# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef519340-8d66-5cf8-a12b-4c9b9d81a0b9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.07.2019 D-3333/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3333-2019_2019-07-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3333/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Grégory Sauder,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger; 

Gerichtsschreiberin Teresia Gordzielik. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihr Kind 

B._______, geboren am (…), 

beide Iran,   

beide vertreten durch Caroline Schönholzer, Rechtsanwältin, 

Rechtsschutz für Asylsuchende - Bundesasylzentrum  

Region Bern,  

(…) 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist);  

Verfügung des SEM vom 18. Juni 2019 / N (…). 

 

 

 

D-3333/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) verliess ihren Heimat-

staat eigenen Angaben zufolge im März 2019 zusammen mit ihrem Kind, 

B._______ (nachfolgend: der Beschwerdeführer). Beide reisten am 1. April 

2019 in die Schweiz ein, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten. In der 

Folge wurden sie dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Bern zuge-

wiesen. Am 8. April 2019 wurde die Beschwerdeführerin summarisch zu 

ihrer Person und zum Reiseweg befragt (Personalienaufnahme [PA]). Am 

9. Mai 2019 wurde sie gemäss Art. 26 Abs. 3 AsylG (SR 142.31) befragt 

und am 6. Juni 2019 gemäss Art. 29 AsylG zu ihren Asylgründen angehört.  

Zu ihrem persönlichen Hintergrund gab sie im Wesentlichen an, sie sei ira-

nische Staatsangehörige, kurdischer Ethnie, christlichen Glaubens und in 

C._______ (Provinz Chorasan) geboren sowie aufgewachsen. Im Jahr 

2003 habe sie das Abitur abgeschlossen und anschliessend bis 2006 in 

D._______ (Provinz Mazandaran) eine Ausbildung im Bereich der (…) ab-

solviert. Danach sei sie nach C._______ zurückgekehrt, wo sie bis zu ihrer 

Ausreise gelebt und im (…) gearbeitet habe. Bereits als Schülerin sei sie 

mit (…) verheiratet worden, der angesichts einer unglücklichen Ehe nach 

kurzer Zeit in die Scheidung eingewilligt habe. Im (…) 2008 habe sie eben-

falls im Rahmen einer arrangierten Eheschliessung ihren jetzigen Ehe-

mann geheiratet. Ihr gemeinsames Kind (der Beschwerdeführer) sei (…) 

zur Welt gekommen sei.  

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin gel-

tend, sie sei zu (…) auf einer Familienurlaubsreise nach E._______ von 

Missionaren angesprochen und an eine christliche Veranstaltung eingela-

den worden. Dort habe sie ein (…) Ehepaar (einen Pfarrer und seine Ehe-

frau) kennengelernt und ein Büchlein über das Christentum sowie ein Spei-

chermedium mit christlichen Inhalten erhalten, welche sie sich danach mit 

Interesse angeschaut habe. Aufgrund weiterer Fragen habe sie sich mit 

dem Ehepaar für einen Ausflug zu einer Kirche verabredet, wo sie über das 

Christentum gesprochen hätten und ihr Interesse an diesem Glauben ver-

stärkt worden sei. In der Annahme, auch einige Freunde im Iran könnten 

am Christentum interessiert sein, habe sie das Ehepaar vor ihrer Abreise 

um einige Bibelexemplare in persischer Sprache und die erwähnten Spei-

chermedien gebeten.  

Zurück im Iran habe sie sich weiter mit dem Christentum befasst, in der 

Bibel gelesen und das (…) Ehepaar jeweils per Messenger kontaktiert, um 

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Fragen zum Christentum zu diskutieren. Nach etwa zwei Monaten habe sie 

sich selbst als Christin bezeichnet. Sie habe ihrer (…), einer (…), von ihrem 

Glaubenswechsel erzählt und ihr ein Bibelexemplar sowie eines der Spei-

chermedien gegeben. In der Folge sei Letztere ebenfalls zum Christentum 

konvertiert. Zusammen mit ihr habe sie christliche Treffen organisiert, bei 

denen sie gemeinsam in der Bibel gelesen, gebetet, über das Christentum 

diskutiert und jeweils via Messenger mit dem armenischen Pfarrer oder 

seiner Frau gesprochen hätten. Nach und nach hätten sie einige vertraute 

Freunde zu den Treffen eingeladen. Ab August/September 2018 seien sie 

etwa (…) Personen gewesen, die sich ein bis zwei Mal im Monat bei ihr 

oder ihrer (…) getroffen hätten, wenn sicher gewesen sei, dass sie nicht 

gestört würden.  

