# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8af3a19-dbf4-5618-8342-9220f5794b83
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-27
**Language:** de
**Title:** Qualifikation bestätigt (80%-Pensum im Gesundheitsfall); Rentenbeginn strittig, wesentlichen Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit bejaht (Art. 29ter IVV); kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt (weiterhin bei gleichem Arbeitgeber tätig mit angepasstem Aufgabenbereich aber gleichem Stundenansatz; Tabellenlohnwerte nicht massgebend).
**Docket/Reference:** IV.2023.00589
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00589.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00589
damit vereinigt
IV.2023.00680
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiber Würsch
Urteil
vom
27. Juni 2024
in Sac
hen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
schadenanwaelte
AG
Industriestrasse 13c, 6300 Zug
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1963,
hat eine Ausbildung zum Forstwart absol
viert und war
ab dem
1.
Mai 2016 bei der
Y.___
GmbH,
Z.___
,
als Sicherheits
angestellter
respektive
Verkehrsdienstmitarbeiter
im Stundenlohn
auf Abruf
angestellt (
Urk.
8/12/5-6,
8/18/6, 8/19 und 8/40)
.
Unter Hinweis auf eine Hirnblutung und seither bestehende Konzentrationsstörungen meldete er sich am
2.
Januar 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/12).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst einem Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/19) insbesondere die Akten des Krankentaggeldver
sicherers (
Generali
Versicherungen;
Urk.
8/
33) sowie medizinische Unterlagen ein (Urk. 8/27, 8/30, 8/43 und 8/54-57). Mit Vorbescheid vom 25.
September 2020 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/60), wogegen dieser
unter Geltendmachung eines verschlechterten Gesundheitszustandes infolge eines
zwischenzeitlich aufgetretenen
Hodgkin-Lymphoms
Einwand erhob (Urk. 8/61, 8/
72 f.).
Die IV-Stelle klärte den medizinischen Sachverhalt daraufhin
weiter ab, wobei sie wiederum die Akten des Krankentaggeldversicherers beizog (
Urk.
8/102) und Berichte der behandelnden Arztpersonen einholte (
Urk.
8/74 f., 8/83-87, 8/106/
4-15 und 8/108).
D
arüber hinaus nahm sie zwecks Beantwortung der Statusfrage sowohl mit dem Versicherten als auch mit dessen Arbeitgeberin telefonisch Kontakt auf (
Urk.
8/110, 8/116).
Nach Rücksprache mit dem regionalen ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom
8.
Juli 2022,
Urk.
8/118/7-9) stellte sie dem Versicherten sodann mit neuem Vorbescheid vom 1
5.
Februar 2023 die Zusprechung einer ganzen Rente ab
1.
August 2021 und einer
Viertelsrente
ab 1. Juni 2022 in Aussicht (
Urk.
8/120), wogegen dieser am 2
0.
März 2023 Einwand erhob (
Urk.
8/136). Am
6.
Oktober 2023 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt über den
Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab
1.
November 2023 (
Urk.
2 =
Urk.
8/152 [Begründung] und 8/160) und am 1
3.
November 2023 über den
rückwirkenden Anspruch auf eine ganze Rente vom
1.
August 2021 bis 3
1.
Mai 2022 und auf eine
Viertelsrente
ab
1.
Juni 2022
(
Urk.
9/2 =
Urk.
8/164).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom
6.
Oktober 2023 erhob
X.___
, vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie C. Elms, am 7. November 2023 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, ihm ab dem
1.
September 2019 eine ganze und ab dem
1.
Juni 2022 mindestens eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. Des Weiteren sei ihm die unent
geltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwältin Elms eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen (
Urk.
1 S. 2
; angelegt
im vorliegenden
Verfahren IV.2023.00589
).
Mit Beschwerdeantwort vom 29.
Januar 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen
bezüglich Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
(
Urk.
7).
2.2
Mit Eingabe vom
1
3.
Dezember 2023
erhob
X.___
ausserdem Beschwerde gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
November 2023, wobei er wiederum deren Aufhebung und die Zusprechung einer ganzen Rente ab
1.
September 2019 und mindestens einer
Dreiviertelsrente
ab
1.
Juni 2022 beantragte.
Ferner ersuchte er
auch
für dieses Verfahren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
darüber hinaus
um Vereinigung mit dem hängigen Beschwerdeverfahren IV.2023.00589 (
Urk.
9/1 S. 2; angelegt als Verfahren IV.2023.00680).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin
wiederum
die Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen bezüglich Zumutbarkeit der Selbsteingliederung (
Urk.
9/6).
2.3
Mit Verfügung vom
6.
Februar 2024
vereinigte das Gericht die Verfahren IV.202
3
.00
589
und IV.202
3
.00
680
, wobei es Letzteres als dadurch erledigt abschrieb.
Zudem
ordnete es einen zweiten Schriftenwechsel an, bewilligte das Gesuch des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihm Rechtsanwältin Elms als unentgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
10).
Mit Replik vom 1
2.
März 2024 (
Urk.
13) hielt der Beschwerdeführer unter Beilage eines Arbeitsvertrages (
Urk.
14) an seinen Rechtsbegehren fest, worauf die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 2
9.
April 2024 mitteilte, dass
sich die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen angesichts des eingereichten Arbeitsvertrages
nun
erübrige
(
Urk.
16). Darüber wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3
0.
April 2024 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
17).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten. Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Renten
anspruch entstanden ist. Steht ein erst nach dem 1. Januar 2022 entstandener Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_452/2023 vom 24. Januar 2024 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung des IVG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV) gilt für Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben, das bisherige Recht (
lit
. c).
Die Beschwerdegegnerin hat dem 1963 geborenen Beschwerdeführer rückwirkend ab
1.
August 2021 eine Invalidenrente zugesprochen (
Urk.
9/2). Am
1.
Januar 2022 hatte er sein 5
5.
Altersjahr bereits vollendet, womit die bis 3
1.
Dezember 2021 gültig gewesene Rechtslage massgebend ist, die im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet wird (vgl.
auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2022 vom 1
2.
Januar 2023 E. 3.1).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkende Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Rentenanspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 148 V 321 E. 7.3.1, 145 V 209 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_142/2023 vom 18. September 2023 E. 3.3.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Zur Begründung der angefochtenen Verfügungen vom
6
.
Oktober
202
3
und
13
.
November
202
3
hielt die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen fest,
der Beschwerdeführer sei ab August 2018 aus gesundheitlichen Gründen in seiner bisherigen Tätigkeit als Verkehrsdienstmitarbeiter eingeschränkt gewesen. Im weiteren Verlauf habe sich sein Gesundheitszustand gebessert und er sei nicht mehr in ärztlicher Behandlung gewesen
. Davon ausgehend, dass keine relevanten Einschränkungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit mehr bestanden hätten
, sei der Rentenanspruch mit Vorbescheid vom 2
5.
September 2020 abgewiesen worden.
Weitere im
Einwandverfahren
vorgenommene Abklärungen hätten indes ergeben
, dass sich die gesundheitliche Situation bereits im August 2020 verschlechtert und ab dem
7.
August 2020 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestan
den habe. Dieses Datum bilde den Beginn des gesetzlichen Wartejahres für einen Rentenanspruch. Nach dessen Ablauf im August 2021 habe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
Seit März 2022 sei die bisherige Tätigkeit infolge einer gesundheitlichen Besserung wieder zu 40
%
zumutbar. Da der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall in einem 80%-Pensum arbeiten würde, resultiere ein Invaliditätsgrad von 48
%
.
Es bestehe d
emnach
Anspruch
ab dem
1.
August 2021
auf eine ganze Rente, welche per
1.
Juni 2022 auf eine
Viertels
rente
herabzusetzen sei (
Urk.
2 S. 2 f.).
2.2
In seinen Beschwerdeschriften vom
7.
November 2023 und 1
3.
Dezember 2023
rügte
der Beschwerdeführer
zum einen,
es sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass er seit der Hirnblutung im Jahr 2018 durchgehend zu mindestens durchschnittlich 40
%
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Das
Wartejahr sei
daher
entgegen der Auffassung der Beschwerde
gegnerin spätestens Ende August 2019 erfüllt gewesen
, weshalb der Renten
anspruch bereits per
1.
September 2019 entstanden sei
(
Urk.
1 S. 8, Urk. 9/1 S. 8
Ziff.
26). Zum anderen werde die vorgenommene Statusqualifikation beanstandet. Aufgrund der Erwerbsbiographie sei klar ersichtlich, dass er die längste Zeit voll erwerbstätig gewesen sei.
Nach der Scheidung sei er in eine Krise ge
raten
, ihm sei gekündigt worden und in der Folge habe er die Anstellung im Sicherheits-/Verkehrsdienst bei der
Y.___
GmbH
gefunden. Dort sei ihm aufgrund der betrieblichen Situation kein 100%-Pensum angeboten worden, was im Umkehrschluss
aber
nicht bedeute, er habe Teilzeit arbeiten wollen.
Letzteres wäre
mit Sicherheit auch von den ihn finanziell unterstützenden Sozialbehörden nicht gebilligt worden
. Er sei daher als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren (Urk. 1
S. 10 f.
Ziff.
34 f.).
Unbestritten sei
en
im Übrigen die auch von der Beschwerdegegnerin anerkannte 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Februar 2022 und die 60%ige Arbeitsunfähigkeit ab März 202
2.
Allerdings sei es ihm nicht zumutbar,
seine Restarbeitsfähigkeit in seiner bisherigen Tätigkeit zu verwerten. Beide Vergleichs
einkommen seien gestützt auf statistische Werte zu ermitteln, wobei vom Invalideneinkommen ein 10%iger leidensbedingter Abzug zu gewähren sei. Es resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 64
%
.
Insgesamt sei ihm folglich ab September 2019 eine ganze Rente und ab März 2022 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S.
11-14
Ziff.
36-49
).
2.3
Mit Beschwerdeantworten vom
2
9.
Januar und
1.
Februar 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin die Rückweisung der Angelegenheit zu
weiteren
Abklä
-
rungen in Bezug auf die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung. Es sei nicht abschliessend geklärt, ob der Beschwerdeführer weiterhin bei seiner Arbeitgeberin beschäftigt und in der Lage sei, sich im Rahmen seines zumutbaren Pensums wieder selbst in das Erwerbsleben zu integrieren
(
Urk.
7,
Urk.
9/6).
2.4
Mit Replik vom 1
2.
März 2024
hielt
der Beschwerdeführer
unter Beilage eines Arbeitsvertrages (
Urk.
14) fest, dass das Anstellungsverhältnis mit der
Y.___
GmbH nach wie vor bestehe, weshalb die von der Beschwerdegegnerin beantragten
weiteren Abklärungen nicht notwendig seien (
Urk.
13).
2.5
Mit Duplik vom 2
9.
April 2024 schloss sich die Beschwerdegegnerin der Auffas
sung des Beschwerdeführers an, wonach angesichts des weiterhin bestehenden Arbeitsverhältnisses keine weiteren Abklärungen bezüglich Selbsteingliederung mehr
erforderlich
seien und sich die beantragte Rückweisung daher erübrige (
Urk.
16).
3.
3.1
Strittig
und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausging
, dass der Beschwerdeführer im hypothetischen Gesundheitsfall
einem Arbeitspensum von 80
%
nachgehen würde und dementsprechend als Teil
erwerbstätiger ohne Aufgabenbereich zu qualifizieren sei
(vgl.
Urk.
2 S. 2).
3.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränder
ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicher
ten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil
dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2022 vom 15.
Mai
2023 E. 3.2 mit Hinweisen).
3.3
3.3.1
Zur Begründung der Qualifikation
ist dem diesbezüglichen Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin vom
4.
Oktober 2022 zu entnehmen,
d
er Beschwerd
eführer
habe
effektiv nur ein geringes Pensum ausgeübt. Die
Y.___
GmbH sei erst Ende 2015 gegründet worden und habe sich in der Aufbauphase befunden. Der Beschwerdeführer sei seit Mai 2016
angestellt
, wobei er sein Pensum über alle Jahre habe steigern können.
2018 habe er einen Hirninfarkt erlitten, infolge
dessen er krankheitsbedingt weniger verdient habe. Da die Tätigkeit beim Verkehrsdienst
seine absolute Leidenschaft sei, habe er sich beruflich voll auf diese Tätigkeit fokussiert. Er sei für das Unternehmen immer zur Verfügung gestanden,
dieses
habe für ihn absolute Priorität gehabt. Der Beschwerdeführer werde des Weiteren seit 2017 vom Sozialamt unterstützt, weil die E
rwerbse
in
nahmen für die Bestreitung des Lebensunterhalts nicht gereicht hätten. Er sei vom Sozialamt nie gedrängt worden, eine zusätzliche Tätigkeit aufzunehmen
. Ohne dessen Unterstützung hätte diese
s
Konstrukt jedoch nicht funktioniert. Der Beschwerde
führer habe auch selbst keine Anstrengungen unternommen, eine zusätzliche Stelle zu suchen (abgesehen von der niedrigprozentigen
, im
IK-Auszug nicht aufgeführten
Tätigkeit bei der
A.___
). Inwiefern die Scheidung eine Rolle gespielt habe, bleibe unklar. Es falle im IK-Auszug auf, dass der
Beschwerdeführer bis zur Scheidung im Jahr 2012
mehrheitlich Vollzeit
stellen innegehabt habe, nach der Scheidung allerdings mehrheitlich Teilzeit
stellen. Es dürfe aber angenommen werden, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall und ohne die Unterstützung vom Sozialamt gezwungen gewesen wäre, hochprozentig zu arbeiten, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Das von ihm erwähnte 80%-Pensum scheine dabei realistisch
zu sein
. Die übrigen 20
%
entfielen auf Freizeit (
Urk.
8/116/5-6).
3.3.2
Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, er sei als voll erwerbstätig zu qualifizieren
(
Urk.
1 S. 10 f.).
Es trifft
zu
, dass er anlässlich der telefonischen Abklärung zu Protokoll gab,
im Gesundheitsfall
würde er arbeiten, «was die Bude hergeben würde».
Des Weiteren
teilte er mit, dass er mindestens in einem 80%-Pensum arbeiten müsste, falls er nicht vom Sozialamt unterstützt würde. Früher habe er immer 100%-Stellen ausgeübt (
Urk.
8/116/5).
Letzteres mag mit Blick auf d
ie
bis 2012
gemäss
IK-Auszug
(
Urk.
8/76)
er
wirtschafteten
Einkommen
der Fall
gewesen
sein.
Ab 2015 ging er Tätigkeiten im Sicherheits- und Verkehrsdienst auf Stundenbasis nach, zuletzt seit Mai 2016 bei der
Y.___
GmbH (
Urk.
8/19,
8/40/1).
Seit Oktober 2017 wird er
mangels eines existenzsichernden Einkommens
zudem von der Stadt
B.___
mit Sozialhilfeleistungen unterstützt (
Urk.
8/135
/1
).
Es ist weder ersicht
lich noch dargetan, dass
er seit 2012 Anstrengungen im Hinblick auf eine
Anstellung im geltend gemachten 100%-Pensum unternommen hätte.
Aus dem Abklärungsbericht wird vielmehr deutlich,
dass ihm die
(saisonale)
Tätigkeit im Verkehrsdienst sehr zusagt
e und er sich
beruflich
nicht anderweitig zu orientieren gedachte (
Urk.
8/116/4-5).
Diese Umstände sind stärker zu gewichten, als die beschwerdeweise vorgebrachte wirtschaftliche Notwendigkeit einer vollen Erwerbstätigkeit
.
Dies gilt umso mehr, als
er - ohne Versuche
, sein Pensum auszudehnen
- schon
während
mehrere
r
Jahre
von der Sozialhilfe
und somit in einer prekären
finanzielle
n
Situation
lebte
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_185/2020 vom 2
1.
April 2020 E. 4.2.1 und 8C_29/2020 vom 1
9.
Februar 2020 E. 5.3.3).
Überdies ist daran zu erinnern, dass
praxisgemäss jener Tätigkeit ein starker
Indizwert
zukommt, welche bei Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich
unter Umständen seit längerer Zeit
ausgeübt wurde (Urteile des Bundes
gerichts 8C_249/2023 vom 6. Oktober 2023 E. 4.3.1 und 8C_699/2021 vom 1
5.
März 2022 E. 5.3.2, je mit Hinweis).
Gemäss
der unbestritten gebliebenen
telefonische
n
Auskunft der Arbeitgeberin vom
8.
Juli 2022
habe das Arbeits
pensum Schwankungen unterlegen.
Der Beschwerdeführer habe immer von Montag bis Freitag gearbeitet und versucht, auf seine Stunden zu kommen. Er habe ein 80%-Pensum
ausgeübt
(
Urk.
8/110/2).
Auch vor diesem Hintergrund erweist sich die Beurteilung der
Beschwerdegegnerin, wonach der Beschwerde
führer im
hypothetischen
Gesundheitsfall in einem 80%-Pensum erwerbstätig wäre
,
als
überzeugend
und sachgerecht
.
4.
4.1
Uneinig sind sich die Parteien des Weiteren bezüglich des Zeitpunkts des frühest
möglichen Rentenbeginns respektive
des
Ablaufs
des gesetzlichen Wartejahres
. Erforderlich ist in diesem Zusammenhang insbesondere eine während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestandene Arbeitsunfähigkeit
von durch
schnittlich mindestens 40
%
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG).
Ein
derartiger
wesentlicher Unterbruch
der Arbeitsunfähigkeit liegt gemäss
Art.
29
ter
IVV vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeits
fähig war.
4.2
4.2.1
Zwecks Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
nahm die Beschwerdegegnerin mit dem RAD
Rücksprache.
In seiner Stellungnahme vom 8. Juli 2022 ging
Dr.
med.
C.___
von folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
8/118/8):
-
klassisches Hodgkin-Lymphom (Erstdiagnose August 2020), noduläre Sklerose Stadium IVB,
advanced
stage
IPS-Score 6
-
Chemotherapie
vom
1
1.
August 2020 bis 1
5.
Januar 2021
-
metabolisch komplette Revision
gemäss
Positronen-
Emissions-Tomo
graphie (PET)
vom
3.
Februar 2021; ohne Hinweis auf Rezidiv im Mai 2022.
Demgegenüber verneinte er in Bezug auf folgende Diagnosen einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/118/8-9):
-
z
erebrovaskulärer
ischämischer Insult im Hirnstamm am 2
7.
Oktober 2021 (Lysetherapie)
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren: Nikotinabusus, Hypercholesterinämie
-
klinisch bei Entlassung aus dem Universitätsspital
D.___
am 4. November 2021 kein fokal-neurologisches Defizit
-
Subarachnoidalblutung bei rupturiertem
Basilarisaneurysma
(
Erstdiag
-
nose
1
6.
August 2018); endovaskuläre Behandlung mittels Coiling, erneut Stent-gestütztes Coiling am 1
9.
März 2019.
Zum Verlauf hielt
Dr.
C.___
fest,
initial sei es ab August 2020 zu einer sehr schweren,
multilokulären
Manifestation eines Hodgkin-Lymphoms bis zu
r
Tumorkachexie und intensivmedizinischem Behandlungsbedarf
gekommen.
Unter Chemotherapie
sei der Verlauf sehr gut gewesen mit metabolisch kom
pletter Remission und keinem Hinweis auf ein Rezidiv bis zur letzten Bericht
erstattung. Bezüglich der
neurologischen Erkrankungen sei von einem guten Verlauf mit Wiedererreichen eines Status ohne fokal-neurologisches Defizit berichtet worden. In Bezug
auf die bisherige Tätigkeit als Chauffeur und Sicher
heitsangestellter bestehe eine Einschränkung in Form eines Zustands nach schwerer, lebensbedrohlicher Tumorerkrankung im 5
7.
Altersjahr mit
residueller
allgemeiner Leistungsminderung.
Ab dem
7.
August 2020 habe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden, welche
ab dem
1.
März 2022
noch 60
%
betragen habe.
Längerfristig sei mit einer Arbeitsfähigkeit von 50-60
%
zu rechnen, wobei die Prognose offen sei. Das Belastungsprofil entspreche der bisherigen Tätigkeit, wobei in anderen angepassten Tätigkeiten keine höhere Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (
Urk.
8/118/9).
4.2.2
Die Beschwerdegegnerin folgte dieser fachärztlichen Beurteilung
(
Urk.
2 S. 2, Urk. 7/118/11)
.
Mit der ab dem
7.
August 2020 vom RAD
-Arzt
festgelegten
Arbeitsunfähigkeit
erklärte sich auch der Beschwerdeführer grundsätzlich einver
standen (Urk. 1 S. 6
Ziff.
20 und S. 11
Ziff.
36).
Dr.
C.___
gab
seine Beurteilung in umfassender Kenntnis der medizinischen Akten
ab
(Urk. 8/118/7-8)
und schloss sich
hinsichtlich Arbeitsfähigkeit
dem behandelnden
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Medizinische Onkologie sowie Oberarzt am Kantonsspital
F.___
, an.
Dieser hatte
in seinem Bericht vom 1
3.
Mai 2022 ausgeführt,
dass sich der Beschwerdeführer im August 2020 infolge des sehr fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphoms in einem äusserst schlechten Allgemeinzustand befunden habe. Die kurative Chemotherapie habe unter intensivmedizinischen Bedingungen begonnen werden müssen. Im weiteren Verlauf habe er sich
sukzessive erholt
und zum Abschluss der Chemotherapie habe eine komplette metabolische Remission festgestellt werden können. Passend zum äusserst prekären Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bei Diagnose
stellung habe sich der Heilungsprozess allerdings stark hingezogen mit prolon
giertem stationärem Spitalaufenthalt, ausgeprägtem Muskelschwund und initial ausgeprägten Schwierigkeiten bei der einfach
en
Mobilisation
. Unter intensiver physiotherapeutischer Begleitung hätten sich diese Beschwerden deutlich gebessert; es bestünden noch
residuelle
Knieschmerzen beidseits und eine gewisse Leistungseinbusse.
Bis Ende Februar 2022 sei eine 100%ige und danach vom
1.
März bis 3
0.
April 2022 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Es soll
e
nun der Wiedereinstieg in das Erwerbsleben angestrebt werden, wobei längerfristig mit einer Arbeitsfähigkeit von 50-60
%
zu rechnen sei (
Urk.
8/108/2; vgl. auch
Urk.
8/102/27 und 8/146/1).
Von gerichtlicher Seite
ergeben sich
vor diesem Hintergrund ebenfalls keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen.
Es ist nachvollziehbar, dass
der Beschwerdeführer infolge der schweren Krebserkrankung und de
s
prolongierten Therapiebedarfs
im fachärztlich festgelegten Ausmass
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war
und nach wie vor ist
.
Er hielt sich denn auch nach Abschluss der Spitalbehand
lung bis August 2021 in
einer Pflegeinstitution auf (Urk.
8/74/2, 8/75/2
)
, was auf einen langwierigen Heilungsverlauf hindeutet.
Für eine weiterhin
andauernde
Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit
spricht schliesslich der Umstand, dass sich im Zuge der Wiedereingliederung bei der
Y.___
GmbH
eine erhöhte Ermüdbarkeit zeigte
und
ganztägig geplante
Einsätze abgebrochen werden mussten
(Urk.
8/110/1, 8/116/3-4).
4.
3
Der Beschwerdeführer vertritt allerdings den Standpunkt,
bereits
seit der Hirn
blutung im Jahr 2018 durchgehend zu mindestens durchschnittlich 40
%
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen zu sein.
Das Wartejahr sei daher spätestens Ende August 2019 erfüllt gewesen, weshalb der Rentenanspruch bereits per
1.
September 2019
, mithin sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Januar 2019,
entstanden sei (
Urk.
1 S. 8, Urk. 9/1 S. 8
Ziff.
26).
Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass
er im
August
2020
in einem
äusserst
prekären
Allgemein
zustand ins Spital
G.___
eingeliefert worden sei
(vgl.
Urk.
8/72/2,
8/108
/2
)
, mag dies zwar
durchaus eine
bereits während einiger Zeit davor
bestandene gesundheitliche Beeinträchtigung nahelegen.
Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass
die
im
August 2018 diagnos
tizierte Subarachnoidalblutung (
Urk.
8/43/2)
am 1
6.
August 2018 und 19.
März 2019 operativ behandelt wurde (
Urk.
8/43/5, 8/43/14-15)
.
Der letzte Eingriff
verlief
gemäss Austrittsbericht des
D.___
vom 2
1.
März 2019 ohne Komplikatio
nen, sodass der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand und ohne neue neurologische Ausfälle nach Hause entlassen werden
konnte
(
Urk.
8/27/3)
.
Von ärztlicher Seite
wurde bis zum 8.
April 2019 eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (
Urk.
8/27/1,
8/30/2
).
Krankentaggeldleistungen wurden
gemäss Abklärungen beim Taggeldversicherer
ebenfalls
nur
bis zu diesem Datum erbracht (Urk. 8/34).
Für den
Zeitraum vom
9.
April 2019 bis
6.
August
2020
sind
demgegenüber
keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aktenkundig
, wobei auch
weder ersichtlich noch geltend gemacht
ist
, dass während dieser Zeit eine medizinische Behandlung in Anspruch genommen
worden wäre.
Insgesamt
liegen
somit
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
keine Anhaltspunkte für eine
durchgehend seit August 2018
bestandene Arbeits
unfähigkeit
vor
.
Vielmehr
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass nach dem
8.
April 2019 ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29
ter
IVV
eintrat.
Der Beschwerdeführer
blendet
denn auch
aus
, dass er seine Tätigkeit
auf Abruf
bei der
Y.___
GmbH
im Jahr 2019
wieder
aufnahm
, w
as
entsprechende Lohnabrechnungen belegen (vgl. Urk.
8/102/7, 8/102/10, 8/102/13, 8/102/16 und 8/102/19).
Es erschliesst sich bei dieser Sachlage im Übrigen nicht, inwiefern
vom
beantragte
n
medizinische
n
Gutachten zum typischen Verlauf eines Hodgkin
-Lymphoms
und
der damit einhergehenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
1 S. 8)
entscheid
relevante
Erkenntnisse
insbesondere in Bezug
auf die konkrete gesundheitliche Situation
des Beschwerdeführers
zu erwarten wären. Davon ist folglich in antizi
pierter
Beweiswürdigung abzusehen (BGE
144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b).
4.4
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass
der Beschwerdeführer
mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
vom
7.
August 2020 bis 2
8.
Februar 2022 vollständig in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt war
.
Das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG war demnach im August 202
1
erfüllt.
Seit
dem 1. März 2022
liegt
sowohl für die angestammte als auch für leidensangepasste Tätigkeiten
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit
vor
, die a
ngesichts
der unsicheren
medizinischen
Prognose bis auf Weiteres Bestand hat.
5.
5.1
Auf der Grundlage der obigen
Erkenntnisse
sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte für den Zeitraum
vom
frühest
möglichen Rentenbeginn im August 2021 bis zur gesundheitlichen Besserung im März 2022 einen Invaliditätsgrad von 80
%
, wobei sie ihrer Berechnung
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in dieser Periode und ein im hypothetischen Gesund
heitsfall ausgeübtes
Teilerwerbspensum von 80
%
zu Grunde legte.
Ab März 2022 legte sie den Invaliditätsgrad auf 48
%
fest, indem sie von einer 40%igen Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ausging und die Einschränkung im Erwerbsbereich
entsprechend de
m
Arbeit
spensum gewichtete (80
%
* 0.6;
Urk.
2 S. 2).
5.2
Gemäss Arbeitgeberbericht war der Beschwerdeführer ab Mai 2016 als Sicherheitsangestellter respektive Verkehrsdienstmitarbeiter im Stundenlohn auf Abruf bei der
Y.___
GmbH angestellt (
Urk.
8/19).
Dem im Beschwerdeverfahren vorgelegten unbefristeten Arbeitsvertrag von Mai 2023
betreffend eine Vertragsanpassung per
1.
Januar 2023
ist zu entnehmen, dass
ein Anstellungs
verhältnis bei der
Y.___
GmbH als Sicherheitsangestellter
auf Abruf
mit einem
Pensum bis zu 900 Stunden pro Kalenderjahr
besteht
(
Urk.
14).
D
er
vereinbarte
Grundlohn
pro Stunde blieb
bis auf eine vernachlässigbare Erhöhung um 50 Rappen
unverändert (vgl. Urk. 8/19/4, 8/102/16 und
Urk.
14 S. 2).
Wie bereits
dargelegt
(vgl. vorstehende E.
3.3.2)
,
bestehen keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer
seine bisherige Tätigkeit bei der
Y.___
GmbH ohne Gesundheitsschaden nicht fortgesetzt bzw. eine berufliche Umorientierung in Aussicht genommen h
ä
tte.
Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers besteht folglich kein Anlass, das
Valideneinkommen
anhand statistischer Werte zu
berechnen
(
Urk.
1 S. 11
Ziff.
38; vgl.
BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1).
Diese
Herangehensweise
ist ebenso wenig
für die Ermittlung des
Invalideneinkommens erforderlich
, zumal primär von der beruf
lich-erwerblichen Situation auszugehen ist, in welcher die versicherte Person konkret steht
(
BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1
)
und die 40%ige Arbeitsfähigkeit sowohl für eine Verweistätigkeit, als auch für die angestammte Tätigkeit gilt
.
Der Beschwerdeführer ist seit Mai 2016 für die
Y.___
GmbH tätig.
Sein Aufgaben
bereich mag
zwar
invaliditätsbedingt angepasst worden sein (vgl.
Urk.
8/103/1
, 8/116/3
), was indes nichts an der Entlöhnung oder an der Stabilität des Arbeits
verhältnisses geändert hat.
Zudem ist weder ersichtlich noch geltend gemacht, dass er
dabei die ihm medizinisch-theoretisch verbliebene 40%ige Arbeitsfähig
keit nicht ausschöpfen könnte.
Mit Blick auf den vereinbarten Stundenlohn kann
überdies
nicht von einem Soziallohn gesprochen werden. Es ist unter diesen Umständen nicht
zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
zwecks Ermittlung des Invaliditätsgrades
eine Gegenüberstellung von Prozentwerten
vorgenommen hat
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_534/2023 vom 2
9.
Februar 2024 E. 6)
.
Da ein Rückgriff auf Tabellen
lohn
werte nicht
angezeigt ist, entfällt
im Übrigen
die beantragte Gewährung eines leidensbedingten Abzuges vom Invalideneinkommen (
Urk.
1 S. 11-14) praxisgemäss ohne Weiteres (Urteil des Bu
nd
esgerichts
9C_844/2013 vom 1
8.
Februar 2014 E. 3.1 mit Hinweis).
5.3
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht vom
1.
August 2021 bis zum 3
0.
Mai 2022 eine ganze Invalidenrente zuge
sprochen und diese
in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV (vgl. vorstehende E. 1.4)
ab dem 1. Juni 2022 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt, da unbestritte
nermassen im März 2022 ein Revisionsgrund im Sinne einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
ausgewiesen war
.
Der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Verfügungszeitpunkt (
6.
bzw.
2
3.
November 2023) bereits über 55 Jahre alt war, weshalb praxisgemäss vor einer Rentenherabsetzung
auch wenn wie im konkreten Fall über die Abstufung zeitgleich mit der
Rentenzusprache
befunden wird
grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (BGE 148 V 321 E. 7.1.2
und 7.3.2
mit Hinweis auf BGE 145 V 209). Davon durfte die Beschwerdegegnerin angesichts der erfolgreichen
Selbst
eingliederung des Beschwerdeführers bei der
Y.___
GmbH allerdings absehen. Von dessen Seite wurde denn auch nichts Gegenteiliges geltend gemacht (vgl. Urk. 13).
6.
Zusammenfassend ist d
ie angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
800.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
dem
unter
liegenden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Infolge der
ihm
mit Verfügung vom
6.
Februar 2024 (
Urk.
10)
gewährten unentgeltlichen Prozessführung sind die Kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.2
Mit Verfügung vom
6.
Februar 2024 (
Urk.
10) wurde dem Beschwerdeführer
Rechtsanwältin Stephanie C. Elms als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt. Diese machte von der Möglichkeit zur Einreichung einer Honorarnote (vgl.
Urk.
17 S. 2) keinen Gebrauch, weshalb die Entschädigung ermessensweise fest
zulegen ist.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien und des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- ist Rechtsanwältin Elms mit
Fr.
2'800.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7
.3
Der Beschwerdeführer ist abschliessend auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an die unentgeltliche Rechtsvertreterin verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Stephanie C. Elms, Zug,
wird mit
Fr.
2’800
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während
folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWürsch