# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cbe9f7e-4650-54ae-aee4-e59bdd604b53
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2011 D-4752/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4752-2011_2011-09-01.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4752/2011/sed

U r t e i l   v om   1 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;  
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Belarus, 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 24. August 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  Belarus  eigenen  Angaben  zufolge  Anfang 
Juli dieses Jahres verliess und am 12. Juli 2011 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte,

dass  er  bei  der  Erstbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
Basel vom 11. August 2011 und der Anhörung zu den Asylgründen vom 
24. August  2011  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe  seit  Mitte 
2006 beziehungsweise seit September 2009  für eine Spezialeinheit  des 
Innenministeriums  gearbeitet,  wozu  er  eine  einjährige  Ausbildung  habe 
absolvieren müssen,

dass  am  3.  Juli  2011,  dem Unabhängigkeitstag,  im  Zentrum  von Minsk 
Veranstaltungen durchgeführt worden seien und er den Auftrag erhalten 
habe,  sich  in  Zivil  unter  das  Volk  zu  mischen  und  zu  beobachten,  ob 
unerwünschte Aktivitäten durchgeführt würden,

dass bei den Veranstaltungen viele Bürger festgenommen und zu seiner 
Einheit gebracht worden seien,

dass  er  den  Auftrag  erhalten  habe,  diese  Leute  unter  Anwendung  von 
Folter zu befragen,

dass er  sich  geweigert  habe, weshalb  es  zu Auseinandersetzungen mit 
einem Hauptmann gekommen sei,

dass  er  von  einigen  Mitarbeitern,  die  ihm  hätten  helfen  wollen, 
beziehungsweise  von  zwei  Vorgesetzten  und  einem  Fahrer,  die  ihn 
hätten  töten  wollen,  in  einen  ausserhalb  von  Minsk  gelegenen  Wald 
gefahren worden sei,

dass  ihm  dort  die  Flucht  gelungen  sei  und  er  sich  zu  einem  Freund 
begeben habe, der für ihn die Ausreise organisiert und finanziert habe,

dass das BFM mit Verfügung vom 24. August 2011 – eröffnet am selben 
Tag  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  habe  keine  Papiere  abgegeben,  die  seine  Identität 

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nachwiesen, und dieser habe lediglich erklärt, sein Inlandpass sei ihm am 
Arbeitsort abgenommen worden, was nicht geglaubt werden könne, 

dass  konkrete  Hinweise  zum  Reiseweg  fehlten,  obwohl  er  eingehend 
dazu befragt worden sei,

dass er nichts Konkretes unternommen habe, um die  fehlenden Papiere 
nachzureichen, obwohl er schriftlich auf diese Obliegenheit hingewiesen 
worden sei,

dass  somit  kein  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es  ihm 
verunmöglichten, Reise­ oder Identitätspapiere nachzureichen,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  zu  überzeugen 
vermöchten, da sie äusserst widersprüchlich und unsubstanziiert seien,

dass er einerseits erzählt habe, er  sei  von einigen Mitarbeitern, die  ihm 
hätten  helfen  wollen,  in  ein Waldgebiet  ausserhalb  von Minsk  gebracht 
worden, anderseits ausgesagt habe, sein Vorgesetzter sei zusammen mit 
zwei  weiteren  Personen mit  ihm  in  diesen Wald  gefahren,  um  ihn  dort 
umzubringen,

dass er sodann einerseits geltend gemacht habe, nachdem sie  im Wald 
angekommen seien, sei die Autotüre geöffnet worden und sie seien zirka 
850 m  gegangen,  in  Abweichung  davon  aber  ausgeführt  habe,  der 
Oberstleutnant  sei  aus  dem Wagen  ausgestiegen  und  er  habe  diesem 
einen Schlag versetzen und fliehen können,

dass er zudem bei der Erstbefragung angegeben habe, er sei von seinen 
Mitarbeitern  ausserhalb  von  Minsk  gebracht  worden,  wo  sie  ihn  hätten 
umbringen wollen, er sich jedoch habe losreissen und fliehen können, 

dass er bei der Anhörung ausgesagt habe, sein Vorgesetzter habe ihn in 
Begleitung  von  zwei  Leuten  in  ein  Waldstück  gebracht,  wo  er  den 
Oberstleutnant,  der  aus  dem  Auto  gestiegen  sei,  habe  ausser  Gefecht 
setzen und fliehen können,

dass er nicht  in der Lage gewesen sei, anzugeben, wann er seine letzte 
Arbeitsstelle angetreten habe,

dass es ihm auch nicht gelungen sei, seine einjährige Spezialausbildung 
detailliert und anschaulich zu schildern,

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dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  da  seine  Vorbringen 
insgesamt  nicht  glaubhaft  seien,  und  aufgrund  der  Aktenlage  keine 
weiteren  Abklärungen  zur  Feststellung  derselben  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nötig seien,

dass der Beschwerdeführer mit (Formular­)Eingabe vom 29. August 2011 
gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erhob  und  in  materieller  Sicht  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei 
aufzuheben,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  und  ihm 
Asyl zu gewähren, es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung 
unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme 
anzuordnen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte,  es  sei  die 
unentgeltliche  Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  zu  gewähren  und  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten,  eventuell  sei  die 
aufschiebende Wirkung wiederherzustellen  und  die  zuständige Behörde 
vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des 
Heimatlandes  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu 
unterlassen  beziehungsweise,  er  sei  über  eine  bereits  erfolgte 
Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren,

dass  für  die  Begründung  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen 
und, soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  30.  August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass somit auf den Antrag, dem Beschwerdeführer sei Asyl zu gewähren, 
nicht einzutreten ist,

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dass des Weiteren auch auf den Antrag, eventuell sei die aufschiebende 
Wirkung wiederherzustellen, nicht einzutreten ist, da der Beschwerde von 
Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) 
und das BFM einer allfälligen Beschwerde diese nicht entzogen hat,

dass  im Übrigen auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die 
Nichtabgabe  eines  beweistauglichen  Identitätsdokuments  (vgl.  BVGE 
2007/7 E. 4­6)  innerhalb der Frist  von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs glaubhaft zu machen vermag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; 
vgl. BVGE 2010/2 E. 5 und 6 S. 23­29, BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  –  wie  nachfolgend 
aufgezeigt wird – unglaubhaft sind, weshalb nicht davon auszugehen ist, 
sein  Inlandpass  sei  von  den  Behörden  seines  Heimatlandes 
beschlagnahmt worden,

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dass seine Angaben zum angeblichen Reiseweg in die Schweiz äusserst 
dürftig  ausgefallen  sind,  was  darauf  hinweist,  dass  er  den 
schweizerischen  Asylbehörden  gegenüber  den  wirklichen  Reiseweg 
verschweigt,

dass seine Ankündigung, er werde, sobald es die Situation erlaube, alles 
unternehmen,  um  die  bei  ihm  zu  Hause  vorhandenen  Dokumente 
(Schuldiplom,  Arbeitsausweise)  einzureichen,  nichts  an  den 
vorstehenden  Erwägungen  zu  ändern  vermag,  da  es  sich  bei  den 
angekündigten  Dokumenten  nicht  um  rechtsgenügliche  Identitäts­  oder 
Reisepapiere handelt  (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 S. 69  f.), weshalb es sich 
nicht  rechtfertigt,  dem  sinngemäss  gestellten  Antrag,  es  sei  dem 
Beschwerdeführer  Frist  zur  Einreichung  der  genannten  Dokumente  zu 
setzen, zu entsprechen,

dass  sodann  im  vorliegenden Fall  aufgrund  der Aktenlage, wie  sie  sich 
nach  der  Direktanhörung  vom  24.  August  2011  präsentierte,  unter 
Verzicht  auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im 
Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen werden 
konnte,  er  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht,  und 
ebenso  offenkundig  stünden  einem  Vollzug  der  Wegweisung  keine 
Hindernisse  entgegen  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  und  c  AsylG;  vgl.  BVGE 
2009/50 E. 6­8 S. 725­733 und E. 10 S. 733­737, BVGE 2007/8 E. 5.5. 
und 5.6.),

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  berechtigterweise 
befunden hat, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien  in mehreren 
wichtigen Punkten widersprüchlich und unsubstanziiert,

dass der Einwand des Beschwerdeführers, bei  der Kurzbefragung habe 
er keine Zeit gehabt, um sich zu erklären, nicht stichhaltig  ist, da einige 
der dort gemachten Aussagen klarerweise nicht mit den bei der Anhörung 
gemachten Aussagen in Übereinstimmung zu bringen sind, 

dass  zudem  auch  die  während  der  direkten  Anhörung  zu  den 
Asylgründen gemachten Angaben teilweise in sich widersprüchlich sind,

dass der Erklärungsversuch des Beschwerdeführers, der Freund, der ihm 
zur  Ausreise  verholfen  habe,  habe  nichts  mit  der  Miliz  zu  tun,  was  er 
mehrmals betont habe, keinen der vom BFM angeführten Widersprüche 
in seinen Aussagen aufzulösen vermag,

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dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  Erwägungen  in  der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, zumal der Beschwerdeführer 
den  Erwägungen  der  Vorinstanz  nichts  Konkretes  und  Überzeugendes 
entgegenzuhalten vermag,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733, 
BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21 ), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Belarus noch individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer 
Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend zumutbar ist,

dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  jungen  und  gemäss 
Aktenlage  gesunden  Mann  handelt,  der  in  Belarus  über  ein 
Beziehungsnetz  verfügt  und  sich  aufgrund  der  kurzen 
Landesabwesenheit  wohl  rasch wieder  in  den Alltag  integrieren  können 
wird,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  schliesslich 
möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), 
und  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger 
Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

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dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass die Anträge, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 
verzichten  und  die  zuständige  Behörde  sei  vorsorglich  anzuweisen,  die 
Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimatlandes  sowie  jegliche 
Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  zufolge  des  direkten 
Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos werden,

dass  das  BFM  indessen  –  wie  in  der  Beschwerde  beantragt – 
anzuweisen ist, den Beschwerdeführer über eine allenfalls bereits an die 
heimatlichen  Behörden  erfolgte  Datenweitergabe  in  einer  separaten 
Verfügung zu informieren,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
angesichts der Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­4752/2011

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  über  eine  allfällig 
erfolgte Datenweitergabe an die heimatlichen Behörden zu informieren.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

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