# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba76b235-41f4-5f6b-baa0-1800fd4f3841
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.12.2025 D-9211/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-9211-2025_2025-12-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-9211/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;  

Gerichtsschreiberin Michèle Fierz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 21. November 2025. 

 

 

 

D-9211/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 9. Juli 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach.  

B.   

B.a Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass sie am (…) April 2025 in Griechenland um Asyl ersucht 

hatten.  

B.b Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und 

Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (Rückführungsrichtlinie) und das Abkommen vom 

28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Re-

gierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen 

mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729) ersuchte das SEM die grie-

chischen Behörden am 18. Juli 2025 um Rückübernahme der Beschwer-

deführenden.  

B.c Die griechischen Behörden stimmten diesem Ersuchen um Rücküber-

nahme am 24. Juli 2025 zu und teilten mit, die Beschwerdeführenden seien 

in Griechenland am 5. Juni 2025 als Flüchtlinge anerkannt worden und 

würden über griechische Aufenthaltstitel, gültig bis am 4. Juni 2028 verfü-

gen.  

B.d Am 4. August 2025 wurde den Beschwerdeführenden im Rahmen ei-

nes persönlichen Gesprächs das rechtliche Gehör zum beabsichtigten 

Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

(SR 142.31) und zur beabsichtigten Wegweisung nach Griechenland ge-

währt.   

Dabei machten sie im Wesentlichen geltend, sie seien – nachdem sie in 

Griechenland einen Aufenthaltstitel erhalten hätten – aus dem Camp ver-

wiesen worden. Sie hätten zwei bis vier Nächte in einem Park geschlafen, 

hätten anschliessend zwei bis drei Tage bei einer afghanischen Familie 

verbracht und sich dazu entschlossen, in die Schweiz weiterzureisen. Der 

Beschwerdeführer habe versucht, eine Arbeitsstelle zu finden, jedoch hätte 

er überall zwei bis drei Monate Probearbeiten müssen und hätte anschlies-

send ein Gehalt erhalten, das die Lebenshaltungskosten nicht hätte de-

cken können. Die Beschwerdeführerin habe ebenfalls keine Möglichkeit 

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erhalten zu arbeiten und auch eine Weiterbildung zur Fachärztin sei in 

Griechenland nicht möglich. Auch sonst hätten die Beschwerdeführenden 

in Griechenland keine Unterstützung erhalten. So hätten sie zwar von einer 

Stelle Lebensmittel erhalten, was sie jedoch hätten ablehnen müssen, da 

sie diese selbst hätten zubereiten müssen, was ihnen aber nicht möglich 

gewesen sei, da sie keine Wohnung gehabt hätten. Die Beschwerdefüh-

renden hätten zudem grosse Angst in Griechenland zu leben, da sie von 

Messerangriffen durch fanatische religiöse Afghanen auf afghanische 

Frauen gehört hätten. Zudem hätten sie auch Angst vor der «Maskenpoli-

zei», welche Flüchtlinge auf dem Wasser abfange und in die Richtung der 

Türkei losschicke.  

Weiter gab der Beschwerdeführer an, gesund zu sein. Die Beschwerdefüh-

rerin sei schwanger, wobei sie aber keine Probleme habe. In Griechenland 

habe sie lange keine Unterstützung erhalten, es seien nur vier von elf an-

geordneten Bluttests durchgeführt worden und aufgrund eines defekten 

Geräts habe auch keine Sonographie durchgeführt werden können. Im 

Falle einer Rückkehr befürchte sie, dass ihr die notwendige medizinische 

Behandlung verwehrt bliebe. 

C.  

Am 17. November 2025 vereinte das SEM die Dossiers der Beschwerde-

führenden.  

D.  

In ihrer Stellungnahme vom 20. November 2025 zum ihnen gleichentags 

unterbreiteten Entscheidentwurf erklärten die Beschwerdeführenden unter 

Wiederholung der bisherigen Vorbringen, sie seien mit dem geplanten Ent-

scheid nicht einverstanden.  

E.  

Mit Verfügung vom 21. November 2025 – eröffnet am 24. November 2025 

– trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf die Asyl-

gesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz, forderte sie – unter Androhung von Zwangsmitteln im Un-

terlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der 

Verfügung zu verlassen, beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Voll-

zug der Wegweisung und händigte ihnen die editionspflichtigen Akten aus. 

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F.  

Am 24. November 2025 teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM 

die Niederlegung ihres Mandates mit. 

G.  

Mit Eingabe vom 28. November 2025 erhoben die Beschwerdeführenden 

gegen die Verfügung des SEM vom 21. November 2025 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und beantragten, sie sei vollumfänglich aufzu-

heben und die Vorinstanz anzuweisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten, 

eventualiter sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeventua-

liter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

subsubeventualiter seien spezifische Garantien von den griechischen Be-

hörden einzuholen, um angebrachte Unterbringung und medizinische Ver-

sorgung sicherzustellen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. Zudem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 

zu erteilen und im Sinne einer superprovisorischen Massnahme die Aus-

setzung des Vollzugs anzuordnen.  

H.  

Am 1. Dezember 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwer-

deführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legi-

timiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt der Erwägung 1.2 – einzutreten (Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Nachdem der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese vorliegend auch 

nicht entzogen hat, ist auf die Verfahrensanträge auf Erteilung der 

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Seite 5 

aufschiebenden Wirkung sowie superprovisorische Aussetzung des Weg-

weisungsvollzugs mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des 

Ausländerrechts richtet sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2). Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des 

Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorge-

nommen, weshalb das Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit 

ohne Einschränkung prüft. 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Die Beschwerdeführenden rügen eine Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes, die sie darin erblicken, dass das SEM es unterlassen habe, 

ihre konkrete Situation in Griechenland zu untersuchen. Dieser pauschale 

Einwand vermag mit Blick auf die Akten nicht zu überzeugen. Nach Ansicht 

des Gerichts hat das SEM den Sachverhalt auch hinsichtlich der individu-

ellen Situation der Beschwerdeführenden richtig und vollständig abgeklärt 

und sich in der angefochtenen Verfügung sodann rechtsgenüglich dazu ge-

äussert. Die formelle Rüge erweist sich damit als unbegründet. Eine Rück-

weisung an die Vorinstanz kommt nicht in Betracht; der Eventualantrag ist 

abzuweisen. 

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Seite 6 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der 

Regel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren 

kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat.  

5.2 Griechenland ist ein EU-Mitgliedstaat und gilt damit als sicherer Dritt-

staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (vgl. den – bisher nicht revi-

dierten – Beschluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007). Den vor-

instanzlichen Akten ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh-

renden in Griechenland als Flüchtlinge anerkannt wurden und die griechi-

schen Behörden ihrer Rückübernahme ausdrücklich zugestimmt haben. 

5.3 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten. Daran vermögen auch 

die Ausführungen auf Beschwerdeebene nichts zu ändern. 

6.  

6.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-

sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen in der Schweiz insbesondere we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Wegweisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Be-

weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2   

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

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Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz, auf deren Ausführungen 

grundsätzlich verwiesen werden kann, erweist sich der Vollzug der Weg-

weisung nach Griechenland in Beachtung der völker- und landesrechtli-

chen Bestimmungen als zulässig; dies gilt grundsätzlich auch für vul-

nerable Personen, wie zum Beispiel Schwangere, Familien mit Kindern 

oder Personen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als 

schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. Referenzurteil des 

Bundesverwaltungsgerichtes E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 

2022 E. 11.5.3). So handelt es sich bei Griechenland um einen sicheren 

Drittstaat, in welchem die Beschwerdeführenden Schutz vor Rückschie-

bung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden. Das Land ist sodann Signa-

tarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK 

vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das 

Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland 

für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen 

Lebens schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich ge-

staltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation aus-

zugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene und 

erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK dro-

hen würde (vgl. Referenzurteile des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 

E. 11.2 und D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 8 f.). Auch im vorlie-

genden Fall deutet nichts darauf hin, dass die Beschwerdeführenden bei 

einer Rückkehr nach Griechenland einer menschenunwürdigen oder er-

niedrigenden Behandlung ausgesetzt wären. Daran vermögen auch die 

Ausführungen der Beschwerdeführenden zur schwierigen Situation in Grie-

chenland nichts zu ändern. 

