# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0528fea4-b63d-5a2d-b505-68ab04d73e38
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-20
**Language:** de
**Title:** Unfallkausalität nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Selbst wenn der Vorzustand durch das Unfallereignis symptomatisch geworden wäre, wäre der Status quo ante vel sine eingetreten. (BGE 8C_337/2015)
**Docket/Reference:** UV.2013.00289
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00289.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00289
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Leicht
Urteil
vom
20. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch LOYCO SA
Avenue Industrielle 4-6, 1227 Carouge GE
gegen
VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG
Avenue de Cour 41, 1007 Lausanne
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG
Place de Milan, Case
postale
120, 1001 Lausanne
Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X.___
war
seit dem 1. Oktober 2001
bei der
Firma Y.___
als
V
er
käufer
tätig
und bei der
Vaudoise
Allgemeine Ver
sicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend:
Vaudoise
) gegen die Folgen von Unfällen versichert
, als er a
m 16. Dezember 2011
in einem Treppenhaus
mit dem Schuh den Treppenrand nicht richtig erwischt
e und dabei das Bein abd
reht
e
und
anschliessend
eine
n
einschiessenden Schmerz
am rechten Knie
ge
lenk
medialseits
verspürte
(Urk. 11/1
und Urk. 11/2
).
Am 27. März 2012 kon
sultierte er erstmals einen Arzt.
Das MRI
vom 29.
März 2012 ergab die Diagno
sen eines Horizontalris
ses im medialen Meniskus rechts und
einen
Knorpelscha
den
Grad II bis III
des medialen
Femurkondylus
(Urk. 11/3 und Urk. 11/
6)
.
Am 7. Mai 201
2 wurde ein
e
a
rthroskopische
Teilmeniskektomie
medial rechts sowie ein
Knorpeldébridement
und –
shaving
durchgeführt (Urk. 11/6).
Die
Vaudoise
kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
In der Folge holte sie eine Stellungnahme ihres Vertrauensarztes
Dr.
med.
Z.___
, Orthopä
dische Chirurgie FMH, ein (Urk. 11/14) und stell
t
e
gestützt darauf
die Leistun
gen m
it Verfügung vom 13. Mai 2013 ein (Urk. 11/16).
Dagegen erhob der Ver
sicherte mit Eingabe vom 11. Juni 2013 Einsprache (Urk. 11/18) und reichte eine Stellungnahme
von
Dr.
med.
A.___
, Orthopädische Chirurgie FMH, ein (Urk. 11/23a). Mit Entscheid vom 5. November 2013
wies die
Vaud
oise
die Einsprache
des Versicherten
ab (Urk. 11/24 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
5. Dezember 2013 Beschwerde
und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die
Beschwer
degegnerin
sei zu verpflichten, auch nach dem 15. März 2012 Leistungen zu erbringen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 9) und reichte eine Stellungnahme
ihres
Vertrauensarztes
Dr.
Z.___
ein (Urk. 10). Das Doppel der Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer am 28. Januar 2014 zugestellt (Urk. 12).
Mit Verfügung vom 11.
Februar 2015 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Stellungnahme von
Dr.
Z.___
zugestellt und Frist zur Stellung
nahme angesetzt (Urk. 13). Mit Eingabe vom 4. März 2015 reichte der Beschwerdeführer
s
eine Stellungnahme sowie eine
Beurteilung
von
Dr.
A.___
ein (Urk. 15 und Urk. 16/1), was der Beschwerdegegnerin am 6. März 2015 mit
geteilt wurde (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfal
l mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402
E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist ei
ne Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom
26.
April 1995). Das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
(
Art.
43
Abs.
1,
Art. 61
lit
. c des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG])
aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit z
u entsprechen (BGE 117 V 261 E.
3b in
fine
, Urteil des Bundesgerichts
8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 2.3, je
mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BG
E 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S.
572; BGE 122 V 15
7 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
obwohl sich der Unfall im Anschluss an einen ärztlichen Termin ereignet habe, sei erst drei Monate später, am 27. März 2012, eine erste ärztliche Behandlung erfolgt. Das MRI vom 29. März 2012 habe keine traumatischen Läsionen, insbesondere kein Ödem, das auf eine Kontusion hingewiesen hätte, gezeigt. Bereits im Zeitpunkt des MRI vom 29. März 2012 hätten erhebliche degenerative Veränderungen bestanden, insbesondere ein Knorpelschaden Grad II bis III im medialen
Femur
kondylus
, welche nicht auf das Ereignis vom 16. Dezember
2011
zurückzufüh
ren seien. Gemäss
Dr.
Z.___
habe der Versicherte eine
Varustendenz
, welche die mediale Seite belaste. Zudem befinde sich der Knorpelschaden in der
Belas
tungszone
, was für eine
n
Abnützungsprozess spreche. Somit sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Behandlun
gen ab Dezember 2012 au
f das Ereignis vom 16.
Dezember 2011 zurückzufüh
ren seien
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
im Wesentlichen
geltend,
der Ver
trauensarzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
Z.___
,
habe nicht abgeklärt, ob er (der Beschwerdeführer) vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei, Sport praktiziert, andere Unfälle erlitten und radiologische Untersuchungen vorgenommen habe. Die radiologischen Bilder seien nicht untersucht worden.
Dr.
Z.___
habe nur über die MRI-Bericht
e
verfügt. Die Begründung sei ungenügend und basiere teilweise auf falschen Feststellungen. Das MRI vom 29. M
ärz 2012 zeige näm
lich
keine erheblichen
Arthrosezeichen
. D
ie Beschwerdegegnerin hätte eine externe Begutachtung veranlassen sollen. Der Nachweis des Erreichens des Status quo sine sei nicht gegeben.
Wenn
der am 29. März 2012 objektiv festge
stellte Meniskusriss rechts auf den Unfall vom 16. Dezember 2011 zurückzu
führen sei, werde das Erreichen eines Status quo sine kaum mehr möglich sein (Urk. 1).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen dem Unfallereignis vom 16. Dezember 2011 und den vom Beschwerdeführer geklagten Kniebeschwerden
rechts
ein Kausalzusammenhang besteht.
3.2
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, führte in seinem Bericht vom 27. März 2012 aus,
beim Beschwerdeführer sei vor 20 Jahren eine
Teilmeniskektomie
medial rechts wie auch etwa zu ähnlicher Zeit links bei Meniskusrissen mit Blockierungen durchgeführt worden. Er habe lange Jahre
nach der Operation Ruhe gehabt. Beim Unfallereignis vom 16. Dezember 2011 habe er einen einschiessenden Schmerz im rechten Kniegelenk
medialseits
ver
spürt. Die Beschwerden seien in den letzten Tagen zurückgegangen, trotzdem habe er immer noch Beschwerden medial, eher
anteromedial
rechts. Als Befunde erhob
Dr.
B.___
klinisch eine leichte
Varustendenz
rechts sowie ein
en
deut
lich palpable
n
Osteophyt
en
am medialen Quadranten beziehungsweise
Tibi
a
plateau
, links etwas wenig ausgeprägt, kein
en
Erguss und im Moment keine Meniskuszeichen. Es bestehe ein Verdacht auf eine aktivierte mediale Arthrose beziehungsweise Rissbildung im Restmeniskus
(Urk. 11/2).
3.3
Am 29. März 2012 wurde ein MRI des rechten Knies durchgeführt. Im radiologi
schen Bericht der Klinik
C.___
vom 29. März 2012 wurde festgehalten, es bestünden keine
Arthrosezeichen
. Der mediale Restmeniskus mit Ruptur von der Basis zur Unterfläche im dorsalen Drittel
und das
Hinterhorn
seien ohne Dislo
kation. Es bestehe nur eine leichte Knorpelverschmälerung
femorotibial
medial, keine
Osteophyten
und die übrigen Kompartimente seien normal (Urk. 11/3).
3.4
Aufgrund des MRI vom 29. März 201
2
stellte
Dr.
B.___
die Diagnose eines H
orizontalrisses im medialen Me
n
i
skus rec
hts sowie eines
Knorpelschaden
s
Grad II bis III im medialen
Femurkondylus
und führte am 7. Mai 2012 eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
medial rechts und ein
Knorpeldéb
ridement
und –
shaving
durch (Urk. 11/6).
3.5
Am 2
4. Januar 2013 erfolgte ein
weiteres
MRI des rechten Knies. Im radiologi
schen Bericht der Klinik
C.___
vom 25. Januar 2013 wurde ausgeführt, bei Status nach
Teilmeniskektomie
im
Hinterhorn
des medialen Meniskus zeige sich ein deutlich verkürzter Restmeniskus mit einem kleinen, schräg-horizontal
ver
laufenden Einriss und a
ssoziiert eine deutl
iche Signalintensitätserhöhung
. Es best
ünden
eine deutliche
Ausdünnung und oberflächliche Schäden des
tibialen
Knorpels medial
. Sonst seien die Kniebinnen
strukturen intakt (Urk. 11/13).
3.6
Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
Z.___
,
hielt in seiner Stellung
nahme vom 11. April 2013 fest, der Beschwerdeführer weise einen
erheblichen Vorzustand
vor. Die im MRI vom 29. März 2012 und bei der Arthroskopie vom 7. Mai 20
12 festgest
ellten
Läsionen
(bis III-
gradiger
Knorpelschaden und Einriss im medialen Restmeniskus) seien
auf die vor 20 Jahren stattgefundene
Teil
meniskektomie
zurückzuführen
.
Das Ereignis vom 16. Dezember 2011 sei keine schwere Kontusion gewesen (
kei
n sofortiger Arztbesuch, kein Ö
dem im MRI vom 29. März 2012
).
Der Knorpelschaden befinde sich in der Belastungszone, was für einen
Abnützungsprozess
spreche. Ausserdem habe der Beschwerde
führer eine leichte
Varustendenz
, was die mediale Seite zusätzlich belaste. Der Kausalzusammenhang zwischen dem Bagatellunfall vom 16. Dezember 2011
und den Beschwerden, die ab dem 27. März 2012 behandelt worden seien, sei somit zu verneinen. Zwischen den gestützt auf das MRI vom 24. Januar 2013 erhobenen Befunden und dem Ereignis vom 16. Dezember 2011 bestehe ganz sicher kein Kausalzusammenhang (Urk. 11/14).
3.7
Dr.
A.___
führte in seiner Stellungnahme vom 16.
Oktober 2013 aus,
der Beschwerdeführer habe zwar vor 20 Jahren eine
Teilmeniskektomie
erlitten, es sei ihm
zum Zeitpunkt des Unfalls aber gut gegangen
. Am 16. Dezember 2011 habe er sich das Knie verdreht und das MRI vom 29. März 2012 habe eine klare Restmeniskusläsion gezeigt, die auch im Rahmen der Kniearthroskopie vom 7. Mai 2012 bestätigt worden sei. Das rechte Kniegelenk präsentiere ausserdem wenige degenerative Veränderungen. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 16. Dezember 2011 und der im März 2012 festge
stellten Meniskusläsion sei somit gegeben. Es müsse ausserdem erwähnt werden, dass die Bilder des MRI vom 24. Januar 2013 eine beginnende Gonarthrose rechts zeigten, die im Jahr 2012 nicht präsent gewesen sei. Diese Veränderung sei auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die
Meniskektomie
vom 7. Mai 201
2 zurückzuführen (Urk. 11/23a).
3.8
Dr.
Z.___
hielt in
seiner Stellungnahme vom 21.
Januar 2014
fest
,
e
s sei eine
Ausdünnung des Knorpels medial (
femorotibial
)
festgestellt worden, was ein Arthrose-Zeichen sei. Diese Ausdünnung wie auch die
Ruptur des Restmeniskus
entsprächen der
normalen Entwicklung nach einer
Te
i
lmeniskektomie
vor
20
Jahren
. Der Operateur habe am 7. Mai 2012 vor allem auf den Knorpel interve
niert (Resektion des Knorpels), nicht auf den Meniskus. Der Knorpelschaden (bis zu Grad III) befinde sich in der Belastungszone, was auf einen Kausalzusam
menhang mit der Voroperation vor 20 Jahren hinweise. Der horizontale Menis
kusriss sei eine
residuelle
Degeneration nach einer
Teilmeniskektomie
. Sowieso habe es sich um eine minimale Intervention gehandelt, was sicher korrekt sei, da ein Knorpelschaden festgestellt worden sei. Dies erkläre, dass die beiden MRI (vor und nach der Operation) dieselben Läsionen festgestellt hätten. Der kleine Einriss sei kein neuer Einriss, sondern ein
residueller
Einriss von der Operation vor 20 Jahren. Dass es dem Beschwerdeführer während 20 Jahren nach der
Teilmeniskektomie
gut gegang
en sei, sei
nicht erstaunlich und en
t
spreche der normalen Entwicklung nach einer solchen Operation.
Allfällige Beschwerden träten in der Regel erst nach ca. 15 bis 20 Jahren
auf
. Wie er bereits am 11. April 2013 festgestellt habe, seien im MRI vom 29. März 2012
keine trau
matischen Läsionen
zu sehen gewesen, da
insbesondere kein Ö
dem
festgestellt worden sei. Die Operation vom 7. Mai 2012 habe hauptsächlich den
Knorpel
schaden
betroffen, nicht den Meniskusriss
(Urk.
10
)
.
3.9
Dr.
A.___
führte in seiner Stellungnahme vom 4. März 2015 aus,
a
ufgrund des
Operation
sberichtes vom 7. Mai 2012 könne
nicht davon ausgegangen werden, dass vor allem auf den Knorpel oder auf den Meniskus eingegriffen worden sei. Unbestreitbar sei aber die Tats
ache, dass
Dr.
B.___
einen
Me
n
i
skusriss fest
gestellt
und eine Teilresektion (die nicht als minimal bezeichnet werden könne) des
Meniskus
hinter
hornes
vorgenommen habe. Es gebe kein konkretes Indiz, dass der Meniskusriss eine Folge des früheren Eingriffes sei. Diese Behauptung sei rein spekulativ. Da eine
solche Läsion meistens schnell schmerzhaft werde
, sei es unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer 20 Jahre auf eine Interven
tion gewartet habe.
Der Operateur habe eine eindeutige Meniskusläsion festge
stellt und diese sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den versicherten Unfall zurückzuführen (Urk. 16/1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei der
Leistungseinstellung im Wesentli
chen auf die versicherungsinterne Stellungnahme von Dr.
Z.___
vom 11. April 2013 (Urk. 11/14).
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersu
chungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstand
e ist, sich aufgrund der vorhan
denen Unterlagen ein vollständiges Bild zu v
erschaffen (Urteil des Bundesge
richts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hin
weisen)
, was vorliegend der Fall ist
.
Dass sich
Dr.
Z.___
– wie der Beschwerde
führer geltend macht
(Urk. 1 S. 6)
– auf die
von den radiologischen Fachärzten der Klinik
C.___
erhobenen
MRI-Befunde stützte und ihm die MRI-Bilder nicht zur Verfügung standen, ändert daran nichts, zumal er sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen problemlos ein vollständiges Bild verschaffen konnte.
Den Berichten und Gutachten versicherungsinter
ner Ärzte kann Beweiswert bei
ge
messen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverläs
sig
keit bestehen
(
vgl. oben E.
1.3 und E.
1.4
).
Die
Bericht
e von
Dr.
Z.___
erfüllen
sämtliche Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrund
lage
, weshalb darauf abgestellt werden kann
.
4.2
Dass sich der Beschwerdeführer beim
Bagatellunfall
vom 16. Dezember 2011 einen Meniskusriss zugezogen hätte, geht aus den Akten nicht hervor und ist
schon deshalb
unwahrscheinlich, zumal
eine
solche Läsion – wie
Dr.
A.___
festhält (Urk.
16/1) – schnell schmerzhaft wird
und der Beschwerdeführer erst am 27. März, mithin drei Monate nach dem angegebenen Ereignis einen Arzt konsultierte.
Die Unfallmeldung erfolgte sodann erst am 24. April 2012 (Urk. 11/1).
Dr.
Z.___
wies denn auch darauf hin, dass im MRI vom 29. März 2012
keine traumatischen Läsionen
zu sehen gewesen seien, da
insbesondere kein Ödem
festgestellt worden sei
.
Der horizontale Meniskusriss sei eine
residu
elle
Degeneration nach einer
Teilmeniskektomie
.
Die festgestellte
Ausdünnung des Knorpels medial (
femorotibial
)
sowie die
Ruptur des Restmeniskus
entsprä
chen der
normalen Entwicklung nach einer
Teilmeniskektomie
vor 20 Jahren
.
Der Knorpelschaden befinde sich in der Belastungszone, was für einen
Abnüt
zungsprozess
spreche
(Urk. 10 und Urk. 11/14)
.
Dr.
Z.___
s Ausführungen, wonach der Beschwerdeführer einen
erheblichen Vorzustand
vorweise und die im MRI vom 29. März 2012 und bei der Arthroskopie vom 7. Mai 2012 festge
stellten
Läsionen
(bis III-
gradiger
Knorpelschaden und Einriss im medialen Restmeniskus)
auf die vor 20 Jahren stattgefundene
Teilmeniskektomie
zurück
zuführen
seien, sind einleuchtend
.
Dies insbesondere auch deshalb, weil
keine
Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass es sich beim Unfallereignis vom
16.
Dezember 2011
um mehr als einen blossen
Misstritt
gehandelt hätte.
Von einer schweren Kontusion kann aufgrund der Akten
lage
jedenfalls nicht die Rede sein.
Mit der Behauptung,
Dr.
B.___
habe eine eindeutige
Meniskuslä
sion
festgestellt – was unbestritten ist – und diese sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den versicherten Unfall zurückzuführen
(Urk. 16/1
)
, vermag
Dr.
A.___
die Beurteilung von
Dr.
Z.___
nicht in Frage zu stellen.
Auch mit der Feststellung
, das rechte Kniegelenk präsentiere wenige degenerative Veränderungen
(Urk. 11/23a)
, kann er keinen Kausalzusammenhang zum Bagatellunfall herleiten.
Medizinische Befunde, die eine traumatische Ursache für die Läsionen erhärten würden, führt
Dr.
A.___
nicht an.
Ebenso wenig äussert er sich zu der vor 20 Jahren durchgeführten
Teilmeniskektomie
als Ursache des Beschwerdebildes.
Seine Ausführungen erschöpfen sich im Wesent
lichen darin, die Einschätzung von
Dr.
Z.___
pauschal zu bestreiten.
Soweit er vorbringt
, dem Beschwerdeführer sei es im Unfallzeitpunkt gut gegangen
(Urk. 11/23a)
, argumentiert er mit der Beweisfigur „
post
hoc ergo
propter
hoc“, welche jedoch rechtsprechungsgemäss den Beweisanforderungen nicht genügt (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Insgesamt vermag
Dr.
A.___
die Beurteilung von
Dr.
Z.___
nicht in Zweifel zu ziehen.
Somit ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 16. Dezember 2011 und den Kniebeschwerden
des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewie
sen.
Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt, weshalb
es sich erübrigt,
e
rgänzende
Abklärungen
vorzunehmen
.
4.3
Im Übrigen ist festzuhalten, dass selbst unter der Annahme, der Vorzustand sei durch das Unfallereignis symptomatisch geworden, mithin der Unfall sei als beschwerdeauslösend zu betrachten, keine Unfallkausalität der ausgelösten Beschwerden ohne zeitliche Beschränkung bejaht werden könnte. Vielmehr genügt es für die Beendigung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, dass der Status quo ante
vel
sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten ist. Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss d
abei nicht durch den Nachwei
s unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des
Gesund
heitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind
(Urteile des Bundesgerichts
8C_79/2011 vom 9. März 2011 E.
2.2,
8C_901/2009 vom 14. Juni 2010 E.
3.2 und
8C_847/2008 vom 29. Januar 20
09 E.
2,
je
mit Hinweisen), was vorliegend
gestützt auf die medizinische Aktenlage
spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
der Fall war
, zumal es sich bei
den im MRI vom 29. März 2012 und bei der Arthroskopie vom 7. Mai 2012 festgestell
ten
Läsionen
um einen
normalen
Verlauf
nach einer
Teilmeniskektomie
vor 20 Jahren
handelt.
4.4
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde
führers auf weitere Leistungen zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich so
mit als unbegründet und ist abzu
weisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
LOYCO SA
-
VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstLeicht