# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7755eda2-67cd-5efa-bcb7-5c55faa14338
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.09.2010 R 2009 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-112_2010-09-14.pdf

## Full Text

R 09 112
5. Kammer 

URTEIL
vom 14. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. 1992 erliess der Gemeindevorstand … den Quartierplan "…". Gemäss Art. 7 

der Quartierplanvorschriften (QPV) haben Bauvorhaben, soweit die 

nachfolgenden Bestimmungen keine abweichende Regelung enthalten, den 

geltenden Bauvorschriften der Gemeinde zu genügen. Gemäss Art. 8 legt der 

Quartiergestaltungsplan Baustandorte und Hochbauverbotsflächen fest. Die 

im Gestaltungsplan eingezeichneten Bauten sind dabei nicht verbindlich und 

die eingezeichneten Dachfirstrichtungen gelten als Richtlinien. Art. 10 legt 

fest, dass die Grenz- und Gebäudeabstände unter Voraussetzungen 

verkleinert werden können. Gemäss Art. 11 kann die zulässige Gebäudehöhe 

für einzelne Bauten um maximal 3.5 m erhöht werden. Gemäss Art. 23 kann, 

sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind, ein Quartierplanbonus von 

maximal 0.03 beansprucht werden. Innerhalb des Quartierplangebietes kann 

die Nutzung grundsätzlich frei verlegt werden. Nutzungstransporte von 

ausserhalb gelegenen Parzellen oder umgekehrt sind unzulässig, 

ausgenommen ist der Transport von Parzelle 2470 auf Parzelle 2372 (heute 

1656). Gemäss Beilage 1 zum Quartierplan ergab dies für Parzelle 2372 

(damals neu: 1656; 3663 m²) eine BGF von 767 m² (Nutzungsverlegung von 

34,8 m² BGF von Parzelle 2470,116 m² Landfläche, bei einer AZ von 0.3, 

bereits eingerechnet). 

1994/1995 wurde Parzelle 1656 mit einem Wohnhaus überbaut, welches 259 

m² BGF konsumierte. Am 28. Mai 1996 wurden von der damaligen Parzelle 

1656 (heute nicht überbaut) Parzellen 1724 (764 m², überbaut mit dem 259 

m² BGF konsumierenden Wohnhaus) und 1729 (531 m², nicht überbaut) 

abparzelliert. 

Am 18. Oktober 2001 änderte der Gemeindevorstand den 

Quartiergestaltungsplan. Die „Bauten“ waren neu nicht mehr im 

Gestaltungsplan eingezeichnet; zudem hob er insbesondere ein Parzellen 

1656 und 1655 betreffendes Hochbauverbot auf.

2002 realisierte … auf der von ihm erworbenen Parzelle 1655 (alt Parzellen 

2370 und 2371) ein Mehrfamilienhaus. Wohl 2004  erwarben dort … und … 

eine Eigentumswohnung.

2007 einigten sich die Eigentümer von Parzelle 1656 (Erben …) mit der 

Eigentümerin von Parzellen 1724, 1729 und 2470 auf eine Verteilung der auf 

diesen Parzellen bestehenden Ausnützung auf Parzelle 1656 (436.8 m² BGF), 

auf Parzelle 1724 (11.5 m² BGF) und Parzelle 1729 (136.7 m² BGF). Diese 

Verteilung wurde von der Gemeinde genehmigt und am 22. Juni 2007 zur 

Eintragung ins Grundbuch angemeldet.

Anfangs 2008 trennten die Erben … von Parzelle 1656 die neue Parzelle 1779 

ab (828 m² Landfläche) und übertrugen am 14. Februar 2008 die gesamte 

BGF auf Parzelle 1656 von 436.8 m² auf Parzelle 1779. Am 22. Februar 2008 

stimmte der Gemeindevorstand diesem Nutzungstransport zu. Am 10. März 

2008 veräusserten die Erben … Parzelle 1779 an ...

Am 25. November 2008 reichte … ein Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus 

(Haus A) und ein Einfamilienhaus (Haus B) auf Parzelle 1779 ein. Dieses 

Bauvorhaben konsumiert - nach erster Berechung - insgesamt 436.48 m² BGF 

und 131.05 m² Nebenfläche. Haus A sieht eine Gebäudehöhe von 9.35 m und 

eine Firsthöhe von 11.69 m vor. Die Häuser sind, gemessen ab dem nächsten 

Fassadenpunkt, in einem Abstand von 2.5 m zu Parzelle 1724 geplant. Gegen 

Süden hält das Haus A einen Abstand von 5 m, gemessen ab der 

Hausfassade, ein. In diesen Abstand hinein ragen Teile der Tiefgarage. 

Dagegen erhoben unter anderem … und … Einsprache. Nach der 

Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels wies die Gemeinde am 28. 

Mai/17. November 2009 die Einsprachen im Sinne der Erwägungen ab und 

erteilte die nachgesuchte Baubewilligung. Insbesondere wurde darin 

ausgeführt, dass die anrechenbare BGF des Projekts nicht 436.5 m² BGF, 

sondern 414.8 m² BGF betrage.

2. Dagegen erhoben … und … am 17. Dezember 2009 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid und die 

Baubewilligung aufzuheben. Der Quartierplanbonus könne nur bei einem 

aktuellen Projekt nach eingehender Prüfung erteilt werden. Dies sei im 

angefochtenen Entscheid nicht geprüft worden. Es sei davon auszugehen, 

dass der Vorteil bereits 1991/1992 eingeräumt und somit in den im 

Quartierplan vorgesehenen 767 m² BGF enthalten sei. Die Gemeinde gehe 

zu Unrecht von 843.7 m² BGF aus. Wenn Parzellen 1729 und 1724 schon 

407.2 m² BGF aufwiesen respektive konsumierten, verblieben von den 767 

m² BGF nur 359.8 m² BGF und nicht die behaupteten 436.5 m² BGF. Die 

vorgenommenen Ausnützungstransporte und deren Genehmigung der 

Gemeinde änderten daran nichts. Weitere Nutzungstransporte von Parzelle 

2470 auf Parzelle 1656 als der bereits im Quartierplan vorgenommene seien 

nicht möglich. In Bezug auf die Baustandorte sei der Quartiergestaltungsplan 

massgebend. Die jetzt vorgesehenen Baustandorte entsprächen diesen 

Vorgaben nicht. Zwar gestatte Artikel 8 QPV eine Abweichung von den im 

Quartierplan festgelegten Baustandorten. Indessen hätte dafür eine 

Interessenabwägung vorgenommen werden müssen, was die Gemeinde 

unterlassen habe. Die projektierte Überbauung sei die schlechteste mögliche 

Lösung. Es ergebe sich eine Baumassierung. Zweck des Quartierplans sei, 

dass alle Bauten innerhalb des Gebietes zueinanderpassten und sich gut 

einfügten. Die nun geplante Baumassierung widerspreche dem Sinn des 

Quartierplans. Nur weil dort Freihalteflächen vorgesehen seien, dürfe keine 

unerlaubte Baumassierung auf den Bauflächen vorgenommen werden. Die 

gemäss Art. 11 QPV mögliche Gebäudeerhöhung um maximal 3.5 m könnte 

ebenfalls nur nach einer Interessenabwägung bewilligt werden. Eine solche 

habe hier aber nicht stattgefunden. Es habe keine Prüfung stattgefunden, ob 

eine Abweichung hier angebracht sei. Das Gebäude A sei viel zu hoch und 

entziehe ihrer Baute Licht und Sonne. Es sei dreigeschossig plus ein 

Dachgeschoss. Solche Häuser gebe es sonst im Quartier nicht. Es könne 

nicht im Belieben eines Bauherrn sein, wo er welche Grenzabstände 

einzuhalten habe. Haus A müsse gegenüber Parzelle 1724 den grossen 

Grenzabstand von 5 m einhalten. Eingehalten werde aber der kleine 

Grenzabstand von 2.5 m. Am anderen talwärts gerichteten Gebäudeeck sei 

auch der Abstand von 5 m eingezeichnet. An der gleichen Fassade, an der 

gegenüberliegenden Seite, genüge nun plötzlich ein Grenzabstand von 2.5 

m. Wolle der Bauherr beim Haus A die Südseite als massgebende Fassade 

über die Einhaltung des grossen Grenzabstandes wählen, gelte dies für die 

ganze Fassade. Zudem werde der grosse Grenzabstand des Hauses A nicht 

vom Punkt der Fassade aus gemessen, welcher von der Grundstücksgrenze 

am kürzesten entfernt liege. Dies verletze Art. 57 BG. Wo die Tiefgarage als 

Hochbaute in Erscheinung trete, habe sie ebenfalls den grossen 

Grenzabstand von 5 m einzuhalten. Sie halte nur 2.5 m ein. Auch bei Haus B 

seien die Grenzabstände gegenüber Parzelle 1724 nicht eingehalten. 

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde. Der Quartierplan 1991 lege rechteckige Flächen als "Bauten" 

fest. Die Änderung 2001 führe diese nicht mehr auf; sie halte nur die damals 

bereits bestehenden Bauten fest. Art. 8 Abs. 2 QPV sage, die im 

Gestaltungsplan eingezeichneten Bauten seien nicht verbindlich. In VGE 

524/94 und 226/97 habe das Verwaltungsgericht, in BGE 1P.537/1997 das 

Bundesgericht, diese Auffassung geschützt. Bei den "Bauten" handle es sich 

nicht um verbindliche Baufenster. Art. 11 QPV lasse eine Überschreitung der 

zulässigen Gebäudehöhe um maximal 3.5 m zu. Darunter könne nur die 

Gebäude- und Firsthöhe verstanden werden. Art. 12 QPV verlange nämlich 

Giebeldächer. In der W2 betrage die zulässige Gebäudehöhe 7.5 m und die 

maximale Firsthöhe 10.5 m. Damit seien im Quartierplangebiet 

Gebäudehöhen bis 11 m und Giebelhöhen bis 14 m zulässig. Diese 

Gesetzesdispens sei im Quartierplangebiet bereits mehrmals zum Zug 

gekommen. Die Höhen würden hier eingehalten. Wo ein Quartierplan 

Freiflächen schaffe, die Nutzung konzentriere, die Gebäudegrundfläche 

normiere und die maximale Breite der Giebelfrontseite festlege, ergäben sich 

zwangsläufig höhere Bauten. Haus A füge sich bezüglich der Höhe in die 

bauliche Umgebung ein. Für die Bestimmung der Grenzabstände sei mangels 

Anwendbarkeit von Art. 10 QPV und gemäss Art. 7 QPV Art. 57 BG in 

Verbindung mit Art. 61 BG massgebend. Haus B habe eine Fassade genau 

nach Süden ausgerichtet. Dort befinde sich in einem Abstand von weniger als 

5 m keine Grenze. Nur der doppelte Grenzabstand als Gebäudeabstand 

gegenüber Haus A sei einzuhalten, was der Fall sei. Bei Haus A werde der 

grosse Grenzabstand gegenüber Parzelle 2476 gemessen. Parzelle 1724 

befinde sich westlich der Bauparzelle. Hier sei nur der Abstand von 2.5 m 

einzuhalten. Das Gleiche gelte für die Tiefgarage. In deren 

Grenzabstandsbereichs von 5 m liege lediglich eine Fläche von zirka 13 m² 

oberhalb des gewachsenen Terrains. Gemäss Art. 59 Abs. 1 BG könne die 

Gemeinde Anbauten bis 3 m Gebäudehöhe und weniger als 40 m² 

Grundfläche an der Grundstücksgrenze gestatten. Die diese 13 m² 

überschreitende Raumfläche der Garage liege unterirdisch und bleibe ohne 

Einfluss auf den Grenzabstand. Die Garage sei deshalb als Anbaute zu 

qualifizieren, weswegen für sie ein Grenzabstand von 2.5 m gelte. Das 

Bauprojekt konsumiere 414.76 m² BGF. Die Voraussetzungen für die 

Gewährung des Bonus seien in Art. 23 Abs. 2 QPV nicht aufgeführt. Die 

Baubehörde habe hier einen relativ grossen Ermessensspielraum.

4. Der private Beschwerdegegner beantragte ebenfalls die Abweisung der 

Beschwerde. Die Begründung folgt im Wesentlichen derjenigen der 

Gemeinde.

5 In einem weiteren Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren 

Standpunkten fest, ohne wesentliche neue Gesichtspunkte aufzuzeigen.

6. Am 13. September 2010 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein 

an Ort und Stelle durch, an welchem die Beschwerdeführer, der Bauamtschef 

der Gemeinde sowie der Bauherr je mit ihren Anwälten teilnahmen. Allen 

Anwesenden wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten 

auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, das Bauvorhaben konsumiere mit 

414.76 m² BGF mehr als zur Verfügung stehe, während die 

Beschwerdegegner die zulässige Ausnützungsziffer als nicht überschritten 

sehen. Die von den Parteien hierzu vorgetragenen Berechnungen sind etwas 

verwirrlich und teilweise wohl auch rechnerisch falsch. Aufgrund der 

Berechnungen des Gerichtes ergibt folgende Mindestvariante:

Unbestritten ist, dass die alte Parzelle 1656 (inkl. Zutransport von Parzelle 

2470) 767 m² BGF aufwies (Beilage 1 QP 1991). Belegt ist, dass der Bau auf 

Parzelle 1724 259 m² BGF konsumierte (Berechnung in der Baubewilligung). 

Ob mit oder ohne Bonus ist nicht relevant, da dieser Betrag für die 

nachfolgende Berechnung abgezogen wird. Dies ergibt, dass auf der alten 

Parzelle 1656 noch mindestens 508 m² BGF (ohne Bonus) zur Verfügung 

standen. 2007 wurden unbestritten davon 136.7 m² BGF der neuen Parzelle 

1729 und 11.5 m² BGF Parzelle 1724 zugewiesen. Diese Zuweisungen 

beinhalteten der Bonus von 0.03 bereits. Trotzdem ist für die weitere 

Berechnung nicht von den Zahlen ohne Bonus auszugehen, weil diese BGF 

der neuen Parzelle 1656 (beinhaltend noch Parzelle 1779) nicht mehr zur 

Verfügung standen und stehen. Zieht man also diese 148.2 m² BGF noch von 

den 508 m² BGF ab, ergibt sich eine Mindest-Rest-BGF für die neue Parzelle 

1656 (beinhaltend noch Parzelle 1779) von 359.8 m². Davon gehen auch die 

Beschwerdeführer aus. Die neue Parzelle 1656 (ohne Parzelle 1779) und die 

davon abgetrennte Parzelle 1779, auf die ja mindestens die BGF von 359.8 

m² vollständig übertragen wurde, sind mindestens die Landfläche, auf welcher 

der Quartierplanbonus zu gewähren war. Auf dieser Fläche wurde der Bonus 

bisher nicht gewährt. Parzelle 1779 weist nachgewiesenermassen eine 

Landfläche von 828 m² auf. Die alte Parzelle 1656 wies eine Landfläche von 

3363 m² auf. Davon sind die Landflächen von Parzelle 1724 (764 m²), 1729 

(531 m²) und 1779 (828 m²) abzuziehen. Die neue (und jetzige) Parzelle 1656 

weist somit eine Landfläche von 1540 m² auf. Die neue (und jetzige) Parzelle 

1656 und Parzelle 1779 weisen folglich zusammen eine Landfläche von 2368 

m² auf. Dies ist die mindestens anrechenbare Landfläche für die Gewährung 

des Bonus für das vorliegende Bauprojekt. Multipliziert mit 0.03 ergibt sich ein 

Bonus von 71.04 m² BGF. Zählt man diesen Bonus mit der Mindest-Rest-BGF 

für die neue und jetzige Parzelle 1656 und Parzelle 1779 von 359.8 m² 

zusammen, ergibt sich eine auf Parzelle 1779 zur Verfügung stehende BGF 

von 430.84 m². Diese reicht für das unbestritten 414.76 m² BGF 

konsumierende Bauvorhaben aus. 

b) Die Voraussetzungen für die Gewährung des Bonus sind in Art. 23 Abs. 2 

QPV nicht aufgeführt. Die Vorinstanz macht zu Recht geltend, dass ihr bei der 

Gewährung des Bonus ein erheblicher Ermessensspielraum zustehe. Sinn 

des Bonus sei, dass Massnahmen belohnt würden, die den Zweck des 

Quartierplans unterstützten (Nutzungskonzentrationen, Schaffung von 

Freihaltezonen, siedlungstypisches Erscheinungsbild). Der Bonus könne 

auch gewährt werden, ohne dass ein konkretes Projekt vorliege, sondern, wie 

hier, wenn zum Beispiel eine teilweise überbaute Parzelle aufgeteilt werde 

und Nutzungskonzentrationen erfolgten. Mit der Übertragung der Ausnutzung 

von Parzelle 1656 auf Parzelle 1779 habe man dem Zweck des Quartierplans 

nachgelebt. Die heutige Parzelle 1656 von über 1400 m² könne so als 

Freihaltefläche der Landwirtschaft erhalten bleiben. Auf Parzelle 1729 könne 

nur noch ein Einfamilienhaus und auf Parzelle 1724 nur noch eine 

bescheidene Erweiterung geschaffen werden. Zudem sei über die gesamte 

Parzelle die zulässige Nutzung gewährleistet. Diese Überlegungen sind nicht 

zu beanstanden, weshalb der Bonus zu Recht gewährt wurde. 

2. Bezüglich der Gebäudehöhe und der Baustandorte machen die 

Beschwerdeführer eine Verletzung des Quartierplans nur insofern geltend, als 

eine den Zielen des Quartierplans widersprechende Baumassierung vorliege. 

Sie bestreiten nicht, dass die gewählten Höhen und Standorte nach 

Quartierplan an und für sich zulässig sind. Die im Quartiergestaltungsplan 

eingezeichneten Bauten sind gemäss den bereits ergangenen Entscheiden 

des Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts nicht bindend. Zudem sind 

sie 2001 nicht wieder in den Gestaltungsplan übernommen worden. Bezüglich 

der Gebäudehöhe hat der Augenschein gezeigt, dass sich die vorgesehenen 

Bauten, insbesondere das beanstandete Haus A, in die bestehende 

Siedlungsstruktur einordnen, zumal es bereits Gebäude von ähnlichen 

Dimensionen gibt.

3. a) Als Grenzabstand gilt gemäss dem hier anwendbaren Art. 57 Abs. 1 BG bei 

Hochbauten jeder Art einschliesslich beweglicher Anlagen wie Silos, 

Reklameanlagen usw. die kürzeste Entfernung zwischen der Fassade und der 

Grundstücksgrenze. Der grosse Grenzabstand ist süd- oder talseitig 

einzuhalten. Von den übrigen Fassaden ist der kleine Grenzabstand 

einzuhalten. Diese Bestimmung lässt der Gemeinde einen relativ erheblichen 

Entscheidungsspielraum, zumal sie sich zwischen süd- oder talseitiger 

Fassade entscheiden kann. Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, der 

grosse Grenzabstand sei gegenüber Parzelle 1724 einzuhalten. Gegenüber 

dieser Parzelle liegt die Westfassade des Hauses A. Gegenüber der südseitig 

gelegenen Parzelle 2476 ist der grosse Grenzabstand von 5 m eingehalten. 

Damit ist dem Gesetz Genüge getan. Das Gleiche gilt für Haus B. 

b) Die Beschwerdeführer beanstanden, durch das Haus A werde ihnen Licht und 

Sonne entzogen bzw. führe es zu unzumutbarem Schattenwurf. Es fragt sich, 

inwieweit diese Rüge überhaupt Gegenstand des vorliegenden Verfahrens 

sein kann. Gemäss BGE 126 III 452ff. werden auch die negativen 

Immissionen eines Grundstücks wie Schattenwurf von Art. 684 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) erfasst. Hier entschied das 

Bundesgericht, dass auch bei negativen Immissionen, die von Pflanzen 

ausgehen, die Anwendbarkeit der Art. 679/684 ZGB nicht generell 

ausgeschlossen sei. Der bundesrechtliche Immissionsschutz habe die 

Bedeutung einer Mindestgarantie, wenn der kantonalrechtliche 

Immissionsschutz trotz Nichteinhaltung der Abstandsvorschriften versage. 

Das Bundesgericht hielt fest, dass die Erwägungen, die sich auf das 

Verhältnis zwischen dem kantonalen Pflanzenrecht und dem 

bundesrechtlichen Immissionsschutz bezögen, nicht ohne weiteres auf von 

Bauten verursachte negative Immissionen übertragen werden könne. Im 

Unterschied zum kantonalen Pflanzenrecht stelle heute das kantonale 

Baurecht in der Regel ein umfassendes Regelwerk dar, so dass für die 

Anwendung der Art. 679/684 ZGB kaum mehr Raum bestehen dürfte. Dem 

berechtigten Immissionsschutz der Nachbarn werde im 

Baubewilligungsverfahren Rechnung getragen und es sei kaum denkbar, 

dass bei einer rechtmässig erstellten Baute Immissionen, die durch deren 

blosses Vorhandensein verursacht würden, derart schwer wögen, dass sich 

ein bundesrechtlicher Beseitigungsanspruch rechtfertigen würde. Das 

luzernische Verwaltungsgericht entschied in LGVE 2004 II 231f., dass eine 

nach baupolizeilichen Vorschriften errichtete Baute für sich nicht eine 

unzulässige Immission darstelle. Etwas anderes könne allenfalls gelten, wenn 

die gesetzlichen Grenz- und Gebäudeabstände mit einer 

Ausnahmebewilligung verkürzt werden sollten. Dann sei u.a. auch der 

Wahrung der Gesundheit Rechnung zu tragen. Die Gewährleistung von Licht 

und Sonne für Nachbarbauten wird somit durch die baupolizeilichen 

Bestimmungen, namentlich die Grenz- und Gebäudeabstände, geregelt 

(Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, 2. Aufl., N 4 zu §§ 160f). Weder 

das kantonale noch das kommunale öffentliche Baurecht enthalten nun 

Bestimmungen, die explizit eine minimale Besonnung und Belichtung 

garantieren. Vielmehr wird diese Frage nur implizit durch die Grenz- und 

Gebäudeabstände und die zulässigen Bauvolumina geregelt. Daraus folgt, 

dass allfällige weitergehende Ansprüche der Nachbarn im öffentlichen Recht 

nicht durchsetzbar sind. Vielmehr müssen solche Ansprüche, die sich ja auf 

Art. 684 ZGB stützen, vor dem Zivilrichter geltend gemacht werden. Da 

vorliegend die Abstände und Höhen eingehalten werden, sind demnach 

weitergehende Ansprüche auf dem Zivilweg einzuklagen (vgl. VGU R 08 105). 

c) Zwischen Gebäuden auf dem gleichen Grundstück ist gemäss Art. 57 Abs. 4 

BG die Summe der Grenzabstände als Gebäudeabstand einzuhalten, und 

nicht der doppelte Grenzabstand. Diese Summe beträgt vorliegend aufgrund 

des Zonenschemas in Art. 61 BG 7.5 m, was zwischen Haus A und B 

offensichtlich eingehalten ist. 

d) Die Beschwerdeführer machen geltend, wo die Tiefgarage als Hochbaute in 

Erscheinung trete, habe sie ebenfalls den grossen Grenzabstand von 5 m 

einzuhalten. Sie halte aber nur 2.5 m ein. Dem hält die Gemeinde entgegen, 

innerhalb des Grenzabstandsbereichs von 5 m liege lediglich eine Fläche von 

zirka 13 m² oberhalb des gewachsenen Terrains. Gemäss Art. 59 Abs. 1 BG 

könne die Gemeinde Anbauten bis 3 m Gebäudehöhe und weniger als 40 m² 

Grundfläche an der Grundstücksgrenze gestatten. Die diese 13 m² 

überschreitende Raumfläche der Garage liege unterirdisch und bleibe ohne 

Einfluss auf den Grenzabstand. Die Garage sei deshalb als Anbaute zu 

qualifizieren, weswegen für sie ein Grenzabstand von 2.5 m gelte. Damit hat 

die Gemeinde innerhalb des ihr zustehenden Ermessensspielraumes bei der 

Gesetzesanwendung gehandelt. Die Beschwerde erweist sich nach dem 

Gesagten in allen Punkten als unbegründet. 

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführer.

Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen. Die Beschwerdeführer haben daher die 

private Gegenpartei aussergerichtlich zu entschädigen. Der private 

Beschwerdegegner hat eine Kostennote über Fr. 9'309.55 eingereicht. Darin 

sind indessen auch die Aufwendungen für das vorinstanzliche Verfahren 

enthalten, was nicht zulässig ist. Zu entschädigen sind einzig die für das 

verwaltungsgerichtliche Verfahren entstandenen Aufwendungen. Der 

Zeitaufwand dafür betrug 17.125 Stunden zu Fr. 240.--, somit Fr. 4110.--. 

Zuzüglich 3% Spesen und 7.6% MWST ergibt das Fr. 4'555.--. Zusätzlich ist 

der Augenschein mit Fr. 500.-- zu entschädigen, woraus ein Gesamtbetrag 

von Fr. 5'055.-- resultiert. 

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird dagegen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der 

Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 333.--

zusammen Fr. 4'333.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten von … und … und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. … und … entrichten … unter solidarischer Haftung eine Parteientschädigung 

von Fr. 5'055.-- (inkl. MWST).