# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d2854d3-8bd8-52fc-9b6a-b5c3c5d05130
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 20.06.2023 S 2022 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-62_2023-06-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 62

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterInnen von Salis und Meisser

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 20. Juni 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni, 

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1981, arbeitete seit dem 1. September 2017 als 

Betriebsschlosser für die B._____ AG Zweigniederlassung C._____ . Über 

seine Arbeitgeberin war er bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva) obligatorisch gegen die 

Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.

2. Am 8. September 2018 erlitt A._____ einen Motorradunfall, in dessen 

Folge er im D._____ hospitalisiert wurde. Dort wurde eine 

Kettenverletzung der linken unteren Extremität bei 

Hochgeschwindigkeitstrauma mit drittgradig offener Femurschaftfraktur, 

traumatischer Arthrotomie des linken Kniegelenks, Tibiaplateaufraktur 

Schatzker 2, mehrfragmentärer Bimalleolarfraktur links und intraoperativer 

Ruptur des Musculus vastus medialis diagnostiziert. Hinzu kamen ein 

passagerer hämorrhagischer Schock, eine segmentale 

Lungenarterienembolie anterobasal rechts (am 18. September 2018), eine 

Thrombose der Vena poplitea links, eine postoperative Blutungsanämie, 

Mittelgesichtsverletzungen, eine Fraktur des 7. Brustwirbels (BWK7-

Fraktur AO-Typ) und eine Rissquetschwunde am rechten Oberarm. 

A._____ wurde mehrfach operiert und hielt sich in der Folge vom 

12. Oktober 2018 bis zum 21. Dezember 2018 zur stationären 

Rehabilitation in der E._____ auf. Für die Zeit ab dem 8. September 2018 

wurde ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Suva erbrachte 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Im Juni und Juli 2019 sowie im 

Juli 2020 wurde Osteosynthesematerial operativ entfernt. Nach einer 

beruflichen Standortbestimmung fand in der E._____ vom 18. Mai bis 

17. Juni 2020 eine berufliche Grundabklärung statt.

3. Der Kreisarzt Dr. med. F._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, untersuchte A._____ am 

- 3 -

10. Februar 2022. Er berichtete über eine verbliebene 

Belastungsintoleranz am linken Bein mit Bewegungseinschränkung des 

linken Knies und des Sprunggelenks und schätzte den Integritätsschaden 

auf 35 %.

4. Durch Unterstützung der IV-Stelle des Kantons Graubünden fand A._____ 

per 1. April 2022 eine Festanstellung als Mitarbeiter First Level Support 

und IT-Schulungen im Bereich berufliche Integration SVA bei G._____ in 

H._____.

5. Mit Verfügung vom 25. Februar 2022 verneinte die Suva einen Anspruch 

auf eine Invalidenrente mit der Begründung, dass keine erhebliche 

unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorliege. 

Gleichzeitig sprach sie A._____ gestützt auf die medizinische Beurteilung 

von Dr. med. F._____ eine Integritätsentschädigung von CHF 51'870.00 

basierend auf einer Integritätseinbusse von 35 % zu. 

6. Dagegen erhob A._____ am 10. März 2022 Einsprache, mit der er die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragte.

7. Mit Einspracheentscheid vom 10. Juni 2022 wies die Suva die Einsprache 

ab. Zur Begründung führte sie aus, aufgrund des 100 %-Pensums bei 

G._____ sei von besonders stabilen Arbeitsverhältnissen auszugehen und 

der Versicherte schöpfe bei dieser Tätigkeit seine ihm verbleibende 

Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll aus. In Gegenüberstellung des 

Invalideneinkommens zum Valideneinkommen resultiere keine 

Erwerbsunfähigkeit. Da der Invaliditätsgrad unter 10 % liege, bestehe kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Bezüglich der Bemessung der 

Integritätsentschädigung führte die Suva aus, die medizinische 

Beurteilung von Dr. med. F._____ vom 10. Februar 2022 sei umfassend, 

schlüssig und nachvollziehbar, sodass darauf abgestellt werden könne. 

- 4 -

Insbesondere lege der Kreisarzt überzeugend dar, dass der unfallbedingte 

Integritätsschaden 35 % betrage. Entgegen dem Einwand von A._____ sei 

nicht zu beanstanden, dass der Kreisarzt nach Addition der Prozentwerte 

der einzelnen Schädigungen eine Gesamtwürdigung vorgenommen und 

hinsichtlich des Ergebnisses einen Quervergleich mit anderen 

Integritätsschäden gemacht habe. Auch unter dem kosmetischen Aspekt 

ergebe sich kein zusätzlicher Integritätsschaden, könnten doch die als 

reizlos beschriebenen Narben am Ober- und Unterschenkel grundsätzlich 

durch Kleider bedeckt werden.

8. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 28. Juni 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er beantragte die kosten- und entschädigungsfällige 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids bezüglich der 

Berechnung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung und die 

Ausrichtung einer Integritätsentschädigung von 50 %. Begründend führte 

er aus, er akzeptiere die kreisärztlichen Berechnungen zur Femorotibial-

Arthrose, OSG Arthrose und zur Fusswurzelarthrose und die aus der 

Addition resultierende Einschränkung von gesamthaft 50 %. Die drei 

Beeinträchtigungen würden sich nicht überlagern und könnten separat 

beurteilt werden. Unzulässig sei hingegen der vorgenommen 

Quervergleich mit einer Unterschenkelamputation und die damit 

einhergehende Kürzung auf 35 %. Ob sich die drei Beeinträchtigungen 

aber gegenseitig verstärken würden, sei nicht geprüft worden.

9. Mit Schreiben vom 16. August 2022 verzichtete die Suva (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) auf eine umfassende Beschwerdeantwort und 

schloss auf Abweisung der Beschwerde. Ergänzend zu den Ausführungen 

im Einspracheentscheid brachte sie vor, ein Quervergleich sei generell 

vorzunehmen, um zu beurteilen, ob das Ergebnis der Addition der 

Einzelschäden gerecht und verhältnismässig sei. 

- 5 -

10. Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet. Mit Schreiben vom 

25. August 2022 verzichtete der Beschwerdeführer auf die Einreichung 

einer Replik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und im 

angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 10. Juni 2022 (Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 1, Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-

act.] 339). Ein derartiger Entscheid kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die 

versicherte Person oder der Beschwerdeführer zur Zeit der 

Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer hat seinen 

Wohnsitz in Graubünden, womit das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich 

zuständig ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich 

aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formeller und 

materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer von diesem berührt, und er weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen gerichtlichen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die 

- 6 -

im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG) ist daher einzutreten.

2. Nicht angefochten wurde der Einspracheentscheid in Bezug auf die 

Ablehnung einer Invalidenrente. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist 

hingegen die Höhe der Integritätsentschädigung. Unbestritten ist, dass 

aus den drei Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers infolge 

Femorotibial-Arthrose, OSG Arthrose und Fusswurzelarthrose ein 

Integritätsschaden von gesamthaft 50 % resultiert. Streitig ist hingegen die 

Zulässigkeit der Reduktion der Integritätsentschädigung auf 35 % 

aufgrund eines Quervergleichs mit einer Amputation der betreffenden 

Körperstelle. 

3. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Im 

Beschwerdeverfahren hat das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 143 V 124 E.2.2.2, 

BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

UVG, Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 1, S. 6 f.). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 139 V 225 E.5.2, BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a; RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 6 f.). Was die Berichte und Gutachten 

versicherungsinterner Fachpersonen betrifft, so kommt auch ihnen 

- 7 -

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit vorliegen (BGE 145 V 97 E.8.5, BGE 142 V 58 E.5.1, 

BGE 125 V 351 E.3b/ee). 

4. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine 

dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität erleidet. Gemäss Art. 36 Abs. 1 der Verordnung 

über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt ein Integritätsschaden 

als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens 

mindestens im gleichen Umfang besteht (Satz 1). Erheblich ist er, wenn 

die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der 

Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 

Satz 2 UVV). 

4.1. Für die Bemessung der Integritätsentschädigung gelten die Richtlinien des 

Anhangs 3 zur UVV (Art. 36 Abs. 2 UVV). Darin hat der Bundesrat in einer 

nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden 

prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritätsschäden 

entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz 

des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Satz 1 Anhang 3 

zur UVV). In Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat die Suva in 

diesem Zusammenhang weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer 

Form erarbeitet. Die Suva-Tabellen stellen keine Rechtssätze dar. Soweit 

sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller 

Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur 

UVV vereinbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_734/2019 vom 

23. Dezember 2019 E.2, 8C_19/2017 vom 22. Mai 2017 E.4.2; BGE 124 

V 29 E.1b).

- 8 -

4.2. Gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form 

einer Kapitalleistung gewährt (Satz 1). Diese darf den am Unfalltag 

geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht 

übersteigen (vgl. Art. 22 Abs. 1 UVV); sie wird entsprechend der Schwere 

des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 UVG). Dabei wird 

die Schwere des Integritätsschadens nach dem medizinischen Befund 

beurteilt. Der Integritätsschaden wird abstrakt und egalitär bemessen. Er 

ist bei identischem medizinischem Befund für alle Versicherten gleich. 

Somit hängt die Bemessung des Integritätsschadens nicht von den 

besonderen Umständen des Einzelfalls ab. Die Feststellung des 

Integritätsschadens ist eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_478/2022 vom 30. Mai 2023 E.6.1, 

8C_734/2019 vom 23. Dezember 2019 E.4.2; BGE 132 V 393 E.3.2, 

BGE 115 V 147 E.1, BGE 113 V 218 E.4). Massgeblich ist die medizinisch-

theoretische Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität 

(BERGER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI, Basler Kommentar zum 

Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 24 Rz. 5; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_756/2019 vom 11. Februar 2020 E.4.2, 8C_812/2010 

vom 2. Mai 2011 E.6.2). Demgegenüber gehört es zur Aufgabe der 

rechtsanwendenden Behörde bzw. des Gerichts, die Beweise frei zu 

würdigen (Art. 61 lit. c ATSG) und nötigenfalls weitere medizinische 

Abklärungen zu veranlassen (Urteile des Bundesgerichts 8C_1/2023 vom 

6. Juli 2023 E.9.1, 8C_300/2020 vom 2. Dezember 2020 E.4.3, 

8C_762/2019, 8C_763/2019 vom 12. März 2020 E.6.3; BGE 140 V 193 

E.3.2). Aufgabe von Verwaltung oder Gericht ist, gestützt auf die ärztliche 

Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vorzunehmen, ob ein 

Integritätsschaden gegeben ist, ob die Erheblichkeitsschwelle erreicht ist 

und, bejahendenfalls, welches Ausmass die erhebliche Schädigung 

angenommen hat. Obschon sich die rechtsanwendenden Behörden an die 

medizinischen Angaben zu halten haben, fällt die Beurteilung des 

- 9 -

Integritätsschadens als Grundlage des gesetzlichen Leistungsanspruchs 

letztlich in ihren Aufgabenbereich (Urteile des Bundesgerichts 

8C_316/2022, 8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E.6.1.3.1, 

8C_826/2012 vom 28. Mai 2013 E.2.4; BGE 140 V 193 E.3.2). 

4.3. Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden 

aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die 

Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt 

(Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). Die Gesamtentschädigung darf den 

Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen 

(Art. 36 Abs. 3 Satz 2 UVV) und bereits nach dem Gesetz bezogene 

Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Art. 36 Abs. 3 Satz 3 

UVV). Von verschiedenen Integritätsschäden ist auszugehen, wenn die 

Beeinträchtigungen sich medizinisch eindeutig feststellen und in ihren 

Auswirkungen voneinander klar unterscheiden lassen; klar 

unterscheidbare und sich gegenseitig nicht beeinflussende 

Integritätsschäden sind grundsätzlich zu addieren (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_300/2020 vom 2. Dezember 2020 E.4.3, 8C_19/2017 

vom 22. Mai 2017 E.4.4, 8C_826/2012 vom 28. Mai 2013 E.3.2, 

8C_794/2010 vom 9. Dezember 2010 E.3.3; BGE 116 V 156 E.3b ff.).

Bei der Bemessung werden in einem ersten Schritt die einzelnen 

Integritätsschäden gesondert beurteilt, bevor in einem zweiten Schritt die 

Werte der Einzelschäden addiert werden. Die den einzelnen 

Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen werden auch dann 

zusammengezählt, wenn eine, mehrere oder alle davon für sich die 

Schwelle von 5% nicht erreichen; die Entschädigung ist geschuldet, 

sobald die Summe der Prozentzahlen die Erheblichkeitsgrenze von 5% 

übersteigt (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2022, 

8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E.6.1.2.1; BGE 116 V 156 E.3b; FREI, 

- 10 -

in: HÜRZELER/KIESER, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG, Bern 2018, Art. 25 Rz. 20). 

Nach der Addition der den einzelnen Schädigungen entsprechenden 

Prozentzahlen ist, in einem dritten Schritt, die Summe einer 

Gesamtwürdigung zu unterziehen (FREI, a.a.O., Art. 25 Rz. 20; BERGER, 

a.a.O., Art. 24 Rz. 20). Dabei wird zum einen geprüft, ob sich die 

verschiedenen Beeinträchtigungen überlagern – was zu einer Reduktion 

führt – oder gegenseitig verstärken, sodass der Gesamtschaden zu 

erhöhen ist (FREI, a.a.O., Art. 25 Rz. 20). Bei sich gegenseitig nicht 

beeinflussenden bzw. klar unterscheidbaren Integritätsschäden bleibt es 

grundsätzlich bei der Addition (Urteile des Bundesgerichts 8C_300/2020 

vom 2. Dezember 2020 E.4.3, 8C_19/2017 vom 22. Mai 2017 E.4.4, 

8C_826/2012 vom 28. Mai 2013 E.3.2, 8C_794/2010 vom 9. Dezember 

2010 E.3.3, 8C_839/2009 vom 7. April 2010 E.5.3; FREI, Die 

Integritätsentschädigung nach Art. 24 und Art. 25 UVG, Diss. Fribourg 

1998, S. 45 f.). Zum anderen wird mit einem Quervergleich zu Positionen 

der Skala von Anhang 3 der UVV beurteilt, ob das Ergebnis gerecht und 

verhältnismässig ist (Urteil des Bundesgerichts U 556/06 vom 

17. Dezember 2007 E.3.2 sowie Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts RKUV 1998 Nr. U 296 vom 30. Dezember 1997 

E.2a S. 236; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_389/2009 vom 

7. April 2010 E.5.3 sowie FREI, a.a.O., Art. 25 Rz. 20). Korrekturen im 

Rahmen des Quervergleichs sind zurückhaltend vorzunehmen, da sonst 

die Gefahr besteht, dass die einzelnen Schäden nicht mehr angemessen 

entschädigt werden; jedenfalls sind solche Korrekturen nachvollziehbar 

und überzeugend zu begründen (FREI, a.a.O., Art. 25 Rz. 20 in fine mit 

Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2010 vom 

9. Dezember 2010 E.3.3). 

- 11 -

5. Im angefochtenen Einspracheentscheid stellte die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich auf die Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. F._____ 

vom 10. Februar 2022 ab (Bg-act. 314). Insbesondere führte sie aus, es 

sei entgegen den Ausführungen des Einsprechers nicht zu beanstanden, 

dass Dr. med. F._____ nach Addition der Prozentwerte der einzelnen 

Schädigungen eine Gesamtwürdigung vorgenommen und hinsichtlich des 

Ergebnisses einen Quervergleich mit anderen Integritätsschäden gemacht 

habe, was der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspreche.

5.1. Der Beschwerdeführer beanstandete, dass der Kreisarzt nach Addition der 

Prozentwerte der einzelnen Schädigungen (50 %) einen Quervergleich mit 

dem Verlust eines Beines im Kniegelenk (40 %) vorgenommen und unter 

Hinweis darauf, dass der Versicherte nach allenfalls endoprothetischer 

Versorgung im Kniegelenk, Arthrodese im linken OSG und im Chopart-

Gelenk bei erhaltener Kniefunktion und noch erhaltenem Bein 

demgegenüber bessergestellt sei, den Integritätsschaden entsprechend 

einer Amputation im Unterschenkel auf 35 % geschätzt habe. Dies sei 

unzulässig, weil sich die verschiedenen Beeinträchtigungen – 

Femorotibial-Arthrose im Kniegelenk, Arthrose im OSG (zwischen 

Unterschenkel und Fuss) und Arthrose in der Fusswurzel – nicht 

überlagerten. Ob sich die Beschwerden verstärkten, habe die 

Beschwerdegegnerin nicht geprüft, akzeptiert würde jedoch eine 

Integritätsentschädigung von 50 %.

5.2. Ausgangspunkt für die Bemessung der Integritätsentschädigung ist die 

Einschätzung von Dr. med. F._____ vom 10. Februar 2022 (Bg-act. 314). 

Dieser legte seiner Beurteilung die Tabelle 5 der Suva betreffend 

Integritätsschäden bei Arthrose zu Grunde und führte Folgendes aus:

"Eine Femorotibial-Arthrose mit mässiger Ausprägung wird mit 5-15 %, 

fortgeschritten mit 15-30 %, eine Arthrodese bei Femorotibial-Arthrose mit 

- 12 -

25 % und eine Endoprothese mit gutem Erfolg mit 20 % beziffert. Hier 

fortgeschrittene Arthrose femorotibial mit schicksalshaft langfristig 

möglicher Endoprothesenversorgung bei zu erwartender ordentlicher 

Kniefunktion, deshalb bessergestellt als bei einer Arthrodese mit 

aufgehobener Kniefunktion; deshalb 20 % für das linke Kniegelenk 

angemessen. Eine mässige OSG-Arthrose wird mit 5-15 %, schwergradig 

mit 15-30 % und eine Arthrodese mit 15 % beziffert. Hier bereits 

fortgeschrittene OSG-Arthrose mit schicksalshaft langfristig zu 

erwartender Arthrodese, deshalb 15 % angemessen. Eine Fusswurzel-

Arthrose (Chopart) mässigen Grades wird mit 5-10 %, schwergradig mit 

10-20 % und eine Arthrodese oder Gelenkresektion mit 15 % beziffert. 

Hier Teilarthrose im Chopart-Gelenk mässiggradig mit schicksalshaft 

langfristig zu erwartender Progredienz und allenfalls notwendiger 

Arthrodese, deshalb 15 % angemessen. Rechnerisch gesamthaft 50 %. 

Im Quervergleich wird jedoch ein Verlust des Beines im Kniegelenk mit 

40 % beziffert. Hier nach allenfalls endoprothetischer Versorgung im 

Kniegelenk, Arthrodese im linken OSG und im Chopart-Gelenk bei 

erhaltener Kniefunktion und noch erhaltenem Bein wesentlich 

bessergestellt, deshalb im Quervergleich 35 % angemessen 

entsprechend einer Amputation im Unterschenkel Bild 12, Tabelle 4 

(Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Zehen-, Fuss- und 

Beinverlusten), welche mit 35 % beziffert wird. Eine weitere 

Verschlimmerung wird damit berücksichtigt."

5.3. Der Beschwerdeführer bestritt die detaillierten Bemessungen der 

einzelnen Integritätsschäden, die zu einer Summe von 50 % führten, nicht. 

Nach Ansicht des Gerichts sind diese denn auch nicht zu beanstanden, 

zumal der Kreisarzt nach Konsultation der Akten und persönlicher 

Untersuchung des Versicherten (Bg-act. 315) sowie gestützt auf Tabelle 5 

der Suva (Integritätsschaden bei Arthrose) in nachvollziehbarer Weise für 

- 13 -

die drei verschiedenen Beeinträchtigungen den Grad des 

Integritätsschadens auf 20 % für die Femorotibial-Arthrose im linken 

Kniegelenk, auf 15 % für die OSG-Arthrose und auf 15 % für die 

Fusswurzel-Arthrose bemessen hat (Bg-act. 314). Darauf kann abgestellt 

werden.

5.3.1. Aus der kreisärztlichen Einschätzung lässt sich nicht ableiten, dass sich 

die drei Beeinträchtigungen in ihrer Wirkung überlagerten oder gar 

gegenseitig verstärkten. Insofern ist dem Beschwerdeführer 

beizupflichten, dass sich die drei verschiedenen Beeinträchtigungen 

separat beurteilen lassen. Etwas anderes macht auch die 

Beschwerdegegnerin nicht geltend. Gemäss der in Erwägung 4.3 hiervor 

ausgeführten bundesgerichtlichen Rechtsprechung bleibt es bei 

Integritätsschäden, die sich gegenseitig nicht beeinflussen bzw. klar 

voneinander unterscheidbar sind, grundsätzlich bei der Addition der 

einzelnen Prozentwerte.

5.3.2. Näher einzugehen ist auf den Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach 

ein Quervergleich gemäss dem vom Beschwerdeführer zitierten 

Kommentar (FREI, a.a.O., Art. 25 Rz. 20; vgl. Erwägung 4.3) generell 

vorgenommen werden müsse, um zu beurteilen, ob das Ergebnis der 

Addition der Einzelschäden gerecht und verhältnismässig sei (vgl. 

Erwägung 4.3 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung), 

bzw. wonach eine Korrektur im Rahmen eines Quervergleichs zulässig 

sei, wenn sie nachvollziehbar und überzeugend begründet sei. 

Beides ist nach Ansicht des Gerichts nicht der Fall. Der Kreisarzt nahm 

einen Quervergleich zum Anhang 3 zur UVV vor und verglich die mit 40 % 

bezifferte Amputation eines Beines im Kniegelenk (vgl. Suva Tabelle 4, 

Integritätsschäden nach einfachen oder kombinierten Zehen-, Fuss- und 

Beinverlusten, Bild 14) mit der Situation des Beschwerdeführers bei 

- 14 -

allenfalls endoprothetischer Versorgung im Kniegelenk (künstliches 

Kniegelenk), Arthrodese im linken OSG (Versteifung des oberen 

Sprunggelenks) und im Chopart-Gelenk (Versteifung des 

Fusswurzelgelenks). Der Beschwerdeführer sei bei erhaltener 

Kniefunktion und erhaltenem Bein "wesentlich bessergestellt", weshalb die 

Schätzung des Integritätsschadens auf 35 % angemessen sei, 

entsprechend der mit 35 % bezifferten Amputation des Unterschenkels 

(Suva Tabelle 4, Integritätsschäden nach einfachen oder kombinierten 

Zehen-, Fuss- und Beinverlusten, Bild 12). Allerdings begründete Dr. med. 

F._____ nicht näher, inwiefern die Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers im Knie, im OSG und im Fuss mit einem amputierten 

Bein (sei es im Kniegelenk oder unterhalb) vergleichbar sind und eine 

wesentliche Besserstellung bedeuten. Dem Beschwerdeführer ist insofern 

zuzustimmen, dass dieser Quervergleich die Schwere der Arthrose und 

der damit verbundenen Schmerzen nicht berücksichtigt und das Ergebnis 

unangemessen erscheint. Abgesehen davon, dass fraglich ist, ob ein 

solcher Quervergleich und die darauf gestützte Reduktion des 

Integritätsschadens im vorliegenden Fall mangels Überlagerung der 

Beeinträchtigungen angesichts der neueren bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. Erwägung 4.3 und dort zitierte Urteile des 

Bundesgerichts, insbesondere Urteil 8C_300/2020 vom 2. Dezember 

2020 E.4.3) überhaupt zulässig ist, und in Anbetracht dessen, dass bei 

allfälligen Korrekturen im Rahmen des Quervergleichs eine gewisse 

Zurückhaltung angebracht ist, vermag die kreisärztliche Einschätzung in 

diesem Punkt nicht zu überzeugen. Da den Berichten der Arztpersonen 

der Suva der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen 

zukommt, darf bei bereits geringen Zweifeln an ihrer Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit nicht darauf abgestellt werden (BGE 145 V 97 E. 8.5; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_542/2021 vom 26. Januar 2022 E. 5). Das Gericht 

ist der Ansicht, dass es beim nachvollziehbaren Gesamtwert von 50 % 

- 15 -

sein Bewenden haben muss. Da der so addierte Gesamtwert des 

Integritätsschadens von 50 % nicht bestritten ist, somit ein allenfalls 

höherer Wert nicht in Frage steht, muss vorliegend kein weiterer 

medizinischer Bericht eingeholt werden. 

5.4. Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass die 

Beschwerde gutzuheissen ist. Der angefochtene Entscheid ist insoweit 

abzuändern, als festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer Anspruch 

auf eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse 

von 50 % hat. 

6. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über 

Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz 

vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen 

Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder 

leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Das UVG enthält keine 

entsprechende Kostenregelung; folglich ist das Beschwerdeverfahren 

kostenlos. Vorliegend besteht kein Grund, von dieser Regelung 

abzuweichen. 

7. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. Gestützt darauf hat der hier obsiegende 

Beschwerdeführer Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 

24. August 2022 eine Honorarrechnung für seine anwaltlichen 

Aufwendungen im Umfang von CHF 2'637.60 bei 10.99 Stunden à 

CHF 240.00 im Zeitraum vom 16. Juni 2022 bis 24. August 2022 zuzüglich 

Spesen in Höhe von CHF 19.15 (3 %) und CHF 209.20 (7.7 %) MWST ein. 

- 16 -

Der geltend gemachte Aufwand von total CHF 2'925.95 ist angemessen, 

der Tarif entspricht der Praxis des Verwaltungsgerichts, womit das 

verlangte Honorar nicht zu beanstanden ist. In diesem Umfang hat die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer aussergerichtlich zu 

entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid der 

Suva vom 10. Juni 2022 insoweit abgeändert, als festgestellt wird, dass 

der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 

basierend auf einer Integritätseinbusse von 50 % hat.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Suva entschädigt A._____ ausseramtlich mit CHF 2'925.95.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 8C_38/2024 vom 28. Juni 2024 hat das Bundesgericht die gegen diesen 
Entscheid erhobene Beschwerde gutgeheissen und den vorliegenden Entscheid 
aufgehoben.]