# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af3235d2-5f08-57b8-bba6-66f7fb55092d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.01.2014 200 2013 855
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-855_2014-01-23.pdf

## Full Text

200 13 855 UV
KOJ/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Januar 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt D.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 27. August 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete seit dem 1. August 2009 bei der E.________ als F.________. Im 
Rahmen dieser Anstellung war sie bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Be-
rufs- und Nichtberufsunfällen sowie von Berufskrankheiten versichert (Ak-
ten der SUVA [act. IIA] 1). 

Am 6. Januar 2010 verdrehte sie beim Drehen eines schweren Holzrah-
mens das rechte Handgelenk (act. IIA 1). In der Folge konnte sie mit einer 
Handgelenkschiene in vollem Umfang weiterarbeiten (act. IIA 2). Nachdem 
die Beschwerden auch nach über einem Jahr nicht abgeklungen waren, 
wurden am 28. März 2011 eine Arthroskopie radiocarpal und midcarpal und 
ein arthroskopisches Débridement durchgeführt (act. IIA 35), wobei der 
Versicherten während sechs Wochen eine 100 %ige und danach während 
vier Wochen eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (act. IIA 36 
S. 2). Am 29. September 2011 wurde sie durch den Kreisarzt untersucht 
(Akten der SUVA [act. IIB] 77).

Die von der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) durchgeführte 
Arbeitsmarktliche-Medizinische Abklärung (AMA) im Dezember 2011 muss-
te abgebrochen werden und die Versicherte wurde nach wieder aufgetrete-
nen Beschwerden erneut am Handgelenk operiert (act. IIB 91 und 
act. IIB 93). Am 1. Juni 2012 trat die Versicherte eine Stelle in einer Buch-
handlung mit einem Pensum von 50 % an (act. IIB 117). Mit Verfügung vom 
13. März 2013 (act. IIB 158) verneinte die SUVA den Anspruch der Versi-
cherten auf eine Rente der Unfallversicherung und auf eine Integritätsent-
schädigung. Die IV-Stelle Bern (IVB) verfügte am 22. Mai 2013 
(act. IIB 171) die Ausrichtung einer halben IV-Rente bei einem Invaliditäts-
grad (IV-Grad) von 53 %.

Mit Einspracheentscheid vom 27. August 2013 (act. IIB 173) wies die SU-
VA die gegen ihre Verfügung (act. IIB 158) erhobene Einsprache vom 
26. April 2013 (act. IIB 168) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 3

B.

Dagegen erhob die Versicherte – vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – mit Eingabe vom 26. September 2013 Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern und beantragte die Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids vom 27. August 2013 (act. IIB 173) und die Zu-
sprechung der gesetzlichen Leistungen. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2013 beantragte die Be-
schwerdegegnerin – vertreten durch Rechtsanwalt D.________, substituiert 
durch Rechtsanwältin G.________ – die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 27. August 
2013 (act. IIB 173), mit welchem die Beschwerdegegnerin die Verfügung 
vom 13. März 2013 (act. IIB 158) bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 4

Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und eine Inte-
gritätsentschädigung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG). 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 5

Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

Die für den Rentenanspruch massgebende Invalidität entspricht dem Ver-
hältnis zwischen dem Erwerbseinkommen, das die versicherte Person oh-
ne Invalidität zu erzielen vermöchte, und dem Einkommen, welches sie 
trotz des versicherten Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch zu 
erwerben fähig ist (BGE 112 V 376 E. 1a S. 380). Dementsprechend ist für 
die Invaliditätsbemessung nicht die medizinisch-theoretische Schätzung 
der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt oder die Ärztin ausschlaggebend (BGE 
125 V 256 E. 4 S. 261); entscheidend sind vielmehr die erwerblichen Aus-
wirkungen der festgestellten Arbeitsunfähigkeit.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird gemäss Art. 16 ATSG das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Durch die Akten belegt und unbestritten ist, dass die Beschwerde-
führerin am 6. Januar 2010 einen Unfall im Rechtssinn erlitten (vgl. E. 2.1 
hiervor [act. IIA 1]) und die Beschwerdegegnerin als Unfallversichererin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 6

entsprechende Versicherungsleistungen erbracht hat (vgl. z.B. act. IIA 11). 
Nicht bestritten ist ebenfalls, dass die Beschwerdegegnerin den Fall auf 
Mitte März 2013 zu Recht abgeschlossen hat (act. IIB 158), denn der End-
zustand ist erreicht und von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung ist 
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten 
(vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG [act. IIB 130, erste Frage]).

3.2 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin im Zusammenhang mit dem Unfall vom 6. Januar 2010 (act. IIA 1) 
lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.2.1 Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. H.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH, diagnostizierte in seinem Bericht zur kreisärztlichen Unter-
suchung vom 29. September 2011 (act. IIB 77) einen Status nach arthro-
skopischem Débridement einer Diskusläsion bei radialer Verletzung des 
TFCC Handgelenk rechts dominant am 28. März 2011 nach Distorsions-
trauma am 6. Januar 2010 und einen hyperlaxen Habitus (S. 3 Ziff. 5). Im 
Zeitpunkt der Untersuchung liege seines Erachtens ein unspezifischer 
Reizzustand nach Distorsion und Intervention vor. Die dorsoulnare gang-
lionartige Vernarbung könne sicher exzidiert werden, ob dadurch eine 
nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes erfolgen würde, 
müsse noch offen bleiben. Zumutbar seien Tätigkeiten ohne Schlagbelas-
tungen oder Vibrationsbelastungen für die rechte obere Extremität, ohne 
repetitive monotone Tätigkeiten, ohne abgewinkelte Gewichtsbelastungen 
repetitiv über 1 kg, ohne axiale Zugbelastungen repetitiv über 5 kg und oh-
ne Kälteexposition.

3.2.2 Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH und für Handchirurgie FMH, 
führte am 12. Dezember 2011 die Exzision von zwei Ganglien durch (vgl. 
Berichte vom 13. Dezember 2011 [act. IIB 93] und vom 30. Dezember 2011 
[act. IIB 118 S. 2]). Im ärztlichen Zeugnis vom 10. Januar 2012 
(act. IIB 100) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 12. De-
zember 2011 bis zum 31. Januar 2012. Ab dem 1. Februar 2012 betrage 
die Arbeitsunfähigkeit 0 %.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 7

3.2.3 In der medizinischen Dokumentation zur AMA vom 18. April 2012 
(act. IIB 106) diagnostizierte der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn, Dr. med. I.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine frühkindliche Hirnschädigung mit ausgeprägter Spracher-
werbsstörung und Minderleistungen in verschiedenen sprachassoziierten 
Fähigkeiten und in der Merkspanne und einen Status nach Handgelenks-
trauma, Handgelenksarthroskopie rechts mit arthroskopischem Débride-
ment im TFCC (S. 6 Ziff. 7). Zumutbar sei der Beschwerdeführerin ein 
ganztägiges Pensum mit ausgesprochen einfachen, leichten Arbeiten 
(S. 7). Eine enge Betreuung mit häufig wiederholten Instruktionen, Er-
klärungen und Kontrollen sei notwendig, schriftliche Anweisungen könnten 
nicht umgesetzt werden. Dennoch müsse mit stark schwankenden Leistun-
gen sowie einer zusätzlichen, durchschnittlichen Leistungsminderung von 
20-30 % am angepassten Arbeitsplatz gerechnet werden. Nicht zumutbar 
wegen des Gesundheitsschadens am rechten Handgelenk seien Schlagbe-
lastungen oder Vibrationsbelastungen für die rechte Hand, abgewinkelte 
Gewichtsbelastungen repetitiv über 1 kg, axiale Zugbelastungen repetitiv 
über 5 kg sowie Kälteexposition.

3.2.4 Im Bericht vom 4. September 2012 (act. IIB 132) hielt der Hausarzt 
Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, die 
Diagnose eines Status nach Distorsionstrauma rechtes Handgelenk im 
Januar 2011 fest. Bezüglich der unfallbedingten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit teile er die Beurteilung des RAD-Arztes vom Mai 2012 
(act. IIB 106), wonach Schlag- und Vibrationsbelastungen sowie repetitive 
Gewichtsbelastungen und Kälteexposition des rechten Handgelenks nicht 
zumutbar seien. 

3.2.5 Im Bericht vom 7. September 2012 (act. IIB 130) bestätigte der 
Kreisarzt Dr. med. H.________ die Gültigkeit des am 29. September 2011 
erstellten Zumutbarkeitsprofils.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 8

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352). 

3.4 Als unfallkausaler Gesundheitsschaden kommt vorliegend einzig 
derjenige am rechten Handgelenk der Beschwerdeführerin in Frage. Im 
Rahmen des IV-Verfahrens wurde demgegenüber auch eine erhebliche 
neuropsychologische Problematik aufgrund einer frühkindlichen Hirnschä-
digung mit einbezogen (vgl. z.B. den Bericht des RAD-Arztes vom 18. April 
2012 [act. IIB 106]). Die diesbezüglichen Beschwerden sind unfallfremd 
und deshalb hier nicht zu berücksichtigen.

3.5 Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. August 2013 
(act. IIB 173) stützt sich massgeblich auf den Bericht des Kreisarztes 
Dr. med. H.________ vom 29. September 2011 (act. IIB 77). Dieser Bericht 
erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor), 
weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353). 
Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen 
und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollzieh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 9

bar begründet. Im Bericht vom 7. September 2012 (act. IIB 130) hat 
Dr. med. H.________ die weitere Gültigkeit dieser Einschätzung bestätigt. 
Sodann ist das vom Kreisarzt erstellte Zumutbarkeitsprofil, nach welchem 
die Beschwerdeführerin in einem vollen Pensum arbeiten könne, sofern 
Schlag- oder Vibrationsbelastungen für die rechte obere Extremität, repeti-
tive monotone Tätigkeiten, abgewinkelte Gewichtsbelastungen repetitiv 
über 1 kg, axiale Zugbelastungen repetitiv über 5 kg sowie Kälteexposition 
vermieden würden, sowohl vom RAD-Arzt – soweit die unfallkausalen Be-
schwerden betreffend – in seinem ärztlichen Bericht zur AMA vom 18. April 
2012 (act. IIB 106) wie auch vom langjährig behandelnden Hausarzt im 
Bericht vom 4. September 2012 (act. IIB 132) bestätigt worden. Es finden 
sich in den Akten keine Hinweise, welche die überzeugende Einschätzung 
des Kreisarztes in Zweifel zu ziehen vermöchten, so dass auf das von ihm 
erstellte Zumutbarkeitsprofil abzustellen ist.

3.6 Zusammenfassend ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführerin 
aus rein unfallversicherungsrechtlicher Sicht ein ganztätiges Pensum in 
einer Tätigkeit, welche keine Schlag- oder Vibrationsbelastungen für die 
rechte obere Extremität, keine repetitiven monotonen Tätigkeiten, keine 
abgewinkelten Gewichtsbelastungen repetitiv über 1 kg, keine axialen Zug-
belastungen repetitiv über 5 kg sowie keine Kälteexposition beinhaltet, zu-
mutbar ist.

4.

4.1 Auf der Grundlage des festgestellten Zumutbarkeitsprofils (E. 3.6 
vorstehend) ist zur Bestimmung des IV-Grades ein Einkommensvergleich 
vorzunehmen. 

Der von der IVB ermittelte IV-Grad von 53 % (vgl. Verfügung vom 22. Mai 
2013 [act. IIB 171]) ist hier nicht massgebend, da die Invaliditätsschätzung 
der Invalidenversicherung keine Bindungswirkung dem Unfallversicherer 
gegenüber entfaltet (BGE 131 V 362 E. 2.2 S. 366). Zudem hat die IVB zur 
Ermittlung des IV-Grades mit der frühkindlichen Hirnschädigung und der 
damit verbundenen Spracherwerbsstörung der Beschwerdeführerin auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 10

eine unfallfremde Gesundheitsschädigung berücksichtigt (vgl. E. 3.4 vor-
stehend und Zumutbarkeitsprofil [act. IIB 106 S. 6]).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 11

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG, sobald von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes mehr erwartet werden kann. Die Beschwerdegegnerin 
hat den Fall auf Mitte März 2013 abgeschlossen (vgl. Verfügung vom 
13. März 2013 [act. IIB 158]), weshalb der Einkommensvergleich auf die-
sen Zeitpunkt hin vorzunehmen ist.

4.3 Das Valideneinkommen ist allseitig unbestritten und von der Be-
schwerdegegnerin korrekt ermittelt worden. In der angestammten Tätigkeit 
als F.__________ könnte die Beschwerdeführerin bei einem Pensum von 
100 % im Jahr 2012 ein jährliches Einkommen von Fr. 49‘465.– erzielen 
(Fr. 3‘805.– pro Monat plus 13. Monatslohn gemäss Gesamtarbeitsvertrag 
… GAV 2012 – 2015, Anhang I, Mindestlöhne 2012 Hilfskräfte, 24-jährig; 
einsehbar unter www.kmu-channel.ch/Dienstleistungen).

4.4 Zur Ermittlung des Invalideneinkommens kann hingegen nicht auf 
die aktuelle Beschäftigung als Angestellte in L.________ abgestellt werden, 
da diese Tätigkeit der Beschwerdeführerin bei temporärer Überbelastung 
auch bei einem 50 % übersteigenden Pensum Schmerzen verursacht hat 
(vgl. Bericht der Beschwerdegegnerin vom 20. September 2012 
[act. IIB 133] und Telefonnotiz vom 11. Januar 2013 [act. IIB 138]). Diese 
Tätigkeit entspricht damit nicht dem Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.6 vorste-
hend). Abzustellen ist deshalb auf Tabellenlöhne (vgl. E. 4.1.2 vorstehend). 
Mangels aktuellerer Daten ist zur Berechnung des hypothetischen Ein-
kommens auf die LSE 2010 abzustellen und der so erhaltene Wert auf das 
Jahr 2012 zu indexieren.

Nach der Tabelle TA1 der LSE 2010, Niveau 4, Sektor Dienstleistungen 
(Zeile 45 bis 96), beträgt der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frau-
en Fr. 4’206.–. Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden 
(vgl. Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in 
Stunden pro Woche“ [je-d-03.02.04.19], einsehbar auf www.bfs.admin.ch, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 12

Zeile 45-96 „Sektor III“) und auf das hier interessierende Jahr 2012 (Nomi-
nallohnindex Frauen, Periode 2010 bis 2012, T1.1.10, Frauen, Zeile 46-96 
„Sektor 3“, Index Jahr 2010: 100 Punkte, Index Jahr 2012: 101.9 Punkte) 
aufgerechnet resultiert daraus ein hypothetisches Jahreseinkommen von 
Fr. 53‘616.80 (Fr. 4‘206.– x 12 : 40 x 41.7 : 100 x 101.9). 

Hinsichtlich eines Abzugs von den Tabellenlöhnen (vgl. E. 4.1.2 hiervor) 
fällt einzig das Kriterium der leidensbedingten Einschränkung in Betracht. 
Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 15 % erscheint da-
bei eher grosszügig, hat doch die Beschwerdegegnerin in der Beschwer-
deantwort zu Recht darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin die 
rechte Hand – unter Berücksichtigung der im Zumutbarkeitsprofil definier-
ten Ausnahmen (keine Schlagbelastungen, keine abgewinkelten Gewichts-
belastungen repetitiv über 1 kg, axiale Zugbelastung repetitiv nicht über 
5 kg, keine Kälteexposition) – normal einsetzen und nicht lediglich als „Zu-
dienhand“ benützen kann (Beschwerdeantwort S. 5). Die in der Beschwer-
de erwähnte Rechtsprechung gemäss Entscheid des Bundesgerichts 
(BGer) vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 4.2, ist daher nicht einschlä-
gig und ein höherer Abzug ist nicht zu begründen. Unter Berücksichtigung 
eines Tabellenlohnabzuges von 15 % resultiert damit ein Invalideneinkom-
men von Fr. 45‘574.30 (Fr. 53‘616.80 x 0.85).

4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 49‘465.– und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 45‘574.30 resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 3‘890.70, was einem rentenausschliessenden IV-Grad von gerundet 
8 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3) entspricht 
([Fr. 49‘465.– - Fr. 45‘574.30] ./. Fr. 49‘465.– x 100). Es besteht deshalb 
kein Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung (vgl. E. 2.2 vorste-
hend).

5.

Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine 
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine 
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Integrität erleidet. In den Akten finden sich keine Anhaltspunkte für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 13

einen Integritätsschaden. Es besteht deshalb kein Anlass für ein Abwei-
chen von der Einschätzung des Kreisarztes vom 29. August 2008 
(act. IIB 130), welcher die Frage, ob ein unfallbedingter Integritätsschaden 
bestehe, verneint. Es ist deshalb darauf abzustellen, zumal diese Beurtei-
lung auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird.

6.

Nach dem Dargelegten ist die mit Einspracheentscheid vom 27. August 
2013 (act. IIB 173) bestätigte Verneinung des Anspruchs auf eine Rente 
und auf eine Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden. Die Be-
schwerde ist somit abzuweisen.

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a 
ATSG werden keine Verfahrenskosten erhoben.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG in Verbindung mit Art.  61 lit. g ATSG kein Anspruch auf eine Partei-
entschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2014, UV/13/855, Seite 14

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.