# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18a3388b-e93c-58a1-8f8f-25b7c6b99922
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 2000 3370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-2000-3370_nodate.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 3370 

 

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143.5) nebst dem Absender, dem Datum der Beschlussfassung und 
der Unterschrift insbesondere eine kurze Begründung unter Angabe 
der angewendeten Vorschriften und eine Rechtsmittelbelehrung zu 
enthalten. Diesen Anforderungen genügte die Rechnung vom 17. Juli 
1995 in keiner Weise. Die Gläubigerin hat weder für die dritte Tranche 
des Kostenvorschusses noch die betriebenen Mitgliederbeiträge je 
einen Rechtsöffnungstitel vorgelegt, weshalb ihr Rechtsöffnungsge-
such und damit die Appellation abzuweisen sind. 
 4. Anzumerken bleibt, dass die Gläubigerin als öffentlich-rechtliche 
Körperschaft für ihre Beitragsforderungen gestützt auf Art. 79 SchKG 
den Rechtsvorschlag selbst beseitigen kann, ohne über den (zivilen) 
Rechtsöffnungsrichter gehen zu müssen. Das Anerkennungsverfahren 
des Art. 79 SchKG umfasst in seiner neuen, seit dem 1. Januar 1997 
geltenden Fassung, auch das erstinstanzliche Verwaltungsverfahren 
(Daniel Staehelin in Adrian Staehelin/Thomas Bauer/Daniel Staehelin 
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs, SchKG I, Basel/Genf/München 1998, Art. 79 N. 3). Im prakti-
schen Alltag heisst das, dass die Gläubigerin die von der Hauptver-
sammlung beschlossenen Beitragsforderungen ihren Mitgliedern wei-
terhin in Rechnung stellen kann. Zahlt ein Mitglied diese Rechnung 
nicht, wird es zu mahnen und anschliessend zu betreiben sein. Erhebt 
das Mitglied Rechtsvorschlag (Art. 74 SchKG), kann die Gläubigerin 
eine Verfügung über die Schuldpflicht erlassen und darin auch die 
Wirkungen des Rechtsvorschlages beseitigen (BGE 121 V 109; Stae-
helin, a.a.O., Art. 79 N. 14). Nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfü-
gung kann die Gläubigerin direkt beim Betreibungsamt das Fortset-
zungsbegehren gemäss Art. 88 SchKG stellen.  

OGP 22.6.2000 

3370 

Betreibungsverfahren. Verwertung. Zustandekommen eines Frei-
handverkaufes verneint, nachdem ein Gläubiger seine Zustimmung 
nach Eintreffen eines höheren Angebotes verweigert hat (Art. 143b 
SchKG). 

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 Sachverhalt: 
 Kurz vor der Versteigerung des gepfändeten Grundstücks präsen-
tierte der Schuldner die Zustimmung der Gläubiger zum freihändigen 
Erwerb durch seinen Bruder. Dieser hatte den Kaufpreis, aus dem die 
Gläubiger teilweise befriedigt werden sollten, auf dem Betreibungsamt 
deponiert. In der Folge wurde dem Betreibungsamt ein höheres Ange-
bot unterbreitet, worauf dieses den Beteiligten mitteilte, dass es dem 
Freihandverkauf nicht zustimme. Der Schuldner verlangt mit seiner 
Beschwerde die Feststellung, dass der Freihandverkauf gültig zustan-
de gekommen sei.  
 
