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**Case Identifier:** 3c61b279-eeaf-560e-bb25-37b235ab97d5
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.08.2021 720 20 179/230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-179-230_2021-08-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. August 2021 (720 20 179 / 230) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Verrechnung der IV-Nachzahlung mit der vorgeleisteten Lohnfortzahlung. Für die Ermitt-

lung der Höhe des Verrechnungsbetrages ist die Höhe der Vorschussleistung und nicht 

das Pensum, für welches die Vorschussleistung erbracht wurde, relevant – sofern der An-

spruch auf eine IV-Rente anhand eines 100%-igen Erwerbspensums berechnet wurde. 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Jeannine Gass 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Drittauszahlung IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1974 geborene A.____ arbeitete vom 8. Juli 2001 (gemäss Formular Früherfassung) 
bzw. vom 1. August 2006 (gemäss Anmeldeformular IV und Arbeitsvertrag) bis am 18. April 2018 
als schulische Heilpädagogin für den Kanton Basel-Landschaft im Schulzentrum B.____ in 

 

 
 
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X.____ in einem 100 % Pensum, bzw. ab dem 1. August 2015 aufgrund der teilweisen Arbeits-
unfähigkeit in einem 80 % Pensum. Im Zeitraum vom 1. März 2017 bis 30. November 2019 rich-
tete die Arbeitgeberin trotz alternierender teilweiser bzw. ganzer Arbeitsunfähigkeit weiterhin den 
vollen Lohn aus. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach die 
IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ mit Verfügung vom 6. März 2020 rückwirkend für 
den Zeitraum vom 1. März 2017 bis 20. September 2017 eine Viertelsrente, vom 1. November 
2017 bis 30. November 2017 eine ganze Rente, vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 
eine Dreiviertelsrente, vom 1. März 2018 bis 30. Juni 2018 eine Viertelsrente, vom 1. Juli 2018 
bis 30. November 2019 eine ganze Invalidenrente zu. Daraus ergab sich eine Nachzahlung in 
Höhe von insgesamt Fr. 52'978.--. Diesen Betrag verrechnete die IV-Stelle mit dem geleisteten 
Vorschuss der Arbeitgeberin in Höhe von Fr. 216'242.10 (recte Fr. 209’735.29). 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 11. Mai 2020 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte sie, die Beschwerdegegnerin sei unter teilweiser Aufhebung der 
Verfügung vom 6. März 2020 anzuweisen, die Rentennachzahlung von Fr. 52'978.-- im Umfang 
von 80 % (somit Fr. 42'382.--) an die Finanz- und Kirchendirektion des Kantons Basel-Landschaft 
und im Umfang von 20 % (somit Fr. 10'596.--) an die Beschwerdeführerin auszuzahlen; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung brachte sie sinngemäss vor, dass sie aus gesundheitlichen Grün-
den ihr Arbeitspensum auf 80 % reduziert habe, wodurch sie eine Erwerbseinbusse von 20 % 
erlitten habe. Es könne daher nicht angehen, dass die gesamte Rentennachzahlung an die Ar-
beitgeberin ausgerichtet werde. Vielmehr stünden nur 80 % der Rentennachzahlung der Arbeit-
geberin zu. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde mit der Begründung, dass die Arbeitgeberin Lohnzahlungen in Höhe von Fr. 216'242.10 
(recte Fr. 209’735.29) für ein 80 % Pensum vorgeleistet habe und die anwendbare Verordnung 
über die Lohnansprüche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krank-
heit oder Unfall des Kantons Basel-Landschaft (Lohnverordnung) in § 10 die Abtretung von An-
sprüchen unter anderem gegenüber der Invalidenversicherung während der Dauer der Lohnfort-
zahlung an die Arbeitgeberin vorsehe. Somit sei ein gesetzliches Rückforderungsrecht gegeben. 
Die Beschwerdeführerin habe zudem durch die vertragliche Reduktion auf ein 80 % Pensum auf 
die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit von 20 % verzichtet, was eine Verrechnung des vollen 
Betrags rechtfertige. 
 
D. In ihrer Replik vom 7. Mai 2021 hält die Beschwerdeführerin an ihren Ausführungen und 
Rechtsbegehren gemäss der Beschwerdeschrift vom 11. Mai 2020 fest und merkt an, dass § 10 
der Lohnverordnung kein eindeutiges Rückforderungsrecht der Arbeitgeberin vorsehe. Zudem 
sei aus dem Wortlaut von Satz 2 desselben Paragraphen ersichtlich, dass nur ein anteilsmässiger 
Anspruch des Arbeitgebers an der Rentennachzahlung bestehe. 
 
E. Mit Schreiben vom 26. Mai 2021 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf eine 
Duplik verzichte und im Übrigen an ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2021 festhalte. 
 

 

 
 
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Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde vom 11. Mai 2020 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20‘000.-- 
durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Verrechnung der IV-Nachzahlung in 
Höhe von Fr. 52'978.-- mit der Lohnfortzahlung der Arbeitgeberin rechtens war, oder ob nur 80 
% davon (Fr. 42'382.--) einer Verrechnung zur Verfügung standen. Die Differenz in Höhe von Fr. 
10'596.-- bildet den Streitwert. Da der Streitwert unter der vorgegebenen Streitwertgrenze liegt, 
ist die Angelegenheit präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 Nach Art. 22 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 können Nachzahlungen des Sozialversicherers 
dem Arbeitgeber oder der öffentlichen oder privaten Fürsorge abgetreten werden, soweit diese 
Vorschusszahlungen leisteten. Die Rechtsprechung hat klargestellt, dass es keiner Abtretungs-
erklärung der versicherten Person bedarf, wenn dem Drittauszahlungsempfänger unmittelbar 
kraft Gesetz oder Verordnung ein eindeutig festgelegtes Rückforderungsrecht zusteht (BGE 
141 V 264 E. 3.1, 132 V 113 E. 3.3.3). Somit bleibt die direkte Zahlung der Rückstände an die 
Fürsorgebehörden möglich, ohne dass eine Abtretungserklärung nötig ist, wenn der Drittempfän-
ger der Zahlungsrückstände von Gesetzes wegen über einen Anspruch auf die Vergütung ver-
fügt, wie dies in Art. 22 Abs. 4 ELV festgelegt ist (siehe auch Art. 10 Abs. 2 des Bundesgesetzes 
über die Militärversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992; BGE 141 V 264 E. 3.2, 132 V 113 E. 3.3; 
ERWIN CARIGIET/UWE KOCH, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich 2009, S. 91). 
 
2.2 Gemäss Art. 50 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959 in Verbindung mit Art. 85bis der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) 
vom 17. Januar 1961 können Nachzahlungen von Leistungen in Abweichung von Art. 20 Abs. 1 
des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezem-
ber 1946 an Drittpersonen oder Drittstellen, welche im Hinblick auf die Leistungen der Invaliden-
versicherung Vorschussleistungen erbracht haben, ausgerichtet werden. Arbeitgeber, Einrichtun-
gen der beruflichen Vorsorge, Krankenversicherungen, öffentliche und private Fürsorgestellen 
oder Haftpflichtversicherungen mit Sitz in der Schweiz, welche im Hinblick auf eine Rente der 
Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, können nach Art. 85bis Abs. 1 IVV 

 

 
 
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verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistungen verrech-
net und an sie ausbezahlt wird. Die bevorschussenden Stellen haben ihren Anspruch mit beson-
derem Formular frühestens bei der Rentenanmeldung und spätestens im Zeitpunkt der Verfügung 
der IV-Stelle geltend zu machen. Nach Art. 85bis Abs. 2 IVV gelten als Vorschussleistungen ei-
nerseits freiwillige Leistungen, sofern die versicherte Person zu deren Rückerstattung verpflichtet 
ist und sie der Auszahlung der Rentennachzahlung an die bevorschussende Stelle schriftlich zu-
gestimmt hat (lit. a), und andererseits die vertraglich oder auf Grund eines Gesetzes erbrachten 
Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein eindeutiges Rückforderungsrecht in-
folge der Rentennachzahlung abgeleitet werden kann (lit. b). Die Nachzahlung darf der bevor-
schussenden Stelle höchstens im Betrag der Vorschussleistungen und für den Zeitraum, in wel-
chem dieser erbracht worden ist, ausbezahlt werden (Abs. 3). Die Verrechnung muss mit anderen 
Worten zeitlich kongruent sein. Dies bedeutet, dass die erbrachten Vorschussleistungen bis zum 
Betrag der für die gleiche Periode nachzuzahlenden Renten direkt zurückerstattet werden können 
(Wegleitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invali-
denversicherung, gültig ab 1. Januar 2003, Ziff. 10063). In quantitativer Hinsicht ist die Verrech-
nung folglich begrenzt auf die Summe der im Verrechnungszeitraum ausgerichteten Rentenleis-
tungen. 
 
3.  Vorliegend erstreckt sich der Verrechnungszeitraum unbestritten vom 1. März 2017 bis 
30. November 2019. Für den entsprechenden Zeitraum hat die Beschwerdeführerin einen An-
spruch auf IV-Rentenleistungen in Höhe von Fr. 52'978.--. Der höchstzulässige Verrechnungsbe-
trag beläuft sich somit auf Fr. 52'978.--. 
 
4. Vorweg strittig und zu prüfen ist, ob die Lohnverordnung des Kantons Basel-Landschaft 
ein eindeutiges Rückforderungsrecht im Sinne von Art. 85bis Abs. 2 lit. b IVV enthält. 
 
4.1 § 10 Abs. 1 der Lohnverordnung lautet: «Während der Dauer der Lohnzahlung fallen Tag-
gelder und Renten aus Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Haftpflichtversicherungen an den Arbeit-
geber. Während der Zeit, in welcher der halbe Lohn ausgerichtet wird, fällt nur der den vollen 
Lohn übersteigenden Teil an den Arbeitgeber. » 
 
4.2 Ein eindeutiges Rückforderungsrecht muss einerseits normativ festgehalten werden – 
bspw. in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen – und andererseits beinhalten, dass sich das 
Rückforderungsrecht gegen den nachzahlenden Sozialversicherungsträger richtet. Zudem muss 
sich ohne Weiteres aus der betreffenden Formulierung ergeben, dass beim Tatbestand einer 
Nachzahlung bezogen auf die erbrachten Leistungen eine Rückforderung eintritt. Weiter kann ein 
hinreichendes Rückforderungsrecht nur angenommen werden, wenn darin klar geregelt wird, wie 
die Rückforderung masslich zu bestimmen ist (KIESER UELI, in: Kommentar zum ATSG, 4. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 22 N 72 ff.). 
 
4.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass es vorliegend an einem eindeutigen Rückforde-
rungsrecht fehle. Die Bestimmung halte lediglich fest, dass die Invalidenrenten dem Arbeitgeber 
zustünden. Ein Rückforderungsrecht ergebe sich hingegen aus dieser Norm nicht. Daraus folge, 
dass der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer eine entsprechende Abtretungserklärung einholen 

 

 
 
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müsse. Dies sei vorliegend nicht erfolgt, wonach die direkte Rentenauszahlung an den Arbeitge-
ber unzulässig sei. Dem kann nicht gefolgt werden. § 10 Abs. 1 der Lohnverordnung sieht vor, 
dass Renten der Invalidenversicherung (IV) während der Dauer der Lohnausrichtung an den Ar-
beitgeber fallen. Zwar deutet die Beschwerdeführerin zunächst zu Recht an, dass nicht näher 
spezifiziert wird, auf welchen Zeitraum sich diese Bestimmung bezieht, verkennt dabei allerdings, 
dass es bei der Abklärung des Anspruchs auf eine Invalidenrente systemimmanent ist, dass Ren-
ten rückwirkend zugesprochen werden, schliesslich handelt es sich bei der IV um den Hauptan-
wendungsbereich der Rentennachzahlungen (FREY FÉLIX/MOSIMANN HANS-JAKOB/BOLLINGER 
SUSANNE, in: AHVG/IVG Kommentar, Bundesgesetze über die Alters- und Hinterlassenenversi-
cherung, die Invalidenversicherung und den ATSG mit weiteren Erlassen, Zürich 2018, Art. 22 N 
5). Eine fehlende zeitliche Spezifizierung lässt daher darauf schliessen, dass der Verordnungs-
geber sämtliche Renten (sowohl die laufenden Renten, als auch die rückwirkend zugesprochenen 
Renten) umfassen wollte. Aus der Formulierung «[...] fallen die Taggelder und Renten an den 
Arbeitgeber» ist abzuleiten, dass die von der Invalidenversicherung zugesprochenen Leistungen 
an den Arbeitgeber fallen und demnach ein Gläubigerwechsel stattfindet. Mit der Beschwerde-
gegnerin ist somit davon auszugehen, dass § 10 Abs. 1 der Lohnverordnung eine Abtretungser-
klärung des Beschwerdeführers ersetzt. 
 
5. Als weitere materielle Voraussetzung des Art. 85bis IVV ist zu prüfen, ob die Lohnfortzah-
lungen der Arbeitgeberin für den entsprechenden Zeitraum als Vorschussleistungen zu verstehen 
sind. 
 
5.1 Gemäss Vorbescheid vom 5. Juli 2019 stelle die IV-Stelle bei der rückwirkenden Zuspre-
chung einer Invalidenrente auf die Angaben der Arbeitgeberin zur Arbeitsunfähigkeit der Be-
schwerdeführerin ab. Demnach sei die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 19. September 
2016 bis 20. April 2018 jeweils zwischen 30 % und 100 % in ihrer 80%-igen Tätigkeit als schuli-
sche Heilpädagogin eingeschränkt gewesen. Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads wurde die 
Beschwerdeführerin sodann von der IV-Stelle als vollerwerbstätige Heilpädagogin in einem 
100 % Pensum eingestuft.  
 
5.2 Nach Massgabe den eingereichten Lohntabellen richtete die Arbeitgeberin der Versicher-
ten im Zeitraum vom 1. April 2017 bis 30. November 2019 (was dem Zeitraum der Nachzahlung 
der IV-Rente entspricht) durchgehend Lohnfortzahlungen auf der Basis eines monatlichen Brut-
tolohns in Höhe von Fr. 8’480.45 (2017), Fr. 8'571.80 (2018) bzw. Fr. 8'691.80 (2019) bei einem 
Beschäftigungsgrad von 80 % aus, wobei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von April 
2017 bis Juni 2017 um 30 %, im August 2017 um 50 %, von September 2017 bis Oktober 2017 
um 100 %, im November 2017 um 75 %, von Dezember 2017 bis Januar 2018 um 50 %, von 
Februar 2018 bis März 2018 um 30 % und ab Mai 2018 um 100 % ihres Monatspensums reduziert 
war. Auch wenn der März 2017 in den eingereichten Lohntabellen nicht aufgeführt ist, ist aufgrund 
der zugesprochenen IV-Renten für diesen Monat ebenfalls von einer Lohnfortzahlung bei einer 
um 30 % reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Trotz Lohnfortzahlung erhielt die Arbeitgeberin 
im fraglichen Zeitraum keine bzw. nur eine reduzierte Gegenleistung (effektive Arbeitsleistung). 
Mit Blick auf die rückwirkend zugesprochene Invalidenrente (Nachzahlung in Höhe von Fr. 

 

 
 
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52'978.--) ist bei der Lohnfortzahlung in Höhe von Fr. 216'242.10 (recte Fr. 209’735.29) zweifellos 
von einer Vorschussleistung auszugehen. 
 
6. Letztlich bleibt zu klären, in welchem Umfang die IV-Nachzahlung direkt an die Arbeitge-
berin ausgerichtet werden durfte. 
 
6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass bei der Drittauszahlung der Grundsatz der Kongruenz zu 
beachten ist. Die Nachzahlung darf der bevorschussenden Stelle somit höchstens im Betrag der 
Vorschussleistung ausbezahlt werden. Weiter ist zu beachten, dass der Anspruch auf Drittaus-
zahlung sich nur auf Betreffnisse einer Periode erstrecken kann, für die auch tatsächlich Vor-
schussleistungen erbracht wurden, wobei die Verrechnungszeitspanne als einheitliches Ganzes 
zu betrachten ist (Art. 85bis Abs. 3 IVV, FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Art. 22 N 7 mit Hin-
weis auf BGE 135 V 2 E. 8). Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass höchstens 
Fr. 209’735.29 für die Vorschussleistungen im Zeitraum vom März 2017 bis November 2019 
(Zeitspanne der rückwirkenden Zusprechung der IV-Rente) an die bevorschussende Arbeitgebe-
rin ausbezahlt werden dürfen. 
 
6.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Vorschussleistungen lediglich für ein 80 % 
Pensum ausgerichtet worden seien, während die IV-Renten-Nachzahlung auf Basis eines 100 % 
Pensums berechnet worden sei. Da die IV-Nachzahlung ein 100 % Pensum umfasse, der Vor-
schuss allerdings nur für 80 % geleistet worden sei, könnten auch nur 80 % der IV-Nachzahlung 
mit dem Vorschuss verrechnet werden. Die Beschwerdegegnerin hält dem sinngemäss entge-
gen, dass die zugesprochene Rente dazu diene, einen anteilsmässigen Ausgleich an die invali-
ditätsbedingte Erwerbseinbusse zu leisten. Die Beschwerdeführerin hätte aufgrund des vertrag-
lich vereinbarten 80 % Pensums auf die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit von 20 % verzichtet, 
wonach unabhängig vom vereinbarten Pensum 100 % der IV-Nachzahlung mit der Vorschuss-
leistung verrechnet werden könnten. Beide Ausführungen führen allerdings ins Leere. Der Be-
schwerdeführerin ist zunächst insofern zuzustimmen, dass sie aufgrund der vertraglichen Reduk-
tion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen eine Erwerbseinbusse von 20 % erlitt. 
Dabei handelt es sich, entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, nicht um einen 
Verzicht auf die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit. Aus dem Vorbescheid vom 5. Juli 2019 wird 
ersichtlich, dass die IV-Stelle auch nicht von einem Verzicht auf die Verwertung der Resterwerbs-
fähigkeit ausging, denn wenn sie tatsächlich von einem Verzicht in Höhe von 20 % ausgegangen 
wäre, hätte sich dies auf die Berechnung des IV-Grads auswirken müssen. Dies ist vorliegend 
nicht der Fall, wurde die Berechnung des IV-Grads der Beschwerdeführerin doch anhand einer 
100%-igen (nicht 80%-igen) Erwerbstätigkeit ohne die vorhandenen Einschränkungen berechnet. 
 
