# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab69f3a2-cbc8-504f-b370-7fa77e66dfde
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2021 200 2021 351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-351_2021-12-20.pdf

## Full Text

200 21 351 IV
LOU/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1980 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Januar 2005 erstmals zum Bezug von IV-
Leistungen an. Er sei gelernter ... . Seit einem Unfall am 18. Juni 2002 sei-
en keine Belastungen mehr möglich resp. könne er nicht mehr auf dem 
rechten Bein knien (Antwortbeilage [AB] 1). Nach Abklärungen in medizini-
scher und erwerblicher Hinsicht verneinte die IV-Stelle Bern (nachfolgend 
IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 3. Juni 2005 einen 
Anspruch auf berufliche Massnahmen (AB 14).

Im Juni 2007 wurde die IV-Anmeldung wiederholt (AB 15). Nach erneuten 
Abklärungen gewährte die IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 
13. Februar 2008 Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliede-
rungsmöglichkeiten (AB 34). Mit Mitteilung vom 7. August 2008 wurde ihm 
sodann eine Umschulung zur Erreichung des ...diploms ʺ...ʺ zugesprochen 
(AB 45; siehe auch AB 53 und AB 90). 

Mit Verfügung vom 27. Oktober 2010 schloss die IV-Stelle die Arbeitsver-
mittlung ab (AB 117). Gestützt auf die entsprechenden Gutachten resp. die 
erfolgte interdisziplinäre Beurteilung vom März 2012 der Dres. med. 
C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Rheumato-
logie, und D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (siehe 
AB 160.1, AB 161.1 und AB 162), stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit 
Vorbescheid vom 11. April 2012 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 
1% die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht (AB 164). Nachdem 
im Rahmen des Anhörungsverfahren zahlreiche neue medizinische Berich-
te eingingen, aus denen sich unter anderem neue Operationen ergaben 
(vgl. AB 195 S. 16, AB 195 S. 4 f., AB 207 S. 1), wurde der entsprechende 
Verlauf abgewartet (vgl. AB 198 S. 2). Gestützt auf den Bericht des Regio-
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 29. Dezember 2014 (AB 209 S. 2) 
verfügte die IV-Stelle am 17. März 2015 ihrem Vorbescheid vom 11. April 
2012 (AB 164) entsprechend bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 1% 
die Abweisung des Rentenbegehrens (AB 218), was unangefochten blieb. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 3

B.

Am 23. August 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von 
IV-Leistungen an. Seit der Verfügung vom 17. März 2015 habe er sich wei-
teren Operationen unterziehen müssen (vgl. AB 219 S. 6 und S. 8, AB 228 
S. 4 sowie AB 234 S. 8). Zudem sei die Tätigkeit, auf die er umgeschult 
worden sei (...) wegen der technischen Entwicklung auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt (AB 219 S. 1 f.). Die IV-Stelle trat auf 
die Neuanmeldung ein und nahm medizinische und erwerbliche Abklärun-
gen vor. Am 21. Dezember 2018 unterzog sich der Versicherte einer Schul-
teroperation links (AB 248). Mit Verfügung vom 11. Juli 2019 beendete die 
IV-Stelle aufgrund der vom Versicherten vorgebrachten instabilen gesund-
heitlichen Situation die Beratung und Begleitung durch ihr Eingliederungs-
management (Abschluss der beruflichen Massnahmen [AB 279]; siehe 
auch AB 270 und AB 277). Diese Verfügung blieb unangefochten.

Am 12. September 2019 fand eine erneute diagnostische Schulterarthro-
skopie rechts sowie eine vordere Schulterstabilisierung rechts mit ossärem 
Bankartrepair statt. Zudem wurde am Trochanter des rechten Hüftgelenks 
eine Schraube entfernt und es wurden Verwachsungen gelöst (AB 285). 

Am 29. April 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine polydisziplinä-
re medizinische Untersuchung in den Fachbereichen Allgemeine Innere 
Medizin, Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie in Aus-
sicht und gab ihm die Gutachterfragen bekannt (AB 300; siehe auch 
AB 297 S. 5 ff. und AB 298 f.). Mit Schreiben vom 13. Mai 2020 beantragte 
der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, eine endokri-
nologische und humangenetische Mitbeurteilung sowie die Beantwortung 
verschiedener Zusatzfragen (AB 305). Nach Einreichung weiterer Unterla-
gen (AB 308) kam der RAD zur Beurteilung, dass es neben den bereits 
bestimmten Disziplinen keiner zusätzlichen Begutachtung bedürfe 
(AB 313). Mit Verfügung vom 10. Juni 2020 hielt die IV-Stelle in der Folge 
am in Aussicht gestellten Vorgehen fest (AB 314), was unangefochten 
blieb.

Der Gutachtensauftrag (inkl. der beantragten Zusatzfragen) ging über die 
Plattform SuisseMED@P nach dem Zufallsprinzip an die MEDAS 

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E.________ (siehe AB 309 und AB 312). Nachdem dem Versicherten die 
Gutachterstelle und die Namen der Sachverständigen mitgeteilt worden 
waren (AB 318), lehnte der Versicherte zwei der Gutachter (einen wegen 
dessen Alter, den anderen wegen gemäss Medizinalberuferegister inaktiver 
Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Bern) ab (AB 319). Mit Verfü-
gung vom 31. August 2020 hielt die IV-Stelle an den Gutachtern fest, da 
weder das Alter noch der Status ʺinaktivʺ im Medizinalberuferegister triftige 
Gründe seien, um von den vorgeschlagenen Gutachtern abzuweichen 
(AB 325). Auch diese Verfügung blieb unangefochten (vgl. AB 332). Mit 
Schreiben vom 4. November 2020 informierte die IV-Stelle den Versicher-
ten über einen Gutachterwechsel im Fachbereich Allgemeine Innere Medi-
zin, wobei der Versicherte gegen den neuen Gutachter keine Einwände 
erhob (vgl. AB 335 f.). 

Gestützt auf das Gutachten der MEDAS E.________ vom 21. Januar 2021 
(AB 339.1 - 339.11) stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2. Februar 
2021 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 9% die Abweisung des 
Rentenbegehrens in Aussicht (AB 340). Nach dagegen erhobenem Ein-
wand (AB 343) wies die IV-Stelle den Rentenanspruch mit Verfügung vom 
24. März 2021 ab (AB 345).

C.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, wiederum vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, am 10. Mai 2021 Beschwerde mit den 
Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sa-
che zu neuer Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
Eventualiter sei zur Abklärung des Sachverhalts ein Gerichtsgutachten an-
zuordnen und es seien ihm berufliche Massnahmen sowie eine Invaliden-
rente zuzusprechen. Unter Kostenfolge. Im Nachgang zur Beschwerde ging 
dem Gericht am 27. Mai 2021 ein Gesuch des Versicherten um unentgeltli-
chen Rechtspflege samt Beilagen zu.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2021 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, die Beschwerde sei abzuweisen.

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Am 30. Juni 2021 stellte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein 
Gesuch um Replikfrist. Dieses Gesuch wies der Instruktionsrichter mit pro-
zessleitender Verfügung vom 5. Juli 2021 mit dem Hinweis darauf, dass es 
dem Beschwerdeführer freistehe, eine allfällige Eingabe oder weitere Be-
weismittel einzureichen, das Verfahren am Gericht jedoch ordentlich fort-
gesetzt werde, ab. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Auch die Bestimmungen über 
die Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) sind eingehalten. Ob auch die Beschwerdefrist (Art. 60 
ATSG) eingehalten und damit auf die Beschwerde grundsätzlich einzutre-
ten ist, kann vorliegend offenbleiben, da im Falle eines Eintretens die Be-
schwerde ohnehin abzuweisen ist, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.

1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz-
lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 

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zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver-
fügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den 
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt 
fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils-
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 
V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend die Verfügung vom 24. März 
2021 (AB 345), mit der die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch 
des Beschwerdeführers verneint hat. Soweit der Beschwerdeführer in der 
hiergegen erhobenen Beschwerde eventualiter die Zusprache beruflicher 
Massnahmen beantragt (vgl. Beschwerde S. 1 Ziff. I), kann deshalb auf 
dieses Begehren nicht eingetreten werden. Zu überprüfen und zu beurtei-
len ist vorliegend nur, ob ein Rentenanspruch besteht. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

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nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt. 

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 8

können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

2.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). 

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Behandlung der Eintretensfrage 
durch die Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintre-
ten streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 9

früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 23. Au-
gust 2018 (AB 219) eingetreten und hat in der Folge materiell geprüft, ob 
der Beschwerdeführer nunmehr Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Dies 
hat sie mit Verfügung vom 24. März 2021 bei einem neu ermittelten Invali-
ditätsgrad von 9% verneint (AB 345). Zu prüfen ist, ob sie dies zu Recht 
getan hat, wobei die Frage des Eintretens auf die Neuanmeldung hier nicht 
zu prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 24. März 2021 (AB 345) in medizinischer Hinsicht im Wesentli-
chen auf das polydisziplinäre medizinische Gutachten der MEDAS 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 10

E.________ vom 21. Januar 2021 (nachfolgend MEDAS-Gutachten; 
AB 339.1 - 339.11).

Das MEDAS-Gutachten ergab in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 
F45.41). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die 
Gutachter eine gute Schulterfunktion beidseits nach offenem ossärem 
Bankartrepair links im Dezember 2018 und rechts im Juli 2013 und Sep-
tember 2019, eine leichtgradige Knorpelausdünnung des anterolateralen 
Acetabulums nach chirurgischer Hüftluxation mit trochantärer Osteotomie, 
Teilresektion des Labrums und Femurkopfplastik im November 2017, eine 
gute Funktion beider Kniegelenke mit beginnender retropatellarer Arthrose 
bei Status nach vorderer Kreuzbandersatzplastik rechts zuletzt 2013, links 
2016, ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit im Vordergrund 
stehender Nackenschmerzproblematik bei mittelgradiger Neuroforamen-
stenose HWK 6 links, eine akzentuierte Persönlichkeit mit impulsiven und 
histrionischen Zügen (ICD-10: Z73.7), ein Körpergewicht im untersten Ziel-
bereich, ein Reizmagensyndrom, ein Reizdarmsyndrom mit Meteorismus 
und Obstipation, ein Status nach Entfernung eines hyperplastischen Poly-
pen im April 2012, eine Hypoferritinämie mit aktuell genügend gefülltem 
Eisenspeicher, einen Folsäuremangel, eine subklinische Hypothyreose, 
substituiert bei aktuell Euthyreose, eine Histamin-Intoleranz mit Dünndarm-
fehlbesiedelung (small intestinal bowel overgrowth), einen normogonado-
tropen Hypogonadismus mit anamnestisch erektiler Dysfunktion bei Status 
nach Penistrauma 2002 mit Exploration des Schwellkörpers und Ligatur 
multipler Venen, eine Aspartam-Unverträglichkeit sowie eine Wespen-
stichallergie (AB 339.1 S. 10 Ziff. 4.2).

Der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeiten durchzuführen. Tätigkeiten in kniender/hockender Stellung, 
Tätigkeiten mit erhöhtem Anspruch an Standsicherheit (wie auf Leitern, 
Gerüsten oder Treppen), Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwan-
kungen sowie Tätigkeiten in und über Kopfhöhe seien zu vermeiden. Im 
Rahmen der Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen 
und somatischen Faktoren lägen nur qualitative Einschränkungen in den 

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Bereichen Stresstoleranz, Umstellungsfähigkeit und Arbeiten unter Zeit-
druck vor. Die Bereiche Anwendung fachlicher Kompetenz, Gruppenfähig-
keit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Urteilsfähigkeit wie auch die Fähigkeit 
zu familiären bzw. intimen Beziehungen, die Fähigkeit zur Planung und 
Strukturierung von Aufgaben sowie die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln 
und Routinen seien nicht beeinträchtigt (AB 339.1 S. 11 Ziff. 4.5). 

Bezogen auf die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführer noch zu 80% 
arbeits- und leistungsfähig. Bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten sei 
er zu 100% arbeits- und leistungsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit sei – abge-
sehen von postoperativen Phasen mit der üblichen Rehabilitationszeit – nie 
wesentlich reduziert gewesen (AB 339.1 S. 12 Ziff. 4.7 und 4.8).

3.3 Der Beschwerdeführer macht gegen das Abstellen auf das poly-
disziplinäre MEDAS-Gutachten vom 21. Januar 2021 (AB 339.1 - 339.11) 
im Wesentlichen geltend, das Gutachten sei nicht objektiv und berücksich-
tige die von ihm geklagten Beschwerden nicht. Zudem beruhe es nicht auf 
vollständigen Akten und der Umstand, dass die Gutachter sich geweigert 
hätten, seine Zusatzfragen nach der Unfallkausalität zu beantworten, stelle 
eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs dar und erwecke den An-
schein der Befangenheit (vgl. Beschwerde S. 3). Die angefochtene Verfü-
gung sei deshalb aufzuheben und die Sache zu neuer Abklärung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei zur Abklärung des 
Sachverhalts ein Gerichtsgutachten anzuordnen und es seien ihm berufli-
che Massnahmen sowie eine Invalidenrente zuzusprechen (vgl. Beschwer-
de S. 1, Rechtsbegehren).

3.4

3.4.1 Entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde haben die Gutachter 
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt (siehe 
AB 339.3 S. 2 ff., AB 339.4 S. 2 ff., AB 339.6 S. 2 ff., AB 339.7 S. 2 ff., 
AB 339.8 S. 2 ff. sowie die Diagnoseliste in AB 339.1 S. 10). Dass sie den 
meisten der geklagten Beschwerden keine Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit zuerkannt haben, ändert daran nichts und vermag die Objektivität 
der Experten nicht in Frage zu stellen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 12

Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist aber noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). Die subjektiven Angaben der versicherten Person müs-
sen durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde 
hinreichend erklärbar sein (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 281). Nach übereinstimmender Beurteilung der Gutachter waren 
beim Beschwerdeführer weder aus orthopädischer noch aus damit völlig 
übereinstimmender Sicht des rheumatologischen und des neurologischen 
Gutachters Gegebenheiten feststellbar, die zu Einschränkungen für berufli-
che Tätigkeiten von der vom Versicherten zuletzt ausgeübten Art führen 
(vgl. AB 339.1 S. 11 Ziff. 4.3; siehe auch AB 339.3 S. 11 Ziff. 7.4, AB 339.4 
S. 11 Ziff. 7.4, AB 339.6 S. 9 Ziff. 7.4), auch nicht von Seiten der Wir-
belsäule. Gleiches gilt aus internistischer Sicht (AB 339.8 S. 11 Ziff. 7.4). 
Einzig aus psychiatrischer Sicht ergab sich diesbezüglich eine leistungs-
mässig leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. AB 339.1 S. 11 
Ziff. 4.3) und zwar aufgrund einer psychosomatischen Überlagerung seines 
Schmerzerlebens im Sinne einer chronischen Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Gemäss psychiatri-
schem Gutachter besteht jedoch keine schwere psychische Erkrankung. 
Der Beschwerdeführer habe einen geregelten Tagesablauf, sei in der Lage, 
seinen Interessen nachzugehen, sich um seine Töchter zu kümmern, eine 
stabile Beziehung zu führen und sich auch aktiv im ...verein der ... zu en-
gagieren. Im Mittelpunkt seiner Beschwerden stünden die Schmerzen. Es 
bestehe kein Leidensdruck im psychiatrischen Sinne. Der Beschwerdefüh-
rer sehe seine Einschränkungen hauptsächlich in den körperlichen Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 13

schwerden (AB 339.7 S. 11 Ziff. 11). In Anlehnung an das Mini-ICF-APP 
lägen nur qualitative Einschränkungen im Bereich der Stresstoleranz, Fle-
xibilität und Umstellungsfähigkeit mit einer Leistungsminderung in der an-
gestammten Tätigkeit von 20% vor. In einer angepassten Tätigkeit mit 
stressminderndem Arbeitsumfeld, wenig Zeitdruck und einer klar geglieder-
ten Aufgabe sei der Beschwerdeführer voll arbeits- und leistungsfähig 
(AB 339.7 S. 12 Ziff. 7.4 und 8).

3.4.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das MEDAS-Gut-
achten beruhe auf unvollständigen Akten, bleibt er jegliche Begründung für 
diese Behauptung schuldig. Im MEDAS-Gutachten sind sämtliche von den 
Gutachtern berücksichtigten Akten (samt den zusätzlich eingegangenen 
oder angeforderten Akten/Unterlagen) vollständig aufgelistet (siehe An-
hang 1 [Aktenauszug]; AB 339.2). Ein Vergleich dieses Aktenauszugs mit 
den IV-Akten lässt ausschliessen, dass das Gutachten nicht in Kenntnis der 
gesamten Vorakten abgegeben worden ist. Die diesbezügliche unbegrün-
dete Behauptung des Beschwerdeführers spricht somit nicht gegen den 
Beweiswert des MEDAS-Gutachtens. 

3.4.3 Dass die MEDAS-Gutachter die Zusatzfragen des Beschwerdefüh-
rers nach der Unfallkausalität der geklagten Beschwerden nicht beantwor-
tet haben, stellt entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung ange-
sichts des Streitgegenstandes keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
durch die Beschwerdegegnerin dar. Der Beschwerdeführer hat als Teilge-
halt des rechtlichen Gehörs Anspruch darauf, mit erheblichen Beweisanträ-
gen gehört zu werden. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmäs-
sigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für 
die Entscheidung der Streitsache erheblich sind (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es ab-
hängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist 
(vgl. BGE 117 V 282 E. 4a S. 283; AHI 1994 S. 212 E. 4a). Für die Beurtei-
lung der Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung hat, ist die Frage nach der Unfallkausalität der ge-
klagten Beschwerden ohne jegliche Bedeutung. Entsprechend stellt die 
Nichtbeantwortung dieser Frage durch die MEDAS-Gutachter unter Hin-
weis darauf, dass diese Frage in einem Unfallgutachten beantwortet wer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 14

den müsse (vgl. AB 339.1 S. 14 Ziff. 8), weder eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin dar noch lässt dieser Um-
stand die Gutachter als befangen erscheinen. Auch sonst liegen keine Um-
stände vor, die die Gutachter als befangen erscheinen liessen. Das Gut-
achten ist auf neutrale und gründliche Art abgefasst und die Schlussfolge-
rungen stützten sich auf medizinische Erwägungen. Es ist eine objektive 
Prüfung der medizinischen Situation erfolgt. Weder im Gutachten noch in 
den übrigen Akten finden sich Indizien, die gegen die Objektivität und Zu-
verlässigkeit der Gutachter sprechen würden. Solche werden vom Be-
schwerdeführer denn auch nicht aufgezeigt. Soweit er hinsichtlich Vorge-
hen der Gutachter kritisiert, dass keine erneute Bildgebung der Knie veran-
lasst worden sei, ist festzuhalten, dass die Knie sowohl vom orthopädi-
schen (vgl. AB 339.4 S. 7 Ziff. 4.3) als auch vom rheumatologischen (vgl. 
AB 339.3 S. 7 Ziff. 4.3) Gutachter in Kenntnis der Vorakten, insbesondere 
auch der bisherigen Bildgebung, klinisch untersucht worden sind und beide 
einen klinisch unauffälligen Befund festhielten. Dass sie bei dieser Aus-
gangslage keine erneute Bildgebung in Bezug auf die Knie veranlassten, ist 
nicht zu beanstanden und lässt nicht auf eine unvollständige Abklärung des 
Sachverhalts schliessen. Umso weniger, als den Gutachtern, was die Wahl 
der Untersuchungsmethoden betrifft, nach der Rechtsprechung ein weiter 
Ermessensspielraum zukommt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 
30. Januar 2015, 8C_277/2014, E. 5.2).

3.5 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das 
MEDAS-Gutachten vom 21. Januar 2021 (AB 339.1 - 339.11) abgestellt. Es 
erfüllt sämtliche der in Erwägung 2.4.1 hiervor genannten, von der Recht-
sprechung an medizinische Expertisen gestellten Anforderungen. Das Gut-
achten ist im Hinblick auf die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf 
allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt – entgegen der Meinung des 
Beschwerdeführers (vgl. E. 3.4.1 hiervor) – die geklagten Beschwerden, es 
ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es ist in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtend und die getätigten Schlussfolgerungen sind 
begründet. Der medizinische Sachverhalt erweist sich mit dem MEDAS-
Gutachten als rechtsgenüglich abgeklärt. Von einem Gerichtsgutachten 
sind bei dieser Ausgangslage keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 15

weshalb auf ein solches in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) zu verzichten ist.

Nichts anderes ergibt sich aus den Beschwerdebeilagen. Die eingereichten 
medizinischen Akten datieren grösstenteils (weit) vor der angefochtenen 
Verfügung und flossen ins Gutachten ein. Neue relevante Erkenntnisse 
oder Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens ergeben sich daraus 
nicht. Die darüber hinaus eingereichten Dokumente widerspiegeln im We-
sentlichen die medizinische Einschätzung der Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers gestützt auf nicht fallbezogene medizinische Artikel, die 
sie ausgehend von den Beschwerdeschilderungen ihres Klienten und ihrer 
eigenen subjektiven Wahrnehmung als zutreffend erachtet. Diese Recher-
chen der Rechtsvertreterin sind mangels entsprechender Befundlage beim 
Beschwerdeführer und angesichts der fehlenden Fachkompetenz der 
Rechtsvertreterin in medizinischer Hinsicht von vornherein nicht geeignet, 
das umfassende und schlüssige polydisziplinäre MEDAS-Gutachten in 
Zweifel zu ziehen. 

4.

Das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers wurde vom psychiatri-
schen Gutachter anhand der einschlägigen Indikatoren (vgl. BGE 141 V 
281) auf objektiver Grundlage eingeschätzt, wobei er ausschliesslich funk-
tionelle Ausfälle berücksichtigt hat, welche Folgen der diagnostizierten 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10: F45.41) sind. Er hat sich damit an die massgebenden normativen 
Rahmenbedingungen gehalten (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Der 
vorgenommenen Beurteilung ist aus rechtlicher Sicht nichts beizufügen. 
Die Frage der funktionellen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen des Beschwerdeführers ist aus juristischer Sicht gleich zu beant-
worten wie im Gutachten geschehen. Nachdem im voll beweiskräftigen 
MEDAS-Gutachten eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster 
Arbeit nachvollziehbar verneint wird, kann von einem (zusätzlichen) struktu-
rierten Beweisverfahren aus juristischer Sicht abgesehen werden (vgl. BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 16

145 V 215 E. 7 S. 228). Die angefochtene Verfügung ist auch in dieser Hin-
sicht nicht zu beanstanden. 

5.

Der in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Einkommensvergleich 
wird vom Beschwerdeführer nicht beanstandet und gibt zu keinen Bemer-
kungen Anlass. Mit Blick auf den aus dem Einkommensvergleich resultie-
renden Invaliditätsgrad von 9% kann offenbleiben, ob im Vergleich zur Ver-
fügung vom 17. März 2015 (AB 218) überhaupt eine revisionsrechtlich rele-
vante Veränderung vorliegt (vgl. E. 2.5 hiervor). 

6.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 24. März 2021 (AB 345) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem unterliegenden 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 17

7.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um unent-
geltliche Rechtspflege.

7.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

7.3.2 Aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Unterlagen (act. IB) ist die Prozessbedürftigkeit des Beschwerde-
führers erstellt. Das vorliegende Beschwerdeverfahren war auch (gerade 
noch) nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen. Auch war die 
anwaltliche Verbeiständung im Beschwerdeverfahren gerechtfertigt. Damit 
sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
und Verbeiständung im Beschwerdeverfahren erfüllt. Das Gesuch ist somit 
– trotz offensichtlicher Unbegründetheit der Beschwerde – ausnahmsweise 
dennoch gutzuheissen. Der Beschwerdeführer ist folglich – unter Vorbehalt 
der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; 
SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu be-
freien (Art. 113 VRPG) und ihm ist Rechtsanwältin B.________ als amtliche 
Anwältin beizuordnen.

7.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 18

Da die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers trotz gerichtlicher Auffor-
derung (vgl. prozessleitende Verfügung vom 5. Juli 2021) innert Frist keine 
Kostennote eingereicht hat, wird die amtliche Entschädigung (inkl. Ausla-
gen und MWST) ermessensweise auf pauschal Fr. 1’000.-- festgesetzt. Der 
Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern diese Kosten entsprechend den 
Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Rechtsanwältin B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'000.-- festgesetzte amtli-
che Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2021, IV/21/351, Seite 19

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.