# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15c5046b-324e-5b9d-b3f2-c411c5690b47
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1997-07-08
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 08.07.1997 JAAC 62.5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_031_JAAC-62-5--_1997-07-08.pdf

## Full Text

JAAC 62.5

Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen
Asylrekurskommission vom 8. Juli 1997

Décision de principe de la Commission suisse de recours en matière
d’asile[8].

Art. 13a et 13b LAsi. Demande d’asile présentée à l’étranger. Aucun
examen de la qualité de réfugié en cas de demande d’asile présentée
depuis le pays persécuteur. Conditions mises à l’octroi d’une
autorisation d’entrée.

1. Il y a également lieu d’entrer en matière sur une demande d’asile
présentée à l’étranger lorsque celle-ci n’est pas déposée auprès d’une
représentation suisse mais directement auprès de l’ODR. L’autorisation
d’entrée est accordée soit en vue de la reconnaissance de la qualité de
réfugié ou de l’octroi de l’asile, soit en vue de l’établissement des faits
(consid. 2b).

2. Ne peut être réfugié que celui qui a quitté le pays dans lequel il craint
d’être persécuté. Lorsqu’une demande d’asile est présentée depuis le
pays donné pour persécuteur, il n’y a pas lieu de se prononcer sur la
qualité de réfugié (consid. 2c).

3. Les conditions permettant l’octroi d’une autorisation d’entrée doivent
être définies d’une manière restrictive. L’autorité jouit d’une marge
d’appréciation étendue. Outre l’existence d’une mise en danger au sens
de l’art. 3 LAsi, elle prendra en considération d’autres éléments (dont la
liste n’est pas exhaustive), notamment l’existence de relations étroites
avec la Suisse ou avec un autre pays, l’assurance d’une protection
dans un Etat tiers, la possibilité pratique et l’exigibilité objective d’une
admission dans un autre pays, ainsi que les possibilités d’intégration et
d’assimilation (consid. 2d à g).

1

Grundsatzentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission[7].

Art. 13a und 13b AsylG. Asylgesuch aus dem Ausland. Keine Prüfung
der Flüchtlingseigenschaft bei Asylgesuchen aus dem angeblichen
Verfolgerstaat. Voraussetzungen der Erteilung der Einreisebewilligung.

1. Auf ein Asylgesuch aus dem Ausland ist auch dann einzutreten,
wenn es nicht über eine schweizerische Vertretung, sondern direkt
beim BFF eingereicht wird. Die Erteilung einer Einreisebewilligung
erfolgt entweder im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und
die Asylerteilung oder zur Abklärung des Sachverhaltes (E. 2b).

2. Flüchtling kann nur sein, wer den Staat, in welchem er Verfolgung
befürchtet, verlassen hat; bei Asylgesuchen aus dem angeblichen
Verfolgerstaat ist nicht über die Flüchtlingseigenschaft zu befinden
(E. 2c).

3. Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung
sind restriktiv zu umschreiben; den Behörden kommt ein weiter
Ermessensspielraum zu. Neben der erforderlichen Gefährdung im
Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich - mithin weder abschliessend,
noch kumulativ - die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der
Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit
zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen
Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen
(E. 2d-g).

Decisione di principio della Commissione svizzera di ricorso in materia
d’asilo[9].

Art. 13a e 13b LAsi. Domanda d’asilo presentata all’estero.
Nessun esame della qualità di rifugiato per domande d’asilo
presentate dal presunto Stato persecutore. Condizioni per il rilascio
dell’autorizzazione d’entrata.

1. Si entra nel merito di una domanda d’asilo presentata all’estero
anche allorquando non è inoltrata davanti alla rappresentanza
svizzera, ma direttamente dinanzi all’UFR. L’autorizzazione d’entrata
viene accordata vuoi in vista del riconoscimento della qualità di
rifugiato e della concessione dell’asilo vuoi per acclarare la fattispecie
(consid. 2b).

2. Può essere riconosciuto rifugiato solo colui che ha lasciato il
Paese del quale teme delle persecuzioni. Nel caso di domande d’asilo
presentate dal preteso Stato persecutore, non va resa pronunzia sulla
qualità di rifugiato (consid. 2c).

3. Le condizioni per il rilascio dell’autorizzazione d’entrata vanno
definite restrittivamente; l’autorità dispone di un ampio potere
d’apprezzamento. Oltre alla messa in pericolo menzionata all’art. 3
LAsi, prenderà in considerazione altri elementi, la cui enumerazione
non è esaustiva, quali ad esempio le relazioni con la Svizzera od altri

2

Stati, la possibilità pratica e l’esigibilità obiettiva per l’interessato di
chiedere protezione ad un altro Stato, la possibilità dell’ottenimento
della protezione da parte di uno Stato terzo, nonché le prospettive di
assimilazione ed integrazione (consid. 2d-g).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Mit Schreiben vom 20. Mai 1996 gelangte der Beschwerdeführer
[algerischer Staatsangehöriger] an das Eidgenössische Departement für
auswärtige Angelegenheiten (EDA) und ersuchte um die Zuerkennung
der Flüchtlingseigenschaft und um die Bewilligung der Einreise in die
Schweiz. Zur Begründung brachte er im wesentlichen vor, er sei in seiner
Heimat bereits mehrmals mit dem Tode bedroht worden, weil er in einem
Staatsbetrieb in leitender Stellung tätig sei. Die Sicherheitskräfte seien
nicht mehr in der Lage, seine beruflich bedingten Verschiebungen und die
Sicherheit seiner Familie zu garantieren.

Mit Schreiben vom 10. Juli 1996 teilte das EDA dem Beschwerdeführer mit,
für die Behandlung seines Gesuchs sei das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF)
zuständig. Zugleich wurden die Akten der genannten Instanz zur Einleitung
der als notwendig erachteten Vorkehren überwiesen.

Mit Verfügung vom 26. Juli 1996 lehnte das BFF das Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um
Asylgewährung ab. Zur Begründung wurde im wesentlichen ausgeführt,
dass der Beschwerdeführer in keiner Weise eine besondere Beziehung zur
Schweiz aufweise. Zudem sei es ihm zuzumuten, sich mit seiner Familie in
einem arabischen Staat in der Region oder in Frankreich, wo er offenbar
über gewisse Beziehungen verfüge, um Schutzgewährung zu bemühen.
Überdies erfüllten die Vorbringen des Beschwerdeführers die gesetzlichen
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht.

Mit Eingabe vom 19. August 1996 beantragt der Beschwerdeführer, die
Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und ihm die Einreise in die
Schweiz und Asyl zu gewähren. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer
im wesentlichen aus, er habe mindestens fünf arabische Staaten um
Schutzgewährung ersucht, jeweils aber abschlägigen Bescheid erhalten.
Frankreich habe ihm nicht einmal ein Visum zu Besuchszwecken gewährt. Die
Schweiz habe er mit seiner Familie ungefähr 1980 zweimal als Tourist besucht;
zudem werde in seiner Familie die französische Sprache gesprochen. Überdies
sei die Auffassung der Vorinstanz, wonach er mangels staatlicher Verfolgung
den Flüchtlingsbegriff nicht erfülle, unhaltbar.

Mit Vernehmlassung vom 5. November 1996 beantragt die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde.

Mit Schreiben vom 28. November 1996 weist die Beschwerdeführerin auf die
Gefährdung in ihrer Heimat hin und ersucht um vorübergehende Aufnahme
in der Schweiz.

3

Mit Stellungnahme vom 1. Dezember 1996 beantragt der Beschwerdeführer in
seiner Replik die Gutheissung der Beschwerde; den gleichen Antrag stellt seine
Ehefrau mit Eingabe vom 2. Dezember 1996.

Die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) weist die Beschwerde ab.

Aus den Erwägungen:

2. (...)

b. Art. 13a des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 (AsylG, SR 142.31) bestimmt,
dass ein sich im Ausland befindender Ausländer sein Gesuch bei einer
schweizerischen Vertretung zu stellen hat. Wird wie vorliegend ein solches
Gesuch direkt an das für den Entscheid zuständige BFF (vgl. Art. 11 Abs. 1
AsylG) geschickt, ist dieses Gesuch zwar entgegenzunehmen, doch kann
dieses Amt entweder die Einreise bewilligen oder den Gesuchsteller zur
weiteren Abklärung an eine schweizerische Vertretung - im angeblichen
Verfolgerstaat oder anderswo - verweisen. Allfällige Instruktionshandlungen
sind nicht auf postalischemWeg, sondern via eine schweizerische Vertretung
im Ausland vorzunehmen (vgl. Art. 13a AsylG). Ist eine Gefährdung im Sinne
von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht worden oder kann dem Gesuchsteller
der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung
beziehungsweise das Aufsuchen einer schweizerischen Vertretung in einem
anderen Land nicht zugemutet werden, kann diesfalls allerdings lediglich
die Einreise in die Schweiz bewilligt werden, sei es im Hinblick auf die
Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung, sei es zur Abklärung
des Sachverhalts (vgl. Art. 13b Abs. 2 und 3 AsylG). Umgekehrt ist bei nicht
glaubhaft gemachter Verfolgung (Art. 3 und 12a AsylG) oder bei zumutbarer
Bemühung um Aufnahme in einem Drittland (Art. 6 AsylG) ein negativer
materieller Entscheid möglich.

c. Ein Asylgesuchsteller, der sich noch in seinem Heimatstaat befindet,
kann zwar verfolgt im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG und demzufolge
schutzbedürftig sein. Um aber die Flüchtlingseigenschaft erfüllen zu können,
muss er gemäss völkerrechtlichen Grundsätzen das Heimatland verlassen
haben (vgl. u. a. Handbuch des UNHCR, Genf 1993, § 88;Walter Kälin,
Grundriss des Asylverfahrens, Basel / Frankfurt a. M. 1990, S. 32 f.). Die
Beschwerdeführer befanden sich im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung in
ihrem Heimatstaat, wo sie sich noch heute aufhalten. Sie erfüllen somit die
Voraussetzung des Verlassens des Heimatlandes nicht. Die Beschwerde ist
deshalb bezüglich der Flüchtlingseigenschaft - wenn auch aus einem anderen
Grund als dem in der angefochtenen Verfügung angeführten - abzuweisen.
Festzuhalten ist demnach, dass sich die Frage der Flüchtlingseigenschaft zur
Zeit gar nicht stellt, weshalb von der Vorinstanz darüber nicht hätte befunden
werden müssen.

d. In der Botschaft zum Asylgesetz vom 31. August 1977 wird mit Bezug
auf die Bestimmung von Art. 6 AsylG (vgl. BBl 1977 III 119) ausgeführt,
dass Abs. 2 die Asylgewährung von Personen regle, die sich im Gegensatz
zu den unter Abs. 1 Genannten ausserhalb der Schweiz befinden und bei
welchen vorerst anzunehmen sei, dass kein besonderer Grund dafür spreche,
dass die Schweiz den einzigen Ausweg darstelle. Bei solchen Asylgesuchen

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rechtfertige sich eine restriktivere Umschreibung der Voraussetzungen für
eine Aufnahme als bei der ersten Gruppe. Da grundsätzlich die Aufnahme von
Flüchtlingen ihre Grenze an der objektiven Kapazität des Asylstaates finde
und zudem ein Rechtsanspruch auf Asyl nicht bestehe, könne es verantwortet
werden, bei Flüchtlingen ohne jede ersichtliche Beziehung zur Schweiz die
Voraussetzungen für eine Ablehnung des Asylgesuches so zu umschreiben,
dass den Behörden ein weiter Ermessensspielraum eingeräumt werde und alle
in Betracht fallenden Umstände berücksichtigt werden können.

e. In der Lehre sind die Auffassungen hinsichtlich der im Zusammenhang mit
Art. 6 Abs. 2 AsylG zu prüfenden Voraussetzungen geteilt. Werenfels (Samuel
Werenfels, Der Begriff des Flüchtlings im schweizerischen Asylrecht, Bern
1987, S. 142 ff.) führt aus, Asylgesuche aus dem Ausland könnten unabhängig
vom Ausmass der Verfolgung des Gesuchstellers abgelehnt werden, wenn
der Gesuchsteller auch in einem anderen Land um Aufnahme nachsuchen
könne. Dies werde in der Praxis in aller Regel bereits dann angenommen,
wenn nicht eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz vorhanden sei.
Kälin macht dagegen geltend, eine Anwendung von Art. 6 AsylG setze
voraus, dass die Ausreise in einen Drittstaat möglich sei und ausgeschlossen
werden könne, dass dort irgendwelche Gefahren für Betroffene bestehen
würden (vgl. Kälin, a. a. O., S. 165 Fn. 65 und S. 213). Mit Art. 6 AsylG sei der
altrechtliche Grundsatz von Art. 21 Abs. 1 der Verordnung vom 1. März 1949
zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAV,
SR 142.201) gesetzlich verankert worden, wonach unser Land nicht bereit
sei, Flüchtlingen Asyl zu gewähren, welche in einem Drittstaat effektiven
Schutz vor Verfolgung erlangen könnten. Dabei könne es sich nicht um
irgend einen beliebigen Staat handeln, vielmehr müsse der Gesuchsteller
zum betreffenden Land bereits gewisse enge Beziehungen besitzen, welche
sich im Falle von Abs. 2 aus momentanem Aufenthalt ergeben könnten.
Achermann/Hausammann (Alberto Achermann / Christina Hausammann,
Handbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern und Stuttgart 1991, S. 153 ff.)
fordern im Falle einer Anwendung von Art. 6 Abs. 2 AsylG in Analogie zu
Abs. 1 derselben Bestimmung, dass der Gesuchsteller im Ausland nicht
mit asylrechtlich relevanter Verfolgung oder mit Rückschiebung in den
Heimatstaat rechnen müsse, und dass er die Möglichkeit haben müsse, eine
Bewilligung für dauernden Aufenthalt zu erlangen; kurz, es sei zu prüfen, ob
der Gesuchsteller im Ausland effektiven und dauernden Schutz vor Verfolgung
erlangen könne (vgl. auch Alberto Achermann /Mario Gattiker, Sichere
Drittstaaten, in ASYL 1994 Nr. 2, S. 31).

f. Wie bereits in einem Entscheid (nicht publiziertes Urteil der ARK vom
6. März 1996 i. S. M. M. O. L., Zaire) ausführlich dargelegt, greift die von
Werenfels vertretene Interpretation von Art. 6 Abs. 2 AsylG nach Auffassung
der Asylrekurskommission zu kurz. Ausschlaggebend kann nicht allein
die fehlende Beziehungsnähe zur Schweiz sein; vielmehr ist nebst der
Beziehungsnähe zur Schweiz auch auf weitere Elemente, insbesondere
die Möglichkeit, in weiteren Staaten Schutz vor Verfolgung finden zu
können, hinsichtlich der Frage der Zumutbarkeit abzustellen. Welche
dieser Kriterien erfüllt sein müssen, damit die Zumutbarkeit im Sinne
von Art. 6 Abs. 2 AsylG verneint werden kann, lässt sich nicht allgemein
festlegen. Aufgrund des Gesagten wird die fehlende Beziehungsnähe zur
Schweiz allein für eine Anwendung von Art. 6 Abs. 2 AsylG nicht ausreichen;

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umgekehrt ist nicht zu fordern, dass sämtliche im konkreten Einzelfall in
Frage kommenden Kriterien kumulativ erfüllt sein müssen, damit Art. 6
Abs. 2 AsylG angewendet werden kann. Letztlich erscheint im Einzelfall
entscheidend, ob es einem verständigen Dritten in vergleichbarer Situation
praktisch möglich ist und objektiv zugemutet werden kann, sich in einen
anderen Staat zu begeben (oder dort zu verbleiben) und diesen um Aufnahme
zu ersuchen (vgl. unveröffentlichte Urteile vom 6. März 1996 i. S. M. M. O. L.,
Zaire, und vom 14. Januar 1997 i. S. R. R., Sri Lanka, m. w. H.). Oder anders
ausgedrückt: Vorausgesetzt wird, dass ein im Sinne von Art. 3 AsylG Verfolgter
des Schutzes durch Asylgewährung bedarf und es aufgrund der ganzen
Umstände geboten erscheint, dass es die Schweiz ist, die diesen Schutz
gewähren soll. Dies entspricht dem gesetzgeberischen Willen insofern, als
sich aus der Botschaft zum Asylgesetz vom 31. August 1977 (BBl 1977 III 118 f.)
ausdrücklich ergibt, dass im Rahmen des den Behörden eingeräumten weiten
Ermessensspielraums alle in Betracht fallenden Umstände - beispielsweise
auch die Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten - berücksichtigt
werden sollen.

g. Im vorliegenden Fall stellte die Vorinstanz zunächst zutreffend fest, dass
der Beschwerdeführer und seine Familie über keine besonders engen
Beziehungen zur Schweiz verfügen. Ein zweimaliger Kurzaufenthalt
als Touristen in der Schweiz und die Tatsache, dass die Familie des
Beschwerdeführers die französische Sprache spricht, vermag die
Anforderungen an eine derartige Anknüpfung mit der Schweiz nicht zu
erfüllen. Es kommt hinzu, dass sich auch keine mit dem Beschwerdeführer
verwandten oder befreundeten Personen in der Schweiz aufhalten. Ferner
macht der Beschwerdeführer zwar geltend, er habe mindestens fünf Staaten
um Gewährung vorübergehenden Aufenthalts angegangen. Er hat indessen
diese Angaben in keiner Weise konkretisiert - es wurde nicht angegeben, wann
er welche Staaten worum ersucht hat - noch hat er seine diesbezüglichen
Vorbringen mit Beweismitteln unterlegt. Dies ist vor allem deshalb von
Bedeutung, weil aufgrund der Aktenlage gewisse Anknüpfungspunkte zu
anderen Staaten bestehen. Seinen Ausführungen und seinem Lebenslauf
ist nämlich zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer offensichtlich über
relativ enge Beziehungen zu Frankreich verfügt. Es ist dem Beschwerdeführer
daher ohne weiteres zuzumuten, dass er sich in Frankreich oder einem der
Staaten in der Heimatregion um Schutzgewährung bemüht. Da er bislang
sein Heimatland nicht verlassen hat und er insbesondere auch nicht geltend
gemacht hat, dazu nicht in der Lage gewesen zu sein, ist davon auszugehen,
er sei nicht dermassen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt oder er habe nicht
dermassen begründete Furcht, inskünftig solchen Nachteilen ausgesetzt zu
sein, dass er sich diesen nur durch Flucht ins Ausland zu entziehen vermöchte.
Die Voraussetzungen für eine Anwendung von Art. 6 Abs. 2 AsylG sind
demnach - da der Sachverhalt in ausreichender Weise erstellt ist und es nicht
als geboten erscheint, dass die Schweiz Schutz gewähren soll - insgesamt
gegeben.

[7] Vgl. oben Fussnote 1, S. 19.
[8] Cf. ci-dessus note 2, p. 20.
[9] Cfr. sopra nota 3, pag. 20.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 62.5 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom

8. Juli 1997

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1998
Année

Anno

Band 62
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 8. Juli 1997
	Zusammenfassung des Sachverhalts:
	Aus den Erwägungen: