# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0b7fbfe-e5a7-513d-bed7-2ba3b104e82c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-14
**Language:** de
**Title:** Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors für die Qualifikation eines Behandlungsfehlers bei der Krankheitsbehandlung. UVG-relevanter Behandlungsfehler i. c. verneint.
**Docket/Reference:** UV.2011.00119
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2011.00119.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2011.00119
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil
vom
14. Dezember 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1963
,
ist italienischer Staatsangehöriger, lebt in
Y.___
, Deutschland, und arbeitete bei der
Z.___
AG
,
in der Schweiz
als Lastwagenfahrer
(Unfallmeldung
en
UVG vom 1
5.
Apr
il 2010, Urk.
11/1
und
Urk.
11/6
).
Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war er bei der Suva für die Folgen
von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie von Berufskrankheiten obligatorisch versichert.
Im Februar 2009 wurde bei
X.___
ei
n
Rektumkarzinom
(Darmkrebs)
diagnostiziert. E
r wurde deswegen im Kreiskrankenhaus
A.___
zuerst mit
neoad
juvanter
Radio-Chemotherapie behandelt (Berichte des Kreiskranke
nhauses
A.___
vom
Februar 2009,
Urk.
11/15/5/13-22; Bericht des Universitätsspitals
B.___
vom
5.
Juni 2009,
Urk.
11/15/5/11-12)
, und am 2
8.
Mai 2009
wurde der
Tumor operativ entfernt (Operationsbericht in
Urk.
11/15/6/30-31). Nach der Ope
ration wurde auf der Intensivstation
eine zunehmende Weichteilschwellung an beiden Unterschenkeln festgestellt, und es wurde die Diagnose eines
Kompartmentsyndroms
gestellt. Am selben Abend wurde deshalb die Operation einer beidseitigen
Fasziotomie
durchgeführt (Operationsbericht in
Urk.
11/15/6/28-29
). Sodann
er
folgten a
m
1.
und am
5.
Juni 2009 Folgeo
perationen
zur
Wundbehandlung (
Urk.
11/15/6/25-27 und
Urk.
15/6/22-23)
. Auf der linken Seite verblieben Beschwerden am linken Unterschenkel sowie
eine
Fuss- und
Zehenheberparese
, die
im Rahmen eines neurologischen
Konsils
auf eine
Läsion des
Nervus
Pero
na
eus
zu
rückgeführt
wurde (Bericht des
Kreisk
rankenhauses
A.___
vom 3.
Juni 2009,
Urk.
11/15/6/24). Am 1
5.
Juni 20
09 wurde der Versicherte aus dem Kreis
krankenhaus
A.___
entlassen
(Austritt
sbericht vom
2.
Juli 2009, Urk.
11/15/6/16-
18).
N
ach einer Chemotherapie und einer
Hospitalisation
wegen eines Infekts vom September 2009 (Bericht des Kreiskrankenhauses
A.___
vom 2
8.
Oktober 2009,
Urk.
11/15/13/6-8;
Diagnosenliste
/Krankengeschichte in
Urk.
11/15/13/12-15
)
wurde im Januar 2010 Tumorfreiheit festgestellt (
Urk.
11/15/13/11).
Im März 2010 hielt sich der Versicherte während eines Monats zur allgemeinen Rehabili
t
ation in der
Klinik C.___
auf (Bericht vom
2.
April 2010,
Urk.
11/9/16-23), wo auch die persistierenden Beschwerden
a
m linken Fuss
Gegenstand der Behand
lung waren (
Urk.
11/9/21-22).
1.2
X.___
hatte sich
im Juli
2009
bei der Schweizerischen Invalid
enversi
cherung
angemeldet
(Fo
r
mular vom 2
3.
Juli 2009,
Urk.
11/15/2
,
und die gesamt
en
IV-Akten in
Urk.
11/15/1-23). Des Weiteren hatte er, vertreten durch Rechts
anwalt Christian Mohr,
im Oktober 2009 Arzthaftungsansprüche gegenüber dem Kreiskrankenhaus
A.___
im Zusammenhang mit dem erlittenen
Kompartmentsyndrom
geltend machen lassen (
Urk.
11/15/16). Im Januar 2010 war ausserdem die Anmeldung bei
der
Deutschen
Rentenversicherung
erfolgt
(Formular vom 25.
Januar 2010,
Urk.
11/15/13/16-26
, und Korrespondenz mit der Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft, IV-Stelle, in
Urk.
11/15/13/1-5
), und schliesslich
erstattete
X.___
am 1
5.
April 2010 der Suva Unfallmeldung
zur Prüfung der Leistungspflicht für die Beschw
erden am linken Fuss (
Urk.
11/1 und
Urk.
11/6
; Telefonnotizen vom 2
1.
und 2
2.
April 2010,
Urk.
11/2-5)
.
Die Suva zog die medizinischen Unterlagen bei, führte am
4.
Mai 2010 eine Bes
prechung mit dem Versicherten an dessen Wohnor
t durch (Protokoll in Urk.
11/
8
) und holte die Stellungnahme ihres
Kreisarztes
Dr.
D.___
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom 1
3.
August 2010 ein (
Urk.
11/25)
. Des Weiteren liess sie durch den Hausarzt
Dr.
E.___
den Bericht vom 2
6.
August 2010 erstellen (
Urk.
11/30) und nahm die Anästhesie-Protokolle zu den Operationen vom 2
8.
Mai 2009 zu den Akten
(
Urk.
11/31/1-8
).
Nachdem
Dr.
D.___
die kreisärztliche Beurteilung vom 1
0.
September 2010
abgegeben
hatte (
Urk.
11/33), verneinte die Suva ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom
5.
Oktober 2010
mangels Vorliegens eines Unfalles im Rechtssinne
(
Urk.
11/37).
X.___
erhob mit
Schreiben vom
6.
November 2010 Einsprache (
Urk.
11/40) und begründete diese au
f die Nachfristansetzung vom 9.
November 2010
hin
(
Urk.
11/42) mit Eingabe vo
m 2
9.
November 2010 (
Urk.
11/47
). Die Suva liess sich daraufh
in den Bericht des Zentrums F.___
,
vom
2.
November 2010 über eine Funktionsorientierte Medizinische Abklärung (FOMA) vom Au
gust 2010 zustellen (Urk.
11/52/
4
18)
, ferner untersuchte der Kreisarzt
Dr.
D.___
den Versicherten im Februar 2011, nachdem dieser am
3.
September 2010 als Mitfahrer in einem Personenwagen einen Unfall (Schleudern und Kollision des Autos mit der Leitplanke) erlitten hatte. Dabei war
en
auch das erlittene
Kompart
mentsyndrom
und die
Peron
a
eusparese
nochmals Gegenst
and der Beurteilung (
Urk.
11/53
), und
Dr.
D.___
bezog dabei
das chirurgische Privatgutachten von
Dr.
G.___
vom
1.
Januar 2011
ein, dass der Versicherte
hatte in Auftrag geben lassen und
zur Untersuchung mitgebracht hatte
(
Urk.
11/54
; vgl. Urk.
11/53 S. 7
). Mit Entscheid vom 1
1.
März 2011 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
11/57).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
1.
März 2011
erhob
X.___
mit Eingabe vom 1
8.
April 2011 Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag, die Umstände, die zum erlittenen
Kompartmentsyndrom
geführt hätten
,
seien als Unfall anzuerkennen
(
Urk.
1). Dabei wies
er darauf hin, dass er
beim Landgericht Freiburg gegen die
Klinik
en
H.___
GmbH Klage
zur Geltendmachung von Arzthaftungsansprüchen
erheben werde, und ersuchte um Sis
tierung des Verfahrens vor dem Sozialversicherungsgericht
bis zum Abschluss des Prozesses
am Landgericht Freiburg (Urk. 1 S. 2).
Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
9.
Juni 2011 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9) und reichte neben ihrem Dos
sier (
Urk.
11/1-58) eine versich
erungsmedizinische Beurteilung des Suva-Arz
t
es
Dr.
I.___
, Spezial
a
rzt für Chirurgie, vom 2
1.
Juni 2011 ein (
Urk.
10).
Am 1
2.
Juli 2011 verfügte das Sozialversicherungsgericht zunächst eine befristete Verfahrenssistierung (
Urk.
12); nachdem der Versicherte das Ge
richt von der
am Landgericht Freiburg
a
nhängig gemachten Klage vom 10.
November 2011 in Kenntnis gesetzt hatte (
Urk.
17/3), erfolgte mit Verfügung vom
1.
Dezember 2011 die definitive
Sistierung bis zur rechtskräftigen Erledigung des Verfahrens
betreffend Arzthaftung
(
Urk.
18).
In der Folge liess sich das Sozialversicherungsgericht vom Versicherten periodisch über den Stand des Verfahrens am Landgericht Freiburg berichten (vgl. die Verfügungen und Berichte in
Urk.
20-
41), und mit Eingabe vom
3.
Juni 2015 (
Urk.
44) reichte der Versicherte auf die gerichtliche Aufforderung hin (
Urk.
42) das Urteil des Landgerichts
Freiburg vom 2
4.
September 2014
ein, mit dem seine Klage gegen die Kliniken
H.___
GmbH abgewiesen worden war (
Urk.
45). Nachdem das Sozialversicherungsgericht vom Versicherten die Begründung der Berufung an das Oberlandesgericht Karlsruhe vom 1
5.
Januar 2015 entgegengenommen hatte (
Urk.
49), hielt es die
Sistierung mit Verfügung vom 4. August 2015
aufrecht (
Urk.
50). Es folgten wiederum periodische gerichtliche Anfragen
beim Versicherten
zum Verfahrensstand
und zudem eine Anfrage beim Ober
landesgericht Karlsruhe, und die Sistierung wurde fortgesetzt
(vgl. die Verfügungen, Berichte und Korrespondenzen in
Urk.
52-65).
Am
9.
Dezember 2017 informierte der Versicherte das Sozialversicherun
gs
gericht
darüber, dass das
Oberlandesgericht Karlsruhe
seine
Berufung mit Urteil vom 22. November 2017 abgewiesen
habe und er die Erfolgsaussichten einer
Beschwerde beim Bundesgerichtshof
prüfen werde
(
Urk.
66).
Das Sozialversicherungsgericht forderte ihn daraufhin mit den Verfügungen vom
7.
Februar und vom 1
8.
April 2018 dazu auf, das Urteil des
Oberlandesgericht
s
Karlsruhe
einzureichen und mitzuteilen, ob er dagegen habe Beschwerde erheben lassen (
Urk.
67 und
Urk.
69).
Nachdem der Versicherte die ihm angesetzten Fristen unbenützt hatte verstreichen lassen, hob das Sozialversicherungsgericht die Sistierung mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2018 ankündigungsgemäss auf und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
71). Der Versicherte
liess die Frist zur Replik wiederum unbenützt verstreichen, worauf den
Parteien mit Verfügung vom 18.
September 2018 allfällige weitere Verfahrensschritte sowie das Urteil in Aussicht gestellt wurden (
Urk.
73).
In der Folge gelangte der
Versicherte mit Schreiben vom 1
5.
Oktober 2018
an das Sozialversicherungsgericht und wies auf
seine familiäre Aus
nahmesituation hin, die ihn davon abgehalten habe, sich um das Verfahren vor dem Sozialversicherungsgericht zu kümmern
(
Urk.
74)
. Mit
Verfügung vom 1
7.
Oktober 2018
wurde ihm daraufhin
nochmals Gelegenheit zur einer ergänzenden
Stellungnahme gegeben. Gleichzeit
ig
wurden der Suva das Urteil des Landesgerichts Freiburg und die Berufungsschrift des Versicherten zur Stellungnahme zugestellt (
Urk.
75). Die Suva äusserte sich mit Eingabe vom
8.
November 2018 und hielt an ihrem Standpunkt fest (
Urk.
76). Der Versicherte liess sich innert Frist nicht vernehmen.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Nach
Art.
58
Abs.
1 des Gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons für die Beurteilung einer Beschwerde zuständig, in dem die versicherte Person oder d
ie
beschwerdeführende
Drittperson
zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz
der versicherten Person oder der
beschwerdeführenden
Drittperson
im Ausland, so ist gemäss
Art.
58
Abs.
2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweize
rischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat; lässt sich keiner dieser Orte ermitteln, so ist das Versicherungsge
richt desjenigen Kantons zuständig, in dem das Durchführungsorgan seinen Sitz hat.
Der Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in
Y.___
in Deutschland und arbeitete
zuletzt bei der
Z.___
AG mit Sitz in
J.___
im Kanton Zürich. Das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig.
2.
2.1
Zu beurteilen ist der Anspruch des Beschwerdeführers, der italienischer Staatsangehöriger ist und in Deutschland lebt, gegenüber der schweizerischen Suva, bei der er im Rahmen seiner Tätigkeit für die schweizerische
Z.___
AG versichert war. Das Ereignis, aus dem der Beschwerdeführer seinen Anspruch ableitet,
trat
anlässlich der Operation vom 2
8.
Mai 2009
im
Kreiskrankenhaus
A.___
in Deutschland ein.
Es liegt somit ein Sachverhalt vor, der vom Personen
freizügigkeitsabkommen (Abkommen vom 2
1.
Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit [FZA]) erfasst ist. Nach diesem Abkommen beziehungsweise nach der Verordnung (EWG) 1408/71 (zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwand
ern), die gestützt auf den
Anhang II des FZA bis Ende März 2012 galt
und damit zur Zeit des
Ereignisses im Kreiskrankenhaus
A.___
von Ende Mai 2009 in Kraft war,
ist zunächst das anwendbare Landesrecht festzulegen.
2.2
Der Titel II der Verordnung 1408/71 umfasst unter der Überschrift "Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften" die
Art.
13-17a.
Gemäss
Art.
13
Abs.
2
lit
. a unterliegt eine Person, die im Gebiet eines Mitgliedstaates abhängig beschäftigt ist, den Rechtsvorschriften dieses Staates, und zwar auch dann, wenn sie im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates wohnt oder ihr Arbeitgeber oder das Unternehmen, das sie beschäftigt, seinen Wohnsitz oder Betriebssitz im Gebiet ein
es anderen Mitgliedstaates hat.
Wie den Unfallmeldungen vom April 20
10 zu entnehmen ist (
Urk.
11/1 und Urk. 11/6
), stand der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Operation vom 2
8.
Mai 2009, anlässlich welcher er das zur Diskussion stehende
Kompartmentsyndrom
erlitt, nach wie vor im Arbeitsverhältnis mit der
Z.___
AG
, für die er in der Schweiz arbeitete (vgl.
Urk.
11/8 S. 2)
. Dies führt zur Anwendbarkeit der schweizerischen Rechtsvorschriften
für die Frage nach der grundsätzlichen Leistungspflicht der Suva
(für die konkreten Leistungen vgl. BGE 136 V 182 E. 5.3.3).
Nicht von Belang ist, dass kein Berufs-, sondern ein Nichtberu
fsunfall in Betracht kommt
, da rechtsprechungsgemäss beide Ereigniskategorien in den Geltungsbereich der Verordnung 1408/71 fallen (vgl. BGE 138 V
533 E.
2.3).
3.
3.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
3.2
Ei
n Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Ungewöhnlich ist der
äussere Faktor
rechtsprechungsgemäss dann, w
enn er – nach einem objektiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist (BGE
134 V 72 E. 4.1,
129 V 402 E. 2.1)
.
Behandlungsfeh
ler, die
bei
einer
Krankheitsbehandlung
begangen werden, können
nach der Rechtsprechung
ausnahmsweise als ungewöhnlicher äusserer Faktor qualifiziert werden und damit den Unfallbegriff erfüllen. Vorausgesetzt ist, dass
es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen
handelt, mit denen niemand rech
net noch zu rechnen braucht.
Grob fehlerhaft kann ein medizinischer Eingriff dann sein, wenn er vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweicht und nach objektiver Betrachtung entsprechend grosse Risiken in sich schliesst.
Dabei ist die Frage nach der Qualifikation eines Behandlungsfehler
s
als Unfall unabhängig davon zu beurteilen, ob der beteiligte Mediziner einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder öffentlich-rechtliche) Haftung begründet (Urteil des Bundesgerichts 8C_813/2017 vom 6. Juni 2018 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 35 E. 1b und BGE 118 V 283 E. 2b).
3.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der
Schaden
nicht eingetr
eten oder nicht in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit
eingetreten wäre.
Für
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs
ist also
nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache
des Schadens ist, sondern
es genügt, dass
er
ihn
z
usammen mit anderen Bedingungen
herbeigeführt hat, dass er mit anderen
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (
vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
4.
4.1
Aufgrund des Operationsberichts zur beidseitigen
Fasziotomie
(Urk.
11/15
/6/
28
29)
steht fest, dass beim Beschwerdeführer
anlässlich
der Operation vom 2
8.
Mai 200
9 ein
Kompartmentsyndrom
an beiden Unterschenkeln aufgetreten war
. Die Diagnose ist unumstritten;
Dr
.
G.___
leitete s
ie aus den Befunden - pathologische Blutwerte, Störungen der Erregungsübertragung an zwei Unterschenkelnerven, Anzeichen von Durchblutungsstörungen in den Gewebeproben der Muskeln - einleuchtend her (
Urk.
11/54 S. 6),
Dr.
D.___
zweifelte sie angesichts der Schilderungen im Operationsbericht
nicht an (Urk.
11/33 S.
2
,
Urk.
11/53 S. 7),
und
die Darlegungen im Urteil des Landgerichts Freiburg vom 2
4.
September 2014
(
Urk.
45)
weisen gleichermassen auf
einen Konsen
s hinsichtlich der Diagnose hin.
Unumstritten ist des Weiteren der Kausalzusammenhang des
Kompartmentsyndroms
mit der vorangegangenen Tumoroperation, die gemäss Anästhesieprotokoll
mehr als sieben Stunden gedauert hatte (
Urk.
11/31/4).
Dr.
I.___
be
schrieb
das
Kompartmentsyndrom
in seiner Beurteilung vom 2
1.
Juni 2011 unter Hinweis auf die Literatur als bekannte, wenn auch seltene Komp
li
kation bei operativen Eingriffen wie dem vorliegenden
, wo sich der Patient über eine längere Zeitdauer in der sogenannten Steinschnittlage, das heisst in Rückenlage mit angehobenen und abgespreizten Beinen befindet (
Urk.
10 S. 3
f. und S. 11
)
,
und stimmte
i
nsoweit mit
Dr
.
G.___
überein, der die Steinschnittlagerung ebenfalls
als bekannte Ursache für ein
Kompartmentsyndrom
im Untersc
henkelbereich bezeichnete (Urk.
11/54 S. 8).
Erstellt ist sodann auch der
Z
usammenhang zwischen
der
Lagerung
während der
Tumoro
peration und der
persistierenden
linkseitigen
Fuss- und
Zehenheberparese
, die auf die Schädigung eines Nervs zurück
geführt wurde
. Im Bericht über das neurologische
Konsil
vom
3.
Juni 2009
ist
von der Läsion des
Nervus
Peronaeus
im Rahmen eines
Kompartmentsyndroms
die Rede
(
Urk.
11/15/6/24),
Dr
.
G.___
stufte die Nervenlähmung ebenfalls als Bestandteil des
Kompartmentsyndroms
ein (
Urk.
11/54/5), und
desgleiche
n
b
etrachtete
das
F.___
die Beschwerden am linken
Unterschenkel und am linken
Fuss im Bericht
vom
2.
November 2010
als Rest
s
ymptomatik nach dem erli
ttenen
Kompartmentsyndrom
(Urk.
11/52/4-5).
Dr.
D.___
schliesslich erwog im Bericht vom 1
0.
September 2010 zwar eine Mitbeteiligung von
weiteren
Faktoren an der
Peronaeusparese
, näm
l
ich eine
r
Radikulopathie
im Bereich des Lendenwirbels 5, die
schon im Jahr 2007 zu einer
Fussheberschwäche
links und zu einer Störung der Sensibilität an Unterschenkel und Fuss links
geführt habe, und eine
r
Polyneuropathie, welche als Folge der Chemotherapie erklärbar sei (
Urk.
11/33 S. 2). Als im Vordergrund stehend nannte aber auch er eine Druckschädigung des Nervs durch die Lagerung während der Operation (
Urk.
11/33 S.
3), und im weiteren Bericht v
om 2
5.
Februar 2011
stimmte er dementsprechend den Darlegungen von
Dr
.
G.___
zum Zusammenhang zwischen Lagerung und
Peronaeusschädigung
zu (
Urk.
11/53
S. 7 f
.).
Damit präsentiert sich die Lagerung während der Operation auch nach
Dr.
K.___
zumindest als Teilursache für die andauernden Bein- und Fussbeschwerden.
4.2
4.2.1
Strittig
ist
demgegenüber, ob ein Behandlungsfehler von UVG-relevantem Ausmass für die Entstehung des
Kompartmentsyndroms
mit Nervenschädigung
verantwortlich ist.
Dr
.
G.___
beschrieb zwei Bereiche, in denen er ein fehlerhaftes Vorgehen der an der Operation beteiligten Personen ausmachte. Zum einen wurde der Beschwerdeführer nach seiner Betrachtungsweise nicht in der sachgerechten Position gelagert, und zum andern ging er davon aus, es sei während der Operation
unsach
gemäss
Druck auf die linke Wade
ausgeübt wor
d
en, entweder durch eine zu
straffe Fixierung der Wade, durch einschnürende Thromboseprophylaxe-Strü
mpfe oder
dadurch, dass sich eine Person beim Hantieren mit den Operationswerkzeugen auf
das Bein des Beschwerdeführers abgestützt habe (
Urk.
11/54
S. 16 und S. 19 ff.)
.
4.2.2
Was die Lagerungsposition betrifft, so stellte
Dr
.
G.___
anschaulich dar, dass je nach Fachgebiet verschiedene
Typen
der Steins
chnittlagerung gebräuchlich seien
, nämlich insbesondere die Steinschnittlagerung mit einer Beugung der Beine im Hüftgelenk von bis zu 90° und die flachere Steinschnittlagerung mit einer Beugung von etwa 60
°
.
Weiter
führte
Dr
.
G.___
aus, die 90°-
Steinschnittlagerung komme
vor allem in der Gynäkologie zur Anwendung,
währenddem
sie bei
viszeralchirurgischen
Eingriffen wie dem vorliegenden nicht erforderlich sei, sondern hier die
f
lache Steinschnittlagerung der übliche Lagerungstyp sei
(
Urk.
11/54 S. 6 ff
.
).
Aus dem Vermerk "
Gyn
-Lagerung" zu Eingang des Operationsberichts (
Urk.
11/15/6/30)
schloss
Dr
.
G.___
, dass der Beschwerdeführer in Abweichung von dieser Norm
während der Operation in der steileren, hauptsächlich in der
Gynäkologie angewandten Steinschnittlage gelagert war (
Urk.
11/54 S. 9, S. 14 f.
und S. 16 ff.)
, die indessen
mit einem höheren Risiko
für die Entstehung eines
Kompartmentsyndroms
verbunden sei
als die flachere Lagerung
(
Urk.
11/54 S. 9 und S. 18 f.).
Die Wahl dieser
risikoreicheren
Lagerungsform erschien dem Experten als unverständlich und damit als eindeutig fehlerhaft (
Urk.
11/54 S. 19).
Im Arzthaftungsprozess genoss der
Beschwerdeführer insofern eine Beweiserleichterung, als der bek
lagte
n
Klinik der Beweis dafür
oblag, bei der Lagerung die medizinischen
St
andards eingehalten zu haben (
Urk.
45 S. 6 f.
). Das Landgericht Freiburg beurteilte diesen Beweis
indessen aufgrund der Ausführungen
eines
medizinischen Gerichtsgutachters und der Ergebnisse der Befragungen der beteiligten Personen als Zeugen
als erbracht
(
Urk.
45 S. 7). Namentlich
fand
das Gericht
keine Bestätigung für die Annahme von
Dr
.
G.___
, dass der Beschwerdeführer während der
gesamten Dauer der Operation in der steilere
n Steinschnittlage gelagert war, sondern hielt es für erwiesen, dass ganz überwiegend die flache
Lagerung gewählt worden war (
Urk.
45 S. 9).
Zur Begründung wies das Gericht
im Urteil vom 2
4.
September 2014
zum einen auf die Aussage des gerichtlich beauftragten Sachverständigen
Dr
.
L.___
hin, wonach beim Hauptt
eil der
Operation aus anatomischen Gründen gar keine andere Position als die flache Steinschnittlagerung in Frage gekommen sei, da nur in maximaler
Aufklappung
des Unterleibs ein adäquater Zugang zum kleinen Be
cken möglich sei (
Urk.
45 S.
8
), zu
m an
dern gab
es
die Sachverhaltsdarstellung
des
Operateurs
Dr
.
M.___
wieder, wonach die Operation mit einer Rektoskopie begonnen worden sei, bei der die Beine stark angezogen gewesen seien, die Beine jedoch anschliessend wieder gesenkt und nochmals endgelagert worden seien (
Urk.
45 S. 10). Diese
Rekonstruktion des Sachverhalts erscheint auch im vorliegenden Verfahren als
kohärent, zumal
der Versicherungsmediziner
Dr.
I.___
die Durchführung der gesamten Operation in der gynäkologischen Steinschnittlage
gleichermassen
für kaum praktikabel hielt (
Urk.
10 S. 5).
Die Annahme einer weitgehend flachen Lagerung steht überdies nicht im Widerspruch zum Hinweis auf die "
Gyn
-Lagerung" im Operationsbericht. V
ielmehr
ging
Dr.
I.___
in
d
er versicherungsmedizini
schen Beurteilung vom Juni 2011
einleuchtend
davon aus
, dass sich
dieser
H
inweis
lediglich auf die
Position bei der
initial durchgeführte Rektoskopie bezogen habe, für welche die 90°-Lagerung
in der Operationssituatio
n zwingend erforderlich gewesen sei
(
Urk.
10 S. 4 f.), und die Zeugenaussage von
Dr
.
M.___
, die in der Berufungsschrift gegen das Urteil des Landgerichts Freiburg wiedergegeben ist, deutet sogar auf eine Verwendung des Begriffs der "
Gyn
-Lagerung" für alle Typen der Steinschnittlagerun
g hin (Urk.
49 S. 3).
Erschien somit dem Landgericht Freiburg das sachgemässe Vorgehen der beteiligten Fachpersonen bei der Lagerung als
er
wiesen und wurde diese Beurteilung vom Ober
landesgericht Karlsruhe bestätigt, so ist im vorliegenden Verfahren ein Lagerungsfehler nicht überwiegend wahrscheinlich im Sinne der sozialversicherungsrechtlichen Beweisanforderung, und erst recht nicht ein Lagerungsfehler, der als
grob und ausserordentlich im Sinne der Voraussetzungen für eine Qualifikation als Unfall einzustufen wäre. In der Berufungsschrift gegen das Urteil des Landgerichts Freiburg
tat
der Beschwerdeführer denn auch keinen solc
hermassen groben Fehler dar
, sondern
liess
in Anbetracht der in jenem Prozess massgebenden Beweislastumkehr
- die im vorliegenden Verfahren nicht gilt -
nur
vorbringen
,
es
sei nicht mehr genau festzustellen, wie lang
e er in w
elcher Form gelagert
gewesen sei (
Urk.
49 S. 5).
4.2.
3
Zur unsachgemässen D
ruckausübung auf das linke Bein
lag dem Landgericht Freiburg die Aussage des Gerichtsgutachters
Dr
.
L.___
vor, wonach sich eine Person während mindestens 30 Minuten auf den linken Oberschenkel hätte abstützen müssen, damit eine nachteilige Wirkung eingetreten wäre (
Urk.
45 S. 15
). Das Gericht hielt eine Einwirkung von dieser Dauer
jedoch für unwahrscheinlich und verwies dafür auf die
Zeugenaussagen, wonach jeweils sogleich interveniert werde, wenn ein entsprechendes Fehlverhalten eines unerfahrenen Assist
enzarztes bemerkt werde (
Urk.
45 S. 14 f.). Auch eine Druckausübung auf den Unterschenkel schloss das Landgericht Freiburg aus, hier aufgrund
der Ausführungen von
Dr
.
L.___
, wonach beim geschilderten Operationssetting
kein Platz für eine solche Druckausübung vorhanden gewesen sei
(
Urk.
45 S. 16).
E
in grob fehlerhaftes Verhalten durch körperliche Einwirkung auf die linke Extremität ist somit ebenfalls nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden W
ahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Das Gleiche gilt für
die diskutierten weiteren Verursacher eines zusätzlichen
Drucks, nämlich die Fixierung des Beins und die Thromboseprophylaxe-Strümpfe
.
Gegen eine zu straffe Fixierung sprachen verschiedene Zeugenaussagen (
Urk.
45 S. 13), und gemäss einer
weiteren
Zeugenaussage trug der Beschwerdeführer zwar
tatsächlich
Kompressionsstrümpfe (
Urk.
49 S. 7), das Landgericht
Freiburg
wies jedoch darauf hin, dass der Sachverständige
Dr
.
L.___
hierzu nichts bemerkt habe (
Urk.
45 S. 14), womit das
Anbelassen
dieser Strümpfe zumindest nicht als grobe Ungeschicklichkeit erscheint. Ein solches Gewicht mass denn auch
Dr
.
G.___
dem Faktor der Strümpfe nicht
explizit
bei (vgl.
Urk.
11/45 S. 16).
Ebenso wenig als grobe Ungeschicklichkeit erscheint der Schädigungsmechanismus einer Rotation der Beine nach aussen und damit weg von der optimalen Polsterung, wie er
zwar nicht nachgewiesen, jedoch
in einer weiteren
, in der Berufungsschrift
wiedergegebenen
Zeugenaussage
vermutet wurde (Urk.
49 S. 11). Denn die betreffende Zeugin
, die Operationsschwester
N.___
,
begründete diese Vermutung unter Hinweis auf eine ärztliche Aussage damit, dass die Operateure bei e
inem bestimmten Operationsschrit
t sehr stark hätten ziehen müssen; dieser Operationsschritt wurde indessen im Operationsbericht als ausserordentlich schwierig und
als
nur unter Einsatz eines zusätzlichen Assistenten
bewältigbar
bezeichnet (
Urk.
11/15/6/31).
Unter diesen Umständen kann ein a
llfällige
s
Verrutschen der Beine
nicht als nachlässig verursacht
gelten.
4.2.
4
Schliesslich liefern die vorhandenen Unterlagen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass bei der Lagerungsprophylaxe und der Lagerungskontrolle Fehler begangen worden wären, die als grob und unverständlich zu qualif
i
zieren wären.
So wurde im Urteil des Landgerichts
Freiburg unter Bezugnahme auf den Sachverständigen
Dr
.
L.___
eingehend dargelegt, dass die von
Dr
.
G.___
geforderten Massnahme
n entweder getroffen worden seien
oder sich auf die unzu
treffende Annahme einer durchgehenden Lagerung in der steileren Steinschnittlage bezogen hätten (
Urk.
45 S. 12 ff.).
W
as im Besonderen die Feststellung eines zu tiefen Blutdrucks zwischen 9.55 und 11.15 Uhr betrifft, die
Dr
.
G.___
anhand des Anästhesieprotokolls (
Urk.
11/31/5
-8
)
traf
(
Urk.
11/54 S. 9), so errechnet sich aus
der angegebenen Zeitspanne
eine Dauer von 1 Stunde und 20 Minuten
, und es ist nicht nachvollziehbar, wie
Dr
.
G.___
zum Schluss kam, der Beschwerdeführer sei 3 1/2 Stunden (am Stück) in einer
hypotensiven
Phase operiert worden.
Des Weiteren
bezeichnete
Dr
.
G.___
das
Komp
a
rtmentsyndrom
zwar als
grundsätzlich
vermeidbar (
Urk.
11/54 S. 18 f.).
Es ist jedoch unumstritten, dass auch unbeeinflussbare Faktoren dessen Entstehung begünstigen. Als solche nannte
Dr
.
G.___
bezogen auf den vorliegenden Fall
die Adipositas und die Lagerung sowie deren Dauer als solche (
Urk.
11/54 S. 9), und
Dr.
I.___
wies
in plausibler Darstellung
auf die generelle Herausforderung
hin, bei einer komplexen, lebensrettenden Operation wie der vorliegenden Notwendigkeiten und Ri
s
iken gegeneinander abz
u
wägen
(
Urk.
10 S. 9 f.).
4.2.5
Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift des Weiteren rügte,
das
Kompartmentsyndrom
wäre bereits während der Operation feststellbar gewesen, und im Umstand, dass erst fünf Stunden später ein Arzt hinzugezogen worden sei, einen Behandlungsfehler erblickte (
Urk.
1 S. 1), so ist im Operationsbericht tatsächlich angegeben, die Weichteilschwellung am linken Unterschenkel sei
(schon)
gegen Abend aufgefallen (
Urk.
11/15/6/28).
Aber
Dr
.
G.___
rügte zwar eine fehlende Dokumenta
tion des Weges bis zur Formulierung der Operationsindikation (
Urk.
11/54 S. 20)
,
beschrieb
jedoch keine erhöhte Gefahr, die sich durch das fünfstündige Intervall bis zur Operation verwirklicht haben könnte. Damit f
ehlen ausreichende Anhaltspunkte
dafür, dass
eine schadensbeeinflussende zeitliche Verzögerung eingetreten war und dass diese durch einen groben medizinische
n Fehler herbeigeführt worden wä
r
e
.
4.3
Zusammengefasst
ist
damit
nicht mit dem im vorliegenden Verfahren massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass den medizinischen Fachpersonen bei der Operation vom 2
8.
Mai 2009 im Kreiskrankenhaus
A.___
ein Fehler unterlaufen wäre, der als
ausserordentlich und grob im Sinne der Voraussetzungen für die Anerkennung der unfallversicherungsrechtlichen Ungewöhnlichkeit zu qualifizieren wäre.
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungs
pflicht daher zu Recht verneint
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
76
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigKobel