# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b4d96e2-07fe-5a33-a2e2-f6c9586c914a
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 02.02.2021 RR.2020.311
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2020-311_2021-02-02.pdf

## Full Text

Entscheid vom 2. Februar 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A. 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT 

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die  

Ukraine 

 

Bekanntgabe von Personendaten an einen Drittstaat 

(Art. 11f i.V.m. Art. 25 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2020.311 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine gelangte mit Rechtshilfeer-

suchen vom 9. Oktober 2018 an die Schweiz und ersuchte unter anderem 

um Herausgabe von Bankunterlagen zu den darin bezeichneten Konten bei 

der Bank B., unter anderem lautend auf die C. Limited. Mit Schlussverfügung 

vom 9. März 2020 ordnete die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») die 

Herausgabe der die C. Limited betreffenden Bankunterlagen an die ersu-

chende Behörde an. Die dagegen bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts erhobene Beschwerde wurde mit Entscheid RR.2020.98-99 

vom 13. Oktober 2020 abgewiesen. Das Bundesgericht trat auf die dagegen 

erhobene Beschwerde mit Urteil 1C_594/2020 vom 2. November 2020 nicht 

ein. 

 

 

B. Mit Eingabe vom 22. Oktober 2020 ersuchte A. die BA um Schwärzung ihres 

Namens in den von der Herausgabe an die ukrainischen Behörden betroffe-

nen Bankunterlagen der C. Limited (act. 6).  

 

 

C. Die BA lehnte den Antrag von A. auf Schwärzung ihres Namens in den von 

der Herausgabe betroffenen Unterlagen mit Verfügung vom 28. Oktober 

2020 ab. In der Rechtsmittelbelehrung gab die BA das Bundesstrafgericht 

als zuständige Rechtsmittelinstanz und eine Beschwerdefrist von 30 Tagen 

an (act. 1.1).  

 

 

D. Dagegen erhob A. am 12. November 2020 bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts Beschwerde. Sie beantragt die kostenfällige Aufhebung 

der Verfügung vom 28. Oktober 2020 und die Schwärzung ihres Namens in 

den von der Herausgabe betroffenen Unterlagen. In Bezug auf die Zustän-

digkeit des Bundesstrafgerichts führte A. aus, dass die von der BA angege-

bene Rechtsmittelbelehrung möglicherweise fehlerhaft sei und allenfalls das 

Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der Beschwerde zuständig 

sei, weshalb sie zugleich eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

erhoben habe (act. 1).  

 

 

E. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2020 nahm die BA zur Beschwerde Stellung 

und reichte dem Gericht die gesamten Rechtshilfeakten betreffend die C. 

Limited ein. Die BA beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, 

eventualiter sei sie abzuweisen. Die BA führte insbesondere aus, dass sie 

- 3 - 

 

 

 

die anbegehrten Bankunterlagen der ersuchenden Behörde am 19. Novem-

ber 2020 übermittelt habe, dies unter vorläufiger Schwärzung der Angaben 

von A. Sie beabsichtige jedoch, die ersuchten Bankunterlagen den ukraini-

schen Behörden nach rechtskräftiger Beendigung des vorliegenden Be-

schwerdeverfahrens in ungeschwärzter Form herauszugeben (act. 7). Das 

Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») beantragt mit Eingabe vom 2. De-

zember 2020 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verweist auf 

die Ausführungen der BA (act. 9).  

 

 

F. Auf telefonische Anfrage vom 3. Dezember 2020 hin teilte die BA dem Ge-

richt mit, dass A. die Einsicht in die dem Gericht eingereichten Verfahrens-

akten nicht gewährt werden dürfe (act. 10). Unter Verweis auf die konstante 

Praxis retournierte die Beschwerdekammer am 4. Dezember 2020 die ihr 

zugestellten Verfahrensakten und forderte die BA auf, ihr lediglich diejenigen 

Verfahrensakten einzureichen, in welche A. Einsicht gewährt werden könne 

(act. 11). Die dem Gericht am 9. Dezember 2020 zugestellten Verfahrensak-

ten (act. 12) wurden A. samt den Beschwerdeantworten der BA und des BJ 

am 10. Dezember 2020 zur Stellungnahme zugestellt (act. 13). 

 

 

G. A. nahm zu den Beschwerdeantworten mit Schreiben vom 18. Dezember 

2020 Stellung und hielt an den in der Beschwerde gestellten Begehren fest 

(act. 14). Das BJ teilte dem Gericht mit Schreiben vom 23. Dezember 2020 

mit, dass es auf die Einreichung einer Duplik verzichte (act. 18). Die BA liess 

sich zur Replik von A. innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Ukraine und der Schweiz sind in erster Linie 

das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1), das hierzu ergangene zweite Zusatzproto-

koll vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) sowie das Überein-

kommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Be-

schlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; 

- 4 - 

 

 

 

SR 0.311.53; BGE 133 IV 215 E. 2; 123 II 134 E. 5b; Urteil des Bundesge-

richts 1C_513/2010 vom 11. März 2011 E. 3.2; ZIMMERMANN, La coopération 

judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 18-21, 109)  

massgebend. Ausserdem gelangen vorliegend die Art. 43 ff. des Überein-

kommens vom 31. Oktober 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption 

(UNCAC; SR 0.311.56) zur Anwendung. 

 

Soweit die staatsvertraglichen Bestimmungen bestimmte Fragen weder aus-

drücklich noch stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht 

geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; 

BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 

über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die da-

zugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwend-

bar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 

E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschen-

rechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 

E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.).  

 

1.2 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 37 

Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 

2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-

organisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_763/2013 vom 27. September 2013 E. 2.2; ZIMMER-

MANN, a.a.O., N. 273). 

 

 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Art. 11f IRSG sowie des 

Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (Datenschutzge-

setz, DSG; SR 235.1) geltend. Sie bringt vor, dass dort wo der Schutz des 

IRSG nicht greife, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen zur Anwen-

dung gelangen würden. Aus diesem Grund erachtet die Beschwerdeführerin 

die von der Beschwerdegegnerin in der Rechtsmittelbelehrung angegebene 

Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts möglicherweise als fehlerhaft, wes-

halb sie ihren Angaben zufolge sowohl eine Beschwerde beim Bundesstraf-

gericht als auch beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht habe (act. 1, 

S. 3 ff.; act. 14, S. 3 ff.).   

 

http://links.weblaw.ch/BGE-133-IV-215
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-134
http://links.weblaw.ch/1C_513/2010
http://links.weblaw.ch/1C_763/2013

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2.2 Am 1. März 2019 traten unter dem neuen 1b. Kapitel zum Datenschutz 

Art. 11a-11h IRSG in Kraft. Dadurch werden die Anforderungen der EU-

Richtlinie 2016/680 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung perso-

nenbezogener Daten zum Zwecke der Verhütung, Ermittlung, Feststellung 

und Verfolgung von Straftaten oder der Strafvollstreckung umgesetzt (Bot-

schaft vom 15. September 2017 zum Bundesgesetz über die Totalrevision 

des Bundesgesetzes über den Datenschutz und die Änderung weiterer Er-

lasse zum Datenschutz, BBl 2017 6941, 7162). Art. 11a IRSG regelt das vom 

BJ betriebene Personen-, Akten- und Geschäftsverwaltungssystem, das be-

sonders schützenswerte Personendaten der im IRSG geltenden Zusammen-

arbeitsformen enthalten kann. Die Artikeln 11b ff. IRSG betreffen den Schutz 

von Personendaten im Zusammenhang mit dem Rechtshilfeverfahren mit 

dem Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung. Art. 11f IRSG regelt 

die Voraussetzungen für die Weitergabe von Personendaten an einen Dritt-

staat oder an ein internationales Organ (Urteil des Bundesgerichts 

1C_550/2019 von 26. November 2019 E. 2.1; Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2019.65+66 vom 27. September 2019 E. 3.3.2.2). Das 1b. Kapitel 

gilt sowohl für Bundesbehörden als auch für kantonale Behörden, die ein 

Rechtshilfeverfahren unterstützen oder über das ausländische Rechtshil-

feersuchen entscheiden müssen. Die datenschutzrechtlichen Ansprüche 

werden im hängigen Rechtshilfeverfahren beurteilt und unterliegen densel-

ben Rechtsmitteln (BBl 2017 6941, a.a.O.).  

 

2.3  

2.3.1 Erstinstanzliche Verfügungen der kantonalen Behörden und der Bundesbe-

hörden unterliegen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, unmittelbar 

der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

(Art. 25 Abs. 1 IRSG). Im Bereich der anderen Rechtshilfe (auch als «kleine» 

bzw. «akzessorische» Rechtshilfe bezeichnet; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1C_393/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 1.2; FIOLKA, Basler Kommentar, 

Internationales Strafrecht, 2015, Art. 1 IRSG N. 4) sieht das IRSG vor, dass 

die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführenden 

Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird, zu-

sammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Beschwerde an 

die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts unterliegt (Art. 80e Abs. 1 

IRSG). Der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen können 

nur ausnahmsweise selbständig angefochten werden, nämlich dann, wenn 

sie durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenstän-

den oder durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen Pro-

zess beteiligt sind, einen unmittelbaren und nicht wiedergutzumachenden 

Nachteil bewirken (Art. 80e Abs. 2 lit. a und b IRSG). Die Aufzählung der 

- 6 - 

 

 

 

selbständig anfechtbaren Zwischenverfügungen ist gemäss bundesgerichtli-

cher Auslegung grundsätzlich abschliessend (BGE 126 II 495). Die Frist ge-

gen die Schlussverfügung beträgt 30 Tage, gegen die Zwischenverfügung 

zehn Tage ab der schriftlichen Mitteilung der Verfügung (Art. 80k IRSG). 

2.3.2 Im Rahmen der hier massgeblichen Bestimmungen der anderen Rechtshilfe 

i.S.v. Art. 63 ff. IRSG ist zur Beschwerdeführung berechtigt, wer persönlich 

und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). 

Als persönlich und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Konto-

informationen an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber ange-

sehen (Art. 9a lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 

134 E. 5; TPF 2010 47 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_126/2014 vom 

16. Mai 2014 E. 1.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 524-535). Die Beschlagnahme 

von Urkunden, die sich in den Händen von Dritten befinden, kann ein von 

der Zwangsmassnahme nur indirekt Betroffener nicht selbst anfechten. Dies 

gilt auch dann, wenn die Urkunden Informationen zu Aktivitäten des indirekt 

Betroffenen enthalten (BGE 130 II 162 E. 1.2-1.3 S. 164 f.; 123 II 161 

E. 1d/bb S. 164 f.; 122 II 130 E. 2b S. 133). Der Verfasser von Dokumenten, 

die sich im Besitz eines Dritten befinden, ist durch die den Dritten betreffende 

Verpflichtung zur Edition nicht persönlich berührt (BGE 122 II 130 E. 2b 

S. 133; 116 Ib 106 E. 2a/aa S. 110 f.; zum Ganzen BGE 137 IV 134 E. 5.2.3). 

2.3.3 Verneint die ausführende Behörde einer Person die Stellung als Partei im 

Rechtshilfeverfahren, ist dieser Entscheid nach der Rechtsprechung mit Be-

zug auf diese Person prozessual als Schlussverfügung zu behandeln (vgl. 

Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2014.95 vom 23. Oktober 2014 

E. 2.2.3; RR.2012.223 vom 14. Juni 2013 E. 1.3; RR.2011.241 vom 15. De-

zember 2011 lit. F und G i.V.m. E. 2; RR.2010.32 vom 17. März 2010 lit. C 

i.V.m. E. 3).  

2.4  

2.4.1 In Bezug auf die Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts ist einleitend Folgen-

des anzumerken: Laut Angaben der Beschwerdegegnerin in der Beschwer-

deantwort datiere die Beschwerde der Beschwerdeführerin beim Bundesver-

waltungsgericht vom 12. November 2020 und werde unter der Verfahrens-

nummer A-5709/2020 geführt (act. 7, S. 2). Die Beschwerdeführerin reichte 

dem Bundesstrafgericht eine Kopie der angeblich zugleich beim Bundesver-

waltungsgericht erhobenen Beschwerde nicht zu den Akten. Daher verzich-

tete die Beschwerdekammer auf eine allfällige Koordination mit dem Bun-

desverwaltungsgericht. Eine Koordination der hier relevanten Beschwerde-

http://links.weblaw.ch/BGE-126-II-495
http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-162
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-161
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-130
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-130
http://links.weblaw.ch/BGE-116-IB-106
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2014.95
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2012.223
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2011.241
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2010.32

- 7 - 

 

 

 

verfahren ist im Übrigen gesetzlich nicht vorgeschrieben. Im Bereich der in-

ternationalen Rechtshilfe ist eine Koordination zwischen dem Bundesstraf- 

und Bundesverwaltungsgericht lediglich dann durchzuführen, wenn die von 

der Auslieferung betroffene Person gleichzeitig Gegenstand eines hängigen 

Auslieferungsverfahrens ist (vgl. Art. 55a IRSG; s.a. BGE 138 II 153 

E. 1.2.1).  

2.4.2 Die vorliegende Beschwerde wurde formgerecht erhoben und richtet sich ge-

gen eine im Rahmen eines internationalen Rechtshilfeersuchens in Strafsa-

chen ergangene Verfügung der Beschwerdegegnerin als ausführenden Bun-

desbehörde. Zwar ist das Rechtshilfeverfahren betreffend die Herausgabe 

der auf die C. Limited lautenden Bankunterlagen rechtskräftig abgeschlos-

sen. Indes hat die Beschwerdegegnerin der ukrainischen Behörde die von 

ihr angefragten Unterlagen vorerst in geschwärzter Form eingereicht. Damit 

wurde dem ukrainischen Ersuchen, das grundsätzlich auf die Übermittlung 

von Bankunterlagen in ungeschwärzter Form gerichtet war, noch nicht voll-

ständig entsprochen. Unter diesen Umständen ist das Rechtshilfeverfahren 

weiterhin als hängig im Sinne der vorgängigen Ausführungen (supra E. 2.2) 

zu qualifizieren, weshalb die vorliegend geltend gemachten datenschutz-

rechtlichen Ansprüche der Beschwerde an die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts unterliegen. Damit ist die Zuständigkeit des angerufe-

nen Bundesstrafgerichts in Bezug auf den gerügten Art. 11f IRSG gegeben 

(vgl. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG). Soweit sich die Rügen in der Be-

schwerde auf das Datenschutzgesetz beziehen, sind diese vorliegend man-

gels dessen Anwendbarkeit in Rechtshilfeverfahren nicht zu behandeln (vgl. 

Art. 2 Abs. 2 lit. c DSG). Dasselbe gilt in Bezug auf die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin zu den Eintretensvoraussetzungen hinsichtlich der beim 

Bundesverwaltungsgericht erhobenen Beschwerde. 

2.5  

2.5.1 Vorliegend geht es um die Herausgabe von Unterlagen betreffend die auf 

die C. Limited lautende Geschäftsbeziehung bei der Bank B., die von der 

Beschwerdegegnerin vorläufig unter Schwärzung der Angaben der Be-

schwerdeführerin erfolgte. Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt, diese 

Bankunterlagen der ersuchenden Behörde nach rechtskräftigem Abschluss 

des vorliegenden Verfahrens in ungeschwärzter Form herauszugeben. Die 

Beschwerdeführerin ist nicht Inhaberin der von der Rechtshilfemassnahme 

betroffenen Bankkonten und ist damit von der Herausgabe der Bankunterla-

gen an die ersuchende Behörde nicht direkt betroffen.  

- 8 - 

 

 

 

2.5.2 Indes wendete sich die Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin und 

ersuchte um Schwärzung ihrer Angaben in den herauszugebenden Bankun-

terlagen. Diesen Antrag lehnte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

28. Oktober 2020 ab und führte aus, dass die Beschwerdeführerin in den 

Unterlagen lediglich erwähnt werde und daher als nicht von der Rechtshilfe-

massnahme betroffen gelte. Die Beschwerdeführerin ist somit Adressatin der 

hier angefochtenen Verfügung. Gestützt auf die oben dargelegte Rechtspre-

chung (supra E. 2.3.3) ist der Entscheid, mit welchem der Beschwerdeführe-

rin sinngemäss die Parteistellung verweigert worden ist, prozessual und mit 

Bezug auf die Frage der Betroffenheit der Beschwerdeführerin als Schluss-

verfügung zu behandeln. Dabei ist grundsätzlich zur Beschwerde berechtigt, 

wer der Vorinstanz vorwirft, sie habe die Legitimation zu Unrecht verneint 

(BGE 124 II 124 E. 1b; 122 II 130 E. 1), was von der Beschwerdeführerin in 

der Beschwerde sinngemäss gerügt wird. Gestützt auf die vorliegenden Ak-

ten lässt sich jedoch nicht abschliessend beurteilen, inwiefern das Interesse 

der Beschwerdeführerin an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

noch aktuell ist (vgl. hierzu BGE 118 Ib 442 E. 2b m.H). In der Beschwerde 

führt die Beschwerdeführerin zur Beschwerdelegitimation aus, dass das Be-

kanntwerden ihres Namens und ihrer Funktion bei der Bank B. zur Erschwe-

rung bis gar Verunmöglichen ihrer Tätigkeit bei der Bank B. führen könne 

und sie schliesse ein willkürliches Schikanieren seitens der Behörden bei der 

nächsten Reise in ein osteuropäisches Land nicht aus. In ihrer Anfrage an 

die Beschwerdegegnerin vom 28. Oktober 2020 gab die Beschwerdeführerin 

hingegen an, bei der Bank B. bis 2019 angestellt gewesen zu sein (act. 6). 

Da die vorliegende Beschwerde ohnehin abzuweisen ist, kann die Frage der 

Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin offengelassen werden. 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 11f IRSG und bringt 

zusammengefasst vor, die Übermittlung ihrer in den Bankunterlagen enthal-

tenen Personendaten an die Ukraine stelle per se eine schwerwiegende Ge-

fährdung ihrer Persönlichkeitsrechte dar. Sie arbeite bei der Bank B. und 

durch ihre geschäftliche Tätigkeit sei sie auf Reisen zu den Geschäftsstellen 

und Hauptsitzen ihrer osteuropäischen Kunden angewiesen. Es bestünde 

die Gefahr, dass ukrainische Behörden sie schikanös behandeln würden, 

wenn ihnen ihre Tätigkeit als Bankmitarbeiterin mit Zugriff auf das Schwei-

zerische Bankgeheimnis bekannt werde. Sie könnte unter Androhung ernst-

hafter Nachteile und in Umgehung der Bestimmungen von Amts- und 

Rechtshilfe zur Bekanntgabe von vertraulichen Informationen genötigt wer-

den (act. 1, S. 15 f.; act. 14, S. 4 ff.).  

 

http://links.weblaw.ch/BGE-124-II-124
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-130

- 9 - 

 

 

 

3.2 Gemäss Art. 11f Abs. 1 IRSG dürfen Personendaten der zuständigen Be-

hörde eines Staates, der nicht über eines der Schengen-Assoziierungsab-

kommen mit der Schweiz verbunden ist (Drittstaat), oder einem internationa-

len Organ nicht bekannt gegeben werden, wenn dadurch die Persönlichkeit 

der betroffenen Person schwerwiegend gefährdet würde, namentlich weil ein 

angemessener Schutz fehlt. Ein angemessener Schutz wird laut Abs. 2 von 

Art. 11f IRSG gewährleistet durch die Gesetzgebung des Drittstaates (lit. a), 

sofern die Europäische Union dies in einem Beschluss festgehalten hat; ei-

nen völkerrechtlichen Vertrag (lit. b) und spezifische Garantien (lit. c). Diese 

drei Bedingungen sind abschliessend und alternativ, d.h. ist eine davon er-

füllt, steht der Übermittlung von Daten nichts im Wege (Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2019.65+66 vom 27. September 2019 E. 3.3.2.2). In Ab-

weichung von Abs. 1 können laut Art. 11f Abs. 3 IRSG Personendaten der 

zuständigen Behörde eines Drittstaates oder einem internationalen Organ 

bekannt gegeben werden, wenn die Bekanntgabe im Einzelfall notwendig ist 

zum Schutz des Lebens oder der körperlichen Unversehrtheit der betroffe-

nen Person oder eines Dritten (lit. a); zur Abwehr einer unmittelbar drohen-

den ernsthaften Gefahr für die öffentliche Sicherheit eines Schengen-Staa-

tes oder eines Drittstaates (lit. b); zur Verhütung, Feststellung oder Verfol-

gung einer Straftat oder zur Vollstreckung eines Strafentscheids, sofern der 

Bekanntgabe keine überwiegenden schutzwürdigen Interessen der betroffe-

nen Person entgegenstehen (lit. c); zur Ausübung oder Durchsetzung von 

Rechtsansprüchen gegenüber einer für die Verhütung, Feststellung oder 

Verfolgung einer Straftat oder die Vollstreckung eines Strafentscheids zu-

ständigen Behörde, sofern der Bekanntgabe keine überwiegenden schutz-

würdigen Interessen der betroffenen Person entgegenstehen (lit. d). 

 

3.3 Im Bereich der Rechtshilfe, bei welcher es wie vorliegend um Übermittlung 

von Daten ins Ausland geht, gelangt der angerufene Art. 11f IRSG nur in 

sehr begrenzten Fällen zur Anwendung. Diese Bestimmung gilt zum einen 

nicht gegenüber Staaten, die mit der Schweiz durch ein Rechtshilfeabkom-

men verbunden sind, da das innerstaatliche Recht nach ständiger Praxis 

keine restriktiveren Bedingungen als das Vertragsrecht vorsehen kann (sog. 

«Günstigkeitsprinzip»; vgl. supra E. 1.1). Zum anderen gilt Art. 11f IRSG 

auch nicht gegenüber Staaten, die ein angemessenes Datenschutzniveau 

gewährleisten (vgl. Art. 11f Abs. 2 IRSG). Schließlich darf auch bei Fehlen 

eines solchen Schutzniveaus eine Übermittlung erfolgen, wenn die vorgän-

gig erwähnten Voraussetzungen von Art. 11f Abs. 3 lit. a-d IRSG gegeben 

sind (E. 3.2 hiervor). Diese in Abs. 3 vorgesehene Ausnahmeregelung 

scheint a priori allgemein anwendbar zu sein, wenn es notwendig ist, einem 

Rechtshilfeersuchen nachzukommen, dessen Zweck gerade die Verfolgung 

- 10 - 

 

 

 

und Bestrafung von Straftaten ist (vgl. Art. 1 EUeR; Urteil des Bundesge-

richts 1C_550/2019 von 26. November 2019 E. 2.2). 

 

3.4 Wie einleitend ausgeführt, sind sowohl die Schweiz als auch die Ukraine 

staatsvertraglich unter anderem an das EUeR gebunden (supra E. 1.1), wo-

bei Art. 1 Abs. 1 EUeR vorsieht, dass die Rechtshilfe zwischen den Vertrags-

parteien so weit wie möglich zu gewähren ist. Art. 11f IRSG kommt vorlie-

gend bereits aufgrund des oben genannten Günstigkeitsprinzips nicht zur 

Anwendung, ohne dass sich die Frage nach dem Vorhandensein eines an-

gemessenen Schutzniveaus i.S.v. Art. 11f Abs. 2 IRSG oder der Ausnah-

meregelungen in Abs. 3 stellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_550/2019 

von 26. November 2019 E. 2.3). Dies gilt unabhängig davon, ob sich auf 

Art. 11f IRSG eine von einer Schlussverfügung betroffene Person oder – wie 

vorliegend – eine von der Rechtshilfemassnahme nicht direkt betroffene 

Drittperson beruft. Wie es sich damit bei der Steueramtshilfe verhält, wie dies 

die Beschwerdeführerin einwendet, braucht angesichts des hier vorliegen-

den Beschwerdegegenstandes nicht beurteilt zu werden. Die Beschwerde 

ist deshalb unbegründet. 

 

 

4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten ist.  

 

 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 4'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG so-

wie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des geleis-

teten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4‘000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

Bellinzona, 2. Februar 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).