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**Case Identifier:** 0562b9be-c672-504d-87f4-39465b881703
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.05.2024 200 2024 211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-211_2024-05-15.pdf

## Full Text

200 24 211 IV
JAP/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Mai 2024

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Februar 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Mai 2005 unter Hinweis auf eine Depres-
sion und die Neigung zu Panikattacken, bestehend seit 1979, bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 2). Nach Abklärung 
des Leistungsanspruchs und Gewährung verschiedener beruflicher Mass-
nahmen sprach die IVB dem Versicherten mit Verfügungen vom 11. und 
18. September 2012 (act. II 139 f.) ab dem 1. Mai 2004 eine ganze Rente, 
ab dem 1. März 2006 eine Viertelsrente, ab dem 1. April 2006 eine ganze 
Rente, ab dem 1. September 2007 eine Viertelsrente, ab dem 1. April 2009 
eine ganze Rente, ab dem 1. August 2009 eine Dreiviertelsrente und ab 
dem 1. Januar 2012 eine halbe Rente zu. Diese Verfügungen blieben un-
angefochten.

Der Anspruch auf eine halbe Rente wurde im Rahmen einer Revision von 
Amtes wegen mit Verfügung vom 13. Februar 2015 (act. II 154) bestätigt. 
Eine weitere von Amtes wegen durchgeführte Revision führte mit Verfü-
gung vom 7. Februar 2019 (act. II 198) zur Zusprache einer ganzen Rente 
ab dem 1. September 2017 und wiederum einer halben Rente ab dem 
1. Januar 2018. Diese Verfügungen blieben ebenfalls unangefochten.

B.

Mit E-Mail vom 23. Oktober 2019 (act. II 199) stellte der Versicherte ein 
Revisionsgesuch, ergänzt durch eine Eingabe vom 19. Februar 2020 (act. 
II 215), und ersuchte um Ausrichtung einer höheren Rente, da sich sein 
Gesundheitszustand verschlechtert habe. Am 25. Juni 2020 (act. II 247) 
teilte die IVB mit, eine erfolgreiche Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei 
aktuell nicht möglich, weshalb der Abschluss der beruflichen Eingliede-
rungsmassnahmen erfolge. Die IVB liess den Versicherten im weiteren 
Verlauf durch die C.________ (MEDAS) polydisziplinär begutachten (Ex-

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pertise vom 21. Dezember 2020 inklusive Teilgutachten [Akten der IVB 
{act. IIa}] 256.1 - 256.7, 257) und ordnete die Erstellung eines Abklärungs-
berichtes Haushalt/Erwerb an (Bericht vom 12. Juli 2021 [act. IIa 262]). 
Darin wurde bei einem Status von 85 % Erwerb und 15 % Haushalt im er-
werblichen Bereich eine Einschränkung von 62.54 % und im häuslichen 
Bereich eine solche von 21.9 % ermittelt, was einen gewichteten Invali-
ditätsgrad von insgesamt 56 % ergab. Dementsprechend stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 22. Juli 2021 (act. IIa 263) keine Erhöhung der Invaliden-
rente in Aussicht. Im daran anschliessenden Einwandverfahren reichte der 
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, wiederholt zusätz-
liche medizinische Unterlagen ein (act. IIa 266, 268, 276, 280; Akten der 
IVB [act. IIb] 284, 288, 293). In der Folge liess die IVB den Versicherten ein 
weiteres Mal durch die MEDAS polydisziplinär begutachten (Expertise vom 
11. Mai 2023 inklusive Teilgutachten [act. IIb 310.1 - 310.8]) und veranlass-
te die Erstellung eines neuen Abklärungsberichtes Haushalt/Erwerb (Be-
richt vom 27. September 2023 [act. IIb 323]). Darin wurde unter Verweis 
auf den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 12. Juli 2021 (act. IIa 262) 
ab Oktober 2019 von einem gewichteten Invaliditätsgrad von insgesamt 
56 % ausgegangen und ab Oktober 2022 bei einem Status von 85 % Er-
werb und 15 % Haushalt im erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 
72.07 % und im häuslichen Bereich eine solche von 23.4 % ermittelt, was 
einen gewichteten Invaliditätsgrad von insgesamt 65 % ergab. Nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren und der Einholung einer Stellungnahme 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. IIb 312, 319, 322) erhöhte 
die IVB mit Verfügung vom 13. Februar 2024 (act. IIb 325) die bisherige 
halbe Rente ab dem 1. Januar 2023 auf eine Dreiviertelsrente. 

C.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 11. März 2024 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung seien ihm die gesetzlich geschuldeten 
Leistungen auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

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Mit Beschwerdeantwort vom 21. März 2024 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich (vgl. E. 1.2 hiernach) einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 13. Februar 2024 (act. IIb 325). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere, ob 
die Beschwerdegegnerin die laufende halbe Invalidenrente zu Recht ab 
1. Januar 2023 auf eine Dreiviertelsrente statt eine ganze Rente erhöhte. 
Soweit sich die beantragten "gesetzlich geschuldeten Leistungen" (Be-
schwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 2) auf andere Ansprüche als die Invalidenrente 
beziehen, bewegen sich diese ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes 

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und ist insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten (BGE 131 V 164 
E. 2.1 S. 164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Für Rentenbezügerinnen 
und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung 
entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr 
vollendet haben, gilt das bisherige Recht (Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 19. Juni 2020 [Weiterentwicklung der IV] lit. c; vgl. auch 
Rz. 9104 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen 
[BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 
147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). Der im Jahr 2004 ent-
standene Rentenanspruch (act. II 139 f.) des 1963 geborenen Beschwerde-
führers (act. II 2/1 Ziff. 1.3) ist deshalb nach den bis 31. Dezember 2021 
geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeits-
bereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 
Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

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2.5 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.6 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standard-
indikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 

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Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6 S. 308).

2.7

2.7.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.7.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Eine weitere Diagnosestel-
lung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsver-
schlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine verbesserte 
gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände den Renten-
anspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 
E. 3).

2.7.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 

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eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

2.7.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Vorliegend ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt 
der Revisionsverfügung vom 7. Februar 2019 (act. II 198) mit demjenigen 
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 13. Februar 2024 (act. IIb 
325) zu prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine Änderung einge-
treten ist, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten-
anspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.7.2 und 2.7.3 hiervor). 

Es ist aktenmässig ausgewiesen und zwischen den Parteien zu Recht un-
bestritten, dass seit der letzten Revisionsverfügung vom 7. Februar 2019 
(act. II 198) – insbesondere durch die bleibenden funktionellen Beeinträch-
tigungen nach den Operationen an der rechten Hand bzw. am rechten Un-
terarm (act. IIb 293/46 - 164) sowie durch die seit Oktober 2019 
bestehenden Veränderungen und Leistungseinschränkungen aus ophthal-
mologischer Sicht (act. IIa 256.1/21 Ziff. 4.7), welche sich nicht nur quanti-
tativ, sondern auch qualitativ auf die Arbeitsfähigkeit niederschlagen 
(act. IIb 310.1/19 f. Ziff. 4.7 f.) – eine für den Rentenanspruch relevante 
Gesundheitsverschlechterung eintrat. Die Sachverständigen hielten explizit 
fest, auf handchirurgischem Fachgebiet seien seit der Begutachtung im 
Jahr 2020 neu die Karpaltunnelsyndrome mit Operationen an beiden Hän-
den hinzugekommen. Mit diesen Einschränkungen entfielen sämtliche 

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handbelastenden Tätigkeiten im Zumutbarkeitsprofil (act. IIb 310.1/22 
Ziff. 4.11). Damit ist der Rentenanspruch allseitig (frei) zu prüfen (vgl. 
E. 2.7.4 hiervor). 

3.2 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht – soweit entscheidwesent-
lich – hauptsächlich das Folgende zu entnehmen: 

3.2.1 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 11. Mai 2023 (in-
klusive Teilgutachten [act. IIb 310.1 - 310.8]) mit Untersuchungen in den 
Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Handchirurgie, Neurologie, Oph-
thalmologie, Neuropsychologie und Psychiatrie wurden in der Konsensbe-
urteilung die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt (act. IIb 310.1/13 ff. Ziff. 4.2.1): 

 Diabetes mellitus Typ 1, ED 1971 (ICD-10 E10.72) mit/bei:
 diabetischer Neuropathie
 diabetischer Retinopathie
 peripherer arterieller Verschlusskrankheit mit diabetischem Fusssyndrom
 Magenentleerungsszintigraphie 01/2019: keine Hinweise auf Gastroparese
 Hepatopathie mit Transaminasenerhöhung und normwertiger Cholines-

terase whs. Glykogenablagerungen im Rahmen des Diabetes mellitus
 Therapie: intensivierte Insulintherapie, kontinuierliche Blutzuckermessung 

(CGMS)
 Labor: aktuell HbA1c 9.0 %

 Koronare Dreigefässerkrankung (ICD-10 I25.13) mit/bei:
 08/2020 Herz-CT: Schwere koronare 3-Gefässsklerose
 09/2020 Koronarangiographie: Diabetische, aktuell nicht signifikant ob-

struktive Koronarsklerose mit grenzwertiger, 50%iger Stenose der mittleren 
RCA und grenzwertiger, 50%iger Stenose des proximalen RIVA

 29. März 2022 Koronarangiographie: signifikante Stenose proximaler-
mittlerer RIVA: PTCA/2 x DES

 Postinterventionelle Aphasie nach Koronarangiographie am 29. März 2022
 22. Februar 2022 TTE: im Vergleich zu 2019 stabile Verhältnisse, LV nor-

mal dimensioniert mit normaler systolischer Funktion (LVEF 60 %) ohne 
Wandbewegungsstörungen. Normale RV-Funktion, keine relevanten Klap-
penvitien, normaler Pulmonaldruck.

 22. Februar 2022 Ergometrie: klinisch und elektrisch negative Ergometrie. 
Leistungsfähigkeit leicht eingeschränkt (125 Watt, 75 % des SoIls).

 4. März 2022 Stress-Herz-MRI mit KM: normal dimensionierter LV mit re-
gelrechter systolischer Funktion (LVEF 67 %) ohne Regionalitäten. In der 
Adenosin Stressperfusion zeigt sich eine prognostisch relevante Belas-

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tungsischämie im Versorgungsgebiet der mittleren RIVA. Keine ischämi-
schen Myokardnarben.

 Periphere arterielle Verschlusskrankheit, beidseits (ICD-10 I70.29)
 Typ: crural
 Ätiologie: Arteriosklerose, diabetische Makroangiopathie 
Rechts:
 St.n. Strahl IV- und V-Amputation 06/2017 bei diabetischem Fusssyndrom 

mit chronischer Osteomyelitis
 16. Juni 2017 Popliteo-pedalem (A. dorsalis pedis) VSM-Bypass rechts
Links:
 30. November 2016 PTA der ATA und frustranem Rekanalisationsversuch 

der ATP
 20. April 2017 Re-PTA A. tibialis anterior und A. tibialis posterior
 12. Juni 2017 PTA der proximalen ATP
 23. November 2017 Angiographie: Rekanalisation sowie PTA der ATA, 

Lyse-Bolus bei Embolisation nach distal links. Frustraner Rekanalisations-
versuch der ATP antegrad

 19. Oktober 2018 Duplexsonographie: Popliteo-pedaler Bypass rechts auf 
ganzer Länge offen, ohne Hinweise auf relevante Stenosen

 12. August 2021 arterielle Ausmessung: Normale Makroperfusion rechts 
mit GZ-Druck von 60 mmHg, und eingeschränkt links mit GZ-Druck von 
20 mmHg

 St.n. postoperativ abszedierender Beugesehnenphlegmone (ICD-10 L03.10) 
nach Karpaltunnel OP rechts (ICD-10 G56.0)

 Sehbeeinträchtigung (ICD-10 H54.9)
 bei diabetischer Makulopathie (ICD-10 H35.3)
 bei partieller Optikusatrophie (ICD-10 H47.2)
 bei passagerer Diplopie wegen latenter Schielstellung (ICD-10 H53.2; 

H50.5)
 Schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung mit teilweise antisozialen Antei-

len (ICD-10 F61)
 Rezidivierende depressive Erkrankung gegenwärtig nicht aktiv (ICD-10 F33)

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit 
hielten die Sachverständigen fest (act. IIb 310.1/19 f. Ziff. 4.7 f.), durch die 
jeweiligen Teilgutachter seien die folgenden Arbeitsunfähigkeiten attestiert 
worden: 

Bisherige Tätigkeit (…) Verweistätigkeit

Allgemeine Innere Medizin 40 % 40 %

Handchirurgie 50 % 50 %

Neurologie 0 % 0 %

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Ophthalmologie 50 % 0 %

Neuropsychologie 0 % 0 %

Psychiatrie 100 % 50 %

Konsensuell könne festgehalten werden, dass die früheren Arbeitsunfähig-
keitsbemessungen bis Oktober 2022 nachvollziehbar seien. Ab Oktober 
2022 sei keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit mehr gegeben gewesen (act. IIb 310.1/20 Ziff. 4.7). Die quantitati-
ve Bemessung der Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit finde sich in 
der vorstehenden Tabelle. Eine Einschränkung durch die internistischen 
Grund- und Folgeerkrankungen ergebe sich aufgrund der verminderten 
allgemeinen Leistungsfähigkeit, der rascheren Ermüdbarkeit, der Ein-
schränkung beim Gehen und Stehen sowie des Treppensteigens. Eine 
optimal angepasste Tätigkeit dürfte aus handchirurgischer Sicht nur eine 
geringe Belastung und einen reduzierten Einsatz beider Hände erfordern. 
Dabei wäre die zuletzt durchgeführte Tätigkeit prinzipiell als optimal ange-
passte Tätigkeit zu sehen. Aus ophthalmologischer Sicht sollte eine optimal 
angepasste Tätigkeit keine oder nur geringe Anforderungen an die Seh-
fähigkeit benötigen. Aus psychiatrischer Sicht wäre eine optimal angepass-
te Tätigkeit im handwerklichen oder im administrativen Bereich zu sehen. 
Von einer Tätigkeit im … müsse abgeraten werden (act. IIb 310.1/20 Ziff. 
4.8).

Zur Begründung der Gesamt-Arbeitsunfähigkeit und der Gesamt-
Arbeitsfähigkeit hielten die Sachverständigen fest (act. IIb 310.1/21 
Ziff. 4.9), es ergebe sich eine Addition von Teil-Arbeitsunfähigkeiten auf 
psychiatrischem und internistischem Fachgebiet, da sich die psychische 
Störung auch auf den Umgang mit den somatischen Erkrankungen auswir-
ke. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Diabeteseinstellung 
auch aufgrund des querulatorischen Verhaltens des Beschwerdeführers 
nicht zufriedenstellend möglich sei. Ferner fänden sich deutliche Hinweise 
auf eine Manipulation von Wunden, die dann ebenfalls zur Arbeitsunfähig-
keit führten. Der Beschwerdeführer sei in seinem Interaktionsverhalten 
massiv gestört. Wundversorgung bringe Zuwendung und körperliche Nähe 
von Pflegepersonal, was gezielt von ihm gesucht werde. Körperliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 13

Berührungen von Frauen würden auffallend erlebt und werde vom Be-
schwerdeführer während der Begutachtung auch so beschrieben ("es löse 
ganz tiefe Gefühle aus"). Dieser Aspekt der psychischen Erkrankung sei 
bei der letzten MEDAS-Begutachtung so nicht beschrieben worden und 
wäre demzufolge neu. Konsensuell ergebe sich somit aus interdisziplinärer 
Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 100 % und 
in einer Verweistätigkeit von 60 %.

3.2.2 PD Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, führte in der versi-
cherungsmedizinischen Einschätzung vom 21. Oktober 2023 (act. IIb 
319/34 - 37) zum Gutachten der MEDAS vom 11. Mai 2023 (act. IIb 310.1 - 
310.8) aus, die Teilgutachten könnten im Wesentlichen nachvollzogen wer-
den. Der Schlussfolgerung könne, was die bisherige Tätigkeit anbelange 
(100 % arbeitsunfähig), gefolgt werden. Anders sei es, wenn es um die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit gehe. Hier falle 
auf, dass in den Disziplinen Ophthalmologie und Psychiatrie eine reduzierte 
Arbeitsunfähigkeit respektive eine Teilarbeitsfähigkeit attestiert werde. Das 
formulierte Arbeitsprofil der möglichen Verweistätigkeit sei jedoch schwierig 
nachzuvollziehen. Es werde ganz klar auf eine deutlich verminderte Seh-
fähigkeit hingewiesen, was mit den bekannten ophthalmologischen Dia-
gnosen gut nachvollzogen werden könne. Schwierig werde es aber, wenn 
in der psychiatrischen Beurteilung eine Tätigkeit im handwerklichen oder im 
administrativen Bereich vorgeschlagen werde. Wie könne jemand hand-
werklich tätig sein, wenn er nicht mehr viel sehe? Er denke da auch an die 
Verletzungsgefahr der Hände etc. Gleiches gelte für den administrativen 
Bereich, der doch eine (gute) Sehfähigkeit voraussetze. Er denke da auch 
an Tätigkeiten am PC etc. Deshalb erachte er die Gesamtbeurteilung unter 
diesem Aspekt als nicht schlüssig, was auch einen Einfluss auf die IV-
Rente, die aufgrund des Gutachtens angepasst worden sei, habe. Eben-
falls störend sei die Tatsache, dass im Kontext dieses Gutachtens soziale 
und soziokulturelle Einflussfaktoren in der Bemessung der Arbeitsunfähig-
keit nicht berücksichtigt worden seien. Dies bedürfe einer Erklärung.

3.2.3 In der Stellungnahme vom 9. Januar 2024 (act. IIb 322) hielt der 
RAD-Arzt Dr. med. E.________, Praktischer Arzt und Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, fest, ophthalmologisch-gutachterlich sei darauf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 14

hingewiesen worden, dass Tätigkeiten mit erhöhtem Gefahrenpotential 
nicht geeignet seien. Insofern seien auch handwerkliche Tätigkeiten mit 
erhöhtem Gefahrenpotential, z.B. Bedienen von gefährlichen Maschinen, 
nicht geeignet. Hingegen erschienen körperlich leichte handwerkliche 
Tätigkeiten ohne erhöhtes Gefahrenpotential unter besonderer Berücksich-
tigung der Einschränkungen aus handchirurgischer Sicht mit einer Arbeits-
fähigkeit von 40 % (Arbeitsunfähigkeit von 60 %) vereinbar. Gleiches gelte 
für administrative Tätigkeiten unter Berücksichtigung der Einschränkungen 
durch die Sehbehinderung einerseits und des (Rest-) Sehvermögens ande-
rerseits (Erkennen von Schrift in Zeitungsdruckgrösse mit adäquater Nah-
korrektur, Fahreignung mit adäquater Fernkorrektur mit/bei ausreichendem 
Feld des binokularen Sehens). Gegebenenfalls könnten bei Tätigkeiten mit 
besonderen Anforderungen an das Sehvermögen entsprechende Hilfsmittel 
eingesetzt werden. Es sei angemerkt, dass es sich bei einem Visus von 
0.4/0.5 um eine mässige beidseitige Sehschädigung Ilb nach Pape bezie-
hungsweise eine leichte Sehbeeinträchtigung nach WHO handle (siehe 
Sozialmedizinische Begutachtung für die gesetzliche Rentenversicherung, 
Deutsche Rentenversicherung, 7. Auflage, S. 470) und weiter: "Bei Funkti-
onsminderungen gemäss Gruppe lIb ist vor allem eine Minderung der Ar-
beitsgeschwindigkeit bei der visuellen Kontrolle verschiedener 
Arbeitsvorgänge zu erwarten. Dies ist bei der Ausgestaltung und Einrich-
tung des Arbeitsplatzes zu berücksichtigen. Auch die Taktzeiten zum Bei-
spiel in der industriellen Produktion müssen dies mit einplanen. Ansonsten 
sollten hier keine generellen Ausschlüsse erfolgen." (siehe 
Sozialmedizinische Begutachtung für die gesetzliche Rentenversicherung, 
Deutsche Rentenversicherung, 7. Auflage, S. 472). Dem sei insofern oph-
thalmologisch-gutachterlich Rechnung getragen worden, als die 50%ige 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aufgrund der 
vorliegenden Sehdefizite mit einem erhöhten Pausen- bzw. vermehrten 
Kompensationsbedarf begründet worden sei. Aus RAD-ärztlicher Sicht 
könne insgesamt weiterhin auf die gutachterliche Einschätzung abgestellt 
werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 15

3.3

3.3.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Das Verlaufsgutachten der MEDAS vom 11. Mai 2023 (inklusive 
Teilgutachten [act. IIb 310.1 - 310.8]) erfüllt die an den Beweiswert einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 16

medizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.3.2 hiervor). 
Es ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen 
und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen 
Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben 
wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die dar-
in gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. Daran 
vermag die Einschätzung von PD Dr. med. D.________ vom 21. Oktober 
2023 (act. IIb 319/34 - 37) nichts zu ändern. Soweit darin die gutachterliche 
Gesamtbeurteilung unter Berücksichtigung der deutlich verminderten Seh-
fähigkeit und der empfohlenen Tätigkeiten im handwerklichen oder admini-
strativen Bereich als nicht schlüssig eingestuft wird, ist auf die RAD-
Stellungnahme vom 9. Januar 2024 (act. IIb 322) zu verweisen, wo 
schlüssig und überzeugend dargelegt wird, dass körperlich leichte hand-
werkliche Tätigkeiten ohne erhöhtes Gefahrenpotential unter besonderer 
Berücksichtigung der Einschränkung aus handchirurgischer Sicht mit einer 
Arbeitsfähigkeit von 40 % (Arbeitsunfähigkeit von 60 %) vereinbar sind und 
gleiches für administrative Tätigkeiten unter Berücksichtigung der Ein-
schränkungen durch die Sehbehinderung einerseits und des (Rest-
)Sehvermögens andererseits gilt. Die Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit (vgl. hierzu E. 6.2.3 und 6.5.2 hiernach) beschlägt so-
dann nicht einen medizinischen, sondern einen rechtlichen Aspekt, welcher 
nicht von den Medizinern zu beantworten ist (vgl. Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 26. Juli 2019, 9C_798/2018, E. 4.1.2). Schliesslich orien-
tierte sich die psychiatrische Sachverständige Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zu Recht nicht am bio-
psycho-sozialen Krankheitsmodell (vgl. act. IIb 310.1/19 Ziff. 4.7; vgl. Ent-
scheid des BGer vom 25. September 2019, 9C_436/2019, E. 4.2.4 mit 
Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 6 S. 426). 

4.

4.1 Da sich die Gesamtarbeitsunfähigkeit von 60 % aus einer Teiladditi-
on der somatischen und psychischen Arbeitsunfähigkeit ergibt (act. IIb 
31.1/19 Ziff. 4.7 bzw. 310.1/21 Ziff. 4.9), ist eine Indikatorenprüfung erfor-
derlich. Die klassifikatorischen Vorgaben bezüglich der diagnostizierten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 17

schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit teilweise antisozialen 
Anteilen (ICD-10 F61) und der rezidivierenden depressiven Erkrankung, 
gegenwärtig nicht aktiv (ICD-10 F33), sind eingehalten (vgl. act. IIb 
310.8/33 ff. Ziff. 6.4) und die teilweise festgestellten Diskrepan-
zen/Inkonsistenzen (act. IIb 310.1/17 f. Ziff. 4.6 und 4.6.1, 310.8/25 Ziff. 
4.3.2.3, 310.8/29 Ziff. 6.2.1) stellen auf der ersten Ebene noch keine Aus-
schlussgründe nach BGE 131 V 49 dar (vgl. E. 2.6 hiervor); die teilweise 
Aggravation ist Ausdruck der Persönlichkeitsstörung. Folglich hat auf der 
zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symme-
trische Beurteilung des tatsächlich erreichten Leistungsvermögens zu er-
folgen (vgl. E. 2.6 hiervor). 

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten 
Ätiologie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS wurde ausgeführt 
(act. IIb 310.8/32 f. Ziff. 6.4), schwere depressive Episoden seien sicher 
2005/2006, 2009 und 2019/2020 aufgetreten, welche eine Hospitalisation 
erforderten (meist mehrere hintereinander). Es seien auch Suizidversuche 
dokumentiert. Im Moment bestehe keine depressive Episode. Von der Per-
sönlichkeit her finde sich eine mittelgradige Beeinträchtigung der Identität 
mit Abhängigkeit von Zuwendung und Bestätigung, ein sehr labiler Selbst-
wert und eine labile und von äusseren Faktoren abhängige Emotionsregu-
lation. Die Selbstregulation sei mittelgradig bis schwer beeinträchtigt mit 
fast fehlender Fähigkeit, sich selber zu reflektieren. Ziele seien Mittel zum 
Zweck und dienten der Selbstwerterhöhung. Die Empathie sei schwer be-
einträchtigt, Bedürfnisse anderer könnten nicht erkannt werden, der Be-
schwerdeführer könne sich nicht abgrenzen. Das Bedürfnis nach Nähe sei 
schwer beeinträchtigt mit völliger Unfähigkeit, dies zu regulieren. Es beste-
he eine unbändige Sehnsucht nach körperlicher Nähe, es bestünden Fan-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 18

tasien von idealer Liebe mit dann tiefer emotionaler Verzweiflung bei nicht-
erfüllen der Sehnsucht nach Nähe. Die somatischen Krankheiten erlebe der 
Beschwerdeführer als Kränkung. Der Umgang vor allem mit dem Diabetes 
sei geprägt durch die narzisstische Störung. Der Beschwerdeführer be-
stimme selber, wie sein Blutzucker sei, er lasse sich nichts sagen. Teilwei-
se fänden sich selbstaggressive Tendenzen im Umgang mit somatischen 
Erkrankungen (vgl. auch act. IIb 310.8/34 f. Ziff. 7.2 zu den Funktions- und 
Fähigkeitsstörungen gemäss ICF). Es besteht somit eine nicht unwesentli-
che Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome. 

4.2.1.2 Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Gemäss dem psychiatri-
schem Teilgutachten der MEDAS bestehen eine gute Therapieadhärenz 
und eine gute Compliance (act. IIb 310.1/36 Ziff. 7.2). Der Beschwerdefüh-
rer geht alle drei Wochen zum Psychiater, nimmt einmal pro Woche Psych-
iatriespitex in Anspruch und wird mit Psychopharmaka behandelt (act. IIb 
310.8/19 Ziff. 3.2.14). Zudem haben wiederholt stationäre Aufenthalte in 
psychiatrischen Kliniken stattgefunden (vgl. act. IIb 310.2). Trotz all dieser 
Therapiebemühungen geht die psychiatrische Gutachterin davon aus, dass 
die Heilungschancen gering sind bzw. die Arbeitsfähigkeit durch medizini-
sche Massnahmen nicht wirklich verbessert werden kann (act. IIb 310.8/34 
Ziff. 7.1, 310.8/38 Ziff. 8.3.1). Folglich liegt ein fehlender Behandlungserfolg 
vor. 

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f., 
141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt ist den zahlreichen körperlichen 
Komorbiditäten (act. IIb 310.1/13 ff. Ziff. 4.2), aufgrund der von der psychia-
trischen Gutachterin geschilderten (negativen) Wechselwirkungen nament-
lich zwischen der Persönlichkeitsstörung und dem Diabetes mellitus 
(act. IIb 310.8/34 Ziff. 7.1), offenkundig eine ressourcenhemmende Wir-
kung beizumessen. 

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer eine schwere nar-
zisstische Persönlichkeitsstörung mit teilweise antisozialen Anteilen (ICD-
10 F61) diagnostiziert wurde (act. IIb 310.8/29 Ziff. 6.3.1). Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 19

psychiatrische Gutachterin hielt fest (act. IIb 310.8/33 Ziff. 6.4), vor allem 
die Persönlichkeitsstörung sei deutlich ausgeprägt und habe sich in den 
letzten Jahren eher noch verfestigt. Der Beschwerdeführer habe deutlich 
pathologische Strategien, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, welche 
dann zu Konflikten auch mit dem Gesetz führten (z.B. "Stalking", Probleme 
mit Vorgesetzten).

4.2.3 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) ist 
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zu seinem älteren Bruder eine 
enge Beziehung hat, täglich Kollegen im … trifft und sich mit ihnen unter-
hält oder … spielt; zudem lädt er seine beiden Töchter einmal pro Woche 
zum Kaffee und einmal pro Monat zum Essen ein und er pflegt gute Kon-
takte zu Kollegen, welche er in der Psychiatrie kennengelernt hat (act. IIb 
310.8/12 Ziff. 3.2.4, 310.8/15 Ziff. 3.2.9, 310.8/17 f. Ziff. 3.2.12, 310.8/36 
Ziff. 7.2). Damit hält das soziale Umfeld Ressourcen bereit. 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie "Konsistenz". Dar-
unter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303 f.).

4.3.1 Mit Blick auf die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL; act. IIb 
310.8/17 f. Ziff. 3.2.12) ist das Aktivitätenniveau in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen mehr oder weniger gleichmässig eingeschränkt (vgl. BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.). 

4.3.2 Zum behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-
nen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) kann auf das bei 
den Indikatoren Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz 
Ausgeführte verwiesen werden (vgl. E. 4.2.1.2 hiervor). 

4.4 Im Rahmen der Beweiswürdigung ergibt die Gesamtbetrachtung, 
dass die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der fehlende Be-
handlungserfolg bzw. der behandlungsanamnestisch ausgewiesene Lei-
densdruck, die körperlichen Komorbiditäten und der Komplex 
"Persönlichkeit" für eine Invalidisierung sprechen. Die mehr oder weniger 
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichba-
ren Lebensbereichen ist mit der gutachterlich attestierten Restarbeitsfähig-
keit vereinbar und auch die vorhandenen Ressourcen aus dem "Sozialen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 20

Kontext" kontrastieren nicht mit der aus psychiatrischer Sicht in einer lei-
densangepassten Tätigkeit attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit (act. IIb 
310.8/37 f. Ziff. 8.2.2 - 8.2.4). Insgesamt bestehen somit keine triftigen 
Gründe, um aus rechtlicher Perspektive von der gutachterlichen Folgenab-
schätzung abzuweichen. 

5.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 
3 IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

5.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Invaliditätsbemessung in der ange-
fochtenen Verfügung vom 13. Februar 2024 (act. IIb 325/5) bzw. im Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 27. September 2023 (act. IIb 323/5 
Ziff. 4.2 und 323/15 Ziff. 8) basierend auf dem seit jeher herangezogenen 
(vgl. act. II 112/4 Ziff. 3.5, 112/11 Ziff. 7 ff, 193/4 Ziff. 3.4, 193/10 f. Ziff. 8; 
act. IIa 262/4 Ziff. 3.4, 262/10 Ziff. 8) Status von 85 % Erwerb und 15 % 
Haushalt vorgenommen. Die Frage, ob dies korrekt ist oder ob mit Blick auf 
den Umstand, dass der alleine lebende Beschwerdeführer seit langem kei-
ne Betreuungsaufgaben mehr für seine beiden 199X und 199X geborenen 
Töchter (vgl. act. II 2/2 Ziff. 3) hat, nicht von einer Teilerwerbstätigkeit (von 
85 %) ohne Aufgabenbereich (vgl. BGE 131 V 51) – was grundsätzlich nur 
bis zum 31. Dezember 2021 zulässig war (vgl. Urteil des Verwaltungsge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 21

richts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/2023/747, E. 3.3) – auszu-
gehen wäre, kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offen blei-
ben (vgl. E. 6 hiernach). 

6.

6.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in 
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie un-
fähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28a Abs. 2 IVG; 
spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 22

werbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und In-
valideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit 
zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

6.2

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Er-
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhält-
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende 
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem 
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als So-
ziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden-
lohn (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 23

bungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel der Totalwert 
angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen 
Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte 
Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

6.2.3 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 24

Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 148 V 
174 E. 9.1 S. 188, 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 
E. 4.2). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die 
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver-
werten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 
vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen 
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 
IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4).

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist anzunehmen, wenn die zu-
mutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter 
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-
bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 
vornherein als ausgeschlossen erscheint (BGE 148 V 174 E. 9.1 S. 188; 
SVR 2022 IV Nr. 32 S. 108 E. 5.3.3).

6.3 Da der Beschwerdeführer im Oktober 2019 ein Revisionsgesuch 
gestellt hat (act. II 199) und per Oktober 2019 von einer dauerhaften Seh-
verschlechterung auszugehen ist (act. IIa 256.6/17 Ziff. 8.1.4), hat per Ok-
tober 2019 eine erste Invaliditätsbemessung zu erfolgen. Mit der Erhöhung 
der Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf 60 % per Oktober 2022 (act. IIb 
310.1/19 ff. Ziff. 4.7 - 4.9 und 4.11; act. IIb 310.8/37 f. Ziff. 8.1.4 und 8.2.5) 
liegt abermals ein Revisionsgrund vor (vgl. E. 2.7.2 hiervor), so dass per 
Oktober 2022 eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen ist. Im Fol-
genden wird die Variante Teilerwerbstätigkeit mit Aufgabenbereich darge-
stellt (vgl. E. 5.2 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 25

6.4 Für die Bestimmung der Einschränkung im Haushalt hat die Be-
schwerdegegnerin auf die Abklärungsberichte Haushalt/Erwerb vom 12. Ju-
li 2021 (act. IIa 262) und 27. September 2023 (act. IIb 323) abgestellt.

6.4.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.4.2 Die Abklärungsberichte Haushalt/Erwerb vom 12. Juli 2021 (act. IIa 
262) und 27. September 2023 (act. IIb 323) sind voll beweiskräftig, da sie 
von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und räumlichen 
Verhältnisse sowie der medizinischen Situation verfasst wurden. Sodann 
wurden die Angaben der versicherten Person berücksichtigt und die Berich-
te sind bezüglich der einzelnen Einschränkungen angemessen detailliert 
und plausibel begründet (vgl. E. 6.4.1 hiervor). Zudem bestehen keine An-
haltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsfachperson. Folglich 
besteht im Haushalt ab Oktober 2019 eine Einschränkung von 21.9 % 
(act. IIa 262/10 Ziff. 8) und ab Oktober 2022 eine solche von 23.4 % 
(act. IIb 323/15 Ziff. 8), was bei einem Status von 85 % Erwerb und 15 % 
Haushalt im häuslichen Bereich ab Oktober 2019 eine gewichtete Ein-
schränkung von 3.29 % (21.9 % x 0.15) und ab Oktober 2022 eine solche 
von 3.51 % (23.4 % x 0.15) ergibt.

6.5

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 26

6.5.1 Hinsichtlich der Bestimmung der Einschränkung im erwerblichen 
Bereich ist das hypothetische Valideneinkommen in der angestammten 
Tätigkeit als …, welches basierend auf der Rentenverfügung vom 11. Sep-
tember 2012 (act. II 139) in Anwendung von aArt. 27bis Abs. 3 lit. a IVV (in 
der vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fas-
sung) auf ein Vollpensum aufgerechnet und auf die Jahre 2019 bzw. 2022 
indexiert wurde (act. IIb 323/6 f. Ziff. 5.2), zu Recht unbestritten. Folglich ist 
per Oktober 2019 von einem Valideneinkommen von Fr. 83'893.-- und per 
Oktober 2022 von Fr. 85'090.-- auszugehen. 

6.5.2 Fraglich ist hingegen im Rahmen der Bestimmung des Invalidenein-
kommens die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (vgl. E. 6.2.3 hiervor). 
Dies ist trotz gleichzeitiger Einschränkungen der Hände und des Sehver-
mögens – jedenfalls in einem Nischenarbeitsplatz – zu bejahen. So könnte 
der Beschwerdeführer beispielsweise administrative Tätigkeiten mit ent-
sprechenden Hilfsmitteln (grössere Schriftdarstellung am Monitor etc.) ohne 
Verletzungsgefahr ausführen (Beschwerde S. 4 f. Ziff. III. Ziff. 6). So hat der 
RAD-Arzt Dr. med. E.________ in der Stellungnahme vom 9. Januar 2024 
(act. IIb 322) überzeugend und schlüssig festgehalten, administrative 
Tätigkeiten seien unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch die 
Sehbehinderung einerseits und des (Rest-) Sehvermögens andererseits 
(Erkennen von Schrift in Zeitungsdruckgrösse mit adäquater Nahkorrektur, 
Fahreignung mit adäquater Fernkorrektur mit/bei ausreichendem Feld des 
binokularen Sehens) mit einer Arbeitsfähigkeit von 40 % (Arbeitsunfähigkeit 
von 60 %) vereinbar; gegebenenfalls könnten bei Tätigkeiten mit besonde-
ren Anforderungen an das Sehvermögen entsprechende Hilfsmittel einge-
setzt werden. Dass der Beschwerdeführer eine entsprechende Tätigkeit 
"bis heute nicht finden" konnte (Beschwerde S. 5 Ziff. III. Ziff. 7), ist irrele-
vant, da dies den tatsächlichen und nicht den ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
betrifft (vgl. E. 6.2.3 hiervor). Die Behauptung, wonach das Halten leichter 
Gegenstände praktisch kaum mehr möglich sein soll (Beschwerde S. 6 Ziff. 
III Ziff. 8), widerspricht dem handchirurgischen Teilgutachten des Dr. med. 
G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates sowie für Handchirurgie. Gegenüber dem Gutachter 
äusserte der Beschwerdeführer keine solche Limitation (act. IIb 310.7/8 f. 
Ziff. 3.2.1) und der Gutachter hielt fest, es bestehe eine Limitation beider 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 27

Hände, rechts stärker als links mit insbesondere einer taktilen und senso-
motorischen Einschränkung. Zudem bestehe ebenfalls vor allem auf der 
rechten Seite eine motorische Einschränkung von Handgelenk und Fingern 
(act. IIb 310.7/19 Ziff. 7.2). Eine optimal angepasste Tätigkeit entspreche 
nur einer geringen Belastung und Einsatz beider Hände (act. IIb 310.7/25 
Ziff. 8.2.1). 

Die Beschwerdegegnerin ging somit zulässigerweise von einer Restarbeits-
fähigkeit von 50 % bzw. 40 % aus. Im Gutachten der MEDAS vom 11. Mai 
2023 (act. IIb 310.1/20 Ziff. 4.7) wurde festgehalten, dass die Arbeitsun-
fähigkeitsbemessungen bis 2022 nachvollziehbar seien, was bedeutet, 
dass die gemäss dem Gutachten der MEDAS vom 21. Dezember 2020 
(inklusive Teilgutachten [act. IIa] 256.1 - 256.7, 257) in der bisherigen und 
in einer angepassten Tätigkeit attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit bzw. -
unfähigkeit im Zeitpunkt der ersten Invaliditätsbemessung per Oktober 
2019 Gültigkeit hatte (act. IIa 256.1/15 ff. Ziff. 4.7 f.), wobei die bisherige 
Tätigkeit als … in einem … als optimal angepasste Tätigkeit eingestuft 
wurde. Die 40%ige Arbeitsfähigkeit ab Oktober 2022 ergibt sich aus dem 
Gutachten der MEDAS vom 11. Mai 2023 (act. IIb 310.1/19 ff. Ziff. 4.7 - 4.9 
und 4.11; act. IIb 310.8/37 f. Ziff. 8.1.4 und 8.2.5). 

6.5.3 Da der Beschwerdeführer im Oktober 2019 mit der Tätigkeit in ei-
nem 50 %-Pensum als … im H.________ seine Restarbeitsfähigkeit opti-
mal ausgenutzt hat, hat die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des 
Invalideneinkommens per Oktober 2019 zu Recht auf das in dieser Tätig-
keit effektiv erzielte Einkommen im Betrag von Fr. 31'423.-- abgestellt (ba-
sierend auf dem Lohn im Jahr 2015 [act. II 189/2 Ziff. 2] mit Indexierung auf 
das Jahr 2019 [act. IIb 323/6 Ziff. 5.2]).

Ab Oktober 2022 war die bisherige Tätigkeit als … in einem … nicht mehr 
zumutbar und gleichzeitig erhöhte sich die Arbeitsunfähigkeit in einer lei-
densangepassten Tätigkeit von 50 % auf 60 % (act. IIb 310.1/19 ff. Ziff. 4.7 
- 4.9). Folglich ist das Invalideneinkommen ab Oktober 2022 anhand statis-
tischer Werte zu bestimmen. Auszugehen ist von den LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Total, Männer, Kompetenzniveau 1, im Betrag von 
Fr. 5'261.-- monatlich bzw. Fr. 63'132.-- jährlich. Indexiert auf das Jahr 
2022 resultiert ein Betrag von Fr. 63'377.-- (Tabelle T1.1.15 Nominallohnin-

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dex, Männer, 2016 - 2022, Total, Jahr 2020: Index 103.2 Punkte, Jahr 
2022: Index 103.6 Punkte). Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2022 von 41.7 Stunden (Tabelle 
T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun-
gen, in Stunden pro Woche) resultiert ein Betrag von Fr. 66'071.-- 
(Fr. 63'377.-- / 40 h x 41.7 h). Die Beschwerdegegnerin gewährte einen 
pauschalen Teilzeitabzug von 10 % (act. IIb 323/7 Ziff. 5.2), wobei aArt. 
26bis Abs. 3 IVV (in der vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 gültig 
gewesenen Fassung), wonach vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 
Teilzeitarbeit abgezogen werden, wenn die versicherte Person aufgrund 
ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 
49 Abs. 1bis IVV (in Kraft seit 1. Januar 2022) von 50 % oder weniger tätig 
sein kann, intertemporalrechtlich nicht anwendbar ist (vgl. E. 2.1 hiervor 
sowie auch das IV-Rundschreiben Nr. 432 des BSV vom 9. November 
2023). Selbst bei einem altrechtlichen Maximalabzug von 25 % (vgl. 
E. 6.2.2 hiervor) würde kein Anspruch auf eine ganze Rente resultieren 
(vgl. E. 6.6 hiernach). Das Invalideneinkommen beträgt per Oktober 2022 
unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 40 % und bei einem 
25%igen Abzug (mindestens) Fr. 19'821.-- (Fr. 66'071.-- x 0.4 x 0.75).

6.5.4 Somit ergibt die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkom-
men per Oktober 2019 eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 
62.54 % ([Fr. 83'893.-- - Fr. 31'423.--] / Fr. 83'893.-- x 100) und per Oktober 
2022 von maximal 76.71 % ([Fr. 85'090.-- - Fr. 19'821.--] / Fr. 85'090.-- x 
100), womit bei einem Status von 85 % Erwerb und 15 % Haushalt im er-
werblichen Bereich per Oktober 2019 eine gewichtete Einschränkung von 
53.16 % (62.54 % x 0.85) und per Oktober 2022 eine solche von höchstens 
65.20 % (76.71 % x 0.85) resultiert. 

6.6 Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung per Okto-
ber 2019 einen Invaliditätsgrad von gerundet 56 % (53.16 % [Erwerb] + 
3.29 % [Haushalt] = 56.45 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1) und per Oktober 
2022 ein solcher von gerundet maximal 69 % (65.20 % [Erwerb] + 3.51 % 
[Haushalt] = 68.71 %). Somit hat der Beschwerdeführer ab Oktober 2019 
weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente, welche die Beschwerdegegnerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 29

in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV, wonach bei einer Verschlechterung 
der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen, die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen ist, 
sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, 
zu Recht per 1. Januar 2023 auf eine Dreiviertelsrente erhöht hat. 

Das gleiche Ergebnis würde resultieren, wenn beim Beschwerdeführer von 
einer Teilerwerbstätigkeit ohne Aufgabenbereich ausgegangen würde (vgl. 
E. 5.2 hiervor), da die gewichtete Einschränkung im erwerblichen Bereich 
per Oktober 2019 53.16 % bzw. gerundet 53 % und per Oktober 2022 
65.20 % bzw. gerundet maximal 65 % beträgt (vgl. E. 6.5.4 hiervor). 

6.7 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit dar-
auf einzutreten ist. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2024, IV/24/211, Seite 30

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.