# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df279cfa-562c-5a37-9200-5e14b9463e7e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-31
**Language:** de
**Title:** Beitragsstatut einer Korrektorin (i.c. Selbständigerwerbende)
**Docket/Reference:** AB.2013.00081
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2013.00081.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2013.00081
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Bachmann
Urteil
vom
31. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Brunner & Merkt Treuhand GmbH
Konradstrasse 1, 8400 Winterthur
gegen
Ausgleichskasse Grosshandel + Transithandel
Schönmattstrasse 4, Postfach, 4153 Reinach BL
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Firma Y.___
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
X.___
ist Korrektorin
und
öffentlich-rechtlich
beschäftigt
.
An ihrer Wohnadresse führt sie
einen Korrekturservice
mit
Bezug auf
w
elche
n
sie
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), Ausgleich
s
kasse, als
Selbständigerwerbende
im Bereich Korrekturservice ange
schlossen
ist
(
Urk. 11/11
). U
nter
anderem ist
X.___
seit meh
reren Jahren
als Korrektorin
für die
Firma Y.___
,
welche
Zeit
schriften im IT-Bereich verlegt,
tätig. Letztere ist
der Ausgleichskasse
Grosshan
del +
Transithandel
(nachfolgend: Ausgleichskasse)
als beitragspflichtige Ar
beitgeberin
angeschlossen.
M
it Nachtragsv
erfügung vom
7.
März 2013
(Urk. 11/5)
qualifizierte
die Ausgleichskasse
die Tätigkeit von
X.___
bei der
Firma Y.___
gestützt auf eine am 28. März 2012
durchgeführte
Arbeitgeberkontrolle (
vgl.
Urk.
11/1)
als unselbständige Er
werbstätigkeit und forderte
für
das Jahr 2012
von der
Firma Y.___
Lohnbeiträge
in Höhe von Fr.
1‘420.80
.
Hingegen verzichtete
die
Ausgleichs
kasse
auf eine
rückwirkende
Nacherfassung der im
betroffenen
Kontrollzeitraum (2007 – 2011
; vgl. wiederum
Urk.
11/1
)
von der
Firma Y.___
an
X.___
ausbezahlten
und nicht
als
massgebender Lohn
abge
rechneten
Entgelte.
Dagegen erhob
X.___
am
22. März 2013 Einsprache (Urk.
11/6), welche die Ausgleichskasse
mit Einspracheentscheid vom 6.
November 2013 abwies (Urk.
2).
2.
Hiegegen
lässt
X.___
hierorts mit Eingabe vom 25. November 2013
(Urk. 1)
, verbessert durch Eingabe
vom 9.
Dezember 2013
(Urk. 7),
Be
schwerde erheben mit dem sinngemässen
Rechtsbegehren, es sei bezüglich der
bei der
Firma Y.___
ausgeübten
Tätigkeit von einer selbständigen Erwerbstätigkeit
auszugehen
. Mit Vernehmlassung vom
6.
Januar 2014 bean
tragte die Ausgleichskasse
Abweisung der Beschwerde (Urk. 10). Mit Verfügung vom 8. Januar 2014 wurde die als Arbeitgeberin angesprochene
Firma Y.___
zum vorliegenden Prozess beigelad
en (Urk.
12). Diese nahm mit Eingabe vom 2
2.
Januar 2014 Stellung (
Urk.
14). Mit Verfügung vom
3.
Februar 2014
wurden
bei der
Ausgleichskasse der
SVA
Einkünfte ein
geholt
(Urk. 15), welche am 3. März 2014 hierorts eingingen (Urk. 18). Mit Verfügung vom
9. April 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 20). Mit Replik vom 7. Mai 2014 (Urk.
22-23) sowie Duplik vom 28.
Mai 2014 hielten die Par
teien im Wesentlichen an ihren Vorbringen fest (Urk.
27).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich un
ter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte
Erwerbsein
kommen
als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hin
terlassenenversicherung
[
AHVG
]
sowie Art. 6 ff.
der Verordnung über die Al
ters- und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVV
]
). Nach Art. 5
Abs.
2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf be
stimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbstän
diger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9
Abs.
1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirt
schaftlicher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftli
chen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zutage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 123 V 161 E. 1, 122 V 169 E. 3a, 283 E. 2a, 119 V 161 E. 2 mit Hinweisen).
1
.2
F
ür Beitragspflichtige, welche mehrere Erwerbstätigkeiten ausüben, sieht das Ge
setz keine Gesamtbeurteilung ihrer erwerblichen Aktivitäten nach Massgabe der wirtschaftlichen Bedeutung der einzelnen Betätigungen vor. Vielmehr ist nach der in
Art.
5 und 9 AHVG verwirklichten Konzeption der strikten Unter
scheidung von unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Ein
kommen dahin zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Tä
tigkeit stammt. Die Tatsache, dass ein Beitragspflichtiger bereits einer
Aus
gleichskasse
als
Selbständigerwerbender
angeschlossen ist, hat daher für die Qualifikation
eines Entgelts AHV-rechtlich keine Bedeutung.
Ebensowenig
ver
mag umgekehrt die Tatsache, dass ein Beitragspflichtiger bereits mit einer
Aus
gleichskasse
als
Unselbständigerwerbender
abrechnet, die beitragsrechtliche Qualifikation des Einkommens aus einer weit
eren Tätigkeit zu präjudizieren
(
BGE 123 V 167
E
. 4a mit Hinweis)
.
1
.3
Gemäss
der
Wegleitung über den m
assgebenden Lohn in der AHV, IV und
EO (WML; in der seit
1.
Januar 2014 gültigen Fassung
; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen BGE 133 V 587 E. 6.1)
sind Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos
im Allgemeinen
das Tätigen erheblicher Investi
ti
onen, die Verlusttragung, das Tragen des Inkasso
-
und Delkredererisikos, die
Unkos
tentragung
, das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung, das Be
schaffen von Aufträgen, die Beschäftigung von Personal sowie eigene
Ge
schäftsräumlichkeiten
(
Rz
1014)
.
Das wirtschaftliche bzw
.
arbeitsorganisatori
sche
Abhängigkeitsverhältnis kommt demgegenüber in der Regel beim Vorhan
densein der folgenden
Gegebenheiten
zum Ausdruck: Weisungsrecht,
Unterord
nungsverhältnis
, Pflicht zu
r
persönlichen Aufgabenerfüllung, Konkurrenzverbot, Präsenzpflicht (
Rz
1015)
.
1
.4
Das
BSV hat
in
seiner Wegleitung über die Renten
(
RWL
)
alsdann
das
Beitrags
statut
von Übersetzern und Dolmetschern näher umschrieben. Danach
gilt das Einkommen von Übersetzerinnen und Übersetzern sowie Dolmetscherinnen und Dolmetschern, welche in den Betrieb der Arbeit
-
oder
Auftraggebenden
arbeits
organisatorisch
integriert sind, bei welchen diese somit massgeblich das
Ar
beitspensum
, die Arbeitsgestaltung, den Arbeitsort und die Arbeitszeit vor
schreiben, als massgebende
r Lohn
(
Rz
407
2)
. Selbständige Erwer
bstätigkeit
liegt dagegen
vor, wenn die Übersetzerin oder der Übersetzer, ohne massgeblich an arbeitsorganisatorische Weisungen gebunden zu sein, bei sich zuhause oder in besonders gemieteten Räumlichkeiten
Übersetzungen ausführt
(
Rz
4073
).
Bei
Dolmetscherinnen und
Dolmetschern liegt selbständige Erwerbstätigkeit vor, wenn sie von Fall zu Fall für Dolmetschertätigkeiten hinzugezogen werden und daneben nicht arbeitsorganisatorisch in den Betrieb des Arbeitgebers integriert sind (
Rz
4074)
.
2
.
Streitig und zu prüfen ist, ob die
von
der Beschwerdeführerin
bei der
Firma Y.___
im Jahr 2012
ausgeübte Tätigkeit als Korrektorin
AHV-bei
trags
rechtlich
als selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit zu qualifi
zieren ist.
2
.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete ihren Einspracheentscheid zur Hauptsache da
mit,
dass die Beschwerdeführerin zwar
seit
1995
bei der SVA
als Selbständige
im Tätigkeitsgebiet Korrekturservice angemeldet sei, dies jedoch nicht allein massgebend sei. Die
Bei
geladene habe dem Revisor bestätigt, dass die Be
schwerdeführerin auf Abruf, in der Regel monatlich, bei ihr beschäftigt sei. Sie führe die Arbeit vor Ort in den Lokalitäten der Beigeladenen aus, sei weisungs- und termingebunden und unterstehe dem zuständigen Chefredakteur. Ein schriftlicher Vertrag bestehe nicht
(
Urk.
2, vgl. auch
Urk.
10).
2
.2
Dagegen bringt die Beschwerdeführerin zur Hauptsache vor, dass es sich um ein Auftrags
-
und nicht
um ein Arbeitsverhältnis handle.
Da kein Arbeitsvertrag bestehe sei
sie
frei, Aufträge anzunehmen oder
aber auch
abzulehnen. Die Aussage, wonach sie die Aufträge vor Ort ausführe, stimme so nicht. Sowohl in früheren Jahren wie vermehrt auch wieder im
Jahr
2013 habe sie einzelne Man
date vollständig am Geschäftssitz in
Z.___
ausgeführt. Sie erfülle auch die übri
gen Kriterien für eine selbständige Erwerbstätigkeit
, trage das Debitorenrisiko, werbe in eigenem Namen und mit eigenem Domizil (Urk.1).
2
.3
Die Beigeladene bringt
in ihrer Stellungnahme vom 22. Januar 2014
ergänzend vor, es treffe nicht zu, dass die Beschwerdeführerin dem Chefredakteur unter
stehe. Sie werde von einer Mitarbeiterin, die ihrerseits dem Chefredakteur un
terstehe, auf Abrufbasis je nach Zeitbedarf mit einzelnen definierten
Projektar
beiten
mündlich beauftragt. Die Beschwerdeführerin
erledige
diese Arbeiten selbständig, ohne an Weisungen gebunden zu sein. Gewisse Arbeiten erbringe sie vor Ort, wobei lediglich ein provisorischer Arbeitsplatz ohne Zurverfügung
stellung von zusätzlicher Infrastruktur bestehe. Andererseits erbringe sie ihre Leistungen auch extern in ihren eigenen Büroräumlichkeiten. Die Aussage im Entscheid, wonach die Arbeiten grundsätzlich vor Ort ausgeführt würden, sei so nicht richtig. Aufgrund der Umstrukturierungen in den Redaktionsprozessen sei es seit geraumer Zeit vermehr
t
erwünscht
,
dass die Korrektorinnen ihre Arbeiten möglichst übers Wochenende un
d
ausserhalb der Büroräumlichkeiten ausübten, was zu einem massiven Zeitgewinn führe.
E
s
gebe
selbstverständlich
Proj
ektar
beiten
, bei denen
eine Vor
-O
rt Präsenz sinnvoller erscheine, was aufgrund der elektronischen Kommunikationsmittel nur ausnahmsweise erforderlich sei. Im Normalfall stehe es ihr aber frei
,
wo sie ihre Dienstleistung erbringe. Schliesslich sei sie arbeitsorgani
s
atorisch nicht integriert: sie erscheine weder auf dem
Fir
menorganigramm
noch werde sie als Headcount in den monatlich zu erstell
en
den
Finanzabschlüssen erwähnt (Urk.
14).
2
.4
In ihrem Schreiben vom
3.
März 2014
hielt die
Ausgleichskasse der SVA fest
,
die von der Steuerbehörde gemeldeten Einkünfte aus selbständiger Erwerbstä
tigkeit hätten dem Gewinn der Beschwerdeführerin aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit entsprochen. Den beigezogenen Steuerakten sei allerdings nicht zu entnehmen, dass die Entgelte der
Firma Y.___
in den gemeldeten Einkommen enthalten gewesen seien
(Urk.
18).
3
.
Z
wischen
der Beschwerdeführerin und der Beigeladenen besteht
unbestrittener
massen
kein schriftlicher Vertra
g
welcher die Zusammenarbeit regeln würde, weshalb
für den
rechtserheblichen
Sachverhalt
namentlich
auf die
übereinstim
menden und seitens der Beschwerdegegne
r
in nicht bestrittenen Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Beigeladenen
abzustellen
ist
. Danach
wird
die Beschwerdeführerin jeweil
s
„
auf Abruf
“
tätig, wobei
sie
in der Regel
monatlich
-
soweit ersichtlich
während
ungefähr
2 Tagen
(
vgl. Urk.
3)
-
für die Beigeladene Korrektur
dienstleistungen
erbringt.
Dabei steht es
der Beschwerdeführerin
indes
frei,
die
ihr
angebotene
n
Projekte
anzunehmen oder
abzulehnen.
Die Beschwer
deführerin
übt ihre Tätigkeit
grundsätzlich weisungsungebunden
aus
;
es
obliegt
ihr jedoch
,
die definierte
A
rbeit termingerecht und innerhalb eines ungefähren Gr
ob-Kostenbudgets abzuschliessen
. Sie
bestimmt
den Ort der
Leistungserbrin
gun
g
grundsätzlich selbst
. I
n gewissen Fällen
ist – namentlich aus
Effizienz
gründen
-
eine Präsenz vor Ort
verlangt
.
Es besteht bei der Beigeladenen nur ein provisorischer Arbeitsplatz ohne Zurverfügungstellung weiterer Infrastruk
tur
.
Namentlich
hat die Beschwerdeführerin Hilfsmittel wie
Computer
bzw.
Softeware
selber
bei
zubringen.
4
.
4
.1
Vorwegzuschicken ist, dass
weder
die Tatsache,
dass
die Tätigkeit von den Ver
tragsparteien als „Auftragsverhältnis“
verstanden
wird (
Urk.
1 S. 1),
noch
dass
die Beschwerdeführerin bei der
Ausgleichskasse der
SVA
bereits
als
Selbständiger
werbende
im Korrekturbereich
angeschlossen ist,
im vorliegenden Zusammen
hang präjudizierend ist. Vielmehr ist die Frage, ob selbständige oder unselb
ständige Er
werbstä
tig
keit vorliegt,
in Bezug auf die
konkrete
Tätigkeit einzeln
nach Massgabe der AHV-rechtlichen Kriterien (
Unter
nehmerrisiko
und Abhän
gigkeitsverhältnis; vgl. E.
2
.1
-2.2
hievor
) zu beurteilen.
4
.2
Was d
as Unternehmerrisiko
betrifft
,
ist dieses
als gering einzustufen, hat die Beschwerdeführerin
als Korrektorin
doch
naturgemäss keine bedeutenden In
vestitionen zu tätigen
.
Bezüglich
Tätigkeiten, für deren Ausübung weder be
son
dere Investitionen
erforderlich
noch Angestelltenlöhne zu bezahlen sind,
hat das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht
(heute Bundesgericht)
allerdings
festg
e
stellt
,
dass
das Unternehmerrisiko als Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Kriterium der betriebswirtschaftlich-arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit in den Hintergrund tritt
(so
namentlich
für Tätigkeiten im
Dienstleistungsbe
reich
,
etwa
in Bezug auf Berater, welche einmalig oder wiederholt zur Lösung von bereichsspezifischen oder organisatorischen Problemen hinzugezogen wer
den, ohne eindeutig in einem Arbeitsverhältnis zum Auftraggeber zu ste
hen [
BGE 110 V 72
])
.
Auch vorliegend
kommt es daher
– entgegen der Auffassung der Revisionsstelle (vgl.
Urk.
11/8) -
für die Frage, ob selbständige oder unselb
ständige Erwerbstätigke
i
t vorliegt
,
nicht
(auch)
massgebend
auf das
Unterneh
merrisiko
an. Vielmehr ist entscheidend
, ob
eine
betriebswirtschaftliche
bzw
.
arbeit
sorganisatorische
Abhängigkeit
besteht
bzw
.
wie das
BSV
bezüglich des Beitragsstatuts von Übersetzern
konkretisiert
und
–
da es sich
bei der Korrekto
rin
aus
beitragsrechtlich
er
Sicht
um eine vergleichbare Tätigkeit handelt
-
vor
liegend analog
gelten muss
,
eine
arbeitsorganisatorische Integration in den Be
trieb der Arbeits
-
b
zw
.
A
uftraggebe
rin
besteht. Zu prüfen ist daher, ob
dieser massgeblich das Arbeitspensum, die Arbeitsgestaltung, den Arbeitsort und die Arbeitszeit vorschreibt
(vgl. E.
1.4
hievor
).
4
.3
Diesbezüglich
ist
zunächst festzustellen, dass
ein
e
gewisse
auf unselbständige Erwerbstätigkeit hindeutende
(arbeitsorganisatorische) Abhängigkeit
bzw
.
In
tegration
in den Betrieb
insoweit
auszumachen ist
,
als
in gewissen
– mehr oder weniger
häufig
auftretenden Fäll
en
(vgl.
Urk.
3) -
eine Präsenzpflicht
im Betrieb der Beigeladenen
best
and
.
Doch ist nach den
unbestritten gebliebenen
und nicht
unplausibel
erscheinenden
Au
s
führungen der Beschwerdeführerin wie auch der Beigeladenen
, welche die
dem
angefochtenen Entscheid
zugrunde liegenden Annahmen
präzisieren,
davon auszugehen
,
dass keine
Pflicht, die Arbeiten
grundsätzlich
vor Ort
zu verrichten
,
b
esteht
.
Dies
erscheint denn auch insoweit stimmig
,
als
die Beschwerdeführerin
in den Räumlichkeiten der Beigeladenen
nur
über einen
provis
orischen
Arbeitsplatz verfügt und ihr auch im Übrigen keine Infrastruktur zur Verfügung
steht
, hat sie
ihre Hil
f
s
mittel
wie Computer, Softwareprogramm etc.
doch
selber bereitzustellen
.
E
ntgegen
der Auffassung der Beschwerde
gegnerin
ist
insbesondere
n
icht als Ausdruck eines
Unterord
nun
g
sverhältnis
ses
zu werten, d
ass
die Beigeladene der Beschwerdeführerin be
züglich
Ablieferungs
-
oder Erledigungs
fristen Anordnung
en
erteil
t.
Denn
auch
im Rahmen eines Auftragsverhältnisses
werden
dem Beauftragten
regelmässig
verbindliche Wei
sungen erteil
t
, ohne dass bereits deshalb beitragsrechtlich von unselbständiger Erwerbs
täti
gkeit auszug
ehen wäre
; es
i
st
denn
insbesondere nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdegegnerin
auch
nicht konkret
dar
getan
,
inwiefern
die Weisungsgebundenheit der Beschwerdeführerin
im Übrigen
inhaltlich und im Ausmass der
art
weitgehend
wäre
,
dass
daraus ein
Unterord
nungsverhältnis
resultierte
(vgl
.
etwa
Urteil des Bundesgerichts 9C_930/2012 vom
6.
Juni 2013, E. 6.4)
.
D
ies gilt insbesondere auch mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin
– deren Korrekturtätigkeit ze
it
lich zwischen redaktioneller Tätigkeit und dem nach
folgenden Druck erfolgt
–
infolge
wohl
regelmässig
mehr oder weniger
grosser
Dringlichkeit
in Bezug auf die zeitliche Einteilung
ihrer
Arbeit
nur bedingt Handlungsspielraum
hat
.
Zwar stellen diese
zeitliche
n
Vorgaben
unverrückbare Eckpunkte
dar
;
s
ie
engen den Gestaltungsspielraum
für ihre Tätigkeit
jedoch nicht von Vorneherein derart ein, dass diese kaum in einer anderen Form als in einem Subordinationsverhältnis ausgeübt werden kann
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_799/2011 vom 26. März 2012, E. 5.3
)
.
Gegen ein
solches Unterordnungsverhältnis
spricht vorliegend
denn auch
,
dass die Beschwerdeführerin
über Annahme und Ablehnung
der einzelnen Projekte
– und somit auch über
ihr
Pensum -
frei entscheiden und
die Tätigkeit
in Bezug auf
ihre
Arbeitsweise
– frei von
Vorgaben
ausüben kann.
Alsdann
ist
etwa auch
nicht ersichtlich
,
dass
sie
, was für unselbständige Erwerbstätigkeit sprechen würde,
einem
Konkurrenzverbot
unterliegen würde. Vielmehr war
sie
im glei
chen Zeitraum
auch für andere
Auftraggeber
tät
ig
(vgl.
etwa
Urk.
23
)
, was ebenfalls
eher
für eine selbständige Erwerbstätigkeit spricht.
4.4
Nach dem G
esagten ergibt sich
, dass zwar das Erfordernis, teilweise vor Ort zu arbeiten
,
wie im übrigen auch der Umstand, dass die Einsätze mehr oder weni
ger regelmässig erfolgen, zwar
eher
für
eine unselbständige Erwerbstätigkeit
sprechen
. Jedoch
kann
mit Blick auf die
übrigen
Gesamtumstände
, von denen auszugehen ist
(E. 3
hievor
)
,
nicht gesagt werden, dass
die
Beigeladene
das
Ar
beitspensum
, die Arbeitsgestaltung, den Arbeitsort und die Arbeitszeit
massge
b
-
lich
vorschreiben würde
, was entscheidend ist
(vgl. E. 1.4
hievor
)
. Damit
er
scheint
die
Beschwerdeführerin
– auch
wenn
von einem Grenzfall auszugehen ist -
jedenfalls nicht
eindeutig
im Betrieb der Beigeladenen integriert,
weshalb sie
(
weiterhin
)
als
Selbständigerwerbende
zu qualif
i
zieren ist
(vgl.
dazu
auch Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV,
2.
Auflage,
Rz
4.89
)
.
4.5
Dies gilt umso mehr, als
sich aus den Akten ergibt und
zwischen den Parteien unstreitig
ist, dass die
an die
Beschwerdeführerin
ausbezahlten Entgelte
bei
tragsrechtlich
bislang
nicht als massgebender Lohn
qualifiziert
worden sind
(vgl. etwa Urk.
11/1 S. 2)
. Vielmehr waren diese Einkünfte
- wie sich aus den von der Beschwerdeführerin
replicando
eingereichten Buchhaltungsunterlagen ergibt –
in der Buchhaltung des Korrekturservices
als Einnahmen verbucht
(vgl. Urk.
23)
und
entsprechend
in den
von der Steuerbehörde
an die Ausgleichskasse der SVA
gemeldeten
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
enthalten
(vgl.
Urk.
23 in Verbindung mit Sammel
-U
rk.
19
; dies entgegen der Annahme der SVA in deren Schreiben vom
3.
März 2014
; Urk. 18
)
.
E
ine Qualifikation
der Einkünfte für das Jahr 2012
als
nunmehr
massgebender Lohn
stellte
demnach
einen Wechsel
des Beitragsstatuts dar
.
I
n diesem Zusammenhang
ist
zu berück
sichtigen, dass
-
a
uch wenn
d
er
Wechsel vorliegend
nur für die Zukunft erfolgt
e
und
daher
das Beitragsstatut grundsätzlich frei zu prüfen ist
-
in Grenzfällen Zurückhaltung geboten ist
(vgl.
Kieser
, Rechtsprechung zur AHV,
3.
Auflage,
Rz
21 zu Art. 5,
mit
Hinweis).
4.6
Diese Erwägungen führen
zur Gutheissung der Beschwerde mit der Folge,
dass der angefochtene Einspracheentscheid vom
6.
November 2013
aufzuheben
und festzustellen ist,
dass
die Beschwerdeführerin
für
ihre
Tätigkeit für die
Beigela
dene
(auch)
im
vorliegend streitigen
Jahr 2012
als selbständig Erwerbende zu
gelten hat
.
5.
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts
i
n Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und vorliegend unter Berücksichtigung dieser Grundsä
tze auf Fr. 600.
-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, vom
6. November 2013 aufgehoben
mit der Feststellung, dass
die Beschwerdeführerin
für
ihre
Tätigkeit für die
Beigeladene
im Jahr 2012
als selbstä
ndig Erwerbende
zu qualifizieren ist
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessen
tschä
d
igung
von Fr. 600
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Brunner & Merkt Treuhand GmbH
-
Ausgleichskasse Grosshandel + Transithandel
-
Firma Y.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBachmann