# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85e295a4-d1f5-59e6-8304-d32577fd736b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 E-3876/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3876-2011_2011-10-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­3876/2011

U r t e i l   v om   5 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richter Walter Lang, Richter Walter Stöckli; 
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea,  
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren); Verfügung des BFM vom 1. Juli 2011 / 
N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  Eritreer  aus  B._______,  bei  der 
schweizerischen Botschaft in C._______/D._______ am 3. Februar 2011 
ein  Asylgesuch  im  Sinne  von  Art.  19  ff.  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  einreichte  und  unter  anderem  um 
Einreisebewilligung  zwecks  Durchführung  eines  ordentlichen 
Asylverfahrens in der Schweiz ersuchte, 

dass  dem  in  der Schweiz wohnhaften  (…) des Beschwerdeführers  vom 
BFM  am  4.  April  2011  mitgeteilt  wurde,  das  Asylgesuch  könne  nicht 
weiterbehandelt werden, weil die (…), 

dass  der  Beschwerdeführer  am  29.  April  2011  unter  Umgehung  der 
Grenzkontrolle  in  die Schweiz  einreiste  und  gleichentags  im Empfangs­ 
und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nachsuchte,

dass  ein  Fingerabdruckvergleich  mit  der  Eurodac­Datenbank  vom  29. 
April  2011  ergab,  dass  er  am  28.  März  2011  in  F._______/Italien  ein 
Asylgesuch  eingereicht  hatte  und  in  diesem  Zusammenhang 
erkennungsdienstlich erfasst worden war,

dass  am  15.  Mai  2011  im  EVZ  eine  summarische  Befragung  des 
Beschwerdeführers stattfand, bei welcher der Beschwerdeführer geltend 
machte,  wegen  des  langen  Militärdienstes  und  seiner  schlechten 
finanziellen Situation aus Eritrea geflüchtet zu sein,

dass  ihm weiter  das  rechtliche Gehör  zu  einer möglichen  Zuständigkeit 
Italiens  für  das  vorliegende  Verfahren  sowie  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung dorthin gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  dabei  auf  die  dort  fehlende  Wohn­  und 
Arbeitsmöglichkeit hinwies, 

dass das BFM mit Verfügung vom 1. Juli 2011 – eröffnet am 4. Juli 2011 
– in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung nach  Italien sowie 
den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den 
Kanton  G._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu 
vollziehen,  weiter  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  diese 

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Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem 
Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis 
aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  es  habe 
gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  und  einen  Eurodac­
Treffer an Italien ein Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers im 
Sinne  von  Art. 16  Abs.  1  Bst. c  der  Verordnung  (EG) Nr. 343/2003  des 
Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren 
zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags 
zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem 
Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin­II­VO), gestellt, 

dass Italien innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet habe, wes­
halb gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO die Zuständigkeit  für 
die Durchführung des Asylverfahrens auf Italien übergegangen sei,

dass  somit  Italien  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember 
2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik 
Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und 
Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags 
(Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in 
Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr. 
1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit 
Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  9.  Dezember  2011  zu 
erfolgen habe,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des 
rechtlichen  Gehörs  geltend  gemachten  Gründe  praxisgemäss  nicht 
geeignet seien, seine Rückführung nach Italien zu verhindern,

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dass  er  namentlich  die  italienischen  Behörden  um  Schutz  ersuchen 
könne  und  die  Arbeitsmarktbelange  keine  Wegweisungshindernisse 
darstellen würden,

dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei, 

dass  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  die  Regelfolge  des 
Nichteintretens auf ein Asylgesuch sei (Art. 44 Abs. 1 AsylG), 

dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­
Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im 
Falle  einer  Rückführung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  bestehen 
und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe gegen die 
Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen würden,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Juli 2011  (Eingabe und 
Poststempel)  gegen  die  Verfügung  des  BFM  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess, 
diese sei aufzuheben, die Sache sei zwecks Neubeurteilung an das BFM 
zurückzuweisen  und  das  Amt  sei  anzuweisen,  auf  das  vorliegende 
Asylgesuch einzutreten, 

dass  er  in  formeller  Hinsicht  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  die 
Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung,  die  Anweisung  an  die 
Vollzugsbehörde, bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts von 
einer  Überstellung  nach  Italien  abzusehen,  sowie  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses beantragte, 

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit 
entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf 
einzugehen ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der  Wegweisung 
gestützt  auf Art.  56  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) mit Telefax vom 11. Juli 
2011 vorsorglich aussetzte, 

dass die Instruktionsrichterin am 13. Juli 2011 dem BFM – unter Hinweis 
auf die Ausführungen auf Seiten 2 bis 4 der Beschwerde – die Vorinstanz 
zur  Vernehmlassung  aufforderte,  und  diese  ihre  Stellungnahme  am 
26. Juli 2011 einreichte,

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dass dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung mit Zwischenverfügung 
vom 2. August 2011 zur Replik zugestellt wurde und er dazu fristgerecht 
replizierte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM   ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheides stellen,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  gestützt  auf  die  einleitenden  Bestimmungen  sowie  Art.  1  Abs.  1 
DAA   i.V.m.  Art.  29a  Abs.  1  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen 
(AsylV  1)  die  Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur 
Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der Dublin­II­VO zu 
erfolgen hat,

dass  sich  aufgrund  der  Akten  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
28. März  2011  in  F._______/Italien  daktyloskopisch  erfasst  wurde  und 
gleichzeitig dort ein Asylgesuch gestellt hat,

dass hinsichtlich des Einwandes des Beschwerdeführers, die Schweiz sei 
für die Prüfung seines Asylgesuchs zuständig, weil er bereits ein solches 
bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  C._______  eingereicht  habe, 
festzuhalten  ist,  dass  gestützt  auf  Art.  3  Abs.  1  Dublin­II­VO  die 
Mitgliedstaaten  diejenigen  Asylanträge  zu  prüfen  haben,  welche  an  der 
Grenze oder im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates gestellt worden sind, 

dass somit das vom Beschwerdeführer am 29. April 2011 in der Schweiz 
gestellte Asylgesuch zu prüfen  ist, weil das am 3. Februar 2011 bei der 
Schweizerischen Botschaft in C._______ eingereichte Asylgesuch weder 
– wie  von  der  Dublin­II­VO  gefordert  –  an  der  Grenze  noch  im 
Hoheitsgebiet  der  Schweiz,  sondern  vielmehr  in  D._______  eingereicht 
worden ist,

dass  nämlich  die  Räumlichkeiten  von  ausländischen  Vertretungen  in 
einem  Land  gemäss  geltendem  Völkerrecht  zwar  Immunität  geniessen, 
indessen  nicht  als  Hoheitsgebiet  des  entsendenden  Landes  gelten, 
sondern  trotz  der  Immunität  unter  das  Hoheitsgebiet  des  Gastlandes 
fallen  (vgl.  dazu  KNUT  IPSEN,  Völkerrecht,  4.  Auflage,  München  1999, 

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S. 504  Rn.  69;  STEPHAN  HOBE/OTTO  KIMMINICH,  Einführung  in  das 
Völkerrecht, 9. Auflage, Tübingen 2008, S. 315),

dass  folglich  die  Schweizerische  Botschaft  in  C._______  zwar  zu 
damaliger  Zeit  Immunität  genoss  und  beispielsweise  von  Vertretern 
D._______  nur  mit  Zustimmung  des  Schweizerischen  Botschafters 
betreten werden durfte, aber nicht als Hoheitsgebiet der Schweiz galt,

dass mit Bezug auf diese Regelung nicht angenommen werden kann, es 
sei beabsichtigt worden, den Vertretungen im Ausland in der Dublin­II­VO 
einen  anderen  Status  zuzuerkennen  und  sie  beispielsweise  als 
Hoheitsgebiet des entsendenden Staates zu betrachten,

dass  infolgedessen  –  entgegen  der  in  der  Beschwerde  vertretenen 
Meinung  –  der  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  gestellte  Asylantrag 
nicht unter die Norm des Art. 5 Abs. 2 Dublin­II­VO fällt, weil er weder an 
der Grenze der Schweiz noch in deren Hoheitsgebiet erfolgt ist, weshalb 
bei der Beurteilung, welcher Staat gemäss der Dublin­II­VO zur Prüfung 
des  Asylgesuchs  zuständig  ist,  das  in  der  Schweiz  am  29.  April  2011 
eingereichte Asylgesuch als erstes Asylgesuch im Sinne von Art. 5 Ziff. 2 
Dublin­II­VO gilt,

dass  im  Übrigen  das  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  gestellte 
Asylgesuch  des Beschwerdeführers mit  dessen Einreise  in  die Schweiz 
nicht mehr  als Gesuch  aus  dem Ausland  zu  betrachten  ist,  da  sich  der 
Beschwerdeführer nicht mehr im Ausland befindet,

dass dieses infolge des in der Schweiz erneut gestellten Asylgesuchs am 
29. April 2011 vom BFM abzuschreiben wäre,

dass sich die Vorinstanz – selbst wenn erst auf Vernehmlassungsstufe – 
zum  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  auf  der  Schweizer  Botschaft 
äusserte  und  zu  Recht  ausführte,  dass  die  Schweiz  zur  Prüfung  des 
Asylgesuchs nur dann zuständig gewesen wäre, wenn die Einreise in die 
Schweiz bewilligt worden wäre, was jedoch vorliegend nicht der Fall sei,

dass  jedoch  der  Hinweis  in  der  Vernehmlassung  auf  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­1121/2011  vom  9.  März  2011  –  wie  dies 
zutreffend in der Replik gerügt wird – nicht geeignet ist, um zu illustrieren, 
weshalb vorliegend die Zuständigkeit der Schweiz verneint wurde, wurde 
doch  in  jenem  Fall  gestützt  auf  Art.  9  Abs.  2  Dublin­II­VO  die 
Zuständigkeit eines anderen Landes verfügt, 

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dass das BFM am 25. Mai 2011 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin­
II­VO  an  Italien  ein  Ersuchen  um  Wiederaufnahme  ("take  back")  des 
Beschwerdeführers gestellt hat, 

dass  dieses  bis  zum  Ablauf  des  festgelegten  Frist  unbeantwortet 
geblieben  ist  und  demnach  die  Zuständigkeit  für  das  vorliegende 
Verfahren durch Italien als akzeptiert gilt, 

dass der Beschwerdeführer nach Italien ausreisen kann, welches für die 
Prüfung  seines  Asylantrags,  allenfalls  seiner  Beschwerde 
staatsverträglich zuständig ist, 

dass folglich die in der Beschwerde vertretene Auffassung, die Vorinstanz 
müsse auf das Asylgesuch eintreten, nicht zu überzeugen vermag, 

dass  vorliegend  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  einen  Selbsteintritt 
gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO nahe  legen, da Italien unter anderem 
Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens 
vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 
0.105)  ist  und  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  Italien  würde 
sich nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen, insbesondere an 
das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK, 
halten,

dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik 
steht, in den Aufenthalts­ und Verfahrensbedingungen für Personen, wel­
che  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  aber 
insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist, 

dass  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  Dublin­Rückkeh­
rende  und  verletzliche  Personen,  zu  welchen  der  Beschwerdeführer 
jedoch  nicht  gehört,  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen 
Behörden bevorzugt behandelt werden und sich – neben den staatlichen 
Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung 
von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem  1. 
Januar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) 
organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung 
anbietet, 

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dass daher nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer, der 
keine  Probleme  mit  dem  italienischen  System  geltend  machte,  in 
unwürdigen Umständen auf der Strasse leben müsste, 

dass auch der Umstand, dass sich ein Bruder des Beschwerdeführers in 
der  Schweiz  befindet  und  Asyl  erhalten  hat,  kein  Hindernis  für  die 
Überstellung im Rahmen eines Dublin­Verfahrens darstellt,

dass  der  (…)  Beschwerdeführer  volljährig  ist  und  den  Akten  keine 
Hinweise  zu  entnehmen  sind,  es  bestehe  ein  besonderes 
Abhängigkeitsverhältnis zu (…), von dem er seit Langem getrennt lebte, 

dass im Übrigen (…) nicht unter "Familienangehörige" im Sinne von Art. 2 
Bst. i Dublin­II­VO gehören, 

dass  vorliegend  somit  keine  humanitären  Gründe  zwingend  für  eine 
Zuständigkeit  der  Schweiz  zur  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens sprechen,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  zurzeit  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9 
S. 733  mit  weiteren  Hinweisen,  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  nach 
Hindernissen  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits 
Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides  ist  (vgl. BVGE E­5644/2009  vom 31. August 
2010  E. 10.2  S.  645)  und  allfällige  völkerrechtliche  und  humanitäre 

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Vollzugshindernisse  im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der 
sogenannten Souveränitätsklausel  (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO  i.V.m. Art. 
29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 
1999  [AsylV1],  SR 142.311)  zu  prüfen  sind,  weshalb  kein  Raum  für 
Ersatzmassnahmen  im Sinne von Art. 44 Abs. 2  i.V.m. Art.  83 Abs. 1­4 
AuG) besteht,

dass  das  BFM  demnach  den  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Italien  zu 
Recht angeordnet hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  die  Anträge,  der  Beschwerde  die  sei  aufschiebende  Wirkung 
gemäss Art. 107a AsylG zu erteilen und es sei dem Beschwerdeführer zu 
gestatten,  sich  während  der  Hängigkeit  des  Asylverfahrens  in  der 
Schweiz  aufzuhalten,  mit  dem  direkten  Entscheid  in  der  Hauptsache 
gegenstandslos werden,

dass  der  am 11.  Juli  2011  verfügte Vollzugsstopp  und  das Gesuch  um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit  vorliegendem 
Entscheid in der Hauptsache hinfällig werden,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. 
a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG) wären,

dass  angesichts  des  Umstandes,  dass  das  BFM  das  Stellen  des 
Asylgesuchs bei der Schweizer Botschaft in C._______ und die Existenz 
(…)  mit  Asyl  in  der  Schweiz,  obschon  beides  aktenkundig,  in  seiner 
Verfügung  vom  1.  Juli  2011  weder  würdigte  noch  zumindest  im 
Sachverhalt erwähnte, die Aussichtslosigkeit der Beschwerde somit nicht 
offensichtlich war,

dass  zudem  aufgrund  der  Aktenlage  von  der  Bedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers auszugehen ist, weshalb das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege gutzuheissen ist, 

E­3876/2011

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dass daher keine Kosten zu erheben sind (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. 

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

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