# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9981b0bb-f8b6-5b01-98df-5ec611436fb2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2014 200 2013 351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-351_2014-09-15.pdf

## Full Text

200 13 351 IV und
200 13 352 IV (2)
FUR/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. September 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Schütz 
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 15. März 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1985 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
absolvierte eine … im Kantonsspital C.________ (Antwortbeilage [AB] 54 
S. 2) und danach eine Ausbildung zur … (AB 4 S. 2). Sie arbeitete von Au-
gust 2008 bis Ende Januar 2011 für das Spital D.________ (AB 15, 54 S. 3 
f.). Am 12. September 2008 erlitt sie an ihrem Arbeitsplatz eine Armverlet-
zung links, was die Arbeitgeberin mit Bagatellunfallmeldung UVG der Un-
fallversicherung meldete (AB 9.1 S. 2). Danach erfolgten zwei weitere loka-
le Traumata am linken Arm (AB 9.4 S. 5, 10).

Die Versicherte meldete sich im Juni 2010 bei der IV-Stelle Bern (IVB) zum 
Bezug von Leistungen an (AB 1). Die IVB holte einen IK-Auszug (AB 8) und 
die Akten der Unfallversicherung (AB 9.1-9.4, 20.1-20.2), einen Bericht von 
Dr. med. E.________, Innere Medizin FMH (AB 12), und einen Fragebogen 
Arbeitgeber (AB 15) ein. Nach einer Stellungnahme von Dr. med. 
F.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), vom 24. September 2010 (AB 18 S. 3) wurden weitere Akten der 
Unfallversicherung eingereicht, u.a. eine Aktenbeurteilung der G.________ 
vom 28. September 2010 (AB 21.2 S. 5 ff.) sowie das zuhanden der Unfall-
versicherung erstellte neurologische Gutachten vom 27. April 2011 von Dr. 
med. H.________, Facharzt für Neurologie (AB 29.2). 

Vom 2. bis 27. Mai 2011 erfolgte eine stationäre Behandlung in der Klinik 
für Allgemeine Innere Medizin, Spital I.________ (Austrittsbericht vom 
7. Juni 2011 [AB 34]). Seit dem 15. August 2011 arbeitet die Versicherte in 
Teilzeit als … (AB 37). Mit Mitteilung vom 4. April 2012 gewährte die IVB 
der Versicherten Beratung und Unterstützung für berufliche Massnahmen 
(AB 42). Vom 26. März bis 5. April 2012 wurde eine teilstationäre multimo-
dale schmerztherapeutische Behandlung im Zentrum J.________, durchge-
führt (Berichte vom 11. April 2012 [AB 44] und vom 9. November 2011 [AB 
39]). Es erfolgte weiter eine arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung (AMA) 
in der Abklärungsstelle K.________ vom 9. Juli bis 3. August 2012 (Ab-
klärungsbericht vom 20. August 2012 [AB 57]). Am 1. Oktober 2012 teilte 

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die IVB der Versicherten mit, es erfolge der Abschluss der beruflichen 
Massnahmen bzw. der Eingliederungsbemühungen (AB 61). 

Nach einer Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 19. 
Oktober 2012 (AB 62 S. 3) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 11. Dezem-
ber 2012 vom 1. Februar  bis 31. Juli 2011 eine ganze Rente und ab dem 
1. August 2011 bis 30. November 2012 eine befristete halbe Rente in Aus-
sicht (AB 66). Nachdem das von der Unfallversicherung veranlasste neuro-
logische Verlaufsgutachten von Dr. med. H.________ vom 4. Februar 2013 
(AB 71.2) eingereicht worden war, erfolgte eine weitere Stellungnahme 
durch den RAD vom 15. Februar 2013 (AB 73 S. 3). Am 5. März 2013 er-
hob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin L.________, Einwände 
gegen den Vorbescheid vom 11. Dezember 2012. Sie brachte vor, es sei 
das neurologische Gutachten von Dr. med. H.________ zu berücksichtigen 
(AB 77).