7.2.3 Ferner kann der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asyl-

suchenden mit gesundheitlichen Problemen gemäss der Praxis des EGMR 

im Einzelfall zwar einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür 

sind jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil 

Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, § 183). Die 

Schwangerschaft der Beschwerdeführerin vermag keine aussergewöhnli-

chen Umstände im Sinne dieser Rechtsprechung zu begründen, weshalb 

auch diesbezüglich keine Verletzung von Art. 3 EMRK vorliegt, wobei dies-

bezüglich mit dem SEM davon auszugehen ist, dass eine Überstellung 

nach Griechenland mutmasslich erst nach der Geburt des Kindes in der 

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Seite 8 

Schweiz möglich sein wird (vgl. angefochtene Verfügung, S. 7). Die übrigen 

aktenkundigen Gesundheitsprobleme der Beschwerdeführenden sind 

nicht derart gravierend, dass sie zu einer Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs führen würden (vgl. SEM-act. 48, 49, 53 und 54).  

7.2.4 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zulässig zu qualifizieren. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist der Vollzug der Wegweisung in einen 

EU- oder EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung 

der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Griechenland gilt 

grundsätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Schwangere 

(vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.5.1). Familien mit Kin-

dern gelten ebenfalls als vulnerabel; bei ihnen erachtet das Bundesverwal-

tungsgericht den Vollzug der Wegweisung nur dann als zumutbar, wenn 

günstige Voraussetzungen oder Umstände vorliegen. In jedem Fall sind im 

Rahmen der Abwägung sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu 

berücksichtigen, darunter Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung, Fremd-

sprachenkenntnisse und Berufserfahrung der Betroffenen, aber auch ob 

und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen 

beziehungsweise versucht haben, in Griechenland Hilfe in Anspruch zu 

nehmen. Allein die Tatsache, dass sich die bisherige Integration in Grie-

chenland als schwierig erwiesen hat, lässt den Vollzug der Wegweisung 

noch nicht unzumutbar erscheinen. Entscheidend ist, ob die betroffenen 

Personen bei einer Rückkehr trotz zumutbarer Anstrengungen mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage geraten würden, 

die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten (vgl. das Referenzurteil 

E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.5.2). Im Referenzurteil D-2590/2025 vom 

11. September 2025 präzisierte das Gericht die Praxis betreffend den Weg-

weisungsvollzug von Familien mit Kindern nach Griechenland und hielt 

diesbezüglich fest, dass die Bedingungen für Familien mit Kindern, die in 

Griechenland internationalen Schutz erhalten haben, nach wie vor schwie-

rig sind. Insbesondere sind die Hürden hoch, eine angemessene und dau-

erhafte Unterkunft zu finden. Trotzdem können auch von Familien mit Kin-

dern konkrete Anstrengungen erwartet werden, sich in Griechenland zu in-

tegrieren und sich dort eine Existenz aufzubauen. Vor diesem Hintergrund 

kommt das Gericht zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug nur dann 

als unzulässig beziehungsweise unzumutbar zu erachten ist, wenn es den 

Familienmitgliedern trotz glaubhafter, konkreter Anstrengungen und unter 

Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen nicht gelungen ist, in Grie-

chenland eine menschenwürdige Existenz respektive eine 

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Seite 9 

Existenzgrundlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG aufzubauen (vgl. a.a.O. 

E. 8 und 9, insbes. E. 9.8). Besteht die Legalvermutung der Zumutbarkeit, 

hat die betroffene Person die Möglichkeit, diese umzustossen. Dazu hat 

sie jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass sie in Grie-

chenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher 

oder gesundheitlicher Art in eine existentielle Notlage geraten würde (vgl. 

Referenzurteil D-2590/2025 E. 8.3). 

7.3.2 Übereinstimmend mit der Vorinstanz – auf deren zutreffende Erwä-

gungen unter Ergänzung der nachfolgenden Ausführungen verwiesen wer-

den kann – ist festzuhalten, dass es keine individuellen Anhaltspunkte so-

zialer oder wirtschaftlicher Natur dafür gibt, dass die Beschwerdeführen-

den im Fall einer Rückkehr nach Griechenland zwangsläufig in eine exis-

tenzielle oder medizinische Notlage geraten würden. Als hochschwangere 

Person beziehungsweise bald als Familie mit einem Neugeborenen sind 

sie zwar als vulnerabel, nicht aber als besonders vulnerabel im Sinne des 

Referenzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 zu erachten. Zwar dürften sie 

bei einer Rückkehr nach Griechenland mit Hindernissen zu kämpfen ha-

ben; diese erscheinen bei zumutbarer Eigeninitiative aber nicht unüber-

windbar. Es ist davon auszugehen, dass sie in der Lage sind, sich um eine 

angemessene Unterkunft, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (unter An-

eignung der dafür allenfalls notwendigen sprachlichen Grundkenntnisse) 

respektive den Zugang zu Sozialleistungen und – sofern nötig – medizini-

scher Betreuung zu bemühen und die ihnen zustehenden Rechte bei den 

griechischen Behörden einzufordern, zumal sie sich als anerkannte Flücht-

linge auf die Rechte gemäss der Qualifikationsrichtlinie der Europäischen 

Union (Richtlinie 2011/95/EU vom 13. Dezember 2011) berufen können. 

Bei dieser Einschätzung erscheint insbesondere zentral, dass die Be-

schwerdeführenden Griechenland nur ungefähr einen Monat nach der 

Schutzgewährung verlassen haben. Gemäss den Angaben der Beschwer-

deführenden hätten sie sich in dieser Zeit zwar an zwei Organisationen 

gewandt, wo sie keine Unterstützung erhalten hätten, und hätten erfolglos 

versucht, eine Arbeitsstelle zu finden. Entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführenden ist aber nicht davon auszugehen, dass sie während 

dieser kurzen Zeit alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Integra-

tion, Arbeit und Beantragung weiterer Unterstützung ausgeschöpft haben 

(vgl. hierzu das Referenzurteil D-2590/2025 E. 8 und 9, insbes. E. 9.8). 

Zudem deutet insbesondere der Umstand, dass der Beschwerdeführer be-

reits an einem Ort auf Probe arbeiten konnte, darauf hin, dass es ihm mög-

lich sein wird, eine Arbeitsstelle zu finden.  

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Seite 10 

7.3.3 Was die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin betrifft, 

steht gemäss der Rechtsprechung eine Schwangerschaft einer Überstel-

lung grundsätzlich nicht entgegen, zumal sie als Schwangere nicht bereits 

als äusserst vulnerable Person gilt und den Akten keine besonderen Kom-

plikationen zu entnehmen sind und solche auch auf Beschwerdeebene 

nicht geltend gemacht worden sind. Wie bereits unter E. 7.2.3 ausgeführt, 

ist ohnehin mit dem SEM davon auszugehen, dass eine Überstellung nach 

Griechenland mutmasslich erst nach der Geburt des Kindes in der Schweiz 

möglich sein wird. Allfällige Kontrolltermine nach der Geburt sind aufgrund 

des dort erhaltenen Schutzstatus auch in Griechenland möglich (vgl. Urteil 

des BVGer E-7209/2024 vom 6. Dezember 2024 E. 7.2.5.). Die übrigen 

aktenkundigen Gesundheitsprobleme der Beschwerdeführenden sind 

nicht derart gravierend, dass sie zu einer Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs führen würden (vgl. SEM-act. 48, 49, 53 und 54).  

7.3.4 Den Beschwerdeführenden ist es nach dem Gesagten nicht gelun-

gen, die oben umschriebene Legalvermutung umzustossen. Der Vollzug 

der Wegweisung erweist sich somit als zumutbar.  

7.3.5 Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung indivi-

dueller Zusicherungen seitens der griechischen Behörden betreffend den 

Zugang zu einer angebrachten Unterbringung und medizinischer Versor-

gung. Das entsprechende (Subsubeventual-)Begehren ist demnach eben-

falls abzuweisen. 

7.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich als möglich zu erachten 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal die griechischen Behörden einer Rücküber-

nahme der Beschwerdeführenden ausdrücklich zugestimmt haben. 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.   

9.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.  

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Seite 11 

9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, weil sich die Beschwerde entsprechend den vorstehenden Er-

wägungen als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen 

hat. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter:  Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Michèle Fierz 

 

 

Versand: