# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac9281eb-7656-5eac-9b66-66bd9828608b
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-28
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 28.10.2022 Z2 2022 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2022-34_2022-10-28.pdf

## Full Text

20220913_113030_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2022 34

Oberrichter Dr.iur. A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Oberrichter lic.iur. St. Scherer
Gerichtsschreiberin MLaw K. Fotsch

Urteil vom 28. Oktober 2022

in Sachen

A.________,
vertreten durch Fürsprecher lic.iur. B.________,
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin,

gegen

C.________,
vertreten durch RA lic.iur. D.________,
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter,

betreffend

Eheschutzmassnahmen gemäss Art. 172 ff. ZGB 
(Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 8. Juni 2022)

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Rechtsbegehren

Gesuchstellerin und Berufungsklägerin

1. Ziffern 2.2., 2.3., 2.4., 3., 4. und 6. des angefochtenen Entscheids des Einzelrichters des Kantonsge-
richts Zug [seien] aufzuheben.

2. In Gutheissung der Berufung sei

a) die Angelegenheit zu neuem materiellen Entscheid nach Ergänzung des Beweisverfahrens (ins-
besondere bezüglich des persönlichen Verkehrs) zurückzuweisen;

b) eventuell
(2.2)
a) Der Vater wird verpflichtet, eine Therapie zu besuchen, um die Probleme in seiner Bezie-

hung zu seinen Kindern K.________ und L.________ zu behandeln. 
b) Bis zum erfolgreichen Abschluss der Therapie wird dem Vater das Recht auf Erinne-

rungskontakte mit den Kindern eingeräumt (kurzfristiger Besuch alle sechs Wochen).
c) Der Vater hat das Recht, nach erfolgreichem Abschluss eine Neuregelung des Besuchs- 

und Ferienrechts zu beantragen, sofern sich die Parteien nicht untereinander darüber ei-
nigen können.

(2.3) (Ersatzlos aufzuheben)
(2.4) und
(3.) Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt der gemein-

samen Kinder K.________ und L.________ und ihren persönlichen Unterhalt rückwirkend 
ab 1. Juli 2021 mindestens folgende Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger Familienzula-
gen zu bezahlen:
CHF 17'836.00 (inkl. Steuern von CHF 1'050.00) bis 31. August 2023, alsdann 
CHF 15'000.00, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es sich um 
zukünftige Unterhaltsbeiträge handelt,
wobei je Kind CHF 5'000.00 Barunterhalt
sowie ein Betreuungsunterhalt von CHF 6'000.00,
und die nach Festlegung von Bar- und Betreuungsunterhalt verbleibende Differenz zum 
Betrag von CHF 17'836.00 bzw. CHF 15'000.00 als Beitrag an den Unterhalt der Ge-
suchstellerin.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7,7% MwSt.) zu Lasten des Gesuchsgegners/Berufungs-
beklagten.

Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter

1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstellerin/Berufungsklägerin.

Sachverhalt

1. A.________ (nachfolgend: Gesuchstellerin) und C.________ (nachfolgend: Gesuchsgegner) 
heirateten am tt.mm.2013 vor dem Zivilstandsamt E.________. Aus ihrer Ehe sind die Kinder 
K.________, geb. tt.mm.2015, und L.________, geb. tt.mm.2017, hervorgegangen.

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2.1 Mit Eingabe vom 10. September 2021 reichte die Gesuchstellerin gegen den Gesuchsgegner 
beim Kantonsgericht Zug, Einzelrichter, das vorliegende Eheschutzgesuch ein (Vi act. 1). Der 
Gesuchsgegner nahm mit Eingabe vom 15. Oktober 2021 Stellung (Vi act. 8). 

2.2 Der Einzelrichter forderte die Parteien am 21. Oktober 2021 zur Urkundenedition auf und 
befragte sie am 26. November 2021 persönlich zur Sache (Vi act. 9-10; Vi act. 23 und 34). 
Am 11. Februar 2022 reichte die Gesuchstellerin eine Replik und am 17. März 2022 der Ge-
suchsgegner eine Duplik ein (Vi act. 42 und 49). Am 6. Mai 2022 fand die Anhörung der Kin-
der K.________ und L.________ statt (Vi act. 56).

2.3 Am 8. Juni 2022 fällte der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug folgenden Entscheid (act. 1/1; 
ES 2021 566): 

" 1. Es wird festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt für unbe-
stimmte Dauer aufzuheben, und bereits seit dem 1. November 2019 getrennt leben.

2.1 Die Kinder K.________, geb. tt.mm.2015, und L.________, geb. tt.mm.2017, werden unter die 
Obhut der Mutter gestellt. 

2.2 Der Vater wird berechtigt und verpflichtet, die Kinder K.________ und L.________ auf eigene 
Kosten wie folgt zu betreuen:

- ab Rechtskraft des Eheschutzentscheids bis zum 30. September 2022 an jedem zweiten 
Sonntag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

- ab 1. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und unter der Voraussetzung, dass der Bei-
stand die Ausweitung des Besuchsrechts empfiehlt, jedes Wochenende, abwechselnd am 
Samstag oder Sonntag (beginnend mit einem Samstag), von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr;

- ab 1. Januar 2023 bis 30. April 2023 und unter der Voraussetzung, dass der Beistand die 
Ausweitung des Besuchsrechts empfiehlt, jedes zweite Wochenende von Samstag, 
10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;

- ab 1. Mai 2023 und unter der Voraussetzung, dass der Beistand die Ausweitung des Be-
suchsrechts empfiehlt, jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 
18.00 Uhr. 

Während der Feiertage erfolgt die Betreuung der Kinder durch den Vater wie folgt: 

- in Jahren mit gerader Jahreszahl am 24. Dezember, von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, sowie am 
Ostermontag, von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr;

- in Jahren mit ungerader Jahreszahl am 25. Dezember, von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, und am 
Ostersonntag, von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. 

Weiter betreut er die Kinder ab dem 1. Mai 2023 und unter der Voraussetzung, dass der Bei-
stand ein Ferienrecht empfiehlt, während drei Wochen pro Jahr in den Schulferien, wobei die 
Ferien zwischen den Eltern jeweils drei Monate im Voraus abzusprechen sind. Können sie sich 
über die Aufteilung der Ferien nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit ungerader Jah-
reszahl und der Mutter in Jahren mit gerader das Recht zu, die eigenen drei Ferienwochen zu 
bestimmen, während der jeweils andere Elternteil anschliessend aus der übrigen Zeit seine ei-
genen drei Ferienwochen mit den Kindern wählen kann.

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2.3 Für die Kinder K.________ und L.________ wird eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 
Abs. 1 und 2 ZGB errichtet und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird darum er-
sucht, den Beistand zu bestellen und diesem insbesondere die folgenden Aufgaben zu übertra-
gen: 

- die Sicherstellung der Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts gemäss Ziff. 2.2;
- die Festlegung der Art und Weise der Kinderübergabe;
- die Vermittlung bei Konflikten bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs;
- die Unterstützung der Parteien in der Sorge um ihr Kind. 

Allfällige Kosten der Beistandschaft sind von den Parteien je zur Hälfte zu übernehmen. 

2.4 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt der gemeinsamen 
Kinder K.________ und L.________ folgende Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger Familien-
zulagen zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es sich um 
zukünftige Unterhaltsbeiträge handelt: 

- rückwirkend ab dem 1. Juli 2021 bis 31. Januar 2023:
für K.________ CHF 1'798.00 Barunterhalt
für L.________ CHF 1'673.00 Barunterhalt

CHF 5'142.00 Betreuungsunterhalt
- ab dem 1. Februar 2023 bis 31. Mai 2025:

für K.________ CHF 2'845.00 Barunterhalt
für L.________ CHF 2'713.00 Barunterhalt

CHF 1'295.00 Betreuungsunterhalt
- ab dem 1. Juni 2025 bis 30. Juni 2027:

für K.________ CHF 3'012.00 Barunterhalt
für L.________ CHF 2'680.00 Barunterhalt

CHF 1'295.00 Betreuungsunterhalt
- ab dem 1. Juli 2027 bis 31. Juli 2030:

für K.________ CHF 2'979.00 Barunterhalt
für L.________ CHF 2'847.00 Barunterhalt

CHF 1'295.00 Betreuungsunterhalt
- ab dem 1. August 2030:

für K.________ CHF 2'378.00 Barunterhalt
für L.________ CHF 2'917.00 Barunterhalt

3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an deren Unterhalt folgende Unter-
haltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es sich um 
zukünftige Unterhaltsbeiträge handelt:

- ab dem 1. Juni 2021 bis 31. Januar 2023: CHF 1'160.00
- ab dem 1. Februar 2023 bis 31. Mai 2025: CHF 1'921.00
- ab dem 1. Juni 2025 bis 30. Juni 2027: CHF 1'854.00
- ab dem 1. Juli 2027 bis 31. Juli 2030: CHF 1'787.00
- ab dem 1. August 2030: CHF 616.00

4. Es wird festgestellt, dass die Gesuchstellerin an die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv Ziffer 
2.4 und 3 vom 1. Juli 2021 bis 31. März 2022 bereits Zahlungen im Umfang von 
CHF 100'954.20 erhalten hat. Der Gesuchsgegner wird berechtigt, die Zahlungen im Umfang 
von CHF 100'954.00 von den in Ziffer 2.4 und 3 festgesetzten Unterhaltsbeiträgen der entspre-
chenden Zeitperiode in Abzug zu bringen.

5. Die eheliche Wohnung an der ________ (Adresse) wird für die Dauer des Getrenntlebens der 
Gesuchstellerin und den Kindern zur alleinigen Benützung zugewiesen. 

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6. Im Übrigen wird das Gesuch abgewiesen.

7. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt:

CHF 10'000.00Entscheidgebühr

Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und mit dem von der Gesuch-
stellerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 7'000.00 verrechnet. Der Fehlbetrag von 
CHF 3'000.00 wird vom Gesuchsgegner nachgefordert. Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstel-
lerin den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 2'000.00 zu ersetzen.

8. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

[Rechtsmittel / Mitteilungen] "

3.1 Gegen diesen Entscheid reichte die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 28. Juni 2022 (Post-
eingang: 1. Juli 2022) Berufung beim Obergericht des Kantons Zug mit dem eingangs ge-
nannten Rechtsbegehren ein (act. 1).

3.2 Mit Präsidialverfügung vom 3. Juli 2022 wurde die Gesuchstellerin aufgefordert, für die vor-
aussichtlichen Gerichtskosten des Berufungsverfahrens einen Kostenvorschuss von einst-
weilen CHF 10'000.00 zu bezahlen (act. 3). Am 21. Juli 2022 ersuchte die Gesuchstellerin 
um Leistung eines Prozesskostenvorschusses durch den Gesuchsgegner, eventualiter um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und subeventualiter um ratenweise Bezahlung 
des Gerichtskostenvorschusses (act. 5). Mit Präsidialverfügung vom 26. Juli 2022 wurde 
der Gesuchstellerin die ratenweise Bezahlung des Gerichtskostenvorschusses gestattet, im 
Übrigen wurden aber ihre Anträge auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses und even-
tualiter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Verfahren VA 2022 91) abgewiesen 
(act. 6).

3.3 In der Berufungsantwort vom 8. August 2022 stellte der Gesuchsgegner seinerseits das ein-
gangs genannte Rechtsbegehren (act. 7).

3.4 Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt. Die Gesuchstellerin reichte jedoch 
(innert antragsgemäss angesetzter Frist) am 29. August 2022 in Ausübung ihres unbeding-
ten Replikrechts eine weitere Eingabe ein (act. 10).

Erwägungen

1. Im vorliegenden Berufungsverfahren sind noch das Besuchs- und Ferienrecht des Gesuchs-
gegners bzw. die Regelung des persönlichen Verkehrs (dazu E. 3), die angeordnete Bei-
standschaft (E. 4) sowie der Kindes- und der Ehegattenunterhalt samt den bereits geleiste-
ten, in Abzug zu bringenden Zahlungen (E. 5-9) strittig. 

Nicht angefochten ist die Berechtigung zum Getrenntleben und das Datum des Getrennt-
lebens (Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids), die Zuteilung der Obhut an die 
Gesuchstellerin (Dispositiv-Ziffer 2.1) sowie die Zuweisung der ehelichen Wohnung an die 

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Gesuchstellerin und die Kinder (Dispositiv-Ziffer 5). Diese Punkte bilden demnach nicht Ge-
genstand des vorliegenden Berufungsverfahrens.

2. In prozessualer Hinsicht ist sodann Folgendes anzumerken:

2.1 Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 10 Tagen seit Zustellung des begründeten 
Entscheids schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 
ZPO). Das Berufungsverfahren ist als eigenständiges Verfahren ausgestaltet. Es dient nicht 
der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Kor-
rektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstan-
dungen. Entsprechend ist die Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. 
Dabei muss die Berufungsklägerin aufzeigen, inwiefern und weshalb sie den angefochtenen 
Entscheid in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb 
(zulässige) Noven oder neue Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen 
Anforderungen nachzukommen, genügt es nicht, wenn die Berufungsklägerin lediglich auf ih-
re Vorbringen vor erster Instanz verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen 
zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Vielmehr 
muss sie im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die sie beanstandet, 
sich mit ihnen argumentativ auseinandersetzen und die Aktenstücke nennen, auf denen ihre 
Kritik beruht. Die Begründung muss hinreichend explizit sein, sodass sie von der Berufungs-
instanz einfach nachvollzogen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_598/2019 
vom 23. Dezember 2019 E. 3.1, insbesondere auf BGE 142 III 413 E. 2.2.2 und 138 III 374 
E. 4.3.1).

Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraus-
setzung für die Berufung. Lässt die Berufung insgesamt oder hinsichtlich eines bestimmten 
Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so tritt die Berufungsinstanz darauf 
nicht ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet nicht von einer gehörigen 
Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine Pflicht des Berufungs-
gerichts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei handelt es sich nicht um 
einen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1 und 5A_342/2020 vom 4. März 
2021 E. 3.3).

2.2 Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache 
und kann das erstinstanzliche Urteil sowohl auf rechtliche wie tatsächliche Mängel hin über-
prüfen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Berufungsinstanz gehalten ist, von sich aus wie 
eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fra-
gen zu untersuchen, wenn die Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie hat 
sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der in der 
schriftlichen Begründung gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu 
beschränken (BGE 142 III 413 E. 2.2.4).

2.3 Neue Vorbringen sind im Berufungsverfahren grundsätzlich nur noch unter den Vorausset-
zungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tatsachen und Beweismittel 
nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden 
(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-

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gebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Art. 296 ZPO statuiert jedoch für Kin-
derbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend unter anderem zu 
beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem 
Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge 
entscheidet. In Verfahren, die der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können 
die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt 
vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit nicht, sofern und soweit Kin-
derbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Dies gilt im vorliegenden Fall nebst 
den Fragen rund um das Besuchsrecht insbesondere auch für die Leistungsfähigkeit und den 
Bedarf der Parteien. Diese sind sowohl für den Kindes- wie auch für den ehelichen Unterhalt 
massgebend und die jeweiligen Unterhaltsbeiträge können nicht unabhängig voneinander 
festgesetzt werden (vgl. BGE 147 III 301 E. 2.2).

Der Untersuchungsgrundsatz entbindet die Parteien indessen nicht von ihrer aktiven Mitwir-
kungspflicht sowie der Behauptungs- und Substanziierungslast. Es bleibt Aufgabe der Ehe-
gatten, dem Richter das in Betracht kommende Tatsachenmaterial zu unterbreiten, die Be-
weismittel zu bezeichnen und die für die Ermittlung des Sachverhalts notwendigen Beweise 
im Rahmen des Zumutbaren beizubringen (Urteile des Bundesgerichts 5A_555/2013 vom 
29. Oktober 2013 E. 3.3 und 5A_833/2012 vom 30. Mai 2013 E. 3.1; BGE 128 III 411 
E. 3.2.1, bestätigt in: BGE 130 I 180 E. 3.2).

2.4 Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass die Gesuchstellerin in der Berufungsschrift über 
weite Strecken die vorinstanzlichen Erwägungen, die sie beanstandet, nicht bezeichnet und 
die Aktenstücke, auf denen ihre Kritik beruht, nicht nennt. Ausserdem setzt sich die Gesuch-
stellerin in der Berufung zuweilen gar nicht mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander, 
sondern erhebt pauschale Einwände (vgl. etwa act. 1 S. 24 Ziff. 10d: "hier liegen auch weit 
überdurchschnittliche Einkommensverhältnisse vor […], was bei der Bestimmung des ge-
bührenden Unterhalts […] zu berücksichtigen ist"). Insoweit ist auf die Berufung nicht einzu-
treten. Auf die betreffenden Passagen wird nachfolgend eingegangen.

3. Die Gesuchstellerin stört sich zunächst am von der Vorinstanz angeordneten Besuchs- und 
Ferienrecht. Sie verlangt die Rückweisung an die Vorinstanz zu neuem materiellen Entscheid 
nach Ergänzung des Beweisverfahrens, eventualiter dass der Gesuchsgegner verpflichtet 
werde, eine Therapie zu besuchen, ihm bis zum erfolgreichen Abschluss dieser Therapie 
bloss das Recht auf Erinnerungskontakte (kurzfristiger Besuch alle sechs Wochen) ein-
geräumt werde und er nach erfolgreichem Abschluss der Therapie eine Neuregelung des 
Besuchs- und Ferienrechts beantragen könne (act. 1 S. 2).

3.1 Die Vorinstanz begründete das von ihr festgelegte, aufbauende Besuchsrecht zusammenge-
fasst wie folgt:

3.1.1 Die Parteien seien sich einig, dass der Gesuchsgegner die Kinder im Mai 2021 das letzte Mal 
gesehen habe. Damit hätten K.________ und L.________ das letzte Jahr fast ausschliess-
lich mit der Gesuchstellerin verbracht, während sie zum Gesuchsgegner nur wenig und zu-
letzt fast gar keinen Kontakt gehabt hätten. Zwischen dem Gesuchsgegner sowie 
K.________ und L.________ habe sich eine erhebliche Entfremdung eingestellt, welche sich 
unter anderem darin zeige, dass die Kinder Kontakte zu ihrem Vater strikt ablehnen würden. 

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Diese Entwicklung und die gegenseitigen massiven Schuldzuweisungen würden deutlich ma-
chen, dass die Eltern ausserstande seien, den aus entwicklungspsychologischer Sicht wich-
tigen Kontakt der Kinder zu ihrem Vater zu gewährleisten. Dabei sei nicht entscheidend, ob 
der Gesuchsgegner sein Besuchsrecht in der Vergangenheit nicht wahrgenommen oder die 
Gesuchstellerin die Ausübung des Besuchsrechts vereitelt habe. Die Parteien seien sich zu-
mindest darin einig, dass es zu begrüssen wäre, wenn zukünftig Besuchstage stattfinden 
könnten und dem Gesuchsgegner aus diesem Grund ein Besuchsrecht einzuräumen sei. Es 
sei denn auch nicht erstellt, dass sich der Gesuchsgegner von seinen Kindern abgewendet 
habe, weil sie ihm gleichgültig wären oder er sich nicht um sie kümmern möchte. Genauso 
wenig seien die Vorwürfe der Gesuchstellerin an den Gesuchsgegner im Zusammenhang mit 
den Verhaltensauffälligkeiten der Kinder belegt. Hinzu komme, dass das Besuchsrecht auch 
ein Pflichtrecht sei, das zum Wohl und der förderlichen Entwicklung eines Kindes ausgeübt 
werden solle. Denn nur das Besuchsrecht erlaube den Aufbau einer persönlichen Eltern-
Kind-Beziehung. Unter der gegebenen Situation und der Tatsache, dass das Besuchsrecht 
nur als ultima ratio entzogen werden solle, liege mithin kein Entzugsgrund nach Art. 274 
Abs. 2 ZGB vor. Dem Gesuchsgegner sei somit grundsätzlich ein Besuchsrecht zu gewähren 
(act. 1/1 E. 8.2.1).

3.1.2 Eine Einschränkung des Besuchsrechts sei dann angebracht, wenn aufgrund der tatsächli-
chen Umstände davon auszugehen sei, dass die Gewährung des üblichen Besuchsrechts 
das Kindeswohl gefährde. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Bei den Anschuldigungen der 
Gesuchstellerin betreffend das Verhalten des Gesuchsgegners gegenüber den Kindern 
handle es sich um bestrittene Parteibehauptungen. Diese seien nicht glaubhaft gemacht 
worden. Eine Aussetzung des Besuchsrechts alleine wegen der ablehnenden Haltung der 
Kinder gegenüber dem Gesuchsgegner wäre zudem unverhältnismässig, dies insbesondere 
auch vor dem Hintergrund der grundsätzlich fast übereinstimmenden Anträge der Parteien. 
Daran ändere auch das Verhalten von K.________ und L.________ an der Kinderanhörung 
vom 6. Mai 2022 nichts. Dieses zeige aber, dass der nach wie vor andauernde und ungelöste 
Elternkonflikt sich negativ auf die Kinder auswirke und diese unter der momentanen Situation 
leiden würden. Den Eltern sollte die künftige Regelung des Besuchsrechts Anreiz sein, ihre 
Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit massgebend zu verbessern, um den 
Kindern eine ruhige und behütete Entwicklung zu ermöglichen. Im Rahmen der Erziehung 
sollte mit dem Ziel auf die Kinder eingewirkt werden, psychologische Widerstände gegen den 
andern Elternteil abzubauen und eine positive Einstellung zu gewinnen. Im Vordergrund ste-
he die motivierende Vorbereitung der Kinder auf die Besuchskontakte und die Aufgabe der 
Eltern, die Kinder nicht in Loyalitätskonflikte zu bringen. Wenn das Besuchsrecht, wie im vor-
liegenden Fall, über längere Zeit nicht ausgeübt worden sei bzw. nicht habe ausgeübt wer-
den können, sei es angezeigt, die notwendige Vertrauensbasis zum Kind behutsam und suk-
zessive wiederherzustellen. Aufgrund des mehr als einjährigen Kontaktunterbruchs sei das 
Besuchsrecht daher zunächst nur stundenweise und ohne Übernachtung mit einer kontinu-
ierlichen Ausdehnung anzuordnen, bis es den üblichen Umfang erreiche – dies, um die Kin-
der nicht zu überfordern (act. 1/1 E. 8.2.2).

3.2 Die Gesuchstellerin rügt, sie und die Kinder würden familiäre bzw. verwandtschaftliche Be-
ziehungen einzig zu den Eltern der Gesuchstellerin und ihren Geschwistern und deren Kin-
dern pflegen. Diese Personen lebten alle im F.________. Hier würden die Kinder ein intaktes 
Familienleben auf dem Bauernhof erleben. Mit der angeordneten Besuchsrechtsregelung 

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werde der Gesuchstellerin und den Kindern diese Möglichkeit genommen, da sie nicht an 
einem Tag hinfahren und gleich wieder zurückfahren könnten (act. 1 S. 6 Ziff. 1b).

Dieser Einwand ist unbegründet. Die Vorinstanz ordnete nämlich ausschliesslich während ei-
ner dreimonatigen Phase – vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2022 – ein Besuchsrecht des 
Gesuchsgegners an jedem Wochenende, entweder an einem Samstag oder einem Sonntag, 
an. Inwiefern es dem Kindeswohl entgegenlaufen soll, wenn die Kinder während bloss drei 
Monaten an Wochenenden nicht zwei Tage am Stück ins F.________ fahren können, legt die 
Gesuchstellerin nicht dar und ist nicht erkennbar. Ohnehin übersieht die Gesuchstellerin, 
dass sie gemäss der vorinstanzlichen Besuchsrechtsregelung die Kinder unter der Woche 
betreut und während dieser drei Monate auch Schulferien sind, in denen sie mit den Kindern 
ins F.________ fahren kann. An dieser dreimonatigen Phase, während welcher der Ge-
suchsgegner die Kinder jedes Wochenende alternierend am Samstag oder Sonntag zu oder 
mit sich auf Besuch nehmen kann, ist daher nichts zu ändern.

3.3 Die Gesuchstellerin rügt weiter, die beiden Kinder hätten "panische Angst", mit dem Ge-
suchsgegner mitzugehen oder überhaupt nur mit diesem allein zusammen zu sein. Der Ge-
suchsgegner flippe jeweils völlig aus, wenn die Kinder nicht gerade das und sofort tun wür-
den, was er sich vorstelle. Die Gesuchstellerin fragt sich, wie sie dieses seit Geburt der Kin-
der bestehende Desinteresse des Gesuchsgegners an den Kindern "belegen" könne, wie 
dies die Vorinstanz in E. 8.2.1 fordere, wenn die Befragung von Personen (G.________, 
H.________), die dies aufgrund ihres häufigen Kontaktes mit den Parteien selber hätten fest-
stellen können, einfach abgelehnt werde (act. 1 S. 7 ff. Ziff. 2c).

3.3.1 Dieser Einwand ist unbegründet. Selbst ein angeblich seit der Geburt bestehendes Desinter-
esse an den Kindern würde das Aussetzen des Besuchsrechts nicht rechtfertigen. Die Kinder 
sind inzwischen älter geworden, vor dem Getrenntleben sahen sich die Kinder und der Ge-
suchsgegner praktisch täglich und unbestrittenermassen unternahm der Gesuchsgegner 
auch Ausflüge mit den Kindern (Vi act. 27 Ziff. 1). Ein Desinteresse würde im Übrigen auch 
nicht dazu führen, dass, wie von der Gesuchstellerin beantragt, vorerst nur Erinnerungskon-
takte anzuordnen wären. Erinnerungskontakte sind die letzte Alternative zum vollständigen 
Kontaktabbruch. Bei Erinnerungskontakten befinden sich der besuchsberechtigte Elternteil 
und die Kinder an einem neutralen Ort und berichten einer Fachperson über die wichtigen 
Ereignisse der letzten Monate (vgl. Büchler/Enz, Der persönliche Verkehr, FamPra.ch 2018 
S. 934 ff. mit Hinweisen). Inwiefern aufgrund eines angeblichen Desinteresses während des 
Zusammenlebens nunmehr bloss noch Erinnerungskontakte alle sechs Wochen anzuordnen 
wären, ist schlicht nicht ersichtlich. Dem Gesuchsgegner ist es zudem ein Anliegen, die Kin-
der zu sehen. Es geht ihm mit dem von ihm beantragten Besuchsrecht offenkundig nicht um 
finanzielle Motive, erhofft er sich doch namentlich nicht, dadurch weniger Unterhalt zahlen zu 
müssen.

3.3.2 Dass sodann die Kinder "panische Angst" vor dem Vater haben, wird vom Gesuchsgegner 
bestritten und bleibt eine unbelegte Behauptung der Gesuchstellerin. Daran ändert die Wen-
dung "Es ist aktenkundig" (act. 1 S.7 Ziff. 2b) nichts, insbesondere wenn die Gesuchstellerin 
es unterlässt, die Aktenfundstelle zu bezeichnen (vgl. E. 2.1 und 2.3). Die Gesuchstellerin 
bringt auch in der Berufung nichts vor, das ihre Behauptung stützen könnte. Im Gegenteil, 
spricht doch ihre Darstellung, wonach K.________ und L.________ seit Kleinstkindesalter 

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den Gesuchsgegner "fertiggemacht" hätten, damit dieser aufgegeben und die Kinder [zur 
Gesuchstellerin] zurückgebracht habe (act. 1 S. 9 Ziff. 2c), eher nicht dafür, dass die Kinder 
panische Angst vor dem Gesuchsgegner haben. Kinder, die panische Angst vor ihrem Vater 
haben, getrauen sich nicht, den Vater "fertigzumachen" (vgl. dazu auch E. 3.4). Aufgrund des 
langen Kontaktunterbruchs zwischen dem Gesuchsgegner und den Kindern – mittlerweile 
mehr als eineinhalb Jahre – scheint es ohnehin nicht glaubhaft, dass die andauernde ableh-
nende Haltung der Kinder auf eigener Erfahrung beruht. Vielmehr wäre bei Kindern in diesem 
Alter davon auszugehen, dass sie über diese lange Zeit hinweg ihre Bedenken, wenn nicht 
vergessen, dann zumindest beiseitelegen, sofern es keine besonders prägenden Erfahrun-
gen waren, wofür jedoch vorliegend keine Anhaltspunkte bestehen (dazu E. 3.4). Eine derart 
langanhaltend ablehnende Haltung scheint Ausfluss eines massiven Loyalitätskonflikts zu 
sein, den zu beseitigen die Gesuchstellerin offenbar auch nicht im Stande war.

3.3.3 Weiter gilt zu bedenken, dass Kinder im Alter von K.________ (7-jährig) und L.________ (5-
jährig) in Bezug auf die Kontaktverweigerung zum Vater noch nicht urteilsfähig sind. Zudem 
können selbst Kinder, die diesbezüglich urteilsfähig wären, nicht in Eigenregie bestimmen, ob 
und zu welchen Bedingungen sie Umgang mit dem nicht sorge- oder obhutsberechtigten El-
ternteil haben möchten. Ferner gilt als anerkannt, dass in der Entwicklung des Kindes die 
Beziehung zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine ent-
scheidende Rolle spielen kann. Gerade bei Knaben ist die Orientierungsmöglichkeit an einer 
väterlichen Identifikationsfigur für die Entwicklung der Männlichkeit von grosser Bedeutung 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_831/2018 vom 23. Juli 2019 E. 6.2). Auch angesichts 
dessen ist es geboten, dass die Kinder K.________ und L.________ baldmöglichst wieder 
Kontakt zu ihrem Vater aufnehmen.

3.4 Die Gesuchstellerin macht geltend, der Gesuchsgegner habe gegenüber den Kindern "auch 
stets Gewalt angewandt". Die Kinder hätten "bewusst Schläge des Gesuchsgegners in Kauf 
[genommen], nur um nicht mit ihm zusammen zu sein". Sie fragt sich, wie man deshalb auf 
die Idee kommen könne, dass die Kinder das von der Vorinstanz angeordnete Besuchsrecht 
über sich ergehen lassen würden. Mit diesem Entscheid werde die haltlose Vorstellung des 
Gesuchstellers bestätigt, man könne mit den Kindern wie mit irgendwelchen mechanischen 
Figuren auf Knopfdruck bestimmen, was sie zu tun hätten (act. 1 S. 9 f. Ziff. 2c).

3.4.1 Zunächst ist der Gesuchstellerin entgegenzuhalten, dass Kinder im Alter von K.________ 
und L.________, wie erwähnt (E. 3.3.3), nicht in Eigenregie bestimmen können, ob und zu 
welchen Bedingungen sie Umgang mit dem nicht sorge- oder obhutsberechtigten Elternteil 
haben möchten. Sodann genügt das Inaussichtstellen, dass sich die Kinder der Ausübung 
des Besuchsrechts verweigern würden, selbstverständlich nicht, um von der Anordnung ei-
nes Besuchsrechts abzusehen.

3.4.2 Was schliesslich die behauptete Gewaltanwendung betrifft, so ist diese, wie erwähnt, nach 
wie vor bestritten und wird von der Gesuchstellerin nicht belegt (vgl. auch E. 3.9). Auch mit 
den von der Gesuchstellerin im Berufungsverfahren eingereichten WhatsApp-Nachrichten 
(act. 1/2a) gelingt es ihr nicht, ihre Behauptungen zu belegen, wie im Folgenden zu zeigen 
ist:

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So schrieb der Gesuchsgegner etwa (Datum unbekannt): "Ich bin im Todeskampf ums an-
ziehen….ich flippe bald aus". Auf dem eingereichten Ausdruck dieses Chat-Verlaufs ist be-
zugnehmend auf diese Nachricht handschriftlich vermerkt: "dann gib es jeweils Schläge" 
(act. 1/2a S. 3). Dieser handschriftliche Vermerk wurde offenbar im Hinblick auf das Ehe-
schutzverfahren angefügt. Denn die Antwort der Gesuchstellerin auf die vorerwähnte Nach-
richt lautete damals bloss: "🙈 all the time the same mit K.________ & Papa😠😠 Er muss 
einfach lernen auf Dich zu hören! Good luck ✊" (act. 1/2a S. 3). Hätte die Gesuchstellerin 
tatsächlich befürchtet, dass es "jeweils Schläge" gäbe, hätte sie dem Gesuchsgegner kaum 
"Good luck" gewünscht.

In einer anderen SMS schrieb der Gesuchsgegner: "So Sie haben den ganzen volg demon-
tiert einer links einer rechts👹🤯alles aus den Regalen genommen und auf den Boden ge-
worfen😬👹👹😬👹😭😭 während dem Zahlen einen Einkaufswagen genommen und 
nach draussen abgehauen 👹👹👹 später auf den Boden geworfen und ob dem Auge an-
geschlagen!". Die Gesuchstellerin antwortete: "Um Gottes Willen!!!!! [Emoji nicht erkennbar] 
😰😰 Das ist ja Horror! Was ist denn mit denen Beiden los???? Das ist ja total peinlich. In 
der Migros heute Morgen waren sie Engeli". Der Gesuchsgegner schrieb darauf: "Sie sind im 
Bett und voll aufgedreht😤 Sie haben mich fast ins Grab gebracht, so wild und die ganze 
Zeit testen! Blödsinn machen, wie L.________ sagt! K.________ hat zu L.________ gesagt: 
jetzt nüme säge, schlaf du jonge maa!😂" (act. 1/2a S. 4 f.). Dieser Chat-Verlauf zeigt ein-
drücklich, wie sehr die Kinder den Gesuchsgegner forderten und provozierten. Aus solchen 
Vorfällen ableiten zu wollen, der Gesuchsgegner sei gewalttätig (gewesen), geht jedoch nicht 
an. Es fällt zudem auf, dass der Gesuchsgegner trotz des unsäglichen Benehmens der Kin-
der am Schluss der Nachricht sogar noch eine lustige Anekdote über K.________s Spruch 
zu L.________ schreibt und mit einem vor Lachen weinenden Emoji abschliesst.

Ein anderer Chat-Verlauf liest sich wie folgt. Gesuchstellerin: "Wie geht es Euch? Das Wetter 
ist ja herrlich […]". Gesuchsgegner: "Super 👍 Ich könnte sie [erstes Emoji nicht erkenn-
bar]🤯😬 Eine Bastelbox ist dahin und der schöne sternenteppich farbig!!!". Gesuchstellerin: 
"😲omg Immer den Papa testen!! Männerkampf! 💪". Gesuchstellerin weiter: "L.________ 
schläft jetzt sicher… dann kommst Du etwas zur Ruhe (hopefully!)". Gesuchsgegner: "Nie-
mand schläft es ist ein Kampf sie lachen die ganze Zeit im Bett und sagen Quatsch!!! 
👹👹👹". Gesuchstellerin: "Ohh nein 🙉🙈 Am besten holst Du K.________ raus, damit 
L.________ schlafen kann…". Gesuchsgegner: "Jetzt ist's ruhig. Jetzt wissen Sie wer der 
Chef ist". Dieser letzte Satz wurde auf dem eingereichten Auszug wiederum handschriftlich 
markiert und kommentiert mit "= tätlich geworden" (act. 1/2a S. 7). Woraus die Gesuchsteller-
in ableitet, dass der Gesuchsgegner den Kindern mit Tätlichkeiten "beigebracht" haben soll, 
wer der Chef ist, ist unklar. Wie dieser Chat weiterverlief, ist nämlich nicht aktenkundig. Ent-
weder hat die Gesuchstellerin auf diese Nachricht hin nicht nachgefragt, was passiert ist, 
oder aber sie hat die weitere Korrespondenz nicht zu den Akten gereicht. Im ersten Fall wür-
de das bedeuten, dass sie offenbar keinen Anlass sah, um nachzufragen, und sie diese 
Nachricht erst jetzt aus prozesstaktischen Motiven entsprechend zu deuten versucht. Im 
zweiten Fall müsste angenommen werden, der weitere Chatverlauf hätte ihre nun im Verfah-
ren vorgebrachten Behauptungen nicht gestützt.

Selbst die folgende Nachricht des Gesuchsgegners lässt nicht den Schluss zu, dass der Ge-
suchsgegner "tätlich geworden" wäre, d.h. dass er beispielsweise die Kinder geschlagen hat: 

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"Danke für die süssen Bilder. K.________ wollte bedingungslos die Gummistiefel anziehen. 
Es war ein Kampf aufs Blut bzgl. Anziehen 👹🤯[Emoji nicht erkennbar] bin komplett ausge-
flippt!!! Es tut mir so leid aber er provoziert so. Statt Kleider anziehen Türe auf und zu, Licht 
an und aus ca 10 min lang!!! [Emojis nicht erkennbar]". Auch hier war die Gesuchstellerin of-
fenbar über das Ausflippen nicht empört. Sie antwortete bloss mit drei Emojis: "[erstes Emoji 
nicht erkennbar] 🙈😪" (act. 1/2a S. 1).

3.4.3 Diese WhatsApp-Korrespondenz zeigt aber auch, dass der Gesuchsgegner bemüht ist, den 
Kindern etwas zu bieten und mit ihnen etwas zu unternehmen. Er geht mit ihnen einkaufen 
("Volg"), geht auf den Spielplatz ("Spielplatz am See"), bastelt mit ihnen ("Eine Bastelbox ist 
dahin […]"), unternimmt Spaziergänge ("Spaziergang zu den Rössli"), duscht sie ("Duschen 
ist Horror da immer alles unter Wasser steht inkl mir…"), kocht für sie ("er kommt alle 5 min 
raus muss Bisi machen usw… 🤯🤯🤯 Konnte noch nicht mal die Küche fertig machen!!!"; 
"L.________ hat mir die halbe Wohnung mit couscous verziert…"), geht mit ihnen in den Zoo 
("Eben war Horror, es mussten mir fremde Leute helfen die beiden zu fangen und bändigen 
im Zoo. Sie waren wie 2 Besoffene") usw. Dass der Gesuchsgegner zuweilen überfordert ist 
mit dem Verhalten der Kinder, ist daraus zwar ebenfalls zu lesen, doch führt dies nicht dazu, 
dass ihm ein reguläres Besuchsrecht zu verwehren wäre. Vorliegend bestehen keine Anzei-
chen von Gewalt oder andere Alarmzeichen, die Grundlage böten, um einem Elternteil ge-
richtlich – mittels Einschränkung des Besuchsrechts – gewissermassen dessen Erziehungs-
methoden aufzuoktroyieren. Der Gesuchsgegner wird indes unter Beweis stellen müssen, 
trotz des wohl weiterhin fordernden Verhaltens der Kinder nicht mehr "komplett auszuflip-
pen". Unter anderem auch zu diesem Zweck ist die Anordnung einer Beistandschaft, welche 
die Besuchsrechte überwacht – nicht durch Anwesenheit während der Besuche, aber durch 
gelegentlichen Austausch mit den Kindern –, sinnvoll (dazu auch E. 3.11 und 4.6).

3.5 Die Gesuchstellerin macht weiter geltend, ohne therapeutische Unterstützung und Begleitung 
eines vorerst notwendigen Beziehungsaufbaus zwischen Vater und Kindern werde es bei ei-
ner dauerhaften Beziehungslosigkeit und Ablehnung bleiben (act. 1 S. 10 Ziff. 2c). 

Zunächst einmal verweist die Gesuchstellerin erneut nicht auf die Erwägung der Vorinstanz, 
auf die sie sich bezieht (E. 2.1). Falls sie auf E. 8.4.4 Bezug nimmt, ist ihr entgegenzuhalten, 
dass sie sich mit ihrer pauschalen Behauptung auch nicht mit der einlässlichen Begründung 
der Vorinstanz auseinandersetzt. Die Vorinstanz führte nämlich aus, zwischen den Kindern 
und dem Gesuchsgegner habe sich eine erhebliche Entfremdung eingestellt, die sich unter 
anderem darin zeige, dass die Kinder Kontakte zu ihrem Vater strikt ablehnen würden. Es 
könne daraus aber nicht geschlossen werden, dass der Gesuchsgegner nicht wisse, wie er 
mit Kindern in diesem Alter umzugehen habe und eine entsprechende Beziehung zu ihnen 
aufbauen könne. Die Ursachen für das Verhalten von K.________ und L.________ seien 
nicht erstellt. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, dass eine Therapie bzw. eine Bera-
tung des Gesuchsgegners den für alle Beteiligten unbefriedigenden Zustand des fehlenden 
persönlichen Verkehrs zwischen Kindern und Vater beheben würde (act. 1/1 E. 8.4.4). 

Aus den Akten ergibt sich keine Therapiebedürftigkeit des Gesuchsgegners, insbesondere 
auch nicht aus dem eingereichten WhatsApp-Chatverlauf. Aus diesem ergibt sich vielmehr, 
dass die Kinder den Gesuchsgegner offenbar stets (mit Erfolg) provozierten, wenn sie bei 
oder mit ihm waren. Dies bedeutet aber nicht, dass der Gesuchsgegner therapiebedürftig ist, 

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solange er nicht stets unangemessen auf diese Provokationen reagiert. Dass er unangemes-
sen reagiert hat oder inskünftig unangemessen reagieren wird, ist, wie erwähnt (E. 3.4), nicht 
glaubhaft. 

3.6 Weiter behauptet die Gesuchstellerin – erneut ohne auf eine bestimmte Erwägung Bezug zu 
nehmen – Verhaltensbeobachtungen aus dem Alltag der Kinder seien massgebend (Schule, 
Kita, Therapie, Sportunterricht, Aufenthalt bei Götti, Gotti und Grosseltern etc.) und wie die 
dann verantwortlichen Aufsichtspersonen (z.B. Lehrerin und Therapeutin von K.________) 
die Kinder wahrnehmen würden und wie sie bei alltäglichen Situationen auf ihren Vater re-
agieren würden, zum Beispiel in der Schule beim Basteln von Weihnachts- oder Mutter-
/Vatertagsgeschenken etc. (act. 1 S. 10 Ziff. 2c).

Inwiefern die von der Gesuchstellerin zum Beweis offerierte "Expertise (z.B. Beurteilung 
WhatsApp-Nachrichten) durch Fachpersonen" oder "Berichte der Therapeuten", "richterliche 
Befragung der Lehrpersonen" zur (raschen) Klärung der Lage beitragen könnten, ist nicht 
nachvollziehbar. Und selbst wenn sich nach Abnahme dieser Beweise ergeben würde, dass 
die Kinder gegenüber dem Vater eine ablehnende Haltung hätten, bedeutete dies keinen Er-
kenntnisgewinn. Denn davon ging auch die Vorinstanz aus (act. 1/1 E. 8.1.2). Dass mit sol-
chen Beweisabnahmen aber die Ursache dieser ablehnenden Haltung eruiert werden kann, 
behauptet selbst die Gesuchstellerin nicht. Viel wichtiger als weitere Beobachtungen und 
weitere Expertisen ist, dass der bereits über eineinhalb Jahre dauernde Kontaktunterbruch 
baldmöglichst beendet wird und die Kinder ihren Vater wiedersehen, wie die Vorinstanz zu-
treffend ausführte (act. 1/1 E. 7.3).

3.7 Die Gesuchstellerin moniert, sie habe nicht "nahezu identische Anträge" gestellt. Vielmehr 
habe sie explizit die Anordnung einer vorbereitenden Therapie des Gesuchsgegners ver-
langt, wobei sie sich bereit erklärt habe, dabei auch mitzumachen. In der Folge schildert die 
Gesuchstellerin ihre Bemühungen, einen Kontakt zwischen den Kindern und dem Vater her-
zustellen (act. 1 S. 11 f. Ziff. 3).

Wiederum nennt die Gesuchstellerin die betreffende Erwägung der Vorinstanz, auf die sie 
sich bezieht, nicht (vgl. E. 2.1). Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie E. 7.3 meint, worin 
die Vorinstanz ausführt, die Parteien hätten "in Bezug auf die Obhut und die Ausgestaltung 
des Besuchsrechts denn auch nahezu übereinstimmende Anträge gestellt". Diese Erwägung 
erfolgte im Zusammenhang mit der Frage, ob ein qualifizierter Abklärungsbedarf besteht 
(namentlich ob Gutachten und Berichte einzuholen und die Kinder durch eine Kinderpsycho-
login anzuhören sind) oder ob die Regelung über die Obhut und das Besuchsrecht auf 
Grundlage der Rechtsschriften und Parteiaussagen gefällt werden kann. Einen Zusammen-
hang mit der von der Gesuchstellerin beantragten Therapie bestand mithin nicht. Dasselbe 
gilt für die angeblichen Bemühungen der Gesuchstellerin, einen Kontakt zwischen den Kin-
dern und dem Vater herzustellen. Die Gesuchstellerin legt nicht dar, inwiefern für den vorin-
stanzlichen Entscheid, insbesondere für das angeordnete Besuchsrecht, ausschlaggebend 
war, dass die Gesuchstellerin den Kontakt zwischen den Kindern und dem Gesuchsgegner 
verunmöglichen soll. So führte die Vorinstanz in E. 8.2.1 ausdrücklich aus, für die Gewähr-
leistung des Kontakts zwischen Kindern und Vater sei "nicht entscheidend, ob der Gesuchs-
gegner sein Besuchsrecht in der Vergangenheit nicht wahrgenommen oder die Gesuchstel-

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lerin die Ausübung des Besuchsrechts vereitelt" habe. Mithin ist auf diese Rüge nicht weiter 
einzugehen.

3.8 Die Gesuchstellerin macht bezugnehmend auf die Kinderanhörung, an der die Kinder nur ge-
schwiegen haben, geltend (wiederum ohne Bezugnahme auf eine bestimmte Erwägung der 
Vorinstanz), der vorinstanzliche Richter habe es nicht geschafft, zu den Kindern eine Bezie-
hung aufzubauen, so dass sie es vorgezogen hätten, bei ihm zu schweigen. Wenn dem so 
sei, so die Gesuchstellerin weiter, wäre es Aufgabe der Vorinstanz gewesen, eine geeignete 
Person (z.B. einen bereits die Kinder behandelnden Therapeuten) damit zu beauftragen. Das 
Bundesgericht verlange in ständiger Rechtsprechung, dass die Kinder "spätestens" ab dem 
6. Altersjahr anzuhören seien. Die herrschende Lehre befürworte sogar eine Anhörung ab 
dem dritten bis vierten Lebensjahr. Das heisse, es wäre der offenere L.________ und nicht 
nur K.________ zu befragen (act. 1 S. 13 Ziff. 3).

3.8.1 Diese Einwände der Gesuchstellerin gehen fehl. Zunächst ist festzuhalten, dass nicht nur 
K.________ angehört wurde, sondern beide Kinder gleichzeitig. Beide haben an der An-
hörung kein Wort gesagt (Vi act. 56).

3.8.2 Gemäss Art. 298 Abs. 1 ZPO wird das Kind durch das Gericht oder durch eine beauftragte 
Drittperson in geeigneter Weise persönlich angehört, sofern sein Alter oder andere wichtige 
Gründe nicht dagegen sprechen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung soll das Ge-
richt die Anhörung in der Regel selbst vornehmen (Urteile des Bundesgerichts 5A_575/2017 
vom 17. August 2017 E. 2.3 und 5A_467/2011 vom 3. August 2011 E. 6.1). Eine Delegation 
der Anhörung an eine Drittperson ist namentlich dort angebracht, wo die Kinder sehr jung 
sind oder – dies ist allerdings in Fachkreisen umstritten – in besonders schwierigen Fällen 
(vgl. Silva, L'audition de l'enfant dans le cadre de la procédure de divorce de ses parents, 
Jusletter 31. Oktober 2011, Rz 93 mit Hinweisen). Die Anhörung verfolgt zwei Zwecke: Sie 
soll den Kindern die Möglichkeit bieten, sich rechtliches Gehör zu verschaffen, und sie dient 
der Sachverhaltsermittlung (vgl. BGE 133 III 553 E. 1.1). In Eheschutzverfahren (Art. 172 ff. 
ZGB), aber auch in Verfahren um Anordnung vorsorglicher Massnahmen während des 
Scheidungsverfahrens (Art. 276 ZPO) oder während eines Verfahrens betreffend Unterhalts- 
oder Vaterschaftsklage (Art. 303 ZPO), ist zudem zu beachten, dass von weitläufigen Be-
weisabnahmen abzusehen ist. Im Gegensatz etwa zu einer Scheidung steht bei Eheschutz-
verfahren nicht eine definitive und dauerhafte Lösung der Kinderbelange im Vordergrund. 
Vielmehr geht es darum, möglichst schnell eine optimale Situation für die Kinder zu schaffen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_160/2009 vom 13. Mai 2009 E. 3.2). Entsprechend ist die 
Kinderanhörung im Eheschutzverfahren nur mit besonderer Zurückhaltung an Dritte zu dele-
gieren.

3.8.3 Die Kinder K.________ und L.________ waren zum Zeitpunkt der Anhörung durch den Ein-
zelrichter am Kantonsgericht Zug ungefähr sieben und fünf Jahre alt. Der Einzelrichter erklär-
te ihnen zu Beginn des Gesprächs den Zweck der Anhörung. Danach fragte er sie, wie es ih-
nen gehe, was sie in der Schule bzw. in der KITA machten, welche Freizeitaktivitäten ihnen 
Spass machten usw. Weshalb die Kinder gegenüber dem Einzelrichter selbst bei diesen 
"harmlosen" Fragen kein einziges Wort gesagt haben, ist nicht nachvollziehbar. Es ist indes 
kaum denkbar, dass sie selbst auf die Idee gekommen sind, es könnte für sie besser sein, 
strikte zu schweigen. Die Kinder hätten merken müssen, dass es für sie eine Chance wäre, 

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ihre Anliegen dem Einzelrichter mitzuteilen. Hätten sie ein Bedürfnis gehabt, sich jemandem 
mitzuteilen, aber nicht dem Einzelrichter, hätten sie ihm auch dies sagen können. Hätten die 
Kinder tatsächlich derart Angst vor dem Gesuchsgegner, wie dies die Gesuchstellerin be-
hauptet, hätten sie dies, als sie vom Einzelrichter nach dem Verhältnis zu den Eltern gefragt 
wurden, darlegen können. Den Kindern wurde die Möglichkeit geboten, sich zu äussern. 
Damit ist der erste Zweck der Anhörung erfüllt. Der Einzelrichter hat den Willen der Kinder, 
nichts sagen zu wollen, respektiert (Vi act. 56). Dass die Kinder generell Mühe haben, eine 
Beziehung zu einer für sie fremden Person aufzubauen bzw. überhaupt mit einer fremden 
Person zu sprechen, behauptet die Gesuchstellerin nicht. Vorliegend war der Einzelrichter 
zwar eine für die Kinder fremde Person, doch ging die Gesuchstellerin mit den Kindern zu-
sammen ins Gerichtsgebäude und übergab die Kinder dem zuständigen Einzelrichter, was 
die Fremdheit der Situation relativierte. Den zweiten Zweck, die Sachverhaltsermittlung, 
konnte die Anhörung vom 6. Mai 2022 zwar nur beschränkt erfüllen. Doch auch das Schwei-
gen war nicht nichtssagend. Obwohl von der Vorinstanz nicht zur Begründung ihres Ent-
scheids verwendet, zeigte das Schweigen der Kinder deren Fähigkeit, sich je nach Situation 
ganz anders zu verhalten bzw. sich anzupassen. So können sie einerseits aufsehenerregen-
de Trotzreaktionen beim Einkaufen oder im Zoo an den Tag legen und andererseits scheu, 
den Blick auf ihre Stofftiere gerichtet und schweigend vor einem Richter sitzen, der ihnen 
Fragen zu Freizeitaktivitäten stellt. Zu Recht ordnete die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage 
keine weiteren Beweisabnahmen und keine Anhörung durch eine Drittperson an. Dies hätte 
auch den Rahmen des sonst schon unverhältnismässig aufwändigen Eheschutzverfahrens 
gesprengt, wobei abgesehen davon völlig offen gewesen wäre, ob die Kinder ihr Schweigen 
gegenüber einer anderen Person dann auch wirklich gebrochen hätten. Ausserdem hätte es 
der Gesuchstellerin freigestanden, Berichte der behandelnden Therapeuten einzureichen, 
falls sie deren Meinung für entscheidrelevant befunden hätte.

3.8.4 Schliesslich argumentiert die Gesuchstellerin erneut an den Erwägungen der Vorinstanz vor-
bei, wenn sie im Zusammenhang mit angeblich nicht vorgenommenen Abklärungen behaup-
tet, es könne nicht sein, dass eine induzierte Entfremdung unterstellt werde. Wie bereits er-
wähnt, liess die Vorinstanz den Grund für die Entfremdung offen. Entgegen der wiederholt 
vorgebrachten Behauptung der Gesuchstellerin unterstellte ihr die Vorinstanz diesbezüglich 
nichts (vgl. act. 1/1 E. 8.4.4: "Die Ursachen für das Verhalten von K.________ und 
L.________ sind nicht erstellt").

3.9 Auch an anderer Stelle in der Berufung bringt die Gesuchstellerin vor, aus der WhatsApp-
Korrespondenz der Parteien könne unter anderem entnommen werden, dass der Gesuchs-
gegner wiederholt festgehalten habe, er sei "ausgeflippt", weil er nicht wisse, wie mit den 
Kindern umgehen. Folge des "Ausflippens" seien stets Tätlichkeiten des Gesuchsgegners 
gegenüber den Kindern, weil er keine andere Kommunikation mit ihnen kenne, wenn Mei-
nungsverschiedenheiten bestanden hätten. Im Herbst 2019 habe er K.________ vor den Au-
gen vor L.________ gewaltsam auf den Boden gestossen oder geworfen. K.________ sei 
oberhalb des Auges auf einer Bordsteinkante aufgeschlagen, habe stark geblutet und habe 
heute eine gut sichtbare Narbe. Der Gesuchsgegner habe [ein anderes Mal] über WhatsApp 
mitgeteilt, die Kinder wüssten nun, wer der Chef sei. Hier seien auch wieder Schläge des 
Gesuchsgegners vorausgegangen oder ein Einsperren oder sogar Aussperren aus der Woh-
nung ins Treppenhaus. Die jeweils vom Gesuchsgegner verwendeten drei Emojis würden 
Folgendes bedeuten "ich könnte sie umbringen". Trotz der Gefahr von Schlägen würden die 

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Kinder den Gesuchsgegner – selbst vor Dritten – immer wieder als "Gagga Pappa", "blöder 
und dummer Depp" betiteln. Deutlicher könne die abgrundtiefe Verachtung und Ablehnung 
des eigenen Vaters nicht zum Ausdruck kommen. Seit die Kinder sprechen könnten, hätten 
sie "Gagga Papa" und andere Ausdrücke verwendet, die sie nicht aus der Umgebung oder 
von der Gesuchstellerin übernommen, sondern selbst "entworfen" hätten. Ständig habe der 
Gesuchsgegner geschrieben, die Kinder würden ihn "testen" (also fertigmachen) und er habe 
bei einem Zoobesuch sogar fremde Leute um Hilfe bitten müssen. Aus diesen Darstellungen 
des Gesuchsgegners gehe wohl hinreichend deutlich hervor, dass er gar nicht fähig sei, die 
Kinder auch nur einen Tag alleine zu betreuen (act. 1 S. 14 ff. Ziff. 4).

Die WhatsApp-Korrespondenz zeigt, wie bereits erwähnt, dass die Kinder den Gesuchsgeg-
ner ständig "getestet" haben. Dass sie von sich aus Bezeichnungen wie "Gagga Pappa" und 
dergleichen erfunden haben, überzeugt nicht, ist aber nicht weiter relevant. Entscheidend 
und offenkundig ist, dass die Kinder mit ihrem Verhalten ihren Vater regelmässig und grund-
los provozierten. Die Chat-Korrespondenz zeigt weiter, dass der Gesuchsgegner der Ge-
suchstellerin diesbezüglich nichts verheimlicht, sondern er seine Schwierigkeiten im Umgang 
mit den ihn fordernden Kindern stets offen mitgeteilt hat. Wäre der Gesuchsgegner ein über-
griffiger Vater gewesen, wie ihn die Gesuchstellerin darzustellen versucht, hätte er ihr kaum 
von sich aus und so offen und ehrlich über die Schwierigkeiten im Umgang mit den Kindern 
geschrieben. Damit soll der Vorfall vom Herbst 2019, als er K.________ zu Boden gestossen 
oder geworfen haben soll, was jedoch nach wie vor bestritten ist, weder verharmlost noch 
gebilligt werden. Dies ist jedoch nebst dem "gewaltvollen Zähneputzen" (act. 1 S. 18 Ziff. 6b) 
der einzige einigermassen detailliert geschilderte Vorfall, bei dem der Gesuchsgegner Gewalt 
angewendet haben soll. Auch K.________ nannte gemäss Schilderung seines Göttis 
H.________ bloss einen Vorfall (um welchen Vorfall es sich handelt, ist unklar), bei dem der 
Gesuchsgegner K.________ geschlagen habe (Vi act. 42/1). Im Übrigen begnügt sich die 
Gesuchstellerin mit pauschalen Behauptungen, auf welche die Vorinstanz zu Recht nicht ab-
gestellt hat. Dass "die wirklichen Probleme", wie die Gesuchstellerin suggeriert (act. 1 S. 14 
unten Ziff. 4), beim Gesuchsgegner liegen, ist angesichts der Chat-Korrespondenz zu be-
zweifeln. Im Übrigen ist auf die Ausführungen zum WhatsApp-Chat zu verweisen (E. 3.4).

3.10 Die Gesuchstellerin führt weiter aus, damit die Kinder nicht mit dem Vater zusammen sein 
müssten, würden sie es offensichtlich immer darauf anlegen, den Vater nervlich "fertigzu-
machen". Sie wüssten, dass der Gesuchsgegner dann aufgebe und sie wieder zur Mutter 
zurückbringe. Dafür würden sie sogar in Kauf nehmen, vom Gesuchsgegner geschlagen zu 
werden (act. 1 S. 16 Ziff. 5).

Die Ausführungen der Gesuchstellerin sind unglaubhaft. Wenn es für die Kinder tatsächlich 
deshalb so schlimm wäre, Zeit mit dem Vater zu bringen, weil er sie schlägt, dann würden sie 
ihn nicht provozieren, bloss um sich (weiter) schlagen zu lassen, um wegen dieser weiteren 
Schläge keine Zeit mehr mit ihm verbringen zu müssen. Es kann nicht sein, dass Kinder 
(noch dazu in diesem Alter) geschlagen werden wollen, um nicht mehr geschlagen zu wer-
den. Falls sich die Kinder tatsächlich vor Schlägen fürchten, könnten bzw. müssten sie viel-
mehr damit aufhören, den Gesuchsgegner permanent zu provozieren. Das Problem ist mithin 
nicht das Besuchsrecht als solches, sondern das Abstellen auf – zeitlich ohnehin weit zurück-
liegende – Ereignisse, ohne dem Gesuchsgegner und den Kindern eine (weitere) Chance zu 
geben, einen gemeinsamen (Wieder-)Aufbau der Beziehung zu versuchen.

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3.11 Die Gesuchstellerin macht geltend, der Gesuchsgegner sei darauf hinzuweisen, dass er ein 
Abänderungsbegehren einreichen könne nach erfolgreichem Abschluss der Therapie, wenn 
die Gesuchstellerin ihm die Ausübung eines Besuchs- und Ferienrechts [dann immer noch] 
verweigere (act. 1 S. 22 Ziff. 8b).

Das Inaussichtstellen von Abänderungsverfahren nützt dem Kindeswohl nichts. Ausserdem 
müsste in einem Abänderungsverfahren der Gesuchsgegner beweisen, dass die Beibehal-
tung der (von der Gesuchstellerin hier beantragten) Erinnerungskontakte das Kindeswohl 
ernsthaft zu gefährden droht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_100/2021 vom 25. August 
2021 E. 3.2 und 5A_893/2016 vom 30. Juni 2017 E. 2.3.1). Die Erfolgsaussichten des Ge-
suchsgegners im Abänderungsverfahren wären unklar. Im Übrigen ist die Gesuchstellerin 
darauf hinzuweisen, dass die von der Vorinstanz bestellte Beistandsperson bei der Kindes-
schutzbehörde entsprechende Anträge stellen kann, falls sie bei der Überwachung des Be-
suchsrechts feststellen sollte, dass das Besuchsrecht dem Kindeswohl zuwiderläuft. Ent-
sprechend ist ein Beistand zur Unterstützung des Besuchsrechts, namentlich auch zur 
Übergabe der Kinder, nicht völlig nutzlos, wie die Gesuchstellerin behauptet (act. 1 S. 22 
Ziff. 9a). Schliesslich verhält sich die Gesuchstellerin auch widersprüchlich, wenn sie sich ei-
nerseits daran stört, dass eine Beistandsperson und nicht das Gericht die Übergänge der 
Besuchsrechtsphasen bestimmt (dazu E. 4), sie aber andererseits vorschlägt, "nach erfolg-
reichem Abschluss der Therapie" könne eine Abänderung verlangt werden. Denn mit diesem 
Kriterium würde zwar nicht der Beistandsperson, dafür aber der Therapeutin oder dem The-
rapeuten faktisch die Entscheidungsbefugnis über die Abänderung des Besuchsrechts ein-
geräumt, indem sie oder er bestimmen müsste, ob die Therapie "erfolgreich" abgeschlossen 
wurde.

3.12 Ungeachtet jedoch, von wem die Schwierigkeiten ausgegangen sind oder wo der Ursprung 
dieser ablehnenden Haltung der Kinder liegt, drängt es sich angesichts dieser Vorwürfe an 
den Gesuchsgegner (ob berechtigt oder nicht), der festgefahrenen Situation, der mangelnden 
Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien und des massiven Loyalitätskon-
flikts der Kinder auf, die Parteien gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB zu verpflichten, so schnell 
als möglich bei punkto Kinder-, Jugend- und Elternberatung, Baar, den Kurs "Kinder im Blick" 
zu besuchen (vgl. BGE 142 III 197 E. 3.7). Dieser Kurs, der sieben Sitzungen à drei Stunden 
umfasst, wird in zwei getrennten Gruppen durchgeführt, sodass die Eltern nicht in der glei-
chen Gruppe sind. Davon profitieren insbesondere hochkonfliktive Eltern, da sie sich mit der 
eigenen Rolle im Konflikt auseinandersetzen können, ohne mit dem anderen Elternteil kon-
frontiert zu werden (vgl. Schreiner, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung Band II, 4. 
A. 2022, Anh. Psych N 313-317). Dabei lernen die Eltern unter anderem, besser auf die Be-
dürfnisse der Kinder einzugehen, und bekommen Vorschläge, wie sie mit dem anderen El-
ternteil besser umgehen können, wobei neueste Erkenntnisse der Scheidungsforschung pra-
xisnah vermittelt werden (vgl. <punkto-zug.ch/assets/Documents/_KJEB/Flyer_KiB_neu.pdf> 
[besucht am 27. Oktober 2022]). Dieser Kurs soll die Parteien dazu bringen, vermehrt die 
"Kinder im Blick" zu behalten, die zwischen ihnen bestehende Feindseligkeit und das gegen-
seitige Misstrauen zu verringern, ihre Kommunikation und Kooperation zum Wohl der Kinder 
zu verbessern und damit deren Verhältnis zu beiden Elternteilen so weit als möglich zu nor-
malisieren. Dabei geht es weder um eine Therapie noch um eine Mediation, sondern um eine 
professionelle Beratung, welche die Parteien dazu bringen soll, als Eltern von zwei gemein-

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samen Kindern so weit zusammenzuwirken oder sich aus dem Weg gehen zu können, dass 
die Kinder keinen (weiteren) Schaden nehmen. Angesichts dessen, dass sich der Gesuchs-
gegner einer Therapie nicht verschliesst, wenn das eine Bedingung ist, um die Kinder wie-
derzusehen (Vi act. 27 Ziff. 73), ist die Anordnung der Beratung nicht mit Vollstreckungs-
massnahmen (vgl. Art. 236 Abs. 3 ZPO i.V.m. Art. 343 ZPO) zu verbinden.

3.13 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht ein aufbauendes Besuchs-
recht (anstatt nur Erinnerungskontakte) und ab einer bestimmten Übergangsphase ein Feri-
enrecht von drei Wochen pro Jahr in den Schulferien angeordnet hat.

4. Die Berufung der Gesuchstellerin richtet sich weiter gegen die Anordnung einer Beistand-
schaft überhaupt sowie gegen die Anordnung, wonach die Beistandsperson den Übergang 
zwischen den Besuchsrechtsphasen oder zur Ferienphase bestimmen kann, indem sie die 
Ausweitung des Besuchs- oder Ferienrechts empfiehlt.

4.1 Die Vorinstanz definierte vier verschiedene Besuchsintervalle: Zunächst jeden zweiten Sonn-
tag von 10.00 bis 18.00 Uhr, dann jedes Wochenende abwechselnd am Samstag oder Sonn-
tag von 10.00 bis 18.00 Uhr, dann jedes zweite Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr, bis 
Sonntag, 18.00 Uhr, und schliesslich jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis 
Sonntag, 18.00 Uhr. Der Übertritt in die zweite und die fortfolgenden Phasen stand unter der 
Voraussetzung, dass der Beistand die Ausweitung des Besuchsrechts empfiehlt. Auch das 
dem Gesuchsgegner ab 1. Mai 2023 eingeräumte Ferienrecht von drei Wochen pro Jahr in 
den Schulferien wurde unter die Voraussetzung gestellt, dass der Beistand ein Ferienrecht 
empfiehlt (Dispositiv-Ziffer 2.2). Eine Begründung für die Quasi-Delegation der Phasenüber-
gänge an die Beistandsperson findet sich im angefochtenen Entscheid nicht. Der Entscheid 
enthält jedoch den Hinweis, dass bei der Anordnung von Kindesschutzmassnahmen das ur-
teilende Gericht einen grossen Ermessensspielraum habe (act. 1/1 E. 8.4.1).

4.2 Die Gesuchstellerin macht geltend, über Kinderbelange habe der zuständige Richter persön-
lich die notwendigen Anordnungen zu treffen. Im vorliegenden Fall nehme die Vorinstanz 
diese Pflicht nicht wahr. Es werde "ein Beistand angeordnet, der weder konkret noch bezüg-
lich Fachkompetenz definiert" sei. Dieser solle nach freiem Belieben die jeweils anwendba-
ren Besuchs- und Ferienrechtsmöglichkeiten festlegen. Damit würde den Parteien zum Vorn-
herein jede Möglichkeit genommen, gegen unsachgemässe oder nicht umsetzbare Entschei-
dungen einer Drittperson Rechtsmittel zu ergreifen. Es sei geradezu absurd, dass eine Dritt-
person mit der Inkraftsetzung eines Urteilsspruchs nach deren Gutdünken betraut, die Aus-
gestaltung des Urteilsspruchs an einen Unbekannten delegiert werde (act. 1 S. 7 Ziff. 2b). Im 
vorliegenden Fall werde ein Zugang des Gesuchsgegners zu seinen Kindern total verbaut, 
wenn man meine, ein "übliches" Besuchsrecht einfach verfügen zu können und es dabei be-
wenden zu lassen bzw. noch einen "Übergabepolizisten" in Form eines Beistandes [bestel-
len] zu können, um das Problem zu lösen. Eine neue "fremde Person" führe in dieser zerfah-
renen Situation nur noch zu mehr Angst und Misstrauen bei den Kindern (act. 1 S. 13 Ziff. 3).

4.3 Erfordern es die Verhältnisse, ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen Beistand, 
der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). 
Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die Vertretung des 

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Kindes bei der Feststellung der Vaterschaft, bei der Wahrung seines Unterhaltsanspruches 
und anderer Rechte und die Überwachung des persönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). 

Dem Beistand kann aber nicht allgemein die Aufgabe überbunden werden, anstelle des Ge-
richts die Besuchsordnung zu erlassen, zu ergänzen oder zu ändern (vgl. Hegnauer, Berner 
Kommentar, 1997, Art. 275 ZGB N 129). Die Besuchsrechtsbeistandschaft darf mithin nicht 
zu einer Delegation der behördlichen Verantwortung für den Entscheid über die persönlichen 
Kontakte auf die mit der Durchführung solcher Massnahmen betrauten Stellen führen (Breit-
schmid, Basler Kommentar, 7. A. 2022, Art. 308 ZGB N 17 mit Hinweisen). Soweit ersichtlich 
lassen sich keine höchstrichterlichen Präjudizien zur Frage finden, ob einer Beistandsperson 
der Entscheid über den Übergang zwischen Besuchsrechts- oder Ferienrechtsphasen über-
tragen werden kann. In einem vom Bundesgericht zu beurteilenden Fall wurde diese Delega-
tion an eine Beistandsperson von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde angeordnet 
("Der Zeitpunkt der Phasenübergänge ist von der Beistandsperson zusammen mit der Be-
suchsbegleitung festzulegen, wobei keine Phase länger als zwei Monate dauert"). Das Bun-
desgericht hatte die Zulässigkeit dieser Regelung jedoch mangels einer entsprechenden Rü-
ge nicht zu prüfen (Urteil 5A_742/2021 vom 8. April 2022). Indessen betont das Bundesge-
richt, dass es Aufgabe des Gerichts ist, die Besuchsordnung festzusetzen (BGE 118 II 241 
E. 2; Urteil 5A_883/2017 vom 21. August 2018 E. 3.3). Unzulässig ist nach bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung namentlich die Regelung, wonach die Beistandsperson das Besuchs-
recht vorübergehend im Interesse des Kindes einschränken kann, während etwa die Anord-
nung, wonach die Beistandsperson die Über- und Rückgabe regeln kann, wiederum zulässig 
ist (BGE 118 II 241 E. 2d). Unzulässig ist ferner, einem Elternteil den Kontakt zu seinem Kind 
zu verweigern und es der Beistandsperson zu überlassen, begleitete Besuchstage zu organi-
sieren (Urteil des Bundesgerichts 5C.68/2004 vom 26. Mai 2004 E. 2.4). Nach einem älteren, 
unpublizierten Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 1980 kann der Beistandsperson allerdings 
die Aufgabe übertragen werden, im Einzelfall verbindlich festzulegen, ob besondere Bedin-
gungen, von denen die Ausübung der Besuche abhängt, erfüllt sind. So ist es beispielsweise 
zulässig, der Beistandsperson den Entscheid zu überlassen, ob der an schubweise auftre-
tender Geisteskrankheit leidende Besuchsberechtigte sich am Besuchstermin in einem Zu-
stand befindet, der eine Gefährdung des Kindes nicht erwarten lasse (zitiert nach Hegnauer, 
a.a.O., Art. 275 ZGB N 127). Gemäss Obergericht des Kantons Zürich darf einer Beistands-
person bei einem stufenweisen Aufbau des Besuchsrechts nicht die Anordnung überlassen 
werden, ob und ab wann die Besuche begleitet oder unbegleitet stattzufinden haben (Be-
schluss und Urteil LZ210013 vom 1. Februar 2022 E. II.4.1). Nach Hegnauer kann der Bei-
standsperson die Befugnis eingeräumt werden, bestimmte notwendige Modalitäten der Be-
suche (Ort, Zeit, Anfang, Ende, Nachholen), die nach den konkreten Umständen nicht zum 
Voraus geregelt werden können, verbindlich festzusetzen (Hegnauer, a.a.O., Art. 275 ZGB 
N 127).

Im Sinne einer generell-abstrakten Regel kann festgehalten werden, dass die Beistandsper-
son zwar wichtige Modalitäten einzelner Besuche (beispielswiese Ausfall eines Besuchs und 
Nachholen) oder untergeordnete Modalitäten für eine Vielzahl von Besuchen (beispielsweise 
Ort der Übergabe) festlegen darf, die Regelung über die Grundzüge des Besuchsrechts in-
des dem Gericht oder der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vorbehalten ist. Das gilt 
jedenfalls für (bis zuletzt) strittige Verfahren. Die Grenze zwischen einer unbefugten Delega-
tion der Regelung des Besuchsordnung an eine Beistandsperson einerseits und einer zuläs-

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sigen Übertragung von Anordnungen betreffend die Umsetzung einer festgelegten Besuchs-
ordnung bleibt jedoch unscharf.

4.4 Im vorliegenden Fall ist vorab festzuhalten, dass die Befürchtungen der Gesuchstellerin, ihr 
stehe kein Rechtsmittel gegen Anordnungen der Beistandsperson zu Verfügung, unbegrün-
det sind. Gegen Handlungen oder Unterlassungen der Beistandsperson und damit auch ge-
gen Anordnungen bezüglich des persönlichen Verkehrs kann jede betroffene Person die Kin-
des- und Erwachsenenschutzbehörde anrufen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 419 ZGB). Der 
Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde kann sodann beim zuständigen 
Gericht angefochten werden (Art. 450 Abs. 1 ZGB). Auch wenn die KESB nicht entscheidet, 
steht der Weg ans Gericht offen (Art. 450a Abs. 2 ZGB). Gegen den letztinstanzlichen kanto-
nalen Entscheid ist schliesslich die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG ans Bundesgericht ge-
geben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_883/2017 vom 21. August 2018 E. 3.3).

4.5 Im Übrigen aber ist der Gesuchstellerin beizupflichten, dass die im angefochtenen Entscheid 
der Beistandsperson eingeräumten Kompetenzen zu weit gehen. Mit diesen Befugnissen hät-
te es allein die Beistandsperson in der Hand, ob es überhaupt Besuche mit Übernachtungen 
gibt oder nicht und ob ein Ferienrecht des Gesuchsgegners überhaupt entsteht oder nicht. 
Diese Kompetenzen betreffen die Besuchsrechtsordnung in ihren Grundzügen und nicht 
bloss wichtige Modalitäten einzelner Besuche oder untergeordnete Modalitäten einer Vielzahl 
von Besuchen. Obwohl die von der Vorinstanz vorgenommene Anordnung im Sinne einer 
flexiblen, pragmatischen Lösung zu begrüssen wäre, würden damit die Kompetenzen, die 
einer Beistandsperson vorliegend eingeräumt werden können, überschritten.

4.6 Um den von der Vorinstanz angeordneten, dem Kindeswohl entsprechenden schrittweisen 
Ausbau des Besuchsrechts dennoch umsetzen zu können, ist daher der Wechsel zwischen 
den Phasen zeitlich zu fixieren, mithin von der Zustimmung der Beistandsperson loszulösen. 
Stattdessen ist die Beistandsperson neu ausdrücklich mit der Aufgabe zu betrauen, das Be-
suchs- und Ferienrecht und insbesondere den phasenweisen Ausbau zu überwachen und bei 
der Kindesschutzbehörde Antrag zu stellen, sobald sich abzeichnen sollte, dass ein Phasen-
wechsel dem Kindeswohl zuwiderliefe. Aufgrund der durch das Berufungsverfahren eingetre-
tenen Verzögerung mit der Ausübung des Besuchsrechts sind die Daten für die Übergänge 
neu festzulegen. Auch die Ferien beim Vater beginnen entsprechend erst später, ermes-
sensweise erstmals ab 1. September 2023. Im Jahr 2023 beträgt der ab 1. September 2023 
noch verbleibende Ferienanspruch des Gesuchsgegners (pro rata temporis) noch eine Wo-
che, womit sichergestellt ist, dass die ersten Ferien der Kinder mit ihrem Vater nicht länger 
als eine Woche am Stück dauern. Selbstverständlich ist es den Parteien unbenommen, im 
gegenseitigen Einvernehmen von diesem Besuchs- und Ferienrecht abzuweichen.

5. In ihrer Berufungsschrift rügt die Gesuchstellerin sodann zahlreiche Punkte betreffend den 
Kindes- und den Ehegattenunterhalt. Sie fordert einen Unterhaltsbeitrag für sich und die Kin-
der von total CHF 17'836.00 im Monat bis 31. August 2023 und danach von CHF 15'000.00. 
Auf ihre Vorbringen im Zusammenhang mit ihrem Bedarf und jenem der Kinder ist zuerst ein-
zugehen.

5.1 Die Gesuchstellerin behauptet einleitend, sowohl die Steuern der Gesuchstellerin und der 
Kinder wie insbesondere auch Krankenkassenkosten und ungedeckte Gesundheitskosten 

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seien trotz Nachweises vor Vorinstanz ohne Begründung nicht berücksichtigt worden (act. 1 
S. 23 Ziff. 10a). Anschliessend macht sie geltend, nachdem sowohl L.________ wie 
K.________ ergotherapeutisch behandelt werden müssten, seien sportliche Aktivitäten zwin-
gend notwendig zur Unterstützung der Therapie (wie Schwimmen, Leichtathletik). Wenn Kin-
der körperliche Defizite hätten, die zu einer ärztlich angeordneten Behandlung führten, könne 
es nicht angehen, die freie Wahl in Bezug auf Hobbys beim Bestimmen des Barunterhalts 
aussen vor und diese Kosten aus einem Überschuss bezahlen zu lassen (act. 1 S. 24 
Ziff. 10b).

Zunächst einmal legt die Gesuchstellerin erneut nicht dar, auf welches Lemma in E. 9.5 bzw. 
E. 9.6 des angefochtenen Entscheids sich ihre Rügen beziehen (vgl. E. 2.1). Dessen unge-
achtet ist anzumerken, dass ungedeckte Gesundheitskosten im Existenzminimum nur 
berücksichtigt werden können, wenn es sich um objektiv notwendige und nicht um bloss 
wünschbare Kosten handelt (Six, Eheschutz, 2. A. 2014, N 2.110; Beschluss und Urteil des 
Obergerichts Zürich LE190037 vom 7. Mai 2020 E. C.4.5), wie die Vorinstanz zutreffend aus-
führte (act. 1/1 E. 9.6 S. 19 "Ungedeckte Gesundheitskosten"). Die Gesuchstellerin legt je-
doch auch in der Berufungsschrift die medizinische Notwendigkeit der von ihr geltend ge-
machten Kosten für Hobbys der Kinder nicht dar. Auf die von der Gesuchstellerin erwähnten 
Steuern ist zurückzukommen (E. 9.1).

5.2 Die Gesuchstellerin behauptet weiter, der Gesuchsgegner habe ausdrücklich gewünscht, 
dass die Kinder ausserschulische Aktivitäten hätten, die ihre Bildung fördern würden, insbe-
sondere die musische Entwicklung. Es könne deshalb nicht angehen, dass bei der Bemes-
sung des Barbedarfs diese Tatsache einfach ausgeblendet werde (act. 1 S. 24 Ziff. 10b).

Erneut nennt die Gesuchstellerin die Stelle in den vorinstanzlichen Erwägungen, auf die sie 
sich bezieht, nicht (vgl. E. 2.1). Abgesehen davon verkennt die Gesuchstellerin aber auch, 
dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Unterhalt – bis auf wenige, hier unbestrit-
tenermassen nicht einschlägige Ausnahmen – nach der zweistufigen Methode zu ermitteln 
ist. Nach dieser Methode ist das Existenzminimum aller Familienmitglieder dem Familienein-
kommen gegenüberzustellen und ein (allenfalls) verbleibender Überschuss auf die Familien-
mitglieder zu verteilen (im Detail: BGE 147 III 265 E. 6 und 7). Nicht im Existenzminimum 
enthaltene Ausgaben sind aus dem Überschuss zu bezahlen. Die von der Gesuchstellerin 
gewünschte Berücksichtigung weiterer Kosten im Bedarf liefe auf einen unzulässigen Mix der 
verschiedenen Methoden hinaus (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2). 

Dies gilt nebst den ausserschulischen Aktivitäten auch für die von der Gesuchstellerin an an-
derer Stelle erwähnten Hilfeleistungen im Zusammenhang mit der Balkonbepflanzung (act. 1 
S. 25 Ziff. 11a), die Mietkosten für den Garagenplatz bei einem Fahrzeug ohne Kompetenz-
qualität (act. 1 S. 25 Ziff. 11b; der Vollständigkeit halber sei die Gesuchstellerin auf die Mög-
lichkeit zur Untervermietung hingewiesen), die höheren Mobilitätskosten für den angeblich 
zum Lebensstandard gehörenden Personenwagen (act. 1 S. 28 f. Ziff. 14), die höheren Kom-
munikationskosten (act. 1 S. 29 Ziff. 15) und die Kosten für Klavierunterricht und -miete 
(act. 1 S. 30 Ziff. 16). Dass beispielsweise K.________s Klavierunterricht ein gemeinsamer 
Beschluss beider Parteien gewesen ist, ändert nichts am Grundsatz, dass solche Kosten 
nach neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus dem Überschuss zu bestreiten sind, 

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wobei nicht ausgeschlossen ist, dass solchen Besonderheiten des Einzelfalls bei der Vertei-
lung des Überschusses Rechnung getragen wird. Darauf ist zurückzukommen (E. 9.2).

5.3 Die Gesuchstellerin will sodann die "Serafe-Gebühren" im Bedarf separat berücksichtigt ha-
ben (act. 1 S. 25 Ziff. 11c). Die Vorinstanz taxierte diese Gebühren als in der Kommunikati-
onspauschale enthalten (act. 1/1 E. 9.7).

Nach Art. 68 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) ist pro Haushalt 
und pro Unternehmen eine Abgabe zur Finanzierung der Erfüllung des verfassungsrechtli-
chen Leistungsauftrags von Radio und Fernsehen zu erheben. Erhebungsstelle ist seit 1. Ja-
nuar 2019 die Serafe AG. Mit der "Serafe-Gebühr" wird folglich nicht eine Kommunikations-
dienstleistung, sondern Radio- und Fernsehkonsum abgegolten. Gemäss Ziffer I der Richtli-
nien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach 
Art. 93 SchKG der Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug vom 10. Dezember 
2009 (nachfolgend: Richtlinien Existenzminimum) sind "Kulturelles (Telefon, Radio/TV usw.)" 
im Grundbetrag des betreibungsrechtlichen Existenzminimums enthalten. Zu "Kulturelles" 
gehört auch die "Serafe-Gebühr" (früher die "Billag-Gebühr"; vgl. Urteil des Bundesgerichts 
2C_48/2017 vom 16. Juni 2017 E. 3.2.1). Ist nicht das betreibungsrechtliche, sondern das 
familienrechtliche Existenzminimum massgebend, ist den Parteien gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung – zusätzlich zu den bereits im Grundbetrag enthaltenen Kommunikati-
onskosten – eine Kommunikationspauschale einzugestehen. Eine zusätzliche Pauschale 
oder zusätzliche tatsächliche Ausgaben für Kultur wie namentlich für Radio und Fernsehen 
sind indes selbst im familienrechtlichen Existenzminimum nicht zu berücksichtigen (vgl. 
BGE 147 III 265 E. 7.2). Der Vorinstanz ist zwar nicht in der Begründung, die "Serafe-Ge-
bühr" sei in der Kommunikationspauschale enthalten, dafür aber im Ergebnis insofern zuzu-
stimmen, als die "Serafe-Gebühr" nicht separat ins familienrechtliche Existenzminimum 
gehört. Der Einwand der Gesuchstellerin, bei Festlegung der Grundbeträge seien die "Sera-
fe-Gebühren" noch kein Thema gewesen (act. 1 S. 25 ziff. 10c), ist unzutreffend, gab es 
doch damals bereits die vergleichbaren Billag-Gebühren.

5.4 Weiter behauptet die Gesuchstellerin, die Zahnversicherung decke v.a. Zahnstellungskorrek-
turen und sei spätestens per 6. Altersjahr abzuschliessen, weshalb für L.________ unter die-
sem Titel die für K.________ bereits nachgewiesenen jährlichen Kosten von CHF 42.00 
ebenfalls und zusätzlich in die Bedarfsberechnung aufzunehmen seien. Nachdem heute eine 
Korrektur der Zahnstellung selbstverständlich sei bei Kindern, sei nicht nachvollziehbar, 
weshalb diese notwendige Versicherung bei den vorliegenden finanziellen Verhältnissen 
"nicht im Bedarf der Gesundheitskosten bzw. deren Versicherung" aufgenommen werden 
sollte (act. 1 S. 26 Ziff. 11).

Zwar verweist die Gesuchstellerin auch hier nicht auf die betreffende Erwägung der Vorin-
stanz. Immerhin ist ihr zugutezuhalten, dass die Vorinstanz die Kosten dieser Versicherung 
bei L.________ gar nicht erwähnte und bei K.________ ohne Kommentar als im VVG-Anteil 
der Krankenkassenprämien enthalten berücksichtigte (act. 1/1 E. 9.6 S. 19 "Krankenkasse"). 
Da L.________ im Juni 2023 sechsjährig wird und er unbestrittenermassen im Sinne der 
Gleichbehandlung der Geschwister Anspruch auf Berücksichtigung dieser Kosten in seinem 
Bedarf hat, ist es methodisch korrekt, diese Kosten auch bei ihm zu berücksichtigen. Ange-
sichts des verhältnismässig kleinen Betrags von CHF 42.00 pro Monat rechtfertigt es sich 

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nicht, deswegen eine zusätzliche Phase zu bilden. Im Existenzminimum von L.________ 
sind diese Kosten deshalb bereits ab 1. Februar 2023 (Beginn zweite Phase) anzurechnen, 
sodass für beide Kinder ein Betrag von CHF 148.25 monatlich zu berücksichtigen ist.

5.5 Sodann rügt die Gesuchstellerin, bei ihr würden jährlich Kosten im Zusammenhang mit der 
falschen Behandlung der Zähne durch den Gesuchsgegner anfallen, welche aufwändige 
Wiederherstellungs- und laufende Anpassungsarbeiten erfordern würden (act. 1 S. 27 
Ziff. 12a).

Erneut nennt die Gesuchstellerin die betreffende Stelle in den Erwägungen der Vorinstanz 
nicht. Dessen ungeachtet übersieht die Gesuchstellerin, dass der Unterhaltsbeitrag (Unter-
haltsrente) grundsätzlich nur den laufenden, regelmässig wiederkehrenden Bedarf deckt. 
Ausserordentliche Bedürfnisse sind nur zu berücksichtigen, wenn sie im Zeitpunkt der Fest-
setzung des Unterhalts feststehen oder voraussehbar sind (vgl. mit Bezug auf den Kindesun-
terhalt: Urteil des Bundesgerichts 5C.240/2002 vom 31. März 2003 E. 5.1). Die Gesuchstel-
lerin legt auch im Berufungsverfahren nicht dar, weshalb es sich bei den geltend gemachten 
Behandlungskosten um regelmässig wiederkehrende Kosten handeln soll. Dass weitere Be-
handlungen nach Ansicht von Prof. Dr. med. dent. M.________ "nicht auszuschliessen" sind 
(so dessen Einschätzung im Schreiben vom 1. November 2021 [Vi act. 54/15]), führt nicht 
dazu, dass es sich um regelmässige und – auch betragsmässig (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 5A_378/2021 vom 7. September 2022 E. 7.3) – voraussehbare Kosten handelt.

5.6 Die Gesuchstellerin moniert, die Vorinstanz habe bei den Kindern trotz Auflage entsprechen-
der Belege die folgenden Versicherungen (Ergänzung KVG) im Monat zu Unrecht "im Bedarf 
der Gesuchstellerin nicht berücksichtigt": Die Unfall-Zusatzversicherung und die TIKU-Risiko-
versicherung sowie bei K.________ zusätzlich die Brillen-Versicherung und den Selbstbehalt 
pro Schadensfall (act. 1 S. 27 Ziff. 12b-d).

Die Gesuchstellerin legt nicht dar, aus welchem Grund die Vorinstanz die entsprechenden 
Versicherungen bzw. Selbstbehalte zu Unrecht nicht berücksichtigt haben soll. Abgesehen 
davon handelt es sich bei allen genannten Versicherungen aber ohnehin nicht um Kranken-
versicherungen. Nur Krankenkassenprämien jedoch können im familienrechtlichen Existenz-
minimum von Kindern berücksichtigt werden (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2). Bei erwachsenen 
Personen ist im familienrechtlichen Existenzminimum eine Versicherungspauschale zu 
berücksichtigen, bei Kindern hingegen nicht. Das bedeutet, dass die Kinder solche Kosten 
aus ihrem Grundbetrag oder Überschuss zu finanzieren haben. 

Ob die Brillenversicherung unter dem Titel "notwendige Gesundheitskosten" unter gewissen 
Umständen berücksichtigt werden könnte, ist fraglich. Die Frage kann vorliegend aber offen-
bleiben, weil die (medizinische) Notwendigkeit einer solchen Versicherung im hier zu beurtei-
lenden Einzelfall jedenfalls nicht erkennbar ist. 

5.7 Die Gesuchstellerin rügt, der Betreuungsvertrag für L.________ könne nicht von einem Tag 
auf den anderen gekündigt werden. Davon abgesehen habe sie nicht voraussehen können, 
wie lange sie arbeitsunfähig sei. Im Bedarf der Gesuchstellerin seien deshalb im Jahr 2021 
die Fremdbetreuungskosten von L.________ von CHF 1'596.00 zusätzlich "im Bedarf der 
Gesuchstellerin" aufzunehmen (act. 1 S. 28 Ziff. 13).

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5.7.1 Es ist davon auszugehen, dass sich die Gesuchstellerin auf die Ausführungen zu "Fremd-
betreuungskosten" auf S. 21 in E. 9.6 des angefochtenen Entscheids bezieht. Dort führte die 
Vorinstanz aus, die Gesuchstellerin habe ausgesagt, wenn sie wieder irgendwo arbeite, habe 
sie nicht zehn oder zwölf Ferienwochen zur Verfügung, weshalb sie diese Betreuung brau-
che. Da jedoch unbestritten sei, dass die Gesuchstellerin seit dem 1. März 2021 arbeitsun-
fähig sei und keiner Erwerbstätigkeit nachgehe, seien die geltend gemachten Fremdbetreu-
ungskosten nicht auf eine Arbeitstätigkeit der obhutsberechtigten Gesuchstellerin zurückzu-
führen und folglich nicht im Bedarf der beiden Söhne anzurechnen.

5.7.2 Unbestrittenermassen war die Gesuchstellerin auf Fremdbetreuung angewiesen, wenn sie 
irgendwo arbeitete. Ferner ist unbestritten, dass die Gesuchstellerin seit dem 1. März 2021 
arbeitsunfähig ist und keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Dass sie auch betreuungsunfähig 
war, ist nicht ersichtlich. Sie hätte den Betreuungsvertrag, der eine Kündigungsfrist von drei 
Monaten vorsah (Vi act. 19/12c; act. 7 Rz 48), folglich ohne Weiteres per 1. Juli 2021 kündi-
gen können. Weshalb ihr das nicht möglich gewesen sein soll, legt sie nicht dar. Falls sie ihn 
nicht gekündigt hat, hat sie die Kosten aus ihrem Überschuss zu bezahlen. Ob sie und der 
Gesuchsgegner den Betreuungsvertrag seinerzeit gemeinsam unterzeichnet haben, ist uner-
heblich. Denn wie die Vorinstanz zutreffend ausführte und die Gesuchstellerin in der Beru-
fung nicht rügt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass es auch ein gemeinsamer Ent-
scheid der Parteien war, die Söhne "trotz der Erwerbslosigkeit der Gesuchstellerin" in die 
Krippe bzw. in die Freizeitbetreuung zu schicken (act. 1/1 E. 9.6 S. 21 "Fremdbetreuungskos-
ten"). Ebenso unerheblich ist, wie lange der Arbeitsvertrag mit der Zahnarztpraxis lief. Ent-
scheidend ist, dass die Gesuchstellerin nicht effektiv gearbeitet hat.

5.8 Die Gesuchstellerin macht geltend, die für sie und ihre Kinder anfallenden Steuern seien von 
Amtes wegen aufgrund des Ergebnisses der neu festzulegenden Unterhaltsbeiträge zu ermit-
teln und zu den vom Gesuchsgegner für die Gesuchstellerin und die Kinder zu bezahlenden 
Beträgen hinzuzurechnen. Die Gesuchstellerin habe ausserdem in ihrer Eingabe vom 8. April 
2022 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Gesuchsgegner die Mittel für die für 2021 
von ihm zu bezahlenden Steuern im Umfang von mindestens CHF 6'700.00 ab einem ge-
meinsamen Konto, auf das die Gesuchstellerin keinen Zugriff mehr habe, abgezogen habe. 
Es fehle deshalb jede Grundlage, dem Gesuchsgegner für das Jahr 2021 in der Bedarfs-
rechnung die längst bezahlten Steuern nochmals zuzugestehen und die Gesuchstellerin da-
mit nochmals zu schädigen, weil ihr der ihr zustehende Überschuss so ohne jede Berechti-
gung (keine effektiven Auslagen auf Seiten des Gesuchsgegners) entzogen werde. Die Ge-
suchstellerin habe zu diesem Thema konkrete Editionsbegehren gestellt, welche die Vorin-
stanz ebenfalls ignoriert habe. Dies sei eine Verweigerung ihres Anspruchs auf rechtliches 
Gehör (act. 1 S. 54 Ziff. VII). Der Gesuchsgegner erwidert im Wesentlichen, die Gesuchstel-
lerin könne diese Frage dann im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung erneut 
vorbringen, nicht jedoch im Eheschutzverfahren (act. 7 Rz 93).

Die Steuern sind in E. 9.1 neu zu berechnen. Wie dort zu zeigen ist, resultiert für den Ge-
suchsgegner im Jahr 2021 eine Steuerlast von rund CHF 10'800.00 im Jahr bzw. CHF 900.00 
pro Monat. Die Unterhaltspflicht wird jedoch erst ab 1. Juli 2021 festgelegt. Anteilsmässig 
entsprechen die CHF 6'700.00 der bis Juni 2021 aufgelaufenen Steuern des Jahres 2021. 
Mit anderen Worten: Die CHF 6'700.00 reichten somit ungefähr für das erste Halbjahr, für 

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das kein Unterhaltsbeitrag zuzusprechen ist. Die Vorinstanz verzichtete bereits deshalb zu 
Recht auf weitere Beweisabnahmen. Wie zudem der Gesuchsgegner richtig ausführt (und 
worauf die Gesuchstellerin nicht eingeht), könnte ein allenfalls zu viel bezahlter Betrag bei 
der güterrechtlichen Auseinandersetzung berücksichtigt werden.

6. Umstritten ist weiter das Einkommen der Gesuchstellerin. Die Gesuchstellerin stört sich dar-
an, dass ihr die Vorinstanz ein hypothetisches Einkommen und noch dazu eines in dieser 
Höhe angerechnet hat.

6.1 Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin ab Februar 2023 ein hypothetisches Einkom-
men von CHF 4'200.00 netto im Monat in einem 50%-Pensum an. Zur Begründung führte sie 
im Wesentlichen Folgendes aus: 

6.1.1 Nach dem Schulstufenmodell sei der Gesuchstellerin grundsätzlich ab 1. September 2023 
(Eintritt von L.________ in den obligatorischen Kindergarten) ein 50%-Pensum zumutbar. Da 
sie allerdings seit der Geburt der Kinder in einem 40%-Pensum gearbeitet habe, sei ihr 
grundsätzlich zumutbar, nach einer angemessenen Übergangsfrist wieder einem 40%-
Erwerbspensum nachzugehen (act. 1/1 E. 11.3). Die Gesuchstellerin mache allerdings ge-
sundheitliche Beschwerden geltend. Sie leide [nach ihrer Darstellung] an einer totalen Über-
lastung, einem Burnout, das sie bereits seit vier Jahren habe. Als Beweis reiche sie ver-
schiedene Arztberichte und Arztzeugnisse ins Recht. Hinsichtlich des Beweiswertes solcher 
ärztlicher Zeugnisse und Berichte sei zu entscheiden, ob diese für die streitigen Belange um-
fassend seien, auf allseitigen Untersuchungen beruhten, die geklagten Beschwerden berück-
sichtigten, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden seien und in der Beur-
teilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchteten. 
Ausserdem sei zu berücksichtigen, ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet seien. 
Einzelne von der Gesuchstellerin eingereichte Zeugnisse würden ohne Erklärung festhalten, 
dass eine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Gemessen an den genannten Kriterien hätten diese 
Zeugnisse keinen hohen Beweiswert. Zudem habe Dr. med. N.________, Facharzt FMH 
für Psychiatrie und Psychotherapie, in seiner fachvertrauensärztlichen Untersuchung vom 
17. Januar 2022 hinsichtlich der angestammten Arbeitsfähigkeit festgehalten, dass zusätzlich 
zur voll auslastenden Tätigkeit als alleinerziehende Mutter mit Haushalt, Kinderbetreuung, 
etc. keine externe Tätigkeit möglich sei. Ohne die psychosozialen Belastungsfaktoren und 
bei einer anderen Lebenssituation (ohne Kinder) wäre die Gesuchstellerin in der angestamm-
ten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Versicherungsmedizinisch müsse eine rein durch psychosozia-
le Faktoren bedingte Arbeitsunfähigkeit von einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ab-
gegrenzt werden. Da keine psychiatrische Erkrankung im eigentlichen Sinne festgestellt wer-
den könne, bestehe versicherungsmedizinisch eine volle Arbeitsfähigkeit, die aber aufgrund 
psychosozialer Umstände nicht realisiert werden könne (act. 54/3 S. 16). Das Gutachten von 
Dr. med. N.________ enthalte im Übrigen keine Langzeitprognose und keine Angaben zur 
zukünftigen Arbeitsfähigkeit. Von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit sei daher nicht auszu-
gehen. Vielmehr sei zu erwarten, dass sich die momentane Belastungssituation durch den 
Eheschutzentscheid beruhigen werde und die psychosozialen Belastungsfaktoren weitge-
hend wegfallen würden, so dass die Gesuchstellerin nach einer angemessenen Übergangs-
frist wieder arbeitsfähig sein werde. Die Gesuchstellerin halte sich gemäss Ausführungen von 
Dr. med. N.________ denn auch selber nicht für psychisch krank, sondern gehe davon aus, 
dass es ihr gut gehen würde, wenn sie nicht durch Dritte unter Druck gesetzt werde. Der Ge-

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suchstellerin könne daher nach einer angemessenen Frist zugemutet werden, einer Erwerbs-
tätigkeit im bisherigen Umfang nachzugehen, weshalb ein hypothetisches Einkommen im 
40%-Pensum anzurechnen sei (act. 1/1 E. 11.4).

6.1.2 Aufgrund ihrer Ausbildung (höhere Fachschule für Wirtschaft, Kaderschule in Management 
und Leadership), der Arbeitserfahrung (über 10 Jahre in verschiedenen Positionen in der 
Finanz- und IT-Branche, zuletzt im Key Account Management als Leiterin einer Marketing- 
und Verkaufsabteilung; Buchhaltung, ganze Administration, HR, Marketing, Verhandlungen 
mit Lieferanten, Einkauf, Materialwesen und Kosten- und Verkaufskalkulation bei der 
P.________ GmbH) und ihres Alters (im August 2022: 43-jährig) seien der Gesuchstellerin 
gute Erfolgschancen auf dem Arbeitsmarkt beschieden. Vorliegend sei ausgehend von einer 
Arbeitsstelle im mittleren und oberen Kader mit universitärem Hochschulabschluss in der 
Branche "wirtschaftliche Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen" gemäss 
dem individuellen Lohnrechner 2018 (Salarium) von einem monatlichen Nettolohn von 
CHF 4'200.00 in einem 50%-Pensum auszugehen (act. 1/1 E. 11.5).

6.1.3 Aus Praktikabilitätsgründen und um nicht zu viele Phasen zu generieren, sei der Gesuchstel-
lerin nicht bereits ab einer Übergangsfrist von drei Monaten, das heisst nicht bereits ab Ok-
tober 2022, ein Einkommen in einem 40%-Pensum, sondern ab Februar 2023 gleich ein sol-
ches in einem 50%-Pensum anzurechnen. Damit werde auch dem Umstand Rechnung ge-
tragen, dass der Abbau der von der Gesuchstellerin empfundenen Belastung etwas Zeit 
benötigen dürfte (act. 1/1 E. 11.6).

6.2 Die Gesuchstellerin moniert, die Vorinstanz hätte von Dr.med. O.________ im Rahmen der 
Offizial- und Untersuchungsmaxime einen ergänzenden Bericht verlangen können, wenn ihr 
dessen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse zu wenig aussagekräftig gewesen seien. Stattdessen 
wolle sie die von einem Facharzt ausgestellten Zeugnisse ohne jegliche Grundlage anzwei-
feln. Dies sei Willkür (act. 1 S. 31 Ziff. 17b).

Die Vorinstanz stützte sich zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Gesuchstellerin auf den 
ausführlichen Bericht von Dr.med. N.________ vom 17. Januar 2022. Die von der Gesuch-
stellerin eingereichten Zeugnisse von Dr.med. O.________ vermochten die von der Vorin-
stanz gestützt auf den Bericht von Dr.med. N.________ gebildete Überzeugung nicht zu er-
schüttern. Die Gesuchstellerin legt nicht dar, weshalb die Vorinstanz bei dieser Ausgangsla-
ge nicht willkürfrei hat davon ausgehen dürfen, ihre Überzeugung würde durch die Einholung 
eines ergänzenden Berichts von Dr.med. O.________ nicht geändert. Weitere Beweisab-
nahmen waren deshalb weder notwendig noch geboten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_262/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2). Der Beweiswert von Berichten eines Arztes, 
der die Gesuchstellerin bereits seit über zehn Jahren behandelt (Vi act. 27 Ziff. 17), wäre oh-
nehin gering gewesen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_255/2019 vom 20. Dezember 2019 
E. 6.3.5). Selbst bei Geltung der Untersuchungsmaxime ist es nicht – wie die Gesuchstellerin 
suggeriert – Aufgabe des Gerichts, bei Zweifeln an Arztzeugnissen erläuternde Berichten 
dieser Ärzte einzuholen. Abgesehen davon wäre es der Gesuchstellerin freigestanden, einen 
erläuternden Bericht ihres Arztes Dr.med. O.________ einzureichen.

6.3 Weiter rügt die Gesuchstellerin, die Vorinstanz zitiere den Untersuchungsbericht von 
Dr.med. N.________ unvollständig. So sei die Gesuchstellerin gemäss diesem Bericht 

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psychosozial stark belastet. Deshalb werde ihr eine durch psychosoziale Faktoren bedingte 
Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. 1 S. 31 f. Ziff. 17c-d). 

Abgesehen davon, dass die Gesuchstellerin nicht darlegt, was sie aus diesem Argument zu 
ihren Gunsten ableiten will, ist das Argument auch falsch. Die Vorinstanz zitierte den Bericht 
in den von der Gesuchstellerin genannten Punkten nicht unvollständig, hielt sie doch gerade 
explizit fest, dass die Gesuchstellerin wegen der psychosozialen Belastung arbeitsunfähig 
sei (act. 1/1 E. 11.4.2: "Ohne die psychosozialen Belastungsfaktoren und bei einer anderen 
Lebenssituation [ohne Kinder] wäre die Gesuchstellerin in der angestammten Tätigkeit voll 
arbeitsfähig"). Genauso fehl geht die Gesuchstellerin mit ihrer Behauptung, die Vorinstanz 
habe ausgeblendet, dass die (Belastungs-)Situation vorhanden sei (act. 1 S. 32 Ziff. 17d). 
Die Vorinstanz legte dar, dass sich durch den Eheschutzentscheid die Belastungssituation 
beruhigen werde. Hiergegen wendet die Gesuchstellerin nichts ein. Es ist im Übrigen aber 
auch nicht davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin sich ernsthaft auf den Standpunkt 
stellt, solange und weil die zwei Kinder noch Kinder seien, sei sie arbeitsunfähig. Gegen die 
weitere (zutreffende) Begründung der Vorinstanz, dass Dr.med. N.________ keine Langzeit-
prognose gestellt habe, wendet die Gesuchstellerin ebenfalls nichts ein. Dem Bericht von 
Dr.med. N.________ zufolge würde es der Gesuchstellerin gut gehen, sobald sie nicht unter 
Druck gesetzt wird. Dass dies nach dem Eheschutzentscheid, mit dem klare Verhältnisse ge-
schaffen werden, der Fall sein wird, durfte die Vorinstanz zu Recht annehmen. Diese Folge-
rung rügt die Gesuchstellerin, wie erwähnt, auch nicht.

6.4 Weiter stellt sich die Gesuchstellerin auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe ihre Betreu-
ungsleistung nicht bzw. ungenügend berücksichtigt.

6.4.1 So bringt die Gesuchstellerin vor, sie müsse die Kinder alleine betreuen. Gemäss ständiger 
Rechtsprechung erbringe die zur Hauptsache betreuende Mutter bereits einen Vollbeitrag 
durch die Betreuung von Kindern, bis das jüngste Kind eingeschult werde. Diese Rechtspre-
chung beziehe sich jedoch auf normale Verhältnisse, in denen die Betreuung der Kinder vom 
Vater mindestens jedes zweite Wochenende ausgeübt werde, in der Regel aber bereits ab 
Freitagnachmittag nach Schulschluss. Im vorliegenden Fall sei die Gesuchstellerin jedoch mit 
Betreuungsaufgaben in grösserem Umfang belastet. Entsprechend fehle jegliche Grundlage, 
dass die Gesuchstellerin vor September 2023 einer externen Erwerbstätigkeit nachgehen 
oder auch in der Zeit nachher innert absehbarer Zeit eine Erwerbstätigkeit von mehr als 40 % 
ausüben könnte (act. 1 S. 34 f. Ziff. 18). 

Die Vorinstanz ignoriere die zusätzliche Belastung der Gesuchstellerin aufgrund des zuneh-
menden Alters der Kinder wie auch der notwendig gewordenen Behandlungen wegen deren 
gesundheitlicher Probleme. Mit dem Schuleintritt von K.________ und dem Kindergartenbe-
such von L.________ seien die üblichen "ausserinstitutionellen Ausbildungsaktivitäten" ver-
bunden. Im vorliegenden Fall seien dies der Schwimmunterricht beider Kinder, Leichtathletik, 
Fussball und Kinderturnen (diese sportlichen Aktivitäten seien besonders wichtig als Beglei-
tung und Heilungsmassnahme zur Ergänzung der ergo- und psychomotorischen-
therapeutischen Behandlung beider Kinder und würden von den Therapeutinnen ganz klar 
empfohlen), die zeitaufwändige musische Ausbildung von K.________ (Musikunterricht) so-
wie die drei Therapien der Kinder. Alle diese Belastungen hätten vor der Trennung im Jahr 
2019 noch nicht vorgelegen (act. 1 S. 36 Ziff. 19e).

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6.4.2 Von den Richtlinien des Schulstufenmodells kann aufgrund pflichtgemässer richterlicher Er-
messensausübung im Einzelfall abgewichen werden. Das Bundesgericht erwähnt beispiel-
haft, dass etwa bei vier Kindern die verbleibende ausserschulische Betreuungslast (Aufga-
benhilfe, Vorkehrungen im Krankheitsfall, Kindergeburtstage, Hilfestellung bei der Ausübung 
von Hobbys etc.) deutlich grösser als bei nur einem Kind und deshalb eine Erwerbstätigkeit 
von 50 % bzw. 80 % gemäss Schulstufen allenfalls nicht zumutbar ist. Eine erhöhte Betreu-
ungslast kann sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch durch eine Behinde-
rung eines Kindes ergeben. Spezifische Besonderheiten des Einzelfalles sind stets zu 
berücksichtigen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.9).

6.4.3 Der Gesuchstellerin ist insofern beizupflichten, als die Betreuung der Kinder L.________ und 
K.________ insbesondere aufgrund der von ihnen besuchten Therapien bzw. Freizeitakti-
vitäten (dazu sogleich) mit einem überdurchschnittlich hohen Aufwand verbunden ist. Dies 
rechtfertigt aber hier noch keine Abweichung vom gemäss Schulstufen-Modell zumutbaren 
Erwerbspensum. Wie die Vorinstanz nämlich ausführte und von der Gesuchstellerin nicht 
gerügt wird, arbeitete die Gesuchstellerin bereits seit der Geburt der Kinder in einem 40%-
Pensum (act. 1/1 E. 11.3). Gemäss Darstellung der Gesuchstellerin soll sich der Gesuchs-
gegner nie für die Kinder interessiert bzw. sich nie um sie gekümmert haben. Sie sei "immer 
allein" mit den Kindern gewesen (Vi act. 27 Ziff. 2). Trotz dieser angeblich gänzlich ausge-
bliebenen Unterstützung in der Kinderbetreuung durch den Gesuchsgegner war es der Ge-
suchstellerin offenbar stets möglich, die – wie sie schreibt – "gesundheitlich eingeschränk-
ten" Kinder zu betreuen und in einem 40%-Pensum zu arbeiten. Zwar mag zutreffen, dass 
die Aktivitäten der Kinder vor der Trennung im Jahr 2019 noch nicht im selben Ausmass vor-
handen waren wie danach. Weiter mag zutreffen, dass beispielsweise die neu hinzugekom-
menen sportlichen und musischen Freizeitaktivitäten (nicht nur vor dem Hintergrund medizi-
nischer Therapien) für die Entwicklung von Kindern förderlich sind. Allerdings ist nicht nach-
vollziehbar und wird von der Gesuchstellerin nicht dargelegt, weshalb es förderlich oder not-
wendig ist, dass die Kinder gleich derart viele sportliche Aktivitäten – die Gesuchstellerin er-
wähnte Schwimmen, Taekwondo, Schach, Leichtathletik, Fussball und Turnen (vgl. auch 
act. 10 S. 16 Ziff. 20) – ausüben. Hinzu kommt, dass die – anwaltlich vertretene – Gesuch-
stellerin in der Berufung auch nicht darlegt, wie viel Zeit diese Aktivitäten beanspruchen und 
wann und wie oft sie stattfinden. Ob das am 11. Februar 2022 von der Gesuchstellerin im 
erstinstanzlichen Verfahren eingereichte "Wochenprogramm" (Vi act. 42/2) noch aktuell ist, 
ist fraglich, waren doch dort beispielsweise Fussball oder Kinderturnen nicht aufgeführt, dafür 
Zirkusturnen, und finden sich neuerdings Rechnungen für Taekwondo und Schach in den Ak-
ten (act. 10/6-7). Zweifelsohne ist die Bewältigung eines solchen Programms – dessen Um-
fang sich zwar nur erahnen lässt und dessen Notwendigkeit bzw. Förderlichkeit in dieser Ex-
tensität fraglich ist – für eine alleinerziehende, nebenbei in einem 50%-Pensum tätige Mutter 
eine erhebliche Belastung und eine beachtenswerte Leistung. Nun übersieht die Gesuchstel-
lerin allerdings, dass im Bedarf der Kinder ab der zweiten Phase, das heisst ab Anrechnung 
des hypothetischen Einkommens, Fremdbetreuungskosten von je CHF 577.00 berücksichtigt 
werden (act. 1/1 E. 14.2). Mit Kosten in dieser Höhe kann ein nicht zu vernachlässigender 
Teil der Betreuung gewährleistet werden. Aus all diesen Gründen geht die Rüge der Ge-
suchstellerin, wonach die Vorinstanz ihre Betreuungsleistungen nicht oder nicht genügend 
berücksichtigt haben soll, fehl. 

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6.4.4 Bloss der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass nach neuester bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung auch im Eheschutzverfahren eine Ausdehnung oder (Wieder-)Aufnahme 
einer Arbeitstätigkeit zu prüfen ist, wenn erstellt ist, dass mit einer Wiederaufnahme des ge-
meinsamen Haushalts nicht mehr ernsthaft gerechnet werden kann (Urteile des Bundesge-
richts 5A_42/2020 vom 30. März 2021 E. 5.5 und 5A_849/2020 vom 27.Juni 2022 E. 5 [zur 
Publikation vorgesehen]). Zu Recht behauptet die Gesuchstellerin nirgends, dass vorliegend 
ernsthaft mit der Wiederaufnahme eines gemeinsamen Haushalts gerechnet werden könnte.

6.5 Die Gesuchstellerin bringt weiter vor, sie habe administrative Tätigkeiten für die Zahnarztpra-
xis erfüllt. Diese habe sie zu einem grossen Teil von zu Hause aus aufgrund der Anbindung 
an den Praxiscomputer erledigen können. Der Gesuchsgegner habe aber an der Parteibefra-
gung selbst festgehalten, dass die Gesuchstellerin bereits mit dieser Arbeit nebst der Kinder-
betreuung "überlastet" gewesen sei. Hinzu komme, dass sie diese Tätigkeiten frei habe ein-
teilen können, mithin auch kurzfristig auf Bedürfnisse der Kinder habe reagieren können. Un-
streitig habe der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin diese Erwerbstätigkeit entzogen, womit 
er ihr die bis dahin nebst der Kinderbetreuung mögliche Arbeitstätigkeit verunmöglicht habe 
(act. 1 S. 35 Ziff. 19). 

Wie der Gesuchsgegner zutreffend festhält, räumte die Vorinstanz der Gesuchstellerin eine 
grosszügige Übergangszeit ein. Diese Zeit könnte die Gesuchstellerin nutzen, um beispiels-
weise eine Stelle mit einem hohen Homeoffice-Anteil zu suchen (act. 7 Rz 60). Die Gesuch-
stellerin legt nicht dar, dass sie sich bereits um eine Anstellung bemüht hat und sie keine An-
stellungen finden kann, bei der die von ihr gewünschte zeitliche und örtliche Flexibilität be-
steht. Sie behauptet pauschal und ohne Belege, die ihre Behauptung in irgendeiner Art stüt-
zen könnten, es sei "lebensfremd" anzunehmen, dass sie bei einem fremden Arbeitgeber 
kurzfristig auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren könne (act. 1 S. 35 Ziff. 19b). Mit dieser 
unsubstanziierten Behauptung ist die Gesuchstellerin nicht zu hören. Falls die Gesuchsteller-
in implizieren will, es sei notorisch, dass es keine Arbeitsstellen gebe, die es erlauben wür-
den, kurzfristig auf die Bedürfnisse der Kinder zu reagieren, ginge ihre Behauptung ebenfalls 
fehl, ist doch vielmehr gerade das Gegenteil der Fall: Es ist notorisch, dass es laufend mehr 
Arbeitsplätze gibt, bei denen in dieser Hinsicht Flexibilität besteht. Zudem impliziert das 
Schulstufenmodell ja gerade, dass es grundsätzlich solche Möglichkeiten gibt.

6.6 Schliesslich bemängelt die Gesuchstellerin einzelne Werte, welche die Vorinstanz im Lohn-
rechner 2018 des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend: Salarium-Lohnrechner; abrufbar 
unter: <www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html#/calculation>) verwendete, um das 
hypothetische Einkommen der Gesuchstellerin zu ermitteln.

6.6.1 Die Gesuchstellerin führt aus, es sei völlig illusorisch und lebensfremd, ihr zu unterstellen, sie 
könne nach