Mit Verfügungen vom 15. März 2013 sprach die IVB der Versicherten vom 
Februar bis Ende Juli 2011 eine ganze Rente und vom 1. August 2011 bis 
30. November 2012 eine halbe Rente zu (AB 81-83). In der Begründung 
hielt sie fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte spätes-
tens seit dem 26. Februar 2010 in der angestammten Tätigkeit erheblich 
eingeschränkt sei. Ab Mai 2011 sei ihr eine körperlich leichte Tätigkeit ohne 
Dauerbelastung des linken Arms zu 50 % zumutbar. Spätestens ab August 
2012 könne von einer weiteren Verbesserung ausgegangen werden. Eine 
angepasste, leichte Tätigkeit im …, bei der die Versicherte ihre Fachkennt-
nisse weiterhin einbringen könne, sei ihr ganztags zumutbar. Mögliche Ein-
satzgebiete seien ein Ambulatorium einer …, einer …, einer … oder ähnli-
ches. Durch die gesundheitlichen Einschränkungen läge eine Leistungs-
minderung von 10 % vor (AB 83 S. 10 ff.).

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B.

Mit Eingabe vom 30. April 2013 liess die Versicherte, vertreten durch Für-
sprecher B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Be-
schwerde erheben. Die Versicherte lässt das Folgende beantragen:

1. Der Versicherten sei eine Umschulung zuzusprechen.
2. Der Versicherten sei mit Wirkung ab 1. September 2009 bis 31. Juli 2011 eine gan-

ze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
3. Der Versicherten sei mit Wirkung ab 1. August 2011 unbefristet eine halbe Rente 

der Invalidenversicherung zuzusprechen.
4. Es seien die Akten des UVG-Versicherers zu edieren.
5. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel unter Aushändigung sämtlicher Akten (IV und 

UV) an den Unterzeichnenden durchzuführen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Das Wartejahr sei im September 2009 abgelaufen. Entsprechend falle der 
Rentenbeginn auf den 1. September 2009. Die Behauptung, der Be-
schwerdeführerin sei ein volles Pensum zumutbar, stehe im Widerspruch 
zur durchgeführten Begutachtung des UVG-Versicherers.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2013 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Mit Replik vom 14. Oktober 2013 hielt die Versicherte am Antrag auf eine 
Umschulung, auf eine ganze Rente vom 1. September 2009 bis 31. Mai 
2011 und auf eine unbefristete halbe Rente ab dem 1. August 2011 fest.

Mit Duplik vom 22. Oktober 2013 beantragte die IVB, es sei auf das Begeh-
ren um Umschulung mangels Anfechtungsobjekt nicht einzutreten.

Am 5. November 2013 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten das 
neurologische Verlaufsgutachten von Dr. med. H.________ vom 23. Okto-
ber 2013 (Beschwerdebeilage [BB] 4) ein. Es könne höchstens mit einer 
Umschulung noch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden.

In den Schlussbemerkungen vom 2. Dezember 2013 hielt die IVB fest, im 
Rahmen des Bearbeitungsabschlusses der beruflichen Massnahmen sei 
darauf hingewiesen worden, dass die Versicherte auf weitere Unterstüt-
zung verzichtet habe. Sie könne sich bei Bedarf wieder bei der IVB melden. 
Die IVB werde die Versicherte beim Finden einer Tätigkeit im angestamm-

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ten Bereich als … in einem der weiterhin zumutbaren Arbeitsbereiche un-
terstützen.

Mit Verfügung vom 12. August 2014 hielt die Instruktionsrichterin fest, dass 
im Rahmen der Zirkulation die Kammer zum Schluss gekommen sei, die 
Sache sei zu weiteren medizinischen Abklärungen und neuem Entscheid 
zurückzuweisen. Der Beschwerdeführerin werde daher die Gelegenheit 
gegeben, sich zu einer allfälligen Schlechterstellung zu äussern bzw. einer 
solchen durch Rückzug der Beschwerde zu entgehen (vgl. BGE 137 V 314 
ff.).

Mit Eingabe vom 27. August 2014 hielt die Beschwerdeführerin vollumfäng-
lich an der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen der IV-Stelle Bern vom 
15. März 2013, mit welcher der Beschwerdeführerin eine befristete Rente 
(ganze Rente vom 1. Februar bis 31. Juli 2011 und halbe vom 1. August 
2011 bis 30. November 2012) zugesprochen wurde. Die Beschwerdeführe-
rin beantragt die Ausrichtung einer ganzen Rente vom 1. September 2009 
bis 31. Juli 2011 und ab dem 1. August 2011 eine unbefristete halbe Rente. 

Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin mit den Verfügungen vom 
15. März 2013 rückwirkend abgestufte und per 30. November 2012 befris-
tete Renten zugesprochen. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hin-
sicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte 
und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung 
oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbe-
stritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 Erw. 1a).

Gegenstand der angefochtenen Verfügungen vom 15. März 2013 bildet 
einzig der Rentenanspruch. Soweit die Beschwerdeführerin eine Umschu-
lung beantragt, ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsobjekt nicht 
einzutreten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

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2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.1.2 In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss er-
gebenden Beweisschwierigkeiten muss im Rahmen der sozialversiche-
rungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die subjektiven 
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig fest-
stellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
281).

2.1.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 
3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ei-
nen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder 
seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – 

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Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend 
auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zunächst ist zu prüfen, von welcher gesundheitlichen Beeinträchti-
gung auszugehen ist und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. 
Den medizinischen Akten ist im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 

3.1.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 8. Oktober 2008 wurde ein 
Vorderarm-Quetschtrauma links diagnostiziert. Es erfolgte eine Ruhigstel-

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lung des Arms für sieben bis zehn Tage und es wurde eine Arbeitsunfähig-
keit von 14 Tagen attestiert (AB 20.2 S. 2). Ein MRI des linken Vorderarms 
ergab am 3. April 2009 keine morphologisch eindeutig fassbare Pathologie 
des nervus ulnaris (AB 21.2 S. 1).

3.1.2 Am 25. März 2009 diagnostizierte der Neurologe Dr. med. 
M.________ einen Status nach Unterarmkontusion links am 12. September 
2008 und 24. Februar 2009 mit/bei Hypästhesie und Dysästhesie im Ver-
sorgungsgebiet des nervus cutaneus antebrachii medialis und nervus ulna-
ris links bei ätiologisch unklarer trophischer Störung des linken Unterarms 
(AB 9.4 S. 5). Elektroneurographisch sei keine umschriebene Läsion nach-
zuweisen. Die berichtete trophische Störung fände in der Untersuchung 
zumindest ein Korrelat darin, dass die linke obere Extremität im Bereich 
des Unterarms tatsächlich spürbar kühler sei als die rechte. Weitere Sym-
ptome für ein CRPS fänden sich jedoch nicht (AB 9.4 S. 8).

3.1.3 Im Bericht vom 11. Mai 2009 wies der Neurologe Dr. med. 
N.________ auf Inkonsistenzen bei der klinisch-neurologischen Befunder-
hebung hin. Er denke an ein Weichteilproblem als Ursache der Beschwer-
den, welche in Form einer pseudoradikulären Ausstrahlung die Gefühlss-
törungen an der linken Hand hervorrufe (AB 9.4 S. 13).

3.1.4 In der Beurteilung vom 28. September 2010 ging der Chirurg Dr. 
med. O.________ davon aus, dass aufgrund des negativen Resultates 
(Normalbefunde) von zwei neurologischen Untersuchungen von einer Ar-
beitsfähigkeit als … von 100 % ab dem 1. Juni 2010 ausgegangen werden 
könne (AB 21.2 S. 8 Ziff. 4).

3.1.5 Im handchirurgischen Gutachten vom 8. Dezember 2010 hielt Prof. 
Dr. med. P.________, Handchirurgie Zentrum Q.________, fest, er könne 
mit den Befunden für die Gefühlsstörungen und die geklagten Schmerzen 
noch keine Diagnose abgeben. Der nervus ulnaris weise eine erhöhte Irri-
tierbarkeit auf und die Schmerzen seien im distalen Ulnarisgebiet des Un-
terarms lokalisiert. Strukturelle Ursachen für eine Verletzungsfolge hätten in 
allen bisherigen Untersuchungen ausgeschlossen werden können (AB 21.2 
S. 10 ff.).

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3.1.6 Im neurologischen Gutachten vom 27. April 2011 – zuhanden der 
Unfallversicherung – diagnostizierte Dr. med. H.________ ein komplexes 
regionales Schmerzsyndrom ohne periphere Nervenläsion (CRPS Typ I) 
nach Quetschung des linken Unterarms am 12. September 2008 (AB 29.2 
S. 13). Der Gutachter hielt fest, die Tätigkeit als … erfordere regelmässig 
den kraftvollen Einsatz beider Arme. Aufgrund der linksseitigen CRPS mit 
Dauerschmerzen, sensiblen Defiziten und trophischen Veränderungen be-
stehe in der bisherigen Tätigkeit und beim üblichen Tätigkeitsspektrum die-
ses Berufs keine Arbeitsfähigkeit (AB 29.2 S. 14 Ziff. 6.1). In einer körper-
lich leichten Tätigkeit, ohne Dauerbelastung des linken Arms, bestehe auf-
grund der aktuell noch nicht ausreichend behandelten Symptomatik mit im 
Vordergrund stehenden Dauerschmerzen nur eine eingeschränkte Arbeits-
fähigkeit von 50 % (AB 29.2 S. 14 Ziff. 6.2).

3.1.7 Im Austrittsbericht vom 7. Juni 2011 diagnostizierten die Ärzte der 
Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin, Spital I.________, ein 
chronifiziertes Schmerzsyndrom im Bereich des distalen nervus ulnaris am 
Vorderarm links mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-10 
F45.41), anamnestisch Zöliakie (ICD-10 K90.0) und Allergien: Bremsen- 
und Bienengift (Anaphylasie; ICD-10 Z88.8). Für die Zeit des Aufenthalts 
vom 2. bis 27. Mai 2011 wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert 
(AB 34 S. 1 ff.).

3.1.8 Die Ärzte des Zentrums für Schmerzmedizin, J.________ 
(J.________), diagnostizierten im Bericht zuhanden der IVB vom 9. No-
vember 2001 (recte: 2011) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
komplexes regionales Schmerzsyndrom nach Läsion des nervus ulnaris 
(ICD-10 G56.2) und psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei 
andernorts klassifizierten Krankheiten (AB 39 S. 2). Sie hielten zur Leis-
tungsfähigkeit fest, es liege eine Einschränkung bei der Nutzung des linken 
Arms und der linken Hand vor, die Bewegung des Handgelenkes führe zur 
Schmerzverstärkung sowie das Heben von Gegenständen sei einge-
schränkt (AB 39 S. 5 Ziff. 1.7).

3.1.9 Im Bericht der AMA vom 20. August 2012 diagnostizierte der RAD-
Arzt Dr. med. R.________, Chirurgie FMH, ein komplexes regionales 
Schmerzsyndrom des linken Arms und der linken Hand (AB 57 S. 9). Er 

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führte aus, die Beschwerdeführerin habe ohne Unterbruch eine Handge-
lenk stabilisierende Schiene getragen, um Bewegungen zu vermeiden, 
welche zu elektrisierenden Schmerzen führen könnten. Fein- und grobmo-
torische Arbeiten mit der adominanten linken Hand seien wegen nach kur-
zer Zeit auftretenden Schmerzen im Hand- und Vorderarmbereich nur be-
schränkt möglich gewesen. Trotz der Behinderung habe die Beschwerde-
führerin bei einfachen, leichteren Arbeiten eine Leistung von zirka 90 % 
erbracht, dies in einem vollen Pensum. Zum Zumutbarkeitsprofil hielt er 
fest, die Beschwerdeführerin könne in einem vollen Pensum arbeiten. Es 
seien nur leichte, grob- und feinmotorisch einfache Tätigkeiten vollstellbar. 
Dabei bestehe eine Leistungsminderung von zirka 10 %. Es müsse mit 
Phasen gerechnet werden, in denen die Leistung um weitere 10 % sinken 
könnte, dies im Zusammenhang mit den schwer beherrschbaren Be-
schwerden in Vorderarm und Hand links (AB 57 S. 10).

3.1.10 In der Stellungnahme vom 19. Oktober 2012 hielt der RAD-Arzt Dr. 
med. F.________ fest, in der angestammten Tätigkeit als … bestehe laut 
Hausarzt spätestens seit dem 26. Februar 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 %. Nach Angaben des Gutachters Dr. med. H.________ sei eine 
Tätigkeit im … (….) zu 50 % zumutbar. Ab dem 5. August 2012 könne 
gemäss AMA-Bericht bei einer dieser Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit 
von 90 % ausgegangen werden (AB 62 S. 3).

3.1.11 Im Bericht vom 12. November 2012 hielten die Ärzte des 
J.________ aus neurologischer Sicht fest, vordiagnostiziert sei ein CRPS-
Typ-I (ohne Hinweise für neurologische Läsionen). Die klinisch-
neurologischen Untersuchungen sprächen zwar für eine mögliche nervus 
ulnaris Läsion, sodass differenzialdiagnostisch an ein CRPS-Typ-II habe 
gedacht werden können. Die elektrophysiologischen Zusatzuntersuchun-
gen sowie die Sonographie des linken nervus ulnaris hätten jedoch eine 
strukturelle Schädigung des nervus ulnaris nicht nachweisen können. Die 
Differentialdiagnose eines sympathisch aufrechterhaltenen Schmerzsyn-
droms könne nach einer negativen Stellatumblockade nicht aufrechterhal-
ten werden (Unfallakten act. III 3.37 S. 4 oben).

3.1.12 Im neurologischen Verlaufsgutachten vom 4. Februar 2013 ging Dr. 
med. H.________ davon aus, die angestammte Tätigkeit als … mit regel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 13

mässig differenzierten und kraftvollen Einsatz beider Hände und Arme sei 
nicht vollstellbar. Es kämen lediglich administrative Tätigkeiten in Frage, die 
jedoch im erlernten Beruf nur in einem begrenzten Umfang anfielen. Je 
nach Einsatzgebiet sei die angestammte Tätigkeit nur noch zu 10 bis 20 % 
ausführbar (AB 71.2 S. 11 Ziff. 6.1). Weiter führte er aus, eine ideal ange-
passte Tätigkeit sei nur mit dem gesunden und dominanten rechten Arm zu 
verrichten und sollte aufgrund der Dauerschmerzen in der linken Hand 
nicht über eine körperlich leichte Tätigkeit hinausgehen. Die betroffene lin-
ke Hand könne derzeit nur für einfache Haltefunktionen eingesetzt werden. 
Die chronischen neuropathischen Schmerzen begründeten eine einge-
schränkte Belastbarkeit und führten zu einer Einschränkung der angepass-
ten Tätigkeit um 50 % (AB 71.2 S. 12 Ziff. 6.2).

3.1.13 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ hielt in der Stellungnahme vom 
15. Februar 2013 fest, der Neurologe Dr. med. H.________ komme in Be-
zug auf den Grad der Arbeitsfähigkeit zum gleichen Schluss wie im Erst-
gutachten (Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit). Dies 
sei nachvollziehbar, da sich in den gesundheitlichen Belangen keine we-
sentlichen Veränderungen ergeben haben. Die im Rahmen einer AMA über 
einen Zeitraum von vier Wochen gewonnene Einschätzung (Arbeitsfähig-
keit von 90 %) habe jedoch auch ein gewisses Gewicht. Die Beurteilung 
der AMA-Fachleute leuchte insbesondere darum eher ein, weil das Leiden 
zwar eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit zur Folge habe, aber nicht 
zwangsläufig auch eine solche in Bezug auf das zumutbare Pensum. Die 
Schmerzen verfolgten die Beschwerdeführerin unabhängig von angepass-
ten Tätigkeiten. Die im Anschluss an die AMA gewonnene Einschätzung 
erweise sich als differenziert, während sich jene im Anschluss an die Ver-
laufsbegutachtung als eher grob gezeichnet und nicht gut begründet zeige 
(AB 73 S. 3).

3.1.14 Im neurologischen Verlaufsgutachten vom 23. Oktober 2013 er-
gänzte Dr. med. H.________, es sei am 25. Februar 2013 eine Implantati-
on eines Neurostimulators zur Schmerztherapie erfolgt. Es sei eine graduell 
leichte positive Veränderung eingetreten. Die Beschwerdeführerin habe ihr 
Pensum um 10 % steigern können. Der Gutachter bestätigte seine Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit vom Verlaufsgutachten vom 4. Februar 2013 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 14

und erachtete die angestammte Tätigkeit als … mit kraftvollem Einsatz bei-
der Hände und Arme für nicht vorstellbar. Es kämen lediglich administrative 
Tätigkeiten in einem … in Frage. Weiter ging er davon aus, eine ideal an-
gepasste Tätigkeit sei nur mit dem gesunden und dominanten rechten Arm 
zu verrichten und sollte aufgrund der Dauerschmerzen in der linken Hand 
nicht über eine körperlich leichte Tätigkeit hinausgehen. Die betroffene lin-
ke Hand könne derzeit nur für einfache Haltefunktionen eingesetzt werden. 
Der Gutachter erachtete die aktuelle Tätigkeit als … als optimal angepasst 
und das derzeitige berufliche Pensum von 50 % an der oberen Grenze 
(Beschwerdebeilage [BB] 4).

3.2 Auf die neurologischen Verlaufsgutachten von Dr. med. H.________ 
vom 4. Februar und 23. Oktober 2013 (AB 71.2 S. 9 ff.; BB 4) kann hier 
nicht abgestellt werden, denn der Gutachter hat – wie auch zuvor die Neu-
rologen Dr. med. M.________ (AB 9.4 S. 5 ff.) und Dr. med. N.________ 
(AB 9.4 S. 13) – die Beschwerden nicht bzw. höchstens ansatzweise mit 
handfesten Befunden unterlegen können (vgl. auch handchirurgisches 
Gutachten von Dr. med. P.________ vom 8. Dezember 2010 zuhanden der 
Unfallversicherung [AB 21.2 S. 10 ff.]). Auch der Gutachter Dr. med. 
H.________ hielt ausdrücklich fest, dass das klinische Bild zwar charakte-
ristisch sei für ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS Typ-I), 
dass die Ätiologie und die Zusammenhänge des gezeigten Schmerzbildes 
jedoch medizinisch nicht geklärt seien (AB 29.1 S. 12). Insoweit mag die 
Diagnose des CRPS Typ-I stimmen, es ist jedoch zu beachten, dass diese 
Diagnose ausdrücklich keine Nervenverletzung beinhaltet. Erst bei Typ-II 
wäre eine Nervenverletzung vorliegend. In diesem Sinne fehlt derzeit der 
Nachweis einer organischen Grundlage der geklagten Schmerzen. Insoweit 
basiert der (erste) Bericht des J.________ (vgl. E. 3.1.8) auf falschen An-
nahmen, wenn darin von einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom 
nach Läsion des nervus ulnaris gesprochen wird (AB 39 S. 2). An dieser 
ersten Beurteilung wurde seitens des J.________ schliesslich auch nicht 
festgehalten (vgl. E. 3.1.11).

3.3 Nebst den somatischen Inkonsistenzen bestehen offensichtlich mit-
wirkende psychosoziale Umstände (vgl. z.B. AB 9.4 S. 18), wird doch auf 
solche in verschiedenen Aktenstellen hingewiesen: Dr. med. N.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 15

bemerkte im Bericht vom 11. Mai 2009, es sei die Anamnese zur berück-
sichtigen, da die Beschwerdeführerin bereits negative Erfahrungen mit so-
matischen Abklärungen gemacht habe (AB 9.4 S. 13). Die Ärzte der Klinik 
für Plastische- und Handchirurgie, Spital I.________, empfahlen am 
14. September 2009 zudem den Beizug eines Psychiaters oder Psycholo-
gen (act. III 3.15). Weiter verwies Dr. med. O.________ in der Beurteilung 
vom 28. Februar 2010 auf die Meinung der Ärzte, wonach die Beschwerde-
führerin als … tätig sein könne, sie sollte lediglich vermeiden, dass sie mit 
sehr schweren Patienten zu tun habe und dies ein organisatorisches Pro-
blem sei (AB 20.2 S. 7). Ferner wurde im Bericht der Klinik für Plastische- 
und Handchirurgie, Spital I.________, vom 25. Mai 2010 festgehalten, dass 
die Beschwerdeführerin grosse Angst davor habe, dass sie bei der … wie-
der hart am Unterarm gepackt werden könnte. Nach so einem festen Griff 
habe sie anschliessend starke brennende Schmerzen im Bereich des Un-
terarms, vor allem ulnar (AB 9.4 S. 19). Insoweit ist denn auch durchaus 
nachvollziehbar, dass im Mai 2011 eine psychosomatisch orientierte Be-
handlung im Spital I.________ erfolgte (AB 34). Im Austrittsbericht vom 7. 
Juni 2011 stellten die Ärzte eine ICD-10 F45.xx-Diagnose, mithin die Dia-
gnose einer somatoformen Schmerzstörung und sie erwähnten psychoso-
ziale Chronifizierungsfaktoren (AB 34 S. 1). Diese Feststellungen weisen 
auf eine psychische Genese der Beschwerdesymptomatik hin, allenfalls in 
der Ausprägung einer dissoziativen Störung im Sinne der ICD-10 F44.4-7, 
was in Anbetracht der an sich blanden neurologischen Befunde einleuch-
tend erscheint. Eine entsprechende psychiatrische Abklärung mit Prüfung 
der allfälligen Überwindbarkeit der psychisch bedingten Schmerzen ist je-
doch bis anhin nicht erfolgt.

3.4 Die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch den Gut-
achter Dr. med. H.________, welcher aus neurologischer Sicht mit den im 
Vordergrund stehenden chronischen neuropathischen Schmerzen – ohne 
die somatisch nicht erklärbaren Anteile auszuscheiden – auch in einer an-
gepassten Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging (vgl. AB 
71.2 S. 12 Ziff. 6.2), ist damit nicht überzeugend. 

Es stellt sich die Frage, ob auf der Basis der übrigen medizinischen Akten 
entschieden werden kann. Die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 16

F.________ vom 19. Oktober 2012 (AB 62 S. 3) und vom 15. Februar 2013 
(AB 73 S. 3) sind sehr knapp und folgten auf der Basis der AMA (AB 57 
S. 10). Massgeblich ist jedoch die medizinische Beurteilung gestützt auf 
eine vollständige überzeugende medizinische Abklärung, welche hier nicht 
vorliegt. Die AMA kann zweifellos wesentliche Erkenntnisse bringen, ohne 
hinreichende medizinische Abklärungen ist aber auch auf der Basis der 
AMA eine Beurteilung nicht möglich. 

3.5 Da weder auf die Beurteilung des Gutachters Dr. med. H.________ 
noch auf die RAD-Berichte bzw. die Beurteilung auf der Basis der AMA 
abgestellt werden kann, gleichzeitig jedoch auch bis anhin nicht geklärte 
Fragen zu allfällig mitwirkenden psychischen Umständen bestehen, bedarf 
es einer interdisziplinären Abklärung, denn die Beurteilung allenfalls psy-
chisch bedingter Schmerzen ist weder Sache des Neurologen noch eines 
RAD-Arztes ohne entsprechende Fachrichtung. Die Sache ist deshalb zur 
interdisziplinären Begutachtung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im 
Rahmen dieser Begutachtung werden auch die in den Berichten von Dr. 
med. N.________ vom 11. Mai 2009 (AB 9.4 S. 13) und der Klinik für Plas-
tische- und Handchirurgie, Spital I.________, vom 25. Mai 2010 (AB 9.4 
S. 19), vom 21. Juli 2010 (AB 12 S. 7) und vom 14. September 2010 (act. 
III 3.15) sowie von Dr. med. O.________ vom 28. September 2010 (AB 
20.2 S. 4) gemachten Feststellungen, die eine psychiatrische Komponente 
andeuten, zu würdigen sein.

Eine Rückweisung an die Verwaltung ist ohne weiteres geboten und zuläs-
sig (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 200), da die Begutachtung ungeklärte 
Fragen betrifft.

3.6 In Gutheissung der Beschwerde sind die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 15. März 2013 aufzuheben und die Sache ist 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 17

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten. Diese sind mit Blick auf die angemessenen Kostennoten von 
Fürsprecher B.________ vom 5. November 2013 und vom 1. September 
2014 auf Fr. 4‘594.10 festzusetzen (gemäss Kostennote vom 5. November 
2013 von Fr. 4‘161.65 [Honorar: Fr. 3‘700.-- + Auslagen: Fr. 153.40 + 
MWSt: Fr. 308.25 = Fr. 4‘161.65] und gemäss ergänzende Kostennote vom 
1. September von Fr. 432.45 [Honorar: Fr. 350.-- + Auslagen: Fr. 50.40 + 
MWSt: Fr. 32.05 = Fr. 432.45]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 15. März 2013 aufgehoben und die Sache 
wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Sept. 2014, IV/13/351, Seite 18

Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘594.10 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt einge-

reichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.