# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc113785-fc9c-526f-9a58-b6d6b7112b63
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-06-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.06.2019 D-2311/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2311-2018_2019-06-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2311/2018 
tsr 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u n i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Barbara Balmelli, Richter Gérald Bovier,    

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt,  

Advokaturbüro Meier & Mayerhoffer,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 20. März 2018 / N (…). 

 

 

 

D-2311/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein Tamile mit letztem Aufenthalt in B._______ 

(C._______ District), verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 

11. Februar 2016 und gelangte am 19. Mai 2016 in die Schweiz, wo er am 

gleichen Tag um Asyl nachsuchte.  

A.b Das SEM führte am 27. Mai 2016 die Befragung zur Person (BzP) 

durch, wobei der Beschwerdeführer angab, er habe im Jahr 2008 be-

gonnen, die Universität von C._______ zu besuchen und in deren Nähe 

zusammen mit vier anderen Personen ein Zimmer gemietet. Sie hätten an 

Demonstrationen teilgenommen und seien verwarnt worden. Am 18. Mai 

2012 hätten sie den Gedenktag zum Krieg feiern wollen – Soldaten hätten 

den Sekretär des Studentenflügels, mit dem er sehr befreundet gewesen 

sei, deshalb fast zu Tode geprügelt. Der Freund sei zu ihrem Zimmer ge-

rannt und die Soldaten seien abgezogen. Am selben Abend seien sie von 

der Armee abgeholt und zu deren Camp mitgenommen worden. Ihnen sei 

vorgeworfen worden, sie unterstützten die LTTE (Liberation Tigers of Tamil 

Eelam), und sie seien geschlagen worden. Da sie sich gefürchtet hätten, 

seien sie gleichentags nach Hause gegangen. Nach dem Märtyrertag vom 

28. November 2012 hätten sie an der Universität eine Demonstration 

veranstaltet. Sie seien von Soldaten und Polizisten geschlagen worden, die 

ihn und vier andere Personen in einen Wagen gedrängt hätten. Sie seien 

zum Polizeiposten D._______ gebracht und bis 23 Uhr festgehalten 

worden. Anschliessend seien sie ins Spital gegangen – Leute des CID 

(Criminal Investigation Department) hätten angerufen und gesagt, sie 

sollten das Spital verlassen. Er habe das Spital am folgenden Tag 

verlassen und sich drei Monate lang privat medizinisch versorgen lassen. 

Am 1. Dezember 2012 seien vier Studenten festgenommen und drei 

Monate lang festgehalten worden. Nachdem diese freigelassen worden 

seien, hätten sie ihm geraten, Sri Lanka zu verlassen. Er habe die 

Universität abgeschlossen und seine Ausreise vorbereitet. Auf Nachfrage 

sagte der Beschwerdeführer, sein in der Schweiz lebender Schwager sei 

vom Militär mitgenommen worden; er sei beschuldigt worden, mit den LTTE 

„zu tun zu haben“. Im November 2014 sei er (der Beschwerdeführer) von 

der Armee mitgenommen worden, da eine CID-Person ihm gesagt habe, 

seine ganze Familie unterstütze die LTTE. Das CID sei dreimal bei ihm 

vorbeigekommen; das erste Mal sei er mitgenommen und geschlagen 

worden.  

D-2311/2018 

Seite 3 

A.c Das SEM hörte den Beschwerdeführer am 16. März 2018 zu seinen 

Asylgründen an. Er machte im Wesentlichen geltend, er habe von seinen 

Eltern erfahren, dass nach seiner Ausreise Leute gekommen und nach ihm 

gefragt hätten. Von 2007/2008 bis Juli 2013 habe er die Universität be-

sucht. Anschliessend habe er sich für eine Regierungsstelle beworben und 

(…). Drei Tage nachdem er Sri Lanka verlassen habe, habe er eine Stelle 

bei (…) erhalten. Als er mit dem Studium begonnen habe, habe er 

zusammen mit fünf Personen ein Zimmer gemietet. Die Militärs seien 

gekommen und hätten ihre Namen registriert. Als an der Universität 

Demonstrationen durchgeführt worden seien, seien die Militärs immer 

wieder gekommen und hätten ihnen gesagt, sie sollten nicht daran 

teilnehmen. Sie hätten geantwortet, sie würden nicht an den Demonstra-

tionen teilnehmen. Seine Probleme hätten 2012 vor Studienabschluss 

begonnen. Am 18. Mai 2012 habe er an der Feier zum Gedenken an die 

Verstorbenen teilnehmen müssen. Der Organisator der Feier sei von 

Unbekannten angegriffen und verprügelt worden. Er sei zu ihrem Zimmer 

gekommen und sie hätten ihn in ein Spital gebracht. Nach der Gedenkfeier 

seien sie nach Hause gegangen. Gegen Abend seien Militärpersonen ge-

kommen, die sie mitgenommen und massiv geschlagen hätten. Nachdem 

sie freigelassen worden seien, sei er nach Hause gegangen. Dort sei er ins 

Spital gegangen, um sich versorgen zu lassen. Nach den Semesterferien 

sei er wieder zu den Vorlesungen gegangen. Ab dem 27. Dezember 2012 

hätten die Probleme wieder angefangen. Die Armee habe die Studentinnen 

des Internats angegriffen, weshalb sie am folgenden Tag eine Demons-

tration durchgeführt hätten. Als sie die Universität verlassen hätten, seien 

Polizisten und Soldaten gekommen, die ihnen gesagt hätten, sie dürften 

nicht demonstrieren. Plötzlich seien sie angegriffen worden. Die Sicher-

heitsbeamten hätten alle geschlagen und ihn zusammen mit vier anderen 

Studenten zum Polizeiposten mitgenommen. Nach Intervention der Vize-

Rektorin seien sie freigelassen worden. Am Abend habe er ins Spital von 

C._______ gehen müssen, da er geblutet habe. Die Ärzte hätten gesagt, 

er solle im Spital bleiben, am selben Abend habe ihm eine unbekannte 

Person telefonisch gesagt, er solle das Spital verlassen. Am folgenden Tag 

sei er nach E._______ gegangen, wo er sich in einer Privatklinik habe 

behandeln lassen. Während dieser Zeit habe das CID vier „Studenten-

funktionäre“ nach F._______ mitgenommen und verhört. Danach seien um 

die Universität herum kleinere Camps gebaut worden, was die Studenten 

in Angst versetzt habe. Die vier Studenten seien bis zum 15. Februar 2013 

festgehalten worden. Während dieser Zeit habe er von Unbekannten 

mehrmals Anrufe erhalten – ihm sei gesagt worden, er solle wieder an die 

Universität zurückkehren. Nachdem er sein Telefon ausgeschaltet habe, 

D-2311/2018 

Seite 4 

seien sie zu ihm nach Hause gekommen, worauf er sich bei Verwandten 

versteckt habe. Nach der Freilassung der vier Studenten habe sich die 

Situation normalisiert und er habe das Studium abgeschlossen. 2014 sei 

in der Nähe des Ladens seines Schwagers eine Bombe explodiert. Dieser 

habe deshalb Probleme gehabt und das Land verlassen; er sei vom CID 

gesucht worden. Als er einmal bei der Familie des Schwagers gewesen 

sei, seien CID-Leute dorthin gekommen, die ihn befragt und ihm gesagt 

hätten, er solle am folgenden Tag zu ihnen ins Camp kommen. Im Camp 

hätten ihn die CID-Leute, die bei der Demonstration im Jahr 2012 Dienst 

gehabt hätten, erkannt. Ein Beamter habe ihn geschlagen. Danach seien 

sie zirka dreimal zu ihm gekommen und hätten ihn bedroht. Sie hätten 

gesagt, er solle seinen Schwager vorbeibringen. Er sei dreimal vorgeladen 

worden und beim dritten Mal sei ihm gesagt worden, er müsse den 

Schwager vorbeibringen, ansonsten er ins Gefängnis geschickt werde. 

Danach habe seine Mutter seine Ausreise organisiert und ihn ins Ausland 

geschickt.    

A.d Während des vorinstanzlichen Verfahrens gab der Beschwerdeführer 

mehrere Beweismittel zu den Akten (vgl. act. A12 Ziff. 1 – 12; Beweis-

mittelumschlag).  

B.  

Mit Verfügung vom 20. März 2018 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 20. April 2018 liess der 

Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben, der Beschwerdeführer sei als Flüchtling 

anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei das 

Verfahren zur Ergänzung und zum neuen Entscheid an das SEM zurück-

zuweisen. Subeventualiter sei ihm eine vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, eventualiter sei auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Der Eingabe lag 

eine Unterstützungsbestätigung vom 4. April 2018 bei. 

  

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Seite 5 

D.  

Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2018 gut. 

Gleichzeitig verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Er 

forderte den Beschwerdeführer auf, dem Gericht den Namen und das 

Geburtsdatum seines Schwagers und die Nummer dessen Asylverfahrens 

mitzuteilen. Die Akten übermittelte er zur Vernehmlassung an das SEM. 

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 7. Mai 2018 beantragte das SEM die 

Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht setzte den 

Beschwerdeführer am 8. Mai 2018 in Kenntnis von der Vernehmlassung 

und gewährte ihm Frist zur Einreichung einer Stellungnahme.  

F.  

Mit Eingabe vom 16. Mai 2018 teilte der Beschwerdeführer den Namen, 

das Geburtsdatum und die seinen Schwager betreffende Verfahrens-

nummer mit. Innert der angesetzten Frist und bis heute reichte er keine 

Stellungnahme zur Vernehmlassung ein.  

G.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Akten des Bruders des 

Beschwerdeführers, G._______ (N …), und dessen Schwagers, 

H._______ (N …), beigezogen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-

verwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines 

Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig ent-

scheidet. 

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Seite 6 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt.  108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationa-

lität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

von Leib und Leben oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner-

träglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesent-

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

  

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Seite 7 

4.  

4.1 Das SEM begründet seinen Entscheid damit, dass der Beschwerde-

führer nicht in der Lage gewesen sei, ein eigenes politisches Profil auf-

zuzeigen oder eine nachvollziehbare Verbindung zu seinem Schwager 

darzulegen, die eine Reflexverfolgung als wahrscheinlich erscheinen 

liesse. Abgesehen davon, dass er an der Universität an zwei Demons-

trationen teilgenommen und zu den ältesten Studenten gehört habe, habe 

er keine besondere Funktion oder eine qualifizierte Aktivität geltend 

gemacht. Folglich dürfte er nicht in den Fokus des CID geraten sein. Es 

erscheine unwahrscheinlich, dass er wegen der Zusammenstösse an der 

Universität noch Jahre später Probleme gehabt habe. Da er scheinbar 

problemlos sein Studium habe beenden und an seinem Wohnort eineinhalb 

Jahre als (…) habe arbeiten können, sei nicht von einer ernsthaften 

Verfolgungsabsicht der Behörden auszugehen. Seine Aussage, ihm sei 

wegen der Demonstrationsteilnahmen von 2012 in den Jahren 2014 und 

2015 die Förderung von Terrorismus vorgeworfen worden, sei unglaubhaft.  

Vor diesem Hintergrund sei zu bezweifeln, dass sich die Behörden nach 

der Ausreise seines Schwagers im geltend gemachten Ausmass auf den 

Beschwerdeführer fokussiert hätten. Er habe nicht erklären können, wes-

halb er genau in den Fokus der Behörden hätte geraten sollen. Sein 

pauschales Vorbringen, er habe am selben Ort gewohnt und sei der älteste 

Mann im Haushalt gewesen, überzeuge nicht. Nicht fundiert sei die 

Begründung, die Behörden hätten ihm und seinem Bruder eine Zu-

sammenarbeit mit dem Schwager unterstellt, fehlten dazu doch jegliche 

Anhaltspunkte. Weshalb lediglich er über den Zeitraum eines Jahres auf-

gefordert worden sei, den Schwager an das CID auszuliefern, entspreche 

nicht der Handlungslogik. Hätte das CID den Schwager mit der geltend 

gemachten Intensität gesucht, wäre anzunehmen, dass dessen Mass-

nahmen sich auf das gesamte Umfeld des Schwagers erstreckt hätten. Die 

Zweifel würden dadurch bestärkt, dass die Schilderungen der angeblichen 

Befragungen oberflächlich und vage ausgefallen seien. Besonders zeige 

sich die mangelnde Substanz bei einem Strukturvergleich der Aussagen. 

Während er zu den Erlebnissen im Studium äusserst detailliert habe 

aussagen können, hätten sich die Schilderungen zu den Vorfällen im Jahr 

2014 auf pauschale und substanzlose Aussagen beschränkt.  

Erstaunlich sei, dass der Beschwerdeführer als Ausgangspunkt für die 

Probleme ab November 2014 eine Bombenexplosion vor (…) des 

Schwagers geltend mache, habe der Schwager einen solchen im Rahmen 

seines Asylverfahrens doch nicht erwähnt. Der Beschwerdeführer habe 

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Seite 8 

gemeint, das CID habe das vielleicht nur gesagt, um ihn zu beschuldigen, 

was nicht überzeugend sei. Die Vorbringen zu den angeblichen Problemen 

in Sri Lanka seien demnach unglaubhaft. Die viermalige Befragung durch 

das CID wäre, selbst wenn sie stattgefunden hätte, nicht asylrelevant, da 

sie keine intensive Verfolgung darstellte. Dem Beschwerdeführer sei im 

Jahr 2014 offenbar ein Reisepass ausgestellt worden, mit dem er im 

Februar 2016 legal ausgereist sei. Zudem sei ihm nach seiner Ausreise 

eine Regierungsstelle bei (…) angeboten worden.  

Die Befragung, welcher der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka am Flughafen unterzogen werde, und das allfällige Eröffnen eines 

Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise stellten keine asylrelevanten Ver-

folgungsmassnahmen dar. Auch die Kontrollmassnahmen am Herkunftsort 

(Registrierung, Identitätserfassung, Überwachung von Aktivitäten) nähmen 

grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass an. Er habe nicht glaubhaft 

gemacht, vor der Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen aus-

gesetzt gewesen zu sein und habe nach Kriegsende noch knapp sechs 

Jahre lang in seiner Heimat gelebt. Allfällige bestehende Risikofaktoren 

hätten kein Verfolgungsinteresse der Behörden ausgelöst. Es sei nicht 

ersichtlich, weshalb er im Fall einer Rückkehr in den Fokus der Behörden 

geraten und verfolgt werden sollte. 

Die Teilnahme an zwei exilpolitischen Demonstrationen in I._______ könne 

keine begründete Furcht vor Verfolgung begründen. Der Beschwerdeführer 

habe keine besondere Funktion wahrgenommen und wie andere Teil-

nehmer nur Slogans gerufen. Demzufolge sei er nicht als profilierter Exil-

politiker einzustufen, der in der Lage wäre, durch seine Aktivitäten das 

Interesse der sri-lankischen Nachrichtendienste im Ausland auf sich zu 

ziehen.  

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe 

in den Befragungen bereits in den Grundzügen angegeben, weshalb er 

wegen seines Schwagers eine Verfolgung durch die heimatlichen Be-

hörden befürchte. Sein Schwager habe seit 2005 im gleichen Haushalt 

gelebt und immer wieder Besuch von früheren LTTE-Mitgliedern erhalten. 

Er habe diese Leute gesehen, wisse aber nicht, was sie mit seinem 

Schwager besprochen hätten oder wohin sie mit ihm gegangen seien. Bei 

der Demonstration gegen Menschenrechtsverletzungen im Jahr 2014 habe 

er einige der Besucher seines Schwagers wiedererkannt. Die Beamten 

hätten wissen wollen, welche Personen seinen Schwager besucht hätten 

und welcher Tätigkeit sie nachgingen. Sie hätten zudem wissen wollen, 

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Seite 9 

welcher Partei sie angehörten und wie man mit ihnen in Kontakt treten 

könne. Das CID habe ihm vorgeworfen, Mitglied einer verbotenen 

Organisation zu sein, und ihn beschuldigt, illegal Propaganda gegen die 

Regierung zu betreiben. Aufgrund dieser ergänzenden Angaben greife die 

Sichtweise des SEM zu kurz. Sein Schwager sei ein früherer LTTE-Aktivist 

gewesen, weshalb die Sicherheitskräfte die Bombenexplosion damit in 

Verbindung gebracht hätten. Es bestehe der Verdacht, der Schwager 

gehöre einer Nachfolgeorganisation an, weshalb sein ganzes Umfeld 

verdächtigt werde. Der Beschwerdeführer sei verdächtigt worden, am 

Aufbau einer solchen Organisation beteiligt gewesen zu sein, womit sich 

die Befragungen und die Drohungen erklären liessen. Es handle sich nicht 

bloss um eine Reflexverfolgung, sondern um eine ihn selbst betreffende 

Verfolgung. Das SEM habe den Sachverhalt somit mangelhaft erfasst.  

Der Beschwerdeführer sei nur einmal befragt worden und die Befragung 

habe eine relativ geringe Tiefe aufgewiesen, was sich in der Dichte der 

Antworten niederschlage. Er sei im Dezember 2014 eines Abends auf dem 

Weg zu seiner Mutter gewesen. Als er fast schon zu Hause gewesen sei, 

sei er von zwei CID-Beamten aufgehalten worden, die ihn auf den Posten 

hätten mitnehmen wollen. Als sie ihn auf ihr Motorrad hätten drängen 

wollen, habe er sich lautstark gewehrt, worauf sie ihm seine Identitätskarte 

abgenommen und gesagt hätten, er könne diese am folgenden Tag ab-

holen. Als er dies habe tun wollen, sei er von vier Soldaten befragt worden, 

die genaue Angaben über drei Mitglieder der Studentenorganisation hätten 

haben wollen. Der eine Kollege gelte seit 2006 als vermisst und der andere 

sei im April 2014 erschossen worden. Zwei der anwesenden Polizisten 

hätten ihn einmal bei einer Demonstration verhaftet und geschlagen. Man 

habe ihn verprügelt und er habe am Abend das Camp verlassen dürfen. 

Drei Wochen später sei er zu Hause vom CID verhaftet und ins gleiche 

Camp gebracht worden. Man habe ihm dieselben Fragen gestellt. Da er 

keine Antworten habe geben können, habe man gedroht, ihn zu 

erschiessen, falls er nicht die Wahrheit sage. Eine Woche später habe ihm 

seine Mutter mitgeteilt, Beamte des CID hätten ihn bei ihr gesucht. 

Die Schilderungen des Beschwerdeführers seien detailliert und inhalts-

reich, womit sie glaubhaft seien. Er weise ein Profil auf, das eine Ver-

folgung sehr wahrscheinlich erscheinen lasse, da er schon vor der Flucht 

verfolgt worden sei. Seine politischen Aktivitäten führten zum Verdacht der 

Beteiligung am Wiederaufbau einer tamilischen Organisation.   

D-2311/2018 

Seite 10 

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, die schriftlichen Aus-

führungen in der Beschwerde könnten die fehlende Substanz in den 

Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung nicht kompen-

sieren. Hätte er das Gesagte tatsächlich erlebt, dürfte erwartet werden, 

dass er die nötige Substanz schon vorher hätte zu Protokoll geben können. 

Mit den schriftlichen Ausführungen werde der Eindruck erweckt, er ver-

suche dem Vorwurf der Unsubstanziiertheit mit möglichst vielen Details 

entgegenzutreten. Da diese jedoch offensichtlich nachgeschoben seien, 

könnten sie die Einschätzung des SEM nicht relativieren. Der Beschwerde-

führer verfüge nicht über ein Risikoprofil, weshalb die Rückkehr ins 

Heimatland zulässig sei. Der Länderbericht von Amnesty International 

2017/2018 vermöge an der Zumutbarkeitseinschätzung nichts zu ändern.  

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt 

und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 

5.2 Der Beschwerdeführer berichtete bei der BzP und der Anhörung aus-

führlich und detailliert sowie lebensnah über seine Studienzeit. Den Ablauf 

der beiden Studentendemonstrationen, das Verhalten der Behörden und 

die Folgen ihres Einschreitens gab er in einer hohen Erzähldichte wieder. 

Mit dem beim SEM eingereichten Diagnosis Ticket (act. A12 Ziff. 3) des 

(…) Hospital in C._______ vom November 2012 wird seine Angabe 

gestützt, er habe Ende November 2012 das Spital aufsuchen müssen. Das 

Bundesverwaltungsgericht erachtet es aufgrund der gesamten Aktenlage 

als überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012 

an zwei Demonstrationen teilnahm und während denselben von Soldaten 

abgeführt und geschlagen wurde. Da er anschliessend sein Studium 

weiterführen und im Juli 2013 abschliessen konnte (vgl. die in act. A12 

abgelegten Dokumente der Universität von C._______), ist in Anbetracht 

der Aussagen, die er bei der BzP und der Anhörung machte, nicht davon 

auszugehen, dass gegen ihn wegen der Teilnahme an Studentendemons-

trationen ein Ermittlungs- beziehungsweise Strafverfahren eingeleitet 

wurde.  

5.3 Bei der BzP erwähnte der Beschwerdeführer auf die Frage, ob er oder 

Familienmitglieder in Kontakt mit den LTTE gestanden seien, dass sein 

Schwager, der in der Schweiz lebe, von der Armee mitgenommen und 

diesbezüglich beschuldigt worden sei. Nachdem sein Schwager Sri Lanka 

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Seite 11 

im September 2014 verlassen habe, sei das Militär im November 2014 zu 

ihnen gekommen, habe ihn mitgenommen und befragt. Danach seien sie 

immer wieder beziehungsweise noch zirka dreimal zu ihm gekommen. 

Beim ersten Mal sei er geschlagen worden, danach nicht mehr (act. A6/12 

S. 8). Bei der Anhörung brachte er vor, Leute des CID hätten ihn einmal im 

Zuhause seines Schwagers angetroffen, nachdem dieser Sri Lanka ver-

lassen habe. Er sei befragt und ihm sei danach die Identitätskarte abge-

nommen worden. Am folgenden Tag sei er mit seiner Mutter zum Armee-

camp gegangen, um die Identitätskarte abzuholen, wo er geschlagen 

worden sei, als ihn ein CID-Beamter wiedererkannt habe. Danach seien 

sie noch dreimal zu ihm gekommen und hätten ihn beim dritten Mal aus-

drücklich aufgefordert, er solle seinen Schwager vorbeibringen, ansonsten 

er ins Gefängnis gebracht werde. Die Probleme des Schwagers führte der 

Beschwerdeführer darauf zurück, dass vor (…) im Jahr 2014 eine Bombe 

explodiert sei (act. A16/19 S. 8 f.). Sein Schwager sei wegen dieser 

Bombenexplosion mitgenommen und drei oder vier Tage lang festgehalten 

worden. Als er (der Beschwerdeführer) mitgenommen worden sei, sei ihm 

gesagt worden, sein Schwager habe mit der Explosion zu tun gehabt (act. 

A16/19 S. 15).  

Der Schwager des Beschwerdeführers gab im Rahmen seiner Anhörung 

zu den Asylgründen an, er sei von den sri-lankischen Sicherheitskräften 

beschuldigt worden, in früheren Jahren die LTTE unterstützt zu haben. Er 

habe für die LTTE in seinem Geschäft in der Tat Pakete aufbewahrt und für 

LTTE-Leute Essenspakete bereitgestellt. Aufgrund der Probleme habe er 

sein Geschäft im August 2012 verkauft. Nachdem er Sri Lanka verlassen 

habe, habe seine Ehefrau Probleme mit der Armee gehabt, weshalb sie 

sich nicht getraut habe, mit ihrer kleinen, erkrankten Tochter zum Spital zu 

gehen. Aus diesem Grund sei manchmal der Bruder seiner Ehefrau – der 

Beschwerdeführer – mit der Tochter zum Spital gegangen.  

Da der Schwager des Beschwerdeführers geltend machte, er habe sein 

Geschäft im August 2012 verkauft, und mit keinem Wort erwähnte, vor 

diesem sei im Jahr 2014 eine Bombe explodiert, worauf ihm die Sicher-

heitsbehörden vorgeworfen hätten, er habe mit der Explosion zu tun, sind 

die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers nicht glaubhaft. Es 

erschliesst sich nicht, weshalb die Sicherheitsbehörden dem Beschwerde-

führer vorwerfen sollten, er habe mit einer Bombenexplosion zu tun, die 

seinem Schwager angelastet wurde, wenn dem Schwager gegenüber nie 

entsprechende Verdachtsmomente geäussert wurden. Entgegen der Dar-

legung des Beschwerdeführers war sein Schwager laut eigenen Angaben 

D-2311/2018 

Seite 12 

im Jahr 2014 bereits seit längerer Zeit nicht mehr (…). Da der Schwager 

mit seiner Familie auch nach seiner Ausreise aus Sri Lanka in Kontakt 

stand, ist davon auszugehen, er hätte es erfahren, falls der 

Beschwerdeführer mit den sri-lankischen Behörden seinetwegen Probleme 

gehabt hätte. Er gab bei seiner Anhörung zu den Asylgründen vom 11. Juni 

2015 indessen an, nur seine Ehefrau, die Schwester des Beschwerde-

führers, habe Probleme mit den heimatlichen Behörden. Aufgrund dieser 

Widersprüche und Ungereimtheiten entstehen erhebliche Zweifel an den 

Vorbringen des Beschwerdeführers.  

Das SEM stellte in der angefochtenen Verfügung zu Recht fest, dass die 

Aussagen des Beschwerdeführers zu den Vorfällen, die er in Zusammen-

hang mit seinem Schwager stellte, im Vergleich zu den Aussagen, welche 

die Vorfälle während seiner Studienzeit betreffen, mehrheitlich vage und 

wenig substanziiert ausfielen. Während er die mehrere Jahre zurück-

liegenden Ereignisse aus den Jahren 2011 und 2012 in freier Rede detail-

getreu und ausführlich sowie mit zahlreichen Hintergrundinformationen 

versehen schilderte, hielt er sich hinsichtlich der Ereignisse, die sich ab 

November 2014 zugetragen haben sollen, kurz und beantwortete die ihm 

dazu gestellten Fragen ausweichend, kaum detailliert und stereotyp. 

Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung kann dies nicht 

darauf zurückgeführt werden, dass bei der Anhörung zu wenig Zeit zur 

Verfügung gestanden hätte. Diese dauerte inklusive Pause fünf Stunden 

und dem Beschwerdeführer wurde mehrfach die Gelegenheit gegeben, die 

geltend gemachten Mitnahmen und Befragungen ab November 2014 

ausführlich zu schildern. Weder wurde er angehalten, sich kurz zu halten, 

noch wurde er in seinen Ausführungen unterbrochen. Vielmehr war er nicht 

in der Lage, die ihm gestellten Fragen vertieft zu beantworten. Die Zweifel 

an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen werden bestätigt. 

In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Schwager des Beschwerde-

führers sei ein angesehener ehemaliger LTTE-Aktivist gewesen, der immer 

wieder Besuch von ehemaligen LTTE-Mitgliedern erhalten habe. Er – der 

Beschwerdeführer – habe 2014 in C._______ an einer Demonstration 

teilgenommen, bei der er einige der Besucher seines Schwagers erkannt 

habe. Als er von CID-Beamten befragt worden sei, hätten diese von ihm 

wissen wollen, wer seinen Schwager besucht habe und welcher Tätigkeit 

diese Personen nachgegangen seien. Das CID habe ihm vorgeworfen, er 

sei Mitglied einer verbotenen Organisation und mache bewusst keine 

Angaben zu den Leuten, die seinen Schwager besucht hätten. Im Rahmen 

der beiden Befragungen sagte der Beschwerdeführer nie aus, sein 

D-2311/2018 

Seite 13 

Schwager sei LTTE-Aktivist gewesen, vielmehr gab er bei der Anhörung 

an, sein Schwager habe sich politisch nicht betätigt (act. A16/19 S. 15). 

Ebenso wenig machte er geltend, sein Schwager habe zu Hause 

ehemalige LTTE-Aktivisten empfangen, wozu er – der Beschwerdeführer – 

von den Behörden später befragt worden sei. Schliesslich gab er auch nie 

zu Protokoll, er habe noch im Jahr 2014 an einer Demonstration 

teilgenommen. Bezeichnenderweise brachte auch der Schwager des 

Beschwerdeführers nie vor, er sei angesehener LTTE-Aktivist gewesen 

und habe nach der Kriegszeit ehemalige LTTE-Mitglieder bei sich 

empfangen. Die Ausführungen in der Beschwerde sind deshalb als 

nachgeschoben und unglaubhaft zu werten. Damit wird den Spekulationen 

in der Beschwerde über die Rolle, welche die sri-lankischen 

Sicherheitsbehörden dem Schwager des Beschwerdeführers in einer 

Nachfolgeorganisation der LTTE zuschreiben könnten, der Boden 

entzogen.  

In der Beschwerde wird geschildert, der Beschwerdeführer habe im 

Dezember 2014 seine Mutter besuchen wollen. Als er schon fast zu Hause 

gewesen sei, seien zwei Beamte des CID auf einem Motorrad auf ihn 

zugerast, die ihn auf den Posten hätten mitnehmen wollen, um ihn zu 

befragen. Als er sich lautstark gewehrt habe, seien viele Anwohner aus 

ihren Häusern gekommen, weshalb die Beamten ihm seine Identitätskarte 

abgenommen und gesagt hätten, er solle diese am folgenden Tag im 

Militärcamp abholen. Dort sei er in ein Zimmer geführt und zu ehemaligen 

Studentenkollegen (J._______, K._______ und L._______) befragt 

worden. J._______ gelte seit 2006 als vermisst und L._______ sei 2014 

erschossen worden. Er sei verprügelt und am selben Abend entlassen 

worden, woraufhin er sich in ein Spital begeben habe. Drei Wochen später 

sei er im Haus der Mutter erneut vom CID verhaftet und ins Militärcamp 

gebracht worden, wo ihm erneut dieselben Fragen gestellt worden seien. 

Ihm sei mit seiner Erschiessung gedroht worden. Danach habe er sich 

versteckt – eine Woche später habe ihm seine Mutter mitgeteilt, er sei bei 

ihr von CID-Beamten gesucht worden. Deshalb habe er beschlossen, das 

Land zu verlassen. 

Diese Ausführungen des Beschwerdeführers sind in verschiedener Hin-

sicht nicht mit den Aussagen, die er bei den Befragungen machte, in 

Übereinstimmung zu bringen. Bei der BzP gab er an, er habe sein Studium 

im Jahr 2008 begonnen, weshalb er nicht mit einer Person, die seit 2006 

als vermisst gelte, in der Studentenorganisation zusammengearbeitet 

haben könne. Er erwähnte zwei kurzzeitige Festnahmen im Jahr 2012; 

D-2311/2018 

Seite 14 

nach der zweiten Festnahme vom 28. November 2012 habe er sich in 

Spitalpflege begeben müssen. Vier Vorsteher von Studentenorgani-

sationen, die im Dezember 2012 festgenommen und etwa drei Monate 

festgehalten worden seien, hätten ihm geraten, die Heimat zu verlassen. 

Dann habe er die Ausreise organisiert, da das Militär ihn jederzeit hätte 

aufsuchen können (act. A6/12 S. 8). Trotzdem schloss der Beschwerde-

führer sein Studium ab, erteilte danach eigenen Aussagen zufolge zwei-

einhalb Jahre lang (…), nahm an über 40 Prüfungen im Hinblick auf seine 

Stellensuche teil und bewarb sich um eine Staatsstelle (act. A16/19 S. 5). 

Eine Ausreisevorbereitung geht aus den späteren Aussagen des 

Beschwerdeführers somit nicht hervor. Bei der BzP gab er denn 

bezeichnenderweise auch an, er habe nach Abschluss seines Studiums 

keine Probleme gehabt, da er zu Hause geblieben sei (act. A6/12 S 8). 

Zugleich brachte er vor, seine Probleme hätten im November 2014 

begonnen, als das Militär gekommen sei, ihn mitgenommen, befragt und 

geschlagen habe (act. A6/12 S. 8). Trotz Nachfrage, ob die Leute des CID 

danach noch gewalttätig geworden seien, erwähnte er weder die an-

gebliche Drohung, man habe ihm gesagt, man werde ihn ins Gefängnis 

bringen, falls er seinen Schwager nicht ausliefere, noch die Drohung, man 

werde ihn wie einen anderen Studenten erschiessen. Abschliessend 

bestätigte er bei der BzP, er habe alle Gründe, die ihn zur Stellung des 

Asylgesuchs bewogen hätten, genannt und habe keine anderen Probleme 

gehabt (act. A6/12 S. 6). In Abweichung von den Angaben in der Be-

schwerde gab der Beschwerdeführer bei der Anhörung an, die CID-Leute 

hätten seinen Schwager einmal zu Hause gesucht, als er dort gewesen sei. 

Er sei gefragt worden, wer er sei, ihm sei die Identitätskarte abgenommen 

und gesagt worden, er solle diese am nächsten Tag abholen. Am folgenden 

Tag sei er zusammen mit seiner Mutter zum Camp gegangen, wo ihm 

mitgeteilt worden sei, er sei derjenige, der damals an der Universität 

Probleme gemacht habe. Er sei geschlagen und anschliessend entlassen 

worden (act. A16/19 S. 9). Ende 2014 sei er vom CID mitgenommen 

worden, als er bei seiner Schwester gewesen sei, einmal im Mai 2015 und 

zweimal im November 2015 sei er ebenfalls mitgenommen worden. Zu 

keinem Zeitpunkt erwähnte der Beschwerdeführer, die Beamten hätten 

gedroht, ihn wie einen anderen ehemaligen Studenten zu erschiessen. Die 

Ausführungen in der Beschwerde sind somit als nachgeschoben und 

unglaubhaft zu werten.  

5.4 Angesichts vorstehender Erwägungen ist der Schluss zu ziehen, der 

rechtserhebliche Sachverhalt sei von der Vorinstanz ausreichend erhoben 

worden. Die zusätzlichen und präzisierenden Angaben in der Beschwerde 

D-2311/2018 

Seite 15 

erweisen sich als nicht mit den bisher gemachten Aussagen vereinbar und 

sind deshalb als nachgeschoben und unglaubhaft zu bezeichnen, zumal 

keine Gründe vorliegen, aufgrund derer es dem Beschwerdeführer nicht 

möglich gewesen wäre, im Rahmen der beiden Befragungen die Probleme, 

die er nach seiner Studienzeit gehabt habe, konkret, detailliert und überein-

stimmend zu schildern. Eine ergänzende Befragung des Beschwerde-

führers erweist sich demnach als nicht notwendig und nicht angebracht, 

weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist.  

5.5  

5.5.1 Der Beschwerdeführer gab beim SEM einen vom (…) Hospital in 

M._______ verfassten MRI Report vom 4. Januar 2016 ab (act. A12 Ziff. 

2). Diesem ist zu entnehmen, dass das MRI der Rückenwirbelsäule keine 

negativen Befunde ergab. Das MRI der Lendenwirbelsäule zeitigte eine 

leichte Dehydratation der Bandscheibe. Dieser Befund könnte die vom 

Beschwerdeführer erwähnten Rückenschmerzen erklären, belegt indessen 

nicht, dass er misshandelt und verletzt wurde. 

5.5.2 Der sri-lankische Parlamentarier N._______ bestätigt in einem 

Schreiben vom 13. September 2013, dass der Beschwerdeführer während 

seiner Studienzeit zweimal festgenommen und misshandelt wurde. Zudem 

führt er aus, der Beschwerdeführer sei nach der Ausreise seines 

Schwagers im November 2014 befragt und angegriffen worden. Angesichts 

der zahlreichen Widersprüche und Ungereimtheiten in den Aussagen des 

Beschwerdeführers zu den Vorfällen, die sich nach Abschluss seines 

Studiums zugetragen haben sollen, vermögen die Angaben in diesem 

Schreiben die Würdigung des Sachverhalts durch das Bundes-

verwaltungsgericht nicht zu relativieren.  

5.6 Aus den Aussagen des Bruders des Beschwerdeführers, G._______, 

der Sri Lanka im Januar 2008 verliess und dessen Asylgesuch vom SEM 

mit Verfügung vom 28. August 2009 rechtskräftig abgewiesen wurde, 

ergeben sich bezüglich des Beschwerdeführers keine Hinweise, die für das 

vorliegende Verfahren relevant wären.  

5.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer 

geschilderte persönliche Involvierung in die Vorkommnisse, die sich im 

Jahr 2012 an der Universität von C._______ zutrugen, als glaubhaft 

erweisen. Unglaubhaft sind indessen die von ihm geltend gemachten 

Probleme, die ihm in den Jahren 2014 und 2015 aufgrund seiner früheren 

Teilnahme an Studentendemonstrationen beziehungsweise wegen seines 

D-2311/2018 

Seite 16 

Schwagers erwachsen seien. Es erübrigt sich, diesbezüglich auf die 

weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die eingereichten 

Beweismittel einzugehen, da sie an der Würdigung der Vorbringen nichts 

zu ändern vermögen. 

6.  

6.1 Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft im Sinne 

von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, 

beziehungsweise solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft befürchten muss, sofern ihr die Nachteile gezielt und 

aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungs-

motive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu werden drohen. Eine 

begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt 

vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung hätte 

sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch 

aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer 

Zukunft verwirklichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte 

für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in 

vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 

Flucht hervorrufen würden. Die erlittene Verfolgung oder die begründete 

Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal 

für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich 

auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Anspruch auf 

Asyl nach schweizerischem Recht haben somit nur Personen, die im 

Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

ausgesetzt waren (Vorfluchtgründe) oder aufgrund von äusseren, nach der 

Ausreise eingetretenen Umständen, auf die sie keinen Einfluss nehmen 

konnten, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche ernsthaften Nachteile 

befürchten müssten (sogenannte objektive Nachfluchtgründe). 

6.2 Aus dem erstellten Sachverhalt ergibt sich, dass der Beschwerdeführer 

im Mai und im November 2012 im Zusammenhang mit der Teilnahme an 

Demonstrationen, die von der Studentenschaft durchgeführt wurden, 

einige Stunden lang festgehalten und dabei geschlagen wurde. Die er-

littenen Benachteiligungen sind in asylrechtlicher Hinsicht mangels der 

vom Gesetz geforderten Intensität nicht relevant. Nicht jede Beein-

trächtigung der persönlichen Freiheit vermag die begründete Furcht vor 

künftiger Verfolgung zu begründen. Nach gängiger Praxis genügt eine 

mehrstündige Festnahme, selbst wenn sie von Tätlichkeiten begleitet ist, 

grundsätzlich den Anforderungen an die Intensität nicht, es sei denn, es 

D-2311/2018 

Seite 17 

müsse noch aus anderen Gründen auf eine künftige Verfolgung stärkerer 

Intensität geschlossen werden. Dies ist vorliegend nicht der Fall, da die 

Benachteiligungen, die vom Beschwerdeführer für den Zeitraum von 2013 

bis 2015 geltend gemacht werden, als nicht glaubhaft gewertet wurden. 

Des Weiteren ist festzuhalten, dass der erforderliche zeitliche und sach-

liche Kausalzusammenhang zwischen den im Jahr 2012 erlittenen 

Benachteiligungen und der erst über drei Jahre später erfolgten Ausreise 

nicht mehr als gegeben betrachtet werden kann. 

6.3 Selbst wenn der Beschwerdeführer nach der Ausreise seines 

Schwagers im Herbst 2014 von den Behörden zu dessen Aufenthaltsort 

befragt worden wäre, wäre dies nicht geeignet gewesen, eine objektiv 

begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu verursachen. Der 

Beschwerdeführer machte nicht geltend, über längere Zeit festgehalten 

oder nach Ende 2014 nochmals misshandelt worden zu sein. Seine An-

gaben, ihm sei gedroht worden, er werde ins Gefängnis gebracht oder wie 

ein ehemaliger Studienkollege erschossen, wurden als nachgeschoben 

beziehungsweise unglaubhaft erachtet. Den Akten kann nicht entnommen 

werden, dass er verhaftet oder ein Verfahren gegen ihn eingeleitet wurde, 

sodass davon auszugehen ist, es habe im damaligen Zeitpunkt kein kon-

kreter Verdacht gegen ihn bestanden, mit den LTTE in Verbindung ge-

standen zu haben oder zu stehen beziehungsweise anderweitig in aus 

Sicht des sri-lankischen Staats suspekte Aktivitäten involviert zu sein.   

6.4 Dem Beschwerdeführer kann somit für den Zeitpunkt seiner Ausreise 

aus Sri Lanka keine begründete Furcht vor ihm in absehbarer Zeit 

drohender, asylrechtlich relevanter Verfolgung zuerkannt werden.  

6.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa 

respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht 

generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter aus-

gesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der 

Beurteilung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in 

Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risiko-

faktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen 

oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, 

die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen und das 

Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, 

üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten 

D-2311/2018 

Seite 18 

Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. 

a.a.O., E. 8.4.1 - 8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und 

überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die 

erforderlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die 

zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die 

Internationale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurück-

kehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risiko-

begründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt 

im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine 

asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. 

Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrer eine 

begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinn von Art. 3 AsylG 

haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zugeschrieben wird, 

dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu 

lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

6.6  

6.6.1 Vorliegend sind keine der im vorgenannten Urteil skizzierten, stark 

risikobegründenden Faktoren erkennbar. Die geltend gemachten Probleme, 

welche der Beschwerdeführer während seiner Studienzeit hatte, haben 

gemäss Überzeugung des Bundesverwaltungsgerichts für ihn zu keinen 

Weiterungen geführt. Er konnte sein Studium beenden und anschliessend 

seinen Lebensunterhalt verdienen. Die erwähnten kurzzeitigen Fest-

nahmen nach der Ausreise des Schwagers des Beschwerdeführers und 

die Drohungen durch die Sicherheitsbehörden wurden als unglaubhaft 

erachtet, und der Beschwerdeführer hat nicht glaubhaft geltend gemacht, 

persönlich Verbindungen zu den LTTE oder politische Aktivitäten gehabt zu 

haben, aufgrund derer er vor seiner Ausreise in das Visier der sri-

lankischen Behörden geraten ist. Er verwies auf seinen Schwager, den die 

sri-lankischen Behörden im Verdacht hatten, die LTTE unterstützt zu 

haben, konnte aber die ihm daraus erwachsenen persönlichen Probleme 

nicht glaubhaft machen. Da der Schwager nicht LTTE-Mitglied war und sich 

mittlerweile zusammen mit seiner Familie seit fünf Jahren in der Schweiz 

befindet, muss nicht befürchtet werden, dass der Beschwerdeführer durch 

die Schwägerschaft mit einem von den Behörden mehrmals befragten, 

ehemaligen Unterstützer der LTTE in Schwierigkeiten gebracht wird. 

6.6.2 Die zweimalige Teilnahme an Demonstrationen in I._______, bei 

denen der Beschwerdeführer sich eigenen Angaben zufolge nicht von der 

Menge der Demonstrierenden abhob und einzig Parolen skandierte, dürfte 

den sri-lankischen Behörden nicht bekannt geworden sein. Selbst wenn sie 

D-2311/2018 

Seite 19 

davon Kenntnis erlangt hätten, muss nicht befürchtet werden, dass dies zu 

asylrechtlich relevanter Verfolgung führen würde.  

6.6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer 

weder bei der Anhörung noch zu einem späteren Zeitpunkt glaubhaft vor-

brachte, in einer Art und Weise aktiv gewesen zu sein, die es nahelegen 

würde, dass ihm seitens der sri-lankischen Behörden ein überzeugender 

Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separa-

tismus zugeschrieben werden könnte. 

6.6.4 Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht im Besitz eines sri-

lankischen Reisepasses sei und von der Schweiz aus nach Sri Lanka 

zurückkehren wird, führt nach konstanter Praxis für sich allein gesehen 

nicht zur Annahme einer relevanten Gefährdung und somit nicht zur 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft. 

6.7 Die auf Beschwerdeebene gemachten Hinweise auf diverse Berichte 

über die allgemeine Situation in Sri Lanka, die keinen direkten Bezug zu 

den konkreten Vorbringen des Beschwerdeführers aufweisen, vermögen 

an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern. 

6.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer weder 

Vor- noch Nachfluchtgründe nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht hat. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der 

Beschwerde und die (bei der Vorinstanz) eingereichten Beweismittel im 

Einzelnen einzugehen, da sie an der Würdigung des Sachverhalts nichts 

zu ändern vermögen. Das SEM hat somit die Flüchtlingseigenschaft zu 

Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

D-2311/2018 

Seite 20 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3  

8.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde-

führers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

D-2311/2018 

Seite 21 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihm unter Hinweis auf die Er-

wägungen zum Asylpunkt nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 

Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

8.3.2 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem 

europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt 

befasst (vgl. Urteile des EGMR, R.J. gegen Frankreich vom 19. September 

2013, 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien vom 31. Mai 2011, 41178/08; 

T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P.K. gegen 

Dänemark vom 20. Januar 2011, 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien 

vom 17. Juli 2008, 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass 

nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen 

drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der 

Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für die Be-

fürchtung habe, die Behörden hätten an seiner oder ihrer Festnahme und 

Befragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen 

durch die in Erwägung 6.5 erwähnten Risikofaktoren abgedeckt sind (vgl. 

Urteile des EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94; E.G. gegen 

Grossbritannien, a.a.O., §§ 13 und 69) – in Betracht gezogen werden, 

wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese 

einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicher-

weise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen 

Würdigung erreichen könnten. 

Wie bereits erwogen, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er bei einer Rückkehr in 

den Heimatstaat die Aufmerksamkeit der heimatlichen Behörden in einem 

flüchtlingsrechtlich relevanten Mass auf sich ziehen wird. Es bestehen 

somit auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm drohe eine menschenrechts-

widrige Behandlung. Es bestehen aufgrund der Akten keine konkreten 

D-2311/2018 

Seite 22 

Hinweise, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so 

genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig-

keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich 

gefährdet wäre. Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts 

ändert auch die aktuell schwierige Lage nichts an der Beurteilung der 

Verfolgungssituation für nach Sri Lanka zurückkehrende Tamilen. 

Damit lassen vorliegend weder die allgemeine Menschenrechtssituation 

noch individuelle Faktoren den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-

punkt als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach 

sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete 

Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

8.4.1 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner 

Gewalt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung 

und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Mit Referenzurteil  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht seine 

bisherige Rechtsprechung (vgl. BVGE 2011/24) und die gegenwärtige 

Praxis des SEM bestätigt, wonach der Wegweisungsvollzug in die Ost- und 

Nordprovinz zumutbar ist. Im Weiteren hat das Bundesverwaltungsgericht 

mit Urteil D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 (als Referenzurteil publiziert) 

festgestellt, dass der Wegweisungsvollzug ins Vanni-Gebiet ebenfalls 

zumutbar ist. An dieser Einschätzung hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt 

nichts geändert. Der am 26. Oktober 2018 begonnene Machtkampf 

zwischen Maithripala Sirisena, Mahinda Rajapaksa und Ranil 

Wickremesinghe vermag daran nichts zu ändern. Die aktuelle Lage in Sri 

Lanka ist zwar als volatil – und nach den verheerenden Anschlägen vom 

21. April 2019 zweifellos auch als sehr angespannt – zu beurteilen, jedoch 

ist aufgrund dessen nicht auf eine generell erhöhte Gefährdung von 

zurückkehrenden tamilischen Staatsangehörigen zu schliessen. 

8.4.2 Der Beschwerdeführer lebte seinen Angaben gemäss seit 1999 die 

meiste Zeit in B._______ (Bezirk C._______ [Nordprovinz], vgl. act. A6/12 

D-2311/2018 

Seite 23 

S. 4). Ein Vollzug in diese Provinz ist im Lichte der Rechtsprechung 

grundsätzlich zumutbar. In vorliegendem Fall sprechen sodann keine 

individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Der 

Beschwerdeführer absolvierte ein Studium, das er im Juli 2013 mit einem 

(…) abschloss (act. A12 Ziff. 6), und verfügt über berufliche Erfahrungen 

als (…) (vgl. act. A6/12 S. 6). Aufgrund seiner Ausbildung und der 

Berufserfahrung wird es ihm möglich sein, sich im Heimatland eine 

Existenz aufzubauen. Seine Eltern und seine Schwestern sowie weitere 

Verwandte leben gemäss seinen Angaben weiterhin im Heimatland, so 

dass er über ein soziales Beziehungsnetz und eine Wohnmöglichkeit 

verfügt. 

8.4.3 Es ist demnach nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzbedrohende, ihn konkret 

gefährdende Situation geraten wird, zumal die von ihm geltend gemachten 

Fluchtgründe sich als unglaubhaft erwiesen haben. Nach dem Gesagten 

erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht als unzumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenverfügung 

vom 1. Mai 2018 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG gewährt wurde, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2311/2018 

Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Hans Schürch Christoph Basler 

 

 

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