# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac1b034e-8c7a-5702-9f6b-479d76b1c76a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.08.2009 D-4680/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4680-2009_2009-08-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4680/2009
law/mam/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Kosovo,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylwiderruf und Aberkennung der 
Flüchtlingseigenschaft; 
Verfügung des BFM vom 26. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4680/2009

Sachverhalt:

A.  
A.a Mit Verfügung vom 22. April 1992 gewährte das damalige Bundes-
amt für Flüchtlinge (BFF) dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl.

A.b Am 19. Oktober 2007 teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, 
aus dem ihm vorliegenden Grenzkontrollrapport  vom 1. August  2007 
gehe hervor, dass er am besagten Tag nach Prishtina gereist sei. Un-
ter Hinweis auf diese Information räumte das BFM dem Beschwerde-
führer  gleichzeitig  die  Möglichkeit  zur  Stellungnahme zu dem in  Be-
tracht gezogenen Entscheid zu, ihm die Flüchtlingseigenschaft abzuer-
kennen und das Asyl zu widerrufen.

A.c Der Beschwerdeführer teilte dem BFM am 27. Oktober 2007 mit, 
er sei am 1. August 2007 in den Kosovo geflogen, weil ihn sein dort 
allein lebender Grossvater zuvor angerufen und ihm gesagt habe, er 
sei sehr krank. Er habe es nicht fertig gebracht, ihn in dieser Situation 
allein  zu  lassen.  Er  ersuche  darum,  dass  ihm  der  Flüchtlingsstatus 
nicht aberkannt werde.

A.d Mit Verfügung vom 20. Dezember 2007 aberkannte das BFM ge-
stützt  auf  Art. 63  Abs. 1  Bst. b  des  Asylgesetzes vom 26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) und Art. 1 C Ziff. 1  des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über  die  Rechtsstellung der  Flüchtlinge (FK,  SR 0.142.30)  die 
Flüchtlingseigenschaft  des Beschwerdeführers und widerrief  das ihm 
gewährte Asyl.

A.e Mit  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  22.  Januar 
2008  beantragte  der  Beschwerdeführer,  es  "sei  ihm  der  Asylstatus 
nicht weg zu nehmen."

A.f Das  Bundesverwaltungsgericht  behandelte  die  Eingabe  vom 
22. Januar 2008 als Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 
20. Dezember 2007 und hiess sie mit Urteil vom 12. Februar 2008 gut. 
Gleichzeitig hob es die Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2007 
auf. In den Urteilserwägungen führte das Gericht unter anderem aus, 
aufgrund  der  Aktenlage  bestünden  keine  Hinweise  darauf,  dass  der 
Beschwerdeführer mit der UNMIK (United Nations Interim Administra-
tion  Mission  in  Kosovo,  deutsch:  Übergangsverwaltungsmission  der 
Vereinten Nationen im Kosovo) in Kontakt getreten wäre oder auf an-

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dere Weise deren Schutz konkret beansprucht oder seinen Aufenthalt 
publik gemacht hätte. Deshalb sei nicht darauf zu schliessen, dass er 
den von den internationalen Truppen im Kosovo gewährten Schutz für 
eine  dauernde Rückkehr  als  ausreichend erachtet  habe. Vor diesem 
Hintergrund könne der  Aufenthalt  im Kosovo nicht  genügen,  um un-
zweifelhafte Rückschlüsse auf die fehlende Verfolgungsfurcht des Be-
schwerdeführers zu ziehen. Daran ändere auch nichts, dass der Be-
schwerdeführer  im Jahre 2002 seinen erkrankten Grossvater  bereits 
einmal besucht habe.

B.
Mit Schreiben vom 18. Mai 2009 teilte das BFM dem Beschwerdefüh-
rer unter Einräumung des Rechts zur Stellungnahme bis zum 29. Mai 
2009 seine Absicht mit,  auf der Grundlage von Art. 63 Abs. 1 Bst. b 
AsylG und Art. 1 C Ziff. 1 FK erneut eine Aberkennung der Flüchtlings-
eigenschaft  und einen Widerruf  des  Asyls  zu  verfügen. Zur  Begrün-
dung  führte  das  BFM aus,  wie  einem in  Kosovo ausgestellten  Ehe-
schein  zu  entnehmen  sei,  habe  der  Beschwerdeführer  am  (...)  in 
B._______  geheiratet  und  verfüge  dort  auch  über  eine  Wohnsitz-
adresse. Das BFM gehe davon aus, dass der Beschwerdeführer sich 
durch die Reise in seinen Heimatstaat und die Kontaktnahme mit den 
Behörden  in  Kosovo  freiwillig  unter  den  Schutz  des  Landes  gestellt 
habe, dessen Staatsangehörigkeit er besitze.

