# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1134d1bf-6b09-577a-b8b1-64c5bb7c6385
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.03.2010 B-4484/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4484-2009_2010-03-23.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-4484/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  v o m  2 3 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Ronald Flury, 
Richter Jean-Luc Baechler, 
Gerichtsschreiber Michael Barnikol.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Arnold Weber, 
Waisenhausstrasse 14, 9000 St. Gallen,
Beschwerdeführerin,

gegen

Medizinalberufekommission MEBEKO,
Ressort Ausbildung, Bundesamt für Gesundheit BAG, 
Schwarzenburgstrasse 161, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Präsidentin der Prüfungskommission für 
Veterinärmedizin der Universität Zürich,
Sonnengartenstrasse 35, 8125 Zollikerberg,
Erstinstanz.

Leistungskontrollen der Prüfung des ersten Studienjahres 
Vetsuisse-Studiengang, Session 2008, Vetsuisse-Fakultät 
Zürich.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-4484/2009

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin legte im Sommer 2008 die Prüfung des ersten 
Studienjahres  des  Studiengangs  für  Veterinärmedizin  an  der  Uni-
versität  Zürich  ab.  Mit  Verfügung  vom  16. Juli 2008  teilte  ihr  die 
Präsidentin  der  Prüfungskommission  für  Veterinärmedizin  der  Uni-
versität Zürich (Erstinstanz) mit, dass sie die Prüfung nicht bestanden 
habe.  Sie  werde  von  sämtlichen  weiteren  Prüfungen  derselben 
Berufsart  endgültig  ausgeschlossen.  Die  Verfügung  basierte  mass-
geblich auf der Bewertung der Einzelprüfung Nr. IV, die als nicht be-
standen gewertet wurde und für welche die Beschwerdeführerin in der 
Folge  keine  Kreditpunkte  erhielt.  In  dieser  Prüfung  erhielt  die  Be-
schwerdeführerin  51  Punkte  und  hätte  mindestens  53  Punkte  er-
reichen müssen, um die Prüfung zu bestehen. Es konnten maximal 99 
Punkte  erreicht  werden.  Da  nachträglich  vier  Fragen  von  der  Be-
wertung ausgeschlossen wurden, reduzierte sich die höchstmögliche 
Punktzahl entsprechend. Die in der Einzelprüfung enthaltenen Fragen 
waren  sowohl  nach  dem  Wahlantwortverfahren  als  auch  nach  dem 
Kurzfragen-Kurzantworten-Verfahren konzipiert.

B.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  die  Beschwerdeführerin  am 
2. August 2008  Beschwerde  bei  der  Medizinalberufekommission 
MEBEKO  (Vorinstanz).  Die  Beschwerdeführerin  beantragte  die  Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung und begehrte die Neubewertung 
der Einzelprüfung IV. Ferner beantragte sie Einsicht in die Prüfungs-
unterlagen.

C.
Mit  Verfügung  vom  19. August 2008  berechtigte  die  Vorinstanz  die 
Beschwerdeführerin  zur  Akteneinsicht.  Sie  könne  in  das  eigene 
Fragenheft,  das eigene Antwortblatt  und eine Liste,  aus der die Be-
urteilung der Fragen, die eliminierten Fragen, die erreichte Punktzahl 
sowie die Notengrenzen ersichtlich seien,  Einsicht  nehmen. Die Ein-
sicht  erfolge  unter  Aufsicht,  ferner  würden  die  Prüfungsunterlagen 
lediglich  zur  Einsichtnahme  vorgelegt,  nicht  jedoch  herausgegeben. 
Zulässig  sei  die  Anfertigung  handschriftlicher  Notizen,  nicht  jedoch 
das Erstellen von Fotokopien und das Abschreiben. Die Beschwerde-
führerin nahm laut Protokoll der Erstinstanz vom 22. September 2009 

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am selben Tag Einsicht in die Prüfungsakten betreffend Einzelprüfung 
IV.

D.  
Die  Beschwerdeführerin  rügte  in  ihrer  Beschwerdeschrift  vom 
2. August 2008  und  in  einer  Beschwerdeergänzung  vom 
13. Oktober 2008, die Prüfungsleistung in der Einzelprüfung IV sei in 
mehrfacher  Weise  unterbewertet  worden.  Es  seien  ihr  zusätzliche 
Punkte zu erteilen, so dass die Prüfung mit 56 Punkten als bestanden 
zu bewerten sei. Vier Prüfungsfragen, von denen sie zwei unbestritten 
korrekt  beantwortet  habe, seien ohne sachlichen Grund von der Be-
wertung ausgeschlossen worden. In  ihrer  Beschwerdeergänzung be-
antragte die Beschwerdeführerin ferner, ihr seien sämtliche Prüfungs-
unterlagen  zur  Einsicht  und  Stellungnahme zuzustellen.  Es  verletze 
ihren  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör,  wenn  die  Vorinstanz  die 
Herausgabe der Prüfungsunterlagen verweigere.

E.
Im  vorinstanzlichen  Beschwerdeverfahren  unterzogen  die  Prüfungs-
experten die Einzelprüfung IV einer Nachkontrolle und nahmen zu den 
Rügen  der  Beschwerdeführerin  Stellung.  Sie  kamen  zum  Ergebnis, 
dass  keine  systematischen  Fehler  beim  Übertragen  der  Antworten 
vom  Fragenheft  auf  den  Computerbogen  vorgekommen  seien.  Die 
Punktzahl gemäss der elektronischen Auswertung stimme mit der An-
zahl  richtiger  Antworten auf  dem Computerbogen  überein. Auch die 
Punktzahl  der  Essayfragen,  die  elektronisch  ans  Institut  für 
medizinische  Lehre  der  Universität  Bern  übermittelt  worden  sei, 
stimme mit der Punktzahl im Frageheft überein. Zudem sei die Arbeit 
der Beschwerdeführerin korrekt beurteilt worden. Die Antworten seien 
insbesondere zu wenig genau gewesen oder hätten nicht der Frage-
stellung  entsprochen.  Aus  Sicht  der  Prüfungsexperten  seien  somit 
keine  zusätzlichen  Punkte  zu  vergeben,  so  dass  die  Prüfung  ins-
gesamt als nicht bestanden zu bewerten sei.

F.
Mit Entscheid vom 17. Juni 2009 wies die Vorinstanz die Beschwerde 
ab. 

F.a Zur Begründung führte sie an, die Gewährung der Akteneinsicht 
dürfe  nicht  dazu  führen,  dass  diejenigen  Studierenden,  die  in  die 
Prüfungsunterlagen  Einsicht  nehmen,  gegenüber  anderen 
Studierenden bevorzugt würden. Dies sei der Fall, wenn ihnen Muster-

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lösungen oder die richtigen Antworten zur Verfügung gestellt würden. 
Sie  wüssten  dann  bei  einer  allfälligen  späteren  Wiederverwendung 
einzelner Fragen die richtigen Antworten, was eine Rechtsungleichheit 
darstelle. 

F.b Ferner setzte sich die Vorinstanz mit den Rügen, welche die Be-
wertung der Einzelprüfung IV betrafen, auseinander und kam zum Er-
gebnis,  unter  Beachtung  der  eingeschränkten  Kognition  bei  Be-
schwerden  gegen  Prüfungen  stehe  aufgrund  der  Nachkorrektur  und 
der Stellungnahme der Experten fest, dass die Beschwerdeführerin in 
dieser Prüfung zu Recht eine ungenügende Note erhalten habe. 

F.c Im Hinblick auf den Ausschluss einzelner Prüfungsfragen führt die 
Vorinstanz  an,  dass  Fragen,  die  aus  verschiedenen  Gründen  einen 
Mangel  aufwiesen,  bei  der  Bewertung  der  Prüfung  nicht  zu  berück-
sichtigen seien. Ausschlaggebend sei hierfür, ob die Auswertung der 
Frage ein  auffälliges  Ergebnis  zeitige. Statistisch  auffällig  und daher 
potentiell  zu  eliminieren  seien  insbesondere  Fragen,  die  zu  wenig 
zwischen  Studierenden  mit  guten  oder  weniger  guten  Kenntnissen 
unterschieden. Der  Ausschluss  trage somit  zur  Hebung der  Qualität 
der Examina bei, weil hierdurch bei der richtigen Fragenbeantwortung 
der Einfluss der Ratewahrscheinlichkeit auf ein Mindestmass reduziert 
werde.  Zudem  beeinflusse  die  Eliminierung  oder  die  Einbeziehung 
einer Frage in die Bewertung direkt die für eine Note zu erreichende 
Punktzahl.  Die  Zuerkennung  von  zwei  zusätzlichen  Punkten  würde 
somit keineswegs bedeuten, dass die Beschwerdeführerin die für die 
Erteilung  der  Kreditpunkte  notwendige  Minimalpunktzahl  erreicht 
hätte.

G.
Gegen  den  Beschwerdeentscheid  vom  17. Juni 2009  legte  die  Be-
schwerdeführerin am 13. August 2009 beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde ein. Sie begehrt die Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids,  die  Erteilung  eines  Ausweises,  worin  die  Prüfung  als  be-
standen  bewertet  werde  sowie  die  Zustellung  sämtlicher  Prüfungs-
unterlagen und Vorakten zur Einsichtnahme. Die Beschwerdeführerin 
hält  in  ihrer  Beschwerdeschrift  und  in  ihrer  Replik  vom 
13. November 2009  daran  fest,  dass  die  Einzelprüfung  IV  unter-
bewertet sei und ihr mindestens 6,75 zusätzliche Punkte hätten erteilt 
werden müssen. 

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G.a Sie  beanstandet  die  Praxis  der  Vorinstanz  und  die  Recht-
sprechung,  wonach  die  Beurteilung  einer  Examensleistung  nur  mit 
Zurückhaltung zu prüfen sei  (sog. eingeschränkte Kognition) und ein 
Prüfungsentscheid aufgrund einer dementsprechenden Rüge nur dann 
rechtswidrig  sei,  wenn  die  Prüfung  offensichtlich  unterbewertet  sei 
oder die Prüfungsanforderungen offensichtlich zu hoch gewesen seien. 
Diese Vorgehensweise sei nicht mit Art. 49 VwVG vereinbar, der eine 
umfassende Überprüfungsbefugnis  im Rahmen der  Beschwerde vor-
sehe. 

G.b Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr sei kein recht-
liches Gehör gewährt worden, weil die Vorinstanz ihr die Herausgabe 
der  Prüfungsunterlagen  verweigert  habe. Die  Vorinstanz  könne  sich 
nicht darauf berufen, dass es der Geheimhaltung von Prüfungsfragen 
diene,  wenn  die  Unterlagen  zurückgehalten  würden.  Denn  es  sei 
bekannt,  dass  die  Studierenden  nach  den  Prüfungen  die  Prüfungs-
fragen  sammeln,  in  Fragenkatalogen  festhalten  und  untereinander 
austauschen. Die Geheimhaltung der Prüfungsfragen sei daher ohne-
hin  nicht  gewährleistet.  Zudem  hätte  nur  ein  Teil  der  Studierenden 
Zugang zu solchen Fragenkatalogen, so dass die Geheimhaltung von 
Prüfungsfragen  faktisch  zu  einer  Ungleichbehandlung  der 
Studierenden führe.

G.c Die  Beschwerdeführerin  bringt  des  Weiteren  in  Bezug  auf  den 
Ausschluss  einzelner  Prüfungsfragen  vor,  die  Vorinstanz  habe  die 
Fragen  nicht  deshalb  eliminiert,  weil  sie  mit  einem Mangel  behaftet 
gewesen seien, sondern einzig zu dem Zweck, zwischen Studierenden 
mit  sonst  guten  Ergebnissen  und  solchen  mit  sonst  schlechten  Er-
gebnissen  zu  unterscheiden.  Dies  sei  willkürlich  und  mit  der  ein-
schlägigen Rechtsnorm, die ausdrücklich das Vorliegen eines Mangels 
verlange, nicht  vereinbar. Bei  korrekter  Rechtsanwendung hätten die 
ausgeschlossenen Prüfungsfragen in die Bewertung einbezogen und 
umgekehrt eine Frage ausgeschlossen werden müssen, die unstreitig 
einen  Druckfehler  enthalte  und  von  der  Beschwerdeführerin  falsch 
beantwortet worden sei.

G.d Ferner sei bei einem bestimmten Aufgabentypus (sog. Mehrfach-
Wahl-Items) das Notengebungssystem diskriminierend. Es finde keine 
faire, proportionale Abstufung bei der Punkteverteilung statt, in der für 
jede  richtige  Antwort  Punkte  vergeben  würden. Vielmehr  erhalte  ein 
Kandidat  für  vier  richtige  Antworten  einen  Punkt,  für  drei  richtige 

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Antworten einen halben Punkt  während ein  Kandidat,  der  eine  oder 
zwei richtige Antworten vorweisen könne, überhaupt keine Punkte er-
halte.

G.e Schliesslich verstosse es gegen das Willkürverbot und gegen den 
Grundsatz der Rechtsgleichheit, wenn die Notenspannweite oberhalb 
der  Note  4  sechs  Punkte  betrage  und  unterhalb  der  Note  4  sieben 
Punkte. 

H.
In ihrer Vernehmlassung vom 16. September 2009 beantragt die Vor-
instanz die Abweisung der Beschwerde. 

H.a Sie bringt vor, der Grundsatz, dass die Bewertung einer Prüfung 
mit  eingeschränkter Kognition zu prüfen sei,  gelte für alle Behörden, 
die  im  Rahmen  eines  Beschwerdeverfahrens  Prüfungsleistungen  zu 
beurteilen  hätten,  da  die  Leistungsbeurteilung  in  erster  Linie  im Er-
messen  der  Examinierenden  liege. Insbesondere  könne  die  Rechts-
mittelinstanz  ihr  Ermessen  im  Regelfall  nicht  an  die  Stelle  des  Er-
messens der Examinierenden setzen.

H.b Bezüglich  der  Rüge,  die  Vorinstanz  habe  die  Herausgabe  der 
Prüfungsunterlagen zu Unrecht verweigert, verweist die Vorinstanz auf 
ihre  Ausführungen  im  angefochtenen  Entscheid  und  macht  geltend, 
die  Existenz  von  inoffiziellen  Fragensammlungen  könne  die  Ein-
schränkung  der  Akteneinsicht  keineswegs  in  Frage  stellen.  Die 
studentischen  Fragensammlungen  seien  ohnehin  von  mangelhafter 
Qualität,  da  im  Anschluss  an  die  Prüfung  eine  Frage  mitsamt  allen 
Auswahlantworten nicht mehr im Detail wiedergegeben werden könne.

H.c Ferner  könne  nur  aufgrund  einer  Auswertung,  die  sich  auf  die 
Leistung  aller  Kandidatinnen  und  Kandidaten  in  einer  Einzelprüfung 
beziehe,  entschieden  werden,  ob  eine  Frage  zu  eliminieren  sei. 
Namentlich  sei  die  Tatsache,  dass  viele  Studierende  mit  guten 
Prüfungsresultaten eine Frage falsch beantworten,  ein sicheres Indiz 
dafür, dass eine Frage mit einem gravierenden Mangel behaftet sei.

H.d Sofern die Beschwerdeführerin das Punkteverteilungssystem bei 
Mehrfach-Wahl-Items  beanstande,  sei  zu  bedenken,  dass  die 
Leistungsbeurteilung grundsätzlich  im Ermessen der  Experten liege. 
Dies  betreffe  auch  die  Frage,  ob  je  richtiger  Aussage  zu  einem 
Mehrfach-Wahl-Item  ein  fixer  Punktebruchteil  zuerkannt  werde. 

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Gestützt  auf  Untersuchungen  seien  die  Experten  zum Ergebnis  ge-
langt,  dass erst  für  drei  korrekte Aussagen ein halber Punkt  zu ver-
geben  sei.  Sie  hätten  sich  hingegen  keineswegs  von  sachfremden 
Erwägungen leiten lassen.

I.
Mit  Instruktionsverfügung  vom  2. Dezember 2009  wurden  die 
Vorinstanz  und  die  Erstinstanz  vom  Bundesverwaltungsgericht 
eingeladen, für jede der eliminierten Fragen im Einzelnen darzulegen, 
welche  Gründe  jeweils  für  den  Ausschluss  der  Prüfungsfragen 
massgeblich waren. In diesem Zusammenhang wurden Vorinstanz und 
Erstinstanz ersucht, insbesondere zu der Frage Stellung zu nehmen, 
ob die eliminierten Fragen oder die in der Musterlösung enthaltenen 
Antworten  einen  offensichtlichen  inhaltlichen  oder  formalen  Mangel 
erkennen liessen, der den Ausschluss der betreffenden Prüfungsfrage 
rechtfertige. Ferner verlangte das Bundesverwaltungsgericht Auskunft 
darüber, wie die Prüfung zu bewerten gewesen wäre, wenn entweder 
die vier eliminierten Fragen bei der Bewertung berücksichtigt worden 
wären  oder  wenn  die  Frage  von  der  Bewertung  ausgeschlossen 
worden  wäre,  die  nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  mit  einem 
offensichtlichen Mangel  behaftet  ist. Im Hinblick auf  eine  der  Rügen 
betreffend die inhaltliche Bewertung der Prüfungsfragen ersuchte das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  und  die  Erstinstanz,  sich 
nochmals  dazu  zu  äussern,  ob  die  Beschwerdeführerin  eine 
bestimmte Prüfungsfrage richtig oder falsch beantwortet habe.

J.
Mit  Schreiben  vom 13. Januar 2010  nahm die  Vorinstanz  Bezug  auf 
die Stellungnahmen der Prüfungsexperten der Universitäten Bern und 
Zürich vom 17. Dezember 2009 bzw. 21. Dezember 2009. Sie erklärte, 
dass sie den Darlegungen der Experten nichts hinzuzufügen habe. Die 
Prüfungsexperten  äusserten  sich  zu  der  Bewertung  der  oben 
genannten  Prüfungsfrage  und  brachten  im  Übrigen  vor,  die 
eliminierten  Fragen  seien  wegen  ihrer  statistisch  auffälligen  Werte 
ausgeschlossen worden. Sie zeigten eine geringe oder  gar  negative 
Trennschärfe, worunter die Fähigkeit einer Frage zu verstehen sei, die 
Kandidaten mit guter und schlechter Leistung in der Gesamtprüfung zu 
trennen. Dies treffe indessen nicht auf die Frage zu, die nach Ansicht 
der Beschwerdeführerin hätte eliminiert  werden müssen. Wenn keine 
Frage eliminiert  worden wäre, käme die Bestehensgrenze auf 54 der 
maximal  möglichen  99  Punkte  zu  liegen.  Die  Beschwerdeführerin 

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bekäme 53 Punkte und würde die Prüfung nicht bestehen. Wenn die 
Frage, deren Ausschluss die Beschwerdeführerin begehre, zusätzlich 
zu den bereits ausgeschlossenen Fragen eliminiert worden wäre, läge 
die  Bestehensgrenze  bei  52  von  möglichen  54  Punkten.  Die 
Beschwerdeführerin bekäme 51 Punkte und würde die Prüfung nicht 
bestehen.

K.
Die  Beschwerdeführerin  nimmt  am  5. Februar 2010  hierzu  Stellung 
und hält im Wesentlichen an ihrem Vorbringen fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 17. Juni 2009 stellt eine Verfügung 
im  Sinne  von  Art. 5 Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  das  Ver-
waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar. 
Nach  Art. 31  und  33 Bst. d des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005 (VGG,  SR 173.32)  i.V.m. Art. 5  und 44 VwVG können 
Verfügungen  der  Vorinstanz  mit  Beschwerde  beim  Bundesver-
waltungsgericht  angefochten werden. Die  Beschwerdeführerin  ist  als 
Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese berührt. Sie hat 
ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung und 
ist  daher  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  (Art. 48  Abs. 1  VwVG). 
Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der 
Kostenvorschuss  wurde  fristgemäss  bezahlt  (Art. 63 Abs. 4 VwVG) 
und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen  vor. Auf  die  Be-
schwerde ist daher einzutreten.

2.
Beim  Beruf  des  Tierarztes  handelt  es  sich  um  einen  universitären 
Medizinalberuf  im Sinne des Bundesgesetzes  über  die  universitären 
Medizinalberufe  vom  23. Juni 2006  (Medizinalberufegesetz,  MedBG, 
SR 811.11), für den ein eidgenössischer Diplomtitel erteilt wird (Art. 2 
Abs. 1 Bst. e i. V. m. Art. 5 Abs. 1 MedBG). Die universitäre Ausbildung 
vermittelt die Grundlagen zur Ausübung dieses Medizinalberufs (Art. 3 
Abs. 2 MedBG). Die Studenten erwerben während des Studiums be-
stimmte Kenntnisse und Fähigkeiten (vgl. Art. 6 f. und Art. 10 MedBG), 
die Gegenstand von Prüfungen und Leistungskontrollen sind. 

2.1 Näher geregelt ist das Prüfungsverfahren in der Verordnung über 
die  Prüfung  von  Tierärzten  vom  19.  November  1980  (Prüfungsver-

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ordnung für Tierärzte, SR 811.112.4) und der Allgemeinen Medizinal-
prüfungsverordnung  vom  19. November 1980  (AMV,  SR 811.112.1). 
Gestützt  auf  Art.  33  Abs. 1  AMV wurde  ferner  die  Verordnung über 
Einzelheiten  des  Verfahrens  bei  den  eidgenössischen  Medizinal-
prüfungen  vom  30. Juni 1983  (nachfolgend:  Prüfungsverfahrensver-
ordnung;  SR  811.112.18)  erlassen,  welche  weitere  Bestimmungen 
enthält, die das Prüfungsverfahren regeln. Des Weiteren können nach 
Art. 46a  Abs. 1  AMV  Fakultäten  und  Institute  der  Universitäten  er-
mächtigt  werden,  besondere  Ausbildungs-  und  Prüfungsmodelle  zu 
erproben. Gestützt auf diese Bestimmung wurde die Verordnung des 
EDI über die Erprobung eines besonderen ärztlichen Ausbildungs- und 
Prüfungsmodells  für  Veterinärmedizin  vom 21.  Oktober  2004  (nach-
folgend: Prüfungsverordnung für Veterinärmedizin; SR 811.112.41) er-
lassen,  die das Ausbildungs- und Prüfungsmodell  des gemeinsamen 
fünfjährigen  veterinärmedizinischen  Studiengangs  (Vetsuisse-
Studiengang)  an  den  veterinärmedizinischen  Fakultäten  der  Uni-
versitäten von Bern und Zürich (Vetsuisse-Fakultäten) festlegt (Art. 1 
Abs. 1 Prüfungsverordnung für Veterinärmedizin). 

2.2 In dieser Verordnung ist insbesondere geregelt, dass das Studium 
an den Vetsuisse-Fakultäten in Studienjahre untergliedert und modular 
aufgebaut  ist  (Art. 2  Prüfungsverordnung  für  Veterinärmedizin).  Der 
Fortschritt  der  Studierenden  wird  mit  einem Kreditpunktesystem be-
wertet, das dem Europäischen Kreditpunktesystem (ECTS) entspricht 
(Art. 8 Prüfungsverordnung für Veterinärmedizin). Die Leistungen der 
Studierenden  in  den  einzelnen  Modulen  werden  während  oder  am 
Ende eines Studienjahres unter  anderem in Form theoretischer oder 
praktischer  Einzelprüfungen nach der  AMV kontrolliert  (Art. 6  Abs. 1 
Bst. a  Prüfungsverordnung  für  Veterinärmedizin).  Die  Studierenden 
haben im ersten Studienjahr  fünf  Leistungskontrollen  zu  absolvieren 
(Art. 7 Bst. a Prüfungsverordnung für Veterinärmedizin).

2.3 Die  Prüfungen  werden  nach  dem Wahlantwort-  oder  dem Kurz-
fragen-Kurzantworten-Verfahren durchgeführt (Art. 4 Satz 1 und Art. 5 
f.  Prüfungsverfahrensverordnung).  Beide  Verfahren  können  auch 
kombiniert  werden (Art. 4 Satz 2 Prüfungsverfahrensverordnung). Die 
Fragebogen  nach  dem  Kurzfragen-Kurzantworten-Verfahren  werden 
von  den  Examinatoren  oder  den  von  ihnen  bezeichneten,  am 
akademischen  Unterricht  beteiligten  Personen  ausgewertet  und  be-
notet (Art. 10 Abs. 1 Prüfungsverfahrensverordnung). Die Fragebogen 
nach dem Wahlantwortverfahren werden durch die Examinatoren oder 

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eine von ihnen beauftragte Institution ausgewertet und nach einem im 
voraus  festgelegten  Schlüssel  benotet  (Art. 10  Abs. 2  Prüfungsver-
fahrensverordnung). Lassen die  Fragen  oder  Antworten  einen  offen-
sichtlichen,  inhaltlichen  oder  formalen  Mangel  erkennen,  so  werden 
sie  bei  der  Bewertung nicht  berücksichtigt  (Art. 10  Abs. 3  Prüfungs-
verfahrensverordnung).

2.4 Das  Recht  auf  Akteneinsicht  ist  in  Art. 26  ff.  VwVG  geregelt. 
Darüber  hinaus  enthalten  Art. 46  Abs. 2  AMV  und  Art. 3  Abs. 2 
Prüfungsverfahrensverordnung Bestimmungen darüber, unter welchen 
Voraussetzungen  einem  Kandidaten  Einsicht  in  die  Prüfungsunter-
lagen  gewährt  werden kann. Gemäss Art. 26  Abs. 1  VwVG hat  eine 
Partei oder ihr Vertreter Anspruch darauf, in ihrer Sache Eingaben von 
Parteien und  Vernehmlassungen von Behörden, alle als Beweismittel 
dienenden Aktenstücke sowie Niederschriften eröffneter  Verfügungen 
am Sitze der verfügenden oder einer durch diese zu bezeichnenden 
kantonalen Behörde einzusehen. Eine Behörde darf die Einsichtnahme 
insbesondere  verweigern,  wenn  wesentliche  öffentliche  oder  private 
Interessen die Geheimhaltung erfordern  (Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b 
VwVG).  Bei  Medizinalprüfungen  im  Sinne  der  AMV  kann  die  Be-
schwerdeinstanz  die  Einsicht  in  das  Prüfungsheft  für  das  Wahl-
antwortverfahren verweigern; es gilt  als geheim im Sinne von Art. 27 
VwVG  (Art. 46  Abs. 2  AMV).  Gemäss  Art. 3  Abs. 2  Prüfungsver-
fahrensverordnung können Kandidaten Einsicht in die Prüfungsunter-
lagen  nehmen,  wenn  sie  ein  berechtigtes  Interesse  nachweisen; 
handelt es sich um Fragebögen oder andere geheime Aktenstücke, so 
entscheidet  der  Leitende  Ausschuss  über  Art  und  Umfang der  Aus-
kunft. 

3.
Nach  Art. 49  VwVG  kann  mit  der  Beschwerde  die  Verletzung  von 
Bundesrecht, einschliesslich die Überschreitung oder der Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie  die  Unangemessenheit  der 
angefochtenen  Verfügung  gerügt  werden.  Wie  der  Bundesrat  (VPB 
62.62  E. 3,  56.16  E. 2.1)  und  das  Bundesgericht  (BGE  131  I  467 
E. 3.1, 121 I 225 E. 4b, 118 Ia 488 E. 4c, 106 Ia 1 E. 3c) auferlegt sich 
auch  das  Bundesverwaltungsgericht  bei  der  Überprüfung  von 
Examensleistungen  selbst  bei  Vorliegen  eigener  Fachkenntnisse 
Zurückhaltung,  indem  es  in  Fragen,  die  seitens  der  Verwaltungs-
behörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht  ohne Not von 

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der  Beurteilung  der  erstinstanzlichen  Prüfungsorgane  und  Experten 
abweicht  (BVGE  2007/6  E. 3).  Dies  erfolgt,  weil  der  Rechtsmittel-
behörde  zumeist  nicht  alle  massgebenden  Faktoren  der  Bewertung 
bekannt sind und es ihr in der Regel nicht möglich ist, sich ein zuver-
lässiges  Bild  über  die  Gesamtheit  der  Leistungen  des  Beschwerde-
führers in der Prüfung und der Leistungen der übrigen Kandidaten zu 
machen.  Überdies  haben  Prüfungen  häufig  Spezialgebiete  zum 
Gegenstand,  in  denen  die  Rechtsmittelbehörde  über  keine  eigenen 
Fachkenntnisse verfügt. Eine freie und umfassende Überprüfung der 
Examensbewertung  würde  zudem die  Gefahr  von  Ungerechtigkeiten 
und  Ungleichheiten  gegenüber  anderen  Kandidaten  in  sich  bergen. 
Diese Zurückhaltung rechtfertigt sich allerdings nur bei der Bewertung 
von fachlichen Prüfungsleistungen. Sind demgegenüber die Auslegung 
und  Anwendung  von  Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden  Ver-
fahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die Rechtsmittelbehörde 
die  erhobenen  Einwendungen  mit  uneingeschränkter  Prüfungsdichte 
zu  prüfen.  Andernfalls  würde  sie  eine  formelle  Rechtsverweigerung 
begehen  (BVGE  2007/6  E. 3).  Diese  Grundsätze  entsprechen  einer 
gefestigten  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  und 
seiner  Vorgängerorganisationen.  An  ihnen  wird  ausdrücklich  fest-
gehalten.

4.
Die  Beschwerdeführerin  macht  eine  Verletzung  ihres  Anspruchs  auf 
rechtliches  Gehör  geltend.  Ihr  sei  zu  Unrecht  die  Einsicht  in  die 
Prüfungsunterlagen, insbesondere das Fragenheft, verweigert worden. 
Vorinstanz und Erstinstanz bringen demgegenüber vor, es entspreche 
ständiger Praxis bei Medizinalprüfungen, einen Teil der Prüfungsfragen 
aus  vorangegangenen  Prüfungssessionen  wiederzuverwenden  (sog. 
Ankerfragen).  Der  Zweck  dieser  Praxis  bestehe  darin,  dass  Unter-
schiede  im  Schwierigkeitsgrad  der  Prüfungen  zeitlich  auseinander-
liegender Sessionen bei der Bewertung ausgeglichen werden sollten, 
wie es auch Art. 8 Abs. 5 Prüfungsverfahrensverordnung vorschreibe. 
Wenn  nun  das  Prüfungsheft  mitsamt  der  enthaltenen  Ankerfragen 
herausgegeben  werde,  bestehe  die  Gefahr,  dass  denjenigen 
Studierenden,  die  von  ihrem  Einsichtsrecht  Gebrauch  machten,  die 
Antworten bestimmter Fragen im Voraus bekannt sei. Dies stelle eine 
nicht  hinzunehmende  Bevorzugung  gegenüber  den  übrigen 
Studierenden dar.

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4.1 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  verfassungs-
rechtlich gewährleistete Anspruch auf  rechtliches Gehör enthält  eine 
ganze Reihe von Verfahrensgarantien, insbesondere auch das Recht 
auf Akteneinsicht (vgl. BGE 129 V 478 E. 4.4.2, BGE 127 I 54 E. 2b). 
Gemäss  bundesgerichtlicher  Formulierung  gewährt  der 
Gehörsanspruch  allen  Personen,  die  vom  Ausgang  des  Verfahrens 
mehr als die Allgemeinheit  betroffen werden könnten, das Recht auf 
Mitwirkung  und  Einflussnahme (BGE 132 V  387  E. 5). Eine  gerügte 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  und  somit  auch  des  Rechts  auf 
Akteneinsicht wird vom Bundesverwaltungsgericht mit voller Kognition 
überprüft. Das Recht auf Akteneinsicht bezieht sich grundsätzlich auf 
alle für den Entscheid erheblichen Akten. Verweigert  werden darf nur 
die Einsicht in verwaltungsinterne Akten. Als verwaltungsintern gelten 
Akten,  denen für  die  Behandlung eines  Falles  kein  Beweischarakter 
zukommt, weil sie ausschliesslich der verwaltungsinternen Meinungs-
bildung  dienen  und  insofern  lediglich  für  den  behördeninternen  Ge-
brauch  bestimmt  sind  (z.B.  Entwürfe,  Anträge,  Notizen,  Mitberichte, 
Hilfsbelege  etc.).  In  der  Literatur  ist  die  Unterscheidung  zwischen 
internen und anderen Akten allerdings umstritten (vgl. BGE 125 II 473 
E. 4a).

4.2 Die Eidgenössische Rekurskommission für medizinische Aus- und 
Weiterbildung  REKO/MAW  hat  in  ihrer  Rechtsprechung  anerkannt, 
dass  ein  wesentliches  öffentliches  Interesse  an  der  Geheimhaltung 
von  Ankerfragen  in  Medizinalprüfungen  bestehe  (Urteil  der 
REKO/MAW 04.051 vom 18. März 2005, E. 4.1). Ob eine Verletzung 
des  rechtlichen  Gehörs  auch  im  vorliegenden  Fall  gestützt  auf  die 
zitierte  Rechtsprechung  zu  verneinen  ist,  kann  indessen  möglicher-
weise  dahinstehen. Es  ist  nämlich  anerkannt,  dass  von der  Zurück-
weisung einer Beschwerde wegen einer Gehörsverletzung abgesehen 
werden  kann,  wenn  die  Rechtsmittelinstanz  die  Beschwerde  in  der 
Sache  gutheisst  und  den  unter  einer  Gehörsverletzung  ergangenen 
Entscheid  zugunsten  des  Beschwerdeführers  korrigiert  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.262/2000  vom  9. März 2001,  E. 3d).  Sofern  die 
vorliegende  Beschwerde  vollumfänglich  gutgeheissen  wird,  kann 
daher die Frage, ob das Akteneinsichtsrecht der Beschwerdeführerin 
verletzt wurde, offen bleiben.

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5.
Die Beschwerdeführerin rügt weiterhin, die Beurteilung ihrer fachlichen 
Prüfungsleistung  sei  in  mehreren  Aufgaben  der  Einzelprüfung  IV 
fehlerhaft  erfolgt.  Sie  begehrt,  die  Bewertung  der  Prüfung  ent-
sprechend zu korrigieren, die Note in dieser Einzelprüfung anzuheben 
und die Leistungskontrollen der Prüfung des ersten Studienjahres der 
Vetsuisse-Fakultäten als bestanden zu bewerten.

5.1 Wie  dargelegt  (vgl.  E. 3  hievor)  überprüft  das  Bundesver-
waltungsgericht  die  Bewertung  von  Examensleistungen  nur  mit 
Zurückhaltung und weicht nicht ohne Not von der Beurteilung der erst-
instanzlichen  Prüfungsorgane  ab. Den  Examinatoren  kommt  bei  der 
Beurteilung der Frage, ob ein Kandidat eine Prüfungsaufgabe richtig 
gelöst hat und welche Antworten als vertretbare Lösungen in Betracht 
kommen, ein grosser Beurteilungsspielraum zu. Es kann daher nicht 
Aufgabe  der  Beschwerdeinstanz  sein,  die  gesamte  Bewertung  der 
Prüfung in  den fraglichen Fächern  gewissermassen zu wiederholen. 
Daraus folgt,  dass die Rügen eines  Beschwerdeführers,  wonach die 
Bewertung  seiner  Prüfungsleistungen  offensichtlich  unangemessen 
gewesen sei, von objektiven Argumenten und Beweismitteln getragen 
sein  müssen.  Ergeben  sich  solche  eindeutigen  Anhaltspunkte  nicht 
bereits  aus  den  Akten,  so  muss  der  Beschwerdeführer  selber 
substanziierte  und  überzeugende  Anhaltspunkte  dafür  liefern,  dass 
eindeutig  zu  hohe  Anforderungen  gestellt  oder  die  Prüfungsleistung 
offensichtlich unterbewertet wurde. Er wird den Anforderungen an eine 
genügende  Substanziierung  seiner  Rügen  insbesondere  dann  nicht 
gerecht, wenn er sich einfach darauf beschränkt zu behaupten, seine 
Lösung sei vollständig und korrekt, ohne diese Behauptung näher zu 
begründen  oder  zu  belegen.  Sofern  es  ihm  hingegen  gelingt,  eine 
Fehlbewertung  seiner  Prüfungsleistung  in  dieser  Weise  zu 
substanziieren,  ist  es wiederum Sache der Examinatoren, im Einzel-
nen und in nachvollziehbarer Weise darzulegen, warum eine Lösung 
des Beschwerdeführers falsch oder unvollständig ist und er daher nicht 
die Maximalpunktzahl erhalten hat (vgl. zu alldem Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts B-4771/2008 vom 15. April 2009, E. 5.1). 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre Lösung der Aufgaben 
A 13, A 19, E 5, E 10, E 11, E 15 sei als falsch bewertet worden, ob-
wohl ihre Antwort korrekt oder zumindest vertretbar gewesen sei. Es 
handelt  sich  hierbei  um  Aufgaben,  die  nach  dem  Kurzfragen-Kurz-
antworten-Verfahren  konzipiert  sind.  Die  Beschwerdeführerin  be-

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gründet  ihre Auffassung im Hinblick auf  die einzelnen Aufgaben und 
stützt  sich  jeweils  auf  Belege  aus  der  Fachliteratur  oder  aus  Vor-
lesungsskripten. Die Rügen sind daher genügend substanziiert. 

5.3 Indessen haben die  Experten,  was die Aufgaben mit  Ausnahme 
von Prüfungsfrage E 10 betrifft,  ihrerseits  detailliert  begründet,  wes-
halb die Lösungen der Beschwerdeführerin  nicht  den Anforderungen 
der  Aufgaben  entsprachen.  Sie  konnten  nachvollziehbar  darlegen, 
dass ihre Korrektur nicht im Widerspruch zu den von der Beschwerde-
führerin  angeführten  Quellen  steht.  Die  Beschwerdeführerin  hat  da-
gegen ihrerseits nichts vorgebracht, um diese Darlegung der Experten 
als offensichtlich unzutreffend zu widerlegen. Unter  Berücksichtigung 
der eingeschränkten Kognition des Bundesverwaltungsgerichts bei der 
Bewertung  von  fachlichen  Prüfungsleistungen  kann  eine  offensicht-
liche  Unterbewertung  der  Aufgaben  A 13,  A 19,  E 5,  E 11  und E 15 
folglich nicht festgestellt werden.

5.4 Anders verhält es sich hingegen bei der Bewertung der Aufgabe 
E 10.  In  dieser  Aufgabe  lautete  die  Fragestellung:  "Nennen  Sie  2 
Organe,  in  denen  funktionelle  Einheiten  mit  einem  extrem  flachen 
Plattenepithel  ausgekleidet  sind."  Es  können  in  dieser  Aufgabe 
maximal zwei Punkte erreicht werden. Die Beschwerdeführerin gab als 
Antwort "Ovar" und "Milz" an, wofür sie keine Punkte erhielt und ist der 
Auffassung,  dass  die  Antwort  "Ovar"  korrekt  sei,  weshalb  ihr 
mindestens ein Punkt hätte erteilt werden müssen. Sie beruft sich auf 
ein  Vorlesungsskript,  in  dem es  heisst:  "Im Ovar  sind  also  folgende 
Follikel-Typen zu finden: Primordialfollikel: [...]  Follikelepithel  ist  flach 
und  ebenfalls  wenig  differenziert  [...]".  In  der  Stellungnahme  der 
Prüfungsexperten  vom  10. November 2008  wird  vertreten,  dass  die 
richtige Antwort "Lunge und Niere" sei. Die Begründung lautet: "Diese 
beiden Organe sind, im Gegensatz zu Milz und Ovar, in der Vorlesung 
und  im  Kurs  behandelt  worden.  Milz  und  Ovar  können  daher  nicht 
Grundlage für die Prüfung im 1. JK sein." Diese Begründung ist nicht 
nachvollziehbar und daher offensichtlich ungeeignet, den bei der Be-
urteilung der  Prüfung erfolgten Punktabzug zu rechtfertigen. Es ver-
steht sich von selbst, dass die Richtigkeit der Lösung einer Prüfungs-
aufgabe nicht davon abhängen kann, ob diese Frage vorher in einer 
Vorlesung  thematisiert  wurde.  Angesichts  dieser  wenig  aufschluss-
reichen Begründung des Prüfungsexperten ersuchte das Bundesver-
waltungsgericht  die  Vorinstanz  und  die  Erstinstanz  in  ihrer 
Instruktionsverfügung  vom  2. Dezember 2009  noch  einmal  dazu 

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Stellung  zu  nehmen,  ob  Aufgabe  E 10  richtig  oder  falsch  gelöst 
worden  sei.  Die  Erstinstanz  räumt  in  ihrer  Stellungnahme  vom 
21. Dezember 2009  ein,  dass  die  Antwort  der  Beschwerdeführerin 
zumindest weit überwiegend eben doch der in der Fragestellung an-
gegebenen Definition entspreche. Sie führt hierzu aus, die Antwort der 
Beschwerdeführerin  sei  insofern  richtig,  als  es  sich  bei  den  Prim-
ordialfollikeln  um funktionelle  Einheiten  des  Ovars  handle  und  dass 
diese ein dünnes Epithel  besitzen. Die Erstinstanz meint  jedoch,  die 
Antwort  der Beschwerdeführerin sei  dennoch als falsch zu bewerten 
und argumentiert,  das Epithel der Primordialfollikel sei nicht "extrem" 
flach im Sinne des Aufgabentextes, zudem sei die Dicke des Epithels 
in  den  funktionellen  Einheiten  von  Niere  und  Lunge  bedeutend  für 
deren  Funktion,  worauf  in  der  Vorlesung  ausdrücklich  hingewiesen 
worden sei. Dies ist  jedoch wenig überzeugend. Wie die Erstinstanz 
selbst anführt, kann man darüber streiten, wie der recht unbestimmte 
Begriff "extrem" im Kontext der Aufgabenstellung zu verstehen ist. Es 
erscheint  in  der  Tat  übermässig  spitzfindig,  die  ansonsten  nunmehr 
unbestritten  korrekte  Antwort  allein  aufgrund  des  Fehlens  dieses 
wenig  präzisen  Definitionsmerkmals  als  falsch  zu  bewerten.  Welche 
Bedeutung die Dicke des Epithels für die Funktion eines bestimmten 
Organs hat, war zudem nicht Gegenstand der Aufgabenstellung. Wie 
bereits  erwähnt,  kann es  ferner  für  die  Richtigkeit  der  Antwort  nicht 
von Bedeutung  sein,  ob  die  betreffende Frage in  der  Vorlesung  be-
handelt  wurde.  Zusammenfassend  kann  somit  festgestellt  werden, 
dass die Beschwerdeführerin substanziiert darlegen konnte, dass ihre 
Lösung der Aufgabe E 10 zu Unrecht als falsch gewertet wurde. Die 
Prüfungsexperten waren hingegen nicht in der Lage, in nachvollzieh-
barer  Weise  zu  erklären,  weshalb  die  Bewertung  dieser  Aufgabe 
fehlerfrei erfolgt ist. Ihr Vorbringen spricht im Gegenteil dafür, dass die 
Antwort  der  Beschwerdeführerin  zumindest  weitgehend  korrekt  war. 
Unter  diesen  Umständen  muss  –  auch  unter  Berücksichtigung  der 
Grundsätze über die Einschränkung der Kognition bei der Beurteilung 
von fachlichen Prüfungsleistungen – angenommen werden, dass inso-
fern  eine  offensichtliche  Fehlbewertung  vorliegt.  Die  Rüge  der  Be-
schwerdeführerin erweist sich daher im Hinblick auf Aufgabe E 10 als 
begründet.

6.
Die  Beschwerdeführerin  beanstandet  ferner  das  Punkteverteilungs-
system. Bei den Mehrfach-Wahl-Items finde keine faire, proportionale 
Abstufung  bei  der  Punkteverteilung  statt,  in  der  für  jede  richtige 

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Antwort  Punkte  vergeben  würden.  Es  verstosse  zudem  gegen  das 
Willkürverbot  und  gegen  den  Grundsatz  der  Rechtsgleichheit,  wenn 
die Notenspannweite oberhalb der Note 4 sechs Punkte betrage und 
unterhalb der Note 4 sieben Punkte. Diesbezüglich geht die Vorinstanz 
zutreffend davon aus,  dass es Aufgabe der Prüfungskommission ist, 
die  Modalitäten  des  Punkteverteilungssystems  zu  bestimmen  und 
insbesondere  die  Notenskala  festzulegen  (vgl. hierzu  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgericht  B-6261/2008  vom  4. Februar 2010,  E. 5.2 
[voraussichtlich zur Publikation vorgesehen]). Die Prüfungskommission 
hat hierbei einen gewissen Entscheidungsspielraum. Da nicht erkenn-
bar  ist,  dass  sich  die  Prüfungskommission  bei  der  Festlegung  der 
Notengrenzen  und  der  Festlegung  der  Punkteverteilung  von  sach-
fremden  Erwägungen  leiten  liess,  kann  nicht  davon  ausgegangen 
werden,  dass  sie  willkürlich  handelte.  Die  Rüge  der  Beschwerde-
führerin ist daher unbegründet.

7.
Die  Beschwerdeführerin  rügt  des  Weiteren,  es  seien  vier  Aufgaben, 
von  denen  sie  zwei  unbestritten  korrekt  gelöst  habe,  ohne  ersicht-
lichen  Grund  von  der  Bewertung  ausgeschlossen  worden. 
Demgegenüber berufen sich Vorinstanz und Erstinstanz darauf, dass 
die eliminierten Fragen wegen ihrer statistisch auffälligen Werte aus-
geschlossen worden seien. Bei der Auswertung der Prüfungsresultate 
aller  Kandidaten  sei  aufgefallen,  dass  diese  Aufgaben  eine  geringe 
oder gar negative Trennschärfe hätten. Darunter sei die Fähigkeit einer 
Frage zu verstehen, die Kandidaten mit guter und schlechter Leistung 
in der Gesamtprüfung zu trennen. Diese statistische Auffälligkeit stelle 
ein starkes Indiz für  das Vorliegen eines Mangels dar, der den Aus-
schluss der jeweiligen Frage rechtfertige.

7.1 Die  Rüge  der  Beschwerdeführerin  betrifft  nicht  die  Bewertung 
ihrer Prüfungsleistung, sondern die Bewertungsmassstäbe, die für alle 
Kandidaten  gelten,  die  an  der  betreffenden  Prüfungssession  teil-
genommen haben. Sie ist daher mit voller Kognition zu prüfen.

7.2 Gemäss  Art. 10  Abs. 3  Prüfungsverfahrensverordnung  werden 
Fragen oder Antworten bei der Bewertung nicht berücksichtigt, wenn 
sie einen offensichtlichen inhaltlichen oder formalen Mangel erkennen 
lassen.  Dieser  Vorschrift  liegt  die  Überlegung  zugrunde,  dass  es 
einerseits dem Zweck der Prüfung, den Kenntnisstand der Kandidaten 
mit  hinreichender  Genauigkeit  zu  überprüfen,  zuwider  laufen würde, 

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wenn  solche  Fragen  in  die  Bewertung  einbezogen  würden.  Zudem 
kann der Ausschluss von erkennbar fehlerhaften Prüfungsfragen dazu 
dienen,  dass  die  Prüfungen  verschiedener  Prüfungssessionen  einen 
weitgehend einheitlichen Schwierigkeitsgrad haben. Indessen kann der 
Ausschluss  von  Prüfungsfragen  zu  Ungleichbehandlungen  führen, 
weil  einerseits  Kandidaten,  die  diese  Fragen  korrekt  beantwortet 
haben, durch den Ausschluss einen Verlust an Punkten erleiden und 
andererseits sich die Gesamtleistung von Kandidaten möglicherweise 
verbessert, wenn eine Frage eliminiert wird, die sie falsch beantwortet 
haben. Der Ausschluss von Prüfungsfragen darf daher nicht willkürlich 
erfolgen, sondern muss auf einem sachlichen Grund beruhen. Art. 10 
Abs. 3 Prüfungsverfahrensverordnung bestimmt daher, dass der nach-
trägliche  Ausschluss  einzelner  Prüfungsfragen  zwar  nicht  von  vorn-
herein  unzulässig  ist,  allerdings  nur  im Ausnahmefall  und  unter  be-
stimmten  Voraussetzungen  erfolgen  darf.  Fraglich  ist,  ob  diese 
Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind. Es ist zu prüfen, ob die aus-
geschlossenen Prüfungsfragen einen Mangel erkennen lassen und ob 
dieser Mangel als offensichtlich anzusehen ist.

7.3 Ob  ein  inhaltlicher  oder  formaler  Mangel  im  Sinne  von  Art. 10 
Abs. 3 Prüfungsverfahrensverordnung vorliegt, kann nur in Anbetracht 
der jeweiligen Aufgabenstellung beurteilt  werden. Ein solcher Mangel 
ist  beispielsweise  anzunehmen,  wenn die Aufgabenstellung missver-
ständlich formuliert,  unzumutbar schwierig oder gar unlösbar ist,  des 
Weiteren,  wenn  sie  ausserhalb  des  Curriculums  liegt  (so  auch  die 
Erstinstanz,  vgl.  ihre  Ausführungen  in  ihrer  Stellungnahme  vom 
10. November 2008, pag. 49 der Vorakten und nachfolgend E. 7.3.1). 

7.3.1 Im  bisherigen  Verfahren  äusserten  sich  die  Prüfungsexperten 
zur Frage des Ausschlusses von Prüfungsfragen vor der Vorinstanz im 
Einzelnen wie folgt:

"Bei  der  Auswertung  der  Prüfung  werden  sämtliche  Prüfungsfragen  [...] 
analysiert. Dabei werden die aus psychometrischer Sicht auffälligen Fragen 
jeweils  den Dozenten zur  Beurteilung zugestellt. Dabei  wird überprüft,  ob 
ein  Schlüsselfehler  vorliegt,  oder  ob  die  Frage  aus  Sicht  des  Dozenten 
eliminiert  werden  muss  [...]"  (Stellungnahme  vom  10. November 2008, 
pag. 49 der Vorakten);

"Entsprechend machen wir  [die  Abteilung  für  Assessment  und  Evaluation 
der  Erstinstanz]  in  einem  ersten  Auswertungsschritt  die  Examinatoren 
aufgrund  der  statistischen  Fragenanalyse  auf  mögliche  Problemfragen 
aufmerksam. Sie entscheiden aufgrund der fachlichen Überprüfung, welche 
Fragen  vor  der  Ermittlung  und  Benotung  der  Kandidatenleistung  zu 

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eliminieren  sind."  (Stellungnahme  vom  3. Februar 2009,  pag. 77  der 
Vorakten);

"Die  Entscheidung,  ob  eine  aus  psychometrischer  Sicht  auffällige  Frage 
eliminiert  werden  soll,  wird  wiederum  durch  die  Dozierenden  persönlich 
(schriftlich)  vorgenommen"  (Stellungnahme  vom  4. Februar 2009,  pag. 81 
der Vorakten).

Sodann äusserten sie sich im Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht wie folgt:

"Frage  4  [...]:  Diese  Frage  war  aufgrund  der  fehlenden  Trennschärfe 
aufgefallen  und  sollte  vom  Dozenten  vor  einer  weiteren  Verwendung 
überarbeitet  werden.  Der  Dozent  entschied sich  dann  aber,  diese  Frage 
auch schon in der laufenden Prüfung zu eliminieren (Kommentar [...]: 'Die 
Frage  ist  offensichtlich  doch  etwas  schwierig,  obwohl  der  Unterschied 
zwischen  Blastozyste  und  Blastula  erklärt  wurde.')  Eine  Elimination  der  
Frage war aus messtechnischen Gründen nicht zwingend nötig. Da aber die 
Trennschärfe schwach und der p-Wert sehr tief ist [...], ist eine Elimination 
trotzdem gerechtfertigt.
[...]
Frage 19 [...]: [...] Diese Frage wurde aufgrund der schlechten Trennschärfe 
eliminiert.  Die  Vorlesung  wurde  in  diesem  Jahr  von  einem  anderen 
Dozenten gehalten, als vom Fragenautor; infolgedessen kann es sein, dass 
der  diesjährige  Dozent  nicht  so  detailliert  auf  diesen  Lehrinhalt  
eingegangen ist wie der Dozent im Vorjahr.
[...]
Frage 40 [...]: Diese Frage muss aus messtechnischer Sicht entfernt werden 
(Kommentar  [...]:  'Schwieriges  Item  mit  negativer  Trennschärfe.  19,8  und 
16,7 % der  KandidatInnen  haben die  Antworten  C  und  D  gewählt.  Diese  
KandidatInnen  haben  im  Mittel  eine  bessere  Prüfungsleistung  als  die  
Richtigantwortenden'. Aus  diesem  Grund  ist  eine  Elimination 
gerechtfertigt.).
[...]
Frage  43  [...]:  Diese  Frage  muss  aufgrund  der  fehlenden  Trennschärfe 
eliminiert  werden  (Kommentar  [...]:  'Sehr  schwieriges  Item  ohne 
Trennschärfe.  32,3 % der  KandidatInnen haben Antwort  C gewählt. Diese  
haben  im  Mittel  eine  bessere  Prüfungsleistung  erzielt  als  die  
Richtigantwortenden.)  Aufgrund  des  geringen  p-Werts  und  der  fehlenden 
Trennschärfe  muss  angenommen werden,  dass  die  Studierenden geraten 
haben. [...]" (Stellungnahme der Erstinstanz vom 21. Dezember 2009 zu den 
Instruktionsfragen des Bundesverwaltungsgerichts). 

Es  ist  augenfällig,  dass  weder  der  Umstand,  dass  ein  Dozent  eine 
gewisse  Thematik  möglicherweise weniger  einlässlich  behandelt 
haben  könnte,  als  ein  anderer  Dozent  im  Vorjahr,  kein  hinreichend 
bestimmtes,  formales oder  inhaltliches Ausschlusskriterium im Sinne 
der  genannten  Verordnungsbestimmung  darstellt  (betrifft  Frage 19). 
Gleich verhält es sich mit dem Umstand, dass 16,7 bzw. 19,8 % (aber 
auch 32 %) der Kandidaten eine gestellte Frage falsch beantworteten, 
"im Übrigen aber im Mittel eine bessere Prüfungsleistung [haben] als 
die  Richtigantwortenden".  Auch  hier  fehlt  es  an  einem  hinreichend 
bestimmten,  formalen  oder  inhaltlichen  Ausschlusskriterium  (betrifft 

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Fragen 40 und 43).  Ein  rechtsgenüglicher  Ausschlussgrund ist  auch 
dort  klar  zu  verneinen,  wo  die  Prüfungsexaminatoren  selber  aus-
führen, eine  Elimination der Frage sei aus messtechnischen Gründen 
nicht  zwingend  erforderlich (betrifft  Frage 4). Hierauf  ist  nachfolgend 
zurückzukommen.

7.3.2 Die Vorinstanz macht geltend, ein Mangel sei allein aufgrund der 
(unbestrittenen) Tatsache anzunehmen, dass bei der Auswertung der 
Prüfungsergebnisse aller Kandidaten im Hinblick auf die betreffenden 
Aufgaben  eine  statistische  Abweichung,  namentlich  eine  geringe 
Trennschärfe festgestellt  worden sei. Im angefochtenen Beschwerde-
entscheid (Erwägung 11.6, 2. Lemma) führt sie aus:

"Für die MEBEKO, Ressort Ausbildung, sind die Gründe, die im Einzelfalle 
zu einer Elimination führen, nicht entscheidwesentlich. Ausschlaggebend für 
die  Elimination  ist  alleine  schon  die  Tatsache,  dass  die  Auswertung  der 
einzelnen Fragen ein auffälliges Ergebnis zeitigt. Als statistisch auffällig und 
daher potentiell  zu eliminieren sind insbesondere Fragen, die ungenügend 
diskriminieren,  das heisst  zu wenig zwischen Studierenden mit  guten und 
weniger guten Kenntnissen unterscheiden" (pag. 99 der Vorakten).

Sie geht zutreffend davon aus, dass diese Auffälligkeit ein Indiz für das 
Vorliegen  eines  Mangels  sein  kann.  Es  kann  nicht  ausgeschlossen 
werden, dass der Grund für die geringe Trennschärfe einer Aufgabe in 
der Fehlerhaftigkeit der betreffenden Prüfungsfrage besteht. Eine der-
artige statistische Auffälligkeit sagt jedoch unmittelbar nichts darüber 
aus,  von  welchem  Mangel  die  jeweilige  Aufgabe  betroffen  und  wie 
dieser  beschaffen ist. Selbst  wenn  sie  das  Vorliegen eines  Mangels 
indiziert,  ist  es Sache der Vorinstanzen,  im Rahmen ihrer Pflicht zur 
Sachverhaltsaufklärung  konkret  zu  benennen,  welcher  Mangel  ihres 
Erachtens gegeben ist  und inwiefern  sich dieser  auf  die betreffende 
Auffälligkeit  bei  der  Auswertung  der  Prüfungsergebnisse  ausgewirkt 
hat.  Die  Vorinstanzen  sind  indessen  vom  Vorliegen  eines  Mangels 
ausgegangen,  ohne Bezug auf  die  einzelnen Aufgabenstellungen zu 
nehmen. Wie oben (E. 7.3.1) dargelegt,  führen die Prüfungsexperten 
in  ihren  Stellungnahmen  hinsichtlich  der  meisten  Prüfungsfragen 
lediglich  aus,  die  Fragen  seien  "aus  messtechnischer  Sicht",  ins-
besondere  aufgrund  fehlender  oder  geringer  Trennschärfe  auszu-
schliessen  gewesen.  Man  könne  davon  ausgehen,  dass  "die 
Studierenden geraten haben". Ferner  könne es  sein,  dass  der  dies-
jährige Dozent nicht so detailliert auf den betreffenden Lehrinhalt ein-
gegangen sei, wie der Dozent im Vorjahr (vgl. insbesondere die in den 
Stellungnahme  vom  21. Dezember 2009  enthaltenen  Ausführungen 
der  Prüfungsexperten  zu  den  Aufgaben  19  und  43).  In  keinem Fall 

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gehen die Experten jedoch auf den konkreten Inhalt  der eliminierten 
Aufgaben  ein. Sie  können  nicht  substanziiert  darlegen,  weshalb  die 
ausgeschlossenen  Prüfungsfragen  ihrer  Ansicht  nach  inhaltlich  oder 
formal mangelhaft sind und wie dies im Zusammenhang mit der fest-
gestellten  statistischen  Auffälligkeit  steht.  Solches  ist  auch  für  das 
Bundesverwaltungsgericht  nicht  ersichtlich.  Eine  mehr  oder  minder 
ausgeprägte statistische Auffälligkeit für sich alleine, welche auch aus 
reinem Zufall aufgetreten sein könnte, stellt indessen keinen "Mangel" 
dar,  der  gemäss  Art. 10  Abs. 3  Prüfungsverfahrensverordnung  den 
nachträglichen Ausschluss einer Prüfungsfrage gestattet. Vielmehr ist 
zur Feststellung eines Mangels eine Einzelfallbetrachtung, die auf die 
Aufgabenstellung der zu eliminierenden Prüfungsfrage eingeht und in 
der  die  für  den Ausschluss  der  Frage  massgeblichen  Gründe nach-
vollziehbar  dargelegt  werden,  zwingend  erforderlich.  Eine  solche 
wurde – nachdem aus den Vorakten kein hinreichender "Mangel"  im 
Sinne der  Prüfungsverfahrensverordnung ersichtlich geworden war – 
vom Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 2. Dezember 2009 
einverlangt,  konnte  aber  –  wie  dargelegt  –  auch  in  diesem  Ver-
fahrensstadium  nicht  in  genügend  substanziierter  Weise  erbracht 
werden.  Damit  ist  mit  der  Beschwerdeführerin  davon  auszugehen, 
dass es vorliegend an hinreichenden Gründen fehlt, die den nachträg-
lichen  Ausschluss  der  streitbezogenen  Fragen  gerechtfertigt  hätten. 
Dies umso weniger, als Art. 10 Abs. 3 Prüfungsverfahrensverordnung 
das  Vorliegen  eines  offensichtlichen  Mangels verlangt,  wovon  nach 
dem Gesagten auch nicht ansatzweise ausgegangen werden kann.

7.3.3 Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass es für den 
Umfang  einer  solchen  Einzelfallprüfung  und  die  Kriterien,  die  bei 
dieser Prüfung zu beachten sind (vgl. insofern die Ausführungen unter 
E. 7.3),  auch  nicht  massgebend  sein  kann,  um  welchen  Aufgaben-
typus es sich jeweils  handelt. Es ist  nicht  ersichtlich und ergibt  sich 
auch  nicht  aus  den  massgebenden  Verfahrensvorschriften,  weshalb 
etwa  für  die  Fehlerhaftigkeit  einer  Frage  vom  Typ  Wahlantwortver-
fahren  wesentlich  andere  Massstäbe  gelten  sollten,  als  bei  einer 
Frage, die nach Kurzfragen-Kurzantworten-Verfahren konzipiert  ist. In 
beiden Fällen geht  es darum, eine knappe Antwort  auf  eine präzise 
Frage zu finden, wobei im Fall des Wahlantwortverfahrens lediglich die 
Besonderheit  besteht,  dass mehrere Antworten im Aufgabentext vor-
gegeben werden und der Kandidat aus diesen die Korrekte auswählen 
muss. Dies wird indessen von keiner Seite in Abrede gestellt, so dass 
sich an dieser Stelle Weiterungen hierzu erübrigen.

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Was schliesslich den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Prüfungsfragen 
betrifft,  liegt es in der Natur einer Prüfung, dass sie sowohl leichtere 
als auch schwierigere Aufgaben enthält. Von einem "offensichtlichen" 
Mangel  aufgrund eines  hohen Schwierigkeitsgrades sollte  daher  nur 
ausgegangen  werden,  wenn  die  Schwierigkeit  der  Aufgabe  so  un-
zumutbar  hoch  ist,  dass  von  einem  durchschnittlichen  Kandidaten 
nicht erwartet werden kann, dass er sie richtig löst. Dies ist vorliegend 
soweit ersichtlich nicht der Fall und wurde denn auch von keiner Seite 
geltend gemacht.

7.4 Es ist somit davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für den 
Ausschluss  der  Prüfungsfragen  nicht  vorliegen. Die  Vorinstanz  hätte 
die  Fragen deshalb  bei  der  Bewertung  berücksichtigen  müssen. Die 
Rüge  der  Beschwerdeführerin  erweist  sich  daher  insofern  als  be-
gründet.

7.5 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, dass eine Prüfungsfrage 
nicht von der Bewertung ausgeschlossen worden sei, obwohl die Auf-
gabenstellung  fehlerhaft  formuliert  sei.  Die  Prüfungsfrage  13  enthält 
unbestritten einen Schreibfehler ("p2"; korrekt gewesen wäre "p²"). Das 
Vorbringen der Vorinstanz, die Fragestellung könne trotz des Schreib-
fehlers ohne Weiteres richtig interpretiert werden, erscheint nicht von 
vornherein fernliegend. Es wird durch den Umstand gestützt, dass kein 
auffälliger Anteil der Kandidaten die Aufgabe falsch gelöst hat. Da zu-
dem der Ausschluss einer Prüfungsfrage nur in eng begrenzten Aus-
nahmefällen  erfolgen  darf,  erscheint  es  als  vertretbar,  dass  die 
Prüfungskommission  die  Aufgabe  nicht  von  der  Bewertung  aus-
geschlossen hat.

8.
Zusammenfassend  kann  festgehalten  werden,  dass  die  Rügen  der 
Beschwerdeführerin  insofern  begründet  sind,  als  sie  die  Bewertung 
ihrer  Prüfungsleistung  in  Aufgabe  E 10  und  den  Ausschluss  von 
Prüfungsfragen  beanstandet.  Der  Beschwerdeführerin  fehlen  zwei 
Punkte,  um  die  Prüfung  zu  bestehen.  Aus  den  unbestrittenen  Dar-
legungen  der  Prüfungsexperten  ergibt  sich,  dass  sie,  falls  die 
Prüfungsfragen nicht ausgeschlossen worden wären, zwei zusätzliche 
Punkte erhalten hätte und die Bestehensgrenze gleichzeitig um einen 
Punkt nach oben verschoben worden wäre. Daraus folgt, dass die Be-
schwerdeführerin  die  Prüfung  besteht,  wenn  man  ihr  einen  zusätz-
lichen Punkt für Aufgabe E 10 erteilt und zudem die ausgeschlossenen 

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Fragen berücksichtigt. Die Rügen der Beschwerdeführerin sind somit 
in  einem  Umfang  begründet,  der  geeignet  ist,  ein  genügendes 
Prüfungsresultat zu rechtfertigen. Der Prüfungsentscheid erweist sich 
somit als rechtsfehlerhaft und ist aufzuheben. Es stellt sich jedoch die 
Frage, welche weiteren rechtlichen Konsequenzen an die Begründet-
heit der genannten Rügen zu knüpfen sind. 

8.1 Sofern der angefochtene Prüfungsentscheid lediglich Verfahrens-
fehlern  unterliegt,  kann  dies,  selbst  wenn  sie  unzweifelhaft  nach-
gewiesen sind, grundsätzlich nur dazu führen, dass ein Beschwerde-
führer  den  betroffenen  Prüfungsteil  gebührenfrei  wiederholen  darf, 
nicht  aber  zur  Erteilung  des  Prüfungsausweises.  Der  Grund  hierfür 
besteht darin, dass für die Erteilung eines Diploms in jedem Fall ein 
gültiges und genügendes Prüfungsresultat  Voraussetzung ist. Es be-
steht  ein  gewichtiges  öffentliches  Interesse  daran,  dass  nur 
Kandidaten den entsprechenden Ausweis erhalten, welche den damit 
verbundenen  hohen  Erwartungen  auch  nachgewiesenermassen  ent-
sprechen. Nach ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und 
seiner  Vorgängerorganisationen  ist  deshalb  ein  gültiges  und  nach-
weislich  genügendes  Prüfungsresultat  grundsätzliche  Voraussetzung 
für  die  Erteilung  eines  Prüfungsausweises. Liegt  wegen  Verfahrens-
fehlern kein gültiges Prüfungsergebnis vor, so ist diese Voraussetzung 
nicht  erfüllt  und es bleibt in der Regel  keine andere Lösung,  als die 
betreffende Prüfung durch den Betroffenen wiederholen zu lassen (vgl. 
das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-7894/2007  vom 
19. Juli 2008 E. 4.1 sowie VPB 64.106 E. 6.6.2, VPB 61.31 E. 8.1). 

8.2 Die Rüge, es seien zu Unrecht Prüfungsfragen von der Bewertung 
ausgeschlossen worden, enthält nicht nur materiellrechtliche, sondern 
auch  verfahrensrechtliche  Elemente.  Die  Beschwerdeführerin  be-
anstandet  nicht  speziell  die  Einschätzung  ihrer  eigenen  Prüfungs-
leistung, sondern ein Verhalten der Prüfungskommission, das sich auf 
die  Rahmenbedingungen  der  Prüfungsbewertung  und  somit  auf  die 
Bewertung  der  Arbeiten  aller  Kandidaten  bezog,  die  an  der  be-
treffenden  Prüfungssession  teilnahmen.  Die  Rüge  betrifft  jedoch, 
anders als die typischen Verfahrensrügen, keine Unregelmässigkeiten 
im Prüfungsablauf, sondern Fehler bei der Auswertung der Prüfungen. 
Vorliegend steht zudem fest,  in welchem Umfang sich das Prüfungs-
ergebnis der Kandidaten verbessern würde, wenn die Prüfungsfragen 
nicht ausgeschlossen worden wären. Dies ist, wie bereits erwähnt, bei 
Verfahrensfehlern  normalerweise  nicht  der  Fall  (s.o.,  E. 8.1).  Die  im 

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Hinblick  auf  die  rechtlichen  Folgen  des  Vorliegens  von  Verfahrens-
fehlern  angeführten  Kriterien  (s.o.,  E. 8.1),  können  daher  insofern 
nicht  zur  Anwendung  kommen. Es  ist  vielmehr  im vorliegenden  Zu-
sammenhang sachgerecht, an einen zu Unrecht erfolgten Ausschluss 
von Prüfungsfragen die gleichen Rechtsfolgen zu knüpfen, wie an eine 
offensichtliche Fehlbewertung der Prüfung.

8.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  somit  nicht  zu  einer  kostenfreien 
Wiederholung der Prüfung zuzulassen. Die Prüfungsbewertung muss 
vielmehr  unter  Berücksichtigung  der  vorangegangenen  Erwägungen 
korrigiert  werden.  Fraglich  ist  aber,  ob  insofern  kassatorisch  oder 
reformatorisch zu entscheiden ist.

8.4 Hebt  das  Bundesverwaltungsgericht  eine  rechtsfehlerhafte  Ver-
fügung auf, entscheidet es in der Sache selbst oder weist diese aus-
nahmsweise  mit  verbindlichen  Weisungen  an  die  Vorinstanz  zurück 
(Art. 61 Abs. 1 VwVG). Als reformatorisches Rechtsmittel gestattet die 
Beschwerde der Rechtsmittelinstanz, über die Kassation hinaus in der 
Sache  selbst  abschliessend  zu  entscheiden,  also  das  streitige 
Rechtsverhältnis  zu  regeln. Damit  wird  prozessökonomisch  das  Ver-
fahren abgekürzt, indem sich nicht nochmals die Vorinstanz und allen-
falls  erneut  die  Rechtsmittelinstanz  mit  der  Sache  befassen  muss. 
Wenn es um Fragen geht, die besondere Sachkenntnis bedingen oder 
wenn weitere Tatsachen festzustellen sind, ist es jedoch in der Regel 
nicht  Sache  des  Bundesverwaltungsgerichts,  als  erste  Instanz  in 
einem  Fachbereich  zu  entscheiden,  in  dem  ein  erheblicher  Be-
urteilungsspielraum der fachkundigeren Vorinstanz zu respektieren ist 
(vgl.  zu  allem  PHILIPPE WEISSENBERGER in:  Praxiskommentar  VwVG, 
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],  Zürich 2009,  Art. 61 N 15 ff.;  FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 232 f, mit 
weiteren  Hinweisen  und  statt  vieler  BGE 131  V  407  E. 2.1.1). 
Namentlich  in  Prüfungsfällen  ist  beim Entscheid  über  die  Frage,  ob 
kassatorisch oder reformatorisch zu entscheiden ist,  auch die Dauer 
des Verfahrens mitzuberücksichtigen.

8.5 Im  vorliegenden  Fall  ist  zu  beachten,  dass  das  Bundesver-
waltungsgericht im Rahmen der Instruktion sowohl der Vorinstanz als 
auch der Erstinstanz die Möglichkeit gegeben hat, sich mit den streit-
entscheidenden Fragen noch einmal gesondert und umfassend zu be-
fassen.  Es  liegen  insofern  detaillierte  und  ausführliche  Stellung-
nahmen der Prüfungskommissionen vor. Zudem hat die Vorinstanz im 

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Hinblick auf die Frage, ob eine Aufgabe ausgeschlossen werden kann, 
keinen  grossen  Ermessens-  oder  Beurteilungsspielraum.  Art. 10 
Abs. 3  Prüfungsverfahrensverordnung  erlaubt  den  Ausschluss  einer 
Prüfungsfrage nur in  eng begrenzten Ausnahmefällen und ist  zudem 
nicht  als  Ermessensvorschrift  formuliert.  Was  die  Beurteilung  der 
Frage  E 10  betrifft,  wurde  eine  offensichtliche  Fehlbewertung  fest-
gestellt, was die Vorinstanz zu respektieren hat. Was die Gewichtung 
der für die in Aufgabe E 10 als richtig zu wertenden Antwort  zu ver-
gebenden Punkte betrifft,  ist  das Ermessen der Vorinstanz ebenfalls 
stark eingeschränkt, da die genaue Punkteverteilung für die jeweiligen 
Antworten in einem verbindlichen Bewertungsraster exakt festgesetzt 
ist (vgl. hierzu das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-3450/2007 
vom 20. November 2008, E. 7.3). Wie eine Neubewertung der Prüfung 
im Fall der Rückweisung zu erfolgen hätte, ist daher vorliegend durch 
die vorangehenden Erwägungen weitestgehend vorgezeichnet. Es ist 
daher  aus  prozessökonomischen  Gründen  gerechtfertigt, 
reformatorisch zu entscheiden.

9.
Zusammenfassend  ergibt  sich  daher,  dass  die  Prüfung  der  Be-
schwerdeführerin so zu bewerten ist, dass keine Fragen von der Be-
wertung ausgeschlossen werden und ihr für Aufgabe E 10 ein weiterer 
Punkt zu vergeben ist. Sie erhält damit 54 Punkte und hat unter Be-
rücksichtigung  des korrigierten  Bewertungsschemas die  Prüfung be-
standen.  Die  Beschwerde  ist  somit  vollumfänglich  gutzuheissen,  so 
dass sich zugleich weitere Ausführungen zu der Frage, ob das recht-
liche  Gehör  der  Beschwerdeführerin  verletzt  wurde,  erübrigen  (vgl. 
oben E. 4.2). Die Erstinstanz ist anzuweisen, der Beschwerdeführerin 
ein entsprechendes neues Prüfungszeugnis auszustellen.

10.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens gilt  die  Beschwerdeführerin  als 
obsiegende  Partei.  Die  Verfahrenskosten  sind  in  der  Regel  von  der 
unterliegenden Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Ver-
fahrenskosten  werden  Vorinstanzen  auferlegt  (vgl.  Art. 63  Abs. 2 
VwVG). Somit  sind  keine Verfahrenskosten zu erheben. Der von der 
Beschwerdeführerin  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 800.– ist  ihr 
zurückzuerstatten.

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11.
Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung 
für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten  (Art. 7  Abs. 1  des 
Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).  Die  Parteientschädigung  umfasst  die  Kosten  der 
Vertretung  sowie  allfällige  weitere  notwendige  Auslagen  der  Partei 
(Art. 8 VGKE). Die Beschwerdeführerin ist  im vorliegenden Verfahren 
anwaltlich  vertreten.  Soweit  die  Parteientschädigung  nicht  einer 
unterliegenden  Gegenpartei  auferlegt  werden  kann,  wird  sie  der 
Körperschaft  oder autonomen Anstalt  auferlegt,  in  deren Namen die 
Vorinstanz verfügt hat (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Die Parteientschädigung 
ist aufgrund der eingereichten Kostennote festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 
VGKE).  Der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  macht  mit 
Kostennoten  vom  3. März 2010  eine  Parteientschädigung  von 
Fr. 30'371.05 (für  die Jahre 2008 und 2009) bzw. 19'256.65 (für  das 
Jahr 2010; jeweils inkl. MWST und Auslagen) geltend, basierend auf 
einem Aufwand von 111,75 bzw. 71 Stunden und einem Stundensatz 
von Fr. 250.–. Entschädigungspflichtig ist indessen nur der notwendige 
Aufwand. Ob  Parteikosten  als  notwendig  zu  betrachten  sind,  richtet 
sich  nach  den  Umständen  des  Einzelfalls,  wobei  insbesondere  die 
Komplexität  der  Sach-  und  Rechtslage zu berücksichtigen  sind  (vgl. 
MARCEL MAILLARD,  in:  Praxiskommentar  VwVG, 
Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich  2009,  Art.  64  N  25). Der 
geltend  gemachte  Aufwand  von  über  180  Stunden  erscheint  in 
Anbetracht  des  Umfangs  und  der  Komplexität  des  vorliegenden 
Rechtsstreits  übertrieben  hoch.  Die  sich  in  tatsächlicher  und 
rechtlicher  Hinsicht  stellenden  Fragen  gehören  zwar  nicht 
ausschliesslich  zum  Basiswissen  eines  verfahrensrechtlich  tätigen 
Juristen. Sie waren jedoch nicht so umfangreich oder schwierig, dass 
sie  ein  umfangreiches Aktenstudium und Konsultationen der  Klientin 
im  geltend  gemachten  Umfang  erforderlich  gemacht  hätten.  Als 
angemessen  erscheint  vorliegend  für  das  Verfahren  vor  beiden 
Beschwerdeinstanzen  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von 
insgesamt Fr. 6'000.– (inkl. MWST und Auslagen). 

12.
Dieses  Urteil  kann  nicht  mit  Beschwerde  an  das  Bundesgericht 
weitergezogen werden (Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es ist somit endgültig.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Verfügung  der  Erstinstanz 
vom 16. Juli 2008 und der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 
17. Juni 2009  werden  aufgehoben.  Es  wird  festgestellt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  die  Leistungskontrollen  der  Prüfung  des  ersten 
Studienjahres  des  Studiengangs  für  Veterinärmedizin  an  den 
Vetsuisse-Fakultäten bestanden hat. Die Erstinstanz wird angewiesen, 
der  Beschwerdeführerin  ein  entsprechendes  neues  Prüfungszeugnis 
auszustellen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
Fr. 800.– wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  für  das  Verfahren  vor  beiden 
Beschwerdeinstanzen eine Parteientschädigung von Fr. 6'000.– (inkl. 
MWST) zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilage:  Rückerstattungs-
formular; Beschwerdebeilagen zurück)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Einschreiben; Vorakten zurück)
- die Erstinstanz (Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Frank Seethaler Michael Barnikol

Versand: 30 März 2010

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