# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ccf15dd-7d7a-5e4d-80f3-e819c83f51fe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.04.2016 SK 2015 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-201_2016-04-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Strafabteilung
2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

Section pénale
2e Chambre pénale

Urteil
SK 15 201 +202

Hochschulstrasse 17
Postfach 7475
3001 Bern
Telefon 031 635 48 08
Fax 031 635 48 15
Obergericht-Straf.Bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. April 2016

Besetzung Oberrichter Weber (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, Oberrichterin 
Bratschi
Gerichtsschreiberin Werner

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeer-
strasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

D.________

E.________ 
beide vertreten durch Rechtsanwalt F.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Mord, evtl. vorsätzliche Tötung, (evtl. versuchte) qualifizierte Ver-
gewaltigung, (evtl. versuchte) qualifizierte sexuelle Nötigung, evtl. 
Störung des Totenfriedens etc. sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental- 
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 04.12.2014 (PEN 14 10)

2

Erwägungen

I. Formelles

1. Das Regionalgericht Emmental- Oberaargau (Fünferbesetzung) hat mit Urteil vom 
4. Dezember 2014 Folgendes erkannt (pag. 5392 ff.):

«I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das BetmG durch Kauf, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge 
Kokains, angeblich begangen in der Zeit von Frühjahr 2011 bis am 04.12.2011 in Langenthal BE

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Mordes, begangen in der Nacht vom 09./10.03.2012 in Langenthal BE z.N. von C.________ sel.;

2. der Störung des Totenfriedens, mehrfach begangen in der Nacht vom 09./10.03.2012 in Langenthal 
BE z.N. von C.________ sel.;

3. des Diebstahls, begangen in der Nacht vom 09./10.03.2012 in Langenthal BE z.N. von C.________ sel. 
(Deliktsbetrag unbekannt, aber CHF 300.00 übersteigend);

4. der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, begangen in der Nacht vom 09./10.03.2012 in 
Langenthal BE z.N. von C.________ sel.;

5. des Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (unter Alkohol- und Drogeneinfluss), 
begangen in der Nacht vom 09./10.03.2012 in Langenthal BE und anderswo;

6. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 17.02.2012 in Langenthal BE 
gemeinsam mit G.________ (Bruder des Beschuldigten) z.N. von H.________, I.________, J.________, 
K.________, L.________ und M.________, alles Angehörige der Kantonspolizei Bern;

7. der Beschimpfung, begangen am 17.02.2012 in Langenthal BE gemeinsam mit G.________ (Bruder 
des Beschuldigten) z.N. von H.________, I.________, J.________, K.________, L.________ und 
M.________, alles Angehörige der Kantonspolizei Bern;

8. der Widerhandlungen gegen das BetmG durch Kauf, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge 
Kokains, begangen in der Zeit von 05.12.2011 bis am 12.03.2012 (Anhaltung) in Langenthal BE;

und in Anwendung der 
Art. 19 Abs. 2, Art. 34, Art. 40, Art. 47, Art. 49 Abs. 1, Art. 51, Art. 56, Art. 56a Abs. 2, Art. 63 Abs. 1, Art. 64 
Abs. 1 lit. a, Art. 106, Art. 112, Art. 139 Ziff. 1, Art. 177 Abs. 1, Art. 262 Ziff. 1, Art. 285 Ziff. 1 StGB, 
Art. 91 Abs. 2, Art. 94 Abs. 1 SVG
Art. 19a Ziff. 1 BetmG

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Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 18 (achtzehn) Jahren.

Die Untersuchungshaft von 281 Tagen wird vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es 
wird festgestellt, dass die Strafe am 18.12.2012 vorzeitig angetreten worden ist.

Während des Strafvollzugs wird eine ambulante therapeutische Behandlung angeordnet. Es wird fest-
gestellt, dass mit dem Vollzug dieser Massnahme am 30.07.2013 begonnen worden ist.

A.________ wird verwahrt. Der Vollzug der Freiheitsstrafe geht der Verwahrung voraus.

2. Zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 300.00.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung 
wird auf 3 Tage festgesetzt.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 49‘400.00 und Auslagen 
(inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 118‘943.50, insgesamt bestimmt auf 
CHF 168‘343.50 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 144‘711.50).

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

CHF 25'400.00
Gebühren des Gerichts CHF 24'000.00
Total CHF 49'400.00

Gebühren der Untersuchung

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Auslagen der Untersuchung CHF 92'315.50
Entschädigung für Sachverständige CHF 1'496.00
Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 23'632.00
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 1'500.00
Total CHF 118'943.50

III.

1. Der A.________ mit Urteil des Bezirkstatthalteramts Liestal vom 18.08.2010 für eine Geldstrafe von 60 
Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ auferlegt.

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IV.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ durch 
Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 106.00 200.00 CHF 21'200.00

CHF 681.50
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 21'881.50 CHF 1'750.50

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 23'632.00

volles Honorar CHF 26'500.00
CHF 681.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 27'181.50 CHF 2'174.50
CHF 0.00

Total CHF 29'356.00

nachforderbarer Betrag CHF 5'724.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ mit 
CHF 23‘632.00. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsan-
walt B.________ die Differenz von CHF 5‘724.00 zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

V.

Im Zivilpunkt wird verfügt:

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO).

VI.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den Strafvollzug zurück.

2. Folgende Gegenstände werden als Beweismittel zu den Akten erkannt:

- 1 Banknote CHF 10.00 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 220);
- 1 Paar blutige Handschuhe, textil (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 100); 
- 1 Natel Samsung, A.________ gehörend (Regionalfahndung Langenthal);
- 7 Seiten „Schwarze Liste Kunden“ (bei den amtlichen Akten);
- 13 Seiten „Schwarze Liste Kunden“ (bei den amtlichen Akten).

3. Folgende Gegenstände werden der Staatsanwaltschaft für das Verfahren gegen G.________ (Bruder 
des Beschuldigten) übergeben: 

- 1 Jacke weiss kariert, Marke IL Sole, Gr. XXL (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 167);
- 1 Sweatshirt grau, Marke unbekannt, Gr. 7-M (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 168);
- 1 Arbeitshose grau-schwarz, Marke Marsum, Gr. 46 (KTD / KTD-Verz. Nr. 169);
- 1 T-Shirt orange (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 170);
- 1 Paar Turnschuhe braun-weiss-blau, Marke Ocuts, Gr. 43 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 171);
- 1 Paar Freizeitschuhe Nike, Gr. 43 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 262.);
- 1 Paar Schuhe weiss, Marke New York Yankees (KTD / KTD-Verz. Nr. 222);

5

- 1 Paar Arbeitsschuhe beige-schwarz Marke Lytos Gr. 43 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 223);
- 1 Paar Wanderschuhe schwarz, Marke Hazard, Gr. 44 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 224);
- 1 Paar Turnschuhe Reebok weiss, Gr. 43 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 225);
- 1 Strick Jacke mit Kapuze schwarz, Marke The Power Design, Gr. XXL (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 

245);
- 1 Jacke mit Kapuze schwarz-weiss, Marke Famous stars and straps, Gr. L (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 246);
- 7 Stück X-Box-Spiele (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 26);
- 15 Stück DVDs (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 27).

4. Folgende Gegenstände werden 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils her-
ausgegeben, sofern die Berechtigten innert derselben Frist nicht deren Vernichtung beantragen:

4.1. Der zuständigen AHV/IV-Stelle:

- AHV/IV-Ausweis lautend auf Z.________ (Regionalfahndung Langenthal).

4.2. An N.________:

- Magazin „Cherry“ November 2011 (bei den amtlichen Akten);
- Rechnung vom 23.02.2011 Inserate „Cherry“ (bei den amtlichen Akten);
- 1 Notizblock (bei den amtlichen Akten);
- 17 Stück Abrechnungsbelege „O.________“ (und nicht 16 Stück) / 1 Brief LSI von C.________ an 

AA.________ GmbH (Rechnung AW.________) (bei den amtlichen Akten).

4.3. An A.________:

- 1 Natel Sony Ericsson, A.________ gehörend (Regionalfahndung Langenthal);
- 1 Kapuzenpullover weiss, Marke Smog, Gr. L (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 179);
- 1 Arbeitshose weiss-grau, Marke Kübler, Gr. 48 (KTD / KTD-Verz. Nr. 180);
- 1 T-Shirt schwarz, Marke Bio Cotton, Gr. 2, mit Aufdruck vorne „City Knight“ (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 181);
- 1 Paar Arbeitsschuhe schwarz, Bicap, Grösse 43 (KTD / KTD-Verz. Nr. 253);
- 1 Herrenjacke blau mit Kapuze Baxy Boy, Grösse XL, mit Aufschrift vorne Baxys Autca (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 252);
- 1 Paar Schuhe schwarz, NY Yankees (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 254);
- 1 T-Shirt schwarz mit Aufschrift DE KABU MOD, Marke Belmal, Grösse L (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 255);
- 1 Paar Schuhe, Graceland, schwarz-weiss, Grösse 39 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 256);
- 1 Paar Schuhe, Puma, schwarz-weiss, Grösse 41 (KTD / KTD-Verz. Nr. 257);
- 1 Paar Turnschuhe, Adidas, weiss-blau, Grösse 40 2/3 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 258);
- 1 Paar Turnschuhe, Nike, schwarz, Grösse 42.5, Airmax (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 259);
- 1 Paar Schuhe, schwarz, Marke Be Wild, Grösse 40 (KTD / KTD-Verz. Nr. 260);
- 1 Paar Schuhe, Adidas, blau-weiss, Grösse 40 2/3 Adiprene (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 261);
- Betreibungsregisterauszug von A.________, 2 Seiten (Regionalfahndung Langenthal);
- 5 SIM-Karten, 2 Prepaid-Simkartenhalterungen (Regionalfahndung Langenthal).

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4.4. An P.________ (Vater des Beschuldigten), zuhanden wem rechtens:

- 1 Winterjacke mit Kapuze, dunkel-hellbraun kariert, Marke Pulp, Gr. L (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 
240);

- 1 Abrechnung Stundenzettel Temp. Firma (Original AB.________) (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 
240.1);

- 1 Paar Turnschuhe Nike schwarz-grau, Gr. 42.5 (KTD / KTD-Verz. Nr. 228);
- 1 Kapuzenjacke, „N +D“, weiss/blau, Grösse XXL, 35% Baumwolle, 65% Polyester (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 230);
- Arbeitshose „Do it Garden Migros“, blau/rot, Grösse H 48 / D 40, 67% Polyester, 33% Baumwolle 

(KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 231);
- 1 Arbeitshose weiss-grau, Marke Kübler, Grösse 48 / 65% Polyester, 35% Baumwolle (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 232);
- 1 Winterjacke schwarz mit Kapuze, Marke S’weet Gr. XXL, 100% Polyester (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 233);
- 1 Sweatshirt dunkelblau-grau, Marke Atomico, Gr. L, 95% Baumwolle, 5% Elastisch (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 234);
- 1 Kapuzenjacke dunkelgrau / hellblau kariert, Marke New Mentality, Gr. XXL (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 235);
- 1 Kapuzenjacke schwarz, weiss bedruckt, Marke N&D, Gr. XL (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 236);
- 1 Sweatshirt schwarz, bunt bedruckt, Marke Z-ONE, Gr. unbekannt (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 237);
- 1 Trainerhose weiss-grau-schwarz, Marke Knight Horse, Gr. XXL (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 239);
- 1 Jeanshose blau, Marke Justing, Gr. 30 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 241);
- 1 Jeanshose blau, Marke Cosmo Lupo, Gr. 34 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 242);
- 1 Jeanshose blau, Marke Cosmo Lupo, Gr. 34 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 243);
- Jeanshose blau, Marke Tribal Bar, Gr. 30 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 244);
- 1 Jacke mit Kapuze schwarz mit grauen Linien, Marke Realman, Gr. XL (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 247);
- 1 T-Shirt schwarz, Marke Fruit of the Loom, Gr. S, mit Aufdruck AC/DC, Back in Black (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 249);
- 1 Sweatshirt, schwarz, Marke SMOG, Grösse M (KTD / KTD-Verz. Nr. 251);
- Card v. SIM .________ (Regionalfahndung / Ass.-Nr. 01);
- SIM Orange .________ (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 02);
- SIM Orange .________ und SIM Aldi .________ (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 04);
- USB-Stick „SanDisk“ 2 GB (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 09);
- Notebook „Acer Aspire one“ (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 13);
- Memorystick „SanDisk“ m. Speicherkarte (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 14);
- PC „Acer Aspire“ T180 (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 20),
- PC „Asus“ P4 V88 (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 21);
- Notebook „Dell“ PP092 (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 22);
- USB-Stick „disk2go“ 4 GB (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 23);
- Memorystick „D-Link“ (Regionalfahndung Langenthal / Ass.-Nr. 24). 

5. Folgende Gegenstände werden 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auf 
entsprechenden Antrag den Berechtigten E.________ und D.________ herausgegeben, andernfalls 
werden sie vernichtet:

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- 1 Fotoapparat Marke Sony Cybershot (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 002);
- 1 Fotochip SanDisk Memorystick pro duo 512 MB (Regionalfahndung Langenthal / KTD-Verzeichnis 

Nr. 002.2);
- Ausweismäppli grün mit Inhalt: 1 Reisepass C.________ Nr. .________, 1 Reisepass ungültig 

C.________ Nr. .________, 1 Ausländerausweis C.________ ZAR Nr. .________, 1 Begleitschrei-
ben neuer Reisepass, 1 Kopie Ausländerausweis 2006 C.________, 1 Visitenkarte Garage Plus, 1 
ACS Kleber, 1 Zeitungsausschnitt Geschwindigkeitsüberschreitung, 1 Passfoto C.________ (KTD / 
KTD-Verzeichnis Nr. 003);

- 1 Paar Socken schwarz, Marke Falke Family / Gr. 35-38 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 007);
- 1 Natel Marke Nokia (Regionalfahndung Langenthal / KTD-Verzeichnis Nr. 79);
- 1 Parfüm Muster Flasche weiss, Aura bei Swarovski (KTD / KTD-Verz. Nr. 086);
- 1 Natel Marke Samsung (Regionalfahndung Langenthal / KTD-Verz. Nr. 084);
- 1 Mobiltelefon Nokia (Regionalfahndung Langenthal / KTD-Verzeichnis Nr. 111);
- 1 Damenhandtasche, braun, LV (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 112);
- 1 Portemonnaie, Leder schwarz, mit Inhalt: CHF 0.55, Euro 1.00, 3 Visitenkarten sowie diverse Ein-

kaufskarten in Kreditkartenformat und eine ID sowie eine AHV-Karte (KTD / KTD-Verzeichnis 
Nr. 113);

- 1 Top mit Spitzenträgern, schwarz-pink, Gr. 1, Marke Airport (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 114);
- 1 Umhang schwarz / ohne Marke (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 115);
- 1 Frottiertuch weiss (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 145);
- 1 Internationale Versicherungskarte vom 29.01.2008, für Mercedes Benz, .________ (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 149);
- 1 Internationale Versicherungskarte vom 31.01.2008, für Mercedes Benz, .________ (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 150);
- diverse Belastungsbelege Mastercard, blank (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 151);
- div. Belastungsbelege American Express, blank (KTD / KTD-Verz. Nr. 152);
- 1 Benzinfeuerzeug, Zippobauweise (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 159);
- 1 blonde Perücke (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 001);
- 1 Paar Schuhe schwarz / Marke unlesbar, Gr. 5 (KTD / KTD-Verz. Nr. 005);
- 1 Slip schwarz, Marke und Gr. unbekannt (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 006);
- 1 Feuerzeug rot – goldfarben (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 013);
- 1 Haarbürste Estée Lauder (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 014);
- 1 Paar Leggins schwarz, Marke H&M, Model Basic, Gr. unbekannt (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 025);
- 1 Kleid schwarz, Marke unbekannt, Made in Italy, Gr. unbekannt (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 026);
- 1 Pullover schwarz, Marke Vogal, Gr. unbekannt (KTD / KTD-Verz. Nr. 38);
- 1 Kugelschreiber silberfarben, Aufdruck: Q.________ AG (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 085);
- div. Spurenträger: Sonnenbrille / Papiertaschentücher / Scheibenkratzer (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 122);
- 1 Bodenteppich (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 126);
- 1 Trinkglas (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 202);
- 2 Trinkgläser/Sektgläser (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 205 und Nr. 206);
- 1 Weinglas (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 207);
- 2 Whiskeygläser (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 208 und Nr. 209);
- 1 Schreibblock A6 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 211).

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6. Folgende Gegenstände werden 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils ver-
nichtet:

- 2 Steine blutbehaftet (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 190 und 191);
- 1 Kondom gebraucht (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 018); 
- 1 Kondom gebraucht (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 36);
- 1 Trainerhose schwarz (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 226);
- 1 Paar Turnschuhe Airmax weiss, Gr. 44.5 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 227);
- 1 Luftpistole „Record“ Nr. .________ (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 250);
- 1 Pack Taschentücher / Marke Tempo (KTD / KTD-Verzeichnis 008);
- 1 PET Flasche Icetea / leer 0.5 Liter (KTD / KTD-Verzeichnis 009);
- 3 Kondome in Verpackung / Aufschrift: Love Life / Regular (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 010);
- 1 Kondomverpackung aufgerissen und leer / Aufschrift: Love Life Regular (KTD / KTD-Verzeichnis 

Nr. 011);
- 1 Haarspray Marke Wella (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 012);
- 1 Migros Quittung Seedamm-Center vom 06.03.2012, Kaufbetrag CHF 13.65 (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 015);
- 1 Notizzettel mit Aufschrift: R.________ (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 016);
- Cremetube Handcare Marke Saremco (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 017);
- 2 Papiertaschentücher gebraucht mit Blut-/Schmutzanhaftungen (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 019 

und Nr. 019.1);
- 1 Süssigkeit „Täfeli“ / angelutscht (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 020);
- 1 Süssigkeit „Täfeli“ / in Verpackung Marke Granini (KTD / KTD-Verz. Nr. 021);
- 1 Zündholzschachtel klein / Aufschrift: S.________ (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 022);
- 1 Wettbewerbstalon lautend auf C.________, Bemerkung E-Mail Adresse .________ und Natel Nr. 

.________ (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 023);
- 1 Süssigkeitsverpackung Marke Granini / aufgerissen und leer (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 024);
- 1 Haarband (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 027);
- 1 Zigarettenpäckli Marlboro rot / leer (KTD / Verzeichnis Nr. 028);
- 5 Kondome in Verpackung / Marke Love Life / Regular (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 29);
- 1 Pack Papiertaschentücher Marke Solo (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 30);
- 1 Flasche PET Icetea 0.5 L (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 31);
- div. Restkehricht verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 32);
- div. Abfall aus Gebüsch verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 33);
- 1 Dose Massage und Gleitgel Marke durex play 200 ml (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 34);
- 1 Zigarettenstummel Marke Marlboro (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 37);
- div. Zigarettenstummel diverse Marken (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 39);
- 1 Pulswärmer grau / verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 40);
- 4 Vergleichssteine (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 41);
- div. Restkehricht verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 42);
- 1 Metallteil evtl. Haarspange / verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verz. Nr. 087);
- 1 Zigarettenstummel Marke unbekannt (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 088);
- 1 Zigarettenstummel Marke Marlboro (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 089);
- 1 Trojka Energy Drink / verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 090);
- 1 Ohrring silberfarben / verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 091);
- 2 DVD’s (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 098);

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- 1 Paar Wanderschuhe Gr. ca. 42, Marke N-Tex, in Plastiksack und Hülle eingepackt / verm. ohne 
Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 099);

- 1 Golfball weiss, Marke Pinnacle, verm. ohne Tatbezug (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 185);
- 6 Bierdosen, Feldschlösschen Original, 0.5 L, leer (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 104, 105, 106, 107, 

108, 109);
- 1 Zigarettenstummel, nass, Marke unbekannt (KTD / KTD-Verz. Nr. 105.2);
- 1 Plastikverpackung, Feldschlösschenbier (KTD (KTD-Verzeichnis Nr. 110);
- 1 Notizzettel mit Anschrift: .________ Langenthal, G.________ (Bruder des Beschuldigten), 

T.________-Strasse, Langenthal, 1. T AF.________ (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 116);
- 1 Plastiksack Marke Schild, mit Inhalt: 1 Penisring rosa mit Spitze (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 117);
- 2 Präservative in Originalverpackung, Migros regular (KTD / KTD-Verz. Nr. 118);
- Cellophanfolie: Innen und Aussenhülle (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 125);
- 1 Haarreif, braun (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 137);
- 1 Oral B Brush Aways, Zahnputztuch (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 141);
- 1 Zigarettenstummel (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 142);
- 1 CD Papier-Schutzhülle, weiss (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 153);
- 1 Cellophanfolie von Zigarettenverpackung (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 154);
- div. Feuchtigkeitstüchlein Beauty Trend (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 155);
- 1 Gleitgel Eros magic X (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 156);
- 1 Bankzettel AX.________ vom 09.03.2012 (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 157);
- 1 Paar Plastikhandschuhe, blau, blutbehaftet (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 158);
- 1 Flasche PET Coca Cola 0.5 L (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 160);
- 1 Flasche PET Mineral 1.5 L (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 200);
- 1 Flasche PET Mineral 1,5 L (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 201);
- 1 Zigarettenstummel (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 203);
- 1 Weinflasche (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 204);
- 1 Sektflasche (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 210);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 184);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 195);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 196);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 197);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 198);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 199);
- 1 Paar Einweghandschuhe blau (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 248);
- 1 Duschmittel „Cliff“, mit an Verschluss befestigtem Luftballon (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 229);
- 1 Papierserviette weiss (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 238);
- 1 Flasche Vodka GreenBull, 18%, 500 ml (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 263);
- 1 Flasche Vodka PinkBull, 18%, 500 ml (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 264);
- 1 Flasche Vodka WhiteBull, 40.5%, 500 ml (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 165);
- 3 Sexwerbe-Hefte, Format A5 (Regionalfahndung Langenthal);
- 1 Sexheft „Cherry“, Oktober 2009 (Regionalfahndung Langenthal);
- 1 Turnschuh weiss, Marke Adidas, Gr. 44 / Langenthal, bei den Schrebergärten (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 95);
- 1 Zigarettenstummel Marke Chesterfield / Langenthal, bei den Schrebergärten (KTD / KTD-

Verzeichnis Nr. 96);

10

- 1 Jeanshose dunkelblau, Marke Teddy’s, Gr. 40/32 / Langenthal, U.________-Strasse, auf Wald-
weg (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 268);

- 1 Wollhandschuh weiss / Langenthal, T.________-Strasse, aus Weier (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 
269);

- 1 Jacke „Woolmart“, dunkelgrau/hellgrau kariert / Langenthal, Waldrand Sportplatz V.________ 
(KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 270);

- 1 Schlüssel, evtl. Motorrad-Schlüssel / Langenthal, Waldrand, Fussweg von Sportplatz zu Waldweg 
(KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 271);

- 1 Bierdose „Feldschlösschen“, 0.5 Liter, leer, flachgedrückt, aus weissem Plastiksack / Langenthal, 
Waldrand Fussweg von Sportplatz zu Waldweg (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 272);

- 1 Mütze „Thinsulate“, grau/violett / Langenthal, Waldrand Fussweg von Sportplatz ab Tännchen 
(KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 273);

- 1 Notizzettel „Post-it“, gefaltet mit Handnotizen / Langenthal, Waldrand, Fussweg von Sportplatz, ab 
Boden (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 274);

- 1 Zigarettenstummel „Muratti Ambassador“ / Langenthal, Waldweg (KTD / KTD-Verzeichnis 
Nr. 275);

- div. Stofffetzen, dunkelgrau/hellgrau kariert / Langenthal, Waldrand (KTD / KTD-Verzeichnis 
Nr. 276);

- 1 rechter Handschuh, schwarz, Fleece-Stoff / Langenthal, Parkplatz am Waldrand gg. W.________ 
(Ort) (KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 277);

- 1 Zigarettenstummel „Kent“ / Langenthal, Parkplatz am Waldrand gg. W.________ (Ort) (KTD / 
KTD-Verzeichnis Nr. 278);

- 1 Beil rostig / Langenthal, neben Besucherparkplatz X.________-Strasse (KTD / KTD-Verzeichnis 
Nr. 279);

- 1 Fundgegenstand Flasche PET Shorley, 0.5 Liter / ab Parkplatz bei Fa. Y.________, Langenthal 
(KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 280);

- 1 Lederarmband hellbraun mit weissen Fäden / Ab Boden Fahrradunterstand, T.________-Strasse 
(KTD / KTD-Verzeichnis Nr. 281).

7. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr.  .________, Nr. .________ und 
Nr. .________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG).»

2. Mit Eingabe vom 11. Dezember 2014 meldete der Beschuldigte / Berufungsführer 
(nachfolgend Beschuldigter) form- und fristgerecht (Art. 399 Abs. 1 StPO) die Be-
rufung an (pag. 5408).

3. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2014 meldete die Staatsanwaltschaft Emmen-
tal- Oberaargau ebenfalls form- und fristgerecht (Art. 399 Abs. 1 StPO) die Beru-
fung an (pag. 5415).

4. Mit Berufungserklärung vom 10. Juli 2015 beantragte die Generalstaatsanwalt-
schaft (1.) A.________ sei in Abänderung von Ziff. II. 2. des Urteils schuldig zu 
sprechen der mehrfachen qualifizierten Vergewaltigung, evtl. Versuchs dazu, be-
gangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von 
C.________, der mehrfachen sexuellen Nötigung, evtl. Versuchs dazu, begangen 
in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von C.________, even-

11

tualiter der qualifizierten Vergewaltigung, evtl. Versuchs dazu, und der Störung 
des Totenfriedens, begangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal 
BE, z.N. von C.________; (2.) A.________ sei in Abänderung von Ziff. II. 3. des 
Urteils schuldig zu sprechen des qualifizierten Raubes, begangen in der Nacht 
vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von C.________; (3.) soweit das Ur-
teil durch diese Berufung nicht berührt werde, sei festzustellen, dass es in 
Rechtskraft erwachsen sei; (4.) A.________ sei in Abänderung von Ziff. II. 1 (ers-
ter Absatz) des Urteils zu einer Freiheitsstrafe nicht unter 20 Jahren, unter An-
rechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafan-
tritts sowie zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen 
(pag. 5564 ff.).

5. In seiner Berufungserklärung vom 24. Juli 2015 beantragte der Beschuldigte, (1.) 
er sei in Abänderung von Ziffer II 1 des Urteils schuldig zu erklären der vorsätzli-
chen Tötung, begangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, 
z.N. von C.________ sel. und (2.) er sei zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, 
unter Anrechnung von 281 Tagen Untersuchungshaft, mit vorzeitigem Strafantritt 
am 18. Dezember 2012, unter Anordnung einer ambulanten therapeutischen 
Massnahme zu verurteilen. Der Beschuldigte sei nicht zu verwahren (pag. 5574).
Zudem stellte er Beweisanträge: (1.) Es sei das Diplom über den Abschluss des 
Gruppentrainings Reasoning & Rehabilitation vom 28. April 2015 zu den Akten zu 
erkennen; (2.) es sei beim Forensisch-Psychiatrischen Dienst (FPD), 
AC.________, (behandelnder Therapeut nach Weggang von Frau AD.________) 
ein Bericht einzuholen; (3.) über die Frage der Einholung eines Ergänzungsgut-
achtens beim FPD, Dr. AE.________, sei von Amtes wegen zu entscheiden (pag. 
5574 f.).

6. Am 23. September 2015 erstattete lic. phil. AC.________, Psychologe FSP des 
Forensisch-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern (FPD) Bericht über den 
Therapieverlauf des Beschuldigten (pag. 5601 ff.).

7. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2015 beantragte der Beschuldigte, es sei beim 
FPD, Dr. AE.________, ein Ergänzungsgutachten einzuholen (pag. 5616 f.).

8. Mit Beschluss vom 6. November 2015 hiess die Kammer den Beweisantrag des 
Beschuldigten insoweit gut, als sie Dr. AE.________ persönlich zur Einvernahme 
vor der 2. Strafkammer vorlud und per 14 Tage vor dem Termin eine aktualisierte 
Ergänzung zum Verlaufsbericht des FPD vom 23. September 2015 sowie einen 
Führungsbericht der Strafanstalten Thorberg einholte. Weiter beschloss sie, dass 
die Parteien bis 5 Tage vor der Hauptverhandlung schriftlich weitere Fragen an 
Dr. AE.________ stellen können, die letzterer zu beantworten haben werde und 
dass dieser rechtzeitig vor der Verhandlung mit diesen Berichten / Fragestellun-
gen bedient werde (pag. 5619 f.).

9. Der aktualisierte Therapiebericht des FPD vom 16. März 2016 langte am 21. März 
2016 bei der Kammer ein. Der Führungsbericht der Anstalten Thorberg vom 
17. März 2016 wurde der Kammer am 18. März 2016 zugestellt. Beide Berichte 
fielen durchwegs positiv aus. 

12

10. Vom 5. bis 8. April 2016 fand die Hauptverhandlung vor der 2. Strafkammer statt. 

Namens des Beschuldigten beantragte Rechtsanwalt B.________ was folgt:

I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental- 
Oberaargau vom 4. Dezember 2014 betreffend den nachfolgenden Schuld-
sprüchen
1.1. der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, begangen in der 

Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von C.________ 
sel.

1.2. des Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (unter Al-
kohol- und Drogeneinfluss), begangen in der Nacht vom 9./10. März 
2012 in Langenthal BE und anderswo

1.3. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 
17. Februar 2012 in Langenthal BE gemeinsam mit G.________ z.N. 
von H.________, I.________, J.________, K.________, L.________ 
und M.________, alles Angehörige der Kantonspolizei Bern

1.4. der Beschimpfung, begangen am 17. Februar 2012 in Langenthal BE 
gemeinsam mit G.________ z.N. von H.________, I.________, 
J.________, K.________, L.________ und M.________, alles Angehö-
rige der Kantonspolizei Bern

1.5. der Widerhandlungen gegen das BetmG durch Kauf, Besitz und Kon-
sum einer unbestimmten Menge Kokain, begangen in der Zeit von 
5. Dezember 2011 bis am 12. März 2012 (Anhaltung) in Langenthal BE

in Rechtskraft erwachsen sind.

II. Der Beschuldigte sei zusätzlich schuldig zu sprechen:
1. der vorsätzlichen Tötung, begangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 

in Langenthal BE z.N. von C.________ sel.
2. der Störung des Totenfriedens, mehrfach begangen in der Nacht vom 

9/.10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von C.________ sel.
3. des Diebstahls, begangen in der Nacht vom 9/.10. März 2012 in Lan-

genthal BE, z.N. von C.________ sel.

III. Der Beschuldigte sei zu verurteilen:
1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren, unter Anrechnung von 281 Ta-

gen Untersuchungshaft, mit vorzeitigem Strafantritt am 18. Dezember 
2012, unter Anordnung einer ambulanten, vollzugsbegleitenden thera-
peutischen Massnahme gemäss Art. 63 StGB.

2. zu den Verfahrenskosten.

IV. Im weiteren sei zu verfügen:
1. die persönlichen Gegenstände des Opfers seien den Privatklägern her-

auszugeben. Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände gemäss der 
Verfügung vom 16. August 2013, pag. 3021 Ziffern 1, 2, 3, 8 bis 15, 19 
seien einzuziehen.

13

2. der dem Beschuldigten mit Urteil des Bezirksstatthalteramtes Liestal 
vom 18. August 2010 für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen.

3. die DNA-Profile seien nach Ablauf der Fristen gemäss DNA-ProfilG zu 
löschen.

4. der Beschuldigte sei in den Strafvollzug zurückzuversetzen.
5. das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich festzusetzen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte ihrerseits folgendes:
I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Em-
mental- Oberaargau vom 04.12.2014 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich
1. der Einstellung des Verfahrens wegen Widerhandlungen gegen das BetmG 

durch Kauf, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge Kokain, angeb-
lich begangen in der Zeit von Frühjahr 2011 bis am 04.12.2011 in Langenthal 
BE, dies ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten;

2. des Schuldspruchs der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, 
begangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von 
C.________ sel.;

3. des Schuldspruchs des Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zu-
stand (unter Alkohol- und Drogeneinfluss), begangen in der Nacht vom 9./10. 
März 2012 in Langenthal BE und anderswo;

4. des Schuldspruchs der der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beam-
te, begangen am 17. Februar 2012 in Langenthal BE gemeinsam mit 
G.________ z.N. von H.________, I.________, J.________, K.________, 
L.________ und M.________, alles Angehörige der Kantonspolizei Bern;

5. des Schuldspruchs der Beschimpfung, begangen am 17. Februar 2012 in 
Langenthal BE gemeinsam mit G.________ z.N. von H.________, 
I.________, J.________, K.________, L.________ und M.________, alles 
Angehörige der Kantonspolizei Bern;

6. des Schuldspruchs wegen Widerhandlungen gegen das BetmG durch Kauf, 
Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge Kokain, begangen in der Zeit 
von 5. Dezember 2011 bis am 12. März 2012 (Anhaltung) in Langenthal BE;

7. der Verurteilung zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, 
ausmachend total CHF 300.00;

8. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfrei-
heitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wurde auf 3 Tage festgesetzt;

9. dem Widerruf dem A.________ mit Urteil des Bezirksstatthalteramts Liestal 
vom 18. August 2010 für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00 
gewährten bedingten Vollzug. Die Strafe ist zu vollziehen und die Verfah-
renskosten von CHF 300.00 A.________ aufzuerlegen;

10. der Verweisung der Zivilklage auf den Zivilweg.

14

II.
Demgegenüber sei A.________ schuldig zu erklären
1. des Mordes, begangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, 

z.N. von C.________ sel.;
2. des Raubes, begangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, 

z.N. von C.________ sel.;
3. der mehrfachen qualifizierten Vergewaltigung, evtl. Versuchs dazu, begangen 

in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von C.________ 
sel.;

4. der mehrfachen qualifizierten sexuellen Nötigung, evtl. Versuchs dazu, be-
gangen in der Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von 
C.________ sel.;

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel zu verurteilen
1. zu einer Freiheitsstrafe von nicht unter 20 Jahren. Die Untersuchungshaft 

und der vorzeitige Strafantritt seien vollumfänglich auf die Strafe anzurech-
nen.
a) Es sei eine ambulante therapeutische Behandlung während dem Straf-

vollzug anzuordnen;
b) A.________ sei in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB zu verwah-

ren, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe der Verwahrung vorauszuge-
hen habe;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine 
Gebühr von CHF 800.00 gemäss Art. 21 VKD).

III.
Im Weiteren sei zu verfügen:
1. Die Verfügungen gemäss Ziff. VI. 2. bis VI. 7 des Urteils vom 4. Dezember 

2014 des Regionalgerichts Emmental- Oberaargau seien zu bestätigen.
2. A.________ sei in den Strafvollzug zurückzuversetzen.
3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen.

11. Zufolge Beschränkung der Berufungen durch den Beschuldigten einerseits und 
die Generalstaatsanwaltschaft andererseits ist das Urteil des Regionalgerichts 
Emmental- Oberaargau vom 4. Dezember 2014 insoweit in Rechtskraft erwach-
sen als 

1. das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlungen gegen 
das BetmG durch Kauf, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge Ko-
kains, angeblich begangen in der Zeit von Frühjahr 2011 bis am 4. Dezember 
2011 in Langenthal ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Aus-
scheidung von Verfahrenskosten eingestellt wurde;

2. der Beschuldigte schuldig erklärt wurde

2.1. der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, begangen in der 
Nacht vom 9./10. März 2012 in Langenthal BE, z.N. von C.________ 
sel.;

15

2.2. des Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (unter Al-
kohol- und Drogeneinfluss), begangen in der Nacht vom 09./10. März 
2012 in Langenthal BE und anderswo;

2.3. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 
17. Februar 2012 in Langenthal BE gemeinsam mit G.________ (Bru-
der des Beschuldigten) z.N. von H.________, I.________, J.________, 
K.________, L.________ und M.________, alles Angehörige der Kan-
tonspolizei Bern;

2.4. der Beschimpfung, begangen am 17. Februar 2012 in Langenthal BE 
gemeinsam mit G.________ (Bruder des Beschuldigten) z.N. von 
H.________, I.________, J.________, K.________, L.________ und 
M.________, alles Angehörige der Kantonspolizei Bern;

2.5. der Widerhandlungen gegen das BetmG durch Kauf, Besitz und Kon-
sum einer unbestimmten Menge Kokain, begangen in der Zeit von 05. 
Dezember 2011 bis am 12. März 2012 (Anhaltung) in Langenthal BE;

3. der Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, 
ausmachend total CHF 300.00, verurteilt wurde;

4. der Beschuldigte zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00 verurteilt und 
die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 3 Tage festge-
setzt wurde;

5. der Beschuldigte zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
CHF 144‘711.50 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung) verurteilt wurde;

6. der dem Beschuldigten mit Urteil des Bezirksstatthalteramts Liestal vom 18. 
August 2010 für eine Gelstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte 
bedingte Vollzug widerrufen und ihm die Verfahrenskosten für das Widerrufs-
verfahren von CHF 300.00 auferlegt wurden;

7. die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen wurde;

8. als Gegenstände zu den Akten erkannt, solche der Staatsanwaltschaft für 
das Verfahren gegen G.________ (Bruder des Beschuldigten) übergeben, 
Gegenstände nach Eintritt der Rechtskraft an diverse Personen und Behör-
den herausgegeben oder vernichtet wurden.

Zu überprüfen sind damit im Schuldpunkt lediglich die Schuldsprüche wegen 
Mordes (Urteilsdispositiv Ziff. II. 1.), mehrfacher Störung des Totenfriedens (Ur-
teilsdispositiv Ziff. II. 2.) und Diebstahls (Urteilsdispositiv Ziff. II. 3.). Zudem ist der 
Sanktionenpunkt zu überprüfen, insofern der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe 
von 18 Jahren verurteilt und verwahrt wurde. Der Rechtskraft entzogen ist 
schliesslich die Verfügung betreffend DNA-Profil, sodass auch diesbezüglich neu 
verfügt werden muss. 

10. Die Kammer ist, aufgrund der Berufungen sowohl von A.________ wie auch der 
Generalstaatsanwaltschaft nicht an das Verschlechterungsverbot (reformatio in 
peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden und darf damit das Urteil auch zu 
Ungunsten des Beschuldigten abändern.

16

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

1. Die Vorwürfe 

Am 10. März 2012 wurde im Lichtschacht bei der Turnhalle V.________ in Lan-
genthal die Leiche von C.________ sel. gefunden. Im Laufe der Ermittlungen fiel 
der Verdacht auf den Beschuldigten und seinen Bruder G.________. Dem Be-
schuldigten wird gemäss Anklageschrift (pag. 5144 ff.) Mord, evtl. vorsätzliche 
Tötung, qualifizierte Vergewaltigung und qualifizierte sexuelle Nötigung (evtl. Ver-
suchs dazu), evtl. Störung des Totenfriedens, evtl. ganz oder teilweise versuchte 
qualifizierte Vergewaltigung und evtl. ganz oder teilweise versuchte qualifizierte 
sexuelle Nötigung, evtl. Störung des Totenfriedens, Diebstahl, evtl. unrechtmässi-
ge Aneignung, evtl. Raub, subeventuell qualifizierter Raub, alles zum Nachteil von 
C.________ sel. vorgeworfen.

Die Kammer wird nachfolgend unter anderem zu klären haben, was der Auslöser 
für die Tötung von C.________ sel. gewesen ist und auf welchen Zeitpunkt der 
Todeszeitpunkt festgelegt werden muss. Ebenfalls sind die Fragen zu beantwor-
ten, welche sexuellen Handlungen wann vorgenommen wurden und wie der Erre-
gungszustand des Beschuldigten war.

2. Tötungsdelikt vom 9. / 10. März 2012, zum Nachteil von C.________ sel.

2.1. Vorbemerkungen und Sachverhalt gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift (pag. 5145 f.) zusammengefasst 
vorgeworfen, am 9. März 2012 um 21:24 Uhr bei der AA.________ GmbH, Agen-
tur für Erotik-Dienstleistungen, eine Frau bestellt zu haben, im Wissen darum, 
dass er sie für ihre Dienstleistungen nicht würde bezahlen können. Er habe 
C.________ sel. schliesslich nach mehreren Telefonaten an einer AF.________ 
Tankstelle in Langenthal getroffen. Er sei in ihr Auto eingestiegen und habe 
C.________ sel. zum Parkplatz bei der Turnhalle V.________ dirigiert. Auf dem 
Weg zum Eingangsbereich habe der Beschuldigte Textilhandschuhe angezogen, 
um keine Spuren zu hinterlassen. Nachdem der Beschuldigte C.________ sel., 
nachdem sie Geld verlangt habe, eröffnet habe, dass er kein Geld habe, habe er 
sie mit der Faust niedergeschlagen. C.________ sel. sei liegen geblieben.

Weiter passierte gemäss Anklageschrift folgendes (pag. 5145):

«Der Beschuldigte würgte die am Boden liegende C.________ mit beiden Händen und drückte ihr 
mit den Daumen die Gurgel zu. Danach schlug er mit der Faust mehrmals auf C.________s Gesicht 
ein und trat sie mit den Füssen in die Seite sowie in Kopf und Gesicht. Anschliessend schleifte er 
sie an den Handgelenken auf den Gehweg vor dem Lichtschacht des Treppenhauses der Turnhalle 
V.________, riss ihr Hose, Kleid und Slip vom Leibe, schob ihren Pullover nach oben  und machte 
die Brüste frei, liess seine eigene Hose und Unterhose herunter, streifte sich ein Kondom über und 
versuchte, mit seinem Glied in ihre Vagina einzudringen. Anschliessend würgte er C.________ 
abermals stark, schleifte sie in den besagten Lichtschacht, wo er erneut ein Kondom über sein Glied 
streifte und versuchte, mit seinem Glied in ihre Vagina einzudringen. Danach drehte er sie auf den 
Bauch und penetrierte sie anal, drehte sie dann wiederum auf den Rücken, benetzte einen im 
Schacht liegenden Stein mit Gleitgel, welches C.________ mit sich geführt hatte und führte den 

17

Stein in ihre Vagina ein. Die Tube, in der sich das Gleitgel befand, stiess er ebenfalls in ihre Vagina. 
Einen zweiten Stein stopfte er ihr in den Mund und drückte ihn bis in den Rachenraum. Im Laufe 
dieses Geschehens führte der Beschuldigte dem Opfer zudem eine Haarbrüste, die das Opfer mit 
sich geführt hatte, in den Anus ein. Daraufhin verliess er den Schacht, liess C.________ liegen, 
behändigte diverse Utensilien [Ihr Portemonnaie mit ca. CHF 150.00 bis 200.00, ihre Tasche samt 
Inhalt, evtl. ihre Halskette, Anmerkung der Kammer] von C.________, ging zu ihrem Auto und ent-
fernte sich damit vom Tatort.

Der Beschuldigte fügte C.________ durch heftige Schläge und Tritte schwere Verletzungen an Kopf 
und Rumpf zu, unter anderem Hautabschürfungen, Brüche des Nasenbeins und der Augenhöhlen-
böden beidseits, Quetschwunden und schwere Ein- und Unterblutungen an Kopf und Gesicht, eine 
vollständige Durchtrennung der Zunge, multiple flächige Hautabschürfungen sowie Ein- und Unter-
blutungen am Rumpf und den Extremitäten. Im Bereich der Genitalien und des Anus fügte er ihr 
Verletzungen der Schleimhaut zu durch das Einführen eines Steins und der Tube. Durch das starke 
Würgen brach der Beschuldigte C.________ das Zungenbein und die oberen Hörner des Schild-
knorpels und verursachte durch die Kompression der Halsgefässe eine Sauerstoffunterversorgung 
des Gehirns, was letztlich zum Tode C.________s am Tatort führte».

Zudem wurden 4 Eventualanklagen erhoben, nämlich je eine Variante zum To-
deseintritt; eine zum Wissen um die Tötung oder Vergewaltigung beim Konsum 
des Alkohols und Kokains, eine zum Wollen des Todes spätestens beim Nieder-
schlagen und Würgen sowie eine zum Töten, um eine nachmalige Belastung 
auszuschliessen. 

2.2. Unbestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz fasste den ihrer Ansicht nach unbestrittenen Sachverhalt zusam-
men (pag. 5443 ff.). Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz geht die Kam-
mer davon aus, dass zwar die Verletzungen von C.________ sel., nicht aber der 
Todeszeitpunkt, als unbestritten zu gelten haben, zumal auch das Institut für 
Rechtsmedizin (IRM) diesen nicht genau angeben konnte. Auf den Todeszeit-
punkt und die Verletzungen wird daher nachfolgend beweiswürdigend noch ein-
gegangen. Den übrigen Erwägungen der Vorinstanz zum unbestrittenen Sach-
verhalt schliesst sich die Kammer an.

2.3. Bestrittener Sachverhalt

2.3.1. Allgemeines

Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, sind die Aussagen des Beschuldigten zu 
den konkreten Einwirkungen auf C.________ sel. und den getätigten sexuellen 
Handlungen widersprüchlich. Diese sind daher nachfolgend zu würdigen. Zu prü-
fen sind die Fragen, welches Motiv für die Bestellung von C.________ sel. den 
Ausschlag gegeben hatte, wie viel Alkohol und Kokain der Beschuldigte im Laufe 
des Tatabends konsumiert hatte, was der Auslöser für das Ausrasten des Be-
schuldigten war, mithin ob, wann, warum und wie er beschimpft worden war, und 
auch, wann der Beschuldigte beschloss, C.________ sel. zu töten. Weiter wird zu 
erörtern sein, weshalb der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt Handschuhe getragen 
hat.

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Schliesslich hat die Kammer festzulegen, wann genau der Tod von C.________ 
sel. eingetreten ist und wann dies vom Beschuldigten festgestellt wurde bzw. hät-
te festgestellt werden müssen.

2.3.2. Grundsätzliches Aussageverhalten / Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

Die Vorinstanz stellte fest, dass sich in den Aussagen des Beschuldigten im vor-
liegenden Verfahren, aber auch im früheren Verfahren wegen Brandstiftung und 
in seiner Therapie- und Sozialisationsgeschichte Verharmlosungen finden wür-
den. Der Beschuldigte sei zudem zu taktischen Aussagen fähig, da nicht von ei-
ner allgemeinen Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit auszuge-
hen sei, auch wenn sein Intelligenzquotient nur im unteren Durchschnittsbereich 
liege (IQ von 87). Beispiele für sein taktisches Aussageverhalten seien etwa seine 
Aussagen zum Alkohol- und Kokainkonsum, zu den weissen Handschuhen, zum 
einvernehmlichen Sex, zum Pulsmessen sowie zum «Stossen des Kopfes am 
Bänkli». Es fänden sich in den Aussagen des Beschuldigten sodann viele Un-
stimmigkeiten, Widersprüche und Lügen (beispielsweise Puls messen). Der Be-
schuldigte habe versucht, seine Tat nachträglich in ein besseres Licht zu rücken 
(Schubsen und Beleidigung durch C.________ sel.). Auffallend seien die ständig 
variierenden Aussagen zu bestimmten Themen (Motiv für die Bestellung von 
C.________ sel., Tathergang) und seine Flucht ins Unwissen. Er habe nur zuge-
geben, was ihm nachgewiesen habe werden können. Weiter fänden sich in den 
Aussagen zahlreiche Übertreibungen (unter anderem bezüglich Trink- und Dro-
genmenge) sowie Verharmlosungen. Es fänden sich in den Aussagen kaum Re-
alkennzeichen, jedoch wiesen sie diverse Lügensignale auf. Die Vorinstanz er-
achtete die Aussagen des Beschuldigten als nicht glaubhaft, auf diese sei des-
halb nur abzustellen, wenn sie mit anderen Beweismitteln übereinstimmten.

Die Kammer schliesst sich den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz 
vollumfänglich an. Das Motiv des Beschuldigten liegt nicht klar vor. Die Vorinstanz 
stellte korrekt fest, dass sich der Beschuldigte erst in der fünften Einvernahme 
vom 27. März 2012 an die Beschimpfung als «Krüppel» erinnern konnte (pag. 
5448 mit Verweis auf pag. 2346). Der Beschuldigte erwähnte eine Beschimpfung 
zwar schon in der Einvernahme vom 23. März 2012, jedoch nur auf (die fast ein-
gebende) Frage des Polizeibeamten, ob ihn die Frau beschimpft habe (pag. 2297 
Z. 151 f.): «Das sicher, aber was, das weiss ich nicht mehr genau». An den Wortlaut konnte 
er sich also damals nicht erinnern. Spätestens auf diese Frage des Polizeibeam-
ten hätte er von sich aus sagen können und müssen, er sei von C.________ sel. 
«Krüppel» genannt worden. Von sich aus erzählte der Beschuldigte aber nur von 
einer Rangelei und von einem Schubsen und, sie sei «hässig» geworden, weil er 
kein Geld gehabt habe (pag. 2297 Z. 143 ff.). Auf die Aussagen des Beschuldig-
ten wird im Übrigen bei der Beantwortung der noch offenen Fragen näher einge-
gangen.

Die Aussagen des Bruders des Beschuldigten, G.________, erachtete die Vorin-
stanz als glaubhafter als diejenigen des Beschuldigten selber, weshalb sie sich 
bei der Beurteilung auf die entsprechenden Aussagen von G.________ abstützte, 
wenn die Aussagen der Brüder divergierten (pag. 5450 f.). Diese Ausführungen 
der Vorinstanz sind korrekt, darauf wird verwiesen.

19

Den übrigen von der Vorinstanz ebenfalls richtig zusammengefassten Aussagen 
(pag. 5451 ff.) misst die Kammer für die Beurteilung der offenen Fragen kaum 
Bedeutung bei, auf weitere diesbezügliche Ausführungen wird daher verzichtet.

2.3.3. Konsumation / Zustand des Beschuldigten am 9./10. März 2012

Die Vorinstanz gelangte nach ausführlichen und im oberinstanzlichen Verfahren 
unbestritten gebliebenen Erwägungen zu folgenden Schlüssen:

«Nach dem Gesagten hat der Beschuldigte vor dem „Pintli“ 1.5l Bier, im „Pintli“ 1l Bier und zu Hause 
nochmals ca. 7dl Bier getrunken. Er hat somit von ca. 16:30 Uhr bis kurz vor dem Treffen mit 
C.________ (um ca. 23:45 Uhr) total rund 3l Bier, 1dl weissen Vodka mit 40.5 Vol. % und etwas Ko-
kain (weniger als 0.5g) konsumiert. Zudem hat der Beschuldigte an diesem Abend wohl nichts Rich-
tiges gegessen, weshalb die Wirkung des Alkohols etwas stärker gewesen sein könnte.

[…].

Das Gericht ist nach dem Gesagten überzeugt, dass der Beschuldigte in der Nacht vom 
09./10.03.2012 zwar merklich angetrunken war und unter leichtem Drogeneinfluss stand. Jedoch 
war er bei weitem nicht so betrunken, wie er geltend macht. Der angegebene Filmriss bzw. die Erin-
nerungslücken des Beschuldigten stammen also nicht vom Alkohol und vom Kokain, sondern – 
wenn überhaupt – von einer weitgehenden Verdrängung (vgl. dazu auch Dr. med. AE.________: 
p. 4817 und p. 5340 Z. 21 ff.)». 

Der Beschuldigte war in der Nacht vom 9. auf den 10. März 2012 nicht betrunken. 
Er konsumierte in dieser Lebensphase häufig und viel Alkohol und muss damit als 
alkoholtolerant bezeichnet werden, weshalb die getrunkene Menge sich nicht im 
gleichen Ausmass auf seinen Zustand ausgewirkt haben kann, wie bei einer nicht 
an Alkohol gewöhnten Person. Der Beschuldigte war damit in der Tatnacht auch 
nach Überzeugung der Kammer lediglich angetrunken. Zudem berücksichtigt die 
Kammer, dass sich der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Tat in einer schwierigen 
Lebensphase befunden hat (Vorfall mit der Polizei vom Februar 2012, Streit in der 
Familie, akuter Streit mit dem Bruder am gleichen Abend sowie Zerstörung einer 
Zimmertüre in der Wohnung).

2.3.4. Weisse Handschuhe / Raub- oder Vergewaltigungsabsicht

Die Vorinstanz erwog, der Beschuldigte habe zu den weissen Handschuhen wi-
dersprüchliche Aussagen gemacht, zuweilen sogar einen regelrechten Aussa-
geslalom vollführt (pag. 5461 ff.). Die Vorinstanz stellte alsdann zusammenge-
fasst folgendes fest (pag. 5462):

«Unter diesen Umständen ist jeweils auf die Ausführungen abzustellen, die am naheliegendsten 
sind und die der Beschuldigte im Laufe der Zeit erwähnte:

• Die Handschuhe hat der Beschuldigte bewusst mitgenommen;

• er hat die Handschuhe vor dem Geschehen angezogen;

• er zog die Handschuhe an, um keine Spuren zu hinterlassen.

Das Gericht geht mithin davon aus, dass der Beschuldigte die Handschuhe bereits nach Verlassen 
des Fahrzeugs bei Beginn des Platzes auf dem Weg zum „Bänkli“ angezogen und während der ver-
schiedenen Tathandlungen getragen hat, um keine Spuren bzw. Fingerabdrücke zu hinterlassen. 

20

Letzteres macht denn auch Sinn, insbesondere wenn man davon ausgeht, dass der Beschuldigte 
„nichts Gutes im Sinn“ hatte (vgl. nachfolgend Ziff. B.3.9)».

Diese Erwägungen der Vorinstanz blieben oberinstanzlich ebenfalls unbestritten. 
Wichtig und von der Vorinstanz zu Recht erwähnt, erscheint der Kammer die 
Aussage des Beschuldigten auf die Frage, weshalb er die Handschuhe auf dem 
Weg zum Bänkli angezogen habe (pag. 2557 Z. 58): «Damit man keine Fingerabdrücke 
sieht – „dänk“». Der Beschuldigte hatte die Handschuhe also nicht zufällig dabei, 
sondern packte diese bewusst ein, nahm sie mit und zog sie auf dem Weg zum 
Bänkli an, um anlässlich der zu diesem Zeitpunkt sicher beabsichtigten Vergewal-
tigung keine Spuren zu hinterlassen. Hätte er nur einen Raub begehen wollen, 
hätte er einen beliebigen Passanten angreifen können und keine teure Escort-
Dame bestellen müssen. Im Übrigen konnte sich der Beschuldigte nicht darauf 
verlassen, dass C.________ sel. auch tatsächlich Bargeld dabei haben würde, 
zumal er derjenige war, der das Geld hätte dabei haben müssen, weil er 
C.________ sel. für ihre Dienstleistung hätte entschädigen müssen. 

2.3.5. Anlass für die Rangelei beim Bänkli / Beschimpfung

Die Vorinstanz erachtete die nachgeschobene Aussage (vgl. oben) des Beschul-
digten, C.________ sel. habe ihn als «Krüppel» beschimpft, als Schutzbehaup-
tung. Es sei nicht einzusehen, weshalb sich der Beschuldigte vorerst nicht an die 
«Mutter seiner Beleidigungen» in der Schulzeit hätte erinnern können sollen. An 
diesen Umstand hätte er sich von Anfang an erinnert und diesen erwähnt. Hinzu 
komme, dass das Opfer gemäss Bekannten eine gepflegte Sprache gehabt und 
keine Schimpfworte oder Kraftausdrücke benutzt habe. Der Beschuldigte habe 
zwar eine Lippenspalte, diese sei aber selbst von Nahem und bei Tageslicht 
kaum erkennbar. Daher sei unwahrscheinlich, dass C.________ sel. genau die-
ses Schimpfwort benutzt haben soll. Zudem hätte sich der Beschuldigte sicher 
spätestens nach dem ersten Vorhalt daran erinnern können. Im Übrigen sei das 
Risiko von «Leerfahren» im Geschäftszweig «Escort-Service» ein berufstypi-
sches, weshalb anzunehmen sei, dass C.________ sel. in einem solchen Fall ein-
fach weggegangen wäre (wie dies bereits mehrmals vorgekommen sei). Ein An-
griff (Schubsen oder Ähnliches) würde in einer derartigen Situation geradezu als 
tollkühn anmuten: C.________ sel. habe sich mit einem fremden Mann an einem 
ihr unbekannten Ort befunden, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass sie 
den Beschuldigten geschubst bzw. verfolgt habe.

Weiter erwog die Vorinstanz (pag. 5467 f.):

«Das Gericht geht deshalb – wie übrigens auch der Beschuldigte (vgl. p. 2428 Z. 480 ff. und Z. 486 
ff.) – davon aus, dass C.________ sich angeschickt hatte, zu gehen, als sie festgestellt hatte, dass 
der Beschuldigte nicht zahlen konnte. Dass C.________ dem Beschuldigten nachgelaufen sei und 
sie ihn geschubst habe, erachtet das Gericht als abstruse Schutzbehauptungen des Beschuldigten. 
Der Beschuldigte hatte C.________ nämlich bereits aus einem bestimmten Grund bestellt, welchen 
er nun in die Tat umsetzen wollte (vgl. dazu nachfolgend Ziff. B.3.9), weshalb er sie vom Gehen ab-
gehalten hatte. Nur am Rande sei erwähnt, dass der schlanke Arbeiter A.________ C.________ 
ohne weiteres hätte davonrennen können. Offensichtlich wollte er dies aber gerade nicht».

21

Der Beschuldigte führte oberinstanzlich aus, er habe zwar die Beleidigung als 
«Krüppel» erstmals am 23. März 2012 erwähnt, jedoch vorher immer einen «Film-
riss» geltend gemacht. Der Hinweis auf die Beleidigung sei sofort erfolgt, als er 
angefangen habe, Aussagen zum Geschehen zu machen. Auch für 
Dr. AE.________ sei diese Beschimpfung glaubhaft gewesen, diese habe alles 
ausgelöst.

Die Kammer hat damit die Fragen zu beantworten, weshalb es zu einer Rangelei 
beim Bänkli gekommen ist und ob C.________ sel. den Beschuldigten tatsächlich 
«Krüppel» genannt hat. 

In seiner ersten Einvernahme vom 12. März 2012 machte der Beschuldigte einen 
«Filmriss» geltend (pag. 2253 ff.). Anlässlich der Hafteröffnung vom 13. März 
2012 erzählte der Beschuldigte ebenfalls nichts über die Tat (pag. 2266 ff.). Am 
14. März 2012 schrieb der Beschuldigte in seiner Zelle ein Geständnis 
(pag. 2291). Darin führte er aus, er habe es getan. Über die Hintergründe der Tat 
aber schrieb er nichts. In seiner Einvernahme vom 14. März 2012 erklärte er, er 
wisse nicht mehr genau, wie C.________ sel. reagiert habe, als sie gemerkt ha-
be, dass er kein Geld dabei gehabt habe. Er nehme aber an, sie sei «hässig» 
geworden (pag. 2287 Z. 399 f.). Während der Einvernahme vom 23. März 2012 
beschreibt er eine Rangelei, sie hätten einander «gschüpft» (pag. 2296 Z. 100 f.). 
Er denke, dass es zur Rangelei gekommen sei wegen dem Geld (pag. 2297 Z. 
140 und 143 ff.): «Als ich ihr glaublich sagte, dass ich kein Geld habe, wurde sie hässig, da sie 
extra hierhin gefahren sei. Ich denke, dass es so war. Sie begann mich beim Bänkli (1) umher zu 
schüpfen. Ich denke, dass sie mich mehrmals <schüpfte>». Er wisse aber nicht mehr genau, 
was sie gesagt habe (pag. 2297 Z. 149). Auf die ausdrückliche Frage seitens der 
Polizei, ob die Frau ihn beschimpft habe, antwortete der Beschuldigte (pag. 2297 
Z. 152): «Das sicher, aber was, weiss ich nicht mehr genau».

In der Einvernahme vom 27. März 2012 wiederholte der Beschuldigte seine 
Schilderungen zur Rangelei beim Bänkli, nämlich, dass C.________ sel. wütend 
geworden sei, als er ihr gesagt habe, er habe kein Geld und sie ihn geschubst 
habe. Er habe sie dann auch geschubst und sie sei hingefallen und sei mit dem 
Kopf auf das Bänkli geknallt (pag. 2322 Z.87 ff.) Später in der gleichen Befragung 
gab er an, die Frau habe herumgeschrien; was sie gesagt habe, wisse er nicht 
mehr. Dann habe sie angefangen, ihn zu schubsen (pag. 2324 Z. 189 f.).

Dem Beschuldigten wurden anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 
27. März 2012 drei Fragen zur schriftlichen Beantwortung ausgehändigt. In sei-
nen schriftlichen Ausführungen vom 28. März 2012 (pag. 2357) beschrieb der Be-
schuldigte zunächst sexuelle Handlungen und schrieb alsdann das Folgende nie-
der: 

«Als sie wieder angezogen war, hat sie mir gesagt, ich soll ihr 500.- zahlen. Als ich ihr gesagt habe, 
das[s] ich das Geld nicht habe, ist sie ausgerastet und hat mich beschimpft und herum gestossen. 
Sie hat mich als Krüppel beschimpft, das weis[s] ich noch genau, ich wurde schon die ganze Schul-
zeit immer so beschimpft und es verletzt mich sehr. Ich habe sie auch gestossen, und dabei ist sie 
mit dem Kopf auf die Bank geknallt».

22

Die damalige Leiterin des Regionalgefängnisses Bern stellte die Antworten des 
Beschuldigten zu den schriftlichen Fragen mit Schreiben vom 28. März 2012 der 
Kantonspolizei Bern zu. Sie schrieb in ihrem Begleitbrief, der Beschuldigte habe 
die Fragen in seiner Einzelzelle ungestört beantworten können. Zudem führte sie 
aus (pag. 2249): «Er war sehr ruhig und erklärte mir, dass er bereits während der Schulzeit ver-
spottet worden sei».

In seiner Einvernahme vom 30. März 2012 erklärte der Beschuldigte, er habe die 
Fragen in seiner Zelle beantwortet. Er habe die Schreiben dann noch mit Frau 
AG.________ (damalige Leiterin des Regionalgefängnisses Bern) zusammen an-
geschaut, dies sei in ihrem Büro gewesen (pag. 2342 Z. 43 ff.). Auf Frage, ob er 
die Fragen aus freiem Willen beantwortet habe, gab der Beschuldigte zur Antwort 
(pag. 2342 Z. 49 f.): «Ja, es hat mich niemand dazu gezwungen. Frau AG.________ hat mir le-
diglich noch ein paar Tipps gegeben, wie ich die Fragen besser beantworten könnte».

Er fügte an, Frau AG.________ habe ihm gesagt, was wichtig sei (pag. 2343 Z. 
53).

Erstmals bestätigte er die Beschimpfung als «Krüppel» in derselben Einvernahme 
(vom 30. März 2012, pag. 2345 Z. 170 ff.): «Beim Bänkli wollte sie dann Geld. Als ich ge-
sagt habe, ich hätte kein Geld, wurde sie wütend. Was ich gesagt habe, wegen dem „umestosse“ 
das stimmt. Sie hat auch gesagt, ich sei ein Krüppel. Das stimmt auch. Ich bin dann ausgerastet 
und dann kam es zu dem, was dann passiert ist». Weiter erklärte er (pag. 2346 Z. 221 ff.): 
«Sie lief mir hinterher und sagte das mit dem Krüppel, aber an mehr kann ich mich nicht mehr erin-
nern. Sie schrie herum, aber ich kann mich nicht mehr erinnern, was sie geschrien hat».

Auf Frage, wann der Punkt gekommen sei, als er zurückgeschubst habe, gab der 
Beschuldigte folgendes an (pag. 2346 Z. 235 ff.): «Als sie mich Krüppel nannte, da kam 
alles wieder hoch von der Schulzeit. Ich habe mich dann einfach nicht mehr gespürt. Ich kam dann 
einfach auf 180. Das hat mir der Psychiater in AH.________ gesagt, dass ich sehr impulsiv sei, das 
komme vermutlich von der Schulzeit her, wo ich so auch immer fertig gemacht wurde. Das war da-
mals, als ich in der Klinik war. Der Psychiater sagte mit, dass mein aggressives Verhalten wie ein 
Abwehrverhalten sei».

Auch in der Einvernahme vom 5. April 2012 erwähnte der Beschuldigte die Belei-
digung als «Krüppel» wieder (pag. 2388 Z. 128 und 130 f.).

In seiner Einvernahme vom 24. April 2012 sagte der Beschuldigte kein Wort zu 
einer Beleidigung, hingegen am 30.April 2012, als er auf Frage angab, das Ganze 
habe angefangen, weil sie ihn als Krüppel beleidigt habe (pag. 2437 Z. 74 f.). 
Weiter erklärte er auf Frage: «Ich hatte in mir irgendwie eine Wut drin. Irgendwie war ich 
wütend auf sie, wegen der Beleidigung». 

In derselben Einvernahme gab er an, es habe ihm erst «usghänkt», als 
C.________ sel. die Beleidigung gesagt habe (pag. 2441 Z. 225 f.).

Der Beschuldigte erwähnte die Beleidigung als Krüppel auch noch in der Einver-
nahme vom 8. Mai 2012 (pag. 2472 Z. 450). Auf Frage seines Verteidigers sagte 
er sogar, sie habe ihn mehrmals so bezeichnet (pag. 2476 Z. 613). Anlässlich der 
Einvernahme vom 16. Mai 2012 bestätigte er auf Frage erneut die Beleidigung als 
Krüppel (pag. 2493 Z. 502). 

23

Wieder erst auf Nachfragen, diesmal des Staatsanwaltes und seines Verteidigers, 
sagte der Beschuldigte aus, sie habe gesagt, er sei ein Krüppel und habe ihn 
«geschüpft» (Einvernahme vom 30. Juli 2012, pag. 2543 Z. 228, pag. 2544 Z. 274 
ff. und pag. 2552 Z. 268).

Anlässlich der Tatrekonstruktion vom 9. August 2012 erwähnte der Beschuldigte, 
sie sei wegen des Geldes «hässig» geworden und habe angefangen, ihn zu 
«schüpfen». Er wisse nicht genau, was sie gesagt habe, sie «hett usgrüeft». Die 
Beleidigung als Krüppel findet hingegen keinerlei Erwähnung.

In der Einvernahme vom 19. September 2012 fragte der Staatsanwalt den Be-
schuldigten, ob er die Beleidigung als Krüppel erfunden habe. Der Beschuldigte 
antwortete was folgt (pag. 2559 Z. 142 ff.): «Nein, das habe ich wirklich nicht erfunden. 
Das ist wirklich so passiert. Ich habe viel überlegt, ich will die Schuld nicht auf sie schieben. Aber 
wenn sie das nicht gesagt hätte, wäre das alles vielleicht nicht passiert. Aber ich will die Schuld 
nicht auf sie schieben. Ich wurde ja während der Schule schon mit diesen Wörtern fertig gemacht. 
Dieses Wort reichte dann einfach. Man konnte mich ja schon nur blöd ansehen und dann bin ich 
durchgedreht».

In der Einvernahme vom 21. August 2013 bestätigte der Beschuldigte wiederum 
auf Frage des Staatsanwaltes, dass C.________ sel. ihn als Krüppel beschimpft 
habe (pag. 2570 Z.55 ff. und 59 ff.).

Auch in der Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte zunächst aus, C.________ 
sel. habe ihn beleidigt (pag. 5330 Z. 45 ff.). Auf Nachfrage des Gerichtspräsiden-
ten sagte er dann, sie habe ihn Krüppel genannt (pag. 5331 Z. 9).

Der Beschuldigte wurde zu Beginn des Verfahrens somit über mehrere Tage hin-
weg während 7 ½ Stunden befragt, ohne dass er ein Wort über eine Beleidigung 
seitens C.________ sel. verloren hätte (Einvernahme vom 12. März 2012 [2 
Stunden], Hafteröffnung vom 13. März 2012 [1 ½ Stunden] und Befragung vom 
14. März 2012 [4 Stunden]). Erstmals erwähnte er in seiner rund 6 Stunden dau-
ernden Einvernahme vom 23. März 2012 eine Beschimpfung, wobei er aber nicht 
näher angeben konnte, was denn C.________ sel. genau gesagt haben soll. 
Ebenfalls erwähnte er in der Einvernahme vom 27. März 2012 (Dauer 5 Stunden) 
eine Beschimpfung. Dass C.________ sel. ihn mit Krüppel beschimpft haben soll, 
erwähnte er erst anlässlich seiner Einvernahme vom 30. März 2012, mithin erst 
nach insgesamt 18 ½ Stunden Befragungszeit und erst nach seinem Gespräch 
mit der Leiterin des Regionalgefängnisses Bern. Anlässlich der eingehenden Ta-
trekonstruktion vom 9. August 2012 (insbesondere pag. 827 f.) war dann die Be-
leidigung wiederum kein Thema mehr.

Für die Kammer ist klar ersichtlich, dass der Beschuldigte einerseits in dieser 
frühen Haftphase seinen ebenfalls inhaftierten Bruder aus der ganzen Sache her-
aushalten wollte und dass er, der zu diesem Zeitpunkt sehr viele Unsicherheiten 
bezüglich des Tatablaufs hatte, andererseits eine Erklärung für die unbegreifliche 
Tat suchte. Die Beleidigung als Krüppel bot sich ihm dafür geradezu an.

Auffallend ist zudem, dass der Beschuldigte in seinen vielen Einvernahmen die 
«Schüpferei» (das Schubsen) in allen Details ausführte, jedoch die «Mutter aller 
Beleidigungen» praktisch nie von sich aus erwähnte.

24

Die Kammer hält zudem fest, dass eine Person, die im Gesicht eine leichte Ent-
stellung aufweist, nicht als Krüppel bezeichnet werden kann. Darunter wäre viel-
mehr eine Person zu verstehen, die eine massive motorische Behinderung hat. 

Es ist im Übrigen fraglich, ob C.________ sel. die Entstellung bei Dunkelheit und 
in der Aufregung überhaupt bemerkt hat, zumal die Narbe auch bei Tageslicht nur 
schlecht sichtbar ist.

Insgesamt sind für die Kammer keine Hinweise ersichtlich, dass C.________ sel. 
den Beschuldigten tatsächlich als Krüppel beschimpft hat. Es ist vielmehr von ei-
ner nachgeschobenen Schutzbehauptung auszugehen: Der Beschuldigte suchte 
eine Erklärung für die – auch für ihn – unfassbare Tat und er konnte mit dieser 
Erklärung einen Teil seiner Schuld auf C.________ sel. abwälzen. Es ist höchs-
tens davon auszugehen, dass C.________ sel. «usgrüeft» hat, zumal sie einen 
weiten Anfahrtsweg gehabt hatte, sah, dass sie trotzdem keinen Rappen verdien-
te und dass es deshalb zu einer minimen Rangelei gekommen ist.

2.3.5. Einwirkungen (Schläge, Tritte, Würgen)

Die Vorinstanz hielt zusammengefasst fest, der Beschuldigte habe widersprüchli-
che Aussagen über die Rangelei gemacht, jedoch schliesslich mehrere Schläge 
und Tritte (gegen die Magengegend und den Kopf) sowie ein zweimaliges Wür-
gen eingestanden. C.________ sel. habe lediglich «zurück geschüpft und so». Er 
habe weiter ausgesagt, das erste Würgen sei mit beiden Händen (mit den Dau-
men auf der Gurgel von C.________ sel.) und «scho ziemli fescht» gewesen und 
es habe ein paar Sekunden gedauert. Das zweite Würgen sei aber «fester» ge-
wesen als das erste.

Gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 19. Oktober 2012 
seien an der Leiche sowohl Zeichen einer Strangulation (insbesondere Brüche 
des Zungenbeins und der oberen Hörner des Schildknorpels) sowie Zeichen von 
stumpfer Gewalteinwirkung durch multiple Schläge und Tritte festgestellt worden. 
Die Zunge habe eine vollständige Durchtrennung sowie oberflächliche Durchtren-
nungen aufgewiesen. Diese Verletzungen liessen sich als Folge der Schläge ge-
gen den Unterkiefer erklären. Als wesentlich todesursächlich relevant habe das 
Gutachten die stumpfen Gewalteinwirkungen gegen den Hals beurteilt. Die Ver-
letzungen am Hals könnten als Folge eines Würgens gewertet werden, infolge-
dessen es zu einer Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns gekommen sei, 
welche den Tod erkläre. Ein zweizeitiges Würgen sei durchaus möglich. Die Aus-
führungen im Gutachten stünden damit grundsätzlich im Einklang mit den vom 
Beschuldigten zugegebenen multiplen Einwirkungen. 

Anlässlich der Hauptverhandlung, führte die Vorinstanz weiter aus, habe Dr. 
AI.________, IRM, bestätigt, dass C.________ sel. wahrscheinlich durch das 
Würgen des Beschuldigten gestorben sei. Als Ursache für die Brüche des Zun-
genbeins und der oberen Hörner des Schildknorpels stehe das Würgen als Ursa-
che im Vordergrund, eine stumpfe Gewalteinwirkung könne jedoch nicht ausge-
schlossen werden. Bezüglich des Bruchs der Augenhöhlenböden (Knochen) habe 
Dr. AI.________ ausgeführt, dass diese durch Schläge direkt auf die Augen ent-

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stehen würden. Die Einwirkungen des Beschuldigten auf sein Opfer müssten auf-
grund des Verletzungsbildes von einiger Stärke bzw. Kraft gewesen sein. 

Gemäss den Erkenntnissen des Kriminaltechnischen Dienstes (KTD) müssten 
anhand des Blutspurenbildes die Kampfhandlungen hauptsächlich auf dem Vor-
platz und dem Gehweg zum Lichtschacht stattgefunden haben. Dies bestätige, 
dass der Beschuldigte sein Opfer zum Schacht gezogen und vor dem Schacht 
nochmals hingelegt und gewürgt haben müsse, ansonsten wären auf dem Weg 
zum Schacht wohl noch mehr Blutspuren gefunden worden. Dies deute zudem 
darauf hin, dass das Opfer nicht bereits beim Bänkli bewusstlos geworden sei, 
zumal in diesem Fall wohl weniger Blutspuren gefunden worden wären. Die am 
Tatort gefundenen, am Boden anhaftenden Blutspuren zeugten davon, dass sich 
das Opfer gewehrt haben müsse, was von Dr. AI.________ anhand der Verlet-
zungen des Opfers an den Unter- bzw. den Oberarmen bestätigt worden sei. Die 
Aussagen von Dr. AI.________ seien im Gegensatz zu denjenigen des Beschul-
digten glaubhaft. Sie habe vorsichtige Aussagen gemacht und die Spannbreite 
der Möglichkeiten aufgezeigt, wenn etwas nicht eindeutig bewiesen gewesen sei. 
Auf ihre Aussagen sei abzustellen.

Die Vorinstanz war überzeugt, dass C.________ sel. nicht nach dem ersten 
Schlag bewusstlos zu Boden gesunken sei, sondern sich gewehrt habe, davon 
zeugten auch die Abwehrverletzungen. Da sich die Verletzung der Zunge einzig 
durch Schläge gegen den Unterkiefer erklären liess, ging das erstinstanzliche Ge-
richt davon aus, dass der Beschuldigte das Opfer bereits im Stehen mehrmals 
und wuchtig geschlagen haben muss. Das Verletzungsbild am Kopf lasse sich 
durch mehrere heftige Schläge und Tritte gegen den Kopf erklären. Aufgrund der 
Aussagen des Beschuldigten sei schliesslich von einem zweifachen Würgen aus-
zugehen, wobei das zweite Würgen heftiger ausgefallen sei als das erste. 

Die in der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen von C.________ sel. seien 
mittels Bericht zur Legalinspektion vom 10. März 2012, Obduktionsbericht vom 
12. März 2012 und Gutachten zum Todesfall von C.________ sel. des IRM vom 
19. Oktober 2012 belegt. Im Gutachten des IRM sei ausgeführt worden, dass die 
Obduktion von C.________ sel. als wesentliche Todesursache eine stumpfe Ge-
walteinwirkung gegen den Hals aufgezeigt habe, welche aufgrund der Morpholo-
gie der Verletzungen an der Halshaut als Folge eines Würgens aufgetreten sei. 
Weiter sei das IRM zu folgenden Schlussfolgerungen gelangt: «Für den Tod infol-
ge einer Strangulation waren nur relativ wenige Stauungsblutungen sichtbar (lin-
kes Augenoberlid); weitere Stauungsblutungen sind mutmasslich durch die mas-
siven Verletzungen der Gesichtsweichteile überlagert worden. Infolge der durch 
das Würgen bedingten Kompression der Halsgefässe kam es zu einer Sauer-
stoffmangelversorgung des Gehirns, die den Tod der Frau erklärt» (pag. 1609). 
Demgegenüber sei im Gutachten festgestellt worden, dass ein zweizeitiges Wür-
gen durchaus möglich sei, der Todeseintritt könnte auch zusätzlich durch das Ein-
führen des Steins in den Mund gefördert worden sein. 

Der Beschuldigte liess oberinstanzlich ausführen, es sei nicht möglich zu sagen, 
ob es sich bei den Verletzungen an den Armen um Halte- oder Abwehrverletzun-
gen handle. Der Beschuldigte habe dazu konstant ausgesagt, C.________ sel. 

26

sei nach dem ersten Schlag zu Boden gegangen. Es lasse sich auch nicht nach-
weisen, dass die Verletzungen an der Zunge ausschliesslich durch einen Schlag 
verursacht worden seien. In dubio pro reo sei davon auszugehen, dass 
C.________ sel. nach dem ersten Schlag bewusstlos gewesen sei, etwas ande-
res lasse sich nicht nachweisen.

Die Vorinstanz würdigte die Beweise ausführlich und korrekt, weshalb die Kam-
mer grundsätzlich auf die vorinstanzliche Beweiswürdigung abstellt. Ergänzend 
weist die Kammer darauf hin, dass die Unterarmverletzungen von C.________ 
sel. auf eine gewisse Dauer der Rangelei schliessen lassen, zumal diese so nicht 
entstanden wären, wenn sie nach dem ersten Schlag des Beschuldigten an die 
Schläfe (pag. 1548) zu Boden gegangen wäre. Erst nach einer gewissen Zeit 
muss C.________ sel. schliesslich zu Boden gegangen sein. Anlässlich der Ta-
trekonstruktion zeigte der Beschuldigte, dass er sie am Boden liegend gewürgt 
hat (pag. 1550). Dies ist logisch und nachvollziehbar: Es ist unwahrscheinlich, im 
Stehen jemandem so nahe zu kommen, damit ein derartiges Würgen möglich 
wird. Der Beschuldigte würgte C.________ sel. mit Handschuhen. Das zweite 
Würgen fiel gemäss den Aussagen des Beschuldigten noch heftiger aus als das 
erste.

Der Beschuldigte fügte C.________ sel. mit Schlägen und Tritten an den Kopf 
massive Kopfverletzungen zu. Dies bestätigte Frau Dr. AI.________ vom IRM, je-
doch sagte diese aus, dass das Opfer an diesen Kopfverletzungen nicht gestor-
ben wäre (pag. 5336). Jedoch stellte Dr. AI.________ anlässlich der Einvernahme 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung fest, dass der Todeseintritt durch das 
Einführen des Steins gefördert worden sei, wenn C.________ sel. zu diesem 
Zeitpunkt nicht bereits tot gewesen sein sollte (pag. 1610 und pag. 5335 Z. 20 ff.).

Die Strangulation bzw. das Brechen des Zungenbeins und der oberen Hörner des 
Schildknorpels waren demnach todesursächlich (pag. 1609 und pag. 5335 Z. 26 
ff.). Die Einführung des Steines in den Rachen hätte den Tod beschleunigt, wenn 
C.________ sel. noch nicht tot gewesen war (pag. 1610). Sie wäre aber auch oh-
ne die Einführung des Steines gestorben (pag. 1610 und pag. 5337 Z. 28). Zur 
Festlegung des Todeszeitpunktes vgl. Ziffer 2.3.8. unten.

2.3.6. Sexuelle Handlungen / Erregungszustand des Beschuldigten
Die Vorinstanz erwog, der Beschuldigte habe auch bezüglich der sexuellen Hand-
lungen diverse Kehrtwenden vollzogen. Er habe schliesslich zugegeben, die Klei-
der von C.________ sel. zerrissen zu haben. Er habe bereits oben versucht, va-
ginal in C.________ sel. einzudringen, es habe jedoch nicht funktioniert. Der Be-
schuldigte habe weiter ausgesagt, er habe im Schacht angefangen, C.________ 
sel. vaginal zu penetrieren. Er habe die Hosen heruntergelassen gehabt und sich 
ein Kondom übergestreift. C.________ sel. sei auf dem Rücken gelegen. Weiter 
habe er erklärt, Steine in ihre Körperöffnungen gesteckt zu haben, vaginal und 
anal. Er habe jedoch nicht mehr gewusst bzw. wissen wollen, dass er ihr auch ei-
nen Stein in den Rachen und eine Tube Gleitgel in die Vagina eingeführt und eine 
Haarbürste in ihren Anus gesteckt habe. 

27

Weiter habe der Beschuldigte ausgesagt, er habe die Steine vorher mit Öl bzw. 
einer fettigen Flüssigkeit aus einem Fläschchen bzw. mit Gleitgel benetzt. Er habe 
schliesslich doch noch eingeräumt, den Stein in den Rachen eingeführt zu haben.

Der Beschuldigte habe ebenfalls zugegeben, nach der vaginalen Penetration und 
vor dem Einführen der Gegenstände versucht zu haben, anal in C.________ sel. 
einzudringen.

Der KTD habe festgestellt, dass der leblose Körper von C.________ sel. nur noch 
mit einem über die Brüste hochgeschobenen Pullover bekleidet gewesen sei. In 
ihrem Mund sei ein Stein gesteckt und in ihrer Vagina ein Massage- / Gleitgel-
stick. Die Kleider des Opfers seien zerrissen gewesen. Es sei eine Haarbürste mit 
Blut-, Schmutz- und Kotanhaftungen gefunden worden. Gemäss Gutachten des 
IRM sei in der Mundhöhle und in der Vagina von C.________ sel. je ein Stein ge-
funden worden. 

Das IRM habe im Scheideneingang und an der Analöffnung Verletzungen festge-
stellt, welche für dort erfolgte stumpfe Gewalteinwirkungen im Rahmen vollende-
ter und versuchter vaginaler oder analer Penetration sprächen. 

Zu seinem Erregungszustand habe der Beschuldigte ausgesagt, er sei nicht er-
regt gewesen.

Zwischen den Beinen des Opfers und im Gebüsch sei je ein gebrauchtes, aber 
nicht beschädigtes Kondom sichergestellt worden, welche beide DNA-Spuren des 
Beschuldigten und des Opfers aufgewiesen hätten, was den Aussagen des Be-
schuldigten widersprechen würde. Aufgrund der fehlenden DNA-Spuren auf dem 
Körper von C.________ sel. sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte sie 
nur mit Kondom penetriert und mit Handschuhen angefasst habe. 

Das Gericht erachtete es nicht als möglich und naheliegend, ein Kondom über ein 
nicht zumindest teilweise steifes Glied zu ziehen. Der Beschuldigte habe aber 
eingeräumt, das Kondom übergestreift zu haben. Am einen Kondom hätten ver-
einzelt Spermien und Samenflüssigkeit nachgewiesen werden können. Es sei da-
her naheliegend, dass ein gewisser Erregungszustand vorgelegen habe. Das 
Glied des Beschuldigten müsse zumindest teilweise steif gewesen sein, damit er 
Spermien habe ausscheiden und ein Kondom habe überstreifen können. Zudem 
habe er selber ausgesagt, er habe teilweise in C.________ sel. eindringen kön-
nen.

Es sei unklar geblieben, folgerte die Vorinstanz, weshalb der Beschuldigte Ge-
genstände in die Körperöffnungen von C.________ sel. eingeführt habe. Es könn-
te sich um Ersatzhandlungen für den «versäumten» Geschlechtsverkehr (orale, 
vaginale und anale Penetration) gehandelt haben. Das erstinstanzliche Gericht 
ging deshalb von sexuellen Ersatzhandlungen aus. 

Die Generalstaatsanwaltschaft führte oberinstanzlich aus, der Beschuldigte habe 
dem noch lebenden Opfer den Stein als krönenden Abschluss in den Rachen ge-
steckt und ihm damit den «Rest geben wollen». 

Die Vorinstanz würdigte die Beweise wiederum ausführlich und korrekt. Darauf 
wird verwiesen. Die Kammer gelangt zu den gleichen Schlüssen wie die Vorin-

28

stanz. Die vorgenommenen sexuellen Handlungen können nicht anders als ab-
scheulich taxiert werden. Der Beschuldigte penetrierte C.________ sel. vaginal, 
bevor er sie in den Schacht reinzog, indem er mit seinem Glied mehrere Zentime-
ter in sie eindrang. Nachdem er sie das zweite Mal heftig gewürgt hatte, schleifte 
er sie in den Schacht, streifte sich kniend ein neues Kondom über und versuchte 
wiederum vaginal in sie einzudringen. Schliesslich drehte er C.________ sel. um 
und versuchte anal in sie einzudringen. Er drehte sie zurück auf den Rücken und 
fing an, ihr Steine in die Körperöffnungen einzuführen. Zuerst führte er ihr einen 
Stein und die Gleitgeltube in die Vagina ein. Am Schluss steckte der Beschuldigte 
ihr einen Stein in den Mund. Wann genau er C.________ sel. die Haarbürste in 
den Anus eingeführt hat, konnte nicht abschliessend geklärt werden. 

Die Kammer geht davon aus, dass eine Erregung des Beschuldigten zwar vor-
handen, aber nicht allzu hoch gewesen sein kann, weil er sexuelle Ersatzhand-
lungen an C.________ sel. vorgenommen hat.

2.3.7. Motiv des Beschuldigten / Zeitpunkt des Tötungsentschlusses

Die Vorinstanz schälte vier mögliche Motive für die Tat heraus. Das Motiv «Sex 
gegen Bezahlung» schloss die Vorinstanz aus. Neugier könne ebenfalls nicht das 
Motiv gewesen sein, zumal der Beschuldigte auch schon erste Erfahrungen mit 
Prosituierten gehabt haben solle. Klar sei zudem, dass es zwischen dem Be-
schuldigten und C.________ sel. nicht zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr 
gekommen wäre, da ersterer kein Geld gehabt habe.

Das erstinstanzliche Gericht schloss als Anfangsmotiv auch die Raub- bzw. Dieb-
stahlsabsicht aus. Es gelangte nach ausführlicher Würdigung zum Schluss, dass 
die letzte Aussage des Beschuldigten korrekt gewesen sei und er erst nach der 
Tat den Entschluss gefasst habe, die Handtasche und das Geld von C.________ 
sel. mitzunehmen, sie also zu bestehlen.

Als viel naheliegender erachtete das vorinstanzliche Gericht das Motiv der Ver-
gewaltigung, nämlich, dass der Beschuldigte C.________ sel. bestellt hat, um sie 
zu vergewaltigen: Er habe kein Geld gehabt, um sie bezahlen zu können. Sodann 
habe er zuvor im Internet nach pornografischen Filmen gesucht (unter anderem 
mit den Stichworten «Vergewaltigung», «mom», «public», «brutal») und auch sol-
che gefunden. Diese Stichworte würden zu den vorgenommenen gewalttätigen 
Einwirkungen passen. Dies sprach für das Gericht dafür, dass der Beschuldigte 
C.________ sel. von Anfang an vergewaltigen wollte und sie aus diesem Grund 
bestellte. Der Beschuldigte habe alsdann bestätigt, beim Anruf bereits die Verge-
waltigung im Kopf gehabt zu haben. Die Vergewaltigung sei im Vordergrund ge-
wesen, der Beschuldigte habe Vorfreude empfunden.

Zum Motiv «Tötung» führte die Vorinstanz aus, der Beschuldigte habe immer 
ausgesagt, er habe C.________ sel. aber nicht bestellt um sie zu töten. Spätes-
tens als er sie das zweite Mal gewürgt habe, müsse eine Tötungsabsicht bejaht 
werden.

Der Beschuldigte liess oberinstanzlich zur Diebstahlsabsicht geltend machen, er 
habe erst die Absicht gehabt, Geld zu stehlen, als er die Tasche gesehen habe. 
Er habe Lust gehabt auf eine Frau, es sei ihm durch den Kopf gegangen, diese 

29

Frau zu vergewaltigen, die Absicht sei aber erst verfestigt worden, als 
C.________ sel. reglos dagelegen sei. Die Tötung sei nicht geplant gewesen. Der 
Eventualvorsatz, das Opfer zu töten habe sich erst verfestigt, als er dieses zu 
würgen begonnen habe.

Die Generalstaatsanwaltschaft führte aus, der Beschuldigte habe sexuelle Gewalt 
und Macht ausüben wollen, er habe sie bestellt, um sie zu vergewaltigen. Er habe 
C.________ sel. nach dem Missbrauch getötet, damit sie ihn nicht habe verraten 
können.

Für die Kammer sind die Erwägungen der Vorinstanz korrekt. Im Vordergrund 
stand zunächst die Vergewaltigungsabsicht, der Beschuldigte «bestellte» 
C.________ sel., um sie zu vergewaltigen, es würde nämlich sonst keinen Sinn 
machen, eine teure Escort-Dame von weither zwecks Sex zu bestellen, wenn oh-
nehin kein Geld vorhanden ist. Die Kammer schliesst sich der Auffassung in Be-
zug auf die Diebstahlsabsicht ebenfalls an: der Beschuldigte fasste erst nach der 
Rangelei den Entschluss, die Handtasche, bzw. das Geld von C.________ sel. zu 
stehlen. Spätestens anlässlich des zweiten Würgens fasste der Beschuldigte zu-
dem den Entschluss, C.________ sel. zu töten. Ob jedoch bereits beim ersten 
Würgen Eventualvorsatz vorgelegen hat, wird in den rechtlichen Erwägungen zu 
prüfen sein.

2.3.8. Todeszeitpunkt und dessen Feststellung durch den Beschuldigten

Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, im Gutachten des IRM sei als Todesur-
sache das Würgen genannt. Es könne gemäss Gutachten aber nicht ausge-
schlossen werden, dass der Todeseintritt durch das Einführen des Steins geför-
dert worden sei. Das Einführen des Steins kurz nach dem Todeseintritt sei jedoch 
ebenfalls möglich. Da in der Rachenschleimhaut keine Entzündungszellen gefun-
den worden seien, sei C.________ sel. bei der Einführung des Steines bereits tot 
gewesen oder spätestens innert 20 bis 30 Minuten gestorben. Es könne gemäss 
Gutachten des IRM zudem nicht sicher unterschieden werden, ob die genitalen 
und analen Verletzungen zur Lebzeiten oder nach dem Tod erfolgt seien, da sich 
dort ebenfalls keine Entzündungszellen befunden hätten. Es sei damit davon aus-
zugehen, dass C.________ sel. beim ersten oder zweiten Würgen, spätestens 
aber innerhalb von 20 bis 30 Minuten nach den sexuellen Handlungen verstorben 
sei.

Der Beschuldigte habe widersprüchliche Aussagen dazu gemacht, wann er das 
Gefühl gehabt habe, C.________ sel. sei tot. Der Beschuldigte habe nicht ge-
wusst, wann das Opfer nicht mehr gelebt habe. Da das zweite Würgen heftiger 
gewesen sei, sei C.________ sel. spätestens nach diesem tot gewesen, also 
noch vor dem Einführen der Gegenstände. Da der Beschuldigte aber bereits beim 
ersten Würgen habe damit rechnen müssen, dass der Tod von C.________ sel. 
eintreten könnte, sei in dubio pro reo davon auszugehen, sie sei schon beim ers-
ten Würgen verstorben und der Beschuldigte sei sich dessen bewusst gewesen.

Der Beschuldigte liess oberinstanzlich geltend machen, es könne nichts anderes 
nachgewiesen werden, als dass C.________ sel. bereits nach dem ersten Wür-
gen tot gewesen sei. 

30

Die Generalstaatsanwaltschaft hingegen führte aus, der Beschuldigte sei davon 
ausgegangen, das Opfer habe bei sämtlichen sexuellen Übergriffen noch gelebt, 
da er sich am lebenden Opfer habe vergehen wollen. Es stelle sich zudem die 
Frage, weshalb der Beschuldigte C.________ sel. noch ein zweites Mal hätte 
würgen sollen, wenn er denn davon ausgegangen wäre, sie sei schon tot. Er ha-
be die sexuellen Ersatzhandlungen am lebenden Opfer vornehmen wollen und sei 
daher davon ausgegangen, C.________ sel. sei noch am Leben. Da das IRM den 
Todeszeitpunkt nicht präzis habe feststellen können, sei davon auszugehen, dass 
C.________ sel. nach dem zweiten Würgen tot gewesen sei.

Zu prüfen ist für die Kammer damit, wann der Tod von C.________ sel. eingetre-
ten ist. Die Gutachter des IRM konnten den Todeszeitpunkt von C.________ sel. 
nicht eindeutig bestimmen. Die Obduktion zeigte als wesentliche, todesursächlich 
relevante Befunde Zeichen einer stumpfen Gewalteinwirkung gegen den Hals 
(insbesondere Brüche des Zungenbeins und der oberen Hörner des Schildknor-
pels), die Folge eines Würgens waren. Infolge der durch das Würgen bedingten 
Kompression der Halsgefässe kam es zu einer Sauerstoffmangelversorgung des 
Gehirns, die den Tod der Frau erklärte. Nicht auszuschliessen war aber, dass der 
Todeseintritt zusätzlich durch das Einführen des Steines tief in den Mund mit 
nachfolgender Verlegung der Atemwege und somit hochgradiger Atembehinde-
rung gefördert wurde. Objektivierbare Hinweise für eine Einführung des Steines 
zu Lebzeiten, im Sinne einer Einwanderung von Entzündungszellen nach 20 bis 
30 Minuten nach Verletzungszufügung, fanden sich nicht. Dass die Zähne von 
C.________ sel. beim Einführen des Steines praktisch nicht beschädigt wurden, 
liess sich durch eine Bewusstlosigkeit bzw. den schon eingetretenen Tod erklären 
(pag. 1609 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde Frau 
Dr. AI.________ vom IRM befragt, sie bestätigte die Erkenntnisse des Gutach-
tens (pag. 5334). Sie sagte zudem aus, dass C.________ sel. auch ohne die Ein-
führung des Steines gestorben wäre (pag. 5335 Z. 29 f.).

Nach den Erkenntnissen des IRM war C.________ sel. damit spätestens nach 
dem zweiten Würgen tot, zumal auch nach Angaben des Beschuldigten das zwei-
te Würgen heftiger gewesen war. Der Tod trat damit sicher vor den sexuellen 
Handlungen (inkl. Einführen der Steine) im Schacht ein. Spätestens zu diesem 
Zeitpunkt musste dem Beschuldigten klar gewesen sein, dass er den Tod von 
C.________ sel. herbeigeführt hatte.

Es stellt sich für die Kammer aber die Frage, ob der Tod früher eingetreten sein 
könnte: 

Der Beschuldigte gab bei seiner Einvernahme vom 2. April 2012 an, er habe 
überlegt, eine Ambulanz zu rufen. Er habe nicht gewollt, dass die Frau sterbe. Er 
habe ja nicht gewusst, ob sie noch gelebt habe oder schon tot gewesen sei (pag. 
2371 Z. 441 f. und 445f.).

In seinem schriftlichen Geständnis vom 1. April 2012 schrieb er ebenfalls, er habe 
nicht gewusst, ob die Frau noch gelebt habe oder ob sie tot gewesen sei (pag. 
2377 unten).

31

Beim Staatsanwalt sagte der Beschuldigte am 30. April 2012 aus, er habe keine 
Ahnung, ob sich C.________ sel. noch bewegt oder etwas gesagt habe, als er sie 
geschlagen und dann zum Schacht gezogen habe (pag. 2443 Z. 313 ff.). Es sei 
ihm erst klar geworden, dass sie nicht mehr gelebt habe und was passiert sei, als 
er im Auto gesessen sei. Er habe, als er die Steine eingeführt habe, nicht das Ge-
fühl gehabt, dass sie noch lebe. Als er sie im «Züg umegschleipft» habe, habe er 
nicht das Gefühl gehabt, sie lebe noch. Er habe sich auch nicht überlegt, ob er ei-
ne Leiche vergewaltige (pag. 2447 Z. 452 ff.). Er wies weiter darauf hin, dass er 
nicht wisse, ob es passiert sei, als er sie geschlagen habe (pag. 2448 Z. 470 f.). 
Er wisse nicht genau, woran sie gestorben sei (pag. 2448 Z. 480 f.). Er habe, 
«äuä» als er gegangen sei, das Gefühl gehabt, sie sei tot (pag. 2448 Z. 490).

Er sei sicher, dass sie noch gelebt habe, als sie umgefallen und am Boden gele-
gen sei (pag. 2475 Z. 578 f.). Als er sie das zweite Mal gewürgt habe, habe er 
den Eindruck gehabt, es sei fertig gewesen (pag. 2475 Z. 582 f.). 

Am 30. Juli 2012 war sich der Beschuldigte immer noch unschlüssig: Er wisse 
nicht, ob sie schon beim ersten Würgen tot gewesen sei (pag. 2546 Z.357 f.).

Die Kammer geht davon aus, dass C.________ sel. beim ersten Würgen auf dem 
Rücken am Boden lag (pag. 830 und 1550). Der Beschuldigte hatte seine Hände 
um ihren Hals und drückte mit seinen Daumen auf ihr «Gurgeli». Kurze Zeit 
später schlug und trat er das Opfer massiv, unter anderem auch gegen ihren 
Kopf, was schwere Verletzungen hervorrief (pag. 5336). 

Der Beschuldigte konnte zu diesem Zeitpunkt nicht sicher wissen, ob sein Opfer 
schon tot war, zumal sie bereits recht früh anlässlich der Rangelei bewusstlos 
geworden war. Sicher ist jedenfalls, dass sie nicht von Anfang an, d.h. nach dem 
ersten Schlag bewusstlos geworden war, zumal das IRM bei ihr Abwehrverlet-
zungen an den Unterarmen festgestellt hatte.

Wer so heftig auf den leblosen Körper eines Menschen einwirkt (Kombination von 
Würgen und Schlagen bzw. Treten), muss damit rechnen, dass dieser Mensch an 
den massiven zugefügten Verletzungen stirbt. Daher geht auch die Kammer da-
von aus, dass C.________ sel. bereits beim ersten Würgen verstarb und sich der 
Beschuldigte dessen bewusst war. Auch die Tatsache, dass sich im Körper von 
C.________ sel. noch keine Entzündungszellen gebildet haben, widerspricht die-
ser Festlegung des Todeszeitpunktes nicht: Es ist nahezu auszuschliessen, dass 
die nach dem ersten Würgen noch erfolgten Übergriffe mehr als 20 bis 30 Minu-
ten gedauert haben. Für diese relativ lange Zeitspanne kann aber laut Gutachten 
des IRM nicht sicher unterschieden werden, ob die genitalen und analen Verlet-
zungen noch zu Lebzeiten oder erst nach dem Tod erfolgten, da sich dort eben-
falls keine Entzündungszellen befanden (pag. 1611). Auch diese Verletzungen 
müssen C.________ sel. gemäss Frau Dr. AI.________ beigebracht worden sein, 
als sie bereits tot war oder eben innerhalb von 20 bis 30 Minuten vor dem Tod 
(pag. 5336 Z. 1 ff.).

Zu Recht ist von der Generalstaatsanwaltschaft die Frage aufgeworfen worden, 
weshalb der Beschuldigte C.________ sel. ein zweites Mal – und noch heftiger – 
würgen sollte, wenn er denn der Meinung gewesen wäre, sie sei schon tot. 

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Der Beschuldigte wendete nach Überzeugung der Kammer überschiessende 
Gewalt an, er würgte die Frau und wollte sie danach vergewaltigen. Dies gelang 
ihm aber nicht. Er fühlte sich ohnmächtig und verwandelte diese Ohnmacht in 
weitere Macht, indem er sie noch heftiger würgte. Zu diesem Zeitpunkt mag er 
zwar subjektiv davon ausgegangen sein, dass sie noch lebte, obwohl er aber 
durchaus damit hätte rechnen müssen, dass sie bereits tot war. Das Argument, 
dass der Beschuldigte aufgrund fehlender nekrophiler Neigungen nach ihrem Tod 
nicht mehr mit C.________ sel. hätte sexuell verkehren wollen, widerspricht der 
Annahme des früheren Todeseintrittes ebenfalls nicht, da ihr Körper zu diesem 
Zeitpunkt noch warm und durchblutet gewesen war.

Der Tod von C.________ sel. ist für die Kammer damit nach dem ersten Würgen 
(in Kombination mit heftigen Schlägen und Tritten) eingetreten. Der Beschuldigte 
musste mit dem Eintritt des Todes zu diesem Zeitpunkt rechnen.

2.3.9. Erwiesener Sachverhalt

Damit geht die Kammer von folgendem erwiesenen Sachverhalt aus:

Der Beschuldigte hat unter Angabe des Namens seines Bruders bei einem sehr 
teuren auswärtigen Escort-Service C.________ sel. um 22:21 Uhr bestellt, weil er 
sie vergewaltigen wollte. Um ca. 24:00 Uhr kam C.________ sel. beim Treffpunkt 
bei der AF.________ Tankstelle in Langenthal an. Von zu Hause nahm er kein 
Geld, aber Handschuhe mit, um keine Spuren zu hinterlassen. Der Beschuldigte 
stieg in das Auto von C.________ sel. ein und führte das ortsunkundige Opfer zur 
Turnhalle V.________. Daselbst angekommen und nach Verlassen des Autos 
zog der Beschuldigte auf dem Weg vom Auto zu einem Bänkli die Handschuhe 
an. Er liess C.________ sel. auf diesem Weg im Glauben, er wohne «dort hin-
ten». Nachdem der Beschuldigte ihr eröffnet hatte, dass er über kein Geld verfüg-
te, wollte sie gehen. Der Beschuldigte hielt C.________ sel. zurück. Diese wehrte 
sich. Daraus ergab sich eine Rangelei, wobei das Opfer seine Tasche verlor. Der 
Beschuldigte schlug mit grosser Wucht auf sein Opfer ein. C.________ sel. fiel zu 
Boden. Der Beschuldigte kniete über C.________ sel., würgte sie und drückte 
dabei seine Daumen auf ihr «Gurgeli». Dann schlug er mit den Fäusten weiter auf 
sie ein, stand auf, trat sie mehrmals gegen Rücken, Nacken und vor allem gegen 
den Kopf. Bei C.________ sel. trat in dieser Phase der Tod ein, womit der Be-
schuldigte rechnen musste.

Der Beschuldigte zog das Opfer um die Ecke zum unbeleuchteten Gehweg vor 
dem Schacht. Er entfernte sich zwischenzeitlich vom Opfer und warf dessen Ta-
sche in ein Gebüsch. Er riss ihr die Kleider vom Leib, zog seine Hose herunter 
und streifte ein Kondom über. Der Beschuldigte penetrierte den reglosen Körper 
von C.________ sel. vaginal. Da die Penetration nicht wie gewünscht funktionier-
te, hörte der Beschuldigte auf und zog die Hose wieder hoch. Er würgte 
C.________ sel. ein zweites Mal sehr heftig. Spätestens beim zweiten Würgen 
handelte er, um die einzige nachmalige Zeugin seiner Verbrechen zu eliminieren, 
damit sie ihn später nicht belasten kann. Ab diesem Zeitpunkt musste der Be-
schuldigte sicher wissen, dass C.________ sel. tot war.

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Danach zog der Beschuldigte C.________ sel. in den Schacht, liess wieder die 
Hose herunter, zog sich ein neues Kondom über und penetrierte den reglosen 
Körper von C.________ sel. erneut vaginal. Die Penetration funktionierte nicht. 
Der Beschuldigte drehte den reglosen Körper um und versuchte eine anale Pene-
tration. Auch dies gelang nicht wie gewünscht. Der Beschuldigte drehte den reg-
losen Körper von C.________ sel. wieder um. Der Beschuldigte behändigte eine 
zuvor von ihm in den Schacht geworfene Gleitgeltube, benetzte damit einen im 
Schacht liegenden Stein und stiess diesen in die Vagina von C.________ sel.. 
Die Tube Gleitgel führte er ebenfalls ein. Zudem stiess der Beschuldigte eine vom 
Opfer stammende Haarbürste in dessen Anus. Danach nahm der Beschuldigte 
einen weiteren Stein und stiess diesen in den Rachen von C.________ sel.. 

Der Beschuldigte kletterte aus dem Schacht und liess sein Opfer dort unten 
zurück. Er behändigte mit neu gefasster Diebstahlsabsicht die noch dort herum-
liegende Handtasche und die Fahrzeugschlüssel von C.________ sel.. Um 02:14 
Uhr rief der Beschuldigte seinen Drogendealer an und vereinbarte ein Treffen. 
Der Beschuldigte fuhr mit dem Auto von C.________ sel. zum Dealer und kaufte 
mit deren Geld Kokain. Anschliessend fuhr der Beschuldigte in der Gegend um-
her und kaufte bei einer Tankstelle, ebenfalls mit ihrem Geld, Bier. Der Beschul-
digte fuhr zu einem Parkplatz im Wald zwischen Langenthal und Bützberg, kon-
sumierte das Kokain und das Bier und schlief ein. Nach dem Aufwachen fuhr der 
Beschuldigte nach Hause, wo er um ca. 16:00 Uhr eintraf. Das Auto von 
C.________ sel. liess er stehen. Zu Hause reinigte er seine Kleider. Teilweise 
vernichtete er sie. Dem ihn nach seinen blutigen Schuhen fragenden Vater erklär-
te er, er sei eine Schlägerei verwickelt gewesen.

III. Rechtliche Würdigung

1. Vorbemerkung / Anklagegrundsatz

Im Rahmen der Vorfragen anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung be-
antragte Staatsanwalt AJ.________ eine Präzisierung von Ziffer 2 der Anklage-
schrift. Sowohl bei der qualifizierten Vergewaltigung als auch bei der qualifizierten 
Nötigung handle es sich um eine Mehrfachbegehung, was auch aus dem Sach-
verhalt hervorgehe (pag. 5323). Das Gericht liess diese Präzisierung zu 
(pag. 5324). Sodann erklärte der Vorsitzende, dass in Ziffer 2 der Anklageschrift 
nach Ansicht des Gerichts auch die einfache Begehung der Vergewaltigung und 
der sexuellen Nötigung enthalten sei (pag. 5324).

Nach Ansicht der Kammer umfasst die Eventualanklage auch den Tatbestand der 
Störung des Totenfriedens. Aus dem Sachverhalt ergibt sich diesbezüglich, dass 
es auch hier um eine Mehrfachbegehung geht. Zudem handelt es sich um den 
Tatbestand der sexuellen Nötigung und nicht der Nötigung. 

2. Mord / vorsätzliche Tötung

2.1. Erwägungen der Vorinstanz

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Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, einen Mord begehe, wer vorsätzlich 
einen Menschen töte und dabei besonders skrupellos handle, namentlich, wenn 
sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders ver-
werflich seien. Besonders verwerflich sei eine Gesinnung, bei welcher die egoisti-
schen Tendenzen fast völlig die Oberhand gewonnen und nahezu allein das Han-
deln des Täters bestimmt hätten. Der Mord zeichne sich nach der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse Missachtung frem-
den Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Die besondere Skrupel-
losigkeit müsse aus der Tat selber hervorgehen, es sollten nur unmittelbar mit der 
Tatausführung verbundene Umstände verwertet werden. 

Besonders skrupellos handle derjenige, dem moralische Bedenken während der 
Tatausführung völlig fehlten, der keinerlei mentale Hemmungen gegen das Aus-
löschen eines Menschenlebens habe. Ob Skrupellosigkeit vorliege, sei in jedem 
Fall aufgrund einer Gesamtwertung der äusseren und inneren Umstände der Tat 
zu beurteilen.

Zu den im Gesetz erwähnten besonders verwerflichen Beweggründen zählten un-
ter anderem die Habgier, die Rache, der extreme Egoismus, der Eliminations-
mord, die Tötung zur Ermöglichung oder Verdeckung einer Straftat, die Mordlust 
oder die sexuelle Befriedigung. 

Besonders verwerflich könne auch die Art der Ausführung der Tat sein, dabei 
stünden der äussere Geschehensablauf der Tötung und die eingesetzten Tatmit-
tel im Vordergrund. Folgende Erscheinungsformen seien unter anderem zu unter-
scheiden: die ausserordentliche Grausamkeit und die Heimtücke. 

Besonders belastende Elemente eines Tötungsdelikts könnten durch entlastende 
Momente ausgeglichen werden und umgekehrt könne erst das Zusammentreffen 
mehrerer belastender Umstände, die einzeln nicht ausgereicht hätten, die Tötung 
als besonders skrupellos erscheinen lassen.

In subjektiver Hinsicht genüge Eventualvorsatz, er müsse sich aber auf die 
Tötungshandlung an sich und auch auf die objektiven Mordelemente beziehen.

Das erstinstanzliche Gericht zog zur Würdigung der Tat verschiedene Vergleichs-
fälle bei, in welchen auf Mord erkannt worden war (pag. 5490 ff.).

Der Beschuldigte habe aus rein egoistischen Beweggründen gehandelt. Er habe 
C.________ sel. bestellt, um diese zu vergewaltigen. Er habe sein Opfer in Si-
cherheit gewiegt, da er ihm erzählt habe, er wohne hinter der Sporthalle 
V.________. Er habe gnadenlos und mit grosser Wucht auf das sich wehrende 
Opfer eingeschlagen und -getreten. Er sei in einen regelrechten Blutrausch gera-
ten. Anschliessend habe er C.________ sel. zu Tode gewürgt. Er habe ihr Leben 
ohne zu zögern beendet, nachdem sie sich gewehrt habe. Dieses Verhalten zeu-
ge von Gefühlskälte, krassestem Egoismus und völliger Geringschätzung des 
menschlichen Lebens. 

Der Beschuldigte habe anschliessend versucht, vaginal in C.________ sel. ein-
zudringen, er habe seine sexuellen Triebe unter allen Umständen befriedigen wol-
len. Das nachfolgende zweite Würgen lege Zeugnis über die besondere Skrupel-

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losigkeit des Beschuldigten ab, sei dies geschehen aus Frust oder zur Sicherstel-
lung der Elimination von C.________ sel..

Das Verhalten des Beschuldigten zeuge von besonderer Gefühlskälte, weil er 
C.________ sel. getötet, sich danach an ihr vergangen, ihre Sachen mitgenom-
men und mit ihrem Geld Kokain und Alkohol gekauft habe.

Im vorliegenden Fall passe keines der Mordelemente ganz, aber alle seien gröss-
tenteils erfüllt. Die Tat lasse sich ohne weiteres mit den Urteilen des Bundesge-
richts und des Berner und Zürcher Obergerichts vergleichen.

Das Gericht kam daher zum Schluss, «dass die vielen krass egoistischen Handlungen, die 
moralisch alle als verwerflich und minderwertig qualifiziert werden müssen und das Handeln des 
Beschuldigten bestimmt haben, in ihrer Gesamtheit die Grenze der vorsätzlichen Tötung weit über-
schritten habe