# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9484d56-e587-571f-ae67-cfe88d623f6e
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-04
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 04.09.2023 V 2023 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2023-8_2023-09-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz
Dr. iur. Matthias Suter und lic. iur. Adrian Willimann
Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann

U R T E I L  vom 4. September 2023 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Strassenverkehrsamt des Kantons Zug
Beschwerdegegner 

weiter verfahrensbeteiligt:
RA B.________

früherer Rechtsvertreter des Beschwerdeführers

betreffend

Unentgeltliche Rechtspflege

V 2023 8

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Urteil V 2023 8

A. Am 26. März 2020 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug A.________ 
den Führerausweis aller Kategorien auf unbestimmte Zeit (Sicherungsentzug). Das Stras-
senverkehrsamt machte die Wiederaushändigung des Ausweises von der Absolvierung 
einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung unter Einbezug der gesamten Aktenla-
ge sowie, bei Bestätigung des Verdachts auf eine psychiatrische Erkrankung, von einer 
psychiatrischen Beurteilung der Fahreignung abhängig. Gegen diese Verfügung liess 
A.________ am 27. April 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben, welche mit Urteil 
V 2020 19 vom 31. August 2020 abgewiesen wurde. Nachdem A.________ sich beim 
Strassenverkehrsamt betreffend das weitere Vorgehen erkundigt hatte, teilte er dem 
Strassenverkehrsamt am 17. Juni 2021 mit, dass er mit Dr. C.________, Fachärztin 
Psychiatrie und Psychotherapie, in Kontakt stehe und am 21. Juni 2021 den ersten offiziel-
len Termin wahrnehme. Am 11. November 2021 ging das "Ärztliche Zeugnis Fahreignung" 
von Dr. med. C.________ und am 7. Dezember 2021 ein ergänzender Bericht von Dr. 
C.________ beim Strassenverkehrsamt ein. Infolgedessen stellte das Strassenverkehrs-
amt das Dossier am 28. Dezember 2021 Dr. D.________ zur Aktenbegutachtung zu, wel-
cher in seiner Aktenbeurteilung vom 10. Januar 2022 zum Schluss kam, dass A.________ 
mehr als jede andere Person gefährdet sei, ein Motorfahrzeug in einem dauernden oder 
zeitweiligen Zustand zu lenken, der das sichere Führen von Motorfahrzeugen nicht ge-
währleiste. Mit Schreiben vom 12. Januar 2022 teilte das Strassenverkehrsamt 
A.________ unter Beilage des Aktengutachtens von Dr. D.________ mit, dass seine 
Fahreignung weiterhin nicht befürwortet werden könne und empfahl folgendes Vorgehen: 
Weiterführung der psychotherapeutischen, fachärztlichen Behandlung; neuerliche ver-
kehrspsychologische Begutachtung, sofern sich ergibt, dass keine Persönlichkeitsstörung 
vorliegt; verkehrsmedizinische Begutachtung bei einer Facharztperson für Psychiatrie und 
Psychotherapie, falls eine psychiatrische Erkrankung vorliegt. Mit Schreiben vom 12. April 
2022 stellte A.________ dem Strassenverkehrsamt das Arztzeugnis von Dr. C.________ 
vom 6. April 2022 zu, worin bestätigt wird, dass seine Fahreignung aus medizinisch-
psychiatrischer Sicht gegeben sei. Mit Schreiben vom 29. April 2022 beschied das Stras-
senverkehrsamt A.________, dass die von Dr. C.________ ausgestellte und mangels Be-
gründung nicht nachvollziehbare Bestätigung seiner Fahreignung am festgelegten weite-
ren Vorgehen nichts zu ändern vermöge. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2022 ersuchte 
A.________, vertreten durch RA B.________, das Strassenverkehrsamt, ihm gestützt auf 
Ziff. 6 der Verfügung vom 26. März 2020 den Führerausweis wieder auszuhändigen. Das 
Strassenverkehrsamt lehnte das Gesuch mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 erneut ab 
und verwies auf die Ausführungen von Dr. D.________.

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Urteil V 2023 8

Mit Schreiben vom 23. November 2022 liess A.________ beim Strassenverkehrsamt die 
unentgeltliche Rechtspflege beantragen. Mit Schreiben vom 9. Januar 2023 liess 
A.________ seinen Antrag aufforderungsgemäss konkretisieren und beantragen, ihm sei 
der Führerausweis wieder auszuhändigen, soweit nach Ermessen des Strassenverkehrs-
amtes nötig mit der Auflage, regelmässig eine Psychotherapie bei einem Psychiater oder 
einem Psychologen zu besuchen unter regelmässiger Berichterstattung der Therapieper-
son an das Strassenverkehrsamt. Mit Verfügung vom 24. Januar 2023 wies das Strassen-
verkehrsamt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit des 
Begehrens um Wiederaushändigung des Führerausweises ab. Verfahrenskosten wurden 
keine erhoben.

B. Mit Verwaltungsbeschwerde vom 3. Februar 2023 gelangte A.________, vertreten 
durch RA B.________, an den Regierungsrat des Kantons Zug und liess folgende Rechts-
begehren stellen:

"1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei für das vorinstanzliche Verfahren betr. Aufhebung des Sicherungsent-
zuges, eventualiter unter Auflagen, rückwirkend ab 11. Oktober 2022 die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren, und es sei ihm der Unterzeichnete als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizu-
geben.

3. Im Beweispunkt wird beantragt, die vorinstanzlichen Akten von Amtes wegen beizuziehen.

4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren, und es sei ihm der Unterzeichnete als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizu-
geben.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin."

C. Mit Schreiben vom 7. Februar 2023 überwies die Sicherheitsdirektion die Be-
schwerde mangels Zuständigkeit des Regierungsrats an das Verwaltungsgericht.

D. Mit Stellungnahme vom 16. März 2023 liess das Strassenverkehrsamt die Abwei-
sung der Beschwerde beantragen.

E. Mit Schreiben vom 22. Mai 2023 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass er auf 
eine weitere Stellungnahme verzichte.

F. Mit Schreiben vom 10. Juli 2023 teilte RA B.________ dem Verwaltungsgericht 
mit, dass er den Beschwerdeführer ab sofort nicht mehr vertrete.

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Urteil V 2023 8

G. Am 2. August 2023 bediente das Strassenverkehrsamt das Gericht mit einer Kopie 
des von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug über den Beschwerdeführer in Auftrag 
gegebenen forensisch-psychiatrischen Aktengutachtens von Dr. med. E.________, Fach-
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. April 2023.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. 
1.1 Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist zulässig gegen Verwaltungsent-
scheide unterer kantonaler Verwaltungsbehörden, soweit sich ihre Entscheide auf Bundes-
recht stützen und die Gesetzgebung keinen Weiterzug an den Regierungsrat oder das 
Bundesverwaltungsgericht vorsieht (§ 61 Abs. 1 Ziff. 1 des Gesetzes über den Rechts-
schutz in Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1]). Nach 
dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens sind prozessuale Entscheide mit dem gleichen 
Rechtsmittel anzufechten wie der Entscheid in der Sache selbst (BGer 2C_1042/2012 vom 
2. Juli 2013 E. 1.1; Kayser/Papadopoulos/Altmann, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 
2019, Art. 45 N 18). Vorliegend angefochten ist ein Entscheid des Strassenverkehrsamts 
betreffend die unentgeltliche Rechtspflege und damit ein prozessualer Entscheid. In der 
Sache selbst geht es um die Wiedererteilung des auf unbestimmte Zeit entzogenen Füh-
rerausweises, deren Voraussetzungen in Art. 17 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes 
(SVG; SR 741.01) geregelt sind. Nachdem die Gesetzgebung weder einen Weiterzug an 
den Regierungsrat noch an das Bundesverwaltungsgericht vorsieht, ist das Verwaltungs-
gericht zuständig. Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat durch den angefoch-
tenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung oder Änderung (§ 62 VRG). Mit Beschwerde vom 3. Februar 2023 ist die 30-tägige 
Beschwerdefrist gewahrt (§ 64 VRG). Nachdem die Beschwerde einen Antrag und eine 
Begründung enthält, ist auf sie einzutreten (§ 65 Abs. 1 VRG).

1.2 Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung 
des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

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Urteil V 2023 8

1.3 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann jede Rechtsverletzung gerügt wer-
den. Als Rechtsverletzung gelten die Nichtanwendung und die unrichtige Anwendung ei-
nes Rechtssatzes, die unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache, der Missbrauch 
oder die Überschreitung des Ermessens, die Verletzung einer wesentlichen Form- oder 
Verfahrensvorschrift sowie Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (§ 63 Abs. 1 
VRG). Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann überdies jede für den Entscheid er-
hebliche unrichtige oder ungenügende Feststellung des Sachverhaltes angefochten wer-
den (§ 63 Abs. 2 VRG). In den Fällen von § 61 Abs. 1 Ziff. 1 VRG – wie vorliegend – kann 
auch die unrichtige Handhabung des Ermessens gerügt werden (§ 63 Abs. 3 VRG).

2. Nach § 27 VRG kann die entscheidende Behörde die unentgeltliche Rechtspflege 
bewilligen, wenn einer Partei die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich 
aussichtslos erscheint (Abs. 1). Auf begründetes Gesuch kann mit der Bewilligung der un-
entgeltlichen Rechtspflege die Bestellung eines Rechtsbeistandes verbunden werden, 
wenn es zur Wahrung der Rechte der Partei notwendig ist (Abs. 2). Der Rechtsbeistand 
hat gegenüber der ihn bestellenden Behörde Anspruch auf eine angemessene Entschädi-
gung, soweit der Aufwand für die Vertretung nicht aus einer zugesprochenen Parteien-
tschädigung gedeckt werden kann (Abs. 3). 

3. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob das Begehren des Beschwerdeführers in 
der Hauptsache (die Aufhebung des Sicherungsentzugs) offensichtlich aussichtslos ist, 
wie dies das Strassenverkehrsamt geltend macht. 

3.1 Das Strassenverkehrsamt begründet die Abweisung der unentgeltlichen Rechts-
pflege wie folgt: Mit E-Mail vom 11. November 2021 habe Dr. med. C.________ dem 
Strassenverkehrsamt ein nicht unterzeichnetes "Ärztliches Zeugnis: Fahreignung und psy-
chische Erkrankung" zukommen lassen, welches die Fahreignung befürwortet habe. Mit 
Bericht vom 7. Dezember 2021 habe Dr. C.________ ihr Zeugnis vom 11. November 2021 
nach entsprechender Aufforderung durch das Strassenverkehrsamt ergänzt. Da auch die-
ser Bericht aus Sicht des Strassenverkehrsamtes weder vollständig noch schlüssig und 
nachvollziehbar gewesen sei und zudem die Wiedererteilungsbedingungen nicht erfüllt 
habe, sei ein Aktengutachten durch Dr. D.________ veranlasst worden. Der Gutachter sei 
zum eindeutigen Schluss gekommen, die Fahreignung des Beschwerdeführers könne 
nach wie vor nicht befürwortet werden, weshalb dem Beschwerdeführer der Führeraus-
weis bis dato nicht habe ausgehändigt werden können. Der Beschwerdeführer stütze sei-
nen Antrag in der Hauptsache auf den Bericht von Dr. C.________ vom 7. Dezember 

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2021, dessen Ergebnis – die gegebene bzw. therapeutisch befürwortete Fahreignung – 
durch das Gutachten von Dr. D.________ vom 10. Januar 2022 eindeutig widerlegt werde. 
Neue Erkenntnisse vermöge der Beschwerdeführer nicht vorzubringen, weshalb das Be-
gehren aussichtslos erscheine und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abge-
lehnt werden müsse. 

In seiner Vernehmlassung vom 16. März 2023 führt das Strassenverkehrsamt aus, der 
Verfahrensgang bis zum Urteil des Verwaltungsgerichtes V 2020 19 vom 31. August 2020, 
mittels welchem die Beschwerde gegen den Sicherungsentzug vom 26. März 2020 abge-
wiesen worden sei, dürfe als bekannt vorausgesetzt werden. Massgeblich zu beachten 
seien im Folgenden insbesondere die Ausführungen des Verwaltungsgerichts im genann-
ten Urteil unter E. 7.2 ab S. 17 unten und S. 18, insbesondere was das wiederkehrende 
impulsive Verhalten des Beschwerdeführers anbelange, welches sich, wie zu zeigen sein 
werde, keinesfalls auf ein gesellschaftlich verträgliches Mass reduziert, sondern im Ge-
genteil derart verstärkt habe, dass Massnahmen wie Telefonsperren und Strafanzeigen 
hätten getroffen werden müssen. Dabei zählt das Strassenverkehrsamt insbesondere die 
Telefonate und E-Mails auf, in welchen der Beschwerdeführer ausfällig oder gar drohend 
wurde. Hinsichtlich des Berichts von Dr. C.________ führt das Strassenverkehrsamt aus, 
am 11. November 2021 sei beim Strassenverkehrsamt das auf den gleichen Tag datierte, 
fachärztliche Zeugnis von Dr. C.________ eingegangen. In der Folge sei die Aktenbeurtei-
lung durch Dr. D.________ durchgeführt und mit ausführlichem Gutachten vom 10. Januar 
2022 festgehalten worden. Die Schwachpunkte bzw. die fehlenden Angaben im Bericht 
der Therapeutin seien klar herausgearbeitet und die weiteren Erfordernisse insbesondere 
auf S. 9–11 klar aufgezeigt worden. Insbesondere sei festzustellen, dass zwar viel thera-
piert worden, aber nicht zielgerichtet an den für die Wiedererlangung wesentlichen The-
men gearbeitet worden sei. Insbesondere würden sich keine Aussagen finden, inwieweit 
sich der Beschwerdeführer mit seiner verkehrsbezogenen Vorgeschichte vertieft ausein-
andergesetzt habe und inwieweit es zu einer Verhaltensänderung gekommen sei, welche 
die verkehrsbezogene Prognose massgeblich positiv verändert hätte. Im Gegensatz zu 
Dr. C.________, welche im Bericht vom 7. Dezember 2021 keine psychiatrische Diagnose 
stelle, komme Dr. D.________ zum Schluss, dass sich die Diagnose des LUPS bestätige, 
wonach der Beschwerdeführer unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vor-
wiegend impulsiven, dissozialen und auch narzisstischen Anteilen leide. Ausserdem habe 
die Persönlichkeitsstörung mittlerweile ein chronifiziertes Ausmass angenommen und sei 
nur schwer einer wirklichen Veränderung zugänglich. Vorübergehende Verhaltensverbes-
serungen, Entschuldigungen und Versprechen würden sich beim Beschwerdeführer stän-

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dig mit erneuten Ausbrüchen am Telefon oder in E-Mails abwechseln, so dass bei Kennt-
nis dieser Tatsachen das Zeugnis von Dr. C.________ vom 7. Dezember 2021 nicht in 
Einklang zu bringen sei mit dem Bild, welches der Beschwerdeführer über Jahre gegenü-
ber dem Strassenverkehrsamt abgebe. In diesem Zusammenhang sei es umso mehr zu 
bedauern, dass diverse qualifizierte Gutachterstellen es abgelehnt hätten, den Beschwer-
deführer psychiatrisch abzuklären. Die Diagnosestellung durch eine therapierende Person 
sei unter dem Aspekt, dass ein Therapeuten-Patienten-Verhältnis in der Regel wohlwol-
lend-beschützend sei, mit einem kritischen Auge zu beurteilen. Da aber vorliegend man-
gels verfügbarer Gutachterstelle eine solche Doppelrolle nicht vermeidbar gewesen sei, 
wäre es umso wichtiger gewesen, dass die Therapeutin in ihrem Zeugnis ganz klar her-
ausarbeite, wie sich der Beschwerdeführer betreffend Impulsivität und Normmissachtung 
mit seinen Verkehrsdelikten auseinandergesetzt habe (ohne zu externalisieren und zu ba-
gatellisieren) und woran sich das festmachen lasse. Schliesslich wäre, so das Strassen-
verkehrsamt, festzuhalten (gewesen), dass es zu einer vertieften nachhaltigen Verhal-
tensänderung gekommen sei. Am 28. Februar 2022 sei beim Strassenverkehrsamt eine 
Kopie einer ausführlichen Stellungnahme von Dr. D.________ an Dr. C.________ einge-
gangen. Letztere sei offenbar per E-Mail an Dr. D.________ gelangt. Diese Stellungnah-
me sei in vielerlei Hinsicht lesenswert und lehrreich. Das Strassenverkehrsamt schliesse 
sich vollständig der Empfehlung an, wonach sich die Therapeutin "mit den Aussagen im 
Aktengutachten vom 10. Januar 2022 auseinandersetzen und begründen sollte, in wie weit 
sich der Beschwerdeführer mit seiner verkehrsbezogenen Vorgeschichte vertieft ausein-
andergesetzt hat, wie weit es zu einer Verhaltensänderung gekommen ist und wie die ver-
kehrsbezogene Prognose tatsächlich positiv verbessert worden ist." Weiter führt das 
Strassenverkehrsamt aus, es sei jedoch auf jeden Fall zu berücksichtigen, dass es nicht 
nachvollziehbar erscheine, wie ein Zeugnis vom 7. Dezember 2021, welches vom Stras-
senverkehrsamt als unvollständig bzw. ungenügend beurteilt worden sei, eine ausreichen-
de Grundlage für die sofortige Wiederaushändigung des Führerausweises des Beschwer-
deführers darstellen sollte, wenn sich die Situation seither zusehends und ganz erheblich 
verschlechtert habe. Es sei auch schlicht nicht vorstellbar, wie sich der Beschwerdeführer 
angesichts dieser Entwicklung und ohne eingehende und (selbst-)kritische, fachärztlich 
begleitete Aufarbeitung der Gesamtsituation insbesondere auch betreffend den impulsiven 
und weit grenzüberschreitenden Behördenkontakt als Lenker von Motorfahrzeigen jeder-
zeit korrekt, partnerschaftlich und defensiv verhalten können sollte. 

3.2 Der Beschwerdeführer lässt ausführen, sein Antrag betreffend die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen des beim Strassenverkehrsamt pendenten Ver-

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fahrens betreffend Wiedererteilung des Führerausweises, gegebenenfalls auch unter Auf-
lagen, sei nicht aussichtslos. Gegen die offensichtliche Aussichtslosigkeit des Vorhabens 
sprächen u.a. die positiven Einträge des Strassenverkehrsamtes selbst in den Vorakten. In 
einer handschriftlichen Notiz vom 24. November 2021 schreibe ein Mitarbeiter des Stras-
senverkehrsamtes, der Beschwerdeführer sei am Telefon sehr nett und angenehm gewe-
sen. Am 4. Februar 2022 schreibe ein Mitarbeiter des Strassenverkehrsamtes, das Tele-
fonat mit dem Beschwerdeführer verlaufe ruhig und angenehm (mit Ausrufezeichen). Wie-
derum halte eine handschriftliche Notiz vom 16. März 2022 des Strassenverkehrsamts 
fest, der Beschwerdeführer sei sehr ruhig und anständig gewesen, wiederum mit einem 
Ausrufezeichen. In seiner Stellungnahme vom 9. Januar 2023 habe der Beschwerdeführer 
festgehalten, wie er bereits mitgeteilt habe, habe seine Ärztin, Dr. C.________, am 7. De-
zember 2021 einen begründeten Bericht eingereicht, aus dem seine Fahrfähigkeit hervor-
gehe. Er verweise auf seine Eingabe an das Strassenverkehrsamt vom 11. Oktober 2022. 
Gemäss Erachten des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers sei der Beschwerdeführer 
mit den 37 Therapiestunden bei Dr. C.________ zwischen dem 14. Juni 2021 und dem 
7. Dezember 2021 der Auflage des Strassenverkehrsamtes gemäss Verfügung vom 
26. März 2020, wonach die Wiederaushändigung des Ausweises davon abhängig sei, 
dass der Beschwerdeführer eine umfassende psychiatrische Untersuchung unter Einbe-
zug der gesamten Aktenlage absolviere, nachgekommen. In der Folge habe der Be-
schwerdeführer ausgeführt, dass er danach bei Frau Dr. C.________ eine intensive The-
rapie absolviert habe, nämlich zwei Therapiestunden pro Woche. Weiter habe sich der 
Beschwerdeführer mit dem vom Strassenverkehrsamt ohne Rücksprache mit dem Be-
schwerdeführer eingeholten reinen Aktengutachten von Dr. D.________ vom 10. Januar 
2022 auseinandergesetzt und aufgezeigt, dass sich Frau Dr. C.________ durchaus darü-
ber äussere, inwieweit sich der Beschwerdeführer tatsächlich mit seiner verkehrsbezoge-
nen Vorgeschichte vertieft auseinandergesetzt habe, und inwieweit es zu einer Verhal-
tensänderung gekommen sei, welche die verkehrsbezogene Prognose tatsächlich positiv 
verbessere. Weiter habe der Beschwerdeführer festgehalten, zur Begutachtung von Dr. 
D.________ sei zudem festzuhalten, dass der Gutachter den Beschwerdeführer nie gese-
hen habe, demgegenüber hätten die Fahrfähigkeitsbestätigung und der Bericht von Frau 
Dr. C.________, Psychiaterin, auf 37 Therapiestunden innerhalb eines halben Jahres be-
ruht, in welchem die Psychiaterin den Beschwerdeführer persönlich erlebt habe, wonach 
weitere Therapiestunden zweimal wöchentlich gefolgt seien. Das Strassenverkehrsamt 
habe nie begründet, warum die Ausführungen in den Berichten und Attesten von Dr. 
C.________ nicht ausreichend seien, auch in der angefochtenen Verfügung tue es dies 
nicht. Es verweise lediglich auf das Gutachten von Dr. D.________ vom 10. Januar 2022, 

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welches das Ergebnis des Berichts von Dr. C.________ "eindeutig" widerlege. Allerdings 
setze sich das Strassenverkehrsamt in keiner Art und Weise inhaltlich mit dem Gutachten 
von Dr. D.________ und den Gegenargumenten des Beschwerdeführers, warum das Gut-
achten nicht so schlüssig sei, wie es dargestellt werde, auseinander. Dennoch komme das 
Strassenverkehrsamt zum Schluss, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das 
vorinstanzliche Verfahren müsse abgelehnt werden zufolge Aussichtslosigkeit. 

4. Als aussichtslos gelten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Prozessbe-
gehren, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren 
und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Hingegen gilt ein Begeh-
ren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine be-
dürftige Partei, würde sie über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, einen Prozess auf 
eigene Kosten und Gefahr führen würde (Bernhard Waldmann, in: Basler Kommentar zur 
Bundesverfassung, 2015, Art. 29 N 78 m.H.). 

5. Nach Art. 14 Abs. 1 SVG müssen Motorfahrzeugführer über Fahreignung und 
Fahrkompetenz verfügen. Über Fahreignung verfügt, wer das Mindestalter erreicht hat, die 
erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Mo-
torfahrzeugen hat, frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen 
beeinträchtigt, und nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeug-
führer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen 
(Art. 14 Abs. 2 SVG). Nach Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG wird einer Person der Lernfahr- oder 
Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie auf Grund ihres bisherigen Ver-
haltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines Motorfahrzeuges die Vor-
schriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird. Nach Art. 31 der 
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr 
(Verkehrszulassungsverordnung, VZV; SR 741.51) informiert die Entzugsbehörde die be-
troffene Person bei der Eröffnung der Verfügung über die Bedingungen zum Wiedererwerb 
des Lernfahr- oder des Führerausweises, wenn ein Lernfahr- oder ein Führerausweisent-
zug auf unbestimmte Zeit oder für immer verfügt wird. Gemäss Art. 17 Abs. 3 SVG kann 
der auf unbestimmte Zeit entzogene Lernfahr- oder Führerausweis bedingt und unter Auf-
lagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abge-
laufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahr-
eignung ausgeschlossen hat. 

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6. Vorliegend entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug mit Verfügung vom 
26. März 2020 dem Beschwerdeführer den Führerausweis aller Kategorien auf unbe-
stimmte Zeit. Den Sicherungsentzug begründete das Strassenverkehrsamt wie folgt: 
Gemäss Bericht der Zuger Polizei vom 24. März 2020 sei es im Zeitraum vom 26. Oktober 
2019 bis zum 21. März 2020 zu diversen Vorfällen im Strassenverkehr gekommen, bei 
welchen der Beschwerdeführer mit dem Personenwagen "F.________" ZG 
G.________gegenüber zufällig anwesenden Verkehrsteilnehmern ausfällig oder gewalt-
tätig geworden sei (Anschreien und Schlagen von Personen, Beschädigen anderer Fahr-
zeuge). Aufgrund der Vorgeschichte des Beschwerdeführers sowie seines massiv grenzü-
berschreitenden Verhaltens befasse sich die Fachstelle Gewaltschutz mit seiner Person. 
Der erwähnte Bericht sei am 24. März 2020 per E-Mail an Dr. phil. Dr. scient. med. 
H.________ mit der Bitte um Vornahme einer Aktenbegutachtung weitergeleitet worden. 
Dem verkehrspsychologischen Aktengutachten vom 25. März 2020 könne zusammenfas-
send entnommen werden, dass aus verkehrspsychologischer Sicht die Fahreignung des 
Beschwerdeführers momentan aus charakterlichen Gründen nicht als gegeben zu erach-
ten sei. Die Wiederaushändigung des Ausweises machte das Strassenverkehrsamt von 
den folgenden Bedingungen abhängig: Absolvierung einer umfassenden psychiatrischen 
Untersuchung (z.B. PDAG) unter Einbezug der gesamten Aktenlage (inkl. psychiatrischem 
Gutachten vom 28. Oktober 2016). Sollte der Verdacht auf eine psychiatrische Erkrankung 
bestätigt werden, habe zusätzlich eine psychiatrische Beurteilung der Fahreignung zu er-
folgen. Das weitere Vorgehen werde aufgrund der Abklärungsergebnisse der oben er-
wähnten Untersuchungen gemäss verkehrspsychologischem Aktengutachten vom 25. 
März 2020 festgelegt. Weiterführende Abklärungen sowie die Anordnung einer neuen the-
oretischen und praktischen Führerprüfung blieben vorbehalten. Der Sicherungsentzug 
wurde mit unangefochtenem Urteil V 2020 19 des Verwaltungsgerichts vom 31. August 
2020 rechtskräftig.

7.
7.1 Es ist dem Strassenverkehrsamt zuzustimmen, dass der Bericht von Dr. 
C.________ vom 7. Dezember 2021, auf welchen sich der Beschwerdeführer im Bestre-
ben um Wiedererlangung seines Führerausweises stützt, offensichtliche Mängel aufweist. 
Die vom Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 26. März 2020 geforderte umfassende 
psychiatrische Untersuchung (z.B. PDAG) unter Einbezug der gesamten Aktenlage (inkl. 
psychiatrischem Gutachten vom 28. Oktober 2016) hat Dr. C.________ nicht vorgenom-
men. Zum einen ergibt sich bereits aus der Formulierung im Bericht von Dr. C.________, 
dass sich diese offenbar einzig auf die Aussagen des Beschwerdeführers gestützt hat. 

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Zudem springt ins Auge, dass Dr. C.________ nicht aufführt, auf welchen Akten ihr Bericht 
basiert und praktisch keinen Bezug auf irgendwelche Aktenstücke nimmt. Dies, obwohl die 
Aktenlage mit rund 150 Seiten äusserst umfangreich ist. Die Ausführungen von Dr. 
C.________ sind zudem an mehreren Stellen, sowie sie sich überhaupt auf Aktenstücke 
beziehen, nicht korrekt oder zumindest ungenau. Weiter ist festzustellen, dass der Bericht 
von Dr. C.________ offensichtlich nicht in Kenntnis der gesamten Aktenlage erfolgte. Dok-
tor C.________ legt zum einen verschiedene Tatsachen aktenwidrig dar, und zum ande-
ren geht sie widersprechenden Aussagen des Beschwerdeführers in unterschiedlichen Ak-
tenstücken nicht nach. Und zu guter Letzt ist dem Strassenverkehrsamt beizupflichten, 
dass Dr. C.________ zwar viel therapiert, aber beim Beschwerdeführer nicht zielgerichtet 
an den für die Wiedererlangung des Führerausweises wesentlichen Themen gearbeitet 
hat. Insbesondere finden sich im Bericht von Dr. C.________ keine Aussagen, inwieweit 
sich der Beschwerdeführer mit seiner verkehrsbezogenen Vorgeschichte vertieft ausein-
andergesetzt hat und inwieweit es bei ihm zu einer Verhaltensänderung gekommen ist, 
welche die verkehrsbezogene Prognose massgeblich positiv verändert hätte.

7.2 Auf der anderen Seite kann nicht verkannt werden, dass mit den Berichten von 
Dr. C.________ vom 11. November 2021 und 7. Dezember 2021 immerhin Berichte einer 
eidg. dipl. Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie vorliegen, aus denen im Wesent-
lichen hervorgeht, dass beim Beschwerdeführer keine psychiatrische Erkrankung vorlie-
gen soll, wobei anzunehmen ist, dass diese Diagnose begründungslos erfolgte und ihr 
somit nur ein marginaler Beweiswert zugesprochen werden kann. Dies ist insbesondere 
vor dem Hintergrund bedeutsam, dass das Strassenverkehrsamt in seiner Sicherungsent-
zugsverfügung vom 26. März 2020 die Wiederaushändigung des Führerausweises von 
u.a. folgender Bedingung abhängig gemachte hatte:
– Sollte der Verdacht auf eine psychiatrische Erkrankung bestätigt werden, hat [zusätz-

lich] eine psychiatrische Beurteilung der Fahreignung zu erfolgen;
Ohne dazu befugt zu sein, bejahte zudem Dr. C.________ die Fahreignung des Be-
schwerdeführers implizit, indem sie in ihrem ärztlichen Zeugnis vom 11. November 2021 
ausführte, es sei beim Beschwerdeführer keine (erneute) Abklärung der Fahreignung an-
gezeigt. Mit Zeugnis vom 6. April 2022 bestätigte sie zudem, dass aus medizinisch-
psychiatrischer Sicht die Fahreignung des Beschwerdeführers gegeben sei.

Das Strassenverkehrsamt sah sich gezwungen, bei Dr. D.________ unter Beilage sämtli-
cher Akten, darunter insbesondere die ärztlichen Zeugnisse von Dr. C.________ vom 11. 
November 2021 und 7. Dezember 2021, ein Aktengutachten zur Frage in Auftrag zu ge-

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ben, ob der Beschwerdeführer mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt sei, 
ein Motorfahrzeug in einem dauernden oder zeitweiligen Zustand zu lenken, der das si-
chere Führen von Motorfahrzeugen nicht mehr gewährleiste. Wäre das Gesuch des Be-
schwerdeführers vom 11. Oktober 2022 um Wiederaushändigung des Führerausweises 
aber derart aussichtslos gewesen, wie das das Strassenverkehrsamt in seinem UP-
Entscheid vom 24. Januar 2023 darlegt, wäre das Aktengutachten von Dr. D.________, 
welches sich im Wesentlichen mit den ärztlichen Zeugnissen von Dr. C.________ vom 
11. November 2021 und 7. Dezember 2021 auseinandersetzte, gar nicht notwendig gewe-
sen. 

Aufgrund dieser Umstände ist für das Gericht die Schwelle nicht erreicht, ab der man sa-
gen muss, dass im vorliegenden Fall (Gesuch um Wiederaushändigung des Führeraus-
weises) die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und diese 
deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Vielmehr ist davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund der für ihn grundsätzlich positiven ärztlichen Zeug-
nisse von Dr. C.________, obwohl begründungslos und somit grundsätzlich unbeachtlich, 
das Verfahren um Wiederaushändigung des Führerausweises durchaus auch dann einge-
leitet hätte, wenn er über die nötigen finanziellen Mittel verfügen würde. Die Vorausset-
zungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wären daher erfüllt gewesen, 
da auch das Strassenverkehrsamt von der dafür ebenfalls erforderlichen Bedürftigkeit des 
Beschwerdeführers ausging.

8.
8.1 Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass die Beschwerde gegen den Entscheid des 
Strassenverkehrsamts des Kantons Zug, dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 
Rechtspflege zu verweigern, begründet und somit diesbezüglich gutzuheissen ist. Das 
Strassenverkehrsamt hat dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren. Es darf somit dem Beschwerdeführer im Verfahren um Wiederaus-
händigung des Führerausweises keine Kosten auferlegen. 

8.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass vom Beschwerdeführer für die Erstellung des 
Aktengutachtens von Dr. D.________ ein Kostenvorschuss von Fr. 200.– verlangt worden 
war, den der Beschwerdeführer offenbar auch bezahlte. Angesichts der Gutheissung der 
vorliegenden Beschwerde hat das Strassenverkehrsamt dem Beschwerdeführer den ge-
leisteten Kostenvorschuss zurückzubezahlen. 

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Urteil V 2023 8

8.3 Es ist darauf hinzuweisen, dass mit dem vorliegenden Urteil noch in keiner Weise 
gesagt ist, dass dem Beschwerdeführer nun der Führerausweis wieder auszuhändigen ist. 
Dafür bedarf es vertiefter Abklärungen durch die Vorinstanz und insbesondere einer an-
fechtbaren Verfügung des Strassenverkehrsamts. 

9.
9.1 Das Strassenverkehrsamt hat das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltli-
che Rechtspflege abgelehnt und damit implizit auch das von ihm gleichzeitig gestellte Ge-
such, ihm RA B.________ als unentgeltlichen Rechtsbeistand beizugeben, denn Letzteres 
kann nur mit der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege verbunden werden. Das 
Strassenverkehrsamt hat sich daher richtigerweise nicht darüber zu äussern gehabt, ob 
vorliegend die Bestellung eines Rechtsbeistands zur Wahrung der Rechte des Beschwer-
deführers notwendig war. Das ist nun nachzuholen.

9.2 Da eine Rückweisung an die Vorinstanz nur zur Klärung dieser Frage jedoch eine 
unnötige Verlängerung des Verfahrens zur Folge hätte, nimmt sie das Gericht selbst vor, 
insbesondere auch deshalb, weil dem Strassenverkehrsamt diesbezüglich kein Versäum-
nis vorzuwerfen ist. Dabei liegt es für das Gericht auf der Hand, dass die Erfordernisse 
von § 27 Abs. 2 VRG nicht erfüllt sind. Eine sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen 
Rechtsverbeiständung im Zusammenhang mit einem Gesuch um Wiederaushändigung 
des Führerausweises ist nicht erkennbar. Das Gesuch bot weder in tatsächlicher noch in 
rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten. Die relevanten Rechtsfragen sind nicht komplex, und 
der Sachverhalt ist als übersichtlich zu beurteilen. Es genügte, unter Verweis auf die ent-
sprechenden ärztlichen Berichte von Dr. C.________ um die Wiederaushändigung des 
Führerausweises zu ersuchen. Viel mehr hat denn auch der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers nicht gemacht. 

10. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde in dem Sinne teilweise gut-
zuheissen ist, als dass das Strassenverkehrsamt dem Beschwerdeführer die unentgeltli-
che Rechtspflege zu gewähren hat, was Kostenfreiheit für das erstinstanzliche Verfahren 
zur Folge hat. Was die unentgeltliche Verbeiständung im erstinstanzlichen Verfahren be-
trifft, ist die Beschwerde jedoch abzuweisen. 

11. Auf die Erhebung von Kosten wird in Verfahren, bei denen es – wie vorliegend – 
abzuklären gilt, ob die unentgeltliche Rechtspflege zu Recht verweigert wurde, praxis-
gemäss verzichtet.

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Urteil V 2023 8

12.
12.1 Im vorliegenden Verwaltungsgerichtsverfahren ist die unentgeltliche Rechtspflege 
und die damit verbundene Bestellung eines Rechtsbeistandes zu gewähren, kann doch 
nicht gesagt werden, die Beschwerde gegen den Entscheid des Strassenverkehrsamts, 
das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege abzulehnen, sei of-
fensichtlich aussichtslos gewesen. Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers ist anhand 
der eingereichten Belege (insbesondere Steuererklärung 2021, definitive Veranlagung 
Kantons- und Gemeindesteuern 2021, Bestätigung der Einwohnergemeinde Menzingen 
betr. Sozialhilfe, Kontoauszug) zudem ausgewiesen. Ausserdem kann der Beizug eines 
Rechtsbeistandes im vorliegenden Fall als sachlich notwendig beurteilt werden, da sich 
bei der Begründung von Beschwerden gegen die Ablehnung der unentgeltlichen Rechts-
pflege wegen Aussichtslosigkeit in der Regel nicht leicht zu beantwortende rechtliche und 
tatsächliche Fragen stellen.

12.2 Der vom Beschwerdeführer beigezogene Rechtsanwalt B.________ wird im Rah-
men der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung und in Nachachtung von § 9 der Verord-
nung über die Kosten im Verfahren vor Verwaltungsgericht (KoV; BGS 162.12) für das 
verwaltungsgerichtliche Verfahren ermessensweise mit Fr. 1'000.– (inklusive Mehrwert-
steuer und Barauslagen), ausgehend von einem Stundenansatz von Fr. 220.–, aus der 
Staatskasse entschädigt. Dem Begehren, den unentgeltlichen Rechtsbeistand zu einem 
Stundenansatz von Fr. 300.– netto zu gewähren, kann nicht entsprochen werden, zumal 
gemäss § 9 Abs. 4 KoV das Honorar der unentgeltlichen Rechtsbeiständin oder des un-
entgeltlichen Rechtsbeistandes bei patentierten Anwältinnen und Anwälten in der Regel 
nach einem Stundenansatz von Fr. 200.– (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) be-
rechnet wird (wobei das Verwaltungsgericht des Kantons Zug für unentgeltliche Rechts-
vertretungen analog § 14 Abs. 2 der vom Obergericht des Kantons Zug erlassenen Ver-
ordnung über den Anwaltstarif [AnwT; BGS 163.4] seit mehreren Jahren eine Abgeltung 
von Fr. 220.– pro Stunde leistet).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als dass das Stras-
senverkehrsamt dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen hat. Das Strassenverkehrsamt hat dem Beschwerdeführer den von ihm 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 200.– zurückzubezahlen. Im Übrigen wird die 
Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Rechtsanwalt B.________ wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 1'000.– (inkl. 
Mehrwertsteuer und Barauslagen) aus der Staatskasse entschädigt. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Beschwerdeführer (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), an 
das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug, an RA B.________ sowie zum Voll-
zug von Ziffer 3 des Dispositivs an die Finanzverwaltung des Kantons Zug (nur 
Rubrum und Dispositiv).

Zug, 4. September 2023

Im Namen der
VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am