Soweit die Beschwerdeführerin allerdings vorbringt, dass nur 80 % der IV-Nachzahlung mit der 
Vorschussleistung der Arbeitgeberin verrechnet werden dürften, kann ihr nicht gefolgt werden. 
Art. 85bis Abs. 3 IVV hält fest, dass eine Nachzahlung der bevorschussenden Arbeitgeberin nur 
maximal in Höhe der Vorschussleistung und für den Zeitraum, in dem die Vorschussleistung er-
bracht wurde, ausbezahlt werden darf. Eine Bindungswirkung an das vertraglich vereinbarte Ar-
beitspensum, für welches die Vorschussleistung erbracht wurde, ist aus Art. 85bis Abs. 3 IVV al-
lerdings nicht ersichtlich. Dass das Pensum, auf welchem der IV-Grad und somit die IV-

 

 
 
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Nachzahlung berechnet wurde, und das Pensum, für das eine Vorschussleistung erbracht wurde, 
übereinstimmen müssen, ist in den rechtlichen Grundlagen der Verrechnung demnach nicht vor-
gesehen. Für die Ermittlung der Höhe des Verrechnungsbetrages ist somit die Höhe der Vor-
schussleistung und nicht das Pensum, für welches die Vorschussleistung erbracht wurde, rele-
vant. Ausschlaggebend ist letztlich, dass die IV-Nachzahlung einzig anhand des Erwerbseinkom-
mens – ohne Berücksichtigung eines Aufgabenbereichs – berechnet wurde. Da sich die IV-
Nachzahlung einzig auf den Erwerb der Beschwerdeführerin stützt, kann diese auch vollumfäng-
lich mit dem vorgeleisteten Erwerbseinkommen verrechnet werden. Auch würde es, wie die Be-
schwerdegegnerin korrekt vorbringt, gegen den Grundsatz der Schadensausgleichsfunktion so-
zialversicherungsrechtlicher Leistungen verstossen, wenn die Rentenleistungen im fraglichen 
Zeitraum – trotz der im Übrigen erfüllten Voraussetzungen zur Verrechnung der Vorschussleis-
tungen im Sinne von Art. 85bis IVV – zusätzlich zu den Lohnfortzahlungen ihres Arbeitgebers 
ebenfalls an die Versicherte ausbezahlt würden.  
 
Die Argumentation, dass aus § 10 zweiter Teil der Lohnverordnung, wonach während der Zeit, in 
welcher der halbe Lohn ausgerichtet wird, nur der den vollen Lohn übersteigende Teil an den 
Arbeitgeber fällt, ein anteilsmässiger Anspruch der Arbeitgeberin abzuleiten sei, geht ebenfalls 
fehl. Diese Bestimmung bezieht sich auf § 4 Abs. 1 lit. c der Lohnverordnung, gemäss welchem 
bei einer Vertragsdauer von mehr als drei und weniger als 14 Monaten für drei Monate nur An-
spruch auf den halben Lohn besteht. Da die Beschwerdeführerin in einem unbefristeten Arbeits-
verhältnis stand, findet diese Bestimmung hier keine Anwendung und bleibt unbeachtlich. Entge-
gen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann somit die volle IV-Nachzahlung mit der Vor-
schussleistung der Arbeitgeberin verrechnet werden. 
 
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Nachzahlung in Höhe von Fr. 52'978.-- zu 
Recht in voller Höhe mit der Vorschussleistung der Arbeitgeberin in Höhe von Fr. 209’735.29 
verrechnet wurde.  
 
8. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis

 
IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-

rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Der Streit um 
die Drittauszahlung einer Invalidenrente betrifft allerdings nicht die Bewilligung oder die Verwei-
gerung von IV-Leistungen, weshalb nach der Praxis des Kantonsgerichts (Urteil vom 28. April 
2008 [720 07 189/139], E. 6.1) in solchen Fällen von der Erhebung von Gerichtskosten abgese-
hen wird und für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Bei diesem 
Ausgang des Verfahrens wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.