Mitte März 2019 habe ihre (…) ihr telefonisch mitgeteilt, dass die Wohnung 

der (…) von mehreren Personen gestürmt und Letztere mitgenommen wor-

den sei. Es sei ungewiss, wo sie sich aufhalte. Die Personen hätten bei 

dieser Gelegenheit auch nach ihrer Adresse gefragt. Aus Furcht, festge-

nommen zu werden, sei sie nach Teheran zur (…) ihres Ehemannes geflo-

hen. Ihre Mutter habe ihr am Telefon erzählt, Personen hätten auch bei ihr 

zu Hause nach ihr gefragt. Von ihrem Schwiegervater habe sie zudem er-

fahren, dass der Sicherheitsdienst ihrer Arbeitsstelle sie suchen würde. Im 

Gespräch mit den Verwandten ihres Ehemannes in Teheran über die Vor-

kommnisse hätten diese ihr zur Ausreise geraten. Einige Tage später habe 

sie zusammen mit dem Beschwerdeführer den Iran mit Hilfe eines Schlep-

pers verlassen. Ihr Ehemann sei wegen seiner krebskranken Mutter zu-

rückgeblieben. Nach ihrer Ausreise sei er zwei Tage in Untersuchungshaft 

genommen und über sie ausgefragt worden. Die iranischen Behörden hät-

ten ihm mitgeteilt, dass sie über Zeugen und Beweismittel für ihre Konver-

sion zum Christentum verfügten. Einige Zeit nach seiner Freilassung hät-

ten sich Mitglieder der Geheimdienststelle der Sepah (iranische Revoluti-

onsgarde) noch einmal bei ihm nach ihrem Verbleib erkundigt. Ihr Ehe-

mann sei auf der Arbeit vom Abteilungsleiter zum einfachen Angestellten 

degradiert worden. 

In der Schweiz besuche sie jeden Sonntag eine Kirche namens (…) in 

F._______ und jeweils am Freitag Veranstaltungen der evangelisch-metho-

distischen Kirche in G._______. 

Im Verlauf des Asylverfahrens reichte sie diverse Dokumente in Kopie aus 

dem Iran ([…] D._______, […], ein Foto von ihr in E._______, vier Stand-

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fotos eines bei der Besichtigung einer Kirche in E._______ aufgenomme-

nen Videos) und ein Bestätigungsschreiben der evangelisch-methodisti-

schen Kirche in G._______ vom 24. Mai 2019 ein. 

B.  

Das SEM händigte der Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden am 

14. Juni 2019 den Entscheidentwurf zur Stellungnahme aus. Diese nahm 

am 17. Juni 2019 Stellung zum Entscheidentwurf.  

C.  

Mit Verfügung vom 18. Juni 2019 – gleichentags eröffnet – stellte das SEM 

fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug derselben an. 

D.  

Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsanwältin vom 27. Juni 2019 erhoben 

die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

gegen die vorinstanzliche Verfügung und beantragten die Aufhebung der-

selben, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung 

von Asyl, eventualiter die Anerkennung als Flüchtling und die Erteilung ei-

ner vorläufigen Aufnahme sowie subeventualiter die Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht ersuch-

ten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einschliesslich 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Mit der Beschwerdeschrift reichten sie weitere Dokumente ein (Taufschein 

der evangelisch-methodistischen Kirche vom 30. Mai 2019, zwei Fotos von 

der Taufzeremonie am 30. Mai 2019, Länderanalyse der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH), Schnellrecherche Iran: Gefährdung von Konvertier-

ten, vom 7. Juni 2018, Zeitungsartikel The Telegraphe, Iran arrests more 

than 100 Christians, vom 10. Dezember 2018).  

E.  

Die vorinstanzlichen Akten trafen am 1. Juli 2019 beim Bundesverwal-

tungsgericht ein (Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

F.  

Mit Schreiben vom 3. Juli 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde. 

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Seite 5 

G.  

Mit Schreiben vom 4. Juli 2019 reichte die Rechtsvertretung einen ärztli-

chen Kurzbericht aus dem BAZ Bern vom 26. Juni 2019 ein und wies da-

rauf hin, dass die Beschwerdeführerin am 16. Juli 2019 einen Termin bei 

(…) haben werde. 

H.  

Mit Schreiben vom 11. Juli 2019 machte die Rechtsvertretung darauf auf-

merksam, dass neue Informationen zur Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs vorlägen, und ersuchte das Gericht um Fristgewährung für die 

Einreichung einer konkreteren Eingabe betreffend eine Verschlechterung 

der familiären Situation im Heimatland. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM. Dabei entschei-

det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht 

zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und Art. 105 ff. 

AsylG).  

1.3 Die Beschwerdeführenden sind legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und 

ihre Beschwerde erfolgte frist- und formgerecht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; 

Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen 

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Fällen auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a 

Abs. 1 AsylG). 

3.  

Mit der am 1. März 2019 in Kraft getretenen Teilrevision des Asylgesetzes 

(AS 2016 3101) wurde der Asylbereich in der Schweiz neustrukturiert. 

Hauptziel der Neustrukturierung ist die Beschleunigung der Asylverfahren. 

Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Verfahrensabläufe gestrafft, in ei-

ner Vorbereitungsphase und anschliessenden Taktenphase soll eine Tri-

age der Verfahren stattfinden (vgl. Art. 26 und 26c AsylG). Mehrheitlich sol-

len diese in Nichteintretensverfahren, namentlich Dublin-Verfahren, und in 

den beschleunigten Verfahren rasch in Zentren des Bundes rechtskräftig 

abgeschlossen werden (vgl. Art. 24 Abs. 4 AsylG). Verfahren hingegen, bei 

denen nach der Anhörung zu den Asylgründen insbesondere weitere Ab-

klärungen erforderlich sind, sollen im erweiterten Verfahren behandelt wer-

den (vgl. Art. 26d AsylG). Für dieses Verfahren werden die Asylsuchenden 

in den Kantonen untergebracht. Die entsprechende Triage erfolgt durch 

das SEM nach der Anhörung (vgl. zu allem Botschaft zur Änderung des 

Asylgesetzes [Neustrukturierung des Asylbereichs] vom 3. September 

2014, BBl 2014 7991 ff. mit weiteren Hinweisen). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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5.  

5.1 Die Vorinstanz begründet ihren ablehnenden Entscheid damit, die Vor-

bringen der Beschwerdeführerin zu ihrer Konversion zum Christentum, ih-

rer Glaubensausübung im Iran und der Organisation christlicher Treffen 

seien mehrheitlich als vage, realitätsfremd und unsubtantiiert zu erachten. 

Es werde nicht grundsätzlich angezweifelt, dass sie dem Islam kritisch ge-

genüberstehe und ein gewisses Interesse am Christentum hege. Selbst auf 

Nachfrage habe sie aber zur Begegnung mit den Missionaren als Auslöser 

für ihr Interesse am christlichen Glauben, zu der christlichen Veranstaltung 

in E._______, zum Inhalt und Ablauf der Sitzungen sowie zu ihrer Glau-

bensausübung im Alltag im Iran nur oberflächliche, wenig konkrete und ste-

reotype Angaben machen können. Diese vermittelten mangels hinreichen-

der Realkennzeichen und lebensnaher Schilderungen nicht den Eindruck, 

sie habe das Erzählte selber erlebt. Namentlich im Hinblick auf die für ihren 

Glaubenswechsel einschneidenden Erlebnisse in E._______ wäre jedoch 

ein detaillierterer Bericht zu erwarten gewesen. Auch ihre Aussagen zur 

Inhaftierung der (…) und zu den Umständen der behördlichen Suche nach 

ihr seien als unsubstantiiert und wenig plausibel zu erachten. So sei etwa 

unklar, weshalb sie davon ausgegangen sei, ihre (…) und sie seien auf-

grund ihrer Glaubensausübung in den Fokus der Behörden geraten. Ins-

gesamt wiesen die Vorbringen – selbst mit Blick auf den autobiographi-

schen Hintergrund und die Erzählweise der Beschwerdeführerin in den An-

hörungen – keine erhöhte Aussagequalität auf, die bei der Geltendma-

chung selbst erlebter Ereignisse zu erwarten wäre. Damit habe sie anhand 

Ihrer Schilderungen nicht widerlegen können, dass sie diese Aussagen in 

der gegebenen Anhörungssituation auch ohne Erlebnisbezug habe erfin-

den können. Weiter sei schwer vorstellbar, sie sei während weniger Tage 

in E._______ derart vom Christentum überzeugt worden, dass sie sich so-

gar dazu veranlasst gefühlt habe, Freunden durch die Mitnahme der Bibeln 

und der Speichermedien das Christentum näherzubringen. Ebenso wenig 

überzeuge, dass sie Freunden vom Christentum erzählt und sie zu den 

christlichen Treffen eingeladen haben solle, nicht jedoch ihren Mann. An-

gesichts der negativen Folgen bei einer Konversion zum Christentum im 

Iran erstaunten weiter die Offenheit gegenüber den Freunden und die ge-

ringen Vorsichtsmassnahmen vor und bei den Sitzungen. An der Einschät-

zung unglaubhafter Angaben zur Konversion und der damit verbundenen 

Bedrohungslage vermöchten die eingereichten Beweismittel nichts zu än-

dern, zumal die Fotos und Standbilder von Videoaufnahmen lediglich zeig-

ten, dass sie sich in E._______ aufgehalten haben dürfte. Angesichts der 

dargelegten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen verzichtete die Vorinstanz 

