# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5471d46-cac3-509a-9e66-77d9323e4de9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 04.04.2022 SST.2022.31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-31_2022-04-04.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.31 
(ST.2018.97; StA.2015.1499) 

 

 

Urteil vom 4. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin L. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, 

Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1986, von Italien, 

[…]  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Kenad Melunovic,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Raub, Diebstahl, qualifizierte Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz usw.; Strafzumessung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg vom 

22. November 2018 wegen mehrfachen qualifizierten Raubs (teilweise 

versucht), gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher 

Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, qualifizierten 

Handels mit Kokain sowie Widerhandlungen gegen das SVG schuldig 

gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt.  

 

1.2. 

Mit Urteil vom 20. Mai 2020 (SST.2019.162) bestätigte das Obergericht das 

vorinstanzliche Urteil im Schuldpunkt und verurteilte den Beschuldigten 

neu, aufgrund der festgestellten Verletzung des Beschleunigungsgebots, 

zu einer Freiheitsstrafe von 12 ½ Jahren. 

 

1.3. 

Das Bundesgericht hiess eine gegen das Urteil des Obergerichts gerichtete 

Beschwerde mit Urteil 6B_797/2020 vom 31. Januar 2022 teilweise gut. 

Hinsichtlich des vom Beschuldigten mit Beschwerde angefochtenen 

Schuldspruchs wegen versuchten qualifizierten Raubs betreffend den 

Vorfall vom 28. März 2012 (Restaurant K.; Anklageziffer 2) bestätigte das 

Bundesgericht diesen. Das Bundesgericht hiess jedoch die Beschwerde 

des Beschuldigten in Bezug auf den Schuldspruch wegen qualifizierten 

Raubs betreffend den Vorfall vom 6. März 2012 (Tankstelle L.; 

Anklageziffer 1) gut. Das Obergericht habe dem Beschuldigten zu Unrecht 

alle Tathandlungen des Mittäters B. – namentlich den Einsatz der 

geladenen Schusswaffe und die Schussabgabe – zugerechnet. 

 

2. 

Mit Eingabe vom 10. Februar 2022 stellte der Beschuldigte ein 

Haftentlassungsgesuch, welches mit Verfügung vom 11. März 2022 

abgewiesen wurde. 

 

3. 

3.1. 

Mit Stellungnahme vom 16. Februar 2022 stellte die Staatsanwaltschaft 

den Antrag, der Beschuldigte sei betreffend den Vorfall bei der Tankstelle 

L. gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB (Mitführen einer Waffe) zu verurteilen und 

neu zu einer Freiheitsstrafe von 10 ½ Jahren zu verurteilen. 

 

3.2. 

Mit Stellungnahme vom 7. März 2022 beantragte der Beschuldigte, er sei 

höchstens zu einer Freiheitsstrafe von 8 ½ Jahren zu verurteilen. 

 

 - 3 - 

 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft reichte am 11. März 2022 eine freigestellte 

Stellungnahme ein und verwies auf die bereits eingereichte Stellungnahme. 

 

3.4. 

Am 22. März 2022 reichte der Beschuldigte eine weitere Eingabe ein. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Im Rahmen der Bindungswirkung des Urteils des Bundesgerichts vom 

31. Januar 2022 ist zunächst der Vorfall in der Tankstelle L. 

(Anklageziffer 1) zu prüfen und anschliessend ist die Strafe neu zu 

bemessen. 

 

2. 

2.1. 

Mit Urteil vom 20. Mai 2020 erwog das Obergericht, dass sich der 

Sachverhalt betreffend den Raubüberfall vom 6. März 2012 in der 

Tankstelle in L. (Anklageziffer 1) gemäss Anklage zugetragen habe. 

Unbestritten ist dabei, dass der Beschuldigte zusammen mit C. und B. den 

Raubüberfall begangen hat, wobei C. im Auto geblieben ist und der 

Beschuldigte die Tankstelle mit einer Schreckschusspistole betreten und B. 

eine 9mm-Pistole mit sich geführt hat. Das Bundesgericht stellte in seinem 

Urteil verbindlich fest, dass – entgegen der Auffassung des Obergerichts – 

der von B. abgegebene Schuss im Tankstellenshop oder der Einsatz einer 

geladenen Schusswaffe nicht vom gemeinsamen Tatplan erfasst gewesen 

sei. Es sei nicht alleine aus dem Umstand, dass der Beschuldigte gewusst 

habe, dass B. zuvor schon Raubüberfälle verübt habe, wobei bei 

mindestens einem davon ein Schuss gefallen sei, zu schliessen, dass er 

konkludent die Herbeiführung einer Lebensgefahr billigend in Kauf 

genommen habe. Der Schuldspruch gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB sei daher 

aufzuheben. Mit der Erwägung, der Beschuldigte habe es in diesem 

Zusammenhang unterlassen, abzuklären ob die Waffe geladen gewesen 

sei, werde ihm bei der Qualifikation als lebensgefährlichen Raub im 

Übrigen (alleine) sein passives Verhalten angelastet resp. letztlich eine 

Unterlassung vorgeworfen (Urteil des Bundesgerichts 6B_797/2020 vom 

31. Januar 2022 E. 4.4). 

 

2.2. 

Des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer mit 

Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für 

Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig 

gemacht hat, einen Diebstahl begeht. 

 

 - 4 - 

 

 

Der Räuber wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, 

wenn er zum Zweck des Raubes eine Schusswaffe oder eine andere 

gefährliche Waffe mit sich führt (Art. 140 Ziff. 2 StGB). Ziff. 2 stellt eine Art 

abstraktes Gefährdungsdelikt dar, d.h. die Qualifikation ist erfüllt, wenn der 

Täter eine funktionsfähige Schusswaffe zum Zwecke des Raubes mit sich 

führt, wobei es nicht darauf ankommt, ob er die Absicht hat, die Waffe zu 

verwenden. Der Grund für die Qualifikation liegt allein in der der Gefahr, 

dass sich der Täter in einer kritischen Situation entschliessen könnte, zur 

Waffe zu greifen (BGE 124 IV 97 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 

6B_737/2009 vom 28. Januar 2010 E. 1.3.2). Die Schusswaffe muss 

objektiv funktionstüchtig und während der Tat zur Schussabgabe tauglich 

sein, resp. wird eine defekte Schusswaffe oder eine Attrappe mitgeführt 

oder steht die erforderliche Munition nicht in nächster Nähe zur Verfügung, 

ist der qualifizierte Tatbestand nicht erfüllt (BGE 110 IV 80 E. 1). 

 

2.3. 

Gemäss seinen eigenen Aussagen war dem Beschuldigten klar, dass er 

von B. für den Raubüberfall in der Tankstelle in L. eine 

Schreckschusspistole erhalten hat (Untersuchungsakten [UA] act. 2893). 

Er hatte auch bemerkt, dass zwei Schüsse drin waren (UA act. 2897). 

Sodann war ihm bewusst, dass die Waffe, welche B. mit sich führte, eine 

echte Pistole – sie wurde von ihm als eine Sigg Sauer oder Beretta erkannt 

– war (UA act. 2893 und 2897). Der Beschuldigte beschrieb sich im 

Umgang mit Waffen als geübt und mit einer gewissen Erfahrung (UA 

act. 2893). Insbesondere erklärte er, dass er, wenn er eine Waffe in die 

Hände nimmt, zuerst schauen würde, ob sich Schüsse im Magazin 

befinden würde, dann, ob sie gesichert und dann, ob sie geladen sei (UA 

act. 2894). Die Waffe, welche B. dabei gehabt hatte, sei nicht geladen 

gewesen, bevor sie «rein gingen». Er denke, er habe sie auf dem Weg 

geladen (UA act. 2895). Sie hätten jedoch nicht abgemacht, dass 

geschossen werde (UA act. 2893) resp. sie hätten insgesamt nur 

abgemacht, dass nicht geschossen werde (UA act. 2894). Auch der 

Mittäter C. erklärte in seiner Einvernahme, dass nie die Rede davon 

gewesen sei, dass jemand schiessen würde (UA act. 3060). 

 

Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sogenannte innere 

Tatsachen, die sich der direkten Wahrnehmung durch andere entziehen 

(STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, AT I, 4. Aufl. 2011, § 9 N. 

63). Nur der Beschuldigte könnte mit letzter Gewissheit sagen, was er 

gewollt hat und was nicht. Das führt nun aber nicht einfach dazu, dass der 

subjektive Tatbestand nicht mehr erfüllt wäre, wenn eine beschuldigte 

Person die Tat bestreitet. Vielmehr ist dann mit Hilfe von Erfahrungsregeln 

aus dem äusseren Geschehen auf die subjektive Seite zu schliessen (vgl. 

STRATENWERTH, a.a.O., § 9 N. 63). Das Gericht entscheidet auch dann 

nach seiner freien, aus dem ganzen Verfahren geschöpften Überzeugung 

(Art. 10 Abs. 2 StPO). 

 - 5 - 

 

 

 

Insgesamt lässt die Tatsache, dass in der vom Beschuldigten gebrauchten 

Schreckschusspistole zwei Schüsse im Magazin waren, nur den Schluss 

zu, dass er auch davon ausgehen konnte und musste, dass in der echten 

Waffe von B. Patronen waren. Dem Beschuldigten fehlten gegenteilige 

Hinweise, er konnte auch lediglich überzeugt angeben, dass die Waffe von 

B. noch nicht geladen gewesen sei. Dass er davon ausgegangen sei, dass 

die Waffe keine Patronen im Magazin gehabt habe, wird selbst von ihm 

selber nicht vorgebracht. Unter den gegebenen Umständen konnte er denn 

auch gar nicht darauf vertrauen, dass sich keine Patronen im Magazin 

befinden würden. Der Beschuldigte gab sich als geübt im Umgang mit 

Waffen zu erkennen, wobei ihm daher auch die Regel bekannt sein dürfte, 

dass Waffen in erster Linie immer als geladen zu betrachten sind, solange 

man sich nicht vom Gegenteil überzeugt hat (vgl. z.B. Sicherheitstipps bei 

Umgang mit Waffen des Kantons Zürich: www.zh.ch/de/sicherheit-

justiz/delikte-praevention/waffen.html). Entsprechend lässt dies nur den 

Schluss zu, dass der Beschuldigte zumindest in Kauf nahm, dass B., als er 

mit ihm zusammen den Raubüberfall auf die Tankstelle in L. verübte, eine 

funktionstüchtige und zur Schussabgabe taugliche Waffe mit sich führte. 

Indem der Beschuldigte, nachdem er in seiner Schreckschusspistole die 

zwei Schüsse entdeckte, sich weder bei B. rückversicherte, dass in dessen 

Waffe keine Munition war und auch keine Anstalten machte, B. von der 

Mitnahme dessen Waffe abzuhalten, hat er damit konkludent in den Tatplan 

eingewilligt, eine Schusswaffe gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB zum Zwecke 

des Raubes mitzuführen. Demnach ist sowohl der objektive wie auch der 

subjektive Tatbestand von Art. 140 Ziff. 2 StGB erfüllt und der Beschuldigte 

ist entsprechend zu bestrafen.  

 

3. 

3.1. 

Insgesamt hat sich der Beschuldigte des teilweise versuchten qualifizierten 

Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, des 

qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB, des gewerbs- und 

bandenmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 und 3 StGB, der 

mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des 

mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der qualifizierten 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs unter 

Betäubungsmitteleinfluss gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG sowie des 

mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen 

Führerausweis gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG schuldig gemacht. 

 

Der Beschuldigte beantragt nach Rückweisung durch das Bundesgericht, 

dass er höchstens zu einer Freiheitsstrafe von 8 ½ Jahren zu verurteilen 

sei (Stellungnahme Beschuldigter vom 7. März 2022), während die 

Oberstaatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 10 ½ Jahren fordert 

https://www.zh.ch/de/sicherheit-justiz/delikte-praevention/waffen.html
https://www.zh.ch/de/sicherheit-justiz/delikte-praevention/waffen.html

 - 6 - 

 

 

(Stellungnahme Oberstaatsanwaltschaft vom 16. Februar 2022 

[Postaufgabe: 17. Februar 2022]). 

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.3. 

Vorliegend wurden sämtliche Taten vor Inkrafttreten des revidierten 

Sanktionenrechts am 1. Januar 2018 begangen. Im neuen Sanktionenrecht 

wird die Freiheitsstrafe gegenüber der Geldstrafe stärker gewichtet. So 

wurde die maximale Anzahl Tagessätze von 360 auf 180 reduziert, was 

den Anwendungsbereich der Geldstrafe einschränkt. Im Bereich von über 

sechs Monaten besteht neu nur noch die Möglichkeit, eine Freiheitsstrafe 

auszufällen. Wie zu zeigen sein wird (siehe unten, E. 3.4), kommt 

vorliegend jedoch nur eine Gesamtfreiheitsstrafe in Frage, weshalb sich 

das neue Recht nicht als milder erweist (vgl. sog. lex mitior, Art. 2 Abs. 2 

StGB), weshalb gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB das im Zeitpunkt der Taten 

geltende Recht zur Anwendung gelangt. 

 

3.4. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Während für den Raub und die qualifizierte Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz nur eine Freiheitsstrafe in Frage kommt, wäre für 

die übrigen Delikte auch eine Geldstrafe denkbar. 

 

Im Bereich des Strassenverkehrsgesetzes verfügt der Beschuldigte über 

mehrere einschlägige Vorstrafen (vgl. aktueller Strafregisterauszug). Er 

wurde teilweise zu unbedingten Geldstrafen verurteilt. Die bisher 

ausgesprochenen Geldstrafen haben ihn jedoch nicht davon abgehalten, 

innert der Probezeit erneut in erheblichem Ausmass straffällig zu werden. 

Der Beschuldigte zeigte sich völlig unbeeindruckt von den bisherigen 

Verurteilungen, was auf eine Uneinsichtigkeit schliessen lässt. Es ist damit 

offensichtlich, dass die Ausfällung einer Geldstrafe nicht geeignet wäre, 

den Beschuldigten von weiteren Straftaten abzuhalten. Unter dem Aspekt 

der Zweckmässigkeit sowie der präventiven Effizienz sind für sämtliche 

vom Beschuldigten begangenen Delikte Freiheitsstrafen auszufällen. Da 

der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von über 180 Tagen zu verurteilen 

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 - 7 - 

 

 

ist, findet Art. 41 StGB in der bis 1. Januar 2018 geltenden Fassung zudem 

keine Anwendung (BGE 137 IV 312 E. 2.4). 

 

3.5. 

3.5.1. 

In Bezug auf die schwerste Straftat, den versuchten qualifizierten Raub im 

Restaurant K., für welche die Einsatzstrafe festzusetzen ist, ergibt sich 

Folgendes:  

 

Der Beschuldigte hat kurze Zeit, nachdem er bereits einen Raubüberfall auf 

die Tankstelle L. verübte, erneut versucht, einen Raub zu begehen. Zur 

Höhe des erhofften Deliktsguts äusserte sich der Beschuldigte nicht. Da er 

davon ausging, dass das Restaurant gut lief (UA act. 2898) und sie spät 

am Abend den Raub begingen, ist davon auszugehen, dass sie sich einige 

Tausend Franken als Beute erhofften. Dieser Betrag, auf den der Raub 

gerichtet war, ist zwar nicht zu bagatellisieren, in Anbetracht des 

regelmässigen Einkommens des Beschuldigten von monatlich Fr. 4'900.00 

netto kann jedoch auch nicht von einem Vielfachen seines Monatsgehalts 

als Beute ausgegangen werden. Damit ist im Hinblick auf das grosse 

Spektrum möglicher Deliktssummen bei einer Vollendung der Tat von 

einem in finanzieller Hinsicht vergleichsweise gerade noch leichten 

Taterfolg auszugehen. 

 

Bei diesem Vorfall führte der Beschuldigte eine durchgeladene Waffe mit 

sich und feuerte damit, nachdem er in ein Handgemenge mit einem 

Angestellten geriet, auch einen Schuss ab, womit die verwirklichte 

Lebensgefahr für die im Raum befindlichen Personen sehr konkret wurde. 

Damit ging das Vorgehen des Beschuldigten klar über die blosse Erfüllung 

des (qualifizierten) Tatbestands hinaus und zeugt von einiger krimineller 

Energie. Nicht zu vernachlässigen sind die psychischen Folgen für die 

Opfer. D. sagte rund vier Jahre nach dem Vorfall noch aus, dass sie oft 

noch Angst habe, wenn sie alleine sei und Geräusche höre (UA act. 2192). 

 

Grundsätzlich handelte er aus rein finanziellen und damit letztlich 

egoistischen Gründen. Rein monetäre Gründe sind jedoch jedem 

Vermögensdelikt immanent und werden beim Raub als qualifizierte Form 

der Nötigung, um einen Diebstahl zu begehen oder die weggenommene 

Sache behalten zu können, bereits durch das Tatbestandsmerkmal der 

unrechtmässigen Bereicherungsabsicht beim Diebstahl erfasst. Sie dürfen 

deshalb bei den Tatkomponenten nicht nochmals verschuldenserhöhend 

berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 

16. März 2016 E. 4.2). Der Beschuldigte verfügte zur Zeit des 

Raubüberfalls über eine Arbeitsstelle und verdiente rund Fr. 4'900.00 netto 

pro Monat. Damit hatte er für sich, seine Ehefrau und seine drei Kinder zu 

sorgen. Aufgrund seiner hohen Schulden zwischen Fr. 100'000.00 bis 

Fr. 200'000.00 (UA act. 57 und GA act. 121), welche er wegen Drogen und 

 - 8 - 

 

 

durch Glückspiele (UA act. 2899) angehäuft hatte, befand er sich in einer 

finanziell angespannten Situation. Dennoch ist auch davon auszugehen, 

dass er beim Entschluss, den Raubüberfall zu begehen, über ein 

erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit verfügte. Insbesondere ist zu 

beachten, dass B. bei diesem Raub nicht teilgenommen hat und somit die 

angebliche Bedrohungslage durch diesen bzw. der durch diesen 

ausgeübte Druck als sehr gering angesehen werden muss (vgl. dazu UA 

act. 2899 und 2903). Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, die vom 

Tatbestand des Raubs geschützten Rechtsgüter des Vermögens und der 

persönlichen Freiheit zu respektieren, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114 mit Hinweisen). 

 

Insgesamt erscheint das Tatverschulden des Beschuldigten in Bezug auf 

die vollendete Tat als mittelschwer bis schwer, und es wäre eine dafür 

angemessene Freiheitsstrafe von 6 ½ Jahren auszufällen gewesen. Da es 

bei einem Versuch geblieben ist, ist eine angemessene Minderung der 

Strafe vorzunehmen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es nur aufgrund 

des Verhaltens des Personals des Restaurants K. bei einem Versuch 

geblieben ist. Somit ist der Abbruch des Raubüberfalls nicht auf eine 

Einsicht des Beschuldigten ins Unrecht seines Handelns zurückzuführen. 

Es rechtfertigt sich deshalb vorliegend für den ausgebliebenen Erfolg nur 

eine geringe Strafminderung im Umfang von einem Jahr auf 5 ½ Jahre 

vorzunehmen. 

 

3.5.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für den Raub gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB auf die 

Tankstelle L. angemessen zu erhöhen.  

 

Der Beschuldigte hat zusammen mit anderen Mittätern Fr. 1'331.45 

erbeutet. Diesbezüglich ist der Taterfolg im Vergleich zu bei einem 

Raubüberfall möglichen Deliktsbeträgen noch als bescheiden zu 

bezeichnen. 

 

Das dem Beschuldigten zurechenbare Verhalten des Mittäters B. ist nicht 

wesentlich über die blosse Erfüllung des qualifizierten Raubtatbestands 

gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB hinausgegangen, auch wenn sich die 

Munition bereits in der Waffe, welche für den Raubüberfall mitgeführt 

wurde, befunden hatte. Erschwerend wirkt sich aus, dass die Täter zu 

Beginn vermeintlich in Überzahl der Verkäuferin gegenübergetreten sind. 

Nicht zu bagatellisieren ist sodann das Ausmass, in welchem die 

Verkäuferin ihres subjektiven Sicherheitsgefühls verlustig ging. Während 

sie zwar bald nach dem Vorfall wieder gearbeitet hat, so war sie für die 

ersten Monate nie alleine im Shop und Personen, welche eine Kapuze oder 

einen Schal vor dem Gesicht getragen hätten, seien ihr sehr unangenehm 

gewesen (GA act. 129). 

 

 - 9 - 

 

 

Der Beschuldigte selber erhielt von der erlangten Beute keinen Anteil, da 

er damit einen Teil der Schulden beim Mittäter B. abbezahlte (UA act. 2893 

und 2896). In Bezug auf die finanzielle Motivation zum Raub kann 

grundsätzlich auf das oben Ausgeführte verwiesen werden (siehe oben, 

E. 3.5.1.). Der Beschuldigte befand sich zwar in einer finanziell 

angespannten Situation und er erklärte, von B. bedroht worden zu sein, 

jedoch ohne dies genauer auszuführen (UA act. 2899 und 2903), dennoch 

verfügte er über ein erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit. Sodann 

stehen bei einer wirklichen Bedrohungslage auch andere, legale Mittel zur 

Verfügung. Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, das fremde Vermögen 

und die persönliche Freiheit der vom Raub betroffenen Personen zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen (vgl. BGE 

117 IV 112 E. 1 S. 114 mit Hinweisen). 

 

Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte selber «nur» eine 

Schreckschusspistole mit sich führte, und B. als treibende Kraft angesehen 

werden muss, wiegt das Verschulden des Beschuldigten vergleichsweise 

geringer. Bei einem Strafrahmen von 1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe 

erscheint bei einer isolierten Betrachtung eine Einzelstrafe von 3 Jahren für 

das mittelschwere Verschulden angemessen. In Anwendung des 

Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 2 Jahre zu erhöhen.  

 

3.5.3. 

Weiter hat der Beschuldigte während eines Zeitraums von knapp 

2 ½ Monaten (23. Dezember 2014 bis 3. März 2015) in verschiedenen 

Konstellationen gewerbs- und bandenmässig eine Serie von neun 

Einbruchdiebstählen ausgeführt, wobei einer ein Versuch war. Ein Teil des 

von den Geschädigten geltend gemachten Betrages wird vom 

Beschuldigten bestritten. Insgesamt ist von einem anerkannten 

Deliktsbetrag von rund Fr. 45'000.00 auszugehen. Pro Monat ist demnach 

von einem Deliktsbetrag von Fr. 15'000.00 auszugehen. Der Taterfolg ist 

damit noch im mittleren Rahmen anzusiedeln. Erst die Verhaftung einzelner 

Beteiligter (E. und G., UA act. 1949 und 1953) hat der deliktischen Tätigkeit 

Einhalt gewährt. 

 

Die Diebstähle wurden innerhalb der Bande in verschiedenen 

Konstellationen getätigt. Es ist daher von einer grossen Gefährlichkeit 

derselben auszugehen, da die Fortsetzung der Diebstähle nicht von einer 

Person abhängig war, sondern sie sich zu zweit, zu dritt oder zu viert zu 

Einbrüchen trafen. Damit geht das Ausmass des gewerbs- und 

bandenmässigen Handelns über die blosse Erfüllung des qualifizierten 

Tatbestands hinaus.  

 

Eine eigentliche Führungsperson innerhalb der Bande kann nicht 

ausgemacht werden. Selbst wenn vieles über den Beschuldigten gelaufen 

ist (z.B. haben sich G. und F. über den Beschuldigten kennengelernt, UA 

 - 10 - 

 

 

act. 3100), so ist nicht ersichtlich, dass die Initiative ausschliesslich von ihm 

ausgegangen wäre (vgl. UA act. 3120, Frage 15). Insbesondere ist zu 

beachten, dass der Beschuldigte G. über den Mitbeschuldigten C. 

kennengelernt hat (UA act. 2887) und viele Ideen anscheinend von diesem 

ausgingen (u.a. UA act. 2880, 2886 und 2961). Dies wirkt sich somit neutral 

auf die Strafzumessung aus.  

 

Zu vernachlässigen ist, dass es im Rahmen des banden- und 

gewerbsmässigen Diebstahls einmal bei einem Versuch geblieben ist. Das 

versuchte Verbrechen oder Vergehen ist zwar grundsätzlich mit milderer 

Strafe bedroht als das vollendete (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB). Dieser 

Grundsatz erleidet indessen gewisse Einschränkungen, wo der Täter 

vollendete und versuchte gleichartige Delikte begangen und dabei 

gewerbsmässig gehandelt hat. In diesem Fall liegt ein Kollektivverbrechen 

vor, das sowohl alle gewerbsmässigen wie auch einzelne nicht 

gewerbsmässige Handlungen und sowohl die vollendeten wie auch die 

versuchten Taten umfasst. Der Versuch geht hier im vollendeten 

gewerbsmässigen Kollektivdelikt auf (BGE 123 IV 113 E. 2d mit 

Hinweisen). Der Betrag des wirklich verursachten Schadens ist beim 

gewerbsmässigen Diebstahl verschuldensmässig nicht wesentlich 

relevanter als der Deliktsbetrag, der sich aus versuchten Diebstählen 

ergibt. Eine bloss versuchte Handlung ist daher im Rahmen der 

Gewerbsmässigkeit bei der Strafzumessung zu vernachlässigen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_24/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 5.2 betr. den 

gewerbsmässigen Betrug). 

 

Erneut verschuldenserhöhend wirkt sich jedoch das erhebliche Mass an 

Entscheidungsfreiheit aus. Zwar verfügte der Beschuldigte weiterhin über 

hohe Schulden, jedoch hat er mit der Verübung von Einbruchdiebstählen 

den am einfachsten erscheinenden Weg gewählt. Zwar machte er geltend, 

Schulden bei E. gehabt zu haben und von diesem unter Druck gesetzt 

worden zu sein (UA act. 2885). Allerdings weist die Tatsache, dass er das 

erbeutete Geld aus dem Einbruchdiebstahl in die M. nicht an E. 

weitergeleitet hat (UA act. 2885) und weitere Einbruchdiebstähle ohne 

Beteiligung von E. verübte, darauf hin, dass das «unter Druck setzen» nicht 

über eine normale Rückforderung hinausging und der Beschuldigte 

aufgrund seiner engen finanziellen Verhältnisse eine andere 

Einnahmequelle suchte. Auch wenn der vom Beschuldigten behauptete 

Drogenkonsum vor den jeweiligen Einbruchdiebstählen (UA act. 2884) zu 

einer gewissen Enthemmtheit geführt haben dürfte, ohne dass dadurch 

jedoch die Schuldfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre, verfügte der 

Beschuldigte über ein grosses Mass an Entscheidungsfreiheit. Je leichter 

es aber für ihn gewesen wäre, das fremde Eigentum zu respektieren, desto 

schwerer wiegt die Entscheidung dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114 

mit Hinweisen). Wesentlich ist, dass der Entscheidungsspielraum des 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_24%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-IV-113%3Ade&number_of_ranks=0#page113

 - 11 - 

 

 

Beschuldigten nicht etwa aufgrund einer bloss untergeordneten Stellung 

eingeschränkt war. 

 

Nicht verschuldenserhöhend wirken sich die rein monetären Beweggründe 

aus. Ein rein monetäres Motiv ist jedem Vermögensdelikt immanent. Sie 

dürfen demnach bei den Tatkomponenten nicht nochmals 

verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1327/2015 vom 16. März 2016 E. 4.2). 

 

Insgesamt ist in Bezug auf den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl 

– unter Berücksichtigung, dass beide Qualifikationsgründe erfüllt worden 

sind – von einem mittelschweren Verschulden und einer dafür 

angemessenen Einzelstrafe von 2 ½ Jahren auszugehen. In Anwendung 

des Asperationsprinzips rechtfertigt sich eine Erhöhung der Einsatzstrafe 

um 1 ½ Jahre. 

 

3.5.1. 

In engem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zu den Diebstählen 

und den Raubüberfällen stehen die mehrfachen Sachbeschädigungen. 

Insgesamt entstand ein Sachschaden von über Fr. 40'000.00, was als 

grosser Schaden bezeichnet werden kann (vgl. BGE 136 IV 117 E. 4.3.1). 

Das Ausmass der einzelnen Schäden ist teilweise (vgl. Anklageziffer 3.2, 

Sachschaden Fr. 2'000.00; Anklageziffer 3.5, Sachschaden Fr. 5'587.35; 

Anklageziffern 3.6.1 – 3.6.3, Sachschaden je Fr. 7'000.00; Anklage-

ziffer 3.7, Sachschaden über Fr. 14'000.00, UA act. 2642) als sehr hoch zu 

bezeichnen, und die Sachbeschädigung ist damit nicht zu bagatellisieren. 

 

Das Vorgehen bestand darin, mittels Flachwerkzeugen Fenster und Türen 

aufzubrechen und ebenfalls die vorgefundenen Zigarettenautomaten und 

Tresore, sofern diese nicht abtransportiert und zu einem späteren Zeitpunkt 

aufgebrochen worden sind, aufzubrechen. Die Art und Weise des 

Vorgehens ging somit nicht über die blosse Erfüllung des Tatbestands 

hinaus und wirkt sich neutral aus.  

 

Mittelschwer verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist hingegen die 

mehrfache Tatbegehung und das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit, 

über das der Beschuldigte bei den Sachbeschädigungen verfügte.  

 

Insgesamt ist von einem knapp mittelschweren Tatverschulden 

auszugehen. Zu berücksichtigen ist, dass die Sachbeschädigungen nicht 

das primäre Ziel, sondern Voraussetzung für die anschliessende Begehung 

der Diebstähle oder deren Folge waren bzw. aufgrund der Schussabgabe 

beim Raubüberfall erfolgten. Entsprechend geringer fällt bei der Bildung der 

Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips ihr Gesamtschuld-

beitrag aus. Angemessen erscheint eine Erhöhung um ½ Jahr.  

 

 - 12 - 

 

 

3.5.2. 

In Bezug auf die Hausfriedensbrüche ist von einem mittelschweren 

Tatverschulden auszugehen. Dass der Beschuldigte zusammen mit seinen 

Mittätern nur in Restaurants und andere Geschäftsräume, aber keine 

Wohnhäuser, eingedrungen ist, wirkt sich nicht verschuldensmindernd aus 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_680/2012 vom 11. Januar 2013 E. 2.3). 

Ein Hausfriedensbruch ist für die Betroffenen meist schwerwiegender als 

der bei einem Einbruchdiebstahl verursachte Sachschaden, da damit die 

Privatsphäre aufs Gröbste verletzt wird und die Betroffenen in ihrem 

Sicherheitsgefühl gravierend und nachhaltig getroffen werden (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). Dies trifft, 

wenn auch in geringerem Ausmass, auch auf Eigentümer von 

Geschäftsräumen zu. Insbesondere ist zu beachten, dass sich der 

Beschuldigte zusammen mit F. innerhalt kürzester Zeit drei Mal Zutritt in 

die gleichen Räumlichkeiten der N. in S. verschafft hat. 

 

Wiederum mittelschwer verschuldenserhöhend zu berücksichtigen sind die 

mehrfache Tatbegehung und das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit, 

über das der Beschuldigte bei den Hausfriedensbrüchen verfügte.  

 

Insgesamt ist von einem mittelschweren Verschulden auszugehen. In 

Anbetracht des situativen Zusammenhangs der Hausfriedensbrüche mit 

den Diebstählen ist ihr Gesamtschuldbeitrag als geringer zu betrachten. 

Angemessen erscheint in Anwendung des Asperationsprinzips eine 

Erhöhung um ½ Jahr.  

 

3.5.3. 

Was die weiteren mit Berufung nicht angefochtenen Delikte angeht, so ging 

die Vorinstanz bei der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz von einem mittelschweren Verschulden aus, was 

aufgrund der gehandelten Menge Kokain von rund 121 Gramm bei einem 

Reinheitsgrad von 30 % (somit 36.3 Gramm reines Kokain) nicht zu 

beanstanden ist. Auch in Hinblick auf die lange Zeitdauer von 1 ½ Jahren, 

in welchem der Beschuldigte den Kokainhandel betrieb und nur aufgrund 

seiner Verhaftung damit gestoppt hat, erscheint die von der Vorinstanz 

vorgenommene Erhöhung der Einsatzstrafe um 15 Monate angemessen 

(vgl. vorinstanzliches Urteil, E. 15.3.3 S. 27). 

 

3.5.4. 

Für das mehrfache Führen eines Motorfahrzeugs unter 

Betäubungsmitteleinfluss sowie das mehrfache Führen eines 

Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Führerausweis erachtete die 

Vorinstanz eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 8 Monate dem 

mittelschweren Verschulden angemessen (vorinstanzliches Urteil, 

E. 15.3.3 S. 27). Dies erscheint erstaunlich mild. Das wiederholte Fahren 

ohne Führerausweis und unter Drogeneinfluss zeugt von einer extremen 

 - 13 - 

 

 

Gleichgültigkeit gegenüber den herrschenden Gesetzen, welche im 

Rahmen des Strassenverkehrs besonders für die Sicherheit der weiteren 

Verkehrsteilnehmer sorgen. Für seine Autofahrt vom 6. Mai 2015 um 

18.10 Uhr von T. bis U. ist insbesondere dokumentiert, dass er sich in 

einem nicht fahrfähigen Zustand befand, einen schwankenden Stand 

zeigte und seine Reaktion verlangsamt war (UA act. 2700). Das Ausmass 

der Gefährdung der weiteren Verkehrsteilnehmer ist bei einer Fahrt zu 

dieser Tageszeit in diesem Zustand als erheblich einzuschätzen, womit 

alleine für diese Fahrt eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 3 Monate 

angemessen ist. 

 

Sodann hat der Beschuldigte 65 weitere Fahrten unter Betäubungs-

mitteleinfluss unternommen und ohne über den erforderlichen 

Führerausweis zu verfügen. Für den Beschuldigten bestand keine 

Dringlichkeit diese Fahrten zu unternehmen, er hätte das Leben auch ohne 

Personenwagen bestreiten können (UA act. 2870). Er hat jeweils den für 

ihn bequemsten Weg eingeschlagen, entsprechend war seine 

Entscheidungsfreiheit nicht eingeschränkt, und er hat sich bewusst dafür 

entschieden, gegen Strafbestimmungen zu verstossen. Je leichter es aber 

für ihn gewesen wäre, die geltenden Normen der Strassenverkehrs-

gesetzgebung zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

gegen sie (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114 mit Hinweisen). Weiter ist zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte damit gleich zwei Tatbestände, 

Führen eines Motorfahrzeuges unter Betäubungsmitteleinfluss gemäss 

Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG und Führen eines Motorfahrzeuges ohne den 

erforderlichen Führerausweis gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG, mehrfach erfüllt 

hat, wobei beide Straftatbestände für sich alleine genommen für ein 

einzelnes Delikt einen Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 

zu drei Jahren vorsehen. Unter den gegebenen Umständen ist bei den 

einzelnen Fahrten jeweils von einem gerade noch leichten Verschulden 

auszugehen. Bei isolierter Betrachtung erscheinen je 10 Tage 

Freiheitsstrafe für die Verletzung der beiden Straftatbestände, insgesamt 

also 20 Tage Freiheitsstrafe, angemessen. Aufgrund der Vielzahl der 

Vergehen und in Anwendung des Asperationsprinzips erscheint es 

sachgerecht, für die 65 Fahrten, in welchen gleich gegen zwei 

Straftatbestimmungen verstossen wurden, die Einsatzstrafe je um ½ Jahr, 

insgesamt also um 1 Jahr zu erhöhen. 

 

3.5.5. 

Betreffend die Täterkomponenten wirken sich die zum Teil einschlägigen 

Vorstrafen zu Ungunsten des Beschuldigten aus. Der Beschuldigte hat sich 

weder von Bussen noch unbedingten Geldstrafen beeindrucken lassen und 

ist insbesondere während der laufenden Probezeit erneut in erheblichem 

Ausmass straffällig geworden. Damit legt er eine krasse Gleichgültigkeit der 

hiesigen Rechtsordnung gegenüber zu Tage. Allerdings darf aus dem 

täterbezogenen Strafzumessungskriterium der Vorstrafen nicht indirekt ein 

 - 14 - 

 

 

tatbezogenes Kriterium gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_325/2013 vom 13. Juni 2013 E. 4.3.2). Der Beschuldigte wurde mit 

Strafbefehl vom 28. Januar 2013 der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

zu einer Geldstrafe von 90 Tagesätzen und mit Strafbefehl vom 10. Juli 

2013 der Staatsanwaltschaft Abteilung 2 Emmen zu einer Geldstrafe von 

150 Tagessätzen verurteilt, weshalb sich diese Vorstrafen nur in geringem 

Mass straferhöhend auswirken können.  

 

Mit seinem Aussageverhalten hat der Beschuldigte sodann nichts zur 

Beschleunigung des Verfahrens beigetragen. Er muss sich zwar nicht 

selbst belasten, aber unter diesen Umständen kann ihm auch keine 

Strafminderung gewährt werden. Sodann erklärte der Beschuldigte 

wiederholt, dass er Fehler gemacht habe, auch wenn der Eindruck entsteht, 

dass ihm mehr seine eigene Situation resp. das Erwischtwerden leidtut. 

Immerhin hat er seit Mai 2018 monatlich Fr. 30.00 als finanzielle 

Wiedergutmachung an die Opferhilfe Aargau bezahlt (vgl. Vollzugsbericht 

vom 18. Mai 2020), was sich leicht zu seinen Gunsten auswirkt.  

 

Weitere strafzumessungsrelevante Faktoren sind nicht ersichtlich. 

Insbesondere bedeutet auch die familiäre Situation mit drei Kindern im Alter 

zwischen 7 und 13 Jahren keine erhöhte Strafempfindlichkeit, da die 

Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres 

Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1027/2019 vom 11. Mai 2019 E. 2.3.2).  

 

Insgesamt überwiegen die negativen Täterkomponenten leicht, weshalb 

die Einsatzstrafe um zwei Monate zu erhöhen ist.  

 

3.6. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 

6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 3.3.1 sowie 6B_855/2020 vom 25. 

Oktober 2021 E. 1.5.4; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Vorliegend wurde der Beschuldigte am 19. Mai 2015 verhaftet und am 

7. Mai 2018, mithin drei Jahre später, wurde Anklage erhoben. Diese 

Zeitdauer erscheint lange, jedoch betraf die Untersuchung mehrere Mittäter 

und verschiedene Delikte. Damit lässt sich jedoch die Zeitlücke von knapp 

11 Monaten zwischen der letzten Einvernahme der Auskunftsperson H. 

betreffend den Raub im Restaurant K. am 13. Mai 2016 (UA act. 2235 ff.) 

und dem Auftrag für ein Gutachten über den Beschuldigten am 25. April 

2017 durch die Staatsanwaltschaft (UA act. 59) nicht erklären. 

Insbesondere, da sich der Beschuldigte seit Beginn der Untersuchung in 

Untersuchungshaft bzw. seit dem 26. Januar 2016 im vorzeitigten 

Strafvollzug befindet, hätte das Verfahren vordringlich durchgeführt werden 

sollen (Art. 5 Abs. 2 StPO). Da erst 8 Monate nach dem Schlussbericht der 

 - 15 - 

 

 

Kantonspolizei (UA act. 1945 ff.) überhaupt ein Gutachten angeordnet 

worden ist, wobei deren Erstellung bekannterweise einige Zeit in Anspruch 

nimmt, ist zu erkennen, dass damit das Beschleunigungsgebot verletzt 

worden ist.  

 

Sodann gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte am 2. Juli 2020 

Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht erhoben hat, der 

Entscheid des Bundesgerichts datiert vom 31. Januar 2022, mithin 

1 ½ Jahre nach Eingang der Beschwerde, was insbesondere auch in 

Anbetracht des Umstands, dass sich der Beschuldigte seit Mai 2015 in Haft 

befindet, eine unverhältnismässig lange Zeit ist und damit das 

Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

Diese nicht unerhebliche mehrfache Verletzung des Beschleunigungs-

gebots rechtfertigt eine Reduktion der Strafe um 8 Monate.  

 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte somit zu einer Freiheitsstrafe von 

12 Jahren zu verurteilen.  

 

3.7. 

Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft sowie der vorzeitige 

Strafvollzug von gesamthaft 2'513 Tagen (19. Mai 2015 bis 4. April 2022) 

sind auf die Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs.7 StGB; 

Art. 236 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3). Der Beschuldigte obsiegt minim in Bezug auf 

die Qualifikation des Raubes in der Tankstelle L. (Anklageziffer 1) sowie 

betreffend die Strafzumessung, während die Oberstaatsanwaltschaft in 

diesen Punkten mit ihrem Antrag auf vollumfängliche Abweisung der 

Berufung unterliegt. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, dem 

Beschuldigten seinen hälftigen Anteil an den obergerichtlichen 

Verfahrenskosten, welche für dieses und das Verfahren von C. 

(SST.2019.186) auf insgesamt Fr. 6'000.00 festzusetzen sind (§ 18 VKD), 

zu 5/6 mit Fr. 2'500.00 aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse 

zu nehmen. 

 

4.1. 

Der amtliche Verteidiger ist für den Aufwand im Berufungsverfahren aus 

der Staatskasse zu entschädigen. Er reichte für das Verfahren 

SST.2022.31 keine Kostennote ein. Angemessen erscheint für die drei 

 - 16 - 

 

 

Eingaben am Obergericht (Haftentlassungsgesuch vom 10. Februar 2022; 

Stellungnahme zum Bundesgerichtsurteil vom 7. März 2022 und Eingabe 

vom 22. März 2022), welche insgesamt rund 4 Seiten umfassen, und für 

die übrigen Aufwendungen mit verfahrensleitenden Verfügungen sowie 

Besprechung mit dem Beschuldigten ein Aufwand von 3 Stunden, zumal 

das Haftentlassungsgesuch von Anfang an aussichtslos war. Für den 

Aufwand nach Rückweisung durch das Bundesgericht erscheint sodann ein 

Stundenansatz von Fr. 180.00 gemäss § 9 Abs. 3bis Satz 1 AnwT 

gerechtfertigt, da nichts Neues vorgebracht werden musste und auch sonst 

keinerlei Schwierigkeiten vorlagen. Unter Berücksichtigung der gemäss § 9 

Abs. 3bis Satz 2 AnwT separat zu entschädigenden Auslagen von 

praxisgemäss 3 % und der Mehrwertsteuer von 7.7 % ist der amtliche 

Verteidiger im zweiten Umgang mit (gerundet) Fr. 600.00 zu entschädigen. 

Hinzu kommt das Honorar aus dem ersten Umgang vor Obergericht von 

Fr. 6'900.00, womit sich das Honorar (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) 

auf total Fr. 7'500.00 beläuft. Die Entschädigung ist vom Beschuldigten im 

Umfang von 5/6, d.h. im Betrag von gerundet Fr. 6'250.00, 

zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist.  

 

Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger ausserdem auf dem von 

ihm zu tragenden Anteil von 5/6 die Differenz zwischen der amtlichen 

Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00 resp. Fr. 180.00) und dem 

vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00 resp. Fr. 200.00), zuzüglich der 

auf dieser Differenz geschuldeten Mehrwertsteuer zu erstatten, 

ausmachend total gerundet Fr. 610.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu erstatten, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b 

StPO). 

 

4.2. 

Nachdem der Beschuldigte nach wie vor schuldig gesprochen wird, ist die 

vorinstanzliche Kostenverlegung immer noch korrekt (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. 

Art. 426 Abs. 1 StPO). Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten sind 

deshalb vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

ausgerichtete Entschädigung von Fr. 29'235.25 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019). 

 

5. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

 - 17 - 

 

 

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

2. 

2.1.[in Rechtskraft erwachsen] 

Das Verfahren wird in Bezug auf folgende Tatbestände infolge Verjährung 

eingestellt: 

- Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz (Anklageziffer 4), 

- Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz (Anklageziffer 4), 

- mehrfacher Besitz und Konsum von Betäubungsmitteln (Anklageziffer 

5.1). 

 

2.2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der mehrfachen Entwendung eines 

Fahrzeuges zum Gebrauch (Anklageziffer 6) freigesprochen. 

 

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB (Anklageziffer 1); 

- des versuchten qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2); 

- des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 

und 3 Abs. 2 StGB (Anklageziffer 3); 

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 1, 2 und 3); 

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 

(Anklageziffer 3); 

- der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

(Anklageziffer 5.2); 

- des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs unter 

Betäubungsmitteleinfluss gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG (Anklageziffer 

6); 

- des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne den 

erforderlichen Führerausweis gemäss Art. 95 Abs. 1 SVG (Anklageziffer 

6). 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 3 genannten Gesetzes-

bestimmungen und in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt. 

 

 - 18 - 

 

 

4.2. 

Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft und der vorzeitige 

Strafvollzug von insgesamt 2'513 Tagen (19. Mai 2015 bis 4. April 2022) 

werden dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

4.3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Emmenbrücke vom 10. Juli 2013 für die Geldstrafe von 150 Tagessätzen 

à Fr. 100.00 für 75 Tage gewährte bedingte Strafvollzug wird widerrufen. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der beschlagnahmte Geissfuss wird gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen. 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

6.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin O. Schadenersatz und 

Genugtuung von insgesamt Fr. 6'000.00 zu bezahlen. 

 

6.2.  

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I. eine Genugtuung 

von Fr. 500.00 zu bezahlen. 

 

6.3. 

Die Schadenersatzansprüche der Privatklägerin P. werden auf den 

Zivilweg verwiesen. 

 

6.4.  

Die Schadenersatzansprüche der Privatklägerin Q. werden auf den 

Zivilweg verwiesen. 

 

6.5. 

Die Schadenersatzansprüche des Privatklägers J. werden auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

6.6.  

Der Beschuldigte hat der Privatklägerin M. Fr. 2‘000.00 als Schadenersatz 

unter solidarischer Haftbarkeit mit den allfälligen Mittätern E. und F. zu 

bezahlen. 

 

Die übrigen Schadenersatzansprüche der M. werden auf den Zivilweg 

verwiesen bzw. in der Höhe von Fr. 44‘035.35 abgewiesen. 

 

 - 19 - 

 

 

7. 

7.1. 

Die auf den Beschuldigten entfallenden hälftigen obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 6'000.00 (zusammen mit dem 

Verfahren SST.2019.186) werden dem Beschuldigten zu 5/6 mit 

Fr. 2'500.00 auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen.  

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 7'500.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu 5/6 mit Fr. 6'250.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger auf dem von ihm zu 

tragenden Anteil von 5/6 die Differenz zwischen der amtlichen 

Entschädigung und dem vollen Honorar in Höhe von Fr. 610.00 zu 

erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen.  

 

8. 

8.1.  

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 36'316.30 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 3'100.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – sofern noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 29‘235.25 

auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

  

 - 20 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 4. April 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     L. Stierli