# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2fabae3-0b03-5be5-933c-36e957a06eb9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2017 200 2016 1109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1109_2017-05-17.pdf

## Full Text

200 16 1109 IV
SCI/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Oktober 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1986 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 30. April 2015 (Eingang bei der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin]) unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen bzw. Ver-
wachsungen im Bauchbereich und diesbezüglich mehrfachen Operationen 
(erneut [Akten der Invalidenversicherung {act. II} 1.1]) bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 2). An-
lässlich des Erstgesprächs vom 27. Mai 2015 machte er zudem eine Nicht-
eignungsverfügung der C.________ für die Tätigkeit als … wegen Husten 
geltend (act. II 8 S. 2). Die vom 6. Juni bis 1. Juli 2016 vorgesehene ar-
beitsmarktlich-medizinische Abklärung (AMA) trat der Versicherte nicht an 
(act. II 28 - 30, 32), woraufhin er von der IVB am 23. Juni 2016 zur Mitwir-
kung aufgefordert wurde (act. II 34). Mit Stellungnahme vom 15. Juli 2016 
(act. II 40) liess der Versicherte – neu vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – beantragen, aufgrund der Hustenproblematik sei er zu einer 
AMA aufzubieten, in welcher er nicht in einer Werkstatt arbeiten müsse, 
eventualiter sei ein polydisziplinäres Gutachten zu erstellen. Unter Berück-
sichtigung der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 18. August 2016 (act. II 43) sowie derjenigen, welche im Rahmen des 
Vorbescheidverfahrens (vgl. act. II 45, 48) am 5. Oktober 2016 (act. II 50) 
eingeholt wurde, verneinte die IVB einen Anspruch auf Leistungen der In-
validenversicherung und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 
11. Oktober 2016 (act. II 51) mangels eines krankheitswertigen Gesund-
heitsschadens ab.

B.

Gegen die Verfügung vom 11. Oktober 2016 erhob der Versicherte, weiter-
hin vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 11. November 2016 
Beschwerde. Er lässt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie 
die Bezahlung der anbegehrten Umschulung durch die Beschwerdegegne-
rin beantragen. Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Abklärung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 3

des Sachverhalts, insbesondere zur Durchführung einer AMA und / oder 
Erstellung eines medizinischen Gutachtens, eventuell eines polydiszi-
plinären Gutachtens, und hiernach zur Neubeurteilung des Anspruchs auf 
Umschulung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Mit der Beschwerde wurde 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechts-
anwalt B.________ als amtlicher Anwalt gestellt.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 17. Januar 2017 reichte der Beschwerdeführer aufforderungsgemäss 
weitere Unterlagen zu den Akten. Gleichzeitig nahm er zusätzlich Stellung 
zur Beschwerdeantwort.

Auf Aufforderung des Instruktionsrichters (prozessleitende Verfügung vom 
25. Januar 2017) wurden am 27. Januar 2017 die Akten von Dr. med. 
D.________, am 31. Januar 2017 von Dr. med. E.________, am 1. Februar 
2017 jene des Spitals F.________, am 17. Februar 2017 die Unterlagen 
der G.________, und am 6. März 2017 die Akten von Dr. med. H.________ 
eingereicht.

Von der Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbemerkungen machten 
die Parteien am 28. März 2017 Gebrauch.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 4

anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Oktober 2016 
(act. II 51), mit der ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
generell verneint wurde. Der Beschwerdeführer beantragt die Bezahlung 
einer Umschulung (Art. 17 IVG). Streitig und zu prüfen ist somit einzig der 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen in Form von Massnahmen be-
ruflicher Art (Umschulung). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 5

reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicher-
te haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwen-
dig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf-
gabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu ver-
bessern (Art. 8 Abs. 1 IVG lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit 
ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2).

Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert 
ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche 
die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzu-
mutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches 
Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die 
versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch 
zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 
Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen 
Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 E. 2b S. 110; 
SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 6

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhalten (Art. 43 Abs. 1 
ATSG). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung 
notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu 
unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder 
andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mit-
wirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versi-
cherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstel-
len und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher 
schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine an-
gemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf die hier zur Diskus-
sion stehende Umschulung in einen neuen Tätigkeitsbereich nicht wegen 
der verweigerten Mitwirkung (vgl. E. 2.5 hiervor), sondern mangels Ge-
sundheitsschadens, welcher eine Umschulung erforderlich machen würde, 
abgelehnt (vgl. E. 2.3 hiervor). In medizinischer Hinsicht lassen sich den 
Akten hierzu im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin so-
wie Pneumologie, diagnostizierte im Bericht vom 8. Januar 2010 (act. II 
24.3 S. 16 f.) einen chronischen Husten unklarer Genese. Differentialdia-
gnostisch könnte ein Upper-Airway-Cough-Syndrom vorliegen. Aufgrund 
der Untersuchungsresultate bestünden keine Hinweise für ein Asthma 
bronchiale als Ursache für den chronischen Husten sowie die Anstren-
gungsdyspnoe. Verschlimmernder Faktor dürfte das Rauchen darstellen.

3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, stellte 
im Bericht vom 30. April 2010 (act. II 24.3 S. 14 f.) die folgenden Diagno-
sen: Chronischer Husten unklarer Genese, ausgeprägte Septumdeformität, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 7

unklare Schwindelbeschwerden, Nierenagenesie rechts sowie einen Niko-
tinabusus. Der Beschwerdeführer berichtete über einen seit der Lehre 
ganztags persistierenden Husten. Diesbezüglich hielt Dr. med. E.________ 
fest, dass er einen post nasal drip oder eine Pathologie im Bereich des 
Larynx als Ursache ausschliessen könne. Da keine Nasenatmungsbehin-
derung beklagt werde, sei eine Operation trotz ausgeprägter Septumde-
formität nicht indiziert. Bezüglich des Schwindels ergäben sich weder ana-
mnestisch noch bei den Befunden Hinweise für ein otogenes Geschehen.

3.1.3 Im Bericht des Spitals I.________ vom 10. Juni 2010 (act. II 24.3 
S. 4 f.) führte Prof. Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin sowie Allergologie und klinische Immunologie, diagnostisch den 
Verdacht auf eine arbeitsplatz-assozierte Vocal cord dysfunction bei chro-
nischem Husten am Arbeitsort sowie eine Infektanfälligkeit bei chronischem 
Husten und Nikotinkonsum auf. Es bestünden keine eigentliche Allergie 
und kein Hinweis für eine bronchiale Hyperreagibilität. Irritative / toxische 
Umstände bzw. Gase könnten eine paradoxe Stimmbandreizung auslösen. 
Diese Annahme werde auch durch die Angabe unterstützt, dass primär 
inspiratorisch eine Atembeengung bemerkt worden und die eingeleitete 
antiobstruktive Behandlung wenig effektiv gewesen sei.

3.1.4 Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt 
im Arztzeugnis vom 2. November 2010 zuhanden der C.________ (act. II 
24.3 S. 18 f.) diagnostisch den Verdacht auf ein arbeitsplatzbedingtes exo-
gen allergisches Asthma bronchiale sowie einen Nikotinabusus fest. Auf-
grund der bisherigen Beobachtung bzw. spezialärztlichen Abklärung könne 
eine arbeitsplatzbedingte Auslösung der Asthmabeschwerden nicht ausge-
schlossen werden. Seit dem 10. Mai 2010 bestehe eine 100%ige Arbeits-
unfähigkeit unbekannter Dauer. 

3.1.5 Im Bericht vom 22. März 2011 (act. II 24.2) hielten die Dres. med. 
L.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, Allergologie und klini-
sche Immunologie sowie Arbeitsmedizin, und M.________, Facharzt für 
Arbeitsmedizin der C.________, folgende Diagnosen fest: Upper-Airway-
Cough-Syndrome, überwiegend hervorgerufen durch die Einwirkung von 
Kühlschmiermitteln und Schneidöl-Aerosolen am Arbeitsplatz, toxische 
Epithelschäden der oberen Luftwege, kongenitale Kehlkopfanomalie sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 8

eine kongenitale Innenohrschwerhörigkeit (S. 6). Wie in der pneumologi-
schen Voruntersuchung bestünden keinerlei Hinweise auf das Vorliegen 
eines Asthmas oder sonstige pathologische Funktionsveränderungen der 
Atemwege. Der einzige ungewöhnliche Befund im Hals-Nasen-Ohren-
Bereich sei eine überhängende Epiglottis, die den Kehlkopfeingang verde-
cke. Da aber nach Einstellung der Erwerbstätigkeit die Hustenbeschwerden 
sistiert hätten, könne dieser Befund die Hustenstörungen nicht überzeu-
gend kausal erklären. Nach Rücksprache mit dem Pneumologen handle es 
sich möglicherweise um eine eosinophile Bronchitis oder noch am ehesten 
um ein Upper-Airway-Cough-Syndrome. Dieses sei durchaus durch niedri-
ge Konzentrationen von irritativen Stoffen in der Umgebungsluft eines 
…verarbeitenden Betriebes auslösbar. Durch eine telefonische Rückfrage 
im Betrieb könne bestätigt werden, dass öfters beobachtet worden sei, 
dass der Beschwerdeführer am Arbeitsplatz gehustet habe. Zusammenfas-
send würden die eigenanamnestisch deutliche Abhängigkeit der Hustenbe-
schwerden von Aufenthalten in Betriebsräumen, in denen mit Kühl-
schmiermitteln und Schneideölen umgegangen werde und in Ergänzung 
dazu die Fremdbeobachtung der Hustenbeschwerden am Arbeitsplatz 
dafür sprechen, dass eine überwiegende Verursachung durch die Arbeits-
tätigkeit vorgelegen habe (S. 5).

3.1.6  Dr. med. N.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte – nachdem der Beschwerdeführer sich inzwischen bei der 
Beschwerdegegnerin angemeldet hatte (vgl. act. II 2) – im IV-Arztbericht 
vom 26. Juni 2015 (act. II 14 S. 3 ff.) chronisch rezidivierende postprandiale 
Abdominalkrämpfe (seit 2008) sowie einen Status nach Upper-Airway-
Cough-Syndrom (seit 2003; S. 3). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … 
habe vom 10. Mai 2010 bis zur Anerkennung der Berufskrankheit 2011 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, danach sei kein Berufsein-
stieg mehr erfolgt (S. 5). Die ursprüngliche Tätigkeit als … sei wegen 
Atembeschwerden nicht mehr ausführbar, wobei die effektive Leistungs-
fähigkeit in ärztlicher Sprechstunde sowohl bezüglich körperlicher Leis-
tungsfähigkeit als auch bezüglich geistiger Konzentrationsfähigkeit nicht 
beurteilbar sei (S. 5 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 9

3.1.7 Die RAD-Ärztin Dr. med. O.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, stellte im Bericht vom 18. August 2016 (act. II 43) keine 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Folgende Diagnosen be-
wertete sie als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4):

o Status nach diversen Operationen bei einer Darmmissbildung bei Geburt. Sta-
tus nach Operationen wegen chronischen abdominalen Schmerzen, aktuell 
nicht mehr im Vordergrund. 

o 2011 bei Abklärung leichte Schwellung der Schleimhaut an den Nasenmu-
scheln, anamnestisch Husten, angeblich jeweils bei Kontakt mit Mineralöl – was 
nicht ausgewiesen ist, sondern auf blosser anamnestischer Angaben beruht. 

o Schädlicher Gebrauch von Cannabis. 
o Raucher.

Die Akten der C.________ vermöchten keine Überempfindlichkeit auf 
Erdölprodukte zu belegen, vielmehr hätten sie einen normalen Lungenbe-
fund und normale Nebenhöhlen gezeigt. Nur die Nasenmuscheln seien 
leicht geschwollen gewesen, was bei eineinhalb Jahren Abwesenheit von 
einem Arbeitsplatz mit Kontakt auf die geltend gemachten Stoffe mit weit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit andere Gründe habe als eine Unverträg-
lichkeit auf diese Stoffe (S. 3). Es bestehe keine medizinische Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit, weder in der bisherigen noch in anderen Tätig-
keiten. Eine AMA, bei welcher in der Werkstatt eine Exposition mit Minera-
löldämpfen nicht ausgeschlossen werden könne, sei zumutbar (S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.3 Für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 274 (Atresia et 
stenosis ventriculi, intestini, recti et ani congenita) bzw. Ziff. 342 (Missbil-
dungen, Doppelbildungen und Defekte der Nieren, inklusive Hypoplasien, 
Agenesien und Dystopien) des Anhangs zur Vorordnung vom 9. Dezember 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 10

1985 über die Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) wurden dem Be-
schwerdeführer bereits im Jahre 1986 Leistungen der IV zugesprochen 
(vgl. act. II 1.1). Aufgrund von Verwachsungen im Bauch wurden sodann 
insbesondere in den Jahren 2012 bis 2014 Operationen durchgeführt (vgl. 
act. II 8 S. 3, 10, 14 S. 8, 18 S. 5). Der Beschwerdeführer hat jedoch weder 
für die Lehrzeit (2003 bis 2007; vgl. Lehrabschlusszeugnis vom 13. Juli 
2007 [im Gerichtsdossier]) noch die anschliessende Berufstätigkeit eine 
diesbezügliche Einschränkung in der Arbeits- oder Leistungsfähigkeit gel-
tend gemacht. Vielmehr begründet er seine Arbeitsunfähigkeit ausschliess-
lich mit der Atemproblematik, die bei Tätigkeiten mit Schmierölen auftrete. 
In den umfassenden Akten bestehen denn auch keine Anzeichen, dass er 
abgesehen von der geltend gemachten Allergie auf Schmieröle bzw. der 
Hustenproblematik in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt 
sein könnte.

3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, seit seiner Lehrzeit an einer 
Husten- bzw. Atemproblematik zu leiden, die auf Stoffe zurückzuführen sei, 
die in seiner Tätigkeit zur Anwendung kämen. Er sei in seiner gelernten 
Tätigkeit deshalb aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr einsetzbar.

Aus dem Behandlungsprotokoll der Hausarztpraxis ergibt sich, dass der im 
Jahr 2008 geltend gemachte Husten im Rahmen einer Erkältung bzw. ei-
nes grippalen Infekts aufgetreten war und folgenlos abheilte (vgl. act. IIID, 
unpaginiert, Einträge zwischen 8. Januar und 14. März 2008). Insoweit be-
stehen auch nach gerichtlichen Beweismassnahmen keine Unterlagen, 
welche belegen würden bzw. Anzeichen dafür enthielten, dass die geltend 
gemachten Atemprobleme bereits in der Lehrzeit (2003 bis 2007; vgl. Lehr-
abschlusszeugnis vom 13. Juli 2007 [im Gerichtsdossier]) vorhanden ge-
wesen wären. Aus den Akten der G.________ (act. IIIC), ergibt sich zu-
dem, dass im März 2007 die Untersuchung der Lunge ohne Befund war 
und auch keine Allergien oder Krankheiten geltend gemacht worden wären 
bzw. hätten erhoben werden müssen. 

Gegen Ende seiner Anstellung bei der P.________ AG (bis 31. August 
2010 [act. II 23.4], wobei der letzte Arbeitstag effektiv im Mai 2010 war [vgl. 
act. II 22 S. 2, 23.4 S. 1]) begab sich der Beschwerdeführer wegen Hustens 
in fachärztliche Behandlung. Aus den Akten der Hausarztpraxis (act. IIID) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 11

ist ersichtlich, dass Ende 2009 um Zuweisung an einen Pneumologen er-
sucht wurde (Schreiben von Dr. med. K.________ an Dr. med. D.________ 
vom 14. Dezember 2009). Die hiernach erfolgten fachärztlichen Abklärun-
gen im Jahr 2010 ergaben schliesslich jedoch keine gesicherte medizini-
sche Erklärung für die geklagte Hustenproblematik (vgl. act. II 24.3 S. 4 f. 
und 14 - 17); allergologische Testungen blieben ergebnislos (vgl. act. II 
24.3 S. 4 f. bzw. E. 3.1.3 hiervor). Demnach bestehen keine (echtzeitlichen) 
Unterlagen, welche mit mindestens überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. 
BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) ein medizinisches Korrelat für die beklagte 
Gesundheitsproblematik, insbesondere eine Unverträglichkeit auf 
Schmieröle, zu liefern vermöchten. 

Daran ändert auch die Beurteilung der C.________ vom 22. März 2011 
(act. II 24.2) nichts. Weder wurde der durchaus zurückhaltenden Einschät-
zung der behandelnden Fachärzte Dres. med. D.________ und 
E.________ Rechnung getragen, noch die weiteren möglichen Ursachen 
hinreichend diskutiert. Der Beschwerdeführer hatte anlässlich der Beurtei-
lung der C.________ angegeben, ca. fünf Zigaretten pro Tag zu rauchen; 
eine Zeitlang habe er gelegentlich auch Cannabis in Form von Zigaretten 
konsumiert, dies aber nicht regelmässig (act. II 24.2 S. 2). Entgegen dieser 
Darstellung hatte der Beschwerdeführer den Cannabis-Konsum jedoch 
weder damals noch später sistiert. Im Bericht von Dr. med. D.________ 
vom 8. Januar 2010 wurden echtzeitlich vier Haschzigaretten pro Tag, ins-
gesamt 3.5 py, festgehalten (act. II 24.3 S. 17). Die Klinik Q.________, 
berichtete am 20. November 2012 von vier Zigaretten pro Woche sowie 
einem regelmässigen Cannabiskonsum. Ein regelmässiger Cannabiskon-
sum im Sinne einer Selbstmedikation wurde am 23. Oktober und 6. De-
zember 2013 auch in den Berichten von Dr. med. N.________ sowie am 
18. Dezember 2013, 12. Februar und 20. März 2014 in denjenigen des Spi-
tals R.________ aufgeführt (act. IIID). Schliesslich wird erst im Sommer 
2015 das Absetzen bzw. die Sistierung des Cannabiskonsums (erneut) 
ärztlich festgehalten (vgl. act. II 14 S. 4, 18 S. 5, act. IIID, Pulsoxymetrie 
des Spitals R.________ vom 17. Juni 2015 sowie Überweisungsschreiben 
von Dr. med. N.________ an Dr. med. S.________ vom 9. Juli 2015). Un-
ter diesen Umständen ist nicht ausgeschlossen, dass vorab die im April 
2010 geltend gemachten (medizinisch keiner Ätiologie zuordenbaren) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 12

Schwindelbeschwerden (act. II 24.3 S. 14) und der bei der ehemaligen Ar-
beitgeberin erbetene Arbeitsbeginn erst um 9:15 Uhr bzw. das dann den-
noch jeweils verspätete Erscheinen sowie die vollständige Abwesenheit 
ohne Meldung an die Arbeitgeberin (act. II 23.4 S. 1) ihre Ursache im Can-
nabiskonsum hatten. Soweit die Ärzte der C.________ unter diesen Um-
ständen im März 2011 eine toxische Rhinitis attestierten (act. II 24.2 S. 4) 
ohne den Zigaretten- bzw. Cannabiskonsum, der für sich eine toxische 
Komponente ist (vgl. z.B. PETER LANGE, Cannabis & the lung, SARAH AL-
DINGTON et al., Effects of cannabis on pulmonary structure, function and 
symptoms, je vom 21. November 2007, MORRIS BESHAY et al., Emphysema 
and secondary pneumothorax in young adults smoking cannabis, abrufbar 
unter: www.sgpp-sspp.ch), zu diskutieren, so belegt der Bericht die Unver-
träglichkeit auf die beruflichen Stoffe nicht. Schliesslich wird auch in der 
vom Beschwerdeführer eingereichten Publikation des Swiss Medical Fo-
rums (Beschwerdebeilage [act. I] 8) Rauchen als auslösender oder verstär-
kender Faktor chronischen Hustens erwähnt. Von den aufgesuchten Ärzten 
wurde bei umfassenden negativen allergologischen Abklärungen denn 
auch weder die behauptete allergische Reaktion, noch in sonstiger Weise 
eine die Leistungsfähigkeit beeinträchtigende Erkrankung erstellt (vgl. 
act. II 24.3 S. 5 und 16 f., act. IIID, CT Nasennebenhöhlen vom 3. März 
2010 sowie Schreiben von Dr. med. K.________ an Dr. med. E.________ 
vom 12. April 2010). Damit ist ein Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen 
und hat die RAD-Ärztin Dr. med. O.________ zu Recht festgehalten, dass 
die Einschätzung der Ärzte der C.________ allein auf den anamnestischen, 
jedoch nicht objektivierten Angaben des Beschwerdeführers beruht habe 
(act. II 20, 50).

Für die vorliegende Beurteilung des Anspruchs auf berufliche Eingliede-
rungsmassnahmen (Umschulung) ist denn auch nicht von Belang, dass die 
C.________ eine Berufskrankheit anerkannt und entsprechende Leistun-
gen ausgerichtet hat. Der im August 2010 und damit Jahre vor der IV-
Anmeldung (30. April 2015 [act. II 2]) der C.________ gemeldete Gesund-
heitsschaden (act. II 24.4) wurde von letzterer am 18. April 2011 rückwir-
kend als Berufskrankheit anerkannt (act. II 24.1 S. 9; vgl. hierzu Art. 9 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]), nachdem der Beschwerdeführer die Arbeitstätigkeit bereits auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 13

gegeben hatte (vgl. act. II 23.4). Wie dargelegt ist dieser von der 
C.________ anerkannte damalige Gesundheitsschaden nicht schlüssig und 
überzeugend ausgewiesen. Zu beachten ist denn auch, dass eine Berufs-
krankheit nicht per se dazu führt, dass eine Person einen Beruf nie mehr 
ausüben kann, denn eine Heilung und Wiederaufnahme einer zuvor ver-
unmöglichten Tätigkeit ist denkbar. Dies gilt hier für den Beschwerdeführer 
im Besonderen, da eine Allergie auch von der hierfür spezialisierten Fach-
klinik des Spitals I.________ gerade nicht ausgewiesen werden konnte 
(vgl. act. II 24.3 S. 5). Der Beschwerdeführer hat der C.________ am 
1. Mai 2012 denn auch selbst den Abschluss der ärztlichen Behandlung 
gemeldet (act. II 24.1 S. 3). Eine allfällige Verfügung über die Nichteignung 
des Beschwerdeführers im ursprünglichen Beruf (vgl. Art. 78 der Verord-
nung vom 19. Dezember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Be-
rufskrankheiten [Verordnung über die Unfallverhütung, VUV; SR 832.30]) 
erging gemäss Akten – und entgegen der ersten Darstellung des Be-
schwerdeführers (vgl. act. II 8 S. 2) – nicht. Der Beschwerdeführer hat trotz 
Aufforderung (vgl. prozessleitende Verfügung vom 22. Dezember 2016, 
Ziff. 1) eine solche Verfügung auch nicht eingereicht. Gesamthaft bestehen 
somit weder Anzeichen dafür, dass ein Ausschluss verfügt worden wäre, 
der die Beschwerdegegnerin binden würde, noch ist überwiegend wahr-
scheinlich dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit aus 
gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar wäre. 

Zusammenfassend ist demnach eine Eingliederung in die angestammte 
Tätigkeit als … ohne weiteres zulässig. Trotz umfassenden medizinischen 
Untersuchungen liegen keine Unterlagen vor, welche ein solches Vorgehen 
aus gesundheitlichen Gründen ausschliessen würden. 

3.5 Schliesslich ist die Ablehnung beruflicher Massnahmen auch mit 
Blick auf die fehlende subjektive Eingliederungsfähigkeit nicht zu bean-
standen. Zunächst war der Beschwerdeführer auf zweimalige Einladung 
zum Erstgespräch bei der Beschwerdegegnerin jeweils ohne Meldung nicht 
erschienen (act. II 25 - 27). Im Rahmen der zwischen den Parteien in der 
Folge vorgesehenen und besprochenen AMA für die Klärung eines allfälli-
gen Umschulungsanspruchs verlangte der Beschwerdeführer anlässlich 
des Vorstellungsgesprächs vom 31. Mai 2016 eine Begründung für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 14

Durchführung der AMA, woraufhin diese abgebrochen wurde (act. II 28 -
 30, 32, 37, IV-Protokoll per 14. Dezember 2016, Eintrag vom 31. Mai 
2016). Am 15. Juli 2016 liess der Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, mitteilen, er sei bereit an einer AMA mitzuwir-
ken, in welcher er nicht in einer Werkstatt arbeiten müsse (act. II 40 S. 2). 
Die einer Leistungszusprache vorausgehende berufliche und medizinische 
Abklärung dient jedoch gerade dazu, allfällige gesundheitliche Probleme 
frühzeitig zu erkennen und zu dokumentieren. Weiter kann in einer solchen 
Abklärung die Abstinenz von Drogen wie auch die Einhaltung der Arbeits-
zeiten kontrolliert und die notwendige Konditionierung nach langer Arbeits-
abwesenheit (letzte berufliche Tätigkeit im Jahr 2010 [vgl. act. II 7, 8 S. 1, 
22 S. 2]) unterstützt werden. Welche Abklärungsmassnahmen im jeweiligen 
Fall konkret massgebend und notwendig sind, entscheiden die IV-Stellen 
(vgl. Art. 57 Abs. 3 und Art. 59 Abs. 3 IVG). Wie von allen Versicherten, bei 
welchen die medizinische und berufliche Sachlage unklar ist, kann auch 
vom Beschwerdeführer verlangt werden, dass er seine Leistungsgrenzen – 
unter medizinischer Aufsicht – austestet, dies umso mehr, als vorliegend 
die behaupteten Beschwerden bei Exposition bis heute gerade nicht aus-
gewiesen sind (vgl. E. 3.3 hiervor). Abgesehen davon hätte dem Be-
schwerdeführer im Übrigen so oder anders eine breite Palette an Ver-
weistätigkeiten offen gestanden. Stellenbemühungen sind nicht belegt und 
werden auch nicht geltend gemacht. Sie wären mit Blick auf die Schaden-
minderungspflicht (vgl. Art. 7 Abs. 1 IVG, BGE 113 V 22 E. 4a S. 28; AHI 
2001 S. 282 E. 5a aa sowie RKUV 1987 U 26 S. 391) sowohl im Bereich 
der Sozialhilfe, welche den Beschwerdeführer bei langjähriger Stellenlosig-
keit unterstützt, als auch der Invalidenversicherung ohne weiteres zumutbar 
gewesen. 

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 11. Oktober 
2016 (act. II 51) nicht zu beanstanden. In der Folge ist die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 15

5.

5.1 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 

Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die 
Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen kann 
überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, 
wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen 
(Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 
S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Der Beschwerdeführer bezieht Sozialhilfe (Beilage zum Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege [act. IA] 1), womit die Prozessarmut ausgewiesen 
ist. Im Weiteren ist die Beschwerde nicht als von vornherein aussichtslos 
zu qualifizieren, weshalb die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts 
auf unentgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt sind. Das entsprechende 
Gesuch des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen und es ist ihm 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege (E. 5.1 hiervor) wird er jedoch – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der 
Zahlungspflicht befreit.

5.3 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 16

5.4 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (E. 5.1 hier-
vor) bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ festzuset-
zen. 

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit ergänzter Kostennote vom 30. April 2017 macht Rechtsanwalt 
B.________ ein Honorar von Fr. 6‘281.05 (inkl. Auslagen [Fr. 190.80] und 
MWSt. [Fr. 465.25]) geltend, basierend auf einem zeitlichen Aufwand von 
25.62 Stunden. Im Vergleich mit der zunächst eingereichten Kostennote 
vom 17. Januar 2017, mit welcher Leistungen ab dem 12. Oktober 2016 
aufgeführt worden waren, finden sich nunmehr Abweichungen. So enthält 
die ergänzte Kostennote mit einer Leistungserfassung bereits ab dem 
24. Juni 2016 auch nicht über die unentgeltliche Rechtspflege zu entschä-
digenden vorprozessualen Aufwand (24. Juni bis 26. September 2016, 
ausmachend 7.36 h). Weiter sind die in den beiden Kostennoten geltend 
gemachten Positionen teilweise betreffend Datum und Zeitaufwand nicht 
übereinstimmend (vgl. bspw. Aufwände vom 12. und 17. Oktober sowie 
11. November 2016). Auf die eingereichte Kostennote kann damit nicht 
abgestellt werden. Unter diesen Umständen ist das Honorar des amtlichen 
Anwalts mit Blick auf die sich im vorliegenden Prozess stellenden Fragen 
und den Aufwand (Schriftenwechsel, Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege, gerichtliche Beweismassnahmen mit entsprechendem Aufwand der 
Parteien) pauschal auf Fr. 4‘000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festzuset-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 17

zen. Dieser Betrag ist Rechtsanwalt B.________ aus der Gerichtskasse zu 
vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdefüh-
rers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Rechtsanwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 4‘000.-- festgesetzte Ent-
schädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2017, IV/16/1109, Seite 18

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.