C.
In seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2009 ersuchte der Beschwerde-
führer das BFM darum, ihm den „Asylstatus“ und den Reiseausweis für 
anerkannte Flüchtlinge nach dem FK für den Moment zu belassen. Als 
Grund gab er an, er sei auf den Reiseausweis vorderhand noch ange-
wiesen, weil gemäss den von ihm bereits gesammelten Informationen 
die Ausstellung eines heimatlichen Reisepasses mehrere Wochen in 
Anspruch nehme. Er müsse nämlich alle Dokumente persönlich bean-
tragen  und  in  Empfang  nehmen,  dürfe  aber  als  Erwerbstätiger  nur 
zweimal zwei Wochen Ferien im Jahre beziehen. Andererseits werde 
über sein vor vier Jahren in der Schweiz eingereichtes Einbürgerungs-
gesuch laut Auskunft der Wohnsitzgemeinde erst Ende dieses Jahres 
befunden.

D.
Mit Verfügung vom 26. Juni 2009 - eröffnet am 29. Juni 2009 - aber-
kannte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft 
und  widerrief  das  ihm  gewährte  Asyl.  In  den  Entscheiderwägungen 

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hielt es im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer stimme in seiner 
Stellungnahme vom 27. Mai 2009 dem Sachverhalt, mit welchem er im 
Schreiben vom 18. Mai 2009 konfrontiert worden sei, insgesamt zu.

E.
Mit  Eingabe vom 21. Juli  2009 (Poststempel)  an  das Bundesverwal-
tungsgericht beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss die vollum-
fängliche Aufhebung der Verfügung des BFM vom 26. Juni 2009 (Bitte 
um Verzicht auf einen Widerruf  des „Asylstatus“ und auf den Einzug 
des ihm als Flüchtling im Sinne des FK zustehenden Reisepapiers).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Als  eine  der  Beschwerdeinstanzen  im  Verwaltungsverfahren  des 
Bundes (vgl. Art. 47 Abs. 1 Bst. b  des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) be-
urteilt das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5  VwVG, sofern keine Ausnahme nach 
Art. 32 VGG vorliegt. Unter die Vorinstanzen fallen die in Art. 33 und 34 
VGG genannten Behörden, zu welchen auch das BFM (Art. 33 Bst. d 
VGG) zählt. Art. 32  VGG sieht  für  Verfügungen auf  dem Gebiet  des 
Asyls keine Ausnahme vor, womit die Zuständigkeit des Bundesverwal-
tungsgerichts  als  Beschwerdeinstanz  im  Asylverfahren  gegeben  ist 
(Art. 105 AsylG). Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005 (BGG, SR 173.110])  bestätigt  diese Zuständigkeit  und 
schliesst gleichzeitig die Weiterzugsmöglichkeit an das Bundesgericht 
aus.

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).  Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Ent-
scheid jedoch ungeachtet der erhobenen Rügen grundsätzlich in vol-
lem Umfang überprüfen. Es stellt  den Sachverhalt  von Amtes wegen 
fest (Art. 12 VwVG) und es wendet das Recht von Amtes wegen an 
(Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist demzufolge 
verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt jene Rechtsnormen an-
zuwenden, die es als zutreffend erachtet, und ihnen jene Auslegung zu 

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geben, von der es überzeugt ist (vgl. Entscheide des Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/41 E. 2 S. 529 f.).

2.  
2.1 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teil-
genommen, ist durch die am 26. Juni 2009 ergangene Verfügung des 
BFM besonders  berührt  und kann sich  auf  ein  schutzwürdiges  Inte-
resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung berufen. Damit 
ist  er  zur  Einreichung  einer  dagegen  gerichteten  Beschwerde  legiti-
miert (Art. 48 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG).

2.2 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der 
Beschwerdeschrift sind gewahrt (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 Abs. 1 
VwVG i.V.m. Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG). Auf die Beschwerde ist 
somit einzutreten.

3.  
3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrich-
terlicher Zuständigkeit mit  Zustimmung eines zweiten Richters bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4. Das BFM widerruft  das Asyl oder aberkennt  die Flüchtlingseigen-
schaft unter anderem bei Vorliegen eines Beendigungsgrundes im Sin-
ne von Art. 1 C Ziff. 1-6 FK (Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG).

4.1 Im vorliegenden Fall hat das BFM zur Begründung des Asylwider-
rufs und der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft die Bestimmung 
von Art. 1 C Ziff. 1 FK herangezogen, der zufolge eine die Bedingun-
gen von Art. 1 A FK erfüllende Person nicht mehr unter das Abkom-
men fällt, wenn sie sich freiwillig wieder unter den Schutz des Landes, 
dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, gestellt hat. Im Einzelnen führt 
es aus, Art. 1 C Ziff. 1 FK  komme gemäss Rechtsprechung nur dann 
zur Anwendung, wenn die drei folgenden Voraussetzungen kumulativ 
erfüllt seien: Erstens müsse die Handlung des Flüchtlings freiwillig er-
folgt sein, das heisse ohne äusseren Zwang durch die Umstände im 
Asylland oder durch die Behörden dieses Landes. Zweitens müsse die 

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betroffene  Person in  der  Absicht  gehandelt  haben,  sich  erneut  dem 
Schutz des Heimatstaates zu unterstellen. Drittens müsse die Schutz-
gewährung durch den Heimatstaat tatsächlich erfolgt sein. Vorliegend 
seien alle drei Bedingungen erfüllt,  weshalb das Asyl widerrufen und 
die Flüchtlingseigenschaft  aberkannt werde. Soweit der Beschwerde-
führer in der Stellungnahme vom 27. Mai 2009 um Aufschub des Asyl-
widerrufs bis zu seiner Einbürgerung in der Schweiz ersuche, sei  er 
auf die Möglichkeit zu verweisen, sich ein heimatliches Reisepapier zu 
beschaffen und sich allenfalls mit einem schweizerischen Ersatzreise-
papier in Kosovo ein kosovarisches Reisedokument zu beschaffen.

4.2 Im Unterschied hierzu erachtet  der  Beschwerdeführer  in  seinem 
Fall die Voraussetzungen für eine Aberkennung der Flüchtlingseigen-
schaft und einen Widerruf des ihm gewährten Asyls als nicht gegeben. 
Als Gegenargument zu den Erwägungen des BFM führt er in der Be-
schwerdeschrift  an,  er  sei  lediglich deshalb in  Kosovo gewesen,  um 
seine  heutige  Ehefrau,  in  die  er  sich  in  den  Ferien  in  C._______ 
unsterblich  verliebt  habe,  zu  heiraten.  Die  auf  dem  Eheschein 
angebrachte Adresse in B._______ sei diejenige seines Grossvaters. 
Er habe in Kosovo, wo es ihm ohnehin nicht  gefalle und er  sich ein 
Leben nicht vorstellen könne, keinen Schutz des Staates beansprucht 
oder dergleichen.

5.
Wie das BFM zutreffend festhält,  setzt  die  Anwendung  von Art. 1 C 
Ziff. 1 FK kumulativ voraus, dass der Flüchtling freiwillig in Kontakt mit 
seinem Heimatstaat getreten ist, er mit der Absicht gehandelt hat, von 
seinem Heimatstaat  Schutz  in  Anspruch  zu  nehmen,  und  er  diesen 
Schutz auch tatsächlich erhalten hat (vgl. Entscheidungen und Mittei-
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2002 
Nr. 8 E. 8 S. 65; EMARK 2002 Nr. 21 E. 6 S. 172; EMARK 1998 Nr. 29 
E. 3a S. 241 f.).

5.1 Bezüglich des Status von Kosovo und der Staatsangehörigkeit des 
Beschwerdeführers ist von Belang, dass sich die Republik Kosovo am 
17. Februar 2008 von Serbien loslöste, indem sie in einer vom Parla-
ment verabschiedeten Erklärung einseitig ihre staatliche Unabhängig-
keit proklamierte. Als 19. von bislang 62 Staaten hat die Schweiz am 
27. Februar 2008 den Kosovo als souveränen Staat anerkannt (Erklä-
rung des Bundespräsidenten über die Anerkennung des Kosovo und 
die Aufnahme diplomatischer und konsularischer Beziehungen mit die-
sem Land). 

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Im vorliegenden Fall liegen sodann hinreichende Anhaltspunkte dafür 
vor, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für den Erwerb 
der Staatsbürgerschaft von Kosovo erfüllt. Gemäss Art. 28.1 in Verbin-
dung mit  Art. 5 Bst. e des  kosovarischen Gesetzes vom 20. Februar 
2008 über die Staatsangehörigkeit (StAG; in Kraft getreten am 15. Juni 
2008; vgl.  www.gazetazyrtare.com  , besucht am 30. Juli 2009) ist jede 
Person, die als rechtmässiger Bewohner ("habitual resident") gemäss 
UNMIK  Regulation  No.  2000/13  im  zentralen  Zivilregister  („Central 
Civil  Registry“) registriert  wurde, automatisch als Staatsbürger Koso-
vos  zu  betrachten  („shall  be  considered“)  und  als  solcher  in  einem 
Staatsbürgerschaftsregister  („register  of  citicens“)  zu  erfassen.  Laut 
der  erwähnten  UNMIK  Regulation  No.  2000/13  vom  17. März  2000 
(Section 3,  Bst. a)  wiederum hatte der Zivilregisterführer unter  ande-
rem diejenigen Personen als rechtmässige Bewohner von Kosovo zu 
registrieren, welche in Kosovo geboren sind. Nur wer im Zivilregister 
eingetragen ist, konnte eine UNMIK-Identity Card (ID) beantragen. Der 
Besitz eines UNMIK-Dokuments spricht demnach dafür, dass der Inha-
ber Staatsbürger von Kosovo ist (Art. 28 StAG). Vorliegend lässt sich 
dem bei  den Akten liegenden Eheschein („Marriage Certificate“)  der 
UNMIK entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Regi-
strierung der  am (...)  in  seinem Geburtsort  B._______ (Kosovo) ge-
schlossenen Ehe über eine UNMIK-ID mit der Nummer (...) und zudem 
über  eine  Wohnsitzadresse  („Address  of  residence“)  in  derselben 
Ortschaft verfügte. Somit ist erstellt, dass er im Zivilregister als recht-
mässiger Bewohner von Kosovo geführt  wird und demnach kraft Ge-
setzes die Staatsangehörigkeit der Republik Kosovo erworben hat.

5.2 In der Folge bleibt zu prüfen, ob im Falle des Beschwerdeführers 
mit  Bezug auf  dessen Heimatstaat  Kosovo sämtliche der  drei  vorer-
wähnten Voraussetzungen für eine Anwendung der Beendigungsklau-
sel von Art. 1 C Ziff. 1 FK erfüllt sind.

5.2.1 Das Kriterium der Freiwilligkeit bedingt, dass der Akt des Flücht-
lings  (welcher  auf  eine Unterschutzstellung hinweist)  ohne äusseren 
Zwang weder durch die Umstände im Asylland noch durch die Behör-
den  des  Heimatstaates  geschieht  (vgl.  EMARK  1996  Nr.  12  E.  8a 
S. 103).

Nach  seiner  Darstellung  in  der  Beschwerdeschrift  hat  sich  der  Be-
schwerdeführer aus dem alleinigen Grund (erneut)  in Kosovo aufge-
halten,  um  dort  seine  heutige  Ehefrau,  die  er  in  den  Ferien  in 

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http://www.gazetazyrtare.com/

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C._______  kennengelernt  hat,  heiraten  zu  können.  Es  habe  keine 
andere Wahl gehabt, zumal er nicht bereit gewesen sei, seine grosse 
Liebe zu verlieren.

