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**Case Identifier:** 4c24f021-5335-5366-9a59-79679ee629ca
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.08.2020 200 2020 541
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-541_2020-08-13.pdf

## Full Text

200 20 541 ALV und
200 20 547 ALV (2)
SCP/ISD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 13. August 2020

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 2. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
vom 23. April bis 15. November 2019 bei der B.________ AG (nachfol-
gend: Arbeitgeberin) als … im Personalverleih angestellt (Dossier der Re-
gionalen Arbeitsvermittlungszentrums [RAV]-Region Bern-Mittelland 
[act. IIA] pag. 82). Dieser Einsatzvertrag respektive das Arbeitsverhältnis 
wurde vom Einsatzbetrieb am 10. Oktober 2019 per 15. November 2019 
gekündigt; die Kündigung wurde von der Arbeitgeberin mit Schreiben vom 
10. Oktober 2019 (act. IIA pag. 79) bestätigt.

Am 18. November 2019 (act. IIA pag. 96 f.) meldete sich der Versicherte 
beim RAV Bern West zur Arbeitsvermittlung und mit undatiertem Formular 
(Eingang bei der Arbeitslosenkasse [ALK] am 25. November 2019 [Dossier 
Arbeitslosenkasse Bern {act. IIB} pag. 30]) zum Bezug von Arbeitslosen-
entschädigung (ALE) ab dem 18. November 2019 an (vgl. act. IIB pag. 30 
Ziff. 2). Mit Schreiben vom 27. November 2019 (act. IIA pag. 73) forderte 
das RAV Bern West den Versicherten zur Stellungnahme und/oder zum 
Nachreichen von Arbeitsbemühungen für die Zeit vor Beginn des Leis-
tungsbezugs auf, woraufhin dieser mit Schreiben vom 2. Dezember 2019 
(act. IIA pag. 69) zu den fehlenden Arbeitsbemühungen Stellung nahm. Per 
26. Januar 2020 meldete sich der Versicherte beim RAV ab (vgl. act. IIA 
pag. 32 und 20 f.). In der Folge stellte das RAV Bern West den Versicher-
ten mit Verfügung vom 28. Januar 2020 (act. IIA pag. 28-30) wegen erst-
malig fehlenden Arbeitsbemühungen vor Antragstellung ab 18. November 
2019 für fünf Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen am 
1. Februar 2020 (act. IIA pag. 8 f.) erhobene Einsprache wies das Amt für 
Arbeitslosenversicherung (nachfolgend: Beschwerdegegner) mit Entscheid 
vom 2. Juli 2020 ab (act. IIA pag. 2-5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit zwei Eingaben vom 13. Juli 2020 Be-
schwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochten 
Einspracheentscheides vom 2. Juli 2020 sowie den Verzicht auf die Rück-
forderung von zu viel ausgerichteten Taggeldern.

Mit prozessleitender Verfügung vom 15. Juli 2020 hielt der Instruktionsrich-
ter u.a. zur angefochtenen Rückforderungsverfügung vom 23. April 2020 
(Verfahren 200.2020.514) und dem mitangefochtenen Einspracheentscheid 
vom 2. Juli 2020 (Verfahren 200.2020.547) fest, dass mit dem Urteil auf die 
Beschwerde gegen die Rückforderungsverfügung nicht eingetreten respek-
tive diese zur Behandlung als Einsprache an den Beschwerdegegner wei-
tergeleitet werde.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juli 2020 schloss der Beschwerdegegner 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die Verfahren ALV/2020/541 (Rückforderungsverfügung vom 
23. April 2020 [Beschwerdebeilage {BB} 3]) und ALV/2020/547 (Einspra-
cheentscheid vom 2. Juli 2020 [act. IIA pag. 2-5]) sind miteinander konnex, 
weshalb die Verfahren zu vereinigen und in einem gemeinsamen Urteil zu 
erledigen sind (Art. 17 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]; vgl. dazu MERK-
LI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 17 
N. 1, 5).

1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 4

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes 
vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der 
Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenver-
sicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Ebenso 
sind die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten. Insoweit kann da-
her auf die Beschwerde eingetreten werden (vgl. jedoch E. 1.3 hiernach).

1.3 Vertieft zu prüfen ist, ob hinsichtlich der beiden Eingaben vom 
13. Juli 2020 die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind. Das Vorliegen 
der Prozessvoraussetzungen als Erfordernis, das vorhanden sein muss, 
damit das Gericht zu der Begründetheit oder Unbegründetheit der Rechts-
begehren Stellung beziehen kann, ist als Rechtsfrage von der entschei-
denden Instanz von Amtes wegen zu prüfen (FRITZ GYGI, Bundesverwal-
tungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 72 ff., vgl. auch BGE 134 V 269 E. 2.2 
S. 271 f., 132 V 93 E. 1.2 S. 95).

1.3.1 Hinsichtlich der im Verfahren ALV/2020/541 mit Eingabe vom 
13. Juli 2020 angefochtenen Rückforderungsverfügung vom 23. April 2020 
(BB 3) zielt die besagte Eingabe des Beschwerdeführers auf die Überprü-
fung einer Verfügung, gegen die nach Art. 52 Abs. 1 ATSG Einsprache 
erhoben werden kann bzw. konnte. Ein diesbezüglicher Einspracheent-
scheid liegt ausweislich der Akten nicht vor. 

1.3.2 Das Einspracheverfahren ist formell dadurch gekennzeichnet, dass 
dieselbe verfügende Instanz nochmals in der gleichen Sache zu entschei-
den hat (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu-
te Bundesgericht bzw. BGer] vom 30. September 2005, C 279/03, E. 2.2.2). 
Das Einspracheverfahren gehört demnach zum Prozessgang und darf nicht 
übersprungen werden. Im Geltungsbereich des ATSG sind nur noch Ein-
spracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache aus-
geschlossen ist, beim Verwaltungsgericht unmittelbar anfechtbar (Art. 56 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 5

Abs. 1 ATSG; vgl. ferner UELI KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl. 2020, 
Art. 52 N. 22 und Art. 56 N. 13). Der Anspruch der versicherten Person auf 
den Erhalt eines instanzabschliessenden Einspracheentscheids steht im 
Übrigen im Einklang mit dem Beschleunigungsgebot, weil damit erst das 
Verwaltungsverfahren abgeschlossen und der Zugang zu einer gerichtli-
chen Instanz eröffnet wird (BGE 131 V 407 E. 2.2.2 S. 413).

1.3.3 Das angerufene Verwaltungsgericht ist hinsichtlich der beanstande-
ten Rückforderungsverfügung vom 23. April 2020 (BB 3) mangels eines 
anfechtbaren Einspracheentscheides i.S.v. Art. 56 Abs. 1 ATSG für die 
Beurteilung der entsprechenden Eingabe des Beschwerdeführers vom 
13. Juli 2020 funktionell nicht zuständig. Bei der fehlenden Sachurteilsvor-
aussetzung der (funktionellen) Zuständigkeit führt dies jedoch nicht zu ei-
nem Nichteintretensentscheid, sondern es hat eine Weiterleitung der Ein-
gabe an die als zuständig erachtete Verwaltungsrechtspflegebehörde zu 
erfolgen (Art. 4 Abs. 1 VRPG), das heisst im vorliegenden Fall an den Be-
schwerdegegner. Folglich ist das Verfahren ALV/2020/541 betreffend die 
Rückforderungsverfügung vom 23. April 2020 (BB 3) als erledigt vom Pro-
tokoll abzuschreiben und die diesbezügliche Eingabe des Beschwerdefüh-
rers vom 13. Juli 2020 als Einsprache an den Beschwerdegegner weiterzu-
leiten. 

1.3.4 Dem Voranstehenden zufolge liegt einzig mit dem Einspracheent-
scheid vom 2. Juli 2020 (act. IIA pag. 2-5) im Verfahren ALV/2020/547 ein 
taugliches Anfechtungsobjekt vor. Streitig und zu prüfen ist die Einstellung 
des Beschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 
fünf Tagen wegen ungenügenden Arbeitsbemühungen vor der Antragstel-
lung.

1.4 Mit Blick auf die zu beurteilenden fünf Einstelltage (act. IIA pag. 4 
und 28) und das von der ALK auf Fr. 192.05 bezifferte Taggeld (vgl. act. IIA 
pag. 10) respektive die vom Beschwerdegegner in der – vorliegend nicht zu 
beurteilenden (vgl. E. 1.3.3 hiervor) – Rückforderungsverfügung vom 
23. April 2020 (BB 3) auf total Fr. 886.30 veranschlagte Rückforderung liegt 
der Streitwert offenkundig unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der 
Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 6

1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu su-
chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 
ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Bei der 
Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu-
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die 
Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 139 V 524 E. 2.1.1 
S. 525 und E. 2.1.4 S. 528).

Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die 
Last für die versicherte Person, sich bereits vom Zeitpunkt der Kündigung 
des früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der Arbeitslosig-
keit intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Die versicherte Person hat 
sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungsfrist, aber auch 
generell während der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefordert um Stellen zu 
bemühen. Sie kann sich insbesondere nicht damit exkulpieren, nicht ge-
wusst zu haben, dass sie schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug 
zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam 
gemacht worden sei. Bei der Anmeldung hat die arbeitslos gewordene Per-
son den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit vorzulegen (Art. 20 Abs. 1 
lit. d AVIV). Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie sämtliche während 
der Kündigungsfrist getätigten Stellenbewerbungen einzureichen haben 
(BGE 139 V 524 E. 2.1.2 S. 526).

2.2 Bei der Schadenminderungspflicht der versicherten Person handelt 
es sich um einen allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 7

(BGE 129 V 460 E. 4.2 S. 463). Einer versicherten Person sind im Rahmen 
der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten, die ein vernünfti-
ger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Ent-
schädigung zu erwarten hätte (BGE 140 V 267 E. 5.2.1 S. 274).

2.3 Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung setzt nicht (zwin-
gend) den Nachweis eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhal-
ten der versicherten Person und der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, mit-
hin dem (auch) der Arbeitslosenversicherung entstandenen Schaden vor-
aus. Vielmehr werden bestimmte Handlungen und Unterlassungen bereits 
dann sanktioniert, wenn sie ein Schadensrisiko in sich bergen (BGE 141 V 
365 E. 2.1 S. 367).

3.

3.1 Zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen 
ungenügenden Arbeitsbemühungen vor Anspruchsstellung in der An-
spruchsberechtigung eingestellt wurde.

3.1.1 Bei der Prüfung der Arbeitsbemühungen vor der Anspruchsstellung 
(vgl. E. 2.1 hiervor) ist praxisgemäss auf die Kündigungsfrist abzustellen, 
wobei derjenige Zeitpunkt ausschlaggebend ist, in dem die versicherte Per-
son Kenntnis davon hat, dass sie objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht ist 
(vgl. dazu AVIG-Praxis ALE Rz. B314; abrufbar unter <www.arbeit.swiss>, 
Rubrik: Arbeitgeber/Publikationen/Kreisschreiben/AVIG-Praxis). Die Kündi-
gung des grundsätzlich unbefristeten Arbeitsverhältnisses erfolgte durch 
den Einsatzbetrieb am 10. Oktober 2019 unter Einhaltung einer einmonati-
gen Kündigungsfrist per 15. November 2019 und wurde von der Arbeitge-
berin mit Schreiben vom 10. Oktober 2019 (act. IIA pag. 79) bestätigt. Der 
Beschwerdeführer meldete sich mit undatiertem Formular (Eingang bei der 
ALK am 25. November 2019 [act. IIB pag. 30]) zum Bezug von ALE ab dem 
18. November 2019 an (act. IIB pag. 30 Ziff. 2). Folglich sind vorliegend – 
wie vom RAV Bern West in der Verfügung vom 28. Januar 2020 (act. IIA 
pag. 28-30) zutreffend festgehalten – die Arbeitsbemühungen zwischen 
dem 10. Oktober und dem 17. November 2019 massgebend. Für diesen 
Zeitraum vermochte der Beschwerdeführer auch nach einer diesbezügli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 8

chen Aufforderung des RAV vom 27. November 2019 (act. IIA pag. 73) 
unbestrittenermassen (vgl. act. IIA pag. 69) keine Stellenbewerbungen 
nachzuweisen; erste Arbeitsbemühungen ergeben sich aus den Akten erst 
ab dem 20. November 2019 (vgl. act. IIA pag. 67) und damit nach der An-
spruchsstellung. Mit Blick auf die Praxis, wonach in der Regel zehn bis 
zwölf Stellenbewerbungen pro Monat als genügend erachtet werden (BGE 
141 V 365 E. 4.1 S. 396, 139 V 524 E. 2.1.4 S. 528; Entscheid des BGer 
vom 14. November 2018, 8C_209/2018, E. 3.3), sind die vollständig unter-
bliebenen Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers während der Kün-
digungsfrist offenkundig ungenügend. Daran vermag auch seine die fort-
währende Registrierung bei einem Temporärarbeitsvermittler (vgl. act. IIA 
pag. 39) nichts zu ändern, zumal ihn dies nicht von (zusätzlichen) persönli-
chen Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist entbindet. Zusätz-
lich unterstrichen werden die ungenügenden Arbeitsbemühungen ferner 
dadurch, dass dem Beschwerdeführer zufolge des früheren wiederholten 
Bezugs von ALE und den in diesem Zusammenhang (zumindest teilweise) 
erfolgten Arbeitsbemühungen (vgl. act. IIA 108, Eintrag vom 7. November 
2018), seine Pflicht zu persönlichen Arbeitsbemühungen während der Kün-
digungsfrist hinreichend bekannt sein musste (vgl. auch act. IIA pag. 8). 

3.1.2 Hinsichtlich allfälliger Entschuldigungsgründe ergibt sich Folgendes: 
In der Stellungnahme vom 2. Dezember 2019 (act. IIA pag. 69) zu der ent-
sprechenden Aufforderung des RAV vom 27. November 2019 (act. IIA 
pag. 73) hielt der Beschwerdeführer fest, der Verlust des Arbeitsplatzes 
habe ihn derart hart getroffen, dass er psychisch nicht in der Lage gewesen 
sei, sich gleich um eine neue Stelle zu bemühen. Aus der Einsprache vom 
13. Februar 2020 (act. IIA pag. 8) gegen die Einstellungsverfügung vom 
28. Januar 2020 (act. IIA pag. 28-30) geht sodann hervor, dass der Be-
schwerdeführer hinsichtlich der von ihm geltend gemachten psychischen 
Beeinträchtigungen über kein entsprechendes ärztliches Zeugnis verfügt. 
Gemäss der Arbeitgeber-Bescheinigung für die Monate Oktober und No-
vember 2019 wies der Beschwerdeführer nach der am 10. Oktober 2019 
erfolgten Kündigung (act. IIA pag. 79) während der gesamten verbleiben-
den Beschäftigungsdauer bis am 15. November 2019 keine (krankheitsbe-
dingten) Absenzen auf (vgl. act. IIB pag. 35-39). Vor diesem Hintergrund ist 
die vorgebrachte Verhinderung an Arbeitsbemühungen aus psychischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 9

Gründen unglaubwürdig und erweist sich als blosse Schutzbehauptung. 
Damit bestehen keine (medizinischen) Entschuldigungsgründe, welche die 
unterbliebenen Arbeitsbemühungen vor der Antragstellung zu entschuldi-
gen vermöchten.

3.2 Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 
fünf Einstelltagen ab dem 18. November 2019 (vgl. act. IIA pag. 28 bzw. 
pag. 2-5).

3.2.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leich-
tem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem 
Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a-c AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, 
für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der Anspruchsberechti-
gung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG). Die Dauer der Einstellung richtet 
sich einzig nach dem Grad des Verschuldens und nicht nach der tatsächli-
chen Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 
S. 71 E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten 
Person, das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Ein-
zelfalls, d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist 
(BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369). Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die 
Organe der Arbeitslosenversicherung nach pflichtgemässem Ermessen. 
Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen 
Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen; die Rekursbehörde 
muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche ihre abwei-
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 
123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 7/2020 ALV Nr. 11 S. 35 f.; ARV 2006 S. 230 
E. 2.1).

3.2.2 Die verfügten (act. IIA pag. 28) bzw. mit dem angefochtenen Ein-
spracheentscheid vom 2. Juli 2020 (act. IIA pag. 2-5) bestätigten fünf Ein-
stelltage liegen im unteren Bereich des leichten Verschuldens nach Art. 45 
Abs. 3 lit. a AVIV. Dies ist angesichts der vollständig fehlenden Arbeits-
bemühungen während der einmonatigen Kündigungsfrist angemessen und 
bewegt sich zudem in dem an die Verwaltungsbehörden gerichteten (vgl. 
BGE 145 V 84 E. 6.1.1 S. 87, 144 V 195 E. 4.2 S. 198; SVR 2019 IV Nr. 43 
S. 138 E. 3) Einstellrater der AVIG-Praxis ALE (Rz. D79 Ziff. 1.B/1). Unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 10

diesen Umständen besteht selbst eingedenk der vom Beschwerdeführer 
geschilderten persönlichen Schwierigkeiten und dem Umstand, dass es 
sich gemäss seinen Ausführungen um erstmalig ungenügende Arbeits-
bemühungen gehandelt habe (vgl. act. IIA pag. 8), kein triftiger Grund, in 
das der Verwaltung zustehende Ermessen (vgl. E. 3.2.1 hiervor) einzugrei-
fen. Folglich hat es mit der verfügten Sanktion sein Bewenden.

3.3 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 2. Juli 2020 (act. IIA pag. 2-5) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben. 

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der unterliegende Beschwerde-
führer gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehr-
schluss) kein Anspruch auf Parteientschädigung. Der obsiegende Be-
schwerdegegner hat als Sozialversicherungsträger kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG; vgl. BGE 128 V 124 E. 5b 
S. 133).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Verfahren ALV/2020/541 und ALV/2020/547 werden vereinigt.

2. Es wird festgestellt, dass das Verwaltungsgericht zur Behandlung der 
Eingabe vom 13. Juli 2020 betreffend die Verfügung des Amtes für Ar-
beitslosenversicherung des Kantons Bern vom 23. April 2020 nicht zu-
ständig ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, ALV/20/541, Seite 11

3. Die Eingabe vom 13. Juli 2020 betreffend die Verfügung des Amtes für 
Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern vom 23. April 2020 wird als 
Einsprache an das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
weitergeleitet.

4. Das Verfahren ALV/2020/541 wird als erledigt vom Protokoll abge-
schrieben.

5. Die Beschwerde vom 13. Juli 2020 betreffend den Einspracheentscheid 
des Amtes für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern vom 2. Juli 
2020 (Verfahren: 200/2020/547) wird abgewiesen.

6. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

7. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosen-

kasse (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 13. Juli 2020 be-
treffend die Verfügung des Amtes für Arbeitslosenversicherung des 
Kantons Bern vom 23. April 2020)

- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.