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unter Vorbehalt auf die Aufzählung weiterer Unglaubhaftigkeitselemente 

und auf die Prüfung der Asylrelevanz. 

Des Weiteren bestünden keine Hinweise auf eine begründete Furcht vor 

Verfolgung aufgrund der Teilnahme der Beschwerdeführerin an christlichen 

Veranstaltungen und ihrer Glaubensausübung in der Schweiz. Sie habe 

darüber lediglich mit ihrem Ehemann gesprochen, welcher nichts dazu ge-

sagt habe. Es sei auch nicht anzunehmen, dass Letzterer anderen Perso-

nen im Iran von ihrer Glaubensausübung in der Schweiz berichtet habe. 

Den Akten sei weiter nicht zu entnehmen, dass die iranischen Behörden 

oder Personen aus ihrem erweiterten Umfeld davon erfahren hätten, dass 

andere Teilnehmende der christlichen Veranstaltungen in der Schweiz ihre 

Konversion im Iran preisgäben oder dass sie sich in ihren Glaubensbezeu-

gungen in der Schweiz öffentlich exponiert habe. 

Zur Stellungnahme der Rechtsvertretung auf den Entscheidentwurf bekräf-

tigte die Vorinstanz, den Abfall vom Islam nicht grundsätzlich anzuzweifeln. 

Ebenso wenig werde ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin sich 

intensiv mit dem Christentum auseinandergesetzt habe und sich in gewis-

ser Weise dem christlichen Glauben verbunden fühle. Dennoch seien die 

Vorbringen wie erwähnt mehrheitlich als unglaubhaft zu erachten. Weiter 

würden der Aufenthalt und die Besichtigung einer Kirche in E._______ 

nicht grundsätzlich in Zweifel gezogen. Mit den Bildern dazu lasse sich 

aber nicht beweisen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer Konver-

sion zum Christentum im Iran verfolgt sei. Soweit sie nach der Zwangshei-

rat und Scheidung von ihrem (…) von Verwandten und Bekannten mora-

lisch verurteilt worden sei, merkte das SEM an, die Ereignisse lägen unge-

fähr achtzehn Jahre zurück, weshalb kein genügend enger Kausalzusam-

menhang zur Ausreise vorläge. Im Übrigen liessen sich den Akten keinerlei 

Hinweise entnehmen, wonach sie deswegen aktuell oder zukünftig Verfol-

gungsmassnahmen zu befürchten habe. 

5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe hielt die Beschwerdeführerin dem entge-

gen, bereits ihre persönliche Glaubwürdigkeit sei in keiner Weise zu be-

zweifeln, nachdem sie ihrer Mitwirkungspflicht umfassend nachgekommen 

sei, indem sie alle erhältlichen Dokumente eingereicht und sich an den An-

hörungen tatkräftig beteiligt habe. Das SEM habe im Weiteren zahlreiche 

Glaubhaftigkeitselemente unbeachtet belassen. Auf diese – insbesondere 

auf allfällige Realkennzeichen – verwies sie unter Wiederholung ihrer Asyl-

vorbringen in umfassenden Ausführungen und jeweils unter Verweis auf 

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die betreffenden Angaben in den Protokollen der Erstbefragung und der 

weitergehenden Anhörung (vgl. Beschwerdeschrift S. 8-17).  

Erklärend fügte sie dazu im Wesentlichen an, hinsichtlich ihrer Angaben 

zum Ablauf der organisierten Sitzungen sei zu beachten, dass bei einzel-

nen wiederkehrenden Ereignissen weniger spezielle Einzelheiten gespei-

chert würden, sondern sich eine generelle Erinnerung entwickle. Dass die 

christlichen Treffen keinem bestimmten Ablauf gefolgt seien, wie von der 

Vorinstanz vorausgesetzt, ergebe sich aus ihren fehlenden Erfahrungen 

mit christlichen Ritualen. Ohne Kontakt zu weiteren Christen in ihrer Stadt 

und ohne Kirche habe sie des Weiteren keine Möglichkeit zu einem ander-

weitigen Ausleben ihres Glaubens gehabt, als anlässlich ihrer christlichen 

Treffen, weshalb ihre diesbezüglichen Angaben auch nicht als vage oder 

stereotyp bezeichnet werden könnten. Sodann habe das SEM im Ent-

scheid gänzlich unbeachtet gelassen, dass sie von ihrem Ehemann erfah-

ren habe, ihre Konversion und ihre christlichen Treffen seien der Grund für 

die Suche nach ihr und die Festnahme ihrer (…) gewesen. Dies gelte auch 

für ihre Angaben zur Festnahme einer weiteren Teilnehmerin und Freundin 

von ihr. Razzien wie die Stürmung ihres Hauses und die Beschlagnahme 

von christlichem Material, Computern und Mobiltelefonen würden gemäss 

der Schnellrecherche der SFH-Länderanalyse im Iran gegen Konvertiten 

häufig durchgeführt. Ebenso würden Internet und Telefone von Christen 

überwacht, weshalb ihre Angst durchaus plausibel erscheine, durch Tele-

fonate und heikle Inhalte ihre Familie weiter in Gefahr zu bringen. Sie sei 

sich wohl der Gefahr bei der Mitnahme von Büchern und Speichermedien 

aus E._______ nicht ganz bewusst gewesen. Verständlich sei hingegen, 

dass sie ihr neu entdecktes Interesse mit engen Vertrauten, ihren langjäh-

rigen Freundinnen, die ähnliche Ansichten über Gott und die Welt hätten, 

habe teilen wollen und – zumal erst nach einem längeren Prozess – geteilt 

habe. Angesichts des engen Vertrauensverhältnisses erstaune es auch 

nicht, dass sie bei ihren Sitzungen keine extravaganten Vorsichtsmassnah-

men getroffen hätten. Sodann scheine die Vorinstanz von einer westlichen 

Vorstellung von einem Eheleben auszugehen, wenn sie annehme, Ehe-

leute erzählten sich alles und besprächen wichtige Themen gemeinsam.  

Ergänzend brachte sie an, sie sei auf der Flucht zweimal von Schleppern 

vergewaltigt worden. Sie habe aus Scham niemandem davon erzählen 

wollen; die Erlebnisse gingen ihr aber nicht mehr aus dem Kopf. Diese 

Traumata könnten das Erinnerungs- und Aussagevermögen stark beein-

flussen. Zudem habe ihr Mann anlässlich eines Telefonats mit ihr weitere 

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Männerstimmen gehört, sie daraufhin des Ehebruchs bezichtigt und ihr ge-

droht, sie solle eine Rückkehr nicht wagen. Kurz darauf habe ihr Bruder sie 

angerufen, sie beschimpft und ihr angesichts der angeblichen Verletzung 

der Familienehre körperliches Leid angedroht. 

Für die Beschwerdevorbringen im Einzelnen wird – soweit nicht nachfol-

gend darauf einzugehen ist – auf die Akten verwiesen. 

6.  

Die Vorinstanz erachtet die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu ihrer 

Konversion zum Christentum, ihrer Glaubensausübung im Iran und der Or-

ganisation christlicher Treffen, zur Verhaftung der Cousine sowie zur Suche 

nach ihr aufgrund ihrer Glaubensausübung als unglaubhaft. Dieser Ein-

schätzung kann im Sinne nachstehender Erwägungen nicht gefolgt wer-

den. 

6.1  

6.1.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner im Gegensatz zum 

strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 

gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 

Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von 

ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, 

obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht 

es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, 

die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen 

oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2, 2010/57 E. 2.3). 

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6.1.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und ak-

tenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, etwa weil die Rechtserheb-

lichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle ent-

scheidwesentlichen Gesichtspunkte des Sachverhalts geprüft werden,  

oder weil Beweise falsch gewürdigt wurden. Unvollständig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sa-

chumstände berücksichtigt wurden. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsu-

chende Person demgegenüber die Pflicht, an der Feststellung des Sach-

verhaltes mitzuwirken (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2). 

