# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32ec5c42-8b86-57b3-8758-c9af2e430914
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-06-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 22.06.2005 SB 2005 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-9_2005-06-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 22. Juni 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 8/9 (mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der strafrechtlichen Berufung

der Z., Adhäsionsklägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwältin 
lic. iur. Jacqueline Moser, Hauptstrasse 94, 7220 Schiers (SB 05 8), sowie

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ila-
rio Bondolfi, Poststrasse 43, 7002 Chur (SB 05 9),

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 25. November 2004, mitgeteilt 
am 4. Februar 2005, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n ,  
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind / Adhäsionsklage,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am A. in B. geboren und wuchs bei seiner Mutter und seinem 
Stiefvater als Einzelkind in guten Familienverhältnissen auf. In B. besuchte er 
während vier Jahren die Grundschule und anschliessend in C. während vier Jahren 
die Hauptschule. Nach der Schulentlassung absolvierte er bei der Firma D. in E. 
eine dreijährige Lehre als Verfahrensmechaniker. In der Folge arbeitete er ein Jahr 
lang auf dem erlernten Beruf bei seiner Lehrfirma. Anschliessend leistete X. 
während 15 Monaten Militärdienst. Von ca. 1990 oder 1991 an war er bei der Firma 
F. AG in G. angestellt, bei der er bis Dezember 2002 als Kundendienst- und Ser-
vicetechniker tätig war und ab Januar 2003 als Verkaufsleiter beschäftigt wurde. 
Dabei verdiente er monatlich ca. Fr. 4'700.-- netto. Anlässlich der Hauptverhandlung 
gab X. an, er sei seit 1. Mai 2004 selbstständig erwerbend und führe in H. eine 
Unternehmung im Bereich Wasseraufbereitung. Sein Verdienst betrage monatlich 
brutto ca. Fr. 4’000.--. X. besitzt nach seinen Angaben kein Vermögen und hat auch 
keine Schulden. 

Im schweizerischen und deutschen Strafregister ist X. nicht verzeichnet. 
Über seinen Leumund ist nichts Nachteiliges bekannt. 

X. wurde am 5. April 2002 in Chur festgenommen und am folgenden Tag 
wieder aus der Polizeihaft entlassen.

B. Am 9. April 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen 
X. eine Strafuntersuchung wegen sexueller Handlungen mit Kindern und beauf-
tragte das Untersuchungsrichteramt Chur mit deren Durchführung. Die Schlussver-
fügung wurde am 21. Januar 2004 erlassen. Mit Verfügung vom 20. Juli 2004 wurde 
X. wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 
1 StGB in Anklagezustand versetzt. Der zu Handen des Bezirksgerichts Prätti-
gau/Davos erhobenen Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 20. Juli 2004 der 
folgende Sachverhalt zu Grunde:

„X. wird angeklagt 

der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 
1 StGB.

1. In der Zeit vom 30. März 2002 bis 1. April 2002 logierte X. bei der Fami-
lie I. in deren Ferienhaus "J." in K.. Am Abend des 30. März 2002, ca. in 
der Zeit zwischen 22.00 Uhr bis 22.30 Uhr, begab er sich dort zusam-
men mit Z., geb. am 28. August 1986, und deren damals 13 Jahre alten 
Schwester L. I. in das Matratzenlager, um zu übernachten. Etwa ab Mit-
ternacht begann der Angeklagte, die neben ihm liegende Z. mit dem 
Finger überall zu streicheln, insbesondere auch unter den Unterhosen 
am Bauch und in der Schamgegend. Er machte kreisende Bewegungen 
an der Klitoris und drang auch mit dem Finger in die Scheide des Mäd-

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chens. Zudem griff der Angeklagte mit der Hand unter das von Z. getra-
gene Top, berührte deren Busen, rieb mit den Fingern an den Brustwa-
rzen und sog daran mit dem Mund. In der Folge fasste der Angeklagte 
die Hand von Z. und führte diese an sein eregiertes Glied. Z. verstand 
dies als Aufforderung, X. zu befriedigen, was sie auch tat, indem sie das 
Glied bis zum Samenerguss rieb. 

In der Folge kam es während dieser Nacht bis gegen 06.00 Uhr zwi-
schen dem Angeklagten und Z. zu weiteren sexuellen Handlungen, in-
dem der Angeklagte das Mädchen an den Geschlechtsteilen streichelte, 
mehrere Male mit dem Finger in die Scheide eindrang und Z. etwa vier 
weitere Male - während jeweils etwa 10 Minuten - mit der Hand am ere-
gierten Geschlechtsteil reiben liess, wobei es nach den Angaben von Z. 
beim Angeklagten vermutlich höchstens ein weiteres Mal zum Samen-
erguss kam. Im Weiteren fasste er einmal Z. mit der Hand am Schopf 
und bewegte ihren Kopf gegen sein Glied, worauf diese ihn etwa eine 
halbe Minute lang oral befriedigte, ohne dass es zu einem Samenerguss 
gekommen war. Schliesslich versuchte X. einmal, mit dem Finger in den 
After des Mädchens einzudringen. Dieses leistete jedoch Widerstand, 
so dass er davon abliess. 

Akten: 3.1, 3.2, 3.7, 4 

2. Am Nachmittag des 31. März 2002 suchte Z. im Ferienhaus "J.“ das 
Matratzenlager auf, wo sich X. und ihre Schwester L. I. aufhielten. Als 
L. I. kurz darauf das Lager verlassen hatte, forderte X. Z., die rücklings 
auf einer Matratze lag, auf, sich auf den Bauch zu legen. Nachdem Z. 
entgegnet hatte, dass sie dies nicht wolle und es ihr übel sei, rollte sie 
der Angeklagte auf den Bauch und drang mit einem Finger von hinten 
unter der Unterhose in die Scheide des Mädchens ein. Z. konnte sich 
jedoch weiteren sexuellen Handlungen des Angeklagten entziehen, in-
dem sie ihm erklärte, dass sie auf die Toilette müsse, so dass er von ihr 
abliess. 

Akten: 4.7, 4.8 (S. 12f.)

3. Am 1. April 2002, ca. um 07.00 Uhr, begab sich X., der während der 
vorangegangenen Nacht auswärts gearbeitet hatte, im Ferienhaus "J." 
in das Matratzenlager und legte sich auf die Matratze zwischen den 
Mädchen L. und Z.. Er begann nun, Z. am Gesicht, an den Schultern 
und am Rücken zu streicheln. Da Z. sich jedoch schlafend stellte, liess 
er es damit bewenden. 

Als sich Z. ca. zwei Stunden später auf der Matratze in Richtung des 
neben ihr liegenden Angeklagten gedreht hatte, griff dieser mit der Hand 
unter die Unterhose des Mädchens, machte kreisende Bewegungen am 
Kitzler und drang mit einem Finger in die Scheide ein. Mit der anderen 
Hand nahm er die Hand von Z. und führte sie an sein Glied, worauf sie 
kurze Zeit an seinem Glied rieb. Z. wurde es dabei übel und suchte die 
Toilette auf. Bei X. kam es durch diese Manipulation am Glied nicht zu 
einem Samenerguss. 

Akten: 4.7, 4.8 (S. 13)

Gemäss dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 
St. Gallen vom 18. Juni 2002 konnte auf einem von zwei nach diesen fragli-

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chen Vorfällen untersuchten Matratzenbezügen eine Spermienspur gesi-
chert werden, die von X. stammt. 

Akten: 3.11

X. bestreitet, mit Z. sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Er macht 
geltend, er sei in der Nacht vom 30./31. März 2002 ca. im Zeitraum von 02.30 
Uhr bis 04.30 Uhr im Matratzenlager erwacht und habe festgestellt, dass Z. 
die Hand an seinem eregierten Glied gehalten und daran manipuliert habe. 
Er habe jedoch sofort die Hand von Z. weggenommen und ihr zu verstehen 
gegeben, dass er dies nicht wolle. 

Akten: 4.2“

C. Am 11. Februar 2004 reichte Z. gegen X. eine Adhäsionsklage ein. Sie 
stellte folgende Anträge:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Genugtuung von Fr. 
6'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. April 2002, oder einen Betrag 
nach richterlichem Ermessen, zuzüglich 5% Zins sei dem 1. April 2002 
zu bezahlen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für die bisher entstande-
nen Selbstbehaltskosten der Krankenkasse Fr. 57.95 zu bezahlen.

3. Im Übrigen sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin gegenüber 
für sämtliche Folgekosten seiner von ihm begangenen Straftat vollum-
fänglich ersatzpflichtig ist.

4. Es sei gerichtlich davon Vormerk zu nehmen, dass es sich bei der vor-
liegenden Adhäsionsklage um eine Teilklage handelt, und es sei im Ur-
teilsdispositiv ein Vorbehalt zugunsten eines späteren Klagerechts der 
Klägerin aufzunehmen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt) zu Lasten 
des Beklagten.“

D. Mit Urteil vom 25. November 2004, mitgeteilt am 4. Februar 2005, er-
kannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos, wie folgt:

„1. X. ist schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB.

2. Dafür wird er mit sechs Monaten Gefängnis bestraft.

3. Die Strafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufge-
schoben. Im Falle eines späteren Vollzugs der Gefängnisstrafe ist die 
erstandene Polizeihaft von zwei Tagen anzurechnen.

4. Die Adhäsionsklage der Z. wird teilweise gutgeheissen und X. wird ver-
pflichtet:

a) Z. Fr. 57.95 (Kosten Selbstbehalt Krankenkasse) zu bezahlen. Für 
den diesen übersteigenden Teil der Forderung wird Z. auf den Zi-
vilweg verwiesen.

b) Z. eine Genugtuung von Fr. 3'000.00, zuzüglich 5 % Zins seit 1. 
April 2002, zu bezahlen.

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5. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass es sich bei den un-
ter der vorstehenden Dispositiv-Ziffer 4 teilweise gutgeheissenen For-
derungen um eine Teilklage handelt und dass sich Z. ausdrücklich vor-
behalten hat, zu einem späteren Zeitpunkt allfällige weitere Schadens- 
und Genugtuungsansprüche einzuklagen.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 3'435.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.00

total somit von Fr. 7'435.00

gehen zulasten von X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft die-
ses Urteils der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

7. Die Kosten für die erstandene und anzurechnende Polizeihaft in Höhe 
von Fr. 2'801.95 werden gestützt auf Art. 158 Abs. 3 in Verbindung mit 
Art. 188 StPO dem Kanton Graubünden auferlegt.

8. X. wird verpflichtet, Z. mit Fr. 5'074.65 ausseramtlich zu entschädigen.

9. (Rechtsmittelbelehrung)

10. (Mitteilung).“

In einem Nachtrag zu diesem Urteil, datierend vom 15. Februar 2005 und 
gleichentags mitgeteilt, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:

„1. Ziffer 6 des Dispositives des Urteils des Bezirksgerichts Prättigau/Davos 
vom 25. November 2004, mitgeteilt am 4. Februar 2005, wird aufgeho-
ben und lautet neu wie folgt:

Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 3'435.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 2'281.95

- der Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.00

total somit von Fr. 9'716.95

gehen zulasten des X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft die-
ses Urteils der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

2. Ziffer 7 des Dispositives des Urteils des Bezirksgerichts Prättigau/Davos 
vom 25. November 2004, mitgeteilt am 4. Februar 2005, wird aufgeho-
ben und lautet neu wie folgt:

Die Kosten für die erstandene und anzurechnende Polizeihaft in Höhe 
von Fr. 520.00 werden gestützt auf Art. 158 Abs. 3 in Verbindung mit 
Art. 188 StPO dem Kanton Graubünden auferlegt.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. (Mitteilung).“

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E.1. Gegen dieses Urteil liess Z. mit Eingabe vom 25. Februar 2005 Beru-
fung an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erheben (SB 05 8). Sie 
stellte folgende Anträge:

„1. Das Rechtsbegehren 3 der Adhäsionsklage vom 11. Februar 2004, „es 
sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin gegenüber für sämtli-
che Folgekosten seiner von ihm begangenen Straftat vollumfänglich er-
satzpflichtig ist“, sei in das Urteilsdispositiv aufzunehmen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzügl. MWSt) zu Lasten des 
Kantons Graubünden.“

Die Berufungsklägerin macht geltend, die Vorinstanz habe verkannt, dass 
aufgrund von Art. 9 Abs. 3 OHG ein Anspruch darauf bestehe, dass die Feststellung 
der Haftung des Beschuldigten sowie die Haftungsquote in das Urteilsdispositiv auf-
genommen werden, da nur das letztere in Rechtskraft erwachse. 

2. Auch X. liess gegen das erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Prätti-
gau/Davos Berufung erheben (SB 05 9). In seiner Eingabe an den Kantonsgerichts-
ausschuss vom 28. Februar 2005 stellte er den formellen Antrag, es sei eine münd-
liche Berufungsverhandlung durchzuführen. In materieller Hinsicht beantragte er, 
was folgt:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und X. sei der Verletzung von 
Art. 187 Ziff. 1 StGB freizusprechen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Der Berufungskläger macht geltend, die Vorinstanz habe eine unsach-
gemässe Beweiswürdigung vorgenommen und den Aussagen von Z. zu Unrecht 
Glauben geschenkt. Die Aussagen von Z. wiesen mannigfaltige Widersprüche auf, 
seien realitätsfremd und kaum mit der allgemeinen Lebenserfahrung in Einklang zu 
bringen. Darüber hinaus divergierten sie immer wieder von jenen der übrigen Zeu-
gen und Auskunftspersonen. Im Gegensatz dazu seien die Aussagen des Beru-
fungsklägers glaubhaft. Eine pflichtgemässe Würdigung der vorhandenen Beweis-
mittel müsse daher zu einem Freispruch und entsprechend zu einer Abweisung der 
Adhäsionsklage führen.

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte in ihrer Vernehmlas-
sung vom 15. März 2005 hinsichtlich der Berufung von X. unter Hinweis auf die 
Akten und das vorinstanzliche Urteil die Abweisung der Berufung. In Bezug auf die 
Berufung von Z. wurde mit Schreiben vom 7. März 2005 auf eine Vernehmlassung 
verzichtet.

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Z. nahm gemäss Schreiben vom 30. März 2005 unter Hinweis auf die Erwä-
gungen im angefochtenen Urteil sowie die Verfahrensakten vom Einreichen einer 
Vernehmlassung zur Berufung von X. Abstand. Jener liess sich zur Berufung von Z. 
ebenfalls nicht vernehmen.

Gemäss Schreiben vom 21. März 2005 verzichtete auch das Bezirksgericht 
Prättigau/Davos unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil auf die 
Einreichung einer Vernehmlassung.

F. Die mündliche Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgerichtsaus-
schuss von Graubünden fand am 22. Juni 2005 in Anwesenheit des Berufungsklä-
gers X., seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi, und der 
Rechtsvertreterin der Berufungsklägerin Z., Rechtsanwältin lic. iur. Jacqueline Mo-
ser, statt. Die Staatsanwaltschaft hatte mit Schreiben vom 11. April 2005 auf eine 
Teilnahme an der Berufungsverhandlung verzichtet. Gegen die Zuständigkeit sowie 
gegen die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, so 
dass sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte. 

Nach Durchführung des Beweisverfahrens zur Person und zur Sache nah-
men die Parteienvertreter zu ihren Berufungsanträgen, an denen sie vollumfänglich 
festhielten, Stellung.

In seinem Schlusswort führte X. aus, er müsse sich heute vorwerfen, dass er 
zusammen mit zwei Mädchen in einem Matratzenlager geschlafen habe. Er hätte 
im damaligen Zeitpunkt aber nie daran gedacht, dass dies derartige Folgen haben 
könnte. Als Offizier der Bundeswehr sei er immer für seine Fehler gerade gestan-
den. Wenn er das, was ihm vorliegend vorgeworfen werde, auch tatsächlich getan 
hätte, so hätte er das Urteil annehmen und die Sache dadurch aus der Welt schaffen 
können. Er sei aber nicht bereit, für etwas zu bezahlen, das er nicht getan habe.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften, die weiteren Erläu-
terungen des Berufungsklägers, seines Rechtsvertreters sowie der Rechtsvertrete-
rin der Berufungsklägerin und auf die gerichtliche Befragung des Berufungsklägers 
anlässlich der Berufungsverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung einle-
gen (Art. 141 Abs. 1 StPO). Mit Berufung anfechtbar sind auch Entscheide der Be-
zirksgerichte und der Bezirksgerichtsausschüsse über Adhäsionsklagen (Art. 133 
Abs. 1 StPO). Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG hält zudem fest, dass das Opfer einen Ge-
richtsentscheid mit den gleichen Rechtsmitteln wie der Verurteilte anfechten kann, 
wenn es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit der Entscheid 
seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Die 
Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochte-
nen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Män-
gel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforde-
rungen vermögen die Berufungen von Z. und von X. zu genügen. Auf die im Übrigen 
frist- und formgerecht eingereichten Berufungen ist somit einzutreten.

b. Auf Antrag des Berufungsklägers X. wurde am 22. Juni 2005 eine 
mündliche Berufungsverhandlung durchgeführt (Art. 144 Abs. 1 StPO). Der Kan-
tonsgerichtsausschuss als Berufungsinstanz überprüft das erstinstanzliche Urteil in 
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht frei. Es kommt ihm eine umfassende und un-
eingeschränkte Kognition zu (Art. 146 Abs. 1 StPO). Dennoch überprüft er das vor-
instanzliche Urteil grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung gestellten An-
träge (Willy Padrutt, Kommentar zur StPO des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 
1996, Ziff. 1 f. zu Art. 146 StPO, S. 375).

2.a. Die Vorinstanz ist im angefochtenen Urteil zur Erkenntnis gelangt, 
dass es zwischen X. und Z. an Ostern 2002 wie in der Anklageschrift dargelegt zu 
sexuellen Handlungen gekommen ist. Die Anklage stützt sich für die in der Ankla-
geschrift relevierte Sachverhaltsdarstellung auf die Aussagen von Z.. X. stellt die 
Richtigkeit dieser Aussagen und damit auch die von der Vorinstanz vorgenommene 
Würdigung der Beweise in den entscheidenden Punkten in Abrede. Unter diesen 
Umständen erscheint es daher angezeigt, zunächst auf die relevanten strafprozes-
sualen Beweisregeln einzugehen, um danach gestützt auf die vorliegenden Akten 
und die Aussagen der Beteiligten beurteilen zu können, ob die Vorinstanz den An-
geklagten zu Recht für die ihm vorgeworfenen Taten verantwortlich gemacht hat. 

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b. Die Beweislast für eine dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Padrutt, a.a.O., Ziff. 2 zu Art. 125 StPO, S. 306). Bei der 
Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 144 Abs. 2 StPO in 
Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der Hauptverhandlung gewon-
nener Überzeugung (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, 
N 286, S. 96). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus 
Art. 249 BStP. Das Gericht hat von Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen Be-
weisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhaf-
ter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache 
für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 f.). 

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann 
es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach 
Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung 
nicht genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforderlich 
und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein 
könnte, rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, Schweize-
risches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, § 54 N 11, S. 247). Trotzdem sind an 
den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird 
mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täter-
schaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mög-
lichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-
verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte 
Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu 
beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Schmid, a.a.O., N 289, S. 97). Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungs-
regel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines 
für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei ob-
jektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurtei-
lendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte 
Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-
solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche 
und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach 
der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Die genannte allgemeine 
Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aus-
sage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Um-
stände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten 

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das Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in 
der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grund-
satz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenom-
men werden (Padrutt, a.a.O., N 2 zu Art. 125 StPO, S. 307).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen von 
Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung. Wesentlich können auch sogenannte Indizien sein 
(vgl. Schmid, a.a.O., N 290, S. 97). Ein Indiz weist immer nur mit einer gewissen  
Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hin, und lässt daher, einzeln 
betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel. 
Alle Indizien zusammen können aber vollen Beweis und volle Überzeugung bringen 
und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, 
sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. den Entscheid des Bundesgerichts 
vom 17. Juni 2002, 1P.87/2002, mit Hinweisen). Bei der Würdigung der Beweise ist 
weniger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und 
Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist 
mit anderen Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall 
(ZR 91/92 Nr. 35; Schmid, a.a.O., N 290, S. 97.; Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., 
S. 244 ff.; Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafprozessrecht, Diss. Zürich 
1999, S. 2).

Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichtsverfahrens 
interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines Zeugen, son-
dern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage (vgl. Robert 
Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozes-
ses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind 
dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Ge-
schehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu wer-
ten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von 
demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Indiz 
für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage sprechen im 
weiteren das Kenntlichmachen der psychischen Situation von Täter, Opfer und 
Zeuge, die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, Ent-
lastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschuldigten und die Konstanz in der Aus-
sage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen 

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diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aus-
sagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 
Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe 
mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten 
und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition 
muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Er-
gebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System der Glaub-
würdigkeitskriterien von Arntzen (Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psycho-
logie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, Mün-
chen 1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist vor dem Hintergrund 
allgemein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychischer Eigenarten zu 
betrachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaubwürdigkeitsmerkmale 
anzusehen sind. Unterschieden wird dabei zwischen Glaubwürdigkeitskriterien, die 
sich aus dem Aussageinhalt, der Aussageentwicklung, der Aussageweise sowie 
dem Motivationsumfeld der Aussage ergeben. Kriterien des glaubhaften Aussagein-
halts sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie die 
Homogenität der Aussage. Die Glaubwürdigkeit aus dem Verlauf der Aussageent-
wicklung ergibt sich aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinan-
der liegenden Befragungen sowie aus der Ergänzbarkeit der Deposition bei nach-
folgenden Befragungen. Nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteuerte Aus-
sageweise sprechen im Bereich der Aussageweise für einen hohen Wahrheitsge-
halt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der Glaub-
würdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arnt-
zen, a.a.O., S. 15 ff.).

3.a.aa. Nachdem der Vater von Z., M., am 4. April 2002 der Kantons-
polizei telefonisch gemeldet hatte, dass es zwischen seiner Tochter und seinem 
Arbeitskollegen zu sexuellen Handlungen gekommen war, wurde Z. noch am selben 
Tag von einer Polizeibeamtin befragt (act. 4.1). Hierbei gab sie an, Ostern 2002 
zusammen mit ihrer Schwester L. I., ihrem Vater M. und dessen Freundin N. im 
Ferienhaus oberhalb von K. verbracht zu haben. Am Ostersamstag sei im Verlauf 
des Vormittags X., ein Arbeitskollege ihres Vaters, den sie vom Sehen her gekannt 
habe, erschienen. Es sei vereinbart gewesen, dass er bei ihnen im Ferienhaus über-
nachte. Nach einem gemeinsamen Nachtessen, so gegen 22 Uhr, seien alle ins 
Bett gegangen. Ihr Vater und seine Freundin hätten im Schlafzimmer geschlafen 
und sie, ihre Schwester und X. im oberen Stock, wo es drei Matratzen habe. X. habe 
in der Mitte gelegen, ihre Schwester rechts und sie links neben ihm. Zunächst hätten 
sie geplaudert und X. habe Witze erzählt, weshalb sie ein wenig laut gewesen seien. 

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Irgendwann sei dann N. hinauf gekommen und habe gesagt, sie sollen nun endlich 
schlafen. Sie hätten aber weiter geredet. Ihre Schwester sei mit dem Schreiben von 
SMS beschäftigt gewesen und sie und X. hätten herumgealbert. Zuerst habe er sie 
gekitzelt, dann aber angefangen, sie am Bauch zu streicheln. Sie habe an diesem 
Abend ein bauchfreies Top getragen. Ihr sei nicht ganz geheuer gewesen bei der 
Sache. Irgendwie habe sie seine Streicheleinheiten genossen. Sie habe sich ein-
fach vorgestellt, dass dies jemand anders als er mache. Am Anfang habe er sie 
ganz fein gestreichelt, sei mit der Zeit aber gröber geworden. Er habe sie dann auch 
am Busen angefasst und diesen geknetet. Sie habe sich nicht gewehrt, da sie Angst 
gehabt habe, dass X. später zu ihrem Vater gehe und ihm sage, sie sei eine Billige. 
Nach einiger Zeit sei X. mit der Hand in ihre Unterhose gegangen und habe sie an 
der Scheide gestreichelt. Anschliessend sei er mit einem Finger mehrmals in ihre 
Scheide eingedrungen. Er habe dann ihre Hand genommen und diese auf seine 
Brust hinüber gezogen, worauf sie ihn dort gestreichelt habe. Nach kurzer Zeit habe 
er erneut ihre Hand genommen und sie an seine Genitalien geführt. Weil sie dies 
nicht gewollt habe, habe sie ihre Hand sofort zurückgezogen. X. habe ihre Hand 
aber erneut gepackt und zu seinem erregten Glied geführt. Sie habe gewusst, was 
seine Absicht gewesen sei, und ihm einen runter geholt. X. habe einen Samener-
guss gehabt. Auf die Frage, weshalb sie das zugelassen habe, gab Z. an, irgendwie 
sei sie neugierig gewesen, weil es für sie das erste Mal gewesen sei. Irgendwie aber 
habe sie es gar nicht gewollt. Sie habe sich einfach gesagt, es sei wie eine Übung 
für sie. Im Anschluss habe sie ihm sicher weitere fünf Male einen runter geholt. X. 
habe sie irgendwann auch an den Haaren gepackt und ihren Kopf leicht gegen seine 
Genitalien gedrückt. Sie habe gemerkt, dass er von ihr erwartet habe, dass sie ihm 
einen blasen würde, was sie dann auch getan habe. Auf die Frage, ob X. jedes Mal 
zum Samenerguss gekommen sei, gab Z. an, sie sei sich nicht sicher, aber zweimal 
habe er sicher einen Samenerguss gehabt; zum Geschlechtsverkehr sei es nicht 
gekommen. Der ganze Vorfall habe zwischen 5 ½ und 6 Stunden gedauert. In dieser 
Zeit sei sie mehrere Male auf die Toilette gegangen und habe sich die Hände ge-
waschen und den Mund gespült. Als sie das letzte Mal vom WC zurückgekommen 
sei und sich wieder ins Bett gelegt habe, habe X. wieder angefangen, sie zu strei-
cheln. Sie habe dann aber „nein“ gesagt. Anschliessend sei sie eingeschlafen. Am 
Sonntag sei sie gegen 11.30 Uhr erwacht, wobei X. nicht mehr da gewesen sei. Am 
Sonntagnachmittag habe sie ihrer Freundin O. per SMS geschrieben beziehungs-
weise am Telefon erzählt, was geschehen sei. Sie habe sich an diesem Tag nicht 
gut gefühlt und habe sich im oberen Stock ins Bett gelegt. X., der am Sonntag gegen 
Mittag zusammen mit ihrem Vater wieder zurückgekehrt sei, habe sich immer in 
ihrer Nähe aufgehalten und sie zum Teil regelrecht verfolgt. Er sei dann auch zu ihr 

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in den oberen Stock gekommen. Sie sei auf dem Bauch gelegen, wobei er ihr mit 
seiner Hand von hinten in die Unterhose gegriffen habe. Dabei sei er erneut mit dem 
Finger in sie eingedrungen. Am Sonntagabend hätten ihr Vater und X. die Hütte 
wieder verlassen; sie seien am Montagmorgen so um halb sieben Uhr wieder 
zurückgekehrt. Als X. über die Leiter hinauf geklettert sei, sei sie erwacht, habe aber 
so getan, als ob sie schlafe. X. habe sich in die Mitte gelegt und angefangen, sie zu 
streicheln. Er sei ihr wiederum unter ihr T-Shirt gegangen und habe ihre Brust gek-
netet. Dabei habe es mehr wehgetan als beim ersten Mal. Er sei ihr auch wieder in 
die Unterhosen gegangen und in sie eingedrungen. Sie habe ihm einen runter ge-
holt. Mehr sei in dieser Nacht nicht passiert. Gegen neun Uhr sei sie aufgestanden, 
habe sich auf den Liegestuhl gelegt und weitergeschlafen. Als sie am Mittag das 
WC aufgesucht habe, habe sie beim Wasser lassen ein Brennen in ihrer Scheide 
verspürt. Es sei auch ganz wenig Blut aus ihrer Scheide gekommen.

bb. Am 6. April 2002 erfolgte eine auf Video aufgezeichnete Befragung 
von Z. durch die Untersuchungsrichterin (act. 4.7, 4.8). Z. gab wiederum an, über 
Ostern im Ferienhaus in K. gewesen zu sein, wobei X. am Samstag um 11 bis 12 
Uhr zu ihnen gekommen sei. Im Anschluss erläuterte Z. den Tagesablauf des Os-
tersamstags. Unter anderem gab sie an, X. habe ihr ein Playboy Heft zum Lesen 
gegeben. Dann schilderte sie, dass man so gegen 22 Uhr / 22.30 Uhr schlafen ge-
gangen sei, wobei X. sich auf die mittlere Matratze gelegt habe. Sie habe zum 
Schlafen ein knappes Top getragen. Man habe zuerst noch Witze erzählt und X. 
habe sie gekitzelt, worauf N. hinauf gekommen sei und um Ruhe gebeten habe. Auf 
einmal habe X. angefangen, sie zu streicheln, zunächst am Arm, danach am Bauch 
und am Bauchnabel sowie am Bund der Unterhosen entlang. Wie anlässlich der 
ersten Einvernahme gab sie an, sie habe es auf eine Art genossen, als er sie ge-
streichelt habe. Sie habe sich einfach jemand anderen dabei vorgestellt. X. habe 
sie zwar gut gemocht und gefunden, er sei ein lässiger Typ, aber nicht mehr von 
ihm gewollt. Sie sei nicht in ihn verbliebt gewesen. Sie fuhr fort, dass X. nach dem 
Streicheln mit der Zeit in ihre Unterhose gegangen sei und angefangen habe, sie 
dort zu berühren. Zu Beginn sei sie schockiert gewesen und habe nicht gewusst, 
was sie tun soll. Auf eine Art habe sie eine gewisse Neugier begleitet, aber auch 
Angst. Vor allem habe sie die Grenze nicht gekannt, wann sie hätte nein sagen 
sollen. Sie habe zunächst noch nicht nein sagen wollen und auf einmal sei es zu 
spät gewesen. In diesem Zeitpunkt habe sie sich nicht mehr getraut, nein zu sagen, 
weil sie zu weit gegangen sei und zu viel über sich habe ergehen lassen. Sie sei 
dann einfach nur noch dort gelegen, habe das Zeug über sich ergehen lassen und 
gedacht, sie ziehe etwas Gutes daraus und sage es einfach niemandem weiter. Sie 

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habe sich komisch gefühlt, nicht so, wie es gewesen sei, als ihr dies jemand anders 
gemacht und sie es gewollt habe. Erneut schilderte Z. dann, wie X. ihre Hand ge-
nommen und an seine Brust und anschliessend zu seinen Genitalien geführt habe, 
wobei sie ihre Hand zunächst nochmals zurückgezogen habe. Sie habe gewusst, 
was er verlangt habe, da er relativ erregt gewesen sei. Sie habe es zwar als eklig 
empfunden, dies aber als Übung angesehen für den Fall, dass sie einmal einen 
Freund habe. Danach habe sie ihm einen herunter geholt, indem sie an seinem 
Glied gerieben habe; X. habe einen Samenerguss gehabt und sie glaube, dass es 
sogar auf das Leintuch geraten sei. So sei es dann weitergegangen. Sie sei einfach 
da gelegen und er habe sie überall berührt. Sie habe es nicht mehr schön gefunden. 
Ihre Schwester habe in dieser Zeit SMS geschrieben und sei dann irgendwann ein-
geschlafen. X. habe sie dann hinten am Schopf gepackt und sie nach unten ge-
drängt. Da sie dies nicht gewollt habe, habe sie sich zurückgezogen, worauf er ei-
nen Moment gewartet und es dann nochmals gemacht habe. Sie habe auch dort 
gewusst, was er verlangte, insbesondere weil er immer mit der Zunge geleckt habe, 
wie die pubertierenden Jungs in ihrer Schule. Darauf habe sie ihm einen geblasen, 
was sie als eklig empfunden habe. Auf entsprechende Nachfrage präzisierte Z. in 
der Folge, wie X. sie im Intim- und im Brustbereich berührt hatte. Sie habe es über-
haupt nicht schön gefunden, sei teilweise wie gelähmt gewesen. So um ca. 5.30 / 
6.00 Uhr morgens habe ihr X. gesagt „Dein Vater bringt mich um“, so im Sinne, 
wenn sie ihrem Vater etwas sage, würde jener ihn umbringen. Danach sei sie ein-
geschlafen und als sie erwacht sei, sei X. schon weg gewesen. Sie sei aufgestan-
den und habe ihrer Freundin O. ein SMS geschrieben beziehungsweise mit ihr te-
lefoniert. Das Ganze habe sich zwischen ca. 24 Uhr und 06.00 / 07.00 Uhr abge-
spielt. Sie habe ihn mit der Hand fünf Mal berührt und mit dem Mund einmal, also 
sprichwörtlich einen runtergeholt. Ein bis zwei Mal sei X. sicher zum Samenerguss 
gekommen, insbesondere das erste Mal mit der Hand. Erneut gab sie an, sie sei in 
dieser Nacht mehrmals auf die Toilette gegangen. Am Sonntagnachmittag habe sie 
Bauchweh gehabt und sei in das Zimmer gegangen. X. und ihre Schwester seien 
auch dort gewesen, wobei die letztere irgendwann nach unten gegangen sei. Z. gab 
dann (erstmals) an, X. habe ihr zwei schwarze Kondome gezeigt und sie fragend 
angeschaut. Als sie abgelehnt habe, habe er gesagt, das sei nur ein Spass. Über-
einstimmend zur ersten Einvernahme schilderte sie dann erneut, dass er ihr, als sie 
auf dem Bauch lag, mit der Hand in die Hosen und mit einem Finger in die Scheide 
eingedrungen sei. Unter dem Vorwand, sie müsse auf die Toilette, sei sie dann hin-
unter gegangen. Am Abend seien ihr Vater und X. arbeiten gegangen. Am nächsten 
Morgen habe sie um ca. 7 Uhr gemerkt, dass X. wieder zurückgekommen sei, habe 
aber so getan, als ob sie schlafe. Er habe sie dann zu streicheln begonnen, am 

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Gesicht über die Schultern und dann hinten hinab. Als sie sich weiter schlafend 
gestellt habe, habe er irgendwann aufgehört. Zwei Stunden später habe sie sich 
umgedreht, die Augen geöffnet und gesehen, wie X. ihr in die Augen gesehen habe, 
was sie erschreckt habe. Er sei ihr dann erneut in die Unterhosen gegangen und 
habe gleichzeitig ihre Hand genommen. Sie habe ihn mit der Hand ganz kurz be-
friedigt und sei danach nach unten gegangen. Im Anschluss sei sie mit ihrer Freun-
din O. auf P. Skifahren gegangen. Ihr Vater sei böse gewesen, dass sie nicht auf 
dem Maiensäss geblieben sei; sie habe indes einfach nur weg gewollt. Sie habe 
ihrer Freundin O. danach die ganze Geschichte erzählt und am Donnerstag darauf 
auch ihrer Mutter.

b. X. seinerseits schilderte eine andere Version der Geschehnisse. Nach 
seinen am 5. April 2002 vor dem Untersuchungsrichter gemachten Aussagen (act. 
4.2) habe ihm Z., als sie am Samstag Abend im Matratzenlager lagen, kurz vor dem 
Einschlafen die Wange gestreichelt und ihm gesagt, dass sie ihn ganz lieb habe 
und er ein ganz Netter sei. Er habe ihr dann leise gesagt, sie solle dies vergessen, 
weil er eine Freundin habe und wesentlich älter sei als sie. Zudem müsse sie dies 
auch wegen ihrem Papa vergessen, der sein bester Freund sei. Auch habe er ihr zu 
verstehen gegeben, dass er eigentlich ihr Vater sein könnte. Er sei dann noch län-
gere Zeit wach gewesen, ohne dass etwas vorgefallen sei, und schliesslich einge-
schlafen. Im Zeitraum zwischen 2.30 Uhr und 4.30 Uhr sei er erwacht. Er habe sofort 
bemerkt, dass Z. die Hand an seinem erigierten Glied gehalten habe. Dadurch sei 
er auch aufgewacht. Sie habe ihn manuell befriedigt. Er habe sie jedoch nicht ge-
währen lassen und dies unterbunden, indem er ihr sofort die Hand vom Glied weg-
genommen und ihr deutlich zu verstehen gegeben habe, dass er dies nicht wolle. 
In der Folge habe sich Z. auf die Seite gedreht und es sei zu keinen sexuellen Kon-
takten mehr gekommen. Sie habe allerdings vielleicht etwa zweimal versucht, ihren 
Körper an den seinen zu schmiegen. Er sei ihr aber immer ausgewichen. Er habe 
keinen Samenerguss gehabt und Z. ganz sicher weder gestreichelt noch an den 
Geschlechtsteilen ausgegriffen. X. gab ferner an, dass er sich am Abend des 30. 
März 2002, um ca. 21 Uhr, in das Matratzenlager begeben habe, um zu lesen. Dort 
habe er sich sexuell befriedigt, wobei er nach dem Samenerguss die Spermien von 
seinem Bauch abgewischt habe. Es sei jedoch möglich, dass Spermien auf die Ma-
tratze oder die Bettdecke gelangt seien. Anlässlich der untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme vom 6. April 2002 bestätigte er seine Aussagen (act. 4.11). 

c.aa. Bei näherer Betrachtung dieser Aussagen ergibt sich, dass Z. bei der 
polizeilichen und der untersuchungsrichterlichen Einvernahme den Ablauf der frag-

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lichen Ereignisse übereinstimmend schilderte. Insbesondere in der ausführlichen 
Videobefragung vor der Untersuchungsrichterin hat sie den Geschehensablauf - 
wovon sich auch der Kantonsgerichtsausschuss anlässlich der Berufungsverhand-
lung überzeugen konnte - detailliert und in so charakteristischer Weise geschildert, 
wie dies nur zu erwarten ist, wenn Z. die dargelegten Vorfälle auch tatsächlich erlebt 
hat. Entgegen der Ansicht des Berufungsklägers handelt es sich nicht um stereo-
type Aussagen, die aufgrund von Schilderungen in Jugendheften wie beispielsweise 
dem Bravo ohne weiteres erfunden werden könnten. Indizien für bewusst oder un-
bewusst falsche Angaben fehlen, da sich in den Aussagen von Z. weder grobe Wi-
dersprüche, noch unklare, verschwommene, abweichende oder als eingeübt wir-
kende Antworten finden. Im Kern vertraute sich Z. zudem ihrer Mutter (vgl. act. 4.3) 
sowie ihrer Freundin O. (vgl. act. 4.4) in derselben Weise an. Ihre Darstellungen 
ergänzte Z. mit einer realistischen Darlegung ihrer Gefühle und Stimmungen, wobei 
sie durchaus auch Aussagen machte, bei denen sie sich selbst belastete oder sich 
in unvorteilhafter Weise darstellte. So räumte sie beispielsweise ein, dass sie die 
Streicheleinheiten von X. anfänglich als angenehm empfunden habe, und dass sie 
es aus Neugier, weil es für sie das erste Mal gewesen sei, zunächst unterlassen 
habe, X. deutlich zu verstehen zu geben, dass er die sexuellen Handlungen zu un-
terlassen habe. Auch habe sie sich gesagt, es sei für sie wie eine Übung, für den 
Fall, dass sie einmal einen Freund haben sollte. Im Weiteren schilderte sie glaub-
haft, dass sie, als ihr die Sache unangenehm wurde, den Zeitpunkt, nein zu sagen, 
bereits verpasst und daher befürchtet habe, nachdem sie soviel mitgemacht habe, 
X. werde wütend, wenn sie nun plötzlich ablehne. Auch habe sie Angst gehabt, dass 
er irgendwann ihrem Vater sage, er habe eine billige Tochter. Offenbar fühlte sie 
sich zu einem Teil schuldig an der Sache, was sich auch daraus ergibt, dass sie 
ihrer Mutter gegenüber angab, sie habe es schön gefunden, sie habe es gewollt 
und sie sei schuld. Die Schilderung ihrer Gefühlslage erscheint wirklichkeitsnah und 
spricht für einen hohen Wahrheitsgehalt der Aussagen. Ferner ist nicht nachvoll-
ziehbar, weshalb Z., hätte sie X. wahrheitswidrig belasten wollen, sich selbst als auf 
eine Art mitverantwortlich hätte darstellen sollen. Alles in allem wirken die Aussagen 
von Z. für das Gericht glaubhaft. Die von Z. geschilderten Ereignisse werden über-
dies durch mehrere Indizien gestützt, beispielsweise die Empfindungen und die 
Stimmungslage von Z. nach den Ereignissen von Ostern 2002, ihre ungeplante vor-
zeitige Abreise vom Ferienhaus am Ostermontag oder auch gewisse körperliche 
Symptome. Die von ihr dargelegten Abläufe stimmen ferner mit den Aussagen der 
übrigen Personen weitgehend überein. An dieser Stelle kann im Grundsatz auf die 
von der Vorinstanz umfassend und sorgfältig vorgenommene Würdigung dieser In-
dizien sowie der Aussagen der weiteren beteiligten Personen verwiesen werden 

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(vgl. Erwägung 3.b., S. 12 - 20, des angefochtenen Urteils). Auf diejenigen Aspekte 
der vom Bezirksgericht vorgenommenen Beweiswürdigung, die vom Berufungsklä-
ger X. kritisiert werden, ist sogleich im Einzelnen einzugehen.

d.aa. X. macht in seiner Berufung geltend, dass die Aussagen von Z. diverse 
Unstimmigkeiten aufwiesen, die sich nur damit erklären liessen, dass die fraglichen 
Vorfälle von jener frei erfunden worden seien. So habe Z. beispielsweise, was den 
Vorfall vom Morgen des Ostermontags betreffe, zwei völlig unterschiedliche Versi-
onen angegeben. Einmal habe sie ausgesagt, den Berufungskläger nach dessen 
Ankunft in der Maiensässhütte, so ca. um 7 Uhr, manuell befriedigt zu haben. Nur 
zwei Tage später habe sie hingegen angegeben, diese Handlung gegen 8.30 oder 
9.00 Uhr ausgeführt zu haben, nachdem X. bei seiner Ankunft um 7 Uhr zwar an-
gefangen habe, sie zu streicheln, damit aber aufgehört habe, als sie sich schlafend 
gestellt habe. Erst zwei Stunden später habe er in ihre Unterhose gegriffen und 
gleichzeitig ihre Hand genommen, worauf sie ihn befriedigt habe. Unter diesen Um-
ständen habe Z. nicht nur die Uhrzeit, sondern auch die chronologische Reihenfolge 
der Geschehnisse nicht übereinstimmend geschildert. Die inhaltliche Verschieden-
heit dieser zwei Versionen sei ein klares Indiz für die Unglaubhaftigkeit der diesbe-
züglichen Aussagen von Z.. Sodann sei auffallend, mit wie vielen Details Z. diesen 
Vorfall geschmückt habe, beispielsweise was den Augenkontakt mit dem Beru-
fungskläger betreffe, was doch dafür spreche, dass das Opfer eine grosse Phanta-
sie habe.

Betrachtet man die Aussagen von Z., so fällt tatsächlich auf, dass darin in 
Bezug auf den Vorfall vom Montagmorgen gewisse Differenzen zu finden sind, ei-
nerseits in den zeitlichen Angaben und anderseits vom Ablauf her. Dennoch handelt 
es sich entgegen der Ansicht des Berufungsklägers nicht um zwei völlig unter-
schiedliche Versionen. Z. sagte in beiden Einvernahmen im Wesentlichen aus, dass 
sie sich schlafend gestellt habe, als X. damals die Treppe hochgestiegen sei und 
das Matratzenlager aufgesucht habe, dass er begonnen habe, sie zu streicheln und 
dass er schliesslich mit einem Finger in ihre Scheide eingedrungen sei. Überein-
stimmend sind auch ihre Aussagen, wonach sie ihn manuell befriedigt habe. Im 
Kerngehalt stimmen die Aussagen demnach überein. Zu berücksichtigen ist auch, 
dass die zeitlichen Angaben nicht um mehrere Stunden differieren und es sich über-
dies um blosse Schätzungen seitens Z. gehandelt haben dürfte. Den von der Ver-
teidigung geltend gemachten Abweichungen kommt unter diesen Umständen nur 
untergeordnetes Gewicht zu, und sie erscheinen daher nicht geeignet, negative 
Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen von Z. zu ziehen. Im Übrigen 

18

fällt auf, dass die Aussagen von Z. entgegen der Ansicht des Verteidigers klar und 
anschaulich sind und weder mit besonders vielen Details geschmückt sind noch 
erhebliche Abschwächungen und Übersteigerungen enthalten. Dass die Videobe-
fragung durch die Untersuchungsrichterin zweifellos ausführlicher erfolgte als jene 
zuvor durch die Polizei, erklärt im Übrigen ohne Weiteres, weshalb Z. bei der zwei-
ten Befragung mehr Einzelheiten schilderte. In einer gesamthaften Betrachtung sind 
die Aussagen von Z. durchaus glaubhaft.

bb. Im Weiteren erblickt der Verteidiger des Berufungsklägers in den Aus-
sagen von Z. in Bezug auf die Art, die Reihenfolge und die Anzahl der sexuellen 
Handlungen Widersprüche. So habe jene unterschiedliche Angaben darüber ge-
macht, wie viele Male und in welcher Art sie den Berufungskläger befriedigt habe. 
Diese Widersprüche habe die Vorinstanz, beachte man den Umstand, dass Z. zum 
behaupteten Tatzeitpunkt kurz vor dem 16. Altersjahr gestanden und in sexueller 
Hinsicht aufgeklärt gewesen sei, zu Unrecht verharmlost und heruntergespielt. 

Das Gericht kann sich diesen Ausführungen nicht anschliessen. Zunächst ist 
festzuhalten, dass die Aussagen von Z. selbst nur gering differieren. So gab sie vor 
der Polizei an, X. in der Nacht von Samstag auf Sonntag insgesamt 6 Mal manuell 
und einmal oral befriedigt zu haben (act. 4.1, S. 3). Vor der Untersuchungsrichterin 
erwähnte sie, den Berufungskläger insgesamt 5 Mal mit der Hand und einmal mit 
dem Mund berührt zu haben (act. 4.8, S. 9). Die Anzahl der Samenergüsse grenzte 
sie auf zwei ein. Sie machte insbesondere nicht geltend, er habe mehr als zwei 
Samenergüsse gehabt. Hinzu kommt, dass es sich bei den Aussagen der Mutter 
(act. 4.3, S. 3) sowie der Schwester (act. 4.10) von Z. um Drittaussagen handelt, 
bei denen nicht nachprüfbar ist, ob sich Z. diesen Personen gegenüber tatsächlich 
derart geäussert hat. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu beachten, dass 
sie gegenüber der Untersuchungsrichterin angab, ihrer Mutter nur gesagt zu haben, 
was sie gemacht habe, nicht aber die Anzahl, wie viele Male sie es gemacht habe 
(act. 4.8, S. 16). Den Aussagen von Mutter und Schwester ist unter diesen Umstän-
den kein allzu grosses Gewicht beizumessen, so dass für das Gericht auch in die-
sem Punkt kein Anlass besteht, die Aussagen von Z. in grundsätzlicher Art in Frage 
zu stellen.

cc. Als realitätsfremd und daher unglaubhaft erachtete der Verteidiger von 
X. überdies die Aussagen von Z., sie habe X. innerhalb einer Zeitspanne von ca. 
sechs Stunden sechs Mal manuell und einmal oral befriedigt. In diesem Zusammen-
hang sei auch zu berücksichtigen, dass der Berufungskläger nach der Sachverhalts-

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darstellung von Z. über das Osterwochenende 2002 50 Stunden ununterbrochen 
und praktisch ohne Schlaf auf gewesen wäre, was nicht nachvollziehbar sei.

In Bezug auf den ersten Einwand des Verteidigers ist festzuhalten, dass Z. 
angab, die manuellen Befriedigungen hätten jeweils ca. 10 Minuten und die orale 
ca. 30 bis 40 Sekunden pro Mal gedauert. Ausdrücklich hielt sie fest, dass für sie 
„eins runterholen“ nicht bedeute, dass es am Schluss zu einem Samenerguss 
komme (act. 4.8, S. 19). So ist denn auch offen, wie oft dies beim Berufungskläger 
in der fraglichen Nacht der Fall war. Nach den Angaben von Z. dürfte dies ein bis 
zwei Mal gewesen sein. Die von ihr geschilderten Ereignisse erscheinen unter die-
sen Umständen in biologischer und naturwissenschaftlicher Hinsicht entgegen der 
Ansicht des Verteidigers nicht ausgeschlossen. Was den zweiten Einwand betrifft, 
so ist nicht nachgewiesen, dass der Berufungskläger am Osterwochenende 
tatsächlich über 50 Stunden ununterbrochen wach war. Erwiesenermassen ruhte er 
sich nämlich am Samstagnachmittag aus. Hinzu kommt, dass die sexuellen Hand-
lungen vom Samstag auf den Sonntag nach den Angaben der Zeugin zwar im Zeit-
raum von ca. Mitternacht bis ca. 6 Uhr morgens geschahen. Doch behauptete Z. 
nicht, diese seien ohne Unterbruch erfolgt. Ausdrücklich hielt sie fest, sie habe sich 
mehrmals auf die Toilette begeben und habe zudem zwischendurch zwar nicht ge-
schlafen, aber zumindest gedöst. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass der Be-
rufungskläger in der Nacht von Samstag auf den Sonntag einige Zeit schlief.

dd. Für den Verteidiger erscheint im Weiteren nicht nachvollziehbar, dass 
Z., obwohl sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Male auf die Toilette 
gegangen sei, trotz der behaupteten sexuellen Belästigungen immer wieder in das 
Matratzenlager zurückgegangen sei. Die Begründung der Vorinstanz, sie habe dies 
getan, weil sie zumindest anfänglich in die sexuellen Handlungen eingewilligt habe, 
sei aktenwidrig und willkürlich.

Dem ist nicht beizupflichten. Zwar trifft es zu, dass Z. nach ihren Aussagen 
nur anfänglich mit dem Verhalten von X. einverstanden war und dass es ihr danach 
unangenehm wurde. Sie schilderte aber glaubhaft, dass sie sich gerade deshalb, 
weil sie zu Beginn mitgemacht hatte, später nicht getraute, sich zu wehren; dies weil 
sie befürchtete, X. werde wütend. Sie habe einfach den Zeitpunkt verpasst, nein zu 
sagen, beziehungsweise sich dazu nicht mehr getraut, weil sie zu weit gegangen 
sei und zu viel über sich habe ergehen lassen (4.8, S. 6 f. und S. 10). Auch habe 
sie Angst gehabt, dass X. später zu ihrem Vater gehe und ihm davon erzähle (act. 
4.1, S. 2; act. 4.8, S. 10). Diese Aussagen von Z. lassen es als nachvollziehbar 

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erscheinen, dass sie sich nach dem Aufsuchen der Toilette jeweils wieder in das 
Matratzenlager begab und sich nicht auf dem Sofa im unteren Geschoss schlafen 
legte; das letztere ist dabei insbesondere vor dem Hintergrund zu sehen, entspre-
chenden Fragen des Vaters oder dessen Lebenspartnerin zu entgehen. Die Be-
gründung der Vorinstanz ist in diesem Sinne durchaus ergänzbar, keinesfalls je-
doch, wie von der Verteidigung geltend gemacht, willkürlich.

ee. Im vorinstanzlichen Urteil findet sich sodann eine ausführliche Begrün-
dung dafür, weshalb es durchaus vorstellbar ist, dass die Schwester von Z., L. I., 
von den ganzen Geschehnissen nichts mitbekam (vgl. Erwägung 3.b.ee. des ange-
fochtenen Urteils). Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände - namentlich, 
dass L. I. zunächst mit dem Schreiben von SMS beschäftigt war, wobei sie zwi-
schendurch bereits döste beziehungsweise schlief, und danach bis am Morgen 
durchschlief, dass sie Z. und X. den Rücken zudrehte beziehungsweise, dass sich 
X. nach ihren Angaben vorwiegend gegen ihre Schwester Z. gewandt hatte, dass 
es im Zimmer dunkel war und dass die sexuellen Handlungen zwischen Z. und X. 
vom geschilderten Ablauf her nicht derart laut gewesen sein müssen, dass eine im 
Zimmer ebenfalls anwesende Person davon zwingend erwacht wäre - erscheinen 
die Schlüsse der Vorinstanz korrekt. Nicht zu vergessen ist sodann, dass L. I. am 
Montagmorgen bemerkte, dass sich die Decke von X. komisch auf und ab bewegte 
und raschelte (vgl. act. 4.10, S. 5 - 8), was sich mit den Aussagen von Z. durchaus 
deckt.

ff. In der Berufung liess X. im Weiteren geltend machen, die Aussagen 
von Z. wiesen grobe Widersprüche im Vergleich mit den Aussagen anderer Zeugen 
auf. So habe Z. ausgesagt, X. sei ihr am Sonntag Nachmittag in den Matratzen-
schlag gefolgt, währenddem L. I. umgekehrt ausgesagt habe, dass Z. X. gefolgt sei. 
Entgegen den Behauptungen von Z. sei an jenem Sonntag die Schwester L. zu-
sammen mit ihr und X. im Zimmer geblieben. Die Vorwürfe, wonach X. bei diesem 
Vorfall Z. erneut zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll, seien somit durch 
die Aussagen von L. I. eindeutig widerlegt.

Auch diesen Ausführungen kann sich das Gericht nicht vorbehaltlos an-
schliessen. L. I. sagte keineswegs aus, an jenem Sonntag die ganze Zeit über mit 
ihrer Schwester Z. und X. im Matratzenlager gewesen zu sein. Vielmehr gab sie an, 
zunächst gelesen und danach mit Z. eine Kissenschlacht gemacht zu haben, worauf 
X. zwischen ihr und ihrer Schwester eine Kissenwand aufgestellt und gesagt habe, 
sie sollen sich versöhnen. Dies hätten sie gemacht. L. I. fuhr fort: „Dann bin ich 

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hinunter zu meinem Vater, Z. auch, X. auch. Etwas später, aber nur ca. 5 Minuten.“ 
(act. 4.10, S. 9). Zwar bleibt bei dieser Aussage unklar, ob nur X. 
oder auch Z. erst fünf Minuten nach ihr aus dem Zimmer kamen. Doch ist damit 
entsprechend auch nicht widerlegt, dass sich Z. und X., wenn auch nur für kurze 
Zeit, allein im Zimmer aufhielten. 

gg. In einem weiteren Punkt brachte der Verteidiger des Berufungsklägers 
vor, dass bei der Frage der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen die charakterli-
chen Eigenschaften des Zeugen und damit verbunden dessen allgemeine Glaub-
würdigkeit nicht ausser Acht gelassen werden dürften. Im Falle von Z. sei aktenkun-
dig, dass sie es zumindest zum Tatzeitpunkt mit der Wahrheit nicht so ganz ernst 
genommen habe. So hätten die engsten Familienmitglieder von Z., insbesondere 
ihre Mutter, allesamt begründete Vorbehalte bezüglich der Glaubhaftigkeit deren 
Aussagen geäussert.

In dieser Hinsicht ist festzuhalten, dass die Familienmitglieder von Z. zwar 
angaben, jene habe schon mehrmals gelogen. Zu einem Teil schenkten sie Z. in 
Bezug auf die fraglichen Vorfälle aber auch Glauben oder erachteten zumindest 
auch ihre Version für möglich. So sagte beispielsweise der Vater von Z., M., aus, er 
könne es nicht werten, ob die Aussagen von Z. oder von X. stimmen. Z. habe ihn 
schon mehrmals angelogen (act. 4.6, S. 5). Gemäss der Mutter von Z. soll diese sie 
in letzter Zeit mehrmals angelogen haben. Sie könne sich vorstellen, dass Z. die 
Geschichte erfunden habe, habe sie doch eine sehr grosse Fantasie. Sie sei sich 
aber sicher, dass zwischen ihrer Tochter und X. etwas vorgefallen sei. Ob jene dies 
freiwillig mitgemacht habe oder nicht, könne sie aber nicht sagen (act. 4.3, S. 3 f.). 
Die von der Schwester, L. I., erwähnten Lügen von Z. betreffen einerseits den Um-
stand, dass Z. am Ostermontag das Maiensäss plötzlich verlassen wollte und an-
derseits kleinere Umstände, wie beispielsweise, dass Z. der Mutter erzähle, sie rau-
che nicht, obwohl sie das tue. L. I. gab sodann ausdrücklich an, ihrer Schwester in 
Bezug auf den fraglichen Vorfall auch zu einem Teil zu glauben, auch wenn sie nicht 
sicher war, wem sie glauben sollte (act. 4.10, S. 4 und S. 11). Alle diese Personen 
schliessen somit nicht grundsätzlich aus, dass Z. im Hinblick auf die Vorfälle mit X. 
die Wahrheit gesagt hat. Berücksichtigt man darüber hinaus, dass Z. in Bezug auf 
die vorliegend zu beurteilenden Geschehnisse konstante, widerspruchslose und de-
taillierte Aussagen deponierte, so sind die Angaben der genannten Personen nicht 
geeignet, die Glaubwürdigkeit von Z. als solche oder, worauf es letztlich entschei-
dend ankommt, die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen grundsätzlich in Zweifel zu zie-
hen.

22

Anlässlich der Berufungsverhandlung beanstandete der Verteidiger des Be-
rufungsklägers in diesem Zusammenhang, dass die Vorinstanz kein aussagepsy-
chologisches Gutachten angeordnet habe, wie es in Fällen, in denen Aussage ge-
gen Aussage steht, üblich sei. Dieses Vorgehen der Vorinstanz ist nach Ansicht des 
Kantonsgerichtsausschusses nicht zu beanstanden. Die Würdigung der Beweise, 
darin eingeschlossen die Aussagen der beteiligten Personen, ist eine der zentralen 
Aufgaben des Gerichts, die dieses nicht generell an Dritte, auch nicht an Sachver-
ständige, delegieren darf. Hierbei ist vom Grundsatz auszugehen, dass Kinder nicht 
weniger glaubwürdiger sind als Erwachsene. Das Einholen eines Glaubwürdigkeits-
gutachtens betreffend Kinderaussagen ist - abgesehen von den Fällen, in welchen 
das Aussageverhalten durch organische oder psychische Krankheiten beeinträch-
tigt sein könnte - nur dann notwendig, wenn das Gericht nicht in der Lage ist, die 
Aussage ohne zusätzliche Erläuterungen eines Fachmanns zuverlässig zu würdi-
gen. Mit anderen Worten ist ein solches Gutachten regelmässig nicht wegen Defizi-
ten bei der Aussagequalität, sondern wegen Problemen bei der Beurteilbarkeit 
durch das Gericht beizuziehen. In vielen Fällen dürfte es dem Gericht aber nur we-
nig Mühe bereiten, Kinderaussagen sachgerecht zu würdigen. Dies gilt namentlich 
dann, wenn noch andere Beweismittel zur Verfügung stehen, keine Beziehungskon-
flikte mitzubeurteilen sind und das Gericht den Entwicklungsstatus des Kindes eini-
germassen zuverlässig beurteilen kann. Wenn die Kinderaussage daher für das Ge-
richt auch ohne kinderspezifische Fachkenntnisse verständlich und bewertbar ist, 
besteht kein Anlass, einen Experten mit der Erstellung eines Glaubwürdigkeitsgut-
achtens zu beauftragen (BGE 118 Ia 146, 129 I 57; ZR 98 [1999], Nr. 17, S. 68 ff; 
Markus Hug, Glaubhaftigkeitsgutachten bei Sexualdelikten gegenüber Kindern, 
ZStrR 118 [2000], S. 19 ff., insbesondere S. 26, 30; Arnulf Möller/Philipp Maier, 
Grenzen und Möglichkeiten von Glaubwürdigkeitsbegutachtungen im Strafprozess, 
SJZ 96 [2000], S. 249 ff.). Im vorliegenden Fall erachtet sich das Gericht durchaus 
in der Lage, die Aussagen von Z. sachgerecht zu würdigen. Insbesondere vor dem 
Hintergrund, dass es sich beim Opfer nicht mehr um ein kleines Kind handelt, son-
dern dass Z. zur Zeit der Einvernahmen wenige Monate vor dem 16. Geburtstag 
stand, sind deren Aussagen auch ohne kinderspezifische Fachkenntnisse verständ-
lich und bewertbar. Gerade auch die Videobefragung hat dies eindrücklich erhärtet. 
Die Anordnung eines aussagepsychologischen Gutachtens erweist sich unter die-
sen Umständen als nicht notwendig, weshalb auch das Vorgehen der Vorinstanz 
nicht zu beanstanden ist.

hh. In der Berufung von X. wird im Weiteren geltend gemacht, auch die 
übrigen Beweiserhebungen könnten die belastenden Aussagen nicht bekräftigen. 

23

So seien gemäss dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin St. Gallen keine 
Spuren - beispielsweise Spermareste in der Mundhöhle von Z. oder auf den unter-
suchten Kleidungsstücken - sichergestellt worden, die die behaupteten Vorfälle 
bestätigen könnten.

Es erscheint dem Gericht nun allerdings nachvollziehbar, dass sich in der 
Mundhöhle von Z. keine Spermienüberreste fanden, dauerte der von ihr geschil-
derte Oralverkehr doch höchstens 30 bis 40 Sekunden, ohne dass der Berufungs-
kläger zu einem Samenerguss kam. Hinzu kommt, dass der Wangenabstrich erst 
mehrere Tage nach den fraglichen Ereignissen abgenommen wurde. Dass sich auf 
den Kleidern von Z. keine Spermienspuren fanden, war aufgrund ihrer Aussagen zu 
erwarten, gab sie doch an, X. habe das Sperma an seinem T-Shirt abgewischt, 
eventuell sei auch ein wenig davon auf das Leintuch geraten (act. 4.8, S. 7, 17 und 
19; act. 4.12). Die Kleidung von X. selbst wurde im Übrigen gar nicht untersucht, 
nachdem jener angegeben hatte, diese gewaschen zu haben (act. 4.13, S. 2). Das 
Sperma, welches auf den Matratzenbezügen nachgewiesen wurde und dasselbe 
DNA-Profil wie X. aufweist, kann unbestrittenermassen sowohl von den von Z. als 
auch von den von X. dargestellten Ereignissen - jener will sich im Matratzenlager 
mehrfach selbst befriedigt und dort zudem mit seiner Freundin Geschlechtsverkehr 
gehabt haben - stammen. Auch die Perforierung des Hymens von Z. kann sowohl 
von den Ereignissen an Ostern 2002 als auch von dem von ihr geschilderten Vorfall 
an der Fasnacht in Zizers herrühren, als ihr ein 17-jähriger Bursche mit dem Finger 
in die Scheide eindrang. Im Sinne der genannten Ausführungen bekräftigen die er-
wähnten Beweiserhebungen die Aussagen von Z. nicht direkt. Die Verteidigung 
übersieht allerdings, dass sie diese auch nicht entkräften, sondern durchaus in 
Übereinstimmung mit dem von ihr Dargelegten stehen und es in keiner Weise aus-
schliessen, dass sich die Vorfälle wie von Z. geschildert ereignet haben.

ii. Schliesslich wurde von der Vorinstanz einlässlich begründet, weshalb 
die Aussagen von X. selbst nicht in allen Punkten zu überzeugen vermögen. Das 
Bezirksgericht hat sich sorgfältig und im Detail mit den Angaben des Berufungsklä-
gers auseinandergesetzt. Es kann daher grundsätzlich auf die entsprechenden Aus-
führungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (vgl. Erwägung 3.c., S. 20 - 
25, des angefochtenen Urteils). Besonders zu erwähnen ist, dass auch der Kan-
tonsgerichtsausschuss der Ansicht ist, bei der Behauptung von X., die Spermien-
spur im Matratzenlager stamme daher, dass er sich dort schon mehrmals selbst 
befriedigt und dort überdies mit seiner Freundin Geschlechtsverkehr gehabt habe, 
handle es sich um eine reine Schutzbehauptung. Als Angeschuldigter ist X. im Ge-

24

gensatz zu Z., die als Zeugin einvernommen wurde, überdies nicht zur Wahrheit 
verpflichtet. Er verfügt ferner über ein begründetes Interesse, die Tat aus Furcht vor 
einer strafrechtlichen Verantwortung in Abrede zu stellen.

e. Nach Prüfung und Würdigung der verschiedenen Aussagen und der 
übrigen Beweislage bestehen für den Kantonsgerichtsausschuss keine ernsthaften 
Zweifel, dass sich der Sachverhalt wie in der Anklageschrift dargestellt zugetragen 
hat. Z. schilderte in sich geschlossen und ohne wesentliche Widersprüche, wann 
und wie es an Ostern 2002 zu sexuellen Handlungen mit X. kam. Ihre Angaben sind 
konkret, detailliert und anschaulich und werden durch Indizien, Aussagen von Dritt-
personen sowie das Verhalten des Opfers nach der Tat gestützt. An der Glaubhaf-
tigkeit ihrer Aussagen vermögen auch gewisse Widersprüche in Nebenpunkten 
nichts zu ändern. Weder aus den Aussagen noch aus der Motivlage von Z. ergeben 
sich sodann Gründe, weshalb jene den Berufungskläger wahrheitswidrig belasten 
sollte. Nur um anzugeben, sich wichtig zu machen oder schlichtweg, um mehr Auf-
merksamkeit zu erlangen, handelt es sich vorliegend um eine Angelegenheit von zu 
grosser Tragweite. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass 
Z. nicht wollte, dass die Vorfälle publik werden und sich entsprechend gegen eine 
Anzeige aussprach. So bestätigte auch I., die Mutter von Z., jene habe sie ausdrück-
lich und mehrere Male gebeten, die Geschichte auf keinen Fall ihrem Mann zu er-
zählen und zwar aus Angst, die Angelegenheit käme bei der Scheidungsverhand-
lung zur Sprache (act. 4.3, S. 2). Die Mutter entschied sich in der Folge, den Vater 
dennoch zu informieren. Dieser, und nicht Z. selbst, war es letztlich auch, der die 
Anzeige gegen X. in die Wege leitete. Nicht nachvollziehbar ist für den Kantonsge-
richtsausschuss das Argument des Berufungsklägers, Z. sei in ihn verliebt gewesen, 
von ihm indes abgewiesen und dadurch so in Rage versetzt worden, dass sie ihn 
wahrheitswidrig angezeigt habe. Nachgewiesen ist weder, dass X. Z. abwies, noch 
dass jene ernsthaft in diesen verliebt war. In diesem Zusammenhang ist zu beden-
ken, dass Z. den Berufungskläger nur vom Sehen her kannte und selbst angab, X. 
zwar als lässigen Typen empfunden zu haben und ihn auch gemocht zu haben; 
verliebt sei sie in ihn aber nicht gewesen. Selbst wenn würde eine derartige 
Falschanzeige doch eine sehr ungewöhnliche Reaktion auf eine Abweisung darstel-
len. Auch das von der Verteidigung geltend gemachte finanzielle Interesse von Z. 
am Ausgang des Verfahrens als Grund für die angeblich falsche Anschuldigung ist 
nicht ersichtlich. Insbesondere ist zu bezweifeln, dass sich Z., als sie ihrer Kollegin 
und ihrer Mutter von den Vorfällen erzählte, der Möglichkeit bewusst war, für das ihr 
Zugestossene in einem allfälligen späteren Verfahren eine Genugtuung zu erhalten. 

25

Zusammenfassend gelangt das Gericht zum Schluss, dass sich die Ge-
schehnisse an Ostern 2002 so abgespielt haben, wie es von Z. geschildert wurde 
und in der Anklageschrift festgehalten ist. Die von der Vorinstanz vorgenommene 
Beweiswürdigung erweist sich als umfassend und korrekt. Es besteht daher auch 
kein Anlass zu den vom Berufungskläger geäusserten Befürchtungen, im Zusam-
menhang mit sexuellen Handlungen mit Kindern führe die gesellschaftlich bedingte 
Bereitschaft, auch ungewöhnliche und zum Teil unhaltbare Beschuldigungen für 
wahr zu halten und die Identifikation mit der Beschützerrolle sowie die Wahrneh-
mung der Kinder als Opfer, nicht selten zu einer gewissen Parteilichkeit der Justiz-
organe. 

4.a. Gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren 
oder mit Gefängnis bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Hand-
lung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine sexuelle 
Handlung einbezieht. Die Handlung ist nach Art. 187 Ziff. 2 StGB nicht strafbar, 
wenn der Altersunterschied zwischen den Beteiligten nicht mehr als drei Jahre be-
trägt. Durch das grundsätzliche Verbot jeder sexuellen Betätigung mit Kindern im 
genannten Alter soll der Gefahr begegnet werden, dass sie durch intime Beziehun-
gen, zu denen sie wegen fehlender Reife noch nicht eigenverantwortlich zustimmen 
können, in ihrer geschlechtlichen Entwicklung beeinträchtigt werden. Es handelt 
sich also um ein abstraktes Gefährdungsdelikt; die Strafbarkeit sexueller Handlun-
gen hängt nicht davon ab, dass sie zu irgendeiner feststellbaren physischen oder 
psychischen Beeinträchtigung beim Kind geführt haben (Rehberg/Schmid/Do-
natsch, Strafrecht III, 8. Aufl., Zürich 2003, S. 404). Als sexuelle Handlungen gelten 
jene körperlichen Betätigungen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild vom 
Standpunkt eines objektiven Beobachters aus betrachtet eindeutig sexualbezogen 
sind. Die Verhaltensweisen müssen sich mithin auf geschlechtsspezifische oder 
mindestens erogene Körperteile beziehen. Bei dieser objektiven Betrachtungsweise 
bleiben das subjektive Empfinden, die Motive oder die Bedeutung, die das Verhalten 
für den Täter oder das Opfer hat, ausser Betracht. Eindeutig sexualbezogene Hand-
lungen erfüllen stets den objektiven Tatbestand (BGE 125 IV 62; Trechsel, Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, 1997, N 5 zu Art. 187 StGB; 
Rehberg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 406 f.; Günter Stratenwerth, Schweizerisches 
Strafrecht, Besonderer Teil I, 6. Aufl., Bern 2003, S. 146). In subjektiver Hinsicht 
erfordert die Strafbarkeit vorsätzliches Handeln, wobei Eventualvorsatz genügt. 
Dazu gehört zunächst, dass der Täter sich der sexuellen Bedeutung des Verhaltens 
bewusst ist, was zwar nicht die exakte Kenntnis der gesetzlichen, wohl aber den 
Nachvollzug der ihr zugrunde liegenden sozialen Wertung voraussetzt. Im Weiteren 

26

ist vorausgesetzt, dass der Täter weiss oder zumindest in Kauf nimmt, dass der 
oder die Betroffene noch im Schutzalter steht und der Altersunterschied zwischen 
ihm und dem Kind mehr als drei Jahre betragen könnte (Philipp Maier, Basler Kom-
mentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 15 zu Art. 187 StGB; Jenny/Schubarth/Al-
brecht, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Besonderer Teil, 4. Band, Art. 
187-200, 213-220 StGB, Bern 1997, N 22 zu Art. 187 StGB).

b. X. streichelte Z. an Ostern 2002 mehrmals an den Geschlechtsteilen 
und ihren Brüsten, drang mit seinen Fingern mehrmals in ihre Scheide ein und ver-
anlasste sie mehrmals dazu, seinen erigierten Penis zu frottieren, was beim Beru-
fungskläger mindestens einmal zu einem Samenerguss führte. Darüber hinaus kam 
es zu einem kurzen oralen Verkehr. Dass diese Vorgänge sexuelle Handlungen dar-
stellen, die geeignet sind, die sexuelle Integrität des Kindes zu gefährden und zu 
verletzen, bedarf keiner weiteren Erläuterungen. Z. wurde am 28. August 1986 ge-
boren. Die vorliegend zu beurteilenden Übergriffe geschahen am 31. März und am 
1. April 2002 und somit zu einem Zeitpunkt, in welchem Z. noch nicht sechzehnjäh-
rig war. X. wurde am A. geboren, so dass der Altersunterschied zwischen ihm und 
Z. mehr als drei Jahre beträgt. Diese Tatsachen waren X. zugestandenermassen 
bewusst, schätzte er das Alter von Z. doch auf ca. 13 bis 14 Jahre. Darüber hinaus 
vermutete er, dass das Schutzalter in der Schweiz 16 oder 17 Jahre beträgt (act. 
4.2, S. 2 und S. 5). Aufgrund des eindeutigen Sexualbezugs der erwähnten Hand-
lungen steht ausser Frage, dass X. vorsätzlich handelte. X. ist demnach der mehr-
fachen sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB 
schuldig zu sprechen. Unter diesen Umständen kann das vorinstanzliche Urteil im 
Schuldspruch bestätigt werden und die Berufung von X. ist diesbezüglich abzuwei-
sen.

5.a. Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der Kan-
tonsgerichtsausschuss sein Ermessen an Stelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Gemäss Art. 63 StGB 
bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Es berücksichtigt 
dabei die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schul-
digen. Grundlage für die Bemessung der Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei 
der Beurteilung der Tatkomponente werden insbesondere das Ausmass des ver-
schuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, 
mit welcher der Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schuldigen berück-
sichtigt. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 

27

Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das Mass des Verschuldens variiert unter ande-
rem mit der Schwere des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden 
Modalitäten der Tatbegehung und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem 
Täter zugeschrieben werden muss. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechts-
gutverletzung zu vermeiden, je grösser also sein Handlungsspielraum war, desto 
grösser wiegt das Verschulden (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 f., 124 IV 44 ff.).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschrei-
ten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist im vorlie-
genden Fall der in Art. 187 Ziff. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus 
bis zu fünf Jahren oder Gefängnis.

b. Das Verschulden von X. wiegt erheblich. Er hat als erwachsener Mann 
mit Z. sexuelle Handlungen vorgenommen, obwohl er jene bei einem vermuteten 
Schutzalter von 16 bis 17 Jahren auf 13- bis 14-jährig schätzte. Dabei nützte er nicht 
nur das ihm von Z. entgegengebrachte Vertrauen aus, sondern auch den Umstand, 
dass jene die Übergriffe mit sich geschehen liess und nicht in der Lage war, sich 
klar dagegen zur Wehr zu setzen. Er hat den uneingeschränkten Anspruch des Kin-
des auf sexuelle Integrität in rücksichtsloser Weise verletzt und in Kauf genommen, 
die sexuelle Entwicklung seines Opfers zu stören. Gleichzeitig hat er seine eigenen 
sexuellen Bedürfnisse in den Vordergrund gestellt. Offenbar haben die Übergriffe 
bei Z. denn auch ihre Spuren hinterlassen. Sie befindet sich gemäss ärztlichem Be-
richt von Dr. med. M. Wolf und Dr. med. M. Bürke vom Kinder- und Jugendpsychia-
trischen Dienst Graubünden (KJPD) vom 10. August 2004 als Folge des sexuellen 
Übergriffs seit Juli 2003 in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung. Nach 
Angaben der Ärzte haben die Geschehnisse von Ostern 2002 Z. in ihrer Persönlich-
keit zutiefst erschüttert und negative Auswirkungen auf ihre seitherige Entwicklung 
im intra- und interpersonalen Bereich, auf ihre Berufsausbildung und ihre Bezie-
hungsfähigkeit ausgeübt. Nach einem weiteren Bericht von Dr. med. M. Bürke vom 
24. November 2004 leidet Z. zudem an massiven Albträumen, deren Gegenstand 
die traumatisierenden Geschehnisse vom Frühjahr 2002 seien. Strafschärfend wirkt 
sich vorliegend die mehrfache Tatbegehung aus. Straferhöhungsgründe liegen 
keine vor. Auch Strafmilderungsgründe sind nicht zu berücksichtigen. Zwar be-

28

stimmt Art. 64 al. 5 StGB, dass das Gericht die Strafe mildern kann, wenn der Täter 
durch das Verhalten des Verletzten ernstlich in Versuchung geführt wurde. Der 
Grund, weshalb in einem solchen Falle Nachsicht geübt werden kann, liegt darin, 
dass der Verletzte den Anstoss zur strafbaren Handlung gegeben hat, und zwar 
derart ernstlich, dass der Täter für seinen Entschluss, sie zu begehen, nicht als voll 
verantwortlich erscheint, sondern den Verletzten einen Teil dieser Verantwortung 
trifft. Das Verhalten des Opfers muss so provozierend gewesen sein, dass selbst 
ein verantwortungsbewusster Mensch in der Situation des Täter Mühe gehabt hätte, 
zu widerstehen (BGE 102 IV 278, 98 IV 68). Im vorliegenden Fall kann nicht davon 
ausgegangen werden, Z. habe X. in der genannten Art provoziert. Vielmehr hätte 
jener als reifer und erwachsener Mann es gar nicht soweit kommen lassen dürfen 
und es zudem in der Hand gehabt, jederzeit von den sexuellen Handlungen Abstand 
zu nehmen. Dennoch ist zu beachten, dass der Wunsch von X., sexuelle Handlun-
gen vorzunehmen, von Z. zumindest anfänglich mitgetragen wurde. Dieser Um-
stand kann X., wenn auch nicht strafmildernd, so doch strafmindernd zu Gute ge-
halten werden. Strafmindernd fallen auch der gute Leumund des Berufungsklägers 
und seine Vorstrafenlosigkeit ins Gewicht. Unter Berücksichtigung sämtlicher Straf-
zumessungskriterien erachtet der Kantonsgerichtsausschuss die von der Vorin-
stanz ausgesprochene Gefängnisstrafe von sechs Monaten als zu hoch. Als dem 
Verschulden des Berufungsklägers angemessen erscheint eine Gefängnisstrafe 
von vier Monaten, so dass die Berufung von X. in diesem Punkt teilweise gutzuheis-
sen ist.

c. Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Ein solches Verhalten kann 
X. nicht zur Last gelegt werden, so dass einer Anrechnung der erstandenen Polizei-
haft von zwei Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegensteht.

6.a. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die vier-
monatige Gefängnisstrafe die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzugs gewährt 
werden kann. Die diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 
1 StGB. Danach kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr 
als 18 Monaten oder einer Nebenstrafe aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder 
Vergehen abgehalten (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Es ist zu prüfen, ob eine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann. Dabei ist in erster Linie 
der Grundsatz der Spezialprävention massgeblich (BGE 118 IV 100). Allerdings 

29

lässt sich selbst durch eine umfassende und intensive Auseinandersetzung mit der 
Täterpersönlichkeit keine absolut verlässliche Zukunftsvoraussage treffen. Bei Prü-
fung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB steht daher die Frage 
im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteilten trotz unsiche-
rer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden kann. Vermag das Gericht be-
gründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschie-
ben. Der Aufschub ist nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf 
Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Verge-
hens eine Zuchthaus- oder eine Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten ver-
büsst hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Im Falle des Aufschubes bestimmt das Ge-
richt dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis zu fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 
3 StGB). Die Dauer der Probezeit bestimmt sich nach den Umständen des Einzel-
falls. Zu beurteilen sind insbesondere Persönlichkeit und Charakter des Verurteilten 
sowie die Rückfallgefahr. Je grösser die letztere ist, desto länger muss die Be-
währungsprobe mit ihrem Zwang zum Wohlverhalten sein (vgl. BGE 95 IV 122; 
Trechsel, a.a.O., N 31 zu Art. 41 StGB).

b. Da X. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von mehr 
als drei Monaten verbüssen musste und beim hier zu beurteilenden Fall eine Strafe 
von weniger als achtzehn Monaten verhängt wird, sind die objektiven Vorausset-
zungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gegeben. Auch in subjekti-
ver Hinsicht erachtet das Gericht die Voraussetzungen als erfüllt. Nach Ansicht des 
Kantonsgerichtsausschusses kann X. eine günstige Prognose gestellt werden. 
Zwar muss er sich in Bezug auf die vorliegende Tat ein erhebliches Verschulden 
vorwerfen lassen. Doch verfügt X. über einen guten Leumund und hat sich abgese-
hen von der vorliegend zu beurteilenden Tat bis anhin nichts zu Schulden kommen 
lassen. Es ist daher zu erwarten, dass er durch eine bedingt ausgesprochene Ge-
fängnisstrafe ausreichend gewarnt ist und sich in Zukunft wohl verhalten wird. Aus 
diesen Gründen wird der Vollzug der viermonatigen Freiheitsstrafe aufgeschoben. 
Die von der Vorinstanz angesetzte Probezeit von zwei Jahren erscheint als ange-
messen.

7.a. Ein durch eine Straftat Geschädigter kann gestützt auf Art. 130 Abs. 1 
StPO seine zivilrechtliche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim Straf-
gericht adhäsionsweise geltend machen. Erachtet das Gericht die Akten zur Beur-
teilung des Zivilpunktes als ausreichend, entscheidet es nach Art. 131 Abs. 3 StPO 
über fristgerecht eingereichte Adhäsionsklagen ohne Rücksicht auf den Streitwert. 
Ist dies nicht der Fall, wird die Klage an das ordentliche Gericht verwiesen. Die Ad-

30

häsionsklage ist gemäss Art. 130 Abs. 2 StPO fristgerecht bis spätestens am zwan-
zigsten Tag nach Eingang der Verfügung betreffend den Schluss der Untersuchung, 
welche vorliegend am 21. Januar 2004 erging, durch schriftlich formuliertes Begeh-
ren bei der Staatsanwaltschaft einzureichen (vgl. grundsätzlich: Jürg Domenig, Die 
Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Diss. Zürich 1990, S. 44 ff. und S. 79 ff.).

b. Am 11. Februar 2004 reichte die Rechtsvertreterin der Geschädigten 
Z., Rechtsanwältin lic. iur. Jacqueline Moser, gegen X. eine Adhäsionsklage (act. 
1.14.1) mit folgenden Rechtsbegehren ein:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Genugtuung von Fr. 
6'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. April 2002, oder einen Betrag 
nach richterlichem Ermessen, zuzüglich 5% Zins sei dem 1. April 2002 
zu bezahlen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten der Klägerin für die bisher entstandenen 
Selbstbehaltskosten der Krankenkasse Fr. 57.95 zu bezahlen.

3. Im Übrigen sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin gegenüber 
für sämtliche Folgekosten seiner von ihm begangenen Straftat vollum-
fänglich ersatzpflichtig ist.

4. Es sei gerichtlich davon Vormerk zu nehmen, dass es sich bei der vor-
liegenden Adhäsionsklage um eine Teilklage handelt, und es sei im Ur-
teilsdispositiv ein Vorbehalt zugunsten eines späteren Klagerechts der 
Klägerin aufzunehmen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt) zu Lasten 
des Beklagten.“

Zur Begründung der Adhäsionsklage wird geltend gemacht, Z. sei durch die 
ihr gegenüber begangene Straftat in ihrer sexuellen, psychischen und physischen 
Integrität und in ihrer Persönlichkeit verletzt worden. Daher habe sie Anspruch auf 
eine Genugtuung. Seit den Vorfällen vom 30. März 2002 bis 1. April 2002 leide Z. 
an Angstzuständen und Alpträumen. Sie habe ein schweres Trauma erlitten, und 
das Vorgehen des Adhäsionsbeklagten werde sich nachhaltig auf die künftige Le-
bensqualität, das Berufsleben und die Beziehungsfähigkeit von Z. auswirken. Die-
ses Trauma werde sie nur zögernd und mit fremder Hilfe überwinden können. Z. 
habe sich daher zunächst bei der Opferhilfe-Beratungsstelle und danach beim Kin-
der- und Jugendpsychiatrischen Dienst in Behandlung begeben. Über die Dauer 
und den Erfolg dieser Behandlung könne derzeit noch keine abschliessende Aus-
sage gemacht werden. Da sich die seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen 
daher noch nicht abschliessend beurteilen liessen, werde vorerst eine Genugtuung 
von Fr. 6'000.-- gefordert und die Geltendmachung weiterer Genugtuungsan-
sprüche vorbehalten. Ferner würden gegenüber dem Adhäsionsbeklagten die 
Selbstbehaltskosten hinsichtlich der im Anschluss an die Tat durchgeführten Unter-

31

suchung am Frauenspital Fontana sowie hinsichtlich der als Folge der Tat notwen-
dig gewordenen psychiatrischen Behandlungen beim KJPD in der Höhe von insge-
samt Fr. 57.95 geltend gemacht. Bei den in der Adhäsionsklage gestellten Forde-
rungen handle es sich um eine Teilklage, da sich die weiteren Kosten noch nicht 
verbindlich festlegen liessen, die Schadenspositionen entsprechend nicht liquid und 
daher auch nicht exakt abschätzbar seien. Im Urteilsdispositiv sei daher der Vorbe-
halt eines späteren Klagerechts aufzunehmen. Die Adhäsionsklägerin habe ausser-
dem ein Feststellungsinteresse, dass der Beklagte für sämtliche Folgekosten, wel-
che aus der ihr gegenüber begangenen Straftat hervorgehen, vollumfänglich ersatz-
pflichtig sei.

c.aa. Die Adhäsionsklägerin ist gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) als Opfer zu betrachten und gilt als 
Geschädigte im Sinne der Art. 129 ff. StPO. Ihr steht daher die Geltendmachung 
von Zivilansprüchen im Rahmen einer Adhäsionsklage zu (vgl. Art. 8 und Art. 9 
OHG).

bb. Werden zivilrechtliche Ansprüche von einem Strafgericht beurteilt, 
kann dieses die zivilrechtlichen Ansprüche des Opfers nur dem Grundsatz nach ent-
scheiden und das Opfer im übrigen an das Zivilgericht verweisen, wenn die vollstän-
dige Beurteilung der Zivilansprüche einen unverhältnismässigen Aufwand erfordern 
würde. Ansprüche von geringer Höhe beurteilt es jedoch nach Möglichkeit vollstän-
dig (Art. 9 Abs. 3 OHG). Was genau unter dem Ausdruck "dem Grundsatz nach" zu 
verstehen ist, ist in den Gesetzesmaterialien nicht umschrieben. Sinn und Zweck 
des Gesetzes ist es aber, die Zivilansprüche des Opfers soweit als möglich adhäsi-
onsweise zu beurteilen und dem Opfer den Gang an ein Zivilgericht zu ersparen. 
Das Strafgericht kann daher auch im Grundsatz über die Haftung eines Verurteilten 
gegenüber dem Opfer entscheiden. Ein Urteil dem Grundsatze nach stellt nichts 
anderes dar als ein Feststellungsurteil über die Haftung. Auch das Strafgericht hat 
indessen bei Vorliegen eines Feststellungsbegehrens vorerst dessen Zulässigkeit 
zu prüfen und eine Klage auf Feststellung eines dem eidgenössischen Recht unter-
stehenden Rechtsverhältnisses nur zuzulassen, wenn der Kläger an der sofortigen 
Feststellung ein schutzwürdiges Interesse hat. Dieses kann rechtlicher oder 
tatsächlicher Natur sein, muss aber erheblich sein (BGE 114 II 255; Gomm/Stei-
ner/Zehntner, Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, N 15 f. zu Art. 9 OHG). 
Gerade bei Verletzungen der sexuellen Integrität kann es sein, dass deren definitive 
Folgen im Zeitpunkt des Strafprozesses noch lange nicht überblickbar sind. In die-
sem Fall besteht ohne Weiteres ein Interesse des Opfers, nicht nur fällige Leistun-

32

gen als Teil des Schadens einzuklagen, sondern das den Ansprüchen zugrunde 
liegende Rechtsverhältnis für deren künftige Abwicklung grundsätzlich feststellen 
zu lassen (vgl. BGE 114 II 256).

Wie Z. in ihrer Berufung zu Recht vorbringen lässt, ist die Ersatzpflicht des 
Täters gegenüber dem Opfer und die Haftungsquote vom Gericht nicht nur in den 
Erwägungen festzustellen, sondern ebenfalls im Dispositiv festzuhalten, da nur das 
letztere in Rechtskraft erwächst (Eva Weishaupt, Die verfahrensrechtlichen Bestim-
mungen des Opferhilfegesetzes [OHG], Diss. Zürich 1998, S. 251; 
Gomm/Stein/Zehntner, a.a.O., N 18 f. zu Art. 9 OHG; Schmid, a.a.O., N 577). Die 
Berufung von Z. ist daher in diesem Punkt gutzuheissen.

d.aa. Wer einem anderen widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, 
sei es aus Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatze verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR). 
Eine Körperverletzung gibt dem Verletzten Anspruch auf Ersatz der Kosten sowie 
auf Entschädigung für die Nachteile gänzlicher oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit, 
unter Berücksichtigung der Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens (Art. 46 
Abs. 1 OR). Sind im Zeitpunkt der Urteilsfällung die Folgen der Beeinträchtigung 
nicht mit hinreichender Sicherheit festzustellen, so kann das Gericht bis auf zwei 
Jahre, vom Tage des Urteils an gerechnet, dessen Abänderung vorbehalten (Art. 
46 Abs. 2 OR).

bb. Dass die Adhäsionsklägerin durch die von X. verschuldete Tat im 
Sinne von Art. 41 OR widerrechtlich geschädigt wurde, steht aufgrund der vorange-
henden Erwägungen fest. Z. wurde in ihrer sexuellen, psychischen und physischen 
Integrität verletzt. Gemäss einem Bericht von Dr. med. M. Wolf und Dr. med. M. 
Bürke, KJPD, vom 10. August 2004 befindet sich Z. wegen des sexuellen Übergriffs 
seit dem 16. Juli 2003 in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung. Nach An-
sicht der Ärzte machen sich die Folgen des sexuellen Übergriffs bei Z. zeitlich ver-
zögert bemerkbar, womit dessen Auswirkungen auf ihr persönliches und berufliches 
Leben zur Zeit nicht abschliessend beurteilt werden könnten. Eine Fortführung der 
begonnenen Psychotherapie werde als unbedingt notwendig erachtet, damit Z. ihr 
erlittenes Trauma langsam aufarbeiten und lernen könne, die in Folge des Ereignis-
ses auftauchenden Schwierigkeiten zu meistern. Unter diesen Umständen steht 
fest, dass Z. einen Schaden erlitten hat. Allerdings lassen sich im aktuellen Zeit-
punkt weder die medizinischen noch die wirtschaftlichen Folgen der Beeinträchti-
gung abschliessend beurteilen. Die Wahrscheinlichkeit künftiger Schäden besteht 
durchaus. Entsprechend erweist sich auch der Schadensnachweis heute lediglich 

33

teilweise als möglich. Unter diesen Umständen ist ein Interesse von Z., zusätzlich 
zur Beurteilung des heute bereits bezifferbaren Schadens die grundsätzliche Haf-
tung von X. für durch dessen Handlungen künftig entstehende Schäden feststellen 
zu lassen, ohne Weiteres gegeben. Im Sinne von Art. 9 Abs. 3 OHG ist daher der 
Schadenersatzanspruch von Z. gegenüber X. dem Grundsatz nach festzustellen. 

cc. In einem zweiten Schritt ist die Haftungsquote festzusetzen. Art und 
Grösse des Ersatzes für den eingetretenen Schaden bestimmt das Gericht, das 
hierbei sowohl die Umstände wie auch die Grösse des Verschuldens zu würdigen 
hat (Art. 43 Abs. 1 OR). Unter anderem kann das Gericht die Ersatzpflicht ermässi-
gen oder gänzlich von ihr entbinden, wenn der Geschädigte in die schädigende 
Handlung eingewilligt hat (Art. 44 Abs. 1 OR). Allerdings hebt die echte Einwilligung 
des Verletzten die Widerrechtlichkeit auf, so dass unter Art. 44 OR nur die soge-
nannt unechten beziehungsweise ungültigen Einwilligungen des Verletzten zu sub-
sumieren sind (Heinz Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Zürich 
2003, Nr. 409). Die Haftungsquote ist aufgrund des Gesagten abhängig von der 
Verschuldensfrage, allfälligen Milderungsgründen beim Ersatzpflichtigen und auch 
von allfälligen tatfremden Faktoren (vgl. hierzu Gomm/Stein/Zehntner, a.a.O., N 12 
zu Art. 3 OHG). Das Bundesgericht hat in einem neueren Urteil festgestellt, dass 
die Einwilligung eines Kindes in sexuelle Handlungen keinen Rechtfertigungsgrund 
bilde und deshalb deren Widerrechtlichkeit nicht beseitige. In Übereinstimmung mit 
dieser strafrechtlichen Beurteilung war das Bundesgericht bereits in einem nicht ver-
öffentlichten Entscheid vom 11. Februar 2003 (6P.92/2002 und 6S.278/2002) zum 
Ergebnis gelangt, dass Art. 28 Abs. 2 ZGB betreffend Aufhebung der Widerrecht-
lichkeit durch Einwilligung im Fall von Art. 187 StGB nicht zur  Anwendung gelangt, 
weil die Einwilligung der verletzten Person unwirksam ist. Die Ungültigkeit der Ein-
willigung gilt nicht nur für den - in jenem Fall beurteilten - Genugtuungs-, sondern 
auch für den Schadenersatzanspruch. Dies schliesst nach Ansicht des Bundesge-
richts indes die Berücksichtigung des Verhaltens des Opfers als Selbstverschulden 
im Sinne von Art. 44 Abs. 1 OR nicht aus (Urteil vom 24. Februar 2004, 
4C.225/2003, mit verschiedenen Hinweisen, unter anderem auf BGE 120 IV 9, 120 
IV 197; Maier, a.a.O., N 6 zu Art. 187 StGB; von Tuhr/Peter, Allg. Teil OR, Band I, 
S. 419; Schnyder, Basler Kommentar, N 4 zu Art. 44 OR und N 19 zu Art. 52 OR; 
Rey, a.a.O., Nr. 763).

Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Tatumstände schwer wiegen 
und X. ein erhebliches Verschulden trifft. Mit zu berücksichtigen ist indes, dass Z. 
zumindest am Anfang in die sexuellen Handlungen mit X. insofern einwilligte, als 

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sie es anfänglich als angenehm empfunden hat und als sie es aus Neugier, weil es 
für sie das erste Mal gewesen sei, zunächst unterlassen hat, X. deutlich zu verste-
hen zu geben, die sexuellen Handlungen zu unterlassen. Mit zu berücksichtigen ist 
auch, dass sie sich auch danach nicht explizit und manifest dagegen zur Wehr 
setzte. Da sie damals 15 ½ Jahre alt und aufgeklärt war und um die Bedeutung der 
vorgenommenen Handlungen wusste, kann ihr daher ein gewisser Vorwurf nicht 
erspart werden. Unter Berücksichtigung der genannten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung konnte Z. zwar nicht rechtsgültig in die sexuellen Handlungen einwilligen, 
so dass das Vorgehen von X. widerrechtlich bleibt. Dennoch ist das Verhalten von 
Z. ihr im Sinne von Art. 44 Abs. 1 OR als Selbstverschulden anzulasten, und zwar 
nach Ansicht des Kantonsgerichtsausschusses im Umfang von 20 %. Es wird daher 
gerichtlich festgestellt, dass X. gegenüber der Adhäsionsklägerin für die Folgekos-
ten aus den strafbaren Ereignissen vom 30. März 2002 bis 1. April 2002 zu 80 % 
ihres Schadens ersatzpflichtig ist.

dd. Die der Adhäsionsklägerin durch die Straftat bis anhin entstandenen 
Kosten (Selbstbehalt betreffend die ärztliche Untersuchung im Frauenspital Fon-
tana sowie betreffend die ambulante Psychotherapie beim KJPD) im Umfang von 
insgesamt Fr. 57.95 sind durch entsprechende Abrechnungen der Krankenkasse 
nachgewiesen (act. 1.14.3 und act. 1.14.4). X. ist Z. für diese Kosten gestützt auf 
Art. 41 und 46 OR und die festgestellte Haftungsquote zu 80 %, das heisst Fr. 46.35, 
schadenersatzpflichtig.

e.aa. Nach Art. 47 OR kann das Gericht bei einer Körperverletzung dem 
Verletzten unter Würdigung der besonderen Umstände eine angemessene Geld-
summe als Genugtuung zusprechen (vgl. auch Art. 11 Abs. 1 OHG). Der Zweck der 
Genugtuungssumme besteht darin, dass durch eine schadenersatzunabhängige 
Geldleistung ein gewisser Ausgleich geschaffen wird für den erlittenen physischen 
und/oder psychischen Schmerz. Weil Art. 47 OR ein Anwendungsfall von Art. 49 
OR ist, müssen die besonderen Umstände in der Schwere der Verletzung der Per-
sönlichkeit liegen (Schnyder, Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Obliga-
tionenrecht I, 3. Aufl., Basel 2003, N 16 zu Art. 47 OR). Als Verletzung im Sinne von 
Art. 47 OR gilt nicht nur eine Beeinträchtigung der körperlichen, sondern auch der 
seelischen Integrität (Brehm, Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, 
Bd. IV, 1. Abteilung, 3. Teilband, 1. Unterteilband, Art. 41-61 OR, 2. Aufl., Bern 1998, 
N 14 zu Art. 47 OR, mit Hinweisen). Weitere Anspruchsvoraussetzungen sind die 
Widerrechtlichkeit sowie ein Verschulden des Täters (Brehm, a.a.O., N 17 f. zu Art. 
47 OR). Die Bemessung der Genugtuungssumme hängt im Wesentlichen von der 

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Art und der Schwere der Verletzung, von der Intensität und der Dauer der Auswir-
kungen sowie vom Grad des Verschuldens des Schädigers und des Verletzten ab 
(BGE 112 II 131). Je intensiver die immaterielle Unbill auf den Anspruchsteller ein-
gewirkt hat, desto höher ist grundsätzlich die Genugtuungssumme (Schnyder, 
a.a.O., N 20 f. zu Art. 47 OR). Dabei hat das Gericht speziell Wert auf die Situation 
des Einzelnen zu legen und dennoch für ungefähr gleiche Fälle eine gewisse Ob-
jektivierung walten zu lassen. Einschlägige Präjudizien können dabei als Richt-
schnur oder Ausgangspunkt für einen Vergleich mit einem neuen Fall dienen (vgl. 
Hütte/Ducksch, Die Genugtuung, 3. Auflage, Zürich 1996, Stand: März 2003, 
I/100f.). Das Gericht hat demnach nach Recht und Billigkeit zu entscheiden, ob eine 
Genugtuung zuzusprechen ist und wie hoch diese bejahendenfalls sein soll.

bb. X. hat mit Z. an Ostern 2002 mehrfach sexuelle Handlungen vollzogen 
und sie dadurch in ihrer physischen, psychischen und sexuellen Integrität verletzt. 
Die Widerrechtlichkeit dieser Handlungen und das Verschulden von X. stehen auf-
grund der vorangegangenen Erwägungen ausser Frage. Damit sind die Anspruchs-
voraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung als gegeben zu erachten. 
Für die Bemessung des Genugtuungsanspruches sind, wie bereits erwähnt, in ers-
ter Linie die Schwere, die Intensität und die Dauer der Beeinträchtigung sowie das 
Mass des Verschuldens des Täters und des Opfers massgebend. Das Verschulden 
von X. wiegt wie bereits festgestellt erheblich. Er hat das ihm von Z. entgegenge-
brachte Vertrauen missbraucht, ihr sexuelles Selbstbestimmungsrecht missachtet 
und seine eigenen Ansprüche in den Vordergrund gestellt. Gemäss dem Bericht 
des KJPD vom 10. August 2004 befindet sich Z. in Folge der strafbaren Handlungen 
von X. in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung. Der sexuelle Übergriff 
habe Z. in ihrer Persönlichkeit zutiefst erschüttert und negative Auswirkungen auf 
ihre seitherige Entwicklung im intrapersonalen wie auch interpersonalen Bereich, 
auf ihre Berufsausbildung und Beziehungsfähigkeit aufgeübt. Nach Ansicht der 
Ärzte machen sich die Folgen des sexuellen Übergriffs bei Z. zeitlich verzögert be-
merkbar, womit dessen Auswirkungen auf ihr persönliches und berufliches Leben 
zur Zeit nicht abschliessend beurteilt werden könnten. Eine Fortführung der begon-
nenen Psychotherapie werde als unbedingt notwendig erachtet, damit Z. ihr erlitte-
nes Trauma langsam aufarbeiten und lernen könne, die in Folge des Ereignisses 
auftauchenden Schwierigkeiten zu meistern. So befand sich Z. nach einer mehrmo-
natigen Pause denn auch am 24. November 2004 noch in Behandlung, wie der Be-
richt von Dr. med. M. Bürke desselben Datums bestätigt. Der Arzt hält darin überdies 
fest, dass Z. aktuell an massiven Albträumen, die die traumatisierenden Gescheh-
nisse vom Frühjahr 2002 zum Thema hätten, leide. Diese Ausführungen belegen, 

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dass Z. durch die auf die strafbaren Handlungen von X. zurückzuführende Beein-
trächtigung in ihrem Wohlbefinden ganz erheblich beeinträchtigt wurde und unter 
Umständen noch immer ist. Für Z. fällt erschwerend ins Gewicht, dass sich die Tat 
auf das Verhältnis innerhalb ihrer eigenen Familie negativ ausgewirkt hat. Offenbar 
hat sie die Beziehung zum Vater, der nach ihren Angaben ihren Aussagen keinen 
Glauben geschenkt und ihr entsprechend kein Verständnis entgegengebracht hatte, 
abgebrochen. Neben dem Verschulden von X. ist nun aber zu berücksichtigen, dass 
Z. wie oben festgestellt ein gewisses Selbstverschulden trifft. Dieses ist in analoger 
Anwendung von Art. 44 OR auch bei der Bemessung der Genugtuung zu berück-
sichtigen (Rey, a.a.O., Nr. 495, mit Hinweisen), so dass sich Z. hier ebenfalls einen 
Abzug von 20 % gefallen lassen muss. In Anbetracht aller wesentlichen Umstände, 
auch der erwähnten Reduktion der Haftungsquote, und unter Berücksichtigung der 
sich in diesem Bereich entwickelten Praxis erachtet der Kantonsgerichtsausschuss 
eine Genugtuung von Fr. 3'000.-- als angemessen.

Zur klagbaren Genugtuungsforderung gehört auch ein Schadenszins. Dieser 
ist mit Eintritt des den Anspruch begründenden Ereignisses fällig (BGE 81 II 512 ff.; 
Brehm, a.a.O., N 87 ff. zu Art. 47 OR mit Hinweis auf N 97 zu Art. 41 OR). Da die 
Straftaten zwischen dem 30. März 2002 und dem 1. April 2002 verübt wurden, ist 
die Genugtuung ab 1. April 2002 mit 5 % zu verzinsen. Damit wird X. verpflichtet, 
der Adhäsionsklägerin eine Genugtuung von Fr. 3'000.-- zuzüglich 5 % Zins ab 1. 
April 2002 zu bezahlen.

f. Der Kantonsgerichtsausschuss nimmt davon Vormerk, dass es sich 
bei den teilweise gutgeheissenen Forderungen um eine Teilklage handelt, und dass 
sich Z. vorbehalten hat, zu einem späteren Zeitpunkt allfällige weitere Schadenser-
satz- und Genugtuungsansprüche einzuklagen.

g. Da die Adhäsionsklägerin mit ihren Klagebegehren nicht vollumfäng-
lich, aber doch mehrheitlich durchgedrungen ist, hat der Adhäsionsbeklagte diese 
in analoger Anwendung von Art. 122 ZPO gemäss der bei der Vorinstanz einge-
reichten detaillierten Honorarnote für das erstinstanzliche Verfahren in reduziertem 
Umfang im Betrag von Fr. 4'000.-- ausseramtlich zu entschädigen.

8. Nachdem die Berufung von X. zwar im Hinblick auf das Strafmass so-
wie die Haftungsquote teilweise gutgeheissen, die Verurteilung wegen mehrfacher 
sexueller Handlungen mit einem Kind indes nicht aufgehoben wurde, erweist sich 

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die von der Vorinstanz vorgenommene Verteilung der Verfahrenskosten als korrekt 
(vgl. Art. 158 StPO). 

9.a. Wer ohne Erfolg ein Rechtsmittel eingelegt hat oder dieses zurück-
zieht, trägt in der Regel die Kosten des Rechtsmittelverfahrens (Art. 160 Abs. 1 
StPO). Wird eine Rechtsmitteleingabe dagegen gutheissen, so entscheidet das Ge-
richt über die Kostenverteilung zwischen dem Einleger, dem Staat und der ersten 
Instanz (Art. 160 Abs. 3 StPO). Die Rechtsmittelinstanz kann dem Verteidiger eine 
aussergerichtliche Entschädigung zusprechen (Art. 160 Abs. 4 StPO).

b. Vorliegend wurde die Berufung von X. teilweise gutgeheissen. Na-
mentlich wurde das Strafmass von sechs auf vier Monate Gefängnis und die Haf-
tungsquote von 100 % auf 80 % reduziert. Allerdings konnte der Berufungskläger 
nicht wie beantragt freigesprochen werden. Die Berufung von Z. wurde insofern gut-
geheissen, als die Feststellung der Haftung von X. gegenüber Z. sowie die Haf-
tungsquote in das Urteilsdispositiv aufgenommen wurde. Indes wurde die Haftungs-
quote nicht wie beantragt auf 100 %, sondern lediglich auf 80 % festgelegt. Unter 
diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 
3'000.-- zu 4/5 X. und zu je 1/10 Z. sowie dem Kanton Graubünden aufzuerlegen. 
X. hat Z. für das Berufungsverfahren ausseramtlich reduziert mit Fr. 1'000.-- inkl. 
MwSt. zu entschädigen. Ferner hat der Kanton Graubünden X. für das Berufungs-
verfahren ausseramtlich mit Fr. 400.-- inkl. MwSt. zu entschädigen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufungen werden teilweise gutgeheissen und die Ziffern 2, 4, 5 und 8 
des angefochtenen Urteils werden aufgehoben.

2. X. wird mit vier Monaten Gefängnis bestraft.

3. Die Adhäsionsklage von Z. wird teilweise gutgeheissen:

a) Es wird festgestellt, dass X. für die Folgekosten aus den strafbaren Er-
eignissen vom 30. März 2002 bis 1. April 2002 gegenüber Z. zu 80 % 
ihres Sc