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**Case Identifier:** 4ff75cba-95e1-5f3e-bd62-11078cfb037d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.12.2018 100 2018 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-84_2018-12-06.pdf

## Full Text

100.2018.84U
DAM/TST/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Dezember 2018

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiber Tschumi

Einwohnergemeinde Studen
handelnd durch den Gemeinderat, Hauptstrasse 61, Postfach 128, 
2557 Studen BE
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführerin 

gegen

A.________ AG
handelnd durch die statutarischen Organe 
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdegegnerin 

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baubewilligung; Neubau Tankstelle mit Shop (Entscheid der 
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 19. Februar 
2018; RA Nr. 110/2017/104)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 20. Februar 2014 reichte der Inhaber einer Einzelunternehmung ein 
Baugesuch für den Abbruch der bestehenden Gebäude sowie den Neubau 
einer Tankstelle mit Shop auf der Parzelle Studen Gbbl. Nr. 1________ ein. 
Das Grundstück liegt gemäss dem Zonenplan der Einwohnergemeinde 
(EG) Studen in der Wohn- und Gewerbezone WG3. In der Folge übernahm 
die A.________ AG das Bauprojekt und trat in das laufende Baubewilli-
gungsverfahren ein. Mit Gesamtentscheid vom 7. August 2017 erteilte das 
Regierungsstatthalteramt (RSA) Seeland die beantragte Bewilligung und 
wies die dagegen gerichteten Einsprachen ab, darunter diejenige der 
EG Studen. Das bewilligte Projekt umfasst drei Zapfsäulen, einen Shop mit 
einer Verkaufsfläche von ca. 120 m2, ein Lager von 70 m2 sowie 12 Park-
plätze.

B.

Gegen den Gesamtentscheid des RSA Seeland erhob die EG Studen am 
4. September 2017 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirek-
tion des Kantons Bern (BVE). Diese wies die Beschwerde mit Entscheid 
vom 19. Februar 2018 ab.

C.

Dagegen hat die EG Studen am 21. März 2018 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzu-
heben und die Baubewilligung für das Vorhaben der A.________ AG sei zu 
verweigern (Bauabschlag).

Mit Beschwerdeantwort vom 9. April bzw. mit Vernehmlassung vom 5. April 
2018 schliessen die A.________ AG und die BVE je auf Abweisung der 
Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Bauge-
setzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Die Beschwerdebefugnis der 
Gemeinde ergibt sich aus Art. 79 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 40 Abs. 5 und 2 
BauG (vgl. BVR 1998 S. 227 E. 1a; neustens VGE 2017/181/183 vom 
18.4.2018 E. 1.1; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, 
Band I/II, 4. Aufl. 2013/2017, Art. 40-41 N. 5a). Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ist einzig zu beurteilen, ob die Vor-
instanz die projektierte Tankstelle mit Shop zu Recht als zonenkonform 
beurteilt hat. Die Gemeinde stellt hingegen – wie bereits im vorinstanzli-
chen Verfahren (angefochtener Entscheid E. 2a) – nicht in Frage, dass das 
Bauvorhaben die bundesrechtlichen Lärmschutzgrenzwerte voraussichtlich 
einhalten wird (vgl. Beschwerde S. 3 ff.; ferner Beschwerdeantwort S. 3).

2.1 Eine Baubewilligung setzt unter anderem voraus, dass die Baute 
oder Anlage dem Zweck der Nutzungszone entspricht, mithin zonenkon-
form ist (Art. 22 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über 
die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]; Art. 2 BauG). 
Anknüpfungspunkt für die Beurteilung der Zonenkonformität bilden die von 
der Gemeinde für den betreffenden Zonentyp erlassenen Vorschriften (vgl. 
Art. 4 i.V.m. Art. 69 Abs. 1 und 2 Bst. a BauG; vgl. BVR 1997 S. 267 E. 2b; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 71 N. 4). Die kommunalen Zonenvorschriften 
äussern sich zum Zweck der Nutzungszone, bestimmen darüber hinaus 

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aber auch die in der Zone zulässigen und verbotenen Einwirkungen, soweit 
diese nicht bereits durch das übergeordnete Bundesrecht abschliessend 
vorgegeben sind (BVR 2010 S. 113 E. 3.1; VGE 2010/430 vom 29.3.2012, 
in ZBl 2012 S. 378 E. 7.3; Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, 
Art. 22 N. 21). In diesem Sinn hält Art. 24 Abs. 1 BauG fest, dass Bauten 
und Anlagen nicht zu Einwirkungen auf die Nachbarschaft führen dürfen, 
die der Zonenordnung widersprechen.

2.2 Die auf der Bauparzelle in der WG3 zulässigen Nutzungen sind in 
Art. 19 des Baureglements der EG Studen vom 29. April 1999 (GBR) wie 
folgt festgelegt:

Art. 19 Wohn- und Gewerbezonen
1 Die Wohn- und Gewerbezonen WG3 und WG2 sind gemischte Zonen 
für Wohn-, Gewerbe- und Bürobauten.
2 Zugelassen sind neben den Wohnbauten mässig störende Betriebe. 
Ausgeschlossen sind gewerbliche Nutzungen, die ein überdurch-
schnittlich hohes Mass an quartierfremdem Motorfahrzeugverkehr ver-
ursachen, z.B. Einkaufszentren, Discountläden usw.

Die Zone ist gemäss Art. 16 Abs. 1 GBR i.V.m. Art. 43 Abs. 1 Bst. c der 
Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) sowie 
Art. 16 Abs. 2 i.V.m. Art. 27 GBR der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III 
zugewiesen.

2.3 Unbestritten ist, dass die projektierte Tankstelle mit Shop grundsätz-
lich dem in Art. 19 Abs. 1 GBR festgelegten Zonenzweck entspricht und 
einen «Betrieb» im Sinn von Art. 19 Abs. 2 GBR darstellt (vgl. zum weiten 
Betriebsbegriff Fritzsche/Bösch/Wipf, Zürcher Planungs- und Baurecht, 
Band 2, 5. Aufl. 2011, S. 773). Unterschiedlich beurteilen die Beteiligten 
dagegen, ob das Bauvorhaben die weiteren Zonenvorschriften des zweiten 
Absatzes von Art. 19 GBR einhält. Streitpunkt ist dabei namentlich die 
Frage, welche rechtliche Tragweite den Begriffen «mässig störend» 
(Satz 1) und «überdurchschnittlich hohes Mass an quartierfremdem Mo-
torfahrzeugverkehr» (Satz 2) zukommt, zumal sich das GBR dazu nicht 
näher äussert. Immerhin stimmen die Beteiligten (zu Recht) darin überein, 
dass es sich bei diesen Wendungen um unbestimmte Rechtsbegriffe des 
kommunalen Rechts handelt, deren Sinngehalt durch Auslegung zu ermit-
teln ist (zum unbestimmten Gesetzesbegriff BVR 2017 S. 418 E. 4.4 mit 

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Hinweis; ferner statt vieler Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 413 f.).

2.4 Die Gemeinden sind im Bereich ihrer Bau- und Zonenordnung im 
Rahmen der gesetzlichen Regelungen und der übergeordneten Planung 
autonom (Art. 65 Abs. 1 BauG). Bei der Anwendung ihrer eigenen Normen 
kommt ihnen deshalb ein Beurteilungsspielraum zu und die Rechtsmitte-
linstanzen auferlegen sich gegenüber der Auffassung der Gemeinde ent-
sprechend eine gewisse Zurückhaltung (BVR 2015 S. 263 E. 5.1, 2012 
S. 20 E. 3.2). Beurteilungsspielraum geniessen die Gemeinden allerdings 
nur bei der Wahl zwischen mehreren rechtlich haltbaren Auslegungen einer 
Norm (BVR 2016 S. 79 E. 4.6). Für die Frage, ob die Auslegung der Ge-
meinde haltbar ist, ist auch von Bedeutung, wie sie die zur Diskussion ste-
hende Gemeindevorschrift bisher in der Praxis verstanden und gehandhabt 
hat (BVR 2010 S. 113 E. 4.4 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung). Zudem kann, wenn wie im vorliegenden Fall kommunale 
Begriffe auszulegen sind, die in vergleichbarem Kontext auch in den Bau-
reglementen anderer Gemeinden vorkommen, ergänzend deren Praxis 
herangezogen werden, soweit diese Ausdruck einer allgemeinen Übung ist 
(vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 69 N. 4 mit Bezug auf das Musterbaureg-
lement des Kantons).

2.5 Im hier zu beurteilenden Fall hat die Gemeinde nicht als rechtsan-
wendende Behörde über das Baugesuch entschieden. Ob sie sich in dieser 
Situation auf die Gemeindeautonomie berufen kann, hat das Verwaltungs-
gericht wiederholt offengelassen (BVR 2012 S. 20 E. 3.2, 2009 S. 551 
E. 3.6.2). Nach neuerer Rechtsprechung ist die Frage zu bejahen (vgl. VGE 
2017/351 vom 14.11.2018 E. 6.2 [zur Publ. bestimmt; noch nicht rechts-
kräftig] mit Hinweis auf BGer 1C_484/2016 vom 28.6.2017 E. 2.1.2; anders 
hingegen BGer 1C_11/2008 vom 25.9.2008 E. 3.2). Entscheidend ist, dass 
hier ein geschützter Autonomiebereich besteht, der zu respektieren ist. Das 
gilt für kantonale Behörden unabhängig davon, ob sie als verfügende Be-
hörde oder als Rechtsmittelinstanz über eine Baubewilligung befinden. Nur 
so wird im Übrigen ein wirksamer Rechtsschutz ermöglicht, sind doch Ge-
meinden aus autonomierechtlichen Gründen auf dem Gebiet des Bau- und 

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Planungsrechts in der Regel zur Beschwerde befugt (vgl. vorne E. 1.1; in 
diesem Sinn auch bereits BGer 5.10.1983, in BVR 1984 S. 18 E. 2b).

3.

Zur Frage, ob das umstrittene Bauvorhaben als «mässig störender Betrieb» 
zu betrachten ist, ergibt sich, was folgt:

3.1 Die Gemeinde kritisiert vorab den Umstand, dass die Tankstelle mit 
Shop auch ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten offen sein soll. Es sei 
namentlich in den Abendstunden mit Lärmbelästigungen und Mehrverkehr 
zu rechnen. Da gerade in dieser Zeit das Ruhebedürfnis der Anwohnerin-
nen und Anwohner besonders ausgeprägt und die Attraktivität des Tank-
stellenshops besonders gross sei, sei das Bauvorhaben mit den massge-
blichen Zonenvorschriften nicht vereinbar (Beschwerde S. 5 ff., insb. S. 6 
und 8).

3.2 Mit Blick auf die von der Gemeinde befürchteten Lärmstörungen ist 
zunächst in Erinnerung zu rufen, welche Tragweite kommunalen Zonenvor-
schriften im Bereich des Lärmschutzes neben der eidgenössischen Um-
weltschutzgesetzgebung zukommt:

3.2.1 Während das Lärmschutzrecht die konkreten Auswirkungen der 
einzelnen Anlagen im Auge hat und diese vorab anhand bestimmter Be-
lastungsgrenzwerte beurteilt, zielt die Nutzungsplanung mit der Umschrei-
bung zulässiger Typen von Bauten oder Anlagen darauf ab, durch Immissi-
onen verursachte Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen. Diese Art 
der Vorsorge ist eine klassische Aufgabe der Raumplanung und insofern 
dem umweltrechtlichen Immissionsschutz vorgelagert (BVR 2007 S. 321 
E. 5.3). Eigenständige Bedeutung neben dem Bundesumweltrecht haben 
Bestimmungen des kommunalen und kantonalen Bau- und Planungsrechts 
daher, soweit sie die Frage regeln, ob eine Baute oder Anlage am vorge-
sehenen Ort aus raumplanerischen Überlegungen erstellt und ihrer Zweck-
bestimmung übergeben werden darf. Dies gilt auch, wenn die für den Cha-
rakter eines Quartiers wesentlichen Nutzungsvorschriften mittelbar dem 
Schutz der Nachbarn vor Übelständen verschiedenster Art dienen (BGE 

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118 Ib 590 E. 3a; BGer 1A.132/1999 und 1P.358/1999 vom 25.1.2000, in 
ZBl 2001 S. 163 E. 2b/bb; Peter M. Keller, in Kommentar USG, 2002, 
Art. 65 N. 12). Von Bedeutung sind insoweit vorab Immissionsvorschriften, 
die Nutzungsart und -intensität aus raumplanerischen Motiven normieren 
(sog. bau- und planungsrechtlicher Immissionsschutz; BGE 118 Ia 112 
E. 1b; BVR 2016 S. 402 E. 8.6.4, 2010 S. 113 E. 5.1, 2005 S. 443 E. 5.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 9 ff., insb. N. 10).

3.2.2 Als Nutzungsvorschriften haben solche baurechtlichen Immissions-
beschränkungen abstrakte Geltung: Im Unterschied zum umweltrechtlichen 
Immissionsschutz ist unerheblich, ob ein generell ausgeschlossener Be-
trieb im konkreten Fall stören würde oder nicht. Ausschlaggebend ist viel-
mehr, ob die fragliche Nutzung typischerweise, nach der allgemeinen Le-
benserfahrung, Belästigungen zur Folge hat, die über das hinausgehen, 
was mit der betreffenden Zone noch verträglich ist. Entscheidend für die 
Zonenkonformität ist mit anderen Worten das abstrakte und nicht das kon-
krete Störpotenzial des betreffenden Betriebs (zum Ganzen BVR 2012 
S. 334 E. 8.3, 2005 S. 443 E. 5.3, bestätigt durch BGer 1P.160/2004 vom 
27.1.2005 E. 4.4; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 8). Anders als die Ge-
meinde meint (vgl. Beschwerde S. 5), ist für die Beurteilung der Zonen-
konformität folglich nicht massgebend, ob in der fraglichen Wohn- und Ge-
werbezone derzeit die Wohnnutzung überwiegt.

3.2.3 Wohn- und Gewerbezonen, in denen lediglich «mässig störende 
Betriebe» zugelassen sind, sind nach dem vorstehend Gesagten nicht nur 
bundesrechtlich der Lärmempfindlichkeitsstufe III zugewiesen (Art. 43 
Abs. 1 Bst. c LSV). Vielmehr soll raumplanungsrechtlich darüber hinaus 
das gesunde Wohnen vor übermässigen Beeinträchtigungen verschiedener 
Art geschützt werden. Ein Betrieb gilt dabei nach allgemeinem Verständnis 
als «mässig störend», wenn davon auszugehen ist, dass er die Wohnnut-
zung in der Nacht und zur üblichen Freizeit nicht beeinträchtigt, und die von 
ihm ausgehenden Störungen während der übrigen Zeit aus wohnhygieni-
scher und gesundheitspolizeilicher Sicht noch hingenommen werden 
können (BVR 1986 S. 211 E. 4a; VGE 2009/81 vom 30.6.2009 E. 4.3.3; 
BVE 5.3.2004, in BVR 2005 S. 334 E. 3b).

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3.3 Die abstrakte Geltung des bau- und planungsrechtlichen Immis-
sionsschutzes bedeutet allerdings nicht, dass die Frage, welche Störungen 
in einer bestimmten Zone noch hinzunehmen sind, ungeachtet der örtlichen 
Verhältnisse zu beurteilen wäre. Vielmehr kann oft erst aus der örtlichen 
Übung oder aus dem Konzept der raumplanerischen Zonenausscheidung 
in der betreffenden Gemeinde auf die Art der zugelassenen Bauten in den 
einzelnen Zonen geschlossen werden (vgl. BVR 2005 S. 443 E. 3.1; BGer 
1A.199/2000 und 1P.373/2000 vom 5.6.2001 E. 6d/cc mit Hinweis).

3.3.1 Das GBR der EG Studen unterscheidet im Wesentlichen die folgen-
den Zonen: Wohnzonen (Art. 18 GBR), Wohn- und Gewerbezonen (Art. 19 
GBR), Gewerbezonen (Art. 20 GBR), Industriezonen (Art. 21 GBR) und 
Kernzonen (Art. 22 GBR). In den Wohnzonen sind nebst Wohnbauten und 
den für den täglichen Lebensbedarf der Quartierbewohnerinnen und -
bewohner notwendigen Ladengeschäften «baulich und betrieblich nicht 
störende Kleingewerbe (Coiffeur, Schneideratelier, Arztpraxis und derglei-
chen)» gestattet. In der Kernzone sind «nicht störende Gewerbebetriebe» 
zonenkonform. In der Gewerbezone und in der Industriezone dürfen dage-
gen grundsätzlich nur Büro-, Gewerbe- und Industriegebäude erstellt wer-
den; Wohnungen sind für das standortgebundene Personal zugelassen, 
sofern wohnhygienisch tragbare Verhältnisse bestehen. Aus dieser Eintei-
lung der Baugebiets geht hervor, dass in der gemischten Zone – im Ge-
gensatz zur Wohnzone und zur Kernzone – Gewerbebetriebe erlaubt sind, 
die ein gewisses Mass an Unannehmlichkeiten mit sich bringen, solange 
diese nicht übermässig sind. Allgemein gesprochen gehören in die ge-
mischte Zone Betriebe mit mittlerem Störpotenzial, deren Ansiedlung in der 
Gewerbezone oder der Industriezone nicht zwingend ist. In diesem Rah-
men soll in der Wohn- und Gewerbezone entsprechend ihrem gemischten 
Zonenzweck grundsätzlich ein gleichberechtigtes Nebeneinander von 
Wohnen und Gewerbe möglich sein (vgl. auch VGer SG B 2009/71-72 vom 
18.3.2010, in GVP 2010 Nr. 39 E. 3.2.1 f.).

3.3.2 Dass Wohnbauten in der gemischten Zone der EG Studen nicht den 
gleichen Schutz vor störenden Immissionen beanspruchen können wie in 
der Wohnzone und in der Kernzone, zeigt sich auch am kommunalen Zo-
nenplan vom 29. April 1999 (Vorakten BVE Beilage zu pag. 26 f.). Danach 

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befinden sich entlang der Kantonsstrasse im Wesentlichen gemischte Zo-
nen sowie Gewerbe- und Industriezonen, während die Wohnzonen und die 
Kernzonen zur Hauptsache auf der von der Kantonsstrasse abgewandten 
Seite an Erstere anschliessen. Diese Zonenausscheidung lässt das (raum-
planerisch sinnvolle) Konzept erkennen, wonach die Gemeinde für die 
lärmempfindliche Wohnnutzung die von der Kantonsstrasse weiter ent-
fernten Gebiete vorsieht, während lärmgeneigtere Nutzungen grundsätzlich 
entlang der Kantonsstrasse angesiedelt werden sollen.

3.4 Vor diesem planerischen Hintergrund ist der Frage nachzugehen, 
welche Bedeutung den Betriebszeiten für Vorhaben in der Wohn- und Ge-
werbezone der Gemeinde zukommt.

3.4.1 Das ursprüngliche Baugesuch sah vor, die Tankstelle täglich wäh-
rend 24 Stunden zu betreiben und den Shop von 6.00 bis 23.00 Uhr zu 
öffnen (Vorakten RSA pag. 55). Nachdem sich die Gemeinde ablehnend 
zum Baugesuch geäussert hatte (Stellungnahme vom 14.5.2014, Vorakten 
RSA pag. 91 ff.), erklärte sich die Bauherrin bereit, die Betriebszeiten der 
Tankstelle und des Shops einzuschränken (Schreiben der Beschwerde-
gegnerin vom 22.7.2014, Vorakten RSA pag. 113). Gemäss dem Gesamt-
entscheid vom 7. August 2017 sollen Tankstelle und Shop nunmehr von 
Montag bis Samstag von 6.00 bis 22.00 Uhr und am Sonntag von 7.00 bis 
21.00 Uhr geöffnet sein (Gesamtentscheid vom 7.8.2017, Vorakten RSA 
pag. 384 ff.).

3.4.2 Die Gemeinde bringt vor, die vorgesehenen Betriebszeiten der 
Tankstelle mit Shop wichen von den Ladenöffnungszeiten üblicher Betriebe 
ab. Sie unterschieden sich nicht nur von den zulässigen Arbeitszeiten ge-
mäss dem Bundesgesetz vom 13. März 1964 über die Arbeit in Industrie, 
Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz, ArG; SR 822.11), sondern sie gingen 
auch weit über die gemäss Art. 10 Abs. 1 und 2 des Gesetzes vom 
4. November 1992 über Handel und Gewerbe (HGG; BSG 930.1) erlaubten 
Öffnungszeiten hinaus. Das Mass der Abweichung lässt das Bauprojekt 
nach Auffassung der Gemeinde als zonenfremd erscheinen (Beschwerde 
S. 8 ff.).

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3.4.3 Allgemein trifft zu, dass der zeitliche Umfang einer bestimmten Nut-
zung einen erheblichen Einfluss auf die Frage der Zonenkonformität haben 
kann (VGE 20719 vom 27.4.2000 E. 5a). Dabei steht ausser Frage, dass 
Betriebe, die ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten Lärm verursachen, in 
einem gewissen Spannungsverhältnis zur Wohnnutzung stehen. Ohne zu-
sätzliche Vorgaben in den Zonenvorschriften darf der Begriff «mässig stö-
rende Betriebe» jedoch nicht ohne weiteres so ausgelegt werden, dass 
darunter generell nur diejenigen fallen, die ausschliesslich während den 
üblichen Arbeitszeiten geöffnet sind. Eine diesem engen Begriffsverständ-
nis entsprechende allgemeine Übung ist weder dargetan noch ersichtlich. 
Im Allgemeinen gelten in der gemischten Zone vielmehr auch Restaurants 
und Lokale als zonenkonform, die in den Abendstunden oder sogar nachts 
offen sind (z.T. mit Überzeitbewilligungen; vgl. etwa Waldmann/Hänni, 
a.a.O., Art. 22 N. 37; zur Praxis anderer Gemeinden hinten E. 3.6). Abwei-
chendes ergibt sich auch nicht aus den Lärmschutzvorschriften des Orts-
polizeireglements der EG Studen vom 13. Juni 2007, die als Ausdruck der 
in einer Gemeinde vorherrschenden Meinung oder Gepflogenheiten hin-
sichtlich des Ruhebedürfnisses der örtlichen Bevölkerung angesehen wer-
den können (vgl. im Zusammenhang mit den umweltrechtlichen Vorgaben 
VGE 22986 vom 13.2.2008, in URP 2008 S. 604 E. 7.5 mit Hinweisen). 
Gemäss diesen Bestimmungen beginnt die Nachtruhe, während der kein 
Lärm verursacht werden darf, um 22.00 Uhr und dauert bis um 6.00 Uhr 
(Art. 7 Abs. 1 des Ortpolizeireglements).

3.4.4 Bei dieser Ausgangslage vermag die Gemeinde mit ihrem Verweis 
auf das HGG (und das ArG, soweit es für die Beurteilung der Zonenkon-
formität überhaupt massgebend sein sollte) nichts zu ihren Gunsten abzu-
leiten. Im Übrigen ist anzumerken, dass Tankstellenshops mit einer Ver-
kaufsfläche bis zu 120 m2 gemäss den Vorgaben von Art. 10 Abs. 3 Bst. a 
HGG täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet sein dürfen. Unter diesem 
Gesichtswinkel ist damit fraglich, ob die vorgesehenen Betriebszeiten der 
Tankstelle mit Shop überhaupt als unüblich bezeichnet werden können.

3.5 Was die von der Gemeinde selbst geübte Praxis angeht, hat die 
Vorinstanz unter anderem auf die beiden ebenfalls in der gemischten 
Wohn- und Gewerbezone befindlichen Gastgewerbebetriebe 

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«B.________» und «C.________» verwiesen (angefochtener Entscheid 
E. 2e S. 7 f.):

3.5.1 Beim Betrieb «B.________» handelt es sich um einen Takeaway- 
und Pizzalieferdienst mit acht Innensitzplätzen und bewilligten Öffnungs-
zeiten von täglich 5.00 bis 0.30 Uhr (Betriebsbewilligung vom 10.10.2017, 
Vorakten BVE nach pag. 48; vgl. zu den Lieferzeiten <www…..ch>). 
Folglich kann auch bei diesem Betrieb nicht ausgeschlossen werden, dass 
es vereinzelt zu Ruhestörungen ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten 
kommt. Da der Betrieb am Abend sogar länger geöffnet ist als die 
streitbetroffene Tankstelle, kann zudem nicht gesagt werden, sein abs-
traktes Störpotenzial sei wesentlich geringer. Anders als die Gemeinde 
meint (Beschwerde S. 10), spielt auch keine ausschlaggebende Rolle, dass 
der Betrieb «B.________» selber keine Parkplätze zur Verfügung stellt, 
zumal die Kundschaft andere Parkierungsmöglichkeiten in der Umgebung 
des Lokals nutzen dürfte und auch der Betrieb selber durch die Ausliefe-
rung der Esswaren Verkehrslärm verursacht.

3.5.2 Der Betrieb «C.________» besteht aus einem Hotel, einem 
Tropenpflanzenrestaurant, einer Pizzeria, einem Fitness-Studio, Seminar-
räumen und einer Minigolfanlage mit insgesamt rund 200 Parkplätzen (vgl. 
die Internetseite des Betriebs <www…..ch>). Die bewilligten Öffnungs-
zeiten des Restaurants und der Pizzeria bewegen sich ebenfalls täglich von 
5.00 bis 0.30 Uhr, wobei die Pizzeria «D.________» zudem über eine 
generelle Überzeitbewilligung verfügt (Betriebsbewilligung vom 14.9.2017, 
Vorakten BVE nach pag. 48; vgl. zu den tatsächlichen Öffnungszeiten 
<www…..ch>). Im Vergleich zur hier interessierenden Tankstelle mit Shop 
weist ein Gastgewerbebetrieb von dieser Grösse ein erheblich grösseres 
typisches Störpotenzial auf. Daran ändert das von der Gemeinde 
vorgebrachte Argument nichts, wonach sich ein Gast in diesem Gastge-
werbebetrieb im Regelfall länger aufhalte als in der vorgesehenen Tank-
stelle mit Shop (Beschwerde S. 10 f.). Denn angesichts der Grösse des 
Betriebs und des Umfangs der angebotenen Dienstleistungen können 
keine Zweifel daran bestehen, dass die Intensität und Frequenz des Publi-
kumsverkehrs beim Betrieb «C.________» insgesamt kaum geringer ist als 
beim strittigen Bauvorhaben. Ferner ist auch der Einwand der Gemeinde 

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nicht entscheidend, die Parkplätze des Betriebs «C.________» seien durch 
das Hotel gegen die Wohnzone abgeschirmt (Beschwerde S. 10), zumal es 
bei der abstrakten baurechtlichen Beurteilung der Lärmemissionen gerade 
nicht auf die konkreten Einwirkungen auf die benachbarten Grundstücke 
ankommt (vorne E. 3.2.2).

3.5.3 Zusammenfassend zeigt der Vergleich mit den Gastgewerbebetrie-
ben «B.________» und «C.________» auf, dass die Gemeinde in der 
Vergangenheit Gastgewerbebetriebe in der gemischten Wohn- und 
Gewerbezone mit mindestens vergleichbarem bzw. grösserem 
Störpotenzial zugelassen bzw. sich nicht dagegen zur Wehr gesetzt hat. 
Diese Praxis steht im Widerspruch zu dem von der Gemeinde nunmehr 
vertretenen Begriffsverständnis. Der Umstand, dass der Betrieb 
«C.________» ursprünglich unter Geltung der Bauordnung aus dem Jahr 
1959 bewilligt wurde, ändert daran nichts. Gemäss den Angaben auf der 
Internetseite des Betriebs «C.________» (<www…..ch>, Rubriken «Über 
uns/Geschichte») wurde dieser seit den 1960er Jahren in regelmässigen 
Abständen um- bzw. ausgebaut, soweit ersichtlich ohne dass sich die 
Gemeinde dagegen zur Wehr gesetzt oder eine Umzonung des Betriebs in 
eine Gewerbezone angestrebt hätte. Die Gemeinde hat sich zudem im Jahr 
2017 – d.h. unter Geltung des hier einschlägigen Art. 19 Abs. 2 GBR – 
auch nicht gegen die Erteilung der erwähnten Überzeitbewilligung für die 
Pizzeria «D.________» ausgesprochen (vgl. Vorakten BVE Beilage zu 
pag. 48). Im Gegenteil stellt sie sich auf den Standpunkt, dass eine 
Überzeitbewilligung für einen Gastgewerbebetrieb der «Eigenart und 
Struktur und dem Dorfcharakter dieser typisierten, in der WG zugelassenen 
Nutzungsart» entspreche (Beschwerde S. 11). Damit bringt die Gemeinde 
klar zum Ausdruck, dass sie den Betrieb «C.________» mit der generellen 
Überzeitbewilligung auch unter heutigem Recht als zonenkonform erachtet.

3.6 In Bezug auf die Praxis in anderen Gemeinden ergibt sich, was 
folgt:

3.6.1 Auch in anderen Gemeinden wurden Betriebe mit Öffnungszeiten 
ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten als mässig störend eingestuft und in 
der gemischten Wohn- und Gewerbezone in mehreren Fällen als zulässig 
beurteilt: Gastwirtschaftsbetrieb mit Überzeitbewilligung (BVR 2000 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
Seite 13

S. 122), Autowaschanlage mit täglichen Öffnungszeiten von 6.00 bis 
22.00 Uhr (BVE 19.6.2002, in BVR 2003 S. 401), Tankstelle mit Shop bis 
22 bzw. 21 Uhr (OGer AR O4V 15 24 vom 26.1.2017). Das Bundesgericht 
schützte sodann einen Entscheid, nach dem eine Tankstelle mit Shop und 
Autowaschanlage in einer Wohn- und Kleingewerbezone der Stadt Rhein-
felden zulässig ist, in der sogar nur «wenig störendes Kleingewerbe mit 
Wohnbaucharakter» gestattet war (BGer 1A.199/2000 und 1P.373/2000 
vom 5.6.2001). Soweit die Beschwerdeführerin dieses Urteil als mit dem 
vorliegenden Fall nicht vergleichbar erachtet, weil die dort auszulegende 
Zonenvorschrift Läden und Tankstellen ausdrücklich zugelassen habe (Be-
schwerde S. 8), trifft dies gerade nicht zu: Wie das Bundesgericht in E. 6c 
des erwähnten Urteils ausführt, fand sich die von der Beschwerdeführerin 
erwähnte beispielhafte Aufzählung zugelassener Betriebstypen zwar in 
einer früheren Bestimmung der Bauordnung der Stadt Rheinfelden. Diese 
Bestimmung war zum Urteilszeitpunkt aber bereits aufgehoben.

3.6.2 Für mehr als nur «mässig störend» und mit dem gesunden Wohnen 
in der gemischten Wohn- und Gewerbezone unvereinbar erachtete die BVE 
einen Gastgewerbebetrieb mit Kultur- und Unterhaltungsstätte, in der pro 
Jahr 64 Anlässe bis 22.00 Uhr (Ausstellungen, Kleintheater, Jugendgrup-
pen, Vereinsanlässe usw.), 22 Anlässe bis 1.00 Uhr (Konzerte, Discos) und 
33 Anlässe bis 3.00 Uhr (Privatpartys, Hochzeiten, Geburtstage) mit bis zu 
200 Personen stattfinden sollten (BVE 3.1.2000, in BVR 2000 S. 365). 
Grund dafür war insbesondere der Umstand, dass laute Gespräche der 
Leute, die spät nachts nach Hause gehen, das Zuschlagen von Autotüren, 
häufiges Zu- und Wegfahren von vielen Autos, das Parkieren derselben vor 
den Wohnhäusern, wie dies bei Anlässen dieser Grössenordnung kaum zu 
vermeiden sei, das Ruhebedürfnis der Anwohnerinnen und Anwohner im 
betroffenen Quartier sehr stark beeinträchtigten. Zudem erschienen die 
Angaben der Beschwerdeführenden sehr glaubwürdig, wonach bei den 
bisherigen Anlässen das Schlafen selbst bei geschlossenem Fenster zum 
Teil nicht möglich gewesen sei (E. 5 des erwähnten Entscheids). Aus-
schlaggebend war zudem, dass es bei bereits durchgeführten Veranstal-
tungen nicht gelang, mit einem Ordnungs- und Parkdienst die zonenwidri-
gen Auswirkungen für das Quartier genügend zu unterbinden (E. 6 des 
erwähnten Entscheids).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
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3.6.3 Im hier zu beurteilenden Fall liegen keine vergleichbaren Umstände 
vor: Nicht nur schliessen sowohl die Tankstelle als auch der Shop spätes-
tens um 22.00 Uhr, weshalb während der örtlichen Nachtruhe keine Lärm-
immissionen zu erwarten sind. Überdies ist aufgrund der vorgesehenen 
Anzahl von Kundenparkplätzen davon auszugehen, dass selten mehr als 
10 Kundinnen oder Kunden den Betrieb der Beschwerdegegnerin gleich-
zeitig aufsuchen werden. Auch wenn nicht gänzlich auszuschliessen ist, 
dass einzelne Kundeninnen oder Kunden unnötigen Lärm verursachen, 
darf der Kundschaft nicht unterstellt werden, sie werde regelmässig zo-
nenwidrige Lärmstörungen verursachen, da dafür anders als bei den Besu-
cherinnen und Besucher des erwähnten Unterhaltungsbetriebs keine be-
gründeten Anhaltspunkte bestehen (vgl. zu dieser Überlegung BVR 1986 
S. 211 E. 6). Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin als Betreiberin 
gemäss Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) 
dafür besorgt sein muss, dass übermässige Lärmimmissionen auf den be-
nachbarten Grundstücken möglichst vermieden werden. Entsprechende 
Vorkehren zur Verhinderung von Lärmstörungen dürften wesentlich wirk-
samer sein als beim erwähnten Unterhaltungsbetrieb mit weit grösserem 
Publikumsaufkommen.

3.6.4 Nach dem Gesagten ist auch in anderen Gemeinden mit ver-
gleichbarer Zonenvorschrift keine Praxis erkennbar, aus der abgeleitet 
werden könnte, dass das strittige Bauvorhaben wegen seiner Lärmimmis-
sionen in den Abendstunden als übermässig störend zu gelten hätte. Ande-
res kann auch nicht aus den weiteren von der Gemeinde angeführten 
Vergleichsfällen abgeleitet werden: Die im Urteil 1C_426/2008 des Bun-
desgerichts vom 12. Februar 2009 massgebliche Bauordnung sah im Un-
terschied zur hier anzuwendenden Bestimmung ausdrücklich vor, dass nur 
solche Gewerbebetriebe mässig störend sind, deren Einwirkungen sich auf 
die übliche Arbeitszeit beschränken (E. 2.1 des erwähnten Urteils). Im Ur-
teil VB.2012.00860 vom 29. Mai 2013 schliesslich befand das Verwal-
tungsgericht des Kantons Zürich zwar, dass die dort umstrittene Tankstelle 
mit Shop nicht mehr nur mässig störend sei, weil die Öffnungszeiten nicht 
auf die üblichen Arbeitszeiten während des Tages beschränkt seien 
(E. 4.8.2 des erwähnten Urteils). Anders als im hier zu beurteilenden Fall 
befand sich aber das Baugrundstück nicht in einer gemischten Wohn- und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
Seite 15

Gewerbezone, sondern in einer (reinen) Wohnzone (E. 4.1 des erwähnten 
Urteils), was für die Tragweite des Begriffs «mässig störend» im Einzelfall 
von wesentlicher Bedeutung ist (vgl. vorne E. 3.3.1).

3.7 Zusammenfassend ist die von der Gemeinde vertretene restriktive 
Auslegung des Begriffs «mässig störender Betrieb» rechtlich nicht haltbar. 
Wohl ist der Gemeinde zuzustimmen, dass der Begriff im Wesentlichen 
dem Schutz des ruhigen Wohnens vor übermässigen Lärmstörungen dient. 
Weder der – namentlich hinsichtlich der Arbeits- bzw. Betriebszeiten nicht 
einschränkend formulierte – Wortlaut von Art. 19 Abs. 2 GBR noch die Pra-
xis der Beschwerdeführerin oder anderer Gemeinden sprechen jedoch da-
für, dass das umstrittene Vorhaben das in der gemischten Wohn- und Ge-
werbezone der EG Studen hinzunehmende Mass an Lärmeinwirkungen 
überschreiten würde. Das zeigt auch der Umstand, dass die Gemeinde 
ursprünglich die Ansicht vertreten hatte, das Bauvorhaben sei in der Kern-
zone zulässig (Amtsbericht vom 14.5.2014 an das RSA; Vorakten RSA 
pag. 91 ff., 95), obschon dort ein tieferes Immissionsmass als in der Wohn- 
und Gewerbezone gilt (vorne E. 3.3.1). Auch wenn es sich dabei nur um 
eine rein informative Voranfrage gehandelt hat (vgl. dazu etwa BVR 2015 
S. 557 E. 3.5), verfügt die Gemeinde jedenfalls nicht über eine konsistente 
Praxis im geltend gemachten Sinn. Bei dieser Ausgangslage überschreitet 
sie den ihr zustehenden Beurteilungsspielraum, wenn sie die Zonenkon-
formität des umstrittenen Bauvorhabens nunmehr mit dem Argument ver-
neint, dieses sei mehr als nur «mässig störend».

4.

Die Gemeinde bringt weiter vor, das Bauvorhaben erweise sich als zonen-
widrig, weil es ein unzulässiges «überdurchschnittlich hohes Mass an quar-
tierfremdem Motorfahrzeugverkehr» erzeuge.

4.1 Indem die Gemeinde die zulässige Nutzung in der gemischten 
Wohn- und Gewerbezone nach Art. 19 Abs. 2 GBR nicht bloss auf «mässig 
störende Betriebe» beschränkt, sondern zusätzlich Betriebe jeglicher Art 
ausgeschlossen hat, die ein «überdurchschnittlich hohes Mass an quartier-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
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fremdem Motorfahrzeugverkehr» verursachen, verfolgt sie auch ortsplane-
rische und verkehrstechnische Ziele, die über den Regelungsbereich des 
Bundesumweltrechts hinausgehen und damit eigenständige Bedeutung 
haben (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 10 mit Hinweis auf BVR 1997 
S. 267 E. 2c; VGE 23353 vom 1.12.2008 E. 4.2 und 5.2). Zu denken ist 
dabei etwa an die Verhinderung einer übermässigen Belastung des Stras-
sennetzes im betreffenden Quartier (insbesondere Schleichverkehr durch 
die Quartierstrassen), an den Schutz der nicht-motorisierten Verkehrsteil-
nehmerinnen und -teilnehmer oder an die Vermeidung von Parkplatzprob-
lemen. Anders als die Gemeinde zu meinen scheint (Beschwerde S. 14), 
hat die Einschränkung des quartierfremden Verkehrs im vorliegenden Fall 
allerdings nicht in erster Linie den Lärmschutz im Auge. Dem Lärmschutz 
dient vielmehr die in Art. 19 Abs. 2 GBR vorgesehene Beschränkung auf 
«mässig störende Betriebe» (in diesem Sinn auch VGE 23353 vom 
1.12.2008 E. 5.2).

4.2 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, es sei 
nicht zu erwarten, dass das Bauvorhaben ein «überdurchschnittlich hohes 
Mass an quartierfremdem Motorfahrzeugverkehr» verursache. Die Baupar-
zelle befinde sich bei der Ausfahrt der Autostrasse T6 Biel-Lyss in Richtung 
Lyss an der G.strasse. Diese Kantonsstrasse gehöre zum übergeordneten 
Strassennetz und diene unter anderem dem überregionalen Verkehr als 
Durchgangsstrasse. Der bereits heute auf der G.strasse vorhandene 
Durchgangsverkehr sei quartierüblich und es sei davon auszugehen, dass 
ein Grossteil der potenziellen Kundschaft der Tankstelle mit Shop die 
G.strasse ohnehin befahren würde. Zusatzverkehr werde einzig durch jene 
Automobilistinnen und -mobilisten verursacht, welche die G.strasse eigens 
aufgrund der Tankstelle mit Shop befahren würden. Angesichts des 
eingeschränkten Produkteangebots dürfte diese Kundschaft aber keinen 
überdurchschnittlichen Mehrverkehr verursachen. Die Tankstelle mit Shop 
sei auch nicht mit einem Grossvorhaben wie ein Einkaufszentrum oder 
einem Discountladen zu vergleichen, die gemäss dem Wortlaut von Art. 19 
Abs. 2 GBR typischerweise erheblichen Mehrverkehr verursachten 
(angefochtener Entscheid E. 2h ff. S. 10 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
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4.3 Die Gemeinde bringt dagegen vor, die Vorinstanz bezeichne den 
Durchgangsverkehr auf der G.strasse unzulässigerweise als quartierüblich 
und damit als nicht quartierfremd. Diese Sichtweise würde im Ergebnis 
dazu führen, dass im G.quartier jeglicher Gewerbebetrieb angesiedelt 
werden könnte, egal wieviel Verkehr er generiere. Dies könne nicht dem 
Willen des Reglementgebers entsprechen. Auch sei es nicht so, dass 
mehrheitlich nur dann eingekauft werde, wenn man ohnehin gerade beim 
Tankstellenshop vorbeifahre. Vielmehr sei es notorisch, dass ein 
Tankstellenshop ausserhalb der üblichen Arbeitszeit, d.h. am Abend und 
an Sonn- und Feiertagen, am besten frequentiert sei, also gerade in jener 
Zeit, in der das gesunde Wohnen nicht beeinträchtigt werden sollte (Be-
schwerde S. 15 ff.).

4.4 Als «quartierfremd» gilt grundsätzlich derjenige Motorfahrzeugver-
kehr, den die auswärtige Kundschaft oder die Warenlieferungen von aus-
serhalb des betreffenden Quartiers verursachen und der deshalb keinen 
hinreichenden Quartierbezug aufweist (vgl. etwa VGE 23353 vom 
1.12.2008 E. 5.2). Insofern ist der Gemeinde beizupflichten. Aufgrund der 
nachfolgenden Ausführungen kann dabei dahingestellt bleiben, ob auch 
derjenige Verkehr als quartierfremd zu bezeichnen ist, der das Quartier 
ohnehin auf einer Durchgangsstrasse durchqueren würde.

4.5 Abgesehen von den bereits beurteilten Lärmimmissionen ist nicht 
ersichtlich, inwiefern der durch das Bauvorhaben verursachte Verkehr den 
mit Art. 19 Abs. 2 GBR verfolgten raumplanerischen Grundsätzen entge-
genstehen sollte (vorne E. 4.1). Namentlich ist weder erkennbar noch gel-
tend gemacht, dass das zusätzlich generierte Verkehrsaufkommen zu kon-
kreten und erheblichen nachteiligen verkehrstechnischen Auswirkungen 
führen würde. Vielmehr erscheint der geplante Standort an einer Durch-
gangsstrasse für einen Publikumsbetrieb aus raumplanerischer Sicht sinn-
voll, ist doch eine direkte Anbindung an das übergeordnete Strassennetz 
sichergestellt (vgl. für diese Würdigung auch BGer 1A.199/2000 und 
1P.373/2000 vom 5.6.2001 E. 6d/cc).

4.6 Zudem ist das hier umstrittene Bauvorhaben nicht mit den in Art. 19 
Abs. 2 GBR ausdrücklich als unzulässig aufgeführten «Einkaufszentren» 
und «Discountläden» zu vergleichen. Typische Einkaufszentren und Dis-

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countläden bzw. «Outlet-Stores» weisen wesentlich höhere Kundenfre-
quenzen auf als die hier zu beurteilende Tankstelle mit Shop und verursa-
chen damit beträchtlich mehr zusätzlichen Verkehr. Dass ein Tankstellen-
shop neben Esswaren und Getränken auch Kioskartikel, Blumen und Ge-
schenkartikel verkauft und über längere Öffnungszeiten verfügen mag, 
ändert daran entgegen der Auffassung der Gemeinde nichts. Zwar trifft zu, 
dass «Einkaufszentren» und «Discountläden» in Art. 19 Abs. 2 GBR nur 
beispielhaft als Vorhaben genannt werden, die ein unzulässiges Mass an 
quartierfremdem Motorfahrzeugverkehr verursachen. Allerdings ist ange-
sichts des Umstands, dass die Bestimmung neben diesen beiden Arten 
stark frequentierter Publikumsbetriebe keine anderen Gewerbebetriebe 
nennt, davon auszugehen, dass der Reglementgeber beim Erlass von 
Art. 19 Abs. 2 GBR im Wesentlichen an grössere Vorhaben gedacht hat.

4.7 Nach dem Gesagten erweist sich auch der Standpunkt der Ge-
meinde als nicht haltbar, wonach die umstrittene Tankstelle mit Shop der 
Beschränkung des quartierfremden Verkehrs auf ein durchschnittliches 
Mass entgegenstehe. Angesichts der konkreten örtlichen Verhältnisse hat 
die Gemeinde nicht ausreichend dargelegt, weshalb der zu erwartende 
quartierfremde Verkehr eine «überdurchschnittliche» Belastung des Quar-
tiers mit sich bringen sollte. Zudem vermag sie weder auf eine allgemeine 
Übung noch auf eine kommunale Praxis zu verweisen, die eine besonders 
strenge Auslegung der verkehrstechnischen Anforderungen an Gewerbe-
betriebe rechtfertigen würde. Ihr Hinweis, das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung des Kantons Bern (AGR) habe in einem früheren Baubewil-
ligungsverfahren für ein Abhollager in unmittelbarer Nachbarschaft des hier 
umstrittenen Bauvorhabens bei einer Besprechung die Auffassung vertre-
ten, eine Verkehrszunahme von 500 Autos pro Tag laufe dem Sinngehalt 
von Art. 19 Abs. 2 GBR zuwider (Beschwerde S. 16; Aktennotiz AGR, 
BB 5, act. 1C), ändert daran nichts. Die Gemeinde vertrat damals selbst die 
Ansicht, das Abhollager verursache nur einen sehr geringen Verkehrsan-
stieg und stelle kein Problem in Hinsicht auf die Kapazitäten des Strassen-
netzes dar (vgl. Erläuterungsbericht der Gemeinde vom 12.10.2011 zur 
Zonenplanänderung, Vorakten BVE Beilage zu pag. 48).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.12.2018, Nr. 100.2018.84U, 
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4.8 Die Beschwerde erweist sich somit in allen Teilen als unbegründet 
und ist abzuweisen.

5.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Gemeinde an sich kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Da sie nicht in Vermögensinteressen be-
troffen ist, können ihr aber keine Verfahrenskosten auferlegt werden 
(Art. 108 Abs. 2 Satz 2 VRPG). Hingegen hat sie der Beschwerdegegnerin 
die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). 
Dabei ist allerdings nach neuerer Praxis des Verwaltungsgerichts keine 
Mehrwertsteuer zu berücksichtigen, da die Beschwerdegegnerin mehrwert-
steuerpflichtig ist und ihr insoweit kein Aufwand angefallen ist (BVR 2015 
S. 541 E. 8.2).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin für das Verfahren 
vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf Fr. 4'675.-- 
(inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Beschwerdegegnerin
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.