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**Case Identifier:** f57ca375-697b-5949-8783-6210b9f8ba8d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.04.2014 200 2014 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-152_2014-04-23.pdf

## Full Text

200 14 152 ALV 
KOJ/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 23. April 2014

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführer

gegen

beco Berner Wirtschaft
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 6. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 10. April 2013 bei der Regionalen Arbeitsvermittlung 
(RAV) Bern West zur Arbeitsvermittlung an (Dossier der RAV-Region Bern-
Mittelland [act. IIA], 2 f.) und stellte am 11. April 2013 einen Antrag auf Ar-
beitslosenentschädigung (Dossier der Arbeitslosenkasse Unia Bern [act. II] 
35-38), worauf ihm ab 11. April 2013 Taggelder ausgerichtet wurden (act. II 
1 f., 51, 61, 67, 70, 81 f.).

Am 25. Mai 2013 stellte der Versicherte ein Gesuch um Ausrichtung von 
Taggeldern während der Planungsphase eines Projektes zur Aufnahme 
einer selbständigen Erwerbstätigkeit (act. IIA 46-49), welches die RAV mit 
Verfügung vom 3. Juli 2013 zunächst abwies (act. IIA 54-56).

Auf Einsprache des Versicherte vom 12. Juli 2013 (act. IIA 66) hin, hob die 
RAV die Verfügung vom 3. Juli 2013 (act. IIA 54-56) wiedererwägungswei-
se auf, gewährte dem Versicherte mit Verfügung vom 22. Juli 2013 (act. IIA 
70-73) während der Planungsphase seines Projektes für die Zeit vom 
22. Juli bis 29. September 2013 Taggelder und wies darauf hin, dass er 
während der bewilligten Planungsphase von den Kontrollvorschriften befreit 
sei.

Mit Schreiben vom 21. August 2013 (act. IIA 78) stellte die RAV gegenüber 
dem Versicherten – unter Hinweis auf die Rechtsfolgen einer Pflichtverlet-
zung – fest, dass sie von ihm bis dato keinen Nachweis für die Arbeits-
bemühungen betreffend die Kontrollperiode Juli 2013 erhalten habe und 
gab ihm Gelegenheit, sich zu diesem Vorwurf zu äussern.

Nachdem der Versicherte am 23. August 2013 hierzu Stellung bezogen 
hatte (act. IIA 81), stellte die RAV den Versicherten mit Verfügung vom 
4. Oktober 2013 (act. IIA 92-94) wegen fehlenden Arbeitsbemühungen 
während der Arbeitslosigkeit für sechs Tage ab 1. August 2013 in der An-
spruchsberechtigung auf Arbeitslosentaggeld ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 6. November 2013 Einsprache 
(act. IIA 104) und beantragte sinngemäss die ersatzlose Aufhebung der 
Verfügung vom 4. Oktober 2013 (act. IIA 92-94).

Mit Entscheid vom 6. Februar 2014 (Dossier des beco, Rechtsdienst 
[act. IIB], 5-7) wies das beco die Einsprache vom 7. November 2013 (rich-
tig: 6. November 2013) ab. Es erwog, der Versicherte sei im Merkblatt zum 
Gesuchsformular betreffend Ausrichtung von Taggeldern während der Pla-
nungsphase eines Projektes zur Aufnahme einer selbständigen Erwerbs-
tätigkeit darauf aufmerksam gemacht worden, dass er bis zum Erhalt des 
schriftlichen Entscheids die Kontrollpflicht erfüllen und persönliche Arbeits-
bemühungen gemäss den Weisungen der RAV nachweisen müsse. Der 
entsprechende Entscheid sei am 22. Juli 2013 ergangen und er habe nicht 
nachgewiesen, dass er bis zu diesem Zeitpunkt für die betreffende Kon-
trollperiode Arbeitsbemühungen getätigt habe. Die Einstellung sei gerecht-
fertigt und das Ausmass der Sanktion angemessen.

C.

Mit Eingabe vom 11. Februar 2014 erhob der Versicherte Beschwerde und 
beantragte implizit die ersatzlose Aufhebung des Einspracheentscheids 
vom 6. Februar 2014 (act. IIB 5-7). Zur Begründung machte er sinngemäss 
und im Wesentlichen geltend, er habe sich bis zum 22. Juli 2013 um eine 
Arbeitsstelle bemüht und dies im entsprechenden Formular dokumentiert. 
Nach dem Vorliegen des positiven Entscheids betreffend die Planungspha-
se zur Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit habe er das ausge-
füllte Formular jedoch vernichtet, da er davon ausgegangen sei, keine Ar-
beitsbemühungen mehr nachweisen zu müssen. Das Merkblatt mit dem 
Hinweis, wonach er bis zum Erhalt des schriftlichen Entscheids die Kon-
trollpflicht erfüllen und persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen müsse, 
habe er nicht wahrgenommen bzw. nicht richtig verstanden.

In seiner Beschwerdeantwort vom 8. April 2014 schloss der Beschwerde-
gegner auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 
31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Februar 
2014 (act. IIB 5-7). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung auf Arbeitslosentaggeld im Umfang von sechs Tagen.

1.3 Bei streitigen sechs Einstelltagen liegt der Streitwert unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 5

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu su-
chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 
ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Bei der 
Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu-
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die 
Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a S. 231).

2.2 Die Versicherung kann Versicherte, die eine dauernde selbständige 
Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen, durch die Ausrichtung von höchstens 
90 Taggeldern während der Planungsphase eines Projektes unterstützen 
(Art. 71a Abs. 1 AVIG). Als Planungsphase gilt der Zeitraum, den die versi-
cherte Person zur Planung und Vorbereitung einer selbständigen Erwerbs-
tätigkeit benötigt. Sie beginnt mit der Bewilligung des Gesuchs und endet 
nach dem Bezug der bewilligten Taggelder nach Art. 95b AVIV (Art. 95a 
AVIV). Während der Planungsphase muss der Versicherte nicht vermitt-
lungsfähig sein; er ist von seinen Pflichten nach Art. 17 AVIG befreit 
(Art. 71b Abs. 3 AVIG).

3.

3.1 Anlässlich des ersten Beratungsgesprächs zwischen dem Be-
schwerdeführer und der zuständigen Personalberaterin der RAV vom 
17. April 2013 wurde in der Wiedereingliederungsvereinbarung unter der 
Rubrik «Arbeitsbemühungen» festgehalten, dass sich der Beschwerdefüh-
rer ab sofort monatlich sechsmal bewerben müsse, wobei die Bewerbun-
gen auf den ganzen laufenden Monat zu verteilen seien (vgl. act. IIA 16). 

Die versicherte Person muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für 
jede Kontrollperiode (Art. 27a AVIV) spätestens am fünften Tag des folgen-

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den Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. 
Die Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die 
Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht 
(Art. 26 Abs. 2 AVIV).

3.2 Zu Recht beruft sich der Beschwerdeführer nicht mehr darauf, auf-
grund der Verfügung vom 22. Juli 2013 (act. IIA 70-73) sei er für die Kon-
trollperiode Juli 2013 von der Nachweispflicht betreffend Arbeitsbemühun-
gen befreit gewesen (vgl. act. IIA 81). Zwar legte er in seinem Gesuch vom 
25. Mai 2013 (act. II 46-49) den Beginn der Planungsphase auf «Ende April 
2013» fest (vgl. act. II 47). Der für die Befreiung im Sinne von Art. 71b 
Abs. 3 AVIG massgebende Beginn der Planungsphase ist jedoch der Par-
teidisposition entzogen und richtet sich nach Art. 95a AVIV. Diese Verord-
nungsbestimmung enthält eine Legaldefinition der Planungsphase und be-
stimmt, dass sie mit der Bewilligung des Gesuchs beginnt (vgl. E. 2.2 hie-
vor). Weil die Verfügung vom 22. Juli 2013 (act. IIA 70-73) keine rückwir-
kende Bewilligung enthält und die Arbeitsbemühungen gemäss Wiederein-
gliederungsvereinbarung (act. IIA 15-17) auf den ganzen laufenden Monat 
hätten verteilt werden müssen, hätte der Beschwerdeführer in der betref-
fenden Kontrollperiode zumindest vom 1. bis 21. Juli 2013 Arbeits-
bemühungen vorweisen müssen.

3.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe in der Kontrollperiode Juli 
2013 Arbeitsbemühungen getätigt und dokumentiert, das entsprechende 
ausgefüllte Formular jedoch nach dem positiven Entscheid vom 22. Juli 
2013 (act. IIA 70-73) vernichtet. 

Art. 26 Abs. 2 AVIV impliziert für den Nachweis der Arbeitsbemühungen als 
Formvorschrift die Schriftlichkeit. Der beweisbelastete (vgl. BGE 121 V 204 
E. 6a S. 208) Beschwerdeführer bestätigt, dass er bis am 5. August 2013 
(dies ad quem) für die Kontrollperiode Juli 2013 kein Formular eingereicht 
hat, womit dieser Umstand sachverhaltsmässig als erstellt gelten kann und 
ihm diese Unterlassung – unter Vorbehalt eines entschuldbaren Grundes – 
anzulasten ist (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG i.V.m. Art. 26 Abs. 2 AVIV). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 7

Der Beschwerdeführer gibt an (vgl. Beschwerde S. 1), er habe erst durch 
ein Telefonat am 7. Februar 2014 davon Kenntnis erhalten, dass er sich im 
Juli 2013 um eine Arbeitsstelle hätte bemühen müssen. 

3.4 Da der Beschwerdeführer anlässlich des Erstgesprächs vom 
17. April 2013 seine Absicht kundtat, mit weiteren Personen eine GmbH zu 
gründen (vgl. IIA 4, 15-17), wurde ihm am 24. Mai 2013 das Formular «Ge-
such um Ausrichtung von Taggeldern während der Planungsphase eines 
Projektes zur Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 71a-d 
AVIG)» samt «Merkblatt zur Förderung der selbständigen Erwerbstätigkeit 
durch die Arbeitslosenversicherung (Art. 71a-d AVIG)» zugestellt (act. IIA 
22-29). Das betreffende Merkblatt enthielt eine Hervorhebung mit folgen-
dem Wortlaut: «WICHTIG: Bis zum Erhalt des schriftlichen Entscheides 
müssen die Kontrollpflicht erfüllt und persönliche Arbeitsbemühungen 
gemäss den Weisungen der RAV nachgewiesen werden». Der Beschwer-
deführer bestreitet den Erhalt dieses Merkblattes nicht, gibt jedoch an, die-
ses nicht wahrgenommen bzw. dessen Inhalt nicht richtig verstanden zu 
haben.

Das Gesuchsformular (act. IIA 46-49), welches der Beschwerdeführer aus-
gefüllt und am 25. Mai 2013 der RAV retournierte, enthielt auf der ersten 
Seite einen durch Fettschrift und Ausrufezeichen hervorgehobenen «wich-
tige[n] Hinweis», wonach vor dem Ausfüllen das beiliegende Merkblatt 
aufmerksam durchzulesen sei (vgl. act. IIA 49). Nachdem unbestritten ist, 
dass dem Beschwerdeführer das Merkblatt vorlag, kann er sich nicht erfolg-
reich darauf berufen, dieses nicht wahrgenommen oder inhaltlich nicht ver-
standen zu haben (vgl. Beschwerde S. 1), zumal ihm bei offenen Fragen 
die für ihn zuständige Personalberaterin zur Verfügung gestanden hätte. 

Nach dem Gesagten liegt somit kein entschuldbarer Grund für den innert 
Frist unterlassenen Nachweis der Arbeitsbemühungen (vgl. Art. 26 Abs. 2 
AVIV) vor, weshalb die Sanktionierung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. c 
AVIG grundsätzlich zu Recht erfolgte. Zu prüfen bleibt die Dauer der ver-
fügten Einstellung in der Anspruchsberechtigung. 

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4.

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leich-
tem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem 
Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Ein schweres Verschulden liegt 
insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren 
Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufge-
geben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a und b 
AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose Person die 
Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 
AVIG). Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Kasse nach pflicht-
gemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen 
nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen; die 
Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, 
welche ihre abweichende Ermessensausübung als naheliegender erschei-
nen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 230 E. 2.1).

Im Arbeitslosenversicherungsrecht ist das sanktionsbedrohte Verhalten 
nicht auf Vorsatz beschränkt (Art. 1 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 21 
Abs. 1 ATSG). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist ausdrück-
lich «nach dem Grad des Verschuldens» zu bemessen (Art. 30 Abs. 3 
AVIG). Eine Absicht, das Verschulden bei leichter Fahrlässigkeit von jegli-
cher Sanktion auszunehmen, ist im Unterschied zu anderen Sozialversi-
cherungszweigen nicht erkennbar. Es widerspräche daher dem AVIG, 
wenn die leichte Fahrlässigkeit als eine der Formen des Verschuldens aus-
geklammert würde (BGE 124 V 225 E. 4d S. 232; ARV 2007 S. 212 E. 3.2).

4.2 Die verfügte Einstelldauer von sechs Tagen wird vom Beschwerde-
führer nicht explizit moniert und ist angesichts des Ermessens der Verwal-
tung nicht zu beanstanden. Sie liegt im unteren Bereich des leichten Ver-
schuldens (Art. 45 Abs. 2 lit. a AVIV) und ist nur leicht höher als die Mini-
maldauer gemäss dem vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) her-
ausgegebenen «Einstellraster» (AVIG-Praxis/D72 vom Januar 2014 [abruf-
bar auf <www.treffpunkt-arbeit.ch>] Ziff. 1.D/1), welche beim erstmaligen 
Fehlen von Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode eine Sanktion 
von fünf bis neun Einstelltagen vorsieht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 9

Die Einstellung des Beschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung ist 
somit nicht nur in grundsätzlicher, sondern auch in masslicher Hinsicht 
rechtmässig und angemessen. Die Beschwerde vom 11. Februar 2014 
erweist sich demgemäss als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung 
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2014, ALV/14/152, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.