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**Case Identifier:** ba252c08-4539-58a8-b032-b15e918f47dd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2010 IV 2009/354
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-354_2010-08-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/354

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 20.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2010
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Unzureichend abgeklärter medizinischer 
Sachverhalt. Rückweisung zur Oberbegutachtung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2010, IV 
2009/354).

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2010

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 20. August 2010

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5, Postfach, 

9620 Lichtensteig,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a H.___ erlitt am 2. Juli 2004 auf der Autobahn einen Auffahrunfall, als ein 

alkoholisierter Fahrer ihr Auto, mit dem sie mit ca. 100 km/h unterwegs war, von hinten 

rammte. Der behandelnde Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, 

diagnostizierte am 5. August 2004 ein traumatisches Zervikovertebralsyndrom bei 

Status nach Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (Arztzeugnis vom 5. August 

2004, act. G 14.2). Für die Dauer vom 2. Juli bis 14. November 2004 bescheinigte er 

der Versicherten eine 100%ige, ab 15. November 2004 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit 

(act. G 14.1.15). Am 6. Mai 2005 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-

Leistungen (Berufsberatung) an (act. G 14.1.1).

A.b Im Gutachten der Klinik Valens vom 9. Januar 2007, dem fachärztliche 

rheumatologische und psychiatrische Untersuchungen sowie eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit zugrunde lagen, wurden folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: ein chronisches zervikozephales und 

zervikospondylogenes Syndrom (ICD-10: M53.0) bei Status nach Heckauffahrkollision 

vom 2. Juli 2004; ein Fibromyalgiesyndrom mit chronischem Panvertebralsyndrom 

(ICD-10: M79.0) und eine Dysthymie (ICD-10: F34.1). Die zuletzt vor dem Unfall 

ausgeübte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte in einem Sportartikelgeschäft sei 

der Versicherten nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei ihr aber die angepasste Tätigkeit 

als Rezeptionistin. Diese seit März 2006 ausgeübte Tätigkeit (vgl. zum Beginn act. 

G 14.1.40-6 unten) sei ihr in einem Pensum von 50% zumutbar (act. G 14.1.40-28). Für 

eine andere leidensangepasste Tätigkeit bestehe ebenfalls eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit (act. G 14.1.40-31).

A.c Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) kam in der 

Stellungnahme vom 16. Februar 2007 zum Schluss, dass das Gutachten der Klinik 

Valens in Ausführlichkeit und Untersuchungsqualität durchaus überzeuge, die daraus 

gezogenen Schlüsse aber einer versicherungsmedizinischen Überprüfung nicht stand 

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hielten. Deshalb werde der Versicherten aufgrund der vorliegenden 

Untersuchungsbefunde eine vollzeitige Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden adaptierten 

Tätigkeit zugemutet. Medizinisch theoretisch sei die Versicherte demnach ab 

Dezember 2006 wieder für leichte Tätigkeiten voll arbeitsfähig (act. G 14.1.45).

A.d Nach vorgängig durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 

22. Mai 2007, dass die Versicherte keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe 

(act. G 14.1.58). Dagegen erhob diese am 19. Juni 2007 Beschwerde (act. 

G 14.1.62-2 ff.). Am 7. Januar 2009 sprach der leistungspflichtige Unfallversicherer der 

Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 eine 70%ige Invalidenrente zu (act. 

G 14.1.85-3 ff.). Diese zog daraufhin ihre Beschwerde gegen die Verfügung der IV-

Stelle vom 22. Mai 2007 zurück, weshalb das Versicherungsgericht das entsprechende 

Beschwerdeverfahren abschrieb (Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 12. Februar 2009, IV 2007/426; vgl. act. G 14.1.81).

A.e Unter Hinweis auf die Rentenverfügung des Unfallversicherers ersuchte die 

Versicherte die IV-Stelle um die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung 

(Schreiben vom 17. April 2009; act. G 14.1.85).

A.f   Im Vorbescheid vom 17. Juni 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen. Zur Begründung führte 

sie aus, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der Verfügung vom 

11. Mai 2007 aus medizinischer Sicht nicht verändert habe. Es bestehe demnach 

sowohl in deren angestammten als auch sämtlichen den Leiden angepassten 

Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 14.1.93).

A.g Dagegen erhob die Versicherte am 17. Juli 2009 Einwand. Sie machte geltend, es 

stehe ihr eine "100%ige IV-Rente" zu. Die Unterlagen des Unfallversicherers seien bei 

der Beurteilung durch die IV-Stelle nicht berücksichtigt worden (act. G 14.1.95). Am 

1. September 2009 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom 17. Juni 

2009 (act. G 14.1.97).

B.     

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B.a Gegen die Verfügung vom 1. September 2009 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 2. Oktober 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Zusprache einer ganzen 

IV-Rente rückwirkend ab 11. Mai 2005. Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung 

verfüge sie für leidensangepasste Tätigkeiten lediglich über eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht mit der gesundheitlichen 

Verschlechterung auseinandergesetzt. Damit habe sie die ihr obliegende 

Untersuchungspflicht verletzt. Sollte die von ihr (der Beschwerdeführerin) ins Feld 

geführte medizinische Aktenlage nicht als schlüssig erachtet werden, so sei ein 

interdisziplinäres Obergutachten einzuholen. Ferner habe die Beschwerdegegnerin die 

angefochtene Verfügung nicht gehörig begründet. Die Beschwerdeführerin legt der 

Beschwerde u.a. aktuelle medizinische Berichte der behandelnden medizinischen 

Fachpersonen bei (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. November 

2009 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie aus, dass die angefochtene 

Verfügung die Mindestbedingungen an die Begründungspflicht erfülle. Eine allfällige 

Verletzung könne im Übrigen im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt werden. 

Was die Zusprache einer Invalidenrente durch den Unfallversicherer anbelange, so 

bestehe keine Bindungswirkung im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren. Der 

medizinische Sachverhalt sei durch die Gutachter der Klinik Valens hinreichend 

abgeklärt worden. Deren Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit stehe allerdings nicht in 

Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung. Die Gutachter hätten einzig 

ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände beschrieben, 

denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit jedoch keine invalidisierende Wirkung 

zukomme. Daran würden die von der Beschwerdeführerin eingereichten aktuellen 

medizinischen Unterlagen nichts ändern (act. G 4).

B.c In der Replik vom 4. Februar 2010 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihren Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin müsse rechtskräftig abgeschlossene 

Invaliditätsschätzungen anderer Sozialversicherer beachten. Sie seien als Indizien für 

eine zuverlässige Beurteilung zu werten und müssten daher in den 

Entscheidungsprozess von einem später verfügenden Versicherungsträger 

miteinbezogen werden. Ferner berücksichtige das Gutachten der Klinik Valens nicht die 

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seither eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterungen. Die von der 

Rechtsprechung festgelegten Kriterien zur invalidisierenden Wirkung von 

somatoformen Beschwerdebildern seien vorliegend erfüllt. Für die Ermittlung des 

Invaliditätsgrads sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin auf dieselben 

Vergleichseinkommen abzustellen, wie sie der Unfallversicherer berücksichtigt habe 

(act. G 9).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 11).

Erwägungen:

1.       

Die Beschwerdeführerin rügt vorweg eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches 

Gehör, da die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung nicht gehörig 

begründet habe (act. G 1). In der Tat hat sich die Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung vom 1. September 2009 lediglich knapp und rudimentär zu 

den Vorbringen der Beschwerdeführerin geäussert (act. G 14.97). Die Frage der 

Gehörsverletzung kann aber letztlich offen gelassen werden, da die angefochtene 

Verfügung aus materiellen Gründen aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, wie sich aus nachfolgenden 

Erwägungen ergibt.

2.       

Materiell strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

Rentenleistungen der Invalidenversicherung.

2.1   Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

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zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

1. September 2009 ergangen (act. G 14.1.97), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, 

der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 

1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine 

Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend 

den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 

auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen 

Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil 

des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Be-griffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen 

gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Neu normiert 

wurde demgegenüber der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die 

entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), 

gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 6 Monate nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Da ein allfälliger 

Rentenanspruch im vorliegend zu beurteilenden Fall vor dem 1. Januar 2008 

festzusetzen wäre (vgl. die Zusprache einer 70%igen Invalidenrente mit Wirkung ab 

1. Januar 2007 durch den Unfallversicherer in der Verfügung vom 7. Januar 2009; act. 

G 14.2), wirkt sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall jedoch nicht aus (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 28. August 2008, 8C_373/08, E. 2.1 mit Hinweis). 

Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und 

IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen 

verwiesen wird.

2.2   Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 

gültigen Fassung sowie gemäss dem seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Art. 28 

Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Eintritt des Rentenfalles wird daneben durch 

aArt. 29 Abs. 1 IVG geregelt (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Der 

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Rentenanspruch entsteht danach frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte 

Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Ein wesentlicher 

Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 

30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (aArt. 29 IVV in der vom 1. Januar 

2004 bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung).

2.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

2.4   Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

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die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss kommt einem Gutachten oder anderen 

medizinischen Beurteilungen schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien 

gegen   ihre Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht feststehen, dass die 

medizinischen Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen entsprechen, was nicht mit 

medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden in der Regel nicht beurteilen können 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 2002, I 779/01, 

E. 4.2).

3.       

3.1   Die Beschwerdeführerin wurde im November und Dezember 2006 in der Klinik 

Valens rheumatologisch-orthopädisch, neurologisch und psychiatrisch untersucht. Im 

Gesamtgutachten vom 9. Januar 2007 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

ein chronisches zervikozephales und zervikospondylogenes Syndrom (ICD-10: M53.0), 

ein Fibromyalgiesyndrom mit chronischem Panvertebralsyndrom (ICD-10: M79.0) sowie 

eine Dysthymie (ICD-10: F34.1) diagnostiziert. Die Experten bescheinigten der 

Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 14.1.40-31). Aus psychiatrischer Sicht wurde 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit oder der Eingliederungsfähigkeit festgestellt 

(act. G 14.1.30).

3.2   In formeller Hinsicht ist am Gesamtgutachten vom 9. Januar 2007 zu 

beanstanden, dass es nicht vom psychiatrischen Experten mitunterzeichnet worden ist. 

Damit geht einher und es fällt bei der Würdigung der gesamtgutachterlichen 

Einschätzung ins Gewicht, dass sich aus dem Gesamtgutachten keine interdisziplinäre 

Diskussion mit dem psychiatrischen Gutachter ergibt. Vielmehr scheint die 

Einschätzung im Gesamtgutachten nicht mit dem psychiatrischen Gutachter 

besprochen worden zu sein (act. G 14.1.40), was aber mit Blick auf das 

psychosomatische Leidensbild der Beschwerdeführerin erforderlich gewesen wäre. 

Zweifel weckt im Übrigen auch der Umstand, dass die fallführende Gutachterin trotz 

der anderslautenden Einschätzung des psychiatrischen Gutachters (act. G 14.1.41-30) 

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der diagnostizierten Dysthymie Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuschrieb (vgl. 

die Diagnoseliste in act. G 14.1.40-24). Auch dies spricht dafür, dass keine 

zuverlässige Abstimmung zwischen den Erkenntnissen der psychiatrischen und 

somatischen Begutachtung stattgefunden hat. Es ist insgesamt fraglich, ob der 

psychiatrische Gutachter mit der gesamtgutachterlichen Leistungsbeurteilung 

einverstanden gewesen ist, zumal sich aus den Akten und mangels Mitunterzeichnung 

des Gesamtgutachtens auch nicht auf ein konkludentes Einverständnis schliessen lässt 

und die isolierten Leistungsfähigkeitsbeurteilungen der beiden Experten erheblich 

auseinanderliegen.

3.3   Weiter enthält das Gesamtgutachten keine Angaben zum Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten seit dem Unfall vom 2. Juli 2004 (vgl. 

act. G 14.1.40-31). Hierzu äussert sich auch der RAD nur knapp, indem in der 

Stellungnahme vom 16. Februar 2007 festgehalten wird, dass ab Dezember 2006 von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten ausgegangen werden könne (act. 

G 14.1.45). Eine überzeugende Verlaufsbeurteilung seit dem Unfallereignis bezüglich 

der in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehenden Restleistungsfähigkeit fehlt damit.

3.4   Bei der Würdigung der medizinischen Aktenlage ist weiter zu beachten, dass die 

Begutachtung in Valens vom November/Dezember 2006 im massgebenden Zeitpunkt 

der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2009 (act. G 14.1.97; vgl. zum 

massgebenden Zeitpunkt BGE 130 V 446 E. 1.2) schon mehr als zweieinhalb Jahre 

zurücklag. Ferner ergeben sich aus dem ärztlichen Bericht des behandelnden 

Psychiaters vom 24. September 2009 und den darin enthaltenen Diagnosen 

(mittelgradige depressive Episode, ICD-10: F32.1; Agoraphobie mit Panikstörung, 

ICD-10: F40.01; spezifische Phobie beim Autofahren, ICD-10: F40.2; act. G 1.24) 

Anhaltspunkte dafür, dass sich der psychische Zustand seit der Begutachtung in 

Valens - noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung - verschlechtert hat. Vor diesem 

Hintergrund bildet das Gesamtgutachten vom 9. Januar 2007 auch in zeitlicher Hinsicht 

keine genügende Entscheidgrundlage.

3.5   Zusammenfassend ergibt sich, dass es vorliegend an einer aktuellen und 

zuverlässigen interdisziplinären Beurteilung des Leidensbildes der Beschwerdeführerin 

fehlt. Die Sache ist daher zur interdisziplinären Oberbegutachtung an die 

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Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Obergutachter werden sich im Rahmen 

einer interdisziplinären Gesamtschau und unter Berücksichtigung der vollständigen 

medizinischen Aktenlage insbesondere zur der Beschwerdeführerin verbliebenen 

Leistungsfähigkeit, deren Verlauf seit dem Unfallereignis sowie zur Frage nach der 

zumutbaren Überwindbarkeit der Schmerzen und den diesbezüglich bei der 

Beschwerdeführerin bestehenden Ressourcen zu äussern haben. Nach Vorliegen des 

Obergutachtens wird die Beschwerdegegnerin erneut über den Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin zu befinden haben. Bei diesem Ergebnis können die Fragen 

vorerst offen gelassen werden, welche Vergleichsgrössen beim Einkommensvergleich 

zu berücksichtigen sind und ob beim vorliegenden Beschwerdebild die vom 

Bundesgericht zur - ausnahmsweisen - invalidisierenden Wirkung von somatoformen 

Schmerzstörungen entwickelte Rechtsprechung (vgl. hierzu BGE 130 V 352 ff.) 

überhaupt Anwendung findet.

4.       

4.1   In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 

1. September 2009 aufzuheben. Die Sache ist zur Einholung eines Obergutachtens 

sowie zur neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat 

deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der 

Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr 

zurückzuerstatten.

4.3   Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der 

bis

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Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote 

verzichtet. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

1. September 2009 aufgehoben. Die Sache wird zur Einholung eines Obergutachtens 

sowie zur neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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