# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99abd1b5-9f88-583d-a29d-20c744b9672c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.06.2019 200 2019 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-113_2019-06-20.pdf

## Full Text

200 19 113 IV
ACT/ISD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Juni 2019

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch B.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Januar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/19/113, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der im Dezember 1999 geborene A.________ (Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) bezog nach der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) vom August 2004 (Akten der 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1) 
Leistungen (heilpädagogische Früherziehung [AB 5, 7], Sonderschulmass-
nahmen im Externat [AB 9, 11], Behandlung des Geburtsgebrechens 
Ziff. 405 des Anhangs der Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Ge-
burtsgebrechen [GgV; SR 831.232.21], namentlich Ergotherapie [AB 25, 
29], Psychotherapie für ein Jahr [AB 46]).

Im Mai 2015 (AB 47) reichte die Sprachheilschule des Versicherten ein 
Gesuch um Berufsberatung und Durchführung beruflicher Abklärungen ein. 
Nach Abklärungen gewährte die IVB mit Mitteilung vom 28. März 2017 
(AB 73) namentlich eine erstmalige berufliche Ausbildung mit Coaching 
vom 1. August 2017 bis 31. Juli 2018 für die Ausbildung „…PrA“. Die beruf-
liche Massnahme wurde indes per 23. März 2018 abgebrochen (AB 105). 
Nachdem die Eltern des Versicherten mit Schreiben vom 23. Mai 2018 
(AB 113) um die Fortsetzung resp. Wiederaufnahme der Ausbildung ersuch 
hatten, veranlasste die Beschwerdegegnerin vom 13. August bis 11. No-
vember 2018 eine Abklärung der Ausbildungsfähigkeit durch die Stiftung 
D.________ (AB 153); den Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen 
wies sie – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 152, 157) – mit 
Verfügung vom 9. Januar 2019 ab (AB 163).

B.

Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen Vater bzw. 
Beistand und durch Rechtsanwalt Dr. C.________, mit Eingabe vom 8. Fe-
bruar 2019 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Januar 2019 sei aufzu-
heben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/19/113, Seite 3

2. Es seien dem Beschwerdeführer berufliche Eingliederungsmassnahmen 
zu gewähren.

3. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuhalten, weitere Abklärun-
gen, insbesondere in medizinischer Hinsicht, vorzunehmen.

4. Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unent-
geltliche Rechtspflege bzw. die unentgeltliche Verbeiständung zu ge-
währen und ihm der Unterzeichnende als unentgeltlicher Anwalt beizu-
ordnen. 
Unter Kosten- bzw. Entschädigungsfolgen

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2019 schloss die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 6. März 2019 wurde das 
Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege bezüglich 
die Prozesskosten abgewiesen; über das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung werde im Endentscheid befunden.

Mit Eingabe vom 10. April 2019 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Unterlagen ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Januar 2019 
(AB 163). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnah-
men. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Vorab ist in formeller Hinsicht eine allfällige Verletzung des rechtlichen 
Gehörs zu prüfen. In diesem Zusammenhang wird eine unzureichende Be-
gründung der angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2019 (AB 163) gel-
tend gemacht (Beschwerde, S. 4 f., Ziff. 1).

2.1 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Sie soll ver-
hindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und 
den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 
anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als 
auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein 
Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 
auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass 
sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 

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rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 
I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 
E. 5).

2.2 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-
fügung hinreichend begründet dargelegt, dass aus ihrer Sicht gestützt auf 
die getätigten Abklärungen, namentlich die Versuche einer Ausbildung auf 
Niveau PrA im geschützten Rahmen mit spezifischer Unterstützung, eine 
Ausbildungsfähigkeit zu verneinen ist (vgl. AB 163 S. 1). Inwieweit unter 
diesen Umständen eine sachgerechte Anfechtung der streitbetroffenen 
Verfügung nicht oder nur erschwert möglich gewesen sein soll, ist nicht 
ersichtlich, zumal die Verwaltung ihre Begründung auf die für den Ent-
scheid wesentlichen Punkte beschränken durfte und sich nicht mit jedem 
Einwand auseinanderzusetzen brauchte (vgl. E. 2.1 hiervor). Dem Be-
schwerdeführer war es denn auch ohne weiteres möglich, gestützt auf die 
Verfügung eine ausführlich begründete Beschwerde einzureichen. Eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs resp. der Begründungspflicht liegt somit 
nicht vor.

3.

3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe).

Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz keinen 
Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen gewährt 
werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmassnahmen 
unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 

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Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben den dort 
ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendig-
keit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im enge-
ren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu 
genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten tatsächli-
chen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen 
Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hinsichtlich der 
Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die 
sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessen-
heit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes Mass an 
Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss gewährleistet sein, 
dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewis-
sen Dauer ist; des Weitern muss der zu erwartende Erfolg in einem ver-
nünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmass-
nahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch 
zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 S. 526).

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili-
gen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, 
nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh-
ren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so 
weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist (BGE 142 V 523 E. 6.3 S. 535).

3.2 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2019 (AB 163 S. 1) wurde 
nicht ein konkreter Anspruch, etwa auf eine erstmalige berufliche Ausbil-
dung, abgewiesen, sondern insgesamt der Anspruch auf (weitere) berufli-
che Massnahmen verneint, da aus gesundheitlichen Gründen keine Ausbil-
dungsfähigkeit gegeben sei.

4.1 Zum Verlauf der beruflichen Massnahmen ist den Akten zu entneh-
men, dass die im August 2017 begonnene Ausbildung als … PrA in der 
Fachrichtung … (vgl. AB 72 S. 2) im März 2018 abgebrochen wurde 
(AB 107 S. 2). Im Bericht der Stiftung D.________ vom 9. April 2018 
(AB 107 S. 3) wurde in diesem Zusammenhang festgehalten, die Ausbil-
dungsfähigkeit sei gemäss den Einschätzungen des Ausbildners und des 
Coaches grundsätzlich gegeben, jedoch bestehe im Moment keine Ausbil-
dungsreife. Für den Beschwerdeführer sei es schwierig gewesen, grundle-

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gende Regeln einzuhalten, und er habe einen sehr hohen Betreuungsauf-
wand benötigt. Im Hinblick auf eine Wiederaufnahme der Ausbildung for-
mulierte die Stiftung D.________ in der E-Mail vom 21. Juni 2018 Voraus-
setzungen (AB 116), welche in die Zielvereinbarung vom 22. Juni 2018 
(AB 115) betreffend Abklärung der Ausbildungsfähigkeit übernommen wur-
den. Nachdem zwischen dem 13. August und 11. November 2018 die Ab-
klärung durchgeführt worden war (AB 153 S. 2), beurteilte die Stiftung 
D.________ die vereinbarten Ziele zum grössten Teil als nicht erreicht. 
Aufgrund der Unfähigkeit, sich an die nötigen Arbeitsabläufe zu halten, und 
der Tatsache, dass diesbezüglich während des Abklärungszeitraumes kei-
ne Fortschritte erzielt worden seien, sei die Ausbildungsfähigkeit sowie die 
Vermittelbarkeit im ersten Arbeitsmarkt zu verneinen (AB 153 S. 3 f.).

4.2

4.2.1 Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 9. Ja-
nuar 2019 (AB 163) lag in medizinischer Hinsicht einzig der Bericht von 
Dr. med. E.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -
psychotherapie, vom 21. November 2018 (AB 154 S. 2) vor. Darin wurde 
Folgendes diagnostiziert:

„Dg: Störung aus dem autistischen Spektrum ICD-10: F84.0
Entwicklungsverzögerung mit Betonung im Bereich des Sprachverständnisses 
und der Sprachproduktion
Lern- und Aufmerksamkeitsstörung“

Der Beschwerdeführer sei affektiv und sozial recht gut nachgereift. Die Art 
des Leistungsverhaltens wirke nicht autismusspezifisch. Es sei unklar, ob 
es an Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten oder an Wahrneh-
mungs- und Lernstörungen liege. Daher sei eine neuropsychologische Ab-
klärung indiziert.

4.2.2 Eine entsprechende neuropsychologische Abklärung liess die Be-
schwerdegegnerin in der Folge im Rahmen einer arbeitsmarktlich-
medizinischen Abklärung (AMA) durchführen (Auftrag: AB 161).

Dem Bericht über die neuropsychologische Abklärung von Dr. phil. 
F.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom 21. Februar 
2019 (Beschwerdebeilage [BB] 3 S. 33 ff.) sind die Diagnosen frühkindli-

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cher Autismus (ICD-10 F84.0), Verdacht auf Lernbehinderung (Differential-
diagnose: Minderintelligenz) und Spracherwerbsstörung zu entnehmen. 
Entsprechend den aktuellen Resultaten könne aus rein kognitiv-neuropsy-
chologischer Sicht das Scheitern der INSOS-Ausbildung nicht erklärt wer-
den. Eine Ausbildung auf INSOS-Niveau in einem handwerklich-
ausführenden Bereich sollte eigentlich gut möglich sein, allerdings unter 
der Voraussetzung, dass ausreichend auf die sprachlichen Einschränkun-
gen Rücksicht genommen werde. Inwiefern beim Scheitern der Ausbildung 
auch weitere autismusspezifische Faktoren (Verhalten, soziale Kognition) 
eine Rolle gespielt hätten, könne nicht beurteilt werden (S. 36). Der Be-
schwerdeführer sei auf eine Tätigkeit angewiesen, in welcher er handwerk-
liche Routinetätigkeiten ohne planerische Anforderungen ausführen könne, 
wobei er wegen seiner Sprachproblematik dringend auf eine intensive und 
verlängerte Einarbeitungszeit angewiesen sei. Dies dürfte auf INSOS-
Niveau gut möglich sein. Die Leistungsfähigkeit sollte im Vergleich zu un-
gelernten Arbeitern ohne kognitive Einschränkungen zwischen 50 und 
80 % liegen; das genaue Ausmass hänge dabei von der konkret gewählten 
Tätigkeit ab (S. 37).

Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt 
im medizinischen Teil des Abklärungsberichts AMA vom 5. April 2019 
(BB 3 S. 15 ff.) zum Zumutbarkeitsprofil fest, der Beschwerdeführer sei auf 
eine Tätigkeit angewiesen, in welcher er handwerkliche Routinetätigkeiten 
ohne planerische Anforderungen ausführen könne, wobei er wegen seiner 
Sprachproblematik dringend auf eine intensive und verlängerte Einarbei-
tungszeit angewiesen sei. In einem geschützten Rahmen sei grundsätzlich 
ein 100 %-Pensum zumutbar. Eine Ausbildung auf INSOS-Niveau in einem 
handwerklich-ausführenden Bereich sollte eigentlich möglich sein, aller-
dings unter der Voraussetzung, dass ausreichend auf die sprachlichen Ein-
schränkungen Rücksicht genommen werde (S. 21).

4.3 Sowohl die neuropsychologische Abklärung (Bericht vom 21. Fe-
bruar 2019; BB 3 S. 33 ff.) als auch die AMA (Bericht vom 5. April 2019; 
BB 3 S. 1 ff.) wurden nach der angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 
2019 (AB 163; zum in zeitlicher Hinsicht massgeblichen Sachverhalt vgl. 
BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) durchgeführt. Die-

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se Abklärungen lassen jedoch Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Ab-
schlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende medizinische Situation 
zu, weshalb sie vorliegend zu berücksichtigen sind (SVR 2008 IV Nr. 8 
S. 25 E. 3.4). Andernfalls wäre im Übrigen die Sache mangels hinreichen-
der medizinischer und neuropsychologischer Abklärungen an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen gewesen (vgl. gleich anschliessend).

Im medizinischen Teil des Abklärungsberichts AMA (BB 3 S. 15 ff.) wurde 
die Ausbildungsfähigkeit gestützt auf die Vorakten (Anamnese; BB 3 
S. 16 ff.), die stattgehabten beruflichen Abklärungen (BB 3 S. 5 ff.), die sub-
jektiven Angaben des Beschwerdeführers (BB 3 S. 4 und 15) schlüssig 
begründet bejaht (S. 21). Dasselbe ergibt sich zumindest sinngemäss auch 
aus dem Bericht vom 21. Februar 2019 (BB 3 S. 36 f.) zur neuropsycholo-
gischen Abklärung, in dem eine Ausbildung auf INSOS-Niveau in einem 
handwerklich-ausführenden Bereich als gut möglich eingestuft wurde. Die-
se Einschätzungen einer grundsätzlich bestehenden Ausbildungsfähigkeit 
vermögen zu überzeugen (vgl. E. 3.1 hiervor), sodass darauf abzustellen 
ist. Nicht zu überzeugen vermag demgegenüber, wenn die Beschwerde-
gegnerin letztlich einzig gestützt auf das – aus medizinischer Sicht nicht 
erklärbare – Scheitern im Bereich ... die Ausbildungsfähigkeit in genereller 
Hinsicht verneinte.

4.4 Nach dem Dargelegten kann die Ausbildungsfähigkeit nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429 f., 138 V 
218 E. 6 S. 221) im Gesamten verneint werden, weshalb grundsätzlich wei-
terhin Anspruch auf berufliche Massnahmen besteht. In Gutheissung der 
Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 9. Januar 2019 (AB 163) 
daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen, damit sie prüfe respektive abkläre, ob und gegebenenfalls welche 
Massnahmen konkret in Betracht fallen und anschliessend neu verfüge.

In diesem Zusammenhang ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, 
dass er nicht Anspruch darauf hat, sich entsprechend seinem wiederholt 
geäusserten Wunsch (vgl. etwa Bericht des Coaches vom 13. Juni 2018, 
AB 121 S. 2) im Bereich der ... ausbilden zu lassen; der Eingliederungsan-
spruch erstreckt sich lediglich auf angemessene, notwendige Massnah-
men, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/19/113, Seite 11

Vorkehren (vgl. E. 3.1 hiervor) bzw. den gehegten Traumberuf. Diesen zu 
ermöglichen ist nicht Aufgabe der Invalidenversicherung. Der Beschwerde-
führer wie sein betreuendes Umfeld werden deshalb eingedenk des Grund-
satzes der Schadenminderungspflicht in Zukunft ihr Verhalten danach zu 
richten haben (vgl. AB 157). 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist 
dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzu-
erstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Entsprechend der angemes-
senen Honorarnote von Rechtsanwalt Dr. C.________ vom 18. März 2019 
(in den Gerichtsakten) sind die von der Beschwerdegegnerin dem Be-
schwerdeführer zu ersetzenden Parteikosten auf Fr. 2‘692.50 (inkl. Ausla-
gen und MWSt.) festzusetzen.

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführer auf die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht angewiesen und das 
entsprechende Gesuch soweit noch nicht beurteilt abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/19/113, Seite 12

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 9. Januar 2019 aufgehoben und die Sache an die 
Verwaltung zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen ver-
fahre und neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘692.50 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um Beiordnung von Rechtsan-
walt Dr. C.________ als amtlicher Anwalt wird vom Geschäftsver-
zeichnis abgeschrieben

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.