In diesem Erklärungsversuch des Beschwerdeführers ist keine objek-
tive Zwangslage zu erkennen, von der auf eine fehlende Handlungs-
freiheit  seinerseits geschlossen werden müsste. So ist  insbesondere 
nicht zu ersehen, inwiefern die Reise nach Kosovo die einzige Mög-
lichkeit  hätte darstellen  sollen,  um die angestrebte Heirat  mit  seiner 
heutigen Ehefrau zu  realisieren. Die  Voraussetzung der  Freiwilligkeit 
der Kontaktnahme mit dem Heimatstaat ist demnach erfüllt.

5.2.2 Weiter ist auch die Bedingung des beabsichtigten Handelns (vgl. 
zum regelmässigen Genügen der  blossen Inkaufnahme einer  Unter-
schutzstellung EMARK 1996 Nr. 12 E. 8b S. 103) im Rahmen der Un-
terschutzstellung gegeben. Wie sich aus den Akten eruieren lässt und 
vom Beschwerdeführer  nicht  bestritten wird,  hielt  sich  dieser  im Zu-
sammenhang mit seiner am 7. November 2008 in B._______ erfolgten 
Heirat vorübergehend auf  dem Territorium seines Heimatstaates auf. 
Dass seine Heimatreise heimlich unter Umgehung von Grenzkontrol-
len erfolgt wäre und er sein Verhalten auf kosovarischem Gebiet da-
rauf ausgerichtet hätte, jeglichen Kontakt mit den heimatlichen Behör-
den  und  Sicherheitsorganen  oder  mit  Angestellten  der  unter  dem 
Schirm der Vereinten Nationen weiterhin tätigen Missionen (vgl. dazu 
E. 5.2.3 hiernach) zu vermeiden, macht er nicht geltend. Ebenso wenig 
zeigt er anhand konkreter Angaben auf, dass die Dauer seines Aufent-
haltes in Kosovo sich eng auf die für den Eheschluss unabdingbaren 
Verrichtungen  vor  Ort  beschränkt  hätte.  Aus  dem  Eheschein  vom 
7. November  2008 ergibt  sich  ohne weiteres,  dass  der  Beschwerde-
führer mit  Angestellten der UNMIK-Mission beziehungsweise mit  von 
der UNMIK eingesetzten lokalen Behörden in seinem Heimatland offen 
in Kontakt getreten ist und aus den vorhandenen administrativen Insti-
tutionen sowie seiner Eintragung als rechtmässiger Bewohner im Zivil-
register von Kosovo Nutzen gezogen hat. Ohne dass an dieser Stelle 
erörtert  zu werden braucht,  inwieweit generell  in Kosovo die Schutz-
funktionen  durch  Exponenten  der  Staatsgewalt  (insbes.  Kosovo 
Security Force [KSF] und Kosovo Police Service [KPS]) bereits selb-
ständig  wahrgenommen werden  oder  die  Machtbefugnis  des  jungen 
Staates durch die überwachende oder operative Tätigkeit der UNMIK, 
EULEX (European Union Rule of Law Mission in Kosovo) und KFOR 
(Kosovo  Force)  noch  eingeschränkt  ist  (zur  Bedeutung  fehlender 

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Machtbefugnisse des Heimatstaates und deren Übernahme durch sup-
ranationale Organisationen vgl. E. 5.2.3 hiernach sowie die dort zitierte 
Rechtsprechung), steht damit im vorliegenden Einzelfall fest, dass der 
Beschwerdeführer mit der Absicht nach Kosovo gereist ist, sich dem in 
seinem Heimatstaat erhältlichen Schutz zu unterstellen.

5.2.3 Schliesslich ist auch das dritte Element der Unterschutzstellung 
- effektive Schutzgewährung durch den Heimatstaat - als erfüllt zu be-
trachten. Dabei  kann  offen  bleiben,  ob  es  durch  die  Reise  des  Be-
schwerdeführers in den neu entstandenen, mit dem seinerzeitigen Ver-
folgerstaat Jugoslawien nicht mehr übereinstimmenden Staat Kosovo 
zu einem tatsächlichen Kontakt mit den „heimatlichen Behörden“ und 
damit  zu  einer  Inanspruchnahme  des  „Schutzes  des  Landes  der 
Staatsangehörigkeit“  im  wörtlichen  Sinn  von  Art.  1  C  Ziff.  1  FK ge-
kommen ist (vgl. EMARK 2002 Nr. 8 E. 8b S. 65 f., EAMRK 2002 Nr. 21 
E. 6b S. 173, jeweils die Situation des Kosovo in der Bundesrepublik 
Jugoslawien des Jahres 2002 betreffend). Der Vollständigkeit halber ist 
zunächst  festzustellen,  dass spätestens seit  der Unabhängigkeit  von 
Kosovo eine Einflussnahme durch serbische Machthaber auf dem ent-
sprechenden Territorium realistischerweise nicht mehr in Betracht fällt. 
Weiter  lässt  sich  aus  den  vorliegenden  fallspezifischen  Umständen 
(vgl. UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft,  Genf  1979,  Rz. 80  125) mit  hinlänglicher 
Sicherheit herleiten, dass dem Beschwerdeführer durch die kosovari-
schen Behörden im Zusammenspiel mit der UNMIK ein auch in subjek-
tiver Hinsicht ausreichender und effektiver Schutz zuteil geworden ist 
(vgl. EMARK 2002 Nr. 8 E. 8c S. 66 ff.,  insbes. E. 8c.ff  S. 71 f.,  die 
Situation  in  Kosovo  in  der  Bundesrepublik  Jugoslawien  des  Jahres 
2002 betreffend). So macht der Beschwerdeführer weder geltend noch 
bringt  er  andeutungsweise vor,  er  sei  während seines Aufenthalts in 
Kosovo  in  irgendeiner  Form  behelligt  worden.  Stichhaltige  Anhalts-
punkte dafür, dass das Ausbleiben von Verfolgungshandlungen seine 
Ursache  gerade  nicht  im  Fehlen  entsprechender  objektiver  Risiken 
hatte, sind in den Akten nicht zu erkennen (vgl. EMARK 1996 Nr. 12 
E. 8c S. 104 unten). Schliesslich begründet  der Beschwerdeführer in 
der Rechtsmittelschrift seinen Unwillen, sein Leben in Kosovo zu ver-
bringen, nicht etwa mit Sicherheitsbedenken, sondern mit der Bemer-
kung,  dass  es  ihm  dort  nicht  gefalle.  In  der  Stellungnahme  vom 
27. Mai 2009 hatte er gegenüber dem BFM zudem die Unmöglichkeit, 
sich  zwecks  Ausstellung  eines  Reisepasses  während  mehrerer  Wo-
chen in Kosovo aufzuhalten, nicht mit der Furcht vor Verfolgungshand-

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lungen,  sondern  mit  seinem unzureichenden Ferienguthaben erklärt. 
Vor diesem Hintergrund sind dem Aufenthalt des Beschwerdeführers in 
Kosovo insgesamt hinreichende Anhaltspunkte zu entnehmen, um un-
zweifelhafte  Rückschlüsse  auf  das  vollständige  Fehlen  einer  Verfol-
gungsfurcht  und  auf  die  subjektive  Empfindung  ziehen  zu  können, 
ausreichenden, effektiven Schutz zu erhalten. Es liegt somit im Ergeb-
nis  eine Schutzgewährung vor,  die derjenigen des Heimatstaates im 
klassischen Sinn von Art. 1 C Ziff. 1 FK gleichzusetzen ist.

5.3 Aus  dem  Erwogenen  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer 
durch seinen Aufenthalt  in Kosovo Tatsachen geschaffen hat,  die als 
freiwillige Unterschutzstellung im Sinne von Art. 1 C Ziff. 1 FK zu wür-
digen sind. Das BFM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 
des  Beschwerdeführers  aberkannt  und  das  ihm seinerzeit  gewährte 
Asyl widerrufen. Die Verfügung vom 26. Juni 2009 verletzt Bundesrecht 
nicht,  stellt  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig und vollständig 
fest und ist angemessen (Art. 106 AsylG). Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist folgerichtig abzuweisen.

6.
Der Beschwerdeführer ist im vorliegenden Verfahren vollständig unter-
legen,  weshalb er  in vollem Umfang kostenpflichtig wird (vgl. Art. 63 
Abs. 1 VwVG). Die ihm aufzuerlegenden Verfahrenskosten sind auf ins-
gesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1, 
2 und 3 Bst. a des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) ad (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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