# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4666621f-ec6c-54f3-90b1-8f688e8ebf1b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.09.2020 715 20 143/216
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-20-143-216_2020-09-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom  4. September 2020 (715 20 143 / 216) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung; Nichtannahme einer zumutbaren Stelle, Be-
messung des Verschuldens 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Abteilung Arbeitsvermittlung, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln 1, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  

 
 
 

A. Die 1964 geborene A.____ war vom 1. März 2007 bis 31. Dezember 2018 beim Spital 
B.____ als Human Ressources (HR) Sachbearbeiterin angestellt. Am 30. April 2019 meldete sie 
sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) C.____ zur Arbeitsvermittlung an und 
stellte Antrag auf Arbeitslosenentschädigung. Mit Verfügung vom 10. September 2019 stellte das 
RAV C.____ die Versicherte wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit ab dem 27. August 2019 
für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. A.____ meldete sich am 9. Dezember 2019 zu-

 

 
 
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folge Wegzugs ins Ausland per 22. Januar 2020 von der Arbeitslosenversicherung ab. Eine ge-
gen die vorübergehende Leistungseinstellung erhobene Einsprache wies das Amt für Industrie, 
Gewerbe und Arbeit (KIGA) Baselland mit Entscheid vom 10. März 2020 ab.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ mit Eingabe vom 5. April 2020 Be-
schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht) und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids bzw. eine 
Reduktion der Einstelltage. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die vom RAV 
C.____ zugewiesene Stelle aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten unzumutbar gewesen sei. 
Zwar sei sie aufgrund ihrer Ausbildung theoretisch in der Lage, die Aufgaben der zugewiesenen 
Stelle als Personalassistentin zu erfüllen, konkret wäre sie jedoch sowohl seelisch wie auch kör-
perlich überfordert gewesen. Sie anerkenne indessen ein leichtes Verschulden, da sie rückbli-
ckend das telefonische Bewerbungsgespräch hätte durchführen sollen, um das Offensichtliche 
bestätigen zu lassen. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. Juni 2020 auf Ab-
weisung der Beschwerde.  
 
D. Das Kantonsgericht zog mit Schreiben vom 26. Juni 2020 die relevanten Akten der Öf-
fentlichen Arbeitslosenkasse Baselland bei und überwies den Fall mit Verfügung vom 3. Juli 2020 
dem Präsidium zur Beurteilung.  
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die 
Beschwerdeführerin zu Recht wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit für die Dauer von 31 
Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. Bei einem versicherten Verdienst in der 
Höhe von Fr. 3’656.-- und einer Einstelldauer von 31 Tagen liegt der Streitwert in jedem Fall unter 
der erwähnten Grenze von Fr. 20'000.--, weshalb die Angelegenheit in die Kompetenz der präsi-
dierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht fällt. 
 
2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen-
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 muss die versicherte 
Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. 
Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen 

 

 
 
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Berufes, und sie muss ihre Bemühungen nachweisen können. Im Weiteren muss die versicherte 
Person eine vermittelte zumutbare Arbeit annehmen (Art. 17 Abs. 3 AVIG).  
2.2 Zur Durchsetzung der verschiedenen in Art. 17 AVIG statuierten Pflichten der versicher-
ten Person, insbesondere der Schadenminderungspflicht, sieht das Gesetz bei Verhaltenswei-
sen, die sich negativ auf Eintritt oder Dauer der Leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung 
auswirken, Sanktionen vor (vgl. dazu THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich 
Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 
3. Auflage, Basel 2016, S. 2511 Rz. 828). So ist die versicherte Person gemäss Art. 30 Abs. 1 
lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder Wei-
sungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht an-
nimmt. Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, 
die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist 
sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht 
(NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 828). 
 
2.3 Der Einstellungstatbestand der Nichtannahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit 
im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG liegt nicht nur dann vor, wenn die versicherte Person eine 
Stelle ausdrücklich zurückweist, sondern beinhaltet grundsätzlich jedes Verhalten, welches das 
Zustandekommen eines Arbeitsvertrages scheitern lässt. Nach der Rechtsprechung hat sich die 
arbeitslose versicherte Person – in Erfüllung ihrer Schadenminderungspflicht – bei einem künfti-
gen Arbeitgeber unverzüglich zu melden und bei den Verhandlungen mit diesem klar und eindeu-
tig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit 
nicht zu gefährden (vgl. BGE 122 V 34 E. 3b mit Hinweisen; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 850). Aus 
diesen Grundsätzen folgt, dass der Tatbestand der Ablehnung zumutbarer Arbeit auch erfüllt ist, 
wenn sich die arbeitslose versicherte Person trotz Zuweisung der Stelle durch das RAV gar nicht 
ernsthaft um die Aufnahme von Vertragsverhandlungen bemüht (ARV 1986 Nr. 5 S. 22 unten).  
 
2.4 Die Frage der Zumutbarkeit der zugewiesenen Arbeit beurteilt sich angesichts des iden-
tischen Begriffs nach Art. 16 AVIG (BGE 122 V 34 E. 3b am Ende). Absatz 2 dieser Bestimmung 
nennt in den lit. a-i eine Reihe von Voraussetzungen, bei deren Vorliegen eine Arbeit unzumutbar 
und somit von der Annahmepflicht ausgenommen ist. Eine unzumutbare Arbeit darf die arbeits-
lose Person ohne versicherungsrechtlich nachteilige Folgen ablehnen (BGE 
114 V 345 E. 1).  
 
3. Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 
ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das 
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind (vgl. RENÉ RHINOW / HEINRICH KOLLER / CHRISTINA KISS / DANIELA THURNHERR / 
DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 999). Im Sozialver-
sicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. CRISTINA SCHIAVI, in: Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fel-
lay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, Art. 43 N 11; BGE 144 V 427 E. 3.2). Die blosse Möglich-
keit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr 

 

 
 
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jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläu-
fen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen 
Hinweisen). 
 
4.1 In vorliegender Sache ist unbestritten, dass das RAV die Versicherte mit Schreiben vom 
22. August 2019 anwies, sich bis zum 27. August 2019 bei der D.____ AG als Personalassistentin 
in Teilzeit zu bewerben. Ebenfalls unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin dieser Anwei-
sung nachgekommen ist, in der Folge jedoch das angesetzte Telefoninterview abgesagt und ihre 
Bewerbung zurückgezogen hat. Die Beschwerdegegnerin begründet die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin ihre Schadensminde-
rungspflicht, namentlich die Pflicht, die Arbeitslosigkeit so kurz als möglich zu halten, verletzt 
habe. Mit ihrem Verhalten habe sie in Kauf genommen, dass die Stelle als Personalassistentin 
anderweitig besetzt werde. Die Beschwerdeführerin vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass 
die zugewiesene Arbeit unzumutbar gewesen sei.  
 
4.2 Streitig und zu prüfen ist folglich, ob die der Beschwerdeführerin zugewiesene Stelle als 
Personalassistentin zumutbar gewesen ist. Den Akten ist diesbezüglich folgender Sachverhalt zu 
entnehmen: Die Beschwerdeführerin ist ausgebildete Krankenpflegerin. Von März 2007 bis De-
zember 2018 arbeitete sie indessen als HR-Sachbearbeiterin beim Spital B.____. Im Rahmen 
dieser Tätigkeit absolvierte sie Weiterbildungen und erlangte im März 2016 das Zertifikat als 
Sachbearbeiterin Personal der Handelsschule KV E.____ (Handelsschule) und im September 
2016 das Zertifikat als Personalassistentin des Schweizerischen Trägervereins für Berufs- und 
höhere Fachprüfungen in Human Ressources. Ferner besuchte sie im Oktober 2016 bei der Han-
delsschule einen Refresher-Kurs für HR-Fachleute. Nachdem sie von der Beschwerdegegnerin 
entsprechend aufgefordert worden ist, bewarb sie sich am 26. August 2019 bei der D.____ AG 
als Personalassistentin. Zur Absage des Telefoninterviews und dem Rückzug der Bewerbung 
hielt Letztere mit Schreiben vom 2. September 2019 fest, dass die Beschwerdeführerin die Stelle 
als zu anspruchsvoll betrachtet habe. Der Kunde sei jedoch an ihr sehr interessiert gewesen und 
hätte eine Anstellung bis Januar 2020 angeboten. Die Beschwerdeführerin selbst erklärte am 
6. September 2019, dass die vermittelte Stelle als Hauptaufgabe unter anderem das Verfassen 
von Arbeitszeugnissen und Stelleninseraten beinhaltet habe. Diese Aufgabe habe sie in ihrer 
bisherigen Tätigkeit jedoch nur kurze Zeit und mit grosser Mühe erfüllt, zumal das stilsichere 
Deutsch für sie eine Herausforderung gewesen sei. In ihrer Beschwerde führt die Versicherte 
weiter aus, dass sie mit diesen Arbeitsbereichen in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrun-
gen gemacht habe. Die entsprechende Tätigkeit sei auch nicht in ihrem Arbeitszeugnis aufge-
führt. Eine Anstellung, bei der sie erneut in eine solche Überforderungssituation käme, sei ihr 
auch seelisch nicht zumutbar.  
 
4.3 Wenn eine versicherte Person aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten und 
Fertigkeiten bei einer zugewiesenen Arbeit überfordert ist, ist dies zu beachten (Urteil des Bun-
desgerichts vom 6. Februar 2004, C 103/03, E. 2.3). Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG ist eine 
Arbeit unzumutbar, die nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der 
versicherten Person Rücksicht nimmt. Mit der Bezugnahme auf die Fähigkeiten soll vor allem 

 

 
 
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eine Überforderung der Versicherten auf Grund ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten so-
wie fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse verhindert werden (vgl. etwa ARV 1995 Nr. 13 S. 71 
E. 3d). Die gesetzliche Forderung nach angemessener Rücksichtnahme auf die Fähigkeiten zielt 
auch darauf hin, dass die versicherte Person in der Lage sein muss, die angebotene Arbeit sach-
gerecht ausführen zu können, weil sich der Arbeitgeber andernfalls getäuscht sehen und das 
Arbeitsverhältnis wieder auflösen könnte. Die Arbeit darf das Fähigkeits- und Fertigkeitsniveau 
der Versicherten unterbeanspruchen, sie darf sie aber nicht überfordern (GERHARD GERHARDS, 
Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, N 15b zu Art. 16). Unter Berücksich-
tigung des soeben Ausgeführten ist die Zumutbarkeit der zugewiesenen Stelle für die Beschwer-
deführerin zu bejahen. So verfügt sie über einen Berufsabschluss als Sachbearbeiterin Personal 
und langjährige Berufserfahrung. Entsprechend dieser Qualifikationen hat sie sich während der 
Arbeitslosigkeit unter anderem als Sachbearbeiterin in der Personaladministration und als Mitar-
beiterin im HR-Support beworben. Dass die Beschwerdeführerin mit dem Verfassen von Zeug-
nissen und Stelleninseraten grosse Mühe bekundet und diesen Bereich ihrer Ausbildung gemäss 
ihren eigenen Ausführungen bloss mit Mühe bestanden hat, ändert an ihrer Qualifikation für die 
zugewiesene Stelle grundsätzlich nichts. Ob das Verfassen von Arbeitszeugnissen und Stelle-
ninseraten tatsächlich – wie die Beschwerdeführerin annimmt – 
einen wesentlichen Teil der zugewiesenen Arbeit ausgemacht hätte, erscheint im Hinblick darauf, 
dass die Anstellung der Beschwerdeführerin ohnehin bloss bis Januar 2020, d.h. rund drei Mo-
nate, gedauert hätte, fraglich. Jedenfalls wäre diese Frage, wie auch diejenige, ob die entspre-
chenden Kenntnisse der Beschwerdeführerin für diesen Aufgabenbereich ausreichend gewesen 
wären, im Rahmen des Bewerbungsverfahrens zu prüfen gewesen. Indem sich die Beschwerde-
führerin dem Bewerbungsverfahren entzog, hat sie die Beantwortung dieser Fragen zu Unrecht 
vorweggenommen und damit eine potentiell geeignete und zumutbare Anstellung verunmöglicht. 
Dies scheint letztlich auch die Beschwerdeführerin selbst einzusehen, führt sie in ihrer Be-
schwerde doch aus, dass sie sich ihre vermutete Ungeeignetheit für die zugewiesene Stelle im 
Rahmen des Bewerbungsgesprächs hätte «bestätigen lassen sollen». Nach dem Ausgeführten 
steht fest, dass sie ihre Schadensminderungspflicht, namentlich die Pflicht, die eigene Arbeitslo-
sigkeit soweit als möglich zu verkürzen, verletzt hat.  
 
5. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin das Verschulden der Beschwerdeführerin 
zu Recht als schwer qualifiziert und die Einstelldauer innerhalb des entsprechenden Rahmens 
(31 bis 60 Tage, Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV) auf 31 Tage festgesetzt hat.  

 
5.1 Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad 
des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). 
Nach Art. 45 Abs. 3 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AVIV) vom 
31. Oktober 1947 wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 
Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage (lit. c) bei schwe-
rem Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Verwaltung ihren Entscheid nach pflichtge-
mässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Kantonsgerichts bzw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden die angefochtene 
Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen; sie greift jedoch bei der Beurteilung 

 

 
 
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der durch die Verwaltung angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung 
in deren Ermessensspielraum ein.  
 
5.2 Die Ablehnung einer zumutbaren Stelle ohne entschuldbaren Grund stellt gemäss 
Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIV grundsätzlich ein schweres Verschulden dar. Geht es um die verschul-
dete Ablehnung einer zumutbaren Arbeit von befristeter Dauer, ist das Ermessen der Verwaltung 
nicht auf eine Einstellungsdauer im Rahmen eines schweren Verschuldens beschränkt, sondern 
lässt unter dem Gesichtspunkt der entschuldbaren Gründe im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV auch 
eine mildere Sanktion zu (BGE 130 V 125 E. 3.5 am Ende; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Au-
gust 2011, 8C_285/2011, E. 3.2.1). Unter einem entschuldbaren Grund ist ein Grund zu verste-
hen, der – ohne zur Unzumutbarkeit zu führen – im Rahmen des Art. 45 Abs. 3 AVIV das Ver-
schulden als mittelschwer oder leicht erscheinen lässt. Ein solcher im konkreten Fall liegender 
Grund kann die subjektive Situation der betroffenen Person (z.B. gesundheitliche Probleme) oder 
eine objektive Gegebenheit (z.B. befristete Stelle) beschlagen (BGE 130 V 125 E. 3.5 mit Hin-
weisen).  
 
5.3 Solche entschuldbaren Gründe liegen in hier vor. Zwar ist die von der Beschwerdefüh-
rerin für ihren Rückzug aus dem Bewerbungsverfahren vorgebrachte Begründung nicht geeignet, 
den Verstoss gegen die Schadensminderungspflicht auszuschliessen oder zu heilen (vgl. E.  4 
hiervor). Aufgrund ihrer beruflichen und persönlichen Erfahrungen ist die von ihr getroffene Ein-
schätzung der Zumutbarkeit der zugewiesenen Stelle und ihrer Bewerbungschancen jedoch 
nachfühlbar. So führt die Beschwerdeführerin glaubhaft aus, dass es in der Vergangenheit beim 
Verfassen von Arbeitszeugnissen zu Schwierigkeiten gekommen sei, die sie auch psychisch stark 
belastet hätten. Hinzu kommt, dass es sich – aufgrund des bereits seit längerem bekannten Aus-
landsaufenthalts der Beschwerdeführerin – um eine lediglich auf wenige Monate befristete Stelle 
handelte. Dies lässt das Verschulden der Beschwerdeführerin in einem milderen Licht erschei-
nen. Mit zu berücksichtigen ist ferner, dass sie während der Arbeitslosigkeit soweit ersichtlich zu 
jeder Zeit ihren Pflichten betreffend Arbeitsbemühungen nachgekommen ist und ihre Vermitt-
lungsbereitschaft dokumentiert ist. Unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjek-
tiven Umstände erscheint es nicht als angemessen, vorliegend von einem schweren Verschulden 
auszugehen, selbst wenn die verfügte Einstelldauer am unteren Ende des Ermessensspielraums 
angesetzt wurde. Vielmehr ist das Verschulden der Beschwerdeführerin als mittelschwer einzu-
stufen, wobei eine Einstelldauer von 23 Tagen auch im Hinblick auf die Rechtsprechung (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2004, C 130/03, E. 3.4) als angemessen erscheint.  
 
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid dahinge-
hend zu ändern ist, dass die verfügte Einstelldauer von 31 Tagen auf 23 Tage reduziert wird. Die 
Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.  
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben.  
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheent-
scheid vom 10. März 2020 dahingehend abgeändert, dass die verfügte 
Einstelldauer von 31 Tagen auf 23 Tage reduziert wird. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 
 
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