# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f228b31-ace9-549f-aea5-3840c168add2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-04-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.04.2015 E-1829/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1829-2015_2015-04-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1829/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A p r i l  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;   

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 13. März 2015 / N (…). 

 

 

 

E-1829/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der minderjährige Beschwerdeführer (mit letztem Wohnsitz in B._______) 

reiste mit Familienangehörigen gemäss eigenen Angaben am (…) mit ei-

nem Reisebus über Belgrad nach Subotica (Serbien). Nach der Überque-

rung der ungarischen Grenze seien sie von der dortigen Polizei verhaftet 

und in ein Heim gebracht worden, wo ihnen ihre Fingerabdrücke abgenom-

men worden seien. Als sie entlassen worden seien, seien sie nach Buda-

pest gefahren. Mit einem Zug hätten sie weiter die österreichische Grenze 

passiert. Ein Autofahrer mit einem schweizerischen Kennzeichen hätte sie 

später mitgenommen und am 13. Februar 2015 über die Grenze gebracht, 

wo sie von der Kantonspolizei St. Gallen bei Oberriet kontrolliert und später 

vernommen wurden (A1). Am gleichen Tag reichte der ohne Eltern einge-

reiste Beschwerdeführer ein Asylgesuch ein. 

An der summarischen Befragung vom 24. Februar 2015 (A11) und an der 

eingehenden Anhörung (mit einer Vertrauensperson) vom 13. März 2015 

(A16) gab der Schüler im Wesentlichen zu Protokoll, dass er im Zusam-

menhang mit einer Blutrache ungefähr (…) Wochen vor Neujahr von der 

feindlich gesinnten Familie fast angefahren worden sei. Da er um sein Le-

ben fürchte, habe er den Kosovo verlassen. 

B.  

Mit Verfügung vom 13. März 2015 – dem Beschwerdeführer am 17. März 

2015 persönlich eröffnet (A20) – stellte das SEM fest, dass die Vorbringen 

den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 

(SR 142.31) nicht standhalten würden, wies das Asylgesuch ab und ord-

nete den Vollzug der Wegweisung an. Der zuständige Kanton wurde mit 

dem Wegweisungsvollzug beauftragt. 

C.  

Am 20. März 2015 reichte der Beschwerdeführer eine Formularbe-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und beantragte dabei, es sei 

nach Aufhebung der Verfügung die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen 

und ihm Asyl zu gewähren. Es sei ferner festzustellen, dass der Wegwei-

sungsvollzug unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei. In prozessrecht-

licher Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und eine 

amtliche Rechtsvertretung zu ernennen sowie auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses zu verzichten. Eventualiter sei die aufschiebende Wirkung 

wiederherzustellen. Die zuständigen Behörden seien darüber hinaus anzu-

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Seite 3 

weisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Her-

kunftsstaates sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlas-

sen; eventualiter sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe der Beschwer-

deführer darüber in separater Verfügung zu informieren. 

D.  

Die vorinstanzlichen Akten trafen am 25. März 2015 beim Bundesverwal-

tungsgericht ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021). 

Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine 

Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref-

fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-

waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser 

bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG [SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht 

endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung bzw. Änderung. Er ist daher zur Einreichung 

der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 

Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts im Asylbereich und die zu-

lässigen Rügen richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.  

E-1829/2015 

Seite 4 

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bzw. einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufge-

zeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwer-

deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

3.2 Vorliegend sind die Voraussetzungen für einen Entscheid mit einer Be-

schwerdefrist von fünf Arbeitstagen (Art. 108 Abs. 2 AsylG) erfüllt: Der Be-

schwerdeführer ist kosovarischer Staatsangehöriger. Der Bundesrat be-

zeichnete den Kosovo mit Beschluss vom 6. März 2009 als verfolgungssi-

cheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG und ist auf diese 

Einschätzung bisher nicht zurückgekommen (Art. 6a Abs. 3 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer brachte zu Protokoll, dass er vor der Ausreise 

aus dem Kosovo seit zwei bis drei Jahren bei den Cousins seines Vaters – 

C._______ (geboren am […], N […]), D._______ (geboren am […], N […]) 

und E._______ (geboren am […], N […]) – gelebt und sich um sie geküm-

mert habe, da diese aufgrund einer Blutrache das Haus nicht hätten ver-

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lassen können. Seine Eltern und der grösste Teil seiner Geschwister wür-

den im gleichen Dorf wohnen. Diese seien indes von dieser Blutfehde nicht 

betroffen. 

Diese Blutrache habe seinen Anfang genommen, als D._______, der heute 

im Kosovo inhaftiert sei, jemanden der Familie F._______ getötet habe. 

Anfangs habe der Beschwerdeführer der Familie G._______ nur Lebens-

mittel vorbeigebracht, später sei er zu ihnen gezogen. Ungefähr (…) Wo-

chen vor Neujahr sei der Beschwerdeführer beim Einkauf fast mit einem 

Auto, welches von einem Mitglied der Familie F._______ gefahren worden 

sei, angefahren worden. Er habe indes bei der Polizei keine Anzeige er-

stattet, da diese so oder so nichts unternehmen würden. Obwohl dies der 

einzige Vorfall in dieser Art gewesen sei, fühle er sich im Kosovo bedroht 

und unsicher. 

5.2 Das SEM führte dazu in seiner abweisenden Verfügung vom 13. März 

2015 aus, es sei grundsätzlich möglich, diesen versuchten Angriff der Po-

lizei zu melden und entsprechende Aussagen zu machen. Zwar sei es in 

Fällen von Blutrache für die kosovarische Polizei meist schwierig, entspre-

chende Massnahmen einzuleiten. Jedoch sei vorliegend festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer seine Verwandten nur mit logistischen Tätigkeiten 

unterstützt habe und sonst nicht in diese Blutsfehde involviert sei; folglich 

sei davon auszugehen, dass es der kosovarischen Polizei möglich sei, ge-

eignete Schutzmassnahmen zu ergreifen. Des Weiteren sei zu bemerken, 

dass die Familie G._______ aus dem Kosovo ausgereist sei, weswegen 

für die gegnerische Familie keine dringende Motivation (mehr) bestehe, 

gegen den Beschwerdeführer vorzugehen. Entsprechend sei es durchaus 

vorstellbar, dass der Vater des Beschwerdeführers das Gespräch mit der 

gegnerischen Familie suchen und Differenzen beilegen könnte. Dies gelte 

insbesondere, da die Kernfamilie des Beschwerdeführers in keiner Weise 

in die Blutsfehde involviert sei. 

5.3 Der Beschwerdeführer beharrte in seiner Rechtsmitteleingabe darauf, 

dass er bei einer Rückkehr in den Kosovo weiterhin in Gefahr sei, da die 

feindlich gesinnte Familie wisse, dass er der Familie G._______ über zwei 

Jahre hinweg geholfen habe. 

5.4 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer-

deführer nicht gelungen ist darzulegen, dass er im Kosovo aktuell ernst-

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hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Die Bezeich-

nung der Republik Kosovo als verfolgungssicheren Staat gemäss Art. 6a 

Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. E. 3.2) bedeutet, dass die gesetzliche Regelver-

mutung besteht, dass dort keine asylrelevante staatliche Verfolgung zu be-

fürchten und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Diese 

Vermutung kann indes im Einzelfall aufgrund konkreter und substanziierter 

Hinweise umgestossen werden. 

Vorliegend machte der Beschwerdeführer mit dem Hinweis, er sei von ei-

nem Mitglied der gegnerischen Familie fast angefahren worden, eine Ver-

folgung von privater Seite geltend. Bis anhin hat er diesen Vorfall indes 

nicht der kosovarischen Polizei gemeldet, da er sich keine Hilfe von dieser 

erhofft habe. Diese Behauptung überzeugt unter Hinweis auf die vo-

rinstanzlichen Erwägungen und auf die Ausführungen zu Art. 6a Abs. 2 

Bst. a AsylG nicht, weshalb weiterhin von der Schutzwilligkeit und der 

Schutzfähigkeit der kosovarischen Behörden auszugehen ist. Zudem 

scheint es, dass mit der Ausreise der Familie G._______ das Motiv einer 

möglichen Gefährdung des Beschwerdeführers durch die Familie 

F._______ nicht mehr zugegen ist. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, 

dass die Kernfamilie des Beschwerdeführers sich weiterhin in B._______ 

aufhält und nicht in diese Blutsfehde involviert ist bzw. bis anhin auch nicht 

davon konkret betroffen war. 

5.5 Das SEM hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4 und BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

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nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

7.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV (SR 101), Art. 3 des Übereinkommens 

vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-

che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

7.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Kosovo ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Kosovo dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

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Seite 8 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], 37201/06, 

§ 124 ff. m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Kosovo 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen.  

Ferner ist – bei dem Beschwerdeführer handelt es sich um eine minderjäh-

rige Person – bezüglich den Bestimmungen des Übereinkommens vom 

20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) auf die 

Erwägungen der Vorinstanz hinzuweisen. Nach dem Gesagten ist der Voll-

zug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtli-

chen Bestimmungen zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Der Beschwerdeführer verfügt in B._______ über eine grosse Kernfamilie 

bestehend aus Eltern und Geschwister, zu denen er ein gutes Verhältnis 

hat und die ihn wieder aufnehmen können (A16 S. 2). Zudem sind diese 

Angehörigen in der Lage, für den Lebensunterhalt der Familie aufzukom-

men – der Vater arbeitet als Sanitär und ein älterer Bruder als Stapelfahrer 

(A16 S. 2 f.). Medizinische Wegweisungshindernisse sind vorliegend nicht 

ersichtlich. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung 

auch als zumutbar. 

7.4 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über eine noch gültige ko-

sovarische Identitätskarte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

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Seite 9 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Die Aktenlage deutet nicht auf eine bereits erfolgte Bekanntgabe der in 

Art. 97 Abs. 3 Bst. a-c AsylG erwähnten Personendaten gegenüber der zu-

ständigen ausländischen Behörde hin, weshalb der diesbezügliche Antrag 

abgewiesen wird. 

10.  

Da sich die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen als 

aussichtslos erwiesen haben, ist das beantragte Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzulehnen und die Kosten des Verfahrens von 

Fr. 600.- (Art. 1-3 VGKE [SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuer-

legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Urteil gegenstandslos ge-

worden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

lehnt. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

Versand: