# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bca64b58-9436-5117-844c-73b20ae3d03a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 16.01.2023 ZK1 2022 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ZK1-2022-17_2023-01-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 16. Januar 2023

Referenz ZK1 22 17

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Bäder Federspiel, Vorsitzende
Arpagaus, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Aquasanastrasse 8, 7000 Chur

gegen

B._____
Beschwerdegegner

Gegenstand Schuldneranweisung (Festsetzung der Parteientschädigung)

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Regionalgericht 
Plessur vom 17. Januar 2022, mitgeteilt am 21. Januar 2022 
(Proz. Nr. 135-2021-740)

Mitteilung 19. Januar 2023

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Sachverhalt

A. Mit Urteil des Einzelrichters in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur vom 
3. Dezember 2020 wurde die Ehe zwischen A._____ und B._____ geschieden und 
die zwischen den Parteien geschlossene Scheidungskonvention genehmigt. Darin 
verpflichtete sich B._____ u.a., für die gemeinsame Tochter C._____ einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000.00 zuzüglich allfällige Kinderzulagen 
zu leisten.

B/a. Am 12. Oktober 2021 stellte A._____ beim Einzelrichter in Zivilsachen am 
Regionalgericht Plessur gegen B._____ ein Gesuch betreffend 
Schuldneranweisung nach Art. 291 ZGB. Dem Gesuchsgegner wurde in der Folge 
mehrfach Frist angesetzt zur Einreichung einer Stellungnahme, erstmals am 3. 
November 2021. Letztmals wurde ihm mit Verfügung vom 30. Dezember 2021 
eine Notfrist bis am 13. Januar 2022 eingeräumt. B._____ liess die entsprechende 
Frist ungenutzt verstreichen. Am 17. Januar 2022 reichte der Rechtsvertreter von 
A._____, Rechtsanwalt Tobias Brändli, dem Gericht im Hinblick auf die 
Festsetzung der Parteientschädigung seine Honorarnote ein.

B/b. Mit Entscheid vom 17. Januar 2022, mitgeteilt am 21. Januar 2022, hiess 
der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur das Gesuch um 
Schuldneranweisung gut. Bezüglich der Prozesskosten erkannte er wie folgt:

2. a) Die Gerichtskosten von CHF 1'200.00 gehen zu Lasten von B._____.

b) B._____ hat A._____ eine Parteientschädigung von CHF 870.00 (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

C/a. Gegen diesen Kostenentscheid erhob A._____ mit Eingabe vom 27. Januar 
2022 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde. Sie stellt folgende 
Rechtsbegehren:

1. Dispositiv-Ziffer 2. b) (Parteientschädigung) des Entscheides des 
Regionalgerichtes Plessur vom 17. Januar 2022 (Proz. Nr. 135-2021-
740) sei aufzuheben.

2. B._____ sei zu verpflichten, A._____ für das erstinstanzliche 
Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 1'841.45 
(inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zu Lasten des 
Beschwerdegegners, eventualiter zu Lasten der Vorinstanz.

C/b. Der mit Verfügung vom 31. Januar 2022 eingeforderte Kostenvorschuss 
von CHF 1'000.00 wurde mit Eingang beim Kantonsgericht von Graubünden am 4. 
Februar 2022 fristgerecht geleistet.

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C/c. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 7. Februar 2022 auf das 
Einreichen einer Stellungnahme. B._____ liess sich zur Beschwerde ebenfalls 
nicht vernehmen.

Erwägungen

1.1. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet der Kostenentscheid des 
Einzelrichters in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur vom 17. Januar 2022. 
Gegen Kostenentscheide kann gemäss Art. 110 ZPO in Verbindung mit Art. 319 ff. 
ZPO selbständig Beschwerde erhoben werden.

1.2. Die von A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 27. Januar 2022 
eingereichte Beschwerde erfolgte frist- und formgerecht (Art. 321 Abs. 1-3 ZPO). 
Ausserdem ist die Beschwerdeführerin legitimiert, die Festsetzung der 
Parteientschädigung in eigenem Namen anzufechten (Viktor Rüegg/Michael 
Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 3 zu Art. 110 ZPO). Auf die 
Beschwerde ist folglich einzutreten.

1.3. Da B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner) wusste, dass ein Verfahren 
betr. Schuldneranweisung hängig ist und folglich mit der Zustellung von 
gerichtlichen Schreiben rechnen musste, gelangt für die Aufforderung zur 
Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2022 die Zustellfiktion nach Art. 138 Abs. 3 lit. 
a ZPO zur Anwendung. Die Sendung gilt als dem Beschwerdegegner zugestellt.

1.4. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
Beschwerde als Rechtsmittelinstanz ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 
320.100). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Beschwerden auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer 
(Art. 6 lit. a KGV [BR 173.100]). Da der Streitwert der Beschwerde unter CHF 
5'000.00 liegt, ergeht das Urteil in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 7 Abs. 2 lit. a 
EGzZPO). 

1.5. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die 
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (Art. 320 
ZPO), wobei der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung jeden Verstoss gegen 
geschriebenes und ungeschriebenes Recht beinhaltet und auch die 
Unangemessenheit umfasst (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-
Somm/Hasen-böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 3 zu Art. 320 ZPO; Kurt 
Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische 

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Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 10 zu Art. 310 
ZPO i.V.m. N 4 zu Art. 320 ZPO). Die Beschwerdeinstanz überprüft 
entsprechende Rügen mit freier Kognition, doch hat sie bei der Überprüfung der 
Angemessenheit Zurückhaltung zu üben (PKG 2012 Nr. 11 m.w.H.; Blickenstorfer, 
a.a.O., N 10 zu Art. 310 ZPO; Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 4 zu Art. 320 ZPO). 
Hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung gilt für die Beschwerde hingegen eine 
beschränkte Kognition. Erforderlich ist eine qualifiziert fehlerhafte, das heisst 
willkürliche Feststellung des Sachverhalts (vgl. zum Ganzen Freiburghaus/Afheldt, 
a.a.O., N 5 zu Art. 320 ZPO; Blickenstorfer, a.a.O., N 8 zu Art. 320 ZPO).

Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind 
ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO).

2.1. Rechtsanwalt Brändli reichte der Vorinstanz am 17. Januar 2022 im 
Hinblick auf die Festsetzung der Parteientschädigung seine Honorarnote ein. Dies, 
nachdem der Beschwerdegegner die ihm seitens der Vorinstanz bis am 13. 
Januar 2022 angesetzte Notfrist für das Einreichen einer Stellungnahme zum 
Gesuch betreffend Schuldneranweisung ungenutzt verstreichen lassen hatte. In 
der erwähnten Honorarnote (RG act. V/10 u. VI/2) machte Rechtsanwalt Brändli 
eine Entschädigung von insgesamt CHF 2'071.65 geltend (6.9167 h à CHF 270.00 
= CHF 1'867.50; Barauslagen 3 % = CHF 56.03; 7.7 % MwSt. = CHF 148.11).

2.2. Der Vorderrichter erkannte im angefochtenen Entscheid, dass die 
Gerichtskosten infolge Gutheissung des Gesuchs zu Lasten des 
Beschwerdegegners gingen und dieser die Beschwerdeführerin angemessen zu 
entschädigen habe. Im Zusammenhang mit der Festsetzung der 
Parteientschädigung hielt der erstinstanzliche Richter fest, Rechtsanwalt Brändli 
habe seine Honorarnote verspätet eingereicht. Sie sei erst am 18. Januar 2022 
beim Gericht eingetroffen, das Verfahren sei aber bereits am 17. Januar 2022 ins 
Beratungsstadium eingetreten. Der angemessene Aufwand des Rechtsvertreters 
sei daher nach Ermessen festzusetzen. Insgesamt erachtete der Vorderrichter für 
das Gesuch betreffend Schuldneranweisung einen Aufwand von 3.25 Stunden als 
angemessen, den er mangels Einreichung einer Honorarvereinbarung mit dem 
mittleren Stundenansatz von CHF 240.00 vergütete. Zuzüglich Barauslagen von 3 
% sowie der Mehrwertsteuer von 7.7 % ergab sich eine Parteientschädigung von 
gerundet CHF 870.00 (act. B.1, Sachverhalt lit. K. u. L. sowie E. 4.3).

2.3. Im Beschwerdeverfahren rügt Rechtsanwalt Brändli, der Vorderrichter habe 
willkürlich gehandelt, indem er die von ihm eingereichte Honorarnote nicht 
berücksichtigt habe. Die Vorinstanz habe dem Beschwerdegegner im 

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vorinstanzlichen Verfahren wiederholt und in zweifelhafter Vorgehensweise Fristen 
eingeräumt, um eine Stellungnahme einzureichen. Die letzte Frist sei dem 
Beschwerdegegner bis zum 13. Januar 2022 angesetzt worden. Er habe daher 
davon ausgehen dürfen, dass eine entsprechende Stellungnahme spätestens am 
14. Januar 2022 beim Gericht eingehe und diese bei von einem Gericht zu 
erwartender speditiver Arbeitsweise spätestens am 17. Januar 2022 bei ihm 
eintreffe, zwecks Wahrung des bundesgerichtlich garantierten unbedingten 
Replikrechtes. Am 17. Januar 2022 habe er keine Nachricht erhalten, weshalb er 
dem Gericht eine entsprechende Honorarnote eingereicht habe. Diese hätte vom 
Vorderrichter bei der Festsetzung der Entschädigung berücksichtigt werden 
müssen. Sofern jener sich auf den Standpunkt stelle, dass die Honorarnote nach 
Eintritt der Beratungsphase eingereicht worden sei, hätte er den Parteien 
vorgängig anzeigen müssen, dass der vorliegende Prozess ins Beratungsstadium 
übergehe und den Parteien die vom Bundesgericht erwähnte garantierte 
Replikfrist von zehn Tagen gewähren müssen. Er habe unter keinen Umständen 
damit rechnen dürfen und müssen, dass anstelle der Zustellung einer 
Stellungnahme der Gegenpartei umgehend in ein Beratungsstadium übergetreten 
werde, ohne dass er davon Kenntnis erhalten habe. Der Vorderrichter habe in 
seiner ursprünglichen Verfügung denn auch nicht angezeigt, dass auf eine 
mündliche Verhandlung verzichtet werde. Der Hinweis in seiner Verfügung vom 3. 
Januar 2022, dass bei unbenutztem Ablauf der Frist aufgrund der Akten 
entschieden werde, entbinde ihn nicht davon, der Beschwerdeführerin wenigstens 
mitzuteilen, dass keine Eingabe des Gesuchsgegners erfolgt sei, zumal diese mit 
einer solchen gerechnet habe. Bereits aus diesem Grund sei der angefochtene 
Entscheid zufolge krass willkürlicher Nicht-Berücksichtigung der Honorarnote 
aufzuheben.

3.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Parteientschädigung für 
die Beschwerdeführerin. Als Parteientschädigung gelten unter anderem die 
Kosten einer berufsmässigen Vertretung (Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO), wobei diese 
wiederum das Honorar und die Auslagen eines nach Art. 68 Abs. 2 ZPO 
zugelassenen Parteivertreters sowie die darauf anfallende Mehrwertsteuer 
umfassen (Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Art. 1-149 ZPO, Bern 2012, N 12 zu 
Art. 95 ZPO). Für die Bemessung der Parteientschädigung sind die kantonalen 
Tarife massgebend (Art. 96 ZPO, Art. 105 Abs. 2 Satz 1 ZPO), in Graubünden die 
Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 
Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250). Nach Art. 2 Abs. 1 HV 
setzt die urteilende Instanz die Parteientschädigung der obsiegenden Partei nach 

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Ermessen fest. Sie geht dabei vom Betrag aus, welcher der 
entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in Rechnung 
gestellt wird, sofern der vereinbarte Stundenansatz zuzüglich allfällig vereinbartem 
Interessenwertzuschlag üblich ist und keine Erfolgszuschläge enthält (Art. 2 Abs. 2 
Ziff. 1 HV). Als üblich gilt ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 
270.00 (Art. 3 Abs. 1 HV). Vorausgesetzt ist alsdann, dass der geltend gemachte 
Aufwand angemessen und für die Prozessführung erforderlich ist (Art. 2 Abs. 2 
Ziff. 2 HV). Schliesslich darf die geforderte Entschädigung keine von der Sache 
beziehungsweise von den legitimen Rechtsschutzbedürfnissen her nicht 
gerechtfertigte Belastung der unterliegenden Partei zur Folge haben (Art. 2 Abs. 2 
Ziff. 3 HV).

3.2. Für die Parteientschädigung gilt der Dispositionsgrundsatz, d.h. sie ist von 
der Partei zu beantragen. Eine Bezifferung des Antrags auf Parteientschädigung 
ist nicht erforderlich. Es steht den Parteien jedoch frei, eine Kostennote 
einzureichen und damit ihren Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung zu 
beziffern und zu substantiieren (Art. 105 Abs. 2 ZPO; BGE 140 III 444 E. 3.2.2; 
Sterchi, a.a.O., N 6 f. zu Art. 105 ZPO). Was den Zeitpunkt betrifft, bis zu welchem 
eine allfällige Kostennote einzureichen ist, so fehlt eine gesetzliche Regelung. In 
der Literatur sprechen sich Urwyler/Grütter dafür aus, dass eine Honorarnote 
spätestens anlässlich der Hauptverhandlung einzureichen ist (Adrian 
Urwyler/Myriam Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische 
Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 8 zu Art. 105 
ZPO), während dies nach Jenny spätestens vor der Urteilsberatung zu erfolgen 
hat (David Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 7 zu Art. 
105 ZPO). Gemäss Rüegg/Rüegg ist eine beim Sachgericht eingereichte 
Kostennote bei der Kostenfestsetzung dann noch zu berücksichtigen, wenn sie – 
als direkte Prozessfolge – innert angemessener Frist nach der letzten 
Prozesshandlung (z. B. Hauptverhandlung, Einreichen schriftlicher Parteivorträge, 
Vorbringen neuer Tatsachen nach Art. 229 Abs. 3 ZPO) eintrifft. Erst zu diesem 
Zeitpunkt sei der Anwaltsaufwand abschliessend erkennbar (Rüegg/Rüegg, 
a.a.O., N 2 zu Art. 105 ZPO).

4.1. Vorliegend reichte Rechtsanwalt Brändli seine Honorarnote unmittelbar 
nach Abschluss des (ersten und einzigen) Schriftenwechsels ein. Dies ist 
entgegen der Ansicht des Vorderrichters als rechtzeitig zu qualifizieren. Gestützt 
auf die oben erwähnten Literaturstellen hatte der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin keinen Anlass, dem Gericht seine Honorarnote vor Abschluss 

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des Schriftenwechsels, also bereits nach Einreichen des Gesuchs für seine 
Mandantin, zur Kenntnis zu bringen. Vielmehr durfte er abwarten, ob seitens des 
Beschwerdegegners eine Stellungnahme zum Gesuch eingeht, für welchen Fall 
der Beschwerdeführerin das Recht auf eine unaufgeforderte Replik zugestanden 
und die Urteilsberatung noch gar nicht hätte beginnen können (vgl. Benjamin 
Domenig, Aktenschluss, Noven- und Replikrecht im summarischen Verfahren der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2022, Rz. 288). Die Frist für eine 
Stellungnahme lief am Donnerstag, 13. Januar 2022, ab, so dass diese bei 
unmittelbarer postalischer Zustellung bzw. Weiterleitung am Freitag, 14. Januar 
2022, beim Gericht, und am Montag, 17. Januar 2022, bei Rechtsanwalt Brändli 
eingetroffen wäre. Für den Genannten stand daher frühestens am 17. Januar 
2022 fest, dass der Schriftenwechsel abgeschlossen ist. Noch am selben Tag 
reichte er dem Gericht seine Honorarnote ein. Die Vorinstanz war gestützt auf Art. 
256 ZPO zwar befugt, auf die Durchführung einer Hauptverhandlung zu verzichten 
und aufgrund der Akten zu entscheiden. Sodann trat mit dem unbenutzten Ablauf 
der Frist zur Stellungnahme der Aktenschluss ein. Es hätte indes dem Gebot der 
Fairness entsprochen, wenn der Vorderrichter der Beschwerdeführerin die 
bevorstehende Urteilsberatung angezeigt und ihr vor dem Fällen eines 
verfahrenserledigenden Entscheids Gelegenheit zur Einreichung der Kostennote 
gegeben, zumindest aber die wie erwähnt unmittelbar nach Aktenschluss 
eingereichte Honorarnote noch berücksichtigt hätte (vgl. in diesem 
Zusammenhang auch BGE 144 III 159 E. 4.4 sowie Urwyler/Grütter, a.a.O., N 7 zu 
Art. 105 ZPO). Dies gilt umso mehr, als der Vorderrichter den Beschwerdegegner 
erst rund drei Wochen nach Gesuchseinreichung zur Stellungnahme aufgefordert 
und diesem überdies mehrmals eine Fristerstreckung gewährt hatte. Indem die 
Vorinstanz die Parteientschädigung für die Beschwerdeführerin festsetzte, ohne 
die Kostennote ihres Rechtsvertreters zu berücksichtigen, hat sie das in Art. 52 
ZPO verankerte Gebot des Handelns nach Treu und Glauben verletzt, das auch 
für gerichtliche Handlungen gilt (Myriam A. Gehri, in: Spühler/Tenchio/Infanger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 
2017, N 2 zu Art. 52 ZPO). Als Folge dieses Verstosses ist die Beschwerde von 
A._____ gutzuheissen und Ziffer 2 lit. b des Dispositivs des angefochtenen 
Entscheids aufzuheben.

4.2. Bei einer Gutheissung der Beschwerde hebt das Gericht den 
angefochtenen Entscheid im entsprechenden Umfang auf und weist die Sache zur 
neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Ist die Sache jedoch spruchreif, 
fällt die Beschwerdeinstanz den neuen Entscheid selbst (Art. 327 Abs. 3 ZPO). 
Vorliegend befindet sich die Honorarnote von Rechtsanwalt Brändli bei den 

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vorinstanzlichen Akten, doch hat es der Vorderrichter unterlassen, eine 
Stellungnahme des Beschwerdegegners dazu einzuholen. Die Sache ist 
demzufolge nicht spruchreif, weshalb ein reformatorischer Entscheid 
ausgeschlossen und die Sache zur Neubeurteilung an den Einzelrichter in 
Zivilsachen am Regionalgericht Plessur zurückzuweisen ist. Dieser hat die 
Parteientschädigung unter Berücksichtigung der Honorarnote von Rechtsanwalt 
Brändli vom 17. Januar 2022 neu festzusetzen.

Da eine Partei berechtigt ist, zu der von der anderen Partei eingereichten 
Honorarnote Stellung zu nehmen (Jenny, a.a.O., N 8 zu Art. 105 ZPO; 
Urwyler/Grütter, a.a.O., N 8 zu Art. 105 ZPO), ist dem Beschwerdegegner vor der 
Neufestsetzung der Parteientschädigung Gelegenheit zu geben, sich zur 
Honorarnote von Rechtsanwalt Brändli zu äussern. Sollte diese nicht beanstandet 
werden, hätte dies nicht per se zur Folge, dass sie als unbestritten gilt und 
ungeprüft bzw. ungekürzt zu übernehmen wäre. Vielmehr hat sie das Gericht von 
Amtes wegen zu überprüfen (Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 2 zu Art. 104 ZPO; vgl. 
auch KGer GR ZK2 14 13 v. 4.12.2014 E. 2b). Bei der Beurteilung der Kostennote 
ist zu beachten, dass der geltend gemachte Zeitaufwand angemessen und für 
eine sachgerechte Prozessführung erforderlich sein muss (Art. 2 HV, Art. 16a 
AnwG; Sterchi, a.a.O., N 14 zu Art. 95 ZPO). Eine allfällige Kürzung müsste 
aufgrund des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 53 ZPO) begründet werden. 
Es wären wenigstens kurz die Gründe darzulegen, weshalb gewisse Positionen 
als ungerechtfertigt angesehen werden (BGer 4A_592/2014 v. 25.2.2015 E. 3; 
Sterchi, a.a.O., N 9 zu Art. 105 ZPO; Urwyler/Grütter, a.a.O., N 11 zu Art. 105 
ZPO; Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 2 zu Art. 105 ZPO). Was schliesslich den 
Stundenansatz betrifft, erklärte sich die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe mit 
einem solchen von CHF 240.00 einverstanden (act. A.1 Rz. 20).

5. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die 
Gerichtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), 
der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend obsiegt die Beschwerdeführerin, 
weshalb sie keine Prozesskosten zu tragen hat. Ebensowenig ist angebracht, dem 
Beschwerdegegner die Kosten aufzuerlegen, da er sich nicht am Verfahren 
beteiligt und insbesondere keinen Antrag auf Beschwerdeabweisung gestellt hat. 
Die Prozesskosten sind vielmehr gestützt auf Art. 108 ZPO der Vorinstanz zu 
überbinden, welche das Beschwerdeverfahren durch die Verletzung des Gebots 
des Handels nach Treu und Glauben veranlasst hat (vgl. KGer GR ZK1 21 60 v. 
25.5.2021 E. 5.2 m.w.H.).

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Nach Art. 10 VGZ (BR 320.210) werden die Gerichtskosten auf CHF 1'000.00 
festgesetzt. Sie werden von der Vorinstanz direkt eingefordert. Der 
Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von CHF 1'000.00 durch 
das Kantonsgericht zurückerstattet (vgl. KGer GR ZK1 15 124/125 v. 7.7.2016 E. 
4b/bb; Sterchi, a.a.O., N 5 zu Art. 111 ZPO). 

Das Regionalgericht Plessur hat die Beschwerdeführerin für die Kosten der 
anwaltlichen Vertretung im Beschwerdeverfahren zu entschädigen. Eine 
Honorarnote ihres Rechtsvertreters liegt nicht vor, so dass die Entschädigung der 
Beschwerdeführerin nach gerichtlichem Ermessen festgesetzt wird (Art. 2 Abs. 1 
HV). Angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie unter 
Berücksichtigung der eingereichten Beschwerdeschrift bzw. des dafür 
mutmasslich notwendigen Aufwands erscheint ausgehend vom vereinbarten 
Stundenansatz von CHF 270.00 (act. G.1) eine Entschädigung von CHF 1'000.00 
inklusive 3 % Spesen und 7.7 % Mehrwertsteuer als angemessen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde von A._____ wird gutgeheissen und Ziff. 2 lit. b) des 
Dispositivs des Entscheids des Einzelrichters in Zivilsachen am 
Regionalgericht Plessur vom 17. Januar 2022 wird aufgehoben.

2. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung der 
Parteientschädigung für A._____ an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten 
des Regionalgerichts Plessur und werden diesem durch das Kantonsgericht 
in Rechnung gestellt. A._____ wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss 
von CHF 1'000.00 durch das Kantonsgericht zurückerstattet.

3.2. Das Regionalgericht Plessur hat A._____ für das Beschwerdeverfahren 
eine Parteientschädigung von CHF 1'000.00 inkl. Spesen und 
Mehrwertsteuer zu bezahlen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG 
Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 
grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden 
Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 
113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: