# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 893d3f14-510d-5a02-9018-d7d2a180167a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.01.2022 SK 2021 261
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-261_2022-01-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 21 261

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Januar 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Salzmann (Präsidentin i.V.), Oberrich-
ter Aebi, Oberrichterin Falkner
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kindern, teilweise versucht, Widerhand-
lung gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 23. Februar 2021 (PEN 20 351)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht [nachfolgend teilweise: Vorinstanz]) 
erkannte mit Urteil vom 23. Februar 2021 Folgendes (pag. 982 ff. [Hervorhebungen 
im Original]):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der sexuellen Handlungen mit Kind, teilweise versucht begangen am 04.06.2020 in 
D.________ (Ort), E.________ (Restaurant), z.N. C.________

2. der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit von 06.02.2020 
bis 04.06.2020 in F.________ (Ort), G.________ (Ort) und H.________ (Ort);

und in Anwendung der Art. 
22, 40, 42, 44, 47, 51, 66a Abs. 1 lit. h, 67 Abs. 3 lit. b, 106, 187 Ziff. 1 StGB
19a Abs. 1 BetmG
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 36 Tagen werden [recte: wird] vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet. Die Ersatzmassnahmen werden im Umfang von 10 Tagen auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 1 Tag festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

4. Zu einem lebenslänglichen Verbot für berufliche und/oder organisierte ausserberufliche Tätigkei-
ten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst (Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB). 

5. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 7'200.00 und Aus-
lagen von CHF 1'050.00, insgesamt bestimmt auf CHF 8'250.00.

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 7'650.00.

II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

3

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 17'763.55. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung im Umfang von 
CHF 16'363.45 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 5'966.55 
zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO, Beschlüsse der Beschwerdekam-
mer in Strafsachen des Kantons Bern vom 02.07.2020 sowie 13.01.2021).

III.

Weiter wird verfügt:

1. Die A.________ auferlegten und mit Beschluss der Beschwerdekammer in Strafsachen des 
Obergerichts des Kantons Bern vom 13.01.2021 letztmals verlängerten Ersatzmassnahmen 
werden aufgehoben.

2. Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten zurückgegeben:

- Reisepass Costa Rica (Nr. ________, Gültigkeit bis 22.09.2025);
- ID Costa Rica (Nr. ________, Gültigkeit bis 03.11.2026).

3. Die Sicherheitsleistung von CHF 20'000.00 wird der berechtigten Person zurückerstattet. 

4. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

7. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil vom 23. Februar 2021 meldete Rechtsanwalt B.________ für 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) fristgerecht Berufung an (pag. 989).

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 15. Juni 2021 (pag. 1002 ff.).

Am 8. Juli 2021 reichte Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag des Be-
schuldigten form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein. Er beschränkte die 
Berufung auf die Anfechtung des Schuldspruchs wegen sexueller Handlungen mit 
Kindern, der gestützt darauf erfolgten Verurteilungen zu einer Freiheitsstrafe, einer 
Landesverweisung und einem lebenslänglichen Tätigkeitsverbot sowie der damit 
einhergehenden Kosten- und Entschädigungsfolgen. Weiter focht er die Verfügun-
gen gemäss den Ziffern III/4.-6. des erstinstanzlichen Urteils an (zum Ganzen 
pag. 1052 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 14. Juli 2021 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 1060 f.).

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Daraufhin wurden die Parteien auf den 18. Januar 2022 zur Berufungsverhandlung 
vorgeladen (pag. 1064 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen und Würdigungsvorbehalt

Mit Schreiben vom 30. November 2021 beantragte Rechtsanwalt B.________, 
J.________ sei [in der Berufungsverhandlung] als Zeugin zu befragen (pag. 1074). 
Mit Beschluss vom 1. Dezember 2021 wies die Kammer diesen Beweisantrag be-
gründet ab (pag. 1077 f.). 

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein aktueller Strafregisteraus-
zug (datierend vom 14. Dezember 2021 [pag. 1089]) und ein Leumundsbericht, in-
klusive Formular über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 10. Dezem-
ber 2021 [pag. 1083 ff.]), eingeholt. Weiter wurden die Akten der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde (nachfolgend: KESB) 2020-4362 betreffend K.________ 
(Sohn des Beschuldigten und von J) ediert (pag. 1093 ff.). 

In der Berufungsverhandlung wurde C.________ als Zeugin einvernommen 
(pag. 1138 ff.). Zudem wurde der Beschuldigte erneut zur Person und zur Sache 
befragt (pag. 1143 ff.). Schliesslich wurden die von Rechtsanwalt B.________ ein-
gereichten Unterlagen (Abschluss KESB-Verfahren [Beilage 1], Bestätigung 
Deutschkurs [Beilage 2.1], Schreiben Y.________ (Sportverein) G.________ (Ort) 
[Beilage 2.2], Freundschaftsbestätigung [Beilage 2.3], Schreiben L.________ [Bei-
lage 2.4], Bestätigung Kontoeröffnung Bank EKI [Beilage 2.5], Police Grundversi-
cherung [Beilage 2.6], Arbeitsverträge [Beilagen 3.1 und 3.2], E-Mail M.________, 
N.________ AG [Beilage 3.3], Bericht J.________ [Beilage 4] und Bericht des 
O.________ (Psychiatrie) (nachfolgend: O.________ [Beilage 5]) zu den Akten er-
kannt (pag. 1151; betr. Beilagen vgl. pag. 1163 ff.).

Den von Rechtsanwalt B.________ in der Berufungsverhandlung wiederholten 
Würdigungsvorbehaltsantrag betreffend den Tatbestand Art. 187 Ziff. 4 StGB hiess 
die Kammer (wie bereits die Vorinstanz) ferner gut (pag. 1137).

4. Anträge des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Berufungsver-
handlung Folgendes (pag. 1151 f. bzw. pag. 1184 f. [Hervorhebungen im Original]): 

I.

Es sei festzustellen, dass Ziff. I/2 des angefochtenen Urteils vom 23.2.2021 insoweit in Rechtskraft 
erwachsen ist, wie Herr A.________ wegen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, be-
gangen in der Zeit vom 6.2.2020 bis 4.6.2020 in F.________ (Ort), G.________ (Ort) und 
H.________ (Ort) schuldig erklärt und zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 verurteilt wur-
de. 

II.

Herr A.________ sei

freizusprechen von den Vorwürfen

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der sexuellen Handlungen mit Kind (Art. 187 Ziff. 1 StGB), teilweise versucht, evtl. der sexuellen 
Nötigung (Art. 189 StGB), teilweise versucht, angeblich begangen am 4.6.2020, ca. 14.30 Uhr in 
D.________ (Ort), (E.________ (Restaurant), vor den WC-Anlagen im 1. UG), z.N. von Frau 
C.________ (vgl. Ziff. I/1 der Anklageschrift vom 28.8.2020 und Ziff. I/1 des angefochtenen Urteils 
vom 23.2.2021).

III.

Im Sinne eines Eventualantrags zu Ziff. II hiervor sei Herr A.________ 

schuldig zu erklären

der sexuellen Handlungen mit Kind (i.S.v. Art. 187 Ziff. 4 StGB), teilweise versucht, begangen 
am 4.6.2020, ca. 14.30 Uhr in D.________ (Ort), (E.________ (Restaurant), vor den WC-Anlagen im 
1. UG), z.N. von Frau C.________ (vgl. Ziff. I/1 der Anklageschrift vom 28.2.2020 und Ziff. I/1 des an-
gefochtenen Urteils vom 23.2.2021)

und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen

1. sei von einer Bestrafung abzusehen;

2. eventualiter sei Herr A.________ zu verurteilen zu einer Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu je 
CHF 30.00, ausmachend CHF 480.00, wobei der Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 
zwei Jahren aufzuschieben sei, und zu einer Verbindungsbusse von CHF 120.00.

IV.

Des Weiteren:

1. Die Verfahrenskosten vor der ersten und zweiten Instanz seien vollumfänglich dem Kanton 
Bern aufzuerlegen.

2. Herrn A.________ sei für sämtliche angefallenen Verteidigungskosten vor der ersten und 
zweiten Instanz eine Entschädigung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 Bst. a und Art. 436 Abs. 1 StPO 
gemäss eingereichter Kostennote zuzusprechen. 

3. Die weiteren gerichtlichen Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das Urteil des Regional-
gerichts Oberland vom 23. Februar 2021 insoweit in Rechtskraft erwachsen, als der 
Beschuldigte wegen Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(BetmG; SR 812.121) schuldig erklärt und zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 100.00 verurteilt wurde, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung auf einen Tag festgesetzt wurde (Ziff. I/2 des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs [pag. 983]). Ebenfalls rechtskräftig sind (und bereits vollzogen wurden 
[vgl. S. 42 f. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1043 f.]) die weiteren Ver-
fügungen gemäss den Ziffern III/1-3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, wo-
nach die Ersatzmassnahmen aufgehoben, der Reisepass und die ID Costa Rica 
dem Beschuldigten zurückgegeben sowie die Sicherheitsleistung von 
CHF 20'000.00 der berechtigten Person (J.________) zurückerstattet werden 
(pag. 984).

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Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber der erstin-
stanzliche Schuldspruch wegen sexueller Handlungen mit Kindern, teilweise ver-
sucht begangen am 4. Juni 2020 in D.________ (Ziff. I/1 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs [pag. 982]), und die dafür ausgesprochenen Sanktionen (Freiheits-
strafe, Landesverweisung und Tätigkeitsverbot), inklusive die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen. Weiter muss die Kammer über die Verfügungen betreffend 
Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (nach-
folgend: SIS) und bezüglich DNA-Profil sowie die weiteren erhobenen biometri-
schen erkennungsdienstlichen Daten befinden, weil letztere der Rechtskraft nicht 
zugänglich sind.

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), ist aufgrund der alleinigen Berufung 
des Beschuldigten aber an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 
Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldig-
ten abändern. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Anklagesachverhalt

Mit Anklageschrift vom 28. August 2020 (pag. 430 ff.) wird dem Beschuldigten in 
Ziffer I/1.1 vorgeworfen, sexuelle Handlungen mit Kindern, eventuell sexuelle Nöti-
gung, begangen zu haben:

Konkret soll er am 4. Juni 2020 die ihm bis dahin unbekannte, am P.________ (Da-
tum) geborene, damals mithin 15-jährige C.________ im E.________ (Restaurant) 
in D.________ angesprochen und nach den Örtlichkeiten der Herrentoilette gefragt 
haben. In der Folge habe sich C.________ mit dem Beschuldigten zur Herrentoilet-
te, die sich im Untergeschoss befindet, begeben und habe bei deren Tür den Zu-
gangscode eingegeben. Dann hätten die beiden miteinander gesprochen und als 
sich der Beschuldigte mit einer Umarmung bedankt und C.________ diese Umar-
mung mit einem Kuss auf die Wange des Beschuldigten erwidert habe, habe der 
Beschuldigte seinen Mund gegen denjenigen von C.________ bewegt und die 
überraschte C.________ gegen ihren Willen mit einem Zungenkuss geküsst. 

Daraufhin habe C.________ dem Beschuldigten erklärt, sie sei 12 bzw. 15 Jahre 
alt. Zudem habe sie ihm gesagt, «Don’t touch me!». Der Beschuldigte habe sich ihr 
anschliessend dennoch erneut genähert, habe zum Küssen angesetzt und ver-
sucht, C.________ durch einen leichten Griff am Nacken zu sich zu ziehen. 
C.________ habe sich allerdings lösen können, worauf die beiden erneut miteinan-
der gesprochen hätten. Dann habe sich C.________ auf den Beschuldigten zube-
wegt, um ihn zu umarmen und ihm auf die Wange zu küssen, worauf der Beschul-
digte – im Wissen um C.________'s wahres Alter sowie um deren Desinteresse, 
mit ihm sexuelle Handlungen vorzunehmen – mit beiden Händen ihren Kopf ergrif-
fen und diesen mit leichtem Druck geführt habe, so dass es zu einem intensiven 
Zungenkuss und einer gegenseitigen Umarmung gekommen sei. Während diesem 
Zungenkuss und dieser Umarmung habe der Beschuldigte C.________ über den 

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Kleidern am Po sowie in der Gegend der Vagina berührt und ihr (möglicherweise) 
an die Brüste gegriffen. Zudem habe er C.________ leicht gegen seinen Penis ge-
presst und sie hochgehoben. 

Nachdem sich C.________ vom Beschuldigten habe lösen können, sei es zu zwei 
weiteren Zungenküssen gegen ihren Willen gekommen, bis C.________ schliess-
lich ihren Freund auf die Situation habe aufmerksam machen können. 

In Ziffer I/1.2 der Anklageschrift werden dem Beschuldigten weiter versuchte 
sexuelle Handlungen mit Kindern, eventuell versuchte sexuelle Nötigung, vorge-
worfen (pag. 342). Nebst dem hiervor beschriebenen Verhalten soll er C.________ 
am 4. Juni 2020 im E.________ (Restaurant) in D.________ mehrmals verbal, mit 
Blicken und indem er gegen die Herrentoilette gedeutet habe, dazu aufgefordert 
haben, ihn in die Herrentoilette zu begleiten. Weiter soll er C.________ – obschon 
diese ihm deutlich erklärt habe, nicht mit ihm in die Herrentoilette kommen zu wol-
len – an sich herangezogen und sie an sich gepresst sowie hochgehoben und da-
bei versucht haben, die zugefallene Tür der Herrentoilette zu öffnen. Schliesslich 
soll er C.________ an der Hand festgehalten und mit leichter Kraftanstrengung in 
die Herrentoilette zu ziehen versucht haben, in der Absicht, dort unbestimmte, aber 
weitergehende sexuelle Handlungen mit ihr vorzunehmen. 

7. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hielt den unbestrittenen Sachverhalt zutreffend fest. Auf die ent-
sprechenden Erwägungen kann vorab verwiesen werden (S. 5 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 1006 f.). 

In Bezug auf die sexuellen Handlungen ist unbestritten, dass es zu Küssen und 
Umarmungen zwischen dem Beschuldigten und C.________ kam und dass der 
Beschuldigte C.________ dabei – wie er in der Berufungsverhandlung erstmals 
zugab – am Po berührte (pag. 1147 Z. 31). Weiter ist in Ergänzung zu den Aus-
führungen der Vorinstanz klar, dass die Initiative für die erste Umarmung und den 
ersten Kuss vom Beschuldigten ausging (vgl. pag. 1153). Schliesslich ist unbestrit-
ten, dass der Beschuldigte C.________ signalisierte, sie solle mit ihm in die Her-
rentoilette kommen, indem er sie an der Hand hielt und leicht daran zog, jedoch 
keine Kraft und/oder Gewalt anwandte. C.________ konnte durch leichtes Zurück-
lehnen unbestrittenermassen verhindern, dass der Beschuldigte sie in die Herren-
toilette zog. 

Bestritten und beweismässig zu klären ist hingegen, ob es sich bei den Küssen um 
Zungenküsse handelte. Weiter ist unklar, ob der Beschuldigte C.________ – nebst 
dem er ihr an den Po griff – im Bereich der Vagina und an den Brüsten berührte 
sowie, ob er sie gegen seinen Penis presste und hochhob. Ebenfalls geprüft wer-
den muss, ob sich C.________ wehren konnte und ob sie dem Beschuldigten ihr 
Alter nannte resp. von welchem Alter der Beschuldigte subjektiv ausging oder aus-
gehen durfte. Sodann ist zu klären, ob C.________ die Initiative auch selber ergriff 
und welche Handlungen der Beschuldigte mit ihr in der Herrentoilette hätte vor-
nehmen wollen. Schliesslich muss die Frage beantwortet werden, in welchem Zu-
stand sich der Beschuldigte während des Vorfalls aufgrund eines allenfalls voran-
gegangenen Marihuana- und/oder Alkoholkonsums befand. 

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8. Beweismittel

Der Kammer liegen als Beweisgrundlage nebst dem rund viereinhalbminütigen 
Video der Kamera, welche den Bereich vor der Herrentoilette im E.________ (Re-
staurant) überwacht (nachfolgend: Video [pag. 161]), die Aussagen des Beschul-
digten (pag. 9 ff.; pag. 162 ff.; pag. 182 ff.; pag. 950 ff. und pag. 1143 ff.), von 
C.________ (pag. 194 ff. [Videoeinvernahme] und pag. 1138 ff.), von J.________ 
(pag. 213 ff. und pag. 955 ff.) und von Q.________ (pag. 208 ff.) vor. Weiter befin-
den sich zur Klärung der Beweisfragen der Anzeigerapport vom 8. Juni 2020 
(pag. 150 ff.) und der Berichtsrapport vom 5. Juni 2020 (pag. 158 ff.) in den Akten. 

Die Vorinstanz gab die Aussagen der befragten Personen mit Ausnahme der Schil-
derungen des Beschuldigten in der Verhandlung vor dem Regionalen Zwangs-
massnahmengericht vom 6. Juni 2020 (pag. 35 f.) ausführlich und korrekt wieder; 
darauf kann verwiesen werden (S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1009 ff.). Auf eine Zusammenfassung der übrigen vorhandenen Beweismittel 
sowie der oberinstanzlichen Einvernahmen von C.________ und dem Beschuldig-
ten wird verzichtet. Es wird – soweit relevant – direkt im Rahmen der konkreten 
Beweiswürdigung auf die einzelnen Beweismittel eingegangen. 

9. Würdigung durch die Kammer

9.1 Theoretische Grundlagen / Vorbemerkungen

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussa-
geanalyse wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
(S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1007 f.).

Anders als es bei anderen Sexualdelikten häufig der Fall ist, existieren vorliegend 
als Beweismittel nicht nur die Aussagen der beteiligten Personen, sondern liegt zu-
sätzlich ein Video vor, welches die inkriminierte Szene vor der Herrentoilette im 
E.________ (Restaurant) in D.________ – wenn auch ohne Tonaufnahme – filmte. 
Im Folgenden wird deshalb in einem ersten Schritt festgehalten, was auf dem Vi-
deo zu sehen ist und welche Schlüsse daraus gezogen werden können (E. 9.2 un-
ten). In einem zweiten Schritt werden die Aussagen der vorliegend befragten Per-
sonen analysiert (E. 9.3 – 9.6 unten), ehe im Rahmen einer Gesamtwürdigung – 
unter Einbezug sämtlicher relevanter Beweismittel – die einzelnen Beweisfragen 
beantwortet werden (E. 9.7 unten). Zuletzt wird das Beweisergebnis festgehalten 
(E. 9.8 unten).  

9.2 Erkenntnisse aus dem Video und Zwischenfazit, das daraus gezogen werden kann

Das (Farb-)Video dauert wie erwähnt rund vier Minuten 40 Sekunden und zeigt, wie 
C.________ im E.________ (Restaurant) gefolgt vom Beschuldigten die Treppe 
zum Untergeschoss und zu den Toilettenanlagen hinuntersteigt. Nachdem die bei-
den unten angekommen sind, gibt C.________ den Code für die Herrentoilette ein, 
worauf sich der Beschuldigte vor die Tür dieser Toilette stellt und einen Fuss hin-
einhält resp. hineinstellt, so dass die Tür nicht wieder zufallen kann. Anschliessend 
hält er C.________ die Hand hin, worauf sich die beiden die Hände schütteln, 
während sie miteinander sprechen und C.________ sich mit der anderen – der lin-
ken – Hand durch die Haare fährt. Dann nimmt der Beschuldigte sein Mobiltelefon 

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hervor, tippt darauf herum und übergibt es schliesslich C.________, die ebenfalls 
darauf 
herumtippt (bei 0.20 Min.). In der Zwischenzeit kommt eine Frau die Treppe hinun-
ter, gibt erfolglos einen Code bei der Frauentoilette ein und geht wieder nach oben 
(bei 01.10 Min.). 

Der Beschuldigte und C.________ sprechen weiter miteinander, während 
C.________ das Mobiltelefon des Beschuldigten noch immer in der Hand hält. 
Dann breitet der Beschuldigte seine Arme zu einer Umarmung aus, worauf 
C.________ ihn umarmt und ihm einen Kuss auf die Wange geben will. Der Be-
schuldigte will C.________ stattdessen einen Kuss auf den Mund geben und dreht 
entsprechend seinen Kopf (bei 01.33 Min.). C.________ weicht diesem Kuss auf 
den Mund durch Drehen ihres Kopfes jedoch aus, worauf der Beschuldigte ihrem 
Kopf folgt und es dennoch zu einem Kuss auf den Mund kommt, der ungefähr sie-
ben Sekunden dauert und während dem der Beschuldigte C.________ umarmt, 
seinen Kopf seitlich hält und diesen bewegt (bei 01.35 bis 01.42 Min.). 

In der Folge löst sich C.________ aus dem Kuss und der Umarmung, indem sie 
etwas nach hinten tritt und ihren Kopf abwendet. Sie nimmt das Mobiltelefon des 
Beschuldigten, das sie immer noch in der Hand hält, und tippt darauf herum, 
während die beiden wieder miteinander sprechen. Dann gibt C.________ dem Be-
schuldigten das Mobiltelefon in dessen rechte Hand zurück, worauf der Beschuldig-
te mit seiner linken Hand ihr rechtes Handgelenk greift und mit einer Kopfbewe-
gung gegen die Herrentoilette zeigt, deren Tür offen ist, weil er immer noch seinen 
Fuss hineinhält (bei 02.17 Min.). Anschliessend zeigt der Beschuldigte auch mit 
seinem Mobiltelefon Richtung Herrentoilette, worauf C.________ leicht den Kopf 
schüttelt und ihr Körpergewicht nach hinten verlagert. Der Beschuldigte bewegt 
sich mit seinem Oberkörper daraufhin gleichwohl auf C.________ – die einen 
Schritt zurück macht – zu, greift mit seiner rechten Hand ihren Nacken und ver-
sucht, sie zu küssen (bei 02.23 Min.). C.________ macht aber einen Schritt zurück 
und löst sich so aus dem Nackengriff. 

Anschliessend reden der Beschuldigte und C.________ wieder miteinander, 
während der Beschuldigte C.________ mit seiner linken Hand erneut am rechten 
Handgelenk hält (bei 03.05 Min.). Dann bewegt sich C.________ auf den Beschul-
digten zu, umarmt und küsst diesen (bei 03.06 Min.). Während des Kusses ergreift 
der Beschuldigte mit seinen Händen zunächst C.________'s Kopf, ehe er ihr mit 
der rechten Hand kräftig an den Po greift (bei 03.08 Min.) und C.________ mit Hilfe 
dieses «Po-Griffes» leicht hochhebt, so dass sie schliesslich auf den Zehenspitzen 
steht. Die beiden bewegen sich – während sie sich so küssen – im Raum vor der 
Herrentoilette. C.________ hält ihren Oberkörper dabei leicht nach hinten, wohin-
gegen der Beschuldigte seinen Oberkörper nach vorne bewegt und gegen 
C.________ presst. Ausserdem greift er C.________ mit seiner rechten Hand im-
mer noch an den Po, bevor er die Hand kurz löst und den Griff der zwischenzeitlich 
zugefallenen Tür der Herrentoilette ergreift (bei 03.31 Min.). Anschliessend löst der 
Beschuldigte seine rechte Hand wieder vom Türgriff und hält sie – ungefähr auf 
Schritthöhe von C.________ – zwischen sich und C.________ (bei 03.35 Min.). 
Weil C.________ mit dem Rücken zur Kamera steht, ist nicht erkennbar, wo genau 

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sich die Hand des Beschuldigten befindet. Es ist aber zu sehen, wie sich 
C.________'s Po bzw. ihr Hosengesäss kurz darauf hebt (bei 03.36 Min.). Zudem 
ist sichtbar, dass sich C.________ kurze Zeit später mit einer ruckartigen Bewe-
gung nach hinten aus der Umarmung und dem Kuss löst (bei 03.39 Min.). Während 
dieses rund 34 Sekunden dauernden Kusses hält der Beschuldigte seinen Kopf 
seitlich und bewegt diesen rhythmisch. 

Nachdem sich C.________ gelöst hat, tritt sie nach hinten in Richtung Treppe und 
schaut kurz nach oben. Dann läuft sie wieder Richtung Tür der Herrentoilette, 
berührt mit der linken Hand die rechte Schulter des Beschuldigten und küsst diesen 
(bei 03.49 Min.). Während dieses Kusses, der rund drei Sekunden dauert, hält der 
Beschuldigte C.________ nicht. Nachdem C.________ ihren Mund wieder vom 
Beschuldigten gelöst hat, ergreift er mit seiner linken Hand ihr rechtes Handgelenk 
bzw. ihre rechte Hand (bei 03.52 Min.). Dann gibt C.________ erneut den Code der 
Herrentoilette ein, worauf der Beschuldigte die Toilette betritt und dabei an der 
rechten Hand von C.________ zieht, die sich durch das nach hinten Verlagern ih-
res Körpergewichtes aber gegen dieses Ziehen stemmt (bei 04.01 Min.). Ansch-
liessend macht C.________ einige Schritte rückwärts, blickt kurz die Treppe hinauf 
und der Beschuldigte, der ihre Hand immer noch hält, kommt mit einem Fuss wie-
der aus der Herrentoilette hinaus (bei 04.07 Min.). Dann geht C.________ wieder 
auf den Beschuldigten zu, macht mit ihrer linken Hand gleichzeitig aber ein Zei-
chen, wie wenn sie jemand von oberhalb der Treppe zu sich winken möchte (bei 
04.08 Min.). Es kommt zu einem weiteren Kuss, während dem der Beschuldigte 
C.________'s rechte Hand erneut hält (bei 04.09 Min.) und C.________ mehrmals 
das zuvor beschriebene Handzeichen macht. Daraufhin kommt Q.________ die 
Treppe hinunter (bei 04.13 Min.). Als er unten ankommt, befindet sich der Beschul-
digte in der offenstehenden Herrentoilette und C.________, deren rechtes Bein 
stark zittert, steht davor. Kurze Zeit später gehen C.________ und Q.________ die 
Treppe hoch (bei 04.35 Min.). 

Gestützt auf das Video kann somit ein grosser Teil des Vorgefallenen geklärt wer-
den. Soweit sich die Anklageschrift mit dem deckt, was auf dem Video zu sehen ist 
und soeben ausgeführt wurde, gilt sie als erstellt. 

Auf dem Video nicht erkennbar und nachfolgend geklärt werden muss hingegen, ob 
es sich bei den vier Küssen zwischen C.________ und dem Beschuldigten um 
Zungenküsse handelte, was der Beschuldigte bestritt, C.________ aber mehrfach 
so aussagte. Weiter bleibt trotz des vorhandenen Videos unklar, ob der 
Beschuldigte C.________ während des zweiten, rund 34 Sekunden dauernden 
Kusses im Bereich der Vagina sowie an den Brüsten berührte und sie leicht gegen 
seinen Penis presste. Ebenfalls nicht erstellen lässt sich gestützt auf das Video, 
worüber der Beschuldigte und C.________ redeten, wobei insbesondere interes-
siert, ob C.________ dem Beschuldigten ihr Alter nannte. Schliesslich ist trotz des 
Videos nicht eruierbar, welche Handlungen der Beschuldigte mit C.________ auf 
der Herrentoilette hätte vornehmen wollen und ob seine Einsichts- sowie Steue-
rungsfähigkeit aufgrund seines angeblich vorausgegangenen Alkohol- und Marihu-
anakonsums eingeschränkt war. All diese Fragen sind nach einer generellen Aus-

11

sageanalyse der vorliegend befragten Personen im Rahmen einer Gesamtwürdi-
gung zu klären. 

9.3 Aussagen von C.________

C.________ wurde einmal per Video und einmal in der Berufungsverhandlung be-
fragt. In Bezug auf die Analyse ihrer Aussagen in der Videoeinvernahme wird vorab 
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 19 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1020 ff.). 

C.________ machte entgegen der Auffassung der Verteidigung (vgl. pag. 1156) 
bereits in der Videoeinvernahme detaillierte Aussagen und gab beispielsweise Ge-
spräche (Video-EV: 10.29 Uhr; 10.31 Uhr; 10.43-10.46 Uhr; 10.50 Uhr; 10.52 Uhr; 
10.55 Uhr; 10.57 Uhr; 11.02 Uhr; 11.22 Uhr; 11.23 Uhr) sowie Empfindungen 
(Video-EV: 10.35 Uhr, 10.53 Uhr; 10.54 Uhr; 11.23 Uhr) wieder. Weitere erwähnte 
sie in Bezug auf die Küsse originell, der Beschuldigte habe sie fast «aufgesaugt» 
(Video-EV: 10.19 Uhr) und es habe sich angefühlt, als hätte der Vorfall eineinhalb 
Stunden gedauert, obwohl es nur ungefähr zehn Minuten gewesen seien (Video-
EV: 10.04 Uhr). Schliesslich wies C.________ explizit darauf hin, wenn sie sich 
nicht sicher war oder etwas nicht mehr wusste (Video-EV: 10.35 Uhr; 10.39 Uhr; 
10.40 Uhr; 10.43 Uhr; 10.49 Uhr; 11.22 Uhr).

In der Berufungsverhandlung konnte C.________ sich an Vieles nicht mehr erin-
nern (u.a. pag. 1138 Z. 41; pag. 1139 Z. 11 ff.; pag. 1140 Z. 3), bestätigte jedoch 
ihre in der Videoeinvernahme gemachten Aussagen (pag. 1138 Z. 21). Zudem er-
klärte sie nachvollziehbar, dass Erinnerungen für sie generell etwas Schwieriges 
seien und ihr vom Vorfall selber nicht viel, sondern nur «Fetzen» geblieben seien, 
weil sie in einer Art Schockzustand gewesen sei (pag. 1138 Z. 26 ff.). Wenn sie 
sich nicht mehr sicher war, wies sie ausdrücklich darauf hin und erwähnte bei-
spielsweise, sie glaube zwei der total vier Küsse seien Zungenküsse gewesen. Sie 
wisse es nicht genau, glaube aber, dass es so gewesen sei (zum Ganzen 
pag. 1138 Z. 33 f.). Desgleichen berichtete sie, sie sei am fraglichen Tag «vermut-
lich nicht» geschminkt gewesen, wisse es aber nicht genau (pag. 1139 Z. 29). Auf 
Vorhalt ihrer Aussagen in der Videoeinvernahme gab sie zu, wenn sie sich an die 
entsprechenden Aussagen nicht mehr erinnern konnte, erwähnte indes, dass die 
Aussagen, die sie damals gemacht habe, richtig gewesen seien (pag. 1139 Z. 2 f.) 
bzw., dass sie in der Videoeinvernahme glaublich «eine klare Schilderung» abge-
geben habe und heute wohl nicht besser schildern könne, was damals geschehen 
sei. Sie verdränge solche Sachen jeweils (zum Ganzen pag. 1139 Z. 24 ff.). Dass 
sie sich in der Berufungsverhandlung nicht mehr an sämtliche Details erinnern 
konnte, spricht entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht gegen die Glaub-
haftigkeit ihrer Angaben und stellt keine Schutzbehauptung dar (vgl. pag. 1156), 
sondern ist angesichts des Zeitablaufs zwischen dem Vorfall und der oberinstanzli-
chen Einvernahme nachvollziehbar. Zudem ist zu berücksichtigen, dass 
C.________ in der Berufungsverhandlung eindrücklich schilderte, solche Vorfälle 
würden einen «durcheinander machen», man könne sie dann nicht einfach sofort 
so schildern «wie ein Film» (pag. 1141 Z. 43 f.). Sie sei wie in einem Schockzu-
stand gewesen (pag. 1138 Z. 27 und pag. 1142 Z. 16) und der Vorfall habe sie – 
obwohl sie am Anfang gedacht habe, es gehe ihr den Umständen entsprechend 

12

gut – retraumatisiert. Es sei danach zu einer massiven Verschlechterung ihres Zu-
stands gekommen, weshalb eine vierzehnwöchige stationäre Therapie in 
R.________ (Klinik) (nachfolgend: R.________) erforderlich gewesen sei 
(pag. 1140 Z. 36 ff.). Die eingestandenen und nachvollziehbaren Erinnerungslü-
cken von C.________ sprechen demnach für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

Desgleichen indiziert die Tatsache, dass C.________ sich auch selbst belastete, 
dass sie die Wahrheit sagt. In der Videoeinvernahme gab sie beispielsweise an, sie 
habe beim ersten Zungenkuss mitgemacht (Video-EV: 10.38 Uhr) oder sie hätte 
glaublich schon «davon gekonnt» (Video-EV: 10.46 Uhr). In der Berufungsverhand-
lung äusserte sie, sie hätte die Frau, die damals neben ihr und dem Beschuldigten 
durchgegangen sei, schon um Hilfe bitten und «irgendwie» handeln können, dies 
seien aber auch Dinge, die man erst im Nachhinein sehe (pag. 1142 Z. 15 f.). 

Weiter gibt es keine Hinweise, dass C.________ den ihr bis zum Vorfall unbekann-
ten Beschuldigten zu Unrecht belastete. Sie beschuldigte ihn vielmehr keineswegs 
übermässig und verneinte in der Videoeinvernahme Gewalt, Verletzungen, Dro-
hungen oder Versprechungen seitens des Beschuldigten (Video-EV: 11.05 Uhr). 
Weiter sprach sie von einem «Hineinbewegen» und nicht beispielsweise von einem 
«Hineinzerren» in die Toilette (Video-EV: 10.32 Uhr; 10.50 Uhr) und beteuerte, sie 
sei sich «nicht sicher, wirklich nicht sicher», ob der Beschuldigte sie an den Brüsten 
berührt habe (Video-EV: 10.39 Uhr). In der Berufungsverhandlung gab sie auf Fra-
ge, ob es nebst dem Griff an den Po zu weiteren Berührungen durch den Beschul-
digten gekommen sei, zwar an (pag. 1138): «Ehm mit den Händen noch an die 
Brust, ja…», erklärte zu Gunsten des Beschuldigten jedoch, «nur» zwei der vier 
Küsse seien Zungenküsse gewesen (pag. 1138 Z. 33 f.). Ausserdem berichtete sie 
bereits in der Videoeinvernahme, sie habe den Penis des Beschuldigten nicht ge-
spürt, als er sich an sie gepresst habe (Video-EV: 10.40 Uhr) und räumte ein, der 
Beschuldigte habe sich selber nicht in sexueller Art berührt (Video-EV: 11.09 Uhr). 
Sie gab auch an, der Beschuldigte sei «scho ä liebä Siech», bei ihr aber «unten-
durch», weil er so etwas gemacht habe (Video-EV: 10.56 Uhr). Sie sei ihm aber 
nicht böse und denke auch nicht, dass er ein Arschloch sei. Sie vermute, er habe 
Probleme und es gehe ihm nicht gut, sie wolle jedoch nicht, dass es ihm schlecht 
gehe (Video-EV: 11.05 Uhr). Ihr Freund Q.________ habe den Vorfall melden wol-
len, sie selber habe Mitleid mit den Leuten (Video-EV. 10.58 Uhr). In der Beru-
fungsverhandlung berichtete sie auf Vorhalt der Vereinbarung zwischen ihr und 
dem Beschuldigten vom U.________ (Datum) (Desinteressenserklärung 
[pag. 920 f.]) schliesslich, es gehe ihr nicht um eine möglichst harte Bestrafung, 
weil jede Person ihre Geschichte und ihr Leben habe und sie nicht auf Rache aus 
sei. Es gehe ihr nicht besser, wenn jemand anderes bestraft werde, und es sei 
auch gar nicht in ihrem Interesse, «was danach» resp. nach dem Vorfall geschehen 
sei. Sie habe die Sache am liebsten möglichst schnell abschliessen wollen, wes-
halb sie und ihre damalige Anwältin dann auf diese Lösung gekommen seien resp. 
ihre Anwältin sie eigentlich dazu gebracht habe (zum Ganzen pag. 1140 Z. 11 ff.). 
Nach diesen Ausführungen ist offensichtlich, dass C.________ den Vorfall entge-
gen der Auffassung der Verteidigung (vgl. pag. 1156) weder aggravierte noch dra-
matisierte und den Beschuldigten keineswegs übermässig belastete. Davon zeu-
gen im Übrigen auch die Feststellungen der ausgerückten Polizisten, geht aus dem 

13

Berichtsrapport doch hervor, C.________ habe sich kurz nach der Meldung Ge-
danken darüber gemacht, ob sie eine junge Familie zerstöre, als sie bemerkt habe, 
dass die Freundin des Beschuldigten schwanger gewesen sei. Ausserdem habe 
sie kurzzeitig sogar Tränen in den Augen gehabt, als es um dieses Thema gegan-
gen sei (zum Ganzen pag. 159). 

Ebenfalls für die Glaubhaftigkeit von C.________'s Aussagen spricht der Umstand, 
dass sich ihre Angaben, die sie in der Videoeinvernahme – noch bevor sie das vor-
handene Video erstmals sah – machte, weitgehend mit dem decken, was auf dem 
Video zu sehen ist. Abweichend davon schilderte C.________ einzig, die Initiative 
zum Küssen sei nie von ihr ausgegangen (Video-EV: 10.49 Uhr). Auf Vorhalt die-
ses Widerspruchs reagierte sie in der Videoeinvernahme überrascht (Video-
EV: 11.10 Uhr) und erklärte in der Berufungsverhandlung, sie wisse nicht, was sie 
dazu sagen solle (pag. 1139 Z. 17). Die Tatsache, dass sich diese eine Aussage 
von C.________ nicht mit dem Video deckt, bedeutet entgegen der Ansicht der 
Verteidigung nicht (vgl. pag. 1156), dass ihre gesamten Angaben unglaubhaft sind. 

Ferner kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, soweit sie argumentierte, 
C.________ bringe aufgrund ihrer Vergangenheit möglicherweise Geschehnissen, 
die sie vor dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall erlebt habe, mit Dingen, die 
sich mit dem Beschuldigten ereignet hätten, «durcheinander» und habe in Bezug 
auf den Beschuldigten folgedessen womöglich Sachen geschildert, die sie gar nicht 
mit diesem erlebt habe (vgl. pag. 1156). Ebensowenig überzeugt das Argument, 
C.________ habe den Beschuldigten möglicherweise zu Unrecht beschuldigt, weil 
«ihre Geschichte» damals mehreren Personen bekannt gemacht worden sei und 
sie sich vor ihrer Familie sowie der Polizei habe rechtfertigten resp. ihr Gesicht ha-
be wahren müssen und diesen daher einfach erzählt habe, sie habe «all das» nicht 
gewollt und habe dem Beschuldigten gesagt, sie sei 12 bzw. 15 Jahre alt 
(vgl. pag. 1156). Aus dem Berichtsrapport geht hervor, dass C.________ bereits 
den beiden unmittelbar nach dem Vorfall im E.________ (Restaurant) eintreffenden 
Polizisten schilderte, wie sie im E.________ (Restaurant) auf der Treppe auf den 
Beschuldigten getroffen sei, diesen zu den Toilettenanlagen begleitet und für ihn 
bei der Herrentoilette den Code eingegeben habe. Weiter berichtete sie den Poli-
zisten gemäss dem Berichtsrapport spontan, «der Mann» (der Beschuldigte) habe 
ihr gesagt, er heisse «S.________» und sei 23 Jahre alt. Dieser habe sie, nachdem 
sie ihm die Tür der Herrentoilette geöffnet habe, umarmt und geküsst. Sie selber 
habe dem Beschuldigten daraufhin gesagt, sie sei 12 Jahre alt, um zu sehen, wie 
er reagiere. Weil ihn ihr Alter nicht interessiert habe, habe sie ihm dann gesagt, sie 
sei 15 Jahre alt, was er aber ebenfalls ignoriert habe (zum Ganzen pag. 159). Die 
Angaben, die C.________ in der Videoeinvernahme machte, stimmen somit mit 
denjenigen überein, die sei bereits unmittelbar nach dem Vorfall gegenüber den vor 
Ort eintreffenden Polizisten gemacht hatte. Als sie mit den Polizisten im 
E.________ (Restaurant) sprach, konnte sie sich aller Voraussicht nach noch mit 
niemandem abgesprochen haben und auch durch niemanden beeinflusst worden 
sein. Ausserdem scheint in Anbetracht der Gesamtumstände ausgeschlossen, 
dass sich C.________ ihre Aussagen damals im E.________ (Restaurant) innert 
kürzester Zeit «zurechtgelegt» oder erfunden hätte. Ihre gegenüber den ausgerück-
ten Polizisten gemachten Angaben erscheinen vielmehr erlebnisbasiert und au-

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thentisch und sind deshalb sowie, weil sie sich insbesondere auch mit ihren später 
gemachten Aussagen decken, ein gewichtiges Indiz, dass C.________ gegenüber 
den Strafverfolgungsbehörden die Wahrheit sagte.  

Gesamthaft weisen die Angaben von C.________ somit zahlreiche Realitätskriteri-
en auf. Ihre Schilderungen sind nachvollziehbar, konstant und imponieren als er-
lebnisbasiert. Zudem werden sie – bis auf den hiervor erwähnten Widerspruch be-
züglich die Initiative zum Küssen – soweit möglich durch das Video bestätigt. Wei-
ter stehen sie im Einklang mit C.________'s körperlicher Reaktion gegen Ende des 
Vorfalls und decken sich mit den Wahrnehmungen sowie den Schilderungen der 
Drittpersonen. Auf dem Video ist wie erwähnt nämlich zu sehen, dass 
C.________'s Bein stark zitterte, als ihr damaliger Freund Q.________ zum Ge-
schehen kam (bei 04.35 Min.). Q.________ bestätigte sodann – wie sich unter Er-
wägung 9.5 unten zeigen wird – glaubhaft, dass C.________ sichtlich geschockt 
gewesen sei und am ganzen Körper gezittert habe, als er sie unten vor der Toilet-
tenanlage «getroffen» habe (pag. 210 Z. 67 ff. und pag. 211 Z. 117). Das Zittern 
bemerkte schliesslich gar der Beschuldigte selbst, geht aus dem Anzeigerapport 
doch hervor, dass der Beschuldigte den vor Ort eingetroffenen Polizisten via 
J.________ mitgeteilt hat, «das Mädchen» (C.________) habe am ganzen Körper 
geschlottert, als er aus der Toilette gekommen sei (pag. 152; ferner pag. 217 Z. 
165 ff.). Ferner erwähnte gemäss dem Berichtsrapport gegenüber den ausgerück-
ten Polizisten offenbar auch C.________, dass sie beim Eintreffen ihres Freundes 
Q.________ am ganzen Körper geschlottert und weiche Knie gehabt habe (pag. 
159). 

Zusammengefasst erweisen sich C.________'s Aussagen somit als grundsätzlich 
glaubhaft. 

9.4 Aussagen von J.________ 

J.________, die Verlobte des Beschuldigten, gab gegenüber der Polizei am 5. Juni 
2020 als Auskunftsperson zu Protokoll, sie habe am 4. Juni 2020 um 10.30 Uhr ei-
nen Termin in D.________ gehabt und sei mit dem Beschuldigten deshalb nach 
D.________ gefahren. Weil der Beschuldigte sich in D.________ nicht so gut aus-
kenne, hätten sie vereinbart, dass sie sich um 12.00 Uhr vor dem E.________ (Re-
staurant) wieder treffen würden. Als sie bereits um 11.30 Uhr dort gewesen sei, 
habe sie gesehen, wie der Beschuldigte mit einer Halbliter Bierdose auf sie zuge-
kommen sei. Es sei alles gut gewesen und sie seien Essen gegangen. Während 
des Essens habe der Beschuldigte nochmals einen Liter Bier getrunken. Er müsse 
damit sicherlich eineinhalb Liter Bier getrunken haben und sei dann schon «fast 
orientierungslos» gewesen (zum Ganzen pag. 216 Z. 104 ff.). Auf Frage, ob der 
Beschuldigte möglicherweise auch zu viel Marihuana konsumiert habe und deshalb 
orientierungslos gewesen sei, erklärte J.________, sie wolle sich nicht dazu äus-
sern, führte anschliessend jedoch aus, während des Mittagessens sei noch alles 
normal gewesen, sie hätten normal miteinander gesprochen. Sie habe aber das 
Gefühl gehabt, nach «diesen Bieren» sei der Beschuldigte «wie vernebelt» gewe-
sen. Auf dem Weg zu den Einkaufsläden habe er dann auf die Toilette gemusst, 
weshalb sie ihn in den E.________ (Restaurant) geschickt habe (zum Ganzen 
pag. 216 Z. 124 ff.). Er sei dann nach zwei Minuten wieder zurückgekommen und 

15

habe gesagt, er finde die Toiletten nicht, was sie genervt habe, weshalb sie ihn 
nochmals hineingeschickt habe. Als er nach acht Minuten immer noch nicht zurück 
und auch via WhatsApp nicht erreichbar gewesen sei, sei sie selber in den 
E.________ (Restaurant) gegangen. Dort habe sie den Beschuldigten mit einem 
Herrn vom Sicherheitsdienst entdeckt und der Beschuldigte habe ihr dann «die 
ganze Situation aus seiner Sicht» erzählt (zum Ganzen pag. 216 Z. 133 ff.). Auf 
Frage, wie sie den Beschuldigten unter Alkoholeinfluss beschreiben würde, erklärte 
J.________ schliesslich, wenn der Beschuldigte in dem Ausmass getrunken habe, 
wie er es am Tag des Vorfalls getan habe – was «sehr selten» vorkomme –, sei er 
einfach orientierungslos (pag. 218 Z. 217 f.). 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte J.________ als Zeugin ihre 
bei der Polizei gemachten Aussagen (pag. 955 Z. 13) und erklärte, als sie den Be-
schuldigten damals nach ihrem Termin getroffen habe, sei er ihr mit einer Halbliter 
Bierdose entgegengekommen. Sie habe ihm von der T.________ erzählt und habe 
anhand seiner Reaktion gemerkt, dass er «im Kopf auf einem anderen Planeten» 
gewesen sei. Er sei sonst sehr empathisch und an allem interessiert, was mit der 
Familie passiere. In dem Moment sei er aber einfach «sehr abwesend» gewesen, 
weshalb sie entschieden habe, dass es wohl das Beste sei, wenn sie etwas zu Mit-
tag essen würden. Während des Essens habe der Beschuldigte weitere zwei Halb-
liter Bier getrunken. Als sie danach hätten einkaufen gehen wollen, habe er drin-
gend auf die Toilette gemusst, was «nach dem ganzen Bier» ja klar gewesen sei. 
Sie habe ihn deshalb in den E.________ (Restaurant) geschickt und als er nach 
ein bis zwei Minuten wieder rausgekommen sei, habe sie ihn erneut hineinge-
schickt. Er habe sich verhalten «als hätte er den Verstand verloren» (zum Ganzen 
pag. 956 Z. 18 ff.). Nach rund zehn Minuten sei sie dann ebenfalls in den 
E.________ (Restaurant) gegangen, um nachzuschauen. Dort hätten sie dann mit 
den Sicherheitsbeamten auf die Polizei warten müssen und seien schliesslich auf 
den Polizeiposten verbracht worden. Weil die Polizisten kein Spanisch gesprochen 
hätten, habe sie übersetzen müssen. Man habe ihr gesagt, das Problem sei, dass 
«das Mädchen» (C.________) unter 16 Jahre alt sei. Als sie dies dem Beschuldig-
ten übersetzt habe, sei er «sehr überrascht» gewesen. Diese Reaktion sei «nicht 
gespielt» gewesen, sie wisse, wie er aussehe, wenn er überrascht sei (zum Gan-
zen pag. 957 Z. 15 ff.). Auf Vorhalt der Aussage des Beschuldigten, wonach er seit 
zehn Jahren viel trinke und kiffe, erzählte J.________, ihr sei bewusst, wie das in 
Costa Rica am Strand ablaufe, «dieses Problem» hätten sie schon die ganze Zeit 
gehabt. Der Beschuldigte könne viel trinken, aber man merke ihm schon nach dem 
zweiten Bier an, dass er «vernebelt» sei. Er reagiere stark auf Alkohol, auch wenn 
es nur Bier sei. Am Tag des Vorfalls habe er «Unmengen» Bier konsumiert und am 
Morgen zudem noch Marihuana geraucht (zum Ganzen pag. 957 Z. 1 ff.). 

In Würdigung dieser Ausführungen ist festzuhalten, dass J.________'s Aussagen 
aus Sicht der Kammer weder offensichtlich falsch noch unglaubhaft erscheinen. Sie 
vermögen gemeinsam mit den diversen von ihr verfassten aktenkundigen Berichten 
aber vor allem Aufschluss über die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten 
geben. Zum Vorfall an sich kann J.________ keine Aussagen machen, weil sie zu 
diesem Zeitpunkt unbestrittenermassen vor dem E.________ (Restaurant) auf den 
Beschuldigten wartete. 

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Was ihre Angaben betreffend den Zustand des Beschuldigten am fraglichen Tag 
angeht, ist festzuhalten, dass J.________ – wie dem Anzeige- und dem Berichts-
rapport entnommen werden kann – gegenüber den ausgerückten Polizisten am 
4. Juni 2020 nichts von einem allfälligen Alkohol- und/oder Marihuanakonsum des 
Beschuldigten erwähnte (pag. 152 und pag. 159). In ihrer Einvernahme vom 5. Ju-
ni 2020 – nachdem sie erfahren hatte, dass die Version des Beschuldigten nicht mit 
dem Video übereinstimmt (pag. 217 Z. 182 ff.; pag. 218 Z. 222 ff.) – hingegen 
sprach sie von weitgehendem Bierkonsum des Beschuldigten am 4. Juni 2020 und 
führte aus, der Beschuldigte sei an diesem Tag «schon fast orientierungslos» resp. 
«wie vernebelt» gewesen (pag. 216 Z. 108 ff.; pag. 218 Z. 217 f., Z. 225 f. und 
Z. 238). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte sie sodann ebenfalls 
dementsprechende Aussagen (pag. 956 Z. 22 ff.; pag. 957 Z. 3 ff., Z. 27 f. und Z. 
41 ff.). J.________ erwähnte somit zunächst – wie im Übrigen auch der Beschul-
digte (siehe dazu E. 9.6 unten) – überhaupt nichts bezüglich Alkohol- und/oder 
Drogenkonsums des Beschuldigten, machte diesen – nachdem sie von den Wider-
sprüchen in der Version des Beschuldigten erfahren hatte – dann aber noch vor 
dem Beschuldigten vehement geltend. So behauptete sie beispielsweise, der Be-
schuldigte sei am 4. Juni 2020 «schon fast orientierungslos» resp. «wie vernebelt» 
gewesen (pag. 216 Z. 108 ff.; pag. 218 Z. 217 f., Z. 225 f. und Z. 238), während der 
Beschuldigte in der Hafteröffnung gleichentags – notabene nachdem ihm die Vide-
osequenzen vorgehalten worden waren, die seinen Angaben widersprachen und 
nachdem sein Verteidiger eine Unterbrechung der Einvernahme gefordert hatte, 
um sich mit dem Beschuldigten zu besprechen – erwähnte, es gehe ihm gesund-
heitlich gut (vgl. pag. 12 Z. 93 und pag. 16 Z. 260 ff.). Die Angaben von J.________ 
betreffend den angeblich übermässigen Alkohol- und Drogenkonsum des Beschul-
digten bzw. bezüglich seines Zustandes am 4. Juni 2020 müssen demnach mit 
Vorsicht gewürdigt werden, umso mehr, als es sich bei J.________ um die Verlobte 
des Beschuldigten und die Mutter des gemeinsamen Sohns handelt und sie des-
halb verständlicherweise ein Interesse daran, dass der Beschuldigte strafrechtlich 
nicht belangt resp. weder zu einer unbedingten Freiheitsstrafe noch zu einer Lan-
desverweisung verurteilt wird. J.________ dürfte angesichts dieser Umstände ge-
neigt sein, möglicherweise auch unterbewusst zu Gunsten des Beschuldigten aus-
zusagen und sein Fehlverhalten (auch ihr gegenüber) mit dem angeblich übermäs-
sigen vorgängigen Alkohol- und Marihuanakonsum zu entschuldigen.

9.5 Aussagen von Q.________ 

Q.________, der damalige Freund von C.________ (vgl. pag. 209 Z. 31), wurde 
am 5. Juni 2020 polizeilich als Auskunftsperson befragt. Er beschrieb, wie 
C.________ am 4. Juni 2020 im E.________ (Restaurant) zu den Toilettenanlagen 
gegangen sei, während er oben an der Treppe auf sie gewartet habe (pag. 210 
Z. 52 ff.). Weiter schilderte er, wie C.________ zu ihm nach oben geschaut und 
ihm mit dem Arm zugewinkt resp. «die Geste» gemacht habe, dass er zu ihr nach 
unten kommen solle. Als er daraufhin nach unten gegangen sei, habe er gesehen, 
wie «der Mann» (der Beschuldigte) die Türe offengehalten habe und im Türrahmen 
gestanden sei, während C.________ «sichtlich geschockt» gewesen sei und gezit-
tert habe. Er habe C.________ dann gehalten und gefragt, ob der Beschuldigte et-
was gemacht habe, worauf sie ihm zunächst keine Antwort gegeben habe. Erst als 

17

sie dann nach oben gegangen seien, habe sie ihm erzählt, was geschehen sei. Er 
habe daraufhin «einen von der Kasse» gerufen, der dann seinen Chef oder jeman-
den vom Sicherheitsdienst geholt habe, der zu ihnen gekommen sei. Etwa gleich-
zeitig sei der Beschuldigte nach oben gekommen und durch den Sicherheitsbeam-
ten, der schliesslich auch die Polizei gerufen habe, angehalten worden (zum Gan-
zen pag. 210 Z. 66 ff.). Auf Frage, was C.________ ihm nach dem Vorfall erzählt 
habe, berichtete Q.________, sie habe ihm gesagt, dass der Beschuldigte sie an 
die Wand gedrückt, sie geküsst und versucht habe, sie in die Toilette zu ziehen. 
Weiter soll «er» ihr zwischen die Beine gefasst und ihr – während sie den Code für 
die Toilette habe eingeben müssen – immer wieder gesagt haben, sie sei «eine 
Schöne und so» (zum Ganzen pag. 210 Z. 83 ff.). Er selber habe keine sexuellen 
Handlungen seitens des Beschuldigten wahrgenommen, weil er oben an der Trep-
pe auf C.________ gewartet habe (pag. 210 Z. 96 f.). Als er sich zu ihr nach unten 
begeben habe, sei sie aber «völlig geschockt» gewesen und habe «am ganzen 
Körper» gezittert. Er habe versucht, sie zu beruhigen, sie habe ihm aber keine 
Antwort gegeben (zum Ganzen pag. 211 Z. 117 f.). 

Q.________’s Schilderungen sind nachvollziehbar, differenziert, authentisch und 
decken sich soweit möglich mit den übrigen vorhandenen Beweismitteln. Auf dem 
Video ist das von Q.________ beschriebene Handzeichen von C.________ bei-
spielsweise klar zu sehen (bei 04.08 Min. und bei 04.09 Min.). Weiter ist sichtbar, 
wie Q.________ in der Folge die Treppe hinunterkommt und der Beschuldigte zu 
diesem Zeitpunkt im Türrahmen der Herrentoilette steht, während C.________'s 
rechtes Bein stark zittert (bei 04.13 Min.). Es gibt ferner keine Anhaltspunkte, dass 
Q.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten würde, und es sind keine 
Gründe ersichtlich, weshalb er dies tun sollte. Auf Q.________’s Aussagen kann 
daher abgestellt werden, auch wenn zu berücksichtigen ist, dass er den Vorfall an 
sich nicht selber gesehen hat und entsprechend nur Angaben dazu machen kann, 
was C.________ ihm unmittelbar danach erzählt und welchen Eindruck sie auf ihn 
gemacht hat.  