 Aus den Erwägungen: 
 Gemäss Art. 143b SchKG kann anstelle der Versteigerung der 
freihändige Verkauf treten, wenn alle Beteiligten damit einverstanden 
sind und mindestens der Schätzungspreis angeboten wird. Ausserdem 
darf der Verkauf nur nach durchgeführtem Lastenbereinigungsverfah-
ren durchgeführt werden. 
 Der Grundgedanke dieser Bestimmung, die in der Revision vom 
16. Dezember 1994 neu in das Gesetz aufgenommen wurde, ist die 
Erzielung eines besseren Verwertungserlöses als bei einer Versteige-
rung (C. Jaeger/H.U. Walder et. al., Komm., 4. Aufl. Zürich 1997, N. 3 
zu Art. 143b SchKG; A. Staehelin et al., Komm. Basel 1998, N. 2 zu 
Art. 143b SchKG). Die Auslegung hat sich an diesem Zweck zu orien-
tieren, denn ein fundamentales Anliegen des Zwangsvollstreckungs-
verfahrens ist die möglichst vollständige Befriedigung der Gläubiger. 
 Als Akt der Zwangsvollstreckung ist der Freihandverkauf eine zu-
stimmungsbedürftige betreibungsrechtliche Verfügung, die durch Be-
schwerde angefochten werden kann. Die erforderliche Zustimmung 
der Beteiligten ist der Figur der Vollmacht nach Art. 32 ff. OR angenä-
hert, was bedeutet, dass sie grundsätzlich widerruflich ist (M. Häuser-
mann et al., Basler Komm. N. 17, 19 zu Art. 143b SchKG). 
 Für die Praxis bedeutet dies, dass die Zustimmung bis zu einem 
bestimmten Termin unwiderruflich erteilt werden soll (M. Häusermann 
a.a.O, N. 20 zu Art. 143b SchKG). 
 Aus diesen Ausführungen folgt, dass der Freihandverkauf noch 
nicht zustande gekommen ist, wenn das Angebot eines Interessenten 
die Zustimmung der Beteiligten gefunden und er den Kaufpreis dem 
Betreibungsamt abgeliefert hat, eine entsprechende Verfügung des 
Betreibungsamtes aber fehlt. Dass das Betreibungsamt vorliegend 

B. Gerichtsentscheide 3371 

 

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eine solche Verfügung, die Voraussetzung für den grundbuchlichen 
Eigentumsübergang ist, nicht (mehr) getroffen hat, ist nicht zu bean-
standen, nachdem ein besseres Angebot eingegangen war. Dieses 
Angebot wäre offensichtlich in der abgesagten Gant gemacht worden. 
Der Normzweck, mit dem Freihandverkauf ein für die Gläubiger bes-
seres Ergebnis zu erzielen, verbietet es vorliegend geradezu, die 
Gläubiger bei ihrer Zustimmung zu behaften. Diese Zustimmung ist 
ohne jeden Zweifel unter der stillschweigenden Voraussetzung erteilt 
worden, dass die Zwangsvollstreckungsorgane das Zumutbare vorge-
kehrt haben, das bestmögliche Angebot zu erhalten, was ja auch 
Zweck der öffentlichen Versteigerung ist. 

ABSchKG 4.7.2000 

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Konkursverfahren. Im Konkurs eines Vereins sind auf Verlangen 
eines Gläubigers die Beitragsforderungen in das Konkursinventar auf-
zunehmen (Art. 221 ff. SchKG, 71 ZGB). 

 Sachverhalt: 
 Dr. X., der im Konkurs des Vereins Z. eine Forderung von Fr. .... 
eingegeben hat, stellte beim Konkursamt den Antrag, die sich aus Art. 
71 Abs. 2 ZGB ergebenden Beitragsforderungen des Z. gegen die 
Mitglieder ins Konkursinventar aufzunehmen. Das Konkursamt lehnte 
den Antrag ab; im wesentlichen mit der Begründung, dass aufgrund 
der Vereinsstatuten vom 2. Juli 1993 eine anteilsmässige Schulden-
deckungspflicht nicht gegeben sei. Art. 19 der Statuten bestimme, 
dass für Verbindlichkeiten des Z. lediglich das Vereinsvermögen hafte 
und dass eine persönliche Haftung oder eine Nachschusspflicht der 
Mitglieder ausgeschlossen sei. Die Mitglieder würden nur bis zur Höhe 
der von der Hauptversammlung bzw. vom Vorstand festgelegten Mit-
gliederbeiträge haften. 
 Dr. X. erhob dagegen Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde für 
Schuldbetreibung und Konkurs und macht geltend, gemäss Art. 71 
ZGB entfalle die Pflicht der Vereinsmitglieder, Beiträge zur Deckung 
der Vereinsschulden zu leisten nur dann, wenn die Beitragspflicht in 
den Statuten der Höhe nach begrenzt sei. Dabei genüge es nicht,