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**Case Identifier:** b1e8b1f6-4c0f-518f-92c4-9cb6f5d48ac7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 25.05.2016 810 15 237
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-15-237_2016-05-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 25. Mai 2016 (810 15 237) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung 

 

 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Christian  

Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess,  
Gerichtsschreiber i.V. Alain Meier 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, Advo-
kat 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 

  
  

Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung  
(RRB Nr. 1238 vom 18. August 2015) 

 

 
  

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A. Der kosovarische Staatsangehörige A.____, geboren am 5. Dezember 1994, reiste am 

26. Mai 1999 in die Schweiz ein. In der Folge erhielt er im Rahmen des Familiennachzuges eine 

Niederlassungsbewilligung. 

 

B. Am 29. April 2011 wurde A.____ von der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft wegen 

geringfügiger Sachbeschädigung zu einem halben Tag unbedingter Arbeitsleistung verurteilt. 

Mit Strafbefehl vom 8. März 2012 verurteilte die Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft A.____ 

wegen einfacher Körperverletzung und versuchter Nötigung zu acht Tagen Arbeitsleistung (da-

von drei Tage unbedingt). 

 

C. Mit Strafbefehl vom 20. Juni 2013 wurde A.____ wegen einfacher Körperverletzung, 

Angriffs, Tätlichkeiten sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz zur Leistung von ge-

meinnütziger Arbeit von total 600 Stunden sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Diese 

musste in der Folge in eine Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelt werden. Er trat die Ersatzfrei-

heitsstrafe von 149 Tagen am 2. Juni 2014 an und wurde am 9. September 2014 bedingt ent-

lassen. 

 

D. Am 22. Juli 2013 wurde A.____ durch das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) 

ermahnt, dass er sich in Zukunft an die gesetzlichen Vorschriften halten müsse. Zudem würden 

weitere ausländerrechtliche Massnahmen vorbehalten, sollten weitere Urteile ergehen oder 

Straftaten bekannt werden, die vor der Ermahnung begangen wurden. 

 

E. Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 23. Januar 2014 wurde 

A.____ wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten 

verurteilt. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt bestätigte mit Urteil vom 1. Oktober 

2014 den erstinstanzlichen Entscheid.  

 

F. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das AfM am 30. März 2015 den 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung von A.____ und die Ausreise aus der Schweiz bis spä-

testens 30. Mai 2015.  

 

G. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, Advokat in 

Basel, am 7. April 2015 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Re-

gierungsrat). Er stellte das Begehren, die Verfügung des AfM sei aufzuheben und von einem 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei abzusehen. Dies unter o/e-Kostenfolge.  

 

H. Der Regierungsrat wies mit Regierungsratsbeschluss Nr. 1238 vom 18. August 2015 

(RRB) die Beschwerde ab.  

 

I. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, am 27. August 

2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwal-

tungsrecht (Kantonsgericht). Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des RRB und das 

Absehen von einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Dies unter o/e-Kostenfolge.  

 

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J. Der Regierungsrat liess sich mit Eingabe vom 27. November 2015 zur Sache verneh-

men. Er beantragt die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge.  

 

K. Mit Verfügung vom 5. Januar 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über-

wiesen.  

 

L. Mit Eingabe vom 19. Mai 2016 reichte der Beschwerdeführer beim Kantonsgericht ein 

Zwischenzeugnis sowie die Lohnabrechnungen von Januar bis April 2016 ein. 

 

M. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Anträgen und 

Begründungen fest.  

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 

 

1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-

tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die 

angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer Adressat des 

angefochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die 

übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch die sachliche Zu-

ständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 

 

2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und 

lit. b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 

werden. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kan-

tonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 

Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 

 

3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 

 

4.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

(AuG) vom 16. Dezember 2005 verleiht die Niederlassungsbewilligung einen zeitlich un-

befristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem 

grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der Schweiz 

auszugehen.  

 

4.2 Indes gilt der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG nicht abso-

lut. Es ist zu prüfen, ob ein Widerrufsgrund vorliegt. 

 

4.3.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die Nieder-

lassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer län-

gerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Län-

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gerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freiheits-

strafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung 

nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, 

ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil des Bundes-

gerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1).  

 

4.3.2 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 

23. Januar 2014 wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 12 

Monaten, also genau einem Jahr, verurteilt. Dieses Urteil bestätigte das Appellationsgericht des 

Kantons Basel-Stadt am 1. Oktober 2014. Frühere Verurteilungen erreichen die Jahresgrenze 

bei Weitem nicht. Der Beschwerdeführer wurde somit nicht zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 

einem Jahr verurteilt und der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b 

AuG ist folglich nicht gegeben. Es ist allerdings weiter zu prüfen, ob der Beschwerdeführer den 

Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt.  

 

4.4.1 Im Gegensatz zum Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 62 lit. c AuG, 

welcher voraussetzt, dass der Ausländer "erheblich oder wiederholt" gegen die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung verstossen hat, setzt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung nach 

Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG voraus, dass ein solcher Verstoss "in schwerwiegender Weise" erfolgt 

ist. Damit werden vergleichsweise erhöhte Anforderungen an einen Bewilligungswiderruf ge-

stellt, was sich eindeutig aus dem französischen Wortlaut der genannten Bestimmungen ergibt. 

Während Art. 62 lit. c AuG von einem Verstoss "de manière grave ou répétée" spricht, wird in 

Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG die qualifizierte Formulierung "de manière très grave" verwendet (BGE 

137 II 297 E. 3.2). Zur Abgrenzung zwischen Art. 62 lit. c und Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist in ers-

ter Linie auf den Stellenwert des beeinträchtigten Rechtsguts abzustellen. Die Praxis geht von 

der Erfüllung der qualifizierten Formulierung aus, wenn der Ausländer durch sein Handeln be-

sonders hochwertige Rechtsgüter namentlich die körperliche, psychische und sexuelle Integrität 

eines Menschen verletzt oder in Gefahr gebracht hat. Indes können auch vergleichsweise we-

niger gravierende Pflichtverletzungen als "schwerwiegend" im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b 

AuG bezeichnet werden (BGE 137 II 297 E. 3.3). Namentlich kann auch eine Summierung von 

Verstössen, die für sich genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen Bewilli-

gungsentzug rechtfertigen. Diesfalls ist nicht die Schwere der verhängten Strafen, sondern die 

Vielzahl der Delikte entscheidend. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist somit auch 

dann möglich, wenn sich eine ausländische Person von strafrechtlichen Massnahmen nicht be-

eindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch zukünftig weder gewillt noch fähig ist, sich an 

die Rechtsordnung zu halten. Ob ein Ausländer willens und in der Lage ist, sich in die hier gel-

tende Ordnung einzufügen, ist anhand einer Gesamtbetrachtung seines Verhaltens zu beurtei-

len (BGE 137 II 297 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2014 vom 16. Dezember 2014 

E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.1.1; siehe auch 

ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer-

recht, Basel 2009, N 8.29; MARC SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, N 10 zu Art. 63 AuG). 

 

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4.4.2 Der Beschwerdeführer wurde im April 2011 von der Jugendanwaltschaft Basel-

Landschaft wegen geringfügiger Sachbeschädigung zu einem halben Tag unbedingter Arbeits-

leistung verurteilt. Mit Strafbefehl vom 8. März 2012 verurteilte ihn die Jugendanwaltschaft Ba-

sel-Landschaft wegen einfacher Körperverletzung und versuchter Nötigung zu acht Tagen Ar-

beitsleistung. Weiter wurde er im Juni 2013 wegen einfacher Körperverletzung, Angriffs, Tät-

lichkeiten sowie der Wiederhandlung gegen das Waffengesetz zur Leistung von gemeinnütziger 

Arbeit von total 600 Stunden sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Schliesslich wurde 

der Beschwerdeführer mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 23. Januar 

2014 wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten 

verurteilt. Der Beschwerdeführer hat somit erwiesenermassen verschiedentlich gegen die 

Rechtsordnung verstossen. Insbesondere zu seinen Ungunsten fällt ins Gewicht, dass er 

mehrmals die körperliche Integrität anderer Menschen verletzt hat. Zudem hat er sich auch 

durch die gegen ihn verhängten (jugend-)strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken las-

sen. In Einklang mit der Ansicht des Regierungsrates, kann festgestellt werden, dass ein 

schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit vorliegt. Der Wider-

rufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist somit gegeben.  

 

5.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes ist Grundvoraussetzung für den Widerruf der 

Bewilligung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist indes nur gerechtfertigt, wenn er 

sich gestützt auf eine im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung als verhältnismässig 

erweist (Art. 96 Abs. 1 AuG). Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwal-

tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und 

notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu 

den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG 

MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, N 514 ff.). 

Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten 

Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (MARTINA CARONI, in: Caro-

ni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 

2010, N 3 zu Art. 51; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, a.a.O, N 8.48). Verlangt ist insofern 

eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung bzw. Belas-

sung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in 

dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 

135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Delikts und des Ver-

schuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Auslän-

ders während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit 

sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 

E. 4.3). Die Niederlassungsbewilligung einer ausländischen Person, die sich schon seit langer 

Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies 

bei wiederholter bzw. schwerer Delinquenz selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sie das 

ganze Leben im Land verbracht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_368/2015 vom 

15. September 2015 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.4). 

Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht –  überwiegende private 

oder familiäre Bindungen vorbehalten –  auch in diesen Fällen ein schutzwürdiges öffentliches 

Interesse daran, die Anwesenheit der ausländischen Person zur Aufrechterhaltung der Ordnung 

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bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten zu beenden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 mit weiteren Hin-

weisen). 

 

Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt auch die Konvention zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 

in diesem Zusammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen 

an der Belassung der Niederlassungsbewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Wi-

derruf. Der EGMR stützt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Mass-

nahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte wie die bundesgerichtli-

che Praxis (ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schwei-

zerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, Eu-

ropäische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, 

dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, 

grundsätzlich auch vor Art.  8 EMRK standhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 

vom 27. Juli 2010 E. 4). 

 

5.2 Vorliegend besteht das Ziel der Massnahme im Schutz der öffentlichen Sicherheit und 

Ordnung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung 

sind eine geeignete Massnahme zur Erfüllung dieses Zwecks.  

 

5.3 Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung ist weiter zu prüfen, ob die öffentlichen 

Interessen die privaten Interessen des Beschwerdeführers überwiegen.  

 

5.3.1 In der Beschwerdebegründung wird vorgebracht, die Ausweisung des Beschwerdefüh-

rers sei unverhältnismässig. Der im öffentlichen Interesse verfolgte Zweck stehe in keinem ver-

nünftigen Verhältnis zu den privaten Interessen des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer 

lebe seit 16 Jahren in der Schweiz, er habe sämtliche Schulen hier absolviert und beherrsche 

auch die Landessprache perfekt. Zudem sei der Beschwerdeführer nie von der Sozialhilfe ab-

hängig gewesen und komme auch sonst seinen finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich 

nach. Er arbeite seit September 2014 bei der B.____ GmbH in C.____ als Bauarbeiter und er-

ziele ein monatliches Bruttoeinkommen von rund Fr. 5'000.-- . Seit zweieinhalb Jahren erbringe 

er den Nachweis, dass er fähig sei, ein deliktfreies Leben zu führen. Seine begangenen Strafta-

ten würden nicht dazu führen, dass von einer missglückten Integration ausgegangen werden 

dürfe. Aufgrund seines Wohlverhaltens könne nicht von einem aktuellen öffentlichen Interesse 

an der Wegweisung des Beschwerdeführers ausgegangen werden. Es sei auch stossend, dass 

dem Beschwerdeführer vor dem Erlass der hier angefochtenen Verfügung ein Widerruf der Nie-

derlassungsbewilligung nicht angedroht wurde. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wie-

derholt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers seine Vorbringen. Ausserdem weist er da-

rauf hin, dass dem Beschwerdeführer eine Lehrstelle bei seinem jetzigen Arbeitgeber angebo-

ten wurde. Das Wohlverhalten des Beschwerdeführers sei eine wahre Änderung des Verhaltens 

und beruhe nicht auf dem Druck des Verfahrens. Der Beschwerdeführer habe in der Schweiz 

ein stabiles soziales Netz, er wohne zusammen mit seinen Brüdern und habe auch eine feste 

Freundin. 
 

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5.3.2 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und die vorzunehmende ausländer-

rechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte Strafe (Urteil des Bundesge-

richts 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 8.4.1). Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz 

wiederholt straffällig geworden, wobei sich der Beschwerdeführer von den jugendstrafrechtli-

chen Verurteilungen nicht beeindrucken liess und die Schwere der Delikte eher zunahm. So 

haben er und weitere Personen anlässlich einer Neujahrsparty am 1. Januar 2013 einen bereits 

am Boden liegenden Mann geschlagen und mit Füssen getreten. Am 13. Februar 2013 hat 

A.____ einen Mann mit der Faust ins Gesicht und mit dem Griff eines widerrechtlich getragenen 

Schmetterlingsmesser gegen das Genick geschlagen. Am 13. April 2013 hat A.____ im Bahn-

hof SBB, Basel, einen Passanten mehrmals niedergeschlagen und in der Folge zusammen mit 

weiteren Personen auf den Körper und den Kopf des am Boden liegenden Opfers eingetreten. 

Das Opfer erlitt als Folge des gewaltsamen Übergriffs unter anderem einen Bruch der mittleren 

und äusseren Anteile des Gesichtsschädels. Vorliegend fällt hauptsächlich die letzte Tat des 

Beschwerdeführers ins Gewicht. Das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt verurteilte ihn des-

wegen mit Urteil vom 23. Januar 2014 wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Im Urteil des Strafgerichts wird dazu ausgeführt, dass das Ver-

schulden des Beschwerdeführers sehr schwer wiege. Sein an den Tag gelegtes Verhalten, un-

ter anderem das Ausnützen des Überraschungsmomentes und der zahlenmässigen Überle-

genheit zeuge insgesamt von grosser Rohheit, Unbeherrschtheit und erschreckender Gleichgül-

tigkeit gegenüber den Mitmenschen. Das Strafgericht verzichtete aufgrund der schlechten 

Prognose auf die Gewährung des bedingten Strafvollzugs. Die Verurteilung wurde durch das 

Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Urteil vom 1. Oktober 2014 bestätigt. Dieses 

beurteilte das Verschulden des Beschwerdeführers ebenfalls als sehr schwer. Es besteht somit 

ein gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung. 

 

5.3.3  Die weiteren bei der Interessenabwägung zu berücksichtigenden Kriterien sprechen 

mehrheitlich zugunsten des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer hat sich seit seiner letz-

ten Straftat am 13. April 2013, also seit nunmehr drei Jahren, wohlverhalten und sich gemäss 

eigenen Angaben von seinem damaligen Freundeskreis gelöst, zudem trinke er auch keinen 

Alkohol mehr. Der Beschwerdeführer reiste im Alter von vier Jahren in die Schweiz ein und lebt 

nun seit 17 Jahren in der Schweiz. Aufgrund der langen Aufenthaltsdauer ist von einem gewich-

tigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen 

(BGE 119 Ib 1 E. 4c). Abgesehen von seinen strafrechtlichen Verfehlungen scheint der Be-

schwerdeführer in der Schweiz gut integriert. Er beherrscht die deutsche Sprache und verfügt in 

der Schweiz über soziale Kontakte, so hat er gemäss eigenen Angaben auch eine feste Freun-

din. Daneben lebt auch ein grosser Teil seiner Verwandtschaft in der Schweiz. Die berufliche 

Integration des Beschwerdeführers kann als neutral bewertet werden. Einerseits ist zu bemän-

geln, dass er über keinerlei Berufsausbildung verfügt und auch die gegen ihn verhängte Strafe 

der gemeinnützigen Arbeit nicht leistete, so dass diese schliesslich in eine Ersatzfreiheitsstrafe 

umgewandelt werden musste. Andererseits ist er seit dem 12. September 2014 als Bauarbeiter 

bei einer Bauunternehmung angestellt, welche ihn als zuverlässigen, willigen und aufmerksa-

men Mitarbeiter mit sehr korrektem Verhalten beschreibt (Arbeitszeugnis vom 11. Mai 2016). 

Gemäss eigenen Angaben hat der Beschwerdeführer bei seinem derzeitigen Arbeitgeber auch 

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eine Lehrstelle in Aussicht. Positiv zu werten ist zudem, dass der Beschwerdeführer bisher kei-

ne Sozialhilfe beziehen musste und nicht verschuldet ist.  

 

5.3.4 Dem erheblichen öffentlichen Interesse an der Fernhaltemassnahme sind die soeben 

erwähnten privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz ge-

genüberzustellen. Wie bereits ausgeführt, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der 

Fernhaltung des Beschwerdeführers. Praxisgemäss ist im ausländerrechtlichen Widerrufsver-

fahren bei Delikten gegen Leib und Leben – wie sie vom Beschwerdeführer mehrfach begangen 

wurden – auch ein geringes Rückfallrisiko nicht hinzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_368/2015 vom 15. September 2015 E. 3.2.2). Die letzten beiden Verurteilungen hat der Be-

schwerdeführer im Erwachsenenalter begangen und beide richteten sich gegen die physische 

Integrität. Der Beschwerdeführer hat sich seit seiner letzten Tat wohlverhalten, wobei die Zeit 

des Wohlverhaltens mit drei Jahren nicht besonders lang ist. Es besteht die Gefahr, dass der 

Beschwerdeführer in alte Tatmuster zurückfällt und sein Aggressionspotential auslebt. Negativ 

ist hier auch zu bewerten, dass das Wohlverhalten des Beschwerdeführers nicht institutionell 

(z.B. mittels Therapie) gefördert wird. Gleichzeitig ist die Niederlassungsbewilligung aufgrund 

seiner langen Aufenthaltsdauer nur mit Zurückhaltung zu widerrufen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_368/2015 vom 15. September 2015 E. 2.2). Der Beschwerdeführer ist im Alter von 4 

Jahren in die Schweiz eingereist und lebt nun seit 17 Jahren hier. Schon alleine aufgrund der 

langen Aufenthaltsdauer ist von gewichtigen privaten Interessen an einem Verbleib des Be-

schwerdeführers in der Schweiz auszugehen. Die Trennung von seinem Vater und seinen Ge-

schwistern wird ihn hart treffen, doch haben ihn diese Beziehungen bis anhin nicht abgehalten, 

neue Delikte zu begehen.  

 

Aus den vorstehenden Umständen erhellt, dass ein Rückfall des Beschwerdeführers nicht aus-

geschlossen werden kann. Das Rückfallrisiko mag nicht besonders hoch sein, doch muss auch 

ein geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden. Das öffentliche Interesse an der Fern-

haltung des Beschwerdeführers überwiegt sein privates Interesse an einem Verbleib in der 

Schweiz.  

 

5.3.5 Eine Rückkehr in den Kosovo ist mit persönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen für 

den Beschwerdeführer selbst und für ihm nahestehende Personen verbunden. Trotzdem er-

scheint sie gesamthaft betrachtet zumutbar. Nach eigenen Angaben lebt ein Halbbruder des 

Beschwerdeführers im Kosovo. Der Beschwerdeführer führt zudem aus, dass er den Kosovo 

jeweils jährlich besuche, so etwa im November 2014 für zweieinhalb Wochen. Der Kosovo sei 

seine Heimat, allerdings kein Umfeld, wo er leben könnte. Er bringt hingegen nicht vor, dass 

ihm durch das Elternhaus die dortigen kulturellen und sozialen Gepflogenheiten nicht übermit-

telt worden seien. Hinsichtlich seiner Sprachkenntnisse ist festzuhalten, dass er albanisch als 

seine Muttersprache angibt. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Integration im 

Heimatland erfüllt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 

E. 3.5). Darüber hinaus könnten ihm seine Deutschkenntnisse den beruflichen Einstieg erleich-

tern und beim Aufbau einer neuen Existenz behilflich sein. Damit stehen einer Rückkehr keine 

unüberwindbaren Hindernisse im Weg.  

 

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5.4 Der Einwand des Beschwerdeführers, es sei stossend, dass ihm als jungem Erwach-

senen vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung der Widerruf der Niederlassungsbewilli-

gung nicht angedroht wurde, verfängt nicht. Es ist nicht zwingend, vor dem Widerruf einer Nie-

derlassungsbewilligung eine Verwarnung auszusprechen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1). Vorliegend erweist sich im Hinblick auf das erhebliche 

öffentliche Interesse an der Fernhaltung der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch ohne 

vorgängige Verwarnung als verhältnismässig. 

 

5.5 Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Be-

schwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz als verhältnismässig.  

 

6. Soweit sich der Beschwerdeführer auf den in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 garantier-

ten Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens berufen kann, ist ein Eingriff in diesen 

nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme 

darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche 

Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und 

zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie 

der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Gleich wie das AuG verlangt die Konvention 

in diesem Zusammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen 

an der Aufrechterhaltung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Widerruf, 

wobei die Entscheidungskriterien nahezu identisch sind. Erweist sich eine Massnahme wie im 

vorliegenden Fall als verhältnismässig, so hält sie grundsätzlich auch vor Art. 8 EMRK stand 

(vgl. E. 5.1). 

 

7.1 Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, dass eine Rückkehr in den Kosovo für 

ihn ausgesprochen schwierig wäre, weshalb im vorliegenden Fall gar von einem Härtefall aus-

gegangen werden müsse. Weiter sei der angefochtene Entscheid des Regierungsrates auch 

nicht angemessen. 

 

7.2 Ob sich der Beschwerdeführer überhaupt auf einen Härtefall stützen kann, ist fraglich 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_129/2014 vom 4. November 2014 E. 3), kann aber vorlie-

gend offen gelassen werden. Der Regierungsrat hat die Voraussetzungen für die Erteilung einer 

Härtefallbewilligung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG gewürdigt und das Vorliegen eines 

Härtefalls – unter Verweis auf die Ausführungen betreffend die Ermessens- und Verhältnismäs-

sigkeitsprüfung – zu Recht verneint. Die mit einer Rückkehr verbundenen Schwierigkeiten ge-

nügen nicht, um einen Härtefall anzunehmen. 

 

8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 

dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 

die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-

mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Ver-

fahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'800.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Die Parteikosten werden nach § 21 VPO wettgeschlagen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

   

 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach 

Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 

   

 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 2'100.-- verrechnet. Der zuviel geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer zurück-

erstattet.  

   

 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

 

Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V. 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

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