9.6 Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte wurde mit der Hafteröffnung insgesamt fünf Mal befragt. Ge-
genüber den am 4. Juni 2020 ausgerückten Polizisten und in der polizeilichen Ein-
vernahme vom 4. Juni 2020 sowie zu Beginn der Hafteröffnung vom 5. Juni 2020 
schilderte er eine stark verharmlosende Version des Vorfalls, bei welcher die 
Annäherungsversuche und die Initiative zu den Küssen und den Umarmungen von 
C.________ ausgegangen sein sollen und er diese Handlungen eigentlich gar nicht 
gewollt habe (pag. 152; pag. 159; pag. 164 Z. 58 ff. und Z. 86 ff.; pag. 13 Z. 126 ff. 
und Z. 153 f.; pag.14 Z. 162 f.; pag. 16 Z. 234 f.; pag. 13 Z. 126 ff. und Z. 153; pag. 
14 Z. 162 f. und pag. 16 Z. 234 f.). Weiter behauptete er, er habe 
C.________ gefallen bzw. «bestimmt gefallen» (pag. 165 Z. 124 und pag. 167 
Z. 219), sie habe vor der Toilettentür auf ihn gewartet (pag. 166 Z. 166 f. und 
pag. 13 Z. 138 f.) und Mädchen würden ältere Männer bestimmt gerne mögen 
(pag. 168 Z. 268 f. und pag. 17 Z. 298 ff.). Er sprach denn auch von nur zwei «kur-
zen» Küssen bzw. «Küsschen», einer «kurzen» Umarmung und einer «kurzen» 
Berührung an C.________'s Schultern/Rücken (pag. 166 Z. 147 ff.; pag. 167 Z. 233 

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f. und Z. 242; pag. 168 Z. 247 und pag. 13 Z. 135; pag. 14 Z. 176, Z. 180). Gleich-
zeitig bestritt er, C.________ zu überreden versucht zu haben, mit ihm in die Her-
rentoilette zu kommen resp. sie gar in diese zu ziehen gewollt zu haben. Identische 
Aussagen machte er zunächst offenbar auch gegenüber seiner Verlobten 
J.________ (vgl. pag. 217 Z. 156 ff.). Auf Vorhalt der Videosequenzen, die seine 
Ausführungen widerlegen, antwortete er in der Hafteröffnung ausweichend und be-
schönigend. Er wies darauf hin, dass C.________ ihn freiwillig umarmt habe und 
jederzeit hätte weggehen können. Zudem lüge sie – sie habe ihm ihr Alter nicht ge-
nannt. Schliesslich habe er nicht bemerkt, wie er C.________ zu sich bzw. gegen 
die Herrentoilette gezogen habe und beim Griff an den Nacken habe es sich nur 
um eine einfache Bewegung «wie eine Umarmung» gehandelt, die vielleicht länger 
gedauert habe, als von ihm angegeben, aber noch lange nicht bedeute, dass er 
C.________ länger geküsst habe (zum Ganzen pag. 15 ff. Z. 231 ff.). Die tatnächs-
ten Aussagen des Beschuldigten sind somit nicht nur beschönigend, sondern wi-
dersprechen klar dem vorhandenen Video (E. 9.2 oben) und den glaubhaften An-
gaben C.________'s (E. 9.3 oben). 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 3. Juli 2020 gab der Beschuldig-
te sodann erstmals zu, C.________ am Po berührt zu haben, wies aber darauf hin, 
dass es sich um eine kurze, unbewusste Berührung gehandelt habe (pag. 184 
Z. 58 ff.). Letzteres wird durch das Video offensichtlich widerlegt, ist dort – wie die 
Vorinstanz zu Recht festhielt und unter Erwägung 9.2 oben dargetan wurde – doch 
ersichtlich, wie der Beschuldigte C.________ fest am Po packte und sie – zwischen 
die Pobacken greifend – hochhob (ab 03.08 Min.). Ebenfalls zum ersten Mal gab 
der Beschuldigte in dieser Einvernahme zu, dass er C.________ gesagt habe, sie 
sei hübsch. Gleichzeitig machte er aber wiederum geltend, die Komplimente, die 
Umarmungen und die Küsse seien gegenseitig erfolgt (pag. 185 Z. 85 f.; pag. 186 
Z. 125 ff., Z. 152 f. und Z. 158 f.). Schliesslich wollte er sich aufgrund des angebli-
chen Marihuana- und Alkoholeinflusses nicht mehr daran erinnern können, ob er 
versucht habe, C.________ verbal dazu zu überzeugen, mit ihm in die Herrentoilet-
te zu kommen (pag. 184 Z. 69 ff.), und bestritt wie bereits in den vorangegangenen 
Einvernahmen konstant, mit C.________ über deren oder über sein Alter gespro-
chen zu haben (pag. 184 Z. 47 ff. und Z. 80 f.; pag. 185 Z. 93, Z. 103 f. und 
Z. 108 ff. sowie pag. 186 Z. 137 f.). 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 23. Februar 2021 erklärte der Be-
schuldigte auf Frage, ob er seine bisherigen Aussagen als richtig bestätige, seine 
erste Schilderung habe «nicht ganz» der Wahrheit entsprochen. Er habe Angst ge-
habt, ins Gefängnis gehen zu müssen und Probleme zu bekommen (zum Ganzen 
pag. 951 Z. 31 f.). Anschliessend gab er «neu» zu, dass es zwischen ihm und 
C.________ zu rund vier Küssen gekommen sei und er C.________ an der Hand 
angefasst sowie dazu eingeladen habe, mit ihm in die Herrentoilette zu kommen, 
jedoch ohne Kraft angewandt zu haben – er habe C.________'s «Nein» akzeptiert. 
Weiter behauptete er, bei den Küssen habe es sich um keine Zungenküsse gehan-
delt und er habe nicht gewusst, wie alt C.________ gewesen sei (zum Ganzen 
pag. 952 Z. 3 ff., Z. 17 f. und Z. 30 ff. sowie pag. 953 Z. 7). Der Vorfall sei nur pas-
siert, weil er geraucht habe und angetrunken gewesen sei – wäre er nüchtern ge-
wesen, wäre «das» «nie» passiert (pag. 952 Z. 21 f. und Z. 39 f.). Schliesslich führ-

19

te er aus, er habe gedacht, C.________ sei aufgrund ihrer Grösse 18 oder 19 Jah-
re alt, und weil sie zweimal zu ihm gekommen sei, um ihn zu küssen, habe er «kla-
re Signale empfangen», wonach sie bei ihm habe sein wollen (pag. 953 Z. 19 ff. 
und Z. 31 f.). 

In der Berufungsverhandlung vom 18. Januar 2022 bestätigte der Beschuldigte im 
Wesentlichen seine früheren Aussagen und gab zu Beginn wiederum an, in der 
ersten Einvernahme bei der Polizei gelogen zu haben, weil er neu in der Schweiz 
gewesen sei und sich davor gefürchtet habe, ins Gefängnis zu kommen (pag. 1146 
Z. 35 ff. und pag. 1149 Z. 1 f.). Weiter behauptete er, er habe während der ersten 
Einvernahme noch unter Alkohol- und Marihuanaeinfluss «gestanden» und sei 
deshalb nicht bei der Sache gewesen (pag. 1149 Z. 5 ff.). Er könne sich an fast 
nichts mehr erinnern (pag. 1146 Z. 43), insbesondere nicht daran, ob es sich bei 
den Küssen um «normale» Küsse oder um Zungenküsse gehandelt habe 
(pag. 1147 Z. 8). Auf Vorhalt, dass der erste Kuss gemäss Video rund sieben und 
der zweite Kuss rund 34 Sekunden gedauert hätten und er seinen Kopf dabei seit-
lich gehalten sowie rhythmisch bewegt habe, erklärte der Beschuldigte (pag. 1147 
Z. 4 f.): «Ja, ich sah das Video gestern, deshalb kann ich das nachvollziehen. Aber 
ansonsten könnte ich mich nicht erinnern.». Auf Frage, ob es sich bei diesen Küs-
sen demnach um Zungenküsse gehandelt habe, erklärte er, er erinnere sich nicht, 
aber wenn C.________ dies sage, dann werde das wohl so gewesen sein 
(pag. 1147 Z. 17 f.). Weiter bestätigte er, C.________ am Nacken, an der Hand 
und am Po berührt zu haben, dementierte indes, sie über den Kleidern an der Va-
gina und den Brüsten angefasst zu haben (pag. 1147 Z. 21, Z. 31 und Z. 34). 
Schliesslich bestritt er wie in den Einvernahmen zuvor, mit C.________ über deren 
und/oder über sein Alter gesprochen zu haben (pag. 1148 Z. 13, Z. 16, Z. 21 f. und 
Z. 27 ff.), und behauptete, er habe C.________ vom Aussehen her 18-jährig ge-
schätzt – sie habe wirklich nicht ausgesehen wie ein Kind (pag. 1149 Z. 35 f.). 

In Würdigung dieser Aussagen fällt zunächst auf, dass sich der Beschuldigte in Be-
zug auf das Vorgefallene inkonstant äusserte und insbesondere in seinen tatnächs-
ten Einvernahmen durch das Video als falsch widerlegte Aussagen machte, was 
nahelegt, dass er nicht die Wahrheit sagte. Ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit 
seiner Angaben spricht, dass er die Initiative zu den Umarmungen und Küssen 
zunächst ganz auf C.________ schob und später in gegenseitig gewollte Umar-
mungen und Küsse relativierte. Auf Vorhalte machte der Beschuldigte sodann häu-
fig ausweichende Aussagen, ohne nachvollziehbare Erklärungen zu liefern. Als er 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf seine Widersprüche angesprochen 
wurde, gab er zum Beispiel sowie bezeichnenderweise an, bei den ersten Aussa-
gen habe er das Video noch nicht gesehen gehabt und nachdem er das Video ge-
sehen habe, habe er sich das Ganze nochmals überlegt (pag. 952 Z. 25 ff.). Auffal-
lend ist auch, dass der Beschuldigte kaum eigene Gefühle und Gedankengänge 
schilderte und zudem weder Nebensächlichkeiten erzählte noch Ausgefallenes be-
richtete. Seine Äusserungen erscheinen zumindest soweit das Kerngeschehen an-
gehend karg, «plump» und stereotyp, was indiziert, dass er insoweit nicht die 
Wahrheit sagt. Ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit seiner Angaben sprechen die 
mehrfachen Beteuerungen, die Wahrheit zu sagen, die der Beschuldigte immer 
wieder mit den Worten betonte, «das ist nicht gelogen» resp. «ich schwöre» 

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(pag. 168 Z. 264 ff. und pag. 186 Z. 137). C.________ machte er demgegenüber 
ausserdem wiederholt schlecht und behauptete zum Beispiel, sie lüge (pag. 17 
Z. 281 und Z. 288 sowie pag. 18 Z. 310). Im Übrigen neigte er zu Übertreibungen 
und führte insbesondere aus, dass er, wenn er gewusst hätte, dass C.________ 
minderjährig bzw. 15 Jahre alt sei, diese «nicht einmal an einem Haar» berührt 
(pag. 166 Z. 188 und pag. 168 Z. 264 ff.) resp. sicher nicht zugelassen hätte, dass 
sie ihm ihre Telefonnummer gab (pag. 13 Z. 137) und auch den Toilettencode nicht 
angenommen hätte (pag. 14 Z. 191 f.). 

Widersprüchlich und unglaubhaft erscheinen auch seine Antworten auf Fragen, 
was er und C.________ zusammen gesprochen hätten. Zunächst erwähnte der 
Beschuldigte kaum Gespräche und behauptete am 4. Juni 2020 beispielsweise, er 
habe C.________ lediglich gefragt, wo die Toilette sei. Nachdem sie ihm dies still-
schweigend gezeigt habe, habe er sich bei ihr bedankt und C.________ habe ihn 
gefragt, ob er Snapchat habe (zum Ganzen pag. 164 Z. 54 ff.). Weiter habe sie ihm 
gesagt, er sei sehr hübsch und habe ihn gefragt, ob sie ihn umarmen dürfe 
(pag. 164 Z. 86 ff.). Auf Frage, was er C.________ über sich erzählt habe, gab er 
an, sie hätten praktisch nicht zusammen bzw. einzig über die Toilette gesprochen 
(pag. 165 Z. 122 ff.). Ähnliches schilderte der Beschuldigte gegenüber den aus-
gerückten Polizisten (vgl. dazu pag. 152 und pag. 159) und in der Hafteröffnung 
vom 5. Juni 2020 (pag. 13 Z. 124 ff. und Z. 153 ff.). Dass nur so wenig gesprochen 
wurde, wie der Beschuldigte behauptete, wird durch das Video widerlegt. Entspre-
chend machte der Beschuldigte am 3. Juli 2020 gegenüber der Staatsanwaltschaft 
denn auch weitergehende Angaben und erwähnte beispielsweise, er habe 
C.________ erzählt, dass er aus Costa Rica komme, hier Freunde suche und 
A.________ heisse. Zudem hätten sie über die Telefonnummern gesprochen, sich 
Komplimente gemacht und sich gegenseitig gesagt, dass sie hübsch seien (zum 
Ganzen pag. 185 Z. 98 ff. und Z. 118 f.; pag. 186 Z. 125 ff. und Z. 158 f.). 

Analysiert man die Aussagen des Beschuldigten betreffend seinen angeblichen Al-
kohol- und Marihuanakonsum, fällt auf, dass er in der tatnächsten Einvernahme 
vom 4. Juni 2020 nichts dergleichen erwähnte und auf Vorhalt des positiv ausgefal-
lenen Drogenschnelltests bestritt, Drogen konsumiert zu haben (pag. 168 Z. 250). 
Als ihm daraufhin erneut vorgehalten wurde, dass er positiv auf THC getestet wor-
den sei, behauptete er, er nehme keine Drogen – Marihuana sei eine medizinische 
Pflanze und er habe «gestern Abend» letztmals Marihuana konsumiert (pag. 168 
Z. 253 ff.). In der Hafteröffnung vom 5. Juni 2020 war ein allfälliger Drogen- 
und/oder Alkoholkonsum sodann überhaupt kein Thema (vgl. pag. 9 ff.) und auf 
Frage, ob er gesundheitliche Probleme habe, erklärte der Beschuldigte gar, es 
gehe ihm gut (pag. 12 Z. 93). Als ihm in der Folge diverse Videosequenzen vorge-
halten wurden, die seinen Aussagen widersprechen, und sein Verteidiger eine Un-
terredung mit ihm gefordert hatte, erklärte er erneut, gesundheitlich gehe es ihm 
gut (pag. 16 Z. 260 ff.). Rund einen Monat später bzw. in den Einvernahmen vom 
3. Juli 2020, vom 23. Februar 2021 und vom 18. Januar 2022 beteuerte er sodann 
erstmals – allerdings wiederholt und mit Nachdruck –, er sei am 4. Juni 2020 im 
E.________ (Restaurant) derart angetrunken gewesen und habe zuvor noch Mari-
huana geraucht, dass er nicht mehr klar im Kopf gewesen resp. nicht fokussiert und 
in Gedanken «nicht da» gewesen sei (pag. 184 Z. 71 f.; pag. 187 Z. 166 ff.; pag. 

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188 Z. 221; pag. 192 Z. 384 ff.; pag. 952 Z. 39 f. und Z. 46 f.; pag. 953 Z. 25 f. und 
pag. 1149 Z. 44 f.). 

Die Angaben des Beschuldigten betreffend seinen Alkohol- und Drogenkonsum re-
sp. -einfluss am 4. Juni 2020 sind demnach widersprüchlich. Zudem erscheint spe-
ziell, dass seine tatnächsten Aussagen denjenigen seiner Partnerin J.________ 
widersprechen, führte diese den angeblichen Alkoholeinfluss des Beschuldigten – 
wie unter Erwägung 9.4 ausgeführt – doch erstmals ins Feld (vgl. pag. 216 Z. 108 
ff.; pag. 218 Z. 217 f., Z. 225 f. und Z. 238). Als der Beschuldigte in der Berufungs-
verhandlung darauf angesprochen wurde, dass sein am 4. Juni 2020 angeblich 
derart alkoholisierter Zustand erstmals von seiner Lebenspartnerin thematisiert 
worden sei, behauptete er (pag. 1149 Z. 12 ff.): «Ja, ich sagte nichts. Als mich die 
Polizei verhaftete, haben sie Blut- und Urintests (Alkohol, Drogen) gemacht, die 
sich alle als positiv herausstellten. Was hätte ich noch dazu sagen sollen?». Er 
antwortete mithin nicht nur ausweichend, sondern auch unwahr, wurde ihm am 
fraglichen Tag doch nur Urin, aber kein Blut abgenommen und folglich einzig ein 
Drogenschnelltest gemacht (vgl. pag. 155). Auf Vorhalt, dass weiter komisch anmu-
te, dass er zunächst verneint habe, damals Drogen- und Alkohol konsumiert zu ha-
ben, später diesen Einfluss jedoch recht «dramatisch» geschildert habe, beteuerte 
der Beschuldigte ebenfalls ausweichend, sein grösster Fehler sei gewesen, dass er 
neu in der Schweiz gewesen sei, vor allem Angst gehabt habe und von Anfang an 
hätte ehrlich sein sollen (pag. 1149 Z. 18 f.). Die Angaben des Beschuldigten be-
treffend seinen damaligen Alkohol- und Drogenkonsum überzeugen zusammenge-
fasst nicht und stellen aus Sicht der Kammer offensichtliche Schutzbehauptungen 
dar.

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten somit widersprüchlich, beschöni-
gend und knapp und werden durch das vorhandene Video zusätzlich in vielen 
Punkten als falsch widerlegt. Weiter stehen sie im Widerspruch zu den glaubhaften 
Aussagen von C.________ und – soweit möglich – zu denjenigen von Q.________ 
sowie zu den Wahrnehmungen der damals ausgerückten Polizisten. Die Angaben 
des Beschuldigten enthalten mithin diverse Lügensignale, weshalb – zumindest 
soweit das Kerngeschehen angehend – nicht darauf abgestellt werden kann. 

9.7 Gesamtwürdigung

Nachfolgend ist abschliessend zu klären, ob es sich bei den vier Küssen zwischen 
C.________ und dem Beschuldigten um Zungenküsse handelte (E. 9.7.1 unten), 
ob der Beschuldigte C.________ während des zweiten Kusses im Bereich der Va-
gina und an den Brüsten berührte, sowie, ob er sie leicht gegen seinen Penis 
presste (E. 9.7.2 unten). Weiter muss geprüft werden, welche Handlungen der Be-
schuldigte mit C.________ auf der Herrentoilette hätte vornehmen wollen (E. 9.7.3 
unten) und ob C.________ dem Beschuldigten ihr Alter nannte resp. von welchem 
Alter der Beschuldigte aufgrund ihres Erscheinungsbildes ausgehen durfte 
(E. 9.7.4 unten). Schliesslich ist zu klären, ob die Einsichts- und Steuerungsfähig-
keit des Beschuldigten aufgrund seines angeblich vorangegangenen Alkohol- und 
Marihuanakonsums eingeschränkt war (E. 9.7.5 unten). 

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9.7.1 Küsse

Wie unter Erwägung 9.6 erwähnt, bestritt der Beschuldigte im Gegensatz zu 
C.________ konstant, dass es zwischen ihnen am 4. Juni 2020 zu Zungenküssen 
kam. In der Berufungsverhandlung räumte er indes immerhin ein, wenn 
C.________ dies sage, dann werde es wohl so gewesen sein (pag. 1147 Z. 17). 
Die Vorinstanz führte zu dieser Beweisfrage bei der Analyse der Aussagen des Be-
schuldigten Folgendes aus (S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1018): 

Der Beschuldigte blieb auch vor Gericht dabei, dass es sich nicht um Zungenküsse gehandelt habe. 
[….]. Gemäss Video handelt es sich indessen klarerweise um intensive Küsse, wobei aufgrund der 
Kopfbewegungen (zur Seite geneigt) deutlich erkennbar ist, dass sich die Zunge des Beschuldigten 
im Mund der Geschädigten befand und er diese rhythmisch bewegte. Seine Aussage, er habe in kei-
nem Moment versucht, seine Zunge in den Mund der Geschädigten zu stecken, ist geradezu unsin-
nig.

Die Kammer teilt diese Erwägungen der Vorinstanz nicht vollumfänglich. Ihrer An-
sicht nach ist auf dem Video nicht ersichtlich, dass sich die Zunge des Beschuldig-
ten im Mund von C.________ befand und er diese dabei rhythmisch bewegte. 
Demgegenüber belegen aus Sicht der Kammer nebst den glaubhaften Aussagen 
C.________'s, die in Bezug auf die Küsse von einem «Aufsaugen» sprach (Video-
EV: 10.18 Uhr), die Dauer der ersten beiden Küsse (7 resp. 34 Sekunden) und die 
Kopfbewegungen des Beschuldigten, dass es sich bei den ersten beiden Küssen 
um Zungenküsse handelte. Was die beiden letzten Küsse angeht, geht die Kam-
mer zu Gunsten des Beschuldigten hingegen davon aus, dass es sich dabei nicht 
um Zungenküsse handelte. Diese beiden letzten Küsse waren gemäss Video näm-
lich von kürzerer Dauer. Zudem erwähnte C.________ in der Videoeinvernahme, 
sie hätten sich glaublich zweimal geküsst (Video-EV: 10:48 Uhr) und sprach in der 
Berufungsverhandlung «nur» von zwei Zungenküssen (pag. 1138 Z. 33). 

Weiter ist gestützt auf das Video zu Gunsten des Beschuldigten anzunehmen, dass 
sich C.________ beim zweiten Zungenkuss auf den Beschuldigten zubewegte und 
ihn küsste (bei 03.06 Min.) sowie, dass auch die beiden letzten «normalen» Küsse 
auf Initiative von C.________ erfolgten (bei 03.49 Min und bei 04.09 Min.). Die 
Vorinstanz erwog in Bezug auf dieses Verhalten von C.________ resp. die Frage, 
ob sie mit den Handlungen des Beschuldigten einverstanden war, Folgendes 
(S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1023 f.): 

Gemäss angeklagtem Sachverhalt hat der Beschuldigte die Geschädigte gegen ihren Willen geküsst. 
Die Geschädigte kann nicht abschliessend schlüssig erklären, warum sie die Küsse des Beschuldig-
ten erwidert hat und warum sie auch von sich aus auf ihn zugegangen ist. Sie macht Ausführungen 
dazu, dass sie habe überlegen müssen und sich nicht habe wehren wollen, aus Angst, es könne noch 
mehr passieren. Andererseits sieht sie im Nachhinein ein, dass auch ein Weglaufen möglich gewesen 
wäre. Massgebend ist indessen nicht die rückblickende Betrachtung, sondern was die Geschädigte im 
Tatzeitpunkt gedacht und gemacht hat. Das Gericht kann das Verhalten der Geschädigten nicht in al-
len Punkten einordnen. Ihr Verhalten wird auch in der Anklage als ambivalent bezeichnet. Es ist dem 
Beschuldigten kein Vorwurf zu machen, wenn er die Zeichen der Geschädigten nicht jederzeit richtig 
deuten konnte. Die Taktik der Geschädigten, um die Situation nicht eskalieren zu lassen, zeigt sich 

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am Schluss der Szene gut. Sie küsst den Beschuldigten aktiv und stellt sich gleichzeitig absichtlich so 
hin, dass sie mit der Hand um die Ecke ihrem Freund Zeichen geben konnte, er solle zu ihr kommen. 
Hätte sie den Beschuldigten tatsächlich aus freiem Willen geküsst, hätte sie das nicht gemacht. Dann 
hätte sie ihren Freund kaum dabeihaben bzw. die Szene unterbrechen lassen wollen. Dass die Ge-
schädigte die Küsse erwidert hat, ist sicher auch auf einen gewissen Überraschungseffekt zurückzu-
führen und auf eine allgemeine Überforderung, was jedoch unter Berücksichtigung ihres jungen Alters 
nicht weiter erstaunt. Sie brauchte wohl einen Moment, bis sie die Situation erfasst hatte. Überdies ist 
auch kaum vorstellbar, dass die Geschädigte sich gewünscht hat, einen fremden, deutlich älteren 
Mann, mit dem sie erst ein paar Sätze gesprochen hatte, im E.________ (Restaurant) im Gang vor 
den Toiletten in der Öffentlichkeit zu küssen und sich berühren zu lassen. Hätte sie die Berührungen 
und Küsse effektiv gewollt, hätte sie später auch kaum so gezittert. Insgesamt ist das Gericht der 
Überzeugung, dass die Geschädigte mit dem Verhalten des Beschuldigten nicht einverstanden war. 

Diese Erwägungen der Vorinstanz sind überzeugend, die Kammer schliesst sich 
ihnen vollumfänglich an. C.________ legte effektiv ein ambivalentes und für den 
Beschuldigten nicht eindeutig deutbares Verhalten an den Tag, schilderte jedoch 
sowohl in der Videoeinvernahme als auch in der Berufungsverhandlung eindrück-
lich und glaubhaft, dass sie die Handlungen des Beschuldigten nicht gewollt habe 
und dass es aufgrund des Vorfalls mit dem Beschuldigten zu einer Retraumatisie-
rung und einer massiven Verschlechterung ihres Zustandes gekommen sei, was 
eine 14-wöchige stationäre Therapie zur Folge gehabt habe (pag. 1140 Z. 36 ff; 
ferner E. 9.3 oben). Auf dem Video ist sodann zu sehen, dass der Beschuldigte am 
Anfang die Initiative ergriff und nach dem ersten Kuss einen weiteren Kussversuch 
mit einem Nackengriff vornahm. Weiter ist sichtbar, dass sich der Beschuldigte ge-
nerell recht forsch verhielt. So griff er C.________ während des zweiten Zungen-
kusses beispielsweise kräftig an den Po, hob sie hoch, so dass sie nur noch auf 
den Zehenspitzen stehen konnte, und presste seinen Oberkörper gegen sie (siehe 
Video bei 03.09 Min. bis ca. 03.31 Min). Ausserdem insistierte er mehrfach körper-
lich und verbal, C.________ solle mit ihm in die Herrentoilette kommen (u.a. Video 
bei 02.17 Min. und bei 04.01 Min.; Video-EV: 10:32 Uhr; 10:50 Uhr; 10:52 Uhr), 
obwohl C.________ ihm gemäss ihren glaubhaften Aussagen mehrmals sagte, 
«Don’t touch me.» resp. «I’m taken.» resp. sie wolle ihn nicht in die Herrentoilette 
begleiten (Video-EV: 10:44 Uhr; 10:50 Uhr; 10:52 Uhr; 11:23 Uhr). Letzteres 
bestätigte der Beschuldigte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung im Übrigen 
selbst, erklärte er doch, er habe C.________ damals an der Hand gefasst und sie 
dazu eingeladen, mit ihm in die Herrentoilette zu kommen, C.________ habe je-
doch nein gesagt und er habe dies akzeptiert (pag. 952 Z. 8 f.). Schliesslich zeugt 
C.________'s körperliche Reaktion davon, dass sie die Handlungen des Beschul-
digten nicht wollte. Beim Eintreffen ihres Freundes Q.________ zitterte sie gemäss 
dessen glaubhaften Aussagen am ganzen Körper (pag. 210 Z. 69 und pag. 211 
Z. 117 f.; ferner E. 9.5 oben) und auch auf dem Video ist zu sehen, wie ihr rechtes 
Bein zu diesem Zeitpunkt stark zitterte (bei 04.03 Min). Zusammengefasst ist aus 
Sicht der Kammer somit erstellt, dass die zwei Zungenküssen gegen C.________'s 
Willen erfolgten.

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9.7.2 Berührung Brüste und Vagina / Pressen gegen Penis

Betreffend die Frage, ob der Beschuldigte C.________ an den Brüsten und im Be-
reich der Vagina berührte, erwog die Vorinstanz bei der Analyse der Aussagen des 
Beschuldigten Folgendes (S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1018): 

Entgegen den Aussagen des Beschuldigten ist auch ersichtlich, dass er ihr [C.________] mit seiner 
Hand vorne zwischen die Beine greift. Dies allerdings nur kurz und es lässt sich nicht sagen, mit wel-
cher Intensität und wie er sie angefasst hat. 

Diese Feststellung der Vorinstanz trifft nach Ansicht der Kammer zu. Auf dem 
Video ist – wie unter Erwägung 9.2 dargetan – ersichtlich, wie der Beschuldigte ge-
gen Ende des rund 34 Sekunden dauernden Zungenkusses seine rechte Hand auf 
Schritthöhe zwischen sich und C.________ hält und wie sich C.________'s Po re-
sp. ihr Hosengesäss daraufhin hebt (bei 03.35 Min.). Weiter erklärte C.________ 
glaubhaft, der Beschuldigte habe sie vorne über den Kleidern an der Vagina 
berührt (Video-EV: 10:38 Uhr und pag. 1139 Z. 2 f.; ferner E. 9.3 oben), weshalb 
aus Sicht der Kammer insgesamt erstellt ist, dass der Beschuldigte C.________ mit 
seiner Hand über den Kleidern im Bereich der Vagina berührte. 

Was die Berührung der Brüste von C.________ angeht, ist festzuhalten, dass eine 
solche auf dem Video nicht sichtbar ist und vom Beschuldigten zudem bestritten 
wurde. Weiter betonte in der Videoeinvernahme auch C.________, sie sei sich 
«wirklich resp. gar nicht sicher», ob der Beschuldigte ihre Brüste angefasst habe 
(Video-EV: 10:38 Uhr). In der Berufungsverhandlung gab sie hingegen an, der Be-
schuldigte habe ihr mit den Händen an die Brust gegriffen (pag. 1138 Z. 38). Die 
Kammer geht gestützt auf die ersten Angaben C.________'s und weil auf dem 
Video nicht zu sehen ist, dass der Beschuldigte C.________ an den Brüsten 
berührt hätte – sowie in Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» – davon 
aus, dass der Beschuldigte C.________ nicht an die Brüste griff. 

Schliesslich ist gestützt auf die glaubhaften Aussagen von C.________, wonach sie 
den Penis des Beschuldigten nicht gespürt habe, als er sich an sie gepresst habe 
(Video-EV: 10:41 Uhr; ferner E. 9.3 oben), anzunehmen, dass der Beschuldigte 
C.________ zwar gegen seinen Körper, nicht aber gegen seinen Penis presste. 

9.7.3 Vom Beschuldigten beabsichtigte Handlungen auf der Toilette

In Bezug auf die Frage, welche Handlungen der Beschuldigte mit C.________ in 
der Herrentoilette hätte vornehmen wollen, konnte C.________ keine konkreten 
Angaben machen. Sowohl in der Videoeinvernahme als auch in der Berufungsver-
handlung erwähnte sie glaubhaft, der Beschuldigte habe ihr nicht gesagt, was er in 
der Herrentoilette hätte machen wollen (Video-EV: 10:52 Uhr und pag. 1139 Z. 8; 
ferner E. 9.3 oben). Der Beschuldigte selber schilderte in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung, er habe C.________ auf der Herrentoilette «nur» küssen wollen 
(pag. 952 Z. 37 ff.). In der Berufungsverhandlung erklärte er, er habe C.________ 
dazu eingeladen, mit ihm in die Herrentoilette zu kommen, damit sie sich dort wei-
terhin hätten küssen können (pag. 1147 Z. 43 und pag. 1148 Z. 1 f.). 

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Die Vorinstanz hielt bezüglich die vom Beschuldigten in der Herrentoilette beab-
sichtigten Handlungen Folgendes fest (S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1023):

Die Körpersprache des Beschuldigten gemäss Video zeigt klar, dass er die Geschädigte mehrfach 
aufgefordert hat, mit ihm in die Herrentoilette hinein zu kommen. Er nickte dabei mit dem Kopf in Rich-
tung Herrentoilette und zog sie später auch an der Hand in diese Richtung. Gemäss Video und über-
einstimmenden Aussagen der Beteiligten, hat er dabei keine Kraft angewendet. Sie konnte sich dem 
ohne Kraftanstrengung ihrerseits gut entziehen. Ihre verbale Weigerung und der körperliche Gegen-
druck reichten ohne weiteres aus, um nicht in die Toilette gezogen zu werden. Gemäss Anklage soll 
der Beschuldigte vorgehabt haben, in der Herrentoilette mit der Geschädigten «unbestimmte, jedoch 
noch weitergehende sexuelle Handlungen» vorzunehmen. Diesen Vorwurf erachtet das Gericht im 
Hinblick auf den Anklagegrundsatz als problematisch, worauf hier aber nicht weiter eingegangen wer-
den soll. Es ist aufgrund der Situation überzeugend naheliegend und vom Beschuldigten überdies 
auch eingestanden, dass er die Geschädigte zumindest weiter hätte küssen und anfassen wollen auf 
der Herrentoilette. Dass er auch darüber hinausgehende, weiterführende sexuelle Handlungen mit ihr 
hätte vornehmen wollen, lässt sich nicht nachweisen. Das Gericht geht davon aus, dass der Beschul-
digte die Absicht hatte, die Geschädigte in der Herrentoilette im gleichen Rahmen wie bereits erfolgt 
zu küssen (Zungenküsse) und im Intimbereich zu berühren (über der Kleidung).

Die Kammer schliesst sich diesen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz integral 
an und hält ergänzend fest, dass auf dem Video klar ersichtlich ist, wie der Be-
schuldigte sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Mobiltelefon Richtung Herrentoi-
lette deutet. Weiter ist erkennbar, wie er C.________ an der Hand gegen die Her-
rentoilette zieht, dabei aber weder viel Kraft noch Gewalt anwendet, was 
C.________ im Übrigen bestätigte (zum Ganzen u.a. bei 02.17 Min.; bei 04.01 Min; 
Video-EV: 10:32 Uhr, 10:52 Uhr; 11:05 Uhr). Gestützt auf die einleitend erwähnten 
Aussagen von C.________ und das Video lässt sich – wie die Vorinstanz korrekt 
erwog – indes nicht abschliessend klären, welche Handlungen der Beschuldigte mit 
C.________ in der Herrentoilette hätte vornehmen wollen. In Anwendung des 
Grundsatzes «in dubio pro reo» muss von den Aussagen des Beschuldigten aus-
gegangen werden, wonach er beabsichtigte, mit C.________ in der Herrentoilette 
dieselben Handlungen vorzunehmen, wie er mit ihr bereits im Raum vor der Toilet-
tenanlage vornahm. 

Es ist somit erstellt, dass der Beschuldigte mit C.________ in der Herrentoilette 
insbesondere weitere Zungenküsse hätte vornehmen und sie über den Kleidern im 
Bereich der Vagina und am Po hätte berühren wollen. 

9.7.4 Alter und Erscheinungsbild von C.________

Der Beschuldigte bestritt wie in Erwägung 9.6 dargetan konstant, mit C.________ 
über deren oder über sein Alter gesprochen zu haben (u.a. pag. 1148 Z. 21 f.). 

C.________ erzählte zu Beginn der Videoeinvernahme, als sie zur Toilette gegan-
gen sei, sei «er» ihr entgegengekommen. Auf Frage, wen sie mit «er» meine, ent-
gegnete sie, «S.________» (Video-EV: 10:17 Uhr). Der Beschuldigte habe ihr die 
Hand gegeben und sich als «S.________» vorgestellt, worauf sie ihm gesagt habe, 
sie heisse C.________ (Video-EV: 10.29 Uhr). Diese Aussage von C.________ 
stimmt insofern mit dem Video überein, als darauf ersichtlich ist, wie der Beschul-

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digte C.________ die Hand hinhält und sie sich daraufhin die Hände schütteln (bei 
0.20 Min.). 

Weiter erwähnte C.________ in Bezug auf die Altersangabe sowohl in der 
Videoeinvernahme als auch in der Berufungsverhandlung, sie habe dem Beschul-
digten zuerst gesagt, sie sei zwölf Jahre alt resp. «twelve», weil sie habe schauen 
wollen, wie er darauf reagiere bzw. wie er «tickt». Als der Beschuldigte in der Folge 
aber «einfach weitergemacht» habe, habe sie ihm ihr richtiges Alter genannt resp. 
gesagt, sie sei «fifteen» (zum Ganzen Video-EV: 10.22-10.23 Uhr und 10.43 Uhr 
sowie pag. 1139 Z. 39 ff.). Auf Frage, wann sie dies dem Beschuldigten gesagt ha-
be, erwähnte sie in der Videoeinvernahme, sie sei sich nicht mehr sicher, sie habe 
den Beschuldigten aber glaublich nach dem (ersten) Kuss gefragt, wie alt er sei. 
Sie habe dies mit dem Gedanken gemacht, damit er sie anschliessend ebenfalls 
frage, wie alt sie sei. Sie habe schon gewusst, dass er ziemlich älter sei. Er habe 
ihr dann gesagt, er sei 23 Jahre alt (zum Ganzen Video-EV: 10:43 Uhr und 
10:22 Uhr). In der Berufungsverhandlung konnte C.________ nicht mehr genau 
einordnen, wann sie dem Beschuldigten gesagt habe, sie sei 12 resp. 15 Jahre alt, 
erklärte aber, sie habe dies vermutlich schon nach dem ersten Kuss getan 
(pag. 1139 Z. 45 und pag. 1140 Z. 3 f.). 

C.________ machte demnach auch in Bezug auf die Angabe ihres Alters detaillier-
te, spontane, authentische und nachvollziehbare Aussagen. Sie erklärte plausibel, 
weshalb sie den Beschuldigten nach seinem Alter gefragt und ihm zunächst gesagt 
habe, sie sei zwölf Jahre alt resp. ihm ihr wahres Alter erst danach offenbart habe. 
Indem sie erwähnte, sie habe dem Beschuldigten zuerst gesagt, sie sei «twelve», 
weil sie habe sehen wollen, wie er «tickt», bediente sie sich entgegen der Ansicht 
der Verteidigung sodann keiner simplen Schutzbehauptung (vgl. pag. 1156), son-
dern schilderte vielmehr eine spezielle, originelle Nebensächlichkeit, die in einer er-
fundenen Geschichte kaum geäussert worden wäre. Im Übrigen ist – wie die Vorin-
stanz zutreffend festhielt – nicht ersichtlich, weshalb C.________, wenn sie wie die 
Verteidigung impliziert, tatsächlich eine Falschaussage hätte machen wollen, 
zunächst das Alter 12 und erst danach das Alter 15 hätte nennen sollen (S. 20 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1021). Einfacher und für eine Falschaus-
sage naheliegend wäre vielmehr die Angabe gewesen, sie habe dem Beschuldig-
ten von Anfang an gesagt, sie sei 15 Jahre alt. 

An der Glaubhaftigkeit der entsprechenden Aussagen von C.________ ändert ent-
gegen der Ansicht der Verteidigung auch die Vereinbarung zwischen C.________ 
und dem Beschuldigten vom U.________ (Datum) nichts (vgl. pag. 1155 f.), in de-
ren Einleitung und Ziffer 1 festgehalten wurde, der Beschuldigte habe nicht um das 
wahre Alter von C.________ gewusst (pag. 920). Die Vorinstanz stellte insoweit zu 
Recht fest, die Vereinbarung sei von der Verteidigung des Beschuldigten aufge-
setzt worden und die damalige Rechtsvertreterin von C.________ habe auf Nach-
frage bestätigt, dass C.________ an ihren Aussagen festhalte (S. 18 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1019 f. und pag. 946 [Schreiben von Rechts-
anwältin V.________ vom 22. Februar 2021]). C.________ stimmte ihrer ehemali-
gen Rechtsvertreterin in der Berufungsverhandlung zu und erklärte auf Frage, wie 
es zur fraglichen Vereinbarung gekommen sei, Folgendes (pag. 1140 Z. 11 ff.):

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Da habe ich mich mit meiner Anwältin unterhalten und habe die Sache mit ihr angeschaut. Mir geht es 
nicht um eine möglichst harte Bestrafung, weil jede Person ihre Geschichte und ihr Leben hat. Ich bin 
nicht auf Rache aus oder so. Es geht mir nicht besser, wenn jemand anderes bestraft wird. Es war 
auch gar nicht in meinem Interesse, was danach geschah. Ich wollte die Sache am liebsten möglichst 
schnell abschliessen, deshalb kamen wir dann auch auf diese Lösung. Sie (gemeint ihre ehemalige 
Rechtsvertreterin) hat mich eigentlich dazu gebracht.

Der Umstand, dass sich C.________ als Privatklägerin aus dem Verfahren zurück-
zog und ihr Desinteresse erklärte, spricht nicht für die Unglaubhaftigkeit ihrer Aus-
sagen, sondern hing unter Umständen auch mit der Tatsache zusammen, dass ihr 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen wurde und sie somit (auch bei 
einem Schuldspruch des mittellosen Beschuldigten) Gefahr gelaufen wäre, auf den 
Kosten für die anwaltliche Vertretung «sitzen zu bleiben». 

Schliesslich wurde bereits unter Erwägung 9.3 ausgeführt, weshalb das Argument 
der Verteidigung, wonach C.________ wahrheitswidrig behauptet habe, dem 
Beschuldigten gesagt zu haben, sie sei 12 resp. 15 Jahre alt, weil sie «ihr Gesicht 
habe wahren» wollen (vgl. pag. 1156), nicht überzeugt. Wiederholt sei in diesem 
Zusammenhang einzig, dass es entgegen der Ansicht der Verteidigung keinerlei 
Anzeichen dafür gibt, dass C.________'s Aussagen taktisch motiviert waren. 
C.________ gab wie erwähnt bereits gegenüber den ausgerückten Polizisten, d.h. 
unmittelbar nach dem Vorfall an, der Beschuldigte habe ihr gesagt, er heisse 
«S.________» und sei 23 Jahre alt. Weiter schilderte sie offenbar bereits zu die-
sem Zeitpunkt, sie habe dem Beschuldigten gesagt, sie sei 12 Jahre alt, um zu se-
hen, wie er darauf reagiere. Weil es ihn aber nicht interessiert habe, habe sie ihm 
dann gesagt, sie sei 15 Jahre alt, was der Beschuldigte aber ebenfalls ignoriert ha-
be (zum Ganzen pag. 159). In ihrer Videoeinvernahme vom 5. Juni 2020 hatte 
C.________ im Gegensatz zum Beschuldigten, der bereits bei seiner ersten Ein-
vernahme anwaltlich vertreten war, im Übrigen noch keinen anwaltlichen Beistand, 
der ihr Aussageverhalten in irgendeiner Form hätte beeinflussen können. All diese 
Umstände – wie ausserdem auch das junge Alter von C.________ – sprechen ge-
gen ein taktisches Aussageverhalten ihrerseits. 

Die Kammer erachtet es somit für erstellt, dass C.________ dem Beschuldigten 
nach dem ersten Zungenkuss sagte, sie sei 12 resp. 15 Jahre alt, wohingegen er 
ihr erklärte, er sei 23 Jahre alt.

Was C.________'s Erscheinungsbild angeht, erwog die Vorinstanz Folgendes 
(S. 21 f. der erstinanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1022 f.): 

Die Geschädigte ist kleiner als der Beschuldigte und entgegen seiner Aussage, lässt ihre Postur nicht 
auf ein Alter über 16 Jahre schliessen. Sie ist sehr schlank und mit der Trainingsjacke, die sie trug, 
sind keine Brüste erkennbar. Ihr Körper wirkt eher kindlich als weiblich. Dasselbe gilt für ihre Kleidung, 
sie trug Jeans, eine Trainingsjacke, einen Rucksack sowie offene Schlappen, wobei sie farblich nicht 
zusammenpassende Socken trug. Es ist gerichtsnotorisch, dass es schwierig ist, das Alter von Per-
sonen zu schätzen. In Bezug auf die Geschädigte ist indessen festzuhalten, dass sie ein eher kindli-
ches, fast jungenhaftes Aussehen hat. Der Beschuldigte erklärte selber, er habe die Geschädigte 
nicht genau einschätzen können, da Personen aus Costa Rica einfach anders aussehen würden. Oh-
ne in klischeehafte Vorurteile fallen zu wollen, ist anzumerken, dass Mädchen in Mittelamerika die 

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körperliche Entwicklung zur Frau eher früher durchmachen als in Europa. Die Geschädigte hätte dem 
Beschuldigten daher umso mehr als Kind erscheinen müssen. Dass er davon ausging, dass die Ge-
schädigte erheblich jünger ist als er, zeigt sich auch daran, dass er ihr gesagt hat, er sei 23. Er hat 
sich also wesentlich jünger gemacht, um besser zur Geschädigten zu passen. […]. Dass dem Be-
schuldigten bewusst war, dass er etwas tut, das man nicht tun sollte, erklärt überdies, warum er der 
Geschädigten einen falschen Namen und ein falsches Alter angegeben hat. 

Auf S. 18 der Urteilsbegründung führte die Vorinstanz weiter aus (pag. 1019):

Sie (C.________) ist auch nicht aufreizend angezogen; trägt mithin eine Art Badeschlappen mit ver-
schiedenfarbigen Socken. Der Beschuldigte liegt überdies falsch, wenn er erklärt, die Geschädigte 
habe rote Lippen gehabt und sei geschminkt gewesen. Auch wenn es sich um ein schwarz-weiss Vi-
deo handelt, ist erkennbar, dass sie keinen roten Lippenstift trug und nicht stark geschminkt war. Ob 
sie allenfalls Wimperntusche trug, lässt sich nicht abschliessend sagen, hat aber auf das optische Er-
scheinungsbild auch keinem [recte: keinen] wesentlichen Einfluss. Schliesslich lässt sich auch die 
Aussage, das Mädchen habe ungefähr seine Statur gehabt, durch das Video ohne Weiteres widerle-
gen, ist die Geschädigte doch nicht nur ca. einen halben Kopf kleiner als der Beschuldigte sondern 
auch erheblich schmaler, mithin noch nicht deutlich weiblich ausgeprägt.

Diese vorinstanzlichen Ausführungen zum Erscheinungsbild von C.________ sind 
aus Sicht der Kammer gestützt auf das Video – bei dem es sich entgegen der An-
sicht der Vorinstanz am Rande bemerkt nicht um eine schwarz-weiss-, sondern um 
eine Farbaufnahme handelt – korrekt. C.________'s Postur ist entgegen der Auf-
fassung der Verteidigung (vgl. pag. 1155) offensichtlich nicht vergleichbar mit der-
jenigen des Beschuldigten. Zuzustimmen ist der Verteidigung indes, soweit sie vor-
brachte, C.________ sei damals geschminkt gewesen. Gemäss Video ist durchaus 
möglich, dass C.________ am 4. Juni 2020 – wie im Übrigen auch in der 
Videoeinvernahme vom 5. Juni 2020 – Wimperntusche trug. Lippenstift hatte sie 
entgegen der Ansicht der Verteidigung hingegen keinen angemacht und die Tatsa-
che, dass sie Wimperntusche trug, hatte – wie die Vorinstanz zutreffend festhielt – 
keinen (entscheidenden) Einfluss auf ihr altersmässiges Erscheinungsbild. 
C.________ machte visuell keinen älteren Eindruck als sie tatsächlich war.

9.7.5 Einfluss des Alkohol- und Marihuanakonsums des Beschuldigten

Wie unter Erwägung 9.6 ausgeführt wurde, findet der Alkoholkonsum in den tat-
nächsten Aussagen des Beschuldigten vom 4. Juni 2020 und vom 5. Juni 2020 
(Hafteröffnung) keine Erwähnung. Den Marihuanakonsum stritt er zunächst selbst 
auf Vorhalt des positiven Drogenschnelltests ab. Auf Nachfrage bestätigte er ihn 
dann zwar, relativierte aber sogleich, dass er letztmals am Vorabend Marihuana 
konsumiert habe. J.________ gab am 5. Juni 2020 hingegen an, der Beschuldigte 
habe am 4. Juni 2020 derart viel Bier getrunken, dass er «schon fast orientierungs-
los» resp. «wie vernebelt» gewesen sei. Zudem habe er Marihuana konsumiert 
(zum Ganzen pag. 216 Z. 108 ff.; pag. 218 Z. 217 f., Z. 225 f. und Z. 238). In den 
Einvernahmen ab dem 4. Juli 2020 behauptete schliesslich dann auch der 
Beschuldigte konstant, am 4. Juni 2020 derart viel Alkohol und Marihuana konsu-
miert zu haben, dass er nicht mehr klar im Kopf resp. nicht fokussiert und in Ge-
danken «nicht da» gewesen sei (pag. 184 Z. 71 f.; pag. 187 Z. 166 ff.; pag. 188 
Z. 221; pag. 192 Z. 384 ff.; pag. 952 Z. 39 f. und Z. 46 f.; pag. 953 Z. 25 f. und 

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pag. 1149 Z. 44 f.). Diese Aussagen des Beschuldigten und von J.________ sind 
wie in den Erwägungen 9.4 und 9.6 dargetan als Schutzbehauptungen zu qualifi-
zieren – es wird vollumfänglich auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen. 

Wie die Vorinstanz zurecht festhielt, lassen weder das Video noch die Feststellun-
gen der Polizei auf eine Beeinträchtigung des Beschuldigten wegen übermässigen 
Alkohol- und/oder Drogenkonsums schliessen (vgl. S. 18 und 23 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 1019 und 1024; ferner pag. 155). Desgleichen er-
wähnte C.________ keinen Alkoholmundgeruch, sondern gab in der Videoeinver-
nahme vom 5. Juni 2020 vielmehr glaubhaft an, der Beschuldigte habe überhaupt 
nicht nach Alkohol gerochen (Video-EV: 10:27 Uhr und 11:01 Uhr). In der Beru-
fungsverhandlung äusserte sie auf Frage, ob der Beschuldigte damals nach Alko-
hol gerochen habe, dies sei nichts, das sie so explizit wahrgenommen hätte 
(pag. 1129 Z. 35). C.________'s Schilderungen sind glaubhaft und werden ferner 
durch ihre Angabe in der Videoeinvernahme untermalt, wonach sie einen Mann, 
der sie bei einem Vorfall in W.________ (Ort) angefasst habe, nicht angezeigt ha-
be, weil er stark nach Alkohol gerochen habe (Video-EV: 10:58 Uhr; ferner E. 9.3 
oben).

In Würdigung dieser Umstände sowie gestützt auf den durchgeführten Drogen-
schnelltest, die Feststellungen der ausgerückten Polizisten und die glaubhaften 
Angaben C.________'s geht die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte am 
Abend des 3. Juni 2020 und/oder am frühen Morgen des 4. Juni 2020 zwar Mari-
huana konsumiert sowie am Vormittag und während des Mittagessens am 4. Ju-
ni 2020 Bier getrunken hat, er aufgrund dieses Konsums aber weder in seiner Ein-
sichts- noch in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt war. 

9.8 Beweisergebnis / rechtserheblicher Sachverhalt für die Kammer 

Nach diesen Ausführungen ist für die Kammer erstellt, dass die am P.________ 
(Datum) geborene, am 4. Juni 2020 mithin 15-jährige und vom Erscheinungsbild 
her nicht älter aussehende C.________ dem ihr unbekannten, damals 27-jährigen 
Beschuldigten im E.________ (Restaurant) in D.________ um ca. 14:30 Uhr die 
Herrentoilette zeigte und den Code für deren Türöffnung eingab. Danach unterhiel-
ten sich C.________ und der Beschuldigte, stellten sich vor und schüttelten sich 
die Hände. Schliesslich übergab der Beschuldigte C.________ sein Mobiltelefon 
und C.________ begann, darauf herzumzutippen. 

Anschliessend öffnete der Beschuldigte seine Arme zu einer Umarmung, worauf 
C.________ ihn umarmte und ihm einen Kuss auf die Wange geben wollte. Der 
Beschuldigte wollte C.________ indes auf den Mund küssen und drehte entspre-
chend seinen Kopf. C.________ wich diesem Kuss durch Drehen ihres Kopfes aus, 
was den Beschuldigten aber nicht davon abhielt, ihrem Kopf zu folgen und 
C.________ gegen ihren Willen einen rund sieben Sekunden dauernden Zungen-
kuss zu geben, während dem er sie zusätzlich umarmte. Indem C.________ sich 
etwas nach hinten bewegte und ihren Kopf abwandte, konnte sie sich schliesslich 
aus dem Zungenkuss und der Umarmung lösen. 

In der Folge tippte sie wiederum auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten herum 
und fragte diesen insbesondere nach seinem Alter, in der Hoffnung, er würde ihr 

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daraufhin dieselbe Frage stellen. Nachdem der Beschuldigte ihr wahrheitswidrig 
geantwortet hatte, er sei 23 Jahre alt, sagte C.________ ihm zunächst – ebenfalls 
wahrheitswidrig –, sie sei 12 Jahre alt resp. «twelve», um seine Reaktion zu sehen. 
Weil der Beschuldigte darauf aber nicht reagiert hat, gab C.________ ihm schliess-
lich ihr wahres Alter bekannt und teilte dem Beschuldigten mit, sie sei 15 Jahre alt 
resp. «fifteen», was den Beschuldigten allerdings ebenfalls unbeeindruckt liess. Als 
C.________ ihm daraufhin sein Mobiltelefon zurückgab, griff er mit der linken Hand 
ihr rechtes Handgelenk und zeigte – zunächst mit einer Kopfbewegung, anschlies-
send mit dem Mobiltelefon – Richtung Herrentoilette. C.________ schüttelte dar-
aufhin leicht den Kopf, verlagerte ihr Körpergewicht nach hinten und sagte dem 
Beschuldigten unter anderem, dass sie das nicht wollte resp. «Don’t touch me!» 
bzw. «I’m taken!». Der Beschuldigte bewegte sich mit seinem Oberkörper sodann 
gleichwohl auf C.________ zu, die ihrerseits einen Schritt zurück machte, und griff 
ihr mit der rechten Hand an den Nacken, im Versuch, sie zu küssen. C.________ 
machte daraufhin einen weiteren Schritt zurück und konnte sich so aus dem Na-
ckengriff lösen. 

Anschliessend sprachen die beiden wieder miteinander, wobei der Beschuldigte 
C.________ erneut mit der linken Hand am rechten Handgelenk hielt. Als 
C.________ sich daraufhin auf den Beschuldigten zubewegte, ihn umarmte und ihn 
mit der Zunge küsste, hielt der Beschuldigte zunächst mit beiden Händen 
C.________'s Kopf, ehe er ihr – immer noch zungenküssend – mit der rechten 
Hand kräftig an den Po griff und sie mittels dieses «Po-Griffes» leicht hochhob, so 
dass C.________ nur noch auf den Zehenspitzen stehen konnte. Dann presste der 
Beschuldigte seinen Oberkörper gegen C.________, griff ihr mit der rechten Hand 
an den Po und berührte sie über den Kleidern im Bereich der Vagina. Nach rund 34 
Sekunden konnte sich C.________ mit einer ruckartigen Rückwärtsbewegung aus 
diesem gegen ihren Willen erfolgten Zungenkuss und der Umarmung lösen. 

Sie trat nach hinten und schaute kurz die Treppe hoch, ehe sie sich wieder gegen 
die Tür der Herrentoilette bewegte und die rechte Schulter des Beschuldigten 
berührte, worauf es zu einem weiteren, rund drei Sekunden dauernden Kuss «ohne 
Zunge» kam. 

Anschliessend fasste der Beschuldigte C.________ wieder an der rechten Hand 
resp. am rechten Handgelenk und C.________ gab erneut den Code für die Her-
rentoilette ein. Dann betrat der Beschuldigte die Toilette und zog dabei leicht an 
C.________'s rechter Hand, die sich durch das nach hinten Verlagern ihres Kör-
pergewichts jedoch dagegenstemmte, weitere Schritte zurück machte und kurz zu 
ihrem oberhalb der Treppe auf sie wartenden Freund Q.________ blickte. Der 
Beschuldigte beabsichtigte mit diesen – auch schon zuvor gemachten – verbalen 
und nonverbalen Äusserungen resp. Zeichen, C.________ dazu zu bewegen, mit 
ihm in die Herrentoilette zu kommen, um dort weitere Zungenküsse mit ihr vorzu-
nehmen und sie über den Kleidern am Po und im Bereich der Vagina zu berühren. 

In der Folge bewegte sich C.________ schliesslich ein letztes Mal auf den Be-
schuldigten zu, gab ihrem Freund Q.________ mit der linken Hand aber gleichzei-
tig ein Zeichen, wonach er zu ihr nach unten kommen solle. Während des darauf-
folgenden letzten Kusses «ohne Zunge» winkte sie Q.________ mit dem soeben 

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erwähnten Handzeichen erneut zu sich. Q.________ begab sich daraufhin nach 
unten und als er beim Beschuldigten und bei C.________ ankam, stand der Be-
schuldigte in der geöffneten Herrentoilette, während sich C.________, deren rech-
tes Bein stark zitterte und die sichtlich geschockt war, im Raum davor aufhielt.  

III. Rechtliche Würdigung

10. Vorbemerkungen

Angeklagt sind die Tatbestände der sexuellen Handlungen mit Kindern (Art. 187 
Ziff. 1 StGB), eventuell sexuelle Nötigung (Art. 189 StGB), und versuchte sexuelle 
Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), eventuell ver-
suchte sexuelle Nötigung (Art. 189 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB). In der Berufungs-
verhandlung hiess die Kammer den Antrag der Verteidigung, den Sachverhalt ge-
gebenenfalls unter dem den Tatbestand Art. 187 Ziff. 4 StGB rechtlich zu würdigen, 
ferner gut (pag. 1137).

Die Vorinstanz wies richtigerweise darauf hin, zwischen den Tatbeständen der se-
xuellen Handlungen mit Kindern (Art. 187 StGB) und der sexuellen Nötigung 
(Art. 189 StGB) bestehe Idealkonkurrenz, weil zwei verschiedene Rechtsgüter (Ge-
fährdung der sexuellen Entwicklung von Kindern einerseits, sexuelle Selbstbe-
stimmung andererseits) betroffen seien (S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1025). Aufgrund des für die Kammer geltenden Verschlechterungsver-
bots (siehe E. 5 oben) fällt eine Verurteilung wegen sexueller Handlungen mit Kin-
dern und gleichzeitig wegen sexueller Nötigung jedoch ausser Betracht; zudem wä-
re aufgrund des erstellten Sachverhalts (E. 9.8 oben) ohnehin fraglich, ob ein Nöti-
gungsmittel nach Art. 189 StGB vorliegt. 

Der dem Beschuldigten gemachte Vorwurf ist somit (einzig) unter dem Tatbestand 
der sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 StGB zu prüfen. Die Staats-
anwaltschaft klagte den Versuch des Beschuldigten, mit C.________ auf der Her-
rentoilette sexuelle Handlungen vorzunehmen, als zusätzliche, separate Handlung 
an (siehe Ziff. I/1.2 der Anklageschrift [pag. 432]). Die Vorinstanz ging demgegenü-
ber von einer Handlungseinheit aus (S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1025). 

Mehrere Einzelhandlungen sind rechtlich als Einheit anzusehen, wenn eine natürli-
che oder eine tatbestandliche Handlungseinheit vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_646/2018 vom 2. November 2018 E. 4.3). Eine tatbestandliche Handlungsein-
heit ist zu bej