# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38519106-6f90-5522-bffe-4caf0e55121b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-26
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch während der Dauer der Eingliederungsmassnahmen ist aufgrund der klaren gesetzlichen Regelung zu verneinen
**Docket/Reference:** IV.2013.00419
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00419.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00419
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig
Urteil
vom
26. September 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Regula Schmid
Engelgasse 2, 9004 St. Gallen
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1969,
arbeitete zuletzt von März 1990 bis Ende Juli 2011 in einem Pensum von 100 % als Hilfsmetzger und war zudem von Mai 2008 bis Ende April 2011 als
Zeitungsverträger
tätig (Urk. 8/2 Ziff. 5.4). Am 20. Mai 2010 zog sich der Versicherte bei einem Sturz von einer Leiter Prellungen am Nacken und am linken Unterarm sowie eine Distorsion des rechten Knies zu (Urk. 8/13/57 Ziff. 4, 6 und 9, Urk. 8/13/95) und war in der Folge zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. Urk. 8/13/95 Ziff. 8).
Am 24. Mai 2011 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2), worauf d
ie IV-Stelle medizi
nische und erwerbliche Abklärungen (Urk. 8/10-11, Urk. 8/14
, Urk. 8/44
)
tätigte,
die Akten des Unfallversicherers bei
zog
(Urk. 8/13
, Urk. 8/43)
und eine
funkti
onsorientierte
medizinische Abklärung veranlasste (Urk. 8/17).
Nachdem die IV-Stelle und der Versicherte am 2. Dezember 2011
eine Ziel
-
verein
barung
betreffend Arbeitsvermittlung getroffen hatten (Urk. 8/25), gewährte die IV-Stelle mit Mitteilung
en
vom 23. Februar 2012
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 8/34)
und übernahm im Rahmen
von Frühinterventionsmassnahmen die Kosten für
eine
Chauffeurausbildung
(Urk. 8/35
, Urk. 8/39
). Am 27. August 2012 wurde die Arbeitsvermittlung ab
geschlossen (Urk. 8/38).
Seit dem
4. November 2012 arbeitet der Versicherte als selbstständig erwerbender Taxifahrer (Urk. 8/54). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 8/49-52, Urk. 8/55
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. März 2013 einen Rentenanspruch (Urk. 8/57 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 26. März 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 7. Mai 2013 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer ganzen Rente ab 1. Dezember 2011 bis zum Abschluss der beruflichen Eingliederung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2013 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Versicherten am
4.
September 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Verwaltung hat die massgeblichen Gesetzesbestimmungen über die Voraus
-
set
zungen
für den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
und
die Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleiches (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, in Verbindung
mit Art. 28 Abs. 2 IVG
)
zutreffend dargelegt, weshalb darauf verwiesen werden kann.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Beschwerdeführer von Mai 2010 bis Ende August 2011 sowohl in seiner an
gestammten als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig war (Urk. 2 S. 1). Seit September 2011 könne der Beschwerde
führer hingegen zu 100 % einer behinderungsangepassten Tätigkeit nachgehen. Ob eine entsprechende Tätigkeit bereits ausgeübt werde oder nicht, sei nicht re
levant. Auch wenn die Umschulung erst zu einem späteren Zeitpunkt abge
schlossen worden sei, habe dennoch ab September 2011 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestanden. Da die Anmeldung verspätet erfolgt sei, könne ein Anspruch frühestens per 1. Dezember 2011
entstehen
(S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin ergänzend dazu insbesondere aus, während Frühinterventionsmassnahmen oder berufli
chen Eingliederungsmassnahmen bestehe grundsätzlich kein Anspruch auf eine Rente, weil eine solche gerade voraussetze, dass keine Eingliederungsmassnah
men mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden könnten (Urk. 7 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
er habe am 18. September 2012 die praktische Prüfung zum Buschauffeur bestanden (Urk. 1 S. 2 Ziff. III.1). Für den Einsatz als Buschauffeur bei de
n
Y.___
fehlten ihm jedoch noch die nötigen Deutschkenntnisse, er benötige ein Deutschdiplom
der Stufe C
1.
Derzeit besuche er über das Regionale
Arbeitsver
mittlungszentrum
einen Deutschkurs der Stufe B1 (S. 3 Ziff. III.2). Im jetzigen Zeitpunkt könne daher die Tätigkeit als Taxifahrer als Vergleichseinkommen angenommen werden (S. 3 Ziff. III.3).
Der Abschluss der Umschulung sei noch nicht erfolgt und er könne noch nicht als eingegliedert betrachtet werden. Bis die Umschulung zum Buschauffeur abgeschlossen sei, bestehe daher grundsätz
lich ein Rentenanspruch (S. 3 Ziff. III.4). Der vorgenommene
Einkommensver
gleich
sei zudem nicht richtig (S. 3 f. Ziff. III.5).
2.3
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass der Beschwerde
führer seit dem 20. Mai 2010 in seiner bisherigen Tätigkeit als Hilfsmetzger vollständig arbeitsunfähig ist. Ebenfalls unbestritten ist sodann weiter, dass seit September 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit für behinderungsangepasste Tätig
keiten gegeben ist
(vgl. Urk. 8/17 S. 5)
und ein Rentenanspruch
aufgrund der
verspäteten Anmeldung
frühestens ab Dezember 2011
(vgl. Urk. 8/2, Art. 29 Abs. 1 IVG)
besteht.
Strittig und zu prüfen ist demnach einzig der Rentenanspruch des Beschwerde
führers bis zum Abschluss der beruflichen Eingliederungsmassnahmen sowie der Einkommensvergleich.
3.
3.1
Am 31. August sowie 1. September 2011 wurde im
Z.___
eine Funktionsorientierte Medizinische Abklä
rung (FOMA) durchgeführt. Die verantwortlichen Ärzte nannten in ihrem Be
richt vom 23. September 2011 (Urk. 8/17) folgende Diagnosen (Urk. 8/17/2-3 Ziff. 1):
-
belastungsabhängige Knieschmerzen rechts mit/bei
-
Status nach partieller Ruptur des vorderen Kreuzbandes und des
la
-
tera
len
Kollateralbandes (gemäss Akten infolge Sturzereignis am 20. Mai 2010)
-
leichter medial betonter
Gonarthrose
-
fortgeschrittener, rechtsbetonter
Femoropatellararthrose
beidseits
-
Oberschenkelmuskulatur-Atrophie rechts
-
Überlastung durch Adipositas
-
Partialruptur der
Supraspinatussehne
links bei Status nach
Schulterkon
tusion
20. Mai 2010
-
Adipositas
-
Status nach
Krampfadernoperation
im Unterschenkelbereich beidseits 2007 (anamnestisch)
Die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiter im Schlachthof und in der
Zerlegerei
, welche als schwere, sowohl die Knie- als auch die Schultergelenke repetitiv be
lastende Tätigkeit mit Ziehen und Stossen eine gute Standfestigkeit mittels der Beine erfordere, sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar (Urk. 8/17 S. 5 Ziff. 6.1). Für eine körperlich leichte bis mittelschwere wechselpositionierte (ste
hende, gehende und sitzende) Tätigkeit, mit Arbeiten maximal in Bauchhöhe, mit Einsatz der Arme manchmal sei der Beschwerdeführer jedoch zu 100 % ar
beitsfähig
. Auch mit einer allfälligen erneuten erfolgreichen Meniskusoperation und mit einer erfolgreichen
Supraspinatusoperation
werde der Beschwerdefüh
rer kaum ein wesentlich höheres Belastungsprofil, als es die derzeitige Moment
aufnahme bei der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit ergeben habe, an den Tag legen können
(S. 5 Ziff. 6.2).
Gestützt auf diesen Bericht, welcher im Übrigen weder vom Beschwerdeführer noch von der Beschwerdegegnerin bestritten wurde, ist der medizinische Sach
verhalt als dahingehend erstellt zu
e
rachten, dass der Beschwerdeführer seit September 2011 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
3.2
Was sodann die
durchgeführten
Eingliederungsmassnahmen betrifft, so ge
währte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit Schreiben vom
23. Februar 2012 vom
5. Dezember 2011 bis 2. Juni 2012 Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche (
Urk. 8/25,
Urk. 8/34) und kam in der Folge auch für die Kosten der Chauffeurausbildung Kategorie D bei den
Y.___
auf (Urk. 8/35
, Urk. 8/39
)
. Am 18. September 2012 bestand der Beschwerdeführer die praktische Prüfung zum Buschauffeur (vgl. Urk. 8/51 S. 1).
Zudem belegte der Beschwerdeführer vom 13. Februar bis 8. Mai 2012 ei
nen Deutschkurs (Urk. 8/40 S. 2 unten), welcher von der Arbeitslosenversiche
rung finanziert wurde (vgl. Urk. 3/
6 S. 2)
,
und führte diesen ab 26. November 2012 weiter (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 3, Urk. 3/4)
.
Der Beschwerdeführer beantragte weder die Durchführung weiterer beruflicher Massnahmen noch die Auszahlung eines Taggeldes der Invalidenversicherung, so dass die Eingliederungsmassnahmen der Beschwerdegegnerin als
im Septem
ber 2012
abgeschlossen zu gelten haben (vgl. auch Urk. 8/38).
3.3
Was sodann
die
strittige Frage des Rentenanspruchs
ab 1. Dezember 2011 bis zum Abschluss der beruflichen Eingliederung
betrifft
(Urk. 1 S. 2 Ziff.
I.2), be
wirkt d
er in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz „Eingliederung vor Rente“, dass die Rente grundsätzlich hinter einer Eingliederungsmassnahme be
ziehungsweise dem damit verbundenen Taggeld zurücktreten muss (
Rz
9001 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH)
und ein Rentenanspruch erst nach Beendigung der Eingliederungsmass
nahmen entstehen kann (
Art. 29 Abs. 2 IVG
).
Darunter fallen gemäss
Art. 8 Abs. 3 IVG auch die dem Beschwerdeführer zugesprochene Umschulung (Urk. 8/35, Urk. 8/39) und Arbeitsvermittlung (Urk. 8/34).
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezog und damit vorerst kein Anspruch auf das Taggeld
der Invalidenversicherung
bestand
(Art. 18 Abs.
4
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
, vgl.
auch Urk. 1 S. 3 Ziff. 4), vermag daran nichts zu ändern.
Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenzahlungen während der
ge
-
währ
ten
Eingliederungsmassnahmen ist damit aufgrund der klaren gesetzli
chen Regelung zu verneinen
.
4.
4.1
Der Vollständigkeit halber ist sodann
der Rentenanspruch des Beschwerdefüh
rers nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen im September 2012 zu prüfen. Unbestrittenermassen war der Beschwerdeführer bereits vor Abschluss der beruflichen Massnahmen in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % ar
beitsfähig
(vgl. vorstehend E. 3.1)
, so dass auch ab September 2012 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
auszugehen ist.
Im Folgenden ist daher der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers aufgrund
eines
Einkom
mensvergleiches
zu ermitteln.
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und all
fälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
gegli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Be
zieh
ung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbs
ein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestim
men lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.
3.4.2
mit Hinweisen).
4.2
Für
die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Valideneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person auf
grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei un
veränderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweis), wobei für die Vornahme des Einkommensvergleiches grundsätzlich
auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt de
s
mutmasslichen
Rentenbeginns
, mithin auf das Jahr
2012, abzustellen ist (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Vor dem Unfall im Mai 2010 war der Beschwerdeführer in einem Pensum von 100 % als Hilfsmetzger angestellt und arbeitete zusätzlich als
Zeitungsverträger
(vgl. Urk. 8/2 Ziff. 5.4). Gemäss den Angaben der früheren Arbeitgeberin er
zielte der Beschwerdeführer zuletzt im Jahre 2011 ein Jahreseinkommen in der Höhe von Fr. 68‘705.-- (Urk. 8/14 Ziff. 2.10).
Unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnerhöhung
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2011: 2171, Stand 2012: 2188; Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbs
-
einkommen
, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies ein
Jahresein
-
kommen von Fr. 69‘243.-- (Fr. 68‘705.
-- :
2171 x 2188). Hinzu kommt das Einkommen, welches der Beschwerdeführer mit seiner Nebentätigkeit als
Zeitungsverträger
erzielte. Aufgrund der schwankenden Einkommen ist dabei
vom durchschnittlichen Einkommen der letzten drei Jahre auszugehen. Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto betrug dieses im Jahre 2008 Fr. 4‘060.--
, im Jahre 2
009 Fr. 4‘194.--
sowie im Jahre 2010 Fr. 767.-- und Fr. 3‘796.--
(Urk. 8/10 S.
1
).
Dies ergibt durchschnittlich rund Fr. 4‘
272
.--, so dass unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung (vgl. vorstehend, Stand 200
9
:
2136
, Stand 2012: 2188) von rund Fr. 4‘3
76
.-- auszugehen ist. Insgesamt resul
tiert damit ein
Valideneinkommen
von Fr.
73‘619.--.
4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruf
lich-er
werb
lichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon
kret steht
.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik kann - aus
nahmsweise - der Lohn eines einzelnen Sektors ("Produktion" oder "Dienstleis
tungen") oder gar einer bestimmten Branche hergezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwer
tung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
).
Der Beschwerdeführer arbeitet seit November 2012 zwar als Taxifahrer (Urk. 8/54), jedoch übt er diese Tätigkeit erst seit kurzem aus und es handelt sich bei dieser weder existenzsichernden noch angemessen
entlöhnten
Arbeit
um eine Übergangslösung, bis er eine Anstellung als Buschauffeur findet. Die
Ausbildung zum Buschauffeur
hat der Beschwerdeführer
mit der praktischen Prüfung am 18. September 2012 erfolgreich abgeschlossen
(Urk. 8/51 S. 1)
und verb
essert nun noch seine Deutschkenntnisse (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 3, Urk. 3/4, Urk. 8/40 S. 2 unten), um die Voraussetzungen einer Anstellung
bei den
Y.___
zu erfüllen. Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers ist daher für die Berechnung des Invalideneinkommens auf den
Bran
chenlohn
als Buschauffeur abzustellen.
Der mittlere Lohn für Männer mit Be
rufs- und Fachkenntnissen im Bereich des Landverkehrs betrug gemäss der LSE im Jahre 2010 monatlich Fr. 5‘257.-- (LSE 2010, Bundesamt für Statistik, Neu
enburg 2012, TA1, Landverkehr, Niveau 3). Unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnerhöhung
(vgl. vorstehend E. 4.2, Stand 2010: 2151, Stand 2012: 2188) sowie einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42.7 Stunden (Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Landverkehr; Arbeit und Erwerb, Er
werbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) ergibt dies ein monatliches Einkommen in der Höhe von Fr. 5‘708.40 (Fr. 5‘257.-- : 2151 x 2188 : 40 x 42.7), mithin rund Fr. 68‘501.-- im Jahr.
4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung können dem Beschwerdefüh
rer nur noch körperlich leichte bis mittelschwere
wechselpositio
nierte
Tätigkeiten mit Arbeiten maximal in Bauchhöhe und nur gelegentlichem Einsatz der Arme zugemutet werden. Ein leidensbedingter Abzug von 5 % trägt damit den Gegebenheiten des vorliegenden Falles angemessen Rechnung.
4.5
Bei einem Abzug von 5 % beträgt das Invalideneinkommen (vorstehend E. 4.3) rund Fr. 65‘076.
--
(
Fr. 68‘501.--
x 0.95), womit sich bei einem
Valideneinkom
men
von Fr. 73‘619.
--
(vorstehend E. 4.2) eine Einkommenseinbusse von Fr. 8‘543.
-- ergibt. Dies entspricht einem rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad
von gerundet 12 %. Die angefochtene Verfügung vom 26. März 2013 er
weist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr. 700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Regula Schmid
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der
Be
-
weismit
tel
und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKübler-Zillig