6.2 Das SEM stellt bei seiner Glaubhaftigkeitsprüfung massgeblich darauf 

ab, die Beschwerdeführerin habe anhand ihrer Schilderungen nicht wider-

legen können, dass sie diese Aussagen in der gegebenen Anhörungssitu-

ation auch ohne Erlebnisbezug habe erfinden können. Die Wortwahl («wi-

derlegen») lässt bereits erste Zweifel aufkommen, ob die Vorinstanz vor-

liegend den erwähnten Massstab für die Glaubhaftmachung von Vorbrin-

gen angelegt hat, und sich bei der Beurteilung der Vorbringen der Be-

schwerdeführerin nicht von einer unzulässigen Beweislastumkehr hat lei-

ten lassen. 

6.3 Hinsichtlich der Zweifel an der Konversion zum Christentum ist weiter 

festzuhalten, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

offensichtlich nicht auf die vom Bundesverwaltungsgericht dazu ergangene 

Rechtsprechung abstellte (vgl. Referenzurteil des BVGer D-4952/2014 

vom 23. August 2017 E. 6.2 m.w.H). Das Gericht stellt nicht in Abrede, dass 

die Prüfung der Konversion aufgrund des ausgeprägten inneren Charak-

ters der diesbezüglichen Vorbringen besonders heikel und schwierig ist 

(vgl. D-4952/2014 E. 6.2). Unter Beachtung der im erwähnten Urteil aufge-

stellten Anforderungen erscheinen die Angaben der Beschwerdeführerin 

zur Konversion und im Weiteren zu ihrer Glaubensausübung im Iran und 

der Organisation christlicher Treffen nach aktueller Aktenlage aber durch-

aus als glaubhaft gemacht. So ist der vorinstanzlichen Einschätzung dezi-

diert entgegenzutreten, die Aussagen der Beschwerdeführerin wiesen 

keine erhöhte Aussagequalität auf. Sie hat sich in zwei ausführlichen An-

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Seite 12 

hörungen, die auf jeweils etwa 24 Seiten protokolliert wurden, in umfassen-

der Weise und weitestgehend widerspruchsfrei zu ihrer Begegnung und 

Auseinandersetzung mit dem Christentum, ihrer inneren Haltung zum 

Glauben sowie ihrer Glaubensbetätigung geäussert. Dabei hat sie detail-

liertes Wissen zum Christentum und den Inhalten der Bibel aufgezeigt (vgl. 

A15 F141 ff., F156, F167, F170, F174 ff., A20 F40 f., F45, F48, F53, F118, 

Anmerkung zu A20 F41 bei der Rückübersetzung), welches sich nicht al-

lein aus einem gewissen, kurzzeitigen Interesse für das Christentum erklä-

ren lässt, sondern für eine längere Auseinandersetzung mit dieser Religion 

und eine ernsthafte Hinwendung zum Glauben spricht. Der Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen steht dabei nicht per se entgegen, dass diese gewisse Un-

stimmigkeiten aufweisen, etwa, dass sie bereits in E._______ auf die Idee 

gekommen sein soll, Bücher und Speichermedien für interessierte 

Freunde, noch dazu in persischer Sprache aus E._______ mitzunehmen, 

oder an einigen Stellen weniger detailliert ausfallen, als von der Vorinstanz 

erwartet, wie etwa hinsichtlich der christlichen Veranstaltung oder den 

christlichen Sitzungen. Die Anforderungen an die Glaubhaftmachung las-

sen nämlich auch Raum für Einwände und Zweifel, sofern in einer Gesamt-

schau die wesentlichen Umstände für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen 

sprechen. Den für die Glaubhaftigkeit sprechenden Sachverhaltselemen-

ten hat die Vorinstanz aber in ihren – obschon sehr ausführlichen – Erwä-

gungen, wie von der Beschwerdeführerin berechtigterweise moniert, wenig 

Raum gegeben. So schilderte die Beschwerdeführerin den Aufenthalt in 

E._______ unter Angabe von diversen Realkennzeichen, etwa zur Be-

kanntschaft mit einem (…) Paar und (…), welche in H._______ lebten und 

in E._______ missionierten (vgl. A15 F149, A20 F152), was den Eindruck 

erweckt, dass sie das Erzählte selber erlebt hat. Anders als von der Vo-

rinstanz eingeordnet belegen die eingereichten Fotos zudem, dass die Be-

schwerdeführerin in E._______ und noch dazu in einer Kirche war, was für 

Iranerinnen nicht ohne Weiteres als typisch zu bezeichnen sein dürfte und 

erste realitätsbezogene Anhaltspunkte liefert. Weiter erweisen sich die An-

gaben zu dem Treffen der Missionare und dem Kennenlernen des (…) Ehe-

paars als konsistent und überwiegend konkret (vgl. A15 F135 ff., F146 ff.). 

Angesichts der dargelegten bereits bestehenden Mühen mit dem Islam und 

ihrer eigentlich konfessionslosen Einstellung, ihrer Herkunft aus einer äus-

serst religiösen Stadt und ohne vorangehenden Kontakt mit Christen (vgl. 

A15 F132 f., F154, F180, A20 F108, F133) erscheint es dabei nachvoll-

ziehbar, dass diese erste Begegnung wie von ihr geschildert eine grosse 

Wirkung auf sie hatte und sie sich daher weiter mit dem Christentum be-

fassen und sich später auch mit Freundinnen dazu austauschen wollte. 

D-3333/2019 

Seite 13 

Sodann stellte sie ihre wachsende Begeisterung für die Religion, ihre wei-

tergehende Befassung damit in E._______ und später im Iran sowie 

schliesslich ihre Konversion lebensnah und nicht übersteigert dar (vgl. A15 

F135-140). Dabei überzeugt vor allem, dass sie sich aufgrund ihrer kriti-

schen Haltung zum Islam, insbesondere im Hinblick auf die Unterdrückung 

von Frauen, von der neuen Religion angesprochen gefühlt hat, welche sich 

nach ihrer Auffassung offener und freundlicher darstelle (vgl. A15 F 133, 

F145 f., A20 F48, F108). Weiter legte sie den Prozess ihrer Konversion in 

einfachen, aber klaren Worten dar, ohne dass für das Gericht der Eindruck 

entstand, sie habe diesen nicht selbst durchlebt (vgl. A15 F138 ff.). Zu ihrer 

weiteren Glaubenshaltung führte sie für eine Laiin ebenfalls hinreichend 

detailliert aus und untermauerte ihre innere Haltung mit weiteren Realkenn-

zeichen, wie etwa dem spontanen Gebet oder dem Vergleich mit den 

Schwierigkeiten, das Mutterwerden zu beschreiben (vgl. A15 F144 ff., F199 

ff., A20 F51, F118 f.). Auch gab sie in zwar laienhafter, im Hinblick auf die 

eingeschränkten Möglichkeiten im Iran aber plausibler Art und Weise an, 

wie sie dort ihren Glauben auslebte (vgl. A15 F126, F159 ff., A20 F43 ff., 

F119 ff.). Konsistent und widerspruchsfrei schilderte sie etwa auch die Vor-

bereitungen und den Ablauf der Sitzungen mit der Cousine und weiteren 

engen Vertrauten, ohne dass die Vorinstanz mit ihren Einwänden dazu, die 

Angaben seien zu wenig konkret, durchdringen könnte (A15 F160 ff., A20 

F43 ff., F61 ff.). In diesem Zusammenhang überzeugen erneut die lebens-

nahen Schilderungen, dass und inwieweit die Beschwerdeführerin den 

Kreis der vertrauten Personen erst langsam ausweitete (vgl. A15 F126, 

F202 f., A20 F55 ff., F77, F128 ff.). Davon kann auch nicht ablenken, dass 

sie ihren Mann nicht an den Treffen beteiligt haben will, gab sie doch wie-

derholt zu Protokoll, dass dieser sich mit den Glaubensfragen nicht befas-

sen wollte und die Beschwerdeführerin anhielt, diese privat zu behandeln 

(A15 F157 f., F204, A20 F78 ff., F131). Schliesslich legte sie nachvollzieh-

bar dar, welche Vorsichtsmassnahmen sie trafen und machte auch reali-

tätsbezogene Angaben, warum sie diese – anders als von der Vorinstanz 

erwartet – nicht strenger ausgestaltete (vgl. A20 F77, F132, F140 f.). Die 

Vorinstanz äusserte sich im Weiteren nicht dazu, dass die Beschwerdefüh-

rerin ihre geltend gemachte Glaubensüberzeugung und -betätigung in der 

Schweiz nahtlos fortsetzte. Nach dem Gesagten sprechen die bestehen-

den Sachverhaltselemente aktuell überwiegend für die Glaubhaftmachung 

der Konversion. Noch verbleibende, sich aufdrängende Unklarheiten, wie 

etwa zum Abbruch des Kontakts mit dem Ehepaar, klärte die Vorinstanz 

dagegen nicht ab. 

D-3333/2019 

Seite 14 

6.4 Die Glaubhaftmachung einer tatsächlichen Bedrohungslage im Iran 

verneinte die Vorinstanz massgeblich unter Bezugnahme auf die diesbe-

züglichen Aussagen der Beschwerdeführerin. Zu beachten ist, dass Letz-

tere ihre Angaben zu den Gründen der geltend gemachten Verhaftung der 

(…) und der Suche nach ihr vom Hörensagen erhielt (vgl. A15 F190 ff., A20 

F87 ff., F103). Ihren Angaben dazu sind gleichwohl ebenso einige Real-

kennzeichen zu entnehmen, etwa zur Wiedergabe des Gesprächs mit der 

Tante in direkter Rede (vgl. A15 F126). Im Weiteren unterliess es die Vo-

rinstanz aber auch hier, weitere Abklärungen zu treffen und namentlich Be-

weise anzufordern oder eine Botschaftsanfrage durchzuführen, welche die 

Verhaftung der (…) ebenso wie die Untersuchungshaft des Ehemannes 

bestätigten könnten. Darüber hinaus ging sie – wie von der Beschwerde-

führerin zu Recht moniert – nicht auf die behauptete Verhaftung der weite-

ren erwähnten Freundin ein und klärte auch hier nicht weitergehend ab, ob 

diese mit Dokumenten aus dem Ausland belegt werden könnten.  

6.5 Angesichts der einzuräumenden Fristen für die Besorgung allfälliger 

Beweise aus dem Ausland (vgl. Art. 8 Abs. 1 AsylG) oder für die Durchfüh-

rung einer Botschaftsanfrage wäre es insgesamt angezeigt gewesen, das 

Asylgesuch im erweiterten Verfahren weiter zu behandeln, statt es im Rah-

men der Fristen für die Behandlung von beschleunigten Verfahren zu be-

urteilen. Die neuen Behandlungsfristen entbinden die Vorinstanz auch wei-

terhin nicht davon, den Sachverhalt vollständig und richtig abzuklären. 

7.  

Gesamthaft betrachtet wäre die Vorinstanz gehalten gewesen, im Rahmen 

des erweiterten Verfahrens weitere Abklärungen zu den Vorbringen der Be-

schwerdeführerin vorzunehmen. Indem sie dies jedoch unterliess und Letz-

tere in der Folge als unglaubhaft qualifizierte, hat sie den Sachverhalt nicht 

richtig abgeklärt und damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt.  

8.  

8.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist (PHILIPPE WEISSENBERGER, ASTRID HIRZEL, Praxiskommentar Ver-

waltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 61 VwVG, N 16 S.1264). Die 

in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätzlich zwar 

auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies 

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Seite 15 

im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint; sie 

muss dies aber nicht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [E-

MARK] 2004 Nr. 38 E. 7.1). 

8.2 Im vorliegenden Fall ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

zumal – wie bereits erwähnt – die Erstellung des Sachverhalts weiterer Ab-

klärungen bedarf und diese den Rahmen des Beschwerdeverfahrens – ins-

besondere auch unter Berücksichtigung der vorgesehenen Behandlungs-

frist von zwanzig Tagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG) – sprengen würde. 

Ebenso erweist sich die erneute Glaubhaftigkeitsprüfung unter Beachtung 

der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Prüfung einer 

Konversion zu einer Religion durch die Vorinstanz als unerlässlich, um die 

Beschwerdeführenden nicht eines Instanzenzugs zu berauben. Angesichts 

der Rückweisung der Sache erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den 

weiteren Vorbringen auf Beschwerdeebene (namentlich zur Vergewalti-

gung auf der Flucht und damit verbundenen psychischen Problemen, zur 

Bedrohung durch den Ehemann und den Bruder wegen angeblichen Ehe-

bruchs sowie zur Verschlechterung der familiären Situation im Heimatland) 

und den dem Gericht zu den Akten gereichten Beweismitteln. Das Be-

schwerdedossier wird nämlich ebenfalls Gegenstand des wiederaufzuneh-

menden erstinstanzlichen Verfahrens sein und das SEM wird sich damit 

sowie mit allfälligen weiteren Eingaben, namentlich jener zum Wegwei-

sungsvollzug, zu befassen haben. Das Fristerstreckungsgesuch vom 11. 

Juli 2019 zur Einreichung einer konkreteren Eingabe bei Gericht wird dem-

nach gegenstandslos.  

9.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die vor-

instanzliche Verfügung aufzuheben und zur erneuten Beurteilung im Sinne 

der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Damit wird das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung (inkl. Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses) gegenstandslos. 

11.  

Den vertretenen Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädigung aus-

zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

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Seite 16 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache wird zur Ab-

klärung des Sachverhalts im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Teresia Gordzielik 

 

 

Versand: 

 

 

 

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