# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c6e2f5e-f682-5521-a5cc-a3343fadbb3d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 A-1606/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1606-2006_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1606/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______ AG, 
vertreten durch Y._______ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 2002); Vorsteuerabzug; 
Lizenzrechtsvertrag.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1606/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG wurde am 8. November bzw. 21. Dezember 2001 
(Handelsregistereintrag:  29.  Januar  2002)  unter  dem  Namen 
Z._______ AG gegründet und bezweckt den Handel, Vertrieb und die 
Wartung  von  ökologischen  Heizungsanlagen  und  insbesondere  von 
Wärmepumpen. Sie ist – gestützt auf ihre Angaben – seit dem 29. Ja-
nuar  2002  im Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen bei  der  Eidge-
nössischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen. Der Namenswech-
sel in X._______ AG erfolgte mit Statutenänderung vom 25. Juni 2009 
(Handelsregistereintrag: 29. Juli 2009). Der Einfachheit halber wird vor-
liegend ausschliesslich der ursprüngliche Name verwendet.

B.
In der Abrechnung für das 1. Quartal 2002 machte die Z._______ AG 
(nachfolgend  auch  Steuerpflichtige)  einen  Vorsteuerüberschuss  von 
Fr. 2'280'601.78 geltend und reichte einen mit  der  A._______ AG in 
Liquidation (Konkurs am 2. Februar 2005; Einstellung mangels Aktiven 
am  19.  April  2005)  am  28.  Januar  2002  abgeschlossenen  Lizenz-
rechtsvertrag sowie eine an sie ausgestellte Rechnung vom 4. Februar 
2002 über Fr. 32'280'000.-- ein. Gestützt auf diese Unterlagen kam die 
ESTV zum Schluss, dass der Vorsteuerabzug im Zusammenhang mit 
dem  Lizenzrechtsvertrag  zu  Unrecht  erfolgt  sei,  verlangte  von  der 
Steuerpflichtigen  mit  Ergänzungsabrechnung  (EA)  Nr. ...  vom  9. De-
zember  2002  einen  Betrag  in  Höhe  von  Fr. 2'280'000.--  zurück  und 
erliess  gleichentags  einen  anfechtbaren  Entscheid.  Zur  Begründung 
trug sie im Wesentlichen vor, das von der Steuerpflichtigen eingereich-
te Schreiben vom 4. Februar 2002 stelle lediglich eine Bestätigung des 
Rahmenbetrags dar, sei mithin jedoch keine Rechnung im mehrwert-
steuerlichen Sinn. Mit  Eingabe vom 3. Januar 2003 liess die Steuer-
pflichtige Einsprache erheben und die Aufhebung des Entscheids be-
antragen. 

C.
Am 10. März 2004 liess die Steuerpflichtige bei der Eidgenössischen 
Steuerrekurskommission (SRK) eine Rechtsverzögerungsbeschwerde 
gegen die ESTV einreichen, da diese den Einspracheentscheid bis zu 
diesem Zeitpunkt nicht erlassen habe. Die SRK wies die Beschwerde 
mit Entscheid vom 4. Mai 2004 ab. Am 11. November 2004 führte die 
ESTV eine Steuerkontrolle  durch,  welche in  den Räumlichkeiten der 

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Rechtsvertreterin  der  Steuerpflichtigen  stattfand.  Am 27. März  2006 
liess Letztere erneut bei der SRK Rechtsverzögerungsbeschwerde er-
heben.

D.
Mit  Einspracheentscheid vom 28. April  2006 wies die ESTV die Ein-
sprache ab und hielt fest, die EA Nr. ... über Fr. 2'280'000.--, zuzüglich 
Verzugszins, sei zu Recht erstellt worden. Zur Begründung hielt sie im 
Wesentlichen dafür, die Steuerpflichtige habe die Leistung, für deren 
Bezug der Vorsteuerabzug geltend gemacht wird, gar nie erhalten. Es 
müsse davon ausgegangen werden, dass das im Vertrag enthaltende 
Geschäftsmodell  gar  nie  zum Tragen  gekommen sei.  Ebenso  wenig 
erfülle  die  angebliche "Rechnung"  die  Anforderungen an eine Rech-
nung im mehrwertsteuerlichen Sinn. Es könne nicht  festgestellt  wer-
den,  was für  eine  Leistung  erbracht  worden sei  bzw. hätte  erbracht 
werden  sollen.  Hinsichtlich  des  Entgelts  fehle  es  im  Weiteren  am 
Wahrheitsgehalt. Schliesslich sei die weitere Voraussetzung für einen 
Vorsteuerabzug,  die  Verwendung  für  eine  steuerbare  Tätigkeit,  nicht 
nachgewiesen. 

E.
Mit  Verfügung  vom 15. Mai  2006  schrieb  die  SRK die  Rechtsverzö-
gerungsbeschwerde vom 27. März 2006 infolge Gegenstandslosigkeit 
ab. Am 31. Mai bzw. 12. Juni 2006 lässt die Z._______ AG (Beschwer-
deführerin) bei der SRK Beschwerde erheben und die Aufhebung des 
Einspracheentscheids vom 28. April  2006 beantragen. Es sei  festzu-
stellen, dass der in der Abrechnung für das 1. Quartal 2002 ausgewie-
sene  Vorsteuerüberschuss  von  Fr. 2'280'601.78  zu  Gunsten  der  Be-
schwerdeführerin zu Recht bestehe. Zudem sei ihr in verfahrensrechtli-
cher Hinsicht zur Ergänzung der Beschwerdeschrift eine Nachfrist bis 
zum 30. September 2006 einzuräumen. Zur Begründung der materiel-
len Anträge bringt sie im Wesentlichen vor, der Anspruch auf Abzug 
der Vorsteuer entstehe am Ende der Abrechnungsperiode, in welcher 
die steuerpflichtige Person die Rechnung erhalten habe. Die Rechnung 
datiere vom 4. Februar 2002. Der Anspruch sei  daher am Ende des 
1. Quartals 2002 entstanden. Es treffe nicht zu, dass der Lizenzrechts-
vertrag nicht umgesetzt worden sei.

F.
Auf  Antrag  der  Beschwerdeführerin  hin  bestätigt  die  SRK  mit  Zwi-
schenentscheid  vom  4.  August  2006  den  einverlangten  Kostenvor-

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schuss in Höhe von Fr. 7'000.--. Die dagegen erhobene Beschwerde 
weist  das  Bundesgericht  am 1. September  2006 ab. Am 29. Januar 
2007 teilt das Bundesverwaltungsgericht den Verfahrensbeteiligten mit, 
es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeitshalber übernommen.

G.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2007 beantragt die ESTV die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde. Am 26. Juni 2007 wird der Be-
schwerdeführerin auf Ersuchen hin [...]  die Möglichkeit  zur Aktenein-
sicht gewährt. Mit Eingabe vom 28. Juni 2007 beantragt die Beschwer-
deführerin  die  Aufdeckung  sämtlicher  Stellen  im  Kontrollbericht  mit 
dem Vermerk "betrifft interne Notiz". Am 25. September 2007 weist das 
Bundesverwaltungsgericht das Gesuch ab. Auf die dagegen erhobene 
Beschwerde tritt das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Dezember 2007 
nicht ein. 

Auf  die  weiteren  Vorbringen  in  den  Eingaben  an  die  SRK bzw. das 
Bundesverwaltungsgericht  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis  zum 31. Dezember  2006 konnten  Einspracheentscheide der 
ESTV auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer nach Art. 44 ff. des Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) innert 30 Tagen nach Eröffnung mit Beschwerde 
bei der SRK angefochten werden (aArt. 65 des Bundesgesetzes vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [aMWSTG,  AS  2000 
1300],  in der Fassung vom 1. Januar 2001,  aufgehoben per 31. De-
zember  2006).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es 
zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängigen Rechtsmittel. Die 
Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Ver-
waltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32]). Das Verfahren richtet sich 
nach dem VwVG, soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt (Art. 37 
VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Behandlung  der  Be-
schwerde sachlich wie funktionell zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d 
VGG).

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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 73 ff. Rz. 2.149 ff.,  ULRICH HÄFELIN/ 
GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1758 ff.).

1.3 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist  dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststel-
lungsverfügung subsidiär  gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen 
(BGE 119 V 13 E. 2a, BGE 114 V 203;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
1990,  Nr. 36,  S. 109 f.). Soweit  die  Beschwerdeführerin  ihre  Anträge 
formell als Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihr folglich ein schutzwür-
diges Interesse an deren Behandlung, weil bereits das negative Leis-
tungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Nachfor-
derung (durch Aufhebung des Einspracheentscheids), gestellt worden 
ist. Damit kann anhand eines konkreten Falls entschieden werden, ob 
die fragliche Vorsteuerabzugsberechtigung besteht, was das Feststel-
lungsinteresse  hinfällig  werden  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 1.3; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1505/2006  vom  25. September 
2008 E. 1.2). Mit dieser Einschränkung ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.4 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz-
lichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschrif-
ten  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während ihrer  Geltungs-
dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse 
anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Da es im vorliegenden Fall um 
das  1.  Quartal  2002  geht,  ist  in  materieller  Hinsicht  deshalb  das 
aMWSTG anwendbar. 

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Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In-
krafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf 
hängige  Verfahren  anzuwenden  sind,  und  es  dabei  nicht  zu  einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-
halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). 

Kein  Verfahrensrecht  in  diesem  engen  Sinn  stellen  im  vorliegenden 
Entscheid  etwa  die  nachfolgend  abgehandelten  Themen  wie  das 
Selbstveranlagungsprinzip, die Ausbezahlung eines (Vorsteuer-)Über-
schusses oder gar der Verzugszins etc. dar, so dass vorliegend dies-
bezüglich  noch altes Recht  anwendbar  ist. Keine Anwendung finden 
deshalb beispielsweise Art. 71,  77,  87 oder 88 MWSTG, obwohl  sie 
unter dem Titel "Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" 
stehen.

2.

2.1 Grundsätzlich  bildet  jeder  vorinstanzliche  Entscheid  ein  selb-
ständiges Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten. Es 
ist  gerechtfertigt,  von  diesem  Grundsatz  abzuweichen  und  die  An-
fechtung in einem gemeinsamen Verfahren zuzulassen, wenn die ein-
zelnen  Sachverhalte  in  einem  engen  inhaltlichen  Zusammenhang 
stehen  und  sich  in  allen  Fällen  gleiche  oder  ähnliche  Rechtsfragen 
stellen  (vgl.  BGE 123  V  215  E. 1;  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts  A-1444/2006  +  A-1445/2006  vom  22. Juli  2008  E. 1.3).  Unter 
den gleichen Voraussetzungen können auch getrennt eingereichte Be-
schwerden in einem Verfahren vereinigt werden. Ein solches Vorgehen 
dient  der Verfahrensökonomie und liegt im Interesse aller  Beteiligten 
(MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 114 f. Rz. 3.17). 

Die Beschwerdeführerin ersucht in ihrer Beschwerdeschrift um Zusam-
menlegung  des  vorliegenden  Verfahrens  mit  demjenigen  unter  der 
Verfahrensnummer A-1604/2006. Zur Begründung führt sie an, inhalt-
lich sei weitestgehend dasselbe Recht betroffen, nämlich die Regelung 
von Vorsteueransprüchen. Dies ist zwar zutreffend. Indessen ist darauf 
hinzuweisen,  dass  dem  geltend  gemachten  Vorsteuerabzug  im  vor-
liegenden Verfahren ein Lizenzrechtsvertrag zu Grunde liegt, während-
dem im Verfahren A-1604/2006 verschiedene Lieferungen an die Be-

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schwerdeführerin  zu beurteilen sind. Ausserdem handelt  es sich um 
zwei verschiedene Unternehmen, welche der Beschwerdeführerin ge-
genüber als Leistungserbringerinnen auftreten. Eine Zusammenlegung 
erweist sich unter den gegebenen Umständen nicht als opportun; die 
beiden Verfahren sind getrennt zu behandeln. 

2.2

2.2.1 Nach Art. 53 VwVG gestattet  die  Beschwerdeinstanz  dem Be-
schwerdeführer,  der  in  seiner  sonst  ordnungsgemäss  eingereichten 
Beschwerde darum nachsucht, die Begründung innert einer angemes-
senen Nachfrist  zu ergänzen, sofern es der aussergewöhnliche Um-
fang oder die besondere Schwierigkeit einer Beschwerdesache erfor-
dert. Die Gewährung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung ist in-
des auf Ausnahmefälle zu beschränken; dies jedenfalls dann, wenn die 
beschwerdeführende Partei  oder  ihre Rechtsvertreterin  bereits  zuvor 
im Rahmen eines verwaltungsinternen Einsprache- oder Beschwerde-
verfahrens Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt einlässlich darzulegen 
und im hängigen Rechtsmittelverfahren darauf aufbauen konnte (MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 104 f. Rz. 2.241 f.).

2.2.2 Was  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Gesuchs 
vorbringt, vermag die Einräumung einer Nachfrist für eine ergänzende 
Beschwerdeschrift  entgegen  ihrer  Auffassung  nicht  zu  rechtfertigen. 
Zwar  stellt  die  ESTV  nicht  in  Abrede,  betreffend  die  Beschwerde-
führerin und vier weitere Steuerpflichtige, die alle von demselben Treu-
handunternehmen vertreten werden, vom 28. April bis 9. Mai 2006 ins-
gesamt zwei Entscheide und acht Einspracheentscheide erlassen zu 
haben.  Allerdings  wurden  zwei  Einspracheentscheide  offensichtlich 
nicht weitergezogen. Die übrigen sechs sind, selbst wenn es sich um 
Entscheide von 35 bis 41 Seiten handelt,  praktisch gleich aufgebaut 
und  enthalten  inhaltlich  zum  überwiegenden  Teil  vergleichbare  bzw. 
sogar identische Ausführungen. Die spezifischen, jeweils auf den kon-
kreten Fall zutreffenden und deshalb nicht allgemeingültigen Erwägun-
gen beschränken sich auf einige wenige Seiten. Im Weitern sind auch 
hinsichtlich der individuellen Erwägungen wieder augenfällige Überein-
stimmungen  festzustellen:  Mit  Ausnahme eines  einzigen  Verfahrens, 
bei dem es um die Problematik der seitens der ESTV vorgenommenen 
Umstellung der Abrechnungsart geht, sind bei den übrigen Verfahren 
ausschliesslich Vorsteueransprüche zu prüfen. In drei Fällen sind Lie-
ferverträge, bei welchen gleichzeitig oder im Nachhinein Abzahlungs-
vereinbarungen getroffen worden sind, zu beurteilen. Den übrigen zwei 

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Verfahren, worunter auch das vorliegende fällt, liegen Lizenzrechtsver-
träge zu Grunde. Die Lizenzrechte unterscheiden sich zwar inhaltlich, 
die Art  und Weise der  Vertragsabwicklung ist  jedoch ähnlich ausge-
staltet  worden.  Dementsprechend  hat  sich  die  ESTV  in  den  jeweils 
ähnlich gelagerten Fällen auf die gleichen rechtlichen Grundlagen ab-
gestützt und die selben Argumente angeführt. Hinzuzufügen ist, dass 
in  vier  Verfahren die  gleiche Unternehmung als  Leistungserbringerin 
aufgetreten  ist.  Was die  beiden (Erst-)Entscheide betrifft,  so  ist  aus 
den Akten nicht ersichtlich,  ob die betroffenen Personen bzw. Unter-
nehmen überhaupt Einsprache erhoben haben. Unklar ist auch, inwie-
weit  sich  in  diesen  Verfahren  andere  Rechtsfragen  gestellt  haben 
könnten.  Die  Beschwerdeführerin  macht  jedenfalls  weder  das  eine 
noch  das  andere  geltend  oder  erbringt  dafür  einen  Nachweis. Dies 
wäre indes ein Leichtes für sie gewesen (durch Vorlage der Entschei-
de  bzw.  der  Einsprachen).  Unter  den  gegebenen  Umständen  kann 
nicht  von  einem  aussergewöhnlichen  Umfang  im  Sinne  von  Art. 53 
VwVG gesprochen werden,  zumal  die  Rechtsvertreterin  schon  meh-
rere Jahre bestens mit den Fällen vertraut ist und sich nicht erst in die 
Verfahren  einarbeiten  musste  (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.160/2004 vom 9. Juni 2005 E. 3). Daran vermag auch der Umstand, 
dass  die  ESTV  zwischen  den  Entscheiden  und  den  Einsprache-
entscheiden teilweise umfassende Sachverhaltsabklärungen getroffen 
hat, nichts zu ändern. Sie hat aus den Ergebnissen in allen Fällen die 
selben Schlüsse gezogen. Schliesslich ist auch das Vorliegen einer be-
sonderen Schwierigkeit zu verneinen. Dass die SRK in der Abschrei-
bungsverfügung vom 15. Mai 2006 betreffend die Rechtsverzögerungs-
beschwerde festgehalten hat, es handle sich nicht um einen leichten 
Sachverhalt, reicht jedenfalls nicht dafür aus, dass von einer solchen 
besonderen Schwierigkeit ausgegangen werden müsste. 

Nicht zu hören ist im Übrigen das Vorbringen, eine Nachfrist würde zu-
dem den Umständen Rechnung tragen, dass der Unterzeichnende als 
Doktorand  der  Universität  B._______  nur  ein  reduziertes  Arbeits-
pensum wahrnehmen könne  und  angesichts  der  Betriebsgrösse  der 
Rechtsvertreterin eine Delegation nicht möglich sei. Dasselbe gilt  für 
den  Einwand,  weitere  fristgebundene  Arbeiten  sowie  das  herkömm-
liche  Tagesgeschäft  würden  unverändert  Zeit  beanspruchen.  Hiebei 
handelt  es  sich  ausschliesslich  um  organisatorische  Umstände  der 
Rechtsvertreterin,  welche von Vornherein keinen Grund für  eine  Be-
schwerdeergänzung darzustellen vermögen.

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Nach dem Vorgesagten ist  ferner  nicht  ersichtlich,  weshalb  sich  der 
Erlass der zehn Entscheide unter dem Gesichtspunkt des "fair trial" als 
stossend erweisen oder den Grundsatz der Waffengleichheit verletzen 
könnte (vgl. zum Ganzen HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1655 ff.). 
Im Übrigen hat die Rechtsvertreterin selber im vorliegenden sowie in 
zwei weiteren Fällen gleichzeitig bei der SRK Rechtsverzögerungsbe-
schwerde erhoben mit  dem Antrag, die ESTV sei anzuhalten, umge-
hend Einspracheentscheide zu fällen. Nach unwidersprochen geblie-
bener Darstellung in der Vernehmlassung wurde in den anderen Ver-
fahren zudem wiederholt die Einreichung einer solchen Beschwerde in 
Aussicht  gestellt.  Dass  die  ESTV  unter  diesen  Umständen  von  der 
zeitlich gestaffelten Eröffnung der Entscheide absah und so allfällige 
Fragen nach der Bevorzugung vermied,  ist  insbesondere auch unter 
dem Gesichtspunkt  der  Gleichbehandlung der  betroffenen Unterneh-
men nicht zu beanstanden.

2.3 Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Eingabe ans Bundesverwal-
tungsgericht  vom 30. Mai  2007,  mit  welcher  sie  Akteneinsicht  in  die 
Vernehmlassungsbeilagen  beantragt,  zudem  an,  dass  sie  es  ange-
sichts der durchwegs ungeheuerlichen Vorbringungen der ESTV sehr 
bedaure, dass kein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde.

Ein  zweiter  Schriftenwechsel  ist  grundsätzlich  möglich,  wenn  auch 
praxisgemäss  gewöhnlich  die  Ausnahme  (Entscheid  der  SRK  vom 
9. Februar 2006, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehör-
den [VPB] 70.57 E. 1d.aa). Die Beschwerdeinstanz kann die Parteien 
auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  zu  einem weiteren  Schriftenwechsel 
einladen (Art. 57 Abs. 2 VwVG). Ein weiterer Schriftenwechsel ist na-
mentlich dann geboten, wenn die Vernehmlassung der Vorinstanz mit 
Bezug  auf  die  angefochtene  Verfügung  neue,  erhebliche  Vorbringen 
tatsächlicher  oder  rechtlicher  Art  enthält  (vgl.  Urteile  des  Bundes-
gerichts vom 12. November 1998, veröffentlicht in Archiv für Schwei-
zerisches  Abgaberecht  [ASA]  68  S. 652  E.  1a,  vom 27. April  1994, 
veröffentlicht  in  ASA  66  S. 158  E. 2;  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1647/2006 vom 31. März 2009 E. 1.3, A-1380/2006 + 
A-1381/2006 vom 27. September  2007 E. 3.1;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-
LER, a.a.O., S. 123 ff. Rz. 3.37 ff.). 

Solches macht die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht geltend und 
ist denn auch gar nicht ersichtlich. Vielmehr ist die Sache spruchreif, 
ein weiterer Schriftenwechsel drängt sich daher für das Bundesverwal-

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tungsgericht, welches das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat, 
nicht auf (BGE 119 V 347 E. 1a; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). Im Übrigen reichte die Beschwer-
deführerin am 28. Juni 2007 eine schriftliche Eingabe ein, in welcher 
sie sich noch einmal zum hängigen Verfahren geäussert hat und ins-
besondere Stellung nahm zur seinerzeit durchgeführten Steuerkontrol-
le. Soweit die Ausführungen als entscheidrelevant zu betrachten sind, 
würden  sie  ohnehin  bei  der  Beurteilung  berücksichtigt  werden. Den 
massgeblichen  (verfassungsrechtlichen)  Vorgaben wurde damit  ohne 
Weiteres  Rechnung  getragen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts A-5550/2008 vom 21. Oktober 2009 E.1.1.3).

2.4 Die  Beschwerdeführerin  beantragt  in  prozessualer  Hinsicht 
schliesslich  die  Einholung einer  Amtsauskunft  beim Konkursamt  ...  . 
Nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  kann  das  Beweis-
verfahren  geschlossen  werden,  wenn  die  noch  im  Raum stehenden 
Beweisanträge  eine  nicht  erhebliche  Tatsache  betreffen  oder  offen-
sichtlich  untauglich  sind,  etwa weil  ihnen die  Beweiseignung abgeht 
oder – gerade umgekehrt  – die betreffende Tatsache aus den Akten 
bereits  genügend  ersichtlich  ist  (anstelle  vieler:  BGE 131 I 153  E. 3, 
BGE 124 I 208 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.5.4, 
A-1444/2006  +  A-1445/2006  vom  22.  Juli  2008  E.  7.1;  MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S. 165 Rz. 3.144). Das Bundesverwal-
tungsgericht erachtet den Sachverhalt aufgrund der vorhandenen Ak-
ten für genügend geklärt. Überdies ist nicht ersichtlich, was die Amts-
auskunft  zur  Klärung  des  vorliegenden  Falls  beitragen  könnte,  was 
nicht ohnehin schon aus den Akten hervorgeht. Auf deren Einholung 
ist  folglich  in  einer  vorweggenommenen  (antizipierten)  Beweiswürdi-
gung zu verzichten.

3.

3.1

3.1.1 Verwendet  die  steuerpflichtige  Person  Gegenstände  oder 
Dienstleistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  sie  in 
ihrer Steuerabrechnung u. a. die ihm von anderen Steuerpflichtigen mit 
den Angaben nach Art. 37 aMWSTG in Rechnung gestellte Steuer für 
Lieferungen und Dienstleistungen abziehen (Art. 38 Abs. 1 Bst. a und 
b sowie Abs. 2 aMWSTG).

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3.1.2 Für einen Vorsteuerabzug ist gemäss Art. 38 Abs. 1 aMWSTG – 
in  Abweichung  zur  Rechtsprechung  des  Gerichtshofs  der  Europäi-
schen Gemeinschaften (EuGH) und etwa des deutschen Rechts (sog. 
"erfolgloser  Unternehmer")  – u. a. erforderlich,  dass die mit  der Vor-
steuer belasteten Gegenstände und Dienstleistungen ("Input") für ei-
nen geschäftlich begründeten Zweck gemäss Abs. 2 der Bestimmung 
verwendet werden, namentlich für steuerbare Lieferungen und Dienst-
leistungen ("Output"; statt vieler: BGE 132 II 353 E. 8.3, 10; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1566/2006 vom 11. August 2008 E. 2.2, 
A-1538/2006 vom 28. Mai 2008 E. 2.2, A-1351/2006 vom 29. Oktober 
2007 E. 4.1). Verlangt wird gemäss Rechtsprechung ein "objektiv wirt-
schaftlicher Zusammenhang zwischen steuerbarer Eingangs- und Aus-
gangsleistung" (BGE 132 II  353 E. 8.2 f.,  10; Urteile des Bundesge-
richts  2A.650/2005  vom  16. August  2006  E. 3.4,  2A.175/2002  vom 
23. Dezember 2002 E. 5.2 in fine; Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts A-1394/2006 vom 3. Juni 2008 E. 2.1, A-1357/2006 vom 27. Juni 
2007 E. 2.1 mit Hinweisen). Nicht genügend ist nach dem auf das vor-
liegende  Verfahren  noch  anwendbare  aMWSTG  (vgl.  E.  1.5  hievor) 
eine lediglich für die Zukunft  beabsichtigte Verwendung; das schwei-
zerische Recht knüpft an die tatsächliche Verwendung der Eingangs-
leistung  für  steuerbare  Umsätze  und  nicht  nur  an  die  Unterneh-
mereigenschaft  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.349/2004  vom 1. De-
zember  2004 E. 4.3.2 mit  Hinweis auf  DANIEL RIEDO,  Vom Wesen der 
Mehrwertsteuer  als  allgemeine  Verbrauchsteuer  und  von  den  ent-
sprechenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische  Recht,  Bern  1999, 
S. 257 ff.;  Entscheide  der  SRK  vom 14. März  2006,  veröffentlicht  in 
VPB  70.79  E. 3c/aa,  vom  24. Oktober  2005,  veröffentlicht  in  VPB 
70.41  E. 2c/aa;  in  gleicher  Weise  auch  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1538/2006  vom  28. Mai  2008  E. 2.3,  A-1376/2006 
vom 20. November  2007 E. 5.2,  A-1361/2006 vom 19. Februar  2007 
E. 5.2;  anderer  Ansicht  ein  Teil  der  Lehre:  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS 
HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuergesetz 
[MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 1395; IVO P. BAUMGARTNER, mwst.com, 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, 
Rz. 44,  46  ff.  zu  Art. 38,  mit  Verweisen  auf  die  europäische  Recht-
sprechung; siehe auch ANNIE ROCHAT PAUCHARD, Création d'une nouvelle 
entreprise  et  début  d'assujettissement  à  la  TVA,  in:  Der  Schweizer 
Treuhänder [ST] 2005 S. 927).

3.1.3 Werden  bezogene  Leistungen  nicht  für  einen  geschäftlich  be-
gründeten  Zweck  bzw. nicht  für  einen  steuerbaren  Ausgangsumsatz 

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verwendet,  liegt  Endverbrauch  beim  Steuerpflichtigen  vor,  welcher 
nicht  zum Vorsteuerabzug berechtigt  (BGE 132 II  353 E. 10; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1538/2006 vom 28. Mai 2008 E. 2.4, 
A-3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 2.3; RIEDO, a.a.O., S. 254 f., 260, 
283). Endverbrauch ist  nicht zwingend privat. Auch juristische Perso-
nen als Steuerpflichtige können (wie natürliche Personen) ein Neben-
einander  von  unternehmerischer  und  nichtunternehmerischer  Betä-
tigung aufweisen und im Umfang, in dem sie die Eingangsleistungen 
nicht  für  steuerbare  Zwecke  verwenden,  findet  Endverbrauch  statt 
(sog.  "Endverbrauch  in  der  Unternehmensspähre";  BGE  132  II  353 
E. 8.2; BGE 123 II 307 E. 7a; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1575/2006 vom 5. Oktober 2009 E. 2.2.1, A-1595/2006 vom 2. April 
2009 E. 2.6.2, A-1479/2006 vom 10. September 2008 E. 2.2.3).

3.2 Übersteigen die abziehbaren Vorsteuern die geschuldete Steuer, 
so  wird  der  Überschuss  nach  Art.  48  Abs. 1  aMWSTG  der  steuer-
pflichtigen Person ausbezahlt. Die Rechtsprechung hat bestätigt, dass 
Vorsteuerüberhänge zulässig sind (BGE 132 II 353 E. 8.4, Urteil des 
Bundesgerichts  2C_632/2007  vom  7.  April  2008  E.  3;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-12/2007 vom 28. Januar 2009 E. 2.6.1, 
A-1538/2006  vom 28. Mai  2008  E. 2.5.1).  Ferner  hat  sich  das  Bun-
desgericht mit  der Frage auseinandergesetzt,  ob der Vorsteuerabzug 
verweigert  werden darf bei einem offensichtlichen Missverhältnis zwi-
schen  der  Höhe  der  Vorsteuern  und  der  Höhe  der  steuerbaren 
Umsätze. Es  hat  jedoch  festgestellt,  dass  (unter  dem Vorbehalt  der 
Steuerumgehung)  auch  bei  quantitativem  Ungleichgewicht  zwischen 
Vorsteuern und Steuern eine Verweigerung des Vorsteuerabzugs nicht 
gerechtfertigt  ist,  wenn  die  bezogenen  Leistungen  effektiv  im  Sinne 
von Art. 38 Abs. 1 und 2 MWSTG für einen geschäftlich begründeten 
Zweck verwendet werden. Es hat deshalb eine qualitative Prüfung der 
Frage zu erfolgen, wozu die bezogenen Leistungen verwendet worden 
sind. Die  alleinige  Tatsache,  dass  die  Vorsteuern  höher  sind  als  die 
Steuern, lässt noch nicht den Schluss zu, dass die Leistungsbezüge 
nicht steuerbaren Zwecken dienten (BGE 132 II 353 E. 10).

3.3 Die Beweiswürdigung endet  mit  dem richterlichen Entscheid  da-
rüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als  erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat  (BGE  130  III  321 
E. 3.2; Urteil  des Bundesgerichts 2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 

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E. 3c; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungs-
verfahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem 
Ergebnis, so fragt sich, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des 
Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweis-
losigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Be-
weislosigkeit zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast 
trägt (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1479/2006 
vom 10. September 2008 E. 1.3, A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 E. 1.4, 
je  mit  weiteren  Hinweisen  GYGI, a.a.O.,  S.  279  f.;  ZWEIFEL,  a.a.O., 
S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, wel-
che die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung 
erhöhen,  das  heisst  für  die  steuerbegründenden  und  -erhöhenden 
Tatsachen. Demgegenüber ist der Steuerpflichtige für die steueraufhe-
benden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für sol-
che Tatsachen, welche Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung be-
wirken (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, ver-
öffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1418/2006  vom  14.  Mai  2008  E. 5.1,  A-1373/2006  vom 
16. November 2007 E. 2.1, je mit zahlreichen Hinweisen).

4.
Im vorliegenden Fall liegt die Vorsteuerabzugsberechtigung im Zusam-
menhang mit  einem zwischen der  A._______ AG in Liquidation  und 
der  Beschwerdeführerin  abgeschlossenen  Lizenzrechtsvertrag  im 
Streit. Die ESTV ist zum Schluss gekommen, das im Vertrag enthalte-
ne Geschäftsmodell  sei  gar  nie  zum Tragen gekommen. Sowohl  die 
Rechte als auch die Pflichten seien sistiert worden. Zudem habe sich 
zuvor das Geschäft – laut den Akten – nicht wie geplant entwickelt und 
die Beschwerdeführerin habe keinerlei Nachweise für die tatsächliche 
Geschäftstätigkeit  aus  dem  geltend  gemachten  Lizenzrechtsvertrag 
erbracht. Es stehe fest, dass sie die Leistung, für deren Bezug sie den 
Vorsteuerabzug  geltend  machen  wolle,  gar  nie  erhalten  habe. 
Schliesslich seien auch die weiteren Voraussetzungen für den Vorsteu-
erabzug,  die  Verwendung  der  bezogenen  Leistung  für  steuerbare 
Zwecke  und  das  Vorhandensein  einer  rechtsgenüglichen  Rechnung, 
nicht erfüllt.

4.1 Der  fragliche  Lizenzrechtsvertrag  betreffend  "..."  datiert  vom 
28. Januar 2002 und umfasst sowohl Lizenz- als auch Nutzungs- und 
Bezugsrechte. Gegenstand des Vertrags ist  gemäss Ziff. 2 ein multi-

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funktionales Lösungskonzept, welches sich aus folgenden gegenseitig 
vernetzten  Bausteinen  zusammensetzt:  Herstellung  der  Wärme-
pumpen,  elektrische Steuerungen,  Forschung und Entwicklung,  Soft-
ware,  Installation und Instruktion  sowie  technische Weiterentwicklun-
gen. Die diversen Leistungen werden von verschiedenen Unternehmen 
zur Verfügung gestellt. Die A._______ AG in Liquidation tritt dabei als 
Generalunternehmerin  auf;  sie  plant,  koordiniert  und  überwacht  das 
Zusammenspiel  der verschiedenen involvierten Unternehmen. Ihr ob-
liegen insbesondere folgende Aufgaben: Auftragskalkulation sowie -ko-
ordination, Budget und Planung, Marketing, Homepage / Internet (inkl. 
Content-Management) und Controlling. Das Lizenzrecht räumt der Be-
schwerdeführerin  das  generelle  Recht  ein,  das  Lösungskonzept  der 
A._______ AG in Liquidation zu nutzen (Ziff. 2.1 des Vertrags). Unter 
dem  Nutzungsrecht  ist  gemäss  Vertrag  das  Recht  der  Beschwer-
deführerin  zu  verstehen,  Beratungsleistungen  der  A._______  AG in 
Liquidation  zu  beziehen,  im Kundenkontakt  einzusetzen und zu ver-
werten. Die Nutzung umfasst dabei die Bestandteile des unter Ziff. 2 
bezeichneten Lösungskonzepts  (Ziff. 2.2  des  Vertrags). Das Bezugs-
recht  soll  der  Beschwerdeführerin  das  Recht  zum Bezug  sämtlicher 
Dienstleistungsprodukte  einräumen,  welche  im  Zusammenhang  mit 
dem  Lösungskonzept  stehen.  Die  A._______  AG  in  Liquidation  hat 
dieses ständig weiterzuentwickeln und für eine fortwährende Verbes-
serung der angebotenen Produkte zu sorgen (Ziff. 2.3 des Vertrags). 
Die  vorgesehene Vertragsdauer  beträgt  10 Jahre; als  Datum des In-
krafttretens wurde der 1. Januar 2002 vereinbart (Ziff. 4 des Vertrags). 
Laut  Ziff.  5  belaufen sich  die  Kosten des  Vertragsrahmens  auf  pau-
schal Fr. 30'000'000.-- exkl. MWST. Dem Vertrag kann allerdings ent-
nommen werden,  dass die Beschwerdeführerin  während einer Über-
gangsphase von 12 Monaten (recte: 13 Monaten) keine Zahlung schul-
dete. Die erste Zahlung wurde ausdrücklich per 1. Februar 2003 ver-
einbart  und hernach jeweils auf jeden ersten eines Monats. Die mo-
natlichen Basiszahlungen variieren von Fr. 25'000.-- im ersten Jahr bis 
zu Fr. 300'000.-- ab dem sechsten Jahr seit Vertragsschluss (Ziff. 5.1.1 
des Vertrags). Für den Fall, dass diese fix vereinbarten Zahlungen we-
niger als 35% des Bruttogewinns ausmachen, war bis zur vollständi-
gen Amortisation des Kostenrahmens auch ein allfälliger Differenzbe-
trag  geschuldet.  Danach  sollte  die  Beschwerdeführerin  jeweils  20% 
der Einnahmen abliefern (Ziff. 5.1.2 und 5.1.4 des Vertrags).

4.2 Am  11./13.  Dezember  2002  schlossen  die  Beschwerdeführerin 
und die A._______ AG in Liquidation im Zusammenhang mit dem Li-

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zenzrechtsvertrag eine Sistierungsvereinbarung ab. Darin  wurde sei-
tens  der  A._______  AG in  Liquidation  Folgendes  festgehalten:  "Wir 
haben  (auch)  zur  Kenntnis  genommen,  dass  durch  die  vorläufige 
Weigerung der Vorsteueranerkennung [...]  die Vertragswirkungen sich 
nicht  so  entfalten,  wie  Sie  es ursprünglich  angenommen haben. [...] 
Damit Sie sich auf das Rechtsmittelverfahren mit der ESTV konzentrie-
ren können und nicht durch die Vertragspflichten mit uns in Probleme 
geraten (namentlich durch die Amortisation der Vertragssumme, ohne 
dass Sie dafür die Vorsteuer geltend machen dürfen), erklären wir uns 
ausnahmsweise  damit  einverstanden,  dass  die  Wirkungen  des  Ver-
trags (Vertragspflichten und Rechte)  einstweilen ruhen. Diese Sistie-
rung dauert bis spätestens zum Abschluss des Rechtsmittelverfahrens 
bei der ESTV. [...]  Nach Abschluss des Verfahrens leben die Rechts-
wirkungen des Vertrags vom 28. September 2001 (recte wohl: 28. Ja-
nuar 2002) wieder auf".

4.3 Im  Lizenzrechtsvertrag  wird  unter  Ziff.  5.1.1.1  zur  Begründung, 
weshalb  die  erste  Zahlung  seitens  der  Beschwerdeführerin  erst  am 
1. Februar 2003 geschuldet sei, Folgendes ausgeführt: "Für die Bereit-
stellung aller Leistungsgrundlagen und die abschliessende Vertriebs- 
und Verkaufsplanung ist ein Zeitraum von 12 Monaten (recte: 13 Mo-
naten) veranschlagt. Die Frist wird von der A._______ benötigt, um die 
volle Leistungsbereitschaft herzustellen". Die A._______ AG in Liqui-
dation  hat  sich  zudem vertraglich  verpflichtet,  das  Personal  der  Be-
schwerdeführerin  auf  eigene  Kosten  nach  dem  Lösungskonzept  zu 
schulen und weiterzubilden sowie in diesem Zusammenhang in allen 
Fragen zu beraten (Ziff. 3.1 des Vertrags). Aufgrund der Vertragsaus-
gestaltung wird deutlich,  dass das unter  E. 4.1 hievor umschriebene 
Lösungskonzept von der Beschwerdeführerin nicht von Anfang an ge-
nutzt  werden  konnte. Vielmehr  waren zuvor  umfassende  Vorarbeiten 
der A._______ AG in Liquidation notwendig. Eine Verwendung dieser 
Leistungen für steuerbare Zwecke war mithin nicht sofort möglich.

4.4 Die erwähnte Sistierungsvereinbarung hält explizit fest, dass sämt-
liche Wirkungen des Vertrags ruhen. Betroffen sind demnach nicht nur 
die Zahlungs- und übrigen Pflichten der Beschwerdeführerin, die sich 
aus dem Lizenzrechtsvertrag ergeben, sondern im Besonderen auch 
ihre Rechte, d.h. die Lizenz-, Nutzungs- und Bezugsrechte. Im Gegen-
zug sind auch die Pflichten und Rechte der  A._______ AG in Liqui-
dation  sistiert.  Damit  wird  deutlich,  dass  es  der  Beschwerdeführerin 

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seit dem 11. bzw. 13. Dezember 2002 von Vornherein nicht mehr mög-
lich war, steuerbare Umsätze aus dem Lösungskonzept zu erzielen. 

Doch  auch  für  die  Zeit  vor  Abschluss  der  Sistierungsvereinbarung, 
also  vom 1. Januar  2002  (Vertragsbeginn,  wie  er  sich  aus  der  For-
mulierung von Ziff. 4 des Vertrags ergibt) bis 12. Dezember 2002, kann 
aufgrund der  Akten  nicht  davon ausgegangen werden,  dass  die  an-
geblichen (Eingangs-)Leistungen aus dem Lösungskonzept in steuer-
bare  Ausgangsleistungen  gemündet  haben. Wie  gesehen  gehen  die 
Vertragsparteien selber von einem Zeitraum von 12 Monaten (recte: 13 
Monaten) aus für die Bereitstellung aller Leistungsgrundlagen, die Vor-
arbeiten etc. Gemäss Ziff. 1.2 des Vertrags besteht die Kernkompetenz 
der A._______ AG in Liquidation in der "Entwicklung und Herstellung 
von Wärmepumpen und der damit zusammenhängenden Technologie 
(Software, Systemsteuerung) in Form der Organisation, Planung und 
Bereitstellung einer Wertschöpfungskette". In der Präambel wird dem-
gegenüber lediglich festgehalten,  dass sie solche Wärmepumpsyste-
me  entwickelt  und  produziert.  Nach  eigenen  Angaben  hat  die 
A._______  AG in  Liquidation,  welche  im Dezember  2000  gegründet 
worden ist, in den Jahren 2001 und 2002 gar keine Arbeitnehmer be-
schäftigt.  Dass  sie  während  dieser  Zeit  Wärmepumpsysteme  selber 
entwickelt oder gar hergestellt hat, erscheint demnach unwahrschein-
lich. Allerdings hat  sie – nach unwidersprochen gebliebener Darstel-
lung der ESTV im Einspracheentscheid – in der Zeit vom 1. Juli 2001 
bis  zur  Konkurseröffnung  auch  keinen  einzigen  Kauf  einer  Wärme-
pumpanlage getätigt. 

Die  Fragen,  welche  Aufgabe  der  A._______  AG  in  Liquidation  im 
Zusammenhang mit den Wärmepumpen genau zukam und wie sie der 
Beschwerdeführerin  überhaupt  ein solches System hätte liefern kön-
nen, kann letztlich offengelassen werden. Die vertraglich umschriebe-
ne  Funktion  der  A._______  AG in  Liquidation  als  angebliche Gene-
ralunternehmerin bedingt zweifellos hinreichend Arbeitskräfte: Sie hat 
einerseits  das Zusammenspiel  der  verschiedenen involvierten Unter-
nehmen zu planen,  zu  koordinieren  und zu überwachen  und ander-
seits  die  Wertschöpfungskette  als  Lösungskonzept  der  Beschwerde-
führerin mit den geeigneten Mitteln zu Verfügung zu stellen. Zu erin-
nern ist zudem an ihre Aufgaben im Bereich Auftragskalkulation sowie 
-koordination,  Budget  und  Planung,  Marketing,  Homepage  /  Internet 
(inkl. Content-Management)  und Controlling  (vgl. E. 4.1  hievor). Ge-
mäss Ziff. 3.1 des Vertrags ist sie des Weitern verpflichtet, die System-

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lösungen (Softwareanpassung und Weiterentwicklung, technische Ab-
stimmungen und Anpassungen) im Einzelfall auszuarbeiten und abzu-
liefern. Wie  sie diesen Pflichten und den für  die Umsetzung des Li-
zenzrechtsvertrags notwendigen Vorarbeiten ohne Arbeitnehmer nach-
gekommen sein sollte, ist unter den gegebenen Umständen nicht er-
sichtlich. Demnach konnte sie auch keine Schulung des Personals der 
Beschwerdeführerin durchführen; eine solche war für die Nutzung des 
Konzepts  jedoch offenbar  ebenfalls  unabdingbar  (vgl. E. 4.3  hievor). 
Aufgrund der Akten ist im Übrigen auch nicht davon auszugehen, dass 
die A._______ AG in Liquidation diese Leistungen bei  einem Dritten 
eingekauft hat. 

Die Beschwerdeführerin wiederum verpflichtete sich zur konzentrierten 
Akquisition  von  möglichen  Kunden  (Ziff.  3.1  des  Vertrags).  Gemäss 
Vertrag  hätte  die  A._______  AG  in  Liquidation  halbjährlich  einen 
Akquisitionsplan ausarbeiten und diesen der Beschwerdeführerin vor-
legen müssen, erstmals per 31. Juli 2002. Diese sollte sich zur Hälfte 
an  den  Kosten  der  Akquisitionsmassnahmen  beteiligen,  wobei  die 
A._______ AG in Liquidation die Ausgaben jeweils zusammen mit der 
Vorlegung  des  Akquisitionsplans  abrechnen  sollte  (Ziff.  6  des  Ver-
trags). Ausserdem vereinbarten  die  beiden  Vertragsparteien,  jährlich 
zusammen  drei  Referenzofferten  von  schweizerischen  Heizanlagen-
Produzenten  einzuholen;  erstmals  innert  sechs  Monaten  nach  Ver-
tragsschluss (Ziff. 3.1 des Vertrags). Weder in  den Akten des vorlie-
genden Verfahrens noch in den Geschäftsunterlagen der Partner Han-
dels AG in Liquidation befindet sich ein Akquisitionsplan oder eine da-
zugehörige Rechnung oder eine Referenzofferte. Zumindest der Akqui-
sitionsplan per 31. Juli  und die erste Referenzofferten hätten jedoch 
erstellt bzw. eingeholt werden müssen. 

4.5 Es ist  mithin höchst zweifelhaft,  ob der Lizenzrechtsvertrag bzw. 
das  darin  umschriebene Geschäftsmodell  überhaupt  umgesetzt  wor-
den  ist.  Die  Frage  muss  indes  nicht  abschliessend  geklärt  werden. 
Nach  den  vorstehenden  Darstellungen  erscheint  es  nämlich,  selbst 
wenn einzelne Leistungen seitens der A._______ AG in Liquidation er-
bracht  worden wären,  sehr  unwahrscheinlich,  dass die  Beschwerde-
führerin die behauptete geschäftliche Tätigkeit aufnehmen und daraus 
während der massgeblichen Zeit steuerbare Umsätze erzielen konnte. 
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in der 
Zeit vom 29. Januar bis 30. September 2002 ohnehin keine Umsätze 
erwirtschaftet hat. Erst in der Abrechnung für das 4. Quartal 2002 hat 

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sie einen Umsatz von insgesamt Fr. 7'389.-- deklariert. Gemäss Anga-
ben in der Buchhaltung erzielte sie diesen Umsatz aus drei Installatio-
nen in der Schweiz sowie einer weiteren im Ausland im Umfang von 
Fr. 2'596.--. Dass es sich dabei – entgegen der Aktenlage – um steuer-
bare Ausgangsleistungen aus dem angeblichen Lösungskonzept han-
delt, hat die Beschwerdeführerin indes bis heute nicht nachgewiesen. 
Dieser  Zusammenhang  ist  jedoch  unabdingbare  Voraussetzung  für 
den Vorsteuerabzug; eine lediglich für  die Zukunft  beabsichtigte Ver-
wendung ist nicht ausreichend (vgl. E. 3.1.2 und E. 3.1.3 hievor). 

4.6 Nach dem Gesagten wird deutlich, dass die ESTV zu Recht  am 
Vorhandensein von steuerbaren Ausgangsleistungen bzw. an der Ver-
wendung der angeblichen Leistungen für steuerbare Zwecke gezwei-
felt hat. Es wäre demnach an der Beschwerdeführerin, den Nachweis 
für das Gegenteil zu erbringen. Dies gelingt ihr gerade nicht; sie ver-
mochte  keinerlei  Belege vorzulegen,  um die  angeblichen Ausgangs-
leistungen nachzuweisen. Daher hat sie die Folgen der Beweislosigkeit 
zu tragen (vgl. E. 3.3 hievor). Die ESTV hat den geltend gemachten 
Vorsteuerabzug  folglich  zu  Recht  verweigert.  Unter  den  gegebenen 
Umständen  kann  offenbleiben,  ob  das  als  Rechnung  bezeichnete 
Schreiben der A._______ AG in Liquidation vom 4. Februar 2002 als 
Rechnung im mehrwertsteuerlichen Sinn zu gelten hätte oder in wel-
chem Zeitpunkt  der  Anspruch auf  den Vorsteuerabzug in  einem Fall 
wie dem vorliegenden grundsätzlich entstehen würde. Ebenso erübrigt 
sich eine Auseinandersetzung mit den weitreichenden zivilrechtlichen 
Ausführungen in den Eingaben an das Bundesverwaltungsgericht zum 
konkreten Lizenzrechtsvertrag oder zum Wesen des Lizenzvertrags an 
sich.

5.
Schliesslich vermögen auch die übrigen Vorbringen der Beschwerde-
führerin nicht durchzudringen:

5.1 Sie ist der Ansicht, die ESTV habe den Anspruch auf rechtliches 
Gehör verletzt, indem sie ihr nie die Möglichkeit zur Stellungnahme zu 
inhaltlichen Fragen eingeräumt habe. Eine materielle Auseinanderset-
zung mit dem Wesen des Lizenzvertrags habe nie stattgefunden. 

5.1.1 Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ergibt  sich  aus  Art.  29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 (BV, SR 101). Er umfasst eine Anzahl verschiede-
ner verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien (vgl. zum Ganzen auch 

Seite 18

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HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  1672 ff.,  MARKUS SCHEFER,  Grund-
rechte in der Schweiz,  Bern 2005,  S. 285 ff.). Zunächst  gehört  dazu 
das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Be-
troffenen einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachver-
halts sichert. Dabei kommt der von einem Verfahren betroffenen Per-
son der Anspruch zu, sich vorgängig einer behördlichen Anordnung zu 
allen  wesentlichen  Punkten,  welche  die  Feststellung  des  rechtser-
heblichen Sachverhalts  betreffen,  zu äussern  und von der betreffen-
den  Behörde  alle  dazu  notwendigen  Informationen  zu  erhalten  (vgl. 
SCHEFER, a.a.O., S. 290 ff.). Des Weitern leitet sich aus dem Grundsatz 
des rechtlichen Gehörs die Pflicht der Behörden ab, Entscheide zu be-
gründen  (BGE 123  I  31  E.  2c;  vgl.  etwa  GEROLD STEINMANN,  in:  Die 
schweizerische  Bundesverfassung,  Kommentar  (St.  Galler  Kommen-
tar),  Bernhard  Ehrenzeller  ...  [et  al.](Hrsg.),  2. Aufl.,  Zürich  2008, 
Rz. 27 zu Art. 29; zum Ganzen auch BVGE 2007/21 E. 10.2; vgl. ferner 
Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung eines Entscheids muss so ab-
gefasst  sein,  dass  die  betroffene  Person  ihn  sachgerecht  anfechten 
kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittel-
instanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen könn-
en.  In  diesem  Sinn  müssen  wenigstens  kurz  die  Überlegungen  ge-
nannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche 
sie  ihren Entscheid  stützt. Sie  kann sich  dabei  auf  die  für  den Ent-
scheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (BGE  129  I  232 
E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b; vgl. auch  LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begrün-
dungspflicht, Bern 1998, S. 22 ff.).

5.1.2 Die Beschwerdeführerin hatte sowohl vor Erlass des Entscheids 
als auch im Rahmen der Einsprache Gelegenheit zur Stellungnahme. 
Die ESTV ist der Pflicht zur Anhörung in hinreichender Weise nachge-
kommen. Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge eine Verletzung 
der Begründungspflicht geltend machen, ist ihr Folgendes entgegenzu-
halten: Die ESTV hat sich im Einspracheentscheid mit dem konkreten 
Lizenzrechtsvertrag  sowie  der  ihrer  Ansicht  nach  fehlenden  Umset-
zung auseinandergesetzt; sie hat ausserdem rechtsgenüglich begrün-
det,  weshalb  die  Voraussetzungen für  den Vorsteuerabzug  nicht  ge-
geben sind. Auch hat  sie  die Erkenntnisquellen,  auf  welche sie sich 
gestützt  hat,  offen  dargelegt.  Die  Beschwerdeführerin  konnte  sich, 
ebenso wie das Bundesverwaltungsgericht, ein Bild über die Tragweite 
des  Entscheids  machen und diesen dadurch auf  jeden  Fall  sachge-
recht anfechten; dass das Gericht den Argumenten nicht folgt und den 
angefochtenen Entscheid stützt, ist nicht relevant. Die Tatsache, dass 

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der Einspracheentscheid  nebst  den Erwägungen zur Umstellung der 
Abrechnungsart  viele  weitere  Ausführungen  enthält,  die  allerdings 
grösstenteils nicht direkt mit dieser Frage in Zusammenhang stehen, 
vermag ebenfalls nichts daran zu ändern, dass die ESTV ihrer Begrün-
dungspflicht  hinreichend nachgekommen ist. Die ergänzenden Sach-
verhaltsabklärungen  im  Einspracheverfahren  waren  darüber  hinaus 
ohne Weiteres zulässig: dieses zielt  darauf  ab,  ungenügende Abklä-
rungen oder Fehlbeurteilungen, aber auch Missverständnisse, die den 
angefochtenen  Verwaltungsverfügungen  zugrunde  liegen,  in  einem 
kostenlosen und weitgehend formlosen Verfahren auszuräumen, ohne 
dass  die  übergeordneten  Gerichte  angerufen  werden  müssen  (BGE 
131  V  407  E.  2.1.2.1  mit  Hinweisen).  Damit  soll  ein  einfaches  und 
rasches verwaltungsinternes Verfahren gewährleistet werden. Die Ver-
waltung nimmt dabei – soweit nötig – weitere, ergänzende Abklärun-
gen vor und überprüft die eigenen Anordnungen aufgrund des vervoll-
ständigten Sachverhalts (BGE 125 V 188 E. 1b und c). Sie kann noch-
mals über  die  strittigen Punkte  entscheiden,  bevor  allenfalls  die  Be-
schwerdeinstanz angerufen wird. Demnach ist ebenso wenig zu bean-
standen,  dass  die  ESTV erst  im Einspracheentscheid  materiell  zum 
Lizenzvertrag Stellung nahm. Im Entscheid vom 9. Dezember 2002 hat 
sie den Vorsteuerabzug ausschliesslich mit der Begründung, es mang-
le an einer Rechnung, verneint. Eine inhaltliche Auseinandersetzung 
mit dem Lizenzrechtsvertrag konnte damals offenbleiben. Unter diesen 
Umständen erweist  sich die Auffassung der  Beschwerdeführerin,  die 
ESTV habe den Lizenzvertrag zunächst anerkannt und erst in einem 
späteren Zeitpunkt "verweigert", offensichtlich als unzutreffend. Die Er-
gänzung der Begründung im Einspracheentscheid stellt  nebenbei er-
wähnt auch keine reformatio in peius dar (Art. 62 Abs. 2 VwVG).

Im Übrigen könnte die Beschwerdeführerin selbst bei Vorliegen einer 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  nichts  zu  ihrem  Vorteil  ableiten. 
Eine  solche  könnte  nach  der  Rechtsprechung  als  geheilt  gelten,  da 
jene  im  vorliegenden  Verfahren  vor  einer  Instanz  mit  umfassender 
Kognition  (vgl.  E. 1.2  hievor)  die  Möglichkeit  hatte,  sich  zu  äussern 
(BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 127 V 431 E. 3d, BGE 126 V 130 E. 2b; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1681/2006  vom  13.  März 
2008 E. 2.4, A-1737/2006 vom 22. August  2007 E. 2.2,  A-1621/2006 
vom 6. März 2007 E. 4.2.2).

5.2 Die Beschwerdeführerin rügt darüber hinaus ein "unfaires Verhal-
ten"  der  ESTV, indem diese Fragen,  wie sie  sich  bei  der  Begehung 

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künftiger  Verträge zu verhalten habe,  nie  beantwortet  habe. Wie  die 
Vorinstanz  zutreffend  in  der  Vernehmlassung  ausführt,  besteht  ihre 
Aufgabe  nicht  in  der  Instruierung  bzw.  allgemeinen  Beratung  von 
Steuerpflichtigen,  sondern  bloss  in  der  Überprüfung  der  gemachten 
Angaben  (vgl.  auch  Art.  62  Abs. 1  aMWSTG).  Die  Steuerpflichtigen 
haben  –  gestützt  auf  das  Selbstveranlagungsprinzip  –  selbst  und 
unaufgefordert  über  ihre  Umsätze  und  Vorsteuern  abzurechnen  und 
den  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrag  rechtzeitig  an  die  ESTV 
abzuliefern  (vgl.  Art.  46 f.  aMWSTG; s.a.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.109/2005  vom  10. März  2006  E. 2.1;  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-6150/2007 vom 26. Februar 2009 E. 2.4).

6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten  werden kann. Die  Kosten für  das  Beschwerdeverfahren vor 
der SRK bzw. dem Bundesverwaltungsgericht, welche auf Fr. 7'000.-- 
festgesetzt  werden,  sind  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (vgl. 
Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe zu verrechnen. Für einen (teilweisen) Erlass dieses Betrags 
besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kein Anlass 
(vgl. Art. 63 Abs. 1 3. Satz VwVG bzw. Art. 6 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; vgl. BVGE 2007/41 
E. 92). Das Bundesverwaltungsgericht trägt der finanziellen Lage der 
Beschwerdeführerin bereits hinreichend Rechnung, indem es sich am 
untersten Bereich des Kostenrahmens orientiert. Eine Parteientschädi-
gung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 
VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 7'000.-- verrechnet. 

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3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  keine  Parteientschädigung  zugespro-
chen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Jeannine Müller

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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