# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a81917b5-1521-54a8-b7d4-87aba03f457c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.10.2021 731 21 222/288
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_731-21-222-288_2021-10-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
Vom 28. Oktober 2021 (731 21 222 / 288) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung  

 

 

Gutheissung der Klage: Die Klägerin konnte für den strittigen Zeitraum mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass sie zu 100% arbeitsunfähig war; der Beklagten 

ist es nicht gelungen, den Hauptbeweis der Klägerin mit einem Gegenbeweis zum Schei-

tern zu bringen. Beurteilung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels sowie eines teilwei-

sen Leistungsanspruchs mittels Einkommensvergleich im Rahmen einer Eventualbe-

gründung. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Klägerin, vertreten durch Michael Oeschger, Advokat, Freie 
Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 innova Versicherungen AG, Bahnhofstrasse 4, 3073 Gümligen, 
Beklagte 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Die 1985 geborene A.____ arbeitete vom 1. März 2016 bis 31. Mai 2020 als medizini-
sche Praxisassistentin in der Praxis von Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, und 

 

 
 
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war in dieser Eigenschaft im Kollektiv-Versicherungsvertrag ihres Arbeitgebers bei der innova 
Versicherungen AG (innova) kollektiv krankentaggeldversichert. Ab 6. Dezember 2019 war die 
Versicherte vollständig arbeitsunfähig. In der Folge richtete die innova die vertraglich vereinbar-
ten Krankentaggeldleistungen an die Versicherte aus. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2020 
stellte sie die Leistungen unter Berücksichtigung einer Übergangsfrist von eineinhalb Monaten 
per 1. Februar 2021 indessen mit der Begründung ein, dass der Versicherten gestützt auf das 
von ihr eingeholte Gutachten der SMAB AG (SMAB) ab diesem Zeitpunkt eine leichte, überwie-
gend sitzende Tätigkeit, mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel, zu 80% zu-
mutbar sei. Auf Intervention der Rechtsschutzversicherung verlängerte die innova die Über-
gangsfrist mit Schreiben vom 7. Mai 2021 rückwirkend auf drei Monate bis zum 11. März 2021. 
An der Leistungseinstellung hielt sie weiterhin fest.  
 
B. Mit Klage vom 13. Juli 2021 beantragte die Versicherte, vertreten durch Michael      
Oeschger, Advokat, die innova sei zur Zahlung von Fr. 22'256.75 (entsprechend den Taggeld-
leistungen in der Höhe von Fr. 175.25 vom 11. März 2021 bis zum 15. Juli 2021) nebst Zins zu 
5% seit dem 13. Mai 2021 (mittlerer Verfalltag) zu verurteilen; Teilklage, Mehrforderung vorbe-
halten; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass 
das SMAB-Gutachten unvollständig, nicht schlüssig und nicht nachvollziehbar sei. Gestützt auf 
die Berichte der behandelnden Ärzte sei über den 11. März 2021 hinaus bis heute eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit ausgewiesen. Dessen ungeachtet sei ihr ein 
Berufswechsel nicht zumutbar.  
 
C. In ihrer Klageantwort vom 23. Juli 2021 schloss die innova auf Abweisung der Klage. 
 
D. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 28. Oktober 2021 hielten die beiden Parteien im 
Wesentlichen an ihren bereits schriftlich dargelegten Standpunkten fest. Auf deren Vorbringen 
ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss 
Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversiche-
rung (Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAG) vom 26. September 2014 dem Bundesge-
setz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz, VVG) vom 2. April 1908. 
Streitigkeiten im Bereich dieser Zusatzversicherungen sind somit privatrechtlicher Natur, wes-
halb strittige Ansprüche darüber in einem zivilprozessualen Verfahren geltend zu machen sind. 
Das Verfahren im Zivilprozess regelt die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) vom 
19. Dezember 2008. 
 
1.2 Die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts ergibt sich aus Art. 7 ZPO in Verbin-
dung mit § 54 Abs. 1 lit. d des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungs-
prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993. Wie das Kantonsgericht mit Grundsatzent-
scheid vom 1. Dezember 2011 festgehalten hat, ist bei Klagen betreffend Streitigkeiten aus Zu-

 

 
 
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satzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung keine vorgängige Schlichtung durchzu-
führen. Diese Klagen sind vielmehr direkt am Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht, einzureichen (Beschluss des Kantonsgerichts vom 1. Dezember 2011, 731 11 262). 
 
1.3 Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach Art. 9 ff. ZPO. Der dem vorliegenden Fall 
zugrundeliegende Versicherungsvertrag ist als Konsumentenvertrag im Sinne von Art. 32 ZPO 
zu qualifizieren, weshalb die Klage am Wohnsitz der versicherten Person eingereicht werden 
kann (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. URS FELLER/JÜRG BLOCH, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 32 N 45 ff.). Nichts anderes 
ergibt sich im vorliegenden Fall aus Ziffer H4 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen 
(AVB) der Beklagten, Ausgabe Januar 2013 (Klagebeilage 3), wonach ein Wahlgerichtsstand 
am Wohnsitz der versicherten Person besteht. Nachdem die Klägerin Wohnsitz im Kanton Ba-
sel-Landschaft hat, ist das angerufene Gericht somit auch örtlich zuständig. 
 
2. Materiell streitig und zu beurteilen ist, ob die Klägerin über den 11. März 2021 hinaus 
Anspruch auf Ausrichtung von Krankentaggeldleistungen hat. Vorab ist in diesem Zusammen-
hang näher auf die beweisrechtlichen Gegebenheiten einzugehen. 
 
3.1 Nach Art. 247 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ist der vorliegende Prozess 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht 
zwar, den Sachverhalt mit eigenen Mitteln abzuklären und mit vertretbarem Aufwand zu einem 
hinreichend sicheren Beweisergebnis zu gelangen; es ist dabei aber nicht an Beweisanträge 
gebunden und kann auch von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden dadurch jedoch 
nicht von der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise und der Erstellung des Sachverhaltes 
entbunden. Sie sind es, die primär die Verantwortung für die Ermittlung des Sachverhaltes tra-
gen. Das Bundesgericht hat die in den kantonalen Vorgängernormen zu Art. 247 Abs. 2 ZPO 
enthaltene Untersuchungsmaxime daher bisweilen auch als gemilderte Verhandlungsmaxime 
bezeichnet. Nur wenn an der Vollständigkeit der Behauptungen oder Beweise ernsthafte Zwei-
fel bestehen, muss das Gericht nachforschen. Diese Nachforschung besteht aber allein darin, 
die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie auf die Pflicht zum Beibringen von Beweisen hin-
zuweisen. Die Untersuchungsmaxime zwingt das Gericht nicht dazu, das Beweisverfahren be-
liebig auszudehnen oder alle möglichen Beweise abzunehmen. Ebenso wenig verleiht die Un-
tersuchungsmaxime den Parteien Anspruch auf ein bestimmtes Beweismittel. Das Gericht muss 
die betroffene Partei nur einmal auf etwaige Unzulänglichkeiten in ihren Tatsachenbehauptun-
gen und Beweismitteln hinweisen. Bei anwaltlicher Vertretung ist das Mass der gerichtlichen 
Mitwirkung auf "krasse Fälle" beschränkt. Indessen verpflichtet die Untersuchungsmaxime das 
Gericht, ordnungsgemäss eingebrachte und taugliche Beweismittel zu berücksichtigen, wenn es 
von der Nichterweislichkeit einer bestimmten Tatsache ausgehen will. Die Untersuchungsma-
xime ändert nichts an der formellen Beweislast. Kann etwa das Bestehen einer entscheidungs-
erheblichen Tatsache durch das Gericht weder bejaht noch verneint werden, so entscheidet das 
Gericht trotz Untersuchungsmaxime gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
(ZGB) vom 10. Dezember 1907 nach Beweislastgesichtspunkten (vgl. BERND HAUCK, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 247 Abs. 2 
N 33 ff.). 

 

 
 
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3.2 Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat gemäss Art. 8 ZGB derjenige das Vor-
handensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss 
hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu be-
weisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder 
rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet 
oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 130 III 321 E. 3.1). Nach der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung müssen im Privatversicherungsrecht die anspruchsbegrün-
denden Tatsachen lediglich mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwie-
sen sein (BGE 130 III 327 E. 3.5). Das gilt auch für den Beweis von anspruchshindernden Tat-
sachen (Praxis 80/1991, Nr. 230, S. 964 f. E. 3b [Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 
vom 22. November 1990]).  
 
3.3 In einem neueren Entscheid vom 31. August 2021 (4A_117/2021) hat das Bundesge-
richt die Grundsätze zur Beweislastverteilung erneut bekräftigt. Nach der erwähnten Grundregel 
(Art. 8 ZGB) hat demnach der Anspruchsberechtigte – in der Regel der Versicherungsnehmer, 
der versicherte Dritte oder der Begünstigte – die Tatsachen zur "Begründung des Versiche-
rungsanspruches" (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen ei-
nes Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. 
Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung 
der vertraglichen Leistung berechtigen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem An-
spruchsberechtigten unverbindlich machen. Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im 
Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Hauptbeweis 
zu erbringen. Dies trifft auch dann zu, wenn sich beide Beweisthemen im gleichen Verfahren 
gegenüberstehen (Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2021, 4A_117/2021, E. 3.3.1).  
 
3.4 Der Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von 
der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht ver-
langt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine 
ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen. Aus-
nahmen von diesem Regelbeweismass, in denen eine überwiegende Wahrscheinlichkeit als 
ausreichend betrachtet wird, ergeben sich einerseits aus dem Gesetz selbst und sind anderer-
seits durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet worden (Urteil des Bundesgerichts 
vom 31. August 2021, 4A_117/2021, E. 3.3.1).  
 
3.5 Gelangt das Gericht in Würdigung von Beweisen zur Überzeugung, eine Tatsachenbe-
hauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstandslos 
(BGE 109 II 251 E. 3.5). Diesfalls liegt freie Beweiswürdigung vor, die bundesrechtlich nicht 
geregelt ist, auch nicht durch Art. 8 ZGB. Diese Bestimmung schreibt dem Gericht nicht vor, mit 
welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären und wie das Ergebnis davon zu würdigen ist 
(BGE 112 II 179); sie schliesst selbst vorweggenommene Beweiswürdigung und Indizienbewei-
se nicht aus (BGE 109 II 31 E. 3b und 344/45). Eine beschränkte Beweisabnahme verletzt 
Art. 8 ZGB daher nicht, wenn das Gericht schon nach deren Ergebnis von der Sachdarstellung 
einer Partei überzeugt ist, gegenteilige Behauptungen also für unbewiesen hält (BGE 114 II 290 

 

 
 
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E. 2). Ebenso schliesst der im Verfahren zur Beurteilung von Streitigkeiten aus einer Zusatzver-
sicherung zur sozialen Krankenversicherung herrschende Untersuchungsgrundsatz die antizi-
pierte Beweiswürdigung nicht aus (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2006, 5C.206, 
E. 2.1).  
 
3.6 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellen ärztliche Berichte und sogar 
vom Versicherer eingeholte Gutachten keine Beweismittel im Sinne von Art. 168 Abs. 1 ZPO, 
sondern lediglich eine substantiierte Parteibehauptung dar. Mithin gilt die sozialversicherungs-
rechtliche Rechtsprechung nach BGE 125 V 351 unter dem Anwendungsbereich der ZPO nicht 
(BGE 141 III 433 E. 2.6 mit weiteren Hinweisen). Bei Krankentaggeldern handelt es sich um 
vorübergehende Leistungen und nicht um Dauerleistungen wie beispielsweise eine Invaliden-
rente. Mit den Krankentaggeldern soll in erster Linie die unmittelbare Sicherung des Einkom-
mens im Krankheitsfall bewerkstelligt werden. Die Anforderungen an den Nachweis krankheits-
bedingter Einschränkungen sind deshalb für die Begründung des Anspruchs auf Krankentag-
gelder nicht zuletzt auch aus Gründen der Praktikabilität tiefer anzusetzen als für den Nachweis 
der Invalidität (Urteil des Kantonsgerichts vom 14. März 2013, 731 12 236 / 49, E. 4.1). Zu ver-
weisen ist schliesslich auf das Äquivalenzprinzip. Die Versicherten versichern einen bestimmten 
Lohn bzw. danach bemessene Krankentaggelder und bezahlen dafür die entsprechenden Prä-
mien. Der mit der Schadenminderung geforderte Berufswechsel führt meistens zu einer einsei-
tigen Herabsetzung der geschuldeten Versicherungsleistungen zugunsten der Taggeldversiche-
rung, was letztlich dem Äquivalenzprinzip zuwiderläuft. Bei der Bejahung der Zumutbarkeit ei-
nes Berufswechsels ist daher eine gewisse Zurückhaltung angezeigt (CHRISTOPH 
HÄBERLI/DAVID HUSMANN, Krankentaggeld, versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte, 2015, 
Rz. 353). 
 
3.7 Als Teil des Privatrechts räumt das VVG den Parteien weitgehende Vertragsfreiheit 
ein, solange sie die Schranken der Rechtsordnung beachten. Da das VVG ausser in Art. 87 
keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld enthält, sind die vertraglichen Vereinba-
rungen der Parteien, das heisst in erster Linie die AVB massgebend. Das Schweizerische Obli-
gationenrecht (OR) gilt immer subsidiär, wenn das VVG, das hinsichtlich des (Zu- 
satz-)Versicherungsvertrages zahlreiche vom OR abweichende oder dieses ergänzende Best-
immungen enthält, eine Frage nicht regelt (vgl. Art. 100 Abs. 1 VVG). 
 
4. Zwischen den Parteien vorliegend nicht streitig ist, dass die Klägerin im Zeitpunkt der 
eintretenden Arbeitsunfähigkeit, am 6. Dezember 2019, versichert war und in grundsätzlicher 
Hinsicht aus dem zwischen der Beklagten und ihrem Arbeitgeber geschlossenen Versiche-
rungsvertrag ein Anspruch auf Versicherungsleistungen besteht. Gemäss Ziff. A1 der vorlie-
gend ebenso unbestritten anwendbaren AVB bilden die wirtschaftlichen Folgen von Krankhei-
ten, und sofern vertraglich vereinbart, von Unfällen Gegenstand des Versicherungsschutzes. 
Krankheit ist nach Ziff. A5 Abs. 1 AVB jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersu-
chung oder Behandlung erfordert und eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Arbeitsunfähigkeit 
ist laut Ziff. B2 AVB die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

 

 
 
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benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Die versicherten Leistungen werden bei ärztlich be-
scheinigter, vollständiger oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf einer allfälligen Warte-
frist bezahlt. Die Leistungsdauer beginnt mit dem ersten Tag der ärztlich bescheinigten Arbeits-
unfähigkeit von mindestens 25 Prozent, jedoch frühestens 3 Tage vor Beginn der ärztlichen 
Behandlung (Ziff. B1 Abs. 1 AVB). Die Wartefrist beginnt mit dem 1. Tag der ärztlich festgestell-
ten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 Prozent, frühestens jedoch 3 Tage vor Beginn der 
ärztlichen Behandlung (Ziff. B4 Abs. 1 AVB). Arbeitnehmende Personen sind versichert, wenn 
zwischen ihnen und dem Versicherungsnehmer ein Arbeitsverhältnis besteht (Ziff. A4 Abs. 3 
AVB). Für den einzelnen versicherten Arbeitnehmer beginnt die Versicherung mit dem Tag des 
Arbeitsantritts, frühestens jedoch mit dem in der Police bezeichneten Vertragsbeginn oder mit 
dem in einer schriftlichen Aufnahmebestätigung von innova angegebenen Datum (Ziff. E2 Abs.1 
AVB). Wie eingangs dargelegt, richtete die Beklagte denn auch bis zur Einstellung der Leistun-
gen per 11. März 2021 Taggelder aus. Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob und in welchem 
Umfang die Klägerin über diesen Zeitpunkt hinaus, ab 12. März 2021, Anspruch auf Ausrich-
tung von Krankentaggeldern hat.  
 
5.1 Der Angelegenheit liegen für den Zeitraum der strittigen Taggeldausrichtung folgende 
medizinische Unterlagen von Relevanz zu Grunde: 
 
5.2 Mit Bericht vom 10. Februar 2020 diagnostizierte Dr. med. C.____, FMH Allgemeine 
Innere Medizin, ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression. 
Ziel sei es, die exazerbierte Situation zu stabilisieren und Schmerzfreiheit zu erreichen. Die 
Nennung eines Zeithorizonts sei derzeit noch etwas schwierig. Eine Rückkehr in die ange-
stammte Tätigkeit sei aus heutiger Sicht aber problemlos möglich.  
 
5.3 Am 29. Mai 2020 stellte Dr. C.____ in Bezug auf den Verlauf fest, dass die Patientin 
nur wenig auf die Physiotherapie anspreche. Derzeit komme weder eine Tätigkeit im ange-
stammten Bereich in Frage noch sei eine Verweistätigkeit möglich, da die Patientin nicht einmal 
10 Minuten schmerzfrei sitzen könne. Die Prognose sei mittelfristig gut, sodass eine Rückkehr 
in die angestammte Tätigkeit problemlos möglich sei.  
 
5.4 Im Rahmen eines Verlaufsberichts vom 12. Juni 2020 diagnostizierte Dr. C.____ ein 
radikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom L5/S1 beidseits bei konstitutionell engem Spinalkanal und 
foraminaler Enge, einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung sowie einen 
Verdacht auf eine Depression. Hinsichtlich der Rückenschmerzen stellte er einen zögerlichen 
Verlauf mit wiederholten Exazerbationen bei geringsten Belastungen fest. Dies sei einer der 
komplexeren Arbeitsausfälle. Eine Operation in diesem Alter sei aber der letzte Ausweg. Ferner 
attestierte er weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten.  
 
5.5 Die SMAB erstattete im Auftrag der Beklagten am 10. bzw. 16. Oktober 2020 ein bidis-
ziplinäres Gutachten. Darin wurden aus bidisziplinärer Sicht als Hauptdiagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS) mit Bewe-
gungseinschränkung und Auffälligkeiten der paravertebralen Muskulatur und Verdacht auf radi-
kuläre Symptomatik L4/5 sowie L5/S1 rechts sowie ein Verdacht auf eine Sakroiliitis rechts mit 

 

 
 
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pseudoradikulärer Ausstrahlung in das rechte Bein erhoben. Als Nebendiagnosen wurden eine 
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) aufgeführt.  
 
Aus orthopädischer Sicht wurde festgehalten, die angegebenen Schmerzen der LWS bzw. des 
rechten Iliosakralgelenks (ISG) seien nachvollziehbar und zu objektivieren. Dies nicht nur durch 
die klinischen Untersuchungsbefunde, sondern auch durch das Verhalten der Versicherten 
während der Untersuchung und die geschilderten anamnestischen Angaben. Die in der Ver-
gangenheit durchgeführten CT-Untersuchungen könnten diese Beschwerden jedoch nicht erklä-
ren. Insgesamt bestehe aufgrund der zu objektivierenden klinischen Symptomatik in der ange-
stammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis zur weiteren Diagnostik im Sinne der 
MRI-Untersuchung. Für eine adaptierte, leichte Tätigkeit (überwiegend im Sitzen mit der Mög-
lichkeit der selbst gewählten Positionswechsel ohne Gerüst- und Leitertätigkeiten) bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 80%.  
 
Im psychiatrischen Fachteil wurde ausgeführt, dass im Rahmen des im Querschnitt erhobenen 
psychopathologischen Befunds Hinweise für das Vorhandensein einer Anpassungsstörung hät-
ten ausgemacht werden können. Hierbei handle es sich um Zustände von subjektiver Bedräng-
nis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen 
behindern würden, und während des Anpassungsprozesses nach einer einschneidenden Le-
bensveränderung oder belastenden Lebensereignissen auftreten würden. Hier gebe es eine 
individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität, die beim Auftreten und der Form der Anpas-
sungsstörung eine bedeutsame Rolle spiele. Im vorliegenden Fall äussere sich die Anpas-
sungsstörung durch eine leichte depressive Stimmung, Angst und Sorge. Diese Form der de-
pressiven Anpassungsstörung spiele auch eine Rolle bei der Schmerzverarbeitung von einem 
wohl anatomisch begründeten Schmerz im Bereich der LWS. In diesem Zusammenhang werde 
auch die chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren evident. Für 
eine posttraumatische Belastungsstörung gebe es keine Hinweise. Die psychiatrischen Diagno-
sen seien nicht der Hauptgrund für die Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei sowohl 
in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 100% zu-
mutbar.  
 
5.6 Am 5. Dezember 2020 nahm Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, Ver-
trauensarzt RVK, Stellung zum Gutachten der SMAB. Zusammenfassend vermöge das Gutach-
ten aus somatischer Sicht nicht vollständig zu überzeugen. Somatisch fänden sich neben den 
anamnestischen Angaben einzig klinische Befunde, welche in einer rein deskriptiven Diagnose 
wiedergegeben würden. Nachdem eine zusätzliche MRI-Bildgebung wegen Klaustrophobie 
nicht möglich gewesen sei, beruhe die Diagnose ausschliesslich auf Anamnese, klinischen Un-
tersuchungsbefunden und dem Verhalten der Patientin während der Untersuchung. Hinsichtlich 
der Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass gemäss Gutachten sämtliche Arbeiten (überwiegend 
sitzend und mit der Möglichkeit selbst gewählte Positionswechsel vorzunehmen) durchgeführt 
werden könnten.  
 

 

 
 
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5.7 Am 21. Dezember 2020 berichtete Dr. med. E.____, Fachärztin für Neurologie, dass 
seit Sommer 2020 neue Symptome hinzugekommen seien (Taubheitsgefühl über dem Knie und 
Schienbein rechts bis in die rechte Grosszehe ausstrahlend). Diese sensiblen Ausfallerschei-
nungen seien demnach deutlich stärker aufgetreten. Leider sei ein MRI im Bereich der LWS im 
Herbst nicht möglich gewesen. Es werde nun eine Medikamentenkombination versucht, um die 
Patientin in einen möglichst schmerzarmen Zustand zu versetzen. Anschliessend würde noch-
mals ein MRI angestrebt. Seit Januar 2020 sei die Patientin zu 100% arbeitsunfähig.  
 
5.8 Mit Stellungnahme vom 15. Februar 2021 äusserte sich Dr. C.____ zum SMAB-
Gutachten. Es sei nicht verständlich, weshalb die Orthopädie federführend sei. Zum einen im-
pliziere dies, dass die psychische Situation hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit eine untergeord-
nete Rolle spiele, was nicht der Fall sei. Zum anderen hätten die wenigsten Orthopäden eine 
Kompetenz in der Wirbelsäulenchirurgie. Es hätte für die Beurteilung vielmehr einen Neurochi-
rurgen gebraucht. Vom Verlauf und der klinischen Präsentation könne eine Instabilität in den 
unteren Lendenwirbeln vermutet werden. Dies werde vom Gutachter völlig ignoriert. Hinsichtlich 
des psychiatrischen Fachteils sei zu bemängeln, dass keine diagnostische Testung durchge-
führt worden sei. Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht müsse sich aber die zuständige 
Psychologin äussern. Es sei mit den Gutachtern einig zu gehen, dass die Prognose mittelfristig 
gut sei. Aktuell bestehe aber eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der angestammten als auch in 
einer Verweistätigkeit.  
 
5.9 In ihrem Bericht vom 26. Februar 2021 diagnostizierte Dipl.-Psych. F.____, Psycholo-
gische Psychotherapeutin, eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine Ago-
raphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), spezifische (isolierte) Phobien (ICD-10 F40.2), eine 
mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F33.1) sowie eine anhaltende chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Die Patientin habe die 
psychotherapeutische Behandlung initial aufgrund einer depressiven Stimmungslage und der 
Schmerzsymptomatik aufgenommen. Im weiteren Verlauf der Therapie seien mehr Anzeichen 
einer posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund ihrer Vorgeschichte in den Vordergrund 
getreten. Ferner seien diverse spezifische Phobien aufgetreten. Aufgrund dieser Diagnosen sei 
aktuell eine psychische Stabilisierung dringend indiziert. Es sei davon auszugehen, dass die 
psychische Belastung zum grössten Teil mit den Schmerzsymptomen korreliere. Eine Ver-
weistätigkeit könnte aktuell höchstens zu 20% zugemutet werden. Tätigkeiten ausserhalb ihres 
Qualifikationsniveaus seien indessen generell zu vermeiden, da sie ihren fragilen Selbstwert 
beeinträchtigen und psychisch destabilisierend wirken würden. Um einem sekundären Krank-
heitsgewinn sowie einer Fixierung auf die Schmerzen vorzubeugen, sei nach ausreichender 
Stabilisierung der Patientin ein Arbeitstraining zu begrüssen, in welchem die Belastbarkeit adä-
quat erfasst werden könne. In einem weiteren Schritt wäre eine sukzessive Rückkehr ins Be-
rufsleben zu planen.  
 
5.10 Am 3. März 2021 nahm Dr. D.____ zu den neu beigebrachten Unterlagen Stellung. Er 
gelangte dabei im Wesentlichen zur Auffassung, dass an den Schlussfolgerungen im SMAB-
Gutachten festgehalten werden könne. Der CT-Befund vom 7. Februar 2020 spreche gegen die 
von Dr. C.____ angeführte Instabilität. Zudem wäre eine Instabilität bereits durch die beigezo-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gene Neurochirurgin abgeklärt worden. Alsdann wäre hierfür ein MRT nötig. Im SMAB-
Gutachten werde aus orthopädischer Sicht nachvollziehbar beschrieben, welche angepasste 
Tätigkeit für eine Arbeitsfähigkeit von 80% in Frage komme.  
 
5.11 Mit Stellungnahme vom 18. März 2021 äusserte sich Dr. D.____ erneut zur aktuellen 
medizinischen Aktenlage. Aus somatischer Sicht gebe es keine neuen Aspekte. Im Rahmen der 
psychiatrischen Exploration hätten keine psychiatrischen Diagnosen mit Krankheitswert erho-
ben werden können, obwohl die Patientin zu diesem Zeitpunkt bereits bei Dipl.-Psych. F.____ in 
Behandlung gestanden sei. Selbst wenn weitere, von Dipl.-Psych. F.____ angeführte Diagno-
sen vorliegen würden, so sei von keinem, eine Arbeitsunfähigkeit begründenden Leiden mit 
Krankheitswert auszugehen. Ein andauerndes psychiatrisches Leiden mit Krankheitswert würde 
sodann den Beizug einer fachpsychiatrischen Person voraussetzen, was bisher nicht erfolgt sei. 
Eine Arbeitsunfähigkeit von 100% sei aufgrund des SMAB-Gutachtens nicht ausgewiesen.  
 
5.12 Mit Bericht vom 10. März 2021 führte Dr. E.____ aus, dass das lumbovertebrale und 
lumbospondylogene Schmerzsyndrom mit am ehesten pseudoradikulärem Reizsyndrom L5 
rechts für die Arbeitsfähigkeit relevant sei. Die Relevanz und das Ausmass des Schmerzsyn-
droms auf die Leistungsfähigkeit der Patientin seien nicht ausreichend gewürdigt worden. Lei-
der habe sich das lumbovertebrale Schmerzsyndrom in der Zwischenzeit chronifiziert und aus-
geweitet. Diese Auffassung würde auch die leitende Ärztin der Rehaklinik Rheinfelden teilen, 
welche auch eine intensive Rehabilitation empfehle. Es bestünden Diskrepanzen in der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit durch den begutachtenden Neurologen (recte: Orthopäden). Er attes-
tiere eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der angestammten Tätigkeit als medizinische Praxi-
sassistentin, welches eine wechselbelastende und keine schwere körperliche Arbeit sei. Indes-
sen sei die Tätigkeit mit häufigem Stehen verbunden, weshalb die Arbeitsunfähigkeitsbeurtei-
lung nachvollziehbar sei. Demgegenüber sei nicht nachvollziehbar, dass in einer angepassten 
leichten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% bestehen soll.  
 
6.1 Vorliegend stellt sich die Frage, ob es der Klägerin gelungen ist, mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass sie im massgeblichen Zeitraum arbeitsunfähig war und 
damit Anspruch auf Taggeldleistungen der Beklagten hat. Aufgrund der AVB wird das versicher-
te Taggeld bei ärztlich bescheinigter, vollständiger oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit ausgerich-
tet (vgl. E. 4 hiervor). Für den Zeitraum vom 6. Dezember 2019 bis 31. Januar 2021 liegen zum 
einen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von Dr. C.____ in den Akten, die eine volle Arbeits-
unfähigkeit ausweisen (vgl. Klageantwortbeilage 9). Hinzu kommen die hierzu ergangenen Be-
urteilungen von Dr. C.____ vom 10. Februar 2020, 29. Mai 2020, 12. Juni 2020 und 15. Februar 
2021 sowie ferner die Berichte von Dipl. Psych. F.____ vom 26. Februar 2021 und Dr. E.____ 
vom 21. Dezember 2020 und 10. März 2021, die der Klägerin ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100% für den Zeitraum bis 10. März 2021 bescheinigen (vgl. E. 5.2. 5.3, 5.4, 5.7, 5.8, 5.9 
und 5.12 hiervor). Diese ärztlichen Bescheinigungen begründen eine rechtsgenügliche Grund-
lage für die Inanspruchnahme der Taggeldleistungen gemäss Ziff. B1 Abs. 1 AVB. Was na-
mentlich den vorliegend strittigen Zeitraum vom 11. März 2021 bis 15. Juli 2021 anbelangt, so 
finden sich für diesen Zeitraum zwar keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse in den Akten. Die Klä-
gerin hat jedoch anlässlich der Parteiverhandlung vor Kantonsgericht glaubhaft bestätigt, dass 

 

 
 
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ihr für die ganze Dauer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt worden seien. Im Wei-
teren hat sie ebenso glaubhaft dargelegt, dass eine Rückmeldung der Universitätsklinik G.____ 
betreffend weitere Therapiemassnahmen ausstehend sei, nachdem die bisher durchgeführten 
Therapien (Physiotherapie, Osteopathie, Kraniosakraltherapie) zu keiner wesentlichen Verbes-
serung geführt hätten. Die Beklagte hat das Vorliegen dieser Bescheinigungen bzw. die darin 
ausgewiesene volle Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf den angestammten Tätigkeitsbereich nicht 
bestritten. Dabei fällt auch ins Gewicht, dass das von ihr eingeholte SMAB-Gutachten ebenfalls 
eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausweist und auch der Vertrauens-
arzt Dr. D.____ in seinen im Nachgang an das Gutachten ergangenen Beurteilungen eine sol-
che nicht in Abrede stellt. Vor diesem Hintergrund kann der Hauptbeweis mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit für den gesamten massgeblichen Zeitraum als von der Klägerin erbracht 
erachtet werden. Unter diesen Umständen ist der Beweisantrag der Klägerin, wonach 
Dr. C.____ und Dipl. Psych. F.____ als sachverständige Zeugen zu befragen seien, in antizi-
pierter Beweiswürdigung (vgl. E. 3.5 hiervor) abzuweisen. 
 
6.2  In einem weiteren Schritt ist zu beurteilen, ob es der Beklagten gelungen ist, mit den 
von ihr eingeholten ärztlichen Unterlagen den von der Klägerin erbrachten Hauptbeweis zu er-
schüttern bzw. ob ihr damit der Gegenbeweis in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit gelingt. Dabei ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass Parteigutachten gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht die Qualität von Beweismitteln im Sinne von Art. 168 
Abs.1 ZPO, sondern von blossen Parteibehauptungen beizumessen ist (vgl. E. 3.6 hiervor). In 
Bezug auf das von der Beklagten eingeholte bidisziplinäre Gutachten der SMAB vom 10. bzw. 
16. Oktober 2020 ist festzuhalten, dass es keine (nachvollziehbare) Begründung für die darin 
attestierte Arbeitsfähigkeit von 80% in Bezug auf eine Verweistätigkeit enthält. Diese Einschät-
zung lässt sich auch nicht mit der medizinischen Aktenlage in Einklang bringen. Dr. C.____ be-
schrieb in seinem Bericht vom 29. Mai 2020, dass die Patientin nicht einmal 10 Minuten 
schmerzfrei sitzen könne. Die Versicherte teilte ferner auch im Rahmen der gutachterlichen 
Befunderhebung mit, dass sie nicht länger sitzen könne. Hierzu wurde im SMAB-Gutachten 
ausgeführt, dass das Einnehmen von sitzenden Positionen anlässlich der Untersuchung mit 
Schmerzäusserungen verbunden gewesen sei. Diese Feststellungen lassen sich aber mit dem 
formulierten Zumutbarkeitsprofil einer Arbeitsfähigkeit von 80% in einer vorwiegend sitzenden 
Tätigkeit in keiner Weise vereinbaren. Wie Dr. E.____ in ihrer Stellungnahme vom 10. März 
2021 sodann zutreffend ausführt, handelt es sich auch bei der angestammten Tätigkeit als me-
dizinische Praxisassistentin um eine wechselbelastende, und nicht um eine schwere, Tätigkeit. 
Im Gutachten der SMAB wird in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als medizinische Praxi-
sassistentin in Übereinstimmung mit den Feststellungen der medizinischen Fachpersonen eine 
vollschichtige Arbeitsunfähigkeit anerkannt. Vor diesem Hintergrund ist nicht einsehbar und es 
wird in keiner Weise dargelegt, weshalb demgegenüber eine angepasste Tätigkeit mit ver-
gleichbarem Anforderungsprofil im Umfang von 80% zumutbar sein soll. Im Weiteren wird in 
Bezug auf die von den Gutachtern als Beispiel angeführten Büroarbeiten ebensowenig näher 
begründet, wie sich diese mit den beklagten Schmerzen bei der Einnahme von sitzenden Posi-
tionen vereinbaren lassen sollen. Dem Gutachten fehlt es denn auch in grundsätzlicher Hinsicht 
an einer Auseinandersetzung mit abweichenden ärztlichen Beurteilungen. Schliesslich steht das 
attestierte Zumutbarkeitsprofil auch im Widerspruch zur gutachterlichen Aussage, wonach eine 

 

 
 
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MRI-Untersuchung erforderlich sei, um die bei der Befunderhebung erhobenen (nachvollziehba-
ren) objektivierbaren Befunde zu klären. Unter diesen Umständen ist das SMAB-Gutachten 
nicht geeignet, den von der Klägerin erbrachten Hauptbeweis zu erschüttern. Hinzu tritt, dass 
das SMAB-Gutachten angesichts der im Anschluss hierzu ergangenen zahlreichen weiteren 
Berichte nicht echtzeitlich bzw. für den im vorliegenden Klageverfahren strittigen Zeitraum nicht 
aussagekräftig ist. Während das Gutachten vom 10. bzw. 16. Oktober 2020 datiert, beginnt die 
strittige Zeitspanne erst ab dem 11. März 2021. In Bezug auf die Stellungnahmen von 
Dr. D.____ ist festzuhalten, dass dieser die Versicherte nie persönlich gesehen bzw. untersucht 
hat, weshalb seine blossen Aktenstellungnahmen ebenfalls keine erheblichen Zweifel am 
Hauptbeweis zu erwecken vermögen. Dies umso weniger, als er selbst ausführte, dass er das 
rheumatologische Fachgutachten als nicht überzeugend erachte, gleichwohl aber lediglich auf-
grund der Akten und im Widerspruch zu seinen eigenen Ausführungen rückwirkend eine Ar-
beitsfähigkeit von 80% in einer Verweistätigkeit bestätigt.  
 

Aus dem Gesagten resultiert, dass es der Beklagten nicht gelungen ist, den Hauptbeweis der 
Klägerin mit einem Gegenbeweis zum Scheitern zu bringen.  
 
7. Selbst wenn – entgegen den obigen Ausführungen – eine Arbeitsfähigkeit von 80% in 
Bezug auf eine Verweistätigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht bejaht würde, wäre in ei-
nem weiteren Schritt zu klären, ob der Klägerin angesichts ihrer Schadenminderungspflicht ein 
Berufswechsel zumutbar wäre (Art. 61 VVG). Würde dies wiederum bejaht, müsste zudem ge-
prüft werden, ob der Klägerin beim Wechsel in eine Verweistätigkeit ein Restschaden entstünde 
und ihr daher ein teilweiser Leistungsanspruch verbliebe. Dies wäre mittels Einkommensver-
gleich zu beurteilen. Im Sinne einer Eventualbegründung nimmt das Kantonsgericht nachfol-
gend zur Zumutbarkeit eines Berufswechsels in eine Verweistätigkeit sowie zum Einkommens-
vergleich Stellung.  
 
8.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 Satz 1 VVG ist die anspruchsberechtigte Person verpflichtet, 
nach Eintritt des befürchteten Ereignisses tunlichst für Minderung des Schadens zu sorgen. Zur 
Erfüllung der Schadenminderungsobliegenheit kann ein Berufswechsel angezeigt sein. Erwartet 
der Versicherer von der versicherten Person einen solchen Berufswechsel, muss er sie dazu 
auffordern und ihr eine angemessene Frist setzen, um sich anzupassen und eine Stelle zu fin-
den. Bei der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit eines Berufswechsels im konkre-
ten Fall stellt die medizinisch-theoretische Würdigung nur einen ersten Schritt dar. Dem Versi-
cherer ist es jedoch nicht erlaubt, eine Reduktion seiner Leistungen einzig aufgrund eines theo-
retisch möglichen Berufswechsels, welcher in der Praxis gar nicht realisierbar ist, vorzunehmen. 
Zu würdigen ist vielmehr die konkrete Ausgangslage. Es ist zu beurteilen, welche reellen Chan-
cen die versicherte Person angesichts ihres Alters und der Situation auf dem Arbeitsmarkt hat, 
eine Arbeit zu finden, welche ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung Rechnung trägt. Es ist 
ausserdem zu prüfen, ob der versicherten Person ein entsprechender Berufswechsel unter Be-
rücksichtigung ihrer Ausbildung und ihrer Arbeitserfahrung tatsächlich zugemutet werden kann 
(Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2017, 4A_495/2016, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). 
Bei der Bejahung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels ist aufgrund des Äquivalenzprinzips 
eine gewisse Zurückhaltung angezeigt (vgl. E. 3.6 hiervor).  

 

 
 
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8.2 Vorliegend verletzte die Beklagte die rechtsprechungsgemäss vorgeschriebene Ver-
weisgenauigkeit, wie dies auch von der Klägerin zu Recht geltend gemacht wird. Dies indem sie 
ihre Leistungen gestützt auf die bescheinigte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer 
Verweistätigkeit gemäss SMAB-Gutachten vom 10. bzw.16 Oktober 2020 per 1. Februar 2021 
einstellte, ohne auf die Frage einzugehen, ob die Klägerin auf dem konkreten Arbeitsmarkt in 
einer Verweistätigkeit im Umfang von 80% überhaupt reelle Chancen hätte (vgl. Schreiben der 
Beklagten vom 10. Dezember 2020, Klageantwortbeilage 16). Wie sich den Akten entnehmen 
lässt, wurde die Beklagte seitens der Rechtsschutzversicherung der Klägerin bereits mit 
Schreiben vom 18. Februar 2021 auf diesen Umstand hingewiesen. In weiteren Schreiben vom 
10. März 2021 und 13. April 2021 wurden diese Ausführungen bekräftigt. Die Leistungseinstel-
lung vom 10. Dezember 2020 vermag den rechtsprechungsgemässen Anforderungen in keiner 
Weise zu genügen. Gleichermassen verhält es sich in Bezug auf das Schreiben vom 7. Mai 
2021 (Klageantwortbeilage 17). Darin verlängerte die Beklagte die Übergangsfrist rückwirkend 
auf drei Monate, mithin auf den 11. März 2021, was nicht angeht und womit sie den Anforde-
rungen an eine rechtsgenügliche Abmahnung zum Berufswechsel in keiner Weise gerecht wird. 
Hinzu kommt, dass die analoge Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG voraussetzt, dass die 
Versicherung die versicherte Person neben der schriftlichen Abmahnung auch auf die Rechts-
folgen hinweist, welche eintreten, wenn die Verweistätigkeit nicht aufgenommen wird. Ein dies-
bezüglicher Rechtsfolgehinweis fehlt sowohl im Schreiben vom 10. Dezember 2020 als auch in 
demjenigen vom 7. Mai 2021. Dessen ungeachtet gilt es nicht zuletzt mit Blick auf die zu ge-
währende Übergangsfrist zu berücksichtigten, dass eine Rückkehr in den angestammten Beruf 
vonseiten der Ärzteschaft nicht ausgeschlossen, mithin die angestammte Tätigkeit nicht als 
dauernd unzumutbar beurteilet worden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2019, 
4A_73/2019, E. 3.1). Selbst wenn man aber – in Abweichung zu den vorstehenden Erwägun-
gen – in den Ausführungen von Dr. D.____ vom 4. März 2021, wonach das gutachterlich attes-
tierte Zumutbarkeitsprofil auch einer Tätigkeit als medizinischen Praxisassistentin mit gewissen 
Anpassungen entspreche, eine zumutbare Verweistätigkeit erblicken möchte, hätte eine ent-
sprechende Übergangsfrist frühestens zu diesem Zeitpunkt gewährt werden können. Recht-
sprechungsgemäss muss eine solche Übergangsfrist drei bis fünf Monate betragen, wobei sich 
vorliegend wohl eine solche von fünf Monaten als angemessen erweisen würde. Während die-
ser Zeitspanne wären Taggelder, dem Zweck der Übergangsfrist entsprechend, weiterhin ge-
mäss der Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf zu leisten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 29. Juli 2019, 4A_73/2019, E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen), womit den auch der vorlie-
gend streitige Zeitraum abgegolten wäre. 
 

Aus dem Gesagten folgt, dass sich die Einstellung der Taggeldleistungen per 11. März 2021 
auch unter diesen Aspekten als mangelhaft erweist. 
 
9.1  Lediglich der Vollständigkeit halber ist noch auf Folgendes hinzuweisen: Nach Ablauf 
der angesetzten Übergangsfrist für einen Berufswechsel entfällt der Leistungsanspruch zuguns-
ten der versicherten Person nicht einfach, sondern muss neu beurteilt werden. Die Versiche-
rung hat einen Einkommensvergleich vorzunehmen, indem sie das Einkommen ohne Erkran-
kung dem tatsächlich erzielten Einkommen in der Verweistätigkeit gegenüberstellt. Geht die 
versicherte Person nach Ablauf der Übergangsfrist keiner neuen Beschäftigung nach oder ist 

 

 
 
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deren Umfang oder der dadurch erzielte Lohn tiefer als bisher, so muss der Einkommensver-
gleich mit einem hypothetisch erzielbaren Einkommen vorgenommen werden. Bei der Bemes-
sung des hypothetischen Einkommensvergleichs ist auf den konkreten Arbeitsmarkt abzustellen 
(vgl. HÄBERLI/HUSMANN, a.a.O., Rz. 547 ff. mit weiteren Hinweisen). Die anhand des Einkom-
mensvergleichs ermittelte Leistungseinbusse ergibt einen Prozentsatz. Dieser Prozentsatz des 
ursprünglich vereinbarten Taggeldanspruchs ergibt schliesslich den verbleibenden Leistungs-
anspruch der versicherten Person (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2017, 
4A_495/2016, E. 2.1 ff.).  
 

9.2 Die Beklagte ist vorliegend ohne Vornahme eines Einkommensvergleichs davon aus-
gegangen, dass aufgrund der von ihr angenommenen Arbeitsfähigkeit von 80% in einer Ver-
weistätigkeit keine Erwerbseinbusse von mindestens 25% mehr verbleiben würde. Wenngleich 
es nicht Aufgabe des Kantonsgerichts ist, eine Berechnung der Vergleichseinkommen vorzu-
nehmen, ist der Vollständigkeit halber auf Folgendes hinzuweisen: Ausgehend von einer Ar-
beitsfähigkeit von 80% für Bürotätigkeiten würde man bspw. gestützt auf die Tabelle TA1, Sek-
tor Dienstleistungen 45-96, Kompetenzniveau 2, Spalte Frauen, der Lohnstrukturerhebung 
(LSE) 2018, ein Einkommen von Fr. 46'262.-- (Fr. 4'819.-- x 12 x 0.8) errechnen. Aus der Ge-
genüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 79'950.-- und des errechneten hypothetischen 
Einkommens von Fr. 46'262.-- resultierte eine Erwerbseinbusse von Fr. 33'688.-- bzw. ein Ar-
beitsunfähigkeitsgrad von 42%, welcher noch über dem anspruchsbegründenden Schwellen-
wert einer Arbeitsunfähigkeit von 25% liegen würde (vgl. Ziff. B1 Abs. 1 AVB).  
 
10.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzuhalten, dass die Klägerin ihre Ar-
beitsunfähigkeit und damit ihren Leistungsanspruch rechtsgenüglich nachgewiesen hat. Diesen 
Beweis vermag die Beklagte gestützt auf die von ihr veranlassten medizinischen Abklärungen 
nicht zu entwerten. Selbst wenn ihr dies gelingen würde, ist im Sinne einer Eventualbegründung 
festzuhalten, dass die Beklagte den Beweis für die Zumutbarkeit der Aufnahme einer Ver-
weistätigkeit nicht erbracht hat. Schliesslich hat die Beklagte auch die Beurteilung einer allfälli-
gen verbleibenden Leistungspflicht mittels Einkommensvergleich unterlassen. Wie bereits dar-
gelegt, hat die Beklagte sowohl die Dauer und den Grad der geltend gemachten Arbeitsunfä-
higkeit in der angestammten Tätigkeit als auch die gestützt darauf ermittelte Anzahl Taggelder 
zu keinem Zeitpunkt bestritten. Nachdem vorliegend keine ernsthaften Zweifel an der Vollstän-
digkeit der Beweise ausgemacht werden können und die Beklagte auch nicht geltend macht, 
die Arbeitsunfähigkeit sei nicht rechtsgenüglich dargetan, kann der geltend gemachte Taggeld-
anspruch im Umfang von Fr. 22'256.75 als genügend nachgewiesen gelten. Die Beklagte ist 
demnach zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 22'256.75 aus der Kollektiv-
Krankentaggeldversicherung zu bezahlen. Dies führt zur Gutheissung der Klage.  
 
10.2 Gemäss Art. 100 Abs. 1 VVG in Verbindung mit Art. 104 des Obligationenrechts (OR) 
vom 30. März 1911 – den AVB sind keine Bestimmungen über den Verzugszins zu entnehmen 
– sind auf diesem Betrag auch die ab 15. Januar 2018 (mittlerer Verfall) vom Kläger geltend 
gemachten Verzugszinsen zu 5% geschuldet, was von der Beklagten ebenfalls unbestritten 
blieb (FRANZ HASENBÖHLER, in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, VVG, Heinrich 

 

 
 
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Honsell/Nedim Peter Vogt/Anton K. Schnyder [Hrsg.], Basel/Genf/München 2001, Art. 20 VVG 
N 81). 
 
11. Nach dem Ausgeführten ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, der 
Klägerin den Betrag von Fr. 22'256.75 zuzüglich 5% Zins seit 13. Mai 2021 zu bezahlen. 
 
12.1 Der im vorliegenden Verfahren anwendbare Art. 114 lit. e ZPO bestimmt, dass das 
Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Von 
der Erhebung von Verfahrenskosten ist deshalb abzusehen. 
 
12.2 Die Klägerin ist mit ihrem Leistungsbegehren durchgedrungen und hat folglich gemäss 
Art. 106 Abs. 1 ZPO Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung zulasten der Beklag-
ten. Der Rechtsvertreter der Klägerin hat in seiner Honorarnote vom 28. Oktober 2021 für das 
vorliegende Klageverfahren einen Zeitaufwand von 24 Stunden und 30 Minuten ausgewiesen, 
was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als 
angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiese-
nen Auslagen im Umfang von Fr. 252.30. Dementsprechend hat die Beklagte der Klägerin eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'524.45 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen.  
 

Demgemäss wird  e r k a n t : 

 

://: 1. Die Klage wird gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, der Klägerin 
den Betrag von Fr. 22'256.75 zuzüglich 5% Zins seit 13. Mai 2021 zu 
bezahlen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe 
von Fr. 6'524.45 (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer) zu bezah-
len.  

 

 
 
 
 
 
 
 
 
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