-
tus/Infraspinatus) mit Begleitbursitis subacromiales/subdeltoidea sowie eine 
asymptomatische CG-Arthrose an der rechten Schulter fest. Nach einem 
Sturzereignis auf Glatteis am 2. Januar 2015 mit posttraumatischer Bewe-
gungseinschränkung und immobilisierenden Schulterschmerzen bestehe 
eine typische posttraumatische Entzündungsreaktion im Sinne einer Tendi-
nopathie der Rotatorenmanschette und Begleitbursitis, allenfalls unter Be-
teiligung der langen Bicepssehne.

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4.2.2 Dem Austrittsbericht von Dres. med. H.________ und I.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, über die Hospitalisation im Spital 
J.________, vom 20. bis 23. Januar 2016 (AB 306 S. 14), ist zu entneh-
men, dass am 20. Januar 2016 eine Schulterarthroskopie mit Rekonstrukti-
on der Supraspinatus- und Tenotomie der langen Bicepssehne sowie eine 
ACG-Resektion vorgenommen wurde. 

4.2.3 Im Austrittsbericht von K.________, Assistenzarzt, und 
Dr. med. G.________ über die Hospitalisation vom 11. bis 15. Mai 2016 im 
Spital J.________, (AB 306 S. 9) wurde als Diagnose eine U-förmige Re-
ruptur der Supraspinatussehne bei Medial Rotator Cuff Failure mit Gewe-
beinsuffizienz festgehalten. Ebenso wurde ausgeführt, dass am 11. Mai 
2016 eine diagnostische Schulterarthroskopie (Luft) in Form einer Mini-
open Revision mit Ankerentfernung, Margin-Convergence-Naht Supra-
/Infraspinatus ISP-Transfer, Conexa-Patch-Augmentation, subacromialer 
Adhäsiolyse und Acromioplastik sowie Biopsie-Entnahme stattgefunden 
habe. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Januar bis 
18. September 2016.

4.2.4 Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie, hielt im Gutachten vom 27. Juni 2016 (AB 308.3) zu Han-
den der E.________ Krankentaggeldversicherung als Diagnosen mit mögli-
cherweise langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Periar-
thropathia humeroscapularis rechts sowie ein operativ eingesteiftes oberes 
Sprunggelenk rechts fest (S. 6 Ziff. 3). Im Anschluss an die Operation vom 
11. Mai 2016 sollte spätestens nach vier Monaten wieder von der vollen 
Arbeitsfähigkeit als ... ausgegangen werden können. Für ...tätigkeiten, etwa 
des ..., die nicht mit Ein- und Ausladen von ... verbunden seien, sei nicht 
mit einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (S. 6 f. Ziff. 4). Für 
eine angepasste Verweistätigkeit (leicht- bis maximal mittelgradig körper-
lich belastende Arbeiten mit Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und 
gehender Körperhaltung zu wechseln, wobei ein repetitiver Armeinsatz 
oberhalb der Augenhöhe, sofern der Ellbogen nicht abgestützt werden 
könne, und ein Gehen auf unebenem Untergrund zu vermeiden seien) 
könne ab September 2016 keine anhaltende Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit begründet werden (S. 10 f. Ziff. 4 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 13

4.2.5 Dr. med. G.________ führte im Bericht über die Sprechstunde vom 
22. August 2017 (AB 346) als neue Diagnose einen Status nach Schul-
terarthroskopie mit Refixation der cranialen Subscapularissehne, Tenoto-
mie der langen Bicepssehne, subacromialer Bursektomie mit Acromioplas-
tik und AC-Gelenksresektion am 1. Mai 2017 der linken Schulter (…) auf. 
Insgesamt sei der Verlauf nach der Operation an der linken Schulter zeitge-
recht. Rechts zeige sich eine funktionell sehr gute Schulterbeweglichkeit 
bei bekanntem Befund einer Reruptur der Rotatorenmanschette mit 
schmerzarmem Zustand. Trotz der aktuell gut kompensierten Reruptur sei 
eine schwere körperliche Arbeit perspektivisch rechts nicht mehr möglich. 

4.2.6 Dr. med. M.________, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, 
hielt im Bericht vom 10. Oktober 2017 (AB 349) als Diagnose eine Sehnen-
scheidenentzündung Dig. IV rechts bei bekannter Überstreckbarkeit des 
Fingergelenks sowie einen Status nach Ringbandspaltung und einen Sta-
tus nach Kenacortinfiltration am DIG. III rechts bei Tendovaginitis stenos-
ans fest. Die Sehnenscheidenentzündung bestehe eigentlich ohne Blocka-
den.

4.2.7 Dr. med. G.________ und N.________, Assistenzarzt, hielten im 
Bericht über die Sprechstunde vom 27. Februar 2018 (AB 385) aktuell als 
zusätzliche Diagnose eine hypertrophe schmerzhafte AC-Gelenksarthrose 
fest.

4.2.8 Im orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom 13. März 2018 
(AB 381.1) hielten die Dres. med. O.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und P.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 49 Ziff. 11.1):

• Inoperable Ruptur der Supra- und Infraspinatussehne bei Status nach 
Margin-Convergence-Naht Supra-/Infraspinatus ISP-Transfer, Conexa-
Patch-Augmentation und Acromioplastik im Mai 2015, arthroskopischer 
Supraspinatussehnenrekonstruktion mit Tenotomie der langen Biceps-
sehne, Acromioclaviculargelenksresektion rechts im Januar 2016;

• Lumbovertebralsyndrom bei leichter Spondylarthrose L3/4, Diskusprotru-
sion L4/5 mit Spondylarthrose und Kontakt zur Nervenwurzel L4 rechts 
als auch L5 rechts und Osteochondrose sowie Spondylarthrose L5/S1;

• Zustand nach Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, 
bestehend von etwa Oktober 2016 bis Dezember 2017 (ICD-10 F43.21).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 14

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie die folgenden Diagno-
sen auf (Ziff. 11.2):

• Schmerzpersistenz bei Status nach arthroskopischer Refixation der 
Subscapularissehne, Tenotomie der langen Bicepssehne, Acromioplastik 
und Acromioclaviculargelenksresektion links im Mai 2017;

• Schmerzpersistenz nach Rearthrodese des unteren Sprunggelenks 
(USG) und Osteosynthesematerialentfernung im Mai 2010, USG-
Arthrodese im Februar 2017, Mosaikplastik mit Osteotomie des medialen 
Malleolus im September 2000, Arthroskopie oberen Sprunggelenks 
(OSG) mit Synovektomie und Pridie-Bohrungen, Tarsaltunnelspaltung mit 
Tibialisneurolyse, Tibialis posterior Synovektomie, Cuboidexostosenent-
fernung, Synovektomie der Peroneus brevis im November 1998 und 
Senk-/Spreizfuss rechts;

• Senk-/Spreizfuss links;
• Beinverkürzung links;
• Adipositas.

Im psychiatrischen Teilgutachten (AB 380.1) hielt Dr. med. P.________ 
fest, es liessen sich keine psychischen Störungen erheben. In Zusammen-
hang mit einer anhaltenden Schmerzsymptomatik und damit einhergehen-
den Beeinträchtigungen mit psychosozialen Problemen, insbesondere mit 
Einstellung des Taggeldes, habe der Beschwerdeführer etwa im Oktober 
2016 Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion entwickelt. 
Dabei habe es sich um einen leichten depressiven Zustand als Reaktion 
auf eine länger anhaltende Belastungssituation gehandelt, welche unter 
den beruflichen Eingliederungsmassnahmen bei der Abklärungsstelle 
Q.________ gebessert habe. Es liessen sich seither keine psychischen 
Störungen mit Krankheitswert erheben. Trotz der körperlichen Beschwer-
den bestünden keine Hinweise auf eine somatoforme Schmerzstörung, bei 
der die Schmerzen durch eine organische Störung nicht vollständig erklärt 
werden könnten und in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psy-
chosozialen Problemen stünden. Der Beschwerdeführer verfüge über vor-
handene und mobilisierbare Ressourcen, indem er derzeit den beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen nachginge, selbständig wohne, sich selbst 
versorge und sich vor allem für ...tätigkeiten interessiere. Es liessen sich 
soziale Kontakte erheben und er wirke gut kommunikationsfähig sowie gut 
kontaktfähig. Auch bestünden ausreichende Motivation und Interessen 
(S. 18 ff. Ziff. 7.2). 

Aus orthopädischer Sicht hielt Dr. med. O.________ fest, die Schmerzen in 
der rechten Schulter und die abnormen Untersuchungsbefunde derselben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 15

seien mit der bekannten, inoperablen Reruptur der Supra- und Infraspina-
tussehne nach zweimaliger Voroperation vereinbar. Die Schmerzen in der 
linken Schulter und die pathologischen objektiven Befunde derselben hin-
gegen seien bei unauffälligem postoperativem MRI nicht objektivierbar. Die 
lumbosakralen Schmerzen und die leicht pathologischen Untersuchungsbe-
funde der Lendenwirbelsäule seien durch die leichte Spondylarthrose L3/4, 
die Diskusprotrusion L4/5 mit Spondylarthrose und Kontakt zur Nervenwur-
zel L4 rechts als auch L5 rechts und Osteochondrose sowie Spondylarthro-
se L5/S1 erklärt. Die Ursache der Schmerzen im rechten Rückfluss blieben 
bei korrektem postoperativem klinischen und radiologischen Befund nach 
OSG- und USG-Arthrodese und Status nach fünffacher Voroperation unklar 
(AB 381.1 S. 15 Ziff. 7.2). Betreffend das Gutachten von 
Dr. med. L.________ (vgl. AB 308.3) hielt der Orthopäde fest, dieses sei 
nicht präzis und überholt. So sei ein Gutachten sechs Wochen nach der 
Operation noch nicht sinnvoll, zumal sich der Beschwerdeführer zu diesem 
Zeitpunkt noch in der postoperativen Rehabilitation befunden habe und das 
Endresultat nicht absehbar gewesen sei. Ein durchgeführter Eingriff sei 
nicht aufgeführt gewesen und die Diagnose einer Perarthropathia humero-
scapularis rechts sei falsch, ebenso sei auch die zweite Diagnose nicht 
komplett, zumal nicht nur eine Arthrodese des OSG, sondern auch des 
USG vorläge. Mittlerweile bestehe zudem ein veränderter Befund, nach-
dem es zu einer irreparablen Reruptur der Rotatorenmanschette rechts 
gekommen und links ebenfalls eine Rotatorenmanschettenrekonstruktion 
durchgeführt worden sei. Des Weiteren beklage der Beschwerdeführer jetzt 
auch lumbosakrale Schmerzen. Die Aussagen des Orthopäden 
Dr. med. G.________ seien widersprüchlich. So habe dieser im März 2017 
gefunden, die Tätigkeit als ... sei nicht zu empfehlen, fünf Monate später 
hingegen sei die Fahrtauglichkeit plötzlich gegeben, ohne dass sich der 
Befund insbesondere der rechten Schulter beim Rechtshänder verbessert 
hätte (AB 381.1 S. 16 Ziff. 7.5). 

Konsensual hielten die Gutachter fest, die Arbeitsfähigkeit als ..., bei der 
eine völlige Kontrolle des Fahrzeugs notwendig sei, sei wegen der inopera-
blen Reruptur der Supra- und Infraspinatussehne gesamthaft nicht mehr 
gegeben (Arbeitsunfähigkeit 100 %), da aufgrund der Einschränkungen der 
rechten Schulter keine 100%ige Kontrolle über den ... gewährleistet sei. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 16

Arbeitsunfähigkeit bestehe seit Mai 2016 (S. 50 Ziff. 12.1). Körperlich leich-
te Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und 
stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen 
und ohne regelmässige Arbeiten über Tischhöhe, könnten seit Oktober 
2016 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 100 % zugemutet werden. 
Vorangehend habe ab Mai 2016 bis zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der 
postoperativen Rehabilitation eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % gesamt-
haft bei voller Stundenpräsenz, ebenso wie von Mai bis September 2017 
bestanden. Von Oktober 2016 bis Dezember 2017 sollte es sich zudem um 
Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne 
erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Konzentration, 
ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbe-
lastung handeln (Ziff. 12.2).

4.2.9 Dr. med. R.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht vom 24. Juni 
2018 (AB 400) einen Verdacht auf ein nozizeptives Schmerzsyndrom am 
rechten Unterschenkel bei Status nach tibiotalocalcanearer Arthrodese 
rechts 2012 fest.

4.2.10 Im Bericht über die Sprechstunde vom 8. Mai 2018 (BB 12) hielt 
Dr. med. G.________ hinsichtlich der rechten Schulter fest, die Schulter-
funktion sei klinisch noch relativ gut kompensiert. Die Schmerzsituation für 
den Beschwerdeführer jedoch inakzeptabel. Auch links bestünden weiter-
hin deutlich postoperativ Schmerzen, die jedoch deutlich geringer seien. 
Auch hier sei die Schulterfunktion gut kompensiert und der Kraftstatus der 
Rotatorenmanschette ordentlich. Eine deutlich bessere Belastbarkeit dieser 
Schulter müsste gegeben sein. So dürften körperfern keine Lasten von 
mehr als ein bis zwei Kilogramm über das Brustniveau gehoben werden 
und keine Überkopftätigkeiten ausgeführt werden. Körpernahes Heben bis 
maximal zehn Kilogramm auf Hüftniveau sei möglich. Die Fahrtauglichkeit 
seitens der Schulter sei ab sofort gegeben.

4.2.11 Dr. med. S.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht über die Konsul-
tation vom 21. Januar 2019 (BB 14) fest, es bestehe eine bilaterale 
Schulterpathologie, welche einer gewinnbringenden operativen Behandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 17

leider nicht zugänglich sei. Es bestehe die Frage, ob allenfalls eine neuro-
logische Affektion (mit proximalem Atrophiemuster) vorliegen könnte, wes-
halb gegebenenfalls eine neurologische Standortbestimmung angemessen 
erscheine.

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

4.4 Die orthopädisch-psychiatrische Expertise vom 13. März 2018 
(AB 381) erfüllt die Voraussetzung der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 4.3 hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spe-
zialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind für 
die streitigen Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend be-
gründet. Die fachärztliche Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 18

ist schlüssig und widerspruchsfrei. Dem Gutachten kommt damit voller Be-
weiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. 

Sowohl den vor als auch den nach dem Gutachten erstellten Berichten der 
behandelnden Ärzte lassen sich keine Aspekte oder Befunde entnehmen, 
die bei der Begutachtung nicht berücksichtigt worden wären. So zeigte der 
orthopädische Gutachter denn auch schlüssig auf, weshalb die durch 
Dr. med. L.________ erstellte Expertise überholt ist: Neben dem Umstand, 
dass eine abschliessende Beurteilung sechs Wochen nach der Operation 
nicht als sinnvoll erscheint, da das Endresultat noch nicht absehbar war, 
wurden auch unzutreffende bzw. unvollständige Diagnosen gestellt. Hinzu 
kommt, dass sich auch der Befund verändert hat, nachdem es zu einer 
offenbar irreparablen Reruptur der Rotatorenmanschette gekommen ist. In 
Bezug auf die Einschätzung der Fahrtauglichkeit durch 
Dr. med. G.________ wies Dr. med. O.________ sodann zutreffend auf die 
sich widersprechenden Aussagen des behandelnden Arztes hin (AB 381.1 
S. 16 Ziff. 7.5). So hielt dieser im März 2017 zunächst fest, eine Tätigkeit 
als ... sei aufgrund der funktionellen Einschränkungen nicht zu empfehlen 
(AB 341 S. 4), woraufhin er diesem Umstand widersprechend ab August 
2017, ohne, dass sich der Befund geändert hätte, eine Fahrtauglichkeit des 
Beschwerdeführers festhielt (AB 346). Für eine leitliniengerechte Begutach-
tung durch die Dres. med. O.________ und P.________ spricht im Weite-
ren, dass in ihrer Expertise auf bis anhin durch die behandelnden Ärzte 
noch nicht diskutierte Komponenten hingewiesen wurde. So führten die 
Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht 
(erstmals) die Diagnose eines Lumbovertebralsyndroms und aus psychia-
trischer Sicht (erstmals) einen Zustand nach Anpassungsstörungen mit 
längerer depressiver Reaktion (bestehend von Oktober 2016 bis Dezember 
2017; AB 381.1 S. 49 Ziff. 11.1) auf. 

Weiter wurde weder im Abklärungsbericht AMA vom 19. April 2017 
(AB 345) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten 
Tätigkeit festgehalten (vgl. Beschwerde S. 7) noch hielt einer der behan-
delnden Ärzte und insbesondere auch der behandelnde Orthopäde, 
Dr. med. G.________, keine solche fest. Vielmehr formulierte dieser in sei-
nem (nach dem Gutachten erstellten) Bericht vom 8. Mai 2018 (BB 12) ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 19

Zumutbarkeitsprofil, wonach keine körperfernen Lasten von mehr als ein 
bis zwei Kilogramm über das Brustniveau gehoben werden könnten und 
keine Überkopftätigkeiten ausgeführt werden dürften. Körpernahes Heben 
sei bis maximal zehn Kilogramm auf Hüftniveau möglich. Dies entspricht 
denn auch im Wesentlichen dem gutachterlich festgehaltenen Zumutbar-
keitsprofil, mit welchem vorliegend davon auszugehen ist, dass lediglich 
körperliche leichte Tätigkeiten (…) ohne regelmässige Arbeiten über Tisch-
höhe möglich sind (vgl. AB 381.1 S. 50 Ziff. 12.2). Dies ist mit der Weglei-
tung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit resp. zur Einschätzung der zu-
mutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit der Swiss 
Insurance Medicine (SIM; Interessengemeinschaft Versicherungsmedizin 
Schweiz, S. 10 [abrufbar unter <www.swiss-insurance-medicine.ch>]) 
vereinbar, wird das Belastungsniveau nach dieser doch wie folgt eingeteilt: 

Belastungsniveau Maximale Belastung
sehr leicht (vorwiegend sitzend) 5 kg
leicht 10 kg
leicht bis mittelschwer 15 kg
mittelschwer 25 kg
schwer 45 kg
sehr schwer > 45 kg

Die Gutachter haben folglich in überzeugender und schlüssiger Weise eine 
für eine angepasste (leichte) Tätigkeit volle Arbeitsfähigkeit attestiert, so 
dass sich in psychischer Hinsicht eine Indikatorenprüfung erübrigt (vgl. 
BGE 143 V 409 E. 4.5.3 S. 417). Die Berichte der behandelnden Ärzte - 
soweit diese von der Einschätzung der Gutachter überhaupt abweichen - 
vermögen damit keine Zweifel an der Einschätzung der Experten zu 
wecken. 

Was den Bericht der Abklärungsstelle Q.________ vom 6. April 2018 
(AB 386) betrifft, hielt diese zwar zunächst fest, die gezeigten Leistungen 
seien so nicht verwertbar, wies aber anschliessend darauf hin, dass 
Tätigkeiten, primär PC-Arbeiten, möglich seien, womit auch hier letztlich 
nicht von einer Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit 
ausgegangen wird. Im Übrigen ist es vorab Aufgabe der Ärzte, die 
zumutbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit festzulegen (vgl. MEY-
ER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 
2014, Art. 28a N. 239 und N. 263).

http://www.swiss-insurance-medicine.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 20

Schliesslich vermögen auch die Ausführungen des Beschwerdeführers zu 
seiner gesundheitlichen Situation (Beschwerde S. 6 f.) die Feststellungen 
im Gutachten nicht in Frage zu stellen. Zudem lassen sich dem der Be-
schwerde beigelegten Bericht von Dr. med. S.________ vom 21. Januar 
2019 (BB 14) keine neuen Tatsachen resp. Befunde entnehmen, die eine 
massgebliche Verschlechterung im Bereich der Schulter belegten. Insofern 
enthält auch dieser Bericht keinen Aspekt, der durch die Gutachter nicht 
berücksichtigt worden wäre. Zwar zieht Dr. med. S.________ eine neurolo-
gische Affektion in Erwägung, inwiefern eine solche im Zusammenhang mit 
der bereits bekannten Schulterpathologie stehen könnte, wird allerdings 
nicht dargelegt. Vielmehr handelt es sich um differenzialdiagnostische 
Mutmassungen ohne objektivierbare medizinische Grundlagen. Folglich ist 
auch dieser Bericht nicht geeignet, Zweifel an der orthopädisch-
psychiatrischen Expertise vom 13. März 2018 (AB 381) zu wecken.

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass keine konkreten Indizi-
en vorliegen, die gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprächen oder 
Anlass geben, die gutachterlichen Einschätzungen in Frage zu stellen. Mit-
hin ist auf das voll beweiskräftige Gutachten abzustellen. 

4.5 Somit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer entsprechend dem im 
MEDAS-Gutachten (AB 381) formulierten Zumutbarkeitsprofil in einer lei-
densadaptierten, d.h. einer körperlich leichten Tätigkeit in temperierten 
Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinier-
te, reklinierte und rotierte Körperhaltungen und ohne regelmässige Arbeiten 
über Tischhöhe, seit Oktober 2016 vollständig arbeitsfähig ist, mit Ausnah-
me für den Zeitraum von Mai 2017 bis Oktober 2017, für welchen im Rah-
men der postoperativen Rehabilitation eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
bestand. Von Oktober 2016 bis Dezember 2017 sollte es sich zudem um 
Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne 
erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Konzentration, 
ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbe-
lastung handeln.

Da der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist, kann in antizi-
pierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) auf weitere Be-
weismassnahmen verzichtet werden (vgl. Beschwerde S. 7). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 21

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepass-ten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeit-
punkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen Daten 
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 22

lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer dop-
pelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 
16 E. 4.1 S. 20).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

Unter Berücksichtigung der Neuanmeldung im Juni 2016 (AB 290) und der 
sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ist der frühestmög-
liche Rentenbeginn im Dezember 2016. Die Voraussetzung, wonach 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch eine durchschnittliche 
Arbeitsunfähigkeit von 40 % bestanden haben muss (vgl. Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG), ist jedoch erst im Mai 2017 erfüllt, so wurde dem 
Beschwerdeführer im MEDAS-Gutachten vom 13. März 2018 (AB 381.1) 
ab Mai 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit als ... attestiert (S. 50 Ziff. 12.1). Gestützt auf die gutachterliche 
Einschätzung war der Beschwerdeführer von Mai bis September 2017 auf-
grund der postoperativen Rehabilitation vollständig arbeitsunfähig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 23

(Ziff. 12.2), weshalb es ihm nicht möglich war, ein Invalideneinkommen zu 
erzielen. Damit beträgt der Invaliditätsgrad für diesen Zeitraum 100 %, wo-
mit ihm ab Mai 2017 eine ganze Rente zuzusprechen ist. 

5.3 Die vollständige Arbeitsunfähigkeit dauerte bis September 2017 an. 
Seit Oktober 2017 beträgt die Arbeitsfähigkeit - gemäss dem überzeugen-
den Gutachten - in einer angepassten Tätigkeit 100 % (AB 381.1 S. 50 
Ziff. 12.2). Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Frist von Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]) ist der Invaliditätsgrad für den Zeitraum ab 1. Ja-
nuar 2018 neu zu bestimmen. 

5.4 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Bestimmung des Validenein-
kommens auf das bei der C.________ AG zuletzt erzielte Einkommen ab 
(vgl. AB 406 S. 5). Dies ist nicht zu beanstanden, obschon der Beschwer-
deführer erst seit 10. März 2014 bei dieser Arbeitgeberin arbeitete (vgl. 
AB 300 S. 2 Ziff. 2.1). Es lässt sich den Angaben der ehemaligen Arbeitge-
berin entnehmen, dass das Arbeitsverhältnis seitens Arbeitgeberin auf-
grund sehr häufiger Abwesenheiten des Beschwerdeführers gekündigt 
worden sei (AB 300 S. 2 Ziff. 2.1 f.), da dieser seit dem 2. Januar 2015 im-
mer wieder arbeitsunfähig gewesen sei (AB 300 S. 3 Ziff. 2.7; vgl. hierzu 
auch AB 332.23). Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen, dass die Stelle aus gesundheitlichen Gründen gekündigt wur-
de und der Beschwerdeführer ohne den am 2. Januar 2015 erfolgten Sturz 
auf die Schulter (vgl. AB 332.62; 332.80) bzw. bei guter Gesundheit weiter-
hin als ... bei der C.________ AG tätig wäre. 

Der Beschwerdeführer erzielte als ... bei der C.________ AG im Jahr 2016 
ein monatliches Einkommen von Fr. 5'300.-- (AB 300 S. 3 Ziff. 2.10). Das 
Valideneinkommen für das Jahr 2018 beläuft sich folglich indexiert pro 
2018 (gemäss Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016-2019, lit. 
h [Verkehr und Lagerei; 2016: 100.1, 2018: 100.4]) auf Fr. 63'790.60 
(Fr. 5'300.-- x 12 Monate / 100.1 x 100.4).

5.5 Für das Invalideneinkommen ist auf statistische Werte abzustellen, 
da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihm 
zumutbare Tätigkeit aufgenommen hat (vgl. E. 5.1.2 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 24

Auszugehen ist dabei von der LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Total, Männer, Kompetenzniveau 1, im Betrag von monatlich Fr. 5'340.-- 
bzw. jährlich Fr. 64'080.--. Indexiert auf das Jahr 2018 (gemäss Tabelle 
T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016-2019, Total: 2016: 100.6, 2018: 
101.5]) und angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle „Be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden 
pro Woche“ des Bundesamtes für Statistik, Total) resultiert ein Betrag von 
Fr. 67'401.05 (Fr. 64'080.-- / 100.6 x 101.5 / 40 Stunden x 41.7 Stunden).

Der von der Beschwerdegegnerin in den angefochtenen Verfügungen ge-
währte 10%ige leidensbedingte Abzug (vgl. E. 5.1.2 hiervor) ist nicht zu 
beanstanden (vgl. Beschwerde S. 6), da die möglichen Tätigkeitsbereiche 
durch die gesundheitlichen Einschränkungen und die damit verbundenen 
Auswirkungen auf das Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 4.5 hiervor) reduziert 
sind. Somit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 60'660.95 
(Fr. 67'401.05.-- x 0.9). 

Der Beschwerdeführer rügt, es gebe keine dem Zumutbarkeitsprofil ent-
sprechende Arbeitsstelle (Beschwerde S. 6). Die Beschwerdegegnerin 
weist jedoch zu Recht darauf hin (Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7), dass der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt ein theoretischer und abstrakter Begriff ist. Er 
berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht und umfasst auch 
tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote. Damit ist nicht 
massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarkt-
verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verblie-
bene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn auf dem für sie 
nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten in Betracht fallenden Teil des 
Arbeitsmarktes die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräf-
ten entsprächen. Zudem umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch 
Nischenarbeitsplätze, bei welchen gesundheitlich beeinträchtigte Personen 
mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können 
(Entscheid des BGer vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4).

5.6 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 63'790.60 und 
einem Invalideneinkommen von Fr. 60'660.95 resultiert ab 1. Januar 2018 
ein Invaliditätsgrad von gerundet 5 % ([Fr. 63'790.60 - Fr. 60'660.95] x 100 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 25

/ Fr. 63'790.60), womit ab Januar 2018 kein Rentenanspruch des Be-
schwerdeführers mehr besteht (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV).

Selbst bei Gewährung des maximalen Abzuges von 25 % (vgl. Beschwerde 
S. 6) resultierte ab dann, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte 
(Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 6), ein nicht rentenbegründender Invaliditäts-
grad von gerundet 21 % ([Fr. 63'790.60 - Fr. 50'550.80 {Fr. 67'401.05 x 
0.75}] x 100 / Fr. 63'790.60).

6.

Nach dem Dargelegten sind die angefochtenen Verfügungen vom 3. 
(AB 406) und 10. Januar 2019 (AB 407) hinsichtlich des Rentenbetreffnis-
ses nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzu-
weisen.

7.

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist angesichts der sozialhilferecht-
lichen Unterstützung ausgewiesen (vgl. Beschwerdebeilage [BB] 15). Das 
Verfahren ist nicht als von vornherein aussichtlos zu bezeichnen und eine 
anwaltliche Verbeiständung ist geboten, so dass ihm die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren ist unter Beiordnung von Fürsprecher 
B.________ als amtlicher Anwalt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 26

7.2 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in 
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und 
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- 
festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien.

7.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Festzusetzen bleibt indes das amtliche Ho-
norar von Fürsprecher B.________.

7.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

In der Kostennote vom 30. März 2020 macht Fürsprecher B.________ 
90 % des Aufwandes von 20 Stunden à Fr. 250.-- (ausmachend Fr. 5'000.--
), zuzüglich Auslagen von Fr. 136.80 (90 % von Fr. 152.--), ausmachend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 27

Fr. 4'636.80 (90 % von Fr. 5'152.--) zuzüglich Mehrwertsteuer von 
Fr. 357.05 (7.7 % von Fr. 4‘636.80), total ausmachend Fr. 4'993.85, gel-
tend. Der Aufwand erscheint unter Würdigung der gesamten Umstände, 
der Bedeutung der Streitsache sowie im Vergleich zu gleichgelagerten Fäl-
len als gerade noch angemessen und gibt keinen Anlass für eine Korrektur. 
Das amtliche Honorar ist auf Fr. 4'024.55 ([90 % von 20 Stunden à 200.--, 
zuzüglich Auslagen von Fr. 136.80 [90 % von Fr. 152.--], ausmachend 
Fr. 3'736.80 {90 % von Fr. 4'152.--}] und Mehrwertsteuer von Fr. 287.75 
[7.7 % von Fr. 3'736.80]) festzusetzen. Der Beschwerdeführer hat dem 
Kanton Bern diese Kosten nach den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO 
– d.h. sobald er innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur 
Nachzahlung in der Lage ist – nachzubezahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. Fr. 4'993.85 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 4'024.55 festge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 28

setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 

6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2021, IV/19/125, Seite 29

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.